18.09.2024 Aufrufe

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2024

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2024

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2024

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

19239<br />

SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

05<br />

September <strong>2024</strong><br />

€ 13,00<br />

TITEL<br />

Lineartechnik bringt<br />

30 Dynamik in den Prozess<br />

Der Cyber Resiliance Act:<br />

16 Was Sie wissen sollten!<br />

EXTRA<br />

Sonderteil IndustrialVISION –<br />

Kameras, Software, Objektive & Co.<br />

industrielle-automation.net


SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

19239<br />

Abonnieren Sie jetzt die<br />

aktuellsten Trends und<br />

neuesten Entwicklungen<br />

der Technologieführer<br />

in der Automatisierung!<br />

Wir informieren<br />

Sie kompetent und<br />

praxisorientiert von<br />

der Sensorik über<br />

Cloud-Lösungen bis<br />

hin zur Industrie 4.0.<br />

Sichern Sie sich<br />

Ihren Technologie-<br />

Vorsprung!<br />

SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

TITEL<br />

18<br />

34<br />

66<br />

Ganz viel Industrie 4.0<br />

in einem Gerät<br />

Keine Scheu vor IoT:<br />

Sensoren, die mitdenken<br />

Hybrid-Cloud: Was bringt sie<br />

und worauf kommt es an<br />

industrielle-automation.net<br />

INA_SO_Titel_igus_2021_06_1.indd 1 03.01.2022 16:07:41<br />

Internet: shop.vereinigte-fachverlage.de @ E-Mail: vertrieb@vfmz.de & Telefon: 06131/992-148<br />

Jahresabo nur 65 €:<br />

6 Print-Ausgaben im Jahr<br />

Abo-Begrüßungsgeschenk:<br />

Die Konturenlehre<br />

Das Kopieren eines Profils war noch nie so einfach!<br />

Mit dieser Konturenlehre können Sie die Form von unregelmäßigen<br />

Objekten messen, um eine Sofortvorlage zu erstellen, mit der präzise<br />

Schnitte markiert werden können. Messbreite 25 cm, Messtiefe 6 cm.<br />

(Die Farbe der Konturenlehre ist variabel)<br />

+


EDITORIAL<br />

WERDEN WIR<br />

AUSGEBREMST?<br />

Die nächsten Jahre erwarten wir enorme technologische Veränderungen,<br />

alleine durch die Digitalisierung. Denn sie macht technische Produkte<br />

nicht nur intelligenter und funktionaler, sie erhöht auch das Innovationstempo.<br />

Es ist daher wichtig, kreativen Köpfen, die mit Neugier und<br />

Wissen Ideen zu marktreifen Lösungen entwickeln, gestalterische<br />

Freiräume zu lassen. Doch diese Freiräume sehen gerade viele mittelständische<br />

Industrieunternehmen bedroht. Denn Deutschland befindet<br />

sich strukturell in einer Sackgasse. Immer mehr Bürokratie, neue Gesetze,<br />

fehlende Aufträge und dadurch Produktionsdrosselung und Kurzarbeit<br />

sind keine positiven Signale, die<br />

KREATIVE KÖPFE<br />

KÖNNEN GROSSES<br />

BEWIRKEN<br />

kreatives Gedankengut fördern. Hinzu<br />

kommt die fehlende Investionsbereitschaft.<br />

Kaum verwunderlich also, dass<br />

die Ergebnisse der Mitte September<br />

veröffentlichten Studie „Transformationspfade“,<br />

die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bei der<br />

Strategie beratung Boston Consulting Group (BCG) und dem Institut der<br />

deutschen Wirtschaft (IW) beauftragt hat, ernüchternd ausgefallen sind.<br />

Dabei gibt es insbesondere in der industriellen Automatisierung eine<br />

Menge Potenzial. So lassen sich mit IO-Link umfangreiche Daten in<br />

industriellen Anwendungen erfassen und analysieren und damit zahlreiche<br />

fortschrittliche Automatisierungskonzepte umsetzen (Seite 24).<br />

Auch modernste Machine-Vision-Lösungen ermöglichen neue Anwendungen,<br />

beispielsweise in der Textilsortierung (Seite 44). Schätzungen<br />

gehen davon aus, dass derzeit weniger als ein Prozent der Textilien<br />

recycelt werden. Ein erheblicher Teil der Textilabfälle landet weiterhin auf<br />

Mülldeponien. Es gibt also viele gute Gründe, in Automatisierung zu investieren<br />

und die Voraussetzungen zu schaffen, dass deutsche Industrieunternehmen<br />

und Innovatoren ihre Entfaltungs- und Wachstumsräume<br />

nutzen können, statt sich durch Hindernisse ausbremsen zu lassen.<br />

NEU<br />

optoNCDT 1x20<br />

Mehr Präzision.<br />

Smarte Laser-Sensoren<br />

• Ideal zur präzisen Abstandsmessung<br />

• Hohe Messrate 8 kHz für schnelle<br />

Prozesse<br />

• Optimales Preis-Leistungs-Verhältnis<br />

für den Serieneinsatz und OEM<br />

• Kompakte & robuste Bauform IP67<br />

zur Integration in beengte Bauräume<br />

• Messbereiche bis 500 mm<br />

Bauteil-Prüfung<br />

Industrie-Druck<br />

Eine inspirierende Lektüre<br />

wünscht Ihnen<br />

Nicole Steinicke<br />

Chefredakteurin<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

Schnelle<br />

Anwesenheitsprüfung<br />

Testen Sie uns<br />

optoNCDT 1220<br />

470,- EUR<br />

Elektronik-Produktion<br />

Tel. +49 8542 1680<br />

micro-epsilon.de/opto


16<br />

EDITORIAL<br />

03 Werden wir ausgebremst?<br />

SZENE<br />

06 News und Trends, Messe-Vorschau<br />

und Personalien<br />

10 IM DIALOG<br />

Warum wir heute nicht mehr ohne<br />

Branchen-Know-how auskommen –<br />

ein Gespräch mit Guy Beaho,<br />

Automatisierungsexperte bei Jumo<br />

12 RFID-Systeme für den flexiblen Einsatz:<br />

welche Technologie sich eignet und wie sich<br />

das Beste aus zwei Welten kombinieren lässt<br />

14 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

Frank Behnke,<br />

Head of<br />

Information<br />

Systems bei<br />

Hilscher<br />

Anzeige: RK Rose+Krieger GmbH, Minden<br />

ANZEIGE<br />

BEILAGE<br />

Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine<br />

Beilage der MEORGA GmbH, Dillingen.<br />

TITEL<br />

30<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

08 Serie zu Cybersicherheit – Teil 2/3<br />

Cyber Resilience umsetzen<br />

16 IM DIALOG<br />

Industrielle Kommunikation – aber sicher!<br />

20 Sortierprozesse flexibel und automatisiert mit<br />

ASi-5 gestalten<br />

23 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

24 Sichere Feldgeräte mit IO-Link Safety effizient<br />

integrieren<br />

28 3 FRAGEN AN Jochen Gengenbach,<br />

Produktmanager ADS-TEC Industrial IT in<br />

Nürtingen, über den Weg zur Industrie 4.0<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

30 TITELSTORY Lineartechnik für<br />

Positionier- und Handlingaufgaben<br />

34 Recycling-Energieketten für mehr<br />

Nachhaltigkeit im Maschinenbau<br />

36 Motion Control neu gedacht<br />

37 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

<br />

Mit der passenden Lineartechnik vollbringen<br />

Handlingportale höchste Performance<br />

4 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


46<br />

SONDERTEIL INDUSTRIAL VISION<br />

40 IM FOKUS News & Trends aus<br />

der industriellen Bildverarbeitung<br />

42 2D, 3D und KI – alles in einem smarten,<br />

flexiblen Bildverarbeitungssystem<br />

44 Recycling statt Wegwerf-Mentalität<br />

46 Wie KI-basierte Bildgebung subtile Defekte<br />

genau erkennen kann<br />

49 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

50 Impressum<br />

51 Vorschau 06/<strong>2024</strong><br />

INNENTITEL<br />

39<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/xx 5


NEWS & TRENDS<br />

Termin<br />

MOTEK <strong>2024</strong><br />

Unternehmen stehen vor<br />

großen Aufgaben – Effizienz,<br />

Wirtschaftlichkeit, Ressourcenschonung,<br />

Fachkräftemangel.<br />

Auf der Branchenplattform<br />

Motek/Bondexpo<br />

vom 8. bis 11. Oktober <strong>2024</strong> in Stuttgart geht<br />

es um neue und umsetzbare Wege und um die<br />

Rolle der Digitalisierung, KI und Vernetzung.<br />

www.motek-messe.de<br />

IFM MIT NEUER ZUSAMMENSETZUNG<br />

DES VORSTANDS<br />

Nach dem Ausscheiden von Dr. Thomas May zum<br />

30. Juni <strong>2024</strong> in den wohlverdienten Ruhestand ist nun<br />

der Vorstand der ifm-Unternehmensgruppe erstmals in<br />

seiner neuen Zusammensetzung zusammengetreten.<br />

Martin Buck, co-CEO der ifm-Unternehmensgruppe:<br />

„Mit der neuen Zusammensetzung im Vorstand, der die<br />

zukünftigen Herausforderungen adressiert, sehen wir<br />

uns gut für die Zukunft aufgestellt.“ Der aktuelle<br />

Vorstand besteht seit 1. Juli <strong>2024</strong> aus: Benno Kathan,<br />

Martin Buck, Michael Marhofer, Dr. Dirk Kristes,<br />

Christoph von Rosenberg (v.l.n.r.). ifm ist spezialisiert<br />

auf Sensoren, Steuerungen, Software und Systeme für<br />

die industrielle Automatisierung sowie für SAP-basierte<br />

Lösungen für Supply Chain Management und Shop<br />

Floor Integration.<br />

www.ifm.com<br />

BALLUFF BAUT GESCHÄFTSBEREICH<br />

CUSTOM DESIGN & ENGINEERING AUS<br />

Mit Custom Design<br />

& Engineering<br />

(CDE) baut der<br />

Sensor- und<br />

Automatisierungsspezialist<br />

Balluff<br />

sein Angebotsspektrum<br />

im<br />

Bereich Kameratechnik<br />

und<br />

Sensorik weiter<br />

aus. Damit werden<br />

nicht nur kundenspezifische Entwicklungen aus einer<br />

Hand angeboten, sondern auch eine ganzheitliche<br />

Projekt begleitung über den gesamten Produktlebenszyklus<br />

hinweg. Zum Einsatz kommt CDE vor allem bei<br />

anspruchsvollen Anwendungsfeldern mit einem hohen<br />

Engineering-Bedarf wie in den Bereichen Semiconductor<br />

und Life-Science sowie in der Medizintechnik. Denn<br />

hier können Standardprodukte die Bedingungen und<br />

strengen Prüfkriterien oftmals nicht erfüllen.<br />

www.balluff.com<br />

SPS KEHRT 2025 AUF URSPRÜNGLICHEN<br />

TERMIN ZURÜCK<br />

Nach drei Jahren<br />

coronabedingter<br />

Verschiebung kehrt<br />

die führende<br />

Fachmesse für<br />

smarte und digitale<br />

Automation SPS<br />

– Smart Production<br />

Solutions 2025 auf<br />

den angestammten<br />

Termin Ende<br />

November zurück. Die Termine bis 2027 wurden vom<br />

Veranstalter ebenfalls schon veröffentlicht und liegen<br />

gleichermaßen Ende November. In diesem Jahr findet<br />

die SPS <strong>2024</strong> vom 12. – 14. November statt.<br />

www.mesago.com<br />

VDMA-STUDIE: DEUTSCHLAND BLEIBT BESTER F&E-STANDORT<br />

In der Rangliste der attraktivsten Forschungsstandorte<br />

belegt Deutschland nach Ansicht von Unternehmen aus dem<br />

Maschinen- und Anlagenbau den ersten Platz. Besonders<br />

positiv werden die Leistungsstärke der Ingenieurwissenschaften,<br />

das Hochschul- und Wissenschaftssystem sowie<br />

FuE-Kooperationen mit anderen Unternehmen bewertet.<br />

Dies sind die zentralen Ergebnisse der neuen Umfrage zu<br />

Forschung und Innovation des VDMA, an der sich knapp<br />

400 Unternehmen beteiligt haben. Auf Rang zwei der<br />

attraktiv sten FuE-Standorte folgen die USA. Den letzten<br />

Platz der 13 Länder im Vergleich belegt China. Grafik: VDMA<br />

www.vdma.org<br />

6 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


NEWS & TRENDS<br />

„Die Transformationspfade-Studie ist ein<br />

lauter Weckruf der Industrie. Das Risiko<br />

einer De-Industrialisierung durch die stille<br />

Abwanderung und Aufgabe gerade vieler<br />

Mittelständler nimmt kontinuierlich zu.<br />

Die Politik muss daher ihre industriepolitische<br />

Agenda neu ausrichten.“<br />

Siegfried Russwurm, Präsident BDI<br />

WIBU-SYSTEMS SCHÜTTET<br />

1,5 MILLIONEN EURO AUS<br />

Wibu-Systems, weltweit bekannter<br />

Anbieter für Softwareschutz,<br />

Lizenzierung und Security, war auch<br />

im krisengeplagten Jahr 2023<br />

außerordentlich erfolgreich. Zu<br />

verdanken ist dies dem Bekenntnis<br />

zum Qualitätsstandard „Made in<br />

Germany“, dem umsichtigen Management kritischer Lieferketten, dem Erfolg<br />

auf dem chinesischen Markt und der anhaltenden Innovationskraft des<br />

Unternehmens. Wibu-Systems würdigte diesen Erfolg mit einer Rekordprämie<br />

von 1,5 Millionen Euro für die festangestellten Mitarbeiter in der<br />

Firmenzentrale und beweist damit Stärke und Qualität in einem schwierigen<br />

wirtschaftlichen Klima.<br />

www.wibu.com<br />

28 %<br />

Im zweiten Quartal <strong>2024</strong> sank<br />

der Auftragseingang der deutschen<br />

Werkzeugmaschinenindustrie<br />

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum<br />

um 28 Prozent.<br />

Damit ist das Auftragsvolumen<br />

das niedrigste seit dem<br />

Abschlussquartal 2020.<br />

Quelle: VDW<br />

52 %<br />

Allein die Installation von<br />

290.258 Industrierobotern im<br />

Jahr 2022 entspricht einem<br />

Weltmarktanteil Chinas von<br />

52 %. Damit ist China mit Abstand<br />

das Land mit dem größten<br />

Robotermarkt weltweit. Diese<br />

Strategie soll in den nächsten<br />

Jahren fortgesetzt werden.<br />

Quelle: IFR<br />

SICK UND ENDRESS+HAUSER BÜNDELN AKTIVITÄTEN<br />

Das deutsche Sensorunternehmen Sick und der Schweizer Mess- und Automatisierungs<br />

technik-Spezialist Endress+Hauser haben eine strategische Partnerschaft geschlossen.<br />

Endress+Hauser übernimmt weltweit Vertrieb und Service der Prozessanalysatoren und<br />

Gas-Durchflussmessgeräte von Sick. Closing ist zum Jahreswechsel <strong>2024</strong>/25 geplant.<br />

Bild: Dr. Mats Gökstorp (li.), Vorstandsvorsitzender Sick, Dr. Peter Selders, CEO Endress+Hauser.<br />

www.endress.com<br />

FOKUS KMU: BMWK STARTET „BUNDESFÖRDERUNG INDUSTRIE UND KLIMASCHUTZ (BIK)“<br />

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23. August eine neue Förderrichtlinie ins<br />

Leben gerufen, die mittelständische Industrieunternehmen bei der Dekarbonisierung unterstützen soll: die<br />

„Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK)“. Die neue Richtlinie soll den Mittelstand bei der Reduktion von<br />

CO2-Emissionen gezielt fördern und umfasst ein Finanzvolumen von rund 3,3 Milliarden Euro. Der erste Förderaufruf<br />

startet im September <strong>2024</strong>, und interessierte Unternehmen können dann innerhalb von drei Monaten ihre<br />

Projektanträge einreichen. Unterstützung bei der Beantragung erhalten Interessierte unter anderem von der<br />

Fördermittelberatung EPSA Deutschland. Bild: J-A-Photography – stock.adobe.com<br />

www.epsa-deutschland.de<br />

KI-Vision-Sensoren<br />

Genau. Vielseitig. Intuitiv.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 7


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

ANZEIGE<br />

SERIE ZU CYBERSICHERHEIT – TEIL 2/3<br />

CYBER RESILIENCE UMSETZEN<br />

Die digitale Transformation in der Automatisierungstechnik<br />

bietet enormes Potenzial für Innovationen: Optimierte<br />

Produktionsprozesse, neue Geschäftsmodelle und allgemeine<br />

Kostensenkungen, um nur ein paar zu nennen. Dabei<br />

verschmelzen Informationstechnologien (IT) und operative<br />

Technologien (OT) zunehmend zu einem komplexen Netzwerk<br />

mit durchgehender Konnektivität, das heutzutage von<br />

der Produktionsebene bis zur Cloud reicht. Dabei werden<br />

vermehrt auch digitale Services miteingeschlossen.<br />

Durch die Verschmelzung entsteht eine Vielzahl zusätzlicher<br />

Angriffsvektoren, die Angreifer für böswillige Zwecke<br />

missbrauchen können. „Im günstigsten Fall werden<br />

so Produktionsprozesse lediglich gestört oder kurzzeitig<br />

lahmgelegt“, sagt F rank B ehnke, Head of Product and Information<br />

Security / Product and Cyber Security bei der H ilscher<br />

G esellschaft für Systemautomation mbH. Kritischer wird es,<br />

wenn Anlagen durch Einwirkung von außen Schaden nehmen<br />

oder sogar Menschenleben in Gefahr geraten.<br />

Um die Cybersicherheit in Europa strategisch zu stärken und<br />

strukturell zu verankern, schlug die Europäische Kommission<br />

2022 mit dem Cyber Resilience Act (CRA) eine Verordnung zur<br />

Verbesserung der Cybersicherheit und Cyber-Resilienz in der EU<br />

vor. Inhalt der Verordnung sind gemeinsame Cybersicherheitsstandards<br />

für Produkte mit digitalen Elementen, was sowohl Hardals<br />

auch Software miteinschließt. Die endgültige Veröffentlichung<br />

im Amtsblatt der Europäischen Union und damit das europaweite<br />

Inkrafttreten des CRA wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.<br />

Hohe Relevanz für die Erfüllung des CRA hat die Normenreihe<br />

I EC 62443, „Industrielle Kommunikationsnetze – IT-Sicherheit<br />

für Netze und Systeme“. Diese Norm beschreibt unter anderem<br />

ein System zum Management industrieller IT-Sicherheit und definiert<br />

Vorgaben für Sicherheitsfunktionen von Steuerungs- und<br />

Automatisierungssystemen. Die Zertifizierung nach IEC 62443<br />

erfolgt durch zugelassene Prüfdienstleister wie dem TÜV Rheinland<br />

und wird entsprechend individueller Anforderungen nach<br />

definierten Reifegraden (Maturity Levels) und Security Levels<br />

durchgeführt.<br />

SECURITY IMPLEMENTIEREN<br />

„Wir beschäftigen uns schon lange damit, wie wir unsere Produkte<br />

sicher vor Angriffen schützen können“, erklärt H ilscher-Security-<br />

Experte B ehnke. Sicherheit sei nicht erst zum Thema geworden,<br />

als es erste regulatorische Bestrebungen in dieser Richtung gab,<br />

sondern ist fester Bestandteil einer jeden Produktentwicklung bei<br />

H ilscher.<br />

So enthält beispielsweise der netX90-Kommunikationscontroller<br />

von H ilscher bereits eine Encryption-Accelerator-Einheit, die<br />

alle aktuellen Verschlüsselungsverfahren unterstützt, wie sie vom<br />

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und<br />

der I EC 6 2443, aber auch von den Real-Time-Ethernet-Protokollstandards<br />

grundsätzlich, vorgesehen sind.<br />

Softwareseitig ist die Hilscher Kerntechnologie netX für Security-<br />

Anwendungen ebenso vorbereitet. So enthält die entsprechende<br />

Protokoll-Stack-Erweiterung bereits Mechanismen wie Secure<br />

Boot, Certificate Management und protokollspezifische Datenverschlüsselungsmodelle.<br />

UNTERSTÜTZUNG BEI UMSETZUNG DES CRA<br />

Für Hilscher ist das kein Grund, mit den Vorbereitungen zu warten.<br />

Im Gegenteil: Gemeinsam mit dem TÜV Rheinland als Zertifizierer<br />

und dem Consultant TÜV iSec Rheinland befindet sich<br />

Hilscher mitten in der Umsetzung des CRA und verfügt bereits<br />

über umfassendes Know-how bezüglich der zeitlichen Herausforderungen<br />

und praktischen Auswirkungen von relevanten Zertifizierungsprozessen.<br />

Behnke gibt bekannt: „Wir haben heute<br />

bereits über die Hälfte der notwendigen Vorgänge abgeschlossen,<br />

um uns für das Maturity Level 3 zu qualifizieren.“<br />

Und Anwender aus der Industrie können davon profitieren.<br />

Sollten Sie und Ihre Produkte ebenfalls vom CRA betroffen sein,<br />

bietet Hilscher Ihnen Unterstützung sowie einen Transfer von<br />

Wissen an, welches der Kommunikationsspezialist im Zuge seiner<br />

CRA-Adaption gesammelt hat. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit<br />

Hilscher auf für weitere Informationen.<br />

Bilder: Hilscher / Starcom – stock.adobe.com<br />

www.hilscher.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Hilscher Gesellschaft für<br />

Systemautomation mbH, Rheinstraße 15<br />

65795 Hattersheim (Frankfurt)<br />

Tel. 06190 99 07-0<br />

E-Mail: compliance@hilscher.com<br />

AUTOR<br />

Frank Behnke, Head of Product and<br />

Information Security/Product & Cyber Security<br />

8 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


MSR-SPEZIALMESSE IN BOCHUM<br />

Am 30. Oktober <strong>2024</strong> veranstaltet Meorga im Kongressund<br />

Veranstaltungszentrum Ruhr Congress Bochum die<br />

nächste Fachmesse rund um Mess-, Steuerungs- und<br />

Regeltechnik, Prozessleitsysteme und Automatisierungstechnik.<br />

Rund 150 Fachfirmen präsentieren ihr Leistungsspektrum,<br />

Geräte und Systeme, Engineering- und<br />

Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich der<br />

Automatisierung. Darüber hinaus können sich die<br />

Besucher in praxisnahen Fachvorträgen umfassend über den aktuellen Stand der<br />

MSR-Technik informieren. Im Fokus stehen lösungsorientierte Fachgespräche mit<br />

Experten der Unternehmen und Fachbesucher in einer professionellen und service -<br />

orientierten Messeatmosphäre. Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den<br />

Fachvorträgen sind für Besucher kostenlos und ermöglichen Informationen,<br />

Wissenstransfer und Gespräche ohne Hektik. Nähere Informationen unter<br />

www.meorga.de<br />

ANWENDUNGEN MIT KUNSTSTOFFGLEITLAGERN GESUCHT<br />

Ingenieure aus aller Welt sind eingeladen, sich für den 12. manus award 2025 zu<br />

bewerben. Seit 21 Jahren würdigt igus mit diesem Wettbewerb Anwendungen, die<br />

sich durch den kreativen, mutigen und nachhaltigen Einsatz von Kunststoffgleitlagern<br />

auszeichnen. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von bis zu 5.000 Euro.<br />

Zugelassen sind alle Anwendungen mit Gleitlagern, Lineargleitlagern und Gelenklagern<br />

aus Vollkunststoff oder Kunststoff-Compounds. Es muss mindestens eine<br />

funktionsfähige Version der Vorrichtung<br />

vorhanden sein, an der der technische<br />

Nutzen sowie die ökologischen und<br />

ökonomischen Vorteile der Kunststoffgleitlager<br />

erkennbar sind. Die Teilnahmebedingungen,<br />

das Bewerbungsformular<br />

und ein Überblick über bisherige Gewinner<br />

finden sich unter www.igus.de/manus.<br />

Bewerbungsschluss ist am 17. Januar 2025.<br />

www.igus.de<br />

SCHMERSAL MIT NEUER NIEDERLASSUNG IN VIETNAM<br />

Die Schmersal Gruppe hat in Ho-Chi-Minh-City eine neue Tochtergesellschaft<br />

gegründet, die Schmersal Vietnam Co. Ltd. Country Manager ist Nguyen Huy<br />

Truong. Er verfügt über mehr als 19 Jahre Erfahrung in der Industrieautomation<br />

und im Maschinenbau und arbeitete bei mehreren namhaften internationalen<br />

Herstellern für Automatisierungstechnik. „Die Gründung der neuen Tochtergesellschaft<br />

in Ho-Chi-Minh-Stadt ist für die Schmersal Gruppe ein wichtiger<br />

strategischer Schritt, um ihre Präsenz in Asien weiter auszubauen“, erklärt Uwe<br />

Seeger, Director Middle East, Schmersal Gruppe.<br />

Vietnam ist eine der am schnellsten wachsenden<br />

Volkswirtschaften der Welt und konnte in den<br />

letzten Jahren ein deutliches BIP-Wachstum<br />

verzeichnen. Damit steigt der Bedarf an modernen<br />

Maschinen in der produzierenden Industrie –<br />

und damit auch die Nachfrage nach Lösungen<br />

für die Maschinensicherheit. Ziel ist es daher,<br />

sich als einen der Top-Lieferanten für Komponenten,<br />

Systeme und Lösungen für Maschinensicherheit<br />

zu etablieren. Darüber hinaus werden<br />

auch die Safety Services der Dienstleistungssparte<br />

tec.nicum angeboten.<br />

www.schmersal.com<br />

Vario-X IPC<br />

Solution.<br />

– Offen für die Zukunft<br />

Unsere Steuerungslösung vereint<br />

das Beste aus IPC und CODESYS PLC,<br />

um eine offene und zukunftsorientierte<br />

Automatisierungsplattform<br />

zu schaffen. Durch die Unterstützung<br />

nahezu aller gängigen Netzwerk-<br />

und Kommunikationsprotokollen<br />

öffnen wir die Türen zu<br />

einer neuen Ära der industriellen<br />

Automatisierung.<br />

JETZT EINFACH MACHEN!<br />

vario-x.com/de/ipc


Nicole Steinicke<br />

im Gespräch mit<br />

Dipl.-Ing. Guy Beaho,<br />

Abteilungsleiter globales<br />

Branchenmanagement<br />

bei Jumo in Fulda<br />

WARUM WIR HEUTE NICHT MEHR OHNE BRANCHEN-KNOW-HOW AUSKOMMEN<br />

POTENZIALE NUTZEN<br />

Die Anforderungen im Anlagenbau werden immer spezifischer. Dementsprechend muss<br />

auch das Applikations-Know-how fokussierter werden. Auf dem Weg zu einem führenden<br />

