575_Azubi Basics Berlin 2024-Printversion
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AUSGABE <strong>575</strong><br />
1<br />
BERLIN <strong>2024</strong><br />
Social media<br />
aBer sIcher!<br />
Gib der<br />
langeweile<br />
keine chance<br />
KaufMÄnnIsche<br />
ausBILdunGsBerufe<br />
IM foKus<br />
mint Jobs<br />
MÄdeLs erwÜnscht<br />
hilfe mit herz<br />
und hand<br />
ausBILdunG In der PfLeGe<br />
industrie 4.0<br />
BeaM dIch In dIe ZuKunft<br />
toP ausBILdunGssteLLen<br />
aus deIner reGIon!<br />
inSiDe<br />
bau dir deine<br />
Zukunft auf<br />
toLLe ausBILdunGsBerufe<br />
In der BauBranche<br />
AZUBI BASICS
2<br />
BEREIT EIN<br />
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AZUBI BASICS
Auf die<br />
EDITORIAL 3<br />
Ausbildungsplätze<br />
... fertig,<br />
los!<br />
Bald ist es geschafft! Dann hältst du dein Abschlusszeugnis in der Hand<br />
und der Ernst des Lebens geht los. Du bist wahrscheinlich schon dabei,<br />
dich nach deinem zukünftigen Ausbildungsberuf umzuschauen,<br />
und jetzt tun sich dir sicher viele Fragen auf. Die wohl wichtigste ist<br />
diese: „Wie finde ich den richtigen Beruf?“ Wenn du dich schon ein wenig orientiert<br />
hast, dann wird dir aufgefallen sein, dass du aus einer Vielzahl spannender<br />
traumberufe wählen kannst. Doch welcher ist genau der passende für dich? Um<br />
diese Fragen zu beantworten, haben wir den ultimativen Ausbildungsratgeber<br />
für dich erstellt. Hier erfährst du, wie du anhand deiner Interessen und Stärken<br />
deine traumlehre finden kannst. Wir zeigen dir, wo und wie du informationen<br />
über Berufe und Berufsfelder einholst, um dir die auswahl zu erleichtern.<br />
außerdem findest du hier antworten auf Fragen wie: Was ist ein Duales studium?<br />
Welche ausbildungsformen gibt es überhaupt? Wie kann ich mich weiterbilden?<br />
Und, und, und... gut, dass es unseren ausbildungsratgeber gibt, der dich auf<br />
deinem Weg ins Berufsleben begleiten soll.<br />
Wir wünschen dir Spaß beim Lesen und viel Erfolg!<br />
AZUBI BASICS
4<br />
inhalt<br />
WELCHER BERUF PASST ZU MIR? 6<br />
Seite<br />
10<br />
ALLE-AUSBILDUNGSSTELLEN.DE<br />
Mit sPass zUR PeRFeKten<br />
aUsBilDUngsstelle<br />
10<br />
HILFE MIT HERZ UND HAND –<br />
Das gROsse PFlege-sPeCial<br />
12<br />
BERUFE MIT ZUKUNFT 16<br />
AUS- UND WEITERBILDUNG<br />
an PRiVaten sCHUlen UnD<br />
institUten<br />
SOCIAL MEDIA<br />
aBeR siCHeR!<br />
INDUSTRIE 4.0<br />
BeaM DiCH in Die zUKUnFt!<br />
18<br />
26<br />
28<br />
mit SPASS<br />
Zur Perfekten<br />
Ausbildungsstelle<br />
MINT JOBS<br />
MÄDels eRWÜnsCHt<br />
32<br />
social media<br />
Seite<br />
26<br />
aber sIcher!<br />
AZUBI BASICS
5<br />
INDUSTRIE 4.0<br />
28<br />
Seite<br />
BEAM DICH in die Zukunft HANDWERK–<br />
NOCH IMMER MIT GOLDENEM BODEN<br />
BAU DIR DEINE ZUKUNFT AUF!<br />
SCHNAPP DIR EINEN BAUHELM UND<br />
KOMM MIT AUF DIE BAUSTELLE<br />
SPECIAL KAUFMÄNNISCHE BERUFE –<br />
GIB DER LANGEWEILE KEINE CHANCE<br />
DUALES STUDIUM<br />
DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN<br />
KONZERN, MITTELSTAND ODER<br />
START-UP?<br />
DIE WELT EIN STÜCKCHEN<br />
BESSER MACHEN<br />
STANDARDS<br />
EDITORIAL 3<br />
34<br />
36<br />
40<br />
44<br />
46<br />
48<br />
INHALT 4-5<br />
STELLENANZEIGEN 2, 19,<br />
21-25 49,<br />
51<br />
IMPRESSUM 51<br />
5<br />
25<br />
1 MIO<br />
1<br />
5-3<br />
0,5%<br />
25.-<br />
15.-<br />
Seite<br />
40<br />
10<br />
1,3%<br />
Gib der Langeweile<br />
keine Chance<br />
Special kaufmännische<br />
Ausbildungsberufe<br />
AZUBI BASICS
6<br />
Welcher Beruf<br />
passt zu<br />
mir?<br />
willst du werden, wenn du mal groß bist?“<br />
Jeder, der bereits eine Antwort auf diese Frage<br />
„Was<br />
hatte, ist anderen weit voraus. Wenn du<br />
allerdings noch nicht wissen solltest, welchen<br />
beruflichen Weg du einschlagen möchtest,<br />
dann ist es höchste Eisenbahn, dich damit auseinanderzusetzen.<br />
Vielleicht weißt du schon, was für<br />
dich auf keinen Fall infrage kommt, denn dann<br />
bist du schon einen großen Schritt weiter.<br />
In diesem Beitrag stellen wir dir drei<br />
wichtige Schritte vor, die dich dazu<br />
anleiten sollen, deine Berufsauswahl<br />
besser eingrenzen und somit hoffentlich<br />
deinen Traumberuf finden zu können.<br />
KREA-<br />
TIV?<br />
AZUBI BASICS
7<br />
SO-<br />
ZIAL?<br />
KAUF-<br />
MÄN-<br />
NISCH?<br />
TECH-<br />
NISCH?<br />
SCHRITT 1<br />
SELBSTREFLEXION<br />
nimm dir zeit und höre tief in dich hinein. an dieser stelle<br />
möchten wir dich ausdrücklich dazu auffordern, dies im<br />
Alleingang zu tun. Viele <strong>Azubi</strong>s brechen ihre Lehre vorzeitig<br />
ab, weil sie sich bei ihrer Entscheidung von Familie und<br />
Freunden beeinflussen lassen haben. es ist dein leben und<br />
allein du musst glücklich werden. natürlich kannst du dich<br />
mit deinen Eltern und deinen Freunden beraten. Sie kennen<br />
vielleicht sogar Stärken und Schwächen an dir, die dir<br />
selbst gar nicht bewusst sind. gespräche mit ihnen können<br />
dir helfen, deine gedanken und ideen zu ordnen.<br />
Doch die endgültige Entscheidung über deinen<br />
Traumberuf wirst du selbst treffen müssen.<br />
Auch wenn du später merken solltest,<br />
dass ein bestimmter Beruf doch<br />
nichts für dich ist, übernimmst nur<br />
du die Verantwortung dafür und<br />
wirst nicht sauer auf einen deiner<br />
lieben sein. nimm dir in der<br />
nächsten Zeit immer einen Stift<br />
und einen notizblock mit oder<br />
nutze die Memofunktion deines<br />
smartphones. gehe mit offenen<br />
Augen durch deinen Ort<br />
und schau dich um. Beobachte<br />
Menschen, denen du jeden Tag<br />
begegnest, bei ihrer Arbeit. Du<br />
wirst schnell feststellen, dass es<br />
so viele interessante Berufe gibt,<br />
die dir bisher nicht einmal aufgefallen<br />
sind. Wenn sich eine gelegenheit<br />
ergibt, um mit Personen zu sprechen,<br />
deren Tätigkeit dir spannend vorkommt,<br />
dann nutze sie. Du kannst sie ruhig fragen,<br />
was ihnen an ihrem Job gefällt und wie sie dahin<br />
gekommen sind, ihren Beruf auszuüben. so holst du viele<br />
Informationen ein und dein Denkprozess beginnt.<br />
SCHRITT 2:<br />
FRAGEN ÜBER FRAGEN<br />
Die Frage nach deinem Berufswunsch wirst<br />
du nicht zwischen Tür und Angel oder zwischen<br />
Frühstück und Abendessen entscheiden<br />
können. Bis du weißt, was du wirklich<br />
möchtest, ist ein Prozess nötig, den du<br />
allerdings selbst steuern kannst, und das<br />
solltest du auch tun. Das geht am besten,<br />
indem du dir wichtige Fragen stellst und<br />
diese immer im Hinterkopf behältst. Schreib<br />
sie dir daher auf und mache, wann immer dir<br />
etwas dazu einfällt, notizen dazu. setze dich<br />
täglich damit auseinander und du wirst sehen,<br />
du kommst deinem Berufswunsch schnell näher.<br />
Jedes Mal, wenn du dich mit einem Berufsbild be-<br />
schäftigst, nimm dir diese Fragen vor und schreibe alles<br />
auf, was dir dazu in den Sinn kommt. Diese wichtigen<br />
Fragen können dir helfen, deinen entscheidungs-<br />
prozess voranzutreiben:<br />
was woLLte Ich aLs KInd werden?<br />
Als kleiner Steppke hattest du sicher schon einige Vorstellungen<br />
davon, was du werden wolltest, wenn du nur<br />
erst mal groß bist. Höre in dich hinein. Vielleicht sind deine<br />
Berufswünsche von anno dazumal noch aktuell? egal, ob<br />
AZUBI BASICS
8<br />
Bonbonverkäufer, Hubschrauberpilot oder schauspielerin,<br />
vielleicht ist noch etwas übrig von diesem Wunsch? auch<br />
wenn es nicht mehr genau dieser Job sein soll, dann schau<br />
dir trotzdem die ausbildungsmöglichkeiten in der entsprechenden<br />
Berufsbranche an. so kann dein Kindheitstraum<br />
vom Bonbonverkäufer etwa zu einer ausbildung<br />
zum Süßwarentechnologen führen. Der Hubschrauberpilot<br />
könnte sich beispielsweise die inhalte der lehre zum<br />
Fluggerätelektroniker anschauen. Oder wie wäre es mit<br />
einer ausbildung zur Film- und Fernsehwirtin? in jedem<br />
Fall bietet das graben in alten Kindheitswünschen einen<br />
Anhaltspunkt.<br />
weLche tÄtIGKeIten Machen MIr rIchtIG sPass?<br />
Überlege und schreibe auf, was du tatsächlich am liebsten<br />
machst. ganz gleich, ob das putzen, kochen, lesen oder<br />
eines deiner Hobbys ist. Mit sicherheit gibt es einen Beruf,<br />
bei welchem du diese tätigkeiten zu einem großteil ausführen<br />
kannst.<br />
was MÖchte Ich auf Gar KeInen faLL<br />
Machen?<br />
Diese Frage ist meist ziemlich einfach zu beantworten.<br />
Wer beispielsweise auf keinen Fall den ganzen Tag im<br />
Büro herumsitzen und in einen Computer starren möchte,<br />
der kann alle Berufe, die damit zu tun haben, ausschließen<br />
und so seine Auswahl stark eingrenzen. Zwar wirst du<br />
dennoch hin und wieder mit einem PC zu tun haben, aber<br />
eben nicht in einem großen Ausmaß.<br />
weLche tÄtIGKeIten fInde Ich stressIG oder<br />
LanGweILIG?<br />
notiere alles, was dir dazu einfällt. Wenn du damit fertig<br />
bist, dann kategorisiere die langweiligsten bzw. stressigsten<br />
tätigkeiten in einer art Rangliste. Das könnte zum Beispiel<br />
sein, mit Zahlen zu arbeiten, zu putzen, zu telefonieren, viel<br />
zu reisen etc. achte bei deiner Berufswahl darauf, dass du<br />
Jobs, deren vorwiegende Aufgaben aus den ersten drei für<br />
dich stressigsten oder langweiligsten Tätigkeiten bestehen,<br />
gleich aussortierst.<br />
MÖchte Ich aM LIeBsten MIt Menschen, tIeren<br />
oder MaschInen arBeIten?<br />
tolle Frage, oder? Vielleicht bist du nur noch nicht darauf<br />
gekommen, sie dir zu stellen. Sie wird dir dabei helfen, deinen<br />
schwerpunkt auf die richtigen Berufsfelder zu lenken.<br />
Wenn du lieber deine Ruhe haben möchtest, dann könnten<br />
verwaltungstechnische Berufe für dich infrage kommen. im<br />
gesundheits- und sozialwesen, im Handel und in kaufmän-<br />
AZUBI BASICS
9<br />
nischen Berufen hast du häufiger mit Menschen zu tun. Falls<br />
deine besten Freunde Tiere sind, dann hast du vor allem im<br />
Agrarsektor eine große Auswahl an Traumberufen.<br />
arBeIte Ich Gern MIt MeInen hÄnden oder<br />
LIeBer MIt deM KoPf?<br />
Mit dieser Frage kannst du am besten einschätzen, welche<br />
Berufsbereiche zu dir passen und welche nicht. Du möchtest<br />
auf keinen Fall ein Bürofuzzi werden, sondern hast Freude<br />
daran, lieber etwas mit deinen Händen zu machen, dich körperlich<br />
zu betätigen oder etwas entstehen zu sehen? Dann<br />
könnten Berufe im Handwerk, im sozial- und gesundheitswesen<br />
oder in der gastronomie etwas für dich sein. liebst<br />
du es, dich morgens mit einer schönen heißen tasse Kaffee<br />
in einen schreibtischstuhl zu schwingen? Dann schau dich<br />
in Wirtschaftsberufen, wie etwa im Handel und im Bankenwesen,<br />
um.<br />
BIn Ich eIne euLe oder Lerche?<br />
Erwiesenermaßen gibt es zwei verschiedene Typen,<br />
wenn es um den Schlaf-wach-Rhythmus eines Menschen<br />
geht und was dessen Energiehaushalt betrifft. Finde heraus,<br />
welcher Typ du bist. Wenn du morgens schon zeitig<br />
munter bist, Bäume ausreißen könntest und die besten<br />
Ideen hast, abends jedoch abmattest und dann alles eher<br />
ruhig angehst, dann gehörst du höchstwahrscheinlich zu<br />
den Lerchen. Eulen hingegen kommen morgens schlecht<br />
in die gänge, werden jedoch nach Mittag richtig aktiv<br />
und auch kreativ. Dieser Aspekt spielt eine wichtige Rolle<br />
bei der Wahl deines Berufes. als eule wirst du dich<br />
beispielsweise bei einer lehre zum Bäcker schon mitten<br />
in der nacht aus den Federn quälen müssen, wohingegen<br />
lerchen es in gastronomieberufen schwer haben<br />
werden, sich auch noch bis in die späten Abendstunden<br />
hinein zu konzentrieren.<br />
wo MÖchte Ich aM LIeBsten arBeIten?<br />
Schmuddelwetter, Frost oder Hitze spielen für dich keine<br />
Rolle, Hauptsache du bist draußen? Dann wäre ein Job,<br />
bei dem du an der frischen Luft tätig bist, ideal für dich.<br />
Berufe, die meist im Freien ausgeübt werden, findest du<br />
vor allem im Handwerkswesen, aber auch im Agrarsektor,<br />
z. B. bei einer ausbildung zum tierwirt. Oder bist<br />
du vielleicht ein Typ, der das Rattern von Motoren liebt<br />
und den geruch von Maschinen? Dann wird dein lieblingsarbeitsplatz<br />
sicher eine Werkstatt bzw. eine Fertigungshalle<br />
sein. Bist du lieber „on the road“ und möchtest<br />
verschieden Orte kennenlernen? Wie wäre es dann,<br />
lkw-Fahrer zu werden? anhand dieser Frage kannst du<br />
deinen zukünftigen Job nach deinem bevorzugten Berufsambiente<br />
auswählen.<br />
MÖchte Ich eXPerIMentIeren, KreatIV seIn oder<br />
struKturIert arBeIten?<br />
Wenn Chemie, Biologie und Physik an der schule deine<br />
Lieblingsfächer waren, dann wirst du in einem technischen<br />
Job aufblühen, bei dem du es mit Experimenten<br />
und Versuchen zu tun hast. Basteln oder künstlerisch tätig<br />
zu sein, liegt dir eher? Oder vielleicht spielst du sogar<br />
ein instrument? Dann schau dich nach ausbildungen in<br />
gestalterischen Jobs um und mach deine Lieblingsbeschäftigung<br />
zum Beruf. es kann auch sein, dass nichts<br />
davon auf dich zutrifft und du eher ein Typ bist, der genaue<br />
Anweisungen braucht, damit er weiß, was er zu tun<br />
hat. Berücksichtige dies bei deiner Berufswahl.<br />
SCHRITT 3:<br />
FINDE DEINEN TRAUMBERUF!<br />
nachdem dir nun immer klarer geworden ist, was dir<br />
spaß machen würde und was beruflich für dich auf gar<br />
keinen Fall infrage kommt, geht es nun ans Recherchieren.<br />
schau dir die Berufsgruppen genau an. Du wirst<br />
schnell herausfinden, ob du lieber in der gastronomie<br />
oder in einem gestalterischen Beruf, im Handwerk oder<br />
in der Wirtschaft, in einem technischen Job oder doch<br />
lieber in einem gesundheitsberuf tätig sein möchtest. Beschäftige<br />
dich anhand deiner Antworten auf die Fragen<br />
mit den Ausbildungsinhalten und den Tätigkeitsfeldern<br />
