Lesen Magazin 03/2024 V2
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<strong>Lesen</strong><br />
Nr. 3/<strong>2024</strong><br />
Das literarische <strong>Magazin</strong><br />
der Buchhandlungen von Orell Füssli Thalia AG.<br />
Ihr persönliches Leseexemplar.<br />
<strong>Magazin</strong><br />
Barbara Bleisch<br />
über die «Mitte<br />
des Lebens» – S. 8<br />
S. 4 <strong>Lesen</strong>euheiten im Herbst<br />
S. 14 Tierisch gute Literatur<br />
S. 22 Frisch und einfach kochen mit ANA+NINA
Christine Roth<br />
Leitung Marketing &<br />
Kommunikation<br />
Orell Füssli Thalia AG<br />
Die nächste Ausgabe von <strong>Lesen</strong>,<br />
dem literarischen <strong>Magazin</strong> von<br />
Orell Füssli Thalia AG, erscheint<br />
im November <strong>2024</strong>.<br />
Liebe <strong>Lesen</strong>de<br />
Obschon auf das Wetter nicht immer Verlass<br />
war: Dieser Sommer hat uns wunderbare<br />
Erlebnisse beschert. Ich persönlich<br />
genoss Fahrradtouren, Wanderungen, Grillfeste<br />
und lange Fussballabende. Nun freue<br />
ich mich auf einen gemütlichen Herbst mit<br />
vielen Lesemomenten. Sie auch?<br />
In unserem neuen <strong>Magazin</strong> richten wir den<br />
Fokus auf tierische Geschichten. Tiere spielen<br />
nicht nur in unserem Alltag eine bedeutende<br />
Rolle, sondern auch in der Literatur.<br />
Ob als treue Begleiter, weise Ratgeber oder<br />
furchterregende Gegner – die Vielfalt der<br />
Tierfiguren ist schier unendlich. Auf S. 14<br />
erwartet Sie deshalb eine Auswahl an empfehlenswerten<br />
Romanen und Sach büchern,<br />
in denen es um Tiere geht oder sie als clevere<br />
Ermittelnde in Krimis gar die Hauptrolle<br />
spielen. Passend dazu lese ich als Nächstes<br />
den neuen Cosy-Krimi «Schotten schuss» von<br />
Gordon Tyrie rund um das eigenwillige<br />
Hochlandrind Thin Lizzy.<br />
Blättern Sie unbedingt auch zum Interview<br />
mit der Schweizer Philosophin, Moderatorin<br />
und Autorin Barbara Bleisch. Ich finde<br />
ihre Ansichten über Lebenserfahrung und<br />
Gelassenheit sehr inspirierend.<br />
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dieser<br />
Ausgabe und freue mich, Sie mit neuen<br />
Geschichten durch den Herbst zu begleiten!<br />
Herzliche Grüsse<br />
Christine Roth<br />
4<br />
7<br />
Buchneuheiten<br />
Literarische Schätze<br />
kommen ans Licht.<br />
Ihr nächstes Lieblingsbuch<br />
für gemütliche Abende<br />
Kolumne<br />
Unsere Kolumnistin Milena<br />
Moser über das Privileg,<br />
von einer Katze beim <strong>Lesen</strong><br />
begleitet zu werden<br />
Mensch und Tier<br />
14Tierisch gute Lektüren, bei denen Tiere im Fokus stehen<br />
Impressum<br />
Herausgeber: Orell Füssli Thalia AG,<br />
Dietzingerstrasse 3, Postfach, 8<strong>03</strong>6 Zürich<br />
Texte: Lydia Zimmer, Andrea Machura,<br />
Urs Heinz Aerni, Dana Grigorcea, Sandro Matzinger,<br />
Milena Moser, Anastasia Lammer<br />
Redaktion: Orell Füssli Thalia AG<br />
Design: design.isch. GmbH<br />
Coverfoto: Mirjam Kluka<br />
8 Interview<br />
Barbara Bleisch über<br />
die Mitte des Lebens und<br />
ihr lesenswertes Buch<br />
13<br />
21<br />
Spiele<br />
Fünf Spielhighlights für<br />
noch mehr Nervenkitzel<br />
10 Fragen an …<br />
… den Bestseller-Autor<br />
Arno Strobel<br />
24<br />
26<br />
Kochen<br />
Inspirierende Kochbücher mit frischen Ideen und<br />
einfachen Zubereitungen mit ANA+NINA<br />
Unsere Buchhändler*innen<br />
und ihre Vorlieben<br />
Persönliche Lesetipps<br />
Generationen<br />
Jung und Alt – ihre Liebe<br />
zu guten Geschichten<br />
22<br />
30<br />
34<br />
35<br />
36<br />
38<br />
39<br />
Preisänderungen vorbehalten. Unsere aktuellen Verkaufspreise und eine umfassende Auswahl an Büchern, Filmen und Spielen<br />
finden Sie auf www.orellfüssli.ch. Titel mit diesen Zeichen sind auch als eBook bzw. Hörbuch erhältlich.<br />
Kinder und Jugendliche<br />
Von Märchen bis zu<br />
Kriminalfällen, für Klein<br />
und Gross<br />
Literatur-Kreuzworträtsel<br />
Mitmachen und<br />
Gutscheine gewinnen<br />
Klassiker zum<br />
Wiederentdecken<br />
Drei Titel, die immer wieder<br />
auf den Tisch kommen<br />
Veranstaltungen<br />
Eine Übersicht über unsere<br />
nächsten Veranstaltungen<br />
Bücheruniversum<br />
Die digitale Bibliothek und<br />
ihre Schätze<br />
Filialspiegel<br />
Unsere Buchhandlungen<br />
in der Übersicht<br />
3
Lesefreuden: die spannendsten<br />
Neuzugänge im Herbst <strong>2024</strong><br />
Mit dem Herbst kommen auch neue literarische<br />
Schätze ans Licht: Lassen Sie<br />
sich von unseren Buchtipps inspirieren,<br />
und finden Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch<br />
für gemütliche Abende zu Hause.<br />
Text von Lydia Zimmer<br />
1<br />
@JUJUMA<br />
EMPFIEHLT:<br />
Ebenfalls von der Autorin Nele Neuhaus<br />
«Böser Wolf»<br />
Ein packender Thriller für starke Nerven.<br />
Absolut lesenswert! Beim <strong>Lesen</strong> ging<br />
mir das Grauen unter die Haut und der<br />
Wunsch, dass es so etwas nicht geben<br />
kann. Nicht geben darf!<br />
Mehr auf bookcircle.ch<br />
2<br />
3 4<br />
5<br />
7<br />
6<br />
Matt Haig überzeugt erneut mit<br />
1<br />
seinem neusten Werk «Die Unmöglichkeit<br />
des Lebens», das durch seinen<br />
lockeren Schreibstil, eine etwas verrückte<br />
Geschichte und eine berührende Botschaft<br />
besticht: Als die pensionierte Mathematiklehrerin<br />
Grace ein heruntergekommenes<br />
Häuschen auf einer Mittelmeerinsel von<br />
einer fast vergessenen Freundin erbt,<br />
siegt ihre Neugier. Ohne Rückflugticket<br />
oder Plan reist sie nach Ibiza. Zwischen<br />
rauen Hügeln und goldenen Stränden begibt<br />
sich Grace auf die Suche nach Antworten.<br />
Haig zieht die <strong>Lesen</strong>den dynamisch mitten<br />
in die Geschichte hinein und streut ganz<br />
nebenbei einige weise Erkenntnisse ein.<br />
Über 400 Seiten lebensbejahende und<br />
hoffnungsvolle Lektüre!<br />
Die Unmöglichkeit des Lebens<br />
Matt Haig, Droemer, CHF 33.90<br />
Mit dem Buch «Marzahn, mon<br />
2<br />
amour» wurde Katja Oskamp schlagartig<br />
bekannt. Nun findet die Autorin<br />
in «Die vorletzte Frau» wieder unprätentiöse<br />
Worte für den Gang des Lebens:<br />
Die Geschichte der Icherzählerin und ihres<br />
viel älteren Geliebten, eines berühmten<br />
Schriftstellers, beginnt als leidenschaftliche<br />
und heitere Beziehung. Doch als der<br />
Geliebte schwer erkrankt, wandelt sich die<br />
Beziehung tiefgreifend. Oskamp erzählt<br />
in klarer, präziser Sprache rückhaltlos von<br />
den Verwandlungen des Lebens, den Rollen<br />
einer Frau und den Herausforderungen<br />
einer grossen Liebe. Das Buch fesselt die<br />
<strong>Lesen</strong>den mit seiner Ehrlichkeit und schildert<br />
die Höhen und Tiefen einer Lebensliebe<br />
ohne Vorwurf. Ein zärtlicher Roman, der<br />
nachhallt!<br />
Die vorletzte Frau<br />
Katja Oskamp, park x ullstein, CHF 33.90<br />
Vor Gericht schweigt sie, aber ihre<br />
3<br />
Geschichte erzählen andere:<br />
«Die Spielerin» von Isabelle Lehn ist ein<br />
packender Roman über eine unauffällige<br />
Frau, die ihre Unscheinbarkeit zu nutzen<br />
weiss. Von der niedersächsischen Provinz<br />
zieht sie in den 1990er-Jahren nach Zürich,<br />
wird Investmentbankerin und entdeckt die<br />
Welt der Bad Banks. Ihre Karriere stagniert,<br />
aber abseits der Legalität investiert sie<br />
Millionen und wird schliesslich Buchhalterin<br />
der kalabrischen Mafia. Der poetische Ton<br />
und die dynamische Sprache erzeugen<br />
einen unwahrscheinlichen Sog beim <strong>Lesen</strong>.<br />
Es ist ein smarter, geschmeidiger Roman,<br />
inspiriert von einer wahren Geschichte, der<br />
mit unseren eigenen Erwartungen spielt.<br />
Unbedingt lesen!<br />
Die Spielerin<br />
Isabelle Lehn, FISCHER Literatur, CHF 34.90<br />
Der neue Roman «Die Unvollkommenheit<br />
des Glücks» von SPIEGEL<br />
4<br />
Bestsellerautorin Clara Maria Bagus beleuchtet<br />
auf einfühlsame Weise, was im<br />
Leben wirklich zählt. Eine unerwartete<br />
Begegnung und eine einzige Entscheidung<br />
verändern das Leben einer Frau und<br />
eines Mannes unwiderruflich. Mit sanfter<br />
Erzählkunst zeigt die Autorin, wie alles<br />
auf wundersame Weise miteinander verknüpft<br />
ist. Die berührende Atmosphäre<br />
und tiefgründige Lebensweisheiten machen<br />
dieses Buch zu einem inspirierenden Werk<br />
über den Sinn des Lebens und die Suche<br />
nach Glück. Ein emotionales Leseerlebnis –<br />
ideal für alle, die nach Weisheit und<br />
Inspiration streben.<br />
Die Unvollkommenheit des Glücks<br />
Clara Maria Bagus, Piper Populäre Belletristik, CHF 33.90<br />
Elif Shafak verwebt in «Am Himmel<br />
5<br />
die Flüsse» meisterhaft Vergangenheit<br />
und Gegenwart zu einem packenden<br />
Roman über die Auswirkungen jahrhundertealter<br />
Konflikte und die Schicksale dreier<br />
Menschen: Arthur wird 1840 an den Ufern<br />
der verschmutzten Themse in London<br />
geboren. Er ist ein Kind des Flusses und wird<br />
es sein Leben lang bleiben. Narin lebt<br />
Generationen später mit ihrer Grossmutter<br />
in einer jesidischen Gemeinde am Tigris.<br />
Sie ist neun, als dort Planierraupen auftauchen.<br />
Und die junge Wissenschaftlerin<br />
Zaleekhah, die als Hydrologin ein Hausboot<br />
auf der Themse bewohnt, sucht nach<br />
ihren Wurzeln und ihrem eigenen Weg.<br />
Der ewige Kreislauf des Wassers verbindet<br />
die Lebensgeschichten.<br />
Am Himmel die Flüsse<br />
Elif Shafak, Hanser, CHF 39.90<br />
«Der Libellenspiegel» von Yusuf<br />
6<br />
Ye ilöz ist ein Porträt über den Mut<br />
von Frauen und die Kraft von Freundschaften:<br />
Sahar kämpft dafür, dass ihre<br />
Tochter und ihr Partner von ihrer Familie<br />
akzeptiert werden, obwohl sie mit ihrem<br />
schwulen Cousin zwangsverheiratet ist.<br />
Die komplexe Familiengeschichte wird<br />
einfühlsam und eindringlich erzählt,<br />
während Sahar und die Schneiderin Juana<br />
in einer Änderungsschneiderei eine<br />
unerwartete Freundschaft beginnen.<br />
Verlust und Homosexualität prägen auch<br />
Juanas Familiengeschichte. Der Autor<br />
verbindet tiefgreifende gesellschaftliche<br />
Themen mit orientalischen Erzähltraditionen<br />
und klingender Sprache. Ein Buch,<br />
das bewegt und zum Nachdenken anregt.<br />
Der Libellenspiegel<br />
Yusuf Ye ilöz, Limmat, CHF 32.90<br />
In den Kiefernwäldern vor Berlin<br />
7<br />
befanden sich die Arbeiter-Lungenheilstätten<br />
von Beelitz. Hier erzählt Ulla<br />
Lenzes neuer Roman «Das Wohlbefinden»<br />
die Geschichte zweier ungleicher Frauen.<br />
Anna, eine Fabrikarbeiterin und ein angesehenes<br />
Medium, und Johanna, eine Schriftstellerin,<br />
begegnen sich im Jahr 1907 in<br />
diesen mystischen Heilstätten. Eine Bindung<br />
entsteht, die beiden Frauen Nutzen bringt,<br />
bis der Wettstreit um Anerkennung und Aufstieg<br />
sie zu Rivalinnen macht. Lenze fängt<br />
die Spannung zwischen Selbst erkenntnis<br />
und spiritueller Suche ein, während die<br />
Handlung sich über sechs Jahrzehnte und<br />
drei Generationen erstreckt.<br />
Das Wohlbefinden<br />
Ulla Lenze, Klett & Cotta, CHF 34.90<br />
Premium Card<br />
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Buchhandlungen und<br />
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4 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchneuheiten
8<br />
10<br />
12<br />
14<br />
Es ist ein<br />
Privileg.<br />
Text von Milena Moser<br />
In dem Sachbuch «Faustregeln» werden<br />
8<br />
die versteckten Gesetze des Alltags<br />
aufgedeckt, die unsere Entscheidungen und<br />
Erlebnisse formen. Von Murphys Gesetz<br />
bis zum Peter-Prinzip und bis zu Parkinson’s<br />
Law wird unterhaltsam erklärt, wie diese unsichtbaren<br />
Regeln unser Leben beeinflussen.<br />
Anhand von Beispielen aus der Wissenschaft,<br />
dem Alltag und der Arbeitswelt wird verdeutlicht,<br />
wie dieses Wissen genutzt werden<br />
kann, um kluge Entscheidungen zu treffen<br />
und erfolgreich zu handeln. Ein unverzichtbares<br />
Buch für jeden, der hinter die Kulissen<br />
unserer täglichen Herausforderungen<br />
schauen möchte.<br />
Faustregeln<br />
Mikael Krogerus, Kein & Aber, CHF 29.90<br />
Die New-York-Times- Bestsellerautorin<br />
9<br />
Alix E. Harrow entführt die <strong>Lesen</strong>den<br />
mit «Starling House» in eine Welt voll<br />
düsterer Magie. Opal, eine junge Frau aus<br />
Kentucky, fühlt sich unwiderstehlich von<br />
einem Anwesen angezogen, das angeblich<br />
voller Schrecken steckt. Als Opal eine<br />
Stelle im Starling House annimmt, begegnet<br />
sie dem unnahbaren Erben des Anwesens.<br />
Zwischen Albträumen und unheimlichen<br />
Erscheinungen entspinnt sich eine magische<br />
düstere Geschichte. Harrows unaufgeregter<br />
Schreibstil und ihre Fähigkeit, gruselige<br />
Atmosphären zu schaffen, machen dieses<br />
Buch zu einem modernen Gothic-Fantasy-<br />
Leseerlebnis.<br />
Starling House<br />
Alix E. Harrow, Goldmann, CHF 24.90<br />
9<br />
Peter S. Beagle ist zu Recht einer<br />
10<br />
der weltweit bekanntesten Fantasy-<br />
Autoren. Sein neustes Buch «Ich fürchte,<br />
Ihr habt Drachen!» ist ein humorvolles und<br />
gleichzeitig tiefgründiges Fantasy-Abenteuer,<br />
das sowohl junge als auch ältere <strong>Lesen</strong>de<br />
begeistern wird. Die Geschichte von Robert,<br />
dem widerwilligen Drachentöter, und<br />
Prinzessin Cerise, die selbst die Rettung<br />
übernimmt, ist eine Hommage an klassische<br />
Märchen mit einem modernen Dreh.<br />
Mit seiner ausdrucksstarken poetischen<br />
Sprache, vielen humorvollen Wendungen<br />
und einem Hauch von Satire entfaltet<br />
Beagle eine Geschichte über Selbstfindung<br />
und unerwartete Helden! Ein Muss – nicht<br />
nur für Fantasy-Fans!<br />
Ich fürchte, Ihr habt Drachen<br />
Peter S. Beagle, Klett-Cotta, CHF 34.90<br />
Verrat ist Pflicht: Mit «Five Broken<br />
11<br />
Blades» präsentiert Mai Corland<br />
einen Fantasy-Bestseller mit unerwarteten<br />
Wendepunkten. Die Geschichte führt<br />
fünf Attentäter zusammen, die gezwungen<br />
sind, ihre persönlichen Differenzen beiseitezulegen,<br />
um den tyrannischen Gottkönig<br />
Joon zu stürzen. Sie müssen lernen, einander<br />
zu vertrauen. Corland entfaltet eine faszinierende<br />
Geschichte voller Intrigen, düsterer<br />
Geheimnisse und unerwarteter Bündnisse.<br />
Ihre Welt ist reich an koreanischer Mythologie<br />
und epischen Konflikten. Und es gibt<br />
jede Menge Action!<br />
Five Broken Blades<br />
Mai Corland, Fischer TOR, CHF 34.90<br />
11<br />
«Späte Rache» von Christine Brand –<br />
12<br />
ein Sammelband mit 13 Kurzkrimis –<br />
entführt die <strong>Lesen</strong>den in eine Welt voller<br />
düsterer Geheimnisse und ungelöster<br />
Rätsel. In diesen fesselnden Kurz geschichten<br />
treffen die <strong>Lesen</strong>den auf Opfer und Täter<br />
aus den verschiedensten Lebenswelten – vom<br />
abgelegenen Bergdorf bis zum hektischen<br />
Redaktionsbüro. Brands unverkennbarer<br />
Schreibstil, kombiniert mit ihren tiefen<br />
Einblicken in Justiz und Kriminologie, verleiht<br />
jedem Fall eine faszinierende Authentizität.<br />
Jede Geschichte entwickelt ihre<br />
eigene Spannung, aber alle sind kompakt,<br />
überraschend und fesselnd! Ein Muss für<br />
alle Krimifans!<br />
Späte Rache<br />
Christine Brand, Atlantis, CHF 23.90<br />
Spannend und emotional: Der 9. Fall<br />
13<br />
für Pia Sander und Oliver von Bodenstein<br />
von der Bestsellerautorin Nele Neuhaus.<br />
Der Kriminalroman «Muttertag» beginnt<br />
mit einem mysteriösen Leichenfund:<br />
Der ehe malige Fabrikant Theodor Reifenrath<br />
wird tot in seinem Haus aufgefunden,<br />
und draussen unter seinem Hundezwinger<br />
werden grausame Entdeckungen gemacht.<br />
Die Kommissare stossen auf menschliche<br />
Überreste. Ein Rechtsmediziner kann<br />
einige der Opfer identifizie ren, die schon<br />
vor Jahren ermordet wurden: Alle waren<br />
Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag<br />
im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder<br />
läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes<br />
Opfer. Und bald ist Anfang Mai. Der Fall<br />
13<br />
entwickelt sich zu einem komplexen Puzzle<br />
aus Geheimnissen und falschen Fährten.<br />
Die Mischung aus Nervenkitzel und<br />
raffinierten Wendungen machen dieses<br />
Taschenbuch zu einem Page turner,<br />
der Krimifans nicht enttäuschen wird.<br />
Muttertag (Ein Bodenstein-<br />
Kirchhoff- Krimi 9)<br />
Nele Neuhaus, Ullstein, CHF 23.90<br />
Samuel Burrs Roman «Das grösste<br />
14<br />
Rätsel aller Zeiten» erzählt von<br />
