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Katalog "TANKE" von Toni Schmale

Der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "TANKE" von Toni Schmale im Kunstraum Dornbirn (Feb bis Juni 2024), mit einem Vorwort von Thomas Häusle, einem Interview mit der Künstlerin sowie einem Text von Sina Wagner. Design von Proxi Design Hardcover, Leinenrücken Deutsch / Englisch, 18,0 x 22,6 cm, 123 Seiten Verlag für moderne Kunst, Wien ISBN 978-3-99153-113-5

Der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "TANKE" von Toni Schmale im Kunstraum Dornbirn (Feb bis Juni 2024), mit einem Vorwort von Thomas Häusle, einem Interview mit der Künstlerin sowie einem Text von Sina Wagner.

Design von Proxi Design
Hardcover, Leinenrücken
Deutsch / Englisch, 18,0 x 22,6 cm, 123 Seiten
Verlag für moderne Kunst, Wien
ISBN 978-3-99153-113-5

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Kunstraum Dornbirn<br />

Verlag für moderne Kunst


vorwort<br />

<strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>s Kunst begeistert und fasziniert, weil sie<br />

uns mit ihren Werken in Situationen versetzen kann, in<br />

welchen wir uns spontan die Frage stellen: „Was ist das<br />

und was kann das?“, und uns vorerst keine Antwort einfällt.<br />

Wir wenden uns aber dann mit dieser Feststellung<br />

nicht desinteressiert ab, vielmehr lässt uns die perfekte<br />

Dysfunktionalität und Zwecklosigkeit nicht mehr los.<br />

Denn ihre Kunst kommt stets und trotzdem daher, als<br />

könnte sie etwas können, bietet aber keinen Vorschlag<br />

irgendeiner konkreten Nützlichkeit.<br />

Uns als Betrachter:innen genau in dieses Dazwischen<br />

zu versetzen, ist eine einmalige Qualität. Dadurch<br />

sind wir direkt und tief im Werk und in uns, in verschiedenen<br />

Geschichten und Erzählungen, Gedanken und Interpretationen.<br />

Begriffe und Phänomene wie Abstraktion,<br />

Ambivalenz, Ambiguität, Irritation und durchaus Humor<br />

stellen sich nach genauer Betrachtung und Reflexion als<br />

Charakteristik und Methode heraus.<br />

<strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>s Werke scheinen in permanenter<br />

Transformation zu sein, in uneingeschränkter Widersprüchlichkeit,<br />

vollkommener Ambivalenz, in dauerhaftem<br />

Übergang. Noch weniger würde dabei nicht gehen, aber<br />

nur etwas mehr wäre zu viel.<br />

Es sind Objekte in einem Zwischenzustand und sie<br />

treffen dabei jeweils exakt den Punkt, an dem der Übergang<br />

sichtbar, lesbar und offensichtlich stattzufinden<br />

scheint. Es ist ein Übergang zwischen Abstraktion und<br />

Gegenständlichkeit, zwischen Funktion und Dysfunktion,<br />

zwischen hart und weich, stabil und formbar, zwischen<br />

Zeitlichkeit und Gleichzeitigkeit.


Wir werden in den Zustand eines „Noch nicht“ beziehungsweise<br />

„Nicht mehr“ versetzt, und das gleichzeitig<br />

und ununterscheidbar. Ist die „TANKE“ im Kunstraum<br />

Dornbirn Ruine oder Rohbau? Funktioniert sie noch<br />

nicht oder nicht mehr? Die Antworten auf diese Fragen<br />

führen uns in völlig unterschiedliche Narrative, zu entgegengesetzten<br />

Erklärungen und Erkenntnissen. Die<br />

Künstlerin schafft den maximal möglichen Raum an<br />

Optionen der Auseinandersetzung, Denkrichtungen und<br />

Einsichten. Und das erreicht sie mit minimalen Mitteln<br />

und maximaler Reduktion.<br />

So fesselt uns die Kunst der <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>, sind wir<br />

irritiert, überlegen weiter und finden je eigene Inhalte,<br />

Erzählungen und möglicherweise Erkenntnisse.<br />

Das vorliegende Buch verschafft uns mit einem<br />

Text <strong>von</strong> Sina Wagner spannenden Zugang zu einigen<br />

Erzählsträngen der „TANKE“ und den „suckern #1–3“ in<br />

der Ausstellung. Ein Gespräch mit der Künstlerin bietet<br />

Einblicke in ihre Gedankenwelt und Arbeitsweise.<br />

Großer Dank gilt der Künstlerin <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>, unseren<br />

