Monographie Westmecklenburg
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WESTMECKLENBURG<br />
– VIELFÄLTIG, DYNAMISCH, LEBENSWERT –<br />
– DIVERSE, DYNAMIC, WORTH LIVING –<br />
MONOGRAPHIEN<br />
DEUTSCHER WIRTSCHAFTSGEBIETE
WESTMECKLENBURG<br />
– VIELFÄLTIG, DYNAMISCH, LEBENSWERT –<br />
WESTERN MECKLENBURG<br />
– DIVERSE, DYNAMIC, WORTH LIVING –<br />
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der<br />
Published in cooperation with the<br />
Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />
Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />
Redaktion / Editorial work:<br />
Klaus Uwe Scheifler und Henner Willnow,<br />
Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />
Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />
Erste Ausgabe 2024<br />
First edition 2024<br />
Kommunikation & Wirtschaft GmbH<br />
Oldenburg (Oldb)
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek<br />
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation<br />
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische<br />
Daten sind im Internet unter www.dnb.de abrufbar.<br />
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Bibliographic information of the German National Library<br />
The German National Library records this publication in the<br />
German National Biblio graphy. Detailed bibliographic data can<br />
be called up on the internet via www.dnb.de.<br />
Das Buch erscheint im Verlagsbereich Regionalmedien.<br />
Alle Rechte bei Kommunikation & Wirtschaft GmbH,<br />
Oldenburg (Oldb)<br />
This book is published in the division Regionalmedien.<br />
All rights reserved by Kommunikation & Wirtschaft GmbH,<br />
Oldenburg (Oldb)<br />
Printed in Germany 2024<br />
Das Manuskript ist Eigentum des Verlages. Alle Rechte vorbehalten.<br />
Auswahl und Zusammenstellung sind ur heberrechtlich geschützt.<br />
Für die Richtigkeit der im Inhaltsverzeichnis aufgeführten Autorenbeiträge<br />
und der PR-Texte übernehmen Verlag und Redaktion keine<br />
Haftung.<br />
Gender-Hinweis:<br />
Es oblag den jeweiligen Verfassern der Texte – Autoren, Anzeigen kunden oder Kooperationspartner<br />
– ob sie ihre Beiträge „gendern“ oder aus praktischen Gründen wie Platzersparnis und bessere<br />
Lesbarkeit die männliche oder weibliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern wählen.<br />
Dies impliziert keine Benach teiligung der jeweils anderen Geschlechter (weiblich, männlich, divers),<br />
die mit den Inhalten der Texte gleichermaßen angesprochen werden.<br />
The manuscript is the property of the pub lisher. All rights reserved.<br />
The selection and compilation are protected by copyright. The<br />
publisher and editor accept no liability for the accuracy of the author<br />
contributions and PR-texts detailed in the contents.<br />
Redaktion / Editorial work:<br />
Olaf Burblys, Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg<br />
Übersetzungen / Translations:<br />
KERN AG, Sprachendienste Bremen<br />
Baumschulenweg 28<br />
26127 Oldenburg<br />
Tel. 0441 9353-0<br />
info@kuw.de<br />
www.kuw.de<br />
Druck / Printing:<br />
Gutenberg Beuys Feindruckerei GmbH<br />
Hans-Böckler-Straße 52, 30851 Langenhagen<br />
ISBN 978-3-88363-455-5
INHALT<br />
CONTENT<br />
Vorwort<br />
Foreword<br />
WESTMECKLENBURG – REGION ZUM LEBEN UND ARBEITEN 7<br />
Western Mecklenburg – a good place to live and work<br />
Matthias Belke<br />
Präsident, Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />
President, Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />
NETZWERKEN FÜR EINE MOBILE ZUKUNFT 8<br />
Networking for a mobile future<br />
DR. ANDREAS VIETINGHOFF<br />
Interview: Stephan Rudolph-Kramer<br />
AUFTRAGSLAGE VERSPRICHT WEITERES WACHSTUM 16<br />
Order volume promises further growth<br />
DR. AXEL KORN, BERND JOKELE<br />
Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />
BESTEHENDES BRAUCHT FRISCHEN WIND 24<br />
Breath of fresh air for the status quo<br />
VIOLA BORTSCH<br />
Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />
WASSERSTOFF – DAS MOLEKÜL DER ZUKUNFT 34<br />
Hydrogen – the molecule of the future<br />
DR. MISCHA PATERNA<br />
Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />
WISSENSBASIERTE ARBEIT STÄRKT DEN WERFTSTANDORT 42<br />
Knowledge-based work strengthens the shipyard location<br />
RENÉ FIEGE<br />
Text: Barbara Arndt<br />
BIO: AUS ÜBERZEUGUNG. UND WEIL ES SCHMECKT! 48<br />
Organic by conviction. And because it tastes good!<br />
ELLA KREMER<br />
Text: Barbara Arndt<br />
3
HOLZWIRTSCHAFT: STARKES RÜCKGRAT FÜR DEN SEEHAFEN 56<br />
Wood industry: strong backbone for Wismar port<br />
MICHAEL KREMP<br />
Text: Barbara Arndt<br />
BRANCHENÜBERGREIFENDE SYSTEMLÖSUNGEN 62<br />
Cross-sectoral system solutions<br />
PROF. DR.-ING. UWE FREIHERR VON LUKAS<br />
Text: Manuela Heberer<br />
ABFALL IST ALLES ANDERE ALS MÜLL! 72<br />
Waste is anything but rubbish!<br />
HENRY FORSTER<br />
Text: Barbara Arndt<br />
ANDERS DENKEN. ANDERS ENTWICKELN. 80<br />
Thinking differently. Developing differently.<br />
JÖRG REIMER<br />
Text: Barbara Arndt<br />
KI-PIONIERE AUS MECKLENBURG 92<br />
AI pioneers from Mecklenburg<br />
WELF WUSTLICH<br />
Text: Manuela Heberer<br />
BESTE BEDINGUNGEN FÜR START-UPS 98<br />
Ideal conditions for start-ups<br />
THOMAS MÖLLER<br />
Text: Manuela Heberer<br />
INTERDISZIPLINÄR UND PRAXISNAH 106<br />
Interdisciplinary and practic e oriented<br />
PROF. DR.-ING. DANIELA SCHWERDT<br />
Text: Manuela Heberer<br />
4
DEN BERUFSEINSTIEG VERSÜSSEN 112<br />
Making life sweeter for job starters<br />
SONJA SCHINDLER<br />
Text: Barbara Arndt<br />
KRISENFESTER WACHSTUMSMOTOR GESUNDHEITSWIRTSCHAFT 118<br />
The healthcare sector: resilient growth engine<br />
LARS BAUER<br />
Text: Manuela Heberer<br />
KLIMAPOSITIV TAGEN UND NÄCHTIGEN 124<br />
Climate-neutral meetings and accommodation<br />
CHRISTIAN PETERSEN<br />
Text: Stephan Rudolph-Kramer<br />
IMMER IN BEWEGUNG 130<br />
Always moving Forward<br />
TORSTEN GOERTZ<br />
Text: Manuela Heberer<br />
REALLABOR FÜR GEMEINWOHLORIENTIERTES WIRTSCHAFTEN 140<br />
Living laboratory for an economy for the common good<br />
JANNIS DEUTSCHMANN<br />
Text: Manuela Heberer<br />
URLAUBSREGION MIT ENORMEM POTENZIAL 146<br />
Holiday region with huge potential<br />
MARTINA MÜLLER<br />
Interview: Stephan Rudolph-Kramer<br />
Anhang/Register<br />
Inserentenverzeichnis/List of Advertisements 156<br />
Bildquellen/Picture Sources<br />
16o<br />
5
6<br />
Copyright: IHK/info@paperheroes.de
WESTMECKLENBURG –<br />
REGION ZUM LEBEN UND ARBEITEN<br />
Western Mecklenburg –<br />
a good place to live and work<br />
Copyright: IHK/info@paperheroes.de<br />
Die Wismarbucht und das Salzhaff, das Schweriner Seenland<br />
und die Elbtalauen – <strong>Westmecklenburg</strong> besticht mit seinen<br />
Landschaften, Altstädten, weiten Feldern und dichten Wäldern.<br />
Diese Schönheit ist nicht nur ein Anziehungspunkt<br />
für Touristen, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor für<br />
Unternehmen. Die harmonische Verbindung von Natur ästhetik<br />
und bedeutendem Wirtschaftsstandort mit infrastrukturellen<br />
Vorzügen schafft eine einzigartige Lebens- und Arbeitsqualität,<br />
die in dieser Form nur selten zu finden ist.<br />
In dieser Publikation möchten wir Ihnen einen umfassenden<br />
Überblick der wirtschaftlichen Strukturen und Entwicklungen<br />
im westlichen Mecklenburg-Vorpommern geben. Wir<br />
zeigen auf, wie traditionelle Industriezweige und innovative<br />
Unternehmen in Einklang mit den Menschen und der Natur<br />
erfolgreich arbeiten und welche Chancen sich dadurch für die<br />
Zukunft ergeben. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir<br />
den Zukunftsbranchen, die von der Nähe zur Ostsee und der<br />
na türlichen Umgebung profitieren – Erneuerbare Energien,<br />
Tourismus, maritime Wirtschaft, Luft- und Raumfahrt sowie<br />
die Ernährungswirtschaft.<br />
Wir stellen Ihnen auch erfolgreiche Unternehmen vor, die<br />
ihre Wurzeln in dieser Region haben und durch nachhaltige<br />
Konzepte und zukunftsweisende Technologien die regionale<br />
Wirtschaft stärken und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz<br />
der Ressourcen leisten. Diese Beispiele belegen, wie Wirtschaft,<br />
Mensch und Natur in einer symbiotischen Beziehung miteinander<br />
wachsen können.<br />
Entdecken Sie die wirtschaftlichen Perspektiven und die natürliche<br />
Schönheit <strong>Westmecklenburg</strong>s und lassen Sie sich von der<br />
Dynamik und den Möglichkeiten dieser Region begeistern. Wir<br />
laden Sie ein, im Land zum Leben und Arbeiten neue Wurzeln<br />
zu finden. Die Nähe zu Skandinavien und zur Metropolregion<br />
Hamburg sind zusammen mit den eigenen Vorteilen der Region<br />
gute Argumente für Ihr Investment in <strong>Westmecklenburg</strong>.<br />
Wismar bay and the Salzhaff lagoon, Schwerin with its lakes<br />
and the Elbe valley meadows: Western Mecklenburg stands out<br />
with beautiful countryside, old towns, rolling fields and dense<br />
woodlands. This beauty not only attracts tourists but is also<br />
an important location factor for companies. The harmonious<br />
combination of aesthetical natural surroundings and a significant<br />
business location with infrastructure advantages creates<br />
a unique quality of living and working conditions that is rarely<br />
encountered in this form.<br />
This publication aims to give a comprehensive overview of the<br />
economic structures and developments in the west of Mecklenburg-Western<br />
Pomerania. We show how industrial sectors<br />
of industry and innovative companies work successfully in<br />
harmony with people and nature, and the chances that this offers<br />
for the future. There is a special focus on the future in dustries<br />
that benefit from being close to the Baltic and from the natural<br />
surroundings: renewable energies, tourism, the maritime sector,<br />
the aerospace industry and the food industry.<br />
We also present successful companies with roots in the region<br />
that strengthen the regional economy with sustainable concepts<br />
and trend-setting technologies, while at the same time making a<br />
contribution toward protecting resources. These examples show<br />
how business, people and nature can grow together in a symbiotic<br />
relationship.<br />
Discover the economic prospects and natural beauty of Western<br />
Mecklenburg, and be inspired by the region’s dynamism and<br />
possibilities. We invite you to find new roots in a state that’s a<br />
good place to live and work. The close proximity to Scandinavia<br />
and Hamburg Metropolitan Region, together with the area’s<br />
own advantages, provide good arguments for you to invest in<br />
Western Mecklenburg.<br />
Matthias Belke<br />
Präsident, Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />
President, Schwerin Chamber of Commerce and Industry<br />
7
NETZWERKEN FÜR<br />
EINE MOBILE ZUKUNFT<br />
Networking for a<br />
mobile future<br />
INTERVIEW:<br />
STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />
DR. ANDREAS VIETINGHOFF<br />
Als Netzwerkmanager des automotive-mv e. V.<br />
präsentiert Dr. Andreas Vietinghoff gern Best-<br />
Practice-Beispiele aus den Reihen seiner Mitgliedsunternehmen,<br />
da sie die Innovationsstärke<br />
der Automobilindustrie deutlich widerspiegeln<br />
und zur Nachnutzung anregen sollen. Er holt aber<br />
auch Experten zu aktuellen Themen in die Facharbeitskreise<br />
des Verbandes und gibt den Mitgliedern<br />
Unterstützung bei den Transformationsaktivitäten<br />
in den Bereichen Technologietransfer, Nachhaltigkeit<br />
und Mitarbeiterentwicklung. Netzwerken,<br />
koordinieren und den Blick aufs Ganze behalten<br />
gehören zu seinen Stärken. Im Interview spricht er<br />
über die Entwicklung der Automobilwirtschaft und<br />
die künftigen Herausforderungen.<br />
As network manager of automotive-mv e. V.,<br />
Dr Andreas Vietinghoff likes to present best-practice<br />
examples from his member companies, as they clearly<br />
reflect the innovative strength of the automotive<br />
industry and should inspire others to do the same. He<br />
also arranges for experts to talk about current topics<br />
to the association’s working groups, and supports<br />
the members with their transformation activities<br />
in the fields of technology transfer, sus tainability<br />
and personnel development. His strengths include<br />
networking, coordinating and keeping an eye on the<br />
bigger picture. During the interview, he talks about<br />
developments and future challenges in the automotive<br />
industry.<br />
8
Wie hat sich die Branche in den vergangenen zehn<br />
Jahren in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt?<br />
Die Automobilzulieferindustrie ist eine der industriellen Wertschöpfungskerne<br />
in unserem Bundesland. Sie hat sich in den<br />
vergangenen zehn Jahren stetig weiterentwickelt. In diesem Zeitraum<br />
wurden etwa 500 Mitarbeitende eingestellt und der Umsatz<br />
stieg trotz einiger Krisenjahre, verursacht durch Corona, Lieferkettenengpässe<br />
und die Energiekrise, um rund 20Prozent auf etwa<br />
1,7 Mrd. Euro. Besonders hervorzuheben ist, dass die Branche<br />
laufend ihre Innovationsfähigkeit steigert. Dafür investierten die<br />
Mitgliedsunternehmen des automotive-mv e. V. im betrachteten<br />
Zeitraum rund 250 Mio. Euro in neue Technologien und die Produktionsinfrastruktur.<br />
Ziel ist es, die industrielle Wertschöpfung<br />
und Beschäftigung im Land zu sichern und weiter auszubauen.<br />
Wie ist die Automobilwirtschaft im Nordosten<br />
Deutschlands derzeit aufgestellt?<br />
Mecklenburg-Vorpommern ist ein im bundesdeutschen Vergleich<br />
strukturschwaches Bundesland mit unterdurchschnittlicher<br />
industrieller Wertschöpfung und besonderen demo grafischen<br />
Herausforderungen. Diesen Umständen zum Trotz hat sich hier<br />
in den vergangenen 30 Jahren eine hochleistungsfähige Fahrzeugzulieferindustrie<br />
herausgebildet, die sich mit Ausnahme<br />
der Krisenjahre 2008/09 und 2020 bis 2022 durchgängig auf<br />
Wachstumskurs befand. Die Automobilzulieferbranche ist bei<br />
uns heterogen strukturiert. Während drei große Unternehmen<br />
über 500 Mitarbeitende aufweisen, hat die Mehrzahl von 75 Prozent<br />
der befragten Unternehmen weniger als 100 Beschäftigte,<br />
darunter 38 Prozent nur bis zu 50 Beschäftigte. Die Branche hat<br />
in ganz Mecklenburg-Vorpommern etwa 5.500 Beschäftigte und<br />
erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 1,7 Mrd. Euro.<br />
Welche Leuchttürme besitzen eine besondere Leuchtkraft?<br />
Zu den großen Playern gehören vier global tätige Top-100-<br />
Zulieferunternehmen, welche bedeutende Produktionswerke in<br />
Mecklenburg-Vorpommern betreiben. Das sind die Kon zerne<br />
ZF Friedrichshafen AG (Platz 4 weltweit) in Rostock-Laage,<br />
Valeo (Platz 10) und Webasto SE (Platz 66) in Neubrandenburg<br />
sowie die Lear Corp. GmbH (Platz 14) in Wismar. Die Lear Corp.<br />
GmbH ist einer der Marktführer in der Herstellung von Kunststoffsteckverbindern<br />
für verschiedenste automotive-Anwendungen.<br />
Das Werk in Wismar beschäftigt über 250 Mitarbeitende<br />
und setzt mit seiner innovativen 2- und 3-Komponenten<br />
Spritzgießtechnologie höchste Anforderungen der internationalen<br />
Automobilindustrie um. An den hocheffizienten Anlagen<br />
werden täglich etwa 1,2 Millionen Kunststoffteile produziert.<br />
Nennen möchte ich auch die Gummifabrik Lubeca GmbH &<br />
Co. KG in Upahl. Sie ist ein hochspezialisierter Produzent von<br />
Elastomeren und Gummiformteilen für verschiedene Anwendungen<br />
im Automobil. Bis zu 30 Millionen Dämpfungselemente,<br />
die beispielsweise beim Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP<br />
und dem Antiblockiersystem ABS zum Einsatz kommen, und<br />
Gummi-Metall-Verbindungen werden nach hochspezifischen<br />
Material- und Qualitätsanforderungen jährlich auf vollautomatisierten<br />
Anlagen produziert.<br />
Mit welchen Partnern in der Region arbeiten Sie zusammen?<br />
Neben der intensiven brancheninternen Zusammenarbeit<br />
