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Lesen Magazin 03/2024 V2

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<strong>Lesen</strong><br />

Nr. 3/<strong>2024</strong><br />

Das literarische <strong>Magazin</strong><br />

der Buchhandlungen von Orell Füssli Thalia AG.<br />

Ihr persönliches Leseexemplar.<br />

<strong>Magazin</strong><br />

Barbara Bleisch<br />

über die «Mitte<br />

des Lebens» – S. 8<br />

S. 4 <strong>Lesen</strong>euheiten im Herbst<br />

S. 14 Tierisch gute Literatur<br />

S. 22 Frisch und einfach kochen mit ANA+NINA


Christine Roth<br />

Leitung Marketing &<br />

Kommunikation<br />

Orell Füssli Thalia AG<br />

Die nächste Ausgabe von <strong>Lesen</strong>,<br />

dem literarischen <strong>Magazin</strong> von<br />

Orell Füssli Thalia AG, erscheint<br />

im November <strong>2024</strong>.<br />

Liebe <strong>Lesen</strong>de<br />

Obschon auf das Wetter nicht immer Verlass<br />

war: Dieser Sommer hat uns wunderbare<br />

Erlebnisse beschert. Ich persönlich<br />

genoss Fahrradtouren, Wanderungen, Grillfeste<br />

und lange Fussballabende. Nun freue<br />

ich mich auf einen gemütlichen Herbst mit<br />

vielen Lesemomenten. Sie auch?<br />

In unserem neuen <strong>Magazin</strong> richten wir den<br />

Fokus auf tierische Geschichten. Tiere spielen<br />

nicht nur in unserem Alltag eine bedeutende<br />

Rolle, sondern auch in der Literatur.<br />

Ob als treue Begleiter, weise Ratgeber oder<br />

furchterregende Gegner – die Vielfalt der<br />

Tierfiguren ist schier unendlich. Auf S. 14<br />

erwartet Sie deshalb eine Auswahl an empfehlenswerten<br />

Romanen und Sach büchern,<br />

in denen es um Tiere geht oder sie als clevere<br />

Ermittelnde in Krimis gar die Hauptrolle<br />

spielen. Passend dazu lese ich als Nächstes<br />

den neuen Cosy-Krimi «Schotten schuss» von<br />

Gordon Tyrie rund um das eigenwillige<br />

Hochlandrind Thin Lizzy.<br />

Blättern Sie unbedingt auch zum Interview<br />

mit der Schweizer Philosophin, Moderatorin<br />

und Autorin Barbara Bleisch. Ich finde<br />

ihre Ansichten über Lebenserfahrung und<br />

Gelassenheit sehr inspirierend.<br />

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dieser<br />

Ausgabe und freue mich, Sie mit neuen<br />

Geschichten durch den Herbst zu begleiten!<br />

Herzliche Grüsse<br />

Christine Roth<br />

4<br />

7<br />

Buchneuheiten<br />

Literarische Schätze<br />

kommen ans Licht.<br />

Ihr nächstes Lieblingsbuch<br />

für gemütliche Abende<br />

Kolumne<br />

Unsere Kolumnistin Milena<br />

Moser über das Privileg,<br />

von einer Katze beim <strong>Lesen</strong><br />

begleitet zu werden<br />

Mensch und Tier<br />

14Tierisch gute Lektüren, bei denen Tiere im Fokus stehen<br />

Impressum<br />

Herausgeber: Orell Füssli Thalia AG,<br />

Dietzingerstrasse 3, Postfach, 8<strong>03</strong>6 Zürich<br />

Texte: Lydia Zimmer, Andrea Machura,<br />

Urs Heinz Aerni, Dana Grigorcea, Sandro Matzinger,<br />

Milena Moser, Anastasia Lammer<br />

Redaktion: Orell Füssli Thalia AG<br />

Design: design.isch. GmbH<br />

Coverfoto: Mirjam Kluka<br />

8 Interview<br />

Barbara Bleisch über<br />

die Mitte des Lebens und<br />

ihr lesenswertes Buch<br />

13<br />

21<br />

Spiele<br />

Fünf Spielhighlights für<br />

noch mehr Nervenkitzel<br />

10 Fragen an …<br />

… den Bestseller-Autor<br />

Arno Strobel<br />

24<br />

26<br />

Kochen<br />

Inspirierende Kochbücher mit frischen Ideen und<br />

einfachen Zubereitungen mit ANA+NINA<br />

Unsere Buchhändler*innen<br />

und ihre Vorlieben<br />

Persönliche Lesetipps<br />

Generationen<br />

Jung und Alt – ihre Liebe<br />

zu guten Geschichten<br />

22<br />

30<br />

34<br />

35<br />

36<br />

38<br />

39<br />

Preisänderungen vorbehalten. Unsere aktuellen Verkaufspreise und eine umfassende Auswahl an Büchern, Filmen und Spielen<br />

finden Sie auf www.orellfüssli.ch. Titel mit diesen Zeichen sind auch als eBook bzw. Hörbuch erhältlich.<br />

Kinder und Jugendliche<br />

Von Märchen bis zu<br />

Kriminalfällen, für Klein<br />

und Gross<br />

Literatur-Kreuzworträtsel<br />

Mitmachen und<br />

Gutscheine gewinnen<br />

Klassiker zum<br />

Wiederentdecken<br />

Drei Titel, die immer wieder<br />

auf den Tisch kommen<br />

Veranstaltungen<br />

Eine Übersicht über unsere<br />

nächsten Veranstaltungen<br />

Bücheruniversum<br />

Die digitale Bibliothek und<br />

ihre Schätze<br />

Filialspiegel<br />

Unsere Buchhandlungen<br />

in der Übersicht<br />

3


​Lesefreuden: die spannendsten<br />

Neuzugänge im Herbst <strong>2024</strong><br />

Mit dem Herbst kommen auch neue literarische<br />

Schätze ans Licht: Lassen Sie<br />

sich von unseren Buchtipps inspirieren,<br />

und finden Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch<br />

für gemütliche Abende zu Hause.<br />

Text von Lydia Zimmer<br />

1<br />

@JUJUMA<br />

EMPFIEHLT:<br />

Ebenfalls von der Autorin Nele Neuhaus<br />

«Böser Wolf»<br />

Ein packender Thriller für starke Nerven.<br />

Absolut lesenswert! Beim <strong>Lesen</strong> ging<br />

mir das Grauen unter die Haut und der<br />

Wunsch, dass es so etwas nicht geben<br />

kann. Nicht geben darf!<br />

Mehr auf bookcircle.ch<br />

2<br />

3 4<br />

5<br />

7<br />

6<br />

Matt Haig überzeugt erneut mit<br />

1<br />

seinem neusten Werk «Die Unmöglichkeit<br />

des Lebens», das durch seinen<br />

lockeren Schreibstil, eine etwas verrückte<br />

Geschichte und eine berührende Botschaft<br />

besticht: Als die pensionierte Mathematiklehrerin<br />

Grace ein heruntergekommenes<br />

Häuschen auf einer Mittelmeerinsel von<br />

einer fast vergessenen Freundin erbt,<br />

siegt ihre Neugier. Ohne Rückflugticket<br />

oder Plan reist sie nach Ibiza. Zwischen<br />

rauen Hügeln und goldenen Stränden begibt<br />

sich Grace auf die Suche nach Antworten.<br />

Haig zieht die <strong>Lesen</strong>den dynamisch mitten<br />

in die Geschichte hinein und streut ganz<br />

nebenbei einige weise Erkenntnisse ein.<br />

Über 400 Seiten lebensbejahende und<br />

hoffnungsvolle Lektüre!<br />

Die Unmöglichkeit des Lebens<br />

Matt Haig, Droemer, CHF 33.90<br />

Mit dem Buch «Marzahn, mon<br />

2<br />

amour» wurde Katja Oskamp schlagartig<br />

bekannt. Nun findet die Autorin<br />

in «Die vorletzte Frau» wieder unprätentiöse<br />

Worte für den Gang des Lebens:<br />

Die Geschichte der Icherzählerin und ihres<br />

viel älteren Geliebten, eines berühmten<br />

Schriftstellers, beginnt als leidenschaftliche<br />

und heitere Beziehung. Doch als der<br />

Geliebte schwer erkrankt, wandelt sich die<br />

Beziehung tiefgreifend. Oskamp erzählt<br />

in klarer, präziser Sprache rückhaltlos von<br />

den Verwandlungen des Lebens, den Rollen<br />

einer Frau und den Herausforderungen<br />

einer grossen Liebe. Das Buch fesselt die<br />

<strong>Lesen</strong>den mit seiner Ehrlichkeit und schildert<br />

die Höhen und Tiefen einer Lebensliebe<br />

ohne Vorwurf. Ein zärtlicher Roman, der<br />

nachhallt!<br />

Die vorletzte Frau<br />

Katja Oskamp, park x ullstein, CHF 33.90<br />

Vor Gericht schweigt sie, aber ihre<br />

3<br />

Geschichte erzählen andere:<br />

«Die Spielerin» von Isabelle Lehn ist ein<br />

packender Roman über eine unauffällige<br />

Frau, die ihre Unscheinbarkeit zu nutzen<br />

weiss. Von der niedersächsischen Provinz<br />

zieht sie in den 1990er-Jahren nach Zürich,<br />

wird Investmentbankerin und entdeckt die<br />

Welt der Bad Banks. Ihre Karriere stagniert,<br />

aber abseits der Legalität investiert sie<br />

Millionen und wird schliesslich Buchhalterin<br />

der kalabrischen Mafia. Der poetische Ton<br />

und die dynamische Sprache erzeugen<br />

einen unwahrscheinlichen Sog beim <strong>Lesen</strong>.<br />

Es ist ein smarter, geschmeidiger Roman,<br />

inspiriert von einer wahren Geschichte, der<br />

mit unseren eigenen Erwartungen spielt.<br />

Unbedingt lesen!<br />

Die Spielerin<br />

Isabelle Lehn, FISCHER Literatur, CHF 34.90<br />

Der neue Roman «Die Unvollkommenheit<br />

des Glücks» von SPIEGEL­<br />

4<br />

Bestsellerautorin Clara Maria Bagus beleuchtet<br />

auf einfühlsame Weise, was im<br />

Leben wirklich zählt. Eine unerwartete<br />

Begegnung und eine einzige Entscheidung<br />

verändern das Leben einer Frau und<br />

eines Mannes unwiderruflich. Mit sanfter<br />

Erzählkunst zeigt die Autorin, wie alles<br />

auf wundersame Weise miteinander verknüpft<br />

ist. Die berührende Atmosphäre<br />

und tiefgründige Lebensweisheiten machen<br />

dieses Buch zu einem inspirierenden Werk<br />

über den Sinn des Lebens und die Suche<br />

nach Glück. Ein emotionales Leseerlebnis –<br />

ideal für alle, die nach Weisheit und<br />

Inspiration streben.<br />

Die Unvollkommenheit des Glücks<br />

Clara Maria Bagus, Piper Populäre Belletristik, CHF 33.90<br />

Elif Shafak verwebt in «Am Himmel<br />

5<br />

die Flüsse» meisterhaft Vergangenheit<br />

und Gegenwart zu einem packenden<br />

Roman über die Auswirkungen jahrhundertealter<br />

Konflikte und die Schicksale dreier<br />

Menschen: Arthur wird 1840 an den Ufern<br />

der verschmutzten Themse in London<br />

geboren. Er ist ein Kind des Flusses und wird<br />

es sein Leben lang bleiben. Narin lebt<br />

Generationen später mit ihrer Grossmutter<br />

in einer jesidischen Gemeinde am Tigris.<br />

Sie ist neun, als dort Planierraupen auftauchen.<br />

Und die junge Wissenschaftlerin<br />

Zaleekhah, die als Hydrologin ein Hausboot<br />

auf der Themse bewohnt, sucht nach<br />

ihren Wurzeln und ihrem eigenen Weg.<br />

Der ewige Kreislauf des Wassers verbindet<br />

die Lebensgeschichten.<br />

Am Himmel die Flüsse<br />

Elif Shafak, Hanser, CHF 39.90<br />

«Der Libellenspiegel» von Yusuf<br />

6<br />

Ye ilöz ist ein Porträt über den Mut<br />

von Frauen und die Kraft von Freundschaften:<br />

Sahar kämpft dafür, dass ihre<br />

Tochter und ihr Partner von ihrer Familie<br />

akzeptiert werden, obwohl sie mit ihrem<br />

schwulen Cousin zwangsverheiratet ist.<br />

Die komplexe Familiengeschichte wird<br />

einfühlsam und eindringlich erzählt,<br />

während Sahar und die Schneiderin Juana<br />

in einer Änderungsschneiderei eine<br />

unerwartete Freundschaft beginnen.<br />

Verlust und Homosexualität prägen auch<br />

Juanas Familiengeschichte. Der Autor<br />

verbindet tiefgreifende gesellschaftliche<br />

Themen mit orientalischen Erzähltraditionen<br />

und klingender Sprache. Ein Buch,<br />

das bewegt und zum Nachdenken anregt.<br />

Der Libellenspiegel<br />

Yusuf Ye ilöz, Limmat, CHF 32.90<br />

In den Kiefernwäldern vor Berlin<br />

7<br />

befanden sich die Arbeiter-Lungenheilstätten<br />

von Beelitz. Hier erzählt Ulla<br />

Lenzes neuer Roman «Das Wohlbefinden»<br />

die Geschichte zweier ungleicher Frauen.<br />

Anna, eine Fabrikarbeiterin und ein angesehenes<br />

Medium, und Johanna, eine Schriftstellerin,<br />

begegnen sich im Jahr 1907 in<br />

diesen mystischen Heilstätten. Eine Bindung<br />

entsteht, die beiden Frauen Nutzen bringt,<br />

bis der Wettstreit um Anerkennung und Aufstieg<br />

sie zu Rivalinnen macht. Lenze fängt<br />

die Spannung zwischen Selbst erkenntnis<br />

und spiritueller Suche ein, während die<br />

Handlung sich über sechs Jahrzehnte und<br />

drei Generationen erstreckt.<br />

Das Wohlbefinden<br />

Ulla Lenze, Klett & Cotta, CHF 34.90<br />

Premium Card<br />

Mit dem kostenlosen<br />

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jedem Einkauf Punkte<br />

und kommen in den<br />

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Buchhandlungen und<br />

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4 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchneuheiten


8<br />

10<br />

12<br />

14<br />

Es ist ein<br />

Privileg.<br />

Text von Milena Moser<br />

In dem Sachbuch «Faustregeln» werden<br />

8<br />

die versteckten Gesetze des Alltags<br />

aufgedeckt, die unsere Entscheidungen und<br />

Erlebnisse formen. Von Murphys Gesetz<br />

bis zum Peter-Prinzip und bis zu Parkinson’s<br />

Law wird unterhaltsam erklärt, wie diese unsichtbaren<br />

Regeln unser Leben beeinflussen.<br />

Anhand von Beispielen aus der Wissenschaft,<br />

dem Alltag und der Arbeitswelt wird verdeutlicht,<br />

wie dieses Wissen genutzt werden<br />

kann, um kluge Entscheidungen zu treffen<br />

und erfolgreich zu handeln. Ein unverzichtbares<br />

Buch für jeden, der hinter die Kulissen<br />

unserer täglichen Herausforderungen<br />

schauen möchte.<br />

Faustregeln<br />

Mikael Krogerus, Kein & Aber, CHF 29.90<br />

Die New-York-Times- Bestsellerautorin<br />

9<br />

Alix E. Harrow entführt die <strong>Lesen</strong>den<br />

mit «Starling House» in eine Welt voll<br />

düsterer Magie. Opal, eine junge Frau aus<br />

Kentucky, fühlt sich unwiderstehlich von<br />

einem Anwesen angezogen, das angeblich<br />

voller Schrecken steckt. Als Opal eine<br />

Stelle im Starling House annimmt, begegnet<br />

sie dem unnahbaren Erben des Anwesens.<br />

Zwischen Albträumen und unheimlichen<br />

Erscheinungen entspinnt sich eine magische<br />

düstere Geschichte. Harrows unaufgeregter<br />

Schreibstil und ihre Fähigkeit, gruselige<br />

Atmosphären zu schaffen, machen dieses<br />

Buch zu einem modernen Gothic-Fantasy-<br />

Leseerlebnis.<br />

Starling House<br />

Alix E. Harrow, Goldmann, CHF 24.90<br />

9<br />

Peter S. Beagle ist zu Recht einer<br />

10<br />

der weltweit bekanntesten Fantasy-<br />

Autoren. Sein neustes Buch «Ich fürchte,<br />

Ihr habt Drachen!» ist ein humorvolles und<br />

gleichzeitig tiefgründiges Fantasy-Abenteuer,<br />

das sowohl junge als auch ältere <strong>Lesen</strong>de<br />

begeistern wird. Die Geschichte von Robert,<br />

dem widerwilligen Drachentöter, und<br />

Prinzessin Cerise, die selbst die Rettung<br />

übernimmt, ist eine Hommage an klassische<br />

Märchen mit einem modernen Dreh.<br />

Mit seiner ausdrucksstarken poetischen<br />

Sprache, vielen humorvollen Wendungen<br />

und einem Hauch von Satire entfaltet<br />

Beagle eine Geschichte über Selbstfindung<br />

und unerwartete Helden! Ein Muss – nicht<br />

nur für Fantasy-Fans!<br />

Ich fürchte, Ihr habt Drachen<br />

Peter S. Beagle, Klett-Cotta, CHF 34.90<br />

Verrat ist Pflicht: Mit «Five Broken<br />

11<br />

Blades» präsentiert Mai Corland<br />

einen Fantasy-Bestseller mit unerwarteten<br />

Wendepunkten. Die Geschichte führt<br />

fünf Attentäter zusammen, die gezwungen<br />

sind, ihre persönlichen Differenzen beiseitezulegen,<br />

um den tyrannischen Gottkönig<br />

Joon zu stürzen. Sie müssen lernen, einander<br />

zu vertrauen. Corland entfaltet eine faszinierende<br />

Geschichte voller Intrigen, düsterer<br />

Geheimnisse und unerwarteter Bündnisse.<br />

Ihre Welt ist reich an koreanischer Mythologie<br />

und epischen Konflikten. Und es gibt<br />

jede Menge Action!<br />

Five Broken Blades<br />

Mai Corland, Fischer TOR, CHF 34.90<br />

11<br />

«Späte Rache» von Christine Brand –<br />

12<br />

ein Sammelband mit 13 Kurzkrimis –<br />

entführt die <strong>Lesen</strong>den in eine Welt voller<br />

düsterer Geheimnisse und ungelöster<br />

Rätsel. In diesen fesselnden Kurz geschichten<br />

treffen die <strong>Lesen</strong>den auf Opfer und Täter<br />

aus den verschiedensten Lebenswelten – vom<br />

abgelegenen Bergdorf bis zum hektischen<br />

Redaktionsbüro. Brands unverkennbarer<br />

Schreibstil, kombiniert mit ihren tiefen<br />

Einblicken in Justiz und Kriminologie, verleiht<br />

jedem Fall eine faszinierende Authentizität.<br />

Jede Geschichte entwickelt ihre<br />

eigene Spannung, aber alle sind kompakt,<br />

überraschend und fesselnd! Ein Muss für<br />

alle Krimifans!<br />

Späte Rache<br />

Christine Brand, Atlantis, CHF 23.90<br />

Spannend und emotional: Der 9. Fall<br />

13<br />

für Pia Sander und Oliver von Bodenstein<br />

von der Bestsellerautorin Nele Neuhaus.<br />

Der Kriminalroman «Muttertag» beginnt<br />

mit einem mysteriösen Leichenfund:<br />

Der ehe malige Fabrikant Theodor Reifenrath<br />

wird tot in seinem Haus aufgefunden,<br />

und draussen unter seinem Hundezwinger<br />

werden grausame Entdeckungen gemacht.<br />

Die Kommissare stossen auf menschliche<br />

Überreste. Ein Rechtsmediziner kann<br />

einige der Opfer identifizie ren, die schon<br />

vor Jahren ermordet wurden: Alle waren<br />

Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag<br />

im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder<br />

läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes<br />

Opfer. Und bald ist Anfang Mai. Der Fall<br />

13<br />

entwickelt sich zu einem komplexen Puzzle<br />

aus Geheimnissen und falschen Fährten.<br />

Die Mischung aus Nervenkitzel und<br />

raffinierten Wendungen machen dieses<br />

Taschenbuch zu einem Page turner,<br />

der Krimifans nicht enttäuschen wird.<br />

Muttertag (Ein Bodenstein-<br />

Kirchhoff- Krimi 9)<br />

Nele Neuhaus, Ullstein, CHF 23.90<br />

Samuel Burrs Roman «Das grösste<br />

14<br />

Rätsel aller Zeiten» erzählt von<br />

einer geheimnisvollen Gemeinschaft: Clayton<br />

Stumper wächst unter der Obhut der<br />

sogenannten Rätselmacher auf. Nach dem<br />

Tod seiner Ziehmutter Pippa begibt sich<br />

Clayton auf die Suche nach seiner Herkunft,<br />

begleitet von verschlüsselten Botschaften<br />

und kniffligen Rätseln, die Pippa hinterlassen<br />

hat. Burrs Erzählstil ist flüssig und<br />

packend, die Charaktere sind liebevoll<br />

und lebendig gezeichnet. Ein atmosphärischer<br />

Roman, der zum Miträtseln und<br />

Mitfühlen einlädt und dabei die Suche nach<br />

Identität und Zugehörigkeit thematisiert.<br />

Ein Lese-Highlight!<br />

Das grösste Rätsel aller Zeiten<br />

Samuel Burr, DuMont, CHF 34.90<br />

Beim <strong>Lesen</strong> gestört zu werden,<br />

nämlich. Darüber wollte die Dosenöffnerin<br />

(Sie kennen sie vermutlich<br />

als Schriftstellerin Moser) gerade<br />

schreiben, einen launigen Text darüber,<br />

wie ihre Katzen, also meine<br />

Schwester Twylita und ich, sie vom<br />

<strong>Lesen</strong> abhalten.<br />

Ha!<br />

Das hätte sie wohl gern. Träum<br />

weiter, Daumenträgerin! Die Wahrheit<br />

ist, erstens, wir sind nicht ihre<br />

Katzen. Wir gehören Victor. Er war<br />

es, den wir damals durch die Scheibe<br />

im Tierheim gesehen haben. Wir<br />

wussten sofort, der ist es. Der und<br />

sonst keiner. Victor, müssen Sie<br />

wissen, ist nämlich eine Katze in<br />

einem Menschenkörper. Das haben<br />

nicht nur wir beide erkannt.<br />

Seine Freunde reden immer von<br />

seinen neun Leben, nach unseren<br />

Berechnungen ist er unterdessen<br />

aber mindestens beim 21. angelangt.<br />

Und daran sind wir nicht unbeteiligt. Die Dosenöffnerin taugt nichts, die wacht<br />

ja nicht mal auf, wenn ihr Blutzuckerspiegel nachts absackt! Ja, sie schläft mit uns<br />

im selben Bett. Eine Zumutung, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte.<br />

