13.09.2024 Aufrufe

Gesundheitswesen von morgen

Das Gesundheitswesen steht vor komplexen Herausforderungen, die dringend angegangen werden müssen, um einen Systemkollaps und dessen katastrophale Folgen zu verhindern. Diese Kampagne soll daher als Katalysator dienen, um notwendige Veränderungen anzustoßen und Lösungen aufzuzeigen, die das Gesundheitswesen heute nutzen kann, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Das Gesundheitswesen steht vor komplexen Herausforderungen, die dringend angegangen werden müssen, um einen Systemkollaps und dessen katastrophale Folgen zu verhindern. Diese Kampagne soll daher als Katalysator dienen, um notwendige Veränderungen anzustoßen und Lösungen aufzuzeigen, die das Gesundheitswesen heute nutzen kann, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET<br />

Ein umfassender Leitfaden für das <strong>Gesundheitswesen</strong><br />

Lesen Sie mehr unter www.zukunft-medizin.info<br />

<strong>Gesundheitswesen</strong><br />

<strong>von</strong> <strong>morgen</strong><br />

Dipl.-Ing. Siegfried Gierlinger<br />

Was muss man bei der Auswahl<br />

neuer technischer Geräte<br />

beachten?<br />

Seite 04<br />

Univ.-Prof. Dr. Dr.<br />

Wilfried <strong>von</strong> Eiff<br />

Vor welchen<br />

Herausforderungen steht das<br />

Beschaffungsmanagement in<br />

Krankenhäusern heute?<br />

Seite 10<br />

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar<br />

Der Leiter der Sektion Schmerz in der ÖGARI<br />

über altbekannte Fragen im Gesundheitssystem<br />

und die vielschichtigen Antworten darauf.<br />

Seite 02<br />

FOTO: ZVG<br />

Therapeutische Überwassermassage mit dem<br />

Wellsystem MEDWAVE Touch<br />

effiziente Therapie für Bewegungsapparat, Stoffwechsel, Psyche<br />

kontaktlos und ressourcenschonend, rasche Patientenwechsel<br />

vorbeugend: betriebliche Gesundheitsvorsorge für Pflegekräfte<br />

und andere belastete Berufsgruppen<br />

einfache Installation, rasch amortisiert<br />

NOVUM:<br />

3D-NACKEN-<br />

MASSAGE<br />

www.schuhfriedmed.at


2 | www.zukunft-medizin.info<br />

IN DIESER AUSGABE<br />

05<br />

FOTO: SHUTTERSTOCK<br />

VORWORT<br />

Das <strong>Gesundheitswesen</strong><br />

<strong>von</strong> <strong>morgen</strong> – Eine demokratische<br />

Aufgabe, was sonst!<br />

FOTO: SHUTTERSTOCK<br />

ÖVKT- Präsident DI.<br />

Martin Krammer, MSc<br />

Innovationen für eine bessere<br />

Patient:innenversorgung<br />

10<br />

Univ.-Prof. Dr. Dr.<br />

Wilfried <strong>von</strong> Eiff<br />

Beschaffungsmanagement im<br />

Krankenhaus<br />

VERANTWORLICH<br />

FÜR DIESE AUSGABE<br />

Wiktoria Bieniek<br />

Project Manager<br />

Univ.-Prof. Dr.<br />

Rudolf Likar<br />

Leiter der Sektion<br />

Schmerz<br />

in der Österreichischen<br />

Gesellschaft für<br />

Anästhesiologie,<br />

Reanimation und<br />

Intensivmedizin<br />

(ÖGARI) und<br />

Buchautor zahlreicher<br />

Werke<br />

über Reformen<br />

des <strong>Gesundheitswesen</strong>s.<br />

FOTO: ZVG<br />

Das <strong>Gesundheitswesen</strong><br />

<strong>von</strong> <strong>morgen</strong> steht vor<br />

jenen Herausforderungen,<br />

die auch schon Josef<br />

II. formulierte. Die grundlegenden<br />

Ziele sind und waren<br />

immer: die Förderung der<br />

Gesundheit und des Wohlbefindens<br />

der Bevölkerung. Die<br />

zentralen Aspekte sind sich<br />

ähnlich, auch, wenn wir längst<br />

einer völlig anderen Arbeitsund<br />

Beschäftigungspyramide<br />

gegenüberstehen. Gesundheit<br />

bekommen wir auch heute<br />

nicht geschenkt und Innovationen<br />

wachsen nicht auf<br />

Bäumen. Es geht nicht nur um<br />

bloßes Fehlen <strong>von</strong> Krankheit<br />

oder Streben nach einem<br />

umfassenden Wohlbefinden,<br />

sondern auch um Anpassung<br />

und Optimierung des aktuellen<br />

Gesundheitssystems. Was<br />

können wir dazu beitragen?<br />

Die Antwort darauf ist<br />

vielschichtig. Eine Kampagne<br />

wie „<strong>Gesundheitswesen</strong> <strong>von</strong><br />

<strong>morgen</strong>“ ist daher besonders<br />

wichtig, weil sie Ansätze bietet,<br />

die Ärzt:innen und Pfleger:innen,<br />

Krankenhausmanager:innen<br />

und IT-Spezialist:innen<br />

in den Erneuerungsprozess<br />

miteinbeziehen.<br />

Im Fokus der Beiträge dieser<br />

Ausgabe stehen Medizintechnik,<br />

Hygiene und Facility<br />

Management – Begriffe, mit<br />

denen die zukünftigen Herausforderungen<br />

des <strong>Gesundheitswesen</strong>s<br />

zusammenhängen.<br />

Ebenso stellen uns die demografische<br />

Entwicklung, der<br />

Fachkräftemangel und die<br />

Digitalisierung allesamt vor<br />

komplexe Aufgaben. Die<br />

wachsenden Möglichkeiten<br />

der Künstlichen Intelligenz in<br />

der Medizin müssen wir mit<br />

Bedacht, einem wachen Interesse<br />

an der demokratischen<br />

Struktur sowie mit einer großen<br />

Portion an ethischem Bewusstsein<br />

prüfen.<br />

Gesundheit, wie Ernst Bloch<br />

es formulierte, sollte „genossen,<br />

nicht verbraucht“ werden. Das<br />

bedeutet, dass wir nicht nur die<br />

individuelle Gesundheit<br />

fördern, sondern auch das<br />

System, das sie unterstützt,<br />

pflegen und verbessern<br />

müssen. Das <strong>Gesundheitswesen</strong><br />

<strong>von</strong> <strong>morgen</strong> ist ein<br />

gesamtgesellschaftliches<br />

Projekt, an dem wir täglich<br />

gemeinsam arbeiten sollten.<br />

Mehr Informationen<br />

finden Sie<br />

unter<br />

zukunft-medizin.info<br />

Project Manager: Wiktoria Bieniek<br />

Business Developer: Paul Pirkelbauer, BA<br />

Lektorat: Sophie Müller,MA<br />

Grafik und Layout: Daniela Fruhwirth<br />

Managing Director: Bob Roemké<br />

Fotocredits wenn nicht anders angegeben<br />

bei Shutterstock.<br />

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH ·<br />

Bösendorferstraße 4/23 · 1010 Wien · ATU<br />

64759844 · FN 322799f FG Wien<br />

Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/<br />

Distribution: Mediaplanet GmbH<br />

Druck: Walstead NP Druck GmbH<br />

Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 676847785227<br />

E-Mail: hello-austria@mediaplanet.com<br />

ET: 13.09.2024<br />

Bleiben Sie in Kontakt:<br />

@Mediaplanet Austria<br />

@austriamediaplanet<br />

EVENTKALENDER 2024<br />

24.09. – 25.09.24<br />

Forum Spital: Digitalisierung<br />

im Krankenhaus<br />

Ort: DoubleTree by<br />

Hilton Vienna Schönbrunn<br />

Schlossallee 8,<br />

1140 Wien<br />

24.09. – 25.09.24<br />

Forum Spital: Einkauf und<br />

Logistik im Krankenhaus<br />

Ort: DoubleTree by<br />

Hilton Vienna Schönbrunn<br />

Schlossallee 8,<br />

1140 Wien<br />

24.09. – 25.09.24<br />

Forum Spital: Zukunftsfähiges<br />

OP-Management<br />

Ort: DoubleTree by<br />

Hilton Vienna Schönbrunn<br />

Schlossallee 8,<br />

1140 Wien<br />

24.09. – 25.09.24<br />

"Forum Spital:<br />

Zukunft Pflege"<br />

Ort: DoubleTree by<br />

Hilton Vienna Schönbrunn<br />

Schlossallee 8,<br />

1140 Wien<br />

24.09. – 29.09.24<br />

Jahrestagung ÖVKT 2024<br />

Ort: Pörtschach am Wörthersee


MEDIAPLANET | 3<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Das „Data Driven<br />

