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Söller Blicke Magazin

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Winter 2025/26 N° 4 L 25

English edition

SöllerBlicke

Winter 2025/26


2 Inhaltsverzeichnis

Winter 2025/26

N° 4 L 25 Inhaltsverzeichnis 3

SöllerBlicke

IMPRESSUM: Für den Inhalt verantwortlich: Für den Tourismusverband

Wilden Kaiser: Gabriel Eder. Für die Bergbahnen

Söll: Mario Gruber. L Verlagsort: Söll und Umgebung L Verlagsadressen:

Tourismusverband Wilder Kaiser - Dorf 84 -

6306 Söll, T: +43 (0) 50509 260, office@wilderkaiser.info; www.

wilderkaiser.info / Bergbahnen Söll - Stampfanger 21 - 6306

Söll, T: +43 (0) 5333 5260, bergbahnen.soell@skiwelt.at; www.

skiwelt.at/de L Grafik / Satz / Layout: Das Buero ohne Namen,

Kufstein L Chefredaktion und textliche Konzeption: Sabine

Knapp / Knappentext / www.knappentext.at L Autorinnen und

Autoren dieser Ausgabe: Sabine Knapp, Gabriel Eder, Sabine

Weiß, Dr. Marlies Gruber L Auflage: 10.000 Stk L Druck: Alpina

Druck GmbH, Innsbruck L Produktion / Papier: Supreme Bio

L Titel: Carina Thaler Zeichnung L Versand: An alle Haushalte

in Söll und Umgebung L Blattlinie: Magazin für Menschen

der Region rund um Söll, um Ein- und Ausblicke zu erfahren,

Augenblicke Revue passieren zu lassen und mit den Autorinnen

und Autoren gemeinsam einen Blick hinter das Offensichtliche

zu werfen. L Gendern: Um alle Personen in den Texten sichtbar

zu machen und dabei den Lesefluss nicht zu stören, wird

abwechselnd die männliche und weibliche Form verwendet.

L Hinweis: Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine

Haftung übernommen. Satz- und Druckfehler sowie sonstige

Irrtümer könnten uns trotz aller Sorgfalt passiert sein. Wir bitten

um Nachsicht. L Nächste Ausgabe: Sommer 2026

12 | Wechsel an der Spitze des Tourismusverbands Wilder Kaiser

28 | Highlights SkiWelt Söll

29 | Knapp & Bündig

36 | Veranstaltungen Winter 25/26

04 08 14

18

22

24 30

32

04-07 | Perfektion im Rillenmuster

Pistenpräparierung in Söll

08-11 | Demeterhof Knolln

Viel mehr als BIO

14-17

Aus Snow Fun

wird Sport Mayr

18-21

Natur als Prinzip

Tischlereibetrieb

Schlemaier

im Portrait

© Nick Berger, Emanuel Adensam, Denggenhof

22-23 | Eine

Winterspielwiese

ganz nach dem

Geschmack der

Schneehexen

24-27 | Neue Betriebsformen,

Ideen und Gäste in Söll

Frühstückspension Denggenhof mit

neuem Chalethaus

30-31 | Von der Piste direkt vor die

Leinwand

Auf Zeitreise im ersten Ski-Kino Tirols

32-35

Moonlight Bar

Neue Zeiten erfordern

neue Beherbergungsbetriebe



4 Winter 2025/26 N° 4 L 25 Perfektion im Rillenmuster · Pistenpräparierung in Söll 5

P E R F E K T I O N

I M

RILLEN MUSTER

Pistenpräparierung in Söll

Die einen nennen es Bully-Kino, die anderen feiern die dazugehörigen

Akteure als Helden der Nacht: Es ist ein Schauspiel für sich, wenn am

Abend die Kolonne der Pistenraupen vom Betriebsgebäude der Bergbahnen

Söll aufgefädelt wie Zugvögel in Richtung Hohe Salve starten.

Trotz der tausenden

PS und der Wucht

der Maschinen

scheint jede Bewegung

der elf Bullys auf den Zentimeter

genau abgestimmt zu

sein. Selbst ohne einen Funken

Technikbegeisterung ist die

„Prozession für die perfekte

Piste“ ein faszinierender Anblick,

der neugierig macht. Wir

haben einige Fragen gesammelt

und den Chef der Pistenkünstler

aus Söll befragt.

EIN BLICK ZURÜCK

Die Pistenpräparierung begann

mit der stärker werdenden

Beliebtheit des Skifahrens in den

1950er Jahren. Anfangs kamen

vereinzelt Walzrollen (Pistenwalzen)

zum Einsatz, die von

Skifahrern gelenkt wurden. 1962

wurde von der Firma Prinoth der

erste Prototyp einer Pistenraupe

zur Pistenpräparierung (der

P 60) produziert. Die erste Pistenraupe

in Söll gab es im Jahr

1965, seither ist der Fuhrpark

stetig gewachsen.

Wie sind deine

Standardarbeitszeiten als

Pistenraupenfahrer?

Hannes Hörl – Pistenraupen

Chef in Söll: Meistens arbeiten

wir von ca. 16 Uhr bis 1 Uhr in der

Nacht. Wenn es Neuschnee gibt,

sind wir auch manchmal morgens

von drei bis ca. acht Uhr unterwegs,

um frisch zu präparieren.

Wir entscheiden das je nach

Wetterbericht.

Wie lassen sich die Arbeitszeiten

mit dem Familienleben

vereinbaren?

Für mich sind die Arbeitszeiten

perfekt, weil die Kinder so

eigentlich mehr von mir haben.

Ich bin am Tag zu Hause und habe

nachmittags Zeit für die Familie.

Zusätzlich haben wir einen feinen

Arbeitsrhythmus mit fünf Arbeitstagen

und zwei freien Tagen.

Braucht man einen speziellen

Führerschein für Pistenraupen?

Nein, einen speziellen Führerschein

braucht man nicht für Pistenraupen.

Theoretisch bräuchte

man keinen Führerschein, da man

nicht am Straßenverkehr teilnimmt

und die Pistenraupe als selbstfahrende

Arbeitsmaschine gilt.

Praktisch braucht man allerdings

eine gewisse Fahrkenntnis und

somit haben wir keine Mitarbeiter

ohne Führerschein der Klasse B.

Wofür sind die Seilwinden bei

der Präparierung?

Die Seilwinde braucht es

zur Unterstützung, damit man

gewisse Steigungen überwinden

und den Schnee besser

schieben kann. Das Seil sorgt bei

anspruchsvollen steilen Pisten

für zusätzliche Zugkraft. Manch

einer denkt, es geht auch um eine

Absturz-Sicherung, aber damit

hat die Winde gar nichts zu tun.

Hast du beim Präparieren

mit der Winde manchmal

Begegnungen oder Probleme mit

Tourengehern oder verspäteten

Skifahrerinnen?

Eine kritische Begegnung mit

Tourengeherinnen hatte ich zum

Glück noch nie, auch wenn nach

wie vor einige unterwegs sind.

Leider sind aber teilweise alkoholisierte

Skifahrer auf den gesperrten

Pisten unterwegs. Das ist gefährlich

und müsste nicht sein. >>

© Nick Berger, Dietmar Denger

„Die erste

Pistenraupe in

Söll gab es im Jahr

1965, seither ist der

Fuhrpark stetig

gewachsen.“

Hannes Hörl – Pistenraupen-Chef in Söll:



6 Perfektion im Rillenmuster · Pistenpräparierung in Söll

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Perfektion im Rillenmuster · Pistenpräparierung in Söll 7

Die Präparierung startet in

Söll meistens in einer Kolonne

aus Pistenraupen. Welche

Vorteile hat diese Art der

Präparierung?

Die Fahrt in der Kolonne

ist einfach die schnellste Art,

die breiten Hauptpisten zu

präparieren. Wenn Mittwoch

bis Samstag das Nachtskifahren

stattfindet, haben wir nur ein

kleines Zeitfenster. Nach den

Nachtpisten teilen wir uns

wieder auf. Einige bereiten die

Winden für die steilen Hänge vor

und andere fahren direkt weiter.

Gibt es eine bestimmte

Reihenfolge für eure Kolonne?

Eine fixe Reihung gibt es

nicht. Die erfahrensten Männer,

darunter meistens unser Wolfgang,

fahren an der Spitze und

müssen genau wissen, wie oder

was. Die jüngeren werden in die

Mitte genommen und können

sich so orientieren.

Ärgert es dich, wenn dich

Skifahrer verfolgen, die auf die

perfekte, frisch präparierte

Piste gewartet haben und dein

Werk dann „zerstören“?

Ja natürlich ärgert es

mich, wenn die Piste eigentlich

perfekt ausschaut. Eher sehe

ich es aber als Problem, dass

hier das Unfallrisiko sehr hoch

ist. Wenn uns hier ein Skifahrer

versehentlich reinfährt, könnte

es blöd ausgehen. Wir passen

einfach sehr auf, schimpfen

nützt da auch nichts.

Hast du immer die gleichen

Pisten zu präparieren oder

wechselt ihr euch ab?

Ja, normalerweise hat jeder

seine fixen Pisten. Das wird

nach Erfahrung und Können

eingeteilt.

„Es ist nicht jedermanns Sache,

aber wenn es passt,

dann meist für lange Zeit.“

Hannes Hörl – Pistenraupen-Chef in Söll:

Man sieht im Frühjahr manchmal

Pistenraupen ohne Ketten.

Ist ähnlich wie der Reifenwechsel

beim Auto regelmäßig

ein Kettenwechsel nötig?

Die Ketten nehmen wir aus

Platzgründen ab. So ist die

Einlagerung der Raupe leichter

möglich. Im Herbst kommen die

Ketten wieder drauf. Sie halten

mindestens 5.000 Betriebsstunden,

also mehrere Saisonen,

bis sie irgendwann brüchig

werden. Mit Autoreifen ist das

also eher nicht vergleichbar.

Gibt es ein Pickerl für die

Pistenraupen oder regelmäßige

Kontrollen?

Ja, es gibt schon eine jährliche

TÜV-Abnahme, bei der zum

Beispiel nach Rissen geschaut

wird und kontrolliert wird, ob

irgendetwas gefährlich werden

könnte. Aber die Wartung

macht hauptsächlich unsere

Werkstatt intern.

Eindrucksvolles Schauspiel, wenn alle

Pistenraupen unterwegs sind, um die

Pisten für unser Skivergnügen zu präparieren.

Wo wird die Raupe repariert,

wenn etwas kaputt geht?

Bei uns. Wir machen fast

alles selber in unserer Werkstatt.

Nur wenn etwas technisch

sehr Kompliziertes oder etwas

mit dem Bordcomputer ist,

kommt teilweise auch ein Techniker

des Herstellers zu uns.

Wie schaut es mit der

Orientierung zum Beispiel

im Nebel aus? Habt ihr ein

Navigationsgerät?

Ja, wir haben im Zuge der

Schneehöhenmessung ein GPS-

Gerät. Aber die beste Navigation

ist trotzdem die Erfahrung. Sich

an einem Baum, einer Hütte

oder der Randmarkierung zu

orientieren, ist sicherer. Wenn

das Signal schwach ist, kann

sich das GPS auch um eine Pistenraupenbreite

irren. Neulinge

sind bei solchen Bedingungen nie

alleine unterwegs.

Die Schneehöhenmessung

ermöglicht eine effizientere

Präparierung. Ist dies auch eine

Erleichterung für euch?