Sie verstehen.<br />

Jedenfalls, damals im Tierheim: Ich tat so, als würde ich schlafen, als kümmerten<br />

mich die Umstände meiner Existenz herzlich wenig. Meine Schwester und ich sind<br />

kurz nach der Geburt ausgesetzt worden. Weil irgendwas an unserer Färbung …<br />

was weiss ich. Wir sind perfekt. Beziehungsweise, ich bin perfekt. Meine Schwester<br />

ist ein Showgirl, doch das kam uns in dem Moment zugute. Sie richtete sich auf<br />

die Hinterbeine auf und versuchte, durch die Scheibe hindurch Victors Hand zu<br />

fassen. Er war hin und weg, das konnte ich durch meine halb geschlossenen<br />

Augen sehen. Wir wurden in zwei Kartonschachteln gepackt und hinausgetragen.<br />

Von ihm. Auf der ganzen Fahrt sass er zwischen uns und miaute uns beruhigend zu.<br />

Ich sag ja: Katze in Menschengestalt.<br />

Nun stellen Sie sich unseren Schock vor, als wir in unserem neuen Zuhause ankamen<br />

und feststellen mussten, dass da noch jemand war. Dass wir Victor mit<br />

jemandem teilen mussten. Daran werden wir uns nie gewöhnen.<br />

Wir wecken sie, wenn wir gefüttert werden wollen, meine Schwester beisst sie in<br />

die Nase und ich sie in den Arm. Hat sie die Dose geöffnet, ist ihr Tageswerk erledigt,<br />

was uns angeht. Wir begleiten Victor in die Werkstatt, wir helfen ihm beim<br />

Komponieren, indem wir die Tasten seines Synthesizers bedienen. Wir verfeinern<br />

seine Bilder mit seidigen Haaren und zierlichen Pfotenabdrücken. Und ja, wenn<br />

er ein Buch liest, helfen wir ihm beim Umblättern. Weil wir ihn lieben. Weil wir<br />

alles für ihn tun würden.<br />

Vergessen Sie das nie: Es ist ein Privileg, von einer Katze beim <strong>Lesen</strong> begleitet<br />

zu werden. Nicht gestört: begleitet. Was würde die Dosenöffnerin nicht dafür<br />

geben!<br />

Miss Tildeli Zaballa, Gastkolumnistin<br />

6 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchneuheiten<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Kolumne<br />

7


Barbara Bleisch © Mirjam Kluka<br />

Das Buch von Elke Heidenreich über<br />

das «Altern» schlug so richtig ein,<br />

im Handel und bei den Medien. Ihr Buch,<br />

Frau Bleisch, kreist nun die «Mitte des<br />

Lebens» philosophisch ein. Es scheint,<br />

dass momentan der Alterungsprozess<br />

die Gesellschaft umtreibt. Oder wie<br />

sehen Sie das?<br />

In einer Gesellschaft, in der ewige Jugend<br />

und körperliche Fitness grossgeschrieben<br />

werden, wird das Ringen mit dem eigenen<br />

Älterwerden tatsächlich immer mehr zum<br />

Thema. Viele Titel und auch Heidenreichs<br />

Buch, das ich sehr schätze, rücken deshalb<br />

die Vorzüge einer vertieften Lebenserfahrung<br />

und einer heiteren Gelassenheit in<br />

den Vordergrund. Oftmals erlangen wir sie<br />

erst mit dem Älterwerden. Ein Stück weit<br />

kreist auch mein Buch um diese Vorzüge, die<br />

uns übrigens nicht in den Schoss fallen,<br />

sondern um die wir uns auch bemühen müssen<br />

– ebenfalls eine These, die ich entfalte.<br />

Ihr Buch behandelt eigentlich nicht das<br />

Altern, sondern …<br />

… richtig, sondern die Mitte des Lebens, in<br />

der wir, wenn alles gut geht, noch sehr viel<br />

Zeit vor uns haben. Die Bilanzierung, die<br />

viele in dieser Phase vornehmen, lässt sich<br />

also nutzen, um noch einmal neu anzusetzen.<br />

Damit geht aber auch die Frage einher,<br />

wie viel Sicherheit wir aufzugeben bereit<br />

sind und wie wir uns neu erfinden, ohne uns<br />

zu verlieren.<br />

Was einschneidend sein kann für die Lebensgestaltung.<br />

Einige mögen mit anderem hadern: zum Beispiel dem Bedauern,<br />

da oder dort nicht anders abgezweigt zu sein, mehr Sitzleder bewiesen<br />

oder deutlicher Nein gesagt zu haben. Ich zeige im Buch, weshalb<br />

solches Bedauern nicht bitter sein muss, sondern zu einem reichen<br />

Leben dazugehört, in dem sich nicht alles haben lässt, was uns auch<br />

noch lockt. Gefühle des Bedauerns können uns ausserdem deutlich<br />

machen, woran uns wirklich liegt, und uns dazu bewegen, gerade<br />

in der Mitte nochmals eine Kehrtwende zu vollziehen.<br />

«Wir staunen über den Sternenhimmel<br />

noch mehr, wenn wir wissen,<br />

wie unendlich gross das All ist,<br />

wir sind umso berührter von Bachs<br />

Musik, wenn wir Übung darin<br />

haben, die verschlungenen Stimmen<br />

einzeln zu hören.»<br />

Wir erleben Sie am Bildschirm, auf der Bühne aber auch schreibend<br />

als eine Persönlichkeit voller Neugier, die noch Staunen<br />

kann. Wären das die Grundvoraussetzungen für alle, die sich<br />

der Philosophie widmen möchten?<br />

Es heisst immer wieder, das Philosophieren beginne mit dem Staunen.<br />

Das meint nicht, dass wir ewig Kinder bleiben und naiv auf die Welt<br />

blicken sollen, als wäre alles wunderlich. Im Buch unterscheide ich<br />

zwischen dem epistemischen Staunen, das sich auf Wissenslücken<br />

bezieht und für Kinder typisch ist: Sie staunen über den Heissluft-<br />

«Das herrliche,<br />

wilde Leben»<br />

Das wünscht sich Barbara Bleisch für die kommenden<br />

Generationen und widmet allen Menschen,<br />

die in der Mitte des Lebens stehen, ein lesenswertes Buch.<br />

Text von Urs Heinz Aerni<br />

Philosophisches Neuland?<br />

Philosophisch ist die Lebensmitte tatsächlich<br />

– anders als das Alter – nahezu unerforscht.<br />

Das ist umso erstaunlicher, als<br />

die mittleren Jahre in der antiken Philosophie<br />

als Blütezeit beschrieben worden<br />

sind. Mich hat auch interessiert, was in<br />

der Lebensmitte zur Blüte kommen kann<br />

respektive was der Krisenerzählung dieser<br />

Lebensphase philosophisch entgegenzusetzen<br />

ist.<br />

In Ihrem Buch schreiben Sie von unbekannten<br />

Flecken in der Lebenstopografie,<br />

im Sinne einer biografischen<br />

«Terra incognita». Hand aufs Herz,<br />

wie erging es Ihnen beim Schreiben bezüglich<br />

der eigenen Wahrnehmung der<br />

eigenen Lebensmitte?<br />

Alle Fragen, die ich diskutiere, treiben mich<br />

auch persönlich um. Am meisten hat mich<br />

vielleicht die Einsicht beschäftigt, dass ich<br />

zwar viel erreicht habe, immer Neues lerne<br />

und eigentlich rundum zufrieden bin – und<br />

dennoch das Gefühl von Stagnation kenne<br />

oder von einer gewissen Rastlosigkeit.<br />

Barbara Bleisch wurde 1973 geboren<br />

und lebt heute mit ihrer Familie in Zürich.<br />

Sie ist Mitglied des Ethik- Zentrums der<br />

Universität Zürich. Seit 2010 moderiert sie<br />

die Sendung «Sternstunde Philosophie»<br />

beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).<br />

Von 2017 bis 2019 war sie akademischer<br />

Gast am Collegium Helveticum.<br />

Nebst Fachliteratur ver öffentlichte sie<br />

Bücher wie «Warum wir unseren Eltern<br />

nichts schulden» (2018) und «Kinder<br />

wollen. Über Autonomie und Verantwortung»<br />

(2020).<br />

8<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Interview<br />

9


allon, den Zaubertrick des Onkels, über Seifenblasen, weil sie sich<br />

die entsprechenden Phänomene nicht erklären können oder sie zum<br />

ersten Mal sehen.<br />

Und wir, die Grossen?<br />

Als Erwachsene sind wir empfänglicher für eine zweite Form des<br />

Staunens, die mit der Lebenserfahrung und vertieftem Wissen zunimmt:<br />

Wir staunen über den Sternenhimmel noch mehr, wenn wir<br />

wissen, wie unendlich gross das All ist, wir sind umso berührter<br />

von Bachs Musik, wenn wir Übung darin haben, die verschlungenen<br />

Stimmen einzeln zu hören.<br />

Das Staunen ist also gut für unsere Lebensqualität?<br />

Zu staunen, Momente der Ehrfurcht zu empfinden, trägt viel bei<br />

zu einem erfüllten Leben. Aber gerade die Lebensmitte ist oft nicht<br />

nur eine Zeit der Fülle, sondern auch der Überfülle, in der viel gearbeitet<br />

wird, zugleich noch eigene Kinder und älter werdende Eltern<br />

versorgt werden sollen. Momente, in denen wir uns ergreifen lassen,<br />

verschieben wir gern auf später: Ausgedehnte Reisen, das Mitsingen<br />

in einem Chor, durchgefeierte Nächte – vielleicht hat das keinen<br />

Platz mehr zwischen Familie und Karriere. Doch die Gefahr ist, dass<br />

uns damit auch der Glanz im Leben abhandenkommt, weil wir vor<br />

lauter To-do-Listen und Zielverfolgung nicht die Ruhe finden, uns<br />

einer Erfahrung ganz hinzugeben und ohne Zeitdruck zu verweilen.<br />

Dann besteht Handlungsbedarf ...<br />

Dann gilt es, wieder Raum zu schaffen für Momente des Staunens,<br />

der Ergriffenheit.<br />

«Ich liebe Bücher!<br />

Die Abenteuer, die sich lesend<br />

erleben lassen, sind mit<br />

Filmen nicht zu vergleichen.<br />

Die eigene Fantasie ist<br />

immer noch die grossartigste<br />

Innen ausstatterin!»<br />

Sie schreiben in Ihrem Buch Folgendes: «Ist man erst einmal<br />

vierzig, fünfzig oder sechzig, gilt es, aus eigenem Antrieb<br />

heraus erfinderisch zu bleiben, wenn einen die Vorstellung<br />

eines routinierten Lebens plagt.» Es geht unter anderem<br />

um die Langweile. Aber ich vermisse sie auch, die Langweile.<br />

Ein gutes Zeichen?<br />

Tatsächlich sind Kindheit, Jugend und frühe Erwachsenenjahre<br />

geprägt von steter Veränderung. Wir werden von äusseren Erfordernissen<br />

durch die Zeit geschoben und müssen deshalb den Wandel<br />

nicht aus eigenem Antrieb anstossen. In der Lebensmitte haben<br />

manche vielleicht das Gefühl, «angekommen zu sein», was mit Befriedigung<br />

und einer tiefen Ruhe einhergehen kann. Bei anderen<br />

drängt sich das Gefühl in den Vordergrund, in Routinen gefangen<br />

zu sein oder zu stagnieren. Ich frage im Buch deshalb, wie Routinen<br />

als «Bleibefreiheit» verstanden werden können, um einen Begriff<br />

der Philosophin Eva von Redecker aufzunehmen: Als Souveränität,<br />

Barbara Bleisch © Mirjam Kluka<br />

die darin besteht, zu bejahen, wo man gelandet ist und sich dem<br />

Zwang zur weiteren Optimierung zu entziehen.<br />

Also ist es nicht schlecht, sich mal zu langweilen?<br />

Langweile kann in diesem Sinn tatsächlich befreiend sein. Aber<br />

eben nicht immer und nicht für alle. Um einen Hinweis zu geben:<br />

Langweile oder Routinen sind dann hemmend und schmerzhaft,<br />

wenn sie jegliche Lebendigkeit kassieren und uns nicht erlauben,<br />

weiter zu wachsen.<br />

Kopfzerbrechen kann die Beobachtung machen, dass im Zug<br />

oder in der Strassenbahn nicht mehr gelesen wird, sondern<br />

auf dem Handy Filmchen geguckt werden. Nehmen Sie durch<br />

dieses Medienverhalten als Leserin, Autorin und Journalistin<br />

schon gewisse Auswirkungen wahr?<br />

Ich nehme wohl dasselbe wahr wie alle anderen auch: dass man<br />

weniger miteinander spricht, sich kaum mehr grüsst, denn man hört<br />

sich mit den Kopfhörern ja gar nicht mehr. Mir scheint hier eine<br />

gewaltige Vereinzelung im Gang, die für einige hilfreich sein mag,<br />

die vor allem ihre Ruhe möchten, für andere aber schmerzhaft.<br />

Und Sie?<br />

Auch wenn ich selbst gern in Ruhe gelassen werde, denke ich abends<br />

dann doch oft über ein spontanes Gespräch nach, das sich beim<br />

Warten in der Schlange oder bei einer Tramfahrt ergeben hat.<br />

Mit anderen Worten: Die digitale Technik lässt uns Menschen<br />

gegenseitig wegdriften.<br />

Was mir auffällt: Das Lagerfeuer Fernsehgerät ist in vielen Familien<br />

dem Privatfeuer in den einzelnen Zimmern gewichen. Jedes Familienmitglied<br />

schaut auf dem eigenen Gerät das bevorzugte Programm.<br />

Damit geht auch etwas verloren: Gemeinsam fiebern, ob sich die<br />

Richtigen kriegen oder die Millionenfrage richtig beantwortet<br />

wird, verbindet ungemein. Zusammen fernzusehen, scheint mir<br />

heute fast wieder Avantgarde zu sein – oder die Ausnahmeerscheinung,<br />

wenn EM ist. Ich fände schön, es gäbe auch Public<br />

Viewings für TV- Debatten oder Serien. Wirklich Sorgen bereiten<br />

mir im Zusammenhang mit dem Medienwandel vor allem die Verbreitung<br />

von Falschinformationen sowie Propaganda und Algorithmen,<br />

die erwiesenermassen ein mediales Suchtverhalten befeuern.<br />

«Ich war ein Grünschnabel, auf<br />

einem Terrain, wo mir jegliche<br />

Vorbilder gefehlt haben.»<br />

Aber da ist ja noch das <strong>Lesen</strong> …<br />

Natürlich: Ich liebe Bücher! Die Abenteuer, die sich lesend erleben<br />

lassen, sind mit Filmen nicht zu vergleichen. Die eigene Fantasie ist<br />

immer noch die grossartigste Innenausstatterin! Aber gerade weil<br />

die Handys respektive die Apps darauf unsere Aufmerksamkeit derart<br />

beanspruchen, wird konzentriertes <strong>Lesen</strong> für viele anstrengend.<br />

Ein Zitat von Hilde Domin in Ihrem Buch beeindruckt:<br />

«Ich setze den Fuss in die Luft / und sie trug.» Welche Schritte<br />

in Ihrem Leben oder in der Berufskarriere empfanden Sie als<br />

ungeschützte Preisgabe an das Unbekannte, um Ihre Worte<br />

sinngemäss wiederzugeben?<br />

Mutter zu werden, war sicher ein Schritt ins Unbekannte, denn<br />

Elternschaft ist für viele eine transformative Erfahrung, die sie<br />

nachhaltig verändert, ohne dass sie vorab wüssten, wie. Aber auch<br />

die Publikation eines Buchs ist immer ein Wagnis und verlangt<br />

nach der Bereitschaft, nicht zu wissen, wie etwas, in das man sehr<br />

viel Arbeit und Herzblut gesteckt hat, ankommen wird. Im Kleinen<br />

setzen wir immer dann den Fuss in die Luft, wenn wir uns etwa<br />

in einem Konflikt oder in einer Beziehung ehrlich öffnen und Ablehnung<br />

riskieren.<br />

Sie moderierten zahlreiche Sendungen für «Sternstunde<br />

Philosophie» auf SRF, jetzt liegt Ihr neues Buch in den<br />

Buchhandlungen auf. Beschreiben Sie uns die Unterschiede<br />

der Gefühle nach einer Sendung und der Abgabe eines<br />

Manuskripts an den Verlag?<br />

Nach einer Sendung kann man, wenn es nicht rundgelaufen ist, den<br />

Fehler bei anderen suchen: Der Gast war nicht in Bestform, im Studio<br />

war es stickig, das Thema wurde mir aufgedrückt … Das ist natürlich<br />

ein Scherz: Verantwortung trage ich immer auch selbst. Und ich<br />

tendiere ohnehin dazu, mich oft zu hinterfragen, was ich hätte<br />

besser machen können. Das ist auch richtig so. Selbstgerechtigkeit<br />

verträgt sich schlecht mit Moderation. Bei einem Buch gibt es<br />

zwar auch den Verlag, der mir da und dort einen Ratschlag erteilt.<br />

Doch das Manuskript aus den Händen zu geben, bleibt schliesslich<br />

eine Entscheidung, die ich ganz allein verantworte. Lob wie Kritik<br />

werde ich auch mir selbst zuschreiben dürfen oder müssen.<br />

Ich komme langsam zum Ende mit meinen Fragen und denke an<br />

die Passage in Ihrem Buch über die «Perspektive auf die Endlichkeit».<br />

Mit welchen Erwartungen oder Wünschen schauen<br />

Sie auf Ihr Ende der Existenz auf diesem<br />

Planeten?<br />

Mit dem Wunsch, dass es weitergehen möge,<br />

dass ich Hoffnung haben darf. Der Philosoph<br />

Samuel Scheffler schreibt in seinem Buch<br />

«Der Tod und das Leben danach», dass unser<br />

Leben und Sterben sehr viel schwieriger wäre,<br />

wenn wir damit rechnen müssten, dass nicht<br />

nur wir sterben, sondern mit uns die ganze<br />

Menschheit. Die Vorstellung, dass andere nach<br />

mir kommen werden und jetzt bereits nachrücken,<br />

finde ich beruhigend. Und gerade in den<br />

mittleren Jahren, in denen ich jetzt stecke,<br />

will ich Verantwortung übernehmen und beitragen,<br />

was ich kann, dass wir berechtigt hoffen<br />

dürfen, dass nachrückende Generationen<br />

auch dieses herrliche, wilde Leben geniessen<br />

können.<br />

Mitte des<br />

Lebens<br />

Barbara Bleisch,<br />

Carl Hanser, CHF 35.90<br />

Die Philosophin und Moderatorin<br />

Barbara Bleisch<br />

zeigt, wie Philosophie<br />

helfen kann, das Verhältnis<br />

zwischen Kindern und<br />

Eltern zu klären.<br />

Kinder wollen<br />

Barbara Bleisch,<br />

Goldmann, CHF 18.90<br />

Philosophisch fundiert<br />

und voller Bezüge aus<br />

dem Alltag denkt Barbara<br />

Bleisch nach über Lebenserfahrung,<br />

Leichtigkeit<br />

und Gelassenheit.<br />

Warum wir<br />

unseren<br />

Eltern nichts<br />

schulden<br />

Barbara Bleisch,<br />

Goldmann, CHF 18.90<br />

Kinder bekommen –<br />

was bedeutet das heute?<br />

Dieses Buch bietet Argumente<br />

für alle, die sich<br />

mit dem Kinderwunsch<br />

auseinandersetzen.<br />

10 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Interview<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Interview<br />

