18.08.2024 Aufrufe

db 3-2024 WEB

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

durch<br />

blick<br />

Autorenzeitschrift<br />

Seit 1986<br />

Nr. 3/<strong>2024</strong><br />

kostenlos<br />

mitnehmen<br />

Seite 18<br />

Der<br />

Rubenspreis


Siegen | St.-Johann-Str. 18<br />

0271/333-2448<br />

www.lyz.de<br />

Dave Davis (20.09.) Ginzburg Dynastie (21.09.)<br />

Hauck&Bauer und Gsella (27.09.) Will Jacobs (28.09.)<br />

LÿzMixVarieté (04.10. + 13.12.) Ticket to Happiness (05.10.)<br />

Jess Jochimsen (11.10.) The Desperate Thespians (24. - 26.10.)<br />

Zeitzeugen auf Zelluloid (30.10.) Lioba Albus (02.11.)<br />

Mona Ameziane & Christine Westermann (07.11.)<br />

Christian Brückner & Martin-Auer-Quintett (09.11.)<br />

Tobias Mann (15.11.) Vlufunk (16.11.) ASS Dur (23.11.) u.v.m.


Inhaltsübersicht<br />

Aus der Redaktion3<br />

Kurz berichtet4<br />

Aus den Seniorenbeiräten14<br />

Der Rubenspreis der Stadt Siegen 18<br />

Nachwuchs Rubenspreis 22<br />

Wie der rote Adler ins Siegerland kam 24<br />

Eine schwere Kindheit 26<br />

Die Landhausklinik 28<br />

Gewusst wie 30<br />

Johann Textor 32<br />

Drei-Felder-Wirtschaft 33<br />

Mundart 34<br />

Traum von Schumi 37<br />

Ja, ich trau mich was 38<br />

Vom Ganges zum Himayala 42<br />

Ende des Sommers 45<br />

Bertha Benz, die visionäre Pionierin des Autos 46<br />

Gedächtnistraining 50<br />

Umzug ins Pflegeheim 52<br />

Ein neues Lied für Deutschland 53<br />

Kaltfront 53<br />

Altern ist Leben 54<br />

Mathilda 56<br />

Vom Schulmeisterkind zum Nobelpreisträger 58<br />

Tante Meta misst mit zweierlei Maß 60<br />

Das Mixtape 61<br />

Buchbesprechung 62<br />

Erich Kästner 64<br />

Im Museum 65<br />

Es war die Nachtigall und nicht die Lerche 66<br />

Wiederkehrende Termine 72<br />

durchblick verlost Freikarten 74<br />

Veranstaltungen im „Haus Herbstzeitlos“ 75<br />

Veranstaltungen im Kreis Siegen-Wittgenstein 76<br />

Es fiel uns auf / Lösungen / 82<br />

Zu guter Letzt / Impressum 82<br />

Titelbild: Ronny Jäger<br />

Aus der Redaktion<br />

Am 30. Juni dieses Jahres wurde Sung Tieu mit dem 9. „Förderpreis zum Rubenspreis<br />

der Stadt Siegen“ geehrt. Unser Kollege Wilfried Lerchstein berichtet<br />

darüber auf Seite 22 in dieser Ausgabe. Zugleich informiert er in unserer<br />

Titelgeschichte auf Seite 18 über die Historie des Rubenspreises.<br />

Das Titelbild hat unser KI-Spezialist und Fotograf Ronny Jäger kreiert. Ronny<br />

hat gekonnt die Brücke geschlagen zwischen dem barocken Namensgeber des europaweit<br />

renommierten Kunstpreises und den Preisträgerinnen und Preisträgern,<br />

die in Ihrer Kunstrichtung eher der Moderne zuzurechnen sind. Das Bild ist nicht<br />

mit KI entstanden! Ronny hat die Collage „handwerklich“ erstellt.<br />

Eine mutmachende „Lebensabschnittsgeschichte“ finden Sie auf Seite 52. Hier<br />

berichtet die frühere Stadtführerin von Siegen Hildegard Neumann, über ihren<br />

Wohnungswechsel in ein Siegener Altenpflegeheim. Sie erläutert, um wieviel<br />

einfacher ihr Leben geworden ist und kommt zu dem Fazit:<br />

„Eine meiner besten Entscheidungen.“<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 3


Kurz berichtet<br />

Fürstengruft<br />

für Besucher geöffnet<br />

Siegen. Die<br />

Fürstengruft im<br />

Unteren Schloss<br />

ist bis Oktober<br />

jeden ersten und<br />

dritten Sonntag<br />

im Monat geöffnet.<br />

Besuchende<br />

können an diesen<br />

Tagen von 11 bis<br />

17 Uhr kostenfrei<br />

die Grablege des Fürsten Johann Moritz<br />

von Nassau-Siegen besichtigen, der bis<br />

heute als bedeutende historische Persönlichkeit<br />

Siegens gilt.<br />

1604 in Dillenburg geboren, diente<br />

er in der niederländischen Armee. Im<br />

Auftrag der Westindischen Handelskompanie<br />

wurde Johann Moritz Gouverneur<br />

der niederländischen Kolonie<br />

im Nordosten Brasiliens. Nach seiner<br />

Rückkehr wurde er 1652 als erster Vertreter<br />

seines Hauses in den Reichsfürstenstand<br />

erhoben. Seiner Stadt Siegen<br />

schenkte er u.a. ihr Wahrzeichen, das<br />

„Krönchen“ auf dem Turm der Nikolaikirche,<br />

die Taufschale der Nikolaikirche,<br />

den Herren- und den Tiergarten sowie<br />

die Fürstengruft.<br />

Kontakt für Infos und Führungen unter<br />

siegerlandmuseum@siegen-stadt.de<br />

oder 0271 / 404-1900 möglich. <strong>db</strong><br />

Goldener Herbst<br />

Seniorennachmittag in der Bismarckhalle<br />

Siegen. Am Mittwoch, 9. Oktober <strong>2024</strong><br />

ab 14.30 Uhr lädt die Stadt Siegen ältere<br />

Menschen wieder zur traditionellen<br />

Veranstaltung „Goldener Herbst“ in die<br />

Bismarckhalle in Weidenau ein.<br />

Auf die Gäste wartet ein bunter Nachmittag<br />

mit Musik und Darbietungen bei<br />

Kaffee und Kuchen. Das Trupbacher Kleeblatt<br />

singt an diesem Tag und einige Kindergruppen<br />

der Tanzschule Eger führen<br />

Tanzdarbietungen auf.<br />

Wer dabei sein will sollte sich frühzeitig<br />

(ab 2. September <strong>2024</strong>) eine Karte si-<br />

chern. Im Vorverkauf sind die Eintrittskarten<br />

in den Bürgerbüros in Siegen<br />

und Weidenau sowie dem Familienbüro<br />

der Stadt Siegen, Weidenauer Straße<br />

158 und 160 erhältlich. Am Veranstaltungstag<br />

selbst können an der Tageskasse<br />

Restkarten erworben werden.<br />

Der Eintritt beträgt sechs Euro, dafür<br />

gibt es Kaffee und Kuchen.<br />

Weitere Informationen über Volker<br />

Reichmann, Seniorenbeauftragter für<br />

die Stadt Siegen 0271 / 404-2434,<br />

v.reichmann@siegen-stadt.de <strong>db</strong><br />

„Kreutterwanderung“<br />

Kultur-Tour zum 100 jährigen Geburtstag<br />

Bad Berleburg. Der Wittgensteiner<br />

Bildhauer Wolfgang Kreutter wäre in<br />

diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.<br />

Dies nahm der Heimatverein zum Anlass,<br />

Werke des „bedeutensden Wittgensteiner<br />

Künstlers des 20 Jahrhunderts“,<br />

wie es der Heimatvereinsvorsitzende<br />

Otto Marburger formulierte, im Rahmen<br />

einer Kulturwanderung zu zeigen.<br />

Mit Angelika Kreutter, der Tochter<br />

des Bildhauers, startete die Tour am<br />

20. Juli. In Schwarzenau bestaunten die<br />

zahlreichen Teilnehmerinnen die Wandgestaltung<br />

an der Alexander Mack Schule<br />

und waren berührt von dem Totenmal<br />

auf dem dortigen Friedhof. Nächster<br />

Zielort war Raumland, wo ein großes<br />

Schieferrelief bewundert wurde. Weiter<br />

in der Stadt Bad Berleburg führte Angelika<br />

Kreutter die BesucherInnen zu<br />

etlichen weiteren Werken des Künstlers.<br />

Die „Kreutter-Tour“ fand ihren Abschluss<br />

in der Eisdiele San Remo in<br />

Bad Berleburg. Dort befindet sich eine<br />

kleine, feine Ausstellung von zwölf Linoleum-<br />

und Holzschnitten, die übrigens<br />

auch alle zum Verkauf stehen.<br />

Wolfgang Kreutter ist auch in Siegen<br />

bekannt. Dort hat er die Schäfergruppe<br />

am Brunnen in der Alten Poststraße gestaltet,<br />

die in der Sommerzeit viele Kinder<br />

anlockt.<br />

Gegen eine<br />

Aufwandsentschädigung<br />

von 5,00 Euro<br />

bietet Angelika<br />

Kreutter<br />

ganzjährig<br />

Führungen an.<br />

Diese Führungen<br />

lernt man<br />

eine Mengeüber<br />

das<br />

Wirken des<br />

Künstlers und<br />

seine Werke. Man lernt ihn aber auch<br />

als Vater und kritischen Geist seiner<br />

Zeit kennen. Näheres telefonisch unter<br />

0151 / 41 484 761 (AB). <strong>db</strong><br />

4 durchblick 3/<strong>2024</strong>


3/<strong>2024</strong> durchblick 5


Siegen. Kunstwerke im öffentlichen<br />

Raum begegnen<br />

uns in Siegen in vielfältiger<br />

Form. Oft werden sie nur beiläufig<br />

wahrgenommen. Doch<br />

es lohnt sich, genauer hinzuschauen.<br />

KulturSiegen hat<br />

deshalb gemeinsam mit den<br />

beiden Schauspielern und<br />

Sprechern Lars Dettmer und<br />

Philipp Feltkamp zwei akustische<br />

Spaziergänge entwickelt,<br />

mit denen sich 24 ausgewählte<br />

Kunstwerke in der<br />

nun 800 Jahre alten Stadt<br />

kostenlos und weitestgehend<br />

unabhängig von Öffnungszeiten<br />

entdecken lassen. Der<br />

Bogen spannt sich von der<br />

1877 eingeweihten, heroischen Germania-Statue<br />

bis hin zum 2023 geschaffenen<br />

großflächigen Fassadenbild „Abreise<br />

von Fürst Johann Moritz zur Kaiserwahl<br />

1658 in Frankfurt“ von Tzveta Grebe, mit<br />

dem diese ein Historienbild des Malers<br />

Ludwig Heupel-Siegen von 1904 zitiert.<br />

Alles, was man für die zwei Audio-<br />

Walks braucht, ist ein Smartphone.<br />

Über die Seite www.guidemate.de kann<br />

man die beiden Audio-Walks unter dem<br />

Kurz berichtet<br />

Kunst to go in Siegen<br />

Audio-Guide zur Kunst im öffentlichen Raum<br />

Astrid Schneider und Eike Jungheim von KulturSiegen<br />

präsentieren Kunst to go.<br />

Suchbegriff „Siegen“ finden und Station<br />

für Station komplett oder zu ausgewählten<br />

Kunstwerken anhören.<br />

Für die Offline-Nutzung kann man die<br />

kostenlose App des Anbieters Guidemate<br />

(Android: Play Store/iOS: App Store)<br />

nutzen. Ist diese auf dem Smartphone<br />

installiert, gibt man nach dem Öffnen<br />

der App den Suchbegriff „Siegen“ ein<br />

und wählt hier „Die blaue Tour“ oder<br />

„Die rosa Tour“ - und los geht’s!<br />

Die „Blaue Tour“ (10<br />

Stationen) beginnt, wie auch<br />

die „Rosa Tour“ am Marktplatz,<br />

führt aber dann über<br />

kunstvoll gezogene Wege in<br />

die Unterstadt, vorbei an den<br />

berühmten Denkmälern von<br />

„Henner“ und „Frieder“ über<br />

die Sieg zum Scheinerplatz<br />

vor dem Apollo-Theater.<br />

Die „Rosa Tour“ (17 Stationen)<br />

führt vom Brunnen<br />

am Markt die Stadt hinauf<br />

zum Schlosspark, wo man<br />

verschiedene Kunstwerke,<br />

die in die Gartengestaltung<br />

integriert sind oder sich in<br />

unmittelbarer Nachbarschaft<br />

des Parks befinden, entdecken<br />

kann. Die zu hörenden Beschreibungen<br />

wurden großenteils den online<br />

unter https://kultursiegen.de/downloads/<br />

zu findenden digitalen Broschüren<br />

zur Kunst im öffentlichen Raum in<br />

Siegen entnommen. Eine Broschüre zu<br />

„Kunst to go“ mit Orientierungsplan und<br />

Bedienungsanleitung liegt in den öffentlichen<br />

Gebäuden der Stadt Siegen<br />

und der Touristeninformation am Kornmarkt<br />

aus.<br />

<strong>db</strong><br />

Siegener Spiegelzelt <strong>2024</strong><br />

Heimspiel für Gäste<br />

Siegen. Vom 13. Sept. bis 6. Okt. schafft<br />

KulturSiegen mit dem historischen Spiegelzelt<br />

auf dem Platz des Unteren Schlosses<br />

mitten in der Stadt einen kulturellen<br />

Treffpunkt. Gezeigt werden 24 Produktionen<br />

mit 37 Veranstaltungen aus den<br />

Bereichen Musik, Theater und Literatur.<br />

Einen besonderen Fokus richteten<br />

Programmplanerinnen Konstanze Arens<br />

und KulturSiegen-Leiterin Astrid Schneider<br />

beim Konzept <strong>2024</strong> auf die Kooperation<br />

mit Institutionen<br />

und Akteuren<br />

der regionalen Kultur-Szene<br />

und auf<br />

die Ansprache von<br />

Kindern und Jugendlichen.<br />

„Wenn<br />

es gut läuft für eine<br />

Gesellschaft, dann<br />

sind es die heutigen<br />

Kinder, die<br />

später einmal die<br />

Theater und Kinos, die Lesungen und<br />

Konzerte besuchen oder gar mitgestalten“,<br />

sagt Konstanze Arens. Und weiter:<br />

„Dazu braucht es heute und jetzt<br />

einladende Angebote und Vorbilder, also<br />

sogenannte Erwachsene, die kulturelles<br />

Leben ermöglichen und vorleben.“<br />

Folgerichtig machen elf von den 37<br />

Veranstaltungen Projekte für Kinder<br />

im Alter von fünf bis zehn Jahren aus,<br />

sechs richten sich an junge Erwachsene<br />

und Jugendliche. „Ein<br />

weiterer roter Faden“,<br />

ergänzt Astrid Schneider<br />

„ist die Einbindung<br />

regionaler Akteure. Mir<br />

gefällt die Idee, dass<br />

das Spiegelzelt Strahlen<br />

bündelt wie ein<br />

Brennglas. Eines, das<br />

eine wärmende und<br />

erhellende Flamme erzeugt.“<br />

<br />

<strong>db</strong><br />

6 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Kurz berichtet<br />

Erneuerbare Energie aus Afrika<br />

Energiekolonialismus oder Chancen für Entwicklung<br />

Siegen. Mit diesem Thema befasst<br />

sich die 17. Siegener Afrikatagung<br />

am 28.09.<strong>2024</strong> in der<br />

Volkshochschule Siegen.<br />

Die Energiewende, zu der sich<br />

Deutschland und die EU verpflichtet<br />

haben, hat den afrikanischen<br />

Kontinent stärker ins Blickfeld<br />

rücken lassen, denn die Voraussetzungen,<br />

die sich dort für die<br />

Gewinnung von Solar- und Windenergie<br />

bieten, sind hervorragend.<br />

So haben auch Firmen aus<br />

Deutschland bereits Projekte entwickelt,<br />

wie in afrikanischen Staaten<br />

grüne Energie gewonnen und<br />

für den Export aufgearbeitet werden<br />

kann.<br />

Doch die Erfahrungen, die die<br />

Menschen in den afrikanischen<br />

Ländern bei der Förderung ihres<br />

fossilen Rohstoffs Erdöl gemacht<br />

haben, haben gezeigt, dass damit<br />

keine Verbesserung ihrer Lebenssituation<br />

verbunden war.<br />

Hafen von Lüderitz/Nabia. Ein Ausbau für die<br />

Verschiffung von grünem Wasserstoff ist geplant.<br />

Bild: Wikipedia<br />

Deshalb stellt sich die Frage –<br />

wie kann gesichert werden, dass<br />

vom Ausbau grüner Energien<br />

auch die Menschen vor Ort profitieren<br />

und nicht nur die Länder<br />

und deren Unternehmen, die bereits<br />

jetzt in Afrika tätig sind.<br />

Mit dieser Frage befassen wir<br />

uns in verschiedenen Vorträgen.<br />

So wird sich Prof. Dr. Quitzow<br />

vom Forschungsinstitut für<br />

Nachhaltigkeit in Potsdam mit<br />

den Möglichkeiten für die Entwicklung<br />

in den afrikanischen<br />

Staaten befassen und Prof. Dr.<br />

Jakobeit von der Universität<br />

Hamburg wird in seinem Vortrag<br />

der Frage nachgehen wie<br />

eine partnerschaftliche Zusammenarbeit<br />

mit den Staaten Afrikas<br />

zum beiderseitigen Nutzen<br />

aussehen sollte.<br />

Interessierte können sich anmelden<br />

unter:<br />

info@africaspeople.de hel<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 7


W. Brase stellt aus<br />

Malen aus Lebensfreude<br />

Kurz berichtet<br />

Dämmerschoppen<br />

mit Sophie and the Boys<br />

Bad Kissingen<br />

AWO Winterreise<br />

Freudenberg. Vom 30. August bis 30.<br />

Oktober <strong>2024</strong> präsentiert das Rathaus<br />

Freudenberg Bilder von Willi Brase.<br />

Willi Brase entdeckte nach einer<br />

langen Karriere in Politik und Gewerkschaft<br />

seine Leidenschaft für die Malerei.<br />

Es begann so richtig mit einem<br />

Geschenk seiner Familie. Ein Gutschein<br />

für einen Malkurs. Hier öffnete sich ihm<br />

die Tür zu einer neuen Welt der Kreativität.<br />

Seitdem nutzt er jede freie Minute<br />

zum Malen.<br />

Brase experimentiert mit Acrylfarben,<br />

Kohlestiften, Pastell-Ölkreiden und<br />

Modellierpaste. Er setzt verschiedene<br />

Werkzeuge wie Pinsel, Spachtel, Finger,<br />

Papierknäuel, Rollen und Schwämme<br />

ein, um neue Formen und Farbkombinationen<br />

zu erforschen. Seine Vorliebe<br />

für kräftige Farben und kontrastreiche<br />

Gestaltungen spiegeln sich in vielen<br />

seiner Bilder wieder.<br />

Das Leitmotiv seines Schaffens<br />

heißt: „kreativ sein, einfach beobachten,<br />

wohin die Reise führt, ohne festen<br />

Plan.“ Brase malt nicht, um berühmt zu<br />

werden, sondern aus purer Lebensfreude.<br />

Seine Werke als Kunst zu beurteilen,<br />

überlässt er dem Betrachter. us<br />

Freudenberg. Sechs Musiker, die mit<br />

Leidenschaft und packenden Arrangements<br />

Rock- und Pop-Hits präsentieren,<br />

die mitreißen und bewegen. Die Band<br />

fängt die Atmosphäre von 40 Jahren<br />

Popmusik ein und lädt das Publikum<br />

zum Zuhören und Mitrocken ein.<br />

„Ausgefeilte, erdige Grooves und<br />

authentischer, mehrstimmiger Satzgesang<br />

geben guten Songs das, was sie<br />

verdienen: Wertschätzung durch hohes<br />

musikalisches Niveau, Spielfreude und<br />

ein Höchstmaß an Professionalität“, so<br />

ein Sprecher der Band.<br />

Die Frontleute Verena Schneider<br />

und Christoph Breit werden durch die<br />

Kreativität von Peter Sziburies an der<br />

Gitarre und Heiner Schwarz an den<br />

Keyboards in ihrem Gesang unterstützt<br />

und dabei von der Rhythm-Section<br />

Noam Siebert an den Drums und Reiner<br />

Berg am Bass nach vorne getrieben.<br />

„Ein erlebnisreiches Konzertambiente,<br />

das man nicht vergessen wird“ davon<br />

ist die Gruppe überzeugt.<br />

Termin: Freitag, 27.09.<strong>2024</strong>, ab<br />

20:00 Uhr im KulturFlecken Freudenberg,<br />

Am Silberstern 4a, Eintritt an der<br />

Abendkasse: 10,00 Euro.<br />

<strong>db</strong><br />

Siegen. Wer Weihnachten und Silvester<br />

nicht allein verbringen möchte<br />

und stattdessen Gemeinschaft und<br />

Geselligkeit sucht, kann sich für die<br />

Seniorenreise des AWO Kreisverbandes<br />

Siegen-Wittgenstein/Olpe vom<br />

22.12.<strong>2024</strong> bis 02.01.2025 nach Bad<br />

Kissingen anmelden.<br />

Bad Kissingen gehört zu den traditionsreichsten<br />

und bekanntesten<br />

Kurstädten Deutschlands und die Villa<br />

Thea–Kur–Hotel liegt direkt am Rosengarten,<br />

der Promenade und an der<br />

Fränkischen Saale. Zur Innenstadt,<br />

dem historischen Kurviertel und zum<br />

prächtigen Kurpark mit Regentenbau<br />

und Wandelhalle sind es nur wenige<br />

Gehminuten. Die hellen und freundlichen<br />

Zimmer mit persönlicher Note<br />

sind mit dem Aufzug erreichbar. An<br />

den Feiertagen gibt es besondere Angebote<br />

und feierliche Weihnachts- und<br />

Silvesteressen. Die Fahrt wird von ehrenamtlichen<br />

Reisebegleitern betreut.<br />

Weitere Informationen: AWO-Kreisverband<br />

Siegen-Wittgenstein/Olpe unter<br />

der 0271 / 33 86 – 167 oder per<br />

reisen@awo-siegen.de. <strong>db</strong><br />

8 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Kurz berichtet<br />

Vorstand erweitert<br />

Bekannte Persönlichkeiten machen mit<br />

Martina Becher; Katharina Hartleib; Beate Schmies; Monika Altz;<br />

Pia Cimolino und Pfarrer Ludwig Reffelmann v.lks.<br />

Siegen. Der Vorstand des SkF Siegen<br />

e.V. hat mit Pia Cimolino, ein neues Vorstandsmitglied<br />

einberufen. Frau Cimolino<br />

war über viele Jahre Amtsleiterin<br />

des Kreis Siegen- Wittgenstein. Bereits<br />

seit 2022 gehören Ordensschwester<br />

Katharina Hartleib und Frau Martina<br />

Becher diesem Gremium an. 2023 wurde<br />

Beate Schmies, die langjährige Redaktionsleiterin<br />

des WDR-Studios Südwestfalen<br />

neu in den Vorstand gewählt.<br />

<br />

<strong>db</strong><br />

Vom Geheimtipp zur Institution<br />

„LNJF“ sind Mario Mammone und Marco Bussi<br />

Siegen. Am 20. Oktober 2004 erblickte<br />

die „Late Night Jazz Foundation“<br />

(LNJF) spät nachts vor etwa 25 neugierigen<br />

Menschen in einem der legendären<br />

Brückengewölbe des Musikclubs<br />

„Meyer“ das Licht der Welt.<br />

Mario Mammone und Marco Bussi,<br />

die seit jeher den Kern der Konzertreihe<br />

bilden, experimentierten mit einem<br />

Gastbassisten vor Publikum an<br />

eigenen Stücken, Jazz-Standards und<br />

Improvisationen. Seitdem werden sie<br />

nicht müde, immer wieder neue Musiker,<br />

Auftrittsorte und Repertoires auszuprobieren,<br />

um „frisch improvisiert“<br />

die Zuhörer zu überraschen. Mit wachsendem<br />

Erfolg, wie die Zahlen zeigen.<br />

Über 150 eingeladene Musiker/-innen<br />

in über 100 Konzerten sind in den 20<br />

Jahren ein erstaunliches Ergebnis. Was<br />

zu Beginn als Geheimtipp kursierte, ist<br />

längst zu einer kulturellen Institution<br />

Siegens geworden.<br />

Die nächsten Konzerte finden am 17.<br />

und 29.9. statt. Näheres in unserem Terminkalender<br />

auf den Seiten 76/77. <strong>db</strong><br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 9


Kurz berichtet<br />

Jung und Alt für Eine-Welt<br />

Aktionsreiche Wochen im Spätsommer geplant<br />

Wolfgang Silbermann, Markus Determann und<br />

Lisa-Marie Gewalt. v.re.<br />

Siegen. Ziel der Eine-Welt Arbeit<br />

ist, gemeinsam mit allen<br />

Engagierten, Interessierten<br />

und aktiven Menschen<br />

für globale Gerechtigkeit und<br />

Nachhaltigkeit zu arbeiten. Durch<br />

die Regionalpromotor*innen der<br />

Kreise Siegen-Wittgenstein und<br />

Olpe wird die Arbeit, z.B. zur Umsetzung<br />

der Nachhaltigkeitsziele,<br />

vor Ort gefördert. Engagierte<br />

bekommen Unterstützung in der<br />

Planung und Umsetzung ihrer<br />

Projekte sowie die Möglichkeit zur<br />

Vernetzung mit anderen Akteuren.<br />

Derzeit wird die Faire Woche,<br />

eine Aktionswoche zur Stärkung des<br />

Fairen Handels im September <strong>2024</strong>, organisiert.<br />

Das diesjährige Motto lautet<br />

„FAIR. UND KEIN GRAD MEHR!“ und setzt<br />

sich intensiv mit dem Thema Klimagerechtigkeit<br />

auseinander. Fokussiert werden<br />

neben den ökologischen insbesondere<br />

die sozialen Herausforderungen,<br />

die mit dem Klimawandel einhergehen.<br />

Der Faire Handel als ein Instrument zur<br />

Herstellung von Klimagerechtigkeit wird<br />

thematisiert. Diesbezüglich werden verschiedene<br />

Eine-Welt-Veranstaltungen<br />

geplant.<br />

Dieses Jahr ist ganz besonders,<br />

denn: „Für uns ist der<br />

ganze Monat September Faire<br />

Woche!“ wie uns Lisa-Maria<br />

Gewalt mitteilt.<br />

Das Eine-Welt-Forum Siegen-<br />

Wittgenstein in Zusammenarbeit<br />

mit dem Arbeitskreis<br />

„Faire Region Biggeland“ organisiert<br />

u.a. Veranstaltungen<br />

wie die 2. Klimamesse in Olpe<br />

am 06. und 07.09. in der Gesamtschule<br />

Wenden, und die<br />

2. Fairtrade-Radtour der Stadt<br />

Siegen die am 15.09. vom<br />

Weltladen-Siegen aus startet.<br />

Neben Informationsveranstaltungen<br />

werden Mitmach-Aktionen für Jung und<br />

Alt angeboten. Die Veranstaltungen im<br />

Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein<br />

können auf unserem Eine-Welt-Portal<br />

unter www.eineweltforumsiegen.de abgerufen<br />

werden.<br />

<strong>db</strong><br />

ALTERAktiv braucht tatkräftige Hilfe<br />

Fahrrad-Reparatur-Treff Siegen zieht um, ... zwei Häuser weiter<br />

Siegen. Klaus Reifenrath,<br />

engagierter Leiter<br />

des Fahrradreparatur-<br />

Treffs freut sich, nach<br />

langer Suche, endlich<br />

neue Räumlichkeiten für<br />

sein Ehrenamtsprojekt<br />

gefunden zu haben. Von<br />

der Sandstraße 20 geht<br />

es am Samstag, den 28. September ab<br />

13 Uhr in die Sandstraße 24. Für diesen<br />

ungewöhnlichen Umzug braucht die<br />

Werkstatt für cirka zwei Stunden weitere<br />

helfende Hände, die die vielen Kleinteile<br />

per Menschenkette weiterreichen sollen.<br />

Anmeldung unter: kr57/@kr57.de<br />

Viele Vereinsmitglieder, Freunde und<br />

Studenten haben ihre Unterstützung bereits<br />

zugesagt, trotzdem fehlen noch einige<br />

HelferInnen für diese diese leichte Arbeit.<br />

„Der Bericht über unsere Werkstatt in<br />

der Lokalzeit Südwestfalen vor knapp<br />

einem Jahr ist bei der Bevölkerung<br />

so gut angekommen,<br />

dass wir danach riesige Mengen<br />

Fahrradspenden erhalten<br />

haben. Die zum Teil gut erhaltenen<br />

Räder konnten dann<br />

von unserer Mannschaft aufgearbeitet<br />

werden. Sie wurden<br />

an bedürftigen Menschen verschenkt“,<br />

berichtet Reifenrath, der 2018<br />

mit dem Preis für Interkulturelles Engagement<br />

in Siegen ausgezeichnet wurde.<br />

Ganz besonders bedankt sich Reifenrat<br />

bei dem Kanzler der Universität<br />

Siegen, Ulf Richter, und bei Frau Thannbichler<br />

von der Campus Unteres Schloss<br />

Verwaltungs-GmbH, die die Räumlichkeiten<br />

unentgeldlich zur Verfügung stellen.<br />

Die Werkstatt teilt sich den neue<br />

Standort mit Architekturstudenten, die<br />

das alte Gebäude mit gebrauchten Baustoffen<br />

aufgewertet haben. Jetzt finden<br />

sich zwei Organisationen die sich für<br />

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung<br />

einsetzen unter einem Dach zusammen.<br />

„Das Projekt Die Uni kommt in die Stadt‘<br />

wird dadurch sichtbarer, meint Klaus Reifenrath.<br />

Weitere Informationen unter:<br />

https://t.me/umzug_Fahrradwerkstatt <strong>db</strong><br />

Foto:Wikipdedia Commons<br />

10 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Kurz berichtet<br />

Spende für Frauenprojekte<br />

von den Lions-Clubs Kreuztal und Siegen-Rubens<br />

Kreuztal/Siegen. Freie Sozial- und<br />

Bildungs-Projekte wären häufig in ihrer<br />

Existenz bedroht, wenn ihre öffentliche<br />

Basisfinanzierung nicht durch<br />

eine Förderung über bürgerschaftliches<br />

Engagement ergänzt würde. Wie die<br />

Lions-Clubs weltweit haben sich diese<br />

Unterstützung auch die Siegerländer<br />

„Löwen“ als zentrales Anliegen auf ihre<br />

Fahnen geschrieben.<br />

Dazu tragen neben Mitgliedsbeiträgen<br />

und großzügigen Spenden einzelner<br />

Lions immer wieder die sogenannten<br />

„Activities“ bei.<br />

Bei der letztjährigen Adventskalender-Aktion<br />

der Lions-Clubs Kreuztal<br />

und Siegen-Rubens ist wieder ein stattlicher<br />

Betrag zusammengekommen.<br />

Das ermöglicht dem Lions-Hilfswerk in<br />

diesem Jahr, dem regional aktiven Verein<br />

„Frauen helfen Frauen“ eine Spendensumme<br />

in Höhe von 15.000 Euro<br />

für seine wichtige Arbeit zur Verfügung<br />

zu stellen. Der Verein betreibt das Siegener<br />

Frauenhaus und unterhält die<br />

Regionale Frauenberatungsstelle.<br />

Aktuelles Projekt ist in Kooperation<br />

mit dem WDR sowie einer Reihe von<br />

örtlichen Gastronomiebetrieben die Aktion<br />

„Luisa ist hier“. Mit dieser unverfänglichen<br />

Frage am Tresen können Frauen<br />

und Mädchen sich in den beteiligten Bars,<br />

Gaststätten und Schwimmbädern an das<br />

Personal wenden, wenn sie sich bedroht,<br />

belästigt oder unwohl fühlen. Sie erhalten<br />

dann schnell und unauffällig Hilfe.<br />

Susanne Stötzel und Ingrid Kurzeja<br />

nahmen die Spende entgegen. <strong>db</strong><br />

Schmankerl für Philatelisten<br />

Briefmarkenfreunde verkaufen Sondermarken<br />

Siegen. Das<br />

Jubiläum „800<br />

Jahre Stadt<br />

Siegen“ wird<br />

vom 30. August<br />

bis zum<br />

1. September<br />

<strong>2024</strong> auch im<br />

Rahmen eines<br />

Stadtfests gefeiert,<br />

zu dem<br />

die Stadt Siegen<br />

als Veranstalter<br />

mit über<br />

200.000 Besuchern<br />

rechnet.<br />

Aus diesem<br />

Anlass wird am<br />

31. August und<br />

am 1. September<br />

auch ein<br />

Event-Team<br />

der Deutschen Post Philatelie jeweils<br />

von 11 bis 18 Uhr anwesend sein und<br />

einen Sonderstempel<br />

mitbringen, der hervorragend<br />

zu dem ebenfalls<br />

erhältlichen Sonderpostwertzeichen<br />

„800 Jahre<br />

Stadt Siegen“ passt.<br />

Das Event-Team wird<br />

in dem Zelt zu finden sein,<br />

in dem sich<br />

auch die Stadt<br />

Siegen den<br />

Festbesuchern<br />

präsentiert.<br />

Standort ist der<br />

neue Stadtpark<br />

„Herrengarten“,<br />

der am 30. August<br />

<strong>2024</strong> eingeweiht<br />

und der<br />

Bürgerschaft<br />

übergeben wird.<br />

Hier werden<br />

auch die Briefmarkenfreunde<br />

Netphen mehrere<br />

Schmuckumschläge,<br />

zwei Plusbriefe<br />

Individuell und<br />

einen Bogen<br />

mit 20 verschiedenen Briefmarken Individuell<br />

mit Motiven aus der Stadt Siegen<br />

zum Kauf anbieten, die ihr<br />

Ehrenvorsitzender Wilfried<br />

Lerchstein entworfen<br />

hat. An ihn sind auch die<br />

Bestellungen der Philatelisten<br />

zu richten, die nicht<br />

selbst das Siegener Stadtfest<br />

besuchen können. ler<br />

Unter https//suedwestfalenboerse.de/belegeprogramm/ ist seit Mitte August<br />

auch das vollständige Belegprogramm einsehbar.<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 11


Kurz berichtet<br />

Tatort Haus<br />

Geben Sie Einbrechern keine Chance<br />

Siegen. Ein Einbruch bedeutet<br />

nicht nur finanziellen Verlust, sondern<br />

auch einen tiefen Eingriff<br />

in die Privatsphäre. Die meisten<br />

Einbrecher sind Gelegenheitstäter<br />

und steigen zu jeder Tageszeit ein.<br />

Sie suchen immer den schnellsten<br />

und einfachsten Zugang. Sie<br />

hebeln Fenster und Türen auf,<br />

durchbrechen Glasscheiben und<br />

manipulieren Türschlösser.<br />

Hier sind einige einfache Maßnahmen,<br />

um sich effektiv zu<br />

schützen:<br />

1. Schließen Sie Ihre Haus- und<br />

Wohnungstüren immer ab, auch<br />

wenn Sie nur kurz weg sind. Nur<br />

zuziehen reicht nicht. Denken Sie<br />

auch daran, Balkon- und Terrassentüren,<br />

Nebeneingänge und<br />

Fenster, auch in oberen Stockwerken,<br />

zu schließen. Verwenden<br />

Sie stabile Schlösser, Aufbruchsperren<br />

für Fenster und Fenstertüren,<br />

sowie Zusatzsicherungen<br />

wie Querriegelschlösser. Sichern<br />

Sie Kellerfenster und Lichtschächte<br />

mit massiven Gittern. Rollläden<br />

sollten gegen Hochschieben gesichert<br />

sein. Die Polizei empfiehlt<br />

den Einbau von DIN geprüften<br />

Nachrüstsystemen. Eingebaute<br />

Sicherungen können nur bei fachgerechter<br />

Montage den entsprechenden<br />

Einbruchschutz bieten.<br />

2. Achten Sie auf Leitern, Gartenmöbel,<br />

Kisten, Mülltonnen usw., die Einbrechern<br />

als Kletterhilfe dienen können.<br />

3. Verstecken Sie keine Ersatzschlüssel<br />

im Außenbereich.<br />

4. Elektronische Sicherungen wie Alarmanlagen<br />

schrecken Einbrecher ab. Überwachungskameras<br />

und Bewegungsmelder<br />

können verdächtige Aktivitäten registrieren.<br />

5. Ein guter Einbruchsschutz sind<br />

aufmerksame Nachbarn und natürlich<br />

ein Hund.<br />

6. Wenn Sie im Urlaub sind, bitten<br />

Sie einen Nachbarn, den Briefkasten<br />

zu leeren und ein Auge auf Haus,<br />

bzw. Wohnung zu haben. Täuschen<br />

Sie Anwesenheit vor durch Timer<br />

von Licht und elektronischen Geräten.<br />

Rollläden sollten immer hoch<br />

und runter gelassen werden. Kündigen<br />

Sie Ihren Urlaub nicht öffentlich<br />

an oder posten Urlaubsfotos auf<br />

Social Media. Vermeiden Sie alle<br />

Hinweise auf Ihre Abwesenheit.<br />

7. Bewahren Sie wertvolle Gegenstände<br />

wie Schmuck und Bargeld<br />

zu Hause in einem Safe auf. In Ihrer<br />

Abwesenheit nutzen Sie dafür<br />

besser ein Bankschließfach. Durch<br />

die Umsetzung dieser Tipps können<br />

Sie das Risiko eines Einbruchs<br />

erheblich verringern. Rufen Sie<br />

im Verdachtsfall sofort die Polizei<br />

über 110 an!<br />

Wichtige Hinweise zum Einbruchsschutz<br />

und zur Sicherheit<br />

von Wohnung und Haus gibt Kriminalhauptkommisar<br />

Stefan Dax.<br />

Wenn Sie eine kostenlose technische<br />

Beratung haben möchten,<br />

vereinbaren Sie telefonisch einen<br />

Termin: 0271 7099- 4813 ssb<br />

DRK Mitgliederversammlung<br />

Landrat Andreas Müller würdigte Engagement<br />

Vizepräsident des Landesverbands NRW<br />

Heinz Werner Uphoff bei der Auszeichnung<br />

von Klaus Bahrendt für langjähriges,<br />

herausragendes Engagement. v.lks.<br />

Siegen. „Wenn es das Rote Kreuz nicht<br />

gäbe, würde ein großer Teil unseres gesellschaftlichen<br />

Zusammenlebens nicht<br />

mehr funktionieren“, beschrieb Landrat<br />

Andreas Müller, Präsident des DRK-Siegen-Wittgenstein,<br />

die Bedeutung des<br />

Wohlfahrtsverbandes bei der diesjährigen<br />

Kreisversammlung. In der Mitgliederversammlung<br />

wurde der unermütlichen<br />

Einsätze von mehr als 13.000<br />

Ehrenamtlichen gewürdigt und auf den<br />

hauptamtliche Regelbetrieb verwiesen<br />

in dem mehr als 850 Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter tätig sind.<br />