Das System mit Farben und

Höhenangaben ist nicht sehr

kompliziert zu verstehen. Die

Zeiteinsparung ist schon extrem.

Ich finde es praktisch.

Haben wir in Söll schon

E-Pistenraupen?

Nein, die Akkulaufzeit

ist noch zu gering, sodass es

momentan noch keine Überlegung

wert ist. Mit vier bis sechs

Stunden kommen wir nicht aus.

Zwischendurch aufzuladen ist

auch nicht möglich. Interessant

wird es, wenn die Laufzeit bei

zehn Stunden liegt.

Ein Bild der Perfektion für alle Wintersportbegeisterten

SCHON GEWUSST… WAS ES MIT DEN RILLEN DES GLÜCKS AUF SICH HAT?

Auf dem Weg zur Piste durchlebt die Schneeflocke (oder der Tropfen des technischen

Schnees) viele Phasen. Bei der Pistenpräparierung werden die Scheeschichten von

der Pistenraupe mit Fronträumschild, Frontschneefräse, Stegen und Heckfräse durchmischt

und verfeinert. Das Finale sind die charakteristischen Längsrillen (Cord-Struktur),

die durch ein Glättebrett (Finisher) und eine Stahlleiste bzw. einen Nachläufer aus

Plastik- oder Gummi entstehen. Die Rillen verlaufen entsprechend der Fahrtrichtung

in Richtung der Falllinie oder des Pistenverlaufs. Der Rillenabstand entspricht maximal

der halben Breite typischer Abfahrtsskier. Bei Längsfahrt wird der Ski von mindestens

zwei Graten getragen. Bei schräger Fahrt schneiden die Schikanten leichter in die

Grate ein als in ebenen Schnee und finden besseren Halt. Schwünge gelingen mit

weniger Kanteneinsatz, die Piste bleibt griffig. Die Längsrillen vergrößern zudem die

Schneeoberfläche, sodass die Umgebungskälte den Schnee besser kühlen kann. Ein

schöner Anblick mit durchdachtem Hintergrund.

Präparierst du lieber Naturschnee

oder technischen Schnee?

Das Pistenbild ist mit Naturschnee

jedenfalls schöner, aber

zum Fahren ist der technische

Schnee tatsächlich feiner. Eine

Mischung ist kein Problem, aber

je mehr Neuschnee und damit

mehr lockeres Material auf der

Piste ist, umso weicher ist es

und damit wird es schwerer,

den Hang hochzukommen. In so

einem Fall müssen wir auch öfter

mit den Winden fahren.

Hattest du schon mal eine

gefährliche Situation mit

Absturzgefahr auf einer

steilen Piste?

Es war zwar schon die

ein oder andere spannende

Situation dabei, aber in meinen

22 Jahren als Pistenraupenfahrer

gab es noch nie eine richtig

gefährliche Situation.

Gibt es viele im Team, die schon

so lange dabei sind?

Ja, wir haben wirklich ein

sehr beständiges Team. Meistens

wechseln von uns 15 Fahrern in

der neuen Saison nur ein oder

zwei. Es ist nicht jedermanns

Sache, aber wenn es passt, dann

meist für lange Zeit.

„Es war zwar schon die ein oder

andere spannende Situation dabei,

aber in meinen 22 Jahren als

Pistenraupenfahrer gab es noch nie

eine richtig gefährliche Situation.“

Hannes Hörl – Pistenraupen-Chef in Söll:

Kennen sich eigentlich die

Fahrer untereinander in der

ganzen Region?

In der SkiWelt treffen wir uns

einmal im Jahr mit allen Pistenraupen-Fahrern

zum Austausch.

Wenn man bei der Arbeit mit den

Brixnern oder Hopfgartnern aufeinandertrifft,

bleibt man natürlich

auch mal auf einen Ratscher

stehen. Die jüngeren Fahrer sind

außerdem viel über Social Media

in Kontakt. Die Community

„Die Helden der Nacht“ ist eine

beliebte Plattform mit lässigen

Bildern und Videos.

Was machen du und deine

Kollegen im Sommer?

Ich arbeite am Bau. Im Sommer

arbeite ich viel körperlich

und im Winter eher sitzend, diese

Abwechslung passt mir gut.

Meine Kollegen sind teilweise bei

den Bergbahnen, manche sind

LKW- oder Bagger-Fahrer, Zimmerer

oder Maurer. Eben vieles,

was im Winter ohnehin still steht.

Wir sind ein gemischter Haufen.L



8 Demeterhof Knolln · Viel mehr als BIO

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Demeterhof Knolln · Viel mehr als BIO 9

K N O

L

L N

F

VIEL

MEHR

Seit dem Jahr 2020 darf

der Knollnhof offiziell als

Demeterhof bezeichnet

werden. Eine Auszeichnung,

über die sich die Familie

Eisenmann von Herzen freut, denn

das bedeutet, dass sie das Konzept

einer ganzheitlichen Lebensweise

perfekt umsetzen. „Demeter ist in

Österreich noch nicht so bekannt

wie in anderen Ländern und ich

musste eine Weile suchen, bis ich

dieses Konzept gefunden hatte. Die

biodynamische Bewirtschaftung unserer

Landwirtschaft folgt seither

strengeren Vorgaben als jener des

EU-Bio-Standards und entspricht

somit genau unserer Denk- und

Lebensweise. Neben dem Verzicht

auf chemische Dünger und Pestizide

geht es uns vor allem um wesensgerechte

Tierhaltung und darum,

D E M E T

E R H O

Andreas Eisenmann erklärt uns im Interview,

was hinter der Demeter-Philosophie steckt.

ALS

Magdalena und Andreas Eisenmann haben sich dafür entschieden,

aus ihrer Land- und Almwirtschaft das Beste für die Natur,

die Tiere und die Menschen herauszuholen.

BIO

© ce.designstudio, Emanuel Adensam

das große Ganze miteinzubeziehen.

In unserer Hofgemeinschaft wirken

alle Bereiche von Anbau über

Tierhaltung bis zur Verarbeitung

harmonisch zusammen“, bringt

Andreas die Philosophie hinter

Demeter auf den Punkt.

„ Unsere

Grundsatzphilosophie

lautet, Lebensräume

zu erschaffen.

Dabei geht es um

Mensch und Tier. Alle,

die davon betroffen

sind, dürfen hier so sein,

wie sie sind.

Andreas Eisenmann

WESENSGERECHTE TIERHALTUNG

STEHT AN ERSTER STELLE

45 Rinder, drei Therapiepferde, zahlreiche

Ziegen, Hühner und Kaninchen

führen auf dem Knollnhof ein glückliches

Dasein. Eine Besonderheit ist,

dass hier alle Rinder gemeinschaftlich

gehalten werden. „Wir nennen

unseren Hof auch gerne Villa Kunterbunt,

denn normalerweise

werden in einer Rindermast

die Tiere in Jahrgängen

zusammengehalten. Hier

sind alle in sozialen

Gruppenverbänden

und die Tiere suchen sich

ihre Buddys selbst aus. Kälber bleiben

außerdem bei den Mütterkühen und

Rinder behalten ihre Hörner“, erklärt

Andreas. Es geht also nicht nur darum,

dass der Zuwachs stimmt – so wie bei

einer Rindermast – es geht um viel

mehr, es geht um ein gutes Leben für

die Tiere am Hof. Die Therapiepferde

kommen für ein Coachingprogramm,

das sich ‚Auszeit in den Bergen‘ nennt,

zum Einsatz. Viele andere Tiere sind

einfach auf dem Hof, weil sie zu einer

Landwirtschaft dazugehören, weil es

ihnen hier gut geht, weil es den Kindern

guttut, mit Tieren aufzuwachsen

und weil sich auch die Gäste und Besucher

über die bunte Tierwelt freuen.

WARUM DEMETER?

Den Knollnhof haben Magdalena

und Andreas von Magdalenas Eltern

übernommen, welche bereits eine

biologische Landwirtschaft führten.

„Magdalena und ich waren eigentlich

immer auf der Suche danach, was es

außer BIO noch gibt. Dann bin ich auf

Martin Ott gestoßen, der als >>



10 Demeterhof Knolln · Viel mehr als BIO

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Demeterhof Knolln · Viel mehr als BIO 11

Kuhflüsterer bekannt ist und dessen

Zugang zur Landwirtschaft unseren

Werten sehr entsprach“, erinnert sich

Andreas. Als er auf einen von Martin

Ott geführten viertägigen Intensivkurs

in der Schweiz aufmerksam wurde, sah

Andreas das als Chance und machte

sich auf den Weg zu einer biodynamischen

Ausbildungsstätte. Dass er dabei

einen Demeter-Grundkurs besuchte,

hatte er vorerst gar nicht realisiert,

fand es dann aber sehr aufschlussreich

und fühlte sich dort genau richtig.

DER MOND UND SEINE WIRKUNG

Die Mondphasen spielen in der

Demeter-Philosophie eine große Rolle

und werden bei vielen Tätigkeiten

beachtet. Andreas und Magdalena

sehen sich verantwortlich für Grund

und Boden, für Mensch und Tier und

für alles Drumherum. Sie anerkennen

So sieht der Inhalt eines Zehn-Kilo-Mischpakets in etwa aus.

WAS IST DRIN?

Fünf- oder Zehn-Kilo Fleischpakte klingen für viele

Menschen nicht haushaltsgerecht.

Dabei enthält ein Zehn-Kilo-Mischpaket zum Beispiel:

· 2,0 kg Gulasch

· 2,0 kg Faschiertes

· 2,0 kg Schnitzel

· 1,5 kg Braten

· 1,5 kg Siedefleisch

· 1,0 kg Beinfleisch

Die perfekte Menge, um eine vierköpfige Familie mit hochwertigem

Fleisch zu versorgen. Tipps dazu gibt’s von Österreichs jüngster

Haubenköchin Victoria Fahringer, die in ihren Kochkursen mit

dem Fleisch vom Knollnhof zeigt, wie solch ein Mischpaket

verarbeitet werden kann.

die Kürze der

Zeit, in der sie

für den Hof verantwortlich

sind. „Was sind

denn schon 40 Jahre“, stellt

Andreas die Frage in einem

größeren Kontext in den Raum.

Das Bestreben des Landwirtes

und seiner Frau ist es, den Hof in

dieser Zeit nach bestem Wissen und

Gewissen zu führen, um ihn dann

in diesem Zustand an die nächste

Generation zu übergeben. „Der große

Unterschied ist einfach, dass wir

immer das Große und Ganze im Blick

haben, nicht nur die Fleischproduktion,

um nur einen möglichen Aspekt

zu nennen“, so Andreas.

„ Als Landwirte

sind wir vom

Regenwurm bis zur

für alle

Biene

verantwortlich.

Andreas Eisenmann

DIE GÄSTE AM DEMETERHOF

Viele Gäste kommen nach Söll und auf

den Knollnhof, um zu wandern und die

Berge zu genießen. Zahlreiche davon

sind aber auch begeistert von der Demeter-Philosophie

und einige suchen ganz

konkret danach, ihren Urlaub auf einem

Hof zu verbringen, der nach Demeter

ausgerichtet ist. Vor allem Gästen aus

Deutschland und aus der Schweiz ist die

Demeter-Philosophie bekannt.

MISCHPAKETE VOM KNOLLNHOF

"From nose to tail" (engl. für "von

Kopf bis Fuß") nennt es sich, wenn

ein gesamtes Tier verwertet wird.

