INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2024
INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2024
INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2024
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19239<br />
SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />
05<br />
September <strong>2024</strong><br />
€ 13,00<br />
TITEL<br />
Lineartechnik bringt<br />
30 Dynamik in den Prozess<br />
Der Cyber Resiliance Act:<br />
16 Was Sie wissen sollten!<br />
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Sonderteil IndustrialVISION –<br />
Kameras, Software, Objektive & Co.<br />
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SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />
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Vorsprung!<br />
SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />
TITEL<br />
18<br />
34<br />
66<br />
Ganz viel Industrie 4.0<br />
in einem Gerät<br />
Keine Scheu vor IoT:<br />
Sensoren, die mitdenken<br />
Hybrid-Cloud: Was bringt sie<br />
und worauf kommt es an<br />
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Schnitte markiert werden können. Messbreite 25 cm, Messtiefe 6 cm.<br />
(Die Farbe der Konturenlehre ist variabel)<br />
+
EDITORIAL<br />
WERDEN WIR<br />
AUSGEBREMST?<br />
Die nächsten Jahre erwarten wir enorme technologische Veränderungen,<br />
alleine durch die Digitalisierung. Denn sie macht technische Produkte<br />
nicht nur intelligenter und funktionaler, sie erhöht auch das Innovationstempo.<br />
Es ist daher wichtig, kreativen Köpfen, die mit Neugier und<br />
Wissen Ideen zu marktreifen Lösungen entwickeln, gestalterische<br />
Freiräume zu lassen. Doch diese Freiräume sehen gerade viele mittelständische<br />
Industrieunternehmen bedroht. Denn Deutschland befindet<br />
sich strukturell in einer Sackgasse. Immer mehr Bürokratie, neue Gesetze,<br />
fehlende Aufträge und dadurch Produktionsdrosselung und Kurzarbeit<br />
sind keine positiven Signale, die<br />
KREATIVE KÖPFE<br />
KÖNNEN GROSSES<br />
BEWIRKEN<br />
kreatives Gedankengut fördern. Hinzu<br />
kommt die fehlende Investionsbereitschaft.<br />
Kaum verwunderlich also, dass<br />
die Ergebnisse der Mitte September<br />
veröffentlichten Studie „Transformationspfade“,<br />
die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bei der<br />
Strategie beratung Boston Consulting Group (BCG) und dem Institut der<br />
deutschen Wirtschaft (IW) beauftragt hat, ernüchternd ausgefallen sind.<br />
Dabei gibt es insbesondere in der industriellen Automatisierung eine<br />
Menge Potenzial. So lassen sich mit IO-Link umfangreiche Daten in<br />
industriellen Anwendungen erfassen und analysieren und damit zahlreiche<br />
fortschrittliche Automatisierungskonzepte umsetzen (Seite 24).<br />
Auch modernste Machine-Vision-Lösungen ermöglichen neue Anwendungen,<br />
beispielsweise in der Textilsortierung (Seite 44). Schätzungen<br />
gehen davon aus, dass derzeit weniger als ein Prozent der Textilien<br />
recycelt werden. Ein erheblicher Teil der Textilabfälle landet weiterhin auf<br />
Mülldeponien. Es gibt also viele gute Gründe, in Automatisierung zu investieren<br />
und die Voraussetzungen zu schaffen, dass deutsche Industrieunternehmen<br />
und Innovatoren ihre Entfaltungs- und Wachstumsräume<br />
nutzen können, statt sich durch Hindernisse ausbremsen zu lassen.<br />
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Eine inspirierende Lektüre<br />
wünscht Ihnen<br />
Nicole Steinicke<br />
Chefredakteurin<br />
<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />
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16<br />
EDITORIAL<br />
03 Werden wir ausgebremst?<br />
SZENE<br />
06 News und Trends, Messe-Vorschau<br />
und Personalien<br />
10 IM DIALOG<br />
Warum wir heute nicht mehr ohne<br />
Branchen-Know-how auskommen –<br />
ein Gespräch mit Guy Beaho,<br />
Automatisierungsexperte bei Jumo<br />
12 RFID-Systeme für den flexiblen Einsatz:<br />
welche Technologie sich eignet und wie sich<br />
das Beste aus zwei Welten kombinieren lässt<br />
14 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
Frank Behnke,<br />
Head of<br />
Information<br />
Systems bei<br />
Hilscher<br />
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BEILAGE<br />
Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine<br />
Beilage der MEORGA GmbH, Dillingen.<br />
TITEL<br />
30<br />
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
08 Serie zu Cybersicherheit – Teil 2/3<br />
Cyber Resilience umsetzen<br />
16 IM DIALOG<br />
Industrielle Kommunikation – aber sicher!<br />
20 Sortierprozesse flexibel und automatisiert mit<br />
ASi-5 gestalten<br />
23 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
24 Sichere Feldgeräte mit IO-Link Safety effizient<br />
integrieren<br />
28 3 FRAGEN AN Jochen Gengenbach,<br />
Produktmanager ADS-TEC Industrial IT in<br />
Nürtingen, über den Weg zur Industrie 4.0<br />
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
30 TITELSTORY Lineartechnik für<br />
Positionier- und Handlingaufgaben<br />
34 Recycling-Energieketten für mehr<br />
Nachhaltigkeit im Maschinenbau<br />
36 Motion Control neu gedacht<br />
37 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
<br />
Mit der passenden Lineartechnik vollbringen<br />
Handlingportale höchste Performance<br />
4 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
46<br />
SONDERTEIL INDUSTRIAL VISION<br />
40 IM FOKUS News & Trends aus<br />
der industriellen Bildverarbeitung<br />
42 2D, 3D und KI – alles in einem smarten,<br />
flexiblen Bildverarbeitungssystem<br />
44 Recycling statt Wegwerf-Mentalität<br />
46 Wie KI-basierte Bildgebung subtile Defekte<br />
genau erkennen kann<br />
49 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />
50 Impressum<br />
51 Vorschau 06/<strong>2024</strong><br />
INNENTITEL<br />
39<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/xx 5
NEWS & TRENDS<br />
Termin<br />
MOTEK <strong>2024</strong><br />
Unternehmen stehen vor<br />
großen Aufgaben – Effizienz,<br />
Wirtschaftlichkeit, Ressourcenschonung,<br />
Fachkräftemangel.<br />
Auf der Branchenplattform<br />
Motek/Bondexpo<br />
vom 8. bis 11. Oktober <strong>2024</strong> in Stuttgart geht<br />
es um neue und umsetzbare Wege und um die<br />
Rolle der Digitalisierung, KI und Vernetzung.<br />
www.motek-messe.de<br />
IFM MIT NEUER ZUSAMMENSETZUNG<br />
DES VORSTANDS<br />
Nach dem Ausscheiden von Dr. Thomas May zum<br />
30. Juni <strong>2024</strong> in den wohlverdienten Ruhestand ist nun<br />
der Vorstand der ifm-Unternehmensgruppe erstmals in<br />
seiner neuen Zusammensetzung zusammengetreten.<br />
Martin Buck, co-CEO der ifm-Unternehmensgruppe:<br />
„Mit der neuen Zusammensetzung im Vorstand, der die<br />
zukünftigen Herausforderungen adressiert, sehen wir<br />
uns gut für die Zukunft aufgestellt.“ Der aktuelle<br />
Vorstand besteht seit 1. Juli <strong>2024</strong> aus: Benno Kathan,<br />
Martin Buck, Michael Marhofer, Dr. Dirk Kristes,<br />
Christoph von Rosenberg (v.l.n.r.). ifm ist spezialisiert<br />
auf Sensoren, Steuerungen, Software und Systeme für<br />
die industrielle Automatisierung sowie für SAP-basierte<br />
Lösungen für Supply Chain Management und Shop<br />
Floor Integration.<br />
www.ifm.com<br />
BALLUFF BAUT GESCHÄFTSBEREICH<br />
CUSTOM DESIGN & ENGINEERING AUS<br />
Mit Custom Design<br />
& Engineering<br />
(CDE) baut der<br />
Sensor- und<br />
Automatisierungsspezialist<br />
Balluff<br />
sein Angebotsspektrum<br />
im<br />
Bereich Kameratechnik<br />
und<br />
Sensorik weiter<br />
aus. Damit werden<br />
nicht nur kundenspezifische Entwicklungen aus einer<br />
Hand angeboten, sondern auch eine ganzheitliche<br />
Projekt begleitung über den gesamten Produktlebenszyklus<br />
hinweg. Zum Einsatz kommt CDE vor allem bei<br />
anspruchsvollen Anwendungsfeldern mit einem hohen<br />
Engineering-Bedarf wie in den Bereichen Semiconductor<br />
und Life-Science sowie in der Medizintechnik. Denn<br />
hier können Standardprodukte die Bedingungen und<br />
strengen Prüfkriterien oftmals nicht erfüllen.<br />
www.balluff.com<br />
SPS KEHRT 2025 AUF URSPRÜNGLICHEN<br />
TERMIN ZURÜCK<br />
Nach drei Jahren<br />
coronabedingter<br />
Verschiebung kehrt<br />
die führende<br />
Fachmesse für<br />
smarte und digitale<br />
Automation SPS<br />
– Smart Production<br />
Solutions 2025 auf<br />
den angestammten<br />
Termin Ende<br />
November zurück. Die Termine bis 2027 wurden vom<br />
Veranstalter ebenfalls schon veröffentlicht und liegen<br />
gleichermaßen Ende November. In diesem Jahr findet<br />
die SPS <strong>2024</strong> vom 12. – 14. November statt.<br />
www.mesago.com<br />
VDMA-STUDIE: DEUTSCHLAND BLEIBT BESTER F&E-STANDORT<br />
In der Rangliste der attraktivsten Forschungsstandorte<br />
belegt Deutschland nach Ansicht von Unternehmen aus dem<br />
Maschinen- und Anlagenbau den ersten Platz. Besonders<br />
positiv werden die Leistungsstärke der Ingenieurwissenschaften,<br />
das Hochschul- und Wissenschaftssystem sowie<br />
FuE-Kooperationen mit anderen Unternehmen bewertet.<br />
Dies sind die zentralen Ergebnisse der neuen Umfrage zu<br />
Forschung und Innovation des VDMA, an der sich knapp<br />
400 Unternehmen beteiligt haben. Auf Rang zwei der<br />
attraktiv sten FuE-Standorte folgen die USA. Den letzten<br />
Platz der 13 Länder im Vergleich belegt China. Grafik: VDMA<br />
www.vdma.org<br />
6 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
NEWS & TRENDS<br />
„Die Transformationspfade-Studie ist ein<br />
lauter Weckruf der Industrie. Das Risiko<br />
einer De-Industrialisierung durch die stille<br />
Abwanderung und Aufgabe gerade vieler<br />
Mittelständler nimmt kontinuierlich zu.<br />
Die Politik muss daher ihre industriepolitische<br />
Agenda neu ausrichten.“<br />
Siegfried Russwurm, Präsident BDI<br />
WIBU-SYSTEMS SCHÜTTET<br />
1,5 MILLIONEN EURO AUS<br />
Wibu-Systems, weltweit bekannter<br />
Anbieter für Softwareschutz,<br />
Lizenzierung und Security, war auch<br />
im krisengeplagten Jahr 2023<br />
außerordentlich erfolgreich. Zu<br />
verdanken ist dies dem Bekenntnis<br />
zum Qualitätsstandard „Made in<br />
Germany“, dem umsichtigen Management kritischer Lieferketten, dem Erfolg<br />
auf dem chinesischen Markt und der anhaltenden Innovationskraft des<br />
Unternehmens. Wibu-Systems würdigte diesen Erfolg mit einer Rekordprämie<br />
von 1,5 Millionen Euro für die festangestellten Mitarbeiter in der<br />
Firmenzentrale und beweist damit Stärke und Qualität in einem schwierigen<br />
wirtschaftlichen Klima.<br />
www.wibu.com<br />
28 %<br />
Im zweiten Quartal <strong>2024</strong> sank<br />
der Auftragseingang der deutschen<br />
Werkzeugmaschinenindustrie<br />
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum<br />
um 28 Prozent.<br />
Damit ist das Auftragsvolumen<br />
das niedrigste seit dem<br />
Abschlussquartal 2020.<br />
Quelle: VDW<br />
52 %<br />
Allein die Installation von<br />
290.258 Industrierobotern im<br />
Jahr 2022 entspricht einem<br />
Weltmarktanteil Chinas von<br />
52 %. Damit ist China mit Abstand<br />
das Land mit dem größten<br />
Robotermarkt weltweit. Diese<br />
Strategie soll in den nächsten<br />
Jahren fortgesetzt werden.<br />
Quelle: IFR<br />
SICK UND ENDRESS+HAUSER BÜNDELN AKTIVITÄTEN<br />
Das deutsche Sensorunternehmen Sick und der Schweizer Mess- und Automatisierungs<br />
technik-Spezialist Endress+Hauser haben eine strategische Partnerschaft geschlossen.<br />
Endress+Hauser übernimmt weltweit Vertrieb und Service der Prozessanalysatoren und<br />
Gas-Durchflussmessgeräte von Sick. Closing ist zum Jahreswechsel <strong>2024</strong>/25 geplant.<br />
Bild: Dr. Mats Gökstorp (li.), Vorstandsvorsitzender Sick, Dr. Peter Selders, CEO Endress+Hauser.<br />
www.endress.com<br />
FOKUS KMU: BMWK STARTET „BUNDESFÖRDERUNG INDUSTRIE UND KLIMASCHUTZ (BIK)“<br />
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23. August eine neue Förderrichtlinie ins<br />
Leben gerufen, die mittelständische Industrieunternehmen bei der Dekarbonisierung unterstützen soll: die<br />
„Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK)“. Die neue Richtlinie soll den Mittelstand bei der Reduktion von<br />
CO2-Emissionen gezielt fördern und umfasst ein Finanzvolumen von rund 3,3 Milliarden Euro. Der erste Förderaufruf<br />
startet im September <strong>2024</strong>, und interessierte Unternehmen können dann innerhalb von drei Monaten ihre<br />
Projektanträge einreichen. Unterstützung bei der Beantragung erhalten Interessierte unter anderem von der<br />
Fördermittelberatung EPSA Deutschland. Bild: J-A-Photography – stock.adobe.com<br />
www.epsa-deutschland.de<br />
KI-Vision-Sensoren<br />
Genau. Vielseitig. Intuitiv.<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 7
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
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SERIE ZU CYBERSICHERHEIT – TEIL 2/3<br />
CYBER RESILIENCE UMSETZEN<br />
Die digitale Transformation in der Automatisierungstechnik<br />
bietet enormes Potenzial für Innovationen: Optimierte<br />
Produktionsprozesse, neue Geschäftsmodelle und allgemeine<br />
Kostensenkungen, um nur ein paar zu nennen. Dabei<br />
verschmelzen Informationstechnologien (IT) und operative<br />
Technologien (OT) zunehmend zu einem komplexen Netzwerk<br />
mit durchgehender Konnektivität, das heutzutage von<br />
der Produktionsebene bis zur Cloud reicht. Dabei werden<br />
vermehrt auch digitale Services miteingeschlossen.<br />
Durch die Verschmelzung entsteht eine Vielzahl zusätzlicher<br />
Angriffsvektoren, die Angreifer für böswillige Zwecke<br />
missbrauchen können. „Im günstigsten Fall werden<br />
so Produktionsprozesse lediglich gestört oder kurzzeitig<br />
lahmgelegt“, sagt F rank B ehnke, Head of Product and Information<br />
Security / Product and Cyber Security bei der H ilscher<br />
G esellschaft für Systemautomation mbH. Kritischer wird es,<br />
wenn Anlagen durch Einwirkung von außen Schaden nehmen<br />
oder sogar Menschenleben in Gefahr geraten.<br />
Um die Cybersicherheit in Europa strategisch zu stärken und<br />
strukturell zu verankern, schlug die Europäische Kommission<br />
2022 mit dem Cyber Resilience Act (CRA) eine Verordnung zur<br />
Verbesserung der Cybersicherheit und Cyber-Resilienz in der EU<br />
vor. Inhalt der Verordnung sind gemeinsame Cybersicherheitsstandards<br />
für Produkte mit digitalen Elementen, was sowohl Hardals<br />
auch Software miteinschließt. Die endgültige Veröffentlichung<br />
im Amtsblatt der Europäischen Union und damit das europaweite<br />
Inkrafttreten des CRA wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.<br />
Hohe Relevanz für die Erfüllung des CRA hat die Normenreihe<br />
I EC 62443, „Industrielle Kommunikationsnetze – IT-Sicherheit<br />
für Netze und Systeme“. Diese Norm beschreibt unter anderem<br />
ein System zum Management industrieller IT-Sicherheit und definiert<br />
Vorgaben für Sicherheitsfunktionen von Steuerungs- und<br />
Automatisierungssystemen. Die Zertifizierung nach IEC 62443<br />
erfolgt durch zugelassene Prüfdienstleister wie dem TÜV Rheinland<br />
und wird entsprechend individueller Anforderungen nach<br />
definierten Reifegraden (Maturity Levels) und Security Levels<br />
durchgeführt.<br />
SECURITY IMPLEMENTIEREN<br />
„Wir beschäftigen uns schon lange damit, wie wir unsere Produkte<br />
sicher vor Angriffen schützen können“, erklärt H ilscher-Security-<br />
Experte B ehnke. Sicherheit sei nicht erst zum Thema geworden,<br />
als es erste regulatorische Bestrebungen in dieser Richtung gab,<br />
sondern ist fester Bestandteil einer jeden Produktentwicklung bei<br />
H ilscher.<br />
So enthält beispielsweise der netX90-Kommunikationscontroller<br />
von H ilscher bereits eine Encryption-Accelerator-Einheit, die<br />
alle aktuellen Verschlüsselungsverfahren unterstützt, wie sie vom<br />
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und<br />
der I EC 6 2443, aber auch von den Real-Time-Ethernet-Protokollstandards<br />
grundsätzlich, vorgesehen sind.<br />
Softwareseitig ist die Hilscher Kerntechnologie netX für Security-<br />
Anwendungen ebenso vorbereitet. So enthält die entsprechende<br />
Protokoll-Stack-Erweiterung bereits Mechanismen wie Secure<br />
Boot, Certificate Management und protokollspezifische Datenverschlüsselungsmodelle.<br />
UNTERSTÜTZUNG BEI UMSETZUNG DES CRA<br />
Für Hilscher ist das kein Grund, mit den Vorbereitungen zu warten.<br />
Im Gegenteil: Gemeinsam mit dem TÜV Rheinland als Zertifizierer<br />
und dem Consultant TÜV iSec Rheinland befindet sich<br />
Hilscher mitten in der Umsetzung des CRA und verfügt bereits<br />
über umfassendes Know-how bezüglich der zeitlichen Herausforderungen<br />
und praktischen Auswirkungen von relevanten Zertifizierungsprozessen.<br />
Behnke gibt bekannt: „Wir haben heute<br />
bereits über die Hälfte der notwendigen Vorgänge abgeschlossen,<br />
um uns für das Maturity Level 3 zu qualifizieren.“<br />
Und Anwender aus der Industrie können davon profitieren.<br />
Sollten Sie und Ihre Produkte ebenfalls vom CRA betroffen sein,<br />
bietet Hilscher Ihnen Unterstützung sowie einen Transfer von<br />
Wissen an, welches der Kommunikationsspezialist im Zuge seiner<br />
CRA-Adaption gesammelt hat. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit<br />
Hilscher auf für weitere Informationen.<br />
Bilder: Hilscher / Starcom – stock.adobe.com<br />
www.hilscher.com<br />
UNTERNEHMEN<br />
Hilscher Gesellschaft für<br />
Systemautomation mbH, Rheinstraße 15<br />
65795 Hattersheim (Frankfurt)<br />
Tel. 06190 99 07-0<br />
E-Mail: compliance@hilscher.com<br />
AUTOR<br />
Frank Behnke, Head of Product and<br />
Information Security/Product & Cyber Security<br />
8 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
MSR-SPEZIALMESSE IN BOCHUM<br />
Am 30. Oktober <strong>2024</strong> veranstaltet Meorga im Kongressund<br />
Veranstaltungszentrum Ruhr Congress Bochum die<br />
nächste Fachmesse rund um Mess-, Steuerungs- und<br />
Regeltechnik, Prozessleitsysteme und Automatisierungstechnik.<br />
Rund 150 Fachfirmen präsentieren ihr Leistungsspektrum,<br />
Geräte und Systeme, Engineering- und<br />
Serviceleistungen sowie neue Trends im Bereich der<br />
Automatisierung. Darüber hinaus können sich die<br />
Besucher in praxisnahen Fachvorträgen umfassend über den aktuellen Stand der<br />
MSR-Technik informieren. Im Fokus stehen lösungsorientierte Fachgespräche mit<br />
Experten der Unternehmen und Fachbesucher in einer professionellen und service -<br />
orientierten Messeatmosphäre. Der Eintritt zur Messe und die Teilnahme an den<br />
Fachvorträgen sind für Besucher kostenlos und ermöglichen Informationen,<br />
Wissenstransfer und Gespräche ohne Hektik. Nähere Informationen unter<br />
www.meorga.de<br />
ANWENDUNGEN MIT KUNSTSTOFFGLEITLAGERN GESUCHT<br />
Ingenieure aus aller Welt sind eingeladen, sich für den 12. manus award 2025 zu<br />
bewerben. Seit 21 Jahren würdigt igus mit diesem Wettbewerb Anwendungen, die<br />
sich durch den kreativen, mutigen und nachhaltigen Einsatz von Kunststoffgleitlagern<br />
auszeichnen. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von bis zu 5.000 Euro.<br />
Zugelassen sind alle Anwendungen mit Gleitlagern, Lineargleitlagern und Gelenklagern<br />
aus Vollkunststoff oder Kunststoff-Compounds. Es muss mindestens eine<br />
funktionsfähige Version der Vorrichtung<br />
vorhanden sein, an der der technische<br />
Nutzen sowie die ökologischen und<br />
ökonomischen Vorteile der Kunststoffgleitlager<br />
erkennbar sind. Die Teilnahmebedingungen,<br />
das Bewerbungsformular<br />
und ein Überblick über bisherige Gewinner<br />
finden sich unter www.igus.de/manus.<br />
Bewerbungsschluss ist am 17. Januar 2025.<br />
www.igus.de<br />
SCHMERSAL MIT NEUER NIEDERLASSUNG IN VIETNAM<br />
Die Schmersal Gruppe hat in Ho-Chi-Minh-City eine neue Tochtergesellschaft<br />
gegründet, die Schmersal Vietnam Co. Ltd. Country Manager ist Nguyen Huy<br />
Truong. Er verfügt über mehr als 19 Jahre Erfahrung in der Industrieautomation<br />
und im Maschinenbau und arbeitete bei mehreren namhaften internationalen<br />
Herstellern für Automatisierungstechnik. „Die Gründung der neuen Tochtergesellschaft<br />
in Ho-Chi-Minh-Stadt ist für die Schmersal Gruppe ein wichtiger<br />
strategischer Schritt, um ihre Präsenz in Asien weiter auszubauen“, erklärt Uwe<br />
Seeger, Director Middle East, Schmersal Gruppe.<br />
Vietnam ist eine der am schnellsten wachsenden<br />
Volkswirtschaften der Welt und konnte in den<br />
letzten Jahren ein deutliches BIP-Wachstum<br />
verzeichnen. Damit steigt der Bedarf an modernen<br />
Maschinen in der produzierenden Industrie –<br />
und damit auch die Nachfrage nach Lösungen<br />
für die Maschinensicherheit. Ziel ist es daher,<br />
sich als einen der Top-Lieferanten für Komponenten,<br />
Systeme und Lösungen für Maschinensicherheit<br />
zu etablieren. Darüber hinaus werden<br />
auch die Safety Services der Dienstleistungssparte<br />
tec.nicum angeboten.<br />
www.schmersal.com<br />
Vario-X IPC<br />
Solution.<br />
– Offen für die Zukunft<br />
Unsere Steuerungslösung vereint<br />