11


1<br />

Buchtipps<br />

3<br />

Der Herbst lädt<br />

zum Spielen ein<br />

Diese fünf Spieletipps machen kühle Tage zu<br />

gemütlichen und unterhaltsamen Erlebnissen<br />

mit Familie und Freunden.<br />

Text von Sandro Matzinger<br />

«In jedem Menschen steckt ein zurückgetretener<br />

König.» Karl hat sich<br />

1<br />

in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückgezogen.<br />

Er ist krank und wartet auf<br />

sein Ende. Doch dann begegnet er dem<br />

elfjährigen Geronimo, und gemeinsam beschliessen<br />

sie, davonzureiten, nachts, auf<br />

Pferd und Maulesel. Sie geraten in wilde<br />

Abenteuer, finden Weggefährten auf dem<br />

Weg nach Laredo. Karl lernt kennen, was er<br />

trotz Macht, Ruhm und Reichtum bisher<br />

nicht hatte: Freundschaft, Liebe, Unbeschwertheit<br />

und die Freiheit, die es bedeutet,<br />

nur im Moment zu leben. «Reise nach<br />

Laredo» ist ein fantastischer, magischer<br />

Roman über das Loslassen, über das, worauf<br />

es im Leben ankommt – und vor allem eine<br />

mitreissende Geschichte. Mit dem 1968 in<br />

Wien geborenen Autor führte dieses <strong>Magazin</strong><br />

zum Roman «Das glückliche Geheimnis»<br />

ein Interview, und bekannt wurde er mit<br />

dem Buch «Der alte König in seinem Exil»,<br />

das 2011 erschienen ist.<br />

Reise nach Laredo<br />

Arno Geiger, Hanser, CHF 36.90<br />

Wie entsteht ein Roman? Wie werden<br />

2<br />

Figuren lebensnah und lebendig?<br />

Was bedeutet «verdichten»? Und wie geht<br />

man mit Krisen um? Anhand eigener und<br />

bekannter anderer Werke erzählt Benedict<br />

Wells von der Magie und Faszination des<br />

Schreibens. «Die Geschichten in uns» ist vor<br />

2 4<br />

allem auch ein persönlicher Streifzug von<br />

seiner Kindheit bis zu den ersten Veröffentlichungen.<br />

Ein lebenskluges und berührendes<br />

Buch. Benedict Wells wurde 1984 in München<br />

geboren, zog nach dem Abitur nach<br />

Berlin und entschied sich gegen ein Studium,<br />

um zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt<br />

bestritt er mit diversen Nebenjobs.<br />

Sein vierter Roman «Vom Ende der Einsamkeit»<br />

landete, wie bereits andere seiner<br />

Titel, auf der Bestsellerliste. Nach Jahren in<br />

Barcelona lebt Benedict Wells in Zürich.<br />

«Mann, kann der Mann schreiben» war im<br />

<strong>Magazin</strong> Stern über Benedict Wells zu lesen.<br />

Die Geschichten in uns<br />

Benedict Wells, Diogenes, CHF 36.90<br />

Toño Azpilcueta führt Familien- und<br />

3<br />

Berufsleben mit sehr mässiger Begeisterung.<br />

Seine Leidenschaft gilt der traditionellen<br />

Musik seines Landes, dem peruanischen<br />

Walzer, den er seit der Jugend akri<br />

bisch erforscht. Eines Tages lernt er einen<br />

über alle Massen talentierten Gitarristen<br />

namens Lalo Molfino kennen. Die Begegnung<br />

verändert Toños Leben – sehr zur Beunruhigung<br />

seiner Familie –, denn Molfino<br />

spielen zu hören, ist für ihn eine Offenbarung.<br />

Augenblicklich weiss Toño, was seine<br />

Mission ist: Er schreibt endlich das Buch,<br />

über Molfino, den peruanischen Walzer<br />

und vor allem die künstlerische Vision eines<br />

besseren Lebens. Es wird ein Erfolg – und<br />

Toño berühmt. Was läge also näher, als<br />

das Buch zu erweitern, sein Land, dessen<br />

Geschichte, die ganze Welt darin unterzubringen?<br />

Immer mehr, geradezu manisch,<br />

schreibt Toño daran, taub gegen die lauter<br />

werdende Sorge seiner Familie …<br />

Die grosse Versuchung<br />

Mario Vargas Llosa, Suhrkamp, CHF 36.90<br />

Manchmal muss man sich verlaufen,<br />

4<br />

um anzukommen – der neue grosse<br />

Liebesroman von Bestseller-Autor David<br />

Nicholls. Die Sunday Times meint dazu:<br />

«Dieser Roman ist ein Triumph. Was für ein<br />

Geschenk!» Marnie steckt fest. Sie lebt und<br />

arbeitet allein in ihrer Londoner Wohnung<br />

und kämpft mit der Einsamkeit. Doch mit<br />

dem Einigeln soll nun Schluss sein. Michael<br />

ist dabei, sich zu verlieren. Seit seine Ehe gescheitert<br />

ist, muss er lernen, als Ein-Mann-<br />

Show zu funktionieren. Er fühlt sich noch<br />

nicht bereit für die Gesellschaft anderer<br />

Menschen. Nur bei langen Spaziergängen<br />

findet er Ruhe. Als eine gemeinsame Freundin<br />

und sehr englisches Wetter Marnie und<br />

Michael bei einer Wanderung zusammenbringen,<br />

merken die beiden trotz aller<br />

Strapazen, dass ein erstes Treffen vielleicht<br />

auch eine zweite Chance sein kann.<br />

Zwei in einem Leben<br />

David Nicholls, Fischer Krüger, CHF 34.90<br />

Spielspass mit Anziehungskraft<br />

Kluster ist ein Spiel, das mit bis zu drei Mitstreitende<br />

buchstäblich verbindet. Zunächst<br />

wird die Schnur in einer beliebigen Form<br />

auf den Tisch gelegt und die Magnetsteine<br />

verteilt. Nun setzt im Uhrzeigersinn jede * r<br />

Spieler * in einen Stein in den abgegrenzten<br />

Bereich. Falls sie sich dabei verbinden (Kluster!),<br />

muss man diese aufnehmen. Die Magnetkraft<br />

kann auch zum eigenen Vorteil genutzt<br />

werden, um die platzierten Steine zu verschieben<br />

– allerdings geht damit das Risiko<br />

eines Klusters einher. Wer als Erstes alle<br />

Steine abgelegt hat, gewinnt.<br />

Bicycle<br />

Archangels<br />

Bicycle Stargazer,<br />

CHF 16.90<br />

Mythologischer Twist für klassische Karten<br />

Wer bei einer Pokerrunde, bei Partyspielen<br />

oder beim Vorführen eines Kartentricks nicht<br />

nur mit seinem Können, sondern auch mit den<br />

Karten selbst beeindrucken möchte, findet<br />

in Bicycle Archangels ein schön designtes Deck.<br />

Alle Illustrationen sind von Hand gezeichnet<br />

und inspiriert von der Mythologie der Erzengel.<br />

Jede Karte ist mit reichhaltigen Details ver sehen,<br />

die immer wieder aufs Neue entdeckt werden<br />

können. Auch die Verpackung ist ein echtes Kunstwerk:<br />

Mit einer geprägten Struktur bietet sie ein<br />

einzigartig haptisches Erlebnis.<br />

Farbenfroher Dart für überall<br />

Tisch, Tür, Boden, Auto oder doch der Roboterstaubsauger?<br />

Mit Twibble kann alles zum<br />

Spielplatz werden! Ein bis acht Wurfbegeisterte<br />

setzen Ziele an einem beliebigen Ort<br />

und müssen diese dann abwechslungsweise<br />

mit farbigen Saugnapf-Darts treffen.<br />

Die Pfeile halten auf jeder glatten Oberfläche<br />

oder – was für besondere Unterhaltung<br />

sorgt – sogar aufeinander. Da die Darts aus<br />

Magnetspiel<br />

KLUSTER<br />

Elliot GmbH, CHF 26.90<br />

Twibble gelb/<br />

grün Pro<br />

Twibble, CHF 39.90<br />

Gummi sind, dürfen auch Kinder mitspielen, und man muss sich<br />

nicht um Löcher in der Wand (oder im Bürotisch?) sorgen.<br />

Die besten schaurigen Rätsel in einem Set<br />

In dieser ultimativen Jubiläumsausgabe der<br />

Kultreihe finden Detektiv * innen die 100 besten<br />

rabenschwarzen Rätsel aus 20 Jahren Black<br />

Stories: von schaurigen urbanen Legenden über<br />

makabre Missgeschicke bis hin zu Klassikern,<br />

die man sich schon früher flüsternd am Lagerfeuer<br />

erzählt hat. Wer schafft es, alle Fälle zu<br />

lösen? Besonders spannend ist die Möglichkeit,<br />

die Rätsel in zwei Varianten durchzuspielen.<br />

Kartenspiel mit Nervenkitzel – jetzt als<br />

Naruto-Version!<br />

Naruto Push ist für alle, die den Nervenkitzel<br />

suchen und Risiken nicht scheuen. Nacheinander<br />

zieht man Karten mit Zahlenwerten –<br />

alle thematisch orientiert am Kult-Anime –<br />

aus einem verdeckten Stapel. Bei jedem Zug muss<br />

jedoch die Entscheidung<br />

gefällt werden, ob man weitermachen<br />

oder seine aufgedeckten<br />

Karten sichern<br />

will. Wer sich fürs Zocken<br />

entscheidet und dann eine<br />

Farbe und / oder eine Zahl<br />

zieht, die bereits in einer<br />

Naruto Push<br />

Ravensburger<br />

Spieleverlag GmbH,<br />

CHF 16.90<br />

Black Stories – Best of<br />

Moses Verlag GmbH, CHF 26.90<br />

seiner Reihen liegt, sammelt<br />

nicht nur keine Karte ein,<br />

sondern muss noch welche<br />

abgeben – Pech gehabt!<br />

12 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchtipps<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Spiele<br />

13


Wenn Tiere<br />

sprechen<br />

könnten …<br />

Menschen und Tiere verbindet eine ganz<br />

besondere Beziehung. Wir stellen eine Auswahl an<br />

Romanen, Sachbüchern und Krimis vor, in denen<br />

es um Tiere geht oder sie die Hauptrolle spielen.<br />

Text von Andrea Machura<br />

Ob wir uns «bärenstark fühlen» oder «ein Frechdachs sind» – Tiere haben sich nicht nur in unserer<br />

Sprache verewigt, sondern auch einen festen Platz in unseren Herzen erobert. Es gibt aber<br />

auch unliebsame oder gar gefährliche Tiere, die die Beziehung zum Menschen auf die Probe<br />

stellen. Das Spektrum reicht von Alltagsbegleitern bis hin zu Protagonisten, die uns mit einem<br />

Augenzwinkern in ihre Geschichten hineinziehen. Denn manchmal spielen Tiere auch die<br />

Hauptrolle, bringen uns zum Schmunzeln und lassen uns die Welt mit anderen Augen sehen.<br />

Tauchen Sie ein in eine Auswahl an Büchern, die das besondere Verhältnis zwischen Menschen<br />

und Tieren auf ganz unterschiedliche Weise beleuchten. Viel Vergnügen beim Entdecken dieser<br />

tierisch guten Lektüre!<br />

1 Die Rückkehr des Wolfes<br />

Die Lüneburger Heide ist ein wahres Naturidyll. Die historische Naturlandschaft in Niedersachsen<br />

in Deutschland wird durch die Beweidung mit Heidschnucken erhalten. Diese Idylle,<br />

die zum Teil in Naturparks gepflegt wird, ist auch für den Tourismus wichtig. Hier lebt der<br />

19-jährige Jannes mit seinen Eltern und seinem Grossvater Wilhelm, dem der Hof auf dem<br />

Papier immer noch gehört. Täglich werden die 42 Ziegen und 357 Heidschnucken von der<br />

alteingesessenen Familie über die Flächen getrieben, begleitet von den beiden Hütehunden<br />

Hera und Kasch. Doch die Idylle ist bedroht: Der Wolf kehrt zurück.<br />

Als sich die Schafsrisse auf den Weiden der benachbarten Bauern häufen, flammt innerhalb<br />

der Familie und im gesamten Dorf ein alter Konflikt wieder auf. Hat Opa Wilhelm in früheren<br />

Zeiten wirklich einen Wolf abgeschossen? Als sich ein Filmteam ankündigt, wird der Spagat<br />

zwischen der Tourismusidylle und dem politisch-gesellschaftlichen Konflikt zur Zerreissprobe.<br />

Und dann ist da noch ein altes Geheimnis, dem Jannes auf die Spur kommt. «Ihm kommt<br />

ein absurder Gedanke: Vielleicht ist es das Land, das ihm etwas sagen will, das ihm etwas<br />

antun will, vielleicht ist es die Heide.»<br />

Wie schon in seinem ersten Roman «Zwischen den Kiefern» stellt der deutsche Autor Markus<br />

Thielemann das Verhältnis von Menschen, Natur und Tieren auf eine harte Probe. Er seziert<br />

und demontiert in seinem fesselnden Antiheimatroman «Von Norden rollt ein Donner» eine<br />

vermeintliche Sehnsuchtslandschaft und scheinbare Idylle zwischen Menschen und Tieren.<br />

2 Ein Hochlandrind ermittelt<br />

Ebenfalls in einer idyllischen Landschaft spielen die Bücher von Gordon Tyrie. Auf der schottischen<br />

Inselgruppe der Hebriden ermittelt das eigensinnige Hochlandrind Thin Lizzy. Immer<br />

an seiner Seite: der einäugige Exscharfschütze Hynch. «Herrlich<br />

atmosphärisch und voller schwarzem Humor: Der Auftragskiller<br />

und das Hochlandrind sind zurück!», so preist der Verlag den neuen<br />

Band der Hebriden-Krimis an.<br />

Worum geht es? Der ehemalige Auftragskiller Hynch lebt undercover<br />

als Howard Currie mit dem Hochlandrind Thin Lizzy auf<br />

einer kleinen Hebrideninsel. Er versucht, seinen wohlverdienten<br />

(Aussteiger-)Ruhestand zu geniessen, während Thin Lizzy ihrem<br />

Job als Graserin auf Weiden nachgeht. Ein Date mit der Grafologin<br />

Frances führt unerwartet zu einem neuen Fall. Angeblich hat<br />

sich ein Immobilienhai, der Lebensgefährte von Frances’ Freundin<br />

Callie, im Meer das Leben genommen. Doch der Abschiedsbrief<br />

lässt Zweifel aufkommen. So machen sich Frances, Hynch und Thin<br />

Lizzy mit dem Boot auf den Weg zur Insel Coll. Eine unterhaltsame<br />

Spurensuche beginnt, denn auch andere suchen den Verschwundenen<br />

– darunter die drei schlechtesten Polizisten Schottlands. Als Thin<br />

Lizzy auf die beiden Kater Boswell und Johnson sowie die alte<br />

Hebriden kuh Twistie trifft, zieht das ungleiche Quartett gemeinsam<br />

los, bis es zum grossen Showdown im Moor kommt.<br />

Thomas Kastura schreibt seine skurrilen, schwarzhumorigen<br />

Hebriden-Krimis unter dem Pseudonym Gordon Tyrie und lebt<br />

damit seine Liebe zu Schottland aus. Mit «Schottenschuss» legt der<br />

deutsche Autor, der 2017 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet<br />

wurde, den vierten Band seiner Krimireihe um das Hochlandrind<br />

Thin Lizzy vor. Wer schon immer wissen wollte, was im<br />

Kopf einer Kuh vorgeht, ist mit diesem Cosy-Krimi bestens bedient.<br />

«Eine Sprechstunde ist ein ernsthafter<br />

Arbeitsplatz, wo Medizin<br />

gemacht wird. Sie ist aber<br />

auch eine Bühne für dramatische,<br />

traurige, lustige, heitere und<br />

spannende Begebenheiten.»<br />

3 Ein Fall für Hofhund Vasco<br />

Auch der nächste Kriminalfall wird tierisch gut gelöst. Denn im<br />

Oberbaselbieter Hinterberg wird wieder eine Leiche gefunden!<br />

Beim letzten Mal, vor nicht einmal einem Jahr, hatten Misstrauen<br />

und Argwohn tiefe Gräben in die Dorfgemeinschaft gerissen.<br />

Bereits im ersten Band des Regionalkrimis «Baselbieter Abgründe»<br />

versetzte ein Mord die Dorfgemeinschaft in Angst und Schrecken.<br />

Auch in ihrem zweiten Krimi «Baselbieter Fluch» lässt die Autorin<br />

Barbara Saladin erneut den Hofhund Vasco, sein Frauchen Lotti<br />

und deren Nichte Mara einen Mordfall aufklären. Und der Tatort<br />

befindet sich dieses Mal im Wald bei der Schattholde nah am Rüttigrund,<br />

wo Hofhund Vasco lebt.<br />

Ist es ein Zufall, dass der Tote ausgerechnet ein Flirt aus Maras<br />

Dating-App ist? Und was hat eine alte Baselbieter Sage über einen<br />

Goldschatz in einem Grab mit dem Mord zu tun? Bis zur Entdeckung<br />

der Leiche war doch in Hinterberg eigentlich alles in Ordnung.<br />

Mara hat ihre Tante Lotti fast so weit, dass sie ihre Produkte vom<br />

Hof endlich auch im Internet verkaufen kann, und im Dorf trifft<br />

14 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Fokusthema<br />

Fokusthema<br />

15


1<br />

Von Norden rollt<br />

ein Donner<br />

Der Wolf ist zurück. Das Naturidyll<br />

Lüneburger Heide ist<br />

bedroht und Schauplatz von<br />

Konflikten zwischen Tradition<br />

und Moderne. Rechtfertigen<br />

Heimatschutz und Tourismus<br />

den Abschuss des Wolfes?<br />

Markus Thielemann,<br />

CH Beck, CHF 34.90<br />

1 2<br />

3<br />

Baselbieter Fluch<br />

Bereits der zweite Mord<br />

im Oberbaselbieter Hinterberg,<br />

den Hofhund Vasco aufklärt.<br />

An seiner Seite: Frauchen Lotti<br />

und deren Nichte Mara.<br />

Was hat der Tote mit einer alten<br />

Sage zu tun?<br />

Barbara Saladin,<br />

Gmeiner, CHF 21.90<br />

4<br />

Herr Doktor,<br />

miis Büsi …<br />

Wenn Katzen, Hunde und Wellensittiche<br />

ins Sprech zimmer<br />

kommen: Ein liebenswertes<br />

Büchlein erzählt heitere und berührende<br />

Geschichten aus der<br />

Tierarztpraxis. Unterhaltsam<br />

und zum Schmunzeln!<br />

Johannes Kaufmann,<br />

Knapp, CHF 29.90<br />

3<br />

2<br />

Schottenschuss<br />

Der vierte Band um<br />

das eigenwillige Hochlandrind<br />

Thin Lizzy, das auf den idyllischen<br />

schottischen Hebrideninseln<br />

ermittelt, ist da.<br />

Freunde des skurrilen schwarzen<br />

Humors werden diesen<br />

Cosy-Krimi lieben.<br />

Gordon Tyrie,<br />

Droemer Knaur, CHF 24.90<br />

5<br />

Die Bienen<br />

Ende des 17. Jahrhunderts:<br />

Der junge Student<br />

Laurentius leidet an einer<br />

Depression, früher Melan cholie<br />

genannt. Als sein treuer<br />

Begleiter, der Papagei Clodia,<br />

stirbt, wird es düster um ihn.<br />

Meelis Friedenthal,<br />

Kommode, CHF 29.90<br />

6<br />

Zootiere als<br />

Zeitzeugen<br />

Sieben Zootiere erzählen<br />

die Geschichte des Tierparks<br />

Dählhölzli von seiner<br />

Eröffnung 1937 bis heute.<br />

Exemplarisch zeigt das Buch<br />

die Professionalisierun<br />

Roger Sidler,<br />

Hier + Jetzt, CHF 37.90<br />

4<br />

man sich zur Chorprobe im Musikverein oder dreht mit der Nordic-<br />

Walking-Gruppe eine Runde im Wald. Bis man eben genau die<br />

besagte Leiche findet und plötzlich die Unsicherheit im idyllischen<br />

Oberbaselbiet gross ist. Es formiert sich sogar eine Bürgerwehr,<br />

die nachts im Dorf patrouilliert, und man munkelt: Ist der Mörder<br />

oder die Mörderin gar unter uns?<br />

Zum Glück kann das Trio um den Hofhund Vasco auch diesen Fall<br />

aufklären. Immer wieder wechselt die Autorin, die neben ihrer<br />

schriftstellerischen Tätigkeit auch Chefredaktorin des Fachmagazins<br />

«Hund Schweiz» ist, die Perspektive und erzählt aus der Sicht von<br />

Vasco. Ja, wenn Tiere sprechen könnten …<br />

4 Geschichten aus der Tierarztpraxis<br />

Wenn Tiere wirklich sprechen könnten und sagen würden, wo es<br />

ihnen wehtut, gäbe es dieses Buch nicht: «Herr Doktor, miis Büsi …».<br />

Der Tierarzt Johannes Kaufmann erzählt wahre Geschichten aus<br />

seiner Tierarztpraxis. «Eine Sprechstunde ist ein ernsthafter Arbeitsplatz,<br />