Die Metzgerei Obermoser in Söll

ist Partner des Knollnhofs wenn es

um die Schlachtung und Fleischverarbeitung

geht. „Diese regionale Nähe

ist sehr wichtig für mich, denn die

Tiere haben dadurch einen Transportweg

von nur fünf Minuten und

ich bin bei ihnen. Sie haben also bis

zur letzten Minute keinen Stress in

ihrem Organismus“, weiß Andreas.

Der Metzger teilt alles in Portionen

auf und vakuumiert diese. So werden

Mischpakete zusammengestellt und

alles wird gleichmäßig in Fünf- und

Zehn-Kilogramm-Pakete aufgeteilt

und verkauft. Die Rinder werden am

Knollnhof im Alter zwischen 24 und

30 Monaten geschlachtet, anders als

in der konventionellen Mast, wo die

Lebensdauer der Rinder nur zwischen

zwölf und 16 Monaten liegt. „Unsere

Rinder wachsen durch die natürliche

Fütterung viel langsamer als in anderen

Mastbetrieben, das merkt man an

der Qualität des Fleisches. Hier ist die

Zeit der Schlüssel zum Erfolg“, weiß

Der wunderschöne Knollnhof liegt gleich

unterhalb der Talstation der Bergbahnen Söll.

der Fachmann. Pro Schlachtung gibt

es rund 230 kg Fleisch, das vorrangig

in der Region verkauft wird, vereinzelt

nehmen auch Gäste Fleisch mit nach

Hause oder verwerten es direkt hier

in den Ferienwohnungen. „Um laufend

Fleisch anbieten zu können, schlachten

wir in einem Rhythmus von zwei

bis drei Monaten“, erzählt Andreas.

TOURISMUS UND LANDWIRT-

SCHAFT – PERFEKTE KOMBINATION

Die Arbeit als Gastgeber mit der Zimmervermietung

sowie mit den Ferienwohnungen

und Appartements stellen

den Mittelpunkt in der Erwerbstätigkeit

der beiden Landwirte dar.

Dieser Tätigkeit gehen Magdalena

und Andreas mit Herzblut und

voller Leidenschaft nach. Der

Tourismus ermöglicht es

ihnen in weiterer Folge, die

Landwirtschaft flexibel

umzustrukturieren

und

Wesensgerechte Tierhaltung hat oberste Priorität.

„ Auf unsere Demeter-Zertifizierung sind

wir sehr stolz, da wir damit einer der wenigen

Betriebe in Österreich sind.

Andreas Eisenmann

nach ihren eigenen Maßstäben zu führen.

„Das ist ein großer Mehrwert, den

wir sehr zu schätzen wissen, denn uns

ist es ein Anliegen, unsere Landwirtschaft

selbst zu führen und nicht von

Angestellten betreiben zu lassen“, zeigt

sich der Landwirt dankbar. Als Direktvermarkter

zählen in weiterer Folge

aber vor allem die Menschen aus der

unmittelbaren Region zu ihren Abnehmern.

Sie schätzen das hochwertige

Fleisch des Hofes. „Mein Wunsch – und

der von vielen anderen Direktvermarktern

– ist ein bewusster Fleischkonsum.

Es muss nicht immer der Hochzeitstag

oder der runde Geburtstag sein, an

dem ein besonders zartes Fleisch vom

Bauern auf den Tisch kommt. Vielmehr

geht es darum, das Fleisch respektvoll,

mit Genuss und in Maßen zu verzehren.

Das wäre die Herangehensweise, die

dem gesamten System bis hin zum

eigenen Körper zuträglich wäre“, ist sich

der Rindfleischproduzent sicher.

Magdalena und Andreas haben ihren

Weg gefunden und sind sehr zufrieden,

nicht nur ihrer Familie und ihren Gästen,

sondern auch allen Tieren auf dem

Hof einen guten Platz bieten zu können

und sie freuen sich, wenn die Menschen

rund um den Wilden Kaiser das ausgezeichnete

Fleisch ihrer Tiere genießen.L

Marktplatz Wilder Kaiser

WIR FÖRDERN REGIONALE KREISLÄUFE AM WILDEN KAISER

Die vier Kaiser-Orte Ellmau, Going, Scheffau und Söll sind Heimat vieler

regionaler Produzenten und Direktvermarkterinnen. Das Angebot ist vielfältig

und reicht von Fleisch in BIO-Qualität bis hin zu Edelbränden, diversen

Lebensmitteln oder Handwerks-Erzeugnissen. Wo, wann und bei wem diese

hochwertigen Qualitäts-Produkte aus unserer Region gekauft werden können,

darüber gibt die Plattform „Marktplatz Wilder Kaiser“ Auskunft.



12 Wechsel an der Spitze des Tourismus verbands Wilder Kaiser Winter 2025/26 N° 4 L 25 Wechsel an der Spitze des Tourismusverbands Wilder Kaiser 13

DES TOURISMUSVERBANDS WILDER KAISER

GUTE MISCHUNG AUS

BEWÄHRTEM

WECHSEL AN DER SPITZE

NEUEM

Wo siehst du die Region in fünf bis zehn Jahren?

Ich gehe davon aus, dass wir auch in den kommenden

Jahrzehnten Wintersport betreiben werden, auch wenn

unsere Saisonen wohl etwas kürzer ausfallen werden. Die

Bergbahnen der Region sind technisch und infrastrukturell

hervorragend aufgestellt und investieren laufend – darauf

können wir wirklich stolz sein. Der Sommer ist mit mediterran-gemäßigtem

Klima mit warmen Tagen und angenehm

kühlen Abenden sicherlich ein Pluspunkt. Dazu kommt die

gute Erreichbarkeit auf dem Landweg und ein international

sehr hoher Sicherheitsstandard. Schon heute merken wir, dass

Gäste ihre Gewohnheiten ändern – sie fahren im Oktober oder

sogar bis in den November zu uns auf Urlaub. Darauf müssen

wir reagieren und uns mit guten Produkten anpassen.

Wie wichtig ist dir der Austausch mit Gastgebern,

Touristikerinnen, Gemeinden und anderen Stakeholdern?

Der Austausch ist essenziell, denn gemeinsam bilden wir die

Region Wilder Kaiser. Deshalb ist es mir wichtig, diesen Dialog

aktiv zu leben und massiv zu fördern. Wir müssen gemeinsam

überlegen: Wo wollen wir hin? Was brauchen wir? Was nicht

mehr? Gleichzeitig gilt es, Erwartungen klar zu formulieren.

Wichtig ist, dass wir kontinuierlich an der Attraktivität der

Marke Wilder Kaiser arbeiten, sie weiter schärfen und so neue

Märkte erschließen. Marketing allein reicht nicht – das Angebot

muss stimmen. Darum braucht es eine stetige Angebotsentwicklung,

die sich an den Bedürfnissen unserer Gäste

orientiert und gleichzeitig die Identität der Region

stärkt. Dabei müssen wir auch den Generationswechsel

unserer Gäste im Blick

behalten: Die nächste Gästegruppe

steht schon bereit – mit anderen

Urlaubswünschen und

Erwartungen. Genau

darauf müssen wir

uns einstellen.

Lukas Krösslhuber, Geschäftsführer des Tourismusverbands

Wilder Kaiser, freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem

neuen Obmann, Vorstand und Aufsichtsrat in den nächsten

fünf Jahren. In der Zusammensetzung der Gremien sieht

er eine gute Mischung aus Bewährtem und Neuem, welche

sowohl Kontinuität als auch Innovation ermöglicht.

Neben dem neuen Obmann Manfred Hautz (Chalet Hotel am

Leitenhof, Scheffau), Georg Horngacher (Au Alm, Söll), der

bereits seit fünf Jahren Vorstandsmitglied und Ortsobmann

in Söll ist, Johannes “Hans” Adelsberger (Adelsbergers Bergland,

Going) – seit 20 Jahren im Vorstand und bisheriger

Obmann - komplettiert Johannes Winkler (Bergbahnen

Wilder Kaiser, Ellmau) den neuen Vorstand des Tourismusverbands

Wilder Kaiser. Und auch an der Spitze des

Aufsichtsrats gibt es mit Peter Landlinger (Hotel Christoph,

Ellmau) als neuen Vorsitzenden und Mario Gruber (Bergbahnen

Söll, Söll) als Stellvertreter zwei neue Gesichter.

„Wir haben mit der Strategie 2028 bereits einen guten Leitfaden

für die nächsten Jahre. Die neuen Gremien sollen jedoch

sofort stark in die Zukunftsplanung miteinbezogen werden,

um die herausfordernden Themen wie ‚Angebotsentwicklung

Winter‘ und ‚Internationalisierung‘ mitzugestalten”, so

Krösslhuber über die anstehenden Aufgaben.

L

VORSTAND NAME ORT

Obmann Manfred Hautz Scheffau

1. Obmann-Stv. Georg Horngacher Söll

2. Obmann-Stv. Johannes Winkler* Ellmau

koopt. Vorstandmitglied Johannes Adelsberger

Going

AUFSICHTSRAT NAME ORT

AR-Vorsitzender Peter Landlinger Elllmau

AR-Vorsitzender-Stv. Mario Gruber Söll

Aufsichtsrat Hermann Bichler Going

Aufsichtsrat

Andreas Haselsberger* Scheffau

Aufsichtsrat Anna Lena von Toll* Ellmau

Aufsichtsrat Anna-Lena Pfister* Söll

Nach 15 Jahren an der Spitze des Tourismusverbands

Wilder Kaiser legt Johannes

Adelsberger das Amt des Obmanns nieder,

bleibt dem Vorstand jedoch erhalten. Mit

Manfred Hautz übernimmt ein vertrautes Gesicht die

Obmannschaft. Hautz ist bereits seit zehn Jahren im

Vorstand aktiv und zudem Ortsvorstand in Scheffau.

Gemeinsam mit seiner Frau Margarete hat der gelernte

Tourismuskaufmann das 4S-Sternehotel Leitenhof

aufgebaut – zunächst als Jugendherberge, später als

Chalet-Anlage. Wir haben mit dem neuen Obmann

über seine Pläne und seine Sicht auf die Entwicklung

der Region gesprochen.

Was macht für dich die Rolle des TVB-Obmanns aus?

Manfred Hautz: Ich sehe die Funktion des Obmanns als

Bindeglied zwischen der operativen Ebene, den Praktikern,

den Gastgebern und Stakeholdern sowie den verschiedenen

Büros des Verbands. Es geht darum, die Bedürfnisse von

Gast und Gastgeber zusammenzuführen und eine gute

Basis für gemeinsames Arbeiten zu schaffen. Tourismus ist

für mich eine leidenschaftliche Aufgabe: Man kann sie nur

gut machen, wenn man sie wirklich gerne macht.

© TVB Wilder Kaiser, Christoph Reiter

Aufsichtsrat Bianca Lampert Ellmau

Aufsichtsrat Elisabeth Hauser-Benz Going

Aufsichtsrat Isabelle Winkler* Ellmau

Aufsichtsrat Julia Hinterholzer* Scheffau

Aufsichtsrat Markus Schernthaner Söll

Aufsichtsrat Reinhard Horngacher* Söll

Bgm im AR Nikolaus Manzl Ellmau

Bgm im AR Wolfgang Knabl Söll

Bgm im AR (kooptiert) Alexander Hochfilzer Going

Bgm im AR (kooptiert) Christian Tschugg Scheffau



14 Aus Snow Fun wird Sport Mayr

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Aus Snow Fun wird Sport Mayr 15

AUS

SNOW FUN

WIRD

SPORT MAYR

Nachdem Martin Steinbacher den Entschluss gefasst hatte, seinen

Betrieb zu übergeben, begann die Suche nach einem Nachfolger.