der Berufe. Das wird einige zeit dauern, doch wenn du<br />
dir vornimmst, dich jeden Tag ein bis zwei Stunden intensiv<br />
damit auseinanderzusetzen, dann kannst du schneller<br />
deine auswahl treffen. tipp: Höre bei der endgültigen<br />
entscheidung auch auf dein Bauchgefühl.<br />
AZUBI BASICS
10<br />
mit SPASS<br />
zur perfekten<br />
Ausbildungs-<br />
stelle<br />
was willst du eigentlich mal werden?“ Diese Frage hast du sicher schon gehört,<br />
wenn du kurz vor dem Schulabschluss stehst oder dein Zeugnis bereits in<br />
„Kind,<br />
Händen hältst. Neugierige Tanten, Omas, Nachbarn und natürlich deine Eltern wollen<br />
endlich eine Antwort hören ... Und du möchtest ihnen am liebsten entgegenschleudern:<br />
„Ich weiß es nicht!“ Wahrscheinlich hast du schon diverse Berufseignungstests ausgefüllt – im<br />
Unterricht, bei der Agentur für Arbeit oder online. Doch so richtig aufschlussreich war das<br />
alles nicht, obwohl diese Tests angeblich „streng wissenschaftlich“ sind.<br />
Wie der name schon sagt: eignungstests stellen lediglich deine eignung für einen bestimmten Beruf fest. sie sagen<br />
nichts darüber aus, ob du diesen Job wirklich ausüben möchtest. nur weil du zum Beispiel gut rechnen kannst, heißt<br />
das noch lange nicht, dass du als Bankkaufmann/-frau glücklich werden würdest. außerdem gibt es in Deutschland<br />
etwa 450 erlernbare Berufe. Darunter sind unzählige Jobs, von denen du wahrscheinlich noch nie gehört hast. Wie<br />
soll man sich für etwas entscheiden, das man gar nicht kennt?<br />
ein bilD SAGt mehr<br />
AlS tAuSenD Worte<br />
Hier kommt alle-ausbildungsstellen.de<br />
ins Spiel. Auf dem Online-Portal für<br />
schüler/innen und schulabgänger/innen<br />
kannst du mit wenigen Klicks, dafür<br />
mit jeder Menge Spaß, deinen Traumberuf<br />
entdecken. Den Ausgangspunkt<br />
bildet kein komplizierter Fragebogen,<br />
sondern ein buntes Bilder-Quiz. Hör in<br />
dich hinein und entscheide ganz spontan,<br />
welche Pics dir am besten gefallen:<br />
Die junge Frau am Klavier? Oder<br />
doch der Mechaniker, der über eine<br />
geöffnete Motorhaube gebeugt ist?<br />
AZUBI BASICS
11<br />
Klicke auf dein lieblings-Pic und beantworte im anschluss die Frage<br />
nach deinem höchsten schulabschluss – schon bekommst du eine auswahl<br />
an interessanten Berufen präsentiert. nehmen wir an, du hast dich<br />
für den Jungen im Blaumann entschieden und einen mittleren schulabschluss<br />
gemacht. Das Online-Portal alle-ausbildungsstellen.de zeigt dir<br />
dann spannende Jobs für technikbegeisterte an, zum Beispiel Fachkraft<br />
für schutz und sicherheit, informatikkaufmann/-frau und Hörakustiker/<br />
in. Du wirst erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten es gibt! Vielleicht hattest<br />
du bisher nur automechaniker/in oder elektroniker/in im Kopf, wenn<br />
du an technische Berufe gedacht hast – dabei gibt es so viel mehr! genau<br />
das ist der Unterschied zu klassischen stellenportalen: Bei alle-ausbildungsstellen.de<br />
suchst du nicht nach freien Ausbildungsplätzen in einer<br />
bestimmten Berufssparte, sondern bekommst viele verschiedene Jobs<br />
angezeigt, die zu dir und deinen Interessen passen!<br />
neue berufSbilDer<br />
entDecken<br />
Wenn du nun auf einen der Links klickst, erfährst du alles,<br />
was du über das jeweilige Berufsbild wissen musst. in<br />
einem ausführlichen Berufsporträt kannst du nachlesen,<br />
welche Aufgaben dich in diesem Job erwarten, welche<br />
entwicklungsmöglichkeiten es gibt und welche schwerpunkte<br />
bzw. spezialisierungen möglich sind. tl;dr? Kein<br />
Problem: schau dir einfach das zugehörige Video an. Der<br />
kurze Clip bündelt die wichtigsten infos und macht dir<br />
dadurch die entscheidung leichter, ob dieser Beruf etwas<br />
für dich sein könnte.<br />
Du und der vorgestellte Job – das könnte passen? Dann kannst<br />
du dir im nächsten schritt mögliche ausbildungsbetriebe in<br />
deiner Region anzeigen lassen. Die Firmen verraten dir, was<br />
sie auszeichnet, wie viele Mitarbeiter sie haben,<br />
an welchen standorten sie zu finden sind und<br />
mehr. nach diesem Kurz-Porträt folgen alle ausbildungsangebote<br />
des Betriebs, egal ob duale<br />
ausbildung oder duales studium. Klick dich<br />
durch und entdecke die perfekte Ausbildungsstelle<br />
für dich. Fündig geworden?<br />
Dann hat nicht nur die nervige Fragerei<br />
von Tante und Oma endlich ein Ende –<br />
du hast auch einen Beruf gefunden, der<br />
dich wirklich interessiert, der zu dir passt<br />
und der dir richtig Spaß machen wird.<br />
AZUBI BASICS
Pflege-Special<br />
12<br />
Hilfe mit Herz<br />
und Hand<br />
Das große Pflege-Special<br />
Tagein, tagaus dasselbe machen? Acht Stunden pro Tag vor dem Computer sitzen und<br />
Tabellen ausfüllen? Wie öde! Wenn du von einem abwechslungsreichen, sinnstiftenden<br />
Beruf träumst, bei dem jeder Tag neue Überraschungen und Herausforderungen<br />
bringt, solltest du in der Pflege durchstarten.<br />
Die schulische Pflegeausbildung und auch<br />
das Berufsbild haben sich in den letzten Jahren<br />
stark verändert. Doch eines ist geblieben:<br />
Als Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau<br />
betreust du hilfsbedürftige Menschen und<br />
übst damit einen der wichtigsten Jobs von allen<br />
aus. Ob im Krankenhaus oder in der Facharztpraxis,<br />
ob im Hospiz, in der Kurzzeitpflege oder im Wohnheim für Menschen<br />
mit Behinderung: Du bist zur Stelle, wenn Menschen deine<br />
Unterstützung, deine Fürsorge und dein Mitgefühl brauchen.<br />
Wenn du ein großes Herz und eine gehörige Portion Empathie<br />
mitbringst, kannst du als Pflegefachkraft viel bewegen. Denn<br />
du hast einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden deiner<br />
Patient/ innen, hilfst ihnen beim Gesundwerden und beim Bewältigen<br />
ihres Alltags. Du wünschst dir eine soziale Tätigkeit,<br />
bei der du nach Feierabend stolz auf das Geleistete sein kannst?<br />
All das bietet dir die Pflege – und noch viel mehr.<br />
Gute Gründe für eine<br />
Ausbildung in der Pflege<br />
Wohl in keiner anderen Branche sind die Zukunftsaussichten<br />
derzeit so rosig wie in der Pflege. Der Grund dafür liegt in der<br />
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Die Menschen hierzulande<br />
werden immer älter, dadurch steigt die Anzahl derjenigen,<br />
die pflegerische Unterstützung brauchen. Schon<br />
jetzt werden Pflegefachkräfte überall händeringend<br />
gesucht – in Krankenhäusern und Seniorenheimen,<br />
aber auch bei ambulanten Pflegediensten und in<br />
Einrichtungen für betreutes Wohnen. Das bedeutet:<br />
Wenn du deinen Abschluss in der Tasche hast,<br />
wirst du dir höchstwahrscheinlich aussuchen können,<br />
wo du arbeiten möchtest.<br />
Gut zu wissen: Seit 2020 gibt es die generalistische<br />
Pflegeausbildung. Du lernst während deiner<br />
Ausbildung verschiedene Pflegebereiche wie Gesundheits-<br />
und Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege<br />
kennen und kannst ausprobieren,<br />
welche Tätigkeiten dir am meisten Spaß machen. Du<br />
bist also nicht festgelegt und kannst dir einen guten<br />
Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten verschaffen,<br />
die dir die Gesundheitsbranche bietet. Wenn du möchtest,<br />
kannst du dich nach zwei Jahren auf eine der pflegerischen<br />
Fachrichtungen spezialisieren.<br />
Darüber hinaus gibt es eine weitere wichtige Neuerung: Seit<br />
der Reform der Pflegeausbildung wird diese endlich angemessen<br />
vergütet. Inzwischen zählt die Ausbildung zum Pflegefachmann<br />
bzw. zur Pflegefachfrau<br />
zu den bestbezahlten Ausbildungen<br />
überhaupt. Tarifgebundene Kliniken,<br />
Seniorenheime und andere<br />
soziale bzw. medizinische Einrichtungen<br />
zahlen dir bereits<br />
im ersten Ausbildungsjahr ein<br />
Grundgehalt von 1.191 Euro.<br />
Dein späteres Einstiegsgehalt als<br />
fertige Pflegefachkraft wird bei<br />
knapp 3.000 Euro pro Monat liegen<br />
– mit Zulagen und Zuschlägen kann<br />
es sogar noch etwas mehr werden. Übrigens:<br />
Das früher übliche Schulgeld, das<br />
Auszubildende in der Pflegebrache zahlen<br />
mussten, gibt es nicht mehr.<br />
AZUBI BASICS
Pflege-SPecial<br />
13<br />
Einer der wichtigsten Gründe für eine Ausbildung in der Pflege ist<br />
allerdings die Arbeit am und mit dem Menschen. Du pflegst deine<br />
Patient/ innen, begleitest Alte und Kranke und tröstest Angehörige.<br />
Dein Arbeitsalltag ist nicht nur abwechslungsreich und spannend,<br />
sondern auch ganz nah dran am Leben. Denn du bist dabei,<br />
wenn Babys geboren werden und wenn Menschen sterben, wenn<br />
Kranke lebensverändernde Diagnosen erhalten und wenn sie die<br />
Klinik überglücklich als geheilt verlassen. Wenn du eine sinnvolle<br />
Aufgabe suchst, anderen helfen möchtest und nach<br />
Schichtende das Gefühl haben möchtest, wirklich etwas<br />
geleistet zu haben, wird dich die Arbeit<br />
als Pflegefachkraft<br />
erfüllen.<br />
vorAuSSetZunGen für Die<br />
AuSbilDunG Zur PfleGefAchkrAft<br />
Du möchtest dich um andere kümmern und eine Ausbildung zur<br />
Pflegefachkraft beginnen? Dann solltest du zehn Jahre zur Schule<br />
gegangen sein und einen mittleren Schulabschluss mitbringen.<br />
Auch mit dem 9-jährigen Hauptschulabschluss kannst du<br />
Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau werden, allerdings musst<br />
du, bevor es losgehen kann, eine Ausbildung zum/ zur Pflegehelfer/<br />
in absolvieren. Da die Arbeit im Krankenhaus, in der Pflegeeinrichtung<br />
oder im Gesundheitszentrum durchaus anstrengend<br />
sein kann, brauchst du außerdem ein ärztliches Attest. Es<br />
bestätigt dir, dass du körperlich ausreichend fit und belastbar<br />
bist, um Alten und Kranken die Hilfe zukommen zu lassen, die<br />
sie brauchen. Darüber hinaus können im Gesundheitswesen bestimmte<br />
Impfungen vorgeschrieben oder zumindest dringend<br />
empfohlen sein.<br />
Um als Pflegefachkraft erfolgreich durchstarten zu können, solltest<br />
du keine Scheu vor dem direkten Kontakt mit alten und<br />
kranken Menschen haben. Du musst außerdem gewissenhaft<br />
und sorgfältig arbeiten können, denn von deiner Tätigkeit können<br />
Menschenleben abhängen. Da Pflege Teamwork ist, solltest<br />
du gerne mit anderen zusammenarbeiten, etwa mit Kolleg/<br />
innen aus der Pflege, Ärzt/ innen, Physio- bzw. Ergotherapeut/<br />
innen sowie mit Ernährungsberater/ innen. Wenn dann noch in<br />
der Schule Biologie, Pädagogik, Deutsch und/ oder Ethik zu deinen<br />
Lieblingsfächern gezählt haben, sind das ideale Voraussetzungen,<br />
um eine Ausbildung als Pflegefachkraft zu beginnen.<br />
AZUBI BASICS
Pflege-SPecial<br />
14<br />
So lÄuft Die AuSbil-<br />
DunG Zur PfleGefAchkrAft<br />
Ab<br />
Die neue generalistische Pflegeausbildung<br />
dauert drei Jahre. Du kannst sie<br />
unter Umständen verkürzen, etwa wenn<br />
du bereits eine Ausbildung zum/ zur Gesundheits-<br />
und Pflegeassistent/ in, zum/<br />
zur Altenpflegehelfer/ in oder zum/ zur<br />
Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/<br />
in abgeschlossen hast. Es handelt sich um<br />
eine schulische Ausbildung, die an einer<br />
Berufsfachschule absolviert wird. Aber<br />
natürlich kommt auch die Praxis nicht zu<br />
kurz. Vor Ort in einer Pflegeeinrichtung,<br />
etwa in einem Krankenhaus oder Pflegeheim,<br />
kannst du dein theoretisches Wissen<br />
direkt anwenden. Ob du deine Ausbildung<br />
als pflegerische/ r Allrounder/ in beendest<br />
oder ob dich direkt auf Altenpflege, Krankenpflege<br />
oder Kinderkrankenpflege spezialisieren<br />
möchtest, entscheidest du in<br />
deinem letzten Ausbildungsjahr.<br />
AZUBI BASICS<br />
Während der Ausbildung lernst du den Umgang<br />
mit verschiedenen Personengruppen<br />
kennen, die deine Hilfe als Pflegefachkraft<br />
benötigen: Das können verletzte und kranke<br />
Menschen sein, Personen mit körperlichen<br />
oder geistigen Einschränkungen sowie<br />
Kinder, Jugendliche und Senior/ innen. Du<br />
erfährst außerdem, was die stationäre von<br />
der ambulanten Pflege unterscheidet und<br />
wodurch die Akut- bzw. die Langzeitpflege<br />
gekennzeichnet ist. Auf deinem Stundenplan<br />
stehen viele interessante Lehrinhalte<br />
wie Gesundheitsprävention, Patientensicherheit<br />
und Rehabilitation: Warum werden<br />
Menschen überhaupt krank – und wie können<br />
Erkrankungen verhindert werden? Wie<br />
werden Wunden versorgt, Infusionen gelegt<br />
und Blutdruck, Puls sowie die Körpertemperatur<br />
gemessen? Die Antworten auf diese<br />
und andere spannende Fragen bekommst<br />
du während deiner dreijährigen Ausbildung.<br />
Du wirst umfassend darauf vorbereitet, in<br />
Notsituationen ruhig und sicher die richtigen<br />
Entscheidungen zu treffen, Patient/ innen bei<br />
der Körperpflege zu unterstützen und sie in<br />
ihrer letzten Lebensphase mitfühlend zu begleiten.<br />
Doch auch die Kommunikation spielt<br />
im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle:<br />
Du lernst, deine Arbeit schriftlich zu dokumentieren<br />
und eignest dir dabei wertvolles<br />
medizinisches Fachwissen an. Am Ende der<br />
Ausbildung nimmst du an einer Abschlussprüfung<br />
teil, deren Inhalte sich von Bundesland<br />
zu Bundesland leicht unterscheiden<br />
können. In der Regel gibt es einen schriftlichen,<br />
einen mündlichen und einen praktischen<br />
Teil. Wenn du bestanden hast, hast du<br />
allen Grund zum Feiern. Dein Abschluss ist<br />
nämlich nicht nur deutschlandweit, sondern<br />
sogar in der gesamten Europäischen Union<br />
anerkannt. Das heißt: Als ausgebildete Pflegefachkraft<br />
kannst du nicht nur in Deutschland,<br />
sondern zum Beispiel auch in Italien,<br />
Spanien oder Schweden arbeiten. Es erwarten<br />
dich vielfältige Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten<br />
im Gesundheitswesen.