wo Medizin gemacht wird. Sie ist aber auch eine Bühne für<br />

dramatische, traurige, lustige, heitere und spannende Begebenheiten»,<br />

schreibt Kaufmann im Vorwort. Einige dieser Begebenheiten hat<br />

er nun in einem unterhaltsamen und kurzweiligen Buch zusammengetragen.<br />

Johannes Kaufmann ist mit Leib und Seele Tierarzt mit eigener<br />

Praxis in der Nähe von Olten. Schon als Kind auf dem Bauernhof<br />

seiner Grosseltern begann seine Liebe zu den Tieren, die bis heute<br />

anhält. Die Geschichten rund um Hunde, Katzen und weitere Kleintiere<br />

sagen gleichzeitig auch sehr viel über deren Halter * innen aus.<br />

Da ist zum Beispiel Kater Fluffy, der ein paar ordentliche Pfunde zu<br />

viel auf die Waage bringt. Der Grund: Karamellpudding mit Sahne.<br />

Oder der Hund Nero, der einen Damenslip frisst und damit eine Ehekrise<br />

auslöst, denn der Slip gehört nicht seinem Frauchen.<br />

Auch Anekdoten aus seiner Zeit als Veterinärmediziner und Forscher<br />

in Gambia finden sich in dem Buch. Neben den unterhaltsamen<br />

Geschichten, die mit einem Augenzwinkern erzählt werden, geht<br />

es aber auch ums Abschiednehmen vom geliebten Tier. Auch dafür<br />

findet Johannes Kaufmann äusserst einfühlsame Worte.<br />

5 Tiere als Trostspender<br />

Ums Abschiednehmen geht es auch gleich zu Beginn des Buches<br />

«Die Bienen» des estnischen Autors Meelis Friedenthal. Der bunte<br />

Papagei Clodia ist seit zehn Jahren der treue Begleiter von Laurentius<br />

Hylas. Der junge Medizinstudent kommt Ende des 17. Jahrhunderts<br />

nach monatelanger beschwerlicher Reise auf dem Land- und<br />

Seeweg in Estland an. An der Universität von Tartu, wo bereits<br />

die revolutionären Ideen von Newton und Descartes kursieren, hat<br />

er ein Stipendium erhalten. Doch plötzlich stirbt Clodia, und um<br />

den jungen Medizinstudenten wird es immer dunkler. Er leidet an<br />

Melancholie, heute als Depressionen bekannt. Tage und Nächte<br />

verschwimmen wie in einem Fiebertraum, in dem Visionen und<br />

Träume ineinanderfliessen und auch Clodia ihm immer wieder<br />

erscheint.<br />

Der Autor, der auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Universitätsbibliothek<br />

Tartu tätig ist, erzählt eindringlich von einer<br />

düsteren Zeit, in der Aberglaube, Alchemie, Hexenverfolgungen und<br />

Hungersnöte zum Alltag gehörten. Welche Beziehung besteht<br />

zwischen der Seele und dem Körper? Laurentius ist hin- und hergerissen<br />

zwischen den Anfängen der modernen Medizin und<br />

den Heilmitteln der Bauern auf der Suche nach Heilung für die Krankheit,<br />

die ihn quält. In einem ausführlichen Nachwort liefert der<br />

Autor fundiertes Wissen über das Mittelalter und den Aufbruch in<br />

ein neues Zeitalter der Vernunft. Offen bleibt, ob es auch für Laurentius<br />

Hoffnung gibt, als Clodia ihm am Ende des Buchs erscheint:<br />

«Ihre Augen waren wie Gold, wie dunkler Honig, das Atmen wie<br />

ein Summen.»<br />

6 Tiere im Zoo<br />

Im Buch «Zootiere als Zeitzeugen» lernen wir auch einen Pagagei<br />

näher kennen – nämlich Lea. Und auch die Lebensgeschichten von<br />

sechs weiteren Zoobewohnern, von Fischotter Peterli, Wildkatze<br />

5<br />

6<br />

16 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Fokusthema<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong>


7<br />

9<br />

Arsch voll Geld<br />

Die Erdmännchen- Krimis<br />

sind Kult. Band 9 nimmt die<br />

Fan gemeinde mit auf ein neues<br />

Abenteuer an der Côte d’Azur.<br />

Im Auftrag von Interpol jagen<br />

Ray und Rufus einen mexikanischen<br />

Drogenboss.<br />

8<br />

Moritz Matthies,<br />

dtv, CHF 19.90<br />

Das Wesen<br />

des Lebens<br />

Am Beispiel der Stellerschen<br />

Seekuh, die im 18. Jahr hundert<br />

entdeckt wurde und seit<br />

Mitte des 20. Jahrhunderts im<br />

Museum zu sehen ist, geht es<br />

um grosse Expeditionen, Naturschutz<br />

und Artensterben.<br />

Iida Turpeinen,<br />

FISCHER Literatur, CHF 34.90<br />

Von Spinnen<br />

und Menschen<br />

Ein erzählendes Sachbuch über<br />

die nicht ganz einfache<br />

Beziehung zwischen Spinnen<br />

und Menschen. Eine kulturgeschichtliche<br />

Betrachtung mit<br />

viel Wissenswertem, das<br />

den Blick auf die Achtbeiner<br />

verändert.<br />

Jan Mohnhaupt,<br />

Hanser, CHF 37.90<br />

7<br />

9 8<br />

Bereits zum neunten Mal lassen die Berliner Erfolgsautoren Hans<br />

Rath und Edgar Rai, die ihre Erdmännchen-Krimis unter dem<br />

Pseudonym Moritz Matthies schreiben, Schnüffler und Privat detektiv<br />

Ray ermitteln. Mit dabei ist wiederum sein Bruder Rufus, der sich<br />

selbst das <strong>Lesen</strong> beigebracht hat und mittlerweile ein wandelndes<br />

Lexikon ist. Bewaffnet mit Taschenlampe, Enterhakenpistole und<br />

weiteren Gadgets aus der Trickkiste à la James Bond geht es diesmal<br />

nach Südfrankreich. Rasantes Jetski-Rennen inklusive. Manche<br />

mögen den Kopf schütteln, für andere ist Ray längst Kult. «Arsch<br />

voll Geld» ist flott geschrieben, gespickt mit witzigen Dialogen und<br />

Situationskomik und trainiert die Lachmuskeln.<br />

8 Entdeckerlust und Artensterben<br />

Ganz andere Abenteuer erlebten die Teilnehmer * innen von Expeditionen<br />

in unbekannte Gebiete. So auch 1741 der deutsche Arzt und<br />

Naturwissenschaftler Georg Wilhelm Streller. Er wurde ausgewählt,<br />

die Grosse Nordische Expedition im Auftrag der Kaiserin Anna<br />

zu begleiten. Zwei Schiffe mit einer über 100-köpfigen Besatzung<br />

stechen in See Richtung unbekanntes Nordmeer. Nach monatelanger<br />

Eintönigkeit entdeckt Streller die Seekuh, die später nach ihm<br />

benannt wird. Noch heute beruhen die Erkenntnisse auf seinen<br />

akribischen Beschreibungen und Zeichnungen. Das vermutlich<br />

letzte Tier der Art wurde 1768 von Pelztierjägern zu Nahrungszwecken<br />

erschlagen.<br />

Die finnische Autorin Iida Turpeinen verbindet in ihrem ersten Roman,<br />

der derzeit in über 20 Sprachen übersetzt wird, gekonnt Naturwissenschaft<br />

und Literatur. In ihrem Buch «Das Wesen des Lebens»<br />

fächert sie die grosse Geschichte von rastlosen Wissenschaftlern,<br />

obsessiven Sammlern und begeisterten Naturschützern auf. Denn<br />

das Aussterben von Tierarten ist oft das Ergebnis dieser schier unersättlichen<br />

Leidenschaft.<br />

Der Roman erzählt in drei Geschichten und über drei Jahrhunderte<br />

von der Entdeckung der Seekuh im Jahr 1741 über die Wiederentdeckung<br />

eines Skeletts im damals russischen Alaska im Jahr 1859<br />

bis schliesslich 1952, als das Skelett der Seekuh für eine neue Ausstellung<br />

im Naturkundemuseum Helsinki restauriert werden soll.<br />

Besonders beeindruckend sind die Motive und Bedingungen, unter<br />

denen die Forscher * innen – darunter viele begabte Frauen – unterwegs<br />

waren und sich mit voller Leidenschaft in die Natur stürzten.<br />

9 Eine verworrene Beziehung<br />

Im vorherigen Roman dokumentierte eine begabte junge Naturforscherin<br />

mit Begeisterung Seekühe. In «Von Spinnen und Menschen»<br />

ist es der freie Journalist und Autor Jan Mohnhaupt, der<br />

seiner Liebe zu Spinnen ein ganzes Sachbuch widmet. Bereits als<br />

Achtjähriger wünschte er sich eine Vogelspinne. Mit 14 bekam<br />

er sie, ganze 24 Jahre lebte Alpha bei ihm.<br />

An Spinnen scheiden sich die Geister, dabei sind sie unsere häufigsten<br />

Haustiere. Und es lohnt sich durchaus, einmal genauer hinzuschauen,<br />

denn es gibt Wissenswertes und Faszinierendes zu erfahren:<br />

Der Faden einer Spinne ist bis zu hundertmal dünner als ein menschliches<br />

Haar, kann sich aber aufgrund seiner Elastizität auf eine<br />

Länge von 80 Kilometern ausdehnen. Wussten Sie, dass Spinnenseide<br />

in Afrika und Südamerika auch für Textilien genutzt wird?<br />

Bekannter ist, dass Spinnen Insekten – darunter Blattläuse, Falter<br />

und deren Raupen, die in der Landwirtschaft erheblichen Schaden<br />

anrichten können – im Zaum halten. Dennoch zählen sie nicht zu<br />

den beliebtesten Tieren, wofür der Autor eine Erklärung hat:<br />

«Je weiter wir uns von der Natur entfernt und diese verformt haben,<br />

desto fremder sind uns auch die Spinnen geworden. Wir haben<br />

uns von ihnen immer weiter entfernt — und damit vielleicht auch<br />

von uns selbst.»<br />

Übrigens: Das erzählende Sachbuch ist nicht bebildert, was sicherlich<br />

einige Leser * innen beruhigen wird. Aber nach der – für manche<br />

gewagten – Lektüre kann man Spinnennetze durchaus auch ohne<br />

Pulsanstieg als faszinierende Kunstwerke betrachten.<br />

Céline, Tiger Igor, Moschusochse Toni, dem namenlosen Dornschwanzagamen<br />

und Clownfisch Nemo, sind hier versammelt. Gemeinsam ist<br />

ihnen, dass sie alle – wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten – im Tierpark<br />

Dählhölzli gelebt haben. «Ich habe die Tiere so ausgewählt,<br />

dass deren Biografien die gesamte Zeitspanne von der Gründung<br />

des Tierparks 1937 bis in die Gegenwart abdecken», schreibt der freiberufliche<br />

Historiker Roger Sidler in der Einleitung.<br />

Die sieben Zootiere waren zu ihrer Zeit richtige Stars und zogen<br />

sowohl Besucher * innen als auch Lokaljournalist * innen in den Zoo.<br />

Ereignisse wie ihre Ankunft im Zoo, Nachzuchten oder der Einzug<br />

in neue Gehege und Aquarien sorgten für Besucherströme und<br />

Presseberichte. Das Buch verknüpft die teils amüsanten, teils dramatischen<br />

Anekdoten, die der Autor in unzähligen Akten gefunden<br />

hat, mit den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen der<br />

Zeit. Darüber hinaus gibt es verborgene Einblicke in die Welt des<br />

Zoos, die beispielhaft auch die Professionalisierung der Zootierhaltung<br />

ab den 1960er-Jahren aufzeigen. Denn schliesslich sind<br />

Tiere Objekte wissenschaftlicher Neugier, und gleichzeitig dient<br />

der Zoo dem Menschen als Ort der Erholung und der Unterhaltung.<br />

7 Erdmännchen als putzige Detektive<br />

Aus einem Zoo stammen auch die waschechten Berliner Erdmännchenbrüder<br />

Ray und Rufus. Inzwischen leben sie allerdings mit<br />

ihrer Sippe im Brandenburger Wald rund um Berlin, kümmern sich<br />

um ihre Nahrungsvorräte und haben Probleme wie wir Menschen<br />

auch: Es geht um Familienplanung, fehlende Me-Time und die Auswirkungen<br />

des Klimawandels. Es scheint, als hätten alle gerade<br />

ein Sinnkrise! Als auch Ray fast «auf den Miesen kommt», trifft er<br />

auf Phil, den menschlichen Privatdetektiv, mit dem er schon einige<br />

Abenteuer erlebt hat.<br />

«An Spinnen scheiden sich<br />

die Geister, dabei sind sie<br />

unsere häufigsten Haustiere.»<br />

Criminal Intelligence Officer Montgomery von Interpol hat einen<br />

neuen Auftrag für das aussergewöhnliche Gespann «Phil and<br />

Friends». Als Showeinlage sollen sie undercover auf einer Hochzeitsfeier<br />

unter den Reichen und Schönen an der Côte d’Azur<br />

ermitteln. Denn dort heiratet der Sohn einer zwielichtigen Investmentfondsgrösse<br />

eine Frau aus bestem Haus. Zu Gast soll auch<br />

«Samtpfote» sein, der Kopf eines mexikanischen Drogenimperiums.<br />

Was völlig verrückt klingt, ist es auch.<br />

18 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Fokusthema


Buchtipps<br />

10 Fragen an …<br />

1<br />

3<br />

In den Wäldern des Nordens gibt es<br />

1<br />

Bären, Wölfe – und einen Mörder!<br />

Als in den endlosen Wäldern Schwedens<br />

die Elchjagd beginnt, sucht die ehemalige<br />

Journalistin Vera Bergström den Schauplatz<br />

eines Mordes auf: Unter einem Hochsitz<br />

wurde die Leiche einer Frau aufgefunden,<br />

die grausam ihr Leben verlor. Während<br />

die Polizei auf der Stelle tritt, soll Vera<br />

ihrem früheren Zeitungschef die Hintergrundstory<br />

zur Tat liefern. Doch die Geschichte,<br />

die Vera zuerst noch widerwillig<br />

aufdeckt, ist weit dunkler als erwartet –<br />

und die Vergangenheit des Opfers enger mit<br />

Veras Mitmenschen verwoben, als ihnen<br />

allen lieb ist. Ein tiefgründiger Krimi<br />

mit einer ungewöhnlichen Protagonistin!<br />

Verpassen Sie nicht den Auftakt der Bestsellerreihe<br />

– von der schwedischen Krimiakademie<br />

als «bestes Debüt» sowie «bester<br />

Kriminalroman» ausgezeichnet!<br />

Im Unterholz<br />

Sara Strömberg, Blanvalet, CHF 24.90<br />

Wer ist Claire Gravesend? Das fragt<br />

2<br />

sich Privatdetektiv Lee Crowe, als er<br />

sie tot an einem frühen Sommermorgen<br />

2019 auffindet, in einem feinen Cocktailkleid,<br />

auf dem Dach eines Rolls-Royce, im<br />

gefährlichsten Viertel von San Francisco.<br />

Claires Mutter, die megareiche und einflussreiche<br />

Olivia Gravesend, glaubt der Polizei<br />

2 4<br />

und dem Gerichtsmediziner nicht: Ihre<br />

Tochter hat sich nicht selbst umgebracht.<br />

Olivia beauftragt Crowe mit dem Fall, der<br />

aber schon bald Fragen über Fragen über<br />

die Familie Gravesend aufwirft: Zunächst<br />

werden bei der Autopsie seltsame kreisförmige<br />

Narben an Claires Wirbelsäule<br />

entdeckt. Dann entgeht Crowe nur knapp<br />

einem Mordanschlag. Und schliesslich entdeckt<br />

er in Claires Domizil das grösste<br />

Geheimnis von allen: Schlafend in einem<br />

der Zimmer findet er Claire. Lebend. Und<br />

Crowe ist wieder ganz am Anfang: Wer ist<br />

Claire Gravesend?<br />

Bis in alle Endlichkeit<br />

James Kestrel, Suhrkamp, CHF 29.90<br />

Das renommierte Rätselgenie Mike<br />

3<br />

Brink wird vom japanischen Kaiser<br />

persönlich eingeladen, nach Tokio zu kommen<br />

und dort am grossen Wettbewerb um<br />

die Lösung der sagenumwobenen Drachen-<br />

Rätselbox teilzunehmen. Was diese enthält,<br />

ist ein Mysterium, aber es ist gewiss von unschätzbarem<br />

Wert. Kaum hat der Wettbewerb<br />

begonnen, taucht unerwartet ein alter<br />

Widersacher auf und zwingt Mike zu einer<br />

verzwickten Schnitzeljagd quer durch<br />

Japan – und zu einer schwierigen Entscheidung,<br />

bei der nichts weniger als die Zukunft<br />

des Landes, wenn nicht gar der ganzen<br />

Menschheit auf dem Spiel steht. Ein perfekt<br />

codierter Tresor, ein meisterhafter Rätsellöser,<br />

ein skrupelloser Psychopath – und<br />

nur einer kann gewinnen.<br />

Invictum<br />

Danielle Trussoni, Hoffmann und Campe, CHF 26.90<br />

«Der Tod löscht alles aus. Der Tod ist<br />

4<br />

barbarisch. Und jetzt sagen Sie mir,<br />

warum sollten wir das dulden?» Drei hochkarätige<br />

Unternehmer aus dem Silicon Valley<br />

wollen ein zweites «Manhattan-Projekt»<br />

ins Leben rufen. Nur ist das Ziel noch ehrgeiziger<br />

als damals die Entwicklung der<br />

Atombombe: Sie wollen den Tod abschaffen.<br />

Der Journalist James Windover entdeckt jedoch,<br />

dass die Unternehmer, während sie<br />

von Investoren Milliarden sammeln, insgeheim<br />

versuchen, einen Schriftsteller zum<br />

Schweigen zu bringen – weil sie eine Story<br />

fürchten, die er geschrieben hat. Was steht<br />

darin, das das Projekt gefährden könnte?<br />

James begibt sich auf die Suche nach dem<br />

Mann und gerät rasch selbst in tödliche Gefahr<br />

… Der in Ulm geborene und heute in der<br />

Bretagne lebende Autor schrieb Bestseller<br />

wie «Eine Billion Dollar», «Ausgebrannt»<br />

und «NSA – Nationales Sicherheits-Amt».<br />

Die Abschaffung des Todes<br />

Andreas Eschbach, Bastei Lübbe Verlag, CHF 36.90<br />

Arno Strobel © Gaby Gerster<br />

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen<br />

und teilt sie<br />

gern mit seinen Leserinnen<br />

und Lesern. Deshalb sind<br />

seine Thriller wie spannende<br />

Entdeckungsreisen zu<br />

den dunklen Winkeln der<br />

menschlichen Seele und<br />

machen auch vor den grössten<br />

Urängsten nicht halt.<br />

Seine Themen spürt er dabei<br />

meist im Alltag auf,<br />

und erst, wenn ihn eine Idee<br />

nicht mehr loslässt und<br />

er den Hintergründen sofort<br />

mithilfe seines Netzwerks<br />

aus Experten auf den Grund<br />

gehen will, weiss er, dass<br />

der Grundstein für seinen<br />

nächsten Roman gelegt<br />

ist. Alle seine bisherigen<br />

Thriller waren Bestseller.<br />

Arno Strobel lebt als freier<br />

Autor in der Nähe von Trier.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

