matchball 3-2024
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© Claudio Gärtner / ARNOLDsART<br />
3/<strong>2024</strong><br />
Die 1. Damen des LTTC<br />
„Rot-Weiß“ sind<br />
Deutscher Vizemeister<br />
Die 1. Damenmannschaft des LTTC „Rot-Weiß“ hat die Saison in<br />
der 1. Bundesliga der Damen als Deutscher Vizemeister <strong>2024</strong><br />
abgeschlossen. Bis zum letzten Spieltag bestand die Möglichkeit,<br />
den Titel zu gewinnen. Der TC Bredeney führte jedoch in<br />
den Matchpunkten und blieb uneinholbar.
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Editorial<br />
Ç<br />
LTTC “Rot-Weiß” Berlin hat<br />
knapp den Titel Deutscher<br />
Vereinsmeister <strong>2024</strong> verpasst<br />
Dr. Klaus-Peter Walter<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Ein starkes, hochmotiviertes<br />
und harmonisches Team in<br />
der 1. Bundesliga der Damen:<br />
LTTC "Rot-Weiß“<br />
Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg,<br />
stimmt das häufig zur Sportszene geäußerte Vorurteil, dass<br />
Bundesligavereine nur mit Auswärtigen einen Meistertitel<br />
holen können? Anlass hierzu ist die, selbst nach vereinseigener<br />
Einschätzung, nicht erwartete Tabellenposition 2<br />
der Bundesliga-Damenmannschaft vom LTTC “Rot-Weiß”<br />
Berlin in der Spielsaison <strong>2024</strong>. Am vorletzten Spieltag<br />
stand der LTTC “Rot-Weiß” nach sechs Begegnungen nur<br />
einen Matchpunktzähler hinter dem Vorjahressieger TC<br />
Bredeney. Unglücklich hatte das Damenteam nur gegen<br />
den TK Blau-Weiss Aachen knapp mit 4:5 verloren, sonst<br />
wäre der LTTC von Beginn an unangefochtener Tabellenführer.<br />
Am Samstag, dem 13.Juli, kämpften beide Teams<br />
an getrennten Orten um Platz 1, der LTTC in Berlin und<br />
der TC Bredeney in Essen. Bredeney gewann letztlich insgesamt<br />
vier Matches mehr und sicherte sich den Titel <strong>2024</strong><br />
vor dem LTTC “Rot-Weiß”.<br />
In der Vereinshistorie muss man lange zurückschauen,<br />
denn der LTTC “Rot-Weiß” wurde das letzte Mal 1981 deutscher<br />
Mannschaftsmeister<br />
(zuvor 1967 und 1980). Der<br />
Blick auf die Meldelisten<br />
der anderen Teams schien<br />
zu bestätigen, dass nur der<br />
LTTC ein junges, heimisches<br />
Team aufgestellt hatte. Fünf<br />
der eingesetzten Spielerinnen<br />
hatten die Schule des<br />
TVBB-Leistungszentrums<br />
durchlaufen, zeigten sich<br />
auf höchstem Niveau und<br />
international bekannten<br />
Spielerinnen ebenbürtig.<br />
Nahe lag es für mich daher,<br />
in den Statistiken der Bundesliga Saison <strong>2024</strong> meine Einschätzung<br />
zu untermauern. Zwar nicht weit gefehlt, dennoch<br />
zeigte sich für mich überraschend, dass auch andere<br />
Teams sowohl junge als auch heimische Spielerinnen<br />
einsetzten.<br />
Heikel bleibt die Zuordnung im Sport, was als heimisch<br />
gilt. Müssen Sportler im Umkreis von ca. 20 km<br />
dort zur Schule gegangen sein oder müssen die Eltern in<br />
dritter Generation am Ort gelebt haben? Unschöne Erinnerungen<br />
tauchen bei dieser Äußerung in Deutschland<br />
auf, denn dann würde nach heutiger Sicht nur ein genetischer<br />
Test – doch welcher? – adäquat sein. In der Saison<br />
<strong>2024</strong> haben 35% der 106 eingesetzten Spielerinnen<br />
die deutsche Staatsangehörigkeit bei der Zuordnung zu<br />
einer Nation. Doch gilt, um ein Beispiel zu nennen, Tatjana<br />
Maria mit Wohnsitz in Florida als heimisch? Hingegen hätten<br />
die neun belgischen Spielerinnen nach Aachen und<br />
Essen vermutlich eine komfortablere Anreise und könnten<br />
die 20 km sogar einhalten. Weitet man den Blick auf<br />
Europa, kommen von dort 100 Spielerinnen und davon 90<br />
aus 20 EU-Nationen. So gesehen, ist die Damen-Bundesliga<br />
ein Entwicklungsprogramm zur Stabilisierung der Verständigung<br />
der europäischen Nationen. Diese Erkenntnis<br />
zeigt sich auch auf dem Platz bei den Matches. Hier<br />
spielt die Nationalität keine Rolle, der Teamgeist stimmt,<br />
jede ist für jede ansprechbar und wird von den anderen<br />
unterstützt.<br />
Sicher schlägt das Herz des Zuschauers höher, wenn auf<br />
dem Platz eine im Verein bekannte Spielerin aufschlägt.<br />
Lena Papadakis (geb. Rüffer), Santa Strombach, Anica Stabel,<br />
Luca Bohlen und Adelina Krüger sind vielfach TVBB-<br />
Meisterinnen der Jugend sowie der Erwachsenen und sind<br />
im regionalen Turniergeschehen bestens bekannt. Genauer<br />
hingesehen, sind sie vielfach aus umliegenden Berliner<br />
Vereinen zum LTTC gestoßen. Doch woher kommt die Einschätzung,<br />
dass die jüngeren Spielerinnen mit deutschem<br />
Pass zwar gemeldet werden, aber nur in der Not eingesetzt<br />
werden und darüber hinaus selten erfolgreich spielen? Für<br />
den LTTC hat es sich jedenfalls gelohnt, die beiden Punktebringerinnen<br />
Lena Papadakis, alle Einzel gewonnen, und<br />
Anica Stabel, sechs von sieben Matches gewonnen, eingesetzt<br />
zu haben. Wenn beide zwar keine Teenager mehr<br />
sind, zeigen sie das Potential, dass der DTB mit seinem<br />
neuen Leistungskonzept anstrebt.<br />
Für alle Spieler der Ranglisten- und LK-Turniere könnte<br />
die Aussicht, die Turnierlandschaft für unseren Nachwuchs<br />
zu entwickeln, ein Motiv sein, die kürzlich vom<br />
DTB beschlossene Turnierlizenz als Solidaraktion zu verstehen.<br />
Zwar können die 20,– € für Erwachsene und 10,– €<br />
für Jugendliche jährlich für die zu erwerbende Lizenz nicht<br />
als Spende abgesetzt werden, doch soll der Betrag helfen,<br />
mehr Jugendliche und Heranwachsende spielerisch fit für<br />
Leistungstennis auf international höchstem Niveau zu entwickeln.<br />
Vielleicht gelingt es dann, dass die soeben ausgeführten<br />
Bemerkungen zu eigenem Nachwuchs nicht<br />
mehr erforderlich sind. Eine umfassende regionale Turnierlandschaft<br />
baut ein starkes Leistungsfeld auf und bietet<br />
Platz, sich zu bewähren.<br />
So könnte die in den Medien beklagte Komfortzone<br />
des Nachwuchses neue Dimensionen anstoßen. Denn Tennis<br />
macht nicht nur Spaß, der Tennissport ist eine perfekte<br />
Messlatte, den eigenen Anspruch mit der Realität auf<br />
dem Platz zu vergleichen. Diese Erkenntnis sollten wir der<br />
nächsten Generation ebenfalls gönnen.<br />
Ihr Klaus-Peter Walter<br />
Präsident des TVBB<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
1
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Inhalt<br />
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TENNIS NATIONAL<br />
Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen<br />
TC SCC wieder vorne dabei . . . . . . . . . . . . . . 30<br />
Rückblick Regionalliga Nordost <strong>2024</strong><br />
TVBB-Bilanz wieder besser,<br />
zwei Vereine steigen in die 2. Bundesliga auf . . . . . . . 32<br />
Ç TITEL<br />
Rückblick 1. Bundesliga der Damen <strong>2024</strong>:<br />
LTTC “Rot-Weiß” mit toller Saison, bitterer Abstieg für<br />
den TC 1899 Blau-Weiss . . . . . . . . . . . . . . . 4<br />
Ç TOP-EREIGNISSE<br />
ecotrans Ladies Open <strong>2024</strong> der Kategorie WTA 500:<br />
Jessica Pegula erstmals<br />
auf Rasen erfolgreich . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />
Ein unvergessliches Wochenende:<br />
Das Kids Fan Fest bei den ecotrans Ladies Open <strong>2024</strong> . . . . 16<br />
Deutsche Jugendmeisterschaften <strong>2024</strong> in Ludwigshafen, AK U13/14/16<br />
Milena Steinkamp verliert nach hartem Kampf im<br />
Halbfinale der U14, Felix Triquart wird Deutscher<br />
Meister im Doppel mit Jaron Held in der U16 . . . . . . . 34<br />
Nordostdeutsche Jugendmeisterschaften <strong>2024</strong><br />
der Altersklassen U11, U12 und U14 in Lübeck<br />
Milena Steinkamp und Paul Schwarzberg gewinnen die<br />
Einzeltitel ihrer Altersklassen . . . . . . . . . . . . . 36<br />
DTB verabschiedet neues Finanzierungsmodell für Tennis-Deutschland<br />
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat einen wichtigen<br />
Schritt zur Gestaltung der zukünftigen Finanzierung<br />
des Tennissports in Deutschland unternommen. . . . . . 38<br />
Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />
Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Laver Cup in Berlin vom 20. bis 22.09.<strong>2024</strong><br />
Machen Sie sich bereit für ein unvergleichliches Laver-Erlebnis 18<br />
BTTC Grün-Weiss, 34. German Open Wheelchair / Beate Loddenkemper<br />
Trophy – ITF Grade 2, UNIQLO Wheelchair Tennis Tour (10.-14. Juli <strong>2024</strong>)<br />
Sieben Länder teilten sich die Siege in den sechs<br />
Wettbewerben . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20<br />
Rollstuhltennis-Chefbundestrainer Niklas Höfken vor den Paralympics in Paris:<br />
„Wir brauchen Zeit, um zur Weltspitze aufzuschließen!“ . . . 24<br />
Berlin Internationals by REHA One,<br />
Tennis Europe Junior Tour U14 & under, 25. Mai – 2. Juni <strong>2024</strong><br />
Viele deutsche Jung-Talente, aber<br />
Final-Dominanz der Ausland-Gäste . . . . . . . . . . 26<br />
Ç<br />
TVBB SPORT<br />
22. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier (15. – 20. Mai <strong>2024</strong>):<br />
Pfingsten strahlte wieder in grün-weiß und mit tollem Sport 40<br />
7. Neuenhagen Senior Open <strong>2024</strong><br />
Wetterkapriolen und sportliche Höchstleistungen . . . . . 43<br />
19. Neuenhagen Open <strong>2024</strong><br />
Internationales Flair in Neuenhagen . . . . . . . . . . 44<br />
Grunewald Open (Offizielles Ranglistenturnier<br />
A-5), 3. - 7. Juli <strong>2024</strong>, Grunewald TC e.V.<br />
Je ein Tausender für Helena Buchwald und Lukas Maskow . . 46<br />
Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
2<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Inhalt<br />
Ç<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
37. Jugend-Nordpokal beim TC Frohnau<br />
Pfingstturnier im Norden Berlins . . . . . . . . . . . 48<br />
38. TVBB Jüngstenturnier U9 und U10<br />
Junge Talente sammeln erste Erfahrungen im Turniersport . 50<br />
TVBB-Jugendverbandsmeisterschaften <strong>2024</strong> (J-<br />
2, W/M, U11-U18), 13. – 17. Juli <strong>2024</strong><br />
Zehn Vereine standen in den TVBB-Jugendchampionat-<br />
Finals, sieben holten Titel . . . . . . . . . . . . . . 52<br />
Ç<br />
TENNIS INTERNATIONAL<br />
Wimbledon Championships in London <strong>2024</strong>:<br />
Carlos Alcaraz verteidigt seinen Titel, Barbora<br />
Krejcikova folgt auf ihre Landsfrau Marketa Vondrousova . . 56<br />
Rückblick French Open in Paris (Roland Garros) <strong>2024</strong>:<br />
Zverev scheitert im Finale knapp an Alcaraz . . . . . . . 60<br />
Bad Homburg Open:<br />
Überraschung beim Rasenturnier der Damen . . . . . . . 62<br />
Angelique Kerber hat ihre Karriere nach Olympia beendet<br />
Eine außergewöhnliche sportliche Laufbahn geht zu Ende. . 64<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Nicola Sophia Trenner<br />
Herausgeber:<br />
Tennis-Verband Berlin-<br />
Brandenburg e. V.<br />
Hüttenweg 45, 14 195 Berlin<br />
Telefon 030 – 89 72 87 30<br />
Telefax 030 – 89 72 87 01<br />
E-Mail: info@tvbb.de<br />
Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter<br />
Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken<br />
Redaktion:<br />
Claudio Gärtner (Ltg.), Linda<br />
Fritschken, Katrin Brewka<br />
redaktion@<strong>matchball</strong>-tvbb.de<br />
Beiträge, Wortmeldungen,<br />
Anregungen, Fotos oder<br />
Terminmitteilungen können über<br />
die nachfolgende Webseite an die<br />
Redaktion gesendet werden:<br />
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Felix Rewicki, Geschäftsführer TVBB<br />
Produktion, Layout und Satz:<br />
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TVBB, Telefon: 030–89 728 730<br />
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Beiträge:<br />
Klaus-Peter Walter, Michael Matthess,<br />
Sandra Karner, Klaus Weise, Mariella<br />
Greschik, Bernd Süßbier, DTB,<br />
Sebastian Herzberg, Peter Petersen,<br />
Bernd Lutz Dettmer, Claudio Gärtner<br />
Fotos:<br />
Claudio Gärtner-tennisphoto.de,<br />
DTB/Harry Reis, Mathias Schulztennisphoto.de,<br />
Nicola Sophia<br />
Trenner, Sandra Karner, Harald<br />
Almonat, Jürgen Hasenkopf, Markus<br />
Arnold, Potsdamer Tennisclub Rot-<br />
Weiss, BTV, Laver Cup, DTB/Paul<br />
Zimmer, imago images/Paul Zimmer<br />
„<strong>matchball</strong> “, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal<br />
jährlich in den Monaten Februar, Mai, August und November.<br />
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des Autors wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers<br />
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sich an die aktuellen Empfehlungen des Rats der deutschen<br />
Rechtschreibung. Abweichende Schreibweisen werden nach<br />
Möglichkeit vermieden.<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
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Titel<br />
Rückblick 1. Bundesliga der Damen <strong>2024</strong>:<br />
LTTC “Rot-Weiß” mit toller Saison,<br />
bitterer Abstieg für<br />
den TC 1899 Blau-Weiss<br />
4<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Titel<br />
Ç<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Die Damen vom LTTC „Rot-Weiß“<br />
sind Deutscher Vizemeister der<br />
Bundesliga <strong>2024</strong> – obere Reihe:<br />
Christopher Papadakis (Team-<br />
Kapitän), Yuliia Starodubtseva<br />
(UKR), Anica Stabel (GER), Jessie<br />
Aney (USA), Masa Zec-Pesciric<br />
(Team-Kapitänin), Conny Perrin<br />
(SUI), untere Reihe: Lena<br />
Papadakis (GER), Santa Strombach<br />
(GER), Luca Bohlen (GER) und<br />
Jenny Duerst (SUI)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
5
Ç<br />
Titel<br />
Jessie Aney (USA)<br />
Santa<br />
Strombach<br />
(GER)<br />
Jenny Duerst (SUI)<br />
Gegensätzlicher hätte die Spielzeit in der 1. Damen-Bundesliga für die beiden Berliner Traditionsclubs nicht verlaufen<br />
können. Während beim Aufsteiger LTTC “Rot-Weiß” eher ein Kampf gegen den Abstieg zu erwarten war, wurde dem TC<br />
1899 Blau-Weiss schon ein Platz im Vorderfeld zugetraut. Am Ende kam es ganz anders. Die "Rot-Weißen" spielten bis<br />
zum letzten Spieltag um den Deutschen Meistertitel mit, bei Blau-Weiss sprang lediglich ein Sieg heraus, der nicht zum<br />
Klassenverbleib reichte.<br />
Die Saison begann für den Aufsteiger von der Hundekehle<br />
mit einem Paukenschlag. Gleich am ersten Spieltag gastierte<br />
der amtierende Deutsche Meister TC Bredeney auf<br />
der Anlage am Gottfried-von-Cramm-Weg.<br />
Wer gedacht hatte, dass die „Rot-Weiß“-Damen lediglich<br />
darum bemüht wären, die Niederlage in Grenzen zu halten,<br />
wurde schnell eines Besseren belehrt. Zwar lagen die Gäste nach<br />
der ersten Runde mit 2:1 vorne, wobei Neuzugang Jenny Duerst<br />
aus der Schweiz mit einem sicheren 6:3, 6:3 gegen Bernarda<br />
Pera (Kroatien) für den Berliner Punkt sorgte. Doch anschließend<br />
drehten die “Rot-Weißen” mächtig auf und gingen mit 4:2 in<br />
Führung. Die ebenfalls erstmals mitwirkende Ukrainerin Yuliia<br />
Starodubtseva setzte sich an Position eins gegen die ehemalige<br />
Wimbledonhalbfinalistin Tatjana Maria klar mit 6:3, 6:2 durch<br />
und überzeugte mit schnellem und variablem Spiel. Lena Papadakis<br />
gab Viktorija Golubic (Schweiz) mit 10:6 im Match-Tiebreak<br />
das Nachsehen und Anica Stabel rang die frühere Weltranglisten-12.<br />
Yanina Wickmayer aus Belgien nach großem Kampf mit<br />
2:6, 6:0, 10:5 nieder. In den Doppeln machten Jessie Aney (USA)<br />
und Lena Papadakis die Überraschung perfekt, in dem sie Greetje<br />
Minnen/Viktorija Golubic (Belgien/Schweiz) mit 7:5, 6:0 bezwangen<br />
und somit den sensationellen 5:4-Erfolg unter Dach<br />
und Fach brachten. Zwei Tage später ging es ebenfalls zuhause<br />
gegen einen weiteren Titelanwärter, nämlich den TK Blau-Weiss<br />
Anica Stabel (GER)<br />
Yuliia Starodubtseva (UKR)<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
6<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Titel<br />
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Adelina Krüger (GER)<br />
Ekatarina Makarova (RUS)<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Aachen. Auch hier entwickelte sich eine ausgeglichene Partie.<br />
Nach den Einzeln stand es 3:3. Auf Yuliia Starodubtseva war erneut<br />
Verlass. Sie siegte im Topspiel gegen Ysaline Bonaventure<br />
(Belgien) mit 6:2, 6:3. Die weiteren Zähler steuerten Lena Papadakis<br />
und Jenny Duerst bei. Das Doppel Yuliia Starodubtseva<br />
und Conny Perrin (Schweiz) holte den vierten Punkt. Doch dieser<br />
blieb der einzige Doppelpunkt, wobei Duerst/Stabel denkbar<br />
knapp im Match-Tie-Break unterlagen. Doch diese 4:5-Niederlage<br />
warf das Team nicht aus der Bahn. Im Gegenteil. Es folgte<br />
eine nicht für möglich gehaltene Siegesserie. Zunächst gab<br />
es ein 6:3 gegen den TEC Waldau Stuttgart. Zwar verlor Ekaterina<br />
Makarova (Russland) das Spitzeneinzel gegen die Tschechin<br />
Brenda Fruhvirtova mit 1:6, 2:6. Doch Jessie Aney, Lena Papadakis,<br />
Jenny Duerst und Anica Stabel sorgten für eine 4:2-Führung.<br />
Schließlich siegten noch die Doppel Aney/Papadakis und Duerst/<br />
Stabel jeweils im Match-Tie-Break. Danach kam es beim TC 1899<br />
Blau-Weiss zum mit Spannung erwarteten Lokalderby. Auch hier<br />
war nach den Einzeln beim Zwischenstand von 3:3 noch kein Sieger<br />
auszumachen. Yuliia Starodubtseva ließ sich beim 6:1, 6:4<br />
gegen die Schweizerin Ylena In-Albon nicht von der Siegerstrasse<br />
abbringen. Lena Papadakis und Jenny Duerst blieben ebenfalls<br />
erfolgreich. Der Gastgeber glich durch Erfolge von Irina Fetecau,<br />
Andreea Amalia Rosca (beide Rumänien) und der Tschechin<br />
Miriam Kolodziejova aus. Nachdem Starodubtseva/Duerst für<br />
„Rot-Weiß“ und Bandecchi/Colmegna (Schweiz/Italien) für Blau-<br />
Weiss auf 4:4 gestellt hatten, fiel die Entscheidung im zweiten<br />
Doppel. Hier blieben Aney/Papadakis gegen Rosca/Kolodziejova<br />
knapp mit 7:5, 3:6, 10:2 erfolgreich und sicherten das 5:4 für den<br />
LTTC “Rot-Weiß”. Damit war das Primärziel Klassenerhalt schon so<br />
gut wie erreicht. Doch es kam noch besser. Beim Club an der Alster<br />
in Hamburg folgte ein überlegener 7:2-Sieg. Hier war erstmals<br />
nach den Einzeln alles entschieden. Yuliia Starodubtseva (6:4, 6:3<br />
gegen Ella Seidel), Ekaterina Makarova, Jessie Aney, Lena Papadakis<br />
und Jenny Duerst sorgten für die uneinholbare 5:1-Führung.<br />
Aney/Papadakis und Starodubtseva/Stabel setzten dann<br />
noch eins obendrauf zum 7:2-Endstand. Noch deutlicher wurde<br />
es mit 8:1 beim späteren Absteiger TA VfL Sindelfingen. Ekaterina<br />
Makarova gewann an Position eins gegen Natalia Siedliska<br />
deutlich mit 6:1, 6:1. Jessie Aney, Lena Papadakis, Jenna Duerst,<br />
Jessica Pieri (Italien), Anica Stabel sowie Papadakis/Strombach<br />
und Aney/Stabel gewannen die weiteren Punkte. Zu diesem<br />
Zeitpunkt lagen die Berlinerinnen mit dem TC Bredeney vor<br />
dem letzten Spieltag punktgleich an der Spitze. Lediglich einen<br />
Matchpunkt war der Titelverteidiger voraus. Somit lebte der<br />
Traum vom Meistertitel bis zum Schluss weiter. Während die<br />
“Rot-Weißen” den TC Blau-Weiss aus Dresden-Blasewitz zu Gast<br />
hatten, empfing parallel der TC Bredeney den Club an der Alster.<br />
Die siegreichen Lena Papadakis und Anica Stabel brachten<br />
bei einer Niederlage von Conny Perrin ihr Team zunächst mit 2:1<br />
in Führung. In Runde zwei konnte jedoch nur Jenny Duerst einen<br />
frühen Abbruchsieg feiern. Yuliia Starodubtseva musste<br />
sich erstmals an Nummer eins der Argentinierin Martina<br />
Capurro Taborda mit 6:2, 3:6, 5:10 geschlagen geben.<br />
Und auch Jessie Aney verlor. Zu diesem Zeitpunkt lag der<br />
TC Bredeney mit 5:1 in Führung und hatte damit den erneuten<br />
Titelgewinn bereits in der Tasche. Doch der Ehrgeiz<br />
der „Rot-Weiß“-Damen war damit nicht gebrochen. Die<br />
Doppel Starodubtseva/Perrin, nach abgewehrten Matchbällen,<br />
und Aney/Papadakis sorgten für den 5:4-Endstand<br />
und den damit verbundenen verdienten Abschluss als<br />
Deutscher Vizemeister. “Wir haben als Aufsteiger zweifellos<br />
für Furore gesorgt. Das war so nicht zu erwarten. Alle<br />
haben toll gekämpft und der hervorragende Teamgeist hat uns<br />
soweit gebracht”, freute sich Mannschaftscoach Timo Taplick<br />
über die gezeigte Leistung seiner Mannschaft. Zu den überragenden<br />
Spielerinnen sind Lena Papadakis, die alle sieben Einzel<br />
gewann und Jenny Duerst zu zählen, die in sechs Einzeln<br />
ebenfalls ungeschlagen blieb. Und auch Anica Stabel und Yuliia<br />
Starodubtseva sammelten fleißig Punkte. Und wie geht es<br />
nächstes Jahr weiter? “Ein Aufrüsten ist nicht geplant. Wir wollen<br />
möglichst alle Spielerinnen halten und damit den guten Teamgeist<br />
beibehalten”, sieht Taplick in die Zukunft.<br />
Nach einer erfolgreichen<br />
Bundesliga-Saison kann<br />
Anica Stabel entspannt<br />
ein Interview geben<br />
Conny Perrin (SUI)<br />
Lena Papadakis (GER)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
7
Ç<br />
Titel<br />
Ylena In-Albon (SUI)<br />
Die 1. Damen vom<br />
TC 1899 Blau-Weiss<br />
verlassen die<br />
1. Bundesliga<br />
Nicht nach Wunsch verlief hingegen die Spielzeit<br />
beim letztjährigen Tabellendritten TC 1899 Blau-<br />
Weiss. Bereits das richtungsweisende Eröffnungsspiel<br />
beim TEC Waldau Stuttgart ging mit 4:5 verloren. Im<br />
Spitzeneinzel musste Neuzugang Anca Alexia Todoni aus<br />
Rumänien gegen Brenda Fruhvirtova (Tschechien) beim<br />
Stand von 2:4 krankheitsbedingt passen. Zwar zeigten Seone<br />
Mendez (Italien), die ebenfalls neu gekommene Spanierin Angela<br />
Fita Boluda und Andreea Amalia Rosca starke Nerven,<br />
denn sie gewannen allesamt im Match-Tie-Break. Doch in den<br />
Doppeln blieben lediglich Martina Colmegna/Jesika Maleckova<br />
(Italien/Tschechien) erfolgreich. Beim ersten Heimspiel gegen<br />
den TC Bredeney hingen die Trauben zu hoch. Irina Fetecau<br />
(Rumänien) an Nummer eins musste beim 3:6, 1:6 gegen Tatjana<br />
Maria die Überlegenheit ihrer Kontrahentin anerkennen.<br />
Nur Miriam Kolodziejova gelang mit 6:4, 3:6, 13:11 ein schwer<br />
erkämpfter Punkt gegen Mara Guth. Die erfolgreichen Doppel<br />
Fita Boluda/Bandecchi und Rosca/Kolodziejova konnten die<br />
3:6-Niederlage noch abmildern. Das anschließende 4:5 gegen<br />
den Club an der Alster war dann ein<br />
erneuter Rückschlag. Seone Mendez<br />
(Italien) kämpfte an Nummer<br />
eins aufopferungsvoll gegen Tamara<br />
Korpatsch. Doch am Ende unterlag<br />
sie knapp mit 4:6, 6:3, 6:10. Angela<br />
Fita Boluda und Andreea Amalia<br />
Rosca erspielten zwei Punkte. Während<br />
Mendez/Fita Boluda und Andreea<br />
Rosca zusammen mit Sophie<br />
Greiner ihre Partien klar in zwei Sätzen<br />
gewannen, verloren Lucie Havlickova/Daria<br />
Remetean in zwei engen<br />
Sätzen ihr Match. Somit standen die<br />
Blau-Weiss-Damen erneut mit leeren<br />
Händen da. Nach dem 4:5 im Lokalderby<br />
gegen den LTTC “Rot-Weiß”<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
8<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Titel<br />
Ç<br />
Susan Bandecchi (SUI)<br />
Martina Colmegna (ITA)<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
keimte etwas Hoffnung auf, denn es folgte auf eigener Anlage<br />
gegen TA VfL Sindelfingen mit 6:3 der erste Sieg. Ylena In-Albon<br />
ließ sich im Spitzeneinzel von Nadia Podoroska (Argentinien)<br />
beim 6:2, 6.3 nicht überraschen. Andreea Amalia Rosca,<br />
Susan Bandecchi, Jesika Maleckova und Sophie Greiner sorgten<br />
für die Vorentscheidung. Den sechsten Zähler holten schließlich<br />
Maleckova/Greiner in einem dramatischen Match-Tiebreak<br />
mit 15:13. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Das<br />
