db 3-2024 WEB
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durch<br />
blick<br />
Autorenzeitschrift<br />
Seit 1986<br />
Nr. 3/<strong>2024</strong><br />
kostenlos<br />
mitnehmen<br />
Seite 18<br />
Der<br />
Rubenspreis
Siegen | St.-Johann-Str. 18<br />
0271/333-2448<br />
www.lyz.de<br />
Dave Davis (20.09.) Ginzburg Dynastie (21.09.)<br />
Hauck&Bauer und Gsella (27.09.) Will Jacobs (28.09.)<br />
LÿzMixVarieté (04.10. + 13.12.) Ticket to Happiness (05.10.)<br />
Jess Jochimsen (11.10.) The Desperate Thespians (24. - 26.10.)<br />
Zeitzeugen auf Zelluloid (30.10.) Lioba Albus (02.11.)<br />
Mona Ameziane & Christine Westermann (07.11.)<br />
Christian Brückner & Martin-Auer-Quintett (09.11.)<br />
Tobias Mann (15.11.) Vlufunk (16.11.) ASS Dur (23.11.) u.v.m.
Inhaltsübersicht<br />
Aus der Redaktion3<br />
Kurz berichtet4<br />
Aus den Seniorenbeiräten14<br />
Der Rubenspreis der Stadt Siegen 18<br />
Nachwuchs Rubenspreis 22<br />
Wie der rote Adler ins Siegerland kam 24<br />
Eine schwere Kindheit 26<br />
Die Landhausklinik 28<br />
Gewusst wie 30<br />
Johann Textor 32<br />
Drei-Felder-Wirtschaft 33<br />
Mundart 34<br />
Traum von Schumi 37<br />
Ja, ich trau mich was 38<br />
Vom Ganges zum Himayala 42<br />
Ende des Sommers 45<br />
Bertha Benz, die visionäre Pionierin des Autos 46<br />
Gedächtnistraining 50<br />
Umzug ins Pflegeheim 52<br />
Ein neues Lied für Deutschland 53<br />
Kaltfront 53<br />
Altern ist Leben 54<br />
Mathilda 56<br />
Vom Schulmeisterkind zum Nobelpreisträger 58<br />
Tante Meta misst mit zweierlei Maß 60<br />
Das Mixtape 61<br />
Buchbesprechung 62<br />
Erich Kästner 64<br />
Im Museum 65<br />
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche 66<br />
Wiederkehrende Termine 72<br />
durchblick verlost Freikarten 74<br />
Veranstaltungen im „Haus Herbstzeitlos“ 75<br />
Veranstaltungen im Kreis Siegen-Wittgenstein 76<br />
Es fiel uns auf / Lösungen / 82<br />
Zu guter Letzt / Impressum 82<br />
Titelbild: Ronny Jäger<br />
Aus der Redaktion<br />
Am 30. Juni dieses Jahres wurde Sung Tieu mit dem 9. „Förderpreis zum Rubenspreis<br />
der Stadt Siegen“ geehrt. Unser Kollege Wilfried Lerchstein berichtet<br />
darüber auf Seite 22 in dieser Ausgabe. Zugleich informiert er in unserer<br />
Titelgeschichte auf Seite 18 über die Historie des Rubenspreises.<br />
Das Titelbild hat unser KI-Spezialist und Fotograf Ronny Jäger kreiert. Ronny<br />
hat gekonnt die Brücke geschlagen zwischen dem barocken Namensgeber des europaweit<br />
renommierten Kunstpreises und den Preisträgerinnen und Preisträgern,<br />
die in Ihrer Kunstrichtung eher der Moderne zuzurechnen sind. Das Bild ist nicht<br />
mit KI entstanden! Ronny hat die Collage „handwerklich“ erstellt.<br />
Eine mutmachende „Lebensabschnittsgeschichte“ finden Sie auf Seite 52. Hier<br />
berichtet die frühere Stadtführerin von Siegen Hildegard Neumann, über ihren<br />
Wohnungswechsel in ein Siegener Altenpflegeheim. Sie erläutert, um wieviel<br />
einfacher ihr Leben geworden ist und kommt zu dem Fazit:<br />
„Eine meiner besten Entscheidungen.“<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 3
Kurz berichtet<br />
Fürstengruft<br />
für Besucher geöffnet<br />
Siegen. Die<br />
Fürstengruft im<br />
Unteren Schloss<br />
ist bis Oktober<br />
jeden ersten und<br />
dritten Sonntag<br />
im Monat geöffnet.<br />
Besuchende<br />
können an diesen<br />
Tagen von 11 bis<br />
17 Uhr kostenfrei<br />
die Grablege des Fürsten Johann Moritz<br />
von Nassau-Siegen besichtigen, der bis<br />
heute als bedeutende historische Persönlichkeit<br />
Siegens gilt.<br />
1604 in Dillenburg geboren, diente<br />
er in der niederländischen Armee. Im<br />
Auftrag der Westindischen Handelskompanie<br />
wurde Johann Moritz Gouverneur<br />
der niederländischen Kolonie<br />
im Nordosten Brasiliens. Nach seiner<br />
Rückkehr wurde er 1652 als erster Vertreter<br />
seines Hauses in den Reichsfürstenstand<br />
erhoben. Seiner Stadt Siegen<br />
schenkte er u.a. ihr Wahrzeichen, das<br />
„Krönchen“ auf dem Turm der Nikolaikirche,<br />
die Taufschale der Nikolaikirche,<br />
den Herren- und den Tiergarten sowie<br />
die Fürstengruft.<br />
Kontakt für Infos und Führungen unter<br />
siegerlandmuseum@siegen-stadt.de<br />
oder 0271 / 404-1900 möglich. <strong>db</strong><br />
Goldener Herbst<br />
Seniorennachmittag in der Bismarckhalle<br />
Siegen. Am Mittwoch, 9. Oktober <strong>2024</strong><br />
ab 14.30 Uhr lädt die Stadt Siegen ältere<br />
Menschen wieder zur traditionellen<br />
Veranstaltung „Goldener Herbst“ in die<br />
Bismarckhalle in Weidenau ein.<br />
Auf die Gäste wartet ein bunter Nachmittag<br />
mit Musik und Darbietungen bei<br />
Kaffee und Kuchen. Das Trupbacher Kleeblatt<br />
singt an diesem Tag und einige Kindergruppen<br />
der Tanzschule Eger führen<br />
Tanzdarbietungen auf.<br />
Wer dabei sein will sollte sich frühzeitig<br />
(ab 2. September <strong>2024</strong>) eine Karte si-<br />
chern. Im Vorverkauf sind die Eintrittskarten<br />
in den Bürgerbüros in Siegen<br />
und Weidenau sowie dem Familienbüro<br />
der Stadt Siegen, Weidenauer Straße<br />
158 und 160 erhältlich. Am Veranstaltungstag<br />
selbst können an der Tageskasse<br />
Restkarten erworben werden.<br />
Der Eintritt beträgt sechs Euro, dafür<br />
gibt es Kaffee und Kuchen.<br />
Weitere Informationen über Volker<br />
Reichmann, Seniorenbeauftragter für<br />
die Stadt Siegen 0271 / 404-2434,<br />
v.reichmann@siegen-stadt.de <strong>db</strong><br />
„Kreutterwanderung“<br />
Kultur-Tour zum 100 jährigen Geburtstag<br />
Bad Berleburg. Der Wittgensteiner<br />
Bildhauer Wolfgang Kreutter wäre in<br />
diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.<br />
Dies nahm der Heimatverein zum Anlass,<br />
Werke des „bedeutensden Wittgensteiner<br />
Künstlers des 20 Jahrhunderts“,<br />
wie es der Heimatvereinsvorsitzende<br />
Otto Marburger formulierte, im Rahmen<br />
einer Kulturwanderung zu zeigen.<br />
Mit Angelika Kreutter, der Tochter<br />
des Bildhauers, startete die Tour am<br />
20. Juli. In Schwarzenau bestaunten die<br />
zahlreichen Teilnehmerinnen die Wandgestaltung<br />
an der Alexander Mack Schule<br />
und waren berührt von dem Totenmal<br />
auf dem dortigen Friedhof. Nächster<br />
Zielort war Raumland, wo ein großes<br />
Schieferrelief bewundert wurde. Weiter<br />
in der Stadt Bad Berleburg führte Angelika<br />
Kreutter die BesucherInnen zu<br />
etlichen weiteren Werken des Künstlers.<br />
Die „Kreutter-Tour“ fand ihren Abschluss<br />
in der Eisdiele San Remo in<br />
Bad Berleburg. Dort befindet sich eine<br />
kleine, feine Ausstellung von zwölf Linoleum-<br />
und Holzschnitten, die übrigens<br />
auch alle zum Verkauf stehen.<br />
Wolfgang Kreutter ist auch in Siegen<br />
bekannt. Dort hat er die Schäfergruppe<br />
am Brunnen in der Alten Poststraße gestaltet,<br />
die in der Sommerzeit viele Kinder<br />
anlockt.<br />
Gegen eine<br />
Aufwandsentschädigung<br />
von 5,00 Euro<br />
bietet Angelika<br />
Kreutter<br />
ganzjährig<br />
Führungen an.<br />
Diese Führungen<br />
lernt man<br />
eine Mengeüber<br />
das<br />
Wirken des<br />
Künstlers und<br />
seine Werke. Man lernt ihn aber auch<br />
als Vater und kritischen Geist seiner<br />
Zeit kennen. Näheres telefonisch unter<br />
0151 / 41 484 761 (AB). <strong>db</strong><br />
4 durchblick 3/<strong>2024</strong>
3/<strong>2024</strong> durchblick 5
Siegen. Kunstwerke im öffentlichen<br />
Raum begegnen<br />
uns in Siegen in vielfältiger<br />
Form. Oft werden sie nur beiläufig<br />
wahrgenommen. Doch<br />
es lohnt sich, genauer hinzuschauen.<br />
KulturSiegen hat<br />
deshalb gemeinsam mit den<br />
beiden Schauspielern und<br />
Sprechern Lars Dettmer und<br />
Philipp Feltkamp zwei akustische<br />
Spaziergänge entwickelt,<br />
mit denen sich 24 ausgewählte<br />
Kunstwerke in der<br />
nun 800 Jahre alten Stadt<br />
kostenlos und weitestgehend<br />
unabhängig von Öffnungszeiten<br />
entdecken lassen. Der<br />
Bogen spannt sich von der<br />
1877 eingeweihten, heroischen Germania-Statue<br />
bis hin zum 2023 geschaffenen<br />
großflächigen Fassadenbild „Abreise<br />
von Fürst Johann Moritz zur Kaiserwahl<br />
1658 in Frankfurt“ von Tzveta Grebe, mit<br />
dem diese ein Historienbild des Malers<br />
Ludwig Heupel-Siegen von 1904 zitiert.<br />
Alles, was man für die zwei Audio-<br />
Walks braucht, ist ein Smartphone.<br />
Über die Seite www.guidemate.de kann<br />
man die beiden Audio-Walks unter dem<br />
Kurz berichtet<br />
Kunst to go in Siegen<br />
Audio-Guide zur Kunst im öffentlichen Raum<br />
Astrid Schneider und Eike Jungheim von KulturSiegen<br />
präsentieren Kunst to go.<br />
Suchbegriff „Siegen“ finden und Station<br />
für Station komplett oder zu ausgewählten<br />
Kunstwerken anhören.<br />
Für die Offline-Nutzung kann man die<br />
kostenlose App des Anbieters Guidemate<br />
(Android: Play Store/iOS: App Store)<br />
nutzen. Ist diese auf dem Smartphone<br />
installiert, gibt man nach dem Öffnen<br />
der App den Suchbegriff „Siegen“ ein<br />
und wählt hier „Die blaue Tour“ oder<br />
„Die rosa Tour“ - und los geht’s!<br />
Die „Blaue Tour“ (10<br />
Stationen) beginnt, wie auch<br />
die „Rosa Tour“ am Marktplatz,<br />
führt aber dann über<br />
kunstvoll gezogene Wege in<br />
die Unterstadt, vorbei an den<br />
berühmten Denkmälern von<br />
„Henner“ und „Frieder“ über<br />
die Sieg zum Scheinerplatz<br />
vor dem Apollo-Theater.<br />
Die „Rosa Tour“ (17 Stationen)<br />
führt vom Brunnen<br />
am Markt die Stadt hinauf<br />
zum Schlosspark, wo man<br />
verschiedene Kunstwerke,<br />
die in die Gartengestaltung<br />
integriert sind oder sich in<br />
unmittelbarer Nachbarschaft<br />
des Parks befinden, entdecken<br />
kann. Die zu hörenden Beschreibungen<br />
wurden großenteils den online<br />
unter https://kultursiegen.de/downloads/<br />
zu findenden digitalen Broschüren<br />
zur Kunst im öffentlichen Raum in<br />
Siegen entnommen. Eine Broschüre zu<br />
„Kunst to go“ mit Orientierungsplan und<br />
Bedienungsanleitung liegt in den öffentlichen<br />
Gebäuden der Stadt Siegen<br />
und der Touristeninformation am Kornmarkt<br />
aus.<br />
<strong>db</strong><br />
Siegener Spiegelzelt <strong>2024</strong><br />
Heimspiel für Gäste<br />
Siegen. Vom 13. Sept. bis 6. Okt. schafft<br />
KulturSiegen mit dem historischen Spiegelzelt<br />
auf dem Platz des Unteren Schlosses<br />
mitten in der Stadt einen kulturellen<br />
Treffpunkt. Gezeigt werden 24 Produktionen<br />
mit 37 Veranstaltungen aus den<br />
Bereichen Musik, Theater und Literatur.<br />
Einen besonderen Fokus richteten<br />
Programmplanerinnen Konstanze Arens<br />
und KulturSiegen-Leiterin Astrid Schneider<br />
beim Konzept <strong>2024</strong> auf die Kooperation<br />
mit Institutionen<br />
und Akteuren<br />
der regionalen Kultur-Szene<br />
und auf<br />
die Ansprache von<br />
Kindern und Jugendlichen.<br />
„Wenn<br />
es gut läuft für eine<br />
Gesellschaft, dann<br />
sind es die heutigen<br />
Kinder, die<br />
später einmal die<br />
Theater und Kinos, die Lesungen und<br />
Konzerte besuchen oder gar mitgestalten“,<br />
sagt Konstanze Arens. Und weiter:<br />
„Dazu braucht es heute und jetzt<br />
einladende Angebote und Vorbilder, also<br />
sogenannte Erwachsene, die kulturelles<br />
Leben ermöglichen und vorleben.“<br />
Folgerichtig machen elf von den 37<br />
Veranstaltungen Projekte für Kinder<br />
im Alter von fünf bis zehn Jahren aus,<br />
sechs richten sich an junge Erwachsene<br />
und Jugendliche. „Ein<br />
weiterer roter Faden“,<br />
ergänzt Astrid Schneider<br />
„ist die Einbindung<br />
regionaler Akteure. Mir<br />
gefällt die Idee, dass<br />
das Spiegelzelt Strahlen<br />
bündelt wie ein<br />
Brennglas. Eines, das<br />
eine wärmende und<br />
erhellende Flamme erzeugt.“<br />
<br />
<strong>db</strong><br />
6 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Kurz berichtet<br />
Erneuerbare Energie aus Afrika<br />
Energiekolonialismus oder Chancen für Entwicklung<br />
Siegen. Mit diesem Thema befasst<br />
sich die 17. Siegener Afrikatagung<br />
am 28.09.<strong>2024</strong> in der<br />
Volkshochschule Siegen.<br />
Die Energiewende, zu der sich<br />
Deutschland und die EU verpflichtet<br />
haben, hat den afrikanischen<br />
Kontinent stärker ins Blickfeld<br />
rücken lassen, denn die Voraussetzungen,<br />
die sich dort für die<br />
Gewinnung von Solar- und Windenergie<br />
bieten, sind hervorragend.<br />
So haben auch Firmen aus<br />
Deutschland bereits Projekte entwickelt,<br />
wie in afrikanischen Staaten<br />
grüne Energie gewonnen und<br />
für den Export aufgearbeitet werden<br />
kann.<br />
Doch die Erfahrungen, die die<br />
Menschen in den afrikanischen<br />
Ländern bei der Förderung ihres<br />
fossilen Rohstoffs Erdöl gemacht<br />
haben, haben gezeigt, dass damit<br />
keine Verbesserung ihrer Lebenssituation<br />
verbunden war.<br />
Hafen von Lüderitz/Nabia. Ein Ausbau für die<br />
Verschiffung von grünem Wasserstoff ist geplant.<br />
Bild: Wikipedia<br />
Deshalb stellt sich die Frage –<br />
wie kann gesichert werden, dass<br />
vom Ausbau grüner Energien<br />
auch die Menschen vor Ort profitieren<br />
und nicht nur die Länder<br />
und deren Unternehmen, die bereits<br />
jetzt in Afrika tätig sind.<br />
Mit dieser Frage befassen wir<br />
uns in verschiedenen Vorträgen.<br />
So wird sich Prof. Dr. Quitzow<br />
vom Forschungsinstitut für<br />
Nachhaltigkeit in Potsdam mit<br />
den Möglichkeiten für die Entwicklung<br />
in den afrikanischen<br />
Staaten befassen und Prof. Dr.<br />
Jakobeit von der Universität<br />
Hamburg wird in seinem Vortrag<br />
der Frage nachgehen wie<br />
eine partnerschaftliche Zusammenarbeit<br />
mit den Staaten Afrikas<br />
zum beiderseitigen Nutzen<br />
aussehen sollte.<br />
Interessierte können sich anmelden<br />
unter:<br />
info@africaspeople.de hel<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 7
W. Brase stellt aus<br />
Malen aus Lebensfreude<br />
Kurz berichtet<br />
Dämmerschoppen<br />
mit Sophie and the Boys<br />
Bad Kissingen<br />
AWO Winterreise<br />
Freudenberg. Vom 30. August bis 30.<br />
Oktober <strong>2024</strong> präsentiert das Rathaus<br />
Freudenberg Bilder von Willi Brase.<br />
Willi Brase entdeckte nach einer<br />
langen Karriere in Politik und Gewerkschaft<br />
seine Leidenschaft für die Malerei.<br />
Es begann so richtig mit einem<br />
Geschenk seiner Familie. Ein Gutschein<br />
für einen Malkurs. Hier öffnete sich ihm<br />
die Tür zu einer neuen Welt der Kreativität.<br />
Seitdem nutzt er jede freie Minute<br />
zum Malen.<br />
Brase experimentiert mit Acrylfarben,<br />
Kohlestiften, Pastell-Ölkreiden und<br />
Modellierpaste. Er setzt verschiedene<br />
Werkzeuge wie Pinsel, Spachtel, Finger,<br />
Papierknäuel, Rollen und Schwämme<br />
ein, um neue Formen und Farbkombinationen<br />
zu erforschen. Seine Vorliebe<br />
für kräftige Farben und kontrastreiche<br />
Gestaltungen spiegeln sich in vielen<br />
seiner Bilder wieder.<br />
Das Leitmotiv seines Schaffens<br />
heißt: „kreativ sein, einfach beobachten,<br />
wohin die Reise führt, ohne festen<br />
Plan.“ Brase malt nicht, um berühmt zu<br />
werden, sondern aus purer Lebensfreude.<br />
Seine Werke als Kunst zu beurteilen,<br />
überlässt er dem Betrachter. us<br />
Freudenberg. Sechs Musiker, die mit<br />
Leidenschaft und packenden Arrangements<br />
Rock- und Pop-Hits präsentieren,<br />
die mitreißen und bewegen. Die Band<br />
fängt die Atmosphäre von 40 Jahren<br />
Popmusik ein und lädt das Publikum<br />
zum Zuhören und Mitrocken ein.<br />
„Ausgefeilte, erdige Grooves und<br />
authentischer, mehrstimmiger Satzgesang<br />
geben guten Songs das, was sie<br />
verdienen: Wertschätzung durch hohes<br />
musikalisches Niveau, Spielfreude und<br />
ein Höchstmaß an Professionalität“, so<br />
ein Sprecher der Band.<br />
Die Frontleute Verena Schneider<br />
und Christoph Breit werden durch die<br />
Kreativität von Peter Sziburies an der<br />
Gitarre und Heiner Schwarz an den<br />
Keyboards in ihrem Gesang unterstützt<br />
und dabei von der Rhythm-Section<br />
Noam Siebert an den Drums und Reiner<br />
Berg am Bass nach vorne getrieben.<br />
„Ein erlebnisreiches Konzertambiente,<br />
das man nicht vergessen wird“ davon<br />
ist die Gruppe überzeugt.<br />
Termin: Freitag, 27.09.<strong>2024</strong>, ab<br />
20:00 Uhr im KulturFlecken Freudenberg,<br />
Am Silberstern 4a, Eintritt an der<br />
Abendkasse: 10,00 Euro.<br />
<strong>db</strong><br />
Siegen. Wer Weihnachten und Silvester<br />
nicht allein verbringen möchte<br />
und stattdessen Gemeinschaft und<br />
Geselligkeit sucht, kann sich für die<br />
Seniorenreise des AWO Kreisverbandes<br />
Siegen-Wittgenstein/Olpe vom<br />
22.12.<strong>2024</strong> bis 02.01.2025 nach Bad<br />
Kissingen anmelden.<br />
Bad Kissingen gehört zu den traditionsreichsten<br />
und bekanntesten<br />
Kurstädten Deutschlands und die Villa<br />
Thea–Kur–Hotel liegt direkt am Rosengarten,<br />
der Promenade und an der<br />
Fränkischen Saale. Zur Innenstadt,<br />
dem historischen Kurviertel und zum<br />
prächtigen Kurpark mit Regentenbau<br />
und Wandelhalle sind es nur wenige<br />
Gehminuten. Die hellen und freundlichen<br />
Zimmer mit persönlicher Note<br />
sind mit dem Aufzug erreichbar. An<br />
den Feiertagen gibt es besondere Angebote<br />
und feierliche Weihnachts- und<br />
Silvesteressen. Die Fahrt wird von ehrenamtlichen<br />
Reisebegleitern betreut.<br />
Weitere Informationen: AWO-Kreisverband<br />
Siegen-Wittgenstein/Olpe unter<br />
der 0271 / 33 86 – 167 oder per<br />
reisen@awo-siegen.de. <strong>db</strong><br />
8 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Kurz berichtet<br />
Vorstand erweitert<br />
Bekannte Persönlichkeiten machen mit<br />
Martina Becher; Katharina Hartleib; Beate Schmies; Monika Altz;<br />
Pia Cimolino und Pfarrer Ludwig Reffelmann v.lks.<br />
Siegen. Der Vorstand des SkF Siegen<br />
e.V. hat mit Pia Cimolino, ein neues Vorstandsmitglied<br />
einberufen. Frau Cimolino<br />
war über viele Jahre Amtsleiterin<br />
des Kreis Siegen- Wittgenstein. Bereits<br />
seit 2022 gehören Ordensschwester<br />
Katharina Hartleib und Frau Martina<br />
Becher diesem Gremium an. 2023 wurde<br />
Beate Schmies, die langjährige Redaktionsleiterin<br />
des WDR-Studios Südwestfalen<br />
neu in den Vorstand gewählt.<br />
<br />
<strong>db</strong><br />
Vom Geheimtipp zur Institution<br />
„LNJF“ sind Mario Mammone und Marco Bussi<br />
Siegen. Am 20. Oktober 2004 erblickte<br />
die „Late Night Jazz Foundation“<br />
(LNJF) spät nachts vor etwa 25 neugierigen<br />
Menschen in einem der legendären<br />
Brückengewölbe des Musikclubs<br />
„Meyer“ das Licht der Welt.<br />
Mario Mammone und Marco Bussi,<br />
die seit jeher den Kern der Konzertreihe<br />
bilden, experimentierten mit einem<br />
Gastbassisten vor Publikum an<br />
eigenen Stücken, Jazz-Standards und<br />
Improvisationen. Seitdem werden sie<br />
nicht müde, immer wieder neue Musiker,<br />
Auftrittsorte und Repertoires auszuprobieren,<br />
um „frisch improvisiert“<br />
die Zuhörer zu überraschen. Mit wachsendem<br />
Erfolg, wie die Zahlen zeigen.<br />
Über 150 eingeladene Musiker/-innen<br />
in über 100 Konzerten sind in den 20<br />
Jahren ein erstaunliches Ergebnis. Was<br />
zu Beginn als Geheimtipp kursierte, ist<br />
längst zu einer kulturellen Institution<br />
Siegens geworden.<br />
Die nächsten Konzerte finden am 17.<br />
und 29.9. statt. Näheres in unserem Terminkalender<br />
auf den Seiten 76/77. <strong>db</strong><br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 9
Kurz berichtet<br />
Jung und Alt für Eine-Welt<br />
Aktionsreiche Wochen im Spätsommer geplant<br />
Wolfgang Silbermann, Markus Determann und<br />
Lisa-Marie Gewalt. v.re.<br />
Siegen. Ziel der Eine-Welt Arbeit<br />
ist, gemeinsam mit allen<br />
Engagierten, Interessierten<br />
und aktiven Menschen<br />
für globale Gerechtigkeit und<br />
Nachhaltigkeit zu arbeiten. Durch<br />
die Regionalpromotor*innen der<br />
Kreise Siegen-Wittgenstein und<br />
Olpe wird die Arbeit, z.B. zur Umsetzung<br />
der Nachhaltigkeitsziele,<br />
vor Ort gefördert. Engagierte<br />
bekommen Unterstützung in der<br />
Planung und Umsetzung ihrer<br />
Projekte sowie die Möglichkeit zur<br />
Vernetzung mit anderen Akteuren.<br />
Derzeit wird die Faire Woche,<br />
eine Aktionswoche zur Stärkung des<br />
Fairen Handels im September <strong>2024</strong>, organisiert.<br />
Das diesjährige Motto lautet<br />
„FAIR. UND KEIN GRAD MEHR!“ und setzt<br />
sich intensiv mit dem Thema Klimagerechtigkeit<br />
auseinander. Fokussiert werden<br />
neben den ökologischen insbesondere<br />
die sozialen Herausforderungen,<br />
die mit dem Klimawandel einhergehen.<br />
Der Faire Handel als ein Instrument zur<br />
Herstellung von Klimagerechtigkeit wird<br />
thematisiert. Diesbezüglich werden verschiedene<br />
Eine-Welt-Veranstaltungen<br />
geplant.<br />
Dieses Jahr ist ganz besonders,<br />
denn: „Für uns ist der<br />
ganze Monat September Faire<br />
Woche!“ wie uns Lisa-Maria<br />
Gewalt mitteilt.<br />
Das Eine-Welt-Forum Siegen-<br />
Wittgenstein in Zusammenarbeit<br />
mit dem Arbeitskreis<br />
„Faire Region Biggeland“ organisiert<br />
u.a. Veranstaltungen<br />
wie die 2. Klimamesse in Olpe<br />
am 06. und 07.09. in der Gesamtschule<br />
Wenden, und die<br />
2. Fairtrade-Radtour der Stadt<br />
Siegen die am 15.09. vom<br />
Weltladen-Siegen aus startet.<br />
Neben Informationsveranstaltungen<br />
werden Mitmach-Aktionen für Jung und<br />
Alt angeboten. Die Veranstaltungen im<br />
Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein<br />
können auf unserem Eine-Welt-Portal<br />
unter www.eineweltforumsiegen.de abgerufen<br />
werden.<br />
<strong>db</strong><br />
ALTERAktiv braucht tatkräftige Hilfe<br />
Fahrrad-Reparatur-Treff Siegen zieht um, ... zwei Häuser weiter<br />
Siegen. Klaus Reifenrath,<br />
engagierter Leiter<br />
des Fahrradreparatur-<br />
Treffs freut sich, nach<br />
langer Suche, endlich<br />
neue Räumlichkeiten für<br />
sein Ehrenamtsprojekt<br />
gefunden zu haben. Von<br />
der Sandstraße 20 geht<br />
es am Samstag, den 28. September ab<br />
13 Uhr in die Sandstraße 24. Für diesen<br />
ungewöhnlichen Umzug braucht die<br />
Werkstatt für cirka zwei Stunden weitere<br />
helfende Hände, die die vielen Kleinteile<br />
per Menschenkette weiterreichen sollen.<br />
Anmeldung unter: kr57/@kr57.de<br />
Viele Vereinsmitglieder, Freunde und<br />
Studenten haben ihre Unterstützung bereits<br />
zugesagt, trotzdem fehlen noch einige<br />
HelferInnen für diese diese leichte Arbeit.<br />
„Der Bericht über unsere Werkstatt in<br />
der Lokalzeit Südwestfalen vor knapp<br />
einem Jahr ist bei der Bevölkerung<br />
so gut angekommen,<br />
dass wir danach riesige Mengen<br />
Fahrradspenden erhalten<br />
haben. Die zum Teil gut erhaltenen<br />
Räder konnten dann<br />
von unserer Mannschaft aufgearbeitet<br />
werden. Sie wurden<br />
an bedürftigen Menschen verschenkt“,<br />
berichtet Reifenrath, der 2018<br />
mit dem Preis für Interkulturelles Engagement<br />
in Siegen ausgezeichnet wurde.<br />
Ganz besonders bedankt sich Reifenrat<br />
bei dem Kanzler der Universität<br />
Siegen, Ulf Richter, und bei Frau Thannbichler<br />
von der Campus Unteres Schloss<br />
Verwaltungs-GmbH, die die Räumlichkeiten<br />
unentgeldlich zur Verfügung stellen.<br />
Die Werkstatt teilt sich den neue<br />
Standort mit Architekturstudenten, die<br />
das alte Gebäude mit gebrauchten Baustoffen<br />
aufgewertet haben. Jetzt finden<br />
sich zwei Organisationen die sich für<br />
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung<br />
einsetzen unter einem Dach zusammen.<br />
„Das Projekt Die Uni kommt in die Stadt‘<br />
wird dadurch sichtbarer, meint Klaus Reifenrath.<br />
Weitere Informationen unter:<br />
https://t.me/umzug_Fahrradwerkstatt <strong>db</strong><br />
Foto:Wikipdedia Commons<br />
10 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Kurz berichtet<br />
Spende für Frauenprojekte<br />
von den Lions-Clubs Kreuztal und Siegen-Rubens<br />
Kreuztal/Siegen. Freie Sozial- und<br />
Bildungs-Projekte wären häufig in ihrer<br />
Existenz bedroht, wenn ihre öffentliche<br />
Basisfinanzierung nicht durch<br />
eine Förderung über bürgerschaftliches<br />
Engagement ergänzt würde. Wie die<br />
Lions-Clubs weltweit haben sich diese<br />
Unterstützung auch die Siegerländer<br />
„Löwen“ als zentrales Anliegen auf ihre<br />
Fahnen geschrieben.<br />
Dazu tragen neben Mitgliedsbeiträgen<br />
und großzügigen Spenden einzelner<br />
Lions immer wieder die sogenannten<br />
„Activities“ bei.<br />
Bei der letztjährigen Adventskalender-Aktion<br />
der Lions-Clubs Kreuztal<br />
und Siegen-Rubens ist wieder ein stattlicher<br />
Betrag zusammengekommen.<br />
Das ermöglicht dem Lions-Hilfswerk in<br />
diesem Jahr, dem regional aktiven Verein<br />
„Frauen helfen Frauen“ eine Spendensumme<br />
in Höhe von 15.000 Euro<br />
für seine wichtige Arbeit zur Verfügung<br />
zu stellen. Der Verein betreibt das Siegener<br />
Frauenhaus und unterhält die<br />
Regionale Frauenberatungsstelle.<br />
Aktuelles Projekt ist in Kooperation<br />
mit dem WDR sowie einer Reihe von<br />
örtlichen Gastronomiebetrieben die Aktion<br />
„Luisa ist hier“. Mit dieser unverfänglichen<br />
Frage am Tresen können Frauen<br />
und Mädchen sich in den beteiligten Bars,<br />
Gaststätten und Schwimmbädern an das<br />
Personal wenden, wenn sie sich bedroht,<br />
belästigt oder unwohl fühlen. Sie erhalten<br />
dann schnell und unauffällig Hilfe.<br />
Susanne Stötzel und Ingrid Kurzeja<br />
nahmen die Spende entgegen. <strong>db</strong><br />
Schmankerl für Philatelisten<br />
Briefmarkenfreunde verkaufen Sondermarken<br />
Siegen. Das<br />
Jubiläum „800<br />
Jahre Stadt<br />
Siegen“ wird<br />
vom 30. August<br />
bis zum<br />
1. September<br />
<strong>2024</strong> auch im<br />
Rahmen eines<br />
Stadtfests gefeiert,<br />
zu dem<br />
die Stadt Siegen<br />
als Veranstalter<br />
mit über<br />
200.000 Besuchern<br />
rechnet.<br />
Aus diesem<br />
Anlass wird am<br />
31. August und<br />
am 1. September<br />
auch ein<br />
Event-Team<br />
der Deutschen Post Philatelie jeweils<br />
von 11 bis 18 Uhr anwesend sein und<br />
einen Sonderstempel<br />
mitbringen, der hervorragend<br />
zu dem ebenfalls<br />
erhältlichen Sonderpostwertzeichen<br />
„800 Jahre<br />
Stadt Siegen“ passt.<br />
Das Event-Team wird<br />
in dem Zelt zu finden sein,<br />
in dem sich<br />
auch die Stadt<br />
Siegen den<br />
Festbesuchern<br />
präsentiert.<br />
Standort ist der<br />
neue Stadtpark<br />
„Herrengarten“,<br />
der am 30. August<br />
<strong>2024</strong> eingeweiht<br />
und der<br />
Bürgerschaft<br />
übergeben wird.<br />
Hier werden<br />
auch die Briefmarkenfreunde<br />
Netphen mehrere<br />
Schmuckumschläge,<br />
zwei Plusbriefe<br />
Individuell und<br />
einen Bogen<br />
mit 20 verschiedenen Briefmarken Individuell<br />
mit Motiven aus der Stadt Siegen<br />
zum Kauf anbieten, die ihr<br />
Ehrenvorsitzender Wilfried<br />
Lerchstein entworfen<br />
hat. An ihn sind auch die<br />
Bestellungen der Philatelisten<br />
zu richten, die nicht<br />
selbst das Siegener Stadtfest<br />
besuchen können. ler<br />
Unter https//suedwestfalenboerse.de/belegeprogramm/ ist seit Mitte August<br />
auch das vollständige Belegprogramm einsehbar.<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 11
Kurz berichtet<br />
Tatort Haus<br />
Geben Sie Einbrechern keine Chance<br />
Siegen. Ein Einbruch bedeutet<br />
nicht nur finanziellen Verlust, sondern<br />
auch einen tiefen Eingriff<br />
in die Privatsphäre. Die meisten<br />
Einbrecher sind Gelegenheitstäter<br />
und steigen zu jeder Tageszeit ein.<br />
Sie suchen immer den schnellsten<br />
und einfachsten Zugang. Sie<br />
hebeln Fenster und Türen auf,<br />
durchbrechen Glasscheiben und<br />
manipulieren Türschlösser.<br />
Hier sind einige einfache Maßnahmen,<br />
um sich effektiv zu<br />
schützen:<br />
1. Schließen Sie Ihre Haus- und<br />
Wohnungstüren immer ab, auch<br />
wenn Sie nur kurz weg sind. Nur<br />
zuziehen reicht nicht. Denken Sie<br />
auch daran, Balkon- und Terrassentüren,<br />
Nebeneingänge und<br />
Fenster, auch in oberen Stockwerken,<br />
zu schließen. Verwenden<br />
Sie stabile Schlösser, Aufbruchsperren<br />
für Fenster und Fenstertüren,<br />
sowie Zusatzsicherungen<br />
wie Querriegelschlösser. Sichern<br />
Sie Kellerfenster und Lichtschächte<br />
mit massiven Gittern. Rollläden<br />
sollten gegen Hochschieben gesichert<br />
sein. Die Polizei empfiehlt<br />
den Einbau von DIN geprüften<br />
Nachrüstsystemen. Eingebaute<br />
Sicherungen können nur bei fachgerechter<br />
Montage den entsprechenden<br />
Einbruchschutz bieten.<br />
2. Achten Sie auf Leitern, Gartenmöbel,<br />
Kisten, Mülltonnen usw., die Einbrechern<br />
als Kletterhilfe dienen können.<br />
3. Verstecken Sie keine Ersatzschlüssel<br />
im Außenbereich.<br />
4. Elektronische Sicherungen wie Alarmanlagen<br />
schrecken Einbrecher ab. Überwachungskameras<br />
und Bewegungsmelder<br />
können verdächtige Aktivitäten registrieren.<br />
5. Ein guter Einbruchsschutz sind<br />
aufmerksame Nachbarn und natürlich<br />
ein Hund.<br />
6. Wenn Sie im Urlaub sind, bitten<br />
Sie einen Nachbarn, den Briefkasten<br />
zu leeren und ein Auge auf Haus,<br />
bzw. Wohnung zu haben. Täuschen<br />
Sie Anwesenheit vor durch Timer<br />
von Licht und elektronischen Geräten.<br />
Rollläden sollten immer hoch<br />
und runter gelassen werden. Kündigen<br />
Sie Ihren Urlaub nicht öffentlich<br />
an oder posten Urlaubsfotos auf<br />
Social Media. Vermeiden Sie alle<br />
Hinweise auf Ihre Abwesenheit.<br />
7. Bewahren Sie wertvolle Gegenstände<br />
wie Schmuck und Bargeld<br />
zu Hause in einem Safe auf. In Ihrer<br />
Abwesenheit nutzen Sie dafür<br />
besser ein Bankschließfach. Durch<br />
die Umsetzung dieser Tipps können<br />
Sie das Risiko eines Einbruchs<br />
erheblich verringern. Rufen Sie<br />
im Verdachtsfall sofort die Polizei<br />
über 110 an!<br />
Wichtige Hinweise zum Einbruchsschutz<br />
und zur Sicherheit<br />
von Wohnung und Haus gibt Kriminalhauptkommisar<br />
Stefan Dax.<br />
Wenn Sie eine kostenlose technische<br />
Beratung haben möchten,<br />
vereinbaren Sie telefonisch einen<br />
Termin: 0271 7099- 4813 ssb<br />
DRK Mitgliederversammlung<br />
Landrat Andreas Müller würdigte Engagement<br />
Vizepräsident des Landesverbands NRW<br />
Heinz Werner Uphoff bei der Auszeichnung<br />
von Klaus Bahrendt für langjähriges,<br />
herausragendes Engagement. v.lks.<br />
Siegen. „Wenn es das Rote Kreuz nicht<br />
gäbe, würde ein großer Teil unseres gesellschaftlichen<br />
Zusammenlebens nicht<br />
mehr funktionieren“, beschrieb Landrat<br />
Andreas Müller, Präsident des DRK-Siegen-Wittgenstein,<br />
die Bedeutung des<br />
Wohlfahrtsverbandes bei der diesjährigen<br />
Kreisversammlung. In der Mitgliederversammlung<br />
wurde der unermütlichen<br />
Einsätze von mehr als 13.000<br />
Ehrenamtlichen gewürdigt und auf den<br />
hauptamtliche Regelbetrieb verwiesen<br />
in dem mehr als 850 Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter tätig sind.<br />
Im Rahmen der Unterstützung für<br />
geflüchtete Menschen sind zahlreiche<br />
soziale Projekte entstanden, die größtenteils<br />
ehrenamtlich getragen werden.<br />
Eins davon sind die Mal-Workshops unter<br />
der Federführung der ukrainischen<br />
Künstlerin Elena Ukraintseva. Sie bietet<br />
in Siegen Malworkshops für Kinder ab<br />
zehn Jahren und Erwachsene an. Durch<br />
diese kreativen Aktivitäten fördert sie<br />
nicht nur die künstlerischen Fähigkeiten<br />
der Teilnehmenden, sondern schafft<br />
auch eine Plattform für interkulturellen<br />
Austausch und Gemeinschaft. <strong>db</strong><br />
12 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Kurz berichtet<br />
Zahlreiche Geburtstagsgäste<br />
15 Jahre Hand in Hand Neunkirchen e.V.<br />
Neunkirchen. Wer für die schönen<br />
Momente des Lebens offen ist, hat die<br />
Gabe sich an Kleinigkeiten zu erfreuen.<br />
Und wer sich eine positive Sicht auf die<br />
Dinge bis ins hohe Alter bewahrt, der<br />
bleibt dankbar und zufrieden.<br />
Um Dankbarkeit und Zufriedenheit<br />
drehte sich der auch der 15. Geburtstag<br />
des Vereins „Hand in Hand“, zu<br />
dem die Kundinnen und Kunden jetzt<br />
ins Otto-Reiffenrath-Haus eingeladen<br />
worden waren.<br />
Das niedrigschwellige Angebot von<br />
Hand in Hand e.V. unterstützt ältere<br />
Menschen bei der Bewältigung ihres<br />
Alltags. Es reicht vom Fensterputzen<br />
bis zum Erledigen der Einkäufe, vom<br />
Kochen der Mahlzeiten bis zum Staubwischen<br />
und Bügeln. Viele Helferinnen<br />
und Helfer betreuen aktuell 272 Kundinnen<br />
und Kunden. Rund 80 von ihnen<br />
konnten die Gelegenheit wahrnehmen,<br />
am Geburtstagfest des Vereins teilzunehmen.<br />
Marlies Schindler, die Vorstandsvorsitzende<br />
des Vereins, begrüßte die<br />
Anwesenden und dankte allen Aktiven<br />
für ihre geleistete Arbeit. „Mit eurem<br />
Engagement habt ihr den Verein Hand<br />
in Hand nach vorn gebracht“, lobte sie<br />
die große Einsatzbereitschaft. Anschließend<br />
stellte sich Susanne Melis den<br />
Geburtstagsgästen vor. Viele von ihnen<br />
kannten die „Hand in Hand“-Einsatzleiterin<br />
bis dato nur vom Telefon und<br />
erhielten nun das passende Gesicht zur<br />
Stimme. Dann trug Geschäftsführerin<br />
des Vereins Bettina Großhaus-Lutz<br />
noch eine Geschichte vor. „Jeder Tag<br />
hat etwas zu bieten für das man dankbar<br />
sein kann“, so der Tenor der Zeilen.<br />
Als Überraschungsgäste tauchten<br />
schließlich die Sänger vom Chor „Die<br />
Nachtschwärmer“ im Otto-Reiffenrath-<br />
Haus auf und gaben beliebte Stücke<br />
wie „Bajazoo“ und „Nessaja“ zum Besten.<br />
Am Ende der gelungenen Geburtstagsparty<br />
stimmten alle in „Kein schöner<br />
Land“ mit ein.<br />
<strong>db</strong><br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 13
Aus dem Seniorenbeirat<br />
Alt werden in Siegen<br />
Zweiter Talk unterm Krönchen<br />
Armin Maxeiner, Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Siegen (li)<br />