Fördergebern: der Stadt Dornbirn, dem Land Vorarlberg<br />

und der Republik Österreich, ebenso dem treuen Hauptsponsor<br />

Sparkasse Dornbirn Bank AG, Phileas, dem Atelier<br />

für außergewöhnliche Angelegenheiten <strong>von</strong> Roland<br />

Adlassnigg mit Thomas Rauch, Stefan Amann <strong>von</strong> Proxi<br />

Design, dem Kunstraum-Team mit Beate Buchsbaum und<br />

Sina Wagner sowie unserem Aufsichtspersonal.<br />

Thomas Häusle


foreword<br />

<strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>’s art inspires and fascinates because her<br />

works can put us in situations in which we spontaneously<br />

ask ourselves the question: “What is this and what can it<br />

do?”, and we can’t for the time being think of an answer.<br />

But this realisation doesn’t make us turn away without<br />

interest; on the contrary, the perfect dysfunctionality<br />

and pointlessness captivates and won’t let us go. Because<br />

this art always comes across as if it could do something,<br />

and yet offers no suggestion of any concrete usefulness.<br />

Putting ourselves as viewers in this in-between has<br />

a unique quality. We enter directly and deeply into the<br />

work and into ourselves, in different stories and narratives,<br />

thoughts and interpretations.<br />

After closer examination and reflection, concepts<br />

and phenomena such as abstraction, ambivalence, ambiguity,<br />

irritation and humour merge as characteristics<br />

and methods.<br />

<strong>Schmale</strong>’s works seem to be in permanent transformation,<br />

in unrestricted contradiction, complete ambivalence,<br />

in enduring transition. Still less wouldn’t work, but<br />

just a little more would be too much.<br />

They are objects in an intermediate state and each<br />

hits exactly the point at which the transition appears to<br />

be visible, legible and obvious. It is a transition between<br />

abstraction and representation, between function and<br />

dysfunction, hard and soft, stable and malleable, between<br />

temporality and simultaneity.


We are put into the state of “not yet” or “no longer”, and<br />

this simultaneously and indistinguishably. Is the “TANKE”<br />

[PETROL STATION] at Kunstraum Dornbirn a ruin or<br />

a shell construction? Does it not yet work or no longer?<br />

The answers to these questions lead us into completely<br />

different narratives, to opposite explanations and intuitions.<br />

The artist creates the maximum possible space of<br />

options for debate, lines of thought and insights. And<br />

she achieves this with minimal resources and maximum<br />

reduction. <strong>Schmale</strong>’s art captivates us, perplexes us, we<br />

think further and find our own content, stories and, possibly,<br />

understanding.<br />

This book, with a text by Sina Wagner, gives us exciting<br />

access to some of the narrative strands of “TANKE”<br />

and the “suckers #1-3”. A conversation with the artist<br />

offers insights into her thoughts and way of working.<br />

Big thanks to <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>; to our sponsors, the city of<br />

Dornbirn, the state of Vorarlberg and the Republic of<br />

Austria, and our loyal main sponsor Sparkasse Dornbirn<br />

Bank AG; to Phileas, Roland Adlassnigg’s Atelier für<br />

außergewöhnliche Angelegenheiten; to Thomas Rauch;<br />

Stefan Amann from Proxi Design; and to the Kunstraum<br />

team of Beate Buchsbaum, Sina Wagner and our supervisory<br />

staff.<br />

Thomas Häusle


tanke, feuerverzinkter stahl, beton, 2023/2024<br />

sucker #1 – #2, sucker #3, feuerverzinkter, geschmiedeter stahl, 2024<br />

kunstraum dornbirn, dornbirn, at


14


mini tanke 24/7, feuerverzinkter, geschmiedeter stahl, beton, 2023<br />

koernoe kunst im öffentlichen raum niederösterreich, semmering, at


46


tanke 24/7, feuerverzinkter stahl, beton, 2021<br />

kör kunst im öffentlichen raum wien, stefan-weber-park, wien, at


50


deutsch<br />

text<br />

interview<br />

appendix<br />

english<br />

text<br />

interview<br />

appendix


62<br />

78<br />

88<br />

100<br />

116<br />

126


14


18


ch wünschte mir s<br />

ass der sprit einfa<br />

berwachsen wird<br />

auern und träum<br />

lle autos liegen b<br />

ie tanke mit wilde<br />

iesenblumen de<br />

I longed for sound-protection walls and dreamt that petrol would just run out, that all cars would break down<br />

and the petrol station would be overgrown with wild meadow flowers of the Wienerwald, that my friends would<br />

suddenly turn up and we would have an after-work beer.