das Beste aus IPC und CODESYS PLC,<br />
um eine offene und zukunftsorientierte<br />
Automatisierungsplattform<br />
zu schaffen. Durch die Unterstützung<br />
nahezu aller gängigen Netzwerk-<br />
und Kommunikationsprotokollen<br />
öffnen wir die Türen zu<br />
einer neuen Ära der industriellen<br />
Automatisierung.<br />
JETZT EINFACH MACHEN!<br />
vario-x.com/de/ipc
Nicole Steinicke<br />
im Gespräch mit<br />
Dipl.-Ing. Guy Beaho,<br />
Abteilungsleiter globales<br />
Branchenmanagement<br />
bei Jumo in Fulda<br />
WARUM WIR HEUTE NICHT MEHR OHNE BRANCHEN-KNOW-HOW AUSKOMMEN<br />
POTENZIALE NUTZEN<br />
Die Anforderungen im Anlagenbau werden immer spezifischer. Dementsprechend muss<br />
auch das Applikations-Know-how fokussierter werden. Auf dem Weg zu einem führenden<br />
System- und Lösungsanbieter setzt ein Automatisierungsexperte jetzt noch konsequenter<br />
auf ein globales Branchenmanagement. Warum eine derartige Organisationsstruktur<br />
sinnvoll ist, weiß Guy Beaho, Abteilungsleiter globales Branchenmanagement bei Jumo.<br />
NICOLE STEINICKE: Herr Beaho, Sie sind in diesem Jahr als<br />
neuer Abteilungsleiter für das globale Branchenmanagement<br />
im Jumo-Team. Welche Erfahrung aus der Messtechnik-Branche<br />
bringen Sie mit, und wie wichtig ist Markterfahrung generell?<br />
GUY BEAHO: Mit meinen 45 Jahren bringe ich über 20 Jahre<br />
Erfahrung als Ingenieur Elektrotechnik in der Messtechnik mit.<br />
Meine Ausbildung als Elektroingenieur habe ich in Karlsruhe<br />
absolviert, Schwerpunkt Sensorik. Durch meine Berufserfahrung<br />
unter anderem als Product und Sales Manager bei Burster,<br />
einem Hersteller von mechanischen Sensoren und Kalibrierungsgeräten,<br />
sechs Jahre bei HBM als Leiter Business Development<br />
und anschließend weiteren vier Jahren als Business<br />
Unit-Leiter bei Vishay konnte ich umfassende Branchenexpertise<br />
und globale Erfahrung sammeln. Die Märkte waren und sind<br />
meine Kernthemen, die ich für die genannten Unternehmen neu<br />
entwickelt habe. Dazu zählen unter anderem Marine-<br />
Highspeed-Motoren und neue Lösungen im Bereich erneuerbare<br />
Energien. Denn nur wer die Märkte kennt, kann Lösungen<br />
aus der Branche für die Branche entwickeln. Generell heißt dies:<br />
Lücken im eigenen Portfolio zu erkennen und diese mit<br />
geschickter Produktentwicklung zu schließen.<br />
NICOLE STEINICKE: Was bedeutet das für die strategische<br />
Branchen-Ausrichtung von Jumo und vorallem für Kunden?<br />
GUY BEAHO: Wir sind in neun Fokusbranchen tätig. Dazu zählen<br />
Food & Beverage, Wasser und Abwasser, Transportation,<br />
Thermoprozesstechnik, Erneuerbare Energie, Wärmemengenzähler,<br />
Safety, HKL und Distribution. Unsere Aufgabe wird sein,<br />
in diesen unterschied lichen Branchen sicherzustellen, dass wir<br />
nicht nur die passenden Komponenten anbieten, sondern die<br />
applikationsspezifische Systemlösung. Zudem sind wir damit in<br />
der Lage, unser bestehendes Produktportfolio kreativ zu optimieren<br />
und gleichzeitig für Kunden Lösungen zu entwickeln,<br />
die ihre Prozesse noch energieeffizienter unterstützen.<br />
NICOLE STEINICKE: Den Überblick im globalen Umfeld zu<br />
haben ist heute unerlässlich, gleichzeitig aber auch sehr<br />
herausfordernd. Wie bringen Sie technische Fachexpertise,<br />
Kundenbedürfnisse, Wachstum in bestehenden und die<br />
Entwicklung neuer Märkte zusammen?<br />
GUY BEAHO: Man braucht zwei Beine zum Tanzen, beide<br />
müssen harmonieren. Wir denken kurzfristig, mittelfristig und<br />
langfristig. Neben den etablierten neun Fokusbranchen gilt es,<br />
auch Potenzial in anderen Branchen frühzeitig zu erkennen: für<br />
die Erschließung neuer Märkte braucht es eine Strategie sowie<br />
einen engen Schulterschluss mit Sales. Dazu beobachten wir<br />
internationale Märkte wie die USA, China und Indien. Bestehende<br />
Lösungen lassen sich adaptieren, manche müssen durch<br />
10 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
IM DIALOG<br />
Branchenexpertise beispielsweise in der<br />
Lebensmittelindustrie ist heute essenziell,<br />
um Anlagen und Komponenten spezifisch<br />
darauf abstimmen zu können<br />
landesspezifische Vorgaben beispielsweise in der<br />
mechanischen Anschlusstechnik angepasst werden.<br />
Auch die Kommunikationsprotokolle sind spezifisch.<br />
Nur wenn wir die jeweiligen Vorschriften und den<br />
Bedarf kennen, können wir in neuen Märkten wachsen. Das ist<br />
unser Ziel und darauf arbeiten wir konsequent hin.<br />
NICOLE STEINICKE: In welchen Bereichen sehen Sie das<br />
größte Wachstumspotenzial?<br />
GUY BEAHO: Wir richten den Blick stets von innen nach außen.<br />
Wir sind stark in Brauereien vertreten und halten im Segment<br />
Thermoprozess einen Marktanteil von rund 85 Prozent. Stärker<br />
wachsen wollen wir international im Bereich der Megatrends<br />
und der zukunftsfähigen Industrien. Hier sehen wir noch viel<br />
Potenzial. Sehr gut vertreten sind wir zudem im Bereich Rail,<br />
aber nicht im Schiffbau. Es gibt also noch Luft nach oben.<br />
NICOLE STEINICKE: Um zu wachsen, muss nicht nur etablierte<br />
Technik stetig an neue Anforderungen angepasst und<br />
optimiert werden. Sondern es braucht auch neue Lösungen.<br />
Wie bringen Sie Produkt-Know-how und Branchenkenntnis<br />
zusammen, um für Kunden das beste Ergebnis zu erzielen?<br />
GUY BEAHO: Jumo ist seit 76 Jahren nah am Kunden, hat umfassende<br />
Produktkenntnisse und ein tiefes technisches Know-how.<br />
Viele vom Kunden initiierte Lösungen haben wir zum Nutzen<br />
der Kunden mit hohem Praxisvorteil umgesetzt. Zudem betrachten<br />
wir die Mess- und Regeltechnik ganzheitlich. Denn der Kunde<br />
braucht nicht nur den Sensor, er braucht die Messwerte, Cloud-<br />
Connectivity und eine Datenanalyse, die Optimierungspotenzial<br />
aufzeigt. Dann funktioniert auch sein Geschäftsmodell.<br />
NICOLE STEINICKE: Messtechnische Aufgaben müssen häufig<br />
individuell gelöst werden. Was ist besser – maßgeschneidertes<br />
Engineering oder die Lösung aus dem Baukasten?<br />
GUY BEAHO: Wichtig ist der umfassende Überblick über relevante<br />
Märkte. Wir müssen aber auch zukünftige, neue Anwendungsfelder<br />
im Auge behalten. Denn nur so können wir dem Kunden<br />
die beste Lösung anbieten. In beiden Fällen sind Sensoren Mittel<br />
zum Zweck, daher ist mein Credo: „Daten, Daten, Daten. Der<br />
Kunde braucht Daten, nicht nur Messsensoren.“<br />
NICOLE STEINICKE: Branchen-Management bedeutet also<br />
viel mehr, als Bestehendes gut zu machen. Es geht genauso<br />
um den Blick über den Tellerrand. Wie möchten Sie Ideen und<br />
Kreativität in Ihrem Team fördern?<br />
GUY BEAHO: Meine Empfehlung: Wir müssen mit offenen Augen<br />
und Ohren durch die Welt gehen und bereit sein, gewohnte<br />
Pfade zu verlassen. Wir müssen „Out of the box“ denken. In<br />
meinem Team gibt es daher regelmäßige Runden, die einen<br />
Austausch über neue Erfahrungen und Möglichkeiten erlauben.<br />
Erst kürzlich waren Jumo-Kollegen zu einem längeren Aufenthalt<br />
in China und haben sich über Chancen bei der Bahnindustrie<br />
informiert. Bei Jumo pflegen wir eine sehr offene und konstruktive<br />
Kommunikation untereinander, lassen uns kreative Freiräume<br />
und schaffen damit die Voraussetzung sowohl für das<br />
eigene Unternehmen als auch für Kunden Neues zu entwickeln,<br />
etablierte Branchen als auch Zukunftsmärkte gleichermaßen<br />
auszubauen. Und für jeden Mitarbeiter geht damit eine höhere<br />
Zufriedenheit einher, da er sich mit seinen Ideen gewinnbringend<br />
einbringen darf.<br />
Ich wünsche Ihnen noch nachträglich einen guten Start im<br />
Jumo-Team und alles Gute für Ihre besonderen Aufgaben im<br />
Rahmen Ihres Branchenmanagements.<br />
DAS INTERVIEW FÜHRTE DIPL.-ING. NICOLE STEINICKE,<br />
CHEFREDAKTEURIN <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />
Bilder: Aufmacher Jumo, sonst. hedgehog94 – stock.adobe.com<br />
www.jumo.de<br />
UNTERNEHMEN<br />
JUMO GmbH & Co. KG<br />
Moritz-Juchheim-Straße 1, 36039 Fulda<br />
Tel. 0661 6003-0<br />
AUTORIN<br />
Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />
Chefredakteurin Industrielle Automation<br />
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SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
Die neuen<br />
RFID-Schreib-/<br />
Lesegeräte bieten<br />
zuverlässige<br />
Rückverfolgbarkeit<br />
im Prozess, zum<br />
Beispiel in der<br />
Batteriefertigung<br />
HF RFID-SYSTEME FÜR DEN<br />
FLEXIBLEN EINSATZ IN DER INDUSTRIE<br />
FLIESSENDER ÜBERGANG<br />
Identifikationstechnologien wie RFID bieten im Umfeld einer Industrie 4.0 vielfältige<br />
Optimierungsmöglichkeiten: von Kostensenkung über Qualitätssteigerung bis hin<br />
zu mehr Transparenz entlang der Wertschöpfungskette. Doch welche Identtechnik<br />
ist für eine Anwendung geeignet? Der Beitrag beschreibt die Vorteile und Grenzen<br />
von HF- und UHF-Systemen und stellt eine neue Serie RFID-Schreib-/Lesegeräte vor,<br />
die dem Anwender größtmögliche Flexibilität und Freiheit geben.<br />
Dank Industrie 4.0 kommen Identifikationstechnologien<br />
und insbesondere RFID in zahlreichen Anwendungen<br />
zum Einsatz – von der Produktion bis hin zur Logistik<br />
und sorgen hier für zuverlässige, transparente Prozesse.<br />
In der Automation spielt die „Radio Frequency Identification“<br />
(RFID) eine ganz entscheidende Rolle. Die Technologie nutzt<br />
Funkwellen, um Objekte automatisch und berührungslos zu<br />
identifizieren. Als Datenspeicher dienen dabei Transponder. Sie<br />
übermitteln Informationen zu Waren, Gütern oder Personen und<br />
ermöglichen so die optimale Verknüpfung von Daten- und<br />
Material fluss. Da mittels Transponder alle prozessrelevanten Informationen<br />
dezentral am Objekt hinterlegt werden, ist eine<br />
objekt bezogene Produktionssteuerung möglich. Moderne Track-<br />
and-Trace-Anwendungen erlauben dabei die eindeutige Zuordnung<br />
und Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen und Produkten. So<br />
können Prozessabläufe dank RFID noch transparenter, schneller<br />
und auch deutlich effizienter gestaltet werden.<br />
VORTEILE VERSCHIEDENER TECHNOLOGIEN<br />
SINNVOLL EINSETZEN<br />
Die Wahl der geeigneten RFID-Technologie hängt hierbei oftmals<br />
von den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung<br />
ab. Während sich Ultrahochfrequenz (UHF) RFID Systeme üblicherweise<br />
besonders für Anwendungen mit großer Reichweite,<br />
hohen Geschwindigkeiten oder mehreren zu lesenden Transpon-<br />
12 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
dern eignet, werden Hochfrequenz (HF) RFID<br />
Systeme besonders in Anwendungen eingesetzt,<br />
bei denen eine hohe Präzision über kürzere<br />
Entfernungen erforderlich ist. Darüber<br />
hinaus eignen sich HF Systeme auf Grund ihrer<br />
geringeren Störungsanfälligkeit gegenüber Metallen<br />
oder Flüssigkeiten auch für Umgebungen<br />
mit diesen Elementen. Mit den neuen RFID-<br />
Schreib-/Lesegeräten IQH3-FP-V1 und IQT3-<br />
FP-IO-V1 von Pepperl+Fuchs wird der Übergang<br />
zwischen HF und UHF nun noch fließender,<br />
da die Schreib-/Lesegeräte die Vorteile von<br />
HF RFID mit einem größeren Erfassungsbereich<br />
sowie weiteren hilfreichen Zusatzfunktionen<br />
kombinieren und dem Anwender hiermit<br />
die größtmögliche Flexibilität und Freiheit<br />
bei der Anpassung der RFID-Schreib-/Lesegeräte<br />
an die zu lösende Applikation geben.<br />
STÖRSICHERE LESEERGEBNISSE<br />
FÜR NAHFELDANWENDUNGEN<br />
Die Schreib-/Lesegeräte IQH3-FP-V1 und<br />
IQT3-FP-IO-V1 erweitern das RFID-Portfolio<br />
von Pepperl+Fuchs. Basierend auf der bewährten<br />
und nach ISO 15693 weltweit standardisierten<br />
HF Technologie (13,56 MHz) verfügen<br />
die hochleistungsfähigen Schreib-/Lesegeräte<br />
über einen Er fassungsbereich von bis zu 30 cm.<br />
IO-LINK ERMÖGLICHT<br />
EINE EINFACHE<br />
UND SCHNELLE<br />
INBETRIEBNAHME<br />
Neben dem erweiterten, einstellbaren Erfassungsbereich<br />
können bis zu 20 RFID-Transponder<br />
mit einem einzigen Lesevorgang erfasst<br />
werden. Hierdurch lassen sich Applikationen<br />
lösen, die bis dato vor allem UHF vorenthalten<br />
waren.<br />
Ebenfalls zeichnen sich die RFID-Schreib-/<br />
Lesegeräte in Prozesssicherheit aus. Durch die<br />
automatische Prüfung der eigenen Resonanzfrequenz<br />
sind die Geräte in der Lage, sich automatisch<br />
auf Störeinflüsse – bedingt durch die<br />
Einbausituation, umgebende Materialien oder<br />
interferierende Strahlung – anzupassen und die<br />
Erfassungsleistung aufrecht zu halten. Hierdurch<br />
liefern die Schreib-/Lesegräte zuverlässige<br />
und störsichere Lese ergebnisse für alle<br />
Nahfeldanwendungen. Durch die Ausgabe von<br />
RSSI Werten (Received Signal Strength Indicator)<br />
können zudem defekte Transponder frühzeitig<br />
erkannt und aus dem Prozess geschleust<br />
werden. Diese Form des Condition Monitorings<br />
hilft dabei, zeit- und kostenintensive Abweichungen<br />
und Stillstände bereits vor Entstehen<br />
zu vermeiden. Etwaige Störungen und Fehler<br />
werden zudem über eine rote Status-LED am<br />
Gerät klar erkennbar visualisiert, beziehungsweise<br />
sind über detaillierte Störmeldungen genauer<br />
nachvollziehbar.<br />
BEISPIEL BATTERIEFERTIGUNG<br />
Ein typisches Einsatzgebiet ist die Batteriefertigung,<br />
bei der ein zentraler Aspekt die Rückverfolgbarkeit<br />
der einzelnen Komponenten ist.<br />
Hier kommen RFID-Schreib-/Lesegeräte ins<br />
Spiel, die es ermöglichen, jede Batterie und<br />
ihre Bestandteile präzise zu identifizieren und<br />
zu verfolgen. Durch die Integration der RFID-<br />
Transponder in die Batterien und die Verwendung<br />
der Schreib-/Lesegeräte können Hersteller<br />
den gesamten Produktionsprozess lückenlos<br />
überwachen. Dadurch soll nicht nur sichergestellt<br />
werden, dass jede Batterie den<br />
Qualitätsstandards entspricht, sondern auch<br />
eine schnelle Identifizierung von Fehlern oder<br />
Problemen im Fertigungsprozess ermöglicht<br />
werden.<br />
NAHTLOSE INTEGRATION ÜBER<br />
IO-LINK ODER IDENTCONTROL<br />
Liegt der Fokus des Anwenders auf der Umsetzung<br />
einfacher Applikationen, bei denen nur<br />
wenige Daten gelesen bzw. geschrieben werden<br />
müssen, stellen die Geräte vom Typ IQT3-FP-<br />
IO-V1 eine ideale Lösung dar. Diese lassen sich<br />
über die IO-Link Schnittstelle und einen IO-<br />
Link-Master integrieren. Geräte vom Typ IQH3-<br />
FP-V1 verfügen dagegen über eine Schnittstelle<br />
zur Anbindung an die IDENTControl Auswerteeinheiten<br />
von Pepperl+Fuchs. Diese leistungsstarke<br />
und robuste Kombination mit erhöhtem<br />
EMV-Schutz eignet sich für komplexere Applikationen,<br />
bei denen beispielsweise mehrere benachbarte<br />
RFID-Schreib-/Lesegeräte im Multiplex-Modus<br />
betrieben werden sollen.<br />
Pepperl+Fuchs bietet mit seinen RFID-<br />
Lösungen für zahlreiche Anwendungen das<br />
passende Produkt. Verfügbar sind Schreib-/<br />
Lesegeräte in allen gängigen RFID Frequenzbereichen<br />
(LF, HF und UHF) und unterschiedlichen<br />
Bauformen, robuste RFID-Transponder<br />
für industrielle Anwendungen und passende<br />
Komponenten für die industrielle Kommunikation<br />
– von IDENTControl Auswerteeinheiten<br />
zur Vorverarbeitung und Weiterleitung der Daten<br />
an Profinet, EtherNet/IP, EtherCAT sowie<br />
einer Vielzahl weiterer industrieller Bussysteme<br />
bis hin zu multiprotokollfähigen IO-Link-<br />
Mastern oder Ethernet-Switches.<br />
Bilder: Pepperl+Fuchs<br />
www.pepperl-fuchs.com<br />
UNTERNEHMEN<br />
Pepperl+Fuchs SE<br />
Lilienthalstraße 200, 68307 Mannheim<br />
AUTOR<br />
Simon Wagner, Pepperl+Fuchs<br />
Das Nächste<br />
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3D-Messung<br />
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Scannen zum Erkunden
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
TOOLBOX FÜR PRÄZISE<br />
KANTENMESSUNG<br />
Baumer stellt die Neuentwicklungen OE60 und OE40<br />
der Toolbox für die automatisierte Kantenmessung vor.<br />
Der OE60 ermöglicht Messungen mit einer Wiederholpräzision<br />
von 1 µm bei einem Abstand bis 100 mm.<br />
Gemeinsam mit dem einfach integrierbaren Kantensensor<br />
OE40 und den smarten 2D-Profilsensoren der<br />
OX-Serie deckt<br />
das erweiterte<br />
Baumer-Portfolio<br />
zahlreiche<br />
Anwendungsfälle<br />
ab. Die neue<br />
Baumer-Toolbox<br />
für präzise<br />
Kantenmessung bietet für verschiedene Präzisionslevel<br />
und Einbausituationen passgenaue Lösungen. Die<br />
2D-Profilsensoren der OX-Serie können im Auflichtverfahren<br />
Kanten und Stufen erkennen. Der OE40 steckt in<br />
einem kompakten Gehäuse mit Reflektorbügel und ist<br />
die Plug-and-Play-Option mit Durchlichtmessung. Der<br />
OE60 arbeitet im Sender- und Empfängerprinzip mit<br />
bis zu 300 mm Abstand zwischen den Sensorköpfen.<br />
Sie lassen sich als Stand-alone-Gerät ohne Controllereinheit<br />
betreiben, da die Sensorköpfe über das standardisierte<br />
Modbus-RTU-Protokoll direkt in die Steuerung<br />
integriert werden können.<br />
www.baumer.com<br />
TAUPUNKTMESSUNG TO GO<br />
Das Easidew PDP Dryer Portable<br />
Hygrometer von Michell Instruments<br />
überwacht und protokolliert<br />
wichtige Parameter wie<br />
Taupunkt, Druck und Temperatur<br />
in Echtzeit. Das nach ISO 8573-1<br />
druckluftqualitätskonforme Hygrometer<br />
ist in einem stabilen<br />
Transportkoffer untergebracht und<br />
ermöglicht Service- und Wartungstechnikern<br />
die schnelle und sichere<br />
Bestimmung des Feuchtigkeitsgehalts<br />
vor Ort. Das nur 3,6 kg<br />
schwere Gerät verfügt über einen Farb-Touchscreen mit einer<br />
intuitiven Bedieneroberfläche, einen langlebigen Akku und<br />
standardmäßige USB-C-Konnektivität. In dem 275 mm ×<br />
125 mm × 250 mm großen, IP65-geschützten Tragekoffer ist<br />
ein vollständig geschlossenes System zur Probennahme aus<br />
Edelstahl mit Drucksensor, Anschlüssen mit fester Blende für<br />
die Durchflusskontrolle und Filtration mit einer Standard-<br />
Drop-in-Patrone integriert. Die Rohrleitungen und Anschlüsse<br />
im Inneren sind aus Edelstahl. Das Gerät ermöglicht die<br />
mobile Messung und Speicherung der wichtigsten Messwerte<br />
für die Gasqualität bei einem Druck von bis zu 20 bar. Es<br />
erfasst Taupunkte zwischen -100 und 60 °CTd mit einer<br />
Genauigkeit ±2 °Cdp bei Umgebungs- oder Prozesstemperaturen<br />
von -20 bis 50 °C.<br />
www.processsensing.com<br />
GENAU, MODULAR, ROBUST<br />
Hohe Messgenauigkeit, modularer Aufbau und IIoT-Fähigkeit – Wika ergänzt sein smartes Sensorik-Portfolio für Lüftungsund<br />
Klimaanlagen von öffentlich und kommerziell genutzten Gebäuden mit drei weiteren Messgeräten. Die Modelle<br />
A2G-500, A2G-520 und A2G-540 lassen sich in neue sowie bestehende raumlufttechnische (RLT-)Anlagen einfach integrieren.<br />
Der A2G-500 misst Differenzdruck, Relativdruck und Vakuum mit einer Messgenauigkeit von ±0,5 %. Der A2G-520<br />
eignet sich für Ventilatoren, wo er die Druckdifferenz misst und anhand eines Kalibrierfaktors<br />
präzise den Volumenstrom berechnet und regelt. Der Nutzer kann die neuen<br />
Geräte über ein analoges oder digitales Signal sowie per Funk (LoRaWAN) in Steuer- und<br />
Regelsysteme oder eine IIoT-Cloud-Umgebung einbinden. Der modulare Aufbau erlaubt<br />
es Anwendern, die Funktionalität durch zusätzliche Optionen wie etwa Display, Relais<br />
oder zusätzliche Ein- und Ausgänge bedarfsgerecht zu erweitern. Inbetriebnahme und<br />
Bedienung mit der Wika-App sind einfach und nutzerfreundlich. Die wetterfesten<br />
Mitglieder der A2G-Familie sind robust und mit automatischer Nullpunkteinstellung<br />
sogar wartungsfrei. Kritische Anlagenzustände macht die Ampelfunktion der Anzeige<br />
auf einen Blick sichtbar.<br />
www.wika.de<br />
14 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />
OPTOELEKTRONISCHE<br />
SENSOREN MIT IO-LINK<br />
Mit einer neuen Generation<br />
überarbeitet Balluff eine seiner<br />
Familien optoelektronischer<br />
Sensoren. Erhältlich ist die<br />
gesamte Baureihe BOS 6K jetzt<br />
auch mit IO-Link. Zusätzlich zu<br />
den üblichen Varianten mit<br />
Rotlicht und Laser stehen die<br />
Sensoren nun auch mit Blaulicht und Time-of-Flight (TOF)<br />
sowie als Kontrastsensoren zur Verfügung. Optoelektronische<br />
Sensoren erkennen zuverlässig Objekte und prüfen deren<br />
Form, Kontrast, Abstand oder Dicke. Mit ihrer hohen Genauigkeit<br />
und ihrem – im Vergleich zu induktiven oder kapazitiven<br />
Näherungsschaltern – wesentlich größeren Erfassungsbereich<br />
gelten sie als „Adlerauge“ unter den Sensoren. Zum<br />
Einsatz kommt die BOS 6K New Generation in verschiedenen<br />
Automatisierungs-Anwendungen wie zum Beispiel der<br />
Abstandserfassung oder der Erkennung und Positionierung<br />
verschiedener Objekte. So bietet die TOF-Ausführung trotz<br />
des kleinen Gehäuses eine sehr große Reichweite und eine<br />
präzise Erfassung; die Blaulicht-Version eignet sich besonders<br />
für dunkle, glänzende oder transparente Objekte. Die<br />