wichtige Spiel beim TC Blau-Weiss<br />
Dresden-Blasewitz musste nun unbedingt<br />
gewonnen werden, um<br />
den vorzeitigen Abstieg noch zu<br />
vermeiden. Doch schon nach den<br />
Einzeln war alles vorbei. Ylena In-<br />
Albon musste sich im Spitzeneinzel<br />
der Argentinierin Maria Lourdes<br />
Carle mit 2:6, 3:6 beugen. Zu allem<br />
Überfluss gingen die Partien von<br />
Martina Colmegna und Jesika Maleckova<br />
frühzeitig durch Verletzung<br />
verloren. Der einzige Einzelpunkt<br />
ging auf das Konto der zuverlässigsten Punktesammlerin im<br />
Team, Andreea Amalia Rosca, die die Tschechin Dominika Salkova<br />
mit 6:7, 6:4, 10:5 niederrang. Danach einigte man sich in<br />
den Doppeln auf ein 2:1 für die Gastgeberinnen, was schließlich<br />
zum 7:2-Endstand zugunsten von Dresden führte. Damit<br />
war das Thema Klassenerhalt erledigt, denn ein Sieg im letzten<br />
Spiel in Aachen hätte an dieser Tatsache nichts mehr geändert.<br />
Dennoch gingen die Blau-Weiss-Damen couragiert zu Werke.<br />
Ylena In-Albon entschied das Topspiel gegen Ysaline Bonaventure<br />
mit 4:6, 6:4, 10:4 für sich. Irina Fetecau und Seone Mendez<br />
sorgten mit Siegen für den 3:3-Zwischenstand. Am Ende konnten<br />
nur noch In-Albon/Mendez ihr Doppel siegreich gestalten,<br />
Andreea Amalia Rosca<br />
(ROU)<br />
Abschlusstabelle: Punkte Matches<br />
1. TC Bredeney 12:2 44:19<br />
2. LTTC “Rot-Weiß” Berlin 12:2 40:23<br />
3. TK Blau-Weiß Aachen 10:4 38:25<br />
4. Club an der Alster Hamburg 8:6 32:31<br />
5. TEC Waldau Stuttgart 6:8 31:32<br />
6. Blau-Weiss Dresden Blasewitz 6:8 30:33<br />
7. TC 1899 Blau-Weiss Berlin 2:12 27:36<br />
8. TA VfL Sindelfingen 0:14 10:53<br />
sodass zum vierten Mal in dieser Spielzeit eine 4:5-Niederlage<br />
auf dem Berichtsbogen stand. Damit müssen die Damen von<br />
der Waldmeisterstraße nach drei Jahren Erstligazugehörigkeit<br />
die Klasse in Richtung 2. Bundesliga Nord verlassen. “Wir wussten,<br />
dass es eine schwere Saison werden würde. Unser Hauptproblem<br />
war, dass wir bei den wichtigen Spielen nie in der geplanten<br />
Besetzung spielen konnten. Turnierverpflichtungen<br />
und Verletzungen sowie Krankheiten machten es unmöglich,<br />
das gewünschte Team zusammenzubringen”,<br />
sagte Mannschaftscoach<br />
Alexander Dersch. Trotz Aufstellungsproblemen<br />
gingen vier<br />
Partien nur knapp mit 4:5 verloren.<br />
Doch der dauerhafte Ausfall der<br />
ersten drei Spielerinnen, von denen<br />
nur Anca Lexia Todoni (Rumänien)<br />
ein Spiel bestritt, bei dem sie krankheitsbedingt<br />
passen musste, war<br />
nicht zu kompensieren. “Unter diesen<br />
Bedingungen haben wir noch<br />
eine gute Saison gespielt”, merkte<br />
Dersch an und ergänzte: “Wir hatten tolle Heimspiele, viele<br />
Zuschauer und spannende Spiele”. Am bittersten verlief das<br />
wichtige vorletzte Spiel in Dresden, als kurzzeitig nur noch<br />
vier Akteurinnen zur Verfügung standen. Die zuvor schon angeschlagenen<br />
Martina Colmegna und Jesika Maleckova stellten<br />
sich zur Verfügung, mussten ihre Partien aber vorzeitig<br />
abbrechen, sodass bereits nach den Einzeln alle Hoffnungen<br />
begraben werden mussten. Den stärksten Eindruck hinterließ<br />
Andreea Amalia Rosca, die von sieben Einzeln fünf gewann. Für<br />
das kommende Jahr könnte ein Umbruch bevorstehen. “Alle<br />
wollen weiterspielen. Allerdings brauchen wir für nächstes<br />
Jahr einen breiteren Kader und planen, auch gute Nachwuchsspielerinnen<br />
vermehrt einzusetzen”, so<br />
Dersch zu den Zukunftsplänen.<br />
Nachdem die letztjährigen Absteiger<br />
DTV Hannover und TC Bernhausen die<br />
sofortige Rückkehr ins Oberhaus geschafft<br />
haben, wird 2025 der LTTC “Rot-<br />
Weiß” als alleiniger Club die Farben des<br />
Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg in<br />
der 1. Bundesliga vertreten.<br />
Michael Matthess<br />
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9
Ç<br />
Top<br />
ecotrans Ladies Open <strong>2024</strong> der Kategorie WTA 500:<br />
Jessica Pegula erstmals<br />
auf Rasen erfolgreich<br />
Mit einer Topbesetzung warteten in diesem Jahr<br />
die ecotrans Ladies Open auf der Anlage des<br />
LTTC “Rot-Weiß” auf. Von den besten zehn<br />
Spielerinnen der Weltrangliste waren acht<br />
im Einsatz. Damit wies das Turnier in<br />
Bezug auf das Teilnehmerinnenfeld<br />
schon Grand Slam-Format auf.<br />
Der Sieg ging diesmal an die<br />
an Nummer vier gesetzte<br />
US-Amerikanerin Jessica<br />
Pegula, die damit zum<br />
ersten Mal in ihrer<br />
Karriere auf Rasen zum<br />
Erfolg kam.<br />
Publikumsliebling<br />
Naomi Osaka packt<br />
bereits in der 1. Runde<br />
ihre Tasche<br />
Kurz vor Beginn ereilte die Turnierverantwortlichen die<br />
Nachricht, dass die Weltranglistenerste Iga Swiatek aus<br />
Polen, die in diesem Jahr eigentlich dabei sein wollte,<br />
doch noch absagen musste. Sie begründete dies mit körperlicher<br />
Erschöpfung, nachdem sie wenige Wochen zuvor die<br />
French Open in Paris gewinnen konnte. Als zweite Top 10-Spielerin<br />
fehlte noch Jasmine Paolini aus Italien, die ebenfalls das<br />
Finale von Roland-Garros gespielt hatte. Ansonsten war die<br />
gesamte Weltelite in Berlin am Start. Vorjahressiegerin Petra<br />
Jessica Pegula mit dem<br />
„bärigen“ Siegespokal<br />
Kvitova aus Tschechien<br />
konnte den<br />
Titel aufgrund<br />
ihrer Schwangerschaft<br />
nicht verteidigen. Die Setzliste wurde von Coco Gauff<br />
(USA) angeführt. Dahinter folgten Aryna Sabalenka (Belarus),<br />
Elena Rybakina aus Kasachstan und Jessica Pegula.<br />
Zum Auftakt musste lediglich die an Position sieben gesetzte<br />
Griechin Maria Sakkari der früheren Weltranglistenersten<br />
Victoria Azarenka (Belarus) beim 4:6, 2:6 den Vortritt lassen.<br />
Alle übrigen Gesetzten hielten sich in der ersten Runde schadlos.<br />
So schaltete unter anderem die Chinesin Qinwen Zhang,<br />
Nummer sechs der Setzliste, die viermalige Grand-Slam-Siegerin<br />
Naomi Osaka (Japan) in einem ausgeglichenen Spiel mit<br />
6:4, 3:6, 6:3 aus. In Runde zwei erwischte es die ungesetzte Vorjahresfinalistin<br />
Donna Vekic (Kroatien), die Jessica Pegula mit<br />
4:6, 5:7 unterlag. Besser machte es die ebenfalls nicht in der<br />
Setzliste aufgeführte Russin Anna Kalinskaya, die nach ihrem<br />
Dreisatzauftaktsieg gegen Nao Hibino (Japan) anschließend<br />
gegen die letztjährige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova<br />
(Tschechien) von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer<br />
Gegnerin wegen Hüftproblemen beim Stand von 5:5 profitierte.<br />
Im Viertelfinale gegen Aryna Sabalenka lag Kalinskaya<br />
mit 5:1 in Führung, ehe die Belarussin aufgrund von Schulterproblemen<br />
ebenfalls vorzeitig passen musste. Ihre Gegnerin in<br />
der Vorschlussrunde war Victoria Azarenka, die zuvor die Qualifikantin<br />
Zeynep Sonmez aus der Türkei sicher mit 6:3, 6:3 ausschalten<br />
konnte und dann ebenfalls durch Abbruch gegen<br />
Elena Rybakina beim Stand von 3:1 eine Runde weiterkam. Die<br />
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Top Ç<br />
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Ons Jabeur (r.) muss gegen Coco Gauff (o.) aufgeben<br />
Aryna Sabalenka<br />
muss im Viertelfinale<br />
verletzungsbedingt<br />
passen<br />
Kasachin klagte über starke Bauchschmerzen und verließ frühzeitig<br />
den Platz. Dafür ging die Partie zwischen Kalinskaya und<br />
Azarenka über die volle Distanz. Zu Beginn glänzte die 25-jährige<br />
Russin mit kraftvollen und präzisen Grundlinienschlägen,<br />
drängte ihre Gegnerin ständig in die Defensive und sicherte<br />
sich den ersten Durchgang mit 6:1. Mit zunehmender Spieldauer<br />
gelang es Azarenka dem Druck standzuhalten und Kalinskaja<br />
zu Fehlern zu zwingen. Satz zwei ging dann mit 7:6<br />
(7:3) an die zweifache Australian Open-Gewinnerin und Weltranglistenerste<br />
von 2012. Im Schlusssatz zog Kalinskaya erneut<br />
ihr temporeiches Spiel gegen ihre langsam müder wirkende<br />
Kontrahentin durch und sicherte sich mit einem klaren 6:1 die<br />
Finalteilnahme.<br />
In der oberen Tableauhälfte traf im Viertelfinale Coco Gauff<br />
auf die Turniersiegerin von 2022, Ons Jabeur aus Tunesien. Es<br />
entwickelte sich ein sehr abwechslungsreicher erster Satz, bei<br />
dem aufgrund spektakulärer Ballwechsel und variabler Spielweise<br />
die Zuschauer auf dem voll besetzten Center Court<br />
immer wieder zu Szenenapplaus animiert wurden. Den dramatischen<br />
Satz entschied Gauff im Tie-Break mit 7:6 (11:9) für sich,<br />
ehe ein abruptes Ende folgte. Jabeur verließ plötzlich mit blassem<br />
Gesicht den Court und klagte über Übelkeit, was zum Abbruch<br />
der Partie führte. Gegnerin in der Runde der letzten vier<br />
war dann Jessica Pegula, die zuvor die durch die Qualifikation<br />
ins Hauptfeld gelangte Tschechin Katerina Siniakova in einem<br />
ausgeglichenen Match mit 7:6 (7:2), 3:6 und 6:3 bezwingen<br />
konnte. Das Duell zwischen Gauff und Pegula entwickelte sich<br />
zu einem wahren Krimi. Beim Stand von 3:3 gelang Pegula das<br />
erste Break. Es folgte bei 5:4 für Pegula erneut ein Break zum<br />
5:5. Doch Coco Gauff brachte ihren Aufschlag wieder nicht<br />
durch und geriet damit zum zweiten Mal in Rückstand. Wenig<br />
später nutzte Pegula ihren zweiten Satzball zum 7:5. Dank<br />
eines Breaks zum 3:1 erkämpfte sich Gauff eine komfortable<br />
5:3-Führung im zweiten Durchgang. Jessica Pegula kam jedoch<br />
erneut zurück und schaffte das Break zum 4:5. Beim 5:6-Rückstand<br />
wehrte Pegula einen Satzball ab und erzwang den Tiebreak.<br />
Gauff lag schnell mit 0:3 im Hintertreffen, verkürzte noch<br />
auf 1:3, ehe ein kurzer Regenschauer der Partie ein Ende setzte.<br />
Viele Zuschauer verharrten am Abend noch auf dem Center<br />
Court in der Hoffnung auf eine Fortsetzung des Matches.<br />
Zwar wurde mit vier Laubbläsern versucht, den Platz trocken<br />
zu bekommen. Doch am Ende entschieden beide Akteurinnen,<br />
das Spiel aufgrund der Rutschgefahr erst am Finaltag fortzusetzen.<br />
Hier war nach wenigen Minuten alles entschieden,<br />
denn Coco Gauff agierte zwar ähnlich wie ihre Gegnerin sehr<br />
vorsichtig, dennoch unterliefen ihr zu viele Fehler, was Pegula<br />
zum 7:2-Erfolg nutzte. Nach einer rund zwanzigminütigen<br />
Pause konnte das Finale vor ausverkauftem Haus und besten<br />
Victoria Azarenka (u.) verliert im Halbfinale<br />
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Top<br />
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IMPRES<br />
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SIONEN<br />
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Top<br />
Anna Kalinskaya<br />
Jessica Pegula (USA)<br />
Wetterbedingungen über die Bühne gehen. Sowohl Anna Kalinskaya<br />
als auch Jessica Pegula standen erstmals bei einem<br />
Rasenturnier im Endspiel. Zu Beginn kam die Russin durch eine<br />
hohe Fehlerquote nicht richtig ins Spiel und lag schnell mit 0:3<br />
zurück. Zum Schrecken der Besucher musste sie anschließend<br />
wegen Rückenproblemen behandelt werden und verließ<br />
wenig später den Platz zur weiteren Behandlung. Nach einigen<br />
Minuten kam sie aus der Kabine wieder zurück und präsentierte<br />
sich in guter Verfassung. Der Satz wurde von mehreren<br />
Breaks gekennzeichnet, sodass am Ende der Tie-Break<br />
entscheiden musste. Diesen gewann Kalinskaya deutlich mit<br />
7:0. Im zweiten Durchgang verlor Kalinskaya gleich zum Auftakt<br />
ihren Service. Zwar gelang ihr zum 3:3 ebenfalls ein Break.<br />
Es folgte jedoch prompt das Rebreak, was Pegula schließlich<br />
zum 6:4-Satzausgleich nutzte. Dramatisch ging es dann<br />
im Schlussdurchgang zu. Dank eines Breaks zum 3:1 ging Kalinskaya<br />
mit 4:1 in Führung. Doch die 30-jährige US-Amerikanerin<br />
fightete zurück, breakte Kalinskaya zum 3:4 und wehrte<br />
beim Stand von 4:5 sogar vier Matchbälle ab. Und auch beim<br />
5:6-Rückstand schaffte sie es, Matchball Nummer fünf abzuwehren.<br />
Somit musste der Tie-Break über den Turniersieg entscheiden.<br />
Bis zum 3:3 verlief alles ausgeglichen, dann produzierte<br />
Kalinskaya zu viele Fehler, was Pegula zum 7:3-Sieg<br />
nutzte. Unter dem donnernden Applaus der Zuschauer im ausverkauften<br />
Center Court umarmten sich beide Akteurinnen am<br />
Netz. Bei der Siegerehrung zeigte sich Turnierdirektorin Barbara<br />
Rittner begeistert vom Spiel und sagte: ”Was für ein Finale.<br />
Wir haben großartiges Tennis gesehen.” Siegerin Jessica Pegula<br />
freute sich nach längerer Verletzungspause über ihren ersten<br />
Rasentitel und meinte: “Wir beide haben auf hohem Niveau gespielt.<br />
Es war ein richtig gutes Match. Danke auch an die Zuschauer,<br />
die mich immer wieder angetrieben haben, obwohl<br />
ich schon etwas müde war.” Und Finalistin Anna Kalinskaya<br />
ergänzte: “Glückwunsch an Jessica. Sie ist eine unglaubliche<br />
Kämpferin. Trotzdem war es eine tolle Woche für mich. Wir<br />
sehen uns im nächsten Jahr wieder.” Der Turniererfolg brachte<br />
Pegula ein Preisgeld von 123.480,– € ein.<br />
Im Anschluss fand noch vor einer stattlichen Kulisse das<br />
Doppelfinale statt. Hier standen sich die ungesetzten Paarungen<br />
Xinyu Wang /Saisai Zheng aus China und Veronika Kudermetowa<br />
(Russland) zusammen mit der Taiwanesin Hao-<br />
Ching Chan gegenüber. Am Ende setzten sich die Chinesinnen<br />
in einer hochklassigen Partie mit 6:2, 7:5 durch und bekamen<br />
einen Siegerscheck über 41.210,– €. Saisai Zhang dankte den<br />
Zuschauern fürs Kommen und fügte hinzu: “Ich habe vor fünf<br />
Jahren das letzte Mal auf Gras gespielt. Ich freue mich, in Berlin<br />
zu sein und komme gerne wieder. “<br />
Deutsche Bilanz ernüchternd<br />
Aus deutscher Sicht verlief das Turnier wenig Erfolg versprechend.<br />
Im Hauptfeld waren mit der ehemaligen<br />
Wimbledonsiegerin Angelique Kerber und Jule Niemeier lediglich<br />
zwei Spielerinnen vertreten, die auch nur durch eine Wildcard<br />
ins Tableau aufgenommen wurden. Dabei bekam es Angelique<br />
Kerber mit der Weltranglisten-36. Linda Noskova<br />
zu tun. Die für den TC 1899 Blau-Weiss in der Bundesliga gemeldete<br />
Tschechin lag im ersten Satz schon mit 5:2 in Führung,<br />
doch Kerber kam dank eines Breaks zurück und konnte zum 5:5<br />
ausgleichen. Im Tiebreak hatte dann Noskova mit 7:4 die Nase<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
vorn. Im zweiten Durchgang gelang es<br />
Kerber ihre Gegnerin zunehmend auf<br />
der Rückhand festzunageln und zu Fehlern<br />
zu zwingen. Der Satz ging schließlich<br />
mit 6:2 an die Deutsche. Im Schlussdurchgang<br />
geriet Kerber beim Stand<br />
von 1:1 durch einen Doppelfehler sowie<br />
einen Fußfehler mit 0:30 in Rückstand,<br />
was wenig später zum Break führte. Diesen<br />
Vorsprung brachte Noskova dann<br />
mit dem 6:4-Satzgewinn ins Ziel. Dennoch<br />
zeigte die bis zum Schluss kämpfende<br />
ehemalige Wimbledonsiegerin,<br />
dass sie nach langer Pause auf diesem<br />
Niveau durchaus wieder mithalten kann.<br />
“Es war ein gutes Match auf hohem<br />
Niveau. Ich bin natürlich enttäuscht, dass<br />
es nicht gereicht hat. Konditionell war<br />
ich auch im Schlusssatz noch fit. Letztlich<br />
hat ein Punkt das Spiel entschieden. Der<br />
Serviceverlust im dritten Satz war natürlich<br />
ärgerlich”, meinte Kerber hinterher<br />
und fügte hinzu: “Tennis ist mein Leben.<br />
Die Leidenschaft ist nach langer Pause<br />
immer noch so groß. Deshalb bin ich<br />
zurück auf der Tour und möchte gerne<br />
im nächsten Jahr wiederkommen.” Und<br />
auch Jule Niemeier musste in Runde eins<br />
passen. Gegen die Vorjahresfinalistin Donna Vekic sah es zunächst<br />
gut aus. Niemeier begann konzentriert, spielte druckvoll<br />
und machte kaum Fehler. Ihre Gegnerin fand kaum ins Spiel,<br />
sodass Satz eins klar mit 6:1 an Niemeier ging. Anschließend<br />
wurde Niemeiers Fehlerquote größer, während die Kroatin sicherer<br />
agierte und ebenfalls mit 6:1 die Partie ausgleichen<br />
konnte. Im Entscheidungssatz gab die 24-jährige Dortmunderin<br />
mit einem Doppelfehler zum 3:4 ihren Aufschlag ab. Dies<br />
nutzte Vekic dann zum 6:3-Matchgewinn.<br />
Nicht viel besser lief es in der Qualifikation. Sechs deutsche<br />
Spielerinnen waren angetreten. Doch keiner gelang der Sprung<br />
in die zweite Runde. Ella Seidel, Noma Noha Akugue, Mara<br />
Guth sowie die beiden “Rot-Weißen” Anica Stabel und Lena Papadakis<br />
blieben ohne Satzgewinn. Lediglich Tamara Korpatsch<br />
war es vergönnt, der Nummer eins des LTTC “Rot-Weiß” Yuliia<br />
Starodubtseva (Ukraine) zumindest einen Satz abzunehmen.<br />
Für den einzigen deutschen Sieg beim Turnier sorgte das Doppel<br />
Niemeier/Noha Akugue durch ein 4:6, 6:4, 10:6 gegen die<br />
Japanerinnen Eri Hozumi/Makoto Ninomiya. Anschließend war<br />
gegen die Nummer zwei der Setzliste Demi Schuurs/Luisa Stefani<br />
(Niederlande/Brasilien) in zwei Sätzen Endstation.<br />
Positive Turnierbilanz, Veranstalter wechselt<br />
Ein zufriedenes Fazit zog Turnierveranstalter Edwin Weindorfer<br />
vom Veranstalter emotion. “Das Turnier hat sich nach<br />
vier Jahren etabliert. Die Besetzung war hervorragend. Außerdem<br />
haben wir es geschafft, dass der Center Court an den<br />
letzten drei Tagen ausverkauft war. Mit 35.000 Zuschauern<br />
konnten wir einen neuen Rekord aufstellen”, freute sich Weindorfer.<br />
Allerdings verkündete er auch seinen Rückzug als Veranstalter.<br />
Im Vorfeld wurde bereits Kritik am Berliner Senat geübt,<br />
der trotz positivem Fazit im vergangenen Jahr dem Turnier<br />
keine Unterstützung zukommen ließ. So war in der Turnierwoche<br />
auch kein Senatsmitglied auf der Anlage zu sehen.<br />
Dieser Umstand war zweifellos mit ausschlaggebend für die<br />
Beendigung des Engagements von emotion. Weindorfer umschrieb<br />
dies mit den Worten: “Für den<br />
Rückzug habe ich persönliche Gründe”.<br />
Im gleichen Atemzug verkündete er jedoch,<br />
dass das Turnier auch im nächsten<br />
Jahr stattfinden wird. Dann übernimmt<br />
die Agentur Perfect Match um<br />
den Schweizer Markus Günthardt das<br />
Zepter. Seine Veranstaltungsfirma betreut<br />
bereits die Damen-Turniere in Bad<br />
Homburg und Stuttgart. Ob Barbara<br />
Rittner weiter als Turnierdirektorin mitwirken<br />
wird, steht noch nicht fest. “Ich<br />
würde gerne weitermachen. Doch das<br />
letzte Wort hat der neue Veranstalter”,<br />
sagte Rittner. In jedem Fall steht der Termin<br />
für 2025 bereits fest. Vom 16. bis 22.<br />
Juni wird es wieder Damenspitzentennis<br />
an der Hundekehle geben.<br />
Michael Matthess<br />
Anica Stabel schnuppert<br />
„Turnierluft“ mit ihrer Wildcard<br />
Die Siegerinnen im<br />
Doppel haben gut<br />
Lachen: Xinyu Wang /<br />
Saisai Zheng aus China<br />
Top Ç<br />
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Top<br />
Ein unvergessliches Wochenende:<br />
Das Kids Fan Fest bei den ecotrans Ladies Open <strong>2024</strong><br />
Ein Highlight der ecotrans Ladies Open war zweifellos das Kids Fan Fest,<br />
das am Qualifikationswochenende am 15. und 16. Juni <strong>2024</strong> stattfand.<br />
Organisiert in enger Zusammenarbeit mit dem Tennis-Verband Berlin-<br />
Brandenburg e.V., bot dieses Event jungen Tennisfans bereits zum 3.<br />
Mal die Möglichkeit, in die aufregende Welt des professionellen Tennis<br />
einzutauchen und unvergessliche Erlebnisse zu sammeln.<br />
Bereits früh am Morgen strömten die jungen Teilnehmer voller<br />
Vorfreude auf die Anlage. Über 800 Kinder aus mehr als 50<br />
Vereinen aus Berlin und Brandenburg nahmen an diesem besonderen<br />
Wochenende teil, das nicht nur von großartigem Tennis,<br />
sondern auch von einer Vielzahl an Aktivitäten geprägt war.<br />
Ein Warm-up der Extraklasse<br />
Der Tag begann mit einem besonderen Highlight: dem Warmup<br />
mit Dan Bloxham, dem Head Coach und Master of Ceremony<br />
von Wimbledon. Mit seiner unvergleichlichen Energie und<br />
Begeisterung führte er die Kinder durch eine Serie von Aufwärmübungen,<br />
die nicht nur Spaß machten, sondern auch die<br />
Tennisfähigkeiten der Teilnehmer förderten. Seine Anwesenheit<br />
allein war ein Erlebnis, das die Kinder so schnell nicht vergessen<br />
werden.<br />
Mini-Trainingseinheit mit einer Top 20-Spielerin<br />
Gespielt wurde auf fünf Plätzen mit 30 Mini-Tennisnetzen. Ein<br />
besonderes Ereignis war, als sich die Top 20-Spielerin Caroline<br />
Garcia unter die Kids gemischt hat und eine Mini-Trainingseinheit<br />
mit ihnen abhielt. Die Kinder hatten die Chance, von ihr<br />
zu lernen und wertvolle Tipps zu erhalten.<br />
Autogramme und Begegnungen mit den Stars<br />
Für viele Kinder war die Gelegenheit, ihren Tennisidolen so<br />
nahe zu kommen, ein wahr gewordener Traum. Im Laufe des<br />
Tages gab es mehrere Autogrammstunden, bei denen die Kinder<br />
ihre Lieblingsspielerinnen trafen und sich Autogramme sichern<br />
konnten. Die Freude in den Augen der Kinder war unverkennbar,<br />
als sie die Stars hautnah erleben durften.<br />
Ein weiteres Highlight war die Kids-Pressekonferenz mit<br />
Donna Vekic. Die Kinder konnten ihre Fragen direkt an die Profis<br />
richten und erhielten Einblicke in das Leben und das Training<br />
der Spielerinnen. Besonders amüsant war die Frage<br />
„Willst du Kinder?“ von einem jungen Fan, die den erfahrenen<br />
Pressemann Dietmar Gessner beim Übersetzen etwas ins<br />
Schwitzen brachte. Solche persönlichen Fragen sind auf<br />
Pressekonferenzen doch eher selten, aber sie lockerten die Atmosphäre<br />
merklich auf und sorgten für einige Lacher.<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Sandra Karner<br />
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Top Ç<br />
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Sandra Karner<br />
Spaß und Spiel im Sponsoren Village<br />
Abseits der Tennisplätze gab es im Sponsoren Village eine<br />
Quiz Rallye, die bei den Kindern sehr beliebt war. Dort konnten<br />
sie ihr Wissen über Tennis und die verschiedenen Sponsoren<br />
des Turniers unter Beweis stellen. Es gab viele spannende<br />
Preise zu gewinnen, was den Wettkampfgeist der jungen<br />
Teilnehmer zusätzlich anheizte.<br />
Das Turnier live erleben<br />
Natürlich durfte auch das Zuschauen bei den Qualifikationsspielen<br />
nicht fehlen. Die Kinder hatten die einmalige Gelegenheit,<br />
Weltklasse-Tennis live zu erleben und ihre Idole auf dem<br />
Weg ins Hauptfeld zu unterstützen. Die Spannung auf den<br />
Plätzen war förmlich greifbar, und die Begeisterung der jungen<br />
Fans trug zu einer elektrisierenden Atmosphäre bei.<br />
Besondere Aktionen und Preise<br />
Eine besondere Attraktion des diesjährigen Kids Fan Fests war<br />
die Möglichkeit für teilnehmende Clubs, eine exklusive einstündige<br />
Trainingssession mit Dan Bloxham zu gewinnen. Die<br />
Clubs, die sich vor dem Anmeldeschluss am 31. Mai <strong>2024</strong> registrierten,<br />
nahmen automatisch an einer Verlosung teil, bei der<br />
zwei glückliche Gewinner-Clubs gezogen wurden. Diese besondere<br />
Trainingssession fand direkt auf dem Turniergelände<br />
statt und bot den Kindern die einmalige Gelegenheit, ihre<br />
Fähigkeiten unter der Anleitung von einem der renommiertesten<br />
Trainer der Welt zu verbessern.<br />
An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an den<br />
Neuenhagener Tennisclub 93 und den BTC Gropiusstadt.<br />
Glückliche Kinderaugen und unvergessliche Erinnerungen<br />
Das Kids Fan Fest war trotz der Wetterkapriolen am Samstag<br />
ein voller Erfolg und hinterließ bei den jungen Teilnehmenden<br />
bleibende Eindrücke. Die strahlenden Kinderaugen und die Begeisterung,<br />
die überall zu spüren war, zeigten deutlich, dass<br />