Hospital“ als Zukunft<br />

Die Datenarchitektur eines Krankenhauses ist<br />

entscheidend für eine patient:innenzentrierte Versorgung<br />

und den Einsatz <strong>von</strong> neuen Technologien wie KI.<br />

Die E-Health-Strategie<br />

Österreichs legt den Fokus<br />

klar auf „digital vor ambulant<br />

vor stationär“. Verhilft<br />

das der Digitalisierung im<br />

<strong>Gesundheitswesen</strong> nun<br />

endgültig zum Durchbruch?<br />

In der Tat ist das ein großer<br />

Schritt nach vorne: Mit den<br />

operativen und strategischen<br />

Zielen liegen jetzt erstmals<br />

bundesweit einheitlich definierte<br />

Rahmenbedingungen<br />

vor. Aber da geht noch mehr.<br />

Meine Hoffnung ist, dass wir<br />

einerseits die Akzeptanz der<br />

ELGA, zum Beispiel durch niederschwellige<br />

Zugänge, weiter<br />

erhöhen und andererseits die<br />

Sekundärnutzung verfügbarer<br />

Gesundheitsdatenbestände<br />

sowohl für Forschung und<br />

Wissenschaft als auch für<br />

Planung und Steuerung<br />

unseres Gesundheitssystems<br />

durch die Optimierung der<br />

organisatorischen und rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen<br />

nutzen können. Österreich<br />

verfügt im internationalen<br />

Vergleich bereits jetzt über<br />

eine gute Datenlage und eine<br />

etablierte E-Health-Infrastruktur.<br />

Allerdings werden<br />

wir die vollen Möglichkeiten<br />

nur ausschöpfen können,<br />

wenn Gesundheitsdaten<br />

ganzheitlich verfügbar sind<br />

und sinnvoll miteinander verknüpft<br />

werden.<br />

Welchen Einfluss haben<br />

neue Technologien wie KI<br />

und das Thema Datennutzung<br />

auf das <strong>Gesundheitswesen</strong><br />

in Österreich?<br />

Wir stehen an der Schwelle zu<br />

einer neuen Ära der Gesundheitsversorgung.<br />

KI hat das<br />

Potenzial, die Patient:innenversorgung<br />

neu zu gestalten.<br />

Das sehen wir beispielsweise<br />

bereits in der Radiologie oder<br />

im Bereich Sprachverwertung<br />

in der Aufzeichnung und<br />

Auswertung <strong>von</strong> ärztlichen<br />

Gesprächen mit Patient:innen.<br />

Letztendlich ist es jedoch<br />

entscheidend, wie wir mit den<br />

Themen Integration und Analyse<br />

sowie Zusammenführung<br />

und Vereinheitlichung <strong>von</strong><br />

Daten umgehen.<br />

Deshalb liegt für mich die<br />

Zukunft in der Datenstrategie<br />

eines Krankenhauses. Immer<br />

öfter hört man <strong>von</strong> „Data<br />

Driven Hospitals“. Um Daten<br />

effektiv für die Patient:innenversorgung<br />

nutzen zu können,<br />

ist es erforderlich, komplexe<br />

IT-Strukturen und Datensilos<br />

aufzubrechen. Hier gibt es viel<br />

Potenzial, das wir längst noch<br />

nicht ausgeschöpft haben.<br />

FOTO: MEIERHOFER AG<br />

Michaela Kainsner, Geschäftsführerin Meierhofer Österreich GmbH,<br />

sieht den entscheidenden Faktor für die Zukunft der Gesundheitsversorgung<br />

in der Datenstrategie der Gesundheitsdienste-Anbieter:innen.<br />

Wie gehen Sie als Unternehmen<br />

für Krankenhaussoftware<br />

damit um?<br />

Wir verfolgen mit unserem<br />

Krankenhausinformationssystem<br />

M-KIS einen interoperablen<br />

und ganzheitlichen Ansatz.<br />

Diesem Grundsatz folgend<br />

unterstützen wir zum Beispiel<br />

auch die Anbindung an ein<br />

Clinical Data Repository (CDR).<br />

Ein CDR ist in der Lage, Daten<br />

<strong>von</strong> unterschiedlichen<br />

Systemen zentral entgegenzunehmen<br />

und anderen Nutzer:innen<br />

wie Ärzt:innen oder<br />

Pflegepersonal zur Verfügung<br />

zu stellen. KI ist selbstverständlich<br />

ebenfalls Teil unserer<br />

Entwicklungsstrategie und<br />

wird dort eingesetzt, wo sie<br />

unsere Anwender:innen am<br />

besten unterstützt und die<br />

verfügbare Datenlage es<br />

zulässt. Unsere Lösungen<br />

richten wir zukunftsgerichtet<br />

nach den neuen Technologien<br />

aus. In Anbetracht der<br />

aktuellen Herausforderungen<br />

– auch rund um das Thema<br />

Ablöse <strong>von</strong> i.s.h.med und IS-H<br />

– unterstützen wir mit unserer<br />

langjährigen Expertise<br />

Krankenhäuser bei der<br />

digitalen Transformation. Das<br />

geschieht sowohl mit unseren<br />

Lösungen als auch gemeinsam<br />

mit unseren Partnern, sodass<br />

sich Kliniken ganz auf ihre<br />

Kernkompetenzen, der<br />

Patient:innenversorgung,<br />

konzentrieren können.