Varianten zur Kontrasterkennung sollen auch in schnellen<br />
und schwierigen Prozessen zuverlässig sein. Als erste<br />
optoelektronische Baureihe von Balluff ist die gesamte BOS<br />
6K New Generation auch mit dem Kommunikationsstandard<br />
IO-Link erhältlich und ist mit den Schutzklassen IP67 sowie<br />
IP69 sehr robust.<br />
www.balluff.com<br />
MESSTECHNIK-SUCHANFRAGEN<br />
IM HANDUMDREHEN GELÖST<br />
Die Suche nach dem passenden Mess- und Prüfgerät kann<br />
eine Herausforderung sein. Delphin präsentiert für Messtechnik-Suchanfragen<br />
einen neuen Online-Filter, mit dem<br />
sich die angezeigten Produkte eingrenzen lassen. Der Anwender<br />
hat die Möglichkeit, die gewünschten Parameter wie<br />
Kanalanzahl, Abtastrate oder Schnittstellen einzugeben und<br />
sich die passende<br />
Lösung anzeigen<br />
zu lassen. So<br />
findet er im<br />
Handumdrehen<br />
das passende<br />
Mess- und<br />
Prüfgerät für seine<br />
Anforderungen.<br />
Durch die gezielte<br />
Suche kann er Zeit und Aufwand bei der Auswahl der richtigen<br />
Erfassungs-Hardware sparen und sicher sein, dass das<br />
aus gewählte Gerät zu seiner Anwendung passt und so<br />
eine präzise Messung ermöglicht. Das neue Tool lässt sich<br />
auch komfortabel auf mobilen Endgeräten bedienen. Der<br />
Anwender kommt also auch von unterwegs mit nur wenigen<br />
Klicks zur passenden Lösung. Der Produktfilter steht<br />
kostenfrei unter www.delphin.de/produktfilter bereit.<br />
www.delphin.de<br />
FLÜSSIGKEITEN UND LECKAGEN IM BLICK<br />
Flüssigkeitsansammlungen infolge von<br />
Undichtigkeiten, Rückstau oder Überflutungen<br />
automatisch erkennen: Der<br />
Flüssigkeitsmelder AFA 11 von Afriso<br />
erfüllt diese Anforderungen. Das System<br />
ist für die Detektion einer Vielzahl von<br />
Flüssigkeiten mit Flammpunkt von über<br />
55 °C geeignet. Für diese Medien kann<br />
das Gerät als Leckanzeigesystem der<br />
Klasse III nach EN 13160-1/-4 sowie als<br />
Sicherheitseinrichtung nach den Arbeitsblättern<br />
DWA-A 791 und DWA-A 779 genutzt werden. Die<br />
Komponente besteht aus einem Signalteil mit Prüf- und<br />
Quittiertaste, einem Relaisausgang sowie der optoelektronischen<br />
Sonde, die im zu überwachenden Bereich an der tiefsten<br />
Stelle montiert wird. So kann ausgelaufene Flüssigkeit zum<br />
Beispiel in Lagerräumen, Domschächten, Auffangräumen oder<br />
dem Brennerraum frühzeitig erfasst werden. Im Fall der Fälle<br />
gibt das Warngerät eine optische und akustische Meldung ab.<br />
Über den potenzialfreien Relaiskontakt ist es möglich, zusätzliche<br />
externe Signalgeber wie Hupen und Warnleuchten oder<br />
die Gebäudeleittechnik anzubinden. Zudem ist AFA 11<br />
EnOcean-ready und lässt sich optional mit dem Funkmodul<br />
TCM 320 in das Afriso-Smart-Home oder andere Smart-Home-<br />
Systeme auf Basis von EnOcean-Funk integrieren.<br />
www.afriso.de<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 15
IM DIALOG<br />
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION – ABER SICHER!<br />
CYBER RESILIENCE ACT: WORUM ES GEHT<br />
UND WAS SIE BEACHTEN MÜSSEN<br />
Die Vernetzung von Geräten, Maschinen und Anlagen nimmt weiter an Fahrt auf.<br />
Aber reichen vorhandene Sicherheitsmaßnahmen aus, um im IIoT gegen Cyberangriffe<br />
gewappnet zu sein? Aktuelle Beispiele aus der Industrie zeigen, dass dies häufig nicht der<br />
Fall ist. Mit dem Cyber Resilience Act hat die Europäische Union als erste Region weltweit<br />
verbindliche Anforderungen an die Cybersicherheit von Produkten definiert. Die Industrie<br />
hat jetzt bis 2027 Zeit, die neuen Anforderungen umzusetzen. Wir sprechen mit dem<br />
Experten Frank Behnke, Head of Information Systems bei Hilscher, worauf Sie achten<br />
sollten, und geben Ihnen konkrete Lösungen an die Hand.<br />
NICOLE STEINICKE: Herr Behnke, die Operational Technology<br />
(OT), also der Produktionsbereich mit seinen Feldgeräten,<br />
Sensoren und Steuerungen, und die Information Technology (IT)<br />
mit ihren Engineering- und Managementsystemen wachsen<br />
immer enger zu einem Netzwerk mit durchgehender Konnektivität<br />
zusammen. Das bringt Vorteile, wie die durchgängige<br />
Datenkommunikation und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.<br />
Wie sieht die Zukunft aus Ihrer Sicht aus?<br />
FRANK BEHNKE: Daten sind das neue „Gold“, diese Aussage hat<br />
nicht nur ihre Berechtigung für Facebook, Google und andere<br />
große Player. Sei es Predictive Maintenance, KI-Auswertung von<br />
Produktionsanlagendaten zur verbesserten Steuerung oder auch<br />
andere Geschäftsmodelle, die aus den Maschinendaten weiteren<br />
Mehrwert für Firmen und Kunden erzeugen, all diese Möglichkeiten,<br />
die wir heute schon kennen, aber wesentlich wichtiger<br />
die Mehrwerte der Zukunft, die wir noch nicht kennen, sie<br />
alle benötigen eine durchgehende Konnektivität. Somit ist die<br />
„Verschmelzung“ von IT und OT die Konsequenz aus dem neuen<br />
„Goldfieber“. Dieser Prozess lässt sich nicht mehr umkehren und<br />
wird in der Zukunft weiter an Geschwindigkeit zunehmen.<br />
NICOLE STEINICKE: Neben den Chancen und Vorteilen<br />
einer vernetzten Industriewelt, stellt das IIoT aber auch ein<br />
Einfallstor für Cyberangriffe und Schadsoftware dar. Welche<br />
Risiken sind aus Ihrer Sicht damit verbunden?<br />
FRANK BEHNKE: Die Leistungsfähigkeit der Geräte in der OT<br />
waren in der Vergangenheit nur auf eine spezialisierte Aufgabe<br />
ausgelegt. Diese Geräte sollten ihre „Aufgabe“ zuverlässig erfüllen,<br />
z.B. Temperaturerfassung oder die Erkennung ob ein Teil<br />
zur Fertigung an der richtigen Stelle liegt, diese Geräte waren<br />
16 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
IM DIALOG<br />
Der netX 90 beinhaltet<br />
bereits eine Encryption-<br />
Accelerator-Einheit, die alle<br />
aktuellen Verschlüsselungsverfahren<br />
unterstützt, wie sie<br />
vom Bundesamt für Sicherheit<br />
in der Informationstechnik<br />
(BSI) und der IEC 62443<br />
vorgesehen sind<br />
01 Frank Behnke<br />
ist Head of Information<br />
Systems bei der Hilscher<br />
Gesellschaft für<br />
Systemautomation mbH<br />
in Hattersheim<br />
nie dafür ausgelegt zu erkennen, ob ein Datenpaket schadhafte<br />
Daten enthält oder ob ein Angreifer versucht das Gerät über<br />
eine DOS-Attacke in seiner Aufgabe zu blockieren. Wir werden<br />
in der Entwicklung dieser Geräte, aber auch in der Absicherung<br />
der OT-Netze viele neue Konzepte entwickeln müssen und unsere<br />
Entwickler ausbilden die Angriffsflächen der Geräte zu kennen,<br />
sowie das Wissen um Angriffsflächen immer auf dem aktuellen<br />
Stand zu halten. Dies kann einerseits über intelligente Tools,<br />
die zum Beispiel Software auf Schwachstellen prüfen bevor sie<br />
in die Produktion geht, unterstützt werden, aber die Kenntnis<br />
über aktuelle Bedrohungen bei den Mitarbeitern, sowie die<br />
„Awareness“ der Wichtigkeit wird in Zukunft für jeden Mitarbeiter<br />
von der Entwicklung bis zur Produktion eine besondere Herausforderung<br />
für die Firmen sein.<br />
NICOLE STEINICKE: Vor dem Hintergrund der zunehmenden<br />
digitalen Transformation hat die Europäische Kommission im<br />
September 2022 den Entwurf eines Cyber Resilience Act (CRA)<br />
vorgelegt, der dieses Jahr in Kraft tritt. Worum geht es hierbei?<br />
FRANK BEHNKE: Die EU reagiert mit dem CRA auf die gestiegenen<br />
Angriffe auf die Infrastruktur. Die Schäden, die durch<br />
Ransomware, DOS und ähnliche Angriffe auf Firmen und deren<br />
Infrastruktur durchgeführt werden, steigen in einen Milliarden-<br />
Bereich, der nicht mehr hinnehmbar ist. Mit der neuen EU-Verordnung<br />
soll der Schutz von allen Geräten, die einer solchen<br />
Bedrohung ausgesetzt sein können, deutlich verbessert werden.<br />
Dies betrifft im Übrigen alle Geräte mit „digitalen Elementen“.<br />
Diese Verordnung wird auch den Schutz der privaten Geräte<br />
deutlich verbessern, Smart Home, vernetzte Fernseher und<br />
ähnliche Geräte. Mittlerweile sind auch im privaten Bereich so<br />
viele Geräte miteinander vernetzt, dass auch hier die Geräte im<br />
Bereich CyberSecurity mehr leisten werden müssen als nur ihre<br />
generische Funktion. Alle diese Geräte und damit die Hersteller<br />
werden sich in Zukunft verstärkt um die Sicherheit der Geräte<br />
kümmern müssen, damit sie gesetzeskonform sind und bleiben.<br />
HERSTELLER VON PRODUKTEN MIT<br />
DIGITALEN ELEMENTEN SOLLTEN<br />
BEREITS IM VORNHEREIN AUF<br />
,SECURITY BY DESIGN‘ ACHTEN<br />
Aber auch die Anwender der Geräte werden sich in Zukunft<br />
mehr mit dem Thema auseinandersetzen müssen, zum Beispiel<br />
Updates auf allen Geräten immer wieder zu prüfen und diese<br />
Updates dann auch zeitnah durchzuführen.<br />
NICOLE STEINICKE: Die neuen Regelarien betreffen alle<br />
Unternehmen, die Produkte mit digitalen Elementen<br />
herstellen. Welche Verpflichtungen sind damit für Hersteller,<br />
als auch für Systemintegratoren verbunden?<br />
FRANK BEHNKE: Alle Hersteller dieser Geräte, ob innerhalb<br />
oder außerhalb der EU, werden in Zukunft schon bei der Idee zu<br />
einem Produkt, seine Sicherheit mit in die Überlegungen einbeziehen<br />
müssen. Eine „Entwickeln und vergessen“ – Mentalität<br />
funktioniert heute nicht mehr. Der Hersteller muss über den<br />
gesamten Lebenszyklus des Produktes und darüber hinaus dafür<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 17
IM DIALOG<br />
FRANK BEHNKE: Bei der Auswahl von Hard- und Softwarekomponenten<br />
werden Hersteller in Zukunft mehr Zeit in<br />
die Beurteilung des Lieferanten legen müssen. Die meisten<br />
Gesetze um das Thema Cyber Resiliance (CRA, NIS2, RED oder<br />
Maschinenverordnung) beziehen sich meist auf harmonisierte<br />
Normen. In Zukunft wird man als Hersteller sehr genau darauf<br />
schauen, ob ein Lieferant nach diesen Normen zertifiziert ist<br />
und diese Zertifizierung aufrechterhält. Wir bei Hilscher sind<br />
dabei, genau diese Zertifizierungen zu erlangen, damit unsere<br />
Kunden sich darauf verlassen können, dass Komponenten von<br />
Hilscher gesetzeskonform sind.<br />
NICOLE STEINICKE: Wie sehen derartige Lösungen konkret<br />
aus? Und welche Bedeutung kommt der Software zu, welche<br />
der Hardware?<br />
02 Multiprotokollfähige und sichere Netzwerkkarten<br />
von Hilscher im M.2-Format<br />
sorgen, dass das Produkt durch Software-Updates sicher ist und<br />
bleibt. Der Aufwand für die Hersteller zur Prüfung, Einstufung<br />
und Dokumentation der Schwachstellen wird den Aufwand<br />
für ein Produkt erhöhen. Zusätzliche Aufwände entstehen aber<br />
auch bei Systemintegratoren und auch auf Betreiber-Seite.<br />
Ständige Wachsamkeit und Prüfung der Anlagenteile auf<br />
neue Updates, Prüfung der Kritikalität und Planung von<br />
Maintenance-Zeiten werden zu Herausforderungen werden.<br />
NICOLE STEINICKE: Die Europäische Kommission schlägt mit<br />
dem Cyber Resilience Act vor, bei Produkten mit digitalen<br />
Elementen in den Phasen Design, Entwicklung und Produktion<br />
sowie während des Inverkehrbringens und während der<br />
Nutzung risikoangemessene Cybersecurity-Maßnahmen zu<br />
etablieren. Was bedeutet das?<br />
FRANK BEHNKE: Der CRA umfasst den gesamten Lebenszyklus<br />
eines Produktes, schon bei der Ideen-Entwicklung für ein<br />
Produkt muss die Security mit in die Produktidee einfließen.<br />
Das bedeutet aber auch, das nicht eine einzelne Person/Abteilung<br />
das Wissen über die Risiken in der Cyberwelt haben muss,<br />
sondern alle Mitarbeiter in der Entwicklungskette, vom Produktmanagement<br />
bis zur Entwicklung und Produktion muss dieses<br />
Wissen flächendeckend in der Firma vorhanden und zu jederzeit<br />
präsent sein. Die Herausforderung hierbei wird sein, alle<br />
diese betroffenen Personen individuell für ihre Teilaufgabe bei<br />
der Produktentwicklung zu schulen und das Wissen nachhaltig<br />
aktuell zu halten. Da der CRA über den gesamten Lebenszyklus<br />
eines Produktes beachtet werden muss, gilt auch die Nachsorge<br />
als Herausforderung. Bis heute werden Updates von Herstellern<br />
nur bereitgestellt, wenn die Funktionalität erweitert wird oder<br />
Fehlfunktionen behandelt werden müssen. Für manche Geräte<br />
erhält man als Kunde keine Updates. oder die Geräte sind dafür<br />
nicht ausgelegt. In Zukunft muss ein Hersteller immer wieder<br />
seine Geräte überprüfen, ob es neue Schwachstellen gibt, muss<br />
diese in einer angemessenen Zeit schließen und dem Kunden<br />
ein Update bereitstellen. Dies wird Hersteller vor einige<br />
organisatorische Herausforderungen stellen, birgt aber auch<br />
die Chance auf neue USP.<br />
NICOLE STEINICKE: Als Experte für industrielle<br />
Kommunikation bringen Sie viel Know-how im Bereich<br />
der Automatisierung mit. Wie können Unternehmen<br />
diesen komplexen Herausforderungen begegnen?<br />
SICHERHEITSSTRATEGIEN IN DER<br />
<strong>INDUSTRIELLE</strong>N KOMMUNIKATION<br />
MÜSSEN GANZHEITLICH GEDACHT<br />
SEIN<br />
FRANK BEHNKE: Alles beginnt bei der Auswahl der richtigen<br />
Hardware, welche Schnittstellen hat sie und wie kann ich als<br />
Hersteller diese vor Missbrauch schützen. Brauche ich von<br />
meinem Controller aller Schnittstellen, kann ich nicht verwendete<br />
Schnittstellen abschalten usw. Im Hardwaredesign lege<br />
ich schon den Grundstein für meine Sicherheit. SecureBoot,<br />
Hardwareverschlüsselung, abgeschaltete Debug-Schnittstellen<br />
im finalen Produkt, all dies ist beim Hardwaredesign zu bedenken.<br />
Wir bei Hilscher haben uns schon früh mit dem Thema<br />
beschäftigt, haben unsere Firmware signiert, unsere aktuelle<br />
Chip-Generation unterstützt SecureBoot und in künftigen Chip-<br />
Generationen werden wir uns weiter aktiv mit dem Thema<br />
Cyber-Resiliance beschäftigen.<br />
NICOLE STEINICKE: Das Thema Sicherheit spielt mittlerweile<br />
in nahezu allen Produktionsbereichen eine große Rolle. Wie<br />
gewährleisten Sie, dass alle Sicherheitsstandards, also auch<br />
neue Mechanismen adressiert werden?<br />
FRANK BEHNKE: Hilscher arbeitet schon lange in allen relevanten<br />
Standardisierungsgremien aktiv mit (PNO, ETG etc.), dadurch<br />
sind wir natürlich auch vorne mit dabei, wenn es um die<br />
Verbesserung der Sicherheit in den Protokollen geht. Wir haben<br />
eine hochmotivierte Entwicklungsabteilung, die die Ergebnisse<br />
aus den Standardisierungen schnellstmöglich dann auch in<br />
unsere Produkte implementiert, damit wir dem Kunden immer<br />
die aktuellsten Änderungen liefern können.<br />
NICOLE STEINICKE: Werden Cyberkriminelle nicht in der Lage<br />
sein, mit den heutigen technologischen Möglichkeiten wie KI,<br />
Sicherheitsmechanismen auszuhebeln?<br />
FRANK BEHNKE: Kriminelle werden immer ein wenig voraus<br />
sein und ich erwarte eine verbesserte Qualität der Angriffe<br />
durch den Einsatz von KI. Man sieht dies heute schon bei der<br />
neuen Qualität der Phishing-Mails. Waren diese vor Jahren noch<br />
leicht an fehlerhafter Sprache und Grammatik zu erkennen,<br />
wird es zunehmend schwerer diese zu identifizieren. Die Unternehmen<br />
werden KI nutzen, um dagegenzuhalten. Zudem wird<br />
sie bei Design, Entwicklung und Produktion von Geräten gute<br />
Dienste leisten. Hinzu kommt, dass wir frühzeitig leichter<br />
18 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
IM DIALOG<br />
03 Hilscher bietet mit netX flexible<br />
und sichere Industriekommunikation<br />
mit allen Komponenten aus einer Hand<br />
Schwachstellen erkennen, bevor Geräte an Kunden ausgeliefert<br />
werden. KI wird im Bereich der Schwachstellenanalyse über alle<br />
Kommunikationskanäle und Protokolle in den nächsten Jahren<br />
uns helfen den Vorsprung der Kriminellen weiter zu verkürzen.<br />
NICOLE STEINICKE: Wie kann ein Fahrplan nun konkret<br />
aussehen? Und wie gehen Sie selbst bei Hilscher damit um?<br />
FRANK BEHNKE: Alle Hersteller müssen sich dem Thema<br />
Cyber-Security annehmen, und zwar jetzt. Abwarten und hoffen<br />
„der Kelch gehe an einem vorbei“ ist eine gefährliche Haltung für<br />
die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Wir bei Hilscher haben schon<br />
vor längerer Zeit mit den Umstellungen begonnen. Wir etablieren<br />
einen Secure Development Lifecycle Prozess für all unsere<br />
Produkte. Wir haben Projekte gestartet, um die harmonisierten<br />
Normen bei uns im Haus zertifizieren zu lassen. Wir haben zu<br />
diesem Zweck professionelle externe Unterstützung ins Unternehmen<br />
geholt, damit wir in kurzer Zeit diese Zertifizierungen<br />
bewerkstelligen können. Wir sind vom Management bis zur<br />
Produktion, mit allen Abteilungen, in diese Auf gaben involviert<br />
und unterstützen diese Veränderungen. Wir bei Hilscher sehen<br />
in den Änderungen die Chancen und nicht die Risiken, wir<br />
sehen Herausforderungen und keine Probleme. Wir wollen, dass<br />
unsere Kunden auch in Zukunft die gewohnte Hilscher-Qualität<br />
bekommen, jetzt nur erweitert um verbesserte Cybersecurity.<br />
NICOLE STEINICKE: Was empfehlen Sie Unternehmen, die<br />
sich diesen Anforderungen stellen müssen und keine Sicherheitsexperten<br />
sind?<br />
FRANK BEHNKE: Unternehmen sollten sich zügig ein gutes<br />
Consulting in dem Bereich der Zertifizierung nach IEC62443<br />
und ISO27001 sichern. Um die Prozesse entsprechend der harmonisierten<br />
Normen zu dokumentieren und zu implementieren,<br />
bedarf es Expertenwissen um Gesetz und Norm, sowie die enge<br />
Kooperation des Consultings mit den internen Experten. Die<br />
Zeit drängt, die externen Experten werden immer begehrter und<br />
die Kapazitäten sind begrenzt.<br />
NICOLE STEINICKE: Ihr persönliches Resümee?<br />
FRANK BEHNKE: Cyber-Resilience ist schon lange kein isolierter<br />
Prozess der IT mehr. Hersteller müssen sich dieser neuen<br />
Realität durch Angreifer stellen und die Herausforderung annehmen.<br />
Wir werden durch neue Technologien wie KI und eine<br />
gestärkte „Awareness“ in der Entwicklung und Herstellung von<br />
Produkten, den Abstand zu den Kriminellen immer weiter<br />
verkürzen. Es werden viele spannende neue Geschäftsmodelle<br />
entstehen, die die IT/OT-Konvergenz in den Fokus nehmen<br />
werden und wir bei Hilscher haben die Komponenten und<br />
Produkte vom Controller bis zum Edge-Gateway, um diese<br />
zukünftigen Modelle und Kunden bestmöglich zu unterstützen.<br />
DIE FRAGEN STELLTE DIPL.-ING. NICOLE STEINICKE,<br />
CHEFREDAKTEURIN <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />
Bilder: Hilscher<br />
www.hilscher.com<br />
UNTERNEHMEN<br />
Hilscher Gesellschaft für<br />
Systemautomation mbH<br />
Rheinstraße 15<br />
65795 Hattersheim (Frankfurt)<br />
AUTOREN<br />
Frank Behnke, Leiter IT und Produktsicherheit,<br />
Hilscher Gesellschaft für<br />
Systemautomation mbH, Hattersheim<br />
Dipl.-Ing. Nicole Steinicke, Chefredakteurin<br />
Industrielle Automation<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 19
SORTIERPROZESSE FLEXIBEL UND AUTOMATISIERT MIT ASI-5 GESTALTEN<br />
AM LAUFENDEN BAND<br />
Um 1.800 Kartons in einer Stunde etwa für den Weitertransport durch<br />
Paketdienste auf das richtige Auto zu sortieren, braucht es entweder eine<br />
beachtliche Anzahl an Personen – oder eine flexible und kosteneffiziente<br />
Intralogistik-Lösung wie den Rielec Fit Sorter Paketsortierer, der auf ASi-5<br />
und ASi Safety von Bihl+Wiedemann setzt.<br />
Rielec mit Sitz in Valencia, Spanien, verfügt über viel Erfahrung<br />
in der industriellen Automation und der Intralogistik-Robotik.<br />
Das international tätige Unternehmen entwickelt<br />
und realisiert seit 2015 intelligente Lösungen für die<br />
Intralogistik, RFID-Systeme für den Logistiksektor, Fördersysteme<br />
und maßgeschneiderte Softwarelösungen. Dafür hat Rielec<br />
drei Geschäftsbereiche: die Marke Rielec Logistics Systems, die<br />
sich um die Beratung, Konzeption und Fertigung, Montage und<br />
Wartung von Fördersystemen und industriellen Anlagen kümmert,<br />
Clustag, den Bereich für RFID-Lösungen und Codopi, den<br />
Unternehmensbereich, der sich mit der Fertigung von Komponenten<br />
für die Industrie und Design-Elementen aus Metall beschäftigt.<br />
Für Rielec steht bei der Realisierung von Projekten immer<br />
die Optimierung der Arbeitsprozesse im Fokus mit dem Ziel,<br />
die Effektivität der Logistikabläufe seiner Kunden zu verbessern.<br />
Dazu setzt das Unternehmen nicht nur auf den jeweils neuesten<br />
Stand der Technik, sondern auch auf die Integration innovativer<br />
Technologien wie ASi-5.<br />
AS-INTERFACE IN DER AUTOMATISIERTEN<br />
INTRALOGISTIK<br />
AS-Interface hat sich auch in der Intralogistik aufgrund seines<br />
hohen Anwenderkomforts – der einfachen Installation, der hohen<br />
Funktionalität und Flexibilität sowie der geringen Kosten –<br />
seit langem als international standardisiertes Verdrahtungssystem<br />
etabliert. Insofern überrascht es auch nicht, dass Rielec<br />
schon 2018 die ersten Applikationen mit ASi-3 Motormodulen<br />
von Bihl+Wiedemann umgesetzt hat und heute Produkte des<br />