dieses Event mehr als nur ein Rahmenprogramm zum Turnier<br />
war. Es war ein Fest der Freude, des Lernens und der Inspiration<br />
für die nächste Generation von Tennisspielern.<br />
Bis zum nächsten Jahr<br />
Sandra Karner, die das Fest zum dritten Mal organisierte, zeigte<br />
sich begeistert: „Es war wieder ein spektakulärer Spaß. Die ganzen<br />
glücklichen Kinderaugen waren einfach traumhaft schön<br />
anzuschauen. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr.“<br />
Die Organisation und die vielen engagierten Helfer trugen<br />
dazu bei, dass dieses Wochenende zu einem unvergesslichen<br />
Erlebnis für alle Beteiligten wurde. Wir freuen uns schon jetzt<br />
auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Willkommen zum<br />
Kids Fan Fest!<br />
Sandra Karner<br />
Donna Vekic hautnah<br />
Im Rahmen des KidsDay stellte sich die Vorjahresfinalistin<br />
Donna Vekic am Qualifikations-Sonntag<br />
und damit einen Tag vor Beginn der Hauptrunde<br />
im Pressezentrum den Fragen der zahlreich versammelten<br />
Mädchen und Jungen. Die gut gelaunte<br />
Kroatin blieb keine Antwort schuldig, obwohl sie zu<br />
Beginn doch eine recht ungewöhnliche Frage gestellt<br />
bekam.<br />
Ein Mädchen wollte auf Englisch von der 27-Jährigen<br />
wissen, ob sie Kinder haben möchte. Nachdem<br />
sich Vekic nach einem kurzen Lachanfall wieder gesammelt<br />
hatte, meinte sie: “Natürlich will ich das,<br />
aber erst später.” Pressechef Dietmar Gessner, der zu<br />
Beginn des Gesprächs Vekic vorstellte und über ihre<br />
bisherigen Erfolge berichtete, wollte anschließend<br />
die Kinder animieren, auch sportliche Fragen zu stellen.<br />
Diese rückten dann in großer Zahl in den Vordergrund.<br />
So interessierte sich eines der Kids dafür, ob<br />
Donna schon schwere Verletzungen davongetragen<br />
habe. “Ja. Besonders eine Knieverletzung hat mich einige<br />
Monate zurückgeworfen”, antwortete die Nummer<br />
39 der Weltrangliste. Und wer ist ihr Vorbild? “Die<br />
Williams-Schwestern und Maria Sharapova”, gab Vekic<br />
zu Protokoll. Außerdem verriet sie, dass Maria Sakkari<br />
ihre Lieblingsdoppelpartnerin ist und ergänzte: “Allerdings<br />
haben wir bisher noch kein Turnier zusammen<br />
gewonnen.” Und auch über ihre bittersten Niederlagen<br />
gab sie bereitwillig Auskunft: “Im Alter von sieben<br />
und acht Jahren habe ich zweimal 0:6, 0:6 verloren.<br />
Das hat mich schon sehr geärgert, zumal ich zur<br />
damaligen Zeit auch recht temperamentvoll war.” Und<br />
auf die Frage, gegen welche Gegnerinnen sie ungern<br />
spielt, antwortete sie: “Ich bin kein Fan von Spielerinnen<br />
mit sehr gutem Rückhand-Slice, die dann auch<br />
noch angreifen. Dazu würde ich zum Beispiel Ons Jabeur<br />
zählen”. Zwar reckten sich zu diesem Zeitpunkt<br />
immer noch viele Arme in die Höhe, um weitere Fragen<br />
zu stellen. Doch die WTA-Verantwortliche musste<br />
die Befragung dann aus Zeitgründen abbrechen.<br />
Anschließend stand Vekic noch für Autogramme und<br />
Fotos zur Verfügung. Für die vielen anwesenden Kinder<br />
war es zweifellos ein Highlight, eine Weltranglistenspielerin<br />
einmal so hautnah zu erleben.<br />
Michael Matthess<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Ç<br />
Top<br />
So wird der Laver Cup auch in der Berliner Uber-Arena aussehen<br />
Laver Cup in Berlin vom 20. bis 22.09.<strong>2024</strong><br />
Machen Sie sich bereit für ein unvergleichliches<br />
Laver-Erlebnis<br />
Eines der am meisten erwarteten Ereignisse im Tenniskalender findet am dritten Septemberwochenende statt,<br />
wenn zwölf der besten männlichen Spitzenspieler, die stolz das Team Europa und das Team Welt vertreten, zu einer<br />
gemeinsamen Mission zusammenkommen: den Laver Cup zu gewinnen.<br />
In diesem Jahr werden tausende von Fans aus der ganzen Welt<br />
in Berlin erwartet, um drei spannende Tage lang intensive<br />
Wettkämpfe in der Uber Arena Berlin auszutragen. Auch wenn<br />
dieses Tennis-Event weltweit übertragen wird, gibt es nichts<br />
Besseres, als selbst dabei zu sein. Hier erfahren Sie, was Sie<br />
wissen müssen, um den Laver Cup in vollen Zügen genießen<br />
zu können.<br />
Europa tritt gegen die Welt an<br />
In ihrem letzten Jahr als Kapitäne haben die Tennislegenden<br />
Björn Borg (Team Europa) und John McEnroe (Team Welt) bereits<br />
beeindruckende Teams zusammengestellt.<br />
Borg hat bestätigt, dass die Stars Alexander Zverev, Daniil<br />
Medvedev, Casper Ruud und Stefanos Tsitsipas zusammen<br />
mit dem Spanier Carlos Alcaraz und Rafael Nadal, dem 22-fachen<br />
Grand-Slam-Champion, der wahrscheinlich zum letzten<br />
Mal am Laver Cup teilnimmt, den Cup zurückgewinnen wollen.<br />
Im Gegenzug hat McEnroe bisher vier Spieler in sein Aufgebot<br />
aufgenommen: den australischen Topspieler Alex de Minaur<br />
und die drei bestplatzierten Amerikaner Tommy Paul, Taylor<br />
Fritz und Ben Shelton.<br />
Ein Tennis-Event, wie kein anderes<br />
Mit seinem innovativen, rasanten Format und seiner dynamischen<br />
Inszenierung ist der Laver Cup wie kein anderes Tennisevent<br />
auf der Welt. Auf dem legendären schwarzen Court wird<br />
jedes Match mit hohem Einsatz gespielt, und jede Session ist<br />
voller Dramatik und Intrigen.<br />
Die Spiele werden mit Gewinnsätzen ausgetragen, wobei<br />
der dritte Satz in einem spannenden 10-Punkte-Tie-Break entschieden<br />
wird. Jeder Matchsieg wird am ersten Tag mit einem<br />
Punkt, am zweiten Tag mit zwei Punkten und am dritten Tag<br />
mit drei Punkten gewertet, so dass sich das Schicksal von Session<br />
zu Session dramatisch verändern kann. Die erste Mannschaft,<br />
die 13 Punkte erreicht, gewinnt den Laver Cup.<br />
Fotos: Laver Cup<br />
18<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Top Ç<br />
19<br />
Jeder Spieler bestreitet an den ersten beiden Tagen mindestens<br />
ein Einzelspiel, und vier der sechs Spieler müssen ein<br />
Doppel spielen, so dass ein Staraufgebot garantiert ist. Die Kapitäne<br />
Borg und McEnroe wählen ihre Aufstellungen für jede<br />
Session am Vortag aus, ohne zu wissen, wen der gegnerische<br />
Kapitän wählen wird. Dies sorgt für ein Element der Unvorhersehbarkeit<br />
und Strategie, das die Spannung des Laver<br />
Cups erhöht und den Fans garantiert, dass sie einige Matches<br />
sehen werden.<br />
Fünf Chancen, Tennis-Geschichte zu erleben<br />
In den fünf Sessions, die sich über drei Tage erstrecken, werden<br />
die Fans die elektrisierende Atmosphäre des Laver Cups erleben<br />
und ihre Lieblingsspieler so sehen, wie noch nie zuvor.<br />
Jede Session bietet den Fans etwas anderes, aber alle bieten<br />
die Chance, Tennisgeschichte zu erleben.<br />
Tag 1 - Freitag, 20. September – Die Sessions am Freitag bieten<br />
den Fans einen unglaublichen Mehrwert, sind nach einer langen<br />
Vorbereitungszeit voller Spannung und bereiten die Bühne<br />
für den bevorstehenden epischen Kampf.<br />
D Session 1 (13:00 Uhr) beginnt mit einer Eröffnungszeremonie,<br />
gefolgt von zwei spannenden Einzelspielen. Wie bei einem<br />
Eröffnungsgambit in einer Schachpartie stehen die Kapitäne<br />
vor einer wichtigen strategischen Entscheidung, die darüber<br />
bestimmt, welche Spieler sich die wertvollen ersten Punkte<br />
sichern können.<br />
D Session 2 (19:00 Uhr) hält die Spannung mit zwei weiteren<br />
Spielen aufrecht: ein Einzel, gefolgt von einem Doppel,<br />
bei dem die Kapitäne oft einzigartige Paarungen wählen,<br />
die den Fans sowohl Spektakuläres als auch Unerwartetes<br />
versprechen.<br />
Tag 2 - Samstag, 21. September – Der Wettbewerb heizt<br />
sich auf, denn für jeden Matchsieg stehen zwei Punkte auf<br />
dem Spiel.<br />
D In Session 3 (13:00 Uhr) werden zwei Einzelspiele<br />
ausgetragen. Die Mannschaftskapitäne schicken ihre<br />
besten Spieler in die Schlacht und hoffen, ihren Vorsprung<br />
auszubauen oder einen Rückstand aufzuholen.<br />
D Session 4 (19:00 Uhr) wird mit einem weiteren spannenden<br />
Einzelspiel fortgesetzt, gefolgt von einem Doppel, bei dem<br />
jedes Team ein anderes Paar aus seinem Staraufgebot<br />
antreten lässt.<br />
Tag 3 - Sonntag, 22. September – bietet ein außergewöhnliches<br />
Ticket-Angebot, wenn der Laver Cup in die heiße Phase<br />
geht und die Teams so lange kämpfen, bis eine Seite 13 Punkte<br />
erreicht hat.<br />
D Session 5 (12:00 Uhr) beginnt mit einem hochklassigen<br />
Doppel und bis zu drei Einzelspielen, die alle drei Punkte<br />
wert sind. Die Kapitäne können jeden beliebigen<br />
Einzelspieler aus ihrer Sechs-Mann-Mannschaft einsetzen.<br />
Steht es nach zwölf Spielen 12:12, wird der Laver-Cup-Sieger<br />
in einem spannenden Doppel, dem "Entscheider", ermittelt.<br />
Die Siegerehrung auf dem Platz ist ein denkwürdiges<br />
Ereignis, wenn das Siegerteam den Pokal zusammen mit<br />
seinem Namensgeber, der Tennislegende Rod Laver, in die<br />
Höhe reckt.<br />
Fanfreundliche Aktivitäten<br />
Nicht nur in der Uber Arena wird es spannend. Verpassen Sie<br />
nicht die Action draußen in der Laver Cup Fan Zone auf dem<br />
Uber Platz, die Aktivitäten, Unterhaltung, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten<br />
bietet. Außerdem können alle Tennisfans<br />
die Spieler beim Training und beim Aufwärmen für ihre Matches<br />
auf einem speziell angelegten Trainingsplatz in der angrenzenden<br />
Uber Eats Music Hall beobachten. Sowohl die Fanzone<br />
als auch der Trainingsplatz sind kostenlos vom 19. bis 22.<br />
September geöffnet.<br />
Weitere Informationen finden Sie unter lavercup.com .<br />
Fotos: Laver Cup<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
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Top<br />
BTTC Grün-Weiss, 34. German Open Wheelchair / Beate Loddenkemper<br />
Trophy – ITF Grade 2, UNIQLO Wheelchair Tennis Tour (10.-14. Juli <strong>2024</strong>)<br />
Sieben Länder teilten sich die Siege<br />
in den sechs Wettbewerben<br />
Seit 1988 gibt es die German Open im Rollstuhltennis, seit 2011 sind sie in<br />
Berlin zu Hause, wo sie jährlich alternierend bei den Zehlendorfer Wespen und<br />
beim zehn Kilometer entfernten BTTC Grün-Weiss im grünen Südwesten in<br />
Lichterfelde-Ost ausgetragen werden. Seit 2023 trägt das wichtigste deutsche<br />
Turnier als Beate Loddenkemper-Trophy den Namen der 2022 verstorbenen<br />
Medizinerin, die seit 1960 Mitglied der Wespen war, sich jahrzehntelang um<br />
Rollstuhltennis verdient machte und fast zehn Jahre lang Turnierdirektorin des<br />
Zehlendorfer Vereins bei den Open war. Diesmal fand das Top-Event auf der<br />
Wohlfühl-Anlage beim BTTC Grün-Weiss statt, die abermals trotz wechselnder<br />
Wetterbedingungen – mal war es warm und trocken, mal kühler und nass –<br />
rundum eine Atmosphäre bot, die auch bei meteorologischen Zwängen, die die<br />
sportlichen Aktivitäten einen Tag lang in die Halle zwangen, gar keine Luft für<br />
schlechte Laune, Missmut oder große Zwangspausen ließ.<br />
Als Bestandteil der UNIQLO Wheelchair Tennis Tour sind<br />
die German Open ein Event der ITF (International Tennis<br />
Federation) Grade 2 und nach den Rollstuhltennis-<br />
Wettbewerben der vier Grand Slams, die Part der „Fußgänger“<br />
(Rolli-Bezeichnung für die nichtbehinderten Aktiven)-Highlights<br />
der Swiatek, Sabalenko, Gauff, Sinner, Djokovic, Nadal<br />
und Zverev sind, zweitwichtigste internationale Serie der Rollstuhl-Athleten.<br />
Mitte Juli fanden die German Open zum 34. Mal<br />
statt, wie in den vergangenen Jahren in etwa zeitlich parallel<br />
mit dem Wheelchair-Event beim Grand Slam-Turnier in Wimbledon.<br />
Dort waren beim erstmals mit einer Million Pfund dotierten<br />
Rolli-Wettbewerb je 16 Teilnehmer in den Einzeln (D/H)<br />
und acht Doppel am Start. Die Sieger in den „Fußgänger“-<br />
Einzeln kassierten je 3,2 Millionen €, ein Erstrunden-Verlierer<br />
noch 71.000,– €. Bei den Rollis wurden die Einzel-Gewinner mit<br />
77.000,– € und das beste Doppel mit 33.000,– € „abgefunden“.<br />
Verglichen mit früheren Zeiten ist das immer noch ein ziemlicher<br />
Fortschritt, doch im Alltag der den Grand Slam-Turnieren<br />
nachgeordneten Serien und Events klafft die Schere noch viel<br />
deutlicher auseinander.<br />
Die German Open boten für ihre fünf Wettbewerbe (Einzel<br />
D/H, Doppel, Quad Einzel/Doppel) insgesamt 22.000 $ Preisgeld.<br />
Damen-Einzelsiegerin Saki Takamuro (Japan) erhielt für<br />
ihr finales 4:6, 6:2, 6:3 gegen die Französin Pauline Deroulede<br />
1.050 $, Männer-Gewinner Sergei Lysov (Israel) fürs 6:0, 6:2<br />
gegen Gaetan Menguy (Frankreich) 1.418 $. Deutschland war<br />
in den genannten fünf Hauptkonkurrenzen mit fünf Akteuren<br />
vertreten: Katharina Krüger (Zehlendorfer Wespen) und<br />
Britta Wend (Bielefeld) im Einzel und gemeinsam im Doppel,<br />
Anthony Dittmar (Göttingen) im Herren-Einzel und Maximilian<br />
Laudan (Zehlendorfer Wespen/GW Baumschulenweg) bei<br />
den Quads (Spieler mit eingeschränkter motorischer Arm- und<br />
Handfunktion). Prominentester Teil dieses Quintetts war die<br />
34-jährige Krüger, quasi ein Open-„Urgestein“, da sie bereits<br />
2001 ihre Turnier-Premiere gefeiert hat und schon fünfmal in<br />
der Siegerliste ganz oben stand (2011, 2013, 2014, 2016, 2018).<br />
Inzwischen ist sie eine komplett ausgebildete Rehabilitationspädagogin,<br />
bei der Deutschen Rentenversicherung angestellt<br />
und quasi Teilzeit-Tennisprofessional. Viermal schon hat sie an<br />
Paralympics teilgenommen – 2008, 2012, 2016 und 2021 -, für<br />
ihren fünften Auftritt im Spätsommer <strong>2024</strong> wurde sie Mitte Juli<br />
vom Deutschen Olympischen Sportbund nominiert. Die German<br />
Open daheim waren auf dem Weg dorthin ein wichtiger<br />
Formtest und unterstrichen, dass manches noch verbessert<br />
werden kann, aber bis dato mit Sicherheit auch vieles richtig<br />
gemacht wurde.<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
20<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Im Doppel verlor sie mit Partnerin Britta Wend als Nummer<br />
4 das Auftaktmatch gegen Meirycoll Duval/Mariska Venter<br />
(Brasilien/Südafrika) nach gutem Beginn noch mit 6:2, 4:6,<br />
7:10, aber nahm in das Einzel einen Lerneffekt mit. Die an Nummer<br />
7 gesetzte Wespe gewann gegen die Thailänderin Sakhorn<br />
Khanthasit mit 7:6, 6:2 und war auch in der zweiten Runde<br />
gegen die an Zwei gesetzte Chilenin Macarena Cabrillana beim<br />
6:7, 6:7 dicht am Erfolgserlebnis dran. „Das war eine gelungene<br />
Vorstellung, an der es nicht sehr viel zu kritisieren gab und nur<br />
ein paar Rädchen gedreht werden müssen“, sagte Bundestrainer<br />
Niklas Höfken (Köln), der die kompletten Open mit seiner<br />
fachkundigen Anleitung begleitete. Mit Krügers Aus verabschiedete<br />
sich<br />
die letzte DTB-Aktive<br />
aus dem Turnier,<br />
nachdem<br />
zuvor auch Britta<br />
Wend (ebenfalls<br />
gegen Cabrillana<br />
mit 1:6, 1:6),<br />
Anthony Dittmar<br />
(4:6, 3:6 gegen<br />
Nico Langmann/<br />
Österreich) und<br />
Quad Maximilian<br />
Laudan (2:6,<br />
7:5, 3:6 gegen<br />
Der Berliner Maximilian<br />
Laudan gibt wie immer<br />
sein Bestes<br />
Britta Wend muss sich<br />
in der Abendsonne ganz<br />
schön strecken<br />
Top Ç<br />
21<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
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Top<br />
Wie alle japanischen<br />
Spieler ist auch die<br />
Finalistin Saki Takamuro<br />
(JPN) immer im Fokus<br />
Gonzalo Enrique Lazarte/Argentinien) passen mussten. Die<br />
sechs Turniersiege gingen stattdessen an sieben Länder. Die<br />
Einzel bei Frauen, Männern und im Quad holten sich mit der<br />
Japanerin Saki Takamuro (die im Doppel mit Maayan Zikri/Israel<br />
zudem Silber gewann), Israeli Sergej Lysow, Quad Robert<br />
Shaw/Kanada, die Doppel Ksenia Chasteau/Pauline Deroulede<br />
(Frankreich) bei den Damen, Sung-Bong Han/Ho Won Im (Südkorea)<br />
bei den Männern und das slowakisch-britische Quad-<br />
Duo Tomas Masaryk und Gregory Slade. In dessen Finale war es<br />
beim 7:6, 6:4 gegen Brasiliens Leandro Pena/Yumanitu Silva so<br />
ziemlich am spannendsten.<br />
Gleiches ließ sich vom Quad-Finale zwischen dem topgesetzten<br />
Robert Shaw (Kanada) und Chiles an Nummer 2 gereihten<br />
Francisco Cayulef behaupten, dass 7:5, 7:6 zugunsten<br />
des „Crazy Canuck“ endete, der 2022 an gleicher Stätte bereits<br />
mit Gold im Einzel und Doppel geglänzt hatte. Generell<br />
bestimmte Latein- und Südamerika die Quad-Konkurrenzen.<br />
Im Einzel kamen fünf der acht Starter vom Subkontinent, zwei<br />
aus Brasilien, je einer aus Chile, Argentinien und Kolumbien.<br />
In den drei Doppelwettbewerben teilten sich Südkorea (Herren:<br />
Sung-Bong Han/Ho Won Im), Frankreich (Damen: Ksenia<br />
Chasteau/Pauline Deroulede) und die Kombination Slowakei/<br />
Großbritannien (Masaryk/Slade) die Erfolge. Die beiden Rolli-<br />
Einzel, zweifellos so etwas wie die Höhepunkt des sportlichen<br />
Programms, hatten im Israeli Sergei Lysov, an Nummer 6 gesetzt,<br />
einen überraschenden Gewinner und bei den Damen mit<br />
Saki Takanuro (Nr. 3) mit zwei souveränen 6:1-Durchgängen im<br />
innerjapanischen Duell gegen die topgesetzte Shiori Finamizu<br />
Für Anthony Dittmer<br />
zählen die German Open<br />
in Berlin zu den besten<br />
Turnieren weltweit<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
22<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Top Ç<br />
23<br />
Herren Einzel: zweitplatzierter Gaetan Menguy und Sieger Sergei Lysov<br />
Kann sich mit der Teilnahme bei den German Open für die Paralympics in Paris qualifizieren –<br />
die Berlinerin Katharina Krüger<br />
die Triumphatoren, die athletisches und spieltechnisches Rollstuhltennis vom Feinsten<br />
zeigten. Lysov schaffte mit 6:2, 4:6 und 10:6 gegen den von der Pole Position gestarteten<br />
Daisuke Arai die Überraschung und bestätigte sie im Finalauftritt gegen<br />
Frankreichs Gaetan Menguy (Nr. 8) eindrucksvoll.<br />
Mit dem sonnigen Finalsonntag bei angenehmen Temperaturen endete ein Turnier,<br />
das neben ausgezeichnetem Sport ein erstklassiges Drumherum in Top-Umgebung,<br />
sehr guter, kreativer Organisation und Athleten zum Anfassen bot. Turnierdirektor<br />
Martin Melchior vom BTTC, der<br />
sich auf seinen kleinen, aber feinen Stab<br />
verlassen konnte und schon seit 2016<br />
„<br />
Wir hatten gut gefüllte Felder<br />
mit rund 70 Aktiven und<br />
um die 30 Begleiter, die ihre<br />
Wertschätzung vielfach an<br />
uns weitergegeben haben.“<br />
Turnierdirektor Martin Melchior<br />
dieses „Amt“ innehat, durfte sich über<br />
die 34. Open freuen und auch ein wenig<br />
stolz sein.<br />
Von den Ballkindern über ehrenamtliche<br />
Unterstützer, die Dolmetscher, die<br />
für reibungslose Kommunikation zwischen<br />
den Aktiven aus aller Menschen<br />
Länder, bis zu den Serviceleuten, die<br />
für prima Essen sorgten, wurde für alles und manches, was zunächst nicht möglich<br />
schien, gesorgt. Nicht zu vergessen ist die Senatsausfallbürgschaft, mit der die Stadt<br />
einen gut Teil des 80.000,– € Etats bestritt. Auch der TVBB Präsident Dr. Klaus-Peter<br />
Walter ließ sich die Präsenz nicht nehmen, und die austragenden Vereine waren Säulen<br />
eines sportlichen Events, das viel mehr als eine Selbstverständlichkeit ist.<br />
In Sachen German Open-Fortsetzung hielt sich Martin Melchior, Sportwart der<br />
Grün-Weissen und selbst passionierter und erfolgreicher Tennis-Senior dennoch<br />
wohlüberlegt zurück. „Wir hoffen, dass es nächstes Jahr die 35. gibt und in zwei Jahren<br />
wieder eine Auflage bei uns. Noch ist alles offen, die entsprechenden Gespräche<br />
kommen erst. Wir sind bereit und werden uns über jede noch so kleine Hilfe freuen!“<br />
Klaus Weise<br />
Damen Einzel: Siegerin Saki Takamurow und zweitplatzierte Pauline Deroulede<br />
Herren Einzel Quad: der Zweite, Francisco Cayulef, Sieger Robert Shaw<br />
Damen Doppel: Takamuro/Zikri sowie die Siegerinnen Chasteau/Deroulede<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Sieger Herren Quad-Doppel: Thomas Masaryk/Gregory Slade<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
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Top<br />
Rollstuhltennis-Chefbundestrainer Niklas Höfken vor den Paralympics in Paris:<br />
„Wir brauchen Zeit, um zur Weltspitze aufzuschließen!“<br />
Katharina Krüger<br />
In wenigen Wochen ist es soweit. Anfang September<br />
werden bei den Paralympics die Medaillen vergeben.<br />
Erstmals auf einer Grand Slam-Anlage, im Pariser Stade<br />
Roland Garros. Zum zweiten Mal auf Sand.<br />
In sechs Wettbewerben – jeweils im Einzel und Doppel bei<br />
Damen, Herren und Quads (mehrfach behinderte Athleten) –<br />
sind erstaunliche Leistungen in der parallelen Beherrschung<br />
zweier Sportgeräte zu erleben. Racket und Rolli. Seit 1992 steht<br />
Rollstuhltennis zum neunten Male auf der paralympischen<br />
Agenda. Mehrmals hat es Austragungs- und Modiveränderungen<br />
gegeben, aktuell werden in den Einzeln 48 Herren, 32<br />
Damen und 16 Quads sowie in den Doppeln 24, 16 und acht<br />
Paare um paralympisches Edelmetall kämpfen. Die Nationalen<br />
Paralympischen Komitees können maximal je vier Männer<br />
und Frauen sowie drei Quads entsenden, wenn zuvor die internationalen<br />
Qualifikationskriterien erfüllt wurden. Die Athleten<br />
qualifizieren sich namentlich und direkt über die Weltrangliste.<br />
Ausgangspunkt ist der 15. Juli <strong>2024</strong>.<br />
Maximal 96 Paralympioniken dürfen an den<br />
Start gehen.<br />
Wie viele deutsche Sportler dazu zählen<br />
würden, stand erst nach abschließender<br />
Bewertung des Internationalen Paralympischen<br />
Komitees (IPC) fest. Diese hatte<br />
zuvor die vier Wild Card-Anträge des Deutschen<br />
Tennis Bundes (DTB) geprüft. Am 19.<br />
Juli, 40 Tage vor Paralympics-Start, wurde<br />
mit der Berlinerin Katharina Krüger (Zehlendorfer<br />
Wespen) die vorerst einzige nationale Starterin fix nominiert.<br />
Die 34-jährige darf als eine Art „Miss Paralympia“ gelten,<br />
denn für sie ist es bereits der fünfte paralympische Auftritt. Seit<br />
den Paralympics in Peking 2008 hat sie ausnahmslos an allen<br />
Spielen teilgenommen. 2008 und 2012 erreichte sie im Einzel<br />
jeweils das Achtel-, mit Partnerin Sabine Ellerbrock (Bielefeld,<br />
Laufbahnende 2020), die einst erste Deutsche Weltrangliste-<br />
Erste und Siegerin eines Grand Slam-Turniers war, in London<br />
sogar das Viertelfinale. Als aktuelle Weltranglisten-23. muss<br />
sie ungesetzt in Paris auf<br />
ein wenig Losglück hoffen,<br />
um nicht gleich in der Startrunde<br />
auf eine Top-Gegnerin<br />
zu treffen. In Tokio<br />
war ihr das im August 2021<br />
nicht vergönnt, denn die<br />
einzige DTB-Rolli-Athletin<br />
verlor ihr Auftaktmatch<br />
gegen die an Drei gesetzte<br />
Niederländerin und spätere<br />
Silbermedaillengewinnerin<br />
Aniek van Koot mit 3:6<br />
und 1:6.<br />
Zum Zeitpunkt des Verfassens<br />
dieses Beitrags steht<br />
allerdings noch nicht fest,<br />
ob es bei Katharinas Solo-<br />
Part als deutsche Rollstuhltennis-Paralympics-Teilnehmerin<br />
in Paris bleibt,<br />
denn eine Antwort des IPC<br />
auf die vier Wild Card-Anträge<br />
des Deutschen Behindertensportverbands<br />
„<br />
Rollstuhltennis, das<br />
ist eine Mischung<br />
aus Professionalität<br />
und Idealismus.“<br />
Niklas Höfken<br />
und Nationalen Paralympischen Komitees auf Paris-Präsenzen<br />
ist noch offen. Gleichwohl darf man bei realistischer Chancen-<br />
Bewertung – egal, wie viele deutsche Rollis auf den Roland<br />
Garros-Plätzen zum Schläger greifen – davon ausgehen, dass<br />
Medaillen überraschend wären. Bei den bislang acht paralympischen<br />
Rollstuhltennis-Wettbewerben hat Deutschland<br />
fünfmal Edelmetall erkämpft. Das wertvollste gewann bei der<br />
