Dialog August 2024
Zeitschrift des Gymnasiums Immensee
Zeitschrift des Gymnasiums Immensee
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<strong>Dialog</strong><br />
Orientierung<br />
in Zeiten<br />
des Wandels<br />
Wie das Gymnasium Immensee<br />
seinen Lernenden hilft, ihren Rucksack<br />
für ein erfolgreiches und glückliches<br />
Leben zu füllen<br />
> 26<br />
<strong>August</strong><br />
<strong>2024</strong><br />
Matura <strong>2024</strong>:<br />
Ein Spitzenjahrgang > 4<br />
Blocktage und Projektwoche:<br />
Neue Erfahrungen sammeln > 38<br />
Ehemalige:<br />
Journalistin und Jurist > 54
Schaum<br />
schlagen<br />
An ihrem LSD («last school<br />
day») treiben die Maturae<br />
und Maturi am Gymi Immensee<br />
traditionellerweise allerlei<br />
Schabernack, bevor dann<br />
nach der zeitnahen Entgegennahme<br />
des Reifezeugniss<br />
es der Ernst des Lebens<br />
(oder so ähnlich) beginnt.<br />
So schlug der Maturajahrgang<br />
<strong>2024</strong> am 14. Juni LSD-<br />
Schaum. Schampar schön!<br />
FOTO: MB<br />
2 ALLES SCHAUM ODER WAS?!<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
INHALT «DIALOG» AUGUST <strong>2024</strong><br />
Matura <strong>2024</strong> 4<br />
Editorial | Impressum 9<br />
Aktuell10<br />
Thema «Orientierung in Zeiten des Wandels» 26<br />
Blocktage38<br />
Projektwoche42<br />
Schule46<br />
Maturaarbeiten50<br />
Ehemalige54<br />
VGI-Alumni61<br />
Personalia62<br />
Termine63<br />
Infoanlässe <strong>2024</strong>/2025<br />
Letzte<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> INHALT 3
Spitzenjahrgang<br />
Die Maturae und Maturi <strong>2024</strong> gehen als Spitzenjahrgang in die bisherige Geschichte des Gymna siums<br />
Immensee ein. Alle 59 Kandidierenden haben die Reifeprüfung mit beeindruckend hohen Noten<br />
bestanden. QR-Code scannen und im Kurzvideo entspannt auf die Maturafeier zurückblicken.<br />
FOTO: SMO!<br />
4 MATURA <strong>2024</strong><br />
GYMNASIUM IMMENSEE
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURA <strong>2024</strong> 5<br />
> 6
5 ><br />
«Eure Träume sollten euch bei<br />
allen Entscheidungen leiten»<br />
Alle 59 Kandidierenden, die am<br />
Gymnasium Immensee zu den<br />
Maturaprüfungen <strong>2024</strong> angetreten<br />
waren, haben bestanden.<br />
Dabei war das Niveau der erzielten<br />
Noten aussergewöhnlich<br />
hoch. Am Abend des 28. Juni<br />
<strong>2024</strong> wurde den Maturae und<br />
Maturi im Küssnachter Monséjour<br />
das Reifezeugnis überreicht.<br />
Den Auftakt zur festlichen Maturafeier<br />
machten Schülerinnen und<br />
Schüler des Ergänzungsfachs Musik<br />
unter der Leitung von Franziska<br />
Trottmann und Marc Moscatelli.<br />
Sie begleiteten den gesamten<br />
Anlassmit stimmigen Liedern.<br />
Nach der Begrüssung gratulierte<br />
Rektor Benno Planzer den Maturae<br />
und Maturi herzlich zu ihrem<br />
Erfolg. Zugleich erinnerte er die<br />
jungen Leute daran, dass die Welt<br />
vor enormen Herausforderungen<br />
stehe, zu deren Bewältigung sie<br />
mit ihrem vertieften Verständnis<br />
für grosse und kleine Zusammenhänge<br />
beitragen können: «Da seid<br />
ihr in den nächsten Jahren nicht nur<br />
in Fragen der Umwelt und Nachhaltigkeit<br />
besonders gefordert.<br />
Heute werden weltweit Menschlichkeit,<br />
Freiheit und Demokratie<br />
in einem unvorstellbaren Ausmass<br />
infrage gestellt. Da vertraue ich<br />
auf klare Haltungen von euch. Ich<br />
vertraue auf euer Verständnis in<br />
politischen und geschichtlichen<br />
Belangen. Ich vertraue darauf, dass<br />
ihr dank eurer Reife kritisch und<br />
unabhängig urteilen könnt, euch<br />
eine eigene Meinung bildet, diese<br />
mutig vertretet und konsequent für<br />
menschliche und freiheitliche Werte<br />
einstehen werdet. Ich vertraue auf<br />
ETH-Robotik-Koryphäe Prof. Dr. Roland Siegwart motivierte die Maturae und Maturi:<br />
«Verfolgt eure Träume, nutzt eure Chance, entwickelt eure Kompetenzen und gebt nicht auf.»<br />
eure Offenheit, euer ethisches<br />
Fundament und euren kritischen<br />
Geist, damit ihr bahnbrechenden<br />
zukünftigen Entwicklungen wie<br />
etwa der künstlichen Intelligenz<br />
in allen Belangen gewachsen<br />
seid und diese verantwortungsvoll<br />
nutzen werdet.»<br />
Sich selbst treu bleiben<br />
Als Keynote-Speaker trat<br />
Prof. Dr. Roland Siegwart vors<br />
Mi krofon. Der ETH-Professor ist einer<br />
der weltweit renommiertesten<br />
Experten für Robotik. So haben er<br />
und sein Team vor etwas mehr als<br />
zwanzig Jahren der ersten Drohne<br />
das Fliegen beigebracht. Darüber<br />
hinaus ist Siegwart unter anderem<br />
Co-Leiter des Wyss Zurich Translational<br />
Center, das sich mit regenerativer<br />
Medizin oder medizinischen<br />
Gerätetechnologien befasst. «Eure<br />
Träume sollten euch bei allen Entscheidungen leiten»,<br />
empfahl er den Maturae und Maturi, «aktuell bei der<br />
Wahl der nächsten Bildungsschritte, aber auch in der<br />
weiteren Zukunft. Sie sind euer Leitstern und definieren<br />
eure Lebensziele und die Sinnhaftigkeit eurer Aktivitäten.»<br />
Siegwart gab «Lernblätze» aus seinem eigenen<br />
akademischen und beruflichen Werdegang weiter:<br />
«Ich bin überzeugt, dass mehrere Wege zum Glück und<br />
zu einem erfüllten Berufsleben führen, solange man<br />
etwas macht, was einen begeistert.» Er appellierte<br />
an die Maturandinnen und Maturanden, die sich ihnen<br />
bietenden Chancen zu packen: «Künstliche Intelligenz<br />
öffnet ganz neue Möglichkeiten und wird alle Bereiche<br />
unseres Lebens verändern, von der Technologie über<br />
die Medizin und die Geisteswissenschaften. Nutzt<br />
diese grossartigen Chancen, taucht in diese neue Welt<br />
ein, die euch helfen wird, eure Träume und Visionen<br />
voranzubringen.» Siegwart mahnte aber auch an, dass<br />
Erfolg und Glück eng mit den persönlichen Kompetenzen<br />
und Talenten gekoppelt seien: «Versucht eure<br />
Talente zu finden und sie zu echten Kompetenzen zu<br />
entwickeln. Talente werden erst durch harte Arbeit zu<br />
wirklichen Kompetenzen. Ohne Fleiss kein Preis.» Auch<br />
wenn die Matura neue Freiheiten eröffne, «verfolgt<br />
6<br />
MATURA <strong>2024</strong><br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Schülerinnen und Schüler des Ergänzungsfachs Musik unter der Leitung von Franziska Trottmann und Marc Moscatelli begleiteten die Maturafeier mit<br />
ihren Darbietungen.<br />
eure Träume, nutzt eure Chance,<br />
entwickelt eure Kompetenzen, und<br />
gebt nicht auf. Straucheln gehört<br />
zum Leben. Wichtig ist, dass man<br />
wieder aufsteht, sich weiter mit Begeisterung<br />
am Leitstern orientiert<br />
und sich treu bleibt.» Das Plenum<br />
spendete Siegwarts motivierenden<br />
Worten begeistert Applaus.<br />
Sozialpreis, beste Matura<br />
und Zeugnisübergabe<br />
Der Sozialpreis ging an Sarah<br />
Stölzel aus Immensee. Er wird von<br />
den Maturandinnen und Maturanden<br />
selbst als Anerkennung für<br />
ausserordentliches Engagement<br />
zugunsten der Klasse und der<br />
Schulgemeinschaft verliehen.<br />
Dann folgte die Übergabe der<br />
heiss begehrten Ma tura zeugnisse.<br />
«Eure Maturaleistungen sind be -<br />
ein druckend», sagte Planzer,<br />
«in all meinen Jahren als Rektor habe<br />
ich noch nie so hohe Abschlussnoten<br />
gesehen, sowohl im Einzelnen<br />
als auch über alle 59 Schülerinnen<br />
und Schüler hinweg.»<br />
Den Spitzenplatz für die beste<br />
Matura mit einem Notendurchschnitt<br />
von 5,885 teilen sich<br />
Karol Ziólek, Meggen, und Andrea<br />
Zeindler, Schwyz. Die zweitbeste<br />
Leistung (Notendurchschnitt 5,462)<br />
erzielten Julia Birchler, Hünenberg,<br />
und Nico Stämpfli, Udligenswil.<br />
Zu guter Letzt erhielten alle Absolventinnen<br />
und Absolventen das<br />
Maturazeugnis.<br />
Blick zurück<br />
Traditionell gehört das Schlusswort<br />
den Maturandinnen und Maturanden.<br />
Sarah Stölzel und Karol Ziólek blickten<br />
in einer launigen Rede auf ihre<br />
Zeit am Gymi zurück.<br />
Rektor Benno Planzer beklatscht die erfolgreichen<br />
Maturandinnen und Maturanden: «In all meinen Jahren<br />
als Rektor habe ich noch nie so hohe Abschlussnoten<br />
gesehen, sowohl im Einzelnen als auch über alle<br />
59 Schülerinnen und Schüler hinweg.»<br />
TEXT, FOTOS: SMO!<br />
> 8<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURA <strong>2024</strong> 7
7 ><br />
Prorektor Michel Rey (l.) und Rektor Benno Planzer (2. v. l.) überreichen den überglücklichen Maturandinnen und Maturanden das Zeugnis.<br />
Matura <strong>2024</strong><br />
SOZIALPREIS<br />
DIE 59 MATURAE UND MATURI<br />
IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE<br />
Sarah Stölzel, Immensee<br />
BESTE MATURA<br />
1. Rang:<br />
Andrea Zeindler, Schwyz,<br />
Notendurchschnitt 5,885<br />
Karol Ziólek, Meggen,<br />
Notendurchschnitt 5,885<br />
2. Rang:<br />
Julia Birchler, Hünenberg,<br />
Notendurchschnitt 5,462<br />
Nico Stämpfli, Udligenswil,<br />
Notendurchschnitt 5,462<br />
Allemann Luisa, Küssnacht am Rigi<br />
Anthopoulou Evrydiki, Hünenberg<br />
Barraclough Melanie, Merlischachen<br />
Betschart Björn, Buonas<br />
Birchler Julia, Hünenberg<br />
Bruggmann Lisa, Küssnacht am Rigi<br />
Bürgi Anna, Meierskappel<br />
Calder Nicolas, Immensee<br />
Camenzind Bettina, Vitznau<br />
Camuglia Sara, Morschach<br />
Cirstea Mara, Küssnacht am Rigi<br />
Dobry Vera, Udligenswil<br />
Erni Stephanie, Luzern<br />
Erzinger Lisette, Udligenswil<br />
Fässler Nils, Wollerau<br />
Feil Claire, Rotkreuz<br />
Gasser Fijanne, Buchrain<br />
Gut Alina, Immensee<br />
Hächler Lynn, Zollikerberg<br />
Hunkeler Laurin, Luzern<br />
Janner Nora, Weggis<br />
Jud Olaf, Baar<br />
Keller Mattia, Zürich<br />
Kessler Gioia, Küssnacht am Rigi<br />
Küttel Tabea, Greppen<br />
Liechti Jonas, Goldau<br />
Litvinenko Elena, Zug<br />
Lüthold Felix, Küssnacht am Rigi<br />
Manzione Bianca, Meierskappel<br />
Meyer Amalie, Kilchberg ZH<br />
Moser Tina, Küssnacht am Rigi<br />
Müller Leandra, Immensee<br />
Müller Paula, Immensee<br />
Nägeli Ruven, Pfäffikon SZ<br />
O'Toole Joy, Udligenswil<br />
Pantaleoni Alessio, Hünenberg See<br />
Ruoss Hudson, Brunnen<br />
Sagat Adia, Weggis<br />
Schär Ian, Hünenberg See<br />
Schmitt Maximilian, Steinhausen<br />
8 MATURA <strong>2024</strong><br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Editorial<br />
VON BENNO PLANZER<br />
REKTOR<br />
BENNO.PLANZER@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER<br />
Die Preisträgerinnen und Preisträger der Matura <strong>2024</strong> heissen<br />
(v. l. n. r.) Andrea Zeindler, Schwyz, und Karol Ziólek, Meggen<br />
(beide im 1. Rang), Sarah Stölzel, Immensee (Sozialpreis),<br />
sowie Nico Stämpfli, Udligenswil, und Julia Birchler, Hünenberg<br />
(beide im 2. Rang).<br />
Schönfeld Julia, Küssnacht am Rigi<br />
Schwab Robyn, Weggis<br />
Sroka Estera, Küssnacht am Rigi<br />
Stämpfli Nico, Udligenswil<br />
Stöckli Bruno, Küssnacht am Rigi<br />
Stölzel Sarah, Immensee<br />
Taormina Sofia, Küsnacht ZH<br />
Tgetgel Tristan, Weggis<br />
Thorball Alexander, Weggis<br />
Tschopp Jonas, Küssnacht am Rigi<br />
Ulrich Livia, Küssnacht am Rigi<br />
Vontavon Shanice, Udligenswil<br />
Waldvogel Nora, Merlischachen<br />
Weibel Jonah, Wilen bei Wollerau<br />
Weymann Wyona, Küssnacht am Rigi<br />
Wüthrich Étienne, Binningen<br />
Zeindler Andrea, Schwyz<br />
Zimmerli Luis, Einsiedeln<br />
Ziólek Karol, Meggen<br />
Das Hauptthema dieses «<strong>Dialog</strong>s» – «Orientierung in<br />
Zeiten des Wandels» – behandelt das Spannungsfeld<br />
zwischen Strukturen geben und Freiheiten zulassen.<br />
Wie können Eltern/Erziehungsberechtigte und das Gymnasium<br />
Immensee die jungen Lernenden beim Heranwachsen<br />
unterstützen? Wo bieten wir Halt und Orientierung?<br />
Wann übergeben wir wie viel Verantwortung?<br />
Das Maturazeugnis bescheinigt nebst der fachlichen<br />
und überfachliche Kompetenz auch die im Hauptthema<br />
angesprochene Persönlichkeitsreife. Ende Juni durften<br />
wir einen aussergewöhnlichen Jahrgang auszeichnen.<br />
Er glänzte mit überdurchschnittlich guten Noten und<br />
eindrucksvoller Reife.<br />
Die Projektwoche, die Blocktage, der Silber-Award beim<br />
«Youngpreneurs Zentralschweiz»-Contest, die Spitzenleistungen<br />
beim Känguru-Mathematikwettbewerb<br />
oder die hervorragenden Maturaarbeiten zeugen von<br />
der Vielfalt und Qualität der Bildung an unserem Gymi.<br />
Darüber hinaus zeigt unsere Schulgemeinschaft mit der<br />
Sammelaktion der zweiten Klassen oder mit «Finland<br />
meets Switzerland» auch soziale Verantwortung.<br />
Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die heute bemerkenswerte<br />
Persönlichkeiten sind, teilen ihre Erfahrungen<br />
und geben inspirierende Einblicke in ihr Leben.<br />
Doch lesen Sie selbst, und entdecken Sie den bunten<br />
Gymi-Kosmos. Ich wünsche Ihnen lebhafte Erkenntnisse.<br />
Titelbild<br />
Am Abend des 24. Juni <strong>2024</strong> schlossen die Gymi-<br />
Internen im Garten des Barralhauses das Schuljahr<br />
2023/<strong>2024</strong> mit einem fröhlichen Grillfest ab. FOTO: SMO!<br />
Impressum <strong>August</strong> <strong>2024</strong><br />
Herausgeber: Rektorat Gymnasium Immensee<br />
Adresse: «<strong>Dialog</strong>», Gymnasium Immensee,<br />
Bethlehemweg 12, CH-6405 Immensee,<br />
Telefon 041 854 81 81, info@gymnasium-immensee.ch<br />
Verantwortlich für diese Ausgabe: Benno Planzer, Rektor<br />
Fotos: Michael Brühlmeier (MB), Texte/Fotos:<br />
David Coulin (DC), Realisation: smo! GmbH<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EDITORIAL | IMPRESSUM 9
Neue Mitarbeitende<br />
Herzlich willkommen!<br />
LISA GASSER, DEUTSCH UND ENGLISCH<br />
LISA.GASSER@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
SPRACHE IST ÜBERALL PRÄSENT<br />
Seit März <strong>2024</strong> durfte ich bereits als Aushilfe am<br />
Gymnasium Immensee Deutsch unterrichten und<br />
freue mich daher umso mehr, nun auch in diesem<br />
Schuljahr zum Lehrpersonenteam zu gehören.<br />
Neben Deutsch werde ich auch Englisch unterrichten,<br />
das ich im Hauptfach an der Universität Zürich<br />
studiert habe. Ich freue mich sehr darauf, beide<br />
Fächer vermitteln zu dürfen, da mich Sprachen, ihre<br />
Entstehung und ihr Erlernen faszinieren. Englisch<br />
als Zweitsprache zu lernen, erfordert eine ganz andere<br />
Struktur als das muttersprachliche Deutsch. Durch<br />
das Sprachstudium ist mir bewusst geworden, dass<br />
Sprache überall präsent ist und dass ohne sie nichts<br />
so funktionieren würde, wie es das jetzt tut – so<br />
könnte ich ohne sie auch diesen Text nicht verfassen.<br />
Ich mag das Unterrichten, da ich auch viele kreative<br />
Elemente einbauen kann. Dass mir die Arbeit zusammen<br />
mit Kindern und Jugendlichen Spass macht,<br />
wurde mir vor allem durch den Blauring bewusst.<br />
Ich war fünfzehn Jahre lang Mitglied im Blauring<br />
Seewen, wo ich aufgewachsen bin. Ich kann immer<br />
noch nicht ganz davon lassen, da ich nun aktiv in<br />
der Kantonsleitung der Jubla Uri/Schwyz tätig bin.<br />
Daneben mag ich es, zu lesen, zu backen und zu<br />
reisen. Vor allem Grossbritannien hat es mir angetan,<br />
nachdem ich mehrere Monate in Belfast, Edinburgh<br />
und Liverpool hatte verbringen dürfen, sodass ich<br />
auch jetzt noch mehrmals pro Jahr wieder dorthin<br />
zurückgehe. See you soon!<br />
NADINE PURTSCHERT, MUSIK<br />
NADINE.PURTSCHERT@<br />
GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
DIE MELODIE DES LEBENS<br />
Als Musikerin betrachte ich mich als Botschafterin der<br />
schönsten Sprache, die man hören und selbst sprechen<br />
kann. Musik begleitet meinen Alltag in all ihren Facetten:<br />
ob am Klavier, beim Singen, beim Musizieren in<br />
Gruppen, auf Konzerten oder einfach durch Kopfhörer<br />
auf dem Nachhauseweg. Dabei gibt es so viele verschiedene,<br />
faszinierende Musikgenres, dass man immer<br />
wieder neue kleine Welten für sich entdecken kann.<br />
Doch Musik ist nicht alles, was mich ausmacht: Ich bin<br />
stets in Bewegung und halte mich gerne fit. Meine<br />
Freizeit verbringe ich am liebsten unter blauem Himmel<br />
mit meinen Liebsten.<br />
Ich freue mich sehr, den Alltag der Schülerinnen und<br />
Schüler des Gymnasiums Immensee mit mehr Musik<br />
und neuem Wissen zu bereichern!<br />
URTE SCHUERMANN, INTERNAT<br />
URTE.SCHUERMANN@<br />
GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
WIE WAR DAS NOCH MIT «DEN<br />
WURZELN UND DEN FLÜGELN»?<br />
Alles nur abgedroschene Metaphern? Ein angestaubtes<br />
Zitat Goethes? Nein, es gibt Bilder, die waren und<br />
bleiben aktuell!<br />
Verleihen wir unseren Kindern und Jugendlichen Wurzeln,<br />
so geben wir ihnen Halt. Sie können Vertrauen<br />
entwickeln, in sich und in andere. Sie erfahren Stabilität<br />
und somit Sicherheit, auch in und für Situationen,<br />
wenn es einmal nicht «rund laufen» sollte. Die Flügel<br />
hingegen erlauben ihnen, selbstständig zu werden,<br />
offen zu sein, etwas auszuprobieren, zu wagen und<br />
Verantwortung zu übernehmen.<br />
Ich habe 1990 in Deutschland mein Staatsexamen zur<br />
Erzieherin absolviert. Seither durfte ich sehr verschiedene<br />
Erfahrungen sammeln: Ich arbeitete (und arbeite)<br />
mit Kindern im Alter von drei Monaten bis zwölf Jahren.<br />