Mannheimer Unternehmens in vielen seiner Maschinen verwendet.<br />
ASi-5 ist bei Rielec seit 2020 im Einsatz, denn die neue AS-<br />
Interface-Generation passt perfekt zu den Anforderungen in Bezug<br />
auf flexible Automatisierungskonzepte – Stichwort Intralogistik<br />
4.0. Die ASi-5 Technologie von Bihl+Wiedemann ermöglicht<br />
nicht nur konfigurierbare und erweiterbare Designs der Maschine<br />
in der Engineering-Phase, sondern auch flexiblere und damit<br />
schnellere Fertigungsprozesse, weil über AS-Interface sichere<br />
20 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
01 Mit dem Aktiven Verteiler<br />
ASi Safety (BWU3599) lassen sich<br />
Sicherheitsapplikationen bis<br />
SIL3/PLe umsetzen<br />
01<br />
02 Zusätzlich zum Tracking über den<br />
SKU-Barcode (Scanner, vorne) wird eine<br />
RFID-Kontrolllesung durchgeführt, die die<br />
Clustag RFID-Technologie von Rielec nutzt<br />
Montagesysteme<br />
für<br />
Machine Vision<br />
MESSE-<br />
NEUHEIT<br />
02<br />
und nicht-sichere Signale einfach und bedarfsgerecht dort, wo sie gebraucht werden, in die Maschinen<br />
integriert werden können. Und weil Maschinen durch das effiziente ASi-5 Installationskonzept<br />
in deutlich kürzerer Zeit mit weniger Aufwand und Material montiert bzw. bei Bedarf<br />
auch demontiert werden können, keine zusätzlichen Stecker notwendig sind und die Programmierung<br />
und Inbetriebnahme mit AS-Interface einfacher ist als bei anderen Systemen, spart Rielec<br />
damit auch noch Installations- und Inbetriebnahmekosten.<br />
PAKETE AUTOMATISIERT IM HANDUMDREHEN BEFÖRDERN<br />
ASI-5 TECHNOLOGIE ERMÖGLICHT KONFIGURIERBARE<br />
UND ERWEITERBARE DESIGNS DER MASCHINE SOWIE<br />
DEUTLICH FLEXIBLERE FERTIGUNGSPROZESSE<br />
08. - 10.10.<strong>2024</strong><br />
Halle 10 | Stand C02<br />
Der Rielec Fit Sorter Paketsortierer ist eine Applikation, mit der viele Pakete vom Eingabepunkt<br />
aus in kurzer Zeit automatisiert an verschiedene Stationen befördert werden können. Er kann zum<br />
Beispiel in einem Logistikzentrum eingesetzt werden, um viele Auslieferungsfahrzeuge von Paketzustellern<br />
mit unterschiedlichen Zustellbezirken zu beladen. Dazu werden mit einem SKU-Barcode<br />
(SKU = Stock Keeping Unit, Artikelnummer) gekennzeichnete Pakete nacheinander auf ein<br />
von Motorrollen angetriebenes Förderband gelegt, gescannt und mit einem Tracking-Code versehen.<br />
Anschließend werden sie über ein zweites Förderband bis zu einem definierten Ausschleusungspunkt<br />
transportiert, wo sie mit Hilfe pneumatischer Aktuatoren vom Förderband geschoben<br />
werden und über eine Rollenbahn zu ihrem endgültigen Bestimmungsort gelangen. Rielec nutzt<br />
für den Fit Sorter nicht nur seine Clustag RFID-Lösung, sondern setzt an vielen Stellen in der Applikation<br />
auch ASi-5 und ASi Safety Lösungen von Bihl+Wiedemann ein.<br />
HOHE DURCHLAUFRATEN IN DER PAKETSORTIERUNG<br />
Der Rielec Fit Sorter kann pro Stunde mehr als 1.800 Pakete sortieren. Eine Bedienkraft scannt zunächst<br />
den SKU-Barcode eines Artikels. Das System weist diesem dann einen Tracking-Code zu,<br />
mit dem er die gesamte Anlage bis zu seinem Bestimmungsort durchläuft. Anschließend wird das<br />
Paket auf ein Förderband gelegt. ASi-5 Motormodule für zwei 24 V Motorrollen vom Typ BWU4246<br />
steuern die Motorrollen, die dieses Förderband antreiben, und regeln so die Geschwindigkeit und<br />
Hier VISION-Ticket sichern!<br />
www.dk-fixiersysteme.de
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
03<br />
03 ASi-5/ASi-3 Profinet Gateway mit integriertem<br />
Sicherheitsmonitor (links) und selbstkonfigurierende<br />
E/A Module ASi-5 in IP20 (rechts)<br />
04<br />
04 Über die selbstkonfigurierenden ASi-5 E/A<br />
Module BWU4231 werden optische Sensoren und<br />
pneumatische Aktuatoren für die Ausschleusung von<br />
Paketen eingebunden<br />
Stelle umgesetzt werden. Nach erfolgter Ausschleusung gelangt<br />
das jeweilige Paket dann über eine Rollenbahn weiter zu seinem<br />
endgültigen Bestimmungsort.<br />
die Beschleunigung in den jeweiligen Abschnitten. Über ein ASi-5/<br />
ASi-3 Profinet Gateway BWU3862, das das ASi System überwacht,<br />
kann darüber hinaus auch der jeweils anliegende Spannungsbereich<br />
angezeigt werden. Um den Status des Pakets auch optisch<br />
in verschiedenen Farben sichtbar zu machen, sind am Rand der<br />
Förderstrecke LED-Stripes eingelassen. Diese werden von den<br />
aktiven Verteilern ASi-5 für RGB-Stripes (BWU4083) gesteuert.<br />
SENSOREN, AKTUATOREN UND ASI-5 FÜR<br />
EINE SICHERE PROZESSSTEUERUNG<br />
Zusätzlich zum Tracking über den SKU-Barcode wird eine RFID-<br />
Kontrolllesung durchgeführt, die die Clustag RFID-Technologie<br />
von Rielec nutzt. Diese Technologie ermöglicht es zum Beispiel,<br />
falsch codierte Etiketten zu identifizieren und zu korrigieren. Auf<br />
diese Weise werden Fehlerquellen beseitigt und die neuen Daten<br />
dem System in Echtzeit zur Verfügung gestellt, was die Produktivität<br />
der Applikation noch einmal erheblich steigert. Nach der<br />
RFID-Kontrolllesung gelangt das jeweilige Paket auf ein zweites<br />
Förderband, das über eine Vielzahl von Ausschleusungspunkten<br />
verfügt. An jedem dieser Punkte sind optische Sensoren und<br />
pneumatische Aktuatoren für die Ausschleusung auf ein Rollenband<br />
installiert (Aufmacher Seite 20).<br />
All diese Sensoren und Aktuatoren entlang der Förderstrecken<br />
sind an selbstkonfigurierende ASi-5 Module BWU4231 für 16 digitale<br />
E/A Signale angeschlossen. Damit können alle Daten, die<br />
der Rielec Fit Sorter entlang der Förderstrecke benötigt, erfasst<br />
und die Ausschleusung eines Artikels an der entsprechenden<br />
MIT AS-INTERFACE AUF DER SICHEREN SEITE<br />
Beim Rielec Fit Sorter wird AS-Interface aber nicht nur für die<br />
Fördertechnik und die Pneumatik eingesetzt, sondern auch für<br />
die Sicherheitstechnik. Um Bedienplätze mit den arbeitstechnisch<br />
notwendigen Mitteln für einen sicheren und kontinuierlichen<br />
Betrieb auszustatten, werden für die benötigten sicheren<br />
Signale Aktive Verteiler ASi Safety vom Typ BWU3599 verwendet,<br />
mit denen sich Sicherheitsapplikationen bis SIL3/PLe umsetzen<br />
lassen. Zentrales Element der AS-Interface-Technologie im<br />
Rielec Fit Sorter ist das ASi-5/ASi-3 Profinet Gateway BWU3862<br />
mit integriertem Sicherheitsmonitor. Es sammelt die Prozessund<br />
Diagnoseinformationen der sicheren und nicht-sicheren<br />
Teilnehmer im Netzwerk ein und sendet alle steuerungsrelevanten<br />
Daten zur Verarbeitung an die SPS. Dabei kann es, wenn nötig,<br />
auch einen Teil der Aufgaben der Steuerung selbst übernehmen<br />
und so die SPS entlasten. Zusätzlich kann das Gateway über<br />
den integrierten OPC-UA-Server auch Daten an eine Cloud,<br />
Scada oder ein ERP-System übertragen und so zum Beispiel für<br />
Industrie-4.0-Applikationen zur Verfügung stellen.<br />
Der Fit Sorter Paketsortierer von Rielec ist ein Beispiel dafür,<br />
wie innovative Technologien wie Clustag RFID und ASi-5 dazu<br />
beitragen können, Intralogistikprozesse flexibler zu gestalten<br />
und für Kunden so effizient wie möglich zu lösen.<br />
Bilder: Schmuckbild Pixel-Shot – stock.adobe.com, sonstige Bihl+Wiedemann<br />
www.bihl-wiedemann.de<br />
UNTERNEHMEN<br />
Bihl+Wiedemann GmbH<br />
Floßwörthstraße 41, 68199 Mannheim<br />
E-Mail: mail@bihl-wiedemann.de<br />
AUTOR<br />
Thomas Rönitzsch, Bihl+Wiedemann<br />
22 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
SMARTES SAFETY-SYSTEM UM<br />
STEUERUNGSTECHNIK ERWEITERT<br />
Die neueste Erweiterung des Smart-Safety-Systems<br />
von Bernstein heißt SCx. Die Sicherheitssteuerung<br />
ermöglicht es, Maschinen und Anlagen umfassend<br />
abzusichern und bietet zudem eine einfache<br />
Programmierung und flexible Konfigurationsmöglichkeiten.<br />
SCx erlaubt dem Anwender bis zu acht<br />
I/O-Module<br />
hinzuzufügen.<br />
Somit lässt sich<br />
sich genau auf<br />
die spezifischen<br />
Sicherheitsanforderungen<br />
einer Maschine<br />
oder Anlage<br />
anpassen.<br />
Zusätzlich<br />
bietet das Daisy-Chain-Diagnostics (DCD)-System<br />
eine detaillierte Überwachung und Diagnose, um<br />
potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu<br />
beheben. Mit der Sicherheitssteuerung können<br />
Unternehmen Daten über drei verschiedene<br />
Feldbusprotokolle austauschen, darunter Profinet,<br />
Modbus/TCP und EtherCAT. Das erlaubt eine<br />
nahtlose Integration in bestehende Netzwerke<br />
und vereinfacht die Kommunikation zwischen<br />
verschiedenen Geräten.<br />
www.bernstein.eu<br />
<strong>INDUSTRIELLE</strong> FELDVERDRAHTUNG IM<br />
ANSPRUCHSVOLLEN IP67-UMFELD<br />
Die Vernetzung von<br />
Automatisierungs- und<br />
Steuerungstechnik ist<br />
ein wichtiger Aspekt der<br />
Verdrahtung im Feld.<br />
Sie ist das Rückgrat<br />
eines modernen<br />
industriellen Netzwerks<br />
dar, das nahezu<br />
sämtliche Aspekte einer<br />
Produktionsanlage oder eines Prozesssteuersystems umfasst.<br />
Als ganzheitliche Lösung bietet sie die Möglichkeit, sämtliche<br />
elektrischen und elektronischen Komponenten, sei es Sensoren,<br />
Aktoren, Steuerungseinheiten oder Kommunikationsgeräte,<br />
miteinander zu verbinden und zu integrieren. Dies ermöglicht<br />
eine umfassende Überwachung, Steuerung und Optimierung<br />
industrieller Prozesse. Die Feldverdrahtung gewährleistet nicht<br />
nur die effiziente Datenübertragung und -kommunikation,<br />
sondern auch die Zuverlässigkeit und Robustheit und realisiert<br />
Echtzeitentscheidungen auf Basis von präzisen Daten. Mit<br />
dem HDC-Portfolio von Weidmüller, ist die Energieverteilung,<br />
um die Kommunikation zu gewährleisten, bestens abgedeckt.<br />
Gleich zeitig reduzieren vorkonfektionierte Lösungen den<br />
Aufwand, ge nauso wie die Technologien für den schnellen und<br />
zuverlässigen Anschluss im Feld.<br />
www.weidmueller.com<br />
19“-IPCS BESTENS INTEGRIERT<br />
Zum Einbau von Industrie-PCs (IPCs) in 19“-Schaltschränke<br />
gibt es je nach Umfang der Elektronik die<br />
passenden Gehäuse in 1-, 2-, 3- oder 4 Höheneinheiten<br />
(HE). Die Breite aller Systeme beträgt 19“.<br />
Die Tiefe wird durch die Art des Schaltschranks<br />
vorgegeben: Diese sind für Serviceaufgaben mit<br />
rückseitiger Zugangstür oder bei flachen Schränken<br />
mit einem<br />
Schwenkrahmen<br />
zur Aufnahme<br />
des IPC ausgestattet.<br />
Damit<br />
hat der Anwender<br />
im Service-<br />
Fall Zugriff auf<br />
die Verdrahtung des Computers an seiner Rückseite.<br />
Für diese 19“-Gehäuse bietet Mass geeignete<br />
Elektronik-Hardware an. Neben Prozessoren,<br />
Speicher unterschiedlicher Art und Größe, verschiedenen<br />
Schnittstellen und Netzteilen verbaut<br />
das Unternehmen Erweiterungsmodule wie<br />
Kommunikations-, SPS- oder Sonderfunktionen.<br />
Diese IPCs verfügen optional über Lüfter und<br />
arbeiten im Dauerbetrieb bei maximal 50 °C<br />
Umgebungstemperatur. Sie sind gegen Schock,<br />
Verunreinigungen und Erschütterungen geschützt.<br />
www.mass.de<br />
Komponenten und Systeme für die industrielle Fertigung<br />
Positionieren<br />
& Fixieren<br />
Intelligente und effiziente<br />
Lösungen entwickelt für den<br />
robusten Einsatz im<br />
automatisierten Karosseriebau.<br />
Die Prouktfamilie besteht aus:<br />
Kraftspannern, Greifspannern<br />
Stiftziehern, Schwenkern, Zubehör,<br />
schweißresistenten Schläuchen<br />
und Fittingen, sowie<br />
Multiachsenpositioniersystemen<br />
Automotive<br />
pneumax.de
GANZHEITLICH GEDACHT<br />
SICHERE FELDGERÄTE MIT<br />
IO-LINK SAFETY EFFIZIENT INTEGRIEREN<br />
Bei der Planung und Auslegung von neuen Maschinen und Anlagen kommen<br />
vermehrt dezentrale schaltschranklose Komponenten und Systeme zum Einsatz.<br />
Einen wichtigen Grundstein für den vereinfachten Aufbau und Anschluss<br />
derartiger Systeme stellen der offene Kommunikationsstandard IO-Link<br />
sowie die zugehörige Systemerweiterung IO-Link Safety dar. Welche Vorteile<br />
sich dadurch in der Anbindung von Sensoren und Aktoren im Feld ergeben –<br />
funktionale Sicherheit inklusive – erfahren Sie in folgendem Beitrag.<br />
Seit 2016 stehen unterschiedliche Safety-over-IO-Link-<br />
Lösungen im Automatisierungs umfeld zur Verfügung. Dabei<br />
handelt es sich um herstellerspezifische Ansätze, die<br />
dem IO-Link zugrunde liegenden Konzept nicht gerecht<br />
werden. So lassen sich die Profisafe-over-IO-Link-Geräte lediglich<br />
mit dem passenden IO-Link Master sowie nur im Profisafe-<br />
System nutzen. Bei den Komponenten geht es grundsätzlich<br />
nicht um IO-Link Safety Devices, sondern um einen Teilnehmer<br />
im Profisafe-System. Dazu wird das Profisafe-Telegramm über<br />
IO-Link getunnelt, sodass IO-Link lediglich als Übertragungsstrecke<br />
fungiert. Der notwendige IO-Link Master leitet die getunnelte<br />
Information via Profinet an die erforderliche Sicherheitssteuerung<br />
weiter. Im Gegensatz dazu bringt IO-Link Safety<br />
alle von den Anwendern geschätzten Vorteile von IO-Link mit,<br />
etwa die Netzwerkunabhängigkeit der Sensoren und Aktoren,<br />
eine standardisierte Anschlusstechnik, die Verwendung einer<br />
IODD (IO Device Description) zur Parametrierung oder den einfachen<br />
Gerätetausch.<br />
ZENTRALE KONFIGURATION UND DIAGNOSE<br />
BIETEN EINEN DEUTLICHEN MEHRWERT<br />
Bei der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Produktionsumgebungen<br />
nehmen IO-Link- und IO-Link-Safety-<br />
Geräte immer häufiger eine zentrale Rolle bei der Realisierung<br />
von Smart Factories ein. Die feldbusunabhängige Konfigurationsund<br />
Parametrierungssoftware IO-Link Engineer bietet den<br />
Anwendern zukünftig einen wesentlichen Mehrwert und ist dem-<br />
24 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
01<br />
01 Die Konfigurationsund<br />
Parametrierungssoftware<br />
IO-Link Engineer<br />
02 Dezentrale Automatisierung<br />
mit dem IO-Link Safety Master in<br />
IP65/67 und einem IO-Link<br />
Safety Device<br />
02<br />
HOHE VERFÜGBARKEIT UND<br />
FLEXIBILITÄT SIND WESENTLICHE<br />
ANFORDERUNGEN AN MODERNE<br />
AUTOMATISIERUNGSLÖSUNGEN<br />
nach unverzichtbar, um die Potenziale von IO-Link- und IO-Link-<br />
Safety-Geräten vollumfänglich auszuschöpfen.<br />
Durch die zentrale Konfiguration und Diagnose von IO-Link-<br />
Geräten unmittelbar in der Software lassen sich Inbetriebnahmezeiten<br />
reduzieren und Stillstandzeiten minimieren. Darüber<br />
hinaus erlaubt die Konfigurationssoftware die einfache Anpassung<br />
von Geräteparametern an veränderte Anforderungen, was<br />
eine Feinabstimmung der Geräteleistung gestattet und dadurch<br />
die Flexibilität und Effizienz in der Fertigung erhöht. Abgesehen<br />
davon trägt die Software dazu bei, die Transparenz und Verfügbarkeit<br />
von Gerätedaten zu verbessern. Dies bildet wiederum die<br />
Grundlage für eine vorausschauende Wartung und optimierte<br />
Produktionsprozesse.<br />
Im Übrigen umfasst IO-Link Engineer die Option, Parameterprofile<br />
zu speichern und zu laden, weshalb sich die Wiederverwendbarkeit<br />
von Konfigurationen für ähnliche Anwendungen erleichtert.<br />
Die Konfigurations- und Parametrierungssoftware ist<br />
nicht nur als Stand-alone-Lösung bedienbar. Sie kann unter anderem<br />
mithilfe von Schnittstellen – wie TCI (Tool Calling Interface)<br />
– über verschiedene übergeordnete Steuerungssoftware<br />
aufgerufen werden, um von den positiven Eigenschaften der einzelnen<br />
Elemente zu profitieren.<br />
SAFETY-TECHNOLOGIEPARAMETER,<br />
AUF DIE ES ANKOMMT<br />
Insbesondere für die Einbindung der IO-Link-Safety-Geräte sind<br />
softwareseitig zusätzliche Anforderungen an die funktionale<br />
Sicherheit (FS) zu berücksichtigen. Sämtliche sicheren Geräteparameter<br />
müssen grundsätzlich über eine parameterabhängige<br />
Prüfsumme berechnet und abgesichert werden, sodass sich mögliche<br />
Fehler oder Manipulationen bei der Übertragung über die<br />
Prozessschritte hinweg vermeiden lassen.<br />
Aus diesen Beweggründen erweist es sich unter dem Aspekt<br />
der Sicherheit als substanziell, dass die Konfigurationssoftware<br />
auch spezifizierte respektive standardisierte Schnittstellen – wie<br />
DTI (Device Tool Interface) – bereitstellt, damit die Erfordernisse<br />
hinsichtlich der funktionalen Sicherheit abgedeckt werden. Beim<br />
Dedicated Device Tool handelt es sich um ein hersteller- und gerätespezifisches<br />
Werkzeug, das über die DTI-Schnittstelle abgerufen<br />
wird und die sicheren Technologieparameter über einen<br />
Cyclic Redundancy Check (CRC) absichert. Das Tool sorgt folglich<br />
für eine reibungslose und normkonforme Integration von IO-<br />
Link-Safety-Geräten in die bestehende Systemarchitektur. Es ist<br />
daher von großer Bedeutung, dass alle grundlegenden Bausteine<br />
interagieren, um das Konstrukt um IO-Link Safety zu gestalten.<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 25
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
Devices mit einem höheren Strombedarf versorgen und vervollständigt<br />
somit die Anforderung an das System. Wegen der<br />
umfangreichen Funktionen ermöglicht der neue Standard eine<br />
einfache Migration der im Feld existierenden sicherheitstechnischen<br />
Lösung. Zudem erhält der Anwender ein zukunftssicheres<br />
Konzept zur Realisierung seiner Digitalisierungsstrategie.<br />
03 Mit den modular kombinierbaren Axioline Smart Elements lässt<br />
sich im Schaltschrank viel Platz sparen<br />
DIE DIGITALISIERUNGSSTRATEGIE<br />
ZUKUNFTSSICHER UMSETZEN<br />
Abseits der vielfältigen Parametrierungsmöglichkeiten von<br />
IO-Link Devices und IO-Link Safety Devices ergeben sich aufgrund<br />
der Systemerweiterung und der dort aufgeführten Feature<br />
Level neue Wege ein Maschinen- und Anlagenkonzept umzusetzen.<br />
Über die Betriebsarten IO-Link, IO-Link Safety und dem<br />
Mixmodus aus beiden Konzepten lassen sich außerdem sichere<br />
digitale Signale und nicht-sichere digitale Signale konfigurieren,<br />
was die Flexibilität der IO-Link Safety Master nochmals erhöht.<br />
Besonders in Bereichen, in denen der vorhandene Bauraum für<br />
Installationen begrenzt ist, können gemischte Funktionen von<br />
einem IO-Link Safety Master verarbeitet werden. Dies bewirkt<br />
nicht nur eine maximale Auslastung der zur Verfügung stehenden<br />
Ports von IP65/67-Feldgeräten, sondern erlaubt den Konstrukteuren<br />
und Planern der Maschinen und Anlagen ebenfalls die<br />
Miniaturisierung bestimmter Bereiche.<br />
Ferner wird in der Systemerweiterung der Class-B-Port thematisiert.<br />
Dieser kann künftig IO-Link Devices und IO-Link Safety<br />
KOMPAKTE I/O-PRODUKTFAMILIE UM<br />
FSOE-MODULE ERGÄNZT<br />
Die neuen FSoE-Module der I/O-Produktfamilie Axioline<br />
Smart Elements in Schutzart IP 20 zeichnen sich neben<br />
einer einfachen Handhabung und hohen Flexibilität durch<br />
ihren geringen Platzbedarf aus. Zahlreiche FSoE-Sicherheitssteuerungen<br />
(Fail Safe over Ethercat) sind bereits am<br />
Markt erhältlich, die einen weiten Anwendungsbereich<br />
abdecken (Bild 03). Doch eine Sicherheitssteuerung kann<br />
nur so gut sein wie das angeschlossene I/O-System.<br />
Deshalb hat Phoenix Contact den Automatisierungsbaukasten<br />
der Axioline Smart Elements um FSoE-Module<br />
ergänzt. Mit dem modular aufgebauten System lassen<br />
sich die benötigten I/O-Stationen je nach Applikationsanforderungen<br />
gemischt aus Axioline F-Modulen und<br />
Smart Elements flexibel zusammenstellen.<br />
FELDGERÄTE SIND UNTER BESTIMMTEN<br />
BEDINGUNGEN ÜBERFLÜSSIG<br />
Aufgrund der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten der acht Ports<br />
kann der Anwender des IO-Link Safety Masters unter gewissen<br />
Bedingungen auf zusätzliche Feldgeräte verzichten. Da sich<br />
neben IO-Link Devices und IO-Link Safety Devices auch konventionelle<br />
Sensoren und Aktoren flexibel anbinden lassen, ist der<br />
Anwender in der Lage, die volle Leistungsbreite des Moduls<br />
auszuschöpfen und erspart sich folglich weitere Feldgeräte mit<br />
ungenutzten Ports. In Ergänzung dazu kann der Zeitaufwand für<br />
die Verdrahtung von Sensoren und Aktoren mittels der neuen<br />
werkzeuglosen M12-Push-Pull-Anschlusstechnik um bis zu 80 %<br />
reduziert werden.<br />
Für den Maschinen- und Anlagenbau erweist sich IO-Link<br />
Safety als ein wichtiges Element zur Umsetzung einer durchgängigen<br />
Ankopplung von Sensoren und Aktoren an die Steuerungsebene.<br />
Es ist davon auszugehen, dass die ersten IO-Link Safety<br />
Master und IO-Link Safety Devices bereits im Laufe des Jahres<br />
<strong>2024</strong> von unterschiedlichen Anbietern vorgestellt werden.<br />
Schlussendlich schafft der Standard für die Anwender einen herstellerübergreifenden<br />
Weg hinsichtlich der Digitalisierung von<br />
Maschinen und Anlagen unter Berücksichtigung der funktionalen<br />
Sicherheit.<br />
Bilder: Phoenix Contact<br />
www.phoenixcontact.de<br />
UNTERNEHMEN<br />
Phoenix Contact GmbH & Co. KG<br />
Flachsmarktstraße 8<br />
32825 Blomberg<br />