einer geheimnisvollen Gemeinschaft: Clayton<br />
Stumper wächst unter der Obhut der<br />
sogenannten Rätselmacher auf. Nach dem<br />
Tod seiner Ziehmutter Pippa begibt sich<br />
Clayton auf die Suche nach seiner Herkunft,<br />
begleitet von verschlüsselten Botschaften<br />
und kniffligen Rätseln, die Pippa hinterlassen<br />
hat. Burrs Erzählstil ist flüssig und<br />
packend, die Charaktere sind liebevoll<br />
und lebendig gezeichnet. Ein atmosphärischer<br />
Roman, der zum Miträtseln und<br />
Mitfühlen einlädt und dabei die Suche nach<br />
Identität und Zugehörigkeit thematisiert.<br />
Ein Lese-Highlight!<br />
Das grösste Rätsel aller Zeiten<br />
Samuel Burr, DuMont, CHF 34.90<br />
Beim <strong>Lesen</strong> gestört zu werden,<br />
nämlich. Darüber wollte die Dosenöffnerin<br />
(Sie kennen sie vermutlich<br />
als Schriftstellerin Moser) gerade<br />
schreiben, einen launigen Text darüber,<br />
wie ihre Katzen, also meine<br />
Schwester Twylita und ich, sie vom<br />
<strong>Lesen</strong> abhalten.<br />
Ha!<br />
Das hätte sie wohl gern. Träum<br />
weiter, Daumenträgerin! Die Wahrheit<br />
ist, erstens, wir sind nicht ihre<br />
Katzen. Wir gehören Victor. Er war<br />
es, den wir damals durch die Scheibe<br />
im Tierheim gesehen haben. Wir<br />
wussten sofort, der ist es. Der und<br />
sonst keiner. Victor, müssen Sie<br />
wissen, ist nämlich eine Katze in<br />
einem Menschenkörper. Das haben<br />
nicht nur wir beide erkannt.<br />
Seine Freunde reden immer von<br />
seinen neun Leben, nach unseren<br />
Berechnungen ist er unterdessen<br />
aber mindestens beim 21. angelangt.<br />
Und daran sind wir nicht unbeteiligt. Die Dosenöffnerin taugt nichts, die wacht<br />
ja nicht mal auf, wenn ihr Blutzuckerspiegel nachts absackt! Ja, sie schläft mit uns<br />
im selben Bett. Eine Zumutung, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte.<br />
Sie verstehen.<br />
Jedenfalls, damals im Tierheim: Ich tat so, als würde ich schlafen, als kümmerten<br />
mich die Umstände meiner Existenz herzlich wenig. Meine Schwester und ich sind<br />
kurz nach der Geburt ausgesetzt worden. Weil irgendwas an unserer Färbung …<br />
was weiss ich. Wir sind perfekt. Beziehungsweise, ich bin perfekt. Meine Schwester<br />
ist ein Showgirl, doch das kam uns in dem Moment zugute. Sie richtete sich auf<br />
die Hinterbeine auf und versuchte, durch die Scheibe hindurch Victors Hand zu<br />
fassen. Er war hin und weg, das konnte ich durch meine halb geschlossenen<br />
Augen sehen. Wir wurden in zwei Kartonschachteln gepackt und hinausgetragen.<br />
Von ihm. Auf der ganzen Fahrt sass er zwischen uns und miaute uns beruhigend zu.<br />
Ich sag ja: Katze in Menschengestalt.<br />
Nun stellen Sie sich unseren Schock vor, als wir in unserem neuen Zuhause ankamen<br />
und feststellen mussten, dass da noch jemand war. Dass wir Victor mit<br />
jemandem teilen mussten. Daran werden wir uns nie gewöhnen.<br />
Wir wecken sie, wenn wir gefüttert werden wollen, meine Schwester beisst sie in<br />
die Nase und ich sie in den Arm. Hat sie die Dose geöffnet, ist ihr Tageswerk erledigt,<br />
was uns angeht. Wir begleiten Victor in die Werkstatt, wir helfen ihm beim<br />
Komponieren, indem wir die Tasten seines Synthesizers bedienen. Wir verfeinern<br />
seine Bilder mit seidigen Haaren und zierlichen Pfotenabdrücken. Und ja, wenn<br />
er ein Buch liest, helfen wir ihm beim Umblättern. Weil wir ihn lieben. Weil wir<br />
alles für ihn tun würden.<br />
Vergessen Sie das nie: Es ist ein Privileg, von einer Katze beim <strong>Lesen</strong> begleitet<br />
zu werden. Nicht gestört: begleitet. Was würde die Dosenöffnerin nicht dafür<br />
geben!<br />
Miss Tildeli Zaballa, Gastkolumnistin<br />
6 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchneuheiten<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Kolumne<br />
7
Barbara Bleisch © Mirjam Kluka<br />
Das Buch von Elke Heidenreich über<br />
das «Altern» schlug so richtig ein,<br />
im Handel und bei den Medien. Ihr Buch,<br />
Frau Bleisch, kreist nun die «Mitte des<br />
Lebens» philosophisch ein. Es scheint,<br />
dass momentan der Alterungsprozess<br />
die Gesellschaft umtreibt. Oder wie<br />
sehen Sie das?<br />
In einer Gesellschaft, in der ewige Jugend<br />
und körperliche Fitness grossgeschrieben<br />
werden, wird das Ringen mit dem eigenen<br />
Älterwerden tatsächlich immer mehr zum<br />
Thema. Viele Titel und auch Heidenreichs<br />
Buch, das ich sehr schätze, rücken deshalb<br />
die Vorzüge einer vertieften Lebenserfahrung<br />
und einer heiteren Gelassenheit in<br />
den Vordergrund. Oftmals erlangen wir sie<br />
erst mit dem Älterwerden. Ein Stück weit<br />
kreist auch mein Buch um diese Vorzüge, die<br />
uns übrigens nicht in den Schoss fallen,<br />
sondern um die wir uns auch bemühen müssen<br />
– ebenfalls eine These, die ich entfalte.<br />
Ihr Buch behandelt eigentlich nicht das<br />
Altern, sondern …<br />
… richtig, sondern die Mitte des Lebens, in<br />
der wir, wenn alles gut geht, noch sehr viel<br />
Zeit vor uns haben. Die Bilanzierung, die<br />
viele in dieser Phase vornehmen, lässt sich<br />
also nutzen, um noch einmal neu anzusetzen.<br />
Damit geht aber auch die Frage einher,<br />
wie viel Sicherheit wir aufzugeben bereit<br />
sind und wie wir uns neu erfinden, ohne uns<br />
zu verlieren.<br />
Was einschneidend sein kann für die Lebensgestaltung.<br />
Einige mögen mit anderem hadern: zum Beispiel dem Bedauern,<br />
da oder dort nicht anders abgezweigt zu sein, mehr Sitzleder bewiesen<br />
oder deutlicher Nein gesagt zu haben. Ich zeige im Buch, weshalb<br />
solches Bedauern nicht bitter sein muss, sondern zu einem reichen<br />
Leben dazugehört, in dem sich nicht alles haben lässt, was uns auch<br />
noch lockt. Gefühle des Bedauerns können uns ausserdem deutlich<br />
machen, woran uns wirklich liegt, und uns dazu bewegen, gerade<br />
in der Mitte nochmals eine Kehrtwende zu vollziehen.<br />
«Wir staunen über den Sternenhimmel<br />
noch mehr, wenn wir wissen,<br />
wie unendlich gross das All ist,<br />
wir sind umso berührter von Bachs<br />
Musik, wenn wir Übung darin<br />
haben, die verschlungenen Stimmen<br />
einzeln zu hören.»<br />
Wir erleben Sie am Bildschirm, auf der Bühne aber auch schreibend<br />
als eine Persönlichkeit voller Neugier, die noch Staunen<br />
kann. Wären das die Grundvoraussetzungen für alle, die sich<br />
der Philosophie widmen möchten?<br />
Es heisst immer wieder, das Philosophieren beginne mit dem Staunen.<br />
Das meint nicht, dass wir ewig Kinder bleiben und naiv auf die Welt<br />
blicken sollen, als wäre alles wunderlich. Im Buch unterscheide ich<br />
zwischen dem epistemischen Staunen, das sich auf Wissenslücken<br />
bezieht und für Kinder typisch ist: Sie staunen über den Heissluft-<br />
«Das herrliche,<br />
wilde Leben»<br />
Das wünscht sich Barbara Bleisch für die kommenden<br />
Generationen und widmet allen Menschen,<br />
die in der Mitte des Lebens stehen, ein lesenswertes Buch.<br />
Text von Urs Heinz Aerni<br />
Philosophisches Neuland?<br />
Philosophisch ist die Lebensmitte tatsächlich<br />
– anders als das Alter – nahezu unerforscht.<br />
Das ist umso erstaunlicher, als<br />
die mittleren Jahre in der antiken Philosophie<br />
als Blütezeit beschrieben worden<br />
sind. Mich hat auch interessiert, was in<br />
der Lebensmitte zur Blüte kommen kann<br />
respektive was der Krisenerzählung dieser<br />
Lebensphase philosophisch entgegenzusetzen<br />
ist.<br />
In Ihrem Buch schreiben Sie von unbekannten<br />
Flecken in der Lebenstopografie,<br />
im Sinne einer biografischen<br />
«Terra incognita». Hand aufs Herz,<br />
wie erging es Ihnen beim Schreiben bezüglich<br />
der eigenen Wahrnehmung der<br />
eigenen Lebensmitte?<br />
Alle Fragen, die ich diskutiere, treiben mich<br />
auch persönlich um. Am meisten hat mich<br />
vielleicht die Einsicht beschäftigt, dass ich<br />
zwar viel erreicht habe, immer Neues lerne<br />
und eigentlich rundum zufrieden bin – und<br />
dennoch das Gefühl von Stagnation kenne<br />
oder von einer gewissen Rastlosigkeit.<br />
Barbara Bleisch wurde 1973 geboren<br />
und lebt heute mit ihrer Familie in Zürich.<br />
Sie ist Mitglied des Ethik- Zentrums der<br />
Universität Zürich. Seit 2010 moderiert sie<br />
die Sendung «Sternstunde Philosophie»<br />
beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).<br />
Von 2017 bis 2019 war sie akademischer<br />
Gast am Collegium Helveticum.<br />
Nebst Fachliteratur ver öffentlichte sie<br />
Bücher wie «Warum wir unseren Eltern<br />
nichts schulden» (2018) und «Kinder<br />
wollen. Über Autonomie und Verantwortung»<br />
(2020).<br />
8<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Interview<br />
9
allon, den Zaubertrick des Onkels, über Seifenblasen, weil sie sich<br />
die entsprechenden Phänomene nicht erklären können oder sie zum<br />
ersten Mal sehen.<br />
Und wir, die Grossen?<br />
Als Erwachsene sind wir empfänglicher für eine zweite Form des<br />
Staunens, die mit der Lebenserfahrung und vertieftem Wissen zunimmt:<br />
Wir staunen über den Sternenhimmel noch mehr, wenn wir<br />
wissen, wie unendlich gross das All ist, wir sind umso berührter<br />
von Bachs Musik, wenn wir Übung darin haben, die verschlungenen<br />
Stimmen einzeln zu hören.<br />
Das Staunen ist also gut für unsere Lebensqualität?<br />
Zu staunen, Momente der Ehrfurcht zu empfinden, trägt viel bei<br />
zu einem erfüllten Leben. Aber gerade die Lebensmitte ist oft nicht<br />
nur eine Zeit der Fülle, sondern auch der Überfülle, in der viel gearbeitet<br />
wird, zugleich noch eigene Kinder und älter werdende Eltern<br />
versorgt werden sollen. Momente, in denen wir uns ergreifen lassen,<br />
verschieben wir gern auf später: Ausgedehnte Reisen, das Mitsingen<br />
in einem Chor, durchgefeierte Nächte – vielleicht hat das keinen<br />
Platz mehr zwischen Familie und Karriere. Doch die Gefahr ist, dass<br />
uns damit auch der Glanz im Leben abhandenkommt, weil wir vor<br />
lauter To-do-Listen und Zielverfolgung nicht die Ruhe finden, uns<br />
einer Erfahrung ganz hinzugeben und ohne Zeitdruck zu verweilen.<br />
Dann besteht Handlungsbedarf ...<br />
Dann gilt es, wieder Raum zu schaffen für Momente des Staunens,<br />
der Ergriffenheit.<br />
«Ich liebe Bücher!<br />
Die Abenteuer, die sich lesend<br />
erleben lassen, sind mit<br />
Filmen nicht zu vergleichen.<br />
Die eigene Fantasie ist<br />
immer noch die grossartigste<br />
Innen ausstatterin!»<br />
Sie schreiben in Ihrem Buch Folgendes: «Ist man erst einmal<br />
vierzig, fünfzig oder sechzig, gilt es, aus eigenem Antrieb<br />
heraus erfinderisch zu bleiben, wenn einen die Vorstellung<br />
eines routinierten Lebens plagt.» Es geht unter anderem<br />
um die Langweile. Aber ich vermisse sie auch, die Langweile.<br />
Ein gutes Zeichen?<br />
Tatsächlich sind Kindheit, Jugend und frühe Erwachsenenjahre<br />
geprägt von steter Veränderung. Wir werden von äusseren Erfordernissen<br />
durch die Zeit geschoben und müssen deshalb den Wandel<br />
nicht aus eigenem Antrieb anstossen. In der Lebensmitte haben<br />
manche vielleicht das Gefühl, «angekommen zu sein», was mit Befriedigung<br />
und einer tiefen Ruhe einhergehen kann. Bei anderen<br />
drängt sich das Gefühl in den Vordergrund, in Routinen gefangen<br />
zu sein oder zu stagnieren. Ich frage im Buch deshalb, wie Routinen<br />
als «Bleibefreiheit» verstanden werden können, um einen Begriff<br />
der Philosophin Eva von Redecker aufzunehmen: Als Souveränität,<br />
Barbara Bleisch © Mirjam Kluka<br />
die darin besteht, zu bejahen, wo man gelandet ist und sich dem<br />
Zwang zur weiteren Optimierung zu entziehen.<br />
Also ist es nicht schlecht, sich mal zu langweilen?<br />
Langweile kann in diesem Sinn tatsächlich befreiend sein. Aber<br />
eben nicht immer und nicht für alle. Um einen Hinweis zu geben:<br />
Langweile oder Routinen sind dann hemmend und schmerzhaft,<br />
wenn sie jegliche Lebendigkeit kassieren und uns nicht erlauben,<br />
weiter zu wachsen.<br />
Kopfzerbrechen kann die Beobachtung machen, dass im Zug<br />
oder in der Strassenbahn nicht mehr gelesen wird, sondern<br />
auf dem Handy Filmchen geguckt werden. Nehmen Sie durch<br />
dieses Medienverhalten als Leserin, Autorin und Journalistin<br />
schon gewisse Auswirkungen wahr?<br />
Ich nehme wohl dasselbe wahr wie alle anderen auch: dass man<br />
weniger miteinander spricht, sich kaum mehr grüsst, denn man hört<br />
sich mit den Kopfhörern ja gar nicht mehr. Mir scheint hier eine<br />
gewaltige Vereinzelung im Gang, die für einige hilfreich sein mag,<br />
die vor allem ihre Ruhe möchten, für andere aber schmerzhaft.<br />
Und Sie?<br />
Auch wenn ich selbst gern in Ruhe gelassen werde, denke ich abends<br />
dann doch oft über ein spontanes Gespräch nach, das sich beim<br />
Warten in der Schlange oder bei einer Tramfahrt ergeben hat.<br />
Mit anderen Worten: Die digitale Technik lässt uns Menschen<br />
gegenseitig wegdriften.<br />
Was mir auffällt: Das Lagerfeuer Fernsehgerät ist in vielen Familien<br />
dem Privatfeuer in den einzelnen Zimmern gewichen. Jedes Familienmitglied<br />
schaut auf dem eigenen Gerät das bevorzugte Programm.<br />
Damit geht auch etwas verloren: Gemeinsam fiebern, ob sich die<br />
Richtigen kriegen oder die Millionenfrage richtig beantwortet<br />
wird, verbindet ungemein. Zusammen fernzusehen, scheint mir<br />
heute fast wieder Avantgarde zu sein – oder die Ausnahmeerscheinung,<br />
wenn EM ist. Ich fände schön, es gäbe auch Public<br />
Viewings für TV- Debatten oder Serien. Wirklich Sorgen bereiten<br />
mir im Zusammenhang mit dem Medienwandel vor allem die Verbreitung<br />
von Falschinformationen sowie Propaganda und Algorithmen,<br />
die erwiesenermassen ein mediales Suchtverhalten befeuern.<br />
«Ich war ein Grünschnabel, auf<br />
einem Terrain, wo mir jegliche<br />
Vorbilder gefehlt haben.»<br />
Aber da ist ja noch das <strong>Lesen</strong> …<br />
Natürlich: Ich liebe Bücher! Die Abenteuer, die sich lesend erleben<br />
lassen, sind mit Filmen nicht zu vergleichen. Die eigene Fantasie ist<br />
immer noch die grossartigste Innenausstatterin! Aber gerade weil<br />
die Handys respektive die Apps darauf unsere Aufmerksamkeit derart<br />
beanspruchen, wird konzentriertes <strong>Lesen</strong> für viele anstrengend.<br />
Ein Zitat von Hilde Domin in Ihrem Buch beeindruckt:<br />
«Ich setze den Fuss in die Luft / und sie trug.» Welche Schritte<br />
in Ihrem Leben oder in der Berufskarriere empfanden Sie als<br />
ungeschützte Preisgabe an das Unbekannte, um Ihre Worte<br />
sinngemäss wiederzugeben?<br />
Mutter zu werden, war sicher ein Schritt ins Unbekannte, denn<br />
Elternschaft ist für viele eine transformative Erfahrung, die sie<br />
nachhaltig verändert, ohne dass sie vorab wüssten, wie. Aber auch<br />
die Publikation eines Buchs ist immer ein Wagnis und verlangt<br />
nach der Bereitschaft, nicht zu wissen, wie etwas, in das man sehr<br />
viel Arbeit und Herzblut gesteckt hat, ankommen wird. Im Kleinen<br />
setzen wir immer dann den Fuss in die Luft, wenn wir uns etwa<br />
in einem Konflikt oder in einer Beziehung ehrlich öffnen und Ablehnung<br />
riskieren.<br />
Sie moderierten zahlreiche Sendungen für «Sternstunde<br />
Philosophie» auf SRF, jetzt liegt Ihr neues Buch in den<br />
Buchhandlungen auf. Beschreiben Sie uns die Unterschiede<br />
der Gefühle nach einer Sendung und der Abgabe eines<br />
Manuskripts an den Verlag?<br />
Nach einer Sendung kann man, wenn es nicht rundgelaufen ist, den<br />
Fehler bei anderen suchen: Der Gast war nicht in Bestform, im Studio<br />
war es stickig, das Thema wurde mir aufgedrückt … Das ist natürlich<br />
ein Scherz: Verantwortung trage ich immer auch selbst. Und ich<br />
tendiere ohnehin dazu, mich oft zu hinterfragen, was ich hätte<br />
besser machen können. Das ist auch richtig so. Selbstgerechtigkeit<br />
verträgt sich schlecht mit Moderation. Bei einem Buch gibt es<br />
zwar auch den Verlag, der mir da und dort einen Ratschlag erteilt.<br />
Doch das Manuskript aus den Händen zu geben, bleibt schliesslich<br />
eine Entscheidung, die ich ganz allein verantworte. Lob wie Kritik<br />
werde ich auch mir selbst zuschreiben dürfen oder müssen.<br />
Ich komme langsam zum Ende mit meinen Fragen und denke an<br />
die Passage in Ihrem Buch über die «Perspektive auf die Endlichkeit».<br />
Mit welchen Erwartungen oder Wünschen schauen<br />
Sie auf Ihr Ende der Existenz auf diesem<br />
Planeten?<br />
Mit dem Wunsch, dass es weitergehen möge,<br />
dass ich Hoffnung haben darf. Der Philosoph<br />
Samuel Scheffler schreibt in seinem Buch<br />
«Der Tod und das Leben danach», dass unser<br />
