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Monographie Westmecklenburg

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WESTMECKLENBURG<br />

– VIELFÄLTIG, DYNAMISCH, LEBENSWERT –<br />

– DIVERSE, DYNAMIC, WORTH LIVING –<br />

MONOGRAPHIEN<br />

DEUTSCHER WIRTSCHAFTSGEBIETE


WESTMECKLENBURG<br />

– VIELFÄLTIG, DYNAMISCH, LEBENSWERT –<br />

WESTERN MECKLENBURG<br />

– DIVERSE, DYNAMIC, WORTH LIVING –<br />

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der<br />

Published in cooperation with the<br />

Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />

Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />

Redaktion / Editorial work:<br />

Klaus Uwe Scheifler und Henner Willnow,<br />

Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />

Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />

Erste Ausgabe 2024<br />

First edition 2024<br />

Kommunikation & Wirtschaft GmbH<br />

Oldenburg (Oldb)


Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek<br />

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation<br />

in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische<br />

Daten sind im Internet unter www.dnb.de abrufbar.<br />

Hier geht’s zur Online-Version<br />

Here you can find the online version<br />

Bibliographic information of the German National Library<br />

The German National Library records this publication in the<br />

German National Biblio graphy. Detailed bibliographic data can<br />

be called up on the internet via www.dnb.de.<br />

Das Buch erscheint im Verlagsbereich Regionalmedien.<br />

Alle Rechte bei Kommunikation & Wirtschaft GmbH,<br />

Oldenburg (Oldb)<br />

This book is published in the division Regionalmedien.<br />

All rights reserved by Kommunikation & Wirtschaft GmbH,<br />

Oldenburg (Oldb)<br />

Printed in Germany 2024<br />

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages. Alle Rechte vorbehalten.<br />

Auswahl und Zusammenstellung sind ur heberrechtlich geschützt.<br />

Für die Richtigkeit der im Inhaltsverzeichnis aufgeführten Autorenbeiträge<br />

und der PR-Texte übernehmen Verlag und Redaktion keine<br />

Haftung.<br />

Gender-Hinweis:<br />

Es oblag den jeweiligen Verfassern der Texte – Autoren, Anzeigen kunden oder Kooperationspartner<br />

– ob sie ihre Beiträge „gendern“ oder aus praktischen Gründen wie Platzersparnis und bessere<br />

Lesbarkeit die männliche oder weibliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern wählen.<br />

Dies impliziert keine Benach teiligung der jeweils anderen Geschlechter (weiblich, männlich, divers),<br />

die mit den Inhalten der Texte gleichermaßen angesprochen werden.<br />

The manuscript is the property of the pub lisher. All rights reserved.<br />

The selection and compilation are protected by copyright. The<br />

publisher and editor accept no liability for the accuracy of the author<br />

contributions and PR-texts detailed in the contents.<br />

Redaktion / Editorial work:<br />

Olaf Burblys, Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg<br />

Übersetzungen / Translations:<br />

KERN AG, Sprachendienste Bremen<br />

Baumschulenweg 28<br />

26127 Oldenburg<br />

Tel. 0441 9353-0<br />

info@kuw.de<br />

www.kuw.de<br />

Druck / Printing:<br />

Gutenberg Beuys Feindruckerei GmbH<br />

Hans-Böckler-Straße 52, 30851 Langenhagen<br />

ISBN 978-3-88363-455-5


INHALT<br />

CONTENT<br />

Vorwort<br />

Foreword<br />

WESTMECKLENBURG – REGION ZUM LEBEN UND ARBEITEN 7<br />

Western Mecklenburg – a good place to live and work<br />

Matthias Belke<br />

Präsident, Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />

President, Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />

NETZWERKEN FÜR EINE MOBILE ZUKUNFT 8<br />

Networking for a mobile future<br />

DR. ANDREAS VIETINGHOFF<br />

Interview: Stephan Rudolph-Kramer<br />

AUFTRAGSLAGE VERSPRICHT WEITERES WACHSTUM 16<br />

Order volume promises further growth<br />

DR. AXEL KORN, BERND JOKELE<br />

Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />

BESTEHENDES BRAUCHT FRISCHEN WIND 24<br />

Breath of fresh air for the status quo<br />

VIOLA BORTSCH<br />

Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />

WASSERSTOFF – DAS MOLEKÜL DER ZUKUNFT 34<br />

Hydrogen – the molecule of the future<br />

DR. MISCHA PATERNA<br />

Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />

WISSENSBASIERTE ARBEIT STÄRKT DEN WERFTSTANDORT 42<br />

Knowledge-based work strengthens the shipyard location<br />

RENÉ FIEGE<br />

Text: Barbara Arndt<br />

BIO: AUS ÜBERZEUGUNG. UND WEIL ES SCHMECKT! 48<br />

Organic by conviction. And because it tastes good!<br />

ELLA KREMER<br />

Text: Barbara Arndt<br />

3


HOLZWIRTSCHAFT: STARKES RÜCKGRAT FÜR DEN SEEHAFEN 56<br />

Wood industry: strong backbone for Wismar port<br />

MICHAEL KREMP<br />

Text: Barbara Arndt<br />

BRANCHENÜBERGREIFENDE SYSTEMLÖSUNGEN 62<br />

Cross-sectoral system solutions<br />

PROF. DR.-ING. UWE FREIHERR VON LUKAS<br />

Text: Manuela Heberer<br />

ABFALL IST ALLES ANDERE ALS MÜLL! 72<br />

Waste is anything but rubbish!<br />

HENRY FORSTER<br />

Text: Barbara Arndt<br />

ANDERS DENKEN. ANDERS ENTWICKELN. 80<br />

Thinking differently. Developing differently.<br />

JÖRG REIMER<br />

Text: Barbara Arndt<br />

KI-PIONIERE AUS MECKLENBURG 92<br />

AI pioneers from Mecklenburg<br />

WELF WUSTLICH<br />

Text: Manuela Heberer<br />

BESTE BEDINGUNGEN FÜR START-UPS 98<br />

Ideal conditions for start-ups<br />

THOMAS MÖLLER<br />

Text: Manuela Heberer<br />

INTERDISZIPLINÄR UND PRAXISNAH 106<br />

Interdisciplinary and practic e oriented<br />

PROF. DR.-ING. DANIELA SCHWERDT<br />

Text: Manuela Heberer<br />

4


DEN BERUFSEINSTIEG VERSÜSSEN 112<br />

Making life sweeter for job starters<br />

SONJA SCHINDLER<br />

Text: Barbara Arndt<br />

KRISENFESTER WACHSTUMSMOTOR GESUNDHEITSWIRTSCHAFT 118<br />

The healthcare sector: resilient growth engine<br />

LARS BAUER<br />

Text: Manuela Heberer<br />

KLIMAPOSITIV TAGEN UND NÄCHTIGEN 124<br />

Climate-neutral meetings and accommodation<br />

CHRISTIAN PETERSEN<br />

Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />

IMMER IN BEWEGUNG 130<br />

Always moving Forward<br />

TORSTEN GOERTZ<br />

Text: Manuela Heberer<br />

REALLABOR FÜR GEMEINWOHLORIENTIERTES WIRTSCHAFTEN 140<br />

Living laboratory for an economy for the common good<br />

JANNIS DEUTSCHMANN<br />

Text: Manuela Heberer<br />

URLAUBSREGION MIT ENORMEM POTENZIAL 146<br />

Holiday region with huge potential<br />

MARTINA MÜLLER<br />

Interview: Stephan Rudolph-Kramer<br />

Anhang/Register<br />

Inserentenverzeichnis/List of Advertisements 156<br />

Bildquellen/Picture Sources<br />

16o<br />

5


6<br />

Copyright: IHK/info@paperheroes.de


WESTMECKLENBURG –<br />

REGION ZUM LEBEN UND ARBEITEN<br />

Western Mecklenburg –<br />

a good place to live and work<br />

Copyright: IHK/info@paperheroes.de<br />

Die Wismarbucht und das Salzhaff, das Schweriner Seenland<br />

und die Elbtalauen – <strong>Westmecklenburg</strong> besticht mit seinen<br />

Landschaften, Altstädten, weiten Feldern und dichten Wäldern.<br />

Diese Schönheit ist nicht nur ein Anziehungspunkt<br />

für Touristen, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor für<br />

Unternehmen. Die harmonische Verbindung von Natur ästhetik<br />

und bedeutendem Wirtschaftsstandort mit infrastrukturellen<br />

Vorzügen schafft eine einzigartige Lebens- und Arbeitsqualität,<br />

die in dieser Form nur selten zu finden ist.<br />

In dieser Publikation möchten wir Ihnen einen umfassenden<br />

Überblick der wirtschaftlichen Strukturen und Entwicklungen<br />

im westlichen Mecklenburg-Vorpommern geben. Wir<br />

zeigen auf, wie traditionelle Industriezweige und innovative<br />

Unternehmen in Einklang mit den Menschen und der Natur<br />

erfolgreich arbeiten und welche Chancen sich dadurch für die<br />

Zukunft ergeben. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir<br />

den Zukunftsbranchen, die von der Nähe zur Ostsee und der<br />

na türlichen Umgebung profitieren – Erneuerbare Energien,<br />

Tourismus, maritime Wirtschaft, Luft- und Raumfahrt sowie<br />

die Ernährungswirtschaft.<br />

Wir stellen Ihnen auch erfolgreiche Unternehmen vor, die<br />

ihre Wurzeln in dieser Region haben und durch nachhaltige<br />

Konzepte und zukunftsweisende Technologien die regionale<br />

Wirtschaft stärken und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz<br />

der Ressourcen leisten. Diese Beispiele belegen, wie Wirtschaft,<br />

Mensch und Natur in einer symbiotischen Beziehung miteinander<br />

wachsen können.<br />

Entdecken Sie die wirtschaftlichen Perspektiven und die natürliche<br />

Schönheit <strong>Westmecklenburg</strong>s und lassen Sie sich von der<br />

Dynamik und den Möglichkeiten dieser Region begeistern. Wir<br />

laden Sie ein, im Land zum Leben und Arbeiten neue Wurzeln<br />

zu finden. Die Nähe zu Skandinavien und zur Metropolregion<br />

Hamburg sind zusammen mit den eigenen Vorteilen der Region<br />

gute Argumente für Ihr Investment in <strong>Westmecklenburg</strong>.<br />

Wismar bay and the Salzhaff lagoon, Schwerin with its lakes<br />

and the Elbe valley meadows: Western Mecklenburg stands out<br />

with beautiful countryside, old towns, rolling fields and dense<br />

woodlands. This beauty not only attracts tourists but is also<br />

an important location factor for companies. The harmonious<br />

combination of aesthetical natural surroundings and a significant<br />

business location with infrastructure advantages creates<br />

a unique quality of living and working conditions that is rarely<br />

encountered in this form.<br />

This publication aims to give a comprehensive overview of the<br />

economic structures and developments in the west of Mecklenburg-Western<br />

Pomerania. We show how industrial sectors<br />

of industry and innovative companies work successfully in<br />

harmony with people and nature, and the chances that this offers<br />

for the future. There is a special focus on the future in dustries<br />

that benefit from being close to the Baltic and from the natural<br />

surroundings: renewable energies, tourism, the maritime sector,<br />

the aerospace industry and the food industry.<br />

We also present successful companies with roots in the region<br />

that strengthen the regional economy with sustainable concepts<br />

and trend-setting technologies, while at the same time making a<br />

contribution toward protecting resources. These examples show<br />

how business, people and nature can grow together in a symbiotic<br />

relationship.<br />

Discover the economic prospects and natural beauty of Western<br />

Mecklenburg, and be inspired by the region’s dynamism and<br />

possibilities. We invite you to find new roots in a state that’s a<br />

good place to live and work. The close proximity to Scandinavia<br />

and Hamburg Metropolitan Region, together with the area’s<br />

own advantages, provide good arguments for you to invest in<br />

Western Mecklenburg.<br />

Matthias Belke<br />

Präsident, Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />

President, Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />

7


NETZWERKEN FÜR<br />

EINE MOBILE ZUKUNFT<br />

Networking for a<br />

mobile future<br />

INTERVIEW:<br />

STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />

DR. ANDREAS VIETINGHOFF<br />

Als Netzwerkmanager des automotive-mv e. V.<br />

präsentiert Dr. Andreas Vietinghoff gern Best-<br />

Practice-Beispiele aus den Reihen seiner Mitgliedsunternehmen,<br />

da sie die Innovationsstärke<br />

der Automobilindustrie deutlich widerspiegeln<br />

und zur Nachnutzung anregen sollen. Er holt aber<br />

auch Experten zu aktuellen Themen in die Facharbeitskreise<br />

des Verbandes und gibt den Mitgliedern<br />

Unterstützung bei den Transformationsaktivitäten<br />

in den Bereichen Technologietransfer, Nachhaltigkeit<br />

und Mitarbeiterentwicklung. Netzwerken,<br />

koordinieren und den Blick aufs Ganze behalten<br />

gehören zu seinen Stärken. Im Interview spricht er<br />

über die Entwicklung der Automobilwirtschaft und<br />

die künftigen Herausforderungen.<br />

As network manager of automotive-mv e. V.,<br />

Dr Andreas Vietinghoff likes to present best-practice<br />

examples from his member companies, as they clearly<br />

reflect the innovative strength of the automotive<br />

industry and should inspire others to do the same. He<br />

also arranges for experts to talk about current topics<br />

to the association’s working groups, and supports<br />

the members with their transformation activities<br />

in the fields of technology transfer, sus tainability<br />

and personnel development. His strengths include<br />

networking, coordinating and keeping an eye on the<br />

bigger picture. During the interview, he talks about<br />

developments and future challenges in the automotive<br />

industry.<br />

8


Wie hat sich die Branche in den vergangenen zehn<br />

Jahren in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt?<br />

Die Automobilzulieferindustrie ist eine der industriellen Wertschöpfungskerne<br />

in unserem Bundesland. Sie hat sich in den<br />

vergangenen zehn Jahren stetig weiterentwickelt. In diesem Zeitraum<br />

wurden etwa 500 Mitarbeitende eingestellt und der Umsatz<br />

stieg trotz einiger Krisenjahre, verursacht durch Corona, Lieferkettenengpässe<br />

und die Energiekrise, um rund 20Prozent auf etwa<br />

1,7 Mrd. Euro. Besonders hervorzuheben ist, dass die Branche<br />

laufend ihre Innovationsfähigkeit steigert. Dafür investierten die<br />

Mitgliedsunternehmen des automotive-mv e. V. im betrachteten<br />

Zeitraum rund 250 Mio. Euro in neue Technologien und die Produktionsinfrastruktur.<br />

Ziel ist es, die industrielle Wertschöpfung<br />

und Beschäftigung im Land zu sichern und weiter auszubauen.<br />

Wie ist die Automobilwirtschaft im Nordosten<br />

Deutschlands derzeit aufgestellt?<br />

Mecklenburg-Vorpommern ist ein im bundesdeutschen Vergleich<br />

strukturschwaches Bundesland mit unterdurchschnittlicher<br />

industrieller Wertschöpfung und besonderen demo grafischen<br />

Herausforderungen. Diesen Umständen zum Trotz hat sich hier<br />

in den vergangenen 30 Jahren eine hochleistungsfähige Fahrzeugzulieferindustrie<br />

herausgebildet, die sich mit Ausnahme<br />

der Krisenjahre 2008/09 und 2020 bis 2022 durchgängig auf<br />

Wachstumskurs befand. Die Automobilzulieferbranche ist bei<br />

uns heterogen strukturiert. Während drei große Unternehmen<br />

über 500 Mitarbeitende aufweisen, hat die Mehrzahl von 75 Prozent<br />

der befragten Unternehmen weniger als 100 Beschäftigte,<br />

darunter 38 Prozent nur bis zu 50 Beschäftigte. Die Branche hat<br />

in ganz Mecklenburg-Vorpommern etwa 5.500 Beschäftigte und<br />

erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 1,7 Mrd. Euro.<br />

Welche Leuchttürme besitzen eine besondere Leuchtkraft?<br />

Zu den großen Playern gehören vier global tätige Top-100-<br />

Zulieferunternehmen, welche bedeutende Produktionswerke in<br />

Mecklenburg-Vorpommern betreiben. Das sind die Kon zerne<br />

ZF Friedrichshafen AG (Platz 4 weltweit) in Rostock-Laage,<br />

Valeo (Platz 10) und Webasto SE (Platz 66) in Neubrandenburg<br />

sowie die Lear Corp. GmbH (Platz 14) in Wismar. Die Lear Corp.<br />

GmbH ist einer der Marktführer in der Herstellung von Kunststoffsteckverbindern<br />

für verschiedenste automotive-Anwendungen.<br />

Das Werk in Wismar beschäftigt über 250 Mitarbeitende<br />

und setzt mit seiner innovativen 2- und 3-Komponenten<br />

Spritzgießtechnologie höchste Anforderungen der internationalen<br />

Automobilindustrie um. An den hocheffizienten Anlagen<br />

werden täglich etwa 1,2 Millionen Kunststoffteile produziert.<br />

Nennen möchte ich auch die Gummifabrik Lubeca GmbH &<br />

Co. KG in Upahl. Sie ist ein hochspezialisierter Produzent von<br />

Elastomeren und Gummiformteilen für verschiedene Anwendungen<br />

im Automobil. Bis zu 30 Millionen Dämpfungselemente,<br />

die beispielsweise beim Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP<br />

und dem Antiblockiersystem ABS zum Einsatz kommen, und<br />

Gummi-Metall-Verbindungen werden nach hochspezifischen<br />

Material- und Qualitätsanforderungen jährlich auf vollautomatisierten<br />

Anlagen produziert.<br />

Mit welchen Partnern in der Region arbeiten Sie zusammen?<br />

Neben der intensiven brancheninternen Zusammenarbeit<br />

ko operiert der automotive-mv e. V. insbesondere mit heimischen<br />

Hochautomatisierte Präzisionszerspanung<br />

bei der<br />

PTS-precision GmbH in Schwerin<br />

Highly automated preci sion<br />

machining at PTS­ precision<br />

GmbH in Schwerin<br />

Der automotive-mv e. V. in Zahlen:<br />

– 21 Mitgliedsunternehmen<br />

– ca. 3.700 Beschäftigte<br />

– ca. 180 Auszubildende<br />

– ca. 1,2 Mrd. Euro Jahresumsatz<br />

Dr. Andreas Vietinghoff:<br />

• geboren 1966 in Rostock<br />

• verheiratet, 2 Kinder<br />

• Studium Lehramt an der Universität Rostock<br />

mit Staatsexamen<br />

• nach dem Studium Tätigkeit als Lehrer<br />

• Wechsel in die Wirtschaft<br />

• Führungsaufgaben im Personalmanagement in<br />

drei regionalen Unternehmen<br />

• seit 2009 Netzwerkmanager im automotive-mv e. V.<br />

How has the sector developed over the last ten<br />

years in Mecklenburg-Western Pomerania?<br />

Automotive suppliers form one of the core aspects of industrial<br />

value creation in our state, and have seen constant further<br />

development over the last ten years. About 500 new employees<br />

were hired during this period. Turnover also grew by around 20<br />

percent to about 1.7 billion Euro, despite various years of crisis<br />

caused by Covid-19, supply chain issues and the energy crisis.<br />

One point particularly worth emphasising is that the sector is<br />

constantly increasing its innovative capability. Companies belonging<br />

to automotive-mv e. V.’ invested around 250 million Euro<br />

in new technologies and the production infrastructure during the<br />

10


period under discussion, with the aim of safeguarding and expanding<br />

industrial value creation and employment in the state.<br />

Facts and figures: automotive-mv e. V.<br />

– 21 member companies<br />

– approx. 3,700 employees<br />

– approx. 180 trainees<br />

– approx. 1.2 billion Euro annual turnover<br />

Dr Andreas Vietinghoff:<br />

• born in 1966 in Rostock<br />

• married with 2 children<br />

• teaching degree at Rostock University with state<br />

examination<br />

• worked as teacher after graduating<br />

• changed to a career in business<br />

• managerial functions in personnel management in<br />

three regional companies<br />

• network manager at automotive-mv e. V. since 2009<br />

Kompetenzpartnern aus den Bereichen Forschung und Entwicklung<br />

sowie industriespezifische Beratung und Weiterbildung.<br />

Hervorzuheben sind hier die Universität Rostock und das Fraunhofer-Institut<br />

für Großstrukturen in der Produktions technik<br />

IGP in Rostock sowie der REFA-Landesverband M-V e. V.<br />

als spe zialisierter Kompetenzpartner für Personalentwicklung<br />

und industrielle Prozessoptimierung. Weitere Partner sind die<br />

Hochschulen in Wismar, Stralsund und Neubrandenburg sowie<br />

Technologie-Kompetenzpartner, wie zum Beispiel die Schweißtechnische<br />

Lehr- und Versuchsanstalt in Rostock.<br />

Copyright: PTS-precision GmbH, Schwerin<br />

What is the current position of the automotive<br />

industry in North-East Germany?<br />

Compared to other German states, Mecklenburg-Western<br />

Pomerania is a structurally weak region with below-average industrial<br />

value creation as well as special demographic chal lenges.<br />

Nevertheless, a highly efficient vehicle supplier industry has<br />

emerged here over the last 30 years, enjoying consistent growth<br />

apart from the crisis years of 2008/09 and 2020 to 2022. Our<br />

automotive supplier sector has a heterogeneous structure. While<br />

three large firms have more than 500 employees, a 75 percent<br />

majority of the surveyed companies has a workforce of less than<br />

100, including 38 percent with no more than 50 employees. In all<br />

of Mecklenburg-Western Pomerania, the sector has about 5,500<br />

employees and generates annual turnover of around 1.7 billion<br />

Euro.<br />

Which lighthouses shine particularly brightly?<br />

The big players include four top-100 global supplier companies<br />

with significant production sites in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania. These are ZF Friedrichshafen AG (ranked 4th worldwide)<br />

in Rostock-Laage, Valeo (ranked 10th) and Webasto SE<br />

(ranked 66th) in Neubrandenburg, as well as Lear Corp. GmbH<br />

(ranked 14th) in Wismar. Lear Corp. GmbH is one of the leading<br />

manufacturers of plastic plug-in connectors for a wide range of<br />

automotive applications. The Wismar factory has more than<br />

250 employees and implements the strictest requirements of<br />

the international automotive industry with its innovative 2- and<br />

3-component injection moulding technology. About 1.2 million<br />

plastic parts are produced by the highly efficient machinery every<br />

day. It is also worth mentioning Gummifabrik Lubeca GmbH &<br />

Co. KG in Upah, a highly specialised manufacturer of elastomers<br />

and moulded rubber parts for various applications in vehicles. Up<br />

to 30 million damping elements, used for example in the electronic<br />

stability programme ESP and the anti/lock braking system<br />

and rubber-metal compounds, are made according to highly<br />

specific material and quality requirements every year on the fully<br />

automated machinery.<br />

Which partners do you work with in the region?<br />

In addition to intensive cooperation within the sector itself,<br />

automotive-mv e. V. collaborates particularly with local expert<br />

partners in the fields of research and development as well as<br />

industry-specific consulting and training. Here a mention should<br />

be given to the University of Rostock and the Fraunhofer Institute<br />

for Large Structures in Production Engineering (IGP) in<br />

Rostock as well as the Mecklenburg-Western Pomerania state association<br />

of REFA-MV e. V., an expert partner and specialist for personnel<br />

development and industrial process optimisation. Other<br />

partners include the Universities of Applied Sciences in Wismar,<br />

Stralsund and Neubrandenburg together with expert technology<br />

partners, such as the Training and Educational Institute for<br />

Welding Engineering in Rostock.<br />

11


Copyright: Lear Corporation GmbH<br />

Welche großen Herausforderungen müssen<br />

künftig gemeistert werden?<br />

Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung heißen die<br />

technologischen Mobilitätstrends. Ihre Realisierung in zuverlässigen<br />

und marktfähigen Produkten und Leistungen wird in den<br />

kommenden Jahren einen enormen Kraftaufwand in der Branche<br />

erfordern. Die Energie- und Mobilitätswende und der damit verbundene<br />

Transformationsprozess in der Industrie werden auch<br />

die heimische Automobilzulieferindustrie vor große Herausforderungen<br />

stellen. Insbesondere in der Autoindustrie fordern die<br />

technologischen Trends wie E-Mobilität, autonomes Fahren,<br />

Konnektivität und neue Mobilitätsgeschäftsmodelle hohe Innovationsanstrengungen.<br />

Diese müssen in einem aktuell nicht vorteilhaften<br />

Wettbewerbsumfeld realisiert werden – die Kosten für<br />

Material, Energie und Arbeit sind zu hoch. Dieser Nachteil wirkt<br />

deshalb gravierend, weil unsere Unternehmen im Wettbewerb<br />

mit Produzenten aus Osteuropa, Asien und Amerika stehen. Eine<br />

besondere Herausforderung ist es, auch künftig Nachwuchs für<br />

anspruchsvolle Tätigkeitsfelder in der der Industrie zu gewinnen –<br />

eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da der Wohlstand Deutschland<br />

vor allem von seinem Erfolg als Industrie- und Exportland<br />

abhängt.<br />

Wie können die Maßnahmen finanziert werden?<br />

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssen enorme<br />

Summen in innovative Produktionstechnologien, in die Prozessdigitalisierung,<br />

nachhaltige Produktion und die Weiterbildung<br />

der Mitarbeitenden investiert werden. Die dafür notwenigen<br />

Mittel können nur im täglichen Geschäft unter globalen Wettbewerbsbedingungen<br />

erwirtschaftet werden. Das ist in Zeiten<br />

multipler Krisen eine besondere Herausforderung, zumal der<br />

Fertigung mit moderner Spritzgießtechnologe<br />

bei der Lear Corp. GmbH Wismar<br />

Production with modern injection moulding<br />

technology at Lear Corp. GmbH Wismar<br />

Which major challenges have to be mastered in future?<br />

The technological trends in the mobility sector are electrification,<br />

automation and connectivity. Turning these trends into reliable,<br />

marketable products and services will demand great efforts from<br />

the industry in the years ahead. Local automotive suppliers will<br />

also face major challenges presented by the way the whole industry<br />

will be transformed by the energy and mobility transition.<br />

Car makers, in particular, will have to undertake huge innovative<br />

endeavours to meet the demands of technological trends such as<br />

e-mobility, autonomous driving, connectivity and new business<br />

models for mobility. The competitive environment is cur rently<br />

not really beneficial in this respect due to the excessively high costs<br />

for material, energy and labour. This has severe conse quences,<br />

because our companies are competing with manufacturers from<br />

Eastern Europe, Asia and America. One particular chal lenge is<br />

to win over young talent for the demanding fields of work in the<br />

industry in future too – a task for the whole of society, as German<br />

prosperity depends above all on being a successful industrial<br />

export country.<br />

How can the measures be funded?<br />

Safeguarding competitiveness will demand enormous investment<br />

in innovative production technology, process digitalisation, sustainable<br />

production and further training of the workforce. The<br />

necessary funds can only be generated in daily business under<br />

12


Brüggen<br />

Fahrzeugwerk & Service GmbH<br />

Seit mehr als fünf Jahrzehnten hat sich die im Emsland verwurzelte<br />

KRONE Nutzfahrzeuge Gruppe als Marktführer in den Bereichen<br />

Auflieger und Anhänger etabliert. Am hochmodernen Standort in<br />

Lübtheen produziert KRONE die Kühlsattelauflieger, die KRONE Cool<br />

Liner sowie die Seitenwände der Dry Liner. Das Besondere am Standort<br />

Lübtheen? Vom Tischler bis zum Elektriker sind hier die unterschiedlichsten<br />

Berufe gefragt, denn vom Dach bis zum Boden der Cool Liner<br />

werden die meisten Bauteile selbst gefertigt. Gleichzeitig sind viele Prozesse<br />

bereits automatisiert, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlastet<br />

werden, wenn es um schwere Bauteile geht.<br />

KRONE Nutzfahrzeuge Group with its roots in the Emsland (Western<br />

Germany) has been the established market leader for trailers and semitrailers<br />

for more than five decades. Krone’s state-of-the-art site in<br />

Lübtheen is where the company produces the KRONE Cool Liner<br />

refrigerated semitrailers and the side walls for the Dry Liner dry freight<br />

semitrailers. What is so special about the Lübtheen site? From carpenter<br />

to electrician, a wide range of different trades are needed here as most of<br />

the components from the roof to the floor of the Cool Liner, are made<br />

here on site. At the same time, many processes are already automated to<br />

relieve the pressure on the workers when heavy parts are concerned.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2005<br />

Mitarbeiter: 600 am<br />

Standort Lübtheen<br />

Standorte:<br />

Herzlake und Lübtheen<br />

Angebotsspektrum:<br />

Entwicklung und Produktion<br />

von Koffersattelaufliegern<br />

www.brüggen-gmbh.de<br />

Year founded: 2005<br />

Employees: 600 at the<br />

Lübtheen site<br />

Sites:<br />

Herzlake and Lübtheen<br />

Range:<br />

Development and production<br />

of box­type semitrailers<br />

Wirtschaftsstandort verstärkt mit Wettbewerbsnachteilen auf<br />

der Kostenseite zu kämpfen hat. Trotz dieser Herausforderungen<br />

wird die Branche bei ihren großen Vorhaben vom Land Mecklenburg-Vorpommern<br />

zuverlässig unterstützt, insbesondere durch<br />

die Förderung von Investitions- und Innovationsvorhaben.<br />

Mit welchen Maßnahmen und Strategien geht<br />

die Branche in die Zukunft?<br />

Der automotive-mv e. V. ist Konsortialführer im Transformationsprojekt<br />

AutoTrans-MV. Gemeinsam mit den Partnern<br />

Universität Rostock, Lehrstuhl Fertigungstechnik und<br />

dem REFA-Landesverband M-V e. V. wurde eine regionale<br />

Transformationsstrategie erarbeitet, die ausgehend von einer<br />

Branchenanalyse die wich tigsten Zielstellungen und strategischen<br />

Handlungsschwer punkte festgelegt hat. Ziel ist es, leistungsfähige<br />

Transfer strukturen im Land zu etablieren, die den<br />

Wandel in der Zulieferindustrie wirkungsvoll unterstützen werden.<br />

Eine wichtige Maßnahme ist zum Beispiel der schon begonnene<br />

Aufbau einer Transformation Academy zur Unterstützung<br />

der transformationsbegleitenden Kompetenzentwicklung. Der<br />

auto motive-mv e. V. arbeitet darüber hinaus im Strategierat Wirtschaft-Wissenschaft<br />

des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit<br />

und koordiniert dort mit anderen Branchen und der regionalen<br />

Wissenschaft die Bemühungen, die Innovationskraft der heimischen<br />

Wirtschaft zu stärken.<br />

global competition conditions. In times of multiple crises, this is<br />

a particular challenge, also in view of the fact that Mecklenburg-<br />

Western Pomerania as a business location is increasingly struggling<br />

with cost-related competition disadvantages. Despite these<br />

challenges, the state of Mecklenburg-Western Pomerania provides<br />

reliable support for the sector in its major undertakings, especially<br />

when it comes to funds for investment and innovation projects.<br />

What are the sector’s measures and strategies for the future?<br />

automotive-mv e. V. is the consortium leader in the AutoTrans-<br />

MV transformation project. After analysing the sector to stipulate<br />

the key objectives and strategic focuses, a regional trans formation<br />

strategy has been drawn up in cooperation with Rostock University<br />

Department for Production Engineering and REFA-MV<br />

e. V. The aim is to establish efficient transfer structures in the state<br />

to provide effective support for transformation in the supplier<br />

industry. One important measure that has already begun consists<br />

of setting up a Transformation Academy to support concomitant<br />

skills acquisition. automotive-mv e. V. is also involved in the Mecklenburg-Western<br />

Pomerania Business-Science Strategy Council,<br />

where it works with other industries and the regional science<br />

sector in coordinating efforts to enhance the innovative spirit of<br />

the local economy.<br />

13<br />

1


PTS-precision GmbH<br />

Seit 2009 produziert die PTS-precision GmbH in Schwerin CNC-<br />

Drehteile aller Art und ist heute mit über 100 CNC-Drehmaschinen der<br />

größte Drehteilehersteller in Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind ein<br />

junges, stetig wachsendes Unternehmen und erfolgreicher Partner der<br />

Automobilindustrie. 2020 wurden wir als „Wachstumschampion“ des<br />

Magazins FOCUS ausgezeichnet.<br />

Wir fertigen täglich rund 350.000 Präzisionsdrehteile. Diese werden weltweit<br />

im Automobil verbaut: elektrische Sitzverstellungen, Außenspiegel,<br />

Anhängerkupplungen, Cabrioverdecke etc. Weitere Einsatzgebiete sind<br />

Bohrmaschinen, Motorsägen, Heckenscheren und viele weitere.<br />

PTS-precision GmbH has been producing CNC lathed parts in Schwerin<br />

since 2009. Today, more than 100 CNC lathes make us the largest<br />

manufacturer of lathed parts in Mecklenburg-Western Pomerania. We<br />

are a young, constantly growing company and a successful partner for<br />

the automotive industry. In 2020, we received the “Growth Champion”<br />

accolade from the FOCUS magazine.<br />

We produce around 350,000 precision turned parts every day. These are<br />

installed in cars all over the world: electric seat adjusters, exterior mirrors,<br />

trailer couplings, convertible tops, etc. Other areas of application include<br />

drills, chainsaws, hedge trimmers and many more.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2009<br />

Mitarbeiter: rund 60<br />

Betriebsfläche:<br />

etwa 10.000 m 2<br />

Leistungsspektrum:<br />

Fertigung von Kurzdrehteilen<br />

sowie CNC­Langdrehteilen auf<br />

mehr als 100 hochmodernen<br />

CNC­Drehmaschinen<br />

www.pts-precision.de<br />

Year founded: 2009<br />

Employees: about 60<br />

Space area:<br />

approx. 10,000 m 2<br />

Range of services:<br />

Production of short lathed<br />

parts and CNC long lathed on<br />

more than 100 state­of­the­art<br />

CNC lathes<br />

AWUS mobile<br />

GmbH & Co. KG<br />

Das Autohaus AWUS mit Standorten in Wismar und Schwerin zeichnet<br />

sich durch sein breites Angebot an Neuwagen, Jahreswagen und<br />

Gebrauchtfahrzeugen aus renommierten Marken wie Volkswagen, Audi<br />

und Škoda aus. Seit seiner Gründung bietet AWUS umfassende Leistungen<br />

rund um den Fahrzeugkauf, einschließlich Inzahlungnahme und<br />

spezialisierten Service für Nutzfahrzeuge.<br />

Mit einem engagierten Team aus qualifizierten Mitarbeitern stellt AWUS<br />

sicher, dass Kunden stets professionelle Unterstützung und Beratung<br />

erhalten. Die Werkstätten des Autohauses sind auf den neuesten technischen<br />

Stand, um Ihnen qualitativ hochwertige Serviceleistungen zu<br />

garantieren.<br />

Information<br />

Standorte:<br />

Schwerin und Wismar<br />

Angebotsspektrum:<br />

Neuwagen, Jahreswagen und<br />

Gebrauchtfahrzeugen aus<br />

renommierten Marken wie<br />

Volkswagen, Audi und Škoda<br />

www.awus-mobile.de<br />

Locations:<br />

Schwerin and Wismar<br />

Range:<br />

New cars, nearly new cars and<br />

used vehicles in renowned<br />

brands such as Volkswagen,<br />

Audi and Škoda<br />

1<br />

Autohaus AWUS is a car dealership with sites in Wismar and Schwerin<br />

that stands out with its wide range of new cars, nearly new cars and used<br />

vehicles in renowned brands such as Volkswagen, Audi and Škoda. Since<br />

AWUS was founded, it has provided comprehensive services covering<br />

all aspects of car sales, including trading-in transactions and specialised<br />

servicing for commercial vehicles.<br />

AWUS and its committed team of qualified staff ensure that customers<br />

always receive professional support and advice. The dealership’s state-ofthe-art<br />

garages guarantee top quality servicing.<br />

14


Nagel LK Logistik GmbH, Standort Schönberg<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2009<br />

Mitarbeiter: rund 70<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Warehousing<br />

– Value­Added­Services<br />

– Kommissionierung<br />

Lagerfläche: ca. 40.000<br />

Quadratmeter<br />

Palettenstellplätze:<br />

rund 54.000<br />

www.nagel-group.com<br />

Year founded: 2009<br />

Employees: approx. 70<br />

Range of services:<br />

– Warehousing<br />

– Value­Added­Services<br />

– Order picking<br />

Capacity: approx. 40,000<br />

square meters<br />

Pallet bays:<br />

approx. 54,000<br />

Nagel-Group<br />

Wir stehen für eine europaweit perfekt vernetzte Lebensmittel logistik,<br />

die unseren Kunden entscheidende Wettbewerbsvorteile bringt. Für<br />

sie denken wir weiter, tiefer, vernetzter, wirtschaftlicher. Bei allen<br />

Herausforderungen und Zukunftstrends profitieren unsere Kunden von<br />

unserer jahrzehntelangen Erfahrung in allen Temperaturbereichen und<br />

einem einzigartigen internationalen Netzwerk. Mit frischem Denken<br />

schafft unsere Logistik zukunftssichere Mehrwerte. Zigtausende Kunden<br />

vertrauen auf einen der führenden Lebensmittel-Logistiker Europas:<br />

die Nagel-Group.<br />

Der Standort Schönberg dient als Gateway für den Warenfluss von und<br />

nach Skandinavien sowie ins Baltikum. Die günstige Lage ermöglicht<br />

eine Anbindung an die Häfen in Rostock, Lübeck und Hamburg. In<br />

Schönberg stehen eine Lagerfläche von rund 40.000 Quadratmetern und<br />

etwa 54.000 Palettenstellplätze zur Verfügung. Zu den Leistungen der<br />

Kontraktlogistik gehören Warehousing, Value-Added-Services, Kommissionierung<br />

und die Verzahnung sämtlicher Prozesse mittels eines durchgängigen<br />

IT-Systems. Als Spezialist für die Lebensmittellogistik kennen<br />

die über 70 Mitarbeiter in Schönberg die besonderen Anforderungen in<br />

diesem sensiblen Produktbereich genau.<br />

Da wir als Nagel-Group sowohl die Lagerung als auch den Transport<br />

übernehmen, können wir durch unsere temperaturgeführte Logistik<br />

eine lückenlose Kühlkette garantieren. Wir erfüllen höchste Hygieneund<br />

Qualitätsstandards und sind entsprechend gemäß IFS Logistics, Bio,<br />

ISO 5001 und für die verschiedenen Kühlzonen nach HACCP-Standards<br />

zertifiziert. Von Tiefkühlprodukten bei mindestens -18°C über Frischeartikel<br />

wie Wurstwaren oder Milchprodukte bei 0-6°C bis hin zu trocken<br />

oder bei Raumtemperatur gelagerten Produkten – wir schaffen Frische-<br />

Sicherheit mit unseren Logistiklösungen.<br />

We stand for perfectly networked food logistics throughout Europe,<br />

which gives our customers decisive competitive advantages. For them, we<br />

think further, deeper, more networked, more economically – despite all<br />

the challenges and future trends, our customers benefit from our decades<br />

of experience in all temperature ranges and a unique international network.<br />

With fresh thinking, our logistics creates future-proof added value.<br />

Thousands of customers place their trust in one of Europe’s leading food<br />

logistics providers: Nagel-Group.<br />

The Schönberg site acts as a gateway for the flow of goods to and from<br />

Scandinavia and to the Baltic. The convenient location offers easy access to<br />

the ports of Rostock, Lübeck and Hamburg. Schönberg offers warehouse<br />

capacity of around 40,000 square metres with about 54,000 pallet bays.<br />

The contract logistics services include warehousing, value-added services,<br />

picking and the dovetailing of all processes by means of an integrated IT<br />

system. As specialists for food logistics, the workforce in Schönberg with<br />

more than 70 employees are well acquainted with the special requirements<br />

in this sensitive product area.<br />

As the Nagel Group, we assume responsibility for both storage and transportation,<br />

with unbroken cold chains guaranteed by our temperaturecontrolled<br />

logistics. We fulfil the strictest hygiene and quality standards<br />

and are certified accordingly pursuant to IFS Logistics, the EU Organic<br />

Regulation and ISO 5001, and also according to the HACCP standards<br />

for the various cooling zones. Our logistics solutions create security of<br />

freshness, from frozen products at minimum -18°C via fresh food such<br />

as cold meats or dairy products at 0-6°C to dry items or those stored at<br />

room temperature.<br />

15 1


AUFTRAGSLAGE VERSPRICHT<br />

WEITERES WACHSTUM<br />

Order volume promises<br />

further growth<br />

TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />

DR. AXEL KORN<br />

BERND JOKELE<br />

Die Luftfahrtindustrie ist weltweit auf Wachstumskurs.<br />

Bis auf eine kurze Unterbrechung durch<br />

die Corona-Pandemie hat sie sich im Vergleich zur<br />

Automobilbranche weiter positiv entwickelt. Bei der<br />

Ausstattung der Airlines mit Flugzeugen holen insbesondere<br />

Asien und Teile Afrikas auf. Mit Blick auf<br />

die Absatzzahlen liegt Airbus hier klar vor Boeing.<br />

Gleichzeitig steigt der Automatisierungsgrad in der<br />

Fertigung von Flugzeugen.<br />

Die AMAS Technology GmbH kann von diesem<br />

Trend partizipieren. Als ein zuverlässiger strategischer<br />

Tier-1-Supplier der Luftfahrtindustrie hat<br />

sie ihr Produktportfolio laufend erweitert und es<br />

geschafft, die Zahl ihrer technischen Innovationen<br />

und Mitarbeiter zu steigern. Das Unternehmen<br />

ist seit 1995 in den Geschäftsfeldern Engineering,<br />

Vorrichtungsbau, Sondermaschinenbau, Projekt-<br />

Engineering und Service tätig. Unter einem Dach<br />

werden kundenspezifische Anwendungen von der<br />

Konstruktion bis zum fertigen Produkt realisiert.<br />

Alle Produktionsvorgänge werden hier abgebildet:<br />

vom Sägen des Stahlprofils, über die mechanische<br />

Bearbeitung, verschiedene Schweißverfahren, die<br />

Lackierung bis zum Zusammenbau.<br />

The aviation industry is growing worldwide.<br />

Apart from a short interruption during the Covid<br />

pandemic, the industry has continued to see positive<br />

development, in contrast to the automotive sector.<br />

Asia and parts of Africa in particular are catching up<br />

when it comes to equipping airlines with aircrafts.<br />

A look at the sales figures puts Airbus well ahead<br />

of Boeing. The degree of automation in aircraft<br />

production is growing at the same time.<br />

AMAS Technology GmbH is participating in this<br />

trend. As a reliable, strategic tier-1 supplier to the<br />

aviation industry, the company has constantly<br />

expanded its product range and managed to increase<br />

both the number of technical innovations and the<br />

size of its workforce. The company has been in volved<br />

in engineering, jig construction, special machine<br />

construction, project engineering and service since<br />

1995. Customised applications are made here in one<br />

location, from initial design through to the finished<br />

product. All production processes are covered, from<br />

sawing the steel profile via mechanical processing,<br />

various welding procedures and coating application,<br />

through to assembly.<br />

16


AMAXS-Wheel bewegt Schwerlasten<br />

auf engstem Raum<br />

AMAXS Wheel moves heavy<br />

loads in a confined space<br />

Mittlerweile beschäftigt die Unternehmensgruppe am Stammsitz<br />

im mecklenburgischen Neu Kaliß rund 140 Mitarbeiter.<br />

Zum Kundenkreis gehören im Bereich Luft- und Raumfahrt<br />

auch namhafte internationale Kunden. Neben Airbus und<br />

Rheinmetall sind das Unternehmen wie Premium Aerotec, Lufthansa<br />

Technik, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt<br />

sowie die Gesellschaft für Nuclear-Service. Durch verschiedene<br />

Herstellerqualifikationen für das Schweißen mit hohem Schwierigkeitsgrad<br />

und der erfolgreichen Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems<br />

nach DIN EN 9100 hat das Unternehmen<br />

die Bereiche Luftfahrt, Raumfahrt, Schienenfahrzeuge, Wehrtechnik<br />

und Nukleartransporte weiter ausgebaut. Das Umsatzvolumen<br />

ist stetig gewachsen und lag 2023 bei rund 25 Mio. Euro.<br />

Gute Aussichten sieht das mittelständische Unternehmen auch<br />

bei den Aufträgen: Das Volumen reicht derzeit für mehr als ein<br />

Jahr.<br />

Lasergestützte Genauigkeit<br />

Die Herstellung von Flugzeugen und Flugzeugkompo nenten<br />

erfordert für jede durchzuführende Arbeit entsprechend<br />

ausgerüstete Bauplätze und Montagestationen. Die AMAS-<br />

Gruppe bietet ihren Kunden ein breites Produktspektrum an. Der<br />

Lieferumfang umfasst beispielsweise Bühnen, Fertigungsanlagen<br />

und Transportvorrichtungen. Die Einhaltung der ge forderten<br />

Genauigkeiten, die beim Fügen von Flugzeugbauteilen gewährleistet<br />

sein muss, wird durch den Einsatz von Laser-Trackern beim<br />

Aufbau der Bühnenwerke sichergestellt.<br />

Gegenwärtig baut AMAS die zweitgrößte Flugzeugschalen-<br />

Fließbandfertigungsanlage Europas. Hinzu kommen präzise<br />

Nachbauten von Luftfahrzeugen und Fahrerkabinen aus dem<br />

militärischen Sektor im Maßstab 1:1, die für Schulungs- und<br />

Ausbildungszwecke verwendet werden. Eines der herausragendsten<br />

Simulationstechnik-Produkte ist der Nachbau der<br />

kompletten Rumpfsektion des Transportflugzeugs A400M.<br />

Der Simulator wurde bereits achtmal für verschiedene Nationen<br />

gefertigt und sichert maßstabsgetreue Trainingsbedingungen.<br />

Eine Spezial anfertigung ist auch der Satelliten-Simulator, den die<br />

RST Rostock System-Technik in Auftrag gegeben hatte.<br />

The company group now has a workforce of around 140 employees<br />

at its headquarters in Neu Kaliß, Mecklenburg. The<br />

customer base also includes renowned international companies<br />

in the aviation business. Besides Airbus and Rheinmetall, this<br />

includes firms such as Premium Aerotec, Lufthansa Technik,<br />

the German Aerospace Centre and GNS (nuclear service company).<br />

AMAS holds various manufacturer qualifications for extremely<br />

difficult welding together with successful certification<br />

of the quality management system to standard DIN EN 9100,<br />

thus facilitating further expansion of its activities when it comes<br />

to aviation, aerospace, railway vehicles, defence technology and<br />

nuclear transports. Turnover volume has grown constantly,<br />

reaching around 25 million Euro in 2023. The SME company<br />

also sees good prospects in terms of the order books, which are<br />

currently filled for the next twelve months and longer.<br />

18


Copyright: AMAS Technology GmbH<br />

AMAXS-Wheel bewegt Schwerlasten auf engstem Raum<br />

Ein spezielles hauseigenes Produkt ist das AMAXS-Wheel. Es<br />

verbindet Innovation mit einem ausgeklügelten Design und<br />

ist mit das bekannteste AMAS-Produkt. Sämtliche bewegliche<br />

Bühnen können mit AMAXS-Fahrwerken ausgerüstet werden.<br />

Mit seinen omnidirektionalen Fahrbewegungen wird es in der<br />

Luftfahrt- und Logistikbranche insbesondere für hochpräzise<br />

Positioniervorgänge bei schweren Transporteinheiten eingesetzt.<br />

So werden zum Beispiel bei Airbus in Hamburg ganze Flugzeugrümpfe<br />

auf engstem Raum bewegt und gedreht.<br />

„Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir die passenden<br />

Lösungen. Dafür haben wir im Unternehmen den Zugriff auf<br />

die gesamte Wertschöpfungskette. Am Ende verkaufen wir kein<br />

Produkt zwei Mal. Es ist stets ein Unikat“, betont Bernd Jokele.<br />

Laser-assisted precision<br />

Every job of work involved in the production of aircraft and<br />

aircraft components needs suitably equipped workplaces and<br />

assembly stations. The AMAS group offers its customers a broad<br />

product range. The scope includes stages, for example, as well as<br />

manufacturing systems and transport equipment. When erecting<br />

the stages, the use of laser trackers ensures compliance with the<br />

required precision that has to be warranted when joining aircraft<br />

components.<br />

AMAS is currently building Europe’s second largest conveyor belt<br />

production line for fuselage shells. Precise replicas of aircraft and<br />

military driver cabs are used on a scale of 1:1 for training purposes.<br />

One of the most outstanding simulation products is the replica<br />

of a completed fuselage section of the A400M transport aircraft.<br />

19


Copyright: Ryan/AdobeStock.com<br />

In der Vergangenheit hat die AMAS Technology GmbH u. a.<br />

die Wing-Jigs für die A400M Tragflächen produziert.<br />

In the past, AMAS Technology GmbH has produced the<br />

wing jigs for the A400M wings, among other things.<br />

Er ist als einer der beiden Geschäftsführer für die Konstruktion,<br />

Fertigung und Endmontage zuständig. Der gebürtige Bayer hat<br />

in München Maschinenbau studiert, verschiedene Stationen<br />

in der Verpackungsindustrie durchlaufen und in Brasilien eine<br />

Pro duktions- und Vertriebsniederlassung aufgebaut. Vor seinem<br />

Wechsel zu AMAS Ende 2021 war er in Hamburg als Geschäftsführer<br />

eines Unternehmens für Verpackungsmaschinen tätig.<br />

„Qualität und Zuverlässigkeit sind Gründe dafür, weshalb wir<br />

von den Kunden als bevorzugter Zulieferer gewählt werden. Das<br />

schafft gegenseitiges Vertrauen und macht uns stark“, weiß der<br />

51-Jährige, der auch dafür sorgt, dass parallel zum Tagesgeschäft<br />

weiter in die Forschung und Entwicklung, Automatisierung und<br />

die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz investiert<br />

wird.<br />

Know-how-Transfer braucht Personal<br />

Als geschäftsführender Gesellschafter übernimmt Dr. Axel Korn<br />

den kaufmännischen Teil des Unternehmens und ist damit auch<br />

für den Personalbereich verantwortlich. „Eine große Heraus-<br />

The simulator has already been produced eight times for different<br />

countries and warrants true-to-scale training conditions. The<br />

satellite simulator is another custom-designed product made for<br />

RST Rostock System-Technik.<br />

AMAXS Wheel moves heavy loads in a confined space<br />

One special in-house product is the AMAXS Wheel. It combines<br />

innovation with a sophisticated design and is the best-known<br />

AMAS product. All moving stages can be fitted with AMAXS<br />

chassis. Its omnidirectional movements make it ideal for the<br />

aviation and logistics sector, particularly when it comes to highprecision<br />

positioning procedures for heavy-load transport units.<br />

For example, it is used at Airbus in Hamburg to move and turn<br />

whole aircraft fuselages in a confined space.<br />

“We work with our customers to develop suitable solutions,<br />

and have access to the whole value chain in our company. In the<br />

end, no product is sold twice. They are one-offs every time”, emphasises<br />

Bernd Jokele. He is one of the two CEOs responsible for<br />

20


AIRSENSE Analytics GmbH<br />

AIRSENSE entwickelt, produziert und vertreibt hochspezialisierte<br />

Analysegeräte – vor allem für die Bereiche der öffentlichen Sicherheit,<br />

Arbeitssicherheit und Katastrophenvorsorge. Wir sind der wich tigste<br />

Lieferant im Hinblick auf den Schutz gegen ABC-Gefahren für die<br />

Olympischen Spiele oder Arbeitssicherheit in der Logistikbranche. Unser<br />

junges, weltoffenes Team versteht sich als engagierte Einheit. Wir bilden<br />

in verschiedenen technischen und gewerblichen Berufen aus und bieten<br />

für Studenten attraktive Praktika. Unser Unternehmen hat seine<br />

speziellen Produkte erfolgreich auf dem globalen Markt platziert, was<br />

die Vielfalt und Internationalität der Karrierechancen bei AIRSENSE<br />

unterstreicht.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1996<br />

Mitarbeiter: rund 60<br />

Leistungsspektrum:<br />

hochwertige Sicherheitsinstrumente<br />

für die Bereiche<br />

First Response, öffentliche<br />

Sicherheit, Luftfahrt, Logistik<br />

und Umwelt<br />

www.airsense.com<br />

Year founded: 1996<br />

Employees: approx. 60<br />

Range of services:<br />

Top quality safety instruments<br />

for first response, public<br />

security, aviation, logistics and<br />

environment<br />

AIRSENSE develops, manufactures and sells highly specialised analysis<br />

devices primarily for the fields of public security, occupational safety and<br />

disaster prevention. We are the key supplier of NBC hazard prevention<br />

for the Olympic Games or occupational safety in the logistics industry.<br />

Our young, open-minded team sees itself as a committed unit. We provide<br />

training in various technical and commercial jobs and offer attractive<br />

internships for students. Our company has been successful in placing its<br />

special products on the global market, underlining the diversity and international<br />

character of career opportunities at AIRSENSE.<br />

forderung ist für uns der Nachwuchs. Wir haben auf diese<br />

Situation mit einer regionalen Marketingstrategie reagiert. Neben<br />

intensiver und aufwendiger Präsenz auf Messen und in Schulen,<br />

konnten wir so dieses Jahr gemeinsam mit dem Amt Dömitz-<br />

Malliß eine Bushaltestelle direkt vor unserem Betrieb errichten<br />

lassen. Essenziell sind für mich auch die Vereinszusammenarbeit,<br />

Sponsoring, Ferienjobs und Aktionen für MINT-Berufe, wie zum<br />

Beispiel unser beliebter AMAS-Girls Day. Wir könnten mehr<br />

Aufträge annehmen und wollen dies auch, uns fehlen aber die<br />

personellen Ressourcen. Daher bleibt der Zugriff auf Fachkräfte<br />

auch zukünftig eine anspruchsvolle Aufgabe, um unser weiteres<br />

organisches Wachstum zu gewährleisten“, erklärt Dr. Axel Korn,<br />

der seit 2016 bei AMAS ist. Das Unternehmen bietet ein duales<br />

Studium zum Technischen Produktdesigner, die Ausbildung zum<br />

Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionsmechaniker und<br />

die wzum Industriekaufmann an. Externe Studenten können hier<br />

ihre Bachelor- oder Masterarbeit schreiben und, so die Hoffnung<br />

des Geschäftsführers, bei AMAS bleiben. Der heute 63-Jährige<br />

hat an der Technischen Universität Berlin Strömungslehre und<br />

construction, manufacturing and final assembly. Born in Bavaria,<br />

he studied mechanical engineering in Munich, had various jobs<br />

in the packaging industry and worked in Brazil where he established<br />

a production and sales subsidiary. Before moving to AMAS<br />

at the end of 2021, he worked in Hamburg as the CEO of a company<br />

for packaging machinery. “Quality and reliability are reasons<br />

why customers choose us as a preferred supplier. That generates<br />

mutual trust and makes us strong”, says the 51-year old manager,<br />

who also ensures that the company continues to invest in research<br />

and development, automation and possible uses of artificial intelligence,<br />

parallel to his day-to-day business.<br />

Know-how transfer needs human resources<br />

As managing partner, Dr Axel Korn is responsible for the commercial<br />

side of the business and thus also for human resources.<br />

“Finding young talents is a particular challenge. We have addressed<br />

this situation with a regional marketing strategy. In addition to<br />

the intensive, elaborate work involved in attending trade fairs and<br />

going into schools, this year we have also worked together with<br />

21


Verfahrenstechnik studiert und zum Thema Bioprozesstechnik<br />

promoviert. Während seiner beruflichen Laufbahn war er viele<br />

Jahre im Bereich Recycling tätig und anschließend Geschäftsführer<br />

beim Energieversorger E.ON in Hamburg und Hessen.<br />

Da sich der Flugzeugbau im Aufwind befindet, blicken beide<br />

Geschäftsführer zuversichtlich in die Zukunft. Sie sehen die<br />

Aufgabenschwerpunkte des Unternehmens in der weiteren<br />

Automatisierung von Produktionsabläufen für die Luftfahrtindustrie<br />

sowie im Ausbau von Fertigungskapazitäten für den<br />

Bereich Wehrtechnik.<br />

European Space Agency richtet Business<br />

Incubation Centre in Wismar ein<br />

Die Forschungs-GmbH Wismar mit ihrem InnovationPort<br />

Wismar ist seit Juni 2024 offizieller Standort des ESA<br />

Business Incubation Centre (BIC) Northern Germany.<br />

Damit gehört der Innovationsstandort zu den 29 Gründungszentren<br />

der European Space Agency (ESA) in<br />

Europa und ist der erste ESA-BIC-Standort im Osten<br />

Deutschlands.<br />

Die Aufnahme in das ESA-BIC-Programm ermöglicht<br />

Start-ups und jungen Unternehmen aus den raumfahrtnahen-<br />

und anderen affinen Technologiesektoren<br />

umfangreiche fachliche Begleitung, einen Zugang in<br />

nationale und internationale Luft- und Raumfahrtnetzwerke,<br />

räumliche Nutzungskapazitäten sowie eine<br />

finanzielle Unterstützung in Höhe von 50.000 Euro, wenn<br />

diese den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen<br />

haben.<br />

Diesen begleitet auch Prof. Dr. Matthias Wißotzki, Professor<br />

für Geschäftsmodellentwicklung und digitale<br />

Architekturen an der Hochschule Wismar. Er erklärt:<br />

„Wir suchen sowohl Upstream- als auch Downstream-<br />

Applikationen. Bei Upstream-Applikationen geht es um<br />

Ideen, welche den Status Quo der Raumfahrt ergänzen,<br />

also alles an Technologien, die wir in den Weltraum<br />

schicken können. Bei den Downstream-Applikationen<br />

geht es um Ansätze, wie wir Technologien oder Daten<br />

aus der Raumfahrt auf der Erde nutzen können, zum<br />

Beispiel Daten aus den Copernicus- oder Galileo-<br />

Programmen.“<br />

the local authority Amt Dömitz-Malliß to have a bus stop erected<br />

right outside our premises. In my view, other essential aspects<br />

include working with associations, sponsoring, holiday jobs and<br />

campaigns for STEM jobs, such as our popular AMAS Girls Day.<br />

We could take on more orders and we want to do that too, but we<br />

don’t have the personal resources. That means in future we will<br />

continue to face the demanding task of accessing skilled workers<br />

to warrant the further organic growth of our firm”, explains<br />

Dr Axel Korn, who has been at AMAS since 2016. The company<br />

offers a sandwich course degree in technical product design,<br />

apprenticeships as metalworkers specialising in construction<br />

mechanics and also training for industrial clerks. External students<br />

can do their Bachelor or Master’s dissertation here: the CEO<br />

hopes that they will then stay at AMAS. Now aged 63 years old,<br />

he studied fluid mechanics and process engineering at the Technical<br />

University of Berlin and did a PhD in bioprocess technology.<br />

In the course of his career, he spent many years working in the<br />

recycling sector before becoming CEO for the energy provider<br />

E.ON in Hamburg and Hesse.<br />

In view of the fact that aircraft engineering is currently enjoying<br />

a fair wind, both CEOs look to the future with confidence.<br />

They see the focal tasks for the company in further automation<br />

of production workflows for the aviation industry as well as expanding<br />

production capacities for the defence sector.<br />

European Space Agency establishes Business<br />

Incubation Centre in Wismar<br />

The Forschungs-GmbH Wismar with its InnovationPort<br />

Wismar has been the official site of the ESA Business<br />

Incubation Centre (BIC) Northern Germany since June<br />

2024. The innovation site is thus one of the 29 start-up<br />

centres of the European Space Agency (ESA) in Europe<br />

and the first ESA BIC site in Eastern Germany.<br />

Inclusion in the ESA BIC programme offers start-ups<br />

and young companies in aviation-related and other<br />

similarly oriented technology sectors comprehensive<br />

profes sional support, access to national and international<br />

aviation, and aerospace networks, premises and<br />

facilities together with financial assistance amounting to<br />

50,000 Euro after successfully completing the application<br />

process.<br />

The process is also accompanied by Prof. Dr Matthias<br />

Wißotzki, Professor for business model development<br />

and digital architectures at Wismar University of Applied<br />

Sciences. He says: “We are looking for both upstream<br />

and downstream applications. Upstream applications<br />

refer to ideas that supplement the aerospace status<br />

quo, in other words, all kinds of technologies that we<br />

can send into space. Downstream applications refer to<br />

approaches for using aerospace technologies or data<br />

here on earth, such as data from the Copernicus or<br />

Galileo programs.“<br />

22


OT Oberflächentechnik<br />

GmbH & Co. KG (OT Schwerin)<br />

Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (OT Schwerin) ist ein<br />

innovatives, zertifiziertes und zukunftsorientiertes Unternehmen mit<br />

modernen Anlagen und qualifiziertem Fachpersonal. OT Schwerin ist<br />

spezialisiert auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus statio nären<br />

Gas- und Dampfturbinen, zivilen Flugtriebwerken und Kompressoranlagen<br />

sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und<br />

keramischen Werkstoffen.<br />

OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (OT Schwerin) is an innovative,<br />

certified and futureoriented company with modern equipment and<br />

qualified employees. OT Schwerin specialises in the complete refurbishment<br />

of components for stationary gas and steam turbines, civil aircraft<br />

engines and compressor units, and in surface coating with metallic and<br />

ceramic materials.<br />

Alongside the simple replacement of components subjected to operating<br />

stresses, the refurbishment of worn-out components is expedient because<br />

complex capital assets generally contain very valuable component parts.<br />

Successful refurbishment of component parts restores the functionality<br />

of turbine and compressor units. A multitude of interlinked production<br />

processes are required in order to achieve this. The special processes used<br />

by OT Schwerin are technically highly sophisticated, but also offer customers<br />

a great added value.<br />

Over 25 years of know-how and experience guarantees that OT Schwerin<br />

always provides its global customer base with high-quality fulfilment of<br />

all orders, delivered on schedule.<br />

Neben dem reinen Ersatz betriebsbeanspruchter Komponenten ist die<br />

Regeneration verschlissener Bauteile sinnvoll, da komplexe Investitionsgüter<br />

zumeist sehr wertvolle Einzelteile enthalten. Mit einer erfolgreichen<br />

Regeneration wird die Funktionalität der Turbinen- und Kompressoranlagen<br />

wieder hergestellt. Um dies erreichen zu können, ist eine Vielzahl<br />

ineinander greifender Fertigungsprozesse erforderlich. Die von OT<br />

Schwerin angewendeten Spezialverfahren sind technisch hoch anspruchsvoll,<br />

bieten ihren Kunden aber einen großen Mehrwert.<br />

Mit mehr als 25 Jahren Know-how und Branchenerfahrung garantiert<br />

OT Schwerin ihrer weltweiten Kundschaft eine qualitativ hochwertige<br />

und termintreue Ausführung aller Aufträge.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1993<br />

Mitarbeiter: ca. 110<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Regeneration von Bauteilen<br />

– Oberflächenbeschichten mit<br />

metallischen und keramischen<br />

Werkstoffen<br />

www.ot-schwerin.de<br />

Year founded: 1993<br />

Employees: approx. 110<br />

Range of services:<br />

– Refurbishment of<br />

components<br />

– Surface coating with metallic<br />

and ceramic materials<br />

OT Schwerin ist ein Spezialist bei<br />

der Instandhaltung und Beschichtung<br />

von Luftfahrtbauteilen.<br />

OT Schwerin specialises in the<br />

refurbishment and coating<br />

of aviation components.<br />

23 1


BESTEHENDES BRAUCHT<br />

FRISCHEN WIND<br />

Breath of fresh air for<br />

the status quo<br />

TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />

Die Energiewirtschaft befindet sich in einem bislang<br />

nie dagewesenen Umbruch. Der von der Bundesregierung<br />

beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie<br />

und die Abkehr von fossilen Brennstoffen<br />

stellen die Branche vor große Herausforderungen.<br />

Über Jahrzehnte gewachsene Versorgungs- und<br />

Netz betriebstätigkeiten, die gelegentlich einem<br />

regionalen Monopol gleichen, müssen den neuen<br />

Marktbedingungen angepasst werden. Die Anforderungen<br />

an die Energiebeschaffung, schwer planbare<br />

Entscheidungen der Regulierungsbehörden<br />

und das Wechselverhalten der Kunden erfahren<br />

eine ungeahnte Dynamik. Außerdem ist der Bau<br />

von Erneuerbare-Energien-Anlagen und deren<br />

Integra tion oft nur mit großen Investitionen in den<br />

Netzausbau möglich. Die Energiewende aktiv umzusetzen,<br />

gelingt nur den Unternehmen, die bereit<br />

sind, neue Versorgungsstrukturen und Geschäftsfelder<br />

zu entwickeln, dem Arbeitskräftemangel mit<br />

der Ausbildung eigener Fachleute entgegenzu treten,<br />

laufende Prozesse durch Automatisierung und<br />

Digitalisierung zu vereinfachen sowie wirtschaftlich<br />

sinnvolle Kooperationen einzugehen.<br />

The energy sector is currently going through a phase<br />

of unprecedented upheaval and faces major challenges,<br />

following the decision taken by the German<br />

government to withdraw from the nuclear energy<br />

programme as well as transitioning away from fossil<br />

fuels. Power supply and grid operating acti vities<br />

that have evolved over decades and which occasionally<br />

resemble a regional monopoly are having<br />

to be adapted to the new market conditions. An<br />

un foreseeable dynamic is affecting requirements in<br />

terms of energy procurement, the unpredictability<br />

of decisions being made by the regulatory author i-<br />

ties and customer conduct in changing provider.<br />

Furthermore, the construction and integration<br />

of renewable energy systems often require great<br />

investment in grid expansion. Only companies<br />

willing to develop new supply structures and fields<br />

of business will succeed in actively implementing the<br />

energy transition. This also entails training their<br />

own specialists to counteract the skills shortage,<br />

pro ceeding with automation and digitalisation to<br />

simplify ongoing processes, and taking part in economically<br />

viable collaborations.<br />

VIOLA BORTSCH<br />

24


Durch verschiedene Impulse hat ein Umdenken in der Gesellschaft<br />

eingesetzt, nach dem Unternehmen von Kunden auch<br />

nach ihrem ökologischen Handeln bewertet und als Versorger<br />

ausgewählt werden. Zu ihnen gehört zum Beispiel die Stadtwerke<br />

Ludwigslust-Grabow GmbH, an deren Spitze seit 2022 die Wirtschaftsjuristin<br />

Viola Bortsch steht.<br />

Die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow sind als kommunales<br />