Premiere 1992 in Barcelona Kai Schrameyer aus Nußloch im<br />
Herren-Einzel, der das Finale gegen Randy Snow (USA) verlor.<br />
Im Doppel holte er mit Stefan Bitterauf Bronze und ließ bei seinen<br />
zweiten Spielen 2000 in Sydney im Einzel sogar eine weitere<br />
Bronzene folgen. Bronze gewannen auch Regina Isecke<br />
im Damen-Einzel 1992 in Barcelona und das Doppel Christine<br />
Otterbach/Petra Sax-Scharl (Karlsruhe/Starnberg) 2000<br />
in Sydney im Doppel. Mit den beiden Bronze-Plaketten von<br />
Schrameyer und dem Damen-Duo auf dem fünften Kontinent<br />
endete allerdings die deutsche „Treppchen-Präsenz". Auf Fortsetzung<br />
wird bis heute gewartet. Am dichtesten dran war seitdem<br />
Sabine Ellerbrock, die 2012 in London<br />
sowohl im Einzel als auch im Doppel mit Katharina<br />
Krüger im Viertelfinale stand und geteilte<br />
vierte Plätze erreichte.<br />
Die Favoriten in den sechs Wettbewerben<br />
von Paris kommen größtenteils aus den Ländern,<br />
die seit Jahren die Wheelchair-Szene<br />
beherrschen. Vor allem die Niederlande, die<br />
in allen drei Branchen Weltklasse sind und<br />
in der Chronik der bislang 42 ausgetragenen<br />
Paralympic-Wettbewerbe mit 20 Gold, 13 Silber<br />
und 10 Bronze weit vor den USA, Australien und Japan in<br />
Front liegen. Auch in Paris tragen die Titelfavoriten ebenfalls<br />
überwiegend „Oranje“ – die Rolli-Ergebnisse des Grand Slam<br />
in Wimbledon bestätigten das. Nur die Herren-Konkurrenz<br />
machte da eine kleine Ausnahme, inder nur der Weltranglistensiebte<br />
Tom Egberink unter den besten Acht stand. Dafür gab<br />
es bei den Damen und den Quads niederländische Finals und<br />
mit der phänomenalen Diede de Groot sowie Niels Vink starke<br />
Gewinner. Den Herren-Wettbewerb holte sich nach zweiten<br />
Plätzen in den Vorjahren der Brite Alfie Hewett, der nun auch<br />
das Weltranking anführt. Fast alle der gerade Erwähnten haben<br />
vor einigen Jahren ihre Visitenkarten bei den German Open in<br />
Berlin abgegeben und oft auch gewonnen. Eine Ausnahmeerscheinung<br />
unter den großen Namen ist zweifellos Diede de<br />
Groot, die in Wimbledon ihr 15. Grand Slam-Turnier in Folge<br />
gewann, fast 150 Matches in Folge seit Januar 2021 unbesiegt<br />
ist und sich anschickt, zum vierten Mal in Serie alle vier Grand<br />
Slams eines Jahres zu gewinnen.<br />
Dass sich Rollstuhltennis in den Niederlanden nicht nur hinter<br />
ein paar Galionsfiguren versteckt, sondern auf breiter Front<br />
bereits im Nachwuchs und bei jüngeren Jahrgängen immer<br />
wieder Talente an die Spitze führt, haben natürlich auch die<br />
Trainer, Ausbilder und Sportwissenschaftler in den konkurrierenden<br />
Ländern längst entdeckt. “Von den Niederländern lernen,<br />
heißt siegen lernen” – so könnte man einen alten Politspruch<br />
aus dem Osten abgewandelt zitieren. Niklas Höfken (32)<br />
ist seit 2018 Rollstuhltennis-Chefbundestrainer und versucht,<br />
entsprechende Dinge zu übernehmen, zu variieren und zu entwickeln,<br />
ohne sie schematisch zu kopieren. Der Sportwissenschaftler<br />
und Trainer ist auf mehreren Arbeitsfeldern aktiv,<br />
unterrichtet Tennis als Lehrbeauftragter an der Deutschen<br />
Sporthochschule in Köln, forscht als Doktorand zur Inklusion<br />
im Tennis und ist Referent für Inklusion und Parasport im DTB.<br />
In der Gold-Kraemer-Stiftung in Köln-Frechen leitet er schon<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
24<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
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25<br />
seit 2013 das Projekt „Tennis für Alle“, in dem Tennis-Aktive<br />
unterschiedlicher Alters- und Leistungsklassen mit und ohne<br />
Behinderung trainiert werden. Der Input, soll mit Höfkens<br />
theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung im ergebnisrelevanten<br />
Output münden – so der Idealfall. Das geschieht<br />
nicht im Selbstlauf. Es bedarf ein gewisses Bedingungsgefüge,<br />
in dem viele Faktoren stimmen müssen.<br />
„Wir brauchen ein Sichtungs- und Fördersystem, das aufeinander<br />
aufbaut und gerade in einer im Spitzensport finanzund<br />
materialintensiven Disziplin wie Rollstuhltennis die Athleten<br />
nicht alleine lässt, sondern sie aktiviert und auch mal an<br />
die Hand nimmt. Es gibt da international gute Beispiele, nicht<br />
nur in den Niederlanden. Auch so erklärt sich Leistung.“, sagt<br />
Höfken mit Überzeugung. In Deutschland sei zwar einiges in<br />
Bewegung gebracht worden, es gebe gute Beispiele im Nachwuchs,<br />
„aber es sind zu wenige, auch, wenn wir uns keine Talente<br />
backen können“. Christoph Wilke (22) aus Stadthagen sei<br />
ein Exempel. Erst 2016 hat Wilke ernsthaft mit dem Rollstuhltennis<br />
begonnen, bald internationale Turniere gespielt und ist<br />
inzwischen als zweitbester Deutscher (hinter Anthony Dittmer,<br />
Weltrangliste 48) auf Position 85 der Weltrangliste notiert.<br />
Nach durchwachsener Anfangsdekade des Jahrhunderts<br />
ist laut Höfken eine Lücke bei den 20 bis 30 Jahre alten Tennis-<br />
Rollies entstanden, die nur durch kontinuierliche Arbeit und<br />
nicht auf Anhieb zu schließen sei.<br />
„Die Anfänge, siehe Wilke, sind da, aber brauchen permanente<br />
Zuwendung und Pflege. Es sind positive Schritte<br />
vollzogen worden, aber es ist noch vieles zu tun, um aus<br />
Schritten auch mal einen Sprung zu machen. Das schließt<br />
Überlegungen im Gesamtfördersystem des deutschen<br />
Sports ein und betrifft auch und vor allem den Nachwuchs<br />
und den Breitensport. Wir brauchen Zeit, um wieder<br />
in der Weltspitze stärker und länger präsent zu sein.<br />
Ich denke da an einen Zeitraum von vier, fünf Jahren“,<br />
gibt sich Niklas Höfken zuversichtlich. Turniere<br />
wie die German Open in Berlin<br />
seien in diesem Zusammenhang<br />
extrem wichtig – gerade auch<br />
wegen ihrer Vorbildwirkung und<br />
der internationalen Leistungsträger,<br />
die beweisen, wohin<br />
man gelangen kann, wenn<br />
man sich in eine Passion<br />
wie Rollstuhltennis einbringt.<br />
Höfken spricht von<br />
„Leidenschaft“, als er redet,<br />
und seine Augen leuchten.<br />
Und, auf sich bezogen,<br />
fügt er an: „Das<br />
ist eine Mischung aus<br />
Professionalität und<br />
Idealismus.“<br />
Klaus Weise<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Bundestrainer Niklas Höfken<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Ç<br />
Top<br />
Halbfinalistin „Wespe“ Laura Carvalho e Silva Kracke<br />
Berlin Internationals by REHA One,<br />
Tennis Europe Junior Tour U14 & under, 25. Mai – 2. Juni <strong>2024</strong><br />
Viele deutsche Jung-Talente, aber<br />
Final-Dominanz der Ausland-Gäste<br />
Die Berlin Internationals by Reha ONE waren in diesem Jahr zum dritten Mal<br />
Bestandteil der Tennis Europe-Turnierserie TE Junior Tour-Serie des Grade 2 der<br />
Altersklasse 14 und jünger. In Aktion auf den Sandplätzen des SV Berliner Bären<br />
in Berlin-Wittenau waren in der Qualifikation (25./26. Mai) und in den vier<br />
Hauptfeldwettbewerben – Einzel und Doppel Jungen und Mädchen – sage und<br />
schreibe über 200 junge Aktive aus 33 (!) Nationen. Der Großteil wurde naturgemäß<br />
von deutschen Vereinen gestellt, aber die Gäste kamen aus aller „Damen und<br />
Herren“ Länder, unter denen zahlenmäßig Tschechien (7), die Niederlande,<br />
Frankreich (je 6), Italien (4), die Ukraine und Polen (je 3) vertreten waren.<br />
Polina Skliar (UKR)<br />
nach ihrem Sieg gegen<br />
Lena Topel (GER)<br />
Alle Teilnehmerländer trugen - wie es die Organisatoren<br />
um die Turnierdirektoren Kevin Manthey und Sascha<br />
Mattheis unisono formulierten - zu „spannenden<br />
Matches und beeindruckenden Leistungen“ bei und feierten<br />
gemeinsam die „globale Verbundenheit und Begeisterung für<br />
den Sport“.<br />
Hauptinhalt der Turniertage war exzellenter Sport in allen<br />
Wettbewerben, der die Erwartungshaltung für eine hochklassige<br />
Tennis-Zukunft schürte. Im 64er Einzel-Hauptfeld bei<br />
den Mädchen bildeten 19 deutsche Talente die Mehrheit der<br />
48 Youngster. Bei den Jungen beherrschten 40 hiesige Vertreter<br />
das volle 64er Feld quantitativ. In den sechs Runden bis zum<br />
Finale waren durchweg starke Matches zu erleben. Die deutschen<br />
Jung-Asse hielten bei beiden Geschlechtern gut bis sehr<br />
gut mit. Bei den Mädchen stellten sie im Viertelfinale noch<br />
sechs der acht Wettbewerberinnen, im Halbfinale noch drei<br />
von vier. Dort schaffte es im innerdeutschen Vergleich Milena<br />
Steinkamp (LTTC “Rot-Weiß”) mit ihrem 6:1, 6:1-Erfolg gegen<br />
„Wespe“ Laura Carvalho e Silva Kracke ins Endspiel gegen die<br />
topgesetzte Ukrainerin Polina Skliar, immerhin Nummer 10<br />
des Tennis Europe-Rankings. Skliar war zuvor in ihren vier Spielen<br />
souverän und dominant aufgetreten, hatte gegen eine<br />
Fotos: Harald Almonat<br />
26<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
Samantha Kohoutkova (CZE) und Alissa Kuchynka (GER)
Top Ç<br />
27<br />
Schweizerin und drei deutsche Gegnerinnen keinen<br />
Satz und gerade mal vier von 48 Spielen<br />
verloren.<br />
Die ungesetzte Steinkamp tat es ihr in ihren<br />
fünf Matches annähernd gleich – kein Satzverlust<br />
und 62:18 Spiele unterstrichen ihr Können. Nur<br />
zweimal musste sie gegen die an zwei gesetzte<br />
Zoe-Cheyenne Heins (Luxemburg, zweite Runde)<br />
und Anna Holovash (Ukraine, dritte Runde) an die<br />
Reserven gehen, als sie in jeweils einem der beiden<br />
Sätze beim 7:5 in die Verlängerung musste,<br />
aber im jeweiligen zweiten Durchgang mit 6:1 obsiegte.<br />
Gegen Julia Walter (Victoria Hamburg) gewann<br />
sie im Halbfinale mit 6:1 und 6:2, ehe Skliar<br />
im Endspiel das Stopzeichen setzte.<br />
Auch im Jungen-Feld war schwarz-rot-gold in den<br />
Hauptfeld-Startrunden auf Grund der Ausgangsmajorität<br />
zunächst die dominierende Nationenangabe,<br />
aber das reduzierte sich relativ schnell. In<br />
Runde 3 waren noch sieben, im Viertelfinale noch<br />
vier und im Halbfinale mit dem an drei gesetzten<br />
Luys Calin (Braunschweiger MTV) und Benjamin<br />
Schmidt (TC Münchberg) noch ein deutscher<br />
Heimstarter dabei. Für Calin und Schmidt aber<br />
setzten dann der Franzose Samuel Dakessian mit<br />
einem deutlichen 6:4, 6:1 und Ian Barroeta (Spanien,<br />
Nr. 4) das Haltesignal. Das Endspiel der beiden<br />
erwies sich beim 6:2, 6:0 als unerwartet klare<br />
Angelegenheit für den Spanier. Der Iberer war<br />
mit sechs Zweisatzerfolgen ohne abgegebenen<br />
Durchgang und 72:21 Spielen eine Liga besser<br />
als die versammelte Konkurrenz und geriet nicht<br />
ein einziges Mal ins Wanken. Dakessian marschierte<br />
ähnlich souverän durch den Wettbewerb,<br />
hatte seinen Schwächepunkt in der dritten Runde<br />
gegen Julian Glanzer (TC Biberach) beim hart erkämpften<br />
6:3, 3:6 und 7:5, von dem er sich allerdings<br />
im Viertelfinale gegen den top gesetzten<br />
Ungarn Istvan Mokan beim 6:0, 6:0 bestens erholt<br />
zeigte.<br />
Auch im Jungen-Doppel war Mokan im Duo mit dem Tschechen<br />
Kristian Simek topgesetzt, aber auch hier reichte es für<br />
ihn nicht zum Turniererfolg. Im Viertelfinale scheiterten das<br />
Paar am deutschen Team Luis Feisst/Lorenzo Rauner (Nr. 6),<br />
die sich aber im Halbfinale ihren Landsleuten Leo Distler/Jannek<br />
Ettinger (Nr. 3) mit 3:6, 3:6 geschlagen geben mussten.<br />
Für die Sieger aber gab es im finalen Match gegen die im ersten<br />
Satz mit 4:3 führenden Tschechen Filip Sebek/Tobias Zapsky<br />
(Nr. 5) ein unfreiwilliges Ende, als sie aufgeben mussten. Ein<br />
„Stückchen“ Turniersieg gab es dann aber doch noch für die<br />
deutschen Farben, als Laura Carvalho e Silva Kracke mit ihrer<br />
niederländischen Partnerin Emma Sanchez das Duell der Setz-<br />
Nummer 2 gegen das Top-Paar Samantha Kohoutkova (Tschechien)/Alissa<br />
Kuchynka (TC Rot-Weiss Cham) mit 6:2 und 6:3 für<br />
sich entscheiden konnte.<br />
Klaus Weise<br />
Luys Calin (GER)<br />
Der spätere Sieger Ian<br />
Barroeta (ESP) mit<br />
Benjamin Schmidt (GER)<br />
Fotos: Harald Almonat<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
EIN TREFFEN DER GENERATIONEN<br />
IM EUROPÄISCHEN SPORTRESORT ALBENA<br />
Die Sommerferien verbinden wir fast zwingend<br />
mit Reisen, neuen Begegnungen, Vergnügen und<br />
ausreichend Zeit für das geliebte Hobby.<br />
Die Tennisspieler schätzen die Sommersaison für<br />
das Spiel im Freien und auf dem beliebten klassischen<br />
Belag Clay. Ob in dem Heimatclub oder im<br />
Feriendomizil – in den Sonnenmonaten verbringen<br />
die Spieler doppelt so viel Zeit beim Training<br />
oder im Wettbewerb, als im Winter.<br />
Das Europäische Sportresort ALBENA bietet ideale<br />
Möglichkeiten für alle Tennisspieler, die etwas<br />
vorhaben. Unabhängig von Alter, Stärke und allgemeinem<br />
Fitnesszustand. Direkt an der bulgarischen<br />
Schwarzmeerküste, geschickt verteilt zwischen<br />
den luxuriösen Hotelanlagen erwarten die<br />
Gäste 22 voll ausgestattete Sandplätze, ergänzt<br />
durch drei Hallenplätze mit HC-Belag.<br />
Dem Cheftrainer Iliya Atanasov ist dieses Jahr ein<br />
beneidenswerter Coup gelungen. Geschickt hat<br />
er den Sportkalender des Resorts mit Trainingsund<br />
Turniereinheiten der besonderen Klasse gefüllt.<br />
Am 15.07.<strong>2024</strong> endete die 10. Platinum-Turnierrunde ALBENA OPEN der Plattform Sportya, bei der 260<br />
Teilnehmer verschiedener Nationen kämpften. Spieler im Alter zwischen 18 und 70 hatten sich anhand<br />
von Videos zuvor in Niveau-Gruppen von 4 bis 9 aufgeteilt. Im Einzel und Doppel hatten sie die Möglichkeit<br />
nicht nur die eigenen Fähigkeiten zu messen, sondern auch verlockende Preise zu gewinnen:<br />
Tennisausstattung, Reisen, erlesene Weine, Gourmet-Pakete, Fortbewegungsmittel auf zwei und auf vier<br />
Rädern. Bei der Abschlussparty sah man nur glückliche Gesichter, denn alle haben die Woche auf dem<br />
Tennisplatz und am Strand genossen. Im August <strong>2024</strong> folg die Junior-Runde des Turniers, und im Jahr<br />
2025 überrascht Sportya mit der ersten Turnierausgabe in Berlin. Wann und wo erfahren Sie auf den<br />
Webseiten www.sportya.net und www.tvbb.de.
TT ENNIS ENNIS A C A DEM DEMY<br />
Die Gäste des Resorts wurden<br />
diese Saison auf die neue Gestaltung<br />
einiger Tennisplätze<br />
neugierig. „Hier trainiert die<br />
Gruppe der J.C.Ferrero-Academy“<br />
steht auf der einen Seite<br />
der zentralen Tennisanlage.<br />
Zum ersten Mal entsteht eine<br />
Dependance der führenden<br />
Tennisschule für erstklassige<br />
Spieler außerhalb Spaniens. Die<br />
Philosophie und die Trainingsmethodik<br />
von Ferrero fanden<br />
korrespondierende Basis in Albena<br />
Resort, was zu der Ausdehnung<br />
in Richtung Bulgarien<br />
führte.<br />
Vom 23.06.<strong>2024</strong> bis zum<br />
24.08.<strong>2024</strong> finden die diesjährigen<br />
Trainingslager für Kinder<br />
zwischen 12 und 16 Jahren hier<br />
statt. Für die letzten Wochen<br />
werden noch Bewerbungen angenommen.<br />
Über den Link<br />
tinyurl.com/Ferrero-Tennis-Academy-Albena<br />
kann der Fragebogen komplettiert<br />
und mit einem Spielvideo<br />
abgeschickt werden. Wer mit<br />
seinen Fähigkeiten überzeugt,<br />
kann sich auf ein ganz besonderes<br />
Tennistrainingslager freuen.<br />
Und wer weiß – vielleicht hat<br />
Juan Carlos Ferrero bald einen<br />
jungen Nachfolger von Roberto<br />
Bautista oder Carlos Alcaraz,<br />
der seine Karriere im Albena<br />
Resort gestartet hat. Viel Glück!<br />
Für Organisation, Beratung und Buchung stehen die<br />
kompetenten Mitarbeiter unserer Gruppe zur Verfügung:<br />
EMAIL: info@flamingotours.de<br />
TELEFON: +49 211 977 111 10<br />
40476 Düsseldorf, Ulmenstraße 15<br />
HOTLINE: marketing@flamingotours.de<br />
www.flamingotours.de
Ç<br />
National<br />
Helena Buchwald<br />
Luisa Meyer auf der Heide<br />
Dea Herdzelas<br />
Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen<br />
TC SCC wieder vorne dabei<br />
Wie schon im vergangenen Jahr konnten sich die Damen des TC SCC auch diesmal<br />
in der 2. Bundesliga Nord in der oberen Hälfte platzieren. Zwischenzeitlich<br />
gab es sogar Hoffnung auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Am Ende<br />
landete das Team von der Waldschulallee auf einem erfreulichen dritten<br />
Platz. Dabei wurde der Grundstein schon in den ersten vier Partien gelegt.<br />
Bereits der Auftakt beim späteren Absteiger TC Grün-<br />
Weiß Aachen verlief verheißungsvoll. In souveräner Manier<br />
gewannen die SCC-Damen alle sechs Einzel ohne<br />
Satzverlust. Im Spitzeneinzel stellte Neuzugang Darja<br />
Semenistaja aus Lettland beim glatten 6:1, 6:0<br />
gegen die Belgierin Florence Fohnen ihre Klasse<br />
unter Beweis. Und auch die Polin Katarzyna<br />
Kawa, Stephanie Wagner, Luisa Meyer auf der<br />
Heide, Helena Buchwald und Julia Zhu feierten<br />
sichere Auftaktsiege. Die erfolgreichen Doppel<br />
Semenistaja/Kawa und Wagner/Meyer auf<br />
der Heide schraubten schließlich das Endergeb-<br />
nis auf 8:1. Das erste Heimspiel gegen den Gladbacher<br />
HTC, der am Saisonende ebenfalls die Klasse verlassen<br />
musste, wurde ebenfalls klar mit 7:2 gewonnen. Darja<br />
Semenistaja setzte im Topspiel gegen die Niederländerin Jasmijn<br />
Gimbrere beim 6:0, 6:0 noch einen drauf. Stephanie Wagner,<br />
Luisa Meyer auf der Heide, Helena Buchwald und Julia Zhu<br />
sorgten ohne Satzverlust für die uneinholbare 5:1-Führung.<br />
Lediglich Dea Herdzelas aus Bosnien-Herzegowina musste sich<br />
in zwei Sätzen geschlagen geben. Die Doppel Wagner/Buchwald<br />
und Meyer auf der Heide/Zhu holten dann zwei weitere<br />
Punkte. Zwei Tage später wurde wiederum auf der heimischen<br />
Anlage mit dem 7:2 gegen den Großflottbeker THGC<br />
ein Riesenschritt in Richtung des Hauptziels Klassenerhalt<br />
vollzogen. Diesmal rückte Stephanie Wagner an die Spitzenposition<br />
und bezwang die Tschechin Nikola Breckova problemlos<br />
mit 6:1, 6:1. Der zweite Neuzugang Weronika Falkowska aus<br />
Polen fügte sich mit einem Zweisatzerfolg ebenfalls gut ins<br />
Team ein. Dea Herdzelas, Luisa Meyer auf der Heide und Helena<br />
Buchwald sicherten die übrigen Punkte zur 5:1-Führung.<br />
Bei sehr widrigen Wetterbedingungen gab es bei den in die<br />
Halle verlegten Doppeln durch Erfolge von Falkowska/Herdzelas<br />
und Meyer auf der Heide/Zhu noch zwei weitere Zähler. Und<br />
auch beim Aufsteiger THC von Horn und Hamm setzte<br />
sich die Erfolgsserie mit einem 7:2 fort. Dabei zeigte<br />
sich Darja Semenistaja beim 6:0, 6:0 gegen Johanna<br />
Silva erneut gnadenlos. Dea Herdzelas, Luisa<br />
Meyer auf der Heide und Julia Zhu gewannen<br />
jeweils in zwei Sätzen. Mehr zu kämpfen hatte<br />
Helena Buchwald, die im Match-Tie-Break<br />
erfolgreich blieb. Lediglich Stephanie Wagner<br />
zog im Match-Tie-Break den Kürzeren. In den<br />
Doppeln kamen dann durch Wagner/Herdzelas, die<br />
kampflos gewannen, und Meyer auf der Heide/Zhu die<br />
Punkte sechs und sieben hinzu. Zu diesem Zeitpunkt befanden<br />
sich die SCC-Damen sogar noch auf Aufstiegskurs Richtung 1.<br />
Liga. Doch beim Bielefelder TTC riss dann die Serie. An Position<br />
eins musste Darja Semenistaja zumindest im ersten Satz kämpfen.<br />
Am Ende bezwang sie die Belgierin Amelie van Impe mit<br />
7:5, 6:1. Ebenfalls erfolgreich war Helena Buchwald beim 6:2,<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
30<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
National<br />
Ç<br />
Weronika Falkowska<br />
Stephanie Wagner<br />
Julia Zhu<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
6:4 gegen Tayisiya Morderger. Doch die übrigen Einzel gingen<br />
allesamt verloren, sodass die Gastgeber mit einer 4:2-Führung<br />
in die Doppel gehen konnten. Hier vermochten lediglich<br />
Wagner/Meyer auf der Heide einen Satz zu gewinnen. Somit<br />
ging Bielefeld als 7:2-Sieger vom Platz. Im Anschluss gab es im<br />
Spitzenspiel gegen den ebenfalls mit<br />
einer Niederlage belasteten 1. Ligaabsteiger<br />
DTV Hannover immer noch<br />
die Chance, den Aufstieg zu realisieren.<br />
Es entwickelte sich auf der Anlage<br />
in der Waldschulallee eine spannende<br />
Begegnung, bei der nach den<br />
Einzeln beim Stand von 3:3 noch<br />
alles offen war. Luisa Meyer auf der<br />
Heide, Helena Buchwald und Janina<br />
Braun sicherten die Punkte für<br />
die Berlinerinnen. Im Spitzeneinzel<br />
unterlag Stephanie Wagner gegen<br />
Julia Middendorf knapp mit 6:7, 5:7.<br />
Am Ende setzten sich die Gäste in zwei Doppeln klar in zwei<br />
Sätzen durch. Meyer auf der Heide/Buchwald konnten lediglich<br />
zum 4:5 verkürzen. Damit waren die Aufstiegsträume endgültig<br />
geplatzt. Zum Ausklang gab es dann noch einen unangefochtenen<br />
9:0-Erfolg gegen den TC Blau-Weiß Halle, wobei<br />
sich Stephanie Wagner auf Position eins gegen Indira Schmerling<br />
mit 6:1, 6:0 schadlos hielt. “Unser Ziel war es, gut in die Saison<br />
zu starten. Dies ist uns mit vier Siegen zum Auftakt sehr<br />
gut gelungen. Wir haben kurzzeitig am Aufstieg geschnuppert,<br />
dann aber gegen eine bessere Bielefelder Mannschaft verloren.<br />
Dennoch können wir ein positives Fazit ziehen”, meinte<br />
Mannschaftscoach Andreas Strauchmann und fügte hinzu:<br />
“Im vierten Jahr der Ligazugehörigkeit haben wir uns etabliert.”<br />
Zu den herausragenden Spielerinnen zählten Helena Buchwald,<br />
die alle sieben Einzel gewann, Neuzugang Darja Semenistaja<br />
mit vier Siegen in vier Partien und Luisa Meyer auf der<br />
Heide, die in sieben Einzeln sechsmal erfolgreich blieb. “Alle<br />
drei haben eine tolle Bilanz vorzuweisen”,<br />
freute sich Strauchmann.<br />
Die im letzten Jahr sehr erfolgreiche<br />
Polin Katarzyna Kawa kam diesmal<br />
nur zu einem Einsatz. “Wir hatten sie<br />
eigentlich öfter eingeplant. Doch sie<br />
war bei diversen Turnieren engagiert<br />
und fragte bei uns an, ob sie an der<br />
Olympiaqualifikation im Doppel teilnehmen<br />
könne. Wir haben dem zugestimmt”,<br />
erklärte Strauchmann.<br />
Für das kommende Jahr soll das<br />
Team möglichst zusammen bleiben.<br />
Vielleicht wird noch über eine punktuelle<br />
Verstärkung nachgedacht. “Wir wollen auch 2025 wieder<br />
eine gute Rolle spielen, möglichst wie in diesem Jahr erfolgreich<br />
in die Spielzeit starten und dann sehen, was möglich ist”,<br />
sieht Strauchmann in die Zukunft. In jedem Fall bekommen die<br />
SCC-Damen mit Erstligaabsteiger TC 1899 Blau-Weiss und dem<br />
Aufsteiger PTC “Rot-Weiss” Potsdam wieder Gegnerschaft aus<br />
unserer Region.<br />
Michael Matthess<br />
Abschlusstabelle: Punkte Matches<br />
1. DTV Hannover 12:2 47:16<br />
2. Bielefelder TTC 12:2 44:19<br />
3. TC SCC Berlin 10:4 44:19<br />
4. TC Blau-Weiß Halle 8:6 30:33<br />
5. Großflottbeker THGC 6:8 31:32<br />
6. THC von Horn und Hamm 4:10 20:43<br />
7. Gladbacher HTC 2:12 21:42<br />
8. TC Grün-Weiß Aachen 2:12 15:48<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
31
Ç<br />
National<br />
Rückblick Regionalliga Nordost <strong>2024</strong><br />
TVBB-Bilanz wieder besser,<br />
zwei Vereine steigen in die 2. Bundesliga auf<br />
Die Bilanz von Meistertiteln in der Regionalliga Nordost liest sich in diesem Jahr wieder besser. Waren es im<br />
Vorjahr noch sechs Erfolge, so konnte diesmal ein Titel mehr errungen werden. Auch die Anzahl der Absteiger,<br />
die im vergangenen Jahr durch die mehr als übliche Menge an Teilnehmern und den dadurch teilweise in zwei<br />
Gruppen ausgetragenen Spielen erhöht war, konnte von achtzehn auf lediglich noch sieben deutlich verringert<br />
werden. Die Titelgewinne verteilten sich auf sechs Vereine. Als einzigem Club gelang es dem TC 1899 Blau-<br />