Leben und Sterben sehr viel schwieriger wäre,<br />
wenn wir damit rechnen müssten, dass nicht<br />
nur wir sterben, sondern mit uns die ganze<br />
Menschheit. Die Vorstellung, dass andere nach<br />
mir kommen werden und jetzt bereits nachrücken,<br />
finde ich beruhigend. Und gerade in den<br />
mittleren Jahren, in denen ich jetzt stecke,<br />
will ich Verantwortung übernehmen und beitragen,<br />
was ich kann, dass wir berechtigt hoffen<br />
dürfen, dass nachrückende Generationen<br />
auch dieses herrliche, wilde Leben geniessen<br />
können.<br />
Mitte des<br />
Lebens<br />
Barbara Bleisch,<br />
Carl Hanser, CHF 35.90<br />
Die Philosophin und Moderatorin<br />
Barbara Bleisch<br />
zeigt, wie Philosophie<br />
helfen kann, das Verhältnis<br />
zwischen Kindern und<br />
Eltern zu klären.<br />
Kinder wollen<br />
Barbara Bleisch,<br />
Goldmann, CHF 18.90<br />
Philosophisch fundiert<br />
und voller Bezüge aus<br />
dem Alltag denkt Barbara<br />
Bleisch nach über Lebenserfahrung,<br />
Leichtigkeit<br />
und Gelassenheit.<br />
Warum wir<br />
unseren<br />
Eltern nichts<br />
schulden<br />
Barbara Bleisch,<br />
Goldmann, CHF 18.90<br />
Kinder bekommen –<br />
was bedeutet das heute?<br />
Dieses Buch bietet Argumente<br />
für alle, die sich<br />
mit dem Kinderwunsch<br />
auseinandersetzen.<br />
10 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Interview<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Interview<br />
11
1<br />
Buchtipps<br />
3<br />
Der Herbst lädt<br />
zum Spielen ein<br />
Diese fünf Spieletipps machen kühle Tage zu<br />
gemütlichen und unterhaltsamen Erlebnissen<br />
mit Familie und Freunden.<br />
Text von Sandro Matzinger<br />
«In jedem Menschen steckt ein zurückgetretener<br />
König.» Karl hat sich<br />
1<br />
in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückgezogen.<br />
Er ist krank und wartet auf<br />
sein Ende. Doch dann begegnet er dem<br />
elfjährigen Geronimo, und gemeinsam beschliessen<br />
sie, davonzureiten, nachts, auf<br />
Pferd und Maulesel. Sie geraten in wilde<br />
Abenteuer, finden Weggefährten auf dem<br />
Weg nach Laredo. Karl lernt kennen, was er<br />
trotz Macht, Ruhm und Reichtum bisher<br />
nicht hatte: Freundschaft, Liebe, Unbeschwertheit<br />
und die Freiheit, die es bedeutet,<br />
nur im Moment zu leben. «Reise nach<br />
Laredo» ist ein fantastischer, magischer<br />
Roman über das Loslassen, über das, worauf<br />
es im Leben ankommt – und vor allem eine<br />
mitreissende Geschichte. Mit dem 1968 in<br />
Wien geborenen Autor führte dieses <strong>Magazin</strong><br />
zum Roman «Das glückliche Geheimnis»<br />
ein Interview, und bekannt wurde er mit<br />
dem Buch «Der alte König in seinem Exil»,<br />
das 2011 erschienen ist.<br />
Reise nach Laredo<br />
Arno Geiger, Hanser, CHF 36.90<br />
Wie entsteht ein Roman? Wie werden<br />
2<br />
Figuren lebensnah und lebendig?<br />
Was bedeutet «verdichten»? Und wie geht<br />
man mit Krisen um? Anhand eigener und<br />
bekannter anderer Werke erzählt Benedict<br />
Wells von der Magie und Faszination des<br />
Schreibens. «Die Geschichten in uns» ist vor<br />
2 4<br />
allem auch ein persönlicher Streifzug von<br />
seiner Kindheit bis zu den ersten Veröffentlichungen.<br />
Ein lebenskluges und berührendes<br />
Buch. Benedict Wells wurde 1984 in München<br />
geboren, zog nach dem Abitur nach<br />
Berlin und entschied sich gegen ein Studium,<br />
um zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt<br />
bestritt er mit diversen Nebenjobs.<br />
Sein vierter Roman «Vom Ende der Einsamkeit»<br />
landete, wie bereits andere seiner<br />
Titel, auf der Bestsellerliste. Nach Jahren in<br />
Barcelona lebt Benedict Wells in Zürich.<br />
«Mann, kann der Mann schreiben» war im<br />
<strong>Magazin</strong> Stern über Benedict Wells zu lesen.<br />
Die Geschichten in uns<br />
Benedict Wells, Diogenes, CHF 36.90<br />
Toño Azpilcueta führt Familien- und<br />
3<br />
Berufsleben mit sehr mässiger Begeisterung.<br />
Seine Leidenschaft gilt der traditionellen<br />
Musik seines Landes, dem peruanischen<br />
Walzer, den er seit der Jugend akri<br />
bisch erforscht. Eines Tages lernt er einen<br />
über alle Massen talentierten Gitarristen<br />
namens Lalo Molfino kennen. Die Begegnung<br />
verändert Toños Leben – sehr zur Beunruhigung<br />
seiner Familie –, denn Molfino<br />
spielen zu hören, ist für ihn eine Offenbarung.<br />
Augenblicklich weiss Toño, was seine<br />
Mission ist: Er schreibt endlich das Buch,<br />
über Molfino, den peruanischen Walzer<br />
und vor allem die künstlerische Vision eines<br />
besseren Lebens. Es wird ein Erfolg – und<br />
Toño berühmt. Was läge also näher, als<br />
das Buch zu erweitern, sein Land, dessen<br />
Geschichte, die ganze Welt darin unterzubringen?<br />
Immer mehr, geradezu manisch,<br />
schreibt Toño daran, taub gegen die lauter<br />
werdende Sorge seiner Familie …<br />
Die grosse Versuchung<br />
Mario Vargas Llosa, Suhrkamp, CHF 36.90<br />
Manchmal muss man sich verlaufen,<br />
4<br />
um anzukommen – der neue grosse<br />
Liebesroman von Bestseller-Autor David<br />
Nicholls. Die Sunday Times meint dazu:<br />
«Dieser Roman ist ein Triumph. Was für ein<br />
Geschenk!» Marnie steckt fest. Sie lebt und<br />
arbeitet allein in ihrer Londoner Wohnung<br />
und kämpft mit der Einsamkeit. Doch mit<br />
dem Einigeln soll nun Schluss sein. Michael<br />
ist dabei, sich zu verlieren. Seit seine Ehe gescheitert<br />
ist, muss er lernen, als Ein-Mann-<br />
Show zu funktionieren. Er fühlt sich noch<br />
nicht bereit für die Gesellschaft anderer<br />
Menschen. Nur bei langen Spaziergängen<br />
findet er Ruhe. Als eine gemeinsame Freundin<br />
und sehr englisches Wetter Marnie und<br />
Michael bei einer Wanderung zusammenbringen,<br />
merken die beiden trotz aller<br />
Strapazen, dass ein erstes Treffen vielleicht<br />
auch eine zweite Chance sein kann.<br />
Zwei in einem Leben<br />
David Nicholls, Fischer Krüger, CHF 34.90<br />
Spielspass mit Anziehungskraft<br />
Kluster ist ein Spiel, das mit bis zu drei Mitstreitende<br />
buchstäblich verbindet. Zunächst<br />
wird die Schnur in einer beliebigen Form<br />
auf den Tisch gelegt und die Magnetsteine<br />
verteilt. Nun setzt im Uhrzeigersinn jede * r<br />
Spieler * in einen Stein in den abgegrenzten<br />
Bereich. Falls sie sich dabei verbinden (Kluster!),<br />
muss man diese aufnehmen. Die Magnetkraft<br />
kann auch zum eigenen Vorteil genutzt<br />
werden, um die platzierten Steine zu verschieben<br />
– allerdings geht damit das Risiko<br />
eines Klusters einher. Wer als Erstes alle<br />
Steine abgelegt hat, gewinnt.<br />
Bicycle<br />
Archangels<br />
Bicycle Stargazer,<br />
CHF 16.90<br />
Mythologischer Twist für klassische Karten<br />
Wer bei einer Pokerrunde, bei Partyspielen<br />
oder beim Vorführen eines Kartentricks nicht<br />
nur mit seinem Können, sondern auch mit den<br />
Karten selbst beeindrucken möchte, findet<br />
in Bicycle Archangels ein schön designtes Deck.<br />
Alle Illustrationen sind von Hand gezeichnet<br />
und inspiriert von der Mythologie der Erzengel.<br />
Jede Karte ist mit reichhaltigen Details ver sehen,<br />
die immer wieder aufs Neue entdeckt werden<br />
können. Auch die Verpackung ist ein echtes Kunstwerk:<br />
Mit einer geprägten Struktur bietet sie ein<br />
einzigartig haptisches Erlebnis.<br />
Farbenfroher Dart für überall<br />
Tisch, Tür, Boden, Auto oder doch der Roboterstaubsauger?<br />
Mit Twibble kann alles zum<br />
Spielplatz werden! Ein bis acht Wurfbegeisterte<br />
setzen Ziele an einem beliebigen Ort<br />
und müssen diese dann abwechslungsweise<br />
mit farbigen Saugnapf-Darts treffen.<br />
Die Pfeile halten auf jeder glatten Oberfläche<br />
oder – was für besondere Unterhaltung<br />
sorgt – sogar aufeinander. Da die Darts aus<br />
Magnetspiel<br />
KLUSTER<br />
Elliot GmbH, CHF 26.90<br />
Twibble gelb/<br />
grün Pro<br />
Twibble, CHF 39.90<br />
Gummi sind, dürfen auch Kinder mitspielen, und man muss sich<br />
nicht um Löcher in der Wand (oder im Bürotisch?) sorgen.<br />
Die besten schaurigen Rätsel in einem Set<br />
In dieser ultimativen Jubiläumsausgabe der<br />
Kultreihe finden Detektiv * innen die 100 besten<br />
rabenschwarzen Rätsel aus 20 Jahren Black<br />
Stories: von schaurigen urbanen Legenden über<br />
makabre Missgeschicke bis hin zu Klassikern,<br />
die man sich schon früher flüsternd am Lagerfeuer<br />
erzählt hat. Wer schafft es, alle Fälle zu<br />
lösen? Besonders spannend ist die Möglichkeit,<br />
die Rätsel in zwei Varianten durchzuspielen.<br />
Kartenspiel mit Nervenkitzel – jetzt als<br />
Naruto-Version!<br />
Naruto Push ist für alle, die den Nervenkitzel<br />
suchen und Risiken nicht scheuen. Nacheinander<br />
zieht man Karten mit Zahlenwerten –<br />
alle thematisch orientiert am Kult-Anime –<br />
aus einem verdeckten Stapel. Bei jedem Zug muss<br />
jedoch die Entscheidung<br />
gefällt werden, ob man weitermachen<br />
oder seine aufgedeckten<br />
Karten sichern<br />
will. Wer sich fürs Zocken<br />
entscheidet und dann eine<br />
Farbe und / oder eine Zahl<br />
zieht, die bereits in einer<br />
Naruto Push<br />
Ravensburger<br />
Spieleverlag GmbH,<br />
CHF 16.90<br />
Black Stories – Best of<br />
Moses Verlag GmbH, CHF 26.90<br />
seiner Reihen liegt, sammelt<br />
nicht nur keine Karte ein,<br />
sondern muss noch welche<br />
abgeben – Pech gehabt!<br />
12 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchtipps<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Spiele<br />
13
Wenn Tiere<br />
sprechen<br />
könnten …<br />
Menschen und Tiere verbindet eine ganz<br />
besondere Beziehung. Wir stellen eine Auswahl an<br />
Romanen, Sachbüchern und Krimis vor, in denen<br />
es um Tiere geht oder sie die Hauptrolle spielen.<br />
Text von Andrea Machura<br />
Ob wir uns «bärenstark fühlen» oder «ein Frechdachs sind» – Tiere haben sich nicht nur in unserer<br />
Sprache verewigt, sondern auch einen festen Platz in unseren Herzen erobert. Es gibt aber<br />
auch unliebsame oder gar gefährliche Tiere, die die Beziehung zum Menschen auf die Probe<br />
stellen. Das Spektrum reicht von Alltagsbegleitern bis hin zu Protagonisten, die uns mit einem<br />
Augenzwinkern in ihre Geschichten hineinziehen. Denn manchmal spielen Tiere auch die<br />
Hauptrolle, bringen uns zum Schmunzeln und lassen uns die Welt mit anderen Augen sehen.<br />
Tauchen Sie ein in eine Auswahl an Büchern, die das besondere Verhältnis zwischen Menschen<br />
und Tieren auf ganz unterschiedliche Weise beleuchten. Viel Vergnügen beim Entdecken dieser<br />
tierisch guten Lektüre!<br />
1 Die Rückkehr des Wolfes<br />
Die Lüneburger Heide ist ein wahres Naturidyll. Die historische Naturlandschaft in Niedersachsen<br />
in Deutschland wird durch die Beweidung mit Heidschnucken erhalten. Diese Idylle,<br />
die zum Teil in Naturparks gepflegt wird, ist auch für den Tourismus wichtig. Hier lebt der<br />
19-jährige Jannes mit seinen Eltern und seinem Grossvater Wilhelm, dem der Hof auf dem<br />
Papier immer noch gehört. Täglich werden die 42 Ziegen und 357 Heidschnucken von der<br />
alteingesessenen Familie über die Flächen getrieben, begleitet von den beiden Hütehunden<br />
Hera und Kasch. Doch die Idylle ist bedroht: Der Wolf kehrt zurück.<br />
Als sich die Schafsrisse auf den Weiden der benachbarten Bauern häufen, flammt innerhalb<br />
der Familie und im gesamten Dorf ein alter Konflikt wieder auf. Hat Opa Wilhelm in früheren<br />
Zeiten wirklich einen Wolf abgeschossen? Als sich ein Filmteam ankündigt, wird der Spagat<br />
zwischen der Tourismusidylle und dem politisch-gesellschaftlichen Konflikt zur Zerreissprobe.<br />
Und dann ist da noch ein altes Geheimnis, dem Jannes auf die Spur kommt. «Ihm kommt<br />
ein absurder Gedanke: Vielleicht ist es das Land, das ihm etwas sagen will, das ihm etwas<br />
antun will, vielleicht ist es die Heide.»<br />
Wie schon in seinem ersten Roman «Zwischen den Kiefern» stellt der deutsche Autor Markus<br />
Thielemann das Verhältnis von Menschen, Natur und Tieren auf eine harte Probe. Er seziert<br />
und demontiert in seinem fesselnden Antiheimatroman «Von Norden rollt ein Donner» eine<br />
vermeintliche Sehnsuchtslandschaft und scheinbare Idylle zwischen Menschen und Tieren.<br />
2 Ein Hochlandrind ermittelt<br />
Ebenfalls in einer idyllischen Landschaft spielen die Bücher von Gordon Tyrie. Auf der schottischen<br />
Inselgruppe der Hebriden ermittelt das eigensinnige Hochlandrind Thin Lizzy. Immer<br />
an seiner Seite: der einäugige Exscharfschütze Hynch. «Herrlich<br />
atmosphärisch und voller schwarzem Humor: Der Auftragskiller<br />
und das Hochlandrind sind zurück!», so preist der Verlag den neuen<br />
Band der Hebriden-Krimis an.<br />
Worum geht es? Der ehemalige Auftragskiller Hynch lebt undercover<br />
als Howard Currie mit dem Hochlandrind Thin Lizzy auf<br />
einer kleinen Hebrideninsel. Er versucht, seinen wohlverdienten<br />
(Aussteiger-)Ruhestand zu geniessen, während Thin Lizzy ihrem<br />
Job als Graserin auf Weiden nachgeht. Ein Date mit der Grafologin<br />
Frances führt unerwartet zu einem neuen Fall. Angeblich hat<br />
sich ein Immobilienhai, der Lebensgefährte von Frances’ Freundin<br />
Callie, im Meer das Leben genommen. Doch der Abschiedsbrief<br />
lässt Zweifel aufkommen. So machen sich Frances, Hynch und Thin<br />
Lizzy mit dem Boot auf den Weg zur Insel Coll. Eine unterhaltsame<br />
Spurensuche beginnt, denn auch andere suchen den Verschwundenen<br />
– darunter die drei schlechtesten Polizisten Schottlands. Als Thin<br />
Lizzy auf die beiden Kater Boswell und Johnson sowie die alte<br />
Hebriden kuh Twistie trifft, zieht das ungleiche Quartett gemeinsam<br />
los, bis es zum grossen Showdown im Moor kommt.<br />
Thomas Kastura schreibt seine skurrilen, schwarzhumorigen<br />
Hebriden-Krimis unter dem Pseudonym Gordon Tyrie und lebt<br />
damit seine Liebe zu Schottland aus. Mit «Schottenschuss» legt der<br />
deutsche Autor, der 2017 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet<br />
wurde, den vierten Band seiner Krimireihe um das Hochlandrind<br />
Thin Lizzy vor. Wer schon immer wissen wollte, was im<br />
Kopf einer Kuh vorgeht, ist mit diesem Cosy-Krimi bestens bedient.<br />
«Eine Sprechstunde ist ein ernsthafter<br />
Arbeitsplatz, wo Medizin<br />
gemacht wird. Sie ist aber<br />
auch eine Bühne für dramatische,<br />
traurige, lustige, heitere und<br />
spannende Begebenheiten.»<br />
3 Ein Fall für Hofhund Vasco<br />
Auch der nächste Kriminalfall wird tierisch gut gelöst. Denn im<br />
Oberbaselbieter Hinterberg wird wieder eine Leiche gefunden!<br />
Beim letzten Mal, vor nicht einmal einem Jahr, hatten Misstrauen<br />
und Argwohn tiefe Gräben in die Dorfgemeinschaft gerissen.<br />
Bereits im ersten Band des Regionalkrimis «Baselbieter Abgründe»<br />
versetzte ein Mord die Dorfgemeinschaft in Angst und Schrecken.<br />
Auch in ihrem zweiten Krimi «Baselbieter Fluch» lässt die Autorin<br />
Barbara Saladin erneut den Hofhund Vasco, sein Frauchen Lotti<br />
und deren Nichte Mara einen Mordfall aufklären. Und der Tatort<br />
befindet sich dieses Mal im Wald bei der Schattholde nah am Rüttigrund,<br />
wo Hofhund Vasco lebt.<br />
Ist es ein Zufall, dass der Tote ausgerechnet ein Flirt aus Maras<br />
Dating-App ist? Und was hat eine alte Baselbieter Sage über einen<br />
Goldschatz in einem Grab mit dem Mord zu tun? Bis zur Entdeckung<br />
der Leiche war doch in Hinterberg eigentlich alles in Ordnung.<br />
Mara hat ihre Tante Lotti fast so weit, dass sie ihre Produkte vom<br />
Hof endlich auch im Internet verkaufen kann, und im Dorf trifft<br />
14 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Fokusthema<br />
Fokusthema<br />
15
1<br />
Von Norden rollt<br />
ein Donner<br />
Der Wolf ist zurück. Das Naturidyll<br />
Lüneburger Heide ist<br />
bedroht und Schauplatz von<br />
Konflikten zwischen Tradition<br />
und Moderne. Rechtfertigen<br />
Heimatschutz und Tourismus<br />
den Abschuss des Wolfes?<br />
Markus Thielemann,<br />
CH Beck, CHF 34.90<br />
1 2<br />
3<br />
Baselbieter Fluch<br />
Bereits der zweite Mord<br />
im Oberbaselbieter Hinterberg,<br />
den Hofhund Vasco aufklärt.<br />
An seiner Seite: Frauchen Lotti<br />
und deren Nichte Mara.<br />
Was hat der Tote mit einer alten<br />
Sage zu tun?<br />
Barbara Saladin,<br />
Gmeiner, CHF 21.90<br />
4<br />
Herr Doktor,<br />
miis Büsi …<br />
Wenn Katzen, Hunde und Wellensittiche<br />
ins Sprech zimmer<br />
kommen: Ein liebenswertes<br />
Büchlein erzählt heitere und berührende<br />
Geschichten aus der<br />
Tierarztpraxis. Unterhaltsam<br />
und zum Schmunzeln!<br />