ko operiert der automotive-mv e. V. insbesondere mit heimischen<br />
Hochautomatisierte Präzisionszerspanung<br />
bei der<br />
PTS-precision GmbH in Schwerin<br />
Highly automated preci sion<br />
machining at PTS precision<br />
GmbH in Schwerin<br />
Der automotive-mv e. V. in Zahlen:<br />
– 21 Mitgliedsunternehmen<br />
– ca. 3.700 Beschäftigte<br />
– ca. 180 Auszubildende<br />
– ca. 1,2 Mrd. Euro Jahresumsatz<br />
Dr. Andreas Vietinghoff:<br />
• geboren 1966 in Rostock<br />
• verheiratet, 2 Kinder<br />
• Studium Lehramt an der Universität Rostock<br />
mit Staatsexamen<br />
• nach dem Studium Tätigkeit als Lehrer<br />
• Wechsel in die Wirtschaft<br />
• Führungsaufgaben im Personalmanagement in<br />
drei regionalen Unternehmen<br />
• seit 2009 Netzwerkmanager im automotive-mv e. V.<br />
How has the sector developed over the last ten<br />
years in Mecklenburg-Western Pomerania?<br />
Automotive suppliers form one of the core aspects of industrial<br />
value creation in our state, and have seen constant further<br />
development over the last ten years. About 500 new employees<br />
were hired during this period. Turnover also grew by around 20<br />
percent to about 1.7 billion Euro, despite various years of crisis<br />
caused by Covid-19, supply chain issues and the energy crisis.<br />
One point particularly worth emphasising is that the sector is<br />
constantly increasing its innovative capability. Companies belonging<br />
to automotive-mv e. V.’ invested around 250 million Euro<br />
in new technologies and the production infrastructure during the<br />
10
period under discussion, with the aim of safeguarding and expanding<br />
industrial value creation and employment in the state.<br />
Facts and figures: automotive-mv e. V.<br />
– 21 member companies<br />
– approx. 3,700 employees<br />
– approx. 180 trainees<br />
– approx. 1.2 billion Euro annual turnover<br />
Dr Andreas Vietinghoff:<br />
• born in 1966 in Rostock<br />
• married with 2 children<br />
• teaching degree at Rostock University with state<br />
examination<br />
• worked as teacher after graduating<br />
• changed to a career in business<br />
• managerial functions in personnel management in<br />
three regional companies<br />
• network manager at automotive-mv e. V. since 2009<br />
Kompetenzpartnern aus den Bereichen Forschung und Entwicklung<br />
sowie industriespezifische Beratung und Weiterbildung.<br />
Hervorzuheben sind hier die Universität Rostock und das Fraunhofer-Institut<br />
für Großstrukturen in der Produktions technik<br />
IGP in Rostock sowie der REFA-Landesverband M-V e. V.<br />
als spe zialisierter Kompetenzpartner für Personalentwicklung<br />
und industrielle Prozessoptimierung. Weitere Partner sind die<br />
Hochschulen in Wismar, Stralsund und Neubrandenburg sowie<br />
Technologie-Kompetenzpartner, wie zum Beispiel die Schweißtechnische<br />
Lehr- und Versuchsanstalt in Rostock.<br />
Copyright: PTS-precision GmbH, Schwerin<br />
What is the current position of the automotive<br />
industry in North-East Germany?<br />
Compared to other German states, Mecklenburg-Western<br />
Pomerania is a structurally weak region with below-average industrial<br />
value creation as well as special demographic chal lenges.<br />
Nevertheless, a highly efficient vehicle supplier industry has<br />
emerged here over the last 30 years, enjoying consistent growth<br />
apart from the crisis years of 2008/09 and 2020 to 2022. Our<br />
automotive supplier sector has a heterogeneous structure. While<br />
three large firms have more than 500 employees, a 75 percent<br />
majority of the surveyed companies has a workforce of less than<br />
100, including 38 percent with no more than 50 employees. In all<br />
of Mecklenburg-Western Pomerania, the sector has about 5,500<br />
employees and generates annual turnover of around 1.7 billion<br />
Euro.<br />
Which lighthouses shine particularly brightly?<br />
The big players include four top-100 global supplier companies<br />
with significant production sites in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania. These are ZF Friedrichshafen AG (ranked 4th worldwide)<br />
in Rostock-Laage, Valeo (ranked 10th) and Webasto SE<br />
(ranked 66th) in Neubrandenburg, as well as Lear Corp. GmbH<br />
(ranked 14th) in Wismar. Lear Corp. GmbH is one of the leading<br />
manufacturers of plastic plug-in connectors for a wide range of<br />
automotive applications. The Wismar factory has more than<br />
250 employees and implements the strictest requirements of<br />
the international automotive industry with its innovative 2- and<br />
3-component injection moulding technology. About 1.2 million<br />
plastic parts are produced by the highly efficient machinery every<br />
day. It is also worth mentioning Gummifabrik Lubeca GmbH &<br />
Co. KG in Upah, a highly specialised manufacturer of elastomers<br />
and moulded rubber parts for various applications in vehicles. Up<br />
to 30 million damping elements, used for example in the electronic<br />
stability programme ESP and the anti/lock braking system<br />
and rubber-metal compounds, are made according to highly<br />
specific material and quality requirements every year on the fully<br />
automated machinery.<br />
Which partners do you work with in the region?<br />
In addition to intensive cooperation within the sector itself,<br />
automotive-mv e. V. collaborates particularly with local expert<br />
partners in the fields of research and development as well as<br />
industry-specific consulting and training. Here a mention should<br />
be given to the University of Rostock and the Fraunhofer Institute<br />
for Large Structures in Production Engineering (IGP) in<br />
Rostock as well as the Mecklenburg-Western Pomerania state association<br />
of REFA-MV e. V., an expert partner and specialist for personnel<br />
development and industrial process optimisation. Other<br />
partners include the Universities of Applied Sciences in Wismar,<br />
Stralsund and Neubrandenburg together with expert technology<br />
partners, such as the Training and Educational Institute for<br />
Welding Engineering in Rostock.<br />
11
Copyright: Lear Corporation GmbH<br />
Welche großen Herausforderungen müssen<br />
künftig gemeistert werden?<br />
Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung heißen die<br />
technologischen Mobilitätstrends. Ihre Realisierung in zuverlässigen<br />
und marktfähigen Produkten und Leistungen wird in den<br />
kommenden Jahren einen enormen Kraftaufwand in der Branche<br />
erfordern. Die Energie- und Mobilitätswende und der damit verbundene<br />
Transformationsprozess in der Industrie werden auch<br />
die heimische Automobilzulieferindustrie vor große Herausforderungen<br />
stellen. Insbesondere in der Autoindustrie fordern die<br />
technologischen Trends wie E-Mobilität, autonomes Fahren,<br />
Konnektivität und neue Mobilitätsgeschäftsmodelle hohe Innovationsanstrengungen.<br />
Diese müssen in einem aktuell nicht vorteilhaften<br />
Wettbewerbsumfeld realisiert werden – die Kosten für<br />
Material, Energie und Arbeit sind zu hoch. Dieser Nachteil wirkt<br />
deshalb gravierend, weil unsere Unternehmen im Wettbewerb<br />
mit Produzenten aus Osteuropa, Asien und Amerika stehen. Eine<br />
besondere Herausforderung ist es, auch künftig Nachwuchs für<br />
anspruchsvolle Tätigkeitsfelder in der der Industrie zu gewinnen –<br />
eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da der Wohlstand Deutschland<br />
vor allem von seinem Erfolg als Industrie- und Exportland<br />
abhängt.<br />
Wie können die Maßnahmen finanziert werden?<br />
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssen enorme<br />
Summen in innovative Produktionstechnologien, in die Prozessdigitalisierung,<br />
nachhaltige Produktion und die Weiterbildung<br />
der Mitarbeitenden investiert werden. Die dafür notwenigen<br />
Mittel können nur im täglichen Geschäft unter globalen Wettbewerbsbedingungen<br />
erwirtschaftet werden. Das ist in Zeiten<br />
multipler Krisen eine besondere Herausforderung, zumal der<br />
Fertigung mit moderner Spritzgießtechnologe<br />
bei der Lear Corp. GmbH Wismar<br />
Production with modern injection moulding<br />
technology at Lear Corp. GmbH Wismar<br />
Which major challenges have to be mastered in future?<br />
The technological trends in the mobility sector are electrification,<br />
automation and connectivity. Turning these trends into reliable,<br />
marketable products and services will demand great efforts from<br />
the industry in the years ahead. Local automotive suppliers will<br />
also face major challenges presented by the way the whole industry<br />
will be transformed by the energy and mobility transition.<br />
Car makers, in particular, will have to undertake huge innovative<br />
endeavours to meet the demands of technological trends such as<br />
e-mobility, autonomous driving, connectivity and new business<br />
models for mobility. The competitive environment is cur rently<br />
not really beneficial in this respect due to the excessively high costs<br />
for material, energy and labour. This has severe conse quences,<br />
because our companies are competing with manufacturers from<br />
Eastern Europe, Asia and America. One particular chal lenge is<br />
to win over young talent for the demanding fields of work in the<br />
industry in future too – a task for the whole of society, as German<br />
prosperity depends above all on being a successful industrial<br />
export country.<br />
How can the measures be funded?<br />
Safeguarding competitiveness will demand enormous investment<br />
in innovative production technology, process digitalisation, sustainable<br />
production and further training of the workforce. The<br />
necessary funds can only be generated in daily business under<br />
12
Brüggen<br />
Fahrzeugwerk & Service GmbH<br />
Seit mehr als fünf Jahrzehnten hat sich die im Emsland verwurzelte<br />
KRONE Nutzfahrzeuge Gruppe als Marktführer in den Bereichen<br />
Auflieger und Anhänger etabliert. Am hochmodernen Standort in<br />
Lübtheen produziert KRONE die Kühlsattelauflieger, die KRONE Cool<br />
Liner sowie die Seitenwände der Dry Liner. Das Besondere am Standort<br />
Lübtheen? Vom Tischler bis zum Elektriker sind hier die unterschiedlichsten<br />
Berufe gefragt, denn vom Dach bis zum Boden der Cool Liner<br />
werden die meisten Bauteile selbst gefertigt. Gleichzeitig sind viele Prozesse<br />
bereits automatisiert, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlastet<br />
werden, wenn es um schwere Bauteile geht.<br />
KRONE Nutzfahrzeuge Group with its roots in the Emsland (Western<br />
Germany) has been the established market leader for trailers and semitrailers<br />
for more than five decades. Krone’s state-of-the-art site in<br />
Lübtheen is where the company produces the KRONE Cool Liner<br />
refrigerated semitrailers and the side walls for the Dry Liner dry freight<br />
semitrailers. What is so special about the Lübtheen site? From carpenter<br />
to electrician, a wide range of different trades are needed here as most of<br />
the components from the roof to the floor of the Cool Liner, are made<br />
here on site. At the same time, many processes are already automated to<br />
relieve the pressure on the workers when heavy parts are concerned.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2005<br />
Mitarbeiter: 600 am<br />
Standort Lübtheen<br />
Standorte:<br />
Herzlake und Lübtheen<br />
Angebotsspektrum:<br />
Entwicklung und Produktion<br />
von Koffersattelaufliegern<br />
www.brüggen-gmbh.de<br />
Year founded: 2005<br />
Employees: 600 at the<br />
Lübtheen site<br />
Sites:<br />
Herzlake and Lübtheen<br />
Range:<br />
Development and production<br />
of boxtype semitrailers<br />
Wirtschaftsstandort verstärkt mit Wettbewerbsnachteilen auf<br />
der Kostenseite zu kämpfen hat. Trotz dieser Herausforderungen<br />
wird die Branche bei ihren großen Vorhaben vom Land Mecklenburg-Vorpommern<br />
zuverlässig unterstützt, insbesondere durch<br />
die Förderung von Investitions- und Innovationsvorhaben.<br />
Mit welchen Maßnahmen und Strategien geht<br />
die Branche in die Zukunft?<br />
Der automotive-mv e. V. ist Konsortialführer im Transformationsprojekt<br />
AutoTrans-MV. Gemeinsam mit den Partnern<br />
Universität Rostock, Lehrstuhl Fertigungstechnik und<br />
dem REFA-Landesverband M-V e. V. wurde eine regionale<br />
Transformationsstrategie erarbeitet, die ausgehend von einer<br />
Branchenanalyse die wich tigsten Zielstellungen und strategischen<br />
Handlungsschwer punkte festgelegt hat. Ziel ist es, leistungsfähige<br />
Transfer strukturen im Land zu etablieren, die den<br />
Wandel in der Zulieferindustrie wirkungsvoll unterstützen werden.<br />
Eine wichtige Maßnahme ist zum Beispiel der schon begonnene<br />
Aufbau einer Transformation Academy zur Unterstützung<br />
der transformationsbegleitenden Kompetenzentwicklung. Der<br />
auto motive-mv e. V. arbeitet darüber hinaus im Strategierat Wirtschaft-Wissenschaft<br />
des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit<br />
und koordiniert dort mit anderen Branchen und der regionalen<br />
Wissenschaft die Bemühungen, die Innovationskraft der heimischen<br />
Wirtschaft zu stärken.<br />
global competition conditions. In times of multiple crises, this is<br />
a particular challenge, also in view of the fact that Mecklenburg-<br />
Western Pomerania as a business location is increasingly struggling<br />
with cost-related competition disadvantages. Despite these<br />
challenges, the state of Mecklenburg-Western Pomerania provides<br />
reliable support for the sector in its major undertakings, especially<br />
when it comes to funds for investment and innovation projects.<br />
What are the sector’s measures and strategies for the future?<br />
automotive-mv e. V. is the consortium leader in the AutoTrans-<br />
MV transformation project. After analysing the sector to stipulate<br />
the key objectives and strategic focuses, a regional trans formation<br />
strategy has been drawn up in cooperation with Rostock University<br />
Department for Production Engineering and REFA-MV<br />
e. V. The aim is to establish efficient transfer structures in the state<br />
to provide effective support for transformation in the supplier<br />
industry. One important measure that has already begun consists<br />
of setting up a Transformation Academy to support concomitant<br />
skills acquisition. automotive-mv e. V. is also involved in the Mecklenburg-Western<br />
Pomerania Business-Science Strategy Council,<br />
where it works with other industries and the regional science<br />
sector in coordinating efforts to enhance the innovative spirit of<br />
the local economy.<br />
13<br />
1
PTS-precision GmbH<br />
Seit 2009 produziert die PTS-precision GmbH in Schwerin CNC-<br />
Drehteile aller Art und ist heute mit über 100 CNC-Drehmaschinen der<br />
größte Drehteilehersteller in Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind ein<br />
junges, stetig wachsendes Unternehmen und erfolgreicher Partner der<br />
Automobilindustrie. 2020 wurden wir als „Wachstumschampion“ des<br />
Magazins FOCUS ausgezeichnet.<br />
Wir fertigen täglich rund 350.000 Präzisionsdrehteile. Diese werden weltweit<br />
im Automobil verbaut: elektrische Sitzverstellungen, Außenspiegel,<br />
Anhängerkupplungen, Cabrioverdecke etc. Weitere Einsatzgebiete sind<br />
Bohrmaschinen, Motorsägen, Heckenscheren und viele weitere.<br />
PTS-precision GmbH has been producing CNC lathed parts in Schwerin<br />
since 2009. Today, more than 100 CNC lathes make us the largest<br />
manufacturer of lathed parts in Mecklenburg-Western Pomerania. We<br />
are a young, constantly growing company and a successful partner for<br />
the automotive industry. In 2020, we received the “Growth Champion”<br />
accolade from the FOCUS magazine.<br />
We produce around 350,000 precision turned parts every day. These are<br />
installed in cars all over the world: electric seat adjusters, exterior mirrors,<br />