4 | www.zukunft-medizin.info<br />

EXPERTISE<br />

In der Medizintechnik<br />

immer up to date –<br />

Forschung sei Dank<br />

Der Technische Direktor des AKH Wien, Dipl.-Ing.<br />

Siegfried Gierlinger, spricht im Interview über die enge<br />

Verwandtschaft <strong>von</strong> Medizintechnik und Forschung,<br />

Text Lukas Wieringer<br />

Herr Dipl.-Ing. Gierlinger,<br />

worauf kommt es bei der Anschaffung<br />

<strong>von</strong> technischen<br />

Geräten für die Medizintechnik<br />

im Krankenhaus an?<br />

Es gibt bei der Auswahl <strong>von</strong><br />

Technik und Ressourcen im<br />

Gesundheitsbereich einige<br />

Prämissen, die es zu beachten<br />

gilt. Das fängt ganz zu Beginn<br />

mit der Überlegung an, welche<br />

Leistungen man erbringen will<br />

und muss und welche Diagnoseverfahren<br />

damit verbunden<br />

sind. Dann stellen wir uns die<br />

Frage, welche Geräte und Ressourcen<br />

für diese Leistungen<br />

nötig sind. Der schwierigste<br />

Punkt beim Auswahlverfahren<br />

ist aber nicht die Wahl der<br />

Technik, sondern der Blick in<br />

die Zukunft.<br />

Wie kann das ohne<br />

Glaskugel gelingen?<br />

Welche Geräte werden wir<br />

in Zukunft benötigen, um<br />

weiter vorne mit dabei sein zu<br />

können? In welche Richtung<br />

geht die Bildgebung bei der<br />

Computertomografie oder der<br />

Magnetresonanz, beispielsweise.<br />

Hierfür muss man sich<br />

den Einsatz der technischen<br />

Ressourcen überlegen. Für<br />

welche Bereiche muss man<br />

welche Qualität liefern – und<br />

wo ist es generell vernünftig,<br />

Technik einzusetzen? All diese<br />

Fragen beschäftigen uns.<br />

Außerdem stimmen wir uns<br />

immer eng mit allen Mitarbeiter:innen<br />

aus Medizin, Pflege<br />

und den medizinischen, therapeutischen<br />

und diagnostischen<br />

Gesundheitsberufen (MTDG)<br />

ab, die diese Behandlungen<br />

und Diagnosen durchführen.<br />

Denn natürlich gilt auch in der<br />

Medizintechnik: kleiner Preis,<br />

kleine Funktionalität; großer<br />

Preis, große Funktionalität.<br />

Hier hat das Personal den besten<br />

Blick dafür, was in Zukunft<br />

gebraucht wird. Für diesen<br />

Scharfsinn sind die richtigen<br />

Menschen, nämlich die, die<br />

dann damit arbeiten, essenziell.<br />

Aber natürlich spielen in<br />

einem Krankenhaus auch noch<br />

andere Faktoren eine Rolle.<br />

Welche sind das?<br />

Als Universitätsklinikum AKH<br />

Wien haben wir schon einen<br />

ganz besonderen Stellenwert<br />

innerhalb Österreichs,<br />

beispielsweise in Bezug auf<br />

die Forschungsleistung, die<br />

wir hier forcieren. Im Zuge<br />

dieser Forschung wird entsprechend<br />

auch Medizintechnik<br />

entwickelt. Auch das zuletzt<br />

veröffentliche Ranking zeigt,<br />

dass wir als Universitätsklinikum<br />

unter den 25 besten<br />

Spitälern der Welt sind. Um<br />

diesen Platz halten zu können,<br />

müssen wir uns immer wieder<br />

die Frage stellen, was wir in<br />

Zukunft bereitstellen müssen.<br />

Das betrifft auch die Entwicklung<br />

der Gesundheitsversorgung<br />

allgemein, oder?<br />

Genau, das ist ein wichtiger<br />

Bestandteil der Überlegungen.<br />

Welche Anforderungen<br />

müssen erfüllt werden? Wie<br />

kann man das mit den zur Verfügung<br />

stehenden Ressourcen<br />

schaffen? Und wohin geht die<br />

Reise in der Medizintechnik?<br />

Vor Jahren noch hatte die<br />

Medizin eine Halbwertszeit<br />

<strong>von</strong> fünf bis sechs Jahren. Mittlerweile<br />

sind wir bei drei bis<br />

vier Jahren. Die IT ist defintiv<br />

ein starker Beschleuniger.<br />

Abschließend bleibt mir nur<br />

zu sagen: Österreich kann stolz<br />

sein auf sein Gesundheitssystem<br />

und auf die daraus<br />

resultierenden Möglichkeiten,<br />

was das breite Behandlungsangebot<br />

angeht – insbesondere<br />

auch im innereuropäischen<br />

Vergleich.<br />

Dipl.-Ing.<br />

Siegfried<br />

Gierlinger<br />

Technischer<br />

Direktor des<br />

AKH Wien<br />

FOTO: AKH WIEN, MATERN


MEDIAPLANET | 5<br />

Zukunft Krankenhaustechnik:<br />

Innovationen für eine bessere<br />

Patient:innenversorgung<br />

Die Gesundheitstechnik steht an der Schwelle zu einer<br />

revolutionären Transformation. In den kommenden Jahren<br />

werden wir eine Vielzahl <strong>von</strong> Entwicklungen erleben, die nicht<br />

nur die Effizienz der Gesundheitsversorgung steigern, sondern<br />

auch die Patient:innenerfahrung erheblich verbessern werden.<br />

DI. Martin<br />

Krammer,<br />

MSc<br />

ÖVKT -<br />

Präsident<br />

FOTO: ZVG<br />

Bereits jetzt wirkt<br />

die Technik immer<br />

stärker in den Kernprozess<br />

der Medizin<br />

hinein. Die Integration<br />

<strong>von</strong> Künstlicher Intelligenz<br />

(KI) wird diesen Trend noch<br />

beschleunigen. Sie ermöglicht<br />

es, große Datenmengen<br />

zu analysieren und Muster zu<br />

erkennen, die für die Diagnose<br />

und Behandlung <strong>von</strong><br />

Krankheiten entscheidend<br />

sein können. Administrative<br />

Aufgaben können außerdem<br />

automatisiert werden, was den<br />

medizinischen Fachkräften<br />

mehr Zeit für die Patient:innenversorgung<br />

verschafft.<br />

Auch in der Technik werden<br />

entsprechende Technologien<br />

gemeinsam mit einer sich<br />

rasant entwickelnden Sensorik<br />

Anwendung finden und einen<br />

Beitrag zur Lösung des Fachkräftemangels<br />

liefern.<br />

Telemedizin und Assistenzsysteme<br />

– z. B. für die Nachversorgung<br />

<strong>von</strong> Patient:innen<br />

nach einer stationären<br />

Rehabilitation – werden eine<br />

stärkere Rolle in der Zukunft<br />

der Gesundheitsversorgung<br />

spielen. Dies wird nicht nur die<br />

Zugänglichkeit zur Spitzenmedizin<br />

erhöhen, sondern auch<br />

die Belastung der Krankenhäuser<br />

verringern.<br />

Ein weiterer wichtiger Trend<br />

ist die Entwicklung tragbarer<br />

Technologien und IoT-Geräte<br />

(Internet of Things). Diese<br />

Geräte ermöglichen es<br />

Patient:innen, ihre Gesundheitsdaten<br />

in Echtzeit zu<br />

überwachen und an Ärzt:innen<br />

zu übermitteln. Diese Technologien<br />

fördern eine proaktive<br />

Gesundheitsüberwachung,<br />

animieren Menschen zu<br />

einem gesünderen Lebensziel<br />

und ermöglichen frühzeitige<br />

Interventionen bei gesundheitlichen<br />

Problemen. Vielleicht<br />

entwickeln sich Krankenhäuser<br />

damit zu riesigen Datawarehouses,<br />

in denen mithilfe<br />

<strong>von</strong> KI der Gesundheitszustand<br />

tausender Patient:innen<br />

in Echtzeit überwacht werden.<br />

Robotik wird ebenfalls<br />

eine bedeutende Rolle in der<br />

Zukunft der Krankenhaustechnik<br />

spielen. Roboter können<br />

in verschiedenen Bereichen<br />

des Krankenhauses eingesetzt<br />

werden, <strong>von</strong> der Chirurgie<br />

bis zur Logistik. Chirurgische<br />

Roboter ermöglichen präzisere<br />

Eingriffe mit minimalen<br />

Einschnitten, was die Genesungszeit<br />

der Patient:innen<br />

verkürzt. Logistikroboter<br />

können Medikamente, Essen<br />

und Materialien effizient im<br />

Krankenhaus transportieren<br />

und damit Mitarbeiter:innen<br />

entlasten.<br />

Schließlich werden darüber<br />

hinaus die durchgehende<br />

Digitalisierung der Patient:innenakten<br />

und die Nutzung <strong>von</strong><br />

Blockchain-Technologie die<br />

Sicherheit und den Datenschutz<br />

<strong>von</strong> Gesundheitsdaten<br />

verbessern. Damit können<br />

Gesundheitseinrichtungen<br />

den Zugriff auf Informationen<br />

optimieren und gleichzeitig die<br />

Privatsphäre der Patient:innen<br />

noch besser schützen.<br />

Zusammenfassend lässt sich<br />

sagen, dass die Zukunft der<br />

Krankenhaustechnik <strong>von</strong> einer<br />

Vielzahl innovativer Technologien<br />

geprägt sein wird, die<br />

darauf abzielen, die Patient:innenversorgung<br />

zu verbessern<br />

und die Effizienz zu steigern.<br />

Die Integration <strong>von</strong> KI,<br />

Telemedizin, tragbaren<br />

Technologien, Robotik und<br />

sicheren Datenmanagementsystemen<br />

wird nicht nur die<br />

Art und Weise verändern, wie<br />

wir medizinische Versorgung<br />

erleben, sondern auch die<br />

gesamte Gesundheitslandschaft<br />

revolutionieren. Die<br />

kommenden Jahre versprechen<br />

spannende Entwicklungen<br />

in der Gesundheitstechnik,<br />

die das Potenzial haben, das<br />

Leben <strong>von</strong> Millionen <strong>von</strong><br />

Menschen zu verbessern. In<br />

einer immer älter werdenden<br />

Gesellschaft werden Technik<br />

und Technologien enorm dazu<br />

beitragen, eine qualitativ<br />

hochwertige Gesundheitsversorgung<br />

aufrechtzuhalten,<br />

bzw. diese noch weiter<br />

verbessern.