Johannes Kaufmann,<br />
Knapp, CHF 29.90<br />
3<br />
2<br />
Schottenschuss<br />
Der vierte Band um<br />
das eigenwillige Hochlandrind<br />
Thin Lizzy, das auf den idyllischen<br />
schottischen Hebrideninseln<br />
ermittelt, ist da.<br />
Freunde des skurrilen schwarzen<br />
Humors werden diesen<br />
Cosy-Krimi lieben.<br />
Gordon Tyrie,<br />
Droemer Knaur, CHF 24.90<br />
5<br />
Die Bienen<br />
Ende des 17. Jahrhunderts:<br />
Der junge Student<br />
Laurentius leidet an einer<br />
Depression, früher Melan cholie<br />
genannt. Als sein treuer<br />
Begleiter, der Papagei Clodia,<br />
stirbt, wird es düster um ihn.<br />
Meelis Friedenthal,<br />
Kommode, CHF 29.90<br />
6<br />
Zootiere als<br />
Zeitzeugen<br />
Sieben Zootiere erzählen<br />
die Geschichte des Tierparks<br />
Dählhölzli von seiner<br />
Eröffnung 1937 bis heute.<br />
Exemplarisch zeigt das Buch<br />
die Professionalisierun<br />
Roger Sidler,<br />
Hier + Jetzt, CHF 37.90<br />
4<br />
man sich zur Chorprobe im Musikverein oder dreht mit der Nordic-<br />
Walking-Gruppe eine Runde im Wald. Bis man eben genau die<br />
besagte Leiche findet und plötzlich die Unsicherheit im idyllischen<br />
Oberbaselbiet gross ist. Es formiert sich sogar eine Bürgerwehr,<br />
die nachts im Dorf patrouilliert, und man munkelt: Ist der Mörder<br />
oder die Mörderin gar unter uns?<br />
Zum Glück kann das Trio um den Hofhund Vasco auch diesen Fall<br />
aufklären. Immer wieder wechselt die Autorin, die neben ihrer<br />
schriftstellerischen Tätigkeit auch Chefredaktorin des Fachmagazins<br />
«Hund Schweiz» ist, die Perspektive und erzählt aus der Sicht von<br />
Vasco. Ja, wenn Tiere sprechen könnten …<br />
4 Geschichten aus der Tierarztpraxis<br />
Wenn Tiere wirklich sprechen könnten und sagen würden, wo es<br />
ihnen wehtut, gäbe es dieses Buch nicht: «Herr Doktor, miis Büsi …».<br />
Der Tierarzt Johannes Kaufmann erzählt wahre Geschichten aus<br />
seiner Tierarztpraxis. «Eine Sprechstunde ist ein ernsthafter Arbeitsplatz,<br />
wo Medizin gemacht wird. Sie ist aber auch eine Bühne für<br />
dramatische, traurige, lustige, heitere und spannende Begebenheiten»,<br />
schreibt Kaufmann im Vorwort. Einige dieser Begebenheiten hat<br />
er nun in einem unterhaltsamen und kurzweiligen Buch zusammengetragen.<br />
Johannes Kaufmann ist mit Leib und Seele Tierarzt mit eigener<br />
Praxis in der Nähe von Olten. Schon als Kind auf dem Bauernhof<br />
seiner Grosseltern begann seine Liebe zu den Tieren, die bis heute<br />
anhält. Die Geschichten rund um Hunde, Katzen und weitere Kleintiere<br />
sagen gleichzeitig auch sehr viel über deren Halter * innen aus.<br />
Da ist zum Beispiel Kater Fluffy, der ein paar ordentliche Pfunde zu<br />
viel auf die Waage bringt. Der Grund: Karamellpudding mit Sahne.<br />
Oder der Hund Nero, der einen Damenslip frisst und damit eine Ehekrise<br />
auslöst, denn der Slip gehört nicht seinem Frauchen.<br />
Auch Anekdoten aus seiner Zeit als Veterinärmediziner und Forscher<br />
in Gambia finden sich in dem Buch. Neben den unterhaltsamen<br />
Geschichten, die mit einem Augenzwinkern erzählt werden, geht<br />
es aber auch ums Abschiednehmen vom geliebten Tier. Auch dafür<br />
findet Johannes Kaufmann äusserst einfühlsame Worte.<br />
5 Tiere als Trostspender<br />
Ums Abschiednehmen geht es auch gleich zu Beginn des Buches<br />
«Die Bienen» des estnischen Autors Meelis Friedenthal. Der bunte<br />
Papagei Clodia ist seit zehn Jahren der treue Begleiter von Laurentius<br />
Hylas. Der junge Medizinstudent kommt Ende des 17. Jahrhunderts<br />
nach monatelanger beschwerlicher Reise auf dem Land- und<br />
Seeweg in Estland an. An der Universität von Tartu, wo bereits<br />
die revolutionären Ideen von Newton und Descartes kursieren, hat<br />
er ein Stipendium erhalten. Doch plötzlich stirbt Clodia, und um<br />
den jungen Medizinstudenten wird es immer dunkler. Er leidet an<br />
Melancholie, heute als Depressionen bekannt. Tage und Nächte<br />
verschwimmen wie in einem Fiebertraum, in dem Visionen und<br />
Träume ineinanderfliessen und auch Clodia ihm immer wieder<br />
erscheint.<br />
Der Autor, der auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Universitätsbibliothek<br />
Tartu tätig ist, erzählt eindringlich von einer<br />
düsteren Zeit, in der Aberglaube, Alchemie, Hexenverfolgungen und<br />
Hungersnöte zum Alltag gehörten. Welche Beziehung besteht<br />
zwischen der Seele und dem Körper? Laurentius ist hin- und hergerissen<br />
zwischen den Anfängen der modernen Medizin und<br />
den Heilmitteln der Bauern auf der Suche nach Heilung für die Krankheit,<br />
die ihn quält. In einem ausführlichen Nachwort liefert der<br />
Autor fundiertes Wissen über das Mittelalter und den Aufbruch in<br />
ein neues Zeitalter der Vernunft. Offen bleibt, ob es auch für Laurentius<br />
Hoffnung gibt, als Clodia ihm am Ende des Buchs erscheint:<br />
«Ihre Augen waren wie Gold, wie dunkler Honig, das Atmen wie<br />
ein Summen.»<br />
6 Tiere im Zoo<br />
Im Buch «Zootiere als Zeitzeugen» lernen wir auch einen Pagagei<br />
näher kennen – nämlich Lea. Und auch die Lebensgeschichten von<br />
sechs weiteren Zoobewohnern, von Fischotter Peterli, Wildkatze<br />
5<br />
6<br />
16 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Fokusthema<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong>
7<br />
9<br />
Arsch voll Geld<br />
Die Erdmännchen- Krimis<br />
sind Kult. Band 9 nimmt die<br />
Fan gemeinde mit auf ein neues<br />
Abenteuer an der Côte d’Azur.<br />
Im Auftrag von Interpol jagen<br />
Ray und Rufus einen mexikanischen<br />
Drogenboss.<br />
8<br />
Moritz Matthies,<br />
dtv, CHF 19.90<br />
Das Wesen<br />
des Lebens<br />
Am Beispiel der Stellerschen<br />
Seekuh, die im 18. Jahr hundert<br />
entdeckt wurde und seit<br />
Mitte des 20. Jahrhunderts im<br />
Museum zu sehen ist, geht es<br />
um grosse Expeditionen, Naturschutz<br />
und Artensterben.<br />
Iida Turpeinen,<br />
FISCHER Literatur, CHF 34.90<br />
Von Spinnen<br />
und Menschen<br />
Ein erzählendes Sachbuch über<br />
die nicht ganz einfache<br />
Beziehung zwischen Spinnen<br />
und Menschen. Eine kulturgeschichtliche<br />
Betrachtung mit<br />
viel Wissenswertem, das<br />
den Blick auf die Achtbeiner<br />
verändert.<br />
Jan Mohnhaupt,<br />
Hanser, CHF 37.90<br />
7<br />
9 8<br />
Bereits zum neunten Mal lassen die Berliner Erfolgsautoren Hans<br />
Rath und Edgar Rai, die ihre Erdmännchen-Krimis unter dem<br />
Pseudonym Moritz Matthies schreiben, Schnüffler und Privat detektiv<br />
Ray ermitteln. Mit dabei ist wiederum sein Bruder Rufus, der sich<br />
selbst das <strong>Lesen</strong> beigebracht hat und mittlerweile ein wandelndes<br />
Lexikon ist. Bewaffnet mit Taschenlampe, Enterhakenpistole und<br />
weiteren Gadgets aus der Trickkiste à la James Bond geht es diesmal<br />
nach Südfrankreich. Rasantes Jetski-Rennen inklusive. Manche<br />
mögen den Kopf schütteln, für andere ist Ray längst Kult. «Arsch<br />
voll Geld» ist flott geschrieben, gespickt mit witzigen Dialogen und<br />
Situationskomik und trainiert die Lachmuskeln.<br />
8 Entdeckerlust und Artensterben<br />
Ganz andere Abenteuer erlebten die Teilnehmer * innen von Expeditionen<br />
in unbekannte Gebiete. So auch 1741 der deutsche Arzt und<br />
Naturwissenschaftler Georg Wilhelm Streller. Er wurde ausgewählt,<br />
die Grosse Nordische Expedition im Auftrag der Kaiserin Anna<br />
zu begleiten. Zwei Schiffe mit einer über 100-köpfigen Besatzung<br />
stechen in See Richtung unbekanntes Nordmeer. Nach monatelanger<br />
Eintönigkeit entdeckt Streller die Seekuh, die später nach ihm<br />
benannt wird. Noch heute beruhen die Erkenntnisse auf seinen<br />
akribischen Beschreibungen und Zeichnungen. Das vermutlich<br />
letzte Tier der Art wurde 1768 von Pelztierjägern zu Nahrungszwecken<br />
erschlagen.<br />
Die finnische Autorin Iida Turpeinen verbindet in ihrem ersten Roman,<br />
der derzeit in über 20 Sprachen übersetzt wird, gekonnt Naturwissenschaft<br />
und Literatur. In ihrem Buch «Das Wesen des Lebens»<br />
fächert sie die grosse Geschichte von rastlosen Wissenschaftlern,<br />
obsessiven Sammlern und begeisterten Naturschützern auf. Denn<br />
das Aussterben von Tierarten ist oft das Ergebnis dieser schier unersättlichen<br />
Leidenschaft.<br />
Der Roman erzählt in drei Geschichten und über drei Jahrhunderte<br />
von der Entdeckung der Seekuh im Jahr 1741 über die Wiederentdeckung<br />
eines Skeletts im damals russischen Alaska im Jahr 1859<br />
bis schliesslich 1952, als das Skelett der Seekuh für eine neue Ausstellung<br />
im Naturkundemuseum Helsinki restauriert werden soll.<br />
Besonders beeindruckend sind die Motive und Bedingungen, unter<br />
denen die Forscher * innen – darunter viele begabte Frauen – unterwegs<br />
waren und sich mit voller Leidenschaft in die Natur stürzten.<br />
9 Eine verworrene Beziehung<br />
Im vorherigen Roman dokumentierte eine begabte junge Naturforscherin<br />
mit Begeisterung Seekühe. In «Von Spinnen und Menschen»<br />
ist es der freie Journalist und Autor Jan Mohnhaupt, der<br />
seiner Liebe zu Spinnen ein ganzes Sachbuch widmet. Bereits als<br />
Achtjähriger wünschte er sich eine Vogelspinne. Mit 14 bekam<br />
er sie, ganze 24 Jahre lebte Alpha bei ihm.<br />
An Spinnen scheiden sich die Geister, dabei sind sie unsere häufigsten<br />
Haustiere. Und es lohnt sich durchaus, einmal genauer hinzuschauen,<br />
denn es gibt Wissenswertes und Faszinierendes zu erfahren:<br />
Der Faden einer Spinne ist bis zu hundertmal dünner als ein menschliches<br />
Haar, kann sich aber aufgrund seiner Elastizität auf eine<br />
Länge von 80 Kilometern ausdehnen. Wussten Sie, dass Spinnenseide<br />
in Afrika und Südamerika auch für Textilien genutzt wird?<br />
Bekannter ist, dass Spinnen Insekten – darunter Blattläuse, Falter<br />
und deren Raupen, die in der Landwirtschaft erheblichen Schaden<br />
anrichten können – im Zaum halten. Dennoch zählen sie nicht zu<br />
den beliebtesten Tieren, wofür der Autor eine Erklärung hat:<br />
«Je weiter wir uns von der Natur entfernt und diese verformt haben,<br />
desto fremder sind uns auch die Spinnen geworden. Wir haben<br />
uns von ihnen immer weiter entfernt — und damit vielleicht auch<br />
von uns selbst.»<br />
Übrigens: Das erzählende Sachbuch ist nicht bebildert, was sicherlich<br />
einige Leser * innen beruhigen wird. Aber nach der – für manche<br />
gewagten – Lektüre kann man Spinnennetze durchaus auch ohne<br />
Pulsanstieg als faszinierende Kunstwerke betrachten.<br />
Céline, Tiger Igor, Moschusochse Toni, dem namenlosen Dornschwanzagamen<br />
und Clownfisch Nemo, sind hier versammelt. Gemeinsam ist<br />
ihnen, dass sie alle – wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten – im Tierpark<br />
Dählhölzli gelebt haben. «Ich habe die Tiere so ausgewählt,<br />
dass deren Biografien die gesamte Zeitspanne von der Gründung<br />
des Tierparks 1937 bis in die Gegenwart abdecken», schreibt der freiberufliche<br />
Historiker Roger Sidler in der Einleitung.<br />
Die sieben Zootiere waren zu ihrer Zeit richtige Stars und zogen<br />
sowohl Besucher * innen als auch Lokaljournalist * innen in den Zoo.<br />
Ereignisse wie ihre Ankunft im Zoo, Nachzuchten oder der Einzug<br />
in neue Gehege und Aquarien sorgten für Besucherströme und<br />
Presseberichte. Das Buch verknüpft die teils amüsanten, teils dramatischen<br />
Anekdoten, die der Autor in unzähligen Akten gefunden<br />
hat, mit den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen der<br />
Zeit. Darüber hinaus gibt es verborgene Einblicke in die Welt des<br />
Zoos, die beispielhaft auch die Professionalisierung der Zootierhaltung<br />
ab den 1960er-Jahren aufzeigen. Denn schliesslich sind<br />
Tiere Objekte wissenschaftlicher Neugier, und gleichzeitig dient<br />
der Zoo dem Menschen als Ort der Erholung und der Unterhaltung.<br />
7 Erdmännchen als putzige Detektive<br />
Aus einem Zoo stammen auch die waschechten Berliner Erdmännchenbrüder<br />
Ray und Rufus. Inzwischen leben sie allerdings mit<br />
ihrer Sippe im Brandenburger Wald rund um Berlin, kümmern sich<br />
um ihre Nahrungsvorräte und haben Probleme wie wir Menschen<br />
auch: Es geht um Familienplanung, fehlende Me-Time und die Auswirkungen<br />
des Klimawandels. Es scheint, als hätten alle gerade<br />
ein Sinnkrise! Als auch Ray fast «auf den Miesen kommt», trifft er<br />
auf Phil, den menschlichen Privatdetektiv, mit dem er schon einige<br />
Abenteuer erlebt hat.<br />
«An Spinnen scheiden sich<br />
die Geister, dabei sind sie<br />
unsere häufigsten Haustiere.»<br />
Criminal Intelligence Officer Montgomery von Interpol hat einen<br />
neuen Auftrag für das aussergewöhnliche Gespann «Phil and<br />
Friends». Als Showeinlage sollen sie undercover auf einer Hochzeitsfeier<br />
unter den Reichen und Schönen an der Côte d’Azur<br />
ermitteln. Denn dort heiratet der Sohn einer zwielichtigen Investmentfondsgrösse<br />
eine Frau aus bestem Haus. Zu Gast soll auch<br />
«Samtpfote» sein, der Kopf eines mexikanischen Drogenimperiums.<br />
Was völlig verrückt klingt, ist es auch.<br />
18 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Fokusthema
Buchtipps<br />
10 Fragen an …<br />
1<br />
3<br />
In den Wäldern des Nordens gibt es<br />
1<br />
Bären, Wölfe – und einen Mörder!<br />
Als in den endlosen Wäldern Schwedens<br />
die Elchjagd beginnt, sucht die ehemalige<br />
Journalistin Vera Bergström den Schauplatz<br />
eines Mordes auf: Unter einem Hochsitz<br />
wurde die Leiche einer Frau aufgefunden,<br />
die grausam ihr Leben verlor. Während<br />
die Polizei auf der Stelle tritt, soll Vera<br />
ihrem früheren Zeitungschef die Hintergrundstory<br />
zur Tat liefern. Doch die Geschichte,<br />
die Vera zuerst noch widerwillig<br />
aufdeckt, ist weit dunkler als erwartet –<br />
und die Vergangenheit des Opfers enger mit<br />
Veras Mitmenschen verwoben, als ihnen<br />
allen lieb ist. Ein tiefgründiger Krimi<br />
mit einer ungewöhnlichen Protagonistin!<br />
Verpassen Sie nicht den Auftakt der Bestsellerreihe<br />
– von der schwedischen Krimiakademie<br />
als «bestes Debüt» sowie «bester<br />
Kriminalroman» ausgezeichnet!<br />
Im Unterholz<br />
Sara Strömberg, Blanvalet, CHF 24.90<br />
Wer ist Claire Gravesend? Das fragt<br />
2<br />
sich Privatdetektiv Lee Crowe, als er<br />
sie tot an einem frühen Sommermorgen<br />
2019 auffindet, in einem feinen Cocktailkleid,<br />
auf dem Dach eines Rolls-Royce, im<br />
gefährlichsten Viertel von San Francisco.<br />
Claires Mutter, die megareiche und einflussreiche<br />
Olivia Gravesend, glaubt der Polizei<br />
2 4<br />
und dem Gerichtsmediziner nicht: Ihre<br />
Tochter hat sich nicht selbst umgebracht.<br />
Olivia beauftragt Crowe mit dem Fall, der<br />
aber schon bald Fragen über Fragen über<br />
die Familie Gravesend aufwirft: Zunächst<br />
werden bei der Autopsie seltsame kreisförmige<br />
Narben an Claires Wirbelsäule<br />
entdeckt. Dann entgeht Crowe nur knapp<br />
einem Mordanschlag. Und schliesslich entdeckt<br />
er in Claires Domizil das grösste<br />
Geheimnis von allen: Schlafend in einem<br />
der Zimmer findet er Claire. Lebend. Und<br />
Crowe ist wieder ganz am Anfang: Wer ist<br />
Claire Gravesend?<br />
Bis in alle Endlichkeit<br />
James Kestrel, Suhrkamp, CHF 29.90<br />
Das renommierte Rätselgenie Mike<br />
3<br />
Brink wird vom japanischen Kaiser<br />
persönlich eingeladen, nach Tokio zu kommen<br />
und dort am grossen Wettbewerb um<br />
die Lösung der sagenumwobenen Drachen-<br />
Rätselbox teilzunehmen. Was diese enthält,<br />
ist ein Mysterium, aber es ist gewiss von unschätzbarem<br />
Wert. Kaum hat der Wettbewerb<br />
begonnen, taucht unerwartet ein alter<br />
Widersacher auf und zwingt Mike zu einer<br />
verzwickten Schnitzeljagd quer durch<br />
Japan – und zu einer schwierigen Entscheidung,<br />
bei der nichts weniger als die Zukunft<br />
des Landes, wenn nicht gar der ganzen<br />
Menschheit auf dem Spiel steht. Ein perfekt<br />
codierter Tresor, ein meisterhafter Rätsellöser,<br />
ein skrupelloser Psychopath – und<br />
nur einer kann gewinnen.<br />
Invictum<br />
Danielle Trussoni, Hoffmann und Campe, CHF 26.90<br />
«Der Tod löscht alles aus. Der Tod ist<br />
4<br />
barbarisch. Und jetzt sagen Sie mir,<br />
warum sollten wir das dulden?» Drei hochkarätige<br />
Unternehmer aus dem Silicon Valley<br />
wollen ein zweites «Manhattan-Projekt»<br />
ins Leben rufen. Nur ist das Ziel noch ehrgeiziger<br />
als damals die Entwicklung der<br />
Atombombe: Sie wollen den Tod abschaffen.<br />
Der Journalist James Windover entdeckt jedoch,<br />
dass die Unternehmer, während sie<br />