Unternehmen für die gesamte Energie- und Wasserversorgung in<br />

der Region zuständig. Sie betreiben Verteilungsnetze für Strom,<br />

Gas, Wasser und Wärme und sind in den Städten Ludwigslust und<br />

Grabow sowie im Umland aktiv.<br />

Viola Bortsch ist eine Impulsgeberin, Treiberin und Coach für<br />

das Voranbringen der EEG-Projekte. Sie gilt als Teamplayerin<br />

bei der Neueinführung des Assetmanagements und Gestalterin<br />

neuer Produkte und Ideen für Kunden, Partner und Gewerbe.<br />

„Trotz eines starken Wettbewerbs- und Renditedrucks ist mein<br />

Anspruch, ein starker Partner für die Region und die Menschen<br />

zu sein. Ich möchte mit intelligenten Lösungen und Kooperationen<br />

Mehrwerte schaffen und Energie bewusst erlebbar gestalten.<br />

Es ist mir wichtig, die hier lebende Bevölkerung einzubinden, um<br />

so Wirtschaftsfaktor und Richtungsgeber für die Themen Energie<br />

und Umwelt zu werden“, sagt die junge Frau entschlossen. Denn<br />

sie kennt die Region, ist in der Nähe aufgewachsen, hat in der<br />

Hansestadt Wismar studiert und lebt mit ihrer Familie hier. Die<br />

gibt ihr neben dem Mitarbeiterteam immer wieder Kraft. „Meine<br />

Motivation schöpfe ich aus dem großen Potenzial der Stadtwerke<br />

Ludwigslust-Grabow“, sagt Viola Bortsch lächelnd.<br />

Als Erfolg kann sie bereits die Umsetzung und den Ausbau des<br />

Geschäftsfeldes Elektromobilität in Ludwigslust und Grabow<br />

verbuchen: 15 öffentliche Ladestationen sind in Ludwigslust,<br />

einer Kleinstadt mit 12.000 Einwohnern, aufgebaut worden.<br />

Darunter befinden sich drei Hypercharger und zwölf Normalladestationen.<br />

In Grabow stehen bereits zwei E-Tankstellen – und<br />

es sollen mehr werden. Geplant ist weiterhin, den Privatkundenbereich,<br />

zu dem auch Hotels und Pflegedienste zählen, weiter<br />

auszubauen.<br />

Einen Herkunftsnachweis gibt es auch für den Ökostrom, den die<br />

First Climate Markets AG geprüft hat und das Ökogas, das durch<br />

den TÜV Nord zertifiziert wurde. Die Marke „Lewitzenergie“<br />

ist etabliert und anerkannt. So hat die Deutsche Gesellschaft für<br />

Verbraucherstudien die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow 2021<br />

als „Herausragender Regionalversorger Strom und Gas“ ausgezeichnet.<br />

Ausschlaggebend waren unter anderem Nach haltigkeit<br />

und regionales Engagement, guter Service und viel fältige Tarifoptionen.<br />

Nicht zuletzt zeigt die Auszeichnung „Arbeitgeber der<br />

Zukunft“ 2023 des Deutschen Innovationsinstituts für Nachhaltigkeit<br />

und Digitalisierung, dass die Menschen immer im<br />

Mittelpunkt stehen.<br />

Lösungen für Wärmetransformation<br />

Die Transformation der Wärmeprozesse steht bei Viola Bortsch<br />

ganz oben auf der Agenda. Sie will den Übergang in eine nachhaltige<br />

Energieversorgung zur regionalen Selbstversorgung<br />

beschleunigen. Ziel ist es, einen möglichst hohen Autarkieg-<br />

Bereits 15 öffentliche Ladestationen,<br />

darunter drei Hypercharger<br />

und zwölf Normal ladestationen,<br />

stehen den Kunden in Ludwigslust<br />

zur Verfügung. Auch in Grabow<br />

stehen bereits zwei E-Tankstellen<br />

– und es sollen mehr werden.<br />

There are already 15 public<br />

charging stations, including<br />

three Hyper chargers and twelve<br />

normal charging stations, available<br />

to customers in Ludwigslust.<br />

There are also already two<br />

electric charging stations in<br />

Grabow – and more are planned.<br />

Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH, Stand 2023<br />

Kunden privat: 17.000<br />

Kunden gewerblich: 1.050<br />

Kunden öffentlich: 300<br />

Netzgebiet: 48,61 km2<br />

Stromleitung: 264 km<br />

Fernwärmeleitung: 13,14 km<br />

Beschäftigte: 34<br />

Auszubildende: 6<br />

Jahresumsatz: 38 Mio. Euro<br />

Various factors are changing the way people view things in general,<br />

with customers starting to rate companies according to their<br />

ecological concept before selecting them as their provider. One<br />

such company is the utility “Stadtwerke Ludwigslust-Grabow<br />

GmbH”, with business lawyer Viola Bortsch at the helm since<br />

2022.<br />

Stadtwerke Ludwigslust-Grabow are the municipal utility<br />

company responsible for all energy and water supplies throughout<br />

the region. They operate distribution grids for electricity, gas and<br />

heat in the towns of Ludwigslust and Grabow together with the<br />

surrounding area.<br />

Viola Bortsch is a dynamic enabler, driving force and coach behind<br />

the renewable energy projects. She is seen as a team player<br />

in launching asset management and organising new projects and<br />

26


ideas for customers, partners and industry. “Despite the strong<br />

competition and growing pressure to return a profit, my aspiration<br />

is to be a strong partner for the region and for those who<br />

live here. I’d like to create added values with intelligent solutions<br />

and collaborations, and make people consciously aware of energy<br />

issues. I want to get the local population involved as an economic<br />

factor that points the forward when it comes to energy<br />

and the environment”, says the young woman resolutely. After<br />

all, she knows the region well after growing up in the vicinity<br />

and studying in Wismar; she also lives here with her family. This<br />

is what keeps her batteries charged, together with her team of<br />

staff. “I’m motivated by the great potential offered by Stadtwerke<br />

Ludwigslust-Grabow”, says Viola Bortsch with a smile.<br />

Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH, as at 2023<br />

Private customers: 17,000<br />

Commercial customers: 1,050<br />

Public customers: 300<br />

Grid area: 48.61 km2<br />

Power supply line: 264 km<br />

District heating pipeline: 13.14 km<br />

Employees: 34<br />

Trainees: 6<br />

Annual turnover: 38 million Euro<br />

rad zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei Windkraft- und<br />

Photovoltaikanlagen, an denen sich die Bürger beteiligen können.<br />

Angeboten werden auch Mieterstrommodelle. Das schafft<br />

mehr Akzeptanz. Es soll nur das erzeugt werden, was hier verbraucht<br />

wird. Manchmal geht es der Geschäftsführerin jedoch<br />

nicht schnell genug, wenn zum Beispiel Genehmigungsverfahren<br />

für zwei Windparks seit 2018 laufen und noch kein Ende in Sicht<br />

ist.<br />

Es ist geplant, die derzeit noch überwiegend von Erdgas getragene<br />

Wärmeversorgung bis 2035 neu zu verteilen. Für die<br />

Wärmetransformation sollen verschiedene Technologien zum<br />

Einsatz kommen und so einen Teil der fossilen Energieträger ersetzen.<br />

Dazu zählen der Ausbau der Wärme aus Biogas, die Verwendung<br />

von Großwärmepumpen für Quartiere und Pilotvorhaben<br />

für Wasserstoffprojekte. Darüber hinaus sehen die Stadtwerke<br />

Copyright: Stadtwerke Ludwigslust-Grabow<br />

Her successful achievements to date including implementing and<br />

expanding electromobility in Ludwigslust and Grabow. 15 public<br />

charging points have been installed in Ludwigslust, a small town<br />

with a population of 12,000, including three hyper-chargers and<br />

twelve normal charging points.. Grabow already has two service<br />

stations for electric vehicles, with more to follow. There are also<br />

plans to expand the private customer sector, including hotels and<br />

home nursing services.<br />

Furthermore, the company holds energy attribute certificates<br />

from First Climate Markets for its green electricity AG and from<br />

TÜV Nord for its green gas. “Lewitzenergie” is an established,<br />

acknowledged brand. In 2021, the German Society for Consumer<br />

Studies awarded Stadtwerke Ludwigslust-Grabow 2021 the<br />

accolade “Outstanding Regional Provider of Gas and Electricity”,<br />

essentially due to sustainability and regional commitment, good<br />

service and diverse tariff options. Last but not least, the “Employer<br />

of the Future Award 2023” that the company received from the<br />

German Innovation Institute for Sustainability and Digitalisation<br />

shows that the focus is always on people.<br />

Solutions for heat transformation<br />

Viola Bortsch has the transformation of heat processes right at<br />

the top of the agenda. She wants to accelerate the transition to a<br />

sustainable energy supply that covers all the region’s needs, aiming<br />

to achieve the highest possible self-sufficiency. The focus here is<br />

on wind turbines and photovoltaic arrays with scope for public<br />

participation. Tenant electricity models are also available, helping<br />

to enhance acceptance. The aim is to generate only enough<br />

electricity to meet actual consumption demand. However, sometimes<br />

things simply do not move fast enough for the CEO, such as<br />

the approval procedures for two wind farms that were submitted<br />

in 2018, where there is still no end in sight.<br />

There are plans for the company’s heat supply activities, which still<br />

mainly run on gas, to be put on a new footing by 2035. Various<br />

technologies will be used for heat transformation, thus replacing<br />

fossil fuels in part. These include expanding the generation of heat<br />

from biogas, using large-scale heat pumps for whole quarters and<br />

introducing pilot hydrogen projects. Furthermore, the company<br />

sees two exposed sources that could make a crucial contribution to<br />

heat transformation. “The thermal waste utilisation plant is being<br />

modified so that the resulting heat flows into our district heating<br />

27


zwei exponierte Quellen, die die Wärmetransformation entscheidend<br />

voranbringen sollen. „Die thermische Abfallverwertungsanlage<br />

wird so umgerüstet, dass die dabei entstehende Wärme<br />

in unser Fernwärmenetz fließt. So wandeln wir Müll in einen<br />

Energieträger um“, erklärt Viola Bortsch. Sie sieht diese Variante<br />

als Übergangslösung für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre.<br />

Bis dahin soll die Geothermie so weit aufgebaut sein, dass damit<br />

51 Prozent des fossilen Erdgases ersetzt werden können. „Aktuelle<br />

Studien haben uns bestätigt, dass die Möglichkeit der thermischen<br />

Nutzung besteht. Das wäre eine langfristige Lösung für<br />

beide Städte“, so die Stadtwerke-Geschäftsführerin. Allein in<br />

Ludwigslust möchte sie bis 2035 den Kohlendioxidausstoß von<br />

derzeit 23.300 Tonnen/Jahr auf 6.531 Tonnen/Jahr reduzieren<br />

und den fossilen Energieeinsatz von 104 Gigawattstunden/Jahr<br />

auf 31 Gigawattstunden/Jahr herunterfahren.<br />

Daseinsvorsorge<br />

Vor etwa drei Jahren haben die Stadtwerke begonnen, der<br />

Daseinsvorsorge wieder eine übergeordnete Rolle beizumessen.<br />

Dazu gehört unter anderem das Technische Sicherheitsmanagement<br />

(TSM) – ein Instrument zur freiwilligen Selbstkontrolle.<br />

Es hilft, Schwachstellen zu erkennen, Arbeitsabläufe zu optimieren<br />

sowie für Gefahren und Arbeitsschutz zu sensibilisieren.<br />

„Die Rezertifizierung für Strom, Gas und Wasser ist erfolgreich<br />

im Jahr 2023 durchgeführt worden. Sämtliche Maßnahmenpläne<br />

für Strom, Gas und Wasser befinden sich auf dem neusten<br />

Stand. Wir haben außerdem alle Krisenhandbücher aktualisiert<br />

und Krisentests absolviert“, bestätigt die Geschäftsführerin und<br />

richtet ihr Augenmerk ebenso auf die technische Sicherheit der<br />

Anlagen und Abläufe sowie die Versorgungssicherheit. Hintergrund:<br />

Als Betreiber kritischer Infrastrukturen sind die Stadtwerke<br />

verpflichtet, angemessene organisatorische und technische<br />

Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen zu treffen, die<br />

für die Funktionsfähigkeit der von ihnen betriebenen kritischen<br />

Infrastrukturen maßgeblich sind. Deshalb liegt auch das Risikound<br />

Krisenmanagement auf dem Schreibtisch von Viola Bortsch.<br />

Regionales Engagement<br />

Mit ihrem Engagement in der Region wollen die Stadtwerke nicht<br />

nur Sport und Kultur fördern, sondern die Menschen auch für<br />

den Umwelt- und Klimaschutz sensibilisieren. Das beginnt bei<br />

Kindern, die zur Einschulung Trinkflaschen bekommen. Bei<br />

der Schüler-Uni zum Landesenergietag werden Einblicke in die<br />

moderne Energieversorgung vermittelt. Darüber hinaus gibt es<br />

eigene Bildungsangebote, wie zum Beispiel Führungen durch das<br />

Wasserwerk zum Weltwassertag. Kunden, die sich für den Lewitzstrom<br />

Öko plus Tarif entscheiden, unterstützen zugleich Projekte<br />

wie Baumpflanzungen und das Anlegen von Blühwiesen.<br />

„Aufgeschlossen für Neues“ bezeichnet Viola Bortsch das Credo<br />

für die Stadtwerke und meint damit auch sich selbst. „Energiewirtschaft<br />

ist stetig im Wandel und steht vor großen Herausforderungen.<br />

Beim Aufbau der Eigenerzeugung gibt es enormen<br />

Handlungsbedarf. Die Sicherung eines soliden Netzbetriebes<br />

hängt von den Konzessionsrechten und einem guten Regulierungsmanagement<br />

ab. Auch eine solide Kapitalausstattung ist<br />

wichtig für die Umsetzung des Wandels und der Sicherung des<br />

guten Bestandes. Bestehendes braucht aber frischen Wind“, weiß<br />

die Geschäftsführerin.<br />

grid. Waste is thus converted into a source of energy”, explains<br />

Viola Bortsch, who sees this variant as a transi tional solution for<br />

the next ten to fifteen years. By then, geo thermal energy should<br />

also have been expanded to a point where it can replace 51 percent<br />

of fossil natural gas. “Current studies have given us the confirmation<br />

we need that thermal utilisation is possible. This would<br />

be a long-term solution for both towns”, says the utility CEO. By<br />

2035, she wants to reduce Ludwigslust’s carbon footprint from<br />

currently 23,000 tonnes p.a. to 6,531 tonnes p.a., while decreasing<br />

the use of fossil energy from 104 gigawatt hours p.a. to 31 gigawatt<br />

hours p.a.<br />

Public service<br />

About three years ago, the utility company started to give overriding<br />

priority to public service once more. This includes among<br />

others Technical Safety Management (TSM) – an instrument<br />

for voluntary self-regulation. It helps to recognise weak points,<br />

optimise workflows and increase awareness for hazards and<br />

occupational safety. “In 2023, we were successfully recertified<br />

for electricity, gas and water. All action plans for electricity, gas<br />

and water are up to date. We have updated all crisis manuals as<br />

well, and completed crisis tests”, confirms the CEO. Moreover,<br />

she devotes specific attention to the technical safety of all the<br />

plants, systems and workflows, as well as the security of supply.<br />

Background: as operators of critical infrastructure, the utility<br />

company is obliged to take appropriate organisational and technical<br />

pre cautions to avoid disruptions which would have a major<br />

impact on the functionality of the critical infrastructure that they<br />

operate. Risk and crisis management are therefore also things dealt<br />

with by Viola Bortsch.<br />

Regional commitment<br />

The utility’s commitment in the region aims not just to pro mote<br />

sport and culture but also to make people aware of the issues<br />

involved in environmental and climate protection. It begins at<br />

an early age when children are given water bottles on the day<br />

they start school. The Children’s University on the State Energy<br />

Day provides insights into modern energy supply. The company<br />

also has its own educational activities, including guided tours of<br />

the waterworks on the World Water Day. Customers opting for<br />

the Lewitzstrom Eco Plus Tariff contribute at the same time to<br />

projects such as tree planting and creating flowering meadows.<br />

According to Viola Bortsch, the utility’s motto is “Open- minded<br />

for new things”, and she applies this to herself as well. “The<br />

energy sector is changing all the time and is currently facing major<br />

challenges. There’s still lots to be done in terms of customergenerated<br />

electricity. Reliable grid operation depends crucially<br />

on concession rights and good regulation management. Sound<br />

financial resources play an important role in implementing the<br />

transition and ensuring continuance. But the status quo needs a<br />

breath of fresh air”, says the CEO.<br />

28


Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH<br />

Die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH sind ein zuverlässiger<br />

regionaler Energieversorger und ausgezeichneter „Arbeitergeber der<br />

Zukunft“. Mit einem breiten Leistungsspektrum decken wir die Versorgung<br />

mit Strom, Gas, Wasser und Wärme ab und treiben die Mobilitätswende<br />

aktiv voran durch die Errichtung von öffentlichen Ladesäulen für<br />

Elektrofahrzeuge.<br />

Der Netzbetrieb balanciert für eine hohe Versorgungssicherheit die<br />

Erzeugung und den Verbrauch aus, dabei spielt die Digitalisierung und<br />

Modernisierung der Messsysteme eine wesentliche Rolle, um eine präzise<br />

Genauigkeit der Verbrauchs- und Lastgangdatenerfassung zu gewährleisten.<br />

Dies umfasst auch die Netzplanung und strategische Netzentwicklung<br />

zum Ausbau, zur Erneuerung, Wartung und Instandhaltung<br />

für eine stabile zukunftsfähige Energie- und Wasserversorgung.<br />

Als anerkannter Ausbildungsbetrieb bieten wir jungen Menschen<br />

Karrierechancen und die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in einem<br />

zukunftsorientierten Umfeld zu sammeln. Dabei legen wir besonderen<br />

Wert auf eine umfassende Einarbeitung und Betreuung unserer Auszubildenden.<br />

Wir sind fest in der Region verwurzelt und setzen uns kontinuierlich<br />

für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung der Region<br />

Ludwigslust und Grabow ein. Mit verschiedenen Projekten und Initativen<br />

unterstützen wir unsere Wirtschaft, Sportvereine, ehrenamtliches<br />

Engagement sowie kulturelle Ereignisse in unserem Netzgebiet und<br />

bekennen uns zu umweltfreundlicher Mobilität und Biodiversität.<br />

Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH (municipal utility company) are<br />

a reliable regional energy supplier and excellent “employer of the future”.<br />

We offer a wide range of services for supplying electricity, gas, water and<br />

heat, and are playing an active role in driving the mobility transition by<br />

installing public charging points for electric vehicles.<br />

Our grid operation achieves a balance between generation and consumption<br />

to ensure a high level of supply security, with digitalisation and<br />

modernisation of the measuring systems playing a key role in warranting<br />

precise accuracy of consumption and load curve data acquisition. This<br />

also includes grid planning and strategic grid development for expansion,<br />

upgrading, servicing and maintenance in the interests of a steady, viable<br />

energy and water supply.<br />

We are an approved training company that offers young people career<br />

opportunities and the possibility of gaining practical experience in a<br />

future-oriented setting. We give particular priority to ensuring that our<br />

trainees go through a thorough on-boarding programme and receive<br />

comprehensive support.<br />

We have firm roots in the region, constantly advocating the quality of<br />

life and economic development of the region around Ludwigslust and<br />

Grabow. We support the economy, sports clubs, voluntary work and<br />

cultural events in our grid area with various projects and initiatives, and<br />

are committed to environmentally friendly mobility and biodiversity.<br />

Information<br />

Year founded: 1992<br />

Gründungsjahr: 1992<br />

Employees: 37 and 6 trainees<br />

Mitarbeiter: 37 sowie 6 Auszubildende<br />

(Stand 05/2024) Range of services:<br />

(as at 05/2024)<br />

Leistungsspektrum:<br />

– electricity, gas, water<br />

– Strom, Gas, Wasser<br />

and heat<br />

und Wärme<br />

– e­mobility<br />

– E­Mobilität<br />

– grid operation<br />

– Netzbetrieb<br />

– comprehensive customer<br />

– umfassende Kundenservices services<br />

www.stw-ludwigslust-grabow.de www.lewitzenergie.de<br />

29


Prysmian Group<br />

Vor den Toren von Schwerin befindet sich nicht nur eines der besonderen<br />

Innovationszentren der Prysmian Group, sondern auch einer der größten<br />

Standorte für Installationskabel weltweit: Hier fertigen 250 Fachkräfte<br />

Tausende Kilometer Energiekabel pro Jahr.<br />

Dank hervorragender Forschung und Entwicklung, Produktion und<br />

Logistik ist Prysmian in seinem wettbewerbsintensiven und anspruchsvollen<br />

Markt bestens aufgestellt.<br />

Mit der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte gibt das Unternehmen<br />

jungen Menschen eine Perspektive für die Zukunft, stärkt den Wirtschaftsstandort<br />

Schwerin und legt damit den Grundstein für den zukünftigen<br />

Erfolg.<br />

Just outside the city of Schwerin is not only one of the special innovation<br />

centres of the Prysmian Group but also one of the largest sites for installation<br />

cables worldwide: here, 250 trained specialists produce thousands<br />

of kilometres of energy cables every year.<br />

Outstanding research, development, production and logistics mean<br />

that Prysmian is well set to deal with its highly competitive, demanding<br />

market.<br />

The company trains the specialist workers of tomorrow, thus offering<br />

young people future prospects as well as enhancing Schwerin as a business<br />

location and laying the cornerstone for future success.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1960<br />

Mitarbeiter: rund 250<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Herstellung von Mittel­ und<br />

Niederspannungskabeln<br />

sowie PVC­ und Gummifüllmassen<br />

– F&E für Energiekabel<br />

https://de.prysmian.com<br />

Year founded: 1960<br />

Employees: about 250<br />

Range of services:<br />

– Production of medium and<br />

low­voltage cables as well<br />

as PVC and rubber filling<br />

compounds<br />

– R&D for power cables<br />

Leukhardt Schaltanlagen<br />

Systemtechnik GmbH<br />

Das Unternehmen wurde 2006 im Schweriner Technologie- und<br />

Gewerbezentrum (TGZ) gegründet. Seit 2018 projektieren und fertigen<br />

wir unsere Schalt- und Steuerungsanlagen in einem modernen<br />

Werk unweit des alten Standortes. Gemeinsam mit der Niederlassung in<br />

Magdeburg sind wir Dienstleister für alle Elektrofachbetriebe. Wir planen<br />

und produzieren Niederspannungsschaltanlagen, entwickeln Software<br />

für Industriesteuerungen und bieten ingenieurtechnische Lösungen an.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2006<br />

Mitarbeiter: 145<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Niederspannungsanlagen<br />

– Automatisierungstechnik<br />

– Netzersatzanlagen<br />

– Umwelttechnik<br />

– Schutztechnik<br />

– Zugvorheizanlagen<br />

Year founded: 2006<br />

Employees: 145<br />

Range of services:<br />

– low voltage systems<br />

– automation technology<br />

– emergency generating units<br />

– environmental technology<br />

– protection technology<br />

– train preheating systems<br />

The company was founded in Schwerin Technology and Commercial<br />

Centre (TGZ) in 2006. Since 2018, our switchgear and control systems<br />

have been planned and produced in a modern factory near the old site.<br />

Together with our Magdeburg site, we operate as a service provider for all<br />

specialist electrical companies. We plan and produce low-voltage switchgear<br />

systems, develop software for industrial control systems and offer<br />

engineering solutions.<br />

www.leukhardt-system.de<br />

1<br />

30


Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS)<br />

Die Stadtwerke Schwerin wurden 1991 gegründet und sind ein städtisches<br />

Unternehmen der Landeshauptstadt Schwerin. Schweriner Kundinnen<br />

und Kunden können bei dem Unternehmen alles aus einer Hand<br />

beziehen: Strom, Gas, Fernwärme, Wasser sowie Internet- und TV-Produkte<br />

über das unternehmenseigene city.kom-Glasfasernetz. Mit attraktiven<br />

Strom- und Gastarifen sind die Stadtwerke auch bundesweit aktiv.<br />

Stadtwerke Schwerin was founded in 1991 as the municipal utility<br />

company for the state capital Schwerin. The company provides customers<br />

in Schwerin with everything from a single source: electricity, gas,<br />

district heating and water, as well as internet and TV products from the<br />

company’s own city.com fibre-optic network. The company also operates<br />

on a national basis with attractive electricity and gas prices.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1991<br />

Eigentümer der SWS:<br />

Landeshauptstadt Schwerin<br />

(100 %)<br />

Mitarbeiter: rund 350<br />

Stromkunden: rund 106.000<br />

Gaskunden: rund 21.000<br />

Wärmekunden: rund 32.000<br />

(versorgte Haushalte und<br />

Unternehmen)<br />

www.stadtwerke-schwerin.de<br />

Year founded: 1991<br />

Owner of the SWS:<br />

State Capital Schwerin (100 %)<br />

Employees: approx. 350<br />

Electricity customers:<br />

about 106,000<br />

Gas customers: about 21,000<br />

Heat customers: about 32,000<br />

(supplied households and<br />

companies)<br />

Die Stadtwerke Schwerin betreiben zwei Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerke<br />

sowie eine Biogasanlage mit angeschlossenem Wärmespeicher<br />

und diverse Photovoltaikanlagen. Eine Geothermie-Anlage wird künftig<br />

die Nutzung erneuerbarer Energien für die Fernwärmeversorgung ermöglichen.<br />

Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie sind Versorgungssicherheit, optimaler<br />

Kundenservice, nachhaltiges Handeln sowie regionales Engagement.<br />

Seit ihrem Bestehen sind die Stadtwerke Schwerin an einer Vielzahl<br />

von sozialen, kulturellen und sportlichen Projekten in Schwerin beteiligt.<br />

Darüber hinaus stärken die Stadtwerke den Wirtschaftsstandort Schwerin<br />

als verlässlicher Arbeitgeber, auch im Bereich Ausbildung und Karriere.<br />

Stadtwerke Schwerin runs two gas and steam turbine co-generation plants<br />

as well as a biogas plant connected to a heat accumulator and various<br />

photovoltaic arrays. In future, a geothermal energy plant will allow<br />

renewable energy to be used for the district heating supply.<br />

The corporate philosophy is based on the security of supply, optimum<br />

customer service, a sustainable approach and regional commitment. Right<br />

from the start, Stadtwerke Schwerin has been involved in many social,<br />

cultural and sporting projects in Schwerin. Furthermore, the company<br />

also enhances Schwerin as a business location by being a reliable employer,<br />

also when it comes to training and career prospects.<br />

311


Qualität aus Tradition und Überzeugung –<br />

Engineering moves our world<br />

Seit über 30 Jahren ist KGW auf den Bau komplett ausgerüsteter<br />

Stahltürme für die Windenergiebranche weltweit spezialisiert. Damit<br />

ist KGW ein wichtiges Bindeglied für den Erfolg der Energiewende. Die<br />

Turmsektionen werden nach Kundenanforderung hergestellt und im<br />

Anschluss fertig konfektioniert ausgeliefert.<br />

KGW<br />

Schweriner Maschinen- und<br />

Anlagenbau GmbH<br />

In den vergangenen 25 Jahren wurden ca. 500.000 Tonnen Stahl in Form<br />

von Blechen, Flanschen, Plattformen etc. verarbeitet. Wir sind in der<br />

Lage, Turmsektionen mit einem Gewicht von bis zu 90 Tonnen, einer<br />

Länge von 35 Metern und einem Durchmesser von 4,30 Metern herzustellen.<br />

Wir arbeiten in allen Geschäfts- und Fertigungsprozessen nach<br />

internationalen Qualitätsstandards.<br />

Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten<br />

Handwerkliches Geschick ist für uns genauso wertvoll wie ingenieurstechnisches<br />

Interesse. Wir bieten auch Neu- und Quereinsteigern<br />

eine offene Kommunikation in einem aufgeschlossenen Team sowie<br />

spannende Arbeitsplätze in einer zukunftsträchtigen Industrie. KGW<br />

ist ein Ort, an dem Karrieren mit einer Leidenschaft für Erneuerbare<br />

Energien wachsen.<br />

321


Quality is a matter of tradition and principle –<br />

Engineering moves our world<br />

For more than 30 years, KGW has specialised in manufacturing completely<br />

pre-assembled steel towers for the wind energy industry. KGW<br />

thus plays an important role as a connecting element in making the energy<br />

transition successful. The tower sections are manufactured according to<br />

the customer’s requirements and subsequently supplied in pre-assembled<br />

condition.<br />

Seit 1993 ist KGW im Bereich der Energie­ und Umwelttechnik<br />

tätig. Größter Geschäftsbereich ist die Fertigung<br />

von Stahlrohrtürmen für Windenergieanlagen.<br />

KGW has been active in the field of energy and environmental<br />

technology since 1993. Its largest business area is the<br />

production of tubular steel towers for wind turbines.<br />

Over the last 25 years, approx. 500,000 tonnes of steel have been processed<br />

into plates, flanges and platforms, etc. We can produce tower sections<br />

with a weight of up to 90 tonnes, a length of 35 metres and a diameter<br />

of 4.30 metres. All our business and production processes comply with<br />

international quality standards.<br />

Career openings and development opportunities<br />

We value skilled craftsmanship just as much as an interest in engineering.<br />

We also offer newcomers and career changers open communication in<br />

an open-minded team and exciting workplaces in a promising industry.<br />

KGW is a place where careers grow with a passion for renewable energy.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1948<br />

Mitarbeiter: etwa 100<br />

Leistungsspektrum:<br />

Bau von komplett ausgerüsteten<br />

Stahlrohrtürmen für die<br />

Windenergiebranche<br />

Kapazitäten der KGW:<br />

– mehr als 250 Turmsektionen<br />

jährlich<br />

– Durchmesser bis 4,3 m<br />

– Sektionslängen bis 35 m<br />

– Sektionsgewichte bis 90 t<br />

www.kgw-schwerin.de<br />

Year founded: 1948<br />

Employees: approx. 100<br />

Range of services:<br />

Manufacturing completely<br />

pre­assembled tubular steel<br />

towers for the wind energy<br />

industry.<br />

KGW capacities:<br />

– more than 250 tower sections<br />

each year<br />

– diameters up to 4.3 m<br />

– section lengths up to 35 m<br />

– section weights up to 90 t<br />

33 2


WASSERSTOFF –<br />

DAS MOLEKÜL DER ZUKUNFT<br />

Hydrogen – the molecule<br />

of the future<br />

TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />

Er bezeichnet sich bei Gelegenheit auch als Botschafter<br />

für Akzeptanz und Umsetzung von Wasserstoff<br />

als dem zentralen Baustein für die Energiewende.<br />

Dabei ist sich Dr. Mischa Paterna nicht zu schade,<br />

in den sich häufenden kontroversen Diskussionen<br />

mit E-Auto-Befürwortern wiederholt zu erklären,<br />

warum Wasserstoff notwendig ist, um industri elle<br />

Prozesse zu dekarbonisieren und nicht den City<br />

Smart mit H 2 zu betreiben.<br />

„Ich vergleiche die Wasserstoffbranche mit den Anfängen<br />

der Wind- und Solarwirtschaft vor etwa 20 Jahren.<br />

Alle Akteure eint die Überzeugung, einen zentralen<br />

Beitrag für eine lebenswerte Zukunft auf unserem<br />

Planeten zu leisten. Über Ländergrenzen hinweg sucht<br />

man nach Kooperationen und bündelt Erfahrungen,<br />

um die riesige Aufgabe der Transformation von bestehenden<br />

Strukturen für die Energiegewinnung hin zu<br />

einer grünen Zukunft zu meistern. Die Wasserstoffwirtschaft<br />

steht aufgrund des massiven Zeitdrucks vor<br />

besonderen Herausforderungen. Spätestens vor dem<br />

Hintergrund des Ukraine-Krieges rückt der Umbau der<br />

fossilen Energieinfrastruktur in den Hauptfokus der gesellschaftlichen<br />

Anstrengungen“, erklärt der Geschäftsführer<br />

des Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-<br />

Vorpommern e. V., Dr. Mischa Paterna.<br />

He occasionally refers to himself as an ambassador<br />

for the acceptance and implementation of hydrogen<br />

as the central element in the energy transition. At<br />

the same time, Dr Mischa Paterna is not above taking<br />

part in the frequently controversial discussions with<br />

those in favour of electric cars, repeatedly explaining<br />

why hydrogen is needed to decarbonise industrial<br />

processes and not to run the City Smart on H 2 .<br />

“I compare the hydrogen branch with the early days<br />

of the wind and solar industry about 20 years ago. All<br />

players share the conviction that they are making a<br />

central contribution to liveable future on our planet.<br />

People are looking across national borders to find<br />

cooperation opportunities and pool experience in order<br />

to cope with the enormous task of transforming the<br />

existing structures for generating energy into a green<br />

future. The incredible pressure on time means that the<br />

hydrogen industry is facing particular challenges. At the<br />

latest since the start of the war in Ukraine, societal efforts<br />

have shifted their main focus to converting the fossil<br />

energy infrastructure”, declares Dr Mischa Paterna,<br />

CEO of the Hydrogen Energy Cluster Mecklenburg-<br />

Western Pomerania.<br />

DR. MISCHA PATERNA<br />

34


Copyright: IAG – Ihlen berger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH


Trotz dieser Mammutaufgabe empfindet er es als großes Glück,<br />

für sein Herzensthema, den Aufbau komplett nachhaltiger<br />

Energiesysteme, eine wichtige Rolle spielen zu dürfen. „Der<br />

tägliche Austausch mit innovativen Unternehmen stärkt mein<br />

Vertrauen in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres<br />

Bundeslandes und motiviert mich, den Weg in eine enkel gerechte<br />

Zukunft mitzugestalten“, meint der promovierte Kaufmann,<br />

der sich seit etwa 20 Jahren im Markt der erneuerbaren Energien<br />

bewegt und im Schwerpunkt Wasserstoff über ein breites Marktwissen<br />

und exzellentes Kontaktnetzwerk verfügt. Die insgesamt<br />

fünf Jahre in den USA – davon drei in der Bay Area rund um Palo<br />

Alto – haben sein Profil für internationale Aufgaben geschärft.<br />

Anfang 2019 wechselt der gebürtige Hamburger zum Pionier im<br />

Wasserstoffmarkt, der APEX Group nach Rostock-Laage und<br />

hat dort die Verantwortung für die Geschäftsentwicklung übernommen.<br />

APEX hat als Pionier im Wasserstoffmarkt die erste<br />

netzgekoppelte H 2 -Anlage projektiert und im Jahr 2021 erfolgreich<br />

in Betrieb genommen. Seit Anfang 2023 ist APEX an der<br />

Börse.<br />

„In Mecklenburg-Vorpommern gab es mit der Hoeller Electrolyzer<br />

GmbH in Wismar und der APEX Group sowie der HIAT<br />

gGmbH bereits frühzeitig Pioniere im Markt. Im Nordosten<br />

liegt ein Fokus traditionell auf der maritimen Industrie und<br />

hierzu laufen vielversprechende Forschungsvorhaben. Ziel von<br />

Mecklenburg-Vorpommern muss es sein, nicht als Transitland<br />

für grünen Strom zu fungieren, sondern hochwertige Arbeitsplätze<br />

in Forschung und Entwicklung sowie der Produktion von<br />

Wasserstoffkomponenten und -systemen zu schaffen. Baustein<br />

hierfür ist unter anderem die neugegründete Wasserstofffabrik<br />

in Rostock“, sagt Dr. Mischa Paterna und verweist auf sogenannte<br />

Important Projects of Common European Interests, die<br />

im Rahmen des europäischen Green Deals auch bei APEX und<br />

im Seehafen Rostock gefördert werden. Außerdem arbeiten in<br />

Lubmin bei Greifswald mehrere Konsortien am Aufbau großer<br />

H 2 -Produktionen, um das Ausbauziel der Bundesregierung von<br />

10 Gigawatt bis 2030 zu erreichen.<br />

Wind- und Solarenergie sind Basis für grünen Wasserstoff<br />

Im Jahr 2019 haben die Ministerpräsidenten der fünf norddeutschen<br />

Länder die Norddeutsche Wasserstoffstrategie verabschiedet<br />

und waren damit vor der nationalen Initiative Vorreiter<br />

im Markt. Im Vergleich zu den übrigen Bundesländern eint den<br />

Norden, dass sie einen Überschuss an erneuerbaren Energien<br />

erzeugen. Wind- und Solarenergie bilden die Grundlage für die<br />

Herstellung von grünem Wasserstoff. Mecklenburg-Vorpommern<br />

hat die historische Chance genutzt, um aufbauend auf<br />

vorhan denen Strukturen im Wind- und Solarbereich den Weg<br />

in Richtung Wasserstoff zu ebnen. Das Bundesland hat beste<br />

Voraussetzungen, um als zentraler Hub für die Erzeugung von<br />

grünem Wasserstoff zu dienen. Im Nordosten wird aufgrund<br />

des forcierten Ausbaus der Erneuerbare-Energien-Anlagen inzwischen<br />

weitaus mehr elektrischer Strom erzeugt als verbraucht.<br />

Und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und<br />

Entwicklung OECD bekräftigte schon 2019 in einem Gutachten<br />

dem Nord osten das Potenzial für eine Weltmarktführerschaft bei<br />

erneuerbaren Energien.<br />

Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle<br />

in der Energieversorgung<br />

der Zukunft. H2APEX entwickelt<br />

Lösungen, um grünen<br />

Wasserstoff als Rohstoff für<br />

die Industrie und viele andere<br />

Branchen nutzbar zu machen.<br />

Hydrogen plays a key role in the<br />

energy supply of the future. H2APEX<br />

develops solutions to make green<br />

hydrogen usable as a raw material<br />

for industry and many other sectors.<br />

Despite this massive undertaking, he feels incredibly fortunate to<br />

be able to play a major role in something as close to his heart as<br />

setting up completely sustainable energy systems. “Working with<br />

innovative companies on a daily basis enhances my confidence in<br />

the economic capability of our state and gives me the motivation<br />

to help shape the future for our grandchildren”, says the doctor<br />

of business management, who has been involved in the re newable<br />

energy market for about 20 years. He has accumulated broad<br />

knowledge of the market and an excellent network of contacts.<br />

The five years he spent in the USA, including three in the Bay<br />

Area around Palo Alto, have raised his profile for international<br />

tasks.<br />

In early 2019, the man born in Hamburg moved to Rostock-<br />

Laage to work for the APEX Group, a pioneer in the hydrogen<br />

market, where he assumed responsibility for business development.<br />

As a hydrogen pioneer, APEX planned the first hydrogen<br />

plant to be connected to the grid, which started operating successfully<br />

in 2021. APEX went public at the start of 2023.<br />

“Hoeller Electrolyzer GmbH in Wismar, the APEX Group and<br />

HIAT gGmbH were early pioneers in the market in Mecklenburg-<br />

Western Pomerania. The traditional focus in North-East Germany<br />

has always been on the maritime industry, where highly promising<br />

research projects are currently in progress. Mecklenburg-Western<br />

Pomerania must aim not to be a transit state for green power<br />

but to create first-rate jobs in research and development and in<br />

the production of hydrogen components and systems. One of<br />

the building blocks includes, among others, the newly founded<br />

hydrogen factory in Rostock“, says Dr Mischa Paterna, referring<br />

to so-called Important Projects of Common European Interests,<br />

36


which are also being funded as part of the European Green Deal at<br />

APEX and in the port of Rostock. Furthermore, several consortia<br />

in Lubmin near Greifswald are working to set up H 2 production<br />

on a large scale to meet the German government’s target of ten<br />

gigawatt by 2030.<br />

Wasserstoff kann nur funktionieren, wenn alle Akteure gleichzeitig<br />

an Bord sind. Produktion, Transport und Verbrauch<br />

müssen praktisch gleichzeitig geplant und umgesetzt werden. Die<br />

Politik und die Bevölkerung müssen über den Nutzen aufgeklärt<br />

und die Chancen müssen entsprechend kommuniziert werden.<br />

Auch wenn Wasserstoff als Energieträger praktisch so alt wie das<br />

Thema fossile Energie selbst ist, wird erst jetzt die kommerzielle<br />

Nutzung im Zuge der Klimawende in den Fokus gerückt. Nicht<br />

nur die Entwicklung und Herstellung der benötigten Elektrolyseure,<br />

Brennstoffzellen, Speicher und Betankungslösungen<br />

steht hier noch in den Anfängen, sondern auch das Planungsund<br />

Projektierungs-Know-how sowie die begleitenden Genehmigungsverfahren.<br />

Die Politik hat auf Bundes- und Europaebene<br />

lange gebraucht, um verlässliche Rahmenbedingungen zu<br />

schaffen und auch heute ist die Unsicherheit für die handelnden<br />

Unternehmen noch immer groß.<br />

„Häufig ertappe ich mich dabei, dass ich mir wünsche, selbst an<br />

den politischen Schalthebeln zu sitzen. Dann könnte ich Entscheidungen<br />

beschleunigen und Veränderungsnotwendigkeiten<br />

klarer kommunizieren. Insofern hätte mich auch eine Karriere in<br />

der Politik gereizt, wohl wissend, dass die Vereinnahmung in der<br />

Parteienlandschaft und die ständigen Kompromisse eine hohe<br />

Frustrationstoleranz voraussetzt“, meint der Wasserstoffexperte.<br />

Markthochlauf für Wasserstoff-Industrie beschleunigen<br />

Der Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-Vorpommern e. V.<br />

(WECMV) vertritt seit Gründung die Überzeugung, dass Energielösungen<br />

nicht an Ländergrenzen halt machen. Zu den heute<br />

85 Mitgliedern zählen Unternehmen aus der Schweiz, Dänemark<br />

und den Niederlanden. Konzerne wie Airbus und TÜV sind<br />

Copyright: H2APEX<br />

Wind and solar energy are the basis for green hydrogen<br />

In 2019, the Minister-Presidents of the five North German states<br />

adopted the North German Hydrogen Strategy, making them<br />

market pioneers ahead of the national initiative. Compared to the<br />

other German states, the common factor in the North is that they<br />

generate a surplus of renewable energies. Wind and solar energy<br />

form the basis for producing green hydrogen. Mecklenburg-<br />

Western Pomerania has used the historic opportunity and built<br />

on the existing structures in the wind and solar sector to pave the<br />

way for hydrogen. It has the best prerequisites to act as a central<br />

hub for generating green hydrogen. North-East Germany now<br />

generates far more electricity than it needs, thanks to the acceler<br />

ated ex pansion of renewable energy plants. And in 2019, the<br />

Organisation for Economic Co-operation and Development<br />

(OECD) confirmed in a report that the North East has the potential<br />

to become a global market leader in renewable energies.<br />

Hydrogen can only work if all players are on board simultaneously.<br />

Production, transportation and consumption have to<br />

be planned and implemented practically at the same time. The<br />

political sector and the population have to be informed about the<br />

benefits, and the opportunities must be communicated accordingly.<br />

Even if hydrogen as a source of energy is practically as old as<br />

the issue of fossil energy itself, it is only now that its commercial<br />

use is coming into focus in the course of climate change. It is not<br />

only the development and production of the necessary electrolysers,<br />

fuel cells, storage and refuelling solutions that are still in<br />

their infancy, but also planning and project development knowhow,<br />

as well as the companying approval procedures. It has taken<br />

a long time for reliable framework conditions to be created on the<br />

national and European level, and companies involved in the sector<br />

are still facing great uncertainty.<br />

“I often find myself wishing I could have control of the political<br />

levers and accelerate decisions, ensuring that necessary changes are<br />

put across with greater clarity. To this extent, a career in politics<br />

could also have appealed to me, despite the fact that it takes a high<br />

degree of frustration tolerance to deal with being appropriated by<br />

the party landscape and the constant need to compromise”, says<br />

the hydrogen expert.<br />

Accelerating the market start-up for the hydrogen industry<br />

Since it was founded, the Hydrogen Energy Cluster Mecklenburg-<br />

Western Pomerania (WECMV) has been of the firm opinion that<br />

energy solutions do not stop at national borders. The 85 members<br />

today include companies from Switzerland, Denmark and<br />

the Netherlands. Large companies such as Airbus and TÜV are<br />

also involved, as well as regional planning offices and the rural<br />

districts. The WECMV sees itself as a link between politics,<br />

science and business. It pools expertise across the whole supply<br />

chain and works closely with the political sector to dovetail the<br />

37


ebenso vertreten wie regionale Planungsbüros und die Landkreise.<br />

Der WECMV sieht sich als Bindeglied zwischen Politik,<br />

Wissenschaft und Wirtschaft. Er bündelt Expertenwissen über<br />

die gesamte Wertschöpfungskette und arbeitet eng mit der Politik<br />

zusammen, um die Wasserstoffstrategie mit den Erwartungen der<br />

Unternehmen zu verzahnen. Das Leibniz-Institut für Katalyse<br />

und das Fraunhofer-Institut in Rostock, IGP Greifswald, die<br />

Hochschule Stralsund und das HIAT in Wismar sind Mitglied<br />

im Verein und bilden das Rückgrat der Wasserstoffforschung in<br />

Mecklenburg-Vorpommern. Die IHK zu Schwerin hat frühzeitig<br />

die Bedeutung des Themas „Energie“ für ihre Mitglieder erkannt<br />

und arbeitet aktiv an der Gestaltung der CO 2 -neutralen Welt von<br />

morgen. Im Januar 2024 hat der WECMV seine Geschäftsstelle<br />

im Ludwig-Bölkow-Haus bezogen, was die Abstimmung mit der<br />

Politik erleichtert.<br />

Für den WECMV-Geschäftsführer steht fest, dass Wasserstoff<br />

endlich von der allgemeinen gesellschaftlichen Diskussionsebene<br />

in erlebbare Anwendungen gebracht werden muss. Planungsunsicherheiten<br />

aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen<br />

müssen beseitigt und nötige Instrumente für einen wirtschaftlichen<br />

Betrieb bereitgestellt werden. Die Technik ist ausgereift.<br />

Nun gilt es, von der Manufaktur-Ebene auf die Industrie-Ebene<br />

zu kommen, sonst droht bei Wasserstoff dasselbe Schicksal wie im<br />

Solarmarkt und die asiatischen Handelspartner dominieren den<br />

Markt. Die Politik kann Planungsversäumnisse nicht durch permanent<br />

steigende Netzentgelte kompensieren, sondern muss der<br />

Bevölkerung den Nutzen der Energiewende endlich durch Preisreduktionen<br />

spürbar vermitteln.<br />

„Unser erklärtes Ziel ist es, den Markthochlauf zu beschleunigen,<br />

um standardisierte Anwendungen mit entsprechenden Kostenreduktionen<br />

zu entwickeln. Die vier großen Trends der Energiewirtschaft<br />

der Zukunft heißen: Dekarbonisierung, Dezentralisierung,<br />

Digitalisierung und Demokratisierung. Schwankende<br />

Erzeugung muss durch Speicher und intelligente Steuerung in<br />

verlässliche Bereitstellung münden“, sagt Dr. Mischa Paterna<br />

entschlossen und hat dabei sein persönliches Credo fest im Blick:<br />

„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben,<br />

sondern den Jahren mehr Leben.“<br />

hydrogen strategy with the companies’ expectations. The Leibniz<br />

Institute for Catalysis and the Fraunhofer Institute in Rostock,<br />

IGP Greifswald, Stralsund University of Applied Sciences and<br />

the HIAT in Wismar belong to the cluster and act as the backbone<br />

of hydrogen research in Mecklenburg-Western Pomerania.<br />

Schwerin CCI recognised the importance of the energy issue for<br />

its members at an early point in time and is actively involved in<br />

shaping the carbon-neutral world of tomorrow. In January 2024,<br />

the WECMV moved into its offices in the CCI’s Ludwig-Bölkow-<br />

Haus building, facilitating consultations with the political sector.<br />

The WECMV CEO is convinced that it is the right time for<br />

hydrogen to make the transition from being a topic of general discussions<br />

in society at large into perceptible applications. Planning<br />

uncertainty due to changing framework conditions must be eliminated<br />

and necessary instruments provided for economic operation.<br />

The technology is mature enough. Now it is a case of moving<br />

from the manufacturing level to the industrial level, otherwise<br />

hydrogen is likely to suffer the same fate as the solar market, with<br />

Asian trading partners dominating the market. The political<br />

sector cannot compensate for neglectful planning by constantly<br />

increasing the network charges. Instead, price reductions must<br />

at last give the population a perceptible awareness of the benefits<br />

coming from the energy transition.<br />

“It is our declared aim to accelerate the market launch so that<br />

standardised applications can be developed with corresponding<br />

cost reductions. The four major trends for the energy sector in<br />

future are decarbonisation, decentralisation, digitalisation and<br />

democratisation. Storage solutions and intelligent control must<br />

ensure reliable supply from fluctuations in generation”, says<br />

Dr Mischa Paterna resolutely and his eyes fixed on his personal<br />

motto: “It’s a case of putting more life into the years, rather than<br />

giving more years to life.“<br />

38


Copyright: Martin Börner<br />

In Rostock wurde die erste netzgekoppelte H2-Anlage projektiert<br />

und im Jahr 2021 erfolgreich in Betrieb genommen.<br />

The first grid-connected H2 plant was planned in<br />

Rostock and successfully commissioned in 2021.<br />

39


WEMAG<br />

Menschen. Machen. Zukunft.<br />

Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Öko-Energieversorger<br />

mit regionalen Wurzeln und Stromnetzbetrieb in Mecklenburg-<br />

Vorpommern und Brandenburg. Zusammen mit der WEMAG Netz<br />

GmbH ist sie für ca. 16.000 Kilometer Stromleitungen verantwortlich,<br />

vom Hausanschluss bis zur Überlandleitung.<br />

Das Energieunternehmen liefert seinen Privat- und Gewerbekunden<br />

neben Strom, Erdgas und Netzdienstleistungen auch die Planung und<br />

den Bau von Photovoltaik- und Speicheranlagen, Elektromobilität, Internet,<br />

Telefon sowie Digital- und HD-Fernsehen aus einer Hand.<br />

Die 1997 gegründete Telekommunikationsgesellschaft WEMACOM<br />

betreibt in <strong>Westmecklenburg</strong> ein umfangreiches Telekommunikationsnetz<br />

und baut mit Partnern Glasfasernetze für Privat- und Geschäftskunden<br />

in der Region.<br />

Regionale Verbundenheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmen<br />

das Handeln der WEMAG AG. Sie leistet erheb liche Investitionen<br />

in erneuerbare Energien, berät zu Fragen der Energie effizienz und bietet<br />

die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung über die Norddeutsche Energiegemeinschaft<br />

eG. Die WEMAG AG bietet außerdem attraktive Lösungen<br />

für eigene kleine Ökokraftwerke, Ökomobilität und Speichertech nologie<br />

an. Außerdem unterstützt das Unternehmen seine Kunden mit einer<br />

Energieberatung und einem Hausnotrufsystem mit vielen Vorteilen.<br />

Bei der WEMAG AG arbeiten mehr als 770 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

Tag für Tag an der Energiezukunft der rund 180.000 Kunden.<br />

Seit Januar 2010 befindet sich die WEMAG AG im Mehrheitsbesitz der<br />

Kommunen ihres Versorgungsgebietes.<br />

402


Wir sind uns unserer großen Verantwortung<br />

für die Energiewelt<br />

von morgen bewusst. Deshalb<br />

unterstützen wir die Entwicklung<br />

der Region mit sauberem Strom.<br />

We are aware of our great responsibility<br />

for the energy world of tomorrow.<br />

That is why we support the region’s<br />

development with clean electricity.<br />

WEMAG AG from Schwerin is a national green energy supplier with<br />

regional roots and power grid operation in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania and Brandenburg. Together with WEMAG Netz GmbH, it<br />

is responsible for about 16,000 kilometres of power lines, from the house<br />

connection to the overhead transmission line.<br />

Besides electricity, gas and grid services, the energy company also pro vides<br />

its private and corporate customers with the planning and construction<br />

of photovoltaic arrays and storage facilities, electromobility, internet<br />

and telephony together with digital and HD television, all from a single<br />

source.<br />

The telecommunication company WEMACOM founded in Western<br />

Mecklenburg in 1997 operates an extensive telecommunications network<br />

and is working with partners to build fibre-optic networks for private and<br />

corporate customers in the region.<br />

Regional solidarity, environmental protection and sustainability define<br />

activities at WEMAG AG. The company invests considerable sums in<br />

renewable energy sources, provides advice about energy efficiency issues<br />

and offers citizen participation models through Norddeutsche Energiegemeinschaft<br />

eG. WEMAG AG also offers attractive solutions for own<br />

small green power plants, green mobility and storage technology. Furthermore,<br />

the company supports customers with energy consulting and an<br />

emergency call service with many advantages.<br />

WEMAG AG has a workforce of more than 770 employees working every<br />

day for the energy future of around 180,000 customers. Since January<br />

2010, WEMAG AG has been majority-owned by the local authorities in<br />

its supply area.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1930<br />

Mitarbeiter: mehr als 770<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Ökostrom, Erdgas, Internet<br />

– Förderung erneuerbarer<br />

Energien<br />

– Photovoltaikanlagen, Hausspeicher<br />

und Wärmepumpen<br />

– Telekommunikation<br />

– schnelles Glasfaser­Internet<br />

– Elektromobilität und<br />

Bereitstellung von<br />

Ladeinfrastrukturen<br />

www.wemag.com<br />

Year founded: 1930<br />

Employees: more than 770<br />

Range of services:<br />

– green electricity, gas, internet<br />

– advancement of renewable<br />

energies<br />

– photovoltaic systems, home<br />

storage systems and heat<br />

pumps<br />

– telecommunication<br />

– high-speed fibre-optic<br />

internet<br />

– electromobility and provision<br />

of charge infrastructures<br />

41 2


WISSENSBASIERTE ARBEIT<br />

STÄRKT DEN WERFTSTANDORT<br />

Knowledge-based work<br />

strengthens the shipyard<br />

location<br />

TEXT: BARBARA ARNDT<br />

RENÉ FIEGE<br />

New York, Rio, Tokio . . . Diese Metropolen gehören<br />

eher nicht zu den Destinationen, die René Fiege<br />

regelmäßig aufsucht. Dafür geht es nach Vancouver.<br />

Auch Finnland steht zuweilen als Zielort in seinem<br />

Kalender. Für gewöhnlich reist der Geschäfts führer<br />

der Elomatic Maritime Technologies GmbH aus<br />

Wismar mit dem Flugzeug, wenngleich das Fortbewegungsmittel<br />

seiner Wahl – als passionierter<br />

Segler – definitiv auf dem Wasser zu finden ist.<br />

Schiffbau zieht sich wie ein roter Faden durch sein<br />

berufliches Leben. Das Unternehmen, dem er nun<br />

vorsteht, entwickelt als Ingenieurbüro verschiedenste<br />

Schiffsentwürfe und -entwicklungen, setzt<br />

auf nachhaltige Technologien und erbringt vielfältige<br />

Beratungsleistungen für Werften, Reedereien<br />

sowie andere Unternehmen der maritimen Industrie.<br />

Denn die Schifffahrtsbranche ist nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern<br />

mehr denn je auf innovative<br />

Dienstleistungen und wissensbasierte Tätigkeiten<br />

rund um die klassische Werftarbeit angewiesen.<br />

New York, Rio, Tokyo . . . These cities tend not to<br />

be on the list of René Fiege’s frequent destinations.<br />

But he does go to Vancouver. Trips to Finland can<br />

also sometimes be found in his calendar. Usually, the<br />

CEO of Elomatic Maritime Technologies GmbH<br />

travels by plane from Wismar, even though as an<br />

ardent sailor his favourite means of getting around is<br />

definitely on the water. Shipbuilding runs through<br />

his working life like a red thread. He is now at the<br />

helm of an engineering company that devises many<br />

different designs and developments for ships of all<br />

kinds. The firm advocates sustainable technologies<br />

and provides a wide range of consulting services for<br />

shipyards, shipping companies and other businesses<br />

in the maritime industry. Now more than ever, the<br />

maritime industry relies on innovative services and<br />

knowledge-based activities relating to all aspects of<br />

traditional shipyard work, and not just in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania.<br />

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Das Know-how von Experten gebündelt<br />

An seiner Seite weiß René Fiege einen Vertrauten, mit dem er<br />

schon lange zusammenarbeitet: Guido Schulte. Beide kennen sich<br />

aus der gemeinsamen Studienzeit in Duisburg. Seit 2022 tragen<br />

die erfahrenen Männer als Geschäftsführer Verantwortung für<br />

Elomatic in Wismar. Zusammen hatten sie die Idee zur Firma<br />

entwickelt und Partner gesucht, um einen guten Start mit dem<br />

gesamten Team zu schaffen. Denn auch die „Mannschaft“ an<br />

Bord des Unternehmens, welches direkt am Alten Holzhafen der<br />

Hansestadt beheimatet ist, kennt sich und das Metier des Schiffbaus<br />

lange. „Unsere Stärke besteht darin, dass das gesamte Team<br />

extrem erfahren ist. Nicht nur im Bau von Kreuzfahrtschiffen,<br />

sondern von vielen Arten von Spezialschiffen. Wir haben uns<br />

daher mit vier Managern und dem Entwurfs-Team der Wis marer<br />

Werft selbstständig gemacht. Hier zählen nicht die Titel, wohl<br />

aber die Erfahrung und das Team an sich“, sagt René Fiege. „Die<br />

meisten arbeiten seit gut 20 Jahren zusammen. Wir sind froh, dass<br />

wir eine sehr gute und motivierte Mannschaft für uns begeistern<br />

konnten.“<br />

Zur Führungscrew gehören Peer Wetterling und Jakob Nilius,<br />

beide heute Projektleiter für Schiffsentwicklung, grüne Technologie<br />

und weitere Vorhaben. Gemeinsam setzen die Experten<br />

ihr Know-how bei immer wieder neuen Herausforderungen<br />

ein. Und das nicht nur in Wismar. Guido Schulte zeichnet beispielsweise<br />

für den Verkauf der Dienstleistungen und Produkte<br />

des Marine-Geschäftsbereiches der Elomatic-Gruppe verantwortlich.<br />

René Fiege kümmert sich im selben Geschäftsbereich<br />

um die Geschäftsprozessentwicklung (Beratung) innerhalb der<br />

Unternehmensgruppe.<br />

Von der Pike auf das Geschäft gelernt<br />

René Fiege absolvierte eine Ausbildung zum Bootsbauer und<br />

erweiterte sein Know-how im Studium zum Schiffbau-Ingenieur.<br />

Fast 20 Jahre sammelte er auf der Meyer Werft in fast allen<br />

Geschäftsbereichen wertvolle Erfahrungen. Im Vertrieb, vor allem<br />

aber bei der Entwicklung von zahlreichen und immer größeren<br />

Schiffen. Auch in der Fertigung konnte er sich einbringen. „Diese<br />

Zeit habe ich als sehr spannend empfunden. Der Stahlschiffbau<br />

und die Ausrüstungen waren wichtige Stationen. Als Projektleiter<br />

in der Fertigung, in der stets drei Schiffe gleichzeitig entstanden,<br />

bestand ein Grundprinzip für mich darin, nach Kennzahlen zu<br />

steuern. Aus möglichen Abweichungen lassen sich Probleme<br />

identifizieren, für die man gemeinsam mit dem Team Lösungen<br />

konzipiert. Dieses Herangehen bestimmt bis heute meine Tätigkeit.“<br />

Das Auf und Ab der Werften-Standorte im Nordosten führte<br />

René Fiege 2016 in einer Hochphase nach Wismar. „Ziel war<br />

es, auch die Standorte der MV Werften so zu entwickeln, dass<br />

Stärken voneinander gelernt werden können.“<br />

Der Genting-Konzern hatte die Werften Wismar, Warnemünde<br />

und Stralsund von Nordic Yards gekauft, um diese als MV Werften<br />

zu einem Kreuzfahrtschiffbauer zu entwickeln. „Meine Aufgabe<br />

bestand darin, die Werft für Kreuzfahrer fit zu machen. Ich<br />

Elomatic entwickelt als Ingenieurbüro<br />

verschie denste Schiffsentwürfe<br />

und -entwicklungen, setzt<br />

auf nachhaltige Technologien und<br />

erbringt vielfältige Beratungsleistungen<br />

für Werften, aber auch für<br />

Reedereien sowie andere Unternehmen<br />

der maritimen Industrie.<br />

As an engineering office, Elomatic<br />

develops a wide variety of ship<br />

designs and developments, focusses<br />

on sustainable tech nologies<br />

and provides a wide range of<br />

consulting services for shipyards,<br />

shipping companies and other<br />

companies in the maritime industry.<br />

Pooling the know-how of experts<br />

René Fiege has a close friend at his side, someone he has been<br />

working with for a long time: Guido Schulte. They have known<br />

each other since studying together in Duisburg. The two<br />

ex perienced men have been sharing responsibility as CEOs for<br />

Elomatic in Wismar since 2022. Together they developed the idea<br />

for the firm and looked for partners to help get the whole team<br />

off to a good start. The ‘crew members’ of the company based<br />

directly on Wismar’s Alter Holzhafen know each other and the<br />

ship building profession well. “Our strength lies in the fact that<br />

the whole team is extremely experienced in building not just cruise<br />

ships, but also special vessels of many kinds. And so we started<br />

our own business with four managers and the design team from<br />

Wismar shipyard. The titles don’t matter, what counts is the experience<br />

and the team itself”, says René Fiege. “Most of them have<br />

been working together for a good 20 years. We are glad that we<br />

could motivate a very good, committed team to join us.”<br />

The management crew includes Peer Wetterling and Jakob Nilius,<br />

who now work as project leaders for ship development, green technology<br />

and other projects. Together the experts pool their knowhow<br />

to meet the constant flow of new challenges, and not just in<br />

Wismar. Guido Schulte for example is responsible for the sale of<br />

services and products in the marine sector of the Elo matic Group.<br />

René Fiege deals with business process development (consulting)<br />

in the same sector within the group.<br />

Learning the business from scratch<br />

René Fiege completed a boatbuilding apprenticeship before going<br />

on to get an engineering degree in shipbuilding. For nearly 20<br />

years, he gained valuable experience in almost all business sectors at<br />

the Meyer Werft shipyard, not only in sales but above all also in the<br />

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development of numerous ever larger ships. He was also involved<br />

in the production side of the business. “This was a really exciting<br />

time. Key stations included steel shipbuilding and outfitting. As<br />

project leader in the production division, where there were always<br />

three ships being built at the same time, I worked according to<br />

the basic principle of using KPIs to control the processes. Possible<br />

deviations then help to identify problems and provide the basis for<br />

the team to devise solutions. This is still the same approach that I<br />

use to this day.”<br />

The ups and downs of the shipyards in North-East Germany<br />

brought René Fiege to Wismar during a boom phase in 2016.<br />

“The aim was to develop the sites of the MV Werften shipyards<br />

so that they could share and learn from each other’s strengths.”<br />

war Direktor für Planung und Investitionen und habe darüber<br />

hinaus viele Entwicklungsthemen angestoßen und gemeinsam<br />

mit dem Team umgesetzt. Hierzu gehörte beispielsweise die<br />

Restrukturierung des Designprozesses, um diesen zu optimieren<br />

und auf Kreuzfahrtschiffe auszurichten. Meine Erfahrungen<br />

aus diesem besonderen Bereich des Schiffbaus leisteten einen<br />

wesentlichen Beitrag dazu.“ Parallel dazu brachte sich der findige<br />

Ingenieur in das Schiffsdesign für Kreuzfahrtschiffe des Genting-<br />

Konzerns ein.<br />

Umfassendes Know-how für verschiedenste Schiffstypen<br />

Der Bau von Kreuzfahrtschiffen ging während der Corona-<br />

Pandemie so stark zurück, dass die MV Werften insolvent gingen<br />

und im Nachgang sogar die Meyer Werft vor der Insolvenz stand.<br />

Die Werft in Wismar hatte in der Vergangenheit immer wieder<br />

neue Märkte erschließen und somit unterschiedlichste Schiffstypen<br />

entwickeln müssen. „Heute profitieren wir zum Beispiel<br />

von den umfangreichen Erfahrungen mit eisgehenden Schiffen<br />

und konzeptionieren aktuell vorwiegend Eisbrecher und Forschungsschiffe.<br />

Wir verfügen zudem über das Wissen, um Schiffe<br />

oder Konverter-Plattformen für den Offshore-Wind-Markt zu<br />

entwickeln oder andere Spezialschiffe, die im europäischen und<br />

nordamerikanischen Markt relevant sind. Da der Kreuzfahrtmarkt<br />

gerade wieder anzieht, erwarten wir aber, auch dort bald<br />

wieder aktiv zu werden.“<br />

Die Spezialisten in Wismar können noch mehr. Sie sind beispielsweise<br />

bei Green Technologies ganz weit vorn. Und wissen<br />

genau, wie viel zusätzliche Tankkapazitäten ein Schiff braucht,<br />

um künftig mit Kraftstoffen wie unter anderem Methanol auf<br />

den Weltmeeren unterwegs zu sein. Sogenannte Bi-Fuel-Maschinen<br />

stellen eine Alternative dar. Allerdings verfügt Methanol über<br />

Copyright: MV Werften<br />

The Genting Group had purchased the shipyards in Wismar,<br />

Warnemünde and Stralsund from Nordic Yards to construct<br />

cruise ships under the name of MV Werften. “My job was to make<br />

the shipyards fit for cruise ships. I was director of planning and<br />

investment, and also instigated many development ideas that<br />

were then implemented by the team. These included for ex ample<br />

restructuring and optimising the design process for building<br />

cruise ships. I was able to make an important contribution here<br />

with the experience I had gained in this specific sector of shipbuilding.”<br />

At the same time, the resourceful engineer was also<br />

involved in designing cruise ships for the Genting Group.<br />

Comprehensive know-how for many different vessel types<br />

During the Covid pandemic, the construction of cruise ships<br />

declined so dramatically that the MV Werften went bankrupt,<br />

with the Meyer Werft subsequently also facing bankruptcy. In<br />

the past, Wismar shipyard had constantly been forced to cul tivate<br />

new markets and thus develop many different vessel types. “For<br />

instance, today we benefit from the extensive experience with<br />

ice-going ships, and our current focus is mainly on designing<br />

icebreakers and research vessels. We also have the know-how to<br />

develop ships or converter platforms for the offshore wind market,<br />

or other special vessels relevant for the European and North<br />

American market. Due to the current signs of recovery in the<br />

cruise ship market, we also expect to play an active role here too in<br />

the foreseeable future.”<br />

The specialists in Wismar can do even more. For example, they<br />

are at the forefront of developments when it comes to green<br />

tech nologies. And they know exactly how much additional tank<br />

capacity a ship will need in future to sail the seven seas with fuels<br />

such as methanol, among others. So-called bi-fuel machines are<br />

one possible alternative. However, methanol yields less energy<br />

than conventional fuels and needs additional tank capacity.<br />

“We examined 70 different technologies that have an impact<br />

on the Carbon Intensity Indicator (CII). This assesses the<br />

carbon in tensity of ships with the aim of achieving even greater<br />

re ductions for implementation of the international emissions<br />

agreements. Our market analysis showed where the greatest<br />

effects can be expected. This was then the starting point for our<br />

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eine geringere Energieausbeute als klassische Kraftstoffe, was zusätzliche<br />