challschutzte,<br />

ch ausgeht,<br />

leiben und<br />

n<br />

s wienerwaldes<br />

,


58<br />

meine<br />

freund*innen<br />

plötzlich<br />

auftauchen<br />

und wir ein<br />

feierabendbier<br />

trinken


60


62<br />

verkehrs<br />

beruhigter<br />

bereich<br />

Sina Wagner


63 <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>s Skulpturen bestehen in einem besonderen<br />

Moment der harmonischen Gegensätzlichkeit. Der genau<br />

austarierte Bereich zwischen Gegenständlichkeit und<br />

Abstraktion, funktioneller Bestimmung und eleganter<br />

„L’art pour l’art“-Attitüde oder auch zwischen Realität und<br />

Fiktion ist das Grundrauschen der Formgebung. Einer<br />

Formgebung, die zumeist starren Materialien wie Stahl<br />

mit Einsatz <strong>von</strong> Hitze- und Kraftanwendung abgerungen<br />

wird. Materiell die Ewigkeit überdauernd besetzen die<br />

Skulpturen einen Platz in der Welt, <strong>von</strong> dem aus sie jenseits<br />

einer zeitgeistigen Bindung Diskurse der jeweiligen<br />

Gegenwart nicht nur aushalten. Immerfort stellen sie Fragen,<br />

die aus ebenjenem Bereich der Unbestimmtheit den<br />

Finger zielsicher in die Wunde legen, ohne selbst wertend<br />

Stellung zu beziehen oder bevormundend politisch zu sein.<br />

Bevormundung gibt es dagegen in der emotional<br />

geführten öffentlichen Diskussion um die Energiewende<br />

zurzeit genug. Die Schuldfrage in der Klimakrise wird,<br />

unter anderem, in der Verteufelung des Verbrennungsmotors<br />

eindrücklich symbolisiert. Zeitgeistiger könnte da<br />

eine Ausstellung kaum scheinen, als mit dem umgangssprachlichen<br />

Titel „TANKE“ in Versalien aufzuwarten.<br />

Betritt man allerdings den Kunstraum Dornbirn, wird<br />

klar: Dies ist eine Kontextverschiebung par excellence, die<br />

überdies mit dem Auto eine Leerstelle installiert, deren<br />

poetische Kraft uns durch die gesamte Erzählung trägt.<br />

<strong>Schmale</strong> baut die titelgebende „TANKE“ (2023/<br />

2024) als zentrales Element in die ehemalige Montagehalle.<br />

Auf einem Betonsockel stehen zwei Zapfsäulen, die<br />

<strong>von</strong> einer fünf Meter in die Höhe ragenden Dachkonstruktion<br />