System- und Lösungsanbieter setzt ein Automatisierungsexperte jetzt noch konsequenter<br />

auf ein globales Branchenmanagement. Warum eine derartige Organisationsstruktur<br />

sinnvoll ist, weiß Guy Beaho, Abteilungsleiter globales Branchenmanagement bei Jumo.<br />

NICOLE STEINICKE: Herr Beaho, Sie sind in diesem Jahr als<br />

neuer Abteilungsleiter für das globale Branchenmanagement<br />

im Jumo-Team. Welche Erfahrung aus der Messtechnik-Branche<br />

bringen Sie mit, und wie wichtig ist Markterfahrung generell?<br />

GUY BEAHO: Mit meinen 45 Jahren bringe ich über 20 Jahre<br />

Erfahrung als Ingenieur Elektrotechnik in der Messtechnik mit.<br />

Meine Ausbildung als Elektroingenieur habe ich in Karlsruhe<br />

absolviert, Schwerpunkt Sensorik. Durch meine Berufserfahrung<br />

unter anderem als Product und Sales Manager bei Burster,<br />

einem Hersteller von mechanischen Sensoren und Kalibrierungsgeräten,<br />

sechs Jahre bei HBM als Leiter Business Development<br />

und anschließend weiteren vier Jahren als Business<br />

Unit-Leiter bei Vishay konnte ich umfassende Branchenexpertise<br />

und globale Erfahrung sammeln. Die Märkte waren und sind<br />

meine Kernthemen, die ich für die genannten Unternehmen neu<br />

entwickelt habe. Dazu zählen unter anderem Marine-<br />

Highspeed-Motoren und neue Lösungen im Bereich erneuerbare<br />

Energien. Denn nur wer die Märkte kennt, kann Lösungen<br />

aus der Branche für die Branche entwickeln. Generell heißt dies:<br />

Lücken im eigenen Portfolio zu erkennen und diese mit<br />

geschickter Produktentwicklung zu schließen.<br />

NICOLE STEINICKE: Was bedeutet das für die strategische<br />

Branchen-Ausrichtung von Jumo und vorallem für Kunden?<br />

GUY BEAHO: Wir sind in neun Fokusbranchen tätig. Dazu zählen<br />

Food & Beverage, Wasser und Abwasser, Transportation,<br />

Thermoprozesstechnik, Erneuerbare Energie, Wärmemengenzähler,<br />

Safety, HKL und Distribution. Unsere Aufgabe wird sein,<br />

in diesen unterschied lichen Branchen sicherzustellen, dass wir<br />

nicht nur die passenden Komponenten anbieten, sondern die<br />

applikationsspezifische Systemlösung. Zudem sind wir damit in<br />

der Lage, unser bestehendes Produktportfolio kreativ zu optimieren<br />

und gleichzeitig für Kunden Lösungen zu entwickeln,<br />

die ihre Prozesse noch energieeffizienter unterstützen.<br />

NICOLE STEINICKE: Den Überblick im globalen Umfeld zu<br />

haben ist heute unerlässlich, gleichzeitig aber auch sehr<br />

herausfordernd. Wie bringen Sie technische Fachexpertise,<br />

Kundenbedürfnisse, Wachstum in bestehenden und die<br />

Entwicklung neuer Märkte zusammen?<br />

GUY BEAHO: Man braucht zwei Beine zum Tanzen, beide<br />

müssen harmonieren. Wir denken kurzfristig, mittelfristig und<br />

langfristig. Neben den etablierten neun Fokusbranchen gilt es,<br />

auch Potenzial in anderen Branchen frühzeitig zu erkennen: für<br />

die Erschließung neuer Märkte braucht es eine Strategie sowie<br />

einen engen Schulterschluss mit Sales. Dazu beobachten wir<br />

internationale Märkte wie die USA, China und Indien. Bestehende<br />

Lösungen lassen sich adaptieren, manche müssen durch<br />

10 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


IM DIALOG<br />

Branchenexpertise beispielsweise in der<br />

Lebensmittelindustrie ist heute essenziell,<br />

um Anlagen und Komponenten spezifisch<br />

darauf abstimmen zu können<br />

landesspezifische Vorgaben beispielsweise in der<br />

mechanischen Anschlusstechnik angepasst werden.<br />

Auch die Kommunikationsprotokolle sind spezifisch.<br />

Nur wenn wir die jeweiligen Vorschriften und den<br />

Bedarf kennen, können wir in neuen Märkten wachsen. Das ist<br />

unser Ziel und darauf arbeiten wir konsequent hin.<br />

NICOLE STEINICKE: In welchen Bereichen sehen Sie das<br />

größte Wachstumspotenzial?<br />

GUY BEAHO: Wir richten den Blick stets von innen nach außen.<br />

Wir sind stark in Brauereien vertreten und halten im Segment<br />

Thermoprozess einen Marktanteil von rund 85 Prozent. Stärker<br />

wachsen wollen wir international im Bereich der Megatrends<br />

und der zukunftsfähigen Industrien. Hier sehen wir noch viel<br />

Potenzial. Sehr gut vertreten sind wir zudem im Bereich Rail,<br />

aber nicht im Schiffbau. Es gibt also noch Luft nach oben.<br />

NICOLE STEINICKE: Um zu wachsen, muss nicht nur etablierte<br />

Technik stetig an neue Anforderungen angepasst und<br />

optimiert werden. Sondern es braucht auch neue Lösungen.<br />

Wie bringen Sie Produkt-Know-how und Branchenkenntnis<br />

zusammen, um für Kunden das beste Ergebnis zu erzielen?<br />

GUY BEAHO: Jumo ist seit 76 Jahren nah am Kunden, hat umfassende<br />

Produktkenntnisse und ein tiefes technisches Know-how.<br />

Viele vom Kunden initiierte Lösungen haben wir zum Nutzen<br />

der Kunden mit hohem Praxisvorteil umgesetzt. Zudem betrachten<br />

wir die Mess- und Regeltechnik ganzheitlich. Denn der Kunde<br />

braucht nicht nur den Sensor, er braucht die Messwerte, Cloud-<br />

Connectivity und eine Datenanalyse, die Optimierungspotenzial<br />

aufzeigt. Dann funktioniert auch sein Geschäftsmodell.<br />

NICOLE STEINICKE: Messtechnische Aufgaben müssen häufig<br />

individuell gelöst werden. Was ist besser – maßgeschneidertes<br />

Engineering oder die Lösung aus dem Baukasten?<br />

GUY BEAHO: Wichtig ist der umfassende Überblick über relevante<br />

Märkte. Wir müssen aber auch zukünftige, neue Anwendungsfelder<br />

im Auge behalten. Denn nur so können wir dem Kunden<br />

die beste Lösung anbieten. In beiden Fällen sind Sensoren Mittel<br />

zum Zweck, daher ist mein Credo: „Daten, Daten, Daten. Der<br />

Kunde braucht Daten, nicht nur Messsensoren.“<br />

NICOLE STEINICKE: Branchen-Management bedeutet also<br />

viel mehr, als Bestehendes gut zu machen. Es geht genauso<br />

um den Blick über den Tellerrand. Wie möchten Sie Ideen und<br />

Kreativität in Ihrem Team fördern?<br />

GUY BEAHO: Meine Empfehlung: Wir müssen mit offenen Augen<br />

und Ohren durch die Welt gehen und bereit sein, gewohnte<br />

Pfade zu verlassen. Wir müssen „Out of the box“ denken. In<br />

meinem Team gibt es daher regelmäßige Runden, die einen<br />

Austausch über neue Erfahrungen und Möglichkeiten erlauben.<br />

Erst kürzlich waren Jumo-Kollegen zu einem längeren Aufenthalt<br />

in China und haben sich über Chancen bei der Bahnindustrie<br />

informiert. Bei Jumo pflegen wir eine sehr offene und konstruktive<br />

Kommunikation untereinander, lassen uns kreative Freiräume<br />

und schaffen damit die Voraussetzung sowohl für das<br />

eigene Unternehmen als auch für Kunden Neues zu entwickeln,<br />

etablierte Branchen als auch Zukunftsmärkte gleichermaßen<br />

auszubauen. Und für jeden Mitarbeiter geht damit eine höhere<br />

Zufriedenheit einher, da er sich mit seinen Ideen gewinnbringend<br />

einbringen darf.<br />

Ich wünsche Ihnen noch nachträglich einen guten Start im<br />

Jumo-Team und alles Gute für Ihre besonderen Aufgaben im<br />

Rahmen Ihres Branchenmanagements.<br />

DAS INTERVIEW FÜHRTE DIPL.-ING. NICOLE STEINICKE,<br />

CHEFREDAKTEURIN <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

Bilder: Aufmacher Jumo, sonst. hedgehog94 – stock.adobe.com<br />

www.jumo.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

JUMO GmbH & Co. KG<br />

Moritz-Juchheim-Straße 1, 36039 Fulda<br />

Tel. 0661 6003-0<br />

AUTORIN<br />

Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

Chefredakteurin Industrielle Automation<br />

Die kompakteste<br />

Motor Feedback Lösung<br />

von Hengstler<br />

ACURO ® AD37<br />

Jetzt auch mit 1:3<br />

Konus erhältlich<br />

für Safety-Anwendung mit hohen Drehzahlen und hohen<br />

Übertragungsraten auch bei Einkabellösungen (Single Cable)<br />

Geringe Bautiefe und sehr hohe Genauigkeit<br />

Hohe Robustheit, sehr gute thermische Beständigkeit<br />

HENGSTLER GMBH | Uhlandstr. 49 | 78554 Aldingen | info@hengstler.com | www.hengstler.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 11


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Die neuen<br />

RFID-Schreib-/<br />

Lesegeräte bieten<br />

zuverlässige<br />

Rückverfolgbarkeit<br />

im Prozess, zum<br />

Beispiel in der<br />

Batteriefertigung<br />

HF RFID-SYSTEME FÜR DEN<br />

FLEXIBLEN EINSATZ IN DER INDUSTRIE<br />

FLIESSENDER ÜBERGANG<br />

Identifikationstechnologien wie RFID bieten im Umfeld einer Industrie 4.0 vielfältige<br />

Optimierungsmöglichkeiten: von Kostensenkung über Qualitätssteigerung bis hin<br />

zu mehr Transparenz entlang der Wertschöpfungskette. Doch welche Identtechnik<br />

ist für eine Anwendung geeignet? Der Beitrag beschreibt die Vorteile und Grenzen<br />

von HF- und UHF-Systemen und stellt eine neue Serie RFID-Schreib-/Lesegeräte vor,<br />

die dem Anwender größtmögliche Flexibilität und Freiheit geben.<br />

Dank Industrie 4.0 kommen Identifikationstechnologien<br />

und insbesondere RFID in zahlreichen Anwendungen<br />

zum Einsatz – von der Produktion bis hin zur Logistik<br />

und sorgen hier für zuverlässige, transparente Prozesse.<br />

In der Automation spielt die „Radio Frequency Identification“<br />

(RFID) eine ganz entscheidende Rolle. Die Technologie nutzt<br />

Funkwellen, um Objekte automatisch und berührungslos zu<br />

identifizieren. Als Datenspeicher dienen dabei Transponder. Sie<br />

übermitteln Informationen zu Waren, Gütern oder Personen und<br />

ermöglichen so die optimale Verknüpfung von Daten- und<br />

Material fluss. Da mittels Transponder alle prozessrelevanten Informationen<br />

dezentral am Objekt hinterlegt werden, ist eine<br />

objekt bezogene Produktionssteuerung möglich. Moderne Track-<br />

and-Trace-Anwendungen erlauben dabei die eindeutige Zuordnung<br />

und Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen und Produkten. So<br />

können Prozessabläufe dank RFID noch transparenter, schneller<br />

und auch deutlich effizienter gestaltet werden.<br />

VORTEILE VERSCHIEDENER TECHNOLOGIEN<br />

SINNVOLL EINSETZEN<br />

Die Wahl der geeigneten RFID-Technologie hängt hierbei oftmals<br />

von den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung<br />

ab. Während sich Ultrahochfrequenz (UHF) RFID Systeme üblicherweise<br />

besonders für Anwendungen mit großer Reichweite,<br />

hohen Geschwindigkeiten oder mehreren zu lesenden Transpon-<br />

12 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


dern eignet, werden Hochfrequenz (HF) RFID<br />

Systeme besonders in Anwendungen eingesetzt,<br />

bei denen eine hohe Präzision über kürzere<br />

Entfernungen erforderlich ist. Darüber<br />

hinaus eignen sich HF Systeme auf Grund ihrer<br />

geringeren Störungsanfälligkeit gegenüber Metallen<br />

oder Flüssigkeiten auch für Umgebungen<br />

mit diesen Elementen. Mit den neuen RFID-<br />

Schreib-/Lesegeräten IQH3-FP-V1 und IQT3-<br />

FP-IO-V1 von Pepperl+Fuchs wird der Übergang<br />

zwischen HF und UHF nun noch fließender,<br />

da die Schreib-/Lesegeräte die Vorteile von<br />

HF RFID mit einem größeren Erfassungsbereich<br />

sowie weiteren hilfreichen Zusatzfunktionen<br />

kombinieren und dem Anwender hiermit<br />

die größtmögliche Flexibilität und Freiheit<br />

bei der Anpassung der RFID-Schreib-/Lesegeräte<br />

an die zu lösende Applikation geben.<br />

STÖRSICHERE LESEERGEBNISSE<br />

FÜR NAHFELDANWENDUNGEN<br />

Die Schreib-/Lesegeräte IQH3-FP-V1 und<br />

IQT3-FP-IO-V1 erweitern das RFID-Portfolio<br />

von Pepperl+Fuchs. Basierend auf der bewährten<br />

und nach ISO 15693 weltweit standardisierten<br />

HF Technologie (13,56 MHz) verfügen<br />

die hochleistungsfähigen Schreib-/Lesegeräte<br />

über einen Er fassungsbereich von bis zu 30 cm.<br />

IO-LINK ERMÖGLICHT<br />

EINE EINFACHE<br />

UND SCHNELLE<br />

INBETRIEBNAHME<br />

Neben dem erweiterten, einstellbaren Erfassungsbereich<br />

können bis zu 20 RFID-Transponder<br />

mit einem einzigen Lesevorgang erfasst<br />

werden. Hierdurch lassen sich Applikationen<br />

lösen, die bis dato vor allem UHF vorenthalten<br />

waren.<br />

Ebenfalls zeichnen sich die RFID-Schreib-/<br />

Lesegeräte in Prozesssicherheit aus. Durch die<br />

automatische Prüfung der eigenen Resonanzfrequenz<br />

sind die Geräte in der Lage, sich automatisch<br />

auf Störeinflüsse – bedingt durch die<br />

Einbausituation, umgebende Materialien oder<br />

interferierende Strahlung – anzupassen und die<br />

Erfassungsleistung aufrecht zu halten. Hierdurch<br />

liefern die Schreib-/Lesegräte zuverlässige<br />

und störsichere Lese ergebnisse für alle<br />

Nahfeldanwendungen. Durch die Ausgabe von<br />

RSSI Werten (Received Signal Strength Indicator)<br />

können zudem defekte Transponder frühzeitig<br />

erkannt und aus dem Prozess geschleust<br />

werden. Diese Form des Condition Monitorings<br />

hilft dabei, zeit- und kostenintensive Abweichungen<br />

und Stillstände bereits vor Entstehen<br />

zu vermeiden. Etwaige Störungen und Fehler<br />

werden zudem über eine rote Status-LED am<br />

Gerät klar erkennbar visualisiert, beziehungsweise<br />

sind über detaillierte Störmeldungen genauer<br />

nachvollziehbar.<br />

BEISPIEL BATTERIEFERTIGUNG<br />

Ein typisches Einsatzgebiet ist die Batteriefertigung,<br />

bei der ein zentraler Aspekt die Rückverfolgbarkeit<br />

der einzelnen Komponenten ist.<br />

Hier kommen RFID-Schreib-/Lesegeräte ins<br />

Spiel, die es ermöglichen, jede Batterie und<br />

ihre Bestandteile präzise zu identifizieren und<br />

zu verfolgen. Durch die Integration der RFID-<br />

Transponder in die Batterien und die Verwendung<br />

der Schreib-/Lesegeräte können Hersteller<br />

den gesamten Produktionsprozess lückenlos<br />

überwachen. Dadurch soll nicht nur sichergestellt<br />

werden, dass jede Batterie den<br />

Qualitätsstandards entspricht, sondern auch<br />

eine schnelle Identifizierung von Fehlern oder<br />

Problemen im Fertigungsprozess ermöglicht<br />

werden.<br />

NAHTLOSE INTEGRATION ÜBER<br />

IO-LINK ODER IDENTCONTROL<br />

Liegt der Fokus des Anwenders auf der Umsetzung<br />

einfacher Applikationen, bei denen nur<br />

wenige Daten gelesen bzw. geschrieben werden<br />

müssen, stellen die Geräte vom Typ IQT3-FP-<br />

IO-V1 eine ideale Lösung dar. Diese lassen sich<br />

über die IO-Link Schnittstelle und einen IO-<br />

Link-Master integrieren. Geräte vom Typ IQH3-<br />

FP-V1 verfügen dagegen über eine Schnittstelle<br />

zur Anbindung an die IDENTControl Auswerteeinheiten<br />

von Pepperl+Fuchs. Diese leistungsstarke<br />

und robuste Kombination mit erhöhtem<br />

EMV-Schutz eignet sich für komplexere Applikationen,<br />

bei denen beispielsweise mehrere benachbarte<br />

RFID-Schreib-/Lesegeräte im Multiplex-Modus<br />

betrieben werden sollen.<br />

Pepperl+Fuchs bietet mit seinen RFID-<br />

Lösungen für zahlreiche Anwendungen das<br />

passende Produkt. Verfügbar sind Schreib-/<br />

Lesegeräte in allen gängigen RFID Frequenzbereichen<br />

(LF, HF und UHF) und unterschiedlichen<br />

Bauformen, robuste RFID-Transponder<br />

für industrielle Anwendungen und passende<br />

Komponenten für die industrielle Kommunikation<br />

– von IDENTControl Auswerteeinheiten<br />

zur Vorverarbeitung und Weiterleitung der Daten<br />

an Profinet, EtherNet/IP, EtherCAT sowie<br />

einer Vielzahl weiterer industrieller Bussysteme<br />

bis hin zu multiprotokollfähigen IO-Link-<br />

Mastern oder Ethernet-Switches.<br />

Bilder: Pepperl+Fuchs<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Pepperl+Fuchs SE<br />

Lilienthalstraße 200, 68307 Mannheim<br />

AUTOR<br />

Simon Wagner, Pepperl+Fuchs<br />

Das Nächste<br />

Level in<br />

3D-Messung<br />

und Inspektion<br />

4000 Serie<br />

Smarte koaxial konfokale<br />

3D-Liniensensoren<br />

Hohe<br />

Auflösung und<br />

Geschwindigkeit<br />

Hervorragender<br />

Winkelbereich<br />

Schattenfreies<br />

Scannen<br />

Maximale<br />

Vielseitigkeit<br />

Scannen zum Erkunden


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

TOOLBOX FÜR PRÄZISE<br />

KANTENMESSUNG<br />

Baumer stellt die Neuentwicklungen OE60 und OE40<br />

der Toolbox für die automatisierte Kantenmessung vor.<br />

Der OE60 ermöglicht Messungen mit einer Wiederholpräzision<br />

von 1 µm bei einem Abstand bis 100 mm.<br />

Gemeinsam mit dem einfach integrierbaren Kantensensor<br />

OE40 und den smarten 2D-Profilsensoren der<br />

OX-Serie deckt<br />

das erweiterte<br />

Baumer-Portfolio<br />

zahlreiche<br />

Anwendungsfälle<br />

ab. Die neue<br />

Baumer-Toolbox<br />

für präzise<br />

Kantenmessung bietet für verschiedene Präzisionslevel<br />

und Einbausituationen passgenaue Lösungen. Die<br />

2D-Profilsensoren der OX-Serie können im Auflichtverfahren<br />

Kanten und Stufen erkennen. Der OE40 steckt in<br />

einem kompakten Gehäuse mit Reflektorbügel und ist<br />

die Plug-and-Play-Option mit Durchlichtmessung. Der<br />

OE60 arbeitet im Sender- und Empfängerprinzip mit<br />

bis zu 300 mm Abstand zwischen den Sensorköpfen.<br />

Sie lassen sich als Stand-alone-Gerät ohne Controllereinheit<br />

betreiben, da die Sensorköpfe über das standardisierte<br />

Modbus-RTU-Protokoll direkt in die Steuerung<br />

integriert werden können.<br />

www.baumer.com<br />

TAUPUNKTMESSUNG TO GO<br />

Das Easidew PDP Dryer Portable<br />

Hygrometer von Michell Instruments<br />

überwacht und protokolliert<br />

wichtige Parameter wie<br />

Taupunkt, Druck und Temperatur<br />

in Echtzeit. Das nach ISO 8573-1<br />

druckluftqualitätskonforme Hygrometer<br />

ist in einem stabilen<br />

Transportkoffer untergebracht und<br />

ermöglicht Service- und Wartungstechnikern<br />

die schnelle und sichere<br />

Bestimmung des Feuchtigkeitsgehalts<br />

vor Ort. Das nur 3,6 kg<br />

schwere Gerät verfügt über einen Farb-Touchscreen mit einer<br />

intuitiven Bedieneroberfläche, einen langlebigen Akku und<br />

standardmäßige USB-C-Konnektivität. In dem 275 mm ×<br />

125 mm × 250 mm großen, IP65-geschützten Tragekoffer ist<br />

ein vollständig geschlossenes System zur Probennahme aus<br />

Edelstahl mit Drucksensor, Anschlüssen mit fester Blende für<br />

die Durchflusskontrolle und Filtration mit einer Standard-<br />

Drop-in-Patrone integriert. Die Rohrleitungen und Anschlüsse<br />

im Inneren sind aus Edelstahl. Das Gerät ermöglicht die<br />

mobile Messung und Speicherung der wichtigsten Messwerte<br />

für die Gasqualität bei einem Druck von bis zu 20 bar. Es<br />

erfasst Taupunkte zwischen -100 und 60 °CTd mit einer<br />

Genauigkeit ±2 °Cdp bei Umgebungs- oder Prozesstemperaturen<br />

von -20 bis 50 °C.<br />

www.processsensing.com<br />

GENAU, MODULAR, ROBUST<br />

Hohe Messgenauigkeit, modularer Aufbau und IIoT-Fähigkeit – Wika ergänzt sein smartes Sensorik-Portfolio für Lüftungsund<br />

Klimaanlagen von öffentlich und kommerziell genutzten Gebäuden mit drei weiteren Messgeräten. Die Modelle<br />

A2G-500, A2G-520 und A2G-540 lassen sich in neue sowie bestehende raumlufttechnische (RLT-)Anlagen einfach integrieren.<br />

Der A2G-500 misst Differenzdruck, Relativdruck und Vakuum mit einer Messgenauigkeit von ±0,5 %. Der A2G-520<br />

eignet sich für Ventilatoren, wo er die Druckdifferenz misst und anhand eines Kalibrierfaktors<br />

präzise den Volumenstrom berechnet und regelt. Der Nutzer kann die neuen<br />

Geräte über ein analoges oder digitales Signal sowie per Funk (LoRaWAN) in Steuer- und<br />

Regelsysteme oder eine IIoT-Cloud-Umgebung einbinden. Der modulare Aufbau erlaubt<br />

es Anwendern, die Funktionalität durch zusätzliche Optionen wie etwa Display, Relais<br />

oder zusätzliche Ein- und Ausgänge bedarfsgerecht zu erweitern. Inbetriebnahme und<br />

Bedienung mit der Wika-App sind einfach und nutzerfreundlich. Die wetterfesten<br />

Mitglieder der A2G-Familie sind robust und mit automatischer Nullpunkteinstellung<br />

sogar wartungsfrei. Kritische Anlagenzustände macht die Ampelfunktion der Anzeige<br />

auf einen Blick sichtbar.<br />

www.wika.de<br />

14 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

OPTOELEKTRONISCHE<br />

SENSOREN MIT IO-LINK<br />

Mit einer neuen Generation<br />

überarbeitet Balluff eine seiner<br />

Familien optoelektronischer<br />

Sensoren. Erhältlich ist die<br />

gesamte Baureihe BOS 6K jetzt<br />

auch mit IO-Link. Zusätzlich zu<br />

den üblichen Varianten mit<br />

Rotlicht und Laser stehen die<br />

Sensoren nun auch mit Blaulicht und Time-of-Flight (TOF)<br />

sowie als Kontrastsensoren zur Verfügung. Optoelektronische<br />

Sensoren erkennen zuverlässig Objekte und prüfen deren<br />

Form, Kontrast, Abstand oder Dicke. Mit ihrer hohen Genauigkeit<br />

und ihrem – im Vergleich zu induktiven oder kapazitiven<br />

Näherungsschaltern – wesentlich größeren Erfassungsbereich<br />

gelten sie als „Adlerauge“ unter den Sensoren. Zum<br />

Einsatz kommt die BOS 6K New Generation in verschiedenen<br />

Automatisierungs-Anwendungen wie zum Beispiel der<br />

Abstandserfassung oder der Erkennung und Positionierung<br />

verschiedener Objekte. So bietet die TOF-Ausführung trotz<br />

des kleinen Gehäuses eine sehr große Reichweite und eine<br />

präzise Erfassung; die Blaulicht-Version eignet sich besonders<br />

für dunkle, glänzende oder transparente Objekte. Die<br />

Varianten zur Kontrasterkennung sollen auch in schnellen<br />

und schwierigen Prozessen zuverlässig sein. Als erste<br />

optoelektronische Baureihe von Balluff ist die gesamte BOS<br />

6K New Generation auch mit dem Kommunikationsstandard<br />

IO-Link erhältlich und ist mit den Schutzklassen IP67 sowie<br />

IP69 sehr robust.<br />

www.balluff.com<br />

MESSTECHNIK-SUCHANFRAGEN<br />

IM HANDUMDREHEN GELÖST<br />

Die Suche nach dem passenden Mess- und Prüfgerät kann<br />

eine Herausforderung sein. Delphin präsentiert für Messtechnik-Suchanfragen<br />

einen neuen Online-Filter, mit dem<br />

sich die angezeigten Produkte eingrenzen lassen. Der Anwender<br />

hat die Möglichkeit, die gewünschten Parameter wie<br />

Kanalanzahl, Abtastrate oder Schnittstellen einzugeben und<br />

sich die passende<br />

Lösung anzeigen<br />

zu lassen. So<br />

findet er im<br />

Handumdrehen<br />

das passende<br />

Mess- und<br />

Prüfgerät für seine<br />

Anforderungen.<br />

Durch die gezielte<br />

Suche kann er Zeit und Aufwand bei der Auswahl der richtigen<br />

Erfassungs-Hardware sparen und sicher sein, dass das<br />

aus gewählte Gerät zu seiner Anwendung passt und so<br />

eine präzise Messung ermöglicht. Das neue Tool lässt sich<br />

auch komfortabel auf mobilen Endgeräten bedienen. Der<br />

Anwender kommt also auch von unterwegs mit nur wenigen<br />

Klicks zur passenden Lösung. Der Produktfilter steht<br />

kostenfrei unter www.delphin.de/produktfilter bereit.<br />

www.delphin.de<br />

FLÜSSIGKEITEN UND LECKAGEN IM BLICK<br />

Flüssigkeitsansammlungen infolge von<br />

Undichtigkeiten, Rückstau oder Überflutungen<br />

automatisch erkennen: Der<br />

Flüssigkeitsmelder AFA 11 von Afriso<br />

erfüllt diese Anforderungen. Das System<br />

ist für die Detektion einer Vielzahl von<br />

Flüssigkeiten mit Flammpunkt von über<br />

55 °C geeignet. Für diese Medien kann<br />

das Gerät als Leckanzeigesystem der<br />

Klasse III nach EN 13160-1/-4 sowie als<br />

Sicherheitseinrichtung nach den Arbeitsblättern<br />

DWA-A 791 und DWA-A 779 genutzt werden. Die<br />

Komponente besteht aus einem Signalteil mit Prüf- und<br />

Quittiertaste, einem Relaisausgang sowie der optoelektronischen<br />

Sonde, die im zu überwachenden Bereich an der tiefsten<br />

Stelle montiert wird. So kann ausgelaufene Flüssigkeit zum<br />

Beispiel in Lagerräumen, Domschächten, Auffangräumen oder<br />

dem Brennerraum frühzeitig erfasst werden. Im Fall der Fälle<br />

gibt das Warngerät eine optische und akustische Meldung ab.<br />

Über den potenzialfreien Relaiskontakt ist es möglich, zusätzliche<br />

externe Signalgeber wie Hupen und Warnleuchten oder<br />

die Gebäudeleittechnik anzubinden. Zudem ist AFA 11<br />

EnOcean-ready und lässt sich optional mit dem Funkmodul<br />

TCM 320 in das Afriso-Smart-Home oder andere Smart-Home-<br />

Systeme auf Basis von EnOcean-Funk integrieren.<br />

www.afriso.de<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 15


IM DIALOG<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION – ABER SICHER!<br />

