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Dialog August 2024

Zeitschrift des Gymnasiums Immensee

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<strong>Dialog</strong><br />

Orientierung<br />

in Zeiten<br />

des Wandels<br />

Wie das Gymnasium Immensee<br />

seinen Lernenden hilft, ihren Rucksack<br />

für ein erfolgreiches und glückliches<br />

Leben zu füllen<br />

> 26<br />

<strong>August</strong><br />

<strong>2024</strong><br />

Matura <strong>2024</strong>:<br />

Ein Spitzenjahrgang > 4<br />

Blocktage und Projektwoche:<br />

Neue Erfahrungen sammeln > 38<br />

Ehemalige:<br />

Journalistin und Jurist > 54


Schaum<br />

schlagen<br />

An ihrem LSD («last school<br />

day») treiben die Maturae<br />

und Maturi am Gymi Immensee<br />

traditionellerweise allerlei<br />

Schabernack, bevor dann<br />

nach der zeitnahen Entgegennahme<br />

des Reifezeugniss<br />

es der Ernst des Lebens<br />

(oder so ähnlich) beginnt.<br />

So schlug der Maturajahrgang<br />

<strong>2024</strong> am 14. Juni LSD-<br />

Schaum. Schampar schön!<br />

FOTO: MB<br />

2 ALLES SCHAUM ODER WAS?!<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


INHALT «DIALOG» AUGUST <strong>2024</strong><br />

Matura <strong>2024</strong> 4<br />

Editorial | Impressum 9<br />

Aktuell10<br />

Thema «Orientierung in Zeiten des Wandels» 26<br />

Blocktage38<br />

Projektwoche42<br />

Schule46<br />

Maturaarbeiten50<br />

Ehemalige54<br />

VGI-Alumni61<br />

Personalia62<br />

Termine63<br />

Infoanlässe <strong>2024</strong>/2025<br />

Letzte<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> INHALT 3


Spitzenjahrgang<br />

Die Maturae und Maturi <strong>2024</strong> gehen als Spitzenjahrgang in die bisherige Geschichte des Gymna siums<br />

Immensee ein. Alle 59 Kandidierenden haben die Reifeprüfung mit beeindruckend hohen Noten<br />

bestanden. QR-Code scannen und im Kurzvideo entspannt auf die Maturafeier zurückblicken.<br />

FOTO: SMO!<br />

4 MATURA <strong>2024</strong><br />

GYMNASIUM IMMENSEE


DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURA <strong>2024</strong> 5<br />

> 6


5 ><br />

«Eure Träume sollten euch bei<br />

allen Entscheidungen leiten»<br />

Alle 59 Kandidierenden, die am<br />

Gymnasium Immensee zu den<br />

Maturaprüfungen <strong>2024</strong> angetreten<br />

waren, haben bestanden.<br />

Dabei war das Niveau der erzielten<br />

Noten aussergewöhnlich<br />

hoch. Am Abend des 28. Juni<br />

<strong>2024</strong> wurde den Maturae und<br />

Maturi im Küssnachter Monséjour<br />

das Reifezeugnis überreicht.<br />

Den Auftakt zur festlichen Maturafeier<br />

machten Schülerinnen und<br />

Schüler des Ergänzungsfachs Musik<br />

unter der Leitung von Franziska<br />

Trottmann und Marc Moscatelli.<br />

Sie begleiteten den gesamten<br />

Anlassmit stimmigen Liedern.<br />

Nach der Begrüssung gratulierte<br />

Rektor Benno Planzer den Maturae<br />

und Maturi herzlich zu ihrem<br />

Erfolg. Zugleich erinnerte er die<br />

jungen Leute daran, dass die Welt<br />

vor enormen Herausforderungen<br />

stehe, zu deren Bewältigung sie<br />

mit ihrem vertieften Verständnis<br />

für grosse und kleine Zusammenhänge<br />

beitragen können: «Da seid<br />

ihr in den nächsten Jahren nicht nur<br />

in Fragen der Umwelt und Nachhaltigkeit<br />

besonders gefordert.<br />

Heute werden weltweit Menschlichkeit,<br />

Freiheit und Demokratie<br />

in einem unvorstellbaren Ausmass<br />

infrage gestellt. Da vertraue ich<br />

auf klare Haltungen von euch. Ich<br />

vertraue auf euer Verständnis in<br />

politischen und geschichtlichen<br />

Belangen. Ich vertraue darauf, dass<br />

ihr dank eurer Reife kritisch und<br />

unabhängig urteilen könnt, euch<br />

eine eigene Meinung bildet, diese<br />

mutig vertretet und konsequent für<br />

menschliche und freiheitliche Werte<br />

einstehen werdet. Ich vertraue auf<br />

ETH-Robotik-Koryphäe Prof. Dr. Roland Siegwart motivierte die Maturae und Maturi:<br />

«Verfolgt eure Träume, nutzt eure Chance, entwickelt eure Kompetenzen und gebt nicht auf.»<br />

eure Offenheit, euer ethisches<br />

Fundament und euren kritischen<br />

Geist, damit ihr bahnbrechenden<br />

zukünftigen Entwicklungen wie<br />

etwa der künstlichen Intelligenz<br />

in allen Belangen gewachsen<br />

seid und diese verantwortungsvoll<br />

nutzen werdet.»<br />

Sich selbst treu bleiben<br />

Als Keynote-Speaker trat<br />

Prof. Dr. Roland Siegwart vors<br />

Mi krofon. Der ETH-Professor ist einer<br />

der weltweit renommiertesten<br />

Experten für Robotik. So haben er<br />

und sein Team vor etwas mehr als<br />

zwanzig Jahren der ersten Drohne<br />

das Fliegen beigebracht. Darüber<br />

hinaus ist Siegwart unter anderem<br />

Co-Leiter des Wyss Zurich Translational<br />

Center, das sich mit regenerativer<br />

Medizin oder medizinischen<br />

Gerätetechnologien befasst. «Eure<br />

Träume sollten euch bei allen Entscheidungen leiten»,<br />

empfahl er den Maturae und Maturi, «aktuell bei der<br />

Wahl der nächsten Bildungsschritte, aber auch in der<br />

weiteren Zukunft. Sie sind euer Leitstern und definieren<br />

eure Lebensziele und die Sinnhaftigkeit eurer Aktivitäten.»<br />

Siegwart gab «Lernblätze» aus seinem eigenen<br />

akademischen und beruflichen Werdegang weiter:<br />

«Ich bin überzeugt, dass mehrere Wege zum Glück und<br />

zu einem erfüllten Berufsleben führen, solange man<br />

etwas macht, was einen begeistert.» Er appellierte<br />

an die Maturandinnen und Maturanden, die sich ihnen<br />

bietenden Chancen zu packen: «Künstliche Intelligenz<br />

öffnet ganz neue Möglichkeiten und wird alle Bereiche<br />

unseres Lebens verändern, von der Technologie über<br />

die Medizin und die Geisteswissenschaften. Nutzt<br />

diese grossartigen Chancen, taucht in diese neue Welt<br />

ein, die euch helfen wird, eure Träume und Visionen<br />

voranzubringen.» Siegwart mahnte aber auch an, dass<br />

Erfolg und Glück eng mit den persönlichen Kompetenzen<br />

und Talenten gekoppelt seien: «Versucht eure<br />

Talente zu finden und sie zu echten Kompetenzen zu<br />

entwickeln. Talente werden erst durch harte Arbeit zu<br />

wirklichen Kompetenzen. Ohne Fleiss kein Preis.» Auch<br />

wenn die Matura neue Freiheiten eröffne, «verfolgt<br />

6<br />

MATURA <strong>2024</strong><br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Schülerinnen und Schüler des Ergänzungsfachs Musik unter der Leitung von Franziska Trottmann und Marc Moscatelli begleiteten die Maturafeier mit<br />

ihren Darbietungen.<br />

eure Träume, nutzt eure Chance,<br />

entwickelt eure Kompetenzen, und<br />

gebt nicht auf. Straucheln gehört<br />

zum Leben. Wichtig ist, dass man<br />

wieder aufsteht, sich weiter mit Begeisterung<br />

am Leitstern orientiert<br />

und sich treu bleibt.» Das Plenum<br />

spendete Siegwarts motivierenden<br />

Worten begeistert Applaus.<br />

Sozialpreis, beste Matura<br />

und Zeugnisübergabe<br />

Der Sozialpreis ging an Sarah<br />

Stölzel aus Immensee. Er wird von<br />

den Maturandinnen und Maturanden<br />

selbst als Anerkennung für<br />

ausserordentliches Engagement<br />

zugunsten der Klasse und der<br />

Schulgemeinschaft verliehen.<br />

Dann folgte die Übergabe der<br />

heiss begehrten Ma tura zeugnisse.<br />

«Eure Maturaleistungen sind be -<br />

ein druckend», sagte Planzer,<br />

«in all meinen Jahren als Rektor habe<br />

ich noch nie so hohe Abschlussnoten<br />

gesehen, sowohl im Einzelnen<br />

als auch über alle 59 Schülerinnen<br />

und Schüler hinweg.»<br />

Den Spitzenplatz für die beste<br />

Matura mit einem Notendurchschnitt<br />

von 5,885 teilen sich<br />

Karol Ziólek, Meggen, und Andrea<br />

Zeindler, Schwyz. Die zweitbeste<br />

Leistung (Notendurchschnitt 5,462)<br />

erzielten Julia Birchler, Hünenberg,<br />

und Nico Stämpfli, Udligenswil.<br />

Zu guter Letzt erhielten alle Absolventinnen<br />

und Absolventen das<br />

Maturazeugnis.<br />

Blick zurück<br />

Traditionell gehört das Schlusswort<br />

den Maturandinnen und Maturanden.<br />

Sarah Stölzel und Karol Ziólek blickten<br />

in einer launigen Rede auf ihre<br />

Zeit am Gymi zurück.<br />

Rektor Benno Planzer beklatscht die erfolgreichen<br />

Maturandinnen und Maturanden: «In all meinen Jahren<br />

als Rektor habe ich noch nie so hohe Abschlussnoten<br />

gesehen, sowohl im Einzelnen als auch über alle<br />

59 Schülerinnen und Schüler hinweg.»<br />

TEXT, FOTOS: SMO!<br />

> 8<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURA <strong>2024</strong> 7


7 ><br />

Prorektor Michel Rey (l.) und Rektor Benno Planzer (2. v. l.) überreichen den überglücklichen Maturandinnen und Maturanden das Zeugnis.<br />

Matura <strong>2024</strong><br />

SOZIALPREIS<br />

DIE 59 MATURAE UND MATURI<br />

IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE<br />

Sarah Stölzel, Immensee<br />

BESTE MATURA<br />

1. Rang:<br />

Andrea Zeindler, Schwyz,<br />

Notendurchschnitt 5,885<br />

Karol Ziólek, Meggen,<br />

Notendurchschnitt 5,885<br />

2. Rang:<br />

Julia Birchler, Hünenberg,<br />

Notendurchschnitt 5,462<br />

Nico Stämpfli, Udligenswil,<br />

Notendurchschnitt 5,462<br />

Allemann Luisa, Küssnacht am Rigi<br />

Anthopoulou Evrydiki, Hünenberg<br />

Barraclough Melanie, Merlischachen<br />

Betschart Björn, Buonas<br />

Birchler Julia, Hünenberg<br />

Bruggmann Lisa, Küssnacht am Rigi<br />

Bürgi Anna, Meierskappel<br />

Calder Nicolas, Immensee<br />

Camenzind Bettina, Vitznau<br />

Camuglia Sara, Morschach<br />

Cirstea Mara, Küssnacht am Rigi<br />

Dobry Vera, Udligenswil<br />

Erni Stephanie, Luzern<br />

Erzinger Lisette, Udligenswil<br />

Fässler Nils, Wollerau<br />

Feil Claire, Rotkreuz<br />

Gasser Fijanne, Buchrain<br />

Gut Alina, Immensee<br />

Hächler Lynn, Zollikerberg<br />

Hunkeler Laurin, Luzern<br />

Janner Nora, Weggis<br />

Jud Olaf, Baar<br />

Keller Mattia, Zürich<br />

Kessler Gioia, Küssnacht am Rigi<br />

Küttel Tabea, Greppen<br />

Liechti Jonas, Goldau<br />

Litvinenko Elena, Zug<br />

Lüthold Felix, Küssnacht am Rigi<br />

Manzione Bianca, Meierskappel<br />

Meyer Amalie, Kilchberg ZH<br />

Moser Tina, Küssnacht am Rigi<br />

Müller Leandra, Immensee<br />

Müller Paula, Immensee<br />

Nägeli Ruven, Pfäffikon SZ<br />

O'Toole Joy, Udligenswil<br />

Pantaleoni Alessio, Hünenberg See<br />

Ruoss Hudson, Brunnen<br />

Sagat Adia, Weggis<br />

Schär Ian, Hünenberg See<br />

Schmitt Maximilian, Steinhausen<br />

8 MATURA <strong>2024</strong><br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Editorial<br />

VON BENNO PLANZER<br />

REKTOR<br />

BENNO.PLANZER@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER<br />

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Matura <strong>2024</strong> heissen<br />

(v. l. n. r.) Andrea Zeindler, Schwyz, und Karol Ziólek, Meggen<br />

(beide im 1. Rang), Sarah Stölzel, Immensee (Sozialpreis),<br />

sowie Nico Stämpfli, Udligenswil, und Julia Birchler, Hünenberg<br />

(beide im 2. Rang).<br />

Schönfeld Julia, Küssnacht am Rigi<br />

Schwab Robyn, Weggis<br />

Sroka Estera, Küssnacht am Rigi<br />

Stämpfli Nico, Udligenswil<br />

Stöckli Bruno, Küssnacht am Rigi<br />

Stölzel Sarah, Immensee<br />

Taormina Sofia, Küsnacht ZH<br />

Tgetgel Tristan, Weggis<br />

Thorball Alexander, Weggis<br />

Tschopp Jonas, Küssnacht am Rigi<br />

Ulrich Livia, Küssnacht am Rigi<br />

Vontavon Shanice, Udligenswil<br />

Waldvogel Nora, Merlischachen<br />

Weibel Jonah, Wilen bei Wollerau<br />

Weymann Wyona, Küssnacht am Rigi<br />

Wüthrich Étienne, Binningen<br />

Zeindler Andrea, Schwyz<br />

Zimmerli Luis, Einsiedeln<br />

Ziólek Karol, Meggen<br />

Das Hauptthema dieses «<strong>Dialog</strong>s» – «Orientierung in<br />

Zeiten des Wandels» – behandelt das Spannungsfeld<br />

zwischen Strukturen geben und Freiheiten zulassen.<br />

Wie können Eltern/Erziehungsberechtigte und das Gymnasium<br />

Immensee die jungen Lernenden beim Heranwachsen<br />

unterstützen? Wo bieten wir Halt und Orientierung?<br />

Wann übergeben wir wie viel Verantwortung?<br />

Das Maturazeugnis bescheinigt nebst der fachlichen<br />

und überfachliche Kompetenz auch die im Hauptthema<br />

angesprochene Persönlichkeitsreife. Ende Juni durften<br />

wir einen aussergewöhnlichen Jahrgang auszeichnen.<br />

Er glänzte mit überdurchschnittlich guten Noten und<br />

eindrucksvoller Reife.<br />

Die Projektwoche, die Blocktage, der Silber-Award beim<br />

«Youngpreneurs Zentralschweiz»-Contest, die Spitzenleistungen<br />

beim Känguru-Mathematikwettbewerb<br />

oder die hervorragenden Maturaarbeiten zeugen von<br />

der Vielfalt und Qualität der Bildung an unserem Gymi.<br />

Darüber hinaus zeigt unsere Schulgemeinschaft mit der<br />

Sammelaktion der zweiten Klassen oder mit «Finland<br />

meets Switzerland» auch soziale Verantwortung.<br />

Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die heute bemerkenswerte<br />

Persönlichkeiten sind, teilen ihre Erfahrungen<br />

und geben inspirierende Einblicke in ihr Leben.<br />

Doch lesen Sie selbst, und entdecken Sie den bunten<br />

Gymi-Kosmos. Ich wünsche Ihnen lebhafte Erkenntnisse.<br />

Titelbild<br />

Am Abend des 24. Juni <strong>2024</strong> schlossen die Gymi-<br />

Internen im Garten des Barralhauses das Schuljahr<br />

2023/<strong>2024</strong> mit einem fröhlichen Grillfest ab. FOTO: SMO!<br />

Impressum <strong>August</strong> <strong>2024</strong><br />

Herausgeber: Rektorat Gymnasium Immensee<br />

Adresse: «<strong>Dialog</strong>», Gymnasium Immensee,<br />

Bethlehemweg 12, CH-6405 Immensee,<br />

Telefon 041 854 81 81, info@gymnasium-immensee.ch<br />

Verantwortlich für diese Ausgabe: Benno Planzer, Rektor<br />

Fotos: Michael Brühlmeier (MB), Texte/Fotos:<br />

David Coulin (DC), Realisation: smo! GmbH<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EDITORIAL | IMPRESSUM 9