6 | www.zukunft-medizin.info<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Neue EU-Richtlinien<br />

für Medizinprodukte<br />

bringen strengere Vorgaben<br />

Für Gesundheitseinrichtungen bedeuten<br />

strengere EU-Vorgaben mehr Prüfungen und<br />

Dokumentationsaufwand – TÜV AUSTRIA GmbH-<br />

Experten Martin Kubec und Johann Dori im Interview.<br />

Wie häufig müssen medizinische<br />

Geräte geprüft werden?<br />

Dori: Die regelmäßige Prüfung<br />

<strong>von</strong> Medizingeräten wird<br />

vom Gesetzgeber in gültigen<br />

Rechtsmaterien wie Medizinproduktegesetz<br />

(MPG) und<br />

Medizinprodukte-Betreiberverordnung<br />

(MPBV) festgehalten.<br />

Intervalle und Umfang<br />

legen Hersteller:innen bei der<br />

Entwicklung und Zulassung<br />

der Produkte fest.<br />

Kubec: Die Prüfung muss<br />

durch Unternehmen, die diese<br />

auch korrekt durchführen<br />

können, erfolgen. Für die<br />

Auswahl dieser Unternehmen<br />

sind die Betreiber:innen<br />

verantwortlich. Eine akkreditierte<br />

Inspektionsstelle wie der<br />

TÜV AUSTRIA GmbH gilt per<br />

Gesetz als befähigt zur Durchführung<br />

der Prüfung. Als TÜV<br />

AUSTRIA GmbH können wir<br />

beinahe alle in Gesundheitseinrichtungen<br />

vorhandenen<br />

Medizingeräte prüfen. Dafür<br />

braucht es nicht nur das nötige<br />

Know-how – weswegen wir<br />

möglichst viele Hersteller:innenvorgaben<br />

in einer zentralen<br />

Datenbank erfassen –, sondern<br />

oftmals auch hochspezielle<br />

Prüfgeräte und Kenntnis des<br />

Krankenhausbetriebs, um die<br />

Prüfungen möglichst ohne<br />

Störung des laufenden Betriebs<br />

durchführen zu können.<br />

Auch Beschaffung und Eingangsprüfung<br />

sind mitunter<br />

komplexe Prozesse. Warum<br />

ist das so?<br />

Dori: Bevor ein Gerät in einer<br />

medizinischen Einrichtung<br />

verwendet wird, muss es einer<br />

Eingangsprüfung unterzogen<br />

werden. Das ist alles klar im<br />

MPG und der MPBV geregelt.<br />

Die Beschaffung im Vorfeld<br />

wird aber zusehends komplexer.<br />

Durch die Umstellung<br />

auf die europäische Medizinprodukte-Verordnung<br />

und die<br />

mehrmalige Verlängerung der<br />

dazugehörigen Übergangsfristen<br />

ist es oft schwierig festzustellen,<br />

ob ein Medizinprodukt<br />

aktuell überhaupt zugelassen<br />

ist. Für die technischen Sicherheitsbeauftragten<br />

(TSB) bzw.<br />

die Medizintechniker:innen<br />

vor Ort ist das häufig zeitaufwendige<br />

Arbeit, gerade beim<br />

Zubehör: Auch bei Produkten<br />

<strong>von</strong> Nachbauhersteller:innen<br />

– etwa bei HF- oder EKG-<br />

Elektroden – muss überprüft<br />

werden, ob diese wirklich<br />

Martin Kubec,<br />

Leiter Medizintechnik,<br />

TÜV<br />

AUSTRIA GMBH<br />

Johann Dori,<br />

stellvertretender<br />

Leiter Medizintechnik<br />

und<br />

Lead-Auditor<br />

für die EN ISO<br />

13485 (Qualitätsmanagement<br />

für Medizinprodukte),<br />

TÜV<br />

AUSTRIA GMBH<br />

FOTO: ZVG<br />

FOTO: ZVG<br />

kompatibel und in der EU<br />

zugelassen sind. Da wir als<br />

TÜV AUSTRIA GmbH die<br />

Funktion der TSB in vielen<br />

Einrichtungen – <strong>von</strong> kleinen<br />

Ambulatorien bis hin zu großen<br />

Kliniken – wahrnehmen,<br />

können wir auf eine umfangreiche<br />

Expertise zurückgreifen.<br />

Welche Services bietet der<br />

TÜV noch für medizinische<br />

Einrichtungen an?<br />

Dori: Wir sind nicht nur<br />

alleinig als Prüfer:innen<br />

oder als technische Sicherheitsbeauftragte<br />

unterwegs.<br />

Wissensvermittlung ist ein<br />

weiteres Standbein des TÜV<br />

AUSTRIA GmbH. Durch unser<br />

Know-how können wir flexibel<br />

auf das Informationsbedürfnis<br />

unserer Kund:innen eingehen<br />

– etwa im Rahmen <strong>von</strong> Workshops<br />

für Einkäufer:innen<br />

oder bei Schulungen für das<br />

administrative Personal.<br />

Kubec: Wir können jederzeit<br />

auf die gesamte technische<br />

Expertise aller TÜV AUSTRIA<br />

GmbH-Fachabteilungen<br />

zurückgreifen. Allein in der<br />

Medizintechnik stehen wir<br />

unseren Kund:innen mit über<br />

60 Mitarbeiter:innen an vier<br />

Standorten zur Verfügung. Als<br />

TÜV AUSTRIA GmbH haben<br />

wir so die Möglichkeit, unseren<br />

Kund:innen alles aus einer<br />

Hand anbieten und unser<br />

Service-Angebot maßgeschneidert<br />

auf ihre Bedürfnisse<br />

abstimmen zu können.


MEDIAPLANET | 7<br />

Gesundheitseinrichtungen<br />

Sicherheit & Qualität<br />

WUSSTEN SIE?<br />

Als Betreiber einer Gesundheitseinrichtung<br />

sind Sie gesetzlich verpflichtet,<br />

die Sicherheit Ihrer Patienten sowie die<br />

Einhaltung aller relevanten Vorschriften<br />

zu gewährleisten. Dies umfasst unter<br />

anderem die regelmäßige Wartung und<br />

Prüfung aller medizinischen Geräte<br />

und Anlagen, die Sicherstellung der<br />

Qualifikation Ihres Personals sowie<br />

die lückenlose Dokumentation dieser<br />

Wartungs- und Prüfmaßnahmen.<br />

TÜV AUSTRIA GmbH unterstützt Sie<br />

bei der Erfüllung dieser Pflichten durch<br />

regelmäßige Prüfungen Ihrer medizinischen<br />

Geräte, umfassende Beratungsdienste,<br />

sowie maßgeschneiderte<br />

Schulungen für Ihr Personal. Diese Maßnahmen<br />

tragen dazu bei, die Patientensicherheit<br />

zu erhöhen, rechtliche Risiken<br />

zu minimieren und die Qualität Ihrer<br />

Gesundheitsversorgung zu sichern.<br />

AUFLISTUNG DER LEISTUNGEN<br />

Medizinische Geräte: Regelmäßige<br />

Sicherheits- und Messtechnische<br />

Kontrollen (STK, MTK) sowie Kalibrierung<br />

zur Sicherstellung <strong>von</strong> Betriebssicherheit<br />

und Präzision, Eingangsprüfungen zur<br />

Einhaltung gesetzlicher Anforderungen<br />

vor Inbetriebnahme<br />

Elektrische Anlagen & Notstromaggregate:<br />

Überprüfung auf Sicherheit und<br />

zuverlässige Funktion.<br />

PV-Anlagen & Ladesäulen: Regelmäßige<br />

Inspektionen zur Maximierung <strong>von</strong><br />

Effizienz und Sicherheit.<br />

Medizinische Gasanlagen:<br />

Inspektionen zur sicheren Versorgung.<br />

Röntgeneinrichtungen: Konstanzprüfungen<br />

zur Sicherstellung<br />

gleichbleibender Bildqualität.<br />

Sicherheit: Unterstützung durch<br />

technische Sicherheitsbeauftragte<br />

und Gutachten.<br />

Schulungen: Qualifizierung<br />

Ihres Personals durch die<br />

TÜV AUSTRIA GmbH Akademie.<br />

IHR PARTNER FÜR<br />

SICHERHEIT IN GESUND-<br />

HEITSEINRICHTUNGEN<br />

Regelmäßige Prüfungen<br />

Wir unterstützten Sie bei der<br />

Festlegung optimaler Prüfungsintervalle<br />

und führen<br />

regelmäßige Inspektionen<br />

durch, um sicherzustellen,<br />

dass Ihre medizinischen<br />

Geräte und Anlagen stets den<br />

aktuellen Sicherheitsstandards<br />

entsprechen.<br />

Patientensicherheit<br />

Wir gewährleisten durch<br />

umfassende Prüfungen, dass<br />

Ihre medizinischen Geräte<br />

und Anlagen stets sicher und<br />

zuverlässig funktionieren.<br />

Potenzielle Risiken werden<br />

frühzeitig erkannt und können<br />

durch gezielte Maßnahmen<br />

behoben werden, um die bestmögliche<br />

Sicherheit für Ihre<br />

Patienten sicherzustellen.<br />

Transparenz<br />

Sie erhalten detaillierte<br />

Prüfberichte und umfassende<br />

Dokumentationen, die Ihnen<br />

einen klaren Überblick über<br />

den Zustand Ihrer Geräte und<br />

Anlagen bieten.<br />

Beratung & Unterstützung<br />

TÜV AUSTRIA GmbH bietet<br />

Ihnen maßgeschneiderte<br />

Beratung und Unterstützung,<br />

um Prozesse zu optimieren,<br />

Risiken zu minimieren und<br />

sicherzustellen, dass Ihre<br />

Gesundheitseinrichtung stets<br />

auf dem neuesten Stand der<br />

Technik und Gesetzgebung ist.


