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LANDSCHAFTSPARK HOHENSTEIN<br />
P A R K P F L E G E W E R K I N N E R E R P A R K<br />
Anlage 2 zum Parkpflegewerk<br />
Wiederherstellung der Wiesenfläche nördlich des Schlosses mit<br />
dem Themenschwerpunkt „Wildkräuter“<br />
Juni 2021<br />
A u f t r a g g e b e r<br />
Oskar-Hacker-Stiftung<br />
Josef-Raps-Str. 5<br />
80805 München<br />
B e a r b e i t u n g<br />
Dipl.-Ing. Helmut Wiegel<br />
Landschaftsarchitekt<br />
Pödeldorfer Straße 38<br />
96052 Bamberg
Landschafts<strong>park</strong> Hohenstein – Parkpflegewerk Anlage 2<br />
Anlage 2 zum Parkpflegewerk<br />
Wiederherstellung der Wiesenfläche nördlich des Schlosses mit dem Themenschwerpunkt<br />
„Wildkräuter“<br />
Anlass und Aufgabenstellung<br />
Das in den Jahren 2004/05 im Auftrag der Gemeinde Ahorn erarbeitete und im Auftrag<br />
der Oskar-Hacker-Stiftung im Jahr 2021 aktualisierte Parkpflegewerk für den Schloss<strong>park</strong><br />
Hohenstein beschreibt unter anderem das Ziel, die frühere Wiesenfläche nördlich des<br />
Schlosses wiederherzustellen (Maßnahme im Bereich 3). Hier hat sich innerhalb der etwa<br />
letzten fünfzig Jahre eine umfangreiche Vegetationsdynamik anhand der Ausbreitung der<br />
benachbarten Waldflächen und Verbuschung der einstmals freien Wiesenflächen eingestellt,<br />
so dass die nördliche Ansicht des gesamten Schlosskomplexes, die auf mehreren<br />
historischen Zeichnungen festgehalten wurde, heute nicht mehr möglich ist. Hinzu kommt<br />
die Beeinträchtigung des früher den Gesamtaspekt dominierenden Blutbuchensolitärs<br />
durch Konkurrenzaufwuchs im unmittelbaren Umfeld. Insgesamt kann hier seit geraumer<br />
Zeit ein dringender Handlungsbedarf festgestellt werden.<br />
Aktuell betreibt die Oskar-Hacker-Stiftung das Ziel, ihrer Stiftungssatzung gemäß dem<br />
Themenbereich „gesunde Ernährung“ verstärkt Rechnung zu tragen und im näheren<br />
Schlossumfeld zu etablieren. Dieses Ernährungsprojekt sollte durch die Anlage eines<br />
Kräutergartens mit entsprechenden Informationen zur Kultivierung, Verwendung und Wirkung<br />
der präsentierten Kräuter und die Pflanzung von Obstgehölzen umgesetzt werden.<br />
Hierbei wurde zunächst in Erwägung gezogen, den früheren Nutzgarten in der Hangfläche<br />
westlich des Schlosses zu reaktivieren. Da jedoch die an diesem Ort bereits vor Jahrzehnten<br />
eingetretene und vollständige Bewaldung keine gärtnerische Nutzung zulässt,<br />
müsste die Fläche durch umfangreiche forstliche und gärtnerische Maßnahmen (Fällung<br />
des Baumbestandes, Rodung der Wurzelstöcke, Neumodellierung des Geländes einschließlich<br />
Oberbodenauftrag etc.) zunächst grundsätzlich neu nutzbar gemacht werden.<br />
Der hierzu erforderliche Arbeits- und Kostenaufwand ließ die Stiftung jedoch Abstand von<br />
diesem Projekt nehmen.<br />
Wiederherstellung der Schlosswiese und Anlage eines Kräuterrundweges<br />
Eine weitere Konzeption sieht nun die Schwerpunktsetzung bei der Präsentation von<br />
Wildkräutern vor, die mehrere Vorteile im Zusammenhang mit der Umsetzung des Gesamtentwicklungskonzepts<br />
der Parkanlage bieten kann:<br />
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Landschafts<strong>park</strong> Hohenstein – Parkpflegewerk Anlage 2<br />
Es wird vorgeschlagen, die nördliche Schlosswiese zu reaktivieren und so die Anlage von<br />
artenreichen Extensivwiesenflächen und Gehölzsäumen zu ermöglichen. Dies bietet auch<br />
die Möglichkeit, das Thema „Wildkräuter“ in einer dem Landschafts<strong>park</strong> gestalterisch entgegenkommenden<br />
Weise zu präsentieren, da hierbei auf die Anlage eines eigenständigen<br />
Nutz- bzw. Kräutergartens, für den eine Standortfindung innerhalb der denkmalgeschützten<br />
Anlage sich grundsätzlich problematisch darstellt, verzichtet werden kann.<br />
Folgende Punkte sollten dabei Berücksichtigung finden:<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Umfassende Rücknahme der umgebenden Gehölzflächen zur Erweiterung des<br />
noch verbliebenen Wiesenareals (siehe Planbeilage)<br />
Freistellung und Sanierung des zentralen Blutbuchensolitärs<br />
Anlage einer extensiven und artenreichen Wiesenfläche mit dem Schwerpunkt<br />
„Wildkräuter“, hierzu Erstellung einer auf diese Fragestellung hin spezialisierten<br />
Konzeption durch ein Fachbüro<br />
Anlage von artenreichen Gehölzsäumen und Heckenstrukturen<br />
Erschließung der Flächen für Parkbesucher/Gäste durch Einbindung in den projektierten<br />
Parkrundweg: Hierzu bietet sich die Anbindung des Areals über den Mauerdurchlass<br />
östlich der Meierei an, der unmittelbar auf die Parkwiese trifft. In diesem<br />
Zusammenhang müssten die hier vorhandenen historischen Parkwege teilweise<br />
freigelegt und instand gesetzt werden (siehe Planbeilage)<br />
Es wird darauf hingewiesen, dass ein Projekt dieser Größenordnung eine fundierte und<br />
detaillierte Planung erfordert. Dabei ist in diesem Fall von einem Umsetzungszeitraum von<br />
mehreren Jahren auszugehen (z. B. Berücksichtigung von Fristen für Fällmaßnahmen,<br />
Herrichten des Geländes, Entwicklungspflege bis zum Erreichen der gewünschten Artenzusammensetzung<br />
u. a.).<br />
Die Umsetzung der Konzeption erfordert im Vorfeld eine Abstimmung mit den zuständigen<br />
Ämtern (Forst-, Naturschutz- und Denkmalbehörden). Inwieweit hier Förderungen aus<br />
verschiedenen Töpfen möglich sind, sollte seitens der Stiftung frühzeitig abgeklärt werden.<br />
Aufgestellt:<br />
Helmut Wiegel, 30.06.2021<br />
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