Pflege-SPecial<br />
15<br />
Dein berufSAlltAG nAch<br />
Der AuSbilDunG<br />
Was genau macht eine Pflegefachkraft eigentlich? Vielleicht<br />
denkst du jetzt, dass Pflegefachmänner und -frauen in erster<br />
Linie ärztliche Anweisungen ausführen und Medikamente verabreichen.<br />
Das tun sie zwar, aber diese Tätigkeit ist nur ein<br />
kleiner Teil eines umfangreichen, verantwortungsvollen Aufgabengebiets.<br />
Als Pflegefachkraft planst du nämlich auch eigenständig<br />
Maßnahmen und führst diese durch. Du versorgst<br />
zum Beispiel Wunden, legst Infusionen, nimmst Blut ab, hilfst<br />
bei der Körperpflege und der Nahrungsaufnahme und kontrollierst<br />
die Vitalzeichen deiner Patient/ innen. Damit sind wichtige<br />
Werte wie Puls, Blutdruck und Körpertemperatur gemeint.<br />
Für die Angehörigen bist du ein/ e wichtige/ r Ansprechpartner/<br />
in. Denn du informierst sie über die geplanten operativen, therapeutischen<br />
oder diagnostischen Maßnahmen. Anschließend<br />
dokumentierst du alle Behandlungsdetails und besprichst die<br />
Lage auf der Station mit deinen Kolleg/ innen.<br />
Da alte und kranke Menschen rund um die Uhr Betreuung benötigen,<br />
ist der Arbeitstag in Pflegeeinrichtungen in Schichten eingeteilt.<br />
Es gibt Früh-, Spät- und Nachtschichten, wobei jeder Dienst<br />
seinen ganz eigenen Reiz hat. Nachts ist es in der Regel ruhiger,<br />
da viele Patient/ innen schlafen. Aber wenn sich der Gesundheitszustand<br />
eines deiner Schützlinge mitten in der Nacht plötzlich<br />
deutlich verschlechtert, kann es auch mal hektisch werden. Eines<br />
ist sicher: Ob Früh-, Spät- und Nachtdienst, langweilig wird es in<br />
Pflege garantiert niemals. Du wächst an deinen Aufgaben und<br />
entwickelst dich jeden Tag fachlich, aber auch menschlich weiter.<br />
WeiterbilDunGS- unD<br />
AufStieGSchAncen im<br />
GeSunDheitSWeSen<br />
Wenn du deine Ausbildung zur Pflegefachkraft<br />
abgeschlossen und erste Berufserfahrung<br />
in der Pflege gesammelt hast,<br />
hast du womöglich eine Leidenschaft für<br />
einen bestimmten medizinischen Fachbereich<br />
entwickelt. Von Intensivmedizin bis<br />
Onkologie, von Notfallmedizin bis Psychiatrie:<br />
Es gibt verschiedene spannende<br />
Bereiche, in denen du dich zum/ zur Fachkrankenpfleger/<br />
in weiterbilden kannst.<br />
Um dein Wissen auf dem neuesten Stand<br />
zu halten, kannst du außerdem Anpassungsfortbildungen<br />
zu Krankenpflege,<br />
Altenbetreuung, Pflegedokumentation<br />
oder vielen anderen interessanten Themen<br />
besuchen.<br />
Vielleicht reizt dich aber auch die wirtschaftliche<br />
Seite der Pflege. Dann könnte<br />
eine Weiterbildung zum/ zur Geprüften<br />
Fachwirt/ in im Gesundheits- und<br />
Sozialwesen für dich genau das Richtige<br />
sein. Während des Lehrgangs lernst du,<br />
wie du die Arbeitsabläufe in der Pflege<br />
koordinierst und planst, wie du Finanzierungspläne<br />
erstellst, Marketingkonzepte<br />
entwickelst und vieles mehr. Am Ende<br />
legst du eine Prüfung vor der Industrieund<br />
Handelskammer (IHK) ab und bist<br />
anschließend bereit, leitende Tätigkeiten<br />
auf mittlerer Führungsebene zu übernehmen.<br />
Du arbeitest dann zwar hauptsächlich<br />
im Büro, hilfst aber immer noch aktiv<br />
mit, dass deine Patient/ innen bestmöglich<br />
betreut werden.<br />
WiSSenSchAftliche<br />
theorie PluS PrAkti-<br />
Scher klinikAlltAG:<br />
DAS PfleGeStuDium<br />
Neben der schulischen Ausbildung zur<br />
Pflegefachkraft gibt es seit einiger Zeit<br />
auch ein Pflegestudium. Es dauert in der<br />
Regel sechs bis sieben Semester und du<br />
schließt es mit dem akademischen Titel<br />
Bachelor of Science (B. Sc.) ab. Zusammen<br />
mit dem Hochschulabschluss erwirbst<br />
du die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau<br />
bzw. Pflegefachmann. Das<br />
Pflegestudium kombiniert wissenschaftliche<br />
Vorlesungen und Seminare an der<br />
Hochschule mit Praxiseinsätzen in einer<br />
Klinik, einem Wohnheim oder einer anderen<br />
Pflegeeinrichtung. Es richtet sich<br />
an Schulabgänger/ innen mit allgemeiner<br />
oder fachgebundene Hochschulreife bzw.<br />
mit fachgebundener Fachhochschulreife.<br />
Worin liegt nun der Unterschied zur<br />
klassischen Pflegeausbildung? Während<br />
des Pflegestudiums befasst du dich mit<br />
den wissenschaftlichen Grundlagen und<br />
Methoden der Pflege. Du lernst zum<br />
Beispiel, wie komplexe Prozesse im Gesundheitswesen<br />
geplant und gesteuert<br />
werden – aber auch, wie deren Qualität<br />
gemessen und verbessert werden kann.<br />
Dafür beschäftigst du dich mit neuen<br />
pflegewissenschaftlichen Studien und<br />
wendest dein theoretisches Wissen direkt<br />
im Klinikalltag an. Durch die Kombination<br />
aus medizinischem Hintergrundwissen<br />
und praktischer Erfahrung eröffnet<br />
dir das Pflegestudium vielfältige Karrieremöglichkeiten<br />
und Aufstiegschancen.<br />
Übrigens: Wenn du bereits eine Pflegeausbildung<br />
absolviert hast, kannst du<br />
dein anschließendes Pflegestudium um<br />
die Hälfte verkürzen. Weitere interessante<br />
Studienfächer für gelernte Pflegefachkräfte<br />
sind zum Beispiel Medizin, Gesundheitsmanagement<br />
und Pharmazie.<br />
Du siehst: Wenn du dich für eine Ausbildung<br />
in der Pflege entscheidest, stellst du<br />
die Weichen für eine erfolgreiche Karriere<br />
mit Zukunft. Du wirst dir wohl niemals<br />
Sorgen darüber machen müssen, einen<br />
Arbeitsplatz zu finden. Denn deine Arbeit<br />
wird auch perspektivisch überaus wichtig<br />
und wertvoll bleiben. Schließlich liegt<br />
das Leben deiner Patient/ innen in deinen<br />
Händen.<br />
AZUBI BASICS
T<br />
16<br />
Berufe<br />
mit<br />
Zukunft!<br />
AZUBI BASICS
it-SicherheitStechniker/-in:<br />
Diese Fachleute sind für<br />
die Sicherung und den Schutz unserer<br />
Daten zuständig, die durch<br />
das unendlich große World Wide<br />
Web kursieren. Wenn du dich für<br />
diesen spannenden Beruf entscheidest,<br />
wirst du glück bei deiner<br />
Ausbildungsplatzsuche haben,<br />
denn längst werden nicht alle<br />
Lehrstellen vergeben.<br />
oberflÄchenbe-<br />
Schichter/ in<br />
Schrauben, Türklinken,<br />
Brückenteile, Duschköpfe<br />
und sogar schmuck: Oberflächenbeschichter/<br />
innen haben mit einer Vielzahl<br />
an Werkstücken zu tun. Mithilfe<br />
verschiedener Beschichtungsverfahren<br />
wie galvanisieren, eloxieren und<br />
Feuerverzinken veredeln sie deren<br />
Oberflächen. Die Beschichtung sorgt<br />
zum Beispiel dafür, dass die behandelten<br />
gegenstände nicht rosten<br />
oder dass ihre Leitfähigkeit verbessert<br />
wird. Profis für Oberflächenbeschichtung<br />
werden unter anderem<br />
im Fahrzeugbau, in der Luft- und<br />
Raumfahrttechnik sowie im Anlagenbau<br />
gebraucht. Ihr Arbeitsort sind<br />
Werkstätten, große Produktionshallen<br />
oder labore. Der Beruf gilt als<br />
modern und zukunftssicher, da vor<br />
allem die galvanotechnik in unserem<br />
Alltag allgegenwärtig ist. Spannende<br />
Karrieremöglichkeiten bietet dir zum<br />
Beispiel die Weiterbildung zum/zur<br />
staatlich geprüften techniker/in der<br />
Fachrichtung galvanotechnik.<br />
mechAtroniker/-in:<br />
in diesem Beruf haben es<br />
die Profis mit innovativen<br />
Technologien zu tun, was<br />
diesen Job so unheimlich interessant<br />
macht. In der Maschinen- und Automobilbranche<br />
findest du schnell<br />
tech-<br />
nik<br />
it &<br />
medien<br />
es gibt gewisse Jobs, bei denen Fachkräfte für die<br />
Menschheit unerlässlich sind. Dazu gehören klassische<br />
Berufe wie Ärzte, Lehrer oder auch Staatsbedienstete.<br />
Doch es gibt gleichzeitig viele Berufe, die im<br />
Zuge der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen<br />
Entwicklungen neu entstanden sind, einen wichtigen<br />
Platz in der Arbeitswelt einnehmen. und immer bedeutender<br />
werden. Diese sind vor allem in der Medien- und<br />
IT-Welt sowie im Sozial- bzw. Gesundheitssektor angesiedelt.<br />
Wenn du bei der Wahl deines Ausbildungsberufes auf eine<br />
zukunftsträchtige Branche setzen möchtest und dir ein sicherer<br />
Job bei gutem Gehalt wichtig ist, dann schau dir die folgende<br />
Auswahl an Berufen mit Zukunft einmal näher an.<br />
eine lehrstelle. ausgelernte nachwuchskräfte<br />
werden häufig übernommen<br />
oder bekommen rasch einen Job<br />
und werden richtig gut vergütet.<br />
lebenSmitteltechniker/-in<br />
bZW. lebenS-<br />
mittel-technoloGe/-<br />
in:<br />
Wer guten geschmack hat, verantwortungsbewusst<br />
ist und schon immer hinter<br />
den Kulissen der lebensmittelbranche<br />
seine eigenen Rezepte umsetzen<br />
wollte, der kann das mit einer Ausbildung<br />
in diesem Beruf. Der Mangel an<br />
Fachkräften in diesem Bereich ist groß<br />
und daher die Jobchancen top.<br />
elektroniker/-in für<br />
enerGie- unD GebÄuDetechnik:<br />
Diese fitten Jungs und Mädels<br />
sorgen dafür, dass komplexe<br />
energietechni-sche Anlagen und die<br />
dazugehörigen elektronischen steuerbzw.<br />
Regelsysteme sowie Alarmanlagen<br />
installiert werden und natürlich<br />
immer perfekt funktionieren. nachwuchskräfte<br />
werden hier dringend gesucht,<br />
da inzwischen mehr Mitarbeiter<br />
vor der Rente stehen, als neue Fachkräfte<br />
engagiert werden.<br />
PfleGefAchkrAft:<br />
Dieser Job verlangt vom<br />
Personal einiges ab, doch<br />
sie bekommen dafür viel<br />
liebe und Dankbarkeit zurück. Und<br />
nicht nur das: Der demografische<br />
Wandel und der nachwuchsmangel<br />
erhöhen die Berufsperspektiven<br />
und natürlich auch die gehälter.<br />
erZieher/-in:<br />
Kindertagespfleger /-innen<br />
und erzieher /-innen sind<br />
in Deutschland Mangelware.<br />
Und dies, obwohl inzwischen<br />
jedes Kind ab einem Jahr ein Recht<br />
auf einen Kindergartenplatz hat. Die-<br />
ser Job macht<br />
nicht nur sehr<br />
viel Spaß, sondern<br />
wird auch<br />
super vergütet.<br />
Übrigens werden<br />
Männer in diesem<br />
Ausbildungsberuf<br />
besonders begrüßt.<br />
17<br />
Soziales<br />
& Gesundheit<br />
fAchkrÄfte für ArZt-<br />
PrAxen:<br />
Diese Allroundtalente arbeiten<br />
in Arztpraxen und sor-<br />
gen dafür, dass alles rund läuft und der<br />
Alltag durchorganisiert ist. Wer bereits<br />
während der ausbildung zusatzqualifikationen<br />
erwirbt, etwa im Bereich abrechnung,<br />
bekommt schnell einen Job<br />
nach der Lehre.<br />
notfAllSAnitÄter/-in:<br />
Diese mutigen Heldinnen<br />
und Helden retten in Windeseile<br />
Menschen aus be-<br />
drohlichen und lebensgefährlichen<br />
situationen. Der Bedarf an Rettungssanitätern<br />
in der Bundesrepublik ist<br />
riesig, deswegen kannst du nach der<br />
Lehre auch direkt loslegen.<br />
PAckmitteltechnoloGe/-in:<br />
nahezu jedes Produkt wird<br />
zum Verkauf und den Ver-<br />
sand verpackt. Als nologe/in entwirfst du beispielswei-<br />
Packmitteltechse<br />
getränkekartons am Computer,<br />
bestimmst den Materialaufwand, die<br />
Kosten und begleitest die Fertigstellung<br />
des Produktes. Kunden können<br />
auch Etiketten, Tüten oder andere<br />
Kartonagen in auftrag geben. Packmitteltechnologen<br />
sollten für die verschiedenen<br />
Berechnungen nicht nur<br />
über mathematische Kenntnisse sondern<br />
auch ein ästhetisches gespür<br />
verfügen.<br />
AZUBI BASICS
18<br />
Aus- und<br />
Weiterbildung<br />
an privaten<br />
Schulen und<br />
instituten<br />
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DEIN WEG<br />
IN DEN<br />
SOZIALEN<br />
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STAATLICH ANERKANNTE<br />
AUSBILDUNGEN<br />
IN BERLIN-MITTE:<br />
Fachschulstudium<br />
Erzieher*in<br />
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20<br />
Auf der Suche nach deiner Traumlehre oder einer Weiterbildung hast du sicher schon<br />
festgestellt, dass viele Berufe nur in Form einer schulischen Ausbildung angeboten werden.<br />
Dabei hast du die Möglichkeit, deine Ausbildung sowohl an staatlichen als auch an<br />
privaten Berufsschulen zu absolvieren. Das betrifft vor allem Ausbildungsberufe im Bereich<br />
Gesundheit, wie z. B. zum Physio-, Ergotherapeuten oder Logopäden, technische Berufe, wie<br />
etwa zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten und verschiedene Weiterbildungen, wie<br />
die für angehende Hotelmanager. Damit du einen besseren Durchblick bekommst, erklären wir<br />
dir hier den Unterschied zwischen privaten und staatlichen Bildungsträgern.<br />
Lies weiter ...<br />
Die Unterschiede<br />
Zunächst einmal muss bei den privaten<br />
Berufsfachschulen unterschieden<br />
werden zwischen Ersatzschulen<br />
und Ergänzungsschulen. Die Ersatzschulen<br />
bieten dieselben beruflichen<br />
Ausbildungen an, die auch an staatlichen<br />
Berufsfachschulen absolviert<br />
werden können. Ergänzungsschulen<br />
hingegen verfügen über ein Ausbildungsangebot,<br />
das es an öffentlichen<br />
Berufsfachschulen nicht gibt. Die<br />
Lehrpläne der Ersatzschulen ähneln<br />
denen des Bundeslandes, damit das<br />
gleiche Bildungsniveau wie an den<br />
öffentlichen Schulen erreicht werden<br />
kann. Die Abschlüsse sind staatlich<br />
anerkannt. Bei den Ergänzungsschulen<br />
sieht das anders aus. Zwar bekommen<br />
die Schulabgänger ein Zertifikat<br />
über die Teilnahme am Lehrgang,<br />
doch der Abschluss entspricht nicht<br />
immer dem einer staatlichen bzw. einer<br />
Ersatzschule. Ersatzschulen unterliegen<br />
einem Sonderungsverbot, was<br />
die Schulgebühren im Rahmen hält,<br />
damit jeder die Möglichkeit hat, dort<br />
eine Ausbildung aufzunehmen. Private<br />
Schulen werden von Stiftungen,<br />
Vereinen, privaten Personen oder Kirchenorganisationen<br />
unterstützt. Sie<br />
sind aber nicht zwangsläufig technisch<br />
besser ausgestattet als staatliche.<br />
Finanzielle Aspekte<br />
Die Ausbildung an einer öffentlichen Berufsfachschule<br />
ist kostenfrei, während<br />
bei privaten Bildungsträgern Aufnahmegebühren<br />
und Seminarkosten auf<br />
dich zukommen. Ersatzschulen werden<br />
meist von den Ländern finanziell gefördert.<br />
Daher sind die Schulgebühren an<br />
Ergänzungsschulen weitaus höher als<br />
an Ersatzschulen. In deiner schulischen<br />
Ausbildung bekommst du kein Gehalt.<br />
Du kannst jedoch durch staatliche Förderprogramme,<br />
auch für den Besuch<br />
an privaten Bildungseinrichtungen, finanziell<br />
unterstützt werden, wie etwa<br />
nach BAföG, mit einer Förderung der<br />
beruflichen Weiterbildung durch das<br />
Arbeitsamt oder auch mit einem Bildungskredit.<br />
Viele private Bildungsträger<br />
verfügen zudem über eigene<br />
Stipendienprogramme. So kannst du z.<br />
B. einen Teil des Schulgeldes bei guten<br />
Leistungen zurückbekommen oder dir<br />
wird ein gewisser Satz erlassen, wenn<br />
du begabt, jedoch bedürftig bist. Weiterhin<br />
kannst du an einigen privaten<br />
Berufsfachschulen ein zinsfreies Darlehen<br />
beantragen, welches du später von<br />
deinem Gehalt zurückzahlst.<br />
Privat oder staatlich? Darauf<br />
solltest du achten!<br />
Wenn du eine private Bildungseinrichtung<br />
wählen möchtest, dann achte darauf,<br />
dass diese staatlich anerkannt ist.<br />
Setze dich mit den Ausbildungsinhalten<br />
auseinander und vergewissere dich<br />
über den Ruf der Schule. Du kannst<br />
dich beim Kultusministerium deines<br />
Bundeslandes über den Notendurchschnitt<br />
vergangener Klassen sowie die<br />
Anerkennung der Abschlüsse kundig<br />
machen. Grundsätzlich machen Arbeitgeber<br />
keinen Unterschied, ob du deine<br />
Ausbildung an einer privaten oder<br />
staatlichen Institution abgeschlossen<br />
hast. Allerdings spielen die Ausbildungsinhalte<br />
eine wesentliche Rolle.<br />
Deshalb sollte die Ausbildung entsprechend<br />
strukturiert sein. Die Zulassungsbedingungen<br />
bestimmen die privaten<br />
Schulen jeweils selbst. Informiere dich<br />
im Vorfeld über die jeweiligen Voraussetzungen.<br />
Lass dich nicht von Berufsbezeichnungen<br />
blenden, die nicht<br />
geschützt sind. Der Ausbildungsberuf<br />
muss nach dem Berufsbildungsgesetz<br />
anerkannt sein. Es lohnt sich in jedem<br />
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AZUBI BASICS
26<br />
social media<br />
aber<br />
sicher!<br />
ein leben ohne instagram, Whatsapp und<br />
TikTok? Unmöglich! Doch im Umgang mit<br />
sozialen Netzwerken solltest du einige<br />
Punkte beachten.<br />
„Jetzt leg doch mal dein Handy weg!“, schimpfen Eltern gern,<br />
wenn die Kids (aus ihrer Sicht) zu viel am Smartphone hängen.<br />