CYBER RESILIENCE ACT: WORUM ES GEHT<br />

UND WAS SIE BEACHTEN MÜSSEN<br />

Die Vernetzung von Geräten, Maschinen und Anlagen nimmt weiter an Fahrt auf.<br />

Aber reichen vorhandene Sicherheitsmaßnahmen aus, um im IIoT gegen Cyberangriffe<br />

gewappnet zu sein? Aktuelle Beispiele aus der Industrie zeigen, dass dies häufig nicht der<br />

Fall ist. Mit dem Cyber Resilience Act hat die Europäische Union als erste Region weltweit<br />

verbindliche Anforderungen an die Cybersicherheit von Produkten definiert. Die Industrie<br />

hat jetzt bis 2027 Zeit, die neuen Anforderungen umzusetzen. Wir sprechen mit dem<br />

Experten Frank Behnke, Head of Information Systems bei Hilscher, worauf Sie achten<br />

sollten, und geben Ihnen konkrete Lösungen an die Hand.<br />

NICOLE STEINICKE: Herr Behnke, die Operational Technology<br />

(OT), also der Produktionsbereich mit seinen Feldgeräten,<br />

Sensoren und Steuerungen, und die Information Technology (IT)<br />

mit ihren Engineering- und Managementsystemen wachsen<br />

immer enger zu einem Netzwerk mit durchgehender Konnektivität<br />

zusammen. Das bringt Vorteile, wie die durchgängige<br />

Datenkommunikation und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.<br />

Wie sieht die Zukunft aus Ihrer Sicht aus?<br />

FRANK BEHNKE: Daten sind das neue „Gold“, diese Aussage hat<br />

nicht nur ihre Berechtigung für Facebook, Google und andere<br />

große Player. Sei es Predictive Maintenance, KI-Auswertung von<br />

Produktionsanlagendaten zur verbesserten Steuerung oder auch<br />

andere Geschäftsmodelle, die aus den Maschinendaten weiteren<br />

Mehrwert für Firmen und Kunden erzeugen, all diese Möglichkeiten,<br />

die wir heute schon kennen, aber wesentlich wichtiger<br />

die Mehrwerte der Zukunft, die wir noch nicht kennen, sie<br />

alle benötigen eine durchgehende Konnektivität. Somit ist die<br />

„Verschmelzung“ von IT und OT die Konsequenz aus dem neuen<br />

„Goldfieber“. Dieser Prozess lässt sich nicht mehr umkehren und<br />

wird in der Zukunft weiter an Geschwindigkeit zunehmen.<br />

NICOLE STEINICKE: Neben den Chancen und Vorteilen<br />

einer vernetzten Industriewelt, stellt das IIoT aber auch ein<br />

Einfallstor für Cyberangriffe und Schadsoftware dar. Welche<br />

Risiken sind aus Ihrer Sicht damit verbunden?<br />

FRANK BEHNKE: Die Leistungsfähigkeit der Geräte in der OT<br />

waren in der Vergangenheit nur auf eine spezialisierte Aufgabe<br />

ausgelegt. Diese Geräte sollten ihre „Aufgabe“ zuverlässig erfüllen,<br />

z.B. Temperaturerfassung oder die Erkennung ob ein Teil<br />

zur Fertigung an der richtigen Stelle liegt, diese Geräte waren<br />

16 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


IM DIALOG<br />

Der netX 90 beinhaltet<br />

bereits eine Encryption-<br />

Accelerator-Einheit, die alle<br />

aktuellen Verschlüsselungsverfahren<br />

unterstützt, wie sie<br />

vom Bundesamt für Sicherheit<br />

in der Informationstechnik<br />

(BSI) und der IEC 62443<br />

vorgesehen sind<br />

01 Frank Behnke<br />

ist Head of Information<br />

Systems bei der Hilscher<br />

Gesellschaft für<br />

Systemautomation mbH<br />

in Hattersheim<br />

nie dafür ausgelegt zu erkennen, ob ein Datenpaket schadhafte<br />

Daten enthält oder ob ein Angreifer versucht das Gerät über<br />

eine DOS-Attacke in seiner Aufgabe zu blockieren. Wir werden<br />

in der Entwicklung dieser Geräte, aber auch in der Absicherung<br />

der OT-Netze viele neue Konzepte entwickeln müssen und unsere<br />

Entwickler ausbilden die Angriffsflächen der Geräte zu kennen,<br />

sowie das Wissen um Angriffsflächen immer auf dem aktuellen<br />

Stand zu halten. Dies kann einerseits über intelligente Tools,<br />

die zum Beispiel Software auf Schwachstellen prüfen bevor sie<br />

in die Produktion geht, unterstützt werden, aber die Kenntnis<br />

über aktuelle Bedrohungen bei den Mitarbeitern, sowie die<br />

„Awareness“ der Wichtigkeit wird in Zukunft für jeden Mitarbeiter<br />

von der Entwicklung bis zur Produktion eine besondere Herausforderung<br />

für die Firmen sein.<br />

NICOLE STEINICKE: Vor dem Hintergrund der zunehmenden<br />

digitalen Transformation hat die Europäische Kommission im<br />

September 2022 den Entwurf eines Cyber Resilience Act (CRA)<br />

vorgelegt, der dieses Jahr in Kraft tritt. Worum geht es hierbei?<br />

FRANK BEHNKE: Die EU reagiert mit dem CRA auf die gestiegenen<br />

Angriffe auf die Infrastruktur. Die Schäden, die durch<br />

Ransomware, DOS und ähnliche Angriffe auf Firmen und deren<br />

Infrastruktur durchgeführt werden, steigen in einen Milliarden-<br />

Bereich, der nicht mehr hinnehmbar ist. Mit der neuen EU-Verordnung<br />

soll der Schutz von allen Geräten, die einer solchen<br />

Bedrohung ausgesetzt sein können, deutlich verbessert werden.<br />

Dies betrifft im Übrigen alle Geräte mit „digitalen Elementen“.<br />

Diese Verordnung wird auch den Schutz der privaten Geräte<br />

deutlich verbessern, Smart Home, vernetzte Fernseher und<br />

ähnliche Geräte. Mittlerweile sind auch im privaten Bereich so<br />

viele Geräte miteinander vernetzt, dass auch hier die Geräte im<br />

Bereich CyberSecurity mehr leisten werden müssen als nur ihre<br />

generische Funktion. Alle diese Geräte und damit die Hersteller<br />

werden sich in Zukunft verstärkt um die Sicherheit der Geräte<br />

kümmern müssen, damit sie gesetzeskonform sind und bleiben.<br />

HERSTELLER VON PRODUKTEN MIT<br />

DIGITALEN ELEMENTEN SOLLTEN<br />

BEREITS IM VORNHEREIN AUF<br />

,SECURITY BY DESIGN‘ ACHTEN<br />

Aber auch die Anwender der Geräte werden sich in Zukunft<br />

mehr mit dem Thema auseinandersetzen müssen, zum Beispiel<br />

Updates auf allen Geräten immer wieder zu prüfen und diese<br />

Updates dann auch zeitnah durchzuführen.<br />

NICOLE STEINICKE: Die neuen Regelarien betreffen alle<br />

Unternehmen, die Produkte mit digitalen Elementen<br />

herstellen. Welche Verpflichtungen sind damit für Hersteller,<br />

als auch für Systemintegratoren verbunden?<br />

FRANK BEHNKE: Alle Hersteller dieser Geräte, ob innerhalb<br />

oder außerhalb der EU, werden in Zukunft schon bei der Idee zu<br />

einem Produkt, seine Sicherheit mit in die Überlegungen einbeziehen<br />

müssen. Eine „Entwickeln und vergessen“ – Mentalität<br />

funktioniert heute nicht mehr. Der Hersteller muss über den<br />

gesamten Lebenszyklus des Produktes und darüber hinaus dafür<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 17


IM DIALOG<br />

FRANK BEHNKE: Bei der Auswahl von Hard- und Softwarekomponenten<br />

werden Hersteller in Zukunft mehr Zeit in<br />

die Beurteilung des Lieferanten legen müssen. Die meisten<br />

Gesetze um das Thema Cyber Resiliance (CRA, NIS2, RED oder<br />

Maschinenverordnung) beziehen sich meist auf harmonisierte<br />

Normen. In Zukunft wird man als Hersteller sehr genau darauf<br />

schauen, ob ein Lieferant nach diesen Normen zertifiziert ist<br />

und diese Zertifizierung aufrechterhält. Wir bei Hilscher sind<br />

dabei, genau diese Zertifizierungen zu erlangen, damit unsere<br />

Kunden sich darauf verlassen können, dass Komponenten von<br />

Hilscher gesetzeskonform sind.<br />

NICOLE STEINICKE: Wie sehen derartige Lösungen konkret<br />

aus? Und welche Bedeutung kommt der Software zu, welche<br />

der Hardware?<br />

02 Multiprotokollfähige und sichere Netzwerkkarten<br />

von Hilscher im M.2-Format<br />

sorgen, dass das Produkt durch Software-Updates sicher ist und<br />

bleibt. Der Aufwand für die Hersteller zur Prüfung, Einstufung<br />

und Dokumentation der Schwachstellen wird den Aufwand<br />

für ein Produkt erhöhen. Zusätzliche Aufwände entstehen aber<br />

auch bei Systemintegratoren und auch auf Betreiber-Seite.<br />

Ständige Wachsamkeit und Prüfung der Anlagenteile auf<br />

neue Updates, Prüfung der Kritikalität und Planung von<br />

Maintenance-Zeiten werden zu Herausforderungen werden.<br />

NICOLE STEINICKE: Die Europäische Kommission schlägt mit<br />

dem Cyber Resilience Act vor, bei Produkten mit digitalen<br />

Elementen in den Phasen Design, Entwicklung und Produktion<br />

sowie während des Inverkehrbringens und während der<br />

Nutzung risikoangemessene Cybersecurity-Maßnahmen zu<br />

etablieren. Was bedeutet das?<br />

FRANK BEHNKE: Der CRA umfasst den gesamten Lebenszyklus<br />

eines Produktes, schon bei der Ideen-Entwicklung für ein<br />

Produkt muss die Security mit in die Produktidee einfließen.<br />

Das bedeutet aber auch, das nicht eine einzelne Person/Abteilung<br />

das Wissen über die Risiken in der Cyberwelt haben muss,<br />

sondern alle Mitarbeiter in der Entwicklungskette, vom Produktmanagement<br />

bis zur Entwicklung und Produktion muss dieses<br />

Wissen flächendeckend in der Firma vorhanden und zu jederzeit<br />

präsent sein. Die Herausforderung hierbei wird sein, alle<br />

diese betroffenen Personen individuell für ihre Teilaufgabe bei<br />

der Produktentwicklung zu schulen und das Wissen nachhaltig<br />

aktuell zu halten. Da der CRA über den gesamten Lebenszyklus<br />

eines Produktes beachtet werden muss, gilt auch die Nachsorge<br />

als Herausforderung. Bis heute werden Updates von Herstellern<br />

nur bereitgestellt, wenn die Funktionalität erweitert wird oder<br />

Fehlfunktionen behandelt werden müssen. Für manche Geräte<br />

erhält man als Kunde keine Updates. oder die Geräte sind dafür<br />

nicht ausgelegt. In Zukunft muss ein Hersteller immer wieder<br />

seine Geräte überprüfen, ob es neue Schwachstellen gibt, muss<br />

diese in einer angemessenen Zeit schließen und dem Kunden<br />

ein Update bereitstellen. Dies wird Hersteller vor einige<br />

organisatorische Herausforderungen stellen, birgt aber auch<br />

die Chance auf neue USP.<br />

NICOLE STEINICKE: Als Experte für industrielle<br />

Kommunikation bringen Sie viel Know-how im Bereich<br />

der Automatisierung mit. Wie können Unternehmen<br />

diesen komplexen Herausforderungen begegnen?<br />

SICHERHEITSSTRATEGIEN IN DER<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong>N KOMMUNIKATION<br />

MÜSSEN GANZHEITLICH GEDACHT<br />

SEIN<br />

FRANK BEHNKE: Alles beginnt bei der Auswahl der richtigen<br />

Hardware, welche Schnittstellen hat sie und wie kann ich als<br />

Hersteller diese vor Missbrauch schützen. Brauche ich von<br />

meinem Controller aller Schnittstellen, kann ich nicht verwendete<br />

Schnittstellen abschalten usw. Im Hardwaredesign lege<br />

ich schon den Grundstein für meine Sicherheit. SecureBoot,<br />

Hardwareverschlüsselung, abgeschaltete Debug-Schnittstellen<br />

im finalen Produkt, all dies ist beim Hardwaredesign zu bedenken.<br />

Wir bei Hilscher haben uns schon früh mit dem Thema<br />

beschäftigt, haben unsere Firmware signiert, unsere aktuelle<br />

Chip-Generation unterstützt SecureBoot und in künftigen Chip-<br />

Generationen werden wir uns weiter aktiv mit dem Thema<br />

Cyber-Resiliance beschäftigen.<br />

NICOLE STEINICKE: Das Thema Sicherheit spielt mittlerweile<br />

in nahezu allen Produktionsbereichen eine große Rolle. Wie<br />

gewährleisten Sie, dass alle Sicherheitsstandards, also auch<br />

neue Mechanismen adressiert werden?<br />

FRANK BEHNKE: Hilscher arbeitet schon lange in allen relevanten<br />

Standardisierungsgremien aktiv mit (PNO, ETG etc.), dadurch<br />

sind wir natürlich auch vorne mit dabei, wenn es um die<br />

Verbesserung der Sicherheit in den Protokollen geht. Wir haben<br />

eine hochmotivierte Entwicklungsabteilung, die die Ergebnisse<br />

aus den Standardisierungen schnellstmöglich dann auch in<br />

unsere Produkte implementiert, damit wir dem Kunden immer<br />

die aktuellsten Änderungen liefern können.<br />

NICOLE STEINICKE: Werden Cyberkriminelle nicht in der Lage<br />

sein, mit den heutigen technologischen Möglichkeiten wie KI,<br />

Sicherheitsmechanismen auszuhebeln?<br />

FRANK BEHNKE: Kriminelle werden immer ein wenig voraus<br />

sein und ich erwarte eine verbesserte Qualität der Angriffe<br />

durch den Einsatz von KI. Man sieht dies heute schon bei der<br />

neuen Qualität der Phishing-Mails. Waren diese vor Jahren noch<br />

leicht an fehlerhafter Sprache und Grammatik zu erkennen,<br />

wird es zunehmend schwerer diese zu identifizieren. Die Unternehmen<br />

werden KI nutzen, um dagegenzuhalten. Zudem wird<br />

sie bei Design, Entwicklung und Produktion von Geräten gute<br />

Dienste leisten. Hinzu kommt, dass wir frühzeitig leichter<br />

18 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


IM DIALOG<br />

03 Hilscher bietet mit netX flexible<br />

und sichere Industriekommunikation<br />

mit allen Komponenten aus einer Hand<br />

Schwachstellen erkennen, bevor Geräte an Kunden ausgeliefert<br />

werden. KI wird im Bereich der Schwachstellenanalyse über alle<br />

Kommunikationskanäle und Protokolle in den nächsten Jahren<br />

uns helfen den Vorsprung der Kriminellen weiter zu verkürzen.<br />

NICOLE STEINICKE: Wie kann ein Fahrplan nun konkret<br />

aussehen? Und wie gehen Sie selbst bei Hilscher damit um?<br />

FRANK BEHNKE: Alle Hersteller müssen sich dem Thema<br />

Cyber-Security annehmen, und zwar jetzt. Abwarten und hoffen<br />

„der Kelch gehe an einem vorbei“ ist eine gefährliche Haltung für<br />

die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Wir bei Hilscher haben schon<br />

vor längerer Zeit mit den Umstellungen begonnen. Wir etablieren<br />

einen Secure Development Lifecycle Prozess für all unsere<br />

Produkte. Wir haben Projekte gestartet, um die harmonisierten<br />

Normen bei uns im Haus zertifizieren zu lassen. Wir haben zu<br />

diesem Zweck professionelle externe Unterstützung ins Unternehmen<br />

geholt, damit wir in kurzer Zeit diese Zertifizierungen<br />

bewerkstelligen können. Wir sind vom Management bis zur<br />

Produktion, mit allen Abteilungen, in diese Auf gaben involviert<br />

und unterstützen diese Veränderungen. Wir bei Hilscher sehen<br />

in den Änderungen die Chancen und nicht die Risiken, wir<br />

sehen Herausforderungen und keine Probleme. Wir wollen, dass<br />

unsere Kunden auch in Zukunft die gewohnte Hilscher-Qualität<br />

bekommen, jetzt nur erweitert um verbesserte Cybersecurity.<br />

NICOLE STEINICKE: Was empfehlen Sie Unternehmen, die<br />

sich diesen Anforderungen stellen müssen und keine Sicherheitsexperten<br />

sind?<br />

FRANK BEHNKE: Unternehmen sollten sich zügig ein gutes<br />

Consulting in dem Bereich der Zertifizierung nach IEC62443<br />

und ISO27001 sichern. Um die Prozesse entsprechend der harmonisierten<br />

Normen zu dokumentieren und zu implementieren,<br />

bedarf es Expertenwissen um Gesetz und Norm, sowie die enge<br />

Kooperation des Consultings mit den internen Experten. Die<br />

Zeit drängt, die externen Experten werden immer begehrter und<br />

die Kapazitäten sind begrenzt.<br />

NICOLE STEINICKE: Ihr persönliches Resümee?<br />

FRANK BEHNKE: Cyber-Resilience ist schon lange kein isolierter<br />

Prozess der IT mehr. Hersteller müssen sich dieser neuen<br />

Realität durch Angreifer stellen und die Herausforderung annehmen.<br />

Wir werden durch neue Technologien wie KI und eine<br />

gestärkte „Awareness“ in der Entwicklung und Herstellung von<br />

Produkten, den Abstand zu den Kriminellen immer weiter<br />

verkürzen. Es werden viele spannende neue Geschäftsmodelle<br />

entstehen, die die IT/OT-Konvergenz in den Fokus nehmen<br />

werden und wir bei Hilscher haben die Komponenten und<br />

Produkte vom Controller bis zum Edge-Gateway, um diese<br />

zukünftigen Modelle und Kunden bestmöglich zu unterstützen.<br />

DIE FRAGEN STELLTE DIPL.-ING. NICOLE STEINICKE,<br />

CHEFREDAKTEURIN <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

Bilder: Hilscher<br />

www.hilscher.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Hilscher Gesellschaft für<br />

Systemautomation mbH<br />

Rheinstraße 15<br />

65795 Hattersheim (Frankfurt)<br />

AUTOREN<br />

Frank Behnke, Leiter IT und Produktsicherheit,<br />

Hilscher Gesellschaft für<br />

Systemautomation mbH, Hattersheim<br />

Dipl.-Ing. Nicole Steinicke, Chefredakteurin<br />

Industrielle Automation<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 19


SORTIERPROZESSE FLEXIBEL UND AUTOMATISIERT MIT ASI-5 GESTALTEN<br />

AM LAUFENDEN BAND<br />

Um 1.800 Kartons in einer Stunde etwa für den Weitertransport durch<br />

Paketdienste auf das richtige Auto zu sortieren, braucht es entweder eine<br />

beachtliche Anzahl an Personen – oder eine flexible und kosteneffiziente<br />

Intralogistik-Lösung wie den Rielec Fit Sorter Paketsortierer, der auf ASi-5<br />

und ASi Safety von Bihl+Wiedemann setzt.<br />

Rielec mit Sitz in Valencia, Spanien, verfügt über viel Erfahrung<br />

in der industriellen Automation und der Intralogistik-Robotik.<br />

Das international tätige Unternehmen entwickelt<br />

und realisiert seit 2015 intelligente Lösungen für die<br />

Intralogistik, RFID-Systeme für den Logistiksektor, Fördersysteme<br />

und maßgeschneiderte Softwarelösungen. Dafür hat Rielec<br />

drei Geschäftsbereiche: die Marke Rielec Logistics Systems, die<br />

sich um die Beratung, Konzeption und Fertigung, Montage und<br />

Wartung von Fördersystemen und industriellen Anlagen kümmert,<br />

Clustag, den Bereich für RFID-Lösungen und Codopi, den<br />

Unternehmensbereich, der sich mit der Fertigung von Komponenten<br />

für die Industrie und Design-Elementen aus Metall beschäftigt.<br />

Für Rielec steht bei der Realisierung von Projekten immer<br />

die Optimierung der Arbeitsprozesse im Fokus mit dem Ziel,<br />

die Effektivität der Logistikabläufe seiner Kunden zu verbessern.<br />

Dazu setzt das Unternehmen nicht nur auf den jeweils neuesten<br />

Stand der Technik, sondern auch auf die Integration innovativer<br />

Technologien wie ASi-5.<br />

AS-INTERFACE IN DER AUTOMATISIERTEN<br />

INTRALOGISTIK<br />

AS-Interface hat sich auch in der Intralogistik aufgrund seines<br />

hohen Anwenderkomforts – der einfachen Installation, der hohen<br />

Funktionalität und Flexibilität sowie der geringen Kosten –<br />

seit langem als international standardisiertes Verdrahtungssystem<br />

etabliert. Insofern überrascht es auch nicht, dass Rielec<br />

schon 2018 die ersten Applikationen mit ASi-3 Motormodulen<br />

von Bihl+Wiedemann umgesetzt hat und heute Produkte des<br />

Mannheimer Unternehmens in vielen seiner Maschinen verwendet.<br />

ASi-5 ist bei Rielec seit 2020 im Einsatz, denn die neue AS-<br />

Interface-Generation passt perfekt zu den Anforderungen in Bezug<br />

auf flexible Automatisierungskonzepte – Stichwort Intralogistik<br />

4.0. Die ASi-5 Technologie von Bihl+Wiedemann ermöglicht<br />

nicht nur konfigurierbare und erweiterbare Designs der Maschine<br />

in der Engineering-Phase, sondern auch flexiblere und damit<br />

schnellere Fertigungsprozesse, weil über AS-Interface sichere<br />

20 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


01 Mit dem Aktiven Verteiler<br />

ASi Safety (BWU3599) lassen sich<br />

Sicherheitsapplikationen bis<br />

SIL3/PLe umsetzen<br />

01<br />

02 Zusätzlich zum Tracking über den<br />

SKU-Barcode (Scanner, vorne) wird eine<br />

RFID-Kontrolllesung durchgeführt, die die<br />

Clustag RFID-Technologie von Rielec nutzt<br />

Montagesysteme<br />

für<br />

Machine Vision<br />

MESSE-<br />

NEUHEIT<br />

02<br />

und nicht-sichere Signale einfach und bedarfsgerecht dort, wo sie gebraucht werden, in die Maschinen<br />

integriert werden können. Und weil Maschinen durch das effiziente ASi-5 Installationskonzept<br />

in deutlich kürzerer Zeit mit weniger Aufwand und Material montiert bzw. bei Bedarf<br />

auch demontiert werden können, keine zusätzlichen Stecker notwendig sind und die Programmierung<br />

und Inbetriebnahme mit AS-Interface einfacher ist als bei anderen Systemen, spart Rielec<br />

damit auch noch Installations- und Inbetriebnahmekosten.<br />

PAKETE AUTOMATISIERT IM HANDUMDREHEN BEFÖRDERN<br />

ASI-5 TECHNOLOGIE ERMÖGLICHT KONFIGURIERBARE<br />

UND ERWEITERBARE DESIGNS DER MASCHINE SOWIE<br />

DEUTLICH FLEXIBLERE FERTIGUNGSPROZESSE<br />

08. - 10.10.<strong>2024</strong><br />

Halle 10 | Stand C02<br />

Der Rielec Fit Sorter Paketsortierer ist eine Applikation, mit der viele Pakete vom Eingabepunkt<br />

aus in kurzer Zeit automatisiert an verschiedene Stationen befördert werden können. Er kann zum<br />

Beispiel in einem Logistikzentrum eingesetzt werden, um viele Auslieferungsfahrzeuge von Paketzustellern<br />

mit unterschiedlichen Zustellbezirken zu beladen. Dazu werden mit einem SKU-Barcode<br />

(SKU = Stock Keeping Unit, Artikelnummer) gekennzeichnete Pakete nacheinander auf ein<br />

von Motorrollen angetriebenes Förderband gelegt, gescannt und mit einem Tracking-Code versehen.<br />