umrahmt sind. Die Tankstelle wird hochästhetisch<br />

abstrahiert: Die Überdachung erscheint als Skelett ihrer<br />

selbst. Die schlanken Säulen mit den seitlichen Schläuchen<br />

sind nur mehr Kontur. Ganz augenscheinlich funktioniert<br />

hier gar nichts, es wird ausschließlich zitiert. Die Tankstelle<br />

dient dafür als basales Zeichensystem. <strong>Schmale</strong><br />

reduziert es auf wenige systemische Grundelemente,


64<br />

deren Zeichencharakter eine sofortige Erkennbarkeit<br />

gewährleistet.<br />

Die neuen Werke „sucker #1 #2“ (2024) und „sucker<br />

#3“ (2024) bedienen sich freier aus der bildlichen Welt der<br />

Tankstelle, genauer aus jener der Reifenluftdruckmessgeräte<br />

oder Staubsauger. Die Künstlerin verschmilzt bekannte<br />

mit erfundenen Formen oder Versatzstücken. Sie<br />

ringt dem Material entgegen der stählernen Härte weiche<br />

Linien ab, die zwischen Maschine und Körper oszillieren.<br />

Während die Funktionalität der „TANKE“ ganz klar und<br />

auf den ersten Blick ad absurdum geführt wird, ist die Lage<br />

bei den „suckern“ nicht mehr ganz so klar. <strong>Schmale</strong> bringt<br />

es in einem Interview mit Barbara Libert <strong>von</strong> 2020 auf<br />

den Punkt: „Es entsteht das Gefühl, die Skulptur könnte<br />

etwas können, aber sie macht dann doch kein konkretes<br />

Angebot für eine bestimmte Handlung.“ 1<br />

Diese Krux lässt Betrachterinnen und Betrachter<br />

nicht selten etwas ratlos zurück, sind wir es doch gewohnt,<br />

dass Dinge etwas tun – oder Kunst nichts tut. Aber mit<br />

dem Bereich „dazwischen“ sind wir wenig vertraut. Hier<br />

wird der Kontext essenzieller Teil unseres Verstehens oder<br />

Bewertens: Wir befinden uns in der Ausstellunghalle eines<br />

Kunstvereins, was bedeutet, dass sie Teil einer Institutionslandschaft<br />

zur Präsentation zeitgenössischer Kunst<br />

ist. Erwartet werden darf hier alles, was künstlerische<br />

Produktion ist und als solche definiert und geschätzt wird.<br />

Nicht zwangsläufig erwartet werden Tankstellen. Wenn<br />

man ihnen aber doch in diesen Kontexten begegnet, dann<br />

wird sehr wohl erwartet, dass sie nicht wie allgemein bekannt<br />

funktionieren. Sie werden Kulturgut, sogenanntes<br />

kulturelles Erbe der Menschheit, also auch Zeugen <strong>von</strong><br />

Lebensformen, Wissen, Praktiken und Identität. Hier ist<br />

besonders interessant, dass die Tankstelle ein Ort ist, der<br />

durch Funktion und Nutzung eine derart hohe visuelle und<br />

1 libert, barbara (2020): „in the studio. toni schmale, wien“, in: collectors agenda,<br />

https://www.collectorsagenda.com/de/in-the-studio/toni-schmale (abgerufen am 29.1.2024).


74<br />

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78<br />

thomas<br />

häusle<br />

im gespräch mit<br />

toni schmale


79 häusle Du hast Medienkunst in Leipzig und performative Bildhauerei<br />

in Wien studiert. Seither lebst und arbeitest du<br />

in der österreichischen Hauptstadt.<br />

schmale wichtig für mich ist großstadt, wien ist da ein guter<br />

ort. ich hatte nie vor in österreich zu bleiben – aber<br />

jetzt bin ich schon 15 jahre hier. ich denke, dass es eine<br />

der besten entscheidungen war, denn eigentlich war<br />

ich drauf und dran, nichts mehr mit der kunst zu tun<br />

haben zu wollen und in leipzig schweißerin zu werden.<br />

häusle<br />

schmale<br />

Stahl und Beton bilden meist den Stoff, aus dem deine<br />

Arbeiten bestehen. Welche Bedeutung hat das Material<br />

und weshalb wählst du genau diese Materialien? Was<br />

an der Verwendung und Bearbeitung macht für dich<br />

den Reiz und die Begeisterung aus?<br />

stahl, so wie er heutzutage zu kaufen ist, wird in<br />

normformaten produziert. mein lieblingsnormrohr<br />

ist das 60-millimeter-rohr, das immer wieder in<br />

meinen arbeiten auftaucht. vor allem bei den nahtlosen<br />

präzisionsformrohren weiß ich, was ich hab’. ich<br />

kann auf das konkrete maß vertrauen, das ist erstmal<br />

beruhigend. das arbeiten mit dem material braucht<br />

viel zeit. es gibt gute und schlechte tage. es ist eine<br />

freundschaftliche beziehung, die sich über jahre entwickelt<br />

hat. und manchmal auch grenzen übersteigt.<br />

bei den suckern wurden die rohre mit zwei autogenbrennern<br />

fast schmelzend erhitzt und mit hilfe einer<br />

150-tonnen-presse in eine neue form gezwungen. ich<br />

denke, dass die zeit, die etwas braucht, auch in dem<br />

ding drinsteckt. beim stahl arbeite ich mich immer<br />

am positiv ab, das, was wegkommt, bleibt weg, außer<br />

ich schweiß’ es wieder dran. beton gieß’ ich eigentlich<br />

immer in eine negativform. das, was weggenommen<br />

wurde, wird hier wieder sichtbar. durch material wird<br />

auch eine bestimmte historische zeit aufgerufen: im<br />

stahl schwingt das mittelalter mit und mit beton bist<br />

du schon beim bau des pantheons. anders bei alumi-


88<br />

toni<br />

schmale


89 <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong> ist 1980 in Hamburg geboren und lebt und<br />