Neue Mitarbeitende<br />

Herzlich willkommen!<br />

LISA GASSER, DEUTSCH UND ENGLISCH<br />

LISA.GASSER@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

SPRACHE IST ÜBERALL PRÄSENT<br />

Seit März <strong>2024</strong> durfte ich bereits als Aushilfe am<br />

Gymnasium Immensee Deutsch unterrichten und<br />

freue mich daher umso mehr, nun auch in diesem<br />

Schuljahr zum Lehrpersonenteam zu gehören.<br />

Neben Deutsch werde ich auch Englisch unterrichten,<br />

das ich im Hauptfach an der Universität Zürich<br />

studiert habe. Ich freue mich sehr darauf, beide<br />

Fächer vermitteln zu dürfen, da mich Sprachen, ihre<br />

Entstehung und ihr Erlernen faszinieren. Englisch<br />

als Zweitsprache zu lernen, erfordert eine ganz andere<br />

Struktur als das muttersprachliche Deutsch. Durch<br />

das Sprachstudium ist mir bewusst geworden, dass<br />

Sprache überall präsent ist und dass ohne sie nichts<br />

so funktionieren würde, wie es das jetzt tut – so<br />

könnte ich ohne sie auch diesen Text nicht verfassen.<br />

Ich mag das Unterrichten, da ich auch viele kreative<br />

Elemente einbauen kann. Dass mir die Arbeit zusammen<br />

mit Kindern und Jugendlichen Spass macht,<br />

wurde mir vor allem durch den Blauring bewusst.<br />

Ich war fünfzehn Jahre lang Mitglied im Blauring<br />

Seewen, wo ich aufgewachsen bin. Ich kann immer<br />

noch nicht ganz davon lassen, da ich nun aktiv in<br />

der Kantonsleitung der Jubla Uri/Schwyz tätig bin.<br />

Daneben mag ich es, zu lesen, zu backen und zu<br />

reisen. Vor allem Grossbritannien hat es mir angetan,<br />

nachdem ich mehrere Monate in Belfast, Edinburgh<br />

und Liverpool hatte verbringen dürfen, sodass ich<br />

auch jetzt noch mehrmals pro Jahr wieder dorthin<br />

zurückgehe. See you soon!<br />

NADINE PURTSCHERT, MUSIK<br />

NADINE.PURTSCHERT@<br />

GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

DIE MELODIE DES LEBENS<br />

Als Musikerin betrachte ich mich als Botschafterin der<br />

schönsten Sprache, die man hören und selbst sprechen<br />

kann. Musik begleitet meinen Alltag in all ihren Facetten:<br />

ob am Klavier, beim Singen, beim Musizieren in<br />

Gruppen, auf Konzerten oder einfach durch Kopfhörer<br />

auf dem Nachhauseweg. Dabei gibt es so viele verschiedene,<br />

faszinierende Musikgenres, dass man immer<br />

wieder neue kleine Welten für sich entdecken kann.<br />

Doch Musik ist nicht alles, was mich ausmacht: Ich bin<br />

stets in Bewegung und halte mich gerne fit. Meine<br />

Freizeit verbringe ich am liebsten unter blauem Himmel<br />

mit meinen Liebsten.<br />

Ich freue mich sehr, den Alltag der Schülerinnen und<br />

Schüler des Gymnasiums Immensee mit mehr Musik<br />

und neuem Wissen zu bereichern!<br />

URTE SCHUERMANN, INTERNAT<br />

URTE.SCHUERMANN@<br />

GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

WIE WAR DAS NOCH MIT «DEN<br />

WURZELN UND DEN FLÜGELN»?<br />

Alles nur abgedroschene Metaphern? Ein angestaubtes<br />

Zitat Goethes? Nein, es gibt Bilder, die waren und<br />

bleiben aktuell!<br />

Verleihen wir unseren Kindern und Jugendlichen Wurzeln,<br />

so geben wir ihnen Halt. Sie können Vertrauen<br />

entwickeln, in sich und in andere. Sie erfahren Stabilität<br />

und somit Sicherheit, auch in und für Situationen,<br />

wenn es einmal nicht «rund laufen» sollte. Die Flügel<br />

hingegen erlauben ihnen, selbstständig zu werden,<br />

offen zu sein, etwas auszuprobieren, zu wagen und<br />

Verantwortung zu übernehmen.<br />

Ich habe 1990 in Deutschland mein Staatsexamen zur<br />

Erzieherin absolviert. Seither durfte ich sehr verschiedene<br />

Erfahrungen sammeln: Ich arbeitete (und arbeite)<br />

mit Kindern im Alter von drei Monaten bis zwölf Jahren.<br />

Zum Teil arbeitete ich mit Kindern, welche aus verschiedenen<br />

Gründen spezielle Förderung brauchten<br />

und auch mit behinderten Erwachsenen. Jugendliche<br />

im Alter von zwölf Jahren aufwärts haben mich bisher<br />

hauptsächlich privat gefordert. Mit drei Mädchen und<br />

einem Jungen in einer Patchworkfamilie denke ich<br />

jedoch, es ist nicht vermessen, wenn ich behaupte,<br />

auch in dieser Altersgruppe über ein gewisses Mass<br />

an Erfahrung zu verfügen. <br />

Ich freue mich riesig, die Jugendlichen und jungen<br />

Erwachsenen des Internats Immensee ein Stück auf<br />

ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen und zu beobachten,<br />

wie sie ihre Flügel aufspannen.<br />

10<br />

AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


DER ROTE FADEN …<br />

BEATRICE KRÜGEL,<br />

LEITERIN FINANZEN UND DIENSTE<br />

BEATRICE.KRUEGEL@<br />

GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

Aufgewachsen bin ich in Deutschland, in der Nähe<br />

der holländischen Grenze, und habe nach meinem<br />

BWL-Studium bei einer Sparkasse, dies entspricht<br />

den Kantonalbanken, gearbeitet. Zahlen bestimmen<br />

seit jeher mein Berufsleben und ziehen sich wie ein<br />

roter Faden durch die vielfältigen Aufgaben, die damit<br />

verbunden sein können. Seit fünfzehn Jahren lebe ich<br />

in der Zentralschweiz.<br />

Wäre ich Lehrerin geworden, dann hätten mich die<br />

Fremdsprachen angesprochen. Heute würde ich<br />

bedauern, dass nicht auch Kunst oder Gestalten dabei<br />

gewesen wäre, da ich mittlerweile gerne webe und<br />

auch sonst für die schönen Dinge, ob in der Natur oder<br />

aus Menschenhand, grosse Begeisterung empfinde.<br />

Meine Berufswahl stimmt nach wie vor für mich, denn<br />

mit ihr durfte ich in andere Berufe und verschiedene<br />

Branchen eintauchen, da man an den Finanzen einfach<br />

nicht vorbeikommt. Ich interessiere mich immer sehr<br />

für das, was die Grundlagen für die Zahlen sind, mit<br />

denen ich arbeite, wie auch die Menschen, die dahinterstehen.<br />

So konnte man mich schon in Laboren, an<br />

Produktionsanlagen oder auf Baustellen antreffen.<br />

Ich freue mich schon sehr auf das Gymnasium Immensee<br />

und das bunte Treiben, das mich hier erwartet.<br />

wieder interdisziplinär zu lernen und zu arbeiten. Mein<br />

Herz schlägt für Projekt- und Aufbauarbeit, ich realisierte<br />

Unternehmenskommunikation und organisierte unzählige<br />

Events. Im Themenkreis von Resilienz, Leadership,<br />

Service Excellence, Agilität und Heartmath schrieb<br />

ich viele Fachartikel, akquirierte fleissig Interessenten<br />

für Seminare, Baulandparzellen, Business-Software und<br />

Radsportreisen und bewegte mich auf internationalem<br />

Parkett einer Sharing-Community und eines ERP-Anbieters.<br />

In der Freizeit bin ich dem Phänomen Musik auf<br />

der Spur, entdecke Naturperlen und Landschaftsjuwelen<br />

oder verbringe Zeit mit meinen Enkeln.<br />

Herz und Kopf sind ein gutes Team und spornen mich<br />

an! Seit Oktober 2023 darf ich für die Bereiche Marketing,<br />

Akquise und Kommunikation im neuen Akquiseteam<br />

zusammen mit einem engagierten Kollegium<br />

Prozess optimierungen aktiv mitgestalten. Ich setze<br />

mich für eine offene interne und externe Kommunikationskultur<br />

im Schulalltag ein und freue mich, mit<br />

Empathie und wertschätzender Haltung das Image mitzuprägen,<br />

Verantwortung zu tragen und neue Lernende<br />

für unser Gymi zu begeistern.<br />

LUST AUF MEE(H)R<br />

JILL ARNOLD, SCHULSEKRETARIAT<br />

JILL.ARNOLD@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />

MARKETING, AKQUISE UND<br />

KOMMUNIKATION<br />

CLAUDIA.BALZLI@<br />

GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

WERTSCHÄTZUNG IST<br />

WERTSCHÖPFUNG<br />

Mich kennt man als leidenschaftliche Projektentwicklerin,<br />

überzeugte Netzwerkerin und sozial engagierte Wissensvermittlerin<br />

mit italienischem Temperament. Beruflich<br />

und privat ist es mir wichtig, durch meine innere Haltung<br />

kongruent in ein erfolgreiches Handeln zu kommen.<br />

Nach meiner Bildungslaufbahn und mitten im Abenteuer<br />

Familie mit drei Kindern gründete ich mein Einzelunternehmen<br />

Redaction.ch. Ich hatte das Glück, immer<br />

Ich bin in Rickenbach bei Schwyz aufgewachsen und<br />

lebe seit fast drei Jahren in Meggen. Sport, Reisen, das<br />

Kennenlernen von Sprachen und Kulturen, das Pflegen<br />

von Familien traditionen und Fröhlichsein wurden mir in<br />

die Wiege gelegt. Als begeisterte Wintersportlerin wurde<br />

ich Ski- und Snowboardlehrerin – genau an dem Ort, an<br />

dem ich selbst das Skifahren gelernt habe. Französisch in<br />

Paris und Englisch in Vancouver zu lernen, ermöglichte es<br />

mir, als Cabin Crew Member bei Edelweiss Air die Welt zu<br />

entdecken. Meine Leidenschaft für Reisen, Sonne, Strand<br />

und Meer wuchs durch das Fliegen noch mehr.<br />

Zu meinen Lieblingsaktivitäten gehören Familien-<br />

Pizza essen, Segelausflüge, gemütliche Biketouren und<br />

Snowboardabfahrten mit Freunden, die wir oft mit einem<br />

Apéro ausklingen lassen. Ich freue mich auf viele neue<br />

Gesichter und Geschichten sowie auf eine spannende<br />

und abwechslungsreiche Zeit am Gymnasium Immensee,<br />

das mir von Anfang an sehr gut gefallen hat.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 11


Trotz<br />

Matura<br />

zu dumm<br />

für die<br />

Uni?<br />

«Nein, eher zu unreif»,<br />

sagte Prof. em. Dr. Roger Alberto<br />

am Elternforum des Gymnasiums<br />

Immensee vom 28. Mai <strong>2024</strong><br />

vor rund fünfzig Zuhörenden.<br />

Er muss es wissen: Als emeritierter<br />

Professor der Uni Zürich, der schon<br />

rund 43 Doktoranden vom 1. Semester<br />

bis zum Dr. sc. nat. betreute,<br />

hat er ein gutes Bild davon, was<br />

an den Gymnasien abgeht. Und er<br />

stellte eine These einer Studie der<br />

Konrad-Adenauer-Stiftung in den<br />

Raum, die auf viel Zuspruch stösst:<br />

«Jemanden mit IQ 70 bekommt<br />

man nicht studierfähig.» Alberto<br />

widersprach allerdings: Probleme an<br />

der Universität seien nicht auf mangelnde<br />

Vorbildung oder Intelligenz<br />

der Studienanfänger zurückzuführen.<br />

Er attestierte den Gymnasien,<br />

dass sie in der Regel über eine<br />

hohe Qualität verfügen würden im<br />

Bewusstsein, dass es viele Unterschiede<br />

an Mittelschulen gibt.<br />

Verstehen statt lernen<br />

Nach einem kurzen Exkurs durch<br />

das System der Universitäten mit<br />

Grund-, Bachelor- und Masterstudium<br />

nahm er viel mehr die Maturandinnen<br />

und Maturanden in die<br />

Pflicht – und deren Eigenverantwortung<br />

bei der Studienwahl. «Bei mir<br />

haben Erstsemestrige begonnen,<br />

Chemie zu studieren, die in diesem<br />

Fachgebiet nichts wussten. Zeugt<br />

dieser Entscheid von Reife?», fragte<br />

er in die Runde. Man erkenne relativ<br />

schnell, wer sich für ein «Verlegenheitsstudium»<br />

entschieden, eine<br />

«Negativauswahl» getroffen oder<br />

den Studiengang wegen des<br />

Renommees gewählt hätten. Auch<br />

in einem Fach gut oder schlecht<br />

zu sein, sei nicht in jedem Fall eine<br />

Entscheidungsgrundlage für die<br />

Studienwahl. «Es kommt hinzu», so<br />

Alberto, «dass viele den Sinn eines<br />

Studiums nicht verstanden haben.»<br />

Er zitierte eine bei seinen Studentinnen<br />

und Studenten evaluierte<br />

Aussage, die aus vielen hervorstach:<br />

«Mir war nicht klar, was wir bei<br />

Herrn Alberto lernen müssen und<br />

was wir wirklich können müssen.»<br />

Seine Antwort: «Studierende sollen<br />

verstehen, nicht lernen.»<br />

Selbstständigkeit<br />

als Schlüssel zur Reife<br />

Rund ein Drittel aller, die ihr<br />

Studium aufnehmen, verlassen<br />

die Universität vorzeitig ohne<br />

Abschluss. Die Gründe für einen<br />

Abbruch seien vielseitig, sagte<br />

Alberto. «Scheitern ist kein Versagen<br />

– vielmehr eine Erfahrung<br />

und Teil des Lebens. Und wer ein<br />

Studienfach wechselt, scheitert<br />

nicht, zumal es der modulmässige<br />

Aufbau erlaubt, dass man<br />

ECTS-Punkte in andere Studiengänge<br />

mitnehmen kann», führte<br />

er weiter aus. Mit immer durchlässigeren<br />

Bildungssystemen<br />

sind die Hochschulen auf einem<br />

guten Weg. Und wie kommt man<br />

zum richtigen Studium? Auch da<br />

appellierte Alberto an die Selbstständigkeit<br />

der Gymnasiastinnen<br />

12 AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Prof. em. Dr. Roger<br />

Alberto (l.) machte<br />

den Zuhörenden<br />

deutlich:<br />

«Scheitern ist<br />

kein Versagen –<br />

vielmehr eine<br />

Erfahrung und Teil<br />

des Lebens. Und<br />

wer ein Studienfach<br />

wechselt,<br />

scheitert nicht,<br />

zumal es der<br />

modulmässige<br />

Aufbau erlaubt,<br />

dass man ECTS-<br />

Punkte in andere<br />

Studiengänge<br />

mitnehmen kann.»<br />

und Gymnasiasten. Sie sollten<br />

sich gut über verschiedenen<br />

Anschlussperspektiven informieren<br />

und sich nicht einschüchtern<br />

lassen. Denn: «Weitsichtig und sich<br />

der Zukunft bewusst sein, wissen,<br />

was man will, die Folgen eigener<br />

Entscheidungen selbst tragen und<br />

die Konsequenzen hinter seinem<br />

Tun erkennen ist eine gute Basis<br />

für den Reifeprozess, den jeder für<br />

sich allein durchmachen muss.»<br />

Und: «Auch Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke<br />

und Frustrationstoleranz<br />

gehören dazu; jeder<br />

hat einmal einen Durchhänger»,<br />

sagte Alberto. Wenn Eltern, Verwandte<br />

und Freunde eine positive<br />

Rolle spielen sollten, dann, indem<br />

sie hier Unterstützung bieten,<br />

und nicht, indem sie ihren «Kindern»<br />

die Studienwahl abnehmen<br />

würden.<br />

Fazit<br />

«Ein Studium ist ein fachlicher<br />

und menschlicher Prozess und<br />

fördert die Persönlichkeitsreifung<br />

und Identitätsentwicklung»,<br />

so Prof. Dr. Roger Alberto. Was<br />

gefördert werden soll, muss aber<br />

schon in der Gymnasialzeit angelegt<br />

worden sein.<br />

TEXT: CLAUDIA BALZLI,<br />

MARKETING, AKQUISE UND<br />

KOMMUNIKATION / DC<br />

FOTO: MB<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 13


«SwitchMedia» holt Silber<br />

Samantha Strüby und Yves Zimmermann, beide 5. Kl., gewannen als Team des Gymnasiums<br />

Immensee am 28. März <strong>2024</strong> den Silber-Award von Youngpreneurs Zentralschweiz.<br />

Yves und<br />

Samantha, beide<br />

5. Kl., holten mit<br />

ihrer Idee eines<br />

Website-Start-ups<br />

für Kleinunternehmen<br />

den<br />

Silber-Scheck.<br />

Gruppenbild der<br />

Teilnehmenden<br />

des Gymnasiums<br />

Immensee.<br />

Vorne (v. l. n. r.):<br />

Olaf und Sarah,<br />

beide 6. Kl.,<br />

sowie Elena<br />

und Samantha,<br />

beide 5. Kl.<br />

Hinten (v. l. n. r.):<br />

Die Sechstklässler<br />

Ruven, Ian, Jonas<br />

und Hudson sowie<br />

der Fünftklässler<br />

Yves.<br />

14 AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Rund zwanzig Teilnehmende<br />

entwickelten im Rahmen von<br />

Youngpreneurs an achtzehn<br />

Abenden eine Geschäftsidee.<br />

Sie gingen dabei unter Anleitung<br />

von Profis den ganzen Weg von<br />

der Ideenfindung mit diversen<br />

Kreativitätstechniken über das<br />

Design Thinking und Prototyping<br />

bis zu ersten Markttests.<br />

Sämt liche Businessideen nehmen<br />

dabei echte Bedürfnisse auf.<br />

Start-up «SwitchMedia» baut<br />

Websites für Kleinunternehmen<br />

Mit dabei waren auch vier Teams<br />

des Gymnasiums Immensee. Die<br />

Schule ermöglichte ihnen eine<br />

kostenlose Teilnahme an diesem<br />

Programm. Am meisten überzeugte<br />

im Rahmen des öffentlichkeitswirksam<br />

aufgemachten Pitchanlasses<br />

am 18. März <strong>2024</strong> im<br />

Technopark Root die Jury das Startups<br />

«SwitchMedia» von Samantha<br />

und Yves, beide 5. Kl. Sie bauen<br />

Websites für Kleinunternehmen<br />

mit ebenso kleinem Portemonnaie.<br />

Wordpress bildet die Basis, eigene<br />

Software sorgt für Zusatznutzen. Beeindruckend ist<br />

vor allem das Marketing auf allen möglichen Kanälen<br />

und der professionell-gewinnende Teamauftritt.<br />

Kein Wunder, sind die beiden bereits mit ersten<br />

Kunden im Geschäft. Kein Wunder auch, gewannen<br />

sie den mit 500 Franken dotierten Youngpreneurs-<br />

Silber-Award.<br />

Weitere Geschäftsideen für Jung und Alt<br />

So schafften es Ruven und Jonas, beide 6. Kl., mit einem<br />

kleinen Inserat, sechzig Seniorinnen und Senioren<br />

für einen Tanzabend zu gewinnen – nun wollen sie<br />

unter der Marke «Altersgerecht» als Socializing-<br />

Agentur für gesunde, aber eher einsame Menschen<br />

in fort geschrittenem Alter durchstarten.<br />

Ian, Hudson und Olaf, alle 6. Kl., sind daran, unter dem<br />

Namen «Clar Fridge» ein Kühlschrank-Inventartool für<br />

Ein- oder Zweipersonenhaushalte zu entwickeln.<br />

So weiss man jederzeit, was im Kühlschrank ist und<br />

erhält obendrein noch Rezepttipps. Gesucht sind nun<br />

450 Abonnentinnen und Abonnenten, um das Projekt<br />

zum Fliegen zu bringen.<br />

Mit dem Projekt «Bull and Bear» wollen Sarah, 6. Kl.,<br />

und Elena, 5. Kl., jungen Menschen Orientierung<br />

bieten, wie sie Geld anlegen sollen. Das Onlinetool<br />

inklusive Aktienspiel soll Struktur in den Dschungel<br />

der Finanzinstrumente bringen, kostengünstig sein<br />

und vor allem eine unabhängige Meinungsbildung<br />

ermöglichen.<br />

Durchhaltevermögen<br />

zahlt sich aus<br />

Gewonnen haben aber alle Teams.<br />

Sie haben Durchhaltevermögen<br />

gezeigt, sich Problemlösungsstrategien<br />

angeeignet und gelernt,<br />

wie Firmengründung geht. Sie taten<br />

dies im Kontakt mit Menschen,<br />

die mit ihren Start-ups schon einen<br />

oder zwei Schritte weiter sind, und<br />

werkelten dabei emsig an ihrer<br />

Vernetzung. «Eine gute Sache»,<br />

findet auch Dominique Hüchtingvan<br />

den Brink, welche die Teams<br />

als Lehrperson betreute und begleitete,<br />

«ich freue mich bereits auf<br />

die Geschäfts ideen in der nächsten<br />

Ausgabe von Youngpreneurs.»<br />

TEXT, FOTOS: DC<br />

YOUNGPRENEURS<br />

Das zweisemestrige Wahlfach «Youngpreneurs<br />

Zentralschweiz» bietet praxisnahe Unternehmertum-<br />

Nachwuchsförderung für Schülerinnen und Schüler<br />

des Gymnasiums Immensee. Es gibt den jungen<br />

Menschen einen fundierten Einblick ins Entrepreneurship<br />

und ermöglicht ihnen zudem, während sechzehn<br />

Lernmodulen ein eigenes Start-up aufzubauen.<br />

Die Teilnehmenden setzen sich intensiv mit der<br />

ganzen Bandbreite von Unternehmertum auseinander.<br />

Dabei stehen Kreativitätstechniken für die problembasierte<br />

Ideenfindung, die Kundenbefragung,<br />

die Anwendung des Lean Canvas, der Umgang mit<br />

Me thoden wie Design Thinking sowie das Prototyping<br />

und die Entwicklung von Geschäftsmodellen<br />

im Zentrum.<br />

Erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer sowie<br />

Expertinnen und Experten unterstützen die Schülerinnen<br />

und Schüler bei der Umsetzung ihrer Ideen.<br />

Das Wahlfach gibt den Lernenden ein Skillset mit auf<br />

ihren Weg, das ihnen auch ausserhalb der Unternehmenswelt<br />

nützt. Dazu gehört nebst der Fähigkeit, ein<br />

eigenes Projekt umzusetzen und dafür einzustehen,<br />

auch die hohe Kunst des Pitchens. Jeweils Ende des<br />

ersten Quartals präsentieren die Lernenden ihre Ideen,<br />

Projekte und Resultate vor einer hochkarätigen Jury,<br />

bestehend aus Unternehmerinnen und Unternehmern,<br />

Investorinnen und Investoren sowie Medienvertreterinnen<br />

und -vertretern.<br />

WWW.YOUNGPRENEURS.ORG/ZENTRALSCHWEIZ<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 15


Die Fachschaft<br />

Mathematik<br />

organisierte<br />

am 13. Mai<br />

<strong>2024</strong> zum<br />

zweiten Mal<br />

einen Schachabend.<br />

Vor Spielbeginn konnten alle Angemeldeten in der Mensa noch leckere Spaghetti und/oder<br />

Salate geniessen. So gestärkt, startete der Schachabend um 18.30 Uhr. Als Schiedsrichter war<br />

Hanspeter Bieri dabei, der in der Nationalliga B der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft spielt.<br />

Acht Lernende, eine Lehrperson und ein Prorektor hatten sich für die Teilnahme am Schachturnier<br />

entschieden. Eine weitere Gruppe spielte im Raum daneben Plauschvarianten des<br />

Schachspiels: Beim Austauschschach spielen immer zwei Personen als Team. Frisst einer<br />

eine Figur des Gegners, darf diese vom Partner auf dem eigenen Brett wieder eingesetzt<br />

und verwendet werden. Beim Fressschach muss jede Figur, die eine andere schlagen kann,<br />

das tun – wer zuerst keine Figuren mehr hat, hat gewonnen.<br />

1.e4 e5 2. c4 f6 3.d3 c6!?<br />

Das Turnier bestand aus fünf Runden mit je zehn Minuten Bedenkzeit pro Person. Den ganzen<br />

Abend über wurde sehr konzentriert gespielt, auch wenn schnell klar wurde, dass es nur einige<br />

wenige Lernende gab, die Aussicht auf die ersten Plätze haben könnten. Der Sieg wurde<br />

schliesslich vom letztjährigen Gewinner Delio Tiziani, 2. Kl., souverän gegen die viel älteren<br />

Lernenden Cyrill Keiser und Xeno Wenger, beide 5. Kl. verteidigt. Die Entscheidungspartie kann<br />

mithilfe des QR-Codes nachgespielt werden.<br />

Nach dem Turnier versuchten fünf Lernende und eine Lehrperson im Simultanschach gegen<br />