Zum Teil arbeitete ich mit Kindern, welche aus verschiedenen<br />
Gründen spezielle Förderung brauchten<br />
und auch mit behinderten Erwachsenen. Jugendliche<br />
im Alter von zwölf Jahren aufwärts haben mich bisher<br />
hauptsächlich privat gefordert. Mit drei Mädchen und<br />
einem Jungen in einer Patchworkfamilie denke ich<br />
jedoch, es ist nicht vermessen, wenn ich behaupte,<br />
auch in dieser Altersgruppe über ein gewisses Mass<br />
an Erfahrung zu verfügen. <br />
Ich freue mich riesig, die Jugendlichen und jungen<br />
Erwachsenen des Internats Immensee ein Stück auf<br />
ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen und zu beobachten,<br />
wie sie ihre Flügel aufspannen.<br />
10<br />
AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
DER ROTE FADEN …<br />
BEATRICE KRÜGEL,<br />
LEITERIN FINANZEN UND DIENSTE<br />
BEATRICE.KRUEGEL@<br />
GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
Aufgewachsen bin ich in Deutschland, in der Nähe<br />
der holländischen Grenze, und habe nach meinem<br />
BWL-Studium bei einer Sparkasse, dies entspricht<br />
den Kantonalbanken, gearbeitet. Zahlen bestimmen<br />
seit jeher mein Berufsleben und ziehen sich wie ein<br />
roter Faden durch die vielfältigen Aufgaben, die damit<br />
verbunden sein können. Seit fünfzehn Jahren lebe ich<br />
in der Zentralschweiz.<br />
Wäre ich Lehrerin geworden, dann hätten mich die<br />
Fremdsprachen angesprochen. Heute würde ich<br />
bedauern, dass nicht auch Kunst oder Gestalten dabei<br />
gewesen wäre, da ich mittlerweile gerne webe und<br />
auch sonst für die schönen Dinge, ob in der Natur oder<br />
aus Menschenhand, grosse Begeisterung empfinde.<br />
Meine Berufswahl stimmt nach wie vor für mich, denn<br />
mit ihr durfte ich in andere Berufe und verschiedene<br />
Branchen eintauchen, da man an den Finanzen einfach<br />
nicht vorbeikommt. Ich interessiere mich immer sehr<br />
für das, was die Grundlagen für die Zahlen sind, mit<br />
denen ich arbeite, wie auch die Menschen, die dahinterstehen.<br />
So konnte man mich schon in Laboren, an<br />
Produktionsanlagen oder auf Baustellen antreffen.<br />
Ich freue mich schon sehr auf das Gymnasium Immensee<br />
und das bunte Treiben, das mich hier erwartet.<br />
wieder interdisziplinär zu lernen und zu arbeiten. Mein<br />
Herz schlägt für Projekt- und Aufbauarbeit, ich realisierte<br />
Unternehmenskommunikation und organisierte unzählige<br />
Events. Im Themenkreis von Resilienz, Leadership,<br />
Service Excellence, Agilität und Heartmath schrieb<br />
ich viele Fachartikel, akquirierte fleissig Interessenten<br />
für Seminare, Baulandparzellen, Business-Software und<br />
Radsportreisen und bewegte mich auf internationalem<br />
Parkett einer Sharing-Community und eines ERP-Anbieters.<br />
In der Freizeit bin ich dem Phänomen Musik auf<br />
der Spur, entdecke Naturperlen und Landschaftsjuwelen<br />
oder verbringe Zeit mit meinen Enkeln.<br />
Herz und Kopf sind ein gutes Team und spornen mich<br />
an! Seit Oktober 2023 darf ich für die Bereiche Marketing,<br />
Akquise und Kommunikation im neuen Akquiseteam<br />
zusammen mit einem engagierten Kollegium<br />
Prozess optimierungen aktiv mitgestalten. Ich setze<br />
mich für eine offene interne und externe Kommunikationskultur<br />
im Schulalltag ein und freue mich, mit<br />
Empathie und wertschätzender Haltung das Image mitzuprägen,<br />
Verantwortung zu tragen und neue Lernende<br />
für unser Gymi zu begeistern.<br />
LUST AUF MEE(H)R<br />
JILL ARNOLD, SCHULSEKRETARIAT<br />
JILL.ARNOLD@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />
MARKETING, AKQUISE UND<br />
KOMMUNIKATION<br />
CLAUDIA.BALZLI@<br />
GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
WERTSCHÄTZUNG IST<br />
WERTSCHÖPFUNG<br />
Mich kennt man als leidenschaftliche Projektentwicklerin,<br />
überzeugte Netzwerkerin und sozial engagierte Wissensvermittlerin<br />
mit italienischem Temperament. Beruflich<br />
und privat ist es mir wichtig, durch meine innere Haltung<br />
kongruent in ein erfolgreiches Handeln zu kommen.<br />
Nach meiner Bildungslaufbahn und mitten im Abenteuer<br />
Familie mit drei Kindern gründete ich mein Einzelunternehmen<br />
Redaction.ch. Ich hatte das Glück, immer<br />
Ich bin in Rickenbach bei Schwyz aufgewachsen und<br />
lebe seit fast drei Jahren in Meggen. Sport, Reisen, das<br />
Kennenlernen von Sprachen und Kulturen, das Pflegen<br />
von Familien traditionen und Fröhlichsein wurden mir in<br />
die Wiege gelegt. Als begeisterte Wintersportlerin wurde<br />
ich Ski- und Snowboardlehrerin – genau an dem Ort, an<br />
dem ich selbst das Skifahren gelernt habe. Französisch in<br />
Paris und Englisch in Vancouver zu lernen, ermöglichte es<br />
mir, als Cabin Crew Member bei Edelweiss Air die Welt zu<br />
entdecken. Meine Leidenschaft für Reisen, Sonne, Strand<br />
und Meer wuchs durch das Fliegen noch mehr.<br />
Zu meinen Lieblingsaktivitäten gehören Familien-<br />
Pizza essen, Segelausflüge, gemütliche Biketouren und<br />
Snowboardabfahrten mit Freunden, die wir oft mit einem<br />
Apéro ausklingen lassen. Ich freue mich auf viele neue<br />
Gesichter und Geschichten sowie auf eine spannende<br />
und abwechslungsreiche Zeit am Gymnasium Immensee,<br />
das mir von Anfang an sehr gut gefallen hat.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 11
Trotz<br />
Matura<br />
zu dumm<br />
für die<br />
Uni?<br />
«Nein, eher zu unreif»,<br />
sagte Prof. em. Dr. Roger Alberto<br />
am Elternforum des Gymnasiums<br />
Immensee vom 28. Mai <strong>2024</strong><br />
vor rund fünfzig Zuhörenden.<br />
Er muss es wissen: Als emeritierter<br />
Professor der Uni Zürich, der schon<br />
rund 43 Doktoranden vom 1. Semester<br />
bis zum Dr. sc. nat. betreute,<br />
hat er ein gutes Bild davon, was<br />
an den Gymnasien abgeht. Und er<br />
stellte eine These einer Studie der<br />
Konrad-Adenauer-Stiftung in den<br />
Raum, die auf viel Zuspruch stösst:<br />
«Jemanden mit IQ 70 bekommt<br />
man nicht studierfähig.» Alberto<br />
widersprach allerdings: Probleme an<br />
der Universität seien nicht auf mangelnde<br />
Vorbildung oder Intelligenz<br />
der Studienanfänger zurückzuführen.<br />
Er attestierte den Gymnasien,<br />
dass sie in der Regel über eine<br />
hohe Qualität verfügen würden im<br />
Bewusstsein, dass es viele Unterschiede<br />
an Mittelschulen gibt.<br />
Verstehen statt lernen<br />
Nach einem kurzen Exkurs durch<br />
das System der Universitäten mit<br />
Grund-, Bachelor- und Masterstudium<br />
nahm er viel mehr die Maturandinnen<br />
und Maturanden in die<br />
Pflicht – und deren Eigenverantwortung<br />
bei der Studienwahl. «Bei mir<br />
haben Erstsemestrige begonnen,<br />
Chemie zu studieren, die in diesem<br />
Fachgebiet nichts wussten. Zeugt<br />
dieser Entscheid von Reife?», fragte<br />
er in die Runde. Man erkenne relativ<br />
schnell, wer sich für ein «Verlegenheitsstudium»<br />
entschieden, eine<br />
«Negativauswahl» getroffen oder<br />
den Studiengang wegen des<br />
Renommees gewählt hätten. Auch<br />
in einem Fach gut oder schlecht<br />
zu sein, sei nicht in jedem Fall eine<br />
Entscheidungsgrundlage für die<br />
Studienwahl. «Es kommt hinzu», so<br />
Alberto, «dass viele den Sinn eines<br />
Studiums nicht verstanden haben.»<br />
Er zitierte eine bei seinen Studentinnen<br />
und Studenten evaluierte<br />
Aussage, die aus vielen hervorstach:<br />
«Mir war nicht klar, was wir bei<br />
Herrn Alberto lernen müssen und<br />
was wir wirklich können müssen.»<br />
Seine Antwort: «Studierende sollen<br />
verstehen, nicht lernen.»<br />
Selbstständigkeit<br />
als Schlüssel zur Reife<br />
Rund ein Drittel aller, die ihr<br />
Studium aufnehmen, verlassen<br />
die Universität vorzeitig ohne<br />
Abschluss. Die Gründe für einen<br />
Abbruch seien vielseitig, sagte<br />
Alberto. «Scheitern ist kein Versagen<br />
– vielmehr eine Erfahrung<br />
und Teil des Lebens. Und wer ein<br />
Studienfach wechselt, scheitert<br />
nicht, zumal es der modulmässige<br />
Aufbau erlaubt, dass man<br />
ECTS-Punkte in andere Studiengänge<br />
mitnehmen kann», führte<br />
er weiter aus. Mit immer durchlässigeren<br />
Bildungssystemen<br />
sind die Hochschulen auf einem<br />
guten Weg. Und wie kommt man<br />
zum richtigen Studium? Auch da<br />
appellierte Alberto an die Selbstständigkeit<br />
der Gymnasiastinnen<br />
12 AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Prof. em. Dr. Roger<br />
Alberto (l.) machte<br />
den Zuhörenden<br />
deutlich:<br />
«Scheitern ist<br />
kein Versagen –<br />
vielmehr eine<br />
Erfahrung und Teil<br />
des Lebens. Und<br />
wer ein Studienfach<br />
wechselt,<br />
scheitert nicht,<br />
zumal es der<br />
modulmässige<br />
Aufbau erlaubt,<br />
dass man ECTS-<br />
Punkte in andere<br />
Studiengänge<br />
mitnehmen kann.»<br />
und Gymnasiasten. Sie sollten<br />
sich gut über verschiedenen<br />
Anschlussperspektiven informieren<br />
und sich nicht einschüchtern<br />
lassen. Denn: «Weitsichtig und sich<br />
der Zukunft bewusst sein, wissen,<br />
was man will, die Folgen eigener<br />
Entscheidungen selbst tragen und<br />
die Konsequenzen hinter seinem<br />
Tun erkennen ist eine gute Basis<br />
für den Reifeprozess, den jeder für<br />
sich allein durchmachen muss.»<br />
Und: «Auch Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke<br />
und Frustrationstoleranz<br />
gehören dazu; jeder<br />
hat einmal einen Durchhänger»,<br />
sagte Alberto. Wenn Eltern, Verwandte<br />
und Freunde eine positive<br />
Rolle spielen sollten, dann, indem<br />
sie hier Unterstützung bieten,<br />
und nicht, indem sie ihren «Kindern»<br />
die Studienwahl abnehmen<br />
würden.<br />
Fazit<br />
«Ein Studium ist ein fachlicher<br />
und menschlicher Prozess und<br />
fördert die Persönlichkeitsreifung<br />
und Identitätsentwicklung»,<br />
so Prof. Dr. Roger Alberto. Was<br />
gefördert werden soll, muss aber<br />
schon in der Gymnasialzeit angelegt<br />
worden sein.<br />
TEXT: CLAUDIA BALZLI,<br />
MARKETING, AKQUISE UND<br />
KOMMUNIKATION / DC<br />
FOTO: MB<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 13
«SwitchMedia» holt Silber<br />
Samantha Strüby und Yves Zimmermann, beide 5. Kl., gewannen als Team des Gymnasiums<br />
Immensee am 28. März <strong>2024</strong> den Silber-Award von Youngpreneurs Zentralschweiz.<br />
Yves und<br />
Samantha, beide<br />
5. Kl., holten mit<br />
ihrer Idee eines<br />
Website-Start-ups<br />
für Kleinunternehmen<br />
den<br />
Silber-Scheck.<br />
Gruppenbild der<br />
Teilnehmenden<br />
des Gymnasiums<br />
Immensee.<br />
Vorne (v. l. n. r.):<br />
Olaf und Sarah,<br />
beide 6. Kl.,<br />
sowie Elena<br />
und Samantha,<br />
beide 5. Kl.<br />
Hinten (v. l. n. r.):<br />
Die Sechstklässler<br />
Ruven, Ian, Jonas<br />
und Hudson sowie<br />
der Fünftklässler<br />
Yves.<br />
14 AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Rund zwanzig Teilnehmende<br />
entwickelten im Rahmen von<br />
Youngpreneurs an achtzehn<br />
Abenden eine Geschäftsidee.<br />
Sie gingen dabei unter Anleitung<br />
von Profis den ganzen Weg von<br />
der Ideenfindung mit diversen<br />
Kreativitätstechniken über das<br />
Design Thinking und Prototyping<br />
bis zu ersten Markttests.<br />
Sämt liche Businessideen nehmen<br />
dabei echte Bedürfnisse auf.<br />
Start-up «SwitchMedia» baut<br />
Websites für Kleinunternehmen<br />
Mit dabei waren auch vier Teams<br />
des Gymnasiums Immensee. Die<br />
Schule ermöglichte ihnen eine<br />
kostenlose Teilnahme an diesem<br />
Programm. Am meisten überzeugte<br />
im Rahmen des öffentlichkeitswirksam<br />
aufgemachten Pitchanlasses<br />
am 18. März <strong>2024</strong> im<br />
Technopark Root die Jury das Startups<br />
«SwitchMedia» von Samantha<br />
und Yves, beide 5. Kl. Sie bauen<br />
Websites für Kleinunternehmen<br />
mit ebenso kleinem Portemonnaie.<br />
Wordpress bildet die Basis, eigene<br />
Software sorgt für Zusatznutzen. Beeindruckend ist<br />
vor allem das Marketing auf allen möglichen Kanälen<br />
und der professionell-gewinnende Teamauftritt.<br />
Kein Wunder, sind die beiden bereits mit ersten<br />
Kunden im Geschäft. Kein Wunder auch, gewannen<br />
sie den mit 500 Franken dotierten Youngpreneurs-<br />
Silber-Award.<br />
Weitere Geschäftsideen für Jung und Alt<br />
So schafften es Ruven und Jonas, beide 6. Kl., mit einem<br />
kleinen Inserat, sechzig Seniorinnen und Senioren<br />
für einen Tanzabend zu gewinnen – nun wollen sie<br />
unter der Marke «Altersgerecht» als Socializing-<br />
Agentur für gesunde, aber eher einsame Menschen<br />
in fort geschrittenem Alter durchstarten.<br />
Ian, Hudson und Olaf, alle 6. Kl., sind daran, unter dem<br />
Namen «Clar Fridge» ein Kühlschrank-Inventartool für<br />
Ein- oder Zweipersonenhaushalte zu entwickeln.<br />
So weiss man jederzeit, was im Kühlschrank ist und<br />
erhält obendrein noch Rezepttipps. Gesucht sind nun<br />
450 Abonnentinnen und Abonnenten, um das Projekt<br />
zum Fliegen zu bringen.<br />
Mit dem Projekt «Bull and Bear» wollen Sarah, 6. Kl.,<br />
und Elena, 5. Kl., jungen Menschen Orientierung<br />
bieten, wie sie Geld anlegen sollen. Das Onlinetool<br />
inklusive Aktienspiel soll Struktur in den Dschungel<br />
der Finanzinstrumente bringen, kostengünstig sein<br />
und vor allem eine unabhängige Meinungsbildung<br />
ermöglichen.<br />
Durchhaltevermögen<br />
zahlt sich aus<br />
Gewonnen haben aber alle Teams.<br />
Sie haben Durchhaltevermögen<br />
gezeigt, sich Problemlösungsstrategien<br />
angeeignet und gelernt,<br />
wie Firmengründung geht. Sie taten<br />
dies im Kontakt mit Menschen,<br />
die mit ihren Start-ups schon einen<br />
oder zwei Schritte weiter sind, und<br />
werkelten dabei emsig an ihrer<br />
Vernetzung. «Eine gute Sache»,<br />
findet auch Dominique Hüchtingvan<br />
den Brink, welche die Teams<br />
als Lehrperson betreute und begleitete,<br />
«ich freue mich bereits auf<br />
die Geschäfts ideen in der nächsten<br />
Ausgabe von Youngpreneurs.»<br />
TEXT, FOTOS: DC<br />
YOUNGPRENEURS<br />
Das zweisemestrige Wahlfach «Youngpreneurs<br />
Zentralschweiz» bietet praxisnahe Unternehmertum-<br />
Nachwuchsförderung für Schülerinnen und Schüler<br />
des Gymnasiums Immensee. Es gibt den jungen<br />
Menschen einen fundierten Einblick ins Entrepreneurship<br />
und ermöglicht ihnen zudem, während sechzehn<br />
Lernmodulen ein eigenes Start-up aufzubauen.<br />
Die Teilnehmenden setzen sich intensiv mit der<br />
ganzen Bandbreite von Unternehmertum auseinander.<br />
Dabei stehen Kreativitätstechniken für die problembasierte<br />
Ideenfindung, die Kundenbefragung,<br />
die Anwendung des Lean Canvas, der Umgang mit<br />
Me thoden wie Design Thinking sowie das Prototyping<br />
und die Entwicklung von Geschäftsmodellen<br />
im Zentrum.<br />
Erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer sowie<br />
Expertinnen und Experten unterstützen die Schülerinnen<br />
und Schüler bei der Umsetzung ihrer Ideen.<br />
Das Wahlfach gibt den Lernenden ein Skillset mit auf<br />
ihren Weg, das ihnen auch ausserhalb der Unternehmenswelt<br />
nützt. Dazu gehört nebst der Fähigkeit, ein<br />
eigenes Projekt umzusetzen und dafür einzustehen,<br />
auch die hohe Kunst des Pitchens. Jeweils Ende des<br />
ersten Quartals präsentieren die Lernenden ihre Ideen,<br />
Projekte und Resultate vor einer hochkarätigen Jury,<br />
bestehend aus Unternehmerinnen und Unternehmern,<br />
Investorinnen und Investoren sowie Medienvertreterinnen<br />
und -vertretern.<br />
WWW.YOUNGPRENEURS.ORG/ZENTRALSCHWEIZ<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 15
Die Fachschaft<br />
Mathematik<br />
organisierte<br />
am 13. Mai<br />
<strong>2024</strong> zum<br />
zweiten Mal<br />
einen Schachabend.<br />
Vor Spielbeginn konnten alle Angemeldeten in der Mensa noch leckere Spaghetti und/oder<br />
Salate geniessen. So gestärkt, startete der Schachabend um 18.30 Uhr. Als Schiedsrichter war<br />
Hanspeter Bieri dabei, der in der Nationalliga B der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft spielt.<br />
Acht Lernende, eine Lehrperson und ein Prorektor hatten sich für die Teilnahme am Schachturnier<br />
entschieden. Eine weitere Gruppe spielte im Raum daneben Plauschvarianten des<br />
Schachspiels: Beim Austauschschach spielen immer zwei Personen als Team. Frisst einer<br />
eine Figur des Gegners, darf diese vom Partner auf dem eigenen Brett wieder eingesetzt<br />
und verwendet werden. Beim Fressschach muss jede Figur, die eine andere schlagen kann,<br />
das tun – wer zuerst keine Figuren mehr hat, hat gewonnen.<br />
1.e4 e5 2. c4 f6 3.d3 c6!?<br />
Das Turnier bestand aus fünf Runden mit je zehn Minuten Bedenkzeit pro Person. Den ganzen<br />
Abend über wurde sehr konzentriert gespielt, auch wenn schnell klar wurde, dass es nur einige<br />
wenige Lernende gab, die Aussicht auf die ersten Plätze haben könnten. Der Sieg wurde<br />
schliesslich vom letztjährigen Gewinner Delio Tiziani, 2. Kl., souverän gegen die viel älteren<br />
Lernenden Cyrill Keiser und Xeno Wenger, beide 5. Kl. verteidigt. Die Entscheidungspartie kann<br />
mithilfe des QR-Codes nachgespielt werden.<br />
Nach dem Turnier versuchten fünf Lernende und eine Lehrperson im Simultanschach gegen<br />
Hanspeter Bieri zu gewinnen. Schnell wurde klar, dass es nicht ums Gewinnen geht, sondern<br />