arbeitet in Wien. 2003–2009 studierte sie Medienkunst<br />

an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.<br />

2009 wechselte sie an die Akademie der bildenden Künste<br />

Wien, wo sie Performative Kunst und Performative Bildhauerei<br />

mit dem Abschluss des Diploms 2013 studierte.<br />

Im Abschlussjahr erhielt sie den Preis der Akademie der<br />

bildenden Künste Wien, bereits 2011 den Birgit-Jürgenssen-Preis<br />

und 2017 den Msgr.-Otto-Mauer-Preis, auf den<br />

ihre Einzelausstellung in der Wiener Secession folgte. Im<br />

selben Jahr wurde sie außerdem mit dem BALTIC Artists’<br />

Award 2017 ausgezeichnet, der ebenfalls mit einer Ausstellung<br />

verbunden war.<br />

2021 gewann <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong> den Wettbewerb <strong>von</strong><br />

KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien, woraufhin ihre<br />

Skulptur „TANKE 24/7“ im Stefan-Weber-Park in Wien<br />

realisiert wurde. 2023 zeigte sie ihre Arbeit „gefährt*innen“<br />

im Rahmen der Ausstellung „Public Matters“ im<br />

Belvedere-Garten in Wien und 2022 wurde die dauerhafte<br />

Installation „zugbrücke“ auf Burg Mauterndorf, Salzburg,<br />

realisiert. Einzel- und Gruppenausstellungen waren unter<br />

anderem im Salzburger Kunstverein (2013), bei der Moscow<br />

International Biennale for Young Art (2014), in der<br />

nGbK – neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Berlin<br />

(2016), in der Secession Wien (2017), im Mayday in Basel<br />

(2022), im Museum of Contemporary Art Zagreb (2022),<br />

im Kunstverein Bielefeld (2022), im Belvedere 21 und<br />

mumok (2023, 2021, 2017), bei der Kyiv Biennale (2023,<br />

2015) sowie bei der RIBOCA3 in Riga (2022), im Kunsthaus<br />

Graz (2023), in der Albertina Modern, Wien (2024)<br />

und bei basis e.V. in Frankfurt (2024) zu sehen.


90<br />

kunstraum<br />

dornbirn


91 Der Kunstraum Dornbirn wurde 1987 in der österreichischen<br />

Bodenseeregion zwischen Deutschland, der<br />

Schweiz und Liechtenstein als gemeinnütziger Verein<br />

gegründet, mit der Zielsetzung, zeitgenössische Kunst<br />

zu präsentieren und zu vermitteln. Seit 2003 finden die<br />

Ausstellungen in der historischen Montagehalle der ehemaligen<br />

Maschinenfabrik der Rüsch-Werke im Stadtgarten<br />

Dornbirn ideale Bedingungen zur Präsentation<br />

raumfüllender Installationen.<br />

Der 1893 erbaute Backsteinbau misst mit einer<br />

Länge <strong>von</strong> 30 Metern und einer Breite <strong>von</strong> 14 Metern eine<br />

Gesamtfläche <strong>von</strong> 420 Quadratmetern. Die Qualität der<br />

Architektur in ihrem ursprünglichen, rohen Zustand bietet<br />

Raum für aktuelle Tendenzen internationalen Kunstschaffens.<br />

In drei Ausstellungen pro Jahr werden sowohl<br />

etablierte, international renommierte Künstlerinnen und<br />

Künstler als auch neuere Positionen gezeigt.<br />

präsident<br />

Gerald Matt<br />

direktor<br />

Thomas Häusle<br />

öffentlichkeitsarbeit Sina Wagner<br />

kuratorische assistenz Sina Wagner<br />

büroleitung<br />

Beate Buchsbaum<br />

vermittlung<br />

Christa Bohle<br />

ausstellungshalle Jahngasse 9<br />

6850 Dornbirn, Österreich<br />

büro Marktstrasse 33<br />

6850 Dornbirn, Österreich<br />

T 0043 5572 55044<br />

office@kunstraumdornbirn.at<br />

kunstraumdornbirn.at


92<br />

impressum


93 herausgeber Kunstraum Dornbirn, Thomas Häusle<br />

texte<br />

Thomas Häusle, <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>, Sina Wagner<br />

