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Bergwelten | Ausgabe 57 | 2024

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<strong>Ausgabe</strong> <strong>57</strong> | Herbst <strong>2024</strong><br />

Menschen & Geschichten in Garmisch-Partenkirchen<br />

LEBEN<br />

IM TAKT<br />

Das Spielen in einer Musikkapelle<br />

bedeutet Hingabe<br />

GOLDENE TAGE<br />

IM LANDKREIS<br />

In der Bergwelt leuchtet der<br />

Herbst besonders beeindruckend<br />

Mit dem<br />

Magazin der<br />

Zugspitz Region<br />

Impressum


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Tel. 08825 290<br />

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2 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


EDITORIAL<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

Trendsetterei funktioniert. Da sagt eine Maschinerie aus<br />

Marketing und Promi-Influencertum, was gerade hip ist –<br />

und die Trendjäger machen’s mit. Kaufen die Hype-Schuhe,<br />

die In-Brille, betreiben die angesagte Sportart. Kleidung, die<br />

in ein paar Monaten schon nicht mehr gefällt, Bewegung, die<br />

im nächsten Jahr schon nicht mehr interessiert. Die Dos und<br />

Don'ts der Mode und Freizeit rauschen nur so an einem vorbei.<br />

STADT LAND GWAND<br />

ZEITLOSE<br />

TRADITIONEN<br />

Doch in dieser rasenden Welt gibt es eine Insel.<br />

Das Brauchtum. Und Menschen, die es leben.<br />

Wie die Mitglieder der Musikkapellen.<br />

Sie verkörpern Traditionen und zeigen zugleich, dass diese<br />

keineswegs Stillstand bedeuten müssen. Traditionen können<br />

sich entwickeln, daraus kann Neues entstehen, ohne dass die<br />

Wurzeln verloren gehen. Genau das macht viele Musik- und<br />

Blaskapellen im Landkreis aus. Sobald sie in Bierzelten oder<br />

auf Dorffesten auftreten, feiern sie Alt und Jung, Einheimische<br />

und Gäste. Musikkapellen – welch wunderbarer Dauertrend.<br />

Ihm widmen wir in dieser <strong>Ausgabe</strong> unser Spezial und<br />

trafen dafür Menschen, die ihr Leben nach ihrer Musik-<br />

Leidenschaft richten. Auftritte und Proben bestimmen das<br />

Jahr. Sie erleben Momente, die berühren. Und schenken<br />

genau solche. Das darf niemals aus der Mode kommen.<br />

Foto Editorial: privat | Foto Titel: Die Partenkirchner Musikkapelle bei La Festa Italiana, fotografiert von Christian Scharpf.<br />

Besondere Augenblicke wollen auch wir mit unseren<br />

<strong>Bergwelten</strong> schenken. <strong>Ausgabe</strong> für <strong>Ausgabe</strong>. Und sei es<br />

nur, weil wir Sie auf eine kleine Reise schicken. Eine Reise<br />

im Kopf, eine kleine Auszeit beim Durchblättern. Dieses<br />

Mal finden Sie dabei nicht nur wunderschöne Bilder einer<br />

wunderschönen Jahreszeit aus einer Region, in der sich<br />

der Herbst auf ganz besondere Weise präsentiert.<br />

In diesen Bildern steckt auch ein Appell. Gehen Sie raus,<br />

lauschen Sie dem Rascheln unter den Füßen. Betrachten<br />

Sie bewusst die vielen Farben, die Kontraste aus dem<br />

Bunt der Blätter und dem Grau der Felsen. Freuen Sie<br />

sich auf das, was kommt. Und finden Sie Ihre Insel.<br />

Über Lob, Kritik und Anregungen<br />

freuen wir uns.<br />

Schreiben Sie uns per E-Mail<br />

an bergwelten@merkur.de.<br />

Ihre<br />

Katharina<br />

Bromberger<br />

Blockflöte haben fast alle Musikanten<br />

in ihrer Kindheit gespielt, Redakteurin<br />

Katharina Bromberger auch. Doch ihre<br />

Musikkarriere war damit beendet.<br />

@bergwelten_gap<br />

@bergweltengap<br />

thebrettz.com/bergwelten<br />

Am Kurpark 8<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

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INHALT<br />

FOTOSTRECKE<br />

Das Fest der Farben: Eine Hommage auf den Herbst<br />

und auf den Landkreis – wo sich diese Jahreszeit<br />

besonders beeindruckend zeigt. .....................................................................6<br />

BERGWELTEN-SPEZIAL<br />

Leben im Takt .......................................................................................................16<br />

Ein Kalender für drei Generationen: Martin Maier, seine zwei<br />

Töchter, sein Schwiegersohn und sein Enkel richten ihr Leben<br />

nach den Auftritten der Blaskapelle Bad Bayersoien. ......................18<br />

Defiliermarsch zum Start, Major Tom zum Prosit: Zur Garmischer<br />

Festwoche nehmen sich die meisten Musikanten Urlaub,<br />

auch Oliver Höhn – er spielt seit 45 Jahren mit. .................................22<br />

Große Auftritte als „Combined Band“: Nicht nur einzeln,<br />

auch gemeinsam sorgen die Garmischer und<br />

Partenkirchner Musikanten für besondere Erlebnisse. .................26<br />

Eine Frau und viele Gentlemen: Gabi Braun war mit<br />

einer Freundin die erste Frau bei der Musikkapelle<br />

Partenkirchen – zwischenzeitlich war sie die einzige. ....................28<br />

Männermusik: Sowohl die Wallgauer als auch die<br />

Mittenwalder Musikkapelle spielen frauenlos –<br />

doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. ..............................30<br />

BUCHGESCHICHTEN<br />

Ein Bürgermeister mit viel Fantasie:<br />

Jörg Steinleitner schreibt über Abenteuer und<br />

für Kinder, über seine Erlebnisse als Rathauschef<br />

von Riegsee gibt es noch kein Buch. ........................................................38<br />

PORTRÄT<br />

Der Geheimnisjäger:<br />

Manuel Brückl ist Kopf eines professionellen<br />

Schatzsucher-Teams. Ihr Ziel: die Wahrheit finden. ........................44<br />

RUBRIKEN<br />

Host mi? Bayerische Begriffserklärung ..................................................33<br />

Die Natur und ihre Schätze: Wenn die Blätter Tango tanzen .......34<br />

Rezepttipp: An Guadn wünscht<br />

der Kleine Kartoffelsack in Mittenwald .................................................36<br />

Sauber bleim: Unser Appell zum Wohle der Natur ..........................42<br />

Buchtipps .............................................................................................................49<br />

Impressum ...........................................................................................................50


Genuss zwischen Berg und Tal...<br />

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FOTOSTRECKE<br />

DAS FEST<br />

DER FARBEN<br />

Keine Jahreszeit steckt so voller Kontraste wie der<br />

Herbst, nirgends lassen sie sich so bewundern wie in<br />

einer Bergwelt mit ihren vielfältigen Landschaften.<br />

Das Immergrau der Felsen, das Weiß, das auf den<br />

Gipfeln schon den Winter ankündigt. Das Gelb, Rot,<br />

Orange und Gold der Blätter in allen Nuancen, das Bunt,<br />

das sich in den Seen spiegelt. Diese Fotostrecke ist eine<br />

Hommage auf den Landkreis. Und auf seinen Herbst.<br />

Foto: Andreas Müller<br />

6 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Welch ein Farbenspiel: ein<br />

perfekter Herbstmoment<br />

im Krüner Ortsteil Gerold.<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 7


Doppelt bunt: der Herbst<br />

am Riessersee, wo sich in<br />

den Bergen schon die ersten<br />

Winterspuren zeigen.<br />

Foto: Imago/Pond5 Images<br />

8 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 9


Der Herbst ist im Anmarsch in Wamberg. Langsam<br />

verschwindet das Grün, und das Bunt übernimmt.<br />

Foto: Panthermedia/AndrewMayovskyy<br />

Foto: Anton Brey<br />

Kein Wunder, dass dieser<br />

See mit seinen Inseln so viele<br />

Menschen anziehet: Idylle<br />

pur verkörpert der Eibsee.<br />

10 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Felder, Stadel, Wälder und Berge: die Werdenfelser Landschaft im besten Herbstlicht.<br />

Augenoptik Waurick!<br />

Foto: Imago/Pond5 Images<br />

Danke!Ein herzliches Dankeschön für all die Glückwünsche,<br />

Präsente und Blumen, die uns erreicht haben.<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 11


Foto: Andreas Müller<br />

Kontraste: die karge Zugspitze<br />

vor dem herbstlichen Wald.<br />

Und dazwischen lurt die<br />

Burgruine Werdenfels hervor.<br />

12 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Jedes Blatt, jedes Schilfrohr,<br />

jeder Ort herbstelt anders –<br />

wie faszinierend sich das am<br />

Geroldsee beobachten lässt.<br />

Foto: Panthermedia/Andrew Mayovskyy<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 13


Welch wunderbares Trio:<br />

links die Alpspitze, rechts die<br />

Waxensteine, in der Mitte die<br />

gesamte Farbpalette des Herbstes.<br />

Herbst-Idylle bei Wamberg: ein Anblick,<br />

der sofort zu einem Spaziergang einlädt.<br />

Der goldene Herbst wird zum bronzefarbenen – und ist mindestens<br />

genauso schön: abschalten und genießen am Soier See.<br />

Foto: Andreas Müller Foto links: Anton Brey | Foto rechts: Imago/imagebroker<br />

14 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Herbstlicher Ausblick auf<br />

Partenkirchen: Unter den Füßen<br />

raschelt's, die verfärbten Blätter<br />

leuchten, in der Ferne wartet der<br />

Winter – ein Fest für die Sinne.<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 15


SPEZIAL<br />

Ein Leben<br />

im Takt<br />

22 Gemeinden gibt es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.<br />

Und noch mehr Blaskapellen. Sie gehören zum Leben in den<br />

Dörfern. Zu Brauchtum und Geselligkeit. Dabei zu sein, bedeutet<br />

mehr als ein Instrument zu spielen. Es bedeutet Hingabe. Wir<br />

haben ein paar dieser Musikanten getroffen, die ihr Jahr nach<br />

Auftritten und Proben richten. Solche wie Martini Maier aus Bad<br />

Bayersoien. Er sagt: „Wennst einmal dabei bist, bist wie gefesselt.“<br />

16 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 17


Ein Kalender für<br />

drei Generationen<br />

Ein Instrument hat Martin Maier nicht beherrscht. Trotzdem fing<br />

er bei der Blaskapelle Bad Bayersoien an. 64 Jahre später spielt er<br />

immer noch mit, zudem seine beiden Töchter, sein Schwiegersohn<br />

und Enkel Lukas. Für sie ist die Musik so viel mehr als ein Hobby.<br />

Text: Magdalena Kratzer · Fotos: Thomas Sehr<br />

Eine Familie, eine Leidenschaft: (v.l.) Martin Martini Maier, Andrea und Leonhard Niedermeyr, Sonja Maier-Stückl und Lukas Niedermeyr.<br />

18 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Der Prozessionsmarsch geht weiter. Gott sei Dank ein<br />

langsames Stück. Etwas Schnelleres könnten die beiden<br />

Brüder gar nicht spielen. Bis vor Kurzem brachten<br />

sie noch keinen geraden Ton aus ihren Instrumenten. Doch<br />

als die zwei an der Kirche in Bad Bayersoien standen und den<br />

Musikanten zuhörten, haben die Burschen ein paar von ihnen<br />

angesprochen. Ob sie mitmachen wollen. „Da haben wir<br />

einfach Ja gesagt“, erzählt Martin „Martini“ Maier. Ein paar<br />

Monate später mühten sie sich tapfer durch den Marsch.<br />

Damals wusste der Bub nicht, dass die Blaskapelle einmal sein<br />

Leben bestimmen wird. Seit 64 Jahren ist Martin Maier Mitglied.<br />

„Wennst einmal dabei bist, bist wie gefesselt.“ Selbst sein Lächeln<br />

spielt eine Melodie. Den geschwungenen Schnauzer ziehts<br />

nach oben, die Grübchen fallen tief. Die braunen Augen blicken<br />

freundlich und zufrieden. Augen, die nicht altern. „Du kannst<br />

nimmer aufhören.“ Seine Familie weiß genau, was er meint.<br />

lernten sie Blockflöte, traten bei Seniorennachmittagen auf<br />

und sangen dazu. An Weihnachten spielten sie im Schillingshof<br />

in Bad Kohlgrub. Herumgefahren hat sie der Vater,<br />

der früher im Oberammergauer Bauamt arbeitete.<br />

„Irgendwie war es schon immer klar, dass wir auch zur Blaskapelle<br />

gehen“, sagt Sonja Maier-Stückl. Dafür durften sich die Kinder ein<br />

anderes Instrument aussuchen als die Flöte. Ihr Bruder Franz lernte<br />

Schlagzeug. Mitglied bei der Kapelle wurde er nie. Dafür hätte<br />

er sich seine damals langen Haare abschneiden müssen. Die zwei<br />

Mädchen hingegen übten so lang, bis sie das bronzene Abzeichen<br />

schafften, das der Musikbund Ober- und Niederbayern verleiht.<br />

Erst dann durften sie der Blaskapelle beitreten. Andrea Niedermeyrs<br />

Sohn Lukas (16) legte seine Prüfung in der Corona-Zeit<br />

online vor der Jury ab. Mittlerweile hat der Jugendliche, dessen<br />

Talent die Lehrer oft gelobt haben, zudem das Abzeichen in Silber.<br />

Kein freies Wochenende in sechs Monaten<br />

Seine jüngste Tochter Andrea Niedermeyr (49) deutet auf den Jahreskalender.<br />

Einmal die Woche ist Probe, vor wichtigen Auftritten<br />

zweimal. An den Samstagen und Sonntagen stehen Veranstaltungen<br />

drin. Standkonzert, Feste, Umzüge. „Von Mai bis Oktober sind<br />

die Wochenenden belegt.“ Der Kalender ihrer Schwester Sonja<br />

Maier-Stückl (51) sieht genauso aus. Sie spielt Saxophon, Andrea<br />

Niedermeyr Klarinette und Querflöte. Ihr Mann Leonhard,<br />

den alle Leo nennen, Trompete. 1976 fing er bei der Blaskapelle<br />

an – als sein Vater aufhörte. „Dann lag das Flügelhorn daheim<br />

herum.“ Dirigent Rudi Franke brachte ihm bei, darauf zu spielen.<br />

Als die Kapelle Trompeten brauchte, lernte Leo Niedermeyr um.<br />

Rudi Franke hatte auch Martin Maier unterrichtet, sein zwei Jahre<br />

älterer Bruder Schorschl übte bei Thomas Mayr senior. Innerhalb<br />

weniger Monate waren die Buben bereit für ihren ersten Einsatz<br />

bei der Prozession in Bad Bayersoien. Martin an der Klarinette,<br />

Schorschl am Tenorhorn. 14 Jahre war Martin Maier damals<br />

alt. 20 Jahre später wurde er Vorsitzender. 2014 ernannten die<br />

Bayersoier Martin Maier zum Ehrenvorstand. Andreas Neuner,<br />

Rudi Franke und Sepp Felix heißen die Dirigenten, unter denen<br />

er spielte. „So viele hab ich gar nicht verbraucht“, sagt der 78-Jährige,<br />

lächelt verschmitzt und nimmt eine Prise aus der Schnupftabakdose,<br />

die er immer in seiner linken Hosentasche trägt.<br />

Seine beiden Töchter kamen mit 12 und 14 Jahren zur Kapelle<br />

– schon auftritterprobt. Noch im Kindergartenalter<br />

Jede Menge Gaudi haben Sonja Maier-Stückl (l.) und Schwester<br />

Andrea Niedermeyr beim spontanen Auftritt für die <strong>Bergwelten</strong>.<br />

Erst einmal Blockflöte<br />

Auch für Lukas stand früh fest, dass er die Blaskapellen-Familientradition<br />

fortführt. „Mir blieb ja nichts anderes übrig.“ Seine<br />

Ironie sorgt für Gelächter am Esstisch bei Papa, Mama, Tante und<br />

Opa. Grad lustig ist‘s. Wie immer, wenn sie beisammensitzen.<br />

Bildercollagen hängen an den Wänden. Fröhliche Menschen. In<br />

den Händen meist ein Instrument. Lukas und sein Bruder Kilian<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 19


sechs Jahren. Dann kam er in die Jugendkapelle unter Leitung von<br />

Angelika Maier-Felix, Frau des Dirigenten Josef Felix und Cousine<br />

der beiden Schwestern. Auch die Kinder von Martin Maiers Bruder<br />

Schorschl, der 2013 starb, sind eng mit der Blaskapelle verbunden.<br />

Sonja Maier-Stückls Mann spielt kein Instrument, ihre Töchter haben<br />

eins gelernt, zur Blaskapelle aber wollten sie nicht. „Denen war<br />

das Vorbild wohl zu krass“, sagt die Ergotherapeutin, die mit ihrer<br />

Familie in Rottenbuch lebt. Immer unterwegs zu Auftritten, immer<br />

in die Probe. Nicht wenige, die bei der Blasmusik anfangen, hören<br />

nach einiger Zeit wieder auf. „Kumm i, kumm i ned“ – mit so einer<br />

Larifari-Einstellung kann man dort nichts anfangen „Die anderen<br />

verlassen sich drauf, dass du da bist.“ In ihrer Jugend versuchten<br />

sich die Schwestern Sonja und Andrea mal als Revoluzzerinnen.<br />

Hatten keine Lust zu üben oder aufzutreten. Heute sind sie dankbar,<br />

dass ihr Vater sie motivierte, dabeizubleiben. „Es gibt nichts<br />

Besseres, um den Kopf freizubekommen“, findet Sonja Maier-Stückl.<br />

„Tenorhorn üben“: Erinnerung an der Tür<br />

Bei Lukas gab es ebenfalls Zeiten, in denen Eifer und Lust<br />

nachließen. Den Zettel mit „Tenorhorn üben“ klebte sein Vater<br />

auf Sichthöhe an seine Zimmertür. Er ist froh, dass er sich<br />

durchgebissen hat. Die Auftritte mit der Kapelle machen einfach<br />

zu viel Spaß. Auch wenn es mit Schule und Leichtathletik<br />

nicht einfach ist, alles unter einen Hut zu bekommen.<br />

Markenzeichen: Sein Schnupftabakdoserl hat Martin Maier immer dabei.<br />

lernten ebenfalls erst Flöte. „Die freiwillige Pflicht“, nennt es<br />

ihre Mutter Andrea Niedermeyr. „Ich hatte nicht viel mitzureden“,<br />

wirft Lukas ein. Beim zweiten Instrument mischten sich<br />

seine Eltern nicht ein. Am Tag der offenen Tür der Blaskapelle<br />

durften sich die Kinder ausprobieren. Lukas entschied sich fürs<br />

Tenorhorn. Sein Bruder Kilian fürs Schlagzeug, wie sein Onkel<br />

hörte er aber wieder auf. Heute spielt er kein Instrument mehr.<br />

Lukas blieb dabei. Nach zwei Jahren Unterricht ging er zu den<br />

Noten-Chaoten, einem Spielkreis für Nachwuchsmusikanten ab<br />

Dank ihrer Mutter Sofie konnte Andrea Niedermeyr nach der<br />

Geburt ihrer beiden Söhne schnell wieder proben und auftreten.<br />

„Die Oma war immer der Babysitter“, sagt sie. „Wir haben auf den<br />

Schwiegervater aufgepasst“, sagt ihr Mann. Alle lachen. Mit sechs<br />

Jahren gingen die Buben zur Plattlerprobe. Während die Eltern<br />

beim Trachtenfestzug spielten, marschierten ihre Söhne bei den<br />

Trachtlern mit. „Man muss schon immer alles gut takten“, sagt Andrea<br />

Niedermeyr, die bei der Touristinfo in Bad Bayersoien arbeitet.<br />

Nach den Terminen der Kapelle richtet die Familie alles<br />

aus. Die Blasmusik ist ihr Leben. „Außerhalb der Musi<br />

hab ich kaum Freunde“, sagt Andrea Niedermeyr. Zudem<br />

fanden sie und ihr Mann Leo über die Blaskapelle zueinander.<br />

„Die Liebe kam mit der Musik“, sagt sie.<br />

20 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


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Ein Jahr als Bayersoier Musikant: Proben und Auftritte<br />

bestimmen vor allem das Frühjahr und den Sommer.<br />

Auftritte in den USA und in Südafrika<br />

Mit der Kapelle verbindet Andrea Niedermeyr die besten Erinnerungen<br />

ihres Lebens. Etwa an 1998, als eine Delegation in Cincinnati<br />

(USA) beim dortigen Oktoberfest auftrat, dem zweitgrößten<br />

weltweit. 2002 spielten sie auch in Pretoria und Port Elizabeth in<br />

Südafrika auf einem Oktoberfest. Etliche Male traten sie zudem auf<br />

der Original-Wiesn in München auf. In Karl Moiks Musikantenstadel<br />

sah man sie im Fernsehen, im Radio hörte man sie bei Musiksendungen<br />

des Bayerischen Rundfunks. Ihr Repertoire reicht<br />

von Tänzen und Märschen über Rock-Klassiker bis zu modernen<br />

Chart-Hits. In ganz Deutschland sind die Bayersoier unterwegs, in<br />

Österreich und der Schweiz. Jedes Jahr fahren sie zur Musikparade<br />

mit internationalen Gruppen, die bundesweit stattfindet. Einmal<br />

kamen „wunderschöne Frauen“ aus dem Oman. Martin Maier bot<br />

ihnen Schnupftabak an. „Guad Schnupf, guad Luft“, erklärt Leo<br />

Niedermeyr. Die dazugehörigen Eunuchen aber reagierten irritiert.<br />

Sie dachten, der Mann in der Lederhose verführe sie zu Drogen.<br />

Martin Maier, den jeder als Martini kennt, ist der älteste Musikant<br />

der Bayersoier Blaskapelle. Seine Freunde haben sich in<br />

den Ruhestand verabschiedet. „Irgendwann muss Schluss sein.“<br />

Aber jetzt noch nicht, stellt seine Familie klar. „Bis 2027 muss er<br />

mindestens noch durch“, sagt sein Schwiegersohn. Dann feiert die<br />

Kapelle 200-jähriges Jubiläum. Gerade das Zusammenspielen von<br />

Alten und Jungen sei doch das Schöne, findet seine Tochter Sonja.<br />

„Früher hast du uns gesagt, wir sollen dabeibleiben.“ Jetzt ist es<br />

andersherum.<br />

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Blaskapelle Bad Bayersoien<br />