Im Rahmen der Unterstützung für<br />

geflüchtete Menschen sind zahlreiche<br />

soziale Projekte entstanden, die größtenteils<br />

ehrenamtlich getragen werden.<br />

Eins davon sind die Mal-Workshops unter<br />

der Federführung der ukrainischen<br />

Künstlerin Elena Ukraintseva. Sie bietet<br />

in Siegen Malworkshops für Kinder ab<br />

zehn Jahren und Erwachsene an. Durch<br />

diese kreativen Aktivitäten fördert sie<br />

nicht nur die künstlerischen Fähigkeiten<br />

der Teilnehmenden, sondern schafft<br />

auch eine Plattform für interkulturellen<br />

Austausch und Gemeinschaft. <strong>db</strong><br />

12 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Kurz berichtet<br />

Zahlreiche Geburtstagsgäste<br />

15 Jahre Hand in Hand Neunkirchen e.V.<br />

Neunkirchen. Wer für die schönen<br />

Momente des Lebens offen ist, hat die<br />

Gabe sich an Kleinigkeiten zu erfreuen.<br />

Und wer sich eine positive Sicht auf die<br />

Dinge bis ins hohe Alter bewahrt, der<br />

bleibt dankbar und zufrieden.<br />

Um Dankbarkeit und Zufriedenheit<br />

drehte sich der auch der 15. Geburtstag<br />

des Vereins „Hand in Hand“, zu<br />

dem die Kundinnen und Kunden jetzt<br />

ins Otto-Reiffenrath-Haus eingeladen<br />

worden waren.<br />

Das niedrigschwellige Angebot von<br />

Hand in Hand e.V. unterstützt ältere<br />

Menschen bei der Bewältigung ihres<br />

Alltags. Es reicht vom Fensterputzen<br />

bis zum Erledigen der Einkäufe, vom<br />

Kochen der Mahlzeiten bis zum Staubwischen<br />

und Bügeln. Viele Helferinnen<br />

und Helfer betreuen aktuell 272 Kundinnen<br />

und Kunden. Rund 80 von ihnen<br />

konnten die Gelegenheit wahrnehmen,<br />

am Geburtstagfest des Vereins teilzunehmen.<br />

Marlies Schindler, die Vorstandsvorsitzende<br />

des Vereins, begrüßte die<br />

Anwesenden und dankte allen Aktiven<br />

für ihre geleistete Arbeit. „Mit eurem<br />

Engagement habt ihr den Verein Hand<br />

in Hand nach vorn gebracht“, lobte sie<br />

die große Einsatzbereitschaft. Anschließend<br />

stellte sich Susanne Melis den<br />

Geburtstagsgästen vor. Viele von ihnen<br />

kannten die „Hand in Hand“-Einsatzleiterin<br />

bis dato nur vom Telefon und<br />

erhielten nun das passende Gesicht zur<br />

Stimme. Dann trug Geschäftsführerin<br />

des Vereins Bettina Großhaus-Lutz<br />

noch eine Geschichte vor. „Jeder Tag<br />

hat etwas zu bieten für das man dankbar<br />

sein kann“, so der Tenor der Zeilen.<br />

Als Überraschungsgäste tauchten<br />

schließlich die Sänger vom Chor „Die<br />

Nachtschwärmer“ im Otto-Reiffenrath-<br />

Haus auf und gaben beliebte Stücke<br />

wie „Bajazoo“ und „Nessaja“ zum Besten.<br />

Am Ende der gelungenen Geburtstagsparty<br />

stimmten alle in „Kein schöner<br />

Land“ mit ein.<br />

<strong>db</strong><br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 13


Aus dem Seniorenbeirat<br />

Alt werden in Siegen<br />

Zweiter Talk unterm Krönchen<br />

Armin Maxeiner, Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Siegen (li)<br />

und Pfarrer Stefan König von der Ev. Lukas-Kirchengemeinde Siegen.<br />

Siegen. Im Rahmen der 800jahr-Feier<br />

der Stadt Siegen begrüßte Pfarrer Stefan<br />

König in der Siegener Nikolaikirche<br />

Armin Maxeiner, den Vorsitzenden des<br />

Seniorenbeirates der Stadt Siegen zu einer<br />

weiteren Talkrunde. Armin Maxeiner<br />

berichtete zur Situation der Menschen<br />

in Siegen, die auf Pflege und Betreuung<br />

angewiesen seien. Sowohl im Langzeitpflegebereich<br />

und vor allem auch in der<br />

Kurzzeitpflege gäbe es regional zu wenig<br />

Plätze, sodass Betroffene auf Plätze in<br />

anderen Kommunen angewiesen wären.<br />

Es gäbe jedoch auch die vielen alten<br />

Menschen, die fit seien und sich einbringen<br />

wollten, dazu seien Angebote<br />

geschaffen worden. Allerdings sind die<br />

zu Wenigen bekannt.<br />

Im öffentlichen Personennahverkehr<br />

sieht der Vorsitzende des Seniorenbeirates<br />

Entwicklungspotenzial. So sei<br />

eine Seniorenanlage Am Witschert in<br />

Achenbach mit dem Bus nicht direkt<br />

erreichbar.<br />

Die fortschreitende Digitalisierung<br />

hält Armin Maxeiner für Segen und Fluch<br />

zugleich. Einerseits sei dadurch Teilhabe<br />

möglich, andererseits würden Hürden<br />

aufgebaut, weil Kenntnisse oder technische<br />

Voraussetzungen fehlen. Der Seniorenbeauftragte<br />

forderte, dass viel mehr<br />

Erledigungen auch offline möglich sein<br />

müssen, das richtet sich auch an die<br />

Stadt Siegen.<br />

Weiter wurde in einer offenen Austauschrunde<br />

angesprochen, dass in<br />

Siegen die Seniorenwohnungen vorwiegend<br />

auf den Hügeln erbaut sind.<br />

Die Nähe zu Ärzten oder Einkaufsmöglichkeiten<br />

und funktionierende<br />

Teilhabe sei so sehr erschwert. Ein<br />

Vorschlag war, Sozialraumanalysen<br />

zu erstellen, um die Bedarfe der Menschen<br />

dort zu erkennen und mittelfristig<br />

zu befriedigen. <br />

<strong>db</strong><br />

Deutsches Bestattungswesen<br />

Veranstaltung des Seniorenbeirats und der DGHS<br />

Jung hilft Alt<br />

Senioren gehen ans Netz<br />

Siegen. In einem Vortrag gab Dr. Bernd<br />

Knapp vom Seniorenbeirat der Stadt<br />

Siegen zunächst eine kurze Zusammenfassung<br />

zur geschichtlichen Entwicklung<br />

des Bestattungswesens über die römische<br />

Antike bis in die Neuzeit.<br />

Mit, aber nicht wegen, der Christianisierung<br />

nahmen ab dem 4. Jahrhundert<br />

die Feuerbestattungen ab – wahrscheinlich<br />

wegen des zunehmenden Holzman-<br />

gels. Erst von Karl d. Großen wurde die<br />

Feuerbestattung bei Todesstrafe verboten<br />

und die Er<strong>db</strong>estattung bei den Kirchen<br />

zwingend vorgeschrieben. Somit<br />

ging die Totenfürsorge von der Familie<br />

in die kirchliche Verantwortung über.<br />

In den letzten 30 Jahren ist eine ausgesprochene<br />

Individualisierung im Bestattungswesen<br />

zu beobachten. Aus ökonomischen<br />

Gründen, aber auch wegen<br />

der zunehmenden regionalen Aufsplitterung<br />

der Familien hat die Nachfrage nach<br />

einfachen, pflegeleichten Gräbern stark<br />

zugenommen.<br />

Der Siegener Bestatter Tobias Bell<br />

führte aus, dass die Kosten für eine<br />

Bestattung im hiesigen Raum, je nach<br />

individuellen Wünschen, leicht 5.000 –<br />

10.000 Euro betragen können. Wenn<br />

die Bestattung von den Angehörigen<br />

bzw. den Erben nicht bezahlt werden<br />

kann, übernimmt das Sozialamt die<br />

Kosten. Es erfolgt dann eine sogenannte<br />

Sozialbestattung.<br />

<strong>db</strong><br />

Siegen. Der Seniorenbeirat der Universitätsstadt<br />

Siegen bietet nach langjährigem<br />

bewährten Muster wieder<br />

einen Computerkurs für Anfänger und<br />

zur Auffrischung an.<br />

Der Kurs findet nach den Sommerferien<br />

einmal wöchtentlich am Fürst-<br />

Johann-Moritz-Gymnasium statt. Erwird<br />

durch die Gymnasiasten geleitet,<br />

und die Teilnahme ist kostenfrei.<br />

Informationen für Interessenten unter<br />

0271/404-2434 oder 0271/404-2202<br />

seniorenbeirat-siegen@web.de <strong>db</strong><br />

14 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Aus dem Seniorenbeirat<br />

Berufsende in Sicht?<br />

Tipps zur Annäherung an eine neue Lebensphase<br />

Siegen/Bonn. Der Eintritt in den sogenannten<br />

Ruhestand markiert den<br />

Beginn eines neuen Lebensabschnitts.<br />

Dieser umfasst heute eine wesentlich<br />

längere Lebensspanne als früher. Im<br />

besten Fall liegen viele Jahre und sogar<br />

Jahrzehnte in guter Gesundheit vor<br />

einem. Das Rentenalter markiert einen<br />

Übergang, der häufig mit vielen unterschiedlichen<br />

Erwartungen einhergeht.<br />

Die Seniorenbeiräte empfehlen den<br />

Ratgeber der Anregungen und Impulse<br />

gibt, wie die nachberufliche Phase<br />

26. April 1937 – 24. Mai <strong>2024</strong><br />

bewusst gestaltet werden kann. Er ermutigt,<br />

sich schon frühzeitig mit den<br />

eigenen Erwartungen und Unsicherheiten<br />

zu beschäftigen und dann „in<br />

Ruhe aktiv“ zu werden.<br />

Die Broschüre richtet sich an alle,<br />

die sich auf den Renteneintritt vorbereiten<br />

oder bereits in der nachberuflichen<br />

Lebensphase angekommen sind.<br />

Er beleuchtet unter anderem Veränderungen<br />

des Alltags und der sozialen<br />

Kontakte, die mit dem Übergang in<br />

die Rente verbunden sind. Zahlreiche<br />

Anregungen, Denkimpulse und Arbeitsblätter<br />

sollen dazu beitragen, den<br />

neuen Lebensabschnitt aktiv nach den<br />

eigenen Wünschen sinnvoll, befriedigend<br />

und zugleich möglichst gesund<br />

zu gestalten.<br />

Die Broschüre gibt zudem Einblicke<br />

in Erkenntnisse der Alternsforschung,<br />

denn eine Auseinandersetzung mit<br />

dem Ruhestand ist zugleich immer<br />

auch eine Beschäftigung mit dem eigenen<br />

Älterwerden.<br />

Der Ratgeber ist auch als barrierefreies<br />

Hörbuch im DAISY-Format<br />

erhältlich, und kann kostenfrei bei<br />

der BAGSO bestellt werden unter:<br />

www.bagso.de/berufsende und telefonisch<br />

unter 02 21 - 24 999 311. <strong>db</strong><br />

Mit großer Trauer haben wir vom Tod<br />

unseres ehemaligen Kollegen<br />

Jürgen Ritter erfahren.<br />

Jürgen war von 2003 bis 2012 Mitglied<br />

des Seniorenbeirats. In dieser Zeit hat<br />

er zahlreiche Projekte begleitet und war<br />

fünf Jahre lang unser Pressesprecher.<br />

Jürgen zeichnete sich durch seine<br />

Durchsetzungsstärke aus und besaß<br />

zugleich die wunderbare Gabe, Kritik<br />

zu ertragen und auf entwaffnende Weise<br />

eigene Fehler zuzugeben. Auch diese<br />

Eigenschaft verschaffte ihm viele Freunde.<br />

Als Pressesprecher hat er die Arbeit des<br />

Seniorenbeirats nach außen getragen<br />

und unser Wirken in den hiesigen<br />

Medien sichtbar gemacht.<br />

Wir trauern um einen guten Freund und<br />

werden Jürgen nicht vergessen.<br />

Armin Maxeiner für den<br />

Seniorenbeirat der Stadt Siegen<br />

Anzeige<br />

Vortragsveranstaltungen<br />

des Seniorenbeirates der<br />

Stadt Siegen und der<br />

Senioren-Service-Stelle<br />

Haus Herbstzeitlos,<br />

Marienborner Str. 151<br />

Siegen-Hain<br />

12. Sept. 14.30 Uhr<br />

Ambulante ökumenische<br />

Hospizhilfe<br />

Referentin:<br />

Maria Ermers Soleymani<br />

Caritasverband SI-WI<br />

29. Oktober <strong>2024</strong><br />

Das Erbrecht, als Rechtsgebiet<br />

zur Regelung der<br />

Vermögensfolge durch<br />

Bestimmung<br />

Referentin: Tanja Hilpert -<br />

Rechtsanwältin<br />

07. November <strong>2024</strong><br />

Muslimische Bestattungen<br />

- Tradition trifft Moderne<br />

Referenten: Birgit Cakir<br />

21. November <strong>2024</strong><br />

Wie sichere ich mein Haus<br />

effizient gegen Einbruch?<br />

Referent: Stefan Dax<br />

Kriminalpolizei Siegen<br />

Öffentl. Sitzungstermine<br />

des Seniorenbeirats der<br />

Universitätsstadt Siegen<br />

Sitzungsort:<br />

Rathaus Geisweid,<br />

Großer Ratssaal, 1. Etage<br />

26. August, / 23. Sept., /<br />

18. Nov., / 16. Dezember<br />

jeweils montags 15.00 Uhr<br />

Senioren-Café - Treffs:<br />

„Gemeinsam nicht einsam“<br />

Haus Herbstzeitlos<br />

am 1. Sonntag im Monat<br />

ab 15.00 Uhr<br />

Café Zeitlos<br />

Schweriner Straße 23<br />

am 2. und 4. Mittwoch i.M.<br />

ab 14.30 Uhr<br />

Goldener Oktober<br />

Bismarckhalle Si.-Weidenau<br />

Mittwoch 9. Oktober <strong>2024</strong><br />

ab 14.30 Uhr<br />

Kartenvorverkauf ab 2.9.24<br />

in den Bürgerbüros und dem<br />

Familienbüro der Stadt Siegen<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 15


16 durchblick 3/<strong>2024</strong>


3/<strong>2024</strong> durchblick 17


Verliehen<br />

Der Rubenspreis<br />

In der Tradition des berüh<br />

Peter Paul Rubens, aus seiner Werkstatt, um 1620.<br />

National Gallery of Art, Washington.<br />

Siegen, die Rubensstadt<br />

Nach ihrem berühmtesten Sohn, dem hier am 28.<br />

oder 29. Juni 1577 geborenen flämischen Barockmaler<br />

und Diplomaten Peter Paul Rubens, bezeichnet<br />

sich die Universitätsstadt Siegen auch gerne als<br />

Rubensstadt. Allerdings ist Rubens schon 1578 mit seinen<br />

Eltern wieder nach Köln umgezogen. Dort und später in<br />

Antwerpen ist er aufgewachsen. Im Rubenssaal des 1905<br />

in Siegen im Oberen Schloss eröffneten Siegerlandmuseums<br />

sind mehrere Originalgemälde von ihm zu sehen.<br />

Der Rubenspreis der Stadt Siegen<br />

Die Stadt Siegen veranstaltete am 12. und 13. Juli 1941<br />

eine Rubens-Gedenkfeier, die allerdings entsprechend dem<br />

Kunstverständnis der Nationalsozialisten politisch gefärbt<br />

war. Es fand eine Ausstellung mit Werken von Rubens<br />

und anderen zeitgenössischen Künstlern im Siegerlandmuseum<br />

statt. Des Weiteren wurde vor dem Hintergrund des<br />

Rubens-Gedenkens eine mit 2.000 Reichsmark dotierte Rubens-Stiftung<br />

ins Leben gerufen, die auch als Rubenspreis<br />

bezeichnet wurde. 1941 wurde hiermit als erster Künstler<br />

der Siegener Maler und Bildhauer Hermann Kuhmichel bedacht.<br />

Als nach einem vorausgegangenen langen Historikerstreit<br />

feststand, dass Peter Paul Rubens weder in Antwerpen,<br />

noch in Köln, sondern in Siegen das Licht der Welt erblickt<br />

hatte, hatte Hermann Kuhmichel in den 1930er Jahren den<br />

Bild: Wikimedia Commonss<br />

Rubensbrunnen im Park des Oberen Schlosses in Siegen<br />

entworfen. Während des Krieges wurde von weiteren Verleihungen<br />

des Rubenspreises abgesehen.<br />

Am 26. Juni 1955 beschloss der Rat der Stadt Siegen,<br />

zum Gedenken an Peter Paul Rubens alle fünf Jahre den<br />

„Rubenspreis der Stadt Siegen“ zu vergeben. Rubens hat<br />

als Hauptmeister der europäischen Barockmalerei jene<br />

künstlerischen Maßstäbe gesetzt, denen die Preis-Verleihung<br />

seit 1957 verpflichtet ist. Die noch lebenden Maler<br />

oder Grafiker, die sich im europäischen Kunstschaffen<br />

durch ihr wegweisendes künstlerisches Lebenswerk mit<br />

den Schwerpunkten Malerei und Grafik ausgezeichnet<br />

haben und der Kunst der Gegenwart in lebendiger Weise<br />

verbunden sind, werden jeweils von einer unabhängigen<br />

Jury ausgewählt.<br />

Der Rubenspreis gehört inzwischen zu den renommiertesten<br />

internationalen Kunstpreisen. Verbunden mit einem<br />

Preisgeld von 25.000 Euro (seit 2022, zuvor 5.200 Euro,<br />

ursprünglich 10.000 DM), erhält die Preisträgerin bzw. der<br />

Preisträger eine Urkunde und eine Bronzeplakette. Von<br />

dem Bildhauer und<br />

Grafiker Gerhard<br />

Marcks nach einem<br />

Rubensgemälde<br />

entworfen, zeigt<br />

diese auf der Vorderseite<br />

das Stadtwappen<br />

und auf der<br />

Rückseite „Die drei<br />

Grazien“.<br />

Mit der Preisverleihung<br />

ist eine Ausstellung<br />

in dem am<br />

6. Mai 2001 eröffneten<br />

Museum für<br />

Gegenwartskunst<br />

Siegen (MGKSiegen)<br />

verbunden, zu<br />

der ein Katalog erscheint.<br />

Das Museum<br />

kuratiert den Rubenspreis<br />

der Stadt<br />

Siegen und besitzt<br />

dank der Mäzenin<br />

und Ehrenbürgerin<br />

der Stadt Siegen,<br />

Barbara Lambrecht-<br />

Schadeberg, mit der<br />

seit 1992 aufgebauten<br />

„Sammlung Lam-<br />

Eingang zum Museum für<br />

18 durchblick 3/<strong>2024</strong>


seit 1957<br />

der Stadt Siegen<br />

mtesten Sohnes der Stadt<br />

brecht-Schadeberg“ wichtige und umfangreiche Werkgruppen<br />

aller 14 bisherigen Rubens-preisträger und -trägerinnen.<br />

Mit über 300 Arbeiten gibt sie einen guten Überblick über<br />

das Schaffen der Ausgezeichneten und wird auch in Zukunft<br />

entsprechend erweitert. Das MGKSiegen wurde 2011 von<br />

der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes<br />

als Museum des Jahres ausgezeichnet. Der Altbau<br />

des Museums war am 20. Juni 1894 als neues Post- und Telegrafenamt<br />

eröffnet worden.<br />

Die bisherigen der Rubenspreisträger<br />

Bisher erhielten Hans Hartung (1957/58), Giorgio Morandi<br />

(1962), Francis Bacon (1967), Antoni Tápies (1972), Fritz<br />

Winter (1977), Emil Schumacher (1982), Cy Twombly<br />

(1987), Rupprecht Geiger (1992), Lucian Freud (1997),<br />

Maria Lassnig (2002), Sigmar Polke (2007), Bridget Riley<br />

(2012), Niele Toroni (2017) und Miriam Cahn (2022) den<br />

Rubenspreis der Stadt Siegen.<br />

Hans Hartung (* 21. September 1904 in Leipzig; † 8.<br />

Dezember 1989 in Antibes, Frankreich) war ein deutschfranzösischer<br />

Maler<br />

und Grafiker.<br />

Schon in einem seiner<br />

Schulhefte fing<br />

er die zuckenden<br />

Gewitterblitze im<br />

Fluge ein. Noch vor<br />

dem Donnerschlag<br />

mussten ihre Zickzacklinien<br />

auf dem<br />

Blatt sein. Die stets<br />

aus dem Moment<br />

heraus entstehenden<br />

abstrakten Formen<br />

seiner Malerei bezeichnete<br />

er später<br />

einmal als die Liebe<br />

zu seinen „Flecken“.<br />

Er zählt zu<br />

Gegenwartskunst in Siegen.<br />

Foto: Wilfried Lerchstein<br />

den Wegbereitern<br />

und bedeutendsten<br />

Vertretern der unter<br />

dem Begriff „Informel“<br />

zusammengefassten<br />

gegenstandslosen<br />

Malerei.<br />

Der italienische<br />

Maler und Grafiker<br />

Giorgio Morandi<br />

(* 20. Juli 1890 in<br />

Foto: MGKS<br />

Barbara Lambrecht-Schadeberg, Mäzenin der Rubenspreisträger<br />

(lks.), mit der Künstlerin Bridget Riley.<br />

Bologna; † 18. Juni 1964 ebenda) gelangte vor allem für<br />

seine Stillleben aus Zusammenstellungen von Gefäßen zu<br />

weltweiter Anerkennung. Die Konzentration auf dieses<br />

Thema brachte ihm den Spitznamen „Flaschenmaler“ ein.<br />

Francis Bacon (* 28. Oktober 1909 in Dublin; † 28. April<br />

1992 in Madrid) war ein in Irland geborener britischer<br />

Maler. Er gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen<br />

Malern des 20. Jahrhunderts. In seinen Werken im neoexpressionistischen<br />

Stil setzte er sich vornehmlich mit<br />

der Darstellung des deformierten menschlichen Körpers<br />

in eng konstruierten Räumen auseinander. Viele seiner<br />

Arbeiten beschäftigen sich mit menschlicher Isolation,<br />

Zerrissenheit, Gewalt und Schmerz. Besonders bekannt<br />

ist Bacon für seine Papstbilder und Porträts seiner engsten<br />

Freunde. Seine Arbeiten hat er häufig in Form eines<br />

dreiteiliges Bildwerks (Triptychons) ausgeführt. Am 12.<br />

November 2013 wechselte in New York bei einer Auktion<br />

sein Triptychon „Three Studies Of Lucian Freud“<br />

für 142,4 Millionen US-Dollar den Besitzer. Beide Rubenspreisträger<br />

waren miteinander befreundet.<br />

Der Katalane Antoni Tàpies (* 13. Dezember 1923 in<br />

Barcelona; † 6. Februar 2012 ebenda) war ein spanischer<br />

Maler, Grafiker und Bildhauer. Er gilt als der bedeutendste<br />

Künstler des Informel seines Landes. Erde, Leim und<br />

Marmorstaub bilden die Grundlage vieler seiner reliefartigen<br />

und oftmals düsteren Material- und Mauerbilder.<br />

Er bezeichnete sich als „einfachen Amateur“, der <br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 19


Kultur<br />

Miriam Cahn, Gefühl beim Schlafen.<br />

4 Fotos: MGKS<br />

„immer noch auf der Suche<br />

nach dem perfekten Bild“ war.<br />

Zu den bevorzugten Stilmitteln<br />

des Autodidakten zählten geometrische<br />

und mathematische<br />

Zeichen und vor allem Kreuze<br />

und Buchstaben. Ein weiteres<br />

Element in seinem Werk ist die<br />

fernöstliche Mystik.<br />

Auch der Maler Fritz Winter<br />

(* 22. September 1905 in<br />

Bridget Riley<br />

Altenbögge/Westf.; † 1. Oktober<br />

1976 in Herrsching am<br />

Ammersee) zählt zu den wichtigsten<br />

abstrakten Künstlern<br />

der Nachkriegszeit. Er war<br />

Gründungsmitglied der Künstlergruppe<br />

ZEN 49, die sich in<br />

der Tradition des Blauen Reiters<br />

verstand und sich in einer<br />

bildlichen Wiedergabe eines<br />

auf das Geistige abhebenden<br />

Niele Toroni<br />

Weltbildes manifestierte.<br />

Emil Schumacher (* 29. August<br />

1912 in Hagen, Westfalen;<br />

† 4. Oktober 1999 in San José,<br />

Ibiza) war ein deutscher Maler<br />

und Vertreter des Informel. In<br />

seinen Werken ergänzen sich<br />

Abstraktion und Naturempfindung<br />

in ungewöhnlicher Weise<br />

zu einem gemeinsamen Ganzen.<br />

2009 eröffnete in seiner<br />

Geburtsstadt Hagen das Emil-<br />

Schumacher-Museum.<br />

Miriam Cahn<br />

Der US-amerikanischer<br />

Maler Cy Twombly (* 25. April 1928 in Lexington, Virginia;<br />

† 5. Juli 2011 in Rom, Italien) war auch als Fotograf<br />

und Objektkünstler tätig. Er zählt zu den wichtigsten<br />

Vertretern des abstrakten Expressionismus. Immer wieder<br />

taucht das Motiv des Fensters in seinen Werken auf.<br />

Schriftzugartige Zeichnungen und kryptische Wortfragmente<br />

und Chiffren, welche er mehrmals übermalte, finden<br />

sich auf vielen seiner Bilder.<br />

Der Architekt, Maler und Bildhauer Rupprecht Geiger<br />

(* 26. Januar 1908 in München; † 6. Dezember 2009 ebenda)<br />

war Mitglied im Deutschen Künstlerbund und 1949 Mitbegründer<br />

der Künstlergruppe ZEN 49 in München. Geiger<br />

ist ein herausragender Vertreter der gegenstandslosen Farbfeldmalerei<br />

Deutschlands. Er schuf sein Lebenswerk um das<br />

Thema „Farbe“, in dem es konsequent um Reduktion und<br />

Klarheit ging. In den 1950er Jahren wurde Geiger bekannt<br />

durch seine Beschäftigung mit der Farbe Rot. Charakteristisch<br />

für seine Ölbilder, Siebdrucke und Aquarelle waren<br />

einfache geometrische Formen, (Rechteck, Quadrat, Kreis<br />

und Oval), leuchtende Farben und intensive Kontraste.<br />

Lucian Freud (* 8. Dezember 1922 in Berlin; † 20. Juli<br />

2011 in London) war einer der bedeutendsten Porträtmaler<br />

des 20. Jahrhunderts. Zu seinem Werk zählen auch viele<br />

weibliche Aktgemälde. Sein Porträt „Benefits Supervisor<br />

Sleeping“ der nackt auf einer Couch schlafenden Sue Tilley<br />

erzielte 2008 bei Christie’s in New York einen Auktionserlös<br />

von 33,6 Millionen US-Dollar.<br />

Als erste Frau wurde 2002 die österreichische Malerin,<br />

Grafikerin und Medienkünstlerin Maria Lassnig, geborene<br />

Gregorc (* 8. September 1919 in Kappel am Krappfeld,<br />

Kärnten; † 6. Mai 2014 in Feistritz ob Grades, Kärnten)<br />

mit dem Rubenspreis ausgezeichnet. Sie gilt als Vorreiterin<br />

feministischer Kunst, die stets den Körper und seine<br />

Empfindungen in den von ihr als „Körperbewusstseinsbilder“<br />

bezeichneten Gemälden zum Ausdruck gebracht<br />

hat. Hierzu sagte sie: „Ich male nicht den ‚Gegenstand‘<br />

Körper, sondern ich male Empfindungen vom Körper.“<br />

Das Werk des gelernten Glasmalers Sigmar Polke (* 13.<br />

Februar 1941 in Oels, Niederschlesien; † 10. Juni 2010 in<br />

Köln) umfasst Malerei, Arbeiten auf Papier, Fotografie,<br />

Film, Objekte und Grafik. Seine Arbeitsweise zeichnete<br />

sich durch eine große Vielfalt und einen unkonventionellen<br />

und experimentellen Umgang mit Motiven<br />

und Materialien aus. Eine wichtige Konstante<br />

seines Schaffens war das gerasterte Bild. Als „der<br />

große Alchimist“ und „unersättlicher Experimentator“<br />

ist er in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts<br />

eingegangen und „dabei immer ein 100-prozentiger<br />

Maler geblieben.“<br />

Bridget Riley (* 24. April 1931 in West Norwood,<br />

London) ist eine britische Malerin und eine der führenden<br />

Vertreterinnen der Op[tical]-Art. „Ich male, um<br />

zu sehen“, sagte sie über sich selbst. Und das Sehen-<br />

Lernen wolle sie auch vermitteln. Optische Illusionen<br />

zeigen sich in vielen ihrer großformatigen Werke.<br />

Der Schweizer Konzeptkünstler des Minimalismus<br />

Niele Toroni (* 15. März 1937 in Muralto bei<br />

20 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Kultur<br />

Locarno) steht für eine konzeptuell-konkrete und analytische<br />

Malerei. Schon seit über 50 Jahren experimentiert er<br />

mit seinen als „Bewegungsmuster“ zum Bild gewordenen,<br />

in regelmäßigen Abständen von 30 Zentimetern auf einen<br />

vorhandenen Untergrund aufgetragenen einfarbigen Abdrücken<br />

eines Pinsels Nr. 50.<br />

Miriam Cahn (* 21. Juli 1949 in Basel) ist eine Schweizer<br />

Künstlerin, die die Fachjury für den 14. Rubenspreis<br />

2022 mit einer bewusst feministischen, unabhängigen<br />

und kompromisslosen Haltung in ihrem Werk überzeugt<br />

hat. „Dabei verbinden sich subjektive Wahrnehmungen<br />

und Empfindungen mit gesellschaftlichen und politischen<br />

Fragen. Im Zentrum steht der Körper in seiner Fragilität<br />

und Ausgesetztheit, auch gegenüber äußeren Faktoren,<br />

wie sich insbesondere in den Arbeiten zur Situation von<br />

Geflüchteten zeigt.“<br />

Der Förderpreis zum Rubenspreis<br />

Der Förderpreis zum Rubenspreis wurde von der Stadt Siegen<br />

1980 zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses<br />

mit einem Preisgeld von ursprünglich 5.000 DM (später<br />

2.600 Euro) gestiftet. Er wird alle fünf Jahre zwischen den<br />

Rubenspreisverleihungen an „junge talentierte Künstler<br />

und Künstlerinnen aus dem Gesamtbereich der Bildenden<br />

Kunst“ verliehen, die unter 40 Jahre alt sind und ihren<br />

Wohnsitz bzw. dauernden Aufenthalt in Deutschland haben.<br />

Wie der Rubenspreis der Stadt Siegen wird auch der Förderpreis<br />

zum Rubenspreis der Stadt Siegen mittlerweile vom<br />

MGK Siegen kuratiert.<br />

Die bisherigen acht Förderpreisträger und -trägerinnen<br />

zum Rubenspreis der Stadt Siegen sind Max Neumann<br />

(1984), Julia Lohmann (1989), Karin Sander (1994), Silke<br />

Rehberg (1999), Peter Piller (2004), Dianjo Hernández<br />

(2009), Vajiko Chachkhiani (2014) und Lena Henke (2019).<br />

Am 30. Juni <strong>2024</strong> wurde der 9. Förderpreis zum Rubenspreis<br />

der Stadt Siegen verliehen. Eine unabhängige Fachjury einigte<br />

sich im Juli 2023 auf die 1987 in Hai Duong (Vietnam)<br />

geborene und in Berlin, wo sie noch immer lebt und arbeitet,<br />

aufgewachsene Künstlerin Sung Tieu als neue Preisträgerin.<br />

Zur Begründung ihrer Entscheidung führte<br />

sie aus: „Sung Tieu gehört zu den spannendsten<br />

Stimmen ihrer Generation. In<br />

Vietnam geboren, folgte sie im Alter von<br />

fünf Jahren dem seit den späten 1980er-<br />

Jahren als Vertragsarbeiter in der DDR<br />

tätigen Vater in das vereinte Deutschland<br />

nach. In ihren Werken reflektiert sie die<br />

eigene Migrationserfahrung, die sich<br />

entlang der komplexen Bruchlinien von<br />

ehemaligem Ost- und Westdeutschland<br />

und ihren jeweiligen Alliierten entfaltet.<br />

Doch ihre Arbeiten verbleiben nicht im<br />

Biografischen. Sie widmen sich den ideologischen,<br />

ökonomischen und sozialpolitischen<br />

Strukturen, die unser gesellschaft-<br />

Foto: Wilfried Lerchstein<br />

liches Zusammenleben<br />

bestimmen. Ihr Augenmerk<br />

liegt dabei auf den<br />

kritischen Infrastrukturen,<br />

die darüber entscheiden<br />

wer und was Sichtbarkeit<br />

erlangt.“ Tieu schafft minimalistische<br />

Environments<br />

und arbeitet mit wechselnden<br />

Medien, darunter<br />

Installation, Skulptur, Fotografie,<br />

Zeichnung, Text<br />

und Sound, Fund- und<br />

Erinnerungsstücke. Ihre<br />

Arbeiten basieren auf ausgedehnten<br />

Recherchen, entstehen<br />

häufig in Bezug auf das<br />

direkte Umfeld des Ausstellungsortes<br />

und in Zusammenarbeit<br />

mit ihren Kollaborateuren.<br />

Sie befassen<br />

sich mit Fragen von gesellschaftlicher<br />

Verantwortung<br />

und bürokratischen Machtstrukturen<br />

im Hinblick auf<br />

das soziale Miteinander.<br />

Mit der Auszeichnung sind<br />

ein Preisgeld von inzwischen<br />

5.000 Euro, eine Publikation<br />

und die seit dem<br />

30. Juni bis zum 10. November<br />

<strong>2024</strong> laufende<br />

Ausstellung „Ohne Offenlegung<br />

/ Without Full Disclosure“<br />

im MGK verbunden.<br />

Wilfried Lerchstein<br />

Informationen auch unter:<br />

www.mgksiegen.de/de/<br />

sammlung/<br />

Foto: MGKS<br />

Lena Henke<br />

8. Rubensförderpreisträgerin<br />

Foto: Wilfried Lerchstein<br />

Sung Tieu<br />

9. Rubensförderpreisträgerin<br />

Sung Tieu: Yeasts and Spirits (2023) und<br />

The Opposite of Good is Good Intentions (Second One) (<strong>2024</strong>).<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 21


Kultur<br />

„Without Full Disclosure“<br />

Sehenswerte Ausstellung von Sung Tieu<br />

Sung Tieu erinnert sich noch genau daran, wie sie davon<br />

erfahren hat, dass sie als Trägerin des 9. Förderpreises<br />

zum Rubenspreis der Stadt Siegen ausgewählt<br />

worden ist: „Das ist tatsächlich eine absolute Überraschung,<br />

weil man gar nicht vorher von dem Prozess erfährt. Es gibt<br />

eine interne Jury, die das auswählt. Und tatsächlich bekommt<br />

man einfach einen Anruf.“ Nach der Preisverleihung<br />

am 30. Juni <strong>2024</strong> im Museum für Gegenwartskunst Siegen<br />

(MGKSiegen) wurde dort Sung Tieus Ausstellung „Without<br />

Full Disclosure“ (Ohne Offenlegung) eröffnet. In elf Räumen<br />

werden über 50 Werke aus den letzten sieben Jahren<br />

gezeigt, die zum Teil erstmals in Deutschland zu sehen sind.<br />

Sung Tieu beeindruckt dabei durch ihre akribische und<br />

umfangreiche Faktenrecherche. „Meine Arbeit versucht<br />

eigentlich nie, konkret zu sagen, was richtig oder falsch<br />

ist. Es geht eher darum, Dinge in den Fokus zu rücken,<br />

beispielsweise die Chemikalien, die im Fracking genutzt<br />

werden, andererseits die Orte, beispielsweise in Niedersachsen<br />

oder Nordrhein-Westfalen, die potentiell sich dafür<br />

eignen würden, […] und diese Dinge natürlich auch zu<br />

hinterfragen.“, so Sung Tieu im Interview für die WDR-<br />

Lokalzeit Südwestfalen vom 28. Juni <strong>2024</strong>.<br />

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Auseinandersetzung<br />

mit den Risiken des Hydraulic Fracturing<br />

(Fracking) in den USA. Zu nennen sind hier u.a. die dreiteilige,<br />

aus sechs Stahlrohren bestehende Soundinstallation<br />

„Reverberations“ (2023) und die aus 1.920 Edelstahlplaketten<br />

bestehende Wandarbeit „Mural for America“<br />

(2023). Sung Tieu hat aber zuletzt auch Potenzialgebiete<br />

für eine Schiefergasförderung im niedersächsischen Landkreis<br />

Diepholz und im Münsterland aufgesucht. Mehr als<br />

600 der dabei entstandenen Fotos wurden im über 1.000<br />

Seiten starken Künstlerinbuch „Without Full Disclosure“<br />

über die abgedruckten Datensätze gelegt, die dennoch nur<br />

2 % der im US-amerikanischen FracFocus-Register enthaltenen<br />

Einträge umfassen. Der Name der Ausstellung ist<br />

auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass 20 % der beim<br />

Fracking verwendeten und als Geschäftsgeheimnis eingestuften<br />

Chemikalien nicht bekannt sind. Die Installation<br />

„Per Square Meter“ (<strong>2024</strong>) zeigt Abgüsse im Quadratmeter-Format<br />

von potentiellen Frackingstellen bei Rehden in<br />

Deutschland, wo Fracking seit 2017 [noch] verboten ist.<br />

Ein auf einem Schaukelstuhl ausliegender Zeitungsartikel<br />

vom 23. Mai <strong>2024</strong> widmet sich dem Protest einer Bürgerinitiative<br />

gegen das LNG-Terminal für die Wiederverdampfung<br />

von Flüssigerdgas in Mukran auf Rügen.<br />

Sung Tieu thematisiert im Zusammenhang mit dem „Havanna-Syndrom“<br />

auch den Einsatz akustischer Waffen in<br />

„Sonic Weapon – or Mass Hysteria?“ (2020) und „Moving<br />

Target Shadow Detection“ (2022). In der Serie „Exposure<br />

To Havana Syndrome, Brain Anatomy, Axial Plane“ (2023)<br />

sind MRT-Scans von Sung Tieus Gehirn ausgestellt, während<br />

sie sich einer Rekonstruktion des Tons ausgesetzt hat,<br />

der für das „Havanna-Syndrom“ verantwortlich gemacht<br />

wird. Außerdem beschäftigt sie sich in ihrer Video-Arbeit<br />

„No Gods, No Masters“ (2017) mit dem im Vietnam-Krieg<br />

im Rahmen der psychologischen Kriegsführung als Soundwaffe<br />

eingesetzten „Ghost Tape No. 10“.<br />

Mit verschiedenen künstlerischen Mitteln untersucht<br />

Sung Tieu ebenfalls den Einfluss der französischen Kolonialisierung<br />

in Vietnam. Hierzu zählen u.a. die Werke<br />

„Anti-Trauma-Walk“ (<strong>2024</strong>), „Yeasts and Spirits“ (2023),<br />

„The Opposite of Good is Good Intentions“ (<strong>2024</strong>), Quốc<br />

Monopolô (<strong>2024</strong>) und The Ruling (<strong>2024</strong>).<br />

Alle Werke erschließen sich bei einem Rundgang anhand<br />

eines Begleithefts mit Werkverzeichnis, den QR-<br />

Codes mit hinterlegtem Audio-Guide, im Internet unter<br />

www.mgksiegen.de/de/ausstellungen/6699/sung-tieu<br />

oder im Rahmen einer Führung. Wilfried Lerchstein<br />

Sung Tieu: Die Installation Quốc Monopolô (<strong>2024</strong>),<br />

die Edelstahlplatten-Wandarbeit 636 (2022)<br />

und der Siebdruck auf Edelstahl The Opposite of Good is<br />

Good Intentions (Second Two) (<strong>2024</strong>).<br />

Foto: MGKS<br />

22 durchblick 3/<strong>2024</strong>


3/<strong>2024</strong> durchblick 23


Geschichte<br />

Wie der rote Adler ins Siegerland kam<br />

Erinnerungen an Gustav Büchsenschütz<br />

Heute möchte ich mich<br />

wieder einmal in einen<br />

Teil unserer Historie<br />

vertiefen. Vor einigen Monaten<br />

räumte ich in meinen alten<br />

Schriftstücken und Akten. Eigentlich<br />

wollte ich einiges davon<br />

vernichten, aber wie so oft<br />

fiel mir dabei ein Brief in die<br />

Hände der mir so erinnerungswürdig<br />

schien, dass ich darüber<br />

berichten möchte.<br />

Zunächst geht es um den<br />

Adler als Wappentier. Wir<br />

halten täglich Münzen in den<br />

Händen, deren Prägung auf der Rückseite den Bundesadler<br />

zeigt. An öffentlichen Plätzen weht er als Flagge. Als Symbol<br />

unseres Landes sehen wir ihn etwas eckig umrahmt<br />

auf einem schwarz rot goldenen Grund. Im Plenarsaal des<br />

Deutschen Bundestages grüßt er, mit stattlichem Ausmaß<br />

von 8,5 Metern in der Höhe und 6,5 Metern in der Breite<br />

auf 55,25 Quadratmeter, Abgeordnete und Besucher.<br />

Unser Nachbarland Österreich hat als Wappentier einen<br />

Seeadler und in den USA wird ein Weißkopfseeadler als<br />

Symbol der staatlichen Insignien verehrt. Keine bestimmte<br />

Adlerart gibt es dagegen in unserer deutschen Geschichte.<br />

Schon die Ursprünge des Symbols, so steht es in einer Herausgabe<br />

des BpB (Bundeszentrale für politische Bildung),<br />

stellten die Anfänge der menschlichen Kultur dar. Er wurde<br />

im Orient wie die Sonne, als Lebenskraft und oberste<br />

Gottheit verehrt, ebenso in der Antike, bei den Griechen<br />

und natürlich bei den Germanen.<br />

Und wer von unseren verehrten Leserinnen und Lesern<br />

ahnt, dass der Adler eines der ältesten Staatssymbole der<br />

Welt, außerdem das älteste heute noch bestehende europäische<br />

Hoheitszeichen ist. Auf<br />

deutschen Boden hat Karl der<br />

Große (747-814) den „König<br />

der Lüfte“ als Zeichen seiner<br />

Herrschaft geführt. Mit den<br />

verschiedenen wechselnden<br />

Herrscherhäusern auf unserem<br />

Gebiet wurde er dann auch<br />

von römischen Kaisern übernommen,<br />

später von den fränkischen<br />

Herrschern, die die<br />

Kaiserwürde innehatten.<br />

Bis 1200 war es ein schwarzer<br />

Adler auf goldenem Grund,<br />

der bis ins 15. Jh als doppelköpfiges<br />

Reichssymbol dargestellt wurde. Ab 1848 galt dann der<br />

schwarze Doppeladler des Deutschen Bundes. Aber es gibt<br />

eine Ausnahme, denn der Brandenburgische Adler ist in roter<br />

Farbe. Nicht aus politischer Gesinnung, sondern weil es einst<br />

die Askanier im Mittelalter so wollten, diese Linie starb um<br />

1320 aus, ihr Erbe traten die Wittelsbacher an, gefolgt von<br />

böhmischen Luxemburgern, später die Hohenzollern, die alle<br />

den roten Adler bevorzugten. Damals galt: Schwarzer Adler<br />

für Preußen, roter Adler für die Provinz Mark Brandenburg.<br />

Seit dem 12. Jahrhundert ist er das Brandenburger Wappentier.<br />

Neuzeitlich zeigt sich das Landessymbol auf zwei<br />

gleich breiten Querstreifen in den Farben rotweiß und mittig<br />

der Adler. Nur in einer kurzen Phase (1947 bis 1952) wurde<br />

er durch eine Eiche vor aufgehender Sonne ausgetauscht. Das<br />

nur, um mit der märkisch-preußischen Vergangenheit zu brechen.<br />

Der Begriff Preußen wurde erst 1947 aufgehoben. Für<br />

mich ist das eine Ironie des Schicksals, wo ich doch als Preußen-Fan<br />

genau in dem Jahr des politischen Umbruchs geboren<br />

wurde. Und damit komme ich zu meinem eigentlichen Thema,<br />

den Zusammenhängen mit einem wiedergefundenen Brief.<br />

Gustav Büchsenschütz am 7. April 1902 geboren, starb am 9. Februar 1996.<br />

Er gilt als der Dichter des Liedes „märkische Heide, märkischer Sand“.<br />

Als Sohn eines Gendarmen war er, nach Erlangung der Primareife im Verwaltungsdienst<br />

der Gemeinde Groß-Lichterfelde tätig, durchlief er die gehobene<br />

Beamtenlaufbahn und war fünf Jahrzehnte als Sport- und Bäderamtsleiter<br />

des Bezirks Steglitz im Dienst.<br />

Der Wandervogelbewegung zugehörig, schrieb er bei einem Ausflug im Jahre<br />

1923 in einer Jugendherberge bei Neu-Vehlefanz den Text und die Melodie des<br />

Liedes, das bald populär wurde.<br />

Während der NS-Zeit wurde es von Paul Lincke als Marschlied umgewandelt.<br />

Nach der Wiedervereinigung 1990 setzte eine erneute Popularisierung<br />

des Liedes ein. Heute gilt es in der Bevölkerung als inoffizielle Hymne des<br />