nur noch darum, wer am längsten durchhält. Einzig Karol Ziólek, 6. Kl., der aktuell das Freifach<br />
Schach leitet und bei der Organisation des Abends half, schaffte es zum Schluss, Hanspeter<br />
Bieri ein Remis abzuringen.<br />
Interessierte<br />
Schachspielerinnen<br />
und<br />
Schachspieler<br />
jeden Alters<br />
und mit unterschiedlichen<br />
Spielstärken<br />
treten gegeneinander<br />
an.<br />
TEXT: BETTINA BIERI, MATHEMATIK | FOTO: DANIEL WÜEST, MATHEMATIK<br />
16 AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Frühlings-Challenge<br />
Vom 13. Mai bis 21. Juni <strong>2024</strong> forderte eine vierwöchige Challenge<br />
die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen gleichermassen<br />
heraus – und sorgte dabei erst noch für viel Spass.<br />
Jede Woche wurde eine neue<br />
Aufgabe gestellt, über die kurzfristig<br />
informiert wurde, sodass sich<br />
niemand gross vorbereiten konnte.<br />
Jeweils um 12.45 Uhr traten dann<br />
alle Klassen sowie das Lehrerteam<br />
in einem Wettbewerb gegeneinander<br />
an. Es galt, dabei zu sein und zu<br />
zeigen, was man draufhat!<br />
Nebst Spass und Spannung wurde<br />
die Möglichkeit geboten, Teamgeist<br />
und Können unter Beweis zu<br />
stellen. Ob kreative Denkaufgaben,<br />
sportliche Herausforderungen oder<br />
knifflige Rätsel – für Abwechslung<br />
war gesorgt. Die Klasse 2b wurden<br />
am Ende gebührend prämiert.<br />
Die Siegerklasse 2b wird mit einem Pokal ausgezeichnet.<br />
TEXT: SIMON FONTANA, PHILOSOPHIE<br />
FOTOS: MB<br />
Am Tisch spielen (v. l. n. r.) Chemielehrer Tobias von Arx, Sani und Janis, beide 5. Kl.<br />
Sie werden von Viertklässlerinnen angefeuert.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 17
Finland meets Switzerland<br />
Am 24. April <strong>2024</strong> erhielt das Gymnasium<br />
Immensee Besuch von 39 Schülerinnen<br />
und Schülern sowie fünf Begleitpersonen<br />
aus der schwedischsprachigen Region Finnlands<br />
«Österbotten», die an der Westküste<br />
nördlich und südlich der Stadt Vaasa liegt.<br />
Von meiner guten Freundin aus Finnland, die Französisch<br />
und Englisch unterrichtet, erfuhr ich, dass sie<br />
eine Woche mit einer Gruppe von 17-jährigen Gymnasiastinnen<br />
und Gymnasiasten in der Schweiz verbringen<br />
würde. Sofort war mir klar, dass das Gymi Immensee<br />
und unsere gleichaltrigen Fünftklässlerinnen und<br />
Fünftklässler davon profitieren sollten, indem sie einen<br />
Einblick in den finnischen Alltag erhalten und Kontakte<br />
zu finnischen Lernenden knüpfen können. Zum Glück<br />
waren auch die Schulleitung und die Lehrpersonen der<br />
5. Klassen sofort offen für einen finnisch-schweizerischen<br />
Austausch, und somit konnte die Organisation<br />
beginnen.<br />
Die finnischen Besucherinnen und Besucher wurden<br />
von Christian Keist, Englisch- und Französischlehrer,<br />
begrüsst. Er gab ihnen interessante Informationen über<br />
unser Gymi und über das Schulsystem in der Schweiz.<br />
Anschliessend fand in allen drei Parallelklassen eine<br />
Austauschlektion statt. Gestärkt durch ein gemeinsames<br />
Znüni durften die finnischen Schülerinnen und<br />
Schüler eine Führung durch die Hohle Gasse und einen<br />
Einblick in die Geschichte Wilhelm Tells mit Prorektor<br />
Michel Rey geniessen. Nach dem Mittagessen in der<br />
Mensa wurden zum Dessert finnische Schokolade,<br />
aber auch süsse und salzige Lakritze degustiert.<br />
Als sich die finnischen Lernenden auf ihre Wanderung<br />
von Immensee nach Weggis begaben, war es an der<br />
Zeit, Abschied zu nehmen.<br />
Ett spännande utbyte med Finland!<br />
Ein grosses Dankeschön geht an Michel Rey und an<br />
alle involvierten Lehrpersonen für ihre Flexibilität,<br />
Offenheit und für das Mitwirken. Danke auch an unsere<br />
Fünft klässlerinnen und Fünftklässler, welche die<br />
finnischen Lernenden an unserer Schule so herzlich<br />
begrüssten.<br />
TEXT: MALIN JAKOBSSON, FACHLEHRPERSON FRANZÖSISCH<br />
FOTOS: MB<br />
Interessante Austauschlektion Schweiz versus Finnland.<br />
18 AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
ERFAHRUNGSBERICHTE<br />
«<br />
Der Besuch der finnischen Schülerinnen<br />
und Schüler am Gymnasium<br />
Immensee war eine bereichernde<br />
kulturelle Erfahrung. Wir genossen<br />
das Probieren finnischer Süssigkeiten<br />
und den lebhaften Austausch<br />
über unsere Länder und Kulturen.<br />
Dabei erhielten die finnischen Gäste<br />
auch einen Einblick in das Schweizer<br />
Schulsystem. Es war eine wertvolle<br />
Gelegenheit, neue Perspektiven zu<br />
gewinnen und interkulturelle Verbindungen<br />
zu knüpfen.»<br />
MARIUS BRÖLL, 5. KL.<br />
«<br />
Der Tag mit den Finninnen und Finnen<br />
war eine bereichernde Erfahrung und<br />
eine willkommene Abwechslung vom<br />
Schulalltag. Wir freuen uns, wenn<br />
zukünftig noch weitere Austausche<br />
mit anderen Kulturen am Gymi stattfinden!»<br />
ANNA TSCHÜMPERLIN UND<br />
LINN LUSTENBERGER, 5. KL.<br />
QR-Code scannen und weitere<br />
Erfahrungsberichte lesen.<br />
Lockeres gegenseitiges Kennenlernen: Das Eis war rasch gebrochen!<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 19
Nächtliche Pirsch<br />
nach Fledermäusen<br />
Am 4. Juni<br />
<strong>2024</strong> begab<br />
sich eine Gruppe<br />
Lernender<br />
und Lehrpersonen<br />
in Küssnacht<br />
auf eine<br />
Fledermausexkursion.<br />
Michael Lutz und Michael Erhardt<br />
erzählten den Anwesenden viel<br />
Wissenswertes über die kleinen<br />
Flugtiere, die sich mithilfe der sogenannten<br />
Ultraschall-Echoortung<br />
orientieren und jagen.<br />
Ausgerüstet mit einem Bat-Detektor,<br />
der die hochfrequenten Fledermausrufe<br />
hörbar macht, konnten die<br />
Nachtspaziergänger tatsächlich ein<br />
paar nachtaktive, fliegende Säugetiere<br />
beobachten, als diese beim Einnachten<br />
aus ihrem Schlaf erwachten<br />
und auf Insektenjagd gingen.<br />
Gern kopfüber<br />
Sich zum Schlafen an die Decke<br />
hängen, mit dem Kopf nach unten,<br />
hört sich nicht bequem an. Fledermäuse<br />
brauchen aber genau so<br />
einen Schlafplatz. Sie könnten nicht<br />
auf zwei Beinen stehen oder sich<br />
hinlegen, weil sie einen anderen<br />
Knochenbau haben. Also hängen<br />
sie sich zum Schlafen an ihren<br />
Füssen kopfüber an die Decke.<br />
Ein Highlight war der spannende<br />
Einblick in die Wochenstube der<br />
Wasserfledermäuse mit Müttern<br />
und ihren Jungtieren unter einem<br />
Bootshaus.<br />
Organisiert und geleitet wurde die<br />
spannende Exkursion von Andrea<br />
Inderkum, die Mathematik, Natur<br />
und Technik unterrichtet.<br />
TEXT: CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />
MARKETING, AKQUISE<br />
UND KOMMUNIKATION<br />
FOTO: MB<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 20<br />
20<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Spenden statt<br />
verschwenden<br />
Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen lancierten<br />
Ende Mai <strong>2024</strong> eine Spendenaktion zugunsten des<br />
Paradiesgässli von Luzern.<br />
In der Vorbereitung konnten sie ihr Bewusstsein für<br />
solidarisches Verhalten steigern und sich im Projektmanagement<br />
üben. Im Zentrum ihrer Aktion stand das<br />
Paradiesgässli, eine Anlaufstelle für Familien, die von<br />
Sucht und Armut betroffen sind. Gleichzeitig soll die<br />
Lebenssituation der Kinder verbessert werden, weshalb<br />
vor allem Kinderkleider und -spiele sowie Spielsachen<br />
gesammelt wurden.<br />
In einer von Herausforderungen und Unsicherheiten geprägten<br />
Zeit kann Solidarität Leben verändern. Arbeitsplatzverlust,<br />
wirtschaftliche Unsicherheit und gesundheitliche<br />
Herausforderungen gehen auch an Familien<br />
bei uns nicht spurlos vorbei und haben das Leben vieler<br />
Menschen auf den Kopf gestellt.<br />
Grosszügige Spenderinnen und Spender<br />
An den Sammelorten Immensee, Weggis und Küssnacht<br />
nahmen die Schülerinnen und Schüler Sach- und<br />
Geldspenden entgegen und setzten sich persönlich<br />
dafür ein, dass die Spenden den betroffenen Familien<br />
Erfolgreiche Sammlung in Weggis.<br />
zugutekommen. Sie appellierten an das Wohlwollen<br />
von Spenderinnen und Spendern. Während die Lernenden<br />
an den Sammelorten Immensee und Küssnacht<br />
weniger erfolgreich waren, spendeten die Weggiserinnen<br />
und Weggiser umso grosszügiger.<br />
«Alles, was wir für andere tun,<br />
tun wir auch für uns selbst»<br />
Für die Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen war<br />
ihre Spendenaktion eine wertvolle Erfahrung; sie freuten<br />
sich über den Erfolg und bedanken sich bei allen<br />
Spenderinnen und Spendern!<br />
TEXT: CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />
MARKETING, AKQUISE UND KOMMUNIKATION<br />
FOTO: ANDREA INDERKUM, MATHEMATIK, NATUR UND TECHNIK<br />
Mathetalente<br />
Am 18. April <strong>2024</strong> fand am Gymnasium Immensee der Känguru-Wettbewerb statt. In der Schweiz machten<br />
60 480 Schülerinnen und Schüler aus 980 Schulen mit. Weltweit waren es rund 6 Mio. Teilnehmende.<br />
Die bestplatzierten Gymi-Schülerinnen und -Schüler in ihrer Kategorie:<br />
Untergymnasium<br />
1. Yanis Spichtig,<br />
1. Kl. (Rang 17)<br />
2. Tristan Stutzer,<br />
1. Kl. (Rang 218)<br />
3. Raphael Anderegg,<br />
1. Kl. (Rang 284)<br />
3. Leonardo Stutzer,<br />
1. Kl. (Rang 284)<br />
(SCHWEIZWEIT<br />
10 587 TEILNEHMENDE)<br />
Mittelgymnasium<br />
1. Niels von Däniken,<br />
3. Kl. (Rang 120)<br />
2. Mael Stämpfli,<br />
4. Kl. (Rang 433)<br />
3. Leonardo Binder,<br />
4. Kl. (Rang 569)<br />
(SCHWEIZWEIT<br />
7220 TEILNEHMENDE)<br />
Obergymnasium<br />
1. Maik Gschwind,<br />
5. Kl. (Rang 22)<br />
2. Maximilian Gimbel,<br />
5. Kl. (Rang 46)<br />
3. Karol Ziólek,<br />
6. Kl. (Rang 77)<br />
(SCHWEIZWEIT<br />
1563 TEILNEHMENDE)<br />
TEXT: DOMINIK BERNASCONI, CHEMIE, PROREKTOR<br />
Känguru der Mathematik ist eine<br />
Veranstaltung, deren Ziel die<br />
Unterstützung der mathematischen<br />
Bildung an den Schulen ist und<br />
die überdies die Freude an der<br />
Beschäftigung mit der Mathematik<br />
wecken und festigen und durch<br />
das Angebot an interessanten<br />
Aufgaben die selbstständige Arbeit<br />
und die Arbeit im Unterricht fördern<br />
soll. WWW.KAENGURU-SCHWEIZ.CH<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 21
Gymi goes<br />
Broadway<br />
Der Gymi-Chor unter der Leitung von Simon Witzig wird am Flügel von Franziska Trottmann, Musik, begleitet.<br />
Ein Hauch<br />
Broadway wehte<br />
am 23. und<br />
24. Mai <strong>2024</strong><br />
durch den<br />
Theatersaal,<br />
als sich die Gesangsklassen<br />
des Freifachs<br />
Chor auf der<br />
Bühne präsentierten.<br />
Sie<br />
begeisterten<br />
an zwei Konzertabenden<br />
mit viel Mut<br />
und Schmiss.<br />
Schon die erste kraftvolle Darbietung<br />
aus «The Greatest Show» war<br />
eine klare Ansage an den musikalischen<br />
Genuss, den das Publikum<br />
erwartete. Mit den gelungenen<br />
Interpretationen in einem bunten<br />
Mix aus gefühlvollen Balladen,<br />
fetzigen Grooves und Ohrwürmern<br />
aus Musicals und Filmmusikklassikern<br />
berührten die über vierzig<br />
Sängerinnen und Sänger aus allen<br />
Klassenstufen die Zuhörenden.<br />
Faszinierender Streifzug<br />
durch die Welt des Musicals<br />
Man wähnte sich am Broadway,<br />
dem Theaterviertel in Midtown<br />
Manhattan in New York City, und<br />
konnte bekannte Songs aus-<br />
«Grease», «Phantom oft the<br />
Opera», «Mamma Mia», «Les<br />
Misérables» und vielen andere<br />
auskosten. Schön, dass diese<br />
Songlegenden auch die heutige<br />
Jugend zu begeistern vermögen!<br />
Die bunte Programmauswahl war<br />
grandios und traf den Zeitgeist;<br />
viele dieser Kultsongs versprühen<br />
Hoffnung, Mut und Liebe. Ist es<br />
nicht das, transportiert mit jugendlicher<br />
Lebensfreude, was wir heute<br />
brauchen?<br />
Die jungen Stimmen präsentierten<br />
mit charismatischer Bühnenpräsenz<br />
ihre in den einzelnen Stimmregistern<br />
geprobten Solos und Duette<br />
und brillierten mit ihrem Können<br />
in den Ensembles und im harmonischen<br />
Zusammenspiel im Tutti. Das<br />
Repertoire orientierte sich an den<br />
Wünschen der Interpretinnen und<br />
Interpreten, die nach ihrem Gusto<br />
und ihren Möglichkeiten ihre Stimmen<br />
zur Geltung bringen konnten.<br />
Freiwillig meldeten sich auch die<br />
Moderatorin Sarah und der Moderator<br />
Karol, beide 6. Kl., die souverän<br />
und mit jugendlichem Charme durch<br />
den Abend führten. Das Publikum<br />
hing ihnen an den Lippen, wenn sie<br />
kurz, knackig und auf erfrischende<br />
Art zu den nächsten Stücken<br />
überleiteten.<br />
Pure Gesangsfreude<br />
Ohne den Druck, perfekt sein zu<br />
müssen, entsteht Perfektion – ganz<br />
im Sinne eines Gesamterlebnisses,<br />
das unter die Haut geht! Die<br />
Talente mit geübter Stimme, die<br />
22<br />
AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Vokalensembles sowie alle anderen<br />
Sängerinnen und Sänger, die auf<br />
wunderbare Weise ihre Lust am<br />
Mitsingen und Sichausprobieren<br />
zeigten, vermittelten gefühlvoll ein<br />
Stück Musikkultur.<br />
Das eindrückliche Chorprojekt bildete<br />
nach neunmonatiger Probearbeit<br />
den Abschluss der pädagogischen<br />
Ansätze der Musiklehrpersonen.<br />
Das gelungene Konzept wurde<br />
getragen und umgesetzt von absoluten<br />
Profi-Musikpädagoginnen und<br />
-Musikpädagogen wie Franziska<br />
Trottmann, die am Klavier akkurat<br />
und mit viel Finesse die Klavierparts<br />
und die wichtige musikalische<br />
Begleitung hinzauberte, und dem<br />
versierten Maestro Simon Witzig.<br />
Finale der jungen Talente<br />
Der Konzertabend endete mit<br />
grossem Kino. Mit ihrem letzten<br />
Song «Let the Sunshine In» aus<br />
dem Musical «Hair» wurde das<br />
Publikum mit einer Herzensbotschaft<br />
«Jetzt alle, singt einfach!»<br />
verabschiedet, bevor dieses nach<br />
dem Apéro beschwingt, berührt und<br />
gestärkt auseinanderging. Einmal<br />
mehr wurde bewiesen, was schon<br />
Martin Luther proklamiert hatte:<br />
«Gesang verschönert das Leben<br />
und erfreut das Herz. Singen ist<br />
eine edle Kunst und Übung.»<br />
Die Schülerinnen und Schüler<br />
genossen den verdienten tosenden<br />
Schlussapplaus sichtlich und machten<br />
die Gäste zu Fans, die immer<br />
wieder kommen werden!<br />
Mit Stimme, Charme<br />
und Emotionen<br />
Am Vokalkonzert «Work in Progress» vom 11. Juni <strong>2024</strong><br />
im Theater saal präsentierten fünf Sängerinnen mit viel<br />
Charme und voller Emo tionen ihre Songs.<br />
Bestens gelaunt und stimmlich<br />
topfit präsentierten sich die Fünftklässlerin<br />
Salome Gohl sowie Sara<br />
Camuglia, Lynn Hächler, Adia Sagat<br />
und Sarah Stölzel, alle 6. Kl., dem<br />
interessierten Publikum.<br />
Nach einer kurzen Begrüssung von<br />
Chorleiter Simon Witzig, der im<br />
Anschluss seine Schülerinnen am<br />
Piano begleitete, interpretierten<br />
die Sängerinnen selbst gewählte<br />
Songs, die sie zuvor auch charmant<br />
und teils witzig ankündigten.<br />
Die Auswahl umfasste eine grosse<br />
Bandbreite von Melodien aus Pop,<br />
Jazz und Musical. Und so erklang ein<br />
abwechslungsreiches Konzert voller<br />
Emotionen.<br />
Die Interpretinnen liessen deutlich<br />
ihre Vorlieben hörbar werden und<br />
wagten überzeugend, sich die Lieder,<br />
die mit grossen Namen wie Adele,<br />
Lady Gaga, Billie Eilish, Whitney<br />
Houston, ABBA oder Silmane im Verbindung<br />
stehen, zu eigen zu machen.<br />
Fast schon eine Trouvaille bildeten<br />
die jazzigen Songs von Laufey.<br />
Die Fortschritte, die der Titel des<br />
Konzertabends ja im Namen führte,<br />
wurden deutlich hörbar, und dies<br />
nicht zu knapp. Nicht verwunderlich<br />
also, dass das Publikum immer<br />
wieder begeistert applaudierte und<br />
das Erlebte freudig bewegt mit nach<br />
Hause nahm.<br />
TEXT: SIMON WITZIG | FOTO: MB<br />
Bei der Verabschiedung würdigte<br />
Simon Witzig das erfolgreiche<br />
Schaffen seiner Kollegin Franziska<br />
Trottmann, die neben der Schule<br />
mit ihrem ausserordentlichen<br />
Engagement solche Höchstleistungen<br />
erbringt. Sie wird das Gymi auf<br />
Ende Schuljahr verlassen.<br />
TEXT: CLAUDIA BALZLI,<br />
MARKETING, AKQUISE UND<br />
KOMMUNIKATION / DC<br />
FOTO: MB<br />
Die Sängerinnen (v. l. n. r.) Adia, Sara, Sarah und Lynn, alle 6. Kl., sowie Salome, 5. Kl.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 23
Am 4. Juni <strong>2024</strong>, dem gefühlt einzigen trockenen Tag in diesem Frühsommer, fand der Sommersporttag statt. Die Lernenden<br />
kämpften vormittags bei einem Postenlauf um den Titel der vielseitigsten Klasse (1. Rang: Kl. 4a, 2. Rang: Kl. 2a, 3. Rang:<br />
Kl. 5b). Am Nachmittag standen Spielturniere wie Basketball, Unihockey, Fussball und Beachvolleyball auf dem Programm.<br />
TEXT: MIRCO SCHERER, SPORT | FOTOS: MB<br />
24<br />
AKTUELL<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Spass am<br />
Sport(tag)<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> AKTUELL 25
Orientierung<br />
26<br />
THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
in Zeiten<br />
des Wandels<br />
Junge Menschen fragen sich<br />
berechtigterweise:<br />
Welche Fähigkeiten brauche ich,<br />