Weiss zwei erste Plätze zu erreichen.<br />
Die Damen-Konkurrenzen<br />
Die Damen des PTC “Rot-Weiss“ Potsdam nutzten in diesem<br />
Jahr die Gunst der Stunde und schafften ungeschlagen nicht<br />
nur den Gesamtsieg, sondern damit verbunden auch den<br />
Sprung in die 2. Bundesliga Nord. Wie erwartet wurde die letzte<br />
Partie beim bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Bremerhavener<br />
TV zum Wahrsager. Doch wie schon im Vorjahr erwiesen<br />
sich die Potsdamerinnen ihrem Gegner überlegen und<br />
machten bereits nach den Einzeln beim Stand von 5:1 alles klar.<br />
Im Spitzenspiel ließ Marta Lesniak aus Polen ihrer Kontrahentin<br />
Leonie Möller beim 6:1, 6:3 keine Chance. Anschließend gingen<br />
alle Doppel kampflos an Bremerhaven, sodass ein 5:4 auf<br />
dem Berichtsbogen stand und damit der Aufstieg in die zweithöchste<br />
deutsche Spielklasse amtlich war. Die zweite Mannschaft<br />
des TC 1899 Blau-Weiss belegte mit zwei Siegen in fünf<br />
Spielen einen Mittelplatz. Nicht gereicht hat es für den LTTC<br />
“Rot-Weiß” II, der mit lediglich einem Sieg und zwei Machtpunkten<br />
Rückstand auf den Braunschweiger THC in die Ostliga<br />
absteigen muss.<br />
Problemlos sicherten sich die Damen 30 des TC 1899<br />
Blau-Weiss den Regionalliga-Titel. Das Team um die Spitzenspielerinnen<br />
Mariella Greschik und Marie Gervelis-Schlömer<br />
war der Konkurrenz deutlich überlegen und schaffte damit<br />
zum sechsten Mal hintereinander Platz eins. Der SV Berliner<br />
Bären kam mit 3:3-Siegen auf Rang vier. Äußerst eng verlief<br />
das Rennen im Damen 40-Wettbewerb. Am Ende hatte bei<br />
drei punktgleichen Mannschaften der Osnabrücker TC bei gleicher<br />
Matchpunktzahl von 30:15 gegenüber den Zehlendorfer<br />
Wespen mit 64:36- zu 63:35-Sätzen die Nase um Millimeter<br />
vorn. Der TC SCC (2:3-Siege) belegte Rang vier vor dem BSV 92<br />
(1:4). Keine Blöße gaben sich die 50er Damen der Zehlendorfer<br />
Wespen, die mit Tina Loddenkemper an Nummer eins ungeschlagen<br />
die Klasse beherrschten und ihren Titel erfolgreich<br />
verteidigten. Der TC SCC kam mit einer 4:3-Bilanz auf Platz fünf.<br />
Und auch die Damen 60 des TC 1899 Blau-Weiss mit Katrin Dippner<br />
an der Spitze hatten mit 4:0 eine makellose Ausbeute. Der<br />
TC Weiß-Gelb Lichtenrade wurde Dritter (2:2), Grün-Weiß Nikolassee<br />
platzierte sich dahinter (1:3).<br />
Die Herren-Konkurrenzen<br />
Einen großen Erfolg feierte die 1. Herrenmannschaft von<br />
Grün-Weiß Nikolassee. Die mit Bogdan Bobrov (Russland) und<br />
dem Usbeken Sergey Fomin als Nummer eins und zwei angetretenen<br />
Südberliner gewannen sechs der sieben Spiele<br />
und lagen am Ende vor den beiden punktgleichen Teams vom<br />
Oldenburger TeV und dem Club an der Alster Hamburg, die jeweils<br />
zwei Niederlagen aufwiesen. Damit schafften auch die<br />
Nikolasseer den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord. Der Dahlemer<br />
TC hingegen muss nach einem Jahr die Liga wieder verlassen.<br />
Zwar gelang beim 5:4 gegen den Club an der Alster ein<br />
Achtungserfolg. Doch ein Sieg war zu wenig für den Klassenerhalt.<br />
Fast hätten die Herren 30 der SV Reinickendorf die<br />
Rückkehr in die Bundesliga Nord geschafft. Doch in der Endabrechnung<br />
war der HTC Peißnitz bei Matchpunktgleichstand<br />
hauchdünn mit 78:42 gegenüber 78:43 um einen Satz besser.<br />
Der BSV 92 kam mit einer 2:4-Bilanz auf Rang fünf. Die Treptower<br />
Teufel hingegen konnten mit lediglich einem Sieg den<br />
Abstieg nicht verhindern. Was den Herren 30 der SV Reinickendorf<br />
verwehrt blieb, schafften die Herren 40, die ungeschlagen<br />
mit Topspieler Dacian Craciun (Rumänien) den Regionalliga-<br />
Titel holten. Der TC SCC kam mit 3:3-Siegen auf Platz vier, der<br />
Hermsdorfer SC musste hingegen mit nur einem Erfolgserlebnis<br />
in die Ostliga zurück. Gegen den THC Neumünster war im<br />
32<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
National<br />
Ç<br />
Marta Lesniak vom PTC<br />
„Rot-Weiss“ Potsdam<br />
Herren 50-Wettbewerb kein Kraut gewachsen. Grün-Weiß Nikolassee<br />
(3:2) und die SV Reinickendorf (2:3) behaupteten<br />
sich im Mittelfeld. Der TC Tiergarten blieb sieglos, was den<br />
Abstieg bedeutete. Bei den Herren 55 belegte der TC SCC mit<br />
sechs Siegen aus sieben Spielen den zweiten Platz hinter dem<br />
ungeschlagenen TSV Sasel. Der LTTC “Rot-Weiß” kam mit vier<br />
Siegen auf den dritten Schlussrang. Fünf Mannschaften aus<br />
dem Tennis-Verband Berlin-Brandenburg waren in der Herren<br />
60-Klasse am Start. Die Zehlendorfer Wespen und der TC<br />
1899 Blau-Weiss gewannen jeweils vier von sechs Partien,<br />
was hinter dem überlegenen Favoriten THC Neumünster den<br />
zweiten und dritten Platz in der Endabrechnung einbrachte.<br />
Mit ausgeglichener Bilanz folgte die FVT Klingsor (Fachvereinigung).<br />
Die SV Reinickendorf hingegen muss trotz zwei<br />
Siegen den Gang in die Ostliga antreten. Das gleiche Schicksal<br />
ereilte auch den sieglosen TC SCC. Die Herren 65 des TC<br />
1899 Blau-Weiss sicherten mit zwei Siegen aus fünf Spielen<br />
den Regionalliga-Verbleib. Die 70er Mannschaft des TC Frohnau<br />
konnte ihren Vorjahreserfolg wiederholen. Bereits das Auftaktspiel<br />
gegen Aufsteiger TC Falkenberg, das 4:2 gewonnen<br />
wurde, war schon eine Vorentscheidung. Die von Norbert Walter<br />
angeführten Nordberliner gewannen noch fünf weitere Begegnungen<br />
und spielten zum Schluss einmal Unentschieden.<br />
Grün-Weiß Lankwitz landete mit drei Siegen und einem Unentschieden<br />
bei drei Niederlagen im Mittelfeld. Die Herren 75 des<br />
TC Weiße Bären Wannsee kamen bei einem Sieg und zwei Unentschieden<br />
in sechs Spielen in der Endabrechnung dank der<br />
mehr errungenen Matchpunkte auf Rang fünf vor Absteiger<br />
TSC Göttingen. Bei den Herren 80 mussten sich schließlich der<br />
LTTC “Rot-Weiß” (ein Sieg, ein Unentschieden und drei Niederlagen)<br />
und der sieglose SV Berliner Bären auf den beiden hinteren<br />
Ränge fünf und sechs einordnen.<br />
Fazit<br />
Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Meistertitel mehr eingefahren.<br />
Damit konnte der Abwärtstrend gestoppt werden.<br />
Bei den Damenkonkurrenzen stach wieder einmal die Dominanz<br />
des TVBB hervor, denn in fünf Altersklassen gab es<br />
vier Meistertitel. Und der fünfte Gesamtsieg wurde auch nur<br />
um Haaresbreite verpasst. Besonders erfreulich lief es in den<br />
Damen- und Herrenkonkurrenzen. Sowohl das Frauenteam<br />
des PTC “Rot-Weiss” Potsdam als auch die Männer von Grün-<br />
Weiß Nikolassee schafften durch ihre ersten Plätze den Sprung<br />
in die 2. Bundesliga Nord. Bei den Absteigern durfte ebenfalls<br />
ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden. So stieg im<br />
Damenwettbewerb lediglich ein Team ab. Bei den Herren erwischte<br />
es sechs Vereine, was gegenüber den vierzehn Absteigern<br />
des Vorjahres ein Rückgang um mehr als fünfzig Prozent<br />
ausmacht. Die im September anstehenden Aufstiegsspiele<br />
in die Regionalliga Nordost sollten die Abgänge zumindest<br />
kompensieren. Damit konnten die TVBB-Mannschaften nach<br />
einem schwächeren Vorjahr wieder an die guten Jahre vor 2023<br />
anknüpfen und ihre führende Rolle in Nordostdeutschland<br />
untermauern.<br />
Michael Matthess<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
33
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National<br />
Deutsche Jugendmeisterschaften <strong>2024</strong><br />
in Ludwigshafen, AK U13/14/16<br />
Milena Steinkamp<br />
verliert nach hartem<br />
Kampf im Halbfinale der<br />
U14, Felix Triquart wird<br />
Deutscher Meister im<br />
Doppel mit Jaron Held<br />
in der U16<br />
In der Altersklasse der U16 weiblich hatten wir dieses<br />
Jahr nur eine Teilnehmerin im Rennen. Julia Hofmann<br />
(TC 1899 Blau-Weiss) bekam es in der ersten Runde mit<br />
Insa Hetzel (WTV) zu tun. Leider fand Julia erst spät ins<br />
Spiel und schaffte es nicht, die 1:6, 5:7-Niederlage gegen<br />
ihre an Nummer 8 gesetzte Gegnerin abzuwenden. Sonja<br />
Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz), die ebenfalls in der<br />
U16 hätte starten können, hatte sich für das Juniorinnen<br />
Grand Slam Turnier in Roland Garros qualifiziert, wo sie<br />
im Hauptfeld an den Start ging. Bei den Junioren dieser<br />
Altersklasse wurde der TVBB von Jan Niklas Buchwald (TC<br />
Nikolassee), Felix Triquart (Zehlendorfer Wespen) und<br />
Sebastian Heinrich (BTTC Grün-Weiss) vertreten. Diego<br />
Dedura-Palomero (TC SCC), der den Titel schon im letzten<br />
Jahr als Jahrgangsjüngerer gewann, ging ebenso wie Sonja<br />
in Paris an den Start und konnte somit den TVBB nicht bei<br />
den Deutschen Meisterschaften vertreten.<br />
Sebastian gewann in der ersten Runde gegen Marian Geyer<br />
(BTV) in drei Sätzen mit 2:6, 6:4, 6:2 und hätte dann in der<br />
zweiten Runde auf den an Nummer 7 gesetzten Jonathan Dazert<br />
(RPF) treffen sollen, der aber verletzungsbedingt nicht antreten<br />
konnte. Im Viertelfinale verlor Sebastian gegen den Topgesetzten<br />
und späteren Vizemeister Christopher Thies (TVM)<br />
mit 1:6, 2:6. Felix und Jan Niklas konnten ebenfalls mit zwei Siegen<br />
bis ins Viertelfinale vordringen. Felix gewann gegen seinen<br />
Doppelpartner Jaron Held (BTV), die Nummer 3 der Setzliste,<br />
mit 1:6, 7:5, 6:2 und gegen Max Geissinger (BTV) mit 6:0,<br />
6:3. In seinem dritten Match musste Felix die Überlegenheit<br />
des späteren Deutschen Meisters, Oliver Majdanzik (WTV) mit<br />
3:6, 2:6, anerkennen. Jan Niklas spielte sich mit Siegen über Rafael<br />
Briegel (BTV), 6:3, 6:2 und Philip Chanbour (BTV), 6:4, 6:1<br />
ins Viertelfinale. Dort traf er auf den an zwei gesetzten Badener<br />
Arian Hasas und verlor knapp im dritten Satz mit 6:1, 1:6<br />
und 5:7.<br />
In den Altersklassen U13 und U14 kämpften in acht Vierergruppen<br />
die jeweils Gruppenersten in einem 8-er-K.O.-Feld. Bei<br />
den Juniorinnen U14 gingen Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
und Milena Stenkamp (LTTC “Rot-Weiß”) an den Start. Sophie<br />
Triquart (Zehlendorfer Wespen), die in dieser Altersklasse die<br />
Nummer 2 Gesetzte gewesen wäre, musste aufgrund einer Erkrankung<br />
leider kurzfristig ihre Teilnahme absagen. Lena verlor<br />
ihr erstes Gruppenspiel gegen die spätere Deutsche Meisterin,<br />
Tina Manescu (BAD) mit 3:6, 3:6 und konnte sich somit nicht für<br />
die Endrunde qualifizieren. Die anderen zwei Gruppenspiele<br />
Halbfinalistin Milena Steinkamp<br />
Foto: DTB/Harry Reis<br />
34<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Foto: DTB/Harry Reis<br />
gegen Noemi Köhle (WTB) und Evelina Keil (TNB) gewann Lena<br />
glatt mit 6:1, 6:1 und 6:2, 6:0.<br />
Milena spielte sich mit drei Siegen, ohne Satzverlust, in ihrer<br />
Gruppe souverän ins Hauptfeld. Ebenfalls wie im letzten Jahr,<br />
traf Milena in ihrem ersten Hauptfeldspiel auf, die in diesem<br />
Jahr an Position 1 gesetzte, Aurelia Löhrer (BTV). War Milena im<br />
letzten Jahr noch knapp unterlegen, konnte sie dieses Mal nach<br />
einem spannenden Dreisatzmatch mit 7:6, 5:7, 6:2, als Siegerin<br />
den Platz verlassen. Im folgenden Halbfinale unterlag Milena<br />
dann trotz guten Kampfes und einer 5:2-Führung im zweiten<br />
Satz knapp gegen Lina Simonsen (HTV) mit 4:6, 6:7.<br />
Bei den Mädchen der U13 konnte sich leider keine Spielerin<br />
unseres Verbandes über die Rangliste für die Teilnahme qualifizieren.<br />
Bei den U14 Jungs gingen Jon Ruben Fuhlmann und Fritz<br />
Boberg (beide TC 1899 Blau-Weiss) unter der TVBB-Flagge<br />
an den Start. Ebenso wie Lena konnte Jon Ruben zwei Siege<br />
in seiner Gruppe erringen. Er gewann gegen Adrian Böhme<br />
(STV) 6:1, 6:0 und gegen Lenny Staudt (BTV) mit 6:1, 6:1, dem<br />
Gruppensieger, Vincent Selmeci (WTB) unterlag er mit 4:6, 3:6.<br />
Fritz konnte leider nur eines seiner Gruppenspiele gewinnen.<br />
Er siegte zwar gegen Nils Alt (STB) 6:4, 6:3. Gegen Samuel<br />
Gampenrieder (WTV) unterlag Fritz mit 3:6, 4:6 und gegen den<br />
späteren Gruppensieger Yannik Julius Swoboda (HTV) konnte<br />
Fritz zwar einen Satz gewinnen, aber verlor am Ende mit 2:6,<br />
7:6, 0:6.<br />
Bei den U13 Jungs ging als einziger Spieler des TVBB Raphael<br />
Plambeck (TC SCC) an den Start. Raphael wurde mit zwei<br />
Niederlagen und einem Sieg Gruppendritter. Er gewann gegen<br />
Josef Birmili (BTV) mit 6:0 und 6:3. Gegen Leo Fan Huet (HTV)<br />
unterlag er mit 4:6, 1:6 und gegen Daniel Czarnecki (HAM), den<br />
späteren Vizemeister, musste er mit 1:6, 2:6 die Segel streichen.<br />
Im Doppelwettbewerb der Mädchen U16 startete Julia Hofmann<br />
mit der späteren Deutschen Meisterin der Altersklasse<br />
Mariella Thamm (BAD) an Nummer 3 gesetzt ins Feld. Leider<br />
unterlagen sie in der ersten Runde den späteren Finalistinnen<br />
Parcelli/Nehs (WTB/BAD) mit 3:6, 4:6.<br />
Bei der Altersklasse U14 weiblich konnten sich Milena und<br />
Lena mit Siegen über Keil/Walter (TNB/HAM) 6:1, 6:0, und<br />
Lemke/Maß (beide TVN) 2:6, 6:4, 10:7 ins Halbfinale spielen,<br />
wo sie der badischen Paarung Manescu/Vasylenko mit 3:6, 2:6<br />
unterlagen.<br />
Raphael und sein Partner Laurenz Hemmers (TVN) unterlagen<br />
in der ersten Runde der Doppelkonkurrenz ihren bayerischen<br />
Gegnern Chanbour/Lel Bouhali 1:6, 6:3, 6:10.<br />
In der nächsthöheren Doppelkonkurrenz U14, konnte Fritz<br />
an der Seite von Benno Erb (BTV) ebenso wenig wie Jon Ruben<br />
an der Seite von Mats Brünemeyer (WTV) die erste Runde überstehen.<br />
Fritz und Benno unterlagen Ettinger/Alt (BTV/STB) 3:6,<br />
2:6 und Jon Ruben und Mats verloren gegen Koeppen/Böhme<br />
(HAM/STV) mit 1:6, 1:6.<br />
Jan Niklas konnte mit seinem Doppelpartner Nicholas<br />
Meyer (TNB) die erste Runde gegen Bohr/Pfäffen (WTB) mit 7:5,<br />
6:0 gewinnen, bevor sie in der zweiten Runde der an 2 gesetzten<br />
Paarung Egbring/Thies (HTV/TVN) 6:3, 5:7, 9:11 mit Matchbällen<br />
unterlagen.<br />
Felix, der an der Seite seines Erstrundengegners im Einzel<br />
Jaron Held (BTV) an 3 gesetzt war, beendete die Doppelhoffnungen<br />
von Sebastian Heinrich und Jougnjidic (TVN) mit<br />
6:3, 7:6. Im weiteren Verlauf setzte sich Felix und Jaron gegen<br />
All/Amad (TVM) 6:1, 6:1 und Eckbring/Thies mit 7:6, 5:7, 10:6<br />
durch. Im folgenden Finale erspielten sich die beiden den Titel<br />
des Deutschen Meisters gegen die bayerische Paarung Müller/<br />
Ontiveros ohne Satzverlust 6:4, 6:3.<br />
Mariella Greschik, Bernd Süßbier<br />
Doppelmeister Felix Triquart<br />
National<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
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35
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National<br />
v.l.n.r.: Constantin Kästner, Robert Marianowski, Nikita Rung und Maximilian Thümmler<br />
Nordostdeutsche Jugendmeisterschaften <strong>2024</strong> der Altersklassen U11, U12 und U14 in Lübeck<br />
Milena Steinkamp und Paul Schwarzberg gewinnen<br />
die Einzeltitel ihrer Altersklassen<br />
Vom 17. bis 19. Mai <strong>2024</strong> wurden die Nordostdeutschen Jugendmeisterschaften der AK U11, U12 und U14 zum ersten Mal<br />
auf der Tennisanlage des LBV Phönix in Lübeck ausgetragen. Die Anlage stellte sich bezüglich Anfahrt, Gastronomie und<br />
Zuschauermöglichkeiten als gute Wahl heraus. Leider war in den Tagen zuvor die Bewässerung des Clubs ausgefallen,<br />
sodass die Plätze im Vorfeld nicht die erforderliche Pflege erfahren konnten, sodass an manchen Stellen Strandgefühle<br />
aufkamen und so mancher Ball im wahrsten Sinne des Wortes versandete. Wie im letzten Jahr wurden in den<br />
Altersklassen der U12 und U14 alle Startplätze nach Rangliste vergeben. Nur in der U11 wurden die Teilnehmerfelder<br />
noch nach Verbandsquoten erstellt.<br />
Bei den U11 Mädchen gingen für den TVBB Nicole Sokolska (TC<br />
1899 Blau-Weiss) und Feenia Kraus (LTTC “Rot-Weiß”) an den<br />
Start. Beide gewannen ihre erste Runde glatt in zwei Sätzen,<br />
bevor sie leider schon in der zweiten Runde aufeinander trafen.<br />
Nicole gewann das interne Duell mit 6:2, 6:3 und bestätigte mit<br />
dem damit erreichten Halbfinale ihre Setzposition an Nummer<br />
3. Dort unterlag sie der an Zwei gesetzten Lia Merkhoffer (TNB),<br />
der späteren Siegerin in dieser Altersklasse mit 4:6, 3:6.<br />
In der nächsthöheren Altersklasse U12 konnte Paula Deus<br />
(TC 1899 Blau-Weiss) aufgrund ihrer sehr guten Ranglistenposition<br />
als Jahrgangsjüngere im Feld starten und sogar die<br />
erste Runde mit 6:2, 6:3 gegen Maria Garfert (TNB) gewinnen.<br />
Anschließend unterlag sie der Nummer 2 der Setzliste, Luise<br />
Meißner (TNB), mit 3:6, 5:7. In der gleichen Konkurrenz startete<br />
Daria Strogalshchikova (TC SCC) als Topgesetzte ins Feld. Sie<br />
spielte sich mit einem Freilos in der ersten Runde ohne Satzverlust<br />
ins Finale, wo sie den ersten Satz souverän gegen Greta<br />
Voget (TNB) gewinnen konnte, bevor diese leider krankheitsbedingt<br />
aufgeben musste.<br />
Bei den U14 Mädchen waren wir mit drei Teilnehmerinnen<br />
vertreten, Katarina Reichert (TK Blau-Gold Steglitz), Lena Topel,<br />
(TC 1899 Blau Weiss), an Position 4 gesetzt und Milena Steinkamp<br />
(LTTC “Rot-Weiß”), an Nummer 2 gesetzt. Katarina verlor<br />
in der ersten Runde gegen Finnja Isbruch (WTV) mit 4:6,<br />
1:6. Lena gewann ihre erste Runde glatt, bevor sie ebenfalls<br />
in der zweiten Runde gegen Finnja Isbruch antreten musste.<br />
Foto: privat<br />
36<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
National<br />
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Nicole Sokolska (TC 1899 Blau-Weiss) und Feenia Kraus (LTTC “Rot-Weiß”)<br />
Foto: privat<br />
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten behielt sie am Ende<br />
die Oberhand, gewann 1:6, 6:1, 6:3 und erreichte damit das<br />
Halbfinale. Milena spielte sich ebenfalls mit zwei Zweisatzsiegen<br />
ins Halbfinale, wo Lena auf sie wartete. Es kam zu einem<br />
spannenden Dreisatzkampf zwischen den beiden Trainingspartnerinnen,<br />
den Milena letztendlich 7:5, 3:6, 6:4 für sich entscheiden<br />
konnte. Im Finale stand ihr die Topgesetzte Victoria<br />
Brand (SLH) gegenüber. Milena erwischte einen sehr guten<br />
Tag und trug sich mit einem glatten 6:3, 6:3 Sieg in die Siegerliste<br />
ein.<br />
In der Doppelkonkurrenz U11 waren Feenia und Nicola an<br />
Position 2 gesetzt. Sie spielten sich souverän mit zwei Zweisatzerfolgen<br />
ins Finale, wo sie gegen die an Eins gesetzte Paarung<br />
Merkhoffer/Kruse (TNB) in einem spannenden und die Zuschauer<br />
begeisternden Doppel den Titel mit 7:6, 7:5 gewannen.<br />
In der U12 Doppelkonkurrenz gingen Daria und ihre Partnerin<br />
Leana Askiridis (WTV) als topgesetztes Doppel ins Rennen.<br />
Nach einem Freilos in der ersten Runde gewannen sie im Halbfinale<br />
gegen Paula Deus und Nia Estell Nikolov (TNB), die in der<br />
ersten Runde Garfert/Fredrich (TNB) mit 6:3, 6:3 bezwangen,<br />
mit 6:1 und 7:5. Im Finale mussten sie nur ein Aufschlagspiel<br />
bestreiten, bevor Voget/Meisner (TNB) aufgeben musste. Somit<br />
holte sich Daria den Einzel- und Doppeltitel.<br />
Bei den Doppeln der Mädchen U14 konnten Lena und Milena,<br />
obwohl an Position 2 gesetzt, leider nur ihre erste Begegnung<br />
gegen Brinkmann/Möller (HAM) erfolgreich mit 6:4,<br />
6:3 gestalten, bevor sie der westfälischen Paarung Hahn/Abraham<br />
mit 3:6, 3:6 unterlagen. Katarina unterlag an der Seite von<br />
Frida Stormer (SLH), in der ersten Runde den späteren Siegerinnen<br />
Brand/Onnen (SLH/TNB) mit 2:6, 2:6.<br />
Bei den U11 Jungen wurde Paul Schwarzberg seiner Setzung<br />
an Nummer 1 vollauf gerecht und spielte sich ohne Satzverlust<br />
ins Finale, wo er gegen den an Zwei gesetzten Josz Jurys (TNB),<br />
der ebenfalls das Finale ohne Satzverlust erreichte antreten<br />
musste. In einem, trotz des glatten Ergebnisses von 6:2, 6:4 umkämpften<br />
Spiels holte sich Paul verdient den Titel des Nordostdeutschen<br />
Meisters.<br />
Maximilian Bernhard (TK Blau-Gold Steglitz) verlor in der<br />
ersten Runde gegen den späteren Finalisten Josz Jurys mit<br />
3:6, 1:6.<br />
Bei den Jungs in der U12 waren Nikita Rung (TK Blau-Gold<br />
Steglitz), an Eins gesetzt, Maximilian Thümmler, ebenfalls TK<br />
Blau Gold und Robert Marianovski (TC 1899 Blau-Weiss) am<br />
Start. Robert unterlag dem späteren Vizemeister Constantin<br />
Kästner (SLH) in der ersten Runde mit 0:6, 2:6. Maximilian, der<br />
in der ersten Runde gegen Rafael Kluge (TNB) mit 6:2, 6:2 gewinnen<br />
konnte, verlor in der nächsten Runde ebenfalls gegen<br />
Kästner mit 0:6, 3:6. Nikita spielte sich mit zwei glatten Siegen<br />
ins Halbfinale, in dem er Matteo Venturini (HAM) nach zähem<br />
Kampf 6:3, 6:7, 6:10 unterlag. Venturini holte sich im Anschluss<br />
den Meistertitel.<br />
Linus Fussan (LTTC “Rot-Weiß”), Jon Ruben Fuhlmann und<br />
Fritz Boberg (beide TC 1899 Blau-Weiss) hatten sich aufgrund<br />
ihrer Ranglistenposition für das Feld der U14 qualifiziert. Linus<br />
überstand die erste Runde nicht und unterlag Jesse Gehrke<br />
(HAM) 3:6, 4:6. Auch Fritz musste in der ersten Runde die Überlegenheit<br />
seines an Zwei gesetzten Gegners und späteren Vizemeisters,<br />
Luys Calin (TNB) , mit 3:6, 3:6 anerkennen. Jon Ruben<br />
spielte sich mit zwei Siegen über Noah Brockmann (TNB) 6:2,<br />
6:1 und dann Kris Marinov-Spellmeyer mit 4:0 (Aufgabe des<br />
Gegners) ins Halbfinale, in dem er ebenfalls gegen Luys Calin<br />
mit 3:6, 2:6 unterlag.<br />
Bei den Doppeln der U11 gewannen Paul mit seinem Partner<br />
Mika Karl Knobloch (TNV) ihre erste Runde gegen Essa/Benefader<br />
(WTV) knapp 7:6, 7:5, bevor sie gegen die späteren<br />
Sieger Friesmauer/Mauer (TNB) 0:6, 4:6 unterlagen. Maximilian<br />
und sein Partner Henry Grosshans (HAM) verloren schon in der<br />
ersten Runde gegen die Paarung Fries/Mauer, dies aber denkbar<br />
knapp mit 6:7, 6:1, 8:10.<br />
In der Doppelkonkurrenz der Junioren U12 standen alle<br />
drei Teilnehmer unseres Verbandes im Finale. Robert und sein<br />
Doppelpartner Constantin Kästner (SLH), die als Topgesetze in<br />
die Konkurrenz starteten, hatten am Ende, gegen die an Position<br />
2 gesetzte Paarung, Nikita und Maximilian mit 2:6, 6:0, 10:4<br />
die Nase vorn.<br />
In der U14 konnten Fritz und Linus ihr Doppel in der ersten<br />
Runde mit einem glatten 6:4, 6:4 gegen Marinov Spellmeyer/Heubach<br />
(TNB) für sich entscheiden. In der zweiten Runde<br />
unterlagen sie Reinhardt/Calin (TNB), die in ihrer ersten Begegnung<br />
Jon Ruben und Mats Brunnemeyer (WTV) besiegten,<br />
knapp mit 6:4, 2:6, 7:10.<br />
Mit drei Einzeltiteln, zwei Doppelmeisterschaften, dem sehr<br />
guten Abschneiden und sportlichen Auftreten aller TVBB-Vertretern<br />
wurde unser Verband wiederum bestens repräsentiert.<br />
Dafür gilt mein Dank ein weiteres Mal allen beteiligten Clubtrainern<br />
und natürlich den Eltern, die keine Mühen scheuen<br />
ihren Kindern alle diese Turniermaßnahmen zu ermöglichen.<br />
Bernd Süßbier<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
37
Ç<br />
National<br />
DTB verabschiedet neues Finanzierungsmodell für Tennis-Deutschland<br />
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat einen wichtigen<br />
Schritt zur Gestaltung der zukünftigen Finanzierung des<br />
Tennissports in Deutschland unternommen.<br />
Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Hamburg votierten<br />
Vertreter der 17 Landesverbände mit großer Mehrheit für die Einführung einer nationalen<br />
Wettkampfgebühr. Die Schaffung einer weiteren zukunftsfähigen Finanzierungssäule<br />
stand lange auf der Agenda des DTB und ist nach der Strukturreform ein weiterer, wichtiger<br />
Baustein auf dem Weg der Professionalisierung der Verbandstrukturen, der seit knapp drei<br />