Laut einer Umfrage waren es 2022 durchschnittlich 204 Minuten<br />
pro Tag, die 12- bis 19-Jährige im Internet verbracht haben. Am<br />
beliebtesten war dabei der Messaging-Dienst WhatsApp, dahinter<br />
folgten die sozialen Medien Instagram und TikTok. Der besten<br />
Freundin eine kurze Nachricht schicken, durch den Instagram-<br />
Feed scrollen, die neusten viralen Videos gucken – das alles gehört<br />
heute nun mal zum Leben dazu. Aber obwohl sich Jugendliche<br />
jeden Tag intensiv mit Social Media beschäftigen, haben viele erschreckend<br />
wenige Ahnung davon, was mit ihren persönlichen<br />
Daten passiert. Weißt du, wer über diese Apps Zugriff auf deinen<br />
Standort und deine Telefonnummer hat? Oder was mit den Fotos<br />
geschieht, die du postest?<br />
Eigentlich sollte Medienkompetenz eine selbstverständliche<br />
Grundfertigkeit sein, die jede und jeder beherrscht – so wie Lesen,<br />
Schreiben und Rechnen. Doch leider steht die sichere Nutzung<br />
von Social Media in der Schule viel zu selten auf dem Stundenplan.<br />
Aus diesem Grund haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt,<br />
wie du dich verantwortungsvoll in der digitalen Welt<br />
bewegst und die Kontrolle über deine Daten behältst.<br />
Beginnen wir ganz am Anfang – mit der Erstellung deines Accounts.<br />
Melde dich am besten mit einem Spitznamen an, um deine<br />
wahre Identität nicht preiszugeben. Möchtest du unter deinem<br />
richtigen Namen gefunden werden, etwa bei beruflichen Netzwerken<br />
wie LinkedIn oder Xing, beschränke dich auf die Angabe<br />
unbedingt notwendiger Daten wie den Namen deiner Schule. Generell<br />
gilt: Sei vorsichtig, mit wem du welche Informationen teilst.<br />
Dinge, die du nicht einmal deinem besten Kumpel anvertrauen<br />
würdest, solltest du lieber nicht posten.<br />
Viele Plattformen bieten dir die Möglichkeit festzulegen, wer<br />
dein Profil sehen kann. Möchtest du nur mit deinen Freunden<br />
interagieren? Oder sollen alle Nutzer des jeweiligen Netzwerks<br />
deinen Account einsehen können – oder vielleicht sogar alle Internetuser?<br />
Die Einstellungen hierfür findest du unter einem<br />
Menüpunkt namens „Mein Profil“ oder „Privatsphäre“.<br />
Tipp: Wähle die strengst mögliche<br />
Variante. Gleiches gilt für die Option,<br />
wer dein Profil finden darf. Hier solltest<br />
du den Datenzugriff auf die Mitglieder<br />
des Netzwerks beschränken<br />
und Suchmaschinen ausschließen –<br />
ansonsten läufst du Gefahr, dass<br />
dein Account via Google, Bing und<br />
Co auffindbar ist.<br />
Womöglich fragst du dich jetzt, warum<br />
das überhaupt wichtig ist. Ist es nicht<br />
egal, wer deine Posts sehen kann? Es gibt gute<br />
Gründe dafür, warum du deine PrivatsphäreEinstellungen<br />
überprüfen und ggf. anpassen solltest. Bestimmt hast du schon<br />
mal folgenden Spruch gehört: „Das Internet vergisst nichts“. Da<br />
ist was dran, denn was einmal im Netz herumschwirrt, lässt sich<br />
nur schwer wieder „einfangen“. Viele Arbeitgeber, Vermieter und<br />
sogar Versicherungsanbieter nutzen Social Media, um sich ein<br />
genaueres Bild von ihren Bewerberinnen und Bewerbern zu machen.<br />
Und wenn es blöd läuft, kann dich ein flapsiger Kommentar<br />
oder ein peinliches Partyfoto den Job, die Wohnung oder den<br />
Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung kosten. Selbst ge-<br />
AZUBI BASICS
27<br />
löschte Daten sind oftmals noch Jahre später auffindbar und können<br />
dir richtig viel Ärger einbringen. Deshalb ist es besser, nicht<br />
unter deinem echten Namen zu posten und deinen Nickname nur<br />
engen Freunden mitzuteilen.<br />
Und was ist mit den Fotos, die du zum Beispiel auf Facebook oder<br />
Instagram teilst? Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick in<br />
die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): Das ist das ellenlange<br />
Kleingedruckte, das im Normalfall niemand liest. Stattdessen<br />
erteilen die allermeisten User per Häkchen ihre Zustimmung<br />
und scheren sich nicht weiter darum. Wusstest du, dass du mit<br />
diesem Klick Instagram das Recht zugestehst, deine Bilder weltweit<br />
zu verbreiten? Laut AGB räumst du Instagram eine „nicht-exklusive,<br />
gebührenfreie, übertragbare, unterlizenzierbare und weltweite<br />
Lizenz ein, deine Inhalte […] zu verwenden, zu verbreiten,<br />
zu modifizieren, auszuführen, zu kopieren, öffentlich vorzuführen<br />
oder anzuzeigen, zu übersetzen und abgeleitete Werke davon zu<br />
erstellen.“ Mit Fotos bei Facebook und WhatsApp verhält es sich<br />
ähnlich, denn auch diese Online-Dienste gehören wie Instagram<br />
zum amerikanischen Konzern Meta.<br />
Als Faustregel kannst du dir merken: Wenn die Nutzung eines<br />
Online-Produkts für dich kostenlos ist, bist DU das Produkt. Du<br />
bezahlst mit deinen Daten, die für viele Firmen sehr wertvoll sind.<br />
Das gilt für Browsergames, aber eben auch für Social Media und<br />
Messenger. WhatsApp beispielsweise teilt nicht nur deine Nutzungsdaten<br />
wie Dauer und Zeitpunkt, sondern auch deine auf<br />
dem Smartphone gespeicherten Kontaktdaten mit Meta. Übrigens:<br />
Seit 2018 hat WhatsApp eine Altersbeschränkung von 16<br />
Jahren. Offiziell dürfen Jüngere diese App also gar nicht benutzen.<br />
Grund dafür ist die Einführung der EU-weiten Datenschutzgrundverordnung<br />
(DSGVO), die Jugendliche vor dem Ausspionieren<br />
durch Handy-Anwendungen besonders schützen soll. Du<br />
bist unter 16 und benutzt WhatsApp? Dadurch verletzt du zwar<br />
die Nutzungsbedingungen der App, musst aber keine rechtlichen<br />
Konsequenzen fürchten. Aber vielleicht möchtest du auf einen<br />
Messenger umsteigen, der mehr Wert auf Datenschutz legt, etwa<br />
Threema oder Signal. Denn du hast es selbst in der Hand, mit wem<br />
du deine Daten teilst.<br />
AZUBI BASICS
28<br />
Stell Dir vor, Du arbeitest mit einem Kollegen<br />
zusammen, der alles macht, was Du sagst,<br />
für Dich denkt und sogar selbstständig lernt.<br />
Wäre das nicht genial? Dieser arbeitskamerad<br />
nennt sich Roboter und ist so schlau, dass er<br />
Deinen Berufsalltag nicht nur organisiert, sondern<br />
auch optimiert, während Du Spaß bei der<br />
arbeit hast. Was so total nach Star Trek klingt,<br />
ist in der industrie schon lange keine Zukunftsmusik<br />
mehr. Diese Branche schickt Dich in<br />
eine völlig neue Dimension und eröffnet Dir<br />
ein Universum voller faszinierender ausbildungs-<br />
und Jobmöglichkeiten. Schau Dir an,<br />
welche Berufsfelder es gibt, damit Du in lichtgeschwindigkeit<br />
Deinen Traumjob findest ...<br />
INDUSTRIEBRANCHE<br />
- GALAKTISCH GENIAL!<br />
Mit dem Begriff Industrie verbinden viele Menschen immer<br />
noch das Bild von einer finsteren Fabrik mit rauchenden<br />
Schornsteinen, kalten Werkhallen mit dampfenden Maschinen<br />
und im Akkord schuftenden Fließbandarbeitern. Doch das ist<br />
Sternenstaub von gestern. Die Industrielandschaft hat sich<br />
in den letzten Jahren im Sternschnuppentempo verändert.<br />
Smart Factory heißen die modernen Werksgelände mit ihren<br />
Hightechanlagen heute. Und manche dieser fortschrittlichen<br />
Produktionsstätten muten sogar so futuristisch an, dass man<br />
sich wie in eine Basis auf einem anderen Planeten versetzt fühlt:<br />
Roboter schwenken ihre Montagearme im Gleichtakt, Ingenieure<br />
überwachen in spacigen Anzügen den Fertigungsprozess per<br />
Touchscreen und selbstfahrende Transporter stapeln fertig verpackte<br />
Produkte perfekt in Container für den weiteren Versand.<br />
DER COUNTDOWN LÄUFT<br />
Im Zuge der Digitalisierung und der Weiterentwicklung von<br />
künstlicher Intelligenz können viele Aufgabenbereiche miteinander<br />
verbunden werden. Computer aus verschiedenen Abteilungen<br />
kommunizieren miteinander, Arbeitsschritte werden<br />
AZUBI BASICS
29<br />
INDUSTRIE-SPECIAL<br />
automatisiert und schließlich Produktionsabläufe verbessert.<br />
Moment mal, werden dann überhaupt noch Menschen gebraucht?<br />
Natürlich! Das Zusammenspiel zwischen Maschinen,<br />
Menschen und Prozessen bringt neue Herausforderungen mit<br />
sich. Diese flexiblen und dynamischen Entwicklungen erfordern<br />
helle Köpfchen, die smarte Produkte, wie Sensoren, Speicher<br />
und Prozessoren, herstellen, Computer vernetzen oder Roboter<br />
programmieren und diese dann auch anpassen, steuern<br />
bzw. überwachen können. Doch das ist noch nicht alles.<br />
SO VIELE JOBS, WIE STERNE<br />
AM HIMMEL<br />
... zumindest fast: Auch wenn die meisten Berufe vorwiegend<br />
im MINT-Bereich angegsiedelt sind, gibt es noch eine Vielzahl<br />
an Jobmöglichkeiten für Leute, die nicht gerade beste Kumpels<br />
mit Mathe, Physik oder Chemie sind, aber trotzdem hautnah<br />
beim technologischen Fortschritt dabei sein möchten. Hier<br />
ist ein Überblick über die angesagtesten Berufsfelder mit den<br />
coolsten Ausbildungsoptionen der wichtigsten Industriezweige:<br />
AZUBI BASICS
30<br />
INDUSTRIE-SPECIAL<br />
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BERUFSFELDER IN<br />
DER INDUSTRIE<br />
BERUFSBEZEICHNUNG (Dauer<br />
der Ausbildung, schulische<br />
Voraussetzung)<br />
Welche spannenden TÄTIG-<br />
KEITEN werden in diesem<br />
Job ausgeführt?<br />
Welche Möglichkeiten<br />
für ein DUALES STUDIUM<br />
gibt es?<br />
AUTOMOBILE<br />
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in<br />
(3,5 Jahre, Hauptschulabschluss)<br />
• baut Teile eines Autos, Busses oder sogar einer<br />
rollenden Imbissbude neu zusammen, tunt sie<br />
nach Kundenwünschen oder repariert diese<br />
Fahrzeugtechnik<br />
Inhalte sind z. B.: Antriebstechnik, Leichtbau,<br />
Mechanik, Fahrzeugentwicklung, Sicherheit<br />
Chemielaborant/-in<br />
(3,5 Jahre, fachabitur)<br />
• führt chemische Untersuchungen durch, etwa<br />
für die Pharma-, Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie.<br />
Chemische Technik<br />
Inhalte sind z. B.: Energie-, Wärme-, Apparateund<br />
Messtechnik<br />
CHEMIE/ CHEM.<br />
TECHNIK<br />
Chemikant/-in<br />
(3,5 Jahre, mittlerer<br />
Schulabschluss)<br />
• stellt aus Rohstoffen Farben, Waschmittel oder<br />
Kosmetika her, sorgt dafür, dass die Produktionsanlagen<br />
funktionieren und prüft Proben<br />
Chemieingenieurwesen<br />
Inhalte sind z. B: Chemietechnik, Produkt- und<br />
Technologieentwicklung, Umweltschutz<br />
Pharmakant/-in<br />
(3,5 Jahre, mittlerer<br />
Schulabschluss)<br />
• stellt Arzneimittel in Form von Pulvern, Lösungen<br />
und Tabletten her und ist sorgfältig bei der<br />
Dosierung der Wirkstoffe<br />
Lebensmittelchemie<br />
Inhalte sind z. B.: Biochemie, Mikrobiologie,<br />
Toxikologie, Technologie, Lebensmittelrecht<br />
Maschinen- und<br />
Anlagenführer/in<br />
(2 Jahre, Hauptschulabschluss)<br />
• richtet Fertigungsmaschinen und -anlagen ein,<br />
nimmt sie in Betrieb und steuert sie.<br />
Maschinenbau<br />
Inhalte sind z. B. die Funktionsweisen von<br />
Maschinen und Anlagen.<br />
MASCHINENBAU<br />
Werkzeugmechaniker/in<br />
(3,5 Jahre, Mittlere Reife)<br />
• fertigt Präzisionswerkzeuge für Medizin und<br />
Industrie an, etwa durch Fräsen, Bohren und<br />
Schleifen.<br />
Maschinenbau<br />
Inhalte sind z. B. Thermodynamik, Konstruktionslehre,<br />
Werkstoffkunde und Elektrotechnik.<br />
Verfahrensmechaniker/in<br />
(3 Jahre, Mittlere Reife)<br />
•<br />
stellt Bauteile in den Bereichen Kunststoff- und<br />
Kautschuktechnik, Transportbeton, Beschichtungstechnik<br />
bzw. Glastechnik her.<br />
Verfahrenstechnik<br />
Inhalte sind z. B.: Maschinenbau, Mechanik,<br />
Thermodynamik, Elektro- und Werkstofftechnik.<br />
IT<br />
Kaufmann/frau für Digitalisierungsmanagement<br />
(3 Jahre, mittlerer<br />
Schulabschluss)<br />
• ermittlet den Bedarf an IT-Produkten, beschafft<br />
und führt diese ein.<br />
Digitale Medien<br />
Inhalte sind z. B.: Online-Marketing, Webdesign,<br />
Medienmanagement und Softwareentwicklung<br />
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TELEPORTIER DICH NACH GANZ OBEN!<br />
Natürlich gibt es noch viel mehr Sektoren innerhalb der Industriebranche,<br />
wie z.B. Textil, Holz und Papier, Optik, Verpackung,<br />
Energie, Metall und viele andere. Sie alle haben jedoch etwas gemeinsam:<br />
Absolventen eines Industrieberufes können mit einer guten<br />
Bezahlung rechnen. Das Gehalt ist in dieser Branche nämlich im<br />
Durchschnitt höher, als in anderen Bereichen. Du bekommst nicht<br />
nur bereits während der Ausbildung eine angemessene Vergütung,<br />
sondern auch der Einstiegslohn kann sich sehen lassen. Außerdem<br />
hast Du sowohl super Chancen, nach der Lehre übernommen zu<br />
werden, als auch tolle Weiterbildungsmöglichkeiten, wie etwa zur/<br />
zum Meister/-in, Techniker/-in, Fachwirt/-in oder Betriebswirt/-in.<br />
Dadurch kannst Du Dich auf bestimmte Fachbereiche spezialisieren<br />
und für Führungsaufgaben qualifizieren. Übrigens: Die<br />
Industriebranche hat den guten Ruf, dass ihre Angestellten von<br />
einer ausgewogenen Work-Life-Balance profitieren können.<br />
GIRLPOWER IST GEFRAGT<br />
Hast Du schon eine Idee, in welche Richtung es gehen soll, traust Dich<br />
aber vielleicht nicht, weil Du ein Mädchen bist? Lass Dich nicht davon<br />
abschrecken, dass es viele Jungs in Deinem Lieblingsberuf gibt. Die<br />
Industriebranche braucht weiblichen Nachwuchs und viele Unternehmen<br />
wünschen sich, dass sich mehr Frauen in diesen Berufen engagieren.<br />
Falls Du noch nicht ganz davon überzeugt bist, ob ein bestimmter<br />
Ausbildungsberuf etwas für Dich ist, dann kannst Du Folgendes tun:<br />
SCHNUPPERPRAKTIKA:<br />
Nutze ein Praktikum, um den Profis über die Schultern zu<br />
schauen und Dir ein besseres Bild über Deinen Wunschberuf<br />
zu machen. So kannst Du gleich wertvolle Kontakte<br />
knüpfen und wirst sehen, dass Du auch als Frau das Zeug<br />
dazu hast, einen „typischen“ Männerberuf zu erlernen.<br />
LADYS ONLY:<br />
Schau Dich nach speziell<br />
nur für Mädchen angebotenen<br />
technischen<br />
Studiengängen in<br />
Deiner Nähe<br />
um, wie z. B.<br />
Wirtschaftsingenieurwesen,<br />
Elektrotechnik<br />
oder Informatik.<br />
31<br />
BERUFSFELDER IN<br />
DER INDUSTRIE<br />
BERUFSBEZEICHNUNG (Dauer<br />
der Ausbildung, schulische<br />
Voraussetzung)<br />
Welche spannenden TÄTIG-<br />
KEITEN werden in diesem<br />
Job ausgeführt?<br />
Welche Möglichkeiten<br />
für ein DUALES STUDIUM<br />
gibt es?<br />
IT<br />
Fachinformatiker/-in<br />
(3 Jahre, mittlerer<br />
Schulabschluss)<br />
• entwickelt Rechnersysteme, programmiert Software,<br />
tüftelt an komplizierten Fragestellungen<br />
und findet immer eine Lösung<br />
Wirtschaftsinformatik<br />
Inhalte sind z. B.: Software Engineering, Projektmanagement,<br />
Datenbanken, Netzwerke<br />
und Datenschutz bzw. Medienrecht<br />
Elektroniker/-in<br />
• sorgt, je nach Spezialisierung dafür, dass<br />
stets Strom in Gebäuden, Maschinen oder<br />
Anlagen fl ießt<br />
Elektrotechnik<br />
Inhalte sind z. B.: Robotik, Automatisierungstechnik,<br />
Kommunikations- und Nachrichtentechnik<br />
Industriemechaniker/-in<br />
(3,5 Jahre, mittlerer<br />
Schulabschluss)<br />
• montiert Bauteile bzw. Baugruppen für Maschinen,<br />
repariert sie und programmiert deren<br />
Elektronik, damit alles rund läuft<br />
Mechatronik<br />
Kombi aus Mechanik, Elektrotechnik und Informatik,<br />
Entwicklung verschiedener technische<br />
Systeme für komplexe Maschinen und Anlagen<br />
ELEKTRO-<br />
TECHNIK/<br />
ELEKTRONIK/<br />
MECHATRONIK<br />
Industrieelektriker/in<br />
(2 Jahre, Hauptschul<br />
abschluss)<br />
Zerspanungsmechaniker/in<br />
(3,5 Jahre, Mittlere Reife)<br />
• nimmt Verkabelungen vor, kümmert sich um<br />
deren Instandhaltung und führt Sicherheitsprüfungen<br />
durch.<br />
• fertigt Präzisionsbauteile aus Metall durch<br />
Drehen, Fräsen und Schleifen an und baut sie<br />
zusammen.<br />
Elektrotechnik<br />
Inhalte sind z. B. Mess- und Regelungstechnik,<br />
Energietechnik sowie Informatik.<br />
Mechatronik<br />
Inhalte sind z. B. Technische Mechanik,<br />
Sensorik und Software-Engineering.<br />
Feinwerkmechaniker/in<br />
(3,5 Jahre, Mittlere Reife)<br />
• stellt exakt passende Bauteile für die Automobilbranche,<br />
die Pharma- oder die Lebensmittelindustrie<br />
her.<br />
Medizintechnik<br />
Inhalte sind z. B. Maschinenbau, Werkstoffkunde,<br />
Biophysik und Informatik.<br />
Technischer<br />
Produktdesigner/in<br />
(3,5 Jahre, Fachabitur)<br />
• entwirft und konstruiert Bauteile und -gruppen<br />
für Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen.<br />