Gründungsjahr: 1827<br />

Aktive Mitglieder: 40<br />

Jüngster Musikant: 17 Jahre<br />

Ältestes aktives Mitglied: 78 Jahre<br />

Zahl der Auftritte pro Jahr:<br />

circa 80, zuzüglich etwa 45 Proben<br />

Größter/ungewöhnlichster Auftritt:<br />

Mitwirkung bei der Internationalen Blasmusikund<br />

Militärparade in etwa. 40 deutschen<br />

Städten, diverse Fernsehaufnahmen<br />

Besonderes Merkmal der Kapelle:<br />

Mädchen-/Frauenanteil von 50 Prozent<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 21


Defiliermarsch<br />

zum Start, Major Tom<br />

zum Prosit<br />

In der Arbeit wissen sie schon Bescheid: Zur Garmischer<br />

Festwoche braucht Oliver Höhn (60) Urlaub. Seit 45 Jahren spielt<br />

er im Zelt mit der Musikkapelle. Seine Frau Maren (53), die sich<br />

vor vielen Jahren auch in sein Trompetenspiel verliebt hat, sitzt<br />

mit ihm auf der Bühne, genauso wie Sohn Christian (14).<br />

Text: Magdalena Kratzer · Fotos: Thomas Sehr<br />

Josef Ostlers fliegenden Händen (r.) folgt die gesamte Kapelle, darunter in der ersten Reihe<br />

Oliver Höhn (3.v.l.) an der Trompete und Maren Höhn (2.v.r.) am Flügelhorn.<br />

22 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Ein paar Gläser von vergangener Nacht stehen noch da,<br />

ein Teller, ein leerer Bierkrug. Ein halb voller mit Spezi.<br />

Auch einige Pokale blieben zurück. Mehrere Stunden<br />

lang sind die Fingerhakler aus Bayern am Nachmittag gegeneinander<br />

angetreten. Einer der einheimischen Teilnehmer kehrt<br />

die Bühne. Sauber muss es sein für die Trachtlergruppen.<br />

Durch den Hintereingang betritt Oliver Höhn die Bühne.<br />

Mit dem Radl ist er zum Festzelt gekommen. Wie die meisten<br />

Musikanten, manche gehen zu Fuß. An Parken rund um den<br />

Wittelsbacher Park ist gerade beim Heimatabend nicht zu<br />

denken. Es ist erst kurz nach sechs, doch es wuselt schon im<br />

Zelt, die Biertische und -bänke füllen sich. Die Holzstühle der<br />

Musikanten hingegen neben der Tanzbühne sind noch leer.<br />

Oliver Höhns Stuhl steht in der ersten Reihe. Er entwirrt die<br />

Kabel der Mikrofone, befestigt eines an seinem Notenständer,<br />

den er aus seiner Trompetentasche zieht. Jeden Abend nimmt<br />

er ihn mit nach Hause. Wie die übrigen Musikanten auch. Das<br />

Notenständeraufbauen gehört zur abendlichen Festzelt-Routine.<br />

Jetzt aber muss Oliver Höhn los. Am Josefsplatz stellen<br />

sich die Trachtler und Musikanten auf, um 19.30 Uhr<br />

beginnt der Festzug durch Garmisch mit Einzug ins<br />

Bierzelt. Zum 45. Mal marschiert der 60-Jährige mit.<br />

Mit der Trompete ihr Herz erobert<br />

Mit 15 Jahren ging Höhn zur Garmischer Musikkapelle, mit 16<br />

spielte er das erste Mal im Bierzelt. Heute ist er Ehrenvorstand.<br />

Unter seiner Zeit als Vorsitzender 2001 bis 2007 bekamen die<br />

Musikanten ihr Probelokal am Hausberg, nachdem sie aus dem<br />

Keller der Krankenhausschule ausziehen mussten. Ab 1995<br />

suchte man nach einem passenden Ort. Zwölf Jahre später wurde<br />

der neue Raum eingeweiht. Die Zeiten, in denen die Wände für<br />

die Akustik mit Eierkartons verkleidet wurden, waren damit<br />

vorbei. Aus dem ganzen Landkreis fragen Gruppen an, ob sie<br />

den Raum nutzen dürfen. „Dort haben wir Aufnahmequalität.“<br />

Zweite Vorsitzende heute ist Höhns Frau Maren (53), die seit<br />

1999 bei der Musi ist. Mit ihr spielten damals neun Frauen in der<br />

Kapelle, heute sind es knapp 20. Musikalisch war Maren Höhn<br />

schon immer, sie beherrscht viele Instrumente. Doch sie träumte<br />

von der Trompete. Erst mit 26 Jahren begann sie zu üben. Drei<br />

Jahre später erfüllte sich ihr zweiter Wunsch: Sie wurde Teil der<br />

Musikkapelle. Aufgrund der Besetzung spielt sie heute Flügelhorn.<br />

Ihren Mann lernte Maren Höhn in der Kapelle kennen. Sein<br />

Trompetenspiel imponierte ihr. „Ich hab mit ihr sämtliche<br />

Marschbücher durchgespielt“, sagt er und lacht. Ihr Sohn<br />

Christian ist mit 14 der jüngste Neuzugang. Er spielt Schlagzeug.<br />

„Trompete interessierte ihn nicht“, sagt sein Vater. Als Trio üben<br />

sie oft im Keller. „Wir haben eine halbe Blasmusik beinander.“<br />

Am Josefsplatz stehen alle bereit. Pünktlich setzt sich der<br />

Festzug in Bewegung. Höhn geht neben seiner Frau. Trompete<br />

neben Flügelhorn. Begeisterte Zuschauer begleiten die Musiker<br />

und Trachtler auf ihrem Weg durch die Fußgängerzone. Sie<br />

lachen und winken, halten ihre Smartphones für Videos und<br />

Fotos in die Höhe. Die Trommler trommeln im Gleichschritt<br />

voran, die Kapelle spielt einen Marsch. Im Takt marschieren<br />

dahinter die Trachtler des Volkstrachtenvereins Garmisch,<br />

erst der Nachwuchs in blumengeschmückten Dirndln<br />

beziehungsweise Lederhosen und mit Trachtenhut, dann<br />

die Älteren mit blauem Seidentuch beziehungsweise großer<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 23


Mit dem Bier muss man aufpassen, "sonst wird die Zunge lahm beim Spielen", weiß Oliver<br />

Höhn nach 45 Jahren Festzelt-Erfahrung. Eine Mass freilich lässt er sich gerne schmecken.<br />

An sechs von neun Tagen sitzen (v.l.) Oliver, Maren und<br />

Christian Höhn auf der Bühne im Garmischer Festzelt.<br />

Seidenkrawatte unter den Trägern. Mit der rechten Hand halten<br />

die Mädchen und Frauen ihre Schürze, die linke Hand liegt auf<br />

der Taille. Die Trachtlermänner tragen ihre Joppe lässig über<br />

der rechten Schulter. Alle gleich. Den Abschluss bilden Männer<br />

und Frauen vom „Alten Tanz“ in historischen Trachten.<br />

Fliegende Hände für den Takt<br />

Als sie das Zelt erreichen, empfangen sie die Musikanten mit<br />

dem Bayerischen Defiliermarsch – der Startschuss. Jetzt ist<br />

Festzeltzeit. Bedienungen schleppen Brotzeitteller und Masskrüge<br />

durch die Reihen, auf der Bühne stellt sich Josef „Beppi“ Ostler<br />

vor seine Musikanten und lächelt sie an. Seine fliegenden<br />

Hände führen durch den Abend. Mal zackig beschwingt,<br />

mal ruhig besänftigend. Sogar seine Lippen bewegen sich im<br />

Takt. „Geht doch!“, ruft der Musikmeister. Oder „Jawoll!“<br />

Auch Oliver Höhn stand schon auf Ostlers Platz, vor ein paar<br />

Jahren, wenn er den damaligen Dirigenten Leszek Zebura vertrat.<br />

Doch hielt er keinen Stab. Mit seiner Trompete spielte er mit,<br />

direkt in die Kapelle hinein. „Damit sie genau hören, was ich<br />

von ihnen will.“ Als Dirigenten-Vertretung gab er immer eine<br />

Solo-Einlage zum Besten. Auf einer rot lackierten Trompete, die<br />

er sich extra für seinen Auftritt in „O sole mio“ gekauft hatte.<br />

Jetzt sitzt Höhn wieder in derselben Stuhlreihe wie seine<br />

Frau, getrennt durch drei Trompeten. Christian steht<br />

hinten mit der Trommel. Das Schlagzeug übernimmt heute<br />

Matthias Millian, der nach Oliver Höhn zwölf Jahre lang<br />

Vorsitzender war. Höhns Vorgänger Pauli Kollmannsberger<br />

sitzt bei den Klarinetten. Der aktuelle Chef, Maximilian<br />

Wank, fehlt an diesem Abend ausnahmsweise.<br />

„Prost Jörgi“ – Das Ritual zum Prosit<br />

Wird nicht gespielt, stehen die Trompeten am Boden. Die Krüge<br />

gehen hoch. Beim Prosit gibt es ein festes Ritual. Zu „Oans,<br />

zwoa, drei, gsuffa“ springt Georg Schießlbauer auf und schreit:<br />

„Prost Musi“. Die anderen heben an und schreien zurück: „Prost<br />

Jörgi!“ Ein Running Gag in der Kapelle, eine Hommage an die<br />

Trinkfestigkeit des Flügelhornisten. Auch Oliver Höhn erinnert<br />

sich an viele Morgen nach dem Festzelt, an denen ihm der Kopf<br />

brummte. „Man muss beim Bier aufpassen, sonst wird die Zunge<br />

lahm beim Spielen“, sagt er und schmunzelt. Und schwer wird’s<br />

mit dem Notenlesen. Oder gar unmöglich. Einen Trompetenspieler,<br />

der von seinen weiblichen Fans zu viele Rüscherl bekam,<br />

mussten die Kameraden einmal von der Bühne tragen.<br />

Hebt Ostler die Hand, tauschen Krüge und Trompeten wieder ihren<br />

Platz. Einer der Tenorhörner lupft den Hut und wischt sich über<br />

die Stirn. Heiß ist’s.Und lauter wird’s im Zelt. Der Bildschirm neben<br />

dem Musikmeister zeigt das nächste Stück. Wie eine Leuchtanzeige<br />

in der Kirche. TM 18 steht dort. Aus seiner Mappe für Tanzmusik<br />

legt Oliver Höhn die Noten für „Musik Musik“ auf den Ständer.<br />

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24 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Unten stoßen über den Tischen Bierkrüge zusammen. Einige<br />

Paare drehen sich auf der Tanzfläche. Nach dem Marsch zieht<br />

Dirigent Ostler den Hut. „Dankeschön“, ruft er den Musikanten zu.<br />

Jeder Notensatz muss eingekauft werden, sonst drohen hohe<br />

Strafen. Tausende Stücke befinden sich heute im Arsenal der<br />

Kapelle. 1796 wurde sie gegründet. „In über 200 Jahren hat sich<br />

einiges angesammelt“, sagt Höhn. Auf der linken Seite seines<br />

Notenständers liegt Major Tom. Zum ersten Mal ist er im Festzelt<br />

dabei. Später, wenn die Besucher auf den Bänken tanzen, ertönt<br />

der Chorus zum Prosit. Wie „Layla“ im vergangenen Jahr.<br />

Ungezählte Male erlebte Höhn, wie das Zelt bebte. "Kapelle<br />

und Publikum stecken sich gegenseitig an", sagt er. „Sind die<br />

Musikanten gut drauf, sind die Leute gut drauf. Und umgekehrt.“<br />

Gänsehaut und Tränen in den Augen<br />

Doch nicht nur die Party macht das Leben eines Musikanten<br />

so reich. Auch die bewegenden Momente sind’s. Wie jener<br />

beim Alpenregionstreffen für die Tiroler und Südtiroler Gäste<br />

in diesem Jahr. Als die Garmischer „Dem Land Tirol die Treue“<br />

spielten, standen alle auf und sangen mit, die Hand am Herzen.<br />

„Da bekommt man Gänsehaut und Tränen in den Augen.“<br />

„In die weite Welt“ leuchtet nun auf dem Bildschirm, für<br />

den Kronen-Tanz der Plattla-Malan und Plattler-Buam.<br />

Mit grün geflochtenen Bögen, wie sie von der Decke des<br />

Festzelts hängen, drehen sie sich auf der Bühne, bis in<br />

der Mitte eine Krone entsteht. Oliver Höhn wartet auf<br />

seinen Einsatz, schürzt die Lippen, holt noch einmal<br />

Luft und setzt die Trompete an. Die Adlerfedern, der<br />

„Pflam“ auf den Trachtenhüten, wippen zur Melodie.<br />

Fast keine Bank ist unten mehr frei, immer mehr Paare kommen<br />

auf die Tanzfläche. Bei der „Böhmischen Liebe“ greift Musikmeister<br />

Ostler selbst zum Mikrofon und singt, Haferlschuhe und elegante<br />

Trachtenpumps wirbeln über den Holzboden. Davor stehen<br />

Besucher und schunkeln, ihre Handys auf die Bühne gerichtet.<br />

Einen Plan, wann welches Stück gespielt wird, gibt es nicht.<br />

„Die Trachtler sagen uns, wann sie auftreten, wir richten<br />

uns danach“, sagt Höhn. Weiter geht’s mit dem Plattler „Reit<br />

im Winkler“. „In ES-Dur“, ruft der Dirigent. Noten richten.<br />

Trompete anheben. Die Burschen platteln und klatschen, die<br />

Mädchen drehen, als hätten sie nie etwas anderes getan.<br />

Wenn die Musik spielt, tanzen nicht nur die Trachtler. Schnell füllt sich die Bühne.<br />

Die Burschen platteln, die Mädchen drehen<br />

Draußen ist es dunkel geworden. Die grellen Glühbirnen<br />

der Fahrgeschäfte leuchten laut in der Nacht. Das Karussell<br />

dreht sich zu seiner eigenen Melodie. Bald kommt Major<br />

Tom zu seinem ersten Einsatz, dann noch einige Male bis<br />

Mitternacht. So lange unterhalten die Garmischer das Publikum<br />

– Sperrzeit des Ordnungsamts. Neun Tage lang, sechs davon<br />

sind die Höhns dabei. Eine Woche später steht das Festzelt<br />

in Partenkirchen. Von der Garmischer Musi werden dann<br />

einige im Publikum sitzen. So wie die Partenkirchner jetzt am<br />

Wittelsbacher Park. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt Höhn.<br />

Fürs Festzelt nimmt er sich Urlaub – wie die meisten Musikanten.<br />

Als er jung war, fiel er um 2 Uhr morgens ins Bett und fuhr vier<br />

Stunden später mit dem Auto zur Post nach München, wo er<br />

bis heute arbeitet. „Die Zeiten sind vorbei“, sagt er und lacht.<br />

Mit seinen 60 Jahren gehört er zu den Ältesten in der Kapelle.<br />

Musikanten über 70 spielen im Festzelt nicht mehr. „Irgendwann<br />

wird es zu anstrengend. Dann derblast du‘s nicht mehr.“ Viel hat er<br />

in seinen 45 Jahren erlebt. Partybeben, Schlägereien, jede Menge<br />

Gaudi. Ans Aufhören denkt er nicht. Ein paar Jahre lang will er die<br />

Festwoche auf jeden Fall noch mit seiner Trompete begleiten. Den<br />

Defiliermarsch zum Start und den Major Tom zum Prosit. n<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 25


Große Auftritte als<br />

„Combined Band“<br />

Die Musikkapellen Garmisch und Partenkirchen sind gut beschäftigt in einem Jahr.<br />

Auf um die 100 Einsätze kommen sie jeweils. Doch immer wieder treten sie<br />

auch miteinander auf – und sorgen für außergewöhnliche Erlebnisse.<br />

Text: Katharina Bromberger · Foto: Imago<br />

Einen außergewöhnlichen Auftritt erlebten die Garmischer und Partenkirchner<br />