Jahren konsequent eingeschlagen wird.<br />
Die Mehreinnahmen werden dringend benötigt,<br />
um Tennis in Deutschland fit für die Zukunft<br />
zu machen. So sollen die zusätzlichen Mittel<br />
konsequent in Projekte der Digitalisierung<br />
sowie der Mitglieder- und Leistungssportentwicklung<br />
investiert werden. Im Leistungssport<br />
geht es um die Umsetzung diverser bereits definierter<br />
Maßnahmen der Nachwuchs- und<br />
Spitzensportförderung, wie etwa den Ausbau<br />
der Turnierlandschaft, damit Deutschland langfristig<br />
wieder erfolgreich im Weltklassebereich<br />
mitspielen kann. Gleichzeitig sollen die Unterstützung<br />
und Beratung von Vereinen und Trainern<br />
umfassend verstärkt sowie die Weichen<br />
für eine digitale Zukunft des Tennissports in<br />
Deutschland gestellt werden.<br />
„Wenn wir aktiv gestalten und auch in Zukunft<br />
konkurrenzfähig sein wollen, brauchen wir<br />
neben der klassischen Beitragsfinanzierung weitere<br />
Finanzierungsoptionen. Nur durch sinnvolle<br />
Finanzierungsansätze, die sich am tatsächlichen<br />
Bedarf unserer Mitglieder orientieren, schaffen<br />
wir Raum, um uns für die Zukunft sportlich<br />
erfolgreicher, nachhaltiger, digitaler und damit<br />
moderner aufzustellen. Dieser Beschluss ist die<br />
Grundlage, um den Tennissport in Deutschland,<br />
gemeinsam mit unserer großen und starken<br />
Tennisgemeinschaft, in eine moderne Zukunft<br />
zu führen“, so DTB-Vorstand Peter Mayer,<br />
der damit das Meinungsbild von Vorstand, Präsidium<br />
und Landesverbänden zusammenfasst.<br />
Das verabschiedete Finanzierungsmodell<br />
sieht ab 2025 im Kern die Einführung einer jährlichen<br />
Wettkampfgebühr in Höhe von 20,– €<br />
für Erwachsene und 10,– € für Jugendliche vor.<br />
Im Fokus stehen dabei alle Spieler, die aktiv am<br />
Leistungsklassen- und Ranglistensystem des<br />
DTB teilnehmen möchten. Mit dem Erwerb der<br />
Wettkampfberechtigung erhalten Spieler die<br />
Teilnahmeberechtigung an Ranglisten- und LK-<br />
Turnieren sowie den vollen Zugriff auf die digitale<br />
Abbildung der Spielerprofile inklusive aller<br />
Details zur LK-Berechnung, die Spielhistorien<br />
und sämtliche Statistiken auf tennis.de.<br />
mybigpoint Premium-Mitglieder (ab 2025<br />
tennis.de-Premium) erhalten die Wettkampfberechtigung<br />
im Rahmen ihrer Premium-Mitgliedschaft.<br />
Teilnehmer, die ausschließlich am<br />
Mannschaftswettspielbetrieb teilnehmen, können<br />
auf freiwilliger Basis ebenfalls die Wettkampfberechtigung<br />
erwerben.<br />
Mehr Infos zum verabschiedeten Modell gibt es auf<br />
www.tennis.de.<br />
DTB<br />
Nachrichten<br />
emotion Group gibt Ausrichtung des WTA-Turniers in Berlin ab nach fünf erfolgreichen Jahren<br />
Die ecotrans Ladies Open <strong>2024</strong> endeten mit dem Sieg von Jessica Pegula im ausverkauften Steffi-Graf-Stadion beim<br />
LTTC “Rot-Weiß“ in Berlin. Seit 2021 etablierte die emotion Group Berlin wieder als Fixpunkt im internationalen Tennis-Kalender<br />
mit der Austragung dieses WTA-Turniers, nachdem sie bereits 2020 die bett1ACES organisiert hatte.<br />
Edwin Weindorfer, Gründer und CEO der emotion Group, bezeichnet das Turnier als global beachtetes Event. Ab 2025<br />
wird ein neuer Veranstalter das WTA-Turnier in Berlin ausrichten. Das Turnier bleibt weiterhin in Berlin und ist für den<br />
14. bis 22. Juni 2025 geplant.<br />
Weindorfer lobte die Entwicklung des Turniers und sieht<br />
eine vielversprechende Zukunft: „Das Turnier hat sich stetig<br />
verbessert und war noch nie so gut wie in diesem Jahr.<br />
Die Fans nehmen es positiv auf, und die besten Spielerinnen<br />
der Welt möchten hier in Berlin antreten. Mein Dank<br />
gilt neben den zahlreichen Unterstützern insbesondere<br />
bett1 als langjährigem Titelsponsor und der diesjährigen<br />
Titelsponsorin, der ecotrans Group. “ In diesem Jahr nahmen<br />
acht Top 10-Spielerinnen teil.<br />
Auch Turnierdirektorin Barbara Rittner blickt optimistisch<br />
in die Zukunft: „Wir haben ein Weltklasse-Feld, die<br />
Spielerinnen kommen gerne nach Berlin. “<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
38<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
National<br />
Tennis-Damentour kommt <strong>2024</strong> nach Hamburg<br />
Die Hamburg European Open finden vom 4. bis 10. August <strong>2024</strong> am Rothenbaum als WTA-125er-Event statt.<br />
Nationale und internationale Weltranglistenspielerinnen treten in der Hansestadt an. Das Veranstalterteam von MatchMaker sicherte<br />
kurzfristig die Lizenz für dieses Jahr. Vier Lokalmatadorinnen haben bereits zugesagt: Tamara Korpatsch (Weltranglisten-75.), Eva Lys, Noma<br />
Noha Akugue und Ella Seidel. Tamara Korpatsch, die erfahrenste der vier Spielerinnen, freut sich auf das Turnier: „Die Anlage des Club an der<br />
Alster ist mein Zuhause. Ich freue mich riesig darauf, bei den Hamburg European Open <strong>2024</strong> aufzuschlagen. In der Woche davor spiele ich<br />
bei Olympia in Paris, direkt danach folgt mein Heimturnier. Hoffentlich kommen viele Fans, um uns zu unterstützen.“ Korpatsch spielt wie die<br />
anderen drei Hamburgerinnen im Bundesligateam des Club an der Alster.<br />
Turnierdirektorin Sandra Reichel äußert sich erfreut: „Ich bin sehr happy, dass wir in diesem Jahr doch noch ein WTA-Turnier in Hamburg<br />
realisieren können. Hamburg ist Deutschlands Frauentennishauptstadt – sowohl unsere Hamburger Top-Spielerinnen als auch die Fans<br />
haben ein Damenturnier verdient.“ Der enge Turnierkalender im Olympiajahr und die Trennung in ein separates Damen- und Herrenturnier<br />
hatten ein WTA-250er-Turnier am Rothenbaum nicht zugelassen. Auch die Ausweich-Location im Hamburger Stadtpark war nicht realisierbar.<br />
Deshalb wurde die 250er-Lizenz für die ursprünglich geplante Turnierwoche (20. bis 26. Juli) nach Iasi, Rumänien, vergeben.<br />
Für 2025 ist bereits Planungssicherheit gegeben: Das WTA-250er-Turnier kehrt vom 13. bis 20. Juli 2025 nach Hamburg zurück. „Die zweite<br />
gute Nachricht ist, dass die WTA für 2025 unser WTA-250er-Turnier bereits im Kalender vorgesehen hat“, sagt Reichel.<br />
Sportsenator Andy Grote betont: „In diesem Olympiajahr wird unsere Active City erneut zur Sport-Hochburg. Ich freue mich über ein<br />
hochklassiges WTA-Turnier der Damen am Rothenbaum. Tennis auf Spitzenniveau in Hamburg ist eine Erfolgsgeschichte, die wir fortschreiben<br />
und dauerhaft in unserem Sportkalender etablieren wollen.“<br />
Auch Eva Lys, Noma Noha Akugue und Ella Seidel freuen sich auf das Turnier. Lys sagt: „Die Atmosphäre bei den Hamburg European<br />
Open im letzten Jahr war großartig und unvergesslich. Dass Sandra Reichel es geschafft hat, dass wir in diesem Sommer doch noch ein<br />
Damenturnier in Hamburg spielen können, ist für den Frauensport enorm wichtig.“ Noha Akugue erinnert sich an ihren Finaleinzug im Vorjahr:<br />
„Ich werde mich immer an diese Stimmung und die großartige Atmosphäre erinnern.“ Seidel, die sich bei den Australian Open <strong>2024</strong><br />
fürs Hauptfeld qualifizierte, sagt: „Vor der eigenen Haustür aufzuschlagen, ist etwas ganz Besonderes.“<br />
Dietloff von Arnim, Präsident des Deutschen Tennis Bundes, freut sich über das WTA-125er-Event: „Wir freuen uns, dass wir auch in diesem<br />
Jahr wieder Weltklasse-Damentennis am Rothenbaum erleben dürfen. Mit den Hamburgerinnen Tamara Korpatsch, Eva Lys, Ella Seidel<br />
und Noma Noha Akugue ist die Hansestadt eine echte Damentennis-Hochburg. “<br />
Dr. Carsten Lütten, Präsident des Club an der Alster, ist ebenfalls froh über die Lösung: „Der Club an der Alster freut sich über die Ausrichtung<br />
des Damenturniers am Rothenbaum. Unsere Bundesligaspielerinnen erhalten die Möglichkeit, auch in diesem Jahr auf eigener Anlage<br />
um WTA-Weltranglistenpunkte zu spielen.“<br />
Claudio Gärtner<br />
Aufstieg in die 2. Bundesliga<br />
für die Damen des PTC<br />
Die 1. Damenmannschaft des Potsdamer<br />
Tennisclub “Rot-Weiss” hat den Aufstieg<br />
in die 2. Bundesliga geschafft. Sie sicherten<br />
sich den Erfolg durch einen knappen<br />
5:4-Auswärtssieg gegen den Bremerhavener<br />
TV. Der Endstand von 5:4 besiegelte<br />
den Aufstieg. Der Potsdamer<br />
Tennisclub “Rot-Weiss” freut sich über<br />
diesen großartigen Erfolg.<br />
Ç<br />
Fotos: Potsdamer Tennisclub Rot-Weiss, BTV<br />
Diego Dedura-Palomero vom TC SCC gewinnt Doppel in Bamberg<br />
Der 16-jährige DTB-Nachwuchsspieler Diego Dedura-Palomero sicherte sich als erster deutscher<br />
Spieler beim J300-Turnier in Bamberg den Titel. Vor heimischem Publikum besiegte er<br />
souverän Oskari Paldanius aus Finnland mit 6:1,<br />
6:2. Dedura-Palomero kommentierte seinen Sieg<br />
mit den Worten: „Ich habe heute richtig solide gespielt.<br />
Nur zu Beginn des Matches war ich etwas zu<br />
passiv, aber dann war ich sehr zufrieden mit meiner<br />
Leistung. “<br />
Einen Tag zuvor gewann Dedura-Palomero zusammen<br />
mit Niels McDonald (16/DTV Hannover)<br />
das Doppel. Sie besiegten das kroatisch/finnische<br />
Duo Duje Markovina/Oskari Paldanius mit 6:1, 7:5.<br />
Sonja Zhenikhova (16/TK Blau-Gold Steglitz) erweiterte<br />
ebenfalls ihre Trophäensammlung in Bamberg.<br />
Zusammen mit Mariella Thamm (14/TK GW<br />
Mannheim) gewann sie das Juniorinnen-Doppel<br />
gegen Yoana Konstantinova/Marie Slamenikova<br />
mit 7:6, 6:4.<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
39
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TVBB-Sport<br />
22. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier (15. – 20. Mai <strong>2024</strong>):<br />
Pfingsten strahlte wieder in grün-weiß<br />
und mit tollem Sport<br />
40<br />
2003 hat das Seniorenturnier seine erfolgreiche Premiere erlebt. Seitdem ist es eine<br />
„nationale Institution im Seniorentennis“ und ein ausgemachtes Wohlfühlturnier.<br />
Auch zur 22. Auflage spielte - wie meist in den<br />
Jahren zuvor - der Wettergott mit und bot mit<br />
Temperaturen Mitte der Zwanziger und überwiegendem<br />
Sonnenschein ideale Bedingungen<br />
für die Racket-Akteure in acht Herren- (H40, 50,<br />
55, 60, 65, 70, 75, 80) und fünf Damen-Altersklassen<br />
(D40, 50, 55, 60, 65). Zudem wurden<br />
neun Nebenrunden (sechs Herren, drei Damen)<br />
absolviert. Ein opulentes Programm, das vom<br />
Organisationsteam um<br />
GW-Turnierleiter Marco<br />
Reichelt wie am Schnürchen<br />
abgewickelt wurde.<br />
Zweifellos ein logistisches<br />
Meisterstück, alle<br />
Halbfinals und Endspiele<br />
am verlängerten Pfingstwochenende<br />
sowie diverse<br />
Nebenrunden-Matches<br />
und das übliche Drumherum<br />
abzuwickeln.<br />
Zum Drumherum gehörte<br />
wie gehabt eine<br />
wunderbar bekömmliche<br />
Vereinsküche, das traditionelle<br />
Pfingst-Sonntagskonzert<br />
mit der Prague-<br />
Dixieland-Band und der<br />
Frühstücksbrunch. Das<br />
Wichtigste blieb dennoch<br />
der ausgezeichnete<br />
Sport der Tennis-Senioren<br />
Siegt bei den Herren 40:<br />
Benjamin Potsch (TC SCC Berlin)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
von 40 aufwärts bis über die 80, die vielfach<br />
den Dauerbeifall der zahlreichen Zuschauer<br />
herausforderten. 247 Meldungen (183 Herren,<br />
64 Damen), darunter 69 Teilnehmer aus Nicht-<br />
TVBB-Vereinen, standen für „Masse“ im Rekordbereich.<br />
Bemerkenswert, wie viele schon bei der<br />
Premiere dabei waren und durch die Altersklassen<br />
bis heute „mitgewandert“ sind, wie viele<br />
„Auswärtige“ immer wieder gekommen sind<br />
und weite Wege auf sich genommen haben. Einige<br />
wurden zu Titelsammlern, andere zu Club-<br />
Liebhabern, die den Berlin-Trip mit Kultur, Erlebnis,<br />
Spaß und Sightseeing verbanden. Vier<br />
Gewinner des letzten Jahres schafften es diesmal,<br />
ihren Titel zu verteidigen: Norbert Walter<br />
(TC Frohnau) bei den 70er Herren sowie Wolfgang<br />
Bade (Hildesheimer TC Rot-Weiß) bei den<br />
80ern. Auch Tina Loddenkemper (Zehlendorfer<br />
Wespen) war erneut siegreich, nun allerdings<br />
bei den D50. Dauer-Siegerin Angela Duis (DTV<br />
Hannover) wiederholte ihren 50er-Triumph vom<br />
Vorjahr jetzt bei den 55ern. Dass alle genannten<br />
auch schon in den Jahren vor der Corona-Pause<br />
zigmal in Nikolassee dabei waren und mehrfach<br />
gewannen, sollte dabei nicht unerwähnt<br />
bleiben.<br />
Bei den 40er Herren gab es das finale Duell<br />
zwischen der Nummer 1 des Settings Gino Gerwien<br />
(SV Reinickendorf 1896) und Nummer 2<br />
Benjamin Potsch (TC SCC), das Potsch mit 6:2<br />
und 6:4 gewann. Auch bei den H50 hatte nicht<br />
unerwartet ein SCCer mit Jens Thron die Nase<br />
vorn, musste sich aber gegen den stark kämpfenden<br />
Daniel Kobert (USV Potsdam) heftig<br />
wehren. Thron, der bereits einige Turniererfolge<br />
bei Grün-Weiß auf dem Konto hatte, haderte<br />
phasenweise, aber es spricht für seine Klasse,<br />
dass er sich immer wieder fing und den 6:3,<br />
6:4-Erfolg nach Hause brachte. Die 55er-Klasse<br />
dominierte mit Jörgen Aberg (Hermsdorfer SC)<br />
ein alter Bekannter, der wie Thron (auch in Duellen<br />
gegeneinander) schon vor einem Jahrzehnt<br />
in Nikolassee siegte. Von seiner Spiel-Qualität<br />
hat der Schwede nichts eingebüßt. Bei Grün-<br />
Weiß als Nummer 1 gesetzt, traf er im Finale auf<br />
Hagen Wustlich (Schweriner TC 1908), der sich<br />
Fotos: Nicola Sophia Trenner
TVBB-Sport<br />
Jens Thron (Tennis-Club SCC Berlin)<br />
gewinnt die Herren 50<br />
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Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />
tapfer wehrte und weit weg davon war, die „Brille“<br />
verpasst zu bekommen, bei Abergs 6:3 und<br />
6:2 aber letztlich ohne Chance blieb.<br />
Das 60er Endspiel zwischen Nummer 1 Michael<br />
Stensch (TC SCC) und dem ungesetzten<br />
Guido Schiller (TC Grün-Weiß Berlin-Lankwitz)<br />
war ein mit Spannung erwartetes, offenes Duell.<br />
Schiller zeigte trotz längerer Verletzungs- und<br />
Spielpause mit zunehmender Spielzeit, dass er<br />
bereits mit seiner Variabilität von platzierten<br />
Schlägen, Passierbällen, Stopps und Lobs, Präzision<br />
und Laufstärke nahe am alten Niveau ist. Im<br />
Finale der alten Bekannten siegte er mit 6:4, 6:3.<br />
In der 65er Kategorie liefen vorab alle Wetten<br />
auf einen Erfolg des Turnier-Dauersiegers<br />
Gabriel Monroy (TC SCC), doch als der im Halbfinale<br />
gegen „Nordlicht“ Burkhard Herzberg (TC<br />
Blau-Weiß Rostock) mit 4:6, 1:4 zurücklag und<br />
aufgab, war der vermeintlich sicherste Siegertipp<br />
passé. Herzberg, der schon mehrfach in Nikolassee<br />
gastierte und auch Turniersiege feierte,<br />
kommentierte leicht verärgert und belustigt<br />
zugleich: „Auch Verlieren will gelernt sein. Wenn<br />
man das nicht kann,<br />
„<br />
dann nimmt man auch<br />
eine kleine Verletzung als Vorwand und gratuliert<br />
nicht mal dem Gewinner des Spiels.“ Für ihn<br />
komme der Sieg nicht so überraschend, mein-<br />
Ich habe nicht erwartet, dass<br />
ich so viele Spiele gegen Norbert<br />
mache. Da fehlte nicht viel. Ein<br />
Flüchtigkeitsfehler zu viel, ein Aus-Ball<br />
zu viel, ein Service besser – und es wäre<br />
vielleicht anders gelaufen. Norbert<br />
war den Tick besser, Glückwunsch!“<br />
Gerd Hekele<br />
te er, „schließlich habe ich in diesem Jahr noch<br />
kein Spiel verloren. Herzberg blieb in seinen vier<br />
Matches ohne Satzverlust und unterstrich seine<br />
Top-Form mit 46:10 Spielen.<br />
Das Finale gewann er<br />
mit 6:2, 6:2 gegen Jörg-<br />
Uwe Damm (Hildesheimer<br />
TC Rot-Weiß).<br />
Zitat:<br />
„Ich habe nicht erwartet,<br />
dass ich so viele<br />
Spiele gegen Norbert<br />
mache. Da fehlte nicht viel.<br />
Ein Flüchtigkeitsfehler zu<br />
viel, ein Aus-Ball zu viel,<br />
ein Service besser – und es<br />
wäre vielleicht anders gelaufen.<br />
Norbert war den<br />
Tick besser, Glückwunsch!“<br />
Gerd Hekele<br />
Die 70er Klasse holte<br />
sich der topgesetzte Norbert<br />
Walter (TC Frohnau)<br />
gegen Gerd Hekele<br />
(TC 1899 Blau-Weiss), der im Finale gegen den<br />
Grün-Weiß-Mehrfachsieger und Titelverteidiger<br />
knapp 4:6, 4:6 verlor. Auch bei den 75ern gewann<br />
mit Karl-Heinz Mauß (Eberswalder TC)<br />
ein Ungesetzter, der allerdings alles andere als<br />
ein Außenseiter war. Mauß, der viele Jahre für<br />
Grün-Weiß Nikolassee das Racket schwang, ist<br />
seit dem beruflichen Ruhestand wieder in der<br />
Brandenburger Heimat zuhause und spielt dort<br />
Tennis. Er hat sich vorgenommen, in dieser Saison<br />
regelmäßig in Berlin aufzulaufen.<br />
Kurz vor dem “Niko-Turnier “ hat er die<br />
„Känguruhs Open“ beim Verein um die Ecke<br />
gewonnen. Bei Grün-Weiß siegte er im Finale<br />
gegen Julian Sargent (TC Grün-Weiß Berlin-Lankwitz)<br />
mit 6:2, 6:0, der im Halbfinale Klaus<br />
Müller-Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) im Match-<br />
Tie-Break ausgeschaltet hatte. Mauß hatte in<br />
seinem Semifinale den Topgesetzten Michael<br />
Reiner (TC RW Bad Oeynhausen), der das Turnier<br />
2022 und 2023 gewonnen hatte, mit 5:7,<br />
6:3 und 10:3 am möglichen Hattrick gehindert.<br />
Jörgen Aberg (Hermsdorfer Sport-Club) dominiert die Herren 55<br />
Guido Schiller (TC Grün-Weiß Berlin-Lankwitz) siegt bei den 60ern<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
41
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TVBB-Sport<br />
Auch die 80er wurden die Beute eines „Wiederholungstäters“.<br />
Wolfgang Bade (Hildesheimer TC<br />
Rot-Weiß) verteidigte seinen Vorjahrestitel im<br />
Endspiel gegen Hans-Jürgen Kretzschmar (LTTC<br />
“Rot-Weiß”) souverän mit 6:3, 6:2, nachdem er<br />
zuvor im Halbfinale gegen<br />
den top gesetzten Hans-Joachim<br />
Singhoff (TC Stadtwald<br />
Hilden, DTB 1) beim 3:6, 6:3<br />
und 10:5 Schwerstarbeit<br />
leisten musste.<br />
Auch in den fünf Damen-<br />
Kategorien ging es in den<br />
Endspielen oft eng und<br />
umkämpft bei daraus resultierender<br />
langer Matchdauer<br />
zu. Das 40er Finale<br />
zwischen der Nummer 1<br />
Nadine Komander (TC BSC<br />
Süd 05 Brandenburg), und<br />
War der Ball gut?<br />
der Nummer 2 Donata Wustlich (SV Reinickendorf<br />
1896) ging mit 6:1, 4:6, 10:4 an Komander.<br />
Die hatte zuvor beim Semifinal-Stand von 5:2<br />
zu ihren Gunsten von der verletzungsbedingten<br />
Aufgabe von Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
profitiert. Bei den 50er Damen brauchte es ebenfalls<br />
den Match-Tie-Break, um die Siegerin des<br />
Duells zwischen Nummer 1, Tina Loddenkemper<br />
(Zehlendorfer Wespen), und Nummer 2, Nicole<br />
Thron (TC SCC), zu ermitteln. Während Gatte<br />
Nicole Thron (TC SCC) scheitert im Finale der Damen 50 an<br />
Tina Loddenkemper (Zehlendorfer Wespen)<br />
Jens parallel auf dem Platz neben Nicoles Court<br />
den Finalsieg gegen Daniel Kobert erkämpfte,<br />
schaffte es Nicole, die ein starkes Turnier spielte<br />
und eigentlich im „Flow“ auf Siegeskurs lag,<br />
nach dem Satzausgleich und langer Loddenkemper-Pause<br />
nicht, im Match-<br />
Tie-Break ihren Rhythmus zu<br />
halten. Es wurde eine Kraftfrage<br />
– die „Wespe“ setzte<br />
bessere Stiche und gewann<br />
10:5.<br />
Selbiges, man darf es<br />
fast eine Selbstverständlichkeit<br />
nennen, tat auch Angela<br />
Duis (DTV Hannover). Die<br />
Niedersächsin ist fast von<br />
Beginn Jahr für Jahr Grün-<br />
Weiß Stammgast. Ihre Dominanz,<br />
Brillanz und Eleganz<br />
sind begeisternd, ihr Spiel<br />
ist Tennis-Werbung von der allerbesten Güte.<br />
Ihre vier Partien bis zum Grün-Weiß-Turniersieg<br />
Nummer 6 glichen einem Parademarsch. Auch<br />
„Brille“-Finalsieg mit 6:0, 6:0 gegen Heike Ditze<br />
(TC Rot-Weiss Porz) wurde ein Kurzauftritt, der<br />
manchem der Zuschauer den Mund offen stehen<br />
ließ. Bei den D60 konnte man ein ähnliches, fast<br />
deckungsgleiches<br />
Resümee ziehen.<br />
Nicht nur weil die<br />
Siegerin Susanne Veismann ebenfalls für DTV<br />
Hannover aktiv ist, sondern weil sie topgesetzt<br />
(DTB 4) gegen die Nummer 2 Karin Reinhard (WG<br />
Lichtenrade) beim finalen 6:1, 6:0 nach Belieben<br />
dominierte. Veismann, auch nahezu von Beginn<br />
an Jahr für Jahr in Nikolassee am Start und nach<br />
eigener Aussage „vier- bis fünfmal“ siegreich,<br />
schwört auf das grün-weiße Turnierkonzept, das<br />
sie kurz mit „Urlaub, Tennis, Spaß“ umschreibt.<br />
Ihre Final-Gegnerin Karin Reinhard ist übrigens<br />
eine derjenigen, die schon 2003 bei der Turnierpremiere<br />
auf den GW-Plätzen stand. „Bis zum 25.<br />
bin ich ganz bestimmt dabei“, versicherte sie.<br />
Bliebe noch die „Königsklasse“ der Damen,<br />
wo bei den D65 sieben Tennis-Asse um den<br />
Siegeslorbeer wetteiferten. Von Beginn an lief<br />
es auf das Finale zwischen Ariane Lauenburg<br />
(Zehlendorfer Wespen) und der zwei Jahre älteren<br />
Ute Mattausch (Grün-Weiß Nikolassee) hinaus,<br />
das sich auch erfüllte und das „Küken" mit<br />
6:1 und 7:5 siegen sah. Was kann man schließlich<br />
ans Ende als Bilanz des „22.“ und Motto<br />
für die Zukunft setzen? Ein Zitat von der Grün-<br />
Weiß-Webseite trifftwohl in jeder Hinsicht ins<br />
Schwarze: „Gutes soll man erhalten, pflegen<br />
und hegen!“<br />
Klaus Weise<br />
Ariane Lauenburg (Zehlendorfer Wespen) besiegt im Finale<br />
der Damen 65 Ute Mattausch (Grün-Weiß Nikolassee)<br />
Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />
42<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
TVBB-Sport<br />
Lokalmatador Benjamin<br />
Kunkel verliert<br />
im Finale gegen Roman<br />
Tennert vom TC SCC<br />
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7. Neuenhagen Senior Open <strong>2024</strong><br />
Wetterkapriolen und sportliche Höchstleistungen<br />
Das diesjährige Tennisturnier in Neuenhagen begann mit<br />
wetterbedingten Herausforderungen: Zu Beginn machten<br />
Regenfälle den Organisatoren und Spielern das Leben<br />
schwer. Doch schon bald drehte sich das Wetter um und<br />
die Sonne zeigte sich von ihrer erbarmungslosen Seite.<br />
Unerträgliche Hitze mit Temperaturen jenseits der 30 Grad<br />
prägte den weiteren Verlauf des Turniers und stellte die<br />
Teilnehmer vor eine zusätzliche Herausforderung.<br />
Trotz dieser extremen Bedingungen waren die 7. Neuenhagen<br />
Senior Open ein voller Erfolg. Mehr als 110 Spielerinnen<br />
und Spieler nahmen an dem Turnier teil und sorgten für<br />
spannende und hochklassige Matches. Das Turnier, das sich<br />
mittlerweile fest im Kalender der Seniorentennisszene etabliert<br />
hat, zog zahlreiche Zuschauer an und bot ihnen erstklassige<br />
Unterhaltung.<br />
Ein besonderes Highlight war das Finale der Herren 40, in<br />
dem der Lokalmatador, Benjamin Kunkel (4), nur knapp in<br />
zwei intensiv umkämpften Sätzen mit 5:7, 5:7 unterlag. Der an<br />
eins gesetzte Roman Tennert (TC SCC), der aktuell die Nummer<br />
3 der DTB-Rangliste in der Kategorie Herren 40 ist, setzte<br />
sich in diesem packenden Endspiel am Ende durch. Trotz eines<br />
couragierten, engagierten und aggressiven Spiels musste sich<br />
der Lokalmatador am Ende knapp geschlagen geben. Tennerts<br />
Erfahrung und Geduld gaben letztlich den Ausschlag in diesem<br />
hochspannenden Finale.<br />
Dass das Turnier ein solcher Erfolg werden konnte, ist vor<br />
allem dem unglaublichen Engagement und dem Herzblut der<br />
Organisatoren und freiwilligen Helfer zu verdanken. Sie sorgten<br />
dafür, dass trotz der widrigen Wetterbedingungen alles<br />
reibungslos verlief. Zahlreiche Sponsoren unterstützten das<br />
Event großzügig, sodass es dem Neuenhagener Tennisclub gelang,<br />
ein Turnier auf höchstem Niveau zu veranstalten.<br />
Der Neuenhagener Tennisclub konnte auf seiner wundervollen,<br />
idyllischen und gepflegten Anlage optimale Bedingungen<br />