Bundeslandes Brandenburg.<br />

24 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Geschichte<br />

Es ist vielleicht sentimental, aber es ist meine Liebe zur<br />

Heimat, die mich mit der Historie, meinen Wurzeln beschäftigt.<br />

So erlebte ich als Sechsjährige unsere Flucht aus der<br />

Mark-Brandenburg. Zum vertrauten Allgemeingut gehörte<br />

damals schon das Gedicht des Ribbeckschen Birnbaumes,<br />

das auch zum westdeutschen Lehrplan gehört. Ebenso gab es<br />

das Lied vom „roten Adler, der über Sumpf und Sand steigt“.<br />

1956 im Siegerland sesshaft geworden, erlebte ich den Neubeginn<br />

auf Felsen, Steinen und Lehmboden.<br />

Es war im Jahr 1983, als unser Nachbar vom fertiggestellten<br />

Hausbau eine lange gerade Stange entsorgen wollte. Zu<br />

schade, fand ich, und sie wurde spontan – frisch gestrichen<br />

– bei mir als Fahnenmast umfunktioniert. Dazu brauchte ich<br />

nun auch eine Fahne und natürlich war es der brandenburgische<br />

rote Adler. Fortan wurden alle familiären Besucher mit<br />

dem Hissen meiner heimatlichen Flagge begrüßt. So weit, so<br />

gut, nun fehlte nur noch eine passende „Hymne“. Lange Zeit<br />

war das Lied vom steigenden roten Adler als Militärmarsch in<br />

Misskredit geraten, dazu in der DDR gänzlich verboten.<br />

Wie gut, dass es den WDR gibt. Ein überaus freundlicher<br />

Moderator eines Wunschkonzertes, der meinen Musikwunsch<br />

und die beigefügte Geschichte ausstrahlte, fand die Idee so gut,<br />

dass er besagtes Lied gleich mehrmals spielte, damit ich es<br />

auch auf Band aufnehmen konnte. Die Ausstrahlungen hatten<br />

eine unerwartete Resonanz, denn ich erhielt eine Vielzahl an<br />

Zuschriften. Eine Dame teilte mir mit, dass sie einen Reiseleiter<br />

kennengelernt habe, und er sei der Textdichter und Komponist<br />

besagten Liedes. Welch ein glücklicher Zufall.<br />

Es war nicht schwer, die Adresse über die Telefonvermittlung<br />

zu erfahren. Ich schrieb einen Brief, bekam prompt<br />

eine Antwort und einige Wochen später flog ich nach Berlin,<br />

suchte in Steglitz die Johann-Stegen-Straße auf. Mit großer<br />

Freude lernte ich den mir völlig fremden Gustav Büchsenschütz<br />

persönlich kennen. Ein unvergesslicher Nachmittag<br />

mit einem netten, erfrischend plaudernden, damals schon<br />

82-Jährigem äußerst munterem Herrn und dessen Ehefrau.<br />

Rundum zufrieden kehrte ich wieder heim. Seitdem weht<br />

bei mir der „brandenburgische rote Adler“.<br />

Nun ja! Teilweise wurde ich schon gefragt, welche Bewandtnis<br />

es mit der Flagge des Fußballvereins von Eintracht<br />

Frankfurt habe, oder man belächelte meine Marotte mit den<br />

Worten: „Na, hast du wieder deinen Pleitegeier rausgehängt?“<br />

Inzwischen wird es akzeptiert und nach wie vor freut<br />

mich, den roten Adler fröhlich im Siegerländer Wind flattern<br />

zu sehen. Inzwischen ist auch das steinig, bergige Siegerland<br />

für mich heimisch und vertraut geworden.<br />

Im südlichen Tirol sah ich später einen ähnlichen Vogel.<br />

Selbst Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe versuchte<br />

aufzuklären, wie ein roter Adler nach Tirol kam und es ist<br />

bis heute ein beliebtes Streitthema zwischen patriotischen<br />

Heraldikern beider Länder. Für völlig „unhaltbar“ hielten<br />

die Tiroler die Vermutung, dass ihr Tier brandenburgischen<br />

Ursprungs sei. In einer Zeitschrift las ich, dass einst Herr<br />

Stolpe sogar mit dem Tiroler Landeshauptmann darüber diskutierte<br />

und die These vertrat, dass der Adler dank Heirat einer<br />

askanischen Prinzessin in die Alpen gelangte. Aber auch<br />

Herr Stolpe konnte sein Tiroler Pendant nicht überzeugen.<br />

Eva-Maria Herrmann<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 25


Aus der Region<br />

Eine schwere Kindheit<br />

Johann Heinrich Jung Stilling<br />

Wieder errichtetes Geburtshaus von Jung Stilling in Grund.<br />

Grund ist ein kleines Dorf im Siegerland. Dort wurde<br />

Johann Heinrich Jung am 12.September 1740<br />

geboren. Im Ortsausgang steht heute das neuerrichtete<br />

Geburtshaus, nachdem das ursprüngliche einer<br />

Feuersbrunst zum Opfer gefallen war.<br />

Johann Heinrichs Eltern Dorothea Fischer und Johann<br />

Jung, der Dorfschneider, waren einfache, rechtschaffene<br />

Menschen. Johann Heinrich Jung wuchs in einer Großfamilie<br />

auf. Sie betrieb eine Landwirtschaft. Nach dem<br />

frühen Tod seiner Mutter – sie starb als Johann Heinrich<br />

18 Monate alt war – durchlitt er eine schwierige Kindheit.<br />

Der Vater zog sich in seiner Trauer und Melancholie von<br />

allen Menschen, auch den Hausgenossen, mit seinem Sohn<br />

im oberen Stockwerk zurück und übernahm die Erziehung<br />

seines Kindes. Seine ungewöhnlich harte Kindheit beschreibt<br />

Johann Heinrich später in seiner Autobiografie.<br />

Sein strenger Vater<br />

war gottesgläubig, und<br />

ein fanatischer Pietist.<br />

Die Erziehungsmethoden<br />

waren ungewöhnlich<br />

und nicht kindgemäß:<br />

Um sieben Uhr<br />

wurde das Kind geweckt.<br />

Zunächst musste<br />

es Gott danken, dass er<br />

in der Nacht von Engeln<br />

bewacht wurde. Nachdem<br />

Johann Heinrich<br />

kalt gewaschen worden<br />

und angekleidet war,<br />

wurde auf Knien gebetet<br />

„mit größter Inbrunst<br />

und tränenreich“, wie<br />

Jung Stilling schrieb.<br />

Danach bekam der Junge<br />

das Frühstück, „das<br />

er mit Anstand verzehren<br />

musste“. Anschließend wurde im Katechismus gelesen<br />

und auswendig gelernt.<br />

Nach der Katechismus Lehre durfte er geistliche und<br />

weltliche Geschichten lesen. Der Vater erlaubte niemals<br />

seinem Kind, mit anderen Kindern zu spielen. So kannte<br />

Johann Heinrich mit sieben Jahren noch keine Nachbarskinder,<br />

aber viele Bücher. Von zwei bis drei Uhr durfte er<br />

spazieren gehen in einem angewiesenen Gebiet, wobei der<br />

Vater vom Fenster aus Obacht gab. Wenn ein Nachbarskind<br />

sich ihm näherte, pfiff er, und Johann musste sofort<br />

wieder ins Haus kommen. So blieb die Erziehung bis ins<br />

zehnte Lebensjahr. Wurde ein Gebot übertreten, züchtigte<br />

ihn der Vater mit der ständig bereitliegenden Rute. Um<br />

den Züchtigungen zu entgehen, fing Johann Heinrich an<br />

zu lügen und Ausreden zu erfinden. Die Großeltern, die<br />

unten im Haus wohnten, bekamen die strenge Erziehung<br />

Er war der Namensgeber<br />

vieler Einrichtungen, Schulen,<br />

und Straßen im Siegerland:<br />

Jung-Stilling-Krankenhaus<br />

Jung-Stilling-Apotheke<br />

Jung-Stilling-Schule<br />

Jung-Stilling-Straße<br />

Jung-Stilling-Jung-Stilling-Platz<br />

Jung-Stilling-Arbeitskreise.<br />

Es gibt keine<br />

Niedrigkeit des Standes,<br />

wenn die Seele geadelt ist.<br />

Denkmal in Hilchenbach:<br />

„Selig sind, die das Heimweh<br />

haben, denn sie sollen nach Haus<br />

kommen“ Spruch aus dem Einweihungsroman<br />

„Heimweh“.<br />

Spruch auf Todesanzeigen.<br />

26 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Aus der Region<br />

mit Züchtigungen mit, sagten zunächst nichts. Auf Drängen<br />

der Großmutter gab es eine Unterredung. „Wer nicht<br />

will, dass seine Gebote häufig übertreten werden, der muss<br />

nicht viel befehlen. Alle Menschen lieben die Freiheit.“<br />

Das war eine wichtige Aussage des Großvaters.<br />

Nun wurde Johann Heinrich nicht mehr so häufig gezüchtigt.<br />

Die Nachbarn wunderten sich über das seltsame Verhalten<br />

des Kindes. Erst langsam veränderte sich der Umgang<br />

des Vaters mit dem Sohn. Er wollte wieder seinem Handwerk<br />

nachgehen und auch wieder als Schulmeister arbeiten.<br />

Johann Heinrich ging zur Dorfschule und erlernte das<br />

Schneiderhandwerk. Eines Tages kam der Pastor in das<br />

Wohnhaus. Er erkannte bereits früh die Begabung des Kindes<br />

und riet, ihn zur Lateinschule zu schicken. So lernte Johann<br />

Heinrich neben dem Handwerk Latein. Mit noch nicht fünfzehn<br />

Jahren fing er seine erste Stelle als Schulmeister an.<br />

Das ist die ungewöhnlich harte Kindheit von Johann Heinrich.<br />

Als 22-Jähriger verließ er die Heimat, machte eine rasante<br />

berufliche Karriere, wurde Augenarzt, Wirtschaftswissenschaftler,<br />

Schriftsteller, Professor der Landwirtschaft,<br />

ein anerkannter Gelehrter auf vielen Gebieten.<br />

Goethe und Herder gehörten zu seinem Freundeskreis. In<br />

seiner Autobiografie nennt er sich selbst Johann Heinrich<br />

Jung-Stilling (abgeleitet von den Adjektiven still, ruhig).<br />

Mit diesem Namen ging er in die Geschichte ein.<br />

Übrigens: Das Volksmärchen „Jorinde und Joringel“<br />

haben die Brüder Grimm aus der Autobiografie von Johann<br />

Heinrich Jung-Stilling in ihrer Sammlung aufgenommen.<br />

Mariechen, damals Magd (heute würde man Haushaltshilfe<br />

sagen) in der Familie der Großeltern, erzählte<br />

dieses Volksmärchen dem neunjährigen Johann Heinrich<br />

während einer Rast auf dem Wege zur Köhlerhütte des<br />

Großvaters. Der Vater erlaubte dem Sohn diesen für Johann<br />

Heinrich unvergesslichen Gang, der später in die<br />

Freiheit führte.<br />

Gudrun Fokken<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 27


III<br />

I<br />

II<br />

IV<br />

Die Landhausklinik<br />

Foto: Heimatverein Burbach<br />

Ländliche Gesundheitsvorsorge 3. Teil<br />

Die Diskussion zur Krankenhausreform kennen wir<br />

alle. Wie viele Einwohner braucht ein Krankenhaus,<br />

um wirtschaftlich arbeiten zu können? Welche medizinischen<br />

Geräte werden wo vorgehalten und welche nicht?<br />

Welches Fachpersonal wird gebraucht und auch gefunden?<br />

Wie verbindet man Krankenversorgung mit wirtschaftlichen<br />

Interessen der Krankenhausträgergesellschaften? Die Kleinen<br />

bleiben schnell auf der Strecke. Das Krankenhaus Kredenbach<br />

ist ein solches Beispiel: 1965 eingerichtet, schloss<br />

es schon 2018 wieder. Es lohnte nicht mehr.<br />

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg existierten viele<br />

solcher kleinen, ländlichen Krankenhäuser in privater<br />

Trägerschaft. Meist war der Chefarzt Unternehmer, Verwaltungsrat,<br />

medizinischer Allrounder in Personalunion,<br />

nicht selten auch ein – knorriges – Original. Die Bevölkerung<br />

besaß überwiegend kein privates Fahrzeug sondern<br />

nutzte Bus und Bahn. So schätzte sie das ortsnahe Angebot.<br />

Vom Versorgungsluxus des 21. Jahrhunderts hätte niemand<br />

träumen können. Das war unvorstellbar.<br />

Im letzten Kriegsjahr entstand die Landhausklinik in<br />

Burbach. Luftangriffe gefährdeten das Stadtkrankenhaus<br />

im Zentrum von Siegen. Im Dezember 1944 verlagerte man<br />

Abteilungen aufs Land, um Ärzteschaft, Pflegepersonal und<br />

Kranke zu schützen. Für die Chirurgie mit ihrem Chefarzt<br />

Dr. Panthel fand sich Platz in den Baracken des ehemaligen<br />

Reichsarbeitsdienstes im Erzweg in Burbach. Dr. Panthel<br />

hatte, wie man erzählte, unter Professor Sauerbruch gearbeitet,<br />

bevor er als Marinearzt eingezogen wurde. Ebenso<br />

erzählte man, ihm hätte eine vielversprechende Karriere als<br />

Schönheitschirurg gewunken, wäre nicht der Krieg dazwischengekommen.<br />

Eine seiner chirurgischen Meisterleistungen<br />

stärkte später dieses Ondit: Ein zum Wochenende redlich<br />

Betrunkener war beim Aussteigen aus dem Schienenbus in<br />

Wahlbach in heißen Teer gefallen und in seiner Unbeholfenheit<br />

auch noch mit dem Gesicht darin gelandet. Selbst im<br />

Mund befand sich heißer Teer. Keiner konnte sich vorstellen,<br />

dass dieser Mann jemals wieder ein halbwegs ansehnliches<br />

Gesicht haben würde. Zu seinem Glück landete er im nächsten<br />

Krankenhaus, in Burbach. Nach mehreren Operationen<br />

hatte Dr. Panthel das schwer verletzte Gesicht so wieder hergestellt,<br />

dass der Schaden kaum mehr zu ahnen war.<br />

Nun aber RAD-Baracken Burbach: Die standen frei.<br />

Arbeitsfähige Männer lagen schon lange im russischen<br />

Matsch oder sonst wo auf der Erde, Maschinengewehr<br />

im Anschlag. Sie zogen nicht mehr mit dem geschulterten<br />

Spaten singend im Gleichschritt durchs Dorf, um irgendwo<br />

Gräben auszuheben oder zuzuschütten.<br />

Die Verlegung des Krankenhauses aus der Stadt aufs<br />

Dorf bedeutete schon eine echte Herausforderung. Der<br />

Krankenhausalltag verjagte jegliche Sehnsucht nach<br />

Abenteuer nachhaltig.<br />

Männer und Frauen belegten verschiedene Baracken, um<br />

keine unsittlichen Gelüste aufkommen zu lassen. Damit entsprach<br />

man dem Moralempfinden der Zeit. Nach medizinischen<br />

Kategorien – Chirurgie, HNO, Innere – trennte man<br />

nicht so genau. Eine Baracke beherbergte die Verwaltung,<br />

eine die Küche, eine den Operationssaal. Bei Sonnenschein<br />

und Wärme mochte das reizvoll die unendliche Leichtigkeit<br />

des Seins betonen. Bei Wind, Regen, Schnee und Hagelschlag<br />

lud man belegte Brote und warmes Essen genauso wie Frischoperierte<br />

auf die länglichen fahrbaren Krankentragen, holperte<br />

über den ungepflasterten Hof und schirmte das jeweilige<br />

Beförderungsgut mit Regenschirmen notdürftig ab. Diese<br />

Technik wandten nicht nur kleine ländliche Krankenhäuser<br />

an. Große Kliniken in großen Städten hielten es nicht anders.<br />

Der Krieg endete, damit endete die braune Unterdrückung<br />

und Gleichschaltung. Das Hitler-Jugendheim auf der<br />

Heister, so hoch gebaut, dass man von dort über die Kirche<br />

I Ursprünglicher Bau = Ehemaliges HJ-Heim II Anbau zur Klinikerweiterung III Grundstück mit privatem Wohnhaus IV Gerodetes Grundstück<br />

für den Bau des Schwesternheimes. <br />

Foto: Heimatverein Burbach<br />

28 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Aus der Region<br />

hinwegsehen konnte, wurde obsolet. Die Gebäude boten<br />

mit geringen Umbauten alles, was ein kleines ländliches<br />

Krankenhaus brauchte. Mit unternehmerischem Instinkt<br />

kaufte Dr. Panthel das Gebäude, erwarb ein Grundstück<br />

daneben, auf das er sein Haus baute, und verwandelte so<br />

menschenverachtende Machtdemonstration in Dienst am<br />

Menschen. Er löste seinen Vertrag mit dem Stadtkrankenhaus<br />

und richtete seine eigene „Landhausklinik“ ein.<br />

Die junge Bundesrepublik regelte langsam das öffentliche<br />

Leben nach demokratischen Prinzipien und Vernunft.<br />

Krankenhäuser mussten eine bestimmte Größe haben, um<br />

die Bevölkerung angemessen versorgen zu können. So erfuhr<br />

die Landhausklinik im Laufe der Jahre zwei Anbauten,<br />

die sie genehmigungsfähig und wirtschaftlich erhielten. Es<br />

wurden weiter Ärzte und Pflegepersonal eingestellt. Der<br />

Betrieb stabilisierte sich zu einem prägenden Wirtschaftsfaktor<br />

im Ort.<br />

Weil die Chirurgie neben den anderen Fachrichtungen<br />

das Hobby des Chefarztes war, operierte er in der Regel<br />

selbst. Wer in seine Hände und unter sein Skalpell geriet,<br />

war gut aufgehoben. Dazu gab es keine zweite Meinung.<br />

Eher führte die zuweilen auffallend lange Verweildauer<br />

schon mal zu Unmut bei den wartenden Angehörigen und<br />

zu Langeweile bei der Patientenschaft, ganz besonders<br />

wenn sie jung und männlich war. Das Kapitel bedürfte jedoch<br />

einer eigenen Erzählung.<br />

Unfälle, die chirurgische Eingriffe erfordern, richten<br />

sich nicht nach dem Dienstplan des Krankenhauspersonals.<br />

Bereitschaftsdienst zu organisieren fordert kleine Krankenhäuser<br />

viel stärker als große. Wenn dann an einem Samstagabend<br />

– was durchaus passierte – nach feucht-fröhlicher<br />

Feier ein später Zecher auf dem Heimweg vom Zollhaus<br />

unbedacht vor ein Auto stolperte und vom DRK aufgelesen<br />

und zur Landhausklinik transportiert wurde, konnte es vorkommen,<br />

dass gerade weder OP-Schwester noch Narkosefachkraft<br />

zu greifen waren. Wer sprang ein? Wer gerade zur<br />

Verfügung stand. Das konnte auch schon mal der Hausmeister<br />

sein. Später wurde dafür ein ehemaliger Sanitätsfeldwebel<br />

der Bundeswehr gefunden. Besonders verlockend schienen<br />

die ehrenamtlichen Rettungsdienstler des DRK. Sie<br />

waren gut ausgebildet, hatten Zeit und kosteten kein Geld.<br />

Dazu erinnert sich Jürgen Schöllchen an Schwänke aus<br />

seiner Jugendzeit. Der erste Rettungssanitäter vor Ort war<br />

„Wagnersch Onkel Willem“. Der nahm in den frühen sechziger<br />

Jahren den Teenager unter seine Fittiche und<br />

lehrte ihn das Rettungswesen. Mit von der Partie<br />

waren auch über lange Jahre Herbert Gontermann<br />

und weitere Rotkreuzler. Diese waren auf ehrenamtliche<br />

OP-Assistenz abonniert. Die älteren mit<br />

dem nötigen Ernst und angemessener Ehrfurcht:<br />

„Skalpell!“ – „Hier, bitte, Herr Chefarzt.“<br />

„Tupfer!“ – „Bitte sehr, Herr Chefarzt.“<br />

Dem Jungspund Jürgen fehlte noch der nötige<br />

Schliff. Damit geriet der Herr Chefarzt schon<br />

mal an seine Grenzen.<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick<br />

Da war zunächst die Sache mit dem Kittel… In den Operationssaal<br />

durfte man nur nach gründlicher Reinigung und<br />

im hochgeschlossenen Kittel mit Stehbündchen, hinten zugeknöpft.<br />

Die erforderliche Auswahl hing bereit für Große,<br />

Kleine, Dicke, Dünne. Nun war Jürgen Schöllchen schon<br />

immer, sagen wir – stattlich! Er wickelte sich in das passende<br />

reinliche Gewand und harrte der Dinge, denen er gewachsen<br />

sein sollte. Der Einsatz im Allerheiligsten der ländlichen<br />

Chirurgie blieb ihm jedoch zunächst vorenthalten. Als der<br />

Maestro des geschärften Skalpells die Szene betrat, kippte<br />

das Sakrileg auf: Der Jungspund trug den Kittel vom Herrn<br />

Chefarzt! Das zog den sofortigen Rausschmiss nach sich.<br />

Qualifiziertes ehrenamtliches Personal kann man jedoch<br />

nicht auf Dauer entbehren, weshalb der Jungspund – nunmehr<br />

mit der nötigen Lehre zu Totem und Tabu vertraut –<br />

wieder zum Einsatz kam. Er handhabte sogar die Narkosemaske<br />

mit Äther.<br />

Kommando: „Pass auf die Augen auf!“ – „Jawohl,<br />

Herr Chefarzt.“<br />

Konzentrierte Arbeit am Patienten. Kontrollfrage: „Wo<br />

stehen die Augen?“ – „Ganz rechts, Herr Chefarzt.“<br />

Fortschreiten der Operation. Nächste Kontrollfrage:<br />

„Und jetzt?“ – „Jetzt sind sie einmal hinten rum und kommen<br />

auf der anderen Seite wieder raus, Herr Chefarzt.“<br />

„Raus hier!!!!“<br />

Weniger konflikthaft verliefen andere kleine Hilfsarbeiten.<br />

Wenn die starken jungen Männer der Bereitschaft schon<br />

mal da waren, konnten sie auch eben noch die Verstorbene<br />

des vergangenen Tages in die kleine Leichenhalle auf halber<br />

Höhe des Krankenhausweges bringen. Das Dorf schlief, im<br />

Dunkeln begegneten ihnen keine neugierigen Blicke. Der<br />

mittlerweile arrivierte Jürgen und der neue Jungspund erledigten<br />

das noch schnell. Die knappe Anweisung kam noch<br />

hinterher: „Stellt sie nach links. Rechts liegt schon jemand!“<br />

„Klar doch. Kein Problem, Herr Chefarzt.“<br />

Keine 200 Meter, Jürgen vorne, der derzeitige Jungspund<br />

hinten, wird die Türe zur Leichenhalle geöffnet und in die<br />

Szene kommt Bewegung. Innen Huschen und Miauen. Jürgen<br />

lakonisch: „Jetzt hat ihn die Katze geholt.“ Hinten vom<br />

Jungspund erst völlige Stille, dann ein Bumms. Seine Nerven<br />

waren dem Stress ebenso wenig gewachsen wie seine<br />

Knie! Aber nachdem er wieder zur Besinnung gekommen<br />

war, half er doch noch die Örtlichkeit aufzuräumen.<br />

Tilla Ute Schöllchen<br />

Haushaltsauflösungen,<br />

Entrümpelungen<br />

Inhaber:<br />

Peter Traum<br />

Preiswert<br />

und<br />

kompetent<br />

Die Profis<br />

Bürbacher Weg 139<br />

57074 Siegen<br />

01 60 - 96 241 181<br />

firmapetertraum@gmail.com<br />

www.entruempelungsprofis-pk.de


Gewusst wie<br />

Hamsterfahrten ins Hessische<br />

Bild: Wikimedia Commons<br />

Unsere Geschichte heute umspannt einen weiten<br />

Zeitraum, ungefähr von der vorletzten Jahrhundertwende<br />

bis in die Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.<br />

Sie berichtet von schwierigen Lebensverhältnissen<br />

und der Zähigkeit und Pfiffigkeit mit der Menschen<br />

diese Hindernisse meisterten. Im Mittelpunkt steht Erich<br />

Engelberth. Er wurde in Allendorf geboren, eines von elf<br />

Kindern des Heinrich Engelberth und seiner Frau Luise.<br />

Wie das damals nicht selten geschah, starb Heinrichs<br />

Mutter früh. Die Kinder waren noch klein. Schwere Arbeit<br />

in der Landwirtschaft und viele Geburten in kurzen Abständen<br />

laugten die Frauen aus. Die medizinische Versorgung<br />

hielt dem Vergleich mit der in heutiger Zeit nicht stand. Also<br />

wurde gestorben. So viel zu Thema: „Gute alte Zeit“!<br />

Da stand nun der Vater mit seinen fünf unmündigen Kindern,<br />

der Arbeit im Bergbau und der Kleinlandwirtschaft.<br />

Tapferkeit hin, Fleiß her, das war nicht zu schaffen. Das<br />

schafft niemand. Nicht jedem Mann stand in einer solchen<br />

Lage der Sinn nach einer neuen Frau. Das wäre eine erprobte<br />

Lösung gewesen. Nicht wenige Ehen wurden aus diesem<br />

Grund geschlossen; und es waren nicht die schlechtesten.<br />

Plan B, ebenso üblich, sah so aus: Die drei jüngsten Kinder<br />

wurden bei Verwandten in Gilsbach großgezogen.<br />

Wie die Kinder den Wechsel ihres Lebensumfeldes verkrafteten,<br />

ist nicht bekannt, weil solche Überlegungen niemand<br />

anstellte. So hatte allerdings Erich Engelberth aus<br />

Allendorf über seine Vatergeschwister enge Verbindung<br />

nach Gilsbach, wo er in den Dreißigerjahren des vergangenen<br />

Jahrhunderts seine Selma heiratete und mit ihr dort<br />

lebte. Erich arbeitete bei der Ruhrtal-AG als Streckenwärter<br />

zur Kontrolle der Gasleitungen. Die musste er ständig<br />

abgehen, prüfen, freischneiden.<br />

Privates Leben, besonders die Versorgung mit Lebensmitteln,<br />

gestalteten sich unter Kriegsbedingungen und in<br />

der Nachkriegszeit im Siegerland sehr schwer. Nicht weil<br />

Siegerländer faul oder ungeschickt sind. Der Boden trägt<br />

weniger Frucht als anderswo. Am besten wachsen hier<br />

Steine. Erst dann kommen Kartoffeln, Rummeln (Runkelrüben)<br />

und Roggen. Viele Siegerländer fuhren zum Hamstern<br />

ins Hessische. Die Züge waren immer überfüllt, weil<br />

auch Menschen aus dem Kölner Raum und dem Ruhrgebiet<br />

Hamsterfahrten ins Hessische antraten. Teilweise saßen<br />

die Fahrgäste auf den Dächern. Nicht zuletzt aus diesem<br />

Grund fuhren die Züge rücksichtsvoll langsam.<br />

Hamstern gehörte zu den unverzichtbaren Überlebenstechniken.<br />

Wer hamsterte, tauschte gegen Lebensmittel<br />

aller Art, was er selbst besaß und entbehren konnte:<br />

Schmuck oder Geld (wenig begehrt), Zigaretten (sehr<br />

willkommen), Gebrauchsgegenstände (auch schön, weil<br />

die Produktionswirtschaft auf Krieg eingestellt war bzw.<br />

später durch Kriegsgeschehen zerstört und damit den Bedarf<br />

nicht deckte).<br />

„Gewusst wie“.<br />

Auch Edwin Dax aus „Daxes Schmidde“ in Gilsbach<br />

hamsterte. Er holte mit seinem Nachbarn Aluschrottteile<br />

zerschossener Stukas (Sturzkampfbomber) vom Flugplatz<br />

auf der Lipper Höhe, schmolz sie in der heimischen Schmiede<br />

ein und fertigte daraus Aluminiumtöpfe, Waffeleisen<br />

und ähnliche hochwertige Gebrauchsgegenstände. Solche<br />

Premiummöglichkeiten boten sich Erich Engelberth nicht.<br />

Er setzte auf seine Beobachtungsgabe und seine beruflichen<br />

Handlungsfelder, und die sahen so aus: Bei der Kontrolle<br />

der Gasleitungen hatte er die gesamte Strecke von<br />

30 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Aus der Region<br />

Wildwuchs freizuschneiden und damit den freien Zugang<br />

zu gewährleisten. Junge Birkenreiser sammelte er, legte<br />

sie an gut zugänglichen Stellen auf der Burbacher Höhe ab,<br />

holte sie nach Feierabend mit der Schubkarre zu sich nach<br />

Hause und band sie zu Reiserbesen. Die knüpfte er an einer<br />

langen Stange auf, um sie so – 10 vorne, 10 hinten auf die<br />

Schulter gelegt – transportieren zu können.<br />

Was andere Fahrgäste heutzutage völlig verblüffen<br />

würde, erregte vor 75 Jahren kein Interesse. Alle Menschen<br />

sahen zu, wie sie ihre Alltagsversorgung sicherstellten.<br />

Absonderlichkeiten aller Art fanden immer irgendeine<br />

logische Erklärung. Mit seinem ungewöhnlichen Sperrgut<br />

erklomm Erich am nächsten Tag den Zug und traf auf seinen<br />

Gilsbacher Bekannten Edwin und dessen Freund mit<br />

ihren handgeschmiedeten Töpfen und Waffeleisen, wo er<br />

den bei jungen Männern aller Zeitläufe wohlwollend bissigen<br />

Spott erntete.<br />

Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und am Ende<br />

des Tages gab Erich den am Morgen geernteten Spott ungebraucht<br />

zurück. Töpfe und Waffeleisen hatten die Menschen<br />

im Hessischen noch von ihren Eltern geerbt, meist<br />

zusammen mit dem ganzen Fachwerkhaus. Gute Eisenwaren<br />

halten lange! Was die Bauern hatten, brauchten sie<br />

nicht noch einmal. Dafür rückte man mühsam produzierte<br />

Lebensmittel nicht raus. Die Schmiede waren kein einziges<br />

Stück losgeworden. Reiserbesen waren jedoch begehrt.<br />

Reiserbesen nutzen sich ab und müssen ersetzt werden.<br />

Erich hatte an einer Dreschmaschine in der Wetterau dafür<br />

einen Sack Getreide erhamstert. Nur der Vollständigkeit<br />

halber sei erwähnt, dass sich das von Erich Engelberth<br />

entwickelte Geschäftsmodell mit Reiserbesen erstaunlich<br />

schnell herumsprach. Prompt gründeten zwei andere Gilsbacher<br />

Nachbarn eine Besenbinderei, wo sich die Leute<br />

Besen kaufen oder ertauschen konnten. Allerdings marschierten<br />

sie nicht mehr selbst in den Hauberg. Das ließen<br />

sie von Kindern und Jugendlichen besorgen, die sich damit<br />

wiederum ein paar Groschen oder das damals hochbegehrte<br />

Kaugummi verdienten.<br />

Wir müssen noch die Zähigkeit abhandeln, ohne die<br />

alle Pfiffigkeit vergeblich gewesen wäre: Da lag nun nach<br />

erfolgreicher Hamstertour in der Wetterau der Sack mit<br />

dem wertvollen Getreide – Versicherung gegen Hunger für<br />

eine ganze Familie – im Zug von Dillenburg nach Betzdorf.<br />

Dieser Zug durchlief drei Besatzungszonen. Die Amerikaner<br />

kontrollierten in Hessen, also bis Allendorf, die Briten<br />

in Westfalen, also von Niederdresselndorf bis Struthütten.<br />

Ab Herdorf übernahmen für Rheinland-Pfalz die Franzosen.<br />

So hatte es der alliierte Kontrollrat in seiner Potsdamer<br />

Konferenz am 30. August 1945 beschlossen. Alle Reisenden<br />

wurden von Soldaten kontrolliert. Hamstern war<br />

Schwarzhandel und stand unter Strafe. Wer erwischt wurde,<br />

kassierte schon mal „Bau“ (Gefängnis). Seine erhamsterten<br />

Lebensmittel<br />

war<br />

er auf jeden<br />

Fall los.<br />

Schon ab<br />

Haiger übernahmen<br />

die<br />

Engländer.<br />

Sie sahen<br />

den Reisenden<br />

an der<br />

Nasenspitze<br />

an, wenn sie<br />

gehamstert<br />

„Ed Laiderwaanche“<br />

hatten. Das<br />

war auch<br />

keine detektivische<br />

Glanzleistung,<br />

denn<br />

wer in der „Schubbkarre aus Holz“<br />

Nachkriegszeit in überfüllten rumpelnden Zügen eine Reise<br />

antrat, besuchte nur selten Tante Frieda.<br />

Welch ein Vorteil, wenn man vor der westfälischen<br />

Grenze in Allendorf aufgewachsen war. Man öffnete die<br />

Zugtüre und schubste den Getreidesack den Bahndamm<br />

hinunter. Wenn sich dann die Briten bis zum Hamsterer<br />

vorgearbeitet hatten, zückte der seinen beruflichen Passierschein<br />

und war fein raus.<br />

Ab jetzt lief alles nahezu reibungslos. Erich musste nur<br />

eben noch mit der Schubkarre das Getreide ins Allendorfer<br />

Elternhaus bringen. Dann fuhr er mit der Bahn zur Familie<br />

nach Gilsbach, schnappte sich eine Woche später „ed<br />

Laiderwaanche“ (Leiterwägelchen), zog es zu Fuß nach<br />

Allendorf (Ja, klar zu Fuß, wie denn sonst?), lud das Getreide<br />

auf, zog es über die grüne Grenze bis zur Mühle<br />

am Würgendorfer Ortseingang. Sein halbwüchsiger Sohn<br />

Wolfgang half ihm dabei. Der Würgendorfer Müller mahlte<br />

gelegentlich das Hamstergetreide und zweigte sich als<br />

Lohn einen kleinen Teil ab. Das war besser als Geld. Eine<br />

Woche später holten Erich und Wolfgang ihr Mehl ab und<br />

zogen es auf dem Laiderwaanche von Würgendorf nach<br />

Gilsbach zum Bäcker Diehl. Sie durften nicht erwischt<br />

werden, deshalb schlugen sie am Würgendorfer Denkmal<br />

den Weg steil bergauf über die „Egge“ nach Gilsbach ein.<br />

Vater und Sohn hätten das Getreide nicht gleich von Gilsbacher<br />

Müller mahlen lassen können, denn dann wäre es<br />

auf ihr Deputat angerechnet worden. Sie hätten nicht mehr<br />

behalten dürfen, als ihnen ohnehin zustand. Jetzt ging man<br />

davon aus, dass das Mehl aus ihrem erlaubten Eigenbedarf<br />

stammte. Nun tauschten sie es ein gegen Brotmarken, die<br />

sie ohne diesen Aufwand nie bekommen hätten und die<br />

nicht auf ihr erlaubtes Deputat angerechnet wurde.<br />

Tilla Ute Schöllchen<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 31


Student der Hohen Schule<br />

Johann Textor<br />

Verfasser der „Nassauischen Chronik“<br />

Als Geburtsstadt wird Haiger, gelegen an der Dill,<br />

genannt. Urkunden, die den Tag seiner Geburt<br />

belegen, sind nicht mehr vorhanden. Der großflächige<br />

Stadtbrand von Haiger vom 08.05.1723 hat die<br />

maßgeblichen Bestände der städtischen Urkundensammlungen<br />

vernichtet. In der von ihm im Jahr 1617 verfassten<br />

„Nassauischen Chronik“ bezeichnet er den Monat „Septembri“<br />

des Jahres 1582 als sein Geburtsdatum. (1)<br />

Die „Nassauische Chronik“ wird als seine wichtigste<br />

Veröffentlichung angesehen und gilt bis heute als Standardwerk<br />

der Nassauischen Geschichte.<br />

Geboren wurde er als Johann Weber, dessen Eltern<br />

beide sehr früh verstarben. Nahe Verwandte setzten sich<br />

jedoch dafür ein, dass er im Alter von acht Jahren in der<br />

Lateinschule von Haiger als Schüler aufgenommen wurde.<br />

Aus der Region<br />

Die bereits 1817 geschlossene Hohe Schule in Herborn.<br />

Der in Dillenburg residierende Graf Johann<br />

VI, der Ältere, hatte im Jahr 1584 die „Hohe<br />

Schule“ in Herborn gegründet, die mit vier<br />

Fakultäten (Theologie, Philosophie, Medizin<br />

und Jura) ausgestattet war. Als „Johanneum“<br />

trug sie seinen Namen. Da nicht alle wissenschaftlichen<br />

Disziplinen dort gelehrt wurden,<br />

erlangte sie keinen Universitätsrang und die<br />

Promotionsvergabe wurde ihr versagt. Der<br />

Lehrbetrieb wurde im Jahr 1817 eingestellt. (2)<br />

Nach Beendigung der Lateinschule zu<br />

Haiger wurde Johann Textor am 03.10.1601<br />

als Student der Hohen Schule von Herborn<br />

eingeschrieben. Nach drei Jahren wechselte<br />

er an die Universität Heidelberg, um dort<br />

die Studien fortzusetzen. Mit zwei Dissertationen<br />

schließt er die dortigen Studien ab<br />

und wechselt seinen Geburtsnamen Weber<br />

in die lateinische Übersetzung Textor. Dies war nur akademisch<br />

ausgebildeten Personen erlaubt. (3)<br />

Trotz vielfacher Mitbewerber wird Johann Textor<br />

nach Beendigung des Studiums zum Gerichts- und Stadtschreiber<br />

von Haiger berufen. Alsbald beginnt er mit den<br />

Arbeiten an der „Nassauischen Chronik“, die nach neun<br />

Jahren in Herborn gedruckt wird. Diese wird bis heute als<br />

ein wertvolles Standartwerk der Nassauischen Geschichte<br />

angesehen.<br />

Johann Textor wird im Jahre 1619 Stadt- und Gerichtsschreiber<br />

zu Dillenburg. Er verstarb, erst 44-jährig, im September<br />

1626 an der Pest und wurde in Dillenburg beerdigt.<br />

Die „Hohe Schule“ zu Herborn ist als Museum erhalten<br />

geblieben und kann von Interessenten besucht werden.<br />

Der akademischen Bildungsstätte war eine Buchdruckerei<br />

angegliedert, in der 1595 die bekannten „Herborner<br />

Bibeln“ gedruckt wurden.<br />

Einen kurzen Fußweg oberhalb der Altstadt befindet<br />

sich die Burg, zunächst als Sitz des Stadtherren ausgerichtet.<br />

Um 1630 erfolgte ein Ausbau als Witwensitz für<br />

Angehörige des Nassauischen Grafenhauses. Seit 1866<br />

ist ein Theologisches Seminar der Hessischen Landeskirchen<br />

dort untergebracht.<br />

Teile der Stadtmauern sind erhalten geblieben. Einen<br />

Blickfang besonderer Art bilden am Marktplatz das im<br />

Jahr 1589 erbaute Rathaus und das Fachwerk-Eckhaus.<br />

Heinz Stötzel<br />

Literaturnachweise: 1.) Textor, Dr. Johann, „Nassauische Chronik“, 1617, Nachdruck<br />

Bonn und Fries, Siegen,1984, Seite 14. 2.) Steubing, Joh. Hermann Kirchen- und Reformationsgeschichte<br />

der Oranien-Nassauischen Lande, 1804, Seiten 211 ff. 3.) Löber, Dr. Karl<br />

„Haigerer Hefte“ Nr. VII, 1976, Seite 63.<br />

32 durchblick 3/<strong>2024</strong><br />

Bild: Wikipedia


Aus der Region<br />

Drei-Felder-Wirtschaft<br />

In Reih und Glied sauber aufgestellt, so sah man früher<br />

zur Erntezeit in den Siegerländer Dörfern herrliche<br />

Bilder. Im Sonnenschein strahlten die gelben Kornritter.<br />

Der Weg vom Saatgut bis zum Mähdrescher war lang.<br />

Die erste Feldarbeit im Februar/März war die Aussaat<br />

des Hafers. Die Ernte war im August/September. Mit der<br />

Kornsense wurde der Hafer gegen den stehenden Halm<br />

gemäht, aufgehoben, gebunden und zum Trocknen aufgestellt<br />

(Hawerstuche).<br />

Die Roggenaussaat wurde im Oktober auf dem abgeernteten<br />

Kartoffelacker vorgenommen. Nach dem üblichen<br />

Eggen und „Steinelesen“ teilte man das Feld in Streifen<br />

auf. Das Saatgut säte man dann aus einer blauen hochgebundenen<br />

Schürze. Als Düngung für die junge Saat wurde<br />

Mist auf das Feld gefahren<br />

und sorgfältig<br />

ausgestreut.<br />

Die Ernte begann<br />

im August bei trockenem<br />

Wetter. Mit<br />

der Bügelsense wurde<br />

der Roggen gegen<br />

den stehenden Halm<br />

gemäht, zu Garben<br />

aufgehoben, zweimal<br />

mit einem Strohbund<br />

(Wensel) gebunden<br />

und dann als „Ritter“<br />

aufgestellt. Dieser<br />

bestand aus drei bis<br />

neun Garben und einem<br />

Hut oder Mütze,<br />

die als Schutz gegen<br />

den Regen über die<br />

Ähren gestülpt wurde.<br />

Nach acht bis vierzehn<br />

Tagen konnte der<br />

Roggen dann zum Dreschen gefahren werden. Dieses war<br />

eine schwere und auch staubige Angelegenheit. Weizen<br />

und Wintergerste sind bei uns recht selten angebaut worden.<br />

Sommergerste wurde des öfteren mit Hafer gemischt,<br />

gesät und dann zur Schweinemast verwendet. Nachdem<br />

Anna und Otto die „Mütze“ zum Schutz gegen Regen aufgesetzt<br />

hatten, versteckten sich die Enkelkinder Christian,<br />

Dirk und Kathrin gerne in den „Rittern“.<br />

Eine schwere Arbeit, die allen noch einmal sichtlich<br />

Spaß gemacht hatte. Die Rast im Feld hatten sich alle Helfer<br />

nach über dreistündiger Arbeit redlich verdient. So gab<br />

es Siegerländer Reibekuchen. Auch der Kaffee durfte nicht<br />

fehlen, den gab es aus einem Steinkrug (Glonck).<br />

<br />

Heinrich Bruch<br />

Kornritter aufstellen mit der Famile, danach gab es Kaffee und Backesbrot in gemütlicher Runde.<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 33