von Investoren Milliarden sammeln, insgeheim<br />
versuchen, einen Schriftsteller zum<br />
Schweigen zu bringen – weil sie eine Story<br />
fürchten, die er geschrieben hat. Was steht<br />
darin, das das Projekt gefährden könnte?<br />
James begibt sich auf die Suche nach dem<br />
Mann und gerät rasch selbst in tödliche Gefahr<br />
… Der in Ulm geborene und heute in der<br />
Bretagne lebende Autor schrieb Bestseller<br />
wie «Eine Billion Dollar», «Ausgebrannt»<br />
und «NSA – Nationales Sicherheits-Amt».<br />
Die Abschaffung des Todes<br />
Andreas Eschbach, Bastei Lübbe Verlag, CHF 36.90<br />
Arno Strobel © Gaby Gerster<br />
Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen<br />
und teilt sie<br />
gern mit seinen Leserinnen<br />
und Lesern. Deshalb sind<br />
seine Thriller wie spannende<br />
Entdeckungsreisen zu<br />
den dunklen Winkeln der<br />
menschlichen Seele und<br />
machen auch vor den grössten<br />
Urängsten nicht halt.<br />
Seine Themen spürt er dabei<br />
meist im Alltag auf,<br />
und erst, wenn ihn eine Idee<br />
nicht mehr loslässt und<br />
er den Hintergründen sofort<br />
mithilfe seines Netzwerks<br />
aus Experten auf den Grund<br />
gehen will, weiss er, dass<br />
der Grundstein für seinen<br />
nächsten Roman gelegt<br />
ist. Alle seine bisherigen<br />
Thriller waren Bestseller.<br />
Arno Strobel lebt als freier<br />
Autor in der Nähe von Trier.<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
Zu welcher Tages- und Jahreszeit<br />
lässt es sich am besten Schreiben?<br />
Wenn es um düstere Szenen geht,<br />
von denen es in meinen Büchern<br />
ja einige gibt, dann ist natürlich eine<br />
kalte, stürmische Winternacht in<br />
meinem nur spärlich beleuchteten<br />
Büro die optimale Umgebung.<br />
Mit welcher Romanfigur würden<br />
Sie sich gerne mal in einem Café<br />
treffen?<br />
Betrifft es meine eigenen Figuren, dann<br />
wohl mit Marvin Wagner aus der<br />
Mörderfinder-Reihe. Ich denke, er ist<br />
die sowohl witzigste und schrägste<br />
als auch eine der intelligentesten Figuren<br />
aus meinem Roman-Universum.<br />
Bezüglich anderer Schriftsteller wäre<br />
es die Figur, mit der Sir Arthur Ignatius<br />
Conan Doyle berühmt wurde:<br />
Sherlock Holmes.<br />
Welche Utensilien müssen unbedingt<br />
auf Ihrem Schreibtisch liegen?<br />
Post-its und ein Stift, um Gedanken<br />
sofort in Stichworten notieren zu<br />
können und an meine Pinnwand zu<br />
heften, damit ich sie nicht vergesse.<br />
Als ehemaliger Informatiker liebe<br />
ich die Zettelwirtschaft.<br />
Sie dürfen nur zwei Bücher mit auf<br />
die berühmte Insel nehmen.<br />
Eines gelesen und eines ungelesen.<br />
Welche Bücher wären dies?<br />
Gelesen wäre es «The Stand – Das letzte<br />
Gefecht» von Stephen King. Mein<br />
erster King und gleichzeitig für mich<br />
eine der ganz grossen Storys, wenn<br />
es um den klassischen Kampf Gut gegen<br />
Böse geht. Ungelesen wäre es wohl<br />
«Die Blechtrommel» von Günther Grass.<br />
Ich habe vor Jahrzehnten den Film<br />
gesehen und war so begeistert, dass ich<br />
mir vorgenommen habe, das Buch unbedingt<br />
zu lesen. Bisher steht es leider<br />
noch ungelesen in meinem Regal.<br />
5<br />
6<br />
7<br />
8<br />
9<br />
10<br />
Welches Buch würden Sie gerne<br />
nochmals zum ersten Mal lesen?<br />
«Winnetou I» von Karl May. Es war<br />
mein erstes, eigenes Buch, das ich<br />
im Alter von acht Jahren gelesen<br />
habe. Ich würde sehr gerne wieder<br />
dieses unbeschreibliche Gefühl<br />
erleben, wenn zum ersten Mal im<br />
Leben das Kopfkino anspringt.<br />
Ich möchte noch einmal so geflashed<br />
sein wie damals bei meinem ersten<br />
Buch.<br />
Welches Mittel hilft gegen<br />
Schreibstau?<br />
Schreiben.<br />
Wann wissen Sie, dass Ihr Buch<br />
vollbracht ist?<br />
Wenn es zum Showdown geht und<br />
meine Protagonisten, nachdem<br />
sie mich hoffentlich auf dem Weg<br />
dorthin mehrmals überrascht<br />
haben, alle ihren finalen Platz<br />
gefunden haben. Sei es nun über<br />
oder unter der Erde.<br />
Welcher Klassiker muss von<br />
Ihnen noch entdeckt werden?<br />
Das Gesamtwerk von Kafka.<br />
Welche Angewohnheit oder<br />
Macke hilft Ihnen beim Schreiben?<br />
Meine Verbissenheit, für meine<br />
Leserinnen und Leser – und auch<br />
für mich – das Beste aus einer<br />
Story zu machen, wenn sie mich<br />
so richtig gepackt hat. In der<br />
Regel passiert das nach den ersten<br />
Seiten.<br />
Wie wichtig ist Ihnen das Cover<br />
eines Buchs?<br />
Nicht so wichtig wie der Inhalt,<br />
aber Cover können Eyecatcher<br />
oder auch Abtörner sein, also<br />
wesentlich dazu beitragen, dass<br />
ein Buch erst einmal gekauft<br />
wird, damit der Inhalt überhaupt<br />
eine Chance hat. Also sehr wichtig.<br />
20 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchtipps<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> 10 Fragen an ...<br />
21
Brot, Käse und<br />
Zimtschnecken<br />
Die Foodbloggerin und Autorin Anastasia Lammer stellt<br />
frische Ideen mit einfachen Zubereitungen vor.<br />
Text von Anastasia Lammer<br />
Als leidenschaftliche Köchin, Foodbloggerin und<br />
Esserin bin ich ständig auf der Suche nach kulinarischer<br />
Inspiration. Heute stelle ich einige inspirierende<br />
Kochbücher vor, die frische Ideen und einfache<br />
Zubereitungen bieten. Diese Werke passen perfekt<br />
zu meiner Philosophie, dass das Leben zu kurz ist,<br />
um nicht täglich gut zu essen.<br />
Das Kochbuch «My Vegan Bakery» von Mrs. Flury<br />
enthält über 80 vegane Backrezepte. Zum Beispiel:<br />
Hefezopf, Zimtschnecken und Schokoladen-Cookies.<br />
Diese Rezepte zeigen die Vielfalt der veganen Backkunst,<br />
die das Buch bietet. Mrs. Flury legt besonderen<br />
Wert auf einfache Rezepte, die jeder nachmachen<br />
kann, und achtet gleichzeitig auf einen reduzierten<br />
Zucker- und Fettgehalt, um die Köstlichkeiten<br />
gesünder zu gestalten.<br />
Anastasia Lammer © David Biedert<br />
«Dein bestes Brot über Nacht» von Judith Erdin ist ein<br />
umfassendes Brotbackbuch, das sich besonders an<br />
Einsteiger * innen und leicht Fortgeschrittene richtet.<br />
Es zeichnet sich durch seine detaillierten, aber unkomplizierten<br />
Anleitungen aus, die es ermöglichen,<br />
Brot und Brötchen in Bäckerqualität zu Hause zu<br />
backen, ohne Zusatzstoffe oder teure Profigeräte zu<br />
benötigen.<br />
Das Buch basiert auf dem Konzept «1 Teig – 3 Rezepte».<br />
Aus 14 Grundteigen lassen sich 42 verschiedene Brote<br />
und Brötchen herstellen.<br />
«Das Leben ist zu<br />
kurz, um nicht täglich<br />
gut zu essen.»<br />
Das Kochbuch «Zu Gast in Venedig» von Christine<br />
Gräfin von der Pahlen ist ein kulinarischer Reiseführer<br />
durch die venezianische Küche. Das Buch umfasst<br />
mehrere Besonderheiten: umfang reiche Restaurantauswahl,<br />
Geheimrezepte, verborgene Schätze<br />
abseits der üblichen Touristenattraktionen. «Zu Gast<br />
in Venedig» kombiniert traditionelle Gerichte mit<br />
innovativen Kreationen und lädt den Leser auf eine<br />
gastronomische Entdeckungsreise durch die Stadt<br />
der Kanäle ein.<br />
«Der Käse-Atlas» von Tristan Sicard ist ein umfassendes<br />
Werk über Käse, das sich in vier Hauptkapitel<br />
gliedert: 1. Geschichte und Herstellung, 2. Käse aus<br />
aller Welt, 3. Terroirs und Regionen, 4. Käse geniessen.<br />
Das Buch zeichnet sich durch Klarheit, Übersichtlichkeit<br />
und hochwertige Illustrationen aus. Es bietet<br />
einen umfassenden Überblick über die Vielfalt der<br />
Käsewelt, ohne spezifische Rezepte zu enthalten.<br />
Mit 272 Seiten und über 400 vorgestellten Käsesorten<br />
ist es eine wertvolle Ressource für Käseliebhaber,<br />
vom Einsteiger bis zum Kenner.<br />
My Vegan Bakery<br />
Doris Flury,<br />
ZS Verlag, CHF 36.90<br />
Dein bestes Brot über Nacht<br />
Judith Erdin,<br />
at Verlag, CHF 39.90<br />
Zu Gast in Venedig<br />
Christine Gräfin von der Pahlen,<br />
Callwey, CHF 59.90<br />
Der Käse-Atlas<br />
Tristan Sicard,<br />
Dorling Kindersley, CHF 36.90<br />
80 süsse, vegane Backrezepte,<br />
mit reduziertem Zucker- und<br />
Fettgehalt, um die Köstlichkeiten<br />
gesünder zu gestalten.<br />
Schwierigkeitsgrad:<br />
Look & Feel:<br />
Eigenheit:<br />
Das Kochbuch für alle, die Brot<br />
und Brötchen in Bäckerqualität<br />
zu Hause backen wollen.<br />
Schwierigkeitsgrad:<br />
Look & Feel:<br />
Eigenheit:<br />
Eine gastronomische Entdeckungsreise<br />
durch die Stadt<br />
der Kanäle.<br />
Schwierigkeitsgrad:<br />
Look & Feel:<br />
Eigenheit:<br />
vegan backen<br />
Brot backen<br />
Reiserezepte<br />
272 Seiten und über 400 Käsesorten,<br />
ein umfassendes Buch<br />
für alle Käseliebhaber.<br />
Schwierigkeitsgrad:<br />
Look & Feel:<br />
Eigenheit:<br />
Käsewissen<br />
Rezept im Kochbuch<br />
«My vegan Bakery»<br />
und Rezept video<br />
auf Instagram<br />
@orellfuessli<br />
Zimt-/Nussschnecken<br />
Für mich das beste Rezept aus<br />
luftigem Hefeteig, nicht zu süss,<br />
mit feiner Haselnussnote und<br />
wunderbar saftig. Sie schmecken<br />
immer, zum Kaffee oder zum<br />
Brunch.<br />
ZUTATEN<br />
für 12 Stück<br />
500 g Mehl (z. B. 400 g Type 550<br />
und 100 g Vollkornmehl nach<br />
Wahl) plus mehr zum Arbeiten<br />
2 EL Zucker<br />
8 g Salz<br />
270 ml veganen Milchersatz nach Wahl<br />
50 g weiche, vegane Margarine<br />
(alternativ: vegane Butter)<br />
½ Würfel<br />
(20 g)<br />
frische Hefe<br />
FÜLLUNG:<br />
50 g weiche, vegane Margarine<br />
(alternativ: vegane Butter)<br />
4 EL (Vollrohr-)Zucker<br />
4 EL gemahlene Haselnusskerne<br />
3 TL Zimtpulver<br />
GLASUR (OPTIONAL):<br />
60 g Puderzucker<br />
1 EL Zitronensaft<br />
ZUBEREITUNG:<br />
1. Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel<br />
vermischen. Den veganen Milch ersatz mit<br />
dem weichen Fett hinzufügen. Die Hefewürfel<br />
hineinbröseln. Mit dem Knet haken<br />
der Küchenmaschine oder von Hand zu<br />
einem geschmeidigen, elastischen Teig verkneten.<br />
Diesen zugedeckt an einem<br />
warmen Ort (ideal sind ca. 30 °C) mindestens<br />
eine Stunde gehen lassen, bis sich<br />
das Volumen verdoppelt hat.<br />
2. Den Hefeteig auf einer leicht bemehlten<br />
Arbeitsfläche rechteckig ausrollen.<br />
Für die Füllung die vegane Margarine<br />
leicht erwärmen, damit sie weich wird.<br />
Dann auf dem Teig verstreichen. Zucker,<br />
Haselnusskerne und Zimt darauf verteilen.<br />
Den Teig von der Längsseite her<br />
fest aufrollen. Die Teigrolle in zwölf<br />
gleich grosse Stücke schneiden.<br />
3. Den Backofen auf 180 °C vorheizen und<br />
eine ofenfeste Backform (ca. 21 × 29 cm)<br />
oder ein tiefes Backblech einfetten.<br />
Die Zimtschnecken in die Form setzen<br />
und nochmals kurz gehen lassen.<br />
4. Die Zimtschnecken 25 bis 30 Minuten<br />
im Ofen backen.<br />
5. Für die Glasur den Puderzucker in eine<br />
Schüssel sieben und mit dem Zitronensaft<br />
verrühren. Bei Bedarf mehr Flüssigkeit<br />
dazugiessen. Die Zimtschnecken damit<br />
beträufeln.<br />
ZUBEREITUNGSZEIT:<br />
20 Minuten + eine Stunde gehen lassen +<br />
30 Minuten backen<br />
© ZS / 31Media GmbH, Mareike Hill, Andreas Neubauer, Mathias Neubauer<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Kochen<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Kochen<br />
23
Unser Buchhandel,<br />
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Entdecken Sie persönlich ausgewählte Buchtipps.<br />
Sarah Frick, Buchhändlerin in<br />
1<br />
Aus bildung, Rösslitor Orell Füssli<br />
St. Gallen<br />
Stellen Sie sich vor: Sie retten durch Zufall<br />
eine Katze, erfahren von Ihrem vermeintlichen<br />
Verlobten, der kurz darauf einen<br />
Unfall hat, und Sie steigen in den Krankenwagen.<br />
Der Fahrer, Anton, hat den<br />
Rettungswagen gestohlen und plant einen<br />
Rachefeldzug durch die Ostschweiz. Anton<br />
fährt dummerweise noch Ihre verhasste<br />
Chefin zu Tode. Bleibt nur: Die Chefin muss<br />
weg! Was wie ein gewaltiger Fiebertraum<br />
klingt, ist Realität für Skara. Eine absolute<br />
Leseempfehlung für Fans von schwarzem<br />
Humor, Leser, die gerne Abstraktes mögen,<br />
oder jene, die etwas anderes wollen.<br />
Und wohin jetzt mit der Leiche<br />
Rahel Urech, Nagel & Kimche, CHF 33.90<br />
Katrin Staratzke,<br />
2<br />
Buchhändlerin, Orell Füssli<br />
Rheinpark St. Margrethen<br />
Was für eine Frau! Nemonte Nenquimo hat<br />
hautnah miterlebt, wie sich die Welt ihres<br />
Stammes im ecuadorianischen Regenwald<br />
verändert hat. In diesem Buch erzählt sie<br />
die Geschichte ihres Volkes, authentisch und<br />
ungefiltert. Wir lesen vom Zerfall einer<br />
reichen spirituellen Welt, von gefällten Bäu-<br />
men und vergifteten Flüssen. Angetrieben<br />
von grosser Trauer und dem Wunsch nach<br />
Gerechtigkeit hat sich Nemonte zu einer beeindruckenden<br />
Verfechterin der Rechte der<br />
indigenen Völker entwickelt. Ein wichtiges<br />
Buch, packend und persönlich erzählt.<br />
Tochter des Regenwaldes<br />
Nemonte Nenquimo, Heyne Verlag, CHF 35.90<br />
Arwen Hägi, Buchhändlerin,<br />
3<br />
Orell Füssli Kramhof &<br />
The Bookshop Zürich<br />
Lillys erster Solo-Zeitreiseauftrag führt<br />
sie auf die Titanic, wo sie den charmanten<br />
Rayford Andrews kennenlernt. Was sie<br />
nicht weiss: Er ist nicht der, für den er sich<br />
ausgibt. Ich habe alles an diesem Buch<br />
geliebt! Von den Charakteren, dem Plot,<br />
der Action über die Romantik bis hin zu<br />
den historischen Fakten – alles ist stimmig!<br />
Die geschaffene Atmosphäre ist packend<br />
und bewegend, sodass ich nicht aufhören<br />
wollte zu lesen. Ich kann es allen Rubinrot-<br />
Fans und Jugendfantasy-Lesern wärmstens<br />
empfehlen und natürlich all jenen, die es<br />
werden wollen!<br />
A Spark of Time – Rendezvous<br />
auf der Titanic<br />
Kira Licht, Bastei Lübbe Verlag, CHF 27.90<br />
Norina Müller, Filialleiterin,<br />
4<br />
Orell Füssli City West Chur<br />
Im Alltag einer Buchhändlerin gibt es immer<br />
wieder diese kleinen Glücksmomente,<br />
wenn man ganz unerwartet auf ein wunderbares<br />
Buch stösst. Und dieses Buch hat<br />
mir mal wieder so einen Glücksmoment<br />
beschert. Eine stimmungsvolle und sensible,<br />
wunderschön illustrierte Geschichte über<br />
eine besondere Liebe, die so tief reicht, wie<br />
das Meer tief ist. Ein wirklich besonderes<br />
Bilderbuch – ein ideales Geschenk zur<br />
Geburt.<br />
Liebe – so tief wie das Meer<br />
Stephen Hogtun, Von Hacht Verlag GmbH, CHF 25.90<br />
Debora Sallenbach, Buchhändlerin,<br />
5<br />
Orell Füssli Shopville Zürich<br />
Es gab das Leben vor Sonja, das Leben mit<br />
Sonja, und seit zwei Jahren muss sich Linda<br />
in einem Leben ohne ihre Tochter zurechtfinden.<br />
Die Traurigkeit lähmt und ergreift<br />
Besitz von Lindas Körper, und sie zieht sich<br />
mental und physisch zurück. Der Sog von<br />
Lindas Zustand ist intensiv, und es gab<br />
Momente, in denen ich es selbst fast nicht<br />
mehr aushielt und mir wünschte, sie käme<br />
endlich aus diesem Strudel heraus.<br />
Wer aber trotzdem weiterliest, wird mit<br />
einem authentischen Schluss belohnt.<br />
Mein drittes Leben<br />
Daniela Krien, Diogenes, CHF 36.90<br />
Anja Gerspacher, Verkaufsmitarbeiterin,<br />
Buchparadies Wädenswil<br />
6<br />
Die 17-jährige Elena lebt in der Kleinstadt<br />
Fell’s Church. Als an ihrer High School<br />
der neue Schüler Stefano aus Italien auftaucht,<br />
verliebt sich Elena Hals über Kopf<br />
in ihn. Stefano ist jedoch nur mässig an ihr<br />
interessiert. Gibt er jedenfalls vor. Auch er<br />
hegt Gefühle für Elena. Doch um sie vor<br />
seinem dunklen Geheimnis zu schützen,<br />
ignoriert Stefano Elena konsequent. Stefano<br />
ist ein Vampir, der aus dem Florenz des<br />
15. Jahrhunderts stammt! Dann geschieht<br />
etwas, dass Elena und Stefano unweigerlich<br />
miteinander verbindet. Plötzlich taucht<br />
Stefanos Bruder Damon in der Stadt auf, denn<br />
auch er ist Elenas Reizen verfallen. Damon<br />
ist aber noch viel gefährlicher als sein Bruder,<br />
und trotzdem kann Elena sich seinem<br />
Charme nicht entziehen.<br />
Tagebuch eines Vampirs –<br />
Im Zwielicht<br />
Lisa J. Smith, C. Bertelsmann Verlag GmbH, CHF 12.90<br />
Giulia Marino, Buchhändlerin<br />
7<br />
in Ausbildung, Orell Füssli<br />
Shoppyland Schönbühl<br />
Ein Dreiergespann zieht vom Land in die<br />
Grossstadt. Doch das Gefühl, dass sie alles<br />
im Leben verpassen, und die Enttäuschung<br />
über das Erwachsensein und dessen Herausforderungen<br />
holen sie schnell ein. Dieses<br />
Buch hat mich mit seiner rohen Wortgewalt<br />