trailer couplings, convertible tops, etc. Other areas of application include<br />
drills, chainsaws, hedge trimmers and many more.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2009<br />
Mitarbeiter: rund 60<br />
Betriebsfläche:<br />
etwa 10.000 m 2<br />
Leistungsspektrum:<br />
Fertigung von Kurzdrehteilen<br />
sowie CNCLangdrehteilen auf<br />
mehr als 100 hochmodernen<br />
CNCDrehmaschinen<br />
www.pts-precision.de<br />
Year founded: 2009<br />
Employees: about 60<br />
Space area:<br />
approx. 10,000 m 2<br />
Range of services:<br />
Production of short lathed<br />
parts and CNC long lathed on<br />
more than 100 stateoftheart<br />
CNC lathes<br />
AWUS mobile<br />
GmbH & Co. KG<br />
Das Autohaus AWUS mit Standorten in Wismar und Schwerin zeichnet<br />
sich durch sein breites Angebot an Neuwagen, Jahreswagen und<br />
Gebrauchtfahrzeugen aus renommierten Marken wie Volkswagen, Audi<br />
und Škoda aus. Seit seiner Gründung bietet AWUS umfassende Leistungen<br />
rund um den Fahrzeugkauf, einschließlich Inzahlungnahme und<br />
spezialisierten Service für Nutzfahrzeuge.<br />
Mit einem engagierten Team aus qualifizierten Mitarbeitern stellt AWUS<br />
sicher, dass Kunden stets professionelle Unterstützung und Beratung<br />
erhalten. Die Werkstätten des Autohauses sind auf den neuesten technischen<br />
Stand, um Ihnen qualitativ hochwertige Serviceleistungen zu<br />
garantieren.<br />
Information<br />
Standorte:<br />
Schwerin und Wismar<br />
Angebotsspektrum:<br />
Neuwagen, Jahreswagen und<br />
Gebrauchtfahrzeugen aus<br />
renommierten Marken wie<br />
Volkswagen, Audi und Škoda<br />
www.awus-mobile.de<br />
Locations:<br />
Schwerin and Wismar<br />
Range:<br />
New cars, nearly new cars and<br />
used vehicles in renowned<br />
brands such as Volkswagen,<br />
Audi and Škoda<br />
1<br />
Autohaus AWUS is a car dealership with sites in Wismar and Schwerin<br />
that stands out with its wide range of new cars, nearly new cars and used<br />
vehicles in renowned brands such as Volkswagen, Audi and Škoda. Since<br />
AWUS was founded, it has provided comprehensive services covering<br />
all aspects of car sales, including trading-in transactions and specialised<br />
servicing for commercial vehicles.<br />
AWUS and its committed team of qualified staff ensure that customers<br />
always receive professional support and advice. The dealership’s state-ofthe-art<br />
garages guarantee top quality servicing.<br />
14
Nagel LK Logistik GmbH, Standort Schönberg<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2009<br />
Mitarbeiter: rund 70<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Warehousing<br />
– ValueAddedServices<br />
– Kommissionierung<br />
Lagerfläche: ca. 40.000<br />
Quadratmeter<br />
Palettenstellplätze:<br />
rund 54.000<br />
www.nagel-group.com<br />
Year founded: 2009<br />
Employees: approx. 70<br />
Range of services:<br />
– Warehousing<br />
– ValueAddedServices<br />
– Order picking<br />
Capacity: approx. 40,000<br />
square meters<br />
Pallet bays:<br />
approx. 54,000<br />
Nagel-Group<br />
Wir stehen für eine europaweit perfekt vernetzte Lebensmittel logistik,<br />
die unseren Kunden entscheidende Wettbewerbsvorteile bringt. Für<br />
sie denken wir weiter, tiefer, vernetzter, wirtschaftlicher. Bei allen<br />
Herausforderungen und Zukunftstrends profitieren unsere Kunden von<br />
unserer jahrzehntelangen Erfahrung in allen Temperaturbereichen und<br />
einem einzigartigen internationalen Netzwerk. Mit frischem Denken<br />
schafft unsere Logistik zukunftssichere Mehrwerte. Zigtausende Kunden<br />
vertrauen auf einen der führenden Lebensmittel-Logistiker Europas:<br />
die Nagel-Group.<br />
Der Standort Schönberg dient als Gateway für den Warenfluss von und<br />
nach Skandinavien sowie ins Baltikum. Die günstige Lage ermöglicht<br />
eine Anbindung an die Häfen in Rostock, Lübeck und Hamburg. In<br />
Schönberg stehen eine Lagerfläche von rund 40.000 Quadratmetern und<br />
etwa 54.000 Palettenstellplätze zur Verfügung. Zu den Leistungen der<br />
Kontraktlogistik gehören Warehousing, Value-Added-Services, Kommissionierung<br />
und die Verzahnung sämtlicher Prozesse mittels eines durchgängigen<br />
IT-Systems. Als Spezialist für die Lebensmittellogistik kennen<br />
die über 70 Mitarbeiter in Schönberg die besonderen Anforderungen in<br />
diesem sensiblen Produktbereich genau.<br />
Da wir als Nagel-Group sowohl die Lagerung als auch den Transport<br />
übernehmen, können wir durch unsere temperaturgeführte Logistik<br />
eine lückenlose Kühlkette garantieren. Wir erfüllen höchste Hygieneund<br />
Qualitätsstandards und sind entsprechend gemäß IFS Logistics, Bio,<br />
ISO 5001 und für die verschiedenen Kühlzonen nach HACCP-Standards<br />
zertifiziert. Von Tiefkühlprodukten bei mindestens -18°C über Frischeartikel<br />
wie Wurstwaren oder Milchprodukte bei 0-6°C bis hin zu trocken<br />
oder bei Raumtemperatur gelagerten Produkten – wir schaffen Frische-<br />
Sicherheit mit unseren Logistiklösungen.<br />
We stand for perfectly networked food logistics throughout Europe,<br />
which gives our customers decisive competitive advantages. For them, we<br />
think further, deeper, more networked, more economically – despite all<br />
the challenges and future trends, our customers benefit from our decades<br />
of experience in all temperature ranges and a unique international network.<br />
With fresh thinking, our logistics creates future-proof added value.<br />
Thousands of customers place their trust in one of Europe’s leading food<br />
logistics providers: Nagel-Group.<br />
The Schönberg site acts as a gateway for the flow of goods to and from<br />
Scandinavia and to the Baltic. The convenient location offers easy access to<br />
the ports of Rostock, Lübeck and Hamburg. Schönberg offers warehouse<br />
capacity of around 40,000 square metres with about 54,000 pallet bays.<br />
The contract logistics services include warehousing, value-added services,<br />
picking and the dovetailing of all processes by means of an integrated IT<br />
system. As specialists for food logistics, the workforce in Schönberg with<br />
more than 70 employees are well acquainted with the special requirements<br />
in this sensitive product area.<br />
As the Nagel Group, we assume responsibility for both storage and transportation,<br />
with unbroken cold chains guaranteed by our temperaturecontrolled<br />
logistics. We fulfil the strictest hygiene and quality standards<br />
and are certified accordingly pursuant to IFS Logistics, the EU Organic<br />
Regulation and ISO 5001, and also according to the HACCP standards<br />
for the various cooling zones. Our logistics solutions create security of<br />
freshness, from frozen products at minimum -18°C via fresh food such<br />
as cold meats or dairy products at 0-6°C to dry items or those stored at<br />
room temperature.<br />
15 1
AUFTRAGSLAGE VERSPRICHT<br />
WEITERES WACHSTUM<br />
Order volume promises<br />
further growth<br />
TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />
DR. AXEL KORN<br />
BERND JOKELE<br />
Die Luftfahrtindustrie ist weltweit auf Wachstumskurs.<br />
Bis auf eine kurze Unterbrechung durch<br />
die Corona-Pandemie hat sie sich im Vergleich zur<br />
Automobilbranche weiter positiv entwickelt. Bei der<br />
Ausstattung der Airlines mit Flugzeugen holen insbesondere<br />
Asien und Teile Afrikas auf. Mit Blick auf<br />
die Absatzzahlen liegt Airbus hier klar vor Boeing.<br />
Gleichzeitig steigt der Automatisierungsgrad in der<br />
Fertigung von Flugzeugen.<br />
Die AMAS Technology GmbH kann von diesem<br />
Trend partizipieren. Als ein zuverlässiger strategischer<br />
Tier-1-Supplier der Luftfahrtindustrie hat<br />
sie ihr Produktportfolio laufend erweitert und es<br />
geschafft, die Zahl ihrer technischen Innovationen<br />
und Mitarbeiter zu steigern. Das Unternehmen<br />
ist seit 1995 in den Geschäftsfeldern Engineering,<br />
Vorrichtungsbau, Sondermaschinenbau, Projekt-<br />
Engineering und Service tätig. Unter einem Dach<br />
werden kundenspezifische Anwendungen von der<br />
Konstruktion bis zum fertigen Produkt realisiert.<br />
Alle Produktionsvorgänge werden hier abgebildet:<br />
vom Sägen des Stahlprofils, über die mechanische<br />
Bearbeitung, verschiedene Schweißverfahren, die<br />
Lackierung bis zum Zusammenbau.<br />
The aviation industry is growing worldwide.<br />
Apart from a short interruption during the Covid<br />
pandemic, the industry has continued to see positive<br />
development, in contrast to the automotive sector.<br />
Asia and parts of Africa in particular are catching up<br />
when it comes to equipping airlines with aircrafts.<br />
A look at the sales figures puts Airbus well ahead<br />
of Boeing. The degree of automation in aircraft<br />
production is growing at the same time.<br />
AMAS Technology GmbH is participating in this<br />
trend. As a reliable, strategic tier-1 supplier to the<br />
aviation industry, the company has constantly<br />
expanded its product range and managed to increase<br />
both the number of technical innovations and the<br />
size of its workforce. The company has been in volved<br />
in engineering, jig construction, special machine<br />
construction, project engineering and service since<br />
1995. Customised applications are made here in one<br />
location, from initial design through to the finished<br />
product. All production processes are covered, from<br />
sawing the steel profile via mechanical processing,<br />
various welding procedures and coating application,<br />
through to assembly.<br />
16
AMAXS-Wheel bewegt Schwerlasten<br />
auf engstem Raum<br />
AMAXS Wheel moves heavy<br />
loads in a confined space<br />
Mittlerweile beschäftigt die Unternehmensgruppe am Stammsitz<br />
im mecklenburgischen Neu Kaliß rund 140 Mitarbeiter.<br />
Zum Kundenkreis gehören im Bereich Luft- und Raumfahrt<br />
auch namhafte internationale Kunden. Neben Airbus und<br />
Rheinmetall sind das Unternehmen wie Premium Aerotec, Lufthansa<br />
Technik, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt<br />
sowie die Gesellschaft für Nuclear-Service. Durch verschiedene<br />
Herstellerqualifikationen für das Schweißen mit hohem Schwierigkeitsgrad<br />
und der erfolgreichen Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems<br />
nach DIN EN 9100 hat das Unternehmen<br />
die Bereiche Luftfahrt, Raumfahrt, Schienenfahrzeuge, Wehrtechnik<br />
und Nukleartransporte weiter ausgebaut. Das Umsatzvolumen<br />
ist stetig gewachsen und lag 2023 bei rund 25 Mio. Euro.<br />
Gute Aussichten sieht das mittelständische Unternehmen auch<br />
bei den Aufträgen: Das Volumen reicht derzeit für mehr als ein<br />
Jahr.<br />
Lasergestützte Genauigkeit<br />
Die Herstellung von Flugzeugen und Flugzeugkompo nenten<br />
erfordert für jede durchzuführende Arbeit entsprechend<br />
ausgerüstete Bauplätze und Montagestationen. Die AMAS-<br />
Gruppe bietet ihren Kunden ein breites Produktspektrum an. Der<br />
Lieferumfang umfasst beispielsweise Bühnen, Fertigungsanlagen<br />
und Transportvorrichtungen. Die Einhaltung der ge forderten<br />
Genauigkeiten, die beim Fügen von Flugzeugbauteilen gewährleistet<br />
sein muss, wird durch den Einsatz von Laser-Trackern beim<br />
Aufbau der Bühnenwerke sichergestellt.<br />
Gegenwärtig baut AMAS die zweitgrößte Flugzeugschalen-<br />
Fließbandfertigungsanlage Europas. Hinzu kommen präzise<br />
Nachbauten von Luftfahrzeugen und Fahrerkabinen aus dem<br />
militärischen Sektor im Maßstab 1:1, die für Schulungs- und<br />
Ausbildungszwecke verwendet werden. Eines der herausragendsten<br />
Simulationstechnik-Produkte ist der Nachbau der<br />
kompletten Rumpfsektion des Transportflugzeugs A400M.<br />
Der Simulator wurde bereits achtmal für verschiedene Nationen<br />
gefertigt und sichert maßstabsgetreue Trainingsbedingungen.<br />
Eine Spezial anfertigung ist auch der Satelliten-Simulator, den die<br />
RST Rostock System-Technik in Auftrag gegeben hatte.<br />
The company group now has a workforce of around 140 employees<br />
at its headquarters in Neu Kaliß, Mecklenburg. The<br />
customer base also includes renowned international companies<br />
in the aviation business. Besides Airbus and Rheinmetall, this<br />
includes firms such as Premium Aerotec, Lufthansa Technik,<br />
the German Aerospace Centre and GNS (nuclear service company).<br />
AMAS holds various manufacturer qualifications for extremely<br />
difficult welding together with successful certification<br />
of the quality management system to standard DIN EN 9100,<br />
thus facilitating further expansion of its activities when it comes<br />
to aviation, aerospace, railway vehicles, defence technology and<br />
nuclear transports. Turnover volume has grown constantly,<br />
reaching around 25 million Euro in 2023. The SME company<br />
also sees good prospects in terms of the order books, which are<br />
currently filled for the next twelve months and longer.<br />
18
Copyright: AMAS Technology GmbH<br />
AMAXS-Wheel bewegt Schwerlasten auf engstem Raum<br />
Ein spezielles hauseigenes Produkt ist das AMAXS-Wheel. Es<br />
verbindet Innovation mit einem ausgeklügelten Design und<br />
ist mit das bekannteste AMAS-Produkt. Sämtliche bewegliche<br />
Bühnen können mit AMAXS-Fahrwerken ausgerüstet werden.<br />
Mit seinen omnidirektionalen Fahrbewegungen wird es in der<br />
Luftfahrt- und Logistikbranche insbesondere für hochpräzise<br />
Positioniervorgänge bei schweren Transporteinheiten eingesetzt.<br />
So werden zum Beispiel bei Airbus in Hamburg ganze Flugzeugrümpfe<br />
auf engstem Raum bewegt und gedreht.<br />
„Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir die passenden<br />
Lösungen. Dafür haben wir im Unternehmen den Zugriff auf<br />
die gesamte Wertschöpfungskette. Am Ende verkaufen wir kein<br />
Produkt zwei Mal. Es ist stets ein Unikat“, betont Bernd Jokele.<br />
Laser-assisted precision<br />
Every job of work involved in the production of aircraft and<br />
aircraft components needs suitably equipped workplaces and<br />
assembly stations. The AMAS group offers its customers a broad<br />
product range. The scope includes stages, for example, as well as<br />
manufacturing systems and transport equipment. When erecting<br />
the stages, the use of laser trackers ensures compliance with the<br />
required precision that has to be warranted when joining aircraft<br />
components.<br />
AMAS is currently building Europe’s second largest conveyor belt<br />
production line for fuselage shells. Precise replicas of aircraft and<br />
military driver cabs are used on a scale of 1:1 for training purposes.<br />
One of the most outstanding simulation products is the replica<br />
of a completed fuselage section of the A400M transport aircraft.<br />
19
Copyright: Ryan/AdobeStock.com<br />
In der Vergangenheit hat die AMAS Technology GmbH u. a.<br />
die Wing-Jigs für die A400M Tragflächen produziert.<br />
In the past, AMAS Technology GmbH has produced the<br />
wing jigs for the A400M wings, among other things.<br />
Er ist als einer der beiden Geschäftsführer für die Konstruktion,<br />
Fertigung und Endmontage zuständig. Der gebürtige Bayer hat<br />
in München Maschinenbau studiert, verschiedene Stationen<br />
in der Verpackungsindustrie durchlaufen und in Brasilien eine<br />
Pro duktions- und Vertriebsniederlassung aufgebaut. Vor seinem<br />
Wechsel zu AMAS Ende 2021 war er in Hamburg als Geschäftsführer<br />
eines Unternehmens für Verpackungsmaschinen tätig.<br />
„Qualität und Zuverlässigkeit sind Gründe dafür, weshalb wir<br />
von den Kunden als bevorzugter Zulieferer gewählt werden. Das<br />
schafft gegenseitiges Vertrauen und macht uns stark“, weiß der<br />
51-Jährige, der auch dafür sorgt, dass parallel zum Tagesgeschäft<br />
weiter in die Forschung und Entwicklung, Automatisierung und<br />
die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz investiert<br />
wird.<br />
Know-how-Transfer braucht Personal<br />
Als geschäftsführender Gesellschafter übernimmt Dr. Axel Korn<br />
den kaufmännischen Teil des Unternehmens und ist damit auch<br />
für den Personalbereich verantwortlich. „Eine große Heraus-<br />