Zu welcher Tages- und Jahreszeit<br />

lässt es sich am besten Schreiben?<br />

Wenn es um düstere Szenen geht,<br />

von denen es in meinen Büchern<br />

ja einige gibt, dann ist natürlich eine<br />

kalte, stürmische Winternacht in<br />

meinem nur spärlich beleuchteten<br />

Büro die optimale Umgebung.<br />

Mit welcher Romanfigur würden<br />

Sie sich gerne mal in einem Café<br />

treffen?<br />

Betrifft es meine eigenen Figuren, dann<br />

wohl mit Marvin Wagner aus der<br />

Mörderfinder-Reihe. Ich denke, er ist<br />

die sowohl witzigste und schrägste<br />

als auch eine der intelligentesten Figuren<br />

aus meinem Roman-Universum.<br />

Bezüglich anderer Schriftsteller wäre<br />

es die Figur, mit der Sir Arthur Ignatius<br />

Conan Doyle berühmt wurde:<br />

Sherlock Holmes.<br />

Welche Utensilien müssen unbedingt<br />

auf Ihrem Schreibtisch liegen?<br />

Post-its und ein Stift, um Gedanken<br />

sofort in Stichworten notieren zu<br />

können und an meine Pinnwand zu<br />

heften, damit ich sie nicht vergesse.<br />

Als ehemaliger Informatiker liebe<br />

ich die Zettelwirtschaft.<br />

Sie dürfen nur zwei Bücher mit auf<br />

die berühmte Insel nehmen.<br />

Eines gelesen und eines ungelesen.<br />

Welche Bücher wären dies?<br />

Gelesen wäre es «The Stand – Das letzte<br />

Gefecht» von Stephen King. Mein<br />

erster King und gleichzeitig für mich<br />

eine der ganz grossen Storys, wenn<br />

es um den klassischen Kampf Gut gegen<br />

Böse geht. Ungelesen wäre es wohl<br />

«Die Blechtrommel» von Günther Grass.<br />

Ich habe vor Jahrzehnten den Film<br />

gesehen und war so begeistert, dass ich<br />

mir vorgenommen habe, das Buch unbedingt<br />

zu lesen. Bisher steht es leider<br />

noch ungelesen in meinem Regal.<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

Welches Buch würden Sie gerne<br />

nochmals zum ersten Mal lesen?<br />

«Winnetou I» von Karl May. Es war<br />

mein erstes, eigenes Buch, das ich<br />

im Alter von acht Jahren gelesen<br />

habe. Ich würde sehr gerne wieder<br />

dieses unbeschreibliche Gefühl<br />

erleben, wenn zum ersten Mal im<br />

Leben das Kopfkino anspringt.<br />

Ich möchte noch einmal so geflashed<br />

sein wie damals bei meinem ersten<br />

Buch.<br />

Welches Mittel hilft gegen<br />

Schreibstau?<br />

Schreiben.<br />

Wann wissen Sie, dass Ihr Buch<br />

vollbracht ist?<br />

Wenn es zum Showdown geht und<br />

meine Protagonisten, nachdem<br />

sie mich hoffentlich auf dem Weg<br />

dorthin mehrmals überrascht<br />

haben, alle ihren finalen Platz<br />

gefunden haben. Sei es nun über<br />

oder unter der Erde.<br />

Welcher Klassiker muss von<br />

Ihnen noch entdeckt werden?<br />

Das Gesamtwerk von Kafka.<br />

Welche Angewohnheit oder<br />

Macke hilft Ihnen beim Schreiben?<br />

Meine Verbissenheit, für meine<br />

Leserinnen und Leser – und auch<br />

für mich – das Beste aus einer<br />

Story zu machen, wenn sie mich<br />

so richtig gepackt hat. In der<br />

Regel passiert das nach den ersten<br />

Seiten.<br />

Wie wichtig ist Ihnen das Cover<br />

eines Buchs?<br />

Nicht so wichtig wie der Inhalt,<br />

aber Cover können Eyecatcher<br />

oder auch Abtörner sein, also<br />

wesentlich dazu beitragen, dass<br />

ein Buch erst einmal gekauft<br />

wird, damit der Inhalt überhaupt<br />

eine Chance hat. Also sehr wichtig.<br />

20 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchtipps<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> 10 Fragen an ...<br />

21


Brot, Käse und<br />

Zimtschnecken<br />

Die Foodbloggerin und Autorin Anastasia Lammer stellt<br />

frische Ideen mit einfachen Zubereitungen vor.<br />

Text von Anastasia Lammer<br />

Als leidenschaftliche Köchin, Foodbloggerin und<br />

Esserin bin ich ständig auf der Suche nach kulinarischer<br />

Inspiration. Heute stelle ich einige inspirierende<br />

Kochbücher vor, die frische Ideen und einfache<br />

Zubereitungen bieten. Diese Werke passen perfekt<br />

zu meiner Philosophie, dass das Leben zu kurz ist,<br />

um nicht täglich gut zu essen.<br />

Das Kochbuch «My Vegan Bakery» von Mrs. Flury<br />

enthält über 80 vegane Backrezepte. Zum Beispiel:<br />

Hefezopf, Zimtschnecken und Schokoladen-Cookies.<br />

Diese Rezepte zeigen die Vielfalt der veganen Backkunst,<br />

die das Buch bietet. Mrs. Flury legt besonderen<br />

Wert auf einfache Rezepte, die jeder nachmachen<br />

kann, und achtet gleichzeitig auf einen reduzierten<br />

Zucker- und Fettgehalt, um die Köstlichkeiten<br />

gesünder zu gestalten.<br />

Anastasia Lammer © David Biedert<br />

«Dein bestes Brot über Nacht» von Judith Erdin ist ein<br />

umfassendes Brotbackbuch, das sich besonders an<br />

Einsteiger * innen und leicht Fortgeschrittene richtet.<br />

Es zeichnet sich durch seine detaillierten, aber unkomplizierten<br />

Anleitungen aus, die es ermöglichen,<br />

Brot und Brötchen in Bäckerqualität zu Hause zu<br />

backen, ohne Zusatzstoffe oder teure Profigeräte zu<br />

benötigen.<br />

Das Buch basiert auf dem Konzept «1 Teig – 3 Rezepte».<br />

Aus 14 Grundteigen lassen sich 42 verschiedene Brote<br />

und Brötchen herstellen.<br />

«Das Leben ist zu<br />

kurz, um nicht täglich<br />

gut zu essen.»<br />

Das Kochbuch «Zu Gast in Venedig» von Christine<br />

Gräfin von der Pahlen ist ein kulinarischer Reiseführer<br />

durch die venezianische Küche. Das Buch umfasst<br />

mehrere Besonderheiten: umfang reiche Restaurantauswahl,<br />

Geheimrezepte, verborgene Schätze<br />

abseits der üblichen Touristenattraktionen. «Zu Gast<br />

in Venedig» kombiniert traditionelle Gerichte mit<br />

innovativen Kreationen und lädt den Leser auf eine<br />

gastronomische Entdeckungsreise durch die Stadt<br />

der Kanäle ein.<br />

«Der Käse-Atlas» von Tristan Sicard ist ein umfassendes<br />

Werk über Käse, das sich in vier Hauptkapitel<br />

gliedert: 1. Geschichte und Herstellung, 2. Käse aus<br />

aller Welt, 3. Terroirs und Regionen, 4. Käse geniessen.<br />

Das Buch zeichnet sich durch Klarheit, Übersichtlichkeit<br />

und hochwertige Illustrationen aus. Es bietet<br />

einen umfassenden Überblick über die Vielfalt der<br />

Käsewelt, ohne spezifische Rezepte zu enthalten.<br />

Mit 272 Seiten und über 400 vorgestellten Käsesorten<br />

ist es eine wertvolle Ressource für Käseliebhaber,<br />

vom Einsteiger bis zum Kenner.<br />

My Vegan Bakery<br />

Doris Flury,<br />

ZS Verlag, CHF 36.90<br />

Dein bestes Brot über Nacht<br />

Judith Erdin,<br />

at Verlag, CHF 39.90<br />

Zu Gast in Venedig<br />

Christine Gräfin von der Pahlen,<br />

Callwey, CHF 59.90<br />

Der Käse-Atlas<br />

Tristan Sicard,<br />

Dorling Kindersley, CHF 36.90<br />

80 süsse, vegane Backrezepte,<br />

mit reduziertem Zucker- und<br />

Fettgehalt, um die Köstlichkeiten<br />

gesünder zu gestalten.<br />

Schwierigkeitsgrad:<br />

Look & Feel:<br />

Eigenheit:<br />

Das Kochbuch für alle, die Brot<br />

und Brötchen in Bäckerqualität<br />

zu Hause backen wollen.<br />

Schwierigkeitsgrad:<br />

Look & Feel:<br />

Eigenheit:<br />

Eine gastronomische Entdeckungsreise<br />

durch die Stadt<br />

der Kanäle.<br />

Schwierigkeitsgrad:<br />

Look & Feel:<br />

Eigenheit:<br />

vegan backen<br />

Brot backen<br />

Reiserezepte<br />

272 Seiten und über 400 Käsesorten,<br />

ein umfassendes Buch<br />

für alle Käseliebhaber.<br />

Schwierigkeitsgrad:<br />

Look & Feel:<br />

Eigenheit:<br />

Käsewissen<br />

Rezept im Kochbuch<br />

«My vegan Bakery»<br />

und Rezept video<br />

auf Instagram<br />

@orellfuessli<br />

Zimt-/Nussschnecken<br />

Für mich das beste Rezept aus<br />

luftigem Hefeteig, nicht zu süss,<br />

mit feiner Haselnussnote und<br />

wunderbar saftig. Sie schmecken<br />

immer, zum Kaffee oder zum<br />

Brunch.<br />

ZUTATEN<br />

für 12 Stück<br />

500 g Mehl (z. B. 400 g Type 550<br />

und 100 g Vollkornmehl nach<br />

Wahl) plus mehr zum Arbeiten<br />

2 EL Zucker<br />

8 g Salz<br />

270 ml veganen Milchersatz nach Wahl<br />

50 g weiche, vegane Margarine<br />

(alternativ: vegane Butter)<br />

½ Würfel<br />

(20 g)<br />

frische Hefe<br />

FÜLLUNG:<br />

50 g weiche, vegane Margarine<br />

(alternativ: vegane Butter)<br />

4 EL (Vollrohr-)Zucker<br />

4 EL gemahlene Haselnusskerne<br />

3 TL Zimtpulver<br />

GLASUR (OPTIONAL):<br />

60 g Puderzucker<br />

1 EL Zitronensaft<br />

ZUBEREITUNG:<br />

1. Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel<br />

vermischen. Den veganen Milch ersatz mit<br />

dem weichen Fett hinzufügen. Die Hefewürfel<br />

hineinbröseln. Mit dem Knet haken<br />

der Küchenmaschine oder von Hand zu<br />

einem geschmeidigen, elastischen Teig verkneten.<br />

Diesen zugedeckt an einem<br />

warmen Ort (ideal sind ca. 30 °C) mindestens<br />

eine Stunde gehen lassen, bis sich<br />

das Volumen verdoppelt hat.<br />

2. Den Hefeteig auf einer leicht bemehlten<br />

Arbeitsfläche rechteckig ausrollen.<br />

Für die Füllung die vegane Margarine<br />

leicht erwärmen, damit sie weich wird.<br />

Dann auf dem Teig verstreichen. Zucker,<br />

Haselnusskerne und Zimt darauf verteilen.<br />

Den Teig von der Längsseite her<br />

fest aufrollen. Die Teigrolle in zwölf<br />

gleich grosse Stücke schneiden.<br />

3. Den Backofen auf 180 °C vorheizen und<br />

eine ofenfeste Backform (ca. 21 × 29 cm)<br />

oder ein tiefes Backblech einfetten.<br />

Die Zimtschnecken in die Form setzen<br />

und nochmals kurz gehen lassen.<br />

4. Die Zimtschnecken 25 bis 30 Minuten<br />

im Ofen backen.<br />

5. Für die Glasur den Puderzucker in eine<br />

Schüssel sieben und mit dem Zitronensaft<br />

verrühren. Bei Bedarf mehr Flüssigkeit<br />

dazugiessen. Die Zimtschnecken damit<br />

beträufeln.<br />

ZUBEREITUNGSZEIT:<br />

20 Minuten + eine Stunde gehen lassen +<br />

30 Minuten backen<br />

© ZS / 31Media GmbH, Mareike Hill, Andreas Neubauer, Mathias Neubauer<br />

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Kochen<br />

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Kochen<br />

23


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ihre Vorlieben<br />

Entdecken Sie persönlich ausgewählte Buchtipps.<br />

Sarah Frick, Buchhändlerin in<br />

1<br />

Aus bildung, Rösslitor Orell Füssli<br />

St. Gallen<br />

Stellen Sie sich vor: Sie retten durch Zufall<br />

eine Katze, erfahren von Ihrem vermeintlichen<br />

Verlobten, der kurz darauf einen<br />

Unfall hat, und Sie steigen in den Krankenwagen.<br />

Der Fahrer, Anton, hat den<br />

Rettungswagen gestohlen und plant einen<br />

Rachefeldzug durch die Ostschweiz. Anton<br />

fährt dummerweise noch Ihre verhasste<br />

Chefin zu Tode. Bleibt nur: Die Chefin muss<br />

weg! Was wie ein gewaltiger Fiebertraum<br />

klingt, ist Realität für Skara. Eine absolute<br />

Leseempfehlung für Fans von schwarzem<br />

Humor, Leser, die gerne Abstraktes mögen,<br />

oder jene, die etwas anderes wollen.<br />

Und wohin jetzt mit der Leiche<br />

Rahel Urech, Nagel & Kimche, CHF 33.90<br />

Katrin Staratzke,<br />

2<br />

Buchhändlerin, Orell Füssli<br />

Rheinpark St. Margrethen<br />

Was für eine Frau! Nemonte Nenquimo hat<br />

hautnah miterlebt, wie sich die Welt ihres<br />

Stammes im ecuadorianischen Regenwald<br />

verändert hat. In diesem Buch erzählt sie<br />

die Geschichte ihres Volkes, authentisch und<br />

ungefiltert. Wir lesen vom Zerfall einer<br />

reichen spirituellen Welt, von gefällten Bäu-<br />

men und vergifteten Flüssen. Angetrieben<br />

von grosser Trauer und dem Wunsch nach<br />

Gerechtigkeit hat sich Nemonte zu einer beeindruckenden<br />

Verfechterin der Rechte der<br />

indigenen Völker entwickelt. Ein wichtiges<br />

Buch, packend und persönlich erzählt.<br />

Tochter des Regenwaldes<br />

Nemonte Nenquimo, Heyne Verlag, CHF 35.90<br />

Arwen Hägi, Buchhändlerin,<br />

3<br />

Orell Füssli Kramhof &<br />

The Bookshop Zürich<br />

Lillys erster Solo-Zeitreiseauftrag führt<br />

sie auf die Titanic, wo sie den charmanten<br />

Rayford Andrews kennenlernt. Was sie<br />

nicht weiss: Er ist nicht der, für den er sich<br />

ausgibt. Ich habe alles an diesem Buch<br />

geliebt! Von den Charakteren, dem Plot,<br />

der Action über die Romantik bis hin zu<br />

den historischen Fakten – alles ist stimmig!<br />

Die geschaffene Atmosphäre ist packend<br />

und bewegend, sodass ich nicht aufhören<br />

wollte zu lesen. Ich kann es allen Rubinrot-<br />

Fans und Jugendfantasy-Lesern wärmstens<br />

empfehlen und natürlich all jenen, die es<br />

werden wollen!<br />

A Spark of Time – Rendezvous<br />

auf der Titanic<br />

Kira Licht, Bastei Lübbe Verlag, CHF 27.90<br />

Norina Müller, Filialleiterin,<br />

4<br />

Orell Füssli City West Chur<br />

Im Alltag einer Buchhändlerin gibt es immer<br />

wieder diese kleinen Glücksmomente,<br />

wenn man ganz unerwartet auf ein wunderbares<br />

Buch stösst. Und dieses Buch hat<br />

mir mal wieder so einen Glücksmoment<br />

beschert. Eine stimmungsvolle und sensible,<br />

wunderschön illustrierte Geschichte über<br />

eine besondere Liebe, die so tief reicht, wie<br />

das Meer tief ist. Ein wirklich besonderes<br />

Bilderbuch – ein ideales Geschenk zur<br />

Geburt.<br />

Liebe – so tief wie das Meer<br />

Stephen Hogtun, Von Hacht Verlag GmbH, CHF 25.90<br />

Debora Sallenbach, Buchhändlerin,<br />

5<br />

Orell Füssli Shopville Zürich<br />

Es gab das Leben vor Sonja, das Leben mit<br />

Sonja, und seit zwei Jahren muss sich Linda<br />

in einem Leben ohne ihre Tochter zurechtfinden.<br />

Die Traurigkeit lähmt und ergreift<br />

Besitz von Lindas Körper, und sie zieht sich<br />

mental und physisch zurück. Der Sog von<br />

Lindas Zustand ist intensiv, und es gab<br />

Momente, in denen ich es selbst fast nicht<br />

mehr aushielt und mir wünschte, sie käme<br />

endlich aus diesem Strudel heraus.<br />

Wer aber trotzdem weiterliest, wird mit<br />

einem authentischen Schluss belohnt.<br />

Mein drittes Leben<br />

Daniela Krien, Diogenes, CHF 36.90<br />

Anja Gerspacher, Verkaufsmitarbeiterin,<br />

Buchparadies Wädenswil<br />

6<br />

Die 17-jährige Elena lebt in der Kleinstadt<br />

Fell’s Church. Als an ihrer High School<br />

der neue Schüler Stefano aus Italien auftaucht,<br />

verliebt sich Elena Hals über Kopf<br />

in ihn. Stefano ist jedoch nur mässig an ihr<br />

interessiert. Gibt er jedenfalls vor. Auch er<br />

hegt Gefühle für Elena. Doch um sie vor<br />

seinem dunklen Geheimnis zu schützen,<br />

ignoriert Stefano Elena konsequent. Stefano<br />

ist ein Vampir, der aus dem Florenz des<br />

15. Jahrhunderts stammt! Dann geschieht<br />

etwas, dass Elena und Stefano unweigerlich<br />

miteinander verbindet. Plötzlich taucht<br />

Stefanos Bruder Damon in der Stadt auf, denn<br />

auch er ist Elenas Reizen verfallen. Damon<br />

ist aber noch viel gefährlicher als sein Bruder,<br />

und trotzdem kann Elena sich seinem<br />

Charme nicht entziehen.<br />

Tagebuch eines Vampirs –<br />

Im Zwielicht<br />

Lisa J. Smith, C. Bertelsmann Verlag GmbH, CHF 12.90<br />

Giulia Marino, Buchhändlerin<br />

7<br />

in Ausbildung, Orell Füssli<br />

Shoppyland Schönbühl<br />

Ein Dreiergespann zieht vom Land in die<br />

Grossstadt. Doch das Gefühl, dass sie alles<br />

im Leben verpassen, und die Enttäuschung<br />

über das Erwachsensein und dessen Herausforderungen<br />

holen sie schnell ein. Dieses<br />

Buch hat mich mit seiner rohen Wortgewalt<br />

und der realistischen Darstellung von Adoleszenz<br />

und dem «daily struggle» komplett<br />

abgeholt und begeistert. Eine Geschichte,<br />

die uns allen passiert sein könnte.<br />

Klarkommen<br />

Illona Hartmann, Park x ullstein, CHF 33.90<br />

Nicole Hofstetter, Verkaufs -<br />

8<br />

mitarbei terin, Orell Füssli<br />

Seedammcenter Pfäffikon<br />

Es ist der 30. Dezember in einer kleinen<br />

Stadt in Schweden. Ein Bankräuber flieht<br />

nach seinem missglückten Überfall in ein<br />

Wohnhaus, in dem gerade eine Wohnungsbesichtigung<br />

stattfindet. Und so wird aus<br />

dem Bankräuber ein Geiselnehmer, mit den<br />

schlechtesten Geiseln der Welt, wie der<br />

Bankräuber und Geiselnehmer später feststellt.<br />

Alle haben ihre eigenen Probleme<br />

und Sorgen. Dabei kommen sich alle in die<br />

Haare, finden aber auch Verständnis und<br />

Trost. Die beiden Polizisten versuchen Herr<br />

der Lage zu werden. Mit dem typisch<br />

schwedischen Humor erzählt Fredrik Backmann<br />

eine humorvolle Geschichte, die mir<br />

oft ein Schmunzeln entlockt hat. Aber auch<br />

ein Roman mit Tiefgang, liebenswerten<br />

Charakteren und viel Menschlichkeit.<br />

Eine ganz dumme Idee<br />

Fredrik Backmann, Goldmann, CHF 18.90<br />

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24 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchhandel<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Buchhandel