Tel. 05235 3-12000<br />
AUTOREN<br />
Marcel Becker, Strategic Product Marketing<br />
Safety, Yasin Yasar Product Marketing<br />
Safety, beide Automation Infrastructure,<br />
Phoenix Contact Electronics GmbH,<br />
Bad Pyrmont<br />
ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />
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n www.phoenixcontact.com/io-link<br />
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26 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
CONTROLLER SETZEN NEUE STANDARDS FÜR<br />
PRÄZISE AUTOMATISIERUNGSAUFGABEN<br />
Siemens kündigt eine Erweiterung seiner Controller-Serie Simatic an,<br />
die ab Winter <strong>2024</strong> verfügbar sein wird: Simatic S7-1200 G2. Damit<br />
lassen sich die beiden Welten der operativen Technologie (OT) und<br />
die der Informationstechnologie (IT) noch besser verbinden. Die hohe<br />
Kommunikationsleistung der Steuerungen und die effiziente<br />
Datenverarbeitung steigern die Produktion. Durch die Verbindung<br />
der Steuerungen mit IT-Systemen ist es außerdem möglich, fortschrittliche<br />
Datenanalysen zu nutzen, beispielsweise in der Cloud. Mit der Controller-Generation<br />
Simatic S7-1200 G2 können wichtige Herausforderungen wie Produktivität, Flexibilität und<br />
Kostenoptimierung angegangen werden. Zudem setzen sie neue Leistungsstandards für<br />
vielseitige und hochpräzise Automatisierungs anwendungen. Die neue Controller-Familie<br />
kombiniert integrierte Bewegungssteuerungs funktionen mit platzsparenden und flexiblen<br />
Maschinensicherheitslösungen. Die Geräte gestatten es Maschinenbauern beispielsweise,<br />
mehrere koordinierte Achsen und einfache Kinematiken zu steuern. Dank verbesserter<br />
Verar beitungsleistung, dedizierter Kommunikationsleistung und mehr Speicher sowie der<br />
Near-Field-Communication-(NFC)-Funktionalität mit In-App-Zugriff auf Diagnose-, Betriebsund<br />
Geräte daten profitieren Kunden von einer höheren Leistungsfähigkeit. Klartext-Diagnoseinformationen<br />
über die gesamte speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) reduzieren<br />
Maschinenstillstandszeiten und ermöglichen dem Anwender einen schnellen Zugriff auf Daten.<br />
www.siemens.de<br />
KONFOKALE SENSORSYSTEME MIT PROFINET UND ETHERNET/IP<br />
Konfokal-chromatische Sensorsysteme werden zur<br />
Messung von Weg, Abstand und Position eingesetzt und<br />
liefern hochpräzise Ergebnisse. Nun hat Micro-Epsilon<br />
seine Weg-Sensorsysteme der Reihe confocalDT IFD241x<br />
aktualisiert, die mit den integrierten Feldbus-Schnittstellen<br />
Profinet und EtherNet/IP ausgestattet und somit mit den<br />
gängigen Industrial-Ethernet-Protokollen verfügbar sind.<br />
Hiermit eröffnen sich zahlreiche weitere Messaufgaben<br />
in der präzisen Automatisierung, bei denen hochgenaue<br />
Ergebnisse gefordert sind. Hinzu kommt die einfache Bedienung der kompakten Sensorsysteme<br />
mit dem intuitiven Webinterface. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Integration der Systeme,<br />
die sich über das intuitive Webinterface parametrieren lassen. Dank der integrierten Industrial-<br />
Ethernet-Schnittstelle werden die Einstellungen automatisch in die SPS-Umgebung übernommen.<br />
Aufwändige Einstellungen in der Programmierumgebung sind damit nicht notwendig.<br />
Der Verbindungsaufbau erfolgt bei den IFD241x Sensorsystemen automatisch. Die Einbindung<br />
via EtherCAT, Profinet oder EtherNet/IP in ein Bus-System kann nach Standard-Protokollen wie<br />
TCP, UDP oder FTP erfolgen und erleichtert damit die Kommunikation.<br />
www.micro-epsilon.de<br />
Die passenden<br />
Kabel- und<br />
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für Ihre<br />
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CHATBOT-TECHNOLOGIE FÜR KI-UNTERSTÜZTES ENGINEERING<br />
Für die Engineering-Umgebung Twincat XAE hat Beckhoff den Twincat Chat Client entwickelt.<br />
Damit lassen sich Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT komfortabel für die Entwicklung<br />
eines TwinCAT-Projekts nutzen. Anwender sind produktiver in der Steuerungsprogrammierung<br />
und zudem eröffnet sich damit Optimierungspotenzial für den Direkt-Support. Der Twincat Chat<br />
Client ermöglicht ein KI-unterstütztes Engineering und automatisiert damit beispielsweise das<br />
Erstellen oder Ergänzen von Codes für Funktionsbausteine,<br />
optimiert diese sowie deren Dokumentation<br />
und Umstrukturierung. Dieser im Twincat XAE<br />
implementierte Client verbindet die Host-Cloud der<br />
jeweiligen LLM, bietet ein User Interface und stellt<br />
über das Automation-Interface die Kommunikation<br />
zur PLC-Entwicklungsumgebung bereit.<br />
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3 FRAGEN AN<br />
AUF DEM WEG ZUR INDUSTRIE 4.0<br />
weitere Hardware benötigt wird, sondern die Fernwartung über<br />
das Human-Machine-Interface erfolgen kann.<br />
HMIs werden in der Regel in ein geplantes Automatisierungsoder<br />
Visualisierungskonzept integriert. Welche Kriterien<br />
müssen dabei erfüllt werden und worauf sollten Anlagenplaner<br />
achten?<br />
Nehmen wir als Beispiel die mechanische Integrierbarkeit. Hier<br />
sollten Anlagenplaner bei der Auswahl des HMI-Herstellers auf<br />
eine breite Auswahl an verfügbaren Befestigungs konzepten<br />
achten. Darunter zählen Tragarm- oder Vesa-Montage sowie<br />
Integrierbarkeit direkt in die Maschinenwand. Darüber hinaus<br />
sollte auch berücksichtigt werden, dass sich die HMIs schnell<br />
und komfortabel montieren und in der Anwendung individuell<br />
auf den Bediener einstellen lassen.<br />
Moderne HMIs bieten heute schon eine Vielzahl an Funktionen.<br />
Wo sehen Sie die Trends in den nächsten Jahren?<br />
Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen wird zunehmend<br />
komplexer. Das wirkt sich auch auf die Bedienung aus. Welche<br />
Konzepte brauchen wir für zukünftige Aufgaben im IIoT?<br />
Ein Human Machine Interface (HMI) stellt eine wesentliche<br />
Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine her. Daher ist eine<br />
intuitive Interaktion mit dem HMI durch gewohnte Multi-Touch<br />
Bedienung sehr wichtig. Gerade auch in Bezug auf eine schnelle<br />
Einarbeitung des Bedieners in Zeiten des Fachkräftemangels.<br />
Aufgrund der immer komplexer werdenden und hochindividuellen<br />
Maschinen und Anlagen müssen Bedienkonzepte weitere<br />
Kriterien aufweisen. Das HMI soll flexibel und erweiterbar sein<br />
zum Beispiel durch die Integration zusätzlicher physischer Taster<br />
HMIs werden sich noch stärker dem Trend hin zu webbasierter<br />
Visualisierungssoftware anpassen. Das bedeutet, die Komplexität<br />
bzw. die Intelligenz kann vom HMI entkoppelt werden und<br />
die Visualisierungs-Runtime läuft direkt auf der SPS, sprich auf<br />
einem zentralen Web-Server. Gleichzeitig ergeben sich durch<br />
die Integration sinnvoller Features auf dem HMI wie VNC-Server<br />
für den Remote-Zugriff oder Docker zur Installation von z. B.<br />
Analytics-Apps neue Möglichkeiten für den Maschinenbauer.<br />
Bilder: Aufmacher Nataliya Hora – stock.adobe.com, sonstige ADS-TEC<br />
Industrial IT<br />
www.ads-tec-iit.com<br />
EINE VERNETZTE ZUKUNFT<br />
GELINGT, WENN MENSCHEN<br />
MIT MASCHINEN EINFACH<br />
UND SICHER INTERAGIEREN<br />
in einem separaten Tastenmodul oder weiterer Schnittstellen<br />
zur Anbindung von Peripheriegeräten. Zum anderen<br />
müssen HMIs genügend Performance haben, um<br />
auch für zukünftige Anforderungen gewappnet zu sein.<br />
Die Möglichkeit individuelle Kundenanpassungen, wie<br />
Gehäusefarben oder softwareseitige Vorkonfigurationen<br />
umzusetzen, bietet dem Kunden den Vorteil das HMI<br />
nach seinen Gegebenheiten anzupassen. Heutzutage<br />
stellt die Möglichkeit zur Fernwartung einen entscheidenden<br />
Vorteil dar. Der Maschinenbauer spart Reisekosten<br />
seiner Servicetechniker, da diese remote auf die Anlagen<br />
zugreifen können. Somit werden auch Probleme schneller<br />
behoben. Besonders praktisch ist es dann, wenn hierfür keine<br />
JOCHEN GENGENBACH<br />
Produktmanager ADS-TEC Industrial IT, Nürtingen<br />
28 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />
LÜFTERLOSER IPC – EIN EYECATCHER<br />
EFCO stellt einen<br />
rundum vergoldeten<br />
IPC vor und verbessert<br />
damit die natürliche<br />
Abgabe der Verlustwärme<br />
an die Umgebungsluft.<br />
Durch die<br />
speziellen nanokristallinen<br />
Eigenschaften<br />
von elementarem Gold<br />
ist dafür eine nur zirka 2.000 Atomlagen dicke Schicht des<br />
Edelmetalls ausreichend. Der Mehrpreis bewegt sich in der<br />
Größenordnung des eingesparten Lüfters. In industriellen<br />
Applikationen hat sich die Technik im Dauereinsatz bis<br />
125 °C bewährt. Damit wird der Einsatz von IPCs auch in<br />
Hochtemperatur-Applikationen möglich. Der IPC benötigt<br />
zudem eine geringere Temperaturspreizung zwischen der<br />
Oberflächentemperatur des Gehäuses und der Chips.<br />
Während bei herkömmlicher rein passiver Kühlung über ein<br />
Aluminium-Gehäuse rund 40 K an Temperaturunterschied<br />
erforderlich sind, sinkt der erforderliche Spreizungsabstand<br />
bei Gold auf unter 10 K. Das bedeutet, dass die Chips im<br />
Inneren des Goldgehäuses bei einer Umgebungstemperatur<br />
von 95 °C die gleichen Sperrschicht-Temperaturen erreichen<br />
wie in einem Aluminiumgehäuse bei 65 °C.<br />
www.efcotec.de<br />
ALLES IM BLICK: KONTINUIERLICHE<br />
SCHWINGUNGSÜBERWACHUNG<br />
Flir stellt die Vibrationsüberwachungslösungen Flir SV88 und<br />
SV89 vor. Sie unterstützen Anwender bei der Kontrolle kritischer<br />
Anlagen, indem sie kontinuierlich Schwingungen analysieren,<br />
Fehler erkennen und auf potenzielle Defekte und zukünftige<br />
Probleme hinweisen. Mit ihren Multi-Kommunikationsprotokollen,<br />
ihrer Robustheit, der Schutzart IP66 und ihrer WLAN-<br />
Fähigkeit ermöglichen die Schwingungsüberwachungslösungen<br />
wichtige datengestützte Entscheidungen, die Anwender vor<br />
potenziellen Problemen warnen und die Lebensdauer ihrer<br />
Anlagen verlängern. Die Lösungen lassen sich komfortabel in<br />
bestehende Industrieplattformen integrieren. Die drahtlosen<br />
Funktionen ermöglichen Flexibilität und den Einsatz in verschiedenen<br />
industriellen Umgebungen. Mit der benutzerfreundlichen,<br />
webbasierten grafischen Benutzeroberfläche<br />
des Portals können Anwender ihre Sensoren<br />
einsetzen und Messfrequenzen festlegen sowie<br />
Trenddaten direkt über die Webschnittstelle<br />
beobachten. Für fortgeschrittene Benutzer, die<br />
Schwingungs- und Temperaturdaten<br />
an externe Systeme<br />
senden müssen, bieten die Kits<br />
sichere Konnektivität über die<br />
Protokolle Modbus-, MQTTund<br />
OPC UA.<br />
www.teledyneflir.com<br />
ROUTER UND CONNECTIVITY-SERVICE FÜR DIE SICHERE FERNWARTUNG<br />
Durch die Kombination aus VPN-Portal<br />
– dem Connectivity Service – und dem<br />
neuen kompakten VPN-Routermodell<br />
MRX2 hat Delta Logic sein Angebot für<br />
die sichere Fernwartung von Anlagen<br />
aktualisiert. Mit dem Connectivity<br />
Service können Anwender ihr eigenes<br />
virtuelles privates Netzwerk einrichten<br />
und verwalten. Der Aufbau einer Verbindung zum VPN durch<br />
Clients ist erst nach Durchführung einer zertifikatsbasierten<br />
Authentifikation (X.509) möglich. Für zusätzliche Sicherheit<br />
können diese Zertifikate automatisch und in regelmäßigen<br />
Intervallen erneuert werden. Auch lassen sich weitere Zugriffskontrollen<br />
einrichten. Um das VPN-Portal vollumfänglich zu<br />
nutzen, bietet der Automatisierungstechnik-<br />
Experte darauf abge stimmte Industrie-Router<br />
an. MRX2 ergänzt die Modelle MRX3 und<br />
MRX5, bietet die gewohnte Funktionalität,<br />
belegt aber weniger Platz bei der Montage im<br />
Schaltschrank (drei Teilungseinheiten auf der<br />
DIN-Hutschiene). Die Modularität des Routers<br />
ist auf zwei Karten begrenzt – für viele<br />
Anwendungen ist das ausreichend. Bei erhöhten Anforderungen<br />
bieten sich die breiteren Router MRX3 mit einem weiteren Slot<br />
und der MRX5 mit drei Slots für Einsteckmodule an. Der MRX2<br />
ist in den Verbindungsarten LAN, LTE und DSL erhältlich und<br />
bietet fünf Ethernet-Ports sowie zwei digitale Eingänge.<br />
www.deltalogic.de<br />
Click. Clack. Closed.<br />
Die Fast Assembly Kabeleinführung<br />
Die Kabeleinführung KEL-FA (Fast Assembly)<br />
bietet eine schnelle Montage ohne Werkzeug.<br />
Zugentlastung gemäß DIN EN 62444 sowie<br />
eine hohe Flexibilität durch den Einsatz<br />
verschiedenster Tüllen sind weitere Vorteile.<br />
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Kabeleinführungssysteme<br />
live auf der Fachpack.<br />
Ihr kostenloses Ticket gibt’s hier:<br />
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Schwerlastprofile<br />
ermöglichen eine stabile<br />
Fachwerkkonstruktion<br />
wie hier in einer<br />
Leergutsortieranlage<br />
LINEARTECHNIK FÜR POSITIONIER- UND<br />
HANDLINGAUFGABEN<br />
SCHWERE LASTEN<br />
SCHNELL BEWEGT
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
10.000 Kisten in einer Schicht, jede Kiste<br />
ent- und sortenrein beladen in unter acht<br />
Sekunden: Beim automatischen Sortieren<br />
von Leergut vollbringen Handlingportale<br />
Höchstleistungen. RK Rose+Krieger liefert mit<br />
seinen individuell zugeschnittenen Systemen<br />
der Lineartechnik die wichtige Basis dafür.<br />
Geht es um die Konzeption von Handlingportalen, steht<br />
vor allem eine Herausforderung im Mittelpunkt: eine<br />
konstant hohe Anlagenleistung auch für schwere<br />
Lasten im Langzeit- bis Dauerbetrieb sicherzustellen.<br />
Wichtiger Leistungsträger für solche Konstruktionen ist die Profilund<br />
Lineartechnik, die eine zuverlässige Lastenaufnahme<br />
und -führung auf effizient genutztem Raum erst möglich macht.<br />
RK Rose+Krieger ist Systemanbieter für Profil- und Lineartechnik<br />
mit Sitz in Minden. Mit einem Baukasten bestehend aus über<br />
50.000 Einzelkomponenten ermöglicht das Unternehmen anwendungsspezifische<br />
Systemlösungen für die Konstruktion von<br />
Produktionsstrecken, die auch später noch flexibel erweitert werden<br />
können. Damit bedient RK die wichtigsten Trends in der<br />
Lineartechnik, bei der es vor allem auf eine schnelle und einfache<br />
Implementierung ins Produktionssystem ankommt.<br />
HOHE TAKTZAHLEN AUF<br />
KLEINER GRUNDFLÄCHE<br />
Wie mit der passend zugeschnittenen Lineartechnik hohe Taktzahlen<br />
in einem Handlingportal erzielt werden können, zeigt die<br />
Anwendung in der Leergutsortieranlage einer norddeutschen<br />
Brauerei. 10.000 Kisten Leergut pro Schicht können hier automatisch<br />
sortiert und sortenrein wieder bereitgestellt werden.<br />
Auf einer Fläche von 60 m² durchlaufen die Leergutkisten zwei<br />
Handlingsysteme. Im „Auspack“-Portal werden aus je zwei Kisten<br />
zugleich als sortenfremd detektierte Flaschen automatisch<br />
herausgeholt und auf zugeordneten Bändern abgestellt. Das<br />
„Einpack“-System ergänzt die Kisten anschließend um fehlende<br />
MIT EINEM BAUKASTEN AUS<br />
ÜBER 50.000 KOMPONENTEN<br />
LASSEN SICH UNZÄHLIGE<br />
SYSTEMLÖSUNGEN KONZIPIEREN<br />
Flaschen und stellt auf diese Weise vollzählige, sortenreine Gebinde<br />
her. Für jedes Kisten-Set benötigt die Anlage zum Aus- und<br />
Einpacken weniger als acht Sekunden. Sind 40 Kisten einer Leergutsorte<br />
zusammengekommen, werden sie dem Belader zugeführt,<br />
palettiert und ins Zwischenlager transportiert.<br />
Beide Portale sind in Leichtbauweise gefertigt. Die Fachwerkkonstruktionen<br />
aus Aluminiumschwerlastprofilen sind 3.000 mm<br />
breit, 2.055 mm hoch und 800 mm tief. An jedem Portal wurden<br />
zwei horizontale Linearführungen in der X-Achse angebracht. Im<br />
Auspack-Portal tragen diese jeweils zwei vertikale Linearachsen<br />
(Z-Achse), die mit je zwei Greifern bestückt sind. Im Einpack-<br />
Portal tragen die horizontalen Linearführungen je eine mit Greifern<br />
bestückte Z-Achse.<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 31
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
DAUERBEWEGUNG MIT 1,2 TONNEN<br />
Jeder Greifer wiegt 80 kg und kann eine Nutzlast von bis zu 20 kg<br />
tragen. Jede Vertikalachse muss damit rund 200 kg Gewicht führen;<br />
für beide Portale macht das 1,2 t nur durch Greifer und bewegte<br />
Lasten. Entsprechend stabil müssen Linearachsen sowie<br />
die gesamte Portalkonstruktion ausgelegt sein. Sie müssen im<br />
Langzeit- oder gar Dauerbetrieb möglichst störungsfrei funktionieren<br />
und die Lasten mit konstant hoher Positionier- und Wiederholgenauigkeit<br />
bewegen.<br />
Um dies zu gewährleisten, kommen in der Leergutsortieranlage<br />
zahnriemengetriebene Kugelumlauf-Schienen-Linearachsen<br />
vom Typ RK Duoline 160 Z zum Einsatz. Beide sind mit Schlitten<br />
zur Aufnahme der Linearachsen in Z-Richtung ausgestattet. Die<br />
Achsen verfügen über ein gekapseltes Führungssystem und sind<br />
dank ihres Zahnriemenantriebs prädestiniert für schnelle Positionier-<br />
und Handlingaufgaben. Ihre Wiederholgenauigkeit liegt<br />
bei ±0,05 mm. Ein optional integrierbares Wegmess-System sorgt<br />
zudem für eine hohe Positioniergenauigkeit auf der gesamten<br />
Achslänge. Die Z-Achsen selbst sind mit zahnriemengetriebenen<br />
Profil-Lineareinheiten vom Typ RK Duoline 120x80 Z 3G ausgestattet.<br />
Diese Achsen eignen sich aufgrund ihrer Leistung und<br />
Präzision besonders für dynamische Verstellungen, wie sie in der<br />
Leergutsortierung gefragt sind.<br />
EINFACHE WARTUNG UND HOHE VARIABILITÄT<br />
Mit verschiedenen Komponenten sorgt RK Rose+Krieger dafür,<br />
dass die Portalkonstruktion auch bei hoher Belastung durch Ge-<br />
01<br />
01 Linearachsen mit Zahnriemenantrieb sind prädestiniert<br />
für schnelle Positionier- und Handlingaufgaben<br />
02 Die Montage der Schwerlastprofile zu einem Portal wird<br />
durch spezielle Verbindungselemente vereinfacht<br />
03 Schwerlastprofile aus Aluminium ermöglichen neue<br />
konstruktive Lösungen und lösen Stahl in vielen Bereichen ab<br />
04 Lineartechnik lässt sich applikationsspezifisch auslegen,<br />
beispielsweise als Schwerlastkonstruktion für einen Kfz-Prüfstand<br />
wicht und Dauerbetrieb die Anlage einfach zu warten ist. Durch<br />
ein Abdeckband erreichen die Linearachsen die Schutzart IP 40.<br />
Klemmleisten ermöglichen die sichere Fixierung der Achse. Eine<br />
zentrale Schmiermöglichkeit über Trichterschmiernippel vereinfacht<br />
die Wartung.<br />
Neben Belastbarkeit und Anlagensicherheit ist auch die Variabilität<br />
ein wichtiger Faktor im Portalbau. Bei RK Rose+Krieger<br />
können Lasten über Nutensteinleisten sicher montiert werden.<br />
Im Beispiel der Leergutsortieranlage wurden so die Z-Achsen mit<br />
den Flaschengreifern an den X-Achsen angebaut. Eine Umlenkung<br />
mit Hohlwellen erlaubt zudem eine variable Motoranordnung.<br />
Für den Motoranschluss bietet RK Rose+Krieger wahlweise<br />
Adapter für Metallbalg- oder Elastomerkupplungen. Dabei muss<br />
sich der Kunde nicht bereits bei der Bestellung auf eine konkrete<br />
Platzierung festlegen; die Konfiguration der Motorwelle lässt sich<br />
auch nachträglich noch ändern.<br />
Neben einem störungsfreien Betrieb ist natürlich auch eine<br />
stabile Konstruktion das A und O in der Konzeption von Handlingportalen.<br />
Für die Leergutsortieranlage wählte das Unternehmen<br />
für Profil- und Lineartechnik Blocan-Schwerlastprofile der<br />
D-Line, hier vom Typ D-160x320. Hinzu kamen Diagonalverstrebungen,<br />
Knotenwinkel, Gelenkstellfüße mit Befestigungswinkel,<br />
Abdeckkappen und Profilverbinder, die der Hersteller zusammen<br />
mit den Lineareinheiten aus einer Hand liefert.<br />
LEICHTBAUWEISE FÜR SCHWERLASTEN<br />
VON VORTEIL<br />
Die D-Line ist der Schwerlast-Spezialist im Portfolio des Mindener<br />
Unternehmens. Die Lineareinheiten sind in den Abmessungen<br />
D-80x240, D-160x160, D-160x240 und D-160x320 mm lieferbar.<br />
Material ist Aluminium. Spezielle Geometrieanordnungen sorgen<br />
für extra biegesteife Profile. Damit lässt sich durch den Einsatz<br />
einer D-Line-Achse gegenüber einer herkömmlichen Stahleinheit<br />
rund 35 Prozent an Gewicht einsparen. Dank des geringen<br />
spezifischen Gewichts können die Lineareinheiten relativ klein<br />
ausgelegt werden, was speziell bei verketteten Achsen von Vorteil<br />
ist. Eine hohe Dynamik erlaubt die effektive Umsetzung kurzer<br />
Taktzeiten.<br />
3 FAKTOREN, AUF DIE ES BEI DER LINEARTECHNIK<br />
IN HANDLINGPORTALEN ANKOMMT:<br />
n Prozesssicherheit: Zahnstangen- und Zahnriemenantriebe ermöglichen<br />
eine hohe Verfahrgeschwindigkeit und Positioniergenauigkeit.<br />
n Variabilität: Variabel ausgerichtete Komponenten erlauben kurzfristige<br />
Anpassungen der Lineartechnik an den Anlagenbedarf. Selbst nachträgliche<br />
Änderungen sind möglich.<br />
n Flexibilität: Aufgrund der Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten sind<br />
Anbieter von Profil- und Lineartechnik wie RK Rose+Krieger wichtige<br />
Entwicklungspartner bei der Konstruktion von Handlingportalen.