Tankkapazität erfordert.<br />

„Wir untersuchten 70 verschiedene Technologien, die einen<br />

Einfluss auf den Carbon Intensity Indicator (CII) haben. Dieser<br />

bewertet die CO 2 -Intensität von Schiffen und verfolgt das Ziel,<br />

das CO 2 immer weiter zu reduzieren, um die internationalen<br />

Emissionsabkommen umzusetzen. Unsere Marktanalyse zeigte,<br />

wo die größten Effekte zu erwarten sind. Damit starteten wir unsere<br />

Schiffsentwicklungen.“ Darüber hinaus kann das Elomatic-<br />

Team für die Lebenszeit eines Schiffes planen, welche Maßnahmen<br />

wann in Betracht kommen sollten. Das ermöglicht, die stetig<br />

sinkende CO 2 -Grenze auch in Zukunft erfüllen zu können. „Was<br />

wir entwickeln, verfügt über modernste grüne Technologien an<br />

Bord.“ Schiffe müssen klimaneutral werden und schon bis 2030<br />

ihren CO 2 -Ausstoß drastisch reduzieren. „Reedereien erhalten<br />

ein Konzept, welche Investitionen zu planen sind, um zukünftige<br />

Anforderungen zu erfüllen.“<br />

Dienstleistungen sehr gefragt<br />

Ein zweites wesentliches Standbein ist die Beratung, aktuell insbesondere<br />

von Werften. Für Seaspan’s Vancouver Shipyards<br />

wurde der komplette Designprozess der Werft überarbeitet. „Wir<br />

haben mit dem Designmanagement vor Ort alle Designprozesse<br />

analysiert, optimiert und aufeinander abgestimmt. Hierbei haben<br />

wir unser Know-how aus den europäischen Werften eingebracht“,<br />

berichtet René Fiege. Damit leistet das Unternehmen aus Wismar<br />

seinen Beitrag für die nationale Schiffbaustrategie, die Kanada<br />

2010 ins Leben gerufen hat, um die eigene Werftindustrie zu stärken.<br />

Hier ist Seaspan einer der Schlüssel-Lieferanten.<br />

Spezielle Tools der Hansestädter überzeugen ebenso in der<br />

Steuerung von Designprojekten in Kanada. Die Beratungsdienstleistungen<br />

der Hansestädter bieten zudem ein breites Spektrum<br />

von der Planung und Entwicklung neuer Werften oder deren<br />

Optimierung, der Einführung von Software wie PDM- oder ERP-<br />

Tools bis hin zur Unterstützung von Reedereien, um nicht nur<br />

das Design für Ausschreibungsunterlagen zu erstellen, sondern<br />

auch den Ausschreibungsprozess selbst zu begleiten.<br />

Digitalisierung und weiteres Wachstum<br />

In früheren Zeiten wurden Schiffe auf dem Zeichenbrett<br />

entwickelt. Im Computerzeitalter entstehen die Entwürfe auf<br />

dem Rechner. Der Schiffsentwicklungsprozess generiert dabei ein<br />

großes Datenmodell mit vielen Millionen Teilen, die nicht nur für<br />

das Design und die Fertigung, sondern auch für die Beschaffung<br />

genutzt werden. Die für den Schiffsbetrieb notwendigen Daten<br />

nutzen Reedereien oft sogar, um die Instandhaltung zu managen.<br />

Sie sind damit bestens gewappnet und immer auf dem aktuellen<br />

Stand.<br />

ship developments.” Moreover, the Elomatic team also maps<br />

out which measures need to be taken when during the life-time<br />

of a ship, thus making it possible to remain within the carbon<br />

limits, even when these are constantly reduced in future. “What<br />

we develop is equipped with the very latest green technologies.”<br />

Ships must become climate neutral and reduce their carbon footprint<br />

drastically already by 2030. “Shipping companies are given<br />

a concept for planning the investments which will be necessary to<br />

fulfil future requirements.”<br />

Services in great demand<br />

Consulting is a second important mainstay of the business, at<br />

the moment particularly for shipyards. For instance, the complete<br />

design process for Seaspan’s Vancouver Shipyards has been<br />

revised. “We worked with the design management on site to<br />

analyse, optimise and coordinate all design processes, using our<br />

know-how from the European shipyards“; reports René Fiege.<br />

The company from Wismar is thus making a contribution to the<br />

national shipbuilding strategy introduced by Canada in 2010 to<br />

boost its own shipyard industry, with Seaspan as one of the key<br />

suppliers.<br />

Special tools from Wismar also play a convincing role in the<br />

management of design projects in Canada. The consulting services<br />

provided by the Wismar firm also cover a broad range, from<br />

planning and developing or optimising new shipyards and introducing<br />

software such as PDM or ERP tools, through to support<br />

for shipping companies, not only in designing tender documents<br />

but also accompanying the whole tender process as such.<br />

Digitalisation and further growth<br />

In former times, ships were designed on the drawing board. In<br />

the computer age, the designs are created on the computer. The<br />

process of ship development generates a huge data model with<br />

many millions of parts that are used not just for design and production<br />

but also for procurement. The data needed to operate<br />

vessels are also often used by shipping companies for maintenance<br />

management to ensure that they are well prepared and always up<br />

to date.<br />

Elomatic in Wismar hopes that in future, it too can empower<br />

shipbuilding with its broad range of knowledge-based work,<br />

while also making headway as a business. To this end, one floor<br />

in the Technology and Commercial Centre (TGZ) is available to<br />

the firm and its team. For many, working from home for a few<br />

days has become part of daily routine. Nearly all tasks can be<br />

done with Microsoft Teams. The TGZ offers good conditions for<br />

the planned growth of the business. “Our strategy is to employ<br />

another ten skilled specialists, which will open up new chances for<br />

our team”, says CEO René Fiege with confidence.<br />

Elomatic in Wismar möchte auch künftig mit dem breiten<br />

Spektrum an wissensbasierter Arbeit den Schiffbau voranbringen<br />

und auch selbst weiter vorankommen. Dem Firmenteam steht<br />

dafür eine Etage im Technologie- und Gewerbezentrum (TGZ)<br />

zur Verfügung. Einige Tage Home Office gehören für viele zum<br />

Alltag. Nahezu alle Arbeiten sind über Microsoft Teams machbar.<br />

Das TGZ bietet tolle Bedingungen für das geplante Wachstum.<br />

„Unsere Strategie sieht vor, weitere zehn Fachkräfte einzustellen.<br />

Das eröffnet neue Chancen für unser Team“, ist sich Geschäftsführer<br />

René Fiege sicher.<br />

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Elomatic Maritime<br />

Technologies GmbH<br />

Wir sind Ihr Partner für Entwurf und Planung von Schiffen und Offshore-Wind-Plattformen.<br />

Als ehemaliges Werft-Designteam haben<br />

wir langjährige Erfahrungen in der Entwicklung unterschiedlichster<br />

Schiffstypen wie z. B. Forschungsschiffe und Eisbrecher, Kreuzfahrer<br />

oder Marine-Versorger. Als Teil der Elomatic-Gruppe ist unser Angebot<br />

breit gefächert und umfasst die Erstellung von Anfrageunterlagen für<br />

Schiffsneubauten für Reedereien bis zu ausgewählten oder vollständigen<br />

Designleistungen inkl. Erstellung der Fertigungsunterlagen für eine<br />

Werft. Mit unserer Expertise in der Werftplanung und -entwicklung bieten<br />

wird darüber hinaus die Optimierung von Design-, Planungs- und<br />

Fertigungsprozessen an. Unsere SDP-Software ermöglicht den Entwicklungsprozess<br />

für die Projektsteuerung zu nutzen.<br />

We are your partner for designing and planning ships and offshore wind<br />

platforms. As a former shipyard design team, we have long-standing<br />

experience in the development of widely differing vessel types, such as<br />

research ships and icebreakers, cruise liners or naval supply ships. As part of<br />

the Elomatic Group, we offer a broadly diversified range that extends from<br />

drawing up inquiry documents for new ships being built for shipping companies<br />

to individual or complete design services, in cluding drawing up the<br />

production documentation for a shipyard. Moreover, with our expertise<br />

in shipyard planning and development, we also offer the optimisation of<br />

design, planning and production processes. Our SDP software makes it<br />

possible to use the development process for project control.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2022<br />

Mitarbeiter: 32 (ca. 250 in<br />

der Gruppe)<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Ingenieurbüro für Schiffsentwurf<br />

und ­konstruktion<br />

– vielfältige Beratungsleistungen<br />

für die maritime Industrie<br />

www.elomatic.com<br />

Year founded: 2022<br />

Employees: 32 (approx. 250 in<br />

the Group)<br />

Range of services:<br />

– engineering firm for ship<br />

design and construction<br />

– extensive consulting services<br />

for the maritime industry<br />

SCHOTTEL GmbH<br />

Die SCHOTTEL-Gruppe ist einer der führenden Hersteller von<br />

Antriebs- und Steuerungssystemen für den internationalen Schiffbau.<br />

Die Niederlassung Wismar ist auf die Entwicklung und Pro duktion<br />

besonders großer Antriebsanlagen spezialisiert. Hier werden grö ßere<br />

sowie ausfahrbare Ruderpropeller und Verstellpropeller gefertigt<br />

wie zum Beispiel der SCHOTTEL ControllablePropeller (SCP): ein<br />

Hochleistungsantriebssystem für Anwendungen mit besonders hohen<br />

Anforderungen an Schiffsgeschwindigkeit, Leistungsdichte und Schallsignatur.<br />

Seine Vielseitigkeit hat ihn zu einem beliebten Antrieb für<br />

Trawler, Fähren, Kreuzfahrtschiffe sowie Bundes- und Marineschiffe<br />

gemacht. Jeder einzelne SCP wird individuell gefertigt.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1999 Übernahme<br />

des Standortes Wismar<br />

Mitarbeiter: rund 840 weltweit<br />

Leistungsspektrum: Entwicklung<br />

und Konstruktion von<br />

– ausfahrbaren Ruderpropellern<br />

– Verstellpropellern bis 30.000<br />

kw Leistung und einem<br />

Durchmesser von bis zu 8 m<br />

www.schottel.de<br />

Year founded: 1999 Wismar<br />

site taken over<br />

Employees: worldwide<br />

approx. 840<br />

Range of services:<br />

development and design of<br />

– extendable rudder propellers<br />

– pitch propellers with up<br />

to 30,000 kw power and a<br />

diameter of up to 8 m<br />

1<br />

47<br />

The SCHOTTEL Group is a leading manufacturer of propulsion<br />

and control systems for the international shipbuilding industry.<br />

The Wismar branch has specialised in the development and production<br />

of par ticularly large propulsion systems. This is where larger and<br />

extend able rudder propellers and pith propellers are made, such as the<br />

SCHOTTEL ControllablePropeller (SCP): a high-power propulsion<br />

system for applications that make particularly high demands in terms of<br />

vessel speed, power density and acoustic signature. This versatile system<br />

is the propulsion of choice for trawlers, ferries and cruise ships, as well<br />

as federal and marine vessels. Every single SCP is manufactured individually.


BIO: AUS ÜBERZEUGUNG.<br />

UND WEIL ES SCHMECKT!<br />

Organic by conviction.<br />

And because it tastes good!<br />

TEXT: BARBARA ARNDT<br />

Ella Kremer gehört zu Severin. Und Severin gehört<br />

zu ihr. Die 25-Jährige wuchs im und mit dem<br />

familiengeführten Unternehmen „Mecklenburger<br />

Landpute“ auf, sozusagen direkt auf dem Hof. Ihr<br />

Großvater Arvid Kremer hatte den Betrieb 1990<br />

gegründet. „Ich habe die Entwicklung hautnah miterlebt.<br />

Ich fühle mich hier nicht nur zu Hause. Ich<br />

bin in der Region wirklich verwurzelt.“<br />

Bodenständigkeit zählt zu den Eigenschaften, welche<br />

die studierte Betriebswirtschaftlerin von den Menschen<br />

in ihrem Umfeld mit auf ihren Weg genommen<br />

hat. Und eine große Motivation, in den Familienbetrieb<br />

einzusteigen. Nach dem Abitur – „ein Auslandsjahr<br />

kam nicht in Frage, ich wollte immer hier sein“<br />

– ab solvierte Ella Kremer die Ausbildung Kauffrau<br />

im Groß- und Außenhandel. „Das war eine schöne<br />

Aus bildung. Ich wollte aber noch mehr und habe ein<br />

Bachelorstudium drangehängt.“ Sie fühlt sich gut<br />

gewappnet für die neuen Herausforderungen, die sie<br />

nun in den Bereichen Marketing und Vertrieb meistern<br />

will. „Ich habe während der Studienzeit immer<br />

einen Fuß im Unternehmen gehabt und mitgearbeitet.<br />

Jetzt ist es Zeit, Vollgas zu geben“ sagt die ambitionierte<br />

Motorsport lerin, die an der Seite ihres Vaters, Geschäftsführer<br />

Armin Kremer, sogar an internationalen Rallyes<br />

teilnimmt und große Erfolge einfährt.<br />

Ella Kremer belongs to Severin. And Severin belongs<br />

to her. The 25-year-old grew up in and with<br />

the family-run business “Mecklenburger Landpute“,<br />

right there on the farm, so to speak. Her grandfather<br />

Arvid Kremer founded the company in 1990. “I had<br />

a close-up experience of how it all developed. I feel at<br />

home not just here on the farm. I’m really rooted in<br />

the region.”<br />

Being down-to-earth is just one of the traits of the<br />

local population that the business studies graduate has<br />

appropriated for her own life journey. And it was a major<br />

motivation for joining the company business. After<br />

finishing school – “a gap year abroad wasn’t my thing,<br />

I always wanted to be here“ – Ella Kremer did commercial<br />

training as a wholesale and foreign trade assistant.<br />

“It was a good training scheme, but I wanted more and<br />

went on to do a Bachelor’s degree.” She now feels well<br />

equipped to face the new challenges ahead of her, particularly<br />

when it comes to marketing and sales. “While<br />

I was studying, I always kept one foot in the company<br />

and continued to work here. Now the time has come<br />

to really put my foot down”, says the ambitious motor<br />

sports enthusiast, who even takes part in international<br />

rallies at the side of her father, CEO Armin Kremer, and<br />

is very successful.<br />

ELLA KREMER<br />

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Tierwohl steht an erster Stelle<br />

Die junge Frau vertritt vehement die Firmenphilosophie. „Wir<br />

bieten ein breites Sortiment an Bio-Produkten und regionalen<br />

Spezialitäten an. Unser Unternehmen setzt auf kontrollierte<br />

Aufzucht, eigene Schlachtung, eigene Verarbeitung von Bio-<br />

Hähnchen und Bio-Puten in Mecklenburg und über die Landesgrenzen<br />

hinaus – alles in einer Hand.“ Mit der Umstellung auf<br />

Bio im Jahr 2022 ging für sie in erster Linie der Wunsch nach<br />

größtmöglichem Tierwohl in Erfüllung. „Wir finden in unserer<br />

Familie viele Argumente, die diesen Schritt rechtfertigen. Vordergründig<br />

geht es darum, eine gesunde Ernährung zu ermöglichen“,<br />

beschreibt Ella Kremer das Ansinnen. „Bei der Tierhaltung für<br />

das Bio-Segment sind strenge Richtlinien einzuhalten. Wir stehen<br />

in engem Kontakt mit den Landwirten, die wiederum regelmäßig<br />

durch die entsprechenden Verbände und Institutionen kontrolliert<br />

werden.“ So wachsen beispielsweise in der Nähe von Severin<br />

rund 2.000 Bio-Waldputen auf 20.000 Quadratmetern Wiese und<br />

7.500 Quadratmetern Waldfläche auf. Frische Luft, artgerechte<br />

Bewegung, bestes Futter – eine hohe Fleischqualität ist damit<br />

garantiert.<br />

Tierwohl, so Ella Kremer, sei nicht per se eine Frage ökologischer<br />

Haltung. „In der eigenen Familie kommt auch Fleisch von Tieren<br />

auf den Tisch, die in der Region unter besten Voraussetzungen<br />

gehalten werden und somit eine hochwertige, wohlschmeckende<br />

und gesunde Qualität garantieren. Wenn ich weiß, wie Tiere<br />

gehalten werden, dann esse ich sie auch.“ Insofern gibt sie hauseigenen<br />

Bio-Geflügelprodukten, regionalem Premiumfleisch vom<br />

Bio-Angus-Rind, Wild oder Duroc-Schwein gern den Vorzug.<br />

„Importiertes Billigfleisch landet definitiv nicht in meiner Pfanne.<br />

Es ist und bleibt eine Frage des durchaus guten Geschmacks, wie<br />

lange ein Tier auf der Weide stand.“<br />

Qualität hat ihren Preis<br />

„Es gab Fleisch in Bio-Qualität und einzelne Bio-Produkte ja<br />

auch schon vor dem radikalen Umbruch. Natürlich erfordert ein<br />

solcher Schritt aus unternehmerischer Sicht Mut, mehr Geld und<br />

stringentes Handeln. Unsere Überzeugung stärkt uns. Und auch<br />

das Feedback von Kunden, die sehr wohl zwischen hochwertigen<br />

Angeboten und Billigprodukten differenzieren.“ Mit der Zeit<br />

stieg die Akzeptanz für die höheren Preise. „Und damit auch die<br />

Anerkennung für die Wertschöpfungskette, die so viele in der<br />

Ernährungsbranche ambitioniert und mit Herzblut stärken.“<br />

Die nicht kalkulierbare Bio-Vermarktung nahmen die Severiner<br />

in Kauf und wussten, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich<br />

das Kaufverhalten einpendelt. Sie brachten derweil einen Online-<br />

Shop ins Netz und warben mit den leckeren Produkten überregional<br />

um neue Kunden. Die fanden sich beispielsweise in<br />

Nordrhein-Westfalen. Stammkunden vor Ort haben sich ebenfalls<br />

überzeugen lassen.<br />

„Wir sind durchaus zufrieden mit unserem Kundenkreis. Unsere<br />

fünf Filialen, der Hofladen und das Online-Geschäft sorgen für<br />

reichlich Arbeit. Der Absatz auf den Wochenmärkten gestaltet<br />

sich hingegen rückläufig.“ Das findet Ella Kremer schade. Aktuell<br />

kann der Online-Shop mit komplettem Sortiment einen Teil des<br />

Umsatzes kompensieren. Spezielle Verpackungen und Express-<br />

Versand seien Standard, damit die hochwertigen Produkte frisch<br />

und schnell ihr Ziel erreichen. Auch für die verarbeiteten Produk-<br />

Mecklenburger Landpute bietet ein<br />

breites Sortiment an Bio-Produkten<br />

und regionalen Spezialitäten.<br />

Mecklenburger Landpute offers<br />

a wide range of organic products<br />

and regional specialities.<br />

Top priority for animal welfare<br />

The young woman is a strong advocate of the company philosophy.<br />

“We offer a wide range of organic products and regional<br />

specialities. Our company sets great store by controlled breeding,<br />

in-house slaughtering, and in-house processing of organic<br />

chickens and organic turkeys in Mecklenburg and beyond the<br />

state border – all as part of a one-stop-shop concept.“ Her main<br />

wish to prioritise animal welfare was fulfilled when they converted<br />

to organic production in 2022. “Our family comes up with<br />

many arguments that justify this step. First and foremost, it’s a<br />

case of facilitating a healthy diet”, says Ella Kremer, de scribing<br />

their intention. “Livestock farming for the organic segment<br />

has to comply with strict regulations. We keep in close contact<br />

with the farmers, who in turn are inspected regularly by the corresponding<br />

associations and institutions.” For example, around<br />

2,000 organic woodland turkeys are kept near Severin on 20,000<br />

square metres of meadows and 7,500 square metres of woodland.<br />

Fresh air, appropriate freedom of movement and the best feed are<br />

the guarantees for high-quality meat.<br />

According to Ella Kremer, animal welfare is not purely a question<br />

of ecological farming. “In my own family, we eat meat from<br />

animals that have been kept in the region under the best conditions,<br />

thus guaranteeing a high-quality, healthy and tasty product.<br />

When I know how the animals are kept, then I’m prepared to<br />

eat them too.” This is why she prefers their own organic poultry<br />

products, regional premium meat from organic Angus beef, game<br />

or Doruc pork. “You definitely won’t find cheap meat imports in<br />

my frying pan. In the end, good flavour is all about how long an<br />

animal was allowed to graze.”<br />

Quality has its price<br />

“Organic meat and individual organic products were already<br />

available before we made the radical change. Of course, taking<br />

50


this kind of step demands entrepreneurial courage, more money<br />

and stringent action. Our conviction gives us the strength we<br />

need. And also the feedback from our customers, who are quite<br />

definitely able to distinguish between top quality meat and cheap<br />

products”. The willingness to accept higher prices has grown over<br />

time. “It comes with an appreciation for the supply chain that is<br />

enhanced by so many ambitious people in the food industry who<br />

are passionate about what they do.”<br />

Marketing organic products is difficult to calculate, and the firm<br />

in Severin took this into account, knowing that it would take a<br />

certain amount of time for consumer behaviour to settle down.<br />

In the meantime, they launched an online shop and attracted<br />

new customers on a broader scale with their tasty products. Such<br />

customers were found for example in North Rhine-Westphalia.<br />

Regular local customers are also convinced.<br />

te gelten strenge Regeln: Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe,<br />

Farbstoffe, Weichmacher oder künstliche Aromen sind<br />

tabu. Naturprodukte bekommen eine Veredlung mit Gewürzen<br />

und Kräutern - in traditioneller Anlehnung.<br />

Verantwortung übernehmen ist keine Altersfrage<br />

Kaum, dass Ella Kremer so richtig ins Familienunternehmen<br />

eingestiegen ist, gehören einige Sorgen zu ihrem beruflichen<br />

Alltag. „Angesichts der politischen Entscheidungen, wie den<br />

Überlegungen zur Fleischsteuer, gestaltet sich die Kooperation<br />

mit den Landwirten um vieles schwieriger. Wir sehen noch keine<br />

Garantien, dass diese Mehreinnahmen auch bei den Produzenten<br />

ankommen.“ Höhere Abgaben bestimmen die Diskussion mit<br />

Blick auf CO₂-Emissionen oder den Einsatz von Kunststoffen.<br />

„Ich frage mich allen Ernstes, wo führt das hin? Unsere Ziele und<br />

Ideen umzusetzen, erweist sich momentan durch Kostensteigerungen<br />

und diktierte Auflagen als nicht mehr realistisch.“<br />

Die junge Unternehmerin schaut bei ihren Überlegungen über<br />

den Tellerrand. „Bio-Produkte sind eine großartige Möglichkeit,<br />

mehr Tierwohl und Umweltschutz zu realisieren. Die<br />

aktuelle Politik lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob das am Ende<br />

wirtschaftlich darstellbar ist. Für Produzenten, Verarbeiter und<br />

Kunden gleichermaßen.“ Und dann stehen am Anfang wieder<br />

die Landwirte, die den Spagat zwischen dem Traum von einer<br />

schönen, heilen Welt sowie dem Überleben der eigenen Höfe<br />

meistern müssen. Ella Kremer wünscht sich mehr Bewusstsein<br />

fürs Essen. Ein Umdenken wäre wünschenswert.<br />

Obwohl noch so jung, beweist die Severinerin Weitblick und<br />

bricht eine Lanze für einen ganzen Wirtschaftszweig. Zahlreiche<br />

Landwirte der Region liefern wertvolle Rohstoffe für hochwertige<br />

Nahrungsmittel. Alle zusammen erwirtschaften in Mecklenburg-<br />

“We’re definitely satisfied with our customer base. Our five<br />

stores, the farm shop and the online business certainly keep us<br />

busy. On the other hand, sales at the farmers markets are on the<br />

decline.” Ella Kremer thinks that’s a shame. The online shop with<br />

its full range is currently compensating for some of the turnover.<br />

Special packaging and express shipments are part of the standard<br />

proce dures to ensure the top quality products are delivered<br />

quickly and in fresh condition. The processed products are also<br />

subject to strict rules: flavour enhancers, preservatives, colourants,<br />

plasticisers or artificial flavourings are taboo. Natural products are<br />

refined with spices and herbs, the traditional way.<br />

Assuming responsibility is not a question of age<br />

Almost as soon as Ella Kremer joined the family company, she<br />

found herself dealing with a range of cares and concerns as part<br />

of her daily work. “Working with the farmers is made much<br />

harder by ongoing political decision-making processes, including<br />

deliberations about meat tax. At the moment we can’t see any<br />

guarantees that the producers will receive any of this additional<br />

income.” Higher charges are shaping discussions about the carbon<br />

footprint or the use of plastic materials. “To be quite serious, I<br />

really wonder where this is all going. Cost increases and dictated<br />

requirements mean that implementing our objectives and ideas is<br />

no longer realistic at the moment.”<br />

The young entrepreneur tends to think outside the box. “Organic<br />

products offer a great possibility for more animal welfare and<br />

environmental protection. But current political developments<br />

cast doubt on whether this can all be done profitably in the end.<br />

For producers, processors and customers in equal measure.” And<br />

once more it begins with the farmers, who have to reconcile their<br />

vision of a perfect, ideal world with ensuring the survival of their<br />

own farms. Ella Kremer would like to see a greater awareness for<br />

food. A rethink would be good.<br />

Although she’s still so young, she shows foresight and makes<br />

a case for a whole sector of the economy. Numerous farmers in<br />

the region supply valuable raw materials for top quality food<br />

products. Together they generate annual turnover of about five<br />

billion Euro in Mecklenburg-Western Pomerania. Year by year,<br />

around 17,000 employees stand for continuous growth in the<br />

food industry. The main areas of production include baking, meat<br />

51


Copyright: Mecklenburger Landpute GmbH<br />

Vorpommern einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Euro.<br />

Rund 17.000 Beschäftigte stehen seit Jahren für ein kontinuierliches<br />

Wachstum der Ernährungswirtschaft. Zu den bedeutendsten<br />

Produktionsbereichen gehören die Backwaren industrie,<br />

die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung<br />

und die Getränkeherstellung. Mehr als die Hälfte der<br />

Branchenumsätze des Landes werden dabei in <strong>Westmecklenburg</strong><br />

erwirtschaftet.<br />

„Langjährige Erfahrung und Entwicklung haben dazu beigetragen,<br />

dass wir diese Unternehmen so präsentieren können.“ Ella<br />

Kremer hat miterleben dürfen, dass es funktioniert. Eine wichtige<br />

Erkenntnis dabei: „Es braucht die Botschaft nach außen, dass wir<br />

aus Überzeugung handeln.“<br />

Neue Ideen machen Betrieb zukunftsfähig<br />

Das gilt auch für die Vermarktung von Bio-Angus-Rindern, Wild<br />

und Duroc-Schweinen. Erst 2022 entstand die neue Zerlegung.<br />

Mittlerweile bringen es die Nichtgeflügelprodukte der Eigenmarke<br />

„Mecklenburger Premium“ auf einen gewissen Anteil<br />

des Umsatzes. Ob Privatkunden oder Restaurants: Spezielle<br />

Anforderungen sollen bedient werden, beispielsweise bei anderen<br />

Zuschnitten für Fleisch. „Da sind wir noch in der Findungsphase.<br />

Genau das macht uns ebenfalls aus: Wir entwickeln ständig<br />

Produktneuheiten, probieren die eigenen Ideen aus und ver kosten<br />

diese natürlich“, sagt Ella Kremer.<br />

Rund 250 Mitarbeiter, acht Auszubildende inklusive, gehören<br />

zum Unternehmen in Severin. Berufsnachwuchs und Fachkräfte<br />

zu gewinnen, gestaltet sich schwierig – sowohl im Fleischerhandwerk<br />

als auch bei den Fachverkäuferinnen. Somit steht die Unternehmertochter<br />

selbst mit im Verkaufswagen, wenn es personell<br />

eng wird. Sie versteht nicht, warum sich junge Menschen nicht<br />

für das Fleischerhandwerk interessieren. „Hier werden große<br />

Dinge bewegt. Selbst in Corona-Zeiten gab es keinen Stillstand.<br />

Als systemrelevantes Unternehmen haben wir produziert und<br />

verkauft. Mich macht es stolz, dazu beizutragen, dass bei vielen<br />

Menschen der Tisch gedeckt ist.“<br />

In der Nähe von Severin wachsen rund 2.000<br />

Bio-Waldputen auf 20.000 Quadratmetern Wiese<br />

und 7.500 Quadratmetern Waldfläche auf.<br />

Near Severin, around 2,000 organic forest turkeys are raised on<br />

20,000 square metres of meadow and 7,500 square metres of forest.<br />

processing, milk processing, fish processing and beverage production.<br />

More than half of the state’s sector turnover is generated in<br />

Western Mecklenburg.<br />

“We are able to present these companies in this way thanks to<br />

many years of experience and development.” Ella Kremer has seen<br />

for herself that it works. One important insight: “We need to send<br />

out the message that we’re acting out of conviction”.<br />

Fit for the future with new ideas<br />

This also applies to marketing organic Angus beef, game and<br />

Duroc pork. It was only in 2022 that the new cutting room was<br />

completed. The non-poultry products under their own label<br />

“Mecklenburger Premium” now account for a certain share<br />

of turnover. Whether private customers or restaurants, special<br />

requirements have to be met, including different cuts of meat,<br />

for example. “We’re still finding our way here. But that’s another<br />

thing that makes us stand out: we’re constantly developing new<br />

products, trying things out and naturally also tasting our own<br />

ideas”, says Ella Kremer.<br />

The company in Severin has around 250 employees including<br />

eight trainees. It is difficult to find young talents and skilled<br />

workers – both in terms of trained butchers and qualified sales<br />

staff. As a result, Ella Kremer finds herself taking turns in the<br />

market stall when there’s a staff shortage. She cannot understand<br />

why young people aren’t interested in the butchery trade.<br />

“There’s so much going on here. We kept going even during the<br />

Covid pandemic. As a system-relevant company, we continued<br />

producing and selling. I’m proud to play a role in keeping food on<br />

the table for many people.”<br />

52


Information<br />

Gründungsjahr: Werk<br />

Wittenburg 1992<br />

Mitarbeiter: über 1000<br />

Produktspektrum:<br />

mehr als 180 Pizza­ und Snackvariationen<br />

für den deutschen<br />

und internationalen Markt<br />

Year founded:<br />

Wittenburg factory 1992<br />

Employees: über 1000<br />

Range of prodcuts:<br />

more than 180 pizza and snack<br />

variations for the German and<br />

international market<br />

www.oetker.com<br />

Dr. Oetker Tiefkühlprodukte Wittenburg KG<br />

Pizza mögen (fast) alle. Hergestellt wird der Liebling in unserem Tiefkühlsortiment<br />

seit 32 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt<br />

im Dr. Oetker Tiefkühlwerk in Wittenburg. Angefangen mit der ersten<br />

Produktionslinie des beliebten Ristorante-Sortiments beliefert das Werk<br />

heute weltweit knapp 40 Länder mit verschiedenen Pizza- und Snackvariationen.<br />

Der Standort Wittenburg mit seiner Nähe zu den Nord- und<br />

Ostseehäfen liegt strategisch günstig und ergänzt sich perfekt mit dem<br />

zweiten deutschen Pizzawerk in Wittlich, Rheinland-Pfalz.<br />

Übrigens ist Wittenburg für Dr. Oetker nicht nur ein reiner Produktions-<br />

sondern auch ein Entwicklungsstandort. Hier gibt es seit 2016 das<br />

Technologie-Entwicklungszentrum 4U. Das 4U ist ein hoch moderner<br />

Komplex, der es ermöglicht, neue Linien, Anlagen und weitere Technologien<br />

unter realen Bedingungen zu testen. Gleichzeitig kann das<br />

Zentrum als verlängerter Arm der Produktentwicklung betrachtet<br />

werden, in dem Fachexperten aus unterschiedlichen Bereichen mögliche<br />

Produktneuheiten auf ihre Massentauglichkeit überprüfen.<br />

Vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten, moderne Infrastruktur und eine<br />

familiäre Unternehmenskultur sorgen dafür, dass Dr. Oetker mit 1.000<br />

Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Region ist und darüber hinaus<br />

jedes Jahr bis zu 15 Ausbildungsplätze in verschiedenen Bereichen anbietet.<br />

Auf der Karriereseite www.jobs.oetker.com bietet sich unter Auswahl<br />

des Standortes Wittenburg die Gelegenheit, Informationen über<br />

aktuelle Stellenangebote und Karrierechancen zu erhalten.<br />

Incidentally, Wittenburg is not just a production site for Dr Oetker, but<br />

also a development centre. The 4U Technology Development Centre has<br />

been located here since 2016. The 4U is a state-of-the-art complex that<br />

makes it possible to test new lines, systems and other technologies under<br />

real-life conditions. At the same time, the centre can be seen as an extension<br />

of product development, where technical experts from various fields<br />

test potential new products for their suitability for mass production.<br />

A wide range of development opportunities, modern infrastructure and a<br />

familiar corporate culture ensure that Dr Oetker is the largest employer in<br />

the region with 1,000 employees and also offers up to 15 apprenticeships<br />

in various areas every year. You can find information on current vacancies<br />

and career opportunities on the careers website www.jobs.oetker.com by<br />

selecting the Wittenburg site.<br />

(Almost) everyone likes pizza. The favourite in our frozen range has been<br />

produced in Mecklenburg-Western Pomerania for 32 years, more precisely<br />

at the Dr. Oetker frozen food plant in Wittenburg. Starting with the first<br />

production line for the popular Ristorante range, the plant now supplies<br />

almost 40 countries worldwide with different pizza and snack variations.<br />

The Wittenburg site, with its proximity to the North Sea and Baltic<br />

Sea ports, is strategically located and perfectly complements the second<br />

German pizza plant in Wittlich, Rhineland-Palatinate.<br />

531


Gläserne Molkerei GmbH<br />

Wir sind aus Überzeugung eine reine Bio-Molkerei und haben unsere<br />

Wurzeln im Nordosten Deutschlands. Von Beginn an setzen wir auf<br />

Bio und Nachhaltigkeit – für unsere Produkte, Lieferanten, Tiere und<br />

Mitarbeiter. So stehen wir für Nachhaltigkeit, Transparenz und unverfälschten<br />

Bio-Genuss. Unsere Bio-Milch beziehen wir überwiegend<br />

von Bio-Höfen aus den Regionen rund um unsere beiden Standorte<br />

Münchehofe und Dechow. Auf diese Weise unterstützen wir die regionale<br />

Infrastruktur, stärken die ökologische Bewirtschaftung der Flächen<br />

und schaffen Arbeitsplätze in der Region. Die wertvolle Milch verarbeiten<br />

wir zu leckeren Produkten wie Trinkmilch, Butter, Joghurt, Buttermilch<br />

und Käse – natürlich alles in feinster, verbandszertifizierter Bio-Qualität.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2001<br />

Mitarbeiter: ca. 120<br />

Leistungsspektrum:<br />

30 verschiedene Artikel aus<br />

den Produktgruppen Milch,<br />

Buttermilch, Butter, Joghurt<br />

und Käse – alles in feinster<br />

Bioqualität<br />

https://glaeserne-molkerei.de<br />

Year founded: 2001<br />

Employees: about 120<br />

Range of services:<br />

30 different products made<br />

from milk, buttermilk, butter,<br />

yoghurt and cheese, all in<br />

finest organic quality<br />

We are a purely organic dairy as a matter of principle, with roots in North-<br />

East Germany. We advocate organic sustainability right from the start<br />

for our products, suppliers, animals and employees. We therefore stand<br />

for sustainability, transparency and unadulterated organic pleasure.<br />

Our organic milk is purchased mainly from organic farms in the regions<br />

around our two sites in Münchehofe and Dechow. This enables us to<br />

support the regional infrastructure, enhance ecological farming of the<br />

land and create jobs in the region. We turn the valuable milk into tasty<br />

products such as fresh milk, butter, yoghurt, buttermilk and cheese, all<br />

produced of course in the finest certified organic quality.<br />

ReformKontor GmbH & Co. KG<br />

ReformKontor wurde 1954 in Hamburg gegründet und ist eine Tochtergesellschaft<br />

der Reformhaus eG mit Sitz in Zarrentin. Das Produktionsunternehmen<br />

spezialisiert sich auf den Import, die Veredelung und<br />

das Abpacken von Trockenfrüchten, Nüssen, Ölsaaten, Reis, Getreide<br />

u. v. m., wobei 80 % der Produkte aus ökologischem Anbau weltweit<br />

stammen. Seit 1999 gehört die exklusive Softfruchtproduktion zum<br />

Sortiment. ReformKontor beliefert Reformhäuser in Deutschland und<br />

Österreich sowie viele namhafte Kunden. Das Sortiment entspricht<br />

den neuform®-Qualitätsrichtlinien und der EU-ÖKO-Verordnung.<br />

ReformKontor legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und hohe Qualität.<br />

Das Unternehmen ist IFS- und Naturland-zertifiziert und engagiert sich<br />

für eine umweltfreundliche Produktion.<br />

ReformKontor was founded in Hamburg in 1954 and is a subsidiary of<br />

Reformhaus eG based in Zarrentin. The production firm has specialised<br />

in importing, refining and packaging dry fruit, nuts, oil seeds, rice, cereal<br />

and much more, with 80 % of the products coming from organic cultivation<br />

worldwide. The range has included exclusive soft fruit production<br />

since 1999. ReformKontor supplies health food shops in Germany and<br />

Austria together with many well-known customers. The range complies<br />

with the neuform® quality guidelines and the EU Organic Regulation.<br />

ReformKontor gives great priority to sustainability and high quality. The<br />

company is certified according to IFS and by Naturland, and is committed<br />

to environmentally friendly production.<br />

1<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1995/96<br />

Neubau in Zarrentin<br />

Mitarbeiter: rund 90<br />

Lager: ca. 5500 Stellplätze im<br />

Hochregallager<br />

Produktionskapazität: 19 Mio.<br />

Tüten jährlich, Verarbeitung<br />

von ca. 6000 Tonnen Rohware<br />

www.reformkontor.de<br />

Year founded: 1995/96 new<br />

building in Zarrentin<br />

Employees: about 90<br />

Warehouse: approx. 5,500<br />

pallet bays in the high­bay<br />

warehouse<br />

Production capacity:<br />

19 million packs every year,<br />

processing approx. 6,000<br />

tonnes of raw goods<br />

54


Trolli GmbH<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1948<br />

Mitarbeiter: rund 2200<br />

weltweit; am Standort<br />

Hagenow rund 400<br />

Leistungsspektrum:<br />

Herstellung und Vertrieb von<br />

Fruchtgummi­Kreationen<br />

Standorte:<br />

Deutschland, Spanien, China,<br />

Frankreich, USA<br />

Year founded: 1948<br />

Employees: around 2,200<br />

worldwide, about 400 in<br />

Hagenow<br />

Range of services: production<br />

and sale of gummy candy<br />

creations<br />

Sites:<br />

Germany, Spain, China,<br />

France, USA<br />

www.trolli.de<br />

Die Geschichte von Trolli beginnt 1948 mit der Gründung des Süßwarenbetriebs<br />

„Wilmed“ von Willy Mederer – Vater und Vorbild des<br />

heutigen Trolli Inhabers Herbert Mederer. Mit Leidenschaft, Kreativität<br />

und Innovationskraft sorgten Vater und Sohn gemeinsam für Abwechslung<br />

im Süßwarenmarkt. Herbert Mederer gab dem Unternehmen mit<br />

den vielen frechen und ausgefallenen Kreationen dann einen passenderen<br />

Namen: Trolli.<br />

So kamen 1982 die ersten „Trolli Originals“ – wie die sauren Apfel- und<br />

Pfirsichringe – auf den Markt. Es folgten viele weitere leckere Fruchtgummi-Kreationen.<br />

Die Produktionsstätte in Mecklenburg-Vorpommern<br />

sorgt seit dem Jahr 2000 für zusätzliche Power und ist mit über<br />

400 Mitarbeitern der größte Standort des Familienunternehmens. Heute<br />

werden am Standort Hagenow zum Beispiel die beliebten Trolli Apfelringe<br />

oder die Topseller Trolli Saure Glühwürmchen produziert.<br />

Der Standort Hagenow ist als „familienfreundliches Unternehmen“<br />

zertifiziert, was die Identität von Trolli als Familienunternehmen widerspiegelt.<br />

Trolli entwickelt sich im Heimatmarkt Deutschland und weltweit<br />

kontinuierlich weiter, um immer mehr Menschen den ultimativen<br />

Fruchtgummi-Spaß zu bringen. Getreu dem Motto: Let the fun win!<br />

The Trolli story began in 1948 when the confectionery company<br />

„Wilmed“ was founded by Willy Mederer – the father and role model of<br />

the current Trolli owner, Herbert Mederer. Father and son worked with<br />

passion, creativity and innovative spirit to add variety to the confectionery<br />

market. Herbert Mederer gave the company with its cheeky and creative<br />

creations a more fitting name: Trolli.<br />

The first „Trolli Originals” were launched in 1982, such as the sour<br />

apple and peach rings. More tasty gummy candy creations followed.<br />

The production facility in Mecklenburg-Western Pomerania has given<br />

the company extra power since 2000 and is the family company’s largest<br />

site with a workforce of more than 400 employees. Today the Hagenow<br />

facility is where the Trolli Apfelringe or the best-selling Trolli Saure<br />

Glühwürmchen are made.<br />

The Hagenow site is certified as a “family-friendly company”, reflecting<br />

Trolli’s identity as a family company. Trolli is continuing developments<br />

on its domestic market in Germany and on a global scale so that more and<br />

more people can enjoy the ultimate gummy candy fun. True to the motto:<br />

Let the fun win!<br />

551


HOLZWIRTSCHAFT: STARKES<br />

RÜCKGRAT FÜR DEN SEEHAFEN<br />

Wood industry: strong<br />

backbone for Wismar port<br />

TEXT: BARBARA ARNDT<br />

MICHAEL KREMP<br />

Wer sich dem Wismarer Hafen nähert, spürt sofort,<br />

welche Bedeutung hier dem nachwachsenden<br />

Rohstoff Holz zukommt. So geht es auch Michael<br />

Kremp, seit 2006 Geschäftsführer der Seehafen<br />

Wismar GmbH. Mit Wurzeln in der Binnenschifffahrt<br />

begann er seinen Werdegang 1980 in Duisburg<br />

und übernahm nachfolgend unterschiedliche<br />

Führungspositionen in verschiedenen Bereichen der<br />

Wirtschaft.<br />

Von seinem jetzigen Büro aus, in einem Modul gebäude<br />

aus Holz direkt am Wasser, sieht er rie sige Berge von<br />

Holzschnitzeln, die ihren typischen Duft mit der<br />

frischen Seeluft mischen. Lässt der 62-Jäh rige seinen<br />

Blick an der Kaikante schweifen, kommen schnell<br />

beachtliche Kräne in Sicht, die aus großen Schiffen Rohholz<br />

entladen. Dieses gelangt in unmittelbarer Nähe<br />

in riesige Produktionshallen: Die holzverarbeitenden<br />

Unternehmen im Wismarer Hafen sind ein Glücksfall<br />

für die Hansestadt. Mehr als 2.000 Menschen arbeiten<br />

hier und machen den ohnehin einmaligen Standort<br />

zum starken Rückgrat des Seehafens. Und zu einem<br />

Gewinn für die Hansestadt, die von erheblichen Steuereinnahmen<br />

profitiert.<br />

When you approach Wismar port, you immediately<br />

understand the significant role that the renewable<br />

raw material wood plays here. Michael Kremp knows<br />

the feeling as well. He has been CEO of Seehafen<br />

Wismar GmbH since 2006. With roots in inland<br />

navigation, his career began in Duisburg in 1980.<br />

He subsequently took on various leading roles in different<br />

parts of the economy.<br />

From his current office, in a module building made<br />

of wood located directly on the waterfront, he sees<br />

huge mountains of wood chippings, the typical smell<br />

mingling with the fresh sea air. If he lets his gaze drift<br />

along the quay wall, the 62-year old soon sees im pressive<br />

cranes unloading raw timber from large ships. The wood<br />

lands directly in huge production buildings located in<br />

the immediate vicinity. The wood processing companies<br />

in Wismar port are a godsend for the Hanseatic town.<br />

More than 2,000 people work here, turning this site that<br />

is already unique into a strong backbone for the port,<br />

and turning it into a real gain for the town, which benefits<br />

from the considerable tax revenues.<br />

56


„Das in der Hansestadt ansässige Holzcluster sucht seinesgleichen.<br />

Mir ist keine vergleichbare Infrastruktur im Kontext<br />

von Verarbeitung und Bearbeitung in Europa bekannt. Wir reden<br />

hier über ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von 110 Hektar“,<br />

sagt Michael Kremp. Als der gelernte Speditionskaufmann vor<br />

knapp zwei Jahrzehnten nach Wismar kam, war das Holzcluster<br />

bereits da. Insbesondere die großen Player hatten auf dem vormals<br />

militärisch genutzten Haffeld ihre Ansiedlungen längst ausgebaut.<br />

Zu den ersten zählte ein Säge- und Hobelwerk, welches seit<br />

2010 unter dem Namen Ilim Nordic Timber agiert und zu den<br />

größten Akteuren seiner Branche weltweit gehört. 80 Millionen<br />

Bretter werden allein hier pro Jahr gefertigt.<br />

Weitere Unternehmen am Standort sind das Brettschichtholzwerk<br />

von Mayr-Melnhof Holz, Wismar Pellets, der Paletten<br />

Service und ein Abbundzentrum. Eine ausgesprochen enge und<br />

direkte Verbindung existiert mit den Egger Holzstoffwerken,<br />

welche vor allem Laminatböden und Holzfaserplatten herstellen.<br />

Dafür notwendige Rohstoffe wie Hackschnitzel und Sägespäne<br />

gelangen per Förderband aus dem Sägewerk in die Produktion<br />

von Egger.<br />

Hafen und Cluster untrennbar verbunden<br />

Hinsichtlich des Gesamtumschlages von durchschnittlich sieben<br />

Millionen Tonnen wird deutlich, dass der Universalhafen Wismar<br />

auf Holz setzt: „Rund 50 Prozent der Tonnage hat mit diesem<br />

Rohstoff zu tun und wird über verschiedene Verkehrsträger wie<br />

Bahn, Lkw und Schiff transportiert. Holzcluster und Seehafen<br />

– das ist fast wie eine Ehe. Eines hätte es ohne das andere nicht<br />

gegeben“, sagt Michael Kremp. Es mutet fast wie selbstverständlich<br />

an, dass beispielsweise 35.000 Kubikmeter Schnittholz für<br />

die USA hier abgefertigt werden. Das entspricht 11.000 Paketen,<br />

die auf 320 Meter langen und 35 Meter breiten Schiffen auf den<br />

Seeweg gehen.<br />

Holz hat im Wismarer Hafen durchaus eine Geschichte. Die Entstehung<br />

des „Wissemer“ Hafens reicht auf das Jahr 1211 zurück<br />

und datiert somit noch vor der eigentlichen Stadtgründung 1229.<br />

Der älteste natürliche Baustoff avancierte nach wechselvoller<br />

Hafengeschichte allerdings erst deutlich später zu einem bedeutenden<br />

Handelsgut. Im 19. Jahrhundert etablierte sich neben<br />

dem Umschlag von Kohle auch Holz als wichtiger Rohstoff. Ein<br />

Ausbau des Hafens wurde notwendig. Zusätzliche Erweiterungen<br />

folgten im Laufe der jüngeren Vergangenheit. Zuletzt gab es 2018<br />

eine Vergrößerung. Dafür wurden 43.000 Kubikmeter ins Wasser<br />

gebaut. „Das war die größte Flächenertüchtigung der letzten<br />

Zeit“, berichtet der Hafenchef.<br />

Gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt<br />

Die zentrale Lage der maritimen Infrastruktur behauptet sich<br />

als ideal für die Nord-Südverkehre zwischen Skandinavien und<br />

Mitteleuropa. „Die Anbindung erweist sich für den gesamten<br />

Industriestandort als optimal“, schwärmt Michael Kremp. Es<br />

gebe kaum Berührungspunkte zur Stadt. Dadurch gestaltet sich<br />

die Infrastruktur weiterhin aufnahmefähig. Das ist wichtig für<br />

die Zukunft. „Wir sind sehr breit aufgestellt und konnten damit<br />

die Krise in den vergangenen Jahren gut überbrücken“, bemerkt<br />

Das Holzcluster in Wismar ist einzigartig<br />

in Europa. Rund 50 Prozent<br />

der umgeschlagenen Tonnage<br />

gehen auf diesen Rohstoff zurück.<br />

The timber cluster in Wismar is<br />

unique in Europe. Around 50 per<br />

cent of the tonnage handled is<br />

attributable to this raw material.<br />

“Wismar’s wood cluster is second to none. I know of no other<br />

comparable processing and machining infrastructure in Europe.<br />

We’re talking about an industrial estate covering 110 hectares”,<br />

says Michael Kremp. When the qualified freight forwarding agent<br />

came to Wismar almost two decades ago, the wood cluster already<br />

existed. The big players in particular had become well established<br />

on the formerly military land called Haffeld. These included a<br />

sawmill and planing facility which has been operating under the<br />

name of Ilim Nordic Timber since 2010 and is one of the biggest<br />

names in the industry worldwide. 80 million boards are produced<br />

here alone every year.<br />

Other companies on the site include Mayr-Melnhof Holz with<br />

their laminated wood production site, Wismar Pellets, the Pallet<br />

Service and a trimming centre. There is an extremely close, direct<br />

connection with Egger Holzstoffwerke, a company mainly<br />

involved in the production of laminate flooring and fibreboards.<br />

A conveyor belt brings the necessary raw materials such as wood<br />

chips and sawdust from the sawmill into Egger’s production<br />

facility.<br />

Port and cluster inseparably joined<br />

The total turnover of seven million tonnes on average makes it<br />

clear that the universal port of Wismar relies on wood: “About<br />

50 percent of the tonnage relates to this raw material and is transported<br />

by various means of transport such as rail, truck and ship.<br />

The wood cluster and Wismar port: it’s like a marriage. You can’t<br />

have one without the other”, says Michael Kremp. It seems to be<br />

almost a matter of course, for example, that 35,000 cubic metres<br />

of sawn timber are handled here for the USA. That corresponds<br />

to 11,000 packs transported by sea on ships measuring 320 metres<br />

in length and 35 metres in width.<br />

58


Wood has a history all of its own here in Wismar part. The origins<br />

of ‘Wissemer’ port go back to the year 1211, which is actually<br />

before the town itself was founded in 1229. But it was only much<br />

later that the eldest natural construction material became an<br />

important commodity, following turbulent years of port history.<br />

It was in the 19th century that wood became established as an<br />

important raw material alongside the handling of coal. The port<br />

had to be expanded. This was followed in the more recent past by<br />

additional extension work. The last expansion took place in 2018,<br />

building 43,000 cubic metres into the water. “This was the largest<br />

port facility upgrade in recent times”, reports the port boss.<br />

der Geschäftsführer des Seehafens. „Ein weiterer Erfolgsfaktor,<br />

der uns auszeichnet, ist, dass wir als Hafengesellschaft sowohl das<br />

operative Geschäft betreiben als auch für die Infrastruktur zuständig<br />

sind. Auf diese Weise können wir die gesamte Wertschöpfungskette<br />

abdecken und die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen.“<br />

Die Verkehre vor Ort passieren ein automatisiertes Lkw-Tor.<br />

24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Ob Durchfahrt,<br />

Einfahrt in den Hafen oder Abholung – einiges konnte gemeinsam<br />

optimiert werden. Damit verfügt der Seehafen Wismar und<br />

mit ihm das Holzcluster über eine gute Wettbewerbsposition, ist<br />

sich Michael Kremp sicher. Er selbst misst dem Rohstoff Holz<br />

eine große Bedeutung bei, wenngleich insbesondere die Baubranche<br />

unter aktuellen Entwicklungen leidet. Schleppende<br />

Geneh migungsverfahren, steigende Kosten, sinkendes Interesse<br />

am Bauen: Alle spüren die schwierige Situation – vom Bauholzhersteller<br />

bis zum Laminatproduzenten. „In der Wertschöpfungsbreite<br />

könnte noch mehr drin sein, würden beispielsweise mehr<br />

Häuser komplett aus Holz gebaut werden.“ Neben dem Hausbau<br />

inklu sive Fußböden und Möbeln kommt Holz in der heimischen<br />

Papierindustrie und auch als Energieträger zum Einsatz.<br />

Digitaler Zwilling im Aufbau<br />

Die Akteure von Seehafen und Holzcluster sind regelmäßig im<br />

Austausch. Den einst genutzten „Holz-Stammtisch“ gibt es nicht<br />

mehr, wohl aber gegenseitige Impulse in Gesprächen. „Wir versuchen<br />

permanent, logistische Abläufe zu verbessern. Neues<br />

Umschlagsequipment und die Optimierung technischer Ressourcen<br />

sind Ansätze, uns gegenseitig zu fordern und zu fördern.“ Das<br />

habe allerdings auch Grenzen, schätzt Michael Kremp ein, weil so<br />

viele technische Neuerungen nicht mehr kommen werden.<br />

Copyright: Peter Kensbock/AdobeStock.com<br />

Covering the entire value chain<br />

The central location of the maritime infrastructure has proven to<br />

be ideal for serving north/south transportation routes between<br />

Scandinavia and Central Europe. “It’s an optimum link for the<br />

entire industrial location”, enthuses Michael Kremp. It by passes<br />

the town of Wismar almost entirely. This also means that the<br />

infrastructure still offers capacity, an important point for the<br />

future. “We have established a very broad basis which meant we<br />

were able to cope well with the recent crises”, says Wismar port<br />

CEO. “Another outstanding factor in our success is that we as<br />

the port company are responsible for both the operative business<br />

and for the infrastructure. This allows us to cover the entire value<br />

chain and fulfil the needs of our customers.”<br />

Site traffic passes through an automated truck gate. 24 hours a<br />

day, seven days a week. Whether passing through, entering the<br />

port or collecting goods – some aspects have been optimised on a<br />

joint basis. As a result, Wismar port and with it the wood cluster<br />

are in a good competitive position, something Michael Kremp is<br />

certain about. He himself sees wood as being a very significant<br />

raw material, even though the building industry in particular is<br />

struggling with current developments. Slow approval procedures,<br />

increasing costs, decreasing interest in building: everyone feels the<br />

difficult situation, from construction timber manufac turers to<br />

laminate producers. “The value chain could be broader if more<br />

houses were made entirely of wood, for example”. As well as<br />

building houses including floors and furniture, wood is used in<br />

the domestic paper industry and also as a source of energy.<br />

Building a digital twin<br />

Those involved in the port and the wood cluster keep in touch<br />

regularly. The former “wood round table” no longer exists, but<br />

they share mutual insights when they meet. “We are constantly<br />

trying to improve logistic workflows. New handling equipment<br />

and optimised technical resources are a couple of aspects that<br />

challenge and encourage us.” However, there are limits to this,<br />

estimates Michael Kremp, because there won’t be too many<br />

technical innovations to come.<br />

Wismar port has long since made adjustments to future demands:<br />

“We replace the rolling equipment every four years. That gives us<br />

the very latest technical trends here on site.” Nor does Michael<br />

Kremp anticipate any notable innovations for the heavy-duty<br />

equipment. After all, a mobile excavator is a mobile excavator:<br />

it can have various types of drive and possibly a bit of optimisation<br />

potential, but that’s all.<br />

59


Der Seehafen ist längst auf künftige Herausforderungen eingestellt:<br />

„Wir tauschen alle vier Jahre das Rollende Equipment.<br />

Somit verfügen wir über neueste technische Trends vor Ort.“<br />

Hinsichtlich der schweren Geräte erwartet Michael Kremp ebenfalls<br />

keine nennenswerten Innovationen. Ein Mobilbagger sei ein<br />

Mobilbagger, der über unterschiedliche Antriebe verfügen kann<br />

und vielleicht ein kleines Optimierungspotenzial besitzt. Mehr<br />

aber auch nicht.<br />

Daher verfolgt der Manager mit Nachdruck seine Strategie zur<br />

weiteren Digitalisierung. „Wir kümmern uns um alles, was zu<br />

digitalisieren geht.“ Das beinhaltet unter anderem den Aufbau<br />

eines digitalen Zwillings, einem 3D-Modell vom Hafen, bei dem<br />

man in Echtzeit alle logistischen Abläufe sehen kann. Damit kann<br />

auch die Produktivität abgebildet werden – also zum Beispiel, wie<br />

lange die Ware am Kai liegt.<br />

Auf dem Weg zum Green Port<br />

Ein weiteres wichtiges Thema ist für Michael Kremp der Green<br />

Port. „Wenn uns ein Windrad genehmigt wird, bekommen wir<br />

schnell bis zu 85 Prozent Eigenversorgung hin. In Kombination<br />

könnten wir drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr für den<br />

Hafen erzielen. Das ist nicht so viel, aber immerhin ein aktiver<br />

Beitrag für den umwelt- und ressourcenschonenden Umgang mit<br />

Energie. Wir wollen perspektivisch ein grüner Hafen sein“, sagt<br />

der Geschäftsführer. Er ist Realist genug zu wissen, dass auch bei<br />

diesen Entwicklungen nichts von heute auf morgen umzusetzen<br />

ist. Um Schiffe mit Landstrom während ihrer Liegezeit zu versorgen,<br />

gegebenenfalls auch Bordkräne zum Be- und Entladen,<br />

die einen höheren Energiebedarf haben, braucht es Übereinstimmungen.<br />

Und die fehlen. „Hier ist nichts genormt, jeder kommt<br />

mit einer anderen Vorstellung. Man kann das vergleichen mit dem<br />

Handy-Akku und nun gängigen USB-C-Anschlüssen. Das erwies<br />

sich als langer Weg bis zur Umsetzung. Bei Schiffen ist das ähnlich,<br />

nur dass die Stecker etwas größer sind.“<br />

The manager is therefore vehemently pursuing his strategy for<br />

further digitalisation. “We’re digitalising everything we can.”<br />

Among others, that includes building a digital twin, a 3D model<br />

of the port with real-time visualisation of all the logistics workflows.<br />

Productivity aspects are also revealed, such as how long the<br />

goods remain on the quay.<br />

Becoming a green port<br />

The green port is another important topic for Michael Kremp. “If<br />

we get permission for a wind turbine, we’ll soon be self-sufficient<br />

to 85%. In combination, we could generate three million kilowatt<br />

hours for the port. That’s not much, but when all is said and done,<br />

it makes an active contribution towards an environmentallyfriendly<br />

approach to energy and protects resources at the same<br />

time. In the long run, we want to be a green port”, says the CEO.<br />

He is realistic enough to know that even with these developments,<br />

it won’t all change overnight. You need the right connections to<br />

supply ships with shore-side power when in port, and also deck<br />

cranes when loading and unloading, with their higher energy<br />

demand. And the right connections are missing at the moment.<br />

“Nothing is standardised, everyone comes with a different idea.<br />

You can compare it with phone batteries and the USB-C ports<br />

that are now used. It took a long time to get it all implemented.<br />

It’s similar with ships, just that the connectors are a bit bigger.”<br />

Michael Kremp’s comprehensive expertise will help to master this<br />

challenge as well. Customers rely on the experience already gained<br />

in the old wood port, and on modern know-how for handling<br />

wood. “Tradition and the future thus combine to keep us in a<br />

leading position in the wood industry”, says Michael Kemp. As<br />

long as the wood cluster exists and goods have to be moved physically,<br />

he’s not worried about the future of Wismar port.<br />

Die umfassende Expertise von Michael Kremp wird dazu beitragen,<br />

auch diese Herausforderung zu bestehen. Kunden<br />

setzen sowohl auf Erfahrung, die man bereits im alten Holzhafen<br />

gesammelt hat, als auch auf modernes Know-how im<br />

Holz- Handling. „So sorgen Tradition und Zukunft für einen<br />

anhaltenden Spitzenplatz in der Holzindustrie“, sagt Michael<br />

Kremp. Solange es das Holzcluster gibt und Ware physisch bewegt<br />

werden muss, ist ihm nicht bange um die Zukunft des Seehafens.<br />

60


Seehafen Wismar GmbH<br />

Wir sind Ihr verlässlicher Partner für Logistik im Ostseeraum. Die zentrale<br />

Lage des Seehafens Wismar ist ideal für die Nord-Süd-Verkehre zwischen<br />

Skandinavien und Mitteleuropa sowie durch die Ost-West-Anbindung<br />

aus Richtung Baltikum. Sie wird ergänzt durch eine gut ausgebaute und<br />

aufnahmefähige Hinterland anbindung.<br />

Moderne Umschlagtechnik und qualifiziertes Fachpersonal bringen<br />

unterschiedlichste Güter schnell und sicher auf den Weg. Ob Seeweg,<br />

Schiene oder Straße – we make it portable.<br />

We are your reliable partner for logistics in the Baltic Sea region. The<br />

central location of Wismar Seaport is ideal for north/south traffic<br />

between Scandinavia and Central Europe, and for the east/west link from<br />

the Baltic, supplemented by welldeveloped infrastructure to the hinterland<br />

with ample capacity.<br />

Modern handling equipment and qualified staff help to forward a wide<br />

variety of cargo types quickly and safely. Whether by sea, rail or road, we<br />

make it portable.<br />

Information<br />

Jährliches Umschlagvolumen:<br />

ca. 8 Mio. Tonnen (über alle<br />

Verkehrsträger)<br />

Fläche: 70,7 ha,<br />

60,7 ha davon Landfläche<br />

Gedeckte Lagerflächen:<br />

54.000 qm<br />

Freiflächen: 162.000 qm<br />

www.hafen-wismar.de<br />

Annual handling volume:<br />

approx. 8 million tonnes<br />

(across all carriers)<br />

Area: 70.7 hectares,<br />

60.7 ha of which on land<br />

Roofed storage areas:<br />

54,000 m²<br />

Open areas: 162,000 m²<br />

Ilim Nordic Timber<br />

GmbH & Co. KG<br />

Ilim Timber ist einer der führenden Produzenten von hochwertigem<br />

Nadelschnittholz. Weltweit hat das Unternehmen vier Standorte, darunter<br />

mit der Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG in Wismar das größte<br />

Sägewerk Europas. Ilim Nordic Timber produziert hochwertige Holzbauprodukte<br />

durch die Verarbeitung von Nadelholz (Kiefer und Fichte)<br />

aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, vorrangig für den regionalen<br />

(KVH, Leimbinder, Brettsperrholz, Dachlatten, Dielen) als auch für den<br />

weltweiten Markt. Damit können am Standort Wismar jährlich über 1,5<br />

Mio. Tonnen CO 2 nachhaltig gespeichert werden. Mit dieser nachhaltigen<br />

Holzverwendung leistet Ilim Nordic Timber einen bedeutenden<br />

Beitrag zum Klimaschutz aus einem nachwachsenden Rohstoff.<br />

Ilim Timber is a leading producer of top quality softwood sawn timber.<br />

The company has four sites around the world, including Ilim Nordic<br />

Timber GmbH & Co. KG in Wismar, which is home of Europe’s largest<br />

sawmill. Ilim Nordic Timber processes softwood (pine and spruce) from<br />

sustainable forest management to produce top quality timber construction<br />

products, primarily for the regional market (solid structural timber,<br />

laminated beams, cross-laminated timber, roof battens, floor boards) and<br />

also on a global scale. The Wismar site is thus capable of storing more<br />

than 1.5 million tonnes of CO 2 every year. With this sustainable timber<br />

usage, Ilim Nordic Timber is making a significant contribution to climate<br />

protection based on a renewable raw material.<br />

1<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1998<br />

Mitarbeiter: rund 600<br />

Leistungsspektrum:<br />

Verarbeitung von Nadelhölzern<br />

(Fichte & Kiefer) zu<br />

hochwertigem Schnittholz<br />

vorrangig für die Hausbau­ und<br />

Ver packungs­ sowie in der<br />

Holzwerkstoffindustrie<br />

www.ilimtimber.eu<br />

Year founded: 1998<br />

Employees: approx. 600<br />

Range of services:<br />

Processing of softwoods<br />

(spruce & pine) into highquality<br />

sawn timber, primarily<br />

for the house construction and<br />

packaging industries as well as<br />

in the wood­based materials<br />

industry<br />

61


BRANCHENÜBERGREIFENDE<br />

SYSTEMLÖSUNGEN<br />

Cross-sectoral<br />

system solutions<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

Moderne Technologien vereinfachen die Arbeit in<br />

vielfältigen Bereichen. Auch kleine und mittelständische<br />

Unternehmen haben zunehmend Bedarfe an<br />

Optimierungsprozessen und der Implementierung<br />

neuer Technologien in den Unternehmensalltag. Ein<br />

wichtiger Partner, wenn es um das Finden passender<br />

Lösungen im Bereich der Datenvisualisierung geht,<br />

ist das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung<br />

IGD in Rostock.<br />

„Wir unterstützen Unternehmen dabei, innovativer zu<br />

werden und Entwicklungen aus der Forschung für die<br />

Wirtschaft nutzbar zu machen“, sagt der Standortleiter<br />

des Fraunhofer IGD in Rostock, Prof. Dr.-Ing. Uwe<br />

Freiherr von Lukas. „Vor allem für kleine und mittlere<br />

Unternehmen ohne eigene Forschungsabteilung steht<br />

unser kompetentes Team als Partner bereit.“ Der Fokus<br />

des Instituts liegt auf Software-Lösungen im Visual<br />

Computing, also der bild- und modellbasierten Informatik.<br />

„Vereinfacht gesagt, geht es darum, aus Bildern<br />

Daten zu sammeln und Daten in Bildern zu veranschaulichen,<br />

wie beispielsweise bei Virtual oder Augmented<br />

Reality“, erklärt Prof. von Lukas. Damit können auch<br />

große Datenmengen nutzbar gemacht werden. Wichtige<br />

Schwerpunktbranchen sind dabei die maritime<br />

Wirtschaft, Gesundheit und Pflege sowie Bioökonomie<br />

und Infrastruktur. Hier fokussieren aktuelle Projekte<br />

insbesondere anwendungsorientierte Systemlösungen<br />

für den Sektor Landwirtschaft, etwa durch die sensorbasierte<br />

Identifikation von Pflanzenarten im Grünland,<br />

die bildbasierte Lahmheitserkennung bei Kühen oder<br />

die Visualisierung von Wuchsparametern per App.<br />

Modern technology simplifies workflows in many<br />

areas. Small and medium-sized businesses also<br />

have a growing need to optimise their processes<br />

and implement new technologies in their everyday<br />

routines. The Fraunhofer Institute for Computer<br />

Graphics Research (IGD) in Rostock is an important<br />

partner when it comes to finding the right solutions<br />

for data visualisation.<br />

“We help companies to become more innovative so that<br />

research developments can be put to good use for the<br />

economy”, says Prof. Dr.-Ing. Uwe Freiherr von Lukas,<br />

site manager at the Fraunhofer IGD in Rostock. “Our<br />

team of experts is the go-to partner particularly for small<br />

and medium-sized businesses that don’t have their own<br />

research department”. The institute focuses on software<br />

solutions for visual computing, a discipline of com puter<br />

science that deals with images and 3D models. “To<br />

put it simply, it’s a case of collecting data from images<br />

and also visualising data in images, such as virtual or<br />

augmented reality“, explains Prof. von Lukas. This<br />

makes it pos sible to use even large quantities of data.<br />

Key indus tries in clude maritime technology and healthcare<br />

as well as bioeconomics and infrastructure. Current<br />

projects focus in particular on applied system solutions<br />

for agriculture, including sensor-based iden tification<br />

of plant species in grassland, image-based detection of<br />

lameness in cows or visualising growth parameters with<br />

an app.<br />

PROF. DR.-ING.<br />

UWE FREIHERR VON LUKAS<br />

62


Häufig ist es so, dass Unternehmen mit speziellen Fragestellungen<br />

oder Ideen für Produkte an das Fraunhofer-Institut herantreten.<br />

Ein erfolgreiches Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Firma<br />