Datt Feschweiherche<br />

Bild: Ronny Jäger, KI generiert<br />

Mei Vadder aarbde bei dr Tiefbaufirma Theis aus<br />

Weerndorf. Eimol hadden se om Westerwald zo<br />

duu, un dr Babba koom Owends bet ner grueß<br />

Lachsforell no haam. Die hadde äehm Iimes geschenkt, dä<br />

poor klaane Feschweihern hadde. Ii Bodder gebroare woar<br />

die Forell e richdich Festäeße.<br />

„Dä Maa hat gesaad, die Forelln brichden net sue en grueße<br />

Weiher, wie mr emmer glaabt. Un wenn mr se goot foorert,<br />

wäern se flott schlachtreif“ saade dr Babba. Nu hadde mei<br />

Obba groad zo där Zeit datt ganze Veeh abgeschafft un mir<br />

bruchten us Mesde net mie. Du hadde mei Vadder en goore<br />

Idee: Wu us Mesde woar, sull e Feschweiher hie! En schiene<br />

Unnern koom om Theis seinem Tieflader e Bagger un hennerhär<br />

e Lastwaache oagefoahrn. Du woar mei Vadder ii seinem<br />

Element! Bet laudem Gebröll un Gepeif wuar dr Baggerfoahrer<br />

dirijiert, wie hä zo baggern hadde. Dä Aushub wuar off<br />

däen Lastwaache geloare un fortgefoahrn. Als nächsdes wuer<br />

en „Bodenpladde“ aus Bedong gegosse un ringsrem Wenn<br />

huachgezoaje. Alles ii Allem woar us Mesde nur noch zwieenhalf<br />

mol drei Meder grueß un annerthalf Meder deef un sull<br />

ez Feschweiherche heiße!<br />

Wie alles goot getrait woar, wuarn de Wenn un dr Borre<br />

blitzebloo geschtreche. „So, etz kunn de Feschjer kumme“<br />

saade dr Babba. E Schluch wuar oageschlosse un de Mesde<br />

lief langsam voll Wasser (datt kosdete us naut, weil de<br />

Gemeinde de Wasserauer direkt IWWER däem Kran im<br />

Keller oageschlosse hadde). Dobet de Fesche och genooch<br />

Sauerschdoff kridden, wuar en Elektroleidung gelääd un<br />

medde ii dr Mesde off gruaße Schdaa en Schpringbrunen<br />

offgeschdallt – dä sooch wunnerschie aus un datt Geplätscher<br />

hierde sich oa wie Urlaub! Dobet net zoo vill Schtrom<br />

verbrucht wuar, schaldete mei Vadder däen Schpringbrunnen<br />

noachts aus.<br />

Ez woar alles feerdich un foffze klaane Lachsforellcher<br />

un e gruaßer Sack Foorer wurn geliwwert. Außerdäem e<br />

Graskarpfen – dä sull de Wenn un dr Borre ablutsche un sue<br />

alles schie reilich haale. De ganz Noochberschaft schdunn<br />

bet meine Ellern em datt Feschweiherche un schdaunde.<br />

Mei Mudder hieß Irma – wenn dr Babba besunnersch goot<br />

gelaunt woar, nannde hä se „Olga“. „Lugg emol, Olga, sue<br />

en schiene Feschweiher gerret rem un demm net nochmol.<br />

Wie schwinn die Fechjer remhär sause! Die sei sue flott,<br />

datt se flott sei! Un watt hoa se en Abbeditt! Wenn se weirer<br />

sue goot fräeße, sei se baal schlachtreif. Heit Owend<br />

foorern ech se nochmol.“ Mei Obba koom aus dm Warthegau,<br />

watt heit ii Polen leit. Sei Familje hadde de Fischereireechte<br />

voa nem See – also hadde hä Ahnung voa Fesche.<br />

Dr Obba schuggelde emmer wirrer iwwer seine Schwiejersohn<br />

dr Kopp un saade hälich, datt mei Vadder et net<br />

hierde „So ein Narr, das gibt im Leben nichts!“<br />

En ganz Zeit ging alles goot. De Forellcher woarn munter,<br />

un mr kunn sieh, wie se zoonohme. Dr Babba freude<br />

sich un iwwerlääde bet seinem Freund, dm Luggebachs<br />

Lui, wie se woahl de Fesche aus dr Mesde kreeje wulle,<br />

wenn et sue weit wär. Watt hoa die Zwie gelaacht un<br />

en Schbaß gehad, bei ähre Iifäll. De Forelln eifach berm<br />

Käscher raushoaln wär jo unschbortlich. Sua ainichden<br />

se sich off angeln. Et sull e Wettangeln wäarn! Se wullen<br />

sich de Bank un en Kesde Beer oa datt Weiherche schdälln,<br />

un wär de meisde Fesche fung woar dr Angelkönich! Un<br />

weil die Forelln da sue grueß un schwär woarn, goob et<br />

genooch Fesch fier de ganz Schnorrboartsecke (sue hieß<br />

us Schdrooße). Also sull e Eckefest unner däem Moddo<br />

„Erstes Burbacher Fischerfest“ gefeiert wäern!<br />

Awer du fung datt Elend oa: Je grießer de Forelln wuern,<br />

desdo öfdersch hebbden se aus dm Wasser – manchmol bis<br />

off de Schdrooße. Wenn mr Gleck hadde, erweschde mr se<br />

freeh genooch un kunn se wirrer iit Wasser schmeiße. „Vielleicht<br />

hoa se zo weng Sauerschdoff“ iwwerlääde dr Babba,<br />

un dr Schpringbrunnen lief ez Daach un Noacht. Mei Omma<br />

34 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Mundart<br />

woar eir dr Sichdije offt Schtromschbarn. Mir Kenner därfden<br />

owends im Bädde net läese, datt jo net uunierich Schtrom verb<br />

rucht wuar – do baßde se off wie e Scheeßhund. „Wenn desmol<br />

dr Elektrische zum Abläese kimmt, sall hä sich wunnern,<br />

wie weng mir verbrucht hoa“ saade se. Wie nu dr Schpringbrunnen<br />

och noch noachts lief, wull se baal watt oa sich kreje<br />

un scholl (häälich, datt mei Vadder naut hierde) „Ihr leewe<br />

goore Lei, watt wärd he e Schtroom verforzt, nur wejer däen<br />

poor Scheißfesche!“ Awer et holf alles naut: Aar Fesch noom<br />

annern wuar dued om Plasder orer off dr Schdrooße funne<br />

orer voa de Katze gefräeße, un de Noochbern belaachden sich<br />

un saaden gä de Babba „Langer, däen Fesche gefällt et he net,<br />

die wunn wirrer off de Westerwald!“ Ech glaawe, mei Vadder<br />

woar frueh, wie och dr lezde Fesch dued woar, denn hä saade<br />

gä de Mamma „Wa, Olga, die poor Forelln, die mir im Joahr<br />

äeße, kunn mir us och kaufe.“ Nur dr Luggebachs Lui aijerde<br />

sich, weil et ez kei Fischerfest goob. Ez schwumm nur noch<br />

dr Graskarpfen ii dr Mesde. Weil mir noch sue vill Feschfoorer<br />

hadden, wuern poor Goldfesche oageschafft. Datt sooch<br />

schie aus: Die ruere Fesche ii dr blitzebloe Mesde. Außerdäem<br />

kunn dr Schpringbrunnen noachts wirrer abgeschdallt<br />

wäern, wuriwwer sich de Omma freide. Awer die ganze Fesche<br />

iwwerläebden dr Wender net.<br />

„Ez sein ech et leid, bet däen verdammde Fesche“ saade dr<br />

Babba. Datt Wasser wuer aus dr Mesde gelooße un de Firma<br />

Theis koom berm Lastwaache un kibbde se voll Äär. Blume<br />

wuern geplanzd un dr bloe Rand, dä ringsrem rausluggde,<br />

sooch wunnerschie aus. Mei Ellern schdunne fier dr Mesde<br />

un beluggden sich äär Werk. Un dr Babba saade: „So, Olga, ez<br />

hoa mr endlich Rooh un hoa e schie Gaardche – loon vorn ii<br />

datt Äggelche kaasde noch Pedersilje sää!“<br />

<br />

Sigrid Kobsch, Burbach<br />

Übersetzungen: Iimes = Jemand, Mesde = Misthaufen, Wenn = Wände, Wasserauer = Wasseruhr,<br />

Schdaa = Steine, feerdich = fertig, foffze = fünfzehn, Foorer = Futter, Iifäll = Einfälle Ideen,<br />

Sichdije = Süchtige, Scheeßhund = Schießhund, Wender = Winter, Gaartche = Gärtchen<br />

Wo Gesundheit.<br />

beginnt.<br />

Professionelle Wundversorgung<br />

mitten in Siegen.<br />

Unser Team aus qualifizierten Wundtherapeuten und Ärzten<br />

ist spezialisiert auf chronische Wunden. Allen Wundpatienten<br />

bieten wir eine gezielte Rundumversorgung.<br />

Wundzentrum Südwestfalen<br />

Wartburgstraße 4<br />

57078 Siegen<br />

E-Mail: info@wz-sw.de<br />

Telefon: 0271 77 006 044<br />

www.wundzentrum-suedwestfalen.de<br />

Liebe, Sonne, Hut on Blom<br />

doadrus sall mr wat dechde,<br />

min Frou säd nur: „Wat sall dä Quatsch,<br />

best Du da noch ganz dechde?<br />

Bi zoveel Sonn’, dat es bekannt,<br />

ech sä Dir dat net gern,<br />

häd mr ganz schwing de Hut verbrannt,<br />

wenn’t schlömm kömmt och dt Hern.<br />

Us Mitleid, örrer och us Liebe<br />

schenke ech Dir en Blom,<br />

on zünde da en Kerze a,<br />

wenn’t si moß och e Rom.”<br />

Bruno Steuber, Littfeld<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 35


Mundart<br />

Sue Schottln *<br />

Wichels „Fernsehbild“.<br />

Us Dande Hedwich wuur nur Wichel genannt. Die Ellern<br />

woarn alt un die älste Schwester krank. Dr Jong,<br />

dr Walder, wat spärer mei Vatter woar, musste sei<br />

Lehrlingsgöld dehaam abgea. Dt Wichel hatte naud geliert,<br />

et mussde dehaam hölfe. Eijentlich woar dat schoa, weil all<br />

Könner voam Oppa Robert ziemlich goot ie dr Schual woarn.<br />

Abber sue woar et dumoals, de Jonge durften off de Schual<br />

goah oar mussten n Lehre maache un Göld verdien, de Maarercher<br />

net, die mussten dehaam hölfe. Off de Schual ze goah<br />

woar jo ze däar Zeit och noch taier. Beim Wichel hatte sich n<br />

Reflex ausgebillt: Wenn et dehaam oat Spöln ging, da kritte<br />

ött a dringendes Bederfnis. Mir hatten kaa Toilette im Haus,<br />

also ging dt Wichel off de Abtritt im Schoppe. Dä woar oam<br />

annern Enn voam Haus. Doa soaß ött, loas Heftcher oar woar<br />

oam Fernseh‘n. Wie dat? Ja, ött ließ bei dr Sitzung de Dür<br />

offstoah. Sue luckte ött bis noah Spenglersch. Ött woar off die<br />

Oart oam Fernsehn ganz uahne Abberat, Unitymedia oar Satelitteschottel.<br />

Ech glaabe, „Satelitteschottel“ gerret im Platt<br />

noch net. Dat Woard süll ech mir vielleicht padentiern loaße.<br />

N anner Schottel hatte dt Lepper Lina, dat us gärübber<br />

woahnte un de zwaite Frau voam Patte Ewald woar. Dat<br />

hatte en Saloatschottel, wu ött ömmer de Saloat dönn oamachte.<br />

Sai hattn direkt noa dm Kreech Iequatierung. Die<br />

Lei lianten sich enn Daach die Schottel voam Lina aus.<br />

Wie dt Lina abber doabai luckte, hatte dä Maa sei Feeße<br />

doa dönn un woar die oam wesche. Dat öss joa ierscht<br />

durchaus lobenswert un net schlömm, wenn dä da railije<br />

Feße hatte. Fier t Lina woar et n Katastrophe. Et Lina woar<br />

schwäar bias un noahm sai Schottel direkt wörrer bött. Ab<br />

sofort stunn die nur noch<br />

im Goarde als Tränke fier<br />

de Hiehner. Saloat wuur<br />

nemmier doa dönn oagemaacht.<br />

Et get joa och noch<br />

annern Schotteln: Wenn<br />

de net pariertest, da kritteste<br />

och schue moa e<br />

poar „ömm de Schottel“.<br />

Bei Veranstaltunge gerret<br />

vielleicht n Schottelbus,<br />

wenn et doa net<br />

genooch Parkplätze gett,<br />

odr n Autofirma hee hat<br />

e „Kundenschottel“-Auto.<br />

Et goaf och n Zeitlang<br />

voa dr NASA a Space-<br />

Shuttle, off Platt „Raumschottel“,<br />

für de Astronaute.<br />

Raumschottel! Da<br />

fällt mir ie, dat kaa mr och<br />

ganz annerschtes verstoah. Ech muss doafier a bessche aushoaln:<br />

Saa mr moa, ech hätte drhaam Dorscht. Da goahn<br />

ech oa de Kicheschrank, kreje mir a Gloas un stelln dat off<br />

de Oarichte. Ech drähn mich noa dm Kihlschrank, maache<br />

die Kihlschranksdür off un hoal n Flesche raus. Ech wöll<br />

mr joa wat ausgeeße. Anschließend drähn ech mich wörrer<br />

noa meinem Gloas - wat da etz? Mei Gloas öss fort! Deiter<br />

noch emoa! Wie ech sue doa drübber oam simmeliern sei,<br />

saan ech gää t Ute: „Wu öss da mei Gloas?“ Eijentlich hätte<br />

ech wösse musse! Da trett abber suewat voa dm Ute sei<br />

„Turbo-Zung“ ie Aktion: „Ulrrich Karl Gerhard! (Wenn<br />

et ‘Ulrrich‘ saat, werret schue kritisch. Wenn ött abber all<br />

mei Vürnoame zidiert, da goahn ech besser ie Deckung!)<br />

Ulrrich Karrl Gerharrd, das habe ich grrade weggerräumt.<br />

Das ist in der Spülmaschine. Das hast du davon, wenn du<br />

immer alles stehen<br />

und liegen lässt!“<br />

Sieht r, dat öss<br />

n „Raumschottel“!<br />

Sue Raumschotteln<br />

gerret och. Däan ähr<br />

„Space“ öss dt Haus!<br />

Deasweje öss dt Ute<br />

hee näabe als Beispill<br />

och oabgelichtet. Dat<br />

hat ött etz doavoa!<br />

Ulrich Schöllchen,<br />

Burbach<br />

*verschieden Schüsseln<br />

36 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Unterhaltung<br />

Traum von Schumi<br />

Bild: Wikimedia Commons<br />

Auf dem Weg zum Zahnarzt zockele ich vor vielen<br />

Jahren wieder einmal durch eine 30er-Zone. Hinter<br />

mir schleicht ein junger Mann in seinem fahrbaren<br />

Untersatz. Ich sehe, wie er nervös hinter seinem Lenkrad<br />

herumzappelt. Er muss wohl zur Arbeit, denke ich, und<br />

dass er wohl schon spät dran ist. „Er hupt ja gar nicht“, fällt<br />

mir auf, mein Ärger schwindet. Da plötzlich holt er eng auf<br />

und fährt bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit neben<br />

mein Auto, kurbelt die Scheibe herunter und schimpft<br />

zu mir herüber: „Na, Sie haben Ihren Führerschein wohl<br />

auch noch nicht lange?“ Ich bin platt! Das mir, die ihren<br />

„Lappen“ schon fast 50 Jahre besitzt und ihn auch ständig<br />

nutzt – und das sogar fast unfallfrei! Mein Einwand, dass<br />

ich nicht „Schumi“ sei und die Friedrichstraße nicht der<br />

Nürburgring, winkt er mit einer unanständigen Geste verächtlich<br />

ab und rast fix weiter.<br />

Ich kann den jungen Mann aber gut verstehen. Auch<br />

ich fahre gerne zügig. Und es hat mich viel Lehrgeld<br />

gekostet, bis ich gelernt hatte, nur die vorgeschriebenen<br />

Geschwindigkeiten zu fahren. 30 km/h sind 30 km/h und<br />

nicht etwa 36 oder gar 38 km/h. Die zahlreichen Knöllchen<br />

taten jedes Mal im Portemonnaie weh. Wie viele<br />

leckere Naschereien hätte ich mir dafür kaufen können!<br />

Die sind zwar auch verboten, führen zu Röllchen, machen<br />

aber gute Laune. Nun zockele ich vorschriftsmäßig<br />

gemächlich durch die 30er-Zonen und betrachte schöne<br />

Hausfassaden und im Sommer die liebevoll bepflanzten<br />

Vorgärten. Auch halte ich mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung<br />

außerhalb geschlossener Ortschaften und<br />

fahre auf den Autobahnen umweltbewusst nicht schneller<br />

als 130 km/h. Manchmal aber träume ich davon, einmal<br />

Schumi zu sein, und dann drücke ich, ganz verwegen,<br />

mal so richtig auf die „Tube“. Erna Homolla<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 37


Ja, ich trau mich was …<br />

Ja, ich trau mich was …<br />

… und geh noch einmal auf große Fahrt<br />

Wir saßen wieder einmal zusammen und erinnerten<br />

uns an einen gemeinsamen Urlaub, den wir<br />

beide, meine Freundin und ich, als einen unserer<br />

schönsten erlebt hatten, wenn nicht sogar den schönsten<br />

überhaupt: mit den Hurtigruten zum Nordkap. Das war<br />

Ende Februar/Anfang März 2010, Norwegen lag noch im tiefen<br />

Schnee, aber die Tage wurden schon wieder hell. Es war<br />

ein Traum! Die meiste Zeit haben wir auf dem „Sonnendeck“<br />

des Schiffes verbracht und immer nur geschaut und geschaut.<br />

Um diese Zeit fahren die Postschiffe nicht in die Fjorde. Mitreisende<br />

erzählten uns begeistert von den Sommerfahrten. Ja,<br />

das wäre großartig, die jetzt verschneite Landschaft und auch<br />

die Fjorde im Sommer zu sehen ... nun 14 Jahre später, stieg<br />

dieser Gedanke wieder hoch: Wollten wir nicht auch mal<br />

im Sommer fahren? Ich bin inzwischen 83 Jahre alt und<br />

nicht mehr ganz fit. Meine Freundin ist erst Mitte 70 und<br />

wesentlich besser drauf. Wenn wir uns diesen Herzenswunsch<br />

also auch noch erfüllen wollen, dann jetzt oder nie.<br />

Viel Geld haben wir beide nicht, aber was soll’s, das wird<br />

uns nicht hindern.<br />

Wenn wir noch günstige Plätze erwischen wollen, müssen<br />

wir uns beeilen. Wenige Tage später sitzen wir im Reisebüro.<br />

Unsere erste Reise mit den Hurtigruten zum Nordkap<br />

vor 14 Jahren war eine organisierte Gruppenfahrt. Da wurden<br />

wir ab Siegen mit dem Bus zum Flughafen befördert<br />

und waren die ganze Zeit in der Obhut unseres Reiseleiters.<br />

Alles war damals durchorganisiert, jetzt sind wir auf uns<br />

selbst gestellt.<br />

Im Reisebüro: Wir äußern unsere Wünsche. Meine<br />

Freundin möchte gerne möglichst direkt zur Mittsommernacht<br />

fahren. Das wird sicher schwierig, denn das wollen<br />

viele Leute. Selbstverständlich brauchen wir Einzelkabinen<br />

und die bitte auch nicht an der Schiffsladeseite, wie beim<br />

letzten Mal. Unsere Ansprechpartnerin im Reisebüro fängt<br />

an zu blättern und zu rechnen. Bei der Erfüllung all unserer<br />

Wünsche und der kompletten Schiffsreise von Bergen nach<br />

Kirkenes und wieder zurück, inclusive Flug, kostet das ganze<br />

Vergnügen über 8.000 €. Pro Nase!!! – Wir sehen uns an:<br />

Damit ist unser Traum gestorben, keine Frage. „Das geht<br />

aber auch günstiger“, macht uns die Dame vom Reisebüro<br />

Mut, „schauen wir doch mal, was noch geht.“<br />

Erster radikaler Einschnitt: Die Zeit. Wenn wir früher<br />

fahren, wird es wesentlich günstiger, und im Mai haben<br />

wir auch fast schon 24 Stunden Sonne.<br />

Zweiter Einschnitt: Die Einzelkabinen werden zur Doppelkabine.<br />

Da müssen wir durch, auch das hilft beim Preis,<br />

aber insgesamt immer noch nicht genug. Da gibt es noch<br />

die Möglichkeit, nur die Hälfte der Strecke mit den Hurtigruten<br />

zu fahren und von Kirkenes aus wieder zurückzufliegen.<br />

Ein gewaltiger Preisunterschied. Wir schauen uns an:<br />

Das ist die Lösung! Die Tour die norwegische Küste hoch,<br />

vorbei an den Lofoten, um das Nordkap herum bis nach<br />

Kirkenes, das reicht doch auch. So sind wir zwar nur sechs<br />

Tage unterwegs, aber nehmen alle Sehenswürdigkeiten dieser<br />

Tour mit. Wir haben den Preis um mehr als die Hälfte<br />

gekürzt, die Zeit allerdings auch, egal, das machen wir!<br />

Ja, ich trau mich was! Diesmal wird sich unsere Hurtigruten<br />

Reise etwas anders gestalten als vor 14 Jahren, für mich<br />

entsprechend meiner Einschränkungen eher „easy going“.<br />

Ich brauche zum Laufen meine Wanderstöcke, die<br />

müssen unbedingt mit. Gott sei Dank erkundige ich mich<br />

rechtzeitig: Nein, ich kann sie auf dem Flug nicht benutzen,<br />

sie dürfen nicht mit ins Handgepäck. Da sie Spitzen<br />

haben, gelten sie als potentielle Waffe, also müssen sie in<br />

den Koffer. Aber selbst im zusammengeschobenen Zustand<br />

passen sie nicht in meinen Koffer, auch nicht in den<br />

nächstgrößeren, was tun? Ich binde die Stöcke mit Gurten<br />

außen am Koffer fest und hoffe, dass das gut geht. So darf<br />

ich den Koffer in Frankfurt aber nicht normal aufgeben,<br />

muss an einen Sonderschalter der Lufthansa.<br />

Bergen, Flughafen. Mit Spannung warten wir auf unsere<br />

Koffer, kommen die Stöcke mit? Ja, leicht verrutscht,<br />

38 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Reisen<br />

aber immer noch fest am Koffer, landet dieser samt Stöcken<br />

auf dem Band, große Erleichterung!<br />

Jetzt gilt es, den richtigen Bus zum Hafen zu finden,<br />

wie er in unseren Papieren angegeben ist. Der erste Bus,<br />

bei dem wir nachfragen, fährt zum Hurtigruten-Anleger,<br />

den nehmen wir. Während der Fahrt stellt sich heraus,<br />

dass wir einen Linienbus erwischt haben, der uns auf eine<br />

Stadtrundfahrt durch ganz Bergen mitnimmt. Na super,<br />

aber wir haben ja noch viel Zeit, bis unser Schiff ablegt.<br />

Gönnen wir uns also eine Stadtrundfahrt.<br />

Endlich haben wir unser Schiff, die Nordnorge, geentert<br />

und stechen in See! Natürlich haben wir den Begrüßungssekt<br />

genossen und unsere Doppelkabine bereits in Beschlag<br />

genommen. Sie ist völlig ausgefüllt von einem riesigen Doppelbett,<br />

leider mit nur einer durchgehenden Matratze, aber<br />

zwei riesigen Bettdecken. Wir sind beide gespannt auf unsere<br />

erste Nacht auf dieser Matratze! Das kleine Duschbad<br />

macht mich auch neugierig: wie das wohl gehen wird. Aber<br />

alles geht besser als vermutet. Die Matratze ist wunderbar,<br />

wir merken kaum die Bewegungen der anderen. Das Wasser<br />

der Dusche ist warm, und obwohl sie so klein ist, es läuft<br />

nichts über. Das kleine Bad hat Fußbodenheizung, und so<br />

ist im Nu alles wieder trocken! Alles ist sehr gut durchdacht,<br />

wenn auch richtig eng.<br />

Nach dem Abendessen mit netten Tischnachbarn sitzen<br />

wir vor den großen Panoramafenstern am Bug des Schiffes<br />

und beobachten die Abendsonne. Sie geht tatsächlich noch<br />

kurz unter, nur ihr roter Schein bleibt leuchtend am Horizont<br />

stehen. Wir sind gespannt auf die Nacht.<br />

Wie nach dem langen Sitzen während der Reise zu erwarten<br />

war, treiben mich während der Nacht immer wieder<br />

heftige Krämpfe aus dem Bett. Draußen ist es die ganze<br />

Zeit taghell! Durch den Spalt unter der Verdunkelung<br />

scheint die Sonne, mitten in der Nacht.<br />

Der zweite Tag: Unser erster Ausflug ist angesagt. Es<br />

geht mit einem kleineren Schiff durch den „stillen“ Hörundfjorden<br />

nach Aalesund. Der Fjord ist wunderschön. Die Berge<br />

zu beiden Seiten des Wassers sind beeindruckend hoch,<br />

die Kuppen mit Schnee bedeckt. Würde nur die versprochene<br />

Stille nicht permanent gestört durch den lauten Dauervortrag<br />

des Reiseführers in Englisch, Deutsch und Französisch.<br />

Das ist heftig, wir hatten uns auf eine meditative stille Tour<br />

gefreut. Dieser Ausflug sollte nicht als „Silent Tour“ angeboten<br />

werden. Mir steckt der lange Reisetag gestern noch<br />

in den Knochen. Die Beine sind schwer, die Kniegelenke<br />

schmerzen und der Rücken vom häufig langen Stehen auch.<br />

Ich muss aufpassen, dass ich mir nicht die Freude an all dem<br />

Schönen selbst schmälere, indem ich meinen Wehwehchen<br />

zu viel Aufmerksamkeit schenke.<br />

Der dritte Tag: Nächster Stopp ist Trondheim. Die angebotene<br />

Tour durch die Stadt sparen wir uns, wir kennen sie<br />

schon. Mit dem Taxi geht’s ins Zentrum, zu weit für mich,<br />

um hinzulaufen. Keine wirklich gute Idee, denn ohne mich<br />

mit meiner eingeschränkten Mobilität hätte meine Freundin<br />

die Stadt alleine gut fußläufig erkunden können, für uns<br />

Beide also unbefriedigend. Ab jetzt werden wir auch getrennt<br />

Dinge unternehmen, so, wie es den eigenen Vorstellungen,<br />

Wünschen und Möglichkeiten entspricht.<br />

Ich gestehe, ich vermisse in Trondheim noch etwas den<br />

Winterzauber unserer ersten Reise. Es funktioniert leider<br />

nicht, erlebte traumhaft schöne Reisen zu wiederholen<br />

oder gar toppen zu wollen.<br />

Aber wir genießen: das schöne Wetter, die wunderbaren<br />

Buffets am Morgen, Mittag und manchmal auch am Abend.<br />

Aber unschlagbar ist das Menü am Abend. Unser größter<br />

Genuss ist die traumhaft schöne Landschaft um uns herum,<br />

die Berge, die wie kunstvolle Skulpturen direkt aus dem<br />

Wasser hoch hinauf ragen. Und dann das Wasser mit seinen<br />

ständig wechselnden Bewegungsmustern, an all dem können<br />

wir uns nicht satt sehen.<br />

An unserem vierten Reisetag hat meine Freundin für sich<br />

das Angebot einer Wanderung bei Bodö gebucht. Wie gerne<br />

wäre ich da mitgelaufen, aber vorbei ist vorbei. Die Stadt<br />

Bodö wurde von den Deutschen komplett zerstört, deshalb<br />

gibt es dort keine alte City mehr zu bewundern. Die Attraktion<br />

ist hier „Die wildesten Gezeitenströmungen der Welt“.<br />

Ich entschließe mich, an einer Busfahrt dorthin teilzunehmen.<br />

Auch da muss ich ein Stück weit laufen und merke, wie langsam<br />

ich inzwischen geworden bin und wie mühsam es sein<br />

kann, mit den anderen Schritt zu halten.<br />

Zurück auf unserem Schiff, wir haben unsere Alleingänge<br />

sehr genossen. Geht doch! Eine Erfahrung mehr.<br />

Natürlich können wir die Lofoten nicht rechts liegen<br />

lassen, wenn wir schon mal im Nordmeer sind. Zwei Stunden<br />

Busfahrt durch eine eigenartig schöne Landschaft mit<br />

ihren malerischen Fischerdörfern, eine ganz besondere<br />

Atmosphäre. Leider ist der Himmel bedeckt und es regnet.<br />

„Nein“ sagt unser Guide, „es regnet nicht, die Sonne<br />

schwitzt! Sie hat in den letzten Tagen so hart gearbeitet,<br />

deshalb schwitzt sie jetzt so.“ Netter Gedanke.<br />

Am Abend des vierten Tages steht die Fahrt in den<br />

Trollfjord auf dem Programm. Ob wir wirklich in den engen<br />

Fjord hineinfahren werden, entscheidet der Kapitän<br />

nach Wetterlage. Großes Glück: Wir fahren in den Fjord<br />

ein! Ein ganz besonderes Erlebnis.<br />

Fünfter Tag: Unser nächster Halt ist Tromsö, die Hauptstadt<br />

des Polarkreises. Auch diesmal gab es beim Überqueren<br />

des Polarkreises eine Polartaufe. Die haben wir uns aber geschenkt<br />

und trotzdem eine Urkunde bekommen, die zweite.<br />

Es wurde uns vorangekündigt, dass das Wetter umschlagen<br />

würde. Jetzt erleben wir typisches Nordmeerwetter.<br />

Das gehört einfach dazu. In der kommenden Nacht wird<br />

es unruhig, vorsorglich werden uns Tabletten gegen Reisekrankheit<br />

angeboten. Wir sind gespannt und besorgen<br />

uns welche. Mir geht es gut, aber meine Freundin leidet an<br />

Übelkeit. Die Tablette hilft nicht wirklich, aber „Trick 17“:<br />

sie legt sich mit dem Kopf ans Fußende des Bettes und<br />

damit in Fahrtrichtung, gute Lösung.<br />

Unser letzter Tag auf der Nordnorge ist gekommen. Wir<br />

fahren mit dem Bus zum Nordkap. Das Wetter ist sehr <br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 39


Reisen<br />

gemischt. Gelegentlich passiert<br />

es wohl, dass die Straße zum Kap<br />

gesperrt werden muss, z.B. bei<br />

starkem Sturm. Wir haben freie<br />

Fahrt. Heute weht ein sehr starker,<br />

böiger Wind, mal reißen auch die<br />

Wolken auf, mal schwitzt die Sonne<br />

wieder und es wird nass. Wir<br />

werden vor dem außerordentlich<br />

heftigen Wind gewarnt. Kaum aus<br />

dem Bus, merke ich, was gemeint<br />

ist: Der Wind reißt mir die Stöcke<br />

weg, dass ich sie nur mit Mühe zu<br />

Boden bringen und mich abstützen<br />

kann. Wahnsinn, diese Kraft<br />

des Windes. Wir arbeiten uns bis<br />

zur Weltkugel vor, verschwinden<br />

dann aber in dem schützenden<br />

Gebäude vor Ort und gönnen uns<br />

einen heißen Kaffee.<br />

Zurück auf der Nordnorge wird<br />

das eine kurze Nacht. Wir müssen<br />

bis 00:00 Uhr unsere Koffer fertig gepackt am Aufzug stehen<br />

haben. Heute gehen viele Passagiere in Kirkenes von<br />

Bord, einige müssen wie wir zum Flughafen. Da heißt es<br />

wieder den richtigen Bus erwischen, in dem auch unser Gepäck<br />

verstaut ist. Meine Stöcke habe ich wieder am Koffer<br />

festgezurrt. Am Flughafen Kirkenes kein Problem, er geht<br />

mit all den anderen Koffern in den Flieger. Aber ich muss<br />

jetzt wieder ohne meine Stöcke laufen. Auf dem kleinen<br />

Eismeerkirche in Tromsö.<br />

Flughafen hier ist das kaum ein<br />

Problem. In Oslo sind dann wieder<br />

weite Strecken zu bewältigen, aber<br />

wir haben drei Stunden Zeit bis<br />

zum Weiterflug.<br />

Dort warten wir dann tatsächlich<br />

sechs Stunden auf unseren Flieger,<br />

der wegen eines technischen Defektes<br />

Verspätung hatte.<br />

Wir sorgen uns, ob bei all dem<br />

Durcheinander unsere Koffer mit<br />

uns fliegen werden.Im Flieger habe<br />

ich einen Platz am Gang und kann<br />

meine Beine ausstrecken. Vielleicht<br />

gibt es so weniger Krämpfe<br />

in der Nacht. Im Frankfurter Air<br />

Port kommt auch unser Gepäck an,<br />

mit Verspätung, und meine Stöcke<br />

sind auch mitgekommen. Ein<br />

Shuttledienst bringt uns zu unserem<br />

Parkhaus. Es geht auf die letzte<br />

Etappe unserer Reise, mit dem<br />

Auto zurück nach Hause. Während der Fahrt ziehen wir<br />

kurz Bilanz. Ich frage meine Freundin, wie sie die Reise<br />

erlebt hat: „War sie für dich so traumhaft schön wie unsere<br />

erste Hurtigruten-Tour?“ Die klare Antwort ist: „Nein, sie<br />

war auch wunderschön, auch unser Miteinander, aber nicht<br />

vergleichbar mit dem Zauber der ersten Reise.“ Das haben<br />

wir also beide gleich empfunden, doch wir haben es nicht<br />

bereut, es noch einmal gewagt zu haben. Anne Alhäuser<br />

Der Nordwind reißt an unseren Kleidern.<br />

Das Nordkapp zeigt sich touristenfreundlich, nebelfrei.<br />

40 durchblick 3/<strong>2024</strong>


3/<strong>2024</strong> durchblick 41


Vom Ganges<br />

zum Himalaya<br />

Eine faszinierende Rundreise – Nepal Teil 2<br />

Bodnath-Stupa<br />

Nach unserer aufregenden Reise durch Indien im April<br />

2005 (siehe <strong>db</strong> Ausgabe 2) wagten wir uns nach<br />

Nepal mit einer atemberaubenden Fülle von Eindrücken.<br />

Unser Abenteuer begann mit einer harten Geduldsprobe:<br />

Am Flughafen von Delhi mussten wir uns durch drei<br />

Sicherheitskontrollen kämpfen. Unsere Koffer wurden gnadenlos<br />

ausgeleert und der Inhalt akribisch durchsucht. Alles<br />

wegen einem harmlosen Päckchen Streichhölzer, das sich<br />

im Koffer versteckt hatte. Ich hatte ein mulmiges Gefühl im<br />

Bauch. Was würde uns in Nepal erwarten?<br />

Doch als wir über die Ausläufer des Himalaya flogen,<br />

verblassten unsere Bedenken und machten Platz für eine<br />

atemberaubende Aussicht. In Kathmandu wurden wir von<br />

Sunil, einem kleinen Nepalesen mit strahlendem Lächeln,<br />

empfangen. Er war unser Reiseleiter. „Ich liebe Deutschland“,<br />

sagte er. „Ich habe drei Jahre in München gelebt und<br />

die ersten Er<strong>db</strong>eeren meines Lebens gegessen, sie waren<br />

Altstadt von Kathmandu.<br />

sooo lecker!“ Mit seinem perfekten Deutsch und seinen<br />

Erinnerungen an München eroberte er sofort unser Herz.<br />

Die historische Altstadt Kathmandus gleicht einem riesigen<br />

Freilicht-Museum mit Denkmälern, verzierten Häuser- und<br />

Fensterfassaden, Tempeln und Palästen. Sunil führte uns<br />

durch die engen Gassen und erklärte uns die Geschichte.<br />

Uns sollten fast so viele Höhepunkte begegnen, wie<br />

es Gipfel im Himalaya gibt. Der erste war der Besuch im<br />

Tempelpalast der amtierenden Kumari. Sie ist eine lebende<br />

Kindgöttin. Im Alter zwischen zwei und vier Jahren wird<br />

sie dazu auserwählt. Ihre Amtszeit endet mit Einsetzen der<br />

Menstruation. Wir konnten einen Blick auf sie erhaschen.<br />

Sie saß eingehüllt in einem roten Gewand am Fenster.<br />

In den bunten Gassen mit den vielen Basaren genossen<br />

wir die lebendige Atmosphäre der Stadt. Kinder kamen fröhlich<br />

auf uns zu und nahmen uns an die Hand. Auf Englisch<br />

wollten sie alles über uns wissen. Völkerverständigung pur!<br />

Die Bodnath-Stupa, das<br />

buddhistische Wahrzeichen<br />

Kathmandus, bot uns einen<br />

wunderbaren Ausblick auf<br />

die Stadt. Sie leuchtete schon<br />

von Weitem in Weiß und<br />

Gold. Unzählige Gebetsfahnen<br />

flatterten im Wind. Über<br />

der Kuppel ist ein viereckiger<br />

Sockel, auf dem sich auf allen<br />

vier Seiten die vier forschenden<br />

Augen Buddhas befinden,<br />

die in alle Himmelsrichtungen<br />

sehen. In der Stupa werden<br />

Reliquien des Kindgöttin Kumari.<br />

Buddha<br />

42 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Reisen<br />

Sadhu – Heiliger Mann.<br />

Elefantendusche im Chitwan Nationalpark.<br />

aufbewahrt. Die buddhistischen Pilger kommen von überall<br />

her und umrunden sie, 108 Mal im Uhrzeigersinn, egal wie.<br />

Wir sahen Menschen, die getragen wurden oder die auf Rollbrettern<br />

nur mit Hilfe ihrer Arme herumfuhren.<br />

Unsere Reise führte uns weiter zum Tempelkomplex<br />

Paschupatinath mit den Verbrennungsstätten. Der Geruch<br />

von Räucherstäbchen und brennendem Holz lag in<br />

der Luft, Mantras wurden gesungen. Wir begegneten den<br />

Sadhus, den heiligen Wandermönchen und Anhängern von<br />

Gott Shiva. Sie leben in Armut und ernähren sich von dem,<br />

was man ihnen gibt. Einer von ihnen saß vor den Tempeltoren,<br />

eingewickelt in ein orangefarbenes Gewand. Sein<br />

langer grauer Bart lag auf seiner Brust, neben ihm lagen<br />

Krücken. Wir gaben ihm ein Kaugummi, das er staunend<br />

annahm. Vielleicht das erste Kaugummi seines Lebens.<br />

Zum Dank segnete er uns mit einem Bindi (roten Punkt)<br />

mitten auf der Stirn. Ursprünglich trugen verheiratete<br />

Frauen diesen Bindi bis zu ihrer Witwenschaft, er sollte sie<br />

und ihren Mann schützen. Heute dient der Bindi vermehrt<br />

als Schmuckstück und wird auch von ledigen Frauen und<br />

Kindern getragen.<br />

passierte es: Der Verkehr auf der ohnehin schon verstopften<br />

Straße kam komplett zum Stillstand. Ich bekam Panik:<br />

Keine Toilette weit und breit, kein Handyempfang. Da trat<br />

unser „Copilot“, ein dreizehnjähriger Junge, in Aktion. Auf<br />

Kommando des Fahrers lief er an den Anfang des Staus,<br />

der kilometerweit entfernt sein konnte. Nach endlosen 45<br />

Minuten kam er zurück. Es war ein Unfall mit Blechschaden.<br />

Der Stau bewegte sich und wir konnten weiterfahren.<br />

Alle Strapazen waren vergessen, als wir im Nationalpark<br />

ankamen und uns auf eine Safari mit Elefanten begaben.<br />

Wir sahen Nashörner, Impalas, Sambarhirsche. Ein<br />

heimischer Königstiger hielt sich diskret im Dickicht auf<br />

und die ganze Zeit flogen bunte Schmetterlinge vor uns<br />

her. Die Überraschung die nach dem Ausflug war: Wir<br />

durften mit unseren Elefanten baden.<br />

Den nächsten Ausflug ins Elefantencamp machten<br />

wir mit einem wackeligen Einbaum. Die Flussfahrt war<br />

sehr mulmig. Sie ging nah an Krokodilen vorbei, die<br />

sich faul auf einer San<strong>db</strong>ank sonnten. Dann das Empfangskomitee<br />

im Camp – niedliche Elefantenbabys,<br />

die Angst war wie weggehweht. Elefanten jeder Altersklasse<br />

Nach diesen kulturellen Ereignissen brachen wir auf<br />

in die Natur. Der Chitwan- Nationalpark<br />

mit seiner vielfältigen<br />

Tierwelt und unberührten Natur erwartete<br />

uns. Die Fahrt dorthin war<br />

abenteuerlich. Der landesübliche<br />

Kleinbus rumpelte über eine 35<br />

kilometerlange Strecke, einspurige<br />

Schotterstrecke. Zwei Fahrzeuge<br />

passten nur mit Mühe aneinander<br />

vorbei.<br />

Ich klammerte mich an meinen<br />

Sitz, während der Bus über Schlaglöcher<br />

hüpfte. Einen Blick nach<br />

rechts machte mir große Angst,<br />

waren hier zu Hause, gesunde und kranke. <br />

dort ging es steil in die Tiefe. Dann Frau mit Bindi<br />

Gebetsfahnen<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 43


Annapurnamassiv im Himalaya.<br />

Ein weiteres Ziel war Pokhara eine malerische Stadt am<br />

Fuße des Himalaya. Der Ausblick auf die schneebedeckten<br />

Gipfel war spektakulär. Leider verhüllte der majestätische<br />

Annapurna am nächsten Tag sein Gesicht. Dicke Nebelschwaden,<br />

die über die Berge waberten, verbargen ihn vor<br />

uns. Die Bootsfahrt auf dem idyllischen Pewa-See entschädigte<br />

uns etwas dafür. Am Ufer zurück angekommen,<br />

lief uns eine fünfbeinige Kuh über den Weg! Das fünfte<br />

Bein wuchs ihr aus der Schulter. Sie soll Glück und Wohlstand<br />

bringen, für uns war es ein ungewohnter Anblick.<br />

Unsere Reise durch Nepal wäre nicht vollständig gewesen,<br />

ohne einen Besuch in der Königsstadt Patan. Die prunkvollen<br />

Paläste und Tempel berichten von der einzigartigen<br />

Kultur und Geschichte des Landes. Müde vom Aufnehmen<br />

und Verarbeiten der vielen Eindrücke und der langen Reise<br />

kehrten wir nach Hause zurück.Wir waren dankbar für die<br />

Erlebnisse und Begegnungen. Die atemberaubenden Landschaften,<br />

faszinierenden Kulturen und die herzliche Gastfreundschaft<br />

hatten uns tief beeindruckt.<br />

<br />

Ulla Schreiber<br />

Alle Fotos: Wikimedia Commons<br />

Blick auf Kathmandu.