Wichtig war, dass der Standort erhalten bleibt, damit das Angebot

eines Ski-Verleihs im Ort gesichert ist. Martin Mayr fungiert als

Nachfolger und so wird auch künftig hier alles aus einer Hand erhältlich sein,

damit dem Vergnügen im Schnee nichts mehr im Wege steht. Wir haben Martin

Steinbacher und Martin Mayr zum Interview getroffen.

Martin Mayr ist mit seinem Ski-Verleih Sport

Mayr der neue Pächter der Räumlichkeiten

am Ortseingang von Söll.

Martin, bis jetzt war hier ein Ski-

Verleih inklusive Schuhgeschäft, oder?

Martin Steinbacher (MS): Ja genau.

Den Schuhverkauf habe ich aber

bereits 2024 aufgegeben, im selben

Jahr, in dem auch meine Frau ihre

Ordination schloss. Dass ich auch mit

dem Ski-Verleih aufhöre, war nur noch

eine Frage der Zeit.

Wann hast du den Verleih von deinem

Vater übernommen?

MS: Ich habe 1985 hier begonnen.

Mein Vater hatte gemeinsam mit

Embacher Sepp einen sehr kleinen

Skiverleih hier. Als ich beschlossen

hatte, das zu übernehmen, ließ ich das

alte Gebäude abreißen und habe neu

gebaut. Ursprünglich war hier das

Café Brunnhof meiner Eltern inklusive

eines kleinen Saals für Hochzeiten und

dergleichen. Im Zuge des Umbaus

wurden oberhalb sechs Wohnungen

errichtet, eine davon für

mich selbst, der Rest zum Vermieten.

Salvenstadl in das Gebäude, der vielen

noch ein Begriff sein dürfte. Dieser blieb

hier für 20 Jahre. Als der Pachtvertrag

schließlich 2018 auslief, habe ich die

Räumlichkeiten für mich adaptiert

und nutzte sie fortan für mein Schuhgeschäft

sowie für den Ski-Verleih, der

nun deutlich mehr Platz dazugewann.

Seit wann gibt es den Ski-Verleih

Sport Mayr?

Martin Mayr (MM): Den Ski-Verleih

gibt es seit Mitte der 1970er Jahre. Dazumal

war er beim Kindergarten im Dorf.

Den haben meine Eltern geführt. Leider

ist mein Vater recht früh verstorben und

so habe ich den Verleih Anfang der 1990er

Jahre übernommen. Von den Räumlichkeiten

her war ich mit meinem Verleih

aber immer limitiert. Von daher hat es

sich nun sehr gut ergeben, dass ich mit

Martin ins Gespräch gekommen bin.

Und nun pachtest du hier die

Räumlichkeiten?

MM: Ja genau, ich pachte den

hinteren Teil für meinen Ski-Verleih. Die

Pächterin im vorderen Teil ist Monika

Exenberger mit ihrem Schuhgeschäft.

„Wir haben in der Regel immer ein Drittel mehr Skier hier

als ausgeliehen werden, um den gesamten Bedarf

abdecken zu können.“

Martin Steinbacher

Und

du hast

dann im Ski-Verleih gearbeitet?

MS: In dem neu errichteten Raum

führte ich ein Schuhgeschäft und den

Ski-Verleih gleichzeitig. Dazumal war

alles noch kleiner als jetzt. Im Jahr

1998 haben wir uns vergrößert, ein

wenig um- und ausgebaut. Da kam der

Wie kam dieser Standortwechsel von

Sport Mayr konkret zustande?

MM: Eigentlich durch Gespräche,

die wir bei der Reinigung des Ski-

Depots führten. >>



16 Aus Snow Fun wird Sport Mayr

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Aus Snow Fun wird Sport Mayr 17

Martin hatte bei der Übergabe bereits an

jemand anderen gedacht, aber ich sagte

ihm, er soll mich ja nicht vergessen. Wir

haben schon oft zusammengearbeitet

und uns immer wieder mit unseren

Produkten ergänzt. Häufig fand ich hier

Equipment, das ich selbst gerade nicht

vorrätig hatte. Vor langer Zeit fand ich

hier sogar meine Frau. (lacht)

MS: Ja, stimmt. Sie hat früher bei

mir im Schuhgeschäft gearbeitet.

Das ist jetzt aber kein reiner Ski-

Verleih, sondern auch ein Verkauf,

oder?

MM: Einen Verkauf hatten

wir immer dabei. Es ist

eigentlich bei allen

Ski-Verleihs so

üblich,

dass auch eine kleine Auswahl an

Artikeln zum Verkauf bereitsteht:

Skibrillen, Handschuhe, Helme und

dergleichen mehr zum Beispiel.

Das heißt, das Angebot im Geschäft

soll in Zukunft gleich bleiben?

MM: Ganz genau. Das wurde alles

von mir erworben und auch die Mannschaft

hier bleibt zum Glück großteils

dieselbe. An unserem alten Standort

behalten wir außerdem noch ein großes

Schaufenster.

Wie hat sich denn der Ski-Verleih in

den letzten Jahren entwickelt?

MM: Er wurde immer stärker in

Anspruch genommen. Mittlerweile

verkaufen wir weniger Skier, und wenn,

dann öfter direkt aus dem Verleih, wenn

der Kunde mit dem Produkt zufrieden

war. In den letzten zehn Jahren ging

der Ski-Verleih – in erster Linie natürlich

bei den Touristen – enorm

nach oben. Die Produkte

entwickeln sich

rasant weiter

und es

wäre

© Emanuel Adensam, Mathäus Gartner, Freepik

„Von den Räumlichkeiten her

war ich mit meinem Verleih

immer limitiert. Von daher hat

es sich nun sehr gut ergeben,

dass ich mit Martin ins Gespräch

gekommen bin.“

Martin Mayr

für Gäste wirklich nicht sinnvoll, sich

für eine Woche Skifahren das ganze

Equipment zu kaufen. Durch den Verleih

erhalten sie immer neue und top

präparierte Skier. Mit den Skischuhen

verhält es sich etwas anders.

Bietet ihr auch einen Ski-Service an?

MM: Ja natürlich und an der

Gondelstation haben wir auch ein

Ski-Depot. Außerdem kann bei uns

auch gleich die Liftkarte gekauft und

ein Kurs bei der Ski-Schule gebucht

werden. Es gibt hier ab November bis

Saisonende also alles aus einer Hand.

Wie viele Mitarbeiter sind bei Sport

Mayr tätig?

MM: Am Wochenende sind wir zu

acht. Unter der Woche etwas weniger,

weil nicht so viele Tagesgäste in der

SkiWelt sind.

Bleibt die Nachfrage gleich? Gehen

immer noch gleich viele Menschen Ski

fahren wie früher?

MM: Nach meinem Empfinden werden

es sogar mehr. Vor allem bei Gästen

aus Regionen, in denen nur noch selten

Schnee liegt, ist eine Sehnsucht nach

Schnee bemerkbar.

Können die Skier auch online

reserviert werden?

MM: Es gibt die Möglichkeit, den

Verleihski schon vorab online zu

reservieren. Das ist für uns eine Erleichterung,

weil wir ungefähr wissen, was

wir wann brauchen und uns vorbereiten

können. Die ersten Online-Reservierungen

trudeln schon im August ein.

MS: Wir haben in der Regel immer

ein Drittel mehr Skier hier als ausgeliehen

werden, um den gesamten Bedarf

abdecken zu können.

Gibt es nur Alpinskier?

MM: Nein, wir haben auch Tourenskier

und Snowboards und natürlich

auch Alpinskier für Kinder. Nur Rodeln

und Langlaufskier haben wir nicht im

Verleih. Ansonsten führen wir aber sehr

viele verschiedene Marken. Am stärksten

werden Rossignol und Völkl nachgefragt

und ich habe Head mitgebracht

– das hatte Martin früher nicht.

Fragen die Menschen wirklich nach

bestimmten Marken?

MM: Ja, das kommt immer wieder

vor. Es hängt von der Nationalität der

Gäste ab und oft auch von den aktuell

erfolgreichen Ski-Rennläuferinnen und

-läufern.

Was passiert mit den Skiern, die

zurückkommen?

MM: Jeder Ski wird serviciert – im

Keller ist ein großer Service-Raum

– und nach ungefähr drei Saisonen,

sprich 200 Skitagen, werden sie nach

Osteuropa verkauft.

Was das Ski-Herz begehrt: Hier gibt es zahlreiche

Skier zum Ausleihen. Außerdem werden diese

in der modernen Werkstatt laufend serviciert.

Es gibt bei euch die mitwachsenden

Kinderskier, oder?

MS: Ja, damit haben wir eigentlich

damals gestartet. Wir haben Kinder im

Herbst mit Skiern und Schuhen ausgestattet,

im nächsten Jahr haben sie alles

zurückgebracht und gegen eine Aufzahlung

Skier und Schuhe in neuer Länge

und Größe erhalten. Das Equipment

wurde also zum Jahrespreis vermietet.

Das wurde sehr gut angenommen.

MM: Für Kinder macht dieses

Konzept wirklich Sinn, wenn man nicht

gerade zwei oder drei Kids im richtigen

Altersunterschied hat und alles weitergeben

kann.

Welche Absurditäten kommen jeden

Winter wieder vor?

MM: Dass Skier verwechselt werden.

Wöchentlich bringt jemand andere

Skier zurück als ausgeliehen wurden.

Und häufig meinen die Personen auch

noch, dass sie die richtigen Skier

zurückbringen weil sie mehrere Tage

damit gefahren sind.

Wann geht ihr selbst Skifahren?

MM: Mich findet man meistens während

der Mittagspause auf der Piste.

MS: Bis jetzt auch während der

Mittagspause und in Zukunft habe ich

ohnehin mehr Zeit.

Das Interview führten Sabine Knapp

und Gabriel Eder.

L



18 Natur als Prinzip · Was als Überzeugung begann, prägt heute jeden Handgriff

Winter 2025/26 N° 4 L 25 19

Natur

ALS

PRINZIP

WAS ALS ÜBERZEUGUNG BEGANN,

PRÄGT HEUTE JEDEN HANDGRIFF

Viele Menschen unserer Region verdanken ihr

gesundes Schlafklima der ausführlichen Beratung

von Heidi Schlemaier. Auch Beherbergungsbetriebe

in Söll und Umgebung setzen

seit Jahren auf die Expertise der Tischlerei. „Teilweise

zählen Hotellerie und Gastronomie seit langem zu unseren

Stammkunden, aber hauptsächlich sind wir im privaten

Bereich tätig", betont Heidi. Gemeinsam mit ihrem Mann

Max hat sie den Betrieb viele Jahrzehnte lang geprägt. Seit

2021 führen Sohn Markus und seine Freundin Sigrid das

Unternehmen in dritter Generation – während beide Eltern

noch aktiv mitarbeiten und ihr Wissen weitergeben.

DIE ANFÄNGE

Am 8. Mai 1963 eröffnete Max Schlemaier sen., der Großvater

von Markus, in einer alten Holzhütte in Söll seine Tischlerei.