ZF Airbag Germany GmbH. Deutlich mehr als 100.000 Airbag-<br />

Gasgeneratoren verlassen täglich das Werk in Laage bei Rostock<br />

und treten ihre weltweite Reise zu den Kunden an. Als sicherheitsrelevantes<br />

Bauteil unterliegen die Generatoren strengen Qualitätskontrollen.<br />

Die visuelle Endkontrolle im Werk bestand bislang aus<br />

dem Zusammenspiel konventioneller Bildverarbeitungsverfahren<br />

und der manuellen Kontrolle durch das Produktionspersonal.<br />

Abweichungen vom Soll-Zustand wie kleine Beschädigungen<br />

oder Fremdkörper, die die Funktion des Airbags beeinträchtigen,<br />

wurden vom System gemeldet und die Bilder daraufhin kontrolliert.<br />

Bei Bestätigung des Mangel verdachts suchten die Mitarbeiter<br />

das defekte Teil heraus und prüften es händisch. Bei mehr als<br />

zehn Fertigungslinien, die alle vier Sekunden einen fertigen Generator<br />

produzieren, stellt dies einen enormen Aufwand und eine<br />

große Belastung an die Mitarbeitenden dar. Zeitverzögerungen im<br />

Ablauf und Nachkontrollen sind zeit- und kostenintensiv.<br />

Im Rahmen einer Auftragsforschung erstellte das Fraunhofer<br />

IGD zunächst eine Machbarkeitsstudie und präsen tierte<br />

Möglich keiten für die Umsetzung einer optimierten Endkontrolle.<br />

Schließlich entwickelte das Forscherteam die auf KI<br />

basierende Software AEOLIA für die optische Endkontrolle von<br />

Airbag- Generatoren, die bei der Qualitätssicherung Zeit und<br />

Kosten spart und Mit arbeiter entlastet. Zwei Jahre lang wurde<br />

die Software nach der erfolgreichen Pilotphase im Rostocker<br />

Werk validiert, um die hohen Anforderungen an die Performance<br />

sicherzustellen. Mittlerweile setzt die ZF Airbag Germany GmbH<br />

die Anwendung auch in seinen anderen Werken in Süddeutschland,<br />

den USA und China ein.<br />

Als ein weiteres praxisrelevantes Beispiel nennt Prof. von Lukas<br />

ein Projekt aus dem Bereich Maritime Wirtschaft, in den auch<br />

sein eigener Forschungsbereich fällt. Seit Juli 2020 hat er die Professur<br />

für Maritime Graphics an der Fakultät für Informatik und<br />

Elektrotechnik der Universität Rostock inne. Gefragt war ein<br />

System zur Auswertung von Unterwasseraufnahmen, um das<br />

Monitoring von Fischbeständen in Gewässern zu vereinfachen.<br />

Hierfür wurden bisher Videoaufnahmen durch Biologen manuell<br />

ausgewertet, was mitunter einen Zeitaufwand von mehreren<br />

Stunden oder sogar Tagen bedeutete. „Wir haben eine Software<br />

zur Automatisierung dieses Prozesses entwickelt, so dass durch<br />

Personal nur noch punktuell nachjustiert werden muss“, erläutert<br />

Prof. von Lukas. „Dadurch können wesentlich mehr Daten in<br />

kürzerer Zeit ausgewertet werden. Die KI wird in dieser Hinsicht<br />

immer besser und hilft dabei, die Effizienz solcher Arbeitsprozesse<br />

zu steigern.“<br />

Das Fraunhofer IGD unterhält am Standort Rostock gute Forschungsbedingungen<br />

und Speziallabore. Eines davon ist das<br />

Digital Ocean Lab, ein Unterwassertestfeld für die Meerestechnik<br />

in der Ostsee, das 2021 seinen Betrieb aufnahm. Es befindet<br />

sich vor der Küste Nienhagens und ist konzeptionell eng in<br />

die Strukturen des Ocean Technology Campus am Rostocker<br />

Mithilfe einer vom IGD entwickelten<br />

Software können Unterwasseraufnahmen<br />

von Fischbeständen<br />

schneller ausgewertet werden.<br />

With the help of software<br />

developed by the IGD, underwater<br />

images of fish stocks can<br />

be analysed more quickly.<br />

Companies often approach the Fraunhofer Institute with highly<br />

specific queries or product ideas. Cooperation with ZF Airbag<br />

Germany GmbH is just one successful example. Well over 100,000<br />

airbag inflators leave the company’s factory in Rostock every day<br />

and are dispatched to customers around the world. As safetycritical<br />

components, the inflators are subject to strict quality<br />

controls. Until now, the visual final inspection in the factory consisted<br />

of conventional image processing procedures supplemented<br />

by manual inspection which was carried out by the production<br />

staff. Deviations from standard, such as minor damage or foreign<br />

objects that impair the functioning of the airbag, were flagged<br />

up by the system for a manual image inspection. If the suspected<br />

defect was confirmed, an employee would extract the part and<br />

check it by hand. With more than ten production lines de livering<br />

a finished inflator every four seconds, this put the employees<br />

under enormous pressure. Delays in the process and rechecks cost<br />

time and money.<br />

The Fraunhofer IGD was commissioned with a research project,<br />

which involved conducting a feasibility study and presenting<br />

options for optimising the final inspection stage. The research<br />

team then developed the AI-based AEOLIA software for visual<br />

final inspection of airbag inflators to save time and costs during<br />

quality assurance, while reducing pressure on the staff at the<br />

same time. Following a successful pilot phase, the software was<br />

validated in the Rostock factory over a two-year period to ensure<br />

the high-performance demands were met. ZF Airbag Germany<br />

GmbH meanwhile also uses the application in its other factories<br />

in South Germany, the USA and China.<br />

64


Fischereihafen eingebettet. „Das Digital Ocean Lab bietet erstmals<br />

eine reale Umgebung in der Ostsee, um neueste meerestechnische<br />

Lösungen zu erproben, welche die Nutzung der Meere in<br />

Zukunft so effizient und gleichzeitig ökologisch verträglich wie<br />

irgend möglich gestalten sollen“, so Prof. von Lukas. Hier finden<br />

Unterwassertestreihen verschiedener Art statt. So unterzieht z. B.<br />

das Rostocker Start-up Framework Robotics GmbH seine 3Dgedruckten<br />

Rahmenbauteile für Unterwassersensorik in dieser<br />

Realumgebung wichtigen Tests.<br />

Aber auch das Institut selbst geht mit eigenen Entwicklungen<br />

auf Unternehmen zu, um Praxiskooperationen zu schließen<br />

und Verbundprojekte zu realisieren. Eines davon ist das vom<br />

Land Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen<br />

Fonds für regionale Entwicklung geförderte Verbundprojekt<br />

„Visual Computing as a Service“ (VCaaS) zur Entwicklung einer<br />

cloud basierten Engineering-Plattform für die maritime Branche.<br />

Projektpartner dabei war das Schweriner Software unternehmen<br />

S.K.M. Informatik GmbH. Das Konzept basiert auf der am<br />

Fraunhofer IGD entwickelten Technologie für Visual Computing<br />

as a Service und knüpft an die bei SKM vorhandenen Kompetenzen<br />

und Software-Bausteine an. Bei der Entwicklung spielten<br />

konkrete Anwendungsfälle und aktuelle Anforderungen aus dem<br />

Schiffbau eine zentrale Rolle.<br />

Ein wichtiger Service, der daraus abgeleitet wurde, war die Punktwolken-Analyse.<br />

Hintergrund ist, dass im Bereich des Schiff- und<br />

Anlagenbaus, aber auch in der Architektur, die Planung bislang<br />

durch CAD-Modelle stattfindet. Die Erfassung des Ist-Zustan-<br />

Copyright: Fraunhofer-Institut für Graphische Daten verarbeitung IGD, Rostock<br />

Prof. von Lukas moves on to another project, this time in the<br />

field of maritime technology which is also his own particular<br />

research focus. Since July 2020, he has held the professorship<br />

for Mari time Graphics at the Faculty of Computer Science and<br />

Elec trical Engineering at the University of Rostock. The project<br />

required the development of a system to analyse underwater<br />

footage that would make it easier to monitor fish populations in<br />

waters. Hitherto, biologists had to evaluate video footage manually,<br />

which could take several hours or even days. “We have developed<br />

software to automate the process that now only needs ad hoc<br />

adjustment by staff”, explains Prof. von Lukas. “As a result, far<br />

larger quantities of data can be evaluated in much less time. AI is<br />

constantly improving in this respect and helps to make these work<br />

processes more efficient.”<br />

The Fraunhofer IGD in Rostock provides excellent conditions for<br />

research together with special laboratories, including the Digital<br />

Ocean Lab, an underwater test field for marine technology in the<br />

Baltic Sea, which started its work in 2021. It is located off the coast<br />

at Nienhagen and is designed to work in close coopera tion with<br />

the structures of the Ocean Technology Campus on the site of<br />

Rostock’s fishing port. “The Digital Ocean Lab is the first facility<br />

of its kind to offer a real-life environment for testing state-ofthe-art<br />

marine technology solutions. The aim is to make future<br />

utilisation of the seas as efficient and economically compatible<br />

as possible”, says Prof. von Lukas. All kinds of underwater tests<br />

are conducted here. For example, the Rostock start-up com pany<br />

Framework Robotics GmbH is using this real-life setting to carry<br />

out important tests on its 3D-printed frame components for<br />

underwater sensors.<br />

The institute also takes a pro-active approach when it comes to<br />

its own proprietary developments, contacting companies about<br />

practical cooperation and joint projects. These include for example<br />

the “Visual Computing as a Service” (VCaaS) joint project<br />

funded by the state of Mecklenburg-Western Pomerania in the<br />

framework of the European Regional Development Fund to<br />

develop a cloud-based engineering platform for the maritime<br />

sector. The project partner in this case was the software company<br />

S.K.M. Informatik GmbH. The concept is based on the Visual<br />

Computing as a Service technology developed at the Fraunhofer<br />

IGD using SKM’s expertise and software components.<br />

The development focused particularly on specific use cases and<br />

current shipbuilding requirements.<br />

One important service to be derived from this is scatter plot<br />

analysis. The background for the project consists of CAD models<br />

which are usually taken as the basis for most planning activities<br />

involved in shipping, plant construction and also architecture.<br />

Laser scans are often used for current state detection. A highly<br />

laborious process is then necessary to convert the resulting<br />

data into CAD data that can be put to further use. Depicting<br />

or deriving scatter plots from the obtained data should make it<br />

easier to compare the current state with the planning data. The<br />

infrastructure and services developed by the Fraunhofer team<br />

65


des erfolgt häufig mittels Laserscan. Die hieraus gewonnen Daten<br />

lassen sich nur durch hohen Aufwand in weiterverwendbare<br />

CAD-Daten konvertieren. Die Darstellung bzw. Ableitung von<br />

Punktwolken aus den gewonnenen Daten soll den Vergleich des<br />

Ist-Zustandes mit den Planungsdaten erleichtern. Die vom Fraunhofer-Team<br />

entwickelte Infrastruktur und Services wurden dem<br />

Projektpartner SKM Informatik GmbH per API (Application<br />

Programming Interface) zur Verfügung gestellt, so dass dieser in<br />

der Lage war, auf Basis der Fraunhofer-Technologie eigene, an ihre<br />

Nutzer zugeschnittene Anwendungen zu erstellen.<br />

Gute Vernetzung ist für die zahlreichen Kontakte und Projektideen<br />

unerlässlich. Die Bedeutung von technologieorientierten Netzwerken<br />

für Technologietransfer und Regionalentwicklung ist ein<br />

wichtiges Interessensfeld von Prof. Uwe Freiherr von Lukas. In<br />

zahlreichen Gremien ist er präsent und setzt sich aktiv für den<br />

Informationsaustausch ein, etwa als Mitglied im Maritimen Zukunftsbeirat<br />

für Mecklenburg-Vorpommern, der im Juni 2023<br />

gegründet wurde. Kernthemen des Beirates sind unter anderem<br />

die erweiterten Aufgaben der MV-Häfen als Logistikzentren, zur<br />

Sicherung der Energieversorgung und Standorte industrieller<br />

Wertschöpfung sowie die Perspektiven und strate gische Ausrichtungen<br />

im maritimen Sektor in den Bereichen Wasserstoff und<br />

E-Fuels. Auch die wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung<br />

in der maritimen Industrie als innovativer Treiber sowie die Offshore-Windenergie<br />

sind wichtige Themenbereiche des Beirats,<br />

dem 20 Experten aus der maritimen Branche angehören.<br />

were sent via API (Application Programming Interface) to the<br />

project partner SKM Informatik GmbH who used the Fraunhofer<br />

technol ogy to produce applications tailored to their own<br />

users.<br />

Good networking is indispensable for managing the numerous<br />

contacts and project ideas. The significance of technologyoriented<br />

networks for technology and regional development is<br />

another important area of interest for Prof. Uwe Freiherr von<br />

Lukas. He belongs to numerous bodies and actively advocates<br />

information sharing, for example as a member of the Maritime<br />

Future Council for Mecklenburg-Western Pomerania, which was<br />

set up in June 2023. Among others, the council has a particular<br />

focus on the extended tasks of Mecklenburg-Western Pomerania’s<br />

ports as logistics centres, safeguarding the energy supply and sites<br />

of industrial value creation, as well as the prospects and strategic<br />

alignment of hydrogen and e-fuels in the maritime sector. Other<br />

key aspects dealt with by the council with its 20 experts from<br />

the maritime sector include industry-driven research and development<br />

as an innovative driving force in the maritime industry<br />

together with offshore wind energy<br />

Prof. von Lukas endeavours in particular to establish a culture<br />

of cooperation among companies. Innovation-related cooperation<br />

between several companies could achieve so much, and help<br />

smaller and medium-sized firms of various sectors in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania to make real progress.<br />

Ein wichtiges Anliegen ist Prof. von Lukas die Etablierung einer<br />

Kooperationskultur von Unternehmen untereinander. Insbesondere<br />

die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen im Bereich<br />

Innovationen könne vieles bewegen und kleine und mittlere<br />

Unternehmen verschiedener Branchen in Mecklenburg-Vorpommern<br />

voranbringen.<br />

66


Copyright: Fraunhofer-Institut für Graphische Daten verarbeitung IGD, Rostock<br />

Das Digital Ocean Lab ist ein Unterwassertestfeld für die<br />

Meerestechnik in der Ostsee, das 2021 seinen Betrieb aufnahm.<br />

The Digital Ocean Lab is an underwater test centre for marine<br />

technology in the Baltic Sea, which began operations in 2021.<br />

67


IT-TEKTEN GmbH<br />

Schwerin als Teil der Metropolregion Hamburg gehört zu einer der<br />

wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Kein Wunder, dass die<br />

Landeshauptstadt ein ganz besonderer Ort ist für innovative Unternehmen<br />

wie die IT-TEKTEN. Wir sind die Spezialisten für passive<br />

Netzwerktechnik mit über 30 Jahren Erfahrung. Unsere handwerkliche<br />

Cleverness, das kreative Denken und die professionelle Umsetzung bei<br />

höchster Ausführungsqualität zeichnen uns aus. Als Architekten der<br />

IT planen und realisieren wir die IT-Infrastruktur von Anfang an intelligent<br />

und an passungsfähig, damit alles so perfekt wie sicher läuft. Das<br />

ist mehr als ein gutes Gefühl für namhafte Marken, Konzerne, Kliniken,<br />

Industrie betriebe aller Größe und Art, Architekten sowie öffentliche<br />

Auftrag geber.<br />

As part of Hamburg Metropolitan Region, Schwerin belongs to one of the<br />

strongest economic regions in Germany. It is therefore no great surprise<br />

that the state capital is a special place for innovative companies such as IT-<br />

TEKTEN. We are specialists for passive network technol ogy with more<br />

than 30 years of experience. It is our combination of skilled craftsmanship,<br />

a creative mindset and professional implementation exe cuted in the<br />

very best quality that makes us stand out. As IT architects, we plan and<br />

implement smart and adaptable IT infrastructure right from the start so<br />

that everything runs perfectly with absolute security. This approach offers<br />

more than just a feel-good factor for major brands, companies, hospitals,<br />

industrial firms of all sizes and kinds, architects and public-sector clients.<br />

Information<br />

Standorte/Locations: Schwerin, Hamburg<br />

Leistungsspektrum: Gebäudenetzwerkverkabelung, Umbau von<br />

Netzwerkschränken, Rechenzentren­Technik sowie WLAN­ und<br />

DECT­Ausleuchtung, Green­IT­Lösungen<br />

Range of services: building network wiring, upgrading of network<br />

cabinets, data centre technology as well as scrutinising Wi­Fi and<br />

DECT, green IT solutions<br />

www.it-tekten.net<br />

SIS & KSM<br />

kommunal . regional . digital<br />

Matthias Effenberger, Geschäftsführer/Managing Director SIS und Vorstand/CEO KSM<br />

Als Unternehmensverbund aus SIS – Schweriner IT- und Servicegesellschaft<br />

mbH und KSM Kommunalservice Mecklenburg AöR sind wir der<br />

führende kommunale IT-Dienstleister in <strong>Westmecklenburg</strong>. Wir liefern<br />

ganzheitliche, standardisierte und innovative Lösungen für die Zukunftsfähigkeit<br />

unserer Träger und Kunden. Durch Digitalisierung entwickeln<br />

wir zukunftsorientierte Arbeits-, Lebens- und Lernwelten, um das Leben<br />

der Menschen in der Region attraktiver zu machen. Wir modellieren die<br />

digitale Transformation, indem wir Strukturen und Abläufe weiterentwickeln<br />

und schaffen so den Rahmen für kontinuierliche Verbesserung,<br />

Innovation und neue Geschäftsmodelle.<br />

Information<br />

Gesellschaften:<br />

SIS (gegr. 2005);<br />

KSM (gegr. 2013)<br />

Mitarbeiter: mehr als 260<br />

Leistungsspektrum:<br />

IT­ und Servicepartner für<br />

kommunale Verwaltungen,<br />

Schulen, Unternehmen<br />

www.sis-schwerin.de<br />

Group companies:<br />

SIS (founded 2005);<br />

KSM (founded 2013)<br />

Employees: more than 260<br />

Range of services:<br />

IT and service partner for<br />

communal authorities, schools,<br />

companies<br />

1<br />

The SIS company group consisting of SIS Schweriner IT- und<br />

Servicegesellschaft mbH and KSM Kommunalservice Mecklenburg<br />

AöR is the leading municipal IT service provider in Western Mecklenburg.<br />

We provide holistic, standardised and innovative solutions for the<br />

future sustainability of our customers and municipal bodies. Using digital<br />

technology, we develop future-oriented settings where people can work,<br />

live and learn, to make life more attractive for the people in the region.<br />

We model digital transformation by refining structures and workflows,<br />

thus creating the framework for continuous improvement, innovation<br />

and new business models.<br />

68


providata GmbH<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2022 aus<br />

den Unternehmen e.dat und<br />

E­MAKS<br />

Mitarbeitende: ca. 520 (2024)<br />

Standorte: Schwerin und<br />

Freiburg im Breisgau<br />

Branche/Dienstleistungen:<br />

Prozess­ und Datenmanagement<br />

in der Energiewirtschaft<br />

www.providata.de<br />

Founding year: 2022 from the<br />

companies e.dat and E­MAKS<br />

Employees: approx. 520 (2024)<br />

Locations: Schwerin and<br />

Freiburg im Breisgau<br />

Sectors/services:<br />

Process and data management<br />

for the energy sector<br />

Prozesse, Visionen, Daten: Die providata GmbH in Schwerin ist der<br />

zuverlässige Partner im Bereich Prozess- und Datenmanagement in<br />

der Energiewirtschaft. Als Tochter unternehmen der WEMAG AG,<br />

badenova AG & Co. KG und der Thüga AG verfügen wir über ein tiefes<br />

Verständnis für energie wirtschaftliche Prozesse und bieten visionäre<br />

Lösungen sowie präzise Datenverarbeitung.<br />

Unsere Zielgruppe umfasst Energie lieferanten, Netzbetreiber und<br />

Kommunen. Durch die Zugehörigkeit zur Thüga-Gruppe profitieren<br />

unsere Kunden vom umfassenden Wissen der größten kommunalen<br />

Energiegruppe Deutschlands. Bundesweit übernehmen wir Markt- und<br />

Kundenprozesse für kommunale und indus trielle Auftraggeber.<br />

Mit über 20 Jahren Erfahrung entwickeln wir herausragende Lösungen<br />

in den Bereichen Abrechnung, Forderungs management, Marktkommunikation,<br />

Energiedatenmanagement, Messservice und Kundenservice.<br />

Ergänzt wird unser Portfolio durch fortschrittliche Technologien wie<br />

dem Internet of Things (IoT) und Robotic Process Automation (RPA).<br />

Zudem bieten wir vielfältige Karrieremöglichkeiten für Technikgenies,<br />

kreative Köpfe, strategische Denker und Finanzexperten, die unser Team<br />

verstärken möchten.<br />

Processes, visions, data: providata GmbH in Schwerin is your reliable<br />

partner for process and data management in the energy sector. As a subsidiary<br />

of WEMAG AG, badenova AG & Co. KG and Thüga AG, we<br />

have a profound under standing for processes in the energy industry, and<br />

offer visionary solutions alongside precise data processing.<br />

Our target group encompasses utility companies, energy suppliers, network<br />

operators and local authorities. As part of the Thüga Group, we<br />

offer our customers access to the comprehensive know-how of Germany’s<br />

largest municipal energy group. We deal with market and customer<br />

processes for municipal and industrial clients throughout Germany.<br />

With more than 20 years of experience, we develop outstanding solutions<br />

for billing, receivables management, market communication, energy data<br />

management, metering and customer service. Advanced technologies<br />

such as the Internet of Things (IoT) and Robotic Process Automation<br />

(RPA) supplement our portfolio. We also offer a wide range of career<br />

possibilities for technical geniuses, creative minds, strategic thinkers and<br />

financial experts seeking to join our team.<br />

691


DVZ Datenverarbeitungszentrum<br />

Mecklenburg-Vorpommern GmbH<br />

Als modernes Technologieunternehmen setzen unsere mehr als 700<br />

Mitarbeiter*innen täglich ihr Know-how ein, um gemeinsam mit<br />

unseren Kunden die Zukunft der digitalen Verwaltung zu gestalten. Als<br />

IT-Dienstleister der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommerns sind<br />

wir langjähriger und starker Partner des öffentlichen Sektors im Land und<br />

über dessen Grenzen hinaus.<br />

Die Dimension unserer Projekte, die vielschichtigen Aufgabenfelder<br />

und die unmittelbare Auswirkung auf die Verwaltung bzw. auf die<br />

Bürger*innen im ganzen Land erleben unsere Kolleginnen und Kollegen<br />

direkt in ihrer täglichen Arbeit. Ob IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz,<br />

Entwicklung von Fachverfahren, Containertechnologie oder der Betrieb<br />

eines Hochverfügbarkeits-Rechenzentrums: Wir begleiten die digitale<br />

Transformation im Public Sector und stellen uns aktiv ihren Herausforderungen.<br />

Arbeiten im DVZ heißt: Ankommen. Durchstarten. Mitgestalten. Durch<br />

individuelle Entwicklungsperspektiven in den unterschiedlichsten Fachbereichen<br />

möchten wir ein Arbeitsumfeld zum Bleiben schaffen. Und<br />

dabei fangen wir bereits ganz vorne an: Unsere mehr als 40 Auszubildenden<br />

und dualen Student*innen durchlaufen nicht nur jeden für sie<br />

relevanten Fachbereich, sondern können darüber hinaus auch den Blick<br />

über den Tellerrand wagen und andere Themenfelder kennenlernen.<br />

Ihren eigenen Ort zum Lernen, Ausprobieren und Netzwerken finden sie<br />

dabei im talent.HUB des DVZ. Beleg unserer erfolgreichen Strategie für<br />

die Nachwuchskräfteförderung ist der seit mehr als zehn Jahren erreichte<br />

Titel TOP Ausbildungsbetrieb der IHK.<br />

Auch in Zukunft ist fest geplant, Angebote zur Berufsorientierung und<br />

außerschulische Kooperationen auszubauen.<br />

701


DVZ GmbH is a data processing centre and a modern technology company.<br />

Every day, our workforce of more than 700 employees use their<br />

know-how to work with our customers in shaping the future of digital<br />

administration. As the IT service provider for the state authorities in<br />

Mecklenburg-Western Pomerania, we are a strong, long-standing partner<br />

for the public sector in the state and beyond its borders.<br />

The dimension of our projects, the complex nature of our tasks and the<br />

direct impact on the administration and on the people living in the state<br />

is something our colleagues experience directly in their work every day.<br />

Whether IT security, artificial intelligence, development of specialised<br />

procedures, container technology or operating a high-availability data<br />

centre, we are accompanying digital transformation in the public sector<br />

with a proactive approach to the challenges.<br />

Working at DVZ means settling in, starting up and playing an active role.<br />

We aim to offer a working environment for the long-term with indi vidual<br />

development prospects in the many different fields, beginning right at<br />

the start. Our forty and more trainees and sandwich-course students<br />

not only spend time working in every field relevant for them but are<br />

also encouraged to look outside the box and become familiar with other<br />

aspects. The DVZ talent.HUB offers them their own space for learning,<br />

trying out and networking. Proof of our successful strategy for encouraging<br />

young talent is the fact that we have received the CCI accolade<br />

of TOP training company for more than ten years now.<br />

Future plans include expanding the career guidance options and extracurricular<br />

cooperation.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1991<br />

Mitarbeiter*innen: mehr<br />

als 700, darunter derzeit 27<br />

Auszubildende und 15 dual<br />

Studierende<br />

Schwerpunkte:<br />

• Beratung, Entwicklung<br />

und Betrieb individueller<br />

Lösungen sowie zahlreicher<br />

Fachanwendungen<br />

• Bündelung von Know­how<br />

und Kompetenzen rund um<br />

IT­Sicherheit, Datenschutz<br />

und IT­Forensik, Betrieb des<br />

Security Operations Centers<br />

(SOC)<br />

• Betreuung von über 500<br />

Services für MV und darüber<br />

hinaus<br />

• moderner, sicherer und<br />

hochverfügbarer Rechenzentrums­Betrieb<br />

mit Zertifizierung<br />

nach ISO 27001 auf<br />

Basis des IT­Grundschutzes<br />

• Entwicklung und Betrieb<br />

landeseigener, umfassender,<br />

hochsicherer IT­Infrastrukturlösungen,<br />

z. B. Landesverwaltungsnetz<br />

CN LAVINE<br />

• Künstliche Intelligenz: Etablierung<br />

bzw. Integration von<br />

Assistenzfunktionen zur Erhöhung<br />

von Effizienz, z.B. bei der<br />

Auswertung großer Datenmengen<br />

sowie komplexer<br />

Analysen in der Verwaltung<br />

www.dvz-mv.de<br />

Year founded: 1991<br />

Employees: more than 700,<br />

currently including 27 trainees<br />

and 15 sandwich­course<br />

students<br />

Main areas:<br />

• Consulting, development and<br />

operation of individual solutions<br />

and numerous specialised<br />

applications<br />

• Pooling know­how and<br />

expertise covering all aspects<br />

of IT security, data protection<br />

and IT forensics as well as<br />

running the Security Operations<br />

Centre (SOC)<br />

• Supporting more than 500<br />

services for Mecklenburg­<br />

Western Pomerania and<br />

beyond<br />

• Modern, secure, high­availability<br />

data centre operation<br />

certified to ISO 27001 in the<br />

context of IT baseline protection<br />

• Development and operation<br />

of the state’s own comprehensive<br />

high­security IT<br />

infrastructure solutions, e.g.<br />

the state administration network<br />

CN LAVINE<br />

• Artificial intelligence: establishing<br />

and integrating<br />

as sistance functions for<br />

enhancing efficiency, e.g.<br />

when evaluating large quantities<br />

of data and complex<br />

analytics in administration<br />

71 2


ABFALL IST ALLES ANDERE<br />

ALS MÜLL!<br />

Waste is anything<br />

but rubbish!<br />

TEXT: BARBARA ARNDT<br />

Das Thema Recycling begleitet Henry Forster schon<br />

fast seit Beginn seines Berufslebens. Heute ist der<br />

58-Jährige als Geschäftsführer der IAG – Ihlenberger<br />

Abfallentsorgungsgesellschaft mbH, einer<br />

der größten Deponien Europas, tätig. Am Rand des<br />

Städtchens Schönberg in Nordwestmecklenburg<br />

können über 500 verschiedene Abfallarten behandelt,<br />

verwertet, beseitigt oder gelagert werden. „Wir<br />

machen es uns nicht leicht mit dem Abfall. Behandlung<br />

und Verwertung stehen hoch im Kurs“, sagt<br />

Henry Forster. Am liebsten ist ihm jedoch, von vornherein<br />

so wenig wie möglich Abfälle zu erzeugen und<br />

für das, was zwangsläufig übrig bleibt, innovative<br />

Prozesse zu ent wickeln, um wertvolle Ressourcen<br />

wieder dem Stoffkreislauf zuzuführen.<br />

Diese Einstellung hat wiederum eine Menge mit den<br />

Erfahrungen seiner ersten fünf Berufsjahre zu tun. Der<br />

geborene Rüganer fuhr zur See. Als Kältemaschinist<br />

erlebte er die Dritte Welt, sah Länder in Südamerika<br />

und im Süden Afrikas. „Der Umgang mit Rohstoffen<br />

dort und auch die Armut der Menschen haben mich<br />

ziemlich geerdet.“ Weltoffen und mit kritischem Blick<br />

auf den Ressourceneinsatz in Europa näherte sich der<br />

damals junge Mann eher unbewusst jener Branche, die<br />

seinen weiteren Werdegang, vor allem aber sein Ringen<br />

um neue Ideen einer bewussten, Ressourcen schonenden<br />

Welt prägen sollten.<br />

Recycling has been part of Henry Forster’s working<br />

life almost from the very start. Today the 58-yearold<br />

is the CEO of Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft<br />

mbH, one of the largest landfills in<br />

Europe. More than 500 different types of waste are<br />

treated, recycled, disposed of or stored here on the<br />

outskirts of Schönberg, a small town in Northwest<br />

Mecklenburg, “We don’t take the easy way out when<br />

it comes to waste, favouring treatment and recycling<br />

where possible”, says Henry Forster. However, he<br />

would actually prefer to see as little waste being<br />

generated as possible, with innovative processes<br />

being developed for whatever is inevitably left over<br />

so that valuable resources are returned to the material<br />

cycle once more.<br />

This mindset has a lot to do with what he experienced in<br />

the first five years of his working life. Born on the island<br />

of Rügen, Forster went to sea. Working as a refrigeration<br />

engineer, he travelled the third world, including countries<br />

in South America and southern Africa. “The way<br />

they handle raw materials there and also the poverty of<br />

the people pretty well grounded me.” With an openminded<br />

and critical view of how resources are deployed<br />

in Europe, while still a young man he found himself<br />

being almost unconsciously drawn to a sector of the<br />

economy that would not only shape his future career<br />

but also influence the way he would strive to find new<br />

ideas for an ecologically aware world that seeks to protect<br />

its resources.<br />

HENRY FORSTER<br />

72


Nebenberuflich erwarb der junge Familienvater Anfang der<br />

1990er-Jahre den Maschinenbaumeister. In seiner Heimat kam<br />

eine Goldgräber stimmung auf. Eine offene leitende Position bei<br />

der Nehlsen AG lockte ihn jedoch nach Bremen. Der berufliche<br />

Start in der Abfallbranche war vollzogen.<br />

Stoffkreisläufe intensiver nutzen<br />

„Es gibt weder Müll noch Abfall, sondern nur Rohstoffe am falschen<br />

Platz. Insbesondere in Europa fehlt uns die richtige Perspektive.<br />

Wir sehen Abfall aus dem Blickwinkel der Gefahrenabwehr.<br />

Ob Müll verbrennungsanlagen oder Deponien – Abfall gilt als<br />

negativ belastet. Dabei lautet die eigentliche Frage doch: Was unterscheidet<br />

Abfall vom Produkt?“ Ginge es nach Henry Forster,<br />

sollte Müll aus Sicht rohstoff armer Länder begriffen werden. „Wir<br />

als Industrie- und Exportnation verfügen nicht über Rohstoffe,<br />

wir müssen diese einführen. Dafür gehen wir unsagbar fahrlässig<br />

mit Rohstoffen um!“ Alles Geld reicht irgendwann nicht mehr,<br />

wenn die Nationen der reichen westlichen Welt zum Bittsteller<br />

werden müssen, weil sie ausnahmslos auf Primärrohstoffe setzen.<br />

„Wir müssen Rohstoffen nach ihrem Gebrauch den Kreislauf<br />

und eine neue Wertschöpfung ermöglichen. Und zwar in allen<br />

Be reichen.<br />

Geredet wird darüber viel, Stichwort Nachhaltigkeit. Das sind<br />

aber bislang überwiegend Sonntagsreden“, ärgert sich Henry<br />

Forster über das, was nicht passiert. Er benennt ein weiteres Problem:<br />

Die Hoheit für die hiesige kommunale Abfallentsorgung<br />

liegt bei den Landkreisen. Das sei zwar gut für die eigene Entscheidungsfindung,<br />

führe aber zu einer unstrukturierten und unterschiedlichen<br />

Abfallwirtschaft in Deutschland. „Ich halte dieses<br />

Vorgehen in einer mobilen, sich ständig ändernden Gesellschaft<br />

nicht mehr für angemessen. So verpassen wir es, Ressourcen und<br />

Rohstoffe in Kreisläufe zurückzubekommen.“ Der Schwerpunkt<br />

liegt aber bei den Industrie- und Gewerbeabfällen, die über 90<br />

Prozent ausmachen. Gewerbeabfallordnungen werden zwar ständig<br />

novelliert, der Vollzug aber scheitert. Warum? „Müll sucht sich<br />

immer den günstigsten Weg. Es besteht keine Andienungspflicht<br />

im Gewerbe- und Industriebereich. Sortieren und Recycling sind<br />

in Europa oft teurer als Verbrennen und Deponieren. So lange<br />

ein solches Vorgehen nicht sanktioniert wird, kommen wir nicht<br />

voran.“ In Deutschland gebe es immerhin schon Fortschritte, weil<br />

das Deponieren unbehandelter Abfälle verboten ist. Dennoch<br />

bleibt die Frage, wie unter diesen Umständen eine Kreislaufwirtschaft<br />

Einzug halten soll. Nachholbedarf existiert in anderen<br />

Ländern Europas, wo man unkontrolliert und später nicht mehr<br />

recycelfähig deponiert. Pure Verschwendung, die sich schon lange<br />

niemand mehr leisten kann, schätzt der Experte ein.<br />

Jeder erzeugt 176 Kilogramm Abfall im Jahr<br />

Ein Blick auf die Abfallmengen lohnt sich und unterstreicht eindrucksvoll,<br />

um welche Dimensionen an potenziellen Rohstoffen<br />

es allein in Mecklenburg-Vorpommern geht. Nach Angaben des<br />

Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie lag das Pro-<br />

Kopf-Aufkommen an Haus- und Geschäftsmüll im Jahr 2022 bei<br />

176 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Tendenz im Vergleich<br />

zu den Vorjahren nahezu gleich bleibend. Gesunken ist hingegen<br />

die durch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger 2021 getrennt<br />

erfasste Wertstoffmenge. Ihr Aufkommen belief sich auf 333.494<br />

Tonnen und somit 205 Kilogramm pro Ein wohner und Jahr.<br />

Erfreuliches vermeldet das Umweltbundesamt: Die Ablagerung<br />

Luftaufnahme des Geländes der IAG<br />

Aerial view of the IAG site<br />

In the early 1990s, the young father studied alongside his job<br />

to obtain the master craftsman’s qualification in engineering.<br />

Although there was a kind of gold-rush era back home at the time,<br />

an executive vacancy with Nehlsen AG drew him to Bremen. This<br />

was the starting point for his career in the waste management<br />

industry.<br />

Making more intensive use of material cycles.<br />

“There’s no rubbish and no waste, only raw materials in the<br />

wrong place. We don’t have the right view of things, particularly<br />

in Europe. We see waste from the angle of hazard prevention.<br />

Whether incineration plants or landfills, waste is generally seen<br />

in a bad light. But the actual question is what’s the difference between<br />

waste and product?” If it were up to Henry Forster, waste<br />

should be seen from the perspective of countries where raw materials<br />

are scarce. “As an industrial export country, we don’t have<br />

our own raw materials but have to import then. But on the other<br />

hand, we’re so incredibly negligent in handling raw materials!”<br />

Eventually, not even all the money in the world will be enough<br />

when the rich countries of the western world are reduced to<br />

begging because all they want is primary raw materials. “Once raw<br />

materials have been used, we have to return them to the material<br />

cycle to trigger new value creation. In every single sector.”<br />

“There’s a lot of talk at the moment about sustainability. But up<br />

to now, that’s been little more than soapbox speeches,” says Henry<br />

Forster, who is annoyed at what is not happening. He sees another<br />

problem in the fact that the authority for local municipal waste<br />

disposal lies with the rural districts. While this might be good<br />

in terms of actual decision-making, it results in an unstructured<br />

and diverse waste management sector in Germany. “I don’t think<br />

that’s appropriate any longer in a mobile, constantly changing society.<br />

It means we’re failing to bring resources and raw materials<br />

back into the cycles.” However, the focus is on industrial and commercial<br />

waste which accounts for more than 90 percent. Although<br />

the commercial waste regulations are constantly being amended,<br />

sub sequent implementation fails. Why? “Rubbish always finds<br />

the cheapest way. There is no obligation to tender delivery in<br />

74


(Deponierung) von Abfällen ging im Zeitraum von 2000 bis 2021<br />

von 28,7 auf 16,1 Prozent des Abfallaufkommens zurück.<br />

Nicht zu unterschätzen ist übrigens auch der „Müll-Tourismus“.<br />

Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden 2022 rund 74.500 Tonnen<br />

notifizierungspflichtige Abfälle ins Ausland verbracht und<br />

damit 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Einfuhr weist für<br />

den gleichen Zeitraum insgesamt 77.493 Tonnen genehmigungspflichtige<br />

Abfälle aus anderen Staaten für die Entsorgung nach<br />

Mecklenburg-Vorpommern aus. Die importierte Abfallmenge<br />

war im Vergleich zum Jahr davor um 11,6 Prozent gestiegen.<br />

„Solche Zahlen klingen natürlich relativ nüchtern. Besser vorstellbar<br />

sind Bilder von Altkleiderbergen, die wir in Dritte-Welt-<br />

Länder schicken. Gleiches gilt für Elektroschrott und mittlerweile<br />

auch für ausgediente PV-Anlagen. Selbst unbrauchbar gewordene<br />

Rotorblätter von Windkraftanlagen vermögen wir nicht<br />

zu recyceln“, weiß der Fachmann. Er provoziert mit der Frage,<br />

wie wir eigentlich leben – in unbändigem Konsumwahn. Das<br />

Greenwashing nimmt unhaltbare Ausmaße an. Dem Einhalt zu<br />

gebieten, räumt Henry Forster ein, sei für die Politik schwierig angesichts<br />

von Millionen Dienstleistungen und Produkten, die es zu<br />

überwachen gilt. Allein über das Bewusstsein der Menschen geht<br />

da derzeit auch noch nicht viel. „Wir müssen ehrlicher miteinander<br />

umgehen!“ fordert er.<br />

Mehr Aufmerksamkeit erzielen<br />

„Eine tatsächliche Lenkungswirkung können wir entfalten, wenn<br />

wir beispielsweise Ampelsysteme wie bei Fleisch und Eiern einführen.<br />

An dieser Stelle eben mit Blick auf die Auswirkungen<br />

unserer Hinter lassenschaften für die Umwelt.“ Henry Forster<br />

glaubt schon noch daran, dass Menschen ihren ökologischen<br />

Fußabdruck bewusst wahrnehmen können und ebenso bewusste<br />

Entscheidungen hinsichtlich der Roh- und Wertstoffe zu treffen<br />

in der Lage sind. Er geht sogar so weit mit seiner Annahme, dass<br />

ein geringer Aufpreis wie beim Ökostrom möglich wäre.<br />

Copyright: IAG – Ihlen berger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH<br />

the commercial and industrial sector. In Europe, incineration or<br />

landfill disposal is often less expensive than sorting and recycling<br />

waste. We’re not going to make any progress until such procedures<br />

are sanctioned.” At least a certain amount has been achieved in<br />

Germany where dumping untreated waste in landfills is prohibited.<br />

But the question remains as to how a circular economy can<br />

be established under these conditions. Other European countries<br />

still have a lot of catching up to do in this respect, dumping waste<br />

on landfills without any possibility of subsequent recycling. It’s<br />

such a waste, says the expert, no-one can afford to keep on doing<br />

this any longer.<br />

Everybody generates 176 kilograms of waste each year.<br />

It’s worth taking a look at the waste volumes, which clearly<br />

indicate just how much potential is available in terms of raw<br />

materials in Mecklenburg-Western Pomerania alone. According to<br />

the State Agency for the Environment, Nature Conservation and<br />

Geology, the per capita volume of domestic and business waste<br />

in 2022 amounted to 176 kilograms per inhabitant and year. The<br />

trend has remained almost constant compared to recent years. By<br />

contrast, the quantity of separated recyclable waste collected by<br />

public disposal providers fell in 2021. The volume amounted to<br />

333,494 tonnes or 205 kilograms per inhabitant and year. There<br />

is good news from the Federal Environment Agency: in the period<br />

from 2000 to 2021, the landfilling of waste decreased by 28.7 percent<br />

to 16.1 percent of the waste volume.<br />

By the way, “waste tourism” is another aspect that should not be<br />

under estimated. Around 74,500 tonnes of notifiable waste from<br />

Mecklenburg-Western Pomerania were taken abroad in 2022,<br />

which is 4.1 percent more than in the previous year. Imports of<br />

waste subject to authorisation from other countries for disposal in<br />

Mecklenburg-Western Pomerania amounted to altogether 77,403<br />

tonnes for the same period. Compared to the previous year, the<br />

imported waste volume had increased by 11.6 percent.<br />

“The figures on their own sound relatively prosaic. Pictures<br />

showing mountains of used clothes that we send to third world<br />

countries have more of an impact. The same can be said for electronic<br />

waste, and now also for disused PV installations. We’re not<br />

even capable of recycling wind turbine rotor blades that are no<br />

longer fit for use”, says the expert. He asks the provoking question<br />

about the way we’re actually living our lives – in unbridled<br />

consumerism. Greenwashing has meanwhile assumed untenable<br />

dimensions. Henry Forster admits it’s hard for politics to<br />

do anything about it, given the millions of services and products<br />

that need moni toring. Nor can much be achieved at present by<br />

appealing to people’s conscience. “We must be more honest with<br />

each other!” he demands.<br />

Generate more attention<br />

“For example, we could steer developments in the right direction<br />

by introducing the same kind of “traffic light system” that is used<br />

for meat and eggs, but, in our case, looking at the impact on the<br />

environment of what we leave behind.” Henry Forster does actually<br />

still believe that people can achieve an awareness for their ecological<br />

footprint and are also capable of taking conscious decisions<br />

about raw and recyclable materials. He even presumes that a small<br />

surcharge on green electricity would be possible.<br />

75


Ein Stück weit ist Henry Forster ganz sicher Visionär. Er selbst<br />

packt die Dinge ausgesprochen pragmatisch an, findet Lösungen<br />

und teilt diese mit vielen in seiner Branche. Als gefragter Keynotespeaker<br />

ist der Präsident des Bundesverbandes Sekundärroh stoffe<br />

und Entsorgung (bvse) oft unterwegs und wirbt dafür, Abfall<br />

nicht als Stiefkind zu behandeln. „Die Verantwortung dafür gehört<br />

nicht ins Umweltminis terium, sondern muss beim Wirtschaftsressort<br />

angesiedelt sein. Es geht um Ressourcenwirtschaft!“<br />

Seine Worte finden Gehör: in Ministerien auf Landesebene, in<br />

Branchenverbänden, aber eben auch in Gemeinden und Unternehmen<br />

im Umfeld der Ihlenberger Deponie. Seit drei Jahren ist<br />

der Experte dabei, die Sektorenkopplung neu zu denken – ganz<br />

im Sinne der Energiewende schiebt er die Schlüsseltechnologien<br />

zur Klimaneutralität an.<br />

Herausforderungen vor der eigenen Haustür<br />

„Ich zeige nicht gern woanders hin, sondern suche die Herausforderungen<br />

hier. Die Weiterentwicklung des eigenen Standortes zu<br />

einem Kompetenzzentrum für Umwelt, Energie und Kreislaufwirtschaft,<br />

also einem grünen Gewerbepark, ist eine Idee.“ Dabei<br />

spielt der Deponiebetrieb, der 130 Menschen Arbeit gibt, eine<br />

wichtige Rolle. 17.800 MWh Strom und 24.000 MWh Wärme<br />

entstehen durch Gasverwertung. 225 MWh Energie aus Photovoltaik<br />

speist die IAG direkt ins Netz ein. Selbst Biomasse ist ein<br />

Aspekt, den Henry Forster in seine Überlegungen einbezieht. Der<br />

Deponiechef plant sogar die Produktion von Wasserstoff. Eine<br />

Machbarkeitsstudie ist fast fertig. Der Standort, logistisch gut im<br />

Speckgürtel Lübecks und nahe der A 20 gelegen, könnte sich als<br />

Schwerpunkt der Wasserstoffversorgung entwickeln. „Wasserstoff<br />

ist als Thema spannend und bei uns betriebswirtschaftlicher<br />

machbar als anderswo. Die bei der Elektrolyse entstehende Wärme<br />

soll vor Ort genutzt werden, der freigesetzte Sauerstoff steht für<br />

die Sickerwasseraufbereitung zur Verfügung. Mit der Hochschule<br />

Wismar suchen wir nach Lösungen, um Destillat aus Sickerwasser<br />

für die Wasserstoffproduktion einzusetzen. Das reduziert den Verbrauch<br />

von Trinkwasser“, so Henry Forster.<br />

Die Lösungen vor Ort können ganz neue Impulse geben, das<br />

Bewusstsein der Bevölkerung doch nachhaltig zu stärken. „Ich<br />

sehe einfach erheb lichen Nachholbedarf. Man stelle sich vor: 34<br />

Jahre nach Einführung des gelben Sackes haben wir immer noch<br />

Aufklärungskampagnen nötig, wie das eigentlich funktioniert,<br />

sprich, was da wirklich reingehört oder eben nicht.“ Der Fachmann<br />

schüttelt den Kopf über so manche Lifestyle-Attitüden.<br />

„Wer meint, mit dem Kaffee-Becher aus Pappe umweltfreundlich<br />

unterwegs zu sein, der irrt. Dieser ist beschichtet und nicht recycelbar,<br />

der aus Plastik hingegen schon.“ Völlig unverständlich ist<br />

ihm, dass es in Mecklenburg-Vorpommern immer noch Regionen<br />

ohne Biotonne gibt. Deren Inhalte sind prädestiniert, um Biogas<br />

zu erzeugen und damit Erdgas zu substituieren. Gleichzeitig entsteht<br />

wertvoller Biodünger, um auf den Feldern neue Kreisläufe<br />

in Gang zu setzen.<br />

„Man spürt immer wieder, wie wenig wir selbst erreichen. Das gilt<br />

realis tischerweise vor allem mit Blick auf die Dimensionen in anderen<br />

Teilen der Welt. Auf einer chinesischen Deponie kommt an<br />

einem einzigen Tag so viel an, wie eine Hausmülldeponie bei uns<br />

pro Jahr aufnimmt. Wir sind definitiv nicht der Mittelpunkt der<br />

Welt“, so Henry Forster. „Dennoch sollten wir endlich anfangen<br />

zu verstehen, dass Abfall alles andere als Müll ist.“<br />

To a certain extent, Henry Forster is definitely a visionary. He has<br />

a decidedly pragmatic approach, finds solutions and shares them<br />

with many others in his industry. He is often out and about as a<br />

sought-after keynote speaker in his role as President of the Federal<br />

Association for Secondary Raw Materials and Waste Management<br />

(bvse) and appeals for waste not to be treated like a poor relation.<br />

“It’s the Department of Economics that should be responsible,<br />

not the Ministry for the Environment. We’re dealing with resource<br />

management here!” He’s gradually being heard, in state<br />

min is tries, industrial associations and also in the local authorities<br />

and companies in the vicinity of Ihlenberg landfill. Over the<br />

last three years, the expert has been rethinking the issue of sector<br />

coupling, push-starting the key technologies for climate neutrality,<br />

in the spirit of the energy transition.<br />

Challenges on his own doorstep<br />

“Instead of pointing elsewhere, I’d rather look for the challenges<br />

right here. One idea is to turn our own site into a centre of excellence<br />

for the environment, energy and the circular economy, in<br />

other words, a green business park.” The landfill operation that<br />

provides work for 130 people has an important role to play. Gas<br />

utilisation generates 17,800 MWh of electricity and 24,000 MWh<br />

of heat. IAG feeds 225 MWh of photovoltaic energy straight into<br />

the grid. Even biomass is another of Henry Forster’s considerations,<br />

and the landfill boss is also planning to produce hydrogen.<br />

A feasibility study is almost finished. Well positioned in terms of<br />

logistics in Lübeck’s commuter belt near the A20 motorway, the<br />

site could assume a key role for supplying hydrogen. “Hydrogen is<br />

an exciting topic and more profitably feasible here than elsewhere.<br />

The heat gener ated during electrolysis would be used on site,<br />

while the oxygen released during the process would be available<br />

for leachate treatment. We’re working with Wismar University<br />

to find solutions for using leachate distillate in hydrogen production,<br />

thus reducing the consumption of drinking water“, says<br />

Henry Forster.<br />

Solutions generated here on site can trigger new impetus for making<br />

people more aware of the issues involved, with a longer lasting effect.<br />

“I see considerable need to do something here. Just imagine, 34<br />

years after introducing the yellow recycling bags, we still need<br />

awareness campaigns to explain how the system really works, in<br />

other words, what people should and shouldn’t put in them”. The<br />

expert shakes his head about the lifestyle attitudes some people<br />

have. “People are wrong when they think it’s environmentally<br />

friendly to use cardboard coffee cups. In contrast to a plastic<br />

coffee cup, they are coated and can’t be recycled.” He finds it<br />

totally incomprehensible that there are still regions in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania that don’t have organic waste bins, the<br />

contents of which are predestined for generating biogas and thus<br />

replacing natural gas, while at the same time producing valuable<br />

organic fertiliser to trigger new cycles on the fields.<br />

“Time and again it becomes clear how little we ourselves are<br />

achieving, particularly when we look at corresponding dimensions<br />

in other parts of the world. On a single day, a Chinese landfill<br />

receives as much waste as gets delivered to a German domestic<br />

waste landfill in a whole year. The world quite definitely does not<br />

revolve around us”, says Henry Forster. “Even so, it’s about time<br />

we started to understand that waste is anything but rubbish.”<br />

76


Auf dem Gelände der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH<br />

(IAG) entsteht derzeit ein zweigeschossiges Multifunktionsgebäude,<br />

welches als zentrales Bürogebäude für die IAG und die sich im neuen<br />

Gewerbepark der Deponie ansiedelnden Unternehmen fungieren soll.<br />

Das Gebäude steht sinnbildlich für die Neuausrichtung der IAG.<br />

Die Ablagerung von überwiegend mineralischen Abfällen wird weiterhin<br />

ein Geschäftsfeld bleiben, künftig wird mit den Gemeinden Selmsdorf<br />

und Schönberg aber vermehrt auf regionale Sektorenkopplung im<br />

Energiebereich gesetzt. Ziel: Die Produktion von grünem Strom, grüner<br />

Wärme und grünem Wasserstoff im großen Maßstab durch Solarthermie,<br />

Windkraft und Photovoltaik. Diese Energie soll vor Ort gespeichert und<br />

verbraucht werden. Davon profitieren sowohl die umliegenden Gemeinden<br />

als auch die Unternehmen, die sich im 90.000 Quadratmeter großen<br />

Gewerbegebiet ansiedeln.<br />

Kreislaufwirtschaft und Reststoffverwertung somit Hand in Hand<br />

gehen, u m bei der Entsorgung anfallende hochwertige Materialien aufzubereiten<br />

und der Wiederverwertung zuzuführen. Allein in der Windenergiebranche<br />

sollen in den kommenden Jahren etwa 30.000 Rotorblätter<br />

von Windkraftanlagen entsorgt werden. Auch eine Vielzahl von<br />

Solar anlagen stehe bald zum Tausch. Die IAG bietet mit ihrem Nutzungskonzept<br />

vielen Firmen eine Win-Win-Situation an nur einem Standort.<br />

Grundsteinlegung 05.04.2024 neues Bürogebäude<br />

Kompetenzzentrum am Ihlenberg<br />

Foundation stone laid 04/05/2024 new offi ce<br />

building competence centre on Ihlenberg<br />

77<br />

IAG – Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft<br />

mbH<br />

Information<br />

Inbetriebnahme: 1979<br />

Leistungsspektrum:<br />

Die Deponie Ihlenberg gehört<br />

zu den größten ihrer Art in<br />

Europa und kann über 500<br />

verschiedene Abfallarten behandeln,<br />

verwerten, beseitigen<br />

oder lagern.<br />

www.ihlenberg.de<br />

Commissioned: 1979<br />

Range of services:<br />

Ihlenberg landfill is one of the<br />

largest of its kind in Europe<br />

with capacity for the treatment,<br />

recycling, disposal or storage<br />

of more than 500 different<br />

types of waste.<br />

Standort/Site Ihlenberg<br />

Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (IAG) is currently<br />

having a two-storey multifunctional building constructed on its premises<br />

which will become the central office building for IAG and for companies<br />

settling in the new landfill business park. The building is symbolic for<br />

IAG’s realignment.<br />

While the storage of mainly mineral waste will remain one of the fields of<br />

business, in future there will be a greater focus on sector coupling in the<br />

energy sector, working with the towns of Selmsdorf and Schönberg. The<br />

aim is to produce green electricity, green heat and green hydrogen on a<br />

large scale, based on solar thermal energy, wind power and photovoltaics,<br />

with local energy storage and consumption. This will benefit both the<br />

surrounding towns and also the companies settling in the business park<br />

which covers an area of 90,000 square metres.<br />

The circular economy thus goes hand-in-hand with waste recycling for<br />

processing and recycling valuable materials retrieved from waste disposal<br />

procedures. The wind energy industry alone is expected to dispose<br />

of around 30,000 rotor blades from wind turbines in the years to come.<br />

A large number of solar panels will also need to be replaced soon. IAG’s<br />

utilisation concept offers many companies a win-win situation at just one<br />

site.


Schoeller Allibert GmbH,<br />

Schwerin<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1960<br />

Mitarbeiter: in Schwerin 247<br />

Leistungsspektrum:<br />

Entwicklung und Herstellung<br />

standardisierter sowie maßgefertigter<br />

Verpackungslösungen<br />

aus Kunststoff<br />

Year founded: 1960<br />

Employees: in Schwerin 247<br />

Range of services:<br />

Development and production<br />

of standard and bespoke<br />

plastic packaging solutions<br />

www.schoellerallibert.com<br />

Als europäischer Marktführer mit einer 65-jährigen Tradition ist<br />

Schoeller Allibert seit der Erfindung der Kunststoffkiste führend bei der<br />

Revolutionierung von Lieferketten mit effizienten und nachhaltigen<br />

Lösungen. Unser Ziel ist einfach und doch tiefgreifend: die Beschleunigung<br />

nachhaltiger Lieferketten durch innovative, wiederverwendbare<br />

Lösungen, die durch ihr Design effizient und von Natur aus zirkulär sind.<br />

Mit jedem Produkt machen wir einen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren<br />

Zukunft.<br />

Innovation steht im Mittelpunkt unseres Handelns, von der Abfallminimierung<br />

über die Wiederverwertbarkeit bis hin zur Verwendung<br />

recycelter Materialien in unseren Produkten. Durch kontinuierliche<br />

Verbesserungen streben wir eine Vorreiterrolle bei wiederverwendbaren<br />

Verpackungen und nachhaltigen Logistikpraktiken an, um Fortschritte<br />

auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft zu erzielen.<br />

As the European market leader with a legacy spanning 65 years, Schoeller<br />

Allibert has led the charge in revolutionizing supply chains with solutions<br />

that are both efficient and sustainable since the inception of the plastic<br />

crate. Our purpose is simple yet profound: to accelerate sustainable supply<br />

chains through innovative, reusable solutions, which are efficient by<br />

design and circular by nature. With every product we take a step towards<br />

a more sustainable future.<br />

Innovation lies at the heart of our operations, from minimizing waste<br />

and embracing recyclability to incorporating recycled materials into our<br />

products. Through continuous improvement, we strive to lead the way<br />

in reusable packaging and sustainable logistics practices, to drive progress<br />

towards a circular economy.<br />

Die nachhaltigen Mehrweg behälter<br />

von Schoeller Allibert sind zu 100<br />

Prozent recycelbar und haben<br />

eine optimale Lebensdauer. Kunden<br />

können mit Hilfe der einzigartigen<br />

SmartLink®­Technologie<br />

genau Standort und Umgebungstemperatur<br />

nachverfolgen.<br />

The sustainable reusable containers<br />

by Schoeller Allibert are<br />

100 percent recyclable and have<br />

optimum dur ability. Customers<br />

can trace the precise location and<br />

ambient temperature with the<br />

unique SmartLink® technology.<br />

78 1


Protecting people and goods or a better lie every day<br />

The insulation for your home and office building, the helmet that<br />

protects your child when cycling, the packaging for your new television<br />

set or even the cool box that make sure the fresh salmon you want to serve<br />

tonight is kept in perfect condition at your local fishmonger.<br />

It might surprise you, but all these products that make your everyday life<br />

a little bit better started here, at BEWI RAW in Wismar! We have been<br />

producing expandable polystyrene (EPS) since 2001.<br />

Did you know that EPS is . . .<br />

• 100 % recyclable,<br />

• 98 % air,<br />

• lightweight for transport,<br />

• strong and durable,<br />

• and saves tonnes of CO 2 every year?<br />

BEWI RAW GmbH<br />

Werk Wismar<br />

Schutz von Menschen und Gütern ür einen besseren Alltag<br />

Die Isolierung Ihres Hauses und Bürogebäudes, der Helm, der Ihr Kind<br />

beim Fahrradfahren schützt, die Verpackung Ihres neuen Fernsehers<br />

oder sogar die Kühlbox, die dafür sorgt, dass der frische Lachs, den Sie<br />

heute Abend essen, in einwandfreiem Zustand bei Ihrem örtlichen Fischverkäufer<br />

ankommt.<br />

Es mag Sie überraschen, aber all diese Produkte, die Ihren Alltag verbessern,<br />

haben hier ihren Ausgangspunkt. Bei BEWI RAW in Wismar! Seit<br />

2001 produzieren wir expandierbares Polystyrol (EPS).<br />

Sustainability at the BEWI Group results not just from the raw materials<br />

that we use, but also from product and design development, production<br />

processes and utilisation and reprocessing systems. By combining technology<br />

and innovation with production and operational know-how, we<br />

open up new, sustainable areas for our raw materials and products. In this<br />

way, we are leading the transition to a circular economy.<br />

So next time you handle one of our products, please remember that we<br />

are proud to protect you and your goods. We hope that every day for you<br />

is a wonderful day!<br />

EPS ist . . .<br />

• 100 % recycelbar,<br />

• 98 % Luft,<br />

• leicht im Transport,<br />

• stark und langlebig,<br />

• und spart jedes Jahr Tonnen CO 2<br />

Als Teil der BEWI-Gruppe entsteht Nachhaltigkeit nicht nur durch<br />

die von uns verwendeten Rohstoffe, sondern auch durch Produktund<br />

Designentwicklung, Produktionsprozesse sowie Nutzungs- und<br />

Wiederverwertungssysteme. Durch die Kombination von Technologie<br />

und Innovation mit Produktions- und Betriebs-Know-how werden wir<br />

neue, nachhaltige Bereiche für unsere Rohstoffe und Produkte erschließen.<br />

Damit leiten wir den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft ein.<br />