Nur eine sanfte Brise begrüßt den Spaziergänger<br />

auf der Promenade. Der blau-graue Himmel hat<br />

die milchige Sonne verschluckt. Ein breiter, leerer<br />

Sandstrand, dahinter der Ozean, von gleicher Farbe wie<br />

der Himmel und langweilig glatt. Auf der anderen Seite<br />

ein in die Jahre gekommener Vergnügungspark mit dem<br />

Charme eines Montagmorgens.<br />

Quietschende Karussells, ratternde Loopingbahnen,<br />

ein altmodisches Riesenrad, blinkende Reklametafeln für<br />

Eis und Hotdogs, Losbuden. Im Hintergrund gesichtslose<br />

Wohnhochhäuser. Einige Kinder in den Karussells, eine<br />

Gruppe scherzender Latinos, ein Mann mit riesiger Sonnenbrille,<br />

der die Sonne sucht, vereinzelte Strandläufer,<br />

Angler auf der Pier. „Charascho!“, sie sprechen Russisch,<br />

ebenso die beiden Damen, die aufs Meer schauen.<br />

Ganz im Süden von New York, in Süd Brooklyn, reicht<br />

die Stadt direkt an den Atlantik heran. Die Glanzzeit waren<br />

die fünfziger, sechziger Jahre, als die New Yorker im Sommer<br />

aus der stickigen Stadt flohen und mit der U-Bahn für einen<br />

„Nickel“ bis dort runter fuhren, um ihre Nachmittage am Meer<br />

zu verbringen. Die Zeiten sind lange vorbei, andere Ziele sind<br />

„in“. Es kommen immer noch etliche Besucher, aber weniger<br />

Badegäste, eher Touristen, die nur einmal schauen wollen.<br />

Jetzt ist es schon September, die Badesaison ist vorbei, Stille<br />

ist eingezogen – und eine Art Melancholie.<br />

Ende des Sommers<br />

Am Strand von Coney Island.<br />

Alle Fotos: Wikimedia Commons<br />

New York, die vibrierende Metropole, ist eine Einwandererstadt.<br />

Die meisten aber sind weitergezogen ins gelobte<br />

Land der Freien. Hier an der Ostküste geblieben sind die vom<br />

Heimweh Festgehaltenen, durch den Ozean verbunden mit<br />

der alten Welt und dem fernen Mütterchen Russland. Sie haben<br />

die Heimat mitgenommen in die neue Welt und sie hier<br />

wiedergefunden. Zunehmend hört man Spanisch, vor allem<br />

aber immer noch Russisch. Das Viertel „Little Odesssa by<br />

the sea“ (Klein Odessa am Meer) ist nicht weit mit seinen<br />

russischen Geschäften und Restaurants, keine Nobellokale,<br />

Stätten des einfachen Volkes. Hier leben und träumen sie ihr<br />

osteuropäisches Leben mit einem kräftigen Schuss Amerika.<br />

Am Himmel zieht schon der Vogelzug nach Süden, kein<br />

Vogel fliegt nach Osten übers Meer, nur die Metallvögel<br />

der Airlines. Weit draußen ziehen die Schiffe, fast nur noch<br />

Frachtschiffe passieren die Verrazano-Narrows-Bridge,<br />

die Zeit der großen transatlantischen Passagierdampfer ist<br />

längst abgelaufen.<br />

Nach Osten aber schweifen die Gedanken der älteren<br />

Damen und Herren auf den Bänken an der Promenade, eine<br />

Sehnsucht, geschminkt und blondiert, nach einem Leben,<br />

das sie vielleicht gar nicht mehr kennen und das immer<br />

mehr verrinnt, nach einer Jugend, die lange vorbei ist, so<br />

wie der Sommer vorüber gegangen ist – hier am Strand von<br />

Coney Island.<br />

Johannes Utsch<br />

In die Jahre gekommener Vergnügungspark.<br />

Touristen nach einem der letzten Sommertage.<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 45


Historisches<br />

Bertha Benz, die visionäre Pionierin<br />

Ohne sie wäre die Geschichte der Mobilität<br />

Bertha Ringer 1872<br />

Die ansonsten von Männern dominierte Geschichte<br />

des Automobils kann nicht erzählt werden, ohne<br />

zumindest auch eine Frau besonders zu würdigen.<br />

Dabei handelt es sich um Cäcilie Bertha Benz, geborene<br />

Ringer, die vor 175 Jahren am 3. Mai 1849 in Pforzheim<br />

geboren wurde. Ihr Vater Karl Friedrich Ringer, der nach<br />

bestandener Meisterprüfung als Zimmermann seiner Familie<br />

ein sorgenfreies Leben ermöglichen konnte, schrieb anschließend<br />

enttäuscht in die Familienbibel: „Leider wieder<br />

ein Mädchen“. Gleichwohl ermöglichte er Bertha später den<br />

Besuch der Höheren Töchterschule in Pforzheim, was im<br />

19. Jahrhundert alles andere als selbstverständlich war. In<br />

ihrem weiteren Leben stellte seine Tochter als Pionierin des<br />

Automobils noch unter Beweis, dass eine Frau genauso wie<br />

ein Mann dazu in der Lage war, Außergewöhnliches zu leisten.<br />

Ihren späteren Ehemann Carl Benz (* 25. November 1844 in<br />

Mühlburg als Karl Friedrich Michael Vaillant; † 4. April 1929<br />

in Ladenburg) hatte die ehrgeizige, neugierige und großes Interesse<br />

an technischen Neuerungen zeigende Bertha am 27.<br />

Juni 1869 kennengelernt. Aus der am 20. Juli 1872 in Pforzheim<br />

geschlossenen Ehe gingen fünf Kinder hervor.<br />

Foto: Wikipedia Commons<br />

Ohne Bertha Benz kein<br />

Benz-Patent-Motorwagen<br />

In den wirtschaftlich kritischen Anfangsjahren setzte Bertha<br />

noch vor der Heirat ihre Mitgift zur Rettung der ersten<br />

Firma ihres Verlobten ein und trat auch später den Zweiflern<br />

ihres Mannes immer wieder entschieden entgegen. Durch<br />

ihren unternehmerischen, technischen und insbesondere finanziellen<br />

Einsatz schuf sie die Voraussetzungen für die Erfindung<br />

des Benz-Patent-Motorwagens durch ihren Ehemann.<br />

Mit Zielstrebigkeit und Talent half sie ihm, seine Vision vom<br />

pferdelosen Wagen, angetrieben von einem Motor, zu verwirklichen.<br />

Sie unterstützte Carl Benz bei der technischen<br />

Umsetzung, steuerte eigene Ideen bei und half ihm auch immer<br />

wieder ganz praktisch. Dabei stand sie ihrem Mann an<br />

visionärer Kraft und Wagemut in nichts nach.<br />

Für den Personenverkehr auf der Straße erschien die<br />

Entwicklung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, wie<br />

sie z.B. von Carl Benz und der von ihm gegründeten Firma<br />

Benz & Cie. in Mannheim vorangetrieben wurde, sehr<br />

vielversprechend. Innovationsgeist und Durchhaltevermögen<br />

– und nicht zuletzt der fortwährende Zuspruch seiner<br />

Ehefrau Bertha Benz – hatten Carl Benz die Erfindung des<br />

Automobils ermöglicht. Als ein Beamter des Kaiserlichen<br />

Patentamts am 29. Januar 1886 seinen Stempel auf das Patent<br />

Nr. 37435 drückte, war dies die offiziell aktenkundige<br />

Geburtsstunde des Automobils. Dieses Patent war die<br />

Grundlage für den Bau des weltweit ersten Fahrzeugs mit<br />

Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung. Seit Mai<br />

2011 zählt eine Kopie dieser Patentschrift für ein „Fahrzeug<br />

mit Gasmotorenbetrieb“ aus dem Besitz der Mercedes-Benz<br />

AG zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.<br />

Die weltweit erste Fernfahrt eines Automobils<br />

von Mannheim nach Pforzheim und zurück<br />

Den Durchbruch verdankte Carl Benz aber einer genialen<br />

PR-Aktion seiner Ehefrau. Sie hatte am 5. August<br />

1888 mit ihren Söhnen, dem 15 Jahre alten Eugen und dem<br />

13 Jahre alten Richard, ohne das Wissen ihres beim frühmorgendlichen<br />

Fahrtantritt noch schlafenden Ehemanns<br />

mit dem Modell Nr. 3, einer Weiterentwicklung des Patent-<br />

Motorwagens Nr. 1, die erste Autofernfahrt in der noch<br />

jungen Automobilgeschichte unternommen. In fast 13<br />

Stunden erreichte sie dabei über die 104 km lange Strecke<br />

von Mannheim über Wiesloch, Bruchsal und Bretten ihre<br />

Heimatstadt Pforzheim und wenige Tage später auf einer<br />

14 km kürzeren Strecke wieder ihren Wohnort Mannheim.<br />

Bereits einen Monat zuvor hatte ihr Mann mit dem Wagen<br />

eine kurze öffentliche Probefahrt unternommen. Aber<br />

das Automobil fand trotz lokaler Berichterstattung nur wenig<br />

Beachtung in der Öffentlichkeit. Zu groß waren noch<br />

46 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Historisches<br />

des Automobils<br />

anders verlaufen.<br />

Foto: Wikipedia Commons<br />

Benz-Patent-Motorwagen Modell Nr. 3, 3 PS<br />

immer die Vorbehalte gegen die Idee der pferdelosen Kutsche.<br />

Durch ihre mutige Testfahrt hatte Bertha Benz aber<br />

eindrucksvoll die Praxistauglichkeit des neuen Verkehrsmittels<br />

unter Beweis gestellt.<br />

Anders als Wagen Nr. 1 besaß das dreirädrige motorisierte<br />

Fahrzeug eine zusätzliche vordere Sitzbank, sodass<br />

drei Personen bequem Platz fanden. Tatsächlich gefahren<br />

seien das Modell Nr. 3 damals aber nur er und sein Bruder,<br />

so Eugen Benz 1956 in einem Interview mit dem früheren<br />

Daimler-Benz-Archiv-Chef Friedrich Schil<strong>db</strong>erger. Eugen<br />

Benz war es auch, der während des dreitägigen Aufenthaltes<br />

in Pforzheim komplett den Fahrdienst organisierte, den<br />

viele Interessierte dort gerne nutzten.<br />

Es ist für uns heute kaum vorstellbar, welche Schwierigkeiten<br />

Bertha Benz und ihre Söhne auf dieser ersten<br />

Fernfahrt bewältigen mussten. Es gab ja zwischen den Orten<br />

keine befestigten Straßen im heutigen Sinne. Überland<br />

gab es nur Feldwege, die oft zwei tiefe Furchen von den<br />

Rädern der Pferdekutschen aufwiesen, wobei das vordere<br />

Rad des dreirädrigen Motorwagens über die von den Hufen<br />

der Pferde zertretene Grasnarbe holperte. In den Städten<br />

war die Situation etwas besser, denn dort waren die<br />

wichtigsten Straßen meist gepflastert.<br />

Heute gibt es neben ausgebauten Straßen Verkehrsschilder,<br />

Straßenkarten und Navigationsgeräte. Was fand Bertha Benz<br />

vor? Nichts dergleichen! Fernstrecken wurden zu jener Zeit<br />

nämlich bevorzugt mit der Eisenbahn bewältigt. Und genau<br />

dies war die Lösung für die unerschrockene Bertha Benz. Sie<br />

fuhr mit ihrem Automobil möglichst entlang der Eisenbahnlinie,<br />

und vermied es so, sich andauernd zu verfahren.<br />

Unterwegs zwang die Notwendigkeit, Wasser für die<br />

Motorkühlung nachzufüllen, zu unzähligen Stopps. Bertha<br />

Benz, die sich schon in ihrer Jugend für Technik interessiert<br />

hatte, verfügte mittlerweile über großes techni- <br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 47


Historisches<br />

Carl und Bertha Benz auf der Rückbank eines Benz „Victoria“ 1893,<br />

dem ersten Auto mit Achsschenkellenkung.Vorne ihre Tochter Klara<br />

und Fritz Held (Mercedes Benz Archive, Archivnummer H3072).<br />

sches Geschick, was sie während der Fahrt auch mehrmals<br />

unter Beweis stellen musste. Hatte sich die Kette gedehnt<br />

und übersprang jetzt gelegentlich deutlich hörbar einzelne<br />

Zähne der Zahnräder, fuhr man eben in Bruchsal zum<br />

Schmied, der die Kette wieder richtete.<br />

Zwei schlimme Pannen ereilten die drei aber auf offener<br />

Strecke, so dass mit „Bordmitteln“ repariert werden<br />

musste. Diese beiden eher dramatischen Situationen beschrieb<br />

Bertha Benz später souverän so: „Das eine Mal<br />

war die Benzinleitung verstopft - da hat meine Hutnadel<br />

geholfen. Das andere Mal war die Zündung entzwei. Das<br />

habe ich mit meinem Strumpfband repariert.“<br />

Da es damals noch keine Tankstellen gab, musste das von<br />

Carl Benz verwendete Leichtbenzin Ligroin, das damals als<br />

Reinigungsmittel angeboten wurde, in an der Wegstrecke<br />

gelegenen Apotheken gekauft werden. Der Vergaser fasste<br />

hiervon 4,5 Liter, einen Benzintank hatte das Fahrzeug nicht.<br />

Eine Plakette erinnert noch heute an der Stadt-Apotheke in<br />

Wiesloch, wo die Testfahrer bei Apotheker Willi Ockel erstmals<br />

Nachschub erhielten, an die „erste Tankstelle der Welt“.<br />

„Fahrt nach Pforzheim gelungen – Wir sind bei der Oma<br />

angekommen.“ Dieses Telegramm erhielt Carl Benz von seiner<br />

Frau, nachdem ihr mit den beiden Söhnen die erste Fernfahrt<br />

mit einem Automobil gelungen war. Auf der Rückfahrt<br />

musste das Gefährt dann wegen der ständigen Berg- und<br />

Talfahrt zwischen Pforzheim und Bauschlott (heute Gemeinde<br />

Neulingen) erneut zur Reparatur. In Bauschlott war<br />

es der Schuhmacher Karl Britsch, der der mutigen Dame vor<br />

dem Gasthaus „Adler“ das Leder auf die abgenutzten Holzbremsklötze<br />

ihres Fahrzeugs nagelte, nachdem der Wagen<br />

vorher mehrmals geschoben werden musste. So wurden bei<br />

dieser Gelegenheit die Bremsbeläge erfunden.<br />

Die nächsten Fortschritte<br />

bei der Entwicklung des Automobils<br />

Vom Patent-Motorwagens Nr. 3 wurden anschließend ca.<br />

25 Exemplare verkauft. Carl Benz gelang mit der von ihm<br />

erfundenen und 1893 zum Patent anmeldeten<br />

Achsschenkellenkung ein weiterer entscheidender<br />

technischer Durchbruch, der das Problem der<br />

Lenkung von vierrädrigen Fahrzeugen löste. Der<br />

Benz Patent-Motorwagen „Victoria“ war das<br />

erste hiermit ausgestattete Fahrzeug. Ein 1894<br />

entstandenes Foto zeigt Carl und Bertha Benz<br />

auf der Rückbank eines solchen Benz „Victoria“<br />

1893 „Vis-à-Vis“. Vorne sitzen ihr drittes Kind,<br />

die 1877 geborene Tochter Klara, und Fritz Held.<br />

Der 1894 auf den Markt gebrachte Benz<br />

„Velo“ wurde als weltweit erstes Serienautomobil<br />

zu einem großen kommerziellen Erfolg. Ihm<br />

sollten ein motorbetriebener Omnibus und ein<br />

Lkw folgen.<br />

Würdigungen der Verdienste<br />

von Bertha Benz<br />

Bertha Benz begleitete diese Entwicklung<br />

und überlebte ihren Ehemann um 15 Jahre. An ihrem 95.<br />

Geburtstag verlieh die Technische Universität Karlsruhe<br />

Bertha Benz die Ehrendoktorwürde. Zwei Tage später ist<br />

sie am 5. Mai 1944 in Ladenburg, dem Sitz des Unternehmens<br />

C. Benz Söhne, verstorben. Seit 2008 erinnert die<br />

194 km lange „Bertha-Benz-Memorial-Route“ als Touristik-<br />

bzw. Ferienstraße mit kulturhistorischem Hintergrund<br />

an die Probefahrt des Patent-Motorwagens Nr. 3. Im Gedenken<br />

an die Pionierleistungen von Bertha Benz verlieh<br />

die „Daimler und Benz Stiftung“ im Juli 2009 zum ersten<br />

Mal den mit 10.000 Euro dotierten und seitdem jährlich<br />

vergebenen „Bertha Benz-Preis“, mit dem die herausragende<br />

Dissertation einer Ingenieurin ausgezeichnet wird. Am<br />

23. Mai 2011 hatte die deutsche Fernseh-Biografie „Carl &<br />

Bertha“ mit Felicitas Woll in der weiblichen Hauptrolle im<br />

ersten Programm der ARD ihre Premiere.<br />

Im Jahr 2016 wurde 32 Jahre nach Carl Benz endlich<br />

auch Bertha Benz als seine visionäre Geschäftspartnerin<br />

sowie für den Nachweis der Straßentauglichkeit seiner Erfindung<br />

in der Autostadt Detroit in die „Automotive Hall<br />

of Fame“ aufgenommen.<br />

Zum 175. Geburtstag am 2. Mai <strong>2024</strong>, wurde Bertha<br />

Benz vom hierfür zuständigen Bundesministerium der Finanzen<br />

durch die Herausgabe einer deutschen Sonderbriefmarke<br />

geehrt.<br />

Wilfried Lerchstein<br />

48 durchblick 3/<strong>2024</strong><br />

Foto: Wikipedia Commons


3/<strong>2024</strong> durchblick 49


Gedächtnis-tra<br />

Apfelernte – Kisten packen<br />

Die Apfelernte startet, dazu werden die Äpfel in Kisten gelagert. In jede Kiste passen 123 Äpfel.<br />

An jeder Kiste steht die Anzahl der Äpfel, die sich darin befinden: Berechnen Sie - möglichst<br />

im Kopf - wie viele Äpfel noch dazu gelegt werden können. Trainingsziel: Konzentration<br />

A<br />

B<br />

C<br />

D<br />

79<br />

97<br />

21<br />

37<br />

E<br />

F<br />

G<br />

H<br />

42<br />

90<br />

51<br />

68<br />

Was sehen Sie hier?<br />

Kind mit ....?<br />

Märchen<br />

Welches Märchen wird gesucht?<br />

Entscheiden Sie mithilfe der<br />

Stichpunkte, um welches<br />

Märchen es sich handelt!<br />

1. Korb, Großmutter, Blumen, Wolf<br />

2. Äpfel, Brot, Kissen, Schnee<br />

3. Kugel, verloren, grün, Verwandlung<br />

4. arm, Hemd, Mädchen, Taler<br />

5. schwanger, Heißhunger, Turm, Haare<br />

6. Linsen, Tauben, Bäumchen, Schuh<br />

7. Stroh, Müller, Kind, Name<br />

8. Spindel, Fee, schlafen, Dornen<br />

9. Arbeit, Lohn, Tausch, Zufriedenheit<br />

10. böser Zwerg, Bär, Prinz, heiraten<br />

Trainingsziel: Urteilsfähigkeit<br />

50 durchblick 3/<strong>2024</strong>


ining<br />

Lösungen Seite 82<br />

Berufe im Sprichwort<br />

Welche Berufe müssen eingesetzt werden,<br />

damit die Sprichworte vollständig werden?<br />

1. Auf Rappen.<br />

2. Aus dem sein.<br />

3. Den Bock zum machen.<br />

4. Einen gefrühstückt haben.<br />

5. Hunger ist der beste .<br />

6. Wer nichts wird, wird .<br />

7. Viele verderben den Brei.<br />

8. Es sind nicht alle , die das Horn gut blasen.<br />

9. Jeder lobt seine Ware.<br />

10. , bleib bei deinen Leisten.<br />

Trainingsziele: Urteilsfähigkeit, Fantasie, Kreativität<br />

Bahnfahrten<br />

Finden Sie so viele Wörter wie möglich, worin<br />

das Wort „Bahn“ vorkommt und schreiben<br />

Sie es auf ein Blatt Papier!<br />

z.B. Bahnrekord = (Bahn vorne) oder<br />

Achterbahn = (Bahn hinten).<br />

Trainingsziel: Wortfindung<br />

Die Übungen wurden<br />

zusammengestellt von:<br />

Gedächtnistrainerin<br />

Bernadette von Plettenberg<br />

Mitglied im Bundesverband<br />

Gedächtnistraining e.V.<br />

02732 / 590420<br />

bernadette@plettenberg-struwe.de<br />

Gedächtnistrainingskurse auf Anfrage<br />

Hintergrundfoto: Pixabay<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 51


Gesellschaft<br />

Umzug ins Pflegeheim<br />

Eine Entscheidung, die unser Leben erleichtert<br />

Seit zwei Jahren leben mein Mann und ich in einem<br />

Altenheim in Siegen. Ich war zuhause gestürzt und<br />

weil eine Versorgung dort nicht möglich war, kam<br />

ich zunächst in eine Kurzzeitpflege. Mit meinem Mann<br />

und unserer Tochter, die mich regelmäßig besucht haben,<br />

sprachen wir natürlich eingehend über die veränderte Situation.<br />

Ich kam zu dem Entschluss, im Heim zu bleiben.<br />

Mein Mann wollte so schnell wie möglich nachkommen.<br />

Nach etwa zwei Monaten wurde ein Zimmer frei, mein<br />

Mann zog ein und so sind wir weiterhin zusammen.<br />

Zur Grundausstattung gehört ein Pflegebett mit einem<br />

Beistellschränkchen, einem geräumigen Kleiderschrank,<br />

einer Kommode sowie einem Tisch mit Sitzgelegenheiten.<br />

Direkt anschließend ist ein geräumiges barrierefreies<br />

Duschbad. Es ist möglich, eigene Möbel mitzubringen.<br />

Ich habe ein Regal für Bücher und einen kleinen Vitrinenschrank<br />

aufgestellt, mein Mann und ich haben auch unsere<br />

elektrischen Fernsehsessel von zuhause mitgenommen.<br />

Bild: Wikimedia Commons<br />

Zu unserem Wohnbereich gehört eine geräumige Terrasse,<br />

auf der wir gerne bei gutem Wetter sitzen. Es stehen<br />

dort auch einige Terrassenstühle, aber wir nutzen unsere<br />

eigenen Liegestühle, die wir dort aufstellen durften.<br />

Der Tagesablauf sieht ungefähr so aus: Wenn ich morgens<br />

früh wach werde, steht mein Frühstück, dessen Zusammenstellung<br />

ich mit einer Mitarbeiterin festgelegt habe,<br />

schon bereit. Jederzeit ist dazu auch eine Änderung möglich.<br />

Nach dem Frühstück ist gemeinschaftliche „Zeitungsrunde“<br />

angesagt, bei der aus örtlichen Tageszeitungen vorgelesen<br />

wird. Bis zum Mittagessen besteht die Möglichkeit<br />

an Gruppenangeboten teilzunehmen. Das Mittagessen<br />

wird eine Woche vorher aus einem Speiseplan ausgesucht<br />

und ist bei uns, obwohl es aus einer Großküche kommt,<br />

abwechslungsreich und schmackhaft.<br />

Jeden Nachmittag gibt es Gebäck zum Kaffee. Montags<br />

sogar frisch gebackene Waffeln mit „allem drum und<br />

dran“. Dienstagnachmittags treffen wir uns, um bekannte<br />

Lieder zu singen oder auch neue Weisen zu erlernen. Dieses<br />

Freizeitangebot wird von besonders vielen Heimbewohnern<br />

genutzt. An den übrigen Nachmmittagen werden<br />

Bastel- und Werkkurse, Spiel- und Sportaktivitäten angeboten.<br />

Im wöchentlichen Wechsel gibt es evangelischen<br />

und katholischen Gottesdienst.<br />

Abendessen ist um 18 Uhr, eine Auswahl an Getränken,<br />

Brot-, Wurst-, und Käsesorten wird direkt am Essplatz serviert.<br />

Nach dem Abendessen kehrt Ruhe ein. Die meisten Bewohner<br />

ziehen sich in ihre Zimmer zurück.<br />

Verschiedene Ärzte halten ihre Sprechstunde regelmäßig<br />

im Heim ab, nur zu besonderen Behandlungen müssen wir<br />

in die Praxen. In diesen Fällen übernimmt eine Sozialarbeiterin<br />

die Begleitung, die dann auch die Einrichtung über die<br />

notwendigen Behandlungsmaßnahmen unterrichtet.<br />

Friseurinnen und eine mobile Fußpflege sind auch regelmäßig<br />

vor Ort. Kleinere Dinge des täglichen Bedarfs, wie<br />

Hygieneartikel und Süßigkeiten, kann man günstig im Haus<br />

erweben. Ein besonderes Erlebnis sind die mehrmals im Jahr<br />

stattfindenden Verkaufsveranstaltungen, bei denen man Kleidung<br />

und Schuhe kaufen kann. Die Wäschepflege übernimmt<br />

– bisher zuverlässig eine Wäscherei. Bei Bedarf erhalten wir<br />

Hilfe beim Waschen, Anziehen und beim Einräumen der Wäsche.<br />

Die Pflegestation hält engen Kontakt zu unserer Tochter.<br />

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es für<br />

uns kein leichter Schritt gewesen war, in ein Pflegeheim<br />

zu ziehen. Aber mein Mann und ich haben festgestellt,<br />

dass diese Entscheidung unser Leben sehr erleichtert<br />

hat. Auch sind wir sicher, im Bedarfsfall jede<br />

notwendige Hilfe schnell zu bekommen. Dieser Gedanke<br />

beruhigt uns. Auch deshalb fühlen wir uns hier wohl.<br />

<br />

Hildegard Neumann<br />

52 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Kommentar<br />

Ein neues Lied von Deutschland<br />

Mit Deutschland tun wir Deutschen uns oft schwer,<br />

wohl eingedenk der Tatsache, welches Unrecht im<br />

Namen des Deutschen Volkes angerichtet worden<br />

ist. Die Geschichte hat uns aber nach dem Scheitern der Nazi-Diktatur<br />

und der Überwindung des kalten Krieges und der<br />

Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ein neues<br />

Vaterland geschenkt, das den Werten der Aufklärung und der<br />

Menschenrechts - Charta verpflichtet ist.<br />

Auch wenn das Zusammenwachsen zwischen Ost und<br />

West selbst 31 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht<br />

abgeschlossen ist, ist dieses neue, demokratische Deutschland<br />

weltweit geachtet. Den programmatische Ansporn von<br />

Frau Merkel im Rahme der ersten<br />

Flüchtlingskrise von 2015 „Wir<br />

schaffen das!“ hat es erfüllt.<br />

Hoffmann von Fallersleben, der<br />

Dichter des Liedes der Deutschen,<br />

möge mir verzeihen, wenn mir<br />

sein Gedicht eine Form bietet, um<br />

mit meinen Worten ergänzend das<br />

Bild von einem anderen, besseren<br />

Deutschland zu entwerfen, an das ich<br />

heute mehr denn je glauben möchte<br />

und das mir Heimat sein soll! <br />

Heute von<br />

Johannes Utsch<br />

Deutschland, Deutschland, du hast alles<br />

deinen Kindern stets gewährt,<br />

Freiheit, Wohlstand, Schutz und Frieden,<br />

was zum Leben sie begehrt.<br />

Du bist reich und stark geworden,<br />

gabst den Nachbarn deine Hand.<br />

Dass du dich nicht stolz erhoben,<br />

in der Welt viel Achtung fand.<br />

Land der Dichter und der Denker,<br />

der Romantik und Vernunft.<br />

„Freude schöner Götterfunken“,<br />

stets sei deine Wiederkunft!<br />

Bist durch Barbarei geläutert,<br />

hinter dir liegt Krieg und Hass,<br />

zeig der Welt dein bessres Erbe,<br />

worauf immer noch Verlass!<br />

Einigkeit und Recht und Freiheit<br />

schufen neu das Vaterland,<br />

uns zum Segen und zum Nutzen,<br />

Brüder reichet euch die Hand!<br />

Eure Hoffnung sie beseelte,<br />

Glaubensfreiheit für die Welt,<br />

und das Menschenrecht für alle<br />

auch da, wo der Schlagbaum fällt.<br />

Deutschland, Deutschland über allen,<br />

die dem Tod entronnen sind,<br />

halte hoch der Freiheit Fackel,<br />

stellt der Nachbar sich auch blind.<br />

Handle nach den alten Werten,<br />

sei ein starkes, kluges Land!<br />

Und dann öffne deine Tore,<br />

werd‘ dem Heimat, der dich fand!<br />

Kaltfront<br />

Es roch unangenehm. Nach<br />

Angst. Sie kannte den Geruch.<br />

Die Mischung aus Schweiß<br />

und Urin.<br />

Zum ersten Mal hatte sie ihn wahrgenommen,<br />

als sie noch ein Kind war.<br />

Damals während der Landreform.*<br />

Zusammen mit ihrer Mutter hatte<br />

sie im Haus gesessen und nach<br />

draußen geblickt auf die Masse,<br />

die - bewaffnet mit den Geräten der<br />

Bauern - ihre Parolen brüllte. Bis<br />

sie aus dem Haus gezerrt wurden.<br />

Kannte den Geruch aus den Tagen<br />

des Vietnamkriegs, als er sich wie<br />

Schwefel im Bunker ausgebreitet<br />

und die Hoffnung erstickt hatte.<br />

Nun war er ihr gefolgt.<br />

Bis nach Deutschland.<br />

Sie sah aus dem Fenster, erblickte<br />

wieder eine Masse. Auch sie schrie<br />

Parolen.<br />

Aus dem Radio drang die Stimme<br />

eines Sprechers, dessen Sprache<br />

sie nicht verstand. Sie hörte nur ein<br />

Wort heraus:<br />

Kaltfront.<br />

In Erinnerung an die Opfer<br />

rechtsextremer Gewalt, hier<br />

Rostock-Lichtenhagen im<br />

August 1992.<br />

<br />

Sonja Dörr<br />

*Landreform in Nordvietnam 1953-1956<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 53


Gesellschaft<br />

Altern ist Leben<br />

Leben ist Altern<br />

Farben und Falten: alte Menschen in Deutschland.<br />

Zu allen Zeiten gab es sowohl die Verehrung der Alten als<br />

auch ihre Ablehnung. Beides wechselte in den Zeitläuften<br />

ständig hin und her und die Ablehnung geschah vor<br />

allem, wenn die ökonomischen Verhältnisse schlecht waren.<br />

Mit dem Ausdruck „Rentnerdemokratie“ beschrieb der<br />

damalige Bundespräsident Roman Herzog (1994 bis 1999)<br />

eine Zukunft, in der „die Alten die Jungen ausplündern“.<br />

Gegenwärtig tragen Begriffe wie „Rentnerschwemme“ oder<br />

„Fachkräftemangel“ dazu bei, dass die Gesamtheit der älteren<br />

Menschen als Bedrohung dargestellt wird. Viele Rentnerinnen<br />

und Rentner sehen sich daher schon für ihre bloße<br />

Existenz einem Rechtfertigungszwang ausgesetzt.<br />

Aktuell vorherrschende Altersbilder beruhen - vielfach<br />

verstärkt durch die sogenannten ‚sozialen Medien‘– noch<br />

auf der Wahrnehmung früherer Generationen und werden<br />

oft mit Krankheit und Verfall in Verbindung gebracht. Die<br />

damit empfundene Entwertung – individuell oder als Gruppenerfahrung<br />

wahrgenommen – verführt zu einem ‚Wegducken‘.<br />

Viele ältere Menschen ziehen sich zurück, haben<br />

Angst zu scheitern oder andere zu enttäuschen. In der Folge<br />

werden die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale eines<br />

Bild: Ronny Jäger<br />

großen Teils der Gesamtbevölkerung (25 bis 30 Prozent)<br />

beeinträchtigt oder gehen verloren.<br />

Es geht um ein großes Potenzial, denn in Deutschland hat<br />

sich die durchschnittliche Zeitspanne zwischen Geburt und<br />

Tod der Menschen, die Lebenserwartung, innerhalb weniger<br />

Generationen verdoppelt. Trotz altersbedingter Beeinträchtigungen<br />

und Krankheiten (überwiegend im letzten Lebensjahr):<br />

wer heute in Deutschland mit 65 in Rente geht, kann<br />

ca. 18 bzw. 22 Jahre (M/F) als ‚geschenkte Jahre‘ in neuer<br />

Freiheit gestalten. Das ist gut, aber um 1,7 bzw. 1,4 Jahre<br />

weniger als in anderen Ländern Westeuropas. Eine wesentliche<br />

Ursache liegt an verbreiteten Lebensstilen und auch an<br />

einem Verhalten, das an das Unwort des Jahres 1998 erinnert:<br />

„Sozialverträgliches Frühableben“.<br />

Was zählt wirklich?<br />

„Die Menschen sind unser Kapital“ – so lautete vor einigen<br />

Jahren ein Werbespruch der Kreisverwaltung Siegen<br />

Wittgenstein. Hier sterben zurzeit im statistischen Durchschnitt<br />

jährlich ca. 3.500 Menschen. Davon annähernd<br />

2.600 (ca. 75%) in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.<br />

Vermutlich gilt auch hier, was Pflegefachkräfte<br />

(z.B. aus der Palliativmedizin und Hospizarbeit) berichten:<br />

Es handelt sich um „fünf Dinge die Sterbende am meisten<br />

bereuen“. Unter diesem Titel, einem Bestseller, listet die<br />

Palliativpflegerin Bronnie Ware auf:<br />

•<br />

•<br />

•<br />

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, ein Leben zu<br />

führen, das mir selbst entspricht, und nicht das Leben,<br />

das andere von mir erwarten.<br />

Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.<br />

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle<br />

auszudrücken.<br />

Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in<br />

Kontakt geblieben.<br />

Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.<br />

•<br />

•<br />

Gestaltetes Alter(n)<br />

Im Grunde haben die Älteren und Alten noch keinen<br />

Platz in unserer Kultur. Und sie sollten sich auch nicht als<br />

Mitglieder einer geschlossenen Gruppe verstehen, denn<br />

keine Altersgruppe der Bevölkerung ist so vielfältig wie<br />

die im nachberuflichen Lebensalter. Aus dem Grund wurde<br />

1996 die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen<br />

e.V. (BAGSO) gegründet. Der in Bonn ansässige<br />

parteipolitisch und konfessionell unabhängige Verein ist<br />

die Dachorganisation von rund 120 Vereinen und Verbänden,<br />

die von älteren Menschen getragen werden oder die<br />

sich für die Belange Älterer engagieren. Im Mittelpunkt<br />

der Arbeit standen von Anfang an die Förderung eines differenzierteren<br />

Bildes vom Alter sowie die Verbesserung<br />

54 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Gesellschaft<br />

der Rahmenbedingungen für aktives Älterwerden und Engagement.<br />

Aber jeder Mensch altert und stirbt auf seine<br />

Weise. Es bedarf einer Haltung, eines Ziels und einer Tätigkeit,<br />

um am Lebensende feststellen zu können, „So will<br />

ich gelebt haben. Allen Widerständen zum Trotz“. Schon<br />

der griechische Philosoph Aristoteles (384 bis 322 v.Chr.)<br />

lehrte, dass nicht ein Tag oder eine kleine Zeitspanne den<br />

Menschen glücklich macht, sondern auf das Glück hin<br />

müsse man sich einüben.<br />

Unabhängig von den individuellen Möglichkeiten, ist<br />

für das so gestaltete, geglückte Leben im Alter der Zugang<br />

zu objektiven Informationen hilfreich. Diesem Ziel dient<br />

die Altenberichterstattung der Bundesregierung.<br />

Die Altenberichterstattung geht zurück auf einen Beschluss<br />

des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1994. Er<br />

gibt der Bundesregierung auf, in jeder Legislaturperiode einen<br />

Bericht zur Lebenssituation von älteren Menschen in<br />

Deutschland vorzulegen. Die bislang erschienenen Altenberichte<br />

haben zur allgemeinen Verbreitung des Wissens über<br />

das Älterwerden und die Situation älterer Menschen beigetragen.<br />

Erarbeitet werden die Berichte von unabhängigen<br />

Sachverständigenkommissionen, die mit Expertinnen und<br />

Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt werden.<br />

Bislang sind folgende<br />

Altenberichte erschienen:<br />

1993: Erster Altenbericht „Die Lebenssituation älterer<br />

Menschen in Deutschland“<br />

1998: Zweiter Altenbericht „Wohnen im Alter“<br />

2001: Dritter Altenbericht „Alter und Gesellschaft“<br />

2002: Vierter Altenbericht „Risiken, Lebensqualität<br />

und Versorgung Hochaltriger – unter<br />

Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen“<br />

2005: Fünfter Altenbericht „Potenziale des Alters in<br />

Wirtschaft und Gesellschaft – Der Beitrag älterer<br />

Menschen zum Zusammenhalt der Generationen“<br />

2010: Sechster Altenbericht „Altersbilder in der<br />

Gesellschaft“<br />

2017: Siebter Altenbericht Sorge und Mitverantwortung<br />

in der Kommune – Aufbau und Sicherung<br />

zukunftsfähiger Gemeinschaften”<br />

2019: Achter Altenbericht: „Ältere Menschen und<br />

Digitalisierung“<br />

<strong>2024</strong>: Neunter Altenbericht: „Alt werden in<br />

Deutschland – Potenziale und Teilhabechancen“<br />

Warum der Aufwand? Das Alter und das Altern eines<br />

Menschen ist generell im Zusammenhang mit seiner Geschlechtszugehörigkeit,<br />

der sozialen Schicht, der er angehört,<br />

sowie mit seinen historischen, sozialen und kulturellen<br />

Erfahrungen zu beurteilen. Für jede Generation ist es<br />

eine neue und besondere Aufgabe, sich mit dem Alter und<br />

dem Altern auseinander zu setzen. Immer wieder, vor allem<br />

in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten, erhebt sich<br />

die Frage, was mit den Alten geschehen soll, die zu keiner<br />

Leistung mehr fähig sind und die dadurch die Gesellschaft<br />

finanziell belasten.<br />

Einsamkeit und soziale Isolation<br />

Einsamkeit kann krank machen. Der Mensch lebt seit<br />

Urzeiten in Gemeinschaften und soziale Beziehungen –<br />

gewissermaßen als ‚Kitt‘ – sind unverzichtbar. Das gilt für<br />

jedes Individuum, für dessen Gesundheit und Wohlbefinden.<br />

Aber immer mehr Menschen (nicht nur in Deutschland)<br />

empfinden eine oft lähmende Einsamkeit. Einsamkeit<br />

kommt in allen Altersgruppen vor. Besonders häufig<br />

sind jedoch ältere Menschen betroffen. Ein Grund dafür<br />

ist, dass sie zunehmend weniger Bezugspersonen haben,<br />

da Familienangehörige, Lebenspartner, Freunde und Bekannte<br />

versterben. Ältere Menschen leben häufiger allein<br />

und sind weniger mobil oder sogar krank, wodurch sie seltener<br />

die Wohnung verlassen. Altersarmut ist ein weiterer<br />

Risikofaktor, der Einsamkeit im Alter begünstigen kann.<br />

Soziale Isolation und Einsamkeit werden häufig gleichbedeutend<br />

verwendet und scheinen auch ähnliche Auswirkungen<br />

zu haben. Dennoch können sie nicht verwechselt<br />

werden, denn Einsamkeit ist ein Gefühl das auch empfunden<br />

wird, wenn eine Person nicht allein ist. Anders formuliert:<br />

Ein Mensch kann sich auch in einer großen Versammlung<br />

einsam fühlen.– etwa auf dem Marktplatz oder<br />

in einem Stadion.<br />

Eine „neue soziale Politik“ sollte von der Kenntnis<br />

der Bedürfnisse der Menschen und darüber hinaus der<br />

der Förderung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten ausgehen.<br />

Hierzu muss sie an der Entfaltung von sozialen<br />

Netzwerken mitwirken. <br />

Erich Kerkhoff<br />

Worauf es ankommt<br />

Im Neunten Altersbericht soll die Unterschiedlichkeit<br />

der Lebenssituationen älterer Menschen dargestellt und<br />

untersucht werden. Konkret geht es um die Frage, ob die<br />

Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe für ältere<br />

Menschen in gleichem Maße gegeben sind. Es soll aufgezeigt<br />

werden, wie ihre Zugangschancen gesichert und<br />

gegebenenfalls verbessert werden können.<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 55