Anschließend werden sie über ein zweites Förderband bis zu einem definierten Ausschleusungspunkt<br />

transportiert, wo sie mit Hilfe pneumatischer Aktuatoren vom Förderband geschoben<br />

werden und über eine Rollenbahn zu ihrem endgültigen Bestimmungsort gelangen. Rielec nutzt<br />

für den Fit Sorter nicht nur seine Clustag RFID-Lösung, sondern setzt an vielen Stellen in der Applikation<br />

auch ASi-5 und ASi Safety Lösungen von Bihl+Wiedemann ein.<br />

HOHE DURCHLAUFRATEN IN DER PAKETSORTIERUNG<br />

Der Rielec Fit Sorter kann pro Stunde mehr als 1.800 Pakete sortieren. Eine Bedienkraft scannt zunächst<br />

den SKU-Barcode eines Artikels. Das System weist diesem dann einen Tracking-Code zu,<br />

mit dem er die gesamte Anlage bis zu seinem Bestimmungsort durchläuft. Anschließend wird das<br />

Paket auf ein Förderband gelegt. ASi-5 Motormodule für zwei 24 V Motorrollen vom Typ BWU4246<br />

steuern die Motorrollen, die dieses Förderband antreiben, und regeln so die Geschwindigkeit und<br />

Hier VISION-Ticket sichern!<br />

www.dk-fixiersysteme.de


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

03<br />

03 ASi-5/ASi-3 Profinet Gateway mit integriertem<br />

Sicherheitsmonitor (links) und selbstkonfigurierende<br />

E/A Module ASi-5 in IP20 (rechts)<br />

04<br />

04 Über die selbstkonfigurierenden ASi-5 E/A<br />

Module BWU4231 werden optische Sensoren und<br />

pneumatische Aktuatoren für die Ausschleusung von<br />

Paketen eingebunden<br />

Stelle umgesetzt werden. Nach erfolgter Ausschleusung gelangt<br />

das jeweilige Paket dann über eine Rollenbahn weiter zu seinem<br />

endgültigen Bestimmungsort.<br />

die Beschleunigung in den jeweiligen Abschnitten. Über ein ASi-5/<br />

ASi-3 Profinet Gateway BWU3862, das das ASi System überwacht,<br />

kann darüber hinaus auch der jeweils anliegende Spannungsbereich<br />

angezeigt werden. Um den Status des Pakets auch optisch<br />

in verschiedenen Farben sichtbar zu machen, sind am Rand der<br />

Förderstrecke LED-Stripes eingelassen. Diese werden von den<br />

aktiven Verteilern ASi-5 für RGB-Stripes (BWU4083) gesteuert.<br />

SENSOREN, AKTUATOREN UND ASI-5 FÜR<br />

EINE SICHERE PROZESSSTEUERUNG<br />

Zusätzlich zum Tracking über den SKU-Barcode wird eine RFID-<br />

Kontrolllesung durchgeführt, die die Clustag RFID-Technologie<br />

von Rielec nutzt. Diese Technologie ermöglicht es zum Beispiel,<br />

falsch codierte Etiketten zu identifizieren und zu korrigieren. Auf<br />

diese Weise werden Fehlerquellen beseitigt und die neuen Daten<br />

dem System in Echtzeit zur Verfügung gestellt, was die Produktivität<br />

der Applikation noch einmal erheblich steigert. Nach der<br />

RFID-Kontrolllesung gelangt das jeweilige Paket auf ein zweites<br />

Förderband, das über eine Vielzahl von Ausschleusungspunkten<br />

verfügt. An jedem dieser Punkte sind optische Sensoren und<br />

pneumatische Aktuatoren für die Ausschleusung auf ein Rollenband<br />

installiert (Aufmacher Seite 20).<br />

All diese Sensoren und Aktuatoren entlang der Förderstrecken<br />

sind an selbstkonfigurierende ASi-5 Module BWU4231 für 16 digitale<br />

E/A Signale angeschlossen. Damit können alle Daten, die<br />

der Rielec Fit Sorter entlang der Förderstrecke benötigt, erfasst<br />

und die Ausschleusung eines Artikels an der entsprechenden<br />

MIT AS-INTERFACE AUF DER SICHEREN SEITE<br />

Beim Rielec Fit Sorter wird AS-Interface aber nicht nur für die<br />

Fördertechnik und die Pneumatik eingesetzt, sondern auch für<br />

die Sicherheitstechnik. Um Bedienplätze mit den arbeitstechnisch<br />

notwendigen Mitteln für einen sicheren und kontinuierlichen<br />

Betrieb auszustatten, werden für die benötigten sicheren<br />

Signale Aktive Verteiler ASi Safety vom Typ BWU3599 verwendet,<br />

mit denen sich Sicherheitsapplikationen bis SIL3/PLe umsetzen<br />

lassen. Zentrales Element der AS-Interface-Technologie im<br />

Rielec Fit Sorter ist das ASi-5/ASi-3 Profinet Gateway BWU3862<br />

mit integriertem Sicherheitsmonitor. Es sammelt die Prozessund<br />

Diagnoseinformationen der sicheren und nicht-sicheren<br />

Teilnehmer im Netzwerk ein und sendet alle steuerungsrelevanten<br />

Daten zur Verarbeitung an die SPS. Dabei kann es, wenn nötig,<br />

auch einen Teil der Aufgaben der Steuerung selbst übernehmen<br />

und so die SPS entlasten. Zusätzlich kann das Gateway über<br />

den integrierten OPC-UA-Server auch Daten an eine Cloud,<br />

Scada oder ein ERP-System übertragen und so zum Beispiel für<br />

Industrie-4.0-Applikationen zur Verfügung stellen.<br />

Der Fit Sorter Paketsortierer von Rielec ist ein Beispiel dafür,<br />

wie innovative Technologien wie Clustag RFID und ASi-5 dazu<br />

beitragen können, Intralogistikprozesse flexibler zu gestalten<br />

und für Kunden so effizient wie möglich zu lösen.<br />

Bilder: Schmuckbild Pixel-Shot – stock.adobe.com, sonstige Bihl+Wiedemann<br />

www.bihl-wiedemann.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

Bihl+Wiedemann GmbH<br />

Floßwörthstraße 41, 68199 Mannheim<br />

E-Mail: mail@bihl-wiedemann.de<br />

AUTOR<br />

Thomas Rönitzsch, Bihl+Wiedemann<br />

22 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

SMARTES SAFETY-SYSTEM UM<br />

STEUERUNGSTECHNIK ERWEITERT<br />

Die neueste Erweiterung des Smart-Safety-Systems<br />

von Bernstein heißt SCx. Die Sicherheitssteuerung<br />

ermöglicht es, Maschinen und Anlagen umfassend<br />

abzusichern und bietet zudem eine einfache<br />

Programmierung und flexible Konfigurationsmöglichkeiten.<br />

SCx erlaubt dem Anwender bis zu acht<br />

I/O-Module<br />

hinzuzufügen.<br />

Somit lässt sich<br />

sich genau auf<br />

die spezifischen<br />

Sicherheitsanforderungen<br />

einer Maschine<br />

oder Anlage<br />

anpassen.<br />

Zusätzlich<br />

bietet das Daisy-Chain-Diagnostics (DCD)-System<br />

eine detaillierte Überwachung und Diagnose, um<br />

potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu<br />

beheben. Mit der Sicherheitssteuerung können<br />

Unternehmen Daten über drei verschiedene<br />

Feldbusprotokolle austauschen, darunter Profinet,<br />

Modbus/TCP und EtherCAT. Das erlaubt eine<br />

nahtlose Integration in bestehende Netzwerke<br />

und vereinfacht die Kommunikation zwischen<br />

verschiedenen Geräten.<br />

www.bernstein.eu<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> FELDVERDRAHTUNG IM<br />

ANSPRUCHSVOLLEN IP67-UMFELD<br />

Die Vernetzung von<br />

Automatisierungs- und<br />

Steuerungstechnik ist<br />

ein wichtiger Aspekt der<br />

Verdrahtung im Feld.<br />

Sie ist das Rückgrat<br />

eines modernen<br />

industriellen Netzwerks<br />

dar, das nahezu<br />

sämtliche Aspekte einer<br />

Produktionsanlage oder eines Prozesssteuersystems umfasst.<br />

Als ganzheitliche Lösung bietet sie die Möglichkeit, sämtliche<br />

elektrischen und elektronischen Komponenten, sei es Sensoren,<br />

Aktoren, Steuerungseinheiten oder Kommunikationsgeräte,<br />

miteinander zu verbinden und zu integrieren. Dies ermöglicht<br />

eine umfassende Überwachung, Steuerung und Optimierung<br />

industrieller Prozesse. Die Feldverdrahtung gewährleistet nicht<br />

nur die effiziente Datenübertragung und -kommunikation,<br />

sondern auch die Zuverlässigkeit und Robustheit und realisiert<br />

Echtzeitentscheidungen auf Basis von präzisen Daten. Mit<br />

dem HDC-Portfolio von Weidmüller, ist die Energieverteilung,<br />

um die Kommunikation zu gewährleisten, bestens abgedeckt.<br />

Gleich zeitig reduzieren vorkonfektionierte Lösungen den<br />

Aufwand, ge nauso wie die Technologien für den schnellen und<br />

zuverlässigen Anschluss im Feld.<br />

www.weidmueller.com<br />

19“-IPCS BESTENS INTEGRIERT<br />

Zum Einbau von Industrie-PCs (IPCs) in 19“-Schaltschränke<br />

gibt es je nach Umfang der Elektronik die<br />

passenden Gehäuse in 1-, 2-, 3- oder 4 Höheneinheiten<br />

(HE). Die Breite aller Systeme beträgt 19“.<br />

Die Tiefe wird durch die Art des Schaltschranks<br />

vorgegeben: Diese sind für Serviceaufgaben mit<br />

rückseitiger Zugangstür oder bei flachen Schränken<br />

mit einem<br />

Schwenkrahmen<br />

zur Aufnahme<br />

des IPC ausgestattet.<br />

Damit<br />

hat der Anwender<br />

im Service-<br />

Fall Zugriff auf<br />

die Verdrahtung des Computers an seiner Rückseite.<br />

Für diese 19“-Gehäuse bietet Mass geeignete<br />

Elektronik-Hardware an. Neben Prozessoren,<br />

Speicher unterschiedlicher Art und Größe, verschiedenen<br />

Schnittstellen und Netzteilen verbaut<br />

das Unternehmen Erweiterungsmodule wie<br />

Kommunikations-, SPS- oder Sonderfunktionen.<br />

Diese IPCs verfügen optional über Lüfter und<br />

arbeiten im Dauerbetrieb bei maximal 50 °C<br />

Umgebungstemperatur. Sie sind gegen Schock,<br />

Verunreinigungen und Erschütterungen geschützt.<br />

www.mass.de<br />

Komponenten und Systeme für die industrielle Fertigung<br />

Positionieren<br />

& Fixieren<br />

Intelligente und effiziente<br />

Lösungen entwickelt für den<br />

robusten Einsatz im<br />

automatisierten Karosseriebau.<br />

Die Prouktfamilie besteht aus:<br />

Kraftspannern, Greifspannern<br />

Stiftziehern, Schwenkern, Zubehör,<br />

schweißresistenten Schläuchen<br />

und Fittingen, sowie<br />

Multiachsenpositioniersystemen<br />

Automotive<br />

pneumax.de


GANZHEITLICH GEDACHT<br />

SICHERE FELDGERÄTE MIT<br />

IO-LINK SAFETY EFFIZIENT INTEGRIEREN<br />

Bei der Planung und Auslegung von neuen Maschinen und Anlagen kommen<br />

vermehrt dezentrale schaltschranklose Komponenten und Systeme zum Einsatz.<br />

Einen wichtigen Grundstein für den vereinfachten Aufbau und Anschluss<br />

derartiger Systeme stellen der offene Kommunikationsstandard IO-Link<br />

sowie die zugehörige Systemerweiterung IO-Link Safety dar. Welche Vorteile<br />

sich dadurch in der Anbindung von Sensoren und Aktoren im Feld ergeben –<br />

funktionale Sicherheit inklusive – erfahren Sie in folgendem Beitrag.<br />

Seit 2016 stehen unterschiedliche Safety-over-IO-Link-<br />

Lösungen im Automatisierungs umfeld zur Verfügung. Dabei<br />

handelt es sich um herstellerspezifische Ansätze, die<br />

dem IO-Link zugrunde liegenden Konzept nicht gerecht<br />

werden. So lassen sich die Profisafe-over-IO-Link-Geräte lediglich<br />

mit dem passenden IO-Link Master sowie nur im Profisafe-<br />

System nutzen. Bei den Komponenten geht es grundsätzlich<br />

nicht um IO-Link Safety Devices, sondern um einen Teilnehmer<br />

im Profisafe-System. Dazu wird das Profisafe-Telegramm über<br />

IO-Link getunnelt, sodass IO-Link lediglich als Übertragungsstrecke<br />

fungiert. Der notwendige IO-Link Master leitet die getunnelte<br />

Information via Profinet an die erforderliche Sicherheitssteuerung<br />

weiter. Im Gegensatz dazu bringt IO-Link Safety<br />

alle von den Anwendern geschätzten Vorteile von IO-Link mit,<br />

etwa die Netzwerkunabhängigkeit der Sensoren und Aktoren,<br />

eine standardisierte Anschlusstechnik, die Verwendung einer<br />

IODD (IO Device Description) zur Parametrierung oder den einfachen<br />

Gerätetausch.<br />

ZENTRALE KONFIGURATION UND DIAGNOSE<br />

BIETEN EINEN DEUTLICHEN MEHRWERT<br />

Bei der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Produktionsumgebungen<br />

nehmen IO-Link- und IO-Link-Safety-<br />

Geräte immer häufiger eine zentrale Rolle bei der Realisierung<br />

von Smart Factories ein. Die feldbusunabhängige Konfigurationsund<br />

Parametrierungssoftware IO-Link Engineer bietet den<br />

Anwendern zukünftig einen wesentlichen Mehrwert und ist dem-<br />

24 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

01<br />

01 Die Konfigurationsund<br />

Parametrierungssoftware<br />

IO-Link Engineer<br />

02 Dezentrale Automatisierung<br />

mit dem IO-Link Safety Master in<br />

IP65/67 und einem IO-Link<br />

Safety Device<br />

02<br />

HOHE VERFÜGBARKEIT UND<br />

FLEXIBILITÄT SIND WESENTLICHE<br />

ANFORDERUNGEN AN MODERNE<br />

AUTOMATISIERUNGSLÖSUNGEN<br />

nach unverzichtbar, um die Potenziale von IO-Link- und IO-Link-<br />

Safety-Geräten vollumfänglich auszuschöpfen.<br />

Durch die zentrale Konfiguration und Diagnose von IO-Link-<br />

Geräten unmittelbar in der Software lassen sich Inbetriebnahmezeiten<br />

reduzieren und Stillstandzeiten minimieren. Darüber<br />

hinaus erlaubt die Konfigurationssoftware die einfache Anpassung<br />

von Geräteparametern an veränderte Anforderungen, was<br />

eine Feinabstimmung der Geräteleistung gestattet und dadurch<br />

die Flexibilität und Effizienz in der Fertigung erhöht. Abgesehen<br />

davon trägt die Software dazu bei, die Transparenz und Verfügbarkeit<br />

von Gerätedaten zu verbessern. Dies bildet wiederum die<br />

Grundlage für eine vorausschauende Wartung und optimierte<br />

Produktionsprozesse.<br />

Im Übrigen umfasst IO-Link Engineer die Option, Parameterprofile<br />

zu speichern und zu laden, weshalb sich die Wiederverwendbarkeit<br />

von Konfigurationen für ähnliche Anwendungen erleichtert.<br />

Die Konfigurations- und Parametrierungssoftware ist<br />

nicht nur als Stand-alone-Lösung bedienbar. Sie kann unter anderem<br />

mithilfe von Schnittstellen – wie TCI (Tool Calling Interface)<br />

– über verschiedene übergeordnete Steuerungssoftware<br />

aufgerufen werden, um von den positiven Eigenschaften der einzelnen<br />

Elemente zu profitieren.<br />

SAFETY-TECHNOLOGIEPARAMETER,<br />

AUF DIE ES ANKOMMT<br />

Insbesondere für die Einbindung der IO-Link-Safety-Geräte sind<br />

softwareseitig zusätzliche Anforderungen an die funktionale<br />

Sicherheit (FS) zu berücksichtigen. Sämtliche sicheren Geräteparameter<br />

müssen grundsätzlich über eine parameterabhängige<br />

Prüfsumme berechnet und abgesichert werden, sodass sich mögliche<br />

Fehler oder Manipulationen bei der Übertragung über die<br />

Prozessschritte hinweg vermeiden lassen.<br />

Aus diesen Beweggründen erweist es sich unter dem Aspekt<br />

der Sicherheit als substanziell, dass die Konfigurationssoftware<br />

auch spezifizierte respektive standardisierte Schnittstellen – wie<br />

DTI (Device Tool Interface) – bereitstellt, damit die Erfordernisse<br />

hinsichtlich der funktionalen Sicherheit abgedeckt werden. Beim<br />

Dedicated Device Tool handelt es sich um ein hersteller- und gerätespezifisches<br />

Werkzeug, das über die DTI-Schnittstelle abgerufen<br />

wird und die sicheren Technologieparameter über einen<br />

Cyclic Redundancy Check (CRC) absichert. Das Tool sorgt folglich<br />

für eine reibungslose und normkonforme Integration von IO-<br />

Link-Safety-Geräten in die bestehende Systemarchitektur. Es ist<br />

daher von großer Bedeutung, dass alle grundlegenden Bausteine<br />

interagieren, um das Konstrukt um IO-Link Safety zu gestalten.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 25


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

Devices mit einem höheren Strombedarf versorgen und vervollständigt<br />

somit die Anforderung an das System. Wegen der<br />

umfangreichen Funktionen ermöglicht der neue Standard eine<br />

einfache Migration der im Feld existierenden sicherheitstechnischen<br />

Lösung. Zudem erhält der Anwender ein zukunftssicheres<br />

Konzept zur Realisierung seiner Digitalisierungsstrategie.<br />

03 Mit den modular kombinierbaren Axioline Smart Elements lässt<br />

sich im Schaltschrank viel Platz sparen<br />

DIE DIGITALISIERUNGSSTRATEGIE<br />

ZUKUNFTSSICHER UMSETZEN<br />

Abseits der vielfältigen Parametrierungsmöglichkeiten von<br />

IO-Link Devices und IO-Link Safety Devices ergeben sich aufgrund<br />

der Systemerweiterung und der dort aufgeführten Feature<br />

Level neue Wege ein Maschinen- und Anlagenkonzept umzusetzen.<br />

Über die Betriebsarten IO-Link, IO-Link Safety und dem<br />

Mixmodus aus beiden Konzepten lassen sich außerdem sichere<br />

digitale Signale und nicht-sichere digitale Signale konfigurieren,<br />

was die Flexibilität der IO-Link Safety Master nochmals erhöht.<br />

Besonders in Bereichen, in denen der vorhandene Bauraum für<br />

Installationen begrenzt ist, können gemischte Funktionen von<br />

einem IO-Link Safety Master verarbeitet werden. Dies bewirkt<br />

nicht nur eine maximale Auslastung der zur Verfügung stehenden<br />

Ports von IP65/67-Feldgeräten, sondern erlaubt den Konstrukteuren<br />

und Planern der Maschinen und Anlagen ebenfalls die<br />

Miniaturisierung bestimmter Bereiche.<br />

Ferner wird in der Systemerweiterung der Class-B-Port thematisiert.<br />

Dieser kann künftig IO-Link Devices und IO-Link Safety<br />

KOMPAKTE I/O-PRODUKTFAMILIE UM<br />

FSOE-MODULE ERGÄNZT<br />

Die neuen FSoE-Module der I/O-Produktfamilie Axioline<br />

Smart Elements in Schutzart IP 20 zeichnen sich neben<br />

einer einfachen Handhabung und hohen Flexibilität durch<br />

ihren geringen Platzbedarf aus. Zahlreiche FSoE-Sicherheitssteuerungen<br />

(Fail Safe over Ethercat) sind bereits am<br />

Markt erhältlich, die einen weiten Anwendungsbereich<br />

abdecken (Bild 03). Doch eine Sicherheitssteuerung kann<br />

nur so gut sein wie das angeschlossene I/O-System.<br />

Deshalb hat Phoenix Contact den Automatisierungsbaukasten<br />

der Axioline Smart Elements um FSoE-Module<br />

ergänzt. Mit dem modular aufgebauten System lassen<br />

sich die benötigten I/O-Stationen je nach Applikationsanforderungen<br />

gemischt aus Axioline F-Modulen und<br />

Smart Elements flexibel zusammenstellen.<br />

FELDGERÄTE SIND UNTER BESTIMMTEN<br />

BEDINGUNGEN ÜBERFLÜSSIG<br />

Aufgrund der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten der acht Ports<br />

kann der Anwender des IO-Link Safety Masters unter gewissen<br />

Bedingungen auf zusätzliche Feldgeräte verzichten. Da sich<br />

neben IO-Link Devices und IO-Link Safety Devices auch konventionelle<br />

Sensoren und Aktoren flexibel anbinden lassen, ist der<br />

Anwender in der Lage, die volle Leistungsbreite des Moduls<br />

auszuschöpfen und erspart sich folglich weitere Feldgeräte mit<br />

ungenutzten Ports. In Ergänzung dazu kann der Zeitaufwand für<br />

die Verdrahtung von Sensoren und Aktoren mittels der neuen<br />

werkzeuglosen M12-Push-Pull-Anschlusstechnik um bis zu 80 %<br />

reduziert werden.<br />

Für den Maschinen- und Anlagenbau erweist sich IO-Link<br />

Safety als ein wichtiges Element zur Umsetzung einer durchgängigen<br />

Ankopplung von Sensoren und Aktoren an die Steuerungsebene.<br />

Es ist davon auszugehen, dass die ersten IO-Link Safety<br />

Master und IO-Link Safety Devices bereits im Laufe des Jahres<br />

<strong>2024</strong> von unterschiedlichen Anbietern vorgestellt werden.<br />

Schlussendlich schafft der Standard für die Anwender einen herstellerübergreifenden<br />

Weg hinsichtlich der Digitalisierung von<br />

Maschinen und Anlagen unter Berücksichtigung der funktionalen<br />

Sicherheit.<br />

Bilder: Phoenix Contact<br />

www.phoenixcontact.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

Phoenix Contact GmbH & Co. KG<br />

Flachsmarktstraße 8<br />

32825 Blomberg<br />

Tel. 05235 3-12000<br />

AUTOREN<br />

Marcel Becker, Strategic Product Marketing<br />

Safety, Yasin Yasar Product Marketing<br />

Safety, beide Automation Infrastructure,<br />

Phoenix Contact Electronics GmbH,<br />

Bad Pyrmont<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

Mehr über IO-Link,<br />

Sicherheitsschaltgeräte & Sensoren unter:<br />

n www.phoenixcontact.com/io-link<br />

n www.phoenixcontact.com/safety<br />

26 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


CONTROLLER SETZEN NEUE STANDARDS FÜR<br />

PRÄZISE AUTOMATISIERUNGSAUFGABEN<br />

Siemens kündigt eine Erweiterung seiner Controller-Serie Simatic an,<br />

die ab Winter <strong>2024</strong> verfügbar sein wird: Simatic S7-1200 G2. Damit<br />

lassen sich die beiden Welten der operativen Technologie (OT) und<br />

die der Informationstechnologie (IT) noch besser verbinden. Die hohe<br />

Kommunikationsleistung der Steuerungen und die effiziente<br />

Datenverarbeitung steigern die Produktion. Durch die Verbindung<br />

der Steuerungen mit IT-Systemen ist es außerdem möglich, fortschrittliche<br />

Datenanalysen zu nutzen, beispielsweise in der Cloud. Mit der Controller-Generation<br />

Simatic S7-1200 G2 können wichtige Herausforderungen wie Produktivität, Flexibilität und<br />

Kostenoptimierung angegangen werden. Zudem setzen sie neue Leistungsstandards für<br />

vielseitige und hochpräzise Automatisierungs anwendungen. Die neue Controller-Familie<br />

kombiniert integrierte Bewegungssteuerungs funktionen mit platzsparenden und flexiblen<br />

Maschinensicherheitslösungen. Die Geräte gestatten es Maschinenbauern beispielsweise,<br />

mehrere koordinierte Achsen und einfache Kinematiken zu steuern. Dank verbesserter<br />

Verar beitungsleistung, dedizierter Kommunikationsleistung und mehr Speicher sowie der<br />

Near-Field-Communication-(NFC)-Funktionalität mit In-App-Zugriff auf Diagnose-, Betriebsund<br />

Geräte daten profitieren Kunden von einer höheren Leistungsfähigkeit. Klartext-Diagnoseinformationen<br />

über die gesamte speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) reduzieren<br />

Maschinenstillstandszeiten und ermöglichen dem Anwender einen schnellen Zugriff auf Daten.<br />

www.siemens.de<br />

KONFOKALE SENSORSYSTEME MIT PROFINET UND ETHERNET/IP<br />

Konfokal-chromatische Sensorsysteme werden zur<br />

Messung von Weg, Abstand und Position eingesetzt und<br />

liefern hochpräzise Ergebnisse. Nun hat Micro-Epsilon<br />

seine Weg-Sensorsysteme der Reihe confocalDT IFD241x<br />

aktualisiert, die mit den integrierten Feldbus-Schnittstellen<br />

Profinet und EtherNet/IP ausgestattet und somit mit den<br />

gängigen Industrial-Ethernet-Protokollen verfügbar sind.<br />

Hiermit eröffnen sich zahlreiche weitere Messaufgaben<br />

in der präzisen Automatisierung, bei denen hochgenaue<br />

Ergebnisse gefordert sind. Hinzu kommt die einfache Bedienung der kompakten Sensorsysteme<br />

mit dem intuitiven Webinterface. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Integration der Systeme,<br />

die sich über das intuitive Webinterface parametrieren lassen. Dank der integrierten Industrial-<br />

Ethernet-Schnittstelle werden die Einstellungen automatisch in die SPS-Umgebung übernommen.<br />

Aufwändige Einstellungen in der Programmierumgebung sind damit nicht notwendig.<br />

Der Verbindungsaufbau erfolgt bei den IFD241x Sensorsystemen automatisch. Die Einbindung<br />

via EtherCAT, Profinet oder EtherNet/IP in ein Bus-System kann nach Standard-Protokollen wie<br />

TCP, UDP oder FTP erfolgen und erleichtert damit die Kommunikation.<br />

www.micro-epsilon.de<br />

Die passenden<br />

Kabel- und<br />

Leitungslösungen<br />

für Ihre<br />

Anforderungen.<br />

Produktion,<br />

Distribution, Konfektion<br />

Alles aus einer Hand,<br />

von der Herstellung bis zur<br />

individuellen Lösung.<br />

Global präsent<br />

In über 40 Ländern mit<br />

starken Partnern.<br />

Produktfinder für<br />

schnelle Auswahl<br />

shop.tkd-kabel.de<br />

CHATBOT-TECHNOLOGIE FÜR KI-UNTERSTÜZTES ENGINEERING<br />

Für die Engineering-Umgebung Twincat XAE hat Beckhoff den Twincat Chat Client entwickelt.<br />