Bereits zwei Jahre später und um einige Mitarbeiter reicher

zog der Betrieb an den jetzigen Standort. Hier wird heute

noch geplant, gehobelt, gesägt und gefeilt. 1980 stieg Max

jun. in den väterlichen Betrieb ein und übernahm diesen

Drei Generationen versammeln sich vor dem Familienbetrieb.

im Jahr 1986. Seine Frau Heidi, gelernte Krankenschwester,

hatte ursprünglich andere Pläne und weiß: „Ich bin für einen

sozialen Beruf geboren, der Verkauf lag mir eigentlich fern.“

Doch Mitte der 1990er-Jahre begann sie, einzelne Aufgaben

im Betrieb zu übernehmen und ist seit der Jahrtausendwende

fest im Unternehmen verankert. >>

© Emanuel Adensam, GettyImages

Seit Generationen ist die Tischlerei Schlemaier

fest verwurzelt in Söll. Durch viele Jahrzehnte

hindurch hat sich der Familienbetrieb

zu einem Spezialisten für moderne,

zeitgemäße Massivholzmöbel mit

natürlichen Materialien hin entwickelt.

Dabei gibt es ein Thema, das Heidi Schlemaier

mit besonderer Hingabe pflegt:

erholsamer Schlaf.

WAS BRAUCHT ES FÜR GUTEN SCHLAF?

Eine Frage, auf die wir alle gerne eine einfache Antwort

hätten. Doch die gibt es nicht, denn jeder Mensch hat

andere Ansprüche. Das Ziel bleibt jedoch immer dasselbe:

Gute Erholung und Regeneration in der Nacht,

um fit für den nächsten Tag zu sein. Denn guter Schlaf

wirkt Wunder. „Das Thema ist so individuell, dass nichts

standardisiert werden kann", erklärt Heidi. Für jede

Beratung nimmt sie sich deshalb mindestens eineinhalb

bis zwei Stunden Zeit. Schlafgewohnheiten und

körperliche Beschwerden werden berücksichtigt. Wie

ein Maßanzug wird das Schlafsystem von Heidi dabei

körpergerecht angepasst.



20 Natur als Prinzip · Was als Überzeugung begann, prägt heute jeden Handgriff

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Natur als Prinzip · Was als Überzeugung begann, prägt heute jeden Handgriff 21

SPEZIALTHEMA: GESUNDER SCHLAF

Seit rund 15 Jahren ist das Thema gesunder, erholsamer

Schlaf zum Herzstück des Unternehmens geworden. Als Qualitätspartner

der Firma Relax hat die Tischlerei Schlemaier

oberhalb der Werkstatt ein eigenes Schlafstudio eingerichtet

– ein Ort, an dem Heidi ihre wahre Berufung gefunden hat

„Beim Thema Schlaf habe ich gemerkt: Der Leidensdruck

der Menschen ist oft enorm groß. Da sah ich plötzlich eine

Verbindung zu meinem alten Beruf, zu meiner sozialen

Ader. Ich konnte Menschen helfen, zu gesundem Schlaf

zu finden", erzählt Heidi. Die engagierte Schlafexpertin

bildet sich kontinuierlich weiter, besucht Kurse und lässt

ihre jahrelange Erfahrung als Krankenschwester in jede

Schlafberatung einfließen. Zusätzlich hat sie Ausbildungen

in EMMETT und BOWEN, in der Naturheilkunde sowie im

energetischen Bereich absolviert. Alles dreht sich also um

Gesundheitsförderung. „Gerade bei Themen wie geopatische

Störlinien, nieder- und hochfrequente elektromagnetische

Strahlungen - also gesundes Wohnen und Arbeiten, hilft mir

meine energetische Ausbildung enorm", betont sie.

HANDWERK MIT HERZ

In der Tischlerei Schlemaier verschmelzen drei Generationen

Erfahrung, tiefes Fachwissen und echte Leidenschaft.

Hier wird nicht einfach Holz verarbeitet, sondern nachhaltig

Lebensqualität geschaffen. Traditionelles Handwerk wird

bewahrt und alte Handwerkstechniken werden neu interpretiert

- mit jedem Möbelstück und mit jeder Schlafberatung.

Natürlich und mit dem Wissen, dass gutes Handwerk

Zeit braucht. Und genau diese Zeit nehmen sich Max, Heidi,

Markus und Sigrid für jeden einzelnen Kundenwunsch. L

Gemeinsam haben Max und Heidi vier Kinder großgezogen.

Markus führt heute den Betrieb. Seine drei Geschwister

arbeiten in anderen Bereichen, doch wenn es darauf

ankommt, packen alle mit an. „Ich erinnere mich an einen

Samstagabend, als ich mich verletzt hatte. Ein Auftrag

musste dringend fertiggestellt werden und so stand ich am

Sonntag trotz Verletzung wieder im Betrieb. Meine gesamte

Familie war ebenfalls da, um mitanzupacken, und zwar

ohne, dass ich sie darum gebeten hätte", erzählt Max noch

heute bewegt über diesen Zusammenhalt.

Heidi und Max erzählen im Gespräch von der Entwicklung ihres Betriebes.

DER WEG DER DRITTEN GENERATION

Markus absolvierte seine Lehre bewusst in einem anderen

Betrieb, arbeitete nach dem Bundesheer bei zwei weiteren

Tischlereien und machte seinen Meister. 2018 kehrte er in

den elterlichen Betrieb zurück und im Juli 2021 übernahm

er schließlich die Leitung. „Nur durch die Erfahrung in

anderen Unternehmen erweitert man seinen Horizont, lernt

verschiedene Führungsstile kennen und findet den eigenen

Weg", ist Markus überzeugt. Sein Vater pflichtet ihm bei:

„Den eigenen Sohn behandelt man nie gleich wie andere

Mitarbeiter. Immer ist man entweder strenger oder nachsichtiger.

Beides wäre falsch."

Während Markus' Meisterjahr kam Sigrid Hebesberger ins

Team – zunächst als Unterstützung, heute als unverzichtbare

Partnerin. Sie hat an der HTBLA in Hallstatt Drechseln

gelernt und eine Ausbildung im Zupf- und Streichinstrumentenbau

absolviert. Dort lernten sich die beiden kennen.

Aktuell kümmert sich Sigrid vor allem um Administration

und Buchhaltung. Als Ausgleich braucht ihr Herz aber auch

die Kreativität an der Drechselbank und wer weiß, was die

Zukunft noch bringt.

SPEZIALAUFTRAG IM HEXENWASSER

Im September 2020 wurde von der Tischlerei

Schlemaier der Rabennest-Shop an der Mittelstation

der Söller Bergbahnen eingerichtet, der

tagtäglich von unzähligen Personen besucht wird.

Heidi Schlemaier erklärt Tourismus Manager Gabriel Eder,

was es für einen erholsamen Schlaf braucht.

Ursprünglich besuchte Heidi diese Kurse, um die eigene

Familie, ihre Kinder und Enkelkinder zu unterstützen. Doch

der Kreis an Interessentinnen wurde immer größer. Schließlich

meldete sie das Gewerbe an und begann, Menschen zu

behandeln. „Mit den Produkten aus der Tischlerei hat sich

alles wie von selbst gefügt. Plötzlich war da dieser sprichwörtliche

rote Faden, der alles verband. Die Naturhölzer und

unser Ansatz, so wenig schädliche Chemie wie möglich einzusetzen,

passen perfekt zum Schlafthema." Heidis Expertise

wird immer stärker nachgefragt. Das Bewusstsein der

Menschen hat sich bei diesem Thema verändert und Heidi

und die Tischlerei sind zur gefragten Anlaufstelle geworden.

GEBALLTE FACHKOMPETENZ UNTER EINEM DACH

Ursprünglich begann alles klassisch: Fenster, Türen, Möbel.

Doch schon damals galt die Maxime, so natürlich wie möglich

zu bauen. Biologische Öle und Wachse sorgen für die Langlebigkeit

der Hölzer und für ein völlig anderes Denken. „Das sind

Naturmaterialien, die atmen und leben", erklärt Max und weiß:

„Die Hölzer verändern sich mit den Jahreszeiten, reagieren auf

Temperaturschwankungen. Man muss bereit sein, auch Imperfektion

zu akzeptieren, denn der Baustoff Holz lebt." Anfangs

war das nicht immer einfach. Mancher Kundenwunsch blieb

unerfüllt, weil Max keine Spanplatten verarbeitete und seiner

Linie treu blieb. Auch heute noch kommt das gesamte Holz aus

Europa und ist entsprechend zertifiziert. „Ich war meiner Zeit

voraus und musste viel Überzeugungsarbeit leisten", erinnert

er sich. Doch in den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich die

Einstellung auf Kundenseite grundlegend gewandelt.

Max Schlemaier mit seinem Vater Max Schlemaier sen.

um 1960

DER GRÖSSTE IRRTUM?

„Viele denken: Je härter, desto besser. Dabei braucht

es beides – Stütze und Weichheit", erklärt Markus.

Heidi erkennt oft schon auf den ersten Blick, was

jemand braucht, doch sie lässt es die Menschen

selbst spüren. „Dann dauert es nicht lange, bis sie

den Unterschied erkennen", weiß die Fachfrau.

DAS SCHÖNSTE KOMPLIMENT?

Heidi bleibt stets auch nach dem Verkauf am

Ball: Einige Wochen nach der Lieferung meldet

sie sich, fragt nach, justiert nach – bis wirklich

alles passt. Die schönsten Komplimente erhält sie

dann im Dorf, wenn Menschen sie ansprechen

und erzählen, was ihre Beratung verändert hat. In

einem speziellen Fall war es so: „Ein Relax Naturbettsystem

wurde einen Tag vor Weihnachten an

eine Dame mit Gesichtslähmung geliefert. Am

24. Dezember erhielten wir den Anruf, dass Heilung

aufgetreten war, weil der Druck auf Schulter

und Nacken weg war“, erinnert sich Heidi.



22 Eine Winterspielwiese ganz nach dem Geschmack der Schneehexen

Winter 2025/26 N° 4 L 25

Von Pizza, Pommes und einer großen Portion

Pistenspaß auf der neuen Hexenwiese

Für alle, die es beherrschen, ist es ein ganzheitliches

Training für Körper und Geist: Es verbessert das

Herz-Kreislauf-System sowie die Lungenfunktion und

stärkt die Koordination. Zusätzlich ermöglicht es das

intensive Erleben der Natur und löst – am besten bei

einem lauten Juchee - Glücksgefühle aus. Kann es also ein

besseres Training geben als das Skifahren?

MIT ÜBUNG ZUM SKI-ASS

Dass wir Tiroler mit Skiern zur Welt kommen, ist zwar eine

weitverbreitete Behauptung, doch der Weg von der „Pizzaschnitte“

(Schneepflug) zur „Pommes“-Haltung (parallele

Skistellung) bis hin zum lockeren Carven ist auch für die

Nachkommen von Wintersportlerinnen nicht einfach. Ohne

Training, Ausdauer und Fleiß geht da gar nichts. Seit Jahrzehnten

werden die Kleinsten auf der legendären Hexenwiese

am Fuße der SkiWelt Söll ganz spielerisch und ohne

Stress an den Skisport herangeführt. Die Kinder haben die

Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Eltern auf unterhaltsame

Weise Koordination und Körpergefühl zu verbessern.