Hanspeter Bieri zu gewinnen. Schnell wurde klar, dass es nicht ums Gewinnen geht, sondern<br />

nur noch darum, wer am längsten durchhält. Einzig Karol Ziólek, 6. Kl., der aktuell das Freifach<br />

Schach leitet und bei der Organisation des Abends half, schaffte es zum Schluss, Hanspeter<br />

Bieri ein Remis abzuringen.<br />

Interessierte<br />

Schachspielerinnen<br />

und<br />

Schachspieler<br />

jeden Alters<br />

und mit unterschiedlichen<br />

Spielstärken<br />

treten gegeneinander<br />

an.<br />

TEXT: BETTINA BIERI, MATHEMATIK | FOTO: DANIEL WÜEST, MATHEMATIK<br />

16 AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Frühlings-Challenge<br />

Vom 13. Mai bis 21. Juni <strong>2024</strong> forderte eine vierwöchige Challenge<br />

die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen gleichermassen<br />

heraus – und sorgte dabei erst noch für viel Spass.<br />

Jede Woche wurde eine neue<br />

Aufgabe gestellt, über die kurzfristig<br />

informiert wurde, sodass sich<br />

niemand gross vorbereiten konnte.<br />

Jeweils um 12.45 Uhr traten dann<br />

alle Klassen sowie das Lehrerteam<br />

in einem Wettbewerb gegeneinander<br />

an. Es galt, dabei zu sein und zu<br />

zeigen, was man draufhat!<br />

Nebst Spass und Spannung wurde<br />

die Möglichkeit geboten, Teamgeist<br />

und Können unter Beweis zu<br />

stellen. Ob kreative Denkaufgaben,<br />

sportliche Herausforderungen oder<br />

knifflige Rätsel – für Abwechslung<br />

war gesorgt. Die Klasse 2b wurden<br />

am Ende gebührend prämiert.<br />

Die Siegerklasse 2b wird mit einem Pokal ausgezeichnet.<br />

TEXT: SIMON FONTANA, PHILOSOPHIE<br />

FOTOS: MB<br />

Am Tisch spielen (v. l. n. r.) Chemielehrer Tobias von Arx, Sani und Janis, beide 5. Kl.<br />

Sie werden von Viertklässlerinnen angefeuert.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 17


Finland meets Switzerland<br />

Am 24. April <strong>2024</strong> erhielt das Gymnasium<br />

Immensee Besuch von 39 Schülerinnen<br />

und Schülern sowie fünf Begleitpersonen<br />

aus der schwedischsprachigen Region Finnlands<br />

«Österbotten», die an der Westküste<br />

nördlich und südlich der Stadt Vaasa liegt.<br />

Von meiner guten Freundin aus Finnland, die Französisch<br />

und Englisch unterrichtet, erfuhr ich, dass sie<br />

eine Woche mit einer Gruppe von 17-jährigen Gymnasiastinnen<br />

und Gymnasiasten in der Schweiz verbringen<br />

würde. Sofort war mir klar, dass das Gymi Immensee<br />

und unsere gleichaltrigen Fünftklässlerinnen und<br />

Fünftklässler davon profitieren sollten, indem sie einen<br />

Einblick in den finnischen Alltag erhalten und Kontakte<br />

zu finnischen Lernenden knüpfen können. Zum Glück<br />

waren auch die Schulleitung und die Lehrpersonen der<br />

5. Klassen sofort offen für einen finnisch-schweizerischen<br />

Austausch, und somit konnte die Organisation<br />

beginnen.<br />

Die finnischen Besucherinnen und Besucher wurden<br />

von Christian Keist, Englisch- und Französischlehrer,<br />

begrüsst. Er gab ihnen interessante Informationen über<br />

unser Gymi und über das Schulsystem in der Schweiz.<br />

Anschliessend fand in allen drei Parallelklassen eine<br />

Austauschlektion statt. Gestärkt durch ein gemeinsames<br />

Znüni durften die finnischen Schülerinnen und<br />

Schüler eine Führung durch die Hohle Gasse und einen<br />

Einblick in die Geschichte Wilhelm Tells mit Prorektor<br />

Michel Rey geniessen. Nach dem Mittagessen in der<br />

Mensa wurden zum Dessert finnische Schokolade,<br />

aber auch süsse und salzige Lakritze degustiert.<br />

Als sich die finnischen Lernenden auf ihre Wanderung<br />

von Immensee nach Weggis begaben, war es an der<br />

Zeit, Abschied zu nehmen.<br />

Ett spännande utbyte med Finland!<br />

Ein grosses Dankeschön geht an Michel Rey und an<br />

alle involvierten Lehrpersonen für ihre Flexibilität,<br />

Offenheit und für das Mitwirken. Danke auch an unsere<br />

Fünft klässlerinnen und Fünftklässler, welche die<br />

finnischen Lernenden an unserer Schule so herzlich<br />

begrüssten.<br />

TEXT: MALIN JAKOBSSON, FACHLEHRPERSON FRANZÖSISCH<br />

FOTOS: MB<br />

Interessante Austauschlektion Schweiz versus Finnland.<br />

18 AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


ERFAHRUNGSBERICHTE<br />

«<br />

Der Besuch der finnischen Schülerinnen<br />

und Schüler am Gymnasium<br />

Immensee war eine bereichernde<br />

kulturelle Erfahrung. Wir genossen<br />

das Probieren finnischer Süssigkeiten<br />

und den lebhaften Austausch<br />

über unsere Länder und Kulturen.<br />

Dabei erhielten die finnischen Gäste<br />

auch einen Einblick in das Schweizer<br />

Schulsystem. Es war eine wertvolle<br />

Gelegenheit, neue Perspektiven zu<br />

gewinnen und interkulturelle Verbindungen<br />

zu knüpfen.»<br />

MARIUS BRÖLL, 5. KL.<br />

«<br />

Der Tag mit den Finninnen und Finnen<br />

war eine bereichernde Erfahrung und<br />

eine willkommene Abwechslung vom<br />

Schulalltag. Wir freuen uns, wenn<br />

zukünftig noch weitere Austausche<br />

mit anderen Kulturen am Gymi stattfinden!»<br />

ANNA TSCHÜMPERLIN UND<br />

LINN LUSTENBERGER, 5. KL.<br />

QR-Code scannen und weitere<br />

Erfahrungsberichte lesen.<br />

Lockeres gegenseitiges Kennenlernen: Das Eis war rasch gebrochen!<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 19


Nächtliche Pirsch<br />

nach Fledermäusen<br />

Am 4. Juni<br />

<strong>2024</strong> begab<br />

sich eine Gruppe<br />

Lernender<br />

und Lehrpersonen<br />

in Küssnacht<br />

auf eine<br />

Fledermausexkursion.<br />

Michael Lutz und Michael Erhardt<br />

erzählten den Anwesenden viel<br />

Wissenswertes über die kleinen<br />

Flugtiere, die sich mithilfe der sogenannten<br />

Ultraschall-Echoortung<br />

orientieren und jagen.<br />

Ausgerüstet mit einem Bat-Detektor,<br />

der die hochfrequenten Fledermausrufe<br />

hörbar macht, konnten die<br />

Nachtspaziergänger tatsächlich ein<br />

paar nachtaktive, fliegende Säugetiere<br />

beobachten, als diese beim Einnachten<br />

aus ihrem Schlaf erwachten<br />

und auf Insektenjagd gingen.<br />

Gern kopfüber<br />

Sich zum Schlafen an die Decke<br />

hängen, mit dem Kopf nach unten,<br />

hört sich nicht bequem an. Fledermäuse<br />

brauchen aber genau so<br />

einen Schlafplatz. Sie könnten nicht<br />

auf zwei Beinen stehen oder sich<br />

hinlegen, weil sie einen anderen<br />

Knochenbau haben. Also hängen<br />

sie sich zum Schlafen an ihren<br />

Füssen kopfüber an die Decke.<br />

Ein Highlight war der spannende<br />

Einblick in die Wochenstube der<br />

Wasserfledermäuse mit Müttern<br />

und ihren Jungtieren unter einem<br />

Bootshaus.<br />

Organisiert und geleitet wurde die<br />

spannende Exkursion von Andrea<br />

Inderkum, die Mathematik, Natur<br />

und Technik unterrichtet.<br />

TEXT: CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />

MARKETING, AKQUISE<br />

UND KOMMUNIKATION<br />

FOTO: MB<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 20<br />

20<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Spenden statt<br />

verschwenden<br />

Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen lancierten<br />

Ende Mai <strong>2024</strong> eine Spendenaktion zugunsten des<br />

Paradiesgässli von Luzern.<br />

In der Vorbereitung konnten sie ihr Bewusstsein für<br />

solidarisches Verhalten steigern und sich im Projektmanagement<br />

üben. Im Zentrum ihrer Aktion stand das<br />

Paradiesgässli, eine Anlaufstelle für Familien, die von<br />

Sucht und Armut betroffen sind. Gleichzeitig soll die<br />

Lebenssituation der Kinder verbessert werden, weshalb<br />

vor allem Kinderkleider und -spiele sowie Spielsachen<br />

gesammelt wurden.<br />

In einer von Herausforderungen und Unsicherheiten geprägten<br />

Zeit kann Solidarität Leben verändern. Arbeitsplatzverlust,<br />

wirtschaftliche Unsicherheit und gesundheitliche<br />

Herausforderungen gehen auch an Familien<br />

bei uns nicht spurlos vorbei und haben das Leben vieler<br />

Menschen auf den Kopf gestellt.<br />

Grosszügige Spenderinnen und Spender<br />

An den Sammelorten Immensee, Weggis und Küssnacht<br />

nahmen die Schülerinnen und Schüler Sach- und<br />

Geldspenden entgegen und setzten sich persönlich<br />

dafür ein, dass die Spenden den betroffenen Familien<br />

Erfolgreiche Sammlung in Weggis.<br />

zugutekommen. Sie appellierten an das Wohlwollen<br />

von Spenderinnen und Spendern. Während die Lernenden<br />

an den Sammelorten Immensee und Küssnacht<br />

weniger erfolgreich waren, spendeten die Weggiserinnen<br />

und Weggiser umso grosszügiger.<br />

«Alles, was wir für andere tun,<br />

tun wir auch für uns selbst»<br />

Für die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen war<br />

ihre Spendenaktion eine wertvolle Erfahrung; sie freuten<br />

sich über den Erfolg und bedanken sich bei allen<br />

Spenderinnen und Spendern!<br />

TEXT: CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />

MARKETING, AKQUISE UND KOMMUNIKATION<br />

FOTO: ANDREA INDERKUM, MATHEMATIK, NATUR UND TECHNIK<br />

Mathetalente<br />

Am 18. April <strong>2024</strong> fand am Gymnasium Immensee der Känguru-Wettbewerb statt. In der Schweiz machten<br />

60 480 Schülerinnen und Schüler aus 980 Schulen mit. Weltweit waren es rund 6 Mio. Teilnehmende.<br />

Die bestplatzierten Gymi-Schülerinnen und -Schüler in ihrer Kategorie:<br />

Untergymnasium<br />

1. Yanis Spichtig,<br />

1. Kl. (Rang 17)<br />

2. Tristan Stutzer,<br />

1. Kl. (Rang 218)<br />

3. Raphael Anderegg,<br />

1. Kl. (Rang 284)<br />

3. Leonardo Stutzer,<br />

1. Kl. (Rang 284)<br />

(SCHWEIZWEIT<br />

10 587 TEILNEHMENDE)<br />

Mittelgymnasium<br />

1. Niels von Däniken,<br />

3. Kl. (Rang 120)<br />

2. Mael Stämpfli,<br />

4. Kl. (Rang 433)<br />

3. Leonardo Binder,<br />

4. Kl. (Rang 569)<br />

(SCHWEIZWEIT<br />

7220 TEILNEHMENDE)<br />

Obergymnasium<br />

1. Maik Gschwind,<br />

5. Kl. (Rang 22)<br />

2. Maximilian Gimbel,<br />

5. Kl. (Rang 46)<br />

3. Karol Ziólek,<br />

6. Kl. (Rang 77)<br />

(SCHWEIZWEIT<br />

1563 TEILNEHMENDE)<br />

TEXT: DOMINIK BERNASCONI, CHEMIE, PROREKTOR<br />

Känguru der Mathematik ist eine<br />

Veranstaltung, deren Ziel die<br />

Unterstützung der mathematischen<br />

Bildung an den Schulen ist und<br />

die überdies die Freude an der<br />

Beschäftigung mit der Mathematik<br />

wecken und festigen und durch<br />

das Angebot an interessanten<br />

Aufgaben die selbstständige Arbeit<br />

und die Arbeit im Unterricht fördern<br />

soll. WWW.KAENGURU-SCHWEIZ.CH<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 21


Gymi goes<br />

Broadway<br />

Der Gymi-Chor unter der Leitung von Simon Witzig wird am Flügel von Franziska Trottmann, Musik, begleitet.<br />

Ein Hauch<br />

Broadway wehte<br />

am 23. und<br />

24. Mai <strong>2024</strong><br />

durch den<br />

Theatersaal,<br />

als sich die Gesangsklassen<br />

des Freifachs<br />

Chor auf der<br />

Bühne präsentierten.<br />

Sie<br />

begeisterten<br />

an zwei Konzertabenden<br />

mit viel Mut<br />

und Schmiss.<br />

Schon die erste kraftvolle Darbietung<br />

aus «The Greatest Show» war<br />

eine klare Ansage an den musikalischen<br />

Genuss, den das Publikum<br />

erwartete. Mit den gelungenen<br />

Interpretationen in einem bunten<br />

Mix aus gefühlvollen Balladen,<br />

fetzigen Grooves und Ohrwürmern<br />

aus Musicals und Filmmusikklassikern<br />

berührten die über vierzig<br />

Sängerinnen und Sänger aus allen<br />

Klassenstufen die Zuhörenden.<br />

Faszinierender Streifzug<br />

durch die Welt des Musicals<br />

Man wähnte sich am Broadway,<br />

dem Theaterviertel in Midtown<br />

Manhattan in New York City, und<br />

konnte bekannte Songs aus-<br />

«Grease», «Phantom oft the<br />

Opera», «Mamma Mia», «Les<br />

Misérables» und vielen andere<br />

auskosten. Schön, dass diese<br />

Songlegenden auch die heutige<br />

Jugend zu begeistern vermögen!<br />

Die bunte Programmauswahl war<br />

grandios und traf den Zeitgeist;<br />

viele dieser Kultsongs versprühen<br />

Hoffnung, Mut und Liebe. Ist es<br />

nicht das, transportiert mit jugendlicher<br />

Lebensfreude, was wir heute<br />

brauchen?<br />

Die jungen Stimmen präsentierten<br />

mit charismatischer Bühnenpräsenz<br />

ihre in den einzelnen Stimmregistern<br />

geprobten Solos und Duette<br />

und brillierten mit ihrem Können<br />

in den Ensembles und im harmonischen<br />

Zusammenspiel im Tutti. Das<br />

Repertoire orientierte sich an den<br />

Wünschen der Interpretinnen und<br />

Interpreten, die nach ihrem Gusto<br />

und ihren Möglichkeiten ihre Stimmen<br />

zur Geltung bringen konnten.<br />

Freiwillig meldeten sich auch die<br />

Moderatorin Sarah und der Moderator<br />

Karol, beide 6. Kl., die souverän<br />

und mit jugendlichem Charme durch<br />

den Abend führten. Das Publikum<br />

hing ihnen an den Lippen, wenn sie<br />

kurz, knackig und auf erfrischende<br />

Art zu den nächsten Stücken<br />

überleiteten.<br />

Pure Gesangsfreude<br />

Ohne den Druck, perfekt sein zu<br />

müssen, entsteht Perfektion – ganz<br />

im Sinne eines Gesamterlebnisses,<br />

das unter die Haut geht! Die<br />

Talente mit geübter Stimme, die<br />

22<br />

AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Vokalensembles sowie alle anderen<br />

Sängerinnen und Sänger, die auf<br />

wunderbare Weise ihre Lust am<br />

Mitsingen und Sichausprobieren<br />

zeigten, vermittelten gefühlvoll ein<br />

Stück Musikkultur.<br />

Das eindrückliche Chorprojekt bildete<br />

nach neunmonatiger Probearbeit<br />

den Abschluss der pädagogischen<br />

Ansätze der Musiklehrpersonen.<br />

Das gelungene Konzept wurde<br />

getragen und umgesetzt von absoluten<br />

Profi-Musikpädagoginnen und<br />

-Musikpädagogen wie Franziska<br />

Trottmann, die am Klavier akkurat<br />

und mit viel Finesse die Klavierparts<br />

und die wichtige musikalische<br />

Begleitung hinzauberte, und dem<br />

versierten Maestro Simon Witzig.<br />

Finale der jungen Talente<br />

Der Konzertabend endete mit<br />

grossem Kino. Mit ihrem letzten<br />

Song «Let the Sunshine In» aus<br />

dem Musical «Hair» wurde das<br />

Publikum mit einer Herzensbotschaft<br />

«Jetzt alle, singt einfach!»<br />

verabschiedet, bevor dieses nach<br />

dem Apéro beschwingt, berührt und<br />

gestärkt auseinanderging. Einmal<br />

mehr wurde bewiesen, was schon<br />

Martin Luther proklamiert hatte:<br />

«Gesang verschönert das Leben<br />

und erfreut das Herz. Singen ist<br />

eine edle Kunst und Übung.»<br />

Die Schülerinnen und Schüler<br />

genossen den verdienten tosenden<br />

Schlussapplaus sichtlich und machten<br />

die Gäste zu Fans, die immer<br />

wieder kommen werden!<br />

Mit Stimme, Charme<br />

und Emotionen<br />

Am Vokalkonzert «Work in Progress» vom 11. Juni <strong>2024</strong><br />

im Theater saal präsentierten fünf Sängerinnen mit viel<br />

Charme und voller Emo tionen ihre Songs.<br />

Bestens gelaunt und stimmlich<br />

topfit präsentierten sich die Fünftklässlerin<br />

Salome Gohl sowie Sara<br />

Camuglia, Lynn Hächler, Adia Sagat<br />

und Sarah Stölzel, alle 6. Kl., dem<br />

interessierten Publikum.<br />

Nach einer kurzen Begrüssung von<br />

Chorleiter Simon Witzig, der im<br />

Anschluss seine Schülerinnen am<br />

Piano begleitete, interpretierten<br />

die Sängerinnen selbst gewählte<br />

Songs, die sie zuvor auch charmant<br />

und teils witzig ankündigten.<br />

Die Auswahl umfasste eine grosse<br />

Bandbreite von Melodien aus Pop,<br />

Jazz und Musical. Und so erklang ein<br />

abwechslungsreiches Konzert voller<br />

Emotionen.<br />

Die Interpretinnen liessen deutlich<br />

ihre Vorlieben hörbar werden und<br />

wagten überzeugend, sich die Lieder,<br />

die mit grossen Namen wie Adele,<br />

Lady Gaga, Billie Eilish, Whitney<br />

Houston, ABBA oder Silmane im Verbindung<br />

stehen, zu eigen zu machen.<br />

Fast schon eine Trouvaille bildeten<br />

die jazzigen Songs von Laufey.<br />

Die Fortschritte, die der Titel des<br />

Konzertabends ja im Namen führte,<br />

wurden deutlich hörbar, und dies<br />

nicht zu knapp. Nicht verwunderlich<br />

also, dass das Publikum immer<br />

wieder begeistert applaudierte und<br />

das Erlebte freudig bewegt mit nach<br />

Hause nahm.<br />

TEXT: SIMON WITZIG | FOTO: MB<br />

Bei der Verabschiedung würdigte<br />

Simon Witzig das erfolgreiche<br />

Schaffen seiner Kollegin Franziska<br />

Trottmann, die neben der Schule<br />

mit ihrem ausserordentlichen<br />

Engagement solche Höchstleistungen<br />

erbringt. Sie wird das Gymi auf<br />

Ende Schuljahr verlassen.<br />

TEXT: CLAUDIA BALZLI,<br />

MARKETING, AKQUISE UND<br />

KOMMUNIKATION / DC<br />

FOTO: MB<br />

Die Sängerinnen (v. l. n. r.) Adia, Sara, Sarah und Lynn, alle 6. Kl., sowie Salome, 5. Kl.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 23


Am 4. Juni <strong>2024</strong>, dem gefühlt einzigen trockenen Tag in diesem Frühsommer, fand der Sommersporttag statt. Die Lernenden<br />

kämpften vormittags bei einem Postenlauf um den Titel der vielseitigsten Klasse (1. Rang: Kl. 4a, 2. Rang: Kl. 2a, 3. Rang:<br />

Kl. 5b). Am Nachmittag standen Spielturniere wie Basketball, Unihockey, Fussball und Beachvolleyball auf dem Programm.<br />