Generationenkonflikt?<br />

Nicht, wenn Begegnung möglich wird,<br />

und dazu mit guten Geschichten.<br />

Text von Urs Heinz Aerni<br />

Ja, sie sei wütend auf die Generation von heute, die sie<br />

als einen «ängstlichen, anspruchslosen und mittelmässigen<br />

Haufen» zusammenfasst. Dessen «materielle<br />

Ansprüche riesig», dagegen die «intellektuellen<br />

Ansprüche und Ansprüche im Kulturellen mikroskopisch»<br />

seien. Das sagte Elke Heidenreich nicht nur<br />

in der TV-Sendung «Willkommen Österreich» auf ORF,<br />

sondern schrieb es im lesenswerten Buch «Altern»,<br />

das zum Bestseller wurde. Hat sie recht? Nun, wer sie<br />

kennt, weiss ziemlich genau, was sie meint. Im Interview<br />

mit Martin Suter, erschienen in einer früheren<br />

Ausgabe dieses <strong>Magazin</strong>s, sagt er, dass die «Jungen<br />

heute auch lesen würden, aber anders», mit Verweis<br />

auf das Starren auf die Smartphones allüberall.<br />

Ist dem so?<br />

Wie blickt eine Generation auf die vorherige oder<br />

kommende? Was war früher wirklich besser?<br />

Gibt es Gründe, die nächste Generation zu beneiden?<br />

Schimpfen die Alten zu Recht über die Digitalisierung,<br />

während sie damals begeistert den ersten Fernseher<br />

ins Wohnzimmer stellten? Belächelt die Jugend<br />

den Modegeschmack der Senior * innen, während<br />

sie die Kultsongs aus den 1970er-Jahren wieder auf<br />

Spotify streamt?<br />

Gibt es eine Schnittstelle zwischen Jung und Alt<br />

oder einen Ort der Begegnung, abgesehen von der ungewollten<br />

Art am späten Freitagabend in der S-Bahn,<br />

wenn die Alten nach dem Restaurantbesuch nach<br />

Hause fahren und die Jugend erst jetzt zur Party in<br />

die Stadt fährt? Ja, es gibt eine Schnittstelle zwischen<br />

Jung und Alt: die Liebe zu guten Geschichten.<br />

Das Erzählen. Und das tun gute Bücher mit vielfältiger<br />

Kunst in allen Gefühlslagen. Dazu gehört, die …<br />

1 Ironie<br />

Die 1970 in Vorarlberg geborene Petra Pellini sammelte<br />

Erfahrungen bei der Pflege demenzkranker<br />

Menschen, und von diesen Erfahrungen fliesst<br />

einiges in ihren neuen Roman «Der Bademeister ohne<br />

Himmel», für den sie den Vorarlberger Literaturpreis<br />

erhielt.<br />

Um das geht es: Linda ist 15 und würde am liebsten<br />

vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen<br />

sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran<br />

verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und<br />

Hubert, 86 Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand,<br />

der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten<br />

toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren<br />

verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt<br />

Linda den Nachmittag mit Hubert, um die polnische<br />

Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen<br />

Mitteln ihren Beruf ausübt. Der Roman ist<br />

voller pointierter Dialoge wie diesem hier:<br />

2 Melancholie<br />

Melancholie ist ja eigentlich eine stille Traurigkeit<br />

des Glücks. Dazu passt der wiederentdeckte Roman<br />

«Mein kleiner Orangenbaum» von José Mauro de<br />

Vasconcelos, der 1920 in Rio de Janeiro geboren<br />

wurde und 1984 in São Paulo starb.<br />

Sesé ist ein wunderlicher, kleiner Junge. Immer nimmt<br />

er sich fest vor, brav zu sein, aber wie soll man<br />

wider stehen, wenn sich die Gelegenheit zu einem<br />

herrlichen Streich bietet? Seine Familie glaubt,<br />

der Teufel stecke ihm in den Knochen, und will ihm<br />

den Schabernack mit allen Mitteln austreiben. Von<br />

den Erwachsenen missverstanden, flüchtet Sesé sich<br />

in seine eigene Welt – eine Welt, in der die Hühner<br />

im Hinterhof zu wilden Panthern werden, die bunten<br />

Papierdrachen singend am Himmel tanzen und ein<br />

kleiner Orangenbaum ihn zu Abenteuern überredet.<br />

Und irgendwo, da ist er sich sicher, wartet der beste<br />

Mensch der Welt auf ihn. Das Buch ist eine Ode an die<br />

Freundschaft und Fantasie und vielleicht an den<br />

Schmerz, wenn die Hauptfigur Sesé sagt: «Jetzt erst<br />

wusste ich wirklich, was Schmerz war. Schmerz<br />

war nicht, wenn man Prügel bekam, bis man umfiel.<br />

War nicht, wenn man den Fuss mit einer Glasscherbe<br />

zerschnitt. Schmerz war, wenn den Armen der<br />

Schwung, dem Denken die Kraft verloren ging und<br />

der Wille nicht mehr ausreichte, den Kopf aus dem<br />

Kissen zu drehen.» Der brasilianische Junge versteht<br />

zwar die Welt der Erwachsenen früh, doch ob er<br />

dadurch seinem Vater näherkommt?<br />

3 Apropos Vatersuche<br />

Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963<br />

bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die<br />

grosse Leerstelle der Familie. Mutter und Tochter<br />

sprachen kaum über ihn. Wenn die Mutter ihn erwähnte,<br />

brach die Tochter das Gespräch ab. Sie konnte<br />

den Schmerz der Mutter nicht ertragen. Jetzt, in-<br />

1<br />

3<br />

Der Bademeister<br />

ohne Himmel<br />

Petra Pellini,<br />

ROWOHLT Kindler,<br />

CHF 34.90<br />

Seinetwegen<br />

Zora del Buono,<br />

C. H. Beck, CHF 34.90<br />

2<br />

4<br />

Mein kleiner<br />

Orangenbaum<br />

José Mauro de Vasconcelos,<br />

Unionsverlag, CHF 19.90<br />

Der Geschichtenabnehmer<br />

Vincenzo Todisco,<br />

Atlantis Literatur, CHF 33.90<br />

1<br />

5<br />

3<br />

4<br />

2<br />

«Bist du übern Berg?»<br />

«Über welchen Berg? Das Leben ist der Berg.»<br />

Wechseln wir unsere Gefühlslage zur Generationenverständigung<br />

in die …<br />

5<br />

Pi mal Daumen<br />

Alina Bronsky,<br />

Kiepenheuer & Witsch,<br />

CHF 34.90<br />

26 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Nebenthema<br />

27


Buchtipps<br />

1<br />

3<br />

2 4<br />

zwischen 60 geworden, fragt sie sich: Was ist aus dem damals erst<br />

28-jährigen E. T. geworden, der den Unfall verursacht hat? Wie hat<br />

er die letzten 60 Jahre mit dieser Schuld gelebt? «Seinetwegen» ist<br />

der Titel einer lesenswerten Recherche: Die Erzählerin macht sich<br />

auf die Suche nach E. T., um ihn mit der Geschichte ihrer Familie<br />

zu konfrontieren. Ihre Suche führt sie in abgründige Gegenden, in<br />

denen sie Antworten findet und sich neue Fragen erheben. Was geschieht<br />

mit ihr, wenn sie mehr weiss über ihn, den Mann, der ihren<br />

Vater totgefahren hat, als über den Vater selbst? Interessant ist,<br />

dass auf dem Cover keine Klassifizierung zu finden ist. Roman?<br />

Biografie? Autofiktion? Egal: ein sehr gutes Buch.<br />

«… es gibt eine Schnittstelle<br />

zwischen Jung und Alt:<br />

die Liebe zu guten Geschichten.<br />

Das Erzählen.»<br />

4 Die letzten Geschichten<br />

In einem Dorf im Apennin soll es keinen Menschen geben, der<br />

nicht vor seinem Abschied von dieser Welt das erzählen kann,<br />

was er loswerden möchte. Das ist die Ausgangslage im Roman<br />

«Der Geschichtenabnehmer» von Vincenzo Todisco, der übrigens<br />

mit italienischem Familienhintergrund im graubünd nerischen<br />

Rhäzüns lebt. Seine Figur Walter, der wegen seines pechschwarzen<br />

Haars auch Nerì genannt wird, fasst den Job des «Geschichtenabnehmers»<br />

im Dorf. Wenn es so weit ist, eilt er ans Sterbebett, wo<br />

schon ein Stuhl für ihn bereitsteht. Er hört den leisen Worten zu<br />

und einem Atem, der langsam verebbt. Für Nerì ist seine Bestimmung<br />

Fluch und Segen zugleich. Bald kennt er viele Geheimnisse,<br />

und er kennt den Tod – doch wird er fast verrückt ob dieser vielen<br />

Stimmen in seinem Kopf. Da werden auf der Dorfbank, in der<br />

Bar oder im Friseursalon die schönsten Geschichten erzählt, doch<br />

Nerì bleibt in den Sterbebettgeschichten gefangen. Ob das gut<br />

kommt? Erfreulich ist, dass Todisco uns seine neue Geschichte in<br />

zwei Buchdeckeln zugänglich macht.<br />

5 Wo ein Wille ist …<br />

Der erste Roman der 1978 in Berlin geborenen Alina Bronsky,<br />

«Scherbenpark», war nicht nur ein Bestseller, sondern wurde<br />

auch verfilmt. Das könnte ihrem neuen Roman «Pi mal Daumen»<br />

hoffentlich auch passieren. Es ist ein tragikomischer Roman<br />

über eine Frau namens Moni mit drei Enkeln und mehreren Nebenjobs,<br />

die Lippenstift und hohe Absätze liebt. Sie ist fest entschlossen,<br />

sich heimlich den Traum von einem Mathematikstudium zu<br />

erfüllen. Sie trifft bei einer Vorlesung auf den hochbegabten<br />

16-jährigen Oscar, der einen Adelstitel trägt und noch nie mit der<br />

U-Bahn gefahren ist. Diese zwei Welten haben es in sich, und<br />

dabei kommt noch die Frage auf, woher Moni den berühmtesten<br />

Professor der Uni kennt. Also ein vielversprechendes Setting,<br />

das zum Weiterlesen Lust macht und vielleicht einmal auf der Leinwand<br />

landen wird, wenn der Wille da ist, wie ihn Moni hat.<br />

Geschichten aus alten Zeiten sind wertvoll und bereichern diejenigen,<br />

die noch mitten im prallen Leben stehen. Geschrieben in schönen<br />

Büchern, erzählt vielleicht auch mal in der Strassenbahn oder im Zug,<br />

wenn wir den Mut haben, die Ohrenstöpsel rauszunehmen und<br />

den älteren Herrn anzusprechen, wie zum Beispiel: «Entschuldigen<br />

Sie, darf ich Sie etwas fragen?»<br />

Was würden uns Bäume erzählen,<br />

1<br />

wenn sie sprechen könnten? Fast<br />

zehn Jahre nach Erscheinen von «Das geheime<br />

Leben der Bäume» hat die Forschung so<br />

viel neues Wissen erschlossen, dass es an<br />

der Zeit ist, die Bäume selbst zu Wort kommen<br />

zu lassen. Dazu leiht ihnen der<br />

berühmte Förster Peter Wohlleben seine<br />

Stimme: Er lässt eine 250 Jahre alte Buche<br />

berichten, was ihr im Laufe der Zeit – vom<br />

Samen bis zum Giganten des Waldes –<br />

widerfährt, welche Gefahren ihr im Laufe<br />

ihres Daseins begegnen und wie das Leben<br />

und Überleben im Wald genau funktionieren.<br />

Und wir erfahren Unglaubliches: Bäume<br />

verständigen sich u.a. durch Klicklaute<br />

miteinander, sie können also hören! Und<br />

nicht nur das: Sie verfügen auch über ein<br />

Sehvermögen und können sich sogar erinnern<br />

und Erfahrungen an ihren Nachwuchs<br />

weitergeben.<br />

Buchenleben<br />

Peter Wohlleben, Ludwig, CHF 35.90<br />

Wie ist es, fünfzig Jahre mit einem<br />

2<br />

Pfeifton im Ohr zu leben? Woher<br />

kommt er überhaupt? Wie kann eine Einladung<br />

zum «Literarischen Quartett» zu<br />

einer Knieverletzung führen? Wie bricht<br />

man sich beim Meditieren einen Knochen?<br />

Axel Hacke weiss es und erzählt in diesem<br />

Buch die Geschichte und Geschichten seines<br />

eigenen Körpers, vom Standpunkt eines<br />

Mannes in der zweiten Hälfte der Sechziger<br />

aus gesehen: Es geht um die Gebrechen, aber<br />

auch um die Triumphe des Körpers und um<br />

das grosse Staunen über das Funktionieren<br />

desselben. Hacke sucht nach Antworten auf<br />

einige alte Fragen – Habe ich einen Körper<br />

oder bin ich mein Körper? Und wem gehört<br />

dieser eigentlich? Dem, der drin wohnt? –<br />

und gewährt Einblicke in das Banale und<br />

das Geheimnisvolle, das Rührende und das<br />

Grossartige, das Lustige und das Fürchterliche,<br />

das Schöne und das Abstossende seines<br />

Körpers und letztlich unser aller Körper.<br />

Aua!<br />

Axel Hacke, DuMont, CHF 29.90<br />

Eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke<br />

von der Steinzeit bis<br />

3<br />

zur künstlichen Intelligenz – vom Autor des<br />

Bestsellers «Sapiens. Eine kurze Geschichte<br />

der Menschheit», den Barack Obama als<br />

«interessant und provokativ» beschrieb. In<br />

den letzten 100 000 Jahren hat die Menschheit<br />

enorme Macht erlangt. Doch trotz all<br />

unserer Entdeckungen, Erfindungen und<br />

Eroberungen befinden wir uns heute in einer<br />

existenziellen Krise. Die Welt steht am<br />

Rande des ökologischen Zusammenbruchs.<br />

Zuhauf werden Falschinformationen verbreitet.<br />

Und wir stürzen uns kopfüber in<br />

das Zeitalter der künstlichen Intelligenz –<br />

ein neues Informationsnetzwerk, das uns<br />

auszulöschen droht. Wenn wir so klug sind,<br />

warum sind wir dann so selbstzerstörerisch?<br />

Informationen sind nicht der Rohstoff, aus<br />

dem die Wahrheit ist, aber auch nicht einfach<br />

nur eine Waffe.<br />

Nexus<br />

Yuval Noah Harari, Penguin, CHF 39.90<br />

Wie können wir im Hier und Jetzt<br />

4<br />

glücklich sein – anstatt uns immer<br />

danach zu sehnen, was wir nicht haben?<br />

Mit dieser Frage empfängt der Dalai Lama<br />

die Top-Influencerinnen Indiens. Dabei<br />

wollten die jungen Frauen eigentlich nur<br />

schnell erfahren, wie man sich mit der Kraft<br />

der Gedanken die neueste Designer-Sonnenbrille<br />

oder sogar den Traummann herbeimanifestieren<br />

kann. Ein Anliegen, das auch<br />

die Katze seiner Heiligkeit brennend interessiert,<br />

wünscht sie sich doch gerade nichts<br />

sehnlicher als ein saftiges Stück Hühnerleber.<br />

Im sechsten Band der Romanreihe<br />

rund um die Katze des Dalai Lama dreht<br />

sich alles um die magische Kraft unserer<br />

Wünsche. Auf leichte und vergnügliche<br />

Art vermittelt das Kätzchen buddhistische<br />

Weisheit – und zeigt, wie wir mit klarem<br />

Geist und mitfühlendem Herzen dauerhaftes<br />

Glück und wahre Erfüllung in unser<br />

Leben integrieren können.<br />

Die Katze des Dalai Lama<br />

und die Magie der Wünsche<br />

David Michie, Ansata, CHF 29.90<br />

28 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Nebenthema<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Buchtipps<br />