Wenn Sie also das nächste Mal mit einem unserer Produkte in Kontakt<br />

kommen, denken Sie bitte daran, dass wir stolz darauf sind, Sie und Ihre<br />

Waren zu schützen. Wir wünschen Ihnen einen tollen (All-)Tag!<br />

Information<br />

Gründungsjahr der<br />

BEWI-Gruppe: 1980<br />

Mitarbeiter: 3200, davon<br />

75 Beschäftigte in Wismar<br />

Standorte: 75 Betriebsstätten,<br />

Verkauf in über 35 Länder<br />

Produktionsleistung: ca.<br />

80.000 MT in Wismar<br />

www.bewi.com/raw/wismar<br />

Founding year of the<br />

BEWI Group: 1980<br />

Employees: 3,200, including<br />

75 in Wismar<br />

Sites: 75 business premises,<br />

sales in more than 35 countries<br />

Production output: approx.<br />

80,000 MT in Wismar<br />

79 1


ANDERS DENKEN.<br />

ANDERS ENTWICKELN.<br />

Thinking differently.<br />

Developing differently.<br />

TEXT: BARBARA ARNDT<br />

JÖRG REIMER<br />

Klein ist im beschaulichen Zarrentin am Schaalsee<br />

allenthalben die Stadt. Auf keinen Fall aber die Zahl<br />

der Firmen, die sich hier nach dem Mauerfall angesiedelt<br />

haben. Zu ihnen gehört die VARIOVAC PS<br />

SystemPack GmbH, ein Unternehmen stattlicher<br />

Größe mit 280 Mitarbeitern und 65 Millionen Euro<br />

Umsatz im Jahr. Der Produzent für Verpackungslösungen<br />

exportiert 85 Prozent seiner Maschinen<br />

für Lebensmittel sowie 15 Prozent für medizinischtechnische<br />

Artikel (Sterilgüter) in 65 Länder auf<br />

allen Kontinenten. Die größten Abnehmer märkte<br />

finden sich in den USA und Deutschland, im<br />

europäischen Ausland, Asien, Australien, Neuseeland<br />

und Südamerika.<br />

Und zwar stets bei Kunden mit Zufriedenheitspotenzial.<br />

Darauf legt Geschäftsführer Jörg Reimer großen<br />

Wert. „Anders denken. Anders entwickeln.“ ist sein<br />

Credo. Anders drauf sein auch. Werte spielen für ihn<br />

eine große Rolle: Respekt, Akzeptanz, ein ehrlicher<br />

und offener Umgang. Gern mit einem Lächeln, einem<br />

Augenzwinkern.<br />

The tranquil town of Zarrentin on the shore of Lake<br />

Schallsee is what you would call a small place. But<br />

small is not the word for the number of companies<br />

that have settled here since German reunification.<br />

They include VARIOVAC PS SystemPack GmbH,<br />

a company of respectable size with 280 employees<br />

and 65 billion Euro annual turnover. The com pany<br />

manufactures packaging solutions, exporting 85<br />

percent of their machines for food products and 15<br />

percent for medical devices (sterile goods) to 65 countries<br />

on all continents. The largest buyer markets are<br />

in the USA and Germany, other European countries,<br />

Asia, Australia, New Zealand and South America.<br />

Always with the potential of keeping the customers<br />

satisfied. This is very important for CEO Jörg Reimer.<br />

“Thinking differently. Developing differently.” is<br />

his motto. Feeling differently too. Values are really<br />

important to him: respect, acceptance, together with an<br />

honest, open-minded approach. Gladly with a smile and<br />

a wink.<br />

80


Der 62-Jährige hat sein Metier von Grund auf gelernt. „Als Kind<br />

war ich ein begeisterter Lego-Spieler. Die Freude war riesig,<br />

als Lego-Technik rauskam, mit der ich selbst etwas entwickeln<br />

konnte. Tüfteln, berechnen, ausprobieren – das faszinierte mich.<br />

Unwissentlich setzte sich dieser Weg fort.“ Der Ausbildung zum<br />

Flugzeugmechaniker folgte das Ingenieurstudium im Maschinenbau.<br />

Und ziemlich schnell eine beeindruckende Karriere.<br />

Als Geschäftsführer und Gesellschafter reist Jörg Reimer ziemlich<br />

viel. Er hat noch heute sehr viel Spaß daran, Maschinen auseinander-<br />

und wieder zusammenzubauen. „Ein Rechtsgewinde<br />

geht rechts rum – da verlernt man nichts“, lacht er, räumt aber<br />

gleichzeitig ein, dass der Einsatz von Elektronik deutlich größer<br />

geworden sei. Ein gleichbleibendes Grundprinzip mit kundenspezifischen<br />

Anpassungen macht Verpackungen möglich, die<br />

sich durch Druck und Wärme verformen lassen. Je nach Inhalt<br />

erfolgt der Austausch der Atmosphäre, das heißt, Luft raus und<br />

Vakuum erzeugen oder Schutzgas rein. Ob Lebensmittel oder<br />

Medizin produkte – die Maschinen aus Zarrentin sorgen weltweit<br />

für perfekte Verpackungen.<br />

Qualitätskontrolle am Einsatzort<br />

„Drei oder vier Mal im Jahr begleite ich selbst eine Maschine zu<br />

einem unserer Kunden, installiere und schaue gern, wie sie dann<br />

in den Produktionsprozess einbezogen wird. Solche wertvollen<br />

Erfahrungen bekommt man sonst nicht“, sagt der Maschinenbauspezialist.<br />

Und erklärt, um welche wertvollen Erfahrungen<br />

es geht. „Sollen beispielsweise Würstchen verpackt werden,<br />

schaffen Asiaten an einer Produktionsmaschine 175 Stück pro<br />

Minute. Europäer bringen es immerhin noch auf knapp 100.<br />

In der Karibik liegt diese Zahl bei 70. Verschiedene Bewegungsabläufe<br />

bestimmen somit, wie viele Mitarbeiter es an einer Anlage<br />

braucht, um das gewünschte Ziel zu erreichen. So etwas steht in<br />

keinem Lehrbuch.“<br />

Selbst das Werkzeug zur Hand zu nehmen, ist nebenbei eine Art<br />

Qualitätskontrolle für Jörg Reimer. „Ich sehe, ob die Konstruktion<br />

sinnvoll ist oder ob es irgendwo klemmt.“ Was auf welche<br />

Weise in Zarrentin entsteht, ist somit maßgeblich von Kunden<br />

und Anwendern gesteuert und stammt nicht aus den Entwicklungsabteilungen.<br />

„Dieses Prinzip hat uns weltweit nach vorne<br />

katapultiert. Es zeigt, warum es elementar wichtig ist, anders zu<br />

denken und anders zu entwickeln!“<br />

„Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung.“<br />

Der Maschinen- und Anlagenbau verfügt in Deutschland immer<br />

noch über eine große Innovationskraft. „Wir müssen allerdings<br />

eine Menge dafür tun, um nicht überholt zu werden. Will sagen:<br />

Noch greift ,Made in Germany’ als Argument in Asien oder<br />

Nord- und Südamerika. Wir sehen bereits, dass andere die Entwicklungen<br />

nicht verschlafen. Bestes Beispiel ist die Automobilindustrie.<br />

China braucht sich nicht mehr zu verstecken.“<br />

Eine gewisse Veränderung im Maschinen- und Anlagenbau kann<br />

Jörg Reimer ausmachen. Der Trend gehe zu kleineren Anlagen.<br />

Die Zahl von Spezifika werde zunehmen, ist er sich sicher. „Zwei<br />

oder drei kleinere Maschinen lösen das übliche Flaggschiff ab.<br />

VARIOVAC in Zarrentin ist einer<br />

der bedeutendsten Maschinenbauer<br />

in <strong>Westmecklenburg</strong> mit<br />

Kunden auf der ganzen Welt.<br />

VARIOVAC in Zarrentin is one of<br />

the most important machine<br />

manufacturers in West Mecklenburg<br />

with customers all over the world.<br />

The 62-year-old learnt his job from scratch, “As a child, I loved<br />

playing with Lego. I was thrilled when Lego Technic came out:<br />

it meant I could develop things myself. It just fascinated me to<br />

puzzle things out, do the calculations and give it a try. Unwittingly,<br />

this was the path I would follow later on.” His apprenticeship<br />

as an aircraft mechanic was followed by a degree in mechanical<br />

engineering, which quickly led him into an impressive career.<br />

His role as CEO and partner means that Jörg Reimer travels<br />

quite a lot. And he still loves taking machines apart and putting<br />

them back together again. “A right-handed thread goes round<br />

to the right – that’s easy to remember”, he laughs, while admitting<br />

at the same time that there’s a lot more electronics involved<br />

nowadays. An unchanging basic principle with customised adaptations<br />

allows for packaging that can be shaped by pressure and<br />

heat. Depending on the contents, the atmosphere is replaced, in<br />

other words, air is expelled and replaced by vacuum or inert gas.<br />

Whether food or medical products, the machines from Zarrentin<br />

are responsible for perfect packaging all over the world.<br />

Quality control on site<br />

“Three or four times a year, I like to go with a machine to do the<br />

installation work for one of our customers. I like to see how it is<br />

then integrated in the production process. You don’t get such<br />

valuable experience otherwise”, says the mechanical engineering<br />

specialist. Then he explains what he means by valuable experience.<br />

“For example, when it comes to packing sausages, Asians working<br />

at a production machine achieve 175 pieces per minute. Europeans<br />

still manage around 100, compared to 70 in the Caribbean.<br />

Different motion sequences thus determine how many workers<br />

are needed at a machine to achieve the required target. You won’t<br />

find this in a textbook.”<br />

82


Actually taking hold of the tools is also a kind of quality control<br />

for Jörg Reimer. “I can see whether the design is fit-for-purpose or<br />

whether there are any difficulties.” Customers and users thus play<br />

a major role in what and how things are made in Zarrentin, rather<br />

than just coming from the development departments. “This<br />

principle has propelled us right to the front on a global scale. It<br />

shows why thinking differently and developing differently is so<br />

fundamentally important!”<br />

“Simplicity is the ultimate sophistication.”<br />

The engineering sector in Germany still has a great innovative<br />

spirit. “But we need to make huge great effort to make sure we<br />

don’t get overtaken. In other words, “made in Germany” is still an<br />

effective argument in Asia or North and South America. But there<br />

are already signs that others aren’t sleepwalking developments<br />

either. The car industry is a prime example. China no longer has<br />

any reason to hide.”<br />

Das ist wirklich ein Trend, und zwar der zur Einfachheit.“ Die ist<br />

bekanntermaßen die höchste Stufe der Vollendung, wie bereits<br />

Leonardo da Vinci formulierte. Bei VARIOVAC hat diese Erkenntnis<br />

ebenfalls einen Slogan: Simpler. Faster. Better.<br />

Rund 20 Prozent der VARIOVAC-Mitarbeitenden sind Ingenieure.<br />

Sie setzen darauf, bestehende Standards respektive Plattformen<br />

zu individualisieren. „Design for Order“ bestimmt den<br />

Sondermaschinenbau. Die Entwicklung spezieller Komponenten<br />

gehört zum Tagesgeschäft. „Bei uns geht es jeden Tag darum,<br />

Maschinen anwenderbezogen zu bauen und zu gestalten. Sie müssen<br />

in der Anwendung so einfach wie möglich sein.“ Der Einsatz<br />

von Sensorik bleibt begrenzt. Die Lebensmittel produzierende<br />

Industrie hat einen hohen Reinigungsaufwand. Zu komplizierte<br />

Maschinen würden sich als zu anfällig erweisen.<br />

Jörg Reimer möchte gern wissenschaftliche Erkenntnisse implementieren.<br />

„Eine entsprechende Hochschule in Schwerin wäre<br />

toll. Wismar ist für uns hier ganz im Westen des Landes schon<br />

ziemlich weit weg.“ Bei Verpackungsmaterialien beispielsweise<br />

macht ein forschender Ansatz Sinn. „Mit Studenten an Bord ließe<br />

sich unser Potenzial weiter steigern.“<br />

Limitierender Faktor: Personalmangel<br />

Pläne für die Zukunft des Hidden Champions am Schaalsee sehen,<br />

wie alle fünf Jahre, Erweiterungen vor. Platz ist genug da<br />

– ein Standortvorteil. Der limitierende Faktor sei das Personal,<br />

meint der Chef von VARIOVAC. „We hire characters, we train<br />

skills“ beschreibt er eine Devise, dem Fach- und Arbeitskräftemangel<br />

selbst entgegenzuwirken. Die zweite findet sich in der<br />

Copyright: VARIOVAC<br />

Jörg Reimer perceives a certain change in the engineering sector,<br />

with a trend to smaller machines. The number of specific features<br />

will increase, he is quite sure about that. “Two or three smaller<br />

machines are replacing the usual flagship. This really is a trend,<br />

and it’s a trend for simplicity.” This is the ultimate sophistication,<br />

as Leonardo da Vinci once said. VARIOVAC also has a slogan for<br />

this insight: Simpler. Faster. Better.<br />

Around 20 percent of VARIOVAC’s employees are engineers.<br />

Their focus is on customising existing standards or platforms.<br />

“Design to order” is the way forward for special engineering.<br />

Developing special components is part of everyday business.<br />

“Every day our aim is to build and design machines that are customised.<br />

They must be as simple as possible to use.” Sensors are<br />

only deployed to a limited extent. The food industry requires<br />

meticulous cleaning processes. Complicated machines would<br />

need too much cleaning.<br />

Jörg Reimer would like to implement scientific findings. “It<br />

would be great if Schwerin had a corresponding university.<br />

Wismar is already a bit too far away from us here in the far west of<br />

the state.” A research approach would really help with packaging<br />

materials, for example. “Having students on board would boost<br />

our potential.”<br />

Limiting factor: staff shortage<br />

The Hidden Champions on the shore of Lake Schallsee have plans<br />

for future expansion, as is the case every five years. They certainly<br />

have the space available – one advantage of this particular location.<br />

Staff issues are the limiting factor, says the VARIOVAC boss. “We<br />

hire characters, we train skills”, he says, describing one strategy for<br />

counteracting the shortage of qualified and skilled workers. The<br />

other consists in digitalisation and using AI. “This offers huge<br />

potential also for smaller companies like ours. It’s a case of interconnecting<br />

our sales, design and production workflows, with the<br />

aim of releasing 30 to 40 percent of the workforce for other tasks.<br />

We see this as a chance, but don’t have the capacities at present to<br />

put it into effect.”<br />

83


Copyright: VARIOVAC<br />

Produktionshalle von VARIOVAC<br />

VARIOVAC production hall<br />

Digitalisierung, dem Einsatz von KI. „Darin steckt ein riesiges<br />

Potenzial auch für kleinere Unternehmen wie uns. Wir vernetzen<br />

unsere Vertriebs-, Konstruktions- und Produktionsabläufe<br />

mit einander. Ziel: 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiter für andere<br />

Aufgaben freizubekommen. Wir sehen diese Chance, haben aber<br />

gerade nicht die Kapazitäten, sie aktiv umzusetzen.“<br />

Es bleibt somit ein Wettkampf gegen die Zeit. „Bis 2030 wollen<br />

wir einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro erreicht und<br />

420 bis 450 Mitarbeiter bei uns haben“, blickt Jörg Reimer nach<br />

vorn. Gerade hat das Unternehmen eine Versandhalle fertiggestellt.<br />

Weitere Baupläne und eine komplett neue Verkehrswegeführung<br />

liegen bereits auf dem Tisch. Nicht ohne Stolz merkt<br />

der Geschäftsführer an, einen der modernsten Maschinenparks<br />

in Deutschland zu haben. Keine Maschine ist älter als fünf Jahre.<br />

„Mit zusätzlichen Mitarbeitern könnten wir jedoch mehr produzieren<br />

und verkaufen.“<br />

It remains a race against time. “By 2030, we want to have a workforce<br />

of 420 to 450 employees generating 100 million Euro in<br />

annual turnover”, says Jörg Reimer looking ahead. The company<br />

has just completed a shipment building. Other construction plans<br />

and a completely new road layout are already on the table. The<br />

CEO states not without pride that their machinery is among the<br />

most advanced in Germany. No machine is more than five years<br />

old. “But additional staff would let us produce and sell more.”<br />

VARIOVAC PS SystemPack GmbH thus exemplifies the engineering<br />

sector, which comes second only to food production in<br />

terms of turnover and employees in the manufacturing industry<br />

in Mecklenburg-Western Pomerania. Taken together, both sectors<br />

generate about 4.3 billion Euro in turnover and employ 10,000<br />

workers, according to statistics provided by Schwerin Chamber<br />

of Commerce and Industry.<br />

84


Die VARIOVAC PS SystemPack GmbH steht somit beispielhaft<br />

für den Metall- und Anlagenbau. Dieser gilt nach der Nahrungsmittelproduktion<br />

als umsatz- und mitarbeiterstärkster im Bereich<br />

des verarbeitenden Gewerbes in Mecklenburg-Vorpommern.<br />

Beide Branchen erwirtschaften zusammen etwa 4,3 Milliarden<br />

Euro Umsatz und beschäftigen 10.000 Mitarbeitende, weist die<br />

Industrie- und Handelskammer zu Schwerin in ihrer Statistik aus.<br />

The Chamber confirms that the whole sector is being impacted by<br />

the global trend towards sophisticated special machines, offering<br />

positive chances for development in the long term in view of the<br />

technological know-how. Many companies are following the spirit<br />

of the times and specialising in future industries such as renew able<br />

energies, bioengineering and medical technology together with<br />

microsystems technology.<br />

Die Kammer bestätigt für die gesamte Branche den globalen<br />

Trend hin zu anspruchsvollen Spezialmaschinen sowie angesichts<br />

des technologischen Know-hows langfristig positive Entwicklungschancen.<br />

Dem Zeitgeist folgend spezialisieren sich etliche<br />

Unternehmen inzwischen auf Zukunftsbranchen wie Erneuerbare<br />

Energien, Bio- und Medizintechnik sowie Mikrosystemtechnik.<br />

saz – Schweriner Aus- und<br />

Weiterbildungszentrum e. V.<br />

Als starker Bildungspartner für Unternehmen, Institutionen und<br />

Einzelpersonen gestaltet das saz berufliche Bildung für die Region.<br />

Unsere fachlichen Expertisen liegen in der Automatisierungs-, Elektro-,<br />

Kunststoff- und Metalltechnik. Ebenfalls gehören Qualifizierungen zu<br />

kaufmännischen und berufspädagogischen Themen zum Portfolio.<br />

Wir engagieren uns in der Berufsorientierung, beruflichen Integration,<br />

Berufsausbildung und Weiterbildung. Basis unseres Erfolges war und ist<br />

unser professionelles Lehrpersonal, eine praxisorientierte Ausstattung<br />

und eine auf unsere Kunden angepasste Entwicklung und Umsetzung<br />

von Qualifizierungskonzepten.<br />

As a strong training partner for companies, institutions and individuals,<br />

saz provides vocational training for the region, with professional expertise<br />

in automation technology and electrical engineering as well as plastic and<br />

metal processing. We also offer commercial and vocational-educational<br />

qualifications.<br />

We are involved in careers guidance, vocational integration, voca tional<br />

training and further training. Our success was and is based on our<br />

pro fessional teaching staff together with practical facilities, as well as<br />

customised development and implementation of qualification concepts.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1990<br />

Mitarbeiter: 34<br />

Leistungsspektrum:<br />

berufliche Aus- und Weiterbildung<br />

zu gewerblich­technischen,<br />

kaufmännischen und<br />

berufspädagogischen Themen<br />

www.sazev.de<br />

Year founded: 1990<br />

Employees: 34<br />

Range of services:<br />

Initial and further training in<br />

industrial­technical, commercial<br />

and vocational­educational<br />

fields<br />

85


VARIOVAC – simpler, faster, better<br />

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die VARIOVAC PS SystemPack GmbH<br />

leidenschaftlich mit der Entwicklung, Konstruktion, Produktion sowie<br />

dem Vertrieb und Service von Verpackungsmaschinen. In Zarrentin am<br />

Schaalsee gelegen sind mittlerweile 280 Mitarbeiter*innen beschäftigt,<br />

Tendenz steigend. Denn VARIOVAC, als traditionsbewusstes und innovatives<br />

Maschinenbauunternehmen, hat Großes vor.<br />

Gegründet 1970 in Buchholz in der Nordheide als Handelsunternehmen<br />

für Verpackungsmaschinen, sind wir 1995 an unseren Standort nach<br />

Zarrentin umgezogen. Hier, im wachsenden Industriegebiet mit optimaler<br />

Autobahnanbindung, wurde die Marke VARIOVAC geboren.<br />

1996 produzierten wir mit damals 19 Mitarbeiter*innen unsere erste<br />

eigene Verpackungsmaschine.<br />

Eine stete Erweiterung der Produktions- und Lagerflächen haben unsere<br />

Position als großer Arbeitgeber in der Region weiter gestärkt. Mit dem<br />

Bau eines separaten Verwaltungsgebäudes, einer Versandhalle sowie eines<br />

großzügigen Entwicklungs- und Ausbildungsbereichs übernahmen wir<br />

zunehmend soziale Verantwortung durch die Ausbildung junger Menschen<br />

– nach dem Motto „Von Zarrentin in die Welt“. 2013 verzeichneten<br />

wir dann bereits 115 Mitarbeiter*innen, die gemeinsam an den neuen<br />

Maschinengenerationen der Optimus und Primus Tiefziehmaschinen<br />

arbeiteten.<br />

2016 bewies die Zertifizierung nach der Qualitätsmanagementnorm,<br />

was unsere Kunden bereits seit Jahrzehnten an VARIOVAC schätzen<br />

– konsequente Kundenorientierung, reibungslose Prozesse und beste<br />

Qualität. Dafür steht VARIOVAC. Für uns jedoch kein Grund zum<br />

Ausruhen. Ganz im Gegenteil. Mit der Inbetriebnahme des ersten eigenen<br />

Fräs zentrums sind wir seit 2017 in der Lage, Maschinenteile inhouse<br />

zu fertigen und können unseren Kunden so noch bessere, passgenauere<br />

Produkte in noch kürzerer Zeit liefern. Seither sind wir weiter gewachsen.<br />

2020 konnten wir schließlich das 25-jährige Bestehen von VARIOVAC<br />

am Standort Zarrentin feiern.<br />

Mit weltweiten Vertriebspartnern und mit starker nationaler und internationaler<br />

Präsenz haben wir konkrete Pläne zur weiteren Expansion des<br />

Betriebsgeländes. Wir wollen unseren Kunden und Geschäftspartnern<br />

auch in Zukunft besten Service und hochwertige Maschinen liefern. Von<br />

der kompakten und effizienten Tiefziehmaschine bis zur hochkomplexen<br />

Verpackungslinie für den Medizinbereich über den voll- oder halbautomatischen<br />

Schalensiegler – wir bieten Ihnen genau die richtige Lösung,<br />

um Ihr Produkt optimal in Szene zu setzen. VARIOVAC ist der zuverlässige<br />

Partner für all Ihre Anliegen in Sachen Verpackung.<br />

861


us to rest on our laurels. On the contrary. In 2017, our first own milling<br />

centre was commissioned which was the start of in-house parts production,<br />

allowing us to offer our customers even better, pinpointed products<br />

with shorter delivery times. We have continued to grow since then. In<br />

2020, we celebrated 25 years of VARIOVAC in Zarrentin.<br />

Together with our global sales partners and strong national and international<br />

presence, we are currently making specific plans for further<br />

expansion of the company premises. In future too, we want to provide<br />

customers and business partners with the very best service and top quality<br />

machines. From compact, efficient deep-drawing machines to highly<br />

complex packaging lines for the medical sector and fully or semi-automatic<br />

tray sealing, we offer you exactly the right solution for presenting<br />

your product in the best possible light. VARIOVAC is your reliable<br />

partner for all packaging issues..<br />

For decades, VARIOVAC PS SystemPack GmbH has been passio nate<br />

about the developing, designing, producing, selling and servicing of<br />

packaging machines. The company has a workforce of meanwhile 280<br />

employees in Zarrentin am Schallsee, with numbers on the increase.<br />

VARIOVAC is an innovative mechanical engineering firm with a long<br />

tradition and has big plans.<br />

Founded in 1970 in Buchholz in der Nordheide as a trading company for<br />

packaging machines, the firm relocated in 1995 to its current location in<br />

Zarrentin. This is where the VARIOVAC brand was born, on a growing<br />

industrial estate with excellent motorway links. Production of our first<br />

own packaging machine began in 1996 with 19 employees in those days.<br />

Constant expansion of the production and warehouse facilities strengthened<br />

our position as a major employer in the region. With the construction<br />

of a separate administrative building, a shipment facility and<br />

a spacious development and training section, we increasingly assumed<br />

social responsibility by offering apprenticeships to young people, true to<br />

the motto “from Zarrentin into the world”. In 2013, there were already<br />

115 employees working on the new generation of Optimus and Primus<br />

deep-drawing machines.<br />

Certification to the quality management standard in 2016 verified what<br />

decades of customers have appreciated about VARIOVAC – a con sistent<br />

focus on what customers need and want, smooth processes and top<br />

quality. That is what VARIOVAC stands for. But this is no reason for<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1970; seit<br />

1995 in Zarrentin ansässig<br />

Mitarbeitende: 280<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Schalensiegler<br />

– Tiefziehmaschinen<br />

– Kammerbandmaschinen<br />

– Vakuummaschinen<br />

– Tauchtank, Schrumpftunnel<br />

und Trockner<br />

– Labelling­ und Etikettiermaschinen<br />

– Messgeräte<br />

für die Ernährungsindustrie<br />

und Non­Food­Branchen<br />

www.variovac.de<br />

Year founded: 1970, based<br />

in Zarrentin since 1995<br />

Employees: 280<br />

Range of services:<br />

– tray sealers<br />

– deep­drawing machines<br />

– chamber conveyor belt<br />

machines<br />

– vacuum machines<br />

– dip tanks, shrink tunnels and<br />

dryers<br />

– labelling machines<br />

– measuring devices for the<br />

food industry and non­food<br />

sectors<br />

87 2


GRAFTEC GmbH<br />

Seit 2005 sind wir an unserem Produktionsstandort in Boizenburg ein<br />

zuverlässiger Formenbau-Experte und professio neller Partner für die<br />

Zerspanungsindustrie. Außerdem betreuen wir nationale und internationale<br />

Kunden – von der Konstruktion bis zum Werkzeugbau.<br />

Besonders in der Fertigung für die keramische In dustrie und die technische<br />

Keramik verfügen unser Team aus hoch qualifi zierten Inge nieuren, Technikern<br />

und Fachkräften über jahrzehntelange Erfahrung und großes<br />

Know-how bei der Auslegung und Überarbeitung von Werk zeugen.<br />

Individuelle Kundenberatung, höchste Präzision bei der Fertigung und<br />

schnelle Lieferzeiten zeichnen uns als kompetenten Werkzeugbau-Partner<br />

mit einem breiten Produktportfolio „Made in Germany“ aus.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2005<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Werkzeugbau<br />

– Zerspanung<br />

– Dienstleistungen<br />

mit Schwerpunkt keramische<br />

Industrie<br />

www.graf-tec.de<br />

Year founded: 2005<br />

Range of services:<br />

– tool and die making<br />

– machining<br />

– services<br />

with a focus on the ceramic<br />

industry<br />

We have been a reliable tool and die expert and professional partner for the<br />

metal cutting industry in Boizenburg since 2005. We work with national<br />

and international customers. Our team of highly qualified engineers,<br />

technicians and skilled workers has decades of manufacturing experience<br />

for the ceramic industry and technical ceramics, with a wealth of knowhow<br />

in rating and overhauling tools. Individual consulting for customers,<br />

absolute manufacturing precision and fast delivery times make us stand out<br />

as an expert tool and die partner with a broad range of products ‘made in<br />

Germany’.<br />

WDI CP GmbH & Co. KG<br />

„Wir bieten mehr“ ist die Firmenphilosophie der WDI Customized Panels<br />

in Hagenow. Über individuelle Lösungen und Produktinnovation stellen<br />

wir uns den Herausforderungen des Marktes und der Zukunft. Wir<br />

fertigen u. a. Spezial-Paneele auf Basis von Metallleichtbau-Lösungen,<br />

die 50 dB Lärm reduzieren oder Lasten von mehreren Tonnen tragen<br />

können u.v.m. Stets sind diese Funktionen verbunden mit einer integrierten<br />

Hochleistungs-Isolierung für Anwendungsbereiche von -60°C<br />

bis +400°C.<br />

Die WDI bietet damit individuelle und maßgefertigte Lösungen an als industrielle<br />

Anwendung für die Einhausung von technischen Anlagen oder<br />

im Bau-Sektor – etwa für Kühlräume oder funktionelle Raumsysteme.<br />

Wir sind zertifiziert nach DIN ISO 9001 sowie im Umweltmanagement<br />

und sehen unsere Zukunft u. a. in der Herstellung von Paneelen für<br />

PLUS-Energie-Gebäude mit Energie-aktivierten Gebäudehüllen auch<br />

unter Verwendung von neuen Dämmstoffen zum Beispiel aus nachwachsenden<br />

Rohstoffen.<br />

“We offer more” is the corporate philosophy of WDI Customized Panels<br />

in Hagenow. Our individual solutions and product innovations meet<br />

the challenges of the market and of the future. Among others, we make<br />

special panels based on lightweight metal solutions capable of reducing<br />

50 dB noise or carrying loads of several tonnes, and much more besides.<br />

1<br />

www.wdi-cp.de<br />

These functions always come with integrated heavy-duty insulation for<br />

applications ranging from -60°C to +400°C.<br />

WDI thus offers individual, bespoke solutions as industrial application<br />

for enclosures of technical plants or in the construction sector, such as<br />

cold storage rooms or functional room systems.<br />

We are certified to DIN ISO 9001 and also in environmental management,<br />

and see our future among others in manufacturing panels for PLUS<br />

energy buildings with energy-activated building envelopes, also using new<br />

insulation materials made, for example, from renewable raw materials.<br />

88


Information<br />

Produkte:<br />

– Verpackungen aus Holz<br />

– Sonderanfertigungen<br />

– Verpackungen aus Kunststoff<br />

– Kartonagen<br />

– Zubehör<br />

Products:<br />

– packaging made of wood<br />

– custom­made packaging<br />

solutions<br />

– packaging made of plastic<br />

– cardboard packaging<br />

– accessories<br />

www.schmal-verpackungen.de<br />

Schmal GmbH & Co. Verpackungen KG<br />

Wir verpacken. Wo andere nur einpacken können.<br />

Wir bei Schmal Verpackungen nehmen uns Ihres besonderen Verpackungswunsches<br />

mit einer breit gefächerten Kompetenz und jahrzehntelanger<br />

Erfahrung an. Das simple Einpacken überlassen wir gerne<br />

anderen, wir sind Ihre Ansprechpartner für hochwertige Güter und<br />

umfassenden Service. Unsere Spezialisten verpacken auf Wunsch direkt<br />

bei Ihnen vor Ort und entsorgen wieder fachgerecht alle Verpackungsmaterialien.<br />

Unser Qualitätsmanagement wird regelmäßig nach ISO 9001 zertifiziert<br />

und ermöglicht Ihnen die uneingeschränkte Konzentration auf<br />

Ihr Kerngeschäft. Gerade im Bereich von Verpackungslösungen ist diese<br />

Zertifizierung keine Selbstverständlichkeit.<br />

Das kontinuierliche Wachstum des Familienbetriebs Schmal Verpackungen<br />

führte im Jahre 1997 zur Einweihung eines komplett neu<br />

errichteten Gebäudekomplexes im Gewerbegebiet Valluhn/Gallin. Hier<br />

arbeiten jeden Tag unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter wie Tischler,<br />

Zimmerleute, Schlosser und Verpackungsspezialisten für unsere Kunden,<br />

planen und fertigen hochwertige Verpackungslösungen aus Holz, Karton,<br />

Kunststoff und anderen Materialien. Unser Portfolio umfasst Export-,<br />

Werks- und Schwergutverpackungen, wir fertigen Sonderpaletten und<br />

Transportverpackungen für unterschiedlichste Maschinen, technische<br />

Anlagen und hochempfindliche Geräte.<br />

We pack things , while others can only wrap them up.<br />

Here at Schmal Verpackungen, we meet your special packaging requirements<br />

with broadly diversified expertise and decades of experience. We<br />

gladly leave simple wrapping to others: we are the people you need for<br />

high-value goods and a comprehensive service. On request, our specialists<br />

pack your goods directly on your premises and subsequently ensure that<br />

all packaging materials are disposed of correctly.<br />

Our quality management is regularly certified to ISO 9001 and allows you<br />

to focus totally on your core business. Such certification cannot always<br />

be taken for granted particularly when it comes to packaging solutions.<br />

The constant growth of our family-owned Schmal Verpackungen resulted<br />

in 1997 in the inaguration of a completely new building complex in the<br />

Valluhn/Gallin business park. Every day, our highly qualified employees<br />

including joiners, carpenters, metalworkers and packaging specialists<br />

work on behalf of our customers here on site, planning and producing<br />

top quality packaging solutions made of wood, cardboard, plastic and<br />

other materials. Our portfolio includes export packaging, proprietary<br />

packaging and heavy lift packaging; we produce special pallets and transport<br />

packaging for all kinds of different machinery, technical systems and<br />

highly sensitive equipment.<br />

Seit mehr als 60 Jahren stellen wir Verpackungen aus Holz her.<br />

We have been producing wooden packaging for more than 60 years.<br />

89 1


müller<br />

Kunststofftechnik GmbH<br />

Unser Familienunternehmen ist Spezialist für die Herstellung und den<br />

Vertrieb von technischen Kunststoffteilen aus Thermoplasten. Unser<br />

Spektrum umfasst Werkzeug- und Modellbau, Spritzgussfertigung sowie<br />

die Herstellung und Montage kompletter Baugruppen für Kunden in<br />

aller Welt. Wir produzieren aktuell auf 17 hochmodernen Spritzgussautomaten<br />

mit Schließkräften von 35 bis 260 Tonnen und mit einem<br />

Spritzgewicht von 1 bis 1300 Gramm.<br />

Unter dem Markennamen „Till Toy“ produzieren wir außerdem hochwertiges<br />

Konstruktionsspielzeug in Kooperation mit den Lebenshilfewerkstätten<br />

in Hagenow, wo die Boxen, Teile und Bausätze verpackt und<br />

zusammengestellt werden.<br />

Our family company has specialised in the production and sales of<br />

technical plastic parts made of thermoplastic. Our range includes tooling<br />

and model construction, injection moulding and the manufacture and<br />

assembly of complete components for customers all over the world. We<br />

currently produce on 17 state-of-the-art injection moulding machines<br />

with clamping forces of 35 to 260 tonnes and injection weights of 1 to<br />

1,300 grams.<br />

Furthermore, under the brand name of “Till Toy” we also produce a top<br />

quality construction toy in cooperation with Hagenow workshop for the<br />

disabled, where the boxes, parts and kits are packed and put together.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1990<br />

Year founded: 1990<br />

Mitarbeiter: derzeit 25<br />

Employees: currently 25<br />

Leistungsspektrum:<br />

Range of services:<br />

Herstellung und Vertrieb von Production and distribution of<br />

technischen Kunststoffteilen technical plastic parts made of<br />

aus unter anderem PP, PE, PS, PP, PE, PS, ABS, PC, PA, PBT,<br />

ABS, PC, PA, PBT, POM, PVC POM, PVC, among others<br />

www.mueller-kunststofftechnik.de<br />

RÄBER ELEKTROTECHNIK<br />

GmbH & Co. KG<br />

Seit mehr als 30 Jahren ist RÄBER ELEKTROTECHNIK Ihr leistungsstarker<br />

Partner mit Standorten in Schwerin, Hamburg und Kiel. Unser<br />

Leistungs spektrum umfasst die objekt- oder projektbezogene Beratung,<br />

Planung, Produktion und Inbetriebnahme von Energieverteilungen<br />

in ganz Deutschland. Natürlich übernimmt unser Team von über 30<br />

qualifizierten Mitarbeitern auch die Wartung und Instandhaltung<br />

Ihrer Anlagen. Außerdem sind wir zugelassener Hersteller von Großzähleranlagen<br />

für den Großraum Hamburg. Zur RÄBER Unternehmensgruppe<br />

gehören auch die Sparten RÄBER Schaltanlagenbau,<br />

RÄBER Kommunikationstechnik und die Bookandplay GmbH.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1992<br />

Mitarbeiter: mehr als 30<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Elektrotechnik<br />

– Schaltanlagenbau<br />

– Kommunikationstechnik<br />

www.raeber.de<br />

Year founded: 1992<br />

Employees: more than 20<br />

Range of services:<br />

– electrical engineering<br />

– switchgear construction<br />

– communications technology<br />

1<br />

RÄBER ELEKTROTECHNIK is your highly efficient electrical<br />

engineering partner based in Schwerin, Hamburg and Kiel for more<br />

than 30 years. Our range of services includes building- or project-related<br />

consulting, planning, production and commissioning of power distribution<br />

systems throughout all of Germany. Needless to say that our team<br />

of more than 30 qualified employees will also maintain and service your<br />

systems. Furthermore, we are an approved manufacturer of bulk power<br />

metering systems for the greater Hamburg region. The RÄBER Group<br />

also in cludes the business units RÄBER Schaltanlagenbau, RÄBER<br />

Kommunikationstechnik and Bookandplay GmbH.<br />

90


BÜTOW Industrie-Elektronik GmbH ist Ihr kompetenter Partner<br />

rund um das Thema elektrische Antriebstechnik bis 690 VAC und<br />

2.500 kW. Unsere Services und Dienstleistungen als Systempartner und<br />

Ingenieurbüro elektrisiert Gewerbe, Industrie und Schiffbau seit 1990.<br />

BÜTOW ist bis heute stetig gewachsen und hat sich zu einem renommierten<br />

Spezialisten rund um die Automatisierungstechnik und speziell<br />

die elektronische Antriebstechnik für Gewerbe, Industrie und Schiffbau<br />

entwickelt.<br />

Unser Leistungsspektrum umfasst:<br />

– Beratung, Planung und Konstruktion kundenspezifischer Lösungen<br />

– Vertrieb von Komponenten und Baugruppen<br />

– Programmierung systemnaher Controller<br />

– Inbetriebnahmeunterstützung<br />

– After-Sales-Service<br />

– Wartung und Reparatur elektrischer Anlagen<br />

– Frequenzumrichter bis 220 kW ab Lager verfügbar<br />

Als kompetente und erfahrene Schnittstelle zwischen dem lokalen Industriemarkt<br />

und der Produzentenbranche werden Kundenanfragen schnell<br />

und gleichermaßen professionell beantwortet.<br />

BÜTOW Industrie-<br />

Elektronik GmbH<br />

BÜTOW Industrie-Elektronik GmbH is your expert partner for all<br />

aspects of electric drive technology up to 690 VAC and 2,500 kW. We<br />

have electrified manufacturing, industry and shipbuilding with our services<br />

and support since 1990. BÜTOW has seen constant growth right<br />

through to the present day, becoming established as a renowned specialist<br />

for automation technology and particularly electric drive technology for<br />

manufacturing, industry and shipbuilding.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1990<br />

Mitarbeiter: 10<br />

Produktbereiche:<br />

– Frequenzumrichtersysteme<br />

für Hybridschiffe<br />

– Frequenzumrichter<br />

bis 2,5 MW<br />

– Softstarter bis 900 kW<br />

– Sensoren<br />

– Industrielle Steckverbinder<br />

www.buetow.com<br />

Year founded: 1990<br />

Employees: 10<br />

Product areas:<br />

– frequency converter systems<br />

for hybrid ships<br />

– frequency converter up to<br />

2.5 MW<br />

– soft starters up to 900 kW<br />

– sensors<br />

– industrial connectors<br />

Our range of services includes:<br />

– consulting, planning and designing customised solutions<br />

– sales of components and assemblies<br />

– programming system-oriented controllers<br />

– initial commissioning support<br />

– after-sales service<br />

– maintenance and repairs of electrical systems<br />

– frequency converters up to 220 kW available ex-stock<br />

We are the expert, experienced interface between the local industrial<br />

market and the producing sector, dealing swiftly and professionally with<br />

customer enquiries.<br />

91 1


KI-PIONIERE AUS<br />

MECKLENBURG<br />

AI pioneers from<br />

Mecklenburg<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

WELF WUSTLICH<br />

Künstliche Intelligenz erleichtert bereits in vielen<br />

Bereichen zahlreiche Aufgaben insbesondere im Alltag<br />

– sowohl in Unternehmen als auch im privaten<br />

Umfeld. Das Unternehmen Planet AI mit Wurzeln<br />

in Schwerin ist ein europäischer KI-Pionier mit über<br />

30 Jahren Erfahrung, von der viele internationale<br />

Unternehmen profitieren.<br />

Milliarden von Dokumenten sind weltweit im Umlauf.<br />

Unvorstellbare Mengen an Informationen auf Papier,<br />

die perspektivisch in digitaler Form zur Verfügung<br />

stehen könnten. „Viele denken, dass ein eingescanntes<br />

Dokument schon Digitalisierung ist. Aber das ist<br />

Quatsch“, sagt Welf Wustlich. „Es geht darum, dass die<br />

Inhalte auch gelesen und verstanden werden und daraus<br />

entsprechende Handlungsanweisungen generiert<br />

werden.“ Die Grundlage für solche automatisierten<br />

Prozesse bietet eine Art künstliches Gehirn, sogenannte<br />

neuronale Netze.<br />

Artificial intelligence is already making numerous<br />

tasks easier in many areas, particularly in everyday<br />

life, both for companies and the private sphere.<br />

Planet AI is a company with roots in Schwerin and a<br />

European AI pioneer with more than 30 years of experience<br />

from which many international com panies<br />

benefit.<br />

There are billions of documents in circulation around<br />

the world with inconceivable amounts of information<br />

on paper that could be made available in digital form<br />

in the future. “Many think that a scanned document<br />

in itself is already digitalisation. But that’s nonsense“,<br />

says Welf Wustlich. “Digitalisation entails reading and<br />

understanding the content in order to generate corresponding<br />

instructions”. Such automated processes are<br />

based on a kind of artificial brain, so-called neural networks.<br />

92


Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der Physiker Welf Wustlich<br />

damit, eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, welche die<br />

kognitiven Fähigkeiten des Menschen im Bereich der Wahrnehmung<br />

nachahmt. Als einer der Gründer des KI-Unternehmens<br />

Planet AI hat er in diesem Bereich bereits beachtliche und mehrfach<br />

international ausgezeichnete Erfolge erzielt. Die zugrundeliegende<br />

Technologie wurde 2018 patentiert. Die sogenannte<br />

PerceptionMatrix ermöglicht es der von Planet AI entwickelten<br />

künstlichen Intelligenz, Informationen vergleichbar zum menschlichen<br />

Gehirn wahrzunehmen und zu verarbeiten und dadurch<br />

ebenso schnell und intelligent zu sein. „Es ist die Grundlage für<br />

unsere Intelligente Dokumentenanalyse, kurz: IDA, mit der wir<br />

die Verarbeitung von Dokumenten revolutioniert haben“, so<br />

Wustlich. Mittlerweile nutzen Postunternehmen und -dienstleister<br />

in ganz Europa die Entwicklung, ebenso die US-Post sowie das<br />

weltweit operierende Kurier- und Logistikunternehmen FedEx.<br />

Die Planet-AI-Software kann<br />

MRT-Bilder zu einem 3D-<br />

Modell zusammen setzen und<br />

bei der Diagnose helfen.<br />

The Planet AI software<br />

can combine MRI images into a<br />

3D model and help with<br />

the diagnosis.<br />

Schon immer hat Welf Wustlich interessiert, was die Welt im<br />

Innersten zusammenhält. An der Universität Rostock bekam<br />

er Anfang der 1990er-Jahre die Gelegenheit, in Projekten zur<br />

Erforschung der Funktion des menschlichen Gehirns mitzuwirken.<br />

„Ich war fasziniert davon, herauszufinden, wie Intelligenz<br />

funktioniert“, erzählt Welf Wustlich heute. Um das zu erreichen,<br />

wurden künstliche Modelle entwickelt, mit denen die natürlichen<br />

Lernprozesse im Gehirn nachgestellt werden konnten.<br />

Eigentlich wollte Welf Wustlich dazu auch seine Doktorarbeit<br />

schreiben. Darauf verzichtete er jedoch zugunsten einer Unternehmensgründung<br />

in Schwerin. Zusammen mit drei Kommilitonen<br />

gründete er 1992 die Planet GmbH, deren Fokus auf der<br />

Planung und Anwendung neuronaler Technologien lag, was sich<br />

auch im Firmennamen widerspiegelt. „In Europa waren wir eines<br />

der ersten Unternehmen, die auf diesem Gebiet ganz vorne mit<br />

dabei waren“, so Wustlich. „Aber wir waren zu frühe Pioniere,<br />

die Zeit war noch nicht reif. Unsere Konzepte waren super, aber<br />

die für die Umsetzung nötigen Ressourcen fehlten.“ So wid mete<br />

sich das Unternehmen zunächst auch anderen Sparten, etwa dem<br />

Bereich der Verkehrsüberwachung. 1996 brachten sie das erste<br />

Radarfilm-Bewertungssystem auf den Markt und wurden damit<br />

führend im deutschsprachigen Raum. Welf Wustlich erinnert<br />

sich, wie dafür extra ein Gerät gebaut wurde, um die damals<br />

noch eingesetzten Negativfilmtrommeln mit einer Kapazität von<br />

1000 Bildern automatisiert digitalisieren zu können. „Die wurde<br />

abends angestellt und am nächsten Morgen war das Material<br />

digital vorhanden und konnte mithilfe unseres Systems ausgewertet<br />

werden.“ Ein Meilenstein Mitte der 1990er-Jahre.<br />

Später kamen Systeme zur Adress- und Etikettenerkennung<br />

auf Postsendungen und Frachtgut hinzu. 2010 begann die Forschungszusammenarbeit<br />

mit der Universität Rostock auf dem<br />

Gebiet der Handschriftenerkennung. Dabei konnten wertvolle<br />

Schriften aus dem europäischen Kulturerbe zugänglich gemacht<br />

werden, mehr als zehn Milliarden Seiten beispielsweise aus europäischen<br />

Kirchenbüchern. Es handelte sich um Dokumente ab<br />

dem 16. Jahrhundert, einer Zeit, in der es die sogenannte Kurrentschrift<br />

gab, für die aber keine allgemeingültigen Regeln existier-<br />

Physicist Welf Wustlich has been busy for more than 30 years at<br />

developing an artificial intelligence that imitates human cogni tive<br />

capabilities in the area of perception. As one of the founders of<br />

the artificial intelligence company Planet AI, he has already seen<br />

impressive success in this field and received several inter national<br />

awards. The basic technology was patented in 2018. With the<br />

so-called PerceptionMatrix, the artificial intelligence developed<br />

by Planet AI works like the human brain in perceiving and<br />

processing information, making it just as quick and intelligent.<br />

“This is the basis for our intelligent document analysis, or IDA for<br />

short, that has revolutionised the way documents are processed”,<br />

says Wustlich. Postal companies and service providers throughout<br />

Europe now use the development, as well as the US Postal Service<br />

and the global courier and logistics company FedEx.<br />

Welf Wustlich always wanted to know what holds the world<br />

together on the inside. In the early 1990s, he was given an opportunity<br />

at Rostock University to get involved in a research project<br />

about the human brain. “Finding out how intelligence works<br />

fascinated me”, says Welf Wustlich today. To achieve this, artificial<br />

models were developed to replicate natural learning processes<br />

in the brain.<br />

In fact, Welf Wustlich wanted to make this the topic of his doctoral<br />

thesis. But he waived a possible doctorate and instead took<br />

the chance to set up a company in Schwerin. Together with three<br />

fellow students, he founded Planet GmbH in 1992 with a focus<br />

on planning and using neural technologies, as reflected in the<br />

company name. “We were one of the first companies in Europe<br />

to be at the cutting edge of these developments”, says Wustlich.<br />

94


“But we were ahead of our time. Our concepts were great, but the<br />

resources necessary to put them into practice weren’t available”.<br />

Instead, the company initially turned its attention to other fields,<br />

such as traffic monitoring. In 1996, they launched the first radar<br />

film assessment system, putting themselves in a leading position<br />

in the German-speaking market. Welf Wustlich remembers that<br />

a device was made especially for automated digitalisation of the<br />

negative film drums that were still being used back then with<br />

capacity for 1,000 images. “The machine was switched on in the<br />

evening. Next morning the material was available in digital form<br />

and ready for evaluation by our system”. A milestone in the mid-<br />

1990s.<br />

ten. „Nur noch wenige Menschen sind heute überhaupt noch in<br />

der Lage, diese alten Schriften zu lesen“, erzählt Welf Wustlich.<br />

„Nach dem Scannen konnte die KI das Dokument schnell und<br />

vollständig erschließen und helfen, die Schriften zu entziffern.<br />

Ohne KI wäre das sicher nicht möglich gewesen.“<br />

Auch im Medizinbereich werden erfolgreich Entwicklungen der<br />

Planet AI eingesetzt, etwa bei der Auswertung radiologischer<br />

Daten, insbesondere klinischer Bilder aus der Magnetresonanztomographie<br />

(MRT). So kann die Planet-AI-Software die<br />

MRT-Bilder zu einem 3D-Modell zusammensetzen und über<br />

Ab weichungen zum statistischen Mittel Hinweise zur Diagnose<br />

liefern. Weil die Software über viele Tausend Daten von Wirbelsäulen<br />

verfügt, findet sie schnell mögliche Fehlstellungen.<br />

2019 hat Planet AI außerdem das Forschungsprojekt „Doctor<br />

AI“ zur intelligenten Bild- und Dokumentenanalyse für<br />

Anwendungen im Gesundheitswesen in Kooperation mit der<br />

Universitätsmedizin Rostock gestartet. Ziel war es, Zusammenhänge<br />

zwischen medizinischen Daten zu erkennen und Ärzten<br />

mit Software-Empfehlungen zur Prävention und Behandlung<br />

von Patienten mit Herzrhythmusstörungen zu geben, um damit<br />

einen Beitrag zur Verhinderung von Schlaganfällen zu leisten. Um<br />

das KI-System im medizinischen Bereich fortlaufend mit entsprechender<br />

Fachexpertise weiterzuentwickeln, unterhält Planet<br />

AI umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskooperationen<br />

mit vielen Unikliniken und Wissenschaftseinrichtungen im gesamten<br />

norddeutschen Raum.<br />

Copyright: Anna Shvets/pexels.com<br />

Later on, this was followed by systems for detecting addresses and<br />

labels on mail consignments and freight. In 2010, the company<br />

started pursuing research into handwriting recognition with<br />

Rostock University. They succeeded in making valuable writings<br />

from European cultural heritage accessible, including more than<br />

ten billion pages of European church records, for example. This<br />

refers to documents from the 16th century, a period in which the<br />

so-called cursive script already existed but without any generally<br />

valid rules. “There are only a few people today who are still able<br />

to read these old writings”, says Welf Wustlich. “After scanning<br />

the document, AI then deciphers it quickly and completely, thus<br />

helping to make out what the writings say. That would never have<br />

been possible without AI.”<br />

Developments by Planet AI have also been successful in the field<br />

of medicine, such as evaluating radiological data, especially clinical<br />

pictures obtained by magnetic resonance imaging (MRI). The<br />

Planet AI software creates a 3D model from the MRI pictures,<br />

with deviations from the statistical average leading to diag noses.<br />

The software quickly detects possible spinal malalignments<br />

thanks to the many thousands of spinal column data at its disposition.<br />

Furthermore, in 2019 Planet AI started the “Doctor AI” research<br />

project into intelligent image and document analysis for healthcare<br />

applications in cooperation with the University Medical<br />

Centre Rostock. The aim was to recognise correlations between<br />

medical data and to use software to give doctors recommendations<br />

for the prevention and treatment of patients with cardiac<br />

arrhythmia, thus making a contribution to stroke prevention.<br />

When it comes to research and development, Planet AI co operates<br />

on a large-scale with many university hospitals and scientific<br />

institutions throughout North Germany for ongoing further<br />

development of the AI system with corresponding professional<br />

expertise in the medical sector.<br />

“At first sight, our applications might seem as diverse as a “pickand-mix”<br />

bag, grins Wustlich. “But actually, the technological<br />

basis of our AI is the common denominator. It’s always a case<br />

evaluating images, videos or documents, understanding the<br />

95


„Die Vielfalt unserer Anwendungen mag im ersten Moment<br />

etwas wie ein Bauchladen anmuten“, so Wustlich schmunzelnd.<br />

„Aber im Grunde eint sie alle die technologische Basis unserer KI.<br />

Immer geht es darum, Bilder, Videos oder Dokumente auszuwerten,<br />

deren Information zu verstehen und in einen Zusammenhang<br />

zu bringen.“ So fungieren die KI-Systeme von Planet AI als<br />

Assistenzsysteme, die anhand der vorliegenden Daten qualifizierte<br />

Vorschläge für die weitere Vorgehensweise machen und<br />

damit viel Zeit und Arbeit sparen, um zum Beispiel auch Personal<br />

zu entlasten. Dieses habe dadurch mehr Zeit, etwa für die Patienten.<br />

Außerdem würden Flüchtigkeitsfehler vermieden.<br />

Die Steigerung von Effizienz und Qualität ist für Welf Wustlich<br />

ein wichtiger Effekt von Künstlicher Intelligenz. „Es ist die größte<br />

Technologie, die die Menschheit entwickelt hat“, sagt er. „Und es<br />

wird auch die letzte sein, denn danach wird hier die KI einspringen.“<br />

Auf die Frage, ob dies nicht eine beängstigende Aussicht sei,<br />

antwortet der 57-Jährige: „Selbst, wenn es keine gute Idee wäre,<br />

KI weiterzuentwickeln, wäre dieser Prozess nun nicht mehr zu<br />

stoppen. Wir können nur dafür sorgen, dass die richtigen Dinge<br />

damit gemacht werden.“ Die größte Gefahr gehe seiner Ansicht<br />

nach vor allem von einer missbräuchlichen Verwendung aus. Das<br />

müsse natürlich verhindert werden. Aber Wustlich mag nicht<br />

schwarzmalen. „KI hilft uns bei Problemen, für die wir heute<br />

keine Lösung haben. Da wird in den nächsten Jahren noch ganz<br />

viel passieren und Einflüsse in ganz vielen Bereichen entfalten.<br />

Dabei wollen wir gerne mitmachen.“<br />

Zusammen mit Jesper Kleinjohann hat Welf Wustlich die Planet<br />

AI im Jahr 2015 als Tochtergesellschaft der Schweriner Planet<br />

GmbH in Rostock gegründet. Angefangen mit zwei Mitarbeitern<br />

sind es heute über 40. Viele davon sind Absolventen der Universität<br />

Rostock, mehrere sind promoviert. Sie sind vor allem im<br />

Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. Um die anwendungsorientierte<br />

KI-Forschung auch im internationalen Vertrieb<br />

zukunftsfähig aufzustellen, beteiligte sich im Oktober 2023 die<br />

Bechtle AG mit Sitz in Neckarsulm mit 51 Prozent der Unternehmensanteile<br />

an Planet AI. „Für uns war das ein wichtiger Schritt,<br />

um unser Wachstum zu beschleunigen und einen breiten Zugang<br />

zum Markt zu erhalten“, erklärt Welf Wustlich die Beweggründe<br />

zur Beteiligung des weltweit agierenden schwäbischen Unternehmens<br />

mit mehr als 14.800 Mitarbeitenden. „Mit der Vertriebsstärke<br />

von Bechtle und unserer Technologie bringen wir zukunftsweisende<br />

Lösungen zu den Kunden.“<br />

Dass die Anwendungen auch weiterhin einen Bezug zu alltäglichen<br />

Lebensbereichen und Herausforderungen behalten<br />

werden, zeigt die aktuelle Beteiligung der Planet AI an einer<br />

Ausschreibung zur Wiederherstellung der noch immer nur in<br />

Schnipselform vorliegenden Stasi-Akten. Die vom Ministerium<br />

für Staatssicherheit (MfS) der DDR 1989 zum Teil per Hand<br />

in kleinste Stücke zerrissenen Unterlagen der Stasi wurden nach<br />

dem Fall der Mauer in vielen tausend Säcken gesichert, mit jeweils<br />

mehreren zehntausend Schnipseln Inhalt. Hunderte Millionen<br />

von Schnipseln müssten zunächst sortiert und in Zusammenhang<br />

gebracht werden, bevor sie gelesen und analysiert werden können.<br />

„Wir haben schon Tests dazu bei uns im Labor gemacht und sind<br />

nun gespannt, ob wir den Zuschlag für das Projekt erhalten“, so<br />

Welf Wustlich.<br />

information and putting it into context.” The Planet AI systems<br />

function as assistants that use existing data to make qualified<br />

suggestions for how to proceed, thus saving time and money to<br />

relieve the pressure on employees, for example. Staff then have<br />

more time for patients, for instance. Careless mistakes can also be<br />

avoided.<br />

Welf Wustlich sees enhanced efficiency and quality as being an<br />

important effect of artificial intelligence. “It’s the greatest technology<br />

developed by mankind”, he says. “And it’ll be the last too,<br />

because AI will take things from here.” When asked whether this<br />

worries him, the 57-year-old replies: “Even if it weren’t a good idea<br />

to continue developing AI, it’s now no longer possible to stop<br />

the process. All we can do is to make sure AI is used to do the<br />

right things.” In his opinion, the greatest risk is posed above all by<br />

improper use. This naturally has to be prevented. But Wustlich<br />

doesn’t like to be pessimistic. “AI helps us with problems that we<br />

can’t solve today. A lot of things are going to happen here in the<br />

next few years, having an impact on a great many areas. We want<br />

to be part of that.”<br />

Welf Wustlich and Jesper Kleinjohann founded Planet AI in<br />

Rostock in 2015 as a subsidiary of Planet GmbH in Schwerin.<br />

The workforce has grown from just two at the start to more<br />

than 40 today, including graduates from Rostock University,<br />

several of them with a PhD. They mainly work in research and<br />

development. In order to ensure that applied AI research remains<br />

a viable option for the future, also in terms of international sales,<br />

in October 2023, 51 percent of the shares in Planet AI were<br />

acquired by Bechtle AG based in Neckarsulm. “This was an important<br />

step for us to accelerate our growth and give us broad<br />

access to the market”, says Welf Wustlich, explaining why they<br />

joined forces with the global company from South Germany that<br />

has a workforce of more than 14,800 employees. “With Bechtel’s<br />

sales strength and our tech nology, we can offer trend-setting<br />

solutions for our customers.“<br />

As a demonstration of how the company’s applications continue<br />

to be relevant to everyday things and challenges, Planet<br />

AI is currently bidding for a tender to reconstitute the still<br />

shredded Stasi files. After the Berlin Wall came down, the Stasi<br />

documents that had been torn into tiny fragments partly by hand<br />

by the GDR Ministry for State Security in 1989 were kept safe<br />

in many thousands of sacks, each containing tens of thousands<br />

of shredded pieces. Hundreds of millions of such snippets first<br />

need to be sorted and put into context before they can be read<br />

and analysed. “We’ve already carried out some laboratory tests and<br />

are now waiting to see whether we’ll be awarded the project”, says<br />

Welf Wustlich.<br />

96


Copyright: JMarques/AdobeStock.com<br />

Die Steigerung von Effizienz und Qualität ist ein<br />

wichtiger Effekt von Künstlicher Intelligenz.<br />

Increasing efficiency and quality is an<br />

important effect of artificial intelligence.<br />

97


BESTE BEDINGUNGEN<br />

FÜR START-UPS<br />

Ideal conditions<br />

for start-ups<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

Mach was du liebst. Um den Rest kümmern wir<br />

uns! Der Slogan beschreibt ziemlich genau, was<br />

Grün derinnen und Gründer im Technologie- und<br />

Gewerbezentrum Schwerin/Wismar (TGZ) erwarten<br />

können. Gerade innovative Start-ups finden hier<br />

beste Bedingungen, um ihre Gründung zu starten<br />

und voranzutreiben.<br />

Thomas Möller kommt gerade von der Baustelle<br />

nebenan. Von Anfang an betreut er die Errichtung von<br />

Haus 7, ein wuchtiger Bau entlang der Hagenower<br />

Straße in Schwerin am Standort des TGZ. Dieses wurde<br />

im Sommer 2024 nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet.<br />

Wenn Thomas Möller davon berichtet, ist ihm die<br />

Begeisterung für das Projekt anzumerken. Jeden Bauschritt<br />

hat er begleitet, jede Herausforderung gemeistert,<br />

jeden Erfolg gefeiert. Nun berichtet er stolz von den<br />

hellen, lichtdurchfluteten Büroeinheiten auf insgesamt<br />

1800 Quadratmetern, Produktionsflächen auf 1500<br />

Quadratmetern in den beiden unteren Geschossen,<br />

dem großen Konferenzraum im obersten Stockwerk,<br />

inklu sive Dachterrasse. Schon im Mai vor der Eröffnung<br />

waren die Produktionsflächen im Untergeschoss<br />

bereits vollständig vermietet. Die Nachfrage ist groß.<br />

Am Standort Schwerin hat das TGZ seine momentane<br />

Kapazitätsgrenze erreicht. Der Neubau soll mehr<br />

Raumangebot für Gründerinnen und Gründer sowie<br />

für das Wachstum bestehender Unternehmen bieten.<br />

Do what you want to do. We’ll take care of the rest.<br />

The slogan is a pretty good description of what<br />

young entrepreneurs can expect from Schwerin/<br />

Wismar Technology and Commercial Centre (TGZ).<br />

Innovative start-ups in particular will find it offers<br />

ideal conditions for starting and growing their<br />

businesses.<br />

Thomas Möller has just returned from the construction<br />

site next door. Right from the start he’s been supervising<br />

the construction of House 7, a massive building at<br />

the TGZ site on Hagenower Straße in Schwerin. The<br />

TGZ opened its doors in summer 2024 after a two-year<br />

construction period. Thomas Möller’s enthusiasm for<br />

the project shines through when he talks about it. He<br />

has accompanied every building phase, mastered every<br />

challenge, celebrated every successful achievement. Now<br />

he proudly reports from the bright office units flooded<br />

with light on a total of 1,800 square metres, production<br />

areas covering 1,500 square metres on the two lower<br />

floors and the large conference room on the top floor,<br />

including a rooftop terrace. The lower-level production<br />

areas were already fully let back in May, well before<br />

the actual opening. The demand is great. The existing<br />

TGZ site in Schwerin has reached its current capacity<br />

limits. The new building aims to offer more space for<br />

young entrepreneurs and for the growth of existing<br />

companies.<br />

THOMAS MÖLLER<br />

98


Vor allem für technologieorientierte Firmen sind die TGZ-Standorte<br />

in Schwerin und Wismar Anlaufpunkt. „Unsere Aufgabe<br />

ist es, optimale Rahmenbedingungen für die Ansiedlung neuer<br />

Unternehmen zu schaffen“, sagt Thomas Möller, der seit 2023<br />

Geschäftsführer des TGZ ist, welches 1990 als Verein gegründet<br />

worden ist. Neben der Landeshauptstadt Schwerin, der Hansestadt<br />

Wismar und der Hochschule Wismar sind heute auch einige<br />

im TGZ-Bereich angesiedelte Unternehmen Mitglieder. Darunter<br />

die Planet IC GmbH, die vor fast 30 Jahren selbst ihren Weg<br />

im TGZ begonnen hat. Gründer Andreas Scher wollte eigentlich<br />

promovieren. Mit zwei Kommilitonen hatte er ein Thesenpapier<br />

für eine Promotion zur Bilderkennung mit neuronalen Netzen<br />

verfasst, welches schließlich im Schweriner Wirtschaftsministerium<br />

landete. Überredet, aus der Idee eine Geschäftsidee zu<br />

machen, war die Unternehmensentwicklung fortan eng mit dem<br />

Technologie- und Gewerbezentrum verbunden. „Planet IC ist<br />

tatsächlich eines unserer Unternehmen der ersten Stunde hier im<br />

TGZ“, sagt Thomas Möller. Aus der Gründungsidee entwickelte<br />

sich eine der größten Digitalagenturen in Norddeutschland und<br />

ein IT-Dienstleister mit eigenem zertifizierten Rechenzentrum<br />

in Schwerin. Dabei haben sie direkt einen Teil zur Entwicklung<br />

des Technologiezentrums in Schwerin beigetragen, denn dank ihnen<br />

gab es schnell Internet am Schweriner Standort, der auf dem<br />

Gelände einer ehemaligen Kaserne angesiedelt wurde. Möglich<br />

war dies, weil die Firma damals eines der wenigen Unternehmen<br />

in <strong>Westmecklenburg</strong> war, das eine Förderung für Spitzentechnologie<br />

von der Bundesregierung erhalten hatte.<br />

Heute ist der Standort längst gewachsen. Zu dem ursprünglich<br />

einen Gebäude sind weitere dazugekommen. Stück für Stück<br />

wurde das Gelände weiterentwickelt, neue Gebäude errichtet,<br />

weitere Flächen erschlossen. Darauf haben Firmen, die im TGZ<br />

gestartet sind, zum Teil eigene Häuser gebaut, sich dauerhaft<br />

angesiedelt. 16 Hektar zählt der Technologiepark in Schwerin.<br />

Am Standort Wismar ist die Entwicklung ähnlich. Direkt am<br />

alten Holzhafen befinden sich drei Gebäude mit Büro-, Laborund<br />

Produktionsflächen mit einer vermietbaren Fläche von fast<br />

11.000 Quadratmetern. Beim Rundgang ums Haus kann man<br />

die frische Ostseeluft genießen, Möwen schwirren in der Luft,<br />

das Wasser ist zum Greifen nah. Auch die Goertz Möbelmanufaktur<br />

hat hier gestartet, später eine Fläche in unmittelbarer Nähe<br />

gekauft und neu gebaut, um sich zu ver größern. Über die letzten<br />

drei Jahrzehnte haben fast 500 Firmen die Infrastruktur des TGZ<br />

in Schwerin und Wismar genutzt. „Nur 31 davon sind in den vergangenen<br />

34 Jahren insolvent gewesen“, betont TGZ-Geschäftsführer<br />

Thomas Möller. „Das ist ein sehr gute Quote.“<br />

Als einen der größten Vorteile nennen die ansässigen Firmen die<br />

flexiblen Mietstrukturen. Mindestens vier Jahre lang erhalten<br />

vorrangig kleine und innovative Unternehmen besonders günstige<br />

Mietbedingungen. Auf bis zu acht Jahre kann dieser wirtschaftliche<br />

Vorteil verlängert werden, wenn die Voraussetzungen<br />

stimmen. Über die Auswahl der Unternehmen entscheidet der<br />

TGZ-Vorstand. Bei Engpässen können Räume flexibel gekündigt,<br />

bei mehr Platzbedarf neue dazu gemietet werden. Konferenz- und<br />

Beratungsräume sind temporär verfügbar, dazu beste technische<br />

Infrastruktur. „Ein Glasfasernetz haben wir schon seit Jahren“,<br />

Das Technologiezentrum in Schwerin<br />

mit seinen eigenen Gebäuden,<br />

direkt am Ostorfer See. Im<br />

Hintergrund ist der Neubau<br />

von Haus 7 erkennbar.<br />

The technology centre in<br />

Schwerin with its own buildings,<br />

directly on Ostorfer See. The<br />

new building of House 7 can<br />

be seen in the background.<br />

Technology-oriented companies in particular use the TGZ sites<br />

in Schwerin and Wismar as a starting point. “Our task is to create<br />

ideal general conditions where new companies can settle”, says<br />

Thomas Möller. Since 2023, he has been CEO of the TGZ which<br />

was founded as an association in 1990. In addition to the state<br />

capital Schwerin, the Hanseatic port Wismar and Wismar University,<br />

the members today also include companies that have<br />

settled in the TGZ region. These include Planet IC GmbH, a<br />

com pany that began its own journey in the TGZ nearly 30 years<br />

ago. Founder Andreas Scher had actually intended to get his PhD.<br />

Working with fellow students, he had produced a thesis paper to<br />

do a doctorate about image recognition with neural networks,<br />

which eventually landed in the Ministry for Economic Affairs in<br />

Schwerin. After being persuaded to turn his idea into business, the<br />

company’s development was then closely linked with the Technology<br />

and Commercial Centre. “Planet IC is actually one of our<br />

very first companies here in the TGZ”, says Thomas Möller. The<br />

initial business idea turned into one of North Germany’s largest<br />

digital agencies and an IT service provider with their own certified<br />

data centre in Schwerin. They even made a direct contribution<br />

to the development of Schwerin Technology Centre, because it<br />

was thanks to them that high-speed internet became available at<br />

the site in Schwerin, which was based on the premises of former<br />

army barracks. This was possible because in those days, the company<br />

was one of the few firms in Western Mecklenburg to receive<br />

funding for cutting-edge technology from the German government.<br />

Meanwhile the site has really grown. The original single building<br />

has now been joined by others. The premises went through<br />

100


gradual further development, with new buildings being constructed<br />

and new areas made available. Some companies that<br />

started in the TGZ have settled here permanently in their own<br />

buildings. Schwerin Technology Park covers 16 hectares. The corresponding<br />

site in Wismar has gone through similar development.<br />

Three buildings with office, laboratory and production space<br />

with a rentable area of almost 11 ,000 square metres are located<br />

directly on Alter Holzhafen. Visitors will enjoy the fresh Baltic<br />

breeze with seagulls hovering in the air and the water within reach.<br />

Goertz Möbelmanufaktur also began here before purchasing<br />

land in the immediate vicinity to build their own premises that<br />

would allow them to grow. Over the last three decades, nearly 500<br />

com panies have used the TGZ’s infra structure in Schwerin and<br />

Wismar. “Only 31 of them went bankrupt in 34 years”, emphasises<br />

TGZ CEO Thomas Möller. “That’s a very good ratio.”<br />

sagt Thomas Möller. „Dazu ist auf dem ganzen Gelände die<br />

Datenübertragung mit IPv6 möglich, bisher war das für uns ein<br />

Alleinstellungsmerkmal in der Region.“ Gerade für Firmen aus<br />

dem Technologiebereich sei diese Highspeed-Internet-Nutzung<br />

wichtige Standortvoraussetzung. Dazu kommt ein arbeitnehmerfreundliches<br />

Umfeld, welches das TGZ stets im Auge hat. Neben<br />

einer Kantine im Haus, Fahrradständern und der Bushaltestelle<br />

vor der Tür, gehört mittlerweile auch eine Kindertagespflege zum<br />

Standort Schwerin. Zwei Tagesmütter betreuen hier in einem<br />

Gebäude mitten auf dem Gelände mehrere Kinder. Möglichkeiten<br />

zum Spazieren gibt es auf dem ruhigen Gelände mit vielen<br />

Grünflächen und Baumbewuchs reichlich.<br />

Aber auch für das Geschäftliche hält das TGZ umfangreiche<br />

Services vor, etwa Empfang, Telefonzentrale, Postservice sowie<br />

eine Druckerei im Haus. „Wir versuchen bewusst, entsprechende<br />

Angebote hier anzusiedeln“, sagt Thomas Möller. Auch<br />

Carsharing ist möglich. Ein wichtiger Punkt sei die kostenlose<br />

Gründungsberatung, die von der 100%-igen TGZ-Tochter ATI<br />

<strong>Westmecklenburg</strong> direkt im Haus stattfindet. Dabei erhalten<br />

Gründerinnen und Gründer auch Unterstützung bei der Erstellung<br />

von Machbarkeitsstudien oder Förderanträgen. Für<br />

die Zeit vor der Gründung gibt es kostenlose Vorgründerbüros,<br />

nach der Gründung zahlen Startups ein halbes Jahr lang nur den<br />

halben Mietpreis, inklusive Telefon und Internet. Möglich ist die<br />

gute Betreuung der Unternehmen vor Ort durch ein eingespieltes<br />

TGZ-Team. Einige Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten dabei,<br />

kennen die Abläufe genau, sind stets kompetente Ansprechpartner<br />

für die Unternehmen mit all ihren Anliegen und Herausforderungen,<br />

sind die freundlichen Gesichter am Empfang, halten<br />

die Gebäude instand.<br />

Copyright: TGZ Schwerin/Wismar<br />

The companies based here name the flexible rental structures<br />

as one of the main advantages. Primarily small and innovative<br />

companies receive particularly favourable rental conditions for<br />

a period of at least four years. If the prerequisites are met, this<br />

financial advantage can be extended to up to eight years. The TGZ<br />

Board decides which companies are chosen. Rental agreements<br />

for rooms can be terminated flexibly when the need arises, or new<br />

rooms added if more space is required. Conference and consulting<br />

rooms are available on a temporary basis, equipped with state-ofthe-art<br />

technical infrastructure. “We’ve had a fibre-optic network<br />

for years now”, says Thomas Möller. “Furthermore, data transfer<br />

with IPv6 is possible on the entire premises: up to now, that has<br />

been one of our unique selling points here in the region.” Highspeed<br />

internet is a key site prerequisite particularly for technology<br />

companies. Worker-friendly surroundings are another point the<br />

TGZ always keeps in mind. Besides an in-house canteen, bi cycle<br />

stands and a bus stop right outside the door, the Schwerin site<br />

meanwhile also offers a nursery, with two child minders looking<br />

after several children in a building in the middle of the premises.<br />

Plenty of grassy areas and trees offer opportunities to go for walks<br />

without actually having to leave the peaceful grounds.<br />

On the other hand, the TGZ also provides a wide range of in-house<br />

business services, such as reception, a switchboard, postal service<br />

and print shop. “We deliberately try to establish corresponding<br />

possibilities here on site”, says Thomas Möller. Car-sharing is also<br />

possible. Free start-up advice is an important aspect, available from<br />

TGZ’s wholly owned subsidiary ATI <strong>Westmecklenburg</strong> right here<br />

on the premises. Young entrepreneurs are also given assistance in<br />

drawing up feasibility studies or funding requests. Free pre-startup<br />

offices are available before a business is founded, while only<br />

half the rent including telephone and internet is charged for six<br />

months after the start-up has taken place. An experienced TGZ<br />

team takes good care of the companies on site. Some team members<br />

have been doing this for decades and know exactly how the<br />

procedures work. They are the constant, expert go-to people for<br />

the companies with all their concerns and chal lenges, the friendly<br />

faces who man the reception desk and the magic hands behind the<br />

scenes that keep the buildings fit for purpose.<br />

101


Neben der Ansiedlung ist auch das Wachstum der gegründeten<br />

Unternehmen ein wichtiges Ziel des TGZ. Viele Unternehmen,<br />

die hier gegründet wurden, sind mittlerweile national<br />

und inter national erfolgreich. Nicht wenige sind dem Standort<br />

treu geblieben. Dazu gehört zum Beispiel der IT-Dienstleister<br />

Trebing+Himstedt. Die Entwicklungen der Experten<br />

für Digitalisierung und Prozessautomation sind im weltweiten<br />

Einsatz, insbesondere bei großen Anlagenbetreibern und Automobilzulieferern.<br />