übersetzung Jonathan Uhlaner<br />

lektorat<br />

Jonathan Uhlaner, Anton Wagner<br />

gestaltung Proxi Design<br />

fotografie Günter Richard Wett, Simon Veres/Bildrecht<br />

Wien 2024 (S. 46–49), Markus Krottendorfer/<br />

Bildrecht Wien 2024 (S. 59)<br />

druck<br />

Thurnher Druckerei GmbH<br />

Erschienen im<br />

VFMK Verlag für moderne Kunst GmbH<br />

Schwedenplatz 2/24, 1010 Wien, vfmk.org<br />

ISBN 978-3-99153-113-5<br />

Alle Rechte vorbehalten, gedruckt in Österreich.<br />

2024 © Kunstraum Dornbirn, <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>/<br />

Bildrecht Wien, Verlag für moderne Kunst, die<br />

Autor:innen<br />

vertrieb<br />

lkg-va.de – Europa<br />

cornerhousepublications.org – UK<br />

artbook.com – USA<br />

Bibliografische Information der Deutschen<br />

Nationalbibliothek: Die Deutsche<br />

Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation<br />

in der Deutschen Nationalbibliografie;<br />

detaillierte bibliografische Daten sind im<br />

Internet über dnb.de abrufbar.<br />

Mit freundlicher Unterstützung <strong>von</strong>


94 ausstellungstitel TANKE<br />

künstlerin<br />

<strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong><br />

dauer 16.02. – 09.06.2024<br />

toni schmale dankt<br />

Thomas Häusle, Sina Wagner, Beate Buchsbaum,<br />

Roland Adlassnigg vom Atelier für<br />

außergewöhnliche Angelegenheiten, Thomas<br />

Rauch, Wally Salner, Bartholomäus Kinner,<br />

Bernhard Buff, Maria Ziegelböck, Susi<br />

Klocker, Catharina Wronn, Monika Trimmel,<br />

Margherita Belcredi <strong>von</strong> Phileas, Günter<br />

Richard Wett, Stefan Amann <strong>von</strong> Proxi Design.


98


100<br />

traffic<br />

calmed<br />

zone<br />

Sina Wagner


101 <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>’s sculptures exist in a special moment of<br />

harmonious opposition. The precisely balanced area between<br />

representation and abstraction, functional purpose<br />

and elegant l’art pour l’art, between reality and fiction, is<br />

the ambient sound of their formation. A forming that is<br />

usually wrested from rigid materials such as steel, using<br />

heat and force. Materially made for eternity, the sculptures<br />

occupy a place in the world beyond connection to a<br />

zeitgeist, from which they withstand more than just the<br />

discourses of the respective present. From precisely that<br />

zone of indeterminacy, they constantly pose questions<br />

which unerringly place a finger in the wound, yet avoid<br />

taking a judgmental stance or being patronizingly political.<br />

There is, however, currently quite enough paternalism<br />

in the emotional public discussion about the energy transition.<br />

The question of guilt in the climate crisis is, among<br />

other things, impressively personified in the demonization<br />

of the internal combustion engine. Few things therefore<br />

could be more contemporary than an exhibition bearing<br />

the colloquial title “TANKE” [PETROL STATION], emblazoned<br />

in capital letters. Entering Kunstraum Dornbirn,<br />

however, it becomes clear: this is a context shift par excellence,<br />

one which moreover, through the absence of an<br />

actual automobile, installs an empty space whose poetic<br />

power carries us through the entire narrative.<br />

<strong>Schmale</strong> builds the eponymous “TANKE” (2023/<br />

2024) as the central element of the exhibition in the<br />

former assembly hall. Two petrol pumps, resting on a<br />

concrete base, are framed by a roof structure that rises<br />

five metres into the air. The petrol station is abstract in<br />

a highly aesthetic manner: the roof is a skeleton of itself.<br />

The slender pumps with the side hoses are no more than<br />

a contour. Obviously nothing actually works here; everything<br />

is a quotation. The petrol station serves as a basal<br />

sign system. <strong>Schmale</strong> reduces it to a few basic systemic<br />

elements, whose symbolic character ensures immediate<br />

recognition.