und der realistischen Darstellung von Adoleszenz<br />
und dem «daily struggle» komplett<br />
abgeholt und begeistert. Eine Geschichte,<br />
die uns allen passiert sein könnte.<br />
Klarkommen<br />
Illona Hartmann, Park x ullstein, CHF 33.90<br />
Nicole Hofstetter, Verkaufs -<br />
8<br />
mitarbei terin, Orell Füssli<br />
Seedammcenter Pfäffikon<br />
Es ist der 30. Dezember in einer kleinen<br />
Stadt in Schweden. Ein Bankräuber flieht<br />
nach seinem missglückten Überfall in ein<br />
Wohnhaus, in dem gerade eine Wohnungsbesichtigung<br />
stattfindet. Und so wird aus<br />
dem Bankräuber ein Geiselnehmer, mit den<br />
schlechtesten Geiseln der Welt, wie der<br />
Bankräuber und Geiselnehmer später feststellt.<br />
Alle haben ihre eigenen Probleme<br />
und Sorgen. Dabei kommen sich alle in die<br />
Haare, finden aber auch Verständnis und<br />
Trost. Die beiden Polizisten versuchen Herr<br />
der Lage zu werden. Mit dem typisch<br />
schwedischen Humor erzählt Fredrik Backmann<br />
eine humorvolle Geschichte, die mir<br />
oft ein Schmunzeln entlockt hat. Aber auch<br />
ein Roman mit Tiefgang, liebenswerten<br />
Charakteren und viel Menschlichkeit.<br />
Eine ganz dumme Idee<br />
Fredrik Backmann, Goldmann, CHF 18.90<br />
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24 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Buchhandel<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Buchhandel
Generationenkonflikt?<br />
Nicht, wenn Begegnung möglich wird,<br />
und dazu mit guten Geschichten.<br />
Text von Urs Heinz Aerni<br />
Ja, sie sei wütend auf die Generation von heute, die sie<br />
als einen «ängstlichen, anspruchslosen und mittelmässigen<br />
Haufen» zusammenfasst. Dessen «materielle<br />
Ansprüche riesig», dagegen die «intellektuellen<br />
Ansprüche und Ansprüche im Kulturellen mikroskopisch»<br />
seien. Das sagte Elke Heidenreich nicht nur<br />
in der TV-Sendung «Willkommen Österreich» auf ORF,<br />
sondern schrieb es im lesenswerten Buch «Altern»,<br />
das zum Bestseller wurde. Hat sie recht? Nun, wer sie<br />
kennt, weiss ziemlich genau, was sie meint. Im Interview<br />
mit Martin Suter, erschienen in einer früheren<br />
Ausgabe dieses <strong>Magazin</strong>s, sagt er, dass die «Jungen<br />
heute auch lesen würden, aber anders», mit Verweis<br />
auf das Starren auf die Smartphones allüberall.<br />
Ist dem so?<br />
Wie blickt eine Generation auf die vorherige oder<br />
kommende? Was war früher wirklich besser?<br />
Gibt es Gründe, die nächste Generation zu beneiden?<br />
Schimpfen die Alten zu Recht über die Digitalisierung,<br />
während sie damals begeistert den ersten Fernseher<br />
ins Wohnzimmer stellten? Belächelt die Jugend<br />
den Modegeschmack der Senior * innen, während<br />
sie die Kultsongs aus den 1970er-Jahren wieder auf<br />
Spotify streamt?<br />
Gibt es eine Schnittstelle zwischen Jung und Alt<br />
oder einen Ort der Begegnung, abgesehen von der ungewollten<br />
Art am späten Freitagabend in der S-Bahn,<br />
wenn die Alten nach dem Restaurantbesuch nach<br />
Hause fahren und die Jugend erst jetzt zur Party in<br />
die Stadt fährt? Ja, es gibt eine Schnittstelle zwischen<br />
Jung und Alt: die Liebe zu guten Geschichten.<br />
Das Erzählen. Und das tun gute Bücher mit vielfältiger<br />
Kunst in allen Gefühlslagen. Dazu gehört, die …<br />
1 Ironie<br />
Die 1970 in Vorarlberg geborene Petra Pellini sammelte<br />
Erfahrungen bei der Pflege demenzkranker<br />
Menschen, und von diesen Erfahrungen fliesst<br />
einiges in ihren neuen Roman «Der Bademeister ohne<br />
Himmel», für den sie den Vorarlberger Literaturpreis<br />
erhielt.<br />
Um das geht es: Linda ist 15 und würde am liebsten<br />
vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen<br />
sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran<br />
verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und<br />
Hubert, 86 Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand,<br />
der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten<br />
toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren<br />
verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt<br />
Linda den Nachmittag mit Hubert, um die polnische<br />
Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen<br />
Mitteln ihren Beruf ausübt. Der Roman ist<br />
voller pointierter Dialoge wie diesem hier:<br />
2 Melancholie<br />
Melancholie ist ja eigentlich eine stille Traurigkeit<br />
des Glücks. Dazu passt der wiederentdeckte Roman<br />
«Mein kleiner Orangenbaum» von José Mauro de<br />
Vasconcelos, der 1920 in Rio de Janeiro geboren<br />
wurde und 1984 in São Paulo starb.<br />
Sesé ist ein wunderlicher, kleiner Junge. Immer nimmt<br />
er sich fest vor, brav zu sein, aber wie soll man<br />
wider stehen, wenn sich die Gelegenheit zu einem<br />
herrlichen Streich bietet? Seine Familie glaubt,<br />
der Teufel stecke ihm in den Knochen, und will ihm<br />
den Schabernack mit allen Mitteln austreiben. Von<br />
den Erwachsenen missverstanden, flüchtet Sesé sich<br />
in seine eigene Welt – eine Welt, in der die Hühner<br />
im Hinterhof zu wilden Panthern werden, die bunten<br />
Papierdrachen singend am Himmel tanzen und ein<br />
kleiner Orangenbaum ihn zu Abenteuern überredet.<br />
Und irgendwo, da ist er sich sicher, wartet der beste<br />
Mensch der Welt auf ihn. Das Buch ist eine Ode an die<br />
Freundschaft und Fantasie und vielleicht an den<br />
Schmerz, wenn die Hauptfigur Sesé sagt: «Jetzt erst<br />
wusste ich wirklich, was Schmerz war. Schmerz<br />
war nicht, wenn man Prügel bekam, bis man umfiel.<br />
War nicht, wenn man den Fuss mit einer Glasscherbe<br />
zerschnitt. Schmerz war, wenn den Armen der<br />
Schwung, dem Denken die Kraft verloren ging und<br />
der Wille nicht mehr ausreichte, den Kopf aus dem<br />
Kissen zu drehen.» Der brasilianische Junge versteht<br />
zwar die Welt der Erwachsenen früh, doch ob er<br />
dadurch seinem Vater näherkommt?<br />
3 Apropos Vatersuche<br />
Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963<br />
bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die<br />
grosse Leerstelle der Familie. Mutter und Tochter<br />
sprachen kaum über ihn. Wenn die Mutter ihn erwähnte,<br />
brach die Tochter das Gespräch ab. Sie konnte<br />
den Schmerz der Mutter nicht ertragen. Jetzt, in-<br />
1<br />
3<br />
Der Bademeister<br />
ohne Himmel<br />
Petra Pellini,<br />
ROWOHLT Kindler,<br />
CHF 34.90<br />
Seinetwegen<br />
Zora del Buono,<br />
C. H. Beck, CHF 34.90<br />
2<br />
4<br />
Mein kleiner<br />
Orangenbaum<br />
José Mauro de Vasconcelos,<br />
Unionsverlag, CHF 19.90<br />
Der Geschichtenabnehmer<br />
Vincenzo Todisco,<br />
Atlantis Literatur, CHF 33.90<br />
1<br />
5<br />
3<br />
4<br />
2<br />
«Bist du übern Berg?»<br />
«Über welchen Berg? Das Leben ist der Berg.»<br />
Wechseln wir unsere Gefühlslage zur Generationenverständigung<br />
in die …<br />
5<br />
Pi mal Daumen<br />
Alina Bronsky,<br />
Kiepenheuer & Witsch,<br />
CHF 34.90<br />
26 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Nebenthema<br />
27
Buchtipps<br />
1<br />
3<br />
2 4<br />
zwischen 60 geworden, fragt sie sich: Was ist aus dem damals erst<br />
28-jährigen E. T. geworden, der den Unfall verursacht hat? Wie hat<br />
er die letzten 60 Jahre mit dieser Schuld gelebt? «Seinetwegen» ist<br />
der Titel einer lesenswerten Recherche: Die Erzählerin macht sich<br />
auf die Suche nach E. T., um ihn mit der Geschichte ihrer Familie<br />
zu konfrontieren. Ihre Suche führt sie in abgründige Gegenden, in<br />
denen sie Antworten findet und sich neue Fragen erheben. Was geschieht<br />
mit ihr, wenn sie mehr weiss über ihn, den Mann, der ihren<br />
Vater totgefahren hat, als über den Vater selbst? Interessant ist,<br />
dass auf dem Cover keine Klassifizierung zu finden ist. Roman?<br />
Biografie? Autofiktion? Egal: ein sehr gutes Buch.<br />
«… es gibt eine Schnittstelle<br />
zwischen Jung und Alt:<br />
die Liebe zu guten Geschichten.<br />
Das Erzählen.»<br />
4 Die letzten Geschichten<br />
In einem Dorf im Apennin soll es keinen Menschen geben, der<br />
nicht vor seinem Abschied von dieser Welt das erzählen kann,<br />
was er loswerden möchte. Das ist die Ausgangslage im Roman<br />
«Der Geschichtenabnehmer» von Vincenzo Todisco, der übrigens<br />
mit italienischem Familienhintergrund im graubünd nerischen<br />
Rhäzüns lebt. Seine Figur Walter, der wegen seines pechschwarzen<br />
Haars auch Nerì genannt wird, fasst den Job des «Geschichtenabnehmers»<br />
im Dorf. Wenn es so weit ist, eilt er ans Sterbebett, wo<br />
schon ein Stuhl für ihn bereitsteht. Er hört den leisen Worten zu<br />
und einem Atem, der langsam verebbt. Für Nerì ist seine Bestimmung<br />
Fluch und Segen zugleich. Bald kennt er viele Geheimnisse,<br />
und er kennt den Tod – doch wird er fast verrückt ob dieser vielen<br />
Stimmen in seinem Kopf. Da werden auf der Dorfbank, in der<br />
Bar oder im Friseursalon die schönsten Geschichten erzählt, doch<br />
Nerì bleibt in den Sterbebettgeschichten gefangen. Ob das gut<br />
kommt? Erfreulich ist, dass Todisco uns seine neue Geschichte in<br />
zwei Buchdeckeln zugänglich macht.<br />
5 Wo ein Wille ist …<br />
Der erste Roman der 1978 in Berlin geborenen Alina Bronsky,<br />
«Scherbenpark», war nicht nur ein Bestseller, sondern wurde<br />
auch verfilmt. Das könnte ihrem neuen Roman «Pi mal Daumen»<br />
hoffentlich auch passieren. Es ist ein tragikomischer Roman<br />
über eine Frau namens Moni mit drei Enkeln und mehreren Nebenjobs,<br />
die Lippenstift und hohe Absätze liebt. Sie ist fest entschlossen,<br />
sich heimlich den Traum von einem Mathematikstudium zu<br />
erfüllen. Sie trifft bei einer Vorlesung auf den hochbegabten<br />
16-jährigen Oscar, der einen Adelstitel trägt und noch nie mit der<br />
U-Bahn gefahren ist. Diese zwei Welten haben es in sich, und<br />
dabei kommt noch die Frage auf, woher Moni den berühmtesten<br />
Professor der Uni kennt. Also ein vielversprechendes Setting,<br />
das zum Weiterlesen Lust macht und vielleicht einmal auf der Leinwand<br />
landen wird, wenn der Wille da ist, wie ihn Moni hat.<br />
Geschichten aus alten Zeiten sind wertvoll und bereichern diejenigen,<br />
die noch mitten im prallen Leben stehen. Geschrieben in schönen<br />
Büchern, erzählt vielleicht auch mal in der Strassenbahn oder im Zug,<br />
wenn wir den Mut haben, die Ohrenstöpsel rauszunehmen und<br />
den älteren Herrn anzusprechen, wie zum Beispiel: «Entschuldigen<br />
Sie, darf ich Sie etwas fragen?»<br />
Was würden uns Bäume erzählen,<br />
1<br />
wenn sie sprechen könnten? Fast<br />
zehn Jahre nach Erscheinen von «Das geheime<br />
Leben der Bäume» hat die Forschung so<br />
viel neues Wissen erschlossen, dass es an<br />
der Zeit ist, die Bäume selbst zu Wort kommen<br />
zu lassen. Dazu leiht ihnen der<br />
berühmte Förster Peter Wohlleben seine<br />
Stimme: Er lässt eine 250 Jahre alte Buche<br />
berichten, was ihr im Laufe der Zeit – vom<br />
Samen bis zum Giganten des Waldes –<br />
widerfährt, welche Gefahren ihr im Laufe<br />
ihres Daseins begegnen und wie das Leben<br />
und Überleben im Wald genau funktionieren.<br />
Und wir erfahren Unglaubliches: Bäume<br />
verständigen sich u.a. durch Klicklaute<br />
miteinander, sie können also hören! Und<br />
nicht nur das: Sie verfügen auch über ein<br />
Sehvermögen und können sich sogar erinnern<br />
und Erfahrungen an ihren Nachwuchs<br />
weitergeben.<br />
Buchenleben<br />
Peter Wohlleben, Ludwig, CHF 35.90<br />
Wie ist es, fünfzig Jahre mit einem<br />
2<br />
Pfeifton im Ohr zu leben? Woher<br />
kommt er überhaupt? Wie kann eine Einladung<br />
zum «Literarischen Quartett» zu<br />
einer Knieverletzung führen? Wie bricht<br />
man sich beim Meditieren einen Knochen?<br />
Axel Hacke weiss es und erzählt in diesem<br />
Buch die Geschichte und Geschichten seines<br />
eigenen Körpers, vom Standpunkt eines<br />
Mannes in der zweiten Hälfte der Sechziger<br />
aus gesehen: Es geht um die Gebrechen, aber<br />
auch um die Triumphe des Körpers und um<br />
das grosse Staunen über das Funktionieren<br />
desselben. Hacke sucht nach Antworten auf<br />
einige alte Fragen – Habe ich einen Körper<br />
oder bin ich mein Körper? Und wem gehört<br />
dieser eigentlich? Dem, der drin wohnt? –<br />
und gewährt Einblicke in das Banale und<br />
das Geheimnisvolle, das Rührende und das<br />
Grossartige, das Lustige und das Fürchterliche,<br />
das Schöne und das Abstossende seines<br />
Körpers und letztlich unser aller Körper.<br />
Aua!<br />
Axel Hacke, DuMont, CHF 29.90<br />
Eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke<br />
von der Steinzeit bis<br />
3<br />
zur künstlichen Intelligenz – vom Autor des<br />
Bestsellers «Sapiens. Eine kurze Geschichte<br />
der Menschheit», den Barack Obama als<br />
«interessant und provokativ» beschrieb. In<br />
den letzten 100 000 Jahren hat die Menschheit<br />
enorme Macht erlangt. Doch trotz all<br />
unserer Entdeckungen, Erfindungen und<br />
Eroberungen befinden wir uns heute in einer<br />
existenziellen Krise. Die Welt steht am<br />
Rande des ökologischen Zusammenbruchs.<br />
Zuhauf werden Falschinformationen verbreitet.<br />
Und wir stürzen uns kopfüber in<br />
das Zeitalter der künstlichen Intelligenz –<br />
ein neues Informationsnetzwerk, das uns<br />
auszulöschen droht. Wenn wir so klug sind,<br />
warum sind wir dann so selbstzerstörerisch?<br />
Informationen sind nicht der Rohstoff, aus<br />
dem die Wahrheit ist, aber auch nicht einfach<br />
nur eine Waffe.<br />
Nexus<br />
Yuval Noah Harari, Penguin, CHF 39.90<br />
Wie können wir im Hier und Jetzt<br />
4<br />
glücklich sein – anstatt uns immer<br />
danach zu sehnen, was wir nicht haben?<br />
Mit dieser Frage empfängt der Dalai Lama<br />
die Top-Influencerinnen Indiens. Dabei<br />
wollten die jungen Frauen eigentlich nur<br />
schnell erfahren, wie man sich mit der Kraft<br />
der Gedanken die neueste Designer-Sonnenbrille<br />
oder sogar den Traummann herbeimanifestieren<br />
kann. Ein Anliegen, das auch<br />
die Katze seiner Heiligkeit brennend interessiert,<br />
wünscht sie sich doch gerade nichts<br />
sehnlicher als ein saftiges Stück Hühnerleber.<br />
Im sechsten Band der Romanreihe<br />
rund um die Katze des Dalai Lama dreht<br />
sich alles um die magische Kraft unserer<br />
Wünsche. Auf leichte und vergnügliche<br />
Art vermittelt das Kätzchen buddhistische<br />
Weisheit – und zeigt, wie wir mit klarem<br />
Geist und mitfühlendem Herzen dauerhaftes<br />
Glück und wahre Erfüllung in unser<br />
Leben integrieren können.<br />
Die Katze des Dalai Lama<br />
und die Magie der Wünsche<br />
David Michie, Ansata, CHF 29.90<br />
28 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Nebenthema<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Buchtipps<br />
29
Von Märchen und<br />
Kriminalfällen!<br />
Diese Buchtipps lassen die Herzen von kleinen und<br />
grossen Leser*innen höherschlagen.<br />
Text von Dana Grigorcea<br />
Ab 3 Jahren<br />
3+<br />
Gogg der Zwerg<br />
Roland Schwab, Rebecca Gugger,<br />
Baeschlin, CHF 29.90<br />
Tolle Überraschung<br />
zum Geburtstag<br />
3× im Jahr Brief von<br />
Finki mit Empfehlungen<br />
Wettbewerbe &<br />
Veranstaltungen<br />
Bist du zwischen<br />
4 und 12 Jahre alt?<br />
Ich bin Finki, der kleine<br />
Buchfink, der es liebt, zu lesen<br />
und Geschichten zu hören.<br />
Du auch? Dann melde dich<br />
jetzt an in all unseren Buchhandlungen<br />
oder auf<br />
orellfüssli.ch/kinderclub<br />
Teilen heisst Freuen<br />
Leo möchte endlich den alten Stall umbauen.<br />
Er hat Pläne und auch schon<br />
die Werkzeuge besorgt. Aber als er sich<br />
an die Arbeit machen möchte, sind alle<br />
Werkzeuge fort. Weggenommen haben sie<br />
die Tiere des Waldes: der Bär, der Luchs,<br />
der Hirsch, das Wiesel, denn sie wollen<br />
ihrem Freund, dem Zwerg Gogg, helfen.<br />
Der Zwerg Gogg hat sich nämlich im alten<br />
Stall häuslich eingerichtet. Er ist jetzt<br />
verzweifelt, seine Bleibe möchte er nicht<br />
verlieren. Er will den Umbau sofort stoppen. Aber er hätte nie gedacht,<br />
dass Leo längst weiss, dass er in seinem Stall lebt. Es kommt<br />
zu einer Aussprache zwischen Leo und dem Zwerg Gogg, nach der<br />
die Geschichte doch noch einen guten Schluss bekommt. Ein von<br />
Rebecca Gugger mit viel Sinn für die Eigenheiten der Tiere im Wald<br />
illustriertes Bilderbuch ab drei Jahren.<br />
4+<br />
Rette das Märchenland! –<br />
Ein ganz besonderes<br />
Du-entscheidest-selbst-<br />
Abenteuer<br />
Sylvie Misslin,<br />
Annette Betz, CHF 26.90<br />
Du hast die Wahl<br />
Wenn man eine Geschichte selbst erfindet,<br />