Industriedesign<br />
Inhalte sind z. B. Planung und Entwurf von<br />
Industrie- und Alltagsprodukten.<br />
Produktionstechnologe/<br />
-technologin<br />
(3 Jahre, Mittlere Reife)<br />
• richtet Produktionsanlagen ein, führt Testreihen<br />
durch und optimiert Produktionsabläufe.<br />
Produktionstechnologie<br />
Inhalte sind z. B. Produktionsorganisation und<br />
-logistik sowie Automatisierung.<br />
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32<br />
MINT JOBS<br />
Mädels erwünscht<br />
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scannen und weitere<br />
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Was irgendwie nach einer minzfrischen Süßigkeit klingt, hat in Wirklichkeit gar nichts damit<br />
zu tun. „MINT“ steht für Berufe, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften<br />
und Technik angesiedelt sind. Bevor du jetzt mit den Augen rollst,<br />
solltest du weiterlesen, denn die vielfältigen MINT-Jobs sind superspannend und zukunftsträchtig.<br />
Doch leider trauen sich viele junge Menschen, vor allem Mädchen, nicht so recht ran. Und<br />
das, obwohl man dafür kein Mathe-, Chemie- oder Physikcrack und auch kein Informatiknerd<br />
sein muss. Wenn du Spaß an Wissenschaft und Technik hast, dann erfahre hier, warum du mal<br />
einen intensiveren Blick auf die trendigen MINT-Berufe werfen solltest .<br />
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-<br />
y<br />
-<br />
Da es allerdings so viele mega-coole mint-berufe gibt,<br />
haben wir hier unsere top five für dich herausgesucht. Schau mal<br />
mikrotechnologe/<br />
-technologin:<br />
Diese Profis bauen die<br />
für Pcs, smartphones,<br />
elektronische Bauteile und<br />
hochsensible medizinische Geräte<br />
wichtigen Mikrochips und winzig<br />
kleinen Leiterplatten zusammen, auf<br />
denen sie zahlreiche, kaum sichtbare<br />
Minikontakte anbringen.<br />
chemikant/-in :<br />
ohne diese spezialisten<br />
hätten wir keine Kosmetik,<br />
Medizin, waschmittel oder<br />
farben. sie steuern und<br />
überwachen alle Prozesse, angefangen<br />
von der herstellung über das abfüllen<br />
bis zum Verpacken der Produkte.<br />
fluggerätemechaniker/-in:<br />
diese experten bauen teile<br />
und triebwerke zu hubschraubern,<br />
airbussen,<br />
VIELFALT, GUTE JOBAUSSICHTEN<br />
UND EIN SUPERGEHALT<br />
Warst du in der Schule schon neugierig<br />
auf wissenschaftliche Zusammenhänge<br />
und hat dir das Experimentieren<br />
spaß gemacht? Dann solltest du<br />
darüber nachdenken, einen Mint-<br />
Beruf zu erlernen. Dazu gehören einige<br />
Berufe, die du vielleicht schon<br />
kennst, aber noch so viele mehr,<br />
satelliten und raumfahrzeugen zusammen,<br />
damit sie perfekt und gefahrlos<br />
durch die Lüfte bis ins all fliegen<br />
können.<br />
elektroniker/-in:<br />
ohne sie geht gar nichts.<br />
damit ampelschaltungen<br />
richtig funktionieren, fabriken<br />
Produkte herstellen<br />
können, wir nicht im dunkeln sitzen<br />
oder frieren müssen und außerdem<br />
kommunizieren können, braucht es<br />
diese pfiffigen Insider.<br />
Werkstoffprüfer/-in:<br />
ein werkstoff, der etwa<br />
aus Metall oder Kunststoff<br />
besteht, muss für bestimmte<br />
Zwecke entsprechende<br />
eigenschaften und Qualitäten haben.<br />
diese fachleute untersuchen diese,<br />
indem sie stichproben der werkstoffe<br />
durch verschiedene Verfahrenstechniken<br />
prüfen.<br />
von denen du bisher garantiert nicht<br />
einmal wusstest, dass sie existieren.<br />
Das kommt daher, dass viele Schüler<br />
eine Abneigung gegenüber sogenannten<br />
„Hassfächern“, wie Mathe,<br />
Chemie, Biologie oder informatik,<br />
haben. Dabei stellen diese Fächer<br />
nur einen teil der Mint-Jobs dar. Die<br />
Praxis ist hingegen faszinierend und<br />
megaspannend, da du deinen Forschergeist<br />
beispielsweise in einem<br />
Labor ausleben kannst oder großartige<br />
Produktionsanlagen zum Laufen<br />
bringst. Wer sich für eine Ausbildung<br />
in einem der Fachbereiche entscheidet,<br />
wird tolle Zukunftsperspektiven<br />
haben und das bei einem gehalt, bei<br />
dem andere vor neid grün anlaufen.<br />
angst vor der Männerdomäne?<br />
VON WEGEN!<br />
Es gibt gar nicht so wenige Mädels,<br />
die Lust auf herausfordernde Aufgaben<br />
haben, technisch versiert sind<br />
und gerne tüfteln. Doch warum sind<br />
dann Mädchen immer noch seltener<br />
in Mint-Berufen anzutreffen als Jungen?<br />
Das hat viele Hintergründe. zum<br />
einen spielt die Meinung der Eltern<br />
eine große Rolle bei der Ausbildungswahl.<br />
Sie wollen ihrem weiblichen<br />
nachwuchs keinen „Männerberuf“ zumuten,<br />
weil die Arbeitsbedingungen<br />
angeblich nicht frauenkompatibel<br />
sind. Und damit sind wir auch schon<br />
beim zweiten grund. Die meisten<br />
Schulabgänger sind unzureichend informiert<br />
und assoziieren Mint-Jobs<br />
fälschlicherweise automatisch mit<br />
schwerer Fließbandschufterei in einer<br />
33<br />
kalten und lauten Fabrik. Doch diese<br />
falschen Vorstellungen lösen sich<br />
sofort in Luft auf, wenn du mal einen<br />
Blick hinter die Kulissen geworfen<br />
hast. Das kannst du beispielsweise auf<br />
dem jährlichen girl’s Day, wenn dir die<br />
Türen zu Ausbildungsunternehmen<br />
und Hochschulen geöffnet werden<br />
und du supercoole Jobs „anfassen“<br />
und kennenlernen kannst. Die meisten<br />
Betriebe würden sich über mehr<br />
weibliche Frauenpower in Mint-Berufen<br />
freuen. Um dies zu fördern, gibt es<br />
inzwischen sogar Studiengänge „only<br />
for women“, wie etwa an der Fakultät<br />
für Informatik und Wirtschaft an der<br />
HtW in <strong>Berlin</strong> und an weiteren Hochschulen<br />
in Deutschland. Diese wurden<br />
ins Leben gerufen, da viele Mädchen<br />
sonst unter dem Druck stehen, sich<br />
ständig gegen ihre angeblich technikaffineren<br />
männlichen Kommilitonen<br />
durchsetzen zu müssen und sich<br />
dadurch quasi selbst diskriminieren.<br />
Also: Ärmel hochkrempeln und nur<br />
Mut, Mädels!<br />
WELCHE VORTEILE BIETET<br />
EINE AUSBILDUNG IM<br />
MINT-BEREICH?<br />
Es ist nicht notwendig, einen Leistungskurs<br />
in Mathematik oder Physik<br />
besucht zu haben, und du musst<br />
auch nicht unbedingt ein Studium<br />
aufnehmen, um dich für einen Mint-<br />
Job zu qualifizieren. eine ausbildung<br />
bietet dir unheimlich viele Vorteile.<br />
Du verdienst bereits während der<br />
Lehre ein richtig gutes Ausbildungsgehalt.<br />
Außerdem setzt du die Theorie<br />
gleich in die Praxis um. Dadurch<br />
verstehst du naturwissenschaftliche<br />
Zusammenhänge viel schneller und<br />
kannst etwas damit anfangen. Supermoderne<br />
Computerprogramme<br />
erledigen für dich komplizierte Rechenvorgänge<br />
und du arbeitest mit<br />
nagelneuen Technologien, die dich<br />
begeistern werden. nach deinem<br />
Abschluss kannst du dich entweder<br />
zum Techniker, Fachwirt bzw. Meister<br />
weiterbilden oder du steigst<br />
gleich ins Berufsleben ein. Deine<br />
Jobaussichten als nachwuchskraft<br />
sind mehr als genial und häufig übernimmst<br />
du in kürzester Zeit verantwortungsvolle<br />
Aufgaben in Führungspositionen.<br />
Das Einzige, was du<br />
nun tun musst, ist dich für einen der<br />
aufregenden Jobs zu entscheiden.<br />
Informiere dich gründlich, bevor du<br />
eine Auswahl triffst.<br />
AZUBI BASICS
34<br />
Handwerk –<br />
noch immer mit<br />
Goldenem<br />
boden<br />
Sich für den richtigen zukünftigen Beruf zu entscheiden, ist gar<br />
nicht so einfach. Vielleicht weißt du schon ungefähr, in welche<br />
Richtung es für dich gehen soll, doch so recht festlegen kannst<br />
du dich nicht? Hast du zwei rechte Hände und verfügst über eine beneidenswerte<br />
Fingerfertigkeit? Wenn du deine berufliche Zukunft auf<br />
gar keinen Fall an einem Schreibtisch verbringen möchtest und gerne<br />
anpackst, dann wäre ein Ausbildungsberuf im Handwerk das Richtige<br />
für dich. Damit setzt du auf eine zukunftsträchtige Branche, denn die<br />
Nachfrage nach Fachkräften ist enorm. Lies hier, warum sich ein Handwerksberuf<br />
für dich lohnen würde.<br />
AZUBI BASICS
35<br />
DAS hAnDWerk vereint<br />
vielfAlt, innovAtion unD<br />
trADition<br />
Ein Job im Handwerk ist unglaublich<br />
interessant für alle, die sich sowohl<br />
für traditionelle Herstellungsprozesse<br />
als auch für technologische Innovationen<br />
interessieren und am liebsten<br />
etwas mit ihren eigenen Händen erschaffen<br />
möchten. in den vielfältigen<br />
Handwerksberufen werden heutzutage<br />
klassische Tätigkeiten durch innovative<br />
Technologien vereinfacht.<br />
Deshalb sind Experten gefragt, welche<br />
die ausführung der spezifischen<br />
Aufgaben sowohl technisch als auch<br />
mechanisch gut beherrschen. In deiner<br />
Lehre wirst du darauf perfekt<br />
vorbereitet. Die Ausbildungen im<br />
Handwerk werden meist in dualer<br />
Form angeboten, sodass sich Berufsschule<br />
und Praxis im Ausbildungsbetrieb<br />
abwechseln. Alternativ gibt es<br />
noch die schulischen Ausbildungen,<br />
die durch eine Praktikumsphase ergänzt<br />
werden. Um dich zu orientieren<br />
und herauszufinden, ob ein bestimmter<br />
Handwerksberuf gut zu dir<br />
passt, empfehlen wir dir, bereits in<br />
der schulzeit ein Betriebspraktikum<br />
zu absolvieren. Hier kannst du in den<br />
Alltag deines zukünftigen Jobs eintauchen,<br />
die Arbeitsprozesse kennenlernen<br />
und wichtige Kontakte<br />
knüpfen. nicht selten ist ein Praktikum<br />
der Schlüssel, mit welchem<br />
du die tür zu deinem späteren Berufseinstieg<br />
öffnest.<br />
AuSbilDunG im hAnDWerk:<br />
Basis schaffen und darauf aufbauen<br />
Der Vorteil einer Lehre in einem Handwerksberuf<br />
liegt darin, dass du häufig<br />
in kleinen und mittelständischen Betrieben<br />
ausgebildet wirst. Diese sind<br />
dir werden wichtige handgriffe,<br />
Kniffe und Tricks direkt vom Profi<br />
beigebracht und du kannst sie<br />
während der Lehre gleich umsetzen.<br />
besonders ausbildungsaktiv und investieren<br />
gern in ihren nachwuchs.<br />
Hier ist die Ausbildungsatmosphäre<br />
familiär und die Anzahl der <strong>Azubi</strong>s<br />
eher gering. Dadurch wirst du an der<br />
Seite deines Ausbilders oder Meisters<br />
intensiv angelernt und machst dich<br />
mit den verschiedenen Etappen eines<br />
Herstellungsprozesses vertraut. Vom<br />
ersten Tag deiner Ausbildung an bist<br />
du mit an der Planung eines Projektes<br />
oder Werkstücks über die Bearbeitung<br />
verschiedener Materialien und<br />
der Verwendung unterschiedlicher<br />
Werkzeuge sowie Maschinen bis hin<br />
zur Fertigstellung beteiligt. Dir werden<br />
wichtige Handgriffe, Kniffe und<br />
tricks direkt vom Profi beigebracht<br />
und du kannst sie während der Lehre<br />
gleich umsetzen. Bereits in der ausbildungszeit<br />
verdienst du schon<br />
gutes geld, übernimmst anspruchsvolle,<br />
abwechslungsreiche Aufgaben<br />
und wirst eine Menge Spaß haben.<br />
Mit der krönenden abschlussprüfung<br />
qualifizierst du dich für deinen Beruf.<br />
Die Zukunftsperspektiven und<br />
entwicklungsmöglichkeiten für ausgelernte<br />
gesellen sind optimal. Jetzt<br />
kannst du entweder direkt im Job<br />
loslegen oder dein Know-how erweitern.<br />
Durch den Erwerb von Zusatzqualifikationen<br />
oder eine Weiterbildung<br />
zum Techniker bzw. Meister<br />
kannst du deine Karriere ankurbeln,<br />
mehr Verantwortung übernehmen,<br />
dein gehalt steigern oder dich sogar<br />
selbstständig machen.<br />
Welche hAnDWerkSberufe<br />
hAben nAch Wie vor GroSSe<br />
Zukunft?<br />
Es gibt Handwerksberufe, in denen<br />
ein enormer Bedarf an nachwuchskräften<br />
besteht. Deshalb haben wir<br />
ein paar für dich zusammengetragen,<br />
die besonders gute Zukunftsperspektiven<br />
haben und das bei einem<br />
tollen gehalt. Mit einer ausbildung<br />
zum/zur Mechatroniker/-in wählst<br />
du einen spannenden, zukunftsträchtigen<br />
und gut bezahlten Beruf.<br />
Im Automobil- und Maschinensektor<br />
wirst du bei deiner Ausbildungsplatzsuche<br />
keine Schwierigkeiten<br />
haben. Die Jobaussichten sind super,<br />
denn Mechatroniker/-innen sind<br />
sehr gefragte Fachkräfte. Sie stellen<br />
all unsere innovativen technischen<br />
geräte her und reparieren sie. Deshalb<br />
werden sie auch entsprechend<br />
bezahlt. Bereits während der ausbildung<br />
kannst du dich auf ein gehalt<br />
von knapp 1.000 Euro brutto monatlich<br />
freuen. Etwa noch einmal so viel<br />
verdienst du nach deinem Abschluss,<br />
und wenn du die Technikerausbildung<br />
absolvierst, winken dir sogar<br />
rund 5.000 Euro brutto im Monat.<br />
Ein weiterer Handwerksberuf mit genialen<br />
Verdienstaussichten ist der/<br />
die industriemeister/-in Metall. nach<br />
einer entsprechenden Ausbildung,<br />
für die du dich in der Regel mit dem<br />
Hauptschulabschluss bewerben kannst,<br />
und einigen Jahren Berufserfahrung<br />
qualifizierst du dich mit dem Meistertitel<br />
zur Führungskraft. Verantwortungsvolle<br />
Aufgaben, wie das Management<br />
der Herstellungsprozesse<br />
und tätigkeiten als ausbilder/-in,<br />
können dein Chefgehalt von 3.000 euro<br />
auf bis zu 5.000 Euro brutto monatlich<br />
ansteigen lassen. auch die Baubranche<br />
boomt und damit ebenfalls das<br />
Ausbaugewerbe. Handwerker, die mit<br />
Holz und anderen Baumaterialien<br />
zu tun haben, sind gefragt wie nie.<br />
Unglaublich gute zukunftaussichten<br />
haben beispielsweise Maurer. Spätestens<br />
beim Berufseinstieg hat sich<br />
der schweiß gelohnt. Bruttomonatsgehälter<br />
in Höhe von etwa 2.500<br />
Euro sind die Regel. Wenn du noch<br />
etwas Fleiß dazu packst und dich<br />
zum Vorarbeiter, Polier oder Meister<br />
qualifizierst, kannst du mit 4.000<br />
Euro brutto im Monat nach Hause<br />
gehen. im Bausektor verdienen lehrlinge<br />
übrigens am meisten.<br />
AZUBI BASICS
36<br />
Bau dir deine<br />
Zukunft auf!<br />
Schnapp dir einen Bauhelm<br />
und komm mit auf<br />
die Baustelle: Wir zeigen<br />
dir, wie vielfältig die Aus- und<br />
Weiterbildungsmöglichkeiten<br />
in der Baubranche sind.<br />
Hast du schon einmal beobachtet, was<br />
passiert, wenn eine gruppe Kindergartenkinder<br />
an einer Baustelle vorbeikommt?<br />
Jungen und Mädchen drücken<br />
sich gleichermaßen am Bauzaun ihre<br />
näschen platt. Die Kleinen beobachten<br />
mit weit aufgerissenen Augen und<br />
Mündern, wie Estrich angerührt wird,<br />
wie Rohre verlegt und Ziegel übereinander<br />
geschichtet werden. Würden<br />
die Erzieherinnen und Erzieher nicht irgendwann<br />
zum Weitergehen drängen,<br />
würden die Kita-Kids wahrscheinlich<br />
stundenlang vor der Baustelle stehen<br />
AZUBI BASICS<br />
und zuschauen. Und mal ehrlich: es ist<br />
wirklich faszinierend, wie aus verschiedensten<br />
Werkstoffen ein gebäude entsteht<br />
– Arbeitsschritt für Arbeitsschritt.<br />
Doch Beton, Holz, stahl, Kalksandstein,<br />
glas und alle anderen Materialien, die<br />
auf einer Baustelle zum einsatz kommen,<br />
wären wertlos, ohne das Können<br />
geschulter Fachkräfte. Was nutzt<br />
schließlich ein gut gefüllter Betonmischer,<br />
wenn niemand da ist, der das<br />
Fundament ausgießt? Oder was bringt<br />
ein haushoher Kran, den keiner bedienen<br />
kann?<br />
Bei der arbeit auf dem Bau sind teamplayerinnen<br />
und Teamplayer gefragt.<br />
Es geht darum, gemeinsam etwas anzupacken<br />
und etwas zu schaffen – egal<br />
ob neubau oder altbausanierung. Jedes<br />
einzelne gewerk und jede/ r einzelne<br />
Mitarbeitende ist von großer Bedeutung<br />
und hat wichtige Aufgaben<br />
zu erfüllen – losgelöst von jeglicher Hierarchie.<br />
Wenn du jetzt an verschwitzte,<br />
braungebrannte Männer in Karohemden<br />
denkst, müssen wir dich leider<br />
enttäuschen. Das Klischee vom männlichen<br />
Bauarbeiter, der außer Muskelkraft<br />
wenig zu bieten hat, hat nämlich<br />
ausgedient. auf jeder Baustelle gibt<br />
es zahlreiche hochkomplexe Aufgaben<br />
zu erledigen. Da ist neben Kraft<br />
auch Köpfchen gefragt! Beispielsweise<br />
muss vor Baubeginn das gelände vermessen<br />
werden. Es werden aufwendige<br />
Karten und Kataster erstellt, millionenschwere<br />
Bauvorhaben geplant<br />
und detaillierte Baupläne angefertigt.<br />
Ein gewisses Technikverständnis solltest<br />
du schon besitzen, wenn du im<br />
Baugewerbe arbeiten möchtest. Und<br />
gute noten in naturwissenschaften<br />
wie Mathe und Physik schaden auch<br />
nicht, wenn du eine Ausbildung in der<br />
Baubranche absolvieren möchtest.