und Pfarrer Stefan König von der Ev. Lukas-Kirchengemeinde Siegen.<br />
Siegen. Im Rahmen der 800jahr-Feier<br />
der Stadt Siegen begrüßte Pfarrer Stefan<br />
König in der Siegener Nikolaikirche<br />
Armin Maxeiner, den Vorsitzenden des<br />
Seniorenbeirates der Stadt Siegen zu einer<br />
weiteren Talkrunde. Armin Maxeiner<br />
berichtete zur Situation der Menschen<br />
in Siegen, die auf Pflege und Betreuung<br />
angewiesen seien. Sowohl im Langzeitpflegebereich<br />
und vor allem auch in der<br />
Kurzzeitpflege gäbe es regional zu wenig<br />
Plätze, sodass Betroffene auf Plätze in<br />
anderen Kommunen angewiesen wären.<br />
Es gäbe jedoch auch die vielen alten<br />
Menschen, die fit seien und sich einbringen<br />
wollten, dazu seien Angebote<br />
geschaffen worden. Allerdings sind die<br />
zu Wenigen bekannt.<br />
Im öffentlichen Personennahverkehr<br />
sieht der Vorsitzende des Seniorenbeirates<br />
Entwicklungspotenzial. So sei<br />
eine Seniorenanlage Am Witschert in<br />
Achenbach mit dem Bus nicht direkt<br />
erreichbar.<br />
Die fortschreitende Digitalisierung<br />
hält Armin Maxeiner für Segen und Fluch<br />
zugleich. Einerseits sei dadurch Teilhabe<br />
möglich, andererseits würden Hürden<br />
aufgebaut, weil Kenntnisse oder technische<br />
Voraussetzungen fehlen. Der Seniorenbeauftragte<br />
forderte, dass viel mehr<br />
Erledigungen auch offline möglich sein<br />
müssen, das richtet sich auch an die<br />
Stadt Siegen.<br />
Weiter wurde in einer offenen Austauschrunde<br />
angesprochen, dass in<br />
Siegen die Seniorenwohnungen vorwiegend<br />
auf den Hügeln erbaut sind.<br />
Die Nähe zu Ärzten oder Einkaufsmöglichkeiten<br />
und funktionierende<br />
Teilhabe sei so sehr erschwert. Ein<br />
Vorschlag war, Sozialraumanalysen<br />
zu erstellen, um die Bedarfe der Menschen<br />
dort zu erkennen und mittelfristig<br />
zu befriedigen. <br />
<strong>db</strong><br />
Deutsches Bestattungswesen<br />
Veranstaltung des Seniorenbeirats und der DGHS<br />
Jung hilft Alt<br />
Senioren gehen ans Netz<br />
Siegen. In einem Vortrag gab Dr. Bernd<br />
Knapp vom Seniorenbeirat der Stadt<br />
Siegen zunächst eine kurze Zusammenfassung<br />
zur geschichtlichen Entwicklung<br />
des Bestattungswesens über die römische<br />
Antike bis in die Neuzeit.<br />
Mit, aber nicht wegen, der Christianisierung<br />
nahmen ab dem 4. Jahrhundert<br />
die Feuerbestattungen ab – wahrscheinlich<br />
wegen des zunehmenden Holzman-<br />
gels. Erst von Karl d. Großen wurde die<br />
Feuerbestattung bei Todesstrafe verboten<br />
und die Er<strong>db</strong>estattung bei den Kirchen<br />
zwingend vorgeschrieben. Somit<br />
ging die Totenfürsorge von der Familie<br />
in die kirchliche Verantwortung über.<br />
In den letzten 30 Jahren ist eine ausgesprochene<br />
Individualisierung im Bestattungswesen<br />
zu beobachten. Aus ökonomischen<br />
Gründen, aber auch wegen<br />
der zunehmenden regionalen Aufsplitterung<br />
der Familien hat die Nachfrage nach<br />
einfachen, pflegeleichten Gräbern stark<br />
zugenommen.<br />
Der Siegener Bestatter Tobias Bell<br />
führte aus, dass die Kosten für eine<br />
Bestattung im hiesigen Raum, je nach<br />
individuellen Wünschen, leicht 5.000 –<br />
10.000 Euro betragen können. Wenn<br />
die Bestattung von den Angehörigen<br />
bzw. den Erben nicht bezahlt werden<br />
kann, übernimmt das Sozialamt die<br />
Kosten. Es erfolgt dann eine sogenannte<br />
Sozialbestattung.<br />
<strong>db</strong><br />
Siegen. Der Seniorenbeirat der Universitätsstadt<br />
Siegen bietet nach langjährigem<br />
bewährten Muster wieder<br />
einen Computerkurs für Anfänger und<br />
zur Auffrischung an.<br />
Der Kurs findet nach den Sommerferien<br />
einmal wöchtentlich am Fürst-<br />
Johann-Moritz-Gymnasium statt. Erwird<br />
durch die Gymnasiasten geleitet,<br />
und die Teilnahme ist kostenfrei.<br />
Informationen für Interessenten unter<br />
0271/404-2434 oder 0271/404-2202<br />
seniorenbeirat-siegen@web.de <strong>db</strong><br />
14 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Aus dem Seniorenbeirat<br />
Berufsende in Sicht?<br />
Tipps zur Annäherung an eine neue Lebensphase<br />
Siegen/Bonn. Der Eintritt in den sogenannten<br />
Ruhestand markiert den<br />
Beginn eines neuen Lebensabschnitts.<br />
Dieser umfasst heute eine wesentlich<br />
längere Lebensspanne als früher. Im<br />
besten Fall liegen viele Jahre und sogar<br />
Jahrzehnte in guter Gesundheit vor<br />
einem. Das Rentenalter markiert einen<br />
Übergang, der häufig mit vielen unterschiedlichen<br />
Erwartungen einhergeht.<br />
Die Seniorenbeiräte empfehlen den<br />
Ratgeber der Anregungen und Impulse<br />
gibt, wie die nachberufliche Phase<br />
26. April 1937 – 24. Mai <strong>2024</strong><br />
bewusst gestaltet werden kann. Er ermutigt,<br />
sich schon frühzeitig mit den<br />
eigenen Erwartungen und Unsicherheiten<br />
zu beschäftigen und dann „in<br />
Ruhe aktiv“ zu werden.<br />
Die Broschüre richtet sich an alle,<br />
die sich auf den Renteneintritt vorbereiten<br />
oder bereits in der nachberuflichen<br />
Lebensphase angekommen sind.<br />
Er beleuchtet unter anderem Veränderungen<br />
des Alltags und der sozialen<br />
Kontakte, die mit dem Übergang in<br />
die Rente verbunden sind. Zahlreiche<br />
Anregungen, Denkimpulse und Arbeitsblätter<br />
sollen dazu beitragen, den<br />
neuen Lebensabschnitt aktiv nach den<br />
eigenen Wünschen sinnvoll, befriedigend<br />
und zugleich möglichst gesund<br />
zu gestalten.<br />
Die Broschüre gibt zudem Einblicke<br />
in Erkenntnisse der Alternsforschung,<br />
denn eine Auseinandersetzung mit<br />
dem Ruhestand ist zugleich immer<br />
auch eine Beschäftigung mit dem eigenen<br />
Älterwerden.<br />
Der Ratgeber ist auch als barrierefreies<br />
Hörbuch im DAISY-Format<br />
erhältlich, und kann kostenfrei bei<br />
der BAGSO bestellt werden unter:<br />
www.bagso.de/berufsende und telefonisch<br />
unter 02 21 - 24 999 311. <strong>db</strong><br />
Mit großer Trauer haben wir vom Tod<br />
unseres ehemaligen Kollegen<br />
Jürgen Ritter erfahren.<br />
Jürgen war von 2003 bis 2012 Mitglied<br />
des Seniorenbeirats. In dieser Zeit hat<br />
er zahlreiche Projekte begleitet und war<br />
fünf Jahre lang unser Pressesprecher.<br />
Jürgen zeichnete sich durch seine<br />
Durchsetzungsstärke aus und besaß<br />
zugleich die wunderbare Gabe, Kritik<br />
zu ertragen und auf entwaffnende Weise<br />
eigene Fehler zuzugeben. Auch diese<br />
Eigenschaft verschaffte ihm viele Freunde.<br />
Als Pressesprecher hat er die Arbeit des<br />
Seniorenbeirats nach außen getragen<br />
und unser Wirken in den hiesigen<br />
Medien sichtbar gemacht.<br />
Wir trauern um einen guten Freund und<br />
werden Jürgen nicht vergessen.<br />
Armin Maxeiner für den<br />
Seniorenbeirat der Stadt Siegen<br />
Anzeige<br />
Vortragsveranstaltungen<br />
des Seniorenbeirates der<br />
Stadt Siegen und der<br />
Senioren-Service-Stelle<br />
Haus Herbstzeitlos,<br />
Marienborner Str. 151<br />
Siegen-Hain<br />
12. Sept. 14.30 Uhr<br />
Ambulante ökumenische<br />
Hospizhilfe<br />
Referentin:<br />
Maria Ermers Soleymani<br />
Caritasverband SI-WI<br />
29. Oktober <strong>2024</strong><br />
Das Erbrecht, als Rechtsgebiet<br />
zur Regelung der<br />
Vermögensfolge durch<br />
Bestimmung<br />
Referentin: Tanja Hilpert -<br />
Rechtsanwältin<br />
07. November <strong>2024</strong><br />
Muslimische Bestattungen<br />
- Tradition trifft Moderne<br />
Referenten: Birgit Cakir<br />
21. November <strong>2024</strong><br />
Wie sichere ich mein Haus<br />
effizient gegen Einbruch?<br />
Referent: Stefan Dax<br />
Kriminalpolizei Siegen<br />
Öffentl. Sitzungstermine<br />
des Seniorenbeirats der<br />
Universitätsstadt Siegen<br />
Sitzungsort:<br />
Rathaus Geisweid,<br />
Großer Ratssaal, 1. Etage<br />
26. August, / 23. Sept., /<br />
18. Nov., / 16. Dezember<br />
jeweils montags 15.00 Uhr<br />
Senioren-Café - Treffs:<br />
„Gemeinsam nicht einsam“<br />
Haus Herbstzeitlos<br />
am 1. Sonntag im Monat<br />
ab 15.00 Uhr<br />
Café Zeitlos<br />
Schweriner Straße 23<br />
am 2. und 4. Mittwoch i.M.<br />
ab 14.30 Uhr<br />
Goldener Oktober<br />
Bismarckhalle Si.-Weidenau<br />
Mittwoch 9. Oktober <strong>2024</strong><br />
ab 14.30 Uhr<br />
Kartenvorverkauf ab 2.9.24<br />
in den Bürgerbüros und dem<br />
Familienbüro der Stadt Siegen<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 15
16 durchblick 3/<strong>2024</strong>
3/<strong>2024</strong> durchblick 17
Verliehen<br />
Der Rubenspreis<br />
In der Tradition des berüh<br />
Peter Paul Rubens, aus seiner Werkstatt, um 1620.<br />
National Gallery of Art, Washington.<br />
Siegen, die Rubensstadt<br />
Nach ihrem berühmtesten Sohn, dem hier am 28.<br />
oder 29. Juni 1577 geborenen flämischen Barockmaler<br />
und Diplomaten Peter Paul Rubens, bezeichnet<br />
sich die Universitätsstadt Siegen auch gerne als<br />
Rubensstadt. Allerdings ist Rubens schon 1578 mit seinen<br />
Eltern wieder nach Köln umgezogen. Dort und später in<br />
Antwerpen ist er aufgewachsen. Im Rubenssaal des 1905<br />
in Siegen im Oberen Schloss eröffneten Siegerlandmuseums<br />
sind mehrere Originalgemälde von ihm zu sehen.<br />
Der Rubenspreis der Stadt Siegen<br />
Die Stadt Siegen veranstaltete am 12. und 13. Juli 1941<br />
eine Rubens-Gedenkfeier, die allerdings entsprechend dem<br />
Kunstverständnis der Nationalsozialisten politisch gefärbt<br />
war. Es fand eine Ausstellung mit Werken von Rubens<br />
und anderen zeitgenössischen Künstlern im Siegerlandmuseum<br />
statt. Des Weiteren wurde vor dem Hintergrund des<br />
Rubens-Gedenkens eine mit 2.000 Reichsmark dotierte Rubens-Stiftung<br />
ins Leben gerufen, die auch als Rubenspreis<br />
bezeichnet wurde. 1941 wurde hiermit als erster Künstler<br />
der Siegener Maler und Bildhauer Hermann Kuhmichel bedacht.<br />
Als nach einem vorausgegangenen langen Historikerstreit<br />
feststand, dass Peter Paul Rubens weder in Antwerpen,<br />
noch in Köln, sondern in Siegen das Licht der Welt erblickt<br />
hatte, hatte Hermann Kuhmichel in den 1930er Jahren den<br />
Bild: Wikimedia Commonss<br />
Rubensbrunnen im Park des Oberen Schlosses in Siegen<br />
entworfen. Während des Krieges wurde von weiteren Verleihungen<br />
des Rubenspreises abgesehen.<br />
Am 26. Juni 1955 beschloss der Rat der Stadt Siegen,<br />
zum Gedenken an Peter Paul Rubens alle fünf Jahre den<br />
„Rubenspreis der Stadt Siegen“ zu vergeben. Rubens hat<br />
als Hauptmeister der europäischen Barockmalerei jene<br />
künstlerischen Maßstäbe gesetzt, denen die Preis-Verleihung<br />
seit 1957 verpflichtet ist. Die noch lebenden Maler<br />
oder Grafiker, die sich im europäischen Kunstschaffen<br />
durch ihr wegweisendes künstlerisches Lebenswerk mit<br />
den Schwerpunkten Malerei und Grafik ausgezeichnet<br />
haben und der Kunst der Gegenwart in lebendiger Weise<br />
verbunden sind, werden jeweils von einer unabhängigen<br />
Jury ausgewählt.<br />
Der Rubenspreis gehört inzwischen zu den renommiertesten<br />
internationalen Kunstpreisen. Verbunden mit einem<br />
Preisgeld von 25.000 Euro (seit 2022, zuvor 5.200 Euro,<br />
ursprünglich 10.000 DM), erhält die Preisträgerin bzw. der<br />
Preisträger eine Urkunde und eine Bronzeplakette. Von<br />
dem Bildhauer und<br />
Grafiker Gerhard<br />
Marcks nach einem<br />
Rubensgemälde<br />
entworfen, zeigt<br />
diese auf der Vorderseite<br />
das Stadtwappen<br />
und auf der<br />
Rückseite „Die drei<br />
Grazien“.<br />
Mit der Preisverleihung<br />
ist eine Ausstellung<br />
in dem am<br />
6. Mai 2001 eröffneten<br />
Museum für<br />
Gegenwartskunst<br />
Siegen (MGKSiegen)<br />
verbunden, zu<br />
der ein Katalog erscheint.<br />
Das Museum<br />
kuratiert den Rubenspreis<br />
der Stadt<br />
Siegen und besitzt<br />
dank der Mäzenin<br />
und Ehrenbürgerin<br />
der Stadt Siegen,<br />
Barbara Lambrecht-<br />
Schadeberg, mit der<br />
seit 1992 aufgebauten<br />
„Sammlung Lam-<br />
Eingang zum Museum für<br />
18 durchblick 3/<strong>2024</strong>
seit 1957<br />
der Stadt Siegen<br />
mtesten Sohnes der Stadt<br />
brecht-Schadeberg“ wichtige und umfangreiche Werkgruppen<br />
aller 14 bisherigen Rubens-preisträger und -trägerinnen.<br />
Mit über 300 Arbeiten gibt sie einen guten Überblick über<br />
das Schaffen der Ausgezeichneten und wird auch in Zukunft<br />
entsprechend erweitert. Das MGKSiegen wurde 2011 von<br />
der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes<br />
als Museum des Jahres ausgezeichnet. Der Altbau<br />
des Museums war am 20. Juni 1894 als neues Post- und Telegrafenamt<br />
eröffnet worden.<br />
Die bisherigen der Rubenspreisträger<br />
Bisher erhielten Hans Hartung (1957/58), Giorgio Morandi<br />
(1962), Francis Bacon (1967), Antoni Tápies (1972), Fritz<br />
Winter (1977), Emil Schumacher (1982), Cy Twombly<br />
(1987), Rupprecht Geiger (1992), Lucian Freud (1997),<br />
Maria Lassnig (2002), Sigmar Polke (2007), Bridget Riley<br />
(2012), Niele Toroni (2017) und Miriam Cahn (2022) den<br />
Rubenspreis der Stadt Siegen.<br />
Hans Hartung (* 21. September 1904 in Leipzig; † 8.<br />
Dezember 1989 in Antibes, Frankreich) war ein deutschfranzösischer<br />
Maler<br />
und Grafiker.<br />
Schon in einem seiner<br />
Schulhefte fing<br />
er die zuckenden<br />
Gewitterblitze im<br />
Fluge ein. Noch vor<br />
dem Donnerschlag<br />
mussten ihre Zickzacklinien<br />
auf dem<br />
Blatt sein. Die stets<br />
aus dem Moment<br />
heraus entstehenden<br />
abstrakten Formen<br />
seiner Malerei bezeichnete<br />
er später<br />
einmal als die Liebe<br />
zu seinen „Flecken“.<br />
Er zählt zu<br />
Gegenwartskunst in Siegen.<br />
Foto: Wilfried Lerchstein<br />
den Wegbereitern<br />
und bedeutendsten<br />
Vertretern der unter<br />
dem Begriff „Informel“<br />
zusammengefassten<br />
gegenstandslosen<br />
Malerei.<br />
Der italienische<br />
Maler und Grafiker<br />
Giorgio Morandi<br />
(* 20. Juli 1890 in<br />
Foto: MGKS<br />
Barbara Lambrecht-Schadeberg, Mäzenin der Rubenspreisträger<br />
(lks.), mit der Künstlerin Bridget Riley.<br />
Bologna; † 18. Juni 1964 ebenda) gelangte vor allem für<br />
seine Stillleben aus Zusammenstellungen von Gefäßen zu<br />
weltweiter Anerkennung. Die Konzentration auf dieses<br />
Thema brachte ihm den Spitznamen „Flaschenmaler“ ein.<br />
Francis Bacon (* 28. Oktober 1909 in Dublin; † 28. April<br />
1992 in Madrid) war ein in Irland geborener britischer<br />
Maler. Er gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen<br />
Malern des 20. Jahrhunderts. In seinen Werken im neoexpressionistischen<br />
Stil setzte er sich vornehmlich mit<br />
der Darstellung des deformierten menschlichen Körpers<br />
in eng konstruierten Räumen auseinander. Viele seiner<br />
Arbeiten beschäftigen sich mit menschlicher Isolation,<br />
Zerrissenheit, Gewalt und Schmerz. Besonders bekannt<br />
ist Bacon für seine Papstbilder und Porträts seiner engsten<br />
Freunde. Seine Arbeiten hat er häufig in Form eines<br />
dreiteiliges Bildwerks (Triptychons) ausgeführt. Am 12.<br />
November 2013 wechselte in New York bei einer Auktion<br />
sein Triptychon „Three Studies Of Lucian Freud“<br />
für 142,4 Millionen US-Dollar den Besitzer. Beide Rubenspreisträger<br />
waren miteinander befreundet.<br />
Der Katalane Antoni Tàpies (* 13. Dezember 1923 in<br />
Barcelona; † 6. Februar 2012 ebenda) war ein spanischer<br />
Maler, Grafiker und Bildhauer. Er gilt als der bedeutendste<br />
Künstler des Informel seines Landes. Erde, Leim und<br />
Marmorstaub bilden die Grundlage vieler seiner reliefartigen<br />
und oftmals düsteren Material- und Mauerbilder.<br />
Er bezeichnete sich als „einfachen Amateur“, der <br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 19
Kultur<br />
Miriam Cahn, Gefühl beim Schlafen.<br />
4 Fotos: MGKS<br />
„immer noch auf der Suche<br />
nach dem perfekten Bild“ war.<br />
Zu den bevorzugten Stilmitteln<br />
des Autodidakten zählten geometrische<br />
und mathematische<br />
Zeichen und vor allem Kreuze<br />
und Buchstaben. Ein weiteres<br />
Element in seinem Werk ist die<br />
fernöstliche Mystik.<br />
Auch der Maler Fritz Winter<br />
(* 22. September 1905 in<br />
Bridget Riley<br />
Altenbögge/Westf.; † 1. Oktober<br />
1976 in Herrsching am<br />
Ammersee) zählt zu den wichtigsten<br />
abstrakten Künstlern<br />
der Nachkriegszeit. Er war<br />
Gründungsmitglied der Künstlergruppe<br />
ZEN 49, die sich in<br />
der Tradition des Blauen Reiters<br />
verstand und sich in einer<br />
bildlichen Wiedergabe eines<br />
auf das Geistige abhebenden<br />
Niele Toroni<br />
Weltbildes manifestierte.<br />
Emil Schumacher (* 29. August<br />
1912 in Hagen, Westfalen;<br />
† 4. Oktober 1999 in San José,<br />
Ibiza) war ein deutscher Maler<br />
und Vertreter des Informel. In<br />
seinen Werken ergänzen sich<br />
Abstraktion und Naturempfindung<br />
in ungewöhnlicher Weise<br />
zu einem gemeinsamen Ganzen.<br />
2009 eröffnete in seiner<br />
Geburtsstadt Hagen das Emil-<br />
Schumacher-Museum.<br />
Miriam Cahn<br />
Der US-amerikanischer<br />
Maler Cy Twombly (* 25. April 1928 in Lexington, Virginia;<br />
† 5. Juli 2011 in Rom, Italien) war auch als Fotograf<br />
und Objektkünstler tätig. Er zählt zu den wichtigsten<br />
Vertretern des abstrakten Expressionismus. Immer wieder<br />
taucht das Motiv des Fensters in seinen Werken auf.<br />
Schriftzugartige Zeichnungen und kryptische Wortfragmente<br />
und Chiffren, welche er mehrmals übermalte, finden<br />
sich auf vielen seiner Bilder.<br />
Der Architekt, Maler und Bildhauer Rupprecht Geiger<br />
(* 26. Januar 1908 in München; † 6. Dezember 2009 ebenda)<br />
war Mitglied im Deutschen Künstlerbund und 1949 Mitbegründer<br />
der Künstlergruppe ZEN 49 in München. Geiger<br />
ist ein herausragender Vertreter der gegenstandslosen Farbfeldmalerei<br />
Deutschlands. Er schuf sein Lebenswerk um das<br />
Thema „Farbe“, in dem es konsequent um Reduktion und<br />
Klarheit ging. In den 1950er Jahren wurde Geiger bekannt<br />
durch seine Beschäftigung mit der Farbe Rot. Charakteristisch<br />
für seine Ölbilder, Siebdrucke und Aquarelle waren<br />
einfache geometrische Formen, (Rechteck, Quadrat, Kreis<br />
und Oval), leuchtende Farben und intensive Kontraste.<br />
Lucian Freud (* 8. Dezember 1922 in Berlin; † 20. Juli<br />
2011 in London) war einer der bedeutendsten Porträtmaler<br />
des 20. Jahrhunderts. Zu seinem Werk zählen auch viele<br />
weibliche Aktgemälde. Sein Porträt „Benefits Supervisor<br />
Sleeping“ der nackt auf einer Couch schlafenden Sue Tilley<br />
erzielte 2008 bei Christie’s in New York einen Auktionserlös<br />
von 33,6 Millionen US-Dollar.<br />
Als erste Frau wurde 2002 die österreichische Malerin,<br />
Grafikerin und Medienkünstlerin Maria Lassnig, geborene<br />
Gregorc (* 8. September 1919 in Kappel am Krappfeld,<br />
Kärnten; † 6. Mai 2014 in Feistritz ob Grades, Kärnten)<br />
mit dem Rubenspreis ausgezeichnet. Sie gilt als Vorreiterin<br />
feministischer Kunst, die stets den Körper und seine<br />
Empfindungen in den von ihr als „Körperbewusstseinsbilder“<br />
bezeichneten Gemälden zum Ausdruck gebracht<br />
hat. Hierzu sagte sie: „Ich male nicht den ‚Gegenstand‘<br />
Körper, sondern ich male Empfindungen vom Körper.“<br />
Das Werk des gelernten Glasmalers Sigmar Polke (* 13.<br />
Februar 1941 in Oels, Niederschlesien; † 10. Juni 2010 in<br />
Köln) umfasst Malerei, Arbeiten auf Papier, Fotografie,<br />
Film, Objekte und Grafik. Seine Arbeitsweise zeichnete<br />
sich durch eine große Vielfalt und einen unkonventionellen<br />
und experimentellen Umgang mit Motiven<br />
und Materialien aus. Eine wichtige Konstante<br />
seines Schaffens war das gerasterte Bild. Als „der<br />
große Alchimist“ und „unersättlicher Experimentator“<br />
ist er in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts<br />
eingegangen und „dabei immer ein 100-prozentiger<br />
Maler geblieben.“<br />
Bridget Riley (* 24. April 1931 in West Norwood,<br />
London) ist eine britische Malerin und eine der führenden<br />
Vertreterinnen der Op[tical]-Art. „Ich male, um<br />
zu sehen“, sagte sie über sich selbst. Und das Sehen-<br />
Lernen wolle sie auch vermitteln. Optische Illusionen<br />
zeigen sich in vielen ihrer großformatigen Werke.<br />
Der Schweizer Konzeptkünstler des Minimalismus<br />
Niele Toroni (* 15. März 1937 in Muralto bei<br />
20 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Kultur<br />
Locarno) steht für eine konzeptuell-konkrete und analytische<br />
Malerei. Schon seit über 50 Jahren experimentiert er<br />
mit seinen als „Bewegungsmuster“ zum Bild gewordenen,<br />
in regelmäßigen Abständen von 30 Zentimetern auf einen<br />
vorhandenen Untergrund aufgetragenen einfarbigen Abdrücken<br />
eines Pinsels Nr. 50.<br />
Miriam Cahn (* 21. Juli 1949 in Basel) ist eine Schweizer<br />
Künstlerin, die die Fachjury für den 14. Rubenspreis<br />
2022 mit einer bewusst feministischen, unabhängigen<br />
und kompromisslosen Haltung in ihrem Werk überzeugt<br />
hat. „Dabei verbinden sich subjektive Wahrnehmungen<br />
und Empfindungen mit gesellschaftlichen und politischen<br />
Fragen. Im Zentrum steht der Körper in seiner Fragilität<br />
und Ausgesetztheit, auch gegenüber äußeren Faktoren,<br />
wie sich insbesondere in den Arbeiten zur Situation von<br />
Geflüchteten zeigt.“<br />
Der Förderpreis zum Rubenspreis<br />
Der Förderpreis zum Rubenspreis wurde von der Stadt Siegen<br />
1980 zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses<br />
mit einem Preisgeld von ursprünglich 5.000 DM (später<br />
2.600 Euro) gestiftet. Er wird alle fünf Jahre zwischen den<br />
Rubenspreisverleihungen an „junge talentierte Künstler<br />
und Künstlerinnen aus dem Gesamtbereich der Bildenden<br />
Kunst“ verliehen, die unter 40 Jahre alt sind und ihren<br />
Wohnsitz bzw. dauernden Aufenthalt in Deutschland haben.<br />
Wie der Rubenspreis der Stadt Siegen wird auch der Förderpreis<br />
zum Rubenspreis der Stadt Siegen mittlerweile vom<br />
MGK Siegen kuratiert.<br />
Die bisherigen acht Förderpreisträger und -trägerinnen<br />
zum Rubenspreis der Stadt Siegen sind Max Neumann<br />
(1984), Julia Lohmann (1989), Karin Sander (1994), Silke<br />
Rehberg (1999), Peter Piller (2004), Dianjo Hernández<br />
(2009), Vajiko Chachkhiani (2014) und Lena Henke (2019).<br />
Am 30. Juni <strong>2024</strong> wurde der 9. Förderpreis zum Rubenspreis<br />
der Stadt Siegen verliehen. Eine unabhängige Fachjury einigte<br />
sich im Juli 2023 auf die 1987 in Hai Duong (Vietnam)<br />
geborene und in Berlin, wo sie noch immer lebt und arbeitet,<br />
aufgewachsene Künstlerin Sung Tieu als neue Preisträgerin.<br />
Zur Begründung ihrer Entscheidung führte<br />
sie aus: „Sung Tieu gehört zu den spannendsten<br />
Stimmen ihrer Generation. In<br />
Vietnam geboren, folgte sie im Alter von<br />
fünf Jahren dem seit den späten 1980er-<br />
Jahren als Vertragsarbeiter in der DDR<br />
tätigen Vater in das vereinte Deutschland<br />
nach. In ihren Werken reflektiert sie die<br />
eigene Migrationserfahrung, die sich<br />
entlang der komplexen Bruchlinien von<br />
ehemaligem Ost- und Westdeutschland<br />
und ihren jeweiligen Alliierten entfaltet.<br />
Doch ihre Arbeiten verbleiben nicht im<br />
Biografischen. Sie widmen sich den ideologischen,<br />
ökonomischen und sozialpolitischen<br />
Strukturen, die unser gesellschaft-<br />
Foto: Wilfried Lerchstein<br />
liches Zusammenleben<br />
bestimmen. Ihr Augenmerk<br />
liegt dabei auf den<br />
kritischen Infrastrukturen,<br />
die darüber entscheiden<br />
wer und was Sichtbarkeit<br />
erlangt.“ Tieu schafft minimalistische<br />
Environments<br />
und arbeitet mit wechselnden<br />
Medien, darunter<br />
Installation, Skulptur, Fotografie,<br />
Zeichnung, Text<br />
und Sound, Fund- und<br />
Erinnerungsstücke. Ihre<br />
Arbeiten basieren auf ausgedehnten<br />
Recherchen, entstehen<br />
häufig in Bezug auf das<br />
direkte Umfeld des Ausstellungsortes<br />
und in Zusammenarbeit<br />
mit ihren Kollaborateuren.<br />
Sie befassen<br />
sich mit Fragen von gesellschaftlicher<br />
Verantwortung<br />
und bürokratischen Machtstrukturen<br />
im Hinblick auf<br />
das soziale Miteinander.<br />
Mit der Auszeichnung sind<br />
ein Preisgeld von inzwischen<br />
5.000 Euro, eine Publikation<br />
und die seit dem<br />
30. Juni bis zum 10. November<br />
<strong>2024</strong> laufende<br />
Ausstellung „Ohne Offenlegung<br />
/ Without Full Disclosure“<br />
im MGK verbunden.<br />
Wilfried Lerchstein<br />
Informationen auch unter:<br />
www.mgksiegen.de/de/<br />
sammlung/<br />
Foto: MGKS<br />
Lena Henke<br />
8. Rubensförderpreisträgerin<br />
Foto: Wilfried Lerchstein<br />
Sung Tieu<br />
9. Rubensförderpreisträgerin<br />
Sung Tieu: Yeasts and Spirits (2023) und<br />
The Opposite of Good is Good Intentions (Second One) (<strong>2024</strong>).<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 21
Kultur<br />
„Without Full Disclosure“<br />
Sehenswerte Ausstellung von Sung Tieu<br />
Sung Tieu erinnert sich noch genau daran, wie sie davon<br />
erfahren hat, dass sie als Trägerin des 9. Förderpreises<br />
zum Rubenspreis der Stadt Siegen ausgewählt<br />
worden ist: „Das ist tatsächlich eine absolute Überraschung,<br />
weil man gar nicht vorher von dem Prozess erfährt. Es gibt<br />
eine interne Jury, die das auswählt. Und tatsächlich bekommt<br />
man einfach einen Anruf.“ Nach der Preisverleihung<br />
am 30. Juni <strong>2024</strong> im Museum für Gegenwartskunst Siegen<br />
(MGKSiegen) wurde dort Sung Tieus Ausstellung „Without<br />
Full Disclosure“ (Ohne Offenlegung) eröffnet. In elf Räumen<br />
werden über 50 Werke aus den letzten sieben Jahren<br />
gezeigt, die zum Teil erstmals in Deutschland zu sehen sind.<br />
Sung Tieu beeindruckt dabei durch ihre akribische und<br />
umfangreiche Faktenrecherche. „Meine Arbeit versucht<br />
eigentlich nie, konkret zu sagen, was richtig oder falsch<br />
ist. Es geht eher darum, Dinge in den Fokus zu rücken,<br />
beispielsweise die Chemikalien, die im Fracking genutzt<br />
werden, andererseits die Orte, beispielsweise in Niedersachsen<br />
oder Nordrhein-Westfalen, die potentiell sich dafür<br />
eignen würden, […] und diese Dinge natürlich auch zu<br />
hinterfragen.“, so Sung Tieu im Interview für die WDR-<br />
Lokalzeit Südwestfalen vom 28. Juni <strong>2024</strong>.<br />
Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Auseinandersetzung<br />
mit den Risiken des Hydraulic Fracturing<br />
(Fracking) in den USA. Zu nennen sind hier u.a. die dreiteilige,<br />
aus sechs Stahlrohren bestehende Soundinstallation<br />
„Reverberations“ (2023) und die aus 1.920 Edelstahlplaketten<br />
bestehende Wandarbeit „Mural for America“<br />
(2023). Sung Tieu hat aber zuletzt auch Potenzialgebiete<br />
für eine Schiefergasförderung im niedersächsischen Landkreis<br />
Diepholz und im Münsterland aufgesucht. Mehr als<br />
600 der dabei entstandenen Fotos wurden im über 1.000<br />
Seiten starken Künstlerinbuch „Without Full Disclosure“<br />
über die abgedruckten Datensätze gelegt, die dennoch nur<br />
2 % der im US-amerikanischen FracFocus-Register enthaltenen<br />
Einträge umfassen. Der Name der Ausstellung ist<br />
auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass 20 % der beim<br />
Fracking verwendeten und als Geschäftsgeheimnis eingestuften<br />
Chemikalien nicht bekannt sind. Die Installation<br />
„Per Square Meter“ (<strong>2024</strong>) zeigt Abgüsse im Quadratmeter-Format<br />
von potentiellen Frackingstellen bei Rehden in<br />
Deutschland, wo Fracking seit 2017 [noch] verboten ist.<br />
Ein auf einem Schaukelstuhl ausliegender Zeitungsartikel<br />
vom 23. Mai <strong>2024</strong> widmet sich dem Protest einer Bürgerinitiative<br />
gegen das LNG-Terminal für die Wiederverdampfung<br />
von Flüssigerdgas in Mukran auf Rügen.<br />
Sung Tieu thematisiert im Zusammenhang mit dem „Havanna-Syndrom“<br />
auch den Einsatz akustischer Waffen in<br />
„Sonic Weapon – or Mass Hysteria?“ (2020) und „Moving<br />
Target Shadow Detection“ (2022). In der Serie „Exposure<br />
To Havana Syndrome, Brain Anatomy, Axial Plane“ (2023)<br />
sind MRT-Scans von Sung Tieus Gehirn ausgestellt, während<br />
sie sich einer Rekonstruktion des Tons ausgesetzt hat,<br />
der für das „Havanna-Syndrom“ verantwortlich gemacht<br />
wird. Außerdem beschäftigt sie sich in ihrer Video-Arbeit<br />
„No Gods, No Masters“ (2017) mit dem im Vietnam-Krieg<br />
im Rahmen der psychologischen Kriegsführung als Soundwaffe<br />
eingesetzten „Ghost Tape No. 10“.<br />
Mit verschiedenen künstlerischen Mitteln untersucht<br />
Sung Tieu ebenfalls den Einfluss der französischen Kolonialisierung<br />
in Vietnam. Hierzu zählen u.a. die Werke<br />
„Anti-Trauma-Walk“ (<strong>2024</strong>), „Yeasts and Spirits“ (2023),<br />
„The Opposite of Good is Good Intentions“ (<strong>2024</strong>), Quốc<br />
Monopolô (<strong>2024</strong>) und The Ruling (<strong>2024</strong>).<br />
Alle Werke erschließen sich bei einem Rundgang anhand<br />
eines Begleithefts mit Werkverzeichnis, den QR-<br />
Codes mit hinterlegtem Audio-Guide, im Internet unter<br />
www.mgksiegen.de/de/ausstellungen/6699/sung-tieu<br />
oder im Rahmen einer Führung. Wilfried Lerchstein<br />
Sung Tieu: Die Installation Quốc Monopolô (<strong>2024</strong>),<br />
die Edelstahlplatten-Wandarbeit 636 (2022)<br />
und der Siebdruck auf Edelstahl The Opposite of Good is<br />
Good Intentions (Second Two) (<strong>2024</strong>).<br />
Foto: MGKS<br />
22 durchblick 3/<strong>2024</strong>
3/<strong>2024</strong> durchblick 23
Geschichte<br />
Wie der rote Adler ins Siegerland kam<br />
Erinnerungen an Gustav Büchsenschütz<br />
Heute möchte ich mich<br />
wieder einmal in einen<br />
Teil unserer Historie<br />
vertiefen. Vor einigen Monaten<br />
räumte ich in meinen alten<br />
Schriftstücken und Akten. Eigentlich<br />
wollte ich einiges davon<br />
vernichten, aber wie so oft<br />
fiel mir dabei ein Brief in die<br />
Hände der mir so erinnerungswürdig<br />
schien, dass ich darüber<br />
berichten möchte.<br />
Zunächst geht es um den<br />
Adler als Wappentier. Wir<br />
halten täglich Münzen in den<br />
Händen, deren Prägung auf der Rückseite den Bundesadler<br />
zeigt. An öffentlichen Plätzen weht er als Flagge. Als Symbol<br />
unseres Landes sehen wir ihn etwas eckig umrahmt<br />
auf einem schwarz rot goldenen Grund. Im Plenarsaal des<br />
Deutschen Bundestages grüßt er, mit stattlichem Ausmaß<br />
von 8,5 Metern in der Höhe und 6,5 Metern in der Breite<br />
auf 55,25 Quadratmeter, Abgeordnete und Besucher.<br />
Unser Nachbarland Österreich hat als Wappentier einen<br />
Seeadler und in den USA wird ein Weißkopfseeadler als<br />
Symbol der staatlichen Insignien verehrt. Keine bestimmte<br />
Adlerart gibt es dagegen in unserer deutschen Geschichte.<br />
Schon die Ursprünge des Symbols, so steht es in einer Herausgabe<br />
des BpB (Bundeszentrale für politische Bildung),<br />
stellten die Anfänge der menschlichen Kultur dar. Er wurde<br />
im Orient wie die Sonne, als Lebenskraft und oberste<br />
Gottheit verehrt, ebenso in der Antike, bei den Griechen<br />
und natürlich bei den Germanen.<br />
Und wer von unseren verehrten Leserinnen und Lesern<br />
ahnt, dass der Adler eines der ältesten Staatssymbole der<br />
Welt, außerdem das älteste heute noch bestehende europäische<br />
Hoheitszeichen ist. Auf<br />
deutschen Boden hat Karl der<br />
Große (747-814) den „König<br />
der Lüfte“ als Zeichen seiner<br />
Herrschaft geführt. Mit den<br />
verschiedenen wechselnden<br />
Herrscherhäusern auf unserem<br />
Gebiet wurde er dann auch<br />
von römischen Kaisern übernommen,<br />
später von den fränkischen<br />
Herrschern, die die<br />
Kaiserwürde innehatten.<br />
Bis 1200 war es ein schwarzer<br />
Adler auf goldenem Grund,<br />
der bis ins 15. Jh als doppelköpfiges<br />
Reichssymbol dargestellt wurde. Ab 1848 galt dann der<br />
schwarze Doppeladler des Deutschen Bundes. Aber es gibt<br />
eine Ausnahme, denn der Brandenburgische Adler ist in roter<br />
Farbe. Nicht aus politischer Gesinnung, sondern weil es einst<br />
die Askanier im Mittelalter so wollten, diese Linie starb um<br />
1320 aus, ihr Erbe traten die Wittelsbacher an, gefolgt von<br />
böhmischen Luxemburgern, später die Hohenzollern, die alle<br />
den roten Adler bevorzugten. Damals galt: Schwarzer Adler<br />
für Preußen, roter Adler für die Provinz Mark Brandenburg.<br />
Seit dem 12. Jahrhundert ist er das Brandenburger Wappentier.<br />
Neuzeitlich zeigt sich das Landessymbol auf zwei<br />
gleich breiten Querstreifen in den Farben rotweiß und mittig<br />
der Adler. Nur in einer kurzen Phase (1947 bis 1952) wurde<br />
er durch eine Eiche vor aufgehender Sonne ausgetauscht. Das<br />
nur, um mit der märkisch-preußischen Vergangenheit zu brechen.<br />
Der Begriff Preußen wurde erst 1947 aufgehoben. Für<br />
mich ist das eine Ironie des Schicksals, wo ich doch als Preußen-Fan<br />
genau in dem Jahr des politischen Umbruchs geboren<br />
wurde. Und damit komme ich zu meinem eigentlichen Thema,<br />
den Zusammenhängen mit einem wiedergefundenen Brief.<br />
Gustav Büchsenschütz am 7. April 1902 geboren, starb am 9. Februar 1996.<br />
Er gilt als der Dichter des Liedes „märkische Heide, märkischer Sand“.<br />
Als Sohn eines Gendarmen war er, nach Erlangung der Primareife im Verwaltungsdienst<br />
der Gemeinde Groß-Lichterfelde tätig, durchlief er die gehobene<br />
Beamtenlaufbahn und war fünf Jahrzehnte als Sport- und Bäderamtsleiter<br />
des Bezirks Steglitz im Dienst.<br />
Der Wandervogelbewegung zugehörig, schrieb er bei einem Ausflug im Jahre<br />
1923 in einer Jugendherberge bei Neu-Vehlefanz den Text und die Melodie des<br />
Liedes, das bald populär wurde.<br />
Während der NS-Zeit wurde es von Paul Lincke als Marschlied umgewandelt.<br />
Nach der Wiedervereinigung 1990 setzte eine erneute Popularisierung<br />
des Liedes ein. Heute gilt es in der Bevölkerung als inoffizielle Hymne des<br />
Bundeslandes Brandenburg.<br />
24 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Geschichte<br />
Es ist vielleicht sentimental, aber es ist meine Liebe zur<br />
Heimat, die mich mit der Historie, meinen Wurzeln beschäftigt.<br />
So erlebte ich als Sechsjährige unsere Flucht aus der<br />