damit ich in der Welt von heute<br />
und morgen bestehen kann?<br />
Was und wie viel soll, muss, will<br />
ich in meinen Lebens- und Lern-<br />
Rucksack packen, um den Weg<br />
durch die Gegenwart und in die<br />
Zukunft erfolgreich und glücklich<br />
gehen zu können?<br />
Auf diese und weitere Fragen<br />
antwortet das Gymnasium<br />
Immensee mit konkreten<br />
pädagogischen Konzepten und<br />
wirkungsvollen Massnahmen<br />
zur Lebensertüchtigung.<br />
Im Themenschwerpunkt<br />
«Orientierung in Zeiten des<br />
Wandels» auf den kommenden<br />
Seiten schreibt der Rektor, wie<br />
das Gymnasium Immensee neben<br />
wichtigem Wissen unerlässliche<br />
Lebenskompetenzen vermittelt.<br />
Eine Lern- und Entwicklungspsychologin<br />
sagt, warum Teenager<br />
später einschlafen. Schülerinnen<br />
und Schüler berichten, woran sie<br />
sich orientieren und wie sie sich<br />
ihre Zukunft vorstellen. Die Leiterin<br />
des 5-bis-3-Tage-Internats<br />
erzählt, wie sie ihren Schützlingen<br />
Sicherheit und Geborgenheit<br />
gibt.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 27
Orientierung und Struktur<br />
Freiheiten und Verantwortung<br />
Förderung von Resilienz<br />
und Lebenskompetenzen<br />
am Gymnasium Immensee<br />
VON BENNO PLANZER<br />
REKTOR<br />
BENNO.PLANZER@GYMNASIUM-IMMENSEE.CH<br />
Als Orientierungsläufer liebe ich möglichst unbekanntes,<br />
orientierungstechnisch anspruchsvolles, kupiertes und<br />
herausforderndes Laufgelände. Ich will jeweils möglichst<br />
schnell von Posten zu Posten rennen und mich im unbekannten<br />
Gelände mit Karte und Kompass blitzschnell<br />
und sicher orientieren können. Dabei muss ich mich auf<br />
Unvorhersehbarkeiten und dauernde Veränderungen<br />
einstellen. Ich gehe an meine physischen Grenzen, um<br />
möglichst schnell zu rennen und gerade noch genügend<br />
Energie und Konzentration für die nötigen kognitiven<br />
Fähigkeiten zum Orientieren zu haben. Wenn das alles<br />
gut klappt und meine «Form» stimmt, kommt ein eigentlicher<br />
«Flow» auf. Dann macht es Freude, dauernd ver -<br />
ändernde Situationen zu meistern, den taktischen Plan<br />
bedarfsgerecht zu adaptieren und physisch an die Grenzen<br />
zu gehen.<br />
Können nicht einige dieser Fähigkeiten auch auf das<br />
Gymnasium Immensee übertragen werden? Inwiefern<br />
bieten Prinzipien des Orientierungslaufes wie Orientierung,<br />
strategisches Denken und Anpassungsfähigkeit<br />
interessante Parallelen zur gymnasialen Bildung?<br />
Traditionellerweise hat sich die gymnasiale Bildung lange<br />
auf die Vermittlung akademischen Wissens konzentriert.<br />
Dies ist auch heute noch ein wichtiger Pfeiler für<br />
die Studierfähigkeit in allen Disziplinen. Doch in einer<br />
sich rapide verändernden Welt, die durch Unsicherheiten<br />
und Komplexität geprägt ist, sind zunehmend<br />
Fähigkeiten wichtig, die über das reine Fachwissen<br />
hinausgehen. Das Gymnasium Immensee hat schon<br />
vor der Jahrtausend wende dem überfachlichen und<br />
persönlichkeitsentwickelnden Kompetenzbereich starke<br />
Beachtung geschenkt. Daraus wurden pädagogische<br />
Konzepte wie das selbstorganisierte Lernen (SOL),<br />
Langlektionen und Epochenunterricht entwickelt und<br />
erfolgreich umgesetzt.<br />
In den letzten zehn Jahren hat das Gymnasium Immensee<br />
bei den sogenannten überfachlichen Kompetenzen<br />
(ÜK) allerdings nicht nur aufs SOL gesetzt. Vielmehr<br />
haben wir für die überfachlichen und persönlichkeitsentwickelnden<br />
Bereiche einen eigentlichen «ÜK-Pool»<br />
gebaut. Hier finden Aspekte wie problembasiertes<br />
Lernen (PBL), Techniken des Projektmanagements,<br />
28<br />
THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
agile Methoden (Scrum) und neue Zukunftskompetenzen<br />
wie die künstliche Intelligenz (KI) Platz. Alle diese<br />
Themen lassen sich mithilfe agiler Methoden an die<br />
sich immer rascher ändernde Welt und die sich daraus<br />
ergebenden Anforderungen anpassen und weiterentwickeln.<br />
Laufend nehmen wir Kompetenzen in die Unterrichtsund<br />
Bildungsangebote auf, die in der Tat Parallelen<br />
zum Orientierungslauf aufweisen. Resilienz, Orientierung<br />
im Leben, die Fähigkeit, sich auf Neues einzustellen,<br />
Probleme zu meistern, Unsicherheit zu überwinden,<br />
Stärke und Mut zu entwickeln, Respekt vor dem<br />
Leben zu haben sowie guten Ressourceneinsatz und<br />
Gelassenheit zu praktizieren, sind essenzielle Kompetenzen,<br />
die unseren Schülerinnen und Schülern helfen,<br />
in ihrem Leben erfolgreich und glücklich zu sein.<br />
Wie fördert das Gymnasium Immensee diese Bereiche?<br />
In der Folge beschreibe ich einige konkreten Massnahmen,<br />
die wir ergreifen und die zu einer umfassenden<br />
Persönlichkeitsentwicklung beitragen.<br />
FÖRDERUNG DER RESILIENZ<br />
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, mit Stress und<br />
Rückschlägen konstruktiv umzugehen. Gezielte Unterstützungsmassnahmen<br />
stärken unsere Schülerinnen<br />
und Schüler.<br />
Bei unseren Lehrpersonen, Lernberaterinnen und<br />
unserer Schulsozialarbeiterin finden die Lernenden<br />
Unterstützung und Möglichkeiten, ihre Belastbarkeit<br />
zu stärken. Ein Umfeld, das durch Wertschätzung, Vertrauen<br />
und Sicherheit geprägt ist, unterstützt die emotionale<br />
Stabilität der jungen Menschen. Regelmässige<br />
Klassenstunden, Rituale, Aktivitäten ausserhalb des<br />
Unterrichts und klassenübergreifende Anlässe fördern<br />
ein positives Miteinander. Themen wie Achtsamkeit,<br />
Umgang mit Druck, Problemlösungsstrategien und Inputs<br />
zur Förderung emotionaler Intelligenz und Selbstregulation<br />
sind in verschiedenen Unterrichtsgefässen<br />
wie Klassenstunden, Workshops der Gesundheits -<br />
för derung, Projektwochen und Blocktagen verankert.<br />
Mit Initiativen zur körperlichen und psychischen Gesundheit<br />
wie zum Beispiel Bewegungsangeboten und<br />
Präventionsarbeit tragen wir zur allgemeinen Verbesserung<br />
der Widerstandsfähigkeit bei.<br />
In Sachen Resilienzförderung versprechen wir uns<br />
auch einiges vom Gotte/Götti-System für unsere neuen<br />
Erstklässlerinnen und Erstklässler. Künftig werden die<br />
älteren Schülerinnen und Schüler als Mentorinnen und<br />
Mentoren für die «Frischlinge» da sein.<br />
ORIENTIERUNG IM (BERUFS)LEBEN<br />
Als Gymnasium spielen wir eine wichtige Rolle<br />
dabei, Jugendlichen Orientierung und Sinnhaftigkeit<br />
zu vermitteln. Praktika, Projekte, Berufs- und<br />
Studieninformations tage helfen unseren Schülerinnen<br />
und Schülern, berufliche Perspektiven zu entwickeln.<br />
Besuche und Beratungsgespräche am Beratungs- und<br />
Informationszentrum für Bildung und Beruf (BIZ)<br />
sowie Bewerbungstrainings unterstützen den Prozess<br />
zum Finden eines erfüllenden Berufs – oder gar der<br />
Berufung – zusätzlich.<br />
Fächer wie Philosophie und Ethik fördern das kritische<br />
Denken bezüglich Lebenszielen und Werten. Diskussionen<br />
über moralische Dilemmata und die Analyse<br />
philosophischer Texte schärfen das Bewusstsein für<br />
ethische Fragen. Die Möglichkeit, persönliche Interessen<br />
zu verfolgen und mit den Wahlbereichen der<br />
Schwerpunktfächer und Ergänzungsfächer eigene<br />
Akzente zu setzen, unterstützt die Selbstfindung<br />
und Orientierung.<br />
SICH AUF NEUES EINSTELLEN<br />
Die Kunst, sich flexibel an neue Situationen anzupassen,<br />
ist in unserer Welt unerlässlich. Mit interdisziplinären<br />
Projekten fördert das Gymnasium Immensee<br />
die Adaptionsfähigkeit und das Lernen in neuen<br />
Kontexten. Schülerinnen und Schüler erarbeiten in<br />
Projekten eigenständig Themen und präsentieren<br />
ihre Ergebnisse. So lernen sie, sich schnell auf neue<br />
Herausforderungen einzustellen.<br />
ORIENTIERUNG<br />
IN ZEITEN<br />
DES WANDELS<br />
Die Integration der neuen Technologien im Unterricht<br />
bereitet unsere Lernenden darauf vor, sich in<br />
einer digitalisierten Welt zurechtzufinden. Der Einsatz<br />
von Lernplattformen und digitalen Tools aus dem<br />
Bereich des individuelle, strukturierten und selbst- > 30<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 29
29 ><br />
ORIENTIERUNG<br />
IN ZEITEN<br />
DES WANDELS<br />
verantwortlichen Planens und Arbeitens vermehrt<br />
die techno logische Kompetenz der Gymnasiastinnen<br />
und Gymnasiasten. Flexible Lernräume und Methoden,<br />
die kreatives und selbstorganisiertes Lernen ermöglichen,<br />
fördern die Anpassungsfähigkeit.<br />
PROBLEME MEISTERN<br />
Problemlösungskompetenz erachten wir als eine<br />
Schlüsselqualifikation. Aufgabenstellungen, die kritisches<br />
Denken erfordern, und das Anwenden wissenschaftlicher<br />
Methoden unterstützen diese Fähigkeit.<br />
Das Durchführen von Experimenten und die Analyse<br />
von Fallstudien sind effektive Vorgehensweisen.<br />
Teamarbeit und Gruppenprojekte werden schrittweise<br />
im Untergymnasium eingeführt. Sie begünstigen die<br />
Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren,<br />
um gemeinsam Lösungen zu finden. Wir stärken<br />
eine Kultur, die Fehler als Lernchancen betrachtet.<br />
Fehler erachten wir als notwendigen Teil des Lernprozesses,<br />
um innovative Problemlösungen auf den Weg<br />
zu bringen. Wir halten Schülerinnen und Schüler an,<br />
kreative und mutige Lösungsansätze zu entwickeln.<br />
UNSICHERHEIT ÜBERWINDEN<br />
Der Umgang mit Unsicherheit ist eine herausfordernde,<br />
aber erlernbare Fähigkeit. Die Arbeit in verschiedenen<br />
Szenarien und mit Planspielen ermöglicht das Üben<br />
von Entscheidungen unter Unsicherheit. Diese Techniken<br />
helfen unseren Schülerinnen und Schülern, sich in<br />
unsicheren Situationen sicherer zu fühlen und fundierte<br />
Entscheide zu treffen. Im Planspiel der Wirtschaftswoche<br />
beispielsweise versuchen unsere Gymnasiastinnen<br />
und Gymnasiasten, ein etabliertes Unternehmen<br />
erfolgreich in die Zukunft zu führen. Sie agieren unter<br />
anderem als Geschäftsleitungen mehrerer konkurrenzierender<br />
Produktionsbetriebe (KMU), entwickeln ihre<br />
eigenen Unternehmensstrategien und treffen für einen<br />
Zeitraum von fünf Geschäftsjahren alle relevanten operativen<br />
Entscheidungen in einer sich stets verändernden<br />
Simulationswelt. Gecoacht werden sie bei dieser<br />
Spielanordnung übrigens von praxisorientierten Profis<br />
aus der Wirtschaftswelt.<br />
Auch das Einüben von Diskussionen über kontroverse<br />
Themen fördert die Fähigkeit, mit Unsicherheiten<br />
umzugehen. Wir kennen Debatten im Unterricht,<br />
Diskussionsforen (z. B. Café Philo) und Schulparlament.<br />
Die Debatten helfen, unterschiedliche Standpunkte zu<br />
verstehen, einzuordnen und zu bewerten.<br />
STÄRKER WERDEN<br />
UND MUT ENTWICKELN<br />
Stärke und Mut sind essenzielle Eigenschaften für die<br />
persönliche Entwicklung und Lebensführung. Mit Outdooraktivitäten<br />
und -projekten fördern wir die körperliche<br />
und mentale Stärke sowie die Courage, sich neuen<br />
Herausforderungen zu stellen, sie anzunehmen und<br />
Strategien zu ihrer erfolgreichen Bewältigung zu entwickeln<br />
und schliesslich auch umzusetzen. Wanderungen,<br />
Woniya-Tipilager in Cazis, alpine Wochen und weitere<br />
Abenteuerprojekte bieten intensive Lernerfahrungen.<br />
Begegnungen mit inspirierenden Persönlichkeiten und<br />
ihre Geschichten motivieren Schülerinnen und Schüler,<br />
ihre eigenen Wege zu gehen und «Challenges» zu<br />
meistern. Vorträge und Workshops mit erfolgreichen<br />
Menschen dienen uns als Inspirations- und Begeisterungsquellen.<br />
Projekte, in denen Gymnasiastinnen und<br />
Gymnasiasten eigenverantwortlich arbeiten und ihre<br />
Erfolge sehen, stärken das eingene Selbstvertrauen<br />
und den persönlichen Mut. Durch die Übernahme von<br />
Verantwortung ermöglichen wir den Lernenden, ihre<br />
Selbstwirksamkeit zu erfahren.<br />
RESPEKT VOR DEM LEBEN<br />
Der Respekt vor dem Leben und der Umwelt ist eine<br />
grundlegende ethische Haltung. So sind Umweltbildung<br />
und nachhaltige Entwicklung integrale Bestandteile<br />
des Lehrplans und fördern die Wertschätzung für<br />
die Natur. Die Teilnahme an sozialen Projekten und<br />
ehrenamtlichen Tätigkeiten steigert die Empathie und<br />
den Respekt vor dem Leben anderer. Unsere Freiwilligendienste<br />
im Sozial- und im Sprachpraktikum bieten<br />
praktische Erfahrungen. Die Auseinandersetzung mit<br />
ethischen Fragen im Ethik- und Philosophieunterricht<br />
hilft, ein tiefes Verständnis für den Wert des Daseins<br />
zu entwickeln. Wir stossen in unseren Schülerinnen<br />
und Schülern das Reflektieren über moralische Werte<br />
und die Bedeutung des Lebens aktiv an.<br />
30<br />
THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
RESSOURCENEINSATZ<br />
UND GELASSENHEIT<br />
Der clevere Einsatz von Ressourcen und zuversichtliche<br />
Gelassenheit sind wichtige Fundamente für ein<br />
ausgeglichenes Leben. Von der ersten Klasse an unterrichten<br />
wir darum stufengerecht Zeitmanagement und<br />
Selbstorganisation. Wir setzen auf praktische Übungen,<br />
damit die Heranwachsenden lernen, die vorhandenen<br />
Mittel bestmöglich zu nutzen. Erprobte Planungswerkzeuge<br />
und Zeitmanagementmethoden verbessern die<br />
Selbstorganisation. Im Untergymnasium dient dazu<br />
das Bordbuch. Dieses lösen wir in der 3. Klasse durch<br />
Outlook, Todo und den Planner aus der Microsoft-365-<br />
Produktfamilie ab.<br />
Das Erlernen von Techniken zur Stressbewältigung<br />
und Entspannung, wie zum Beispiel das Freifach Yoga,<br />
fördert Gelassenheit. Um Überlastung zu vermeiden<br />
und die Lebensqualität zu erhöhen, achten wir bei<br />
unseren Lernenden speziell auf ein ausgewogenes<br />
Verhältnis zwischen schulischen Verpflichtungen und<br />
Freizeitaktivitäten.<br />
WEITERE MASSNAHMEN ZUR<br />
FÖRDERUNG VON RESILIENZ<br />
UND LEBENSKOMPETENZEN<br />
Der Kontakt zu anderen Kulturen und Lebensweisen<br />
fördert interkulturelle Kompetenz und Anpassungsfähigkeit.<br />
Wir unterstützen Schüleraustauschprogramme.<br />
Sie bieten wertvolle Erfahrungen und erweitern den<br />
eigenen Horizont. Tätigkeiten in Sportvereinen, Theatergruppen,<br />
unserem Chor, Bands und Musikensembles<br />
bieten Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung<br />
und zur Förderung sozialer Kompetenzen. Diese Aktivitäten<br />
begünstigen Teamarbeit, Kreativität und Durchhaltevermögen.<br />
Mit flexiblen Lösungen und individuellen<br />
Vereinbarungen ermöglichen wir im Rahmen unseres<br />
integrierten Talentgymnasiums ganz bewusst das Ausleben<br />
von Leidenschaften auf hohem Leistungsniveau<br />
in Sport, Musik, Kunst und Hochbegabung.<br />
Mit dem Schulparlament sowie im Unterricht binden<br />
wir die Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse<br />
ein. Damit fördern wir Eigenverantwortung<br />
und Mitbestimmung. Mitbestimmungsprojekte stärken<br />
die Partizipationskultur am Gymnasium Immensee.<br />
So hat das Schulparlament im Schuljahr 2023/<strong>2024</strong> erfolgreich<br />
eine Neubeschaffung von Pulten und Stühlen<br />
angeregt. Die Lernenden konnten dann auch bei der<br />
Auswahl der Schulmöbel aktiv mitbestimmen.<br />
In der Lehrerfortbildung profitieren wir von regelmässigen<br />
Angeboten zu den Themen Resilienz, Achtsamkeit<br />
und Lebenskompetenzen. Wir fördern die kontinuierliche<br />
Weiterbildung auch weiterhin, sodass unsere Lehrpersonen<br />
aktuelle pädagogische Erkenntnisse zu den<br />
Lebenskompetenzen im Unterricht umsetzen können.<br />
In der Schulentwicklung und Weiterentwicklung der<br />
gymnasialen Maturität (WEGM) streben wir bewusst<br />
eine ganzheitliche Förderung unserer Lernenden<br />
an und integrieren Resilienz als zentralen Wert.<br />
Ein Schulentwicklungsteam arbeitet kontinuierlich<br />
an der Verbesserung der Schulkultur.<br />
FAZIT<br />
Mit der gymnasialen Bildung nutzt das Gymnasium Immensee<br />
das Potenzial, um weit mehr als «nur» akademisches Wissen zu<br />
vermitteln. Durch gezielte pädagogische Massnahmen tragen wir<br />
wesentlich dazu bei, Resilienz, Lebenskompetenzen und ethische<br />
Werte des uns anvertrauten Nachwuchses zu fördern. Wir tun dies<br />
schon seit Jahren mit einer ganzheitlichen Herangehensweise,<br />
die den Unterricht, das schulische Umfeld und die individuellen<br />
Bedürfnisse der Lernenden gleichermassen berücksichtigt.<br />
Auch bei WEGM orientieren wir uns an den Anforderungen einer<br />
sich wandelnden Gesellschaft. Wir begreifen die laufende Entwicklung<br />
und den steten Ausbau der genannten Kompetenzen als<br />
integralen Bestandteil unseres Vermittlungs- und Bildungsauftrags.<br />
Das Gymnasium Immensee soll auch in Zukunft ein Ort des<br />
Wissens, des Wachstums, des Starkwerdens und der Persönlichkeitsentfaltung<br />
sein, der junge Menschen auf ein erfülltes und<br />
erfolgreiches Leben vorbereitet.<br />
In der Tat bietet der Orientierungslauf überraschend viele interessante<br />
Parallelen zur gymnasialen Bildung. Mich als aktiven Orientierungsläufer<br />
überraschen diese Erkenntnisse nicht. Einzigartig<br />
ist beim Orientierungslauf das Erlebnis des «Flows». Böse Zungen<br />
behaupten, es sei ein Virus – eben der OL-Virus. Diese Freude, diese<br />
Leidenschaft und dieses Streben des wiederholten Erlebenwollens<br />