für die Spieler und Zuschauer bieten. Die Anlage<br />
bot eine perfekte Kulisse für spannende Matches und entspannte<br />
Momente abseits des Platzes.<br />
Alles in allem waren die 7. Neuenhagen Senior Open ein beeindruckendes<br />
Beispiel für erfolgreichen Tennissport und eine<br />
hervorragende Organisation. Die Teilnehmer und Zuschauer<br />
dürfen sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe dieses großartigen<br />
Turniers freuen.<br />
Sebastian Herzberg<br />
Denise Kollmannsperger<br />
vom TC RW Großbeeren<br />
Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />
Dietmar Schwerin (PTC<br />
„Rot-Weiss“ Potsdam)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
43
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TVBB-Sport<br />
19. Neuenhagen Open <strong>2024</strong><br />
Internationales<br />
Flair in<br />
Neuenhagen<br />
Die diesjährigen 19. Neuenhagen Open<br />
boten ein faszinierendes Spektrum an<br />
Wetterbedingungen und sportlichen<br />
Höchstleistungen. Regen, Wind, Dunkelheit<br />
und schließlich Hitze begleiteten das Turnier<br />
und stellten Teilnehmer und Organisatoren<br />
vor besondere Herausforderungen. Doch<br />
diese extremen Umstände minderten nicht<br />
den Erfolg des Turniers, das knapp 140<br />
Spielerinnen und Spieler aus Deutschland<br />
und der Welt anzog, darunter Teilnehmer aus<br />
Kolumbien, den USA und Thailand.<br />
Die ersten Turniertage waren geprägt von intensiven und dramatischen<br />
Matches, die aufgrund der Wetterbedingungen<br />
teilweise in der neuen Vereinshalle beendet werden mussten.<br />
Die Halle mit ihren zwei Plätzen bot eine willkommene Ausweichmöglichkeit<br />
und trug dazu bei, dass der straffe Spielplan<br />
eingehalten werden konnte.<br />
Dominante Favoritensiege bei Damen und Herren<br />
Bei den Damen setzte sich die an eins gesetzte Helena Buchwald<br />
vom TC SCC Berlin durch. Als Nummer 53 der deutschen<br />
Rangliste zeigte sie im Finale eine souveräne Leistung gegen<br />
die ungesetzte Anna-Marie Weißheim vom Großflottbeker<br />
Tennis-, Hockey- und Golf-Club, die nach ihrem Kreuzbandriss<br />
vor knapp einem Jahr wieder glücklich gewesen ist, spielen zu<br />
können. Buchwald gewann mit 6:1 und 6:3, obwohl Weißheim<br />
zu Beginn des zweiten Satzes mit 3:1 in Führung gehen konnte<br />
und Chancen hatte, das Spiel weiter zu drehen. Doch Buchwald<br />
bewies ihre Klasse und sicherte sich fokussiert ihren ersten<br />
Turniersieg in dieser Kategorie (A-4).<br />
Auch bei den Herren setzten sich die Favoriten durch. Der<br />
Berliner Robert Strombach vom LTTC “Rot-Weiß” Berlin dominierte<br />
das Turnier. Der an Nummer 1 gesetzte und aktuell<br />
auf Platz 18 der deutschen Herren-Rangliste sowie 453 der<br />
ATP geführte Spieler zeigte unfassbares Tempo, präzise Schläge<br />
und eine beeindruckende Übersicht. Er gewann das Turnier<br />
bereits zum zweiten Mal nach 2017. Im Finale besiegte er<br />
den erst 18-jährigen Hamburger Leonhard von Bismarck, der<br />
als Nummer 3 gesetzt und aktuell auf Platz 120 der deutschen<br />
Helena Buchwald vom Tennis-Club SCC Berlin siegt bei den Damen<br />
Diana Rust (SV Zehlendorfer Wespen)<br />
44<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
TVBB-Sport<br />
Ç<br />
Rangliste steht. Von Bismarck spielte eine beeindruckende<br />
Turnierwoche, dominierte seine Spiele bis zum Finale und<br />
musste sich erst dort mit 1:6 und 2:6 geschlagen geben. Überglücklich<br />
und fokussiert auf seine bevorstehende College-Zeit<br />
in Amerika bedankte sich Leonhard bei allen Verantwortlichen<br />
für die wundervolle Betreuung und Zeit in Neuenhagen.<br />
Ein Turnier voller Engagement und Leidenschaft<br />
Der Erfolg des Turniers ist dem enormen Engagement und<br />
der Leidenschaft der Organisatoren und vielen Ehrenamtlichen<br />
zu verdanken. Ohne ihre unermüdliche Arbeit und die<br />
Unterstützung langjähriger Sponsoren wäre ein Event dieser<br />
Größenordnung nicht möglich gewesen. Der Neuenhagener<br />
Tennisclub bot auf seiner gepflegten Anlage eine perfekte<br />
Kulisse für die spannenden Matches und die internationale Atmosphäre.<br />
Vorfreude auf die 20. Neuenhagen Open<br />
Bekanntlich ist nach dem Turnier vor dem Turnier, und so werfen<br />
die 20. Neuenhagen Open im nächsten Jahr bereits ihre<br />
Schatten voraus. Der Tennisclub plant bereits weitere Highlights<br />
für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Vereinsmitglieder,<br />
Besucher und Gäste. Neuenhagen ist absolut<br />
immer eine Reise wert. Schon jetzt sollte man sich den Termin<br />
für 2025 vormerken: vom 17. bis 22. Juni wird Neuenhagen erneut<br />
zum Zentrum des Tennissports am Stadtrand von Berlin.<br />
Sebastian Herzberg<br />
Robert Strombach<br />
(LTTC “Rot-Weiß”)<br />
Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />
Nino Ehrenschneider<br />
(LTTC “Rot-Weiß”)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
45
Ç<br />
TVBB-Sport<br />
Helena Buchwald<br />
Grunewald Open (Offizielles Ranglistenturnier A-5), 3. - 7. Juli <strong>2024</strong>, Grunewald TC e.V.<br />
Je ein Tausender für Helena Buchwald<br />
Die Grunewald Open beim Grunewald TC kommen seit einiger Zeit als Zweiteiler daher – in diesem Jahr gab es als Vorspiel<br />
das offizielle A5-Ranglistenturnier der Damen und Herren auf der schönen Anlage am Flinsberger Platz Anfang Juli. Zwei<br />
Monate später folgen an gleicher Stelle die 10. Grunewald Senior Open (S1) mit opulentem Programm in 14 Altersklassen<br />
(H30-75, D30-70).<br />
Das Damen-/Herren-Event bot für das zweigeteilte Turnier<br />
einen echt starken „Opener“ mit einem Top-Meldeergebnis.<br />
Das übliche 48er-Herren-Feld wurde auf ein volles 64er-Kontingent<br />
erweitert. Bei den Damen liefen 49 Teilnehmerinnen auf.<br />
Das 4.000,– € Gesamtpreisgeld, zu gleichen Teilen auf<br />
Damen und Herren gesplittet, ging mit je 1.000,– € an die beiden<br />
Sieger, je 500,– € an die Finalunterlegenen und mit je 250,–<br />
€ an die beiden Halbfinalverlierer. Am Ende waren es Helena<br />
Buchwald (TC SCC) und Lukas Maskow (Grün-Weiß Nikolassee),<br />
die nach ihren Finalerfolgen den größten „Batzen“ mit nach<br />
Hause nehmen konnten.<br />
Mit Buchwald siegte die an Eins gesetzte 19-jährige Nummer<br />
53 der DTB-Damen-Rangliste, die in allen ihren fünf Partien<br />
Zwei-Satz-Siege landen konnte. Nur im Endspiel gegen die an<br />
Zwei gesetzte und zwei Jahre jüngere Sächsin Lola Giza (Sportpark<br />
Dresden) musste Helena größeren Widerstand überwinden.<br />
Beim 7:6, 7:5 hatte sie dennoch das bessere Händchen.<br />
Auch Giza war in ihren vier Begegnungen vor dem Finale durch<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
Sabrina Ehrenfort (TC 1899<br />
Blau-Weiss Berlin)<br />
Milena Steinkamp vom<br />
LTTC „Rot-Weiß“ Berlin<br />
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<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
TVBB-Sport<br />
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
und Lukas Maskow<br />
das Turnier spaziert, hatte keinen Satz und ganz wenige Spiele<br />
abgegeben.<br />
Bei Buchwald gehörten Zora König (Zehlendorfer Wespen)<br />
und Diana Rust (Wespen), bei Giza Zora Moaye Koffi<br />
(BSV 1892), Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss), Amina Mhana<br />
(Braunschweiger THC) und Clara-Marie Schön (TK Blau-Weiss<br />
Dresden-Blasewitz) zu den Besiegten. Auch in der Damen-<br />
Nebenrunde mit elf Teilnehmerinnen gab es gutklassiges Tennis<br />
und eine überraschende Siegerin zu erleben. Sophie Cramer<br />
vom TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf schaltete auf dem Weg<br />
zum Erfolg die an Eins gesetzte Anna-Katharina Sauter (Grunewald<br />
TC) und im Endspiel Nummer 4 Anastasia Rutz (Hermsdorfer<br />
SWC) aus.<br />
Im 64er Herren-Feld startete der an Eins gesetzte SCCer Markus<br />
Malaszszak nach einem Kampflos-Sieg nach Nichtantritt<br />
und drei Zwei-Satz-Siegen ohne Verlust souverän, musste sich<br />
dann aber im Halbfinale dem ein Jahr älteren und an drei gesetzten<br />
Lukas Maskow (Grün-Weiß Nikolassee) mit 6:2, 4:6, 5:10<br />
im Match-Tie-Break geschlagen gegeben. Schon zuvor hatte<br />
der “Grün-Weiße” im Viertelfinale gegen Nummer 9, Daniel<br />
Podoprygoda (LTTC “Rot-Weiß”), beim 6:3, 6:7, 10:5 sein technisches<br />
und konditionelles Potenzial unter Beweis gestellt. So<br />
ging es im Endspiel gegen den an Zwei gesetzten Jonas Pelle<br />
Hartenstein. Der 23-jährige “Blau-Weisse” Hartenstein, in seinen<br />
fünf Partien zuvor ohne Satzverlust, hatte den ersten Final-Satz<br />
überlegen mit 6:1 nach Hause gebracht, dann aber das<br />
Niveau nicht halten können und die folgenden Durchgänge<br />
mit 3:6 und 7:10 im Match-Tie-Break verloren.<br />
Klaus Weise<br />
Lukas Maskow<br />
Jonas Pelle Hartenstein<br />
(TC 1899 Blau-Weiss Berlin)<br />
Jan Niklas Buchwald (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
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TVBB-Sport<br />
37. Jugend-Nordpokal beim TC Frohnau<br />
Pfingstturnier im<br />
Norden Berlins<br />
Wieder lud der Tennis-Club Frohnau zum alljährlichen Jugendturnier vom<br />
16.-20. Mai <strong>2024</strong> ein. Viele Spieler kamen aus nah und fern zusammen<br />
mit Betreuern und Verwandtschaft auf die schöne Anlage. Großes Jugend-<br />
Tennis wurde geboten, gemanagt durch eine engagierte Turnierleitung um<br />
die Jugendwarte Andrea und Kirsten herum, abgerundet durch eine Tombola<br />
für alle Teilnehmer am Finaltag. Der Initiator des Turniers vor 37(!) Jahren, der<br />
damalige Jugendsportwart Klaus Jaenicke, ließ es sich nicht nehmen, zu schauen,<br />
wie aus dem ursprünglich tatsächlich Nordberliner Lokalturnier ein überregionales,<br />
bundesweit beachtetes Spitzenturnier wurde. Während 1987 105 Jungen<br />
und Mädchen teilnahmen, waren es diesmal insgesamt 211<br />
Zulassungen, bei einem größeren Platzangebot hätten es<br />
sogar noch mehr sein können.<br />
Ferdinand Wittig (TC Frohnau)<br />
So wurden die Matches nicht nur auf der Hauptanlage<br />
des TC Frohnau, sondern auf insgesamt 13 Plätzen<br />
auch bei den benachbarten Vereinen VfL Tegel und<br />
TC Grün-Weiß-Grün Tegel ausgetragen. Überall gab es Tennis<br />
vom Feinsten, Tennis-Dramen, bittere Enttäuschungen und<br />
überschwänglichen Jubel. Klar ist, dass ein solches Turnierprogramm<br />
einschließlich Nebenrunden nur möglich ist, wenn<br />
die Wetterbedingungen mitspielen – und das war dann am<br />
Sonntag und am Finaltag am Pfingstmontag leider nicht der<br />
Fall. So mussten Spiele verlegt werden, die Nebenrunde wurde<br />
eingeschränkt, und Matches mussten in der Halle fortgesetzt<br />
werden. Am Sonntag bis 23 Uhr, was natürlich für ein Jugendturnier<br />
problematisch ist. Die Turnierleitung um die Jugendwartinnen<br />
Andrea und Kirsten hat alles gemeistert, aber auch<br />
Fehlentscheidungen konnten nicht völlig vermieden werden.<br />
Hervorheben möchte ich, dass die in den letzten Jahren<br />
häufiger vorkommenden Streitereien – auch unter den überengagierten<br />
Eltern – dieses Jahr weitestgehend ausblieben.<br />
Der gelegentliche prophylaktische Schiedsrichtereinsatz trug<br />
sicherlich zur Beruhigung bei, wie auch die Einsicht, dass<br />
es für die Jugendlichen am besten ist, wenn sie selbst Entscheidungen<br />
auf dem Platz treffen und nicht Betreuer auf den<br />
Zuschauerbänken.<br />
Leider konnte die Vorjahressiegerin Naemi Lukacsi aus Dresden<br />
ihren Titel in der W18 nicht verteidigen, da es hier zu wenige<br />
Meldungen gab – sicher auch geschuldet den parallel stattfindenden<br />
TVBB-Verbandsmeisterschaften.<br />
In allen anderen neun Hauptkonkurrenzen von W11 bis<br />
M18 gab es spannende Matches auf hohem Niveau vor fast<br />
durchgehend großer Kulisse. Nur das M18 Finale konnte – bedingt<br />
durch die Verbandsmeisterschaft – erst am Montag um<br />
19 Uhr stattfinden, da waren die meisten Teilnehmer und Zuschauer<br />
bereits wieder abgereist. Hier siegte sehr dominant der<br />
Vorjahresfinalist Jan Niklas Buchwald vom TC Grün-Weiß Nikolassee<br />
gegen seinen Clubkameraden Gregor Heinemann.<br />
Emotion pur: Raphael Plambeck (Tennis-Club SCC Berlin)<br />
In den Konkurrenzen der 16-jährigen gingen die Titel nach<br />
Westdeutschland. Bei der weiblichen Jugend siegte Sienna<br />
Wabnitz aus Hessen gegen die Steglitzerin Viktoria Dedic, die<br />
zuvor die an Nr. 2 gesetzte Clara Priemer vom TC 1899 Blau-<br />
Weiss Berlin ausgeschaltet hatte. Bei den Jungs stand (aus Sicht<br />
des Veranstalters leider) nicht der Frohnauer Ferdinand Witting<br />
im Finale, sondern Nicolas Kühn vom TV Buchschlag in Hessen.<br />
Vor zwei Jahren hatte Ferdi im Finale der U14 noch gewonnen,<br />
diesmal hatte Nicolas in einem starken Halbfinale das bessere<br />
Ende für sich. Nicolas triumphierte dann auch im Endspiel<br />
gegen den zweitgesetzten Berliner Theo Oeltermann. Vorher<br />
hat er übrigens tatkräftig geholfen, die überfluteten Plätze wieder<br />
herzurichten, absolut keine Selbstverständlichkeit.<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
48<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
TVBB-Sport<br />
Ç<br />
Sienna Wabnitz (TV 1873 Hausen)<br />
In den sechs Konkurrenzen der Jüngeren konnten Berliner<br />
Spielerinnen und Spieler immerhin drei Titel gewinnen. Bei<br />
W11 setzte sich die ungesetzte Lilly Gessler vom TC 1899 Blau-<br />
Weiss deutlich gegen Johanna Katzer vom LTTC “Rot-Weiß“<br />
durch. Sehr spannend verlief das Match in der M12-Konkurrenz.<br />
Hier standen sich der Frohnauer Niklas Schwabe, der den<br />
Topgesetzten Medwin Groeger im Halbfinale besiegt hatte,<br />
und Veljko Djumic (im HF durchgesetzt gegen Paul Fieger -<br />
ebenfalls TC Frohnau) gegenüber. Zur großen Freude des Veranstalters<br />
konnte Niklas im Match-Tie-Break den einzigen Titel<br />
für Frohnau holen.<br />
Ebenfalls hoch dramatisch verlief das Finale in der M14-<br />
Konkurrenz, das Gabriel Rossi von “Rot-Weiß“ mit 13:11 im<br />
Match-Tie-Break gegen Raphael Plambeck vom TC SCC für sich<br />
entscheiden konnte.<br />
In den weiteren Begegnungen standen jeweils Berliner im<br />
Endspiel, mussten sich aber ihren Gegnern geschlagen geben.<br />
In der W14-Konkurrenz setzte sich Viviane Nowottny vom THC<br />
Brühl in Nordrhein-Westfalen ziemlich deutlich gegen Katharina<br />
Reichert vom TK Blau-Gold Steglitz durch; in der W12-Konkurrenz<br />
musste das Match gegen Alia Barletta aus Frankfurt<br />
am Main bei leichtem Vorteil für die Blau-Weisse Eva Mentner<br />
wetterbedingt abgebrochen werden. Nach der Verlegung<br />
in die feste Halle konnte Alia ihre technische Brillanz voll ausspielen<br />
und gewann am Ende den Match-Tie-Break 10:7. Nach<br />
heroischem Kampf ein bitterer Ausgang für Eva.<br />
Bei den Jüngsten war Tim Richard vom TC Rheinstadion,<br />
ebenfalls Nordrhein-Westfalen, nicht zu stoppen. Er gab im<br />
Verlauf des Turniers gerade einmal sieben Spiele ab und konnte<br />
auch im Finale gegen den Frohnauer Johann Pollok klar<br />
triumphieren.<br />
Neun neue Namen werden auf dem großen Nordpokal eingraviert,<br />
die Turnierleitung atmet wieder tief durch und alle<br />
freuen sich auf ein Wiedersehen in 2025.<br />
Peter Petersen<br />
Lilly Gessler (TC 1899 Blau-Weiss Berlin)<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
49
Ç<br />
TVBB-Sport<br />
38. TVBB Jüngstenturnier U9 und U10<br />
Junge Talente sammeln<br />
erste Erfahrungen im<br />
Turniersport<br />
Vom 22. bis zum 30. Juni <strong>2024</strong> fanden auf der Anlage des<br />
TC Lichterfelde 77 die 9. Verbandsmeisterschaften der<br />
Altersklassen U9 und U10 statt. 43 Mädchen und 62 Jungen<br />
traten in zwei Altersklassen an, um in fairen, spannenden<br />
und teilweise hochklassigen Wettkämpfen die jeweiligen<br />
Siegerinnen und Sieger zu ermitteln.<br />
Lilly Gessler vom TC 1899 Blau-Weiss Berlin gewiint die U10<br />
Ein Blick auf die Pokale<br />
Lilly Mörtz vom<br />
Tennis-Club Heiligensee<br />
belegte den zweiten<br />
Platz in der U9<br />
Leider begann die Turnierwoche<br />
auch in diesem Jahr wetterbedingt<br />
mit Verzögerungen.<br />
„Land unter“ auf allen Plätzen hieß es<br />
bei Spielbeginn um 9:00 Uhr. Dank des<br />
unermüdlichen Einsatzes des Platzwarts Mathias Solinic und<br />
der Übersicht und Gelassenheit des Oberschiedsrichters Marcel<br />
Stelter konnten um 17:00 Uhr die ersten Paarungen auf die<br />
Plätze geschickt werden. Ein herzliches Dankeschön an alle Eltern,<br />
die Verständnis für diese Ausnahmesituation zeigten.<br />
Glücklicherweise war nur der Start etwas holprig, denn das<br />
Wetter der folgenden Tage ermöglichte die planmäßige Durchführung<br />
aller Ansetzungen der Haupt- und Nebenrunden.<br />
Immer wieder staunten die zahlreichen Zuschauer über die<br />
hohe Qualität der Spiele. Auch der sportliche und faire Umgang<br />
miteinander war ständiges Gesprächsthema.<br />
Ein spannendes Match lieferten sich im Finale der Mädchen<br />
U9 Nina Fallahian (BTC Rot-Gold) und Lilly Mörtz (TC<br />
Heiligensee), das Nina mit 7:6, 6:4 für sich entscheiden konnte.<br />
Dritte wurden Marianne Walter (ProSport 24 Gatow) und Sophie<br />
Sommer (TC 1899 Blau-Weiss). Die Nebenrunde gewann<br />
Milana Pavlova (Grunewald TC).<br />
Bei den Jungen dieser Altersklasse dominierte Balthasar<br />
Klemm (ProSport 24 Gatow) alle seine Spiele. Auch im Endspiel<br />
behielt er bei seinem 6:2, 6:1 gegen Theo Gutjahr (LTTC “Rot-<br />
Weiß“) die Oberhand. Die dritten Plätze erkämpften sich Henri<br />
Dreiling (NTC „Die Känguruhs“) und Ilian Fellenberg (TK Blau-<br />
Gold Steglitz). In der Nebenrunde siegte Konstantin Kartmann<br />
(TC SCC) im Match-Tie-Break gegen August Minown (TC Grün-<br />
Weiss Nikolassee).<br />
Bei den Mädchen U10 standen sich Lilly Gessler (TC 1899<br />
Blau-Weiss) und Malin Groeger (TC Tiergarten) gegenüber; eine<br />
Wiederholung des letztjährigen Finals der U9. Glatt und ungefährdet<br />
siegte Lilly mit 6:2, 6:0. Lia Alfaro Gill (BSV 92) und<br />
Alessandra Rogosch (TK Blau-Gold Steglitz) belegten die dritten<br />
Plätze. In der Nebenrunde lieferten sich Gesa Voeth und<br />
Fotos: Markus Arnold<br />
50<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
Siegerinnen in der U9: Sophie Sommer, Nina Fallahian, Lilly Mörtz
TVBB-Sport<br />
Ç<br />
Fotos: Markus Arnold<br />
Floria Buck (beide TC „Weiße Bären Wannsee“) nicht nur ein<br />
Club-Duell, sondern auch einen spannenden Kampf um den<br />
Sieg, den Gesa mit 7:5, 6:4 für sich entscheiden konnte.<br />
Auch bei den Jungen U10 wiederholte sich das Finale der<br />
U9 vom letzten Jahr. Hugo Rau (TC SCC) war auch diesmal von<br />
Jonas Tscharnke (TC SCC) nicht zu bezwingen. Klar, deutlich<br />
und ungefährdet gewann Hugo mit 6:0, 6:0. Nicht nur die spielerische<br />
Überlegenheit, sondern auch der erhebliche Unterschied<br />
in der Körpergröße ließen Jonas keine Chance. Lenn<br />
Devich (NTC „Die Känguruhs“) und Julian Ambia Villegas (Dahlemer<br />
TC) belegten die dritten Plätze. Hier ist zu erwähnen,<br />
dass Julian im Halbfinale gegen Jonas Tscharnke nur knapp im<br />
Match-Tie-Break verlor. Auch die Entscheidung in der Nebenrunde<br />
fiel in einer sehr umkämpften Partie zwischen Aurelius<br />
Molter (TC OW Friedrichshagen) und Felix Siebke (Z 88); Aurelius<br />
siegte 3:6, 6:3, 10:5.<br />
Endlich, um 13:00 Uhr, konnte die sehnsüchtig erwartete<br />
Siegerehrung mit der Übergabe aller Pokale und<br />
Preise beginnen. Traditionell überreichten Paula Deus und Paul<br />
Schwarzberg die großen Wanderpokale an ihre Nachfolger.<br />
Eine schöne Tennis-Woche ging zu Ende.<br />
Vielen Dank dem TVBB und dem Sporthaus „Grand Slam“<br />
für die Unterstützung dieses Turniers, bei dem Nachwuchstalente<br />
des Verbands erste Erfahrungen im Turniersport sammeln<br />
können. Diese Chance nutzten, seit Bestehen des Jüngstenturniers<br />
beim TC Lichterfelde 77, bisher mehr als 4.600<br />
Mädchen und Jungen.<br />
Nach 38 Jahren wird Bernd Lutz Dettmer nunmehr in den<br />
Turnierruhestand wechseln. Das traditionelle Jüngstenturnier<br />
wird es auch zukünftig weiter geben. Aus Reihen der Mitgliedschaft<br />
sind die zukünftigen Nachfolger bereits in den Startlöchern.<br />
Der TVBB dankt Bernd für das jahrelange Engagement<br />
und freut sich darauf, ihn zukünftig als Zuschauer bei einem Kaffee<br />
auf der Terrasse wiederzusehen.<br />
Bernd Lutz Dettmer, Claudio Gärtner<br />
Hugo Rau vom TC SCC<br />
siegt in der U10<br />
Fotos: Markus Arnold<br />
Balthasar Klemm (Pro Sport Berlin 24-Gatow) dominiert die U9<br />
Theo Gutjahr (LTTC „Rot-Weiß“ Berlin) erreicht in der U9 das Finale<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
51
Ç<br />
TVBB-Sport<br />
TVBB-Jugendverbandsmeisterschaften <strong>2024</strong><br />
(J-2, W/M, U11-U18), 13. – 17. Juli <strong>2024</strong><br />
Zehn Vereine standen in den<br />
TVBB-Jugendchampionat-<br />
Finals, sieben holten Titel<br />
Überspringt eine Altersklasse und siegt dennoch:<br />
Daria Strogalshchikova (TC SCC) gewinnt die U16<br />
Fünf Tage lang dauerten TVBB-Jugendverbandsmeisterschaften <strong>2024</strong> auf der<br />
Top-Anlage des TK Blau-Gold Steglitz und boten wie gewohnt ein Wohlfühl-<br />
Ambiente bei überwiegend bestem Tennis-Wetter. Das animierte die Mädchen<br />
und Jungs der Altersklassen von 11 bis 18 zu sportlich starken Leistungen und<br />
die durchaus ansprechende Schar von Zuschauern zu lebhaftem Beifall.<br />
Ein starker Auftritt in der<br />
U12: Robert Marianovski<br />
(TC 1899 Blau-Weiss)<br />
Zehn Konkurrenzen – je fünf für Mädchen und Jungen<br />
– von AK U11 bis U18 gingen über die Bühne, laut Ausschreibung<br />
für je 24 Teilnehmer von U11 bis U16 und 16<br />
Teilnehmer in der U18. Maßgeblich für Annahme und Setzung<br />
war die DTB-Jugendrangliste und nachrangig das LK-System.<br />
Dazu wurden mehrere Wildcards vergeben.<br />
Mit Robert Marianovski (TC 1899 Blau-Weiss) und Daria<br />
Strogalshchikova (TC SCC) kamen zwei Titelträger des Vorjahres<br />
erneut zu Meisterehren, allerdings in neuen Altersklassen. Der<br />
“Blau-Weisse” siegte diesmal bei den U12ern als Nummer 1<br />
der Setzliste gegen den zweitgesetzten Lokalmatador Maximilian<br />
Thümmler mit 6:2, 6:1 und feierte ein Dacapo. Die an<br />
Zwei gesetzte Dascha Strogalshchikova übersprang nach ihrem<br />
2023-Titel in der U12 einfach eine Altersklasse und gewann<br />
im U16-Finale gegen die top rangierte, drei Jahre ältere Clara<br />
Priemer (TC 1899 Blau-Weiss) eindrucksvoll mit 6:3 und 6:1. Zu<br />
recht gab es immer wieder Beifall auf offener Szene und staunendes<br />
Kopfschütteln der Augenzeugen über das frappante<br />
Laufspiel und die beidhändigen Returns der „Kleinen“ mit Jahrgang<br />
2012.<br />
Bei den jungen Männern der U18 holte sich nicht unerwartet<br />
die Nummer 1, Jan Niklas Buchwald, inzwischen für<br />
Grün-Weiß Nikolassee aktiv, im Favoriten-Duell gegen den zwei<br />
Jahre älteren Matteo Kelch (TC 1899 Blau-Weiss) mit einem<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
52<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
TVBB-Sport<br />
Ç<br />
Matteo Kelch vom TC 1899<br />
Blau-Weiss (oben rechts)<br />
gratuliert dem Sieger U18<br />
Jan Niklas Buchwald<br />
(Grün-Weiß Nikolassee)<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
souveränen 6:2, 6:1-Auftritt den Titel. Diesmal war er der klare<br />
Souverän des 16er-Feldes, gewann seine vier Matches ohne<br />
Satzverlust und schaltete schon vor dem Finale mit Luca Schiller<br />
(LTTC “Rot-Weiß”), Emil Enseleit (GW Bergfelde) und Gregor<br />
Heinemann (Grün-Weiß Nikolassee) starke Konkurrenten aus.<br />
In der U16 gewann der für den TC Frankfurt/Oder aktive,<br />
ungesetzte Pole Patryk Sarnowski ein umkämpftes Finale<br />