TEXT: MIRCO SCHERER, SPORT | FOTOS: MB<br />

24<br />

AKTUELL<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Spass am<br />

Sport(tag)<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 25


Orientierung<br />

26<br />

THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


in Zeiten<br />

des Wandels<br />

Junge Menschen fragen sich<br />

berechtigterweise:<br />

Welche Fähigkeiten brauche ich,<br />

damit ich in der Welt von heute<br />

und morgen bestehen kann?<br />

Was und wie viel soll, muss, will<br />

ich in meinen Lebens- und Lern-<br />

Rucksack packen, um den Weg<br />

durch die Gegenwart und in die<br />

Zukunft erfolgreich und glücklich<br />

gehen zu können?<br />

Auf diese und weitere Fragen<br />

antwortet das Gymnasium<br />

Immensee mit konkreten<br />

pädagogischen Konzepten und<br />

wirkungsvollen Massnahmen<br />

zur Lebensertüchtigung.<br />

Im Themenschwerpunkt<br />

«Orientierung in Zeiten des<br />

Wandels» auf den kommenden<br />

Seiten schreibt der Rektor, wie<br />

das Gymnasium Immensee neben<br />

wichtigem Wissen unerlässliche<br />

Lebenskompetenzen vermittelt.<br />

Eine Lern- und Entwicklungspsychologin<br />

sagt, warum Teenager<br />

später einschlafen. Schülerinnen<br />

und Schüler berichten, woran sie<br />

sich orientieren und wie sie sich<br />

ihre Zukunft vorstellen. Die Leiterin<br />

des 5-bis-3-Tage-Internats<br />

erzählt, wie sie ihren Schützlingen<br />

Sicherheit und Geborgenheit<br />

gibt.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 27


Orientierung und Struktur<br />

Freiheiten und Verantwortung<br />

Förderung von Resilienz<br />

und Lebenskompetenzen<br />

am Gymnasium Immensee<br />

VON BENNO PLANZER<br />

REKTOR<br />

BENNO.PLANZER@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />

Als Orientierungsläufer liebe ich möglichst unbekanntes,<br />

orientierungstechnisch anspruchsvolles, kupiertes und<br />

herausforderndes Laufgelände. Ich will jeweils möglichst<br />

schnell von Posten zu Posten rennen und mich im unbekannten<br />

Gelände mit Karte und Kompass blitzschnell<br />

und sicher orientieren können. Dabei muss ich mich auf<br />

Unvorhersehbarkeiten und dauernde Veränderungen<br />

einstellen. Ich gehe an meine physischen Grenzen, um<br />

möglichst schnell zu rennen und gerade noch genügend<br />

Energie und Konzentration für die nötigen kognitiven<br />

Fähigkeiten zum Orientieren zu haben. Wenn das alles<br />

gut klappt und meine «Form» stimmt, kommt ein eigentlicher<br />

«Flow» auf. Dann macht es Freude, dauernd ver -<br />

ändernde Situationen zu meistern, den taktischen Plan<br />

bedarfsgerecht zu adaptieren und physisch an die Grenzen<br />

zu gehen.<br />

Können nicht einige dieser Fähigkeiten auch auf das<br />

Gymnasium Immensee übertragen werden? Inwiefern<br />

bieten Prinzipien des Orientierungslaufes wie Orientierung,<br />

strategisches Denken und Anpassungsfähigkeit<br />

interessante Parallelen zur gymnasialen Bildung?<br />

Traditionellerweise hat sich die gymnasiale Bildung lange<br />

auf die Vermittlung akademischen Wissens konzentriert.<br />

Dies ist auch heute noch ein wichtiger Pfeiler für<br />

die Studierfähigkeit in allen Disziplinen. Doch in einer<br />

sich rapide verändernden Welt, die durch Unsicherheiten<br />

und Komplexität geprägt ist, sind zunehmend<br />

Fähigkeiten wichtig, die über das reine Fachwissen<br />

hinausgehen. Das Gymnasium Immensee hat schon<br />

vor der Jahrtausend wende dem überfachlichen und<br />

persönlichkeitsentwickelnden Kompetenzbereich starke<br />

Beachtung geschenkt. Daraus wurden pädagogische<br />

Konzepte wie das selbstorganisierte Lernen (SOL),<br />

Langlektionen und Epochenunterricht entwickelt und<br />

erfolgreich umgesetzt.<br />

In den letzten zehn Jahren hat das Gymnasium Immensee<br />

bei den sogenannten überfachlichen Kompetenzen<br />

(ÜK) allerdings nicht nur aufs SOL gesetzt. Vielmehr<br />

haben wir für die überfachlichen und persönlichkeitsentwickelnden<br />

Bereiche einen eigentlichen «ÜK-Pool»<br />

gebaut. Hier finden Aspekte wie problembasiertes<br />

Lernen (PBL), Techniken des Projektmanagements,<br />

28<br />

THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


agile Methoden (Scrum) und neue Zukunftskompetenzen<br />

wie die künstliche Intelligenz (KI) Platz. Alle diese<br />

Themen lassen sich mithilfe agiler Methoden an die<br />

sich immer rascher ändernde Welt und die sich daraus<br />

ergebenden Anforderungen anpassen und weiterentwickeln.<br />

Laufend nehmen wir Kompetenzen in die Unterrichtsund<br />

Bildungsangebote auf, die in der Tat Parallelen<br />

zum Orientierungslauf aufweisen. Resilienz, Orientierung<br />

im Leben, die Fähigkeit, sich auf Neues einzustellen,<br />

Probleme zu meistern, Unsicherheit zu überwinden,<br />

Stärke und Mut zu entwickeln, Respekt vor dem<br />

Leben zu haben sowie guten Ressourceneinsatz und<br />

Gelassenheit zu praktizieren, sind essenzielle Kompetenzen,<br />

die unseren Schülerinnen und Schülern helfen,<br />

in ihrem Leben erfolgreich und glücklich zu sein.<br />

Wie fördert das Gymnasium Immensee diese Bereiche?<br />

In der Folge beschreibe ich einige konkreten Massnahmen,<br />

die wir ergreifen und die zu einer umfassenden<br />

Persönlichkeitsentwicklung beitragen.<br />

FÖRDERUNG DER RESILIENZ<br />

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, mit Stress und<br />

Rückschlägen konstruktiv umzugehen. Gezielte Unterstützungsmassnahmen<br />

stärken unsere Schülerinnen<br />

und Schüler.<br />

Bei unseren Lehrpersonen, Lernberaterinnen und<br />

unserer Schulsozialarbeiterin finden die Lernenden<br />

Unterstützung und Möglichkeiten, ihre Belastbarkeit<br />

zu stärken. Ein Umfeld, das durch Wertschätzung, Vertrauen<br />

und Sicherheit geprägt ist, unterstützt die emotionale<br />

Stabilität der jungen Menschen. Regelmässige<br />

Klassenstunden, Rituale, Aktivitäten ausserhalb des<br />

Unterrichts und klassenübergreifende Anlässe fördern<br />

ein positives Miteinander. Themen wie Achtsamkeit,<br />

Umgang mit Druck, Problemlösungsstrategien und Inputs<br />

zur Förderung emotionaler Intelligenz und Selbstregulation<br />

sind in verschiedenen Unterrichtsgefässen<br />

wie Klassenstunden, Workshops der Gesundheits -<br />

för derung, Projektwochen und Blocktagen verankert.<br />

Mit Initiativen zur körperlichen und psychischen Gesundheit<br />

wie zum Beispiel Bewegungsangeboten und<br />

Präventionsarbeit tragen wir zur allgemeinen Verbesserung<br />

der Widerstandsfähigkeit bei.<br />

In Sachen Resilienzförderung versprechen wir uns<br />

auch einiges vom Gotte/Götti-System für unsere neuen<br />

Erstklässlerinnen und Erstklässler. Künftig werden die<br />

älteren Schülerinnen und Schüler als Mentorinnen und<br />

Mentoren für die «Frischlinge» da sein.<br />

ORIENTIERUNG IM (BERUFS)LEBEN<br />

Als Gymnasium spielen wir eine wichtige Rolle<br />

dabei, Jugendlichen Orientierung und Sinnhaftigkeit<br />

zu vermitteln. Praktika, Projekte, Berufs- und<br />

Studieninformations tage helfen unseren Schülerinnen<br />

und Schülern, berufliche Perspektiven zu entwickeln.<br />

Besuche und Beratungsgespräche am Beratungs- und<br />

Informationszentrum für Bildung und Beruf (BIZ)<br />

sowie Bewerbungstrainings unterstützen den Prozess<br />

zum Finden eines erfüllenden Berufs – oder gar der<br />

Berufung – zusätzlich.<br />

Fächer wie Philosophie und Ethik fördern das kritische<br />

Denken bezüglich Lebenszielen und Werten. Diskussionen<br />

über moralische Dilemmata und die Analyse<br />

philosophischer Texte schärfen das Bewusstsein für<br />

ethische Fragen. Die Möglichkeit, persönliche Interessen<br />

zu verfolgen und mit den Wahlbereichen der<br />

Schwerpunktfächer und Ergänzungsfächer eigene<br />

Akzente zu setzen, unterstützt die Selbstfindung<br />

und Orientierung.<br />

SICH AUF NEUES EINSTELLEN<br />

Die Kunst, sich flexibel an neue Situationen anzupassen,<br />

ist in unserer Welt unerlässlich. Mit interdisziplinären<br />

Projekten fördert das Gymnasium Immensee<br />

die Adaptionsfähigkeit und das Lernen in neuen<br />

Kontexten. Schülerinnen und Schüler erarbeiten in<br />

Projekten eigenständig Themen und präsentieren<br />

ihre Ergebnisse. So lernen sie, sich schnell auf neue<br />

Herausforderungen einzustellen.<br />

ORIENTIERUNG<br />

IN ZEITEN<br />

DES WANDELS<br />

Die Integration der neuen Technologien im Unterricht<br />

bereitet unsere Lernenden darauf vor, sich in<br />

einer digitalisierten Welt zurechtzufinden. Der Einsatz<br />

von Lernplattformen und digitalen Tools aus dem<br />

Bereich des individuelle, strukturierten und selbst- > 30<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 29


29 ><br />

ORIENTIERUNG<br />

IN ZEITEN<br />

DES WANDELS<br />

verantwortlichen Planens und Arbeitens vermehrt<br />

die techno logische Kompetenz der Gymnasiastinnen<br />

und Gymnasiasten. Flexible Lernräume und Methoden,<br />

die kreatives und selbstorganisiertes Lernen ermöglichen,<br />

fördern die Anpassungsfähigkeit.<br />

PROBLEME MEISTERN<br />

Problemlösungskompetenz erachten wir als eine<br />

Schlüsselqualifikation. Aufgabenstellungen, die kritisches<br />

Denken erfordern, und das Anwenden wissenschaftlicher<br />

Methoden unterstützen diese Fähigkeit.<br />

Das Durchführen von Experimenten und die Analyse<br />

von Fallstudien sind effektive Vorgehensweisen.<br />

Teamarbeit und Gruppenprojekte werden schrittweise<br />

im Untergymnasium eingeführt. Sie begünstigen die<br />

Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren,<br />

um gemeinsam Lösungen zu finden. Wir stärken<br />

eine Kultur, die Fehler als Lernchancen betrachtet.<br />

Fehler erachten wir als notwendigen Teil des Lernprozesses,<br />

um innovative Problemlösungen auf den Weg<br />

zu bringen. Wir halten Schülerinnen und Schüler an,<br />

kreative und mutige Lösungsansätze zu entwickeln.<br />

UNSICHERHEIT ÜBERWINDEN<br />

Der Umgang mit Unsicherheit ist eine herausfordernde,<br />

aber erlernbare Fähigkeit. Die Arbeit in verschiedenen<br />

Szenarien und mit Planspielen ermöglicht das Üben<br />

von Entscheidungen unter Unsicherheit. Diese Techniken<br />

helfen unseren Schülerinnen und Schülern, sich in<br />

unsicheren Situationen sicherer zu fühlen und fundierte<br />

Entscheide zu treffen. Im Planspiel der Wirtschaftswoche<br />

beispielsweise versuchen unsere Gymnasiastinnen<br />

und Gymnasiasten, ein etabliertes Unternehmen<br />

erfolgreich in die Zukunft zu führen. Sie agieren unter<br />

anderem als Geschäftsleitungen mehrerer konkurrenzierender<br />

Produktionsbetriebe (KMU), entwickeln ihre<br />

eigenen Unternehmensstrategien und treffen für einen<br />

Zeitraum von fünf Geschäftsjahren alle relevanten operativen<br />

Entscheidungen in einer sich stets verändernden<br />

Simulationswelt. Gecoacht werden sie bei dieser<br />

Spielanordnung übrigens von praxisorientierten Profis<br />

aus der Wirtschaftswelt.<br />

Auch das Einüben von Diskussionen über kontroverse<br />

Themen fördert die Fähigkeit, mit Unsicherheiten<br />

umzugehen. Wir kennen Debatten im Unterricht,<br />

Diskussionsforen (z. B. Café Philo) und Schulparlament.<br />

Die Debatten helfen, unterschiedliche Standpunkte zu<br />

verstehen, einzuordnen und zu bewerten.<br />

STÄRKER WERDEN<br />

UND MUT ENTWICKELN<br />

Stärke und Mut sind essenzielle Eigenschaften für die<br />

persönliche Entwicklung und Lebensführung. Mit Outdooraktivitäten<br />

und -projekten fördern wir die körperliche<br />

und mentale Stärke sowie die Courage, sich neuen<br />

Herausforderungen zu stellen, sie anzunehmen und<br />

Strategien zu ihrer erfolgreichen Bewältigung zu entwickeln<br />

und schliesslich auch umzusetzen. Wanderungen,<br />

Woniya-Tipilager in Cazis, alpine Wochen und weitere<br />

Abenteuerprojekte bieten intensive Lernerfahrungen.<br />

Begegnungen mit inspirierenden Persönlichkeiten und<br />

ihre Geschichten motivieren Schülerinnen und Schüler,<br />

ihre eigenen Wege zu gehen und «Challenges» zu<br />

meistern. Vorträge und Workshops mit erfolgreichen<br />

Menschen dienen uns als Inspirations- und Begeisterungsquellen.<br />

Projekte, in denen Gymnasiastinnen und<br />

Gymnasiasten eigenverantwortlich arbeiten und ihre<br />

Erfolge sehen, stärken das eingene Selbstvertrauen<br />

und den persönlichen Mut. Durch die Übernahme von<br />

Verantwortung ermöglichen wir den Lernenden, ihre<br />

Selbstwirksamkeit zu erfahren.<br />

RESPEKT VOR DEM LEBEN<br />

Der Respekt vor dem Leben und der Umwelt ist eine<br />

grundlegende ethische Haltung. So sind Umweltbildung<br />

und nachhaltige Entwicklung integrale Bestandteile<br />

des Lehrplans und fördern die Wertschätzung für<br />

die Natur. Die Teilnahme an sozialen Projekten und<br />

ehrenamtlichen Tätigkeiten steigert die Empathie und<br />

den Respekt vor dem Leben anderer. Unsere Freiwilligendienste<br />

im Sozial- und im Sprachpraktikum bieten<br />

praktische Erfahrungen. Die Auseinandersetzung mit<br />

ethischen Fragen im Ethik- und Philosophieunterricht<br />

hilft, ein tiefes Verständnis für den Wert des Daseins<br />

zu entwickeln. Wir stossen in unseren Schülerinnen<br />

und Schülern das Reflektieren über moralische Werte<br />

und die Bedeutung des Lebens aktiv an.<br />

30<br />

THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


RESSOURCENEINSATZ<br />

UND GELASSENHEIT<br />

Der clevere Einsatz von Ressourcen und zuversichtliche<br />

Gelassenheit sind wichtige Fundamente für ein<br />

ausgeglichenes Leben. Von der ersten Klasse an unterrichten<br />

wir darum stufengerecht Zeitmanagement und<br />

Selbstorganisation. Wir setzen auf praktische Übungen,<br />

damit die Heranwachsenden lernen, die vorhandenen<br />

Mittel bestmöglich zu nutzen. Erprobte Planungswerkzeuge<br />

und Zeitmanagementmethoden verbessern die<br />

Selbstorganisation. Im Untergymnasium dient dazu<br />

das Bordbuch. Dieses lösen wir in der 3. Klasse durch<br />

Outlook, Todo und den Planner aus der Microsoft-365-<br />

Produktfamilie ab.<br />

Das Erlernen von Techniken zur Stressbewältigung<br />

und Entspannung, wie zum Beispiel das Freifach Yoga,<br />

fördert Gelassenheit. Um Überlastung zu vermeiden<br />

und die Lebensqualität zu erhöhen, achten wir bei<br />

unseren Lernenden speziell auf ein ausgewogenes<br />

Verhältnis zwischen schulischen Verpflichtungen und<br />

Freizeitaktivitäten.<br />

WEITERE MASSNAHMEN ZUR<br />

FÖRDERUNG VON RESILIENZ<br />

UND LEBENSKOMPETENZEN<br />

Der Kontakt zu anderen Kulturen und Lebensweisen<br />

fördert interkulturelle Kompetenz und Anpassungsfähigkeit.<br />

Wir unterstützen Schüleraustauschprogramme.<br />

Sie bieten wertvolle Erfahrungen und erweitern den<br />

eigenen Horizont. Tätigkeiten in Sportvereinen, Theatergruppen,<br />

unserem Chor, Bands und Musikensembles<br />

bieten Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung<br />

und zur Förderung sozialer Kompetenzen. Diese Aktivitäten<br />

begünstigen Teamarbeit, Kreativität und Durchhaltevermögen.<br />

Mit flexiblen Lösungen und individuellen<br />

Vereinbarungen ermöglichen wir im Rahmen unseres<br />

integrierten Talentgymnasiums ganz bewusst das Ausleben<br />

von Leidenschaften auf hohem Leistungsniveau<br />

in Sport, Musik, Kunst und Hochbegabung.<br />

Mit dem Schulparlament sowie im Unterricht binden<br />

wir die Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse<br />

ein. Damit fördern wir Eigenverantwortung<br />

und Mitbestimmung. Mitbestimmungsprojekte stärken<br />

die Partizipationskultur am Gymnasium Immensee.<br />

So hat das Schulparlament im Schuljahr 2023/<strong>2024</strong> erfolgreich<br />

eine Neubeschaffung von Pulten und Stühlen<br />

angeregt. Die Lernenden konnten dann auch bei der<br />

Auswahl der Schulmöbel aktiv mitbestimmen.<br />

In der Lehrerfortbildung profitieren wir von regelmässigen<br />

Angeboten zu den Themen Resilienz, Achtsamkeit<br />

und Lebenskompetenzen. Wir fördern die kontinuierliche<br />

Weiterbildung auch weiterhin, sodass unsere Lehrpersonen<br />

aktuelle pädagogische Erkenntnisse zu den<br />

Lebenskompetenzen im Unterricht umsetzen können.<br />

In der Schulentwicklung und Weiterentwicklung der<br />

gymnasialen Maturität (WEGM) streben wir bewusst<br />

eine ganzheitliche Förderung unserer Lernenden<br />

an und integrieren Resilienz als zentralen Wert.<br />

Ein Schulentwicklungsteam arbeitet kontinuierlich<br />

an der Verbesserung der Schulkultur.<br />

FAZIT<br />

Mit der gymnasialen Bildung nutzt das Gymnasium Immensee<br />

das Potenzial, um weit mehr als «nur» akademisches Wissen zu<br />

vermitteln. Durch gezielte pädagogische Massnahmen tragen wir<br />

wesentlich dazu bei, Resilienz, Lebenskompetenzen und ethische<br />

Werte des uns anvertrauten Nachwuchses zu fördern. Wir tun dies<br />

schon seit Jahren mit einer ganzheitlichen Herangehensweise,<br />

die den Unterricht, das schulische Umfeld und die individuellen<br />

Bedürfnisse der Lernenden gleichermassen berücksichtigt.<br />

Auch bei WEGM orientieren wir uns an den Anforderungen einer<br />

sich wandelnden Gesellschaft. Wir begreifen die laufende Entwicklung<br />

und den steten Ausbau der genannten Kompetenzen als<br />

integralen Bestandteil unseres Vermittlungs- und Bildungsauftrags.<br />

Das Gymnasium Immensee soll auch in Zukunft ein Ort des<br />

Wissens, des Wachstums, des Starkwerdens und der Persönlichkeitsentfaltung<br />

sein, der junge Menschen auf ein erfülltes und<br />

erfolgreiches Leben vorbereitet.<br />

In der Tat bietet der Orientierungslauf überraschend viele interessante<br />

Parallelen zur gymnasialen Bildung. Mich als aktiven Orientierungsläufer<br />

überraschen diese Erkenntnisse nicht. Einzigartig<br />

ist beim Orientierungslauf das Erlebnis des «Flows». Böse Zungen<br />

behaupten, es sei ein Virus – eben der OL-Virus. Diese Freude, diese<br />

Leidenschaft und dieses Streben des wiederholten Erlebenwollens<br />

wünsche ich unseren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten mit positiven<br />

Erfahrungen bei fachlichen, überfachlichen und persönlichkeitsbildenden<br />

Herausforderungen und beim Ausüben ihrer ganz<br />

individuellen Leidenschaften.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 31