8 | www.zukunft-medizin.info<br />

Primärversorgung und<br />

Primärversorgungseinheiten<br />

Die Primärversorgung<br />

ist die<br />

erste Anlaufstelle<br />

im öffentlichen<br />

Gesundheitssystem und<br />

umfasst hausärztliche sowie<br />

kinderärztliche Einzel- und<br />

Gruppenpraxen sowie Primärversorgungseinheiten<br />

(PVE). Ziel ist eine integrierte<br />

Gesundheitsversorgung <strong>von</strong><br />

der Geburt bis ins hohe Alter.<br />

Neben der Behandlung <strong>von</strong><br />

akuten und chronischen<br />

Erkrankungen trägt sie zur<br />

Gesundheitsförderung und<br />

Krankheitsprävention bei.<br />

PVE erweitern die Primärversorgung<br />

um eine multiprofessionelle<br />

Organisationsform,<br />

in der Allgemeinmediziner:innen<br />

und Fachärzt:innen für<br />

Kinder- und Jugendheilkunde<br />

mit weiteren Gesundheits- und<br />

Sozialberufen zusammenarbeiten.<br />

PVE haben Kassenverträge<br />

mit allen gesetzlichen<br />

Krankenversicherungen.<br />

Entwicklung der Primärversorgungseinheiten<br />

in<br />

Österreich<br />

Die erste Primärversorgungseinheit<br />

wurde 2015 in Wien<br />

gegründet. Die Veröffentlichung<br />

des Primärversorgungsgesetzes<br />

(PrimVG) 2017 war<br />

der Startschuss für die positive<br />

Entwicklung der Anzahl an<br />

Primärversorgungseinheiten<br />

in Österreich. Ein deutlicher<br />

Anstieg der PVE lässt sich seit<br />

der Aufbau- und Resilienzfazilität<br />

(RRF) der Europäischen<br />

Union verzeichnen.<br />

Noch ein Jahr PVE-<br />

Gründungsförderung<br />

Im Rahmen dieses Pakets<br />

fließen Gelder direkt in die<br />

Attraktivierung und Förderung<br />

der Primärversorgung. Noch<br />

bis 31. Juli 2025 gibt es Förderungen<br />

für die PVE-Neugründung<br />

sowie bis 31. Jänner 2026<br />

Förderungen für bestehende<br />

PVE und Vertragsgruppenpraxen<br />

und selbständige<br />

Ambulatorien.<br />

Eine weitere positive Entwicklung<br />

zeigte sich nach den<br />

Novellierungen des Primärversorgungsgesetzes.<br />

Seit 2023 ist<br />

es gesetzlich möglich, Primärversorgungseinheiten<br />

für die<br />

teambasierte Primärversorgung<br />

für Kinder und Jugendliche<br />

zu gründen. Mit Stand<br />

August 2024 gibt es österreichweit<br />

69 allgemeinmedizinische<br />

Primärversorgungseinheiten<br />

und acht Primärversorgungseinheiten<br />

für Kinder und<br />

Jugendliche (Kinder-PVE).<br />

Plattform<br />

Primärversorgung<br />

Ziel der RRF ist es, die<br />

Primärversorgung in Österreich<br />

nachhaltig zu stärken<br />

und resilienter zu gestalten.<br />

Neben den Investitionen für<br />

Gründung und Förderung <strong>von</strong><br />

PVE erfolgt dies durch die<br />

Unterstützung der Plattform<br />

Primärversorgung als österreichweites<br />

Netzwerk für<br />

Vernetzung, Wissenstransfer<br />

und Partizipation. Die<br />

Plattform wurde im September<br />

2022 gelauncht und besteht<br />

aus einer aktiven Community<br />

<strong>von</strong> über 2.000 Mitgliedern<br />

(Stand August 2024). Sie bietet<br />

vielfältige Veranstaltungsformate,<br />

eine interaktive<br />

PVE-Karte, interessante<br />

Neuigkeiten und vieles mehr in<br />

einem eigenen Mitgliederbereich<br />

auf der Website. Für<br />

weitere Informationen zum<br />

Projekt besuchen Sie die<br />

Website und Social-Media-<br />

Kanäle der Plattform Primärversorgung!<br />

Mit freundlicher Unterstützung<br />

<strong>von</strong> Gesundheit Österreich GmbH<br />

Weitere Informationen auf:<br />

www.primaerversorgung.gv.at/


Mein Grund zu gründen<br />

MEDIAPLANET | 9<br />

NextGenerationEU<br />

Fachlicher<br />

Austausch,<br />

Tür an Tür<br />

© Sarah Gross Photography<br />

Arbeiten im<br />

Team — deine<br />

PVE machts<br />

möglich!<br />

primaerversorgung.gv.at/meingrundzugruenden


10 | www.zukunft-medizin.info<br />

Krankenhaus:<br />

Herausforderungen für eine<br />

sichere Versorgung<br />

Das Beschaffungsmanagement der Krankenhäuser ist mit<br />

Lieferengpässen, Preissteigerungen, unsicheren Lieferquellen und<br />

Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit konfrontiert. Wie lässt<br />