102<br />

The new works “sucker #1 #2” (2024) and “sucker #3”<br />

(2024) draw more freely from the visual world of the petrol<br />

station, more precisely from tyre air pressure gauges<br />

and vacuum cleaners. <strong>Schmale</strong> fuses well-known shapes<br />

or props with invented ones. Against the hardness of the<br />

steel, she wrests from the material soft lines that oscillate<br />

between machine and body. While the functionality of<br />

the “TANKE” is very clear and, at first glance, reduced<br />

to absurdity, the situation with the “suckers” is less so.<br />

<strong>Schmale</strong> summed it up in an interview with Barbara Libert<br />

from 2020: “The feeling arises that the sculpture could<br />

be capable of something, but it makes no suggestion as<br />

to what action might be required.” 1<br />

This crux often leaves viewers somewhat perplexed,<br />

since we are used to things doing something and art doing<br />

nothing. We are not very familiar with the area “in<br />

between”. Here the context becomes an essential part of<br />

our understanding or evaluation: we are in the exhibition<br />

hall of an art association, which means that it is part of<br />

an institutional landscape for presenting contemporary<br />

art. Everything that comes under the heading of artistic<br />

production and is defined and valued as such can be expected<br />

here. Petrol stations are not necessarily among these.<br />

When we do encounter them in this context, however, it<br />

is very probably expected that they don’t function in the<br />

usual way. They become cultural artefacts, items of the<br />

cultural heritage of humanity, witnesses to ways of life,<br />

knowledge, practices and identity. What is particularly<br />

interesting here is that the petrol station is one of the<br />

places which has such a high level of visual and olfactory<br />

recognition through function and use that, apart from<br />

place, time and artist’s identity, it can be a globally valid<br />

cultural artefact.2 What other place could generate such<br />

international connections?<br />

1 libert, barbara (2020), “in the studio. toni schmale, wien“, in collectors agenda,<br />

https://www.collectorsagenda.com/en/in-the-studio/toni-schmale (retrieved 29.1.2024).


116<br />

thomas<br />

häusle<br />

in conversation<br />

with<br />

toni schmale


117 häusle You studied media art in Leipzig and performative<br />

sculpture in Vienna. Since then you have lived and<br />

worked in the Austrian capital.<br />

schmale a big city is important to me and vienna is a good place.<br />

i never planned to stay in austria – but i’ve been here<br />

for 15 years now. i think it was one of my best decisions<br />

because i was actually on the verge of not wanting to<br />

have anything to do with art and becoming a welder in<br />

leipzig.<br />

häusle<br />

schmale<br />

Steel and concrete are usually the materials your work<br />

is made of. What is their significance and why do you<br />

choose these particular materials? What is it about<br />

their application and treatment that appeals to you and<br />

inspires you?<br />

steel, as it can be purchased today, is produced in<br />

standard formats. my favourite standard form is the<br />

60mm pipe, which appears again and again in my work.<br />

with it i know what i have, especially when it comes to<br />

seamless precision-formed pipes. i can trust the specific<br />

measurement, which is reassuring to begin with.<br />

working with the material takes a lot of time. there are<br />

good days and bad days. over years a friendly relationship<br />

has developed. and sometimes exceeds boundaries.<br />

for the “suckers”, the pipes were heated with two oxyfuel<br />

burners almost to melting point and forced into a<br />

new shape with the help of a 150t press. i think that the<br />

time which something takes to make is also included<br />

in the thing. when it comes to steel, i always work on<br />

the a positive form: what is removed stays gone unless<br />

i weld it back on. concrete i actually always pour into<br />

a negative form. here what was taken away becomes<br />

visible again. material also evokes a specific historical<br />

time: steel resonates with the middle ages and with<br />

concrete you are already building the pantheon. it’s different<br />

with aluminium, where you’re much more in tune<br />

with the present. the material is only 200 years old.


126<br />

toni<br />

schmale


127 <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong> was born in Hamburg in 1980 and now lives<br />