Musikanten im Juni: Vater und Sohn, Sepp Grasegger junior (l.) und senior<br />

von den Partenkirchnern plattelten zum Empfang der schottischen<br />

Fußball-Nationalmannschaft. Und John McGinn plattelte spontan mit.<br />

26 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Vieles in Garmisch-Partenkirchen gibt es zweimal. Einmal<br />

in Garmisch, einmal in Partenkirchen. Zwei Feuerwehren,<br />

zwei Trachtenvereine und natürlich auch zwei<br />

Musikkapellen. Dabei leben Letztere vor, wie Zusammenarbeit<br />

funktioniert. „Wir sind sehr oft gemeinsam am Werk, insbesondere<br />

immer dann, wenn es darum geht, unseren Heimatort zu<br />

vertreten“, sagt Sepp Grasegger, Vorsitzender in Partenkirchen.<br />

„Wir schaffen somit das, was einige Vereine im Ort nicht hinbekommen.“<br />

Auch über die Ortsgrenzen hinaus, glaubt er, dürfte<br />

es selten Kapellen geben, die sich für Auftritte in dieser Form<br />

zusammenfinden. Nicht für irgendwelche Auftritte freilich – die<br />

Musiker erleben und schenken außergewöhnliche Momente.<br />

Als größten und ungewöhnlichsten Auftritt führt Grasegger in der<br />

jüngeren Vergangenheit die Einladung 2015 in das Sultanat Oman<br />

zur dortigen „Military Music of Oman“ an. Als „Combined Band“<br />

kündigten sich die Partenkirchner und Garmischer an, zeigten ihr<br />

Können beim Militärmusikfestival auf dem mit Marmor ausgelegten<br />

Vorplatz der Royal Opera of Oman. Das Sultanat übernahm<br />

alle Kosten für 75 Musikanten. „Einmalig war das.“ Genauso wie in<br />

der Folge 2018 die Teilnahme am „Military Brass Band Festival“ in<br />

Sankt Petersburg. Wieder sorgten die Garmischer und Partenkirchner<br />

als Doppel-Kapelle für Lokalkolorit unter den professionellen<br />

Militärorchestern – mit einer nicht minder professionellen Leistung<br />

auf der 4,5 Kilometer langen Prachtstraße Newski-Prospekt<br />

im Zentrum der Stadt sowie vor der weltberühmten Eremitage.<br />

Tausende Zuschauer jubelten den Männern und Frauen in Lederhosen<br />

und Dirndl zu, als ihre Deutsche Marschmusik, Schuhplattler<br />

und Alphörner erklangen. Die Reise selbst empfand Grasegger als<br />

„nicht minder spektakulär, wenngleich ein wenig abenteuerlich<br />

und in der heutigen Weltsituation wohl nicht mehr vorstellbar“.<br />

Doch muss man nicht wegfahren für besondere Erlebnisse mit den<br />

Garmischer und Partenkirchner Musikanten. Unvergessen dürfte<br />

der Empfang der schottischen Nationalmannschaft zur Fußball-<br />

Europameisterschaft im Juni bleiben. So spontan, so genial. So viral.<br />

In der Bayernhalle wurden die Schotten mit Blasmusik und Dudelsackklängen<br />

gefeiert. Und freilich durfte ein Schuhplattler nicht<br />

fehlen. Mach doch mit, forderten Sepp Grasegger junior und senior,<br />

der Dirigent der Kapelle, den Mittelfeldakteur John McGinn von<br />

Aston Villa auf. Der zögerte keine Sekunde. Seinen Plattel-Auftritt<br />

mit Hut und blauem Team-Jogginganzug feierten die Einheimischen<br />

genauso wie seine Mannschaftskollegen, zudem nationale und internationale<br />

Medien sowie Nutzer der sozialen Medien. Millionenfach<br />

wurde das Video angeklickt.<br />

n<br />

Musikkapelle Partenkirchen<br />

Gründung: 1883<br />

Aktive Mitglieder: 60<br />

Jugendgruppe: 18 (davon 4 extern)<br />

Kinderchor: 30<br />

Jüngstes Mitglied: 6 Jahre (Kinderchor),<br />

15 Jahre (große Kapelle)<br />

Ältestes aktives Mitglied: 81 Jahre<br />

Zahl der Auftritte pro Jahr: 100 bis 120 inklusive<br />

rund 20 Kurkonzerten und 40 Proben<br />

Besonderheit: Keine Kapelle dürfte in so vielen Monturen<br />

auftreten. Da wäre das „Kurmusi-Gwand“ (Kurze oder<br />

Kniehose, Heslan oder Strümpf, Gamsbart), zudem eine<br />

Variante bei Ausrückungen mit dem Volkstrachtenverein:<br />

Adler-Flaum statt Gamsbart. Hinzu kommen die Schützenuniform<br />

(Kniehose, weiße Strümpfe, rote Hosenträger,<br />

blaue Schützenjoppe, Stopselhut), die Feuerwehruniform,<br />

die (wohl einzigartige) Veteranenuniform (schwarze Hose,<br />

dunkelblaue lange Joppe, schwarzer Velourhut ), der forstgrüne<br />

Anzug für Allerheiligen sowie die Konzertkleidung<br />

für „La Festa Italiana“ (Damen im Abendkleid, Herren im<br />

Frack). Die Damen tragen Dirndl, bei besonderen Ausrückungen<br />

das „Musigwand“ (rot/blau gemustertes Oberteil<br />

mit blauer Schürze auf schwarzem Rock), dazu je nach<br />

Anlass mit schwarzem Hut, schwarzer Joppe oder Mantel.<br />

Musikkapelle Garmisch<br />

Gründung: Die Ursprünge gehen auf 1796<br />

zurück, von da an gab es immer „Bürgermusik“<br />

in Garmisch, daraus ging die Kapelle hervor<br />

Aktive Mitglieder: 49<br />

Jugend: 5<br />

Jüngster Musikant: 15 Jahre<br />

(ab 16 darf er offiziell Mitglied werden)<br />

Ältestes aktives Mitglied: 84 Jahre<br />

Zahl der Auftritte pro Jahr: in voller Besetzung um die 100.<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 27


Eine Frau<br />

und viele<br />

Gentlemen<br />

Gabi Braun (<strong>57</strong>) darf sich als Pionierin<br />

bezeichnen – auch wenn sie das nie<br />

tun würde. Mit 15 Jahren probten sie<br />

und eine Freundin bei der Musikkapelle<br />

Partenkirchen mit. Als es dort noch gar<br />

keine einheitlichen Dirndl gab – brauchte<br />

die reine Männergruppe schließlich nicht.<br />

Text: Tanja Brinkmann · Foto: privat<br />

Extrawürste wollte Gabi Braun nie. „Das hat aber nicht<br />

immer geklappt“, sagt die <strong>57</strong>-Jährige. Gerade in ihrer Anfangszeit<br />

als Klarinettistin bei der Musikkapelle Partenkirchen<br />

nicht. Mit einer Freundin wagte sich die damals 15-Jährige<br />

in eine Männerdomäne. 1981 war das. Die beiden Mädchen<br />

kannten sich aus dem Musikunterricht. In der Jugendblaskapelle<br />

der Musikschule hatten sie erste Orchestererfahrung gesammelt<br />

und wollten weitermachen. Die logische Konsequenz: In dem<br />

Ensemble anfangen, in dem schon ihr Zwillingsbruder mitspielt.<br />

„Wir haben uns gedacht, wir fragen einfach mal.“ Und marschierten<br />

zum damaligen Vorsitzenden Sepp Kleißl. Freundlich hörte er<br />

sich ihr Anliegen an. Gabi Braun weiß es nicht, vermutet aber, dass<br />

ihr Vater bei ihm vorgefühlt hatte. Der war geschäftsleitender Beamter<br />

im Rathaus und hatte immer wieder mit der Kapelle zu tun.<br />

Nicht alle befürworteten Frauen<br />

Die Zusage ließ auf sich warten. Erst mussten die Musiker beraten.<br />

Später hat Gabi Braun erfahren, dass es schon einige<br />

Diskussionen gab. Auch hitzige. Und einige sprachen sich gegen<br />

die Aufnahme der Mädchen aus. Sie kann‘s verstehen, „das war<br />

doch eine eingeschworene Gemeinschaft“. Auch praktische<br />

Dinge wie die Frage des G‘wands galt es zu klären. Jeglicher<br />

Gegenwind aber war verebbt, als Gabi Braun und ihre Freundin<br />

zu ihrer ersten Probe kamen. Niemand hat sie ausgeschlossen,<br />

argwöhnisch oder kritisch beobachtet. „Wir haben das nie<br />

gespürt, alle waren immer freundlich, wahre Gentlemen.“<br />

Nur in so mancher Situation hat sie sich nicht ganz so wohl<br />

gefühlt. Wenn sie und ihre Freundin zu Beginn beispielsweise<br />

immer mal wieder vorgestellt wurden. Nach dem Motto:<br />

Schaut’s her, unsere erste weibliche Verstärkung. Und freilich<br />

ist’s auch anderen Kapellen aufgefallen, dass bei den<br />

Partenkirchnern jetzt zwei Mädchen mitspielen. Da hat der<br />

eine oder andere schon mal genauer hingeschaut. So im<br />

Mittelpunkt zu stehen, das hat Gabi Braun nicht gefallen.<br />

Sie wollte einfach Klarinette spielen und dazugehören.<br />

Auch ihr Klarinettenlehrer gehörte zur Musikkapelle. Dass<br />

die beiden Neuzugänge ihre Instrumente beherrschten, hat<br />

sicher geholfen. Genauso ihre Erfahrung im Jugendblasorchester.<br />

So wuchsen sie schnell hinein in die Kapelle, wurden<br />

ein Teil der Kameradschaft. „Man erarbeitet gemeinsam ein<br />

bestimmtes Ziel, verfolgt es und ist immer für einander da.“ So<br />

beschreibt Gabi Braun die Probenarbeit, die akribische Vorbereitung<br />

auf die Auftritte. Das Gesellige kommt dann von<br />

ganz allein. Im Vordergrund steht die Musik – „auch wenn<br />

die Proben nicht so viel Spaß machen wie die Auftritte“.<br />

Sondergenehmigung von den Eltern<br />

Bis 22 Uhr dauerten die Übungseinheiten. Von den Eltern<br />

gab‘s eine Sondergenehmigung, dass sie so lange dortbleiben<br />

durfte. Dass Kleißl, ein Kriminaler, die Mädchen zu Hause abholte<br />

und wieder heimbrachte, beruhigte die Eltern zusätz-<br />

28 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


lich. Sie stellten aber auch klar, dass Schluss ist mit der Musik,<br />

sollten sich ihre Noten verschlechtern. So weit kam es nie.<br />

Nachdem ihre Freundin wegen einer Allergie aufhören musste,<br />

war Gabi Braun eine Zeit lang die einzige Frau unter all den<br />

Männern. „Unproblematisch“ sei das gewesen. „Da bin ich so<br />

richtig reingewachsen.“ Am liebsten saß sie bei den Alten, „die<br />

so nette Geschichten erzählt haben“. Ein Genuss. Genau wie<br />

gemeinsame Unternehmungen. Zunächst haben die Freundinnen<br />

und Ehefrauen der Musiker die Neue zwar etwas skeptisch<br />

beäugt, aber schnell gewöhnten auch sie sich daran. Mittlerweile<br />

gehören 15 Frauen zur Kapelle, längst der Normalzustand.<br />

Die Frage, was sie anziehen, ließ sich ebenfalls bald klären. „Wir<br />

haben uns dann einfach mal gleiche Dirndl machen lassen.“ Bei<br />

Auftritten mit der Feuerwehr tragen sie die Herren-Uniform, bei<br />

Terminen mit den Gebirgsschützen andere Dirndl, Joppen und<br />

Hüte. Abendkleider gehören erst seit neuestem zu ihrer Garderobe,<br />

seit die Musikkapelle zur Festa Italiana, zur Italienischen Nacht<br />

einlädt. Sepp Grasegger junior, der Vorsitzende der Musikkapelle,<br />

„hat immer gute Ideen“, bescheinigt ihm Gabi Braun. Er rief die Themenkonzerte<br />

ins Leben, eine perfekte Abwechslung im Rahmen<br />

der Kurkonzerte am Mittwoch. „Das macht die Leute neugierig,<br />

inzwischen kommen auch viele Einheimische ins Konzert.“ Unter<br />

diesen besonderen Abenden stellt jener zu Ehren von Richard<br />

Strauss seit einigen Jahren sicher die größte Herausforderung dar.<br />

„Das ist schon schwierig für uns.“ Doch sind genau solche Auftritte<br />

auch eine Motivation zu üben. Und sie schweißen zusammen.<br />

Nach dem Abitur fast jeden Abend gespielt<br />

Genau wie die Reisen. Nach Chamonix beispielsweise fährt die<br />

Kapelle, seit die Städtepartnerschaft besteht. Außerdem hat Gabi<br />

Braun Gastspiele in Deutschland – unter anderem zweimal beim<br />

Rosenmontagszug in Köln –, in St. Petersburg und beim Sultan im<br />

Oman miterlebt. Mit Marcus Hölzl, der früher die Musikkapelle<br />

Garmisch und die Kurkonzerte leitete, kam sie zum Oktoberfest<br />

in New Mexico/USA. Insbesondere nach dem Abitur bestimmte<br />

die Musik ihr Leben. „Da habe ich fast jeden Abend irgendwo<br />

gespielt.“ Aber auch während der Ausbildung und jetzt im Berufsleben<br />

als Bankkauffrau dominiert die Leidenschaft ihre Freizeit.<br />

Ganz klassisch mit der Blockflöte fing sie an. Dann kam die<br />

Klarinette, später noch Es-Klarinette und Saxophon. Auch<br />

gesungen hat sie schon als Kind gerne, erst im Chor der Musikschule,<br />

dann im Jugendchor der Pfarrei und jetzt im Kirchenchor.<br />

Das, die Proben und Auftritte mit der Kapelle sowie<br />

das Vereinsleben füllen sie aus. „Für mich war und ist Musik<br />

immer das Wichtigste, danach habe ich alles gerichtet.“ Einfach,<br />

weil‘s so viel Spaß macht. Und weil sie angekommen ist<br />

in der Musikkapelle Partenkirchen. Spätestens als sie erst als<br />

Jugendvertreterin, dann als Zweite Kassierin in den Ausschuss<br />

gewählt wurde, wusste sie: „Ich werde von allen akzeptiert.“<br />

Das zeigt sich auch wieder bei der Partenkirchner Festwoche, ein<br />

fester Bestandteil in ihrem Terminkalender. Anstrengend, aber<br />

auch sehr schön findet sie die täglichen Auftritte im Bierzelt. „Das<br />

ist ein Höhepunkt im Jahr.“ Klar ist für Gabi Braun, dass sie zur<br />

Stelle ist, wenn ein Auftritt, eine Probe oder eine andere Aktivität<br />

ansteht. „Ein bisschen Pflichtbewusstsein gehört eben dazu.“<br />

Halbscharig, das ist nicht ihre Sache. Weil sie so ist, haben ihr<br />

auch die coronabedingten Einschränkungen sehr zu schaffen gemacht.<br />

„Das war schlimm“, sagt sie. „Da habe ich richtig gemerkt,<br />

was mir abgeht.“<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 29


Männermusik<br />

Die Wallgauer Musikkapelle ist eine reine Männergruppe. Dabei würde<br />

sie das gerne ändern. Anders als die Nachbarn aus Mittenwald.<br />

Text: Tanja Brinkmann · Fotos: Hubert Hornsteiner, PantherMedia<br />

Musikkapelle Wallgau<br />

Gründung: erstmals 1920, diese Kapelle jedoch löste<br />

sich wieder auf; Wiedergründung 1948<br />

Aktive Mitglieder: 32<br />

Zahl der Auftritte pro Jahr: circa 50<br />

Musikkapelle Mittenwald<br />

Gründungsjahr: 1880<br />

Aktive Mitglieder: 44<br />

Zahl der Auftritte pro Jahr: circa 50<br />

Über weibliche Verstärkung würden sich die Wallgauer Musikanten<br />

freuen. Genauso wie über Querflöten und Waldhörner.<br />

Foto: Hubert Hornsteiner<br />

30 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Wenn Leonhard Breith zwei Wünsche frei hätte,<br />

wären es Querflöten und Waldhörner. Zwei Instrumente,<br />

die in den Reihen der Musikkapelle<br />

Wallgau fehlen. Deshalb muss der Dirigent immer wieder<br />

Stücke umschreiben und neu arrangieren, sonst könnten sie<br />

die Wallgauer nicht spielen. Auf diese Arbeit würde der studierte<br />

Musiker gerne verzichten. Geht aber nicht. Breith und<br />

Vorsitzender Thomas Neuner finden keine Querflöten und<br />

keine Waldhörner – bedeutet auch: Sie finden keine Frauen.<br />

Seit die Kapelle 1948 wiedergegründet wurde, gibt es nur Männer<br />

in ihren Reihen. Wie bei der Besetzung vor dem Krieg,<br />

damals war‘s mehr eine Dorfmusik mit elf Mann. 32 Musiker<br />

sind‘s aktuell, die jeden Freitag von Mai bis Mitte Oktober um 20<br />

Uhr im Haus des Gastes zum Kurkonzert einladen. „Oft haben<br />

wir Aushilfen dabei“, sagt Breith. An den Querflöten, einem<br />

klassischen Frauen-Instrument, und auch an den Klarinetten.<br />

Immerhin gibt es für diese mittlerweile zwei Nachwuchsmusiker.<br />

Nur die Querflöten, die machen ihm nach wie vor Sorgen.<br />

Werbetrommel gerührt – ohne Erfolg<br />

Zwei Frauen aus dem Dorf, das weiß der Dirigent, beherrschen das<br />

Instrument. Die eine beweist das bei der Kapelle Grainau, die andere<br />

als Musiklehrerin. „Die Jungen spielen eher Saiteninstrumente“,<br />

sagt Neuner. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im vergangenen<br />

Jahr rührten er und die anderen Mitglieder massiv die Werbetrommel<br />

für die Kapelle im Allgemeinen, für die Querflöte und die<br />

Klarinette im Besonderen. „Viele Eltern wussten gar nicht, dass<br />

wir helfen, den passenden Lehrer zu finden, und Leihinstrumente<br />

bieten“, erzählt Breith. Außerdem gab‘s ein Instrumenten-Karussell,<br />

„da durfte jeder mal reinblasen“. Gebracht hat‘s bislang nichts.<br />

„Dabei freuen wir uns über alle, die zu uns stoßen.“ Gerade Mädchen<br />

ermutigt er, einfach einmal vorbeizuschauen. Auch wenn es<br />

ihnen sicher nicht leichtfalle – so allein unter Männern. „Wahrscheinlich<br />

wäre es besser, wenn sich zwei, drei zusammentun.“<br />

Unter den 500 Gruppen, die sich im Musikbund Ober- und<br />

Niederbayern (MON) zusammengeschlossen haben, kennt Geschäftsführerin<br />

Verena Schlecht nur 13 reine Männergruppen,<br />

darunter auch die Saulgruber und die Unterammergauer. Unfreiwillig<br />

gehören die Wallgauer damit zu einer Musikkapellen-<br />

Rarität. Die Mittenwalder hingegen pflegen diese Besonderheit.<br />

Es ist ganz angenehm, wenn das andere Geschlecht für ein<br />

paar Stunden außen vor bleibt, findet Florian Okelmann, Vorsitzender<br />

der Musikkapelle Mittenwald. „Bei der Probe geht es<br />

nicht immer ganz gesittet zu“, sagt er und schmunzelt. Würden<br />

Frauen mitmusizieren – „ich glaube, dass es dann nicht mehr so<br />

gemütlich wäre“. Die 44 Musiker und die 17 Mann im Trommlerzug<br />

„harmonieren sehr gut“. Den eingeschworenen Haufen<br />

wollte bislang noch keine Frau stören. Okelmann jedenfalls<br />

weiß von keinen Anfragen. Sie hätte auch kaum eine Chance.<br />

Laut Satzung dürfen Frauen gar nicht aufgenommen werden.<br />

Das soll so bleiben. Und Mann braucht sie auch nicht. Mit acht<br />

Klarinetten, die durchaus mal den Querflöten-Part übernehmen<br />

können, ist die Kapelle gut besetzt. „In jedem Register.“<br />

Frauen und Waldhörner gesucht<br />

Die Wallgauer hingegen würden sich freuen über weibliche<br />

Verstärkung. Und über Waldhörner, eher ein Männer-Instrument.<br />

„Die haben einen sehr schönen Klang“, sagt Breith,<br />

der wie Neuner hauptberuflich im Gebirgsmusikkorps der<br />

Bundeswehr spielt. Nachdem sie aber nicht so im Vordergrund<br />

stehen, sind sie nicht so beliebt. Viele, die zur Musikkapelle<br />

streben, sehen vor allem Trompeten, Tenorhörner<br />

und Posaunen, die auch Solo-Parts übernehmen dürfen.<br />

Allein darauf kommt‘s aber nicht an, finden Breith und Neuner.<br />

Es geht um das Miteinander in der Kapelle. Die gemeinsamen<br />

Auftritte. Das Einstudieren neuer Programme und das gesellige<br />

Beisammensein. Ausflüge, wie zuletzt nach Wien und Frankreich.<br />

Aber auch die großen Auftritte, beim Musikantenstadl etwa. Mit<br />

der beliebten Sendung durften die Wallgauer schon nach Kapstadt<br />

reisen. „Das war ein Highlight“, sagt Breith. Der Kontakt zu den<br />

Produzenten kam über das Tonstudio in Innsbruck zustande, in<br />

dem sie ihre CDs aufnehmen. Noch so eine Spezialität der Kapelle,<br />

die weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist. Nun fehlt<br />

nur eine gute Fee, die Breith zwei Wünsche erfüllt.<br />

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<strong>Ausgabe</strong> 03/<strong>2024</strong><br />

spitze!<br />

Das Magazin der Zugspitz Region GmbH<br />

Wie komme ich zum Eibsee?<br />

Informiere Dich!<br />

Mach doch, was du willst!<br />

Zukunftsmesse <strong>2024</strong><br />

Gesund in Murnau<br />

Gesundheitstag <strong>2024</strong> im KTM


Editorial<br />

Liebe Leserin,<br />

lieber Leser,<br />

Verleihung des Qualitätssiegels Spitzenprodukt. V.l.n.r.: Sebastian Kramer (Geschäftsführer<br />