Katharina Zellweger, was verbindet Sie<br />

mit dem Gymnasium Immensee?<br />

Als Dozentin in der Sekundarlehrerausbildung und<br />

Psychologin mit eigener Praxis in Risch berate ich<br />

das Gymnasium Immensee in Fragen der Lern- und<br />

Entwicklungspsychologie und komme – zum Beispiel<br />

für Potenzial abklärungen – auch in Kontakt mit<br />

Lernenden des Gymnasiums.<br />

Was stellen Sie dabei fest?<br />

Ganz allgemein fällt auf, dass im Vergleich zu<br />

früher bei vielen Kindern und Jugendlichen die Merkfähigkeit<br />

abgenommen hat. Es fällt ihnen schwerer,<br />

sich zu fokussieren und Lerninhalte zeitgerecht zu<br />

verarbeiten.<br />

Aber am Smartphone sind sie doch<br />

sehr fokussiert, wenn es zum Beispiel<br />

um Reaktionsspiele geht.<br />

Richtig. Das Problem ist nur, dass es sich dabei vor<br />

allem um schnelllebige Reize handelt. Das hilft nicht<br />

beim Entwickeln etwa der Fähigkeit, ruhig einen Text<br />

zu lesen und Inhalte zu reflektieren.<br />

ORIENTIERUNG<br />

IN ZEITEN<br />

DES WANDELS<br />

Von Wurzeln<br />

und Flügeln<br />

Die Lern- und Entwicklungspsychologin<br />

Katharina Zellweger verrät im Interview,<br />

wie sich Schülerinnen und Schüler in Zeiten<br />

der Schnelllebigkeit orientieren und auf der<br />

Spur bleiben können.<br />

Braucht es das noch in Zeiten<br />

der künstlichen Intelligenz?<br />

KI kann sehr viel, ist dabei aber sehr linear. Wenn es<br />

darum geht, sich empathisch in andere hineinzuversetzen<br />

und den gedanklichen Perspektivenwechsel<br />

zu üben, hilft KI (noch) nicht. Dies ist jedoch genau<br />

die Fähigkeit, die die Jugendlichen entwickeln sollten,<br />

um in ihrem Denken und Fühlen weiterzukommen.<br />

Wie ist das genau zu verstehen?<br />

Die Hauptfragen, die Jugendliche beschäftigen, sind:<br />

Wer bin ich? Was zeichnet mich aus? Wie sieht meine<br />

Zukunft aus? KI kann dabei oftmals auch lebensfremde<br />

Idealbilder vermitteln, die Verunsicherung auslösen<br />

und Ängste erzeugen, nicht zu genügen. Depressive<br />

Verstimmungen, Aggressionen, Angst- oder sogar<br />

Essstörungen sind mögliche Folgen.<br />

Warum ist das so?<br />

Das Gehirn Jugendlicher befindet sich in einem sehr<br />

starken Umwandlungsprozess. Bis biochemisch, aber<br />

auch bezüglich der Entwicklung der Hirnareale wieder<br />

ein einigermassen stimmiges Gleichgewicht hergestellt<br />

ist, können zum Beispiel emotionale Impulse<br />

oftmals nicht richtig eingeordnet und abgeglichen<br />

werden. Das ist, wie wenn du Puzzlesteine nicht<br />

richtig zusammenbringst oder ein<br />

Wahrnehmungs filter kaputt ist.<br />

Was tun?<br />

Wichtig sind Orientierung und<br />

Struktur. Eine interessante Frage,<br />

um sich orientieren zu können,<br />

ist zum Beispiel: Wo möchte ich<br />

in fünf Jahren stehen? Diese Frage<br />

beantworten zu können, stärkt<br />

den Selbstwert und kann einen<br />

Weg weisen für die Berufs- und<br />

Studien wahl.<br />

In Bezug auf die Struktur im Alltag<br />

gibt es eine psychische und eine<br />

physische Ebene. Von der emotionalen<br />

Seite her ist es wichtig, dass<br />

Jugendliche einen guten Umgang<br />

mit Gefühlen wie Angst, Wut und<br />

Trauer erlernen. Oftmals gehören<br />

dabei im Adoleszenzalter emotionale<br />

Achterbahnfahrten schlicht<br />

und einfach dazu und dürfen einen<br />

nicht erschrecken. Solche Prozesse<br />

sollten jedoch nicht unterdrückt<br />

werden, indem ein Suchtverhalten<br />

wie beispielsweise übermässiger<br />

Medienkonsum aufkommt. Viel<br />

besser wäre es, wenn man die<br />

einsetzenden Gefühle ernst nähme<br />

und sie mit einer Freundin, einem<br />

Freund, einer anderen Vertrauensperson<br />

oder mit einer Fachperson<br />

bespricht. So können nachhaltige<br />

Lösungen gefunden werden. Unterstützend<br />

ist zudem, wenn die Eltern<br />

zu Hause ein Gefühl vermitteln von<br />

«Wurzeln und Flügeln». Sie bieten<br />

Sicherheit, aber auch Verständnis,<br />

und übergeben dabei den Jugendlichen<br />

eine angemessene Freiheit<br />

und Verantwortung.<br />

Welches elterliche<br />

Verhalten empfehlen Sie<br />

bezüglich Medienkonsum?<br />

Entscheidend ist nicht, welche Regel<br />

aufgestellt wird, sondern dass<br />

32<br />

THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


sich alle daran halten – inklusive der<br />

Eltern. Um das zu bewerkstelligen,<br />

darf man ruhig ein bisschen kreativ<br />

sein. Es gibt da zum Beispiel die<br />

Idee des Handyhotels. Das ist eine<br />

Steckleiste an einem gemeinsam<br />

vereinbarten Ort. Dort werden<br />

die Handys von Zeit zu Zeit in die<br />

Ferien geschickt. So können sie ihre<br />

Batterien wieder aufladen – und die<br />

Handybesitzerinnen und -besitzer<br />

ebenso …<br />

… indem sie endlich wieder<br />

einmal zu genügend<br />

Schlaf kommen, stimmt’s?<br />

Genau. Aber aufgepasst: Es ist<br />

erwiesen, dass viele Jugendliche<br />

am Abend später ermüden, als dies<br />

im Kindesalter der Fall war. Dies hat<br />

mit dem verschobenen Zeitpunkt<br />

der Ausschüttung des Schlafhormons<br />

Melatonin zu tun. Deshalb ist<br />

auch erklärbar, dass ebenso viele<br />

Jugendliche in den ersten Morgenstunden<br />

nicht genügend aufnahmefähig<br />

sind. Ebenso wichtig wie<br />

ein ausgeglichenes Schlafverhalten<br />

sind aber ausreichende Bewegung<br />

und eine ausgewogene Ernährung.<br />

Diesen Umständen sollte Rechnung<br />

getragen werden.<br />

« Unterstützend ist, wenn die Eltern zu Hause<br />

ein Gefühl vermitteln von ‹Wurzeln und Flügeln›.<br />

Sie bieten Sicherheit, aber auch Verständnis,<br />

und übergeben dabei den Jugendlichen eine<br />

angemessene Freiheit und Verantwortung.»<br />

Zum Beispiel von der Schule?<br />

So weit möglich, ja. Noch wichtiger<br />

ist es aber für viele Jugendliche,<br />

dass sie in der Schule als Individuum<br />

wahrgenommen werden und bei<br />

aller Autonomie Teil einer funktionierenden<br />

Community sind. Je mehr<br />

Verantwortung Jugendliche zudem<br />

innerhalb klar kommunizierter<br />

Rahmenbedingungen übernehmen<br />

können, umso mehr Freiheiten<br />

sollen möglich werden. Für diese<br />

und viele weitere ganzheitliche<br />

Förderaspekte ist das Gymnasium<br />

Immensee bestens bekannt.<br />

INTERVIEW: DC | FOTO: MB<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 33


Julius Wirz, 2. Kl.<br />

«... DANN TAUCHE ICH AB IN DIE BÜCHERWELT»<br />

«Meine hauptsächlichen Informationskanäle<br />

sind Youtube und<br />

Whatsapp. Auf Instagram kann<br />

ich verzichten, ohne dass ich mich<br />

deswegen ausgeschlossen fühlen<br />

würde, ebenso auf Tiktok und<br />

Snapchat. Fernsehen, Radio,<br />

Zeitung? Sowieso Fehlanzeige.<br />

Trotzdem bekomme ich alles Wesentliche<br />

mit – auch die Bad News<br />

aus aller Welt. Da ich aber die Welt<br />

nicht allein retten kann, filtere ich<br />

diese Nachrichten nach persönlicher<br />

Relevanz. Es ist dann halt<br />

schon etwas anderes, ob etwas vor<br />

meiner Haustür passiert oder auf<br />

der anderen Seite der Erdkugel.<br />

Trotz alledem: Es gibt schon die<br />

Momente, wo mein Kopf einen<br />

Input-Overkill erlebt. Wutgefühle<br />

stecke ich mit Sport – vor allem<br />

mit Schwimmen – weg. Den Rest<br />

besorgt – vor allem in der Ferienzeit<br />

– das Eintauchen in meine<br />

Lilian Unternährer, 4. Kl.<br />

«ABWECHSLUNG JA, ABER MIT PERSPEKTIVEN»<br />

«Ich spiele Theater im Gselle-<br />

Theater Küssnacht am Rigi, seit<br />

ich achtjährig bin. Letztes Jahr war<br />

ich eine Internethackerin, und auch<br />

dieses Jahr wird man mich in einer<br />

spannenden Rolle sehen. In andere<br />

Rollen zu schlüpfen, macht mir<br />

unheimlich Spass. Auch in meinem<br />

Aussehen, zum Beispiel mit meiner<br />

Frisur, sorge ich für Abwechslung.<br />

Vielleicht ist das auch der Grund,<br />

warum ich mich für andere Menschen<br />

und Kulturen interessiere.<br />

Zum Beispiel finde ich es spannend,<br />

welche Zusammenhänge zwischen<br />

der Flagge einer Nation und deren<br />

Kultur oder Natur bestehen. Nur<br />

schon, wie die Farben der Flaggen<br />

oft die Farben der Landschaft<br />

widerspiegeln …<br />

Politik interessiert mich etwas weniger.<br />

Wenn ich etwas aufschnappe<br />

über die grossen Themen der Welt,<br />

dann eher zufällig. Das hat auch<br />

damit zu tun, dass ich eine Warnmeldung<br />

aufs Handy bekomme,<br />

wenn meine tägliche Bildschirmzeit<br />

abgelaufen ist.<br />

Punktuell ist es aber schon so,<br />

dass ich mich gezielt informiere –<br />

über verlässliche Quellen oder<br />

im Gespräch mit meinen Eltern.<br />

Vor allem dann, wenn es Themen<br />

Nina Wiegand, 5. Kl.<br />

«MACH MAL PAUSE»<br />

«Ich bin eigentlich ein sehr interessierter<br />

Mensch. Und ja: Die Probleme<br />

und Konflikte dieser Welt sind<br />

auch bei mir angekommen. Nehmen<br />

wir den Gaza-Konflikt. Da habe ich<br />

Verwandte, die aufseiten Israels<br />

sind, und andere, deren Empathie<br />

den Palästinenserinnen und Palästinensern<br />

gilt. Ich versuche, mir ein<br />

Bild zu machen, und merke dabei,<br />

dass mein eigener Wertekompass<br />

noch nicht ganz ausgereift ist.<br />

Deshalb finde ich es schwierig,<br />

mir hier und auch in anderen weltrelevanten<br />

Fragen eine Meinung<br />

zu bilden. So finde ich es einfach<br />

mal spannend, die verschiedenen<br />

Positionen aufzunehmen und – wo<br />

möglich – an der gesellschaftlichen<br />

Realität rund um mich herum zu<br />

spiegeln. Mich interessiert deshalb<br />

auch Literatur, die unsere Kultur<br />

reflektiert, und natürlich Geschichte.<br />

Aber manchmal, klar, wird mir<br />

das zu viel. Und da ein Filtern der<br />

Informationen schwierig ist, kann<br />

ich dann auch einfach mal Pause<br />

machen. Oft gehe ich in den Wald,<br />

um abzuschalten, oder verbringe<br />

Zeit mit der Familie oder in meinem<br />

Zimmer. Dann zeichne ich, oder<br />

ich führe mein Journal weiter.<br />

Was ich dort hineingeschrieben<br />

34<br />

THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


ORIENTIERUNG<br />

IN ZEITEN<br />

DES WANDELS<br />

Bücherwelt. 300 bis 500 Seiten<br />

Science-Fiction pro Tag können<br />

es dann schon sein, am liebsten<br />

in Form altbewährter physischer<br />

Bücher mit echtem Buchdeckel. In<br />

Kombination mit dem Eintauchen<br />

in Meeresfluten ergibt das dann die<br />

ideale Erholungskombination.»<br />

sind, die mich persönlich weiterbringen.<br />

In fünf Jahren sehe ich<br />

mich als Primarlehrerstudentin an<br />

einer pädagogischen Hochschule,<br />

möchte aber nach der Matura noch<br />

ein Zwischenjahr einlegen. Ein halbes<br />

Jahr will ich reisen, das zweite<br />

Halbjahr ein Praktikum machen. Ich<br />

finde es gut, dass ich mir diesen<br />

Rahmen gesetzt habe. Das gibt<br />

mir die Struktur, in der ich meiner<br />

Neugierde und Kreativität freien<br />

Lauf lassen kann. Was ich nicht so<br />

schätze, sind abrupte Veränderungen<br />

oder wenn ich aus der Komfortzone<br />

gerate. Das kann passieren,<br />

wenn zum Beispiel der Druck in der<br />

Schule zu gross wird. Dann bin ich<br />

froh, wenn ich wieder möglichst<br />

rasch zu meiner Balance finde.»<br />

« So bleibe<br />

ich auf<br />

der Spur»<br />

Der Umgang mit der Informationsflut<br />

in Zeiten des raschen<br />

Wandels ist sehr individuell, wie<br />

die Statements dreier befragter<br />

Lernender des Gymnasiums<br />

Immensee zeigen.<br />

FOTOS: MB<br />

habe, ist weggelegt. Besonders<br />

wichtig sind für mich die grossen<br />

Ferien bei meinen Grosseltern in<br />

der Toskana. Das Zusammenleben<br />

mit all den Verwandten und Gästen,<br />

die sich einfinden, erlebe ich wie<br />

in einer Oase.<br />

Was ich werden will? Das kann ich<br />

offenlassen. Meine und die Idee<br />

meiner Eltern ist es, dass ein Zwischenjahr<br />

nach der Matura gar nicht<br />

so schlecht wäre. Dann könnte ich<br />

Distanz gewinnen und hätte – im<br />

Gegensatz zu jetzt – die Zeit, um<br />

zu spüren, was ich wirklich will. Ich<br />

stelle mir das cool vor und spüre<br />

deshalb überhaupt keinen Stress,<br />

schon jetzt sagen zu müssen, wo<br />

ich in fünf Jahren stehe.»<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 35