and works in Vienna. From 2003 to 2009 she studied<br />

media art at the Leipzig University of Graphics and Book<br />

Arts. In 2009 she moved to the Vienna Academy of Fine<br />

Arts, where she studied performative art and performative<br />

sculpture, graduating with a diploma in 2013. In her<br />

final year she received the Prize of the Vienna Academy<br />

of Fine Arts; in 2011 she had already been the recipient of<br />

the Birgit Jürgenssen Prize; and in 2017 she was awarded<br />

the Msgr. Otto Mauer Prize, which was followed by her<br />

solo exhibition at the Vienna Secession. In the same year<br />

she received the BALTIC Artists’ Award, which was also<br />

accompanied by an exhibition.<br />

In 2021, <strong>Schmale</strong> won the Vienna KÖR Art in Public<br />

Space competition, after which her sculpture “TANKE<br />

24/7” was installed in Stefan Weber Park in Vienna. In<br />

2023 she showed her work “gefährt*innen” as part of the<br />

exhibition “Public Matters” in the Belvedere Garden in<br />

Vienna, and in 2022 the permanent installation “zugbrücke”<br />

was realised at Mauterndorf Castle, Salzburg. <strong>Schmale</strong> has<br />

had solo and group exhibitions at the Salzburger Kunstverein<br />

(2013), the Moscow International Biennale for<br />

Young Art (2014), the nGbK – neue Gesellschaft für bildende<br />

Kunst (New Society for Visual Art) in Berlin (2016),<br />

the Secession in Vienna (2017), Mayday in Basel (2022),<br />

the Museum of Contemporary Art Zagreb (2022), the<br />

Kunstverein Bielefeld (2022), Belvedere 21, mumok (2023,<br />

2021, 2017), the Kyiv Biennale (2023, 2015), RIBOCA3<br />

in Riga (2022), the Kunsthaus Graz (2023), the Albertina<br />

Modern, Vienna (2024) and basis e.V. in Frankfurt (2024).


128<br />

kunstraum<br />

dornbirn


129 Kunstraum Dornbirn was founded in 1987 in the region<br />

of Austria bordering on Lake Constance, between Germany,<br />

Switzerland and Liechtenstein, as a non-profi,<br />

the historic assembly hall of the former Rüsch Works, a<br />

machine factory in Dornbirn’s Municipal Gardens, has<br />

afforded ideal conditions for the presentation of largescale<br />

installations. With a length of 30 metres and a<br />

width of 14 metres, the redbrick building, built in 1893,<br />

measures a total area of 420 square metres. The architecture<br />

in its original, raw state offers space for the<br />

exhibition of current trends in international art. We<br />

show established, internationally renowned artists and<br />

newer positions in three exhibitions every year.<br />

president<br />

Gerald Matt<br />

director<br />

Thomas Häusle<br />

pr<br />

Sina Wagner<br />

curatorial assistance Sina Wagner<br />

administration<br />

Beate Buchsbaum<br />

education<br />

Christa Bohle<br />

exhibition space Jahngasse 9<br />

6850 Dornbirn, Austria<br />

office Marktstrasse 33<br />

6850 Dornbirn, Austria<br />

T 0043 5572 55044<br />

office@kunstraumdornbirn.at<br />

kunstraumdornbirn.at


130<br />

imprint


131 editor Kunstraum Dornbirn, Thomas Häusle<br />

texts<br />

Thomas Häusle, <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>, Sina Wagner<br />

translation Jonathan Uhlaner<br />

proofreading Jonathan Uhlaner, Anton Wagner<br />

graphic design Proxi Design<br />

photography Günter Richard Wett, Simon Veres/Bildrecht<br />

Vienna 2024 (pp.46-49), Markus Krottendorfer/<br />

Bildrecht Vienna 2024 (p. 59)<br />

printing<br />

Thurnher Druckerei GmbH<br />

Published by<br />

VFMK Verlag für moderne Kunst GmbH<br />

Schwedenplatz 2/24, 1010 Vienna, vfmk.org<br />

ISBN 978-3-99153-113-5<br />

All rights reserved, printed in Austria. 2024 ©<br />

Kunstraum Dornbirn, <strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong>/Bildrecht<br />

Vienna, Verlag für moderne Kunst, the authors<br />

distribution<br />

lkg-va.de - Europe<br />

cornerhousepublications.org - UK<br />

artbook.com - USA<br />

Bibliographic information published by the<br />

Deutsche Nationalbibliothek: The Deutsche<br />

Nationalbibliothek lists this publication in the<br />

Deutsche Nationalbibliografie; detailed<br />

bibliographic data is available at dnb.de.<br />

With the kind support of


132 exhibition title TANKE<br />

artist<br />

<strong>Toni</strong> <strong>Schmale</strong><br />

duration 16.02. – 09.06.2024<br />

toni schmale thanks<br />

Thomas Häusle, Sina Wagner, Beate Buchsbaum,<br />

Roland Adlassnigg of Atelier für<br />

außergewöhnliche Angelegenheiten, Thomas<br />

Rauch, Wally Salner, Bartholomäus Kinner,<br />

Bernhard Buff, Maria Ziegelböck, Susi<br />

Klocker, Catharina Wronn, Monika Trimmel,<br />

Margherita Belcredi from Phileas, Günter<br />

Richard Wett, Stefan Amann of Proxi Design.

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