The simulator has already been produced eight times for different<br />
countries and warrants true-to-scale training conditions. The<br />
satellite simulator is another custom-designed product made for<br />
RST Rostock System-Technik.<br />
AMAXS Wheel moves heavy loads in a confined space<br />
One special in-house product is the AMAXS Wheel. It combines<br />
innovation with a sophisticated design and is the best-known<br />
AMAS product. All moving stages can be fitted with AMAXS<br />
chassis. Its omnidirectional movements make it ideal for the<br />
aviation and logistics sector, particularly when it comes to highprecision<br />
positioning procedures for heavy-load transport units.<br />
For example, it is used at Airbus in Hamburg to move and turn<br />
whole aircraft fuselages in a confined space.<br />
“We work with our customers to develop suitable solutions,<br />
and have access to the whole value chain in our company. In the<br />
end, no product is sold twice. They are one-offs every time”, emphasises<br />
Bernd Jokele. He is one of the two CEOs responsible for<br />
20
AIRSENSE Analytics GmbH<br />
AIRSENSE entwickelt, produziert und vertreibt hochspezialisierte<br />
Analysegeräte – vor allem für die Bereiche der öffentlichen Sicherheit,<br />
Arbeitssicherheit und Katastrophenvorsorge. Wir sind der wich tigste<br />
Lieferant im Hinblick auf den Schutz gegen ABC-Gefahren für die<br />
Olympischen Spiele oder Arbeitssicherheit in der Logistikbranche. Unser<br />
junges, weltoffenes Team versteht sich als engagierte Einheit. Wir bilden<br />
in verschiedenen technischen und gewerblichen Berufen aus und bieten<br />
für Studenten attraktive Praktika. Unser Unternehmen hat seine<br />
speziellen Produkte erfolgreich auf dem globalen Markt platziert, was<br />
die Vielfalt und Internationalität der Karrierechancen bei AIRSENSE<br />
unterstreicht.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1996<br />
Mitarbeiter: rund 60<br />
Leistungsspektrum:<br />
hochwertige Sicherheitsinstrumente<br />
für die Bereiche<br />
First Response, öffentliche<br />
Sicherheit, Luftfahrt, Logistik<br />
und Umwelt<br />
www.airsense.com<br />
Year founded: 1996<br />
Employees: approx. 60<br />
Range of services:<br />
Top quality safety instruments<br />
for first response, public<br />
security, aviation, logistics and<br />
environment<br />
AIRSENSE develops, manufactures and sells highly specialised analysis<br />
devices primarily for the fields of public security, occupational safety and<br />
disaster prevention. We are the key supplier of NBC hazard prevention<br />
for the Olympic Games or occupational safety in the logistics industry.<br />
Our young, open-minded team sees itself as a committed unit. We provide<br />
training in various technical and commercial jobs and offer attractive<br />
internships for students. Our company has been successful in placing its<br />
special products on the global market, underlining the diversity and international<br />
character of career opportunities at AIRSENSE.<br />
forderung ist für uns der Nachwuchs. Wir haben auf diese<br />
Situation mit einer regionalen Marketingstrategie reagiert. Neben<br />
intensiver und aufwendiger Präsenz auf Messen und in Schulen,<br />
konnten wir so dieses Jahr gemeinsam mit dem Amt Dömitz-<br />
Malliß eine Bushaltestelle direkt vor unserem Betrieb errichten<br />
lassen. Essenziell sind für mich auch die Vereinszusammenarbeit,<br />
Sponsoring, Ferienjobs und Aktionen für MINT-Berufe, wie zum<br />
Beispiel unser beliebter AMAS-Girls Day. Wir könnten mehr<br />
Aufträge annehmen und wollen dies auch, uns fehlen aber die<br />
personellen Ressourcen. Daher bleibt der Zugriff auf Fachkräfte<br />
auch zukünftig eine anspruchsvolle Aufgabe, um unser weiteres<br />
organisches Wachstum zu gewährleisten“, erklärt Dr. Axel Korn,<br />
der seit 2016 bei AMAS ist. Das Unternehmen bietet ein duales<br />
Studium zum Technischen Produktdesigner, die Ausbildung zum<br />
Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionsmechaniker und<br />
die wzum Industriekaufmann an. Externe Studenten können hier<br />
ihre Bachelor- oder Masterarbeit schreiben und, so die Hoffnung<br />
des Geschäftsführers, bei AMAS bleiben. Der heute 63-Jährige<br />
hat an der Technischen Universität Berlin Strömungslehre und<br />
construction, manufacturing and final assembly. Born in Bavaria,<br />
he studied mechanical engineering in Munich, had various jobs<br />
in the packaging industry and worked in Brazil where he established<br />
a production and sales subsidiary. Before moving to AMAS<br />
at the end of 2021, he worked in Hamburg as the CEO of a company<br />
for packaging machinery. “Quality and reliability are reasons<br />
why customers choose us as a preferred supplier. That generates<br />
mutual trust and makes us strong”, says the 51-year old manager,<br />
who also ensures that the company continues to invest in research<br />
and development, automation and possible uses of artificial intelligence,<br />
parallel to his day-to-day business.<br />
Know-how transfer needs human resources<br />
As managing partner, Dr Axel Korn is responsible for the commercial<br />
side of the business and thus also for human resources.<br />
“Finding young talents is a particular challenge. We have addressed<br />
this situation with a regional marketing strategy. In addition to<br />
the intensive, elaborate work involved in attending trade fairs and<br />
going into schools, this year we have also worked together with<br />
21
Verfahrenstechnik studiert und zum Thema Bioprozesstechnik<br />
promoviert. Während seiner beruflichen Laufbahn war er viele<br />
Jahre im Bereich Recycling tätig und anschließend Geschäftsführer<br />
beim Energieversorger E.ON in Hamburg und Hessen.<br />
Da sich der Flugzeugbau im Aufwind befindet, blicken beide<br />
Geschäftsführer zuversichtlich in die Zukunft. Sie sehen die<br />
Aufgabenschwerpunkte des Unternehmens in der weiteren<br />
Automatisierung von Produktionsabläufen für die Luftfahrtindustrie<br />
sowie im Ausbau von Fertigungskapazitäten für den<br />
Bereich Wehrtechnik.<br />
European Space Agency richtet Business<br />
Incubation Centre in Wismar ein<br />
Die Forschungs-GmbH Wismar mit ihrem InnovationPort<br />
Wismar ist seit Juni 2024 offizieller Standort des ESA<br />
Business Incubation Centre (BIC) Northern Germany.<br />
Damit gehört der Innovationsstandort zu den 29 Gründungszentren<br />
der European Space Agency (ESA) in<br />
Europa und ist der erste ESA-BIC-Standort im Osten<br />
Deutschlands.<br />
Die Aufnahme in das ESA-BIC-Programm ermöglicht<br />
Start-ups und jungen Unternehmen aus den raumfahrtnahen-<br />
und anderen affinen Technologiesektoren<br />
umfangreiche fachliche Begleitung, einen Zugang in<br />
nationale und internationale Luft- und Raumfahrtnetzwerke,<br />
räumliche Nutzungskapazitäten sowie eine<br />
finanzielle Unterstützung in Höhe von 50.000 Euro, wenn<br />
diese den Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen<br />
haben.<br />
Diesen begleitet auch Prof. Dr. Matthias Wißotzki, Professor<br />
für Geschäftsmodellentwicklung und digitale<br />
Architekturen an der Hochschule Wismar. Er erklärt:<br />
„Wir suchen sowohl Upstream- als auch Downstream-<br />
Applikationen. Bei Upstream-Applikationen geht es um<br />
Ideen, welche den Status Quo der Raumfahrt ergänzen,<br />
also alles an Technologien, die wir in den Weltraum<br />
schicken können. Bei den Downstream-Applikationen<br />
geht es um Ansätze, wie wir Technologien oder Daten<br />
aus der Raumfahrt auf der Erde nutzen können, zum<br />
Beispiel Daten aus den Copernicus- oder Galileo-<br />
Programmen.“<br />
the local authority Amt Dömitz-Malliß to have a bus stop erected<br />
right outside our premises. In my view, other essential aspects<br />
include working with associations, sponsoring, holiday jobs and<br />
campaigns for STEM jobs, such as our popular AMAS Girls Day.<br />
We could take on more orders and we want to do that too, but we<br />
don’t have the personal resources. That means in future we will<br />
continue to face the demanding task of accessing skilled workers<br />
to warrant the further organic growth of our firm”, explains<br />
Dr Axel Korn, who has been at AMAS since 2016. The company<br />
offers a sandwich course degree in technical product design,<br />
apprenticeships as metalworkers specialising in construction<br />
mechanics and also training for industrial clerks. External students<br />
can do their Bachelor or Master’s dissertation here: the CEO<br />
hopes that they will then stay at AMAS. Now aged 63 years old,<br />
he studied fluid mechanics and process engineering at the Technical<br />
University of Berlin and did a PhD in bioprocess technology.<br />
In the course of his career, he spent many years working in the<br />
recycling sector before becoming CEO for the energy provider<br />
E.ON in Hamburg and Hesse.<br />
In view of the fact that aircraft engineering is currently enjoying<br />
a fair wind, both CEOs look to the future with confidence.<br />
They see the focal tasks for the company in further automation<br />
of production workflows for the aviation industry as well as expanding<br />
production capacities for the defence sector.<br />
European Space Agency establishes Business<br />
Incubation Centre in Wismar<br />
The Forschungs-GmbH Wismar with its InnovationPort<br />
Wismar has been the official site of the ESA Business<br />
Incubation Centre (BIC) Northern Germany since June<br />
2024. The innovation site is thus one of the 29 start-up<br />
centres of the European Space Agency (ESA) in Europe<br />
and the first ESA BIC site in Eastern Germany.<br />
Inclusion in the ESA BIC programme offers start-ups<br />
and young companies in aviation-related and other<br />
similarly oriented technology sectors comprehensive<br />
profes sional support, access to national and international<br />
aviation, and aerospace networks, premises and<br />
facilities together with financial assistance amounting to<br />
50,000 Euro after successfully completing the application<br />
process.<br />
The process is also accompanied by Prof. Dr Matthias<br />
Wißotzki, Professor for business model development<br />
and digital architectures at Wismar University of Applied<br />
Sciences. He says: “We are looking for both upstream<br />
and downstream applications. Upstream applications<br />
refer to ideas that supplement the aerospace status<br />
quo, in other words, all kinds of technologies that we<br />
can send into space. Downstream applications refer to<br />
approaches for using aerospace technologies or data<br />
here on earth, such as data from the Copernicus or<br />
Galileo programs.“<br />
22
OT Oberflächentechnik<br />
GmbH & Co. KG (OT Schwerin)<br />
Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (OT Schwerin) ist ein<br />
innovatives, zertifiziertes und zukunftsorientiertes Unternehmen mit<br />
modernen Anlagen und qualifiziertem Fachpersonal. OT Schwerin ist<br />
spezialisiert auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus statio nären<br />
Gas- und Dampfturbinen, zivilen Flugtriebwerken und Kompressoranlagen<br />
sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und<br />
keramischen Werkstoffen.<br />
OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (OT Schwerin) is an innovative,<br />
certified and futureoriented company with modern equipment and<br />
qualified employees. OT Schwerin specialises in the complete refurbishment<br />
of components for stationary gas and steam turbines, civil aircraft<br />
engines and compressor units, and in surface coating with metallic and<br />
ceramic materials.<br />
Alongside the simple replacement of components subjected to operating<br />
stresses, the refurbishment of worn-out components is expedient because<br />
complex capital assets generally contain very valuable component parts.<br />
Successful refurbishment of component parts restores the functionality<br />
of turbine and compressor units. A multitude of interlinked production<br />
processes are required in order to achieve this. The special processes used<br />
by OT Schwerin are technically highly sophisticated, but also offer customers<br />
a great added value.<br />
Over 25 years of know-how and experience guarantees that OT Schwerin<br />
always provides its global customer base with high-quality fulfilment of<br />
all orders, delivered on schedule.<br />
Neben dem reinen Ersatz betriebsbeanspruchter Komponenten ist die<br />
Regeneration verschlissener Bauteile sinnvoll, da komplexe Investitionsgüter<br />
zumeist sehr wertvolle Einzelteile enthalten. Mit einer erfolgreichen<br />
Regeneration wird die Funktionalität der Turbinen- und Kompressoranlagen<br />
wieder hergestellt. Um dies erreichen zu können, ist eine Vielzahl<br />
ineinander greifender Fertigungsprozesse erforderlich. Die von OT<br />
Schwerin angewendeten Spezialverfahren sind technisch hoch anspruchsvoll,<br />
bieten ihren Kunden aber einen großen Mehrwert.<br />
Mit mehr als 25 Jahren Know-how und Branchenerfahrung garantiert<br />
OT Schwerin ihrer weltweiten Kundschaft eine qualitativ hochwertige<br />
und termintreue Ausführung aller Aufträge.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1993<br />
Mitarbeiter: ca. 110<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Regeneration von Bauteilen<br />
– Oberflächenbeschichten mit<br />
metallischen und keramischen<br />
Werkstoffen<br />
www.ot-schwerin.de<br />
Year founded: 1993<br />
Employees: approx. 110<br />
Range of services:<br />
– Refurbishment of<br />
components<br />
– Surface coating with metallic<br />
and ceramic materials<br />
OT Schwerin ist ein Spezialist bei<br />
der Instandhaltung und Beschichtung<br />
von Luftfahrtbauteilen.<br />
OT Schwerin specialises in the<br />
refurbishment and coating<br />
of aviation components.<br />
23 1
BESTEHENDES BRAUCHT<br />
FRISCHEN WIND<br />
Breath of fresh air for<br />
the status quo<br />
TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />
Die Energiewirtschaft befindet sich in einem bislang<br />
nie dagewesenen Umbruch. Der von der Bundesregierung<br />
beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie<br />
und die Abkehr von fossilen Brennstoffen<br />
stellen die Branche vor große Herausforderungen.<br />
Über Jahrzehnte gewachsene Versorgungs- und<br />
Netz betriebstätigkeiten, die gelegentlich einem<br />
regionalen Monopol gleichen, müssen den neuen<br />
Marktbedingungen angepasst werden. Die Anforderungen<br />
an die Energiebeschaffung, schwer planbare<br />
Entscheidungen der Regulierungsbehörden<br />
und das Wechselverhalten der Kunden erfahren<br />
eine ungeahnte Dynamik. Außerdem ist der Bau<br />
von Erneuerbare-Energien-Anlagen und deren<br />
Integra tion oft nur mit großen Investitionen in den<br />
Netzausbau möglich. Die Energiewende aktiv umzusetzen,<br />
gelingt nur den Unternehmen, die bereit<br />
sind, neue Versorgungsstrukturen und Geschäftsfelder<br />
zu entwickeln, dem Arbeitskräftemangel mit<br />
der Ausbildung eigener Fachleute entgegenzu treten,<br />
laufende Prozesse durch Automatisierung und<br />
Digitalisierung zu vereinfachen sowie wirtschaftlich<br />
sinnvolle Kooperationen einzugehen.<br />
The energy sector is currently going through a phase<br />
of unprecedented upheaval and faces major challenges,<br />
following the decision taken by the German<br />
government to withdraw from the nuclear energy<br />
programme as well as transitioning away from fossil<br />
fuels. Power supply and grid operating acti vities<br />
that have evolved over decades and which occasionally<br />
resemble a regional monopoly are having<br />
to be adapted to the new market conditions. An<br />
un foreseeable dynamic is affecting requirements in<br />
terms of energy procurement, the unpredictability<br />
of decisions being made by the regulatory author i-<br />
ties and customer conduct in changing provider.<br />
Furthermore, the construction and integration<br />
of renewable energy systems often require great<br />