sich dies mit Digitalisierung, grüner Transformation bei sicherer<br />

Patient:innenversorgung vereinbaren?<br />

Univ.-Prof.<br />

Dr. Dr.<br />

Wilfried<br />

<strong>von</strong> Eiff<br />

Centrum für<br />

Krankenhaus-<br />

Management<br />

(Universität<br />

Münster) und<br />

Center for<br />

Health Care<br />

Management<br />

and Regulation<br />

(HHL<br />

Leipzig Graduate<br />

School<br />

of Management)<br />

<strong>von</strong>.eiff@unimuenster.de;<br />

wilfried.<strong>von</strong>.<br />

eiff@hhl.de<br />

FOTO: ZVG<br />

Lieferabrisse bei<br />

Medikamenten und<br />

Medizinprodukten<br />

sind bekannt. Um<br />

Lieferketten resilienter zu<br />

gestalten, sind sichere Versorgungsquellen,<br />

ein standardisiertes<br />

Produktportfolio und<br />

strategische Partnerschaften<br />

mit leistungsfähigen Lieferant:innen<br />

wichtig.<br />

Grüne Transformation<br />

managen<br />

Krankenhäuser verbrauchen<br />

viele Ressourcen: Energie,<br />

teure Wertstoffe in medizintechnischen<br />

Geräten,<br />

Einwegprodukte, klinischer<br />

(radioaktiver) Sondermüll. Ressourcenschonender<br />

Einkauf<br />

und CO2-arme Logistik werden<br />

eine Herausforderung: klinisch<br />

kompostierbare Mehrwegtextilien,<br />

Verwendung reparierbarer<br />

Mehrwegprodukte und energiesparende<br />

Medizintechnik.<br />

Maßnahmen, die die Betriebskosten<br />

„out-of-pocket“ senken,<br />

müssen identifiziert werden.<br />

Value-Based Procurement<br />

Kostengünstige Medizinprodukte<br />

mit limitierter Funktionalität<br />

bewirken Rationierung<br />

und Patient:innenrisiken. Das<br />

Beschaffungskonzept „Value-<br />

Based Procurement“ wendet<br />

sich <strong>von</strong> dieser Philosophie ab<br />

und stellt den Lebenszykluskosten<br />

eines Medizinprodukts<br />

die erzielbaren Effekte wie<br />

Patient:innensicherheit oder<br />

Mitarbeiter:innen-Entlastung<br />

gegenüber.<br />

Durch gezielte Auswahl an<br />

Medizinprodukten wird das<br />

Pflegepersonal entlastet und<br />

die Attraktivität klinischer<br />

Arbeitsplätze verbessert.<br />

Studien zeigen, dass arbeitsentlastende<br />

Technologien<br />

und handhabungsfreundliche<br />

Medizinprodukte als Wertschätzung<br />

empfunden werden<br />

und die Mitarbeiter:innenbindung<br />

erhöhen.<br />

Medikationslogistik<br />

Zwischen 19 % und 35 % aller<br />

Fehlereignisse mit patient:innenschädigender<br />

Wirkung<br />

entstehen durch Arzneimittelfehler.<br />

Unabhängig<br />

<strong>von</strong> gesundheitlichen Beeinträchtigungen<br />

verursacht jeder<br />

nicht-fatale Medikationsirrtum<br />

ca. 3.000 € Kosten für Gegentherapien<br />

sowie Opportunitätskosten.<br />

Ziel ist daher, die<br />

Arzneimitteltherapiesicherheit<br />

durch „Closed Loop Medication<br />

Administration“ und Unit-<br />

Dose-Versorgung zu verbessern.<br />

Dieser Goldstandard der<br />

Medikationslogistik ist aber<br />

mit hohen Kosten bei großem<br />

Einführungsaufwand verbunden.<br />

Hilfestellung bieten<br />

Robotiktechnologien, die eine<br />

individuell auf Patient:innen<br />

abgestimmte Medikamentengabe<br />

über Smart Cabinets<br />

sicherstellen.<br />

Angesichts multipler<br />

Krisenphänomene besteht<br />

die zentrale Aufgabe des<br />

Beschaffungsmanagements<br />

darin, die Lieferketten für<br />

Medizinprodukte und<br />

Medikamente resilient<br />

zu organisieren, um<br />

medizinische Qualität und<br />

Versorgungssicherheit zu<br />

gewährleisten.<br />

Digitalisierung<br />

Einkäufer:innen müssen die<br />

Digitalisierung der Beschaffungsprozesse<br />

vorantreiben:<br />

Automatisierung <strong>von</strong> Bestellund<br />

Wiederauffüllmanagement,<br />

KI-Software zur<br />

Bedarfsplanung kritischer<br />

A-Produkte, Plattformlösungen<br />

für indirekten Bedarf und<br />

elektronische Ausschreibung.<br />

Außerdem sind Google und Co.<br />

zu beobachten: Neue Formen<br />

der Versorgungsorganisation<br />

und Veränderungen in den<br />

Wettbewerbsstrukturen des<br />

Medizinmarkts zeichnen sich<br />

ab.<br />

mehr können Sie auf<br />

www.zukunft-medizin.info<br />

lesen.


MEDIAPLANET | 11<br />

Klimaschutz und Nachhaltigkeit: auch bei der Hygiene<br />

Die Bedeutung der Händehygiene im Gesundheitsbereich kann gar nicht genug<br />

hervorgehoben werden. Und auch auf diesem Gebiet kommt mittlerweile ein<br />

Mehr an Nachhaltigkeit und Umweltschutz zum Tragen.<br />

Die Zahl der antibiotikaresistenten<br />

Keime steigt<br />

<strong>von</strong> Jahr zu Jahr – und<br />

damit auch die Wichtigkeit<br />

einer professionellen Händehygiene<br />

im Gesundheitsbereich.<br />

In den letzten Jahren standen<br />

in diesem Zusammenhang zwei<br />

Punkte ganz klar im Fokus: die<br />

Wirksamkeit der Desinfektion<br />

und die Hautverträglichkeit.<br />

Mittlerweile gibt es auf dem<br />

Gebiet der Händehygiene eine<br />

dritte Säule, der zunehmend<br />

Beachtung zuteilwird: die Nachhaltigkeit<br />

bzw. Umweltverträglichkeit<br />

der Desinfektionsmittel.<br />

Ein großer Punkt in der<br />

Nachhaltigkeitsoffensive<br />

bei diesen Produkten ist<br />

der Einsatz <strong>von</strong> Ethanol aus<br />

nachwachsenden Rohstoffen.<br />

Der zu Desinfektionszwecken<br />

eingesetzte Agrar-Ethanol<br />

entspricht chemisch dem traditionellen<br />

Industrie-Ethanol,<br />

der nach wie vor aus fossilen<br />

Quellen hergestellt wird. Ein<br />

enormer Nachhaltigkeitsvorteil<br />

ist, wenn im gesamten<br />

Produktionsprozess 100% Ökostrom<br />

verwendet wird. Dies<br />

ist bei manchen Herstellern<br />

mittlerweile der Fall.<br />

Desinfektionstücher<br />

Wenn es um Nachhaltigkeit<br />

und Umweltschutz geht, ist<br />

auch der größtmögliche<br />

Verzicht auf Plastik wichtig.<br />

Mittlerweile<br />

sind diverse<br />

Schnelldesinfektionstücher<br />

am Markt<br />

erhältlich, die<br />

alle Anforderungen<br />

hinsichtlich<br />

Desinfektionsleistung und<br />

Materialverträglichkeit bei<br />

medizinischen Geräten im<br />

klinischen Bereich erfüllen<br />

– jedoch vollständig aus<br />

nachwachsenden Rohstoffen<br />

bestehen. Das spart sowohl<br />

Mikroplastik, das in die<br />

Umwelt gelangen könnte, wie<br />

auch umweltschädliche<br />

Emissionen bei der Verbrennung<br />

ein.<br />

Nachhaltig sicher.<br />

desderman ® care.<br />

viruzide Händedesinfektion<br />

hautfreundliche Pflegeformel<br />

nachhaltige Ressourcen<br />

www.schuelke.at<br />

Desinfektionsmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.