Eine

Winterspielwiese

GANZ NACH

DEM GESCHMACK

DER SCHNEEHEXEN

© Carina Thaler, Florian Egger, Nick Berger

Spielerische Skigymnastik

für Kleinkinder

P

P

P

P

Kniebeugen und „federn“

Die Kinder gehen tief in die Knie und „federn“

leicht. Das stärkt die Beine und bereitet sie auf die

Stellung der „Hocke“ beim Skifahren vor.

Balancieren und springen

Übungen, bei denen die Kinder auf einem Bein

balancieren oder springen, simulieren das Fahren.

So wird das Gleichgewicht verbessert.

Bewegungen im Schnee nachahmen

Das Werfen von Schneebällen, wobei der Oberkörper

mitgedreht wird, oder das Klettern auf

einen imaginären Berg trainiert die relevanten

Muskelgruppen.

Körperhaltung und Drehungen

Die Kinder drehen Arme und Rumpf wie beim

Skifahren und halten dabei die Beine gebeugt.

Aus dem Winterhexen-Tagebuch vom 11.1.

– Winterwunderland Mittelstation Hexenwasser

Was für ein Tag, es war grandios!

Am Eislaufplatz war so viel los.

Fast keiner hatte Schlittschuhe an,

wie gut man mit Schuhen rutschen kann.

Das Eisstockspiel macht den Kleinen Riesenspaß,

hier gab heute eine Oma richtig Gas.

Ich hab verloren – das war nicht schlimm,

weil ich die Hex‘ auch so gewinn.

Ich bekomm von den Kindern die besten Ideen,

unglaublich, was manchmal für Spiele entstehen.

Besonders mag ich unser Lebkuchenhaus,

es sieht im Schnee so mystisch aus.

Wenns kalt wird, kommen alle rein

und ich lade sie zur Märchenstunde ein.

Heute hat ein Mädchen für uns gelesen,

ich glaub es ist erst 6 gewesen.

Dann rutschten und tobten wir gemeinsam im Schnee,

die Schneeballschlacht tat gar nicht weh.

Hungrig waren wir nach der Bewegung an der frischen Luft,

es lockte uns der gute Popcornduft.

Hexe Nina hatte das Feuer entfacht

und aus dem Mais den Schmaus gemacht.

Mhmmm wie gut das Jausnen tat,

vor dem abendlichen Bällebad.

Ich kann den Morgen kaum erwarten,

um in den nächsten Wintertag zu starten.

ENTSPANNTER SPASS FÜR ALLE

Um den Skiprofis von Morgen den Start noch etwas zu erleichtern,

wird heuer die Hexenwiese erweitert und neu inszeniert.

Der kleine kostenlose Zauberteppich bleibt bestehen, aber

der Seillift Tennfeld wird durch einen zusätzlichen, längeren

Zauberteppich ersetzt und um eine neue Tubing-Rutsche, der

„verhexten Schleuse“, erweitert. Mit dem Skipass ist die Nutzung

kostenlos. Ein besonderes Highlight ist auch die magische

Hexen-Klang-Inszenierung, die für ein noch intensiveres Wintererlebnis

sorgt. Während die Kinder ihre ersten Schwünge

üben oder im Schnee toben, genießen Eltern außerdem entspannte

Momente auf der neu gestalteten, erhöhten Sonnenterrasse

mit Blick auf das bunte Treiben.

L

HEXENHINWEIS

Natürlich lassen sich auch die Winterhexen aus dem

Hexenwasser den Spaß auf der Hexenwiese nicht

entgehen und fegen regelmäßig über den seichten

Hang oder lassen ihre Riesenseifenblasen fliegen.



24 Frühstückspension Denggenhof

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Frühstückspension Denggenhof 25

· Betriebsformen

· Ideen

· Gäste in Söll

NEUE

FRÜHSTÜCKSPENSION

DENGGENHOF

MIT NEUEM CHALETHAUS

INKLUSIVE

WELLNESSBEREICH

© Emanuel Adensam, ST Architektur, Denggenhof

Hannah Huber, Wirtin des Denggenhof Bed & Breakfast am Ortseingang von

Söll, steckt gemeinsam mit ihrem Sohn Alessandro Herzblut und Leidenschaft

in den Betrieb der Frühstückspension. Heuer wurde eine großangelegte

Renovierung durchgeführt, bei der ein neues Chalethaus entstand. Im Winter

2026 wird Eröffnung gefeiert.

Der Denggenhof war ursprünglich

ein bodenständiger,

schlichter

Bauernhof, dessen

Bestehen bis ins Jahr 1645 zurückdatiert

ist. Unterschiedliche Hofbesitzer

haben die Landwirtschaft

laufend erneuert und gut instand gehalten,

dennoch war es ein einfacher

Hof. In den letzten fünf Jahrzehnten

hat sich das grundlegend geändert.

ALS DIE SOMMERFRISCHLER

KAMEN

In den 1960er Jahren kamen zum ersten

Mal sogenannte Sommerfrischler nach

Söll. Aufgrund der steigenden Nachfrage

nach Zimmern haben sich die Eltern

von Hannah, Georg und Margret Mayr

damals entschieden, Zimmer inklusive

Dusche und WC zu bauen. Damit haben

sie in den 1950er Jahren eine Vorreiterrolle

in der Region übernommen. Der

Denggenhof wurde rundum erneuert

und Ende der 1960er Jahre eröffnet.

„Es war auch ein À-la-Carte-Restaurant

dabei, das nicht nur von Hausgästen,

sondern auch von Einheimischen und

allen anderen besucht werden konnte.

Diese renommierte Gastwirtschaft

war bis zu den 1990er Jahren sehr

beliebt und äußerst erfolgreich“, erzählt

Hannah. Als ihr Vater Georg 1990

überraschend starb, hat ihre Mutter

bald darauf den gesamten Betrieb

stillgelegt. „Ein Jahr lang wurden noch

wenige Zimmer vermietet, aber dann

war geschlossen und wir standen als

Familie vor der Frage, was nun

mit dem Denggenhof passieren

sollte“, erinnert sich die

Wirtin zurück.

GEMEINSAME ENTSCHEIDUNG

Lange Zeit war unklar, wohin die Reise

gehen würde. Die vier Schwestern

von Hannah haben Mitte der 2000er

Jahre schließlich mit ihr gemeinsam

beschlossen, dass Hannah mit ihrer

Familie auf den Hof ziehen sollte, um

den Betrieb als Chefin wieder aufzunehmen.

Seit dem 1. Mai 2008 ist

sie die Pächterin des Denggenhofs.

„Wir haben viel hin und her überlegt,

was das beste Konzept wäre, um den

Betrieb wieder in Schwung

zu bringen. Ich habe mich

dann dafür entschieden,

eine Frühstückspension

zu führen. Mir kam das

am passendsten vor“,

erzählt Hannah von ihrem

Neustart. Neben der

Vermietung und dem À-la-

Carte-Frühstück >>



26 Frühstückspension Denggenhof

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Frühstückspension Denggenhof 27

DAS FRÜHSTÜCK

DIE Spezialität am Denggenhof. Rund ¾ des

gesamten Angebots sind selbstgemacht. Brot,

Aufstriche, Kuchen, Marmeladen, Sirupe – jede

Woche wird an einem Tag gebacken, eingekocht

und vorbereitet. Zahlreiche Produkte werden

außerdem von den umliegenden Bauern bezogen,

um auch wirklich echte Regionalität anbieten zu

können. „Oft sagen unsere Gäste, ein Frühstück

in einem Viersterne-Haus ist mit unserem nicht zu

vergleichen“, erzählt Alessandro. Darüber hinaus

versuchen sie, alle Produkte, die beim Frühstück

übrig bleiben, so gut wie möglich wiederzuverwerten.

Dass so wenig wie möglich weggeworfen

wird, ist den beiden Chefleuten sehr wichtig.

Das Frühstücksbuffet im Denggenhof lässt keine Wünsche offen.

wurden von Beginn an auch verschiedene

Feierlichkeiten

im Denggenhof ausgerichtet.

„Ich muss

aber sagen, was

wirklich zum

Erfolgsschlager

wurde,

ist unser

prächtiges

Frühstücksbuffet.

Das

hat den Menschen

gefallen.

Außerdem habe

ich noch angeboten,

auf Eventbasis ab 15 Personen

bei uns zu reservieren.

Mein Hintergedanke war dabei, dass

wir schon eine sehr große Auswahl an

tollen Restaurants in Söll haben und

es mir nicht wichtig erschien, ein weiteres

zu eröffnen“, erzählt Hannah.

FAMILIENBETRIEB

Die Eltern von Hannah, Georg und

Margret Mayr hatten fünf Töchter.

Hannah und ihren vier Schwestern

war Anfang der 2000er Jahre schnell

klar, dass sie den Betrieb übernehmen

wird. Ihre Schwestern waren damals

bereits verheiratet und in anderen

Branchen tätig. Der ältere Sohn

von Hannah, Alessandro Huber, ist

mittlerweile als Juniorchef im Betrieb

tätig, seine Freundin Melanie Treichl

arbeitet außerdem ebenfalls bereits

seit zwei Jahren im Denggenhof mit.

Alessandro ist mit dem Gastbetrieb

aufgewachsen. Für ihn war schon

„Ich muss sagen,

was wirklich zum

Erfolgsschlager

wurde, ist unser

prächtiges

Frühstücksbuffet.“

Hannah Huber

immer klar, dass er in den Betrieb

seiner Mama einsteigen wird. Er

hat bereits in verschiedenen

Lokalen, Hotels und Bars

sowie bei unterschiedlichen

Events, wie

Hahnenkammrennen

oder Biathlon Hochfilzen,

gearbeitet. Bei einem Auslandspraktikum

führte ihn sein Weg nach

Italien. Eine Zeitlang war Alessandro

sogar in einem Reisebüro angestellt,

hat dort aber schnell festgestellt, dass

ein reiner Bürojob nicht das Seine ist.

Trotzdem waren diese vielen tollen

Erfahrungen und auch der Besuch

der Tourismusschule in St. Johann

die perfekte Vorbereitung für seine

jetzige Tätigkeit als Juniorchef.

APPARTEMENTHAUS

MIT WELLNESSBEREICH

Nachdem Alessandro 2020 seine

Ausbildung in der Tourismusschule

beendet hatte, stellte sich für ihn die

Frage, wie und in welcher Form er in

den Gastbetrieb seiner Mutter einsteigen

könnte. „Zu diesem Zeitpunkt

standen bereits neuerlich dringend

notwendige Renovierungsarbeiten

im Raum, weil das Gebäude sowie

die Zimmer mittlerweile in die Jahre

gekommen waren. Ich habe mich also

dafür entschieden, die Frühstückspension

später einmal zu übernehmen

und einen ordentlichen Umbau,

also quasi ein komplettes Facelift,

zu machen“, erzählt der Juniorchef.

Gemeinsam mit einem Architekten

wurde überlegt, welche Möglichkeiten

sich bieten, wie und wo Erneuerungen

durchgeführt werden können und was

am meisten Sinn macht. Im Jahr 2025

ist dann schließlich ein wunderschönes

Appartementhaus mit Wellnessbereich

für die Gäste entstanden.