Direkt nebenan hat der Medizintechnikhersteller Hoffrichter<br />

seinen Sitz, ebenso Heyer Medical und die Human Med AG.<br />

Neben den Bereichen Medizintechnik und Informatik haben<br />

sich auch mehrere Unternehmen aus dem Bereich Sensorik<br />

und Maschinenbau angesiedelt. Die meisten von ihnen sind<br />

ganz klein gestartet und haben sich Erfolg und Standing Stück<br />

für Stück erarbeitet. Einer von ihnen ist Felix Lange, Gründer<br />

des Langefreunde Design Studios, das vor kurzem ebenfalls ein<br />

eigenes Gebäude im Technologiepark bezogen hat. „Sein Beispiel<br />

zeigt, dass jeder es hier schaffen kann“, betont Thomas Möller,<br />

sichtlich beeindruckt vom Durchhaltevermögen und der Beharrlichkeit,<br />

mit der Diplom-Designer Felix Lange sein Unternehmen<br />

seit über zehn Jahren vorangebracht hat.<br />

Auch vom Standort Wismar gibt es solche Erfolgsgeschichten zu<br />

berichten. Vor zwei Jahren hat hier die Firma Elomatic Maritime<br />

Technologies gestartet. Heute hat das Ingenieur- und Beratungsbüro<br />

für Schiffsentwicklung 22 Mitarbeiter und ist Mieter von<br />

zwei Büroetagen.<br />

Mehr solcher Unternehmensentwicklungen sollen nun im neuen<br />

Haus 7 in Schwerin möglich werden. „Es ist definitiv unser bestes<br />

Haus“, sagt Geschäftsführer Möller. „Schließlich sind 30 Jahre<br />

TGZ-Erfahrung hier hineingeflossen.“<br />

Apart from encouraging businesses to settle here, another<br />

important objective for the TGZ is for these companies to grow.<br />

Many businesses founded here are now successful on the national<br />

and international stage. More than just a few have remained loyal<br />

to their location. These include for example the IT pro vider<br />

Trebing+Himstedt. Developments created by the experts for<br />

digitalisation and process automation are in use all over the world,<br />

particularly with large-scale plant operators and auto motive<br />

suppliers.<br />

Right next door are the headquarters of medical technology<br />

manufacturer Hoffrichter, together with Heyer Medical<br />

and Human Med AG. Alongside the medical technology and<br />

computer science sectors, companies settling here also include<br />

several firms from the sensors and mechanical engineering industry.<br />

Most of them started on a very small scale and have worked<br />

bit by bit to establish a successful standing. One of them is Felix<br />

Lange, founder of Langefreunde Design Studio, which recently<br />

moved into its own building in the Technology Park. “His example<br />

shows that anyone can make it here”, emphasises Thomas<br />

Möller, visibly impressed by the endurance and persistence with<br />

which graduate designer Felix Lange drove his company forward<br />

over a period of more than ten years.<br />

The Wismar site can also tell similar success stories. Elomatic<br />

Maritime Technologies is a company that was launched here two<br />

years ago. Today the engineering and consulting firm for ship<br />

development has 22 employees and rents two storeys of offices.<br />

The new House 7 in Schwerin should now facilitate more<br />

company developments along similar lines. “It is definitely our<br />

best property”, says CEO Möller. “After all, it embodies 30 years<br />

of TGZ experience.”<br />

102


Copyright: TGZ Schwerin/Wismar<br />

Technologie- und Gewerbe zentrum in Wismar: Im Vordergrund<br />

mit dem vom französischen Star-Architekten Jean Nouvel entworfenen<br />

Flaggschiff und dem Technologiepark mit mehrere<br />

eigenen Firmenansiedlungen, sowie zwei weiteren TGZ Gebäuden.<br />

Technology and business centre in Wismar: In the foreground with<br />

the flagship building designed by french architect Jean Nouvel and<br />

the technology park with several company settlements and two<br />

other TGZ buildings.<br />

103


ds automation gmbh<br />

1<br />

Schallsensoren von ds automation GmbH sorgen dafür, dass Kaffeemaschinen<br />

und Winkelschleifer ruhig laufen, nur dicht verschlossene Bierflaschen<br />

und Konservengläser in den Handel kommen und Späne oder<br />

Glasscherben nicht in Nahrungsmittel gelangen. Auch in vielen anderen<br />

Produkten und Produktionsprozessen weltweit – etwa in Werkzeugmaschinen,<br />

Seezeichen, Windkraftanlagen oder Gabelstaplern – sorgen<br />

Elektronikprodukte von ds für zuverlässige Funktion und gesicherte Produktqualität.<br />

Die Elektronik-Fertigungslinie von ds automation GmbH<br />

produziert sowohl eigene Sortimente als auch im Kundenauftrag. Die<br />

ds automation GmbH hat heute eine Reihe technologisch führender<br />

Sen sorikprodukte mit einzigartigen Eigenschaften im Portfolio.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1997<br />

Mitarbeiter: 10<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Elektronikentwicklung<br />

und ­produktion<br />

– Gerätebau<br />

– Schallsensorik<br />

– Automatisierungskomponenten<br />

www.dsautomation.de<br />

Year founded: 1997<br />

Employees: 10<br />

Range of services:<br />

– electronic development<br />

and production<br />

– device production<br />

– sound sensors<br />

– automation components<br />

Sound sensors by ds automation GmbH make sure that coffee makers and<br />

angle grinders don’t make a lot of noise, only tightly sealed bottles of beer<br />

and jars of preserved food land on the supermarket shelves, and that there are<br />

no chippings or pieces of broken glass in food products. There are also many<br />

other products and production processes all over the world where electronic<br />

products by ds safeguard product quality and keep things working reliably,<br />

for example in machine tools, sea marks, wind turbines or forklift trucks.<br />

The electronic production line at ds automation GmbH manufactures<br />

both the company’s own range and also takes on contract manufacturing<br />

for customers. ds automation GmbH’s portfolio today includes a number<br />

of sensor products with unique features at the cutting edge of technology.<br />

Logic Way GmbH<br />

Die Logic Way GmbH in Schwerin verkauft und betreut seit 1997<br />

Systeme für die Zeiterfassung, Zutrittskontrolle und Betriebsdatenerfassung<br />

von AIDA ORGA – einem der renommiertesten Hersteller in<br />

Deutschland mit über 10.000 Referenzen in allen Branchen, davon allein<br />

3.500 im Öffentlichen Dienst.<br />

In einem zweiten Geschäftsbereich werden kundenspezifische Softwareund<br />

Elektronik-Lösungen entwickelt und produziert. Das Spektrum<br />

reicht von kleinen, anspruchslosen Datenerfassungsgeräten bis zu<br />

leistungsfähigen Linux-Terminals mit vielfältigen Kommunikationsschnittstellen.<br />

Since 1997, Logic Way GmbH in Schwerin has been selling and servicing<br />

systems for time recording, access control and production data collection<br />

by AIDA ORGA, one of the best-known manufacturers in Germany<br />

with more than 10,000 references in all sectors of the economy, in cluding<br />

3,500 alone in the public sector.<br />

A second division develops and produces customised software and<br />

electronics solutions. The range extends from small, undemanding data<br />

recording devices through to efficient Linux terminals with diverse<br />

communication interfaces.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1997<br />

Mitarbeiter: 16<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Zeiterfassung, Zutrittskontrolle,<br />

Betriebsdatenerfassung<br />

– organisationsunterstützende<br />

Softwareprodukte<br />

– kundenspezifische<br />

Entwicklungen<br />

– Systemtechnik/Elektronik<br />

www.logicway.de<br />

https://logicway.de<br />

1<br />

Year founded: 1997<br />

Employees: 16<br />

Range of services:<br />

– time recording, access<br />

control, production data<br />

collection<br />

– organisational software<br />

products<br />

– customised developments<br />

– system technology/<br />

electronics<br />

104 1


HW Leasing GmbH<br />

Ihr finanzstarker Partner in der Region!<br />

Wer sind wir?<br />

Die HW Leasing GmbH ist ein starker Partner in der Region <strong>Westmecklenburg</strong><br />

mit Sitz in Wismar und gehört mit 76 Mitarbeitern und einem<br />

Mietvolumen von 645 Mio. Euro zu den größten Universal-Leasinggesellschaften<br />

Deutschlands.<br />

Was machen wir?<br />

Seit über 30 Jahren erfolgreich am deutschen Leasingmarkt setzen wir auf<br />

individuelle, flexible und kompetente Lösungen. Bei Industrie betrieben,<br />

Freiberuflern, verschiedenen Gewerbebetrieben – für fast alle Objektarten<br />

steht die HW mit umfangreichen Kenntnissen und Betreuung vor Ort<br />

zur Seite. Wir unterstützen bei der Neugründung sowie der Einbindung<br />

öffentlicher Bürgschaften und gehen auf individuelle Kundenwünsche<br />

ein. Damit verbinden wir die Flexibilität eines Mittelständlers mit der<br />

Finanzkraft eines starken Finanzinstitutes.<br />

Sozialer Partner!<br />

Darüber hinaus ist die HW ein attraktiver Arbeitgeber mit umfangreichen<br />

Sozialleistungen und einem langjährigen Mitarbeiterstamm.<br />

Wir bilden zum Kaufmann/frau im Büromanagement aus und bieten<br />

Weiter bildungsmöglichkeiten zum Dipl.-Finanzierungswirt und Leasingfachwirt<br />

(IHK) an. Mit dem Sponsoring von verschiedenen Sport- und<br />

Kulturveranstaltungen zeigen wir unsere Verbundenheit mit den<br />

Menschen in der Region und stellen uns unserer sozialen Verantwortung.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1992<br />

Mitarbeiter: derzeit 76<br />

Leistungsspektrum:<br />

Leasing und Mietkauf<br />

www.hw-leasing.de<br />

105 1<br />

Year founded: 1992<br />

Employees: currently 76<br />

Range of services:<br />

leasing and lease­purchase<br />

services<br />

Your strong financial partner in the region!<br />

Who are we?<br />

HW Leasing GmbH is a strong partner in the Western Mecklenburg<br />

region, based in Wismar, with a team of 76 employees and a rental volume<br />

of 645 million Euro making it one of the largest universal leasing companies<br />

in Germany.<br />

What do we do?<br />

We have played a successful role on the German leasing market for more<br />

than 30 years, advocating individual, flexible and competent solutions.<br />

Whether industrial firms, freelancers or various manufacturing businesses,<br />

HW offers extensive know-how and local support for almost<br />

every kind of leasing property. We provide assistance for start-ups and<br />

in situations where public guarantees are involved, also responding to<br />

individual customer requirements. We are thus in a position to combine<br />

the flexibility of an SME business with the financial strength of a strong<br />

financial institution.<br />

Social partner!<br />

Moreover, HW is an attractive employer with a wide range of social<br />

benefits and a long-standing workforce. We offer training for office<br />

administrators with the possibility of subsequently obtaining a diploma<br />

qualification as a finance and leasing specialist (CCI). We sponsor various<br />

sport and cultural events as a sign of our commitment to the people in the<br />

region, facing up to our social responsibility.


INTERDISZIPLINÄR UND<br />

PRAXISNAH<br />

Interdisciplinary and<br />

practice oriented<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

Die Hochschule Wismar gilt neben ihrer Funktion<br />

als wichtiger Ausbildungsort für hervorragende<br />

Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik, Wirtschaft<br />

und Gestaltung als exzellenter Forschungspartner<br />

für Unternehmen und Institutionen und ist<br />

nicht nur regional, sondern auch national und international<br />

bestens in der Wissenschaftslandschaft<br />

vernetzt.<br />

Drei Forschungsschwerpunkte hat die Hochschule<br />

Wismar. Diese wurden 2023 im Senatsausschuss für<br />

Forschung und Innovation mit Vertreterinnen und Vertretern<br />

aller drei Fakultäten der Hochschule erarbeitet.<br />

„Wir haben besonders darauf geachtet, dass die Schwerpunkte<br />

interdisziplinär sind und die Forschungsarbeit<br />

unserer Fakultäten miteinander verzahnt ist“, erklärt<br />

die Prorektorin für Forschung Prof. Dr.-Ing.<br />

Daniela Schwerdt. „Außerdem konzentrieren sich<br />

die Schwerpunkte auf wichtige gesellschaftliche und<br />

wirtschaftliche Fragestellungen, etwa durch Themen<br />

wie nachhaltige Mobilität und Transformationsprozesse,<br />

Stadt- und Landentwicklung sowie Big Data und<br />

KI-Anwendungen.“<br />

Wismar University of Applied Sciences has an important<br />

role to play, not only in training outstanding<br />

young talents in the fields of technology, business<br />

and design, but also as an excellent research partner<br />

for companies and institutions. It is also wellconnected<br />

in the science landscape on a regional,<br />

national and international scale.<br />

Wismar University of Applied Sciences: Technology,<br />

Business and Design has three key areas, elaborated in<br />

2023 in the senate committee for research and innovation<br />

with representatives from all three faculties<br />

of the university. “We paid special attention to the<br />

interdis ciplinary aspect, ensuring that research work is<br />

dovetailed between our faculties”, explains Prof. Dr.-<br />

Ing. Daniela Schwerdt, Deputy Vice-Chancellor for<br />

Research. “The key areas also focus on important social<br />

and economic issues, such as sustainability mobility and<br />

transformation processes, urban and regional development,<br />

together with big data and AI applications.<br />

PROF. DR.-ING.<br />

DANIELA SCHWERDT<br />

106


Servohydraulische Schwingprüfmaschine<br />

von Instron 8802<br />

Servo-hydraulic vibration testing<br />

machine from Instron 8802


Durch Kooperationen mit der Medizinischen Fakultät an der<br />

Universität Rostock und anderen Hochschulen in ganz Deutschland<br />

sowie Unternehmen in der Region ist auch der Bereich<br />

Medizintechnik gut abgebildet. So arbeitet ein Projektteam der<br />

Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Hochschule Wismar<br />

zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Bielefeld derzeit<br />

an der Entwicklung eines Verfahrens für die Produktion hochreiner,<br />

medizinisch anwendbarer pflanzlicher Wirkstoffe mithilfe<br />

einer Amöbenart als biotechnologische Produktionsplattform.<br />

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für<br />

Bildung und Forschung im Rahmen des Programms GO-Bio<br />

initial, welches die Identifizierung und Entwicklung früher<br />

lebenswissenschaftlicher Forschungsansätze mit erkennbarem<br />

Inno vationspotenzial vorantreibt.<br />

„Als Hochschule für angewandte Wissenschaften haben wir<br />

anders als Universitäten nur einen eher kleinen akademischen<br />

Mittelbau, sprich vergleichsweise wenige wissenschaftliche Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter“, erklärt Prof. Schwerdt. „Daher<br />

sind wir für Forschungsaktivitäten zwingend auf Drittmittel<br />

angewiesen.“ Aber gerade in diesem Bereich steht die Hochschule<br />

Wismar auch im Bundesdurchschnitt sehr gut da dar. Als<br />

einen Grund für diese positive Entwicklung nennt Prorektorin<br />

Prof. Daniela Schwerdt die hervorragende Unterstützung seitens<br />

des Landes, insbesondere für die Anschaffung von forschungsrelevanten<br />

Großgeräten, mit denen dann wiederum eine gute<br />

Basis für weiterführende Forschungsarbeiten geschaffen wird.<br />

Durchschnittlich 1,5 Millionen Euro wurden im Zeitraum von<br />

2019 bis 2023 an der Hochschule Wismar dafür jährlich investiert.<br />

Hinzu kommt neben den üblichen Forschungs geldern von der<br />

Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie Bundesmitteln<br />

auch eine hochschulinterne Förderung, die ins besondere für<br />

kleine Projekte und Vorausforschung größerer Vorhaben sehr<br />

wertvoll ist.<br />

Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt es damit<br />

gute Bedingungen an der Hochschule Wismar. Auch für Professorin<br />

Daniela Schwerdt war dies ein wichtiges Kriterium bei der<br />

Wahl für den Forschungsstandort Wismar, für den sie sich im<br />

Dezember 2015 entschieden hat. Seitdem ist sie an der Fakultät<br />

für Ingenieurwissenschaften als Professorin im Bereich Maschinenbau/Verfahrens-<br />

und Umwelttechnik tätig und leitet die<br />

Arbeitsgruppe Werkstoffe, die sich mit der Materialanalyse und<br />

Betriebsfestigkeit von hoch- und höchstfesten metallischen Werkstoffen<br />

befasst. Neben den konventionellen Prüfanlagen und<br />

-maschinen verfügt ihr Labor über modernste Analysetechnik<br />

– etwa ein Mikro-Computer-Tomograph (µCT), eine moderne<br />

metallographische Präparationsstrecke, mehrere Schwingprüfmaschinen<br />

sowie mobile Schallemissions- und mikromagnetische<br />

Messtechnik.<br />

Besonders begeistert berichtet die Professorin von einem Prüfstand,<br />

der Materialien mit einem Gewicht von 25 Tonnen etwa<br />

100-mal pro Sekunde schwingen kann, um Materialeigenschaften<br />

zu testen. Gerade erarbeitet ihre Forschungsgruppe ein<br />

Projekt mit der Universität Siegen, in dem es um die Entwicklung<br />

effektiver Prüfverfahren für die Auswahl geeigneter Werk-<br />

Haus 6, Ansicht von Südwesten,<br />

Campus Wismar<br />

House 6, view from south-west,<br />

Wismar campus<br />

Medical technology also has a good standing through cooperation<br />

with the medical faculties at the University of Rostock<br />

and other universities throughout Germany, as well as companies<br />

in the region. For example, a project team from the Faculty<br />

of Engineering at Wismar University is currently working with<br />

scientists from Bielefeld University on developing a method for<br />

producing ultra-pure plant-based substances for medical use<br />

based on a type of amoeba as biotechnological production platform.<br />

The project is funded by the Federal Ministry of Education<br />

and Research as part of the GO-Bio initial project that promotes<br />

the identification and development of early life-science research<br />

approaches with recognisable innovation potential.<br />

“As a university of applied sciences, we only have a relatively small<br />

non-tenured staff (research associates and assistants) compared<br />

to other universities”, explains Prof. Schwerdt. “This means we<br />

depend on third-party funds for our research activities.” On the<br />

other hand, Wismar University fares better than the national<br />

average in this respect. According to Deputy Vice-Chancellor<br />

Prof. Daniela Schwerdt, one reason for this positive development<br />

is the outstanding support that the university re ceives from the<br />

state of Mecklenburg-Western Pomerania, particularly for procuring<br />

research-relevant large-scale equipment, which in turn<br />

acts as a good basis for further research work. An average of 1.5<br />

million Euro were invested in this way every year between 2019<br />

and 2023 at Wismar University. In addition to the usual research<br />

funds provided by the German Research Foundation (DFG) and<br />

federal funding, internal funds are also very useful particularly for<br />

small projects and advance research.<br />

108


Scientists will therefore find good conditions at Wismar University.<br />

This was also an important criterion for Professor Daniela<br />

Schwerdt when she opted for Wismar as a research location in<br />

December 2015. Since then, she has been working as Professor for<br />

Mechanical Engineering/Process and Environmental Engineering<br />

at the Faculty of Engineering and leads the materials study group<br />

that deals with material analysis and operational strength of high<br />

and super high strength metal materials. Besides conventional test<br />

systems and machines, her laboratory also uses state-of-the-art<br />

analysis technology – including micro-computed tomography<br />

(µCT), modern metallographical preparation, several fatigue<br />

testing machines and mobile measuring systems for acoustic emissions<br />

and micro magnetism.<br />

stoffe beim Wasserstofftransport geht. Hier liegt der Fokus der<br />

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Daniela Schwerdt<br />

vor allem auf der Wechselwirkung des mikrostrukturellen<br />

Aufbaus mit Wasserstoff, der Entwicklung einer schnellen und<br />

hoch effizienten Messtechnik zur Beurteilung der Wasserstoffkritikalität<br />

verschiedener Werkstoffzustände und daraus resultierend<br />

eine Risiko minderung der Wasserstoffversprödung. Auch<br />

zwei Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt: der Hersteller<br />

der Schallemissions- und mikromagnetischen Messtechnik sowie<br />

ein Prüflabor, das als Ingenieurdienstleister die Prüfmethodik im<br />

Labor bei sich einführen würde.<br />

„Die Forschung an der Hochschule Wismar ist sowohl erkenntnisgeleitet<br />

als auch sehr anwendungsorientiert“, sagt Prorek torin<br />

Schwerdt. „Deshalb ist uns ein regelmäßiger Austausch und ein<br />

gutes Netzwerk zu verschiedenen Unternehmen im Land sehr<br />

wichtig.“ Mit dem Digitalen Innovationszentrum der Forschungs-<br />

GmbH, einer 100%-igen Tochter der Hochschule Wismar, und in<br />

Kooperation mit der IHK zu Schwerin, fand dazu im März 2024<br />

eine Pilotveranstaltung im InnovationPort am Wismarer Holzhafen<br />

statt. Wissenschaft lerinnen und Wissenschaftler der Hochschule<br />

Wismar präsentierten Ideen für künftige Verbundprojekte,<br />

für die Anwendungspartner aus der Wirtschaft gesucht werden.<br />

In 10-minütigen Kurzvorträgen – sogenannten Pitches – wurden<br />

pilzfressende Amöben als Biofungizid, ein autonomes Sensornetz<br />

zur Parkraumdatenerfassung, ein neu entwickeltes Bausystem,<br />

Wege zur CO2-freien Herstellung von Recycling-Zement sowie<br />

zer störungsfreies und berührungsloses Prozessmonitoring und<br />

Bauteilüberwachung ins Rampenlicht gerückt. Netzwerkpausen<br />

und ein Marktplatz der Möglichkeiten boten Raum und Zeit, um<br />

Copyright: Hochschule Wismar<br />

The professor loves talking about a test bench where materials<br />

weighing 25 tonnes are vibrated about 100 times per second to test<br />

the material properties. Her research group is currently working<br />

on a project with Siegen University for developing effective test<br />

methods to select suitable materials for hydrogen transport. Here<br />

Daniela Schwerdt and her team of scientists are concentrating<br />

above all on how hydrogen interacts with the microstructure, as<br />

well as developing swift, highly efficient measuring technology to<br />

assess the reciprocal effect between material microstructure and<br />

hydrogen in order to mitigate the risk of hydrogen embrittlement.<br />

Two companies are also involved in the project: the manufacturer<br />

of the measuring systems for acoustic emissions and micro<br />

mag netism, and a test laboratory that would introduce the test<br />

method in its laboratory as engineering service provider.<br />

“Research at Wismar University is both findings-based and highly<br />

application-oriented”, says Deputy Vice-Chancellor Schwerdt.<br />

“This is why regular sharing and a good network with various<br />

companies in the region is so important to us.” In March 2024, a<br />

pilot event was held in the InnovationPort at Wismar Holzhafen<br />

with the Digital Innovation Centre of the Forschungs-GmbH,<br />

a wholly owned subsidiary of Wismar University, and in cooperation<br />

with Schwerin CCI. Scientists from Wismar University<br />

presented ideas for future consortium projects for which<br />

appli cation partners from industry were being sought. 10-minute<br />

pitches put a spotlight on various projects, including fungivorous<br />

amoeba as bio-fungicide, an autonomous sensor network for<br />

re gistering parking space data, a newly developed construction<br />

system, approaches for Co2-free production of recycled cement,<br />

together with non-destructive, non-contact process and part<br />

monitoring. Pauses for networking and a “market place of possibilities”<br />

offered space and time to take a joint look for utilisation<br />

possibilities and establish new contacts with industry. “This is an<br />

exciting format and we hope to continue using it in future on a<br />

regular basis”, says Professor Daniela Schwerdt.<br />

There is a wide range of research activities at Wismar University<br />

encompassing all three faculties, with engineering taking by far<br />

the largest share. This is also evident in the number of doctorates<br />

with engineering which account for 67 percent. Doctorates are<br />

conducted on a cooperative basis above all with the University<br />

of Rostock, as Wismar University of Applied Sciences is not yet<br />

109


gemeinsam nach Verwertungsmöglichkeiten zu suchen und neue<br />

Industriekontakte aufzubauen. „Dieses Format ist sehr spannend<br />

und wir möchten es gerne zukünftig in regelmäßiger Folge weiterführen“,<br />

so Professorin Daniela Schwerdt.<br />

Die Forschungsaktivitäten der Hochschule Wismar sind vielfältig<br />

und umfassen alle drei Fakultäten, wobei der Anteil bei den<br />

Ingenieurwissenschaften deutlich höher liegt. Mit einem Anteil<br />

von 67 Prozent ist das auch an der Anzahl der Promotionen<br />

ablesbar. Diese finden als kooperative Promotionen in Zusammenarbeit<br />

mit Universitäten, vor allem mit der Universität Rostock,<br />

statt, weil die Hochschule als Nicht-Universität derzeit kein<br />

eigenes Promotionsrecht besitzt. Aber auch hier läuft ein Prozess<br />

im Land, der dieses zukünftig ermöglichen soll, wie bereits in zehn<br />

anderen Bundesländern in Deutschland. Aktuell laufen 42 Promotionsverfahren<br />

an der Hochschule Wismar. Zwei Stipendien<br />

pro Jahr werden für Promotionen ausgeschrieben, dazu gibt es<br />

eine Landesgraduiertenförderung für die solitären Fächer, die nur<br />

in Wismar gelehrt werden. Dazu zählt neben den Fächern Architektur,<br />

Innenarchitektur und Architectural Lighting Design das<br />

Fach Seefahrt/Nautik, welches vorwiegend am Standort Rostock-<br />

Warnemünde gelehrt wird.<br />

Hier befindet sich das Maritime Simulationszentrum Warnemünde<br />

(MSCW) als weltweit einziges Simulationszentrum, in<br />

dem eine gemeinsame Simulation des nautischen und tech nischen<br />

Schiffsbetriebes unter gleichzeitiger Einbeziehung der land seitigen<br />

Unterstützung durch die Verkehrsleitzentralen durch geführt<br />

werden kann. In erster Linie dient es der prak tischen Ausbildung<br />

von Studierenden, die als zukünftige Schiffsoffiziere an Bord von<br />

Schiffen arbeiten werden. Daneben wird im Bereich Seefahrt,<br />

Anlagentechnik und Logistik auch auf wändige Forschung betrieben,<br />

insbesondere am Institut für Innovative Schiffs-Simulation<br />

und Maritime Systeme (ISSIMS). So wird im Projekt Campfire<br />

an alternativen und emissionsarmen Kraft stoffen für Transport<br />

und Logistikwege auch zu Wasser geforscht. Es ist eingebunden<br />

in das Projekt TransHyDE, welches als eines von drei Wasserstoff-<br />

Leitprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung<br />

(BMBF) aus dem Zukunftspaket zur Umsetzung der 2020<br />

beschlossenen „Nationalen Wasserstoff strategie“ in Deutschland<br />

gefördert wird. Mit seiner bislang größten Forschungs initiative<br />

zum Thema Energiewende unterstützt das BMBF damit<br />

Deutschlands Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. Der Standort<br />

der Hochschule Wismar wird sich dynamisch weiterentwickeln.<br />

Zusammen mit dem IWP Innovations- und Wissenschaftspark<br />

und der Norddeutschen Innovationsagentur der Metropol region<br />

Hamburg wurden wichtige Vorhaben in Gang gesetzt. Für die<br />

Luft- und Raumfahrt ist der InnovationPort Wismar ist seit 2024<br />

Partner des ESA BIC, einem Inkubationsnetzwerk der Europäischen<br />

Raumfahrtagentur ESA.<br />

entitled to confer doctorates. But corresponding proceedings are<br />

currently taking place here in Mecklenburg-Western Pomerania<br />

to make this possible in future, as is already the case in ten other<br />

German states. At the moment, 42 doctoral procedures are in<br />

progress at Wismar University. Two doctorate scholarships are<br />

available each year, together with state graduate funding for the<br />

solitary subjects that are only taught in Wismar. Besides Architecture,<br />

Interior Architecture and Architectural Lighting Design,<br />

these also include Maritime Studies/Nautical Sciences, which is<br />

taught mainly at the Rostock-Warnemünde site.<br />

This is also home to the Maritime Simulation Centre Warnemünde<br />

(MSCW) as the world’s only simulation centre offering<br />

combined simulation of nautical and technical ship operations<br />

with shore-based support from the vehicle traffic control centres.<br />

The MSCW serves primarily to provide practical training for<br />

students who will work as ship’s officers in future. The Maritime<br />

Studies, Systems Engineering and Logistics Department<br />

also pursues elaborate research, particularly at the Institute for<br />

Innovative Ship Simulation and Maritime Systems (ISSIMS).<br />

The Campfire Project, for example, consists of research into<br />

alternative, low-emission fuels for transport and logistics also<br />

by sea. It is part of the TransHyDE Project, one of three flagship<br />

hydrogen projects of the Federal Ministry of Education and<br />

Research (BMBF) to receive funding from the Future Package<br />

for im plementing the “National Hydrogen Strategy” adopted in<br />

Germany in 2020. This is the BMBF’s largest research initiative<br />

to date in the context of the energy transition, thus supporting<br />

Germany’s entry into the hydrogen economy. The Wismar<br />

University of Applied Sciences site will continue to develop<br />

dynamically. Together with the IWP Innovation and Science<br />

Park and the North German Inno vation Agency of the Hamburg<br />

Metropolitan Region, important projects have been set in<br />

motion. In the aerospace sector, InnovationPort Wismar has been<br />

a partner of ESA BIC, an incubation network of the European<br />

Space Agency ESA, since 2024.<br />

Students benefit from the practical training offered by Wismar<br />

University. “Projects and assignments are frequently based directly<br />

on issues arising from the university’s projects”, reports Deputy<br />

Vice-Chancellor Daniela Schwerdt. She also underlines student<br />

involvement in the study groups, as well as possibilities such as<br />

the start-up yard, where students from all faculties and university<br />

employees can work on their own projects in an open workspace,<br />

taking their ideas from the initial draft and design phases through<br />

to actual production.<br />

110


Von Vorteil für die Studierenden ist die praxisbezogene Ausbildung<br />

an der Hochschule Wismar. „Häufig basieren Projekt- und<br />

Studienarbeiten direkt auf Fragestellungen aus den Forschungsprojekten<br />

der Hochschule“, berichtet Prorektorin Daniela<br />

Schwerdt, die auch die Einbeziehung in die Arbeitsgruppen hervorhebt.<br />

Hinzu kommen Angebote wie die Startup-Yard, bei der<br />

eigene Projekte in einem offenen Workspace von Studierenden<br />

aller Fakultäten sowie Mitarbeitenden der Hochschule von der<br />

ersten Idee über den Entwurf und die Konstruktion bis hin zur<br />

Fertigung umgesetzt werden können.<br />

Hydraulik-Aggregat zur Schwingprüfmaschine<br />

Hydraulic unit for the vibration testing machine<br />

Hochschule Wismar<br />

University of Applied Sciences:<br />

Technology, Business and Design<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1908<br />

Mitarbeitende: rund 420<br />

Studierende: etwa 7600<br />

Studiengänge:<br />

2 Diplom­Studiengänge<br />

40 Bachelor­Studiengänge<br />

35 Master­Studiengänge<br />

Standorte: Wismar, Malchow auf<br />

Poel und Rostock­Warnemünde<br />

www.hs-wismar.de<br />

Year founded: 1908<br />

Employees: about 420<br />

Students: roughly 7,600<br />

Degree courses:<br />

2 diploma courses<br />

40 Bachelor’s degree courses<br />

35 Master’s degree courses<br />

Sites: Wismar, Malchow on the<br />

island of Poel and Rostock­<br />

Warnemünde<br />

Die Hochschule Wismar bietet mit ihren drei Fakultäten Ingenieurwissenschaften,<br />

Wirtschaftswissenschaften und Gestaltung über<br />

75 attraktive und praxisnahe Studiengänge an. Durch innovative und<br />

interdisziplinäre Angebote (u. a. durch die „StartUpYard“) sowie<br />

Koopera tionen mit Instituten und Unternehmen in Lehre und Forschung<br />

entstehen besondere Synergieeffekte. Auch an den Außenstandorten in<br />

Malchow auf der Insel Poel (mit Schaugarten) und in Rostock-Warnemünde<br />

(Bereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik) wird gelehrt, gelernt und<br />

geforscht.<br />

Wismar University with its three faculties Technology, Business and<br />

Design offers more than 75 attractive, practice-oriented degree courses.<br />

The innovative, interdisciplinary approach (including the “StartUpYard”)<br />

and cooperation with institutes and companies for teaching and research<br />

triggers special synergy effects. Teaching, learning and research also takes<br />

place at the external locations in Malchow on the island of Poel (with<br />

show garden) and in Rostock-Warnemünde (Maritime Studies, Systems<br />

Engineering and Logistics).<br />

111


DEN BERUFSEINSTIEG<br />

VERSÜßEN<br />

Making life sweeter for<br />

job starters<br />

TEXT: BARBARA ARNDT<br />

Fruchtgummi, Hartkaramellen, Toffees, Lollies: Wer<br />

in der „Bonbonfabrik“ seine Ausbildung beginnt,<br />

taucht in eine süße Welt ein. Es ist aber nicht nur<br />

die süße Versuchung der Produkte, die bei SweetTec,<br />

ToffeeTec und Ragolds hergestellt werden. Vielmehr<br />

versüßt eine große Melange dem Berufsnachwuchs<br />

den Einstieg. Rund 20 junge Menschen starten pro<br />

Jahr in einen von zwölf Berufen beim Boizenburger<br />

Süßwarenproduzenten, der zu den großen Playern<br />

der Nahrungsmittelbranche zählt. Im Firmenverbund<br />

sind mittlerweile über 700 Mitarbeitende<br />

tätig – mit einem Altersdurchschnitt von nur 38<br />

Jahren.<br />

„Wir haben einerseits Mitarbeiter, die 2002 mit uns<br />

gestartet sind und nun nach und nach in Rente gehen.<br />

Andererseits gehören viele junge Leute zur Bonbon-<br />

Familie, die zum Teil auch Kinder von Mitarbeitern<br />

sind“, erklärt Sonja Schindler. Die 49-Jährige managt<br />

Kommunikation sowie Organisation und hat sich als<br />

Teil der Geschäftsleitung dem HR-Bereich verschrieben.<br />

„Das kommt nicht von ungefähr. Vor vielen Jahren<br />

erhielten wir Wäschekörbe voll mit Bewerbungen.<br />

2021 registrierten wir schon einen starken Rückgang.<br />

Ich wollte verstehen, woran das liegt.“ Die engagierte<br />

Perso nalerin hat verstanden: „Es gab sehr traditionelle<br />

Vorstellungen, wie Auszubildende sein müssten. Hatte<br />

jemand vergessen, seinen Lebenslauf an die Bewerbung<br />

zu hängen, bekam der Inte ressierte gar nicht erst eine<br />

Einladung. Doch: Welche wert vollen Informationen<br />

beinhaltet der Lebenslauf eines Zehntklässlers?“ fragt<br />

Sonja Schindler, schüttelt den Kopf und schildert Ansätze,<br />

die sie im Prozess des Umdenkens längst etabliert<br />

hat.<br />

Fruit gums, hard caramel, toffees, lollies: young people<br />

starting their training in the “sweet factory” soon<br />

find themselves immersed a world of sweetness. But<br />

SweetTec, ToffeeTec and Ragolds do more than just<br />

make their temptingly sweet products. They also offer<br />

young talents a great melange that makes the start of<br />

their working lives easier. Every year, about 20 young<br />

people start training in one of twelve dif ferent vocations<br />

with the confectionery manufac turer in Boizenburg,<br />

one of the big players in the food industry. The<br />

group has meanwhile more than 700 em ployees, with<br />

an average age of only 38 years.<br />

“On the one hand, we have employees who joined us<br />

when we started up back in 2002 and are now gradually<br />

taking retirement. On the other hand, our sweet family<br />

also has lots of young people. Some of them are children<br />

of em ployees”, explains Sonja Schindler. The 49-year old<br />

deals with communication and organisation, and is responsible<br />

for HR as a member of the management team.<br />

“This didn’t happen by chance. Many years ago we received<br />

hampers full of applications. In 2021, we noticed<br />

a sharp decline. I wanted to understand the reasons why.”<br />

One thing the committed human resources practitioner<br />

came to understand: “Trainees had to satisfy very traditional<br />

expectations. People who forgot to attach a CV<br />

to their application weren’t even invited to an interview.<br />

But what kind of valuable information can you expect a<br />

school-lever to put in their CV?” asks Sonja Schindler,<br />

shaking her head. She describes her approach that has now<br />

become well established as part of a rethinking process.<br />

SONJA SCHINDLER<br />

112


Als Unternehmen beim Berufsnachwuchs bewerben<br />

„Wir müssen auf junge Menschen zugehen“, sagt die Personalverantwortliche.<br />

Das fängt bei Berufsorientierungsmessen an<br />

und geht mit engen Kontakten zu Schulen und der pro-aktiven<br />

Ansprache von Lehrkräften weiter. „Wenn ich den Beruf des<br />

Anlagen- und Maschinenführers vorstelle, von Produktion und<br />

Schichtarbeit spreche, dann werfe ich alles in den Ring, was ein<br />

Unternehmen unbeliebt macht.“<br />

Also holt die Managerin potenzielle Bewerber auf Augenhöhe ab<br />

und ein paar eigene Azubis gleich dazu, begibt sich mit allen auf<br />

Betriebsrundgang und lässt die Interessenten ihr eigenes Fruchtgummi<br />

herstellen. „Die Jugendlichen sollen sehen, was auf sie zukommt,<br />

Arbeitsplätze erleben und die Stimmung in den Teams<br />

wahrnehmen.“ Begeisterung schwingt mit, wenn Sonja Schindler<br />

von „ihren“ Azubis spricht. Sie kennt sie alle, zumeist auch die<br />

Geschichten, welche junge Menschen mitbringen. Die Du- Kultur<br />

fördert das Miteinander, weil Respekt die Ansprache in dem<br />

familiengeführten Unternehmen begleitet.<br />

„Ich lade jeden Bewerber ein, baue persönliche Kontakte auf,<br />

um den jungen Menschen kennenzulernen.“ Wer schlecht in<br />

Mathe ist und Englisch abgewählt hat, aber für sein Leben gern<br />

schraubt, bekommt eine Chance und die notwendige Akzeptanz.<br />

„Da müssen wir mit Blick auf die Berufsschule sicher ordentlich<br />

unterstützen. Nachhilfe übernimmt einer unserer Produktionsleiter.<br />

Ich bin sicher, dass wir auch so tolle Mitarbeiter entwickeln.“<br />

Unlängst wurde ein Ausbildungsleiter eingestellt, der<br />

ausschließlich die Lernenden im gewerblichen Bereich betreut<br />

und als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht.<br />

Solche Mehrkosten muss ein Unternehmen erstmal leisten<br />

können. „Wir freuen uns, das zu schaffen und sind vom Mehrwert<br />

überzeugt.“ Überzeugt ist die HR-Spezialistin auch vom<br />

Fachkräfte zuwanderungsgesetz. Sie überlegt bereits, Aspekten<br />

wie Wohnraum, Sprache, Kultur gerecht zu werden. Denn: Das<br />

Arbeitskräfte potenzial vor Ort reicht für die Zukunft nicht aus.<br />

Es gibt defi nitiv viel zu wenig junge Menschen.<br />

Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis<br />

„Wir sind erneut als TOP-Ausbildungsbetrieb der IHK geehrt<br />

worden. Allerdings ist es nicht immer einfach, einen hohen<br />

Standard in der Berufsausbildung zu halten. Denn momentan<br />

macht uns gerade die mangelnde Versorgung von Lehrkräften<br />

an den Berufsschulen große Sorgen. Einige Fächer – bei Industriekaufleuten<br />

zum Beispiel Deutsch – sind nicht besetzt.“ Die<br />

Unternehmerin drängt darauf, an den Schulen und in der Politik<br />

auf Veränderungen hinzuwirken. „So lange nichts passiert, müssen<br />

wir fehlende Inhalte selbst abbilden. Schließlich sollen unsere<br />

Azubis ihre Prüfung schaffen.“<br />

Lehrjahre keine Herrenjahre<br />

Von wegen! „Dieser Satz ist bestimmt noch in einigen Köpfen verankert.<br />

Das finde ich wirklich schlimm! Wir dürfen bei all unseren<br />

Bemühungen nicht vergessen, dass wir junge Menschen für die<br />

Zukunft unserer Unternehmen ausbilden. Deshalb muss das<br />

Lernen gut und spannend gestaltet sein, Spaß machen, fordern<br />

und das Miteinander stärken. Sonja Schindler selbst hat nach dem<br />

Abitur eine klassische Bankausbildung absolviert. „Damals war es<br />

Mitarbeiter, die sich im Unternehmen<br />

und mit ihrer Aufgabe wohlfühlen,<br />

sind die wichtigsten Zukunftsinvestition<br />

bei SweetTec in Boizenburg.<br />

Employees who feel comfortable in<br />

the company and with their job are<br />

the most important investment in the<br />

future at SweetTec in Boizenburg.<br />

Food Academy –<br />

gemeinsam Herausforderungen meistern<br />

Das Ringen um Arbeits- und Fachkräfte brachte Nahrungsmittelhersteller<br />

frühzeitig zusammen, um gemeinsam<br />

Veränderungen anzuschieben. „Als wir seinerzeit auf den<br />

entstehenden Arbeitnehmermarkt aufmerksam machten,<br />

belächelte uns so mancher“, blickt Sonja Schindler zurück.<br />

Im November 2014 gründeten sieben Unternehmen aus<br />

<strong>Westmecklenburg</strong> und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />

Südwestmecklenburg GmbH die Food Academy.<br />

Seitdem fokussiert der Verein seine Arbeit auf den hohen<br />

Fach- und Nachwuchskräftebedarf der in Mecklenburg-<br />

Vorpommern ansässigen Ernährungsindustrie.<br />

Zwischenzeitlich engagieren sich 21 Unternehmen mit über<br />

3.500 Mitarbeitenden im Verein. Die Boizenburger bringen<br />

sich seit Anfang an aktiv ein, um mit Weiterbildungsangeboten<br />

die Ernährungsbranche attraktiver zu machen.<br />

„Es geht um Fortbildungsmöglichkeiten für Führungskräfte,<br />

darum, gute Trainer einzukaufen und sich auszutauschen.“<br />

Zum Beispiel über die vereinseigene Ausbildung zum<br />

Digitalisierungsmanager, um Digitalisierung stärker in<br />

Unternehmen zu bringen, Widerstände zu überwinden und<br />

alle mitzunehmen. Spannend dabei: Gerade die Azubis zeigen<br />

Interesse, weil sie im digitalen Zeitalter aufgewachsen<br />

sind.<br />

114


Food Academy – mastering challenges together<br />

Food manufacturers came together at an early point in<br />

time in the struggle for workers and skilled specialists,<br />

with the joint intention of instigating changes. “Some<br />

people laughed at us back then when we drew attention<br />

to the emerging situation on the labour market”, recalls<br />

Sonja Schindler. In November 2014, seven com panies from<br />

Western Mecklenburg joined forces with the Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />

Südwestmecklenburg GmbH to<br />

set up the Food Academy. Since then, the association has<br />

focused on the high demand for skilled specialists and<br />

young talents in Mecklenburg-Western Pomerania’s food<br />

industry.<br />

Meanwhile 21 companies with more than 3,500 employees<br />

are involved in the association. The Boizenburg confectionery<br />

manufacturer has played an active role right<br />

from the start, providing further training opportunities to<br />

enhance the appeal of the food industry. “Further training<br />

for executives is about procuring good instructors and<br />

offering possibilities for sharing.” For example, about<br />

the association’s own training scheme for digitalisation<br />

managers to bring more digitalisation into the companies,<br />

overcoming resistance and encouraging everyone to get<br />

involved. It’s exciting to see how interested trainees are in<br />

digitalisation. After all, they are growing up in the digital<br />

age.<br />

Copyright: SweetTec<br />

Companies court young talents<br />

“We have to approach young people“, says the HR manager. It<br />

starts with career guidance events and continues by keeping close<br />

contact with the schools and maintaining a pro-active dialogue<br />

with teachers. “If I start to introduce the job of a plant and machine<br />

operator by talking about production and shift work, then<br />

I’m telling them everything that makes a company unpopular.”<br />

Instead, the manager meets potential applicants at eye-level, brings<br />

a few company trainees and takes them all on a tour of the company.<br />

To finish, they all have a chance to make their own fruit<br />

gums. “I want the youngsters to see what’s in store for them, let<br />

them get a feel for the workplaces and the mood in the teams.”<br />

Sonja Schindler is obviously enthusiastic about “her” trainees.<br />

She knows them all, and usually also the stories behind the young<br />

people. Being on first-name terms enhances the community spirit,<br />

with mutual respect underlying the way people treat each other in<br />

the family-run company.<br />

“I invite every applicant to make personal contacts so they can get<br />

to know the young people.” Those who are not so good at maths<br />

and have given up on foreign languages but love tinkering with<br />

tools and machines will be given a chance and find the necessary<br />

acceptance. “They’ll prob ably need plenty of support with their<br />

college work. One of our production managers helps with extra<br />

coaching. I’m sure that this is a way to develop great employees.”<br />

The company recently hired a training supervisor who spends all<br />

their time supporting the industrial trainees, and acts as their go-to<br />

person. But a company also has to be in a position to shoulder the<br />

added costs involved. “We’re glad we can do this and are convinced<br />

of the added value this will bring.” The HR specialist is also convinced<br />

by the Immigration Act for Skilled Workers. She’s already<br />

thinking about tackling aspects such as accommodation, language<br />

and culture. After all, there are not enough skilled workers for the<br />

future in the local workforce, and there are definitely not enough<br />

young people available.<br />

Gap between theory and practice<br />

“The CCI has once again awarded us the accolade of TOP<br />

training company. But it’s not always easy to maintain a high stand<br />

of voca tional training. At the moment, the lack of teachers in the<br />

training colleges is giving us great cause for concern. Some subjects<br />

are simply not being taught, such as German for industrial<br />

clerks.” She urges the schools and political sector to implement<br />

changes. “As long as there are no im provements, we have to cover<br />

for anything that’s been left out at college. After all, we want our<br />

trainees to pass their exams.”<br />

Everyone starts at the bottom of the ladder<br />

No way! “Some people still think along those lines. I think that’s<br />

dreadful! In the midst of all our efforts, we should never forget<br />

that we’re training young people for the future of our com panies.<br />

Their learning experience should be good and exciting, it should<br />

be fun, and should promote and strengthen the community<br />

spirit.” Sonja Schindler herself did traditional bank training after<br />

passing her Abitur (German A-levels). “In those days, you got<br />

pushed around between the departments to fill in wherever they<br />

were understaffed”, she remembers. At the same time, she took a<br />

115


oft so, dass man hin- und hergeschoben wurde zum Aushelfen<br />

in unterbesetzten Abteilungen“, erinnert sie sich. Nebenberuflich<br />

studierte die junge Frau – abends und am Wochenende – an<br />

der Bank-Akademie. „So eine extreme Anstrengung würde heute<br />

wohl keiner mehr auf sich nehmen“, sagt die Betriebswirtin. „Ich<br />

bin froh über meine duale Ausbildung. Das war eine gute Kombination<br />

zwischen praktischen und theoretischen Anteilen. Sie<br />

versetzte mich in die Lage, in jeder Abteilung einer Bank durchzustarten.<br />

Ich konnte für mich feststellen, was mir am meisten<br />

liegt. Das wäre nur mit der Theorie des Studiums nicht möglich<br />

gewesen.“<br />

Lust auf Weiterentwicklung wecken<br />

Aus dieser Erfahrung hat Sonja Schindler gelernt. „Für unsere<br />

kaufmännischen Azubis gibt es in jeder Abteilung Ausbildungsbeauftragte.<br />

Der Arbeitstag beinhaltet spannende Aufgaben. Klar<br />

gehört auch mal die Ablage dazu. Wichtiger sind moti vierende<br />

Momente. Wir achten darauf, dass wir viele Lehrinhalte vermitteln<br />

und lassen die jungen Leute alle drei Monate die Abteilungen<br />

wechseln.“ Nach der Ausbildung warten Fortbildungsmöglichkeiten<br />

wie die Meisterausbildung im produzierenden<br />

Bereich, die Fachausbildung oder alternativ die Entwicklung zur<br />

Führungskraft. Junge Kaufleute können nebenberuflich ihren<br />

Bachelor/Master oder Rüstzeug für größere Verantwortung als<br />

Führungskraft erwerben. Berufliches Vorankommen und Karriere<br />

spielen in einer Re gion, in der es um jeden einzelnen geht,<br />

eben auch eine Rolle.<br />

„Wir brauchen Fachkräfte, die Lust haben, mit uns diesen Weg zu<br />

gehen, um neue Märkte zu erobern.“ Die Boizenburger sind dabei<br />

innovativ und kreativ unterwegs. Der Fruchtgummimarkt weist<br />

eine positive Wachstumsprognose auf. „Neue zuckerfreie oder<br />

vegane Produkte oder solche mit Vitaminen und Proteinen bereichern<br />

unser Portfolio bereits. Kürzlich haben wir einen Versuch<br />

gestartet und ein Kaubonbon mit Kollagen angereichert. Das ist<br />

gut für Haut, Haare und Nägel und kam insbesondere bei den<br />

Frauen an.“<br />

Spannende Projekte und Benefits<br />

Sonja Schindler findet mit ihrem Team immer wieder neue<br />

Ansätze, um zu überzeugen. „Unsere Azubis dürfen innerhalb<br />

eines Projektes eine Woche lang den Fabrikverkauf steuern oder<br />

betreuen Social-Media- Kanäle.“ Das schafft Vertrauen.<br />

Wertschätzung hat in der süßen Familie noch weitere Gesichter.<br />

Die „Bonbonfabrik“ bietet Angestellten auf 800 Quadrat metern<br />

Fläche die Möglichkeit, fast 24 Stunden am Tag Sport zu treiben.<br />

Da kann man sich einfach zum Kraftsport verabreden. Für Fahrten<br />

zwischen den drei Standorten stehen E-Roller bereit. So<br />

kommen auch unter 18-Jährige von A nach B. Fehlende Mobilität<br />

im ländlichen Raum gleicht eine Azubi-WG mit drei Plätzen<br />

aus. „Dafür haben wir eine Wohnung angemietet und modern<br />

möbliert. Von da geht’s mit dem Fahrrad ins Unternehmen.“<br />

Ein Poloshirt mit Aufdruck, Gesundheitstage mit Massagen und<br />

Ernährungsberatung, Rezeptideen mit den nötigen Naturalien<br />

gleich dazu – „ich mag gern die Mitarbeitenden überraschen und<br />

Dinge tun, die sie nicht erwarten“, sagt Sonja Schindler. Dazu<br />

degree course – in the evening and at the weekend – at the Bank<br />

Academy. “I don’t expect anyone would be prepared to go to so<br />

much effort today”, says the business economist. “I’m glad I was<br />

on a dual training scheme to do my degree because I had a good<br />

combination of practice and theory. It meant I worked my way<br />

through every department in the bank and find out for myself<br />

what I liked doing best. That wouldn’t have been possible just<br />

with a theory-based degree course.”<br />

Make them want to learn more<br />

Sonja Schindler learnt from her own experience. “For our commercial<br />

trainees, we have a training officer in every department.<br />

The working day includes various exciting tasks. Obviously,<br />

trainees also have to have a go at filing. But it’s the motivating<br />

moments that really matter. We make sure that we offer lots of<br />

opportunities to learn, with our trainees changing department<br />

every three months.” Once they’ve completed their training,<br />

they’ll find a wide range of opportunities to keep learning, such as<br />

qualifying as a master craftsman in manufacturing or as a skilled<br />

spe cialist, or even going on to become an executive. Young people<br />

who have trained as office clerks can study part time to obtain a<br />

Bacherlor’s/Master’s degree or obtain the know-how needed to<br />

take on greater responsibility as an executive. Professional growth<br />

and a suitable career are particularly significant here in a region<br />

where every individual counts.<br />

“We need skilled workers who want to come with us on our journey<br />

to capture new markets”. The Boizenburg company always<br />

takes an inno vative, creative approach. Current forecasts for the<br />

fruit gum market indicate positive growth. “Our portfolio already<br />

includes new sugar-free or vegan products, or ones with vitamins<br />

and proteins. We recently launched a trial for a chewy sweet<br />

with added collagen which is good for skin, hair and nails: it was<br />

particularly popular with women.”<br />

Exciting projects and benefits<br />

Sonja Schindler and her team are always finding new ways<br />

of being convincing. “As part of a project, our trainees are<br />

given responsibility for the factory shop or for the social media<br />

channels”. This enhances mutual trust and confidence.<br />

The family-run confectionery manufacturer also finds other ways<br />

to express appreciation. Employees can use the company’s sports<br />

facilities covering 800 square metres almost on a 24/7 basis and<br />

arrange to meet colleagues to do some weight training together.<br />

Electric scooters are provided for travelling between the three sites<br />

so that even those younger than 18 can get from A to B. The company<br />

also provides accommodation for three trainees in a flat share<br />

to compensate for the lack of mobility services in this rural region.<br />

“We’ve rented a flat for this purpose and furnished it with modern<br />

furniture. It’s near enough for them to cycle to work.”<br />

A polo shirt with a motif printed on it, health days with massages<br />

and nutrition advice that comes with recipes and the necessary<br />

ingredients as well - “I like surprising the employees with things<br />

they don’t expect”, says Sonja Schindler. These include a summer<br />

party in Hamburg Beach Club, or the company app that networks<br />

everyone on their phones, including a private sales platform and<br />

info channel.<br />

116


Copyright: SweetTec<br />

zählt ebenso ein Sommerfest im Beachclub Hamburg oder die<br />

Unternehmens-App, welche alle per Handy vernetzt, eine private<br />

Verkaufsplattform bietet und einen Infokanal.<br />

Diese Mischung scheint zu schmecken. Das spiegelt sich im<br />

Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu wider: „SweetTec ist ein<br />

moderner Arbeitgeber mit Weitblick. Die Atmosphäre in den<br />

Teams ist super freundlich und angenehm.“ Fünf Sterne und<br />

damit eine herausragende Bewertung, die alle Bestrebungen<br />

honoriert, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden.<br />

Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />

wurden 1.261 Ausbildungsverträge in 93 verschiedenen Ausbildungsberufen<br />

für das Ausbildungsjahr 2023 abgeschlossen.<br />

Darunter befinden sich auch 120 Ausbildungsverträge mit ausländischen<br />

Jugendlichen aus 31 verschiedenen Nationen. Mit<br />

der Kam pagne „Ausbildung macht mehr aus uns“ wirbt die IHK<br />

deutschlandweit um die Gunst junger Menschen, die Lifehacks<br />

zum Beruf machen und „In irgendwas richtig gut“ werden wollen.<br />

„Jetzt#könnenlernen“ spricht künftige Berufsstarter plakativ<br />

an. Damit es irgendwie gelingt, die Lücken der Babyboomer zu<br />

schließen.<br />

Der Fruchtgummimarkt blickt positiv in die Zukunft. Neue<br />

zuckerfreie oder vegane Produkte oder solche mit Vitaminen und<br />

Proteinen sind bereits Bestandteil des Portfolios bei SweetTec.<br />

The fruit gum market has a positive outlook for the future.<br />

New sugar-free or vegan products or those with vitamins<br />

and proteins are already part of SweetTec‘s portfolio.<br />

People seem to like the mixture, as reflected in the employer rating<br />

site kununu: “SweetTec is a modern employer with a vision.<br />

There’s a pleasant, really friendly atmosphere in the teams.” Five<br />

stars, in other words, an outstanding rating that honours all the<br />

efforts made to en hance employee loyalty.<br />

In Schwerin CCI district, 1,261 contracts were concluded with<br />

trainees in 93 different vocations for the 2023 training year. These<br />

also included 120 training contracts with foreign youngsters<br />

from 31 different countries. “Training makes more of us” is the<br />

CCI’s nationwide campaign that addresses young people and<br />

en courages them to turn life hacks into a job and become “really<br />

good at something”. “Jetzt#könnenlernen“ (learn to do it now) is<br />

the striking appeal to future job starters, in an effort to close the<br />

baby boomer gaps.<br />

117


KRISENFESTER WACHSTUMSMOTOR<br />

GESUNDHEITSWIRTSCHAFT<br />

The healthcare sector:<br />

resilient growth engine<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

LARS BAUER<br />

Die Gesundheitswirtschaft ist ein strategisch wichtiger<br />

Zukunftssektor und Wirtschaftsfaktor in<br />

Mecklenburg-Vorpommern. Sie zählt zu einer der<br />

führenden Branchen im Land. Bereits seit 2001 gibt<br />

es mit BioCon Valley® ein erfolgreiches Netzwerk,<br />

das der Branche wichtige Impulse gibt.<br />

„Das Land hat die Hardware: viel Natur und schöne<br />

Landschaft. Die Unternehmen und Einrichtungen der<br />

Branche liefern die Software, und gemeinsam sind sie<br />

der Wachstumsmotor Gesundheitswirtschaft.“ So fasst<br />

es Lars Bauer, Geschäftsführer der BioCon Valley®<br />

GmbH, zusammen. 2001 wurde das Unternehmen<br />

als Landesgesellschaft von Mecklenburg-Vorpommern<br />

gegründet, kurz nach dem gleichnamigen Verein, der<br />

zugleich Gesellschafter der GmbH ist. BioCon Valley®<br />

GmbH ist das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft<br />

für MV und hat sich in den vergangenen Jahren als<br />

Landesdienstleister zu einem Dreh- und Angelpunkt<br />

ent wickelt. „Wir sind Vernetzer, Impulsgeber, Internationalisierer<br />

und Vermarkter der Branche“, erklärt<br />

Lars Bauer. Die genaue Definition von Gesundheitswirtschaft,<br />

nämlich die Vermarktung von Gütern und<br />

Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung<br />

von Gesundheit dienen, wurde auf der 1.<br />

Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft<br />

2005 in Rostock verabschiedet. Mittlerweile ist sie vom<br />

Bundeswirtschaftsministerium anerkannt und übernommen<br />

worden.<br />

The healthcare industry is a strategically important<br />

future sector and economic factor in Mecklenburg-<br />

Western Pomerania. It is one of the leading industries<br />

in the state. It has a successful network called<br />

BioCon Valley® that came into existence in 2001,<br />

providing important impetus for the industry.<br />

“The state has the hardware: lots of nature and lovely<br />

countryside. The companies and facilities in the sector<br />

provide the software. Together, they constitute the<br />

healthcare sector as a resilient growth engine,” summarises<br />

Lars Bauer, managing director of BioCon<br />

Valley® GmbH. The firm was founded in 2001 as a<br />

state com pany in Mecklenburg-Western Pomerania,<br />

shortly after the eponymous association, which is also<br />

share holder of the GmbH at the same time. BioCon<br />

Valley® GmbH is the healthcare sector network for<br />

Mecklenburg- Western Pomerania. The role it performs<br />

as state service provider has seen it become a linchpin<br />

in recent years. “We are the sector’s networkers and<br />

catalysts, we facil itate inter nationalisation and are its<br />

marketers”, explains Lars Bauer. The precise definition<br />

of the healthcare industry, namely the commercialisation<br />

of goods and services that serve to maintain<br />

and restore health, was adopted at the 1st National<br />

Healthcare Industry Conference in Rostock in 2005.<br />

It has since been recognised and adopted by the Federal<br />

Ministry of Economics.<br />

118


Das Netzwerk beschäftigt sich mit der Erstellung und Vermarktung<br />

von Gütern und Dienstleistungen, die der Bewahrung und<br />

Wieder herstellung von Gesundheit dienen. Insofern spielt Mecklenburg-Vorpommern<br />

eine Vorreiterrolle bei der Wahrnehmung<br />

der Gesundheitswirtschaft als Schlüssel branche in ganz Deutschland,<br />

und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. So hat die BioCon<br />

Valley® GmbH im Jahr 2015 erstmals für ein Bundesland den<br />

sogenannten Ökono mischen Fuß abdruck der Gesundheitswirtschaft<br />

für Mecklenburg-Vorpommern ermitteln lassen, um<br />

die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche aufzuzeigen.<br />

In diesem Jahr gibt es einen solchen für den Ostseeraum, u. a.<br />

mit den Daten zur Branche in Dänemark, Norwegen, Schweden,<br />

Finnland, Polen sowie Hamburg und Schleswig-Holstein.<br />

„Solche Zahlen sind wichtig, weil sie zeigen, wo man steht und<br />

wo man bereits gut ist, aber auch, wo es noch Herausforderungen<br />

und Nachholbedarf gibt“, erläutert Lars Bauer.<br />

Für Mecklenburg-Vorpommern bestätigen die Daten die Krisenfestigkeit<br />

der Gesundheitswirtschaft im Land, die seit mehr als<br />

einem Jahrzehnt kontinuierlich wächst und schon längst keine<br />

„Eintagsfliege“ mehr ist. „Jeder siebte Euro in MV wird mittlerweile<br />

in der Branche erwirtschaftet“, so Bauer. Dies spiegelt sich<br />

auch in den Beschäftigtenzahlen wider: Jeder fünfte Arbeitnehmer<br />

ist in der Gesundheitswirtschaft tätig. Dabei zeichnet sich die<br />

Branche durch eine große Heterogenität aus. Die fünf Haupthandlungsfelder<br />

sind Life Science, Gesundheitsdienstleistungen,<br />

der Bereich des gesunden Alter(n)s, Gesundheitstourismus sowie<br />

Ernährung für die Gesundheit. Mit einem Anteil von über 90<br />

Prozent sind es vor allem kleine bis mittlere Unternehmen, die in<br />

der Branche im Land aktiv sind. „Ihre Belange bringen wir auch<br />

im Kuratorium Gesundheitswirtschaft der Ministerpräsidentin<br />

des Landes ein, das u. a. den Masterplan Gesundheitswirtschaft<br />

MV 2030 umsetzt.“ Außerdem zählen die Organisation von<br />

Vernetzungstreffen, etwa in Form von Unternehmensbesuchen,<br />

sowohl zur brancheninternen Vernetzung als auch mit politischen<br />

Vertreter*innen zu den Aufgaben der BioCon Valley® GmbH.<br />

Dabei wird auf konkrete Bedarfe der Branche eingegangen und<br />

Impulse daraus aufgegriffen, zum Beispiel bei der Schaffung<br />

eines Netzwerks medizinischer Prüflabore in Mecklenburg-Vorpommern.<br />

„Aufbauend auf einem geäußerten Wunsch aus der<br />

Branche bündelt dieses nun umfangreiche Kompetenzen zu<br />

Prüfmethoden von Medizinprodukten und ermöglicht so die<br />

landesweite Vernetzung und Vermarktung als Prüfstandort MV“,<br />

erklärt Lars Bauer. Durch die gemeinsame Aufstellung wird vor<br />

allem auch das Ziel verfolgt, diesen wichtigen Markt zu stärken<br />

und die damit verbundene Wertschöpfung im Land zu halten.<br />

„Die Sichtbarmachung unserer einheimischen Unternehmen ist<br />

uns ein Hauptanliegen.“ Mit der Produktion von neun Kurzfilmen<br />

über Unternehmen der Gesundheitsbranche im Land hat<br />

die BioCon Valley® GmbH diese auf ungewöhnliche und unterhaltsame<br />

Weise mit einem Augenzwinkern auf großer Leinwand<br />

im Kino präsentiert. Die Clips sind Teil der Bewegtbildkampagne<br />

„DAS Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern“, ein Slogan,<br />

der im Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2030 formuliert<br />

ist. Er definiert Mecklenburg-Vorpommern als DAS generationenübergreifende<br />

Gesundheitsland, in dem der Gesundheit in<br />

Ein Teil des BioCon Valley®-<br />

Teams gemeinsam mit Prof. Marek<br />

Zygmunt, Präsident der Nationalen<br />

Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft,<br />

im Mai 2024 in Rostock<br />

Part of the BioCon Valley®<br />

team together with Prof Marek<br />

Zygmunt, President of the<br />

National Healthcare Industry Conference,<br />

in Rostock in May 2024<br />

The network is involved in creating and marketing goods and<br />

ser vices for preserving and restoring health. In this sense, Mecklenburg-Western<br />