Das Wichtigste ist aber, dass du mit<br />
Leidenschaft und Interesse dabei bist,<br />
wenn Baugruben ausgehoben, gleise<br />
verlegt und Wände gedämmt werden.<br />
Zudem solltest du eine große Portion<br />
Verantwortungsbewusstsein mitbringen,<br />
schließlich werden dir unter Umständen<br />
hochmoderne, teure Baumaschinen<br />
wie Bagger, Rüttelplatten und<br />
Raupendumper anvertraut. Teamgeist<br />
sollte ebenfalls zu deinen Stärken zählen,<br />
denn wie bereits erwähnt, ist die<br />
arbeit auf der Baustelle keine One-<br />
Man-Show. Apropos Man: Mädchen<br />
und Frauen sind im Bauwesen ausdrücklich<br />
herzlich willkommen.<br />
Wer sich für eine duale Ausbildung in<br />
der Baubranche entscheidet, arbeitet<br />
vom ersten Tag an praktisch. Ob als<br />
tiefbaufacharbeiter/ tiefbaufacharbeiterin,<br />
straßenbauer/ straßenbauerin<br />
oder Dachdecker/ Dachdeckerin:<br />
Du bist dabei, wenn neues entsteht<br />
oder Altes aufgewertet wird. Am Ende<br />
jedes Arbeitstages weißt du ganz genau,<br />
was du mit deinen eigenen Händen<br />
geschaffen hast und darfst richtig<br />
stolz auf dich sein. Doch die Baubranche<br />
bietet auch interessante Jobs für<br />
alle, die lieber im Büro arbeiten. als<br />
architektin/ architekt oder als Bauzeichnerin/<br />
Bauzeichner verbringst du<br />
den großteil deiner arbeitszeit nicht<br />
auf der Baustelle, sondern am schreibtisch.<br />
Dann kümmerst du dich um die<br />
vorgelagerte Planung – lange bevor<br />
die ersten Bagger anrollen.<br />
Unterschieden wird im Berufsfeld<br />
Bau zwischen Hochbau, tiefbau und<br />
Ausbau. Das Teilgebiet Hochbau beschäftigt<br />
sich mit dem, was wahrscheinlich<br />
die meisten im Kopf haben,<br />
wenn sie ans Bauen denken: das Planen,<br />
errichten und sanieren von Bauwerken.<br />
Abwechslungsreiche Ausbildungsberufe<br />
im Bereich Hochbau<br />
sind beispielsweise Baugeräteführer/<br />
Baugeräteführerin, Maurer/ Maurerin<br />
und gerüstbauer/ gerüstbauerin.<br />
Beim tiefbau geht’s ab unter die erde.<br />
Denn dieses Teilgebiet des<br />
Bauwesens dreht sich um unsere<br />
unterirdische Infrastruktur<br />
wie etwa die Kanalisation<br />
und die Versorgung mit gas,<br />
Strom und Fernwärme. Arbeiten,<br />
die auf der Erdoberfläche<br />
und in der ebene stattfinden,<br />
werden ebenfalls als<br />
Tiefbau bezeichnet, also zum<br />
Beispiel straßen- und gleisbauarbeiten.<br />
Zu den vielfältigen<br />
Berufsbildern im tiefbau<br />
zählen unter anderem<br />
Kanalbauer/ Kanalbauerin,<br />
Brunnenbauer/ Brunnenbauerin<br />
und Rohrleitungsbauer/<br />
Rohrleitungsbauerin.<br />
sobald der Rohbau eines gebäudes<br />
steht, kann der Innenausbau beginnen.<br />
In den Teilbereich Ausbau fallen<br />
verschiedene handwerkliche Tätigkeiten,<br />
beispielsweise das Dämmen<br />
und Isolieren von Wänden und Dächern<br />
sowie das Verlegen von Fliesen<br />
und anderen Bodenbelägen. Falls du<br />
den ausbau von gebäuden zu deinem<br />
Beruf machen willst, kannst du<br />
zum Beispiel eine ausbildung zum/<br />
zur glaser/ glaserin, zum/ zur tischler/<br />
tischlerin oder zum/ zur trockenbaumonteur/<br />
trockenbaumonteurin<br />
absolvieren. Du siehst: Jedes<br />
Bauvorhaben hat zahlreiche spannende<br />
Aufgaben zu bieten. Oberhalb<br />
und unter der Erde, direkt vor<br />
Ort und bei der Vorbereitung am<br />
schreibtisch. Jede/ r einzelne wird<br />
gebraucht, wenn ein neuer Wolkenkratzer,<br />
eine neue Tiefgarage oder<br />
37<br />
ein neuer Flughafen entstehen soll.<br />
Bauarbeiten sind teamarbeiten.Wenn<br />
du dich für eine Karriere im Bauwesen<br />
entscheidest, musst du dir um deine<br />
Zukunft keine Sorgen machen. Denn<br />
gebaut wird bekanntlich immer. Die<br />
auftragsbücher der Bauunternehmen<br />
sind voll und motivierter nachwuchs<br />
wird dringend gebraucht. gut zu wissen:<br />
Unter den ausbildungsberufen<br />
zählen die azubis in der Baubranche<br />
zu den spitzenverdiener/ innen. Hinterlässt<br />
du bei deinem Chef einen guten<br />
Eindruck, hast du hervorragende<br />
Chancen, nach ausbildungsende<br />
übernommen zu werden. Dann kannst<br />
du schritt für schritt die Karriereleiter<br />
nach oben klettern und beispielsweise<br />
eine Weiterbildung zum/ zur Polier/<br />
Polierin machen oder den Meistertitel<br />
in deinem Handwerk erwerben.<br />
Wusstest du, dass du mit dem Meisterbrief<br />
gleichzeitig die Hochschulzugangsberechtigung<br />
erwirbst? Du<br />
kannst dann auch ohne Abitur jede<br />
Universität oder Fachhochschule besuchen<br />
und beispielsweise Architektur,<br />
immobilienwirtschaft oder Bauingenieurwesen<br />
studieren. gegenüber<br />
deinen Kommiliton/ innen ohne ausbildung<br />
im Bauwesen hast du einige<br />
entscheidende Vorteile: Du weißt aus<br />
eigener praktischer Erfahrung, wie<br />
die arbeit auf einer Baustelle abläuft<br />
und kennst straßenwalzen, Kipplaster<br />
und Schaufellader nicht nur vom Vorbeilaufen<br />
und Bestaunen. Doch ganz<br />
egal ob während der Ausbildung oder<br />
nach dem Studium: Wenn du auf einer<br />
Baustelle arbeitest und bemerkst,<br />
dass dir eine gruppe Kids begeistert<br />
zuschaut – wink doch mal! Könnte<br />
gut sein, dass unter diesen Kindergartenkindern<br />
deine zukünftigen Kolleg/<br />
innen sind. schließlich geht den Beschäftigten<br />
im Bauwesen die arbeit<br />
niemals aus: Denn die Baubranche<br />
bietet vielfältige Berufsbilder mit Perspektive<br />
– jetzt und in Zukunft.<br />
AZUBI BASICS
38<br />
AuSbilDunGSberufe in Der bAubrAnche<br />
Möchtest du voller Stolz sagen können: „An diesem Bauwerk habe ich mitgearbeitet!“?<br />
Dann entscheide dich für eine duale Berufsausbildung im Hochbau, Tiefbau oder Ausbau<br />
– die Möglichkeiten sind vielfältig.<br />
tiefbAufAchArbeiter/<br />
tiefbAufAchArbeiterin<br />
Du bedienst Bagger und<br />
andere Baumaschinen,<br />
um gruben, schächte und<br />
Tunnel zu graben. Außerdem<br />
sicherst du die Baustelle vor<br />
abrutschender Erde und hilfst dabei,<br />
Flächen trockenzulegen.<br />
GleiSbAuer/ GleiSbAuerin<br />
Sind Weichen und Schienen<br />
okay – oder müssen<br />
sie ausgebessert oder gar<br />
neu verlegt werden? als<br />
gleisbauer/ gleisbauerin kümmerst<br />
du dich um die Betriebssicherheit von<br />
Schienenfahrwegen und nutzt dafür<br />
spezielle Bau-, gleisbau- und gleisüberwachungsmaschinen.<br />
hochbAufAchArbeiter/<br />
hochbAufAchArbeiterin<br />
Egal ob gerade ein neues<br />
gebäude entsteht oder ein<br />
altes instandgesetzt wird: Du<br />
bist dabei und kannst dich<br />
für einen von drei Schwerpunkten entscheiden<br />
– Maurerarbeiten, Beton- und<br />
Stahlbetonarbeiten oder Feuerungsund<br />
Schornsteinbauarbeiten.<br />
bAuGerÄteführer/<br />
bAuGerÄteführerin<br />
Wer hat als Kind nicht gern<br />
mit Baggern und Kränen gespielt?<br />
als Baugeräteführer/<br />
Baugeräteführerin kannst du<br />
deinen Traum wahr werden lassen und<br />
verschiedene Baumaschinen einrichten,<br />
sichern, warten – und natürlich bedienen.<br />
beton- unD StAhlbetonbAuer/<br />
beton- unD<br />
StAhlbetonbAuerin<br />
Flüssigen Beton anmischen,<br />
in Form gießen<br />
und unter Umständen mit<br />
speziellen Stahleinlagen<br />
verstärken: Das und mehr gehört<br />
zum Job eines / einer Beton- und<br />
stahlbetonbauer/ in. Unterstützung<br />
bekommst du von Rüttel-, Stampfund<br />
Handbiegemaschinen.<br />
kAnAlbAuer/ kAnAlbAuerin<br />
Dein Arbeitsplatz liegt<br />
größtenteils unter der erde:<br />
Du checkst, ob die Abwasserleitungen<br />
in Ordnung sind<br />
und verlegst neue Rohre. Dabei setzt<br />
du moderne Technik wie Mini-Roboter<br />
und Kamerafahrzeuge ein.<br />
AZUBI BASICS<br />
StrASSenbAuer/<br />
StrASSenbAuerin<br />
straßen, gehwege, sportund<br />
Flugplätze sind dein<br />
Arbeitsplatz. Du kümmerst<br />
dich um die Erdarbeiten, verdichtest<br />
den Untergrund, bringst eine<br />
Schotterschicht auf und asphaltierst<br />
oder pflasterst die neue straße. Maschinen<br />
wie Bagger, Raupen und Walzen<br />
helfen dir dabei.<br />
rohrleitunGSbAuer/<br />
rohrleitunGSbAuerin<br />
Jedes gebäude hat mehrere<br />
Rohrleitungssysteme, zum<br />
Beispiel für Wasser, gas,<br />
Öl und/ oder Fernwärme.<br />
Doch bevor du als Rohrleitungsbauer/<br />
Rohrleitungsbauerin neue Rohre<br />
verlegen kannst, hebst du erst einmal<br />
die gräben dafür aus und sicherst sie<br />
professionell ab.<br />
bAuStoffPrüfer/<br />
bAuStoffPrüferin<br />
ist der Untergrund geeignet,<br />
um darauf ein Haus zu<br />
bauen? entsprechen die<br />
verwendeten Beton-, Putz-,<br />
Mörtelmischungen den Vorgaben? als<br />
Baustoffprüfer/ Baustoffprüferin führst<br />
du verschiedene Messungen durch und<br />
hältst deine Ergebnisse schriftlich fest.<br />
AuSbAufAchArbeiter/<br />
AuSbAufAchArbeiterin<br />
In diesem Job ist Abwechslung<br />
garantiert. Ausbaufacharbeiter/<br />
ausbaufacharbeiterinnen<br />
sind nämlich<br />
echte alleskönner/ innen in sachen<br />
Innenausbau: Sie bringen Dämmstoffe<br />
an Wänden und Decken an, tragen<br />
Putz auf, stellen Trockenbauteile her<br />
und vieles mehr.<br />
bAuZeichner/<br />
bAuZeichnerin<br />
Bevor ein Haus gebaut werden<br />
kann, muss erst einmal<br />
eine exakte Skizze erstellt<br />
werden. als Bauzeichner/<br />
Bauzeichnerin setzt du die Vorgaben<br />
von architekt/ innen und Bauingenieur/<br />
innen maßstabsgerecht um und<br />
sorgst so dafür, dass beim Bau alles<br />
nach Plan läuft.<br />
mAurer/ mAurerin<br />
Stein für Stein bist du<br />
hautnah dabei, wenn ein<br />
neues gebäude entsteht. Du<br />
errichtest aber nicht nur ein<br />
stabiles Mauerwerk, sondern stellst<br />
auch Bauzäune und gerüste auf,<br />
isolierst und verkleidest Mauern und<br />
führst Restaurierungsarbeiten durch.<br />
GeomAtiker/ GeomAtikerin<br />
Du führst Vermessungen<br />
durch und/ oder sammelst<br />
bestehende geodaten ein.<br />
Aus den Infos erstellst du<br />
detaillierte Karten und dreidimensionale<br />
grafiken. Diese erleichtern deinen Kund/<br />
innen die standortplanung für ihr gebäude.<br />
DAchDecker/ DAchDeckerin<br />
Der Job als Dachdecker/<br />
Dachdeckerin ist vielseitig:<br />
nicht nur das eindecken von<br />
Dächern gehört dazu, sondern<br />
auch die Konstruktion von Dachstühlen,<br />
das Anbringen von Dämmmaterialien<br />
und Fassadenverkleidungen<br />
sowie die Montage von Dachfenstern,<br />
Solarzellen und vielem mehr.<br />
techniScher SYStemPlAner/<br />
techniSche SYStemPlAnerin<br />
Du bestimmst mit, welche<br />
Werkstoffe und Montagetechniken<br />
auf der Baustelle<br />
eingesetzt werden. Dazu<br />
führst du Berechnungen durch und<br />
fertigst mit spezieller Software Pläne<br />
von Bauteilen, grundrissen und Flächenmodellen<br />
an.<br />
trockenbAumonteur/<br />
trockenbAumonteurin<br />
Trockenbaukonstruktionen<br />
wie zum Beispiel<br />
Leichtbauwände sind dein<br />
spezialgebiet. Die benötigten<br />
Teile stellst du selbst her und<br />
berücksichtigst dabei den Wärmeund<br />
Schallschutz. Das Verkleiden von<br />
Decken und Wänden mit gipsplatten<br />
fällt auch in deinen Aufgabenbereich.<br />
vermeSSunGStechniker/<br />
vermeSSunGStechnikerin<br />
Bevor der erste Bagger anrücken<br />
kann, sammelst du die<br />
nötigen Daten für das Bauvorhaben:<br />
Du führst Lageund<br />
Höhenvermessungen im gelände<br />
durch und wertest deine Ergebnisse<br />
am Computer aus.
StuDienGÄnGe unD WeiterbilDunGSmÖGlichkeiten<br />
in Der bAubrAnche<br />
Ob direkt nach dem Abi oder im Anschluss an eine Ausbildung und erste Berufserfahrung<br />
im Handwerk: Diese Studiengänge und Qualifizierungsmöglichkeiten bringen dich im<br />
Bauwesen hoch hinaus.<br />
39<br />
bAutechniker/ bAutechnikerin<br />
Hast du lust, Bau- und sanierungsmaßnahmen zu planen<br />
und zu koordinieren? Möchtest du die Bauleitung<br />
und die Bauabrechnung übernehmen? Dann könnte<br />
eine Weiterbildung zum/ zur staatlich geprüftem/ n Bautechniker/<br />
Bautechnikerin für dich genau das Richtige sein.<br />
Architekt/ Architektin<br />
zu deinen aufgaben gehört es, private Wohnhäuser<br />
und öffentliche gebäude zu entwerfen. Um dich<br />
architekt/ architektin nennen zu dürfen, benötigst<br />
du in der Regel ein achtsemestriges studium, zwei Jahre Berufserfahrung<br />
und einen Eintrag in der Architektenkammer.<br />
innenArchitekt/ innenArchitektin<br />
Vom digitalen entwurf bis zur technischen Umsetzung:<br />
innenarchitekten/ innenarchitektinnen gestalten die<br />
innenräume ihrer Kund/ innen. Die Voraussetzungen<br />
für diesen kreativen Beruf sind ein entsprechendes studium, Berufserfahrung<br />
und ein Eintrag in der Architektenkammer.<br />
Polier/ Polierin<br />
Während deiner Weiterbildung zum/ zur Polier/ Polierin<br />
kannst du dich auf Hochbau oder Tiefbau spezialisieren.<br />
anschließend wirst du als Vorarbeiter/ in<br />
zur Führungskraft und fungierst als Bindeglied zwischen den<br />
Mitarbeitenden und der Bauleitung.<br />
bAuinGenieur/ bAuinGenieurin<br />
ein duales studium zum/ zur Bauingenieur/ Bauingenieurin<br />
ist oft an eine Ausbildung gekoppelt, etwa<br />
zum/ zur gleisbauer/ gleisbauerin oder Bauzeichner/<br />
Bauzeichnerin. am ende hast du einen wertvollen (Doppel-)<br />
abschluss in der tasche, der dich dazu befähigt, ein gebäude<br />
zu planen und zu konstruieren.<br />
AZUBI BASICS
40<br />
SPecial KaUfMÄNNiScHe aUSBilDUNgSBeRUfe<br />
Gib der<br />
LANGEWEILE<br />
keine CHANCE<br />
1 MIO<br />
1<br />
5-3<br />
0,5%<br />
25.-<br />
15.-<br />
25<br />
10<br />
1,3%<br />
5<br />
AZUBI BASICS
SPecial KaUfMÄNNiScHe aUSBilDUNgSBeRUfe<br />
41<br />
BIST DU EIN/E ZAHLENJONGLEUR/ IN, EIN VERKAUFSTALENT ODER EIN ORGANISATIONS-<br />
PROFI? TRÄUMST DU VON ABWECHSLUNGSREICHEN AUFGABEN? DANN STARTE MIT EINER<br />
KAUFMÄNNISCHEN AUSBILDUNG IN EINE SPANNENDE, VIELVERSPRECHENDE ZUKUNFT!<br />
Kein Wirtschaftsbereich kann auf sie verzichten: Organisationstalente,<br />
die im Büro, in der Verwaltung, im Verkaufsraum<br />
und/ oder im Lager den Überblick behalten. Mitarbeiter/ innen<br />
mit kaufmännischen Kenntnissen sind vielseitig einsetzbar und<br />
haben zahlreiche wichtige Aufgaben. Mal beraten sie Kund/ innen<br />
persönlich oder am Telefon, mal arbeiten sie am Computer und<br />
bestellen Waren, setzen Verträge auf, schreiben Rechnungen und<br />
beantworten E-Mails. Aber das ist natürlich noch längst nicht alles.<br />
Je nach Branche warten viele weitere tolle Überraschungen auf<br />
dich: Du kannst zum Beispiel als Tourismuskaufmann/ Tourismuskauffrau<br />
Besucher/ innen deine Stadt zeigen, als Buchhändler/ in<br />
die neuesten Bestseller präsentieren oder als Bankkauffrau/ Bankkaufmann<br />
mit riesigen Geldsummen jonglieren.<br />
Du siehst schon: Es gibt eine Vielzahl an kaufmännischen Ausbildungsberufen,<br />
die zahlreiche Gemeinsamkeiten haben, aber<br />
sich in den Details auch stark unterscheiden. Grundsätzlich geht<br />
es im kaufmännischen Bereich darum, betriebliche Abläufe clever<br />
zu planen und zu verwalten – immer mit dem Ziel, einen<br />
Gewinn für deinen Betrieb zu erwirtschaften. Schließlich will jedes<br />
Unternehmen Geld verdienen, egal ob es Handtaschen oder<br />
Handyverträge verkauft. Bei Schulabgänger/ innen sind kaufmännische<br />
Berufe übrigens äußerst beliebt. Warum? Ganz einfach:<br />
Kaufleute haben abwechslungsreiche Aufgaben und beste<br />
Aufstiegschancen. Angst vor Arbeitslosigkeit müssen sie nicht<br />
haben – denn sie werden einfach immer gebraucht.<br />
Bereit für deine kaufmännische Karriere? Los geht’s: Die Ausbildung<br />
vermittelt dir zunächst grundlegende Kenntnisse zu wirtschaftlichen<br />
Themen wie Einkauf, Verkauf, Logistik, Marketing,<br />
Vertrieb und Finanzen. Wenn es um deine konkreten Tätigkeiten<br />
im Betrieb geht, kommt es allerdings stark darauf an, für welchen<br />
Beruf und für welche Branche du dich entscheidest. Kaufmännische<br />
Ausbildungsberufe gibt es in Industrie und Handel<br />
und mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten.<br />
Kaufleute arbeiten unter anderem im Tourismus, bei Banken und<br />
Versicherungen, im Einzelhandel und in den Medien. Aber auch<br />
in der Industrie, im Gesundheitswesen und in vielen anderen<br />
Wirtschaftszweigen sind ihre Fähigkeiten gefragt. Dadurch ergeben<br />
sich für dich unzählige Möglichkeiten, deinen Traumberuf<br />
zu finden. Freu dich auf vielfältige Ausbildungsinhalte und spannende<br />
Aufgaben in deiner Wunschbranche!<br />
Jetzt musst du dich nur noch entscheiden, denn jede Branche<br />
bietet eigene duale Ausbildungen für angehende Kaufmänner<br />
und Kauffrauen an. Du solltest dir also vorab gut überlegen,<br />
wo deine persönlichen Interessen und Stärken liegen: Möchtest<br />
du im Büro arbeiten – mit eigenem Computer und geregelten<br />
Arbeitszeiten? Oder findest du es schöner, persönlichen Kundenkontakt<br />
zu haben und Menschen zu beraten? Egal für welchen<br />
kaufmännischen Ausbildungsberuf du dich letztendlich entscheidest:<br />
Du kannst dich auf vielfältige Aufgaben, eine gute Bezahlung sowie<br />