29


Von Märchen und<br />

Kriminalfällen!<br />

Diese Buchtipps lassen die Herzen von kleinen und<br />

grossen Leser*innen höherschlagen.<br />

Text von Dana Grigorcea<br />

Ab 3 Jahren<br />

3+<br />

Gogg der Zwerg<br />

Roland Schwab, Rebecca Gugger,<br />

Baeschlin, CHF 29.90<br />

Tolle Überraschung<br />

zum Geburtstag<br />

3× im Jahr Brief von<br />

Finki mit Empfehlungen<br />

Wettbewerbe &<br />

Veranstaltungen<br />

Bist du zwischen<br />

4 und 12 Jahre alt?<br />

Ich bin Finki, der kleine<br />

Buchfink, der es liebt, zu lesen<br />

und Geschichten zu hören.<br />

Du auch? Dann melde dich<br />

jetzt an in all unseren Buchhandlungen<br />

oder auf<br />

orellfüssli.ch/kinderclub<br />

Teilen heisst Freuen<br />

Leo möchte endlich den alten Stall umbauen.<br />

Er hat Pläne und auch schon<br />

die Werkzeuge besorgt. Aber als er sich<br />

an die Arbeit machen möchte, sind alle<br />

Werkzeuge fort. Weggenommen haben sie<br />

die Tiere des Waldes: der Bär, der Luchs,<br />

der Hirsch, das Wiesel, denn sie wollen<br />

ihrem Freund, dem Zwerg Gogg, helfen.<br />

Der Zwerg Gogg hat sich nämlich im alten<br />

Stall häuslich eingerichtet. Er ist jetzt<br />

verzweifelt, seine Bleibe möchte er nicht<br />

verlieren. Er will den Umbau sofort stoppen. Aber er hätte nie gedacht,<br />

dass Leo längst weiss, dass er in seinem Stall lebt. Es kommt<br />

zu einer Aussprache zwischen Leo und dem Zwerg Gogg, nach der<br />

die Geschichte doch noch einen guten Schluss bekommt. Ein von<br />

Rebecca Gugger mit viel Sinn für die Eigenheiten der Tiere im Wald<br />

illustriertes Bilderbuch ab drei Jahren.<br />

4+<br />

Rette das Märchenland! –<br />

Ein ganz besonderes<br />

Du-entscheidest-selbst-<br />

Abenteuer<br />

Sylvie Misslin,<br />

Annette Betz, CHF 26.90<br />

Du hast die Wahl<br />

Wenn man eine Geschichte selbst erfindet,<br />

gibt es viel zu entscheiden. Wer ist die Heldin,<br />

was das Abenteuer, wer lernt am Schluss<br />

am meisten, wer hat den Schaden und<br />

weshalb? Wenn man aber eine Geschichte<br />

in einem Buch liest, ist alles meistens vorgegeben.<br />

Man liest das, was jemand anders<br />

erfunden hat. Aber Vorsicht: Dieses Buch<br />

hier ist anders! Hier entscheidet jede * r, die * der<br />

es liest, selbst! Ein kleines Mädchen in<br />

einem roten Mantel ist weg, verschwunden!<br />

Die kleinen Ritter gehen es sofort suchen<br />

und treffen im Märchenland auf die merk würdigsten Fabelwesen.<br />

Du entscheidest, wie die Geschichte weitergeht. So oder so aber endet<br />

sie in einer riesengrossen Überraschung. Ein Buch zum Wiederlesen,<br />

so oft man will, und ein Mitmachbuch der wertvollen Art.<br />

Mut zu träumen<br />

Torben Kuhlmann hat es wieder getan:<br />

Das fünfte Mäuseabenteuer wartet auf sein<br />

riesiges Publikum! Diesmal geht es um<br />

Amelia Earhart, die erste Frau, die den Atlantik<br />

im Flieger überquert hat. Schon das erste<br />

Mäuseabenteuer handelte von einem Flugpionier,<br />

nämlich von Charles Lindbergh. Es folgten<br />

die Bände «Armstrong», «Edison» und «Einstein».<br />

In «Earhart» geht es wieder um eine Wühlmaus,<br />

die davon träumt, das eigene Gärtchen zu<br />

verlassen. Auf einer Briefmarke sieht sie das<br />

Bild einer riesigen Katze aus Afrika und will dorthin. Ein Mäusepilot<br />

hilft ihr, ein Fluggerät zu bauen. In Afrika trifft sie auf die<br />

Riesenkatzen und auch auf eine Menschenfrau, die so gern fliegt<br />

wie die Maus. Es ist Amelia Earhart. Ein geschickt um die Wühlmaus<br />

und die tatsächliche Lebensgeschichte der Flugpionierin<br />

Amelia Earhart gesponnener Erzählfaden macht diese Geschichte<br />

absolut lesenswert. Die packenden Illustrationen sind dieser besonderen<br />

Frau, die auch eine wichtige Frauenrechtlerin war, würdig.<br />

Earhart<br />

Torben Kuhlmann,<br />

NordSüd, CHF 29.90<br />

4+<br />

Ab 8 Jahren<br />

Reich und allein?<br />

Otto lebt im Schloss seiner Ahnen. Er wächst<br />

allein auf und wird von den Bediensteten<br />

betreut. Ganz altmodisch trägt er Knickerbocker<br />

und statt einer Brille ein Monokel. Doch<br />

eines Tages tritt Ina, die Enkelin des Schlossgärtners,<br />

auf den Plan. Otto lernt bald auch<br />

ihre Freunde kennen, und er kann mit ihnen<br />

endlich die Welt ausserhalb des Schlosses<br />

entdecken. Mehr noch: Als die Bediensteten in<br />

Urlaub fahren, verbringen Ottos Freunde<br />

ihre Ferien im Schloss. Otto weiss nicht so recht,<br />

aber die Freunde laufen durch die Räume und<br />

erkunden die Geheimgänge. Als die Ferien zu Ende gehen, findet<br />

Otto doch noch Freude am bunten Treiben. Er fragt sich angesichts<br />

der baldigen Rückkehr der Bediensteten, ob er sein Leben nicht<br />

lieber etwas ungeplanter verbringen will als so behütet wie bisher.<br />

8+<br />

Ein Fall für Maëlys –<br />

Königliche Rettung in Zürich<br />

Christine Pompéï,<br />

Auzou Suisse, CHF 19.90<br />

Königin in Gefahr<br />

Maëlys’ Vater landet auf dem Flughafen<br />

Zürich. Er wird von seiner Familie und<br />

von Lucien abgeholt – ja genau, dem vom<br />

bekannten Detektivduo Maëlys und Lucien.<br />

Und wo die beiden sind, kann auch ein<br />

Fall nicht weit sein! Tatsächlich kommt nach<br />

einer Verwechslung der Koffer ein Brief<br />

mit einer aufregenden Nachricht ans<br />

Tageslicht: Eine Königin schwebt in Gefahr!<br />

Eine Königin? In Zürich? Welche Königin?<br />

Maëlys und Lucien machen sich sofort<br />

daran, den Fall zu lösen. Ihr rasanter Weg<br />

führt sie zum Uetliberg und in die Sukkulentensammlung. Werden<br />

sie die Königin retten können? Ein Fall für Kinder ab acht Jahren.<br />

Mit comicartigen bunten Illustrationen von Raphaëlle Barbanègre.<br />

© 2021 NordSüd Verlag AG, Zürich / Schweiz<br />

Otto von Irgendwas<br />

Peter Stamm,<br />

Atlantis, CHF 26.90<br />

8+<br />

Wünschen ohne Angst<br />

Kinder kommen auf die verrücktesten Ideen –<br />

so viel ist bekannt. So haben sich die zwölfjährige<br />

Lea und ihre Freunde in den Kopf gesetzt,<br />

ins Einkaufszentrum einzubrechen, und das<br />

auch noch nachts. Lea hat den Schlüssel ihrer<br />

Mutter mitgehen lassen, die dort arbeitet.<br />

Ein Kinderspiel also, denken sich Lea und ihre<br />

Freunde – doch weit gefehlt! Es ereignet sich<br />

etwas total Überraschendes, mit dem sie niemals<br />

gerechnet hätten. Jeder von ihnen wird mit<br />

einem Zauberrätsel konfrontiert und muss seine<br />

grösste Angst überwinden. Etwa die, nicht gemocht zu werden, oder<br />

die Furcht im Dunkeln. Ihnen wird klar, dass es sehr wichtig ist,<br />

ehrlich zu sich zu sein und genauso auch zu den anderen. Zoë Jenny<br />

erzählt diese Geschichte über die Kraft der eigenen Wünsche<br />

wundervoll feinfühlig. Bis elf Jahre.<br />

11+<br />

Pankoland<br />

Eva Roth,<br />

Atlantis, CHF 26.90<br />

Wehrt euch!<br />

Clemens fühlt sich im Pankoland überwacht<br />

und getäuscht. Er lebt mit seinem älteren Bruder<br />

Fredo und seiner Tante in Selbst versorgung.<br />

Das heisst, sie pflanzen Gemüse an, um zu überleben.<br />

Aber das muss jeder im Pankoland.<br />

Herr Panko und Frau Brenzi sind da die Bestimmer.<br />

Sie überwachen alles. Nachts kommen<br />

Unterirdische hervor und ernten die Beete ab,<br />

und sie entführen auch Jugendliche. Als Clemens<br />

ein Päckchen über die Grenze schmuggeln soll,<br />

nehmen ihn die Unterirdischen fest. In Gefangenschaft<br />

begegnet er Helena, die auch entführt worden ist. Sie wollen<br />

gemeinsam türmen. Denn weder das Panko land noch das der<br />

Unterirdischen ist lebenswert! Ein Jugend roman über die Kraft,<br />

jeder Unterdrückung zu trotzen.<br />

Geschwister halten zusammen<br />

Am Anfang können sich Tom und Zofia gar<br />

nicht leiden. Tom ist eher schüchtern und<br />

zurückhaltend, während Zofia so richtig in<br />

Fahrt kommen und laut werden kann.<br />

Sie sind ganz unterschiedlich. Blöderweise<br />

haben sich aber Zofias Vater und Toms<br />

Mutter ineinander verliebt. Sie ziehen alle<br />

in ein Häuschen am Meer. Tom und Zofia,<br />

die unfreiwilligen Geschwister, haben<br />

ständig Krach. Dann aber wird Toms Mutter<br />

schwanger. Ein Baby soll zu ihnen kommen.<br />

Das Baby könnte krank sein. Zofia und Tom<br />

Nachts werden alle<br />

Wünsche wahr<br />

Zoë Jenny,<br />

Karibu, CHF 24.90<br />

Wünsche an die Wellen<br />

Katya Balen,<br />

Hanser, CHF 26.90<br />

sind betrübt. Sie möchten, dass es ihrer Schwester gut geht. Sie falten<br />

1000 Papierkraniche, damit sie, wie sie erfahren haben, einen<br />

Wunsch frei haben. Ein Buch über Neuanfänge und das Glück des<br />

Zusammengehörens.<br />

9+<br />

12+<br />

Kinder und Jugendliche<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Kinder und Jugendliche<br />

31


Ab 12 Jahren<br />

12+<br />

Wie der seltsamste Traum<br />

Lisa Krusche,<br />

Beltz, CHF 24.90<br />

Hut und Mut<br />

Hilfe, Pauli ist in einem Hut verschwunden!<br />

Wie holt man sie da wieder heraus? Sofort<br />

schreit Elliot Zeter und Mordio, aber<br />

Pola glaubt ihm zunächst nicht. Eliott war<br />

doch gerade noch an Paulis Seite. Denn<br />

Pauli kümmert sich in der Schule etwas um<br />

Eliott, den neu in die Sternendoldengasse<br />

gezogenen Aussenseiter, weil er von den<br />

Mitschülern drangsaliert wird. Dabei geht<br />

es doch am besten miteinander, das sagt<br />

auch Pola. Sie bringt es fertig, mit einer Gruppe<br />

weiterer Kinder – darunter eines mit<br />

sehr langen Armen –, Pauli zu helfen. Mit<br />

vielen fantastischen Elementen erzählt<br />

Lisa Krusche diese berührende Geschichte<br />

von der Macht der Fantasie und des Glücks<br />

des Zusammenhalts. Mit zahlreichen Zitaten<br />

aus modernen Gedichten. Sehr lesenswert!<br />

Glamour, Intrigen und Feminismus<br />

Das Genre Historical Romance hat spätestens<br />

seit dem Erfolg der «Bridgerton»-<br />

Bücher reihe wieder enorm an Popularität<br />

gewonnen. Fügt man einer Historical-<br />

Romance-Geschichte jetzt noch eine clevere<br />

Detektivin hinzu, entsteht ein gefühlvoller<br />

Cosy-Crime-Roman zum Wohlfühlen.<br />

So handelt Laura Woods neues Jugendbuch<br />

von Izzy Stanhope, die zusammen mit<br />

anderen Detektivinnen Skandale in der<br />

Londoner High Society aufdeckt, Frauen<br />

vor dem Verruf bewahrt und mächtige Männer zur Rechenschaft<br />

zieht. Als Izzy jedoch in einen Juwelendiebstahl verwickelt wird,<br />

setzt sie nicht nur den Ruf ihrer Familie aufs Spiel, sondern auch ihr<br />

Herz. Denn sie ist Hals über Kopf in einen Duke verliebt, und ausgerechnet<br />

er ist in den Fall verwickelt.<br />

14+<br />

The Reappearance<br />

of Rachel Price<br />

Holly Jackson,<br />

One, CHF 24.90<br />

Agency for Scandal<br />

Laura Wood,<br />

Fischer Sauerländer, CHF 24.90<br />

Die True-Crime-Mutter<br />

Sie boomen, die True-Crime-Storys. Ob im<br />

Fernsehen, auf Podcast-Sites oder im Radio:<br />

Man begegnet den Dokus, die alte Kriminalfälle<br />

neu untersuchen, überall. Bels Mutter<br />

Rachel verschwand vor 16 Jahren spurlos.<br />

Bel war damals zwei Jahre alt. Als ihr Vater<br />

nach all den Jahren grünes Licht für eine<br />

True-Crime-Doku gibt, gerät ihr Alltag durcheinander.<br />

Bel wird der Dreharbeiten überdrüssig,<br />

aber dann geschieht das Unerwartete:<br />

Ihre Mutter taucht auf. Sie steht plötzlich<br />

vor der Tür. Und Rachel erzählt eine verrückte<br />

Geschichte über ihr Wegbleiben. Lügt sie vielleicht? Wo war sie all<br />

die Jahre wirklich? Bel zieht los, um die Wahrheit herauszufinden.<br />

Sie entdeckt dabei Tatsachen über ihre Familie, die sie beileibe nicht<br />

erwartet hätte. PS: Auf Deutsch lautet der Titel etwa «Als Rachel Price<br />

wieder auftauchte».<br />

14+<br />

2+<br />

Im Buchenwald ist viel los!<br />

In diesem Wimmelbuch für<br />

Kinder ab zwei Jahren gibt<br />

es jede Menge zu entdecken!<br />

Auf illustrierten Doppelseiten<br />

nehmen Peter Wohlleben<br />

und Fritzi Wildschwein die vielen<br />

Aspekte des Waldes unter<br />

die Lupe. Die Kombination aus<br />

Sachinformationen und den<br />

Illustrationen von Diana Kohne<br />

macht dieses Pappbilderbuch<br />

zu einem vergnüglichen Waldbuch<br />

für Familien.<br />

Das grosse Wald-<br />

Wimmelbuch<br />

Peter Wohlleben, Oetinger Verlag, CHF 22.90<br />

10+<br />

Kinder- und Jugendbuchtipps<br />

2+<br />

Es war einmal ein Pappkarton,<br />

in dem waren grüne Erbsen<br />

drin. Dann, als sie aufgegessen<br />

waren, kam etwas anderes in<br />

den Karton: ein Kater, noch so<br />

klein, dass er Platz in einer<br />

Hand hatte. Ein Geschenk für<br />

Pettersson. Noch kann der Kater<br />

nicht sprechen – aber eines<br />

Tages, beim Zeitungslesen, da<br />

ist es so weit: «So eine Hose<br />

will ich auch haben», sagt Findus.<br />

Pettersson und Findus<br />

Wie Findus zu Pettersson<br />

kam<br />

Sven Nordqvist, Oetinger Verlag,<br />

CHF 29.90<br />

12+<br />

3+<br />

Ein Mitmach-Bilderbuch ab drei<br />

Jahren zum Thema Trödeln,<br />

Sichbereitmachen für den Kindergarten<br />

– mit Ritualen, viel<br />

Humor und poetischen Bildern.<br />

Es ist Zeit zum Aufstehen:<br />

Die sechs kleinen Siebenschläfer<br />

müssen in den Kindergarten.<br />

Aber was macht ihre Mama?<br />

Sie ist erkältet und etwas schlapp.<br />

Wer hilft nun Mama Siebenschläfer<br />

und macht die Kleinen<br />

bereit für den Kindergarten?<br />

Komm, mach mit!<br />

Guten Morgen, kleine Siebenschläfer,<br />

aus den Bettchen,<br />

fertig, los!<br />

Katja Alves, Arena Verlag, CHF 22.90<br />

14+<br />

9+<br />

Die Fee Liva lebt mit ihrer Mutter<br />

im Wald. Für gewöhnlich<br />

meiden Menschen diesen Ort,<br />

da sie Angst vor der «Bärenmutter»<br />

haben. Als jedoch plötzlich<br />

der Junge Anders auftaucht,<br />

ändert sich dies. Als Halbfee<br />

wird er von der Baronin und<br />

ihren Schergen durch den Wald<br />

gejagt. Liva steht ihm zur Seite.<br />

Können sie es schaffen, der<br />

Baronin die Stirn zu bieten?<br />

Liva Bärentochter,<br />

wildes Kind des Waldes<br />

Gregor Wolf, Ueberreuter Verlag,<br />

CHF 22.90<br />

16+<br />

Lüge nicht!<br />

In den allermeisten Krimis lügt jemand. Meistens<br />

handelt es sich dabei um den Täter oder die<br />

Täterin, wenn er oder sie aussagen muss. In der<br />

realen Welt kommen auch mal Lügendetektoren<br />

zum Einsatz. Dennoch gibt es Verdächtige,<br />

die auch dann lügen, wenn sie an einen solchen<br />

angeschlossen sind. Gleich 100 Personen sind<br />

es im neuen Thriller von Ursula Poznanski. Tessa<br />

und Philipp beteiligen sich an einem Wettkampf,<br />

bei dem man im Alltag nicht lügen darf. Wer lügt,<br />

verliert. Wer am Schluss übrig bleibt, gewinnt<br />

fünf Millionen Euro. Der unfehlbare Lügendetektor<br />

Scandor<br />

Ursula Poznanski,<br />

Loewe, CHF 29.90<br />

heisst Scandor, und an ihm hängen alle Teilnehmenden. Dennoch<br />

versuchen einige zu tricksen. Eine Person zum Beispiel ist hinter<br />

einer ganz anderen Wahrheit her! Ein tiefsinniger Thriller über<br />

Lüge und Wahrheit ab 14 Jahren.<br />

14+<br />

Komm mit auf die abenteuerlichste<br />

Reise quer durch<br />

alle Welten: die neue magischrasante<br />

Fantasy-Reihe von<br />

Cressida Cowell für alle Kinder<br />

ab zehn Jahren. Eine Familie<br />

mit magischen Geheimnissen.<br />

Ein Kind mit einer mächtigen<br />

Gabe. Eine Geschichte aus einer<br />

anderen Welt. Diese Geschichte<br />

enthält ziemlich gefährliche<br />

Weltraumreisen und illegale<br />

Magie!<br />

Der Atlas der Abenteuer,<br />

Weltenwandern für<br />

Anfänger<br />

Cressida Cowell, Arena Verlag,<br />

CHF 22.90<br />

Nach dem Tod seines Onkels<br />

Ian wird der vierzehnjährige<br />

Alex vom MI6 rekrutiert.<br />

Innerhalb nur weniger Tage<br />

wird so aus einem einfachen<br />

Schuljungen der Top-Agent<br />

Alex Rider. In einer ersten<br />

Mission soll er als Praktikant<br />

die Organisation des obskuren<br />

Multimilliardärs Darrius Sayle<br />

infiltrieren. Und es schaut<br />

fast so aus, als wäre sein erster<br />

Einsatz auch sein letzter.<br />

Alex Rider (Band 1) –<br />

Stormbreaker<br />

Anthony Horowitz, Antony Johnston,<br />

Loewe Verlag, CHF 26.90<br />

Wer an der Akademie überleben<br />

will, darf nie seine<br />

Gefühle zeigen, das hat Joy<br />

gelernt. Und dennoch hat<br />

sie diese Regel gebrochen, mit<br />

tödlichen Folgen. An der<br />

Seite des jungen Fürsten, dem<br />

ihr ganzes Herz gehört, muss<br />

Joy dem Unausweichlichen ins<br />

Auge blicken: Der Fluch hat<br />

sie als Liebespaar ausgewählt<br />

und so ihr Todesurteil gefällt.<br />

Verzweifelt suchen Joy, Rhyme<br />

und Cut nach einem Ausweg.<br />

The Romeo & Juliet<br />

Society 3<br />

Sabine Schoder, Ravensburger Verlag,<br />

CHF 24.90<br />

Magie ist in Simta verboten,<br />

deshalb sind die Nightbirds das<br />

grosse Geheimnis der Stadt.<br />

Tagsüber spielen Matilde, Sayer<br />

und Æsa die Töchter aus gutem<br />

Hause, nachts geben sie als<br />

Nightbirds ihre Magie an zahlende<br />

Kunden weiter mit einem<br />

Kuss. Doch dann entgehen sie<br />

knapp einem Attentat, und ihr<br />

glamouröses Leben wird zum<br />

goldenen Käfig. Wer will die<br />

Nightbirds töten – und warum?<br />

Nightbirds, Band 1<br />

Kate J. Armstrong, Ravensburger Verlag,<br />

CHF 24.90<br />

Kinder und Jugendliche<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Buchtipps<br />

33


Literatur-Kreuzworträtsel<br />

Unter allen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort verlosen wir zehn<br />