Mark-Brandenburg. Zum vertrauten Allgemeingut gehörte<br />
damals schon das Gedicht des Ribbeckschen Birnbaumes,<br />
das auch zum westdeutschen Lehrplan gehört. Ebenso gab es<br />
das Lied vom „roten Adler, der über Sumpf und Sand steigt“.<br />
1956 im Siegerland sesshaft geworden, erlebte ich den Neubeginn<br />
auf Felsen, Steinen und Lehmboden.<br />
Es war im Jahr 1983, als unser Nachbar vom fertiggestellten<br />
Hausbau eine lange gerade Stange entsorgen wollte. Zu<br />
schade, fand ich, und sie wurde spontan – frisch gestrichen<br />
– bei mir als Fahnenmast umfunktioniert. Dazu brauchte ich<br />
nun auch eine Fahne und natürlich war es der brandenburgische<br />
rote Adler. Fortan wurden alle familiären Besucher mit<br />
dem Hissen meiner heimatlichen Flagge begrüßt. So weit, so<br />
gut, nun fehlte nur noch eine passende „Hymne“. Lange Zeit<br />
war das Lied vom steigenden roten Adler als Militärmarsch in<br />
Misskredit geraten, dazu in der DDR gänzlich verboten.<br />
Wie gut, dass es den WDR gibt. Ein überaus freundlicher<br />
Moderator eines Wunschkonzertes, der meinen Musikwunsch<br />
und die beigefügte Geschichte ausstrahlte, fand die Idee so gut,<br />
dass er besagtes Lied gleich mehrmals spielte, damit ich es<br />
auch auf Band aufnehmen konnte. Die Ausstrahlungen hatten<br />
eine unerwartete Resonanz, denn ich erhielt eine Vielzahl an<br />
Zuschriften. Eine Dame teilte mir mit, dass sie einen Reiseleiter<br />
kennengelernt habe, und er sei der Textdichter und Komponist<br />
besagten Liedes. Welch ein glücklicher Zufall.<br />
Es war nicht schwer, die Adresse über die Telefonvermittlung<br />
zu erfahren. Ich schrieb einen Brief, bekam prompt<br />
eine Antwort und einige Wochen später flog ich nach Berlin,<br />
suchte in Steglitz die Johann-Stegen-Straße auf. Mit großer<br />
Freude lernte ich den mir völlig fremden Gustav Büchsenschütz<br />
persönlich kennen. Ein unvergesslicher Nachmittag<br />
mit einem netten, erfrischend plaudernden, damals schon<br />
82-Jährigem äußerst munterem Herrn und dessen Ehefrau.<br />
Rundum zufrieden kehrte ich wieder heim. Seitdem weht<br />
bei mir der „brandenburgische rote Adler“.<br />
Nun ja! Teilweise wurde ich schon gefragt, welche Bewandtnis<br />
es mit der Flagge des Fußballvereins von Eintracht<br />
Frankfurt habe, oder man belächelte meine Marotte mit den<br />
Worten: „Na, hast du wieder deinen Pleitegeier rausgehängt?“<br />
Inzwischen wird es akzeptiert und nach wie vor freut<br />
mich, den roten Adler fröhlich im Siegerländer Wind flattern<br />
zu sehen. Inzwischen ist auch das steinig, bergige Siegerland<br />
für mich heimisch und vertraut geworden.<br />
Im südlichen Tirol sah ich später einen ähnlichen Vogel.<br />
Selbst Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe versuchte<br />
aufzuklären, wie ein roter Adler nach Tirol kam und es ist<br />
bis heute ein beliebtes Streitthema zwischen patriotischen<br />
Heraldikern beider Länder. Für völlig „unhaltbar“ hielten<br />
die Tiroler die Vermutung, dass ihr Tier brandenburgischen<br />
Ursprungs sei. In einer Zeitschrift las ich, dass einst Herr<br />
Stolpe sogar mit dem Tiroler Landeshauptmann darüber diskutierte<br />
und die These vertrat, dass der Adler dank Heirat einer<br />
askanischen Prinzessin in die Alpen gelangte. Aber auch<br />
Herr Stolpe konnte sein Tiroler Pendant nicht überzeugen.<br />
Eva-Maria Herrmann<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 25
Aus der Region<br />
Eine schwere Kindheit<br />
Johann Heinrich Jung Stilling<br />
Wieder errichtetes Geburtshaus von Jung Stilling in Grund.<br />
Grund ist ein kleines Dorf im Siegerland. Dort wurde<br />
Johann Heinrich Jung am 12.September 1740<br />
geboren. Im Ortsausgang steht heute das neuerrichtete<br />
Geburtshaus, nachdem das ursprüngliche einer<br />
Feuersbrunst zum Opfer gefallen war.<br />
Johann Heinrichs Eltern Dorothea Fischer und Johann<br />
Jung, der Dorfschneider, waren einfache, rechtschaffene<br />
Menschen. Johann Heinrich Jung wuchs in einer Großfamilie<br />
auf. Sie betrieb eine Landwirtschaft. Nach dem<br />
frühen Tod seiner Mutter – sie starb als Johann Heinrich<br />
18 Monate alt war – durchlitt er eine schwierige Kindheit.<br />
Der Vater zog sich in seiner Trauer und Melancholie von<br />
allen Menschen, auch den Hausgenossen, mit seinem Sohn<br />
im oberen Stockwerk zurück und übernahm die Erziehung<br />
seines Kindes. Seine ungewöhnlich harte Kindheit beschreibt<br />
Johann Heinrich später in seiner Autobiografie.<br />
Sein strenger Vater<br />
war gottesgläubig, und<br />
ein fanatischer Pietist.<br />
Die Erziehungsmethoden<br />
waren ungewöhnlich<br />
und nicht kindgemäß:<br />
Um sieben Uhr<br />
wurde das Kind geweckt.<br />
Zunächst musste<br />
es Gott danken, dass er<br />
in der Nacht von Engeln<br />
bewacht wurde. Nachdem<br />
Johann Heinrich<br />
kalt gewaschen worden<br />
und angekleidet war,<br />
wurde auf Knien gebetet<br />
„mit größter Inbrunst<br />
und tränenreich“, wie<br />
Jung Stilling schrieb.<br />
Danach bekam der Junge<br />
das Frühstück, „das<br />
er mit Anstand verzehren<br />
musste“. Anschließend wurde im Katechismus gelesen<br />
und auswendig gelernt.<br />
Nach der Katechismus Lehre durfte er geistliche und<br />
weltliche Geschichten lesen. Der Vater erlaubte niemals<br />
seinem Kind, mit anderen Kindern zu spielen. So kannte<br />
Johann Heinrich mit sieben Jahren noch keine Nachbarskinder,<br />
aber viele Bücher. Von zwei bis drei Uhr durfte er<br />
spazieren gehen in einem angewiesenen Gebiet, wobei der<br />
Vater vom Fenster aus Obacht gab. Wenn ein Nachbarskind<br />
sich ihm näherte, pfiff er, und Johann musste sofort<br />
wieder ins Haus kommen. So blieb die Erziehung bis ins<br />
zehnte Lebensjahr. Wurde ein Gebot übertreten, züchtigte<br />
ihn der Vater mit der ständig bereitliegenden Rute. Um<br />
den Züchtigungen zu entgehen, fing Johann Heinrich an<br />
zu lügen und Ausreden zu erfinden. Die Großeltern, die<br />
unten im Haus wohnten, bekamen die strenge Erziehung<br />
Er war der Namensgeber<br />
vieler Einrichtungen, Schulen,<br />
und Straßen im Siegerland:<br />
Jung-Stilling-Krankenhaus<br />
Jung-Stilling-Apotheke<br />
Jung-Stilling-Schule<br />
Jung-Stilling-Straße<br />
Jung-Stilling-Jung-Stilling-Platz<br />
Jung-Stilling-Arbeitskreise.<br />
Es gibt keine<br />
Niedrigkeit des Standes,<br />
wenn die Seele geadelt ist.<br />
Denkmal in Hilchenbach:<br />
„Selig sind, die das Heimweh<br />
haben, denn sie sollen nach Haus<br />
kommen“ Spruch aus dem Einweihungsroman<br />
„Heimweh“.<br />
Spruch auf Todesanzeigen.<br />
26 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Aus der Region<br />
mit Züchtigungen mit, sagten zunächst nichts. Auf Drängen<br />
der Großmutter gab es eine Unterredung. „Wer nicht<br />
will, dass seine Gebote häufig übertreten werden, der muss<br />
nicht viel befehlen. Alle Menschen lieben die Freiheit.“<br />
Das war eine wichtige Aussage des Großvaters.<br />
Nun wurde Johann Heinrich nicht mehr so häufig gezüchtigt.<br />
Die Nachbarn wunderten sich über das seltsame Verhalten<br />
des Kindes. Erst langsam veränderte sich der Umgang<br />
des Vaters mit dem Sohn. Er wollte wieder seinem Handwerk<br />
nachgehen und auch wieder als Schulmeister arbeiten.<br />
Johann Heinrich ging zur Dorfschule und erlernte das<br />
Schneiderhandwerk. Eines Tages kam der Pastor in das<br />
Wohnhaus. Er erkannte bereits früh die Begabung des Kindes<br />
und riet, ihn zur Lateinschule zu schicken. So lernte Johann<br />
Heinrich neben dem Handwerk Latein. Mit noch nicht fünfzehn<br />
Jahren fing er seine erste Stelle als Schulmeister an.<br />
Das ist die ungewöhnlich harte Kindheit von Johann Heinrich.<br />
Als 22-Jähriger verließ er die Heimat, machte eine rasante<br />
berufliche Karriere, wurde Augenarzt, Wirtschaftswissenschaftler,<br />
Schriftsteller, Professor der Landwirtschaft,<br />
ein anerkannter Gelehrter auf vielen Gebieten.<br />
Goethe und Herder gehörten zu seinem Freundeskreis. In<br />
seiner Autobiografie nennt er sich selbst Johann Heinrich<br />
Jung-Stilling (abgeleitet von den Adjektiven still, ruhig).<br />
Mit diesem Namen ging er in die Geschichte ein.<br />
Übrigens: Das Volksmärchen „Jorinde und Joringel“<br />
haben die Brüder Grimm aus der Autobiografie von Johann<br />
Heinrich Jung-Stilling in ihrer Sammlung aufgenommen.<br />
Mariechen, damals Magd (heute würde man Haushaltshilfe<br />
sagen) in der Familie der Großeltern, erzählte<br />
dieses Volksmärchen dem neunjährigen Johann Heinrich<br />
während einer Rast auf dem Wege zur Köhlerhütte des<br />
Großvaters. Der Vater erlaubte dem Sohn diesen für Johann<br />
Heinrich unvergesslichen Gang, der später in die<br />
Freiheit führte.<br />
Gudrun Fokken<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 27
III<br />
I<br />
II<br />
IV<br />
Die Landhausklinik<br />
Foto: Heimatverein Burbach<br />
Ländliche Gesundheitsvorsorge 3. Teil<br />
Die Diskussion zur Krankenhausreform kennen wir<br />
alle. Wie viele Einwohner braucht ein Krankenhaus,<br />
um wirtschaftlich arbeiten zu können? Welche medizinischen<br />
Geräte werden wo vorgehalten und welche nicht?<br />
Welches Fachpersonal wird gebraucht und auch gefunden?<br />
Wie verbindet man Krankenversorgung mit wirtschaftlichen<br />
Interessen der Krankenhausträgergesellschaften? Die Kleinen<br />
bleiben schnell auf der Strecke. Das Krankenhaus Kredenbach<br />
ist ein solches Beispiel: 1965 eingerichtet, schloss<br />
es schon 2018 wieder. Es lohnte nicht mehr.<br />
In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg existierten viele<br />
solcher kleinen, ländlichen Krankenhäuser in privater<br />
Trägerschaft. Meist war der Chefarzt Unternehmer, Verwaltungsrat,<br />
medizinischer Allrounder in Personalunion,<br />
nicht selten auch ein – knorriges – Original. Die Bevölkerung<br />
besaß überwiegend kein privates Fahrzeug sondern<br />
nutzte Bus und Bahn. So schätzte sie das ortsnahe Angebot.<br />
Vom Versorgungsluxus des 21. Jahrhunderts hätte niemand<br />
träumen können. Das war unvorstellbar.<br />
Im letzten Kriegsjahr entstand die Landhausklinik in<br />
Burbach. Luftangriffe gefährdeten das Stadtkrankenhaus<br />
im Zentrum von Siegen. Im Dezember 1944 verlagerte man<br />
Abteilungen aufs Land, um Ärzteschaft, Pflegepersonal und<br />
Kranke zu schützen. Für die Chirurgie mit ihrem Chefarzt<br />
Dr. Panthel fand sich Platz in den Baracken des ehemaligen<br />
Reichsarbeitsdienstes im Erzweg in Burbach. Dr. Panthel<br />
hatte, wie man erzählte, unter Professor Sauerbruch gearbeitet,<br />
bevor er als Marinearzt eingezogen wurde. Ebenso<br />
erzählte man, ihm hätte eine vielversprechende Karriere als<br />
Schönheitschirurg gewunken, wäre nicht der Krieg dazwischengekommen.<br />
Eine seiner chirurgischen Meisterleistungen<br />
stärkte später dieses Ondit: Ein zum Wochenende redlich<br />
Betrunkener war beim Aussteigen aus dem Schienenbus in<br />
Wahlbach in heißen Teer gefallen und in seiner Unbeholfenheit<br />
auch noch mit dem Gesicht darin gelandet. Selbst im<br />
Mund befand sich heißer Teer. Keiner konnte sich vorstellen,<br />
dass dieser Mann jemals wieder ein halbwegs ansehnliches<br />
Gesicht haben würde. Zu seinem Glück landete er im nächsten<br />
Krankenhaus, in Burbach. Nach mehreren Operationen<br />
hatte Dr. Panthel das schwer verletzte Gesicht so wieder hergestellt,<br />
dass der Schaden kaum mehr zu ahnen war.<br />
Nun aber RAD-Baracken Burbach: Die standen frei.<br />
Arbeitsfähige Männer lagen schon lange im russischen<br />
Matsch oder sonst wo auf der Erde, Maschinengewehr<br />
im Anschlag. Sie zogen nicht mehr mit dem geschulterten<br />
Spaten singend im Gleichschritt durchs Dorf, um irgendwo<br />
Gräben auszuheben oder zuzuschütten.<br />
Die Verlegung des Krankenhauses aus der Stadt aufs<br />
Dorf bedeutete schon eine echte Herausforderung. Der<br />
Krankenhausalltag verjagte jegliche Sehnsucht nach<br />
Abenteuer nachhaltig.<br />
Männer und Frauen belegten verschiedene Baracken, um<br />
keine unsittlichen Gelüste aufkommen zu lassen. Damit entsprach<br />
man dem Moralempfinden der Zeit. Nach medizinischen<br />
Kategorien – Chirurgie, HNO, Innere – trennte man<br />
nicht so genau. Eine Baracke beherbergte die Verwaltung,<br />
eine die Küche, eine den Operationssaal. Bei Sonnenschein<br />
und Wärme mochte das reizvoll die unendliche Leichtigkeit<br />
des Seins betonen. Bei Wind, Regen, Schnee und Hagelschlag<br />
lud man belegte Brote und warmes Essen genauso wie Frischoperierte<br />
auf die länglichen fahrbaren Krankentragen, holperte<br />
über den ungepflasterten Hof und schirmte das jeweilige<br />
Beförderungsgut mit Regenschirmen notdürftig ab. Diese<br />
Technik wandten nicht nur kleine ländliche Krankenhäuser<br />
an. Große Kliniken in großen Städten hielten es nicht anders.<br />
Der Krieg endete, damit endete die braune Unterdrückung<br />
und Gleichschaltung. Das Hitler-Jugendheim auf der<br />
Heister, so hoch gebaut, dass man von dort über die Kirche<br />
I Ursprünglicher Bau = Ehemaliges HJ-Heim II Anbau zur Klinikerweiterung III Grundstück mit privatem Wohnhaus IV Gerodetes Grundstück<br />
für den Bau des Schwesternheimes. <br />
Foto: Heimatverein Burbach<br />
28 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Aus der Region<br />
hinwegsehen konnte, wurde obsolet. Die Gebäude boten<br />
mit geringen Umbauten alles, was ein kleines ländliches<br />
Krankenhaus brauchte. Mit unternehmerischem Instinkt<br />
kaufte Dr. Panthel das Gebäude, erwarb ein Grundstück<br />
daneben, auf das er sein Haus baute, und verwandelte so<br />
menschenverachtende Machtdemonstration in Dienst am<br />
Menschen. Er löste seinen Vertrag mit dem Stadtkrankenhaus<br />
und richtete seine eigene „Landhausklinik“ ein.<br />
Die junge Bundesrepublik regelte langsam das öffentliche<br />
Leben nach demokratischen Prinzipien und Vernunft.<br />
Krankenhäuser mussten eine bestimmte Größe haben, um<br />
die Bevölkerung angemessen versorgen zu können. So erfuhr<br />
die Landhausklinik im Laufe der Jahre zwei Anbauten,<br />
die sie genehmigungsfähig und wirtschaftlich erhielten. Es<br />
wurden weiter Ärzte und Pflegepersonal eingestellt. Der<br />
Betrieb stabilisierte sich zu einem prägenden Wirtschaftsfaktor<br />
im Ort.<br />
Weil die Chirurgie neben den anderen Fachrichtungen<br />
das Hobby des Chefarztes war, operierte er in der Regel<br />
selbst. Wer in seine Hände und unter sein Skalpell geriet,<br />
war gut aufgehoben. Dazu gab es keine zweite Meinung.<br />
Eher führte die zuweilen auffallend lange Verweildauer<br />
schon mal zu Unmut bei den wartenden Angehörigen und<br />
zu Langeweile bei der Patientenschaft, ganz besonders<br />
wenn sie jung und männlich war. Das Kapitel bedürfte jedoch<br />
einer eigenen Erzählung.<br />
Unfälle, die chirurgische Eingriffe erfordern, richten<br />
sich nicht nach dem Dienstplan des Krankenhauspersonals.<br />
Bereitschaftsdienst zu organisieren fordert kleine Krankenhäuser<br />
viel stärker als große. Wenn dann an einem Samstagabend<br />
– was durchaus passierte – nach feucht-fröhlicher<br />
Feier ein später Zecher auf dem Heimweg vom Zollhaus<br />
unbedacht vor ein Auto stolperte und vom DRK aufgelesen<br />
und zur Landhausklinik transportiert wurde, konnte es vorkommen,<br />
dass gerade weder OP-Schwester noch Narkosefachkraft<br />
zu greifen waren. Wer sprang ein? Wer gerade zur<br />
Verfügung stand. Das konnte auch schon mal der Hausmeister<br />
sein. Später wurde dafür ein ehemaliger Sanitätsfeldwebel<br />
der Bundeswehr gefunden. Besonders verlockend schienen<br />
die ehrenamtlichen Rettungsdienstler des DRK. Sie<br />
waren gut ausgebildet, hatten Zeit und kosteten kein Geld.<br />
Dazu erinnert sich Jürgen Schöllchen an Schwänke aus<br />
seiner Jugendzeit. Der erste Rettungssanitäter vor Ort war<br />
„Wagnersch Onkel Willem“. Der nahm in den frühen sechziger<br />
Jahren den Teenager unter seine Fittiche und<br />
lehrte ihn das Rettungswesen. Mit von der Partie<br />
waren auch über lange Jahre Herbert Gontermann<br />
und weitere Rotkreuzler. Diese waren auf ehrenamtliche<br />
OP-Assistenz abonniert. Die älteren mit<br />
dem nötigen Ernst und angemessener Ehrfurcht:<br />
„Skalpell!“ – „Hier, bitte, Herr Chefarzt.“<br />
„Tupfer!“ – „Bitte sehr, Herr Chefarzt.“<br />
Dem Jungspund Jürgen fehlte noch der nötige<br />
Schliff. Damit geriet der Herr Chefarzt schon<br />
mal an seine Grenzen.<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick<br />
Da war zunächst die Sache mit dem Kittel… In den Operationssaal<br />
durfte man nur nach gründlicher Reinigung und<br />
im hochgeschlossenen Kittel mit Stehbündchen, hinten zugeknöpft.<br />
Die erforderliche Auswahl hing bereit für Große,<br />
Kleine, Dicke, Dünne. Nun war Jürgen Schöllchen schon<br />
immer, sagen wir – stattlich! Er wickelte sich in das passende<br />
reinliche Gewand und harrte der Dinge, denen er gewachsen<br />
sein sollte. Der Einsatz im Allerheiligsten der ländlichen<br />
Chirurgie blieb ihm jedoch zunächst vorenthalten. Als der<br />
Maestro des geschärften Skalpells die Szene betrat, kippte<br />
das Sakrileg auf: Der Jungspund trug den Kittel vom Herrn<br />
Chefarzt! Das zog den sofortigen Rausschmiss nach sich.<br />
Qualifiziertes ehrenamtliches Personal kann man jedoch<br />
nicht auf Dauer entbehren, weshalb der Jungspund – nunmehr<br />
mit der nötigen Lehre zu Totem und Tabu vertraut –<br />
wieder zum Einsatz kam. Er handhabte sogar die Narkosemaske<br />
mit Äther.<br />
Kommando: „Pass auf die Augen auf!“ – „Jawohl,<br />
Herr Chefarzt.“<br />
Konzentrierte Arbeit am Patienten. Kontrollfrage: „Wo<br />
stehen die Augen?“ – „Ganz rechts, Herr Chefarzt.“<br />
Fortschreiten der Operation. Nächste Kontrollfrage:<br />
„Und jetzt?“ – „Jetzt sind sie einmal hinten rum und kommen<br />
auf der anderen Seite wieder raus, Herr Chefarzt.“<br />
„Raus hier!!!!“<br />
Weniger konflikthaft verliefen andere kleine Hilfsarbeiten.<br />
Wenn die starken jungen Männer der Bereitschaft schon<br />
mal da waren, konnten sie auch eben noch die Verstorbene<br />
des vergangenen Tages in die kleine Leichenhalle auf halber<br />
Höhe des Krankenhausweges bringen. Das Dorf schlief, im<br />
Dunkeln begegneten ihnen keine neugierigen Blicke. Der<br />
mittlerweile arrivierte Jürgen und der neue Jungspund erledigten<br />
das noch schnell. Die knappe Anweisung kam noch<br />
hinterher: „Stellt sie nach links. Rechts liegt schon jemand!“<br />
„Klar doch. Kein Problem, Herr Chefarzt.“<br />
Keine 200 Meter, Jürgen vorne, der derzeitige Jungspund<br />
hinten, wird die Türe zur Leichenhalle geöffnet und in die<br />
Szene kommt Bewegung. Innen Huschen und Miauen. Jürgen<br />
lakonisch: „Jetzt hat ihn die Katze geholt.“ Hinten vom<br />
Jungspund erst völlige Stille, dann ein Bumms. Seine Nerven<br />
waren dem Stress ebenso wenig gewachsen wie seine<br />
Knie! Aber nachdem er wieder zur Besinnung gekommen<br />
war, half er doch noch die Örtlichkeit aufzuräumen.<br />
Tilla Ute Schöllchen<br />
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Gewusst wie<br />
Hamsterfahrten ins Hessische<br />
Bild: Wikimedia Commons<br />
Unsere Geschichte heute umspannt einen weiten<br />
Zeitraum, ungefähr von der vorletzten Jahrhundertwende<br />
bis in die Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.<br />
Sie berichtet von schwierigen Lebensverhältnissen<br />
und der Zähigkeit und Pfiffigkeit mit der Menschen<br />
diese Hindernisse meisterten. Im Mittelpunkt steht Erich<br />
Engelberth. Er wurde in Allendorf geboren, eines von elf<br />
Kindern des Heinrich Engelberth und seiner Frau Luise.<br />
Wie das damals nicht selten geschah, starb Heinrichs<br />
Mutter früh. Die Kinder waren noch klein. Schwere Arbeit<br />
in der Landwirtschaft und viele Geburten in kurzen Abständen<br />
laugten die Frauen aus. Die medizinische Versorgung<br />
hielt dem Vergleich mit der in heutiger Zeit nicht stand. Also<br />
wurde gestorben. So viel zu Thema: „Gute alte Zeit“!<br />
Da stand nun der Vater mit seinen fünf unmündigen Kindern,<br />
der Arbeit im Bergbau und der Kleinlandwirtschaft.<br />
Tapferkeit hin, Fleiß her, das war nicht zu schaffen. Das<br />
schafft niemand. Nicht jedem Mann stand in einer solchen<br />
Lage der Sinn nach einer neuen Frau. Das wäre eine erprobte<br />
Lösung gewesen. Nicht wenige Ehen wurden aus diesem<br />
Grund geschlossen; und es waren nicht die schlechtesten.<br />
Plan B, ebenso üblich, sah so aus: Die drei jüngsten Kinder<br />
wurden bei Verwandten in Gilsbach großgezogen.<br />
Wie die Kinder den Wechsel ihres Lebensumfeldes verkrafteten,<br />
ist nicht bekannt, weil solche Überlegungen niemand<br />
anstellte. So hatte allerdings Erich Engelberth aus<br />
Allendorf über seine Vatergeschwister enge Verbindung<br />
nach Gilsbach, wo er in den Dreißigerjahren des vergangenen<br />
Jahrhunderts seine Selma heiratete und mit ihr dort<br />
lebte. Erich arbeitete bei der Ruhrtal-AG als Streckenwärter<br />
zur Kontrolle der Gasleitungen. Die musste er ständig<br />
abgehen, prüfen, freischneiden.<br />
Privates Leben, besonders die Versorgung mit Lebensmitteln,<br />
gestalteten sich unter Kriegsbedingungen und in<br />
der Nachkriegszeit im Siegerland sehr schwer. Nicht weil<br />
Siegerländer faul oder ungeschickt sind. Der Boden trägt<br />
weniger Frucht als anderswo. Am besten wachsen hier<br />
Steine. Erst dann kommen Kartoffeln, Rummeln (Runkelrüben)<br />
und Roggen. Viele Siegerländer fuhren zum Hamstern<br />
ins Hessische. Die Züge waren immer überfüllt, weil<br />
auch Menschen aus dem Kölner Raum und dem Ruhrgebiet<br />
Hamsterfahrten ins Hessische antraten. Teilweise saßen<br />
die Fahrgäste auf den Dächern. Nicht zuletzt aus diesem<br />
Grund fuhren die Züge rücksichtsvoll langsam.<br />
Hamstern gehörte zu den unverzichtbaren Überlebenstechniken.<br />
Wer hamsterte, tauschte gegen Lebensmittel<br />
aller Art, was er selbst besaß und entbehren konnte:<br />
Schmuck oder Geld (wenig begehrt), Zigaretten (sehr<br />
willkommen), Gebrauchsgegenstände (auch schön, weil<br />
die Produktionswirtschaft auf Krieg eingestellt war bzw.<br />
später durch Kriegsgeschehen zerstört und damit den Bedarf<br />
nicht deckte).<br />
„Gewusst wie“.<br />
Auch Edwin Dax aus „Daxes Schmidde“ in Gilsbach<br />
hamsterte. Er holte mit seinem Nachbarn Aluschrottteile<br />
zerschossener Stukas (Sturzkampfbomber) vom Flugplatz<br />
auf der Lipper Höhe, schmolz sie in der heimischen Schmiede<br />
ein und fertigte daraus Aluminiumtöpfe, Waffeleisen<br />
und ähnliche hochwertige Gebrauchsgegenstände. Solche<br />
Premiummöglichkeiten boten sich Erich Engelberth nicht.<br />
Er setzte auf seine Beobachtungsgabe und seine beruflichen<br />
Handlungsfelder, und die sahen so aus: Bei der Kontrolle<br />
der Gasleitungen hatte er die gesamte Strecke von<br />
30 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Aus der Region<br />
Wildwuchs freizuschneiden und damit den freien Zugang<br />
zu gewährleisten. Junge Birkenreiser sammelte er, legte<br />
sie an gut zugänglichen Stellen auf der Burbacher Höhe ab,<br />
holte sie nach Feierabend mit der Schubkarre zu sich nach<br />
Hause und band sie zu Reiserbesen. Die knüpfte er an einer<br />
langen Stange auf, um sie so – 10 vorne, 10 hinten auf die<br />
Schulter gelegt – transportieren zu können.<br />
Was andere Fahrgäste heutzutage völlig verblüffen<br />
würde, erregte vor 75 Jahren kein Interesse. Alle Menschen<br />
sahen zu, wie sie ihre Alltagsversorgung sicherstellten.<br />
Absonderlichkeiten aller Art fanden immer irgendeine<br />
logische Erklärung. Mit seinem ungewöhnlichen Sperrgut<br />
erklomm Erich am nächsten Tag den Zug und traf auf seinen<br />
Gilsbacher Bekannten Edwin und dessen Freund mit<br />
ihren handgeschmiedeten Töpfen und Waffeleisen, wo er<br />
den bei jungen Männern aller Zeitläufe wohlwollend bissigen<br />
Spott erntete.<br />
Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und am Ende<br />
des Tages gab Erich den am Morgen geernteten Spott ungebraucht<br />
zurück. Töpfe und Waffeleisen hatten die Menschen<br />
im Hessischen noch von ihren Eltern geerbt, meist<br />
zusammen mit dem ganzen Fachwerkhaus. Gute Eisenwaren<br />
halten lange! Was die Bauern hatten, brauchten sie<br />
nicht noch einmal. Dafür rückte man mühsam produzierte<br />
Lebensmittel nicht raus. Die Schmiede waren kein einziges<br />
Stück losgeworden. Reiserbesen waren jedoch begehrt.<br />
Reiserbesen nutzen sich ab und müssen ersetzt werden.<br />
Erich hatte an einer Dreschmaschine in der Wetterau dafür<br />
einen Sack Getreide erhamstert. Nur der Vollständigkeit<br />
halber sei erwähnt, dass sich das von Erich Engelberth<br />
entwickelte Geschäftsmodell mit Reiserbesen erstaunlich<br />
schnell herumsprach. Prompt gründeten zwei andere Gilsbacher<br />
Nachbarn eine Besenbinderei, wo sich die Leute<br />
Besen kaufen oder ertauschen konnten. Allerdings marschierten<br />
sie nicht mehr selbst in den Hauberg. Das ließen<br />
sie von Kindern und Jugendlichen besorgen, die sich damit<br />
wiederum ein paar Groschen oder das damals hochbegehrte<br />
Kaugummi verdienten.<br />
Wir müssen noch die Zähigkeit abhandeln, ohne die<br />
alle Pfiffigkeit vergeblich gewesen wäre: Da lag nun nach<br />
erfolgreicher Hamstertour in der Wetterau der Sack mit<br />
dem wertvollen Getreide – Versicherung gegen Hunger für<br />
eine ganze Familie – im Zug von Dillenburg nach Betzdorf.<br />
Dieser Zug durchlief drei Besatzungszonen. Die Amerikaner<br />
kontrollierten in Hessen, also bis Allendorf, die Briten<br />
in Westfalen, also von Niederdresselndorf bis Struthütten.<br />
Ab Herdorf übernahmen für Rheinland-Pfalz die Franzosen.<br />
So hatte es der alliierte Kontrollrat in seiner Potsdamer<br />
Konferenz am 30. August 1945 beschlossen. Alle Reisenden<br />
wurden von Soldaten kontrolliert. Hamstern war<br />
Schwarzhandel und stand unter Strafe. Wer erwischt wurde,<br />
kassierte schon mal „Bau“ (Gefängnis). Seine erhamsterten<br />
Lebensmittel<br />
war<br />
er auf jeden<br />
Fall los.<br />
Schon ab<br />
Haiger übernahmen<br />
die<br />
Engländer.<br />
Sie sahen<br />
den Reisenden<br />
an der<br />
Nasenspitze<br />
an, wenn sie<br />
gehamstert<br />
„Ed Laiderwaanche“<br />
hatten. Das<br />
war auch<br />
keine detektivische<br />
Glanzleistung,<br />
denn<br />
wer in der „Schubbkarre aus Holz“<br />
Nachkriegszeit in überfüllten rumpelnden Zügen eine Reise<br />
antrat, besuchte nur selten Tante Frieda.<br />
Welch ein Vorteil, wenn man vor der westfälischen<br />
Grenze in Allendorf aufgewachsen war. Man öffnete die<br />
Zugtüre und schubste den Getreidesack den Bahndamm<br />
hinunter. Wenn sich dann die Briten bis zum Hamsterer<br />
vorgearbeitet hatten, zückte der seinen beruflichen Passierschein<br />
und war fein raus.<br />
Ab jetzt lief alles nahezu reibungslos. Erich musste nur<br />
eben noch mit der Schubkarre das Getreide ins Allendorfer<br />
Elternhaus bringen. Dann fuhr er mit der Bahn zur Familie<br />
nach Gilsbach, schnappte sich eine Woche später „ed<br />
Laiderwaanche“ (Leiterwägelchen), zog es zu Fuß nach<br />
Allendorf (Ja, klar zu Fuß, wie denn sonst?), lud das Getreide<br />
auf, zog es über die grüne Grenze bis zur Mühle<br />
am Würgendorfer Ortseingang. Sein halbwüchsiger Sohn<br />
Wolfgang half ihm dabei. Der Würgendorfer Müller mahlte<br />
gelegentlich das Hamstergetreide und zweigte sich als<br />
Lohn einen kleinen Teil ab. Das war besser als Geld. Eine<br />
Woche später holten Erich und Wolfgang ihr Mehl ab und<br />
zogen es auf dem Laiderwaanche von Würgendorf nach<br />
Gilsbach zum Bäcker Diehl. Sie durften nicht erwischt<br />
werden, deshalb schlugen sie am Würgendorfer Denkmal<br />
den Weg steil bergauf über die „Egge“ nach Gilsbach ein.<br />
Vater und Sohn hätten das Getreide nicht gleich von Gilsbacher<br />
Müller mahlen lassen können, denn dann wäre es<br />
auf ihr Deputat angerechnet worden. Sie hätten nicht mehr<br />
behalten dürfen, als ihnen ohnehin zustand. Jetzt ging man<br />
davon aus, dass das Mehl aus ihrem erlaubten Eigenbedarf<br />
stammte. Nun tauschten sie es ein gegen Brotmarken, die<br />
sie ohne diesen Aufwand nie bekommen hätten und die<br />
nicht auf ihr erlaubtes Deputat angerechnet wurde.<br />
Tilla Ute Schöllchen<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 31
Student der Hohen Schule<br />
Johann Textor<br />
Verfasser der „Nassauischen Chronik“<br />
Als Geburtsstadt wird Haiger, gelegen an der Dill,<br />
genannt. Urkunden, die den Tag seiner Geburt<br />
belegen, sind nicht mehr vorhanden. Der großflächige<br />
Stadtbrand von Haiger vom 08.05.1723 hat die<br />
maßgeblichen Bestände der städtischen Urkundensammlungen<br />
vernichtet. In der von ihm im Jahr 1617 verfassten<br />
„Nassauischen Chronik“ bezeichnet er den Monat „Septembri“<br />
des Jahres 1582 als sein Geburtsdatum. (1)<br />
Die „Nassauische Chronik“ wird als seine wichtigste<br />
Veröffentlichung angesehen und gilt bis heute als Standardwerk<br />
der Nassauischen Geschichte.<br />
Geboren wurde er als Johann Weber, dessen Eltern<br />
beide sehr früh verstarben. Nahe Verwandte setzten sich<br />
jedoch dafür ein, dass er im Alter von acht Jahren in der<br />
Lateinschule von Haiger als Schüler aufgenommen wurde.<br />
Aus der Region<br />
Die bereits 1817 geschlossene Hohe Schule in Herborn.<br />
Der in Dillenburg residierende Graf Johann<br />
VI, der Ältere, hatte im Jahr 1584 die „Hohe<br />
Schule“ in Herborn gegründet, die mit vier<br />
Fakultäten (Theologie, Philosophie, Medizin<br />
und Jura) ausgestattet war. Als „Johanneum“<br />
trug sie seinen Namen. Da nicht alle wissenschaftlichen<br />
Disziplinen dort gelehrt wurden,<br />
erlangte sie keinen Universitätsrang und die<br />
Promotionsvergabe wurde ihr versagt. Der<br />
Lehrbetrieb wurde im Jahr 1817 eingestellt. (2)<br />
Nach Beendigung der Lateinschule zu<br />
Haiger wurde Johann Textor am 03.10.1601<br />
als Student der Hohen Schule von Herborn<br />
eingeschrieben. Nach drei Jahren wechselte<br />
er an die Universität Heidelberg, um dort<br />
die Studien fortzusetzen. Mit zwei Dissertationen<br />
schließt er die dortigen Studien ab<br />
und wechselt seinen Geburtsnamen Weber<br />
in die lateinische Übersetzung Textor. Dies war nur akademisch<br />
ausgebildeten Personen erlaubt. (3)<br />
Trotz vielfacher Mitbewerber wird Johann Textor<br />
nach Beendigung des Studiums zum Gerichts- und Stadtschreiber<br />
von Haiger berufen. Alsbald beginnt er mit den<br />
Arbeiten an der „Nassauischen Chronik“, die nach neun<br />
Jahren in Herborn gedruckt wird. Diese wird bis heute als<br />
ein wertvolles Standartwerk der Nassauischen Geschichte<br />
angesehen.<br />
Johann Textor wird im Jahre 1619 Stadt- und Gerichtsschreiber<br />
zu Dillenburg. Er verstarb, erst 44-jährig, im September<br />
1626 an der Pest und wurde in Dillenburg beerdigt.<br />
Die „Hohe Schule“ zu Herborn ist als Museum erhalten<br />
geblieben und kann von Interessenten besucht werden.<br />
Der akademischen Bildungsstätte war eine Buchdruckerei<br />
angegliedert, in der 1595 die bekannten „Herborner<br />
Bibeln“ gedruckt wurden.<br />
Einen kurzen Fußweg oberhalb der Altstadt befindet<br />
sich die Burg, zunächst als Sitz des Stadtherren ausgerichtet.<br />
Um 1630 erfolgte ein Ausbau als Witwensitz für<br />
Angehörige des Nassauischen Grafenhauses. Seit 1866<br />
ist ein Theologisches Seminar der Hessischen Landeskirchen<br />
dort untergebracht.<br />
Teile der Stadtmauern sind erhalten geblieben. Einen<br />
Blickfang besonderer Art bilden am Marktplatz das im<br />
Jahr 1589 erbaute Rathaus und das Fachwerk-Eckhaus.<br />
Heinz Stötzel<br />
Literaturnachweise: 1.) Textor, Dr. Johann, „Nassauische Chronik“, 1617, Nachdruck<br />
Bonn und Fries, Siegen,1984, Seite 14. 2.) Steubing, Joh. Hermann Kirchen- und Reformationsgeschichte<br />
der Oranien-Nassauischen Lande, 1804, Seiten 211 ff. 3.) Löber, Dr. Karl<br />
„Haigerer Hefte“ Nr. VII, 1976, Seite 63.<br />
32 durchblick 3/<strong>2024</strong><br />
Bild: Wikipedia
Aus der Region<br />
Drei-Felder-Wirtschaft<br />
In Reih und Glied sauber aufgestellt, so sah man früher<br />
zur Erntezeit in den Siegerländer Dörfern herrliche<br />
Bilder. Im Sonnenschein strahlten die gelben Kornritter.<br />
Der Weg vom Saatgut bis zum Mähdrescher war lang.<br />
Die erste Feldarbeit im Februar/März war die Aussaat<br />
des Hafers. Die Ernte war im August/September. Mit der<br />
Kornsense wurde der Hafer gegen den stehenden Halm<br />
gemäht, aufgehoben, gebunden und zum Trocknen aufgestellt<br />
(Hawerstuche).<br />
Die Roggenaussaat wurde im Oktober auf dem abgeernteten<br />
Kartoffelacker vorgenommen. Nach dem üblichen<br />
Eggen und „Steinelesen“ teilte man das Feld in Streifen<br />
auf. Das Saatgut säte man dann aus einer blauen hochgebundenen<br />
Schürze. Als Düngung für die junge Saat wurde<br />
Mist auf das Feld gefahren<br />
und sorgfältig<br />
ausgestreut.<br />
Die Ernte begann<br />
im August bei trockenem<br />
Wetter. Mit<br />
der Bügelsense wurde<br />
der Roggen gegen<br />
den stehenden Halm<br />
gemäht, zu Garben<br />
aufgehoben, zweimal<br />
mit einem Strohbund<br />
(Wensel) gebunden<br />
und dann als „Ritter“<br />
aufgestellt. Dieser<br />
bestand aus drei bis<br />
neun Garben und einem<br />
Hut oder Mütze,<br />
die als Schutz gegen<br />
den Regen über die<br />
Ähren gestülpt wurde.<br />
Nach acht bis vierzehn<br />
Tagen konnte der<br />
Roggen dann zum Dreschen gefahren werden. Dieses war<br />
eine schwere und auch staubige Angelegenheit. Weizen<br />
und Wintergerste sind bei uns recht selten angebaut worden.<br />
Sommergerste wurde des öfteren mit Hafer gemischt,<br />
gesät und dann zur Schweinemast verwendet. Nachdem<br />
Anna und Otto die „Mütze“ zum Schutz gegen Regen aufgesetzt<br />
hatten, versteckten sich die Enkelkinder Christian,<br />
Dirk und Kathrin gerne in den „Rittern“.<br />
Eine schwere Arbeit, die allen noch einmal sichtlich<br />
Spaß gemacht hatte. Die Rast im Feld hatten sich alle Helfer<br />
nach über dreistündiger Arbeit redlich verdient. So gab<br />
es Siegerländer Reibekuchen. Auch der Kaffee durfte nicht<br />
fehlen, den gab es aus einem Steinkrug (Glonck).<br />
<br />
Heinrich Bruch<br />