12 | www.zukunft-medizin.info<br />

Orthopädie im Fokus<br />

Expertenmeinungen zu Bildgebung, Behandlungstrends<br />

und Rehabilitationsstrategien für Fuß- und Sprunggelenke<br />

OA Dr.<br />

Florian Wenzel-<br />

Schwarz<br />

Abteilung für<br />

Kinderorthopädie<br />

und<br />

Fußchirurgie<br />

Spezialteam<br />

Fußchirurgie<br />

FOTO: ZVG<br />

OA Dr. Florian Wenzel-Schwarz<br />

Die Bildgebung spielt in der Diagnostik <strong>von</strong> Fuß- und<br />

Sprunggelenksproblemen eine große Rolle. Welche<br />

Innovationen gibt es hier?<br />

Das klassische Röntgen ist unumgänglich. Komplexe Probleme<br />

wie Fehlstellungen, beispielsweise im Rückfuß, können<br />

im 3D-Weightbearing CT Scan optimal dargestellt werden.<br />

Hier wird unter Belastung eine detaillierte Aufnahme des<br />

Fußes und oberen-/unteren Sprunggelenks generiert. So<br />

können noch bessere Rückschlüsse auf pathologische<br />

Zusammenhänge gezogen und im Therapieverlauf Korrektur<br />

und Erfolg einer Behandlung evaluiert werden. Hier<br />

kann KI-gestützte Auswertungssoftware in der Behandlungsplanung<br />

künftig eine große Stütze sein.<br />

Zur Beurteilung der Pathologie der Weichteile/Knorpel,<br />

Sehnen und Bänder ist die MRT auch am Fuß Mittel der<br />

Wahl. Die technische Entwicklung der 3-Tesla-MRT und im<br />

universitären Setting auch 7-Tesla-MR mit speziellen Untersuchungstools<br />

für Sprunggelenk und Fuß hat die Visualisierung<br />

<strong>von</strong> Pathologien enorm verbessert. Diese Geräte sind<br />

jedoch teuer und somit nicht immer verfügbar.<br />

Welche innovativen Behandlungen gibt es in<br />

der Fußchirurgie der letzten Jahre?<br />

Besonders in der MIS-Chirurgie („minimal invasive<br />

surgery“) werden laufend Studien publiziert und Fort- und<br />

Weiterbildungen abgehalten. Hallux valgus, Mittelfußschmerzen<br />

und Hammerzehenfehlstellung stehen aktuell<br />

im Fokus. Auch in der Arthroskopie hat sich das operative<br />

Indikationsspektrum durch immer kleiner werdende<br />

Arbeitsgeräte laufend erweitert.<br />

Sogenannte Bio-Implantate, die vom Körper ab- oder<br />

umgebaut werden, kommen ebenso zum Einsatz. Neben<br />

bereits bestehenden Implantaten, z. B. aus Zucker oder Magnesium,<br />

sind das Schrauben aus allogenem Knochen. Diese<br />

Implantate finden u.a. Verwendung bei Umstellungsoperationen,<br />

aber auch Defekrekonstruktion bei Knorpelschäden.<br />

Eine Implantatentfernung, wie es bei Metallschrauben<br />

vorkommen kann, ist hier überflüssig.<br />

Wie sieht es bei Nachbehandlung und<br />

Rehabilitationskonzepten aus?<br />

Die postoperative Nachbehandlung und das Mitmachen der<br />

Patient:innen sind neben dem OP-Ergebnis bedeutend für<br />

den Behandlungserfolg. Frühmobilisierung und rasche<br />

Wiedereingliederung in den (Berufs-)Alltag sind wichtig.<br />

Einige OP-Verfahren sind letztendlich aber große Eingriffe,<br />

die eine längere Entlastung erfordern. Physiotherapie,<br />

ambulante/stationäre Rehabilitation und Psychotherapie, v.<br />

a. bei Patient:innen mit gravierenden Einschränkungen der<br />

Lebensqualität, sind bedeutend.<br />

OA Dr. Boris Tirala<br />

Wie gestaltet sich Innovation im<br />

Krankenhaus?<br />

Für Innovation im KH braucht es Maß<br />

und Ziel: Nicht alle neuen, <strong>von</strong> der<br />

Industrie angepriesenen Produkte<br />

halten in der klinischen Anwendung<br />

stand. Das Konzept muss stimmig, die<br />

Anwendbarkeit sinnvoll und das Kosten-Nutzen-Verhältnis<br />

positiv sein.<br />

Hier braucht es aber auch Mut der<br />

Patient:innen, Innovation zuzulassen,<br />

wenn sie den Vorgaben entspricht!<br />

Ich sehe es als ärztliche Aufgabe,<br />

auf Basis der eigenen Erfahrung jene<br />

Materialen und Methoden herauszufiltern,<br />

<strong>von</strong> denen Patient:innen am<br />

meisten profitieren können.<br />

Welche Vorteile hat die Innovation<br />

der humanen allogenen Knochenschraube?<br />

Die Verhaltensweise des Knochens<br />

ist in der Unfallchirurgie/Orthopädie<br />

bekannt. Mit der humanen allogenen<br />

Knochenschraube können Trümmersituationen<br />

an der Fußwurzel<br />

biologisch überbrückt und Knorpel<br />

oder Bänder refixiert werden. Auch in<br />

der Orthopädie kann belastungsfähiges<br />

biologisches Material zum Halten<br />

<strong>von</strong> Korrekturen in den Knochen<br />

eingebracht werden. Der Nutzen<br />

ist für Patient:innen in geeigneten<br />

Fällen groß: keine Metallentfernung<br />

(keine zweite OP) und ein Material,<br />

das der Körper erkennt, umbaut und<br />

integriert. Der Vorteil für das Gesundheitssystem<br />

ist gewonnene Zeit: Jede<br />

eingesparte OP-Minute wird andernorts<br />

dringend benötigt und reduziert<br />

Krankheitstage der Patient:innen.<br />

Gibt es Nachteile dieser<br />

Schraube?<br />

Jedes Osteosynthese-Material hat<br />

Grenzen – und auch eine gewisse<br />

Lernkurve ist bei allen neuen<br />

Methoden und Materialien legitim.<br />

Die humane allogene Schraube kann<br />

zwar selbst keine Kompression<br />

erzeugen, diese kann aber durch<br />

andere Hilfsmittel ebenso erzielt<br />

werden!<br />

OA Dr.<br />

Boris Tirala<br />

Abteilung für<br />

Orthopädie und<br />

Traumatologie<br />

BKH Schwaz<br />

Spezialteam Fuß<br />

und Sprunggelenk<br />

FOTO: ZVG


MEDIAPLANET | 13<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

GESUNDE LUFT IM<br />

KRANKENHAUS<br />

TROX ist auf dem Weltmarkt<br />

führend in Entwicklung,<br />

Herstellung<br />

und Vertrieb <strong>von</strong> Komponenten,<br />

Geräten und Systemen zur<br />

Belüftung und Klimatisierung<br />

<strong>von</strong> Räumen und Experte<br />

im Bereich Sanierung <strong>von</strong><br />

bestehenden Gebäuden im<br />

Gesundheitsbereich. Nicht<br />

zuletzt aufgrund jahrelanger<br />

Forschung verfügt TROX über<br />

umfassendes Knowhow hinsichtlich<br />

komplexer Planung<br />

<strong>von</strong> Gebäuden im <strong>Gesundheitswesen</strong><br />

(Krankenhäuser,<br />

Labore, Reinräume etc.).<br />

Von leistungsfähigen Filtern<br />

und Luftdurchlässen über<br />

Luft-Wasser- und Regelsysteme<br />

bis hin zu RLT-Geräten und<br />

Ventilatoren deckt TROX die<br />

gesamte Palette raumlufttechnischer<br />

Komponenten, Geräte<br />

und Systeme ab. Deshalb<br />

sind wir in der Lage, für den<br />

Neubau und die Sanierung <strong>von</strong><br />

Krankenhäusern optimierte,<br />

ganzheitliche Lösungen für die<br />

Lüftungstechnik, den Brandschutz<br />

und die Entrauchung<br />

anzubieten.<br />

Besonders in der Sanierung<br />

bestehender Gebäude stehen<br />

Planer:innen immer wieder<br />

vor verschiedenen Herausforderungen:<br />

lange Projektzeiträume<br />

<strong>von</strong> der Planung<br />

bis zur Baustelle, höchste<br />

Anforderungen an Qualität<br />

und Sicherheit, Nachhaltigkeit<br />

der eingesetzten Produkte,<br />

Energieeffizienz im späteren<br />

Betrieb und geringer Platz<br />

für neue Anlagen in bereits<br />

bestehenden Gebäuden.<br />

Mit entsprechendem<br />

Fachwissen und einer<br />

intensiven Vorbereitung kann<br />

diesen Herausforderungen<br />

aber professionell begegnet<br />

werden, was die Risiken bei der<br />

Planung minimiert. In enger<br />

Abstimmung mit Ärzt:innen,<br />

Klinikhygieniker:innen und<br />

Krankenhaustechniker:innen<br />

und mit ganzheitlichen<br />

Konzepten und maßgeschneiderten<br />

Lösungen unterstützen<br />

die Expert:innen <strong>von</strong> TROX<br />

mit größtmöglicher Erfahrung<br />

und Kompetenz.<br />

Benötigen Sie eine detaillierte<br />

Planungshilfe? Unser Team<br />

berät Sie gerne: GESUNDES<br />

KLIMA IM KRANKENHAUS |<br />

TROX Austria GmbH.<br />

Orthopäde in der Nähe<br />

Der Nr. 1 Online-Orthopäden-Finder: Finden Sie jetzt<br />

erfahrene Orthopädinnen & Orthopäden in Ihrer Nähe!<br />

Linz, Österreich<br />

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Graz<br />

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14 | www.zukunft-medizin.info<br />