Zugspitz Region GmbH), Landrat Anton Speer, Robert Haller (Verkaufsleiter Metzgerei Haller,<br />

Murnau), Stephanie Daser (Dachmarkenmanagerin Zugspitz Region GmbH)<br />

„Tradition als Innovationstreiber“ – unter<br />

diesem spannenden Motto steht der diesjährige<br />

Tourismustag. Die Veranstaltung am<br />

27. September im Freilichtmuseum Glentleiten<br />

(siehe Seite 3) veranschaulicht, wie<br />

traditionelle Werte und moderne Innovationen<br />

Hand in Hand gehen können, um unsere<br />

Zukunft und den Tourismus in unserer<br />

Region nachhaltig und zukunftsorientiert<br />

zu gestalten.<br />

In einer Zeit, in der technologischer Fortschritt<br />

und Digitalisierung oft als die einzigen<br />

Wegbereiter des Fortschritts gelten,<br />

erscheint die Vorstellung, dass Tradition<br />

eine zentrale Rolle als Innovationstreiber<br />

spielt, auf den ersten Blick paradox. Doch<br />

bei genauerem Hinsehen offenbart sich<br />

eine tiefere Wahrheit: Tradition kann und<br />

sollte als fundamentale Quelle der Inspiration<br />

und des Fortschritts betrachtet werden<br />

und nicht, wie oft belächelt, als festgefahren<br />

und rückwärtsgewandt. Dieses Missverständnis<br />

verkennt das wahre Potenzial,<br />

das in traditionellen Werten und Prozessen<br />

steckt. Traditionen sind nicht statisch, sie<br />

sind lebendig und entwickeln sich ständig<br />

weiter. Sie bieten eine reiche Quelle an Wissen<br />

und Erfahrung, die über Generationen<br />

hinweg verfeinert und angepasst wurde.<br />

Diesem Wissensschatz neue Perspektiven<br />

und Ideen hinzuzufügen, schafft eine Symbiose,<br />

die echte Innovation fördert.<br />

Nicht ohne Grund gehören Werte wie Tradition,<br />

Beständigkeit, Willensstärke, Nachhaltigkeit<br />

und Entschlossenheit – zusammengefasst<br />

in unserem Kernwert Beharrlichkeit<br />

– zu den Philosophien der Zugspitz Region<br />

GmbH. Gepaart mit innovativen Ideen entstehen<br />

daraus unsere nachhaltigen Projekte<br />

in den vielfältigen Themengebieten – wie<br />

Spitzenprodukte, Klimaschutzthemen, Besucherlenkung,<br />

Berufsorientierung und<br />

Gesundheit. Eine Fülle an Projekten, die die<br />

Zukunft der Menschen hier unterstützt und<br />

die Region lebenswert macht.<br />

In diesem Sinne – machen auch Sie sich die<br />

Tradition als Innovationstreiber zu Nutze:<br />

Um bewährte Werte mit modernen Ansätzen<br />

zu vereinen und so zukunftsweisende<br />

Lösungen in einer sich wandelnden Welt zu<br />

entwickeln.<br />

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen<br />

Sebastian Kramer<br />

Geschäftsführer der Zugspitz Region GmbH<br />

Inhalt<br />

Tradition als Innovationstreiber<br />

8. Tourismustag der Zugspitz Region ...........................................................3<br />

Gesundheitstag <strong>2024</strong> in Murnau<br />

Am 26. Oktober ist es wieder so weit! .........................................................8<br />

Erfolgreiche Produktschulung für Gastgebende .....3<br />

Gemeinsam für ein<br />

verbessertes Besucher-Management<br />

Besucher-Management-Konzept geht<br />

mit ersten Maßnahmen in die Umsetzung ................................................4<br />

Wie komme ich zum Eibsee und zur Zugspitze?<br />

Neue Informationsplattform für eine reibungslose Anreise .............5<br />

Ausbildungsberufe in der Zugspitz Region finden<br />

Zukunftsmesse am 17. Oktober:<br />

Betriebe und Institutionen stellen sich vor ................................................6<br />

Ausbildungskompass 2025<br />

Den Nachwuchs optimal auf die Arbeitswelt vorbereiten .................7<br />

Bezahlbarer Wohnraum in der Region<br />

Qualifizierter Mietspiegel für den Landkreis ..............................................7<br />

KopfKINO – GefühlsKINO<br />

Schau ma hin ...........................................................................................................9<br />

Energiekarawane zieht weiter nach Mittenwald<br />

Kostenlose Energieberatung für Ihr Zuhause ...........................................9<br />

Klimanetzwerk Veranstaltungsreihe im Herbst<br />

Best Practice Beispiele & Networking<br />

für Unternehmen in der Zugspitz Region ................................................10<br />

Regionales Kurzfilmprojekt „MEIN DAHEIM“<br />

Filme feiern Premiere beim Alpenflimmern Filmfestival ..................11<br />

„So schmeckt‘s bei uns dahoam“<br />

Schüler entwickeln regionales Kochbuch ............................................... 12<br />

Neues Spitzenprodukt<br />

Der Zugspitz Region Karreespeck ................................................................ 12<br />

Impressum .................................................................................................. 12<br />

Foto Editorial: Max Merget | Titelbild: PantherMedia / Emson<br />

2 spitze! 03/<strong>2024</strong>


Tradition als Innovationstreiber<br />

8. Tourismustag der Zugspitz Region<br />

Die Zugspitz Region lädt am 27. September<br />

<strong>2024</strong> von 9 bis 15 Uhr im<br />

Freilichtmuseum Glentleiten zum 8. Tourismustag<br />

ein, der in diesem Jahr unter dem<br />

spannenden Thema „Tradition als Innovationstreiber“<br />

steht. Der Tag veranschaulicht,<br />

wie traditionelle Werte und moderne Innovationen<br />

Hand in Hand gehen können, um<br />

die Zukunft und den Tourismus in unserer<br />

Region nachhaltig und zukunftsorientiert<br />

zu gestalten. Inspirierende Vorträge, anregende<br />

Diskussionen und erfolgreiche Praxisbeispiele<br />

von Unternehmen, wie dem<br />

Hotel Hirschen in Schwarzenberg im Bregenzerwald<br />

und der TCOrobotics GmbH<br />

erlauben wertvolle Einblicke, wie man aus<br />

der Symbiose von Tradition und Innovation<br />

profitieren kann.<br />

Die Gastgeberinnen und Gastgeber erhalten<br />

die Einladung mit dem Anmeldelink<br />

von Ihren Urlaubsdestinationen per E-Mail<br />

zugeschickt und dürfen sich jetzt schon<br />

auf einen Tag voller wertvoller Impulse,<br />

Seid´s dabei!<br />

8. Tourismustag der<br />

Zugspitz Region<br />

Thema: Tradition als<br />

Innovationstreiber<br />

Wann? Freitag, 27.09.<strong>2024</strong><br />

Wo? Freilichtmuseum Gleintleiten,<br />

Großweil<br />

neuer Ideen und inspirierender Begegnungen<br />

freuen.<br />

© Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten, Foto: Beck<br />

Foto unten: Zugspitz Region GmbH | Grafik oben: © Bezirk Oberbayern, Archiv FLM Glentleiten, Foto: Beck<br />

Erfolgreiche Produktschulung für Gastgebende<br />

In Kooperation mit den lokalen Bergschulen,<br />

„Die Bergführer“ aus Ohlstadt<br />

und „Vivalpin“ aus Garmisch-Partenkirchen<br />

sowie der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB)<br />

fand kürzlich eine sehr erfolgreiche Produktschulung<br />

für Gastgeberinnen und<br />

Gastgeber der Zugspitz Region statt. Über<br />

Begeisterte Gastgeberinnen und Gastgeber<br />

auf dem höchsten Gipfel Deutschlands,<br />

begleitet von einheimischen Bergführern<br />

zwei Tage hinweg wurden Teilnehmende<br />

aus Hotels, dem Gastgewerbe und Tourist-<br />

Informationen für die vielfältigen alpinen<br />

Angebote der Region begeistert.<br />

Der erste Tag begann mit einer informativen<br />

Gletscherwanderung und einer beeindruckenden<br />

Gipfelbesteigung auf die Zugspitze.<br />

Unter der fachkundigen Leitung der<br />

Bergschulen erhielten die Teilnehmenden<br />

wertvolle Einblicke in die geologische und<br />

ökologische Bedeutung der Gletscherregion.<br />

Zudem wurden die wichtigsten Details<br />

zu den verschiedenen Aufstiegsrouten auf<br />

die Zugspitze, abgestimmt auf unterschiedliche<br />

Gästezielgruppen, ausführlich erörtert.<br />

Am zweiten Tag stand eine Klettersteigführung<br />

im Kreuzeckgebiet auf dem Programm.<br />

Begleitet von lokalen Bergexperten,<br />

erlernten die Teilnehmenden nicht nur die<br />

Techniken des Klettersteiggehens, sondern<br />

erhielten auch umfassende Informationen<br />

über die Besonderheiten der alpinen Region.<br />

Diese bietet sowohl Einsteigern als<br />

auch Fortgeschrittenen unvergessliche Erlebnisse.<br />

Die Schulung bot zudem wertvolle<br />

Einblicke in die Sicherheitsstandards und<br />

die Verfügbarkeit moderner Ausrüstung vor<br />

Ort. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden<br />

über verschiedene Wanderwege informiert,<br />

darunter der Natursteig Osterfelder, der<br />

besonders Familien einzigartige Naturerlebnisse<br />

bietet und der Kandahar Hike für<br />

anspruchsvolle Vorhaben.<br />

Dank der erweiterten Kenntnisse können<br />

die Gastgeberinnen und Gastgeber ihren<br />

Gästen nun noch bessere Informationen<br />

und Empfehlungen zu den besten Adressen<br />

für Sicherheit, Achtsamkeit und Naturverträglichkeit<br />

bieten. Diese intensiven Schulungstage<br />

haben nicht nur das Verständnis<br />

für unsere alpinen Angebote vertieft, sondern<br />

auch die Partnerschaft mit unseren<br />

lokalen Experten und der BZB gestärkt.<br />

Die Zugspitz Region freut sich auf zukünftige<br />

Schulungen und die kontinuierliche<br />

Weiterentwicklung unserer Region als führendes<br />

Reiseziel in Südbayern für Naturbegeisterte<br />

und Entdecker.<br />

spitze! 03/<strong>2024</strong> 3


Gemeinsam für ein<br />

verbessertes Besucher-Management<br />

Besucher-Management-Konzept geht mit ersten Maßnahmen in die Umsetzung<br />

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Akteuren am Eibsee: Stephan Märkl (Bürgermeister der Gemeinde Grainau), Sebastian Kramer<br />

(Geschäftsführer Zugspitz Region GmbH), Marcus Rieppel (Geschäftsführer Eibsee Hotel), Anja Eder (Leitung Tourismus Grainau),<br />

Olaf Buchberger (Direktor Eibsee Hotel), Anna-Lena Huber (Regionalmanagerin Zugspitz Region GmbH), Sarah Hoffmann (Mobilitätsteam<br />

des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen), Mario Lanzenhofer (Bayerische Zugspitzbahn), Verena Tanzer (Sprecherin Bayerische Zugspitzbahn)<br />

Ohne Frage, es ist schön hier in unserer<br />

Zugspitz Region! Die malerischen<br />

<strong>Bergwelten</strong>, die idyllischen Landschaften,<br />

die klaren Seen und die charmanten Ortschaften<br />

ziehen jedes Jahr Millionen Besucher<br />

an. So dürfen wir uns jedes Jahr<br />

über 10 Millionen Tagesgäste und 1,3 Millionen<br />

Ankünfte von Übernachtungsgästen<br />

freuen, die unser Glück teilen und die<br />

atemberaubende Schönheit unserer Region<br />

erleben möchten. Doch kommt es in<br />

den letzten Jahren leider immer häufiger<br />

dazu, dass sich all dies nicht mehr uneingeschränkt<br />

genießen lässt, da an einzelnen<br />

Orten zu viele Menschen zeitgleich zusammentreffen.<br />

Staus, überfüllte Parkplätze und<br />

eine Übernutzung unserer einzigartigen<br />

Natur sind nur einige der Folgen.<br />

An dieser Situation nachhaltig etwas zu ändern,<br />

ist die Herausforderung, der sich die<br />

Zugspitz Region GmbH bereits 2022 stellte,<br />

als sie das Regionalmanagement Bayern<br />

Besucherlenkungsprojekt ins Leben rief,<br />

das vom Bayerischen Staatsministerium für<br />

Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie<br />

gefördert wird.<br />

Gemeinsam mit Akteuren aus dem gesamten<br />

Landkreis und unter der Leitung der Experten<br />

von Realizing Progress entstand ein<br />

umfassendes Besucher-Management-Konzept.<br />

Dieses Konzept legt den Grundstein<br />

für einen langfristigen Prozess, dessen erste<br />

Maßnahmen nun in die Umsetzung gehen.<br />

„Ein nachhaltiges Besucher-Management<br />

zu implementieren, gleicht eher einem Marathon<br />

als einem Sprint“, betont Regionalmanagerin<br />

Anna-Lena Huber. „Es ist wichtig,<br />

dass alle Akteure ein Bewusstsein für<br />

dieses wichtige Thema entwickeln und dieses<br />

dann langfristig, bei allem was wir tun<br />

oder kommunizieren, mitgedacht wird.“<br />

Tourismusmanager Philipp Holz ist durchaus<br />

optimistisch, dass sich eine positive<br />

Entwicklung realisieren lässt: „Wichtig<br />

ist, dass wir Belastungsspitzen abflachen.<br />

Dieses gelingt, wenn wir es schaffen, beispielsweise<br />

den Anreiseverkehr zum Teil<br />

auf den ÖPNV zu verlagern, Alternativen<br />

zu Hotspots aufzuzeigen und den Fokus<br />

auf nachhaltige Angebote zu Fuß oder mit<br />

dem Rad zu setzen. Weiterhin müssen wir<br />

die Menschen, die zu uns kommen, für die<br />

Gegebenheiten vor Ort und die Belange<br />

dessen, was unsere Region so besonders<br />

macht – nämlich unsere Natur und unsere<br />

Tradition – sensibilisieren.“<br />

All das ist nur zu schaffen, wenn alle, die in<br />

Kontakt mit den Besucherinnen und Besuchern<br />

stehen, an einem Strang ziehen und<br />

gezielt kommunizieren. Hier wurden bereits<br />

bedeutende Schritte unternommen:<br />

So wurde mit allen touristischen Destinationen,<br />

der Bayerischen Zugspitzbahn sowie<br />

Vertretern von Natur- und Klimaschutz<br />

eine gemeinsame Social Media Guideline<br />

erarbeitet. Eine daraus resultierende gemeinsame<br />

Kampagnenplanung ist in der<br />

Entstehung.<br />

Eine erste Maßnahme mit Bezug auf die zwei<br />

zentralen Hotspots unserer Region, den Eibsee<br />

und die Zugspitze, konnte als beispielhafte<br />

Gemeinschaftsleistung auf den Weg<br />

gebracht werden: Eine zentrale Plattform<br />

mit umfangreichen Informationen zu den<br />

unterschiedlichen Anreiseoptionen sowie<br />

den Gegebenheiten vor Ort wurde von der<br />

Zugspitz Region GmbH umgesetzt.<br />

© Zugspitz Region GmbH, Foto: Philipp Holz<br />

4 spitze! 03/<strong>2024</strong>


Wie komme ich zum Eibsee<br />

und zur Zugspitze?<br />

Neue Informationsplattform für eine reibungslose Anreise<br />

Zwei Besuchermagnete,<br />

ein Ziel<br />

Die zwei Attraktionen Eibsee und Zugspitze<br />

liegen räumlich nah beieinander, und die<br />

Eibseestraße ist die einzige Zufahrtsstraße.<br />

Diese geografische Nähe, das hohe Besucheraufkommen<br />

und die eingeschränkten<br />

Zufahrtsmöglichkeiten stellen eine Herausforderung<br />

dar.<br />

Gut informiert,<br />

besser ans Ziel kommen!<br />

• Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:<br />

die effiziente, umweltschonende Anreise<br />

• Zu Fuß oder mit dem Rad:<br />

die gesunde, umweltfreundliche Anreise<br />

• Mit dem Auto:<br />

die unabhängige, aber nicht stressfreie<br />

Anreise<br />

© Eibsee Hotel, Foto: Wolfgang Ehn<br />

Eine unabhängige und aktuelle Informationsmöglichkeit<br />

als wichtiger Kommunikationskanal<br />

zu den Besucherinnen und Besuchern<br />

hat bislang gefehlt.<br />

Auf den Webseiten www.anreise-eibsee.de<br />

und www.anreise-zugspitze.de finden Besucherinnen<br />

und Besucher nun detaillierte<br />

Informationen und Tipps rund um die Anreise,<br />

inklusive Verlinkungen zu Fahrplänen,<br />

Parkplätzen und Routen. So lässt sich der<br />

Besuch der zwei Tourismusattraktionen<br />

optimal planen.<br />

Ziel ist es, möglichst viele Besucher mit<br />

dem Informationsangebot zu erreichen,<br />

bevor sie ihren Weg zum Eibsee und zur<br />

Zugspitze antreten. Die Zugspitz Region<br />

GmbH stellt daher unterschiedliche Materialien<br />

(Aushang, Übersichtsgrafik, Social<br />

Media Grafiken etc.) kostenfrei unter<br />

info@zugspitz-region.de zur Verfügung.<br />

Wir freuen uns über Gastgebende und<br />

touristische Dienstleister, die uns bei der<br />

Bekanntmachung unterstützen und ihren<br />

Gästen so ein positives Besuchererlebnis<br />

ermöglichen.<br />

spitze! 03/<strong>2024</strong> 5


Ausbildungsberufe in der Zugspitz Region finden<br />

Zukunftsmesse am 17. Oktober: Betriebe und Institutionen stellen sich vor<br />

Was kommt nach der Schule? Vor<br />

dieser Frage stehen auch dieses<br />

Jahr wieder viele Schülerinnen und Schüler<br />

unserer Landkreisschulen, für die der<br />

Schulabschluss in greifbare Nähe rückt. Die<br />

Möglichkeiten sind vielfältig. Zu über 70<br />

Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen<br />

konnten sich die Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer der Zukunftsmesse im vergangenen<br />