beste Zukunftsaussichten und Karrieremöglichkeiten freuen. Eine<br />
kaufmännische Ausbildung ist eben immer eine gute Basis!<br />
KaufmÄnnische Ausbildungsberufe<br />
im Überblick<br />
Traumauto oder Traumreise? Bücher oder Baufinanzierung? Womit<br />
du dich während deiner kaufmännischen Ausbildung beschäftigst,<br />
hängt ganz von deinen individuellen Wünschen und<br />
Talenten ab. Wir zeigen dir einige der vielfältigen Möglichkeiten,<br />
die der kaufmännische Bereich bietet.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU IM EINZELHANDEL<br />
Diese Ausbildung zählt zu den beliebtesten überhaupt, denn<br />
Einzelhandelskaufleute werden immer und überall gebraucht.<br />
Ob im Bekleidungsgeschäft oder im Elektrofachmarkt: Als Einzelhandelskaufmann/<br />
Einzelhandelskauffrau berätst du Kund/<br />
innen, bestellst Waren, nimmst Lieferungen entgegen, kassierst<br />
und bearbeitest Reklamationen.<br />
» FACHKRAFT FÜR LAGERLOGISTIK<br />
Du kümmerst dich um die Verwaltung eines großen Lagers. Das<br />
beinhaltet: Bestellungen aufgeben, Lieferungen entgegennehmen,<br />
Waren fachgerecht einsortieren und Bestandskontrollen durchführen.<br />
Darüber hinaus bist du für den Warenversand zuständig, verpackst<br />
Kundenbestellungen und planst die Auslieferung.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR GROSS- UND<br />
AUSSENHANDELSMANAGEMENT<br />
Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement arbeiten<br />
an der Schnittstelle von Herstellern und Geschäften. Sie kaufen<br />
Produkte ein, um diese anschließend an Handels- bzw. Industrieunternehmen<br />
weiterzuverkaufen. Zu ihren vielfältigen Aufgaben<br />
gehört es, Verkaufsgespräche zu führen, Liefertermine zu überwachen<br />
und Waren zu kontrollieren.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR BÜROMANAGEMENT<br />
Dein Arbeitsort ist der Schreibtisch. Dort nimmst du u. a. Anrufe<br />
entgegen, beantwortest E-Mails und schreibst Geschäftsbriefe. Gewusst?<br />
Kaufleute für Büromanagement werden deutschlandweit<br />
branchenübergreifend gesucht – ganz egal ob ein Betrieb Computerspiele<br />
programmiert, Zeitungen verlegt oder Schuhe verkauft.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR DIGITALISIERUNGSMANAGEMENT<br />
Dieser Beruf hieß bis vor kurzem noch Informatikkaufmann/ Informatikkauffrau.<br />
Durch die Umbenennung ist klar, dass nun die<br />
Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Zentrum steht.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR VERKEHRSSERVICE<br />
Du bist gerne unterwegs? Dann könnte die Ausbildung zum/ zur<br />
Kaufmann/ Kauffrau für Verkehrsservice für dich die Richtige<br />
sein. Denn sie führt dich z. B. an den Infoschalter am Bahnhof.<br />
Dort berätst du Reisende, verkaufst Tickets und nimmst Lob und<br />
Kritik entgegen. Zur Wahl stehen die beiden Schwerpunkte Verkauf<br />
und Service bzw. Sicherheit und Service.<br />
AZUBI BASICS
SPecial KaUfMÄNNiScHe aUSBilDUNgSBeRUfe<br />
42<br />
» TOURISMUSKAUFMANN/ TOURISMUSKAUFFRAU<br />
Wohin soll die Reise gehen? Als Tourismuskaufmann/ Tourismuskauffrau<br />
kennst du die schönsten Reiseziele der Welt und berätst<br />
Kund/ innen bei der Planung ihres nächsten Urlaubs. Du buchst<br />
Tickets und Unterkünfte, stellst Ausflugspakete zusammen – und<br />
bist sogar manchmal selbst vor Ort, um z. B. Tourist/ innen die<br />
Stadt zu zeigen.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR DIALOGMARKETING<br />
Am Telefon oder per Chat berätst du die Kund/ innen deines Arbeitgebers,<br />
beantwortest ihre Fragen und bindest sie so an das<br />
Unternehmen. Auch die Kundengewinnung und die Datenbankpflege<br />
kann dazugehören. Dann versuchst du, Verbraucher/ innen<br />
von den Produkten und Dienstleistungen deiner Firma zu<br />
überzeugen. Hierfür arbeitest du im Callcenter oder Kundencenter<br />
eines Unternehmens.<br />
» PERSONALDIENSTLEISTUNGSKAUFMANN/ PERSONALDIENST-<br />
LEISTUNGSKAUFFRAU<br />
Dieser Beruf ist auch unter dem englischen Namen Headhunter bekannt.<br />
Deine Aufgabe ist es, die passenden Köpfe – sprich: Fachkräfte<br />
– für offene Stellen zu finden. Dazu schaust du dir Bewerberprofile<br />
an, führst Vorstellungsgespräche und setzt Arbeitsverträge auf. Du<br />
bist also ein/ e Expert/ in für Personalplanung und -entwicklung.<br />
» BANKKAUFMANN/ BANKKAUFFRAU<br />
Du hilfst Menschen dabei, ein Konto zu eröffnen, prüfst ihre Kreditanfragen<br />
oder berätst sie, wie sie ihr Vermögen möglichst gewinnbringend<br />
anlegen können. Manchmal hast du am Schalter<br />
direkten Kundenkontakt, manchmal berätst du deine Kund/ innen<br />
online oder am Telefon. Für sie erarbeitest du Konzepte für die<br />
Altersvorsorge, erstellst Bausparverträge und kaufst Aktien.<br />
» AUTOMOBILKAUFMANN/ AUTOMOBILKAUFFRAU<br />
Wenn Autos deine Leidenschaft sind, könnte dieser Ausbildungsberuf<br />
dein Traumjob sein. Automobilkaufleute sind für die<br />
kaufmännischen Aspekte im Autohaus zuständig, klären beispielsweise<br />
Finanzierungsmöglichkeiten und bereiten Verkaufsunterlagen<br />
vor. Sie kümmern sich zudem um die Buchhaltung<br />
und koordinieren Werkstattaufträge.<br />
» BUCHHÄNDLER/ IN<br />
Dieser Beruf lässt die Herzen von allen Bücherwürmern und Leseratten<br />
höherschlagen. Als Buchhändler/ in kennst du die neuesten<br />
Trends auf dem Buchmarkt und weißt, welche Genres gerade<br />
gefragt sind. Deine Kund/ innen berätst du bei der Auswahl ihrer<br />
Lektüre und bestellst neue Ware. Mögliche Ausbildungsschwerpunkte<br />
sind Verlag, Sortiment und Antiquariat.<br />
» INDUSTRIEKAUFMANN/ INDUSTRIEKAUFFRAU<br />
Industriekaufleute sind echte Allrounder. Sie arbeiten beispielsweise<br />
im Marketing, im Vertrieb, in der Personalabteilung oder in<br />
der Buchhaltung einer Firma. Durch ihr breites kaufmännisches<br />
Wissen sind sie überall gefragt und finden branchenübergreifend<br />
eine gut bezahlte Anstellung in der Verwaltung.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR VERSICHERUNGEN<br />
UND FINANZANLAGEN<br />
Welche Versicherungen sind wirklich empfehlenswert? Welche<br />
Möglichkeiten gibt es, um Geld zu vermehren? Kaufleute für<br />
Versicherungen und Finanzanlagen kennen die Antworten. Sie<br />
beraten Kund/ innen beim Vertragsabschluss, bereiten die Unterlagen<br />
vor, bearbeiten Schadensfälle und übernehmen weitere<br />
Aufgaben bei Banken und Versicherungen.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU IM E-COMMERCE<br />
Diese Ausbildung ist noch relativ neu. Sie vermittelt dir, wie du<br />
Online-Shops aufbaust und betreibst, wie du Werbe- und Marketingmaßnahmen<br />
planst und wie du Klick- und Verkaufszahlen<br />
analysierst. Durch den anhaltenden Boom im Onlinehandel bietet<br />
die Ausbildung zum/ zur Kaufmann/ Kauffrau im E-Commerce beste<br />
Zukunftsperspektiven.<br />
» MEDIENKAUFMANN/ MEDIENKAUFFRAU DIGITAL UND PRINT<br />
Wenn du schon immer „irgendwas mit Medien“ machen wolltest,<br />
könnte die Ausbildung zum/ zur Medienkaufmann/ Medienkauffrau<br />
für dich ein Volltreffer sein. Du arbeitest dann in einem<br />
Verlag oder einem anderen Medienunternehmen. Dort lernst du,<br />
wie Printerzeugnisse und digitale Medienprodukte entwickelt,<br />
hergestellt und vermarktet werden.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU FÜR HOTELMANAGEMENT<br />
Während der Ausbildung lernst du alle Bereiche eines Hotels kennen<br />
– von der Rezeption über die Restaurantküche bis hin zum Wellnessbereich.<br />
Du behältst den Überblick und sorgst dafür, dass alle<br />
Betriebsabläufe reibungslos funktionieren. Gewusst? Bis vor kurzem<br />
war dieser Beruf noch unter dem Namen Hotelkaufmann/ Hotelkauffrau<br />
bekannt.<br />
» KAUFMANN/ KAUFFRAU IM GESUNDHEITSWESEN<br />
Ob Krankenhaus oder Rettungsdienst, ob Arztpraxis oder Krankenkasse:<br />
Für Kaufleute im Gesundheitswesen gibt es zahlreiche<br />
Einsatzmöglichkeiten. Sie kümmern sich beispielsweise um die<br />
Abrechnung von Leistungen, werten Daten von Patient/ innen aus<br />
und planen Marketingmaßnahmen für die medizinische Einrichtung,<br />
bei der sie arbeiten.<br />
» DROGIST/ IN<br />
Drogerien haben ein umfangreiches Sortiment: Verkauft werden<br />
Kosmetikprodukte, Haushaltswaren, Tierfutter und vieles mehr.<br />
Da braucht es geschultes Fachpersonal, welches den Überblick<br />
behält und Kund/ innen kompetent beraten kann. In der Ausbildung<br />
zum/ zur Drogist/ in lernst du in drei Jahren, worauf es in<br />
diesem abwechslungsreichen Job ankommt.<br />
» IMMOBILIENKAUFMANN/ IMMOBILIENKAUFFRAU<br />
Während der dreijährigen Ausbildung lernst du alle Facetten der<br />
Immobilienbranche kennen. Du erfährst, wie die Preise für Häuser,<br />
Wohnungen und Gewerbeimmobilien berechnet werden,<br />
wie Bauprojekte vermarktet und gewinnbringend verkauft werden.<br />
Gut zu wissen: Es handelt sich um einen der bestbezahlten<br />
Ausbildungsberufe!<br />
AZUBI BASICS
SPecial KaUfMÄNNiScHe aUSBilDUNgSBeRUfe<br />
43<br />
WeiterbildungsmÖglichkeiten<br />
und StudiengÄnge<br />
Du willst noch mehr? Kein Problem: Diese Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />
bringen dich nach Ausbildungsabschluss<br />
voran. Oder möchtest du lieber ein passendes Studium anhängen?<br />
Dann los – als gelernte kaufmännische Fachkraft hast du<br />
viele Karriereoptionen!<br />
» GEPRÜFTE/ R FACHWIRT/ IN FÜR BÜRO- UND<br />
PROJEKTORGANISATION<br />
Nach Abschluss deiner kaufmännischen Ausbildung und mindestens<br />
einem Jahr Berufspraxis kannst du dich zum/ zur Fachwirt/ in für<br />
Büro- und Projektorganisation weiterbilden. Du lernst dann, wie du<br />
Büroabläufe effizient gestaltest und Herausforderungen wie der zunehmenden<br />
Digitalisierung und Globalisierung begegnest.<br />
» GEPRÜFTE/ R WIRTSCHAFTSFACHWIRT/ IN<br />
Diese Aufstiegsqualifikation vermittelt dir das notwendige Handwerkszeug,<br />
um in deinem Betrieb Führungsverantwortung zu<br />
übernehmen: Wirtschaftsfachwirte gestalten als vielseitige Multitalente<br />
die innerbetrieblichen Prozesse von Unternehmen mit.<br />
Sie arbeiten zum Beispiel im Marketing oder Vertrieb, führen Verhandlungen<br />
und schreiben Konzepte.<br />
» STAATLICH GEPRÜFTE/ R BETRIEBSWIRT/ IN<br />
Durch den Besuch einer Fachakademie oder Fachschule für Wirtschaft<br />
kannst du dich zum/ zur staatlich geprüften Betriebswirt/ in<br />
weiterbilden. Du befasst dich dort tiefergehend mit betriebswirtschaftlichen<br />
Themen wie Marketing, Personalwesen, Finanzen<br />
und Controlling und kannst anschließend in deinem Unternehmen<br />
die Karriereleiter hochklettern.<br />
» BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE<br />
BWL ist das beliebteste Studienfach in Deutschland. Es untermauert<br />
mit wissenschaftlichen Theorien viele der wirtschaftlichen<br />
Zusammenhänge, die du schon aus der Praxis deiner kaufmännischen<br />
Ausbildung kennst. Sobald du deinen Bachelor- oder<br />
Masterabschluss in der Tasche hast, kannst du einen gut bezahlten<br />
Managementposten übernehmen.<br />
» VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE<br />
Anders als bei BWL steht bei VWL nicht der einzelne Betrieb,<br />
sondern das Wirtschaftssystem als Ganzes im Mittelpunkt. Du<br />
beschäftigst dich unter anderem mit Fragen zu Steuereinnahmen,<br />
Mindestlohn und Ressourcenknappheit und kannst nach<br />
deinem Abschluss zum Beispiel bei einer öffentlichen Behörde,<br />
einer Bank oder in der Politik arbeiten.<br />
» WIRTSCHAFTSINFORMATIK<br />
Möchtest du dein kaufmännisches Fachwissen mit IT-Kenntnissen<br />
verbinden, bist du im Studiengang Wirtschaftsinformatik bestens<br />
aufgehoben. Das Studium ist an der Schnittstelle von BWL und<br />
Informatik angesiedelt: Du lernst, wie du mithilfe von modernster<br />
Computertechnologie innerbetriebliche Fragestellungen und<br />
Probleme lösen kannst.<br />
AZUBI BASICS
44<br />
Duales Studium<br />
Das Beste aus zwei Welten<br />
Für alle Abiturienten, die sich weder für eine Ausbildung noch für ein<br />
Studium konkret entscheiden können, da sie am liebsten vom Besten<br />
aus beidem profitieren möchten, ist ein duales Studium besonders<br />
interessant. Mit einem Schlag absolvierst du einen berufsqualifizierenden<br />
akademischen Abschluss und erlangst die erforderliche Praxiserfahrung<br />
wie bei einer klassischen Lehre. Dabei kannst du aus über 1500 verschiedenen<br />
Studiengängen auswählen. Lies weiter, um mehr darüber<br />
zu erfahren. Vielleicht ist es genau das, was du suchst.<br />
Was bedeutet ausbildungsintegrierendes<br />
oder praxisintegrierendes<br />
duales Studium?<br />
Das duale Studium wird in zwei Formen<br />
angeboten: ausbildungsintegrierend<br />
oder praxisintegrierend. Wenn du<br />
ein ausbildungsintegrierendes duales<br />
Studium aufnimmst, dann erlangst du<br />
zusätzlich zu deinem Bachelor den<br />
Abschluss eines anerkannten Ausbildungsberufes<br />
dazu. Die Berufsausbildung<br />
ist in das duale Studium integriert.<br />
Den Praxisteil absolvierst du,<br />
wie bei einer Ausbildung, in einem<br />
Ausbildungsbetrieb. Für den theoretischen<br />
Teil besuchst du Seminare<br />
und Vorlesungen an einer Fachhochschule<br />
oder einer Berufsakademie. Es<br />
kann sein, dass du außerdem noch an<br />
Veranstaltungen einer Berufsschule<br />
teilnehmen musst. Das bedeutet eine<br />
Doppelbelastung, die nicht zu unterschätzen<br />
ist. Beim praxisintegrierten<br />
dualen Studium hingegen werden die<br />
Praxisphasen während eines Langzeitpraktikums<br />
in einem Betrieb oder<br />
durch mehrere kürzere Praktika in<br />
unterschiedlichen Unternehmen absolviert.<br />
Am Ende erhältst du „nur“<br />
deinen Studienabschluss, da keine<br />
Ausbildung integriert ist.<br />
Was kann ich studieren?<br />
Das duale Studium wird in verschiedenen<br />
Fachbereichen angeboten. In<br />
Deutschland gibt es inzwischen über<br />
1500 Studiengänge. Darunter sind<br />
allerdings weniger geisteswissenschaftliche<br />
Fächer zu finden. Die Studienrichtungen<br />
konzentrieren sich<br />
vor allem auf die Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften<br />
sowie Informatik.<br />
Studieren kannst du beispielsweise<br />
Bauingenieurwesen, Nautik,<br />
Maschinenbau, Elektrotechnik oder<br />
auch Architektur. In den letzten Jahren<br />
haben sich mehr und mehr Angebote<br />
in den Bereichen Erziehung,<br />
Gesundheits- und Sozialwesen sowie<br />
Pflege entwickelt.<br />
Wie ist das duale Studium aufgebaut?<br />
Die Praxis- und Theoriephasen des<br />
dualen Studiums wechseln sich<br />
entweder nach dem Wochenoder<br />
nach dem Blockmodell<br />
ab. Beim Blockmodell sind<br />
die jeweiligen Phasen länger.<br />
So verbringst du eine Periode<br />
von drei Monaten bzw.<br />
12 Wochen in der Hochschule<br />
oder Berufsakademie und<br />
anschließend genauso lange<br />
im Unternehmen und<br />
so weiter. Beim Wochenmodell<br />
arbeitest und<br />
lernst du im Wechsel<br />
eine Woche im Praxisunternehmen<br />
sowie<br />
eine Woche in<br />
der Hochschule bzw. der Berufsakademie.<br />
Es hat sich jedoch inzwischen<br />
häufiger durchgesetzt, dass die Studenten<br />
zwei Tage pro Woche in der<br />
Bildungseinrichtung und die restlichen<br />
drei Tage im Praktikumsbetrieb<br />
absolvieren.<br />
Wie bewerbe ich mich für ein<br />
duales Studium?<br />
Um dich für ein duales Erststudium<br />
bewerben zu können, brauchst du<br />
mindestens das Fachabitur. Dann<br />
musst du natürlich ein Unternehmen<br />
finden, bei welchem du dich<br />
bewerben kannst und das mit einer<br />
Hochschule kooperiert. Dafür<br />
ist eine gründliche Recherche<br />
notwendig. Nutze dazu alle<br />
AZUBI BASICS
45<br />
dir zur Verfügung stehenden Mittel<br />
im Internet und besuche auch Studien-<br />
und Berufsmessen. Wenn du mit<br />
deiner Abiturnote nicht gerade brillieren<br />
kannst, dann brauchst du keine<br />
Panik zu bekommen. Erfolg kannst du<br />
trotzdem, vor allem bei kleinen und<br />
mittelständischen sowie unbekannten<br />
Betrieben, haben. Sie führen im Gegensatz<br />
zu den großen Unternehmen<br />
auch seltener Auswahlverfahren<br />
durch. Wenn deine Bewerbung<br />
erfolgreich war, dann schließt du mit<br />
deinem Betrieb einen Ausbildungsvertrag.<br />
Mit diesem kannst du dich<br />
bei der Partnerhochschule einschreiben.<br />
Die Bewerbung kann auch andersherum<br />
stattfinden. Du bewirbst<br />
dich erst bei der Hochschule bzw. Berufsakademie<br />
und nach erfolgreicher<br />
Immatrikulation suchst du den Praktikumsbetrieb,<br />
in vielen Fällen auch<br />
mit Unterstützung der Hochschule.<br />
Da duale Studiengänge in den letzten<br />
Jahren an Bedeutung zugenommen<br />
haben, kann es vorkommen, dass es<br />
weniger Ausbildungsplätze als Bewerber<br />
gibt. Informiere dich daher an<br />
der Bildungseinrichtung über eventuelle<br />
Zulassungsbeschränkungen.<br />
Fazit:<br />
Bevor du dich für ein duales Studium<br />
entscheidest, fassen wir noch einmal<br />
die Vor- und Nachteile zusammen.<br />
Denn hast du erst einmal damit begonnen,<br />
wird ein Abbruch dadurch<br />