Damit lassen sich Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT komfortabel für die Entwicklung<br />

eines TwinCAT-Projekts nutzen. Anwender sind produktiver in der Steuerungsprogrammierung<br />

und zudem eröffnet sich damit Optimierungspotenzial für den Direkt-Support. Der Twincat Chat<br />

Client ermöglicht ein KI-unterstütztes Engineering und automatisiert damit beispielsweise das<br />

Erstellen oder Ergänzen von Codes für Funktionsbausteine,<br />

optimiert diese sowie deren Dokumentation<br />

und Umstrukturierung. Dieser im Twincat XAE<br />

implementierte Client verbindet die Host-Cloud der<br />

jeweiligen LLM, bietet ein User Interface und stellt<br />

über das Automation-Interface die Kommunikation<br />

zur PLC-Entwicklungsumgebung bereit.<br />

www.beckhoff.com<br />

Mehr als nur Kabel.<br />

Lösungen für Ihre<br />

Branche.<br />

Mehr Informationen:<br />

TKD KABEL GmbH<br />

An der Kleinbahn 16<br />

41334 Nettetal<br />

info@tkd-kabel.de<br />

www.tkd-kabel.de


3 FRAGEN AN<br />

AUF DEM WEG ZUR INDUSTRIE 4.0<br />

weitere Hardware benötigt wird, sondern die Fernwartung über<br />

das Human-Machine-Interface erfolgen kann.<br />

HMIs werden in der Regel in ein geplantes Automatisierungsoder<br />

Visualisierungskonzept integriert. Welche Kriterien<br />

müssen dabei erfüllt werden und worauf sollten Anlagenplaner<br />

achten?<br />

Nehmen wir als Beispiel die mechanische Integrierbarkeit. Hier<br />

sollten Anlagenplaner bei der Auswahl des HMI-Herstellers auf<br />

eine breite Auswahl an verfügbaren Befestigungs konzepten<br />

achten. Darunter zählen Tragarm- oder Vesa-Montage sowie<br />

Integrierbarkeit direkt in die Maschinenwand. Darüber hinaus<br />

sollte auch berücksichtigt werden, dass sich die HMIs schnell<br />

und komfortabel montieren und in der Anwendung individuell<br />

auf den Bediener einstellen lassen.<br />

Moderne HMIs bieten heute schon eine Vielzahl an Funktionen.<br />

Wo sehen Sie die Trends in den nächsten Jahren?<br />

Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen wird zunehmend<br />

komplexer. Das wirkt sich auch auf die Bedienung aus. Welche<br />

Konzepte brauchen wir für zukünftige Aufgaben im IIoT?<br />

Ein Human Machine Interface (HMI) stellt eine wesentliche<br />

Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine her. Daher ist eine<br />

intuitive Interaktion mit dem HMI durch gewohnte Multi-Touch<br />

Bedienung sehr wichtig. Gerade auch in Bezug auf eine schnelle<br />

Einarbeitung des Bedieners in Zeiten des Fachkräftemangels.<br />

Aufgrund der immer komplexer werdenden und hochindividuellen<br />

Maschinen und Anlagen müssen Bedienkonzepte weitere<br />

Kriterien aufweisen. Das HMI soll flexibel und erweiterbar sein<br />

zum Beispiel durch die Integration zusätzlicher physischer Taster<br />

HMIs werden sich noch stärker dem Trend hin zu webbasierter<br />

Visualisierungssoftware anpassen. Das bedeutet, die Komplexität<br />

bzw. die Intelligenz kann vom HMI entkoppelt werden und<br />

die Visualisierungs-Runtime läuft direkt auf der SPS, sprich auf<br />

einem zentralen Web-Server. Gleichzeitig ergeben sich durch<br />

die Integration sinnvoller Features auf dem HMI wie VNC-Server<br />

für den Remote-Zugriff oder Docker zur Installation von z. B.<br />

Analytics-Apps neue Möglichkeiten für den Maschinenbauer.<br />

Bilder: Aufmacher Nataliya Hora – stock.adobe.com, sonstige ADS-TEC<br />

Industrial IT<br />

www.ads-tec-iit.com<br />

EINE VERNETZTE ZUKUNFT<br />

GELINGT, WENN MENSCHEN<br />

MIT MASCHINEN EINFACH<br />

UND SICHER INTERAGIEREN<br />

in einem separaten Tastenmodul oder weiterer Schnittstellen<br />

zur Anbindung von Peripheriegeräten. Zum anderen<br />

müssen HMIs genügend Performance haben, um<br />

auch für zukünftige Anforderungen gewappnet zu sein.<br />

Die Möglichkeit individuelle Kundenanpassungen, wie<br />

Gehäusefarben oder softwareseitige Vorkonfigurationen<br />

umzusetzen, bietet dem Kunden den Vorteil das HMI<br />

nach seinen Gegebenheiten anzupassen. Heutzutage<br />

stellt die Möglichkeit zur Fernwartung einen entscheidenden<br />

Vorteil dar. Der Maschinenbauer spart Reisekosten<br />

seiner Servicetechniker, da diese remote auf die Anlagen<br />

zugreifen können. Somit werden auch Probleme schneller<br />

behoben. Besonders praktisch ist es dann, wenn hierfür keine<br />

JOCHEN GENGENBACH<br />

Produktmanager ADS-TEC Industrial IT, Nürtingen<br />

28 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

LÜFTERLOSER IPC – EIN EYECATCHER<br />

EFCO stellt einen<br />

rundum vergoldeten<br />

IPC vor und verbessert<br />

damit die natürliche<br />

Abgabe der Verlustwärme<br />

an die Umgebungsluft.<br />

Durch die<br />

speziellen nanokristallinen<br />

Eigenschaften<br />

von elementarem Gold<br />

ist dafür eine nur zirka 2.000 Atomlagen dicke Schicht des<br />

Edelmetalls ausreichend. Der Mehrpreis bewegt sich in der<br />

Größenordnung des eingesparten Lüfters. In industriellen<br />

Applikationen hat sich die Technik im Dauereinsatz bis<br />

125 °C bewährt. Damit wird der Einsatz von IPCs auch in<br />

Hochtemperatur-Applikationen möglich. Der IPC benötigt<br />

zudem eine geringere Temperaturspreizung zwischen der<br />

Oberflächentemperatur des Gehäuses und der Chips.<br />

Während bei herkömmlicher rein passiver Kühlung über ein<br />

Aluminium-Gehäuse rund 40 K an Temperaturunterschied<br />

erforderlich sind, sinkt der erforderliche Spreizungsabstand<br />

bei Gold auf unter 10 K. Das bedeutet, dass die Chips im<br />

Inneren des Goldgehäuses bei einer Umgebungstemperatur<br />

von 95 °C die gleichen Sperrschicht-Temperaturen erreichen<br />

wie in einem Aluminiumgehäuse bei 65 °C.<br />

www.efcotec.de<br />

ALLES IM BLICK: KONTINUIERLICHE<br />

SCHWINGUNGSÜBERWACHUNG<br />

Flir stellt die Vibrationsüberwachungslösungen Flir SV88 und<br />

SV89 vor. Sie unterstützen Anwender bei der Kontrolle kritischer<br />

Anlagen, indem sie kontinuierlich Schwingungen analysieren,<br />

Fehler erkennen und auf potenzielle Defekte und zukünftige<br />

Probleme hinweisen. Mit ihren Multi-Kommunikationsprotokollen,<br />

ihrer Robustheit, der Schutzart IP66 und ihrer WLAN-<br />

Fähigkeit ermöglichen die Schwingungsüberwachungslösungen<br />

wichtige datengestützte Entscheidungen, die Anwender vor<br />

potenziellen Problemen warnen und die Lebensdauer ihrer<br />

Anlagen verlängern. Die Lösungen lassen sich komfortabel in<br />

bestehende Industrieplattformen integrieren. Die drahtlosen<br />

Funktionen ermöglichen Flexibilität und den Einsatz in verschiedenen<br />

industriellen Umgebungen. Mit der benutzerfreundlichen,<br />

webbasierten grafischen Benutzeroberfläche<br />

des Portals können Anwender ihre Sensoren<br />

einsetzen und Messfrequenzen festlegen sowie<br />

Trenddaten direkt über die Webschnittstelle<br />

beobachten. Für fortgeschrittene Benutzer, die<br />

Schwingungs- und Temperaturdaten<br />

an externe Systeme<br />

senden müssen, bieten die Kits<br />

sichere Konnektivität über die<br />

Protokolle Modbus-, MQTTund<br />

OPC UA.<br />

www.teledyneflir.com<br />

ROUTER UND CONNECTIVITY-SERVICE FÜR DIE SICHERE FERNWARTUNG<br />

Durch die Kombination aus VPN-Portal<br />

– dem Connectivity Service – und dem<br />

neuen kompakten VPN-Routermodell<br />

MRX2 hat Delta Logic sein Angebot für<br />

die sichere Fernwartung von Anlagen<br />

aktualisiert. Mit dem Connectivity<br />

Service können Anwender ihr eigenes<br />

virtuelles privates Netzwerk einrichten<br />

und verwalten. Der Aufbau einer Verbindung zum VPN durch<br />

Clients ist erst nach Durchführung einer zertifikatsbasierten<br />

Authentifikation (X.509) möglich. Für zusätzliche Sicherheit<br />

können diese Zertifikate automatisch und in regelmäßigen<br />

Intervallen erneuert werden. Auch lassen sich weitere Zugriffskontrollen<br />

einrichten. Um das VPN-Portal vollumfänglich zu<br />

nutzen, bietet der Automatisierungstechnik-<br />

Experte darauf abge stimmte Industrie-Router<br />

an. MRX2 ergänzt die Modelle MRX3 und<br />

MRX5, bietet die gewohnte Funktionalität,<br />

belegt aber weniger Platz bei der Montage im<br />

Schaltschrank (drei Teilungseinheiten auf der<br />

DIN-Hutschiene). Die Modularität des Routers<br />

ist auf zwei Karten begrenzt – für viele<br />

Anwendungen ist das ausreichend. Bei erhöhten Anforderungen<br />

bieten sich die breiteren Router MRX3 mit einem weiteren Slot<br />

und der MRX5 mit drei Slots für Einsteckmodule an. Der MRX2<br />

ist in den Verbindungsarten LAN, LTE und DSL erhältlich und<br />

bietet fünf Ethernet-Ports sowie zwei digitale Eingänge.<br />

www.deltalogic.de<br />

Click. Clack. Closed.<br />

Die Fast Assembly Kabeleinführung<br />

Die Kabeleinführung KEL-FA (Fast Assembly)<br />

bietet eine schnelle Montage ohne Werkzeug.<br />

Zugentlastung gemäß DIN EN 62444 sowie<br />

eine hohe Flexibilität durch den Einsatz<br />

verschiedenster Tüllen sind weitere Vorteile.<br />

Erleben Sie innovative<br />

Kabeleinführungssysteme<br />

live auf der Fachpack.<br />

Ihr kostenloses Ticket gibt’s hier:<br />

IP54<br />

UL TYPE<br />

www.icotek.com


Schwerlastprofile<br />

ermöglichen eine stabile<br />

Fachwerkkonstruktion<br />

wie hier in einer<br />

Leergutsortieranlage<br />

LINEARTECHNIK FÜR POSITIONIER- UND<br />

HANDLINGAUFGABEN<br />

SCHWERE LASTEN<br />

SCHNELL BEWEGT


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

10.000 Kisten in einer Schicht, jede Kiste<br />

ent- und sortenrein beladen in unter acht<br />

Sekunden: Beim automatischen Sortieren<br />

von Leergut vollbringen Handlingportale<br />

Höchstleistungen. RK Rose+Krieger liefert mit<br />

seinen individuell zugeschnittenen Systemen<br />

der Lineartechnik die wichtige Basis dafür.<br />

Geht es um die Konzeption von Handlingportalen, steht<br />

vor allem eine Herausforderung im Mittelpunkt: eine<br />

konstant hohe Anlagenleistung auch für schwere<br />

Lasten im Langzeit- bis Dauerbetrieb sicherzustellen.<br />

Wichtiger Leistungsträger für solche Konstruktionen ist die Profilund<br />

Lineartechnik, die eine zuverlässige Lastenaufnahme<br />

und -führung auf effizient genutztem Raum erst möglich macht.<br />

RK Rose+Krieger ist Systemanbieter für Profil- und Lineartechnik<br />

mit Sitz in Minden. Mit einem Baukasten bestehend aus über<br />

50.000 Einzelkomponenten ermöglicht das Unternehmen anwendungsspezifische<br />

Systemlösungen für die Konstruktion von<br />

Produktionsstrecken, die auch später noch flexibel erweitert werden<br />

können. Damit bedient RK die wichtigsten Trends in der<br />

Lineartechnik, bei der es vor allem auf eine schnelle und einfache<br />

Implementierung ins Produktionssystem ankommt.<br />

HOHE TAKTZAHLEN AUF<br />

KLEINER GRUNDFLÄCHE<br />

Wie mit der passend zugeschnittenen Lineartechnik hohe Taktzahlen<br />

in einem Handlingportal erzielt werden können, zeigt die<br />

Anwendung in der Leergutsortieranlage einer norddeutschen<br />

Brauerei. 10.000 Kisten Leergut pro Schicht können hier automatisch<br />

sortiert und sortenrein wieder bereitgestellt werden.<br />

Auf einer Fläche von 60 m² durchlaufen die Leergutkisten zwei<br />

Handlingsysteme. Im „Auspack“-Portal werden aus je zwei Kisten<br />

zugleich als sortenfremd detektierte Flaschen automatisch<br />

herausgeholt und auf zugeordneten Bändern abgestellt. Das<br />

„Einpack“-System ergänzt die Kisten anschließend um fehlende<br />

MIT EINEM BAUKASTEN AUS<br />

ÜBER 50.000 KOMPONENTEN<br />

LASSEN SICH UNZÄHLIGE<br />

SYSTEMLÖSUNGEN KONZIPIEREN<br />

Flaschen und stellt auf diese Weise vollzählige, sortenreine Gebinde<br />

her. Für jedes Kisten-Set benötigt die Anlage zum Aus- und<br />

Einpacken weniger als acht Sekunden. Sind 40 Kisten einer Leergutsorte<br />

zusammengekommen, werden sie dem Belader zugeführt,<br />

palettiert und ins Zwischenlager transportiert.<br />

Beide Portale sind in Leichtbauweise gefertigt. Die Fachwerkkonstruktionen<br />

aus Aluminiumschwerlastprofilen sind 3.000 mm<br />

breit, 2.055 mm hoch und 800 mm tief. An jedem Portal wurden<br />

zwei horizontale Linearführungen in der X-Achse angebracht. Im<br />

Auspack-Portal tragen diese jeweils zwei vertikale Linearachsen<br />

(Z-Achse), die mit je zwei Greifern bestückt sind. Im Einpack-<br />

Portal tragen die horizontalen Linearführungen je eine mit Greifern<br />

bestückte Z-Achse.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 31


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

DAUERBEWEGUNG MIT 1,2 TONNEN<br />

Jeder Greifer wiegt 80 kg und kann eine Nutzlast von bis zu 20 kg<br />

tragen. Jede Vertikalachse muss damit rund 200 kg Gewicht führen;<br />

für beide Portale macht das 1,2 t nur durch Greifer und bewegte<br />

Lasten. Entsprechend stabil müssen Linearachsen sowie<br />

die gesamte Portalkonstruktion ausgelegt sein. Sie müssen im<br />

Langzeit- oder gar Dauerbetrieb möglichst störungsfrei funktionieren<br />

und die Lasten mit konstant hoher Positionier- und Wiederholgenauigkeit<br />

bewegen.<br />

Um dies zu gewährleisten, kommen in der Leergutsortieranlage<br />

zahnriemengetriebene Kugelumlauf-Schienen-Linearachsen<br />

vom Typ RK Duoline 160 Z zum Einsatz. Beide sind mit Schlitten<br />

zur Aufnahme der Linearachsen in Z-Richtung ausgestattet. Die<br />

Achsen verfügen über ein gekapseltes Führungssystem und sind<br />

dank ihres Zahnriemenantriebs prädestiniert für schnelle Positionier-<br />

und Handlingaufgaben. Ihre Wiederholgenauigkeit liegt<br />

bei ±0,05 mm. Ein optional integrierbares Wegmess-System sorgt<br />

zudem für eine hohe Positioniergenauigkeit auf der gesamten<br />

Achslänge. Die Z-Achsen selbst sind mit zahnriemengetriebenen<br />

Profil-Lineareinheiten vom Typ RK Duoline 120x80 Z 3G ausgestattet.<br />

Diese Achsen eignen sich aufgrund ihrer Leistung und<br />

Präzision besonders für dynamische Verstellungen, wie sie in der<br />

Leergutsortierung gefragt sind.<br />

EINFACHE WARTUNG UND HOHE VARIABILITÄT<br />

Mit verschiedenen Komponenten sorgt RK Rose+Krieger dafür,<br />

dass die Portalkonstruktion auch bei hoher Belastung durch Ge-<br />

01<br />

01 Linearachsen mit Zahnriemenantrieb sind prädestiniert<br />

für schnelle Positionier- und Handlingaufgaben<br />

02 Die Montage der Schwerlastprofile zu einem Portal wird<br />

durch spezielle Verbindungselemente vereinfacht<br />

03 Schwerlastprofile aus Aluminium ermöglichen neue<br />

konstruktive Lösungen und lösen Stahl in vielen Bereichen ab<br />

04 Lineartechnik lässt sich applikationsspezifisch auslegen,<br />

beispielsweise als Schwerlastkonstruktion für einen Kfz-Prüfstand<br />

wicht und Dauerbetrieb die Anlage einfach zu warten ist. Durch<br />

ein Abdeckband erreichen die Linearachsen die Schutzart IP 40.<br />

Klemmleisten ermöglichen die sichere Fixierung der Achse. Eine<br />

zentrale Schmiermöglichkeit über Trichterschmiernippel vereinfacht<br />

die Wartung.<br />

Neben Belastbarkeit und Anlagensicherheit ist auch die Variabilität<br />

ein wichtiger Faktor im Portalbau. Bei RK Rose+Krieger<br />

können Lasten über Nutensteinleisten sicher montiert werden.<br />

Im Beispiel der Leergutsortieranlage wurden so die Z-Achsen mit<br />

den Flaschengreifern an den X-Achsen angebaut. Eine Umlenkung<br />

mit Hohlwellen erlaubt zudem eine variable Motoranordnung.<br />

Für den Motoranschluss bietet RK Rose+Krieger wahlweise<br />

Adapter für Metallbalg- oder Elastomerkupplungen. Dabei muss<br />

sich der Kunde nicht bereits bei der Bestellung auf eine konkrete<br />

Platzierung festlegen; die Konfiguration der Motorwelle lässt sich<br />

auch nachträglich noch ändern.<br />

Neben einem störungsfreien Betrieb ist natürlich auch eine<br />

stabile Konstruktion das A und O in der Konzeption von Handlingportalen.<br />

Für die Leergutsortieranlage wählte das Unternehmen<br />

für Profil- und Lineartechnik Blocan-Schwerlastprofile der<br />

D-Line, hier vom Typ D-160x320. Hinzu kamen Diagonalverstrebungen,<br />

Knotenwinkel, Gelenkstellfüße mit Befestigungswinkel,<br />

Abdeckkappen und Profilverbinder, die der Hersteller zusammen<br />

mit den Lineareinheiten aus einer Hand liefert.<br />

LEICHTBAUWEISE FÜR SCHWERLASTEN<br />

VON VORTEIL<br />

Die D-Line ist der Schwerlast-Spezialist im Portfolio des Mindener<br />

Unternehmens. Die Lineareinheiten sind in den Abmessungen<br />

D-80x240, D-160x160, D-160x240 und D-160x320 mm lieferbar.<br />

Material ist Aluminium. Spezielle Geometrieanordnungen sorgen<br />

für extra biegesteife Profile. Damit lässt sich durch den Einsatz<br />

einer D-Line-Achse gegenüber einer herkömmlichen Stahleinheit<br />

rund 35 Prozent an Gewicht einsparen. Dank des geringen<br />

spezifischen Gewichts können die Lineareinheiten relativ klein<br />

ausgelegt werden, was speziell bei verketteten Achsen von Vorteil<br />

ist. Eine hohe Dynamik erlaubt die effektive Umsetzung kurzer<br />

Taktzeiten.<br />

3 FAKTOREN, AUF DIE ES BEI DER LINEARTECHNIK<br />

IN HANDLINGPORTALEN ANKOMMT:<br />

n Prozesssicherheit: Zahnstangen- und Zahnriemenantriebe ermöglichen<br />

eine hohe Verfahrgeschwindigkeit und Positioniergenauigkeit.<br />

n Variabilität: Variabel ausgerichtete Komponenten erlauben kurzfristige<br />

Anpassungen der Lineartechnik an den Anlagenbedarf. Selbst nachträgliche<br />

Änderungen sind möglich.<br />

n Flexibilität: Aufgrund der Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten sind<br />

Anbieter von Profil- und Lineartechnik wie RK Rose+Krieger wichtige<br />

Entwicklungspartner bei der Konstruktion von Handlingportalen.


02<br />

03 04<br />

Die Montage der Aluminiumschwerlastprofile und -achsen zu einem<br />

Portal wird durch spezielle Verbindungselemente, die RK-<br />

Druckverbinder, wesentlich vereinfacht. Die Mindener Ingenieure<br />

entwickelten diese Verbindungskomponenten, die den Profilen<br />

und Achsen ihren Namen gaben, eigens für den Schwerlastbereich.<br />

Die Druckverbinder und D-Profile werden lediglich auf<br />

Länge geschnitten und durch Druck sowie eine hochbelastbare<br />

und wieder lösbare Schraubverbindung zusammengehalten.<br />

Eine weitere Bearbeitung ist nicht erforderlich. Dadurch fallen<br />

die Montagekosten im Vergleich zu anderen Profilsystemen oder<br />

Stahlkonstruktionen deutlich geringer aus. Ein weiterer Vorteil:<br />

Konstruktionen aus D-Profilen und -achsen lassen sich einfach<br />

demontieren und an anderer Stelle oder in neuer Form wieder<br />

aufbauen.<br />

PASSEND KOMBINIERT SIND ACHSLÄNGEN<br />

VON BIS ZU 50 METERN MÖGLICH<br />

Die Schwerlastlinearachsen sind mit Zahnstangen- oder Zahnriemenantrieb<br />

und wahlweise mit Laufrollen- oder Kugelschienenführungen<br />

erhältlich. Die maximale Verfahrgeschwindigkeit<br />

beträgt 5 m/s beim Einsatz von Laufrollen. Die Positioniergenauigkeit<br />

liegt bei ±0,15 mm/300 mm Hub für Zahnriemenantriebe<br />

und bei ±0,2 mm/300 mm Hub für Zahnstangenantriebe.<br />

RK Rose+Krieger bietet die Trägerprofile standardmäßig mit<br />

einer Länge von 6 m an. Durch die Verbindung zweier Profile an<br />

den Stößen lassen sich jedoch auch größere Hublängen erreichen.<br />

Achsen mit Zahnriemenantrieb können so 14 m, Achsen<br />

mit Zahnstangenantrieb bis zu 50 m lang werden.<br />

Je nach Länge und Einbaulage können die größten D-Line-Einheiten<br />

mit Lasten von bis zu 3 t beziehungsweise 30.000 N in eine<br />

Kraftrichtung belastet werden. In der Regel liegt das übliche<br />

Handlinggewicht jedoch bei 200 bis 300 kg. Der Aufbau der Achsen<br />

ist uneingeschränkt modular.<br />

FLEXIBEL IN DER AUSLEGUNG<br />

Die Schwerlastachsen gehören wie die D-Profile und das Zubehör<br />

zum Blocan-Profilbaukasten. Er umfasst mehr als 110 verschiedene<br />

Profilgrößen und -querschnitte. Die Auswahl der Profilgröße<br />

und -geometrie richtet sich nach der auftretenden Belastung. Dabei<br />

ist die Flexibilität des Systems groß, denn sämtliche Teile des<br />

Blocan-Baukastens sind nicht nur untereinander, sondern auch<br />

produktübergreifend mit den Rohrverbindungssystemen, Lineareinheiten,<br />

Hubsäulen und Elektrozylindern von RK Rose+Krieger<br />

kompatibel. Durch diese Vielfalt lassen sich Konstruktionen auf<br />

eine Vielzahl von Anforderungen individuell zuschneiden.<br />

Auch aufgrund der Konfigurationsmöglichkeiten ist die bedarfsgenaue<br />

Auslegung der Lineartechnik für Handlingportale<br />

auf Leistungsbedarf, Bewegungsmerkmale und Einbausituation<br />

anspruchsvoll. Anlagenbauer schätzen daher Entwicklungspartner,<br />

die ein hohes Maß an Flexibilität mitgehen können. Der Systemanbieter<br />

für Profil- und Lineartechnik ermöglicht dies durch sein<br />

Anwendungs-Know-how und sein modular kombinierbares Produktportfolio.<br />

Einige Komponenten sind dabei so ausgelegt, dass<br />

sie sich auch in einer bestehenden Anlage problemlos austauschen<br />

oder erweitern lassen. So kann ein Handlingportal mit seinen<br />

Anforderungen jederzeit mitwachsen.<br />

Bilder: RK Rose+Krieger<br />

www.rk-rose-krieger.com<br />

AUTOR<br />

Björn Riechers, Geschäftsführer,<br />

RK Rose+Krieger GmbH, Minden<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 33


RECYCLING-ENERGIEKETTEN FÜR MEHR<br />

NACHHALTIGKEIT IM MASCHINENBAU<br />

CRADLE TO CRADLE<br />

Wo Bleche gekantet werden, wirken enorme Kräfte auf Maschine und Bauteil.<br />

Damit nichts schiefgeht, verwendet ein Schweizer Maschinenbauer belastbare<br />

und leistungsfähige Energieketten. Doch nicht nur das. Als erstes Unternehmen<br />