Unterhaltung<br />

Mathilda<br />

– wäre so gerne Frau Ribbeck<br />

Mathilda liebt Birnen über alles, obwohl sie ihrer<br />

Meinung nach das Zeug dazu haben, einen in den<br />

Wahnsinn zu treiben. Erst liegen sie steinhart und<br />

mürrisch tagelang herum, um dann auf einmal über Nacht<br />

quatschig weich zu werden und einen bitter zu enttäuschen.<br />

Mathilda stellt sich seit vielen Jahren die Frage: „Warum<br />

machen sie das? Wieso können sie nicht gemütlich und<br />

ganz langsam vor sich hin reifen und freundlich auf ihren<br />

Verzehr warten? Warum machen sich perfekte Birnen so<br />

rar?“ Dieses wirklich eigenwillige Obst gibt es ja als Sommer-,<br />

Herbst- und Winterbirnen. Doch Mathilda fielen sie<br />

immer erst im Winter auf, wenn sie sich an Äpfeln schon<br />

satt gegessen hatte und Mandarinen auch nicht mehr sehen<br />

konnte. Es gibt zahlreiche Sorten, aber hierzulande hat<br />

man meist die Wahl zwischen „Abate Fetel“, „Williams<br />

Christ“, „Klapps Liebling“, „Alexander Lukas“, „Conference“<br />

oder auch der „Guten Luise“, die Mathilda schon<br />

allein wegen des schönen Namens gefällt. Aber auch diese<br />

Wikimedia Commons<br />

Sorte ist zickig wie alle anderen und ist nur eine kurze Zeit<br />

wirklich perfekt. Doch Mathilda ist sich trotz allem sicher,<br />

wenn sie die Wahl zwischen Birne und Apfel hätte, würde<br />

sie sich in jedem Fall für die Birne entscheiden.<br />

Die Entscheidung zwischen Birnen- und Apfelfigur<br />

würde ihr allerdings schwerfallen. Sie fragt sich auch häufig,<br />

wieso unser Kopf „Birne!“ genannt wird? Der Satz:<br />

„Du hast doch nix in der Birne!“, machte sie irgendwann<br />

mal sprachlos. Erst fiel ihr gar nichts ein, ihre Gedanken<br />

waren wie eingefroren, und im nächsten Augenblick schon<br />

matschig weich. Das hatte zur Folge, dass sie sich zum<br />

Ausruhen hinlegen musste und mit ihrer „Birne“ über die<br />

Birne nachdenken musste. Vielleicht mag Mathilda Birnen<br />

nur deshalb so gerne, weil sie als Kind das Gedicht über<br />

„Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor<br />

Fontane so geliebt hatte. Die erste Strophe lautet:<br />

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,<br />

ein Birnbaum in seinem Garten stand.<br />

Und kam die goldene Herbsteszeit<br />

und die Birnen leuchteten weit und breit,<br />

da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,<br />

der von Ribbeck sich beide Taschen voll.<br />

Und kam in Pantinen ein Junge daher,<br />

so rief er: „Junge, wiste ‚ne Beer?“<br />

Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,<br />

kumm man röwer, ick hebb ‚ne Birn.“<br />

Plattdeutsch sprach in Mathilda’s Familie zwar niemand,<br />

aber im Radio hörte sie als Kind, wenn sie krank im<br />

Bett lag, immer den Schulfunk. Das gefiel ihr sehr, denn<br />

auch dort war „Herr Ribbeck“, der so gerne Birnen an<br />

Kinder verschenkte, oft Thema. Leider verstarb er viel zu<br />

früh und alle Kinder waren sehr traurig. Doch er hatte ja<br />

vorgesorgt und eine Birne mit ins Grab genommen, damit<br />

dort ein neuer Birnbaum wächst und wieder Birnen für die<br />

Kinder da waren. Herrn Ribbeck und diesen Birnbaum auf<br />

seinem Grab gab es wirklich.<br />

Mathilda war schon vor vielen Jahren in der alten Dorfkirche<br />

in Ribbeck und hat sich dort den Stumpf des alten<br />

Baumes angeschaut. Auch im Schlossgarten wachsen überall<br />

Birnbäume und im Schlossrestaurant wird ein wirklich leckerer<br />

Birnenstrudel serviert. Wahrscheinlich alles nur wegen<br />

Fontanes Gedicht. Und genau aus diesem Grund hat Mathilda<br />

auch irgendwann einen Birnbaum in ihrem Garten gepflanzt.<br />

Aber irgendetwas passt ihm nicht. Seit Jahren mickert er vor<br />

sich hin, produziert nur wenige Blüten und noch nie eine einzige<br />

Birne! Manchmal, wenn sie unter ihrem Birnbaum sitzt<br />

und vor sich hin träumt, meint sie eine Stimme zu hören die<br />

etwas schadenfroh zu ihr sagt: „Glaube mir, eine Frau Ribbeck<br />

wirst du nicht!“ Schade!<br />

Ulla D’Amico<br />

56 durchblick 3/<strong>2024</strong>


3/<strong>2024</strong> durchblick 57


Vom Schulmeisterkind<br />

Wir erinnern uns wohl<br />

alle schmerzlich an<br />

die Pandemie, die<br />

uns in Atem hielt. Die Entwicklung<br />

eines wirkungsvollen<br />

Impfstoffs verfolgten wir<br />

mit Spannung, voller Hoffnungen,<br />

und waren glücklich,<br />

als wir dann endlich „unsere<br />

Spritze“ bekommen konnten.<br />

Gespannt hörten wir jeden<br />

Robert Koch 1843-1910<br />

modernen Bakteriologie und<br />

Emil Bering 1854-1917 Abend die Prognosen des RKI.<br />

Aber wer kennt noch die<br />

Mikrobiologie. Für die Entdeckung<br />

der damals noch<br />

Paul Ehrlich 1854-1915<br />

Ursprünge jenes Kürzels RKI, des Robert-Koch-Institutes<br />

wie es richtig heißt. Und wer weiß überhaupt etwas über<br />

jenen Robert Koch und über die vielen anderen Personen,<br />

die mit ihm unermüdlich als Mediziner forschten?<br />

Einigen Fernsehzuschauern werden Namen über die<br />

Entstehung und Zusammenhänge, über Personen und den<br />

Widrigkeiten des gesamten Forschungsbereichs aus der Serie<br />

Charité noch in Erinnerung sein. Mir fiel in diesen Tagen<br />

auf, wie viele Nobelpreisträger um die Jahrhundertwende<br />

aus diesen Reihen hervorgegangen sind, über deren Namen<br />

und Wirken wohl niemand mehr nachdenkt. Nicht weit von<br />

uns entfernt, in Marburg, lebte sogar eine jener Personen.<br />

Ich muss in meinem Bericht weit in das vorletzte Jahrhundert<br />

zurückgehen, in jene Zeit, als sich das Land von einem<br />

Agrar- zu einem Industriestaat wandelte. Maßgebend daran<br />

war die Erfindung der Dampfmaschine, die zu einer wirtschaftlichen<br />

Hochkonjunktur führte. Doch das Massenelend<br />

der Bevölkerung war, besonders in den Städten, durch die<br />

Industrialisierung groß. Der Regent jener Tage war noch ein<br />

deutscher Kaiser und es wirkte der „Eiserne Kanzler“ Otto von<br />

Bismarck. Auch damals kam es<br />

zu Unruhen unter den Arbeitern,<br />

die sozialen Bedingungen<br />

waren bedrohlich, sodass Bismarck<br />

1881 den Startschuss für<br />

die heute noch geltende Sozialgesetzgebung<br />

gab.<br />

In jener Gründerzeit wurde<br />

1843 Robert Koch geboren.<br />

Zusammen mit Louis<br />

Pasteur befasste er sich zu-<br />

weit verbreiteten Erkrankung durch Tuberkulose-Erreger<br />

erhielt er 1906 den Nobelpreis für Medizin.<br />

Neben Robert Koch forschte in jener Zeit der 1854 geborene<br />

Paul Ehrlich an der Charité. Auch er beschäftigte<br />

sich als Bakteriologe mit den verschiedenen Arten von<br />

Blutzellen, entwickelte eine medikamentöse Behandlung<br />

der Syphilis und gilt als Mitbegründer der modernen Chemotherapie.<br />

Seine Erfolge lagen ebenfalls bei der Entwicklung<br />

eines aus Blutserum gewonnenen Heilmittels gegen<br />

die Diphtherie und den Wundstarrkrampf (Tetanus).<br />

Auch Paul Ehrlich erhielt 1908, zusammen mit Ilja<br />

Metschnikow den Nobelpreis für Medizin.<br />

Zu nennen ist auch noch Rudolf Virchow, geboren<br />

1821. Er begründete die moderne Pathologie und vertrat<br />

eine naturwissenschaftlich, sowie sozial orientierte Medizin.<br />

1845 beschrieb er die Leukämie, deren Namen er<br />

prägte. Er wurde 1856 zum Direktor des pathologischen<br />

Instituts der Charité berufen und konnte damit seiner Zellularpathologie<br />

zum wissenschaftlichen Durchbruch verhelfen.<br />

Das damals neu errichtete Universitätsklinikum<br />

trägt heute den Namen Universitätsklinikum<br />

Charité der<br />

Humboldt-Universität Berlin<br />

mit dem Zusatz Campus Virchow-Klinikum.<br />

Als dritten Nobelpreisträger,<br />

der innerhalb der Charité<br />

wirkte und der hier besonders<br />

interessiert, ist Emil Behring<br />

zu nennen.<br />

1854 in Lawice (Polen)<br />

nächst mit dem Erreger des<br />

Milzbrandes und erforschte<br />

die Folgen von Erregern,<br />

die zu Infektionskrankheiten<br />

führen. 1880 übernahm<br />

er das Kaiserliche Gesundheitsamt<br />

und 1891 wurde er<br />

Direktor des neu gegründeten<br />

„Königlich Preußischen<br />

Instituts für Infektionskrankheiten“,<br />

dem heutigen RKI.<br />

Er gilt als Begründer einer<br />

geboren und mit zwölf Geschwistern<br />

in einem Dorf-<br />

Rudolf Virchow 1821-1902<br />

58 durchblick 3/<strong>2024</strong>


zum Nobelpreisträger<br />

schullehrerhaushalt aufgewachsen, absolvierte er sein<br />

Studium als Stipendiat der Militärärztlichen Akademie.<br />

1888 wurde er Assistent von Robert Koch am Hygienischen<br />

Institut der Universität in Berlin. Zunächst forschte<br />

er zusammen mit Paul Ehrlich und dem Japaner Kitasato<br />

an Heilmitteln gegen Diphterie. Schon nach einer kurzen<br />

Zeit konnten die entwickelten Seren an Menschen therapeutisch<br />

angewandt werden, und wurden als bahnbrechende<br />

Entdeckung von Emil Behring gefeiert. Beiden<br />

Paul Ehrlich und Emil Behring wurde der Titel „Retter<br />

der Kinder“ und „Retter der Soldaten“ zuerkannt. Die<br />

Farbwerke Höchst gingen mit der Herstellung des Heilserums<br />

gegen Diphterie bereits 1894 in die Produktion.<br />

Was vielen bekannt sein dürfte, ist, dass jener geniale<br />

Kopf in Marburg lebte und wirkte. Seinen gesellschaftlichen<br />

Aufstieg verdankte Behring seinem Gönner und<br />

Förderer, dem Ministerialrat im preußischen Kultusministerium<br />

Friedrich Althoff. Durch seine Fürsprache wurde<br />

er 1895 als Hygieneprofessor nach Marburg berufen. Mit<br />

dem Votum Althoffs übernahm Behring die Direktion des<br />

Marburger Hygienischen Institutes.<br />

In Marburg war Behring kommunalpolitisch tätig und<br />

bis an sein Lebensende ehrenamtlicher Stadtrat. Zu seinem<br />

60. Geburtstag verlieh man ihm die Ehrenbürgerwürde.<br />

Weltweite Beachtung erfuhr Behring 1901 durch die<br />

Verleihung des Nobelpreises für Medizin. Kaiser Wilhelm<br />

II. erhob ihn und seine Familie in den Adelsstand.<br />

Im Jahre 1904 machte er sich von den Farbwerken<br />

Höchst unabhängig, gründete das Behring-Werk oHG<br />

und wurde größter Grun<strong>db</strong>esitzer Marburgs. Er legte so<br />

die Gewinne aus der Vermarktung seines Diphterie-Heilserums<br />

an. Das erste Werksgebäude, das sich heute noch<br />

am Standort der Behringwerke befindet, war eine 1913 in<br />

Marbach bei Marburg erworbene alte Ziegelei.<br />

Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Behring in den<br />

letzten Lebensjahren aus der Geschäftsleitung zurück und<br />

forschte stattdessen im botanischen Bereich.<br />

Emil von Behring starb am 31. März 1917. Er wurde<br />

nur 63 Jahre alt. Er liegt in einem Mausoleum auf der Elisenhöhe<br />

begraben.<br />

Als dunkelstes Kapitel in der Firmengeschichte des Unternehmens<br />

muss man die Zeit zweischen 1933 und 1945<br />

erwähnen. Das Behring-Werk oHG erwirtschaftete in dieser<br />

Zeit erhebliche Gewinne durch die Beschäftigung von<br />

Zwangsarbeitern.<br />

Eva Maria Herrmann<br />

Behrings erstes Labor in Marburg.<br />

Behrings letztes Wohnhaus in Marburg.<br />

Behrings Ruhestätte in Marburg.<br />

Alle Fotos: Wikimedia Commons<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 59


Unterhaltung<br />

Tante Meta misst mit zweierlei Maß<br />

Tante Meta und Onkel Herbert sitzen am Frühstückstisch.<br />

Tante Meta hat in einer kostenlosen Apotheken-Zeitschrift<br />

einen Bericht über den Body-Maß-Index (BMI)<br />

gelesen. Nun möchte sie natürlich mit ihrem neuen Wissen<br />

die Bewertung des Körpergewichts von Onkel Herbert berechnen.<br />

Der weiß, je nachdem, wie es um das Verhältnis<br />

zwischen seiner Größe und seinem Körpergewicht bestellt ist,<br />

wird Tante Meta entscheiden, dass er sofort abnehmen muss!<br />

„Wie groß bist du?“, fragt sie erwartungsvoll. Mit leichtem<br />

Stolz nennt Onkel Herbert einen Wert, der sofort infrage gestellt<br />

wird. „Mein Lieber, mag ja sein, dass du mal 1,88 Meter<br />

groß warst, aber das hat doch seit Jahrzehnten niemand<br />

mehr kontrolliert – und es ist erwiesen, dass im Alter die<br />

Menschen kleiner werden. Ich ziehe mal vier Zentimeter ab,<br />

oder besser acht!“ Seit Tante Meta sich regelmäßig Gesundheitssendungen<br />

im Fernsehen anschaut und die sogenannte<br />

„Rentner-Bravo“ studiert, lebt sie in dem Glauben, dass sie<br />

ganz viel ärztliches Wissen besitzt. „Herbert, mit zunehmendem<br />

Alter werden die Bandscheiben dünner“, erklärt sie weiter.<br />

„Wahrscheinlich bist du mit 90 Jahren nur noch halb so<br />

groß wie früher.“ „Oha, wenn das wahr wäre, müssten die<br />

Menschen im Laufe der Jahre ja ihre Küchen-Arbeitsplatten<br />

absenken“, erwidert Onkel Herbert. Tante Meta seufzt und<br />

schaut fragend in die Luft. „Ich glaube, im Alter haben die<br />

Menschen die meisten Dinge schon so oft gemacht, dass sie<br />

eigentlich gar nicht mehr hinschauen müssen“.<br />

Um das zu verdeutlichen, hebt sie ihre Arme über den<br />

Kopf und streicht den Frischkäse auf eine Schnitte Brot. Onkel<br />

Herbert verdreht die Augen und schweigt. Dann fragt<br />

sie noch nach Herberts Gewicht. Er nennt ihr einen Wert,<br />

den sie als reine Phantasie verwirft. Sich zu wiegen lehnt<br />

er mit der Begründung ab, dass er gerade viel Wasser eingelagert<br />

habe. „Glaube ich nicht!“, ruft Tante Meta in den<br />

Raum. „Was du vielleicht eingelagert hast, ist das gestrige<br />

Abendessen mit dem reichlichen Bier dazu. Ich schlage mal<br />

lieber zwei Kilo drauf.“ Tante Meta wirkt sehr entschlossen<br />

und so beschließt Onkel Herbert, seine Größenangaben zu<br />

optimieren. Wenn ihm das nämlich nicht gelingt, droht ihm<br />

sicherlich Diät bis an sein Lebensende. „Ich fühle mich aber<br />

gar nicht kleiner“, verkündet er und marschiert mit in die<br />

Luft gestrecktem Kinn um den Frühstückstisch. Tante Meta<br />

sagt kopfschüttelnd: „Na, nur weil du wie ein „Hans-guckin-die-Luft“<br />

herumläufst, macht dich das nicht größer.“<br />

Zu schnell setzt er sich wieder hin und fühlt wie sein Rücken<br />

bedenklich knackt. Er fragt sich besorgt, ob er wohl gerade<br />

wieder kleiner geworden ist, und er möchte irgendwie<br />

doch seine ursprüngliche Größe zurückgewinnen. Gedanklich<br />

zieht er in Erwägung, sich so eine mittelalterliche Streckbank<br />

zuzulegen. Dann könnte er Meta bitten, die Schrauben<br />

zu drehen, bis er vor Schmerzen schreie. Den Gedanken verwirft<br />

er sehr schnell wieder, denn er ist sich nicht sicher, ob<br />

Tante Meta vielleicht Gefallen daran finden könnte.<br />

Die nächste Überlegung ist, sich an einen Ast im Apfelbaum<br />

zu hängen, um zu fühlen, wie seine Wirbelsäule von<br />

Minute zu Minute länger wird. Ja, vielleicht ist es das, was<br />

die Orang-Utans auf irgendwelchen fremden Inseln machen,<br />

sie arbeiten wahrscheinlich auch an ihrem BMI! Doch das<br />

sind alles nicht so glückliche Gedanken. Schließlich bittet er<br />

doch Tante Meta um Rat, sie hält sich ja für eine medizinische<br />

Fachkraft! Und schon legt sie los: „Mein lieber Herbert,<br />

morgens sind wir alle etwas größer als am Abend, und wenn<br />

man so wie du, den ganzen Tag herumläuft, drückt das die<br />

Bandscheiben zusammen. Nachts, wenn wir liegen, dehnen<br />

sie sich wieder etwas auseinander. Und außerdem sind wir<br />

sicher tagsüber von all der Esserei wesentlich schwerer“, erklärt<br />

sie nun Onkel Herbert liebevoll. Der weiß nicht so richtig<br />

was er sagen soll. Und dann überarbeitet Tante Meta auch<br />

noch ihre Berechnungen…mit dem Ergebnis: Zwei Werte für<br />

Onkel Herberts BMI festzulegen. Einen für morgens und einen<br />

für abends. Onkel Herberts Gedankenkarussell entspannt<br />

sich leicht, obwohl er einen BMI mit zweierlei Maß nicht so<br />

ganz versteht. Doch dann holt Tante Meta noch mal richtig<br />

aus: „Herbert, du beginnst deinen Tag schon übergewichtig!<br />

Aber abends, so um das dritte Bier herum, rutschst du in den<br />

Bereich der Fettleibigkeit! Das sieht und liest man immer<br />

wieder.“ Onkel Herbert beschließt, dieses Urteil zu akzeptieren,<br />

denn irgendwie kann er ihm auch was Positives abgewinnen.<br />

Er weiß, dass er jeden Tag als fetter Kobold beendet…<br />

doch er beginnt den nächsten Tag als großer Mann, der die<br />

Schwerkraft herausfordert! Soll Tante Meta gerne versuchen,<br />

es mit ihm aufzunehmen, wenn sie sich traut! Ulla D’Amico<br />

60 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Unterhaltung<br />

Das Mixtape<br />

Mischen, was 1000 Worte nicht hätten sagen können<br />

Hat Ihnen einmal<br />

jemand<br />

ein Mixtape<br />

verehrt, eine selbst gemischte<br />

Musikkassette?<br />

Dann können Sie<br />

sich sicher an die Gefühlskaskade<br />

erinnern,<br />

die eine solche Gabe<br />

auslöste. Mixtapes<br />

waren die zarten Zuneigungsbeweise<br />

meiner<br />

Jugend.<br />

Der Schenkende<br />

hatte lange dafür am<br />

Kassettenrekorder gesessen,<br />

hin- und hergespult,<br />

Aufnahmen<br />

gestartet, gestoppt,<br />

überprüft und Misslungenes<br />

wieder überspielt. Er hatte die richtigen Lieder<br />

aufspüren müssen, ohne Playlist und Download, von<br />

Platten, anderen Kassetten oder schon von einer CD. Mit<br />

Geduld und etwas Glück konnte er den ein oder anderen<br />

Song mal aus dem Radio aufnehmen, aber Obacht! In den<br />

Schluss quatschte gerne ein vorlauter Moderator hinein,<br />

dann musste man beim Überspielen rechtzeitig einen möglichst<br />

unauffälligen Fade-out hinbekommen.<br />

Man mischte in sein Mixtape hinein, was 1000 Worte<br />

nicht hätten sagen können. Mit Udo Lindenberg den<br />

Herzschmerz („Du spieltest Cello“), mit Tom Waits die<br />

Trunkenheit („there’s a place for us – somewhere“), mit<br />

John Lennon den Weltschmerz, und was die anderen Lieder<br />

transportierten, erzählte man beim gemeinsamen Hören.<br />

Ein Mixtape war nicht weniger als die Offenbarung<br />

der Seele. Nicht so plump wie ein Brief, nicht so übergriffig<br />

direkt. Man musste schon sehr genau hinhören, um<br />

es zu verstehen. Die EmpfängerIn analysierte alle Details<br />

auf konservierte Gefühle: die Covergestaltung, die Handschrift,<br />

die Liedfolge.<br />

Manche Mixtapes hörte man am besten allein, mit Walkman,<br />

um still vor sich hin zu lieben oder innig zu zweit,<br />

sich einen Kopfhörer teilend, in tiefem Verständnis. Andere<br />

waren gesellschaftsfähig – die konnte man auch laut<br />

auf dem Ghettoblaster gemeinsam hören und dazu fachsimpeln.<br />

Damit ließ sich jede peinliche Stille überspielen,<br />

denn es gab ständig etwas zu tun: vor- und zurückspulen<br />

zum jetzt nötigen Song, zur coolsten Stelle, und da immer<br />

wieder drüber. John Lee Hooker – dieses „how-how-howhow“<br />

aus dem Blues-Brothers-Soundtrack: Geht es lässiger?<br />

Wohl kaum!<br />

Einmal auch selbst<br />

so über den Dingen<br />

stehen, einfach laufen<br />

lassen, egal, was die<br />

Leute denken.<br />

Zuletzt die Königsklasse<br />

unter den<br />

Mixtapes, die nur<br />

wenigen gegeben ist:<br />

ein Tape mit eigenen<br />

Songs! Wie das hier<br />

abgebildete von „Pete<br />

Jay“ (Künstlername),<br />

dessen Zigarette und<br />

Blick man schon die<br />

Coolness ansieht, die<br />

darauf zu hören sein<br />

wird. Der Mann kann<br />

Gitarre spielen und<br />

singen und Songs schreiben UND hat ein Aufnahmegerät<br />

mit mehreren Spuren! Man selbst muss nur noch das Räucherstäbchen<br />

dazu anzünden und den kalten Supermarkt-<br />

Rotwein öffnen.<br />

Das erklärt, warum dieses Mixtape von Pete das einzige<br />

ist, das ich noch heute habe. Das und die vierte Tonspur,<br />

auf der man mich mit meiner Bratsche hört. Einmal auch<br />

Königsklasse spielen, egal, was die Leute denken…<br />

Adele v. Bünau<br />

Alltagsbegleitung für Senioren<br />

Haushaltshilfe nach § 45 a SGB XI<br />

Arztfahrten<br />

Gartenpflege<br />

Grabpflege<br />

Fensterreinigung<br />

Nach<br />

§ 45 a SGB XI<br />

zertifiziert.<br />

Kostenübernahme durch<br />

Pflegekasse ggf.<br />

möglich.<br />

DaheimHelden Aytunc Yazlak<br />

57072 Siegen • Scheideweg 28<br />

Tel: 0271 / 703 034 10<br />

hallo@daheimhelden.de • www.daheimhelden.de<br />

Wir beraten Sie gerne kostenfrei und unverbindlich.<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 61


Buchbesprechung<br />

Versöhnung durch Verstehen<br />

Zwei Buchempfehlungen als Verständigungshilfe<br />

608 Seiten, 16 € Rowohlt Verl.,<br />

ISBN 978-3-499-27187-8<br />

Ich bin kein Nahost-<br />

Experte, war nie in<br />

Israel und verfolge<br />

das Geschehen in diesem<br />

Land mit der Nachlässigkeit<br />

des Berufstätigen,<br />

der in seinem unübersichtlichen<br />

Alltag nach<br />

dem Zufallsprinzip aufschnappt,<br />

was ihm medial<br />

über den Weg läuft.<br />

Meinem geringen Kenntnisstand<br />

entsprechend<br />

fehlt mir auch das Instrumentarium,<br />

zufällig<br />

Aufgeschnapptes recht<br />

zu beurteilen. Eines weiß<br />

ich aber durch ein bisschen<br />

Lebenserfahrung<br />

gewiss: dass der Versuch, genauer zu verstehen, immer<br />

eine gute Grundlage für ein friedliches Zusammenleben ist,<br />

ja, sein unverzichtbarer Bestandteil, und dass die Beharrlichkeit<br />

im Ringen um das Verstehen des anderen, seines<br />

Hintergrunds, seiner Erfahrungen, seiner Ängste, seiner<br />

Leiden usw. immer an allererster Stelle zu stehen hat, zwischenmenschlich<br />

wie politisch.<br />

Zwei solcher Verstehensversuche möchte ich Ihnen<br />

gerne vorstellen. Zum einen das Buch „Apeirogon“ des<br />

irischen Schriftstellers Collum McCann, das als Roman<br />

zwar dem Bereich der Fiktion zuzurechnen ist, dem man<br />

aber nahezu in jeder Zeile die handfesten, aufwändig recherchierten<br />

Realitäten abspürt, aus denen heraus McCann<br />

seine Romanfiguren gestaltet.<br />

Erzählt wird die Geschichte zweier Familienväter: die<br />

des jüdischen Israelis Rami, der mit seinem Motorrad<br />

(Nummernschild gelb) fünfzehn Minuten auf die West<br />

Bank braucht, und die des muslimischen Palästinensers<br />

Bassam, der für dieselbe Strecke (Nummernschild grün)<br />

anderthalb Stunden benötigt. Beide sind Freunde, und beide<br />

teilen das Schicksal, eine Tochter durch die „Gegenpartei“<br />

verloren zu haben: Ramis dreizehnjährige Tochter<br />

wurde von einem palästinensischen Selbstmordattentäter<br />

vor einem Jerusalemer Buchladen getötet, Bassams Tochter<br />

starb zehnjährig vor ihrer Schule durch die Kugel eines<br />

israelischen Grenzpolizisten.<br />

Beider Leben verläuft gleichermaßen symmetrisch wie<br />

asymmetrisch, beider Hintergründe und Erfahrungen weisen<br />

neben Unterschieden jede Menge Gemeinsamkeiten<br />

auf, wie sie sich immer ausfindig machen lassen, wenn<br />

Menschen sich die Mühe machen, hinter die Kulissen zu<br />

schauen. Beide eint der Wille, Annäherung durch Verständigung<br />

zu erreichen, beide beschließen, immer und immer<br />

wieder ihr gemeinsames Schicksal zu erzählen. (Ramis<br />

Frau dagegen entscheidet, dies genau nicht zu tun, wohlwissend,<br />

dass ihre Geschichte garantiert von irgendeiner<br />

Seite für die eigene Interessen ausgeschlachtet wird.)<br />

„Apeirogon“ heißt zu Deutsch (von griechisch apeiron<br />

= unendlich) „Unendlich-Eck“. Das, was McCann erzählt,<br />

ist in seiner Problemverwobenheit so komplex, so vielschichtig,<br />

dass er für die Vielschichtigkeit des Erzählten<br />

die Form des Mosaiks gewählt hat, deren versprengte Einzelkomponenten<br />

sich wie beim Blick durch ein Kaleidoskop<br />

zusammenfügen. Linear lassen sich Ramis und Bassams<br />

Geschichten schlichtweg nicht erzählen.<br />

Vollständig nichtfiktional dagegen ist der Mailwechsel<br />

zwischen dem Soziologen Natan Sznaider und dem<br />

Schriftsteller Navid Kermani,<br />

„ein Israeli und ein<br />

Deutscher, ein Deutscher<br />

und ein Iraner, ein Jude<br />

und ein Muslim“, den Sznaider<br />

und Kermani 2002<br />

nach ihrer ersten Begegnung<br />

in Haifa begonnen<br />

hatten. 21 Jahre später<br />

erinnern sich die beiden<br />

an ihren Austausch, fassungslos<br />

und zutiefst bestürzt<br />

darüber, dass alle<br />

Befürchtungen von damals<br />

sich mit dem Terror-<br />

Angriff der Hamas, dem<br />

Horror des 7. Oktobers<br />

2023 bewahrheitet haben.<br />

64 Seiten, 10 € Hanser Verlag<br />

ISBN 978-3-446-28070-0<br />

Was „Apeirogon“ als Endlos-Dilemma Israels/Palästinas<br />

erzählt und dem Leser bis in die kleinsten Belange des<br />

Alltags hinein plastisch und bedrückend vor Augen führt,<br />

wird von Sznaider/Kermani leidenschaftlich kommentiert<br />

und kontrovers diskutiert, wobei man sich gegenwärtig<br />

diese Art der Streitkultur, die getragen ist vom Respekt gegenüber<br />

dem, der nun mal eine andere Betrachtungsweise<br />

einnimmt als die eigene, für Debatten aller Art sehnsüchtig<br />

herbei- oder zurückwünscht. Beide Bücher öffnen den<br />

Blick für die faktischen Gegebenheiten, erinnern daran,<br />

dass sich Wahrheit nur selten – nein, eigentlich nie – links<br />

oder rechts, in den simplen Farben Schwarz oder Weiß<br />

verorten lässt.<br />

Jörn Heller, Buchhändler<br />

62 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Buchbesprechung<br />

Firenze, amore mio!<br />

Über die Erkenntnis der Liebe<br />

Als Kriegsheimkehrer muss Ulysses schnell erkennen,<br />

dass ihn zu Hause in London nichts erwartet. Seine<br />

Frau hat sich in jemand anderen verliebt. Seine<br />

Wohnung ist anderweitig vermietet. Also verbringt er seine<br />

Tage mit Arbeiten in Cols Pub The Stoat, wo er auf alte Bekannte<br />

trifft: Cress, der Mann, der mit Bäumen redet. Piano<br />

Pete, der schon den Höhepunkt seiner Karriere hinter sich<br />

hat. Ginny, die ein Kind geblieben ist. Claude, ein klugscheißender<br />

Papagei mit Vorliebe für große Dichter. Alys,<br />

die neu ist. Und natürlich Klack-Klack-Klack-Peg.<br />

Alles ist okay, wenn auch nicht gut. Erst mit einem<br />

Brief aus Florenz soll sich Ulysses‘ Leben verändern.<br />

Sarah Winman hat nach Lichte Tage einen Roman geschrieben,<br />

der uns direkt einlädt in die Welt der Kunst, des<br />

Genusses und der Freundschaft - Florenz. Mit viel Liebe<br />

zu Italien beschreibt sie ein Leben, das wie ein immerwährender<br />

Urlaub anheimelt. Trotz aller Hürden, die im Laufe<br />

der Jahrzehnte gestellt werden.<br />

Die Geschichte umfasst die Biografie des jungen Kriegsveteranen<br />

Ulysses von 1944 bis in die 70er. Während seiner<br />

Stationierung in Florenz lernt er die betagte Kunsthistorikerin<br />

Evelyn kennen. Diese Begegnung wird ihm stets im Gedächtnis<br />

bleiben. Spannend ist die Gegenüberstellung zweier Welten:<br />

das East End Londons,<br />

aus dem der Protagonist<br />

stammt, sowie Florenz, was<br />

seine neue Heimat werden<br />

soll. Noch interessanter und<br />

vor allem amüsanter wird es,<br />

als beide Welten aufeinandertreffen.<br />

Denn es ist nicht<br />

nur Ulysses, den es wegzieht.<br />

Am deutlichsten wird dieses<br />

Aufprallen, wenn Haudegen<br />

Col mit seinem knallenden<br />

Krankenwagen auf Florenz‘<br />

Marktplatz eintrifft.<br />

Die Geschichte ist rührend.<br />

Schon ab Mitte des<br />

Buches wird klar: Hier wird<br />

528 Seiten, 26 € Klett Verl.,<br />

ISBN 978-3 608 96606 0<br />

das Herz der Leser*innen gebrochen werden. Sie ist unsagbar<br />

schön. Sei es die tiefe Freundschaft, Ulysses Geheimnis<br />

aus Kriegstagen, sei es das leicht Skurrile, am besten verdeutlicht<br />

an Papagei Claude, oder das Sehnen und überraschende<br />

Erkennen von Liebe - hier stimmt alles.<br />

Was zu sagen bleibt: Firenze, amore mio! Sonja Dörr


Kultur<br />

Erich Kästner –<br />

der Mann mit den vielen Gesichtern<br />

Die meisten Menschen<br />

werden Erich<br />

Kästner als Schreiber<br />

von Kinderbüchern wie<br />

„Emil und die Detektive“<br />

(ein Welterfolg) oder „Das<br />

doppelte Lottchen“ kennen.<br />

Sein literarisches Werk ist<br />

aber immens. Er ist bekannt<br />

als Lyriker, Kinderbuchautor, Romancier, Theaterkritiker,<br />

Drehbuchautor und Publizist und feiert in diesem Jahr<br />

gleich zwei Jubiläen: seinen 125. Geburtstag und seinen 50.<br />

Todestag. Aus diesem Anlass stehen auch drei Stücke von<br />

ihm auf dem Spielplan des Apollo-Theaters, unter anderen<br />

„Fabian oder der Gang vor die Hunde“.<br />

„Fabian“ erschien 1931 und wurde sofort als Meisterwerk<br />

bezeichnet. Das Buch erzählt von dem arbeitslosen Germanisten<br />

und Reklametexter Dr. Jakob Fabian, der sich durch<br />

das Berlin der „Goldenen Zwanziger“ treiben lässt. Er versucht,<br />

im Labyrinth der Großstadt Berlin seine Integrität und<br />

seine Ideale zu bewahren. Doch die junge Demokratie der<br />

Weimarer Republik wird mehr und mehr in ihren Grundfesten<br />

erschüttert. Er verliebt sich in die junge Juristin Cornelia<br />

– doch die Liebe hat keine Konjunktur. Am Ende stirbt er<br />

tragisch bei dem Versuch einen Jungen vor dem Ertrinken zu<br />

erretten. Das Buch wurde auch von dem bekannten Regisseur<br />

Dominik Graf für das Kino verfilmt.<br />

Man kann sagen, Kästners Weltbild zeigt eine Zweiteilung,<br />

die sein ganzes Werk durchzieht: Der schlechten,<br />

hoffnungslos-realen Welt der Erwachsenen, die er spöttisch-satirisch<br />

darstellt, steht die entgegengesetzte einzige<br />

gute Welt der Kinder gegenüber. Seine pessimistische<br />

Sicht der Dinge lässt sich etwa in dem Gedicht „Die Entwicklung<br />

der Menschheit“ erkennen, in dem die „aus dem<br />

Urwald gelockten“ mit den Errungenschaften der Zivilisation<br />

und Wissenschaft gesegneten Menschen „bei Lichte<br />

betrachtet … noch immer die alten Affen sind.“<br />

Bild: Wikimedia Commons<br />

Das ist das Verhängnis:<br />

zwischen Empfängnis<br />

und Leichenbegängnis<br />

nichts als Bedrängnis.<br />

Nach Ansicht Marcel Reich-Ranickis liebte Kästner<br />

„das Spiel mit vertauschten Rollen.“ Er sah die Leser seiner<br />

Texte für Erwachsene als Kinder und die seiner Kinderbücher<br />

als Erwachsene an. Diejenigen, die in seinen<br />

Büchern über einen gesunden Menschenverstand verfügen,<br />

sind die Kinder und Jugendlichen. Sie verfolgen und<br />

fassen den Dieb, und die Ordnung wird dadurch wieder<br />

hergestellt (Emil und die Detektive).<br />

Schöpfer fantastischer Kinderbücher, Humorist und<br />

Satiriker, begnadeter Selbstdarsteller, geplagt von Schreibblockaden<br />

und Alkoholproblemen: Erich Kästner war ein<br />

Mann voller Widersprüche.<br />

Horst Mahle<br />

Kästner hat unzählige Gedichte geschrieben und veröffentlich,<br />

etwa erschienen als „Doktor Erich Kästners lyrische<br />

Hausapotheke“. Dabei gehören neben Gesellschaft und<br />

Kultur häufig Krieg und Militarismus zu den Zielen seiner<br />

satirischen Spitzen. Seine Stellung als Mahner und Warner<br />

wird deutlich etwa in dem bekannten Gedicht “Kennst du<br />

das Land, wo die Kanonen blühn?“, in dem er die Ursachen<br />

des Krieges auf menschliche Dummheit zurückführt.<br />

64 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Im Museum<br />

Bild: Wikimedia Commons<br />

Der alte Mann fiel zwischen den anderen Museumsbesuchern<br />

auf. Gut gekleidet, mit stolzer Haltung,<br />

sah man ihm an, dass er gewohnt war, seinen Willen<br />

durchzusetzen. Obwohl hoch in den Siebzigern, würde<br />

ihn niemand als greisenhaft bezeichnen.<br />

Die Wächterin im Neuen Saal bemerkte ihn sofort.<br />

„Reich und arrogant – mit dem ist nicht gut Kirschen essen.“<br />

dachte sie. Nach seinem Rundgang sah sie, dass der Alte<br />

immer noch wie gebannt vor einem Ölbild stand, dessen<br />

Farben für ihren Geschmack zu düster waren. Außerdem<br />

mochte sie die moderne Kunst nicht. In der Hoffnung auf ein<br />

späteres Trinkgeld brachte sie einen Sitzhocker, auf den sich<br />

der Betrachter nach kurzem Nicken setzte und fortfuhr, auf<br />

das Gemälde zu schauen. „JERICHO 2048“ stand auf dem<br />

Schild daneben. „Jericho,“ dachte der Alte. „Was weiß ich<br />

über Jericho? Stadt am Jordan, die älteste Stadt der Welt und<br />

die am tiefsten gelegene. Sie wurde zerstört durch sieben<br />

Priester, die auf Widderhörnern blasend die Stadt siebenmal<br />

umrundeten und so deren Mauern zum Einsturz brachten.<br />

Die Trompeten von Jericho! Warum 2048? Ist damit 2048<br />

v.Chr., oder eine Szenerie kommender Ereignisse gemeint?“<br />

Er bemerkte die abstrakt in verschiedenen Techniken<br />

gestaltete Fläche des Bildes. Sah Gräben und Erhebungen,<br />

Krater und Türme und ruhige Ebenen. Die Stadt Jericho!<br />

Und gleichzeitig erkannte er staunend: „Das trifft<br />

auf mein Leben – mein tiefstes Inneres, mein Herz zu.“ Er<br />

sah sein ganzes Leben ausgebreitet. Sah sich selbst als wildes<br />

Kind – immer in Action. Wie viele Jungen wollte er<br />

Lokomotivführer werden, später Maler – am liebsten von<br />

Aktmodellen! Er merkte jedoch bald, dass sein Talent nicht<br />

ausreichte, um einer der ganz Großen zu werden. Denn<br />

das war sein Ehrgeiz: Ein Großer werden, Macht haben,<br />

deutliche Fußspuren hinterlassen, wenn er einmal abtreten<br />

würde. So war er eine Vernunftehe eingegangen, die ihm<br />

bei seinem Aufstieg hilfreich war und die bis heute Bestand<br />

hatte. Er behandelte seine Frau mit Respekt, unterhielt<br />

nebenbei stets wechselnde Geliebte. Der letzten hatte<br />

er kürzlich den Laufpass gegeben, weil er ihres Anblicks<br />

überdrüssig war, wie sie nachlässig gekleidet, Kaugummi<br />

kauend auf der Couch lag. Er bezweifelte, da er sich noch<br />

einmal auf ein neues Abenteuer einlassen würde – in dieser<br />

Hinsicht machte sich sein Alter bemerkbar. Je länger<br />

er das Bild betrachtete, umso deutlicher erkannte er sein<br />

Leben. Wie viele Gräben er überwunden hatte! Von ehrgeizigen<br />

Plänen in tiefe Schluchten gestürzt hatte er sich<br />

immer wieder aufgerappelt und Berge bezwungen, wobei<br />

er brutal seine Ellbogen gebrauchte. Nun hatte er sein Ziel<br />

erreicht: Ganz oben zu sein. An der Spitze eines großen<br />

Konzerns, den er mit eiserner Hand führte, war er bei<br />

den „ruhigen Ebenen“ angelangt. „Wie rücksichtslos ich<br />

oft war“ erkannte er jetzt. „Wie sehr darauf bedacht, die<br />

Kontrolle zu haben. Wie viele Menschen habe ich verletzt<br />

und unglücklich gemacht! All diese Kämpfe! Auch, und<br />

gerade mit meinen Kindern. Welche Gräben habe ich in ihren<br />

Herzen aufgeworfen? Meine Fußspuren sollten so groß<br />

sein, dass keiner hineinpasst! Aber dabei habe ich etwas<br />

Wichtiges versäumt: Nämlich Liebe und Freundlichkeit zu<br />

zeigen, gerade bei meinen Nächsten. Eigentlich kommt es<br />

ja gar nicht so sehr darauf an, dass meine Spuren lange<br />

auf dieser Welt zu sehen sein werden, sondern zu welchem<br />

Ziel sie mich geführt haben. Jericho – wann werden für<br />

mich die Trompeten erschallen? Bald schon?“<br />

Lange, lange saß er da, betrachtete das Bild und hing<br />

seinen Gedanken nach, Als er schließlich energisch dem<br />

Ausgang zustrebte (nicht ohne der Wächterin ein gutes<br />

Trinkgeld zu geben), wusste er, was er zu tun hatte.<br />

<br />

Sigrid Kobsch<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 65


„Es war die Nachtigall<br />

William Shakespeare 1564 – 1616 Schrift<br />

Wie hatte sich der junge William auf die<br />

Theatergruppe gefreut. Jetzt ist das<br />

Gasthaus in seinem Geburtsort Stratford-<br />

upon- Avon zum Bersten gefüllt. Zahlreiche<br />

Zuschauer müssen sogar auf dem Fußboden Platz<br />

nehmen. Nun erscheint fauchend und röhrend<br />

der böse Drache. Die Besucher zucken bei diesem<br />

Getöse, umrahmt von übelriechenden Schwefeldämpfen,<br />

zusammen, und der junge Will umklammert<br />

ängstlich die Hand seiner Mutter. Umso erleichterter<br />

klatscht er Beifall, als der tapfere St.<br />

George das Tier mit einem gezielten Degenstich<br />

zur Strecke bringt. Anschließend mischen sich die<br />

Mitglieder der Theatergruppe wie damals üblich,<br />

unter die Zuschauer. Wissbegierig saugt der junge<br />

William Atmosphäre und Gespräche in sich auf.<br />

So etwa ist es in einem Englisch-Lehrbuch für<br />

deutsche Schüler in den siebziger Jahren nachzulesen.<br />

Wer war dieser Mann, der vielleicht als der berühmteste<br />

Schriftsteller aller Zeiten gilt? Seine Taufe datiert<br />

auf den 26. April 1564 laut Eintrag in einem offiziellen<br />

Register. Die Familie hat insgesamt acht Kinder,<br />

von denen einige jedoch früh versterben. Sein Vater<br />

John Shakespeare, ist angesehener Bürger und spielt<br />

eine herausragende Rolle im politischen Leben der<br />

Stadt. Zeitweilig hat er sogar eine mit dem Amt eines<br />

Bürgermeisters vergleichbare Position inne. Er gehört<br />

der hochgeachteten Zunft der Handschuhmacher an.<br />

Es ist wichtig zu wissen, dass Handschuhe in dieser<br />

Zeit hochbegehrt waren, nicht nur als Schutz, sondern<br />

noch mehr als kunstvoll verzierte Exemplare. Seine<br />

Frau entstammte einer begüterten Lan<strong>db</strong>esitzerfamilie.<br />

Später gerät John Shakespeare in Geldnot und muss<br />

sozialen Abstieg hinnehmen.<br />

Es ist die Zeit von Königin Elizabeth der Ersten<br />

(1533 bis 1603), auch als Epoche der Elisabethanischen<br />

Renaissance bezeichnet. England erlebt<br />

einen steilen wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg.<br />

Nach dem Sieg über die spanische Armada<br />

1588 wird England zur führenden Seemacht. Es<br />

werden die ersten Handelsgesellschaften gegründet.<br />

Ein dunkles Kapitel beginnt jedoch auch in dieser<br />

Zeit, nämlich der Sklavenhandel von Afrika in die<br />

Neue Welt. Es gilt als sicher, dass William als Angehöriger<br />

der Oberschicht die ortsansässige Lateinschule<br />

besucht hat, eine Einrichtung, welche durch<br />

hochqualifizierte Lehrerschaft und wirksame Unterrichtsgestaltung<br />

einen hervorragenden Ruf besaß.<br />

Mit 18 Jahren heiratet William die acht Jahre ältere<br />

Anne Hathaway. Am Datum der Hochzeit soll sie<br />

bereits im vierten<br />

Monat schwanger<br />

gewesen sein.<br />

William benötigte<br />

übrigens die Einwilligung<br />

seines<br />

Vates zu dieser<br />

Hochzeit. Der<br />

Ehe entstammten<br />

insgesamt drei<br />

Kinder, darunter<br />

ein Zwillingspärchen.<br />

Seine Frau<br />

überlebte ihn um<br />

gute sieben Jahre.<br />

An den Universitäten<br />

wurden<br />

damals vorwiegend<br />

Medizin,<br />

Rechtswissenschaft<br />

und Theologie<br />

gelehrt. William<br />

zog es vor,<br />

sich stattdessen<br />

Shakespeares erste Wirkungsstätte da<br />

der Theaterkunst<br />

zu widmen. So ging er bald nach der Hochzeit nach<br />

London, um hier einschlägige Erfahrungen zu sammeln.<br />

Seine Schaffensperiode beginnt etwa im Jahr<br />

1592. Zunächst als Emporkömmling von einigen<br />

Kritikern abqualifiziert, steigerte sich sein Erfolg<br />

von Jahr zu Jahr. Er wurde Gründungsmitglied der<br />

Lord Chamberlain‘s Men, einer angesehenen Gruppe<br />

von Schauspielern. Häufig fehlte es den Theatergruppen<br />

damals an geeigneten Stücken. Diesen<br />

Umstand machte sich Shakespeare als Dramatiker<br />

zunutze. Fast 20 Jahre lang produzierte er durchschnittlich<br />

zwei Dramen pro Jahr. Es verdient zusätzliche<br />

Anerkennung, dass die Verfasser damals<br />

meist nur bei Tageslicht geschrieben haben.<br />

Kerzen waren in dieser Zeit nämlich sehr teuer<br />

und standen nur für Notfälle bereit. Gelegentlich<br />

war Shakespeare auch als Schauspieler tätig, er<br />

spielte sogar mehrfach vor Königin Elizabeth, welche<br />

eine begeisterte Verehrerin der Theaterkunst<br />

war. Nach ihrem Tod 1603 entwickelte sich diese<br />

Schauspielgruppe unter der Schirmherrschaft von<br />

Jakob dem Ersten zu „The King‘s Men“.<br />

Als geschickter Geschäftsmann erwarb Shakespeare<br />

im Jahre 1597 stattlichen Grun<strong>db</strong>esitz in<br />

seinen Geburtsort. Zudem wurde er Teilhaber des<br />

66 durchblick 3/<strong>2024</strong>


und nicht die Lerche“<br />

steller, Schauspieler und Geschäftsmann<br />

1599 errichteten<br />

Globe-Theaters<br />

in London. Dieses<br />

dreistöckige<br />

Gebäude hatte<br />

einen Durchmesser<br />

von 30<br />

Metern, die<br />

Form eines Vielecks<br />

und konnte<br />

bis zu 3.000 Zuschauer<br />

aufnehmen.<br />

Im Jahre<br />

1613, während<br />

einer Aufführung<br />

von Heinrich<br />

VIII, setzte<br />

eine Kanone,<br />

die den Auftritt<br />

des Königs verkünden<br />

sollte,<br />

das Strohdach<br />

in Brand, und<br />

innerhalb einer<br />

s Globe Theater in London 1599 -1613<br />

Stunde standen<br />

nur noch die Grundmauern. Bis auf einen Toten waren<br />

keine Menschenleben zu beklagen. 1614 wurde<br />

die damals erfolgreichste Spielstätte mit einem Ziegeldach<br />

wieder aufgebaut. Als das englische Parlament<br />

unter dem radikalen Einfluss der Puritaner<br />

die Schließung der Theater anordnete, wurde dieses<br />

eindrucksvolle Gebäude zerstört. Seit 1997 steht es<br />

erneut in London, ganz in der Nähe des ursprünglichen<br />

Standortes und zieht nach wie vor – wie schon<br />

zu Shakespeares Zeiten – Besucher sämtlicher gesellschaftlichen<br />

Schichten an.<br />

Etwa um 1612 kehrte William Shakespeare wohlhabend<br />

in seinen Geburtsort zurück. Sicherlich in<br />

Erinnerung an das finanzielle Desaster seines Vaters<br />

verwaltete er sein Vermögen mit Umsicht. Seine letzte<br />

Ruhe fand er 1616 in der Holy Trinity Church in<br />

Stratford. Dort wurde ihm auch ein Denkmal gesetzt.<br />

Seine Werke wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.<br />

Es ist wichtig zu wissen, dass die geschriebenen<br />

Texte damals vorwiegend als Rohmaterial für Theateraufführungen<br />

dienten, weniger als Literatur für eine<br />

interessierte Leserschaft. Die erste Gesamtausgabe<br />

erschien 1621 als erste Folio in etwa 750 Exemplaren,<br />

wovon heute noch etwa 230 existieren. Seine<br />

gesamten Werke umfassen je nach Zählweise 37 bis<br />

38 Dramen, mehrere Versdichtungen und 154 Sonette.<br />

Die Dramen lassen sich grob unterteilen in Komödien,<br />

Tragödien und Historien. Bei einem Sonett handelt<br />

es sich um ein gefühlsbetontes sprachliches Kunstwerk,<br />

welches strengen Regeln im Hinblick auf Anzahl<br />

der Zeilen, Silbenlänge, Metrik und Reimschema<br />

unterliegt. Nicht selten bediente sich der Dramatiker<br />

überlieferter Erzählungen, die er dann nach seinen<br />

Vorstellungen dramatisch gestaltete. Dies gilt beispielweise<br />

für die Geschichte von Romeo und Julia, ein<br />

beliebter literarischer Stoff im 15. und 16. Jahrhundert.<br />

Unmittelbare Quelle für Shakespeare ist das Gedicht<br />

„The tragical history of Romeo and Juliet“ von Arthur<br />

Brook auf der Grundlage einer italienischen Novelle.<br />

Shakespeare änderte wenig am Inhalt, aber die dramatische<br />

Gestaltung ist seine eigene Leistung.<br />

Dieses um 1595 uraufgeführte Werk soll nunmehr<br />

näher betrachtet werden.<br />

„Es ist die Lerche, die so heiser singt“<br />

Romeo und Julia<br />

Handlungsorte sind Verona und später noch Mantua.<br />

Hier sind die wichtigen handelnden Personen:<br />

Escalus, Prinz von Verona. / Graf Paris, Verwandter<br />

des Prinzen. / Montague und Capulet, Häupter zweiter<br />

Häuser, welche in Zwist miteinander sind. / Romeo,<br />

Montagues Sohn. / Mercutio, Verwandter des Prinzen<br />

und Romeos Freund. / Benvolio, Montagues Neffe<br />

und Romeos Freund. / Tybalt, Neffe der Gräfin Capulet.<br />

/ Bruder Lorenzo, ein Franziskaner. / Bruder<br />

Marcus, vom selben Orden. / Gräfin Montague, Gräfin<br />

Capulet, Julia, Capulets Tochter und Juliens Amme.<br />

Ein Chor fasst das künftige Geschehen in einem<br />

Prolog wie in einer Nussschale zusammen.<br />

Prolog<br />

Zwei Häuser in Verona, würdevoll,<br />

wohin als Szene unser Spiel euch bannt,<br />

erwecken neuen Streit aus altem Groll,<br />

und Bürgerblut befleckt die Bürgerhand.<br />

Aus beider Feinde unheilvollem Schoß<br />

Entspringt ein Liebespaar, unsternbedroht,<br />

und es begräbt – ein jämmerliches Los –<br />

der Väter lang gehegten Streit ihr Tod.<br />

Wie diese Liebe nun dem Tod verfiel,<br />

Der Eltern Wüten, immerfort erneut,<br />

erst in der Kinder Ende fand sein Ziel,<br />

das lehrt zwei Stunden euch die Bühne heut;<br />

wollt ihr geduldig euer Ohr dem leihn,<br />

Woll’n wir’s von Mängeln, wo’s noch not, befrein. <br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 67