erschwert, dass der Arbeitgeber Studiengebühren,<br />
die er für dich geleistet<br />
hat, zurückverlangen kann.<br />
Für ein duales Studium sprechen die<br />
ausgeprägte Praxisnähe, das Ausbildungsgehalt<br />
und die Zukunftsperspektiven.<br />
Da du schon den Fuß in<br />
der Tür des Unternehmens hast, sind<br />
deine Übernahmechancen sehr hoch.<br />
Falls du dich weiterbilden möchtest,<br />
dann kannst du nach deinem Abschluss<br />
einen Master absolvieren,<br />
allerdings nur an Fachhochschulen.<br />
Nachteilig ist die hohe Arbeits- und<br />
Lernbelastung, die auf dich zukommt.<br />
Außerdem wirst du wenig Zeit haben,<br />
da du Urlaubstage bekommst und keine<br />
Semesterferien hast, wie etwa Uni-<br />
Studenten.<br />
Damit du dein duales Studium auch<br />
wirklich durchziehst, ist es sehr wichtig,<br />
dass du dich im Vorfeld ausreichend<br />
über die Tätigkeitsfelder im<br />
Betrieb und die Studieninhalte informierst.<br />
Viel Erfolg!<br />
AZUBI BASICS
46<br />
Konzern,<br />
Mittelstand<br />
oder<br />
Start-up?<br />
Ausbildung in einem<br />
Konzern<br />
Große bekannte und etablierte Unternehmen<br />
wirken für viele <strong>Azubi</strong>s äußerst<br />
attraktiv. Dort einen Ausbildungsplatz<br />
zu ergattern, gestaltet sich jedoch häufig<br />
als Spießrutenlauf. Da sich bei Konzernen<br />
mehr Schulabgänger bewerben,<br />
als diese Lehrstellen anbieten, sind die<br />
Bewerbervoraussetzungen hoch angesetzt.<br />
Die Personaler sichten Hunderte<br />
von Bewerbungen und sortieren die<br />
Spreu vom Weizen in Aufnahmetests,<br />
Assessment-Centern sowie knallharten<br />
Interviews. Doch wer es geschafft hat,<br />
kann sich auf ein gutes Lehrlingseinkommen<br />
freuen. Viele große Betriebe sind<br />
zudem international ausgerichtet und<br />
haben mehrere Filialen, sodass du hier<br />
Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz wirst<br />
du dich sicher fragen: „Welches Unternehmen ist das richtige<br />
für mich?“, „Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?“ und<br />
„Wie groß sind die Übernahmechancen?“ Das ist wichtig und super,<br />
dass du dir diese Fragen stellst. Schließlich wirst du einen Großteil<br />
deines Lebens dort verbringen, möchtest dich so gut wie möglich<br />
weiterentwickeln und deine Zukunft bestmöglich aufbauen. Um deine<br />
Entscheidung ein wenig zu erleichtern, klären wir dich etwas näher<br />
über die Unterschiede zwischen kleinen und mittelständischen<br />
Betrieben, großen Unternehmen bzw. Konzernen sowie Start-ups<br />
auf. Hier erfährst du, welche Vor- und Nachteile hinsichtlich dieser<br />
Fragen die Größe einer Firma für dich als <strong>Azubi</strong> jeweils hat.<br />
super Möglichkeiten hast, einen Teil deiner<br />
Ausbildung an einem anderen Standort<br />
oder sogar im Ausland zu verbringen.<br />
Da Konzerne meist mehrere Auszubildende<br />
einstellen, ist eine Übernahme nicht immer<br />
sicher. Dazu müsstest du durch besondere<br />
Leistungen auffallen und einen guten Draht<br />
zum Chef haben. Diesen bekommst du in<br />
großen Unternehmen allerdings, wenn<br />
überhaupt, nur selten zu Gesicht. Nach deinem<br />
Abschluss kannst du jedoch mit dem<br />
Namen und dem Image des Unternehmens<br />
sowie deinen Erfahrungen glänzen, was dir<br />
bei deiner späteren Jobsuche möglicherweise<br />
einen Vorteil verschafft. Wenn du<br />
ein Mensch bist, der sich gut in bestehende<br />
Hierarchien eingliedern kann, kein Problem<br />
mit festen Unternehmensstrukturen hat<br />
und seine Karriere langfristig plant, dann<br />
könnte eine Ausbildung bei einem großen<br />
Unternehmen das Richtige für dich sein.<br />
Lehre in kleinen Firmen<br />
und im Mittelstand<br />
Wusstest du, dass etwa 90 Prozent aller<br />
Auszubildenden in Deutschland ihre Lehre<br />
bei mittelständischen Unternehmen absolvieren?<br />
In kleineren Firmen wirst du vielleicht<br />
sogar der einzige <strong>Azubi</strong> sein. Klarer<br />
Vorteil für dich, denn kleine und mittelständische<br />
Unternehmen bieten ihren<br />
<strong>Azubi</strong>s vor allem eine intensive Einarbeitung.<br />
Du hast stets einen Ansprechpartner<br />
an deiner Seite, etwa deinen Ausbilder<br />
oder Vorgesetzten, dem du zeigen kannst,<br />
was in dir steckt. Wenn du eine Lehre im<br />
Handwerk aufnehmen möchtest, dann bist<br />
du in einem kleinen oder mittelständischen<br />
Handwerksbetrieb super aufgehoben. Diese<br />
sind besonders ausbildungsaktiv, da sie<br />
meist für ihren eigenen Nachwuchsbedarf<br />
ausbilden und entsprechend investieren.<br />
Hier hast du nicht nur tolle Chancen mit<br />
deiner Bewerbung, weil viele Schulabgänger<br />
lieber in großen Konzernen arbeiten<br />
wollen oder an die Universitäten strömen,<br />
sondern auch hohe Aussichten auf eine<br />
Übernahme. Mit einer entsprechenden<br />
Weiterbildung kannst du dich schnell<br />
in die Chefetage katapultieren. Weitere<br />
Pluspunkte, die für die kleinen bzw. mittelständischen<br />
Unternehmen sprechen,<br />
sind ein angemessenes Ausbildungsgehalt<br />
und ein angenehmes Betriebsklima<br />
durch überschaubare Mitarbeiteranzahlen<br />
und Kundenaufträge.<br />
Als <strong>Azubi</strong> in ein Start-up?<br />
Zunächst einmal: Es gibt nicht viele<br />
Start-ups, die Ausbildungsplätze anbieten,<br />
doch es werden immer mehr. Jetzt<br />
wirst du dich sicher fragen, ob denn die<br />
neu gegründete Firma überhaupt für<br />
die Zeit existieren wird, in der du deine<br />
Ausbildung absolvieren musst. Zugegeben<br />
stellt das natürlich ein Risiko<br />
dar, mit welchem du allerdings auch bei<br />
einem kleinen etablierten Betrieb rechnen<br />
musst. Eine Ausbildung bei einem<br />
Gründerunternehmen bietet dir viele<br />
Vorteile. Die Hierarchien sind sehr flach<br />
und die Unternehmensstrukturen dynamisch.<br />
Du wirst von Anfang an mit ins<br />
Team eingebunden, die Zusammenarbeit<br />
ist eng und dein Aufgabenbereich<br />
kann sehr breit gefächert sein. So gewinnst<br />
du von Anfang an intensive Einblicke<br />
in die Unternehmensprozesse. Da<br />
du quasi in das Unternehmen hineinwächst,<br />
sind die Übernahmechancen<br />
sehr hoch und die Karriereaussichten<br />
super. Ein Sprung in die Führungsebene<br />
ist hier wahrscheinlicher und kann<br />
schneller gelingen als in großen Unternehmen.<br />
Auf der anderen Seite kann<br />
dein Ausbildungsgehalt geringer ausfallen<br />
als beim Durchschnitt und nicht selten<br />
wirst du ins kalte Wasser geschmissen,<br />
da Start-ups nicht viel Erfahrung<br />
mit <strong>Azubi</strong>s haben. Dafür bietet dir eine<br />
Lehre in einem frisch gegründeten Betrieb<br />
viel Raum für deinen Einfallsreichtum,<br />
der hier eher geschätzt wird als<br />
in großen Firmen. Wenn es dir wichtig<br />
ist, dich mit den Idealen und Produkten<br />
eines Unternehmens identifizieren zu<br />
können, du dir spannende Herausforderungen<br />
sowie eine familiäre Atmosphäre<br />
wünschst, dann wäre eine Lehre in<br />
einem Start-up optimal für dich.<br />
AZUBI BASICS
52<br />
Auch als E-Paper mit tollen<br />
Videos und Bewerbung<br />
einfach per Mausklick<br />
47<br />
TOLLE VIDEOS ENTDECKEN, INSIDE-EINBLICKE<br />
IN AUSBILDUNGSUNTERNEHMEN, BEWERBUNG EINFACH<br />
PER MAUSKLICK -HOL DIR JETZT DAS E-PAPER.<br />
EINFACH QR-CODE SCANNEN UND LOSLEGEN!<br />
AZUBI BASICS<br />
AZUBI BASICS
48<br />
Die Welt<br />
entdecKe toLLe an-<br />
BIeter fÜr dIe freIwILLIGendIenste<br />
ein Stückchen<br />
besser machen<br />
Möchtest du die Welt ein Stückchen besser machen? Freiwilligendienste wie das<br />
Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der<br />
Bundesfreiwilligendienst (BFD) bieten dir die Chance dazu. Du kannst zum Beispiel<br />
Naturschutzprojekte unterstützen und dich so aktiv gegen den Klimawandel engagieren.<br />
Oder du betreust aus Kriegsgebieten geflüchtete Kinder und erleichterst ihnen dadurch<br />
den Start in ihrer neuen Heimat Deutschland. Wofür auch immer du dich entscheidest: Du<br />
kannst viel Gutes bewirken und dabei jede Menge Praxiserfahrung sammeln.<br />
AZUBI BASICS
Für diejenigen, die sich nützlich einbringenund<br />
persönlich weiterentwickelnmöchten,<br />
bieten Freiwilligendienste<br />
eine breite Palette an Möglichkeiten. Du<br />
kannst Kinder oder senioren betreuen,<br />
an verschiedenen sozialen Projekten<br />
mitarbeiten, in der Landwirtschaft mitwirken<br />
und noch vieles mehr. Freiwilligendienste kannst<br />
du sowohl im Ausland als auch in Deutschland absolvieren.<br />
Dein engagement wird sich nicht nur als Bonus in deinem<br />
Lebenslauf bezahlt machen, sondern dich um viele<br />
erfahrungen bereichern und dir wertvolle Kompetenzen<br />
vermitteln. Diese Optionen stehen dir offen: Das Freiwillige<br />
soziale Jahr, der Bundesfreiwilligendienst, der Freiwilligendienst<br />
im Ausland, das Freiwillige Ökologische Jahr<br />
oder der Freiwillige Wehrdienst.<br />
Die ersten beiden Möglichkeiten, das Freiwillige soziale<br />
Jahr (FsJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD oder<br />
Bufdi), haben viele gemeinsamkeiten und unterscheiden<br />
sich nur in einigen Kleinigkeiten. sobald du deine schulpflicht<br />
hinter dir hast, kannst du dich für eine von beiden<br />
Varianten entscheiden. Wenn du zwischen 15 bzw. 16 und<br />
26 Jahre alt bist, bietet sich das Freiwillige soziale Jahr<br />
an – dieses Angebot richtet sich ausschließlich an junge<br />
Menschen. Wie der name schon sagt, dauert dieser Freiwilligendienst<br />
meistens ein Jahr, ist aber prinzipiell auch<br />
kürzer oder länger möglich: 6 bis maximal 24 Monate solltest<br />
du dafür einplanen. In dieser Zeit arbeitest du normalerweise<br />
acht Stunden pro Tag, fünf Tage in der Woche.<br />
Du bekommst zwar kein gehalt für deine ehrenamtliche<br />
Tätigkeit, aber ein kleines Taschengeld. Manche Träger<br />
stellen ihren FsJlern auch die Unterkunft und die Verpflegung,<br />
erstatten die Fahrtkosten oder geben ihnen anteilig<br />
49<br />
einen zuschuss dafür. in der gesetzlichen Kranken-, Renten-,<br />
Unfall-, arbeitslosen- und Pflegeversicherung bist du<br />
während des FSJ beitragsfrei versichert. Deine Eltern bekommen<br />
während deines Freiwilligen Sozialen Jahres weiterhin<br />
Kindergeld für dich. auch ein etwaiger anspruch<br />
auf Wohngeld bzw. Waisenrente bleibt bestehen.<br />
Wenn du ein FsJ absolvieren möchtest, kannst du aus<br />
einer Vielzahl an spannenden Tätigkeitsfeldern aus Politik,<br />
sport, Kultur sowie aus dem sozialen Bereich wählen.<br />
Die Träger, die Einsatzfelder für FSJler bieten, sind<br />
allesamt gemeinnützige oder karitative Einrichtungen<br />
– also zum Beispiel Krankenhäuser, ambulante sozialdienste<br />
sowie alten- und Pflegeheime. Falls du zum Beispiel<br />
überlegst, später eine ausbildung zur Pflegefachkraft<br />
zu machen, kannst du während deines FSJ schon<br />
mal ausprobieren, ob dir die Arbeit mit kranken, älteren<br />
und/oder pflegebedürftigen Menschen liegt. aber auch<br />
viele Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, sportvereine,<br />
Förderschulen und Jugendclubs bieten die<br />
Möglichkeit, im Rahmen eines FsJ in deinen möglichen<br />
späteren Beruf hineinzuschnuppern. Du möchtest wissen,<br />
ob eine ausbildung zum/zur erzieher/in oder Heilerziehungspfleger/in<br />
für dich das Richtige sein könnte?<br />
Ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer entsprechenden<br />
einrichtung kann dir Klarheit bringen. Du bekommst<br />
einen direkten Einblick in die Tätigkeitsfelder deines<br />
traumberufs, kannst Profis über die schulter schauen<br />
und selbst erste Projekte planen und durchführen.<br />
neben den praktischen erfahrungen, die du in deiner<br />
Einsatzstätte sammelst, steht auch ein wenig Theorie<br />
auf deinem stundenplan: 25 Bildungstage gehören verpflichtend<br />
dazu, wenn dein FsJ mindestens 12 Monate<br />
dauert. Diese Bildungstage werden meist zu drei oder vier<br />
Evangelisches<br />
Diakonissenhaus<br />
<strong>Berlin</strong> Teltow Lehnin<br />
Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst<br />
Zeit für mich – Zeit für andere.<br />
www.diakonissenhaus.de/freiwilligendienste<br />
Einsatzstellen<br />
f Krankenhäuser<br />
f Kindertagesstätten<br />
f Schulen<br />
f Altenhilfe<br />
f Behindertenhilfe<br />
Auf einen Blick<br />
f Ab 16 Jahren<br />
f 6 bis 18 Monate<br />
f Taschengeld und Verpflegung<br />
f Fachliche & pädagogische Begleitung<br />
f Berufliche Orientierung<br />
Einsatzorte<br />
<strong>Berlin</strong>, Teltow, Lehnin, Werder,<br />
Frankfurt (Oder), Potsdam,<br />
Lauchhammer, Luckau,<br />
Ludwigsfelde, Letschin,<br />
Caputh, Beelitz, Bad Belzig<br />
Kontakt<br />
Zentrale Stelle Freiwilligendienste<br />
Lichterfelder Allee 45 | 14513 Teltow | Tel: 03328 433-518<br />
E-Mail: fsj@diakonissenhaus.de<br />
Gefördert vom<br />
AZUBI BASICS
50<br />
Blockseminaren pro Jahr zusammengefasst, in denen du<br />
wichtige grundlagen zu deinem gewählten FsJ-schwerpunkt<br />
lernst. Manche Träger bieten darüber hinaus weitere<br />
Workshops und Kurse für ihre FsJler an. Keine sorge,<br />
dabei wird’s garantiert nicht langweilig: Du triffst jede<br />
Menge andere Freiwillige und kannst dich mit ihnen über<br />
deine erfahrungen austauschen. gut zu wissen: Bei den<br />
meisten trägern liegt der Beginn für ein Freiwilliges soziales<br />
Jahr zwischen August und Oktober. Manchmal ist<br />
aber auch ein Quereinstieg möglich. am ende bekommst<br />
du ein Zeugnis über deine geleistete Arbeit überreicht.<br />
Das kannst du dann deinen Bewerbungsunterlagen beilegen<br />
und damit bei deinem zukünftigen Chef punkten. ein<br />
FsJ ist aber auch eine tolle Möglichkeit, Wartesemester<br />
bis zum studienbeginn zu überbrücken. an manchen Unis<br />
und Fachhochschulen hast du außerdem besondere Vorteile,<br />
wenn dein FSJ zu deinem gewählten Studiengang<br />
passt. so ist es unter Umständen möglich, dein FsJ als<br />
Pflichtpraktikum anrechnen zu lassen.<br />
25 Bildungstage gibt’s auch für Bufdis. Ältere Freiwillige<br />
nehmen an diesen „in angemessenem Umfang“ teil – in<br />
der Regel ist dies mindestens ein tag pro Monat. Und:<br />
Freiwillige über 27 Jahren können den BFD auch in teilzeit<br />
ableisten, also zum Beispiel neben ihrer hauptberuflichen<br />
tätigkeit. Die einsatzorte von FsJlern und Bufdis ähneln<br />
sich und sind zum Beispiel in kulturellen, sozialen und ökologischen<br />
einrichtungen möglich.<br />
apropos öko: Hast du eigentlich schon mal vom „Wwoofen“<br />
gehört? Wwoof steht für „World Wide Opportunities<br />
on Organic Farms“. als teilnehmer hilfst du im in- oder<br />
ausland auf Biobauernhöfen und Bioplantagen mit. Dabei<br />
kannst du aus über 90 Ländern auswählen. Vergütet wirst<br />
du durch gratisunterkunft und -verpflegung. Weitere infos<br />
findest du auf der Homepage wwoofinternational.org.<br />
Wer lieber im Bereich Umwelt- und naturschutz arbeiten<br />
möchte, kann sich für ein Freiwilliges Ökologisches<br />
Jahr (FÖJ) entscheiden. Dabei gelten grundsätzlich dieselben<br />
Spielregeln wie beim Freiwilligen Sozialen Jahr,<br />
deine einsatzstellen sind dann aber zum Beispiel Umweltschutzorganisationen,<br />
Bauernhöfe, tierheime oder naturschutzzentren.<br />
Wie unterscheidet sich nun der Bundesfreiwilligendienst<br />
vom FsJ bzw. FÖJ? ganz einfach: Während<br />
sich das Freiwillige Soziale Jahr ausschließlich an junge<br />
Menschen bis zum 27. geburtstag wendet, kannst du dein<br />
leben lang Bundesfreiwilligendienst leisten – und das sogar<br />
mehrmals!<br />
AZUBI BASICS
51<br />
azubi <strong>Basics</strong> ist ein kostenloses<br />
Informationsmagazin für<br />
schulabgänger der Klassen 9 bis<br />
13 und richtet sich an leser jeden<br />
geschlechts. aus gründen der<br />
Lesbarkeit wurde im Text an einigen<br />
Stellen die männliche Form<br />
gewählt, die Angaben beziehen<br />
sich jedoch auf alle geschlechter.<br />
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Friedrichstraße 79<br />
10117 <strong>Berlin</strong><br />
tel.: 030/9854042-0<br />
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GESCHÄFTSFÜHRUNG:<br />
Evelyn Huhle<br />
REDAKTION/TEXT:<br />
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Der Inhalt des Heftes wurde<br />
sorgfältig erarbeitet, dennoch<br />
können Herausgeber, Redaktion<br />
und Verlag keine Haftung für die<br />
Richtigkeit übernehmen. Beiträge,<br />
die mit namen oder initialen des<br />
Verfassers gekennzeichnet sind,<br />
geben nicht immer die Meinung<br />
des Herausgebers wieder.<br />
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ANZEIGENBERATUNG<br />
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VERTEILUNG:<br />
Die Verteilung erfolgt an Schulen<br />
zur Aushändigung an künftige<br />
Absolventen der Abschlussklassen<br />
von sekundarschulen, gymnasien,<br />
gemeinschaftsschulen und<br />
Oberstufenzentren.<br />
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<strong>Berlin</strong> <strong>2024</strong><br />
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