wünsche ich unseren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten mit positiven<br />
Erfahrungen bei fachlichen, überfachlichen und persönlichkeitsbildenden<br />
Herausforderungen und beim Ausüben ihrer ganz<br />
individuellen Leidenschaften.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 31
Katharina Zellweger, was verbindet Sie<br />
mit dem Gymnasium Immensee?<br />
Als Dozentin in der Sekundarlehrerausbildung und<br />
Psychologin mit eigener Praxis in Risch berate ich<br />
das Gymnasium Immensee in Fragen der Lern- und<br />
Entwicklungspsychologie und komme – zum Beispiel<br />
für Potenzial abklärungen – auch in Kontakt mit<br />
Lernenden des Gymnasiums.<br />
Was stellen Sie dabei fest?<br />
Ganz allgemein fällt auf, dass im Vergleich zu<br />
früher bei vielen Kindern und Jugendlichen die Merkfähigkeit<br />
abgenommen hat. Es fällt ihnen schwerer,<br />
sich zu fokussieren und Lerninhalte zeitgerecht zu<br />
verarbeiten.<br />
Aber am Smartphone sind sie doch<br />
sehr fokussiert, wenn es zum Beispiel<br />
um Reaktionsspiele geht.<br />
Richtig. Das Problem ist nur, dass es sich dabei vor<br />
allem um schnelllebige Reize handelt. Das hilft nicht<br />
beim Entwickeln etwa der Fähigkeit, ruhig einen Text<br />
zu lesen und Inhalte zu reflektieren.<br />
ORIENTIERUNG<br />
IN ZEITEN<br />
DES WANDELS<br />
Von Wurzeln<br />
und Flügeln<br />
Die Lern- und Entwicklungspsychologin<br />
Katharina Zellweger verrät im Interview,<br />
wie sich Schülerinnen und Schüler in Zeiten<br />
der Schnelllebigkeit orientieren und auf der<br />
Spur bleiben können.<br />
Braucht es das noch in Zeiten<br />
der künstlichen Intelligenz?<br />
KI kann sehr viel, ist dabei aber sehr linear. Wenn es<br />
darum geht, sich empathisch in andere hineinzuversetzen<br />
und den gedanklichen Perspektivenwechsel<br />
zu üben, hilft KI (noch) nicht. Dies ist jedoch genau<br />
die Fähigkeit, die die Jugendlichen entwickeln sollten,<br />
um in ihrem Denken und Fühlen weiterzukommen.<br />
Wie ist das genau zu verstehen?<br />
Die Hauptfragen, die Jugendliche beschäftigen, sind:<br />
Wer bin ich? Was zeichnet mich aus? Wie sieht meine<br />
Zukunft aus? KI kann dabei oftmals auch lebensfremde<br />
Idealbilder vermitteln, die Verunsicherung auslösen<br />
und Ängste erzeugen, nicht zu genügen. Depressive<br />
Verstimmungen, Aggressionen, Angst- oder sogar<br />
Essstörungen sind mögliche Folgen.<br />
Warum ist das so?<br />
Das Gehirn Jugendlicher befindet sich in einem sehr<br />
starken Umwandlungsprozess. Bis biochemisch, aber<br />
auch bezüglich der Entwicklung der Hirnareale wieder<br />
ein einigermassen stimmiges Gleichgewicht hergestellt<br />
ist, können zum Beispiel emotionale Impulse<br />
oftmals nicht richtig eingeordnet und abgeglichen<br />
werden. Das ist, wie wenn du Puzzlesteine nicht<br />
richtig zusammenbringst oder ein<br />
Wahrnehmungs filter kaputt ist.<br />
Was tun?<br />
Wichtig sind Orientierung und<br />
Struktur. Eine interessante Frage,<br />
um sich orientieren zu können,<br />
ist zum Beispiel: Wo möchte ich<br />
in fünf Jahren stehen? Diese Frage<br />
beantworten zu können, stärkt<br />
den Selbstwert und kann einen<br />
Weg weisen für die Berufs- und<br />
Studien wahl.<br />
In Bezug auf die Struktur im Alltag<br />
gibt es eine psychische und eine<br />
physische Ebene. Von der emotionalen<br />
Seite her ist es wichtig, dass<br />
Jugendliche einen guten Umgang<br />
mit Gefühlen wie Angst, Wut und<br />
Trauer erlernen. Oftmals gehören<br />
dabei im Adoleszenzalter emotionale<br />
Achterbahnfahrten schlicht<br />
und einfach dazu und dürfen einen<br />
nicht erschrecken. Solche Prozesse<br />
sollten jedoch nicht unterdrückt<br />
werden, indem ein Suchtverhalten<br />
wie beispielsweise übermässiger<br />
Medienkonsum aufkommt. Viel<br />
besser wäre es, wenn man die<br />
einsetzenden Gefühle ernst nähme<br />
und sie mit einer Freundin, einem<br />
Freund, einer anderen Vertrauensperson<br />
oder mit einer Fachperson<br />
bespricht. So können nachhaltige<br />
Lösungen gefunden werden. Unterstützend<br />
ist zudem, wenn die Eltern<br />
zu Hause ein Gefühl vermitteln von<br />
«Wurzeln und Flügeln». Sie bieten<br />
Sicherheit, aber auch Verständnis,<br />
und übergeben dabei den Jugendlichen<br />
eine angemessene Freiheit<br />
und Verantwortung.<br />
Welches elterliche<br />
Verhalten empfehlen Sie<br />
bezüglich Medienkonsum?<br />
Entscheidend ist nicht, welche Regel<br />
aufgestellt wird, sondern dass<br />
32<br />
THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
sich alle daran halten – inklusive der<br />
Eltern. Um das zu bewerkstelligen,<br />
darf man ruhig ein bisschen kreativ<br />
sein. Es gibt da zum Beispiel die<br />
Idee des Handyhotels. Das ist eine<br />
Steckleiste an einem gemeinsam<br />
vereinbarten Ort. Dort werden<br />
die Handys von Zeit zu Zeit in die<br />
Ferien geschickt. So können sie ihre<br />
Batterien wieder aufladen – und die<br />
Handybesitzerinnen und -besitzer<br />
ebenso …<br />
… indem sie endlich wieder<br />
einmal zu genügend<br />
Schlaf kommen, stimmt’s?<br />
Genau. Aber aufgepasst: Es ist<br />
erwiesen, dass viele Jugendliche<br />
am Abend später ermüden, als dies<br />
im Kindesalter der Fall war. Dies hat<br />
mit dem verschobenen Zeitpunkt<br />
der Ausschüttung des Schlafhormons<br />
Melatonin zu tun. Deshalb ist<br />
auch erklärbar, dass ebenso viele<br />
Jugendliche in den ersten Morgenstunden<br />
nicht genügend aufnahmefähig<br />
sind. Ebenso wichtig wie<br />
ein ausgeglichenes Schlafverhalten<br />
sind aber ausreichende Bewegung<br />
und eine ausgewogene Ernährung.<br />
Diesen Umständen sollte Rechnung<br />
getragen werden.<br />
« Unterstützend ist, wenn die Eltern zu Hause<br />
ein Gefühl vermitteln von ‹Wurzeln und Flügeln›.<br />
Sie bieten Sicherheit, aber auch Verständnis,<br />
und übergeben dabei den Jugendlichen eine<br />
angemessene Freiheit und Verantwortung.»<br />
Zum Beispiel von der Schule?<br />
So weit möglich, ja. Noch wichtiger<br />
ist es aber für viele Jugendliche,<br />
dass sie in der Schule als Individuum<br />
wahrgenommen werden und bei<br />
aller Autonomie Teil einer funktionierenden<br />
Community sind. Je mehr<br />
Verantwortung Jugendliche zudem<br />
innerhalb klar kommunizierter<br />
Rahmenbedingungen übernehmen<br />
können, umso mehr Freiheiten<br />
sollen möglich werden. Für diese<br />
und viele weitere ganzheitliche<br />
Förderaspekte ist das Gymnasium<br />
Immensee bestens bekannt.<br />
INTERVIEW: DC | FOTO: MB<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 33
Julius Wirz, 2. Kl.<br />
«... DANN TAUCHE ICH AB IN DIE BÜCHERWELT»<br />
«Meine hauptsächlichen Informationskanäle<br />
sind Youtube und<br />
Whatsapp. Auf Instagram kann<br />
ich verzichten, ohne dass ich mich<br />
deswegen ausgeschlossen fühlen<br />
würde, ebenso auf Tiktok und<br />
Snapchat. Fernsehen, Radio,<br />
Zeitung? Sowieso Fehlanzeige.<br />
Trotzdem bekomme ich alles Wesentliche<br />
mit – auch die Bad News<br />
aus aller Welt. Da ich aber die Welt<br />
nicht allein retten kann, filtere ich<br />
diese Nachrichten nach persönlicher<br />
Relevanz. Es ist dann halt<br />
schon etwas anderes, ob etwas vor<br />
meiner Haustür passiert oder auf<br />
der anderen Seite der Erdkugel.<br />
Trotz alledem: Es gibt schon die<br />
Momente, wo mein Kopf einen<br />
Input-Overkill erlebt. Wutgefühle<br />
stecke ich mit Sport – vor allem<br />
mit Schwimmen – weg. Den Rest<br />
besorgt – vor allem in der Ferienzeit<br />
– das Eintauchen in meine<br />
Lilian Unternährer, 4. Kl.<br />
«ABWECHSLUNG JA, ABER MIT PERSPEKTIVEN»<br />
«Ich spiele Theater im Gselle-<br />
Theater Küssnacht am Rigi, seit<br />
ich achtjährig bin. Letztes Jahr war<br />
ich eine Internethackerin, und auch<br />
dieses Jahr wird man mich in einer<br />
spannenden Rolle sehen. In andere<br />
Rollen zu schlüpfen, macht mir<br />
unheimlich Spass. Auch in meinem<br />
Aussehen, zum Beispiel mit meiner<br />
Frisur, sorge ich für Abwechslung.<br />
Vielleicht ist das auch der Grund,<br />
warum ich mich für andere Menschen<br />
und Kulturen interessiere.<br />
Zum Beispiel finde ich es spannend,<br />
welche Zusammenhänge zwischen<br />
der Flagge einer Nation und deren<br />
Kultur oder Natur bestehen. Nur<br />
schon, wie die Farben der Flaggen<br />
oft die Farben der Landschaft<br />
widerspiegeln …<br />
Politik interessiert mich etwas weniger.<br />
Wenn ich etwas aufschnappe<br />
über die grossen Themen der Welt,<br />
dann eher zufällig. Das hat auch<br />
damit zu tun, dass ich eine Warnmeldung<br />
aufs Handy bekomme,<br />
wenn meine tägliche Bildschirmzeit<br />
abgelaufen ist.<br />
Punktuell ist es aber schon so,<br />
dass ich mich gezielt informiere –<br />
über verlässliche Quellen oder<br />
im Gespräch mit meinen Eltern.<br />
Vor allem dann, wenn es Themen<br />
Nina Wiegand, 5. Kl.<br />
«MACH MAL PAUSE»<br />
«Ich bin eigentlich ein sehr interessierter<br />
Mensch. Und ja: Die Probleme<br />
und Konflikte dieser Welt sind<br />
auch bei mir angekommen. Nehmen<br />
wir den Gaza-Konflikt. Da habe ich<br />
Verwandte, die aufseiten Israels<br />
sind, und andere, deren Empathie<br />
den Palästinenserinnen und Palästinensern<br />
gilt. Ich versuche, mir ein<br />
Bild zu machen, und merke dabei,<br />
dass mein eigener Wertekompass<br />
noch nicht ganz ausgereift ist.<br />
Deshalb finde ich es schwierig,<br />
mir hier und auch in anderen weltrelevanten<br />
Fragen eine Meinung<br />
zu bilden. So finde ich es einfach<br />
mal spannend, die verschiedenen<br />
Positionen aufzunehmen und – wo<br />
möglich – an der gesellschaftlichen<br />
Realität rund um mich herum zu<br />
spiegeln. Mich interessiert deshalb<br />
auch Literatur, die unsere Kultur<br />
reflektiert, und natürlich Geschichte.<br />
Aber manchmal, klar, wird mir<br />
das zu viel. Und da ein Filtern der<br />
Informationen schwierig ist, kann<br />
ich dann auch einfach mal Pause<br />
machen. Oft gehe ich in den Wald,<br />
um abzuschalten, oder verbringe<br />
Zeit mit der Familie oder in meinem<br />
Zimmer. Dann zeichne ich, oder<br />
ich führe mein Journal weiter.<br />
Was ich dort hineingeschrieben<br />
34<br />
THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
ORIENTIERUNG<br />
IN ZEITEN<br />
DES WANDELS<br />
Bücherwelt. 300 bis 500 Seiten<br />
Science-Fiction pro Tag können<br />
es dann schon sein, am liebsten<br />
in Form altbewährter physischer<br />
Bücher mit echtem Buchdeckel. In<br />
Kombination mit dem Eintauchen<br />
in Meeresfluten ergibt das dann die<br />
ideale Erholungskombination.»<br />
sind, die mich persönlich weiterbringen.<br />
In fünf Jahren sehe ich<br />
mich als Primarlehrerstudentin an<br />
einer pädagogischen Hochschule,<br />
möchte aber nach der Matura noch<br />
ein Zwischenjahr einlegen. Ein halbes<br />
Jahr will ich reisen, das zweite<br />
Halbjahr ein Praktikum machen. Ich<br />
finde es gut, dass ich mir diesen<br />
Rahmen gesetzt habe. Das gibt<br />
mir die Struktur, in der ich meiner<br />
Neugierde und Kreativität freien<br />
Lauf lassen kann. Was ich nicht so<br />
schätze, sind abrupte Veränderungen<br />
oder wenn ich aus der Komfortzone<br />
gerate. Das kann passieren,<br />
wenn zum Beispiel der Druck in der<br />
Schule zu gross wird. Dann bin ich<br />
froh, wenn ich wieder möglichst<br />
rasch zu meiner Balance finde.»<br />
« So bleibe<br />
ich auf<br />
der Spur»<br />
Der Umgang mit der Informationsflut<br />
in Zeiten des raschen<br />
Wandels ist sehr individuell, wie<br />
die Statements dreier befragter<br />
Lernender des Gymnasiums<br />
Immensee zeigen.<br />
FOTOS: MB<br />
habe, ist weggelegt. Besonders<br />
wichtig sind für mich die grossen<br />
Ferien bei meinen Grosseltern in<br />
der Toskana. Das Zusammenleben<br />
mit all den Verwandten und Gästen,<br />
die sich einfinden, erlebe ich wie<br />
in einer Oase.<br />
Was ich werden will? Das kann ich<br />
offenlassen. Meine und die Idee<br />
meiner Eltern ist es, dass ein Zwischenjahr<br />
nach der Matura gar nicht<br />
so schlecht wäre. Dann könnte ich<br />
Distanz gewinnen und hätte – im<br />
Gegensatz zu jetzt – die Zeit, um<br />
zu spüren, was ich wirklich will. Ich<br />
stelle mir das cool vor und spüre<br />
deshalb überhaupt keinen Stress,<br />
schon jetzt sagen zu müssen, wo<br />
ich in fünf Jahren stehe.»<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 35
Im Gespräch mit<br />
Internats leiterin<br />
Franziska Durrer geht<br />
es um Sicher heit,<br />
Halt und Orientierung.<br />
Den Schülerinnen und<br />
Schülern wird Raum<br />
gewährt und gleichzeitig<br />
ein Zuhause<br />
geboten. Sie werden<br />
vom Internatsteam auf<br />
ihrem Weg ins Erwachsenenleben<br />
begleitet.<br />
Ankommen<br />
und Wohlfühlen<br />
Sind Rituale ein Relikt<br />
der Vergangenheit oder<br />
ein unverzichtbarer<br />
Bestandteil eurer<br />
Betreuungsarbeit?<br />
Unser Internatsteam legt grossen<br />
Wert darauf, dass das Internatsleben<br />
durch Rituale und wiederkehrende<br />
Prozesse geprägt wird. Diese<br />
schaffen eine verlässliche Struktur,<br />
die den Jugendlichen Sicherheit,<br />
Halt und Orientierung vermittelt.<br />
Rituale sind keine Überbleibsel<br />
vergangener Zeiten, sondern<br />
essenziell, um ein stabiles und vertrautes<br />
Umfeld zu gewährleisten.<br />
Wie schafft ihr ein<br />
Zuhause fernab von<br />
zu Hause?<br />
Für unsere Schülerinnen und Schüler<br />
ist das Internat ein familiäres<br />
Zuhause und ein Ort der Ruhe.<br />
Hier dürfen sie verweilen und sich<br />
wohlfühlen. Gleichzeitig bieten wir<br />
ihnen abwechslungsreiche Aktivitäten<br />
und ein massgeschneidertes<br />
Abendprogramm – eine wertvolle<br />
Abwechslung zum Lernalltag.<br />
Unsere Internatslandschaft ist<br />
bunt und familiär, und das flexible<br />
5-bis-3-Tage-Internatskonzept<br />
passt sich den individuellen Bedürfnissen<br />
der Jugendlichen und<br />
ihrer Familien an.<br />
36<br />
THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS»<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
ORIENTIERUNG<br />
IN ZEITEN<br />
DES WANDELS<br />
« Das Internat<br />
vermittelt<br />
Teamfähigkeit und<br />
unterstützt die<br />
Selbstständigkeit.»<br />
Ihr fördert auch Team fähigkeit und<br />
Selbstständigkeit. Wie gelingt euch das?<br />
Wir bieten nicht nur geordnete Lernstrukturen und – wo<br />
nötig – Förderbetreuung, sondern auch das Erlernen einer<br />
der wichtigsten Grundkompetenzen: Teamfähigkeit.<br />
Das Leben in einer grösseren Gemeinschaft fördert die<br />
Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden und unterstützt<br />
ihre Selbstständigkeit. Fernab des Elternhauses<br />
müssen die Jugendlichen eigene Entscheidungen treffen<br />
und Konflikte lösen. Unser friedliches Miteinander ist<br />
geprägt von Respekt und Verständnis und wird der<br />
Diversität unserer modernen Gesellschaft gerecht.<br />
Wo und wie zeigt sich, dass<br />
das Vertrauen der Eltern in<br />
das Internat sehr wichtig ist?<br />
Die Entscheidung, ein Kind neben<br />
der Tagesschule auch ins Internat<br />
zu schicken, ist oft eine Vertrauensfrage.<br />
Wenn die Familie diesen<br />
Entscheid gemeinsam trifft und<br />
trägt, kann die Beziehung zwischen<br />
Eltern und Kind davon profitieren.<br />
Die räumliche Distanz zum eigenen<br />
Zuhause bietet eine echte Gelegenheit:<br />
Sie intensiviert die Zeit, die<br />
Familien zusammen verbringen<br />
können, befreit sie von Alltagsproblemen<br />
und lässt die Jugendlichen<br />
selbstständiger werden.<br />
Empfehlungen anderer Eltern<br />
spielen hierbei oft eine entscheidende<br />
Rolle. Der Gute Ruf unseres<br />
Internats basiert auf unserem aufgestellten<br />
Team, das hervorragende<br />
Betreuungsarbeit leistet, sowie auf<br />
der Unterbringungsqualität.<br />
Die Gemeinschaft hat im Internat<br />
einen hohen Stellenwert.<br />
Welche Rolle spielt sie bei euch?<br />
Im Internat bauen Schülerinnen und<br />
Schüler im Miteinander vertrauensvolle,<br />
familiäre Beziehungen<br />
auf, erleben ihren Alltag gemeinsam<br />
und unterstützen sich gegenseitig.<br />
Es ist schön, zu sehen,<br />
wie sie sich in ihren individuellen<br />
Eigenschaften entfalten. Im Fokus<br />
unserer Arbeit steht das Erlernen<br />
von Strukturen, Methoden und<br />
Strategien, um jungen Menschen<br />
die Fähigkeit zum eigenständigen<br />
und selbstverantwortlichen Lernen<br />
und Leben zu vermitteln.<br />
In der Sommerpause<br />
triffst du dich mit deinen<br />
Internatsmitarbeitenden im<br />
Barralhaus, um die letzten<br />
Vorbereitungen für das<br />
neue Schuljahr zu treffen.<br />
Ja, wir freuen uns sehr darauf, nach<br />
den Sommerferien die (neuen) Internatsbewohnenden<br />
am Gymnasium<br />
herzlich willkommen zu heissen<br />
beziehungsweise wiederzusehen.<br />
INTERVIEW: CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />
MARKETING, AKQUISE<br />
UND KOMMUNIKATION<br />
FOTO FRANZISKA DURRER: MB<br />
FOTO INTERNAT: SMO!<br />
5-BIS-3-TAGE-INTERNAT<br />
Die Internen sind vollständig in die Tagesschule<br />
integriert. Den Abend und die Nacht verbringen sie<br />
im Internatsgebäude. Es gibt ein für sie massgeschneidertes<br />
Abend programm, Abendstudium, Abendsport<br />
sowie «Nacht-Food» für den letzten kleinen Hunger.<br />