ZAHLREICHE AUFLAGEN -

VIELSEITIGE NEUERUNGEN

Zu Beginn des Umbaus wurden viele

Gewerbeauflagen gestellt. Um diese

erfüllen zu können, musste in großem

Stil umgebaut werden, das war allen

Beteiligten schnell klar. Dabei ging es

darum, eine Rezeption im Haupthaus

zu errichten, eine geräumige Küche

mit einer neuen Lüftung zu bauen

und auch die neuen Unterkünfte sinnvoll

zu gestalten. Der ursprüngliche

Traum von einem Chaletdorf wurde

leider nicht in der Form genehmigt, es

musste also eine andere Lösung gefunden

werden, um die eigenen Vorstellungen

umsetzen zu können. So kam

die Idee und gleich darauf auch das

Konzept auf den Tisch, fünf Chalets

zusammenzubauen und ein großes

Appartementhaus daraus zu machen.

„Dieses Vorhaben wurde dann zum

Glück sofort abgesegnet und wir konnten

starten“, erklärt Alessandro und

ist sich sicher: „Was uns und unsere

Appartements von vielen anderen

abhebt, sind unser Haupthaus und

dieses grandiose Frühstück, das hier

von uns angeboten wird. Ansonsten

gibt es in Feriendörfern oft keinerlei

Verpflegung. Bei uns haben Gäste die

Möglichkeit, ein Frühstückskörbchen

zu bestellen, das wir frisch befüllt vor

das Zimmer stellen oder sie kommen

ins Haupthaus zum À-la-Carte-Frühstück.“

Neun moderne Appartements

entstehen in dem neuen Gebäude. Vier

im Erdgeschoss und fünf im Obergeschoss.

„Dazu kommt ein kleiner,

aber feiner Wellnessbereich mit

einer Sauna, einem Ruheraum, einer

schönen Sonnenterrasse und einem

Hotpot“, weiß der Juniorchef. Nach

Weihnachten beziehen die ersten

Gäste die neuen

Appartements

– auf diesen

Moment freuen

sich die Wirtsleute

schon sehr.

DIGITALE GÄSTEMAPPE LÄSST

KEINE WÜNSCHE OFFEN

Über die digitale Gästemappe kann ein Frühstück

gewählt und vorbestellt und im Winter auch das

Abendessen gebucht werden. Darüber hinaus können

dabei auch die Pistensituation und das Wetter in Söll

abgefragt werden und es gibt unzählige weitere Infos.

EVENTS IM

380 JAHRE

ALTEN STADL

Mutter und Sohn

sind zudem

gerade dabei, die

alte Tenne neben

der Pension mit massiven Renovierungsarbeiten

wieder in Schuss zu

setzen. „Ich habe in den letzten Jahren

immer wieder persönlich verschiedene

Instandhaltungen vorgenommen,

um den Stadl nutzen zu können“,

erzählt Alessandro. Nun wurden

aber, aufgrund des hohen Alters des

Gebäudes, doch massive Renovierungsarbeiten

notwendig. „Wir haben

im Inneren alles komplett ausgehöhlt,

ein neues Betonfundament gebaut und

sind dabei, alles sehr stabil wieder aufzubauen,

damit die Tenne als Location

einsatzbereit

bleibt“, erklärt der

Juniorchef. „Zweioder

dreimal im

SKURRILE GÄSTE-ANFRAGE

„Ein Gast hatte einmal, als wir gerade frisch renoviert

hatten, darauf bestanden, ein Zimmer mit Pidet zu

erhalten“, erinnert sich Hanna und lacht. Gästeanfragen,

die zum Schmunzeln einladen, gibt es zahlreiche,

aber diese blieb ihr besonders in Erinnerung,

weil sie der Meinung war, in ihrer frisch renovierten

Pension blieben keine Wünsche mehr offen und

prompt wurde sie eines Besseren belehrt.

Jahr machen wir

dort Weinverkostungen,

das sind

immer sehr coole

Events, bei denen

auch hervorragend

aufgekocht

wird. Manchmal

kommen zum Beispiel zwei verschiedene

Winzer – einer aus Frankreich

und einer aus Österreich, die sich ein

wenig batteln und erklären, warum zu

welcher Speise ihr Wein besser passt.

In der Tenne finden aber auch Firmenfeiern,

Geburtstagsfeiern, Erstkommunionen,

Taufen oder Trauungen

statt, eben einfach sämtliche Festlichkeiten

in dieser Größenordnung“,

erzählt Hannah, deren Herz auch an

diesem Stadl hängt, mit dem sie viele

Kindheitserinnerungen verbindet.

Obwohl diese Erhaltungsarbeiten eine

Herausforderung darstellen, nehmen

die Wirtsleute das gerne auf sich, weil

sie es doch für ein sehr besonderes

Bauwerk halten.

So wird am Denggenhof mit vereinten

Kräften an allen Ecken und Enden

gewerkelt, um Gästen neue und altbewährte

Unterkunftsmöglichkeiten,

versehen mit den gewissen Besonderheiten,

die es nur hier gibt, bieten zu

können.

L



Highlights

SkiWelt Söll

HEXENTRANK SIMONALM

täglich um 10:63 Uhr

WINTER

2025/26

VERHEXTES WINTERWUNDERLAND

unterhalb der Hexenwasser Gondelstation

(täglich geöffnet) mit NATUREISLAUFPLATZ

(je nach Witterung) • Winterspielplatz mit Karussell

• Spaß-Förderband • Schneeskulpturen • Feuerplatz

• kostenloser Equipment-Verleih • Sonnenwiese

HEXENWIESE MIT NEUEM TUBING

unterhalb der Talstation (täglich geöffnet)

Verleih von Snowtubes • kostenloses Förderband •

• Hexen-Klang-Inszenierung • Sonnenterrasse

WINTERWANDERWEG vom Rabennest zur Stöcklalm

RABENRALLYE – ein Schatz-Streifzug quer durch die

SkiWelt Söll

ZEITREISE MIT NOSTALGIE „SKI-KINO“

Im alten Bauernhaus HEXEREI an der Keatabfahrt

MO–DO von 11–15 Uhr geöffnet

(Kinovorstellungen zur vollen Stunde)

BLICK HINTER DIE KULISSEN

Jeden Dienstag Pistenraupenführung.

Treffpunkt: 14:30 Uhr vor dem Rabennest

WINTER-HEXPEDITIONEN ZU BUCHEN

• Verhexter Geburtstagstisch

• Sektabend in der Genussgondel

• Simonalm für deine Feier

NAPP & BÜNDIG

Denggenhof Neu & Chaletdorf,

Denggenhof bereits

24/25 fertiggestellt,

Chalets ab Dezember 2025

www.denggenhof.at

Apartmentanlage Schroll/

Moonlight, im Bau, Fertigstellung

Dezember 25,

Familie Schroll;

www.moonlight-soell.at

Apartmentanlage Wieshof, im

Bau, Bürgerbeteiligungsgenossenschaft

Söll eGen,

www.wieshof.tirol

Apartmenthaus Rainer-

Mittendrin, Fertigstellung

August 2025, Familie Sonja und

Jörg Rainer

www.apartment-rainer.at

Neue

Betriebe,

frischer

Old School – neuer Glanz, gleiche

Seele: Ab Mitte Dezember

öffnet das neu gestaltete Schulhaus.

Das Facelift bringt frische

Energie, moderne Akzente und

jede Menge gute Laune in die

vertrauten Räumlichkeiten.

Schöner, heller, offener – aber

immer noch mit demselben

Charme.

www.restaurant-bar-schulhaus.at

DIE Drei – so nennt sich ein

neues Restaurant in Söll.

Gemeint sind damit Reni, Julia

und Simon. Das dynamische

Trio hat es sich zum Ziel gesetzt,

Gäste mit kulinarischer Exklusivität

und ausgezeichnetem

Service zu verwöhnen.

www.restaurant-diedrei.at

Nach Jahrzehnten im Besitz

der Familie Troger wechselt

das „Christophorus“ nicht nur

den Eigentümer, sondern auch

den Namen und das Konzept. Ab

Oktober 2025 wird aus dem altehrwürdigen

Gasthaus das „Dorf-

Glück“. Günther Embacher und

seine Familie führen den Betrieb

vorerst als Personalhaus und für

Gäste zur Selbstversorgung.

www.dorfglueck-bergland.at

Look

La Piazza Schindlhaus: Michael

Huber vereint in einem außergewöhnlich

schönen Ambiente

im Herzen von Söll das Beste

aus italienischer Kulinarik und

Tiroler Gastfreundschaft. Ein

Familienunternehmen, das sich

ganz dem Verwöhnen seiner

Gäste verschrieben hat.

www.schindlhaus-soell.at

Knapp & Bündig

Auch das Raiffeisengebäude (Raiffeisenbank Wilder Kaiser, Brixental West) mitten in Söll soll ab

Dezember 2025 in neuem Glanz erstrahlen.

29

skinacht.at hexenwasser.at skiwelt.at

Hexenwasser – Hohe Salve · Berg- & Skilift Hochsöll GmbH & Co KG · 6306 Söll

SÖLL



30 Von der Piste direkt vor die Leinwand · Auf Zeitreise im ersten Ski-Kino Tirols

Winter 2025/26 N° 4 L 25 Von der Piste direkt vor die Leinwand · Auf Zeitreise im ersten Ski-Kino Tirols 31

VON DER

PISTE

AUF ZEITREISE IM ERSTEN SKI-KINO TIROLS

DIREKT AUF VOR

DIE LEINWAND

Netflix, Prime und Joyn haben uns in den vergangenen

Jahren ermöglicht, die ganze Bandbreite

der Blockbuster in Jogginghose von

der Couch aus zu genießen. Gerade während

der Corona-Pandemie war dies ein willkommener Zeitvertreib

und diente der Unterhaltung. Zum Glück haben die

Kinos, in denen es damals ruhig wurde, diese schweren

Jahre überlebt und sind trotz rasanter Entwicklungen

beliebt bei Groß und Klein.

WAS BEWEGT DIE MENSCHEN DAZU, SICH EIN KINO-

TICKET ZU KAUFEN?

Ist es das Gemeinschaftsgefühl während einer Unternehmung

mit Freundinnen, Partnern oder der Familie? Sind

es die große Leinwand und der gute Sound - etwas, was die

meisten von uns trotz Dolby-Surround-Systemen zuhause

nicht in dieser Art haben? Vielleicht ist es aber auch die

Atmosphäre im verdunkelten Saal mit dem Duft von Popcorn

und dem leise gespannten Knistern vor Filmbeginn.

Diese einmalige Stimmung ist immer sehr besonders. Die

ein oder andere Jugenderinnerung flammt vielleicht auch

noch auf und lässt uns schmunzelnd daran zurückdenken,

als wir damals im Schummerlicht herzklopfend Händchen

haltend im Kinosaal saßen. Beinahe fühlt es sich für viele

von uns nostalgisch an, sich ohne Pausenfunktion mit dem

Handy im Flugmodus komplett einem Film zu widmen. Fast

so, wie bei einer Zeitreise in vergangene Jahrzehnte.

ALTE BRÄUCHE AUFLEBEN LASSEN UND ALTES WISSEN

WEITERGEBEN

Dieses Thema haben sich die Hexen und Mitarbeiter der

Bergbahnen Söll Sommer wie Winter in ihrer Hexerei auf

die Fahnen geschrieben. Daraus entstand die Idee, die Zeitreise

in der Hexerei im kommenden Winter um ein nostalgisches

„Ski-Kino“ zu ergänzen. Ab Ende Dezember werden

von Montag bis Donnerstag in der urigen Tenne kostenlos

Kurzfilme für Jung und Alt gezeigt – inklusive Popcorn und

Hexenwasser.