Jahr informieren.<br />

Auch in diesem Jahr ist das Interesse der im<br />

Landkreis ansässigen Unternehmen groß.<br />

„Jedes Jahr kommen neue Unternehmen<br />

hinzu“, freut sich Sebastian Kramer, Wirtschaftsförderer<br />

des Landkreises Garmisch-<br />

Partenkirchen.<br />

Kommt am Donnerstag, 17. Oktober <strong>2024</strong><br />

zwischen 9 und 16 Uhr ins Kongresshaus<br />

Garmisch-Partenkirchen. Der Eintritt ist frei<br />

und keine Anmeldung erforderlich!<br />

Was bietet die Zukunftsmesse<br />

Schülerinnen und Schülern<br />

sowie ihren Eltern?<br />

• Die Vielfalt der im Landkreis ansässigen<br />

Unternehmen sowie Institutionen<br />

und Behörden im Überblick<br />

• Die Gelegenheit, eigene Fragen im<br />

persönlichen Gespräch an potenzielle<br />

Arbeitgeber und ihre Auszubildenden<br />

zu richten<br />

• Möglichkeiten, Schnupperpraktika für<br />

die nächsten Ferien zu vereinbaren<br />

• Informationsangebote unterschiedlicher<br />

berufsbildender Schulen<br />

• Ein spannendes, begleitendes Workshop-<br />

und Vortragsprogramm zu Bewerbungsfragen,<br />

Ausbildungsmöglichkeiten<br />

und Berufsfeldern<br />

• Eine Virtual Work Experience Aktionsfläche<br />

des Medienzentrums: Mit einer<br />

VR Brille in Berufswelten eintauchen<br />

und Einblicke in wenig zugängliche<br />

Bereiche der Arbeitswelt erhalten<br />

Weitere Informationen zu den auf der<br />

Messe vertretenen Firmen<br />

und dem begleitenden<br />

Workshop- und<br />

Vortragsprogramm findet<br />

ihr hier.<br />

© Zugspitz Region GmbH, Foto: Anton Brey<br />

6 spitze! 03/<strong>2024</strong>


Ausbildungskompass 2025<br />

Den Nachwuchs optimal auf die Arbeitswelt vorbereiten<br />

Der Ausbildungskompass, das zentrale<br />

Nachschlagewerk für die regionale<br />

Berufsorientierung, ist konzipiert für Schülerinnen<br />

und Schüler sowie Eltern und<br />

Lehrkräfte. Gemeinsam mit Landrat Anton<br />

Speer präsentierte die Zugspitz Region<br />

nach den Pfingstferien die 8. <strong>Ausgabe</strong> in<br />

der Christoph-Probst-Mittelschule Murnau.<br />

Im aktuellen Ausbildungskompass finden<br />

Schülerinnen und Schüler des Landkreises<br />

173 Ausbildungsbetriebe mit insgesamt 266<br />

Praktika, 64 Ferienjobs, 18 Studiengängen,<br />

111 Ausbildungsberufen und 25 Ausbildungen<br />

in Teilzeit für das Ausbildungsjahr<br />

2025.<br />

In einer Zeit, in der der Fachkräftemangel<br />

in vielen Branchen spürbar ist, bietet dieses<br />

Projekt eine wertvolle Unterstützung für alle,<br />

die sich in der Berufswelt orientieren wollen.<br />

Jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen,<br />

in der Region zu lernen, zu arbeiten<br />

und zu studieren, sie unkompliziert mit Betrieben<br />

zusammenzubringen, darauf liegt<br />

der Fokus des Ausbildungskompasses. Ein<br />

Pressetermin in der Christoph-Probst-Mittelschule Murnau<br />

starkes Netzwerk aus regionalen Unternehmen<br />

und engagierten Schulen im Landkreis<br />

ist hierfür die Voraussetzung.<br />

Das umfangreiche Magazin, das in gedruckter<br />

grund. Jugendliche finden dort weitere<br />

Form sowie als Online-Version vorliegt, Hilfestellungen zur Berufsorientierung,<br />

wird von der Zugspitz Region in enger Zusammenarbeit<br />

mit der IHK München und<br />

Oberbayern, der Agentur für Arbeit Weilheim,<br />

der Kreishandwerkerschaft Oberland<br />

und der Handwerkskammer für München<br />

und Oberbayern herausgegeben.<br />

wie den Stärke-Test und den Interessens-<br />

Check, die eine erste Orientierung bieten,<br />

welche Berufe zu den eigenen Fähigkeiten<br />

und Interessen passen. Auch der Veranstaltungskalender<br />

oder Blog-Artikel zu<br />

diversen Fachthemen auf der benutzerfreundlichen<br />

Plattform www.ausbildungskompass.de<br />

Die digitale Version des Ausbildungskompasses<br />

bietet für Lehrkräfte Unterrichtsmaterialien<br />

oder auch Unterstützung für<br />

Schüler mit förderungsfähigem Hinter-<br />

helfen Schülern, Eltern und<br />

Lehrern in einer sich ständig verändernden<br />

Arbeitswelt informiert und auf dem aktuellen<br />

Stand zu bleiben.<br />

Bezahlbarer Wohnraum in der Region<br />

Qualifizierter Mietspiegel für den Landkreis<br />

Foto unten: Marc Gilsdorf | Foto oben: Barbara Jungwirth<br />

Im Rahmen des Regionalmanagement<br />

Projekts „Bezahlbarer Wohnraum in der<br />

Zugspitz Region“ wird aktuell ein qualifizierter<br />

Mietspiegel für den Landkreis Garmisch-<br />

Partenkirchen erstellt. Dieses Instrument ist<br />

ein wichtiger Schritt, um die Wohnsituation<br />

in der Region positiv zu beeinflussen und<br />

den Bürgerinnen und Bürgern mehr Sicherheit<br />

und Transparenz in Bezug auf die Mietpreise<br />

zu bieten.<br />

Ein qualifizierter Mietspiegel wirkt auf verschiedene<br />

Weise mietpreisdämpfend bzw.<br />

regulierend:<br />

1. Transparenz: Der Mietspiegel schafft<br />

Klarheit über die ortsüblichen Vergleichsmieten.<br />

Vermieter können nicht mehr<br />

ungerechtfertigt hohe Mieten verlangen,<br />

da der Mietspiegel als Referenz dient.<br />

2. Rechtsgrundlage: Im Streitfall dient der<br />

Mietspiegel als anerkanntes Beweismittel<br />

vor Gericht. Dies schützt Mieter vor<br />

willkürlichen Mietsteigerungen und gibt<br />

ihnen eine solide Grundlage, um sich gegen<br />

überhöhte Forderungen zu wehren.<br />

3. Marktregulierung: Durch die regelmäßige<br />

Erhebung und Veröffentlichung der<br />

Mietpreise wird der Mietmarkt transparenter<br />

und fairer. Dies wirkt spekulativen<br />

Preissteigerungen entgegen und sorgt<br />

für ein ausgeglicheneres Mietniveau.<br />

Die Einführung eines qualifizierten Mietspiegels<br />

im Landkreis Garmisch-Partenkirchen<br />

bringt somit zahlreiche Vorteile für die Bewohner.<br />

Er bietet Schutz vor überhöhten<br />

Mieten und gibt Mietern und Vermietern<br />

eine objektive Grundlage für Mietverhandlungen.<br />

Dies erleichtert die Einigung auf<br />

einen fairen Mietpreis und reduziert Konflikte.<br />

Zudem haben Mieter eine verlässliche<br />

Rechtsgrundlage, um gegen ungerechtfertigte<br />

Mietforderungen vorzugehen. Dies<br />

stärkt ihre Position und gibt ihnen Sicherheit.<br />

Ein transparenter Mietmarkt trägt zudem<br />

zur sozialen Stabilität bei. Wenn die Mietpreise<br />

im Rahmen bleiben, werden soziale<br />

Spannungen reduziert und ein harmonisches<br />

Zusammenleben gefördert.<br />

spitze! 03/<strong>2024</strong> 7


Gesundheitstag <strong>2024</strong> in Murnau<br />

Am 26. Oktober ist es wieder so weit!<br />

Am 26. Oktober findet im Kultur- und<br />

Tagungszentrum in Murnau der große<br />

Gesundheitstag der Gesundheitsregion plus<br />

in der Zugspitz Region statt.<br />

Bei der diesjährigen Veranstaltung, die<br />

von der Gesundheitsregion plus Landkreis<br />

Garmisch-Partenkirchen organisiert wird,<br />

dreht sich alles um das Schwerpunktthema<br />

„Frauengesundheit und Frauen in der Gesundheit“<br />

mit den Bereichen Versorgung,<br />

Pflege und Prävention. „Wir greifen damit<br />

das Schwerpunktthema „Frauen – sichtbar<br />

& gesund!“ des Staatsministeriums für Gesundheit,<br />

Pflege und Prävention auf“, so Gesundheitsmanager<br />

Hannes Sörgel.<br />

Die Gesundheitsministerin Judith Gerlach<br />

erläutert die Wichtigkeit des Themas: „Es<br />

gibt gesundheitliche Besonderheiten und<br />

Erkrankungen, von denen nur Frauen betroffen<br />

sind – wie Gebärmutterhalskrebs,<br />

Endometriose oder die Wechseljahre. Genauso<br />

gibt es Erkrankungen, die bei Frauen<br />

häufiger auftreten als bei Männern – beispielsweise<br />

Essstörungen oder Demenz.<br />

Dazu kommen Beschwerden und Erkrankungen,<br />

die sich bei Frauen anders äußern<br />

als bei Männern.“<br />

Als Besonderheit in diesem Jahr wird es<br />

eine kleine begleitende Kunstausstellung<br />

der Ärztin und Künstlerin Jasmina Mircheva-Sirakova<br />

geben. Es werden Bilder zum<br />

Thema Frauengesundheit gezeigt, die nur<br />

exklusiv für diesen Tag geschaffen wurden.<br />

Neben der Information steht auch der<br />

Netzwerkgedanke im Fokus. Der Gesundheitstag<br />

bietet für die Akteure eine hervorragende<br />

Möglichkeit, sich untereinander<br />

auszutauschen und zu vernetzen.<br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch am Gesundheitstag<br />

der Gesundheitsregion plus in<br />

Murnau, am 26.10.<strong>2024</strong> von 10 – 16 Uhr.<br />

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei! Auch<br />

Männer sind natürlich herzlich willkommen!<br />

Weitere<br />

Informationen<br />

findet ihr hier!<br />

Eine Vielzahl von Anbietern aus dem Bereich<br />

Gesundheit präsentieren ein spannendes<br />

und umfangreiches Programm für<br />

die Besucherinnen und Besucher. Es wird<br />

zahlreiche Infostände und Mitmachaktionen<br />

zum Schwerpunktthema geben. Dazu<br />

haben sich die rund 35 Aussteller aus der<br />

gesamten Zugspitz Region, unter ihnen<br />

Kliniken, Krankenkassen, BRK, Beratungsstellen<br />

und Coaching-Angebote wie auch<br />

Sportvereine einiges einfallen lassen.<br />

„Wir versuchen die Vielfalt an Angeboten,<br />

die unser Landkreis bietet, am Gesundheitstag<br />

zu präsentieren“, so Sörgel. „Und<br />

das ist uns sehr gut gelungen!“<br />

Es werden zudem verschiedene kostenlose<br />

Workshops für die Besucherinnen und<br />

Besucher angeboten. Zu den Themen „Die<br />

älter werdende Frau“, „Die Stärkung der<br />

Seele und Achtsamkeit“ bis hin zu den „Unterschieden<br />

von Mann und Frau in der Medizin“<br />

werden hochkarätige Referenten vor<br />

Ort sein.<br />

Gesundheitstag <strong>2024</strong><br />

Sa, 26. Okt. | 10 bis 16 Uhr<br />

Kultur- und Tagungszentrum Murnau<br />

Vielfältige Aktivitäten und Angebote rund um die Gesundheit<br />

Schwerpunktthema: Frauengesundheit und Frauen in der Gesundheit<br />

Eintritt frei! Seid`s dabei - www.gesundheitstag-zugspitzregion.de<br />

Fotos: Max Merget<br />

8 spitze! 03/<strong>2024</strong>


KopfKINO – GefühlsKINO<br />

Schau ma hin …<br />

Der alljährliche Tag der seelischen Gesundheit<br />

bietet eine gute Gelegenheit,<br />

das Bewusstsein für psychische Erkrankungen<br />

zu schärfen und über Wege zur Förderung<br />

des seelischen Wohlbefindens zu<br />

sprechen.<br />

Gefühls<br />

KopfKINO<br />

schau ma hin ...<br />

Steuerungsverbund<br />

Psychische<br />

Gesundheit<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

KopfKINO GefühlsKINO – Schau ma hin!<br />

Tag der seelischen Gesundheit<br />

Mi, 9. Okt. |<br />

Do, 10. Okt. |<br />

● „PLAY“ - zeigt die Seelenwelt eines jungen Mädchens zwischen<br />

Realität und virtueller Welt<br />

● „SILVER LININGS“ – zeichnet den Weg zweier labiler Menschen in<br />

der Lebensmitte, die einen Neuanfang starten<br />

Im Anschluss an die Filme besteht die Möglichkeit zum Austausch<br />

und Diskussion mit Fachleuten und weiteren Beteiligten.<br />

EINTRITT FREI!<br />

18:00 Uhr Griesbräukino in Murnau,<br />

Film „Play“<br />

19:30 Uhr Hochlandkino Partenkirchen,<br />

Film „Silver Linings“<br />

24<br />

ZWEIMAL KOPF- UND GEFÜHLS-KINO AUF DER GROSSEN LEINWAND<br />

Weitere Informationen:<br />

https://www.tag-der-seelischen-gesundheit.de/<br />

Kinofilme spielen dabei eine besondere<br />

Rolle, da sie Emotionen auf eine außergewöhnliche<br />

Weise vermitteln können,<br />

die oft tief berührt und zum Nachdenken<br />

anregt. Sie bieten nicht nur Unterhaltung,<br />

sondern auch die Möglichkeit zur Reflexion<br />

und zum Mitgefühl.<br />

Zwei Filme, die unter die Haut gehen, werden<br />

deshalb in diesem Jahr um den Tag der<br />

seelischen Gesundheit im Landkreis gezeigt.<br />

Organisiert werden die Abende vom Steuerungsverbund<br />

seelische Gesundheit (SPG)<br />

mit Unterstützung der Gesundheitsregion plus<br />

Landkreis Garmisch-Partenkirchen.<br />

An beiden Veranstaltungsorten wird es einen<br />

Infostand geben, an dem die Akteure ihre<br />

Flyer und Informationsmaterial auslegen und<br />

für Informationen zur Verfügung stehen.<br />

Im Anschluss an die Filme besteht jeweils<br />

die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion<br />

mit Fachleuten der teilnehmenden Einrichtungen.<br />

Für beide Veranstaltungen ist keine Anmeldung<br />

erforderlich. Eintritt frei!<br />

Schau ma hin – Seid´s dabei und unterstützt<br />

das Bewusstsein für seelische Gesundheit!<br />

Programm<br />

Datum: 9. Oktober, 18 Uhr<br />

Ort: Murnau, Griesbräukino<br />

Film: „Play“ (FSK 16)<br />

Der Film zeigt die Seelenwelt<br />

eines jungen Mädchens zwischen<br />

Realität und virtueller Welt.<br />

Datum: 10. Oktober, 19:30 Uhr<br />

Ort: Partenkirchen, Hochlandkino<br />

Film: „Silver Linings“ (FSK 16)<br />

Lebensweg zweier psychisch labiler<br />

Menschen in der Lebensmitte,<br />

die einen Neuanfang starten<br />

Energiekarawane zieht weiter nach Mittenwald<br />

Kostenlose Energieberatung für Ihr Zuhause<br />

Ab Oktober <strong>2024</strong> kommen nun die Bürgerinnen<br />

und Bürger von Mittenwald<br />

in den Genuss des Angebots der Energiekarawane:<br />

Der Markt Mittenwald und die Verbraucherzentrale<br />

Bayern e. V. bieten Ihnen<br />

eine kostenlose Energieberatung für Ihre<br />

Eigentumswohnung oder Ihr Haus.<br />

Im Rahmen dieser Aktion kommen qualifizierte<br />

Energieberater zu Ihnen und führen<br />

eine etwa zweistündige, anbieter- und produktneutrale<br />

Beratung durch – völlig kostenfrei<br />

für Sie. Normalerweise wäre diese<br />

Leistung, die einen Wert von etwa 300 Euro<br />

hat, mit einem Eigenanteil von 30 Euro verbunden.<br />

Doch dank der Förderung durch<br />

das Bundesministerium für Wirtschaft und<br />

Klimaschutz und der Unterstützung der<br />

Zugspitz Region GmbH, die den Eigenanteil<br />

für insgesamt 100 Beratungen übernimmt,<br />

entstehen Ihnen keinerlei Kosten.<br />

Bei der Vor-Ort-Beratung erhalten Sie einen<br />

umfassenden Überblick über den energetischen<br />

Zustand Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung.<br />

Die Experten beantworten Ihre Fragen<br />

und geben Ihnen wertvolle Tipps sowie<br />

konkrete Handlungsempfehlungen, wie Sie<br />

Energie und Kosten sparen und gleichzeitig<br />

die Umwelt schonen können.<br />

Die Initiative wurde gemeinsam mit dem<br />

Landkreis ins Leben gerufen, um die energetische<br />

Sanierung privater Gebäude zu fördern<br />

und so einen Beitrag zur Nachhaltigkeit<br />

zu leisten. Nutzen Sie diese Chance und melden<br />

Sie sich noch bis zum 24.9.<strong>2024</strong> unter<br />

www.markt-mittenwald.de/aktuelles an.<br />

SAVE Bis 24.9.<strong>2024</strong> THE DATE: für kostenfreie Energieberatung anmelden<br />

Die Energiekarawane kommt<br />

nach Mittenwald!<br />

Nutzen Sie die Beratungswochen zur Energieeinsparung<br />

und informieren Sie sich über:<br />

● Modernisierung ● Energetische Sanierung ● Fördermöglichkeiten<br />

www.zugspitz-region-gmbh.de/energiekarawane<br />

spitze! 03/<strong>2024</strong> 9


Klima<br />

Netzwerk<br />

Für Unternehmen<br />

Klimanetzwerk Veranstaltungsreihe im Herbst<br />

Best Practice Beispiele & Networking für Unternehmen in der Zugspitz Region<br />