1. Aufzug<br />

Die Fehde zwischen den beiden Adelshäusern erstreckt<br />

sich hinab bis auf den Bereich der Dienstboten.<br />

Dies wird bereits zu Beginn deutlich, als sich Bedienstete<br />

der Montagues und der Capulets auf einem öffentlichen<br />

Platz gegenseitig provozieren.<br />

Benvolio, Montagues Neffe, versucht dem Treiben<br />

Einhalt zu bieten, wird aber durch den Heißsporn<br />

Tybalt, Neffe der Gräfin Capulet, höhnisch als Feigling<br />

verlacht. Die Auseinandersetzung gerät außer Kontrolle,<br />

und auch Montague und Capulet mischen sich<br />

direkt mit ihren Schwertern ein. Es erscheint Prinz<br />

Escalus als Oberhaupt des Stadtstaates mit seinem<br />

Gefolge, welcher dem wilden Treiben unverzüglich<br />

Einhalt gebietet und die öffentliche Ordnung wieder<br />

herstellt. Unter Androhung der Todesstrafe untersagt<br />

er jegliche weiteren Gewalttaten. Weder Montague<br />

noch Capulet, vom Prinzen auf das Schärfste verwarnt,<br />

lassen erkennen, wie lange der Zwist zwischen ihnen<br />

schon andauert, auch bleibt die Ursache im Dunkeln.<br />

Es erscheint Romeo, sichtlich geplagt von Liebeskummer,<br />

da die von ihm angebetete Rosalinde<br />

seine Zuneigung nicht erwidert hat. „Gib deinen<br />

Augen Freiheit, lenke sie auf andre Reize hin“, (19)<br />

ermutigt Benvolio seinen Freund.<br />

Etwa zur gleichen Zeit hält Graf Paris, ein begüterter,<br />

ansehnlicher und gebildeter Edelmann, bei<br />

Capulet um Julias Hand an.<br />

Dieser hält seine Tochter, welche erst am<br />

Johannistag 14 Jahre alt wird, für noch zu jung, räumt<br />

aber ein, dass er in jedem Falle der Heirat seines<br />

einzigen Kindes zustimmen werde. Heute Abend, so<br />

Capulet, gebe er sein traditionelles Frühlingsfest, zu<br />

welchem er herzlich eingeladen sei.<br />

Gräfin Capulet und Julias Amme schmieden Pläne<br />

über eine baldmögliche Verheiratung von Julia. Diese<br />

erklärt, sich darüber noch keine Gedanken gemacht<br />

zu haben. Als sie von der Werbung durch Paris erfährt,<br />

reagiert sie ausweichend. „Gerne will ich sehen, ob<br />

Sehen Neigung zeugt“. (19) Die Amme ermutigt sie<br />

mit Nachdruck, der Hochzeit zuzustimmen. Für sie<br />

ist Graf Paris „ein wahrer Zuckermann.“ (19)<br />

Die beiden Freunde Romeo und Benvolio erscheinen<br />

maskiert zu der abendlichen Feier.<br />

Auf den ersten Blick ist Romeo hin und hergerissen<br />

von Julias Anmut und Schönheit.<br />

Tybalt, Julias kampfeslustiger Vetter, entlarvt<br />

Romeo anhand seiner Stimme und verlangt nach<br />

seinem Degen. Capulet verweist den Verwandten<br />

mit allem Nachdruck in seine Schranken. „Ich<br />

möchte nicht für alles Gut der Stadt ihm einen Unglimpf<br />

tun“ *S.26) . Tybalt fühlt sich zutiefst in seiner<br />

Ehre gekränkt und sinnt auf Rache.<br />

Seit 1997 steht das neu erbaute<br />

Schon beim ersten Tanz kommen sich Romeo<br />

und Julia näher und bekunden ihre gegenseitige Zuneigung.<br />

Dunkle Wolken ziehen jedoch bald auf, als<br />

ihnen deutlich wird, dass sie dem jeweils verfeindeten<br />

Adelshaus angehören. Julia gesteht; „O Wunderwerk<br />

ich fühle mich getrieben, den ärgsten Feind<br />

aufs zärtlichste zu lieben“. (29)<br />

2. Aufzug<br />

Es ist Nacht, als sich Romeo in Capulets Garten<br />

schleicht und Julia oben am Fenster erscheint. Sie bekunden<br />

ihre gegenseitige tiefe Zuneigung. „So grenzenlos<br />

ist meine Huld, die Liebe so tief wie das Meer“<br />

(36), erklärt Julia voller Inbrunst. Nach weiteren Liebesbezeugungen<br />

verabreden beide eine heimliche<br />

Hochzeit. Julias Amme dient als Botin zu Pater Lorenzo.<br />

Die nächste Szene führt in einen Klostergarten, wo<br />

Bruder Lorenzo, botanisch hochgebildet, über Segen<br />

und Fluch dieser Wissenschaft meditiert. Als Romeo<br />

erscheint, vermutet Lorenzo zunächst, dass dieser seinen<br />

Liebeskummer noch immer nicht überwunden<br />

hat. Auf Romeos Bitte einer unverzüglichen Trauung<br />

willigt er schließlich ein. „Vielleicht dass dieser Bund<br />

zu großem Glück sich wendet und euer Häuser Groll<br />

durch ihn in Freundschaft endet“ (42)<br />

Von Benvolio erfahren wir zur gleichen Zeit, dass<br />

Tybalt Romeo zum Duell gefordert hat. Mercutio weiß<br />

um Tybalts Fechtkunst und fürchtet um das Leben seines<br />

Freundes Romeo. Nun bringt die Amme eine Botschaft<br />

von Julia. Sie vereinbaren, dass Julia an diesem<br />

Nachmittag unter einem Vorwand zur Beichte gehen<br />

soll. Romeos Diener werde eine Strickleiter bringen,<br />

mit deren Hilfe Romeo nachts zu seiner Neuvermählten<br />

gelangt. Wenig später erklärt Lorenzo das Liebespaar<br />

mit dem Segen der Kirche zu Mann und Frau.<br />

3. Aufzug<br />

Eine gute Stunde danach stoßen Mercutio und<br />

Benvolio mit Tybalt und seinem Gefolge zusammen.


Globe Theater in London.<br />

Bilder: Wikimedia Commons<br />

Mercutio, ebenfalls ein Heißsporn, der laut Romeo<br />

„in einer Minute mehr spricht, als er in einem Monat<br />

verantworten kann“ (45), fordert Tybalt mit beleidigenden<br />

Worten heraus. Benvolios Schlichtungsversuche<br />

laufen ins Leere. Nun erscheint Romeo, Tybalts<br />

eigentliches Zielobjekt. Romeo versucht Tybalt zu besänftigen,<br />

als Mercutio Tybalt zum Kampf auffordert.<br />

Romeo springt zwischen die beiden Kontrahenten,<br />

wodurch Tybalts Stoß Mercutio tödlich trifft. „Warum<br />

zum Teufel kamt ihr zwischen uns?“ ruft Mercutio<br />

aus. „Ich dachte es gut zu machen“ (56), ist Romeos<br />

Antwort, bevor Mercutio stirbt. „Nun flieh gen Himmel<br />

schonungsreiche Milde“ (57)! Mit diesen Worten<br />

fordert Romeo Tybalt zum Kampf heraus. Sie fechten<br />

und Tybalt fällt. Es erscheint der Prinz mit seinem<br />

Gefolge zusammen mit den Montagues und Capulets.<br />

Benvolio berichtet über das Voraufgegangene und Romeos<br />

tragisches Eingreifen. Der Prinz, auch mit Tybalt<br />

verwandt, spricht den Bannfluch über Romeo aus.<br />

Eine Rückkehr nach Verona würde dessen Todesurteil<br />

bedeuten. „Vernehmt mein Wort! Wenn Gnade Mörder<br />

schont, verübt sie Mord“ (59). Die Schreckensnachrichten,<br />

von der Amme überbracht, sind für Julia<br />

unfassbar.“ So neidisch kann der Himmel sein“ (61).<br />

Die Amme verspricht Hilfe, da sie weiß, dass<br />

Romeo beim Pater wartet. Julia gibt ihr einen Ring<br />

für ihren Gemahl. Als Romeo durch den Pater von<br />

dem Bannstrahl erfährt, sieht er in seinem Leben<br />

keinen Sinn mehr. Vergeblich versucht Lorenzo ihn<br />

zur Vernunft zu bringen. „Hier aus Verona bist du<br />

nur verbannt. Sei ruhig, denn die Welt ist groß und<br />

weit“ (64). Romeo verhält sich weiterhin halsstarrig<br />

und erntet von Lorenzo Tadel und Geringschätzung.<br />

Schließlich gibt er seine Starrköpfigkeit auf.<br />

Wie zunächst vereinbart, solle er Julia in ihrem<br />

Schlafgemach trösten und sich dann schnellstens nach<br />

Mantua absetzen. Vieles werde sich zu gegebener Zeit<br />

dann schon in einem guten Sinne regeln lassen. Als die<br />

Amme ihm Julias Ring überreicht, ruft er hoffnungsvoll<br />

aus: „Wie ist mein Mut wieder neu belebt“ (69).<br />

Mittlerweile trauern die Capulets um Tybalts Tod<br />

und sehen auch darin die Ursache für Julias Niedergeschlagenheit.<br />

Paris hält höflich erneut um Julias Hand<br />

an, was Capulet mit Freuden gewährt. Er ist Montag,<br />

und die Hochzeit wird auf den kommenden Donnerstag<br />

terminiert. „Mein Graf ich wollte, Donnerstag<br />

wäre schon morgen“ (75) ruft Paris begeistert aus.<br />

Mit Hilfe der Strickleiter hat sich Romeo den Zugang<br />

zu Julias Schlafgemach verschafft, wo sie die<br />

gemeinsame Nacht im Brautbett verbringen. Nun<br />

aber kündigt sich der Morgen an. „Willst du schon gehen?<br />

Der Tag ist ja noch fern. „Es war die Nachtigall<br />

und nicht die Lerche“ (71) lässt Julia ihren Liebsten<br />

wissen. „Es ist die Lerche, die so heiser singt“ (72),<br />

muss Julia wenig später eingestehen. In der Hoffnung<br />

„all dies Leiden dient in Zukunft uns zu süßerem Geschwätz“<br />

(73), flieht Romeo.<br />

Inzwischen schwört Gräfin Capulet Rache an Romeo<br />

für den Tod ihres Neffen Tybalt.Sie kenne jemanden<br />

In Mantua und der „soll ein kräftig Tränkchen ihm<br />

bereiten, das bald ihn zum Gefährten Tybalts macht“<br />

(74). Nun rückt die Gräfin mit einer für sie erfreulichen<br />

Kunde heraus, der Hochzeit mit dem Grafen Paris.<br />

Als Julia diese Hochzeit zurückweist, wirft ihr Vater<br />

ihr Undankbarkeit vor und antwortet mit Gewaltandrohung<br />

und Beleidigungen: „Fräulein Zierlich, lose<br />

Dirne … Talggesicht ... du Hexe … geh mir zum Henker<br />

… die Finger jucken mir“ … (76).<br />

Als Julia keine Unterstützung von ihrer Mutter erhält,<br />

sucht sie vergebens Trost und Rat bei ihrer Amme.<br />

Diese stellt sich jedoch diesmal auf die Seite ihrer Eltern.<br />

Für sie ist Paris „ein allerliebster Herr, ein Lump<br />

ist Romeo nur gegen ihn“ (78). Es kommt daraufhin<br />

zum Bruch zwischen ihr und der Amme.<br />

Verzweifelt eilt sie zu Pater Lorenzo.<br />

4. Aufzug<br />

In seiner Zelle äußert der Pater gegenüber Paris seine<br />

Bedenken wegen der so eilig angesetzten Hochzeit.<br />

Julia kommt hinzu und reagiert ausweichend auf die<br />

Werbung durch den vermeintlichen zukünftigen Gemahl.<br />

Dieser verabschiedet sich von ihr in freudiger<br />

Erwartung auf den kommenden Donnerstag mit einem<br />

„heiligen Kuss“ (82).<br />

Verzweifelt fleht sie den Geistlichen um Hilfe an.<br />

Lorenzo möchte unter allen Umständen verhindern,<br />

dass sie sich das Leben nimmt. „Halt Tochter! ich erspähe<br />

etwas wie Hoffnung“ (83), lässt er Julia wissen.<br />

So solle sie zum Schein in die Vermählung einwilligen.<br />

In der Nacht zu Donnerstag dürfe sie niemanden<br />

in ihr Zimmer lassen. Er gibt ihr ein Fläschchen mit<br />

einem Kräutergeist. Dieses Getränk werde sie wie tot


erscheinen lassen. „Als solch ein Ebenbild des dürren<br />

Todes sollst du verharren zweiundvierzig Stunden und<br />

dann erwachen wie von süßem Schlaf“ (84).<br />

Die vermeintliche Tote werde in das Gruftgewölbe<br />

der Capulets gebracht. Über einen Boten<br />

solle Romeo von dem Plan erfahren, sich mit dem<br />

Pater in der Gruft treffen und Julia nach deren Erwachen<br />

nach Mantua bringen.<br />

Julia willigt ein und leistet Abbitte gegenüber ihrem<br />

Vater. Dieser fühlt sich erleichtert, dass „dies verkehrte<br />

Mädchen sich besonnen“ (86) und treibt die<br />

Hochzeitsvorbereitungen mit allem Eifer voran.<br />

„Geh nun zu Bett und ruh, du hast es nötig“ (87)<br />

nach diesen Worten ihrer Mutter ist Julia alleine<br />

mit dem Becher. „Mein düstres Spiel muss ich allein<br />

vollenden. Komm du, mein Kelch!“ (87). Voller<br />

Angst malt sich Julia unterschiedliche Szenarien<br />

aus. Was wäre, wenn der Trank nichts bewirken<br />

könnte? Was wäre, wenn er den möglichen Tod<br />

bringen könnte? Hat der Pater womöglich ein tödliches<br />

Getränk gemischt, um sich selbst zu entlasten?<br />

Was ist, wenn ich zu früh erwache? Was ist, wenn<br />

die Geister der verstorbenen Ahnen mich heimsuchen?<br />

Mit den Worten „Ich komme Romeo! Dies<br />

trink ich Dir“ (88) fällt sie ohnmächtig auf das Bett.<br />

Mit größter Bestürzung erfährt die Familie von<br />

Julias vermeintlichem Tod.<br />

5. Aufzug<br />

In Mantua erfährt Romeo durch seinen Diener<br />

Balthasar vom plötzlichen Ableben Julias. „Ich biet<br />

euch Trotz, ihr Sterne“ (97) ruft er aus. Ein heruntergekommener<br />

Apotheker in Mantua verkauft<br />

ihm ein tödliches Gift, obwohl dies nach Mantuas<br />

Gesetzen bei Todesstrafe verboten ist. „Nur meine<br />

Armut, nicht mein Wille reicht“ (99), versucht der<br />

Apotheker sich zu rechtfertigen.<br />

Inzwischen erscheint Marcus, Lorenzos Bote,<br />

aufgeregt in der Zelle des Paters. Er habe den Brief<br />

an Romeo nicht bestellen können, da er wegen<br />

Gefahr einer Seuche festgehalten worden sei. Nun<br />

wird Julia in drei Stunden erwachen.<br />

Romeo bricht die Tür des Grabgewölbes auf und<br />

findet dort Paris, der Julia die letzte Ehre erweisen<br />

möchte. Es kommt zum Kampf mit dem Grafen,<br />

den dieser mit dem Tod bezahlt. „Hast du Erbarmen,<br />

öffne die Gruft und lege mich zu Julien“ (103). Romeo<br />

erfüllt seinen letzten Wunsch und trinkt dann<br />

das tödliche Gift. Pater Lorenzo kommt zu spät.<br />

„Denn eine Macht, zu hoch dem Widerspruch, hat<br />

unsren Rat vereitelt“ (106), muss Lorenzo erkennen.<br />

Er kann nicht verhindern, dass Julia sich mit Romeos<br />

Dolch das Leben nimmt ...<br />

Es erscheinen Prinz Escalus, Gräfin und Graf<br />

Capulet und Graf Montague, dessen Frau kurz zuvor<br />

aus Gram über Romeos Verbannung verstorben<br />

ist. Lorenzo klärt alle Beteiligten über die schicksalhafte<br />

Entwicklung des dramatischen Geschehens auf.<br />

Schließlich gelingt es dem Prinzen die verfeindeten<br />

Parteien zu versöhnen, jedoch zu welchem Preis.<br />

***<br />

Dieses Drama gehört zu den am häufigsten aufgeführten<br />

Werken des Schriftstellers. Es beinhaltet<br />

klassische Elemente der Tragödie nach Shakespeare,<br />

welche in seinen späteren Tragödien Hamlet, Macbeth,<br />

King Lear, Julius Caesar und Othello ersichtlich<br />

werden: Störung der öffentlichen Ordnung, Sieg der<br />

Leidenschaften über die Vernunft, verhängnisvoller<br />

Irrtum, unerbittliches Rad der Fortuna, zerstörerische<br />

Macht des Zufalls. Im Jahre 1870 wurde Romeo und<br />

Julia als Oper in Moskau aufgeführt Dirigent war<br />

Nikolai Rubinstein. Weitere Inszenierungen folgten.<br />

Zudem wurde das Werk mehrfach verfilmt, u.a. unter<br />

der Regie von Franco Zeffirelli. Diese Verfilmung<br />

gefällt besonders durch ihre Werktreue.<br />

Im September 1957 wird in New York das Musical<br />

West Side Story uraufgeführt. Die Handlung ist<br />

eine Übertragung des Dramas in das New York der<br />

1950er Jahre, mit der Musik von Leonard Bernstein.<br />

Auch in der amerikanischen Countrymusik findet<br />

sich das Thema der unglücklich Liebenden wieder,<br />

nämlich in Johny Prestons Song „Running Bear and<br />

Little White Dove“<br />

Viele Redewendungen aus Shakespeares Werken<br />

sind als geflügelte Worte der Nachwelt erhalten geblieben.<br />

Hier einige Beispiele:<br />

Es ist etwas faul im Staate Dänemark –<br />

Hamlet. Akt I, 4<br />

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage- Hamlet.<br />

Akt III, 1<br />

Der Rest ist Schweigen – Hamlet. Akt V, 2<br />

Gut gebrüllt, Löwe –<br />

ein Sommernachtstraum. Akt V, 1<br />

Bei Philippi sehen wir uns wieder -<br />

Julius Caesar. Akt IV, 3<br />

Mein Königreich für ein Pferd –<br />

Richard III. Akt V, 4<br />

Vielleicht ist auch der folgende Ratschlag des großen<br />

Dichters noch heute von Interesse:<br />

„Wenn du den Eindruck hast, dass das Leben<br />

ein Theater ist, dann such dir eine Rolle aus,<br />

die dir so richtig Spaß macht.“<br />

Ernst Göckus<br />

Literaturnachweis: William Shakespeare Romeo und Julia, übersetzt von<br />

August Wilhelm Schlegel, Hrsg. von Dietrich Klose, Reclam, Stuttgart 2002.<br />

(Die Seitenzahlen beziehen sich auf diesen Text). Darüber hinaus wurde an<br />

Literatur verwendet: William Shakespeare, Romeo and Juliet, Oxford University<br />

Press, 2001. Dale, Vera, Shakespeare and the Age that made him, Stuttgart<br />

1971. Schabert, I. (Hrsg), Shakespeare Han<strong>db</strong>uch, Stuttgart 1978. Knaurs<br />

großer Schauspielführer, München 1985.<br />

70 durchblick 3/<strong>2024</strong>


TheaTer im Busch:<br />

auf die PläTze – aBO – lOs!<br />

Kultur GBK<br />

Für die neue Spielzeit <strong>2024</strong>/2025 haben<br />

wir ein abwechslungsreiches Theater-<br />

Abonnement für Sie zusammengestellt.<br />

Als AbonnentIn haben Sie Ihren<br />

Kulturkalender fest im Griff,<br />

sichern sich einen festen Platz<br />

und nutzen zudem den<br />

enormen Preisvorteil!<br />

Gebrüder<br />

Busch<br />

Kreis<br />

14. November <strong>2024</strong><br />

Ohnsorg-Theater (mal anders)<br />

> Altes Land<br />

27. Januar 2025<br />

Gilla Cremer > Vater hat Lager<br />

24. Februar 2025<br />

Komödie Berlin > Die Tanzstunde<br />

4. April 2025<br />

Euro-Studio-Landgraf > Extrawurst<br />

ABO<br />

Weitere Informationen unter<br />

www.gbk-kultur.de<br />

9. Mai 2025<br />

Ohnsorg-Theater ><br />

Carmen darf nicht platzen<br />

sParen<br />

sie 20 %<br />

Kultur LYZ<br />

07 | 08 | 09 | 10<br />

NOVEMBER <strong>2024</strong><br />

www.vielseitig-festival.eu<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 71


Wiederkehrende Termine<br />

17.30 Gesprächskreis<br />

der SHG für Angehörige von<br />

Menschen mit Demenz, Camontags:<br />

14.00 Montagscafé des<br />

DRK–Siegen Nord e.V.,<br />

Weidenau, Schneppenkauten<br />

1, 0271/76585<br />

18.00 Lese- und Literaturkreis<br />

mit Gustav Rinder,<br />

Lebendiges Haus e.V<br />

Siegen, Melanchtonstr. 61,<br />

0271/70328-46<br />

18.00 Singen zu Keyboardmusik<br />

mit Yuliyan,<br />

Stadtteilbüro FES & MGH<br />

Kreuztal, Danziger Str. 2 <br />

02732/3790<br />

20.30 Tangosalon:<br />

Milonga, Tango Argentino –<br />

Gefühle tanzen, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.<br />

Jeden 1. Montag<br />

14.00-16.00 Kreuztaler<br />

Repaircafé, Dietrich-Bonhoeffer-Hs.,<br />

Leipziger Str. 6<br />

0160 / 977 861 15<br />

19.00 Trauergruppe der<br />

Amb. Hospizhilfe, Stift. Diakoniestation<br />

Kreuztal, Ernsdorfstr.<br />

3, 02732/1028<br />

20.00 Tango Schnupperkurs<br />

(bis 21 Uhr),<br />

anschließend Tangosalon,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-<br />

Johann-Straße 18<br />

Jeden 2. Montag<br />

15.15 Montagsgespräch<br />

des „Bund der Vertriebenen“<br />

Siegen, Seilereiweg 6<br />

0271/82838<br />

18.30 „Anders Altern“<br />

Gruppe für gleichgeschlechtlich<br />

Lebende und Liebende,<br />

„Haus Herbstzeitlos“ Siegen,<br />

0271/404-2434<br />

Jeden 4. Montag<br />

14.30-16.30 Spielenachmittag,<br />

AWO Seniorenzentrum<br />

Erndtebrück,<br />

Struthstr. 4,<br />

02753/5077-40<br />

Letzter Montag<br />

10.00 Stadteilfrühstück,<br />

Stadtteilbüro FES & MGH<br />

Kreuztal, Danziger Str. 2<br />

02732/3790<br />

16.30-18.00 ADELE –<br />

Treffpunkt für pflegende<br />

Angehörige, Tagespf. Dreis-<br />

Tiefenb., Bismarckstr. 8<br />

0271/67 34 72 39<br />

16.30 Hayatın içinden<br />

– Selbsthilfegruppe für<br />

pflegende Angehörige (in<br />

türkischer Sprache), Verein<br />

De.-Türk. Akademiker e.V.<br />

Siegen, Hagener Str. 75<br />

0271/67 34 72 39<br />

18.30 Selbsthilfegruppe<br />

Asthma und Bronchitis<br />

„Haus Herbstzeitlos“ Siegen,<br />

Marienborner Str. 151<br />

02737/3308<br />

dienstags:<br />

Jeden 1. Dienstag<br />

10.00-13.00 Sprechzeiten<br />

Eine-Welt Arbeit im Verein<br />

für Soziale Arbeit und Kultur<br />

Südwestfalen e.V. Si., Sandstraße<br />

28 0271/38783<br />

13 15.30-17.00 Smartphone-Treff,<br />

AWO Seniorenzentrum<br />

Erndtebrück,<br />

Struthstraße 4, Information:<br />

0172/42861-50<br />

16.15 SHG Angehörige von<br />

Menschen mit Demenz,<br />

Siegerlandzimmer in der<br />

Siegerlandhalle, Anmeldung:<br />

0271/67 34 72 39<br />

17.00 Treffen der SHG für<br />

Hörgeschädigte, Ev. Martini-Kirchengemeinde<br />

Siegen,<br />

St. Johann Str. 7, Brigitte<br />

Schmelzer 02737/93470<br />

19.00 Aktiventreffen des<br />

BUND Siegerlandzi. der Siegerlandh.<br />

0271/332177<br />

20.00 SHG für Angehörige<br />

psychisch Kranker, (alle<br />

Altersgruppen „Haus Herbstzeitlos“<br />

Siegen<br />

Jeden 2. Dienstag<br />

14.30 Tanzen leicht gemacht,<br />

Gymnastik für<br />

Frauen, Heimatverein Unterm<br />

Hain, Marienborner Str.<br />

151 Anm. 0271/55452<br />

19.00 Vorwärts-Chor,<br />

städtisches Seniorenzentrum<br />

„Haus Herbstzeitlos“ Siegen<br />

Jeden 3. Dienstag<br />

15.00 Treffen der Heinzelwerker<br />

städtisches<br />

Seniorenzentrum „Haus<br />

Herbstzeitlos“ Siegen, Marienborner<br />

Str 151. Helfer<br />

sind sehr willkommen!<br />

15.30-17.00 Smartphone-Treff,<br />

AWO Seniorenzentrum<br />

Erndtebrück,<br />

Information: Aufwind<br />

Jugendhilfe GmbH, Julia<br />

Trettin 0172/42861-50<br />

15.30 Smartphonecafé,<br />

Digitale Themennachmittage.<br />

Stadtteilbüro FES<br />

& Mehrgenerationenhaus<br />

Kreuztal, Danziger Str. 2,<br />

02732/3790<br />

Jeden 4. Dienstag<br />

ritas Tagespfl. St. Raphael<br />

Burbach, Steinhardtstr. 4<br />

0271/67 34 72 39<br />

Jeden letzten Dienstag<br />

14.30-16.00 Café Auszeit<br />

Gesprächskreis für pflegende<br />

Angehörige, mit der<br />

Gruppe Lebensfreude, Otto-<br />

Reiffenrath-Haus Neunkirchen,<br />

0271/67 34 72 39<br />

17.30-19.00 Gesprächskreis<br />

der SHG für Angehörige<br />

von Menschen mit<br />

Demenz, Caritas Tagespfl.<br />

St. Raphael Burbach,<br />

Steinhardtstr. 4<br />

0271/67 34 72 39<br />

mittwochs:<br />

9.00 Ü55-Fitness, (nicht<br />

in den Ferien) Stadtteilbüro<br />

FES & MGH Kreuztal, Danziger<br />

Str. 2 02732/3790<br />

9.00 Wandern, Nordic<br />

Walking, ab Wanderparkplatz<br />

Siegen, Rosterbergstraße,<br />

Günter Dickel,<br />

0271/3345-66<br />

10.00 Wanderungen, ca.<br />

5 km des „Interkulturelles<br />

Seniorennetzwerk“ ab<br />

Siegerl.-Center Weidenau,<br />

A.L. García 0271/42517<br />

13.00-17.00 ALTERAktiv<br />

Fahrrad-Reparatur-Treff<br />

Selbsthilfe Werkstatt Siegen,<br />

Sandstraße 20, Innenhof,<br />

Info: Klaus Reifenrath,<br />

0171/88214-20<br />

14.00 Hilfen für zu Hause<br />

des Diak. Freundeskreises<br />

Siegen-Süd, Diakonie<br />

Si.-Eiserfeld, Mühlenstr. 7<br />

14.00-17.00 Taschengel<strong>db</strong>örse<br />

Siegen, MGZ,<br />

Martinigemeinde Siegen,<br />

St.-Johannstraße 7,<br />

0271/2 339 425<br />

15.30 Geselliger Nachmittag<br />

Lebendiges Haus<br />

e.V Si., Melanchtonstr. 61,<br />

0271/23166-79<br />

Jeden 1. Mittwoch<br />

10.00 Trauercafé Regenbogen<br />

der ambul.<br />

Hospizhilfe, Diakonistation<br />

Kreuztal, Ernsdorfstraße 3,<br />

02732/1028<br />

15.00 Seniorennachmittag<br />

des Heimatvereins<br />

Burbach-Niederdresselndorf,<br />

Alte Schule, 0273/67726<br />

15.00 Frauenzimmer,<br />

Frauencafé des DRK-Siegen-Niederschelden,<br />

Josefstraße<br />

1, 0271/354962<br />

15.30 Selbsthilfegruppe<br />

Angehörige von Men-<br />

schen mit Demenz, im<br />

Repair-Café der Klimawelten<br />

Hilchenb., Kirchw. 17<br />

0271/67 34 72 39<br />

17.00 Smartphonecafé,<br />

Hilfe rund um Handy Laptop<br />

und Co., Stadtteilbüro FES<br />

& Mehrgenerationenhaus<br />

Kreuztal, Danziger Str. 2<br />

02732/3790<br />

19.30 Treffen der Heimatfreunde<br />

Trupach, Kapellenschule<br />

Si.-Trupbacher Str.<br />

34, 0271/371022<br />

Jeden 2. Mittwoch<br />

14.30-16.30 Café Zeitlos,<br />

in der EssBar, Siegen,<br />

Schweriner Str. 23, (außer in<br />

den Ferien)<br />

17.30 Gesprächskreis für<br />

pflegende Angehörige<br />

Tagespflege „Bethanien“ Siegen,<br />

Weidenauer Str. 151,<br />

0271/67 34 72- 39<br />

Jeden 3. Mittwoch<br />

16.00 Workshop Ton<br />

fühlen und formen, Angebot<br />

für Menschen mit Demenz<br />

und ihre Angehörigen. Netphen<br />

Untere Industriestr.<br />

57 (begr. Teilnehmerzahl)<br />

0271/ 67 34 72-39<br />

Jeden 4. Mittwoch<br />

14.30-16.30 Café Zeitlos,<br />

in der EssBar, Siegen,<br />

Schweriner Str. 23 (außer<br />

in den Ferien)<br />

15.00 Fit im Kopf- gemeinsam<br />

das Gedächtnis in<br />

Bewegung halten Konferenzzimmer<br />

der Siegerlandhalle,<br />

0271/67 34 72 39<br />

Letzter Mittwoch<br />

14.00-17.00 Seniorencafé,<br />

Stadtteilbüro FES & MGH<br />

Kreuztal, Danziger Str. 2<br />

begrenzte Teilnehmerzahl<br />

02732/3790<br />

15.00-16.30 Selbsthilfegruppe<br />

Frontotemporale<br />

Demenz im Café Auszeit<br />

Kreuztal, Ernsdorfstr. 5<br />

15.00-16.30 Fit im Kopfdas<br />

Gedächtnis in Bewegung<br />

halten, im Konferenzzimmer<br />

der Siegerlandhalle<br />

donnerstags:<br />

10.00-12.00 Seniorenwerkstatt,<br />

„Interkulturelles<br />

Seniorennetzwerke“, Span.<br />

Gemeinde e.V., kath. Gemeindehaus<br />

Siegen, St.-Michaelstraße<br />

3 0271/42517<br />

10-12 Uhr Diakonischer<br />

Freundeskreis Siegen-Süd,<br />

72 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Hilfen für zu Hause,<br />

Eiserfeld, Mühlenstraße 7<br />

12.30 Kunstpause Führung<br />

durch die Wechselausstellung,<br />

MfG Siegen<br />

14.00 Handarbeitstreff,<br />

Stadtteilbüro FES & MGH<br />

Kreuztal, Danziger Str. 2<br />

(Nicht in den NRW-Ferien)<br />

Jeden 1. Donnerstag<br />

16.15 Kochgruppe für<br />

pflegende Angehörige und<br />

Interessierte, Familienzentr.<br />

kath. Kita St. Laurentius<br />

Wi.-Rudersdf. Auf dem Haaren<br />

13, 0271/67 34 72 39<br />

19.00 Tischtennistreff für<br />

Männer, Stadtteilbüro FES &<br />

MGH Kreuztal, Danziger Str. 2<br />

19.00 SHG Morbus<br />

Crohn, Haus Herbstzeitlos<br />

Si., Marienborner Str. 151<br />

Jeden 2. Donnerstag<br />

15.00 SHG Mitten im<br />

Leben für Menschen mit<br />

Gedächtnisproblemen<br />

KSG-Wohnanlage Si., Weidenauer<br />

Str. 202,<br />

0271/ 67 34 --72 39<br />

18.00 Gruppentreffen<br />

Omas for Future (Opas<br />

willkommen) Café Kaktus<br />

Freudenberg, Im Kurpark<br />

Jeden 3. Donnerstag<br />

16.30 Musik:Momente<br />

Chor für Menschen mit und<br />

ohne Demenz, Gemeindezentrum<br />

Seelbach, Lilienstr.<br />

14 0271 67347239<br />

19.00 Tischtennistreff für<br />

Männer, Stadtteilbüro FES &<br />

MGH Kreuzt., Danziger Str. 2<br />

Jeden letzten Donnerst.<br />

17.30 Kraft tanken für<br />

die Pflege – Gesprächkreis<br />

für pflegende Angehörige,<br />

Tagespflege Burbach-<br />

Dresselndorf, Westerwaldstr.<br />

86, 0271/67 34 72 39<br />

freitags:<br />

10.00 Lernc@fé digital,<br />

„KlimaWelten“ Hilchenbach,<br />

Kirchweg 17<br />

10.00 Mitmachtänze für<br />

Jung und Alt MGZ Siegen,<br />

St. Johann-Str. 7 barbara@<br />

kerkhoff-si.de<br />

16.00 Tanzen ab der<br />

Lebensmitte auch ohne<br />

Partner, TanzZentrum<br />

Si.-Geisweid, Birlenbacher<br />

Hütte 16, 0271/84999<br />

18.00 Wochenschlussandacht,<br />

Autobahnkirche,<br />

Wilnsdorf, Info@Autobahnkirche-Siegerland.de<br />

21.00 Tango Milonga,<br />

Café Basico Kreuztal, Hüttenstraße<br />

30<br />

Jeden 1. Freitag<br />

16.00 Reparaturtreff im<br />

Gemeindezentrum „Mittendrin“<br />

Siegen-Geisweid,<br />

Koomanstr. 8<br />

samstags:<br />

Jeden 3. Samstag<br />

9.00-12.00 Repaircafé,<br />

Kath. Gemeindehs. Erndtebrück,<br />

Birkenweg 2 F. Oldeleer<br />

02759/21495-60<br />

13.00 ALTERAktiv<br />

Repair-café, MGZ Siegen,<br />

St.-Johannstr. 7 <br />

0171/88214-20<br />

Jeden 4. Samstag<br />

13.00 Klimawelten<br />

Repaircafé, Florenburg<br />

Hilchenb., Kirchweg 17,<br />

Ingrid Lagemann<br />

02733/2366<br />

sonntags:<br />

20.00 Salsa Fiesta, Café<br />

Basico Kreuzt., Hüttenstr. 30<br />

Jeden 1. Sonntag<br />

14.00 Johannland-Museum,<br />

geöffnet ab 15<br />

Uhr, Kaffee und Kuchen,<br />

Netphen-Irmgarteichen,<br />

Glockenstraße 19<br />

15.00 Führungen im<br />

Wodanstollen Heimatverein<br />

Salchendorf e.V.,<br />

Neunkirchen, Arbachstr.<br />

28 a, 0170/ 47706-66<br />

15.00 Trauercafé der<br />

Ambulanten ökumenischen<br />

Hospizhilfe Siegen e.V.,<br />

Pfarrheim Heilig Kreuz Siegen,<br />

Im Kalten Born,<br />

0271/23602-67<br />

15.00 Sonntagscafé<br />

Begegnungszentrum Haus<br />

Herbstzeitlos Siegen, Marienborner<br />

Str. 151<br />

Jeden 2. Sonntag<br />

10.00-12.00 Tausch und<br />

Plausch, Treffen der Briefmarkenfreunde<br />

Netpherland,<br />

Heimatmuseum<br />

Netphen, Lahnstr. 47<br />

02737/2095-27<br />

14.30 Sonntagscafé, Alten<br />

Linde Wilnsdorf-Niederdielfen,<br />

Weißtalstraße<br />

15.00 Sonntagscafè,<br />

des Heimatvereins Niederschelden,<br />

im Bürgerhaus<br />

Si.-Niederschelden, Auf der<br />

Burg 15, 0271/3115-79<br />

Mobile Dienste<br />

Friseure<br />

Netphen: N. Primerano<br />

0162-2 69 53 57<br />

Bad Laasphe: I. Scharavin<br />

0176-70434995<br />

Jeden 3. Sonntag<br />

14.30 Kaffeeklatsch im<br />

Heimatverein Salchendorf<br />

e.V., Haus Henrichs<br />

Neunkirchen-Salchendorf,<br />

Hindenburgplatz 1<br />

Fußpflege<br />

Siegen: C. Frey<br />

0160-95585842<br />

Si., Wilnsdf., Freudenbg:<br />

C. Bruna, 01515-4316642<br />

Hier könnten auch Ihr Salon / Praxis stehen<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 73


durchblick verlost Freikarten für das<br />

Ohnsorgtheater mit:<br />

„Altes Land“<br />

Zwei Frauen in einem bewegten Leben, beide auf der Flucht und auf der Suche nach einem Zuhause,<br />

einer Familie: Vera Eckhoff flieht als kleines Mädchen mit ihrer Mutter zu Fuß aus Ostpreußen. Sie<br />

stranden auf einem Hof im alten Land, auf dem sie wenig willkommen sind. Bei rauem Klima und inmitten<br />

misstrauischer Dorfbewohner arbeiten Mutter und chter hart auf dem alten Hof südlich der Elbe. Am Ende<br />

finden die zwei Frauen sich und etwas, das sie eigentlich nie gesucht haben: eine Familie. Diese norddeutsche<br />

Geschichte, nach dem Roman von Dörthe Hansen, ist berührend und humorvoll zugleich.<br />