gibt es viel zu entscheiden. Wer ist die Heldin,<br />
was das Abenteuer, wer lernt am Schluss<br />
am meisten, wer hat den Schaden und<br />
weshalb? Wenn man aber eine Geschichte<br />
in einem Buch liest, ist alles meistens vorgegeben.<br />
Man liest das, was jemand anders<br />
erfunden hat. Aber Vorsicht: Dieses Buch<br />
hier ist anders! Hier entscheidet jede * r, die * der<br />
es liest, selbst! Ein kleines Mädchen in<br />
einem roten Mantel ist weg, verschwunden!<br />
Die kleinen Ritter gehen es sofort suchen<br />
und treffen im Märchenland auf die merk würdigsten Fabelwesen.<br />
Du entscheidest, wie die Geschichte weitergeht. So oder so aber endet<br />
sie in einer riesengrossen Überraschung. Ein Buch zum Wiederlesen,<br />
so oft man will, und ein Mitmachbuch der wertvollen Art.<br />
Mut zu träumen<br />
Torben Kuhlmann hat es wieder getan:<br />
Das fünfte Mäuseabenteuer wartet auf sein<br />
riesiges Publikum! Diesmal geht es um<br />
Amelia Earhart, die erste Frau, die den Atlantik<br />
im Flieger überquert hat. Schon das erste<br />
Mäuseabenteuer handelte von einem Flugpionier,<br />
nämlich von Charles Lindbergh. Es folgten<br />
die Bände «Armstrong», «Edison» und «Einstein».<br />
In «Earhart» geht es wieder um eine Wühlmaus,<br />
die davon träumt, das eigene Gärtchen zu<br />
verlassen. Auf einer Briefmarke sieht sie das<br />
Bild einer riesigen Katze aus Afrika und will dorthin. Ein Mäusepilot<br />
hilft ihr, ein Fluggerät zu bauen. In Afrika trifft sie auf die<br />
Riesenkatzen und auch auf eine Menschenfrau, die so gern fliegt<br />
wie die Maus. Es ist Amelia Earhart. Ein geschickt um die Wühlmaus<br />
und die tatsächliche Lebensgeschichte der Flugpionierin<br />
Amelia Earhart gesponnener Erzählfaden macht diese Geschichte<br />
absolut lesenswert. Die packenden Illustrationen sind dieser besonderen<br />
Frau, die auch eine wichtige Frauenrechtlerin war, würdig.<br />
Earhart<br />
Torben Kuhlmann,<br />
NordSüd, CHF 29.90<br />
4+<br />
Ab 8 Jahren<br />
Reich und allein?<br />
Otto lebt im Schloss seiner Ahnen. Er wächst<br />
allein auf und wird von den Bediensteten<br />
betreut. Ganz altmodisch trägt er Knickerbocker<br />
und statt einer Brille ein Monokel. Doch<br />
eines Tages tritt Ina, die Enkelin des Schlossgärtners,<br />
auf den Plan. Otto lernt bald auch<br />
ihre Freunde kennen, und er kann mit ihnen<br />
endlich die Welt ausserhalb des Schlosses<br />
entdecken. Mehr noch: Als die Bediensteten in<br />
Urlaub fahren, verbringen Ottos Freunde<br />
ihre Ferien im Schloss. Otto weiss nicht so recht,<br />
aber die Freunde laufen durch die Räume und<br />
erkunden die Geheimgänge. Als die Ferien zu Ende gehen, findet<br />
Otto doch noch Freude am bunten Treiben. Er fragt sich angesichts<br />
der baldigen Rückkehr der Bediensteten, ob er sein Leben nicht<br />
lieber etwas ungeplanter verbringen will als so behütet wie bisher.<br />
8+<br />
Ein Fall für Maëlys –<br />
Königliche Rettung in Zürich<br />
Christine Pompéï,<br />
Auzou Suisse, CHF 19.90<br />
Königin in Gefahr<br />
Maëlys’ Vater landet auf dem Flughafen<br />
Zürich. Er wird von seiner Familie und<br />
von Lucien abgeholt – ja genau, dem vom<br />
bekannten Detektivduo Maëlys und Lucien.<br />
Und wo die beiden sind, kann auch ein<br />
Fall nicht weit sein! Tatsächlich kommt nach<br />
einer Verwechslung der Koffer ein Brief<br />
mit einer aufregenden Nachricht ans<br />
Tageslicht: Eine Königin schwebt in Gefahr!<br />
Eine Königin? In Zürich? Welche Königin?<br />
Maëlys und Lucien machen sich sofort<br />
daran, den Fall zu lösen. Ihr rasanter Weg<br />
führt sie zum Uetliberg und in die Sukkulentensammlung. Werden<br />
sie die Königin retten können? Ein Fall für Kinder ab acht Jahren.<br />
Mit comicartigen bunten Illustrationen von Raphaëlle Barbanègre.<br />
© 2021 NordSüd Verlag AG, Zürich / Schweiz<br />
Otto von Irgendwas<br />
Peter Stamm,<br />
Atlantis, CHF 26.90<br />
8+<br />
Wünschen ohne Angst<br />
Kinder kommen auf die verrücktesten Ideen –<br />
so viel ist bekannt. So haben sich die zwölfjährige<br />
Lea und ihre Freunde in den Kopf gesetzt,<br />
ins Einkaufszentrum einzubrechen, und das<br />
auch noch nachts. Lea hat den Schlüssel ihrer<br />
Mutter mitgehen lassen, die dort arbeitet.<br />
Ein Kinderspiel also, denken sich Lea und ihre<br />
Freunde – doch weit gefehlt! Es ereignet sich<br />
etwas total Überraschendes, mit dem sie niemals<br />
gerechnet hätten. Jeder von ihnen wird mit<br />
einem Zauberrätsel konfrontiert und muss seine<br />
grösste Angst überwinden. Etwa die, nicht gemocht zu werden, oder<br />
die Furcht im Dunkeln. Ihnen wird klar, dass es sehr wichtig ist,<br />
ehrlich zu sich zu sein und genauso auch zu den anderen. Zoë Jenny<br />
erzählt diese Geschichte über die Kraft der eigenen Wünsche<br />
wundervoll feinfühlig. Bis elf Jahre.<br />
11+<br />
Pankoland<br />
Eva Roth,<br />
Atlantis, CHF 26.90<br />
Wehrt euch!<br />
Clemens fühlt sich im Pankoland überwacht<br />
und getäuscht. Er lebt mit seinem älteren Bruder<br />
Fredo und seiner Tante in Selbst versorgung.<br />
Das heisst, sie pflanzen Gemüse an, um zu überleben.<br />
Aber das muss jeder im Pankoland.<br />
Herr Panko und Frau Brenzi sind da die Bestimmer.<br />
Sie überwachen alles. Nachts kommen<br />
Unterirdische hervor und ernten die Beete ab,<br />
und sie entführen auch Jugendliche. Als Clemens<br />
ein Päckchen über die Grenze schmuggeln soll,<br />
nehmen ihn die Unterirdischen fest. In Gefangenschaft<br />
begegnet er Helena, die auch entführt worden ist. Sie wollen<br />
gemeinsam türmen. Denn weder das Panko land noch das der<br />
Unterirdischen ist lebenswert! Ein Jugend roman über die Kraft,<br />
jeder Unterdrückung zu trotzen.<br />
Geschwister halten zusammen<br />
Am Anfang können sich Tom und Zofia gar<br />
nicht leiden. Tom ist eher schüchtern und<br />
zurückhaltend, während Zofia so richtig in<br />
Fahrt kommen und laut werden kann.<br />
Sie sind ganz unterschiedlich. Blöderweise<br />
haben sich aber Zofias Vater und Toms<br />
Mutter ineinander verliebt. Sie ziehen alle<br />
in ein Häuschen am Meer. Tom und Zofia,<br />
die unfreiwilligen Geschwister, haben<br />
ständig Krach. Dann aber wird Toms Mutter<br />
schwanger. Ein Baby soll zu ihnen kommen.<br />
Das Baby könnte krank sein. Zofia und Tom<br />
Nachts werden alle<br />
Wünsche wahr<br />
Zoë Jenny,<br />
Karibu, CHF 24.90<br />
Wünsche an die Wellen<br />
Katya Balen,<br />
Hanser, CHF 26.90<br />
sind betrübt. Sie möchten, dass es ihrer Schwester gut geht. Sie falten<br />
1000 Papierkraniche, damit sie, wie sie erfahren haben, einen<br />
Wunsch frei haben. Ein Buch über Neuanfänge und das Glück des<br />
Zusammengehörens.<br />
9+<br />
12+<br />
Kinder und Jugendliche<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Kinder und Jugendliche<br />
31
Ab 12 Jahren<br />
12+<br />
Wie der seltsamste Traum<br />
Lisa Krusche,<br />
Beltz, CHF 24.90<br />
Hut und Mut<br />
Hilfe, Pauli ist in einem Hut verschwunden!<br />
Wie holt man sie da wieder heraus? Sofort<br />
schreit Elliot Zeter und Mordio, aber<br />
Pola glaubt ihm zunächst nicht. Eliott war<br />
doch gerade noch an Paulis Seite. Denn<br />
Pauli kümmert sich in der Schule etwas um<br />
Eliott, den neu in die Sternendoldengasse<br />
gezogenen Aussenseiter, weil er von den<br />
Mitschülern drangsaliert wird. Dabei geht<br />
es doch am besten miteinander, das sagt<br />
auch Pola. Sie bringt es fertig, mit einer Gruppe<br />
weiterer Kinder – darunter eines mit<br />
sehr langen Armen –, Pauli zu helfen. Mit<br />
vielen fantastischen Elementen erzählt<br />
Lisa Krusche diese berührende Geschichte<br />
von der Macht der Fantasie und des Glücks<br />
des Zusammenhalts. Mit zahlreichen Zitaten<br />
aus modernen Gedichten. Sehr lesenswert!<br />
Glamour, Intrigen und Feminismus<br />
Das Genre Historical Romance hat spätestens<br />
seit dem Erfolg der «Bridgerton»-<br />
Bücher reihe wieder enorm an Popularität<br />
gewonnen. Fügt man einer Historical-<br />
Romance-Geschichte jetzt noch eine clevere<br />
Detektivin hinzu, entsteht ein gefühlvoller<br />
Cosy-Crime-Roman zum Wohlfühlen.<br />
So handelt Laura Woods neues Jugendbuch<br />
von Izzy Stanhope, die zusammen mit<br />
anderen Detektivinnen Skandale in der<br />
Londoner High Society aufdeckt, Frauen<br />
vor dem Verruf bewahrt und mächtige Männer zur Rechenschaft<br />
zieht. Als Izzy jedoch in einen Juwelendiebstahl verwickelt wird,<br />
setzt sie nicht nur den Ruf ihrer Familie aufs Spiel, sondern auch ihr<br />
Herz. Denn sie ist Hals über Kopf in einen Duke verliebt, und ausgerechnet<br />
er ist in den Fall verwickelt.<br />
14+<br />
The Reappearance<br />
of Rachel Price<br />
Holly Jackson,<br />
One, CHF 24.90<br />
Agency for Scandal<br />
Laura Wood,<br />
Fischer Sauerländer, CHF 24.90<br />
Die True-Crime-Mutter<br />
Sie boomen, die True-Crime-Storys. Ob im<br />
Fernsehen, auf Podcast-Sites oder im Radio:<br />
Man begegnet den Dokus, die alte Kriminalfälle<br />
neu untersuchen, überall. Bels Mutter<br />
Rachel verschwand vor 16 Jahren spurlos.<br />
Bel war damals zwei Jahre alt. Als ihr Vater<br />
nach all den Jahren grünes Licht für eine<br />
True-Crime-Doku gibt, gerät ihr Alltag durcheinander.<br />
Bel wird der Dreharbeiten überdrüssig,<br />
aber dann geschieht das Unerwartete:<br />
Ihre Mutter taucht auf. Sie steht plötzlich<br />
vor der Tür. Und Rachel erzählt eine verrückte<br />
Geschichte über ihr Wegbleiben. Lügt sie vielleicht? Wo war sie all<br />
die Jahre wirklich? Bel zieht los, um die Wahrheit herauszufinden.<br />
Sie entdeckt dabei Tatsachen über ihre Familie, die sie beileibe nicht<br />
erwartet hätte. PS: Auf Deutsch lautet der Titel etwa «Als Rachel Price<br />
wieder auftauchte».<br />
14+<br />
2+<br />
Im Buchenwald ist viel los!<br />
In diesem Wimmelbuch für<br />
Kinder ab zwei Jahren gibt<br />
es jede Menge zu entdecken!<br />
Auf illustrierten Doppelseiten<br />
nehmen Peter Wohlleben<br />
und Fritzi Wildschwein die vielen<br />
Aspekte des Waldes unter<br />
die Lupe. Die Kombination aus<br />
Sachinformationen und den<br />
Illustrationen von Diana Kohne<br />
macht dieses Pappbilderbuch<br />
zu einem vergnüglichen Waldbuch<br />
für Familien.<br />
Das grosse Wald-<br />
Wimmelbuch<br />
Peter Wohlleben, Oetinger Verlag, CHF 22.90<br />
10+<br />
Kinder- und Jugendbuchtipps<br />
2+<br />
Es war einmal ein Pappkarton,<br />
in dem waren grüne Erbsen<br />
drin. Dann, als sie aufgegessen<br />
waren, kam etwas anderes in<br />
den Karton: ein Kater, noch so<br />
klein, dass er Platz in einer<br />
Hand hatte. Ein Geschenk für<br />
Pettersson. Noch kann der Kater<br />
nicht sprechen – aber eines<br />
Tages, beim Zeitungslesen, da<br />
ist es so weit: «So eine Hose<br />
will ich auch haben», sagt Findus.<br />
Pettersson und Findus<br />
Wie Findus zu Pettersson<br />
kam<br />
Sven Nordqvist, Oetinger Verlag,<br />
CHF 29.90<br />
12+<br />
3+<br />
Ein Mitmach-Bilderbuch ab drei<br />
Jahren zum Thema Trödeln,<br />
Sichbereitmachen für den Kindergarten<br />
– mit Ritualen, viel<br />
Humor und poetischen Bildern.<br />
Es ist Zeit zum Aufstehen:<br />
Die sechs kleinen Siebenschläfer<br />
müssen in den Kindergarten.<br />
Aber was macht ihre Mama?<br />
Sie ist erkältet und etwas schlapp.<br />
Wer hilft nun Mama Siebenschläfer<br />
und macht die Kleinen<br />
bereit für den Kindergarten?<br />
Komm, mach mit!<br />
Guten Morgen, kleine Siebenschläfer,<br />
aus den Bettchen,<br />
fertig, los!<br />
Katja Alves, Arena Verlag, CHF 22.90<br />
14+<br />
9+<br />
Die Fee Liva lebt mit ihrer Mutter<br />
im Wald. Für gewöhnlich<br />
meiden Menschen diesen Ort,<br />
da sie Angst vor der «Bärenmutter»<br />
haben. Als jedoch plötzlich<br />
der Junge Anders auftaucht,<br />
ändert sich dies. Als Halbfee<br />
wird er von der Baronin und<br />
ihren Schergen durch den Wald<br />
gejagt. Liva steht ihm zur Seite.<br />
Können sie es schaffen, der<br />
Baronin die Stirn zu bieten?<br />
Liva Bärentochter,<br />
wildes Kind des Waldes<br />
Gregor Wolf, Ueberreuter Verlag,<br />
CHF 22.90<br />
16+<br />
Lüge nicht!<br />
In den allermeisten Krimis lügt jemand. Meistens<br />
handelt es sich dabei um den Täter oder die<br />
Täterin, wenn er oder sie aussagen muss. In der<br />
realen Welt kommen auch mal Lügendetektoren<br />
zum Einsatz. Dennoch gibt es Verdächtige,<br />
die auch dann lügen, wenn sie an einen solchen<br />
angeschlossen sind. Gleich 100 Personen sind<br />
es im neuen Thriller von Ursula Poznanski. Tessa<br />
und Philipp beteiligen sich an einem Wettkampf,<br />
bei dem man im Alltag nicht lügen darf. Wer lügt,<br />
verliert. Wer am Schluss übrig bleibt, gewinnt<br />
fünf Millionen Euro. Der unfehlbare Lügendetektor<br />
Scandor<br />
Ursula Poznanski,<br />
Loewe, CHF 29.90<br />
heisst Scandor, und an ihm hängen alle Teilnehmenden. Dennoch<br />
versuchen einige zu tricksen. Eine Person zum Beispiel ist hinter<br />
einer ganz anderen Wahrheit her! Ein tiefsinniger Thriller über<br />
Lüge und Wahrheit ab 14 Jahren.<br />
14+<br />
Komm mit auf die abenteuerlichste<br />
Reise quer durch<br />
alle Welten: die neue magischrasante<br />
Fantasy-Reihe von<br />
Cressida Cowell für alle Kinder<br />
ab zehn Jahren. Eine Familie<br />
mit magischen Geheimnissen.<br />
Ein Kind mit einer mächtigen<br />
Gabe. Eine Geschichte aus einer<br />
anderen Welt. Diese Geschichte<br />
enthält ziemlich gefährliche<br />
Weltraumreisen und illegale<br />
Magie!<br />
Der Atlas der Abenteuer,<br />
Weltenwandern für<br />
Anfänger<br />
Cressida Cowell, Arena Verlag,<br />
CHF 22.90<br />
Nach dem Tod seines Onkels<br />
Ian wird der vierzehnjährige<br />
Alex vom MI6 rekrutiert.<br />
Innerhalb nur weniger Tage<br />
wird so aus einem einfachen<br />
Schuljungen der Top-Agent<br />
Alex Rider. In einer ersten<br />
Mission soll er als Praktikant<br />
die Organisation des obskuren<br />
Multimilliardärs Darrius Sayle<br />
infiltrieren. Und es schaut<br />
fast so aus, als wäre sein erster<br />
Einsatz auch sein letzter.<br />
Alex Rider (Band 1) –<br />
Stormbreaker<br />
Anthony Horowitz, Antony Johnston,<br />
Loewe Verlag, CHF 26.90<br />
Wer an der Akademie überleben<br />
will, darf nie seine<br />
Gefühle zeigen, das hat Joy<br />
gelernt. Und dennoch hat<br />
sie diese Regel gebrochen, mit<br />
tödlichen Folgen. An der<br />
Seite des jungen Fürsten, dem<br />
ihr ganzes Herz gehört, muss<br />
Joy dem Unausweichlichen ins<br />
Auge blicken: Der Fluch hat<br />
sie als Liebespaar ausgewählt<br />
und so ihr Todesurteil gefällt.<br />
Verzweifelt suchen Joy, Rhyme<br />
und Cut nach einem Ausweg.<br />
The Romeo & Juliet<br />
Society 3<br />
Sabine Schoder, Ravensburger Verlag,<br />
CHF 24.90<br />
Magie ist in Simta verboten,<br />
deshalb sind die Nightbirds das<br />
grosse Geheimnis der Stadt.<br />
Tagsüber spielen Matilde, Sayer<br />
und Æsa die Töchter aus gutem<br />
Hause, nachts geben sie als<br />
Nightbirds ihre Magie an zahlende<br />
Kunden weiter mit einem<br />
Kuss. Doch dann entgehen sie<br />
knapp einem Attentat, und ihr<br />
glamouröses Leben wird zum<br />
goldenen Käfig. Wer will die<br />
Nightbirds töten – und warum?<br />
Nightbirds, Band 1<br />
Kate J. Armstrong, Ravensburger Verlag,<br />
CHF 24.90<br />
Kinder und Jugendliche<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Buchtipps<br />
33
Literatur-Kreuzworträtsel<br />
Unter allen Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort verlosen wir zehn<br />
Gutscheine im Wert von 20 bis 200 Franken. Viel Spass beim Rätseln!<br />
Roman<br />
Roman<br />
von<br />
von<br />
Thomas<br />
Thomas<br />
Mann<br />
Mann<br />
Flugpionierin<br />
Flugpionierin<br />
Amelia<br />
Amelia<br />
...<br />
...<br />
Autokz.<br />
Autokz.<br />
Kanton<br />
Kanton<br />
Bern<br />
Bern<br />
neuer<br />
neuer<br />
Titel<br />
Titel<br />
von<br />
von<br />
Zora<br />
Zora<br />
del<br />
del<br />
Buono<br />
Buono<br />
Affen-<br />
Affenbrotbaubrotbaum<br />
Wohnort<br />
Wohnort<br />
von<br />
von<br />
Arno<br />
Arno<br />
Strobel<br />
Strobel<br />
...<br />
...<br />
der<br />
der<br />
Zwerg<br />
Zwerg<br />
B<br />
10 10<br />
Brot-<br />
motorisiertes<br />
Frieden<br />
Rendez-<br />
Bahn im<br />
Speisefische<br />
global arena<br />
Autorin<br />
Wortteil: Zirkus-<br />
Brot-<br />
motorisiertes<br />
Frieden<br />
Rendezvous<br />
Mitte<br />
Autorin<br />
«Die<br />
«Die<br />
Bahn im<br />
Speisefische<br />
global arena Judith<br />
Klein-<br />
(lat.)<br />
vous Mitte<br />
Wortteil: Zirkus-<br />
Kt. GR<br />
Kleinfahrzeug<br />
Kt. GR<br />
(lat.)<br />
Judith<br />