Sie sind auf der Suche nach nachhaltigen<br />

Lösungen für mehr Energieeffizienz<br />

und Klimaschutz in Ihrem Unternehmen?<br />

Dann werden Sie Teil unseres Klimanetzwerks<br />

und profitieren von den Beratungsangeboten<br />

unserer Partner der Energiewende<br />

Oberland, der Handwerkskammer,<br />

dem Zukunftswerk, der Ammer-Loisach<br />

Energie sowie der Sparkasse Oberland und<br />

der VR Werdenfels.<br />

Zudem setzt die Zugspitz Region GmbH<br />

zusammen mit dem Klimaschutzmanagement<br />

des Landkreises im Herbst die im<br />

vergangenen Jahr ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe<br />

fort und bietet zwei praxisnahe<br />

Informations- und Netzwerkveranstaltungen<br />

an.<br />

Mit Führungen und Vorträgen teilen andere<br />

Unternehmen ihre wertvollen Erfahrungen.<br />

Weiterhin erhalten Sie spannende<br />

Hintergrundformationen zu aktuellen Entwicklungen.<br />

Die Veranstaltungen finden in<br />

einem ungezwungenen Rahmen statt und<br />

bieten viel Raum für den persönlichen Erfahrungsaustausch.<br />

Seien Sie bei unseren zwei für den Herbst<br />

geplanten Netzwerktreffen dabei!<br />

Weitere Informationen<br />

zu den Veranstaltungen<br />

und dem Klimanetzwerk<br />

finden Sie hier.<br />

20. September, 12 – 14:30 Uhr<br />

in Iffeldorf<br />

Nachhaltigkeitsstrategie und<br />

Energieeffizienzmaßnahmen von<br />

Unternehmen am Beispiel von Sport<br />

Conrad<br />

Impulsvortrag und Führung im Sport<br />

Conrad Logistikzentrum in Iffeldorf<br />

Sportausstatter Sport Conrad verfolgt<br />

mit seiner Strategie „Wir denken um“<br />

das Ziel, nachhaltigster Outdoor Händler<br />

mit alpinen Produkten im Alpenraum<br />

zu werden. Wie dieses ehrgeizige<br />

Ziel erreicht werden soll, erläutert Maria<br />

Ries, Head of Corporate Responsibility<br />

& Sustainability, in einem Impulsvortrag.<br />

Anschließend erleben die Teilnehmenden<br />

das neue automatische Lagerund<br />

Kommissioniersystem Autostore<br />

im Logistikzentrum in Iffeldorf unter<br />

der Leitung von Wolfgang Tkaczik.<br />

12. November, 17 – 19 Uhr im KIT-Campus<br />

Alpin, Garmisch-Partenkirchen<br />

Klimawandel in der Zugspitz Region:<br />

aktuelle Trends und Prognosen hinsichtlich<br />

der zukünftigen Bedingungen<br />

für Unternehmen des Landkreises<br />

Impulsvortrag von Institutsleiter<br />

Prof. Hans Peter Schmid und Führung<br />

durch den KIT-Campus Alpin<br />

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler<br />

am KIT/IMK-IFU, der größten<br />

bayerischen Klimaforschungseinrichtung,<br />

erforschen Veränderungen der<br />

Atmosphäre, des Wasserhaushalts und<br />

der Lebensbedingungen für Vegetation<br />

und Gesellschaft im globalen Klimawandel.<br />

Die Prozesse in der Atmosphäre<br />

zu erforschen, ist dabei eine wesentliche<br />

Grundlage dafür, den Klimawandel<br />

zu verstehen und Strategien zu entwickeln,<br />

die uns dabei helfen, mit den sich<br />

ändernden Bedingungen umzugehen.<br />

Der Impulsvortrag gibt spannende Einblicke<br />

in die Forschungsergebnisse und<br />

in die Erkenntnisse zu den zukünftigen<br />

Bedingungen in unserem Landkreis. Bei<br />

der anschließenden Führung blicken<br />

die Teilnehmer hinter die Kulissen der<br />

Forschungseinrichtung.<br />

Grafik oben: www.afr-agentur.de<br />

10 spitze! 03/<strong>2024</strong>


Regionales Kurzfilmprojekt „MEIN DAHEIM“<br />

Filme feiern Premiere beim Alpenflimmern Filmfestival<br />

Der Alltag einer Rangerin in den Ammergauer<br />

Alpen, die Geschichte einer<br />

Künstlerin aus Garmisch-Partenkirchen, ein<br />

Wissenschaftler auf dem Schneefernerhaus<br />

auf der Zugspitze, ein Schifffahrtskapitän<br />

auf dem Staffelsee und sein Rekordversuch<br />

– das ist die bunte Auswahl an Geschichten<br />

und Protagonisten, die vier Filmemacher<br />

aus der Zugspitz Region im Rahmen des<br />

Kurzfilmprojekts „Mein Daheim“ porträtiert<br />

haben. Das Alpenflimmern Filmfestival in<br />

der Zugspitz Region bietet die perfekte<br />

Bühne für ihre Werke.<br />

Die Idee für das Filmprojekt brachte der renommierte<br />

Filmemacher Walter Steffen, der<br />

in seinem Format „Mein Daheim im Oberland“<br />

bereits eine Serie mit Protagonisten<br />

aus dem Oberland umgesetzt hat. Dass<br />

lebensnahe und authentische Geschichten<br />

aus der Region die Menschen begeistern,<br />

hat Steffen zudem durch den Erfolg seines<br />

Dokumentarfilms „Schafstage“ erfahren.<br />

Davon inspiriert, entstand gemeinsam mit<br />

Christoph Szonn, dem Veranstalter des Alpenflimmern<br />

Filmfestivals und Produzent<br />

der Kurzfilme, sowie der Zugspitz Region<br />

die Idee, das Konzept „Mein Daheim“ auf<br />

die Zugspitz Region zu übertragen und in<br />

einem gemeinsamen Filmprojekt regionale<br />

Geschichten beim Alpenflimmern Filmfestival<br />

<strong>2024</strong> auf die große Leinwand zu bringen.<br />

Ein Drehtag, ein Schnitttag, ein Protagonist<br />

aus der Zugspitz Region – unter diesen<br />

Bedingungen sollten, umgesetzt von regionalen<br />

Filmemachern, Filmporträts entstehen,<br />

die der Frage nach dem persönlichen<br />

„Daheim“ ihrer Protagonisten nachgehen<br />

und ihre authentischen und bewegenden<br />

Geschichten erzählen. Auf den Aufruf im<br />

Frühjahr <strong>2024</strong> hin gingen eine Vielzahl an<br />

Konzeptideen regionaler Filmemacher ein.<br />

Eine Filmemacherin und drei Filmemacher<br />

aus der Zugspitz Region konnten die Jury<br />

überzeugen und erhielten den Zuschlag,<br />

ihre Filmporträts umzusetzen.<br />

Diese feierten am 28. Juli <strong>2024</strong> Premiere im<br />

Rahmen des Alpenflimmern Filmfestivals<br />

beim „Kino unterm Karwendel“ in Mittenwald.<br />

Eine weitere Vorführung gab es am 2.<br />

August beim Silent Cinema Gartenkino in<br />

der Villa Reinherz in Murnau. Für den Herbst<br />

<strong>2024</strong> ist Kino-Premiere in Garmisch-Partenkirchen<br />

geplant. Im Anschluss sollen die<br />

Filme im Vorprogramm der regionalen Kinos<br />

im Landkreis die Zuschauer begeistern.<br />

Die Filmemacher und ihre Filme:<br />

„Heimatpfade“ von Manuela Palmberger aus<br />

Ettal (www.manuela-palmberger-photo.com)<br />

Palmberger fand es spannend, die Rangerin<br />

Deniz Göcen bei ihrer Arbeit in den Ammergauer<br />

Alpen in Zeiten von Overtourismus<br />

zu begleiten.<br />

„Gerry – Leben am Staffelsee“ von Sebastian<br />

Fricke aus Murnau (www.frickefilm.de)<br />

Er begleitet den Kapitän Gerry Meyer auf<br />

einer außergewöhnlichen Rundfahrt mit<br />

dem Schiff „Staffelseerin“. Meyer will einen<br />

Weltrekord knacken: die längste Fahrt eines<br />

elektrischen Fahrgastschiffes ohne Zwischenladung.<br />

„AYLA“ von Luca Imberi aus Garmisch-Partenkirchen<br />

(www.luca-imberi.tv)<br />

Imberi erzählt die Geschichte der Künstlerin<br />

Ayla Ginsberg, die unbedingt ‚raus‘<br />

wollte, studierte und nach einem Schicksalsschlag<br />

zurück in die Heimat kam, wo sie<br />

nun ihr persönliches und berufliches Glück<br />

gefunden hat.<br />

„Bergverbunden“ von Wolfgang Ehn aus<br />

Mittenwald (www.wolfgang-ehn.de/film)<br />

Ehn porträtiert den Klimawissenschaftler,<br />

Physiker und Alpinisten Dr. Christian Vogelmann.<br />

Vogelmann forscht im traditionellen<br />

Grainau und ist gleichzeitig im Dorfleben<br />

aktiv. Der Film zeigt, wie er diese beiden Aspekte<br />

seines Lebens sowie seine Liebe zu<br />

den Bergen miteinander verbindet.<br />

Weitere Infos:<br />

www.zugspitz-region.de/film<br />

Save the Date!<br />

Kunst- und Fotoausstellung im<br />

Freilichtmuseum Glentleiten<br />

Foto: Zugspitz Region GmbH<br />

Hinten v. li. n. re.: Christoph Szonn (Produzent, Veranstalter Alpenflimmern Filmfestival),<br />

Philipp Holz (Tourismusmanager Zugspitz Region GmbH), Walter Steffen (Regisseur, Ideengeber<br />

„Mein Daheim“). Vorne v. li. n. re. die Filmemacher: Sebastian Fricke, Luca Imberi,<br />

Manuela Palmberger, Wolfgang Ehn.<br />

Erleben Sie Werke von Künstlerinnen<br />

und Künstlern aus der Zugspitz<br />

Region zum Thema „Tierisch nützlich<br />

– der Mensch und sein Vieh“<br />

Wann: Freitag, 11. Oktober –<br />

Sonntag, 13. Oktober<br />

10 – 17 Uhr<br />

Wo: „Jacklstadel“ auf dem<br />

Museumsgelände<br />

spitze! 03/<strong>2024</strong> 11


„So schmeckt‘s bei uns dahoam“<br />

Schüler entwickeln regionales Kochbuch<br />

Die Zugspitz Region darf sich auf ein<br />

besonderes kulinarisches Projekt freuen:<br />

Im Herbst dieses Jahres erscheint das<br />

Kochbuch „So schmeckt‘s bei uns dahoam“.<br />

Dieses Buch ist das Ergebnis der engagierten<br />

Arbeit des Praxis-Seminars der 11. Klasse des<br />

Werdenfels-Gymnasiums. Die Schülerinnen<br />

und Schüler hatten die Idee, ein Kochbuch<br />

zu erstellen, das die Vielfalt und Tradition der<br />

regionalen Küche authentisch wiedergibt.<br />

Unterstützt wurde das Projekt von der Zugspitz<br />

Region GmbH sowie durch das Programm<br />

„Nachhaltige regionale Kreisläufe“,<br />

gefördert durch das Regionalmanagement<br />

Bayern. Die Schülerinnen und Schüler haben<br />

sich intensiv mit der Bedeutung regionaler<br />

Produkte und der Zusammenarbeit<br />

mit lokalen Betrieben auseinandergesetzt.<br />

Dabei konnten sie wertvolle Erfahrungen<br />

sammeln, sowohl organisatorisch als auch<br />

praktisch, und gewannen Einblicke in die<br />

Themen Regionalität und Nachhaltigkeit.<br />

Das Ergebnis ist ein Kochbuch, das eine<br />

breite Palette an Rezepten und Hintergrundgeschichten<br />

zu den Gerichten bietet.<br />

Es zeigt die kulinarische Vielfalt der<br />

Zugspitz Region und wie traditionelle sowie<br />

moderne Gerichte aus hochwertigen,<br />

regionalen Zutaten zubereitet werden<br />

können.<br />

Das Buch wird im Herbst <strong>2024</strong> in den Touristinformationen<br />

der Zugspitz Region erhältlich<br />

sein und lädt dazu ein, die kulinarischen<br />

Schätze der Heimat zu entdecken<br />

und das Gefühl von „dahoam“ in die eigene<br />

Küche zu bringen.<br />

Neues Spitzenprodukt<br />

Der Zugspitz Region Karreespeck<br />

Seit dem Jahr 2020 verleiht die Zugspitz<br />

Region GmbH bereits das beliebte<br />

Qualitätssiegel „Spitzenprodukt der<br />

Zugspitz Region“, mit dem mittlerweile 16<br />

Betriebe im Landkreis mit ihren Produkten<br />

ausgezeichnet wurden.<br />

Geprüfte Qualität und<br />

aufwendiges Herstellungsverfahren<br />

Nun ist ein neues Produkt hinzugekommen<br />

– der Karreespeck der Metzgerei Haller. Die<br />

Besonderheit: Der Schinken stammt ausschließlich<br />

von Schweinen aus dem Programm<br />

„geprüfte Qualität Bayern“ (GQB).<br />

Zudem erhielt der Schinken bereits eine<br />

i mpressum<br />

Herausgeber:<br />

Zugspitz Region GmbH<br />

Burgstraße 15<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

Telefon: 0 88 21 / 751 - 561<br />

E-Mail: kontakt@zugspitz-region.de<br />

Auszeichnung im Rahmen der DLG-Qualitätsprüfung.<br />

„Unser Zugspitz Region Karreespeck<br />

ist ein würziger und herzhafter roher<br />

Schinken aus dem Schweinerücken. Der<br />

Speck ist mild gesalzen und wird mindestens<br />

fünf Wochen im Salz gelagert. Danach wird<br />

er fünf Tage vorgereift und anschließend<br />

über Buchenholzrauch würzig geräuchert“,<br />

sagt Christian Haller. Anschließend muss er<br />

noch mal zwei Monate reifen und verliert dabei<br />

über 40 Prozent seines Gewichtes, damit<br />

er besonders zart ist und seinen typischen<br />

Geschmack bekommt. Erhältlich ist der Zugspitz<br />

Region Karreespeck in der Metzgerei<br />

Haller in Murnau und wird auch den Landkreismetzgereien<br />

zum Verkauf angeboten.<br />

Geschäftsführer: Sebastian Kramer,<br />

Günter Hopfensperger v.i.S.d.P.<br />

Verlag: Zeitungsverlag Oberbayern GmbH & Co. KG<br />

Pfaffenrieder Straße 9<br />

82515 Wolfratshausen<br />

Redaktion: Gabriela Königbauer<br />

gabi.koenigbauer@gmx.de<br />

Grafik:<br />

Druck:<br />

Erscheinungsweise: vierteljährlich in den Monaten März (Frühling), Juni (Sommer),<br />

September (Herbst) und Dezember (Winter) als Heft im Heft in den „<strong>Bergwelten</strong>“<br />

des Münchner Merkur (Garmisch-Partenkirchner und Murnauer Tagblatt)<br />

Die Auszeichnung Spitzenprodukt ist eines<br />

von drei Qualitätssiegeln, das die Zugspitz<br />

Region GmbH vergibt: Mit dem Spitzenprodukt<br />

will man klare Akzente setzen. „Wir<br />

wollen die besten Produkte unserer Region<br />

zusammenbringen, die Produkte und ihre<br />

Hersteller stärken und unterstützen und die<br />

Nachhaltigkeit und den hohen Qualitätsanspruch<br />

der Produkte aus unserer Region<br />

nach außen hin unterstreichen“, sagt Stephanie<br />

Daser, Dachmarkenmanagerin der<br />

Zugspitz Region GmbH.<br />

Mehr Information:<br />

www.zugspitz-region-partner.de<br />

Nina Wanke, PMS GmbH, Penzberg<br />

Wiesendanger medien GmbH<br />

Fotos oben: Werdenfels Gymnasium, Foto unten: Max Merget<br />

12 spitze! 03/<strong>2024</strong>


In der Rubrik „Host mi?“<br />

stellen wir in jeder<br />

<strong>Ausgabe</strong> einen selten<br />

gewordenen bayerischen<br />

Begriff vor. Die Auswahl<br />

trifft jeweils Siegfried<br />

Bradl vom Förderverein<br />

für Bairische Sprache und<br />

Dialekte (e.V. FBSD).<br />

Weitere Informationen<br />

unter www.fbsd.de.<br />

Karikatur:<br />

Hermann Wiegand<br />

Wirbel im Hühnerhaufen<br />

Foto: Panthermedia / wsf pan<br />

Ordentlich anstrengend ist das.<br />

Wennst jemanden an deiner Seite<br />

hast, der dich den ganzen Tag in<br />

der Weltg’schicht umeinander-sprengt.<br />

Freilich nicht „sprengen“ im hochdeutschen<br />

Sinn des In-die-Luft-Jagens. Würde in der<br />

Praxis ja auch gar nicht funktionieren,<br />

nachdem sich so ein Exekutions-Prozedere<br />

nicht über den ganzen Tag hinziehen<br />

würde – nach einem Knall wär’s vorbei.<br />

Und auch wenn sich der Bayer immer<br />

wieder der eher robusten, kernigen,<br />

auch mal groben Ausdrücke bedient:<br />

Ganz so brutal geht’s nicht zu.<br />

Sobald der Bayer jemanden sprengt, dann<br />

hetzt, (ver)jagt oder (ver)treibt er ihn.<br />

Für die Nicht-Mutterdialektler unter<br />

den Lesern: Obacht beim Gebrauch.<br />

Wer sich vor dem abendlichen Ausgehen<br />

gegen das ungeduldige Drängeln des<br />

Begleiters mit dem Ausruf „Spreng mi<br />

ned!“ wehrt, erhält maximal Irritation<br />

und Unverständnis, sicher nicht weniger<br />

Hektik. Ein lässiges „Pressiert’s da?“<br />

kommt da deutlich überzeugender<br />

daher – sprachlich gesehen. Unbedingt<br />

deeskalierend wirkt’s womöglich nicht.<br />

Aber zurück zur Sprengerei. Umeinanderoder<br />

(gewaltfrei) auseinandersprengen<br />

kann man nicht nur Menschen, sondern<br />

auch Tiere, kleine, gefiederte zum Beispiel.<br />

Und manch ein Landwirt hat dafür sogar<br />

ein eigenes Gefährt: den Hehnasprenga.<br />

Ein kleines Motorrad, das die in ihrer<br />

Gruppe friedlich pickenden Hennen<br />

aufscheucht und auseinanderjagt.<br />

Freilich kauft der Bauer das Gefährt nicht<br />

extra dafür. Aber wenn er damit auf<br />

den Hof knattert, bleibt der Wirbel im<br />

Hühnerhaufen nicht aus. Bei aller Aufruhr:<br />

Freilich hinterlässt auch ein Hehnasprenga<br />

die Viecher körperlich absolut unversehrt.<br />

<br />

n Katharina Bromberger<br />

PS: Im Fränkischen ist das Wort im<br />

Übrigen noch weiter verbreitet. Sprengen<br />

bedeutet dort auch „Klingelputzen“, also<br />

den Lausbubensport, an Haustüren<br />

zu klingeln und dann wegzulaufen.<br />

Wer „lossprengt“, rennt plötzlich sehr<br />

schnell davon, wer „dahersprengt“,<br />

hat grundsätzlich ein sportliches<br />

Gehtempo, und das „Aussprengen“ ist<br />

das Tagesgeschäft der Ratschkathl – das<br />

Ausplaudern oder übel Nachreden.<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 33


DIE NATUR UND IHRE SCHÄTZE<br />

Wenn<br />

die Blätter<br />

Tango tanzen<br />

Foto: Panthermedia / silverjohn<br />

Viele Menschen nutzen ihren Garten vorrangig zum<br />

Rasenmähen. Seinen wahren Wert übersehen sie, sein<br />

Genusspotenzial kosten sie nicht aus. So zumindest<br />

empfindet es unser Kolumnist Daniel Haser.<br />

Er öffnet die Augen für das Paradies im Kleinen.<br />

Und für die Poesie, die nur die Natur schreiben kann.<br />

33 Jahre alt,<br />

Landwirt aus Bad Bayersoien,<br />

Vorsitzender im<br />

Gartenbauverein<br />

DANIEL HASER<br />

Geschichte:<br />

Mit dem Haserhof fing 2016 alles an. Daniel Haser betrieb ihn<br />

ohne Subventionen. Unabhängig. Um seine Ideen zu leben. Im<br />

Zentrum stand die Nachhaltigkeit. Das gilt bis heute. Daniel<br />

Haser will einen Gegenentwurf zur Wegwerfgesellschaft<br />

schaffen, lebt nach dem Grundsatz, Nährstoffkreisläufe zu<br />

schließen. Seinen Hofladen jedoch hat er derzeit geschlossen.<br />

Bei der Hagel-Katastrophe im August 2023 wurde sein Betrieb<br />

stark beschädigt. Derzeit arbeitet er am Wiederaufbau.<br />

Foto: Sebastian Gabriel<br />

34 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Früher war es in unseren Gefilden, wie heute noch in vielen<br />

Teilen der Welt, existenziell, einen Garten zu besitzen und zu<br />

bewirtschaften. Durch unseren Wohlstand aber ist er keine<br />

Notwendigkeit mehr, sondern Privileg und Prestige. Niemand muss<br />

mehr sein Essen und seine Medizin selbst produzieren. Dadurch<br />

wurde aus dem vormaligen Zwang eine freiwillige Beschäftigung.<br />

Aber ein Garten bedeutet mehr als ein Hobby. Viel mehr.<br />

Der eigene Garten ist die Erweiterung des Wohn- und Lebensraums.<br />

Er ist Wohnzimmer, Kinderzimmer, Spielplatz für Erwachsene,<br />

Wellnessoase, Lebensmittelproduktion, Urlaubsort,<br />

Sportplatz, Schlafzimmer, Büro. Er ist ein Ort, den jeder nach<br />

seinem Willen und nach seinen Interessen erschaffen kann.<br />

Das Formen, Verformen und Informhalten bringen Arbeit und<br />

Schweiß mit sich – doch es lohnt sich. Ich erinnere mich dabei an<br />

eine Maxime aus der Barockzeit: sich die Erde untertan machen.<br />

Zweifellos klingt dies überaus pathetisch, aber im Grunde trifft<br />

es zu, dass wir hier unser Stück Erde gestalten und die Natur<br />

lenken können. Das eigene Fleckchen Boden wird so zu einem<br />

ganzheitlichen Erleben für Körper und Geist mit allen Sinnen.<br />

Aufregendes Schauspiel statt<br />

Einöde des Computers<br />

Durch Obst, Gemüse und Kräuter produzieren die Natur und die<br />

Sonne einen Geschmack, der bis in die letzten Nuancen autonom<br />

ist. Unterschiedliche Böden lassen bei gleichen Kulturen im Mikro-<br />

Bereich eigene Geschmäcker entstehen. In der Weinwelt spricht<br />

dabei jeder vom „Terroir“. Es meint die gesamte natürliche Umgebung,<br />

in der der Wein wächst. Boden, Klima, Wetter, Temperaturen,<br />

Topografie. Insbesondere der Riesling ist bekannt dafür, die<br />

Bodeneigenschaften gut im Aroma wiederzugeben – von spritzig<br />

erfrischend bis erdig mineralisch. Wie schmeckt Ihr Garten?<br />

„<br />

Es gibt nur eine<br />

Heilkraft, und das ist<br />

die Natur; in Salben und<br />

Pillen steckt keine.<br />

Blumen, Stauden, Büsche und Bäume sorgen für optische Reize.<br />

Durch saftige Farben und zierliche Strukturen wird das Auge<br />

positiv gefordert und befriedigt. Das satte Grün von fleischigen<br />

Nussbaumblättern. Die filigranen femininen Formen der Blüten,<br />

symmetrisch perfekt. Der hypnotische Tango der Blätter und Äste<br />

im Wind, mal forsch und fordernd, mal langsam und betörend.<br />

Sonne, Schatten, hell, dunkel wechseln sich ab wie Liebe und Lei-<br />

“<br />

Arthur Schopenhauer<br />

denschaft. Ein aufregendes Schauspiel für die Augen im Gegensatz<br />

zur sinnlichen Verkümmerung vor dem unnatürlichen Computer.<br />

Das Leben in den Garten verlegen<br />

Die schönste Zeit im Garten ist für mich der Sommer. Alles blüht,<br />

die Natur zeigt ihre prachtvolle Potenz. Siesta unter dem Apfelbaum,<br />

das Gras kitzelt, der Körper entspannt sich. Die Lungen freuen<br />

sich über den frischen Sauerstoff. Lauschen Sie dem feinen Rauschen<br />

der Blätter und dem Zwitschern der Vögel. Zierliche Äpfel<br />

mit knallroten Backen hängen jetzt im Spätsommer an den Ästen.<br />

Bunte Blüten strömen einen für uns Menschen wohligen Geruch<br />

aus, für Insekten ein Lockmittel, das ihnen saftigen Nektar<br />

verspricht. Mühsam arbeiten sie sich zum Teil in die engen Blüten<br />

hinein – welch faszinierendes Theater. Genauso wie die Bienen<br />

und Schmetterlinge, wie sie von Pflanze zu Pflanze fliegen,<br />

dabei die Pollen übertragen und dafür sorgen, dass die Blume<br />

im nächsten Jahr ihre Schönheit wieder präsentieren kann.<br />

Mein Appell: Benutzt eure Gärten. Macht alles draußen, was ihr<br />

normalerweise drinnen macht, sobald das Wetter es zulässt. Im<br />

Garten schlafen, essen, lesen, Besuch empfangen. Um es mit Henry<br />

David Thoreau zu sagen „Der Mensch ist umso reicher, je mehr<br />

Dinge er liegen lassen kann.“ In diesem Sinne: Genießt eure Gärten,<br />

euer eigenes Stück Erde.<br />

n<br />

BIO-RESTAURANT & BIERBRAUEREI IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN<br />