Kornritter aufstellen mit der Famile, danach gab es Kaffee und Backesbrot in gemütlicher Runde.<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 33
Datt Feschweiherche<br />
Bild: Ronny Jäger, KI generiert<br />
Mei Vadder aarbde bei dr Tiefbaufirma Theis aus<br />
Weerndorf. Eimol hadden se om Westerwald zo<br />
duu, un dr Babba koom Owends bet ner grueß<br />
Lachsforell no haam. Die hadde äehm Iimes geschenkt, dä<br />
poor klaane Feschweihern hadde. Ii Bodder gebroare woar<br />
die Forell e richdich Festäeße.<br />
„Dä Maa hat gesaad, die Forelln brichden net sue en grueße<br />
Weiher, wie mr emmer glaabt. Un wenn mr se goot foorert,<br />
wäern se flott schlachtreif“ saade dr Babba. Nu hadde mei<br />
Obba groad zo där Zeit datt ganze Veeh abgeschafft un mir<br />
bruchten us Mesde net mie. Du hadde mei Vadder en goore<br />
Idee: Wu us Mesde woar, sull e Feschweiher hie! En schiene<br />
Unnern koom om Theis seinem Tieflader e Bagger un hennerhär<br />
e Lastwaache oagefoahrn. Du woar mei Vadder ii seinem<br />
Element! Bet laudem Gebröll un Gepeif wuar dr Baggerfoahrer<br />
dirijiert, wie hä zo baggern hadde. Dä Aushub wuar off<br />
däen Lastwaache geloare un fortgefoahrn. Als nächsdes wuer<br />
en „Bodenpladde“ aus Bedong gegosse un ringsrem Wenn<br />
huachgezoaje. Alles ii Allem woar us Mesde nur noch zwieenhalf<br />
mol drei Meder grueß un annerthalf Meder deef un sull<br />
ez Feschweiherche heiße!<br />
Wie alles goot getrait woar, wuarn de Wenn un dr Borre<br />
blitzebloo geschtreche. „So, etz kunn de Feschjer kumme“<br />
saade dr Babba. E Schluch wuar oageschlosse un de Mesde<br />
lief langsam voll Wasser (datt kosdete us naut, weil de<br />
Gemeinde de Wasserauer direkt IWWER däem Kran im<br />
Keller oageschlosse hadde). Dobet de Fesche och genooch<br />
Sauerschdoff kridden, wuar en Elektroleidung gelääd un<br />
medde ii dr Mesde off gruaße Schdaa en Schpringbrunen<br />
offgeschdallt – dä sooch wunnerschie aus un datt Geplätscher<br />
hierde sich oa wie Urlaub! Dobet net zoo vill Schtrom<br />
verbrucht wuar, schaldete mei Vadder däen Schpringbrunnen<br />
noachts aus.<br />
Ez woar alles feerdich un foffze klaane Lachsforellcher<br />
un e gruaßer Sack Foorer wurn geliwwert. Außerdäem e<br />
Graskarpfen – dä sull de Wenn un dr Borre ablutsche un sue<br />
alles schie reilich haale. De ganz Noochberschaft schdunn<br />
bet meine Ellern em datt Feschweiherche un schdaunde.<br />
Mei Mudder hieß Irma – wenn dr Babba besunnersch goot<br />
gelaunt woar, nannde hä se „Olga“. „Lugg emol, Olga, sue<br />
en schiene Feschweiher gerret rem un demm net nochmol.<br />
Wie schwinn die Fechjer remhär sause! Die sei sue flott,<br />
datt se flott sei! Un watt hoa se en Abbeditt! Wenn se weirer<br />
sue goot fräeße, sei se baal schlachtreif. Heit Owend<br />
foorern ech se nochmol.“ Mei Obba koom aus dm Warthegau,<br />
watt heit ii Polen leit. Sei Familje hadde de Fischereireechte<br />
voa nem See – also hadde hä Ahnung voa Fesche.<br />
Dr Obba schuggelde emmer wirrer iwwer seine Schwiejersohn<br />
dr Kopp un saade hälich, datt mei Vadder et net<br />
hierde „So ein Narr, das gibt im Leben nichts!“<br />
En ganz Zeit ging alles goot. De Forellcher woarn munter,<br />
un mr kunn sieh, wie se zoonohme. Dr Babba freude<br />
sich un iwwerlääde bet seinem Freund, dm Luggebachs<br />
Lui, wie se woahl de Fesche aus dr Mesde kreeje wulle,<br />
wenn et sue weit wär. Watt hoa die Zwie gelaacht un<br />
en Schbaß gehad, bei ähre Iifäll. De Forelln eifach berm<br />
Käscher raushoaln wär jo unschbortlich. Sua ainichden<br />
se sich off angeln. Et sull e Wettangeln wäarn! Se wullen<br />
sich de Bank un en Kesde Beer oa datt Weiherche schdälln,<br />
un wär de meisde Fesche fung woar dr Angelkönich! Un<br />
weil die Forelln da sue grueß un schwär woarn, goob et<br />
genooch Fesch fier de ganz Schnorrboartsecke (sue hieß<br />
us Schdrooße). Also sull e Eckefest unner däem Moddo<br />
„Erstes Burbacher Fischerfest“ gefeiert wäern!<br />
Awer du fung datt Elend oa: Je grießer de Forelln wuern,<br />
desdo öfdersch hebbden se aus dm Wasser – manchmol bis<br />
off de Schdrooße. Wenn mr Gleck hadde, erweschde mr se<br />
freeh genooch un kunn se wirrer iit Wasser schmeiße. „Vielleicht<br />
hoa se zo weng Sauerschdoff“ iwwerlääde dr Babba,<br />
un dr Schpringbrunnen lief ez Daach un Noacht. Mei Omma<br />
34 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Mundart<br />
woar eir dr Sichdije offt Schtromschbarn. Mir Kenner därfden<br />
owends im Bädde net läese, datt jo net uunierich Schtrom verb<br />
rucht wuar – do baßde se off wie e Scheeßhund. „Wenn desmol<br />
dr Elektrische zum Abläese kimmt, sall hä sich wunnern,<br />
wie weng mir verbrucht hoa“ saade se. Wie nu dr Schpringbrunnen<br />
och noch noachts lief, wull se baal watt oa sich kreje<br />
un scholl (häälich, datt mei Vadder naut hierde) „Ihr leewe<br />
goore Lei, watt wärd he e Schtroom verforzt, nur wejer däen<br />
poor Scheißfesche!“ Awer et holf alles naut: Aar Fesch noom<br />
annern wuar dued om Plasder orer off dr Schdrooße funne<br />
orer voa de Katze gefräeße, un de Noochbern belaachden sich<br />
un saaden gä de Babba „Langer, däen Fesche gefällt et he net,<br />
die wunn wirrer off de Westerwald!“ Ech glaawe, mei Vadder<br />
woar frueh, wie och dr lezde Fesch dued woar, denn hä saade<br />
gä de Mamma „Wa, Olga, die poor Forelln, die mir im Joahr<br />
äeße, kunn mir us och kaufe.“ Nur dr Luggebachs Lui aijerde<br />
sich, weil et ez kei Fischerfest goob. Ez schwumm nur noch<br />
dr Graskarpfen ii dr Mesde. Weil mir noch sue vill Feschfoorer<br />
hadden, wuern poor Goldfesche oageschafft. Datt sooch<br />
schie aus: Die ruere Fesche ii dr blitzebloe Mesde. Außerdäem<br />
kunn dr Schpringbrunnen noachts wirrer abgeschdallt<br />
wäern, wuriwwer sich de Omma freide. Awer die ganze Fesche<br />
iwwerläebden dr Wender net.<br />
„Ez sein ech et leid, bet däen verdammde Fesche“ saade dr<br />
Babba. Datt Wasser wuer aus dr Mesde gelooße un de Firma<br />
Theis koom berm Lastwaache un kibbde se voll Äär. Blume<br />
wuern geplanzd un dr bloe Rand, dä ringsrem rausluggde,<br />
sooch wunnerschie aus. Mei Ellern schdunne fier dr Mesde<br />
un beluggden sich äär Werk. Un dr Babba saade: „So, Olga, ez<br />
hoa mr endlich Rooh un hoa e schie Gaardche – loon vorn ii<br />
datt Äggelche kaasde noch Pedersilje sää!“<br />
<br />
Sigrid Kobsch, Burbach<br />
Übersetzungen: Iimes = Jemand, Mesde = Misthaufen, Wenn = Wände, Wasserauer = Wasseruhr,<br />
Schdaa = Steine, feerdich = fertig, foffze = fünfzehn, Foorer = Futter, Iifäll = Einfälle Ideen,<br />
Sichdije = Süchtige, Scheeßhund = Schießhund, Wender = Winter, Gaartche = Gärtchen<br />
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Liebe, Sonne, Hut on Blom<br />
doadrus sall mr wat dechde,<br />
min Frou säd nur: „Wat sall dä Quatsch,<br />
best Du da noch ganz dechde?<br />
Bi zoveel Sonn’, dat es bekannt,<br />
ech sä Dir dat net gern,<br />
häd mr ganz schwing de Hut verbrannt,<br />
wenn’t schlömm kömmt och dt Hern.<br />
Us Mitleid, örrer och us Liebe<br />
schenke ech Dir en Blom,<br />
on zünde da en Kerze a,<br />
wenn’t si moß och e Rom.”<br />
Bruno Steuber, Littfeld<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 35
Mundart<br />
Sue Schottln *<br />
Wichels „Fernsehbild“.<br />
Us Dande Hedwich wuur nur Wichel genannt. Die Ellern<br />
woarn alt un die älste Schwester krank. Dr Jong,<br />
dr Walder, wat spärer mei Vatter woar, musste sei<br />
Lehrlingsgöld dehaam abgea. Dt Wichel hatte naud geliert,<br />
et mussde dehaam hölfe. Eijentlich woar dat schoa, weil all<br />
Könner voam Oppa Robert ziemlich goot ie dr Schual woarn.<br />
Abber sue woar et dumoals, de Jonge durften off de Schual<br />
goah oar mussten n Lehre maache un Göld verdien, de Maarercher<br />
net, die mussten dehaam hölfe. Off de Schual ze goah<br />
woar jo ze däar Zeit och noch taier. Beim Wichel hatte sich n<br />
Reflex ausgebillt: Wenn et dehaam oat Spöln ging, da kritte<br />
ött a dringendes Bederfnis. Mir hatten kaa Toilette im Haus,<br />
also ging dt Wichel off de Abtritt im Schoppe. Dä woar oam<br />
annern Enn voam Haus. Doa soaß ött, loas Heftcher oar woar<br />
oam Fernseh‘n. Wie dat? Ja, ött ließ bei dr Sitzung de Dür<br />
offstoah. Sue luckte ött bis noah Spenglersch. Ött woar off die<br />
Oart oam Fernsehn ganz uahne Abberat, Unitymedia oar Satelitteschottel.<br />
Ech glaabe, „Satelitteschottel“ gerret im Platt<br />
noch net. Dat Woard süll ech mir vielleicht padentiern loaße.<br />
N anner Schottel hatte dt Lepper Lina, dat us gärübber<br />
woahnte un de zwaite Frau voam Patte Ewald woar. Dat<br />
hatte en Saloatschottel, wu ött ömmer de Saloat dönn oamachte.<br />
Sai hattn direkt noa dm Kreech Iequatierung. Die<br />
Lei lianten sich enn Daach die Schottel voam Lina aus.<br />
Wie dt Lina abber doabai luckte, hatte dä Maa sei Feeße<br />
doa dönn un woar die oam wesche. Dat öss joa ierscht<br />
durchaus lobenswert un net schlömm, wenn dä da railije<br />
Feße hatte. Fier t Lina woar et n Katastrophe. Et Lina woar<br />
schwäar bias un noahm sai Schottel direkt wörrer bött. Ab<br />
sofort stunn die nur noch<br />
im Goarde als Tränke fier<br />
de Hiehner. Saloat wuur<br />
nemmier doa dönn oagemaacht.<br />
Et get joa och noch<br />
annern Schotteln: Wenn<br />
de net pariertest, da kritteste<br />
och schue moa e<br />
poar „ömm de Schottel“.<br />
Bei Veranstaltunge gerret<br />
vielleicht n Schottelbus,<br />
wenn et doa net<br />
genooch Parkplätze gett,<br />
odr n Autofirma hee hat<br />
e „Kundenschottel“-Auto.<br />
Et goaf och n Zeitlang<br />
voa dr NASA a Space-<br />
Shuttle, off Platt „Raumschottel“,<br />
für de Astronaute.<br />
Raumschottel! Da<br />
fällt mir ie, dat kaa mr och<br />
ganz annerschtes verstoah. Ech muss doafier a bessche aushoaln:<br />
Saa mr moa, ech hätte drhaam Dorscht. Da goahn<br />
ech oa de Kicheschrank, kreje mir a Gloas un stelln dat off<br />
de Oarichte. Ech drähn mich noa dm Kihlschrank, maache<br />
die Kihlschranksdür off un hoal n Flesche raus. Ech wöll<br />
mr joa wat ausgeeße. Anschließend drähn ech mich wörrer<br />
noa meinem Gloas - wat da etz? Mei Gloas öss fort! Deiter<br />
noch emoa! Wie ech sue doa drübber oam simmeliern sei,<br />
saan ech gää t Ute: „Wu öss da mei Gloas?“ Eijentlich hätte<br />
ech wösse musse! Da trett abber suewat voa dm Ute sei<br />
„Turbo-Zung“ ie Aktion: „Ulrrich Karl Gerhard! (Wenn<br />
et ‘Ulrrich‘ saat, werret schue kritisch. Wenn ött abber all<br />
mei Vürnoame zidiert, da goahn ech besser ie Deckung!)<br />
Ulrrich Karrl Gerharrd, das habe ich grrade weggerräumt.<br />
Das ist in der Spülmaschine. Das hast du davon, wenn du<br />
immer alles stehen<br />
und liegen lässt!“<br />
Sieht r, dat öss<br />
n „Raumschottel“!<br />
Sue Raumschotteln<br />
gerret och. Däan ähr<br />
„Space“ öss dt Haus!<br />
Deasweje öss dt Ute<br />
hee näabe als Beispill<br />
och oabgelichtet. Dat<br />
hat ött etz doavoa!<br />
Ulrich Schöllchen,<br />
Burbach<br />
*verschieden Schüsseln<br />
36 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Unterhaltung<br />
Traum von Schumi<br />
Bild: Wikimedia Commons<br />
Auf dem Weg zum Zahnarzt zockele ich vor vielen<br />
Jahren wieder einmal durch eine 30er-Zone. Hinter<br />
mir schleicht ein junger Mann in seinem fahrbaren<br />
Untersatz. Ich sehe, wie er nervös hinter seinem Lenkrad<br />
herumzappelt. Er muss wohl zur Arbeit, denke ich, und<br />
dass er wohl schon spät dran ist. „Er hupt ja gar nicht“, fällt<br />
mir auf, mein Ärger schwindet. Da plötzlich holt er eng auf<br />
und fährt bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit neben<br />
mein Auto, kurbelt die Scheibe herunter und schimpft<br />
zu mir herüber: „Na, Sie haben Ihren Führerschein wohl<br />
auch noch nicht lange?“ Ich bin platt! Das mir, die ihren<br />
„Lappen“ schon fast 50 Jahre besitzt und ihn auch ständig<br />
nutzt – und das sogar fast unfallfrei! Mein Einwand, dass<br />
ich nicht „Schumi“ sei und die Friedrichstraße nicht der<br />
Nürburgring, winkt er mit einer unanständigen Geste verächtlich<br />
ab und rast fix weiter.<br />
Ich kann den jungen Mann aber gut verstehen. Auch<br />
ich fahre gerne zügig. Und es hat mich viel Lehrgeld<br />
gekostet, bis ich gelernt hatte, nur die vorgeschriebenen<br />
Geschwindigkeiten zu fahren. 30 km/h sind 30 km/h und<br />
nicht etwa 36 oder gar 38 km/h. Die zahlreichen Knöllchen<br />
taten jedes Mal im Portemonnaie weh. Wie viele<br />
leckere Naschereien hätte ich mir dafür kaufen können!<br />
Die sind zwar auch verboten, führen zu Röllchen, machen<br />
aber gute Laune. Nun zockele ich vorschriftsmäßig<br />
gemächlich durch die 30er-Zonen und betrachte schöne<br />
Hausfassaden und im Sommer die liebevoll bepflanzten<br />
Vorgärten. Auch halte ich mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung<br />
außerhalb geschlossener Ortschaften und<br />
fahre auf den Autobahnen umweltbewusst nicht schneller<br />
als 130 km/h. Manchmal aber träume ich davon, einmal<br />
Schumi zu sein, und dann drücke ich, ganz verwegen,<br />
mal so richtig auf die „Tube“. Erna Homolla<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 37
Ja, ich trau mich was …<br />
Ja, ich trau mich was …<br />
… und geh noch einmal auf große Fahrt<br />
Wir saßen wieder einmal zusammen und erinnerten<br />
uns an einen gemeinsamen Urlaub, den wir<br />
beide, meine Freundin und ich, als einen unserer<br />
schönsten erlebt hatten, wenn nicht sogar den schönsten<br />
überhaupt: mit den Hurtigruten zum Nordkap. Das war<br />
Ende Februar/Anfang März 2010, Norwegen lag noch im tiefen<br />
Schnee, aber die Tage wurden schon wieder hell. Es war<br />
ein Traum! Die meiste Zeit haben wir auf dem „Sonnendeck“<br />
des Schiffes verbracht und immer nur geschaut und geschaut.<br />
Um diese Zeit fahren die Postschiffe nicht in die Fjorde. Mitreisende<br />
erzählten uns begeistert von den Sommerfahrten. Ja,<br />
das wäre großartig, die jetzt verschneite Landschaft und auch<br />
die Fjorde im Sommer zu sehen ... nun 14 Jahre später, stieg<br />
dieser Gedanke wieder hoch: Wollten wir nicht auch mal<br />
im Sommer fahren? Ich bin inzwischen 83 Jahre alt und<br />
nicht mehr ganz fit. Meine Freundin ist erst Mitte 70 und<br />
wesentlich besser drauf. Wenn wir uns diesen Herzenswunsch<br />
also auch noch erfüllen wollen, dann jetzt oder nie.<br />
Viel Geld haben wir beide nicht, aber was soll’s, das wird<br />
uns nicht hindern.<br />
Wenn wir noch günstige Plätze erwischen wollen, müssen<br />
wir uns beeilen. Wenige Tage später sitzen wir im Reisebüro.<br />
Unsere erste Reise mit den Hurtigruten zum Nordkap<br />
vor 14 Jahren war eine organisierte Gruppenfahrt. Da wurden<br />
wir ab Siegen mit dem Bus zum Flughafen befördert<br />
und waren die ganze Zeit in der Obhut unseres Reiseleiters.<br />
Alles war damals durchorganisiert, jetzt sind wir auf uns<br />
selbst gestellt.<br />
Im Reisebüro: Wir äußern unsere Wünsche. Meine<br />
Freundin möchte gerne möglichst direkt zur Mittsommernacht<br />
fahren. Das wird sicher schwierig, denn das wollen<br />
viele Leute. Selbstverständlich brauchen wir Einzelkabinen<br />
und die bitte auch nicht an der Schiffsladeseite, wie beim<br />
letzten Mal. Unsere Ansprechpartnerin im Reisebüro fängt<br />
an zu blättern und zu rechnen. Bei der Erfüllung all unserer<br />
Wünsche und der kompletten Schiffsreise von Bergen nach<br />
Kirkenes und wieder zurück, inclusive Flug, kostet das ganze<br />
Vergnügen über 8.000 €. Pro Nase!!! – Wir sehen uns an:<br />
Damit ist unser Traum gestorben, keine Frage. „Das geht<br />
aber auch günstiger“, macht uns die Dame vom Reisebüro<br />
Mut, „schauen wir doch mal, was noch geht.“<br />
Erster radikaler Einschnitt: Die Zeit. Wenn wir früher<br />
fahren, wird es wesentlich günstiger, und im Mai haben<br />
wir auch fast schon 24 Stunden Sonne.<br />
Zweiter Einschnitt: Die Einzelkabinen werden zur Doppelkabine.<br />
Da müssen wir durch, auch das hilft beim Preis,<br />
aber insgesamt immer noch nicht genug. Da gibt es noch<br />
die Möglichkeit, nur die Hälfte der Strecke mit den Hurtigruten<br />
zu fahren und von Kirkenes aus wieder zurückzufliegen.<br />
Ein gewaltiger Preisunterschied. Wir schauen uns an:<br />
Das ist die Lösung! Die Tour die norwegische Küste hoch,<br />
vorbei an den Lofoten, um das Nordkap herum bis nach<br />
Kirkenes, das reicht doch auch. So sind wir zwar nur sechs<br />
Tage unterwegs, aber nehmen alle Sehenswürdigkeiten dieser<br />
Tour mit. Wir haben den Preis um mehr als die Hälfte<br />
gekürzt, die Zeit allerdings auch, egal, das machen wir!<br />
Ja, ich trau mich was! Diesmal wird sich unsere Hurtigruten<br />
Reise etwas anders gestalten als vor 14 Jahren, für mich<br />
entsprechend meiner Einschränkungen eher „easy going“.<br />
Ich brauche zum Laufen meine Wanderstöcke, die<br />
müssen unbedingt mit. Gott sei Dank erkundige ich mich<br />
rechtzeitig: Nein, ich kann sie auf dem Flug nicht benutzen,<br />
sie dürfen nicht mit ins Handgepäck. Da sie Spitzen<br />
haben, gelten sie als potentielle Waffe, also müssen sie in<br />
den Koffer. Aber selbst im zusammengeschobenen Zustand<br />
passen sie nicht in meinen Koffer, auch nicht in den<br />
nächstgrößeren, was tun? Ich binde die Stöcke mit Gurten<br />
außen am Koffer fest und hoffe, dass das gut geht. So darf<br />
ich den Koffer in Frankfurt aber nicht normal aufgeben,<br />
muss an einen Sonderschalter der Lufthansa.<br />
Bergen, Flughafen. Mit Spannung warten wir auf unsere<br />
Koffer, kommen die Stöcke mit? Ja, leicht verrutscht,<br />
38 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Reisen<br />
aber immer noch fest am Koffer, landet dieser samt Stöcken<br />
auf dem Band, große Erleichterung!<br />
Jetzt gilt es, den richtigen Bus zum Hafen zu finden,<br />
wie er in unseren Papieren angegeben ist. Der erste Bus,<br />
bei dem wir nachfragen, fährt zum Hurtigruten-Anleger,<br />
den nehmen wir. Während der Fahrt stellt sich heraus,<br />
dass wir einen Linienbus erwischt haben, der uns auf eine<br />
Stadtrundfahrt durch ganz Bergen mitnimmt. Na super,<br />
aber wir haben ja noch viel Zeit, bis unser Schiff ablegt.<br />
Gönnen wir uns also eine Stadtrundfahrt.<br />
Endlich haben wir unser Schiff, die Nordnorge, geentert<br />
und stechen in See! Natürlich haben wir den Begrüßungssekt<br />
genossen und unsere Doppelkabine bereits in Beschlag<br />
genommen. Sie ist völlig ausgefüllt von einem riesigen Doppelbett,<br />
leider mit nur einer durchgehenden Matratze, aber<br />
zwei riesigen Bettdecken. Wir sind beide gespannt auf unsere<br />
erste Nacht auf dieser Matratze! Das kleine Duschbad<br />
macht mich auch neugierig: wie das wohl gehen wird. Aber<br />
alles geht besser als vermutet. Die Matratze ist wunderbar,<br />
wir merken kaum die Bewegungen der anderen. Das Wasser<br />
der Dusche ist warm, und obwohl sie so klein ist, es läuft<br />
nichts über. Das kleine Bad hat Fußbodenheizung, und so<br />
ist im Nu alles wieder trocken! Alles ist sehr gut durchdacht,<br />
wenn auch richtig eng.<br />
Nach dem Abendessen mit netten Tischnachbarn sitzen<br />
wir vor den großen Panoramafenstern am Bug des Schiffes<br />
und beobachten die Abendsonne. Sie geht tatsächlich noch<br />
kurz unter, nur ihr roter Schein bleibt leuchtend am Horizont<br />
stehen. Wir sind gespannt auf die Nacht.<br />
Wie nach dem langen Sitzen während der Reise zu erwarten<br />
war, treiben mich während der Nacht immer wieder<br />
heftige Krämpfe aus dem Bett. Draußen ist es die ganze<br />
Zeit taghell! Durch den Spalt unter der Verdunkelung<br />
scheint die Sonne, mitten in der Nacht.<br />
Der zweite Tag: Unser erster Ausflug ist angesagt. Es<br />
geht mit einem kleineren Schiff durch den „stillen“ Hörundfjorden<br />
nach Aalesund. Der Fjord ist wunderschön. Die Berge<br />
zu beiden Seiten des Wassers sind beeindruckend hoch,<br />
die Kuppen mit Schnee bedeckt. Würde nur die versprochene<br />
Stille nicht permanent gestört durch den lauten Dauervortrag<br />
des Reiseführers in Englisch, Deutsch und Französisch.<br />
Das ist heftig, wir hatten uns auf eine meditative stille Tour<br />
gefreut. Dieser Ausflug sollte nicht als „Silent Tour“ angeboten<br />
werden. Mir steckt der lange Reisetag gestern noch<br />
in den Knochen. Die Beine sind schwer, die Kniegelenke<br />
schmerzen und der Rücken vom häufig langen Stehen auch.<br />
Ich muss aufpassen, dass ich mir nicht die Freude an all dem<br />
Schönen selbst schmälere, indem ich meinen Wehwehchen<br />
zu viel Aufmerksamkeit schenke.<br />
Der dritte Tag: Nächster Stopp ist Trondheim. Die angebotene<br />
Tour durch die Stadt sparen wir uns, wir kennen sie<br />
schon. Mit dem Taxi geht’s ins Zentrum, zu weit für mich,<br />
um hinzulaufen. Keine wirklich gute Idee, denn ohne mich<br />
mit meiner eingeschränkten Mobilität hätte meine Freundin<br />
die Stadt alleine gut fußläufig erkunden können, für uns<br />
Beide also unbefriedigend. Ab jetzt werden wir auch getrennt<br />
Dinge unternehmen, so, wie es den eigenen Vorstellungen,<br />
Wünschen und Möglichkeiten entspricht.<br />
Ich gestehe, ich vermisse in Trondheim noch etwas den<br />
Winterzauber unserer ersten Reise. Es funktioniert leider<br />
nicht, erlebte traumhaft schöne Reisen zu wiederholen<br />
oder gar toppen zu wollen.<br />
Aber wir genießen: das schöne Wetter, die wunderbaren<br />
Buffets am Morgen, Mittag und manchmal auch am Abend.<br />
Aber unschlagbar ist das Menü am Abend. Unser größter<br />
Genuss ist die traumhaft schöne Landschaft um uns herum,<br />
die Berge, die wie kunstvolle Skulpturen direkt aus dem<br />
Wasser hoch hinauf ragen. Und dann das Wasser mit seinen<br />
ständig wechselnden Bewegungsmustern, an all dem können<br />
wir uns nicht satt sehen.<br />
An unserem vierten Reisetag hat meine Freundin für sich<br />
das Angebot einer Wanderung bei Bodö gebucht. Wie gerne<br />
wäre ich da mitgelaufen, aber vorbei ist vorbei. Die Stadt<br />
Bodö wurde von den Deutschen komplett zerstört, deshalb<br />
gibt es dort keine alte City mehr zu bewundern. Die Attraktion<br />
ist hier „Die wildesten Gezeitenströmungen der Welt“.<br />
Ich entschließe mich, an einer Busfahrt dorthin teilzunehmen.<br />
Auch da muss ich ein Stück weit laufen und merke, wie langsam<br />
ich inzwischen geworden bin und wie mühsam es sein<br />
kann, mit den anderen Schritt zu halten.<br />
Zurück auf unserem Schiff, wir haben unsere Alleingänge<br />
sehr genossen. Geht doch! Eine Erfahrung mehr.<br />
Natürlich können wir die Lofoten nicht rechts liegen<br />
lassen, wenn wir schon mal im Nordmeer sind. Zwei Stunden<br />
Busfahrt durch eine eigenartig schöne Landschaft mit<br />
ihren malerischen Fischerdörfern, eine ganz besondere<br />
Atmosphäre. Leider ist der Himmel bedeckt und es regnet.<br />
„Nein“ sagt unser Guide, „es regnet nicht, die Sonne<br />
schwitzt! Sie hat in den letzten Tagen so hart gearbeitet,<br />
deshalb schwitzt sie jetzt so.“ Netter Gedanke.<br />
Am Abend des vierten Tages steht die Fahrt in den<br />
Trollfjord auf dem Programm. Ob wir wirklich in den engen<br />
Fjord hineinfahren werden, entscheidet der Kapitän<br />
nach Wetterlage. Großes Glück: Wir fahren in den Fjord<br />
ein! Ein ganz besonderes Erlebnis.<br />
Fünfter Tag: Unser nächster Halt ist Tromsö, die Hauptstadt<br />
des Polarkreises. Auch diesmal gab es beim Überqueren<br />
des Polarkreises eine Polartaufe. Die haben wir uns aber geschenkt<br />
und trotzdem eine Urkunde bekommen, die zweite.<br />
Es wurde uns vorangekündigt, dass das Wetter umschlagen<br />
würde. Jetzt erleben wir typisches Nordmeerwetter.<br />
Das gehört einfach dazu. In der kommenden Nacht wird<br />
es unruhig, vorsorglich werden uns Tabletten gegen Reisekrankheit<br />
angeboten. Wir sind gespannt und besorgen<br />
uns welche. Mir geht es gut, aber meine Freundin leidet an<br />
Übelkeit. Die Tablette hilft nicht wirklich, aber „Trick 17“:<br />
sie legt sich mit dem Kopf ans Fußende des Bettes und<br />
damit in Fahrtrichtung, gute Lösung.<br />
Unser letzter Tag auf der Nordnorge ist gekommen. Wir<br />
fahren mit dem Bus zum Nordkap. Das Wetter ist sehr <br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 39
Reisen<br />
gemischt. Gelegentlich passiert<br />
es wohl, dass die Straße zum Kap<br />
gesperrt werden muss, z.B. bei<br />
starkem Sturm. Wir haben freie<br />
Fahrt. Heute weht ein sehr starker,<br />
böiger Wind, mal reißen auch die<br />
Wolken auf, mal schwitzt die Sonne<br />
wieder und es wird nass. Wir<br />
werden vor dem außerordentlich<br />
heftigen Wind gewarnt. Kaum aus<br />
dem Bus, merke ich, was gemeint<br />
ist: Der Wind reißt mir die Stöcke<br />
weg, dass ich sie nur mit Mühe zu<br />
Boden bringen und mich abstützen<br />
kann. Wahnsinn, diese Kraft<br />
des Windes. Wir arbeiten uns bis<br />
zur Weltkugel vor, verschwinden<br />
dann aber in dem schützenden<br />
Gebäude vor Ort und gönnen uns<br />
einen heißen Kaffee.<br />
Zurück auf der Nordnorge wird<br />
das eine kurze Nacht. Wir müssen<br />
bis 00:00 Uhr unsere Koffer fertig gepackt am Aufzug stehen<br />
haben. Heute gehen viele Passagiere in Kirkenes von<br />
Bord, einige müssen wie wir zum Flughafen. Da heißt es<br />
wieder den richtigen Bus erwischen, in dem auch unser Gepäck<br />
verstaut ist. Meine Stöcke habe ich wieder am Koffer<br />
festgezurrt. Am Flughafen Kirkenes kein Problem, er geht<br />
mit all den anderen Koffern in den Flieger. Aber ich muss<br />
jetzt wieder ohne meine Stöcke laufen. Auf dem kleinen<br />
Eismeerkirche in Tromsö.<br />
Flughafen hier ist das kaum ein<br />
Problem. In Oslo sind dann wieder<br />
weite Strecken zu bewältigen, aber<br />
wir haben drei Stunden Zeit bis<br />
zum Weiterflug.<br />
Dort warten wir dann tatsächlich<br />
sechs Stunden auf unseren Flieger,<br />
der wegen eines technischen Defektes<br />
Verspätung hatte.<br />
Wir sorgen uns, ob bei all dem<br />
Durcheinander unsere Koffer mit<br />
uns fliegen werden.Im Flieger habe<br />
ich einen Platz am Gang und kann<br />
meine Beine ausstrecken. Vielleicht<br />
gibt es so weniger Krämpfe<br />
in der Nacht. Im Frankfurter Air<br />
Port kommt auch unser Gepäck an,<br />
mit Verspätung, und meine Stöcke<br />
sind auch mitgekommen. Ein<br />
Shuttledienst bringt uns zu unserem<br />
Parkhaus. Es geht auf die letzte<br />
Etappe unserer Reise, mit dem<br />
Auto zurück nach Hause. Während der Fahrt ziehen wir<br />
kurz Bilanz. Ich frage meine Freundin, wie sie die Reise<br />
erlebt hat: „War sie für dich so traumhaft schön wie unsere<br />
erste Hurtigruten-Tour?“ Die klare Antwort ist: „Nein, sie<br />
war auch wunderschön, auch unser Miteinander, aber nicht<br />
vergleichbar mit dem Zauber der ersten Reise.“ Das haben<br />
wir also beide gleich empfunden, doch wir haben es nicht<br />
bereut, es noch einmal gewagt zu haben. Anne Alhäuser<br />
Der Nordwind reißt an unseren Kleidern.<br />
Das Nordkapp zeigt sich touristenfreundlich, nebelfrei.<br />
40 durchblick 3/<strong>2024</strong>
3/<strong>2024</strong> durchblick 41
Vom Ganges<br />
zum Himalaya<br />
Eine faszinierende Rundreise – Nepal Teil 2<br />
Bodnath-Stupa<br />
Nach unserer aufregenden Reise durch Indien im April<br />
2005 (siehe <strong>db</strong> Ausgabe 2) wagten wir uns nach<br />
Nepal mit einer atemberaubenden Fülle von Eindrücken.<br />
Unser Abenteuer begann mit einer harten Geduldsprobe:<br />
Am Flughafen von Delhi mussten wir uns durch drei<br />
Sicherheitskontrollen kämpfen. Unsere Koffer wurden gnadenlos<br />
ausgeleert und der Inhalt akribisch durchsucht. Alles<br />
wegen einem harmlosen Päckchen Streichhölzer, das sich<br />
im Koffer versteckt hatte. Ich hatte ein mulmiges Gefühl im<br />
Bauch. Was würde uns in Nepal erwarten?<br />
Doch als wir über die Ausläufer des Himalaya flogen,<br />
verblassten unsere Bedenken und machten Platz für eine<br />
atemberaubende Aussicht. In Kathmandu wurden wir von<br />
Sunil, einem kleinen Nepalesen mit strahlendem Lächeln,<br />
empfangen. Er war unser Reiseleiter. „Ich liebe Deutschland“,<br />
sagte er. „Ich habe drei Jahre in München gelebt und<br />
die ersten Er<strong>db</strong>eeren meines Lebens gegessen, sie waren<br />
Altstadt von Kathmandu.<br />
sooo lecker!“ Mit seinem perfekten Deutsch und seinen<br />
Erinnerungen an München eroberte er sofort unser Herz.<br />
Die historische Altstadt Kathmandus gleicht einem riesigen<br />
Freilicht-Museum mit Denkmälern, verzierten Häuser- und<br />
Fensterfassaden, Tempeln und Palästen. Sunil führte uns<br />
durch die engen Gassen und erklärte uns die Geschichte.<br />
Uns sollten fast so viele Höhepunkte begegnen, wie<br />
es Gipfel im Himalaya gibt. Der erste war der Besuch im<br />
Tempelpalast der amtierenden Kumari. Sie ist eine lebende<br />
Kindgöttin. Im Alter zwischen zwei und vier Jahren wird<br />
sie dazu auserwählt. Ihre Amtszeit endet mit Einsetzen der<br />
Menstruation. Wir konnten einen Blick auf sie erhaschen.<br />
Sie saß eingehüllt in einem roten Gewand am Fenster.<br />
In den bunten Gassen mit den vielen Basaren genossen<br />
wir die lebendige Atmosphäre der Stadt. Kinder kamen fröhlich<br />
auf uns zu und nahmen uns an die Hand. Auf Englisch<br />
wollten sie alles über uns wissen. Völkerverständigung pur!<br />
Die Bodnath-Stupa, das<br />
buddhistische Wahrzeichen<br />
Kathmandus, bot uns einen<br />
wunderbaren Ausblick auf<br />
die Stadt. Sie leuchtete schon<br />
von Weitem in Weiß und<br />
Gold. Unzählige Gebetsfahnen<br />
flatterten im Wind. Über<br />
der Kuppel ist ein viereckiger<br />
Sockel, auf dem sich auf allen<br />
vier Seiten die vier forschenden<br />
Augen Buddhas befinden,<br />
die in alle Himmelsrichtungen<br />
sehen. In der Stupa werden<br />
Reliquien des Kindgöttin Kumari.<br />
Buddha<br />
42 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Reisen<br />
Sadhu – Heiliger Mann.<br />
Elefantendusche im Chitwan Nationalpark.<br />
aufbewahrt. Die buddhistischen Pilger kommen von überall<br />
her und umrunden sie, 108 Mal im Uhrzeigersinn, egal wie.<br />
Wir sahen Menschen, die getragen wurden oder die auf Rollbrettern<br />
nur mit Hilfe ihrer Arme herumfuhren.<br />
Unsere Reise führte uns weiter zum Tempelkomplex<br />
Paschupatinath mit den Verbrennungsstätten. Der Geruch<br />
von Räucherstäbchen und brennendem Holz lag in<br />
der Luft, Mantras wurden gesungen. Wir begegneten den<br />
Sadhus, den heiligen Wandermönchen und Anhängern von<br />
Gott Shiva. Sie leben in Armut und ernähren sich von dem,<br />
was man ihnen gibt. Einer von ihnen saß vor den Tempeltoren,<br />
eingewickelt in ein orangefarbenes Gewand. Sein<br />
langer grauer Bart lag auf seiner Brust, neben ihm lagen<br />
Krücken. Wir gaben ihm ein Kaugummi, das er staunend<br />
annahm. Vielleicht das erste Kaugummi seines Lebens.<br />
Zum Dank segnete er uns mit einem Bindi (roten Punkt)<br />
mitten auf der Stirn. Ursprünglich trugen verheiratete<br />
Frauen diesen Bindi bis zu ihrer Witwenschaft, er sollte sie<br />
und ihren Mann schützen. Heute dient der Bindi vermehrt<br />
als Schmuckstück und wird auch von ledigen Frauen und<br />
Kindern getragen.<br />
passierte es: Der Verkehr auf der ohnehin schon verstopften<br />
Straße kam komplett zum Stillstand. Ich bekam Panik:<br />
Keine Toilette weit und breit, kein Handyempfang. Da trat<br />
unser „Copilot“, ein dreizehnjähriger Junge, in Aktion. Auf<br />
Kommando des Fahrers lief er an den Anfang des Staus,<br />
der kilometerweit entfernt sein konnte. Nach endlosen 45<br />
Minuten kam er zurück. Es war ein Unfall mit Blechschaden.<br />
Der Stau bewegte sich und wir konnten weiterfahren.<br />
Alle Strapazen waren vergessen, als wir im Nationalpark<br />
ankamen und uns auf eine Safari mit Elefanten begaben.<br />
Wir sahen Nashörner, Impalas, Sambarhirsche. Ein<br />
heimischer Königstiger hielt sich diskret im Dickicht auf<br />
und die ganze Zeit flogen bunte Schmetterlinge vor uns<br />
her. Die Überraschung die nach dem Ausflug war: Wir<br />
durften mit unseren Elefanten baden.<br />
Den nächsten Ausflug ins Elefantencamp machten<br />
wir mit einem wackeligen Einbaum. Die Flussfahrt war<br />
sehr mulmig. Sie ging nah an Krokodilen vorbei, die<br />
sich faul auf einer San<strong>db</strong>ank sonnten. Dann das Empfangskomitee<br />
im Camp – niedliche Elefantenbabys,<br />
die Angst war wie weggehweht. Elefanten jeder Altersklasse<br />
Nach diesen kulturellen Ereignissen brachen wir auf<br />
in die Natur. Der Chitwan- Nationalpark<br />
mit seiner vielfältigen<br />
Tierwelt und unberührten Natur erwartete<br />
uns. Die Fahrt dorthin war<br />
abenteuerlich. Der landesübliche<br />
Kleinbus rumpelte über eine 35<br />
kilometerlange Strecke, einspurige<br />
Schotterstrecke. Zwei Fahrzeuge<br />
passten nur mit Mühe aneinander<br />
vorbei.<br />
Ich klammerte mich an meinen<br />
Sitz, während der Bus über Schlaglöcher<br />
hüpfte. Einen Blick nach<br />
rechts machte mir große Angst,<br />
waren hier zu Hause, gesunde und kranke. <br />
dort ging es steil in die Tiefe. Dann Frau mit Bindi<br />
Gebetsfahnen<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 43
Annapurnamassiv im Himalaya.<br />
Ein weiteres Ziel war Pokhara eine malerische Stadt am<br />
Fuße des Himalaya. Der Ausblick auf die schneebedeckten<br />
Gipfel war spektakulär. Leider verhüllte der majestätische<br />
Annapurna am nächsten Tag sein Gesicht. Dicke Nebelschwaden,<br />
die über die Berge waberten, verbargen ihn vor<br />
uns. Die Bootsfahrt auf dem idyllischen Pewa-See entschädigte<br />
uns etwas dafür. Am Ufer zurück angekommen,<br />
lief uns eine fünfbeinige Kuh über den Weg! Das fünfte<br />
Bein wuchs ihr aus der Schulter. Sie soll Glück und Wohlstand<br />
bringen, für uns war es ein ungewohnter Anblick.<br />
Unsere Reise durch Nepal wäre nicht vollständig gewesen,<br />
ohne einen Besuch in der Königsstadt Patan. Die prunkvollen<br />
Paläste und Tempel berichten von der einzigartigen<br />
Kultur und Geschichte des Landes. Müde vom Aufnehmen<br />
und Verarbeiten der vielen Eindrücke und der langen Reise<br />
kehrten wir nach Hause zurück.Wir waren dankbar für die<br />
Erlebnisse und Begegnungen. Die atemberaubenden Landschaften,<br />
faszinierenden Kulturen und die herzliche Gastfreundschaft<br />
hatten uns tief beeindruckt.<br />
<br />
Ulla Schreiber<br />
Alle Fotos: Wikimedia Commons<br />
Blick auf Kathmandu.