investment in grid expansion. Only companies<br />
willing to develop new supply structures and fields<br />
of business will succeed in actively implementing the<br />
energy transition. This also entails training their<br />
own specialists to counteract the skills shortage,<br />
pro ceeding with automation and digitalisation to<br />
simplify ongoing processes, and taking part in economically<br />
viable collaborations.<br />
VIOLA BORTSCH<br />
24
Durch verschiedene Impulse hat ein Umdenken in der Gesellschaft<br />
eingesetzt, nach dem Unternehmen von Kunden auch<br />
nach ihrem ökologischen Handeln bewertet und als Versorger<br />
ausgewählt werden. Zu ihnen gehört zum Beispiel die Stadtwerke<br />
Ludwigslust-Grabow GmbH, an deren Spitze seit 2022 die Wirtschaftsjuristin<br />
Viola Bortsch steht.<br />
Die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow sind als kommunales<br />
Unternehmen für die gesamte Energie- und Wasserversorgung in<br />
der Region zuständig. Sie betreiben Verteilungsnetze für Strom,<br />
Gas, Wasser und Wärme und sind in den Städten Ludwigslust und<br />
Grabow sowie im Umland aktiv.<br />
Viola Bortsch ist eine Impulsgeberin, Treiberin und Coach für<br />
das Voranbringen der EEG-Projekte. Sie gilt als Teamplayerin<br />
bei der Neueinführung des Assetmanagements und Gestalterin<br />
neuer Produkte und Ideen für Kunden, Partner und Gewerbe.<br />
„Trotz eines starken Wettbewerbs- und Renditedrucks ist mein<br />
Anspruch, ein starker Partner für die Region und die Menschen<br />
zu sein. Ich möchte mit intelligenten Lösungen und Kooperationen<br />
Mehrwerte schaffen und Energie bewusst erlebbar gestalten.<br />
Es ist mir wichtig, die hier lebende Bevölkerung einzubinden, um<br />
so Wirtschaftsfaktor und Richtungsgeber für die Themen Energie<br />
und Umwelt zu werden“, sagt die junge Frau entschlossen. Denn<br />
sie kennt die Region, ist in der Nähe aufgewachsen, hat in der<br />
Hansestadt Wismar studiert und lebt mit ihrer Familie hier. Die<br />
gibt ihr neben dem Mitarbeiterteam immer wieder Kraft. „Meine<br />
Motivation schöpfe ich aus dem großen Potenzial der Stadtwerke<br />
Ludwigslust-Grabow“, sagt Viola Bortsch lächelnd.<br />
Als Erfolg kann sie bereits die Umsetzung und den Ausbau des<br />
Geschäftsfeldes Elektromobilität in Ludwigslust und Grabow<br />
verbuchen: 15 öffentliche Ladestationen sind in Ludwigslust,<br />
einer Kleinstadt mit 12.000 Einwohnern, aufgebaut worden.<br />
Darunter befinden sich drei Hypercharger und zwölf Normalladestationen.<br />
In Grabow stehen bereits zwei E-Tankstellen – und<br />
es sollen mehr werden. Geplant ist weiterhin, den Privatkundenbereich,<br />
zu dem auch Hotels und Pflegedienste zählen, weiter<br />
auszubauen.<br />
Einen Herkunftsnachweis gibt es auch für den Ökostrom, den die<br />
First Climate Markets AG geprüft hat und das Ökogas, das durch<br />
den TÜV Nord zertifiziert wurde. Die Marke „Lewitzenergie“<br />
ist etabliert und anerkannt. So hat die Deutsche Gesellschaft für<br />
Verbraucherstudien die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow 2021<br />
als „Herausragender Regionalversorger Strom und Gas“ ausgezeichnet.<br />
Ausschlaggebend waren unter anderem Nach haltigkeit<br />
und regionales Engagement, guter Service und viel fältige Tarifoptionen.<br />
Nicht zuletzt zeigt die Auszeichnung „Arbeitgeber der<br />
Zukunft“ 2023 des Deutschen Innovationsinstituts für Nachhaltigkeit<br />
und Digitalisierung, dass die Menschen immer im<br />
Mittelpunkt stehen.<br />
Lösungen für Wärmetransformation<br />
Die Transformation der Wärmeprozesse steht bei Viola Bortsch<br />
ganz oben auf der Agenda. Sie will den Übergang in eine nachhaltige<br />
Energieversorgung zur regionalen Selbstversorgung<br />
beschleunigen. Ziel ist es, einen möglichst hohen Autarkieg-<br />
Bereits 15 öffentliche Ladestationen,<br />
darunter drei Hypercharger<br />
und zwölf Normal ladestationen,<br />
stehen den Kunden in Ludwigslust<br />
zur Verfügung. Auch in Grabow<br />
stehen bereits zwei E-Tankstellen<br />
– und es sollen mehr werden.<br />
There are already 15 public<br />
charging stations, including<br />
three Hyper chargers and twelve<br />
normal charging stations, available<br />
to customers in Ludwigslust.<br />
There are also already two<br />
electric charging stations in<br />
Grabow – and more are planned.<br />
Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH, Stand 2023<br />
Kunden privat: 17.000<br />
Kunden gewerblich: 1.050<br />
Kunden öffentlich: 300<br />
Netzgebiet: 48,61 km2<br />
Stromleitung: 264 km<br />
Fernwärmeleitung: 13,14 km<br />
Beschäftigte: 34<br />
Auszubildende: 6<br />
Jahresumsatz: 38 Mio. Euro<br />
Various factors are changing the way people view things in general,<br />
with customers starting to rate companies according to their<br />
ecological concept before selecting them as their provider. One<br />
such company is the utility “Stadtwerke Ludwigslust-Grabow<br />
GmbH”, with business lawyer Viola Bortsch at the helm since<br />
2022.<br />
Stadtwerke Ludwigslust-Grabow are the municipal utility<br />
company responsible for all energy and water supplies throughout<br />
the region. They operate distribution grids for electricity, gas and<br />
heat in the towns of Ludwigslust and Grabow together with the<br />
surrounding area.<br />
Viola Bortsch is a dynamic enabler, driving force and coach behind<br />
the renewable energy projects. She is seen as a team player<br />
in launching asset management and organising new projects and<br />
26
ideas for customers, partners and industry. “Despite the strong<br />
competition and growing pressure to return a profit, my aspiration<br />
is to be a strong partner for the region and for those who<br />
live here. I’d like to create added values with intelligent solutions<br />
and collaborations, and make people consciously aware of energy<br />
issues. I want to get the local population involved as an economic<br />
factor that points the forward when it comes to energy<br />
and the environment”, says the young woman resolutely. After<br />
all, she knows the region well after growing up in the vicinity<br />
and studying in Wismar; she also lives here with her family. This<br />
is what keeps her batteries charged, together with her team of<br />
staff. “I’m motivated by the great potential offered by Stadtwerke<br />
Ludwigslust-Grabow”, says Viola Bortsch with a smile.<br />
Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH, as at 2023<br />
Private customers: 17,000<br />
Commercial customers: 1,050<br />
Public customers: 300<br />
Grid area: 48.61 km2<br />
Power supply line: 264 km<br />
District heating pipeline: 13.14 km<br />
Employees: 34<br />
Trainees: 6<br />
Annual turnover: 38 million Euro<br />
rad zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei Windkraft- und<br />
Photovoltaikanlagen, an denen sich die Bürger beteiligen können.<br />
Angeboten werden auch Mieterstrommodelle. Das schafft<br />
mehr Akzeptanz. Es soll nur das erzeugt werden, was hier verbraucht<br />
wird. Manchmal geht es der Geschäftsführerin jedoch<br />
nicht schnell genug, wenn zum Beispiel Genehmigungsverfahren<br />
für zwei Windparks seit 2018 laufen und noch kein Ende in Sicht<br />
ist.<br />
Es ist geplant, die derzeit noch überwiegend von Erdgas getragene<br />
Wärmeversorgung bis 2035 neu zu verteilen. Für die<br />
Wärmetransformation sollen verschiedene Technologien zum<br />
Einsatz kommen und so einen Teil der fossilen Energieträger ersetzen.<br />
Dazu zählen der Ausbau der Wärme aus Biogas, die Verwendung<br />
von Großwärmepumpen für Quartiere und Pilotvorhaben<br />
für Wasserstoffprojekte. Darüber hinaus sehen die Stadtwerke<br />
Copyright: Stadtwerke Ludwigslust-Grabow<br />
Her successful achievements to date including implementing and<br />
expanding electromobility in Ludwigslust and Grabow. 15 public<br />
charging points have been installed in Ludwigslust, a small town<br />
with a population of 12,000, including three hyper-chargers and<br />
twelve normal charging points.. Grabow already has two service<br />
stations for electric vehicles, with more to follow. There are also<br />
plans to expand the private customer sector, including hotels and<br />
home nursing services.<br />
Furthermore, the company holds energy attribute certificates<br />
from First Climate Markets for its green electricity AG and from<br />
TÜV Nord for its green gas. “Lewitzenergie” is an established,<br />
acknowledged brand. In 2021, the German Society for Consumer<br />
Studies awarded Stadtwerke Ludwigslust-Grabow 2021 the<br />
accolade “Outstanding Regional Provider of Gas and Electricity”,<br />
essentially due to sustainability and regional commitment, good<br />
service and diverse tariff options. Last but not least, the “Employer<br />
of the Future Award 2023” that the company received from the<br />
German Innovation Institute for Sustainability and Digitalisation<br />
shows that the focus is always on people.<br />
Solutions for heat transformation<br />
Viola Bortsch has the transformation of heat processes right at<br />
the top of the agenda. She wants to accelerate the transition to a<br />
sustainable energy supply that covers all the region’s needs, aiming<br />
to achieve the highest possible self-sufficiency. The focus here is<br />
on wind turbines and photovoltaic arrays with scope for public<br />
participation. Tenant electricity models are also available, helping<br />
to enhance acceptance. The aim is to generate only enough<br />
electricity to meet actual consumption demand. However, sometimes<br />
things simply do not move fast enough for the CEO, such as<br />
the approval procedures for two wind farms that were submitted<br />
in 2018, where there is still no end in sight.<br />
There are plans for the company’s heat supply activities, which still<br />
mainly run on gas, to be put on a new footing by 2035. Various<br />
technologies will be used for heat transformation, thus replacing<br />
fossil fuels in part. These include expanding the generation of heat<br />
from biogas, using large-scale heat pumps for whole quarters and<br />
introducing pilot hydrogen projects. Furthermore, the company<br />
sees two exposed sources that could make a crucial contribution to<br />
heat transformation. “The thermal waste utilisation plant is being<br />
modified so that the resulting heat flows into our district heating<br />
27
zwei exponierte Quellen, die die Wärmetransformation entscheidend<br />
voranbringen sollen. „Die thermische Abfallverwertungsanlage<br />
wird so umgerüstet, dass die dabei entstehende Wärme<br />
in unser Fernwärmenetz fließt. So wandeln wir Müll in einen<br />
Energieträger um“, erklärt Viola Bortsch. Sie sieht diese Variante<br />
als Übergangslösung für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre.<br />
Bis dahin soll die Geothermie so weit aufgebaut sein, dass damit<br />
51 Prozent des fossilen Erdgases ersetzt werden können. „Aktuelle<br />
Studien haben uns bestätigt, dass die Möglichkeit der thermischen<br />
Nutzung besteht. Das wäre eine langfristige Lösung für<br />
beide Städte“, so die Stadtwerke-Geschäftsführerin. Allein in<br />
Ludwigslust möchte sie bis 2035 den Kohlendioxidausstoß von<br />
derzeit 23.300 Tonnen/Jahr auf 6.531 Tonnen/Jahr reduzieren<br />
und den fossilen Energieeinsatz von 104 Gigawattstunden/Jahr<br />
auf 31 Gigawattstunden/Jahr herunterfahren.<br />
Daseinsvorsorge<br />
Vor etwa drei Jahren haben die Stadtwerke begonnen, der<br />
Daseinsvorsorge wieder eine übergeordnete Rolle beizumessen.<br />
Dazu gehört unter anderem das Technische Sicherheitsmanagement<br />
(TSM) – ein Instrument zur freiwilligen Selbstkontrolle.<br />
Es hilft, Schwachstellen zu erkennen, Arbeitsabläufe zu optimieren<br />
sowie für Gefahren und Arbeitsschutz zu sensibilisieren.<br />
„Die Rezertifizierung für Strom, Gas und Wasser ist erfolgreich<br />
im Jahr 2023 durchgeführt worden. Sämtliche Maßnahmenpläne<br />
für Strom, Gas und Wasser befinden sich auf dem neusten<br />
Stand. Wir haben außerdem alle Krisenhandbücher aktualisiert<br />
und Krisentests absolviert“, bestätigt die Geschäftsführerin und<br />
richtet ihr Augenmerk ebenso auf die technische Sicherheit der<br />
Anlagen und Abläufe sowie die Versorgungssicherheit. Hintergrund:<br />
Als Betreiber kritischer Infrastrukturen sind die Stadtwerke<br />
verpflichtet, angemessene organisatorische und technische<br />
Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen zu treffen, die<br />
für die Funktionsfähigkeit der von ihnen betriebenen kritischen<br />
Infrastrukturen maßgeblich sind. Deshalb liegt auch das Risikound<br />
Krisenmanagement auf dem Schreibtisch von Viola Bortsch.<br />
Regionales Engagement<br />
Mit ihrem Engagement in der Region wollen die Stadtwerke nicht<br />
nur Sport und Kultur fördern, sondern die Menschen auch für<br />
den Umwelt- und Klimaschutz sensibilisieren. Das beginnt bei<br />
Kindern, die zur Einschulung Trinkflaschen bekommen. Bei<br />
der Schüler-Uni zum Landesenergietag werden Einblicke in die<br />
moderne Energieversorgung vermittelt. Darüber hinaus gibt es<br />
eigene Bildungsangebote, wie zum Beispiel Führungen durch das<br />
Wasserwerk zum Weltwassertag. Kunden, die sich für den Lewitzstrom<br />
Öko plus Tarif entscheiden, unterstützen zugleich Projekte<br />
wie Baumpflanzungen und das Anlegen von Blühwiesen.<br />
„Aufgeschlossen für Neues“ bezeichnet Viola Bortsch das Credo<br />
für die Stadtwerke und meint damit auch sich selbst. „Energiewirtschaft<br />
ist stetig im Wandel und steht vor großen Herausforderungen.<br />
Beim Aufbau der Eigenerzeugung gibt es enormen<br />
Handlungsbedarf. Die Sicherung eines soliden Netzbetriebes<br />
hängt von den Konzessionsrechten und einem guten Regulierungsmanagement<br />
ab. Auch eine solide Kapitalausstattung ist<br />
wichtig für die Umsetzung des Wandels und der Sicherung des<br />
guten Bestandes. Bestehendes braucht aber frischen Wind“, weiß<br />
die Geschäftsführerin.<br />
grid. Waste is thus converted into a source of energy”, explains<br />
Viola Bortsch, who sees this variant as a transi tional solution for<br />
the next ten to fifteen years. By then, geo thermal energy should<br />
also have been expanded to a point where it can replace 51 percent<br />
of fossil natural gas. “Current studies have given us the confirmation<br />
we need that thermal utilisation is possible. This would<br />
be a long-term solution for both towns”, says the utility CEO. By<br />
2035, she wants to reduce Ludwigslust’s carbon footprint from<br />
currently 23,000 tonnes p.a. to 6,531 tonnes p.a., while decreasing<br />
the use of fossil energy from 104 gigawatt hours p.a. to 31 gigawatt<br />
hours p.a.<br />
Public service<br />
About three years ago, the utility company started to give overriding<br />
priority to public service once more. This includes among<br />
others Technical Safety Management (TSM) – an instrument<br />
for voluntary self-regulation. It helps to recognise weak points,<br />
optimise workflows and increase awareness for hazards and<br />
occupational safety. “In 2023, we were successfully recertified<br />
for electricity, gas and water. All action plans for electricity, gas<br />
and water are up to date. We have updated all crisis manuals as<br />
well, and completed crisis tests”, confirms the CEO. Moreover,<br />
she devotes specific attention to the technical safety of all the<br />
plants, systems and workflows, as well as the security of supply.<br />
Background: as operators of critical infrastructure, the utility<br />
company is obliged to take appropriate organisational and technical<br />
pre cautions to avoid disruptions which would have a major<br />
impact on the functionality of the critical infrastructure that they<br />
operate. Risk and crisis management are therefore also things dealt<br />
with by Viola Bortsch.<br />
Regional commitment<br />
The utility’s commitment in the region aims not just to pro mote<br />
sport and culture but also to make people aware of the issues<br />
involved in environmental and climate protection. It begins at<br />