Im Gespräch mit<br />

Internats leiterin<br />

Franziska Durrer geht<br />

es um Sicher heit,<br />

Halt und Orientierung.<br />

Den Schülerinnen und<br />

Schülern wird Raum<br />

gewährt und gleichzeitig<br />

ein Zuhause<br />

geboten. Sie werden<br />

vom Internatsteam auf<br />

ihrem Weg ins Erwachsenenleben<br />

begleitet.<br />

Ankommen<br />

und Wohlfühlen<br />

Sind Rituale ein Relikt<br />

der Vergangenheit oder<br />

ein unverzichtbarer<br />

Bestandteil eurer<br />

Betreuungsarbeit?<br />

Unser Internatsteam legt grossen<br />

Wert darauf, dass das Internatsleben<br />

durch Rituale und wiederkehrende<br />

Prozesse geprägt wird. Diese<br />

schaffen eine verlässliche Struktur,<br />

die den Jugendlichen Sicherheit,<br />

Halt und Orientierung vermittelt.<br />

Rituale sind keine Überbleibsel<br />

vergangener Zeiten, sondern<br />

essenziell, um ein stabiles und vertrautes<br />

Umfeld zu gewährleisten.<br />

Wie schafft ihr ein<br />

Zuhause fernab von<br />

zu Hause?<br />

Für unsere Schülerinnen und Schüler<br />

ist das Internat ein familiäres<br />

Zuhause und ein Ort der Ruhe.<br />

Hier dürfen sie verweilen und sich<br />

wohlfühlen. Gleichzeitig bieten wir<br />

ihnen abwechslungsreiche Aktivitäten<br />

und ein massgeschneidertes<br />

Abendprogramm – eine wertvolle<br />

Abwechslung zum Lernalltag.<br />

Unsere Internatslandschaft ist<br />

bunt und familiär, und das flexible<br />

5-bis-3-Tage-Internatskonzept<br />

passt sich den individuellen Bedürfnissen<br />

der Jugendlichen und<br />

ihrer Familien an.<br />

36<br />

THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


ORIENTIERUNG<br />

IN ZEITEN<br />

DES WANDELS<br />

« Das Internat<br />

vermittelt<br />

Teamfähigkeit und<br />

unterstützt die<br />

Selbstständigkeit.»<br />

Ihr fördert auch Team fähigkeit und<br />

Selbstständigkeit. Wie gelingt euch das?<br />

Wir bieten nicht nur geordnete Lernstrukturen und – wo<br />

nötig – Förderbetreuung, sondern auch das Erlernen einer<br />

der wichtigsten Grundkompetenzen: Teamfähigkeit.<br />

Das Leben in einer grösseren Gemeinschaft fördert die<br />

Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden und unterstützt<br />

ihre Selbstständigkeit. Fernab des Elternhauses<br />

müssen die Jugendlichen eigene Entscheidungen treffen<br />

und Konflikte lösen. Unser friedliches Miteinander ist<br />

geprägt von Respekt und Verständnis und wird der<br />

Diversität unserer modernen Gesellschaft gerecht.<br />

Wo und wie zeigt sich, dass<br />

das Vertrauen der Eltern in<br />

das Internat sehr wichtig ist?<br />

Die Entscheidung, ein Kind neben<br />

der Tagesschule auch ins Internat<br />

zu schicken, ist oft eine Vertrauensfrage.<br />

Wenn die Familie diesen<br />

Entscheid gemeinsam trifft und<br />

trägt, kann die Beziehung zwischen<br />

Eltern und Kind davon profitieren.<br />

Die räumliche Distanz zum eigenen<br />

Zuhause bietet eine echte Gelegenheit:<br />

Sie intensiviert die Zeit, die<br />

Familien zusammen verbringen<br />

können, befreit sie von Alltagsproblemen<br />

und lässt die Jugendlichen<br />

selbstständiger werden.<br />

Empfehlungen anderer Eltern<br />

spielen hierbei oft eine entscheidende<br />

Rolle. Der Gute Ruf unseres<br />

Internats basiert auf unserem aufgestellten<br />

Team, das hervorragende<br />

Betreuungsarbeit leistet, sowie auf<br />

der Unterbringungsqualität.<br />

Die Gemeinschaft hat im Internat<br />

einen hohen Stellenwert.<br />

Welche Rolle spielt sie bei euch?<br />

Im Internat bauen Schülerinnen und<br />

Schüler im Miteinander vertrauensvolle,<br />

familiäre Beziehungen<br />

auf, erleben ihren Alltag gemeinsam<br />

und unterstützen sich gegenseitig.<br />

Es ist schön, zu sehen,<br />

wie sie sich in ihren individuellen<br />

Eigenschaften entfalten. Im Fokus<br />

unserer Arbeit steht das Erlernen<br />

von Strukturen, Methoden und<br />

Strategien, um jungen Menschen<br />

die Fähigkeit zum eigenständigen<br />

und selbstverantwortlichen Lernen<br />

und Leben zu vermitteln.<br />

In der Sommerpause<br />

triffst du dich mit deinen<br />

Internatsmitarbeitenden im<br />

Barralhaus, um die letzten<br />

Vorbereitungen für das<br />

neue Schuljahr zu treffen.<br />

Ja, wir freuen uns sehr darauf, nach<br />

den Sommerferien die (neuen) Internatsbewohnenden<br />

am Gymnasium<br />

herzlich willkommen zu heissen<br />

beziehungsweise wiederzusehen.<br />

INTERVIEW: CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />

MARKETING, AKQUISE<br />

UND KOMMUNIKATION<br />

FOTO FRANZISKA DURRER: MB<br />

FOTO INTERNAT: SMO!<br />

5-BIS-3-TAGE-INTERNAT<br />

Die Internen sind vollständig in die Tagesschule<br />

integriert. Den Abend und die Nacht verbringen sie<br />

im Internatsgebäude. Es gibt ein für sie massgeschneidertes<br />

Abend programm, Abendstudium, Abendsport<br />

sowie «Nacht-Food» für den letzten kleinen Hunger.<br />

Leben und Regeln sind der Altersstufe angepasst. Ältere<br />

Interne geniessen mehr Spielraum als Jüngere, müssen<br />

aber auch mehr Eigenverantwortung übernehmen.<br />

Das Internat dauert 5 Tage: Anreise Sonntagabend,<br />

Abreise Freitag nach Schulschluss. Es sind auch individuelle<br />

4- oder 3-Tage-Internat-Arrangements möglich.<br />

QR-Code scannen und den<br />

neuen Videoclip über das Leben im<br />

5-bis-3-Tage-Internat ansehen.<br />

Beim<br />

Grillfest<br />

zum Abschluss<br />

des<br />

Schuljahres<br />

2023/<br />

<strong>2024</strong><br />

braten<br />

die<br />

Internen<br />

Marshmallows.<br />

FOTO:<br />

SMO!<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 37


BLOCKTAGE 26.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />

Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen<br />

dreh ten Musikvideos, während die Lernenden der<br />

2. Klassen eine Ausstellung über Journalismus und<br />

Fake News sowie eine Kunstausstellung besuchten.<br />

Wenn die Klappe fällt<br />

Am 26. März <strong>2024</strong> begannen für<br />

die beiden 1. Klassen die Blocktage.<br />

In diesem Jahr hatten die<br />

Schülerinnen und Schüler die<br />

Möglichkeit, ihre eigenen Musikvideos<br />

zu drehen.<br />

Zunächst erhielten wir Einführungskurse zu den<br />

Themen Video, Choreografie und Gesang. Im Videokurs<br />

lernten wir, wie man ein Stativ einstellt, welche Einstellungen<br />

am Handy vorgenommen werden müssen,<br />

welche Kameraperspektiven es gibt und wie man ein<br />

Storyboard erstellt. Die Lehrpersonen zeigten uns<br />

Beispiele von Musikvideos und erläuterten die verschiedenen<br />

Arten von Musikvideos.<br />

Let’s Sing and Dance<br />

Beim Choreografieren führten wir verschiedene Tanzübungen<br />

durch. Wir hatten auch genügend Zeit, um<br />

unsere eigenen Choreografien zu entwickeln und zu<br />

üben. Schliesslich erhielten wir den ausgedruckten<br />

Text unseres Liedes, den wir in unseren Gruppen üben<br />

konnten. Am Nachmittag durfte jede Gruppe zu einer<br />

bestimmten Zeit ihr Lied ins Mikrofon singen. Da wir<br />

nicht das gesamte Lied sangen, wurde der gesungene<br />

Teil über die Originalstimme gelegt. Nach diesen spannenden<br />

Übungen war der erste Tag auch schon vorbei.<br />

Wie bereits am Vortag trafen sich die Klassen um<br />

8.05 Uhr im Victorinoxsaal, um den Ablauf des bevorstehenden<br />

Tages zu besprechen. Bald darauf ging es<br />

weiter mit dem Filmen der Szenen. Wir nahmen auch<br />

ganz viele Kostüme und Requisiten mit. An diesem<br />

Tag wurden draussen sehr viele Szenen gefilmt,<br />

und daneben genossen wir auch unsere Freiheit.<br />

Letzter Schliff und Schnitt<br />

Die verschiedenen Gruppen konnten ihren Videos<br />

noch den letzten Schliff geben, damit diese dann<br />

komplett gefilmt und geschnitten waren. Einzelne<br />

Schülerinnen und Schüler bekamen während des<br />

Schneidens des Videos Hilfe von Lehrpersonen.<br />

Alle Endergebnisse der verschiedenen Musikvideos<br />

wurden den Eltern in den SOL-Zimmer gezeigt.<br />

Bevor wir aber im Victorinoxsaal die Videos der<br />

anderen Gruppen bewundern konnten, gab es einen<br />

Wettkampf zwischen den Klassen 1a und 1b, bei<br />

dem wir in ungefähr zwölf Minuten so viele Origami-<br />

Osterhasen falten mussten, wie wir konnten.<br />

Der Gewinner war knapp die Klasse 1b.<br />

Es waren tolle Blocktage, und wir wollen uns nochmals<br />

herzlich bei den Lehrpersonen für die super Unterstützung<br />

bedanken.<br />

TEXT: JOHANNA WOLF UND JOËLLE BUCHER, 1. KL.<br />

FOTOS (VIDEOSTILLS): JOHANNA GSCHWEND,<br />

BILDNERISCHES GESTALTEN<br />

38<br />

BLOCKTAGE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


1. KLASSEN<br />

Die Erstklässlerinnen<br />

und Erstklässler<br />

legen sich<br />

beim Drehen<br />

ihrer eigenen<br />

Musikvideos<br />

ins Zeug.<br />

Sie entwickeln<br />

Choreografien<br />

und üben<br />

Lieder ein.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> BLOCKTAGE 39


BLOCKTAGE 26.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />

Reise<br />

durch die<br />

legendäre<br />

Medienwelt<br />

Die 2. Klassen besuchten in der Kantonsbibliothek Uri in Altdorf eine<br />

Ausstellung über Journalismus und Fake News. Dort konnten sich die<br />

Lernenden wie echte Journalistinnen und Journalisten fühlen.<br />

Handwerk des Journalismus<br />

Mit einer Chipkarte, die die Schülerinnen und Schüler<br />

am Eingang der Ausstellung bekamen, konnten sie<br />

Punkte sammeln und sich so verschiedene Posten in<br />

einer fiktiven Redaktion ergattern. Informationstafeln<br />

zeigten ihnen, wie sich die Medien über die Zeit hinweg<br />

entwickelt hatten und was die Welt bewegt hatte.<br />

In Gruppen eingeteilt, beantworteten sie an verschiedenen<br />

Stationen Fragen zur Text- und Filmanalyse und<br />

lösten Medienquiz.<br />

Der Höhepunkt der Ausstellung war der museumseigene<br />

Escape-Room. Dort erlebten sie den typischen<br />

Alltag eines Journalisten mit allen Schwierigkeiten.<br />

Es musste ein Safe geknackt, Informationen geprüft<br />

und ein Artikel veröffentlicht werden – auf jeden Fall<br />

ein grossartiges Erlebnis.<br />

Trotz Zeitdruck arbeiteten die Teams gut zusammen<br />

und konnten alle Aufgaben lösen. Am Ende bekamen<br />

die Lernenden ihren Presseausweis und ihre Rolle als<br />

Praktikantin, freier Mitarbeiter, Redaktor oder Chefredaktorin.<br />

Fake News erkennen<br />

Dank diesem grossartigen Ausflug konnten die<br />

Schülerinnen und Schüler viel Neues dazuerlernen<br />

und haben nun viel mehr Ahnung von der modernen<br />

und historischen Medienwelt sowie vom Journalismus:<br />

Was ist wichtig, um einen guten Artikel zu schreiben?<br />

Wie stark beeinflussen uns welche Medien heutzutage?<br />

Sie lernten auch, worauf man achtgeben muss,<br />

damit keine Fake News verbreitet werden. Insgesamt<br />

also eine gelungene Exkursion, um den Lernenden<br />

die Welt der Medien näherzubringen.<br />

TEXT: LERNENDE DER KL. 2B | FOTO: KATHRIN EGOLF, DEUTSCH<br />

Wie unterscheidet man Fakten von Falschmeldungen?<br />

40<br />

BLOCKTAGE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


2. KLASSEN<br />

Anstössig?<br />

Was ein nacktes Bein<br />

alles mit uns<br />

machen kann<br />

Nach der Journalismusausstellung in Altdorf ging es für die 2. Klassen<br />

am Nachmittag weiter ins Kunstmuseum Luzern. Dort wartete die<br />

Ausstellung «Subjective Evidence» der Fotokünstlerin Barbara Probst.<br />

Im Zentrum der Ausstellung<br />

standen die verschiedenen Perspektiven,<br />

aus denen wir eine<br />

Situa tion betrachten können.<br />

Die Künstlerin arrangierte jeweils<br />

mehrere Bilder und gestaltete so<br />

das Puzzlebild eines chaotischen<br />

Zimmers in der New Yorker Innenstadt<br />

oder einer Autofahrt aufs<br />

Land.<br />

Rätsel hinter den Bilderpuzzles<br />

Bei einigen Schülerinnen und Schülern kam schnell die<br />

Frage auf, was das jetzt mit Medien zu tun habe. Die<br />

Bilderpuzzles gaben Rätsel auf. Während einer Führung<br />

durch die Ausstellung versuchten die Lernenden mit<br />

der Kunstvermittlerin, die Bilder zusammenzusetzen<br />

und die eigene Wahrnehmung zu schärfen. So wurden<br />

Stimmungen und Zusammenhänge hinter den Bildern<br />

deutlich.<br />

Was darf Kunst alles?<br />

Andere waren von den nackten<br />

Körperteilen, die auf einigen Bildern<br />

zu sehen waren, überrumpelt<br />

und warfen moralische Fragen auf.<br />

Sie fragten sich, ob es nicht eine<br />

Vorwarnung hätte geben sollen.<br />

Die Körperteile zeigten Ausschnitte<br />

einer Gesamtsituation – einen<br />

Rücken, einen Arm oder ein Bein.<br />

Obwohl alle aus dem Jahrgang<br />

schon einmal in einem Museum<br />

gewesen waren und wahrscheinlich<br />

alle auch schon einmal nackte Haut<br />

gesehen hatten, empfanden fünf<br />

Schülerinnen und Schüler die Bilder<br />

als anstössig. Eine Schülerin erklärte:<br />

«Diese Bilder tauchten komplett<br />

unerwartet in der Ausstellung auf.»<br />

Am Anfang hatten sie gedacht, die<br />

Ausstellung würde sich um den<br />

perfekten Moment drehen. «Aber<br />

dann war da dieser Raum mit den<br />

Bildern, wo man nackte Haut sehen<br />

konnte. Dieser Anblick verstörte<br />

mich.»<br />

TEXT: ELIA IULIANO, JULIAN KURZEN,<br />

JANIS GWERDER, ALLE 2. KL.,<br />

SOWIE KATHRIN EGOLF, DEUTSCH<br />

FOTO: KATHRIN EGOLF, DEUTSCH<br />

Die Puzzlebilder der Künstlerin Barbara Probst zeigen unterschiedliche Perspektiven.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> BLOCKTAGE 41


PROJEKTWOCHE 25.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />

Die Lernenden der 3. Klassen sammelten erste<br />

Erfahrungen mit eigenen Forschungsprojekten.<br />

Einen Einblick in die MINT-Studiengänge gewannen<br />

die Fünftklässlerinnen und -klässler.<br />

Vom Pistenkilometer<br />

bis<br />

zur Gefühlslage<br />

nach<br />

dem Sport<br />

Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen<br />

sammelten erste Erfahrungen mit statistischen<br />

Auswertungen eines eigenen kleinen Forschungsprojekts<br />

und präsentierten die erarbeiteten Ergebnisse<br />

auf selbst gestalteten Plakaten.<br />

Bereits vor Beginn der eigentlichen Projektwoche standen<br />

für die Lernenden der 3. Klassen erste Aufgaben<br />

an. Nach der eigenen Auswahl eines Forschungsprojektes<br />

und dem ersten Zusammentreffen mit dem persönlichen<br />

Research-Coach machten sich die Forscherteams<br />

an die herausfordernde Aufgabe der Datenerhebung.<br />

Die einen kamen mithilfe eigens ausgearbeiteter<br />

Umfragen an ausgewählte Daten, andere führten eine<br />

umfassende Internetrecherche durch, um ihre zuvor<br />

gestellten Fragen zu beantworten.<br />

Hypothesen aufstellen<br />

Die Idee hinter den Forschungsprojekten war, durch<br />

statistische Zusammenhänge eine aufgestellte Hypothese<br />

anzunehmen oder zu verwerfen. Eine Hypothese<br />

lautete zum Beispiel: «Schülerinnen und Schüler des<br />

Gymnasiums Immensee, die ein Instrument spielen,<br />

haben eine bessere Mathematiknote» (Hypothese des<br />

Siegerplakates). Eine andere liest sich so: «Die Anzahl<br />

Pistenkilometer hat keinen signifikanten Einfluss<br />

Henrik und Marc bei ihrem Forschungsprojekt mit Marshmallows.<br />

auf den Preis eines Saisonabonnements»<br />

(Hypothese der Drittplatzierten).<br />

Daten auswerten<br />

und präsentieren<br />

In den ersten Tagen der Projektwoche<br />

lag die Aufgabe darin, die erhobenen<br />

Daten zu pflegen und so zu<br />

sortieren, dass man sie auch gezielt<br />

auswerten konnte. Mithilfe von<br />

Excel konnten geeignete Plots und<br />

Graphen erstellt werden, welche eine<br />

gewisse Korrelation – oder deren<br />

Abwesenheit – zweier untersuchter<br />

Merkmale sichtbar machen sollten.<br />

Natürlich wurden diese Resultate<br />

auch noch auf ihre Signifikanz<br />

geprüft, um ein abschliessendes<br />

Ergebnis zu bekommen.<br />

Zum Ende der Projektwoche<br />

wurden Poster nach einer wissenschaftlichen<br />

Vorlage gestaltet.<br />

Dies konnte zum ersten Mal mit<br />

einem brandneuen Plotter gemacht<br />

werden, was professionelle und<br />

42<br />

PROJEKTWOCHE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


3. KLASSEN<br />

Paperplane-Challenge.<br />

sehr ansprechende Exemplare<br />

lieferte. Diese Ausstellungsstücke<br />

wurden dann in der Turnhalle<br />

anlässlich einer kleinen Vernissage<br />

den versammelten Forscherteams<br />

und Coaches präsentiert. Zuvor<br />

wurden die Poster von den Coaches<br />

aber noch bewertet und die drei<br />

besten schliesslich prämiert.<br />

Sport als Abwechslung<br />

Die Turnhalle war in dieser Woche<br />

allerdings nicht nur für die Schluss-<br />

ausstellung reserviert worden.<br />

Denn jeden Tag gab es ein Sportangebot,<br />

das von den Lernenden<br />

als willkommene Abwechslung zu<br />

all den Daten, Plots und Berechnungen<br />

angesehen wurde.<br />

Viele der Forscherteams konnten<br />

einige Fragen, welche sich zu Beginn<br />

der Woche gestellt hatten,<br />

beantworten und fanden im Laufe<br />

ihrer Forschung weitere Hypothesen<br />

und Fragen, die es in fortführenden<br />

Projekten zu beantworten<br />

gilt. So erlebten die Drittklässlerinnen<br />

und Drittklässler eine<br />

spannende und realitäts bezogene<br />

Forschungswoche.<br />

TEXT: TOBIAS VON ARX, CHEMIE<br />

FOTOS: SIMON BACHMANN,<br />

MATHEMATIK, SPORT<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> PROJEKTWOCHE 43


PROJEKTWOCHE 25.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />

MINTeressante Einblicke<br />

ins Studium<br />

Das Ziel der Projektwoche war, einen Einblick in die Vielfalt der Studiengänge im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik,<br />

Naturwissenschaften und Technik) zu gewinnen. Dazu konnten verschiedene Module nach Wahl an Fachhochschulen, der<br />

Universität Zürich und der ETH besucht werden. Die Angebote waren sehr vielfältig, sodass selbst für Lernende, die sich<br />

nicht für Technik interessieren, das eine oder andere spannende Thema dabei war.<br />

Eiertransport und Handkonstruktion<br />

Los ging die Woche mit einer Challenge. Jeder sollte<br />

ein Gefährt entwickeln, welches das fragilste Ding auf<br />

Erden, nämlich ein Ei, sicher über eine Mindestdistanz<br />

von fünf Metern transportiert. Die Schülerinnen und<br />

Schüler bestimmten anschliessend, welche Gruppe die<br />

coolste Konstruktion und den überzeugendsten Pitch<br />

hervorgebracht hatte. Am letzten Tag der Technikwoche<br />

wurde die Siegergruppe gekürt.<br />

In den darauffolgenden Tagen gab es dann zum Beispiel<br />

einen Workshop zum Thema «Exoskelett» an der<br />

ETH Zürich. Dabei konnten die Lernenden in Gruppen<br />

eine Hand aus Holz und anderen Bastelmaterialien<br />

konstruieren, den Arm programmieren und diesen in<br />

einem Parcours testen. Abschliessend fand ein Wettbewerb<br />

statt, um herauszufinden, welche Hand die<br />

meisten Gegenstände – zum Beispiel eine Kreditkarte<br />

oder einen USB-Stick – aufheben konnte. Die Gruppe<br />

mit der effizientesten Hand gewann.<br />

einer Hochschule oder an der ETH<br />

löchern konnten. Zum Abschluss<br />

der Technikwoche gingen wir ins<br />

Bowlingcenter in Meierskappel.<br />

Trotz teils langer Tage war die<br />

Technikwoche sehr spannend und<br />

facettenreich. Für diejenigen, die<br />

sich vorstellen können, dereinst ein<br />

technisches Fach zu studieren, war<br />

die Technikwoche besonders aufschlussreich.<br />

Die vielen praktischen<br />

Einheiten liessen die Woche wie im<br />

Flug vergehen. Die Teilnehmenden<br />

konnten viele Eindrücke mitnehmen,<br />

welche in jedem Fall für die<br />

Studienwahl von Bedeutung sind.<br />

TEXT: ANN-SOPHIE HÖFER,<br />

SALOME GOHL, ELENA SCHNEIDER<br />

UND SAMANTHA STRÜBY, 5. KL.<br />

FOTOS: MB<br />

Bunter Strauss an Texten<br />

QR-Code scannen<br />

und Texte der<br />

5. Klassen über die<br />

Technikwoche lesen.<br />

Experiment über die Verbreitung von Viren<br />

Ein anderer Workshop fand in Wädenswil an der ZHAW<br />

(Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften)<br />

statt. Hier konnten wir mit einem Experiment<br />

in die Welt der Biotechnologen eintauchen. Dafür<br />

bekam jeder zwei kleine Proben, wovon zwei mit Viren<br />

infiziert waren. Danach sollte die Ausbreitung eines<br />

Virus nachgeahmt werden, indem jeder seine Probe mit<br />

zwei anderen Proben mischte. Zweck des Experiments<br />

war es, anhand eines PCR-Tests herauszufinden, von<br />

welchen zwei Proben die Infektion ausging.<br />

Am Donnerstag kamen drei Studenten vorbei, die von<br />

ihrem Alltag berichteten und die wir mit all unseren<br />

Fragen bezüglich eines Studiums an einer Universität,<br />

Die Lernenden diskutieren in Gruppen verschiedene Ideen, wie<br />

ein Transportgerät für die Tischtennisbälle aussehen könnte.<br />

44<br />

PROJEKTWOCHE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


5. KLASSEN<br />

Mithilfe eines selbst entworfenen Mechanismus' transportieren zwei Schülerinnen drei Tischtennisbälle in einen Eimer, der in der Mitte des Gebäudes<br />

der QUO AG im Glattpark hängt.<br />

Wer baut den höchsten Spaghettiturm? Das Siegerinnenteam<br />

platziert auf der Turmspitze ein Oreo-Guetzli.<br />

Beim Besuch eines Workshops an der ZHAW in Wädenswil<br />

untersuchen Ann-Sophie und Salome Proben auf Viren.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> PROJEKTWOCHE 45