INSPIRATION<br />

Virtuell operieren<br />

Roboterunterstützte Chirurgie und Laparoskopie haben sich in den letzten<br />

20 Jahren stark weiterentwickelt und finden immer größeren Anklang.<br />

Prim. Shamiyeh erzählt über die Vorteile.<br />

Prim. Univ.-<br />

Doz. Dr.<br />

Andreas<br />

Shamiyeh<br />

FACS, FEBS<br />

Klinikvorstand<br />

Klinik für<br />

Allgemein- und<br />

Viszeralchirurgie<br />

Kepler<br />

Universitätsklinikum<br />

GmbH<br />

FOTO: PRIVAT<br />

Unter Laparoskopie<br />

(LSK) versteht man<br />

Operationen im<br />

Bauchraum, die<br />

nicht über einen größeren<br />

Schnitt, sondern über einen<br />

oder wenige kleine Schnitte<br />

mittels Kamera im Bauch erfolgen.<br />

Die erste laparoskopische<br />

Operation in Europa fand 1985<br />

statt und war eine Gallenblasenoperation.<br />

2009/10 kam es<br />

zu einer Weiterentwicklung,<br />

durch die die Zugänge noch<br />

kleiner und weniger – bis zur<br />

1-Port-Technik – geworden<br />

sind. Ob ein Eingriff laparoskopisch<br />

durchgeführt werden<br />

kann, liegt an Patient:in und<br />

Chirurg:in. Die erste laparoskopische<br />

Darmoperation wurde<br />

1991 durchgeführt. Heute<br />

bestehen große Unterschiede<br />

in der Anwendung: Der Anteil<br />

an offenen Dickdarmeingriffen<br />

liegt bei ca. 20 %, während<br />

mittlerweile über 80 % der<br />

Dickdarmeingriffe laparoskopisch<br />

durchgeführt werden.<br />

Neu ist die robotische<br />

Chirurgie, wobei der Roboter<br />

ein Telemanipulator ist. Der<br />

Eingriff wird <strong>von</strong> einem<br />

Menschen an einer Konsole<br />

durchgeführt, über die<br />

Roboterarme gesteuert<br />

werden. Die erste dokumentierte<br />

Bauchoperation mit<br />

Roboterassistenz, wo der<br />

Chirurg weit weg vom<br />

Patienten war (transatlantisch:<br />

New York - Straßburg), war die<br />

Lindbergh-Operation, für die<br />

das Da-Vinci-Operationssystem<br />

verwendet wurde. Die OP<br />

fand 2001 in New York statt.<br />

Diese Technik bietet noch<br />

bessere Sicht und ein noch<br />

exakteres und schonenderes<br />

Präparieren. Während<br />

Urolog:innen bereits über 20<br />

Jahre regelmäßig die Prostata<br />

mithilfe dieses robotischen<br />

Systems operieren, hat die<br />

Technik erst in den letzten<br />

Jahren in chirurgischen<br />

Abteilungen Anklang gefunden.<br />

Mit dieser Entwicklung<br />

haben sich auch neue<br />

Ausbildungstools und<br />

Sicherheitsfeatures ergeben.<br />

So haben die Konsolen<br />

hochauflösende Simulationsprogramme,<br />

mit denen man<br />

neben einfacher Fertigkeitsübungen<br />

vollständige<br />

Operationen virtuell durchoperieren<br />

kann. Darüber<br />

hinaus gibt es eine Masterkonsole,<br />

bei der ein:e erfahrene:r<br />

Chirurg:in parallel zur/zum<br />

auszubildenden Chirurg:in<br />

sitzt und in Sekundenschnelle<br />

die Aktivitäten stoppen und in<br />

die Operation eingreifen kann.<br />

Dies bedeutet für die Ausbildung<br />

und Patient:innensicherheit<br />

einen enormen Vorteil<br />

und Fortschritt. Diese Technik<br />

muss daher laufend weiterentwickelt<br />

und die entsprechenden<br />

Fähigkeiten müssen der<br />

nächsten Generation beigebracht<br />

werden, damit möglichst<br />

viele Patient:innen eine<br />

moderne minimalinvasive<br />

Chirurgie in Anspruch<br />

nehmen können.


MEDIAPLANET | 15<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

LEXION AP 50/30:<br />

Revolutionäre Technologie für sicherere<br />

und komfortablere Laparoskopie<br />

Der Lexion AP 50/30 ist ein intelligenter Echtzeit-Insufflator, der bei der Laparoskopie<br />

eingesetzt wird, um ein stabiles Pneumoperitoneum zu gewährleisten. Er bietet<br />

mehrere wichtige Funktionen, die sowohl den Komfort <strong>von</strong> Patient:innen als auch die<br />

Arbeitsbedingungen <strong>von</strong> Chirurg:innen sowie dem OP-Personal verbessern.<br />

HAUPTMERKMALE DES<br />

LEXION AP 50/30:<br />

1. Stabiles Pneumoperitoneum:<br />

Das Gerät stellt sicher, dass während der gesamten Operation ein<br />

konstanter intraabdomineller Druck aufrechterhalten wird. Dies<br />

ist entscheidend für eine sichere und effektive Durchführung<br />

der laparoskopischen Verfahren.<br />

2. Kontinuierliche Befeuchtung:<br />

Der Lexion AP 50/30 befeuchtet das zugeführte CO2 kontinuierlich<br />

und erreicht dabei eine relative Luftfeuchtigkeit <strong>von</strong> 95 %.<br />

Diese hohe Befeuchtung hilft, die Austrocknung und die daraus<br />

resultierende Schädigung des Gewebes zu verhindern, was<br />

besonders bei längeren Eingriffen <strong>von</strong> Bedeutung ist.<br />

3. Erwärmung des CO 2<br />

Das zugeführte CO 2<br />

wird auf 35 Grad Celsius erwärmt. Die Erwärmung<br />

des Gases reduziert das Risiko einer Unterkühlung der<br />

inneren Organe und verringert postoperative Schmerzen und<br />

andere Komplikationen, die durch die Insufflation <strong>von</strong> kaltem<br />

CO 2<br />

verursacht werden könnten.<br />

VORTEILE FÜR CHIRURG:INNEN,<br />

PATIENT:INNEN UND OP-PERSONAL:<br />

• Verbesserter Patient:innenschutz:<br />

Durch die Kombination aus befeuchtetem und erwärmtem CO2<br />

wird die Integrität des Peritoneums besser geschützt, was zu einer<br />

schnelleren Erholung der Patient:innen beiträgt.<br />

• Bessere Sichtverhältnisse:<br />

Ein stabiles Pneumoperitoneum sorgt für eine konsistente Sicht<br />

und Arbeitsfläche, was die Präzision der Chirurg:innen verbessert.<br />

• Reduzierung postoperativer Beschwerden:<br />

Die optimale Befeuchtung und die Erwärmung des CO 2<br />

tragen dazu<br />

bei, postoperative Schmerzen und Beschwerden zu reduzieren,<br />

was zu einer schnelleren Genesung und höherer Patient:innenzufriedenheit<br />

führt.<br />

Dank des geschlossenen Systems wird das Risiko einer Kontamination<br />

der OP-Luft mit chirurgischen Rauchgasen minimiert.<br />

Dies sorgt für eine sichere Arbeitsumgebung für das OP-Personal.<br />

Insgesamt stellt der Lexion AP 50/30 durch seine fortschrittlichen<br />

Funktionen eine wesentliche Verbesserung der Bedingungen für<br />

minimalinvasive chirurgische Eingriffe dar.<br />

Der AP 50/30 ist das weltweit erste umfassende Pneumo-<br />

Management-System, das für ChirurgInnen, OP-Personal und<br />

PatientInnen entwickelt wurde.<br />

FOTO: ZVG


Intelligent OR Integration<br />

Synergy Integration Solutions<br />

Bauprojekte<br />

■ Entwicklung einer optimalen OP-Umgebung in<br />

Zusammen arbeit mit Krankenhäusern, Planern,<br />

Ingenieuren, Architekten und weiteren Projektbeteiligten<br />

■ Maßgeschneiderte, moderne und zukunftsorientierte<br />

OP-Lösungen nach individuellen Kundenanforderungen<br />

■ Einsatz der neuesten Technologien im Bereich<br />

<strong>von</strong> interdisziplinären Bildgebungssystemen,<br />

IT-Integration, Raumequipment, Leuchten sowie<br />

nahtloser Daten- und Videointegration<br />

■ Management sämtlicher Projektphasen: Vorbereitung,<br />

Planung, Durchführung und Fertigstellung<br />

Integrationsprojekte<br />

■ Integration des medizinischen Equipments des<br />

Krankenhauses zur Verwaltung aller Bildgebungsmodalitäten<br />

innerhalb des OP-Saals und zur Maximierung<br />

der Patientenversorgung und Effizienz<br />

■ Videointegration sämtlicher Bildgebungssysteme:<br />

• Innerhalb des OP-Saals: endoskopische<br />

Kameras, C-Bögen, Ultraschallgeräte und<br />

andere Bild gebungs systeme<br />

• Außerhalb des OP-Saals: Videokonferenzen,<br />

Streaming<br />

■ Datenintegration und automatisierte Workflows<br />

zur effizienten Speicherung aller wichtigen Bildund<br />

Videodaten im PACS-, KIS- oder EPA-System<br />

des Krankenhauses<br />

MAREMEA-2475<br />

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