an early age when children are given water bottles on the day<br />
they start school. The Children’s University on the State Energy<br />
Day provides insights into modern energy supply. The company<br />
also has its own educational activities, including guided tours of<br />
the waterworks on the World Water Day. Customers opting for<br />
the Lewitzstrom Eco Plus Tariff contribute at the same time to<br />
projects such as tree planting and creating flowering meadows.<br />
According to Viola Bortsch, the utility’s motto is “Open- minded<br />
for new things”, and she applies this to herself as well. “The<br />
energy sector is changing all the time and is currently facing major<br />
challenges. There’s still lots to be done in terms of customergenerated<br />
electricity. Reliable grid operation depends crucially<br />
on concession rights and good regulation management. Sound<br />
financial resources play an important role in implementing the<br />
transition and ensuring continuance. But the status quo needs a<br />
breath of fresh air”, says the CEO.<br />
28
Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH<br />
Die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH sind ein zuverlässiger<br />
regionaler Energieversorger und ausgezeichneter „Arbeitergeber der<br />
Zukunft“. Mit einem breiten Leistungsspektrum decken wir die Versorgung<br />
mit Strom, Gas, Wasser und Wärme ab und treiben die Mobilitätswende<br />
aktiv voran durch die Errichtung von öffentlichen Ladesäulen für<br />
Elektrofahrzeuge.<br />
Der Netzbetrieb balanciert für eine hohe Versorgungssicherheit die<br />
Erzeugung und den Verbrauch aus, dabei spielt die Digitalisierung und<br />
Modernisierung der Messsysteme eine wesentliche Rolle, um eine präzise<br />
Genauigkeit der Verbrauchs- und Lastgangdatenerfassung zu gewährleisten.<br />
Dies umfasst auch die Netzplanung und strategische Netzentwicklung<br />
zum Ausbau, zur Erneuerung, Wartung und Instandhaltung<br />
für eine stabile zukunftsfähige Energie- und Wasserversorgung.<br />
Als anerkannter Ausbildungsbetrieb bieten wir jungen Menschen<br />
Karrierechancen und die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in einem<br />
zukunftsorientierten Umfeld zu sammeln. Dabei legen wir besonderen<br />
Wert auf eine umfassende Einarbeitung und Betreuung unserer Auszubildenden.<br />
Wir sind fest in der Region verwurzelt und setzen uns kontinuierlich<br />
für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung der Region<br />
Ludwigslust und Grabow ein. Mit verschiedenen Projekten und Initativen<br />
unterstützen wir unsere Wirtschaft, Sportvereine, ehrenamtliches<br />
Engagement sowie kulturelle Ereignisse in unserem Netzgebiet und<br />
bekennen uns zu umweltfreundlicher Mobilität und Biodiversität.<br />
Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH (municipal utility company) are<br />
a reliable regional energy supplier and excellent “employer of the future”.<br />
We offer a wide range of services for supplying electricity, gas, water and<br />
heat, and are playing an active role in driving the mobility transition by<br />
installing public charging points for electric vehicles.<br />
Our grid operation achieves a balance between generation and consumption<br />
to ensure a high level of supply security, with digitalisation and<br />
modernisation of the measuring systems playing a key role in warranting<br />
precise accuracy of consumption and load curve data acquisition. This<br />
also includes grid planning and strategic grid development for expansion,<br />
upgrading, servicing and maintenance in the interests of a steady, viable<br />
energy and water supply.<br />
We are an approved training company that offers young people career<br />
opportunities and the possibility of gaining practical experience in a<br />
future-oriented setting. We give particular priority to ensuring that our<br />
trainees go through a thorough on-boarding programme and receive<br />
comprehensive support.<br />
We have firm roots in the region, constantly advocating the quality of<br />
life and economic development of the region around Ludwigslust and<br />
Grabow. We support the economy, sports clubs, voluntary work and<br />
cultural events in our grid area with various projects and initiatives, and<br />
are committed to environmentally friendly mobility and biodiversity.<br />
Information<br />
Year founded: 1992<br />
Gründungsjahr: 1992<br />
Employees: 37 and 6 trainees<br />
Mitarbeiter: 37 sowie 6 Auszubildende<br />
(Stand 05/2024) Range of services:<br />
(as at 05/2024)<br />
Leistungsspektrum:<br />
– electricity, gas, water<br />
– Strom, Gas, Wasser<br />
and heat<br />
und Wärme<br />
– emobility<br />
– EMobilität<br />
– grid operation<br />
– Netzbetrieb<br />
– comprehensive customer<br />
– umfassende Kundenservices services<br />
www.stw-ludwigslust-grabow.de www.lewitzenergie.de<br />
29
Prysmian Group<br />
Vor den Toren von Schwerin befindet sich nicht nur eines der besonderen<br />
Innovationszentren der Prysmian Group, sondern auch einer der größten<br />
Standorte für Installationskabel weltweit: Hier fertigen 250 Fachkräfte<br />
Tausende Kilometer Energiekabel pro Jahr.<br />
Dank hervorragender Forschung und Entwicklung, Produktion und<br />
Logistik ist Prysmian in seinem wettbewerbsintensiven und anspruchsvollen<br />
Markt bestens aufgestellt.<br />
Mit der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte gibt das Unternehmen<br />
jungen Menschen eine Perspektive für die Zukunft, stärkt den Wirtschaftsstandort<br />
Schwerin und legt damit den Grundstein für den zukünftigen<br />
Erfolg.<br />
Just outside the city of Schwerin is not only one of the special innovation<br />
centres of the Prysmian Group but also one of the largest sites for installation<br />
cables worldwide: here, 250 trained specialists produce thousands<br />
of kilometres of energy cables every year.<br />
Outstanding research, development, production and logistics mean<br />
that Prysmian is well set to deal with its highly competitive, demanding<br />
market.<br />
The company trains the specialist workers of tomorrow, thus offering<br />
young people future prospects as well as enhancing Schwerin as a business<br />
location and laying the cornerstone for future success.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1960<br />
Mitarbeiter: rund 250<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Herstellung von Mittel und<br />
Niederspannungskabeln<br />
sowie PVC und Gummifüllmassen<br />
– F&E für Energiekabel<br />
https://de.prysmian.com<br />
Year founded: 1960<br />
Employees: about 250<br />
Range of services:<br />
– Production of medium and<br />
lowvoltage cables as well<br />
as PVC and rubber filling<br />
compounds<br />
– R&D for power cables<br />
Leukhardt Schaltanlagen<br />
Systemtechnik GmbH<br />
Das Unternehmen wurde 2006 im Schweriner Technologie- und<br />
Gewerbezentrum (TGZ) gegründet. Seit 2018 projektieren und fertigen<br />
wir unsere Schalt- und Steuerungsanlagen in einem modernen<br />
Werk unweit des alten Standortes. Gemeinsam mit der Niederlassung in<br />
Magdeburg sind wir Dienstleister für alle Elektrofachbetriebe. Wir planen<br />
und produzieren Niederspannungsschaltanlagen, entwickeln Software<br />
für Industriesteuerungen und bieten ingenieurtechnische Lösungen an.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2006<br />
Mitarbeiter: 145<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Niederspannungsanlagen<br />
– Automatisierungstechnik<br />
– Netzersatzanlagen<br />
– Umwelttechnik<br />
– Schutztechnik<br />
– Zugvorheizanlagen<br />
Year founded: 2006<br />
Employees: 145<br />
Range of services:<br />
– low voltage systems<br />
– automation technology<br />
– emergency generating units<br />
– environmental technology<br />
– protection technology<br />
– train preheating systems<br />
The company was founded in Schwerin Technology and Commercial<br />
Centre (TGZ) in 2006. Since 2018, our switchgear and control systems<br />
have been planned and produced in a modern factory near the old site.<br />
Together with our Magdeburg site, we operate as a service provider for all<br />
specialist electrical companies. We plan and produce low-voltage switchgear<br />
systems, develop software for industrial control systems and offer<br />
engineering solutions.<br />
www.leukhardt-system.de<br />
1<br />
30
Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS)<br />
Die Stadtwerke Schwerin wurden 1991 gegründet und sind ein städtisches<br />
Unternehmen der Landeshauptstadt Schwerin. Schweriner Kundinnen<br />
und Kunden können bei dem Unternehmen alles aus einer Hand<br />
beziehen: Strom, Gas, Fernwärme, Wasser sowie Internet- und TV-Produkte<br />
über das unternehmenseigene city.kom-Glasfasernetz. Mit attraktiven<br />
Strom- und Gastarifen sind die Stadtwerke auch bundesweit aktiv.<br />
Stadtwerke Schwerin was founded in 1991 as the municipal utility<br />
company for the state capital Schwerin. The company provides customers<br />
in Schwerin with everything from a single source: electricity, gas,<br />
district heating and water, as well as internet and TV products from the<br />
company’s own city.com fibre-optic network. The company also operates<br />
on a national basis with attractive electricity and gas prices.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1991<br />
Eigentümer der SWS:<br />
Landeshauptstadt Schwerin<br />
(100 %)<br />
Mitarbeiter: rund 350<br />
Stromkunden: rund 106.000<br />
Gaskunden: rund 21.000<br />
Wärmekunden: rund 32.000<br />
(versorgte Haushalte und<br />
Unternehmen)<br />
www.stadtwerke-schwerin.de<br />
Year founded: 1991<br />
Owner of the SWS:<br />
State Capital Schwerin (100 %)<br />
Employees: approx. 350<br />
Electricity customers:<br />
about 106,000<br />
Gas customers: about 21,000<br />
Heat customers: about 32,000<br />
(supplied households and<br />
companies)<br />
Die Stadtwerke Schwerin betreiben zwei Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerke<br />
sowie eine Biogasanlage mit angeschlossenem Wärmespeicher<br />
und diverse Photovoltaikanlagen. Eine Geothermie-Anlage wird künftig<br />
die Nutzung erneuerbarer Energien für die Fernwärmeversorgung ermöglichen.<br />
Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie sind Versorgungssicherheit, optimaler<br />
Kundenservice, nachhaltiges Handeln sowie regionales Engagement.<br />
Seit ihrem Bestehen sind die Stadtwerke Schwerin an einer Vielzahl<br />
von sozialen, kulturellen und sportlichen Projekten in Schwerin beteiligt.<br />
Darüber hinaus stärken die Stadtwerke den Wirtschaftsstandort Schwerin<br />
als verlässlicher Arbeitgeber, auch im Bereich Ausbildung und Karriere.<br />
Stadtwerke Schwerin runs two gas and steam turbine co-generation plants<br />
as well as a biogas plant connected to a heat accumulator and various<br />
photovoltaic arrays. In future, a geothermal energy plant will allow<br />
renewable energy to be used for the district heating supply.<br />
The corporate philosophy is based on the security of supply, optimum<br />
customer service, a sustainable approach and regional commitment. Right<br />
from the start, Stadtwerke Schwerin has been involved in many social,<br />
cultural and sporting projects in Schwerin. Furthermore, the company<br />
also enhances Schwerin as a business location by being a reliable employer,<br />
also when it comes to training and career prospects.<br />
311
Qualität aus Tradition und Überzeugung –<br />
Engineering moves our world<br />
Seit über 30 Jahren ist KGW auf den Bau komplett ausgerüsteter<br />
Stahltürme für die Windenergiebranche weltweit spezialisiert. Damit<br />
ist KGW ein wichtiges Bindeglied für den Erfolg der Energiewende. Die<br />
Turmsektionen werden nach Kundenanforderung hergestellt und im<br />
Anschluss fertig konfektioniert ausgeliefert.<br />
KGW<br />
Schweriner Maschinen- und<br />
Anlagenbau GmbH<br />
In den vergangenen 25 Jahren wurden ca. 500.000 Tonnen Stahl in Form<br />
von Blechen, Flanschen, Plattformen etc. verarbeitet. Wir sind in der<br />
Lage, Turmsektionen mit einem Gewicht von bis zu 90 Tonnen, einer<br />
Länge von 35 Metern und einem Durchmesser von 4,30 Metern herzustellen.<br />
Wir arbeiten in allen Geschäfts- und Fertigungsprozessen nach<br />
internationalen Qualitätsstandards.<br />
Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten<br />
Handwerkliches Geschick ist für uns genauso wertvoll wie ingenieurstechnisches<br />
Interesse. Wir bieten auch Neu- und Quereinsteigern<br />
eine offene Kommunikation in einem aufgeschlossenen Team sowie<br />
spannende Arbeitsplätze in einer zukunftsträchtigen Industrie. KGW<br />
ist ein Ort, an dem Karrieren mit einer Leidenschaft für Erneuerbare<br />
Energien wachsen.<br />
321
Quality is a matter of tradition and principle –<br />
Engineering moves our world<br />
For more than 30 years, KGW has specialised in manufacturing completely<br />
pre-assembled steel towers for the wind energy industry. KGW<br />
thus plays an important role as a connecting element in making the energy<br />
transition successful. The tower sections are manufactured according to<br />
the customer’s requirements and subsequently supplied in pre-assembled<br />
condition.<br />
Seit 1993 ist KGW im Bereich der Energie und Umwelttechnik<br />
tätig. Größter Geschäftsbereich ist die Fertigung<br />
von Stahlrohrtürmen für Windenergieanlagen.<br />
KGW has been active in the field of energy and environmental<br />
technology since 1993. Its largest business area is the<br />
production of tubular steel towers for wind turbines.<br />
Over the last 25 years, approx. 500,000 tonnes of steel have been processed<br />
into plates, flanges and platforms, etc. We can produce tower sections<br />
with a weight of up to 90 tonnes, a length of 35 metres and a diameter<br />
of 4.30 metres. All our business and production processes comply with<br />
international quality standards.<br />
Career openings and development opportunities<br />
We value skilled craftsmanship just as much as an interest in engineering.<br />
We also offer newcomers and career changers open communication in<br />
an open-minded team and exciting workplaces in a promising industry.<br />
KGW is a place where careers grow with a passion for renewable energy.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1948<br />
Mitarbeiter: etwa 100<br />
Leistungsspektrum:<br />
Bau von komplett ausgerüsteten<br />
Stahlrohrtürmen für die<br />
Windenergiebranche<br />
Kapazitäten der KGW:<br />
– mehr als 250 Turmsektionen<br />
jährlich<br />
– Durchmesser bis 4,3 m<br />
– Sektionslängen bis 35 m<br />
– Sektionsgewichte bis 90 t<br />
www.kgw-schwerin.de<br />
Year founded: 1948<br />
Employees: approx. 100<br />
Range of services:<br />
Manufacturing completely<br />
preassembled tubular steel<br />
towers for the wind energy<br />
industry.<br />
KGW capacities:<br />
– more than 250 tower sections<br />
each year<br />
– diameters up to 4.3 m<br />
– section lengths up to 35 m<br />
– section weights up to 90 t<br />
33 2
WASSERSTOFF –<br />
DAS MOLEKÜL DER ZUKUNFT<br />
Hydrogen – the molecule<br />
of the future<br />
TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />
Er bezeichnet sich bei Gelegenheit auch als Botschafter<br />
für Akzeptanz und Umsetzung von Wasserstoff<br />
als dem zentralen Baustein für die Energiewende.<br />
Dabei ist sich Dr. Mischa Paterna nicht zu schade,<br />
in den sich häufenden kontroversen Diskussionen<br />
mit E-Auto-Befürwortern wiederholt zu erklären,<br />
warum Wasserstoff notwendig ist, um industri elle<br />
Prozesse zu dekarbonisieren und nicht den City<br />
Smart mit H 2 zu betreiben.<br />
„Ich vergleiche die Wasserstoffbranche mit den Anfängen<br />
der Wind- und Solarwirtschaft vor etwa 20 Jahren.<br />
Alle Akteure eint die Überzeugung, einen zentralen<br />
Beitrag für eine lebenswerte Zukunft auf unserem<br />
Planeten zu leisten. Über Ländergrenzen hinweg sucht<br />
man nach Kooperationen und bündelt Erfahrungen,<br />
um die riesige Aufgabe der Transformation von bestehenden<br />