Leben und Regeln sind der Altersstufe angepasst. Ältere<br />
Interne geniessen mehr Spielraum als Jüngere, müssen<br />
aber auch mehr Eigenverantwortung übernehmen.<br />
Das Internat dauert 5 Tage: Anreise Sonntagabend,<br />
Abreise Freitag nach Schulschluss. Es sind auch individuelle<br />
4- oder 3-Tage-Internat-Arrangements möglich.<br />
QR-Code scannen und den<br />
neuen Videoclip über das Leben im<br />
5-bis-3-Tage-Internat ansehen.<br />
Beim<br />
Grillfest<br />
zum Abschluss<br />
des<br />
Schuljahres<br />
2023/<br />
<strong>2024</strong><br />
braten<br />
die<br />
Internen<br />
Marshmallows.<br />
FOTO:<br />
SMO!<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> THEMA «ORIENTIERUNG IN ZEITEN DES WANDELS» 37
BLOCKTAGE 26.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />
Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen<br />
dreh ten Musikvideos, während die Lernenden der<br />
2. Klassen eine Ausstellung über Journalismus und<br />
Fake News sowie eine Kunstausstellung besuchten.<br />
Wenn die Klappe fällt<br />
Am 26. März <strong>2024</strong> begannen für<br />
die beiden 1. Klassen die Blocktage.<br />
In diesem Jahr hatten die<br />
Schülerinnen und Schüler die<br />
Möglichkeit, ihre eigenen Musikvideos<br />
zu drehen.<br />
Zunächst erhielten wir Einführungskurse zu den<br />
Themen Video, Choreografie und Gesang. Im Videokurs<br />
lernten wir, wie man ein Stativ einstellt, welche Einstellungen<br />
am Handy vorgenommen werden müssen,<br />
welche Kameraperspektiven es gibt und wie man ein<br />
Storyboard erstellt. Die Lehrpersonen zeigten uns<br />
Beispiele von Musikvideos und erläuterten die verschiedenen<br />
Arten von Musikvideos.<br />
Let’s Sing and Dance<br />
Beim Choreografieren führten wir verschiedene Tanzübungen<br />
durch. Wir hatten auch genügend Zeit, um<br />
unsere eigenen Choreografien zu entwickeln und zu<br />
üben. Schliesslich erhielten wir den ausgedruckten<br />
Text unseres Liedes, den wir in unseren Gruppen üben<br />
konnten. Am Nachmittag durfte jede Gruppe zu einer<br />
bestimmten Zeit ihr Lied ins Mikrofon singen. Da wir<br />
nicht das gesamte Lied sangen, wurde der gesungene<br />
Teil über die Originalstimme gelegt. Nach diesen spannenden<br />
Übungen war der erste Tag auch schon vorbei.<br />
Wie bereits am Vortag trafen sich die Klassen um<br />
8.05 Uhr im Victorinoxsaal, um den Ablauf des bevorstehenden<br />
Tages zu besprechen. Bald darauf ging es<br />
weiter mit dem Filmen der Szenen. Wir nahmen auch<br />
ganz viele Kostüme und Requisiten mit. An diesem<br />
Tag wurden draussen sehr viele Szenen gefilmt,<br />
und daneben genossen wir auch unsere Freiheit.<br />
Letzter Schliff und Schnitt<br />
Die verschiedenen Gruppen konnten ihren Videos<br />
noch den letzten Schliff geben, damit diese dann<br />
komplett gefilmt und geschnitten waren. Einzelne<br />
Schülerinnen und Schüler bekamen während des<br />
Schneidens des Videos Hilfe von Lehrpersonen.<br />
Alle Endergebnisse der verschiedenen Musikvideos<br />
wurden den Eltern in den SOL-Zimmer gezeigt.<br />
Bevor wir aber im Victorinoxsaal die Videos der<br />
anderen Gruppen bewundern konnten, gab es einen<br />
Wettkampf zwischen den Klassen 1a und 1b, bei<br />
dem wir in ungefähr zwölf Minuten so viele Origami-<br />
Osterhasen falten mussten, wie wir konnten.<br />
Der Gewinner war knapp die Klasse 1b.<br />
Es waren tolle Blocktage, und wir wollen uns nochmals<br />
herzlich bei den Lehrpersonen für die super Unterstützung<br />
bedanken.<br />
TEXT: JOHANNA WOLF UND JOËLLE BUCHER, 1. KL.<br />
FOTOS (VIDEOSTILLS): JOHANNA GSCHWEND,<br />
BILDNERISCHES GESTALTEN<br />
38<br />
BLOCKTAGE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
1. KLASSEN<br />
Die Erstklässlerinnen<br />
und Erstklässler<br />
legen sich<br />
beim Drehen<br />
ihrer eigenen<br />
Musikvideos<br />
ins Zeug.<br />
Sie entwickeln<br />
Choreografien<br />
und üben<br />
Lieder ein.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> BLOCKTAGE 39
BLOCKTAGE 26.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />
Reise<br />
durch die<br />
legendäre<br />
Medienwelt<br />
Die 2. Klassen besuchten in der Kantonsbibliothek Uri in Altdorf eine<br />
Ausstellung über Journalismus und Fake News. Dort konnten sich die<br />
Lernenden wie echte Journalistinnen und Journalisten fühlen.<br />
Handwerk des Journalismus<br />
Mit einer Chipkarte, die die Schülerinnen und Schüler<br />
am Eingang der Ausstellung bekamen, konnten sie<br />
Punkte sammeln und sich so verschiedene Posten in<br />
einer fiktiven Redaktion ergattern. Informationstafeln<br />
zeigten ihnen, wie sich die Medien über die Zeit hinweg<br />
entwickelt hatten und was die Welt bewegt hatte.<br />
In Gruppen eingeteilt, beantworteten sie an verschiedenen<br />
Stationen Fragen zur Text- und Filmanalyse und<br />
lösten Medienquiz.<br />
Der Höhepunkt der Ausstellung war der museumseigene<br />
Escape-Room. Dort erlebten sie den typischen<br />
Alltag eines Journalisten mit allen Schwierigkeiten.<br />
Es musste ein Safe geknackt, Informationen geprüft<br />
und ein Artikel veröffentlicht werden – auf jeden Fall<br />
ein grossartiges Erlebnis.<br />
Trotz Zeitdruck arbeiteten die Teams gut zusammen<br />
und konnten alle Aufgaben lösen. Am Ende bekamen<br />
die Lernenden ihren Presseausweis und ihre Rolle als<br />
Praktikantin, freier Mitarbeiter, Redaktor oder Chefredaktorin.<br />
Fake News erkennen<br />
Dank diesem grossartigen Ausflug konnten die<br />
Schülerinnen und Schüler viel Neues dazuerlernen<br />
und haben nun viel mehr Ahnung von der modernen<br />
und historischen Medienwelt sowie vom Journalismus:<br />
Was ist wichtig, um einen guten Artikel zu schreiben?<br />
Wie stark beeinflussen uns welche Medien heutzutage?<br />
Sie lernten auch, worauf man achtgeben muss,<br />
damit keine Fake News verbreitet werden. Insgesamt<br />
also eine gelungene Exkursion, um den Lernenden<br />
die Welt der Medien näherzubringen.<br />
TEXT: LERNENDE DER KL. 2B | FOTO: KATHRIN EGOLF, DEUTSCH<br />
Wie unterscheidet man Fakten von Falschmeldungen?<br />
40<br />
BLOCKTAGE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
2. KLASSEN<br />
Anstössig?<br />
Was ein nacktes Bein<br />
alles mit uns<br />
machen kann<br />
Nach der Journalismusausstellung in Altdorf ging es für die 2. Klassen<br />
am Nachmittag weiter ins Kunstmuseum Luzern. Dort wartete die<br />
Ausstellung «Subjective Evidence» der Fotokünstlerin Barbara Probst.<br />
Im Zentrum der Ausstellung<br />
standen die verschiedenen Perspektiven,<br />
aus denen wir eine<br />
Situa tion betrachten können.<br />
Die Künstlerin arrangierte jeweils<br />
mehrere Bilder und gestaltete so<br />
das Puzzlebild eines chaotischen<br />
Zimmers in der New Yorker Innenstadt<br />
oder einer Autofahrt aufs<br />
Land.<br />
Rätsel hinter den Bilderpuzzles<br />
Bei einigen Schülerinnen und Schülern kam schnell die<br />
Frage auf, was das jetzt mit Medien zu tun habe. Die<br />
Bilderpuzzles gaben Rätsel auf. Während einer Führung<br />
durch die Ausstellung versuchten die Lernenden mit<br />
der Kunstvermittlerin, die Bilder zusammenzusetzen<br />
und die eigene Wahrnehmung zu schärfen. So wurden<br />
Stimmungen und Zusammenhänge hinter den Bildern<br />
deutlich.<br />
Was darf Kunst alles?<br />
Andere waren von den nackten<br />
Körperteilen, die auf einigen Bildern<br />
zu sehen waren, überrumpelt<br />
und warfen moralische Fragen auf.<br />
Sie fragten sich, ob es nicht eine<br />
Vorwarnung hätte geben sollen.<br />
Die Körperteile zeigten Ausschnitte<br />
einer Gesamtsituation – einen<br />
Rücken, einen Arm oder ein Bein.<br />
Obwohl alle aus dem Jahrgang<br />
schon einmal in einem Museum<br />
gewesen waren und wahrscheinlich<br />
alle auch schon einmal nackte Haut<br />
gesehen hatten, empfanden fünf<br />
Schülerinnen und Schüler die Bilder<br />
als anstössig. Eine Schülerin erklärte:<br />
«Diese Bilder tauchten komplett<br />
unerwartet in der Ausstellung auf.»<br />
Am Anfang hatten sie gedacht, die<br />
Ausstellung würde sich um den<br />
perfekten Moment drehen. «Aber<br />
dann war da dieser Raum mit den<br />
Bildern, wo man nackte Haut sehen<br />
konnte. Dieser Anblick verstörte<br />
mich.»<br />
TEXT: ELIA IULIANO, JULIAN KURZEN,<br />
JANIS GWERDER, ALLE 2. KL.,<br />
SOWIE KATHRIN EGOLF, DEUTSCH<br />
FOTO: KATHRIN EGOLF, DEUTSCH<br />
Die Puzzlebilder der Künstlerin Barbara Probst zeigen unterschiedliche Perspektiven.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> BLOCKTAGE 41
PROJEKTWOCHE 25.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />
Die Lernenden der 3. Klassen sammelten erste<br />
Erfahrungen mit eigenen Forschungsprojekten.<br />
Einen Einblick in die MINT-Studiengänge gewannen<br />
die Fünftklässlerinnen und -klässler.<br />
Vom Pistenkilometer<br />
bis<br />
zur Gefühlslage<br />
nach<br />
dem Sport<br />
Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen<br />
sammelten erste Erfahrungen mit statistischen<br />
Auswertungen eines eigenen kleinen Forschungsprojekts<br />
und präsentierten die erarbeiteten Ergebnisse<br />
auf selbst gestalteten Plakaten.<br />
Bereits vor Beginn der eigentlichen Projektwoche standen<br />
für die Lernenden der 3. Klassen erste Aufgaben<br />
an. Nach der eigenen Auswahl eines Forschungsprojektes<br />
und dem ersten Zusammentreffen mit dem persönlichen<br />
Research-Coach machten sich die Forscherteams<br />
an die herausfordernde Aufgabe der Datenerhebung.<br />
Die einen kamen mithilfe eigens ausgearbeiteter<br />
Umfragen an ausgewählte Daten, andere führten eine<br />
umfassende Internetrecherche durch, um ihre zuvor<br />
gestellten Fragen zu beantworten.<br />
Hypothesen aufstellen<br />
Die Idee hinter den Forschungsprojekten war, durch<br />
statistische Zusammenhänge eine aufgestellte Hypothese<br />
anzunehmen oder zu verwerfen. Eine Hypothese<br />
lautete zum Beispiel: «Schülerinnen und Schüler des<br />
Gymnasiums Immensee, die ein Instrument spielen,<br />
haben eine bessere Mathematiknote» (Hypothese des<br />
Siegerplakates). Eine andere liest sich so: «Die Anzahl<br />
Pistenkilometer hat keinen signifikanten Einfluss<br />
Henrik und Marc bei ihrem Forschungsprojekt mit Marshmallows.<br />
auf den Preis eines Saisonabonnements»<br />
(Hypothese der Drittplatzierten).<br />
Daten auswerten<br />
und präsentieren<br />
In den ersten Tagen der Projektwoche<br />
lag die Aufgabe darin, die erhobenen<br />
Daten zu pflegen und so zu<br />
sortieren, dass man sie auch gezielt<br />
auswerten konnte. Mithilfe von<br />
Excel konnten geeignete Plots und<br />
Graphen erstellt werden, welche eine<br />
gewisse Korrelation – oder deren<br />
Abwesenheit – zweier untersuchter<br />
Merkmale sichtbar machen sollten.<br />
Natürlich wurden diese Resultate<br />
auch noch auf ihre Signifikanz<br />
geprüft, um ein abschliessendes<br />
Ergebnis zu bekommen.<br />
Zum Ende der Projektwoche<br />
wurden Poster nach einer wissenschaftlichen<br />
Vorlage gestaltet.<br />
Dies konnte zum ersten Mal mit<br />
einem brandneuen Plotter gemacht<br />
werden, was professionelle und<br />
42<br />
PROJEKTWOCHE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
3. KLASSEN<br />
Paperplane-Challenge.<br />
sehr ansprechende Exemplare<br />
lieferte. Diese Ausstellungsstücke<br />
wurden dann in der Turnhalle<br />
anlässlich einer kleinen Vernissage<br />
den versammelten Forscherteams<br />
und Coaches präsentiert. Zuvor<br />
wurden die Poster von den Coaches<br />
aber noch bewertet und die drei<br />
besten schliesslich prämiert.<br />
Sport als Abwechslung<br />
Die Turnhalle war in dieser Woche<br />
allerdings nicht nur für die Schluss-<br />
ausstellung reserviert worden.<br />
Denn jeden Tag gab es ein Sportangebot,<br />
das von den Lernenden<br />
als willkommene Abwechslung zu<br />
all den Daten, Plots und Berechnungen<br />
angesehen wurde.<br />
Viele der Forscherteams konnten<br />
einige Fragen, welche sich zu Beginn<br />
der Woche gestellt hatten,<br />
beantworten und fanden im Laufe<br />
ihrer Forschung weitere Hypothesen<br />
und Fragen, die es in fortführenden<br />
Projekten zu beantworten<br />
gilt. So erlebten die Drittklässlerinnen<br />
und Drittklässler eine<br />
spannende und realitäts bezogene<br />
Forschungswoche.<br />
TEXT: TOBIAS VON ARX, CHEMIE<br />
FOTOS: SIMON BACHMANN,<br />
MATHEMATIK, SPORT<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> PROJEKTWOCHE 43
PROJEKTWOCHE 25.–28. MÄRZ <strong>2024</strong><br />
MINTeressante Einblicke<br />
ins Studium<br />
Das Ziel der Projektwoche war, einen Einblick in die Vielfalt der Studiengänge im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik,<br />
Naturwissenschaften und Technik) zu gewinnen. Dazu konnten verschiedene Module nach Wahl an Fachhochschulen, der<br />
Universität Zürich und der ETH besucht werden. Die Angebote waren sehr vielfältig, sodass selbst für Lernende, die sich<br />
nicht für Technik interessieren, das eine oder andere spannende Thema dabei war.<br />
Eiertransport und Handkonstruktion<br />
Los ging die Woche mit einer Challenge. Jeder sollte<br />
ein Gefährt entwickeln, welches das fragilste Ding auf<br />
Erden, nämlich ein Ei, sicher über eine Mindestdistanz<br />
von fünf Metern transportiert. Die Schülerinnen und<br />
Schüler bestimmten anschliessend, welche Gruppe die<br />
coolste Konstruktion und den überzeugendsten Pitch<br />
hervorgebracht hatte. Am letzten Tag der Technikwoche<br />
wurde die Siegergruppe gekürt.<br />
In den darauffolgenden Tagen gab es dann zum Beispiel<br />
einen Workshop zum Thema «Exoskelett» an der<br />
ETH Zürich. Dabei konnten die Lernenden in Gruppen<br />
eine Hand aus Holz und anderen Bastelmaterialien<br />
konstruieren, den Arm programmieren und diesen in<br />
einem Parcours testen. Abschliessend fand ein Wettbewerb<br />
statt, um herauszufinden, welche Hand die<br />
meisten Gegenstände – zum Beispiel eine Kreditkarte<br />
oder einen USB-Stick – aufheben konnte. Die Gruppe<br />
mit der effizientesten Hand gewann.<br />
einer Hochschule oder an der ETH<br />
löchern konnten. Zum Abschluss<br />
der Technikwoche gingen wir ins<br />
Bowlingcenter in Meierskappel.<br />
Trotz teils langer Tage war die<br />
Technikwoche sehr spannend und<br />
facettenreich. Für diejenigen, die<br />
sich vorstellen können, dereinst ein<br />
technisches Fach zu studieren, war<br />
die Technikwoche besonders aufschlussreich.<br />
Die vielen praktischen<br />
Einheiten liessen die Woche wie im<br />
Flug vergehen. Die Teilnehmenden<br />
konnten viele Eindrücke mitnehmen,<br />
welche in jedem Fall für die<br />
Studienwahl von Bedeutung sind.<br />
TEXT: ANN-SOPHIE HÖFER,<br />
SALOME GOHL, ELENA SCHNEIDER<br />
UND SAMANTHA STRÜBY, 5. KL.<br />
FOTOS: MB<br />
Bunter Strauss an Texten<br />
QR-Code scannen<br />
und Texte der<br />
5. Klassen über die<br />
Technikwoche lesen.<br />
Experiment über die Verbreitung von Viren<br />
Ein anderer Workshop fand in Wädenswil an der ZHAW<br />
(Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften)<br />
statt. Hier konnten wir mit einem Experiment<br />
in die Welt der Biotechnologen eintauchen. Dafür<br />
bekam jeder zwei kleine Proben, wovon zwei mit Viren<br />
infiziert waren. Danach sollte die Ausbreitung eines<br />
Virus nachgeahmt werden, indem jeder seine Probe mit<br />
zwei anderen Proben mischte. Zweck des Experiments<br />
war es, anhand eines PCR-Tests herauszufinden, von<br />
welchen zwei Proben die Infektion ausging.<br />
Am Donnerstag kamen drei Studenten vorbei, die von<br />
ihrem Alltag berichteten und die wir mit all unseren<br />
Fragen bezüglich eines Studiums an einer Universität,<br />
Die Lernenden diskutieren in Gruppen verschiedene Ideen, wie<br />
ein Transportgerät für die Tischtennisbälle aussehen könnte.<br />
44<br />
PROJEKTWOCHE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
5. KLASSEN<br />
Mithilfe eines selbst entworfenen Mechanismus' transportieren zwei Schülerinnen drei Tischtennisbälle in einen Eimer, der in der Mitte des Gebäudes<br />
der QUO AG im Glattpark hängt.<br />
Wer baut den höchsten Spaghettiturm? Das Siegerinnenteam<br />
platziert auf der Turmspitze ein Oreo-Guetzli.<br />
Beim Besuch eines Workshops an der ZHAW in Wädenswil<br />
untersuchen Ann-Sophie und Salome Proben auf Viren.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> PROJEKTWOCHE 45
Von empörten Bienen<br />
und traurigen Eisbären<br />
Die Schülerinnen und Schüler der<br />
4. Klassen fassten im Bildnerischen<br />
Gestalten die Aufgabe,<br />
eine Illustration mit Tusche und<br />
Aquarell zu gestalten. Darin<br />
sollen tierische oder pflanzliche<br />
Wesen zu Wort kommen.<br />
46 SCHULE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Rahel, 4. Kl.<br />
Die Tier- und Pflanzenbilder wurden<br />
mit wissenschaftlichen Fakten<br />
und fiktiven Aussagen kombiniert.<br />
Zeitungsartikel dienten als Bildvorlage<br />
und Ideenquelle. Die Zeichnungen<br />
konnten durch Worte aus<br />
den Artikeln unterstützt werden.<br />
Was sagen oder denken die Tiere<br />
und Wesen über den Klimawandel<br />
oder über das Verhalten von uns<br />
Menschen? Wie können die Fakten<br />
aus den Artikeln auf emotionale<br />
oder prägnante Weise dargestellt<br />
werden? Gezeichnet wurde mit<br />
schwarzer Tusche, und mit<br />
Aquarellfarbe wurde koloriert.<br />