Pomerania is a pioneer in its perception of the<br />

healthcare sector as a key industry throughout Germany, and in<br />

a number of ways. For instance, in 2015 BioCon Valley® GmbH<br />

arranged to have what is known as an economic footprint of the<br />

healthcare sector drawn up for Mecklenburg-Western Pomerania<br />

to show the economic significance of the industry, for the first<br />

time for a German state. This year, an ‘economic footprint’ has<br />

been drawn up for the Baltic region including, among others,<br />

data about the healthcare sector in Denmark, Norway, Sweden,<br />

Finland and Poland, as well as Hamburg and Schleswig-Holstein.<br />

“Figures like this are important because they show which point<br />

we’ve reached and where we’re already good, but also where<br />

challenges still exist and where a lot still needs to be done”, ex plains<br />

Lars Bauer.<br />

The data for Mecklenburg-Western Pomerania confirm the<br />

resilience of the healthcare sector here in the state, where it has<br />

seen continuous growth for more than a decade and is no longer<br />

a ‘flash in the pan’. “The industry now generates every seventh<br />

Euro in Mecklenburg-Western Pomerania”, says Bauer. This is<br />

also reflected in the employment figures: every fifth employee<br />

works in the healthcare sector. At the same time, the industry is<br />

highly heterogeneous. The five main areas are life science, healthcare<br />

services, healthy ageing, health tourism and food for health.<br />

The healthcare industry in Mecklenburg-Western Pomerania<br />

is dominated primarily by small and medium-sized companies,<br />

ac counting for more than 90 percent. “We also raise their concerns<br />

in the Minister President’s healthcare advisory board, which<br />

implements the healthcare sector master plan MV 2030, among<br />

120


allen Lebensphasen eine herausragende Bedeutung zukommt.<br />

„Wir verstehen den Masterplan als ein lebendes Dokument, mit<br />

dem wir die strategische Grundlage für die Entwicklung der<br />

Branche in den kommenden Jahren schaffen“, so Lars Bauer. Er<br />

ist seit 2013 in der Landesgesellschaft tätig, seit 2018 als alleiniger<br />

Geschäftsführer. Einer seiner Meilensteine ist die zunehmende<br />

Internationalisierung der Branche, insbesondere durch Präsenz<br />

auf internationalen Leitmessen. „Man muss Dinge ausprobieren,<br />

um zu wissen, ob sie funktionieren – manchmal einfach machen“,<br />

meint Lars Bauer. Darum nimmt die BioCon Valley® GmbH seit<br />

2015 auch gemeinsam mit Rostock Business an der MEDICA<br />

teil, der Leitmesse der Gesundheitswirtschaft in Düsseldorf, auf<br />

der die Branche einem internationalen Publikum vorgestellt wird.<br />

2024 wurde zum ersten Mal ein sogenannter Landesgemeinschaftsstand<br />

auf der DMEA, Europas größter Messe für digitale<br />

Gesundheit, organisiert. Etwa zwei Jahre Vorlauf werden für eine<br />

solche Gemeinschaftspräsentation zusammen mit dem Land<br />

benötigt. Zudem ist die Branche auf der „Arab Health“ in Dubai<br />

präsent, der weltweit zweitgrößten Messe der Branche, die Märkte<br />

in einem vollkommen anderen Kulturkreis erschließen hilft. „All<br />

das sind gezielte Angebote, die wir unseren Unternehmen machen<br />

und die diese nutzen können. Was daraus wird, liegt dann in deren<br />

Händen. Wir öffnen die Türen für den Markt, bereiten alles dafür<br />

gern vor und haken selbstverständlich nach. Den Schritt durch die<br />

Tür müssen die Unternehmerinnen und Unternehmer dann aber<br />

selbst gehen“, sagt Lars Bauer.<br />

„Um all die Aktivitäten umsetzen zu können, braucht es Kolleginnen<br />

und Kollegen, die Freude an innovativen Herausforderungen<br />

haben.“ Und diese hat das 15-köpfige Team mit Hauptsitz<br />

Copyright: Danny Gohlke / BioCon Valley® GmbH<br />

others.” Other tasks performed by BioCon Valley® GmbH include<br />

organising meetings for networking activities such as visits<br />

to companies in the sector, as well as networking within the sector<br />

and with political representatives. The focus here is on the sector’s<br />

specific concerns, as well as taking up corresponding impetus,<br />

for example in creating a network of medical testing laboratories<br />

in Mecklenburg-Western Pomerania. “Starting on the basis of a<br />

request from the sector, this now pools comprehensive expertise<br />

about methods of testing medical products and facilitates networking<br />

and marketing throughout the state for Mecklenburg-<br />

Western Pomerania as a testing location”, explains Lars Bauer. The<br />

consensus-based network also pursues the main aim of strengthening<br />

this important market, thus ensuring that the associated<br />

value creation remains in the state.<br />

“Making our local companies visible is one of our main objectives.”<br />

In producing new short films about healthcare companies<br />

in the state, BioCon Valley® GmbH has opted for an unusual,<br />

entertaining approach with a light-hearted big-screen presentation.<br />

The clips are part of the moving picture campaign ‘THE<br />

healthcare state Mecklenburg-Western Pomerania’, a slogan<br />

devised in the healthcare sector master plan MV 2030. It de fines<br />

Mecklenburg-Western Pomerania as THE intergenerational<br />

healthcare state that gives outstanding significance to health in all<br />

phases of life. “We see the master plan as a living document that<br />

enables us to create the strategic basis for the sector’s development<br />

in the years ahead”, says Lars Bauer. He has worked for the state<br />

company since 2013 and became the sole managing director in<br />

2018. One of his milestones is the increasing internationalisation<br />

of the sector, particularly by attending leading international fairs.<br />

“You have to try things out to know if they’re going to work –<br />

sometimes you just have to do it“, says Lars Bauer. This is why<br />

since 2015, BioCon Valley® GmbH has also joined forces with<br />

Rostock Business to attend the MEDICA, the healthcare sector’s<br />

leading trade fair in Düsseldorf, where the industry is presented to<br />

an international audience.<br />

In 2024, a so-called ‘joint state stand’ was organised at the DMEA,<br />

Europe’s largest digital health trade fair. It takes about two years<br />

to prepare this kind of joint presentation, working together with<br />

the state. Furthermore, the sector is present at the “Arab Health”<br />

in Dubai, the world’s second largest health trade fair, opening up<br />

the possibility for cultivating markets in a completely different<br />

cultural context. “These are all specific services that we offer our<br />

companies and that they can use. What comes of it is up to them.<br />

We open the doors to the market, we gladly get everything ready,<br />

and it goes without saying that we’ll do any necessary following up<br />

as well. But actually stepping through the door, that’s something<br />

that the companies themselves have to do”, says Lars Bauer.<br />

“To implement all these activities, we need colleagues who enjoy<br />

innovative challenges.” That definitely applies to the 15 team<br />

members based at headquarters in Rostock and a second site in<br />

Greifswald. However, the network operates not just on behalf of<br />

local companies: if the need arises, it also provides support when<br />

external companies want to settle in the state, working together<br />

with the state’s business development agency, the Invest in MV.<br />

121


in Rostock und einem weiteren Standort in Greifswald. Es ist<br />

jedoch nicht nur für hiesige Unternehmen aktiv, sondern unterstützt<br />

punktuell auch bei der Ansiedlung externer Unternehmen<br />

im Land gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft des<br />

Landes, die Invest in MV. Aktuelles Beispiel ist die irische Firma<br />

Amnexis, die Lösungen zur Vereinfachung der Dokumentation<br />

in Pflege, Medizin und Therapie entwickelt. Während einer<br />

Vorabreise zur Vorbereitung der Nationalen Branchenkonferenz<br />

Gesundheitswirtschaft MV 2023, bei der Irland Partnerland war,<br />

entstand der Kontakt zu dem Unternehmen. Bereits ein Jahr später<br />

eröffnete Amnexis ein Büro in Greifswald. „Da haben viele<br />

Partnerinnen und Partner, etwa die Industrie- und Handelskammern<br />

(IHK) in MV mitgewirkt. So verstehen wir auch Zusammenarbeit<br />

mit und für das Land. Das partnerschaftliche Miteinander<br />

spiegelt sich auch im Gesundheitswirtschaftsausschuss der<br />

IHK zu Schwerin wider“, betont Lars Bauer.<br />

Die Vielfalt der Player, die Heterogenität der Branche und damit<br />

die Vielfalt der Herausforderungen, macht es für BioCon<br />

Valley®-Geschäftsführer Lars Bauer so spannend. „Häufig ist<br />

morgens nicht klar, was im Laufe des Tages passieren wird“, sagt<br />

er. „Es macht einfach sehr viel Spaß, an diesem Zukunftsthema<br />

gemeinsam mit so vielen leidenschaftlichen Menschen aus der<br />

Landesregierung und -politik, aus Wirtschaft und Wissenschaft<br />

zu arbeiten und die Branche für MV weiterzuentwickeln.“<br />

One current example is the Irish company Amnexis, that develops<br />

solutions for simplifying documentation procedures in nursing,<br />

medicine and treatment. Contact to the company was established<br />

during a preparatory business trip in the run-up to the National<br />

Healthcare Conference MV 2023, where Ireland was the partner<br />

country. Amnexis then opened an office in Greifswald just twelve<br />

months later. “Many partners were involved here, including the<br />

Chambers of Commerce and industry (CCI) in Mecklenburg-<br />

Western Pomerania. This is also how we understand cooperation<br />

with and for the state. The way we work together as partners is also<br />

reflected in the healthcare sector committee of Schwerin CCI”,<br />

emphasises Lars Bauer.<br />

It is the diversity of the players, the heterogeneous nature of the<br />

sector and the wide range of challenges that make it so exciting<br />

for BioCon Valley® managing director Lars Bauer. “First thing in<br />

the morning, it’s often not clear what the day will bring“, he says.<br />

“It’s just great fun to work on this future topic alongside so many<br />

passionate people in the state government and the political sector,<br />

business and science, to advance the development of the industry<br />

for Mecklenburg-Western Pomerania.”<br />

GP Medical Staff GmbH<br />

Als Personaldienstleister für Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser<br />

oder Pflegeeinrichtungen vermitteln wir qualifizierte medizinische<br />

Fachkräfte. Sei es bei krankheitsbedingten Ausfällen fest angestellter<br />

Mitarbeiter oder kurzfristiger, unvorhergesehener Mehrarbeit in den<br />

jeweiligen Einrichtungen – unser Team von GP Medical Staff in Schwerin<br />

bietet schnelle und unkomplizierte Lösungen. Viele zufriedene Gesundheitseinrichtungen<br />

und Mitarbeiter, u. a. in Mecklenburg-Vorpommern,<br />

Schleswig-Holstein und Hamburg, innerhalb kürzester Zeit sprechen<br />

für sich. Wir sind Ihr Ansprechpartner, wenn Sie sofort einsatzbereite,<br />

fachlich qualifizierte und kompetente Mitarbeiter benötigen.<br />

We are a recruitment agency providing qualified medical professionals<br />

for healthcare facilities such as hospitals or care homes. Whether sick-leave<br />

cover for permanent staff or unexpected short-term additional workloads<br />

in the individual facilities, the team at GP Medical Staff in Schwerin offers<br />

swift, uncomplicated solutions. In just a short period of time, our many<br />

satisfied healthcare facilities and employees in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania, Schleswig-Holstein and Hamburg and elsewhere, speak for<br />

themselves. If you need professionally qualified, competent staff who are<br />

ready to work straight away, we are the people you need to contact.<br />

Information<br />

Mitarbeiter: 8 in Schwerin<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Unterstützung für<br />

Pflegefachkräfte<br />

– Vermittlung von Personal<br />

– Überlassung von<br />

Arbeitnehmern<br />

www.gpmedicalstaff.de<br />

Employees: 8 in Schwerin<br />

Range of services:<br />

– support for nursing staff<br />

– staff recruitment<br />

– personnel leasing<br />

122


MATACHANA<br />

Germany GmbH<br />

MATACHANA ist ein weltweit führendes Unternehmen in der<br />

Infektionsprävention und -kontrolle. Das Unternehmen bietet innovative<br />

Lösungen in den Bereichen Reinigung, Desinfektion, Sterilisation<br />

und robotergestützte Transportsysteme für das Gesundheitswesen, die<br />

Biowissenschaften und die Pharmaindustrie.<br />

Mit einem professionellen Team von nahezu 600 Mitarbeitern und<br />

über 60 Jahren Erfahrung sowie Vertretungen in mehr als 120 Ländern<br />

ent wickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Konzepte für die Anforderungen<br />

seiner Kunden.<br />

MATACHANA is a global leader in infection prevention and control,<br />

providing innovative solutions for washing, disinfection, sterilisation and<br />

robotic transport systems for the healthcare, life sciences and pharmaceutical<br />

industries.<br />

With a professional team of nearly 600 employees and more than 60<br />

years of experience as well as operations in more than 120 countries,<br />

the company develops customised concepts to meet customer requirements.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1962<br />

in Barcelona/Spanien<br />

Mitarbeiter: 125 in Selmsdorf<br />

Leistungsspektrum:<br />

Deutsche Niederlassung<br />

in Selmsdorf bei Lübeck:<br />

Vertriebsorientierte Organisation<br />

mit Verwaltung, Marketing,<br />

Vertrieb, Projektmanagement,<br />

Software­Anwendungsbetreuung,<br />

Service und Logistik<br />

www.matachana.de<br />

Year founded: 1962<br />

in Barcelona/Spain<br />

Employees: 125 in Selmsdorf<br />

Range of services:<br />

German subsidiary in<br />

Selmsdorf near Lübeck:<br />

Sales­oriented organisation<br />

with administration, marketing,<br />

sales, project management,<br />

product application support,<br />

service and logistics<br />

DST – Diagnostische Systeme &<br />

Technologien GmbH<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 2005<br />

Mitarbeiter: rund 40<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Herstellung von<br />

Allergenextrakten<br />

– Produktion von in­vitro<br />

Diagnostika<br />

– hauseigenes Labor für<br />

Humandiagnostik<br />

www.dst-diagnostic.com<br />

Year founded: 2005<br />

Employees: approx. 40<br />

Range of services:<br />

– manufacture of allergen<br />

extracts<br />

– production of in­vitro<br />

diagnostics<br />

– in­house laboratory for<br />

human diagnostics<br />

Die DST GmbH wurde vor über 20 Jahren von Naturwissenschaftlern<br />

gegründet. Sie erforscht, entwickelt und produziert heute Nahrungsmittelintoleranz-<br />

und Allergiediagnos tika. Neben dem DST-Laborservice<br />

für Untersuchungen von Einsende proben auf unterschiedlichste<br />

Bio marker werden hausintern hochwertige Allergenextrakte hergestellt,<br />

die bei der Produktion von Testsystemen für Laboratorien und<br />

patientennahe Anwendungen als sichere Grundlage dienen. Als Teil der<br />

Aesku.Group kann über ein internationales Netzwerk ein kombiniertes<br />

Portfolio aus Laborlösungen inklusive passender Automationstechnik<br />

geboten werden. Eine beständige Qualität wird durch Einhaltung aller<br />

Anforderungen der ISO 13485 gewährleistet.<br />

DST GmbH was founded by scientists more than 20 years ago. Today, the<br />

company researches, develops and produces food intolerance and allergy<br />

diagnostics. In addition to the DST laboratory service of analysing sendin<br />

samples for a wide range of biomarkers, high quality allergen extracts<br />

are also manufactured on site and serve as the reliable basis in production<br />

of test systems for laboratories and point-of-care applications. As part of<br />

the Aesku.Group with its international network, the company offers a<br />

combined portfolio of laboratory solutions including corresponding<br />

automation technology. Consistent quality is ensured through compliance<br />

with all ISO 13486 requirements.<br />

123 1


KLIMAPOSITIV TAGEN UND<br />

NÄCHTIGEN<br />

Climate-neutral meetings<br />

and accommodation<br />

TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />

CHRISTIAN PETERSEN<br />

Christian Petersen leitet das Hotel Speicher am<br />

Ziegelsee in Schwerin. Das 4-Sterne-Superior-Haus<br />

befindet sich am nördlichen Stadtrand und ist über<br />

die Autobahn A 14 gut erreichbar. Skipper können<br />

es sogar mit ihrem Boot von Hamburg und Berlin<br />

über den Elde-Störkanal ansteuern und an einem<br />

der hoteleigenen Liegeplätze festmachen – die Altstadt<br />

ist nur 15 Gehminuten entfernt. Der Familienbetrieb<br />

gehört zu den besten Adressen Schwerins.<br />

Hier checken vor allem umweltbewusste Menschen<br />

ein, die Wert auf geschmackvolles Ambiente, Individualität,<br />

Nachhaltigkeit, die Lage am Wasser<br />

und vor allem auf zuvorkommenden Service legen.<br />

Die Gäste kommen überwiegend aus Deutschland<br />

– wobei es am Wochenende zumeist Hamburger<br />

und Berliner sind, die sich hier eine kurze Auszeit<br />

gönnen. Aber auch aus Skandinavien, Österreich<br />

und der Schweiz zieht es Urlauber in das unter Denkmalschutz<br />

stehende ehemalige Industriegebäude.<br />

Christian Petersen runs the Hotel Speicher on the<br />

shore of Lake Ziegelsee in Schwerin. The 4-star<br />

superior hotel is located on the northern outskirts<br />

of the city within easy reach of the A14 motorway.<br />

Skippers can even come by boat from Hamburg<br />

and Berlin on the Elde-Störkanal and moor at one<br />

of the hotel’s own landing stages. The historic town<br />

centre is just 15 minutes away by foot. The familyrun<br />

hotel is one of the best address in Schwerin.<br />

People who stay here are first and foremost environmentally<br />

friendly, with an appreciation for elegant<br />

sur roundings, the individual touch, sustainability,<br />

the waterside location, and courteous service<br />

in parti cular. Most guests come from Germany. At<br />

the weekend, they are from Hamburg and Berlin to<br />

enjoy a short break away from it all. But the listed<br />

former granary building also attracts holidaymakers<br />

from Scandinavia, Austria and Switzerland.<br />

124


Wertschätzung kommt sofort<br />

Ein weiteres Standbein ist das Tagungs- und Veranstaltungsgeschäft,<br />

für das es zahlreiche Kooperationen mit großen<br />

Unternehmen und Behörden in der Landeshauptstadt gibt. Das<br />

Besondere der Branche beschreibt Christian Petersen mit den<br />

Worten: „Die Hotellerie ist sehr abwechslungsreich. Wir sind<br />

Gastgeber, das ist einfach wunderbar. Es ist eine ehrliche Branche<br />

und die Wertschätzung für eine Dienstleistung kommt sofort.“<br />

Allerdings: „Keine Branche wird so massiv bewertet wie wir. Das<br />

Feedback breitet sich sehr schnell aus“, hat der gebürtige Oberbayer<br />

festgestellt. Die Bewertungen im Internet haben für das<br />

Hotel eine große Bedeutung. Monatlich werden sie zusammen<br />

mit den Fragebögen, die die Gäste nach ihrem Aufenthalt erhalten,<br />

ausgewertet. Ziel ist es, Beanstandungen ernst zu nehmen<br />

und aktuelle Wünsche der Gäste in den Unternehmensalltag<br />

aufzunehmen.<br />

„Derzeit bauen wir den Wellnessbereich um. Er wird ein Ausrufezeichen<br />

setzen“, meint Christian Petersen, der Geschäftsführender<br />

Gesellschafter der Betreibergesellschaft HSZ Hotel<br />

Speicher am Ziegelsee GmbH ist. Es entstehen verschiedene<br />

Saunen, Erlebnisduschen, eine Ruhezone mit Bibliothek und<br />

ein Private Spa. Die Investition von rund 800.000 Euro wird<br />

kofinanziert von der Europäischen Union aus dem Europäischen<br />

Fonds für regionale Entwicklung. Es ist ein Teil der Reaktion der<br />

EU auf die Covid-19-Pandemie. Noch heute erinnert sich der<br />

Hotelier genau an den 18. März 2020, als er seinen Mitarbeitern<br />

im Foyer mitteilte, dass sie auf unbestimmte Zeit in Kurzarbeit<br />

gehen müssen. Dann hat er das Hotel abgeschlossen. „Die beiden<br />

Corona-Jahre waren ein tiefer Einschnitt. Sie kamen einem<br />

Berufsverbot gleich. Ich habe etliche Fachkräfte dadurch verloren.<br />

Die Auszubildenden konnte ich zum Glück halten“, erinnert sich<br />

Christan Petersen.<br />

Gesunde Mitarbeiter strahlen Gastfreundlichkeit aus<br />

Das im August 1998 eröffnete Hotel ist heute mit seinen insgesamt<br />

45 Mitarbeitern personell gut aufgestellt, da seit Jahren<br />

gegen die Fluktuation der Mitarbeiter gesteuert wird. „Mit diesem<br />

Personalstock können wir Ausfälle durch Krankheit ausgleichen“,<br />

sagt Christian Petersen, dessen Großeltern bereits in der Hotelbranche<br />

tätig waren. Gleichzeitig setzt er auf die Ausbildung<br />

von Hotel- und Restaurantfachleuten und Köchen. Über eine<br />

Schweriner Recruiting-Agentur, die Verbindung zu einer Schule<br />

in Hanoi hat, kommen junge Menschen für eine Ausbildung<br />

hierher. Von den derzeit sieben Auszubildenden konnten fünf<br />

Vietnamesen das Aufnahmeverfahren erfolgreich absolvieren.<br />

Ergänzt wird das Team durch vier Ukrainerinnen, die im Housekeeping<br />

und in der Küche beschäftigt sind.<br />

Seine Angestellten arbeiten an fünf Tagen pro Woche je acht<br />

Stunden und haben dann zwei Tage frei. Damit keine Überstunden<br />

auflaufen, gibt es eine elektronische Zeiterfassung, die jeder<br />

Mitarbeiter über eine App im Blick behalten kann. Außerdem<br />

bekommen die Mitarbeiter unterschiedliche Vergünsti gungen<br />

angeboten. Dazu zählt eine Krankenzusatzversicherung, mit<br />

der sie wie Privatpatienten behandelt werden und dadurch eine<br />

bessere medizinische Versorgung erhalten und Vorsorge untersuchungen<br />

früher in Anspruch nehmen können. Der Unter-<br />

Das Hotel Speicher am Ziegelsee ist<br />

ein Familienbetrieb und gehört zu<br />

den besten Adressen Schwerins.<br />

The Hotel Speicher am Ziegelsee<br />

is a family business and is one of<br />

the best addresses in Schwerin.<br />

Appreciation from the word “go”<br />

Conferences and events are another mainstay of the business,<br />

with the hotel working in cooperation with large companies and<br />

authorities in the state capital. Christian Petersen describes the<br />

special nature of the industry as follows: “The hospitality trade<br />

is really varied. We just love being hosts. It is an honest industry<br />

where people show immediate appreciation for service.” However:<br />

“No other sector of the economy faces quite the same scale of<br />

rating that we do. Feedback spreads like lightning”, says the man<br />

from Upper Bavaria to describe his experience. Internet ratings<br />

matter greatly to the hotel. Every month the ratings are assessed<br />

together with the questionnaires that the guests receive after<br />

staying at the hotel. The aim is to make sure that complaints are<br />

taken seriously and that current wishes expressed by the guests are<br />

integrated in the company’s everyday routines.<br />

“At the moment we’re upgrading the wellness area. That will<br />

create quite a stir”, says Christian Petersen, managing partner of<br />

the operating company HSZ Hotel Speicher am Ziegelsee GmbH.<br />

The upgrade includes various saunas, multi-sensory showers, a<br />

relaxation area with a library and a private spa. The investment<br />

costs of around 800,000 Euro are being co-funded by the European<br />

Union from the European Regional Development Fund.<br />

This is part of the EU’s response to the Covid-19 pandemic. The<br />

hotel manager can still remember exactly what it was like on 18<br />

March 2020 when he told the employers gathered in the lobby<br />

that they were being put on indefinite furlough. Then he locked<br />

the hotel doors. “The two Covid years made a deep incision in<br />

the life of the hotel. It was like being banned from working. It<br />

meant I lost a lot of skilled staff. Fortunately, I was able to keep the<br />

trainees”, recalls Christan Petersen.<br />

126


Healthy staff radiate hospitality<br />

Today, the hotel that first opened in August 1998 is well staffed<br />

with altogether 45 employees. Measures to counteract staff<br />

fluctuation have been in place for years. “With our workforce, we<br />

have the necessary flexibility to cover for absences caused by sickleave”,<br />

says Christian Petersen, whose grandparents were already<br />

in the hospitality trade. At the same time, he sets great store by<br />

training hotel and restaurant staff as well as cooks. A recruiting<br />

agency in Schwerin that has contacts to a school in Hanoi arranges<br />

for young people to come here for training. The current team of<br />

seven trainees includes five from Vietnam who have successfully<br />

completed the admission procedure. The workforce also includes<br />

four Ukrainians who work in housekeeping and in the kitchen.<br />

nehmer ist sich sicher, dass die Mitarbeiter nur dann Gastfreundlichkeit<br />

ausstrahlen können, wenn sie gesund bleiben, gern zur<br />

Arbeit kommen und sich wohl fühlen.<br />

Umweltgedanke in allen Bereichen<br />

Der Umweltgedanke ist in den verschiedenen Unternehmensbereichen<br />

fest implementiert. So wird Fernwärme von den Stadtwerken<br />

und 100 Prozent Ökostrom von einem kommunalen<br />

Energieversorger bezogen. Alle Kühlgeräte im Warenlager sind<br />

auf dem aktuellen technischen Stand und die Minibars in den<br />

Zimmern werden nur auf Wunsch des Gastes bestückt und eingeschaltet.<br />

„Wir verbannen die Energiefresser aus dem Haus und<br />

halten mit modernen Mitteln den Stromverbrauch gering“, sagt<br />

der Hotelier. Dazu gehört zum Beispiel die Wärmerückgewinnung:<br />

Die Spülanlage in der Küche besitzt einen Wärmetauscher,<br />

der die warme Abluft in kühle Luft umwandelt und damit den<br />

Bereich klimatisiert. Das gleiche Prinzip kommt im Wellnessbereich<br />

zur Anwendung.<br />

Zudem werden Lieferanten ausgesucht, bei denen ein möglichst<br />

kleiner CO 2 -Fußabdruck zurückbleibt. Das bedeutet, dass Obst<br />

und Gemüse regional und saisonal eingekauft werden und zahlreiche<br />

Komponenten auf der Speisekarte biozertifiziert sind.<br />

Auch im Bereich der alternativen Antriebe kann das Hotel<br />

Resultate vorweisen. So steht ein Elektroauto für die Gäste sowie<br />

ein Fahrzeug für die Mitarbeiter und die Geschäftsführung bereit.<br />

Häufig genutzt werden von den Besuchern des Hotels auch die<br />

sechs Elektrofahrräder. Geplant ist der Bau weiterer Ladepunkte<br />

für E-Autos.<br />

Copyright: Hotel Speicher am Ziegelsee<br />

The hotel employees work a five day week with eight hours a<br />

day, followed by two days off. An electronic time recording<br />

system ensures no-one accrues overtime, with an app that gives<br />

every employee an overview. The staff are also offered a range<br />

of benefits, including supplementary health insurance which<br />

entitles them to be treated like private patients so that they receive<br />

better health care and can go for screening tests at an earlier point<br />

in time. The entrepreneur is sure that employees can only radiate<br />

hospitality when they stay healthy, enjoy coming to work and feel<br />

good in their job.<br />

Environmental awareness in all areas<br />

Environmental awareness is firmly anchored in all parts of the<br />

company. For example, district heating is supplied by the municipal<br />

utilities, together with 100 percent green electricity from a<br />

municipal energy provider. All refrigerators in the storeroom are<br />

state of the art, and the mini-bars in the guest rooms are only filled<br />

and switched on at the guest’s request. “We’ve banned all energy<br />

guzzlers and use modern means to keep our power consumption<br />

low”, says the hotel manager. Heat recovery is just one ex ample:<br />

the dishwasher in the kitchen is fitted with a heat exchanger<br />

that converts hot exhaust air into cool air which is used for airconditioning<br />

in the immediate surroundings. The same principle<br />

is used in the wellness area.<br />

Furthermore, suppliers are chosen specifically in terms of the<br />

smallest possible carbon footprint. In other words, fruit and<br />

vegetables are purchased from regional sources according to the<br />

specific season, with many organic-certified ingredients on the<br />

menu.<br />

The hotel has also made progress in terms of alternative drives.<br />

An electric car is available for guests and a vehicle for hotel staff<br />

and management. Hotel guests also make frequent use of the six<br />

electric bikes. There also plans to construct more charging points<br />

for electric cars.<br />

In October 2005, the Hotel Speicher was the first in the Mecklenburg-Schwerin<br />

region to be certified for its environment<br />

concept by Viabono, a joint initiative by the German government<br />

in cooperation with tourism, environment and consumer associations.<br />

Just a few years later, in 2010 the Hotel Speicher was<br />

127


2010 konnte das Haus als erstes<br />

Hotel in Mecklenburg-Vorpommern<br />

seinen Gästen klima neutrale<br />

Übernachtungen anbieten.<br />

Copyright: Hotel Speicher am Ziegelsee<br />

In 2010 the Hotel Speicher was<br />

the first in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania to offer its guests<br />

climate-neutral accommodation<br />

Im Oktober 2005 wurde das Speicherhotel als erstes Hotel<br />

in der Region Mecklenburg-Schwerin von Viabono, einer<br />

Gemeinschaftsinitiative der Bundesregierung in Kooperation<br />

mit Tourismus-, Umwelt- und Verbraucherverbänden, für sein<br />

Umweltkonzept zertifiziert. 2010 konnte das Haus als erstes Hotel<br />

in Mecklenburg-Vorpommern seinen Gästen klima neutrale Übernachtungen<br />

anbieten. Das Hotel ist im selben Jahr Mit gründer der<br />

Initiative „Klima-Hotels Deutschland“, deren Mitglieder mit Hilfe<br />

der Umweltmarke Viabono die Ansprüche an ein zerti fiziertes<br />

und ökologisches Hotelmanagement erfüllen. Die Klima-Hotels<br />

gehören zu den umweltfreundlichsten Hotels in Deutschland.<br />

Sie haben sich verpflichtet, den CO 2 -Ausstoß kontinuierlich<br />

weiter zu reduzieren und die unvermeidbaren Rest-Emissionen<br />

durch Investitionen in anerkannte Klima projekte über ihr<br />

eigenes Wiederaufforstungsprojekt in Panama zu kompensieren.<br />

Damit nehmen die Klima-Hotels eine Vorreiterrolle in der<br />

Hotellerie ein.<br />

„Im November 2017 wurden wir schließlich als erstes Hotel<br />

in Norddeutschland mit einem positiven CO 2 -Fußabdruck<br />

zertifiziert. Klimapositiv bedeutet, dass wir seitdem mehr<br />

Kohlendioxid über Klimaschutzprojekte binden, als wir in unserem<br />

Hotelbetrieb tatsächlich erzeugen. Damit leisten wir einen<br />

positiven Beitrag für die Umwelt. Wer bei uns schläft oder an einer<br />

Tagung teilnimmt, tut Gutes für das Klima“, meint Christian<br />

Petersen stolz und ergänzt: „Es ist manchmal nicht einfach, alles<br />

unter einen Hut zu bringen. Wir wollen die Balance zwischen<br />

unserem Öko-Gedanken und den Gästeansprüchen halten und<br />

uns trotzdem etwas vom übrigen Markt abheben“, sagt der Hotelbetreiber,<br />

für den die Digitalisierung im Hotel längst kein Fremdwort<br />

mehr ist. So gibt es zum Beispiel in der Küche anstelle des<br />

traditionellen Bonhalters für die Bestellzettel ein digitales Board.<br />

Darüber kann der Küchenchef alle Bestellungen und Wartezeiten<br />

der einzelnen Tische sehen und aktualisieren. Darüber hinaus<br />

haben alle Mitarbeiter die Dienstpläne auf ihrem Handy und<br />

ein Smartboard für den Hotelgast mit Informationen für seinen<br />

Aufenthalt ist in Vorbereitung. Das Check-in und Check-out<br />

will Christian Petersen mit Blick auf ältere Urlaubsgäste noch<br />

nicht an einem Terminal durchführen lassen, sondern die Gäste<br />

tra ditionell begrüßen, um so einen persönlichen Kontakt aufzubauen.<br />

the first in Mecklenburg-Western Pomerania to offer its guests<br />

climate-neutral accommodation. In the same year, the hotel was<br />

co-founder of “Climate Hotels Germany”, an initiative whose<br />

members work together with the Viabono eco-label to fulfil the<br />

demands for certified, ecological hotel management. The “climate<br />

hotels” are among the most environmentally friendly hotels in<br />

Germany. They have undertaken to continuously reduce their<br />

carbon footprint and to compensate for unavoidable residual<br />

emissions by investing in recognised climate project with their<br />

own reforestation project in Panama. The “climate hotels” thus<br />

play a pioneering role in the hospitality industry.<br />

“Finally, in November 2017 we were the first hotel in North<br />

Germany to be certified with a positive carbon footprint. Since<br />

then, our climate protection projects have ensured that more<br />

carbon dioxide is absorbed than generated by the operation<br />

of our hotel. Accordingly, we make a positive contribution to<br />

the environment. Anyone who sleeps in our hotel or attends a<br />

meeting here does something good for the climate“, says Christian<br />

Petersen with pride and adds: “Sometimes it’s not easy to juggle<br />

everything at the same time. We want to maintain the balance<br />

be tween our ecological vision and the demands of our guests,<br />

while still standing out from the rest of the market“; says the hotel<br />

operator, for whom hotel digitalisation is no longer a foreign concept.<br />

In the kitchen, for example, the traditional catering receipt<br />

bar has been replaced by a digital board. Here the chef de cuisine<br />

can see and update all orders together with the waiting times for<br />

the individual tables. Moreover, all staff have their duty rosters on<br />

their phones, and a smart board is currently being prepared for<br />

hotel guests with information about their stay. Out of respect for<br />

older holiday guests, Christian Petersen currently has no plans to<br />

introduce terminals for checking in and out, but wants to greet<br />

guests the traditional way to cultivate personal contacts.<br />

128


Mecklenburgisches Staatstheater<br />

Das Mecklenburgische Staatstheater ist ein Theater mit sechs verschiedenen<br />

künstlerischen Sparten, darunter der Mecklenburgischen Staatskapelle<br />

als einem der ältesten Klangkörper Deutschlands. Neben zahlreichen<br />

Neuinszenierungen und Konzerten veranstaltet das Theater<br />

jährlich die Schlossfestspiele Schwerin und erreicht um die 150.000 Gäste<br />

pro Saison. Hans-Georg Wegner (r.) ist Generalintendant des Mecklenburgischen<br />

Staatstheaters, Christian Schwandt (l.) verantwortet die kaufmännische<br />

Geschäftsführung. Neben dem historischen Großen Haus<br />

am Alten Garten samt Konzertfoyer finden Aufführungen auch in der<br />

M*Halle im Stadtteil Großer Dreesch sowie in der Kulturmühle Parchim<br />

statt. Ein gesellschaftlicher Höhepunkt jeder Spielzeit ist der Theaterball<br />

im Großen Haus. Seit Juli 2024 ist das Staatstheater Teil des Weltkulturerbes<br />

der UNESCO.<br />

The Mecklenburg State Theatre is a theatre with six different artistic<br />

disciplines, including the Mecklenburg State Orchestra, one of the<br />

oldest orchestras in Germany. In addition to numerous new productions<br />

and concerts, the theatre organises the annual Schwerin Castle Festival<br />

and attracts around 150,000 guests per season. Hans-Georg Wegner<br />

(right) is General Director of the Mecklenburg State Theatre, Christian<br />

Schwandt (left) is responsible for commercial management. In addition<br />

to the historic Grosses Haus am Alten Garten with its concert foyer, performances<br />

also take place in the M*Halle in the Großer Dreesch district<br />

and in the Kulturmühle Parchim. A social highlight of every season is the<br />

theatre ball in the main theatre. The State Theatre has been a UNESCO<br />

World Heritage Site since July 2024.<br />

Information<br />

Aufführungen in den Sparten Shows in the genres Musical<br />

theatre (opera, operetta,<br />

Musiktheater (Oper, Operette,<br />

Musical), Schauspiel, Ballett, musical), drama, ballet, Low<br />

Niederdeutsches Schauspiel German drama (Fritz Reuter<br />

(Fritz­Reuter­Bühne), Kinder­ stage), children’s theatre (Youth<br />

und Jugendtheater (Junges State Theatre Parchim), and<br />

Staatstheater Parchim),<br />

concert (Mecklenburg State<br />

Konzert (Mecklenburgische Orchestra)<br />

Staatskapelle Schwerin)<br />

www.mecklenburgisches-staatstheater.de<br />

MFG Freizeitmöbel<br />

Qualität trifft Funktionalität.<br />

Die Marke MFG Freizeitmöbel kann auf eine lange Freizeitmöbel tradition<br />

zurück blicken. Unsere Produkte definieren sich über die Attribute<br />

Qualität und Funktionalität. Wir sind ständig bestrebt, Innovationen in<br />

unsere Entwicklung einzuflechten, um nicht nur die Optik und Haptik<br />

sondern auch die Langlebigkeit zu verbessern. Die Anerkennung durch<br />

unsere Kunden bestätigt, dass Fachwissen gepaart mit Leidenschaft den<br />

erfolgreichen Kurs der Marke MFG Freizeitmöbel bestimmt. Unser<br />

Programm umfasst Sitzmöbel, Liegen, Tische, Hollywoodschaukeln,<br />

Schirme u.v.m. als Einzelstücke oder in ganzen Produktserien.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1991<br />

Leistungsspektrum:<br />

Herstellung und Vertrieb von<br />

robusten und wetterbeständigen<br />

Freizeitmöbeln aus<br />

Kunststoff, Aluminium und<br />

Streckmetallen; Einzelstücke<br />

und Produktserien<br />

www.mfg-freizeit.com<br />

Year founded: 1991<br />

Range of services:<br />

Manufacture and sale of robust<br />

and weather­resistant leisure<br />

furniture made of plastic, aluminium<br />

and expanded metal;<br />

individual items and product<br />

series<br />

1<br />

129<br />

Quality meets functionality.<br />

The MFG Freizeitmöbel brand looks back on a long tradition of making<br />

leisure furniture. Our products are defined by their quality and functionality.<br />

We strive to constantly integrate innovation in our developments,<br />

not only to enhance the visual and haptic properties but also to make the<br />

products more durable. The appreciation of our customers confirms<br />

how know-how and passion define the successful course of the MFG<br />

Freizeitmöbel brand. Our programme includes seating, loungers, tables,<br />

Hollywood swings, umbrellas and much more as individual items or in<br />

complete product series.


IMMER IN BEWEGUNG<br />

Always moving forward<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

TORSTEN GOERTZ<br />

Die Möbelmanufaktur Goertz in Wismar verbindet<br />

erfolgreich Dienstleistung und Handel unter einem<br />

Dach. In der modern ausgestatteten Werkstatt entstehen<br />

maßan gefertigte Holzmöbel und Dekoartikel.<br />

Im angrenzenden Laden sowie im Onlineshop werden<br />

die Produkte verkauft.<br />

Für die gelungene Geschäftsentwicklung wurde das<br />

Unternehmen kürzlich beim Wettbewerb „Erfolgsraum<br />

Altstadt“ ausgezeichnet. Unter dem Motto „Vielfalt<br />

gemeinsam gestalten!“ suchten die Industrie- und Handelskammern<br />

in Mecklenburg-Vorpommern nach den<br />

kreativsten und innovativsten Ladenkonzepten. In der<br />

Kategorie „Die gelungenste Geschäftsentwicklung – in<br />

der Reifephase“ wurde die Möbelmanufaktur Goertz<br />

Regionalsieger in ihrem Kammerbezirk <strong>Westmecklenburg</strong><br />

und anschließend auch Landessieger.<br />

Goertz Möbelmanufaktur in Wismar combines<br />

successful service and retail under one roof. Bespoke<br />

wooden furniture and decorative items are created in<br />

the state-of-the-art workshop. The products are sold<br />

in the adjoining store and in the online shop.<br />

The company recently won an award in the CCI<br />

“Erfolgsraum Altstadt” competition (initiative to promote<br />

town centres and their businesses). The Chambers<br />

of Commerce and Industry in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania were looking for the most creative, innovative<br />

store concepts along the lines of “Shaping Diversity<br />

Together!”. In the category “Most successful business<br />

development in the maturity phase”, Goertz Möbelmanufaktur<br />

was the regional winner in their chamber<br />

district of Western Mecklenburg and subsequently also<br />

state winner.<br />

130


Ein starkes Team:<br />

Das Ehepaar Kristina und Torsten Goertz<br />

A strong team:<br />

The couple Kristina and Torsten Goertz


Kristina Goertz ist noch immer ganz überwältigt von dieser Anerkennung<br />

und Wertschätzung, die damit dem Unternehmenskonzept<br />

zuteil wurde. „Ohne den jeweils anderen, gäbe es das alles hier<br />

nicht“, betont Geschäftsführer Torsten Goertz. Denn Ehefrau<br />

Kristina ist von Anfang an seiner Seite. Die studierte Architektin<br />

hat den Firmensitz am Wismarer Holzhafen entworfen, der durch<br />

seine große Glasfront entlang der Straße auffällt. Diese bietet<br />

großzügige Ausstellungsfläche für die eigenen Produkte. Vom<br />

Ausstellungsraum aus können Besucher durch Fenster direkt in<br />

die Werkstatt schauen und die Fertigung der Möbel beobachten.<br />

„Eine Schaumanufaktur war schon immer unser Wunsch,<br />

aus Sicherheitsgründen vor allem wegen der Maschinen war das<br />

aber sehr kompliziert“, so Kristina Goertz. „Der Blick von außen<br />

hinein ist ein guter Kompromiss.“ Zudem führt Torsten Goertz<br />

immer donnerstags durch seinen Betrieb. Jedem, der sich interessiert,<br />

möchte er Einblick in sein Unternehmen geben und zeigen,<br />

dass die Herstellung von Möbeln aufwändig ist und Zeit braucht.<br />

Auch Schulklassen nutzen dieses Angebot regelmäßig. Es geht<br />

dabei auch um Wertschätzung seines Handwerks.<br />

Schon immer hat Torsten Goertz gerne mit Holz gearbeitet.<br />

Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Möbeltischler.<br />

Später allerdings war er hauptsächlich als Bautischler eingesetzt,<br />

hat Fenster und Türen erneuert. Viel Zeit für Kreativität blieb<br />

da nicht. Schließlich wagte Torsten Goertz einen Neuanfang,<br />

holte das Fachabitur nach und studierte Betriebswirtschaftslehre.<br />

Nach Stationen als Controller bei einer Krankenkasse und<br />

im Krankenhaus entschied er sich, wieder das zu tun, was dem<br />

gelernten Möbeltischler in den Jahren zuvor gefehlt hatte: Kreativsein<br />

mit Holz. So entstand vor knapp 15 Jahren die Idee, Holzmöbel<br />

zu entwerfen und produzieren zu lassen, um sie schließlich<br />

im eigenen Onlineshop zu verkaufen. „Diesen Markt hatten wir<br />

aber total unterschätzt“, resümiert Kristina Goertz. „Das fing<br />

schon damit an, dass ich keine passenden Partner für die Produktion<br />

gefunden habe“, ergänzt ihr Mann. „Also habe ich die<br />

Möbel schließlich selber gebaut.“ Nach und nach musste er sich<br />

die nötigen Maschinen anschaffen. Damals produzierte Torsten<br />

Goertz auf etwa 100 Quadratmetern außerhalb der Stadt. Vom<br />

Büro im Technologie- und Gewerbezentrum aus führte er mit<br />

Unterstützung seiner Frau Kristina das Unternehmen. Schon<br />

damals, 2013, wurde er beim OZ-Gründerpreis mit dem Sonderpreis<br />

„Interessante Gründerstory“ ausgezeichnet. Die von der<br />

Rostocker Künstlerin Elvira Martens gefertigte Trophäe aus Glas<br />

steht noch heute im Fenster der Werkstatt, die Urkunde hängt<br />

an der Wand. Ohnehin findet man hier einige Abbildungen von<br />

früher. Die Unternehmensentwicklung ist auch immer wieder<br />

Thema bei den Betriebsführungen.<br />

„Irgendwann hatten wir die Kapazitätsgrenze erreicht“, erinnert<br />

sich Torsten Goertz. „Um den Kunden beste Qualität zu bieten,<br />

mussten wir die Produktion professionalisieren und die Werkstatt<br />

wachsen.“ So bewarb sich das Unternehmerpaar im Jahr 2012 für<br />

den Kauf des Grundstückes am Holzhafen. Mit ihrem Konzept<br />

überzeugten sie. Im Sommer 2013 kam die Zusage. Anderthalb<br />

Jahre später begann der Bau. Auf 700 Quadratmeter Grundfläche<br />

und zwei Etagen verteilen sich nun die drei Arbeitsbereiche<br />

Dienstleistung, Produktion und Handel. Die Werkstatt ist vier-<br />

Die Möbelmanufaktur Goertz in<br />

Wismar von Torsten und seiner<br />

Ehefrau Kristina Goertz ist nicht<br />

nur ein Familienbetrieb, sondern<br />

gleichzeitig eine Schaumanufaktur.<br />

The Möbelmanufaktur Goertz<br />

in Wismar run by Torsten and<br />

his wife Kristina Goertz is not<br />

only a family business, but<br />

also a showcase factory.<br />

Kristina Goertz is still totally overwhelmed by the award and the<br />

appreciation thus shown to their corporate concept. “None of this<br />

would have been possible if we hadn’t had each other”, emphasises<br />

CEO Torsten Goertz. His wife Kristina has been at his side from<br />

the very start. As a graduate architect, she designed the company<br />

headquarters on Wismar Holzhafen in the old port with a large<br />

glass façade along the street. The premises offer generous floor<br />

space for presenting the company’s products. Through the showroom<br />

windows, visitors can see directly into the workshop and<br />

watch the furniture being made. “We always wanted a showcase<br />

factory, but got all the machinery and the safety concerns made it<br />

rather complicated”, says Kristina Goertz. “Looking in from the<br />

outside is a good way round it”. Torsten Goertz also offers guided<br />

tours of the company every Thursday. Anyone who is interested<br />

can take a look at the company and see just how much time and<br />

effort it takes to make furniture is. School classes regularly use this<br />

opportunity as well. He is also keen to encourage an appreciation<br />

of the craftsmanship involved.<br />

Torsten Goertz has always enjoyed working with wood, and<br />

trained as a cabinetmaker after leaving school. However, he ended<br />

up working mainly as a carpenter replacing windows and doors,<br />

which left little scope for creativity. Eventually, Torsten Goertz<br />

decided to change track: he got the qualifications he needed to<br />

go to university and took a degree in business management. After<br />

working as a controller for a health insurance fund and in a hospital,<br />

he then decided to return to the kind of work that he had<br />

been longing to do the whole time: being creative with wood.<br />

About 15 years ago, this led to the idea of designing wooden furniture<br />

and finding someone to produce it for sale in their own online<br />

132


shop. “But we totally underestimated the market”, recalls Kristina<br />

Goertz. “The problems began with trying to find the right partner<br />

for the production side of things”, her husband adds. “So, in<br />

the end, I made the furniture myself.” Bit by bit he purchased the<br />

machines he needed to do the job. In those days, Torsten Goertz<br />

used out-of-town premises with about 100 square metres of floor<br />

space. He ran the company together with his wife Kristina from<br />

an office in the Technology and Commercial Centre. Even in<br />

the early days back in 2013 he received the special prize for his<br />

“Interesting Start-Up Story” as part of the OZ Start-Up Award by<br />

the Ostsee-Zeitung newspaper. The glass trophy made by Rostock<br />

artist Elvira Martens can still be seen today in pride of place in the<br />

workshop window, while the certificate hangs on the wall, accompanied<br />

by other illustrations from the early days. The company’s<br />

history is also featured during the guided tours.<br />

mal größer als die vorherige, der Laden bietet auf 100 Quadratmetern<br />

hellen Verkaufsraum und Ausstellungsfläche. Dahinter<br />

befinden sich die Büros. Insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

hat das Unternehmen. Darunter auch Innenarchitektinnen,<br />

die komplette Planungen im Kundenauftrag erstellen. „Wir<br />

produzieren Möbel nur noch nach Maß“, sagt Torsten Goertz.<br />

Die Wartezeiten von mehreren Monaten nehmen die Kunden in<br />

Kauf. Vor allem Privatkunden nutzen das Angebot, aber auch<br />

Hotels und öffentliche Einrichtungen gehören zum Kundenkreis.<br />

Gerade werden Möbel für eine neue Herberge in der Wismarer<br />

Innenstadt hergestellt.<br />

Vier Tischlergesellen, zwei davon Frauen, sind in der Werkstatt<br />

beschäftigt. Regelmäßig bildet Torsten Goertz Tischlernachwuchs<br />

aus, Praktikanten kommen ebenfalls gerne. Der Beruf des<br />

Tischlers sei noch vergleichsweise beliebt. 10 bis 15 Bewerbungen<br />

erhält das Unternehmen pro Jahr. „Die, die kommen, sind<br />

engagiert und haben Lust auf den Beruf“, sagt Kristina Goertz.<br />

Während ihr Mann vor allem für den Produk tionsbereich und<br />

die Personalführung verantwortlich ist, kümmert sie sich um das<br />

Angebot im Laden. Anfangs waren hier ausschließlich die selbstgebauten<br />

Möbel ausgestellt, mittlerweile ist das Sortiment breit<br />

gefächert und enthält neben selbstgefertigten Dekoartikeln auch<br />

Produkte von anderen Herstellern, vorzugsweise aus Holz, und zu<br />

mindestens 80 Prozent „Made in Germany“. „Das ist für uns sehr<br />

wichtig“, sagt Kristina Goertz. „Leider verlegen viele Hersteller<br />

mittlerweile ihre Produktion ins Ausland, weil es wirtschaftlich<br />

rentabler ist“, so Torsten Goertz. Er hält diese Entwicklung für<br />

falsch und zu kurz gedacht. Gerade in Krisenzeiten zeigten sich<br />

immer wieder die Tücken solcher Auslagerungen. „Es ent stehen<br />

Copyright: Möbelmanufaktur Goertz<br />

“Eventually we reached our capacity limits”, recollects Torsten<br />

Goertz. “We had to put production on a professional footing and<br />

let the workshop grow if we wanted to offer our customers top<br />

quality.” In 2012, they applied to purchase a plot of land on Holzhafen.<br />

Their concept convinced the powers-that-be and approval<br />

was granted in summer 2013. Work began eighteen months later.<br />

The company now has 700 square metres of floor space on two<br />

storeys for its service, production and retail activities. The workshop<br />

is four times larger than the old one, while the store has a<br />

salesroom and exhibition area covering 100 square metres. The<br />

offices are located to the rear. Altogether there are 13 people<br />

working for the company, including interior designers who do<br />

all the necessary planning for the customers. “We only produce<br />

bespoke furniture”, says Torsten Goertz. Customers accept that it<br />

may take several months. This is a service mainly used by private<br />

customers, although the client base also includes hotels and public<br />

facilities. At the moment, they are making furniture for a new<br />

hostel in Wismar town centre.<br />

The workshop has a team of four fully qualified cabinetmakers.<br />

Torsten Goertz regularly trains apprentice cabinetmakers and<br />

interns are also welcome. Cabinetmaking is still a comparatively<br />

popular trade, with the company receiving 10 to 15 applications<br />

each year. “Those who come are really committed and eager to<br />

learn the skills involved”, says Kristina Goertz. While her husband<br />

deals primarily with the production side of things and per sonnel<br />

management, her main focus is on the store. Initially, they only<br />

sold the furniture that they made themselves in the workshop,<br />

but meanwhile the range has expanded to include decorative items<br />

made on site and by other manufacturers, preferably from wood,<br />

and at least 80 percent “made in Germany”. “That is another thing<br />

that’s really important for us”, says Kristina Goertz. “Unfortunately,<br />

many manufacturers have outsourced their production abroad<br />

because it’s cheaper“, says Torsten Goertz. He thinks this is<br />

wrong and a short-sighted development. The pitfalls of outsourcing<br />

production like that become transparent particularly when<br />

there’s a crisis of some kind. “In the aftermath, they discover<br />

they’ve become dependent on circumstances practically beyond<br />

their control.”<br />

133


Abhängigkeiten, die im Nachhinein nur noch schwer zu beeinflussen<br />

sind.“<br />

Auch als Zeichen für die Region produziert er seine Produkte<br />

weiterhin vor Ort in Wismar. Wenngleich der Vertrieb der Produkte<br />

zukünftig europaweit ausgedehnt werden soll. Dafür wurde<br />

der Onlineshop jüngst komplett überarbeitet und neu aufgesetzt.<br />

Kunden können hier die Holzprodukte der Möbelmanufaktur<br />

Goertz individualisieren und mit persönlichen Gravuren versehen<br />

lassen. Die Bestellungen werden direkt am Wismarer Firmensitz<br />

hergestellt. Servierbretter, Anker, Herzen und andere Dekoartikel<br />

sind besonders nachgefragt. Die Ideen dazu entstehen<br />

meistens im Team. Jeden Freitag um 9 Uhr trifft sich die Crew<br />

zum gemeinsamen Frühstück. Neben dem Dienstplan für die<br />

kommende Woche wird auch immer Persönliches ausgetauscht.<br />

„Mir ist es wichtig, den direkten Draht zu meinem Team zu behalten“,<br />

erzählt Torsten Goertz. Dabei achtet er auch auf Stimmungen<br />

und Zwischentöne, um schnell reagieren oder nachfragen zu<br />

können. „Mir liegen meine Mitarbeiter sehr am Herzen.“ Auch<br />

ein Grund, warum er den Betrieb während der Corona-Pandemie<br />

nicht komplett hat ruhen lassen, sondern in der Werkstatt weiterhin<br />

produzieren ließ.<br />

Nur selten ist er selbst noch handwerklich tätig. Sein Fokus hat<br />

sich auf die Mitarbeiter- und Unternehmensführung verschoben.<br />

Damit fühlt er sich gut. „Es macht mir großen Spaß.“ Zusammen<br />

mit Ehefrau Kristina bleibt er immer in Bewegung, entwickelt<br />

neue Idee, die dann auch im Team besprochen werden. Manches<br />

klappt, manches wird nicht umgesetzt oder funktioniert nicht.<br />

„Das ist aber nicht schlimm, daraus lernen wir. Das ist wie bei<br />

Kindern: Wenn der Spielturm umfällt, wird er eben wieder neu<br />

aufgebaut.“ Ganz aktuell plant das Unternehmen einen zusätzlichen<br />

Laden in der Wismarer Innenstadt. „Es soll eine Art offenes<br />

Atelier für unsere Innenarchitektinnen werden, in dem auch<br />

einige unserer gravierten Holzaccessoires präsentiert werden.“ Die<br />

Nähe zum Kunden ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Goertz<br />

Möbelmanufaktur. Jedes Jahr denkt sich das Team eine kreative<br />

Idee zu Weihnachten aus, zuletzt ein Mini-Schwibbogen aus Holz<br />

zum Selbstzusammenbauen. Der kam so gut an, dass daraus auch<br />

weitere Ideen für besondere Weihnachts- und Osterkarten entwickelt<br />

wurden. Langfristige konkrete Pläne sind nicht unbedingt<br />

Torsten Goertz` Ding. „Vieles ergibt sich, kommt auf uns zu. Und<br />

wir machen dann etwas daraus.“<br />

He continues to manufacture his products here on site in Wismar,<br />

also as a sign of solidarity for the region, even though they hope to<br />

expand the sales of their products throughout Europe in future.<br />

The online shop has recently been redesigned and relaunched<br />

to this end. It is now possible for customers to individualise the<br />

wooden products made by Goertz Möbelmanufaktur, including<br />

personal engraving. The orders are produced directly at company<br />

headquarters in Wismar. Serving trays, anchors, hearts and other<br />

decorative items are particularly popular. The corresponding<br />

ideas usually come from the team itself. Every Friday, they gather<br />

together for breakfast at 9 am. Besides discussing the duty roster<br />

for the coming week, this is also a time for personal sharing. “I<br />

like to keep in touch directly with my team”, says Torsten Goertz.<br />

He pays special attention to moods and nuances so that he can<br />

respond accordingly or check things quickly. “My staff are very<br />

important to me.” This is also one reason why he didn’t close<br />

things down completely during the Covid pandemic but kept<br />

production going in the workshop.<br />

These days, it is rare for him to get actively involved as a skilled<br />

craftsman. His focus has shifted to staff management and<br />

running the company. And that’s fine with him. “It gives me great<br />

pleasure”. He and his wife Kristina are constantly moving things<br />

forward, developing new ideas that are then discussed in the team.<br />

Sometimes they work, others don’t or aren’t put into production.<br />

“But that doesn’t matter, it’s all part of the learning process. It’s<br />

like with children: when the tower of building bricks falls down,<br />

you then build it back up again.” At the moment, the company is<br />

planning to open an additional store in Wismar town centre. “We<br />

want it to be a kind of open study for our interior designers, where<br />

some of our engraved wooden accessories will also be on display”.<br />

Close proximity to the customers is one of the secrets behind the<br />

success of Goertz Möbelmanufaktur. Every year the team comes<br />

up with creative ideas for the Christmas season, which recently<br />

included a DIY kit for a mini wooden candle arch. This was so<br />

popular that it led to further ideas for special Christmas and Easter<br />

cards. Torsten Goertz doesn’t really make long-term plans. “We’ll<br />

see what the future brings: many things just happen. And we’ll<br />

just go ahead and make the most of it.”<br />

134


Copyright: Möbelmanufaktur Goertz<br />

Ausstellungsraum der Möbelmanufaktur Goertz<br />

Showroom of the Möbelmanufaktur Goertz<br />

135


Schwarz & Grantz Schwerin GmbH<br />

Die Schwarz & Grantz Schwerin GmbH ist Bestandteil der Schwarz &<br />

Grantz Gruppe, welche wiederum ein Teil des international agierenden<br />

Konzerns Eiffage Energie Systems ist. Durch das hiermit verbundene<br />

fachliche Know-how und die höchsten Arbeitssicherheitsstandards<br />

sind wir in Schwerin hervorragend auf zukünftige Herausforderungen<br />

eingestellt. Im Konzernverbund wird unser Know-how im Segment der<br />

erneuerbaren Energien stetig weiter ausgebaut. Unser Team besteht aus<br />

Spezialisten für den gesamten technischen Gebäudezyklus. Wir planen,<br />

bauen und sanieren erfolgreich haustechnische Anlagen für private und<br />

öffentliche Auftraggeber. In unserer Landeshauptschaft sind wir außerdem<br />

in den Bereichen Kundendienst und Notdienst für die hier ansässigen<br />

Wohnungsgesellschaften und öffentlichen Gebäude aktiv.<br />

Schwarz & Grantz Schwerin GmbH is part of the Schwarz & Grantz<br />

Group, which in turn belongs to the international player Eiffage Energie<br />

Systems. The resulting wealth of technical know-how and highest<br />

occupational safety standards mean that here in Schwerin we are well set<br />

to face the challenges of the future. Within the group of companies, we<br />

are expanding our know-how in the segment of renewable energies all the<br />

time. Our team consists of specialists covering all aspects of the technical<br />

building cycle. We successfully plan, build and refurbish technical systems<br />

for buildings on behalf of private and public clients. Furthermore, here<br />

in the state capital we also provide customer service and an emergency<br />

call-out service for local housing companies and public buildings in the<br />

city.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1970<br />

Mitarbeiter: insgesamt 350,<br />

in Schwerin 39<br />

Leistungsspektrum:<br />

Erneuerbare Energien,<br />

Heizungstechnik, Kälte­ und<br />

Klimatechnik, Sanitärtechnik,<br />

Raumlufttechnik<br />

www.schwarz-grantz.de<br />

Year founded: 1970<br />

Employees: 350 in total,<br />

39 in Schwerin<br />

Range of services:<br />

Renewable energy, heating<br />

systems, refrigeration and airconditioning,<br />

sanitary systems,<br />

ventilation systems<br />

die fensterbauer GmbH<br />

Wir montieren ausschließlich mit geschulten Partnern<br />

oder mit unseren eigenen Monteuren.<br />

Seit über 20 Jahren stellen wir hochwertige Kunststofffenster und -türen<br />

her. Mit bis zu 15.000 gefertigten Elementen pro Jahr verfügen wir über<br />

die fachliche Kompetenz, nahezu jeden Wunsch unserer Kunden umzusetzen.<br />

Auch bei unseren Lieferanten setzen wir auf starke und kompetente<br />

Partner und sind damit auch für alle Anforderungen des zukünftigen<br />

Marktes aufgestellt. Unsere Kunden, Händler und Bauvorhaben werden<br />

ausschließlich von uns persönlich betreut. Zusagen und Vereinbarungen<br />

können so immer direkt und verbindlich abgesprochen werden. Durch<br />

die direkte Einflussnahme auf die Produktion, Logistik und Auftragsbearbeitung<br />

bieten wir ein Höchstmaß an Flexibilität. Das unterscheidet<br />

uns von vielen anderen Unternehmen der Branche.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1993<br />

Mitarbeiter: ca. 30<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Kunststofffenster und -türen<br />

– Schiebeanlagen<br />

www.die-fensterbauer.com<br />

Our windows and doors are fitted only by<br />

trained partners or our own teams.<br />

Year founded: 1993<br />

Employees: approx. 30<br />

Range of services:<br />

– uPVC windows and doors<br />

– sliding systems<br />

1<br />

136<br />

We have been making top-quality uPVC windows and doors for more<br />

than 20 years. Producing up to 15,000 elements each year, we have the<br />

professional expertise to meet practically all our customers’ needs. We also<br />

work with suppliers who are strong, expert partners, which also enables<br />

us to meet all future market requirements. We take exclusively per sonal<br />

care of our customers, dealers and projects. This allows us to make direct,<br />

binding commitments and agreements. We have a direct influence on<br />

production, logistics and order processing, allowing for maximum<br />

flexibility. This is what makes us stand out from many other companies<br />

in the industry.