Nur eine sanfte Brise begrüßt den Spaziergänger<br />
auf der Promenade. Der blau-graue Himmel hat<br />
die milchige Sonne verschluckt. Ein breiter, leerer<br />
Sandstrand, dahinter der Ozean, von gleicher Farbe wie<br />
der Himmel und langweilig glatt. Auf der anderen Seite<br />
ein in die Jahre gekommener Vergnügungspark mit dem<br />
Charme eines Montagmorgens.<br />
Quietschende Karussells, ratternde Loopingbahnen,<br />
ein altmodisches Riesenrad, blinkende Reklametafeln für<br />
Eis und Hotdogs, Losbuden. Im Hintergrund gesichtslose<br />
Wohnhochhäuser. Einige Kinder in den Karussells, eine<br />
Gruppe scherzender Latinos, ein Mann mit riesiger Sonnenbrille,<br />
der die Sonne sucht, vereinzelte Strandläufer,<br />
Angler auf der Pier. „Charascho!“, sie sprechen Russisch,<br />
ebenso die beiden Damen, die aufs Meer schauen.<br />
Ganz im Süden von New York, in Süd Brooklyn, reicht<br />
die Stadt direkt an den Atlantik heran. Die Glanzzeit waren<br />
die fünfziger, sechziger Jahre, als die New Yorker im Sommer<br />
aus der stickigen Stadt flohen und mit der U-Bahn für einen<br />
„Nickel“ bis dort runter fuhren, um ihre Nachmittage am Meer<br />
zu verbringen. Die Zeiten sind lange vorbei, andere Ziele sind<br />
„in“. Es kommen immer noch etliche Besucher, aber weniger<br />
Badegäste, eher Touristen, die nur einmal schauen wollen.<br />
Jetzt ist es schon September, die Badesaison ist vorbei, Stille<br />
ist eingezogen – und eine Art Melancholie.<br />
Ende des Sommers<br />
Am Strand von Coney Island.<br />
Alle Fotos: Wikimedia Commons<br />
New York, die vibrierende Metropole, ist eine Einwandererstadt.<br />
Die meisten aber sind weitergezogen ins gelobte<br />
Land der Freien. Hier an der Ostküste geblieben sind die vom<br />
Heimweh Festgehaltenen, durch den Ozean verbunden mit<br />
der alten Welt und dem fernen Mütterchen Russland. Sie haben<br />
die Heimat mitgenommen in die neue Welt und sie hier<br />
wiedergefunden. Zunehmend hört man Spanisch, vor allem<br />
aber immer noch Russisch. Das Viertel „Little Odesssa by<br />
the sea“ (Klein Odessa am Meer) ist nicht weit mit seinen<br />
russischen Geschäften und Restaurants, keine Nobellokale,<br />
Stätten des einfachen Volkes. Hier leben und träumen sie ihr<br />
osteuropäisches Leben mit einem kräftigen Schuss Amerika.<br />
Am Himmel zieht schon der Vogelzug nach Süden, kein<br />
Vogel fliegt nach Osten übers Meer, nur die Metallvögel<br />
der Airlines. Weit draußen ziehen die Schiffe, fast nur noch<br />
Frachtschiffe passieren die Verrazano-Narrows-Bridge,<br />
die Zeit der großen transatlantischen Passagierdampfer ist<br />
längst abgelaufen.<br />
Nach Osten aber schweifen die Gedanken der älteren<br />
Damen und Herren auf den Bänken an der Promenade, eine<br />
Sehnsucht, geschminkt und blondiert, nach einem Leben,<br />
das sie vielleicht gar nicht mehr kennen und das immer<br />
mehr verrinnt, nach einer Jugend, die lange vorbei ist, so<br />
wie der Sommer vorüber gegangen ist – hier am Strand von<br />
Coney Island.<br />
Johannes Utsch<br />
In die Jahre gekommener Vergnügungspark.<br />
Touristen nach einem der letzten Sommertage.<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 45
Historisches<br />
Bertha Benz, die visionäre Pionierin<br />
Ohne sie wäre die Geschichte der Mobilität<br />
Bertha Ringer 1872<br />
Die ansonsten von Männern dominierte Geschichte<br />
des Automobils kann nicht erzählt werden, ohne<br />
zumindest auch eine Frau besonders zu würdigen.<br />
Dabei handelt es sich um Cäcilie Bertha Benz, geborene<br />
Ringer, die vor 175 Jahren am 3. Mai 1849 in Pforzheim<br />
geboren wurde. Ihr Vater Karl Friedrich Ringer, der nach<br />
bestandener Meisterprüfung als Zimmermann seiner Familie<br />
ein sorgenfreies Leben ermöglichen konnte, schrieb anschließend<br />
enttäuscht in die Familienbibel: „Leider wieder<br />
ein Mädchen“. Gleichwohl ermöglichte er Bertha später den<br />
Besuch der Höheren Töchterschule in Pforzheim, was im<br />
19. Jahrhundert alles andere als selbstverständlich war. In<br />
ihrem weiteren Leben stellte seine Tochter als Pionierin des<br />
Automobils noch unter Beweis, dass eine Frau genauso wie<br />
ein Mann dazu in der Lage war, Außergewöhnliches zu leisten.<br />
Ihren späteren Ehemann Carl Benz (* 25. November 1844 in<br />
Mühlburg als Karl Friedrich Michael Vaillant; † 4. April 1929<br />
in Ladenburg) hatte die ehrgeizige, neugierige und großes Interesse<br />
an technischen Neuerungen zeigende Bertha am 27.<br />
Juni 1869 kennengelernt. Aus der am 20. Juli 1872 in Pforzheim<br />
geschlossenen Ehe gingen fünf Kinder hervor.<br />
Foto: Wikipedia Commons<br />
Ohne Bertha Benz kein<br />
Benz-Patent-Motorwagen<br />
In den wirtschaftlich kritischen Anfangsjahren setzte Bertha<br />
noch vor der Heirat ihre Mitgift zur Rettung der ersten<br />
Firma ihres Verlobten ein und trat auch später den Zweiflern<br />
ihres Mannes immer wieder entschieden entgegen. Durch<br />
ihren unternehmerischen, technischen und insbesondere finanziellen<br />
Einsatz schuf sie die Voraussetzungen für die Erfindung<br />
des Benz-Patent-Motorwagens durch ihren Ehemann.<br />
Mit Zielstrebigkeit und Talent half sie ihm, seine Vision vom<br />
pferdelosen Wagen, angetrieben von einem Motor, zu verwirklichen.<br />
Sie unterstützte Carl Benz bei der technischen<br />
Umsetzung, steuerte eigene Ideen bei und half ihm auch immer<br />
wieder ganz praktisch. Dabei stand sie ihrem Mann an<br />
visionärer Kraft und Wagemut in nichts nach.<br />
Für den Personenverkehr auf der Straße erschien die<br />
Entwicklung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, wie<br />
sie z.B. von Carl Benz und der von ihm gegründeten Firma<br />
Benz & Cie. in Mannheim vorangetrieben wurde, sehr<br />
vielversprechend. Innovationsgeist und Durchhaltevermögen<br />
– und nicht zuletzt der fortwährende Zuspruch seiner<br />
Ehefrau Bertha Benz – hatten Carl Benz die Erfindung des<br />
Automobils ermöglicht. Als ein Beamter des Kaiserlichen<br />
Patentamts am 29. Januar 1886 seinen Stempel auf das Patent<br />
Nr. 37435 drückte, war dies die offiziell aktenkundige<br />
Geburtsstunde des Automobils. Dieses Patent war die<br />
Grundlage für den Bau des weltweit ersten Fahrzeugs mit<br />
Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung. Seit Mai<br />
2011 zählt eine Kopie dieser Patentschrift für ein „Fahrzeug<br />
mit Gasmotorenbetrieb“ aus dem Besitz der Mercedes-Benz<br />
AG zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.<br />
Die weltweit erste Fernfahrt eines Automobils<br />
von Mannheim nach Pforzheim und zurück<br />
Den Durchbruch verdankte Carl Benz aber einer genialen<br />
PR-Aktion seiner Ehefrau. Sie hatte am 5. August<br />
1888 mit ihren Söhnen, dem 15 Jahre alten Eugen und dem<br />
13 Jahre alten Richard, ohne das Wissen ihres beim frühmorgendlichen<br />
Fahrtantritt noch schlafenden Ehemanns<br />
mit dem Modell Nr. 3, einer Weiterentwicklung des Patent-<br />
Motorwagens Nr. 1, die erste Autofernfahrt in der noch<br />
jungen Automobilgeschichte unternommen. In fast 13<br />
Stunden erreichte sie dabei über die 104 km lange Strecke<br />
von Mannheim über Wiesloch, Bruchsal und Bretten ihre<br />
Heimatstadt Pforzheim und wenige Tage später auf einer<br />
14 km kürzeren Strecke wieder ihren Wohnort Mannheim.<br />
Bereits einen Monat zuvor hatte ihr Mann mit dem Wagen<br />
eine kurze öffentliche Probefahrt unternommen. Aber<br />
das Automobil fand trotz lokaler Berichterstattung nur wenig<br />
Beachtung in der Öffentlichkeit. Zu groß waren noch<br />
46 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Historisches<br />
des Automobils<br />
anders verlaufen.<br />
Foto: Wikipedia Commons<br />
Benz-Patent-Motorwagen Modell Nr. 3, 3 PS<br />
immer die Vorbehalte gegen die Idee der pferdelosen Kutsche.<br />
Durch ihre mutige Testfahrt hatte Bertha Benz aber<br />
eindrucksvoll die Praxistauglichkeit des neuen Verkehrsmittels<br />
unter Beweis gestellt.<br />
Anders als Wagen Nr. 1 besaß das dreirädrige motorisierte<br />
Fahrzeug eine zusätzliche vordere Sitzbank, sodass<br />
drei Personen bequem Platz fanden. Tatsächlich gefahren<br />
seien das Modell Nr. 3 damals aber nur er und sein Bruder,<br />
so Eugen Benz 1956 in einem Interview mit dem früheren<br />
Daimler-Benz-Archiv-Chef Friedrich Schil<strong>db</strong>erger. Eugen<br />
Benz war es auch, der während des dreitägigen Aufenthaltes<br />
in Pforzheim komplett den Fahrdienst organisierte, den<br />
viele Interessierte dort gerne nutzten.<br />
Es ist für uns heute kaum vorstellbar, welche Schwierigkeiten<br />
Bertha Benz und ihre Söhne auf dieser ersten<br />
Fernfahrt bewältigen mussten. Es gab ja zwischen den Orten<br />
keine befestigten Straßen im heutigen Sinne. Überland<br />
gab es nur Feldwege, die oft zwei tiefe Furchen von den<br />
Rädern der Pferdekutschen aufwiesen, wobei das vordere<br />
Rad des dreirädrigen Motorwagens über die von den Hufen<br />
der Pferde zertretene Grasnarbe holperte. In den Städten<br />
war die Situation etwas besser, denn dort waren die<br />
wichtigsten Straßen meist gepflastert.<br />
Heute gibt es neben ausgebauten Straßen Verkehrsschilder,<br />
Straßenkarten und Navigationsgeräte. Was fand Bertha Benz<br />
vor? Nichts dergleichen! Fernstrecken wurden zu jener Zeit<br />
nämlich bevorzugt mit der Eisenbahn bewältigt. Und genau<br />
dies war die Lösung für die unerschrockene Bertha Benz. Sie<br />
fuhr mit ihrem Automobil möglichst entlang der Eisenbahnlinie,<br />
und vermied es so, sich andauernd zu verfahren.<br />
Unterwegs zwang die Notwendigkeit, Wasser für die<br />
Motorkühlung nachzufüllen, zu unzähligen Stopps. Bertha<br />
Benz, die sich schon in ihrer Jugend für Technik interessiert<br />
hatte, verfügte mittlerweile über großes techni- <br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 47
Historisches<br />
Carl und Bertha Benz auf der Rückbank eines Benz „Victoria“ 1893,<br />
dem ersten Auto mit Achsschenkellenkung.Vorne ihre Tochter Klara<br />
und Fritz Held (Mercedes Benz Archive, Archivnummer H3072).<br />
sches Geschick, was sie während der Fahrt auch mehrmals<br />
unter Beweis stellen musste. Hatte sich die Kette gedehnt<br />
und übersprang jetzt gelegentlich deutlich hörbar einzelne<br />
Zähne der Zahnräder, fuhr man eben in Bruchsal zum<br />
Schmied, der die Kette wieder richtete.<br />
Zwei schlimme Pannen ereilten die drei aber auf offener<br />
Strecke, so dass mit „Bordmitteln“ repariert werden<br />
musste. Diese beiden eher dramatischen Situationen beschrieb<br />
Bertha Benz später souverän so: „Das eine Mal<br />
war die Benzinleitung verstopft - da hat meine Hutnadel<br />
geholfen. Das andere Mal war die Zündung entzwei. Das<br />
habe ich mit meinem Strumpfband repariert.“<br />
Da es damals noch keine Tankstellen gab, musste das von<br />
Carl Benz verwendete Leichtbenzin Ligroin, das damals als<br />
Reinigungsmittel angeboten wurde, in an der Wegstrecke<br />
gelegenen Apotheken gekauft werden. Der Vergaser fasste<br />
hiervon 4,5 Liter, einen Benzintank hatte das Fahrzeug nicht.<br />
Eine Plakette erinnert noch heute an der Stadt-Apotheke in<br />
Wiesloch, wo die Testfahrer bei Apotheker Willi Ockel erstmals<br />
Nachschub erhielten, an die „erste Tankstelle der Welt“.<br />
„Fahrt nach Pforzheim gelungen – Wir sind bei der Oma<br />
angekommen.“ Dieses Telegramm erhielt Carl Benz von seiner<br />
Frau, nachdem ihr mit den beiden Söhnen die erste Fernfahrt<br />
mit einem Automobil gelungen war. Auf der Rückfahrt<br />
musste das Gefährt dann wegen der ständigen Berg- und<br />
Talfahrt zwischen Pforzheim und Bauschlott (heute Gemeinde<br />
Neulingen) erneut zur Reparatur. In Bauschlott war<br />
es der Schuhmacher Karl Britsch, der der mutigen Dame vor<br />
dem Gasthaus „Adler“ das Leder auf die abgenutzten Holzbremsklötze<br />
ihres Fahrzeugs nagelte, nachdem der Wagen<br />
vorher mehrmals geschoben werden musste. So wurden bei<br />
dieser Gelegenheit die Bremsbeläge erfunden.<br />
Die nächsten Fortschritte<br />
bei der Entwicklung des Automobils<br />
Vom Patent-Motorwagens Nr. 3 wurden anschließend ca.<br />
25 Exemplare verkauft. Carl Benz gelang mit der von ihm<br />
erfundenen und 1893 zum Patent anmeldeten<br />
Achsschenkellenkung ein weiterer entscheidender<br />
technischer Durchbruch, der das Problem der<br />
Lenkung von vierrädrigen Fahrzeugen löste. Der<br />
Benz Patent-Motorwagen „Victoria“ war das<br />
erste hiermit ausgestattete Fahrzeug. Ein 1894<br />
entstandenes Foto zeigt Carl und Bertha Benz<br />
auf der Rückbank eines solchen Benz „Victoria“<br />
1893 „Vis-à-Vis“. Vorne sitzen ihr drittes Kind,<br />
die 1877 geborene Tochter Klara, und Fritz Held.<br />
Der 1894 auf den Markt gebrachte Benz<br />
„Velo“ wurde als weltweit erstes Serienautomobil<br />
zu einem großen kommerziellen Erfolg. Ihm<br />
sollten ein motorbetriebener Omnibus und ein<br />
Lkw folgen.<br />
Würdigungen der Verdienste<br />
von Bertha Benz<br />
Bertha Benz begleitete diese Entwicklung<br />
und überlebte ihren Ehemann um 15 Jahre. An ihrem 95.<br />
Geburtstag verlieh die Technische Universität Karlsruhe<br />
Bertha Benz die Ehrendoktorwürde. Zwei Tage später ist<br />
sie am 5. Mai 1944 in Ladenburg, dem Sitz des Unternehmens<br />
C. Benz Söhne, verstorben. Seit 2008 erinnert die<br />
194 km lange „Bertha-Benz-Memorial-Route“ als Touristik-<br />
bzw. Ferienstraße mit kulturhistorischem Hintergrund<br />
an die Probefahrt des Patent-Motorwagens Nr. 3. Im Gedenken<br />
an die Pionierleistungen von Bertha Benz verlieh<br />
die „Daimler und Benz Stiftung“ im Juli 2009 zum ersten<br />
Mal den mit 10.000 Euro dotierten und seitdem jährlich<br />
vergebenen „Bertha Benz-Preis“, mit dem die herausragende<br />
Dissertation einer Ingenieurin ausgezeichnet wird. Am<br />
23. Mai 2011 hatte die deutsche Fernseh-Biografie „Carl &<br />
Bertha“ mit Felicitas Woll in der weiblichen Hauptrolle im<br />
ersten Programm der ARD ihre Premiere.<br />
Im Jahr 2016 wurde 32 Jahre nach Carl Benz endlich<br />
auch Bertha Benz als seine visionäre Geschäftspartnerin<br />
sowie für den Nachweis der Straßentauglichkeit seiner Erfindung<br />
in der Autostadt Detroit in die „Automotive Hall<br />
of Fame“ aufgenommen.<br />
Zum 175. Geburtstag am 2. Mai <strong>2024</strong>, wurde Bertha<br />
Benz vom hierfür zuständigen Bundesministerium der Finanzen<br />
durch die Herausgabe einer deutschen Sonderbriefmarke<br />
geehrt.<br />
Wilfried Lerchstein<br />
48 durchblick 3/<strong>2024</strong><br />
Foto: Wikipedia Commons
3/<strong>2024</strong> durchblick 49
Gedächtnis-tra<br />
Apfelernte – Kisten packen<br />
Die Apfelernte startet, dazu werden die Äpfel in Kisten gelagert. In jede Kiste passen 123 Äpfel.<br />
An jeder Kiste steht die Anzahl der Äpfel, die sich darin befinden: Berechnen Sie - möglichst<br />
im Kopf - wie viele Äpfel noch dazu gelegt werden können. Trainingsziel: Konzentration<br />
A<br />
B<br />
C<br />
D<br />
79<br />
97<br />
21<br />
37<br />
E<br />
F<br />
G<br />
H<br />
42<br />
90<br />
51<br />
68<br />
Was sehen Sie hier?<br />
Kind mit ....?<br />
Märchen<br />
Welches Märchen wird gesucht?<br />
Entscheiden Sie mithilfe der<br />
Stichpunkte, um welches<br />
Märchen es sich handelt!<br />
1. Korb, Großmutter, Blumen, Wolf<br />
2. Äpfel, Brot, Kissen, Schnee<br />
3. Kugel, verloren, grün, Verwandlung<br />
4. arm, Hemd, Mädchen, Taler<br />
5. schwanger, Heißhunger, Turm, Haare<br />
6. Linsen, Tauben, Bäumchen, Schuh<br />
7. Stroh, Müller, Kind, Name<br />
8. Spindel, Fee, schlafen, Dornen<br />
9. Arbeit, Lohn, Tausch, Zufriedenheit<br />
10. böser Zwerg, Bär, Prinz, heiraten<br />
Trainingsziel: Urteilsfähigkeit<br />
50 durchblick 3/<strong>2024</strong>
ining<br />
Lösungen Seite 82<br />
Berufe im Sprichwort<br />
Welche Berufe müssen eingesetzt werden,<br />
damit die Sprichworte vollständig werden?<br />
1. Auf Rappen.<br />
2. Aus dem sein.<br />
3. Den Bock zum machen.<br />
4. Einen gefrühstückt haben.<br />
5. Hunger ist der beste .<br />
6. Wer nichts wird, wird .<br />
7. Viele verderben den Brei.<br />
8. Es sind nicht alle , die das Horn gut blasen.<br />
9. Jeder lobt seine Ware.<br />
10. , bleib bei deinen Leisten.<br />
Trainingsziele: Urteilsfähigkeit, Fantasie, Kreativität<br />
Bahnfahrten<br />
Finden Sie so viele Wörter wie möglich, worin<br />
das Wort „Bahn“ vorkommt und schreiben<br />
Sie es auf ein Blatt Papier!<br />
z.B. Bahnrekord = (Bahn vorne) oder<br />
Achterbahn = (Bahn hinten).<br />
Trainingsziel: Wortfindung<br />
Die Übungen wurden<br />
zusammengestellt von:<br />
Gedächtnistrainerin<br />
Bernadette von Plettenberg<br />
Mitglied im Bundesverband<br />
Gedächtnistraining e.V.<br />
02732 / 590420<br />
bernadette@plettenberg-struwe.de<br />
Gedächtnistrainingskurse auf Anfrage<br />
Hintergrundfoto: Pixabay<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 51
Gesellschaft<br />
Umzug ins Pflegeheim<br />
Eine Entscheidung, die unser Leben erleichtert<br />
Seit zwei Jahren leben mein Mann und ich in einem<br />
Altenheim in Siegen. Ich war zuhause gestürzt und<br />
weil eine Versorgung dort nicht möglich war, kam<br />
ich zunächst in eine Kurzzeitpflege. Mit meinem Mann<br />
und unserer Tochter, die mich regelmäßig besucht haben,<br />
sprachen wir natürlich eingehend über die veränderte Situation.<br />
Ich kam zu dem Entschluss, im Heim zu bleiben.<br />
Mein Mann wollte so schnell wie möglich nachkommen.<br />
Nach etwa zwei Monaten wurde ein Zimmer frei, mein<br />
Mann zog ein und so sind wir weiterhin zusammen.<br />
Zur Grundausstattung gehört ein Pflegebett mit einem<br />
Beistellschränkchen, einem geräumigen Kleiderschrank,<br />
einer Kommode sowie einem Tisch mit Sitzgelegenheiten.<br />
Direkt anschließend ist ein geräumiges barrierefreies<br />
Duschbad. Es ist möglich, eigene Möbel mitzubringen.<br />
Ich habe ein Regal für Bücher und einen kleinen Vitrinenschrank<br />
aufgestellt, mein Mann und ich haben auch unsere<br />
elektrischen Fernsehsessel von zuhause mitgenommen.<br />
Bild: Wikimedia Commons<br />
Zu unserem Wohnbereich gehört eine geräumige Terrasse,<br />
auf der wir gerne bei gutem Wetter sitzen. Es stehen<br />
dort auch einige Terrassenstühle, aber wir nutzen unsere<br />
eigenen Liegestühle, die wir dort aufstellen durften.<br />
Der Tagesablauf sieht ungefähr so aus: Wenn ich morgens<br />
früh wach werde, steht mein Frühstück, dessen Zusammenstellung<br />
ich mit einer Mitarbeiterin festgelegt habe,<br />
schon bereit. Jederzeit ist dazu auch eine Änderung möglich.<br />
Nach dem Frühstück ist gemeinschaftliche „Zeitungsrunde“<br />
angesagt, bei der aus örtlichen Tageszeitungen vorgelesen<br />
wird. Bis zum Mittagessen besteht die Möglichkeit<br />
an Gruppenangeboten teilzunehmen. Das Mittagessen<br />
wird eine Woche vorher aus einem Speiseplan ausgesucht<br />
und ist bei uns, obwohl es aus einer Großküche kommt,<br />
abwechslungsreich und schmackhaft.<br />
Jeden Nachmittag gibt es Gebäck zum Kaffee. Montags<br />
sogar frisch gebackene Waffeln mit „allem drum und<br />
dran“. Dienstagnachmittags treffen wir uns, um bekannte<br />
Lieder zu singen oder auch neue Weisen zu erlernen. Dieses<br />
Freizeitangebot wird von besonders vielen Heimbewohnern<br />
genutzt. An den übrigen Nachmmittagen werden<br />
Bastel- und Werkkurse, Spiel- und Sportaktivitäten angeboten.<br />
Im wöchentlichen Wechsel gibt es evangelischen<br />
und katholischen Gottesdienst.<br />
Abendessen ist um 18 Uhr, eine Auswahl an Getränken,<br />
Brot-, Wurst-, und Käsesorten wird direkt am Essplatz serviert.<br />
Nach dem Abendessen kehrt Ruhe ein. Die meisten Bewohner<br />
ziehen sich in ihre Zimmer zurück.<br />
Verschiedene Ärzte halten ihre Sprechstunde regelmäßig<br />
im Heim ab, nur zu besonderen Behandlungen müssen wir<br />
in die Praxen. In diesen Fällen übernimmt eine Sozialarbeiterin<br />
die Begleitung, die dann auch die Einrichtung über die<br />
notwendigen Behandlungsmaßnahmen unterrichtet.<br />
Friseurinnen und eine mobile Fußpflege sind auch regelmäßig<br />
vor Ort. Kleinere Dinge des täglichen Bedarfs, wie<br />
Hygieneartikel und Süßigkeiten, kann man günstig im Haus<br />
erweben. Ein besonderes Erlebnis sind die mehrmals im Jahr<br />
stattfindenden Verkaufsveranstaltungen, bei denen man Kleidung<br />
und Schuhe kaufen kann. Die Wäschepflege übernimmt<br />
– bisher zuverlässig eine Wäscherei. Bei Bedarf erhalten wir<br />
Hilfe beim Waschen, Anziehen und beim Einräumen der Wäsche.<br />
Die Pflegestation hält engen Kontakt zu unserer Tochter.<br />
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es für<br />
uns kein leichter Schritt gewesen war, in ein Pflegeheim<br />
zu ziehen. Aber mein Mann und ich haben festgestellt,<br />
dass diese Entscheidung unser Leben sehr erleichtert<br />
hat. Auch sind wir sicher, im Bedarfsfall jede<br />
notwendige Hilfe schnell zu bekommen. Dieser Gedanke<br />
beruhigt uns. Auch deshalb fühlen wir uns hier wohl.<br />
<br />
Hildegard Neumann<br />
52 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Kommentar<br />
Ein neues Lied von Deutschland<br />
Mit Deutschland tun wir Deutschen uns oft schwer,<br />
wohl eingedenk der Tatsache, welches Unrecht im<br />
Namen des Deutschen Volkes angerichtet worden<br />
ist. Die Geschichte hat uns aber nach dem Scheitern der Nazi-Diktatur<br />
und der Überwindung des kalten Krieges und der<br />
Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ein neues<br />
Vaterland geschenkt, das den Werten der Aufklärung und der<br />
Menschenrechts - Charta verpflichtet ist.<br />
Auch wenn das Zusammenwachsen zwischen Ost und<br />
West selbst 31 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht<br />
abgeschlossen ist, ist dieses neue, demokratische Deutschland<br />
weltweit geachtet. Den programmatische Ansporn von<br />
Frau Merkel im Rahme der ersten<br />
Flüchtlingskrise von 2015 „Wir<br />
schaffen das!“ hat es erfüllt.<br />
Hoffmann von Fallersleben, der<br />
Dichter des Liedes der Deutschen,<br />
möge mir verzeihen, wenn mir<br />
sein Gedicht eine Form bietet, um<br />
mit meinen Worten ergänzend das<br />
Bild von einem anderen, besseren<br />
Deutschland zu entwerfen, an das ich<br />
heute mehr denn je glauben möchte<br />
und das mir Heimat sein soll! <br />
Heute von<br />
Johannes Utsch<br />
Deutschland, Deutschland, du hast alles<br />
deinen Kindern stets gewährt,<br />
Freiheit, Wohlstand, Schutz und Frieden,<br />
was zum Leben sie begehrt.<br />
Du bist reich und stark geworden,<br />
gabst den Nachbarn deine Hand.<br />
Dass du dich nicht stolz erhoben,<br />
in der Welt viel Achtung fand.<br />
Land der Dichter und der Denker,<br />
der Romantik und Vernunft.<br />
„Freude schöner Götterfunken“,<br />
stets sei deine Wiederkunft!<br />
Bist durch Barbarei geläutert,<br />
hinter dir liegt Krieg und Hass,<br />
zeig der Welt dein bessres Erbe,<br />
worauf immer noch Verlass!<br />
Einigkeit und Recht und Freiheit<br />
schufen neu das Vaterland,<br />
uns zum Segen und zum Nutzen,<br />
Brüder reichet euch die Hand!<br />
Eure Hoffnung sie beseelte,<br />
Glaubensfreiheit für die Welt,<br />
und das Menschenrecht für alle<br />
auch da, wo der Schlagbaum fällt.<br />
Deutschland, Deutschland über allen,<br />
die dem Tod entronnen sind,<br />
halte hoch der Freiheit Fackel,<br />
stellt der Nachbar sich auch blind.<br />
Handle nach den alten Werten,<br />
sei ein starkes, kluges Land!<br />
Und dann öffne deine Tore,<br />
werd‘ dem Heimat, der dich fand!<br />
Kaltfront<br />
Es roch unangenehm. Nach<br />
Angst. Sie kannte den Geruch.<br />
Die Mischung aus Schweiß<br />
und Urin.<br />
Zum ersten Mal hatte sie ihn wahrgenommen,<br />
als sie noch ein Kind war.<br />
Damals während der Landreform.*<br />
Zusammen mit ihrer Mutter hatte<br />
sie im Haus gesessen und nach<br />
draußen geblickt auf die Masse,<br />
die - bewaffnet mit den Geräten der<br />
Bauern - ihre Parolen brüllte. Bis<br />
sie aus dem Haus gezerrt wurden.<br />
Kannte den Geruch aus den Tagen<br />
des Vietnamkriegs, als er sich wie<br />
Schwefel im Bunker ausgebreitet<br />
und die Hoffnung erstickt hatte.<br />
Nun war er ihr gefolgt.<br />
Bis nach Deutschland.<br />
Sie sah aus dem Fenster, erblickte<br />
wieder eine Masse. Auch sie schrie<br />
Parolen.<br />
Aus dem Radio drang die Stimme<br />
eines Sprechers, dessen Sprache<br />
sie nicht verstand. Sie hörte nur ein<br />
Wort heraus:<br />
Kaltfront.<br />
In Erinnerung an die Opfer<br />
rechtsextremer Gewalt, hier<br />
Rostock-Lichtenhagen im<br />
August 1992.<br />
<br />
Sonja Dörr<br />
*Landreform in Nordvietnam 1953-1956<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 53
Gesellschaft<br />
Altern ist Leben<br />
Leben ist Altern<br />
Farben und Falten: alte Menschen in Deutschland.<br />
Zu allen Zeiten gab es sowohl die Verehrung der Alten als<br />
auch ihre Ablehnung. Beides wechselte in den Zeitläuften<br />
ständig hin und her und die Ablehnung geschah vor<br />
allem, wenn die ökonomischen Verhältnisse schlecht waren.<br />
Mit dem Ausdruck „Rentnerdemokratie“ beschrieb der<br />
damalige Bundespräsident Roman Herzog (1994 bis 1999)<br />
eine Zukunft, in der „die Alten die Jungen ausplündern“.<br />
Gegenwärtig tragen Begriffe wie „Rentnerschwemme“ oder<br />
„Fachkräftemangel“ dazu bei, dass die Gesamtheit der älteren<br />
Menschen als Bedrohung dargestellt wird. Viele Rentnerinnen<br />
und Rentner sehen sich daher schon für ihre bloße<br />
Existenz einem Rechtfertigungszwang ausgesetzt.<br />
Aktuell vorherrschende Altersbilder beruhen - vielfach<br />
verstärkt durch die sogenannten ‚sozialen Medien‘– noch<br />
auf der Wahrnehmung früherer Generationen und werden<br />
oft mit Krankheit und Verfall in Verbindung gebracht. Die<br />
damit empfundene Entwertung – individuell oder als Gruppenerfahrung<br />
wahrgenommen – verführt zu einem ‚Wegducken‘.<br />
Viele ältere Menschen ziehen sich zurück, haben<br />
Angst zu scheitern oder andere zu enttäuschen. In der Folge<br />
werden die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale eines<br />
Bild: Ronny Jäger<br />
großen Teils der Gesamtbevölkerung (25 bis 30 Prozent)<br />
beeinträchtigt oder gehen verloren.<br />
Es geht um ein großes Potenzial, denn in Deutschland hat<br />
sich die durchschnittliche Zeitspanne zwischen Geburt und<br />
Tod der Menschen, die Lebenserwartung, innerhalb weniger<br />
Generationen verdoppelt. Trotz altersbedingter Beeinträchtigungen<br />
und Krankheiten (überwiegend im letzten Lebensjahr):<br />
wer heute in Deutschland mit 65 in Rente geht, kann<br />
ca. 18 bzw. 22 Jahre (M/F) als ‚geschenkte Jahre‘ in neuer<br />
Freiheit gestalten. Das ist gut, aber um 1,7 bzw. 1,4 Jahre<br />
weniger als in anderen Ländern Westeuropas. Eine wesentliche<br />
Ursache liegt an verbreiteten Lebensstilen und auch an<br />
einem Verhalten, das an das Unwort des Jahres 1998 erinnert:<br />
„Sozialverträgliches Frühableben“.<br />
Was zählt wirklich?<br />
„Die Menschen sind unser Kapital“ – so lautete vor einigen<br />
Jahren ein Werbespruch der Kreisverwaltung Siegen<br />
Wittgenstein. Hier sterben zurzeit im statistischen Durchschnitt<br />
jährlich ca. 3.500 Menschen. Davon annähernd<br />
2.600 (ca. 75%) in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.<br />
Vermutlich gilt auch hier, was Pflegefachkräfte<br />
(z.B. aus der Palliativmedizin und Hospizarbeit) berichten:<br />
Es handelt sich um „fünf Dinge die Sterbende am meisten<br />
bereuen“. Unter diesem Titel, einem Bestseller, listet die<br />
Palliativpflegerin Bronnie Ware auf:<br />
•<br />
•<br />
•<br />
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, ein Leben zu<br />
führen, das mir selbst entspricht, und nicht das Leben,<br />
das andere von mir erwarten.<br />
Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.<br />
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle<br />
auszudrücken.<br />
Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in<br />
Kontakt geblieben.<br />
Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.<br />
•<br />
•<br />
Gestaltetes Alter(n)<br />
Im Grunde haben die Älteren und Alten noch keinen<br />
Platz in unserer Kultur. Und sie sollten sich auch nicht als<br />
Mitglieder einer geschlossenen Gruppe verstehen, denn<br />
keine Altersgruppe der Bevölkerung ist so vielfältig wie<br />
die im nachberuflichen Lebensalter. Aus dem Grund wurde<br />
1996 die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen<br />
e.V. (BAGSO) gegründet. Der in Bonn ansässige<br />
parteipolitisch und konfessionell unabhängige Verein ist<br />
die Dachorganisation von rund 120 Vereinen und Verbänden,<br />
die von älteren Menschen getragen werden oder die<br />
sich für die Belange Älterer engagieren. Im Mittelpunkt<br />
der Arbeit standen von Anfang an die Förderung eines differenzierteren<br />
Bildes vom Alter sowie die Verbesserung<br />
54 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Gesellschaft<br />
der Rahmenbedingungen für aktives Älterwerden und Engagement.<br />
Aber jeder Mensch altert und stirbt auf seine<br />
Weise. Es bedarf einer Haltung, eines Ziels und einer Tätigkeit,<br />
um am Lebensende feststellen zu können, „So will<br />
ich gelebt haben. Allen Widerständen zum Trotz“. Schon<br />
der griechische Philosoph Aristoteles (384 bis 322 v.Chr.)<br />
lehrte, dass nicht ein Tag oder eine kleine Zeitspanne den<br />
Menschen glücklich macht, sondern auf das Glück hin<br />
müsse man sich einüben.<br />
Unabhängig von den individuellen Möglichkeiten, ist<br />
für das so gestaltete, geglückte Leben im Alter der Zugang<br />
zu objektiven Informationen hilfreich. Diesem Ziel dient<br />
die Altenberichterstattung der Bundesregierung.<br />
Die Altenberichterstattung geht zurück auf einen Beschluss<br />
des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1994. Er<br />
gibt der Bundesregierung auf, in jeder Legislaturperiode einen<br />
Bericht zur Lebenssituation von älteren Menschen in<br />
Deutschland vorzulegen. Die bislang erschienenen Altenberichte<br />
haben zur allgemeinen Verbreitung des Wissens über<br />
das Älterwerden und die Situation älterer Menschen beigetragen.<br />
Erarbeitet werden die Berichte von unabhängigen<br />
Sachverständigenkommissionen, die mit Expertinnen und<br />
Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt werden.<br />
Bislang sind folgende<br />
Altenberichte erschienen:<br />
1993: Erster Altenbericht „Die Lebenssituation älterer<br />
Menschen in Deutschland“<br />
1998: Zweiter Altenbericht „Wohnen im Alter“<br />
2001: Dritter Altenbericht „Alter und Gesellschaft“<br />
2002: Vierter Altenbericht „Risiken, Lebensqualität<br />
und Versorgung Hochaltriger – unter<br />
Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen“<br />
2005: Fünfter Altenbericht „Potenziale des Alters in<br />
Wirtschaft und Gesellschaft – Der Beitrag älterer<br />
Menschen zum Zusammenhalt der Generationen“<br />
2010: Sechster Altenbericht „Altersbilder in der<br />
Gesellschaft“<br />
2017: Siebter Altenbericht Sorge und Mitverantwortung<br />
in der Kommune – Aufbau und Sicherung<br />
zukunftsfähiger Gemeinschaften”<br />
2019: Achter Altenbericht: „Ältere Menschen und<br />
Digitalisierung“<br />
<strong>2024</strong>: Neunter Altenbericht: „Alt werden in<br />
Deutschland – Potenziale und Teilhabechancen“<br />
Warum der Aufwand? Das Alter und das Altern eines<br />
Menschen ist generell im Zusammenhang mit seiner Geschlechtszugehörigkeit,<br />
der sozialen Schicht, der er angehört,<br />
sowie mit seinen historischen, sozialen und kulturellen<br />
Erfahrungen zu beurteilen. Für jede Generation ist es<br />
eine neue und besondere Aufgabe, sich mit dem Alter und<br />
dem Altern auseinander zu setzen. Immer wieder, vor allem<br />
in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten, erhebt sich<br />
die Frage, was mit den Alten geschehen soll, die zu keiner<br />
Leistung mehr fähig sind und die dadurch die Gesellschaft<br />
finanziell belasten.<br />
Einsamkeit und soziale Isolation<br />
Einsamkeit kann krank machen. Der Mensch lebt seit<br />
Urzeiten in Gemeinschaften und soziale Beziehungen –<br />
gewissermaßen als ‚Kitt‘ – sind unverzichtbar. Das gilt für<br />
jedes Individuum, für dessen Gesundheit und Wohlbefinden.<br />
Aber immer mehr Menschen (nicht nur in Deutschland)<br />
empfinden eine oft lähmende Einsamkeit. Einsamkeit<br />
kommt in allen Altersgruppen vor. Besonders häufig<br />
sind jedoch ältere Menschen betroffen. Ein Grund dafür<br />
ist, dass sie zunehmend weniger Bezugspersonen haben,<br />
da Familienangehörige, Lebenspartner, Freunde und Bekannte<br />
versterben. Ältere Menschen leben häufiger allein<br />
und sind weniger mobil oder sogar krank, wodurch sie seltener<br />
die Wohnung verlassen. Altersarmut ist ein weiterer<br />
Risikofaktor, der Einsamkeit im Alter begünstigen kann.<br />
Soziale Isolation und Einsamkeit werden häufig gleichbedeutend<br />
verwendet und scheinen auch ähnliche Auswirkungen<br />
zu haben. Dennoch können sie nicht verwechselt<br />
werden, denn Einsamkeit ist ein Gefühl das auch empfunden<br />
wird, wenn eine Person nicht allein ist. Anders formuliert:<br />
Ein Mensch kann sich auch in einer großen Versammlung<br />
einsam fühlen.– etwa auf dem Marktplatz oder<br />
in einem Stadion.<br />
Eine „neue soziale Politik“ sollte von der Kenntnis<br />
der Bedürfnisse der Menschen und darüber hinaus der<br />
der Förderung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten ausgehen.<br />
Hierzu muss sie an der Entfaltung von sozialen<br />
Netzwerken mitwirken. <br />
Erich Kerkhoff<br />
Worauf es ankommt<br />
Im Neunten Altersbericht soll die Unterschiedlichkeit<br />
der Lebenssituationen älterer Menschen dargestellt und<br />
untersucht werden. Konkret geht es um die Frage, ob die<br />
Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe für ältere<br />
Menschen in gleichem Maße gegeben sind. Es soll aufgezeigt<br />
werden, wie ihre Zugangschancen gesichert und<br />
gegebenenfalls verbessert werden können.<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 55
Unterhaltung<br />
Mathilda<br />
– wäre so gerne Frau Ribbeck<br />
Mathilda liebt Birnen über alles, obwohl sie ihrer<br />
Meinung nach das Zeug dazu haben, einen in den<br />
Wahnsinn zu treiben. Erst liegen sie steinhart und<br />
mürrisch tagelang herum, um dann auf einmal über Nacht<br />
quatschig weich zu werden und einen bitter zu enttäuschen.<br />
Mathilda stellt sich seit vielen Jahren die Frage: „Warum<br />
machen sie das? Wieso können sie nicht gemütlich und<br />
ganz langsam vor sich hin reifen und freundlich auf ihren<br />
Verzehr warten? Warum machen sich perfekte Birnen so<br />
rar?“ Dieses wirklich eigenwillige Obst gibt es ja als Sommer-,<br />
Herbst- und Winterbirnen. Doch Mathilda fielen sie<br />
immer erst im Winter auf, wenn sie sich an Äpfeln schon<br />
satt gegessen hatte und Mandarinen auch nicht mehr sehen<br />
konnte. Es gibt zahlreiche Sorten, aber hierzulande hat<br />
man meist die Wahl zwischen „Abate Fetel“, „Williams<br />
Christ“, „Klapps Liebling“, „Alexander Lukas“, „Conference“<br />
oder auch der „Guten Luise“, die Mathilda schon<br />
allein wegen des schönen Namens gefällt. Aber auch diese<br />
Wikimedia Commons<br />
Sorte ist zickig wie alle anderen und ist nur eine kurze Zeit<br />
wirklich perfekt. Doch Mathilda ist sich trotz allem sicher,<br />
wenn sie die Wahl zwischen Birne und Apfel hätte, würde<br />
sie sich in jedem Fall für die Birne entscheiden.<br />
Die Entscheidung zwischen Birnen- und Apfelfigur<br />
würde ihr allerdings schwerfallen. Sie fragt sich auch häufig,<br />
wieso unser Kopf „Birne!“ genannt wird? Der Satz:<br />
„Du hast doch nix in der Birne!“, machte sie irgendwann<br />
mal sprachlos. Erst fiel ihr gar nichts ein, ihre Gedanken<br />
waren wie eingefroren, und im nächsten Augenblick schon<br />
matschig weich. Das hatte zur Folge, dass sie sich zum<br />
Ausruhen hinlegen musste und mit ihrer „Birne“ über die<br />
Birne nachdenken musste. Vielleicht mag Mathilda Birnen<br />
nur deshalb so gerne, weil sie als Kind das Gedicht über<br />
„Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor<br />
Fontane so geliebt hatte. Die erste Strophe lautet:<br />
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,<br />
ein Birnbaum in seinem Garten stand.<br />
Und kam die goldene Herbsteszeit<br />
und die Birnen leuchteten weit und breit,<br />
da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,<br />
der von Ribbeck sich beide Taschen voll.<br />
Und kam in Pantinen ein Junge daher,<br />
so rief er: „Junge, wiste ‚ne Beer?“<br />
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,<br />
kumm man röwer, ick hebb ‚ne Birn.“<br />
Plattdeutsch sprach in Mathilda’s Familie zwar niemand,<br />
aber im Radio hörte sie als Kind, wenn sie krank im<br />
Bett lag, immer den Schulfunk. Das gefiel ihr sehr, denn<br />
auch dort war „Herr Ribbeck“, der so gerne Birnen an<br />
Kinder verschenkte, oft Thema. Leider verstarb er viel zu<br />
früh und alle Kinder waren sehr traurig. Doch er hatte ja<br />
vorgesorgt und eine Birne mit ins Grab genommen, damit<br />
dort ein neuer Birnbaum wächst und wieder Birnen für die<br />
Kinder da waren. Herrn Ribbeck und diesen Birnbaum auf<br />
seinem Grab gab es wirklich.<br />
Mathilda war schon vor vielen Jahren in der alten Dorfkirche<br />
in Ribbeck und hat sich dort den Stumpf des alten<br />
Baumes angeschaut. Auch im Schlossgarten wachsen überall<br />
Birnbäume und im Schlossrestaurant wird ein wirklich leckerer<br />
Birnenstrudel serviert. Wahrscheinlich alles nur wegen<br />
Fontanes Gedicht. Und genau aus diesem Grund hat Mathilda<br />
auch irgendwann einen Birnbaum in ihrem Garten gepflanzt.<br />
Aber irgendetwas passt ihm nicht. Seit Jahren mickert er vor<br />
sich hin, produziert nur wenige Blüten und noch nie eine einzige<br />
Birne! Manchmal, wenn sie unter ihrem Birnbaum sitzt<br />
und vor sich hin träumt, meint sie eine Stimme zu hören die<br />
etwas schadenfroh zu ihr sagt: „Glaube mir, eine Frau Ribbeck<br />
wirst du nicht!“ Schade!<br />
Ulla D’Amico<br />
56 durchblick 3/<strong>2024</strong>
3/<strong>2024</strong> durchblick 57
Vom Schulmeisterkind<br />
Wir erinnern uns wohl<br />
alle schmerzlich an<br />
die Pandemie, die<br />
uns in Atem hielt. Die Entwicklung<br />
eines wirkungsvollen<br />
Impfstoffs verfolgten wir<br />
mit Spannung, voller Hoffnungen,<br />
und waren glücklich,<br />
als wir dann endlich „unsere<br />
Spritze“ bekommen konnten.<br />
Gespannt hörten wir jeden<br />
Robert Koch 1843-1910<br />
modernen Bakteriologie und<br />
Emil Bering 1854-1917 Abend die Prognosen des RKI.<br />
Aber wer kennt noch die<br />
Mikrobiologie. Für die Entdeckung<br />
der damals noch<br />
Paul Ehrlich 1854-1915<br />
Ursprünge jenes Kürzels RKI, des Robert-Koch-Institutes<br />
wie es richtig heißt. Und wer weiß überhaupt etwas über<br />
jenen Robert Koch und über die vielen anderen Personen,<br />
die mit ihm unermüdlich als Mediziner forschten?<br />
Einigen Fernsehzuschauern werden Namen über die<br />
Entstehung und Zusammenhänge, über Personen und den<br />
Widrigkeiten des gesamten Forschungsbereichs aus der Serie<br />
Charité noch in Erinnerung sein. Mir fiel in diesen Tagen<br />
auf, wie viele Nobelpreisträger um die Jahrhundertwende<br />
aus diesen Reihen hervorgegangen sind, über deren Namen<br />
und Wirken wohl niemand mehr nachdenkt. Nicht weit von<br />
uns entfernt, in Marburg, lebte sogar eine jener Personen.<br />
Ich muss in meinem Bericht weit in das vorletzte Jahrhundert<br />
zurückgehen, in jene Zeit, als sich das Land von einem<br />
Agrar- zu einem Industriestaat wandelte. Maßgebend daran<br />
war die Erfindung der Dampfmaschine, die zu einer wirtschaftlichen<br />
Hochkonjunktur führte. Doch das Massenelend<br />
der Bevölkerung war, besonders in den Städten, durch die<br />
Industrialisierung groß. Der Regent jener Tage war noch ein<br />
deutscher Kaiser und es wirkte der „Eiserne Kanzler“ Otto von<br />
Bismarck. Auch damals kam es<br />
zu Unruhen unter den Arbeitern,<br />
die sozialen Bedingungen<br />
waren bedrohlich, sodass Bismarck<br />
1881 den Startschuss für<br />
die heute noch geltende Sozialgesetzgebung<br />
gab.<br />
In jener Gründerzeit wurde<br />
1843 Robert Koch geboren.<br />
Zusammen mit Louis<br />
Pasteur befasste er sich zu-<br />
weit verbreiteten Erkrankung durch Tuberkulose-Erreger<br />
erhielt er 1906 den Nobelpreis für Medizin.<br />
Neben Robert Koch forschte in jener Zeit der 1854 geborene<br />
Paul Ehrlich an der Charité. Auch er beschäftigte<br />
sich als Bakteriologe mit den verschiedenen Arten von<br />
Blutzellen, entwickelte eine medikamentöse Behandlung<br />
der Syphilis und gilt als Mitbegründer der modernen Chemotherapie.<br />
Seine Erfolge lagen ebenfalls bei der Entwicklung<br />
eines aus Blutserum gewonnenen Heilmittels gegen<br />
die Diphtherie und den Wundstarrkrampf (Tetanus).<br />
Auch Paul Ehrlich erhielt 1908, zusammen mit Ilja<br />
Metschnikow den Nobelpreis für Medizin.<br />
Zu nennen ist auch noch Rudolf Virchow, geboren<br />
1821. Er begründete die moderne Pathologie und vertrat<br />
eine naturwissenschaftlich, sowie sozial orientierte Medizin.<br />
1845 beschrieb er die Leukämie, deren Namen er<br />