TEXT: JOHANNA GSCHWEND,<br />
BILDNERISCHES GESTALTEN<br />
BILDER: SCHÜLERINNEN UND<br />
SCHÜLER DER 4. KLASSEN<br />
> 48<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> SCHULE 47
47 ><br />
Eva, 4. Kl.<br />
Elin, 4. Kl.<br />
48 SCHULE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Emma, 4. Kl.<br />
Lena, 4. Kl.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> SCHULE 49
Detox gegen<br />
Handysucht<br />
Irina Tschopp, 5. Kl., erklärt in ihrer Maturaarbeit,<br />
warum man handysüchtig werden kann – und was<br />
dagegen zu tun ist.<br />
3,44 Stunden täglich – das ist nicht etwa die durchschnittliche<br />
Hausaufgabenzeit am Gymi, sondern die<br />
durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit der Jugendlichen<br />
in der Schweiz. «Auf eine durchschnittliche<br />
Lebenszeit von 84 Jahren hochgerechnet, wären das<br />
zwölf Jahre, die wir am Handy verbringen», sagt Irina<br />
Tschopp. Für sie Grund genug, diesen erschreckenden<br />
Sachverhalt in ihrer Maturaarbeit zum Thema zu<br />
machen.<br />
Social Media können süchtig machen<br />
Bei sich selbst stellte sie fest, dass es vor allem So cial-<br />
Media-Plattformen wie Instagram oder Tiktok sind,<br />
die süchtig machen können. Den Schlüssel, warum das<br />
so ist, hat Tschopp im Suchthormon Dopamin gefunden.<br />
Dieses wird vor allem dann freigesetzt, wenn wir<br />
angenehme Reize verspüren oder eine Belohnung<br />
erhalten. Doppelt blöd ist, dass Jugendliche bei einer<br />
erhöhten Dopaminaktivität anfälliger für impulsive<br />
Wiederholungshandlungen oder Suchtverhalten sind,<br />
weil ihr Hirn oft Mühe hat, starke Impulse angemessen<br />
zu kontrollieren. Vollends süchtig macht Dopamin,<br />
weil sich bei übermässiger Stimulation des Dopaminsystems<br />
eine Dopamintoleranz entwickelt. Das heisst,<br />
es braucht immer mehr davon, um dieselbe Wirkung<br />
zu erleben.<br />
Kein Insta unter der Woche<br />
«Klar also, dass die Programmierer nichts unversucht<br />
liessen, um auf Social Media das Dopamin-Belohnungssystem<br />
in Gang zu setzen», betont Tschopp.<br />
Das passiert bei jedem Like, aber zum Beispiel auch<br />
dadurch, dass manche Inhalte nur zeitlich beschränkt<br />
zur Verfügung stehen. Wer nicht immer dran ist, verpasst<br />
also etwas. «Dopaminfördernd ist auch, dass<br />
sich ein Instagram-Feed aktualisiert, wenn man mit<br />
dem Finger nach unten scrollt, oder nur schon, dass<br />
die Inhalte beim Runterscrollen niemals enden»,<br />
sagt sie. Sie hat die Gefahr erkannt und zu einer<br />
radikalen Massnahme gegriffen. «Unter der Woche<br />
lösche ich Instagram», so Tschopp, und «seither<br />
habe ich rund eine Stunde täglich mehr Zeit,<br />
um mich in der realen Welt auszuleben.»<br />
Tipps gegen übermässigen Handykonsum<br />
«Dopamin-Detox», sagt man im Fachjargon – und erst<br />
noch gratis zu haben. Zu vereinsamen braucht deshalb<br />
niemand. Denn der Whatsapp-Dienst ist nicht so stark<br />
betroffen, da dieser nicht so sehr ein Dopamintreiber<br />
ist und deshalb viel weniger Suchtpotenzial birgt. In<br />
ihrer Arbeit hat Tschopp eine ganze Menge weiterer<br />
Tipps und Strategien gegen übermässigen Handykonsum<br />
zusammengetragen und auch selbst getestet.<br />
Schon einmal den Bildschirm auf Schwarz-Weiss<br />
gestellt? Wirkt schon ganz ordentlich. Eine Bildschirmzeitüberwachung<br />
eingerichtet? Bringt auch was. Oder<br />
das Handy prinzipiell auf lautlos gestellt? Eine Wohltat.<br />
Und klar: alles Deinstallieren und Deaktivieren, was<br />
unnötige Ablenkung schafft, und sich einen analogen<br />
Wecker kaufen. «Bei mir geht das so weit, dass ich an<br />
gewissen Tagen das Handy gar nicht mehr in die Schule<br />
mitnehme», erläutert Tschopp. «Wow», antwortet<br />
man und fragt sich vielleicht: Wie war das schon wieder<br />
vor dreissig Jahren?<br />
TEXT: DC<br />
FOTO: MB<br />
50<br />
MATURAARBEITEN<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
« Auf eine<br />
durchschnittliche<br />
Lebenszeit von<br />
84 Jahren<br />
hochgerechnet,<br />
verbringen wir<br />
zwölf Jahre am Handy.»<br />
IRINA TSCHOPP, 5. KL.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURAARBEITEN 51
No Risk,<br />
no Business<br />
Wer es mit einem Start-up in die Wachstumsphase<br />
bringt, wird in den USA viel besser mit Risikokapital<br />
versorgt als in der Schweiz. Zu diesem Schluss<br />
kommt Pierre Bollinger, 5. Kl., in seiner Maturaarbeit.<br />
Nehmen wir Airbnb. Das ist ein Start-up, das – wer<br />
hätte es zu Beginn gedacht – ganz gross herausgekommen<br />
ist. Wäre diese Erfolgsgeschichte in der<br />
Schweiz auch möglich gewesen? «Wohl eher nicht»,<br />
meint Pierre Bollinger. Er hat sich in seiner Maturaarbeit<br />
akribisch mit der Risikokapitalfinanzierung<br />
in der Schweiz aus einandergesetzt und diese – was<br />
kaum gemacht wurde – mit den USA verglichen.<br />
Das sieht hüben und drüben in der Frühphase der<br />
Start -up-Gründung gar nicht so unterschiedlich aus.<br />
Da geht es um die Ideenfindung und -umsetzung,<br />
um keine allzu grossen Beträge und oft um private<br />
Finanzierungsquellen im Familien- oder Bekanntenkreis.<br />
Auch helfen Förderprogramme, und vielleicht<br />
findet sich ein «Business-Angel», d. h. ein privater<br />
Investor, der eigenes Kapital in das Start-up investiert.<br />
USA mit doppelt so viel Risikokapital<br />
«Happig wird es, wenn das Unternehmen wachsen<br />
muss, um das Verkaufspotenzial des Produkts auszuschöpfen»,<br />
sagt Bollinger. Vor allem Gründerinnen<br />
und Gründer müssen sich in der Führung eines mittelgrossen<br />
Unternehmens bewähren und lernen, wie<br />
Kapitalbeschaffung im grossen Stil geht. Sie brauchen<br />
Unterstützung durch sogenannte «Acceleratoren»,<br />
also Beratungsunternehmen, die auf Start-ups spezialisiert<br />
und bereit sind, das Risiko mitzutragen und<br />
statt Geld Firmenanteile von fünf bis zehn Prozent zu<br />
akzeptieren. «Die USA haben in diesem Bereich einen<br />
riesigen Vorsprung gegenüber der Schweiz, sowohl<br />
im Hinblick auf die Qualität als auch auf die Menge»,<br />
schreibt Bollinger und stützt sich dabei neben Eigenrecherchen<br />
auch auf Interviews mit fünf namhaften<br />
Expertinnen und Experten. Auch im Bereich der<br />
Risikokapital finanzierung ab einer halben Million<br />
Franken ist der Unterschied deutlich: Das Verhältnis<br />
vom Risikokapitalvolumen zum Bruttoinlandprodukt<br />
ist in den USA mit 0,95 Prozent rund doppelt so hoch<br />
wie in der Schweiz!<br />
Schweizer Zurückhaltung<br />
Über die Gründe sind sich die befragten Expertinnen<br />
und Experten einig: In der Schweiz bestehe eine<br />
gewisse «Risikoaversion», die nach dem CS-Debakel<br />
nicht kleiner geworden sei. Zudem gelten in den USA<br />
pleitegegangene Start-up-Gründerinnen und -Gründer<br />
im Gegensatz zur Schweiz nicht als Versagerinnen und<br />
Versager, sondern als Personen, die etwas versucht<br />
und dabei wichtige Erfahrungen gemacht haben.<br />
«Wohl auch deshalb schaffen es in Europa weniger<br />
patentierte Produkte zur Marktreife», so Bollinger.<br />
Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Einkommensverteilung<br />
in den USA weniger ausgeglichen ist als<br />
in der Schweiz. Das heisst, es gibt proportional mehr<br />
reiche Investorinnen und Investoren, gemessen an der<br />
Bevölkerung – und Risikokapitalanlagen sind vor allem<br />
für grosse Investitionen ein Thema.<br />
Was tun in dieser für den Schweizer Wirtschaftsstandort<br />
nachteiligen Situation? Bollinger sieht das<br />
Aufsetzen von Staatsfonds oder von Public-Private-<br />
Partner ships als erfolgsversprechende Ansätze.<br />
Weiter schlägt er Anpassungen in den Kapitalbeschaffungsmethoden<br />
vor und sieht auch Pensionskassen<br />
als Grossinvestoren. Aber würde er es selbst<br />
wagen, als Gründer eines Start-ups aufzutreten – dies<br />
im Wissen darum, welche Opfer das einem abverlangen<br />
kann? «Wenn die Produktidee stimmt, sofort», meint<br />
Pierre Bollinger. Man darf gespannt sein …<br />
TEXT: DC<br />
FOTO: MB<br />
52<br />
MATURAARBEITEN<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
« Happig wird<br />
es, wenn das<br />
Unternehmen<br />
wachsen<br />
muss, um das<br />
Verkaufspotenzial<br />
des Produkts<br />
auszuschöpfen.»<br />
PIERRE BOLLINGER, 5. KL.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> MATURAARBEITEN 53
« Mein Kopf<br />
spinnt<br />
dauernd<br />
neue<br />
Ideen»<br />
Interview mit<br />
Léa Spirig,<br />
Matura 2001<br />
lea.spirig@srf.ch<br />
54 EHEMALIGE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EHEMALIGE 55<br />
> 56
55 ><br />
LÉA SPIRIG<br />
besuchte von 1997 bis<br />
2001 das Gymnasium<br />
Immensee. Nach der Matura<br />
absolvierte sie die Schauspielschule<br />
in Zürich und<br />
studierte später an der<br />
ZHAW Journalismus und Organisationskommunikation.<br />
Nach ihren ersten journalistischen<br />
Erfahrungen während<br />
des Studiums schrieb<br />
sie nach dem Studium für<br />
«20 Minuten», für die<br />
«Sonntagszeitung» und den<br />
«Blick». 2012 wechselte sie<br />
zum Schweizer Fernsehen<br />
SRF. Dort ist sie als stellvertretende<br />
Redaktionsleiterin,<br />
Produzentin, Redaktorin und<br />
Inputerin bei «Gesichter &<br />
Geschichten» tätig. Von Mai<br />
2021 bis Dezember 2023<br />
hatte sie unter dem Label<br />
«Lealität» eine eigene<br />
Talksendung, die queere<br />
Menschen in den Fokus<br />
rückte. Dafür interviewte<br />
sie bekannte queere Persönlichkeiten<br />
aus Politik,<br />
Sport, Show und Gesellschaft.<br />
Seit 2000 bespielt<br />
sie als DJ Madame Léa Clubs<br />
und Events in der Schweiz<br />
und im nahen Ausland. Seit<br />
September 2023 veranstaltet<br />
sie am Theater im<br />
Seefeld im Miller’s – eine der<br />
renommiertesten Kabarettbühnen<br />
im deutschen<br />
Sprachraum – als Mit kurato<br />
rin «Madame Phisères<br />
Boudoir Bizarre».<br />
« Ich bin<br />
ziemlich<br />
schlecht<br />
darin,<br />
einfach<br />
mal nichts<br />
zu tun.»<br />
56<br />
EHEMALIGE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Im Vorfeld hast du mir gesagt, dass für dich<br />
und deine berufliche Zukunft das Freifach<br />
Theater wegweisend war. Lass uns also<br />
direkt bei deiner Leidenschaft beginnen.<br />
Inwiefern haben dich deine Gymi-Zeit Ende<br />
der 1990er-Jahre sowie die Proben für das<br />
Gymi-Theater geprägt, und wo kannst du da<br />
heute beruflich anknüpfen?<br />
Ich habe am Gymi die Liebe zur Literatur, zum Bühnenspiel<br />
und zur Musik, sagen wir mal, verfeinert. Es war<br />
eine Zeit der grossen Spielfreude, und das habe ich<br />
dann im Anschluss ans Gymi auch zum Beruf machen<br />
wollen – ich besuchte nämlich eine Schauspielschule.<br />
Danach merkte ich, dass es Menschen gibt, die talentierter<br />
sind. Also habe ich noch Journalismus studiert,<br />
und was ich jetzt tue, ist die perfekte Mischung aus<br />
meinen beiden Ausbildungen.<br />
Wusstest du bereits während deines<br />
Studiums, welche berufliche Richtung<br />
du einschlagen wirst?<br />
Als ich mit 26 begann, an der ZHAW Journalismus<br />
zu studieren, war mir schnell klar, dass ich in diese<br />
Richtung gehen werde und es stand auch bald fest,<br />
dass ich zum SRF will, was sicher auch damit zu tun<br />
hat, dass ich ein sehr visueller Mensch bin.<br />
Wie bist du zum Schweizer Fernsehen<br />
gekommen?<br />
Ich machte damals bei «Glanz & Gloria» ein Praktikum<br />
und wusste, dass ich dahin will, weil der Job so<br />
vielseitig ist und ich mich mit Kultur umgeben kann.<br />
Ich musste mir allerdings die Sporen abverdienen<br />
und schrieb bei der Tamedia und bei Ringier und<br />
produzierte «Bauer, ledig, sucht» für 3 Plus. Bei SRF<br />
arbeitete ich für den «Club», realisierte Beiträge für<br />
den «Kulturplatz», war aber meiner Stammredaktion<br />
immer treu. Seit ich eine Leitungsfunktion habe, bin<br />
ich ganz bei «Gesichter & Geschichten».<br />
Man kennt dich aus Fernsehen und Radio.<br />
Erkennt man dich auf der Strasse, und wie<br />
gehst du damit um?<br />
Manchmal kommt das vor, dass die Menschen etwas<br />
Nettes sagen oder mit mir über Queerness reden wollen.<br />
Es freut mich, dass ich zur Sichtbarkeit der queeren<br />
Community beitragen kann. Für Gleichstellungsthemen<br />
mache ich mich ebenfalls stark, weil mir das ein<br />
grosses Anliegen ist, und dafür werde ich auch gerne<br />
gesehen. Ich als Privatperson bleibe dabei allerdings<br />
sehr gerne privat. Und negatives Feedback – das gibt<br />
es natürlich auch – höre ich mir an, reflektiere, bespreche<br />
es und lasse es dann auch wieder los. Oftmals hat<br />
es ja viel weniger mit der Empfängerin als mit dem<br />
Sender zu tun.<br />
Bei «Gesichter &<br />
Geschichten» hattest Du<br />
von 2021 bis 2023 unter<br />
dem Label «Lealität»<br />
eine eigene Talksendung,<br />
die queere Menschen in<br />
den Fokus rückte.<br />
Was reizte dich an diesem<br />
Sendeformat?<br />
Ich habe das Format Lealität fast<br />
drei Jahre gemacht, bevor wir es<br />
sterben liessen. Mir ging es darum,<br />
Vorurteile in der Gesellschaft<br />
abzubauen und für (junge) queere<br />
Menschen Vorbilder zu zeigen.<br />
Mein Slogan war ja «Wir reden so<br />
lange darüber, bis es kein Thema<br />
mehr ist». Leider zeigt mir die<br />
Realität, dass wir da noch nicht<br />
angekommen sind. Trotzdem haben<br />
wir natürlich in den Interviews<br />
gewisse Redundanzen festgestellt<br />
und das Format dann auslaufen<br />
lassen.<br />
In «Lealität» hast du<br />
bekannte Persönlichkeiten<br />
interviewt und bist mit<br />
ihnen in ihr privates<br />
Leben eingetaucht.<br />
Dabei durftest du auf<br />
ihre Offenheit und ihr<br />
Vertrauen zählen.<br />
Wie hast du es geschafft,<br />
dich in dein Gegenüber<br />
einzufühlen und<br />
dessen Emotionen<br />
wahrzunehmen?<br />
Ich bin sicher per se ein Mensch,<br />
der gut zuhören und schnell ein<br />
Wohlfühlambiente kreieren kann.<br />
Ich habe mir immer viel Zeit für<br />
mein Gegenüber genommen, bevor<br />
wir die Kamera laufen liessen, und<br />
ich forciere nicht, sondern lasse geschehen.<br />
Es war mir stets wichtig,<br />
dass die Menschen bei sich blieben.<br />
Sensationslüsternheit interessierte<br />
mich nie.<br />
Es heisst, du seist<br />
zugleich Freigeist,<br />
Energiebündel und<br />
Vollzeitfeministin.<br />
Charakterisiert dich<br />
diese Kombination gut<br />
beziehungsweise wie<br />
kommt dein Freigeist<br />
zum Ausdruck, und<br />
woher hast du dein<br />
Temperament?<br />
Ich tanze gerne auf mehreren<br />
Hochzeiten gleichzeitig, deshalb<br />
habe ich auch drei Jobs. Einen beim<br />
TV, einen im Theater und einen am<br />
DJ-Pult. So kann ich relativ viele<br />
Leidenschaften vereinen. Ich habe<br />
eine gewisse Routinenallergie, und<br />
mein Kopf spinnt dauernd neue<br />
Ideen, die ich dann oft auf die eine<br />
oder andere Weise kreativ verarbeiten<br />
kann. Das Temperament ist<br />
wohl angeboren – ich bin ziemlich<br />
schlecht darin, einfach mal nichts<br />
zu tun.<br />
Kunst kennt wenig<br />
Routine! Während wir uns,<br />
um Halt und Sicherheit<br />
zu finden, gerne im<br />
Gewohnten einnisten,<br />
zeigt uns Kunst, wie<br />
man Automatismen des<br />
Alltags durchbrechen<br />
und Lösungen auch mal<br />
im Unvorhergesehenen<br />
finden kann. Das Theater<br />
erfindet sich laufend neu.<br />
Wo findest du in deinem<br />
künstlerischen Umfeld<br />
Halt, Orientierung und<br />
eine verlässliche Struktur?<br />
Obwohl ich im Kopf wild bin und ich<br />
an der Schauspielschule ein neues<br />
Level an Improvisation erlernt habe,<br />
bin ich doch eine relativ strukturierte<br />
Person und oft auch der Mensch,<br />
der dann anderen Orientierung<br />
oder Halt gibt. Das ist für mich kein<br />
Widerspruch. Wenn ich weiss, was<br />
ich tue, meine Aufgaben und Tasks<br />
genau geplant sind, dann kann ich<br />
darin besser aufblühen und bestenfalls<br />
auch etwas Magie kreieren.<br />
INTERVIEW:<br />
CLAUDIA BALZLI-LEONE,<br />
MARKETING, AKQUISE UND<br />
KOMMUNIKATION<br />
FOTOS: SARAH LEY FOTOGRAFIE<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EHEMALIGE 57
Ein<br />
guter<br />
Mensch<br />
sein<br />
58 EHEMALIGE FOTO: BEAT BASCHUNG<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
VON STEFAN ASCHWANDEN-LICHTI, MATURA 1977<br />
ASCHWANDEN@BLUEWIN.CH<br />
Sie kam irgendwann Anfang März <strong>2024</strong>, die<br />
telefonische Anfrage, ob ich bereit sei, unter<br />
der Rubrik «Ehemalige» im «<strong>Dialog</strong>» einen Text<br />
zu schreiben. Sie kam überraschend. Das Gymi<br />
Immensee ist bei mir positiv konnotiert. Also<br />
sagte ich spontan zu. Das Heft erscheint erst im<br />
<strong>August</strong>, Redaktionsschluss ist irgendwann im<br />
Juni. Also weit weg.<br />
ODER<br />
Die<br />
Chemie<br />
muss<br />
stimmen<br />
Aber weshalb werde ich angefragt?<br />
Matura 1977. Jetzt 68 Jahre alt, im «Ruhestand».<br />
Und fast wäre ich nicht im Gymi<br />
gelandet – und müsste hier nichts schreiben.<br />
Denn eigentlich wollte ich ans Lehrerseminar in<br />
Rickenbach. Aber der Berufsberater meinte, ich<br />
solle die Matura B mit Latein machen, nur mit<br />
Latein könne man zum Beispiel Jurist werden,<br />
was er mir empfehle. Aber ich könne immer<br />
noch Mittelschullehrer werden.<br />