WIR FREUEN UNS AUF DICH IM BIERGARTEN!<br />

Das Restaurant im Hotel Garmischer Hof in Garmisch-Partenkirchen bietet eine<br />

gemütliche Atmosphäre und serviert regionale sowie internationale Gerichte. Mit einem<br />

Fokus auf frische, saisonale Zutaten ist es ein beliebter Ort für Hotelgäste und Besucher.<br />

100 % BAYERISCHES HANDWERK<br />

Wir machen ein handwerklich gebrautes Bier. Ohne<br />

Hopfendosiermaschine und ohne Vollautomaten.<br />

Es ist unbehandelt, sprich nicht filtriert, erhitzt oder<br />

gefärbt und fließt direkt vom Tank zum Ausschank.<br />

Als sogenanntes Keller- oder Zwickelbier, das ihr frisch<br />

genießen und, ebenfalls nach althergebrachter Weise,<br />

gerne schon früher begutachten könnt. Denn Teil<br />

unserer Brauhausphilosophie ist auch der freie Blick<br />

ins Sudhaus und in die offenen Gärtanks. Ein Prosit!<br />

UNSERE SPEISEKARTE<br />

Unsere Speisekarte reicht vom<br />

klassischen Schweinebraten bis<br />

hin zur deftigen Brotzeit. Auch<br />

Vegetarier und Veganer finden<br />

bei uns raffinierte Schmankerl.<br />

100 % Biologisch. Garantiert!<br />

Chamonixstraße 10<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

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14:30 – 22:00 Uhr<br />

DE-ÖKO-006<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 35


REZEPTTIPP<br />

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CHUTNEY<br />

1 Kilogramm Äpfel<br />

2 bis 3 mittelgroße Zwiebeln<br />

250 Gramm Zucker<br />

1 Schuss Essig<br />

1 Prise Salz<br />

Pfeffer<br />

Muskat<br />

15 Gramm Ingwer<br />

1 Stück Zimtstange<br />

1 Tasse Espresso<br />

ZIEGENKÄSE<br />

4 Stück Ziegen-Weichkäse-Rollen<br />

Brauner Zucker<br />

36 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Alles für die<br />

Küche...<br />

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GEBURTSDATUM: 27. Juni 1978<br />

WOHNORT: Mittenwald<br />

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IM KLEINEN KARTOFFELSACK SEIT Juli 2020<br />

DARUM HABE ICH DIESES GERICHT GEWÄHLT:<br />

„Es ist ein Liebling auf unserer Speisekarte –<br />

auch ohne Kartoffeln. Und schmeckt einfach<br />

richtig gut. Das Chutney hält besonders<br />

lang und ist sehr vielseitig einsetzbar.“<br />

Garmisch-Partenkirchen<br />

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Tel. 0 88 21 / 5 99 09<br />

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Fotos: Thomas Sehr<br />

Zubereitung<br />

Zunächst die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden,<br />

anschließend mit Zucker und Essig unter ständigem<br />

Rühren zum Kochen bringen und circa 20 Minuten<br />

leicht köcheln lassen. Gelegentlich umrühren und darauf<br />

achten, dass das Ganze nicht zu dunkel wird.<br />

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und ebenfalls in kleine Würfel<br />

schneiden. Diese nun zu der Zwiebelmasse geben und mit den<br />

Gewürzen weitere 30 Minuten sanft köcheln lassen und umrühren.<br />

Zum Schluss einen frisch aufgebrühten Espresso dazugeben<br />

und anschließend das Ganze in Marmeladengläser abfüllen.<br />

Den Ziegenkäse in dicke Scheiben schneiden und bei 80 Grad<br />

Umluft im Ofen erwärmen. Anschließend mit braunem Zucker<br />

bestreuen und mit einem kleinen Flämmer karamellisieren.<br />

Den Ziegenkäse nun mit dem Chutney anrichten. Dazu<br />

schmeckt frischer Blattsalat und ein Stück Brot.<br />

TIPP<br />

Das Chutney passt auch super zu einem kräftigen Bergkäse, zu<br />

geräucherter oder gebratener Entenbrust oder einfach zu einem<br />

guten frischen Brot. Es ist, wie im Rezept beschrieben, im Weckglas<br />

gut haltbar, man kann es aber auch problemlos einfrieren. n<br />

Raphaela & Barry Caselton<br />

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10. Oktober <strong>2024</strong><br />

14. November <strong>2024</strong><br />

12. Dezember <strong>2024</strong><br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 37


BUCHGESCHICHTEN<br />

Ein Bürgermeister<br />

mit viel Fantasie<br />

Über Abenteuer schreibt Jörg Steinleitner.<br />

So manche davon haben seine Kinder erlebt<br />

in ihrer besonderen Bullerbü-Welt. Über<br />

seine eigenen Abenteuer hat der Riegseer<br />

(53) noch kein Buch geschrieben. Dabei hat<br />

der handylose Bürgermeister viel zu erzählen.<br />

Text: Tanja Brinkmann · Fotos: Nana Klaass, privat<br />

Foto: Nana Klaass<br />

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38 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Raus aus dem Versteck,<br />

rein in die Altersvorsorge!<br />

An vielen Orten hat Jörg Steinleitner schon gelebt. Nirgends<br />

aber fühlt er sich so zuhause wie in und am Riegsee.<br />

Jörg Steinleitner fühlt sich an vielen Orten daheim. Im westlichen<br />

Allgäu, wo er aufgewachsen ist. In Paris, wo er fünf<br />

Jahre mit seinen Eltern lebte und in die Schule ging. In<br />

München, insbesondere im Glockenbachviertel. Dort lebte er<br />

als Jurastudent und während seiner beruflichen Anfänge. Dort<br />

kamen seine drei Kinder zur Welt. Seine Heimat aber fand er mit<br />

seiner Familie in Riegsee. 2008 war das, nachdem er und seine<br />

Frau Nana Klaass eineinhalb Jahre lang eine größere Wohnung<br />

gesucht hatten. 75 Quadratmeter zu fünft waren einfach<br />

zu wenig. An einem Nachmittag im Spätsommer machten sie<br />

sich auf ins Blaue Land. Der Hof gefiel ihnen sofort. Als Steinleiter<br />

zur Badestelle ging, die in ein warmes Licht getaucht war,<br />

wusste er, dass er angekommen ist. An diesem Ort würden seine<br />

beiden Töchter und sein Sohn eine Bullerbü-Kindheit erleben.<br />

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82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

huk.de/vm/sandra.pereiradossantos2<br />

Geschichten, wie sie Astrid Lindgren<br />

erzählen könnte<br />

Foto: privat<br />

Genau so kam es. Frei sind sie aufgewachsen. Im Wald, auf den<br />

Wiesen, am See tobten sie sich aus. Erfanden Spiele oder langweilten<br />

sich auch mal. Alles, was sie dort erlebten, beschreibt<br />

der Rechtsanwalt und Autor in seinen Kinderbüchern. Vier<br />

hat der 53-Jährige nach elf Krimis mittlerweile veröffentlicht.<br />

Die ersten beiden mit seiner damals zwölfjährigen Tochter<br />

Jona, die auch als Autorin auf dem Cover steht. „Juni im Blauen<br />

Land“ erschien 2016, „Juni und der Honigdieb“ folgte 2018.<br />

Geschichten, wie sie Astrid Lindgren erzählen könnte. In denen<br />

Kinder einen unbeschwerten Sommer erleben, ohne Zwänge.<br />

Darum geht es auch in den spannenden Fällen der Barfuß-Bande,<br />

mit denen Steinleitner in den kommenden eineinhalb Jahren<br />

auf Lese-Tour ist. Die Geschichten über tiefe Freundschaften und<br />

Abenteuer kommen an. Steinleitners Zuhause spielt dabei immer<br />

eine Rolle. Beispielsweise will die Bande in ihrer „Reise über alle<br />

Berge“ nach Italien radeln. Zwar heißt das Dorf, in dem sie starten,<br />

nicht Riegsee. „Man erkennt aber die Örtlichkeiten, wenn sie die<br />

Loisach entlang Richtung Mittenwald fahren.“ Auch im zweiten<br />

Band über die geklaute Oma wissen Ortskundige schnell, wo die<br />

Barfüße ermitteln. In einer „kunterbunten Wohlfühllandschaft“.<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 39


Beherrscht das Spiel mit der Mimik: Das<br />

zeigt Jörg Steinleitner auch auf Lesungen.<br />

„Das Dorfleben ist ein großes Geschenk“<br />

Seine Kinderbücher sind somit auch Liebeserklärungen an<br />

seine Heimat, die ihm viel gegeben hat und der er etwas zurückgibt.<br />

„Das Dorfleben ist ein großes Geschenk.“ Man interessiert<br />

sich füreinander. Schaut auch auf die Kinder der<br />

Nachbarn – „und wird so zum sozialen Wesen“. Seit 2020 ist<br />

Steinleitner ehrenamtlicher Bürgermeister von Riegsee. Und<br />

als solcher eine Rarität. Denn er besitzt kein Handy. Alle haben<br />

ihm damals gesagt, das könne er nicht machen, das werde<br />

nicht funktionieren. Aber es funktioniert. In der Regel erreicht<br />

man ihn am Festnetz im Rathaus oder in seinem Büro. Oder<br />

man hinterlässt eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter.<br />

Seit fünf Jahren lebt Steinleitner smartphonefrei. Seiner älteren<br />

Tochter Jona gab er sein Handy mit, als sie sich 2019 zum Schüleraustausch<br />

nach Frankreich verabschiedete. Er vermisste es nicht.<br />

Zumal er ein Smartphone auch als Stressfaktor sieht. „Ohne ist<br />

man entspannter und weniger abgelenkt.“ So lässt er sich voll und<br />

ganz auf die Menschen ein, mit denen er zu tun hat, sie haben seine<br />

ganze Aufmerksamkeit. Seine Kinder, heute 21, 18 und 15 Jahre<br />

alt, haben erst spät ein Mobiltelefon bekommen. Steinleitner ist<br />

überzeugt, dass sie sich deshalb so gut konzentrieren können.<br />

Jörg Steinleitner genießt das Leben auf dem Land, seine<br />

Bücher sind auch eine Liebeserklärung an seine Heimat.<br />

www.olympiabad.at<br />

Foto oben: privat | Foto rechts: Nana Klaass<br />

40 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Die Familie, gutes Essen, zusammensitzen und viel reden.<br />

Das zählt für ihn. Genau wie Sport. Drei- bis fünfmal<br />

die Woche geht er ins Fitnessstudio, um seinen Rücken<br />

zu stärken und anschließend in der Sauna zu entspannen.<br />

Kleine Auszeiten, bei denen er Kraft tankt, um Bücher zu<br />

schreiben und sich für seine Wahlheimat einzusetzen.<br />

Als Bürgermeister<br />

„ganz nah dran an den Menschen“<br />

Das Engagement als Bürgermeister umschreibt er als „eher nicht<br />

so üppig bezahlte Tätigkeit“. Aber sie erfüllt ihn. Auch, weil er und<br />

sein Vize Georg Miller ein gutes Team bilden. „Ohne ihn wäre das<br />

alles nicht denkbar, wir machen alles auf Augenhöhe.“ Gemeinsam<br />

beackern sie die großen Themen im Dorf – alles rund ums Wasser,<br />

vom Niederschlags- übers Trink- bis zum Abwasser, und alles rund<br />

um Familien. Steinleitner würde sich oft praktische Lösungen<br />

wünschen. Und mehr Rückhalt von der großen Politik. „Es ist ärgerlich,<br />

dass den Gemeinden immer mehr Pflichten auferlegt werden,<br />

ohne sie mit den nötigen personellen und finanziellen Mitteln<br />

auszustatten.“ Das gelte gerade im Bereich Kinderbetreuung.<br />

Zeit für eine<br />

Veränderung?<br />

Die können Sie sich nehmen!<br />

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Knapp 1300 Einwohner zählt sein Dorf mit den neun Gemeindeteilen.<br />

Etwas Positives will er im Leben der Bürger bewirken,<br />

das treibt ihn an. Und er glaubt, das mit Miller auch zu erreichen.<br />

„Wir sind ganz nah dran an den Menschen, wissen, wo<br />

der Schuh drückt.“ Ob er eine weitere Periode dranhängen will,<br />

sagt Steinleitner nicht. Er und sein Vize, der 2020 ebenfalls als<br />

Bürgermeister kandidiert hat, halten Kontinuität für wichtig.<br />

„Einer von uns beiden muss also auf alle Fälle weitermachen.“<br />

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Erst einmal nur Kinderbücher<br />

Als Rechtsanwalt arbeitet Steinleitner mittlerweile nur noch<br />

sporadisch. Nachdem er 2021 seine Kanzlei in München aufgegeben<br />

hat, springt er bei Kollegen in Weilheim als Urlaubsvertretung<br />

ein. Vor allem aber kümmert er sich um die Belange der Gemeinde<br />

und schreibt seine Bücher. Mit dem Roman „205.293 Zeichen“ fing<br />

er 1998 an, mit „Hirschfänger“ machte er 2004 weiter. Derzeit<br />

arbeitet er nur an neuen Werken für Kinder. „Für Krimis brauche<br />

ich mehr Ruhe, die habe ich als Bürgermeister nicht.“ Im neuen<br />

Werk spielt eine außergewöhnliche Oma eine wichtige Rolle. Das<br />

ganze Barfußbanden-Abenteuer gibt es ab Frühjahr 2026 zu lesen.<br />

Zudem fungiert er als Chefredakteur von buchszene.de, einer<br />

Plattform, auf der ausgewählte neue Bücher vorgestellt werden.<br />

„Deshalb muss ich sehr viel lesen.“ Aktuell „Hallo, du Schöne“<br />

von Ann Napolitano. Er wartet noch darauf, dass es ihn packt.<br />

Wischen statt umblättern, also digitales Lesen, versucht<br />

Steinleitner zu vermeiden. Er mag analog. Ein Buch will<br />

er anfassen. Mit Menschen möglichst persönlich in Kontakt<br />

treten. Und er will nicht nur von Abenteuern schreiben,<br />

sondern sie selbst erleben, mit seiner Familie.<br />

Nach wie vor fahren sie zu fünft in den Urlaub. „Es ist total<br />

cool, dass die Kinder noch dabei sind.“ Mit dem Auto bereisten sie<br />

schon Kaliningrad, Bukarest und Finnland. An Pfingsten waren<br />

sie in der Toskana, im Sommer ging es nach Slowenien. Oft sind sie<br />

in Skandinavien unterwegs, nachdem seine Frau Halbschwedin<br />

ist. Was sie jedes Mal bei ihrer Rückkehr merken: „Wie schön es in<br />

Riegsee ist.“<br />

n<br />

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Direkt an der Loisach gelegen sind wir der<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 41


GEMEINSAM GEGEN MÜLL<br />

Sauber<br />

bleim<br />

JEDER<br />

KANN SO<br />

LEICHT<br />

ETWAS<br />

TUN<br />

42 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


DER KLEINE BEITRAG<br />

FÜR DIE SCHÖNE NATUR<br />

Es ist so einfach: Jeder nimmt seinen Müll wieder mit. Und die<br />

Natur bleibt, wie jeder sie haben will. Dafür steht die Aktion<br />

„Sauber bleim“. Und pünktlich zum Herbst sind die neuen Müllsackerl da.<br />

Text: Katharina Bromberger • Foto: Anton Brey<br />

„Sauber bleim“ ist unser Beitrag, um die Natur ein bisschen<br />

sauberer zu machen. Unser Appell, sie zu schützen. „Sauber<br />

bleim“ ist unsere Herzensangelegenheit. Damit die Berge<br />

und Seen so schön bleiben, wie sie eigentlich sind. Und wie<br />

sie doch jeder haben will. Deshalb haben die <strong>Bergwelten</strong> vor<br />

einigen Jahren gemeinsam mit der Bayerischen Zugspitzbahn,<br />

dem Zugspitzdorf Grainau und GaPa Tourismus die Initiative<br />

gestartet. Weil sich jeder so leicht für ein bisschen heile Welt<br />

einsetzen kann: einfach den Müll wieder mitnehmen.<br />

Mit eigenen Sauber-bleim-Müllsackerln aus recyceltem<br />

Material – die neue Lieferung ist schon eingetroffen –, die an den<br />

Bergbahnen und den Tourist Infos in Grainau und Garmisch-<br />

Partenkirchen ausgegeben werden, mit Informationsarbeit<br />

und Aktionen wollen wir sensibilisieren und appellieren.<br />

Auf Trail-Running-Events waren die Sackerl bereits im Einsatz,<br />

bei denen die Läufer bewiesen: Sporteln und auf eine saubere<br />

Umwelt achten, das passt bestens zusammen. Zudem gab es<br />

mit dem Deutschen Skilehrerverband und vielen heimischen<br />

Skilehrern die Aktion „Pisteputzen“ im Skigebiet Garmisch<br />

Classic. Auch an Schulen befassen sich Lehrer und Kinder mit<br />

dem Thema Abfall und dem Schutz der Ökosysteme, Buben und<br />

Mädchen der Zugspitz-Realschule sammelten mit den grünen<br />

Sauber-bleim-Sackerln im Ort fleißig Müll. Danke an alle, die<br />

sich beteiligen.<br />

n<br />

Alle Infos auf thebrettz.com/bergwelten<br />

Videos und mehr auf Instagram bergwelten_gap<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 43


PORTRÄT<br />

Hauptberuflich Kameramann,<br />

im Nebenjob Schatzsucher:<br />

Manuel Brückl.<br />

Elektromeister und Energieberater<br />

seit 1966<br />

Drechslerei<br />

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D-83324 Ruhpolding<br />

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Foto: ZDF/Sascha Baumann<br />