Zusammen geht´s leichter!<br />

ALTERAktiv Fahrrad Reparatur Treff<br />

Umzug mit Menschenkette<br />

28.09.<strong>2024</strong> ab 13:00 Uhr<br />

Wir ziehen von der Sandstr. 20 in die Sandstr. 24.<br />

Dafür brauchen wir bitte Eure ehrenamtliche Hilfe.<br />

Wir benötigen mindestens 120 Helfer.<br />

Es werden nur leichte Dinge von Hand zu Hand weitergereicht.<br />

Die Aktion dauert ca. 2 Stunden.<br />

Bitte um Rückmeldung:<br />

Mail: kr57@kr57.de<br />

Telegram: https://t.me/Umzug_Fahrradwerkstatt<br />

Donnerstag, 14. November <strong>2024</strong> ab 19.30 Uhr<br />

Gebrüder Busch-Theater Hilchenbach-Dahlbruch<br />

Gewinnen können Sie<br />

3 x 2 Eintrittskarten,<br />

wenn Sie bis 1. November eine Nachricht mit Ihrem<br />

Namen, Adresse, Telefonnummer und dem Vermerk<br />

„Freikarten“ senden an:<br />

Redaktion durchblick Marienborner Str. 151<br />

57074 Siegen<br />

gewinnspiel@durchblick-siegen.de<br />

Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.<br />

Die Tickets werden an der Abendkasse hinterlegt.<br />

Die Gewinner der letzten Verlosung waren:<br />

Life is Live im Kulturhaus Lÿz<br />

Andreas Hallenberger, Rüdiger Klein, Anna-K.Nöll


Haus Herbstzeitlos<br />

Seniorenbegegnungszentrum der Universitätsstadt Siegen<br />

Verwaltung:<br />

Seniorenbeauftragter 0271 / 404-24 34<br />

Fachberatung Senioren0271 / 404-22 38<br />

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.<br />

Senec@fé 0271 / 2 50 32 39<br />

durchblick - siegen e.V.<br />

Geschäftsstelle 0271 / 6 16 47<br />

Redaktion 0171 / 6 20 64 13<br />

57074 Siegen • Marienborner Straße 151<br />

www.unser-quartier.de/haus-herbstzeitlos-siegen<br />

Seniorenbeirat 0271 / 404-22 02<br />

SeniorenServiceStelle 0271 / 38 78 6 1 62<br />

Gruppen<br />

Trauercafé 0271 / 23 602-67<br />

Film- und Video-Club 02732 / 1 24 60<br />

Selbstverteidigung 0160 / 8 30 18 67<br />

Heinzelwerkstatt 0271 / 6 39 61<br />

Englischkurse VHS 0271 / 404-30 46<br />

montags<br />

09.00 - 12.00 SeniorenServiceStelle der<br />

Stadt Siegen geöffnet<br />

14.00 - 18.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />

Computertreff<br />

17.00 - 18.00 Tai Chi unter Anleitung<br />

dienstags<br />

09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé,<br />

Computertreff<br />

10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />

durchblick geöffnet<br />

18.00 - 20.00 Arbeitskr. MitweltZukunft,<br />

0271 / 404-2434<br />

(Nur in geraden Wochen)<br />

Kostenlose<br />

Parkplätze am Haus –<br />

Aufzug vorhanden<br />

mittwochs<br />

09.00 - 10.30 Englisch für Senioren<br />

VHS Kurs Stadt Siegen<br />

09.00 - 12.00 SeniorenServiceStelle der<br />

Stadt Siegen geöffnet<br />

09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />

Computertreff<br />

10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />

durchblick geöffnet<br />

10.30 - 12.00 Englisch für Senioren<br />

VHS Kurs Stadt Siegen<br />

14.00 - 18.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />

Computertreff<br />

15.00 - 17.00 Singgruppe<br />

16.00 - 19.00 Regenbogentreff<br />

Spielen und Klönen<br />

18.00 - 21.30 Film und Videoclub<br />

14.00 - 16.30 (von Oktober bis März)<br />

donnerstags<br />

09.30 - 10.30 Selbstverteidigung<br />

10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />

durchblick geöffnet<br />

11.00 - 12.00 Yoga unter Anleitung<br />

12.15 - 13.15 Yoga auf dem Stuhl<br />

0271 / 404-2434<br />

(Yoga im Gebäude Heimatverein)<br />

14.00 - 16.30 Das Heinzelwerk<br />

Werkstatt geöffnet<br />

Bushaltestelle: Blumenstraße<br />

Busse ab zentraler Omnibusbahnhof Siegen:<br />

B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109.<br />

Senioren-Service-Stellen<br />

im Kreis Siegen-Wittgenstein<br />

Stadt Siegen<br />

Rathaus Weidenau 0271/404-2238<br />

Weidenauer Str. 158-160 57076 Siegen<br />

Termine nach Vereinbarung<br />

k.fey@siegen-stadt.de<br />

Stadt Siegen<br />

Haus Herbstzeitlos 0271/404-2434<br />

Marienborner Str. 151 57074 Siegen<br />

montags und mittwochs 09-12 Uhr<br />

v.reichmann@siegen-stadt.de<br />

Gemeinde Neunkirchen<br />

Bettina Großhaus-Lutz 02735/767-200<br />

Bahnhofstr. 3 57290 Neunkirchen<br />

b.grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de<br />

Stadt Netphen<br />

Kristina Marino 02738/603-145<br />

Amtsstr. 6 Zi.1003 57250 Netphen<br />

k.marino@netphen.de<br />

Stadt Hilchenbach<br />

Gudrun Roth 02733/288-229<br />

Markt 13 57271 Hilchenbach<br />

g.roth@hilchenbach.de<br />

Stadt Bad Laasphe<br />

Maike Thielmann 02752/909-153<br />

Mühlenstr. 20 57334 Bad Laasphe<br />

m.thielmann@bad-laasphe.de<br />

Bad Berleburg<br />

Silke Weller 02751/923-268<br />

Poststr. 42 57319 Bad Berleburg<br />

s.weller@bad-berleburg.de<br />

Gemeinde Erndtebrück<br />

02753/605-0<br />

Talstraße 27 57339 Erndtebrück<br />

info@erndtebrück.<br />

Gemeinde Burbach<br />

Birgit Meier-Braun 02736/45-56<br />

Eicher Weg 13 57299 Burbach<br />

b.meier-braun@burbach-siegerland.de<br />

Stadt Freudenberg<br />

Tanja Hensel-Glöckner 02734/43-174<br />

Mórer Platz 1 57258 Freudenberg<br />

t.gloeckner@freudenberg-stadt.de<br />

Gemeinde Wilnsdorf<br />

Jutta Schmidt 02739/802-129<br />

Marktplatz 1 57234 Wilnsdorf<br />

j.schmidt@wilnsdorf.de<br />

Seniorenberatung Kreuztal:<br />

Diakoniestation im Haus der Diakonie, Martin-Luther-Str. 2 57223 Kreuztal<br />

N.N. 02732/582470<br />

seniorenberatung@diakoniestation-kreuztal.de<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 75


Einfach<br />

hingehen, ohne<br />

Anmeldung!<br />

September<br />

1. Sonntag<br />

11.00 Kreuztaler Trödelmarkt,<br />

Parkhaus des Kaufland<br />

15.00 Doktor Dolittle und seine<br />

Tiere, Südwestfälische Freilichtbühne<br />

Freudenberg e.V., Kuhlenbergstr.<br />

21.00 Rockkonzert mit der Band<br />

Elektrohand Gottes, Siegen, Jacob-<br />

Scheiner-Platz, vor Apollo Theater<br />

4. Mittwoch<br />

10.30 Für Strickfreunde: Wolle &<br />

Nadel, Stadtbibliothek Siegen, Krönchen<br />

Center, Markt 25<br />

6. Freitag<br />

19.00 Musik: Götz Widmann-Blütenduft,<br />

Vortex Surfer Musikclub,<br />

Auf den Hütten<br />

20.00 Doktor Dolittle und seine<br />

Tiere, Südwestfälische Freilichtbühne<br />

Freudenberg e.V., Kuhlenbergstrasse<br />

20.00 Viel Kultur, Festival des Kulturrings,<br />

Siegerland-Wittgenstein,<br />

Auftaktveranstaltung, Hilchenbach-<br />

Dahlbruch, Gebrüder-Busch-Theater<br />

7. Samstag<br />

7.00 Geisweider Flohmarkt: Siegen-<br />

Geisweid, Unter der HTS, Stahlwerkstr.<br />

11.00 Kunstsommer <strong>2024</strong>, Atelier<br />

Charlottenhütte, Mudersbach-Niederschelderhütte,<br />

Auf der Hütten 68<br />

15.00 Open-Air-Konzert: Rock im<br />

Onnergrund, Neunkirchen, PWS-<br />

Gelände Struthütten, Alter Weg 39<br />

19.00 Festival Vielkultur, Industry<br />

goes musical Philharmonie Südwestfalen<br />

& Adrienne Haan, Hi.-Dahlbruch,<br />

SMS-Betriebsgelände<br />

19.30 Lindencafé-Konzert mit Yazz<br />

mine, Wi.-Niederdielfen, Weißtalstr.<br />

20.00 Mordsgespräche: Blutrausch<br />

Podcast von True Crime Nerds fHeimhof-Theater<br />

Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

8. Sonntag<br />

10.00 Ein Mitsing-Projekt: Bach<br />

wunderbar vielfälltig, Nikolaikirche<br />

Siegen, Krämergasse 2<br />

11.00 Kammermusik mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen, Forsthaus<br />

Hohenroth, Netphen, Eisenstraße<br />

Mordsgespräche mit True Crime Nerds<br />

7.9. Heimhof-Theter Burbach<br />

Industry goes musical mit der Philharmonie SW am 7.9., SMS Gelände Dahlbruch.<br />

13.00 Ausstellung: Original-Tracht<br />

- Tragen - Tradition, Atelier Zimt & Zucker<br />

Burbach, Wilnsdorfer Strasse 57<br />

14.00 Märchenspaziergang: Der<br />

Wald und seine Bewohner, ab<br />

Forsthaus Hohenroth Netphen<br />

14.30 Tag des offenen Denkmals<br />

und Das Haus Nassau Oranien,<br />

Führung im Siegerlandmuseum,<br />

Oberes Schloss 2, Infos unter<br />

0271 404 1900<br />

15.00 Apollo-Theater Eigenproduktion:<br />

Vogel-Fantasie – Spatz Fritz,<br />

Apollo Theater Siegen, auch um<br />

17.00 Uhr<br />

16.00 Sonntagnachmittag um<br />

4, Herdorfer Dixieland Frieds,<br />

Siegen, Zeltarena im oberen<br />

Schlosspark<br />

9. Montag<br />

17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:<br />

Die Insel der Zitronenblüten,<br />

Viktoria Filmtheater H.- Dahlbr.<br />

11. Mittwoch<br />

19.00 Lesung mit Katharina Afflerbach,<br />

Bergsommer, Haflinger Hütte<br />

Erndtebrück, Grimbachstraße<br />

12. Donnerst.<br />

19.30 Theater: Top Dogs, Die Wirtschaft<br />

ist in der Krise, Bruchwerk<br />

Theater Siegen, Siegbergstraße 1<br />

19.30 Schauspiel: Media Magica, Haus<br />

des Gastes Bad Laasphe, Wilhelmpl. 3<br />

13. Freitag<br />

19.00 Musik: Releasetour-Act of<br />

Creation, Vortex Musikclub, Siegen-<br />

Weidenau, Auf den Hütten 4<br />

20.00 Musik: Chacan-Dia de Suerte,<br />

Siegen, Spiegelzelt<br />

14. Samstag<br />

20.00 Poetische Amüsier-Schau: Ein<br />

rätselhafter Schimmer, Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

15. Sonntag<br />

11.00 Wanderung mit Musik & Objekten<br />

der Kunst, Kultur-Flecken<br />

entdecken, Freudenberg, ab Parkpl.<br />

Vernissage: Kunst im Treppenhaus,<br />

am 22.9. Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

Hinterm Schloss an der Burgstraße<br />

19.00 Chorkonzert mit dem Collegium<br />

vocale Siegen, Als das Wünschen<br />

noch geholfen hat, Ev. Martinikirche<br />

Siegen, Grabenstr. 27<br />

19.30 Sinfoniekonzert mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen: Die Magie<br />

der Musik, Apollo-Theater Siegen<br />

20.00 Hempels Beatles Tour, Stefanie<br />

Hempel & The Silver Spoons, Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

17. Dienstag<br />

19.00 Bunter Abend mit den Kunst-<br />

WertSchätzen, Siegen, Spiegelzelt<br />

19.30 Jazzzkonzert: Shades of<br />

Blues mit Mario Mammone Marco<br />

Bussi und Ingo Senst. Bruchwerktheater<br />

Siegen, Siegbergstraße 1<br />

76 durchblick 3/<strong>2024</strong>


19. Donnerstag<br />

10.30 Für Strickfreunde: Wolle &<br />

Nadel, Stadtbibliothek Siegen, Krönchen<br />

Center, Markt 25<br />

16.30 Chormusik: Für Menschen<br />

mit und ohne Demenz, Ev. Gemeindezentrum<br />

Si.-Seelbach, Lilienstr. 14<br />

20.00 Konzert mit dem Ensemble<br />

Quadro Nuevo - Happy Deluxe, Siegen<br />

Spiegelzelt, Am Unteren Schloss<br />

20. Freitag<br />

19.30 Theater: Hildensaga – ein königinnendrama,<br />

Apollo Theater Siegen<br />

20.00 Kabarett: Dave Davis - Life<br />

is Live, Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-<br />

Johann-Str. 18<br />

20.00 Lesung und Musik: Markus<br />

Berges - Irre Wolken, Siegen, Spiegelzelt<br />

am Unteren Schloss<br />

21. Samstag<br />

19.30 Theater: Was man von hier<br />

aus sehen kann, Apollo Theater Si.<br />

20.00 Musikalische Lesung mit Ina<br />

Rumpf Zeitreise, Siegen, Spiegelzelt<br />

am Unteren Schloss<br />

20.00 Jazzclub Oase: Ginzburg<br />

Dynastie, Jiddish Swing Orchestra,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen, St.-Johann-<br />

Straße 18<br />

22. Sonntag<br />

11.00 Vernissage: Kunst im Treppenhaus,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen,<br />

St.-Johann-Str. 18<br />

14.30 Interkulturelles Picknick im<br />

Rahmen der Ausstellung Siegen.<br />

Fremde? Heimat? auf der Wiese<br />

hinter dem Museum im Schlosspark<br />

18.00 Komödie von Yasmina Reza:<br />

Der Gott des Gemetzels, Bad<br />

Berleburg, Bürgerhaus am Markt<br />

19.00 Konzert mit dem Duo Graceland,<br />

A Tribute to Simon & Garfunkel,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

20.00 Musik: Band Dota – In der fernsten<br />

der Fernen – Mascha Kaleko 2,<br />

Siegen, Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

Nessi Tausendschön, am 28.9. im<br />

Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />

Jupiter Jones am 27.9. Campus Buschhütten-Kreuztal, Siegener Str. 152<br />

24. Dienstag<br />

20.00 Junges Theater Siegen- Leben:<br />

Theaterstück über unsere Stadt,<br />

Si., Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

25. Mittwoch<br />

19.30 Schauspiel der Bühne Zwickau-<br />

Plauen, Richard III.: Kein Königreich<br />

für ein Pferd, Apollo-Theater Siegen<br />

20.00 Impro-Theater mit dem Junges<br />

Theater Siegen: Leben:Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

26. Donnerstag<br />

14.30 durchblick-LiteraturCafé,<br />

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos<br />

Siegen, Marienborner Str. 151<br />

20.00 Musik: Jan Plewka & Marco<br />

Schmedje – Between the 80th, Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

27. Freitag<br />

19.30 Joe Bausch live: Psychopathen<br />

und Sadisten, Apollo-Theater Siegen<br />

20.00 Lesung: Hauck & Bauer und<br />

Gsella, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

20.00 kreuztalkultur, Konzert mit<br />

Jupiter Jones Campus Buschhütten-<br />

Kreuztal, Siegener Str. 152<br />

20.00 Musik: Ella Burkhardt Trio-<br />

Tree Lucky Ones, Siegen, Spiegelzelt<br />

am Unteren Schloss<br />

20.00 KulturFlecken Silberstern:<br />

Dämmerschoppen mit Sophie and<br />

the Boys, Rock- und Pop-Hits, Freudenberg,<br />

Am Silberstern 4<br />

28. Samstag<br />

11.00 Bad Laaspher Herbstmarkt,<br />

Bad Laasphe, Wilhelmplatz 3<br />

16.00 Greta, Theater Plauen-Zwickau,<br />

Apollo-Theater Siegen<br />

19.00 Performence-Theater: Fetter<br />

Fisch, Apollo-Theater Siegen<br />

20.00 Jazzclub Oase: Will Jacobs Blues<br />

/Soul/R&B, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

20.00 Konzert mit Tim Fischer, Chansonier<br />

& Schauspieler Glücklich,<br />

Siegen, Spiegelzelt<br />

20.00 Kabarett: Nessi Tausendschön<br />

mit Operation „Goldene Nase“ ,<br />

Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />

29. Sonntag<br />

11.00 Bad Laaspher Herbstmarkt,<br />

Bad Laasphe, Wilhelmplatz 3<br />

11.00 Apollo-Theater Eigenproduktion:<br />

Vogel-Fantasie – Spatz Fritz, Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

15.00 Tanztheater: Mensch-Natur-<br />

Tier-Stadt-Land, Bruchwerk Theater<br />

Siegen, Siegbergstraße 1<br />

17.00 kreuztalkultur, Konzert: The<br />

Peace Makers, Friedensoratorium<br />

von Karl Jenkins, Kreuzkirche<br />

Kreuztal, Martin-Luther-Str. 1<br />

18.00 kreuztalkultur, Comedy: Tobias<br />

Beitzel, Katy Perry macht Urlaub<br />

auf Amrum, Campus Buschhütten,<br />

Kreuztal, Siegener Str. 152<br />

20.00 Konzert: 20 Jahre Late Night<br />

Jazz Foundation, Happy Birthday,<br />

Siegen, Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

30. Montag<br />

9.00 Performance Theater Marabu:<br />

SPLASH!, Apollo-Theater, (auch 11 Uhr)<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 77


Einfach<br />

hingehen, ohne<br />

Anmeldung!<br />

1. Dienstag<br />

19.00 Filmklub Kurbelkiste: The Holdovers-<br />

Tragikomödie, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18l<br />

19.00 Lesung: Heiko Weiß, Thema<br />

Modelleisenbahn, Krönchencenter<br />

Stadtbibliothek, Siegen, Markt 25<br />

2. Mittwoch<br />

19.00 Jumbiläumsparty mit den Höhner<br />

und Streetlife, 175 Jahre Sparkasse<br />

Wittgenstein, Erndtebrück,<br />

Schützenhalle, Schulstraße 35<br />

19.30 Konzert mit den Amarcord:<br />

Zürne nicht des Herbstes Wind,<br />

Apollo-Theater Siegen, Morleystr.<br />

20.00 Theater: con Cuore-Hear<br />

my Song eine Lebens-Geschichte<br />

um zwei Künstler, Siegen, Spiegelzelt<br />

am Unteren Schloss<br />

3. Donnerstag<br />

15.00 kreuztalkultur, Konzert: Drei<br />

Haselnüsse für Aschenbrödel, Eichener<br />

Hammer, Am Parkplatz 2<br />

17.00 Konzert mit Philharmonie<br />

Südwestfalen: British Proms Night,<br />

Aula des Gymnasiums Bad Laasphe<br />

19.30 Komödie der Landesbühne<br />

Rheinland-Pfalz: Weiße Turnschuhe,<br />

Apollo-Theater Siegen, Morleystr.<br />

(auch am 4.10.)<br />

20.00 Konzert mit Sarah Lesch, Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

4. Freitag<br />

20.00 LÿzMixVarieté: Die magische<br />

Überraschungs-Show, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18l<br />

20.00 LaLeLu A Cappella Comedy-<br />

Alles richtig gemacht, Siegen,<br />

Spiegelzelt am Unteren Schloss<br />

5. Samstag<br />

7.00 Geisweider Flohmarkt, Siegen-Geisweid,<br />

Unter der HTS<br />

10.00 Workshop mit Mo de Bleu:<br />

Jonglage- & Diabolo, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

Oktober<br />

Goldener Herbst<br />

Seniorennachmittag in der Bismarckhalle<br />

am 9. Oktober ab 14.30 Uhr<br />

19.30 Tanztheater: Brasilien in<br />

Licht und Schatten, Landestheater<br />

Detmold, Apollo-Theater Siegen<br />

19.30 Lindencafé-Lesung: Ringelnatz<br />

Wilnsdorf-Niederdielfen, Weißtalstr. 2<br />

20.00 Konzert: Ticket to Happiness,<br />

Aufbruch, Kulturhaus Lÿz Siegen,<br />

St.-Johann-Str. 18l<br />

20.00 Giovanni Weiss Quintett: Gipsy<br />

Jazz Show, Siegen Spiegelzelt,<br />

Am Unteren Schloss<br />

20.00 Konzert: We Salute You,<br />

World's Tribute to AC/DC, Siegerlandhalle<br />

Siegen, Koblenzer Str. 151<br />

20.00 Konzert: Gringo Mayer Solo?<br />

Ahjoo! , Indie, Pop, Folk , und mehr,<br />

Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />

7a<br />

6. Sonntag<br />

11.00 Talkshow: Widerworte-Siegen,<br />

wir müssen reden!, Siegen<br />

Spiegelzelt, Am Unteren Schloss<br />

18.00 kreuztalkultur, Comedy: Frieda<br />

Braun, Jetzt oder nie, Otto-Flick-<br />

Halle, Kreuztal, Moltkestraße 12<br />

20.00 Musik: Feuerbach Quartett-<br />

Legends. Mozart meets Queen, Siegen<br />

Spiegelzelt, Am Unteren Schloss<br />

7. Montag<br />

17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:<br />

Schmetterlinge im Ohr, Viktoria<br />

Filmtheater Hi.- Dahlbruch<br />

20.00 Kabarett: Marco Giani, Siegerlandhalle<br />

Siegen, Koblenzer Straße<br />

8. Dienstag<br />

18.00 Filmpalast: The Big Short.<br />

Nach der wahren Geschichte, Heimhof-Theater<br />

Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

19.30 Show: Slam Deluxe, Hier ist<br />

mehr mehr, Apollo-Theater Siegen<br />

9. Mittwoch<br />

14.30 Seniorenveranstaltung der Stadt<br />

Siegen, Goldener Herbst <strong>2024</strong>, Bismarckhalle<br />

Siegen-Weidenau<br />

19.30 Rudelsingen Kulturhaus Lÿz<br />

Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

10. Donnerstag<br />

14.30 durchblick-LiteraturCafé, Begegnungszentrum<br />

Haus Herbstzeitlos<br />

Siegen, Marienborner Str. 151<br />

19.30 Konzert der Philharmonie Südwestfalen:<br />

British Proms Night,<br />

Apollo-Theater Siegen, Morleystr.<br />

20.00 Comedy mit Ralf Schmitz:<br />

Schmitzfindigkeiten, Siegerlandhalle<br />

Siegen, Koblenzer Str. 151<br />

11. Freitag<br />

20.00 Kabarett, Songs, Dias mit<br />

Jess Jochimsen: Meine Gedanken<br />

möchte ich manchmal nicht haben,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

12. Samstag<br />

11.00 Mädelsflohmarkt, Haus des<br />

Gastes, Bad Laasphe, Wilhelmsplatz 3<br />

19.00 Lesung – Musik – Party zum<br />

50-jährigen Jubiläum: Die etwas<br />

andere Stadtgeschichte, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.18<br />

19.30 Gaudi aus Musik, Abenteuer<br />

und Magie: Media Magica, Bruchwerk<br />

Theater Siegen, Siegberstr. 1<br />

78 durchblick 3/<strong>2024</strong>


20.00 Show: Berni Wagner geht<br />

aufs Ganze! Galápagos, Heimhof-<br />

Theater Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

20.00 Comedy mit Till Reiners: Mein<br />

Italien, Siegerlandhalle Siegen<br />

20.00 kreuztalkultur Kabarett mit<br />

Hagen Rether: Liebe, Otto-Flick-Halle,<br />

Moltkestr. 12<br />

13. Sonntag<br />

14.30 Sonntagsführung: Unter Tage<br />

im Siegerlandmuseum, Siegerlandmuseum,<br />

Siegen, Oberes Schloss 2<br />

17.00 Krimidinner für Jung und<br />

Alt, Handwerkerhaus Siegen, Fürst-<br />

Johann-Moritz-Straße 3<br />

14. Montag<br />

19.30 Feierabendmilonga: Man<br />

muss das Leben tanzen, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

15. Dienstag<br />

19.00 Filmklub Kurbelkiste: The<br />

Zone of Interest, Kulturhaus Lÿz<br />

Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

17. Donnerstag<br />

16.30 Chormusik: Für Menschen<br />

mit und ohne Demenz, Ev. Gemeindezentrum<br />

Si.-Seelbach, Lilienstr. 14<br />

19.00 Lesung mit Christina Clemm:<br />

Gegen Frauenhass, Kulturhaus Lÿz<br />

Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

18. Freitag<br />

20.00 Infotainment-Abend: Mark<br />

Benecke, Mumien in Palermo, Siegerlandhalle<br />

Siegen, Koblenzer Straße<br />

20.00 Irisches Quintett: Irish Folk<br />

– Goitse, Haus des Gastes, Bad Laasphe,<br />

Wilhelmsplatz 3<br />

19. Samstag<br />

19.00 Musik: Butterweege Alle drehen<br />

durch, Vortex Surfer Musikclub,<br />

Siegen-Weidenau, Auf den Hütten<br />

20.00 Rock meets Klassik Show:<br />

Dark Tenor-Symphony of Light,<br />

Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer<br />

Straße 151<br />

20. Sonntag<br />

20.00 The Desperate Thespians, Sarah<br />

Ruhl: Dead Man’s Cell Phone,<br />

Aufführung in englicher Sprache, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.<br />

18 (auch Do., Fr. Sa. 20.00 Uhr)<br />

23. Mittwoch<br />

18.00 Alice spektakuläre Zirkusshow<br />

für die ganze Familie, Siegerlandhalle<br />

Siegen<br />

24. Donnerstag<br />

14.30 durchblick-LiteraturCafé, Begegnungszentrum<br />

Haus Herbstzeitlos<br />

Siegen, Marienborner Str. 151<br />

26. Samstag<br />

19.00 Musik: Milking the Goatmachine<br />

+ Interitus + tba, Vortex<br />

Surfer,Club, Si.-Weidenau, A. d. Hütten<br />

20.00 Konzert: Purple Schulz mit Jördis<br />

Tielsch, Sehnsucht bleibt! Heimhof-Theater<br />

Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

27. Sonntag<br />

17.00 kreuztalkultur, xpeditionen mit<br />

Günter Wamser & Sonja Endlweber:<br />

Im Sattel durch Amerika, Eichener<br />

Hamer, Kreuztal , Am Parkplatz 2<br />

17.00 Musikalische Lesung mit<br />

Klaus Zarmutek & Band, Autobahnkirche<br />

Siegerland, am Rasthof Wilnsdorf<br />

29. Dienstag<br />

19.30 Filmklub Kurbelkiste: Immaculate,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

30. Mittwoch<br />

19.00 Zeitzeugen auf Zelluloid: Digitalisierte<br />

Filmchroniken der Gemeinde<br />

Geisweid und der Stadt Hüttental,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

31. Donnerstag<br />

19.30 Konzert der Philharmonie Südwestfalen:<br />

Wagner verdus Verdi,<br />

Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1<br />

21.00 Halloween Party, Camen<br />

Knows Best, Vortex Surfer Musikclub,<br />

Siegen-Weidenau, Auf den Hütten<br />

Apollo-Theater Siegen<br />

Freitag, <br />

18.10. um 19.00 Uhr<br />

Samstag, <br />

19.10. um 15/20 Uhr<br />

Sonntag, <br />

20.10. um 14/19 Uhr<br />

Mittwoch, 23.10. um 19.00 Uhr<br />

Donnerstag, 24.10. um 19.00 Uhr<br />

Freitag, <br />

25.10. um 19.00 Uhr<br />

Samstag, <br />

26.10. um 15/20 Uhr<br />

Sonntag, <br />

27.10. um 14/19 Uhr<br />

Montag, <br />

28.10. um 19.00 Uhr<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 79


Einfach<br />

hingehen, ohne<br />

Anmeldung!<br />

November<br />

Filmtheater Hi.-Dahlbruch, Bernhard-<br />

Weiss-Platz 6<br />

19.30 Feierabendmilonga: Man<br />

muss das Leben tanzen, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen<br />

12. Dienstag<br />

18.00 Filmpalast: Tatsächlich Liebe,<br />

romantische Komödie, Heimhof-Theater<br />

Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

19.00 Filmklub Kurbelkiste: Oh la la<br />

- Wer ahnt denn sowas, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen<br />

Nicole: „Ich bin zurück in Siegen“, am 22.11. in der Siegerlandhalle.<br />

1. Freitag<br />

19.00 Theatergruppe Dellerlecker:<br />

Scherenschnitt, Heimhof-Theater Burbach,<br />

Heimhofstr. 7a (auch 2. und 3.11.)<br />

2. Samstag<br />

10.00 Jonglage & Diabolo Workshop<br />

mit Mo de Bleu, Kulturhaus Lÿz<br />

Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

17.00 Preisträgerkonzert der<br />

Friedrich-Kiel-Gesellschaft, Haus des<br />

Gastes, Bad Laasphe, Wilhelmsplatz 3<br />

20.00 kreuztalkultur, Schlagerparty:<br />

mit Achim Petry & Band, Eichener<br />

Hamer, Kreuztal, Am Parkplatz 2<br />

20.00 Kabarett: Lioba Albus, Ende<br />

offen, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

3. Sonntag<br />

15.00 Herbstkonzert des Siegener<br />

Blasorchester, Siegerlandhalle<br />

16.00 Puppenspiel: Post für den<br />

Tiger, nach Janosch von Alexander<br />

Kratzer, Schreinerei Quandel, Freudenberg,<br />

Krottorfer Straße 45<br />

17.00 Multivisionsvortrag: Wittgensteiner<br />

Land – im Wechsel der Jahreszeiten,<br />

Forsthaus Hohenroth<br />

5. Dienstag<br />

19.30 Comedy-Marathon: 1. Komische<br />

Nacht, verschiedene Spielstätten<br />

in Siegen u.a. Cafés und Bars<br />

7. Donnerstag<br />

14.30 durchblick-LiteraturCafé,<br />

Haus Herbstzeitlos Siegen<br />

20.00 Lesung: Mona Ameziane &<br />

Christine Westermann, Kulturhaus Lÿz<br />

Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

9. Samstag<br />

16.00 Lesung: Annette Langen, Mit<br />

Felix durch Österreich, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St. Johann-Straße 18<br />

20.00 Lesung: Christian Brückner &<br />

Martin-Auer-Quintett, Hinab in den<br />

Maelström von Edgar Allan Poe, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen St. Johann-Straße<br />

20.00 Jubiläumslachkonzert: Teatro<br />

Musicomico mit Gogol & Mäx,<br />

Heimhof-Theater Burbach, Heimhofstr.<br />

10. Sonntag<br />

14.30 Festausstellung und Öffentliche<br />

Führung: Rubens + Rubensgrafik II<br />

Siegerlandmuseum Si., Oberes Schloss<br />

15.00 kreuztalkultur, Teddybärenkonzert:<br />

Hänsel und Gretel, Otto-<br />

Flick-Halle, Kreuztal, Moltestraße 12<br />

20.00 Lesung mit Jens Schumacher:<br />

Flucht aus dem Geheimlabor, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen St. Johann-Straße<br />

11. Montag<br />

17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung:<br />

Ein ganzes Leben, Viktoria<br />

13. Mittwoch<br />

19.00 Lesung mit Heiko Weiß: Modelleisenbahn,<br />

Stadtbibliothek<br />

Kreuztal , Marburger Straße 10<br />

19.00 Comedy mit Nikita Miller, Im<br />

Westen viel Neues, Siegerlandhalle<br />

14. Donnerstag<br />

19.30 Schauspiel mit dem Ohnsorg-<br />

Theater: Altes Land Geb.- Busch-<br />

Theater Hilchenbach-Dahlbruch<br />

20.00 kreuztalkultur Konzert: Susan<br />

Wolf & Band mit Wendy Mcneill,<br />

Songwritings im Doppelpack,<br />

Weiße Villa im Dresler Park, Kreuztal<br />

20.00 Comedy: NightWash, Siegerlandhalle<br />

Siegen<br />

15. Freitag<br />

19.30 Theater: Schacht:Licht,<br />

Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1<br />

19.30 Comedy-Zaubershow, mit<br />

Rudi und Thorsten, Gebr.-Busch-Theater<br />

Hilchenbach-Dahlbruch<br />

20.00 Kabarettshow: Tobias Mann,<br />

Real/Fake, Was ist echt und was<br />

ist falsch, Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

16. Samstag<br />

19.30 Theater: Schacht:Finsternis,<br />

Bruchwerk Theater Siegen, Siegbergstraße<br />

1<br />

20.00 Big Band-Konzert: Vlurfunk,<br />

80 durchblick 3/<strong>2024</strong>


Funk, Latin und eine Prise Rock,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

20.00 kreuztalkultur, Konzert: Jan<br />

Garbareks Group und Trilok Gurtu, Otto-Flick-Halle,<br />

Kreuztal, Moltkestr. 12<br />

20.00 Daubs Melanie - Premiere: Siegen<br />

jubelt: Viva Siegen!, Heimhof-<br />

Theater Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

17. Sonntag<br />

17.00 Lesung: Siegener Poetry Slam<br />

Dichterwettstreit, Kulturhaus Lÿz<br />

Siegen, St. Johann-Straße 18<br />

17.00 Konzert: Blasorchester Stadt<br />

Kreuztal e.V., Licht und Schatten,<br />

Kreuzkirche Kreuzt., Martin-Luther-Str.<br />

21. Donnerstag<br />

14.30 durchblick-LiteraturCafé,<br />

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos<br />

Siegen, Marienborner Str. 151<br />

16.30 Musik: Chor für Menschen mit<br />

und ohne Demenz, Ev. Gemeindezentrum<br />

Siegen-Seelbach, Lilienstr. 14<br />

22. Freitag<br />

18.00 Live-Show: Nicole – Ich bin<br />

zurück in Siegen, Siegerlandhalle<br />

Siegen, Koblenzer Str. 151<br />

19.00 4. Lÿz eSports-Cup es wird<br />

wieder im Lÿz gezockt, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St. Johann-Straße 18<br />

23. Samstag<br />

11.00-17.00 Winterbasar des Bürgervereins<br />

Lindencafé Wilnsdorf-Niederdielfen,<br />

Weißtalstr. 2<br />

20.00 Magie & Comedy Show: ASS<br />

Dur, Celebration - Gesang & Klamauk,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

20.00 kreuztalkultur, Kabarett: Jürgen<br />

Becker, Campus Buschhütten,<br />

Kreuztal, SiegenerStr. 152<br />

20.00 Comedy mit Alain Frei, Alles<br />

neu, Siegerlandhalle, Siegen<br />

20.00 Konzert: Stefanie Heinzmann<br />

& MIKIs Takeover! Ensemble, Gebr.-<br />

Busch-Theater Hilchenbach-Dahlbruch<br />

24. Sonntag<br />

17.00 kreuztalkultur, xpeditionen:<br />

Katja & Josef Niedermeier, Madagaskar<br />

– alles auf Anfang, Eichener<br />

Hamer, Kreuztal, Am Parkplatz 2<br />

26. Dienstag<br />

19.00 Filmklub Kurbelkiste: May December,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

28. Donnerstag<br />

20.00 Comedy: Johann König, Wer<br />

Pläne macht wird ausgelacht!,<br />

Siegerlandhalle Siegen<br />

29. Freitag<br />

19.30 Theater: Schacht:Finsternis,<br />

Bruchwerk Theater Siegen, Siegbergstraße<br />

1 (auch am 30.11.)<br />

19.30 Konzert: Philharminie Südwestfalen,<br />

Regen & Schumann,<br />

Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1<br />

20.00 Jan Philipp Zymny, Quantenteilung<br />

durch Stand Up Comedy,<br />

Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

20.00 Humorvolle Parodien: Tutty<br />

Tran, HAI DAI MAU, Siegerlandhalle<br />

Siegen, Koblenzer Str. 151<br />

30. Samstag<br />

11.00 Weihnachtsmarkt in Bad<br />

Laasphe: Haus des Gastes, Wilhelmsplatz<br />

und Königstraße (auch So.1.12.)<br />

13.00 Weihnachts-Villa, Kunsthandwerk<br />

und der größte Weihnachtsbaum<br />

Südwestfalens, Freudenberg,<br />

Villa-Bubenzer-Weg 7<br />

18.00 Adventskonzert mit Trio Glissando,<br />

Autobahnkirche Siegerland,<br />

am Rasthof Wilnsdorf<br />

19.30 Theater mit Hans Schwab und<br />

Ronka Nickel: Erinnerungen an Kafka,<br />

Gebr.-Busch-Theater Hi.-Dahlbruch<br />

20.00 Konzert: DoppelBlues mit The<br />

Rusty Bones & Good Stuff, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St. Johann-Straße 18<br />

20.00 Live-Show mit Martin Rütter:<br />

Der will nur spielen, Siegerlandhalle<br />

20.00 Kabarett / Comedy: Jan van<br />

Weyde mit Weyder geht´s!, Heimhof-Theater<br />

Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

3/<strong>2024</strong> durchblick 81


Unterhaltung / Impressum<br />

durch<br />

blick<br />

Gemeinnützige Seniorenzeitschrift<br />

für Siegen und Siegen-Wittgenstein<br />

Herausgeber:<br />

durchblick-siegen Information und Medien e.V.<br />

Es fiel uns auf, …<br />

…dass Weinen Stress abbaut. Wer zum Beispiel nach einer<br />

rührenden Geschichte oder bei anderen Anlässen seinen<br />

Tränen freien Lauf lässt, baut damit Anspannung ab und<br />

fühlt sich danach gelöster. US-Forscher fanden heraus: Menschen,<br />

die während eines traurigen Films weinen, haben weniger<br />

Stresshormone im Blut. Anders gesagt: Falsche Scham<br />

strapaziert uns unnötig.ührte in den 1950er-Jahren homa<br />

Gedächtnistraining – Lösungen von Seite 50 / 51<br />

Apfelernte: A=44, B=26, C=102, D=86, E=81, F=33,<br />

G=72, H=55. Bahnfahrten: z.B. Bahncard, Bahndamm,<br />

Bahnschwelle, Bahnarbeiter, Bahnstrecke, Bahnhof,<br />

Bahnübergang, Bahnschranke und Landebahn, Blutbahn,<br />

Flugbahn, Geisterbahn, Rennbahn, Laufbahn,<br />

Aschenbahn, Stoffbahn, Rutschbahn, Carrerabahn, Eisbahn,<br />

Rutschbahn, Trambahn, Rollbahn, Reeperbahn.<br />

Berufe: 1.Schusters, 2.Schneider,<br />

3.Gärtner, 4.Clown,<br />

5.Koch, 6.Wirt, 7.Köche, 8.Jäger<br />

9.Kaufmann 10.Schuster.<br />

Märchen: 1.Rotkäppchen,<br />

2.Frau Holle, 3.Der Froschkönig,<br />

4.Sterntaler, 5.Rapunzel,<br />

6.Aschenputtel, 7.Rumpelstilzchen,<br />

8.Dornröschen. 9. Hans<br />

im Glück, 10. Schneeweißchen<br />

u. Rosenrot.<br />

Zu guter Letzt:<br />

Reisen<br />

Heimat suchend reisen wir,<br />

dort hin, wo wir Wurzeln wähnen,<br />

fahndend, wo wie Waisen wir<br />

uns nach eignen Tiefen sehnen.<br />

Nektar saugend in der Ferne,<br />

kehren wir mit etwas Glück<br />

nach der Suche schließlich gerne<br />

fündig zu uns selbst zurück.<br />

Anschrift der Redaktion:<br />

„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen<br />

Telefon 0271 / 6 16 47, Mobil: 0171 / 6 20 64 13<br />

E-Mail: redaktion@durchblick-siegen.de<br />

Internet: www.durchblick-siegen.de<br />

Öffnungszeiten:<br />

dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr<br />

1. und 3. Dienstag im Monat auch von 15.00 bis 17.00 Uhr<br />

Redaktion:<br />

Anne Alhäuser, Ulla D'Amico, Ingrid Drabe (Veranstaltungen),<br />

Friedhelm Eickhoff (ViSdP), Gudrun Fokken, Ernst Göckus, Eva-<br />

Maria Herrmann (stellv. Redaktionsleiterin), Erna Homolla, Erich<br />

Kerkhoff, Olaf U. Koplin (Sen.beirat), Sigrid Kobsch, Horst Mahle,<br />

Werner Müller Späth, Tessie Reeh, Guntram Römer (Seniorenbeirat),<br />

Nicole Scherzberg, Tilla-Ute Schöllchen (Redaktionsleitung), Ulla<br />

Schreiber, Angelika van Vegten.<br />

Bildredaktion:<br />

Thomas Benauer, Tessie Reeh, Nicole Scherzberg, Angelika v. Vegten.<br />

Bildnachweise: Sofern am Objekt nicht angegeben, stammen die<br />

veröffentlichten Bilder von den Autoren, bzw. den Veranstaltern.<br />

Lektorat:<br />

Anne Eickhoff, Gertrud Hein-Eickhoff, Horst Mahle, Dieter Moll.<br />

Internet:<br />

Thomas Benauer, Thomas Greiner, Nicole Scherzberg.<br />

An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:<br />

Peter Barden, Heinrich Bruch, Adele von Bünau, Sonja Dörr, Jörn<br />

Heller, Renate Helm, Wilfried Lerchstein, Hildegard Neumann,<br />

Bernadette von Plettenberg, Volker Reichmann, Ulrich Schöllchen,<br />

Bruno Steuber, Heinz Stötzel, Dr. Johannes Utsch.<br />

Gestaltung und Herstellung:<br />

Nicole Scherzberg, Angelika van Vegten, Friedhelm Eickhoff.<br />

Anzeigenanfrage:<br />

durchblick-siegen e.V. Telefon 0171 / 6 20 64 13 oder 0271 / 6 16 47<br />

E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de Es gilt die Preisliste 13/2021<br />

(www.durchblick-siegen.de/Mediadaten)<br />

Druck: Strube Druck, klimaneutral gedruckt<br />

Erscheinungsweise:<br />

März, Juni, September, Dezember<br />

Verteilung:<br />

Hans Amely, Remus Amirthanathar, Gerd Bombien, Elke Diehl, Nadine<br />

Gerhard, Erika Graff, Maximilian Großhaus-Lutz, Arndt Hensel,<br />

Anita Jurczewski, Wolfgang von Keutz, Geli Kreutter, Olaf Kurz,<br />

Jörn Lagemann, Oliver Mahle, Günter Matthes-Arongagbor, Marion<br />

Ortmann, Wolfgang Paesler, Karin Piorkowski, Birgit Rabanus,<br />

Christel Schmidt-Ufer, Hans-Rüdiger Schmidt und alle Redakteure<br />

Der durchblick liegt im gesamten Kreisgebiet kostenlos aus: in Sparkassen,<br />

Apotheken, Arztpraxen, Buchhandlungen und Geschäften des<br />

täglichen Bedarfs, in der City-Galerie, Läden des Siegerlandzentrums,<br />

bei unseren Anzeigenkunden, in öffentlichen Gebäuden, vielen sozialen<br />

Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, in Rathäusern<br />

und Senioren-Service-Stellen des Kreises Siegen-Wittgenstein, sowie<br />

eingeheftet in den Zeitschriftenmappen des „Lesezirkel Siegerland“.<br />

Der durchblick ist kostenlos. Für die Postzustellung werden für vier Ausgaben<br />

jährlich 10,00 € ins Inland bzw. 16,00 € ins Ausland berechnet.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge und<br />

Leserbriefe zu kürzen. Bei Nichtveröffentlichung von unverlangt eingesandten<br />

Beiträgen erfolgt keine Benachrichtigung. Der Nachdruck ist nur mit schriftlicher<br />

Genehmigung des Herausgebers gestattet.<br />

Jörn Heller aus „Statt Rotwein“<br />

82 durchblick 3/<strong>2024</strong>

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!