Strukturen für die Energiegewinnung hin zu<br />
einer grünen Zukunft zu meistern. Die Wasserstoffwirtschaft<br />
steht aufgrund des massiven Zeitdrucks vor<br />
besonderen Herausforderungen. Spätestens vor dem<br />
Hintergrund des Ukraine-Krieges rückt der Umbau der<br />
fossilen Energieinfrastruktur in den Hauptfokus der gesellschaftlichen<br />
Anstrengungen“, erklärt der Geschäftsführer<br />
des Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-<br />
Vorpommern e. V., Dr. Mischa Paterna.<br />
He occasionally refers to himself as an ambassador<br />
for the acceptance and implementation of hydrogen<br />
as the central element in the energy transition. At<br />
the same time, Dr Mischa Paterna is not above taking<br />
part in the frequently controversial discussions with<br />
those in favour of electric cars, repeatedly explaining<br />
why hydrogen is needed to decarbonise industrial<br />
processes and not to run the City Smart on H 2 .<br />
“I compare the hydrogen branch with the early days<br />
of the wind and solar industry about 20 years ago. All<br />
players share the conviction that they are making a<br />
central contribution to liveable future on our planet.<br />
People are looking across national borders to find<br />
cooperation opportunities and pool experience in order<br />
to cope with the enormous task of transforming the<br />
existing structures for generating energy into a green<br />
future. The incredible pressure on time means that the<br />
hydrogen industry is facing particular challenges. At the<br />
latest since the start of the war in Ukraine, societal efforts<br />
have shifted their main focus to converting the fossil<br />
energy infrastructure”, declares Dr Mischa Paterna,<br />
CEO of the Hydrogen Energy Cluster Mecklenburg-<br />
Western Pomerania.<br />
DR. MISCHA PATERNA<br />
34
Copyright: IAG – Ihlen berger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH
Trotz dieser Mammutaufgabe empfindet er es als großes Glück,<br />
für sein Herzensthema, den Aufbau komplett nachhaltiger<br />
Energiesysteme, eine wichtige Rolle spielen zu dürfen. „Der<br />
tägliche Austausch mit innovativen Unternehmen stärkt mein<br />
Vertrauen in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres<br />
Bundeslandes und motiviert mich, den Weg in eine enkel gerechte<br />
Zukunft mitzugestalten“, meint der promovierte Kaufmann,<br />
der sich seit etwa 20 Jahren im Markt der erneuerbaren Energien<br />
bewegt und im Schwerpunkt Wasserstoff über ein breites Marktwissen<br />
und exzellentes Kontaktnetzwerk verfügt. Die insgesamt<br />
fünf Jahre in den USA – davon drei in der Bay Area rund um Palo<br />
Alto – haben sein Profil für internationale Aufgaben geschärft.<br />
Anfang 2019 wechselt der gebürtige Hamburger zum Pionier im<br />
Wasserstoffmarkt, der APEX Group nach Rostock-Laage und<br />
hat dort die Verantwortung für die Geschäftsentwicklung übernommen.<br />
APEX hat als Pionier im Wasserstoffmarkt die erste<br />
netzgekoppelte H 2 -Anlage projektiert und im Jahr 2021 erfolgreich<br />
in Betrieb genommen. Seit Anfang 2023 ist APEX an der<br />
Börse.<br />
„In Mecklenburg-Vorpommern gab es mit der Hoeller Electrolyzer<br />
GmbH in Wismar und der APEX Group sowie der HIAT<br />
gGmbH bereits frühzeitig Pioniere im Markt. Im Nordosten<br />
liegt ein Fokus traditionell auf der maritimen Industrie und<br />
hierzu laufen vielversprechende Forschungsvorhaben. Ziel von<br />
Mecklenburg-Vorpommern muss es sein, nicht als Transitland<br />
für grünen Strom zu fungieren, sondern hochwertige Arbeitsplätze<br />
in Forschung und Entwicklung sowie der Produktion von<br />
Wasserstoffkomponenten und -systemen zu schaffen. Baustein<br />
hierfür ist unter anderem die neugegründete Wasserstofffabrik<br />
in Rostock“, sagt Dr. Mischa Paterna und verweist auf sogenannte<br />
Important Projects of Common European Interests, die<br />
im Rahmen des europäischen Green Deals auch bei APEX und<br />
im Seehafen Rostock gefördert werden. Außerdem arbeiten in<br />
Lubmin bei Greifswald mehrere Konsortien am Aufbau großer<br />
H 2 -Produktionen, um das Ausbauziel der Bundesregierung von<br />
10 Gigawatt bis 2030 zu erreichen.<br />
Wind- und Solarenergie sind Basis für grünen Wasserstoff<br />
Im Jahr 2019 haben die Ministerpräsidenten der fünf norddeutschen<br />
Länder die Norddeutsche Wasserstoffstrategie verabschiedet<br />
und waren damit vor der nationalen Initiative Vorreiter<br />
im Markt. Im Vergleich zu den übrigen Bundesländern eint den<br />
Norden, dass sie einen Überschuss an erneuerbaren Energien<br />
erzeugen. Wind- und Solarenergie bilden die Grundlage für die<br />
Herstellung von grünem Wasserstoff. Mecklenburg-Vorpommern<br />
hat die historische Chance genutzt, um aufbauend auf<br />
vorhan denen Strukturen im Wind- und Solarbereich den Weg<br />
in Richtung Wasserstoff zu ebnen. Das Bundesland hat beste<br />
Voraussetzungen, um als zentraler Hub für die Erzeugung von<br />
grünem Wasserstoff zu dienen. Im Nordosten wird aufgrund<br />
des forcierten Ausbaus der Erneuerbare-Energien-Anlagen inzwischen<br />
weitaus mehr elektrischer Strom erzeugt als verbraucht.<br />
Und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und<br />
Entwicklung OECD bekräftigte schon 2019 in einem Gutachten<br />
dem Nord osten das Potenzial für eine Weltmarktführerschaft bei<br />
erneuerbaren Energien.<br />
Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle<br />
in der Energieversorgung<br />
der Zukunft. H2APEX entwickelt<br />
Lösungen, um grünen<br />
Wasserstoff als Rohstoff für<br />
die Industrie und viele andere<br />
Branchen nutzbar zu machen.<br />
Hydrogen plays a key role in the<br />
energy supply of the future. H2APEX<br />
develops solutions to make green<br />
hydrogen usable as a raw material<br />
for industry and many other sectors.<br />
Despite this massive undertaking, he feels incredibly fortunate to<br />
be able to play a major role in something as close to his heart as<br />
setting up completely sustainable energy systems. “Working with<br />
innovative companies on a daily basis enhances my confidence in<br />
the economic capability of our state and gives me the motivation<br />
to help shape the future for our grandchildren”, says the doctor<br />
of business management, who has been involved in the re newable<br />
energy market for about 20 years. He has accumulated broad<br />
knowledge of the market and an excellent network of contacts.<br />
The five years he spent in the USA, including three in the Bay<br />
Area around Palo Alto, have raised his profile for international<br />
tasks.<br />
In early 2019, the man born in Hamburg moved to Rostock-<br />
Laage to work for the APEX Group, a pioneer in the hydrogen<br />
market, where he assumed responsibility for business development.<br />
As a hydrogen pioneer, APEX planned the first hydrogen<br />
plant to be connected to the grid, which started operating successfully<br />
in 2021. APEX went public at the start of 2023.<br />
“Hoeller Electrolyzer GmbH in Wismar, the APEX Group and<br />
HIAT gGmbH were early pioneers in the market in Mecklenburg-<br />
Western Pomerania. The traditional focus in North-East Germany<br />
has always been on the maritime industry, where highly promising<br />
research projects are currently in progress. Mecklenburg-Western<br />
Pomerania must aim not to be a transit state for green power<br />
but to create first-rate jobs in research and development and in<br />
the production of hydrogen components and systems. One of<br />
the building blocks includes, among others, the newly founded<br />
hydrogen factory in Rostock“, says Dr Mischa Paterna, referring<br />
to so-called Important Projects of Common European Interests,<br />
36
which are also being funded as part of the European Green Deal at<br />
APEX and in the port of Rostock. Furthermore, several consortia<br />
in Lubmin near Greifswald are working to set up H 2 production<br />
on a large scale to meet the German government’s target of ten<br />
gigawatt by 2030.<br />
Wasserstoff kann nur funktionieren, wenn alle Akteure gleichzeitig<br />
an Bord sind. Produktion, Transport und Verbrauch<br />
müssen praktisch gleichzeitig geplant und umgesetzt werden. Die<br />
Politik und die Bevölkerung müssen über den Nutzen aufgeklärt<br />
und die Chancen müssen entsprechend kommuniziert werden.<br />
Auch wenn Wasserstoff als Energieträger praktisch so alt wie das<br />
Thema fossile Energie selbst ist, wird erst jetzt die kommerzielle<br />
Nutzung im Zuge der Klimawende in den Fokus gerückt. Nicht<br />
nur die Entwicklung und Herstellung der benötigten Elektrolyseure,<br />
Brennstoffzellen, Speicher und Betankungslösungen<br />
steht hier noch in den Anfängen, sondern auch das Planungsund<br />
Projektierungs-Know-how sowie die begleitenden Genehmigungsverfahren.<br />
Die Politik hat auf Bundes- und Europaebene<br />
lange gebraucht, um verlässliche Rahmenbedingungen zu<br />
schaffen und auch heute ist die Unsicherheit für die handelnden<br />
Unternehmen noch immer groß.<br />
„Häufig ertappe ich mich dabei, dass ich mir wünsche, selbst an<br />
den politischen Schalthebeln zu sitzen. Dann könnte ich Entscheidungen<br />
beschleunigen und Veränderungsnotwendigkeiten<br />
klarer kommunizieren. Insofern hätte mich auch eine Karriere in<br />
der Politik gereizt, wohl wissend, dass die Vereinnahmung in der<br />
Parteienlandschaft und die ständigen Kompromisse eine hohe<br />
Frustrationstoleranz voraussetzt“, meint der Wasserstoffexperte.<br />
Markthochlauf für Wasserstoff-Industrie beschleunigen<br />
Der Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-Vorpommern e. V.<br />
(WECMV) vertritt seit Gründung die Überzeugung, dass Energielösungen<br />
nicht an Ländergrenzen halt machen. Zu den heute<br />
85 Mitgliedern zählen Unternehmen aus der Schweiz, Dänemark<br />
und den Niederlanden. Konzerne wie Airbus und TÜV sind<br />
Copyright: H2APEX<br />
Wind and solar energy are the basis for green hydrogen<br />
In 2019, the Minister-Presidents of the five North German states<br />
adopted the North German Hydrogen Strategy, making them<br />
market pioneers ahead of the national initiative. Compared to the<br />
other German states, the common factor in the North is that they<br />
generate a surplus of renewable energies. Wind and solar energy<br />
form the basis for producing green hydrogen. Mecklenburg-<br />
Western Pomerania has used the historic opportunity and built<br />
on the existing structures in the wind and solar sector to pave the<br />
way for hydrogen. It has the best prerequisites to act as a central<br />
hub for generating green hydrogen. North-East Germany now<br />
generates far more electricity than it needs, thanks to the acceler<br />
ated ex pansion of renewable energy plants. And in 2019, the<br />
Organisation for Economic Co-operation and Development<br />
(OECD) confirmed in a report that the North East has the potential<br />
to become a global market leader in renewable energies.<br />
Hydrogen can only work if all players are on board simultaneously.<br />
Production, transportation and consumption have to<br />
be planned and implemented practically at the same time. The<br />
political sector and the population have to be informed about the<br />
benefits, and the opportunities must be communicated accordingly.<br />
Even if hydrogen as a source of energy is practically as old as<br />
the issue of fossil energy itself, it is only now that its commercial<br />
use is coming into focus in the course of climate change. It is not<br />
only the development and production of the necessary electrolysers,<br />
fuel cells, storage and refuelling solutions that are still in<br />
their infancy, but also planning and project development knowhow,<br />
as well as the companying approval procedures. It has taken<br />
a long time for reliable framework conditions to be created on the<br />
national and European level, and companies involved in the sector<br />
are still facing great uncertainty.<br />
“I often find myself wishing I could have control of the political<br />
levers and accelerate decisions, ensuring that necessary changes are<br />
put across with greater clarity. To this extent, a career in politics<br />
could also have appealed to me, despite the fact that it takes a high<br />
degree of frustration tolerance to deal with being appropriated by<br />
the party landscape and the constant need to compromise”, says<br />
the hydrogen expert.<br />
Accelerating the market start-up for the hydrogen industry<br />
Since it was founded, the Hydrogen Energy Cluster Mecklenburg-<br />
Western Pomerania (WECMV) has been of the firm opinion that<br />
energy solutions do not stop at national borders. The 85 members<br />
today include companies from Switzerland, Denmark and<br />
the Netherlands. Large companies such as Airbus and TÜV are<br />
also involved, as well as regional planning offices and the rural<br />
districts. The WECMV sees itself as a link between politics,<br />
science and business. It pools expertise across the whole supply<br />
chain and works closely with the political sector to dovetail the<br />
37
ebenso vertreten wie regionale Planungsbüros und die Landkreise.<br />
Der WECMV sieht sich als Bindeglied zwischen Politik,<br />
Wissenschaft und Wirtschaft. Er bündelt Expertenwissen über<br />
die gesamte Wertschöpfungskette und arbeitet eng mit der Politik<br />
zusammen, um die Wasserstoffstrategie mit den Erwartungen der<br />
Unternehmen zu verzahnen. Das Leibniz-Institut für Katalyse<br />
und das Fraunhofer-Institut in Rostock, IGP Greifswald, die<br />
Hochschule Stralsund und das HIAT in Wismar sind Mitglied<br />
im Verein und bilden das Rückgrat der Wasserstoffforschung in<br />
Mecklenburg-Vorpommern. Die IHK zu Schwerin hat frühzeitig<br />
die Bedeutung des Themas „Energie“ für ihre Mitglieder erkannt<br />
und arbeitet aktiv an der Gestaltung der CO 2 -neutralen Welt von<br />
morgen. Im Januar 2024 hat der WECMV seine Geschäftsstelle<br />
im Ludwig-Bölkow-Haus bezogen, was die Abstimmung mit der<br />
Politik erleichtert.<br />
Für den WECMV-Geschäftsführer steht fest, dass Wasserstoff<br />
endlich von der allgemeinen gesellschaftlichen Diskussionsebene<br />
in erlebbare Anwendungen gebracht werden muss. Planungsunsicherheiten<br />
aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen<br />
müssen beseitigt und nötige Instrumente für einen wirtschaftlichen<br />
Betrieb bereitgestellt werden. Die Technik ist ausgereift.<br />
Nun gilt es, von der Manufaktur-Ebene auf die Industrie-Ebene<br />
zu kommen, sonst droht bei Wasserstoff dasselbe Schicksal wie im<br />
Solarmarkt und die asiatischen Handelspartner dominieren den<br />
Markt. Die Politik kann Planungsversäumnisse nicht durch permanent<br />
steigende Netzentgelte kompensieren, sondern muss der<br />
Bevölkerung den Nutzen der Energiewende endlich durch Preisreduktionen<br />
spürbar vermitteln.<br />
„Unser erklärtes Ziel ist es, den Markthochlauf zu beschleunigen,<br />
um standardisierte Anwendungen mit entsprechenden Kostenreduktionen<br />
zu entwickeln. Die vier großen Trends der Energiewirtschaft<br />
der Zukunft heißen: Dekarbonisierung, Dezentralisierung,<br />
Digitalisierung und Demokratisierung. Schwankende<br />
Erzeugung muss durch Speicher und intelligente Steuerung in<br />
verlässliche Bereitstellung münden“, sagt Dr. Mischa Paterna<br />
entschlossen und hat dabei sein persönliches Credo fest im Blick:<br />
„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben,<br />
sondern den Jahren mehr Leben.“<br />
hydrogen strategy with the companies’ expectations. The Leibniz<br />
Institute for Catalysis and the Fraunhofer Institute in Rostock,<br />
IGP Greifswald, Stralsund University of Applied Sciences and<br />
the HIAT in Wismar belong to the cluster and act as the backbone<br />
of hydrogen research in Mecklenburg-Western Pomerania.<br />
Schwerin CCI recognised the importance of the energy issue for<br />
its members at an early point in time and is actively involved in<br />
shaping the carbon-neutral world of tomorrow. In January 2024,<br />