prägte. Er wurde 1856 zum Direktor des pathologischen<br />
Instituts der Charité berufen und konnte damit seiner Zellularpathologie<br />
zum wissenschaftlichen Durchbruch verhelfen.<br />
Das damals neu errichtete Universitätsklinikum<br />
trägt heute den Namen Universitätsklinikum<br />
Charité der<br />
Humboldt-Universität Berlin<br />
mit dem Zusatz Campus Virchow-Klinikum.<br />
Als dritten Nobelpreisträger,<br />
der innerhalb der Charité<br />
wirkte und der hier besonders<br />
interessiert, ist Emil Behring<br />
zu nennen.<br />
1854 in Lawice (Polen)<br />
nächst mit dem Erreger des<br />
Milzbrandes und erforschte<br />
die Folgen von Erregern,<br />
die zu Infektionskrankheiten<br />
führen. 1880 übernahm<br />
er das Kaiserliche Gesundheitsamt<br />
und 1891 wurde er<br />
Direktor des neu gegründeten<br />
„Königlich Preußischen<br />
Instituts für Infektionskrankheiten“,<br />
dem heutigen RKI.<br />
Er gilt als Begründer einer<br />
geboren und mit zwölf Geschwistern<br />
in einem Dorf-<br />
Rudolf Virchow 1821-1902<br />
58 durchblick 3/<strong>2024</strong>
zum Nobelpreisträger<br />
schullehrerhaushalt aufgewachsen, absolvierte er sein<br />
Studium als Stipendiat der Militärärztlichen Akademie.<br />
1888 wurde er Assistent von Robert Koch am Hygienischen<br />
Institut der Universität in Berlin. Zunächst forschte<br />
er zusammen mit Paul Ehrlich und dem Japaner Kitasato<br />
an Heilmitteln gegen Diphterie. Schon nach einer kurzen<br />
Zeit konnten die entwickelten Seren an Menschen therapeutisch<br />
angewandt werden, und wurden als bahnbrechende<br />
Entdeckung von Emil Behring gefeiert. Beiden<br />
Paul Ehrlich und Emil Behring wurde der Titel „Retter<br />
der Kinder“ und „Retter der Soldaten“ zuerkannt. Die<br />
Farbwerke Höchst gingen mit der Herstellung des Heilserums<br />
gegen Diphterie bereits 1894 in die Produktion.<br />
Was vielen bekannt sein dürfte, ist, dass jener geniale<br />
Kopf in Marburg lebte und wirkte. Seinen gesellschaftlichen<br />
Aufstieg verdankte Behring seinem Gönner und<br />
Förderer, dem Ministerialrat im preußischen Kultusministerium<br />
Friedrich Althoff. Durch seine Fürsprache wurde<br />
er 1895 als Hygieneprofessor nach Marburg berufen. Mit<br />
dem Votum Althoffs übernahm Behring die Direktion des<br />
Marburger Hygienischen Institutes.<br />
In Marburg war Behring kommunalpolitisch tätig und<br />
bis an sein Lebensende ehrenamtlicher Stadtrat. Zu seinem<br />
60. Geburtstag verlieh man ihm die Ehrenbürgerwürde.<br />
Weltweite Beachtung erfuhr Behring 1901 durch die<br />
Verleihung des Nobelpreises für Medizin. Kaiser Wilhelm<br />
II. erhob ihn und seine Familie in den Adelsstand.<br />
Im Jahre 1904 machte er sich von den Farbwerken<br />
Höchst unabhängig, gründete das Behring-Werk oHG<br />
und wurde größter Grun<strong>db</strong>esitzer Marburgs. Er legte so<br />
die Gewinne aus der Vermarktung seines Diphterie-Heilserums<br />
an. Das erste Werksgebäude, das sich heute noch<br />
am Standort der Behringwerke befindet, war eine 1913 in<br />
Marbach bei Marburg erworbene alte Ziegelei.<br />
Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Behring in den<br />
letzten Lebensjahren aus der Geschäftsleitung zurück und<br />
forschte stattdessen im botanischen Bereich.<br />
Emil von Behring starb am 31. März 1917. Er wurde<br />
nur 63 Jahre alt. Er liegt in einem Mausoleum auf der Elisenhöhe<br />
begraben.<br />
Als dunkelstes Kapitel in der Firmengeschichte des Unternehmens<br />
muss man die Zeit zweischen 1933 und 1945<br />
erwähnen. Das Behring-Werk oHG erwirtschaftete in dieser<br />
Zeit erhebliche Gewinne durch die Beschäftigung von<br />
Zwangsarbeitern.<br />
Eva Maria Herrmann<br />
Behrings erstes Labor in Marburg.<br />
Behrings letztes Wohnhaus in Marburg.<br />
Behrings Ruhestätte in Marburg.<br />
Alle Fotos: Wikimedia Commons<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 59
Unterhaltung<br />
Tante Meta misst mit zweierlei Maß<br />
Tante Meta und Onkel Herbert sitzen am Frühstückstisch.<br />
Tante Meta hat in einer kostenlosen Apotheken-Zeitschrift<br />
einen Bericht über den Body-Maß-Index (BMI)<br />
gelesen. Nun möchte sie natürlich mit ihrem neuen Wissen<br />
die Bewertung des Körpergewichts von Onkel Herbert berechnen.<br />
Der weiß, je nachdem, wie es um das Verhältnis<br />
zwischen seiner Größe und seinem Körpergewicht bestellt ist,<br />
wird Tante Meta entscheiden, dass er sofort abnehmen muss!<br />
„Wie groß bist du?“, fragt sie erwartungsvoll. Mit leichtem<br />
Stolz nennt Onkel Herbert einen Wert, der sofort infrage gestellt<br />
wird. „Mein Lieber, mag ja sein, dass du mal 1,88 Meter<br />
groß warst, aber das hat doch seit Jahrzehnten niemand<br />
mehr kontrolliert – und es ist erwiesen, dass im Alter die<br />
Menschen kleiner werden. Ich ziehe mal vier Zentimeter ab,<br />
oder besser acht!“ Seit Tante Meta sich regelmäßig Gesundheitssendungen<br />
im Fernsehen anschaut und die sogenannte<br />
„Rentner-Bravo“ studiert, lebt sie in dem Glauben, dass sie<br />
ganz viel ärztliches Wissen besitzt. „Herbert, mit zunehmendem<br />
Alter werden die Bandscheiben dünner“, erklärt sie weiter.<br />
„Wahrscheinlich bist du mit 90 Jahren nur noch halb so<br />
groß wie früher.“ „Oha, wenn das wahr wäre, müssten die<br />
Menschen im Laufe der Jahre ja ihre Küchen-Arbeitsplatten<br />
absenken“, erwidert Onkel Herbert. Tante Meta seufzt und<br />
schaut fragend in die Luft. „Ich glaube, im Alter haben die<br />
Menschen die meisten Dinge schon so oft gemacht, dass sie<br />
eigentlich gar nicht mehr hinschauen müssen“.<br />
Um das zu verdeutlichen, hebt sie ihre Arme über den<br />
Kopf und streicht den Frischkäse auf eine Schnitte Brot. Onkel<br />
Herbert verdreht die Augen und schweigt. Dann fragt<br />
sie noch nach Herberts Gewicht. Er nennt ihr einen Wert,<br />
den sie als reine Phantasie verwirft. Sich zu wiegen lehnt<br />
er mit der Begründung ab, dass er gerade viel Wasser eingelagert<br />
habe. „Glaube ich nicht!“, ruft Tante Meta in den<br />
Raum. „Was du vielleicht eingelagert hast, ist das gestrige<br />
Abendessen mit dem reichlichen Bier dazu. Ich schlage mal<br />
lieber zwei Kilo drauf.“ Tante Meta wirkt sehr entschlossen<br />
und so beschließt Onkel Herbert, seine Größenangaben zu<br />
optimieren. Wenn ihm das nämlich nicht gelingt, droht ihm<br />
sicherlich Diät bis an sein Lebensende. „Ich fühle mich aber<br />
gar nicht kleiner“, verkündet er und marschiert mit in die<br />
Luft gestrecktem Kinn um den Frühstückstisch. Tante Meta<br />
sagt kopfschüttelnd: „Na, nur weil du wie ein „Hans-guckin-die-Luft“<br />
herumläufst, macht dich das nicht größer.“<br />
Zu schnell setzt er sich wieder hin und fühlt wie sein Rücken<br />
bedenklich knackt. Er fragt sich besorgt, ob er wohl gerade<br />
wieder kleiner geworden ist, und er möchte irgendwie<br />
doch seine ursprüngliche Größe zurückgewinnen. Gedanklich<br />
zieht er in Erwägung, sich so eine mittelalterliche Streckbank<br />
zuzulegen. Dann könnte er Meta bitten, die Schrauben<br />
zu drehen, bis er vor Schmerzen schreie. Den Gedanken verwirft<br />
er sehr schnell wieder, denn er ist sich nicht sicher, ob<br />
Tante Meta vielleicht Gefallen daran finden könnte.<br />
Die nächste Überlegung ist, sich an einen Ast im Apfelbaum<br />
zu hängen, um zu fühlen, wie seine Wirbelsäule von<br />
Minute zu Minute länger wird. Ja, vielleicht ist es das, was<br />
die Orang-Utans auf irgendwelchen fremden Inseln machen,<br />
sie arbeiten wahrscheinlich auch an ihrem BMI! Doch das<br />
sind alles nicht so glückliche Gedanken. Schließlich bittet er<br />
doch Tante Meta um Rat, sie hält sich ja für eine medizinische<br />
Fachkraft! Und schon legt sie los: „Mein lieber Herbert,<br />
morgens sind wir alle etwas größer als am Abend, und wenn<br />
man so wie du, den ganzen Tag herumläuft, drückt das die<br />
Bandscheiben zusammen. Nachts, wenn wir liegen, dehnen<br />
sie sich wieder etwas auseinander. Und außerdem sind wir<br />
sicher tagsüber von all der Esserei wesentlich schwerer“, erklärt<br />
sie nun Onkel Herbert liebevoll. Der weiß nicht so richtig<br />
was er sagen soll. Und dann überarbeitet Tante Meta auch<br />
noch ihre Berechnungen…mit dem Ergebnis: Zwei Werte für<br />
Onkel Herberts BMI festzulegen. Einen für morgens und einen<br />
für abends. Onkel Herberts Gedankenkarussell entspannt<br />
sich leicht, obwohl er einen BMI mit zweierlei Maß nicht so<br />
ganz versteht. Doch dann holt Tante Meta noch mal richtig<br />
aus: „Herbert, du beginnst deinen Tag schon übergewichtig!<br />
Aber abends, so um das dritte Bier herum, rutschst du in den<br />
Bereich der Fettleibigkeit! Das sieht und liest man immer<br />
wieder.“ Onkel Herbert beschließt, dieses Urteil zu akzeptieren,<br />
denn irgendwie kann er ihm auch was Positives abgewinnen.<br />
Er weiß, dass er jeden Tag als fetter Kobold beendet…<br />
doch er beginnt den nächsten Tag als großer Mann, der die<br />
Schwerkraft herausfordert! Soll Tante Meta gerne versuchen,<br />
es mit ihm aufzunehmen, wenn sie sich traut! Ulla D’Amico<br />
60 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Unterhaltung<br />
Das Mixtape<br />
Mischen, was 1000 Worte nicht hätten sagen können<br />
Hat Ihnen einmal<br />
jemand<br />
ein Mixtape<br />
verehrt, eine selbst gemischte<br />
Musikkassette?<br />
Dann können Sie<br />
sich sicher an die Gefühlskaskade<br />
erinnern,<br />
die eine solche Gabe<br />
auslöste. Mixtapes<br />
waren die zarten Zuneigungsbeweise<br />
meiner<br />
Jugend.<br />
Der Schenkende<br />
hatte lange dafür am<br />
Kassettenrekorder gesessen,<br />
hin- und hergespult,<br />
Aufnahmen<br />
gestartet, gestoppt,<br />
überprüft und Misslungenes<br />
wieder überspielt. Er hatte die richtigen Lieder<br />
aufspüren müssen, ohne Playlist und Download, von<br />
Platten, anderen Kassetten oder schon von einer CD. Mit<br />
Geduld und etwas Glück konnte er den ein oder anderen<br />
Song mal aus dem Radio aufnehmen, aber Obacht! In den<br />
Schluss quatschte gerne ein vorlauter Moderator hinein,<br />
dann musste man beim Überspielen rechtzeitig einen möglichst<br />
unauffälligen Fade-out hinbekommen.<br />
Man mischte in sein Mixtape hinein, was 1000 Worte<br />
nicht hätten sagen können. Mit Udo Lindenberg den<br />
Herzschmerz („Du spieltest Cello“), mit Tom Waits die<br />
Trunkenheit („there’s a place for us – somewhere“), mit<br />
John Lennon den Weltschmerz, und was die anderen Lieder<br />
transportierten, erzählte man beim gemeinsamen Hören.<br />
Ein Mixtape war nicht weniger als die Offenbarung<br />
der Seele. Nicht so plump wie ein Brief, nicht so übergriffig<br />
direkt. Man musste schon sehr genau hinhören, um<br />
es zu verstehen. Die EmpfängerIn analysierte alle Details<br />
auf konservierte Gefühle: die Covergestaltung, die Handschrift,<br />
die Liedfolge.<br />
Manche Mixtapes hörte man am besten allein, mit Walkman,<br />
um still vor sich hin zu lieben oder innig zu zweit,<br />
sich einen Kopfhörer teilend, in tiefem Verständnis. Andere<br />
waren gesellschaftsfähig – die konnte man auch laut<br />
auf dem Ghettoblaster gemeinsam hören und dazu fachsimpeln.<br />
Damit ließ sich jede peinliche Stille überspielen,<br />
denn es gab ständig etwas zu tun: vor- und zurückspulen<br />
zum jetzt nötigen Song, zur coolsten Stelle, und da immer<br />
wieder drüber. John Lee Hooker – dieses „how-how-howhow“<br />
aus dem Blues-Brothers-Soundtrack: Geht es lässiger?<br />
Wohl kaum!<br />
Einmal auch selbst<br />
so über den Dingen<br />
stehen, einfach laufen<br />
lassen, egal, was die<br />
Leute denken.<br />
Zuletzt die Königsklasse<br />
unter den<br />
Mixtapes, die nur<br />
wenigen gegeben ist:<br />
ein Tape mit eigenen<br />
Songs! Wie das hier<br />
abgebildete von „Pete<br />
Jay“ (Künstlername),<br />
dessen Zigarette und<br />
Blick man schon die<br />
Coolness ansieht, die<br />
darauf zu hören sein<br />
wird. Der Mann kann<br />
Gitarre spielen und<br />
singen und Songs schreiben UND hat ein Aufnahmegerät<br />
mit mehreren Spuren! Man selbst muss nur noch das Räucherstäbchen<br />
dazu anzünden und den kalten Supermarkt-<br />
Rotwein öffnen.<br />
Das erklärt, warum dieses Mixtape von Pete das einzige<br />
ist, das ich noch heute habe. Das und die vierte Tonspur,<br />
auf der man mich mit meiner Bratsche hört. Einmal auch<br />
Königsklasse spielen, egal, was die Leute denken…<br />
Adele v. Bünau<br />
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3/<strong>2024</strong> durchblick 61
Buchbesprechung<br />
Versöhnung durch Verstehen<br />
Zwei Buchempfehlungen als Verständigungshilfe<br />
608 Seiten, 16 € Rowohlt Verl.,<br />
ISBN 978-3-499-27187-8<br />
Ich bin kein Nahost-<br />
Experte, war nie in<br />
Israel und verfolge<br />
das Geschehen in diesem<br />
Land mit der Nachlässigkeit<br />
des Berufstätigen,<br />
der in seinem unübersichtlichen<br />
Alltag nach<br />
dem Zufallsprinzip aufschnappt,<br />
was ihm medial<br />
über den Weg läuft.<br />
Meinem geringen Kenntnisstand<br />
entsprechend<br />
fehlt mir auch das Instrumentarium,<br />
zufällig<br />
Aufgeschnapptes recht<br />
zu beurteilen. Eines weiß<br />
ich aber durch ein bisschen<br />
Lebenserfahrung<br />
gewiss: dass der Versuch, genauer zu verstehen, immer<br />
eine gute Grundlage für ein friedliches Zusammenleben ist,<br />
ja, sein unverzichtbarer Bestandteil, und dass die Beharrlichkeit<br />
im Ringen um das Verstehen des anderen, seines<br />
Hintergrunds, seiner Erfahrungen, seiner Ängste, seiner<br />
Leiden usw. immer an allererster Stelle zu stehen hat, zwischenmenschlich<br />
wie politisch.<br />
Zwei solcher Verstehensversuche möchte ich Ihnen<br />
gerne vorstellen. Zum einen das Buch „Apeirogon“ des<br />
irischen Schriftstellers Collum McCann, das als Roman<br />
zwar dem Bereich der Fiktion zuzurechnen ist, dem man<br />
aber nahezu in jeder Zeile die handfesten, aufwändig recherchierten<br />
Realitäten abspürt, aus denen heraus McCann<br />
seine Romanfiguren gestaltet.<br />
Erzählt wird die Geschichte zweier Familienväter: die<br />
des jüdischen Israelis Rami, der mit seinem Motorrad<br />
(Nummernschild gelb) fünfzehn Minuten auf die West<br />
Bank braucht, und die des muslimischen Palästinensers<br />
Bassam, der für dieselbe Strecke (Nummernschild grün)<br />
anderthalb Stunden benötigt. Beide sind Freunde, und beide<br />
teilen das Schicksal, eine Tochter durch die „Gegenpartei“<br />
verloren zu haben: Ramis dreizehnjährige Tochter<br />
wurde von einem palästinensischen Selbstmordattentäter<br />
vor einem Jerusalemer Buchladen getötet, Bassams Tochter<br />
starb zehnjährig vor ihrer Schule durch die Kugel eines<br />
israelischen Grenzpolizisten.<br />
Beider Leben verläuft gleichermaßen symmetrisch wie<br />
asymmetrisch, beider Hintergründe und Erfahrungen weisen<br />
neben Unterschieden jede Menge Gemeinsamkeiten<br />
auf, wie sie sich immer ausfindig machen lassen, wenn<br />
Menschen sich die Mühe machen, hinter die Kulissen zu<br />
schauen. Beide eint der Wille, Annäherung durch Verständigung<br />
zu erreichen, beide beschließen, immer und immer<br />
wieder ihr gemeinsames Schicksal zu erzählen. (Ramis<br />
Frau dagegen entscheidet, dies genau nicht zu tun, wohlwissend,<br />
dass ihre Geschichte garantiert von irgendeiner<br />
Seite für die eigene Interessen ausgeschlachtet wird.)<br />
„Apeirogon“ heißt zu Deutsch (von griechisch apeiron<br />
= unendlich) „Unendlich-Eck“. Das, was McCann erzählt,<br />
ist in seiner Problemverwobenheit so komplex, so vielschichtig,<br />
dass er für die Vielschichtigkeit des Erzählten<br />
die Form des Mosaiks gewählt hat, deren versprengte Einzelkomponenten<br />
sich wie beim Blick durch ein Kaleidoskop<br />
zusammenfügen. Linear lassen sich Ramis und Bassams<br />
Geschichten schlichtweg nicht erzählen.<br />
Vollständig nichtfiktional dagegen ist der Mailwechsel<br />
zwischen dem Soziologen Natan Sznaider und dem<br />
Schriftsteller Navid Kermani,<br />
„ein Israeli und ein<br />
Deutscher, ein Deutscher<br />
und ein Iraner, ein Jude<br />
und ein Muslim“, den Sznaider<br />
und Kermani 2002<br />
nach ihrer ersten Begegnung<br />
in Haifa begonnen<br />
hatten. 21 Jahre später<br />
erinnern sich die beiden<br />
an ihren Austausch, fassungslos<br />
und zutiefst bestürzt<br />
darüber, dass alle<br />
Befürchtungen von damals<br />
sich mit dem Terror-<br />
Angriff der Hamas, dem<br />
Horror des 7. Oktobers<br />
2023 bewahrheitet haben.<br />
64 Seiten, 10 € Hanser Verlag<br />
ISBN 978-3-446-28070-0<br />
Was „Apeirogon“ als Endlos-Dilemma Israels/Palästinas<br />
erzählt und dem Leser bis in die kleinsten Belange des<br />
Alltags hinein plastisch und bedrückend vor Augen führt,<br />
wird von Sznaider/Kermani leidenschaftlich kommentiert<br />
und kontrovers diskutiert, wobei man sich gegenwärtig<br />
diese Art der Streitkultur, die getragen ist vom Respekt gegenüber<br />
dem, der nun mal eine andere Betrachtungsweise<br />
einnimmt als die eigene, für Debatten aller Art sehnsüchtig<br />
herbei- oder zurückwünscht. Beide Bücher öffnen den<br />
Blick für die faktischen Gegebenheiten, erinnern daran,<br />
dass sich Wahrheit nur selten – nein, eigentlich nie – links<br />
oder rechts, in den simplen Farben Schwarz oder Weiß<br />
verorten lässt.<br />
Jörn Heller, Buchhändler<br />
62 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Buchbesprechung<br />
Firenze, amore mio!<br />
Über die Erkenntnis der Liebe<br />
Als Kriegsheimkehrer muss Ulysses schnell erkennen,<br />
dass ihn zu Hause in London nichts erwartet. Seine<br />
Frau hat sich in jemand anderen verliebt. Seine<br />
Wohnung ist anderweitig vermietet. Also verbringt er seine<br />
Tage mit Arbeiten in Cols Pub The Stoat, wo er auf alte Bekannte<br />
trifft: Cress, der Mann, der mit Bäumen redet. Piano<br />
Pete, der schon den Höhepunkt seiner Karriere hinter sich<br />
hat. Ginny, die ein Kind geblieben ist. Claude, ein klugscheißender<br />
Papagei mit Vorliebe für große Dichter. Alys,<br />
die neu ist. Und natürlich Klack-Klack-Klack-Peg.<br />
Alles ist okay, wenn auch nicht gut. Erst mit einem<br />
Brief aus Florenz soll sich Ulysses‘ Leben verändern.<br />
Sarah Winman hat nach Lichte Tage einen Roman geschrieben,<br />
der uns direkt einlädt in die Welt der Kunst, des<br />
Genusses und der Freundschaft - Florenz. Mit viel Liebe<br />
zu Italien beschreibt sie ein Leben, das wie ein immerwährender<br />
Urlaub anheimelt. Trotz aller Hürden, die im Laufe<br />
der Jahrzehnte gestellt werden.<br />
Die Geschichte umfasst die Biografie des jungen Kriegsveteranen<br />
Ulysses von 1944 bis in die 70er. Während seiner<br />
Stationierung in Florenz lernt er die betagte Kunsthistorikerin<br />
Evelyn kennen. Diese Begegnung wird ihm stets im Gedächtnis<br />
bleiben. Spannend ist die Gegenüberstellung zweier Welten:<br />
das East End Londons,<br />
aus dem der Protagonist<br />
stammt, sowie Florenz, was<br />
seine neue Heimat werden<br />
soll. Noch interessanter und<br />
vor allem amüsanter wird es,<br />
als beide Welten aufeinandertreffen.<br />
Denn es ist nicht<br />
nur Ulysses, den es wegzieht.<br />
Am deutlichsten wird dieses<br />
Aufprallen, wenn Haudegen<br />
Col mit seinem knallenden<br />
Krankenwagen auf Florenz‘<br />
Marktplatz eintrifft.<br />
Die Geschichte ist rührend.<br />
Schon ab Mitte des<br />
Buches wird klar: Hier wird<br />
528 Seiten, 26 € Klett Verl.,<br />
ISBN 978-3 608 96606 0<br />
das Herz der Leser*innen gebrochen werden. Sie ist unsagbar<br />
schön. Sei es die tiefe Freundschaft, Ulysses Geheimnis<br />
aus Kriegstagen, sei es das leicht Skurrile, am besten verdeutlicht<br />
an Papagei Claude, oder das Sehnen und überraschende<br />
Erkennen von Liebe - hier stimmt alles.<br />
Was zu sagen bleibt: Firenze, amore mio! Sonja Dörr
Kultur<br />
Erich Kästner –<br />
der Mann mit den vielen Gesichtern<br />
Die meisten Menschen<br />
werden Erich<br />
Kästner als Schreiber<br />
von Kinderbüchern wie<br />
„Emil und die Detektive“<br />
(ein Welterfolg) oder „Das<br />
doppelte Lottchen“ kennen.<br />
Sein literarisches Werk ist<br />
aber immens. Er ist bekannt<br />
als Lyriker, Kinderbuchautor, Romancier, Theaterkritiker,<br />
Drehbuchautor und Publizist und feiert in diesem Jahr<br />
gleich zwei Jubiläen: seinen 125. Geburtstag und seinen 50.<br />
Todestag. Aus diesem Anlass stehen auch drei Stücke von<br />
ihm auf dem Spielplan des Apollo-Theaters, unter anderen<br />
„Fabian oder der Gang vor die Hunde“.<br />
„Fabian“ erschien 1931 und wurde sofort als Meisterwerk<br />
bezeichnet. Das Buch erzählt von dem arbeitslosen Germanisten<br />
und Reklametexter Dr. Jakob Fabian, der sich durch<br />
das Berlin der „Goldenen Zwanziger“ treiben lässt. Er versucht,<br />
im Labyrinth der Großstadt Berlin seine Integrität und<br />
seine Ideale zu bewahren. Doch die junge Demokratie der<br />
Weimarer Republik wird mehr und mehr in ihren Grundfesten<br />
erschüttert. Er verliebt sich in die junge Juristin Cornelia<br />
– doch die Liebe hat keine Konjunktur. Am Ende stirbt er<br />
tragisch bei dem Versuch einen Jungen vor dem Ertrinken zu<br />
erretten. Das Buch wurde auch von dem bekannten Regisseur<br />
Dominik Graf für das Kino verfilmt.<br />
Man kann sagen, Kästners Weltbild zeigt eine Zweiteilung,<br />
die sein ganzes Werk durchzieht: Der schlechten,<br />
hoffnungslos-realen Welt der Erwachsenen, die er spöttisch-satirisch<br />
darstellt, steht die entgegengesetzte einzige<br />
gute Welt der Kinder gegenüber. Seine pessimistische<br />
Sicht der Dinge lässt sich etwa in dem Gedicht „Die Entwicklung<br />
der Menschheit“ erkennen, in dem die „aus dem<br />
Urwald gelockten“ mit den Errungenschaften der Zivilisation<br />
und Wissenschaft gesegneten Menschen „bei Lichte<br />
betrachtet … noch immer die alten Affen sind.“<br />
Bild: Wikimedia Commons<br />
Das ist das Verhängnis:<br />
zwischen Empfängnis<br />
und Leichenbegängnis<br />
nichts als Bedrängnis.<br />
Nach Ansicht Marcel Reich-Ranickis liebte Kästner<br />
„das Spiel mit vertauschten Rollen.“ Er sah die Leser seiner<br />
Texte für Erwachsene als Kinder und die seiner Kinderbücher<br />
als Erwachsene an. Diejenigen, die in seinen<br />
Büchern über einen gesunden Menschenverstand verfügen,<br />
sind die Kinder und Jugendlichen. Sie verfolgen und<br />
fassen den Dieb, und die Ordnung wird dadurch wieder<br />
hergestellt (Emil und die Detektive).<br />
Schöpfer fantastischer Kinderbücher, Humorist und<br />
Satiriker, begnadeter Selbstdarsteller, geplagt von Schreibblockaden<br />
und Alkoholproblemen: Erich Kästner war ein<br />
Mann voller Widersprüche.<br />
Horst Mahle<br />
Kästner hat unzählige Gedichte geschrieben und veröffentlich,<br />
etwa erschienen als „Doktor Erich Kästners lyrische<br />
Hausapotheke“. Dabei gehören neben Gesellschaft und<br />
Kultur häufig Krieg und Militarismus zu den Zielen seiner<br />
satirischen Spitzen. Seine Stellung als Mahner und Warner<br />
wird deutlich etwa in dem bekannten Gedicht “Kennst du<br />
das Land, wo die Kanonen blühn?“, in dem er die Ursachen<br />
des Krieges auf menschliche Dummheit zurückführt.<br />
64 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Im Museum<br />
Bild: Wikimedia Commons<br />
Der alte Mann fiel zwischen den anderen Museumsbesuchern<br />
auf. Gut gekleidet, mit stolzer Haltung,<br />
sah man ihm an, dass er gewohnt war, seinen Willen<br />
durchzusetzen. Obwohl hoch in den Siebzigern, würde<br />
ihn niemand als greisenhaft bezeichnen.<br />
Die Wächterin im Neuen Saal bemerkte ihn sofort.<br />
„Reich und arrogant – mit dem ist nicht gut Kirschen essen.“<br />
dachte sie. Nach seinem Rundgang sah sie, dass der Alte<br />
immer noch wie gebannt vor einem Ölbild stand, dessen<br />
Farben für ihren Geschmack zu düster waren. Außerdem<br />
mochte sie die moderne Kunst nicht. In der Hoffnung auf ein<br />
späteres Trinkgeld brachte sie einen Sitzhocker, auf den sich<br />
der Betrachter nach kurzem Nicken setzte und fortfuhr, auf<br />
das Gemälde zu schauen. „JERICHO 2048“ stand auf dem<br />
Schild daneben. „Jericho,“ dachte der Alte. „Was weiß ich<br />
über Jericho? Stadt am Jordan, die älteste Stadt der Welt und<br />
die am tiefsten gelegene. Sie wurde zerstört durch sieben<br />
Priester, die auf Widderhörnern blasend die Stadt siebenmal<br />
umrundeten und so deren Mauern zum Einsturz brachten.<br />
Die Trompeten von Jericho! Warum 2048? Ist damit 2048<br />
v.Chr., oder eine Szenerie kommender Ereignisse gemeint?“<br />
Er bemerkte die abstrakt in verschiedenen Techniken<br />
gestaltete Fläche des Bildes. Sah Gräben und Erhebungen,<br />
Krater und Türme und ruhige Ebenen. Die Stadt Jericho!<br />
Und gleichzeitig erkannte er staunend: „Das trifft<br />
auf mein Leben – mein tiefstes Inneres, mein Herz zu.“ Er<br />
sah sein ganzes Leben ausgebreitet. Sah sich selbst als wildes<br />
Kind – immer in Action. Wie viele Jungen wollte er<br />
Lokomotivführer werden, später Maler – am liebsten von<br />
Aktmodellen! Er merkte jedoch bald, dass sein Talent nicht<br />
ausreichte, um einer der ganz Großen zu werden. Denn<br />
das war sein Ehrgeiz: Ein Großer werden, Macht haben,<br />
deutliche Fußspuren hinterlassen, wenn er einmal abtreten<br />
würde. So war er eine Vernunftehe eingegangen, die ihm<br />
bei seinem Aufstieg hilfreich war und die bis heute Bestand<br />
hatte. Er behandelte seine Frau mit Respekt, unterhielt<br />
nebenbei stets wechselnde Geliebte. Der letzten hatte<br />
er kürzlich den Laufpass gegeben, weil er ihres Anblicks<br />
überdrüssig war, wie sie nachlässig gekleidet, Kaugummi<br />
kauend auf der Couch lag. Er bezweifelte, da er sich noch<br />
einmal auf ein neues Abenteuer einlassen würde – in dieser<br />
Hinsicht machte sich sein Alter bemerkbar. Je länger<br />
er das Bild betrachtete, umso deutlicher erkannte er sein<br />
Leben. Wie viele Gräben er überwunden hatte! Von ehrgeizigen<br />
Plänen in tiefe Schluchten gestürzt hatte er sich<br />
immer wieder aufgerappelt und Berge bezwungen, wobei<br />
er brutal seine Ellbogen gebrauchte. Nun hatte er sein Ziel<br />
erreicht: Ganz oben zu sein. An der Spitze eines großen<br />
Konzerns, den er mit eiserner Hand führte, war er bei<br />
den „ruhigen Ebenen“ angelangt. „Wie rücksichtslos ich<br />
oft war“ erkannte er jetzt. „Wie sehr darauf bedacht, die<br />
Kontrolle zu haben. Wie viele Menschen habe ich verletzt<br />
und unglücklich gemacht! All diese Kämpfe! Auch, und<br />
gerade mit meinen Kindern. Welche Gräben habe ich in ihren<br />
Herzen aufgeworfen? Meine Fußspuren sollten so groß<br />
sein, dass keiner hineinpasst! Aber dabei habe ich etwas<br />
Wichtiges versäumt: Nämlich Liebe und Freundlichkeit zu<br />
zeigen, gerade bei meinen Nächsten. Eigentlich kommt es<br />
ja gar nicht so sehr darauf an, dass meine Spuren lange<br />
auf dieser Welt zu sehen sein werden, sondern zu welchem<br />
Ziel sie mich geführt haben. Jericho – wann werden für<br />
mich die Trompeten erschallen? Bald schon?“<br />
Lange, lange saß er da, betrachtete das Bild und hing<br />
seinen Gedanken nach, Als er schließlich energisch dem<br />
Ausgang zustrebte (nicht ohne der Wächterin ein gutes<br />
Trinkgeld zu geben), wusste er, was er zu tun hatte.<br />
<br />
Sigrid Kobsch<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 65
„Es war die Nachtigall<br />
William Shakespeare 1564 – 1616 Schrift<br />
Wie hatte sich der junge William auf die<br />
Theatergruppe gefreut. Jetzt ist das<br />
Gasthaus in seinem Geburtsort Stratford-<br />
upon- Avon zum Bersten gefüllt. Zahlreiche<br />
Zuschauer müssen sogar auf dem Fußboden Platz<br />
nehmen. Nun erscheint fauchend und röhrend<br />
der böse Drache. Die Besucher zucken bei diesem<br />
Getöse, umrahmt von übelriechenden Schwefeldämpfen,<br />
zusammen, und der junge Will umklammert<br />
ängstlich die Hand seiner Mutter. Umso erleichterter<br />
klatscht er Beifall, als der tapfere St.<br />
George das Tier mit einem gezielten Degenstich<br />
zur Strecke bringt. Anschließend mischen sich die<br />
Mitglieder der Theatergruppe wie damals üblich,<br />
unter die Zuschauer. Wissbegierig saugt der junge<br />
William Atmosphäre und Gespräche in sich auf.<br />
So etwa ist es in einem Englisch-Lehrbuch für<br />
deutsche Schüler in den siebziger Jahren nachzulesen.<br />
Wer war dieser Mann, der vielleicht als der berühmteste<br />
Schriftsteller aller Zeiten gilt? Seine Taufe datiert<br />
auf den 26. April 1564 laut Eintrag in einem offiziellen<br />
Register. Die Familie hat insgesamt acht Kinder,<br />
von denen einige jedoch früh versterben. Sein Vater<br />
John Shakespeare, ist angesehener Bürger und spielt<br />
eine herausragende Rolle im politischen Leben der<br />
Stadt. Zeitweilig hat er sogar eine mit dem Amt eines<br />
Bürgermeisters vergleichbare Position inne. Er gehört<br />
der hochgeachteten Zunft der Handschuhmacher an.<br />
Es ist wichtig zu wissen, dass Handschuhe in dieser<br />
Zeit hochbegehrt waren, nicht nur als Schutz, sondern<br />
noch mehr als kunstvoll verzierte Exemplare. Seine<br />
Frau entstammte einer begüterten Lan<strong>db</strong>esitzerfamilie.<br />
Später gerät John Shakespeare in Geldnot und muss<br />
sozialen Abstieg hinnehmen.<br />
Es ist die Zeit von Königin Elizabeth der Ersten<br />
(1533 bis 1603), auch als Epoche der Elisabethanischen<br />
Renaissance bezeichnet. England erlebt<br />
einen steilen wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg.<br />
Nach dem Sieg über die spanische Armada<br />
1588 wird England zur führenden Seemacht. Es<br />
werden die ersten Handelsgesellschaften gegründet.<br />
Ein dunkles Kapitel beginnt jedoch auch in dieser<br />
Zeit, nämlich der Sklavenhandel von Afrika in die<br />
Neue Welt. Es gilt als sicher, dass William als Angehöriger<br />
der Oberschicht die ortsansässige Lateinschule<br />
besucht hat, eine Einrichtung, welche durch<br />
hochqualifizierte Lehrerschaft und wirksame Unterrichtsgestaltung<br />
einen hervorragenden Ruf besaß.<br />
Mit 18 Jahren heiratet William die acht Jahre ältere<br />
Anne Hathaway. Am Datum der Hochzeit soll sie<br />
bereits im vierten<br />
Monat schwanger<br />
gewesen sein.<br />
William benötigte<br />
übrigens die Einwilligung<br />
seines<br />
Vates zu dieser<br />
Hochzeit. Der<br />
Ehe entstammten<br />
insgesamt drei<br />
Kinder, darunter<br />
ein Zwillingspärchen.<br />
Seine Frau<br />
überlebte ihn um<br />
gute sieben Jahre.<br />
An den Universitäten<br />
wurden<br />
damals vorwiegend<br />
Medizin,<br />
Rechtswissenschaft<br />
und Theologie<br />
gelehrt. William<br />
zog es vor,<br />
sich stattdessen<br />
Shakespeares erste Wirkungsstätte da<br />
der Theaterkunst<br />
zu widmen. So ging er bald nach der Hochzeit nach<br />
London, um hier einschlägige Erfahrungen zu sammeln.<br />
Seine Schaffensperiode beginnt etwa im Jahr<br />
1592. Zunächst als Emporkömmling von einigen<br />
Kritikern abqualifiziert, steigerte sich sein Erfolg<br />
von Jahr zu Jahr. Er wurde Gründungsmitglied der<br />
Lord Chamberlain‘s Men, einer angesehenen Gruppe<br />
von Schauspielern. Häufig fehlte es den Theatergruppen<br />
damals an geeigneten Stücken. Diesen<br />
Umstand machte sich Shakespeare als Dramatiker<br />
zunutze. Fast 20 Jahre lang produzierte er durchschnittlich<br />
zwei Dramen pro Jahr. Es verdient zusätzliche<br />
Anerkennung, dass die Verfasser damals<br />
meist nur bei Tageslicht geschrieben haben.<br />
Kerzen waren in dieser Zeit nämlich sehr teuer<br />
und standen nur für Notfälle bereit. Gelegentlich<br />
war Shakespeare auch als Schauspieler tätig, er<br />
spielte sogar mehrfach vor Königin Elizabeth, welche<br />
eine begeisterte Verehrerin der Theaterkunst<br />
war. Nach ihrem Tod 1603 entwickelte sich diese<br />
Schauspielgruppe unter der Schirmherrschaft von<br />
Jakob dem Ersten zu „The King‘s Men“.<br />
Als geschickter Geschäftsmann erwarb Shakespeare<br />
im Jahre 1597 stattlichen Grun<strong>db</strong>esitz in<br />
seinen Geburtsort. Zudem wurde er Teilhaber des<br />
66 durchblick 3/<strong>2024</strong>
und nicht die Lerche“<br />
steller, Schauspieler und Geschäftsmann<br />
1599 errichteten<br />
Globe-Theaters<br />
in London. Dieses<br />
dreistöckige<br />
Gebäude hatte<br />
einen Durchmesser<br />
von 30<br />
Metern, die<br />
Form eines Vielecks<br />
und konnte<br />
bis zu 3.000 Zuschauer<br />
aufnehmen.<br />
Im Jahre<br />
1613, während<br />
einer Aufführung<br />
von Heinrich<br />
VIII, setzte<br />
eine Kanone,<br />
die den Auftritt<br />
des Königs verkünden<br />
sollte,<br />
das Strohdach<br />
in Brand, und<br />
innerhalb einer<br />
s Globe Theater in London 1599 -1613<br />
Stunde standen<br />
nur noch die Grundmauern. Bis auf einen Toten waren<br />
keine Menschenleben zu beklagen. 1614 wurde<br />
die damals erfolgreichste Spielstätte mit einem Ziegeldach<br />
wieder aufgebaut. Als das englische Parlament<br />
unter dem radikalen Einfluss der Puritaner<br />
die Schließung der Theater anordnete, wurde dieses<br />
eindrucksvolle Gebäude zerstört. Seit 1997 steht es<br />
erneut in London, ganz in der Nähe des ursprünglichen<br />
Standortes und zieht nach wie vor – wie schon<br />
zu Shakespeares Zeiten – Besucher sämtlicher gesellschaftlichen<br />
Schichten an.<br />
Etwa um 1612 kehrte William Shakespeare wohlhabend<br />
in seinen Geburtsort zurück. Sicherlich in<br />
Erinnerung an das finanzielle Desaster seines Vaters<br />
verwaltete er sein Vermögen mit Umsicht. Seine letzte<br />
Ruhe fand er 1616 in der Holy Trinity Church in<br />
Stratford. Dort wurde ihm auch ein Denkmal gesetzt.<br />
Seine Werke wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.<br />
Es ist wichtig zu wissen, dass die geschriebenen<br />
Texte damals vorwiegend als Rohmaterial für Theateraufführungen<br />
dienten, weniger als Literatur für eine<br />
interessierte Leserschaft. Die erste Gesamtausgabe<br />
erschien 1621 als erste Folio in etwa 750 Exemplaren,<br />
wovon heute noch etwa 230 existieren. Seine<br />
gesamten Werke umfassen je nach Zählweise 37 bis<br />
38 Dramen, mehrere Versdichtungen und 154 Sonette.<br />
Die Dramen lassen sich grob unterteilen in Komödien,<br />
Tragödien und Historien. Bei einem Sonett handelt<br />
es sich um ein gefühlsbetontes sprachliches Kunstwerk,<br />
welches strengen Regeln im Hinblick auf Anzahl<br />
der Zeilen, Silbenlänge, Metrik und Reimschema<br />
unterliegt. Nicht selten bediente sich der Dramatiker<br />
überlieferter Erzählungen, die er dann nach seinen<br />
Vorstellungen dramatisch gestaltete. Dies gilt beispielweise<br />
für die Geschichte von Romeo und Julia, ein<br />
beliebter literarischer Stoff im 15. und 16. Jahrhundert.<br />
Unmittelbare Quelle für Shakespeare ist das Gedicht<br />
„The tragical history of Romeo and Juliet“ von Arthur<br />
Brook auf der Grundlage einer italienischen Novelle.<br />
Shakespeare änderte wenig am Inhalt, aber die dramatische<br />
Gestaltung ist seine eigene Leistung.<br />
Dieses um 1595 uraufgeführte Werk soll nunmehr<br />
näher betrachtet werden.<br />
„Es ist die Lerche, die so heiser singt“<br />
Romeo und Julia<br />
Handlungsorte sind Verona und später noch Mantua.<br />
Hier sind die wichtigen handelnden Personen:<br />
Escalus, Prinz von Verona. / Graf Paris, Verwandter<br />
des Prinzen. / Montague und Capulet, Häupter zweiter<br />
Häuser, welche in Zwist miteinander sind. / Romeo,<br />
Montagues Sohn. / Mercutio, Verwandter des Prinzen<br />
und Romeos Freund. / Benvolio, Montagues Neffe<br />
und Romeos Freund. / Tybalt, Neffe der Gräfin Capulet.<br />
/ Bruder Lorenzo, ein Franziskaner. / Bruder<br />
Marcus, vom selben Orden. / Gräfin Montague, Gräfin<br />
Capulet, Julia, Capulets Tochter und Juliens Amme.<br />
Ein Chor fasst das künftige Geschehen in einem<br />
Prolog wie in einer Nussschale zusammen.<br />
Prolog<br />
Zwei Häuser in Verona, würdevoll,<br />
wohin als Szene unser Spiel euch bannt,<br />
erwecken neuen Streit aus altem Groll,<br />
und Bürgerblut befleckt die Bürgerhand.<br />
Aus beider Feinde unheilvollem Schoß<br />
Entspringt ein Liebespaar, unsternbedroht,<br />
und es begräbt – ein jämmerliches Los –<br />
der Väter lang gehegten Streit ihr Tod.<br />
Wie diese Liebe nun dem Tod verfiel,<br />
Der Eltern Wüten, immerfort erneut,<br />
erst in der Kinder Ende fand sein Ziel,<br />
das lehrt zwei Stunden euch die Bühne heut;<br />
wollt ihr geduldig euer Ohr dem leihn,<br />
Woll’n wir’s von Mängeln, wo’s noch not, befrein. <br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 67
1. Aufzug<br />
Die Fehde zwischen den beiden Adelshäusern erstreckt<br />
sich hinab bis auf den Bereich der Dienstboten.<br />
Dies wird bereits zu Beginn deutlich, als sich Bedienstete<br />
der Montagues und der Capulets auf einem öffentlichen<br />
Platz gegenseitig provozieren.<br />
Benvolio, Montagues Neffe, versucht dem Treiben<br />
Einhalt zu bieten, wird aber durch den Heißsporn<br />
Tybalt, Neffe der Gräfin Capulet, höhnisch als Feigling<br />
verlacht. Die Auseinandersetzung gerät außer Kontrolle,<br />
und auch Montague und Capulet mischen sich<br />
direkt mit ihren Schwertern ein. Es erscheint Prinz<br />
Escalus als Oberhaupt des Stadtstaates mit seinem<br />
Gefolge, welcher dem wilden Treiben unverzüglich<br />
Einhalt gebietet und die öffentliche Ordnung wieder<br />
herstellt. Unter Androhung der Todesstrafe untersagt<br />
er jegliche weiteren Gewalttaten. Weder Montague<br />
noch Capulet, vom Prinzen auf das Schärfste verwarnt,<br />
lassen erkennen, wie lange der Zwist zwischen ihnen<br />
schon andauert, auch bleibt die Ursache im Dunkeln.<br />
Es erscheint Romeo, sichtlich geplagt von Liebeskummer,<br />
da die von ihm angebetete Rosalinde<br />
seine Zuneigung nicht erwidert hat. „Gib deinen<br />
Augen Freiheit, lenke sie auf andre Reize hin“, (19)<br />
ermutigt Benvolio seinen Freund.<br />
Etwa zur gleichen Zeit hält Graf Paris, ein begüterter,<br />
ansehnlicher und gebildeter Edelmann, bei<br />
Capulet um Julias Hand an.<br />
Dieser hält seine Tochter, welche erst am<br />
Johannistag 14 Jahre alt wird, für noch zu jung, räumt<br />
aber ein, dass er in jedem Falle der Heirat seines<br />
einzigen Kindes zustimmen werde. Heute Abend, so<br />
Capulet, gebe er sein traditionelles Frühlingsfest, zu<br />
welchem er herzlich eingeladen sei.<br />
Gräfin Capulet und Julias Amme schmieden Pläne<br />
über eine baldmögliche Verheiratung von Julia. Diese<br />
erklärt, sich darüber noch keine Gedanken gemacht<br />
zu haben. Als sie von der Werbung durch Paris erfährt,<br />
reagiert sie ausweichend. „Gerne will ich sehen, ob<br />
Sehen Neigung zeugt“. (19) Die Amme ermutigt sie<br />
mit Nachdruck, der Hochzeit zuzustimmen. Für sie<br />
ist Graf Paris „ein wahrer Zuckermann.“ (19)<br />
Die beiden Freunde Romeo und Benvolio erscheinen<br />
maskiert zu der abendlichen Feier.<br />
Auf den ersten Blick ist Romeo hin und hergerissen<br />
von Julias Anmut und Schönheit.<br />
Tybalt, Julias kampfeslustiger Vetter, entlarvt<br />
Romeo anhand seiner Stimme und verlangt nach<br />
seinem Degen. Capulet verweist den Verwandten<br />
mit allem Nachdruck in seine Schranken. „Ich<br />
möchte nicht für alles Gut der Stadt ihm einen Unglimpf<br />
tun“ *S.26) . Tybalt fühlt sich zutiefst in seiner<br />
Ehre gekränkt und sinnt auf Rache.<br />
Seit 1997 steht das neu erbaute<br />
Schon beim ersten Tanz kommen sich Romeo<br />
und Julia näher und bekunden ihre gegenseitige Zuneigung.<br />
Dunkle Wolken ziehen jedoch bald auf, als<br />
ihnen deutlich wird, dass sie dem jeweils verfeindeten<br />
Adelshaus angehören. Julia gesteht; „O Wunderwerk<br />
ich fühle mich getrieben, den ärgsten Feind<br />
aufs zärtlichste zu lieben“. (29)<br />
2. Aufzug<br />
Es ist Nacht, als sich Romeo in Capulets Garten<br />
schleicht und Julia oben am Fenster erscheint. Sie bekunden<br />
ihre gegenseitige tiefe Zuneigung. „So grenzenlos<br />
ist meine Huld, die Liebe so tief wie das Meer“<br />
(36), erklärt Julia voller Inbrunst. Nach weiteren Liebesbezeugungen<br />
verabreden beide eine heimliche<br />
Hochzeit. Julias Amme dient als Botin zu Pater Lorenzo.<br />
Die nächste Szene führt in einen Klostergarten, wo<br />
Bruder Lorenzo, botanisch hochgebildet, über Segen<br />
und Fluch dieser Wissenschaft meditiert. Als Romeo<br />
erscheint, vermutet Lorenzo zunächst, dass dieser seinen<br />
Liebeskummer noch immer nicht überwunden<br />
hat. Auf Romeos Bitte einer unverzüglichen Trauung<br />
willigt er schließlich ein. „Vielleicht dass dieser Bund<br />
zu großem Glück sich wendet und euer Häuser Groll<br />
durch ihn in Freundschaft endet“ (42)<br />
Von Benvolio erfahren wir zur gleichen Zeit, dass<br />
Tybalt Romeo zum Duell gefordert hat. Mercutio weiß<br />
um Tybalts Fechtkunst und fürchtet um das Leben seines<br />
Freundes Romeo. Nun bringt die Amme eine Botschaft<br />
von Julia. Sie vereinbaren, dass Julia an diesem<br />
Nachmittag unter einem Vorwand zur Beichte gehen<br />
soll. Romeos Diener werde eine Strickleiter bringen,<br />
mit deren Hilfe Romeo nachts zu seiner Neuvermählten<br />
gelangt. Wenig später erklärt Lorenzo das Liebespaar<br />
mit dem Segen der Kirche zu Mann und Frau.<br />
3. Aufzug<br />
Eine gute Stunde danach stoßen Mercutio und<br />
Benvolio mit Tybalt und seinem Gefolge zusammen.