überhaupt nutzt der Hersteller die zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff<br />

gefertigte cradle-chain serienmäßig in der neuen Abkantpresse.<br />

Wer in das Herz der Bystronic ByBend Star 120 (Aufmacherbild)<br />

blickt, dem dürfte auf den ersten Blick<br />

nichts Außergewöhnliches auffallen. In schwarzen<br />

Energieketten von igus liegen dort die Leitungen,<br />

die Strom und Co. für die Abkantpresse liefern. Tatsächlich handelt<br />

es sich bei den verbauten Komponenten aber keineswegs um<br />

Standardbauteile, sondern um einen wahren Nachhaltigkeitsjoker.<br />

Als erster Maschinenbauer ist Bystronic an seinem Fertigungsstandort<br />

im thüringischen Gotha dazu übergegangen, die<br />

c radle -chain E2i.26.CG von igus standardmäßig in Serie zu verbauen.<br />

Von außen sieht sie dabei genauso aus wie alle anderen<br />

Energieketten des Kölner Unternehmens auch, im Innern steckt<br />

jedoch der Bonus: Die c radle-chain besteht vollständig aus recyceltem<br />

Kunststoff, den igus aus zurückgenommenen Energieketten<br />

nach dem Ende ihrer Lebensdauer gewonnen hat. Der<br />

Name kommt dabei nicht von ungefähr: Die cradle-chain ist<br />

nach dem Begriff „cradle-to-cradle“ benannt. Damit beschreibt<br />

die Industrie das Konzept einer vollständigen Kreislaufwirtschaft<br />

dank eines ausgefeilten Recyclingprozesses – eben von einer metaphorischen<br />

„Wiege“ zur nächsten. Kreislaufwirtschaft spart<br />

nicht nur jede Menge kostbarer Ressourcen, sondern liefert auch<br />

einen handfesten Beitrag zur Nachhaltigkeit. Bystronic spart<br />

durch die Installation der c radle-chain 28 Prozent an Kohlenstoffdioxid<br />

im Vergleich zu einer herkömmlichen Energiekette<br />

ein. Es ist eine weitere der vielfältigen Investitionen des Maschinenbauers<br />

in die Senkung des C O 2<br />

-Fußabdrucks.<br />

34 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

NACHHALTIGKEIT BEI BYSTRONIC<br />

„Nachhaltigkeit spielt eine sehr große Rolle bei Bystronic“, erklärt<br />

Alexandra Fritsche, Global Product Line Manager Bending im<br />

Unternehmen. Die Geschichte der Firma reicht bis ins Jahr 1964<br />

zurück, damals wurde die Bystronic Maschinen AG im schweizerischen<br />

Bützberg gegründet. Mittlerweile ist die Bystronic Group<br />

zu einem führenden Technologieunternehmen in der Blechbearbeitung<br />

geworden. Neben Laserschneid- und Rohrlasermaschinen<br />

sowie der passenden Software liegt ein großer Fokus im Produktportfolio<br />

auf den Abkantpressen der X pert und B yBend Star<br />

Reihe. Gefertigt werden die Anlagen unter anderem im thüringischen<br />

Gotha. Die Firma stellt aktuell nicht nur in den eigenen<br />

Gebäuden auf nachhaltiges Arbeiten um, sondern denkt ökologische<br />

Aspekte auch in den Produkten selbst mit. Dass in der<br />

neu entwickelten ByBend Star 120 die komplett recycelten<br />

cradle-chains von igus zum Einsatz kommen, ist deshalb<br />

nur der nächste logische Schritt.<br />

Dass igus es überhaupt geschafft hat, eine gänzlich<br />

recycelte Energiekette in Serie zu fertigen, liegt an der<br />

hauseigenen chainge Plattform. Wie funktioniert sie?<br />

Die Unternehmen sammeln ihre Wertstoffe sortenrein<br />

und gesäubert. Nach einem Wiegen wird das Recyclingmaterial<br />

online zur Rücksendung angemeldet und versendet.<br />

Sobald die Energieketten in Köln ankommen, erhalten<br />

die Kunden einen Voucher, mit dem sie bei der nächsten igus<br />

Bestellung einen Rabatt nutzen können. Anschließend verarbeitet<br />

igus die Energieketten in einem speziellen Prozess zu Rezyklat<br />

in Neumaterialqualität. Dieses wird im Spritzgussprozess zur<br />

Herstellung der cradle-chain genutzt. Teil der chainge Plattform<br />

ist auch ein Markplatz für recycelte Kunststoffe, auf dem Unternehmen<br />

Rezyklat ver- und einkaufen können. Aktuell sind bereits<br />

fünf Energiekettenserien und 28 Kettentypen als cradlechain<br />

ab Lager verfügbar. Angst vor einem qualitativen Unterschied<br />

müssen Anwender nicht haben, die cradle-chain weist die<br />

gleichen technischen Eigenschaften und Belastungsgrenzen wie<br />

die Energieketten aus dem herkömmlichen Material igumid G<br />

auf. Erhältlich sind die Ketten aus dem neuen Werkstoff<br />

igumid CG zum gleichen Preis wie die herkömmlichen Produkte.<br />

NEUE WEGE IM ABKANTEN, AUCH IN<br />

DER ENERGIEFÜHRUNG<br />

Diese Eigenschaften waren auch die Gründe, aus denen sich<br />

B ystronic für die Energieführung aus recyceltem Kunststoff entschieden<br />

hat. Seit einiger Zeit beschäftigt das Unternehmen<br />

einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der das Thema intern vorantreibt.<br />

„B ystronic ist ein sehr innovationsfreudiges Unternehmen“,<br />

sagt René Mönch, technischer Verkaufsberater bei igus.<br />

Das habe man in 15 Jahren der Zusammenarbeit immer wieder<br />

festgestellt. Mit der B yBend Star 120 geht B ystronic neue Wege im<br />

Abkanten. Die Presse reiht sich in ihrer Größe zwischen der<br />

B yBend Star 80 sowie der Xpert Pro ein. Mit einer Presskraft von<br />

120 t und einer Biegelänge von 2.050 mm ist die Maschine flexibel<br />

in unterschiedlichen Anwendungsfällen einsetzbar. .<br />

Nach den ersten Monaten Erfahrung mit der B yBend Star 120<br />

und der cradle-chain von igus fällt das Fazit in Gotha positiv aus.<br />

„Die Rückmeldung aus der Konstruktion ist sehr gut“, freut sich<br />

René Mönch. Den Anforderungen, die der kraftintensive Biegeprozess<br />

an die verbaute Technik stellt, hält die cradle-chain problemlos<br />

stand. „Das konnten wir zuvor auch in unserem Testund<br />

Prüflabor in Köln verifizieren“, so Mönch weiter. Dort werden<br />

auf einer Fläche von 4.000 m2 sämtliche Produkte des Herstellers<br />

einem Langzeittest unterzogen. Dazu zählen auch die Leitungen<br />

der chainflex Serie, die auch in der neuen Abkantpresse verbaut<br />

sind. Mit chainflex bietet igus eine große Variation an Leitungen,<br />

Martin<br />

Blechschmidt,<br />

René Mönch und<br />

Alexandra<br />

Fritsche, setzen<br />

gemeinsam auf<br />

zukunftsfähige<br />

und nachhaltige<br />

Lösungen<br />

die speziell für den Einsatz in bewegten Anwendungen<br />

entwickelt worden sind. Das mittlerweile aus<br />

über 1.350 Produkten bestehende Sortiment bietet Leitungstypen<br />

für Daten-, Bus- und Hybridsysteme, Steuerung und<br />

Antrieb. Auch die cradle-chains haben sich im Test erfolgreich<br />

behauptet: Im Vergleich mit dem bestehenden Werkstoff<br />

igumid G weisen die Energieketten aus igumid CG eine Zugkraft<br />

von 94 Prozent auf. Das Bruchmoment liegt bei 96 Prozent im<br />

Vergleich zu igumid G. „Diese Werte sind für die ByBend Star 120<br />

völlig ausreichend, da man in der Anwendung gar nicht in die<br />

Nähe der Maximalbelastung kommt“, ist sich René Mönch sicher.<br />

KONFEKTIONIERTE SYSTEMLÖSUNGEN SIND<br />

AUCH IN DER KONSTRUKTION VON VORTEIL<br />

Neben den Ketten und Leitungen hat man sich bei Bystronic<br />

außerdem für Linearführungen der drylin W-Serie von igus entschieden.<br />

„Wir erhalten damit viele notwendige Bauteile aus<br />

einer Hand, was in der Konstruktion ein großer Vorteil ist“, meint<br />

Alexandra Fritsche. Für die Energieketten gilt das in besonderem<br />

Maße: Bystronic hat die Energieführungen als fertig konfektionierte<br />

readychain bestellt. Damit haben die Mitarbeitenden in<br />

der Konstruktion eine voll bestückte Energiekette samt chainflex<br />

Leitungen erhalten, die schnell eingebaut werden konnte.<br />

Mit der Entscheidung für die cradle-chain ist Expertin Fritsche<br />

zufrieden. „Die ByBend Star 120 ist zukunftsweisend und innovativ,<br />

darauf können wir stolz sein“, resümiert sie. Die Installation von<br />

recycelten Materialien werde künftig einen immer wichtigeren<br />

Stellenwert in der Industrie einnehmen. Produkte wie die cradlechain<br />

sind es dann, die in Zukunft eine echte Kreislaufwirtschaft<br />

ermöglichen werden.<br />

Bilder: Aufmacher igus, Einklinker Bystronic, rechte Seite oben igus<br />

www.igus.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

igus GmbH<br />

Spicher Str. 1a, 51147 Köln<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 35


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

MOTION CONTROL<br />

NEU GEDACHT<br />

Die Steuerung komplexer Mehrachssysteme<br />

(Roboter) ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die<br />

spezialisierte Motion Controller erfordert. Mit<br />

dem MotionA hat die Dübon Engineering GmbH<br />

einen innovativen Motion Controller realisiert,<br />

mit dem hochsynchrone und anspruchsvolle<br />

Bewegungen effizient und kostenoptimiert<br />

realisiert werden können.<br />

Bilder: Igus<br />

Es gibt eine Vielzahl von Robotik- und Automatisierungsanwendungen<br />

mit unterschiedlichen Mechaniken, zum Beispiel<br />

Delta-Roboter, Scara-Roboter, Portalsysteme oder<br />

Cobots. Diese können mit unterschiedlichen Motion Controller<br />

Ansätzen gesteuert werden. Im einfachsten Fall werden<br />

Einzelachssteuerungen verwendet, die über einfache Mechanismen<br />

wie GPIOs synchronisiert werden. Komplexere Problemstellungen<br />

können über erweiterte Bibliotheken im Umfeld des Robotik<br />

Operating Systems (ROS) oder über dedizierte Motion Controller<br />

wie Codesys Softmotion gesteuert werden. Jede dieser Lösungen<br />

hat Vorteile, aber auch limitierende Faktoren. So stoßen<br />

Einzelachsensteuerungen bei Multiachsen-Anwendungen an ihre<br />

Grenzen, Codesys zwingt Anwender in eine proprietäre Insellösung<br />

mit spezifischer Entwicklungsumgebung, und bei ROS<br />

müssen hohe Komplexität sowie relativ hohe Ressourcenanforderungen<br />

an die Systemplattform in Kauf genommen werden.<br />

KOMPLEXE PROZESSE EFFIZIENT REALISIEREN<br />

Die meisten Bewegungssteuerungen sind also entweder einfach<br />

zu bedienen, aber unflexibel – oder leistungsstark, aber kompliziert<br />

in der Handhabung und teuer. Hier setzt Dübon Engineering<br />

mit seinem Motion Controller MotionA an und bietet eine<br />

Alternative, die es ermöglicht, komplexe Abläufe einfach und ressourcenschonend<br />

zu realisieren – und das auf kostenoptimierten<br />

Plattformen. Adressiert werden DeltaRoboter, Linearachsen, Scara-<br />

Roboter sowie ähnliche Robotik-Kinematiken. Dabei profitieren<br />

Anwender auch von erheblichen Einsparungen bei den Motoren,<br />

da Varianten des MotionA auch Motortreiber integrieren,<br />

was die Verwendung von günstigen analogen Motoren ermöglicht.<br />

KOMFORTABLE SYSTEMINTEGRATION<br />

Für Scara-Roboter, Delta-Roboter und Cobots bietet MotionA die<br />

Möglichkeit, komplexe Pick-and-Place-Bewegungen mit wenigen<br />

Parametereinstellungen zu steuern. Dabei kann das System<br />

mit wenigen Parametern optimiert werden, z.B. kann der maximal<br />

erlaubte Ruck eingestellt werden, der unter allen Umständen<br />

eine flüssige Bewegung garantiert. Auch das Aufnehmen von sich<br />

bewegenden oder beschleunigenden Objekten, z.B. auf einem<br />

Förderband, ist komfortabel realisierbar. Der nicht echtzeitfähige<br />

Host schiebt die Bewegungsbefehle in diese Pipeline, während<br />

sich MotionA um die korrekte zeitliche Abarbeitung kümmert.<br />

Für eine unterbrechungsfreie Bewegung muss der Host nur sicherstellen,<br />

dass die Pipeline nicht leerläuft. Auch die Einbindung<br />

von GPIOs (General Purpose Input/Output), Analogeingängen<br />

und anderem ist möglich. Für die Systemintegration ist der<br />

vollständige Simulationsmodus (digitaler Zwilling) von MotionA<br />

unerlässlich. Auch ohne Roboter-Hardware kann somit das Gesamtsystem<br />

aufgebaut und getestet werden. MotionA unterstützt<br />

als Host-System Linux (x86 und ARM), Windows und Mac, unabhängig<br />

von bestimmten Frameworks oder Tools. Die Integration<br />

ist einfach und effizient. Der MotionA besteht aus drei zentralen<br />

Komponenten: der Kinematik (die mathematische Beschreibung<br />

des Roboters), der ActiongraphVM (die Echtzeitsprache zur Steuerung<br />

der Bewegung) und dem eigentlichen „Actiongraph-Programm“.<br />

Da es beliebig viele Programme geben kann, wird aus<br />

dem ActiongraphProgramm eine API generiert, gegen die auf<br />

dem Host-System programmiert werden kann. Der Anwender erhält<br />

somit eine optimale, einfach zu bedienende Schnittstelle für<br />

seinen spezifischen Anwendungsfall.<br />

www.duebon-engineering.de<br />

WERDEN SIE ENTWICKLUNGSPARTNER!<br />

Sind Sie Hersteller von Linearachsen oder anderen<br />

mechanischen Komponenten, aus denen Roboter wie<br />

Cobots, Scara- oder Delta-Roboter entstehen können?<br />

Haben Sie eine Produktidee und möchten<br />

Ihr Portfolio erweitern? Dübon Engineering<br />

unterstützt Sie von der Idee bis hin zum<br />

erfolgreichen Produkt: bit.ly/3Xt3wXH<br />

AUTOR / KONTAKT<br />

Dübon Engineering GmbH<br />

72127 Tübingen-Kusterdingen,<br />

Geschäftsführer Matthias Dübon,<br />

matthias.duebon@ duebon-engineering.de<br />

36 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


Im Lipperfeld 7c<br />

NEUES GEHÄUSESYSTEM<br />

Bopla Gehäuse Systeme präsentiert<br />

mit BoVersa ein neues Gehäusesystem.<br />

Das neue Konzept bietet flexible<br />

und kundenspezifische Gestaltungsmöglichkeiten<br />

sowie ein modernes<br />

Design inklusive Beleuchtung und innovativer Kühlung.<br />

Bei der Entwicklung standen vor allem Flexibilität und Funktionalität im Mittelpunkt.<br />

Unterteil, Oberteil und Frontrahmen lassen sich beliebig miteinander kombinieren.<br />

Neben der Kunststoffausführung können Anwender auch ein Gehäuseunterteil aus<br />

Aluminiumdruckguss mit eingeformten Kühlrippen und Befestigungslaschen wählen.<br />

Der offene Frontrahmen eignet sich für die Integration von Tastaturen und Displays,<br />

während die geschlossene Variante eine klare Optik oder individuelle Designs<br />

ermöglicht. Das transparente Oberteil gewährt einen Blick ins Innere des Gehäuses<br />

oder auf eingebaute Displays. Damit oder mit der transluzenten Version lassen sich<br />

darüber hinaus Beleuchtungseffekte und Statussignalisierungen setzen. Farbliche<br />

Akzente sind zudem durch die Kombination von Gehäuseteilen in unterschiedlichen<br />

Farben umsetzbar. Neu ist auch die Kühltechnik. Das punktsymmetrische Design<br />

ermöglicht entsprechenden Rippen einen optimalen Luftstrom in horizontaler und<br />

vertikaler Montageposition.<br />

www.bopla.de<br />

leanSYSTEMS<br />

<strong>AUTOMATION</strong> -<br />

mit System.<br />

NEUE ADAPTERTÜLLEN FÜR<br />

KEYSTONE-MODULE<br />

Icotek stellt die neuen Adaptertüllen AT-KS-AK vor.<br />

Die Adaptertüllen wurden speziell für Keystone-Module<br />

entwickelt und mit einer Schutzklappe ausgestattet,<br />

um einen Schutz bis IP54 zu gewährleisten.<br />

Sie basiert auf der KT Kabeltülle vom Unternehmen<br />

und soll das einfache Einrasten von nahezu allen<br />

Modulen, die auf dem Keystone-System basieren, ermöglichen. Der in die Tülle<br />

integrierte Polyamidkorpus bietet laut Hersteller eine stabile und sichere Basis für die<br />

verwendeten Module. Eine frontseitig angebrachte Schutzklappe schützt die Schnittstelle<br />

und kann zur zusätzlichen Sicherheit sogar verplombt werden. Die Snap-in-<br />

Montage ermöglicht laut Unternehmen ein einfaches Einrasten der Keystone-Module<br />

in die Adaptertülle. Bei Bedarf können die Module mithilfe eines Schraubendrehers<br />

wieder entriegelt werden. Die Schutzart IP54 wird bei geschlossener Klappe erreicht,<br />

unabhängig vom Keystone-Modul-Typ oder Hersteller.<br />

www.icotek.com<br />

Ihre Vorteile:<br />

Große Vielfalt<br />

Wählbare Parameter<br />

SIGNALLEUCHTEN MIT AKUSTISCHEM SIGNALGEBER<br />

IPF erweitert sein Angebot an LED-Signalleuchten durch zwei Varianten für 24 v DC<br />

mit akustischen Signalgebern. Anlagen- und Maschinenzustände lassen sich damit<br />

sowohl rundum sichtbar als auch hörbar anzeigen. Bei Bedarf ist die Ausgabe eines<br />

akustischen Alarms möglich. Die LED-Signalleuchte EZ500320<br />

bietet drei Leuchtsegmente in den Farben Rot, Gelb und Grün.<br />

EZ500330 verfügt über vier Segmente mit den Farben Rot, Gelb,<br />

Grün und Blau. Beide Signalleuchten integrieren außerdem<br />

einen akustischen Signalgeber (95db). Die Säulengehäuse mit<br />

einem Durchmesser von 50 mm sind aus Aluminium (Schutzklasse<br />

IP20) gefertigt, die Leuchten-Abdeckungen bestehen aus<br />

Polycarbonat. EZ500320 mit 5-poligem M12-Anschlussstecker<br />

liefert eine Leistung von 3,8 W. EZ500330 ist auf 4,3 W ausgelegt<br />

und wird wegen des vierten Leuchtsegmentes mit einem<br />

8-poligen M12-Stecker angeschlossen. Die Befestigung der<br />

Signalleuchten ist montageseitig komfortabel konzipiert.<br />

www.ipf.de<br />

Auf Wunsch komplett<br />

Jetzt scannen für mehr<br />

Informationen!<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 37


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

DIAGNOSEFÄHIGES STEUERUNGSSYSTEM<br />

FÜR HEIZELEMENTE<br />

Für 3-phasige Heizungen hat Gefran<br />

die neuen Halbleiterrelais GRZ-H<br />

entwickelt. Sie zeichnen sich unter<br />

anderem durch kompakten Aufbau,<br />

Schalten im Nulldurchgang, thermischen<br />

Schutz und einfache Diagnostik<br />

aus. Die Reihe steht für Stromstärken<br />

von 10 bis 75 A pro Phase<br />

und Wechselspannungen bis 600 V<br />

zur Verfügung. Das Ein- und Ausschalten<br />

der ohmschen Lasten durch die Halbleiterrelais<br />

erfolgt stets bei Nulldurchgang der sinusförmigen Netzwechselspannung.<br />

Diese Schaltart eignet sich vor allem für lineare<br />

Widerstände und verhindert Netzverschmutzung. Weiter<br />

kennzeichnend sind eine dreipolige Steuerung zur Kontrolle<br />

aller drei Phasen und eine zweipolige Steuerung als Sparschaltung.<br />

Darüber hinaus bieten die Halbleiterrelais GRZ-H<br />

zahlreiche Überwachungs- und Diagnosemöglichkeiten.<br />

Detektierte Fehler werden neben Setzen eines Alarmausgangs<br />

auch frontseitig durch farbige Relais angezeigt. Bei thermischem<br />

Alarm erfolgt zudem eine sofortige Unterbrechung der<br />

Stromversorgung. Zur permanenten Überwachung der<br />

Kühlkörpertemperatur der siliziumgesteuerten Gleichrichter<br />

kommen spezielle Sensoren zum Einsatz. Um entstehende<br />

Wärme in den Halbleiterrelais noch effektiver abzuführen,<br />

werden die Modelle mit höheren Stromstärken mit einem<br />

Lüfter ausgerüstet.<br />

www.gefran.com<br />

SICHERE UND ZUVERLÄSSIGE<br />

VERBINDUNGEN<br />

TKD bietet als Teil<br />

der Industrial<br />

Cable Connectivity<br />

Unit die qualifizierte<br />

Fertigung von<br />

Spezialkabeln und<br />

die vollständige<br />

Individualisierung<br />

der Kabeleigenschaften<br />

an. Die<br />

Gruppe verfügt<br />

neben 26 Eigenmarken über 80.000 Artikel mit einem<br />

Kupferkerndurchmesser von 0,14 bis 400 mm 2 . Der Bereich der<br />

angebotenen Temperaturtoleranzen reicht von -190 bis<br />

1.550 °C. Vorkonfektionierte und anschlussfertige Kabellösungen<br />

von TKD helfen dabei, Projekte deutlich zügiger und<br />

kosteneffizienter abzuwickeln. Um bei diesem großen<br />

Angebot die passende Lösung schnell und unkompliziert zu<br />

finden, hat TKD den Produktfinder entwickelt. Dieser steht auf<br />

der unternehmenseigenen Webseite zur Verfügung und bietet<br />

die Möglichkeit, das passende Produkt nach Kabeltyp,<br />

Anwendung, Katalog oder Branche zu suchen. Und sollte<br />

einmal nicht die ideale anwendungsorientierte Kabellösung<br />

gefunden werden, helfen die Spezialisten von TKD weiter. Das<br />

Logistikzentrum in Nettetal und weitere Lager in den Niederlanden,<br />

Polen, Italien und China gewährleisten hohe Warenverfügbarkeiten<br />

und eine schnelle Zustellung.<br />

www.tkd-kabel.de<br />

OPTIMIERTE PRÜFPROZESSE IM<br />

WERKSTOFFLABOR<br />

Kärcher prüft sowohl<br />

neue Kunststoffe als<br />

auch Recyclate im<br />

eigenen Werkstofflabor.<br />

Durch die Implementierung<br />

der Prüfsoftware<br />

Testxpert von Zwickroell<br />

konnte Kärcher die<br />

Effizienz seiner<br />

Prüfverfahren steigern. Die manuelle Eingabe der Auftragsund<br />

Probendaten in alle Systeme und Messgeräte erwies sich<br />

als fehlerbehaftet und lückenhaft. Auch die Auswertung der<br />

Messdaten und Archivierung bargen Fehlerpotenzial. Daher<br />

trat das Unternehmen mit der Anforderung an Zwickroell<br />

heran, vom digitalen Prüfauftrag über die Messungen bis hin<br />

zum Prüfbericht redundante Eingaben zu eliminieren.<br />

Außerdem sollten Messdaten vollständig automatisiert<br />

aufbereitet werden. Mit Testxpert ist es möglich, Probennummer<br />

und -zustand direkt in die Software einzugeben, was eine<br />

automatisierte Datenübertragung in die Werkstoffdatenbank<br />

ermöglicht. Diese Optimierung führt zu einer deutlichen<br />

Reduktion manueller Eingaben und damit verbundener Fehler,<br />

was den gesamten Prüfprozess beschleunigt und die Genauigkeit<br />

der Daten erhöht. Statt PDF sind die Daten nun strukturiert<br />

und leicht zugänglich.<br />

www.zwickroell.com<br />

DATENLEITUNG AUS BIOBASIERTEM<br />

MANTELMATERIAL<br />

Lapp geht mit der Etherline FD bioP Cat.5e in die Serienproduktion.<br />

Die Datenleitung besteht aus teilweise biobasierten<br />

Mantelmaterial. Die nachhaltige Variante besteht zu 43<br />

Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen (nach ASTM D6866).<br />

Die Produkteigenschaften sind gleich wie bei der Standardvariante<br />

aus rein fossilen Rohstoffen. Damit wird der CO₂-<br />

Fußabdruck um 24 Prozent gegenüber des fossil-basierten<br />

TPU-Mantels reduziert. Die Leitung eignet sich für die<br />

Patchkabel-Konfektion bis 60 m Kabellänge. Dank der<br />

Cat.5e-Performance bis 1.000 Mbit/s ermöglicht sie einen<br />

schnellen Informationsaustausch und dient zur Übertragung<br />

analoger und digitaler Signale im Frequenzbereich bis<br />

100 MHz. Zudem ermöglicht das Kupferabschirmgeflecht den<br />

Schutz vor elektromagnetischer Störung. Halogenfreie und<br />

flammwidrige Materialien reduzieren<br />

die möglichen Gefahren im<br />

Brandfall. Außerdem ist der<br />

Bio-TPU-Außenmantel unempfindlich<br />

gegenüber mineralölbasierten<br />

Schmiermitteln und vielfach<br />

chemisch beständig. UL-/CSA-Zertifizierung<br />

gemäß technischen Daten<br />

ermöglicht die Verwendung des<br />

Produkts auch im nordamerikanischen<br />

Raum.<br />

www.lapp.com<br />

38 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


BILDVERARBEITUNG, OPTISCHE MESSTECHNIK UND INSPEKTION<br />

TITEL<br />

Embedded 3D mit KI macht<br />

42 Bildverarbeitung smart<br />

Hyperspectral Imaging:<br />

44 Wende in der Textilindustrie<br />

Fokus 2030: Bildverarbeitung<br />

46 in der Halbleiterindustrie<br />

Produkte, Technologien<br />

49 und Trends<br />

industrielle-automation.net


IM FOKUS<br />

ES BLEIBT SPANNEND<br />

Robotik und Automation sowie das Segment<br />

industrielle Bildverarbeitung zählen zu den<br />

Schlüssel technologien in Deutschland. Zu Recht,<br />

denn ohne sie wären wir kaum wettbewerbsfähig<br />

und könnten viele Aufgaben im Zeitalter einer<br />

Industrie 4.0 nicht effizient bewältigen. Die nächsten<br />

Meilensteine erwarten wir durch den Einsatz<br />

künstlicher Intelligenz. Auch die Fortschritte in der<br />

Computer- und Sensortechnologie eröffnen neue<br />

Anwendungs felder, beispielsweise in der<br />

Medizin technik, der Halbleiterbranche<br />

und der Recyclingindustrie. Auf den<br />

nächsten Seiten finden Sie Applikationen,<br />

die bislang nicht denkbar<br />

waren. Auch geben wir Ihnen<br />

interessante Einblicke in die<br />

Trendthemen 3D, Generative<br />

AI, Embedded Vision und<br />

Hyperspectral Imaging.<br />

Es bleibt spannend!<br />

Ihre Nicole Steinicke<br />

Chefredakteurin<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

19. SONDERSCHAU »BERÜHRUNGSLOSE<br />

MESSTECHNIK« AUF DER CONTROL 2025<br />

BASLER UND ROBOCEPTION<br />

INTENSIVIEREN ZUSAMMENARBEIT<br />

Der führende Anbieter<br />

von Bildverarbeitungs-<br />

Komponenten für<br />

Computer Vision Anwendungen<br />

Basler AG,<br />

hat im Rahmen einer<br />

strategischen Beteiligung<br />

und Kapitalerhöhung<br />

Anteile in Höhe von<br />

25,1 % an der Roboception GmbH, München, übernommen.<br />

Roboception ist mit innovativen Hard- und Softwareprodukten<br />

ein Vorreiter auf dem Gebiet der intelligenten 3D Sensorik<br />

und liefert damit Schlüsselelemente für flexible Automatisierungslösungen.<br />

Zwischen beiden Unternehmen besteht<br />

bereits seit 2021 eine Vertriebskooperation sowie eine<br />

intensive Zusammenarbeit in der Entwicklung von 3D-Bildverarbeitungslösungen,<br />

die es robotischen Systemen erlaubt,<br />

ihre Umgebung sicher zu erfassen und zu analysieren.<br />

Bild: Dr. Michael Suppa (Roboception) und Hardy Mehl (Basler)<br />

www.roboception.de<br />

IMPULSGEBER AUSLAND<br />

Die Robotik und Automation in Deutschland wird bei verhaltener<br />

Inlandskonjunktur insbesondere vom Auslandsgeschäft<br />

getragen: Die Branche prognostiziert für <strong>2024</strong> eine Umsatzsteigerung<br />

von insgesamt 2 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro.<br />

Im Vorjahr hatten die Unternehmen mit einem Umsatzplus<br />

von 13 Prozent einen Rekord von 16,2 Milliarden Euro erzielt.<br />

Während die Robotik- und Automationsbranche bei schwacher<br />

Konjunktur im Inlandsgeschäft auf der Stelle tritt, erwartet die<br />

Branche <strong>2024</strong> Impulse weiterhin aus dem Ausland. Bestreben<br />

ist jedoch auf einen soliden Wachstumspfad zurückkehren.<br />

www.vdma.org<br />

MVTEC SOFTWARE UND MITSUBISHI ELECTRIC<br />

EUROPE KOOPERIEREN<br />

Im Rahmen der internationalen Leitmesse für Qualitätssicherung<br />

Control 2025 in Stuttgart veranstaltet der<br />

Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision in Zusammenarbeit mit<br />