Gefühlte dreizehn Lateinlektionen pro Woche<br />
Ich bin in Goldau aufgewachsen. Das Kollegi<br />
Schwyz kam für mich nicht infrage, da meine<br />
beiden älteren Brüder dort waren. Also nur<br />
Immen see. Da damals in der Oberstufe kein<br />
Latein geführt wurde, wechselte ich von der<br />
3. Sek. ans Progy Rebstein, ein Internat. Dort<br />
wurden die ersten beiden Gymi-Klassen des<br />
«Bethlehem» geführt. In Rebstein war ich im<br />
Spezkurs. Ein kleiner Trupp «Nachzügler», die<br />
Latein nachholen mussten. Gefühlte dreizehn<br />
Lateinlektionen pro Woche. Trotzdem, es war<br />
für mich das schönste und interessanteste<br />
Schuljahr, inklusive der Uni. Und mein Berufsziel<br />
wurde klar: Rechts anwalt. Wir hatten einen<br />
Rechtsanwalt, der uns «nebenberuflich» in<br />
Geschichte usw. beschulte. Er überzeugte.<br />
Von der 3. bis 7. Klasse war ich in Immensee<br />
tages intern. Das ermöglichte mir, mich weiterhin<br />
ausserhalb des Gymi zu engagieren.<br />
> 60<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> EHEMALIGE 59
59 ><br />
Erinnerungsstück.<br />
Als Stefan Aschwanden Anfang des<br />
4. Gymi mit achtzehn Jahren in der RS<br />
bei der Radfahrertruppe strampelte,<br />
schickten ihm seine Mitschüler diese<br />
Postkarte in die Kaserne und munterten<br />
ihn auf: «Ich hätte Dir eine gute Salbe<br />
für Deinen roten ‹Hinterteil›.»<br />
Eigentlich hatte man am Gymi fixe<br />
Studiumzeiten. Meistens ging ich<br />
jedoch um 16.25 Uhr auf den Zug.<br />
Natürlich führte das zu Gesprächen<br />
mit dem Rektor. Man war tolerant.<br />
Sie liessen mich machen. Ich lebte<br />
extensiv das selbstorganisierte<br />
Lernen, bevor SOL in den pädagogischen<br />
Hochburgen Einzug hielt.<br />
Anfang des 4. Gymis ging ich mit<br />
achtzehn Jahren in die RS zu den<br />
Radfahrern. Als es draussen kalt und<br />
garstig war, wünschte ich mir schon,<br />
in der warmen Gymi-Stube zu hocken.<br />
Nach der RS, Anfang November,<br />
war es hart. Ans Draussensein und<br />
die Kälte gewöhnt, schlief ich im<br />
warmen Schulzimmer am Morgen<br />
fast immer ein. Alois D. und andere<br />
taten es mir gleich, aber vom Festen<br />
am Vorabend. Nach der RS musste<br />
ich schon Nachbüffeln.<br />
Viel Zeit für die Jugendarbeit,<br />
wenig fürs Lernen<br />
Das Gymi ging «irgendwie an mir<br />
vorbei». Das Leben fand für mich<br />
woanders statt. Ich war während<br />
des Gymis in der Jugendarbeit<br />
engagiert, machte viel Sport (OL),<br />
den J+S-Experten OL, organisierte<br />
Anlässe usw. Für die Schule hatte<br />
ich wenig Zeit. SOL war gefragt.<br />
Später bereute ich es etwas, mir<br />
nicht mehr Zeit genommen zu haben<br />
fürs Lernen, für die Kollegen, fürs<br />
Gymi-Leben. So habe ich sicher auch<br />
viel Schönes im Gymi verpasst.<br />
Ich erinnere mich an engagierte<br />
Lehrpersonen, an intensive politische<br />
Diskussionen mit Alfons<br />
Lenherr (Lehrer Geschichte und<br />
Deutsch), ans Vorsingen bei Walter<br />
Wiesli. Er zeigte immer auf denselben<br />
Ton, derweil ich alle nur<br />
möglichen Töne vorsang. Die Klasse<br />
brüllte. Singen lernte ich nie. Leider,<br />
sagen meine Frau und meine Söhne.<br />
Dafür lernte ich viel anderes. Ich<br />
denke, nie ein so breites Wissen<br />
gehabt zu haben wie nach dem<br />
Gymi. Das Gymi-Alter ist prägend<br />
fürs Leben. Lebenswerte, Umgang<br />
mit Freiheit, Selbstständigkeit,<br />
Toleranz, eigenständiges Denken,<br />
kritisches Analysieren, dennoch<br />
Zuversicht, positives Denken, das<br />
Gute im (Mit-)Menschen sehen, das<br />
Leben bejahend, soziales Engagement,<br />
das Gemeinwohl im Fokus.<br />
Ich dachte immer: «Fürs Lernen für<br />
die Maturaprüfungen habe ich noch<br />
STEFAN<br />
ASCHWANDEN-LICHTI<br />
Geboren am 15. Dezember 1955<br />
Matura am Gymi Immensee 1977<br />
lic. iur. an der Universität Zürich 1982<br />
Rechtsanwalt<br />
Verheiratet mit<br />
Nora Lichti Aschwanden<br />
Söhne Sven, Matura 2011,<br />
und Yves, Matura 2013<br />
Lebt in Goldau und Zürich<br />
vier …drei … zwei … ein Jahr Zeit. Und plötzlich nur noch<br />
vier …drei …zwei Monate. Und im Maturajahr musste ich<br />
noch in den ersten WK und einen Monat vor der Matura<br />
die OLG Goldau gründen. Dann wurde es stressig und<br />
streng. Aber es reichte, sodass es auch locker für die<br />
Uni reichte. Und fürs Leben.<br />
Doch das Leben straft – nicht sofort an der Matura,<br />
aber dafür nachhaltig. Bis ungefähr ins 55. Lebensjahr<br />
träumte ich oft: Alle lernen fleissig für die Matura, nur<br />
ich habe keine Zeit dafür, mache anderes, muss das im<br />
letzten Jahr nachholen. Und plötzlich stehe ich in der<br />
Maturaprüfung, nix gelernt, nix gekonnt – ich erwache<br />
schweissgebadet und muss mir vergegenwärtigen,<br />
dass ich das Rechtsanwaltspatent habe und folglich<br />
auch das Liz und zuvor die Matura bestanden haben<br />
muss. Uff! Unsere Söhne Sven und Yves besuchten<br />
60<br />
EHEMALIGE<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
ebenfalls das Gymi Immensee. Sie hatten diesen<br />
Stress beziehungsweise diese Träume nicht. Sie lernten<br />
immer rechtzeitig, wohl die Gene meiner Frau.<br />
«Von Chemie hast du keine Ahnung –<br />
aber du bist ein guter Mensch»<br />
Lehrerin Hannelore Barnet sagte nach der Maturaprüfung<br />
in Chemie (oder war es Biologie?): «Von<br />
Chemie hast du keine Ahnung – aber du bist ein guter<br />
Mensch.» Sie gab mir eine 4. Meine Lehre: Die Chemie<br />
zwischen den Menschen muss stimmen. Das war<br />
Immensee. Das prägte und verpflichtete: ein guter<br />
Mensch zu sein.<br />
Ich versuchte, diesen Auftrag zu erfüllen. In der Familie.<br />
Im Beruf als Rechtsanwalt mit Kanzlei in Zürich und<br />
Zweigbüro in Goldau (hauptsächlich Haftpflicht- und<br />
Familienrecht). Nebenberuflich als Präsident in verschiedenen<br />
Organisationen wie Recht für Fussgänger<br />
(Fachorganisation des Bundes), Initiant und OKP von<br />
internationalen OL-Grossanlässen (z. B. Swiss O Week<br />
2014, der grösste Event, der je in Zermatt stattfand),<br />
Schulortspräfekt der MPS Oberarth, Kantonsrat CVP<br />
Schwyz (Präsident Rechts- und Justizkommission,<br />
Fraktionschef), Präsident CVP Schwyz (Engagement<br />
in Politik ist wichtig, aber zu langwierig), Mitglied der<br />
Verfassungskommission Kanton Schwyz; Präsident eines<br />
Alters- und Pflegeheimes in Zürich usw. Und notabene<br />
Mitglied im Stiftungsrat Gymi Immensee unter<br />
Bubu (Urs Beeler); zurückgetreten, nachdem mit dem<br />
heutigen Rektor Benno Planzer ein OL-Läufer hatte<br />
installiert werden können. Zurzeit nur noch als<br />
Präsident des Spitals Schwyz, einer sozialen Baugenossenschaft<br />
und als Organisator von OLs.<br />
Ich hoffe, Hannelore Barnet sel. ist zufrieden.<br />
Am 17. Juni <strong>2024</strong> dann das E-Mail vom «<strong>Dialog</strong>»:<br />
Der Bericht hätte am 1. Juni bei ihnen sein sollen.<br />
Nicht erstreckbare Nachfrist: 21. Juni. Jetzt holt mich<br />
die Gymi-Zeit wieder ein. Es ist wie bei der Maturaprüfung.<br />
Zuerst ist sie weit weg. Und plötzlich ist es<br />
Vorabend vor der Maturaprüfung. Zum Lernen für die<br />
Prüfungen schon zu spät, zum Schreiben dieses Textes<br />
fast auch. Es ist wie früher. Alles immer im letzten<br />
Moment. Rechtsanwalt eben. Fast wie früher:<br />
Ich maile den Text am 18. Juni, also drei Tage zu früh!<br />
Eines ist gewiss: Die Zeit rast. Alles ist befristet.<br />
Gerade im Wissen darum: Geniesst das Leben!<br />
UNTERSTÜTZEN<br />
Der Verein Gymnasium Immensee (VGI) ist ein<br />
tragender Partner des Gymnasiums Immensee.<br />
Der VGI vereint alle am Gymnasium Immensee<br />
Interessierten. Bei Gründung der Stiftung Gymnasium<br />
Immensee hat sich der VGI am Kapital beteiligt.<br />
Seither ist er eine unverzichtbare Kraft der Schule.<br />
Aus den Mitgliederbeiträgen leistet der VGI jährlich<br />
einen substanziellen Beitrag an den Stipendienfonds.<br />
Dieser bietet Jugendlichen aus weniger begüterten<br />
Familien die Möglichkeit, das Gymnasium Immensee<br />
zu besuchen.<br />
VERNETZEN<br />
Der Verein Gymnasium Immensee (VGI) ist<br />
ein Alumni-Netzwerk, von dem alle Mitglieder<br />
profitieren.<br />
Der VGI stärkt und fördert den Zusammenhalt und<br />
pflegt die Beziehungen zwischen den Alumni des<br />
Gymnasiums Immensee. Mitglieder sind zudem Lehrpersonen,<br />
Freundinnen und Freunde der Schule,<br />
Firmen und Institutionen, die öffentliche Hand oder<br />
der Alt herrenbund der Studentenverbindung Wikinger.<br />
Seinen Mitgliedern dient der VGI als grosse, unkomplizierte<br />
Plattform für den effizienten Austausch von<br />
Kontakten, Informationen (z. B. fürs Studium oder für<br />
die Berufswahl), Hinweisen, Jobangeboten usw.<br />
Jahresbeitrag<br />
30 CHF Nichtverdienende | 100 CHF Verdienende<br />
VGI-ALUMNI:<br />
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DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> VGI-ALUMNI 61
Personalia<br />
BERUF<br />
Kim Fölmli, Matura 2014, stand vom 12. 6. bis<br />
27. 7. <strong>2024</strong> als Hauptdarstellerin im Musical «Heidi –<br />
das neue Musical» auf der Walensee-Bühne. Nach der<br />
gelungenen Premiere sagte sie: «Heute haben wir gespürt,<br />
dass Heidi nicht nur uns, sondern alle Generationen<br />
bewegt: Das ganze Publikum hat zum Schluss<br />
gestrahlt – das ist das schönste Geschenk für uns.»<br />
Während ihrer Gymi-Zeit besuchte Fölmli das Nebenfach<br />
Chor und Musik. Ihre Abschlussarbeit bestand<br />
aus einer Musicalproduktion, bei<br />
der sie als Regisseurin und musikalische<br />
Leiterin im März 2013 das<br />
Publikum überzeugte. Nach der<br />
Matura ging sie nach Australien,<br />
wo sie 2016 den Bachelor in Musik<br />
mit Schwerpunkt Musical erwarb.<br />
Eine weitere Ausbildung in London<br />
schloss sie 2018 mit dem Master<br />
in Musical und Musiktheater ab.<br />
2022 brachte sie als Künstlerin<br />
«Kaoos» ihr erstes Minialbum auf<br />
den Markt,<br />
WWW.KAOOSMUSIC.COM<br />
FOTO: SWISS-IMAGE.CH/ANDY METTLER<br />
Mirco Scherer, Sport, hat am<br />
25. 5. <strong>2024</strong> seine eineinhalbjährige<br />
Ausbildung zum eidgenössischen<br />
Wanderleiter beim Schweizerischen<br />
Bergführerverband erfolgreich<br />
abgeschlossen.<br />
SCHULSPORT<br />
CS Cup: Leider schieden die<br />
Schülerinnen und Schüler der<br />
2. Klassen (Foto) in der Vorrunde<br />
des CS Cup vom 29. 5. <strong>2024</strong> in<br />
Ibach knapp aus. Genauso erging<br />
es den Mädchen der 3. Klassen<br />
in Freienbach. Einzig die Jungs<br />
der 3. Klassen erreichten die<br />
Halbfinals und scheiterten dort<br />
knapp mit 0 : 1.<br />
FOTO: BRIGITTE SCHILTER,<br />
BIOLOGIEASSISTENTIN<br />
SPORT<br />
Bei seiner Derniere an den Europameisterschaften in Basel<br />
zelebrierte Max Heinzer fast jeden Treffer.<br />
Am 22. 6. <strong>2024</strong> beendete Degenfechter<br />
Max Heinzer, Matura 2006,<br />
seine sportliche Karriere an den<br />
Heim-Europameisterschaften in<br />
Basel. Heinzer war Team-Welt- und<br />
Europameister. Er gewann 18 Medaillen<br />
an Welt- und Europameisterschaften.<br />
Mit 10 Weltcupsiegen im<br />
Einzel und 8 mit dem Team gehört<br />
die ehemalige Weltnummer 1 zu<br />
den erfolgreichsten Degenfechtern<br />
aller Zeiten. Heinzers Engagement<br />
im Fechtsport indes geht weiter:<br />
Am 25. 5. <strong>2024</strong> wählte ihn die<br />
Generalversammlung von Swiss<br />
Fencing, dem Dachverband der<br />
Schweizer Fechterinnen und Fechter,<br />
zum neuen Präsidenten.<br />
QUELLEN: WWW.SRF.CH /<br />
WWW.MAXHEINZER.CH<br />
FOTOS: PATRICK KENEL,<br />
FREIER SCHWEIZER<br />
Gerührt nahm Max Heinzer die Standing<br />
Ovations des Publikums entgegen.<br />
62 PERSONALIA<br />
GYMNASIUM IMMENSEE
Termine<br />
PUBLIKATION<br />
Stephan Schmid-Keiser,<br />
Matura 1949, hat im März<br />
<strong>2024</strong> ein weiteres Buch<br />
publiziert: «Religiöse<br />
Kommunikation im<br />
Christentum und Buddhismus<br />
– vor dem Hintergrund<br />
von Paul Tillichs<br />
Lebensphilosophie». Mit einem Vorwort von<br />
Hans Waldenfels SJ (1931–2023). Christentum<br />
und Buddhismus scheinen Welten<br />
auseinanderzuliegen. Umso mehr interessieren<br />
Brückenschläge, welche neben Persönlichkeiten<br />
des Jesuitenordens etliche<br />
evangelische Theologen wagten. Die Studie<br />
führt zu einer differenzierten Sicht auf die<br />
religiösen Erzählweisen bei Paul Tillich und<br />
im Shin-Buddhismus und nimmt Bezug auf<br />
die mystische Erfahrung in der Tradition von<br />
Meister Eckhart. Nicht zuletzt geht es um<br />
Impulse für die Verkündigungspraxis im<br />
Kontext multireligiöser Gesellschaften.<br />
BESTELLUNGEN: ZUERICH@LIT-VERLAG.CH<br />
STEPHAN SCHMID-KEISER: RELIGIÖSE<br />
KOMMUNIKATION IM CHRISTENTUM UND<br />
BUDDHISMUS – VOR DEM HINTERGRUND VON<br />
PAUL TILLICHS LEBENSPHILOSOPHIE. MIT EINEM<br />
VORWORT VON HANS WALDENFELS SJ (1931–2023),<br />
136 SEITEN, LIT VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN UND<br />
ZÜRICH, <strong>2024</strong>, ISBN 978-3-643-80388-7,<br />
CHF 29.90.<br />
GEBURTEN<br />
Daniela Staub, SV Restaurant, und<br />
Kilian Staub sind die glücklichen Eltern<br />
von Ramon Philipp, den sie am 7. 4. <strong>2024</strong><br />
in die Arme schliessen durften.<br />
Johanna Gschwend, Bildnerisches Gestalten,<br />
und Moritz Hossli freuen sich über die<br />
Geburt ihrer Tochter Frederica Dorothea<br />
Hossli, die am 16. 6. <strong>2024</strong> das Licht der<br />
Welt erblickte.<br />
VERSTORBEN<br />
Jakob (James) Bernet, Matura 1956, Bethlehem-Missionar,<br />
19. 12. 1936–25. 4. <strong>2024</strong><br />
<strong>2024</strong><br />
<strong>August</strong><br />
25. Empfang neue interne<br />
Schülerinnen und Schüler<br />
mit ihren Eltern<br />
26. Beginn des Schuljahrs<br />
<strong>2024</strong>/2025<br />
September<br />
10./17. Wandertag 1./2. Termin<br />
18. Ehemaligentreffen,<br />
Matura 1974, 1969, 1964,<br />
1959, 1954, 1949<br />
10.35–11.30 Uhr:<br />
Unterrichtsbesuch<br />
23.–27. Projektwoche<br />
28. Herbstferien<br />
bis 13. Oktober <strong>2024</strong><br />
Oktober<br />
23. 13.45–16.30 Uhr: Besuchsnachmittag<br />
für Primarschülerinnen<br />
und -schüler<br />
14–16 Uhr: Victorinoxsaal:<br />
Elterninformation (1. Kl.)<br />
25. 15.30–18 Uhr: mündliche<br />
Präsentation der Maturaarbeiten,<br />
6. Kl. (Publikum 5. Kl.)<br />
November<br />
1. Allerheiligen (schulfrei)<br />
6. 13.45–16.30 Uhr: Besuchsnachmittag<br />
für Sekundarschülerinnen<br />
und -schüler<br />
14–16 Uhr, Victorinoxsaal:<br />
Elterninformation (3. Kl.)<br />
8. 17–21.30 Uhr, Mensa:<br />
Krimi dinner / Schweizer<br />
Erzählnacht<br />
22. 19–21 Uhr, Victorinoxsaal:<br />
Informationsanlass<br />
für interessierte Eltern<br />
(alle Klassen)<br />
Dezember<br />
21. Weihnachtsferien<br />
bis 6. Januar 2025<br />
2025<br />
Januar<br />
11. 10–12 Uhr, Victorinoxsaal:<br />
Informationsanlass<br />
für interessierte Eltern<br />
(alle Klassen)<br />
24. Semesterende<br />
Februar<br />
6./13. Wintersporttag<br />
1./2. Termin<br />
7. 19–21 Uhr, Victorinoxsaal:<br />
Informationsanlass<br />
für interessierte Eltern<br />
(alle Klassen)<br />
14. Gymiball<br />
22. Sportferien bis 9. März 2025<br />
März<br />
12./13. 8–16 Uhr, Z106 und<br />
Victorinoxsaal: Aufnahmeprüfungen<br />
3. Kl., Kurzzeit -<br />
gymnasium KZG<br />
12. Elternforum<br />
13. 19.30 Uhr, Monséjour,<br />
Küssnacht: Konzerte<br />
Ergänzungsfach Musik<br />
14. 19.30 Uhr, Theatersaal:<br />
Konzerte Ergänzungsfach<br />
Musik<br />
19. Josefstag (schulfrei)<br />
20. Känguru-Wettbewerb<br />
April<br />
2. 8.30–15.30 Uhr, Victorinoxsaal:<br />
Aufnahmeprüfungen 1. Kl.,<br />
Langzeitgymnasium LZG<br />
14.–17. Blocktage 1./2. Kl.,<br />
Projektwoche 3./5. Kl.<br />
17./22.–25. schriftliche Maturaprüfungen<br />
18. Karfreitag (schulfrei)<br />
21. Ostermontag (schulfrei)<br />
26. Frühlingsferien<br />
bis 11. Mai 2025<br />
Der nächste «<strong>Dialog</strong>» erscheint<br />
im April 2025.<br />
DIALOG AUGUST <strong>2024</strong> TERMINE 63
Maturitätsschule mit<br />
öffentlichem Leistungsauftrag<br />
Tagesschule mit Mehrwert<br />
5-bis-3-Tage-Internat<br />
Individuelle Topbetreuung<br />
Flexible, innovative Lernformen<br />
Zweisprachiger Unterricht<br />
Gymnasium Immensee<br />
Bethlehemweg 12<br />
CH-6405 Immensee<br />
Tel +41 (0)41 854 81 81<br />
info@gymnasium-immensee.ch<br />
www.gymnasium-immensee.ch<br />
Infoanlässe<br />
<strong>2024</strong>/2025<br />
SCHULBESUCHSTAG<br />
UND ELTERNINFORMATION<br />
(LANGZEITGYMNASIUM)<br />
Mittwoch, 23. Oktober <strong>2024</strong>:<br />
13.45–16.30 Uhr: Schulbesuchstag für<br />
Primarschülerinnen und -schüler<br />
14.00–16.00 Uhr: Elterninformation<br />
Chunnsch<br />
au is<br />
Gymi?<br />
SCHULBESUCHSTAG<br />
UND ELTERNINFORMATION<br />
(KURZZEITGYMNASIUM)<br />
Mittwoch, 6. November <strong>2024</strong>:<br />
13.45–16.30 Uhr: Schulbesuchstag für<br />
Sekundarschülerinnen und -schüler<br />
14.00–16.00 Uhr: Elterninformation<br />
INFORMATIONSANLÄSSE<br />
FÜR INTERESSIERTE ELTERN<br />
(ALLE KLASSEN)<br />
Freitag, 22. November <strong>2024</strong>, 19–21 Uhr<br />
Samstag, 11. Januar 2025, 10–12 Uhr<br />
Freitag, 7. Februar 2025, 19–21 Uhr<br />
QR-Code scannen und online<br />
für die Schulbesuchstage und<br />
Infoanlässe anmelden.