Globe Theater in London.<br />
Bilder: Wikimedia Commons<br />
Mercutio, ebenfalls ein Heißsporn, der laut Romeo<br />
„in einer Minute mehr spricht, als er in einem Monat<br />
verantworten kann“ (45), fordert Tybalt mit beleidigenden<br />
Worten heraus. Benvolios Schlichtungsversuche<br />
laufen ins Leere. Nun erscheint Romeo, Tybalts<br />
eigentliches Zielobjekt. Romeo versucht Tybalt zu besänftigen,<br />
als Mercutio Tybalt zum Kampf auffordert.<br />
Romeo springt zwischen die beiden Kontrahenten,<br />
wodurch Tybalts Stoß Mercutio tödlich trifft. „Warum<br />
zum Teufel kamt ihr zwischen uns?“ ruft Mercutio<br />
aus. „Ich dachte es gut zu machen“ (56), ist Romeos<br />
Antwort, bevor Mercutio stirbt. „Nun flieh gen Himmel<br />
schonungsreiche Milde“ (57)! Mit diesen Worten<br />
fordert Romeo Tybalt zum Kampf heraus. Sie fechten<br />
und Tybalt fällt. Es erscheint der Prinz mit seinem<br />
Gefolge zusammen mit den Montagues und Capulets.<br />
Benvolio berichtet über das Voraufgegangene und Romeos<br />
tragisches Eingreifen. Der Prinz, auch mit Tybalt<br />
verwandt, spricht den Bannfluch über Romeo aus.<br />
Eine Rückkehr nach Verona würde dessen Todesurteil<br />
bedeuten. „Vernehmt mein Wort! Wenn Gnade Mörder<br />
schont, verübt sie Mord“ (59). Die Schreckensnachrichten,<br />
von der Amme überbracht, sind für Julia<br />
unfassbar.“ So neidisch kann der Himmel sein“ (61).<br />
Die Amme verspricht Hilfe, da sie weiß, dass<br />
Romeo beim Pater wartet. Julia gibt ihr einen Ring<br />
für ihren Gemahl. Als Romeo durch den Pater von<br />
dem Bannstrahl erfährt, sieht er in seinem Leben<br />
keinen Sinn mehr. Vergeblich versucht Lorenzo ihn<br />
zur Vernunft zu bringen. „Hier aus Verona bist du<br />
nur verbannt. Sei ruhig, denn die Welt ist groß und<br />
weit“ (64). Romeo verhält sich weiterhin halsstarrig<br />
und erntet von Lorenzo Tadel und Geringschätzung.<br />
Schließlich gibt er seine Starrköpfigkeit auf.<br />
Wie zunächst vereinbart, solle er Julia in ihrem<br />
Schlafgemach trösten und sich dann schnellstens nach<br />
Mantua absetzen. Vieles werde sich zu gegebener Zeit<br />
dann schon in einem guten Sinne regeln lassen. Als die<br />
Amme ihm Julias Ring überreicht, ruft er hoffnungsvoll<br />
aus: „Wie ist mein Mut wieder neu belebt“ (69).<br />
Mittlerweile trauern die Capulets um Tybalts Tod<br />
und sehen auch darin die Ursache für Julias Niedergeschlagenheit.<br />
Paris hält höflich erneut um Julias Hand<br />
an, was Capulet mit Freuden gewährt. Er ist Montag,<br />
und die Hochzeit wird auf den kommenden Donnerstag<br />
terminiert. „Mein Graf ich wollte, Donnerstag<br />
wäre schon morgen“ (75) ruft Paris begeistert aus.<br />
Mit Hilfe der Strickleiter hat sich Romeo den Zugang<br />
zu Julias Schlafgemach verschafft, wo sie die<br />
gemeinsame Nacht im Brautbett verbringen. Nun<br />
aber kündigt sich der Morgen an. „Willst du schon gehen?<br />
Der Tag ist ja noch fern. „Es war die Nachtigall<br />
und nicht die Lerche“ (71) lässt Julia ihren Liebsten<br />
wissen. „Es ist die Lerche, die so heiser singt“ (72),<br />
muss Julia wenig später eingestehen. In der Hoffnung<br />
„all dies Leiden dient in Zukunft uns zu süßerem Geschwätz“<br />
(73), flieht Romeo.<br />
Inzwischen schwört Gräfin Capulet Rache an Romeo<br />
für den Tod ihres Neffen Tybalt.Sie kenne jemanden<br />
In Mantua und der „soll ein kräftig Tränkchen ihm<br />
bereiten, das bald ihn zum Gefährten Tybalts macht“<br />
(74). Nun rückt die Gräfin mit einer für sie erfreulichen<br />
Kunde heraus, der Hochzeit mit dem Grafen Paris.<br />
Als Julia diese Hochzeit zurückweist, wirft ihr Vater<br />
ihr Undankbarkeit vor und antwortet mit Gewaltandrohung<br />
und Beleidigungen: „Fräulein Zierlich, lose<br />
Dirne … Talggesicht ... du Hexe … geh mir zum Henker<br />
… die Finger jucken mir“ … (76).<br />
Als Julia keine Unterstützung von ihrer Mutter erhält,<br />
sucht sie vergebens Trost und Rat bei ihrer Amme.<br />
Diese stellt sich jedoch diesmal auf die Seite ihrer Eltern.<br />
Für sie ist Paris „ein allerliebster Herr, ein Lump<br />
ist Romeo nur gegen ihn“ (78). Es kommt daraufhin<br />
zum Bruch zwischen ihr und der Amme.<br />
Verzweifelt eilt sie zu Pater Lorenzo.<br />
4. Aufzug<br />
In seiner Zelle äußert der Pater gegenüber Paris seine<br />
Bedenken wegen der so eilig angesetzten Hochzeit.<br />
Julia kommt hinzu und reagiert ausweichend auf die<br />
Werbung durch den vermeintlichen zukünftigen Gemahl.<br />
Dieser verabschiedet sich von ihr in freudiger<br />
Erwartung auf den kommenden Donnerstag mit einem<br />
„heiligen Kuss“ (82).<br />
Verzweifelt fleht sie den Geistlichen um Hilfe an.<br />
Lorenzo möchte unter allen Umständen verhindern,<br />
dass sie sich das Leben nimmt. „Halt Tochter! ich erspähe<br />
etwas wie Hoffnung“ (83), lässt er Julia wissen.<br />
So solle sie zum Schein in die Vermählung einwilligen.<br />
In der Nacht zu Donnerstag dürfe sie niemanden<br />
in ihr Zimmer lassen. Er gibt ihr ein Fläschchen mit<br />
einem Kräutergeist. Dieses Getränk werde sie wie tot
erscheinen lassen. „Als solch ein Ebenbild des dürren<br />
Todes sollst du verharren zweiundvierzig Stunden und<br />
dann erwachen wie von süßem Schlaf“ (84).<br />
Die vermeintliche Tote werde in das Gruftgewölbe<br />
der Capulets gebracht. Über einen Boten<br />
solle Romeo von dem Plan erfahren, sich mit dem<br />
Pater in der Gruft treffen und Julia nach deren Erwachen<br />
nach Mantua bringen.<br />
Julia willigt ein und leistet Abbitte gegenüber ihrem<br />
Vater. Dieser fühlt sich erleichtert, dass „dies verkehrte<br />
Mädchen sich besonnen“ (86) und treibt die<br />
Hochzeitsvorbereitungen mit allem Eifer voran.<br />
„Geh nun zu Bett und ruh, du hast es nötig“ (87)<br />
nach diesen Worten ihrer Mutter ist Julia alleine<br />
mit dem Becher. „Mein düstres Spiel muss ich allein<br />
vollenden. Komm du, mein Kelch!“ (87). Voller<br />
Angst malt sich Julia unterschiedliche Szenarien<br />
aus. Was wäre, wenn der Trank nichts bewirken<br />
könnte? Was wäre, wenn er den möglichen Tod<br />
bringen könnte? Hat der Pater womöglich ein tödliches<br />
Getränk gemischt, um sich selbst zu entlasten?<br />
Was ist, wenn ich zu früh erwache? Was ist, wenn<br />
die Geister der verstorbenen Ahnen mich heimsuchen?<br />
Mit den Worten „Ich komme Romeo! Dies<br />
trink ich Dir“ (88) fällt sie ohnmächtig auf das Bett.<br />
Mit größter Bestürzung erfährt die Familie von<br />
Julias vermeintlichem Tod.<br />
5. Aufzug<br />
In Mantua erfährt Romeo durch seinen Diener<br />
Balthasar vom plötzlichen Ableben Julias. „Ich biet<br />
euch Trotz, ihr Sterne“ (97) ruft er aus. Ein heruntergekommener<br />
Apotheker in Mantua verkauft<br />
ihm ein tödliches Gift, obwohl dies nach Mantuas<br />
Gesetzen bei Todesstrafe verboten ist. „Nur meine<br />
Armut, nicht mein Wille reicht“ (99), versucht der<br />
Apotheker sich zu rechtfertigen.<br />
Inzwischen erscheint Marcus, Lorenzos Bote,<br />
aufgeregt in der Zelle des Paters. Er habe den Brief<br />
an Romeo nicht bestellen können, da er wegen<br />
Gefahr einer Seuche festgehalten worden sei. Nun<br />
wird Julia in drei Stunden erwachen.<br />
Romeo bricht die Tür des Grabgewölbes auf und<br />
findet dort Paris, der Julia die letzte Ehre erweisen<br />
möchte. Es kommt zum Kampf mit dem Grafen,<br />
den dieser mit dem Tod bezahlt. „Hast du Erbarmen,<br />
öffne die Gruft und lege mich zu Julien“ (103). Romeo<br />
erfüllt seinen letzten Wunsch und trinkt dann<br />
das tödliche Gift. Pater Lorenzo kommt zu spät.<br />
„Denn eine Macht, zu hoch dem Widerspruch, hat<br />
unsren Rat vereitelt“ (106), muss Lorenzo erkennen.<br />
Er kann nicht verhindern, dass Julia sich mit Romeos<br />
Dolch das Leben nimmt ...<br />
Es erscheinen Prinz Escalus, Gräfin und Graf<br />
Capulet und Graf Montague, dessen Frau kurz zuvor<br />
aus Gram über Romeos Verbannung verstorben<br />
ist. Lorenzo klärt alle Beteiligten über die schicksalhafte<br />
Entwicklung des dramatischen Geschehens auf.<br />
Schließlich gelingt es dem Prinzen die verfeindeten<br />
Parteien zu versöhnen, jedoch zu welchem Preis.<br />
***<br />
Dieses Drama gehört zu den am häufigsten aufgeführten<br />
Werken des Schriftstellers. Es beinhaltet<br />
klassische Elemente der Tragödie nach Shakespeare,<br />
welche in seinen späteren Tragödien Hamlet, Macbeth,<br />
King Lear, Julius Caesar und Othello ersichtlich<br />
werden: Störung der öffentlichen Ordnung, Sieg der<br />
Leidenschaften über die Vernunft, verhängnisvoller<br />
Irrtum, unerbittliches Rad der Fortuna, zerstörerische<br />
Macht des Zufalls. Im Jahre 1870 wurde Romeo und<br />
Julia als Oper in Moskau aufgeführt Dirigent war<br />
Nikolai Rubinstein. Weitere Inszenierungen folgten.<br />
Zudem wurde das Werk mehrfach verfilmt, u.a. unter<br />
der Regie von Franco Zeffirelli. Diese Verfilmung<br />
gefällt besonders durch ihre Werktreue.<br />
Im September 1957 wird in New York das Musical<br />
West Side Story uraufgeführt. Die Handlung ist<br />
eine Übertragung des Dramas in das New York der<br />
1950er Jahre, mit der Musik von Leonard Bernstein.<br />
Auch in der amerikanischen Countrymusik findet<br />
sich das Thema der unglücklich Liebenden wieder,<br />
nämlich in Johny Prestons Song „Running Bear and<br />
Little White Dove“<br />
Viele Redewendungen aus Shakespeares Werken<br />
sind als geflügelte Worte der Nachwelt erhalten geblieben.<br />
Hier einige Beispiele:<br />
Es ist etwas faul im Staate Dänemark –<br />
Hamlet. Akt I, 4<br />
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage- Hamlet.<br />
Akt III, 1<br />
Der Rest ist Schweigen – Hamlet. Akt V, 2<br />
Gut gebrüllt, Löwe –<br />
ein Sommernachtstraum. Akt V, 1<br />
Bei Philippi sehen wir uns wieder -<br />
Julius Caesar. Akt IV, 3<br />
Mein Königreich für ein Pferd –<br />
Richard III. Akt V, 4<br />
Vielleicht ist auch der folgende Ratschlag des großen<br />
Dichters noch heute von Interesse:<br />
„Wenn du den Eindruck hast, dass das Leben<br />
ein Theater ist, dann such dir eine Rolle aus,<br />
die dir so richtig Spaß macht.“<br />
Ernst Göckus<br />
Literaturnachweis: William Shakespeare Romeo und Julia, übersetzt von<br />
August Wilhelm Schlegel, Hrsg. von Dietrich Klose, Reclam, Stuttgart 2002.<br />
(Die Seitenzahlen beziehen sich auf diesen Text). Darüber hinaus wurde an<br />
Literatur verwendet: William Shakespeare, Romeo and Juliet, Oxford University<br />
Press, 2001. Dale, Vera, Shakespeare and the Age that made him, Stuttgart<br />
1971. Schabert, I. (Hrsg), Shakespeare Han<strong>db</strong>uch, Stuttgart 1978. Knaurs<br />
großer Schauspielführer, München 1985.<br />
70 durchblick 3/<strong>2024</strong>
TheaTer im Busch:<br />
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3/<strong>2024</strong> durchblick 71
Wiederkehrende Termine<br />
17.30 Gesprächskreis<br />
der SHG für Angehörige von<br />
Menschen mit Demenz, Camontags:<br />
14.00 Montagscafé des<br />
DRK–Siegen Nord e.V.,<br />
Weidenau, Schneppenkauten<br />
1, 0271/76585<br />
18.00 Lese- und Literaturkreis<br />
mit Gustav Rinder,<br />
Lebendiges Haus e.V<br />
Siegen, Melanchtonstr. 61,<br />
0271/70328-46<br />
18.00 Singen zu Keyboardmusik<br />
mit Yuliyan,<br />
Stadtteilbüro FES & MGH<br />
Kreuztal, Danziger Str. 2 <br />
02732/3790<br />
20.30 Tangosalon:<br />
Milonga, Tango Argentino –<br />
Gefühle tanzen, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.<br />
Jeden 1. Montag<br />
14.00-16.00 Kreuztaler<br />
Repaircafé, Dietrich-Bonhoeffer-Hs.,<br />
Leipziger Str. 6<br />
0160 / 977 861 15<br />
19.00 Trauergruppe der<br />
Amb. Hospizhilfe, Stift. Diakoniestation<br />
Kreuztal, Ernsdorfstr.<br />
3, 02732/1028<br />
20.00 Tango Schnupperkurs<br />
(bis 21 Uhr),<br />
anschließend Tangosalon,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-<br />
Johann-Straße 18<br />
Jeden 2. Montag<br />
15.15 Montagsgespräch<br />
des „Bund der Vertriebenen“<br />
Siegen, Seilereiweg 6<br />
0271/82838<br />
18.30 „Anders Altern“<br />
Gruppe für gleichgeschlechtlich<br />
Lebende und Liebende,<br />
„Haus Herbstzeitlos“ Siegen,<br />
0271/404-2434<br />
Jeden 4. Montag<br />
14.30-16.30 Spielenachmittag,<br />
AWO Seniorenzentrum<br />
Erndtebrück,<br />
Struthstr. 4,<br />
02753/5077-40<br />
Letzter Montag<br />
10.00 Stadteilfrühstück,<br />
Stadtteilbüro FES & MGH<br />
Kreuztal, Danziger Str. 2<br />
02732/3790<br />
16.30-18.00 ADELE –<br />
Treffpunkt für pflegende<br />
Angehörige, Tagespf. Dreis-<br />
Tiefenb., Bismarckstr. 8<br />
0271/67 34 72 39<br />
16.30 Hayatın içinden<br />
– Selbsthilfegruppe für<br />
pflegende Angehörige (in<br />
türkischer Sprache), Verein<br />
De.-Türk. Akademiker e.V.<br />
Siegen, Hagener Str. 75<br />
0271/67 34 72 39<br />
18.30 Selbsthilfegruppe<br />
Asthma und Bronchitis<br />
„Haus Herbstzeitlos“ Siegen,<br />
Marienborner Str. 151<br />
02737/3308<br />
dienstags:<br />
Jeden 1. Dienstag<br />
10.00-13.00 Sprechzeiten<br />
Eine-Welt Arbeit im Verein<br />
für Soziale Arbeit und Kultur<br />
Südwestfalen e.V. Si., Sandstraße<br />
28 0271/38783<br />
13 15.30-17.00 Smartphone-Treff,<br />
AWO Seniorenzentrum<br />
Erndtebrück,<br />
Struthstraße 4, Information:<br />
0172/42861-50<br />
16.15 SHG Angehörige von<br />
Menschen mit Demenz,<br />
Siegerlandzimmer in der<br />
Siegerlandhalle, Anmeldung:<br />
0271/67 34 72 39<br />
17.00 Treffen der SHG für<br />
Hörgeschädigte, Ev. Martini-Kirchengemeinde<br />
Siegen,<br />
St. Johann Str. 7, Brigitte<br />
Schmelzer 02737/93470<br />
19.00 Aktiventreffen des<br />
BUND Siegerlandzi. der Siegerlandh.<br />
0271/332177<br />
20.00 SHG für Angehörige<br />
psychisch Kranker, (alle<br />
Altersgruppen „Haus Herbstzeitlos“<br />
Siegen<br />
Jeden 2. Dienstag<br />
14.30 Tanzen leicht gemacht,<br />
Gymnastik für<br />
Frauen, Heimatverein Unterm<br />
Hain, Marienborner Str.<br />
151 Anm. 0271/55452<br />
19.00 Vorwärts-Chor,<br />
städtisches Seniorenzentrum<br />
„Haus Herbstzeitlos“ Siegen<br />
Jeden 3. Dienstag<br />
15.00 Treffen der Heinzelwerker<br />
städtisches<br />
Seniorenzentrum „Haus<br />
Herbstzeitlos“ Siegen, Marienborner<br />
Str 151. Helfer<br />
sind sehr willkommen!<br />
15.30-17.00 Smartphone-Treff,<br />
AWO Seniorenzentrum<br />
Erndtebrück,<br />
Information: Aufwind<br />
Jugendhilfe GmbH, Julia<br />
Trettin 0172/42861-50<br />
15.30 Smartphonecafé,<br />
Digitale Themennachmittage.<br />
Stadtteilbüro FES<br />
& Mehrgenerationenhaus<br />
Kreuztal, Danziger Str. 2,<br />
02732/3790<br />
Jeden 4. Dienstag<br />
ritas Tagespfl. St. Raphael<br />
Burbach, Steinhardtstr. 4<br />
0271/67 34 72 39<br />
Jeden letzten Dienstag<br />
14.30-16.00 Café Auszeit<br />
Gesprächskreis für pflegende<br />
Angehörige, mit der<br />
Gruppe Lebensfreude, Otto-<br />
Reiffenrath-Haus Neunkirchen,<br />
0271/67 34 72 39<br />
17.30-19.00 Gesprächskreis<br />
der SHG für Angehörige<br />
von Menschen mit<br />
Demenz, Caritas Tagespfl.<br />
St. Raphael Burbach,<br />
Steinhardtstr. 4<br />
0271/67 34 72 39<br />
mittwochs:<br />
9.00 Ü55-Fitness, (nicht<br />
in den Ferien) Stadtteilbüro<br />
FES & MGH Kreuztal, Danziger<br />
Str. 2 02732/3790<br />
9.00 Wandern, Nordic<br />
Walking, ab Wanderparkplatz<br />
Siegen, Rosterbergstraße,<br />
Günter Dickel,<br />
0271/3345-66<br />
10.00 Wanderungen, ca.<br />
5 km des „Interkulturelles<br />
Seniorennetzwerk“ ab<br />
Siegerl.-Center Weidenau,<br />
A.L. García 0271/42517<br />
13.00-17.00 ALTERAktiv<br />
Fahrrad-Reparatur-Treff<br />
Selbsthilfe Werkstatt Siegen,<br />
Sandstraße 20, Innenhof,<br />
Info: Klaus Reifenrath,<br />
0171/88214-20<br />
14.00 Hilfen für zu Hause<br />
des Diak. Freundeskreises<br />
Siegen-Süd, Diakonie<br />
Si.-Eiserfeld, Mühlenstr. 7<br />
14.00-17.00 Taschengel<strong>db</strong>örse<br />
Siegen, MGZ,<br />
Martinigemeinde Siegen,<br />
St.-Johannstraße 7,<br />
0271/2 339 425<br />
15.30 Geselliger Nachmittag<br />
Lebendiges Haus<br />
e.V Si., Melanchtonstr. 61,<br />
0271/23166-79<br />
Jeden 1. Mittwoch<br />
10.00 Trauercafé Regenbogen<br />
der ambul.<br />
Hospizhilfe, Diakonistation<br />
Kreuztal, Ernsdorfstraße 3,<br />
02732/1028<br />
15.00 Seniorennachmittag<br />
des Heimatvereins<br />
Burbach-Niederdresselndorf,<br />
Alte Schule, 0273/67726<br />
15.00 Frauenzimmer,<br />
Frauencafé des DRK-Siegen-Niederschelden,<br />
Josefstraße<br />
1, 0271/354962<br />
15.30 Selbsthilfegruppe<br />
Angehörige von Men-<br />
schen mit Demenz, im<br />
Repair-Café der Klimawelten<br />
Hilchenb., Kirchw. 17<br />
0271/67 34 72 39<br />
17.00 Smartphonecafé,<br />
Hilfe rund um Handy Laptop<br />
und Co., Stadtteilbüro FES<br />
& Mehrgenerationenhaus<br />
Kreuztal, Danziger Str. 2<br />
02732/3790<br />
19.30 Treffen der Heimatfreunde<br />
Trupach, Kapellenschule<br />
Si.-Trupbacher Str.<br />
34, 0271/371022<br />
Jeden 2. Mittwoch<br />
14.30-16.30 Café Zeitlos,<br />
in der EssBar, Siegen,<br />
Schweriner Str. 23, (außer in<br />
den Ferien)<br />
17.30 Gesprächskreis für<br />
pflegende Angehörige<br />
Tagespflege „Bethanien“ Siegen,<br />
Weidenauer Str. 151,<br />
0271/67 34 72- 39<br />
Jeden 3. Mittwoch<br />
16.00 Workshop Ton<br />
fühlen und formen, Angebot<br />
für Menschen mit Demenz<br />
und ihre Angehörigen. Netphen<br />
Untere Industriestr.<br />
57 (begr. Teilnehmerzahl)<br />
0271/ 67 34 72-39<br />
Jeden 4. Mittwoch<br />
14.30-16.30 Café Zeitlos,<br />
in der EssBar, Siegen,<br />
Schweriner Str. 23 (außer<br />
in den Ferien)<br />
15.00 Fit im Kopf- gemeinsam<br />
das Gedächtnis in<br />
Bewegung halten Konferenzzimmer<br />
der Siegerlandhalle,<br />
0271/67 34 72 39<br />
Letzter Mittwoch<br />
14.00-17.00 Seniorencafé,<br />
Stadtteilbüro FES & MGH<br />
Kreuztal, Danziger Str. 2<br />
begrenzte Teilnehmerzahl<br />
02732/3790<br />
15.00-16.30 Selbsthilfegruppe<br />
Frontotemporale<br />
Demenz im Café Auszeit<br />
Kreuztal, Ernsdorfstr. 5<br />
15.00-16.30 Fit im Kopfdas<br />
Gedächtnis in Bewegung<br />
halten, im Konferenzzimmer<br />
der Siegerlandhalle<br />
donnerstags:<br />
10.00-12.00 Seniorenwerkstatt,<br />
„Interkulturelles<br />
Seniorennetzwerke“, Span.<br />
Gemeinde e.V., kath. Gemeindehaus<br />
Siegen, St.-Michaelstraße<br />
3 0271/42517<br />
10-12 Uhr Diakonischer<br />
Freundeskreis Siegen-Süd,<br />
72 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Hilfen für zu Hause,<br />
Eiserfeld, Mühlenstraße 7<br />
12.30 Kunstpause Führung<br />
durch die Wechselausstellung,<br />
MfG Siegen<br />
14.00 Handarbeitstreff,<br />
Stadtteilbüro FES & MGH<br />
Kreuztal, Danziger Str. 2<br />
(Nicht in den NRW-Ferien)<br />
Jeden 1. Donnerstag<br />
16.15 Kochgruppe für<br />
pflegende Angehörige und<br />
Interessierte, Familienzentr.<br />
kath. Kita St. Laurentius<br />
Wi.-Rudersdf. Auf dem Haaren<br />
13, 0271/67 34 72 39<br />
19.00 Tischtennistreff für<br />
Männer, Stadtteilbüro FES &<br />
MGH Kreuztal, Danziger Str. 2<br />
19.00 SHG Morbus<br />
Crohn, Haus Herbstzeitlos<br />
Si., Marienborner Str. 151<br />
Jeden 2. Donnerstag<br />
15.00 SHG Mitten im<br />
Leben für Menschen mit<br />
Gedächtnisproblemen<br />
KSG-Wohnanlage Si., Weidenauer<br />
Str. 202,<br />
0271/ 67 34 --72 39<br />
18.00 Gruppentreffen<br />
Omas for Future (Opas<br />
willkommen) Café Kaktus<br />
Freudenberg, Im Kurpark<br />
Jeden 3. Donnerstag<br />
16.30 Musik:Momente<br />
Chor für Menschen mit und<br />
ohne Demenz, Gemeindezentrum<br />
Seelbach, Lilienstr.<br />
14 0271 67347239<br />
19.00 Tischtennistreff für<br />
Männer, Stadtteilbüro FES &<br />
MGH Kreuzt., Danziger Str. 2<br />
Jeden letzten Donnerst.<br />
17.30 Kraft tanken für<br />
die Pflege – Gesprächkreis<br />
für pflegende Angehörige,<br />
Tagespflege Burbach-<br />
Dresselndorf, Westerwaldstr.<br />
86, 0271/67 34 72 39<br />
freitags:<br />
10.00 Lernc@fé digital,<br />
„KlimaWelten“ Hilchenbach,<br />
Kirchweg 17<br />
10.00 Mitmachtänze für<br />
Jung und Alt MGZ Siegen,<br />
St. Johann-Str. 7 barbara@<br />
kerkhoff-si.de<br />
16.00 Tanzen ab der<br />
Lebensmitte auch ohne<br />
Partner, TanzZentrum<br />
Si.-Geisweid, Birlenbacher<br />
Hütte 16, 0271/84999<br />
18.00 Wochenschlussandacht,<br />
Autobahnkirche,<br />
Wilnsdorf, Info@Autobahnkirche-Siegerland.de<br />
21.00 Tango Milonga,<br />
Café Basico Kreuztal, Hüttenstraße<br />
30<br />
Jeden 1. Freitag<br />
16.00 Reparaturtreff im<br />
Gemeindezentrum „Mittendrin“<br />
Siegen-Geisweid,<br />
Koomanstr. 8<br />
samstags:<br />
Jeden 3. Samstag<br />
9.00-12.00 Repaircafé,<br />
Kath. Gemeindehs. Erndtebrück,<br />
Birkenweg 2 F. Oldeleer<br />
02759/21495-60<br />
13.00 ALTERAktiv<br />
Repair-café, MGZ Siegen,<br />
St.-Johannstr. 7 <br />
0171/88214-20<br />
Jeden 4. Samstag<br />
13.00 Klimawelten<br />
Repaircafé, Florenburg<br />
Hilchenb., Kirchweg 17,<br />
Ingrid Lagemann<br />
02733/2366<br />
sonntags:<br />
20.00 Salsa Fiesta, Café<br />
Basico Kreuzt., Hüttenstr. 30<br />
Jeden 1. Sonntag<br />
14.00 Johannland-Museum,<br />
geöffnet ab 15<br />
Uhr, Kaffee und Kuchen,<br />
Netphen-Irmgarteichen,<br />
Glockenstraße 19<br />
15.00 Führungen im<br />
Wodanstollen Heimatverein<br />
Salchendorf e.V.,<br />
Neunkirchen, Arbachstr.<br />
28 a, 0170/ 47706-66<br />
15.00 Trauercafé der<br />
Ambulanten ökumenischen<br />
Hospizhilfe Siegen e.V.,<br />
Pfarrheim Heilig Kreuz Siegen,<br />
Im Kalten Born,<br />
0271/23602-67<br />
15.00 Sonntagscafé<br />
Begegnungszentrum Haus<br />
Herbstzeitlos Siegen, Marienborner<br />
Str. 151<br />
Jeden 2. Sonntag<br />
10.00-12.00 Tausch und<br />
Plausch, Treffen der Briefmarkenfreunde<br />
Netpherland,<br />
Heimatmuseum<br />
Netphen, Lahnstr. 47<br />
02737/2095-27<br />
14.30 Sonntagscafé, Alten<br />
Linde Wilnsdorf-Niederdielfen,<br />
Weißtalstraße<br />
15.00 Sonntagscafè,<br />
des Heimatvereins Niederschelden,<br />
im Bürgerhaus<br />
Si.-Niederschelden, Auf der<br />
Burg 15, 0271/3115-79<br />
Mobile Dienste<br />
Friseure<br />
Netphen: N. Primerano<br />
0162-2 69 53 57<br />
Bad Laasphe: I. Scharavin<br />
0176-70434995<br />
Jeden 3. Sonntag<br />
14.30 Kaffeeklatsch im<br />
Heimatverein Salchendorf<br />
e.V., Haus Henrichs<br />
Neunkirchen-Salchendorf,<br />
Hindenburgplatz 1<br />
Fußpflege<br />
Siegen: C. Frey<br />
0160-95585842<br />
Si., Wilnsdf., Freudenbg:<br />
C. Bruna, 01515-4316642<br />
Hier könnten auch Ihr Salon / Praxis stehen<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 73
durchblick verlost Freikarten für das<br />
Ohnsorgtheater mit:<br />
„Altes Land“<br />
Zwei Frauen in einem bewegten Leben, beide auf der Flucht und auf der Suche nach einem Zuhause,<br />
einer Familie: Vera Eckhoff flieht als kleines Mädchen mit ihrer Mutter zu Fuß aus Ostpreußen. Sie<br />
stranden auf einem Hof im alten Land, auf dem sie wenig willkommen sind. Bei rauem Klima und inmitten<br />
misstrauischer Dorfbewohner arbeiten Mutter und chter hart auf dem alten Hof südlich der Elbe. Am Ende<br />
finden die zwei Frauen sich und etwas, das sie eigentlich nie gesucht haben: eine Familie. Diese norddeutsche<br />
Geschichte, nach dem Roman von Dörthe Hansen, ist berührend und humorvoll zugleich.<br />
Zusammen geht´s leichter!<br />
ALTERAktiv Fahrrad Reparatur Treff<br />
Umzug mit Menschenkette<br />
28.09.<strong>2024</strong> ab 13:00 Uhr<br />
Wir ziehen von der Sandstr. 20 in die Sandstr. 24.<br />
Dafür brauchen wir bitte Eure ehrenamtliche Hilfe.<br />
Wir benötigen mindestens 120 Helfer.<br />
Es werden nur leichte Dinge von Hand zu Hand weitergereicht.<br />
Die Aktion dauert ca. 2 Stunden.<br />
Bitte um Rückmeldung:<br />
Mail: kr57@kr57.de<br />
Telegram: https://t.me/Umzug_Fahrradwerkstatt<br />
Donnerstag, 14. November <strong>2024</strong> ab 19.30 Uhr<br />
Gebrüder Busch-Theater Hilchenbach-Dahlbruch<br />
Gewinnen können Sie<br />
3 x 2 Eintrittskarten,<br />
wenn Sie bis 1. November eine Nachricht mit Ihrem<br />
Namen, Adresse, Telefonnummer und dem Vermerk<br />
„Freikarten“ senden an:<br />
Redaktion durchblick Marienborner Str. 151<br />
57074 Siegen<br />
gewinnspiel@durchblick-siegen.de<br />
Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.<br />
Die Tickets werden an der Abendkasse hinterlegt.<br />
Die Gewinner der letzten Verlosung waren:<br />
Life is Live im Kulturhaus Lÿz<br />
Andreas Hallenberger, Rüdiger Klein, Anna-K.Nöll
Haus Herbstzeitlos<br />
Seniorenbegegnungszentrum der Universitätsstadt Siegen<br />
Verwaltung:<br />
Seniorenbeauftragter 0271 / 404-24 34<br />
Fachberatung Senioren0271 / 404-22 38<br />
ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.<br />
Senec@fé 0271 / 2 50 32 39<br />
durchblick - siegen e.V.<br />
Geschäftsstelle 0271 / 6 16 47<br />
Redaktion 0171 / 6 20 64 13<br />
57074 Siegen • Marienborner Straße 151<br />
www.unser-quartier.de/haus-herbstzeitlos-siegen<br />
Seniorenbeirat 0271 / 404-22 02<br />
SeniorenServiceStelle 0271 / 38 78 6 1 62<br />
Gruppen<br />
Trauercafé 0271 / 23 602-67<br />
Film- und Video-Club 02732 / 1 24 60<br />
Selbstverteidigung 0160 / 8 30 18 67<br />
Heinzelwerkstatt 0271 / 6 39 61<br />
Englischkurse VHS 0271 / 404-30 46<br />
montags<br />
09.00 - 12.00 SeniorenServiceStelle der<br />
Stadt Siegen geöffnet<br />
14.00 - 18.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />
Computertreff<br />
17.00 - 18.00 Tai Chi unter Anleitung<br />
dienstags<br />
09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé,<br />
Computertreff<br />
10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />
durchblick geöffnet<br />
18.00 - 20.00 Arbeitskr. MitweltZukunft,<br />
0271 / 404-2434<br />
(Nur in geraden Wochen)<br />
Kostenlose<br />
Parkplätze am Haus –<br />
Aufzug vorhanden<br />
mittwochs<br />
09.00 - 10.30 Englisch für Senioren<br />
VHS Kurs Stadt Siegen<br />
09.00 - 12.00 SeniorenServiceStelle der<br />
Stadt Siegen geöffnet<br />
09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />
Computertreff<br />
10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />
durchblick geöffnet<br />
10.30 - 12.00 Englisch für Senioren<br />
VHS Kurs Stadt Siegen<br />
14.00 - 18.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />
Computertreff<br />
15.00 - 17.00 Singgruppe<br />
16.00 - 19.00 Regenbogentreff<br />
Spielen und Klönen<br />
18.00 - 21.30 Film und Videoclub<br />
14.00 - 16.30 (von Oktober bis März)<br />
donnerstags<br />
09.30 - 10.30 Selbstverteidigung<br />
10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />
durchblick geöffnet<br />
11.00 - 12.00 Yoga unter Anleitung<br />
12.15 - 13.15 Yoga auf dem Stuhl<br />
0271 / 404-2434<br />
(Yoga im Gebäude Heimatverein)<br />
14.00 - 16.30 Das Heinzelwerk<br />
Werkstatt geöffnet<br />
Bushaltestelle: Blumenstraße<br />
Busse ab zentraler Omnibusbahnhof Siegen:<br />
B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109.<br />
Senioren-Service-Stellen<br />
im Kreis Siegen-Wittgenstein<br />
Stadt Siegen<br />
Rathaus Weidenau 0271/404-2238<br />
Weidenauer Str. 158-160 57076 Siegen<br />
Termine nach Vereinbarung<br />
k.fey@siegen-stadt.de<br />
Stadt Siegen<br />
Haus Herbstzeitlos 0271/404-2434<br />
Marienborner Str. 151 57074 Siegen<br />
montags und mittwochs 09-12 Uhr<br />
v.reichmann@siegen-stadt.de<br />
Gemeinde Neunkirchen<br />
Bettina Großhaus-Lutz 02735/767-200<br />
Bahnhofstr. 3 57290 Neunkirchen<br />
b.grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de<br />
Stadt Netphen<br />
Kristina Marino 02738/603-145<br />
Amtsstr. 6 Zi.1003 57250 Netphen<br />
k.marino@netphen.de<br />
Stadt Hilchenbach<br />
Gudrun Roth 02733/288-229<br />
Markt 13 57271 Hilchenbach<br />
g.roth@hilchenbach.de<br />
Stadt Bad Laasphe<br />
Maike Thielmann 02752/909-153<br />
Mühlenstr. 20 57334 Bad Laasphe<br />
m.thielmann@bad-laasphe.de<br />
Bad Berleburg<br />
Silke Weller 02751/923-268<br />
Poststr. 42 57319 Bad Berleburg<br />
s.weller@bad-berleburg.de<br />
Gemeinde Erndtebrück<br />
02753/605-0<br />
Talstraße 27 57339 Erndtebrück<br />
info@erndtebrück.<br />
Gemeinde Burbach<br />
Birgit Meier-Braun 02736/45-56<br />
Eicher Weg 13 57299 Burbach<br />
b.meier-braun@burbach-siegerland.de<br />
Stadt Freudenberg<br />
Tanja Hensel-Glöckner 02734/43-174<br />
Mórer Platz 1 57258 Freudenberg<br />
t.gloeckner@freudenberg-stadt.de<br />
Gemeinde Wilnsdorf<br />
Jutta Schmidt 02739/802-129<br />
Marktplatz 1 57234 Wilnsdorf<br />
j.schmidt@wilnsdorf.de<br />
Seniorenberatung Kreuztal:<br />
Diakoniestation im Haus der Diakonie, Martin-Luther-Str. 2 57223 Kreuztal<br />
N.N. 02732/582470<br />
seniorenberatung@diakoniestation-kreuztal.de<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 75
Einfach<br />
hingehen, ohne<br />
Anmeldung!<br />
September<br />
1. Sonntag<br />
11.00 Kreuztaler Trödelmarkt,<br />
Parkhaus des Kaufland<br />
15.00 Doktor Dolittle und seine<br />
Tiere, Südwestfälische Freilichtbühne<br />
Freudenberg e.V., Kuhlenbergstr.<br />
21.00 Rockkonzert mit der Band<br />
Elektrohand Gottes, Siegen, Jacob-<br />
Scheiner-Platz, vor Apollo Theater<br />
4. Mittwoch<br />
10.30 Für Strickfreunde: Wolle &<br />
Nadel, Stadtbibliothek Siegen, Krönchen<br />
Center, Markt 25<br />
6. Freitag<br />
19.00 Musik: Götz Widmann-Blütenduft,<br />
Vortex Surfer Musikclub,<br />
Auf den Hütten<br />
20.00 Doktor Dolittle und seine<br />
Tiere, Südwestfälische Freilichtbühne<br />
Freudenberg e.V., Kuhlenbergstrasse<br />