Das erste Ski-Kino Österreichs im wohl ältesten Kinogebäude

Tirols wird zwischen 11 und 15 Uhr Vorführungen

anbieten, für die keine Tickets oder Voranmeldungen nötig

sind. Der Einkehrschwung geht in diesem Fall direkt von der

Keatabfahrt vor den roten Vorhang mit der alten Leinwand.

Die Hexen wünschen viel Spaß, wenn es im Ski-Kino heißt:

Vorhang auf!

L

© Davina Düngler, Freepik

Im Ski-Kino steht alles bereit für zahlreiche Gäste.



32 Moonlight Bar · Neue Zeiten - neue Beherbergungsbetriebe

Winter 2025/26

N° 4 L 25 Moonlight Bar · Neue Zeiten - neue Beherbergungsbetriebe 33

Mo n

light

Bar

Wenn Pläne anfangen Gestalt anzunehmen: Ernst und Gabi Schroll

freuen sich auf die neue Apartmentanlage.

Neue Zeiten erfordern neue Beherbergungsbetriebe.

Die junge Generation der Söller Gastwirte, zu denen auch

Ernst Schroll zählt, hat das verstanden und geht zukunftsorientiert

mit innovativen Ideen und Projekten an die Sache heran.

© Emanuel Adensam, GettyImages

Ernst Schroll jun. war

schon immer Feuer und

Flamme für den Gastbetrieb

seiner Familie. Als

leidenschaftlicher Musikant versteht

er es, für Stimmung zu sorgen

und den Menschen eine gute Zeit zu

bescheren. Gemeinsam mit seiner

Mama Gabi führt er bereits seit

knapp zehn Jahren erfolgreich die

Moonlight Bar in Söll.

WIE ALLES BEGANN …

Die Großeltern von Ernst, Traudi und

Wast errichteten Mitte der 1960er

Jahre, also ungefähr zu der Zeit, als

auch die Seilbahn gebaut wurde,

ein Gasthaus inklusive Zimmervermietung

direkt an der Talstation der

Bergbahnen in Söll. Eine ideale Kombination,

wie sich schnell herausstellen

sollte. Zu Beginn war es ein eher

kleiner und überschaubarer Betrieb.

Die Familie hat aber ihr Liftrestaurant

Eisenmann, wie es dazumal hieß, kontinuierlich

erweitert und vergrößert.

Ernsts Mama Gabi kam im Jahr 1997

auf die Idee, eine Bar im Freien zu

eröffnen, an der die Menschen nach

dem Skifahren ein Glas trinken und

den Tag ausklingen lassen können.

„Wir haben damals eine Bar ohne vollständige

Überdachung unter freiem

Himmel eröffnet. Mit den Jahren

wurde diese Location immer größer.

Das Gasthaus war aber auch weiterhin

ganz normal in Betrieb, nur gab es

eben zusätzlich diese Bar auf unserer

Terrasse“, erinnert sich Gabi. Um es

gemütlicher zu machen, wurde bald

ein Windfang errichtet sowie schließlich

ein Glasdach angebracht und

2005 wurde die Bar auch nach vorne

hin geschlossen. Aber erst als 2009

die Nichtraucherverordnung in Kraft

trat, fand ein professioneller Umbau

der mittlerweile sehr bekannten

Après-Ski-Bar mit separatem Raucherbereich

statt.

DIE MOONLIGHT BAR ERWACHT

Ende der 1990er Jahre hat langsam

der Nachtskilauf in Söll begonnen,

wodurch zunehmend auch abends

Gäste in die Bar kamen. Vor diesem

Hintergrund entschied sich Gabi für

den Namen Moonlight Bar. Im Jahr

2007 wurden Aktivitäten wie Nachtskilauf

und Nachtrodeln weiter in

den Fokus gerückt und erfreuten sich

von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit,

wodurch immer mehr Gäste

die Moonlight Bar besuchten. „2015

entschieden wir uns schließlich für

einen Umbau mit Aufstockung, da

die Nachfrage nach Après-Ski in Söll

stetig zunahm“, erzählt der junge

Gastwirt. >>



34 Moonlight Bar · Neue Zeiten - neue Beherbergungsbetriebe

Winter 2025/26 N° 4 L 25

Ab diesem Zeitpunkt hat sich die Familie Schroll auch wieder

mehr auf das Speisenangebot konzentriert und vor allem

auch darauf, musikalische Highlights zu bieten. Unterstützt

werden Gabi und Ernst jun. stets von Papa Ernst sen., Oma

Traudi und auch von Ernsts Freundin Nadine sowie natürlich

vom gesamten Moonlight-Team.

LIVE-MUSIK

Laufend sind unterschiedliche Bands in der Moonlight

Bar, um die Gäste zu unterhalten. Infos zu den

Veranstaltungen gibt es hier:

www.moonlight-soell.at/veranstaltungen/

den Geschäftsführer Ernst jun. und Gabi sowie Papa Ernst

sen. „Unsere Apartment-Gäste haben das Restaurant und die

Moonlight Bar schon immer sehr geschätzt“, erzählen die

Wirtsleute. „Beim Umbau haben wir nun wieder die Möglichkeit

geschaffen, sich in den Unterkünften auch selbst zu

versorgen“, weiß Gabi.

IM HERZEN DIE MUSIK

Die Wirtsfamilie ist sehr musikalisch und sie alle pflegen

die Liebe zur volkstümlichen Musik sowie zur Volksmusik.

„Nach meinem Empfinden ist das einfach eine sehr ehrliche

Art von Musik und dies möchte ich auch unseren Gästen

zuteilwerden lassen“, betont Ernst jun. Als Musikant kam er

selbst viel umher, hat viel erlebt und versteht etwas davon,

Menschen zu unterhalten sowie für gute Stimmung zu

sorgen. Er ist also die Idealbesetzung für die Leitung der

Moonlight Bar, welche den Menschen nicht nur wegen des

täglichen Après-Ski-Angebots heute bis über die Grenze ein

Begriff ist. Bis zu dreimal pro Woche treten mittlerweile

Live-Bands in der Moonlight Bar auf. Jeden Mittwoch finden

volkstümliche Musikabende mit unterschiedlichen Oberkrainer-Tanzlmusik-

und Volksmusikgruppen statt, freitags

wechseln sich die Bands und Musikrichtungen ab. Die vielen

Live-Musik-Acts vor Ort werden von Ernst mit Bedacht

ausgewählt und es treten auch nur Bands auf, die dieselbe

wahrhaftige Einstellung zur Musik haben wie die gesamte

Familie. Das spüren die Gäste und gerade das lässt diese

musikalischen Abende zu etwas so Besonderem werden.

„Unsere Apartment-Gäste

haben das Restaurant und

die Moonlight Bar schon

immer sehr geschätzt.“

Gabi Schroll

STARTSCHUSS UMBAU MIT NEUEM KONZEPT

Die langjährig neben Restaurant und Bar geführten Apartments

stießen stets auf rege Nachfrage. Rund 45 Personen

können dort nach der aktuellen Erweiterung untergebracht

werden. „Vergangenes Jahr haben wir uns für einen umfassenden

Umbau entschieden. Dabei war uns wichtig, wo

möglich auf einheimische Handwerksbetriebe zu setzen.

Dass alles so reibungslos geklappt hat, verdanken wir unter

anderem den Firmen aus unserer Region“, erzählen die bei-

Alle Apartments sind mit einer kleinen Küche ausgestattet,

das kulinarische Angebot im Restaurant sowie in der Bar

bleibt aber natürlich auch bestehen. „Die Erfahrung zeigt

uns, dass es viele Gäste schätzen, im eigenen Apartment

eine Kleinigkeit zu essen zubereiten zu können. Darüber

hinaus ermöglicht es uns, die Apartments ganzjährig zu vermieten.

Also auch dann, wenn die Bar und das Restaurant

geschlossen haben. Das ist einer der Gründe, warum wir uns

für den Bau von Apartments gegen ein Hotel entschieden

haben“, erklärt die Wirtin. In jedem Apartment gibt es eine

gemütliche, moderne Ess-Ecke und eine top ausgestattete

Küche. Brötchen oder ein anderes überschaubares Angebot

an Lebensmitteln wird es im Eingangsbereich geben. Außerdem

ist auch ein Take-away-Angebot geplant. Dafür wurde

extra ein neuer Pizzaofen in der Moonlight Bar eingebaut.

Ein Angebot, worauf sich Einheimische wie Gäste, Skifahrerinnen

und Nachtrodler, aber auch alle anderen freuen dürfen.

Dieser Mix aus Après-Ski- beziehungsweise Nachtlokal,

Restaurant mit Pizza to go und modernem Apartmenthaus

ist das Besondere an Moonlight und als spezielle Würze in

diesem Ensemble gilt die Live-Musik.

L

In allen Apartments haben die Gäste

die Möglichkeit, sich selbst zu verpflegen.

APARTMENTHAUS SCHROLL

Es entstehen 16 Apartments für 45 Personen.

Drei größere Apartments für vier bis sechs Personen.

13 kleinere Apartments für zwei bis max. drei Personen.

Hinweis: Zu den Apartments hin ist die Bar besonders

effizient abgeschirmt, damit die Nachtruhe für

die Unterbringungsgäste auch wirklich garantiert

ist. Wer aber dennoch lieber die Nacht zum Tag

machen möchte, ist hier genau richtig.

„Beim Umbau haben

wir die Möglichkeit

geschaffen, sich in

den Unterkünften

selbst zu versorgen.“

Ernst Schroll jun.

Die gesamte Familie Schroll blickt gespannt auf das Bauvorhaben

und freut sich darauf, schon bald Gäste in den neuen Apartments zu empfangen.



Veranstaltungen

Winter 25/26

2025

Dezember

Nikolauseinzug

05.12.2025

Dorfplatz Söll, ab 17:30 Uhr

Dezember

Söller Krippenadvent

08.12.2025

Dorfplatz Söll, ab 14:00 Uhr

Dezember

Advent Hoagascht

11.12.2025

Moonlight Bar, ab 18:00 Uhr

Dezember

Krippenfeier für die Kleinen

24.12.2025

Pfarrkirche Söll, 14:00 Uhr

Dezember

Kindermette

24.12.2025

Pfarrkirche Söll, 16:00 Uhr

Dezember

Turmblasen

24.12.2025

Fußgängerzone Söll, ab 17:00 Uhr

Dezember

Christmette

24.12.2025

Pfarrkirche Söll, 22:30 Uhr

2026

Jänner

Musikalischer Neujahrsempfang

mit Feuershow

01.01.2026

Fackelwanderung ab Tourismus

Info Söll / Show beim Knollen Feld,

Stampfanger 1, ab 17:00 Uhr

Jänner

Int. Head-Ski-Kinder

Grand Prix

06.01.2026

Hochsöll, ab 10:00 Uhr

Februar

Familienfasching

13.02.2026

Turnhalle der MS Söll, ab 14:00 Uhr

März

GERÜCHTEKÜCHE Mittwoch

mit Live-Musik, Burger & Wings

im Alpengasthof Hochsöll.

Beim Nachtskifahren am Mittwoch

7.1. bis Mitte März 19:30-21:30 Uhr

März

St. Patrick’s Day Parade

17.03.2026

Gründlalm, ab 13:00 Uhr

März

28.03.2026

März

AuAlm Big Bottle Party

Moonlight Bar

Musig Wochenend‘

27.-29.03.2026

Freitag: Die Lungauer,

Samstag: Die Oberkrainer Power,

Sonntag: Die Wüdaramusi

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