gegen den an Eins gesetzten Theo Oeltermann (Weiße Bären<br />
Wannsee) mit 6:3 und 6:4 und stellte dabei seine im Verlauf der<br />
vier Turniermatches stetig ansteigende Formkurve nachdrücklich<br />
unter Beweis. Oeltermann, 2022 in der U14 schon einmal<br />
TVBB-Meister, war auf dem Weg ins Endspiel mit drei Zweisatzsiegen<br />
als klarer Titelaspirant aufgetreten, hatte aber gegen<br />
Sarnowski zu häufig nur die zweitbesten Antworten. Der Mann<br />
von der Oder (Slubice), der in Frankfurt wohnt, zur Schule geht<br />
und trainiert, ließ sich von Eigenfehlern nicht entmutigen und<br />
kämpfte – angefeuert von der Familie und Freunden – weiter<br />
mit. Schweißgebadet, aber glücklich, zelebrierte er den Siegesjubel<br />
auf besonders schöne Weise. Auch in seinen Matches vor<br />
dem Finale gegen Konstantin Hempel (TC 1899 Blau-Weiss –<br />
6:3, 6:3), Simon Wohlfahrt (LTTC “Rot-Weiß” – 6:3, 7:5), Dimid<br />
Grokhochinsky (LTTC “Rot-Weiß” – 6:2, 5:7, 6:4) und Pepe Quilitz<br />
(TC Heiligensee – 6:1, 6:2) hatte er seinen enormen Kampfeswillen<br />
demonstriert.<br />
Den U14-Wettbewerb gewann mit Nummer 2 Finn Fleischfresser<br />
(SV Berliner Bären) zweifellos einer der Top-Favoriten,<br />
der seine Titelanwartschaft auch von Beginn an klar unter Beweis<br />
stellte. In seinen vier Partien inklusive des Finales gab er<br />
gerade mal fünf Spiele ab. Im Endspiel gegen Gabriel Friedrich<br />
Rossi (LTTC “Rot-Weiß”, 6:0, 6:1) ließ der Sproß aus der Tennis-<br />
Familie mit den vielen Talenten so gut wie nichts anbrennen<br />
und machte aus Sicht seines zuschauenden Vaters Timo (Ex-<br />
Profi, Trainer) „nur wenig falsch“.<br />
In den beiden jüngsten Jungs-Klassen standen sich jeweils<br />
die beiden Topgesetzten in den Finals gegenüber. Dabei landete<br />
beide Male die Nummer 1 einen klaren Erfolg. Bei den<br />
U12ern gewann der “Blau-Weisse” Robert Marianovski gegen<br />
Lokalmatador Maximilian Thümmler (TK Blau-Gold Steglitz)<br />
mit 6:2, 6:1. Auch in der U11 war mit SCCer Paul Schwarzberg<br />
die Nummer 1 der Gewinner gegen den körperlich noch<br />
nicht so ausgereift wie sein Kontrahent wirkenden Veljko Djumic<br />
vom Grunewald TC, der gleichwohl ein schon beachtliches<br />
technisches Rüstzeug zur Anwendung und oft ein Duell auf<br />
Augenhöhe oder sogar mehr zuwege brachte. Das 6:3, 6:2 für<br />
Schwarzberg liest sich da klarer, als sich das Geschehen live ansehen<br />
ließ. Beide Finalisten hatten ihre<br />
drei Vorfinal-Matches ohne Satzverlust<br />
absolviert. Seit fünf Jahren ist die Familie<br />
des Serben in Deutschland zuhause,<br />
Filius Veljko ist noch in Belgrad geboren.<br />
Beim Grunewald TC haben sie ihre Tennis-Heimat<br />
gefunden, der Vater ist lizenzierter<br />
Trainer – man darf sich auf die<br />
weitere Entwicklung freuen.<br />
In den fünf weiblichen Konkurrenzen<br />
gab es im „Königswettbewerb“ der<br />
U18 ein Finale, bei dem man schon vor<br />
dem ersten Ballwechsel den Namen der<br />
Siegerin verraten konnte. Dass die neue<br />
Zweiter Platz in der U16:<br />
Theo Oeltermann (Weiße Bären Wannsee)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
53
Ç<br />
TVBB-Sport<br />
Finn Fleischfresser vom SV Berliner Bären (oben) gewinnt im Finale der U14<br />
gegen Gabriel Friedrich Rossi vom LTTC “Rot-Weiß”(links)<br />
wiederhergestellt. In der U16 holte sich Daria Strogalshikova<br />
(TC SCC) den Sieg. Sie gewann das Endspiel gegen die topgesetzte<br />
Clara Priemer (TC 1899 Blau-Weiss) mit 6:3 und 6:1.<br />
Im U14-Finale der Mädchen zwischen Katharina Reichert<br />
(TK Blau-Gold Steglitz) und Paula Deus (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
war für den Gastgeberverein dann der erhoffte und gefeierte<br />
„Heimsieg“ der Steglitzer zu erleben. Die topgesetzte Reichert<br />
gewann gegen die drei Jahre jüngere Nummer 2 mit 6:3 und<br />
Meisterin der Altersklasse nämlich „Steinkamp“ heißen würde,<br />
stand da schon fest. Im Endspiel traf die an Zwei gesetzte Milena<br />
Steinkamp auf ihre drei Jahre ältere Schwester Anna, die<br />
im Vorjahr in der U16 das Finale gegen Anna Persike (alle LTTC<br />
“Rot-Weiß”) in drei Sätzen verloren hatte. Diesmal galt Milena<br />
als klare Favoritin, sie war mit zwei Zweisatzsiegen ins Endspiel<br />
gelangt, aber Schwester Anna hatte in drei Matches ohne<br />
Satzverlust und vor allem mit dem 6:3, 6:4-Halbfinale gegen<br />
die topgesetzte Anna Persike (jetzt TC SCC) ihre starke Tagesform<br />
bewiesen. Das Endspiel verlief erstaunlich ausgeglichen.<br />
Milena gewann den ersten Satz mit 6:1 erwartet deutlich,<br />
verlor allerdings den zweiten überraschend 4:6. Im dritten<br />
war dann jedoch mit dem 6:0 der Favoritin die „Papierform“<br />
Veljko Djumic vom Grunewald TC erreicht in der U11 das Finale<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
54<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
TVBB-Sport<br />
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U11: Finalistin Melaniya Rolya (Dahlemer TC) gratuliert der Siegerin Feenia Kraus vom LTTC “Rot-Weiß” (oben)<br />
Melaniya Rolya (Dahlemer TC) mit 6:1, 6:1 den Sieg, nachdem<br />
beide Finalistinnen zuvor mit jeweils drei Zweisatzerfolgen<br />
überzeugten. Im Vorjahres-Finale der U11 hatten sich Paula<br />
Deus und Nicola Sokolska gegenübergestanden, das Deus mit<br />
7:5, 6:2 gewann.<br />
Klaus Weise<br />
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />
6:2, nachdem beide zuvor mit drei Zweisatzsiegen durchs Turnier<br />
marschiert waren. Reichert hatte dabei mit Maria Shpilevaya<br />
(BSV 1892 – 6:1, 6:2), Salma Briefkani (Zehl. Wespen, 6:0,<br />
6:1) und Carla Demmer (LTTC, 6:1, 6:1) starke Gegnerinnen ausgeschaltet.<br />
Bei den U12er Mädchen drehte im finalen Top-Duell die<br />
Nummer 2 Eva Mentner die Konstellation gegen die topgesetzte<br />
Nummer 1 Nicole Sokolska (beide TC 1899 Blau-Weiss)<br />
im Vereinsmatch mit 7:5 und 6:4 knapp zu ihren Gunsten um<br />
und holte sich mit alles in allem vier Matches ohne Satzverlust<br />
den Titel. Sokolska hatte auf dem Weg ins Endspiel im Halbfinale<br />
eine der aufregendsten Partien der TVBB-Meisterschaften<br />
bestritten, als sie gegen Alexandra Ilyunina (BSV 1892)<br />
beim 5:7, 6:3 und 15:13 ein Marathon-Match bestreiten musste.<br />
In der U11 holte sich in einem weiteren Duell der Topgesetzten<br />
Feenia Kraus (LTTC “Rot-Weiß”) gegen Nummer 2<br />
Milena Steinkamp besiegt Ihre Schwester Anna im Finale<br />
der U16 (beide LTTC “Rot-Weiß”)<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
55
Ç<br />
International<br />
Wimbledon Championships in London <strong>2024</strong>:<br />
Carlos Alcaraz verteidigt<br />
seinen Titel,<br />
Barbora Krejcikova folgt<br />
auf ihre Landsfrau<br />
Marketa Vondrousova<br />
Carlos Alcaraz<br />
Erneut geht der Wimbledon-Titel an Carlos Alcaraz. Der Spanier war schon im Vorjahr gegen Novak Djokovic<br />
nach packenden fünf Sätzen als Sieger vom Platz gegangen. Diesmal gab es eine Neuauflage. Doch der Serbe<br />
hatte dem wie entfesselt aufspielenden Weltranglistenzweiten wenig entgegenzusetzen. Lediglich im dritten<br />
Durchgang verlief die Partie ausgeglichen. Am Ende setzte sich der 21-Jährige aus Murcia mit 6:2, 6:2 und<br />
7:6 (7:4) durch und kassierte dafür die Rekordsumme von 2,75 Millionen €. Der topgesetzte Italiener Jannik Sinner<br />
musste bereits im Viertelfinale gegen den Russen Daniil Medvedev nach fünf umkämpften Sätzen die Segel streichen.<br />
Bei den Damen gab es eine neue Siegerin. Die an Nummer 31 eingestufte Barbora Krejcikova stand nach ihrem 3:6, 6:3,<br />
6:4-Halbfinalsieg gegen die an vier gesetzte Kasachin Elena Rybakina erstmals im Wimbledon-Endspiel. Ihre Gegnerin<br />
Jasmine Paolini aus Italien rang in der Vorschlussrunde Donna Vekic aus Kroatien knapp mit 2:6, 6:4 und 7:6 (10:8) nieder.<br />
Das Finale war eine ausgeglichene Partie. Am Ende hatte Krejcikova mit 6:2, 2:6, 6:4 das bessere Ende für sich, freute sich<br />
ebenfalls über 2,75 Millionen € Siegprämie und trat damit die Nachfolge ihrer Landsfrau Marketa Vondrousova an. Die an<br />
Nummer eins gesetzte Turnierfavoritin Iga Swiatek (Polen) kam auf dem Rasenbelag erneut nicht optimal zurecht und<br />
schied bereits in der dritten Runde gegen die Kasachin Yulia Putintseva mit 6:3, 1:6, 2:6 aus.<br />
Foto: Mathias Schulz-tennisphoto.de<br />
56<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
International<br />
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Zverev scheitert im Achtelfinale<br />
Von den deutschen Herren kam erwartungsgemäß Alexander<br />
Zverev am weitesten. Nach Siegen über Roberto Carballes<br />
Baena (Spanien), Marcos Giron (USA) und den Briten Cameron<br />
Norrie, die er allesamt in drei Sätzen bezwang, wartete im<br />
Achtelfinale der US-Amerikaner Taylor Fritz. Zunächst gewann<br />
der Deutsche die ersten beiden Sätze. Doch mit zunehmender<br />
Spieldauer wurde Fritz besser und Zverev machten Knieprobleme<br />
zu schaffen. Am Ende ging der fünfte Durchgang<br />
mit 6:3 an Fritz, womit für Zverev der Traum vom ersten Grand<br />
Slam-Titel frühzeitig ausgeträumt war. “Ich war nicht bei hundert<br />
Prozent heute”, erklärte der 27-Jährige nach dem Match<br />
und sprach von einem Knochenödem und einer Zerrung in der<br />
Kapsel im Knie. Damit geht der Fluch von Wimbledon für ihn<br />
weiter, denn bisher kam er noch nie über das Achtelfinale hinaus.<br />
Von den übrigen Deutschen erreichte Jan-Lennard Struff<br />
Runde drei, ehe er gegen Daniil Medvedev in vier Sätzen ausschied.<br />
Ansonsten überstand lediglich Daniel Altmaier noch die<br />
erste Runde, ehe anschließend nach fünf Sätzen gegen Denis<br />
Shapovalov (Kanada) das Aus kam.<br />
Alexander Zverev<br />
Die Siegerin Barbora Krejcikova<br />
(links) mit ihrer Finalgegnerin<br />
Jasmine Paolini<br />
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Jürgen Hasenkopf<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
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International<br />
Hat Grund zum Jubeln: Achtelfinalistin Sonja Zhenikova<br />
Bei den Frauen sah es noch düsterer aus. Zwar spielte sich Eva<br />
Lys durch die Qualifikation, doch in Runde eins war die Reise zu<br />
Ende. Auch Angelique Kerber, Tamara Korpatsch und Tatjana<br />
Maria schieden ohne Satzgewinn aus. Lediglich Jule Niemeier<br />
und Laura Siegemund kamen eine Runde weiter, ehe das Turnier<br />
auch für sie vorbei war. Dabei leistete die 36-jährige Laura<br />
Siegemund beim 3:6, 6:3, 3:6 gegen Elena Rybakina erheblichen<br />
Widerstand.<br />
Das Herren-Doppel ging an die Kombination Harri Heliovaara/Henry<br />
Patten (Finnland/Vereinigtes Königreich), die<br />
den Australiern Max Purcell/Jordan Thompson mit 6:7, 7:6, 7:6<br />
(11:9) den Titel wegschnappten. Bei den Damen setzten sich<br />
Taylor Townsend/Katerina Siniakova (USA/Tschechien) gegen<br />
Gabriela Dabrowski/Erin Routliffe (Kanada/Australien) mit 7:6,<br />
7:6 durch. Das Mixed wurde eine klare Angelegenheit für Jan<br />
Zielinski/Su-wei Hsieh (Polen/Taiwan), die die mexikanische<br />
Kombination Santiago Gonzalez/Giuliana Olmos mit 6:4, 6:2<br />
bezwangen.<br />
Sonja Zhenikhova kommt bis ins Achtelfinale,<br />
Titelgewinn für Max Schoenhaus<br />
Bei den Wimbledon Juniors kam die für den TK Blau-Gold Steglitz<br />
spielende 16-jährige Berlinerin Sonja Zhenikova bis in die<br />
Runde der letzten 16. Nach ihrem Auftaktsieg mit 3:6, 6:3, 7:5<br />
gegen Laima Vladson (Litauen) gelang in Runde zwei ein 7:6,<br />
4:6, 6:4 gegen die Nummer 9 der Setzliste Kristina Penickova<br />
aus den USA. Anschließend musste Zhenikova gegen Rositsa<br />
Dencheva beim 3:6, 0:6 die Überlegenheit der Bulgarin<br />
anerkennen. Im Doppel schaffte es Julia Stusek, die im Einzel<br />
in der zweiten Runde verlor, zusammen mit Julie Pastikova<br />
(Tschechien) bis ins Halbfinale. Bei den Junioren kamen<br />
zwar Max Schoenhaus und Tom Sickenberger im Einzel<br />
nicht über Runde eins hinaus. Doch Schoenhaus hatte trotzdem<br />
Grund zum Jubeln, denn mit Partner Alexander Razeghi<br />
(USA) gelang dem 16-Jährigen aus Soest beim 7:6, 6:4 gegen<br />
die Tschechen Jan Klimas/Jan Kumstat der Turniersieg in der<br />
Doppelkonkurrenz. Die Einzeltitel gingen schließlich an die<br />
topgesetzte Renata Jamrichova (Slowakei) und den an Nummer<br />
2 eingestuften Norweger Nicolai Budkov Kjaer.<br />
Zusammenfassung: Michael Matthess<br />
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de<br />
58<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
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International<br />
Rückblick French Open in Paris (Roland Garros) <strong>2024</strong>:<br />
Zverev scheitert im Finale knapp an Alcaraz<br />
60<br />
Mit einer starken Leistung wartete Alexander Zverev bei den French Open in Paris auf. Nach<br />
sechs siegreichen Partien forderte er im Finale Carlos Alcaraz über fünf Sätze. Am Ende setzte<br />
sich der an Nummer 3 eingestufte Spanier knapp durch. Wesentlich einseitiger verlief das<br />
Turnier bei den Damen. Die topgesetzte Iga Swiatek zeigte sich der Konkurrenz überlegen.<br />
Im Viertelfinale bezwang die Polin Marketa Vondrousova aus Tschechien klar mit 6:0, 6:2.<br />
Anschließend gab sie Coco Gauff (USA) mit 6:2, 6:4 das Nachsehen und im Endspiel ließ sie sich<br />
auch von der an Position 12 eingestuften Überraschungsfinalistin Jasmine Paolini aus Italien<br />
nicht von der Siegerstraße abbringen und gewann souverän mit 6:2, 6:1.<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
Alexander Zverev mehrmals hart gefordert<br />
Bereits zum Auftakt bekam es Alexander Zverev<br />
mit “Altmeister” Rafael Nadal (Spanien)<br />
zu tun. Am Ende setzte sich der Deutsche sicher<br />
mit 6:3, 7:6, 6:3 durch. Und auch im Anschluss<br />
ließ er sich von dem Belgier David Goffin<br />
nicht überraschen und siegte mit 7:6, 6:2,<br />
6:2. Ab Runde drei wurde es jedoch ernst. Zunächst<br />
stand die Partie gegen den Niederländer<br />
Tallon Griekspoor auf dem Programm. Nach<br />
einer langwierigen Auseinandersetzung behielt<br />
Zverev mit 3:6, 6:4, 6:2, 4:6 und 7:6 (10:3)<br />
die Oberhand. Und auch im Achtelfinale musste<br />
der Weltranglistenvierte gegen den Dänen<br />
Holger Rune beim 4:6, 6:1, 5:7, 7:6 (7:2), 6:2 harten<br />
Widerstand brechen. Deutlicher verlief dann<br />
das Viertelfinalspiel gegen den Australier Alex<br />
de Minaur, dass Zverev mit 6:4, 7:6 (7:1), 6:4 für<br />
sich entschied. Und auch in der Vorschlussrunde<br />
ließ er sich von Casper Ruud, der zuvor von der<br />
verletzungsbedingten Absage des an Nummer<br />
1 eingestuften Novak Djokovic (Serbien) profitierte,<br />
nicht vom Weg ins Finale aufhalten. Nach<br />
Alcaraz und Zverev vor dem Finale<br />
schwachem Beginn bekam er das Match immer<br />
besser in den Griff und schaltete den Norweger<br />
mit 2:6, 6:2, 6:4, 6:2 aus. Im Finale verließen Zverev<br />
in dem fast viereinhalbstündigen Duell dann<br />
nach drei Durchgängen langsam die Kräfte, sodass<br />
Alcaraz nach fünf Sätzen mit 6:3, 2:6, 5:7,<br />
6:1, 6:2 den Siegerpokal in die Höhe stemmen<br />
konnte. Für den Spanier, der nach den US Open<br />
2022 und Wimbledon 2023 nun auch zum ersten<br />
Mal in Paris triumphierte, gab es ein Preisgeld<br />
von 2,4 Millionen €. Zverev konnte sich<br />
immerhin mit der Hälfte der Summe trösten.<br />
Von den übrigen deutschen Akteuren schaffte<br />
es Jan-Lennard Struff bis in die dritte Runde,<br />
ehe er Alex de Minaur in vier Sätzen unterlag.<br />
Daniel Altmaier, Maximilian Marterer und Qualifikant<br />
Henri Squire schieden in Runde zwei aus,<br />
während Yannik Hanfmann und Dominik Koepfer<br />
bereits zum Auftakt hängenblieben.<br />
Laura Siegemund gewinnt im Mixed<br />
Im Frauenwettbewerb überstanden zwar Eva<br />
Lys und Jule Niemeier die Qualifikation, allerdings<br />
war dann für beide in der ersten Runde<br />
das Turnier zu Ende. Auch für Tatjana Maria<br />
und Laura Siegemund waren die French Open<br />
nach einem Match vorbei. Das gleiche Schicksal<br />
ereilte Angelique Kerber, die der Niederländerin<br />
Arantxa Rus mit 4:6, 3:6 den Vortritt lassen<br />
musste. Einzig Tamara Korpatsch kam eine<br />
Runde weiter, ehe gegen Qin Zheng (China) mit<br />
2:6, 2:6 Schluss war.<br />
Dennoch durfte aus deutscher Sicht<br />
ein Turniererfolg gefeiert werden. Doppelspezialistin<br />
Laura Siegemund hatte sich kurz<br />
Fotos: Jürgen Hasenkopf
International<br />
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Auf Sand kaum zu stoppen: Carlos Alcaraz<br />
vor Turnierbeginn mit dem Franzosen Edouard<br />
Roger-Vasselin zusammengetan. Am Ende<br />
lief es für die an Nummer 2 eingestufte Kombination<br />
so gut, dass sie im Finale gegen Desirae<br />
Krawczyk/Neal Skupski (Polen/Großbritannien)<br />
den Center Court dank eines 6:4, 7:5-Erfolgs jubelnd<br />
verlassen konnten. In der Herren-Doppelkonkurrenz<br />
holten sich Mate Pavic und Marcelo<br />
Arévalo (Kroatien/El Salvador) als Nummer<br />
neunzehn der Setzliste den Titel mit einem 7:5,<br />
6:3 gegen die Italiener Andrea Vavassori/Simone<br />
Bolelli. Das Damendoppel ging an Coco Gauff/<br />
Katerina Siniakova (USA/Tschechien), die die italienische<br />
Kombination Sara Errani und Jasmine<br />
Paolini mit 7:6 (7:5) und 6:3 in Schach hielten.<br />
Schließlich gab es bei den Juniorinnen- und<br />
Juniorenwettbewerben aus deutscher Sicht<br />
wenig Lichtblicke. Bei den Juniorinnen unterlag<br />
die 16-jährige Berlinerin Sonja Zhenikhova<br />
in Runde eins der an Nummer 15 eingestuften<br />
Kaitlyn Rolls (USA) in zwei Sätzen. Und auch<br />
Julia Stusek scheiterte zum Auftakt. Bei den Junioren<br />
schied Max Stenzer ebenfalls in Runde<br />
eins aus. Dafür überstand Max Schoenhaus die<br />
Anfangspartie, ehe er im Sechzehntelfinale die<br />
Segel streichen musste. Die Turniersiege ging an<br />
den US-Amerikaner Kaylan Bigun und Tereza Valentova<br />
aus Tschechien.<br />
Zusammenfassung: Michael Matthess<br />
Fotos: Jürgen Hasenkopf<br />
Gewinnen im Mixed: Laura Siegemund<br />
und der Franzose Edouard Roger-Vasselin<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
61
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International<br />
Bad Homburg Open:<br />
Überraschung beim<br />
Rasenturnier der Damen<br />
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de<br />
Bei der zur WTA 500-Kategorie zählenden und mit<br />
923.000 $ dotierten Veranstaltung im Kurpark düpierte die<br />
ungesetzte Diana Shnaider die Konkurrenz.<br />
Die in der Weltrangliste auf Platz 47 geführte Russin ließ bereits<br />
zum Auftakt gegen Angelique Kerber aufhorchen. Dank eines<br />
7:5, 6:3-Erfolgs schaffte es die 20-Jährige in die nächste Runde.<br />
Nach zwei weiteren Siegen stand sie im Halbfinale und kämpfte<br />
die Nummer 3 der Setzliste Emma Navarro (USA) mit 7:5,<br />
2:6, 6:3 nieder. In der anderen Tableauhälfte zeigte die Kroatin<br />
Donna Vekic ihre Rasenplatzqualitäten. Im Halbfinale gegen<br />
die Bulgarin Viktoriya Tomova hatte sie lediglich im zweiten<br />
Satz Mühe, gewann aber am Ende mit 6:0, 7:6 (8:6). Im ausgeglichenen<br />
Finale beeindruckte Shnaider immer wieder mit<br />
ihrer schnellen und druckvollen Vorhand. Vekic hielt jedoch gut<br />
dagegen. Nach drei Sätzen hatte schließlich die russische Linkshänderin<br />
mit 6:3, 2:6, 6:3 die Nase vorn und durfte sich über<br />
eine Siegprämie von 76.225,– € freuen. Von den deutschen<br />
Spielerinnen zeigte Jule Niemeier zum Auftakt eine starke Leistung.<br />
Gegen die topgesetzte Maria Sakkari (Griechenland) setzte<br />
sich Niemeier mit 2:6, 6:2, 7:6 (7:4) durch. Eine Runde später<br />
kam die Deutsche gegen Paula Badosa aus Spanien im<br />
ersten Satz gut in die Partie und holte diesen mit 6:4. Im Anschluss<br />
zeigte die Formkurve wie schon eine Woche zuvor in<br />
Berlin wieder nach unten, was Badosa zum 4:6, 6:2, 6:1 nutzte.<br />
Neben Angelique Kerber kamen auch Tatjana Maria, Tamara<br />
Korpatsch und Julia Stusek nicht über die erste Runde hinaus.<br />
Die Doppelkonkurrenz gewannen die an Nummer 1 gesetzten<br />
Nicole Melichar-Martinez/Ellen Perez (USA/Mexiko), die in einer<br />
spannenden Partie gegen Hao-Ching Chan/Veronika Kudermetova<br />
(Taiwan/Russland) mit 4:6, 6:3, 10:8 das bessere Ende<br />
für sich hatten. Mit 55.000 Zuschauern wurde in Bad Homburg<br />
ein neuer Zuschauerrekord aufgestellt. Zudem freuten sich die<br />
Verantwortlichen, dass der Standort mindestens bis 2029 gesichert<br />
ist.<br />
Zusammenfassung: Michael Matthess<br />
Siegt überraschend: Diana Shnaider<br />
62<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
International<br />
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<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong><br />
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International<br />
Die große Karriere von Angelique Kerber endet bei den Olympischen Spielen<br />
in Paris <strong>2024</strong> in einem epischen Match im Viertelfinale gegen Qinwen Zheng<br />
Angelique Kerber hat ihre Karriere nach Olympia beendet<br />
Eine außergewöhnliche sportliche<br />
Laufbahn geht zu Ende.<br />
Angelique Kerber hat in einem emotionalen Instagram-Post bekannt gegeben, dass<br />
sie nach den Olympischen Spielen in Paris ihre aktive Karriere als Tennisspielerin<br />
beenden wird. Kerber, geboren am 18. Januar 1988 in Bremen, war über 20 Jahre<br />
als Profispielerin auf der WTA-Tour aktiv und erzielte dabei herausragende Erfolge.<br />
Im Februar 2023 wurde sie Mutter einer Tochter und kehrte weniger als ein Jahr<br />
später auf die Tennistour zurück. Gemeinsam mit dem DTB-Team gewann sie in<br />
beeindruckender Manier den United Cup in Australien.<br />
Angelique Kerber mit der<br />
Silbermedaille der Olympischen<br />
Spiele in Rio 2016<br />
„Mit Angelique Kerber tritt eine der erfolgreichsten und<br />
populärsten Tennisspielerinnen ab, die Deutschland je<br />
hervorgebracht hat. Mit ihrem besonderen Kampfgeist<br />
und der großen Leidenschaft auf dem Platz war sie stets<br />
ein strahlendes Vorbild für junge Nachwuchsspieler:innen.<br />
Wie sie sich auch nach Verletzungen und Rückschlägen<br />
mit großem Einsatz immer wieder erfolgreich zurückgearbeitet<br />
hat, verdient allerhöchste Anerkennung. Ihre<br />
Erfolgsbilanz ist beeindruckend: Mit ihren Grand-Slam-Titeln<br />
bei den Australian Open und den US Open 2016 sowie<br />
Wimbledon 2018, der Silbermedaille bei den olympischen<br />
Spielen 2016 in Rio und der Eroberung der Position 1 in<br />
der Damen-Weltrangliste, hat sie Tennis-Geschichte geschrieben.<br />
Wir danken Angie für ihre großen Verdienste<br />
um den deutschen Tennissport und werden sie auf dem<br />
Platz vermissen“, so DTB-Präsident Dietloff von Arnim.<br />
Die Olympischen Spiele in Paris bilden den Abschluss<br />
dieser großartigen Karriere. Im Damenturnier spielte sich<br />
Angelique Kerber in Roland Garros bis ins Viertelfinale. In<br />
einem grandiosen dreistündigen Match gegen die Chinesin<br />
Qinwen Zheng wehrte Kerber drei Matchbälle ab,<br />
unterlag aber knapp mit 7:6(4), 4:6, 6:7. Vor allem der gesamten<br />
Tenniswelt bot sie ein äußerst sehenswertes Abschiedsmatch.<br />
Bereits der Sieg in der ersten Runde der<br />
Olympischen Spiele in Paris gegen Naomi Osaka überraschte<br />
selbst Kerber. Sich bis ins Viertelfinale zu spielen,<br />
ist einfach nur stark. Erhobenen Hauptes, wenn auch mit<br />
etwas Wehmut und Tränen in den Augen, verabschiedete<br />
sich Kerber. Wir sagen Danke, für eine großartige Tennisspielerin.<br />
DTB/Claudio Gärtner<br />
Fotos: DTB/Paul Zimmer, imago images/Paul Zimmer<br />
64<br />
<strong>matchball</strong> | 03 – <strong>2024</strong>
Dominik Klein<br />
Ehemaliger Handball-Nationalspieler<br />
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