02<br />
03 04<br />
Die Montage der Aluminiumschwerlastprofile und -achsen zu einem<br />
Portal wird durch spezielle Verbindungselemente, die RK-<br />
Druckverbinder, wesentlich vereinfacht. Die Mindener Ingenieure<br />
entwickelten diese Verbindungskomponenten, die den Profilen<br />
und Achsen ihren Namen gaben, eigens für den Schwerlastbereich.<br />
Die Druckverbinder und D-Profile werden lediglich auf<br />
Länge geschnitten und durch Druck sowie eine hochbelastbare<br />
und wieder lösbare Schraubverbindung zusammengehalten.<br />
Eine weitere Bearbeitung ist nicht erforderlich. Dadurch fallen<br />
die Montagekosten im Vergleich zu anderen Profilsystemen oder<br />
Stahlkonstruktionen deutlich geringer aus. Ein weiterer Vorteil:<br />
Konstruktionen aus D-Profilen und -achsen lassen sich einfach<br />
demontieren und an anderer Stelle oder in neuer Form wieder<br />
aufbauen.<br />
PASSEND KOMBINIERT SIND ACHSLÄNGEN<br />
VON BIS ZU 50 METERN MÖGLICH<br />
Die Schwerlastlinearachsen sind mit Zahnstangen- oder Zahnriemenantrieb<br />
und wahlweise mit Laufrollen- oder Kugelschienenführungen<br />
erhältlich. Die maximale Verfahrgeschwindigkeit<br />
beträgt 5 m/s beim Einsatz von Laufrollen. Die Positioniergenauigkeit<br />
liegt bei ±0,15 mm/300 mm Hub für Zahnriemenantriebe<br />
und bei ±0,2 mm/300 mm Hub für Zahnstangenantriebe.<br />
RK Rose+Krieger bietet die Trägerprofile standardmäßig mit<br />
einer Länge von 6 m an. Durch die Verbindung zweier Profile an<br />
den Stößen lassen sich jedoch auch größere Hublängen erreichen.<br />
Achsen mit Zahnriemenantrieb können so 14 m, Achsen<br />
mit Zahnstangenantrieb bis zu 50 m lang werden.<br />
Je nach Länge und Einbaulage können die größten D-Line-Einheiten<br />
mit Lasten von bis zu 3 t beziehungsweise 30.000 N in eine<br />
Kraftrichtung belastet werden. In der Regel liegt das übliche<br />
Handlinggewicht jedoch bei 200 bis 300 kg. Der Aufbau der Achsen<br />
ist uneingeschränkt modular.<br />
FLEXIBEL IN DER AUSLEGUNG<br />
Die Schwerlastachsen gehören wie die D-Profile und das Zubehör<br />
zum Blocan-Profilbaukasten. Er umfasst mehr als 110 verschiedene<br />
Profilgrößen und -querschnitte. Die Auswahl der Profilgröße<br />
und -geometrie richtet sich nach der auftretenden Belastung. Dabei<br />
ist die Flexibilität des Systems groß, denn sämtliche Teile des<br />
Blocan-Baukastens sind nicht nur untereinander, sondern auch<br />
produktübergreifend mit den Rohrverbindungssystemen, Lineareinheiten,<br />
Hubsäulen und Elektrozylindern von RK Rose+Krieger<br />
kompatibel. Durch diese Vielfalt lassen sich Konstruktionen auf<br />
eine Vielzahl von Anforderungen individuell zuschneiden.<br />
Auch aufgrund der Konfigurationsmöglichkeiten ist die bedarfsgenaue<br />
Auslegung der Lineartechnik für Handlingportale<br />
auf Leistungsbedarf, Bewegungsmerkmale und Einbausituation<br />
anspruchsvoll. Anlagenbauer schätzen daher Entwicklungspartner,<br />
die ein hohes Maß an Flexibilität mitgehen können. Der Systemanbieter<br />
für Profil- und Lineartechnik ermöglicht dies durch sein<br />
Anwendungs-Know-how und sein modular kombinierbares Produktportfolio.<br />
Einige Komponenten sind dabei so ausgelegt, dass<br />
sie sich auch in einer bestehenden Anlage problemlos austauschen<br />
oder erweitern lassen. So kann ein Handlingportal mit seinen<br />
Anforderungen jederzeit mitwachsen.<br />
Bilder: RK Rose+Krieger<br />
www.rk-rose-krieger.com<br />
AUTOR<br />
Björn Riechers, Geschäftsführer,<br />
RK Rose+Krieger GmbH, Minden<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 33
RECYCLING-ENERGIEKETTEN FÜR MEHR<br />
NACHHALTIGKEIT IM MASCHINENBAU<br />
CRADLE TO CRADLE<br />
Wo Bleche gekantet werden, wirken enorme Kräfte auf Maschine und Bauteil.<br />
Damit nichts schiefgeht, verwendet ein Schweizer Maschinenbauer belastbare<br />
und leistungsfähige Energieketten. Doch nicht nur das. Als erstes Unternehmen<br />
überhaupt nutzt der Hersteller die zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff<br />
gefertigte cradle-chain serienmäßig in der neuen Abkantpresse.<br />
Wer in das Herz der Bystronic ByBend Star 120 (Aufmacherbild)<br />
blickt, dem dürfte auf den ersten Blick<br />
nichts Außergewöhnliches auffallen. In schwarzen<br />
Energieketten von igus liegen dort die Leitungen,<br />
die Strom und Co. für die Abkantpresse liefern. Tatsächlich handelt<br />
es sich bei den verbauten Komponenten aber keineswegs um<br />
Standardbauteile, sondern um einen wahren Nachhaltigkeitsjoker.<br />
Als erster Maschinenbauer ist Bystronic an seinem Fertigungsstandort<br />
im thüringischen Gotha dazu übergegangen, die<br />
c radle -chain E2i.26.CG von igus standardmäßig in Serie zu verbauen.<br />
Von außen sieht sie dabei genauso aus wie alle anderen<br />
Energieketten des Kölner Unternehmens auch, im Innern steckt<br />
jedoch der Bonus: Die c radle-chain besteht vollständig aus recyceltem<br />
Kunststoff, den igus aus zurückgenommenen Energieketten<br />
nach dem Ende ihrer Lebensdauer gewonnen hat. Der<br />
Name kommt dabei nicht von ungefähr: Die cradle-chain ist<br />
nach dem Begriff „cradle-to-cradle“ benannt. Damit beschreibt<br />
die Industrie das Konzept einer vollständigen Kreislaufwirtschaft<br />
dank eines ausgefeilten Recyclingprozesses – eben von einer metaphorischen<br />
„Wiege“ zur nächsten. Kreislaufwirtschaft spart<br />
nicht nur jede Menge kostbarer Ressourcen, sondern liefert auch<br />
einen handfesten Beitrag zur Nachhaltigkeit. Bystronic spart<br />
durch die Installation der c radle-chain 28 Prozent an Kohlenstoffdioxid<br />
im Vergleich zu einer herkömmlichen Energiekette<br />
ein. Es ist eine weitere der vielfältigen Investitionen des Maschinenbauers<br />
in die Senkung des C O 2<br />
-Fußabdrucks.<br />
34 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
NACHHALTIGKEIT BEI BYSTRONIC<br />
„Nachhaltigkeit spielt eine sehr große Rolle bei Bystronic“, erklärt<br />
Alexandra Fritsche, Global Product Line Manager Bending im<br />
Unternehmen. Die Geschichte der Firma reicht bis ins Jahr 1964<br />
zurück, damals wurde die Bystronic Maschinen AG im schweizerischen<br />
Bützberg gegründet. Mittlerweile ist die Bystronic Group<br />
zu einem führenden Technologieunternehmen in der Blechbearbeitung<br />
geworden. Neben Laserschneid- und Rohrlasermaschinen<br />
sowie der passenden Software liegt ein großer Fokus im Produktportfolio<br />
auf den Abkantpressen der X pert und B yBend Star<br />
Reihe. Gefertigt werden die Anlagen unter anderem im thüringischen<br />
Gotha. Die Firma stellt aktuell nicht nur in den eigenen<br />
Gebäuden auf nachhaltiges Arbeiten um, sondern denkt ökologische<br />
Aspekte auch in den Produkten selbst mit. Dass in der<br />
neu entwickelten ByBend Star 120 die komplett recycelten<br />
cradle-chains von igus zum Einsatz kommen, ist deshalb<br />
nur der nächste logische Schritt.<br />
Dass igus es überhaupt geschafft hat, eine gänzlich<br />
recycelte Energiekette in Serie zu fertigen, liegt an der<br />
hauseigenen chainge Plattform. Wie funktioniert sie?<br />
Die Unternehmen sammeln ihre Wertstoffe sortenrein<br />
und gesäubert. Nach einem Wiegen wird das Recyclingmaterial<br />
online zur Rücksendung angemeldet und versendet.<br />
Sobald die Energieketten in Köln ankommen, erhalten<br />
die Kunden einen Voucher, mit dem sie bei der nächsten igus<br />
Bestellung einen Rabatt nutzen können. Anschließend verarbeitet<br />
igus die Energieketten in einem speziellen Prozess zu Rezyklat<br />
in Neumaterialqualität. Dieses wird im Spritzgussprozess zur<br />
Herstellung der cradle-chain genutzt. Teil der chainge Plattform<br />
ist auch ein Markplatz für recycelte Kunststoffe, auf dem Unternehmen<br />
Rezyklat ver- und einkaufen können. Aktuell sind bereits<br />
fünf Energiekettenserien und 28 Kettentypen als cradlechain<br />
ab Lager verfügbar. Angst vor einem qualitativen Unterschied<br />
müssen Anwender nicht haben, die cradle-chain weist die<br />
gleichen technischen Eigenschaften und Belastungsgrenzen wie<br />
die Energieketten aus dem herkömmlichen Material igumid G<br />
auf. Erhältlich sind die Ketten aus dem neuen Werkstoff<br />
igumid CG zum gleichen Preis wie die herkömmlichen Produkte.<br />
NEUE WEGE IM ABKANTEN, AUCH IN<br />
DER ENERGIEFÜHRUNG<br />
Diese Eigenschaften waren auch die Gründe, aus denen sich<br />
B ystronic für die Energieführung aus recyceltem Kunststoff entschieden<br />
hat. Seit einiger Zeit beschäftigt das Unternehmen<br />
einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der das Thema intern vorantreibt.<br />
„B ystronic ist ein sehr innovationsfreudiges Unternehmen“,<br />
sagt René Mönch, technischer Verkaufsberater bei igus.<br />
Das habe man in 15 Jahren der Zusammenarbeit immer wieder<br />
festgestellt. Mit der B yBend Star 120 geht B ystronic neue Wege im<br />
Abkanten. Die Presse reiht sich in ihrer Größe zwischen der<br />
B yBend Star 80 sowie der Xpert Pro ein. Mit einer Presskraft von<br />
120 t und einer Biegelänge von 2.050 mm ist die Maschine flexibel<br />
in unterschiedlichen Anwendungsfällen einsetzbar. .<br />
Nach den ersten Monaten Erfahrung mit der B yBend Star 120<br />
und der cradle-chain von igus fällt das Fazit in Gotha positiv aus.<br />
„Die Rückmeldung aus der Konstruktion ist sehr gut“, freut sich<br />
René Mönch. Den Anforderungen, die der kraftintensive Biegeprozess<br />
an die verbaute Technik stellt, hält die cradle-chain problemlos<br />
stand. „Das konnten wir zuvor auch in unserem Testund<br />
Prüflabor in Köln verifizieren“, so Mönch weiter. Dort werden<br />
auf einer Fläche von 4.000 m2 sämtliche Produkte des Herstellers<br />
einem Langzeittest unterzogen. Dazu zählen auch die Leitungen<br />
der chainflex Serie, die auch in der neuen Abkantpresse verbaut<br />
sind. Mit chainflex bietet igus eine große Variation an Leitungen,<br />
Martin<br />
Blechschmidt,<br />
René Mönch und<br />
Alexandra<br />
Fritsche, setzen<br />
gemeinsam auf<br />
zukunftsfähige<br />
und nachhaltige<br />
Lösungen<br />
die speziell für den Einsatz in bewegten Anwendungen<br />
entwickelt worden sind. Das mittlerweile aus<br />
über 1.350 Produkten bestehende Sortiment bietet Leitungstypen<br />
für Daten-, Bus- und Hybridsysteme, Steuerung und<br />
Antrieb. Auch die cradle-chains haben sich im Test erfolgreich<br />
behauptet: Im Vergleich mit dem bestehenden Werkstoff<br />
igumid G weisen die Energieketten aus igumid CG eine Zugkraft<br />
von 94 Prozent auf. Das Bruchmoment liegt bei 96 Prozent im<br />
Vergleich zu igumid G. „Diese Werte sind für die ByBend Star 120<br />
völlig ausreichend, da man in der Anwendung gar nicht in die<br />
Nähe der Maximalbelastung kommt“, ist sich René Mönch sicher.<br />
KONFEKTIONIERTE SYSTEMLÖSUNGEN SIND<br />
AUCH IN DER KONSTRUKTION VON VORTEIL<br />
Neben den Ketten und Leitungen hat man sich bei Bystronic<br />
außerdem für Linearführungen der drylin W-Serie von igus entschieden.<br />
„Wir erhalten damit viele notwendige Bauteile aus<br />
einer Hand, was in der Konstruktion ein großer Vorteil ist“, meint<br />
Alexandra Fritsche. Für die Energieketten gilt das in besonderem<br />
Maße: Bystronic hat die Energieführungen als fertig konfektionierte<br />
readychain bestellt. Damit haben die Mitarbeitenden in<br />
der Konstruktion eine voll bestückte Energiekette samt chainflex<br />
Leitungen erhalten, die schnell eingebaut werden konnte.<br />
Mit der Entscheidung für die cradle-chain ist Expertin Fritsche<br />
zufrieden. „Die ByBend Star 120 ist zukunftsweisend und innovativ,<br />
darauf können wir stolz sein“, resümiert sie. Die Installation von<br />
recycelten Materialien werde künftig einen immer wichtigeren<br />
Stellenwert in der Industrie einnehmen. Produkte wie die cradlechain<br />
sind es dann, die in Zukunft eine echte Kreislaufwirtschaft<br />
ermöglichen werden.<br />
Bilder: Aufmacher igus, Einklinker Bystronic, rechte Seite oben igus<br />
www.igus.de<br />
UNTERNEHMEN<br />
igus GmbH<br />
Spicher Str. 1a, 51147 Köln<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 35
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
MOTION CONTROL<br />
NEU GEDACHT<br />
Die Steuerung komplexer Mehrachssysteme<br />
(Roboter) ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die<br />
spezialisierte Motion Controller erfordert. Mit<br />
dem MotionA hat die Dübon Engineering GmbH<br />
einen innovativen Motion Controller realisiert,<br />
mit dem hochsynchrone und anspruchsvolle<br />
Bewegungen effizient und kostenoptimiert<br />
realisiert werden können.<br />
Bilder: Igus<br />
Es gibt eine Vielzahl von Robotik- und Automatisierungsanwendungen<br />
mit unterschiedlichen Mechaniken, zum Beispiel<br />
Delta-Roboter, Scara-Roboter, Portalsysteme oder<br />
Cobots. Diese können mit unterschiedlichen Motion Controller<br />
Ansätzen gesteuert werden. Im einfachsten Fall werden<br />
Einzelachssteuerungen verwendet, die über einfache Mechanismen<br />
wie GPIOs synchronisiert werden. Komplexere Problemstellungen<br />
können über erweiterte Bibliotheken im Umfeld des Robotik<br />
Operating Systems (ROS) oder über dedizierte Motion Controller<br />
wie Codesys Softmotion gesteuert werden. Jede dieser Lösungen<br />
hat Vorteile, aber auch limitierende Faktoren. So stoßen<br />
Einzelachsensteuerungen bei Multiachsen-Anwendungen an ihre<br />
Grenzen, Codesys zwingt Anwender in eine proprietäre Insellösung<br />
mit spezifischer Entwicklungsumgebung, und bei ROS<br />
müssen hohe Komplexität sowie relativ hohe Ressourcenanforderungen<br />
an die Systemplattform in Kauf genommen werden.<br />
KOMPLEXE PROZESSE EFFIZIENT REALISIEREN<br />
Die meisten Bewegungssteuerungen sind also entweder einfach<br />
zu bedienen, aber unflexibel – oder leistungsstark, aber kompliziert<br />
in der Handhabung und teuer. Hier setzt Dübon Engineering<br />
mit seinem Motion Controller MotionA an und bietet eine<br />
Alternative, die es ermöglicht, komplexe Abläufe einfach und ressourcenschonend<br />
zu realisieren – und das auf kostenoptimierten<br />
Plattformen. Adressiert werden DeltaRoboter, Linearachsen, Scara-<br />
Roboter sowie ähnliche Robotik-Kinematiken. Dabei profitieren<br />
Anwender auch von erheblichen Einsparungen bei den Motoren,<br />
da Varianten des MotionA auch Motortreiber integrieren,<br />
was die Verwendung von günstigen analogen Motoren ermöglicht.<br />
KOMFORTABLE SYSTEMINTEGRATION<br />
Für Scara-Roboter, Delta-Roboter und Cobots bietet MotionA die<br />
Möglichkeit, komplexe Pick-and-Place-Bewegungen mit wenigen<br />
Parametereinstellungen zu steuern. Dabei kann das System<br />
mit wenigen Parametern optimiert werden, z.B. kann der maximal<br />
erlaubte Ruck eingestellt werden, der unter allen Umständen<br />
eine flüssige Bewegung garantiert. Auch das Aufnehmen von sich<br />
bewegenden oder beschleunigenden Objekten, z.B. auf einem<br />
Förderband, ist komfortabel realisierbar. Der nicht echtzeitfähige<br />
Host schiebt die Bewegungsbefehle in diese Pipeline, während<br />
sich MotionA um die korrekte zeitliche Abarbeitung kümmert.<br />
Für eine unterbrechungsfreie Bewegung muss der Host nur sicherstellen,<br />
dass die Pipeline nicht leerläuft. Auch die Einbindung<br />
von GPIOs (General Purpose Input/Output), Analogeingängen<br />
und anderem ist möglich. Für die Systemintegration ist der<br />
vollständige Simulationsmodus (digitaler Zwilling) von MotionA<br />
unerlässlich. Auch ohne Roboter-Hardware kann somit das Gesamtsystem<br />
aufgebaut und getestet werden. MotionA unterstützt<br />
als Host-System Linux (x86 und ARM), Windows und Mac, unabhängig<br />
von bestimmten Frameworks oder Tools. Die Integration<br />
ist einfach und effizient. Der MotionA besteht aus drei zentralen<br />
Komponenten: der Kinematik (die mathematische Beschreibung<br />
des Roboters), der ActiongraphVM (die Echtzeitsprache zur Steuerung<br />
der Bewegung) und dem eigentlichen „Actiongraph-Programm“.<br />
Da es beliebig viele Programme geben kann, wird aus<br />
dem ActiongraphProgramm eine API generiert, gegen die auf<br />
dem Host-System programmiert werden kann. Der Anwender erhält<br />
somit eine optimale, einfach zu bedienende Schnittstelle für<br />
seinen spezifischen Anwendungsfall.<br />
www.duebon-engineering.de<br />
WERDEN SIE ENTWICKLUNGSPARTNER!<br />
Sind Sie Hersteller von Linearachsen oder anderen<br />
mechanischen Komponenten, aus denen Roboter wie<br />
Cobots, Scara- oder Delta-Roboter entstehen können?<br />
Haben Sie eine Produktidee und möchten<br />
Ihr Portfolio erweitern? Dübon Engineering<br />
unterstützt Sie von der Idee bis hin zum<br />
erfolgreichen Produkt: bit.ly/3Xt3wXH<br />
AUTOR / KONTAKT<br />
Dübon Engineering GmbH<br />
72127 Tübingen-Kusterdingen,<br />
Geschäftsführer Matthias Dübon,<br />
matthias.duebon@ duebon-engineering.de<br />
36 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
Im Lipperfeld 7c<br />
NEUES GEHÄUSESYSTEM<br />
Bopla Gehäuse Systeme präsentiert<br />
mit BoVersa ein neues Gehäusesystem.<br />
Das neue Konzept bietet flexible<br />
und kundenspezifische Gestaltungsmöglichkeiten<br />
sowie ein modernes<br />
Design inklusive Beleuchtung und innovativer Kühlung.<br />
Bei der Entwicklung standen vor allem Flexibilität und Funktionalität im Mittelpunkt.<br />
Unterteil, Oberteil und Frontrahmen lassen sich beliebig miteinander kombinieren.<br />
Neben der Kunststoffausführung können Anwender auch ein Gehäuseunterteil aus<br />
Aluminiumdruckguss mit eingeformten Kühlrippen und Befestigungslaschen wählen.<br />
Der offene Frontrahmen eignet sich für die Integration von Tastaturen und Displays,<br />
während die geschlossene Variante eine klare Optik oder individuelle Designs<br />
ermöglicht. Das transparente Oberteil gewährt einen Blick ins Innere des Gehäuses<br />
oder auf eingebaute Displays. Damit oder mit der transluzenten Version lassen sich<br />
darüber hinaus Beleuchtungseffekte und Statussignalisierungen setzen. Farbliche<br />
Akzente sind zudem durch die Kombination von Gehäuseteilen in unterschiedlichen<br />
Farben umsetzbar. Neu ist auch die Kühltechnik. Das punktsymmetrische Design<br />
ermöglicht entsprechenden Rippen einen optimalen Luftstrom in horizontaler und<br />
vertikaler Montageposition.<br />
www.bopla.de<br />
leanSYSTEMS<br />
<strong>AUTOMATION</strong> -<br />
mit System.<br />
NEUE ADAPTERTÜLLEN FÜR<br />
KEYSTONE-MODULE<br />
Icotek stellt die neuen Adaptertüllen AT-KS-AK vor.<br />
Die Adaptertüllen wurden speziell für Keystone-Module<br />
entwickelt und mit einer Schutzklappe ausgestattet,<br />
um einen Schutz bis IP54 zu gewährleisten.<br />
Sie basiert auf der KT Kabeltülle vom Unternehmen<br />
und soll das einfache Einrasten von nahezu allen<br />
Modulen, die auf dem Keystone-System basieren, ermöglichen. Der in die Tülle<br />
integrierte Polyamidkorpus bietet laut Hersteller eine stabile und sichere Basis für die<br />
verwendeten Module. Eine frontseitig angebrachte Schutzklappe schützt die Schnittstelle<br />
und kann zur zusätzlichen Sicherheit sogar verplombt werden. Die Snap-in-<br />
Montage ermöglicht laut Unternehmen ein einfaches Einrasten der Keystone-Module<br />
in die Adaptertülle. Bei Bedarf können die Module mithilfe eines Schraubendrehers<br />
wieder entriegelt werden. Die Schutzart IP54 wird bei geschlossener Klappe erreicht,<br />
unabhängig vom Keystone-Modul-Typ oder Hersteller.<br />
www.icotek.com<br />
Ihre Vorteile:<br />
Große Vielfalt<br />
Wählbare Parameter<br />
SIGNALLEUCHTEN MIT AKUSTISCHEM SIGNALGEBER<br />
IPF erweitert sein Angebot an LED-Signalleuchten durch zwei Varianten für 24 v DC<br />
mit akustischen Signalgebern. Anlagen- und Maschinenzustände lassen sich damit<br />
sowohl rundum sichtbar als auch hörbar anzeigen. Bei Bedarf ist die Ausgabe eines<br />
akustischen Alarms möglich. Die LED-Signalleuchte EZ500320<br />
bietet drei Leuchtsegmente in den Farben Rot, Gelb und Grün.<br />
EZ500330 verfügt über vier Segmente mit den Farben Rot, Gelb,<br />
Grün und Blau. Beide Signalleuchten integrieren außerdem<br />
einen akustischen Signalgeber (95db). Die Säulengehäuse mit<br />
einem Durchmesser von 50 mm sind aus Aluminium (Schutzklasse<br />
IP20) gefertigt, die Leuchten-Abdeckungen bestehen aus<br />
Polycarbonat. EZ500320 mit 5-poligem M12-Anschlussstecker<br />
liefert eine Leistung von 3,8 W. EZ500330 ist auf 4,3 W ausgelegt<br />
und wird wegen des vierten Leuchtsegmentes mit einem<br />
8-poligen M12-Stecker angeschlossen. Die Befestigung der<br />
Signalleuchten ist montageseitig komfortabel konzipiert.<br />
www.ipf.de<br />
Auf Wunsch komplett<br />
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Informationen!<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 37
KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />
DIAGNOSEFÄHIGES STEUERUNGSSYSTEM<br />
FÜR HEIZELEMENTE<br />
Für 3-phasige Heizungen hat Gefran<br />
die neuen Halbleiterrelais GRZ-H<br />
entwickelt. Sie zeichnen sich unter<br />
anderem durch kompakten Aufbau,<br />
Schalten im Nulldurchgang, thermischen<br />
Schutz und einfache Diagnostik<br />
aus. Die Reihe steht für Stromstärken<br />
von 10 bis 75 A pro Phase<br />
und Wechselspannungen bis 600 V<br />
zur Verfügung. Das Ein- und Ausschalten<br />
der ohmschen Lasten durch die Halbleiterrelais<br />
erfolgt stets bei Nulldurchgang der sinusförmigen Netzwechselspannung.<br />
Diese Schaltart eignet sich vor allem für lineare<br />
Widerstände und verhindert Netzverschmutzung. Weiter<br />
kennzeichnend sind eine dreipolige Steuerung zur Kontrolle<br />
aller drei Phasen und eine zweipolige Steuerung als Sparschaltung.<br />
Darüber hinaus bieten die Halbleiterrelais GRZ-H<br />
zahlreiche Überwachungs- und Diagnosemöglichkeiten.<br />
Detektierte Fehler werden neben Setzen eines Alarmausgangs<br />
auch frontseitig durch farbige Relais angezeigt. Bei thermischem<br />
Alarm erfolgt zudem eine sofortige Unterbrechung der<br />
Stromversorgung. Zur permanenten Überwachung der<br />
Kühlkörpertemperatur der siliziumgesteuerten Gleichrichter<br />
kommen spezielle Sensoren zum Einsatz. Um entstehende<br />
Wärme in den Halbleiterrelais noch effektiver abzuführen,<br />
werden die Modelle mit höheren Stromstärken mit einem<br />
Lüfter ausgerüstet.<br />
www.gefran.com<br />
SICHERE UND ZUVERLÄSSIGE<br />
VERBINDUNGEN<br />
TKD bietet als Teil<br />
der Industrial<br />
Cable Connectivity<br />
Unit die qualifizierte<br />
Fertigung von<br />
Spezialkabeln und<br />
die vollständige<br />
Individualisierung<br />
der Kabeleigenschaften<br />
an. Die<br />
Gruppe verfügt<br />
neben 26 Eigenmarken über 80.000 Artikel mit einem<br />
Kupferkerndurchmesser von 0,14 bis 400 mm 2 . Der Bereich der<br />
angebotenen Temperaturtoleranzen reicht von -190 bis<br />
1.550 °C. Vorkonfektionierte und anschlussfertige Kabellösungen<br />
von TKD helfen dabei, Projekte deutlich zügiger und<br />
kosteneffizienter abzuwickeln. Um bei diesem großen<br />
Angebot die passende Lösung schnell und unkompliziert zu<br />
finden, hat TKD den Produktfinder entwickelt. Dieser steht auf<br />
der unternehmenseigenen Webseite zur Verfügung und bietet<br />
die Möglichkeit, das passende Produkt nach Kabeltyp,<br />
Anwendung, Katalog oder Branche zu suchen. Und sollte<br />
einmal nicht die ideale anwendungsorientierte Kabellösung<br />
gefunden werden, helfen die Spezialisten von TKD weiter. Das<br />
Logistikzentrum in Nettetal und weitere Lager in den Niederlanden,<br />
Polen, Italien und China gewährleisten hohe Warenverfügbarkeiten<br />
und eine schnelle Zustellung.<br />
www.tkd-kabel.de<br />
OPTIMIERTE PRÜFPROZESSE IM<br />
WERKSTOFFLABOR<br />
Kärcher prüft sowohl<br />
neue Kunststoffe als<br />
auch Recyclate im<br />
eigenen Werkstofflabor.<br />
Durch die Implementierung<br />
der Prüfsoftware<br />
Testxpert von Zwickroell<br />
konnte Kärcher die<br />
Effizienz seiner<br />
Prüfverfahren steigern. Die manuelle Eingabe der Auftragsund<br />
Probendaten in alle Systeme und Messgeräte erwies sich<br />
als fehlerbehaftet und lückenhaft. Auch die Auswertung der<br />
Messdaten und Archivierung bargen Fehlerpotenzial. Daher<br />
trat das Unternehmen mit der Anforderung an Zwickroell<br />
heran, vom digitalen Prüfauftrag über die Messungen bis hin<br />
zum Prüfbericht redundante Eingaben zu eliminieren.<br />
Außerdem sollten Messdaten vollständig automatisiert<br />
aufbereitet werden. Mit Testxpert ist es möglich, Probennummer<br />
und -zustand direkt in die Software einzugeben, was eine<br />
automatisierte Datenübertragung in die Werkstoffdatenbank<br />
ermöglicht. Diese Optimierung führt zu einer deutlichen<br />
Reduktion manueller Eingaben und damit verbundener Fehler,<br />
was den gesamten Prüfprozess beschleunigt und die Genauigkeit<br />
der Daten erhöht. Statt PDF sind die Daten nun strukturiert<br />
und leicht zugänglich.<br />
www.zwickroell.com<br />
DATENLEITUNG AUS BIOBASIERTEM<br />
MANTELMATERIAL<br />
Lapp geht mit der Etherline FD bioP Cat.5e in die Serienproduktion.<br />
Die Datenleitung besteht aus teilweise biobasierten<br />
Mantelmaterial. Die nachhaltige Variante besteht zu 43<br />
Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen (nach ASTM D6866).<br />
Die Produkteigenschaften sind gleich wie bei der Standardvariante<br />
aus rein fossilen Rohstoffen. Damit wird der CO₂-<br />
Fußabdruck um 24 Prozent gegenüber des fossil-basierten<br />
TPU-Mantels reduziert. Die Leitung eignet sich für die<br />
Patchkabel-Konfektion bis 60 m Kabellänge. Dank der<br />
Cat.5e-Performance bis 1.000 Mbit/s ermöglicht sie einen<br />
schnellen Informationsaustausch und dient zur Übertragung<br />
analoger und digitaler Signale im Frequenzbereich bis<br />
100 MHz. Zudem ermöglicht das Kupferabschirmgeflecht den<br />
Schutz vor elektromagnetischer Störung. Halogenfreie und<br />
flammwidrige Materialien reduzieren<br />
die möglichen Gefahren im<br />
Brandfall. Außerdem ist der<br />
Bio-TPU-Außenmantel unempfindlich<br />
gegenüber mineralölbasierten<br />
Schmiermitteln und vielfach<br />
chemisch beständig. UL-/CSA-Zertifizierung<br />
gemäß technischen Daten<br />
ermöglicht die Verwendung des<br />
Produkts auch im nordamerikanischen<br />
Raum.<br />
www.lapp.com<br />
38 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
BILDVERARBEITUNG, OPTISCHE MESSTECHNIK UND INSPEKTION<br />
TITEL<br />
Embedded 3D mit KI macht<br />
42 Bildverarbeitung smart<br />
Hyperspectral Imaging:<br />
44 Wende in der Textilindustrie<br />
Fokus 2030: Bildverarbeitung<br />
46 in der Halbleiterindustrie<br />
Produkte, Technologien<br />
49 und Trends<br />
industrielle-automation.net
IM FOKUS<br />
ES BLEIBT SPANNEND<br />
Robotik und Automation sowie das Segment<br />
industrielle Bildverarbeitung zählen zu den<br />
Schlüssel technologien in Deutschland. Zu Recht,<br />
denn ohne sie wären wir kaum wettbewerbsfähig<br />
und könnten viele Aufgaben im Zeitalter einer<br />
Industrie 4.0 nicht effizient bewältigen. Die nächsten<br />
Meilensteine erwarten wir durch den Einsatz<br />
künstlicher Intelligenz. Auch die Fortschritte in der<br />
Computer- und Sensortechnologie eröffnen neue<br />
Anwendungs felder, beispielsweise in der<br />
Medizin technik, der Halbleiterbranche<br />
und der Recyclingindustrie. Auf den<br />
nächsten Seiten finden Sie Applikationen,<br />
die bislang nicht denkbar<br />
waren. Auch geben wir Ihnen<br />
interessante Einblicke in die<br />
Trendthemen 3D, Generative<br />
AI, Embedded Vision und<br />
Hyperspectral Imaging.<br />
Es bleibt spannend!<br />
Ihre Nicole Steinicke<br />
Chefredakteurin<br />
<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />
19. SONDERSCHAU »BERÜHRUNGSLOSE<br />
MESSTECHNIK« AUF DER CONTROL 2025<br />
BASLER UND ROBOCEPTION<br />
INTENSIVIEREN ZUSAMMENARBEIT<br />
Der führende Anbieter<br />
von Bildverarbeitungs-<br />
Komponenten für<br />
Computer Vision Anwendungen<br />
Basler AG,<br />
hat im Rahmen einer<br />
strategischen Beteiligung<br />
und Kapitalerhöhung<br />
Anteile in Höhe von<br />
25,1 % an der Roboception GmbH, München, übernommen.<br />
Roboception ist mit innovativen Hard- und Softwareprodukten<br />
ein Vorreiter auf dem Gebiet der intelligenten 3D Sensorik<br />
und liefert damit Schlüsselelemente für flexible Automatisierungslösungen.<br />
Zwischen beiden Unternehmen besteht<br />
bereits seit 2021 eine Vertriebskooperation sowie eine<br />
intensive Zusammenarbeit in der Entwicklung von 3D-Bildverarbeitungslösungen,<br />
die es robotischen Systemen erlaubt,<br />
ihre Umgebung sicher zu erfassen und zu analysieren.<br />
Bild: Dr. Michael Suppa (Roboception) und Hardy Mehl (Basler)<br />
www.roboception.de<br />
IMPULSGEBER AUSLAND<br />
Die Robotik und Automation in Deutschland wird bei verhaltener<br />
Inlandskonjunktur insbesondere vom Auslandsgeschäft<br />
getragen: Die Branche prognostiziert für <strong>2024</strong> eine Umsatzsteigerung<br />
von insgesamt 2 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro.<br />
Im Vorjahr hatten die Unternehmen mit einem Umsatzplus<br />
von 13 Prozent einen Rekord von 16,2 Milliarden Euro erzielt.<br />
Während die Robotik- und Automationsbranche bei schwacher<br />
Konjunktur im Inlandsgeschäft auf der Stelle tritt, erwartet die<br />
Branche <strong>2024</strong> Impulse weiterhin aus dem Ausland. Bestreben<br />
ist jedoch auf einen soliden Wachstumspfad zurückkehren.<br />
www.vdma.org<br />
MVTEC SOFTWARE UND MITSUBISHI ELECTRIC<br />
EUROPE KOOPERIEREN<br />
Im Rahmen der internationalen Leitmesse für Qualitätssicherung<br />
Control 2025 in Stuttgart veranstaltet der<br />
Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision in Zusammenarbeit mit<br />
P. E. Schall zum 19. Mal die Sonderschau »Berührungslose<br />
Messtechnik«. Die Sonderschau zeigt auf rund 300 m 2 einen<br />
Querschnitt innovativer Technologien, Applikationen und<br />
Systemkomponenten aus dem Bereich der berührungslosen<br />
Mess- und Prüftechnik und bietet Anwendern eine erste<br />
Orien tierungshilfe bei der Auswahl der zur Bewältigung der<br />
eigenen Prüfaufgaben geeigneten Technologie. Firmen,<br />
Forschungseinrichtungen und Hochschulen, die Interesse an<br />
einer Teilnahme haben, können bis zum 30. Oktober <strong>2024</strong><br />
einen Exponat-Vorschlag beim Fraunhofer-Geschäftsbereich<br />
Vision einreichen. Titel und kurze Beschreibung des Themas<br />
genügen, E-Mail an vision@fraunhofer.de.<br />
www.vision.fraunhofer.de<br />
Die MVTec Software GmbH,<br />
Hersteller von Machine<br />
Vision Software, gibt die<br />
Aufnahme von Mitsubishi<br />
Electric Europe B.V. in das<br />
eigens ins Leben gerufene<br />
Technologiepartner-<br />
Programm bekannt. Alle<br />
Modelle des Mitsubishi Contact Image Sensors (CIS) setzen<br />
bereits auf Standardschnittstellen und sind somit direkt mit<br />
den Softwareprodukten von MVTec nutzbar. Im Rahmen<br />
dieser strategischen Partnerschaft werden die bestehenden<br />
Maßnahmen nun unter einem einheitlichen Dach gebündelt,<br />
um die Zusammenarbeit zu optimieren und die Integration<br />
der Mitsubishi-Produkte in das MVTec-Portfolio nachhaltig<br />
sicherzustellen und weiter voranzutreiben.<br />
Bild: turbodesign – stock.adobe.com<br />
www.mvtec.de<br />
emea.mitsubishielectric.com/fa<br />
40 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
WISSENSTRANSFER: NEUES RUND UM KI,<br />
SYNTHETISCHE DATEN UND 3D IMAGING<br />
Die Industrial Vision Days, die gemeinsam vom VDMA<br />
Machine Vision und der Messe Stuttgart im Rahmen der<br />
Messe Vision <strong>2024</strong> organisiert werden, sind das weltweit<br />
größte Vortragsforum der Branche und bekannt für intensiven<br />
Wissenstransfer im Bereich der Bildverarbeitung. Viele<br />
Vorträge gehen dieses Jahr wieder auf die Trendthemen 3D<br />
Imaging, Hyperspectral / Beyond the Visible sowie KI ein, sehr<br />
oft mit Anwendungsbeispielen. „High-speed“ ist im Bereich<br />
der Kameratechnologie ein heißes Thema. „Besonders<br />
gespannt bin ich auf die Podiumsdiskussion ‚Generative AI for<br />
Machine Vision – Dream or Coming True?“, sagt Anne Wendel,<br />
Leiterin der VDMA Fachabteilung Machine Vision. „Das Thema<br />
Generative KI für die Bildverarbeitung ist von großer Bedeutung<br />
für die Branche, nicht zuletzt durch Entwicklungen wie<br />
ChatGPT2. Es bleibt abzuwarten, wo die Bildverarbeitungsindustrie<br />
aktuell steht: Gibt es bereits konkrete Entwicklungen<br />
hin zu einem VisionGPT? Welche neuen Anwendungsfelder<br />
könnten durch den Einsatz von Generativer KI erschlossen<br />
werden? Die Einschätzungen der Experten werden sicherlich<br />
spannend und richtungsweisend sein.“<br />
www.vision-messe.de<br />
MAGISCHE HORIZONTE AUF DER VISION <strong>2024</strong><br />
Vom 8. bis 10. Oktober <strong>2024</strong> treffen sich Expertinnen und<br />
Experten auf der Messe Vision in Stuttgart, um Trendthemen<br />
und Innovationen der Bildverarbeitungsbranche zu präsentieren<br />
und diskutieren. Welche Technologien beeinflussen die<br />
Zukunft der Branche maßgeblich? Auf der Vision warten<br />
spannende Einblicke in Themen wie künstliche Intelligenz (KI),<br />
2D-/3D-Robot-Vision, GigE, Embedded Vision und Cloud-<br />
Lösungen. Das Einsatzspektrum reicht von der Medizintechnik<br />
über die Lebensmittelindustrie bis hin zu automatisierten<br />
Fertigungsprozessen. Embedded Vision Technologien bieten<br />
intelligente Anwendungslösungen, indem sie sehr kompakte<br />
und leistungsstarke Bildverarbeitungs-Systeme ermöglichen.<br />
Für Anwendungen in den Bereichen Elektronik und E-Mobilität,<br />
wie die Inspektion von Oberflächen, kommen 3D-Sensoren<br />
zum Einsatz. Auch diese werden im Oktober in Stuttgart<br />
präsentiert. Besondere Highlights werden die Industrial Vision<br />
Days, die Scientific Vision Days sowie die Verleihung des<br />
Vision Awards sein. Besucherinnen und Besucher können im<br />
Rahmen des weltweit größten Vortragsforums für industrielle<br />
Bildverarbeitung Technologien und praxisnahe Anwendungen<br />
erleben, die die Zukunft der Bildverarbeitung prägen.<br />
Besonders zeichnet sich die Fachmesse durch erst klassige<br />
Aussteller und eine hohe Internationalität aus.<br />
www.messe-stuttgart.de/vision<br />
Industriekameras, Smart Vision, Embedded Vision und 3D<br />
DIE KOMPLETTE WELT DER<br />
BILDVERARBEITUNG<br />
Von industriellen Kamerakomponenten über Zubehör<br />
bis hin zu kundenspezifischen Lösungen.<br />
Jetzt mehr erfahren!