20.00 Viel Kultur, Festival des Kulturrings,<br />
Siegerland-Wittgenstein,<br />
Auftaktveranstaltung, Hilchenbach-<br />
Dahlbruch, Gebrüder-Busch-Theater<br />
7. Samstag<br />
7.00 Geisweider Flohmarkt: Siegen-<br />
Geisweid, Unter der HTS, Stahlwerkstr.<br />
11.00 Kunstsommer <strong>2024</strong>, Atelier<br />
Charlottenhütte, Mudersbach-Niederschelderhütte,<br />
Auf der Hütten 68<br />
15.00 Open-Air-Konzert: Rock im<br />
Onnergrund, Neunkirchen, PWS-<br />
Gelände Struthütten, Alter Weg 39<br />
19.00 Festival Vielkultur, Industry<br />
goes musical Philharmonie Südwestfalen<br />
& Adrienne Haan, Hi.-Dahlbruch,<br />
SMS-Betriebsgelände<br />
19.30 Lindencafé-Konzert mit Yazz<br />
mine, Wi.-Niederdielfen, Weißtalstr.<br />
20.00 Mordsgespräche: Blutrausch<br />
Podcast von True Crime Nerds fHeimhof-Theater<br />
Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
8. Sonntag<br />
10.00 Ein Mitsing-Projekt: Bach<br />
wunderbar vielfälltig, Nikolaikirche<br />
Siegen, Krämergasse 2<br />
11.00 Kammermusik mit der Philharmonie<br />
Südwestfalen, Forsthaus<br />
Hohenroth, Netphen, Eisenstraße<br />
Mordsgespräche mit True Crime Nerds<br />
7.9. Heimhof-Theter Burbach<br />
Industry goes musical mit der Philharmonie SW am 7.9., SMS Gelände Dahlbruch.<br />
13.00 Ausstellung: Original-Tracht<br />
- Tragen - Tradition, Atelier Zimt & Zucker<br />
Burbach, Wilnsdorfer Strasse 57<br />
14.00 Märchenspaziergang: Der<br />
Wald und seine Bewohner, ab<br />
Forsthaus Hohenroth Netphen<br />
14.30 Tag des offenen Denkmals<br />
und Das Haus Nassau Oranien,<br />
Führung im Siegerlandmuseum,<br />
Oberes Schloss 2, Infos unter<br />
0271 404 1900<br />
15.00 Apollo-Theater Eigenproduktion:<br />
Vogel-Fantasie – Spatz Fritz,<br />
Apollo Theater Siegen, auch um<br />
17.00 Uhr<br />
16.00 Sonntagnachmittag um<br />
4, Herdorfer Dixieland Frieds,<br />
Siegen, Zeltarena im oberen<br />
Schlosspark<br />
9. Montag<br />
17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:<br />
Die Insel der Zitronenblüten,<br />
Viktoria Filmtheater H.- Dahlbr.<br />
11. Mittwoch<br />
19.00 Lesung mit Katharina Afflerbach,<br />
Bergsommer, Haflinger Hütte<br />
Erndtebrück, Grimbachstraße<br />
12. Donnerst.<br />
19.30 Theater: Top Dogs, Die Wirtschaft<br />
ist in der Krise, Bruchwerk<br />
Theater Siegen, Siegbergstraße 1<br />
19.30 Schauspiel: Media Magica, Haus<br />
des Gastes Bad Laasphe, Wilhelmpl. 3<br />
13. Freitag<br />
19.00 Musik: Releasetour-Act of<br />
Creation, Vortex Musikclub, Siegen-<br />
Weidenau, Auf den Hütten 4<br />
20.00 Musik: Chacan-Dia de Suerte,<br />
Siegen, Spiegelzelt<br />
14. Samstag<br />
20.00 Poetische Amüsier-Schau: Ein<br />
rätselhafter Schimmer, Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
15. Sonntag<br />
11.00 Wanderung mit Musik & Objekten<br />
der Kunst, Kultur-Flecken<br />
entdecken, Freudenberg, ab Parkpl.<br />
Vernissage: Kunst im Treppenhaus,<br />
am 22.9. Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
Hinterm Schloss an der Burgstraße<br />
19.00 Chorkonzert mit dem Collegium<br />
vocale Siegen, Als das Wünschen<br />
noch geholfen hat, Ev. Martinikirche<br />
Siegen, Grabenstr. 27<br />
19.30 Sinfoniekonzert mit der Philharmonie<br />
Südwestfalen: Die Magie<br />
der Musik, Apollo-Theater Siegen<br />
20.00 Hempels Beatles Tour, Stefanie<br />
Hempel & The Silver Spoons, Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
17. Dienstag<br />
19.00 Bunter Abend mit den Kunst-<br />
WertSchätzen, Siegen, Spiegelzelt<br />
19.30 Jazzzkonzert: Shades of<br />
Blues mit Mario Mammone Marco<br />
Bussi und Ingo Senst. Bruchwerktheater<br />
Siegen, Siegbergstraße 1<br />
76 durchblick 3/<strong>2024</strong>
19. Donnerstag<br />
10.30 Für Strickfreunde: Wolle &<br />
Nadel, Stadtbibliothek Siegen, Krönchen<br />
Center, Markt 25<br />
16.30 Chormusik: Für Menschen<br />
mit und ohne Demenz, Ev. Gemeindezentrum<br />
Si.-Seelbach, Lilienstr. 14<br />
20.00 Konzert mit dem Ensemble<br />
Quadro Nuevo - Happy Deluxe, Siegen<br />
Spiegelzelt, Am Unteren Schloss<br />
20. Freitag<br />
19.30 Theater: Hildensaga – ein königinnendrama,<br />
Apollo Theater Siegen<br />
20.00 Kabarett: Dave Davis - Life<br />
is Live, Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-<br />
Johann-Str. 18<br />
20.00 Lesung und Musik: Markus<br />
Berges - Irre Wolken, Siegen, Spiegelzelt<br />
am Unteren Schloss<br />
21. Samstag<br />
19.30 Theater: Was man von hier<br />
aus sehen kann, Apollo Theater Si.<br />
20.00 Musikalische Lesung mit Ina<br />
Rumpf Zeitreise, Siegen, Spiegelzelt<br />
am Unteren Schloss<br />
20.00 Jazzclub Oase: Ginzburg<br />
Dynastie, Jiddish Swing Orchestra,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-<br />
Straße 18<br />
22. Sonntag<br />
11.00 Vernissage: Kunst im Treppenhaus,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen,<br />
St.-Johann-Str. 18<br />
14.30 Interkulturelles Picknick im<br />
Rahmen der Ausstellung Siegen.<br />
Fremde? Heimat? auf der Wiese<br />
hinter dem Museum im Schlosspark<br />
18.00 Komödie von Yasmina Reza:<br />
Der Gott des Gemetzels, Bad<br />
Berleburg, Bürgerhaus am Markt<br />
19.00 Konzert mit dem Duo Graceland,<br />
A Tribute to Simon & Garfunkel,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
20.00 Musik: Band Dota – In der fernsten<br />
der Fernen – Mascha Kaleko 2,<br />
Siegen, Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
Nessi Tausendschön, am 28.9. im<br />
Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />
Jupiter Jones am 27.9. Campus Buschhütten-Kreuztal, Siegener Str. 152<br />
24. Dienstag<br />
20.00 Junges Theater Siegen- Leben:<br />
Theaterstück über unsere Stadt,<br />
Si., Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
25. Mittwoch<br />
19.30 Schauspiel der Bühne Zwickau-<br />
Plauen, Richard III.: Kein Königreich<br />
für ein Pferd, Apollo-Theater Siegen<br />
20.00 Impro-Theater mit dem Junges<br />
Theater Siegen: Leben:Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
26. Donnerstag<br />
14.30 durchblick-LiteraturCafé,<br />
Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos<br />
Siegen, Marienborner Str. 151<br />
20.00 Musik: Jan Plewka & Marco<br />
Schmedje – Between the 80th, Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
27. Freitag<br />
19.30 Joe Bausch live: Psychopathen<br />
und Sadisten, Apollo-Theater Siegen<br />
20.00 Lesung: Hauck & Bauer und<br />
Gsella, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
20.00 kreuztalkultur, Konzert mit<br />
Jupiter Jones Campus Buschhütten-<br />
Kreuztal, Siegener Str. 152<br />
20.00 Musik: Ella Burkhardt Trio-<br />
Tree Lucky Ones, Siegen, Spiegelzelt<br />
am Unteren Schloss<br />
20.00 KulturFlecken Silberstern:<br />
Dämmerschoppen mit Sophie and<br />
the Boys, Rock- und Pop-Hits, Freudenberg,<br />
Am Silberstern 4<br />
28. Samstag<br />
11.00 Bad Laaspher Herbstmarkt,<br />
Bad Laasphe, Wilhelmplatz 3<br />
16.00 Greta, Theater Plauen-Zwickau,<br />
Apollo-Theater Siegen<br />
19.00 Performence-Theater: Fetter<br />
Fisch, Apollo-Theater Siegen<br />
20.00 Jazzclub Oase: Will Jacobs Blues<br />
/Soul/R&B, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
20.00 Konzert mit Tim Fischer, Chansonier<br />
& Schauspieler Glücklich,<br />
Siegen, Spiegelzelt<br />
20.00 Kabarett: Nessi Tausendschön<br />
mit Operation „Goldene Nase“ ,<br />
Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />
29. Sonntag<br />
11.00 Bad Laaspher Herbstmarkt,<br />
Bad Laasphe, Wilhelmplatz 3<br />
11.00 Apollo-Theater Eigenproduktion:<br />
Vogel-Fantasie – Spatz Fritz, Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
15.00 Tanztheater: Mensch-Natur-<br />
Tier-Stadt-Land, Bruchwerk Theater<br />
Siegen, Siegbergstraße 1<br />
17.00 kreuztalkultur, Konzert: The<br />
Peace Makers, Friedensoratorium<br />
von Karl Jenkins, Kreuzkirche<br />
Kreuztal, Martin-Luther-Str. 1<br />
18.00 kreuztalkultur, Comedy: Tobias<br />
Beitzel, Katy Perry macht Urlaub<br />
auf Amrum, Campus Buschhütten,<br />
Kreuztal, Siegener Str. 152<br />
20.00 Konzert: 20 Jahre Late Night<br />
Jazz Foundation, Happy Birthday,<br />
Siegen, Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
30. Montag<br />
9.00 Performance Theater Marabu:<br />
SPLASH!, Apollo-Theater, (auch 11 Uhr)<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 77
Einfach<br />
hingehen, ohne<br />
Anmeldung!<br />
1. Dienstag<br />
19.00 Filmklub Kurbelkiste: The Holdovers-<br />
Tragikomödie, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18l<br />
19.00 Lesung: Heiko Weiß, Thema<br />
Modelleisenbahn, Krönchencenter<br />
Stadtbibliothek, Siegen, Markt 25<br />
2. Mittwoch<br />
19.00 Jumbiläumsparty mit den Höhner<br />
und Streetlife, 175 Jahre Sparkasse<br />
Wittgenstein, Erndtebrück,<br />
Schützenhalle, Schulstraße 35<br />
19.30 Konzert mit den Amarcord:<br />
Zürne nicht des Herbstes Wind,<br />
Apollo-Theater Siegen, Morleystr.<br />
20.00 Theater: con Cuore-Hear<br />
my Song eine Lebens-Geschichte<br />
um zwei Künstler, Siegen, Spiegelzelt<br />
am Unteren Schloss<br />
3. Donnerstag<br />
15.00 kreuztalkultur, Konzert: Drei<br />
Haselnüsse für Aschenbrödel, Eichener<br />
Hammer, Am Parkplatz 2<br />
17.00 Konzert mit Philharmonie<br />
Südwestfalen: British Proms Night,<br />
Aula des Gymnasiums Bad Laasphe<br />
19.30 Komödie der Landesbühne<br />
Rheinland-Pfalz: Weiße Turnschuhe,<br />
Apollo-Theater Siegen, Morleystr.<br />
(auch am 4.10.)<br />
20.00 Konzert mit Sarah Lesch, Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
4. Freitag<br />
20.00 LÿzMixVarieté: Die magische<br />
Überraschungs-Show, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18l<br />
20.00 LaLeLu A Cappella Comedy-<br />
Alles richtig gemacht, Siegen,<br />
Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />
5. Samstag<br />
7.00 Geisweider Flohmarkt, Siegen-Geisweid,<br />
Unter der HTS<br />
10.00 Workshop mit Mo de Bleu:<br />
Jonglage- & Diabolo, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
Oktober<br />
Goldener Herbst<br />
Seniorennachmittag in der Bismarckhalle<br />
am 9. Oktober ab 14.30 Uhr<br />
19.30 Tanztheater: Brasilien in<br />
Licht und Schatten, Landestheater<br />
Detmold, Apollo-Theater Siegen<br />
19.30 Lindencafé-Lesung: Ringelnatz<br />
Wilnsdorf-Niederdielfen, Weißtalstr. 2<br />
20.00 Konzert: Ticket to Happiness,<br />
Aufbruch, Kulturhaus Lÿz Siegen,<br />
St.-Johann-Str. 18l<br />
20.00 Giovanni Weiss Quintett: Gipsy<br />
Jazz Show, Siegen Spiegelzelt,<br />
Am Unteren Schloss<br />
20.00 Konzert: We Salute You,<br />
World's Tribute to AC/DC, Siegerlandhalle<br />
Siegen, Koblenzer Str. 151<br />
20.00 Konzert: Gringo Mayer Solo?<br />
Ahjoo! , Indie, Pop, Folk , und mehr,<br />
Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />
7a<br />
6. Sonntag<br />
11.00 Talkshow: Widerworte-Siegen,<br />
wir müssen reden!, Siegen<br />
Spiegelzelt, Am Unteren Schloss<br />
18.00 kreuztalkultur, Comedy: Frieda<br />
Braun, Jetzt oder nie, Otto-Flick-<br />
Halle, Kreuztal, Moltkestraße 12<br />
20.00 Musik: Feuerbach Quartett-<br />
Legends. Mozart meets Queen, Siegen<br />
Spiegelzelt, Am Unteren Schloss<br />
7. Montag<br />
17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:<br />
Schmetterlinge im Ohr, Viktoria<br />
Filmtheater Hi.- Dahlbruch<br />
20.00 Kabarett: Marco Giani, Siegerlandhalle<br />
Siegen, Koblenzer Straße<br />
8. Dienstag<br />
18.00 Filmpalast: The Big Short.<br />
Nach der wahren Geschichte, Heimhof-Theater<br />
Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
19.30 Show: Slam Deluxe, Hier ist<br />
mehr mehr, Apollo-Theater Siegen<br />
9. Mittwoch<br />
14.30 Seniorenveranstaltung der Stadt<br />
Siegen, Goldener Herbst <strong>2024</strong>, Bismarckhalle<br />
Siegen-Weidenau<br />
19.30 Rudelsingen Kulturhaus Lÿz<br />
Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
10. Donnerstag<br />
14.30 durchblick-LiteraturCafé, Begegnungszentrum<br />
Haus Herbstzeitlos<br />
Siegen, Marienborner Str. 151<br />
19.30 Konzert der Philharmonie Südwestfalen:<br />
British Proms Night,<br />
Apollo-Theater Siegen, Morleystr.<br />
20.00 Comedy mit Ralf Schmitz:<br />
Schmitzfindigkeiten, Siegerlandhalle<br />
Siegen, Koblenzer Str. 151<br />
11. Freitag<br />
20.00 Kabarett, Songs, Dias mit<br />
Jess Jochimsen: Meine Gedanken<br />
möchte ich manchmal nicht haben,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
12. Samstag<br />
11.00 Mädelsflohmarkt, Haus des<br />
Gastes, Bad Laasphe, Wilhelmsplatz 3<br />
19.00 Lesung – Musik – Party zum<br />
50-jährigen Jubiläum: Die etwas<br />
andere Stadtgeschichte, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.18<br />
19.30 Gaudi aus Musik, Abenteuer<br />
und Magie: Media Magica, Bruchwerk<br />
Theater Siegen, Siegberstr. 1<br />
78 durchblick 3/<strong>2024</strong>
20.00 Show: Berni Wagner geht<br />
aufs Ganze! Galápagos, Heimhof-<br />
Theater Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
20.00 Comedy mit Till Reiners: Mein<br />
Italien, Siegerlandhalle Siegen<br />
20.00 kreuztalkultur Kabarett mit<br />
Hagen Rether: Liebe, Otto-Flick-Halle,<br />
Moltkestr. 12<br />
13. Sonntag<br />
14.30 Sonntagsführung: Unter Tage<br />
im Siegerlandmuseum, Siegerlandmuseum,<br />
Siegen, Oberes Schloss 2<br />
17.00 Krimidinner für Jung und<br />
Alt, Handwerkerhaus Siegen, Fürst-<br />
Johann-Moritz-Straße 3<br />
14. Montag<br />
19.30 Feierabendmilonga: Man<br />
muss das Leben tanzen, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
15. Dienstag<br />
19.00 Filmklub Kurbelkiste: The<br />
Zone of Interest, Kulturhaus Lÿz<br />
Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
17. Donnerstag<br />
16.30 Chormusik: Für Menschen<br />
mit und ohne Demenz, Ev. Gemeindezentrum<br />
Si.-Seelbach, Lilienstr. 14<br />
19.00 Lesung mit Christina Clemm:<br />
Gegen Frauenhass, Kulturhaus Lÿz<br />
Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
18. Freitag<br />
20.00 Infotainment-Abend: Mark<br />
Benecke, Mumien in Palermo, Siegerlandhalle<br />
Siegen, Koblenzer Straße<br />
20.00 Irisches Quintett: Irish Folk<br />
– Goitse, Haus des Gastes, Bad Laasphe,<br />
Wilhelmsplatz 3<br />
19. Samstag<br />
19.00 Musik: Butterweege Alle drehen<br />
durch, Vortex Surfer Musikclub,<br />
Siegen-Weidenau, Auf den Hütten<br />
20.00 Rock meets Klassik Show:<br />
Dark Tenor-Symphony of Light,<br />
Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer<br />
Straße 151<br />
20. Sonntag<br />
20.00 The Desperate Thespians, Sarah<br />
Ruhl: Dead Man’s Cell Phone,<br />
Aufführung in englicher Sprache, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.<br />
18 (auch Do., Fr. Sa. 20.00 Uhr)<br />
23. Mittwoch<br />
18.00 Alice spektakuläre Zirkusshow<br />
für die ganze Familie, Siegerlandhalle<br />
Siegen<br />
24. Donnerstag<br />
14.30 durchblick-LiteraturCafé, Begegnungszentrum<br />
Haus Herbstzeitlos<br />
Siegen, Marienborner Str. 151<br />
26. Samstag<br />
19.00 Musik: Milking the Goatmachine<br />
+ Interitus + tba, Vortex<br />
Surfer,Club, Si.-Weidenau, A. d. Hütten<br />
20.00 Konzert: Purple Schulz mit Jördis<br />
Tielsch, Sehnsucht bleibt! Heimhof-Theater<br />
Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
27. Sonntag<br />
17.00 kreuztalkultur, xpeditionen mit<br />
Günter Wamser & Sonja Endlweber:<br />
Im Sattel durch Amerika, Eichener<br />
Hamer, Kreuztal , Am Parkplatz 2<br />
17.00 Musikalische Lesung mit<br />
Klaus Zarmutek & Band, Autobahnkirche<br />
Siegerland, am Rasthof Wilnsdorf<br />
29. Dienstag<br />
19.30 Filmklub Kurbelkiste: Immaculate,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
30. Mittwoch<br />
19.00 Zeitzeugen auf Zelluloid: Digitalisierte<br />
Filmchroniken der Gemeinde<br />
Geisweid und der Stadt Hüttental,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
31. Donnerstag<br />
19.30 Konzert der Philharmonie Südwestfalen:<br />
Wagner verdus Verdi,<br />
Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1<br />
21.00 Halloween Party, Camen<br />
Knows Best, Vortex Surfer Musikclub,<br />
Siegen-Weidenau, Auf den Hütten<br />
Apollo-Theater Siegen<br />
Freitag, <br />
18.10. um 19.00 Uhr<br />
Samstag, <br />
19.10. um 15/20 Uhr<br />
Sonntag, <br />
20.10. um 14/19 Uhr<br />
Mittwoch, 23.10. um 19.00 Uhr<br />
Donnerstag, 24.10. um 19.00 Uhr<br />
Freitag, <br />
25.10. um 19.00 Uhr<br />
Samstag, <br />
26.10. um 15/20 Uhr<br />
Sonntag, <br />
27.10. um 14/19 Uhr<br />
Montag, <br />
28.10. um 19.00 Uhr<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 79
Einfach<br />
hingehen, ohne<br />
Anmeldung!<br />
November<br />
Filmtheater Hi.-Dahlbruch, Bernhard-<br />
Weiss-Platz 6<br />
19.30 Feierabendmilonga: Man<br />
muss das Leben tanzen, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen<br />
12. Dienstag<br />
18.00 Filmpalast: Tatsächlich Liebe,<br />
romantische Komödie, Heimhof-Theater<br />
Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
19.00 Filmklub Kurbelkiste: Oh la la<br />
- Wer ahnt denn sowas, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen<br />
Nicole: „Ich bin zurück in Siegen“, am 22.11. in der Siegerlandhalle.<br />
1. Freitag<br />
19.00 Theatergruppe Dellerlecker:<br />
Scherenschnitt, Heimhof-Theater Burbach,<br />
Heimhofstr. 7a (auch 2. und 3.11.)<br />
2. Samstag<br />
10.00 Jonglage & Diabolo Workshop<br />
mit Mo de Bleu, Kulturhaus Lÿz<br />
Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
17.00 Preisträgerkonzert der<br />
Friedrich-Kiel-Gesellschaft, Haus des<br />
Gastes, Bad Laasphe, Wilhelmsplatz 3<br />
20.00 kreuztalkultur, Schlagerparty:<br />
mit Achim Petry & Band, Eichener<br />
Hamer, Kreuztal, Am Parkplatz 2<br />
20.00 Kabarett: Lioba Albus, Ende<br />
offen, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
3. Sonntag<br />
15.00 Herbstkonzert des Siegener<br />
Blasorchester, Siegerlandhalle<br />
16.00 Puppenspiel: Post für den<br />
Tiger, nach Janosch von Alexander<br />
Kratzer, Schreinerei Quandel, Freudenberg,<br />
Krottorfer Straße 45<br />
17.00 Multivisionsvortrag: Wittgensteiner<br />
Land – im Wechsel der Jahreszeiten,<br />
Forsthaus Hohenroth<br />
5. Dienstag<br />
19.30 Comedy-Marathon: 1. Komische<br />
Nacht, verschiedene Spielstätten<br />
in Siegen u.a. Cafés und Bars<br />
7. Donnerstag<br />
14.30 durchblick-LiteraturCafé,<br />
Haus Herbstzeitlos Siegen<br />
20.00 Lesung: Mona Ameziane &<br />
Christine Westermann, Kulturhaus Lÿz<br />
Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />
9. Samstag<br />
16.00 Lesung: Annette Langen, Mit<br />
Felix durch Österreich, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St. Johann-Straße 18<br />
20.00 Lesung: Christian Brückner &<br />
Martin-Auer-Quintett, Hinab in den<br />
Maelström von Edgar Allan Poe, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen St. Johann-Straße<br />
20.00 Jubiläumslachkonzert: Teatro<br />
Musicomico mit Gogol & Mäx,<br />
Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />
10. Sonntag<br />
14.30 Festausstellung und Öffentliche<br />
Führung: Rubens + Rubensgrafik II<br />
Siegerlandmuseum Si., Oberes Schloss<br />
15.00 kreuztalkultur, Teddybärenkonzert:<br />
Hänsel und Gretel, Otto-<br />
Flick-Halle, Kreuztal, Moltestraße 12<br />
20.00 Lesung mit Jens Schumacher:<br />
Flucht aus dem Geheimlabor, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen St. Johann-Straße<br />
11. Montag<br />
17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:<br />
Ein ganzes Leben, Viktoria<br />
13. Mittwoch<br />
19.00 Lesung mit Heiko Weiß: Modelleisenbahn,<br />
Stadtbibliothek<br />
Kreuztal , Marburger Straße 10<br />
19.00 Comedy mit Nikita Miller, Im<br />
Westen viel Neues, Siegerlandhalle<br />
14. Donnerstag<br />
19.30 Schauspiel mit dem Ohnsorg-<br />
Theater: Altes Land Geb.- Busch-<br />
Theater Hilchenbach-Dahlbruch<br />
20.00 kreuztalkultur Konzert: Susan<br />
Wolf & Band mit Wendy Mcneill,<br />
Songwritings im Doppelpack,<br />
Weiße Villa im Dresler Park, Kreuztal<br />
20.00 Comedy: NightWash, Siegerlandhalle<br />
Siegen<br />
15. Freitag<br />
19.30 Theater: Schacht:Licht,<br />
Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1<br />
19.30 Comedy-Zaubershow, mit<br />
Rudi und Thorsten, Gebr.-Busch-Theater<br />
Hilchenbach-Dahlbruch<br />
20.00 Kabarettshow: Tobias Mann,<br />
Real/Fake, Was ist echt und was<br />
ist falsch, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
16. Samstag<br />
19.30 Theater: Schacht:Finsternis,<br />
Bruchwerk Theater Siegen, Siegbergstraße<br />
1<br />
20.00 Big Band-Konzert: Vlurfunk,<br />
80 durchblick 3/<strong>2024</strong>
Funk, Latin und eine Prise Rock,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
20.00 kreuztalkultur, Konzert: Jan<br />
Garbareks Group und Trilok Gurtu, Otto-Flick-Halle,<br />
Kreuztal, Moltkestr. 12<br />
20.00 Daubs Melanie - Premiere: Siegen<br />
jubelt: Viva Siegen!, Heimhof-<br />
Theater Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
17. Sonntag<br />
17.00 Lesung: Siegener Poetry Slam<br />
Dichterwettstreit, Kulturhaus Lÿz<br />
Siegen, St. Johann-Straße 18<br />
17.00 Konzert: Blasorchester Stadt<br />
Kreuztal e.V., Licht und Schatten,<br />
Kreuzkirche Kreuzt., Martin-Luther-Str.<br />
21. Donnerstag<br />
14.30 durchblick-LiteraturCafé,<br />
Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos<br />
Siegen, Marienborner Str. 151<br />
16.30 Musik: Chor für Menschen mit<br />
und ohne Demenz, Ev. Gemeindezentrum<br />
Siegen-Seelbach, Lilienstr. 14<br />
22. Freitag<br />
18.00 Live-Show: Nicole – Ich bin<br />
zurück in Siegen, Siegerlandhalle<br />
Siegen, Koblenzer Str. 151<br />
19.00 4. Lÿz eSports-Cup es wird<br />
wieder im Lÿz gezockt, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St. Johann-Straße 18<br />
23. Samstag<br />
11.00-17.00 Winterbasar des Bürgervereins<br />
Lindencafé Wilnsdorf-Niederdielfen,<br />
Weißtalstr. 2<br />
20.00 Magie & Comedy Show: ASS<br />
Dur, Celebration - Gesang & Klamauk,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
20.00 kreuztalkultur, Kabarett: Jürgen<br />
Becker, Campus Buschhütten,<br />
Kreuztal, SiegenerStr. 152<br />
20.00 Comedy mit Alain Frei, Alles<br />
neu, Siegerlandhalle, Siegen<br />
20.00 Konzert: Stefanie Heinzmann<br />
& MIKIs Takeover! Ensemble, Gebr.-<br />
Busch-Theater Hilchenbach-Dahlbruch<br />
24. Sonntag<br />
17.00 kreuztalkultur, xpeditionen:<br />
Katja & Josef Niedermeier, Madagaskar<br />
– alles auf Anfang, Eichener<br />
Hamer, Kreuztal, Am Parkplatz 2<br />
26. Dienstag<br />
19.00 Filmklub Kurbelkiste: May December,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
28. Donnerstag<br />
20.00 Comedy: Johann König, Wer<br />
Pläne macht wird ausgelacht!,<br />
Siegerlandhalle Siegen<br />
29. Freitag<br />
19.30 Theater: Schacht:Finsternis,<br />
Bruchwerk Theater Siegen, Siegbergstraße<br />
1 (auch am 30.11.)<br />
19.30 Konzert: Philharminie Südwestfalen,<br />
Regen & Schumann,<br />
Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1<br />
20.00 Jan Philipp Zymny, Quantenteilung<br />
durch Stand Up Comedy,<br />
Kulturhaus Lÿz Siegen<br />
20.00 Humorvolle Parodien: Tutty<br />
Tran, HAI DAI MAU, Siegerlandhalle<br />
Siegen, Koblenzer Str. 151<br />
30. Samstag<br />
11.00 Weihnachtsmarkt in Bad<br />
Laasphe: Haus des Gastes, Wilhelmsplatz<br />
und Königstraße (auch So.1.12.)<br />
13.00 Weihnachts-Villa, Kunsthandwerk<br />
und der größte Weihnachtsbaum<br />
Südwestfalens, Freudenberg,<br />
Villa-Bubenzer-Weg 7<br />
18.00 Adventskonzert mit Trio Glissando,<br />
Autobahnkirche Siegerland,<br />
am Rasthof Wilnsdorf<br />
19.30 Theater mit Hans Schwab und<br />
Ronka Nickel: Erinnerungen an Kafka,<br />
Gebr.-Busch-Theater Hi.-Dahlbruch<br />
20.00 Konzert: DoppelBlues mit The<br />
Rusty Bones & Good Stuff, Kulturhaus<br />
Lÿz Siegen, St. Johann-Straße 18<br />
20.00 Live-Show mit Martin Rütter:<br />
Der will nur spielen, Siegerlandhalle<br />
20.00 Kabarett / Comedy: Jan van<br />
Weyde mit Weyder geht´s!, Heimhof-Theater<br />
Burbach, Heimhofstr. 7a<br />
3/<strong>2024</strong> durchblick 81
Unterhaltung / Impressum<br />
durch<br />
blick<br />
Gemeinnützige Seniorenzeitschrift<br />
für Siegen und Siegen-Wittgenstein<br />
Herausgeber:<br />
durchblick-siegen Information und Medien e.V.<br />
Es fiel uns auf, …<br />
…dass Weinen Stress abbaut. Wer zum Beispiel nach einer<br />
rührenden Geschichte oder bei anderen Anlässen seinen<br />
Tränen freien Lauf lässt, baut damit Anspannung ab und<br />
fühlt sich danach gelöster. US-Forscher fanden heraus: Menschen,<br />
die während eines traurigen Films weinen, haben weniger<br />
Stresshormone im Blut. Anders gesagt: Falsche Scham<br />
strapaziert uns unnötig.ührte in den 1950er-Jahren homa<br />
Gedächtnistraining – Lösungen von Seite 50 / 51<br />
Apfelernte: A=44, B=26, C=102, D=86, E=81, F=33,<br />
G=72, H=55. Bahnfahrten: z.B. Bahncard, Bahndamm,<br />
Bahnschwelle, Bahnarbeiter, Bahnstrecke, Bahnhof,<br />
Bahnübergang, Bahnschranke und Landebahn, Blutbahn,<br />
Flugbahn, Geisterbahn, Rennbahn, Laufbahn,<br />
Aschenbahn, Stoffbahn, Rutschbahn, Carrerabahn, Eisbahn,<br />
Rutschbahn, Trambahn, Rollbahn, Reeperbahn.<br />
Berufe: 1.Schusters, 2.Schneider,<br />
3.Gärtner, 4.Clown,<br />
5.Koch, 6.Wirt, 7.Köche, 8.Jäger<br />
9.Kaufmann 10.Schuster.<br />
Märchen: 1.Rotkäppchen,<br />
2.Frau Holle, 3.Der Froschkönig,<br />
4.Sterntaler, 5.Rapunzel,<br />
6.Aschenputtel, 7.Rumpelstilzchen,<br />
8.Dornröschen. 9. Hans<br />
im Glück, 10. Schneeweißchen<br />
u. Rosenrot.<br />
Zu guter Letzt:<br />
Reisen<br />
Heimat suchend reisen wir,<br />
dort hin, wo wir Wurzeln wähnen,<br />
fahndend, wo wie Waisen wir<br />
uns nach eignen Tiefen sehnen.<br />
Nektar saugend in der Ferne,<br />
kehren wir mit etwas Glück<br />
nach der Suche schließlich gerne<br />
fündig zu uns selbst zurück.<br />
Anschrift der Redaktion:<br />
„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen<br />
Telefon 0271 / 6 16 47, Mobil: 0171 / 6 20 64 13<br />
E-Mail: redaktion@durchblick-siegen.de<br />
Internet: www.durchblick-siegen.de<br />
Öffnungszeiten:<br />
dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr<br />
1. und 3. Dienstag im Monat auch von 15.00 bis 17.00 Uhr<br />
Redaktion:<br />
Anne Alhäuser, Ulla D'Amico, Ingrid Drabe (Veranstaltungen),<br />
Friedhelm Eickhoff (ViSdP), Gudrun Fokken, Ernst Göckus, Eva-<br />
Maria Herrmann (stellv. Redaktionsleiterin), Erna Homolla, Erich<br />
Kerkhoff, Olaf U. Koplin (Sen.beirat), Sigrid Kobsch, Horst Mahle,<br />
Werner Müller Späth, Tessie Reeh, Guntram Römer (Seniorenbeirat),<br />
Nicole Scherzberg, Tilla-Ute Schöllchen (Redaktionsleitung), Ulla<br />
Schreiber, Angelika van Vegten.<br />
Bildredaktion:<br />
Thomas Benauer, Tessie Reeh, Nicole Scherzberg, Angelika v. Vegten.<br />
Bildnachweise: Sofern am Objekt nicht angegeben, stammen die<br />
veröffentlichten Bilder von den Autoren, bzw. den Veranstaltern.<br />
Lektorat:<br />
Anne Eickhoff, Gertrud Hein-Eickhoff, Horst Mahle, Dieter Moll.<br />
Internet:<br />
Thomas Benauer, Thomas Greiner, Nicole Scherzberg.<br />
An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:<br />
Peter Barden, Heinrich Bruch, Adele von Bünau, Sonja Dörr, Jörn<br />
Heller, Renate Helm, Wilfried Lerchstein, Hildegard Neumann,<br />
Bernadette von Plettenberg, Volker Reichmann, Ulrich Schöllchen,<br />
Bruno Steuber, Heinz Stötzel, Dr. Johannes Utsch.<br />
Gestaltung und Herstellung:<br />
Nicole Scherzberg, Angelika van Vegten, Friedhelm Eickhoff.<br />
Anzeigenanfrage:<br />
durchblick-siegen e.V. Telefon 0171 / 6 20 64 13 oder 0271 / 6 16 47<br />
E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de Es gilt die Preisliste 13/2021<br />
(www.durchblick-siegen.de/Mediadaten)<br />
Druck: Strube Druck, klimaneutral gedruckt<br />
Erscheinungsweise:<br />
März, Juni, September, Dezember<br />
Verteilung:<br />
Hans Amely, Remus Amirthanathar, Gerd Bombien, Elke Diehl, Nadine<br />
Gerhard, Erika Graff, Maximilian Großhaus-Lutz, Arndt Hensel,<br />
Anita Jurczewski, Wolfgang von Keutz, Geli Kreutter, Olaf Kurz,<br />
Jörn Lagemann, Oliver Mahle, Günter Matthes-Arongagbor, Marion<br />
Ortmann, Wolfgang Paesler, Karin Piorkowski, Birgit Rabanus,<br />
Christel Schmidt-Ufer, Hans-Rüdiger Schmidt und alle Redakteure<br />
Der durchblick liegt im gesamten Kreisgebiet kostenlos aus: in Sparkassen,<br />
Apotheken, Arztpraxen, Buchhandlungen und Geschäften des<br />
täglichen Bedarfs, in der City-Galerie, Läden des Siegerlandzentrums,<br />
bei unseren Anzeigenkunden, in öffentlichen Gebäuden, vielen sozialen<br />
Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, in Rathäusern<br />
und Senioren-Service-Stellen des Kreises Siegen-Wittgenstein, sowie<br />
eingeheftet in den Zeitschriftenmappen des „Lesezirkel Siegerland“.<br />
Der durchblick ist kostenlos. Für die Postzustellung werden für vier Ausgaben<br />
jährlich 10,00 € ins Inland bzw. 16,00 € ins Ausland berechnet.<br />
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der<br />
Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge und<br />
Leserbriefe zu kürzen. Bei Nichtveröffentlichung von unverlangt eingesandten<br />
Beiträgen erfolgt keine Benachrichtigung. Der Nachdruck ist nur mit schriftlicher<br />
Genehmigung des Herausgebers gestattet.<br />
Jörn Heller aus „Statt Rotwein“<br />
82 durchblick 3/<strong>2024</strong>