P. E. Schall zum 19. Mal die Sonderschau »Berührungslose<br />

Messtechnik«. Die Sonderschau zeigt auf rund 300 m 2 einen<br />

Querschnitt innovativer Technologien, Applikationen und<br />

Systemkomponenten aus dem Bereich der berührungslosen<br />

Mess- und Prüftechnik und bietet Anwendern eine erste<br />

Orien tierungshilfe bei der Auswahl der zur Bewältigung der<br />

eigenen Prüfaufgaben geeigneten Technologie. Firmen,<br />

Forschungseinrichtungen und Hochschulen, die Interesse an<br />

einer Teilnahme haben, können bis zum 30. Oktober <strong>2024</strong><br />

einen Exponat-Vorschlag beim Fraunhofer-Geschäftsbereich<br />

Vision einreichen. Titel und kurze Beschreibung des Themas<br />

genügen, E-Mail an vision@fraunhofer.de.<br />

www.vision.fraunhofer.de<br />

Die MVTec Software GmbH,<br />

Hersteller von Machine<br />

Vision Software, gibt die<br />

Aufnahme von Mitsubishi<br />

Electric Europe B.V. in das<br />

eigens ins Leben gerufene<br />

Technologiepartner-<br />

Programm bekannt. Alle<br />

Modelle des Mitsubishi Contact Image Sensors (CIS) setzen<br />

bereits auf Standardschnittstellen und sind somit direkt mit<br />

den Softwareprodukten von MVTec nutzbar. Im Rahmen<br />

dieser strategischen Partnerschaft werden die bestehenden<br />

Maßnahmen nun unter einem einheitlichen Dach gebündelt,<br />

um die Zusammenarbeit zu optimieren und die Integration<br />

der Mitsubishi-Produkte in das MVTec-Portfolio nachhaltig<br />

sicherzustellen und weiter voranzutreiben.<br />

Bild: turbodesign – stock.adobe.com<br />

www.mvtec.de<br />

emea.mitsubishielectric.com/fa<br />

40 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


WISSENSTRANSFER: NEUES RUND UM KI,<br />

SYNTHETISCHE DATEN UND 3D IMAGING<br />

Die Industrial Vision Days, die gemeinsam vom VDMA<br />

Machine Vision und der Messe Stuttgart im Rahmen der<br />

Messe Vision <strong>2024</strong> organisiert werden, sind das weltweit<br />

größte Vortragsforum der Branche und bekannt für intensiven<br />

Wissenstransfer im Bereich der Bildverarbeitung. Viele<br />

Vorträge gehen dieses Jahr wieder auf die Trendthemen 3D<br />

Imaging, Hyperspectral / Beyond the Visible sowie KI ein, sehr<br />

oft mit Anwendungsbeispielen. „High-speed“ ist im Bereich<br />

der Kameratechnologie ein heißes Thema. „Besonders<br />

gespannt bin ich auf die Podiumsdiskussion ‚Generative AI for<br />

Machine Vision – Dream or Coming True?“, sagt Anne Wendel,<br />

Leiterin der VDMA Fachabteilung Machine Vision. „Das Thema<br />

Generative KI für die Bildverarbeitung ist von großer Bedeutung<br />

für die Branche, nicht zuletzt durch Entwicklungen wie<br />

ChatGPT2. Es bleibt abzuwarten, wo die Bildverarbeitungsindustrie<br />

aktuell steht: Gibt es bereits konkrete Entwicklungen<br />

hin zu einem VisionGPT? Welche neuen Anwendungsfelder<br />

könnten durch den Einsatz von Generativer KI erschlossen<br />

werden? Die Einschätzungen der Experten werden sicherlich<br />

spannend und richtungsweisend sein.“<br />

www.vision-messe.de<br />

MAGISCHE HORIZONTE AUF DER VISION <strong>2024</strong><br />

Vom 8. bis 10. Oktober <strong>2024</strong> treffen sich Expertinnen und<br />

Experten auf der Messe Vision in Stuttgart, um Trendthemen<br />

und Innovationen der Bildverarbeitungsbranche zu präsentieren<br />

und diskutieren. Welche Technologien beeinflussen die<br />

Zukunft der Branche maßgeblich? Auf der Vision warten<br />

spannende Einblicke in Themen wie künstliche Intelligenz (KI),<br />

2D-/3D-Robot-Vision, GigE, Embedded Vision und Cloud-<br />

Lösungen. Das Einsatzspektrum reicht von der Medizintechnik<br />

über die Lebensmittelindustrie bis hin zu automatisierten<br />

Fertigungsprozessen. Embedded Vision Technologien bieten<br />

intelligente Anwendungslösungen, indem sie sehr kompakte<br />

und leistungsstarke Bildverarbeitungs-Systeme ermöglichen.<br />

Für Anwendungen in den Bereichen Elektronik und E-Mobilität,<br />

wie die Inspektion von Oberflächen, kommen 3D-Sensoren<br />

zum Einsatz. Auch diese werden im Oktober in Stuttgart<br />

präsentiert. Besondere Highlights werden die Industrial Vision<br />

Days, die Scientific Vision Days sowie die Verleihung des<br />

Vision Awards sein. Besucherinnen und Besucher können im<br />

Rahmen des weltweit größten Vortragsforums für industrielle<br />

Bildverarbeitung Technologien und praxisnahe Anwendungen<br />

erleben, die die Zukunft der Bildverarbeitung prägen.<br />

Besonders zeichnet sich die Fachmesse durch erst klassige<br />

Aussteller und eine hohe Internationalität aus.<br />

www.messe-stuttgart.de/vision<br />

Industriekameras, Smart Vision, Embedded Vision und 3D<br />

DIE KOMPLETTE WELT DER<br />

BILDVERARBEITUNG<br />

Von industriellen Kamerakomponenten über Zubehör<br />

bis hin zu kundenspezifischen Lösungen.<br />

Jetzt mehr erfahren!


01<br />

2D, 3D und KI – alles in einem smarten,<br />

flexiblen Bildverarbeitungssystem<br />

BIS INS KLEINSTE DETAIL<br />

Ob für komplexe Aufgaben eine 3D-Tiefenwahrnehmung benötigt wird oder die<br />

Einfachheit und Geschwindigkeit der 2D-Vision für Standardanwendungen<br />

ausreicht – diese Frage stellen sich viele Anwender, die auf hohe Qualitätsstandards<br />

für Produkte setzen. KI-gestützte 3D-Prüfsysteme können beides und gleichzeitig<br />

spielen sie ihre Vorteile in automatisierten Prozessen aus.<br />

Eine Grundsatzfrage bei der Planung eines neuen Bildverarbeitungssystems<br />

lautet: 2D oder 3D? Welche Wahl bessere<br />

Ergebnisse verspricht, hängt von vielen Parametern ab, unter<br />

anderem von der Geometrie der Objekte sowie den zu<br />

erkennenden Fehlern bzw. Messergebnissen. Seit einiger Zeit<br />

müssen sich Anwender von Vision-Systemen zudem festlegen,<br />

ob sie ausschließlich mit traditionellen, regelbasierten Algorithmen<br />

oder auch mit Methoden der Künstlichen Intelligenz arbeiten<br />

wollen. Nach der Realisierung eines Systems gibt es zwar immer<br />

noch Möglichkeiten, von 2D auf 3D aufzurüsten oder KI-<br />

Funktionalitäten zu ergänzen. Der wesentliche Vorteil der KI, das<br />

einfachere Konfigurieren der Vision-Systeme, ist dann jedoch<br />

schon verschenkt.<br />

Das neue 3D-Bildverarbeitungssystem In-Sight L38 von Cognex<br />

vereinfacht diese Entscheidungen: Als weltweit erstes Bildverarbeitungssystem<br />

vereint es 2D- und 3D-Technologien und erlaubt<br />

die Lösung vieler Prüf- und Messanwendungen, die mit KI-Funktionalitäten<br />

wie dem Trainieren von Beispielbildern eingerichtet<br />

und mit Hilfe regelbasierter Software angepasst werden können.<br />

„Diese Flexibilität macht das In-Sight L38 einzigartig“, betont<br />

Cognex Product Manager Ruben Ferraz. „Die jahrzehntelange Erfahrung<br />

von Cognex in der industriellen Bildverarbeitung ist in<br />

das In-Sight L38 eingeflossen: Es umfasst die besten traditionellen<br />

Vision Tools für die Erfassung und Auswertung von 2D- und<br />

3D-Bildern. Darüber hinaus lassen sich diese Werkzeuge jedoch<br />

auch mit KI-Tools kombinieren und separat oder zusammen nutzen,<br />

um mit geringem Aufwand robuste Anwendungen zu erstellen,<br />

die zuverlässig genaue Ergebnisse liefern.“<br />

PATENTIERTE LASER-BELEUCHTUNG<br />

ERMÖGLICHT HOCHWERTIGE BILDDATEN<br />

Grundlage für die Aufnahme hochwertiger Bilder sind zwei von<br />

Cognex patentierte Schlüsseltechnologien im Bereich der integrierten<br />

Laser-Beleuchtung: Speckle-Free und High-Power Laser<br />

Line. Die Speckle-Free-Technologie behebt Probleme mit dunklen<br />

und hellen Bereichen auf der Laserlinie, die durch Interferenzeffekte<br />

verursacht werden. Weniger Unregelmäßigkeiten<br />

einer Laser-Linie minimieren das räumliche Rauschen, was die<br />

Bildauflösung im Vergleich zu konventionellen Lasersensoren erhöht<br />

und so zu einer deutlich verbesserten Inspektions-<br />

Wiederholbarkeit führt. Die High-Power-Laserlinie des<br />

In-Sight L38 bietet Vorteile wie unter anderem fünfmal kürzere<br />

Belichtungszeiten, höhere Liniengeschwindigkeiten und bessere<br />

42 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


01 Die Überprüfung unterschiedlicher Merkmale von bestückten<br />

Sicherungskästen für Kraftfahrzeuge ist ein typischer Anwendungsfall<br />

in der Automobilindustrie<br />

02 Durch die integrierten KI-Optionen kann das 3D-Vision-System<br />

auch in Anwendungen mit hoher natürlicher Variation eingesetzt<br />

werden, zum Beispiel in der Inspektion von Lebensmitteln<br />

Inspektionsergebnisse. Zudem zeichnen sich High-Power-Laserlinien<br />

durch eine größere Linien-Homogenität und eine zusätzliche<br />

Reduzierung der Fleckenbildung aus.<br />

Aufgrund der Laser-Schutzklasse 2 des In-Sight L38 sind keine<br />

Sicherheitsingenieure oder Spezialgehäuse nötig. Dennoch sorgt<br />

die integrierte rote oder blaue Laser-Linie für eine fleckenfreie,<br />

homogene Beleuchtung, die in Kombination mit der hochwertigen<br />

Optik unerwünschte Reflexionen reduziert. Das In-Sight L38-<br />

Modell mit großem Field of View nutzt den Schutzklasse-2-Laser<br />

mit der höchsten Intensität am Markt und ermöglicht insbesondere<br />

bei der Untersuchung von schnell bewegten Objekten eine<br />

bessere Bildqualität.<br />

ERFOLG OHNE PROGRAMMIERKENNTNISSE<br />

Das 3D-Bildverarbeitungssystem In-Sight L38 ist einzigartig im<br />

Bereich Embedded 3D-Produkt mit KI-Tools. Für die Erstellung,<br />

den Einsatz und die Wartung selbst komplexer Anwendungen<br />

sind keine Programmier- oder KI-Erfahrungen nötig: In-Sight L38<br />

vereinfacht die Konfiguration dank der integrierten KI-Technologie<br />

Edge Learning, die vortrainierte Modelle mit anwendungsspezifischen<br />

Daten verwendet, erheblich. Ein beispielbasiertes<br />

Training von Objekten und Fehlerklassen ist ausreichend, ersetzt<br />

die komplexe Programmierung vieler regelbasierter Tools und<br />

rationalisiert so die Anwendungsentwicklung.<br />

Die KI-gesteuerten 3D-Tools lassen sich in wenigen Minuten<br />

einrichten und benötigen nur fünf bis zehn markierte Bilder, um<br />

eine Aufgabe zu automatisieren. Mit einem einzigen Tool können<br />

Anwender somit Abweichungen in drei<br />

Dimensionen erkennen und erhalten Ergebnisse<br />

in realen Messgrößen. In-Sight L38 gewährleistet<br />

dabei eine genauere Reproduktion<br />

der geprüften Teile als bisher, was zu zuverlässigeren<br />

Inspektionen und Messungen führt. All-in-One System<br />

MAKRO-STATION<br />

„In-Sight L38 gibt Anwendern eine einfache für die optische QS<br />

Software für die Erstellung von Anwendungen<br />

und die Möglichkeit an die Hand, innerhalb<br />

derselben Software regelbasierte Tools mit KI-basierten Tools zu<br />

kombinieren. Dies ebnet den Weg zu einer schnellen, wirtschaftlichen<br />

Implementierung von 2D- und 3D-Bildverarbeitungssystemen<br />

und ist eine große Stärke des In-Sight L38“, so Ferraz. Die<br />

Basis bildet die In-Sight Software von Cognex. Anwender können<br />

dadurch von einfachen 2D-Anwendungen mit In-Sight 2800 über<br />

schnellere Anwendungen mit In-Sight 3800 bis hin zu In-<br />

Sight L38 zur Prüfung dreidimensionaler Merkmale kosteneffizient<br />

über die Produktpalette skalieren. Das minimiert die Zeit für<br />

das Einrichten der Systeme und den internen Schulungsaufwand.<br />

02<br />

Qualität im Fokus<br />

KI-Fortschritte haben darüber hinaus jedoch weitere Möglichkeiten<br />

für die industrielle Bildverarbeitung eröffnet, so Ferraz:<br />

„Wir sind heute nicht mehr auf traditionelle Anwendungen beschränkt.<br />

KI ermöglicht es, auch Aufgaben mit einem hohen Maß<br />

an natürlicher Variation zu bewältigen, wie die Inspektion von<br />

Holz oder Lebensmitteln. Durch seine Flexibilität in Bezug auf<br />

2D- und 3D-Aufgaben und die Option, regelbasiert, mit KI-Methoden<br />

oder mit einer Kombination beider Technologien vorzugehen,<br />

stellt das In-Sight L38 einen umfassenden Lösungsansatz<br />

für viele Anforderungen in unterschiedlichsten Branchen dar.“<br />

BESTE AUSSICHTEN<br />

Cognex hat bereits erste Lösungen realisiert. „Die Resonanz ist<br />

sehr positiv und hat unsere hohen Erwartungen übertroffen“, berichtet<br />

Ferraz. „Anwendungen wie die Klassifizierung von Lötstellen<br />

anhand ihres Aussehens, die Erkennung von Defekten auf<br />

unebenen Oberflächen, das Lesen schwer erkennbarer Codes<br />

Anzeige<br />

oder das Zählen von Teilen, die sich berühren,<br />

sind einige Beispiele, in denen Anwender unser<br />

3D-System mit KI schon erfolgreich einsetzen.<br />

Durch die Verschmelzung von 2D-, 3D-,<br />

regelbasierter und KI-Technologien ist In-<br />

Sight L38 zudem in der Lage, komplizierte Muster<br />

oder Defekte zu erkennen, die Bildqualität<br />

zu verfeinern und dadurch bessere Ergebnisse<br />

zu erzielen. 2D- und 3D-Funktionen in ein-<br />

und demselben Produkt zu haben, eröffnet zahlreiche Möglichkeiten<br />

und erhöht die Anwendungsvielfalt. Wir freuen uns daher<br />

auf weitere Aufgaben und neue Einsatzgebiete.“<br />

Bilder: Cognex<br />

www.cognex.com<br />

VIELSEITIGE ANWENDUNGSBEREICHE<br />

Hauptzielgruppen des In-Sight L38 sind die Automobil- und die<br />

Verpackungsindustrie, die bei Qualitätskontrollen und der Prozessrationalisierung<br />

auf Vision-Systeme angewiesen sind. Zahlreiche<br />

Aufgaben wie Volumen- und Höhenmessungen, die Lokalisierung<br />

und Klassifizierung von Objekten, das Lesen von Codes<br />

und der Vergleich von Teilen sind dort an der Tagesordnung und<br />

lassen sich mit der neuen IBV-Lösung perfekt realisieren.<br />

UNTERNEHMEN<br />

Cognex Deutschland Inc.<br />

Emmy-Noether-Str.11, 76131 Karlsruhe<br />

AUTOR<br />

Peter Stiefenhöfer – PS Marcom Services<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 43


Die vollautomatische<br />

Maschine kann verschiedene<br />

Arten von Textilabfällen<br />

nach Zusammensetzung,<br />

Farbe und Form klassifizieren<br />

und automatisch<br />

trennen, im Einsatz ist die<br />

Hyperspektralkamera<br />

von Specim<br />

RECYCLING STATT WEGWERF-MENTALITÄT<br />

HYPERSPEKTRALE BILDGEBUNG UND<br />

KI REVOLUTIONIEREN DIE TEXTILINDUSTRIE<br />

Mehr als 15 Kilogramm Textilmüll produziert jeder Mensch in Europa im<br />

Durchschnitt pro Jahr, Tendenz steigend. Weniger als 1 % davon wird derzeit<br />

recycelt. Keine gute Bilanz, denn die Textilindustrie ist weltweit für rund 20 %<br />

der globalen Frischwasserverschmutzung und für 10 % der globalen<br />

CO2-Emissionen verantwortlich. Wir brauchen also dringend eine textile<br />

Kreislaufwirtschaft. Den Weg hierfür ebnen automatisierte Sortier prozesse,<br />

in denen Hochleistungs-Kameras eine wesentliche Rolle spielen.<br />

Textilabfälle sind ein wachsendes globales Problem mit<br />

weitreichenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen<br />

Auswirkungen. Die weltweite Textilindustrie ist eine<br />

der größten und am schnellsten wachsenden Industrien,<br />

die jedes Jahr eine enorme Menge an Textilprodukten herstellt.<br />

Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit weniger als 1 % der<br />

Textilien recycelt werden. Ein erheblicher Teil der Textilabfälle<br />

landet auf Mülldeponien, wo Naturfasern wie Baumwolle erst<br />

nach Jahren zersetzt werden. Synthetische Fasern wie Polyester<br />

bleiben noch viel länger bestehen und verschmutzen die Umwelt.<br />

Um das Textilrecycling zu fördern, verlangt die EU von allen<br />

Mitgliedsländern, dass sie bis zum 1. Januar 2025 Systeme einrichten,<br />

mit denen sie 100 % ihrer Textilabfälle – mehr als 16 Mil-<br />

lionen Tonnen pro Jahr – entsorgen können. Trotz der Bemühungen,<br />

das Recycling zu regulieren und zu fördern, steht das Textilrecycling<br />

vor Herausforderungen: Die Sortierung von Textilmaterialien,<br />

einschließlich Mischungen verschiedener Fasern, ist sehr<br />

komplex, so dass ein dringender Bedarf an effizienten Textilsortierverfahren<br />

besteht.<br />

AUTOMATISIERTE TEXTILSORTIERUNG<br />

Das spanische Unternehmen Picvisa ist auf optische Sortier-,<br />

Robotik-, KI- und Deep-Learning-Lösungen spezialisiert. Aufgrund<br />

einer wachsenden Anzahl von Kunden mit großem Interesse<br />

an fortschrittlichen Lösungen für die Textilsortierung hat<br />

44 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


sich das Unternehmen dazu entschlossen, in dieses Themenfeld<br />

zu investieren. Auf der Suche nach einer innovativen Technologie<br />

zur Textilsortierung hat das Unternehmen eine vollautomatische<br />

Maschine entwickelt, die verschiedene Arten von Textilabfällen<br />

nach Zusammensetzung (Baumwolle, Polyester, Viskose<br />

und andere Fasern), Farbe und Form klassifizieren und automatisch<br />

trennen kann. Anhand dieser technologischen Lösung<br />

klassifiziert und verfolgt Coleo Recycling in A Coruña, Galicien,<br />

jährlich etwa 5.000 t Textilabfälle.<br />

IDENTIFIZIERUNG UND SORTIERUNG DURCH<br />

HYPERSPEKTRALE BILDGEBUNG<br />

OB BAUMWOLLE, VISKOSE UND<br />

ANDERE FASERN, FARBE UND<br />

FORM – VIELE EIGENSCHAFTEN<br />

LASSEN SICH KLASSIFIZIEREN<br />

Die Schlüsselkomponente der vollautomatischen Textilsortiermaschine<br />

von Picvisa ist die Hyperspektralkamera Specim FX17.<br />

Die Kamera arbeitet im Zeilenscan-Modus und erfasst laut Unternehmen<br />

Hyperspektraldaten im Nahinfrarotbereich (NIR) von<br />

900 bis 1.700 nm. Die hyperspektrale NIR-Bildgebung ermöglicht<br />

laut Hersteller die Identifizierung der Zusammensetzung von<br />

Textilprodukten, da verschiedene Textilfasern (natürliche, künstliche<br />

und synthetische) einzigartige spektrale Eigenschaften aufweisen,<br />

die zur Klassifizierung verwendet werden können. Mit<br />

der Hyperspektralkamera kann die Kamera Bilder aufnehmen<br />

und die spektralen Reaktionen verschiedener Materialien mit außergewöhnlicher<br />

Präzision analysieren. Daniel Carrero, Technischer<br />

Direktor von Picvisa, erklärt die Auswirkungen der Kamera:<br />

„Diese Technologie ist ein echter Wendepunkt. Sie ermöglicht es<br />

uns, Materialien und Zusammensetzungen von Kleidungsstücken<br />

für die Vorauswahl vor dem Recycling zu identifizieren<br />

und eine vollständige Analyse mit hervorragender spektraler Auflösung<br />

durchzuführen.“<br />

SENSOR-FUSION FÜR VERBESSERTE<br />

SORTIERGENAUIGKEIT<br />

Zusätzlich zur Hyperspektralkamera integriert Picvisa verschiedene<br />

ergänzende Technologien in seine Textilsortiermaschine,<br />

um eine unvergleichliche Genauigkeit zu gewährleisten. Diese<br />

Technologien umfassen Farbtrennung, Fehlererkennung und<br />

Schadstoffextraktion. RGB-Systeme werden zur Farbklassifizierung<br />

eingesetzt, während induktive Sensoren zur Identifizierung<br />

von Metallen in Kleidungsstücken verwendet werden.<br />

Künstliche Intelligenz (KI) spielt ebenfalls eine entscheidende<br />

Rolle im Sortierprozess des Unternehmens. Durch den Einsatz<br />

von KI-Algorithmen erreicht der Hersteller eine Klassifizierung<br />

von Materialien, die in Farbe und Zusammensetzung identisch<br />

sein können, sich aber in Aussehen oder Form unterscheiden,<br />

und garantiert laut Unternehmen so präzise Sortierergebnisse.<br />

DER WEG ZUM ERFOLG IST DIE REAKTION<br />

AUF DIE KUNDENBEDÜRFNISSE<br />

Die sorgfältigen Bemühungen von Picvisa haben zu einer umfangreichen<br />

Klassifikationsbibliothek geführt, die mehr als 20<br />

Kompositionen umfasst. Die Nachfrage der Kunden nach einer<br />

noch breiteren Palette von Klassifizierungen nimmt jedoch stetig<br />

zu. Insbesondere die Identifizierung<br />

von Elastan hat sich<br />

für das Unternehmen als<br />

schwierig erwiesen, da die<br />

Erkennung dieses Materials<br />

von bestimmten Zusammensetzungen<br />

und Anteilen abhängt.<br />

Um dieses Problem zu überwinden und ihre Lösung weiterzuentwickeln,<br />

untersucht der Hersteller neben der klassenbasierten<br />

Klassifizierung auch die regressionsbasierte Klassifizierung<br />

als mögliche Lösung.<br />

Picvisa sieht ein deutliches Wachstum und eine sehr positive<br />

Entwicklung in der Textilsortierbranche voraus. Mit der Umsetzung<br />

der EU-Verordnungen steigt der Bedarf an effektiven Verfahren<br />

zur Behandlung von Textilabfällen, wodurch die angebotenen<br />

Technologien und Lösungen immer wichtiger werden.<br />

Lluís Seguí, Geschäftsführer von Picvisa, erklärt: „Für Picvisa<br />

stellt der Markt der Textilsortierung einen der am schnellsten<br />

wachsenden Sektoren der Zukunft dar. Die Entwicklung des chemischen<br />

Recyclings für Kleidungsstücke aus gemischten Fasern<br />

und die Suche nach einer Lösung für bereits sortierte reine Kleidungsstücke<br />

werden dabei entscheidend sein.“<br />

EIN PARTNER MIT AUSSERGEWÖHNLICHEN<br />

PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN<br />

Picvisa hatte bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit<br />

Specim gesammelt, da das Unternehmen schon zuvor die Hyperspektralkameras<br />

von Specim in seinen automatischen Sortiermaschinen<br />

für andere Segmente, wie zum Beispiel das<br />

Kunststoffrecycling, eingesetzt hat.<br />

Die Zusammenarbeit zwischen Picvisa und Specim verlief<br />

äußerst zufriedenstellend und setzt laut Unternehmen einen<br />

neuen Maßstab für erfolgreiche Partnerschaften. Im Hinblick auf<br />

die Entscheidung, mit Specim zusammenzuarbeiten, betont<br />

Daniel Carrero: „Wir haben uns für Specim entschieden, weil das<br />

Unternehmen außergewöhnliche Produkte und Dienstleistungen<br />

anbietet. Diese Entscheidung war ist für uns eine sichere<br />

Sache, da Specim eine industrietaugliche Lösung mit fantastischen<br />

Fähigkeiten anbietet.“<br />

Bilder: Aufmacher Picvisa, Einklinker Specim<br />

www.specim.com<br />

www.picvisa.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Specim, Spectral Imaging Ltd.<br />