01<br />
2D, 3D und KI – alles in einem smarten,<br />
flexiblen Bildverarbeitungssystem<br />
BIS INS KLEINSTE DETAIL<br />
Ob für komplexe Aufgaben eine 3D-Tiefenwahrnehmung benötigt wird oder die<br />
Einfachheit und Geschwindigkeit der 2D-Vision für Standardanwendungen<br />
ausreicht – diese Frage stellen sich viele Anwender, die auf hohe Qualitätsstandards<br />
für Produkte setzen. KI-gestützte 3D-Prüfsysteme können beides und gleichzeitig<br />
spielen sie ihre Vorteile in automatisierten Prozessen aus.<br />
Eine Grundsatzfrage bei der Planung eines neuen Bildverarbeitungssystems<br />
lautet: 2D oder 3D? Welche Wahl bessere<br />
Ergebnisse verspricht, hängt von vielen Parametern ab, unter<br />
anderem von der Geometrie der Objekte sowie den zu<br />
erkennenden Fehlern bzw. Messergebnissen. Seit einiger Zeit<br />
müssen sich Anwender von Vision-Systemen zudem festlegen,<br />
ob sie ausschließlich mit traditionellen, regelbasierten Algorithmen<br />
oder auch mit Methoden der Künstlichen Intelligenz arbeiten<br />
wollen. Nach der Realisierung eines Systems gibt es zwar immer<br />
noch Möglichkeiten, von 2D auf 3D aufzurüsten oder KI-<br />
Funktionalitäten zu ergänzen. Der wesentliche Vorteil der KI, das<br />
einfachere Konfigurieren der Vision-Systeme, ist dann jedoch<br />
schon verschenkt.<br />
Das neue 3D-Bildverarbeitungssystem In-Sight L38 von Cognex<br />
vereinfacht diese Entscheidungen: Als weltweit erstes Bildverarbeitungssystem<br />
vereint es 2D- und 3D-Technologien und erlaubt<br />
die Lösung vieler Prüf- und Messanwendungen, die mit KI-Funktionalitäten<br />
wie dem Trainieren von Beispielbildern eingerichtet<br />
und mit Hilfe regelbasierter Software angepasst werden können.<br />
„Diese Flexibilität macht das In-Sight L38 einzigartig“, betont<br />
Cognex Product Manager Ruben Ferraz. „Die jahrzehntelange Erfahrung<br />
von Cognex in der industriellen Bildverarbeitung ist in<br />
das In-Sight L38 eingeflossen: Es umfasst die besten traditionellen<br />
Vision Tools für die Erfassung und Auswertung von 2D- und<br />
3D-Bildern. Darüber hinaus lassen sich diese Werkzeuge jedoch<br />
auch mit KI-Tools kombinieren und separat oder zusammen nutzen,<br />
um mit geringem Aufwand robuste Anwendungen zu erstellen,<br />
die zuverlässig genaue Ergebnisse liefern.“<br />
PATENTIERTE LASER-BELEUCHTUNG<br />
ERMÖGLICHT HOCHWERTIGE BILDDATEN<br />
Grundlage für die Aufnahme hochwertiger Bilder sind zwei von<br />
Cognex patentierte Schlüsseltechnologien im Bereich der integrierten<br />
Laser-Beleuchtung: Speckle-Free und High-Power Laser<br />
Line. Die Speckle-Free-Technologie behebt Probleme mit dunklen<br />
und hellen Bereichen auf der Laserlinie, die durch Interferenzeffekte<br />
verursacht werden. Weniger Unregelmäßigkeiten<br />
einer Laser-Linie minimieren das räumliche Rauschen, was die<br />
Bildauflösung im Vergleich zu konventionellen Lasersensoren erhöht<br />
und so zu einer deutlich verbesserten Inspektions-<br />
Wiederholbarkeit führt. Die High-Power-Laserlinie des<br />
In-Sight L38 bietet Vorteile wie unter anderem fünfmal kürzere<br />
Belichtungszeiten, höhere Liniengeschwindigkeiten und bessere<br />
42 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
01 Die Überprüfung unterschiedlicher Merkmale von bestückten<br />
Sicherungskästen für Kraftfahrzeuge ist ein typischer Anwendungsfall<br />
in der Automobilindustrie<br />
02 Durch die integrierten KI-Optionen kann das 3D-Vision-System<br />
auch in Anwendungen mit hoher natürlicher Variation eingesetzt<br />
werden, zum Beispiel in der Inspektion von Lebensmitteln<br />
Inspektionsergebnisse. Zudem zeichnen sich High-Power-Laserlinien<br />
durch eine größere Linien-Homogenität und eine zusätzliche<br />
Reduzierung der Fleckenbildung aus.<br />
Aufgrund der Laser-Schutzklasse 2 des In-Sight L38 sind keine<br />
Sicherheitsingenieure oder Spezialgehäuse nötig. Dennoch sorgt<br />
die integrierte rote oder blaue Laser-Linie für eine fleckenfreie,<br />
homogene Beleuchtung, die in Kombination mit der hochwertigen<br />
Optik unerwünschte Reflexionen reduziert. Das In-Sight L38-<br />
Modell mit großem Field of View nutzt den Schutzklasse-2-Laser<br />
mit der höchsten Intensität am Markt und ermöglicht insbesondere<br />
bei der Untersuchung von schnell bewegten Objekten eine<br />
bessere Bildqualität.<br />
ERFOLG OHNE PROGRAMMIERKENNTNISSE<br />
Das 3D-Bildverarbeitungssystem In-Sight L38 ist einzigartig im<br />
Bereich Embedded 3D-Produkt mit KI-Tools. Für die Erstellung,<br />
den Einsatz und die Wartung selbst komplexer Anwendungen<br />
sind keine Programmier- oder KI-Erfahrungen nötig: In-Sight L38<br />
vereinfacht die Konfiguration dank der integrierten KI-Technologie<br />
Edge Learning, die vortrainierte Modelle mit anwendungsspezifischen<br />
Daten verwendet, erheblich. Ein beispielbasiertes<br />
Training von Objekten und Fehlerklassen ist ausreichend, ersetzt<br />
die komplexe Programmierung vieler regelbasierter Tools und<br />
rationalisiert so die Anwendungsentwicklung.<br />
Die KI-gesteuerten 3D-Tools lassen sich in wenigen Minuten<br />
einrichten und benötigen nur fünf bis zehn markierte Bilder, um<br />
eine Aufgabe zu automatisieren. Mit einem einzigen Tool können<br />
Anwender somit Abweichungen in drei<br />
Dimensionen erkennen und erhalten Ergebnisse<br />
in realen Messgrößen. In-Sight L38 gewährleistet<br />
dabei eine genauere Reproduktion<br />
der geprüften Teile als bisher, was zu zuverlässigeren<br />
Inspektionen und Messungen führt. All-in-One System<br />
MAKRO-STATION<br />
„In-Sight L38 gibt Anwendern eine einfache für die optische QS<br />
Software für die Erstellung von Anwendungen<br />
und die Möglichkeit an die Hand, innerhalb<br />
derselben Software regelbasierte Tools mit KI-basierten Tools zu<br />
kombinieren. Dies ebnet den Weg zu einer schnellen, wirtschaftlichen<br />
Implementierung von 2D- und 3D-Bildverarbeitungssystemen<br />
und ist eine große Stärke des In-Sight L38“, so Ferraz. Die<br />
Basis bildet die In-Sight Software von Cognex. Anwender können<br />
dadurch von einfachen 2D-Anwendungen mit In-Sight 2800 über<br />
schnellere Anwendungen mit In-Sight 3800 bis hin zu In-<br />
Sight L38 zur Prüfung dreidimensionaler Merkmale kosteneffizient<br />
über die Produktpalette skalieren. Das minimiert die Zeit für<br />
das Einrichten der Systeme und den internen Schulungsaufwand.<br />
02<br />
Qualität im Fokus<br />
KI-Fortschritte haben darüber hinaus jedoch weitere Möglichkeiten<br />
für die industrielle Bildverarbeitung eröffnet, so Ferraz:<br />
„Wir sind heute nicht mehr auf traditionelle Anwendungen beschränkt.<br />
KI ermöglicht es, auch Aufgaben mit einem hohen Maß<br />
an natürlicher Variation zu bewältigen, wie die Inspektion von<br />
Holz oder Lebensmitteln. Durch seine Flexibilität in Bezug auf<br />
2D- und 3D-Aufgaben und die Option, regelbasiert, mit KI-Methoden<br />
oder mit einer Kombination beider Technologien vorzugehen,<br />
stellt das In-Sight L38 einen umfassenden Lösungsansatz<br />
für viele Anforderungen in unterschiedlichsten Branchen dar.“<br />
BESTE AUSSICHTEN<br />
Cognex hat bereits erste Lösungen realisiert. „Die Resonanz ist<br />
sehr positiv und hat unsere hohen Erwartungen übertroffen“, berichtet<br />
Ferraz. „Anwendungen wie die Klassifizierung von Lötstellen<br />
anhand ihres Aussehens, die Erkennung von Defekten auf<br />
unebenen Oberflächen, das Lesen schwer erkennbarer Codes<br />
Anzeige<br />
oder das Zählen von Teilen, die sich berühren,<br />
sind einige Beispiele, in denen Anwender unser<br />
3D-System mit KI schon erfolgreich einsetzen.<br />
Durch die Verschmelzung von 2D-, 3D-,<br />
regelbasierter und KI-Technologien ist In-<br />
Sight L38 zudem in der Lage, komplizierte Muster<br />
oder Defekte zu erkennen, die Bildqualität<br />
zu verfeinern und dadurch bessere Ergebnisse<br />
zu erzielen. 2D- und 3D-Funktionen in ein-<br />
und demselben Produkt zu haben, eröffnet zahlreiche Möglichkeiten<br />
und erhöht die Anwendungsvielfalt. Wir freuen uns daher<br />
auf weitere Aufgaben und neue Einsatzgebiete.“<br />
Bilder: Cognex<br />
www.cognex.com<br />
VIELSEITIGE ANWENDUNGSBEREICHE<br />
Hauptzielgruppen des In-Sight L38 sind die Automobil- und die<br />
Verpackungsindustrie, die bei Qualitätskontrollen und der Prozessrationalisierung<br />
auf Vision-Systeme angewiesen sind. Zahlreiche<br />
Aufgaben wie Volumen- und Höhenmessungen, die Lokalisierung<br />
und Klassifizierung von Objekten, das Lesen von Codes<br />
und der Vergleich von Teilen sind dort an der Tagesordnung und<br />
lassen sich mit der neuen IBV-Lösung perfekt realisieren.<br />
UNTERNEHMEN<br />
Cognex Deutschland Inc.<br />
Emmy-Noether-Str.11, 76131 Karlsruhe<br />
AUTOR<br />
Peter Stiefenhöfer – PS Marcom Services<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 43
Die vollautomatische<br />
Maschine kann verschiedene<br />
Arten von Textilabfällen<br />
nach Zusammensetzung,<br />
Farbe und Form klassifizieren<br />
und automatisch<br />
trennen, im Einsatz ist die<br />
Hyperspektralkamera<br />
von Specim<br />
RECYCLING STATT WEGWERF-MENTALITÄT<br />
HYPERSPEKTRALE BILDGEBUNG UND<br />
KI REVOLUTIONIEREN DIE TEXTILINDUSTRIE<br />
Mehr als 15 Kilogramm Textilmüll produziert jeder Mensch in Europa im<br />
Durchschnitt pro Jahr, Tendenz steigend. Weniger als 1 % davon wird derzeit<br />
recycelt. Keine gute Bilanz, denn die Textilindustrie ist weltweit für rund 20 %<br />
der globalen Frischwasserverschmutzung und für 10 % der globalen<br />
CO2-Emissionen verantwortlich. Wir brauchen also dringend eine textile<br />
Kreislaufwirtschaft. Den Weg hierfür ebnen automatisierte Sortier prozesse,<br />
in denen Hochleistungs-Kameras eine wesentliche Rolle spielen.<br />
Textilabfälle sind ein wachsendes globales Problem mit<br />
weitreichenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen<br />
Auswirkungen. Die weltweite Textilindustrie ist eine<br />
der größten und am schnellsten wachsenden Industrien,<br />
die jedes Jahr eine enorme Menge an Textilprodukten herstellt.<br />
Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit weniger als 1 % der<br />
Textilien recycelt werden. Ein erheblicher Teil der Textilabfälle<br />
landet auf Mülldeponien, wo Naturfasern wie Baumwolle erst<br />
nach Jahren zersetzt werden. Synthetische Fasern wie Polyester<br />
bleiben noch viel länger bestehen und verschmutzen die Umwelt.<br />
Um das Textilrecycling zu fördern, verlangt die EU von allen<br />
Mitgliedsländern, dass sie bis zum 1. Januar 2025 Systeme einrichten,<br />
mit denen sie 100 % ihrer Textilabfälle – mehr als 16 Mil-<br />
lionen Tonnen pro Jahr – entsorgen können. Trotz der Bemühungen,<br />
das Recycling zu regulieren und zu fördern, steht das Textilrecycling<br />
vor Herausforderungen: Die Sortierung von Textilmaterialien,<br />
einschließlich Mischungen verschiedener Fasern, ist sehr<br />
komplex, so dass ein dringender Bedarf an effizienten Textilsortierverfahren<br />
besteht.<br />
AUTOMATISIERTE TEXTILSORTIERUNG<br />
Das spanische Unternehmen Picvisa ist auf optische Sortier-,<br />
Robotik-, KI- und Deep-Learning-Lösungen spezialisiert. Aufgrund<br />
einer wachsenden Anzahl von Kunden mit großem Interesse<br />
an fortschrittlichen Lösungen für die Textilsortierung hat<br />
44 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
sich das Unternehmen dazu entschlossen, in dieses Themenfeld<br />
zu investieren. Auf der Suche nach einer innovativen Technologie<br />
zur Textilsortierung hat das Unternehmen eine vollautomatische<br />
Maschine entwickelt, die verschiedene Arten von Textilabfällen<br />
nach Zusammensetzung (Baumwolle, Polyester, Viskose<br />
und andere Fasern), Farbe und Form klassifizieren und automatisch<br />
trennen kann. Anhand dieser technologischen Lösung<br />
klassifiziert und verfolgt Coleo Recycling in A Coruña, Galicien,<br />
jährlich etwa 5.000 t Textilabfälle.<br />
IDENTIFIZIERUNG UND SORTIERUNG DURCH<br />
HYPERSPEKTRALE BILDGEBUNG<br />
OB BAUMWOLLE, VISKOSE UND<br />
ANDERE FASERN, FARBE UND<br />
FORM – VIELE EIGENSCHAFTEN<br />
LASSEN SICH KLASSIFIZIEREN<br />
Die Schlüsselkomponente der vollautomatischen Textilsortiermaschine<br />
von Picvisa ist die Hyperspektralkamera Specim FX17.<br />
Die Kamera arbeitet im Zeilenscan-Modus und erfasst laut Unternehmen<br />
Hyperspektraldaten im Nahinfrarotbereich (NIR) von<br />
900 bis 1.700 nm. Die hyperspektrale NIR-Bildgebung ermöglicht<br />
laut Hersteller die Identifizierung der Zusammensetzung von<br />
Textilprodukten, da verschiedene Textilfasern (natürliche, künstliche<br />
und synthetische) einzigartige spektrale Eigenschaften aufweisen,<br />
die zur Klassifizierung verwendet werden können. Mit<br />
der Hyperspektralkamera kann die Kamera Bilder aufnehmen<br />
und die spektralen Reaktionen verschiedener Materialien mit außergewöhnlicher<br />
Präzision analysieren. Daniel Carrero, Technischer<br />
Direktor von Picvisa, erklärt die Auswirkungen der Kamera:<br />
„Diese Technologie ist ein echter Wendepunkt. Sie ermöglicht es<br />
uns, Materialien und Zusammensetzungen von Kleidungsstücken<br />
für die Vorauswahl vor dem Recycling zu identifizieren<br />
und eine vollständige Analyse mit hervorragender spektraler Auflösung<br />
durchzuführen.“<br />
SENSOR-FUSION FÜR VERBESSERTE<br />
SORTIERGENAUIGKEIT<br />
Zusätzlich zur Hyperspektralkamera integriert Picvisa verschiedene<br />
ergänzende Technologien in seine Textilsortiermaschine,<br />
um eine unvergleichliche Genauigkeit zu gewährleisten. Diese<br />
Technologien umfassen Farbtrennung, Fehlererkennung und<br />
Schadstoffextraktion. RGB-Systeme werden zur Farbklassifizierung<br />
eingesetzt, während induktive Sensoren zur Identifizierung<br />
von Metallen in Kleidungsstücken verwendet werden.<br />
Künstliche Intelligenz (KI) spielt ebenfalls eine entscheidende<br />
Rolle im Sortierprozess des Unternehmens. Durch den Einsatz<br />
von KI-Algorithmen erreicht der Hersteller eine Klassifizierung<br />
von Materialien, die in Farbe und Zusammensetzung identisch<br />
sein können, sich aber in Aussehen oder Form unterscheiden,<br />
und garantiert laut Unternehmen so präzise Sortierergebnisse.<br />
DER WEG ZUM ERFOLG IST DIE REAKTION<br />
AUF DIE KUNDENBEDÜRFNISSE<br />
Die sorgfältigen Bemühungen von Picvisa haben zu einer umfangreichen<br />
Klassifikationsbibliothek geführt, die mehr als 20<br />
Kompositionen umfasst. Die Nachfrage der Kunden nach einer<br />
noch breiteren Palette von Klassifizierungen nimmt jedoch stetig<br />
zu. Insbesondere die Identifizierung<br />
von Elastan hat sich<br />
für das Unternehmen als<br />
schwierig erwiesen, da die<br />
Erkennung dieses Materials<br />
von bestimmten Zusammensetzungen<br />
und Anteilen abhängt.<br />
Um dieses Problem zu überwinden und ihre Lösung weiterzuentwickeln,<br />
untersucht der Hersteller neben der klassenbasierten<br />
Klassifizierung auch die regressionsbasierte Klassifizierung<br />
als mögliche Lösung.<br />
Picvisa sieht ein deutliches Wachstum und eine sehr positive<br />
Entwicklung in der Textilsortierbranche voraus. Mit der Umsetzung<br />
der EU-Verordnungen steigt der Bedarf an effektiven Verfahren<br />
zur Behandlung von Textilabfällen, wodurch die angebotenen<br />
Technologien und Lösungen immer wichtiger werden.<br />
Lluís Seguí, Geschäftsführer von Picvisa, erklärt: „Für Picvisa<br />
stellt der Markt der Textilsortierung einen der am schnellsten<br />
wachsenden Sektoren der Zukunft dar. Die Entwicklung des chemischen<br />
Recyclings für Kleidungsstücke aus gemischten Fasern<br />
und die Suche nach einer Lösung für bereits sortierte reine Kleidungsstücke<br />
werden dabei entscheidend sein.“<br />
EIN PARTNER MIT AUSSERGEWÖHNLICHEN<br />
PRODUKTEN UND DIENSTLEISTUNGEN<br />
Picvisa hatte bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit<br />
Specim gesammelt, da das Unternehmen schon zuvor die Hyperspektralkameras<br />
von Specim in seinen automatischen Sortiermaschinen<br />
für andere Segmente, wie zum Beispiel das<br />
Kunststoffrecycling, eingesetzt hat.<br />
Die Zusammenarbeit zwischen Picvisa und Specim verlief<br />
äußerst zufriedenstellend und setzt laut Unternehmen einen<br />
neuen Maßstab für erfolgreiche Partnerschaften. Im Hinblick auf<br />
die Entscheidung, mit Specim zusammenzuarbeiten, betont<br />
Daniel Carrero: „Wir haben uns für Specim entschieden, weil das<br />
Unternehmen außergewöhnliche Produkte und Dienstleistungen<br />
anbietet. Diese Entscheidung war ist für uns eine sichere<br />
Sache, da Specim eine industrietaugliche Lösung mit fantastischen<br />
Fähigkeiten anbietet.“<br />
Bilder: Aufmacher Picvisa, Einklinker Specim<br />
www.specim.com<br />
www.picvisa.com<br />
UNTERNEHMEN<br />
Specim, Spectral Imaging Ltd.<br />
Elektroniikkatie 13, 90590 Oulu, Finnland<br />
E-Mail: info@specim.com<br />
Picvisa, DFactory Barcelona<br />
Calle 27, 10-16, Sector BZ<br />
08040 Barcelona, Spanien<br />
Tel. +34 938 268 822<br />
E-Mail: info@picvisa.com<br />
Qualität im Fokus<br />
MAKRO-STATION<br />
All-in-One System<br />
für die optische QS<br />
AUTORIN<br />
Minna Törmälä, Global Marketing Manager,<br />
Specim, Finland<br />
Anzeige<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 45
WIE KI-BASIERTE BILDGEBUNG SUBTILE DEFEKTE GENAU ERKENNEN KANN<br />
HALBLEITERINSPEKTION 2030<br />
Die Halbleiterindustrie verspricht ein enormes Wachstum. Denn die<br />
zunehmende E-Mobilität, der Ausbau des Internets in der Industrie, KI<br />
und die drahtlose Kommunikation erhöhen den Bedarf an High-End-Chips.<br />
Es ist also unabdingbar, die Herstellungsprozesse mikroelektronischer<br />
Baugruppen weiter zu automatisieren. Bildverarbeitungssysteme spielen<br />
hierbei eine Schlüsselrolle.<br />
Die weltweite Halbleiterknappheit, die im Jahr 2021 begann,<br />
prägt weiterhin die Welt. Dies hat so unterschiedliche<br />
Branchen wie Unterhaltungselektronik, Verkehr,<br />
Verteidigung, Telekommunikation und sogar die<br />
Schwerindustrie erschüttert. Produktionspläne von Automobilherstellern<br />
wurden durchkreuzt und Unternehmen der Unterhaltungselektronik<br />
mussten Markteinführungen verzögern oder<br />
sogar absagen. Einem Bericht aus dem Jahr 2022 zufolge hat der<br />
Mangel an Halbleitern dazu geführt, dass sich die Vorlaufzeiten<br />
in der Produktion von durchschnittlich drei bis vier Monaten auf<br />
10 bis 12 Monate verlängert haben.<br />
Umsatzverluste in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar und<br />
verpasste Chancen häuften sich in der Folge und lenkten noch<br />
mehr Aufmerksamkeit auf eine unserer wichtigsten – und gleichzeitig<br />
am wenigsten beachteten – Industrien. In dem Maße, in<br />
dem sich Märkte und Länder mit dem Ausmaß und den Ursachen<br />
der Probleme in der Halbleiterproduktion auseinandersetzten,<br />
begannen sie auch aktiv nach Lösungen zu suchen.<br />
46 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
HERAUSFORDERUNGEN EINER<br />
NANOPRODUKTION<br />
Die enormen Investitionen in die Infrastruktur der Halbleiterfertigung<br />