Gutscheine im Wert von 20 bis 200 Franken. Viel Spass beim Rätseln!<br />

Roman<br />

Roman<br />

von<br />

von<br />

Thomas<br />

Thomas<br />

Mann<br />

Mann<br />

Flugpionierin<br />

Flugpionierin<br />

Amelia<br />

Amelia<br />

...<br />

...<br />

Autokz.<br />

Autokz.<br />

Kanton<br />

Kanton<br />

Bern<br />

Bern<br />

neuer<br />

neuer<br />

Titel<br />

Titel<br />

von<br />

von<br />

Zora<br />

Zora<br />

del<br />

del<br />

Buono<br />

Buono<br />

Affen-<br />

Affenbrotbaubrotbaum<br />

Wohnort<br />

Wohnort<br />

von<br />

von<br />

Arno<br />

Arno<br />

Strobel<br />

Strobel<br />

...<br />

...<br />

der<br />

der<br />

Zwerg<br />

Zwerg<br />

B<br />

10 10<br />

Brot-<br />

motorisiertes<br />

Frieden<br />

Rendez-<br />

Bahn im<br />

Speisefische<br />

global arena<br />

Autorin<br />

Wortteil: Zirkus-<br />

Brot-<br />

motorisiertes<br />

Frieden<br />

Rendezvous<br />

Mitte<br />

Autorin<br />

«Die<br />

«Die<br />

Bahn im<br />

Speisefische<br />

global arena Judith<br />

Klein-<br />

(lat.)<br />

vous Mitte<br />

Wortteil: Zirkus-<br />

Kt. GR<br />

Kleinfahrzeug<br />

Kt. GR<br />

(lat.)<br />

Judith<br />

auf der ... des ...»<br />

fahrzeug<br />

auf der ... des ...»<br />

Protagonistin<br />

«Aus<br />

frz.: Luft<br />

Protagonistin<br />

«Aus<br />

frz.: Luft<br />

1<br />

R<br />

guter<br />

H<br />

R<br />

guter<br />

1<br />

4 Familie»<br />

4 Familie»<br />

Waschraum<br />

Waschraum<br />

Darts für wüst,<br />

dt.<br />

röm. 11<br />

Darts für wüst,<br />

dt.<br />

röm. 11<br />

Abk.:<br />

Keimzelle<br />

Überall leer<br />

Vorsilbe<br />

tun<br />

Abk.:<br />

Hamburg<br />

Keimzelle<br />

(3. Pers.)<br />

Überall leer<br />

Vorsilbe<br />

tun<br />

(3. Pers.)<br />

Hamburg<br />

Abk.:<br />

Stadt in<br />

Abk.:<br />

Doppel-<br />

engl.:<br />

Stadt in<br />

Nordnordost<br />

Zehe<br />

zur Zeit<br />

Palästina<br />

Doppel-<br />

engl.:<br />

engl.<br />

Nordnordost<br />

Palästina konso-<br />

nant<br />

Artikel<br />

engl.<br />

Zehe<br />

zur Zeit<br />

konso-<br />

nant<br />

Artikel<br />

Christi<br />

Christi<br />

Vorfahr<br />

altröm. Vorfahr<br />

altröm.<br />

E<br />

Dichter Flächenmass<br />

A<br />

E<br />

Dichter Flächenmass<br />

9A<br />

9<br />

3 3<br />

österr. lat.:<br />

3. Person<br />

von<br />

Tor-<br />

Hard-<br />

Vorn. v.<br />

austral.<br />

Börsenaufgeld<br />

Kompo-<br />

österr.<br />

Komponist<br />

†<br />

derselbe<br />

lat.:<br />

3. Person<br />

von<br />

Vorn. v.<br />

austral.<br />

Börsenaufgeld<br />

derselbe<br />

Zch. f.<br />

haben<br />

Torhüterock-<br />

Hardhüterockbannist<br />

† Gold<br />

Zch. f.<br />

haben<br />

(Präs.)<br />

Gold<br />

(Präs.)<br />

Cech<br />

Cech<br />

band<br />

sumpfig.<br />

Frauenname<br />

Sprech-<br />

engl.: sumpfig.<br />

engl.: Feuchtgebiet<br />

engl.:<br />

überbrü-<br />

Frauennampausen-<br />

Sprechpausen-<br />

Eule Feuchtgebiet<br />

2<br />

Biene<br />

ckung<br />

engl.:<br />

überbrü-<br />

Eule<br />

2<br />

Biene<br />

ckung<br />

griech.<br />

griech.<br />

Roman v.<br />

Insel<br />

Roman v.<br />

Insel<br />

Daphne<br />

Daphne<br />

Abk. Erdgeschoss<br />

du<br />

Abk. Erdgeschoss<br />

B<br />

du<br />

5<br />

Maurier †<br />

5<br />

Maurier †<br />

7 7<br />

Abk.:<br />

Abk.:<br />

Vorn. v.<br />

Langwelle<br />

Thurman<br />

Vorn. v.<br />

Langwelle<br />

6 6<br />

lat.: und<br />

frz.: von<br />

Thurman<br />

lat.: und<br />

frz.: von<br />

griech.<br />

Wohnort<br />

von<br />

griech.<br />

Wohnort<br />

von<br />

Barbara<br />

Landschaft<br />

Barbara<br />

H<br />

Landschaft<br />

Bleisch<br />

8H<br />

O<br />

Bleisch<br />

11 11<br />

1 2 3 44 55 6 6 7 7 8 8 9 9 10 10 11 11<br />

Bitte geben Sie diese Seite bis zum 30. Oktober <strong>2024</strong> in einer unserer Buchhandlungen ab.<br />

Sie können das Lösungswort auch per Mail an folgende Adresse senden: lesen@orellfuessli.ch<br />

Pro Person ist nur eine Teilnahme möglich. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.<br />

Mit der Angabe der E-Mail-Adresse akzeptieren Sie die Teilnahmebedingungen. Die Orell Füssli Thalia AG<br />

ist berechtigt, angegebene Daten zu speichern und für den Versand des kostenlosen Newsletters von<br />

orellfüssli.ch sowie zu Markt- und Meinungsforschungszwecken zu nutzen.<br />

FÜNF ATTENTÄTER<br />

JAGEN DEN KÖNIG.<br />

ABER NUR EINER KANN<br />

DIE KRONE GEWINNEN.<br />

Vorname / Name<br />

Adresse<br />

PLZ / Ort<br />

E-Mail<br />

8<br />

Klassiker, die es zu<br />

entdecken lohnt<br />

Vom weltbekannten «Zauberberg» über die tragische<br />

Geschichte einer jungen Frau bis hin zu einem Buch,<br />

das uns neue Perspektiven bietet.<br />

Text von Urs Heinz Aerni<br />

Eine Novelle zeichnet sich durch eine<br />

« Darstellung» aus, die «direkt und straff»<br />

erzählt wird, so Rudolf Schmitt im Buch<br />

«Grundwissen Deutsch». Eine solche wollte<br />

Thomas Mann (1875–1955) mit dem Titel<br />

«Zauberberg» verfassen. Sein Text mauserte<br />

sich zu einem Roman auf über 1000 Seiten.<br />

Dem Protagonisten Hans Castorp ging es<br />

nicht anders, als er seinen Neffen Joachim<br />

Ziemßen in einem Davoser Sanatorium<br />

nur kurz besuchen wollte. Er blieb sieben<br />

Jahre! Die Anfänge des 1924 erschienenen<br />

Romans gehen auf das Jahr 1912 zurück, als<br />

Thomas Mann seine kranke Ehefrau in<br />

Davos besuchte. Seine Beobachtungen münden<br />

in dieses grossartige Buch mir seiner<br />

immensen Dichte an Gedanken und Dialogen,<br />

die alles Wichtige zwischen Leben,<br />

Liebe und Tod berühren, während der Erste<br />

Weltkrieg zu dräuen beginnt.<br />

Der Zauberberg<br />

Thomas Mann, FISCHER Literatur, CHF 38.90<br />

Effi Briest, wer kennt die Figur von Theodor<br />

Fontane nicht? Doch wie ist es mit Agathe<br />

mit einem ähnlichen Schicksal aus der Feder<br />

einer Frau namens Gabriele Reuter (1859–<br />

1941)? Die junge, verträumte Agathe wächst<br />

in einem grossbürgerlichen Haushalt auf<br />

und möchte alles richtig machen. Doch<br />

immer wieder eckt sie in der konservativen<br />

Gesellschaft des Kaiserreichs an, weder<br />

ihre jugendliche Sehnsucht nach Freiheit<br />

und Selbstentfaltung noch ihr Wunsch<br />

nach Liebe erfüllen sich. Als ihr Bruder ihre<br />

Mitgift verspielt, steht ihr nicht einmal<br />

mehr eine Vernunftehe offen. Agathe verzweifelt<br />

und wird in eine Heilanstalt eingewiesen.<br />

Das Grab der 1941 verstorbenen<br />

Autorin in Weimar ist heute nicht mehr<br />

auffindbar, aber es ist Zeit, sie mit diesem<br />

Roman wieder lesend zu entdecken.<br />

Aus guter Familie<br />

Leidensgeschichte eines Mädchens<br />

Gabriele Reuter, Reclam, CHF 34.90<br />

Der Literaturkritiker Philipp Tingler sagte,<br />

dass wir «Baldwins Perspektiven bräuchten».<br />

James Baldwin wurde 1924 in den USA<br />

geboren und starb 1987 in Südfrankreich.<br />

Er schrieb Romane und Theaterstücke.<br />

In diesem Roman erzählt er die Geschichte<br />

von Leo Proudhammer, der einen Herzschlag<br />

erlitten hat. Die Todesnähe lässt den<br />

schwarzen Theaterstar Leid und Triumph<br />

seines Lebens noch einmal Revue passieren:<br />

vom Elend der Strassen Harlems über die<br />

brotlosen Künstlerjahre bis hin zum Erfolg<br />

auf der Bühne. Sein einziger Halt: Der ältere<br />

Bruder Caleb, der unschuldig ins Gefängnis<br />

geht – und immer wieder die komplizierte<br />

Liebe zur weissen Schauspielerin Barbara<br />

und zum jungen Schwarzen Christopher,<br />

der gegen die Verhältnisse aufbegehrt.<br />

Perspektiven, die uns – egal in welcher<br />

Lebenslage – angehen.<br />

Wie lange, sag mir, ist der Zug<br />

schon fort<br />

James Baldwin, dtv, CHF 39.90<br />

<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Klassiker<br />

35


Veranstaltungen<br />

Lesungen, Vernissagen und Konzerte:<br />

Hier finden Sie eine Übersicht der kommenden Veranstaltungen.<br />

SEPTEMBER<br />

4.<br />

5.<br />

6.<br />

6.<br />

9.<br />

11.<br />

17.<br />

ORELL FÜSSLI THUN 19.15 UHR<br />

«Die Unvollkommenheit des Glücks»<br />

Vernissage mit Clara Maria Bagus<br />

STAUFFACHER BERN 20.00 UHR<br />

«Die Unvollkommenheit des Glücks»<br />

Lesung mit Clara Maria Bagus<br />

ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />

«Fast wie ein Bruder»<br />

Lesung mit Alain Claude Sulzer<br />

ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />

«Fragen hätte ich noch»<br />

Vernissage mit Romana Ganzoni,<br />

Hans peter Müller Drossaart und<br />

Wolfram Schneider-Lastin<br />

STAUFFACHER BERN 20 UHR<br />

«Creating Identity»<br />

Buchvernissage mit Daniel Bloch<br />

ORELL FÜSSLI AARAU MEISSNER 19 UHR<br />

«Klimatopf»<br />

Buchpräsentation mit Franziska Stöckli<br />

ORELL FÜSSLI SCHAFFHAUSEN 19 UHR<br />

«KYRO – Die Verfehlung»<br />

Lesung mit Petra Ivanov<br />

© Rolf Dobelli<br />

18.<br />

18.<br />

English<br />

event<br />

20.<br />

20.<br />

24.<br />

ORELL FÜSSLI BASEL 19.30 UHR<br />

«Hüener lachen angers»<br />

Buchvernissage mit Guy Krneta<br />

ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />

«Das Lied des Propheten»<br />

Lesung mit Paul Lynch<br />

ORELL FÜSSLI THUN 19.15 UHR<br />

«Trachselwald»<br />

Lesung mit Peter Beutler<br />

ORELL FÜSSLI FRAUENFELD 20 UHR<br />

«Herr Doktor, miis Büsi»<br />

Lesung mit Johannes Kaufmann<br />

ORELL FÜSSLI BRIG 19.30 UHR<br />

«Natsuko verschwindet»<br />

Buchvernissage mit Nicolas Eyer<br />

OKTOBER<br />

2.<br />

2.<br />

ORELL FÜSSLI VOLKILAND 20 UHR<br />

«KRYO – Die Verfehlung»<br />

Lesung mit Petra Ivanov<br />

ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />

«Alles KI?»<br />

Lesung mit Christoph Santner<br />

© Joel Saget<br />

3.<br />

3.<br />

8.<br />

8.<br />

10.<br />

10.<br />

11.<br />

ORELL FÜSSLI FRAUENFELD 20 UHR<br />

«KRYO – Die Verfehlung»<br />

Lesung mit Petra Ivanov<br />

ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />

«Das war Kunst, jetzt ist es weg»<br />

Lesung mit Cora Wucherer<br />

ORELL FÜSSLI RÖSSLITOR 19.30 UHR<br />

«KRYO – Die Verfehlung»<br />

Lesung mit Petra Ivanov<br />

ORELL FÜSSLI BASEL 19.30 UHR<br />

«Ausgespielt»<br />

Buchvernissage mit Thomas Blubacher<br />

ORELL FÜSSLI BRIG 19.30 UHR<br />

«Windstärke 17»<br />

Lesung mit Caroline Wahl<br />

ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />

«Eines Tages wachte ich auf und merkte,<br />

dass ich eine Wolke war»<br />

Buchvernissage mit Désirée Scheidegger<br />

ORELL FÜSSLI EUROPAALLEE 20.30 UHR<br />

«Meine Zweifel können mich mal»<br />

Lesung mit Karina Rey<br />

16.<br />

18.<br />

23.<br />

23.<br />

ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />

«Die Not-To-Do-Liste»<br />

Buchvernissage mit Rolf Dobelli<br />

ORELL FÜSSLI WIL 19 UHR<br />

«Appenzeller Abrechnung»<br />

Lesung mit Christian Johannes Käser<br />

ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />

«Mein Sex»<br />

Lesung / Zürich liest mit Nadia Fernández<br />

und Monica Bürki<br />

ORELL FÜSSLI THUN 19.15 UHR<br />

«Schecks Bestsellerbibel»<br />

Lesung mit Denis Scheck<br />

© Andreas Hornoff<br />

23.<br />

24.<br />

25.<br />

25.<br />

25.<br />

25.<br />

26.<br />

26.<br />

29.<br />

Ein Jäger. Eine Gejagte.<br />

Ein tödliches Spiel.<br />

Paedyn, eine Gewöhnliche, wird in einem<br />

Reich voller magischer Eliten zur Kandidatin<br />

der tödlichen Säuberungsspiele auserkoren –<br />

und muss sich gegen den Prinzen höchst-<br />

persönlich behaupten ...<br />

ORELL FÜSSLI WINTERTHUR 19.30 UHR<br />

«Der Engadiner Dorfpolizist»<br />

Lesung / Zürich liest mit Gian Maria Calonder<br />

ORELL FÜSSLI KRAMHOF 20:30 UHR<br />

«Schecks Bestsellerbibel»<br />

Lesung / Zürich liest mit Denis Scheck<br />

ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />

«Leute von früher»<br />

Lesung / Zürich liest mit Kristin Höller<br />

ORELL FÜSSLI EUROPAALLEE 20.30 UHR<br />

«Ein Leben in Geschichten»<br />

Lesung / Zürich liest mit Elisabeth Joris<br />

ORELL FÜSSLI KRAMHOF 20.30 UHR<br />

«Mord im Grand Hotel Matterhorn»<br />

Lesung / Zürich liest mit Gabriela Kasperski<br />

ORELL FÜSSLI BASEL 19.30 UHR<br />

«Die Nachtmaschine»<br />

Buchvernissage mit Zoë & Matthyas Jenny<br />

ORELL FÜSSLI KRAMHOF 19 UHR<br />

«Wut und Wertung – Warum wir über<br />

Geschmack streiten»<br />

Lesung / Zürich liest mit Johannes Franzen<br />

ORELL FÜSSLI BERN 18 UHR<br />

«Die Sonnenfeuer-Ballade 2:<br />

A Storm to Kill a Kiss»<br />

Lesung mit Julia Dippel<br />

ORELL FÜSSLI BADEN 20 UHR<br />

«Flimmern im Ohr»<br />

Lesung mit Barbara Schibli<br />

30.<br />

31.<br />

ORELL FÜSSLI BRIG 19.30 UHR<br />

«Die Seiler-Saga»<br />

Lesung mit Stephan Seiler<br />

STAUFFACHER BERN 20 UHR<br />

«Franz Hohler & Friends»<br />

Lesung mit Franz Hohler<br />

NOVEMBER<br />

5.<br />

7.<br />

7.<br />

13.<br />

14.<br />

ORELL FÜSSLI MEISSNER AARAU 19 UHR<br />

«Master of Disaster»<br />

Vernissage mit Ulrich Zwygart<br />

ORELL FÜSSLI KRAMHOF 20.30 UHR<br />

«Nenad at home»<br />

Buchpräsentation mit Nenad Mlinarevic<br />

ORELL FÜSSLI WIL 19 UHR<br />

«Schlaflos in Seelisberg»<br />

Lesung mit Blanca Imboden<br />

ORELL FÜSSLI WINTERTHUR 19.30 UHR<br />

«Mistletoe Moments»<br />

Weihnachtliche Young-Adult-Lesung<br />

mit Stella Tack und Sabine Schoder<br />

ORELL FÜSSLI BRUGG 19.30 UHR<br />

«Mistletoe Moments»<br />

Weihnachtliche Young-Adult-Lesung<br />

mit Stella Tack und Sabine Schoder<br />

36 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Veranstaltungen


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Stauffacher Neuengasse 25–37, 3001 Bern<br />

Orell Füssli Spitalgasse 18/20, 3011 Bern<br />

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Bahnhofplatz 10a, 3011 Bern<br />

Transa Books by Orell Füssli<br />

Bubenbergplatz 9, 3011 Bern<br />

BRIG<br />

ZAP Furkastrasse 3, 3900 Brig<br />

ZAP Bürostore Englischgrussstr. 6, 3900 Brig<br />

BRUGG<br />

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CHUR<br />

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Ebisquare-Strasse 1, 6<strong>03</strong>0 Ebikon<br />

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KRIENS<br />

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Zürcherstrasse 4, 8640 Rapperswil<br />

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Orell Füssli Vordergasse 77, 8200 Schaffhausen<br />

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Poststrasse 30, 9000 St. Gallen<br />

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Talackerstrasse 62, 3604 Thun<br />

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ZAP Bahnhofstrasse 21, 3930 Visp<br />

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WIL<br />

Orell Füssli Wil Obere Bahnhofstr. 23, 9500 Wil<br />

WINTERTHUR<br />

Orell Füssli Marktgasse<br />

Marktgasse 41, 8400 Winterthur<br />

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Schaffhauserstrasse 152, 8400 Winterthur<br />

ZERMATT<br />

ZAP Hofmattstrasse 3, 3920 Zermatt<br />

ZUG<br />

Orell Füssli Metalli Industriestr. 15b, 6300 Zug<br />

ZÜRICH<br />

Orell Füssli Kramhof<br />

Orell Füssli The Bookshop<br />

Füsslistrasse 4, 8001 Zürich<br />

Barth Bücher Zürich Hauptbahnhof<br />

Bahnhofpassage, 8001 Zürich<br />

Orell Füssli am Bellevue<br />

Theaterstrasse 8, 8001 Zürich<br />

Orell Füssli Bahnhof SBB Stadelhofen<br />

Untergeschoss, Stadelhoferstrasse 8, 8001 Zürich<br />

Orell Füssli Zürich Hauptbahnhof<br />

Shopville, Halle Landesmuseum, 8001 Zürich<br />

Orell Füssli Europaallee<br />

Europaallee 8, 8004 Zürich<br />

Transa Books by Orell Füssli<br />

Lagerstrasse 4, 8004 Zürich<br />

Orell Füssli Flughafen<br />

Airport Center, 8060 Zürich-Flughafen<br />

Orell Füssli Bahnhof Oerlikon<br />

Ladenpassage Mitte, Hofwiesenstrasse 369,<br />

8050 Zürich<br />

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Altstetterstrasse 145, 8048 Zürich<br />

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Polyterrasse, Leonhardstrasse 36, 8092 Zürich<br />

Hönggerberg, Wolfgang-Pauli-Str. 14, 8093 Zürich<br />

Öffnungszeiten unter:<br />

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