Von empörten Bienen<br />

und traurigen Eisbären<br />

Die Schülerinnen und Schüler der<br />

4. Klassen fassten im Bildnerischen<br />

Gestalten die Aufgabe,<br />

eine Illustration mit Tusche und<br />

Aquarell zu gestalten. Darin<br />

sollen tierische oder pflanzliche<br />

Wesen zu Wort kommen.<br />

46 SCHULE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Rahel, 4. Kl.<br />

Die Tier- und Pflanzenbilder wurden<br />

mit wissenschaftlichen Fakten<br />

und fiktiven Aussagen kombiniert.<br />

Zeitungsartikel dienten als Bildvorlage<br />

und Ideenquelle. Die Zeichnungen<br />

konnten durch Worte aus<br />

den Artikeln unterstützt werden.<br />

Was sagen oder denken die Tiere<br />

und Wesen über den Klimawandel<br />

oder über das Verhalten von uns<br />

Menschen? Wie können die Fakten<br />

aus den Artikeln auf emotionale<br />

oder prägnante Weise dargestellt<br />

werden? Gezeichnet wurde mit<br />

schwarzer Tusche, und mit<br />

Aquarellfarbe wurde koloriert.<br />

TEXT: JOHANNA GSCHWEND,<br />

BILDNERISCHES GESTALTEN<br />

BILDER: SCHÜLERINNEN UND<br />

SCHÜLER DER 4. KLASSEN<br />

> 48<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> SCHULE 47


47 ><br />

Eva, 4. Kl.<br />

Elin, 4. Kl.<br />

48 SCHULE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Emma, 4. Kl.<br />

Lena, 4. Kl.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> SCHULE 49


Detox gegen<br />

Handysucht<br />

Irina Tschopp, 5. Kl., erklärt in ihrer Maturaarbeit,<br />

warum man handysüchtig werden kann – und was<br />

dagegen zu tun ist.<br />

3,44 Stunden täglich – das ist nicht etwa die durchschnittliche<br />

Hausaufgabenzeit am Gymi, sondern die<br />

durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit der Jugendlichen<br />

in der Schweiz. «Auf eine durchschnittliche<br />

Lebenszeit von 84 Jahren hochgerechnet, wären das<br />

zwölf Jahre, die wir am Handy verbringen», sagt Irina<br />

Tschopp. Für sie Grund genug, diesen erschreckenden<br />

Sachverhalt in ihrer Maturaarbeit zum Thema zu<br />

machen.<br />

Social Media können süchtig machen<br />

Bei sich selbst stellte sie fest, dass es vor allem So cial-<br />

Media-Plattformen wie Instagram oder Tiktok sind,<br />

die süchtig machen können. Den Schlüssel, warum das<br />

so ist, hat Tschopp im Suchthormon Dopamin gefunden.<br />

Dieses wird vor allem dann freigesetzt, wenn wir<br />

angenehme Reize verspüren oder eine Belohnung<br />

erhalten. Doppelt blöd ist, dass Jugendliche bei einer<br />

erhöhten Dopaminaktivität anfälliger für impulsive<br />

Wiederholungshandlungen oder Suchtverhalten sind,<br />

weil ihr Hirn oft Mühe hat, starke Impulse angemessen<br />

zu kontrollieren. Vollends süchtig macht Dopamin,<br />

weil sich bei übermässiger Stimulation des Dopaminsystems<br />

eine Dopamintoleranz entwickelt. Das heisst,<br />

es braucht immer mehr davon, um dieselbe Wirkung<br />

zu erleben.<br />

Kein Insta unter der Woche<br />

«Klar also, dass die Programmierer nichts unversucht<br />

liessen, um auf Social Media das Dopamin-Belohnungssystem<br />

in Gang zu setzen», betont Tschopp.<br />

Das passiert bei jedem Like, aber zum Beispiel auch<br />

dadurch, dass manche Inhalte nur zeitlich beschränkt<br />

zur Verfügung stehen. Wer nicht immer dran ist, verpasst<br />

also etwas. «Dopaminfördernd ist auch, dass<br />

sich ein Instagram-Feed aktualisiert, wenn man mit<br />

dem Finger nach unten scrollt, oder nur schon, dass<br />

die Inhalte beim Runterscrollen niemals enden»,<br />

sagt sie. Sie hat die Gefahr erkannt und zu einer<br />

radikalen Massnahme gegriffen. «Unter der Woche<br />

lösche ich Instagram», so Tschopp, und «seither<br />

habe ich rund eine Stunde täglich mehr Zeit,<br />

um mich in der realen Welt auszuleben.»<br />

Tipps gegen übermässigen Handykonsum<br />

«Dopamin-Detox», sagt man im Fachjargon – und erst<br />

noch gratis zu haben. Zu vereinsamen braucht deshalb<br />

niemand. Denn der Whatsapp-Dienst ist nicht so stark<br />

betroffen, da dieser nicht so sehr ein Dopamintreiber<br />

ist und deshalb viel weniger Suchtpotenzial birgt. In<br />

ihrer Arbeit hat Tschopp eine ganze Menge weiterer<br />

Tipps und Strategien gegen übermässigen Handykonsum<br />

zusammengetragen und auch selbst getestet.<br />

Schon einmal den Bildschirm auf Schwarz-Weiss<br />

gestellt? Wirkt schon ganz ordentlich. Eine Bildschirmzeitüberwachung<br />

eingerichtet? Bringt auch was. Oder<br />

das Handy prinzipiell auf lautlos gestellt? Eine Wohltat.<br />

Und klar: alles Deinstallieren und Deaktivieren, was<br />

unnötige Ablenkung schafft, und sich einen analogen<br />

Wecker kaufen. «Bei mir geht das so weit, dass ich an<br />

gewissen Tagen das Handy gar nicht mehr in die Schule<br />

mitnehme», erläutert Tschopp. «Wow», antwortet<br />

man und fragt sich vielleicht: Wie war das schon wieder<br />

vor dreissig Jahren?<br />

TEXT: DC<br />

FOTO: MB<br />

50<br />

MATURAARBEITEN<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


« Auf eine<br />

durchschnittliche<br />

Lebenszeit von<br />

84 Jahren<br />

hochgerechnet,<br />

verbringen wir<br />

zwölf Jahre am Handy.»<br />

IRINA TSCHOPP, 5. KL.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURAARBEITEN 51


No Risk,<br />

no Business<br />

Wer es mit einem Start-up in die Wachstumsphase<br />

bringt, wird in den USA viel besser mit Risikokapital<br />

versorgt als in der Schweiz. Zu diesem Schluss<br />

kommt Pierre Bollinger, 5. Kl., in seiner Maturaarbeit.<br />

Nehmen wir Airbnb. Das ist ein Start-up, das – wer<br />

hätte es zu Beginn gedacht – ganz gross herausgekommen<br />

ist. Wäre diese Erfolgsgeschichte in der<br />

Schweiz auch möglich gewesen? «Wohl eher nicht»,<br />

meint Pierre Bollinger. Er hat sich in seiner Maturaarbeit<br />

akribisch mit der Risikokapitalfinanzierung<br />

in der Schweiz aus einandergesetzt und diese – was<br />

kaum gemacht wurde – mit den USA verglichen.<br />

Das sieht hüben und drüben in der Frühphase der<br />

Start -up-Gründung gar nicht so unterschiedlich aus.<br />

Da geht es um die Ideenfindung und -umsetzung,<br />

um keine allzu grossen Beträge und oft um private<br />

Finanzierungsquellen im Familien- oder Bekanntenkreis.<br />

Auch helfen Förderprogramme, und vielleicht<br />

findet sich ein «Business-Angel», d. h. ein privater<br />

Investor, der eigenes Kapital in das Start-up investiert.<br />

USA mit doppelt so viel Risikokapital<br />

«Happig wird es, wenn das Unternehmen wachsen<br />

muss, um das Verkaufspotenzial des Produkts auszuschöpfen»,<br />

sagt Bollinger. Vor allem Gründerinnen<br />

und Gründer müssen sich in der Führung eines mittelgrossen<br />

Unternehmens bewähren und lernen, wie<br />

Kapitalbeschaffung im grossen Stil geht. Sie brauchen<br />

Unterstützung durch sogenannte «Acceleratoren»,<br />

also Beratungsunternehmen, die auf Start-ups spezialisiert<br />

und bereit sind, das Risiko mitzutragen und<br />

statt Geld Firmenanteile von fünf bis zehn Prozent zu<br />

akzeptieren. «Die USA haben in diesem Bereich einen<br />

riesigen Vorsprung gegenüber der Schweiz, sowohl<br />

im Hinblick auf die Qualität als auch auf die Menge»,<br />

schreibt Bollinger und stützt sich dabei neben Eigenrecherchen<br />

auch auf Interviews mit fünf namhaften<br />

Expertinnen und Experten. Auch im Bereich der<br />

Risikokapital finanzierung ab einer halben Million<br />

Franken ist der Unterschied deutlich: Das Verhältnis<br />

vom Risikokapitalvolumen zum Bruttoinlandprodukt<br />

ist in den USA mit 0,95 Prozent rund doppelt so hoch<br />

wie in der Schweiz!<br />

Schweizer Zurückhaltung<br />

Über die Gründe sind sich die befragten Expertinnen<br />

und Experten einig: In der Schweiz bestehe eine<br />

gewisse «Risikoaversion», die nach dem CS-Debakel<br />

nicht kleiner geworden sei. Zudem gelten in den USA<br />

pleitegegangene Start-up-Gründerinnen und -Gründer<br />

im Gegensatz zur Schweiz nicht als Versagerinnen und<br />

Versager, sondern als Personen, die etwas versucht<br />

und dabei wichtige Erfahrungen gemacht haben.<br />

«Wohl auch deshalb schaffen es in Europa weniger<br />

patentierte Produkte zur Marktreife», so Bollinger.<br />

Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Einkommensverteilung<br />

in den USA weniger ausgeglichen ist als<br />

in der Schweiz. Das heisst, es gibt proportional mehr<br />

reiche Investorinnen und Investoren, gemessen an der<br />

Bevölkerung – und Risikokapitalanlagen sind vor allem<br />

für grosse Investitionen ein Thema.<br />

Was tun in dieser für den Schweizer Wirtschaftsstandort<br />

nachteiligen Situation? Bollinger sieht das<br />

Aufsetzen von Staatsfonds oder von Public-Private-<br />

Partner ships als erfolgsversprechende Ansätze.<br />

Weiter schlägt er Anpassungen in den Kapitalbeschaffungsmethoden<br />

vor und sieht auch Pensionskassen<br />

als Grossinvestoren. Aber würde er es selbst<br />

wagen, als Gründer eines Start-ups aufzutreten – dies<br />

im Wissen darum, welche Opfer das einem abverlangen<br />

kann? «Wenn die Produktidee stimmt, sofort», meint<br />

Pierre Bollinger. Man darf gespannt sein …<br />

TEXT: DC<br />

FOTO: MB<br />

52<br />

MATURAARBEITEN<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


« Happig wird<br />

es, wenn das<br />

Unternehmen<br />

wachsen<br />

muss, um das<br />

Verkaufspotenzial<br />

des Produkts<br />

auszuschöpfen.»<br />

PIERRE BOLLINGER, 5. KL.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURAARBEITEN 53


« Mein Kopf<br />

spinnt<br />

dauernd<br />

neue<br />

Ideen»<br />

Interview mit<br />

Léa Spirig,<br />

Matura 2001<br />

lea.spirig@srf.ch<br />

54 EHEMALIGE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EHEMALIGE 55<br />

> 56


55 ><br />

LÉA SPIRIG<br />

besuchte von 1997 bis<br />

2001 das Gymnasium<br />

Immensee. Nach der Matura<br />

absolvierte sie die Schauspielschule<br />

in Zürich und<br />

studierte später an der<br />

ZHAW Journalismus und Organisationskommunikation.<br />

Nach ihren ersten journalistischen<br />

Erfahrungen während<br />

des Studiums schrieb<br />

sie nach dem Studium für<br />

«20 Minuten», für die<br />

«Sonntagszeitung» und den<br />

«Blick». 2012 wechselte sie<br />

zum Schweizer Fernsehen<br />

SRF. Dort ist sie als stellvertretende<br />

Redaktionsleiterin,<br />

Produzentin, Redaktorin und<br />

Inputerin bei «Gesichter &<br />

Geschichten» tätig. Von Mai<br />

2021 bis Dezember 2023<br />

hatte sie unter dem Label<br />

«Lealität» eine eigene<br />

Talksendung, die queere<br />

Menschen in den Fokus<br />

rückte. Dafür interviewte<br />

sie bekannte queere Persönlichkeiten<br />

aus Politik,<br />

Sport, Show und Gesellschaft.<br />

Seit 2000 bespielt<br />

sie als DJ Madame Léa Clubs<br />

und Events in der Schweiz<br />

und im nahen Ausland. Seit<br />

September 2023 veranstaltet<br />

sie am Theater im<br />

Seefeld im Miller’s – eine der<br />

renommiertesten Kabarettbühnen<br />

im deutschen<br />

Sprachraum – als Mit kurato<br />

rin «Madame Phisères<br />

Boudoir Bizarre».<br />

« Ich bin<br />

ziemlich<br />

schlecht<br />

darin,<br />

einfach<br />

mal nichts<br />

zu tun.»<br />

56<br />

EHEMALIGE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Im Vorfeld hast du mir gesagt, dass für dich<br />

und deine berufliche Zukunft das Freifach<br />

Theater wegweisend war. Lass uns also<br />

direkt bei deiner Leidenschaft beginnen.<br />

Inwiefern haben dich deine Gymi-Zeit Ende<br />

der 1990er-Jahre sowie die Proben für das<br />

Gymi-Theater geprägt, und wo kannst du da<br />

heute beruflich anknüpfen?<br />

Ich habe am Gymi die Liebe zur Literatur, zum Bühnenspiel<br />

und zur Musik, sagen wir mal, verfeinert. Es war<br />

eine Zeit der grossen Spielfreude, und das habe ich<br />

dann im Anschluss ans Gymi auch zum Beruf machen<br />

wollen – ich besuchte nämlich eine Schauspielschule.<br />

Danach merkte ich, dass es Menschen gibt, die talentierter<br />

sind. Also habe ich noch Journalismus studiert,<br />

und was ich jetzt tue, ist die perfekte Mischung aus<br />

meinen beiden Ausbildungen.<br />

Wusstest du bereits während deines<br />

Studiums, welche berufliche Richtung<br />

du einschlagen wirst?<br />

Als ich mit 26 begann, an der ZHAW Journalismus<br />

zu studieren, war mir schnell klar, dass ich in diese<br />

Richtung gehen werde und es stand auch bald fest,<br />

dass ich zum SRF will, was sicher auch damit zu tun<br />

hat, dass ich ein sehr visueller Mensch bin.<br />

Wie bist du zum Schweizer Fernsehen<br />

gekommen?<br />

Ich machte damals bei «Glanz & Gloria» ein Praktikum<br />

und wusste, dass ich dahin will, weil der Job so<br />

vielseitig ist und ich mich mit Kultur umgeben kann.<br />

Ich musste mir allerdings die Sporen abverdienen<br />

und schrieb bei der Tamedia und bei Ringier und<br />

produzierte «Bauer, ledig, sucht» für 3 Plus. Bei SRF<br />

arbeitete ich für den «Club», realisierte Beiträge für<br />

den «Kulturplatz», war aber meiner Stammredaktion<br />

immer treu. Seit ich eine Leitungsfunktion habe, bin<br />

ich ganz bei «Gesichter & Geschichten».<br />

Man kennt dich aus Fernsehen und Radio.<br />

Erkennt man dich auf der Strasse, und wie<br />

gehst du damit um?<br />

Manchmal kommt das vor, dass die Menschen etwas<br />

Nettes sagen oder mit mir über Queerness reden wollen.<br />

Es freut mich, dass ich zur Sichtbarkeit der queeren<br />

Community beitragen kann. Für Gleichstellungsthemen<br />

mache ich mich ebenfalls stark, weil mir das ein<br />

grosses Anliegen ist, und dafür werde ich auch gerne<br />

gesehen. Ich als Privatperson bleibe dabei allerdings<br />

sehr gerne privat. Und negatives Feedback – das gibt<br />

es natürlich auch – höre ich mir an, reflektiere, bespreche<br />

es und lasse es dann auch wieder los. Oftmals hat<br />

es ja viel weniger mit der Empfängerin als mit dem<br />

Sender zu tun.<br />

Bei «Gesichter &<br />

Geschichten» hattest Du<br />

von 2021 bis 2023 unter<br />

dem Label «Lealität»<br />

eine eigene Talksendung,<br />

die queere Menschen in<br />

den Fokus rückte.<br />

Was reizte dich an diesem<br />

Sendeformat?<br />

Ich habe das Format Lealität fast<br />

drei Jahre gemacht, bevor wir es<br />

sterben liessen. Mir ging es darum,<br />

Vorurteile in der Gesellschaft<br />

abzubauen und für (junge) queere<br />

Menschen Vorbilder zu zeigen.<br />

Mein Slogan war ja «Wir reden so<br />

lange darüber, bis es kein Thema<br />

mehr ist». Leider zeigt mir die<br />

Realität, dass wir da noch nicht<br />

angekommen sind. Trotzdem haben<br />

wir natürlich in den Interviews<br />

gewisse Redundanzen festgestellt<br />

und das Format dann auslaufen<br />

lassen.<br />

In «Lealität» hast du<br />

bekannte Persönlichkeiten<br />

interviewt und bist mit<br />

ihnen in ihr privates<br />

Leben eingetaucht.<br />

Dabei durftest du auf<br />

ihre Offenheit und ihr<br />

Vertrauen zählen.<br />

Wie hast du es geschafft,<br />

dich in dein Gegenüber<br />

einzufühlen und<br />

dessen Emotionen<br />

wahrzunehmen?<br />

Ich bin sicher per se ein Mensch,<br />

der gut zuhören und schnell ein<br />

Wohlfühlambiente kreieren kann.<br />

Ich habe mir immer viel Zeit für<br />

mein Gegenüber genommen, bevor<br />

wir die Kamera laufen liessen, und<br />

ich forciere nicht, sondern lasse geschehen.<br />

Es war mir stets wichtig,<br />

dass die Menschen bei sich blieben.<br />

Sensationslüsternheit interessierte<br />

mich nie.<br />

Es heisst, du seist<br />

zugleich Freigeist,<br />

Energiebündel und<br />

Vollzeitfeministin.<br />

Charakterisiert dich<br />

diese Kombination gut<br />

beziehungsweise wie<br />

kommt dein Freigeist<br />

zum Ausdruck, und<br />

woher hast du dein<br />

Temperament?<br />

Ich tanze gerne auf mehreren<br />

Hochzeiten gleichzeitig, deshalb<br />

habe ich auch drei Jobs. Einen beim<br />

TV, einen im Theater und einen am<br />

DJ-Pult. So kann ich relativ viele<br />

Leidenschaften vereinen. Ich habe<br />

eine gewisse Routinenallergie, und<br />

mein Kopf spinnt dauernd neue<br />

Ideen, die ich dann oft auf die eine<br />

oder andere Weise kreativ verarbeiten<br />

kann. Das Temperament ist<br />

wohl angeboren – ich bin ziemlich<br />

schlecht darin, einfach mal nichts<br />

zu tun.<br />

Kunst kennt wenig<br />

Routine! Während wir uns,<br />

um Halt und Sicherheit<br />

zu finden, gerne im<br />

Gewohnten einnisten,<br />

zeigt uns Kunst, wie<br />

man Automatismen des<br />

Alltags durchbrechen<br />

und Lösungen auch mal<br />

im Unvorhergesehenen<br />

finden kann. Das Theater<br />

erfindet sich laufend neu.<br />

Wo findest du in deinem<br />

künstlerischen Umfeld<br />

Halt, Orientierung und<br />

eine verlässliche Struktur?<br />

Obwohl ich im Kopf wild bin und ich<br />

an der Schauspielschule ein neues<br />

Level an Improvisation erlernt habe,<br />

bin ich doch eine relativ strukturierte<br />

Person und oft auch der Mensch,<br />

der dann anderen Orientierung<br />

oder Halt gibt. Das ist für mich kein<br />

Widerspruch. Wenn ich weiss, was<br />

ich tue, meine Aufgaben und Tasks<br />

genau geplant sind, dann kann ich<br />

darin besser aufblühen und bestenfalls<br />

auch etwas Magie kreieren.<br />

INTERVIEW:<br />

CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />

MARKETING, AKQUISE UND<br />

KOMMUNIKATION<br />

FOTOS: SARAH LEY FOTOGRAFIE<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EHEMALIGE 57