44 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


DER<br />

GEHEIMNISJÄGER<br />

Mit einem Buch fing es an. Danach wollte der kleine Manuel Brückl selbst<br />

Verborgenes finden, er marschierte in den Wald, brachte Stahlhelme<br />

und Handgranaten mit nach Hause. Heute ist der Großweiler Kopf eines<br />

professionellen Schatzsucher-Teams. Ihr Ziel: die Wahrheit finden.<br />

Text: Peter Reinbold • Fotos: ZDF, Bartl, Reinbold<br />

Bei „Was bin ich“, einem Fernsehklassiker der 1950erund<br />

60er-Jahre, musste sich der Kandidat erst einmal<br />

für ein Wunschschweinderl entscheiden, das bei<br />

jeder „Nein“-Antwort mit einem Fünfmarkstück gefüttert<br />

wurde. Dann bat ihn Gastgeber Robert Lemke darum, eine<br />

typische Handbewegung auszuführen, die seine Beschäftigung<br />

beschreiben und die das Rateteam herausfinden sollte.<br />

Wäre Manuel Brückl (58) irgendwann im Münchner TV-Studio<br />

gesessen, hätte er wohl beide Hände benutzt und damit<br />

nach links und rechts gewischt. Beim Frage- und Antwortspiel<br />

danach hätte sich sein Schweinderl vermutlich schnell<br />

gefüllt. Denn diesen Beruf errät niemand so schnell. Manuel<br />

Brückl ist Kopf des X-Teams „Die Geheimnisjäger“.<br />

Piepsend durchs Murnauer Moos<br />

Ungezählte Male hat Brückl, der in Großweil zu Hause ist, in<br />

seinem Leben schon diese Links-Rechts-Bewegung gemacht,<br />

immer, wenn er mit einem Metalldetektor den Boden absuchte.<br />

Die landläufigen Geräte, die man im Internet schon für unter<br />

100 Euro erstehen kann, gehören längst nicht mehr zu seiner<br />

Ausrüstung. Größe verspricht Erfolg. Zusammen mit dem Starnberger<br />

Stefan Rieder (65) schleppt er einen schwarzen Ring von<br />

rund einem Meter Durchmesser, den sie mit einem Tragegurt in<br />

wenigen Zentimetern Höhe über den Boden führen, an einem<br />

heißen Spätsommertag durchs Murnauer Moos. „Der findet<br />

Metall noch in vier Metern Tiefe“, sagt Brückl. Es piepst ununterbrochen,<br />

irgendwo liegt immer irgendwas. Je intensiver der Ton,<br />

desto wahrscheinlicher, dass sich etwas Metallhaltiges im Boden<br />

verbirgt. „Laut Hersteller der stärkste Detektor der Welt“, erklärt<br />

Brückl. Genau den braucht das X-Team „Die Geheimnisjäger“. Die<br />

Bezeichnung hat sich ihr Chef als Markenname eintragen lassen.<br />

X-Team – das klingt ein bisschen nach den Superhelden X-Men<br />

aus dem Marvel-Universum oder der Fernsehserie X-Files<br />

(X-Akten), in der die FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder<br />

mysteriöse Fälle aufklären. Die zwölf Männer des X-Teams – die<br />

Echt. Scharf. Sehen.<br />

Drinnen oder Draussen,<br />

Droben oder Drunten ...<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 45


Großes Talent für das Suchen und Finden<br />

Er besitzt ein Talent für das, was er in seiner Freizeit tut. Das<br />

liege an seiner gesteigerten Wahrnehmung, vermutet er.<br />

Die hilft ihm auch in seinem Beruf als Kameramann. Häufig<br />

arbeitet er für das ZDF, vor allem für die 37-Grad-Serie, dreht<br />

Dokumentationen, auch über die geheimnisvollen Dinge, nach<br />

denen er forscht. Oft spielt die Nazizeit dabei eine Rolle. Vor allem<br />

das verschollene Nazi-Gold, das irgendwo in den Bayerischen<br />

Alpen – nicht wenige glauben, bei Garmisch-Partenkirchen oder<br />

Mittenwald – vergraben oder in einem See versenkt worden<br />

sein soll. Derzeit beschäftigt er sich mit dem Wettersteinschatz.<br />

Das Ergebnis seiner Recherchearbeit soll irgendwann im<br />

Fernsehen laufen. Bei öffentlich-rechtlichen Sendern hat er<br />

den Film eingereicht, ob und wann sie ihn ausstrahlen, ist<br />

noch offen. Den Trailer zeigt Brückl auf seinem Laptop.<br />

Ein eingespieltes Team bei der Schatzsuche<br />

sind Stefan Rieder (l.) und Manuel Brückl.<br />

meisten aus dem südlichen Bayern – wollen weder die Welt<br />

retten noch jagen sie Außerirdische. Mit den Dingen, die vor der<br />

Öffentlichkeit verborgen sind, beschäftigen sie sich aber schon,<br />

sie bezeichnen sich selbst als Schatzsucher. Alle eint ein Drang.<br />

„Wir wollen die Wahrheit finden“, sagt Brückl. Dafür haben sich<br />

die Forscher und Experten verschiedenster Disziplinen, darunter<br />

Historiker und Kriminalisten, zu einem Netzwerk zusammengefunden.<br />

Das X im Namen haben sie gewählt, „weil in alten<br />

Karten häufig die Fundstelle eines Schatzes derart markiert ist“.<br />

Die Leidenschaft, nach verlorenen oder unentdeckten Sachen zu<br />

suchen – und sie vor allem auch zu finden –, hat sich bei Brückl<br />

früh entwickelt. Geweckt hatte die Faszination ein Buch über<br />

den Troja-Entdecker Heinrich Schliemann. Schon als Bub ging<br />

er selbst auf Entdeckungstour, schleppte Handgranaten und<br />

Stahlhelme aus dem Wald. „Kistenweise.“ Mit elf Jahren kaufte<br />

er sich, erspart von seinem Taschengeld, seinen ersten Metalldetektor.<br />

„Meine Eltern sind wahnsinnig geworden mit mir.“<br />

Bedeutungsschwangere Musik, Nebel wabern durch die Alpen:<br />

gezeigt wird, wie ein Verwandter beim Durchstöbern seines<br />

Erbes auf eine Schatzkarte stößt. Die kleine Skizze ist gut lesbar.<br />

Akribisch hat ein Unbekannter – vermutlich ein Offizier – in einer<br />

Tabelle die Größe eines vergrabenen Schatzes aufgeschrieben: 56<br />

Kilogramm Gold, Hunderte Münzen und vieles mehr. „Ein Wert<br />

von geschätzt vier Millionen Euro“, meint Brückl. Er und sein<br />

X-Team nehmen die Arbeit auf. Die Suche bleibt ohne Ergebnis<br />

– und damit ohne Ertrag. Das passiert gar nicht so selten.<br />

Über seine wertvollen Funde spricht Brückl nicht. Lieber über<br />

die weniger erfolgreichen Einsätze wie vor einigen Jahren, als<br />

ihm ein Bauer in Niederbayern erzählte, dass in den letzten Tagen<br />

des Zweiten Weltkriegs auf einem seiner Felder ein Flugzeug<br />

abgestürzt sei. Angeblich eine Me 262, das erste in Serie gebaute<br />

Strahlflugzeug. Brückl ist interessiert, er weiß, dass es dafür einen<br />

Markt gibt, vor allem Sammler in den USA. Er beginnt zu suchen –<br />

und findet. Allerdings keine Me 262, sondern eine Messerschmitt<br />

Bf 109. Die ist weniger begehrt. Sie bleibt in der Erde, weil die<br />

Bergungskosten den Verkaufserlös überstiegen hätten. Das<br />

Graben und Heben hätte Brückl nicht einmal filmisch vermarkten<br />

können. „Aber zumindest konnten wir eine Legende enträtseln.“<br />

„50 Prozent sind dubios“<br />

Die Kundschaft, die Brückl und das X-Team um Rat und Hilfe<br />

bittet, ist bunt gemischt. Darunter sind normale Menschen,<br />

die einfach etwas verloren haben. „50 Prozent sind allerdings<br />

dubios.“ Viele bewegen sich auf der okkulten Schiene. „Die<br />

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46 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Mit dem Hochleistungsdetektor unterwegs im<br />

Murnauer Moos: Noch in vier Metern Tiefe finden<br />

Manuel Brückl (l.) und Stefan Rieder damit Metall.<br />

sitzen mit dem Pendel über Karten und hoffen auf<br />

Hilfe von oben oder aus dem Jenseits.“ Der Kreis<br />

jener Menschen, die auf Schatzsuche sind, ist in den<br />

zurückliegenden Jahren enorm gewachsen. Mittlerweile<br />

soll es rund 15.000 geben. Corona hat in Brückls<br />

Augen dazu seinen Beitrag geleistet. „Die Menschen<br />

wollten raus in die Natur und das Angenehme mit dem<br />

Nützlichen verbinden – nämlich einen Schatz finden.“<br />

Als Prototyp des Jägers der verlorenen Schätze gilt<br />

Indiana Jones. Schlapphut, Lederjacke, Peitsche. In fünf<br />

Blockbustern ist der von Harrison Ford verkörperte Typ<br />

über die Kinoleinwände geflimmert, ein Abenteuer jagte<br />

das nächste. Mit alldem kann Brückl nicht dienen. Er trägt<br />

Poloshirt und Jeans und mit Abenteuern, in denen es um<br />

Leib und Leben geht, hatte er auch noch nicht zu tun.<br />

„Spannend ist die Suche nach verlorenen, verborgenen<br />

oder versteckten Dingen aber schon.“ Manchmal kommt<br />

er dabei auch mit dem Verbrechen in Kontakt.<br />

Für manche Banden – Brückl siedelt sie im osteuropäischen<br />

Raum an, aber es gebe auch deutsche Kriminelle – hat sich<br />

das Wühlen in der Erde als einträgliche Einnahmequelle<br />

herausgestellt. „Die nehmen alles, was sie kriegen können.<br />

Der Schwarzmarkt blüht.“ Im vergangenen Jahr soll ein<br />

bulgarischer Trupp bei Nacht und Nebel ein Feld bei<br />

Schlehdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) „mit<br />

großem Gerät“ umgegraben haben. „Die haben gewusst,<br />

dass es etwas zu finden gibt, ansonsten wären sie gar nicht<br />

gekommen“, glaubt Brückl. Die Region, Siedlungsgebiet<br />

der Kelten, bevor die Römer das Alpenvorland besetzen,<br />

birgt Zeugen der damaligen Zeit. Münzen zum Beispiel.<br />

Brückls Interesse daran ist nicht mehr sehr groß. „Für<br />

uns ist das Beifang. Wir verstehen uns nicht mehr nur<br />

als Schatzsucher. Wir sind eher Geheimnisjäger.“<br />

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<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 47


Ständig schlägt der Metalldetektor an, doch bei Weitem nicht jedes Piepsen deutet auf einen Schatz hin.<br />

Bayern: Einst Paradies für Schatzsucher<br />

Als Eldorado für Schatzsucher und Sondengänger galt Bayern<br />

bis vor zwei Jahren noch. Diese Zeiten sind vorbei, nachdem das<br />

bayerische Kabinett Anfang August 2022 das sogenannte Schatzregal<br />

eingeführt hat, das bereits in allen anderen Bundesländern<br />

gilt. In Bayern herrschte bis dahin noch das Prinzip der Hadrianischen<br />

Teilung, die im Bürgerlichen Gesetzbuch festgeschrieben<br />

ist. Eigentümer eines archäologischen Fundes waren bei dieser<br />

Regelung jeweils zur Hälfte der Finder und der Eigentümer des<br />

Grundstücks, auf dem der Schatz lag. Nun geht das Eigentum an<br />

archäologischen Fundstücken an den Staat über. Grundstückseigentümer<br />

werden ab einem bestimmten Wert entschädigt.<br />

Dieses ehemalige bayerische Alleinstellungsmerkmal ließ den<br />

Grabungstourismus florieren und trieb seltsame Blüten. Einen<br />

besonderen Fall kennen Brückl und sein Kollege Rieder. Im<br />

Westen der Republik hatte ein Schatzsucher Münzen von beträchtlichem<br />

Wert ausgegraben. Klammheimlich soll er sie in<br />

Absprache mit dem Grundbesitzer auf ein Feld im Alpenvorland<br />

in die Nähe einer Kleinstadt gebracht haben. Dort wurde<br />

die Entdeckung heftig beklatscht. Als die Münzen Rieder zufolge<br />

von Experten untersucht wurden, nahmen die auch die<br />

Bodenpartikel, die noch auf den Fundstücken klebten, genauer<br />

unter die Lupe. Das Ergebnis: „Erde in dieser Zusammensetzung<br />

kommt in dieser Region Bayerns gar nicht vor“, sagt Diplom-Ingenieur<br />

Rieder. Geheim blieb dieser Betrug nicht, letztlich aber<br />

störte sich niemand daran. „Alle waren zufrieden: der Finder,<br />

der Grundstückseigentümer und der Freistaat, der die Münzen<br />

an ein Museum der Region weiterreichte“, weiß Brückl.<br />

Das Schatzregal ist ihm ein Dorn im Auge. Zum einen sieht er sich<br />

und alle anderen Schatzsucher, die sich an Recht und Gesetz gehalten<br />

haben, kriminalisiert, zum anderen fürchtet er, dass davon<br />

nicht der Staat profitieren und auch nicht der Raubgraberei ein Riegel<br />

vorgeschoben wird. „Dem Staat werden viele Funde verloren<br />

gehen, weil jetzt noch mehr in den Schwarzmarkt verschwindet.<br />

In anderen Bundesländern war das schon der Fall.“<br />

n<br />

Foto: Dominik Bartl<br />

48 <strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong>


Unsere<br />

Buchtipps<br />

Inspiration für Tiefblicke<br />

Historisch und spannend<br />

Königsplätze entdecken<br />

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Grattouren sind eine eigene Art der<br />

Bergsteigerei. Allein das Gehen fühlt<br />

sich anders an als bei klassischen<br />

Bergauf-Touren. Ausblicke sind noch<br />

intensiver, Tiefblicke noch eindrucksvoller.<br />

Der Himmel ist irgendwie näher<br />

und der Alltag im Tal noch weiter weg.<br />

Mit seinem Führer „Traumgrate der<br />

Ostalpen“ will Michael Pröttel „allen<br />

Bergsteigern diese eindrucksvolle Spielart<br />

des Bergsports näherbringen“ – was<br />

dem langjährigen Alpinjournalisten und<br />

Fotografen gelingt. Das Buch ist Inspiration<br />

auf 192 Seiten. Eine Motivation,<br />

Berge über besondere Routen zu erklimmen.<br />

Ansprechend hat Pröttel sein Buch<br />

gestaltet mit hochwertigen Bildern und<br />

allen wichtigen Informationen. Die 30<br />

Ziele teilt er in drei Schwierigkeiten<br />

ein: für Einsteiger, gemäßigte sowie<br />

ambitionierte Touren, bei denen man<br />

den Umgang mit dem Seil unbedingt beherrschen<br />

muss. Der Landkreis ist unter<br />

anderem mit Klassikern wie dem Mittenwalder<br />

Höhenweg (für Einsteiger),<br />

dem Jubiläumsgrat (gemäßigt) sowie<br />

dem Südwestgrat<br />

auf den<br />

Koflerturm<br />

(ambitioniert)<br />

über „Karwendelfels<br />

der<br />

Extraklasse“<br />

vertreten.<br />

Zudem greift<br />

Pröttel nahe<br />

Ziele auf.<br />

n kat<br />

192 Seiten | Bruckmann-Verlag<br />

ISBN 978-3-7343-2907-4 | 24,99 Euro<br />

Berlin liegt in Trümmern. Der Zweite<br />

Weltkrieg hat verheerende Spuren<br />

in der deutschen Hauptstadt hinterlassen<br />

– und bei den Menschen. Am<br />

Schlesischen Bahnhof kümmern sich<br />

Soldaten um Flüchtlinge, Heimkehrer<br />

und andere Überlebende. Furchtbare<br />

Zustände findet Alice Hardtleben vor.<br />

Mit Unterstützung eines Obersts der<br />

Roten Armee und Mitstreiterinnen<br />

von früher wagt sie den Neustart der<br />

Bahnhofsmission. Als Gregor Kramm<br />

auftaucht, steigt die Zuversicht. Doch<br />

der Mediziner ist nicht, wer er scheint.<br />

Und auch ihre Freundin Natalie, die<br />

einstige Abenteurerin, umgibt ein Geheimnis.<br />

„Eines Menschen Leben“ heißt<br />

Veronika Ruschs zweites Buch über die<br />

Bahnhofsmission, für das die Garmisch-<br />

Partenkirchnerin wieder tief in das<br />

historische Geschehen eingetaucht ist.<br />

Bestens gelingt es ihr, den Zeitgeist einzufangen.<br />

Lesen kann man dieses überaus<br />

spannende Buch auch unabhängig<br />

vom ersten Teil, doch noch mehr wirkt<br />

es, wenn man mit den Charakteren vertraut<br />

ist. Zudem<br />

erfährt man,<br />

wie es mit den<br />

offen gebliebenen<br />

Schicksalen<br />

weitergeht. So<br />

viel sei verraten:<br />

Rusch „hatte<br />

das Bedürfnis<br />

nach vielen<br />

Happy Ends“.<br />

n tab<br />

448 Seiten | Lübbe-Verlag<br />

ISBN 978-3-7<strong>57</strong>7-0005-8 | 16 Euro<br />

„Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir<br />

und anderen“, schrieb Ludwig 1876.<br />

Das ist ihm gelungen. Der mysteriöse<br />

Märchenkönig zieht die Menschen bis<br />

heute in seinen Bann. Seine Schlösser<br />

locken jedes Jahr Hunderttausende Besucher<br />

an. Sein Konterfei zählt zu den<br />

populärsten Marken Bayerns. Rüdiger<br />

Liedtke und Jochen Reiss haben sich auf<br />

Spurensuche durch den Freistaat und<br />

bis nach Mallorca begeben. In unterhaltsamen<br />

Texten führen sie im Buch<br />

„111 Orte Ludwigs II., die man gesehen<br />

haben muss“ an abgeschiedene und<br />

spektakuläre Plätze. Man erfährt, in<br />

welchem See der Prinz geschwommen<br />

ist und in welcher Hütte sich der Regent<br />

verkrochen hat. Neben Linderhof, dem<br />

Schachenschloss, dem Graswangtal, wo<br />

er ein byzantinisches Schloss bauen<br />

wollte, und dem Plansee, an dem ihm<br />

ein chinesischer Palast vorschwebte,<br />

finden sich in der Region weitere Orte,<br />

die einen Ausflug lohnen. Der Badersee<br />

etwa, in dem der König eine Nixe<br />

versenken ließ. Die Kreuzigungsgruppe<br />

in Oberammergau,<br />

die er als<br />

Dank für die<br />

Passions-Sondervorstellung<br />

spendierte.<br />

Oder die Posthalterei<br />

in<br />

Murnau, in der<br />

er sich königlich<br />

bewirten<br />

ließ. n tab<br />

240 Seiten | Emons-Verlag<br />

ISBN 978-3-7408-2096-1 | 18 Euro<br />

<strong>Bergwelten</strong> Herbst <strong>2024</strong> 49


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erscheint am 5. Dezember <strong>2024</strong><br />

Verlag<br />

Zeitungsverlag Oberbayern<br />

GmbH & Co. KG,<br />

Pfaffenrieder Str. 9<br />

82515 Wolfratshausen<br />

Verantwortlich für den Inhalt<br />

Stefan Hampel<br />

Anzeigenverkauf<br />

Romina Reinhard, Uli Halupczok,<br />

Andrea Holzer, Chiara Waffenschmidt<br />

Redaktion<br />

Katharina Bromberger, Tel. 08821/7<strong>57</strong>21<br />

Grafik<br />

Nina Wanke, PMS GmbH, Penzberg<br />

Kontakt Anzeigen<br />

Garmisch-Partenkirchner Tagblatt<br />

Alpspitzstraße 5a, 82467 GAP<br />

garmisch@merkurtz.media<br />

Tel. 08821/7<strong>57</strong>12, weitere Infos unter:<br />

www.merkurtz-mediacenter.de<br />

E-Mail Redaktion<br />

bergwelten@merkur.de<br />

Illustrationen:<br />

Panthermedia<br />

Druck<br />

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Dr.-Schalk-Str. 27, 82418 Murnau<br />

Tel. 08841 - 48875-0<br />

Fax 08841 - 48875-12<br />

Die <strong>Bergwelten</strong> erscheinen vierteljährlich<br />

in den Monaten März (Frühling),<br />

Juni (Sommer), September (Herbst)<br />

und Dezember (Winter).<br />

Erfüllungsort und Gerichtsstand für das Mahnverfahren<br />

ist München.<br />

Anzeigen politischen Aussageinhalts stellen<br />

allein die Meinung der dort erkennbaren Auftraggeber<br />

dar.<br />

Verteilung<br />

An alle Abonnenten des Garmisch-<br />

Partenkirchner / Murnauer Tagblatts mit einer<br />

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