auf der ... des ...»<br />
fahrzeug<br />
auf der ... des ...»<br />
Protagonistin<br />
«Aus<br />
frz.: Luft<br />
Protagonistin<br />
«Aus<br />
frz.: Luft<br />
1<br />
R<br />
guter<br />
H<br />
R<br />
guter<br />
1<br />
4 Familie»<br />
4 Familie»<br />
Waschraum<br />
Waschraum<br />
Darts für wüst,<br />
dt.<br />
röm. 11<br />
Darts für wüst,<br />
dt.<br />
röm. 11<br />
Abk.:<br />
Keimzelle<br />
Überall leer<br />
Vorsilbe<br />
tun<br />
Abk.:<br />
Hamburg<br />
Keimzelle<br />
(3. Pers.)<br />
Überall leer<br />
Vorsilbe<br />
tun<br />
(3. Pers.)<br />
Hamburg<br />
Abk.:<br />
Stadt in<br />
Abk.:<br />
Doppel-<br />
engl.:<br />
Stadt in<br />
Nordnordost<br />
Zehe<br />
zur Zeit<br />
Palästina<br />
Doppel-<br />
engl.:<br />
engl.<br />
Nordnordost<br />
Palästina konso-<br />
nant<br />
Artikel<br />
engl.<br />
Zehe<br />
zur Zeit<br />
konso-<br />
nant<br />
Artikel<br />
Christi<br />
Christi<br />
Vorfahr<br />
altröm. Vorfahr<br />
altröm.<br />
E<br />
Dichter Flächenmass<br />
A<br />
E<br />
Dichter Flächenmass<br />
9A<br />
9<br />
3 3<br />
österr. lat.:<br />
3. Person<br />
von<br />
Tor-<br />
Hard-<br />
Vorn. v.<br />
austral.<br />
Börsenaufgeld<br />
Kompo-<br />
österr.<br />
Komponist<br />
†<br />
derselbe<br />
lat.:<br />
3. Person<br />
von<br />
Vorn. v.<br />
austral.<br />
Börsenaufgeld<br />
derselbe<br />
Zch. f.<br />
haben<br />
Torhüterock-<br />
Hardhüterockbannist<br />
† Gold<br />
Zch. f.<br />
haben<br />
(Präs.)<br />
Gold<br />
(Präs.)<br />
Cech<br />
Cech<br />
band<br />
sumpfig.<br />
Frauenname<br />
Sprech-<br />
engl.: sumpfig.<br />
engl.: Feuchtgebiet<br />
engl.:<br />
überbrü-<br />
Frauennampausen-<br />
Sprechpausen-<br />
Eule Feuchtgebiet<br />
2<br />
Biene<br />
ckung<br />
engl.:<br />
überbrü-<br />
Eule<br />
2<br />
Biene<br />
ckung<br />
griech.<br />
griech.<br />
Roman v.<br />
Insel<br />
Roman v.<br />
Insel<br />
Daphne<br />
Daphne<br />
Abk. Erdgeschoss<br />
du<br />
Abk. Erdgeschoss<br />
B<br />
du<br />
5<br />
Maurier †<br />
5<br />
Maurier †<br />
7 7<br />
Abk.:<br />
Abk.:<br />
Vorn. v.<br />
Langwelle<br />
Thurman<br />
Vorn. v.<br />
Langwelle<br />
6 6<br />
lat.: und<br />
frz.: von<br />
Thurman<br />
lat.: und<br />
frz.: von<br />
griech.<br />
Wohnort<br />
von<br />
griech.<br />
Wohnort<br />
von<br />
Barbara<br />
Landschaft<br />
Barbara<br />
H<br />
Landschaft<br />
Bleisch<br />
8H<br />
O<br />
Bleisch<br />
11 11<br />
1 2 3 44 55 6 6 7 7 8 8 9 9 10 10 11 11<br />
Bitte geben Sie diese Seite bis zum 30. Oktober <strong>2024</strong> in einer unserer Buchhandlungen ab.<br />
Sie können das Lösungswort auch per Mail an folgende Adresse senden: lesen@orellfuessli.ch<br />
Pro Person ist nur eine Teilnahme möglich. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.<br />
Mit der Angabe der E-Mail-Adresse akzeptieren Sie die Teilnahmebedingungen. Die Orell Füssli Thalia AG<br />
ist berechtigt, angegebene Daten zu speichern und für den Versand des kostenlosen Newsletters von<br />
orellfüssli.ch sowie zu Markt- und Meinungsforschungszwecken zu nutzen.<br />
FÜNF ATTENTÄTER<br />
JAGEN DEN KÖNIG.<br />
ABER NUR EINER KANN<br />
DIE KRONE GEWINNEN.<br />
Vorname / Name<br />
Adresse<br />
PLZ / Ort<br />
E-Mail<br />
8<br />
Klassiker, die es zu<br />
entdecken lohnt<br />
Vom weltbekannten «Zauberberg» über die tragische<br />
Geschichte einer jungen Frau bis hin zu einem Buch,<br />
das uns neue Perspektiven bietet.<br />
Text von Urs Heinz Aerni<br />
Eine Novelle zeichnet sich durch eine<br />
« Darstellung» aus, die «direkt und straff»<br />
erzählt wird, so Rudolf Schmitt im Buch<br />
«Grundwissen Deutsch». Eine solche wollte<br />
Thomas Mann (1875–1955) mit dem Titel<br />
«Zauberberg» verfassen. Sein Text mauserte<br />
sich zu einem Roman auf über 1000 Seiten.<br />
Dem Protagonisten Hans Castorp ging es<br />
nicht anders, als er seinen Neffen Joachim<br />
Ziemßen in einem Davoser Sanatorium<br />
nur kurz besuchen wollte. Er blieb sieben<br />
Jahre! Die Anfänge des 1924 erschienenen<br />
Romans gehen auf das Jahr 1912 zurück, als<br />
Thomas Mann seine kranke Ehefrau in<br />
Davos besuchte. Seine Beobachtungen münden<br />
in dieses grossartige Buch mir seiner<br />
immensen Dichte an Gedanken und Dialogen,<br />
die alles Wichtige zwischen Leben,<br />
Liebe und Tod berühren, während der Erste<br />
Weltkrieg zu dräuen beginnt.<br />
Der Zauberberg<br />
Thomas Mann, FISCHER Literatur, CHF 38.90<br />
Effi Briest, wer kennt die Figur von Theodor<br />
Fontane nicht? Doch wie ist es mit Agathe<br />
mit einem ähnlichen Schicksal aus der Feder<br />
einer Frau namens Gabriele Reuter (1859–<br />
1941)? Die junge, verträumte Agathe wächst<br />
in einem grossbürgerlichen Haushalt auf<br />
und möchte alles richtig machen. Doch<br />
immer wieder eckt sie in der konservativen<br />
Gesellschaft des Kaiserreichs an, weder<br />
ihre jugendliche Sehnsucht nach Freiheit<br />
und Selbstentfaltung noch ihr Wunsch<br />
nach Liebe erfüllen sich. Als ihr Bruder ihre<br />
Mitgift verspielt, steht ihr nicht einmal<br />
mehr eine Vernunftehe offen. Agathe verzweifelt<br />
und wird in eine Heilanstalt eingewiesen.<br />
Das Grab der 1941 verstorbenen<br />
Autorin in Weimar ist heute nicht mehr<br />
auffindbar, aber es ist Zeit, sie mit diesem<br />
Roman wieder lesend zu entdecken.<br />
Aus guter Familie<br />
Leidensgeschichte eines Mädchens<br />
Gabriele Reuter, Reclam, CHF 34.90<br />
Der Literaturkritiker Philipp Tingler sagte,<br />
dass wir «Baldwins Perspektiven bräuchten».<br />
James Baldwin wurde 1924 in den USA<br />
geboren und starb 1987 in Südfrankreich.<br />
Er schrieb Romane und Theaterstücke.<br />
In diesem Roman erzählt er die Geschichte<br />
von Leo Proudhammer, der einen Herzschlag<br />
erlitten hat. Die Todesnähe lässt den<br />
schwarzen Theaterstar Leid und Triumph<br />
seines Lebens noch einmal Revue passieren:<br />
vom Elend der Strassen Harlems über die<br />
brotlosen Künstlerjahre bis hin zum Erfolg<br />
auf der Bühne. Sein einziger Halt: Der ältere<br />
Bruder Caleb, der unschuldig ins Gefängnis<br />
geht – und immer wieder die komplizierte<br />
Liebe zur weissen Schauspielerin Barbara<br />
und zum jungen Schwarzen Christopher,<br />
der gegen die Verhältnisse aufbegehrt.<br />
Perspektiven, die uns – egal in welcher<br />
Lebenslage – angehen.<br />
Wie lange, sag mir, ist der Zug<br />
schon fort<br />
James Baldwin, dtv, CHF 39.90<br />
<strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Klassiker<br />
35
Veranstaltungen<br />
Lesungen, Vernissagen und Konzerte:<br />
Hier finden Sie eine Übersicht der kommenden Veranstaltungen.<br />
SEPTEMBER<br />
4.<br />
5.<br />
6.<br />
6.<br />
9.<br />
11.<br />
17.<br />
ORELL FÜSSLI THUN 19.15 UHR<br />
«Die Unvollkommenheit des Glücks»<br />
Vernissage mit Clara Maria Bagus<br />
STAUFFACHER BERN 20.00 UHR<br />
«Die Unvollkommenheit des Glücks»<br />
Lesung mit Clara Maria Bagus<br />
ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />
«Fast wie ein Bruder»<br />
Lesung mit Alain Claude Sulzer<br />
ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />
«Fragen hätte ich noch»<br />
Vernissage mit Romana Ganzoni,<br />
Hans peter Müller Drossaart und<br />
Wolfram Schneider-Lastin<br />
STAUFFACHER BERN 20 UHR<br />
«Creating Identity»<br />
Buchvernissage mit Daniel Bloch<br />
ORELL FÜSSLI AARAU MEISSNER 19 UHR<br />
«Klimatopf»<br />
Buchpräsentation mit Franziska Stöckli<br />
ORELL FÜSSLI SCHAFFHAUSEN 19 UHR<br />
«KYRO – Die Verfehlung»<br />
Lesung mit Petra Ivanov<br />
© Rolf Dobelli<br />
18.<br />
18.<br />
English<br />
event<br />
20.<br />
20.<br />
24.<br />
ORELL FÜSSLI BASEL 19.30 UHR<br />
«Hüener lachen angers»<br />
Buchvernissage mit Guy Krneta<br />
ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />
«Das Lied des Propheten»<br />
Lesung mit Paul Lynch<br />
ORELL FÜSSLI THUN 19.15 UHR<br />
«Trachselwald»<br />
Lesung mit Peter Beutler<br />
ORELL FÜSSLI FRAUENFELD 20 UHR<br />
«Herr Doktor, miis Büsi»<br />
Lesung mit Johannes Kaufmann<br />
ORELL FÜSSLI BRIG 19.30 UHR<br />
«Natsuko verschwindet»<br />
Buchvernissage mit Nicolas Eyer<br />
OKTOBER<br />
2.<br />
2.<br />
ORELL FÜSSLI VOLKILAND 20 UHR<br />
«KRYO – Die Verfehlung»<br />
Lesung mit Petra Ivanov<br />
ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />
«Alles KI?»<br />
Lesung mit Christoph Santner<br />
© Joel Saget<br />
3.<br />
3.<br />
8.<br />
8.<br />
10.<br />
10.<br />
11.<br />
ORELL FÜSSLI FRAUENFELD 20 UHR<br />
«KRYO – Die Verfehlung»<br />
Lesung mit Petra Ivanov<br />
ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />
«Das war Kunst, jetzt ist es weg»<br />
Lesung mit Cora Wucherer<br />
ORELL FÜSSLI RÖSSLITOR 19.30 UHR<br />
«KRYO – Die Verfehlung»<br />
Lesung mit Petra Ivanov<br />
ORELL FÜSSLI BASEL 19.30 UHR<br />
«Ausgespielt»<br />
Buchvernissage mit Thomas Blubacher<br />
ORELL FÜSSLI BRIG 19.30 UHR<br />
«Windstärke 17»<br />
Lesung mit Caroline Wahl<br />
ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />
«Eines Tages wachte ich auf und merkte,<br />
dass ich eine Wolke war»<br />
Buchvernissage mit Désirée Scheidegger<br />
ORELL FÜSSLI EUROPAALLEE 20.30 UHR<br />
«Meine Zweifel können mich mal»<br />
Lesung mit Karina Rey<br />
16.<br />
18.<br />
23.<br />
23.<br />
ORELL FÜSSLI BERN 20 UHR<br />
«Die Not-To-Do-Liste»<br />
Buchvernissage mit Rolf Dobelli<br />
ORELL FÜSSLI WIL 19 UHR<br />
«Appenzeller Abrechnung»<br />
Lesung mit Christian Johannes Käser<br />
ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />
«Mein Sex»<br />
Lesung / Zürich liest mit Nadia Fernández<br />
und Monica Bürki<br />
ORELL FÜSSLI THUN 19.15 UHR<br />
«Schecks Bestsellerbibel»<br />
Lesung mit Denis Scheck<br />
© Andreas Hornoff<br />
23.<br />
24.<br />
25.<br />
25.<br />
25.<br />
25.<br />
26.<br />
26.<br />
29.<br />
Ein Jäger. Eine Gejagte.<br />
Ein tödliches Spiel.<br />
Paedyn, eine Gewöhnliche, wird in einem<br />
Reich voller magischer Eliten zur Kandidatin<br />
der tödlichen Säuberungsspiele auserkoren –<br />
und muss sich gegen den Prinzen höchst-<br />
persönlich behaupten ...<br />
ORELL FÜSSLI WINTERTHUR 19.30 UHR<br />
«Der Engadiner Dorfpolizist»<br />
Lesung / Zürich liest mit Gian Maria Calonder<br />
ORELL FÜSSLI KRAMHOF 20:30 UHR<br />
«Schecks Bestsellerbibel»<br />
Lesung / Zürich liest mit Denis Scheck<br />
ORELL FÜSSLI BELLEVUE 20.30 UHR<br />
«Leute von früher»<br />
Lesung / Zürich liest mit Kristin Höller<br />
ORELL FÜSSLI EUROPAALLEE 20.30 UHR<br />
«Ein Leben in Geschichten»<br />
Lesung / Zürich liest mit Elisabeth Joris<br />
ORELL FÜSSLI KRAMHOF 20.30 UHR<br />
«Mord im Grand Hotel Matterhorn»<br />
Lesung / Zürich liest mit Gabriela Kasperski<br />
ORELL FÜSSLI BASEL 19.30 UHR<br />
«Die Nachtmaschine»<br />
Buchvernissage mit Zoë & Matthyas Jenny<br />
ORELL FÜSSLI KRAMHOF 19 UHR<br />
«Wut und Wertung – Warum wir über<br />
Geschmack streiten»<br />
Lesung / Zürich liest mit Johannes Franzen<br />
ORELL FÜSSLI BERN 18 UHR<br />
«Die Sonnenfeuer-Ballade 2:<br />
A Storm to Kill a Kiss»<br />
Lesung mit Julia Dippel<br />
ORELL FÜSSLI BADEN 20 UHR<br />
«Flimmern im Ohr»<br />
Lesung mit Barbara Schibli<br />
30.<br />
31.<br />
ORELL FÜSSLI BRIG 19.30 UHR<br />
«Die Seiler-Saga»<br />
Lesung mit Stephan Seiler<br />
STAUFFACHER BERN 20 UHR<br />
«Franz Hohler & Friends»<br />
Lesung mit Franz Hohler<br />
NOVEMBER<br />
5.<br />
7.<br />
7.<br />
13.<br />
14.<br />
ORELL FÜSSLI MEISSNER AARAU 19 UHR<br />
«Master of Disaster»<br />
Vernissage mit Ulrich Zwygart<br />
ORELL FÜSSLI KRAMHOF 20.30 UHR<br />
«Nenad at home»<br />
Buchpräsentation mit Nenad Mlinarevic<br />
ORELL FÜSSLI WIL 19 UHR<br />
«Schlaflos in Seelisberg»<br />
Lesung mit Blanca Imboden<br />
ORELL FÜSSLI WINTERTHUR 19.30 UHR<br />
«Mistletoe Moments»<br />
Weihnachtliche Young-Adult-Lesung<br />
mit Stella Tack und Sabine Schoder<br />
ORELL FÜSSLI BRUGG 19.30 UHR<br />
«Mistletoe Moments»<br />
Weihnachtliche Young-Adult-Lesung<br />
mit Stella Tack und Sabine Schoder<br />
36 <strong>Lesen</strong> <strong>Magazin</strong> Veranstaltungen
Filialen von Orell Füssli<br />
Eintauchen in die<br />
AARAU<br />
LUZERN<br />
WÄDENSWIL<br />
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Bahnhofplatz 3, 5000 Aarau<br />
Orell Füssli Meissner<br />
Bahnhofstrasse 41, 5000 Aarau<br />
Orell Füssli Wirz<br />
Hintere Vorstadt 18, 5000 Aarau<br />
BADEN<br />
Orell Füssli<br />
Langhaus beim Bahnhof, 5401 Baden<br />
BASEL<br />
Orell Füssli Bahnhof SBB Basel – Westflügel<br />
Centralbahnstrasse 12, 4053 Basel<br />
Orell Füssli Freie Strasse 17, 4001 Basel<br />
BERN<br />
Stauffacher Neuengasse 25–37, 3001 Bern<br />
Orell Füssli Spitalgasse 18/20, 3011 Bern<br />
Orell Füssli Bern Bahnhof Galerie<br />
Bahnhofplatz 10a, 3011 Bern<br />
Transa Books by Orell Füssli<br />
Bubenbergplatz 9, 3011 Bern<br />
BRIG<br />
ZAP Furkastrasse 3, 3900 Brig<br />
ZAP Bürostore Englischgrussstr. 6, 3900 Brig<br />
BRUGG<br />
Orell Füssli Neumarktplatz 12, 5200 Brugg<br />
CHUR<br />
Schuler Orell Füssli Bahnhof Chur<br />
Bahnhofplatz 3, 7000 Chur<br />
Orell Füssli City West<br />
Raschärenstrasse 35, 7000 Chur<br />
EBIKON<br />
Buchparadies Ebikon<br />
Ebisquare-Strasse 1, 6<strong>03</strong>0 Ebikon<br />
EMMENBRÜCKE<br />
Orell Füssli Emmen Center<br />
Stauffacherstrasse 1, 6020 Emmenbrücke<br />
FRAUENFELD<br />
Orell Füssli Bahnhofplatz 76, 8500 Frauenfeld<br />
KRIENS<br />
Orell Füssli Pilatusmarkt<br />
Ringstrasse 19, 6010 Kriens<br />
LIESTAL<br />
Buchladen Rapunzel<br />
Im Kulturhaus Palazzo, Poststrasse 2, 4410 Liestal<br />
Unser Webshop mit<br />
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Orell Füssli Bahnhof Luzern<br />
Zentralstrasse 1, 60<strong>03</strong> Luzern<br />
OLTEN<br />
Orell Füssli OUTLET Einkaufszentrum Sälipark<br />
Louis Giroud-Strasse 26, 4600 Olten<br />
PFÄFFIKON SZ<br />
Orell Füssli Seedamm-Center<br />
Gwattstrasse 11, 8808 Pfäffikon<br />
RAPPERSWIL<br />
Buchparadies Sonnenhof<br />
Zürcherstrasse 4, 8640 Rapperswil<br />
REGENSDORF<br />
Orell Füssli Zentrum Regensdorf<br />
Im Zentrum 1, 8105 Regensdorf<br />
SCHAFFHAUSEN<br />
Orell Füssli Vordergasse 77, 8200 Schaffhausen<br />
SCHÖNBÜHL<br />
Orell Füssli Shoppyland<br />
Industriestrasse 10, 3321 Schönbühl<br />
SOLOTHURN<br />
Orell Füssli Ladedorf<br />
Fabrikstrasse 6, 4513 Langendorf<br />
SPREITENBACH<br />
Orell Füssli Shoppi Basement<br />
8957 Spreitenbach<br />
ST. GALLEN<br />
Rösslitor Orell Füssli<br />
Marktgasse/Spitalgasse 4, 9004 St. Gallen<br />
Orell Füssli Bahnhof St. Gallen<br />
Poststrasse 30, 9000 St. Gallen<br />
Orell Füssli Shopping Arena<br />
Zürcherstrasse 464, 9015 St. Gallen<br />
ST. MARGRETHEN<br />
Orell Füssli Rheinpark 9430 St. Margrethen<br />
THUN<br />
Orell Füssli Bälliz 60, 3600 Thun<br />
Orell Füssli Zentrum Oberland<br />
Talackerstrasse 62, 3604 Thun<br />
USTER<br />
Orell Füssli Uster Gerichtsstrasse 4, 8610 Uster<br />
VISP<br />
ZAP Bahnhofstrasse 21, 3930 Visp<br />
VOLKETSWIL<br />
Orell Füssli Volkiland<br />
Industriestrasse 1, 8604 Volketswil<br />
Buchparadies Zugerstrasse 23, 8820 Wädenswil<br />
WEINFELDEN<br />
Orell Füssli Rösslifelsen<br />
Amriswilerstrasse 12, 8570 Weinfelden<br />
WIL<br />
Orell Füssli Wil Obere Bahnhofstr. 23, 9500 Wil<br />
WINTERTHUR<br />
Orell Füssli Marktgasse<br />
Marktgasse 41, 8400 Winterthur<br />
Orell Füssli Einkaufszentrum Rosenberg<br />
Schaffhauserstrasse 152, 8400 Winterthur<br />
ZERMATT<br />
ZAP Hofmattstrasse 3, 3920 Zermatt<br />
ZUG<br />
Orell Füssli Metalli Industriestr. 15b, 6300 Zug<br />
ZÜRICH<br />
Orell Füssli Kramhof<br />
Orell Füssli The Bookshop<br />
Füsslistrasse 4, 8001 Zürich<br />
Barth Bücher Zürich Hauptbahnhof<br />
Bahnhofpassage, 8001 Zürich<br />
Orell Füssli am Bellevue<br />
Theaterstrasse 8, 8001 Zürich<br />
Orell Füssli Bahnhof SBB Stadelhofen<br />
Untergeschoss, Stadelhoferstrasse 8, 8001 Zürich<br />
Orell Füssli Zürich Hauptbahnhof<br />
Shopville, Halle Landesmuseum, 8001 Zürich<br />
Orell Füssli Europaallee<br />
Europaallee 8, 8004 Zürich<br />
Transa Books by Orell Füssli<br />
Lagerstrasse 4, 8004 Zürich<br />
Orell Füssli Flughafen<br />
Airport Center, 8060 Zürich-Flughafen<br />
Orell Füssli Bahnhof Oerlikon<br />
Ladenpassage Mitte, Hofwiesenstrasse 369,<br />
8050 Zürich<br />
Orell Füssli Neumarkt Altstetten<br />
Altstetterstrasse 145, 8048 Zürich<br />
Orell Füssli ETH Stores<br />
Polyterrasse, Leonhardstrasse 36, 8092 Zürich<br />
Hönggerberg, Wolfgang-Pauli-Str. 14, 8093 Zürich<br />
Öffnungszeiten unter:<br />
orellfüssli.ch/filialen<br />
Kundenservice: 0848 849 848<br />
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