Ein<br />

guter<br />

Mensch<br />

sein<br />

58 EHEMALIGE FOTO: BEAT BASCHUNG<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


VON STEFAN ASCHWANDEN-LICHTI, MATURA 1977<br />

ASCHWANDEN@BLUEWIN.CH<br />

Sie kam irgendwann Anfang März <strong>2024</strong>, die<br />

telefonische Anfrage, ob ich bereit sei, unter<br />

der Rubrik «Ehemalige» im «<strong>Dialog</strong>» einen Text<br />

zu schreiben. Sie kam überraschend. Das Gymi<br />

Immensee ist bei mir positiv konnotiert. Also<br />

sagte ich spontan zu. Das Heft erscheint erst im<br />

<strong>August</strong>, Redaktionsschluss ist irgendwann im<br />

Juni. Also weit weg.<br />

ODER<br />

Die<br />

Chemie<br />

muss<br />

stimmen<br />

Aber weshalb werde ich angefragt?<br />

Matura 1977. Jetzt 68 Jahre alt, im «Ruhestand».<br />

Und fast wäre ich nicht im Gymi<br />

gelandet – und müsste hier nichts schreiben.<br />

Denn eigentlich wollte ich ans Lehrerseminar in<br />

Rickenbach. Aber der Berufsberater meinte, ich<br />

solle die Matura B mit Latein machen, nur mit<br />

Latein könne man zum Beispiel Jurist werden,<br />

was er mir empfehle. Aber ich könne immer<br />

noch Mittelschullehrer werden.<br />

Gefühlte dreizehn Lateinlektionen pro Woche<br />

Ich bin in Goldau aufgewachsen. Das Kollegi<br />

Schwyz kam für mich nicht infrage, da meine<br />

beiden älteren Brüder dort waren. Also nur<br />

Immen see. Da damals in der Oberstufe kein<br />

Latein geführt wurde, wechselte ich von der<br />

3. Sek. ans Progy Rebstein, ein Internat. Dort<br />

wurden die ersten beiden Gymi-Klassen des<br />

«Bethlehem» geführt. In Rebstein war ich im<br />

Spezkurs. Ein kleiner Trupp «Nachzügler», die<br />

Latein nachholen mussten. Gefühlte dreizehn<br />

Lateinlektionen pro Woche. Trotzdem, es war<br />

für mich das schönste und interessanteste<br />

Schuljahr, inklusive der Uni. Und mein Berufsziel<br />

wurde klar: Rechts anwalt. Wir hatten einen<br />

Rechtsanwalt, der uns «nebenberuflich» in<br />

Geschichte usw. beschulte. Er überzeugte.<br />

Von der 3. bis 7. Klasse war ich in Immensee<br />

tages intern. Das ermöglichte mir, mich weiterhin<br />

ausserhalb des Gymi zu engagieren.<br />

> 60<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EHEMALIGE 59


59 ><br />

Erinnerungsstück.<br />

Als Stefan Aschwanden Anfang des<br />

4. Gymi mit achtzehn Jahren in der RS<br />

bei der Radfahrertruppe strampelte,<br />

schickten ihm seine Mitschüler diese<br />

Postkarte in die Kaserne und munterten<br />

ihn auf: «Ich hätte Dir eine gute Salbe<br />

für Deinen roten ‹Hinterteil›.»<br />

Eigentlich hatte man am Gymi fixe<br />

Studiumzeiten. Meistens ging ich<br />

jedoch um 16.25 Uhr auf den Zug.<br />

Natürlich führte das zu Gesprächen<br />

mit dem Rektor. Man war tolerant.<br />

Sie liessen mich machen. Ich lebte<br />

extensiv das selbstorganisierte<br />

Lernen, bevor SOL in den pädagogischen<br />

Hochburgen Einzug hielt.<br />

Anfang des 4. Gymis ging ich mit<br />

achtzehn Jahren in die RS zu den<br />

Radfahrern. Als es draussen kalt und<br />

garstig war, wünschte ich mir schon,<br />

in der warmen Gymi-Stube zu hocken.<br />

Nach der RS, Anfang November,<br />

war es hart. Ans Draussensein und<br />

die Kälte gewöhnt, schlief ich im<br />

warmen Schulzimmer am Morgen<br />

fast immer ein. Alois D. und andere<br />

taten es mir gleich, aber vom Festen<br />

am Vorabend. Nach der RS musste<br />

ich schon Nachbüffeln.<br />

Viel Zeit für die Jugendarbeit,<br />

wenig fürs Lernen<br />

Das Gymi ging «irgendwie an mir<br />

vorbei». Das Leben fand für mich<br />

woanders statt. Ich war während<br />

des Gymis in der Jugendarbeit<br />

engagiert, machte viel Sport (OL),<br />

den J+S-Experten OL, organisierte<br />

Anlässe usw. Für die Schule hatte<br />

ich wenig Zeit. SOL war gefragt.<br />

Später bereute ich es etwas, mir<br />

nicht mehr Zeit genommen zu haben<br />

fürs Lernen, für die Kollegen, fürs<br />

Gymi-Leben. So habe ich sicher auch<br />

viel Schönes im Gymi verpasst.<br />

Ich erinnere mich an engagierte<br />

Lehrpersonen, an intensive politische<br />

Diskussionen mit Alfons<br />

Lenherr (Lehrer Geschichte und<br />

Deutsch), ans Vorsingen bei Walter<br />

Wiesli. Er zeigte immer auf denselben<br />

Ton, derweil ich alle nur<br />

möglichen Töne vorsang. Die Klasse<br />

brüllte. Singen lernte ich nie. Leider,<br />

sagen meine Frau und meine Söhne.<br />

Dafür lernte ich viel anderes. Ich<br />

denke, nie ein so breites Wissen<br />

gehabt zu haben wie nach dem<br />

Gymi. Das Gymi-Alter ist prägend<br />

fürs Leben. Lebenswerte, Umgang<br />

mit Freiheit, Selbstständigkeit,<br />

Toleranz, eigenständiges Denken,<br />

kritisches Analysieren, dennoch<br />

Zuversicht, positives Denken, das<br />

Gute im (Mit-)Menschen sehen, das<br />

Leben bejahend, soziales Engagement,<br />

das Gemeinwohl im Fokus.<br />

Ich dachte immer: «Fürs Lernen für<br />

die Maturaprüfungen habe ich noch<br />

STEFAN<br />

ASCHWANDEN-LICHTI<br />

Geboren am 15. Dezember 1955<br />

Matura am Gymi Immensee 1977<br />

lic. iur. an der Universität Zürich 1982<br />

Rechtsanwalt<br />

Verheiratet mit<br />

Nora Lichti Aschwanden<br />

Söhne Sven, Matura 2011,<br />

und Yves, Matura 2013<br />

Lebt in Goldau und Zürich<br />

vier …drei … zwei … ein Jahr Zeit. Und plötzlich nur noch<br />

vier …drei …zwei Monate. Und im Maturajahr musste ich<br />

noch in den ersten WK und einen Monat vor der Matura<br />

die OLG Goldau gründen. Dann wurde es stressig und<br />

streng. Aber es reichte, sodass es auch locker für die<br />

Uni reichte. Und fürs Leben.<br />

Doch das Leben straft – nicht sofort an der Matura,<br />

aber dafür nachhaltig. Bis ungefähr ins 55. Lebensjahr<br />

träumte ich oft: Alle lernen fleissig für die Matura, nur<br />

ich habe keine Zeit dafür, mache anderes, muss das im<br />

letzten Jahr nachholen. Und plötzlich stehe ich in der<br />

Maturaprüfung, nix gelernt, nix gekonnt – ich erwache<br />

schweissgebadet und muss mir vergegenwärtigen,<br />

dass ich das Rechtsanwaltspatent habe und folglich<br />

auch das Liz und zuvor die Matura bestanden haben<br />

muss. Uff! Unsere Söhne Sven und Yves besuchten<br />

60<br />

EHEMALIGE<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


ebenfalls das Gymi Immensee. Sie hatten diesen<br />

Stress beziehungsweise diese Träume nicht. Sie lernten<br />

immer rechtzeitig, wohl die Gene meiner Frau.<br />

«Von Chemie hast du keine Ahnung –<br />

aber du bist ein guter Mensch»<br />

Lehrerin Hannelore Barnet sagte nach der Maturaprüfung<br />

in Chemie (oder war es Biologie?): «Von<br />

Chemie hast du keine Ahnung – aber du bist ein guter<br />

Mensch.» Sie gab mir eine 4. Meine Lehre: Die Chemie<br />

zwischen den Menschen muss stimmen. Das war<br />

Immensee. Das prägte und verpflichtete: ein guter<br />

Mensch zu sein.<br />

Ich versuchte, diesen Auftrag zu erfüllen. In der Familie.<br />

Im Beruf als Rechtsanwalt mit Kanzlei in Zürich und<br />

Zweigbüro in Goldau (hauptsächlich Haftpflicht- und<br />

Familienrecht). Nebenberuflich als Präsident in verschiedenen<br />

Organisationen wie Recht für Fussgänger<br />

(Fachorganisation des Bundes), Initiant und OKP von<br />

internationalen OL-Grossanlässen (z. B. Swiss O Week<br />

2014, der grösste Event, der je in Zermatt stattfand),<br />

Schulortspräfekt der MPS Oberarth, Kantonsrat CVP<br />

Schwyz (Präsident Rechts- und Justizkommission,<br />

Fraktionschef), Präsident CVP Schwyz (Engagement<br />

in Politik ist wichtig, aber zu langwierig), Mitglied der<br />

Verfassungskommission Kanton Schwyz; Präsident eines<br />

Alters- und Pflegeheimes in Zürich usw. Und notabene<br />

Mitglied im Stiftungsrat Gymi Immensee unter<br />

Bubu (Urs Beeler); zurückgetreten, nachdem mit dem<br />

heutigen Rektor Benno Planzer ein OL-Läufer hatte<br />

installiert werden können. Zurzeit nur noch als<br />

Präsident des Spitals Schwyz, einer sozialen Baugenossenschaft<br />

und als Organisator von OLs.<br />

Ich hoffe, Hannelore Barnet sel. ist zufrieden.<br />

Am 17. Juni <strong>2024</strong> dann das E-Mail vom «<strong>Dialog</strong>»:<br />

Der Bericht hätte am 1. Juni bei ihnen sein sollen.<br />

Nicht erstreckbare Nachfrist: 21. Juni. Jetzt holt mich<br />

die Gymi-Zeit wieder ein. Es ist wie bei der Maturaprüfung.<br />

Zuerst ist sie weit weg. Und plötzlich ist es<br />

Vorabend vor der Maturaprüfung. Zum Lernen für die<br />

Prüfungen schon zu spät, zum Schreiben dieses Textes<br />

fast auch. Es ist wie früher. Alles immer im letzten<br />

Moment. Rechtsanwalt eben. Fast wie früher:<br />

Ich maile den Text am 18. Juni, also drei Tage zu früh!<br />

Eines ist gewiss: Die Zeit rast. Alles ist befristet.<br />

Gerade im Wissen darum: Geniesst das Leben!<br />

UNTERSTÜTZEN<br />

Der Verein Gymnasium Immensee (VGI) ist ein<br />

tragender Partner des Gymnasiums Immensee.<br />

Der VGI vereint alle am Gymnasium Immensee<br />

Interessierten. Bei Gründung der Stiftung Gymnasium<br />

Immensee hat sich der VGI am Kapital beteiligt.<br />

Seither ist er eine unverzichtbare Kraft der Schule.<br />

Aus den Mitgliederbeiträgen leistet der VGI jährlich<br />

einen substanziellen Beitrag an den Stipendienfonds.<br />

Dieser bietet Jugendlichen aus weniger begüterten<br />

Familien die Möglichkeit, das Gymnasium Immensee<br />

zu besuchen.<br />

VERNETZEN<br />

Der Verein Gymnasium Immensee (VGI) ist<br />

ein Alumni-Netzwerk, von dem alle Mitglieder<br />

profitieren.<br />

Der VGI stärkt und fördert den Zusammenhalt und<br />

pflegt die Beziehungen zwischen den Alumni des<br />

Gymnasiums Immensee. Mitglieder sind zudem Lehrpersonen,<br />

Freundinnen und Freunde der Schule,<br />

Firmen und Institutionen, die öffentliche Hand oder<br />

der Alt herrenbund der Studentenverbindung Wikinger.<br />

Seinen Mitgliedern dient der VGI als grosse, unkomplizierte<br />

Plattform für den effizienten Austausch von<br />

Kontakten, Informationen (z. B. fürs Studium oder für<br />

die Berufswahl), Hinweisen, Jobangeboten usw.<br />

Jahresbeitrag<br />

30 CHF Nichtverdienende | 100 CHF Verdienende<br />

VGI-ALUMNI:<br />

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DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> VGI-ALUMNI 61


Personalia<br />

BERUF<br />

Kim Fölmli, Matura 2014, stand vom 12. 6. bis<br />

27. 7. <strong>2024</strong> als Hauptdarstellerin im Musical «Heidi –<br />

das neue Musical» auf der Walensee-Bühne. Nach der<br />

gelungenen Premiere sagte sie: «Heute haben wir gespürt,<br />

dass Heidi nicht nur uns, sondern alle Generationen<br />

bewegt: Das ganze Publikum hat zum Schluss<br />

gestrahlt – das ist das schönste Geschenk für uns.»<br />

Während ihrer Gymi-Zeit besuchte Fölmli das Nebenfach<br />

Chor und Musik. Ihre Abschlussarbeit bestand<br />

aus einer Musicalproduktion, bei<br />

der sie als Regisseurin und musikalische<br />

Leiterin im März 2013 das<br />

Publikum überzeugte. Nach der<br />

Matura ging sie nach Australien,<br />

wo sie 2016 den Bachelor in Musik<br />

mit Schwerpunkt Musical erwarb.<br />

Eine weitere Ausbildung in London<br />

schloss sie 2018 mit dem Master<br />

in Musical und Musiktheater ab.<br />

2022 brachte sie als Künstlerin<br />

«Kaoos» ihr erstes Minialbum auf<br />

den Markt,<br />

WWW.KAOOSMUSIC.COM<br />

FOTO: SWISS-IMAGE.CH/ANDY METTLER<br />

Mirco Scherer, Sport, hat am<br />

25. 5. <strong>2024</strong> seine eineinhalbjährige<br />

Ausbildung zum eidgenössischen<br />

Wanderleiter beim Schweizerischen<br />

Bergführerverband erfolgreich<br />

abgeschlossen.<br />

SCHULSPORT<br />

CS Cup: Leider schieden die<br />

Schülerinnen und Schüler der<br />

2. Klassen (Foto) in der Vorrunde<br />

des CS Cup vom 29. 5. <strong>2024</strong> in<br />

Ibach knapp aus. Genauso erging<br />

es den Mädchen der 3. Klassen<br />

in Freienbach. Einzig die Jungs<br />

der 3. Klassen erreichten die<br />

Halbfinals und scheiterten dort<br />

knapp mit 0 : 1.<br />

FOTO: BRIGITTE SCHILTER,<br />

BIOLOGIEASSISTENTIN<br />

SPORT<br />

Bei seiner Derniere an den Europameisterschaften in Basel<br />

zelebrierte Max Heinzer fast jeden Treffer.<br />

Am 22. 6. <strong>2024</strong> beendete Degenfechter<br />

Max Heinzer, Matura 2006,<br />

seine sportliche Karriere an den<br />

Heim-Europameisterschaften in<br />

Basel. Heinzer war Team-Welt- und<br />

Europameister. Er gewann 18 Medaillen<br />

an Welt- und Europameisterschaften.<br />

Mit 10 Weltcupsiegen im<br />

Einzel und 8 mit dem Team gehört<br />

die ehemalige Weltnummer 1 zu<br />

den erfolgreichsten Degenfechtern<br />

aller Zeiten. Heinzers Engagement<br />

im Fechtsport indes geht weiter:<br />

Am 25. 5. <strong>2024</strong> wählte ihn die<br />

Generalversammlung von Swiss<br />

Fencing, dem Dachverband der<br />

Schweizer Fechterinnen und Fechter,<br />

zum neuen Präsidenten.<br />

QUELLEN: WWW.SRF.CH /<br />

WWW.MAXHEINZER.CH<br />

FOTOS: PATRICK KENEL,<br />

FREIER SCHWEIZER<br />

Gerührt nahm Max Heinzer die Standing<br />

Ovations des Publikums entgegen.<br />

62 PERSONALIA<br />

GYMNASIUM IMMENSEE


Termine<br />

PUBLIKATION<br />

Stephan Schmid-Keiser,<br />

Matura 1949, hat im März<br />

<strong>2024</strong> ein weiteres Buch<br />

publiziert: «Religiöse<br />

Kommunikation im<br />

Christentum und Buddhismus<br />

– vor dem Hintergrund<br />

von Paul Tillichs<br />

Lebensphilosophie». Mit einem Vorwort von<br />

Hans Waldenfels SJ (1931–2023). Christentum<br />

und Buddhismus scheinen Welten<br />

auseinanderzuliegen. Umso mehr interessieren<br />

Brückenschläge, welche neben Persönlichkeiten<br />

des Jesuitenordens etliche<br />

evangelische Theologen wagten. Die Studie<br />

führt zu einer differenzierten Sicht auf die<br />

religiösen Erzählweisen bei Paul Tillich und<br />

im Shin-Buddhismus und nimmt Bezug auf<br />

die mystische Erfahrung in der Tradition von<br />

Meister Eckhart. Nicht zuletzt geht es um<br />

Impulse für die Verkündigungspraxis im<br />

Kontext multireligiöser Gesellschaften.<br />

BESTELLUNGEN: ZUERICH@LIT-VERLAG.CH<br />

STEPHAN SCHMID-KEISER: RELIGIÖSE<br />

KOMMUNIKATION IM CHRISTENTUM UND<br />

BUDDHISMUS – VOR DEM HINTERGRUND VON<br />

PAUL TILLICHS LEBENSPHILOSOPHIE. MIT EINEM<br />

VORWORT VON HANS WALDENFELS SJ (1931–2023),<br />

136 SEITEN, LIT VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN UND<br />

ZÜRICH, <strong>2024</strong>, ISBN 978-3-643-80388-7,<br />

CHF 29.90.<br />

GEBURTEN<br />

Daniela Staub, SV Restaurant, und<br />

Kilian Staub sind die glücklichen Eltern<br />

von Ramon Philipp, den sie am 7. 4. <strong>2024</strong><br />

in die Arme schliessen durften.<br />

Johanna Gschwend, Bildnerisches Gestalten,<br />

und Moritz Hossli freuen sich über die<br />

Geburt ihrer Tochter Frederica Dorothea<br />

Hossli, die am 16. 6. <strong>2024</strong> das Licht der<br />

Welt erblickte.<br />

VERSTORBEN<br />

Jakob (James) Bernet, Matura 1956, Bethlehem-Missionar,<br />

19. 12. 1936–25. 4. <strong>2024</strong><br />

<strong>2024</strong><br />

<strong>August</strong><br />

25. Empfang neue interne<br />

Schülerinnen und Schüler<br />

mit ihren Eltern<br />

26. Beginn des Schuljahrs<br />

<strong>2024</strong>/2025<br />

September<br />

10./17. Wandertag 1./2. Termin<br />

18. Ehemaligentreffen,<br />

Matura 1974, 1969, 1964,<br />

1959, 1954, 1949<br />

10.35–11.30 Uhr:<br />

Unterrichtsbesuch<br />

23.–27. Projektwoche<br />

28. Herbstferien<br />

bis 13. Oktober <strong>2024</strong><br />

Oktober<br />

23. 13.45–16.30 Uhr: Besuchsnachmittag<br />

für Primarschülerinnen<br />

und -schüler<br />

14–16 Uhr: Victorinoxsaal:<br />

Elterninformation (1. Kl.)<br />

25. 15.30–18 Uhr: mündliche<br />

Präsentation der Maturaarbeiten,<br />

6. Kl. (Publikum 5. Kl.)<br />

November<br />

1. Allerheiligen (schulfrei)<br />

6. 13.45–16.30 Uhr: Besuchsnachmittag<br />

für Sekundarschülerinnen<br />

und -schüler<br />

14–16 Uhr, Victorinoxsaal:<br />

Elterninformation (3. Kl.)<br />

8. 17–21.30 Uhr, Mensa:<br />

Krimi dinner / Schweizer<br />

Erzählnacht<br />

22. 19–21 Uhr, Victorinoxsaal:<br />

Informationsanlass<br />

für interessierte Eltern<br />

(alle Klassen)<br />

Dezember<br />

21. Weihnachtsferien<br />

bis 6. Januar 2025<br />

2025<br />

Januar<br />

11. 10–12 Uhr, Victorinoxsaal:<br />

Informationsanlass<br />

für interessierte Eltern<br />

(alle Klassen)<br />

24. Semesterende<br />

Februar<br />

6./13. Wintersporttag<br />

1./2. Termin<br />

7. 19–21 Uhr, Victorinoxsaal:<br />

Informationsanlass<br />

für interessierte Eltern<br />

(alle Klassen)<br />

14. Gymiball<br />

22. Sportferien bis 9. März 2025<br />

März<br />

12./13. 8–16 Uhr, Z106 und<br />

Victorinoxsaal: Aufnahmeprüfungen<br />

3. Kl., Kurzzeit -<br />

gymnasium KZG<br />

12. Elternforum<br />

13. 19.30 Uhr, Monséjour,<br />

Küssnacht: Konzerte<br />

Ergänzungsfach Musik<br />

14. 19.30 Uhr, Theatersaal:<br />

Konzerte Ergänzungsfach<br />

Musik<br />

19. Josefstag (schulfrei)<br />

20. Känguru-Wettbewerb<br />

April<br />

2. 8.30–15.30 Uhr, Victorinoxsaal:<br />

Aufnahmeprüfungen 1. Kl.,<br />

Langzeitgymnasium LZG<br />

14.–17. Blocktage 1./2. Kl.,<br />

Projektwoche 3./5. Kl.<br />

17./22.–25. schriftliche Maturaprüfungen<br />

18. Karfreitag (schulfrei)<br />

21. Ostermontag (schulfrei)<br />

26. Frühlingsferien<br />

bis 11. Mai 2025<br />

Der nächste «<strong>Dialog</strong>» erscheint<br />

im April 2025.<br />

DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> TERMINE 63


Maturitätsschule mit<br />

öffentlichem Leistungsauftrag<br />

Tagesschule mit Mehrwert<br />

5-bis-3-Tage-Internat<br />

Individuelle Topbetreuung<br />

Flexible, innovative Lernformen<br />

Zweisprachiger Unterricht<br />

Gymnasium Immensee<br />

Bethlehemweg 12<br />

CH-6405 Immensee<br />

Tel +41 (0)41 854 81 81<br />

info@gymnasium-immensee.ch<br />

www.gymnasium-immensee.ch<br />

Infoanlässe<br />

<strong>2024</strong>/2025<br />

SCHULBESUCHSTAG<br />

UND ELTERNINFORMATION<br />

(LANGZEITGYMNASIUM)<br />

Mittwoch, 23. Oktober <strong>2024</strong>:<br />

13.45–16.30 Uhr: Schulbesuchstag für<br />

Primarschülerinnen und -schüler<br />

14.00–16.00 Uhr: Elterninformation<br />

Chunnsch<br />

au is<br />

Gymi?<br />

SCHULBESUCHSTAG<br />

UND ELTERNINFORMATION<br />

(KURZZEITGYMNASIUM)<br />

Mittwoch, 6. November <strong>2024</strong>:<br />

13.45–16.30 Uhr: Schulbesuchstag für<br />

Sekundarschülerinnen und -schüler<br />

14.00–16.00 Uhr: Elterninformation<br />

INFORMATIONSANLÄSSE<br />

FÜR INTERESSIERTE ELTERN<br />

(ALLE KLASSEN)<br />

Freitag, 22. November <strong>2024</strong>, 19–21 Uhr<br />

Samstag, 11. Januar 2025, 10–12 Uhr<br />

Freitag, 7. Februar 2025, 19–21 Uhr<br />

QR-Code scannen und online<br />

für die Schulbesuchstage und<br />

Infoanlässe anmelden.

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