MIV Mecklenburgisches Ingenieurbüro<br />

für Verkehrsbau GmbH<br />

Die MIV GmbH realisiert als Ingenieur- und Beratungsunternehmen<br />

umfangreiche Straßen- und Brückenbauvorhaben im norddeutschen<br />

Raum. Unser ingenieurtechnisches Personal setzt seine berufliche Erfahrung,<br />

fachübergreifende Kompetenz und sein Engagement im Interesse<br />

der Kunden ein. Wir entwickeln maßgeschneiderte, umweltgerechte und<br />

nachhaltige Lösungen für Einzelaufgaben oder übernehmen Generalplanerleistungen<br />

von ersten Studien bis zur Fertigstellung und Übergabe<br />

des Vorhabens.<br />

MIV ist in Schwerin, Neustrelitz, Stralsund, Rostock, Ribnitz-Damgarten<br />

sowie in Dresden und Stendal präsent.<br />

As an engineering and consulting company, MIV GmbH implements<br />

extensive road and bridge construction projects in northern Germany.<br />

Our engineers use their professional experience, interdisciplinary expertise<br />

and commitment in the interests of our customers. We develop tailormade,<br />

environmentally friendly and sustainable solutions for individual<br />

tasks or provide general planning services from initial studies to completion<br />

and handover of the project.<br />

MIV is present in Schwerin, Neustrelitz, Stralsund, Rostock, Ribnitz-<br />

Damgarten as well as in Dresden and Stendal.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1953<br />

Mitarbeiter: etwa 80<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Verkehrsbau<br />

– Konstruktiver Ingenieurbau<br />

– Baumanagement<br />

– Wasserwirtschaft<br />

– Stadt­ und Landschaftsplanung<br />

www.miv-ing.de<br />

Year founded: 1953<br />

Employees: approx. 80<br />

Range of services:<br />

– transportation infrastructure<br />

– constructive engineering<br />

– construction supervision<br />

services<br />

– water management<br />

– city and landscape planning<br />

BAUUNION Wismar GmbH<br />

Die BAUUNION Wismar realisiert Bauvorhaben in ganz Deutschland<br />

sowie in Polen und Skandinavien. Zum Leistungsspektrum gehören<br />

Hochbauarbeiten wie Gewerbebau, Wohnungsbau und Denkmalschutz.<br />

Gesellschafter Jörg Hinrichs: „Ganz besonders am Herzen liegt<br />

uns die Denkmalpflege.“ Mit den Bauarbeiten am Rathaus, Zeughaus<br />

und Schifferhus am Alten Hafen, Schabbelhaus, Phantech nikum, der<br />

St. Nikolaikirche sowie mit der Georgenkirche hat die BAUUNION<br />

etliche stadtbildprägende Bauten Wismars mit großer Sorgfalt gebaut<br />

bzw. saniert und ihnen neuen Glanz verliehen. Eine weitere Spezialität<br />

sind Fundamente für Windkraftanlagen.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1990<br />

Mitarbeiter: mehr als 100<br />

Leistungsspektrum:<br />

– Hochbauarbeiten<br />

– Denkmalschutz<br />

– Brücken­, Straßen­ und<br />

Wegebau<br />

– Fundamente für Windkraftanlagen<br />

www.bauunion-wismar.de<br />

Year founded: 1990<br />

Employees: more than 100<br />

Range of services:<br />

– structural engineering<br />

– monument conservation<br />

– construction of bridges,<br />

roads and paths<br />

– foundations for wind turbines<br />

1<br />

BAUUNION Wismar is responsible for construction projects throughout<br />

Germany as well as in Poland and Scandinavia. The range of services<br />

includes structural engineering, such as commercial construction,<br />

housing and monument conservation. Shareholder Jörg Hinrichs: “We<br />

are particularly committed to the preservation of historical monuments.”<br />

BAUUNION has been involved in the meticulous refurbishment of<br />

many landmark buildings in Wismar, building and endowing them with<br />

new splendour, including the town hall and armoury, the “Schifferhus am<br />

Alten Hafen”, the “Schabbelhaus”, the “Phantechnikum”, St. Nikolai’s<br />

church and St. George’s church. The company has also specialised in<br />

building foundations for wind turbines.<br />

137


Mit unseren drei Standorten in Schwerin, Hamburg und Neubrandenburg<br />

ist die HCH Umwelt GmbH Ihr zuverlässiges Abbruch-, Entkernungs-<br />

und Schadstoffsanierungsunternehmen in Norddeutschland. Wir<br />

zeichnen uns durch ein zuverlässiges und starkes Team aus und sind in<br />

unserer Wertekultur über die vielen Jahre fest verankert.<br />

Als behördlich zugelassenes Unternehmen, mit der erforderlichen Sachkunde<br />

und den technischen Voraussetzungen, übernehmen wir sämt liche<br />

Abbruch- und Sanierungsarbeiten von Asbestprodukten sowie von weiteren<br />

gesundheitsschädigenden Stoffe wie z. B. KMF, PAK und PCB.<br />

Die Schadstoffsanierung sowie Abbruch- und Entkernungsarbeiten erfordern<br />

Sorgfalt und Sicherheit. Eine spezielle Verantwortung gegenüber<br />

unseren Kunden und Mitarbeitern, der wir uns jeden Tag stellen. Mit<br />

professioneller Arbeit und unbedingter Termintreue. Besonderen Wert<br />

legen wir auf die Entwicklung und kontinuierliche Weiterbildung unserer<br />

Mitarbeiter, die Technik und die Effizienz bei der Arbeitsausführung.<br />

HCH Umwelt GmbH<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1994<br />

Year founded: 1994<br />

Mitarbeiter: mehr als 70<br />

Employees: more than 70<br />

Leistungsspektrum:<br />

Range of services:<br />

– Entkernungsarbeiten<br />

– gutting work<br />

– Abriss, Abbruch, Rückbau, – demolition, deconstruction,<br />

Demontage und Erdbau dismantling and earthmoving<br />

– Schadstoff sanierung<br />

– pollution remediation<br />

– Trockeneisstrahlen<br />

– dry­ice blasting<br />

HCH Umwelt GmbH with its three sites in Schwerin, Hamburg and<br />

Neubrandenburg is your reliable demolition, gutting and pollution<br />

remediation company in North Germany. We stand out with our strong,<br />

reliable team and have been firmly anchored in our corporate values for<br />

many years.<br />

As an officially approved company, we offer the necessary expertise<br />

and technical prerequisites to deal with all kinds of demolition and remediation<br />

work for asbestos products and other harmful substances such<br />

as artificial mineral fibres, PAH and PCB.<br />

Pollution remediation together with demolition and gutting work<br />

demand care and safety. This gives us special responsibility for our customers<br />

and our staff, which we fulfil every day with a professional mindset<br />

and absolute punctuality. We give special priority to the development<br />

and ongoing training of our staff and technical equipment, and to the<br />

efficiency of our workmanship.<br />

Ausrüstung:<br />

Bagger, Firmenfahrzeuge,<br />

Personalschleusen, Materialschleusen,<br />

Raumluftfilteranlagen,<br />

Industriesauger<br />

und Sauganlagen, Hochvakuumsauganlagen,<br />

Personenkörbe<br />

an Mobilkränen,<br />

Arbeitsbühnen u. v. m.<br />

Partner:<br />

Deutsche Umwelttechnik<br />

GmbH<br />

Verband für Abbruch und<br />

Entsorgung e. V.<br />

www.hch-umwelt.de<br />

Equipment:<br />

Excavators, company vehicles,<br />

personnel air locks,<br />

material locks, room air filter<br />

systems, industrial vacuum<br />

units and extraction systems,<br />

high­vacuum extraction units,<br />

mobile crane work cages, work<br />

platforms and much more.<br />

Partners:<br />

Deutsche Umwelttechnik<br />

GmbH<br />

Verband für Abbruch und<br />

Entsorgung e. V.<br />

138 1


Information<br />

3.710,6 Mio. Euro Bilanzsumme<br />

165.380 Privatkunden<br />

8.462 Firmenkunden<br />

398 Mitarbeitende<br />

28 Auszubildende<br />

22 Filialen<br />

20 SB­Filialen<br />

76 Geldautomaten<br />

38 SB­Terminals<br />

3,710.6 million Euro balance<br />

sheet total<br />

165,380 private customers<br />

8,462 business customers<br />

398 employees<br />

28 trainees<br />

22 branches<br />

20 self­service branches<br />

76 ATMs<br />

38 self­service terminals<br />

www.sparkasse-mecklenburg-schwerin.de<br />

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin –<br />

Stabilitätsanker und starker Partner für die Region<br />

In Zeiten von Veränderungen braucht es Zuverlässigkeit. Seit über<br />

200 Jahren ist die Sparkasse ein Stabilitätsanker für die Menschen in<br />

<strong>Westmecklenburg</strong>. Mit ihrer am Gemeinwohl ausgerichteten Struktur<br />

ermöglicht die Sparkasse vielen Menschen den Zugang zu Bankdienstleistungen,<br />

sichere Anlagemöglichkeiten, Chancen der Vermögensbildung<br />

und damit wirtschaftliche sowie soziale Teilhabe. Dazu gehören<br />

auch verantwortliche Kreditvergaben, überall funktionsfähige und<br />

sichere Zahlungssysteme, gute Beratungen, faire Preise.<br />

Weil’s um mehr als Geld geht macht sich die Sparkasse stark für das, was<br />

wirklich zählt: wichtige Themen unserer Zeit wie Nachhaltigkeit und<br />

Klimaschutz. Als Kreditinstitut vor Ort begleiten wir unsere Privat- und<br />

Firmenkunden sowie Kommunen bei Veränderungsprozessen hin zu<br />

mehr Nachhaltigkeit. Mit unseren Produkten, Dienstleistungen und<br />

unserem gesellschaftlichen Engagement gestalten wir gemeinsam den<br />

Weg in eine nachhaltige Zukunft. Sichtbar wird das Thema Nachhaltigkeit<br />

im gesamten Geschäftsbetrieb wie beispielsweise beim Finanzierungsund<br />

Anlagegeschäft mit unseren Kunden, beim Eigenanlagegeschäft<br />

oder bei unserem vielfältigen Förderengagement für die Region. Davon<br />

pro fitieren alle.<br />

Sparkasse<br />

Mecklenburg-Schwerin<br />

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin –<br />

anchor of stability and strong partner for the region.<br />

Reliability is what’s needed in times of change. For more than 200 years,<br />

the Sparkasse has been an anchor of stability for the people of Western<br />

Mecklenburg. Structured for the common good, the Sparkasse gives many<br />

people access to banking services and safe investment opportunities, thus<br />

enabling their economic and social participation. The range of services<br />

offered also includes responsible lending, safe, properly functioning<br />

payment systems throughout the area, good advice and fair prices.<br />

Because more than just money is involved, the Sparkasse is also actively<br />

involved in advocating the really important issues of our time, such as<br />

sustainability and climate protection. As a local bank, we assist our private<br />

and business customers as well as the municipalities with the change<br />

processes involved in making the transformation to more sustainability.<br />

With our products, services and social commitment, we work together to<br />

shape our path towards a sustainable future. Sustainability is revealed in<br />

all our business activities, such as the financing and investment business<br />

with our customers, proprietary investments, or our diverse sponsorship<br />

activities for the region, from which all benefit.<br />

Unsere 398 Mitarbeitenden und 28 Auszubildenden kümmern<br />

sich um die Belange der mehr als 175.000 Kunden.<br />

Our 398 employees and 28 trainees look after the<br />

needs of more than 175,000 customers.<br />

139 1


REALLABOR FÜR GEMEINWOHL-<br />

ORIENTIERTES WIRTSCHAFTEN<br />

Living laboratory<br />

for an economy for the<br />

common good<br />

TEXT: MANUELA HEBERER<br />

JANNIS DEUTSCHMANN<br />

Im ehemaligen Außenstandort der Expo 2000<br />

entsteht im Zukunftszentrum in Nieklitz seit mittlerweile<br />

acht Jahren ein Kompetenzzentrum für<br />

regeneratives Leben, Lernen, Arbeiten und Bauen,<br />

an dem sich viele Menschen aus ganz Deutschland<br />

beteiligen und das die Region in vielerlei Hinsicht<br />

bereichert.<br />

Man kann schon mal daran vorbeifahren – so natürlich<br />

schmiegt sich das riesige Gelände südlich von Zarrentin<br />

in die Landschaft. Über der Einfahrt prangt das wabenförmige<br />

Schild mit der Aufschrift „Wir bauen Zukunft“.<br />

Und das wird wörtlich genommen, denn hier wird ein<br />

Zukunftsort aufgebaut, der nachhaltige Technolo gien<br />

und Praktiken erlebbar macht. „Wir verstehen uns<br />

als Reallabor für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften,<br />

nachhaltiges Leben und Arbeiten“, erzählt Jannis<br />

Deutschmann. Er ist einer der Initiatoren der Genossenschaft<br />

„Wir bauen Zukunft“, die 2016 entstanden<br />

ist. Als Mitgründer des Berliner Netzwerks „Open<br />

State“, welches Unternehmen bei der Transformation<br />

zu einer kooperativen und nachhaltigen Wirtschaftsweise<br />

unterstützt, war er 2015 einer der Macher hinter<br />

dem „POC21“ Innovationscamp, das parallel zum<br />

21. UN-Klimagipfel im französischen Millemont veranstaltet<br />

wurde.<br />

For about eight years now, a centre of excellence has<br />

been in progress at the Future Centre in Nieklitz<br />

at the former Expo 2000 site to set up a centre of<br />

excellence for regenerative living, learning, working<br />

and building. The project attracts many people from<br />

all over Germany and enriches the region in many<br />

ways.<br />

The huge premises south of Zarrentine blend so<br />

naturally in the countryside that it’s easy to drive straight<br />

past without noticing. The honeycomb-shaped sign<br />

above the driveway bears the words ‘Wir bauen Zukunft’<br />

(building the future). The phrase is meant to be taken<br />

literally too: the project is about building a future place<br />

that makes sustainable technologies and methods come<br />

alive. “We see ourselves as a laboratory for an eco omy for<br />

the common good, for sustainable living and working”,<br />

says Jannis Deutschmann. He is one of the initiators of<br />

the ‘Wir bauen Zukunft’ cooperative which was set up<br />

in 2016. As a co-founder of the ‘Open State’ network<br />

in Berlin that supports companies in making the transformation<br />

to a cooperative, sustainable way of doing<br />

business, in 2015 he was one of the initiators of the<br />

‘POC21’ innovation camp which took place parallel to<br />

the 21st United Nations Climate Change Conference in<br />

Millemont, France.<br />

140


„Für fünf Wochen brachten wir 300 Maker*innen,<br />

Designer*innen, Ingenieur*innen und Innovator*innen an<br />

einem Ort zusammen, wo sie den Prototyp einer zukunftsfähigen<br />

Gemeinschaft lebten und kollaborativ an nachhaltigen Open<br />

Source Technologien für eine klima- und ressourcenschonende<br />

Zukunft forschten“, erklärt Jannis Deutschmann. „Das hat sehr<br />

viel mediale Aufmerksamkeit erregt und viele Menschen extrem<br />

bewegt. Umso schwerer war es, diesen Ort am Ende wieder<br />

aufzulösen.“<br />

Daraufhin wuchs im Team der Wunsch nach einem bleibenden<br />

Ort dieser Art. Den Stein ins Rollen brachte schließlich das erste<br />

deutsche Earthship-Projekt, welches zeitgleich im schwäbischen<br />

Tempelhof umgesetzt wurde. Dabei handelt es sich um ein aus<br />

recycelten Baustoffen bestehendes Gebäude, das nur durch die<br />

Energie der Sonne geheizt, durch Luftzirkulation gekühlt und<br />

schließlich energieautark bewohnt wird. „Schon während des<br />

Camps fand ein Austausch mit der dortigen Gruppe statt“, erzählt<br />

Jannis Deutschmann. „Aus dieser Gruppe kam auch der Hinweis<br />

auf den Ort Nieklitz. Gemeinsam starteten wir einen Konzeptions-<br />

und Visionsprozess, und arbeiteten heraus, wie wir dieses<br />

Gelände entwickeln können.“ Damals stand das Grundstück in<br />

Nieklitz schon fast drei Jahre leer. Der Biologieprofessor Berndt<br />

Heydemann hatte hier zwischen den Jahren 2000 und 2013 das<br />

Zukunftszentrum ZMTW zum Thema Bionik und Ökotechnologie<br />

betrieben. „Vieles war überwuchert, die Gebäude zum Teil<br />

geplündert, Scheiben eingeschlagen, Inventar weggeschleppt“,<br />

erinnert sich Jannis Deutschmann. „Trotzdem haben wir sofort<br />

das Potenzial dieses Ortes gesehen.“ Eine Genossenschaft wurde<br />

gegründet und das Gelände gekauft. Danach folgte viel Aufräumund<br />

Pionierarbeit. Stück für Stück arbeitet sich die Genossenschaft<br />

mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer*innen<br />

seither voran, veranstaltet Arbeitseinsätze, Innovationscamps,<br />

Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen, die zur<br />

Philosophie der Projektgemeinschaft passen.<br />

Neben einem großen Seminarhaus findet sich auf dem Gelände<br />

ein wabenförmiges Blumenhaus aus Glas, in dem eine Bar eingerichtet<br />

ist, die bei Veranstaltungen öffnet. Zehn Teiche sowie<br />

ein botanischer Garten gehören ebenfalls zum Grundstück. 500<br />

Pflanzenarten sollen hier wachsen, die Schilder im Boden verraten<br />

noch die Namen von Schneekirsche, Zier-Johannisbeere<br />

und Stechpalme. Zu einigen Schildern sucht man die passenden<br />

Pflanzen jedoch vergeblich. Rigoros hat sich die Natur den Platz<br />

zurückerobert, das verdrängt, was vielleicht nicht hierher gehört.<br />

Stattdessen anderem Raum zum Wachsen gegeben. Dazwischen<br />

finden sich immer wieder Spuren des ehemaligen Zukunftszentrums,<br />

wie Modelle von Blüten oder den Flügeln von Insekten.<br />

Das ehemalige Gewächshaus ist heute das „Haus der Düfte“.<br />

Zwischen wildwachsenden Kletterrosen sind hier mit weißen<br />

Baldachinen überspannte, japanische Tatamimatten aufgebaut,<br />

die Schlafplätze für die Gäste bieten. Gerade fand das Pura Vida-<br />

Festival mit 600 Teilnehmenden auf dem Gelände statt, viele von<br />

ihnen haben auf den weitläufigen Grünflächen zwischen Bäumen<br />

und Sträuchern gezeltet. Für Kinder gibt es einen eigenen<br />

Kids Space unter großem Segeltuch, ausgestattet mit Spielhütte,<br />

Das 10 Hektar großes Gelände in<br />

<strong>Westmecklenburg</strong>, eingebettet<br />

zwischen Hamburg und Schwerin,<br />

bietet reichlich Raum zum Träumen,<br />

Flanieren und Experimentieren.<br />

The 10-hectare site in West<br />

Mecklenburg, nestled between<br />

Hamburg and Schwerin, offers<br />

plenty of space for dreaming,<br />

strolling and experimenting.<br />

“For five weeks, we brought 300 makers, designers, engineers and<br />

innovators together in one place, where they lived as the prototype<br />

of a viable community and worked together on research into<br />

sustainable open source technologies for a future that protects the<br />

climate and natural resources”, explains Jannis Deutschmann.<br />

“This attracted a lot of interest in the media and many people were<br />

extremely moved, which made it all the more difficult to take it all<br />

apart again at the end.”<br />

The team then realised they would like a permanent place like<br />

that. Developments were then triggered by Germany’s first<br />

earthship project, which was implemented at the same time in<br />

Tempelhof in South Germany. Made of recycled construction<br />

materials, the building is heated only by solar energy and cooled by<br />

air circulation, offering the possibility of self-sufficient living in<br />

terms of energy. “We already started sharing ideas with the group<br />

there during the camp”, says Jannis Deutschmann. “It was also the<br />

group that told us about Nieklitz. Together we started to work on<br />

concepts and visions, looking at how we could develop the premises.”<br />

At that point in time, the land in Nieklitz had been vacant<br />

for nearly three years. Between 2000 and 2013, the site had been<br />

operated as the ‘Zukunftszentrum ZMTW’ (future centre) by the<br />

biology professor Berndt Heydemann, with a focus on bionics<br />

and eco-technology. “Everything was overgrown, the buildings<br />

had been ransacked, the windows broken, the furnishings looted”,<br />

recalls Jannis Deutschmann. “Even so, we immediately saw its<br />

potential.” A cooperative was founded and the land was bought,<br />

followed by a great deal of clearing out and spadework. Since then,<br />

the cooperative has been working bit by bit with the help of many<br />

volunteers, organising work projects, innovation camps, seminars<br />

142


and workshops on various subjects in line with the philosophy of<br />

the project community.<br />

viel Sand zum Buddeln und allerlei Mobiliar aus Holz. Nicht<br />

weit davon entfernt finden sich die solarbetriebenen Outdoor-<br />

Duschen. Verstreut auf dem Gelände stößt man außerdem auf<br />

verschiedene Unterkünfte wie Jurten oder Tiny Houses.<br />

Diese sollen hier bald noch eine größere Rolle spielen, denn eine<br />

Tiny House-Forschungssiedlung ist geplant. „Tiny Ville“ soll sie<br />

heißen. Zum einen sollen hier die verschiedenen Systeme getestet<br />

und optimiert werden, zum anderen bekommen Menschen die<br />

Möglichkeit, das Leben in kleinen Häusern hier auf dem Land<br />

in Ruhe auszuprobieren und herauszufinden, was es eigentlich<br />

zum Glücklichsein braucht. „Wir wollen aufzeigen, wie wir<br />

wieder mehr in Einklang mit natürlichen Prinzipen leben und<br />

von der Natur lernen können“, sagt Jannis Deutschmann. „Dafür<br />

machen wir einen Entwurf, wie ein Leben innerhalb planetarer<br />

Grenzen möglich ist und wie eine Gesellschaft das gemeinsam<br />

schaffen kann. Damit wirken wir in der Region, entwickeln mit<br />

unseren innovativen Projekten aber auch eine Strahlkraft für die<br />

ganze Welt“, so Jannis Deutschmann, der zuerst im Vorstand der<br />

Genossenschaft aktiv war und inzwischen im Bereich Beratung<br />

und Regionalentwicklung tätig ist. Während der Corona-Pandemie<br />

hat er den Schritt von Berlin aufs Land gewagt. „Damals stand<br />

die Frage nach dem Schulort für unsere Tochter an“, erzählt er.<br />

„Da haben wir uns schließlich für die Region hier entschieden.“<br />

Zwei Jahre lebte er mit Frau und Kind auf dem Gelände, schließlich<br />

zogen sie in eine Wohnung in einem kleinen Dorf, 10 Minuten<br />

entfernt. Wie er sind inzwischen an die 50 Menschen, die mit<br />

dem Projekt in Zusammenhang stehen, in die Region gezogen.<br />

„Das Gelände ist unser Knotenpunkt, wirkt wie ein Magnet. Hier<br />

laufen die Fäden zusammen.“<br />

Copyright: Wir bauen Zukunft eG<br />

Besides a large seminar building, there is also a glazed ‘Blumenhaus’<br />

(flower house) shaped like a honeycomb, with a bar that is<br />

open during events. The premises also include ten ponds and a<br />

botanical garden. 500 species of plant were supposed to grow here,<br />

and there are still signs in the ground stating names like Japanese<br />

cherry, ornamental currant and holly, however some of the corresponding<br />

plants can no longer be found. Nature has rigorously<br />

reclaimed the land for itself, ousting plants that possibly don’t<br />

belong here. Instead, other plants find space to grow, repeatedly<br />

interspersed with traces of the former Future Centre, such as<br />

models of flowers or the wings of insects. The former greenhouse<br />

is now the ‘Haus der Düfte’ (house of scents). Between wild<br />

rambler roses, Japanese Tatami mats covered with white canopies<br />

offer guests somewhere to sleep. The Pura Vida Festival has just<br />

come to a close on the premises, with many of the 600 participants<br />

staying in tents between trees and shrubs on the extensive grassy<br />

areas. Children have their own Kids Space under a large sailcloth,<br />

equipped with a play house, lots of sand for digging in and all<br />

kinds of wooden furniture. Not far away are the solar-operated<br />

outdoor showers. Furthermore, various kinds of accommodation<br />

such as yurts or tiny houses are scattered around the land.<br />

These will soon have a more important role to play with the<br />

plans for a tiny house research estate, which is to be called ‘Tiny<br />

Ville’. The aim on the one hand is to test and optimise the various<br />

systems; on the other hand, people will have a chance to see what<br />

it’s like to live in peace and quiet in little houses in the country,<br />

and to find out what they actually need to be happy. “We want<br />

to show that it is possible to start living more in harmony with<br />

natural principles again, learning from nature“, says Jannis<br />

Deutschmann. “We’re devising a way of life that is possible within<br />

planetary limits, looking at how a society can achieve this working<br />

together. This means we are having a corresponding impact here<br />

in the region, but our innovative projects also have a far wider<br />

effect for the whole world”, says Jannis Deutschmann, who was<br />

initially on the board of the cooperative and is now involved with<br />

consulting and regional development. It was during the Covid<br />

pandemic that he took the step to move from Berlin out into the<br />

countryside. “We were trying to decide which would be the best<br />

place for our daughter to go to school”, he says. “In the end we<br />

decided to come here to this area.” For two years, he lived on site<br />

with his wife and child, then they moved to an apartment in a<br />

small village 10 minutes away. Around 50 people involved in the<br />

project have now moved to the area, as he did. “The site is our hub,<br />

it’s like a magnet. This is where it all comes together.”<br />

The event side of things is an important business model for the cooperative.<br />

Events for between 2 and 700 people can be hosted here,<br />

including workshops, conferences, festivals and business events.<br />

The premises also include spin-off companies started by members<br />

of the cooperative who have settled here. Nieklitz village now has<br />

a factory building where tiny houses are built. Aurèle Haupt, one<br />

of the co-founders of the cooperative, has started his company<br />

143


Copyright: Wir bauen Zukunft eG<br />

Der Event-Betrieb ist ein wichtiges Geschäftsmodell der Genossenschaft.<br />

Veranstaltungen von 2 bis zu 700 Menschen können<br />

hier gehostet werden – für Workshops, Konferenzen, Feste und<br />

Businessveranstaltungen. Dazu kommen Ausgründungen der<br />

Genossenschaftsmitglieder, die sich hier niedergelassen haben. Im<br />

Dorf Nieklitz ist eine Werkhalle für den Bau von Tiny-Häusern<br />

entstanden. Aurèle Haupt, einer der Mitbegründer der Genossenschaft,<br />

hat hier sein Unternehmen „Hauptsache Tiny“ gegründet<br />

und baut Tiny-Häuser auf Bestellung. Bei der Auftaktveranstaltung<br />

des Netzwerks Landvorteil e. V. Anfang Juli 2024 stellte<br />

er die gemeinwohlorientierten Ansätze seines Unternehmens vor.<br />

Auch die Genossenschaft „Wir bauen Zukunft“ ist Mitglied in<br />

dem kooperativen Netzwerk aus Akteuren aus Forschung, Bildung,<br />

Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, dessen Ziel es<br />

ist, zukunftsfähige Lebens- und Arbeitskonzepte sowie soziale<br />

Innovationen in ländlichen Gebieten Norddeutschlands zu<br />

erforschen, zu entwickeln und zu erproben. Der Trägerverein ist<br />

ein Zusammenschluss der Wirtschaftsförderungen der Landkreise<br />

Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und Ludwigslust-<br />

Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.<br />

„Die Welten rücken zusammen“, sagt Jannis Deutschmann. „Vor<br />

ein paar Jahren waren wir hier noch die Exoten, mittler weile<br />

können wir die Region in Gremien und Partnerschaften mitentwickeln<br />

und unsere Kompetenzen einfließen lassen.“ Etwa<br />

bei Konferenzen zum Nachhaltigen Bauen, auch in Kooperation<br />

mit der IHK zu Schwerin, oder dem Kompetenzzentrum Bau der<br />

Hochschule Wismar oder bei Workshops für Kommunen und<br />

Akteure der Verwaltung zu Genehmigungsprozessen für Tiny<br />

Houses und ähnliche Wohnbauten. Auch das Earthship soll irgendwann<br />

an diesem Ort entstehen. „Mit diesem Leuchtturm als<br />

Beispiel für regenerative Zukunftsgestaltung wird sich auch der<br />

Kreis unserer Projektentstehung schließen.“<br />

In Nieklitz werden unterschiedliche Unterkünfte, wie zum<br />

Beispiel Tiny-Häuser, für die Besucher und Gäste angeboten.<br />

Nieklitz offers a variety of accommodation, such<br />

as tiny houses, for visitors and guests.<br />

‘Hauptsache Tiny’ (‘tiny is the main thing’) and builds tiny houses<br />

to order. He presented his company’s business approach for the<br />

common good during the kick-off event of the Netzwerk Landvorteil<br />

(‘country advantage network’) at the start of July 2024.<br />

The ‘Wir bauen Zukunft’ cooperative also belongs to the network<br />

made up of players involved in research, education, business,<br />

culture and civil society. Its aim is to research, develop and try out<br />

future living and working concepts together with social innovations<br />

in rural areas of North Germany. The asso ciation behind<br />

the network is made up of the business development agencies in<br />

the districts of Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein and<br />

Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Western Pomerania.<br />

“We’re moving closer together”, says Jannis Deutschmann. “Just<br />

a few years ago, we were still seen as an exotic species, but now<br />

we are involved in bodies and partnerships helping to develop the<br />

region, contributing our expertise.” For example, at conferences<br />

on sustainable building, also in cooperation with the Schwerin<br />

Chamber of Commerce and Industry or the Construction<br />

Competence Centre at Wismar University of Applied Sciences, or<br />

at workshops for local authorities and administrative stake holders<br />

on approval processes for tiny houses and similar residential<br />

buildings. There are also plans for an earthship to be built here too<br />

at some point in time. “This lighthouse then brings our project<br />

full circle as an example for regenerative future concepts.”<br />

144


Aqua Service Schwerin<br />

Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft mbH<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1993<br />

Leistungsspektrum:<br />

Mikrobiologie<br />

Trinkwasseranalytik<br />

Abwasseranalytik<br />

Klärschlamm<br />

Limnologie<br />

Badewasseranalytik<br />

Kühlwasseranalytik<br />

Year founded: 1993<br />

Range of services:<br />

Microbiology<br />

Drinking water analysis<br />

Sewage analysis<br />

Sewage sludge<br />

Limnology<br />

Bathing water analysis<br />

Cooling water analysis<br />

www.aqsn.de<br />

Die Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft<br />

mbH, kurz AQS, ist seit 1993 als Dienstleister im Bereich der öffentlichen<br />

und privaten Daseinsvorsorge und des industriellen Wassermanagements<br />

etabliert. Das Unternehmen bietet umfassende Laborleistungen verbunden<br />

mit fachkundiger Beratung auf den Gebieten der Wasserversorgung<br />

und der Abwasserbehandlung, des Bäderwesens, der Biogasgewinnung,<br />

der Landwirtschaft und des Umweltbereiches sowie weitere sachgebietsbezogene<br />

Dienstleistungen rund um das Thema Wasser.<br />

Mehr als 60.000 Proben im Jahr werden auf über 625.000 Prüfmerk male<br />

analysiert. Das Leistungspaket umfasst neben der mikrobiologischen,<br />

biologischen und der chemischen Analytik auf Wunsch auch eine umfassende<br />

Beratungstätigkeit. AQS ist akkreditiert durch die DAkkS nach<br />

DIN EN ISO/IEC 17025:2018 und passt ihr Untersuchungsspektrum<br />

stets an die aktuellen Gesetzmäßigkeiten an.<br />

Das Kundenspektrum reicht von Wasserver- und -entsorgern über Behörden,<br />

Kommunen, Deponiebetreibern, der Industrie und Unternehmen<br />

der Agrarwirtschaft bis hin zu Schwimmbädern und Saunen. Neben<br />

Schwerin ist die AQS auch mit Standorten in Rostock, Cottbus und<br />

Eltville am Rhein vertreten.<br />

range of services also includes comprehensive consultancy on request.<br />

AQS is accredited by DAkkS to DIN EN ISO/IEC 17025:2018 and<br />

constantly adapts its analysis spectrum to current regulations and legislation.<br />

The customer base extends from water suppliers, wastewater disposal<br />

companies, authorities, municipalities, landfill operators, industry and<br />

agricultural businesses to swimming pools and saunas. In addition to<br />

Schwerin, AQS also has sites in Rostock, Cottbus and Eltville am Rhein.<br />

AQS (Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft<br />

mbH) has been an established provider of public- and<br />

private-sector municipal services and industrial water management since<br />

1993. The company offers comprehensive laboratory services combined<br />

with expert advice about water supply, wastewater treatment, swimming<br />

pools and spas, biogas production, agriculture and environmental issues<br />

together with other related services all about water.<br />

More than 60,000 samples are analysed for more than 625,000 test criteria<br />

every year. Besides microbiological, biological and chemical analysis, the<br />

145 1


URLAUBSREGION MIT<br />

ENORMEM POTENZIAL<br />

Holiday region with<br />

huge potential<br />

INTERVIEW:<br />

STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />

MARTINA MÜLLER<br />

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor,<br />

von dem nicht nur das Hotel- und Gaststättengewerbe,<br />

Privatvermieter, Verkehrsunternehmen<br />

und Reiseveranstalter profitieren, sondern auch<br />

Wirtschaftsbereiche wie der Einzelhandel und der<br />

Dienstleistungssektor. Der Tourismusverband<br />

Mecklenburg-Schwerin e. V. übernimmt seit mehr<br />

als 30 Jahren die Rolle des Tourismusentwicklers<br />

für die Region <strong>Westmecklenburg</strong>, insbesondere<br />

für den Landkreis Ludwigslust-Parchim und in<br />

enger Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing-<br />

Gesellschaft Schwerin mbH. Im Fokus stehen dabei<br />

Gremien-, Netzwerk- und Lobbyarbeit im Sinne<br />

der touristischen Regionalentwicklung, die immer<br />

mehr in Richtung Lebensraummanagement tendiert<br />

sowie die Vermarktung Mecklenburg-Schwerins als<br />

Urlaubsregion. Die Geschäftsstelle des Verbands<br />

übernimmt damit die Rolle einer Destinationsmanagementorganisation,<br />

fungiert als Kümmerer<br />

und Netzwerker und ist in den wichtigsten Gremien,<br />

die sich der regionalen Entwicklung widmen,<br />

beratend vertreten. Martina Müller ist seit 2008<br />

Geschäftsführerin der Stadtmarketing-Gesellschaft<br />

Schwerin und seit 2020 gleichzeitig Geschäftsfüh<br />

rerin des Tourismusverbandes Mecklenburg-<br />

Schwerin. Im Interview spricht sie über die Entwicklungen<br />

und Herausforderungen im Tourismus.<br />

Tourism is an important economic factor. It benefits<br />

not just the hospitality trade, private landlords,<br />

transport companies and tour operators, but also<br />

other sectors of the economy such as retail trade<br />

and the services industry. For more than 30 years,<br />

the Mecklenburg-Schwerin tourist board has played<br />

the role of tourism development agency for Western<br />

Mecklenburg, particularly for the rural district of<br />

Ludwigslust-Parchim, also working in close cooperation<br />

with the Stadtmarketing-Gesellschaft<br />

Schwerin mbH (Schwerin city marketing). The<br />

focus is on committee work as well as networking<br />

and lobbying on behalf of tourism development<br />

in the region, with an increasing shift in emphasis<br />

towards living space management, as well as marketing<br />

Mecklenburg-Schwerin is a holiday region.<br />

The association office acts as a destination management<br />

organisation, serves as a troubleshooter and<br />

networker, and is involved in an advisory capacity<br />

in the most important committees that are devoted<br />

to regional development. Martina Müller has been<br />

the CEO of Schwerin city marketing since 2008, and<br />

since 2020 she has been CEO of the Mecklenburg-<br />

Schwerin tourist board at the same time. During<br />

the interview, she talks about the developments and<br />

challenges in the tourism industry.<br />

146


Wie hat sich Ihre Branche im Verbandsgebiet in den<br />

vergangenen Jahren entwickelt?<br />

Es sind zahlreiche Partnernetzwerke entstanden, die wir in unsere<br />

Projektarbeit einbinden können. Darüber hinaus vollzieht sich<br />

seit mehreren Jahren ein Generationswechsel, mit dem wir umgehen<br />

müssen. Altersbedingte Schließungen von touristischen<br />

Einrichtungen, insbesondere in der Gastronomie, sind keine<br />

Seltenheit. Die Corona-Pandemie und der Wechsel von Arbeitskräften<br />

in andere Branchen sowie die Energiekrise haben ebenfalls<br />

dazu beigetragen. Andererseits hat sich die Infrastruktur deutlich<br />

verbessert. Dazu zähle ich unter anderem den Ausbau der Nord-<br />

Süd-Autobahn A 14 und des Radwegenetzes. In Schwerin hat<br />

sich mit der Bundesgartenschau 2009 sehr vieles gut entwickelt.<br />

Städtebaulich gab es die Öffnung zum Wasser – Promenaden und<br />

Plätze laden jetzt direkt am Ufer des Schweriner Sees zum Verweilen<br />

ein. In der Region sind neue Anbieter, wie zum Beispiel Texas<br />

MV, Elephant Gin und das in Planung befindliche Wittenburg<br />

Village hinzugekommen. Aber auch kleinere Angebote wie die<br />

Schaalsee-Safari oder die gastgewerbliche Entwicklung in Plau<br />

bereichern die touristische Vielfalt der Region. Mit Blick auf das<br />

Gästeverhalten registrieren wir eine längere Aufenthaltsdauer,<br />

kurzfristigere Buchungen, die Zunahme von Wochenend- und<br />

Städtereisen sowie ein wachsendes Interesse am Aktivurlaub in<br />

der Natur.<br />

Wie würden Sie einer imaginären Familie auf dem<br />

Bahnhof in Düsseldorf einen Aufenthalt in<br />

<strong>Westmecklenburg</strong> anpreisen?<br />

Stellt euch einen Ort abseits von hupenden Autos, Termindruck,<br />

Stress und schlechter Luft vor. Einen Ort mit urigen Fachwerkhäusern<br />

und rapsgelben Feldern. Duftend nach Wildkräutern<br />

und moosbedecktem Waldboden, die Rufe von Fischadlern und<br />

das Summen der Bienen im Ohr. All diese wunderbaren Orte<br />

und Momente, an denen die Zeit für einen Augenblick stillsteht.<br />

Das ist Draußenglück! Bei uns in Mecklenburg-Schwerin findet<br />

ihr es.<br />

Konnten Sie die Familie überzeugen?<br />

Ja. Denn wir sprechen gezielt „gestresste“ Großstädter in den<br />

Hauptquellgebieten Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen<br />

an. Ebenso gerne reisen Gäste aus den Metropolen Hamburg und<br />

Berlin in unsere Region, gefolgt von Gästen aus Mecklenburg-<br />

Vorpommern, die gern Urlaub im eigenen Land machen. Das hat<br />

eine Gästebefragung ergeben, die der Landestourismusverband<br />

für 2022/2023 in Auftrag gegeben hat. Der Anteil der Gäste aus<br />

Hamburg ist bei uns in der Region im Vergleich zum gesamten<br />

Bundesland mit 4,8 % mehr als doppelt so hoch. Die Gäste bleiben<br />

durchschnittlich 6,4 Nächte und das Durchschnittsalter beträgt<br />

55,8 Jahre. Als entscheidende Reisekriterien für Mecklenburg-<br />

Vorpommern insgesamt werden von 73,6 % der Befragten Natur<br />

und Landschaft genannt. Ähnlich verhält es sich mit dem Faktor<br />

Ruhe und Erholung. Zu uns kommen auch die aktiven Genießer,<br />

die ihren Fokus auf Kultur und Genuss legen. Unsere Region<br />

Mecklenburg-Schwerin ist somit eine perfekte Urlaubsregion:<br />

abseits vom Trubel an überfüllten Stränden und Großstädten,<br />

mit viel Wasser, Natur und Kultur!<br />

Das ehemalige Zisterzienser<br />

Nonnenkloster „Himmelspforte“<br />

am Schaalsee in Zarrentin<br />

bietet Radfahrern eine einzigartige<br />

Kulisse für eine spontane<br />

Pause oder als Ausflugsziel.<br />

The former Cistercian nunnery<br />

‘Himmelspforte’ on Lake Schaalsee<br />

in Zarrentin offers cyclists a unique<br />

backdrop for a spontaneous break<br />

or as a destination for an excursion.<br />

Über Martina Müller:<br />

Die gebürtige Schwerinerin ist 56 Jahre alt, verheiratet<br />

und hat einen erwachsenen Sohn. Als gelernte<br />

Datenverarbeitungskauffrau und studierte Pädagogin<br />

machte sie ihr Hobby zum Beruf und war mit 19 Jahren<br />

die jüngste künstlerische Leiterin eines Bezirksmusikkorps<br />

in der DDR.<br />

Mit der Wende ging sie nach Schleswig-Holstein. Dort<br />

arbeitete sie nach einer kaufmännischen Umschulung<br />

viele Jahre in einer Industrievertretung, leitete den<br />

Aufbau der Tochterfirma in Mecklenburg-Vorpommern<br />

und war danach Gebietsleiterin für Hamburg und<br />

Schleswig-Holstein. Ende der 90er-Jahre zog es sie<br />

und ihre Familie nach Schwerin zurück und Müller<br />

wechselte in den Vertrieb eines großen deutschen<br />

Medizinprodukteunternehmens.<br />

Gesundheitliche Gründe führten dazu, sich beruflich<br />

neu zu orientieren. Nach dem Abschluss zur Touristikkauffrau<br />

ist Martina Müller seit 2008 Geschäftsführerin<br />

der Stadtmarketing Gesellschaft Schwerin mbH und<br />

seit Ende 2020 gleichzeitig Geschäftsführerin des<br />

Tourismusverbandes Mecklenburg-Schwerin e. V.<br />

148


About Martina Müller:<br />

Martina Müller was born in Schwerin and is 56 years old;<br />

she is married and has an adult son. As a trained data<br />

processing clerk and with a degree in education, she<br />

made her passion her profession and was the youngest<br />

leader of a district music corps in the GDR at the age<br />

of 19.<br />

After German reunification, she moved to Schleswig-<br />

Holstein. After commercial retraining, she spent many<br />

years working for an industrial agency, was in charge<br />

of setting up a subsidiary in Mecklenburg-Western<br />

Pomerania and then became regional manager for<br />

Hamburg and Schleswig-Holstein. In the late 1990s, she<br />

and her family returned to Schwerin, where she worked<br />

in the sales department of a major German medical<br />

products company.<br />

Health reasons resulted in her choosing a new career<br />

path. After training as a tourism manager, Martina<br />

Müller has been the CEO of Schwerin city marketing<br />

since 2008, and since 2020 she has been CEO of the<br />

Mecklenburg-Schwerin tourist board at the same time.<br />

Copyright: TV MSN_Tiemann<br />

What kind of development has your sector seen<br />

in the association’s district in recent years?<br />

Numerous partner networks have emerged that can be integrated<br />

in our project work. For several years now we are also having to<br />

deal with a ‘changing of the guard’. It is not unusual for tourist<br />

facilities to close for age reasons, particularly in the hospitality<br />

trade. The Covid pandemic with workers moving to other sectors<br />

and then the energy crisis have also had an impact. On the other<br />

hand, we have also seen some clear improvements in the infrastructure.<br />

Here I could mention among others the upgrade of<br />

the A 14 motorway that crosses the region from north to south,<br />

and the network of cycle tracks. The Federal German Garden<br />

Show in Schwerin in 2009 triggered many positive developments.<br />

In terms of urban development, this included opening up the<br />

city’s waterfront with promenades and open spaces now enticing<br />

people directly to spend time on the banks of Schwerin Lake.<br />

New pro viders have arrived in the region, including Texas MV,<br />

Elephant Gin and Wittenburg , which is currently in the planning<br />

stage. Other smaller scale offerings also enrich the region’s tourism<br />

diversity, such as the safari tour around Schaalsee lake or hospitality<br />

development in Plau. In terms of guest behaviour, people<br />

are staying for longer periods and booking their visit at shorter<br />

notice; weekend and city trips are on the increase and there is a<br />

growing interest in active holidays surrounded by nature.<br />

How would you entice an imaginary family at Düsseldorf<br />

station to come to Western Mecklenburg for a holiday?<br />

Imagine somewhere without car horns, time pressure, stress and<br />

poor air quality. A place with quaint half-timbered houses and<br />

yellow rape fields. With the sweet smell of wild herbs and mosscovered<br />

forest floor, with the cries of ospreys and the humming of<br />

bees. All these wonderful places and moments where time seems<br />

to stand still. That’s the joy of the outdoors! You can find it with<br />

us in Mecklenburg-Schwerin.<br />

Could you convince them?<br />

Yes, because we specifically address “stressed” city dwellers in<br />

our main source regions North Rhine-Westphalia and Lower<br />

Saxony. Guests also like to come to our region from the cities<br />

of Hamburg and Berlin, followed by guests from Mecklenburg-<br />

Western Pomerania who enjoy having a holiday in their own state.<br />

These were the results of a guest survey commissioned by the state<br />

tourism association for 2022/2023. The number of guests here in<br />

the region from Hamburg accounts for 4.8 %, or more than twice<br />

as many compared to the state as a whole. Guests stay for 6.4 nights<br />

on average, and the average age is 55.8 years. 73.6 % of the survey<br />

respondents named nature and the countryside as the decisive<br />

criteria for coming to Mecklenburg Western Pomerania. Peace and<br />

relaxation were given similar priority. Active con noisseurs with a<br />

focus on culture and culinary delights also like coming here. Our<br />

region Mecklenburg-Schwerin is thus the perfect place for a holiday:<br />

away from the bustle of overfilled beaches and big cities, with<br />

lots of water, nature and culture!<br />

149


Zu den Aufgaben des Verbandes gehört auch die<br />

Netzwerkarbeit. Welches Beispiel können Sie dafür nennen?<br />

Ein gutes Beispiel ist Kurs Elbe 4.0. Dieses Netzwerk mit sechs<br />

Partnern ist ursprünglich aus einem Leitprojekt der Metropolregion<br />

Hamburg entstanden. Ziele des Projekts sind die Verbesserung<br />

der Rahmenbedingungen für die touristische Entwicklung<br />

auf dem Flussabschnitt zwischen Hamburg und Wittenberge<br />

sowie die Entwicklung übergreifender, vermarktungsfähiger touristischer<br />

Produkte. Hierzu gehören weiterhin die Personenschifffahrt<br />

und die Verknüpfung bereits vorhandener Angebote. Mit<br />

der Web-App Enni’s Elbe-Abenteuer wurde ein digitales Angebot<br />

für Familien mit Kindern geschaffen, um die Region interaktiv<br />

und spielerisch vor Ort zu erleben. Mehr als 200 kleine Mikroabenteuer<br />

sorgen für spannende Unterhaltung während des<br />

nächsten Familienausflugs. Ergänzt werden die Erlebnisse durch<br />

Wissenshäppchen zu der Region und kurze Hörgeschichten mit<br />

Enni, dem kleinen Wassertropfen.<br />

Mit welchen Projekten beschäftigt sich der<br />

Verband momentan?<br />

Innerhalb des Umsetzungsmanagements unserer regionalen<br />

Tourismusstrategie beschäftigen wir uns derzeit mit dem Projekt<br />

„Schlösser, Kultur und Genuss“. Dabei besteht das Ziel darin,<br />

thematische Erlebnisrouten zu konzipieren, die kleinere Erlebnisräume<br />

miteinander verbinden. Im Fokus steht die Entwicklung einer<br />

Schlosserlebnis- und Genussroute insbesondere für Rad fahrer.<br />

Mit einem anderen Projekt „Kunst-Erlebnis-Natur“ wollen wir<br />

ein neues freizeittouristisches Angebot für Familien in der Natur<br />

konzipieren, die regionalen Anbieter weiter vernetzen sowie die<br />

Attraktivität der Region und somit die lokale Wertschöpfung steigern.<br />

Seit etwa drei Jahren läuft das inter regionale und interkommunale<br />

Tourismusprojekt „S³ – Se(h)en – Shopping – Spaß“. Ziel<br />

ist es, die Potenziale der Gesamtregion sowie der einzelnen Ämter<br />

und Städte herauszuarbeiten. Die Themen wurden in Schlüsselprojekte<br />

zusammengefasst, die sich mit dem Umsetzungsmanagement,<br />

der touristischen Infrastruktur entwicklung, der Angebotsentwicklung<br />

und einheitlichen Vermarktung beschäftigen. Die<br />

zahlreichen Schlüsselprojekte wie der Aufbau der interkommunalen<br />

Arbeitsgemeinschaft, die Einrichtung einer einheitlichen<br />

Marktforschung, ein übergeordnetes Radwege system und die<br />

Steuerung der Bestandsentwicklung der übergreifenden Infrastruktur<br />

wurden auf den Weg gebracht. 2024 liegt der Fokus auf<br />

der Optimierung der Website, den Themenrouten sowie einer<br />

KI-Kampagne zum Thema „Draußenglück“. In der Planung befindet<br />

sich gerade die Manufaktur-Route 2.0.<br />

Ende Juli 2024 hat die UNESCO das Residenzensemble Schwerin<br />

in das Weltkulturerbe aufgenommen. Das ist eine große Ehre für<br />

die Stadt und zugleich eine Verpflichtung, behutsam mit den insgesamt<br />

38 historischen Gebäuden und landschaftlichen Anlagen<br />

im Innenstadtbereich Schwerins umzugehen. Wir werden daher<br />

unter diesem neuen Vorzeichen alle Projekte noch einmal auf den<br />

Prüfstand stellen und ein nachhaltiges Tourismuskonzept entwickeln.<br />

Networking is also one of the association’s tasks.<br />

Can you give us an example?<br />

One good example is the ‘Kurs Elbe 4.0’ network. It has six<br />

partners and emerged from a flagship project of the Hamburg<br />

Metropolitan Region. The aim is to improve the general conditions<br />

for tourism development on the section of the river Elbe<br />

between Hamburg and Wittenberge, together with the development<br />

of marketable cross-segment tourism projects. This also<br />

includes passenger shipping, as well as integrating already existing<br />

facilities. ‘Enni’s Elbe-Abenteuer’ (Elbe adventure) is a web app<br />

that was created for families with children as a digital, inter active,<br />

playful way to experience the region on the ground. More than<br />

200 little micro-adventures provide exciting entertainment during<br />

the next family outing. The adventures are supplemented by<br />

snippets of knowledge about the region and short audio stories<br />

with Enni, the little water droplet.<br />

Which projects is the association dealing<br />

with at the moment?<br />

Implementation management for our regional tourism strategy<br />

currently includes the ‘Castles, Culture and Pleasure’ project.<br />

The aim is to devise themed adventure routes that link smaller<br />

adventure areas. The focus is on developing a castle adventure and<br />

pleasure route, particularly for cyclists. Another project called<br />

‘Art-Adventure-Nature’ aims to devise a new leisure tourism<br />

option for families in natural surroundings, with further networking<br />

of regional providers, as well as enhancing the region’s<br />

appeal and boosting local value creation. The inter-regional<br />

and inter- municipal tourism project ‘S³ – Se(h)en – Shopping<br />

– Spaß’ (sight-seeing/lakes – shopping – fun) has been running<br />

now for about three years. The aim is to elaborate the poten tial<br />

of the whole region and of the individual municipalities and<br />

towns. The topics are grouped together in key projects, dealing<br />

with implementation management, development of the tourism<br />

infrastructure, development of offerings and uniform mar keting.<br />

Numerous key projects have been initiated, such as esta blishing<br />

the inter-muni cipal task force, setting up uniform market research,<br />

an overarching system of cycle paths and steering the development<br />

of the existing overall infrastructure. In 2024, the emphasis is on<br />

optimising the website, the themed routes and an AI campaign<br />

about ‘the joy of the outdoors’. The Manufactory Route 2.0. is<br />

currently going through the planning process.<br />

At the end of July 2024, Schwerin Residence Ensemble was inscribed<br />

in the UNESCO World Cultural Heritage list. This is a<br />

great honour for the city, and at the same time an obligation to<br />

take great care of the altogether 38 historical buildings and landscape<br />

elements in Schwerin city centre. Under this new premise,<br />

all projects will be reviewed again and we will develop a sustainable<br />

tourism concept.<br />

Which motto takes you through the day?<br />

‘Impossible’ is not an option! My focus is always on finding good<br />

creative solutions for every situation and challenge. One thing I’ve<br />

150


Copyright: SMG_Oliver Borchert<br />

Welches Credo begleitet Sie durch den Tag?<br />

Geht nicht – gibt es nicht! Es geht mir immer darum, kreativ gute<br />

Lösungen für jegliche Situation und Herausforderung zu finden.<br />

Dabei habe ich gelernt, immer auch die Perspektive der anderen<br />

Seite zu betrachten. Ich habe ein hochmotiviertes Team. Uns<br />

allen macht die Arbeit enorm Spaß, wir sehen recht schnell Ergebnisse<br />

und jeder kann sich aktiv einbringen. Wir können sehr viele<br />

praktische Dinge initiieren und umsetzen und dazu beitragen,<br />

dass sich Mecklenburg-Schwerin ganzheitlich entwickelt. Unsere<br />

Region hat enormes Potenzial, benötigt aber künftig deutlich<br />

mehr Unterstützung, um das Binnenland voranzubringen: sei<br />

es die Infrastruktur, Produktentwicklung, Digitalisierung oder<br />

Erreichbarkeit.<br />

Stand up Paddling auf dem Schweriner See<br />

Stand up paddling on Lake Schwerin<br />

learnt is that you should always also see things from the other side.<br />

I have a highly motivated team. We all have great fun with our<br />

work, we see the results of what we do quite promptly, and everyone<br />

can be actively involved. We are able to initiate and implement<br />

many very practical things and contribute to the holistic development<br />

of Mecklenburg-Schwerin. Our region has huge potential,<br />

but will need far more support in future to drive the inland state<br />

forward, in terms of infrastructure, product development, digitalisation<br />

or also accessibility.<br />

151


NAHBUS<br />

NAHBUS erschließt den Landkreis Nordwestmecklenburg mit einem<br />

umfangreichen Netz aus Takt-, Regional- und Stadtlinien, ergänzt<br />

um ein stets wachsendes Rufbusnetz. Somit stellen wir sicher, dass<br />

alle Einwohner durch ein aufeinander abgestimmtes Fahrplanangebot<br />

einen Zugang zum ÖPNV erhalten. Unsere engagierten Mitarbeiter im<br />

Fahrpersonal und an den Betriebshöfen in Grevesmühlen, Wismar und<br />

Gadebusch sorgen täglich dafür, die Fahrgäste sicher und pünktlich an<br />

ihr Ziel zu bringen. Wir stellen uns den Herausforderungen an einen<br />

modernen, nachhaltigen und zukunftsfähigen ÖPNV mit dem Ziel, die<br />

Mobi litätswende aktiv voranzu treiben. NAHBUS wächst stetig weiter,<br />

bildet die Fachkräfte von morgen aus und ist ein wichtiger Arbeitgeber<br />

in der Region.<br />

NAHBUS serves the district of Nordwestmecklenburg with an exten sive<br />

network of regular, local and urban bus services, supple mented by a constantly<br />

growing on demand offering. Thanks to coordinated time tables,<br />

we provide access to public transport for all residents. Our committed<br />

drivers and dedicated staff at our depots in Grevesmühlen, Wismar and<br />

Gadebusch work every day to ensure that passengers reach their destination<br />

safely and on time. We take on the challenges involved in providing<br />

modern, sustainable and future-oriented local public transport with<br />

the aim of actively driving forward the mobility transition. NAHBUS<br />

con tinues to grow training the skilled workers of tomorrow and is an<br />

important employer in the region.<br />

Information<br />

Seit Gründung im Jahr 2016<br />

führt NAHBUS den öffentlichen<br />

Dienstleistungsauftrag des<br />

Landkreises Nordwestmecklenburg<br />

aus und erschließt die<br />

Region gemeinsam mit Partnerunternehmen<br />

mit jährlich<br />

rund sieben Millionen Fahrplankilometern.<br />

www.nahbus.de<br />

Since it was founded in 2016,<br />

NAHBUS has carried out the<br />

public service contract for<br />

the district of Nordwestmecklenburg,<br />

work ing with partner<br />

com panies to serve the region<br />

with around seven million<br />

scheduled kilometres every<br />

year.<br />

Baker Tilly<br />

Weltweit vernetzt und lokal präsent – auch in Schwerin. Das über greifende<br />

Ziel von Baker Tilly ist es, die Werte und Assets unserer Mandanten –<br />

in erster Linie der große, internationale Mittelstand – zu schützen und<br />

zu steigern. Wir sorgen für die passenden Rahmenbedingungen, um<br />

sowohl interne als auch externe Risiken frühzeitig zu erkennen und zu<br />

managen als auch Chancen und Potenziale für wirtschaftliches Wachstum<br />

zu nutzen. Unsere Erfolgsfaktoren sind schnell zusammengefasst:<br />

eine besonders hohe Beratungsqualität, Empfehlungen, die aus rechtlicher,<br />

wirtschaft licher und steuerlicher Sicht ganzheitlich formuliert und<br />

stimmig sind, und ein unternehmerisches Grundverständnis.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1979<br />

Mitarbeiter: 25 in Schwerin,<br />

rund 1500 an 10 Standorten in<br />

Deutschland<br />

Leistungsspektrum:<br />

Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung,<br />

Rechtsberatung und<br />

Unternehmensberatung<br />

www.bakertilly.de<br />

Year founded: 1979<br />

Employees: 25 in Schwerin,<br />

approx. 1,500 at 10 locations all<br />

over Germany<br />

Range of services:<br />

Audit & advisory, tax, legal<br />

and consulting<br />

1<br />

152<br />

Global network. Local presence. Also in Schwerin. Baker Tilly’s<br />

overriding aim is to protect and grow the values and assets of our clients<br />

– primarily major international medium-sized enterprises. We provide<br />

the right framework conditions for early detection and management of<br />

both internal and external risks, as well as exploiting opportunities and<br />

potential for international growth. It’s easy to summarise the factors<br />

behind our success: best-quality consulting, holistically formulated and<br />

consistent legal, business and fiscal recommendations, and an entrepreneurial<br />

mindset.


Gemeinsam stark für Mecklenburg –<br />

Heimatverbunden und modern<br />

Wir sind die größte Genossenschaftsbank in Mecklenburg-Vorpommern.<br />

Unsere genaue Kenntnis des Marktes, der persönliche Kontakt zu unseren<br />

Kundinnen und Kunden sowie die Verantwortung für die Region sind<br />

uns wichtig.<br />

Wir gehören keinen Aktionären, sondern ausschließlich unseren mehr<br />

als 50.000 Mitgliedern, die bei uns demokratisch mitbestimmen und<br />

mitgestalten können und die wir an unserem Erfolg teilhaben lassen.<br />

Die Mitgliedschaft hebt uns von anderen Banken ab. Nach der genossenschaftlichen<br />

Grundidee „Was einer allein nicht schafft, das schaffen<br />

viele.“ denken und handeln wir seit unserer Gründung 1857. Eine Idee,<br />

die so erfolgreich ist, dass heute von unseren Kunden gleichzeitig jeder<br />

Dritte Mitglied unserer digitalen Regionalbank ist.<br />

Als Mittelstandsfinanzierer stärken wir der heimischen Wirtschaft den<br />

Rücken, wir erfüllen vielen Menschen ihren Traum von den eigenen<br />

vier Wänden und wir helfen unserer Kundschaft mir fairer Beratung auf<br />

Augenhöhe bei ihrer Altersvorsorge, der Absicherung oder beim Vermögensaufbau.<br />

Neben der wachsenden digitalen Präsenz erlaubt unser<br />

breites Filialnetz eine dezentrale Struktur und sichert für die Zukunft<br />

qualifizierte Beratungen in Mecklenburg.<br />

Auch als Arbeitgeber sind wir der Heimathafen von der Ostsee bis zur<br />

Mecklenburgischen Seenplatte für 367 Beschäftigte, die unser VR-Team<br />

ausmachen! Auf eigenen Nachwuchs legen wir als Top-Ausbildungsbetrieb<br />

großen Wert. Für alle, die Meer wollen, bieten wir diverse Benefits.<br />

Mehr unter vrbankmecklenburg.de/jobs<br />

VR Bank Mecklenburg eG<br />

Together we’re strong for Mecklenburg –<br />

rooted in the region, with a modern approach<br />

We are the largest cooperative bank in Mecklenburg-Western Pomerania.<br />

Our priority is to have precise knowledge of the market and personal<br />

contact with our customers, as well as responsibility for the region.<br />

Rather than shareholders, we belong exclusively to our more than 50,000<br />

members, who have the option of democratically defining and shaping<br />

what we do, and who also have a share in our success. It’s the membership<br />

that makes us stand out from other banks. Ever since we were founded<br />

in 1857, we have thought and acted according to the basic cooperative<br />

idea: „What one person cannot do alone, many people can do together“.<br />

This idea has been so successful that today, every third customer is also a<br />

member of our digital regional bank.<br />

As SME business lender, we bolster the local economy and enable many<br />

people to fulfil their dream of owning their own home; we also provide<br />

our customers with fair, clear advice about their pension provisions,<br />

financial protection or wealth accumulation. Besides our growing<br />

digital presence, the broad-based network of branches lets us operate a<br />

de centralised structure, safeguarding the future of qualified advice in<br />

Mecklenburg.<br />

We are also a reliable employer from the Baltic coast to the Mecklenburg<br />

lake district for the 367 employees in our VR team. As a top training<br />

company, we give particular priority to our own young talents. We offer<br />

various benefits for all who want more.<br />

More at vrbankmecklenburg.de/jobs<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1857<br />

Mitarbeiter: 367<br />

Mitglieder: 50.255<br />

Leistungsspektrum:<br />

umfassende Finanzdienstleistungen<br />

für Privat­ und Firmenkunden<br />

darunter Girokonten,<br />

Kredite, Baufinanzierungen und<br />

Vermögensberatung sowie<br />

Versicherungen, Bausparen<br />

und Leasing<br />

(Stand: 31.12.2023)<br />

www.vrbankmecklenburg.de<br />

Year founded: 1992<br />

Employees: 347<br />

Members: 50,255<br />

Range of services:<br />

Comprehensive financial<br />

services for private and business<br />

customers, including current<br />

accounts, loans, mortgage<br />

lending and asset consulting,<br />

as well as insurance, home<br />

purchase savings and leasing<br />

(as of 31/12/2023)<br />

153<br />

1


Im März 2020 begann der Nahverkehr Schwerin die Umstellung der Omnibusflotte<br />

von Diesel motoren auf Elektromobilität. Seitdem befördern die ersten<br />

Omnibusse vom Typ eCitaro (Mercedes Benz) unsere Fahrgäste durch Schwerin.<br />

Der Nahverkehr Schwerin ist damit Vorreiter in Mecklenburg­Vorpommern.<br />

In March 2020, Nahverkehr Schwerin began converting its bus fleet from<br />

diesel en gines to electric mobility. Since then, the first eCitaro (Mer ce des<br />

Benz) buses have been transporting our passengers through Schwerin. This<br />

makes Nahverkehr Schwerin a pioneer in Mecklenburg­Vorpommern.<br />

Nahverkehr Schwerin<br />

GmbH (NVS)<br />

Die Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS) prägt mit fast 200 Kilometern<br />

Liniennetz und mehr als 350 Haltestellen entscheidend die Mobilität in<br />

der Landeshauptstadt Schwerin. Als kommunales Unternehmen, getragen<br />

von der Stadtwerke Schwerin GmbH mit 99 % und der Landeshauptstadt<br />

Schwerin mit 1 %, verbindet es Effizienz mit städtischer Verantwortung.<br />

Über 250 Mitarbeitende gewährleisten täglich, dass Einwohner<br />

und Besucher Schwerins zuverlässig und sicher an ihr Ziel gelangen. Mit<br />

Termintreue, einer modernen Fahrzeugflotte und ihren serviceorientierten<br />

Mitarbeitenden stärkt die NVS ihren Ruf als zuverlässiger Mobilitätsanbieter.<br />

Neben dem klassischen Nahverkehr setzt die NVS auch auf innovative<br />

Mobilitätslösungen, wie den E-Bike-Verleih direkt in der Altstadt, um<br />

Schwerin umweltfreundlich auf zwei Rädern zu erkunden. Initiativen,<br />

wie das Rollatortraining für Senioren und Verkehrserziehung für Kinder,<br />

verdeutlichen das soziale Engagement der NVS.<br />

The local public transport company Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS)<br />

plays a key role in terms of mobility for the state capital Schwerin, with<br />

a route network covering nearly 200 kilometres and more than 350 bus<br />

and tram stops. The municipal company is owned 99 % by Stadt werke<br />

Schwerin GmbH and 1 % by the state capital Schwerin, combining<br />

efficiency with urban responsibility. More than 250 employees make<br />

sure that Schwerin’s residents and visitors arrive at their destinations<br />

reliably and safely every day. Punctuality, a modern fleet of vehicles and a<br />

service-oriented workforce enhance NVS’ reputation as a reliable mobility<br />

provider.<br />

In addition to conventional local public transport, NVS also advocates<br />

innovative mobility solutions, such as e-bikes for hire directly in the old<br />

town as an environmentally-friendly way of discovering Schwerin on two<br />

wheels. Initiatives such as rollator training for senior citizens and road<br />

safety training for children exemplify the social commitment of NVS.<br />

Information<br />

Gründungsjahr: 1908 Mitarbeitende: rund 250<br />

Liniennetz: 200 Kilometer Haltestellen: 350<br />

72 Prozent unserer Fahrgäste werden mit 30 Straßenbahnen auf<br />

vier Linien umweltgerecht befördert. Wir unterstützen das Ziel der<br />

Landeshauptstadt, die CO2­Emissionen bis zum Jahr 2035 auf Null<br />

zu senken und CO2­neutral zu werden.<br />

www.nahverkehr-schwerin.de<br />

154 1<br />

Year founded: 1908 Employees: approx. 250<br />

Route network: 200 kilometres Bus and tram stops: 350<br />

72 percent of our passengers use four different tram routes with<br />

30 environmentally­friendly trams. We support the state capital’s<br />

target of achieving zero CO2 emissions and becoming carbonneutral<br />

by 2035.


Copyright: Nadine/www.AdobeStock.com<br />

155


Inserentenverzeichnis<br />

List of Advertisements<br />

AIRSENSE Analytics GmbH, Schwerin .........................................................21<br />

www.airsense.com<br />

Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft mbH ................ 145<br />

www.aqsn.de<br />

AWUS mobile GmbH & Co. KG, Schwerin ......................................................14<br />

www.awus-mobile.de<br />

Baker Tilly Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Schwerin .......................................152<br />

www.bakertilly.de<br />

BAUUNION Wismar GmbH, Wismar ..........................................................137<br />

www.bauunion-wismar.de<br />

BEWI RAW GmbH, Wismar ...................................................................79<br />

www.bewi.com/raw/wismar<br />

BRÜGGEN Fahrzeugwerk & Service GmbH, Lübtheen .........................................13<br />

www.brüggen-gmbh.de<br />

BÜTOW Industrie-Elektronik GmbH, Wismar ..................................................91<br />

www.buetow.com<br />

die fensterbauer GmbH, Ludwigslust ........................................................136<br />

www.die-fensterbauer.com<br />

Dr. Oetker Tiefkühlprodukte Wittenburg KG. .................................................. 53<br />

www.oetker.com<br />

ds automation gmbh, Schwerin. .............................................................104<br />

www.dsautomation.de<br />

DST - Diagnostische Systeme & Technologien GmbH, Schwerin. .............................123<br />

www.dst-diagnostic.com<br />

DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH, Schwerin ...........70, 71<br />

www.dvz-mv.de<br />

Elomatic Maritime Technologies GmbH, Wismar. ............................................. 47<br />

www.elomatic.com<br />

156


Gläserne Molkerei GmbH, Dechow ........................................................... 54<br />

https://glaeserne-molkerei.de<br />

GP Medical Staff GmbH, Schwerin ............................................................122<br />

www.gpmedicalstaff.de<br />

GRAFTEC GmbH, Boizenburg. ................................................................88<br />

www.graf-tec.de<br />

HCH Umwelt GmbH, Schwerin ..............................................................138<br />

www.hch-umwelt.de<br />

Hochschule Wismar, Wismar .................................................................111<br />

www.hs-wismar.de<br />

HW Leasing GmbH, Wismar .................................................................105<br />

www.hw-leasing.de<br />

IAG - Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH, Selmsdorf. ........................... 77<br />

www.ihlenberg.de<br />

Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG, Wismar ...................................................61<br />

www.ilimtimber.eu<br />

IT-Tekten GmbH, Schwerin. ...................................................................68<br />

www.it-tekten.net<br />

KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH. ....................................32, 33<br />

www.kgw-schwerin.de<br />

Leukhardt Schaltanlagen Systemtechnik GmbH, Schwerin ...................................30<br />

www.leukhardt-system.de<br />

Logic Way GmbH, Schwerin .................................................................104<br />

www.logicway.de<br />

MATACHANA Germany GmbH, Selmsdorf ....................................................123<br />

www.matachana.de<br />

Mecklenburgisches Staatstheater GmbH, Schwerin ......................................... 129<br />

www.mecklenburgisches-staatstheater.de<br />

157


MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH, Brüel ............................................ 129<br />

www.mfg-freizeit.com<br />

MIV Mecklenburgisches Ingenieurbüro für Verkehrsbau GmbH, Schwerin ....................137<br />

www.miv-ing.de<br />

Müller Kunststofftechnik GmbH, Hagenow. ...................................................90<br />

www.mueller-kunststofftechnik.de<br />

Nagel-Group Logistics SE, Versmold ..........................................................15<br />

Nagel LK Logistik GmbH, Standort Schönberg<br />

www.nagel-group.com<br />

NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH, Grevesmühlen .....................................152<br />

www.nahbus.de<br />

Nahverkehr Schwerin GmbH, Schwerin ...................................................... 154<br />

www.nahverkehr-schwerin.de<br />

OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (OT Schwerin) ....................................... 23<br />

www.ot-schwerin.de<br />

Prysmian Kabel und Systeme GmbH Kabelwerk Schwerin. ...................................30<br />

https://de.prysmian.com<br />

providata GmbH, Schwerin ...................................................................69<br />

www.providata.de<br />

PTS-precision GmbH, Schwerin. ...............................................................14<br />

www.pts-precision.de<br />

Räber Elektrotechnik GmbH & Co. KG, Schwerin ..............................................90<br />

www.raeber.de<br />

ReformKontor GmbH & Co. KG, Zarrentin am Schaalsee ...................................... 54<br />

www.reformkontor.de<br />

saz - Schweriner Aus- und Weiterbildungszentrum e. V. ......................................85<br />

www.sazev.de<br />

Schmal GmbH & Co. Verpackungen KG, Valluhn ..............................................89<br />

www.schmal-verpackungen.de<br />

158


Schoeller Allibert GmbH, Schwerin ...........................................................78<br />

www.schoellerallibert.com<br />

SCHOTTEL GmbH, Niederlassung Wismar. ................................................... 47<br />

www.schottel.de<br />

Schwarz & Grantz Schwerin GmbH, Schwerin. ...............................................136<br />

www.schwarz-grantz.de<br />

Seehafen Wismar GmbH, Wismar .............................................................61<br />

www.hafen-wismar.de<br />

SIS - Schweriner IT- und Servicegesellschaft mbH ...........................................68<br />

www.sis-schwerin.de<br />

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Schwerin. ............................................... 139<br />

www.sparkasse-mecklenburg-schwerin.de<br />

Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH, Ludwigslust ........................................ 29<br />

www.stw-ludwigslust-grabow.de / www.lewitzenergie.de<br />

Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS) ............................................................31<br />

www.stadtwerke-schwerin.de<br />

Trolli GmbH, Hagenow. ....................................................................... 55<br />

www.trolli.de<br />

VARIOVAC PS SystemPack GmbH, Zarrentin am Schaalsee. ...............................86, 87<br />

www.variovac.de<br />

VR Bank Mecklenburg eG, Rostock .......................................................... 153<br />

www.vrbankmecklenburg.de<br />

WDI CP GmbH & Co. KG, Hagenow ...........................................................88<br />

www.wdi-cp.de<br />

WEMAG AG, Schwerin .....................................................................40, 41<br />

www.wemag.com<br />

159


Bildquellen<br />

Picture Sources<br />

Die Bilder auf den PR-Seiten wurden von den jeweiligen<br />

Firmen, Verwaltungen und Verbänden zur Verfügung gestellt.<br />

Bei anderen Fotos ist die Bildquelle neben dem Motiv genannt.<br />

The images on the PR pages were provided by the respective<br />

companies, administrations and associations.<br />

In the case of other photos, the image source is stated next to the motif.<br />

Folgende Bilder sind von Bodo Nussdorfer, Bielefeld /<br />

The following pictures are from Bodo Nussdorfer, Bielefeld:<br />

S. 8, 9, 14, 16, 17, 21, 23–25, 29–32, 33 o., 34, 35, 40–43, 47 u., 48–50, 53, 54,<br />

56, 57, 62, 63, 68 u., 70 u. r., 72, 73, 78, 80, 81, 85–93, 98, 99, 104–107, 111 o.,<br />

112, 113, 118, 119, 122, 123 o., 124, 125, 129–131, 136, 137 o., 139–141, 145–147, 152<br />

Titelbild / Cover picture: Carl-Jürgen Bautsch/www.AdobeStock.com<br />

160

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