Elektroniikkatie 13, 90590 Oulu, Finnland<br />

E-Mail: info@specim.com<br />

Picvisa, DFactory Barcelona<br />

Calle 27, 10-16, Sector BZ<br />

08040 Barcelona, Spanien<br />

Tel. +34 938 268 822<br />

E-Mail: info@picvisa.com<br />

Qualität im Fokus<br />

MAKRO-STATION<br />

All-in-One System<br />

für die optische QS<br />

AUTORIN<br />

Minna Törmälä, Global Marketing Manager,<br />

Specim, Finland<br />

Anzeige<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 45


WIE KI-BASIERTE BILDGEBUNG SUBTILE DEFEKTE GENAU ERKENNEN KANN<br />

HALBLEITERINSPEKTION 2030<br />

Die Halbleiterindustrie verspricht ein enormes Wachstum. Denn die<br />

zunehmende E-Mobilität, der Ausbau des Internets in der Industrie, KI<br />

und die drahtlose Kommunikation erhöhen den Bedarf an High-End-Chips.<br />

Es ist also unabdingbar, die Herstellungsprozesse mikroelektronischer<br />

Baugruppen weiter zu automatisieren. Bildverarbeitungssysteme spielen<br />

hierbei eine Schlüsselrolle.<br />

Die weltweite Halbleiterknappheit, die im Jahr 2021 begann,<br />

prägt weiterhin die Welt. Dies hat so unterschiedliche<br />

Branchen wie Unterhaltungselektronik, Verkehr,<br />

Verteidigung, Telekommunikation und sogar die<br />

Schwerindustrie erschüttert. Produktionspläne von Automobilherstellern<br />

wurden durchkreuzt und Unternehmen der Unterhaltungselektronik<br />

mussten Markteinführungen verzögern oder<br />

sogar absagen. Einem Bericht aus dem Jahr 2022 zufolge hat der<br />

Mangel an Halbleitern dazu geführt, dass sich die Vorlaufzeiten<br />

in der Produktion von durchschnittlich drei bis vier Monaten auf<br />

10 bis 12 Monate verlängert haben.<br />

Umsatzverluste in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar und<br />

verpasste Chancen häuften sich in der Folge und lenkten noch<br />

mehr Aufmerksamkeit auf eine unserer wichtigsten – und gleichzeitig<br />

am wenigsten beachteten – Industrien. In dem Maße, in<br />

dem sich Märkte und Länder mit dem Ausmaß und den Ursachen<br />

der Probleme in der Halbleiterproduktion auseinandersetzten,<br />

begannen sie auch aktiv nach Lösungen zu suchen.<br />

46 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


HERAUSFORDERUNGEN EINER<br />

NANOPRODUKTION<br />

Die enormen Investitionen in die Infrastruktur der Halbleiterfertigung<br />

werden über die eigentlichen Halbleiterfabriken (Fabs)<br />

hinaus auf die vielen Hersteller von Anlagen und Systemen<br />

durchschlagen, die die Chip-Produktion erst möglich machen.<br />

Man geht davon aus, dass dies zu einem enormen Wachstum bei<br />

Belichtungssystemen und Fotolithografie-Anlagen, die zur Herstellung<br />

von Halbleitern verwendet werden, sowie bei den Inspektionsanlagen,<br />

die zur Bewertung der wichtigsten Phasen des Herstellungsprozesses<br />

eingesetzt werden, führen wird.<br />

Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Innovationen – kleineren<br />

Nodes und höheren Erträgen - Schritt halten, wenn nicht sogar<br />

zunehmen. Das ist kein leichtes Unterfangen. Die Mooresche Beobachtung<br />

ist zwar nicht mehr das “Gesetz”, das sie einmal war,<br />

aber es gibt immer noch schnelle Verbesserungen bei Chips. Hersteller<br />

wie TSMC werben für ihre Wettbewerbsfähigkeit mit der<br />

FÜR DAS JAHR <strong>2024</strong> WIRD<br />

FÜR DIE HALBLEITERBRANCHE<br />

EIN UMSATZWACHSTUM VON<br />

16 PROZENT ERWARTET<br />

HOHE INVESTITIONSBEREITSCHAFT IN DEN<br />

AUSBAU DER ELEKTRONIKINDUSTRIE<br />

Eine dieser Lösungen sind Investitionen. Mehrere Quellen<br />

(McKinsey: The semiconductor decade: A trillion-dollar industry,<br />

SEMI, ISS 2022: Semiconductor Industry Market Outlook and<br />

Prospects for Reaching $1 Trillion by 2030) gehen davon aus, dass<br />

die Halbleiterindustrie im Jahr 2030 eine Milliarde Dollar wert<br />

sein wird, was sie zu einer der fünf wichtigsten Industrien der<br />

Welt machen würde. Um dieses Ziel zu erreichen, sind enorme<br />

Investitionen in die Infrastruktur erforderlich.<br />

Ein Faktor für dieses Wachstum wird die erneuerte<br />

Führungsrolle der amerikanischen<br />

Halbleiterindustrie sein. Heute machen die in<br />

den Vereinigten Staaten hergestellten Halbleiter<br />

nur noch 12 % der weltweiten Gesamtproduktion<br />

aus. Das ist ein Rückgang gegenüber<br />

MAKRO-STATION<br />

All-in-One System<br />

einem Höchststand von 37 % vor nur 30 Jahren. für die optische QS<br />

Selbst bei diesem geringeren Beitrag entfällt<br />

der größte Teil nicht auf High-End-Chips mit<br />

kleinen Nodes (unter 10 nm). Die US-Regierung<br />

möchte diese Situation mit dem im Jahr 2022 beschlossenen<br />

Chip Act ändern, mit dem sie umfangreiche neue Investitionen<br />

zur Förderung der Forschung, Investitionen in die Infrastruktur<br />

und eine robuste Lieferkette zusagt. Auch in Europa soll massiv<br />

in die Elektronikfertigung investiert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit<br />

zu stärken und die Abhängigkeiten zu reduzieren.<br />

Qualität im Fokus<br />

Entwicklung von Prozessen mit immer kleineren Nodes, um die<br />

Chipgröße zu verringern und den Stromverbrauch bei gleichzeitiger<br />

Leistungssteigerung zu senken.<br />

Das Streben nach immer kleineren Merkmalen und höherer<br />

Leistung reicht von den Masken, die das Schaltungsdesign definieren,<br />

bis hin zu den Substraten, die die integrierten Schaltungen,<br />

Leiterbahnen, Schalter, Beschichtungen und andere Komponenten<br />

tragen, aus denen eine Leiterplatte besteht. Das bedeutet,<br />

dass selbst winzige Unzulänglichkeiten die Signalintegrität<br />

und andere Merkmale beeinträchtigen können. Die Hersteller<br />

entdecken immer neue Schwachstellen, Problembereiche und<br />

Defekte, je weiter sie in Richtung Nanoproduktion und darüber<br />

hinaus vordringen. Die Lösung sind geringere Toleranzen in jedem<br />

Schritt des Produktionszyklus.<br />

BILDVERARBEITUNG ALS SCHLÜSSEL<br />

ZUM ERFOLG<br />

In der Halbleiterfertigung ist die Ausbeute das A und O, denn sie<br />

bestimmt den Ausstoß und die Kosten. Geringere Toleranzen<br />

und kleinere Komponenten können jedoch eine große Herausforderung<br />

für die Qualitätskontrolle darstellen.<br />

Anzeige<br />

Hersteller, die kleinere Geometrien fertigen<br />

wollen, müssen die Ausbeute durch Inspektionen<br />

an mehr Stellen im Prozess auf dem Weg<br />

vom Wafer bis hin zur fertigen Leiterplatte<br />

steuern, damit sie Fehler früher identifizieren<br />

können. Der Schlüssel liegt darin, kontinuierlich<br />

mehr Prüfschritte hinzuzufügen, ohne die<br />

Gesamtzeit für die Prüfung zu verlängern. Die<br />

dafür eingesetzten Bildverarbeitungssysteme<br />

müssen eine höhere Auflösung bieten und gleichzeitig die Dauer<br />

der Inspektion verkürzen.<br />

Bei integrierten Schaltungen können Merkmale im Nano-<br />

Bereich kleiner werden als die üblicherweise verwendeten sichtbaren<br />

Bereiche. Die für die Erkennung und Quantifizierung erforderliche<br />

Präzision kann sich dem tatsächlichen Rauschpegel von<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 47


02 KI-Algorithmen können an diversen<br />

Mustern defekter und nicht defekter<br />

PCB-Komponenten trainiert werden,<br />

um einen hohen Grad an Präzision<br />

bei der Klassifizierung zu erreichen<br />

01 Bildverarbeitungssysteme mit höherer Auflösung und kürzeren<br />

Inspektionsdauern werden in der Elektronikfertigung an immer mehr<br />

Stellen im Prozess zum Einsatz kommen, um Fehler früher zu<br />

identifizieren<br />

Sensoren oder sogar den grundlegenden Funktionsprinzipien<br />

nähern. Lösungen erfordern daher neue Ansätze, wie zum Beispiel<br />

extreme UV-Beleuchtungen und eine entsprechend präzise<br />

Bildgebung. Dies erhöht auch die Anforderungen an die nachgelagerten<br />

Komponenten wie die Bildverarbeitungs-Hardware<br />

und -Software, mit denen die aufgenommenen Bilder für die Entscheidungsfindung<br />

umgewandelt und analysiert werden.<br />

Bei Leiterplatten hat die neue Komplexität von Design und Fertigung<br />

zu immer subtileren Fehlern geführt. Die Hersteller müssen<br />

heute eine Vielzahl von Fehlern wie unter anderem gebrochenes<br />

Material, Abrieb, Verunreinigungen, Bruchstücke und<br />

Luftblasen erkennen. Die herkömmliche manuelle Inspektion<br />

oder regelbasierte Bildverarbeitungssysteme sind dieser Aufgabe<br />

unter Umständen nicht mehr gewachsen. Regelbasierte Bildverarbeitungstechniken<br />

sind bei PCB-Komponenten, die große Unterschiede<br />

in Form, Farbton, Kontrast und Textur aufweisen,<br />

nicht immer zuverlässig. Die Entwicklung eines robusten Inspektionssystems<br />

mit herkömmlichen Algorithmen ist dann nicht<br />

mehr praktikabel. Infolgedessen nutzen die Hersteller immer öfter<br />

KI-Funktionalitäten als Ergänzung für Aufgaben, bei denen<br />

herkömmliche Methoden versagen. KI-Algorithmen können an<br />

verschiedenen Mustern defekter und nicht defekter PCB-Komponenten<br />

trainiert werden, um einen hohen Grad an Präzision bei<br />

der Klassifizierung von Komponenten zu erreichen.<br />

VON DER KONVENTIONELLEN ZUR<br />

KI-BASIERTEN BILDGEBUNG<br />

Ein Halbleiter-OEM stand vor dieser Herausforderung, die zu<br />

einem Anstieg fehlerhafter Teile führte, die im automatischen optischen<br />

Inspektionsprozess (AOI) des Unternehmens unentdeckt<br />

blieben. Um das Problem zu lösen, implementierte er die Software<br />

Sapera mit Astrocyte von Teledyne. Die neue Inspektionslösung<br />

kombiniert damit nun regelbasierte Algorithmen und KI-<br />

Funktionen in einer AOI-Anlage.<br />

Mit Hilfe dieser KI-Software-Tools erreichte der OEM eine Genauigkeit<br />

von 98 % bei der kontinuierlichen Klassifizierung mit<br />

einer Geschwindigkeit von 12 bis 14 ms für 200 Bilder und eine<br />

Genauigkeit von 100 % bei einer Trainingsmenge von 453 Bildern<br />

von guten und 11 von schlechten Musterteilen. Darüber hinaus<br />

konnte das Unternehmen eine Genauigkeit von 99,62 % bei 259<br />

Bildern und eine Geschwindigkeit von 20 ms für die Objekterkennung<br />

erreichen, wenn gleichzeitig nach mehreren Fehlern<br />

in einem Bild gesucht wird.<br />

WACHSTUMSTREIBER DER NÄCHSTEN JAHRE<br />

McKinsey prognostiziert, dass fast 70 % des Wachstums bei Halbleitern<br />

in den nächsten zehn Jahren von der Automobilindustrie,<br />

der Datenverarbeitung und -speicherung sowie der drahtlosen<br />

Kommunikation getragen werden. Hinzu kommt die Anwendung<br />

generativer künstlicher Intelligenz (GenAI), die die Nachfrage<br />

nach Rechenleistung um den Faktor 125 steigern wird.<br />

Auch das beeinflusst das Wachstum der Halbleiterbranche in<br />

den nächsten Jahren. Jede Branche strebt nach weiteren Verbesserungen<br />

in Bezug auf Effizienz, Leistung, Gerätegröße und vor<br />

allem Größe. Die Bildverarbeitung wird eine Schlüsselindustrie<br />

sein, um diese Ziele zu erreichen.<br />

Bilder: Aufmacher aslysun – www.shutterstock.com,<br />

01 asharkyu – www.shutterstock.com, 02 Teledyne<br />

www.teledynedalsa.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Teledyne DALSA<br />

Lise-Meitner-Str. 7<br />

82152 Krailling, Deutschland<br />

AUTOR<br />

Bruno Ménard, Software Director,<br />

Teledyne DALSA<br />

48 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


INNOVATIVER BELEUCHTUNGSCONTROLLER FÜR MACHINE VISION<br />

Evotron stellt seine neusten Ringlichtbeleuchtungen<br />

vor. Diese sind mit bis zu acht separat steuerbaren<br />

LED-Segmenten ausgestattet und werden von nur<br />

einem einzigen Einkanal-Beleuchtungscontroller<br />

angesteuert. Möglich wurde diese Entwicklung,<br />

Qualität im Fokus<br />

MAKRO-STATION<br />

All-in-One System<br />

für die optische QS<br />

durch die vom Unternehmen patentierte, FPGA-basierte Lumisens-Technologie. Mit der<br />

freien Auswahl von bis zu 16 aufeinander folgenden Segmentkombinationen lassen<br />

sich fortschrittliche 3D-Beleuchtungstechniken, wie Shape from Shading und photometrisches<br />

Stereo, stark vereinfacht und sehr kompakt realisieren. Die Vorteile dieser<br />

Innovation sind zahlreich: Prozessprüfzeiten werden minimiert, der Hardwareaufwand sinkt drastisch (Mehrkanalcontroller und<br />

spezielle Kabel entfallen) und führt zu starken Kosteneinsparungen. In Schaltschrank und Maschine wird Platz gespart und die<br />

digitale Präzision ermöglicht exakt reproduzierbare Einstellungen. Vorgestellt werden die Neuheiten auf der Messe Vision.<br />

www.evotron-gmbh.de<br />

Anzeige<br />

KOMPAKTE VGA-INFRAROTKAMERA<br />

Optris stellt mit der Infrarotkamera Xi 640 ein neues Mitglied<br />

seiner Compact-Line vor. Sie ermöglicht eine sichere, erschwingliche<br />

und berührungslose Temperaturmessung in<br />

VGA-Auflösung für<br />

den Maschinenbau<br />

und die Zulieferindustrie.<br />

Die<br />

kompakte Kamera<br />

bietet eine umfangreiche<br />

und berührungslose<br />

Zustandsüberwachung.<br />

Bei<br />

einer optischen<br />

Auflösung von<br />

640 x 480 Pixel und<br />

einer Bildwiederholrate von 32 Hz im Spektralbereich von<br />

8 – 14 µm können Anwender mit der VGA-Infrarotkamera<br />

schnelle thermische Prozesse bei Temperaturen zwischen<br />

-20 und 900 °C überprüfen. Optris hat die Xi 640 mit einer<br />

„Auto spot finder“-Funktion ausgestattet, mit der auch die<br />

Temperatur von Objekten in Bewegung gemessen werden<br />

kann, ohne dass neu justiert werden muss. Die Kamera nutzt<br />

einen Motorfokus zur Scharfstellung aus der Ferne. Die<br />

Bildverarbeitung läuft über die mitgelieferte Software<br />

PIX-Connect mit Zeilenscanfunktion. Die Konfiguration<br />

wichtiger Parameter erfolgt über eine USB-2.0-Schnittstelle.<br />

Eingesetzt werden kann die kompakte Wärmebildkamera in<br />

Umgebungstemperaturen zwischen 0 und 50 °C.<br />

www.optris.com<br />

MONTAGESYSTEME FÜR MACHINE VISION<br />

Auf der Vision <strong>2024</strong> stellt der Anbieter seinen neuen Gelenk-<br />

Baukasten der Serie ModuLine vor. Er bietet Mounts für<br />

unbegrenzt 3D-variable, schnelle und exakte Ausrichtung von<br />

Kameras, Licht und Sensoren sowie deren dauerhaft feste<br />

Montage. Die Besonderheit: nur fünf Bauteile bieten nahezu<br />

unbegrenzte Möglichkeiten in Größe und Komplexität der<br />

prozessspezifisch konfigurierten Kamerahalterungen. Von<br />

einfachen Kamera-Mounts mit nur einem Gelenk bis hin zu<br />

Multigelenk-Systemen für mehrere separat ausrichtbare<br />

Kameras auf einer gemeinsamen Basis. Das Programm<br />

ModuLine wurde mit Machine-Vision-Integratoren zusammen<br />

entwickelt, um durch anforderungsgerechte Skalierbarkeit<br />

den optimalen Kosten-Nutzen-Effekt für Kundenprojekte zu<br />

bringen. Bild links: ModuLine anforderungsgerecht skalierbar,<br />

Bild rechts: MicroLine für den Prozess „Proof of Concept“.<br />

www.dk-fixiersysteme.de<br />

25GIGE-SCHNITTSTELLE FÜR WEITERE KAMERAMODELLE<br />

Durch den Einsatz der 25GigE-Schnittstelle in den Kameramodellen der FXO-Serie erweitert<br />

SVS-Vistek die Leistungsfähigkeit von Bildverarbeitungssystemen. Die Bandbreite ermöglicht die<br />

schnelle und zuverlässige Übertragung großer Datenmengen. Mit dem integrierten Interface deckt<br />

die Serie Auflösungen von 1,8 bis 24,6 MP ab. Sony Pregius-Sensoren der dritten und vierten<br />

Generation ermöglichen die Aufnahme hochwertiger Bilder. Die SFP28-Verbindungen ermöglichen<br />

Kabellängen bis 10 km und Übertragungsraten bis 3.125 MB/s. Bis zu 671 Bilder/s sind so möglich.<br />

Das gefräste Gehäuse hat Abmessungen von 50 x 50 x 100 mm. Zudem weisen die Modelle einen<br />

Betriebstemperaturbereich bis zu 60 °C auf. Der integrierte Strobe Controller ermöglicht die<br />

Ansteuerung von Beleuchtungen über vier High Power Outputs mit bis zu 3 A.<br />

www.svs-vistek.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 49


UPDATE<br />

COAXPRESS-KAMERAS: HOHE AUFLÖSUNG<br />

UND SCHNELLE BILDRATEN<br />

MaxxVision präsentiert zwei neue CoaxPress-Hochleistungskameras<br />

des kanadischen Herstellers IO Industries. Sie<br />

kombinieren hohe Auflösung und schnelle Bildraten.<br />

Die Redwood 5 MP Farb-Kamera nutzt einen 5,2-Megapixel-<br />

Sensor im APS-C-Format und erreicht Frame-Raten bis 872 fps<br />

bei voller Auflösung (2560 × 2016 Pixel) im 8-Bit-Modus.<br />

Selbst bei einer höheren Bit-Tiefe bleibt die Kamera laut<br />

Hersteller extrem schnell mit 714 fps bei zehn Bit und 583 fps<br />

bei zwölf Bit. Für Anwendungen, die sowohl hohe Auflösung<br />

als auch Geschwindigkeit erfordern, bieten die Redwood<br />

Mono- oder Farbkameras mit ihrem 21-Megapixel-Sensor<br />

(5120 × 4096 Pixel) Frame-Raten von bis zu 230 fps bei acht<br />

Bit, 183 fps bei zehn Bit und 152 fps bei zwölf Bit. Mit<br />

Full-HD-Auflösung (1920 × 1080) sind bis zu 2032 fps<br />

möglich bei acht Bit. Die Kombination aus hoher Auflösung<br />

und schnellen Bildraten eröffnet neue Möglichkeiten in<br />

verschiedenen Bereichen, darunter: Mikrosekunden-Bildgebung,<br />

temporale Analyse, Bewegungsverfolgung, Partikelbild-Velocimetrie<br />

(PIV), High-Speed-Mikroskopie, biologische<br />

Bewegungsanalyse und Strömungsvisualisierung. Die<br />

Kameramodelle verfügen über Global Shutter für verzerrungsfreie<br />

Aufnahmen, flexible CoaXPress-2.0-Schnittstellen sowie<br />

mehrere Mount-Optionen (C-Mount, F-Mount, M52 x 0,75,<br />

aktiver Canon EF-Mount).<br />

www.maxxvision.com<br />

2D, 3D UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ<br />

Auf der Vision <strong>2024</strong> präsentiert IDS Neuheiten in den<br />

Bereichen 2D, 3D und KI. Darüber hinaus werden eine komplett<br />

neue Kamerakategorie für Monitoring-Anwendungen<br />

vorgestellt sowie den Prototypen einer neuen Time-of-Flight<br />

3D-Kamera. Der Produktbereich der 2D-Kameras zeigt sich<br />

sehr dynamisch. Mit zahlreichen neuen Sensoren erweitert<br />

IDS das Spektrum für Kunden und Anwendungen. Highlight<br />

sind eine 2D-Kamera<br />

mit Event-basiertem<br />

Sensor für Bewegungsanalysen<br />

oder<br />

Hochgeschwindigkeitszählungen,<br />

sowie die Starvis-<br />

2-Sensoren IMX662,<br />

IMX664, IMX675<br />

und IMX676 von<br />

Sony, die eine sehr<br />

gute Low-Light-<br />

Performance ermöglichen. Sie kommen in den Entry-Level-<br />

Kameras der uEye XCP- und XLS-Serien zum Einsatz. Für<br />

Anwendungen in der Robotik sind vor allem 3D-Informationen<br />

relevant. Mit Ensenso B bringt der Experte eine kompakte<br />

3D-Kamera auf den Markt, die im Nahbereich und mit einem<br />

großen Sichtfeld arbeiten kann. Die nur 120 × 56 × 104 mm<br />

große Stereo-Vision-Kamera liefert 3D-Information ab einer<br />

Entfernung von 20 cm. Darüber hinaus werden Weiterentwicklungen<br />

für die Bildverarbeitung mit künstlicher<br />

Intelligenz vorgestellt. Dazu gehört das all-in-one Ökosystem<br />

IDS NXT. Das Edge Device verbindet On-camera-AI, Streaming<br />

in 4K und Video-Kompression.<br />

www.ids-imaging.de<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2024</strong> im 36. Jahrgang,<br />

ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)<br />

Redakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),<br />

Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de<br />

Redaktion: B. A. Melina Hosseinli (mh) (Vol.),<br />

Tel.: 06131/992-349, m.hosseinli@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />

SALES<br />

Andreas Zepig,<br />

Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de,<br />

Oliver Jennen<br />

Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste <strong>2024</strong>, gültig ab 01.10.2023<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville,<br />

Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 13,- (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 65,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 70,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200<br />

E-Mail: info@vfmz.de<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Müller-Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />

ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von<br />

Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und<br />

DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h.<br />

Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit<br />

des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />

Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der<br />

Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

kann keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich<br />

dürfen nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />

der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig<br />

an anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder<br />

bereits veröffentlicht wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

50 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 06/<strong>2024</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 30. 10. <strong>2024</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 15. 10. <strong>2024</strong><br />

03<br />

01<br />

02<br />

04<br />

01 Vorteile moderner Lasersensoren mit IO-Link in<br />

der Fabrikautomation: kompakt, präzise und einfach<br />

integrierbar in der Feldebene<br />

Bild: Micro-Epsilon<br />

02 Ganzheitliches Safety-Konzept: Radarsensor und<br />

sichere Kleinsteuerung als Komplettlösung zur Schutzraumüberwachung<br />

und für Roboter-Applikationen<br />

Bild: Pilz<br />

DER DIREKTE WEG<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

digital.industrielle-automation.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

WORLD OF INDUSTRIES:<br />

www.world-of-industries.com<br />

03 Deep-dive in die Zukunft: Wir berichten über neue<br />

Lösungen in der Messtechnik, welche Bedeutung sie für<br />

Nachhaltigkeit hat und warum wir auf KI setzen sollten<br />

Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com / Delphin<br />

04 Special „Sichere Automation“ mit den neuesten<br />

Entwicklungen rund um die optimale Safety und Security<br />

von Maschinen, Anlagen und Prozessen<br />

Bild: industrieblick - stock.adobe.com<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 51


MULTIMEDIAL VERNETZT<br />

KUNDEN GEWINNEN!<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

LOGISTIK<br />

FLUIDTECHNIK<br />

Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!<br />

Carmen Müller-Nawrath<br />

Head of Sales<br />

Telefon: 0049/6131/992-245<br />

c.nawrath@vfmz.de<br />

Profitieren Sie von unserem<br />

einmaligen Mediennetzwerk!

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!