werden über die eigentlichen Halbleiterfabriken (Fabs)<br />
hinaus auf die vielen Hersteller von Anlagen und Systemen<br />
durchschlagen, die die Chip-Produktion erst möglich machen.<br />
Man geht davon aus, dass dies zu einem enormen Wachstum bei<br />
Belichtungssystemen und Fotolithografie-Anlagen, die zur Herstellung<br />
von Halbleitern verwendet werden, sowie bei den Inspektionsanlagen,<br />
die zur Bewertung der wichtigsten Phasen des Herstellungsprozesses<br />
eingesetzt werden, führen wird.<br />
Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Innovationen – kleineren<br />
Nodes und höheren Erträgen - Schritt halten, wenn nicht sogar<br />
zunehmen. Das ist kein leichtes Unterfangen. Die Mooresche Beobachtung<br />
ist zwar nicht mehr das “Gesetz”, das sie einmal war,<br />
aber es gibt immer noch schnelle Verbesserungen bei Chips. Hersteller<br />
wie TSMC werben für ihre Wettbewerbsfähigkeit mit der<br />
FÜR DAS JAHR <strong>2024</strong> WIRD<br />
FÜR DIE HALBLEITERBRANCHE<br />
EIN UMSATZWACHSTUM VON<br />
16 PROZENT ERWARTET<br />
HOHE INVESTITIONSBEREITSCHAFT IN DEN<br />
AUSBAU DER ELEKTRONIKINDUSTRIE<br />
Eine dieser Lösungen sind Investitionen. Mehrere Quellen<br />
(McKinsey: The semiconductor decade: A trillion-dollar industry,<br />
SEMI, ISS 2022: Semiconductor Industry Market Outlook and<br />
Prospects for Reaching $1 Trillion by 2030) gehen davon aus, dass<br />
die Halbleiterindustrie im Jahr 2030 eine Milliarde Dollar wert<br />
sein wird, was sie zu einer der fünf wichtigsten Industrien der<br />
Welt machen würde. Um dieses Ziel zu erreichen, sind enorme<br />
Investitionen in die Infrastruktur erforderlich.<br />
Ein Faktor für dieses Wachstum wird die erneuerte<br />
Führungsrolle der amerikanischen<br />
Halbleiterindustrie sein. Heute machen die in<br />
den Vereinigten Staaten hergestellten Halbleiter<br />
nur noch 12 % der weltweiten Gesamtproduktion<br />
aus. Das ist ein Rückgang gegenüber<br />
MAKRO-STATION<br />
All-in-One System<br />
einem Höchststand von 37 % vor nur 30 Jahren. für die optische QS<br />
Selbst bei diesem geringeren Beitrag entfällt<br />
der größte Teil nicht auf High-End-Chips mit<br />
kleinen Nodes (unter 10 nm). Die US-Regierung<br />
möchte diese Situation mit dem im Jahr 2022 beschlossenen<br />
Chip Act ändern, mit dem sie umfangreiche neue Investitionen<br />
zur Förderung der Forschung, Investitionen in die Infrastruktur<br />
und eine robuste Lieferkette zusagt. Auch in Europa soll massiv<br />
in die Elektronikfertigung investiert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit<br />
zu stärken und die Abhängigkeiten zu reduzieren.<br />
Qualität im Fokus<br />
Entwicklung von Prozessen mit immer kleineren Nodes, um die<br />
Chipgröße zu verringern und den Stromverbrauch bei gleichzeitiger<br />
Leistungssteigerung zu senken.<br />
Das Streben nach immer kleineren Merkmalen und höherer<br />
Leistung reicht von den Masken, die das Schaltungsdesign definieren,<br />
bis hin zu den Substraten, die die integrierten Schaltungen,<br />
Leiterbahnen, Schalter, Beschichtungen und andere Komponenten<br />
tragen, aus denen eine Leiterplatte besteht. Das bedeutet,<br />
dass selbst winzige Unzulänglichkeiten die Signalintegrität<br />
und andere Merkmale beeinträchtigen können. Die Hersteller<br />
entdecken immer neue Schwachstellen, Problembereiche und<br />
Defekte, je weiter sie in Richtung Nanoproduktion und darüber<br />
hinaus vordringen. Die Lösung sind geringere Toleranzen in jedem<br />
Schritt des Produktionszyklus.<br />
BILDVERARBEITUNG ALS SCHLÜSSEL<br />
ZUM ERFOLG<br />
In der Halbleiterfertigung ist die Ausbeute das A und O, denn sie<br />
bestimmt den Ausstoß und die Kosten. Geringere Toleranzen<br />
und kleinere Komponenten können jedoch eine große Herausforderung<br />
für die Qualitätskontrolle darstellen.<br />
Anzeige<br />
Hersteller, die kleinere Geometrien fertigen<br />
wollen, müssen die Ausbeute durch Inspektionen<br />
an mehr Stellen im Prozess auf dem Weg<br />
vom Wafer bis hin zur fertigen Leiterplatte<br />
steuern, damit sie Fehler früher identifizieren<br />
können. Der Schlüssel liegt darin, kontinuierlich<br />
mehr Prüfschritte hinzuzufügen, ohne die<br />
Gesamtzeit für die Prüfung zu verlängern. Die<br />
dafür eingesetzten Bildverarbeitungssysteme<br />
müssen eine höhere Auflösung bieten und gleichzeitig die Dauer<br />
der Inspektion verkürzen.<br />
Bei integrierten Schaltungen können Merkmale im Nano-<br />
Bereich kleiner werden als die üblicherweise verwendeten sichtbaren<br />
Bereiche. Die für die Erkennung und Quantifizierung erforderliche<br />
Präzision kann sich dem tatsächlichen Rauschpegel von<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 47
02 KI-Algorithmen können an diversen<br />
Mustern defekter und nicht defekter<br />
PCB-Komponenten trainiert werden,<br />
um einen hohen Grad an Präzision<br />
bei der Klassifizierung zu erreichen<br />
01 Bildverarbeitungssysteme mit höherer Auflösung und kürzeren<br />
Inspektionsdauern werden in der Elektronikfertigung an immer mehr<br />
Stellen im Prozess zum Einsatz kommen, um Fehler früher zu<br />
identifizieren<br />
Sensoren oder sogar den grundlegenden Funktionsprinzipien<br />
nähern. Lösungen erfordern daher neue Ansätze, wie zum Beispiel<br />
extreme UV-Beleuchtungen und eine entsprechend präzise<br />
Bildgebung. Dies erhöht auch die Anforderungen an die nachgelagerten<br />
Komponenten wie die Bildverarbeitungs-Hardware<br />
und -Software, mit denen die aufgenommenen Bilder für die Entscheidungsfindung<br />
umgewandelt und analysiert werden.<br />
Bei Leiterplatten hat die neue Komplexität von Design und Fertigung<br />
zu immer subtileren Fehlern geführt. Die Hersteller müssen<br />
heute eine Vielzahl von Fehlern wie unter anderem gebrochenes<br />
Material, Abrieb, Verunreinigungen, Bruchstücke und<br />
Luftblasen erkennen. Die herkömmliche manuelle Inspektion<br />
oder regelbasierte Bildverarbeitungssysteme sind dieser Aufgabe<br />
unter Umständen nicht mehr gewachsen. Regelbasierte Bildverarbeitungstechniken<br />
sind bei PCB-Komponenten, die große Unterschiede<br />
in Form, Farbton, Kontrast und Textur aufweisen,<br />
nicht immer zuverlässig. Die Entwicklung eines robusten Inspektionssystems<br />
mit herkömmlichen Algorithmen ist dann nicht<br />
mehr praktikabel. Infolgedessen nutzen die Hersteller immer öfter<br />
KI-Funktionalitäten als Ergänzung für Aufgaben, bei denen<br />
herkömmliche Methoden versagen. KI-Algorithmen können an<br />
verschiedenen Mustern defekter und nicht defekter PCB-Komponenten<br />
trainiert werden, um einen hohen Grad an Präzision bei<br />
der Klassifizierung von Komponenten zu erreichen.<br />
VON DER KONVENTIONELLEN ZUR<br />
KI-BASIERTEN BILDGEBUNG<br />
Ein Halbleiter-OEM stand vor dieser Herausforderung, die zu<br />
einem Anstieg fehlerhafter Teile führte, die im automatischen optischen<br />
Inspektionsprozess (AOI) des Unternehmens unentdeckt<br />
blieben. Um das Problem zu lösen, implementierte er die Software<br />
Sapera mit Astrocyte von Teledyne. Die neue Inspektionslösung<br />
kombiniert damit nun regelbasierte Algorithmen und KI-<br />
Funktionen in einer AOI-Anlage.<br />
Mit Hilfe dieser KI-Software-Tools erreichte der OEM eine Genauigkeit<br />
von 98 % bei der kontinuierlichen Klassifizierung mit<br />
einer Geschwindigkeit von 12 bis 14 ms für 200 Bilder und eine<br />
Genauigkeit von 100 % bei einer Trainingsmenge von 453 Bildern<br />
von guten und 11 von schlechten Musterteilen. Darüber hinaus<br />
konnte das Unternehmen eine Genauigkeit von 99,62 % bei 259<br />
Bildern und eine Geschwindigkeit von 20 ms für die Objekterkennung<br />
erreichen, wenn gleichzeitig nach mehreren Fehlern<br />
in einem Bild gesucht wird.<br />
WACHSTUMSTREIBER DER NÄCHSTEN JAHRE<br />
McKinsey prognostiziert, dass fast 70 % des Wachstums bei Halbleitern<br />
in den nächsten zehn Jahren von der Automobilindustrie,<br />
der Datenverarbeitung und -speicherung sowie der drahtlosen<br />
Kommunikation getragen werden. Hinzu kommt die Anwendung<br />
generativer künstlicher Intelligenz (GenAI), die die Nachfrage<br />
nach Rechenleistung um den Faktor 125 steigern wird.<br />
Auch das beeinflusst das Wachstum der Halbleiterbranche in<br />
den nächsten Jahren. Jede Branche strebt nach weiteren Verbesserungen<br />
in Bezug auf Effizienz, Leistung, Gerätegröße und vor<br />
allem Größe. Die Bildverarbeitung wird eine Schlüsselindustrie<br />
sein, um diese Ziele zu erreichen.<br />
Bilder: Aufmacher aslysun – www.shutterstock.com,<br />
01 asharkyu – www.shutterstock.com, 02 Teledyne<br />
www.teledynedalsa.com<br />
UNTERNEHMEN<br />
Teledyne DALSA<br />
Lise-Meitner-Str. 7<br />
82152 Krailling, Deutschland<br />
AUTOR<br />
Bruno Ménard, Software Director,<br />
Teledyne DALSA<br />
48 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
INNOVATIVER BELEUCHTUNGSCONTROLLER FÜR MACHINE VISION<br />
Evotron stellt seine neusten Ringlichtbeleuchtungen<br />
vor. Diese sind mit bis zu acht separat steuerbaren<br />
LED-Segmenten ausgestattet und werden von nur<br />
einem einzigen Einkanal-Beleuchtungscontroller<br />
angesteuert. Möglich wurde diese Entwicklung,<br />
Qualität im Fokus<br />
MAKRO-STATION<br />
All-in-One System<br />
für die optische QS<br />
durch die vom Unternehmen patentierte, FPGA-basierte Lumisens-Technologie. Mit der<br />
freien Auswahl von bis zu 16 aufeinander folgenden Segmentkombinationen lassen<br />
sich fortschrittliche 3D-Beleuchtungstechniken, wie Shape from Shading und photometrisches<br />
Stereo, stark vereinfacht und sehr kompakt realisieren. Die Vorteile dieser<br />
Innovation sind zahlreich: Prozessprüfzeiten werden minimiert, der Hardwareaufwand sinkt drastisch (Mehrkanalcontroller und<br />
spezielle Kabel entfallen) und führt zu starken Kosteneinsparungen. In Schaltschrank und Maschine wird Platz gespart und die<br />
digitale Präzision ermöglicht exakt reproduzierbare Einstellungen. Vorgestellt werden die Neuheiten auf der Messe Vision.<br />
www.evotron-gmbh.de<br />
Anzeige<br />
KOMPAKTE VGA-INFRAROTKAMERA<br />
Optris stellt mit der Infrarotkamera Xi 640 ein neues Mitglied<br />
seiner Compact-Line vor. Sie ermöglicht eine sichere, erschwingliche<br />
und berührungslose Temperaturmessung in<br />
VGA-Auflösung für<br />
den Maschinenbau<br />
und die Zulieferindustrie.<br />
Die<br />
kompakte Kamera<br />
bietet eine umfangreiche<br />
und berührungslose<br />
Zustandsüberwachung.<br />
Bei<br />
einer optischen<br />
Auflösung von<br />
640 x 480 Pixel und<br />
einer Bildwiederholrate von 32 Hz im Spektralbereich von<br />
8 – 14 µm können Anwender mit der VGA-Infrarotkamera<br />
schnelle thermische Prozesse bei Temperaturen zwischen<br />
-20 und 900 °C überprüfen. Optris hat die Xi 640 mit einer<br />
„Auto spot finder“-Funktion ausgestattet, mit der auch die<br />
Temperatur von Objekten in Bewegung gemessen werden<br />
kann, ohne dass neu justiert werden muss. Die Kamera nutzt<br />
einen Motorfokus zur Scharfstellung aus der Ferne. Die<br />
Bildverarbeitung läuft über die mitgelieferte Software<br />
PIX-Connect mit Zeilenscanfunktion. Die Konfiguration<br />
wichtiger Parameter erfolgt über eine USB-2.0-Schnittstelle.<br />
Eingesetzt werden kann die kompakte Wärmebildkamera in<br />
Umgebungstemperaturen zwischen 0 und 50 °C.<br />
www.optris.com<br />
MONTAGESYSTEME FÜR MACHINE VISION<br />
Auf der Vision <strong>2024</strong> stellt der Anbieter seinen neuen Gelenk-<br />
Baukasten der Serie ModuLine vor. Er bietet Mounts für<br />
unbegrenzt 3D-variable, schnelle und exakte Ausrichtung von<br />
Kameras, Licht und Sensoren sowie deren dauerhaft feste<br />
Montage. Die Besonderheit: nur fünf Bauteile bieten nahezu<br />
unbegrenzte Möglichkeiten in Größe und Komplexität der<br />
prozessspezifisch konfigurierten Kamerahalterungen. Von<br />
einfachen Kamera-Mounts mit nur einem Gelenk bis hin zu<br />
Multigelenk-Systemen für mehrere separat ausrichtbare<br />
Kameras auf einer gemeinsamen Basis. Das Programm<br />
ModuLine wurde mit Machine-Vision-Integratoren zusammen<br />
entwickelt, um durch anforderungsgerechte Skalierbarkeit<br />
den optimalen Kosten-Nutzen-Effekt für Kundenprojekte zu<br />
bringen. Bild links: ModuLine anforderungsgerecht skalierbar,<br />
Bild rechts: MicroLine für den Prozess „Proof of Concept“.<br />
www.dk-fixiersysteme.de<br />
25GIGE-SCHNITTSTELLE FÜR WEITERE KAMERAMODELLE<br />
Durch den Einsatz der 25GigE-Schnittstelle in den Kameramodellen der FXO-Serie erweitert<br />
SVS-Vistek die Leistungsfähigkeit von Bildverarbeitungssystemen. Die Bandbreite ermöglicht die<br />
schnelle und zuverlässige Übertragung großer Datenmengen. Mit dem integrierten Interface deckt<br />
die Serie Auflösungen von 1,8 bis 24,6 MP ab. Sony Pregius-Sensoren der dritten und vierten<br />
Generation ermöglichen die Aufnahme hochwertiger Bilder. Die SFP28-Verbindungen ermöglichen<br />
Kabellängen bis 10 km und Übertragungsraten bis 3.125 MB/s. Bis zu 671 Bilder/s sind so möglich.<br />
Das gefräste Gehäuse hat Abmessungen von 50 x 50 x 100 mm. Zudem weisen die Modelle einen<br />
Betriebstemperaturbereich bis zu 60 °C auf. Der integrierte Strobe Controller ermöglicht die<br />
Ansteuerung von Beleuchtungen über vier High Power Outputs mit bis zu 3 A.<br />
www.svs-vistek.com<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 49
UPDATE<br />
COAXPRESS-KAMERAS: HOHE AUFLÖSUNG<br />
UND SCHNELLE BILDRATEN<br />
MaxxVision präsentiert zwei neue CoaxPress-Hochleistungskameras<br />
des kanadischen Herstellers IO Industries. Sie<br />
kombinieren hohe Auflösung und schnelle Bildraten.<br />
Die Redwood 5 MP Farb-Kamera nutzt einen 5,2-Megapixel-<br />
Sensor im APS-C-Format und erreicht Frame-Raten bis 872 fps<br />
bei voller Auflösung (2560 × 2016 Pixel) im 8-Bit-Modus.<br />
Selbst bei einer höheren Bit-Tiefe bleibt die Kamera laut<br />
Hersteller extrem schnell mit 714 fps bei zehn Bit und 583 fps<br />
bei zwölf Bit. Für Anwendungen, die sowohl hohe Auflösung<br />
als auch Geschwindigkeit erfordern, bieten die Redwood<br />
Mono- oder Farbkameras mit ihrem 21-Megapixel-Sensor<br />
(5120 × 4096 Pixel) Frame-Raten von bis zu 230 fps bei acht<br />
Bit, 183 fps bei zehn Bit und 152 fps bei zwölf Bit. Mit<br />
Full-HD-Auflösung (1920 × 1080) sind bis zu 2032 fps<br />
möglich bei acht Bit. Die Kombination aus hoher Auflösung<br />
und schnellen Bildraten eröffnet neue Möglichkeiten in<br />
verschiedenen Bereichen, darunter: Mikrosekunden-Bildgebung,<br />
temporale Analyse, Bewegungsverfolgung, Partikelbild-Velocimetrie<br />
(PIV), High-Speed-Mikroskopie, biologische<br />
Bewegungsanalyse und Strömungsvisualisierung. Die<br />
Kameramodelle verfügen über Global Shutter für verzerrungsfreie<br />
Aufnahmen, flexible CoaXPress-2.0-Schnittstellen sowie<br />
mehrere Mount-Optionen (C-Mount, F-Mount, M52 x 0,75,<br />
aktiver Canon EF-Mount).<br />
www.maxxvision.com<br />
2D, 3D UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ<br />
Auf der Vision <strong>2024</strong> präsentiert IDS Neuheiten in den<br />
Bereichen 2D, 3D und KI. Darüber hinaus werden eine komplett<br />
neue Kamerakategorie für Monitoring-Anwendungen<br />
vorgestellt sowie den Prototypen einer neuen Time-of-Flight<br />
3D-Kamera. Der Produktbereich der 2D-Kameras zeigt sich<br />
sehr dynamisch. Mit zahlreichen neuen Sensoren erweitert<br />
IDS das Spektrum für Kunden und Anwendungen. Highlight<br />
sind eine 2D-Kamera<br />
mit Event-basiertem<br />
Sensor für Bewegungsanalysen<br />
oder<br />
Hochgeschwindigkeitszählungen,<br />
sowie die Starvis-<br />
2-Sensoren IMX662,<br />
IMX664, IMX675<br />
und IMX676 von<br />
Sony, die eine sehr<br />
gute Low-Light-<br />
Performance ermöglichen. Sie kommen in den Entry-Level-<br />
Kameras der uEye XCP- und XLS-Serien zum Einsatz. Für<br />
Anwendungen in der Robotik sind vor allem 3D-Informationen<br />
relevant. Mit Ensenso B bringt der Experte eine kompakte<br />
3D-Kamera auf den Markt, die im Nahbereich und mit einem<br />
großen Sichtfeld arbeiten kann. Die nur 120 × 56 × 104 mm<br />
große Stereo-Vision-Kamera liefert 3D-Information ab einer<br />
Entfernung von 20 cm. Darüber hinaus werden Weiterentwicklungen<br />
für die Bildverarbeitung mit künstlicher<br />
Intelligenz vorgestellt. Dazu gehört das all-in-one Ökosystem<br />
IDS NXT. Das Edge Device verbindet On-camera-AI, Streaming<br />
in 4K und Video-Kompression.<br />
www.ids-imaging.de<br />
IMPRESSUM<br />
erscheint <strong>2024</strong> im 36. Jahrgang,<br />
ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017<br />
REDAKTION<br />
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />
Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />
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Redaktion: B. A. Melina Hosseinli (mh) (Vol.),<br />
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Redaktionsassistenz:<br />
Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />
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(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />
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Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />
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50 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 www.industrielle-automation.net
VORSCHAU<br />
IM NÄCHSTEN HEFT: 06/<strong>2024</strong><br />
ERSCHEINUNGSTERMIN: 30. 10. <strong>2024</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 15. 10. <strong>2024</strong><br />
03<br />
01<br />
02<br />
04<br />
01 Vorteile moderner Lasersensoren mit IO-Link in<br />
der Fabrikautomation: kompakt, präzise und einfach<br />
integrierbar in der Feldebene<br />
Bild: Micro-Epsilon<br />
02 Ganzheitliches Safety-Konzept: Radarsensor und<br />
sichere Kleinsteuerung als Komplettlösung zur Schutzraumüberwachung<br />
und für Roboter-Applikationen<br />
Bild: Pilz<br />
DER DIREKTE WEG<br />
Internet:<br />
www.industrielle-automation.net<br />
E-Paper:<br />
digital.industrielle-automation.net<br />
Redaktion:<br />
Redaktion@industrielle-automation.net<br />
WORLD OF INDUSTRIES:<br />
www.world-of-industries.com<br />
03 Deep-dive in die Zukunft: Wir berichten über neue<br />
Lösungen in der Messtechnik, welche Bedeutung sie für<br />
Nachhaltigkeit hat und warum wir auf KI setzen sollten<br />
Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com / Delphin<br />
04 Special „Sichere Automation“ mit den neuesten<br />
Entwicklungen rund um die optimale Safety und Security<br />
von Maschinen, Anlagen und Prozessen<br />
Bild: industrieblick - stock.adobe.com<br />
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />
www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/05 51
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KUNDEN GEWINNEN!<br />
FÖRDERTECHNIK<br />
MATERIALFLUSS<br />
LOGISTIK<br />
FLUIDTECHNIK<br />
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Carmen Müller-Nawrath<br />
Head of Sales<br />
Telefon: 0049/6131/992-245<br />
c.nawrath@vfmz.de<br />
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