the WECMV moved into its offices in the CCI’s Ludwig-Bölkow-<br />
Haus building, facilitating consultations with the political sector.<br />
The WECMV CEO is convinced that it is the right time for<br />
hydrogen to make the transition from being a topic of general discussions<br />
in society at large into perceptible applications. Planning<br />
uncertainty due to changing framework conditions must be eliminated<br />
and necessary instruments provided for economic operation.<br />
The technology is mature enough. Now it is a case of moving<br />
from the manufacturing level to the industrial level, otherwise<br />
hydrogen is likely to suffer the same fate as the solar market, with<br />
Asian trading partners dominating the market. The political<br />
sector cannot compensate for neglectful planning by constantly<br />
increasing the network charges. Instead, price reductions must<br />
at last give the population a perceptible awareness of the benefits<br />
coming from the energy transition.<br />
“It is our declared aim to accelerate the market launch so that<br />
standardised applications can be developed with corresponding<br />
cost reductions. The four major trends for the energy sector in<br />
future are decarbonisation, decentralisation, digitalisation and<br />
democratisation. Storage solutions and intelligent control must<br />
ensure reliable supply from fluctuations in generation”, says<br />
Dr Mischa Paterna resolutely and his eyes fixed on his personal<br />
motto: “It’s a case of putting more life into the years, rather than<br />
giving more years to life.“<br />
38
Copyright: Martin Börner<br />
In Rostock wurde die erste netzgekoppelte H2-Anlage projektiert<br />
und im Jahr 2021 erfolgreich in Betrieb genommen.<br />
The first grid-connected H2 plant was planned in<br />
Rostock and successfully commissioned in 2021.<br />
39
WEMAG<br />
Menschen. Machen. Zukunft.<br />
Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Öko-Energieversorger<br />
mit regionalen Wurzeln und Stromnetzbetrieb in Mecklenburg-<br />
Vorpommern und Brandenburg. Zusammen mit der WEMAG Netz<br />
GmbH ist sie für ca. 16.000 Kilometer Stromleitungen verantwortlich,<br />
vom Hausanschluss bis zur Überlandleitung.<br />
Das Energieunternehmen liefert seinen Privat- und Gewerbekunden<br />
neben Strom, Erdgas und Netzdienstleistungen auch die Planung und<br />
den Bau von Photovoltaik- und Speicheranlagen, Elektromobilität, Internet,<br />
Telefon sowie Digital- und HD-Fernsehen aus einer Hand.<br />
Die 1997 gegründete Telekommunikationsgesellschaft WEMACOM<br />
betreibt in <strong>Westmecklenburg</strong> ein umfangreiches Telekommunikationsnetz<br />
und baut mit Partnern Glasfasernetze für Privat- und Geschäftskunden<br />
in der Region.<br />
Regionale Verbundenheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmen<br />
das Handeln der WEMAG AG. Sie leistet erheb liche Investitionen<br />
in erneuerbare Energien, berät zu Fragen der Energie effizienz und bietet<br />
die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung über die Norddeutsche Energiegemeinschaft<br />
eG. Die WEMAG AG bietet außerdem attraktive Lösungen<br />
für eigene kleine Ökokraftwerke, Ökomobilität und Speichertech nologie<br />
an. Außerdem unterstützt das Unternehmen seine Kunden mit einer<br />
Energieberatung und einem Hausnotrufsystem mit vielen Vorteilen.<br />
Bei der WEMAG AG arbeiten mehr als 770 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />
Tag für Tag an der Energiezukunft der rund 180.000 Kunden.<br />
Seit Januar 2010 befindet sich die WEMAG AG im Mehrheitsbesitz der<br />
Kommunen ihres Versorgungsgebietes.<br />
402
Wir sind uns unserer großen Verantwortung<br />
für die Energiewelt<br />
von morgen bewusst. Deshalb<br />
unterstützen wir die Entwicklung<br />
der Region mit sauberem Strom.<br />
We are aware of our great responsibility<br />
for the energy world of tomorrow.<br />
That is why we support the region’s<br />
development with clean electricity.<br />
WEMAG AG from Schwerin is a national green energy supplier with<br />
regional roots and power grid operation in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania and Brandenburg. Together with WEMAG Netz GmbH, it<br />
is responsible for about 16,000 kilometres of power lines, from the house<br />
connection to the overhead transmission line.<br />
Besides electricity, gas and grid services, the energy company also pro vides<br />
its private and corporate customers with the planning and construction<br />
of photovoltaic arrays and storage facilities, electromobility, internet<br />
and telephony together with digital and HD television, all from a single<br />
source.<br />
The telecommunication company WEMACOM founded in Western<br />
Mecklenburg in 1997 operates an extensive telecommunications network<br />
and is working with partners to build fibre-optic networks for private and<br />
corporate customers in the region.<br />
Regional solidarity, environmental protection and sustainability define<br />
activities at WEMAG AG. The company invests considerable sums in<br />
renewable energy sources, provides advice about energy efficiency issues<br />
and offers citizen participation models through Norddeutsche Energiegemeinschaft<br />
eG. WEMAG AG also offers attractive solutions for own<br />
small green power plants, green mobility and storage technology. Furthermore,<br />
the company supports customers with energy consulting and an<br />
emergency call service with many advantages.<br />
WEMAG AG has a workforce of more than 770 employees working every<br />
day for the energy future of around 180,000 customers. Since January<br />
2010, WEMAG AG has been majority-owned by the local authorities in<br />
its supply area.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1930<br />
Mitarbeiter: mehr als 770<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Ökostrom, Erdgas, Internet<br />
– Förderung erneuerbarer<br />
Energien<br />
– Photovoltaikanlagen, Hausspeicher<br />
und Wärmepumpen<br />
– Telekommunikation<br />
– schnelles GlasfaserInternet<br />
– Elektromobilität und<br />
Bereitstellung von<br />
Ladeinfrastrukturen<br />
www.wemag.com<br />
Year founded: 1930<br />
Employees: more than 770<br />
Range of services:<br />
– green electricity, gas, internet<br />
– advancement of renewable<br />
energies<br />
– photovoltaic systems, home<br />
storage systems and heat<br />
pumps<br />
– telecommunication<br />
– high-speed fibre-optic<br />
internet<br />
– electromobility and provision<br />
of charge infrastructures<br />
41 2
WISSENSBASIERTE ARBEIT<br />
STÄRKT DEN WERFTSTANDORT<br />
Knowledge-based work<br />
strengthens the shipyard<br />
location<br />
TEXT: BARBARA ARNDT<br />
RENÉ FIEGE<br />
New York, Rio, Tokio . . . Diese Metropolen gehören<br />
eher nicht zu den Destinationen, die René Fiege<br />
regelmäßig aufsucht. Dafür geht es nach Vancouver.<br />
Auch Finnland steht zuweilen als Zielort in seinem<br />
Kalender. Für gewöhnlich reist der Geschäfts führer<br />
der Elomatic Maritime Technologies GmbH aus<br />
Wismar mit dem Flugzeug, wenngleich das Fortbewegungsmittel<br />
seiner Wahl – als passionierter<br />
Segler – definitiv auf dem Wasser zu finden ist.<br />
Schiffbau zieht sich wie ein roter Faden durch sein<br />
berufliches Leben. Das Unternehmen, dem er nun<br />
vorsteht, entwickelt als Ingenieurbüro verschiedenste<br />
Schiffsentwürfe und -entwicklungen, setzt<br />
auf nachhaltige Technologien und erbringt vielfältige<br />
Beratungsleistungen für Werften, Reedereien<br />
sowie andere Unternehmen der maritimen Industrie.<br />
Denn die Schifffahrtsbranche ist nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern<br />
mehr denn je auf innovative<br />
Dienstleistungen und wissensbasierte Tätigkeiten<br />
rund um die klassische Werftarbeit angewiesen.<br />
New York, Rio, Tokyo . . . These cities tend not to<br />
be on the list of René Fiege’s frequent destinations.<br />
But he does go to Vancouver. Trips to Finland can<br />
also sometimes be found in his calendar. Usually, the<br />
CEO of Elomatic Maritime Technologies GmbH<br />
travels by plane from Wismar, even though as an<br />
ardent sailor his favourite means of getting around is<br />
definitely on the water. Shipbuilding runs through<br />
his working life like a red thread. He is now at the<br />
helm of an engineering company that devises many<br />
different designs and developments for ships of all<br />
kinds. The firm advocates sustainable technologies<br />
and provides a wide range of consulting services for<br />
shipyards, shipping companies and other businesses<br />
in the maritime industry. Now more than ever, the<br />
maritime industry relies on innovative services and<br />
knowledge-based activities relating to all aspects of<br />
traditional shipyard work, and not just in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania.<br />
42
Das Know-how von Experten gebündelt<br />
An seiner Seite weiß René Fiege einen Vertrauten, mit dem er<br />
schon lange zusammenarbeitet: Guido Schulte. Beide kennen sich<br />
aus der gemeinsamen Studienzeit in Duisburg. Seit 2022 tragen<br />
die erfahrenen Männer als Geschäftsführer Verantwortung für<br />
Elomatic in Wismar. Zusammen hatten sie die Idee zur Firma<br />
entwickelt und Partner gesucht, um einen guten Start mit dem<br />
gesamten Team zu schaffen. Denn auch die „Mannschaft“ an<br />
Bord des Unternehmens, welches direkt am Alten Holzhafen der<br />
Hansestadt beheimatet ist, kennt sich und das Metier des Schiffbaus<br />
lange. „Unsere Stärke besteht darin, dass das gesamte Team<br />
extrem erfahren ist. Nicht nur im Bau von Kreuzfahrtschiffen,<br />
sondern von vielen Arten von Spezialschiffen. Wir haben uns<br />
daher mit vier Managern und dem Entwurfs-Team der Wis marer<br />
Werft selbstständig gemacht. Hier zählen nicht die Titel, wohl<br />
aber die Erfahrung und das Team an sich“, sagt René Fiege. „Die<br />
meisten arbeiten seit gut 20 Jahren zusammen. Wir sind froh, dass<br />
wir eine sehr gute und motivierte Mannschaft für uns begeistern<br />
konnten.“<br />
Zur Führungscrew gehören Peer Wetterling und Jakob Nilius,<br />
beide heute Projektleiter für Schiffsentwicklung, grüne Technologie<br />
und weitere Vorhaben. Gemeinsam setzen die Experten<br />
ihr Know-how bei immer wieder neuen Herausforderungen<br />
ein. Und das nicht nur in Wismar. Guido Schulte zeichnet beispielsweise<br />
für den Verkauf der Dienstleistungen und Produkte<br />
des Marine-Geschäftsbereiches der Elomatic-Gruppe verantwortlich.<br />
René Fiege kümmert sich im selben Geschäftsbereich<br />
um die Geschäftsprozessentwicklung (Beratung) innerhalb der<br />
Unternehmensgruppe.<br />
Von der Pike auf das Geschäft gelernt<br />
René Fiege absolvierte eine Ausbildung zum Bootsbauer und<br />
erweiterte sein Know-how im Studium zum Schiffbau-Ingenieur.<br />
Fast 20 Jahre sammelte er auf der Meyer Werft in fast allen<br />
Geschäftsbereichen wertvolle Erfahrungen. Im Vertrieb, vor allem<br />
aber bei der Entwicklung von zahlreichen und immer größeren<br />
Schiffen. Auch in der Fertigung konnte er sich einbringen. „Diese<br />
Zeit habe ich als sehr spannend empfunden. Der Stahlschiffbau<br />
und die Ausrüstungen waren wichtige Stationen. Als Projektleiter<br />
in der Fertigung, in der stets drei Schiffe gleichzeitig entstanden,<br />
bestand ein Grundprinzip für mich darin, nach Kennzahlen zu<br />
steuern. Aus möglichen Abweichungen lassen sich Probleme<br />
identifizieren, für die man gemeinsam mit dem Team Lösungen<br />
konzipiert. Dieses Herangehen bestimmt bis heute meine Tätigkeit.“<br />
Das Auf und Ab der Werften-Standorte im Nordosten führte<br />
René Fiege 2016 in einer Hochphase nach Wismar. „Ziel war<br />
es, auch die Standorte der MV Werften so zu entwickeln, dass<br />
Stärken voneinander gelernt werden können.“<br />
Der Genting-Konzern hatte die Werften Wismar, Warnemünde<br />
und Stralsund von Nordic Yards gekauft, um diese als MV Werften<br />
zu einem Kreuzfahrtschiffbauer zu entwickeln. „Meine Aufgabe<br />
bestand darin, die Werft für Kreuzfahrer fit zu machen. Ich<br />
Elomatic entwickelt als Ingenieurbüro<br />
verschie denste Schiffsentwürfe<br />
und -entwicklungen, setzt<br />
auf nachhaltige Technologien und<br />
erbringt vielfältige Beratungsleistungen<br />
für Werften, aber auch für<br />
Reedereien sowie andere Unternehmen<br />
der maritimen Industrie.<br />
As an engineering office, Elomatic<br />
develops a wide variety of ship<br />
designs and developments, focusses<br />
on sustainable tech nologies<br />
and provides a wide range of<br />
consulting services for shipyards,<br />
shipping companies and other<br />
companies in the maritime industry.<br />
Pooling the know-how of experts<br />
René Fiege has a close friend at his side, someone he has been<br />
working with for a long time: Guido Schulte. They have known<br />
each other since studying together in Duisburg. The two<br />
ex perienced men have been sharing responsibility as CEOs for<br />
Elomatic in Wismar since 2022. Together they developed the idea<br />
for the firm and looked for partners to help get the whole team<br />
off to a good start. The ‘crew members’ of the company based<br />
directly on Wismar’s Alter Holzhafen know each other and the<br />
ship building profession well. “Our strength lies in the fact that<br />
the whole team is extremely experienced in building not just cruise<br />
ships, but also special vessels of many kinds. And so we started<br />
our own business with four managers and the design team from<br />
Wismar shipyard. The titles don’t matter, what counts is the experience<br />
and the team itself”, says René Fiege. “Most of them have<br />
been working together for a good 20 years. We are glad that we<br />
could motivate a very good, committed team to join us.”<br />
The management crew includes Peer Wetterling and Jakob Nilius,<br />
who now work as project leaders for ship development, green technology<br />
and other projects. Together the experts pool their knowhow<br />
to meet the constant flow of new challenges, and not just in<br />
Wismar. Guido Schulte for example is responsible for the sale of<br />
services and products in the marine sector of the Elo matic Group.<br />
René Fiege deals with business process development (consulting)<br />
in the same sector within the group.<br />
Learning the business from scratch<br />
René Fiege completed a boatbuilding apprenticeship before going<br />
on to get an engineering degree in shipbuilding. For nearly 20<br />
years, he gained valuable experience in almost all business sectors at<br />
the Meyer Werft shipyard, not only in sales but above all also in the<br />
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development of numerous ever larger ships. He was also involved<br />
in the production side of the business. “This was a really exciting<br />
time. Key stations included steel shipbuilding and outfitting. As<br />
project leader in the production division, where there were always<br />
three ships being built at the same time, I worked according to<br />
the basic principle of using KPIs to control the processes. Possible<br />
deviations then help to identify problems and provide the basis for<br />
the team to devise solutions. This is still the same approach that I<br />
use to this day.”<br />
The ups and downs of the shipyards in North-East Germany<br />
brought René Fiege to Wismar during a boom phase in 2016.<br />
“The aim was to develop the sites of the MV Werften shipyards<br />
so that they could share and learn from each other’s strengths.”<br />
war Direktor für Planung und Investitionen und habe darüber<br />
hinaus viele Entwicklungsthemen angestoßen und gemeinsam<br />
mit dem Team umgesetzt. Hierzu gehörte beispielsweise die<br />
Restrukturierung des Designprozesses, um diesen zu optimieren<br />
und auf Kreuzfahrtschiffe auszurichten. Meine Erfahrungen<br />
aus diesem besonderen Bereich des Schiffbaus leisteten einen<br />
wesentlichen Beitrag dazu.“ Parallel dazu brachte sich der findige<br />
Ingenieur in das Schiffsdesign für Kreuzfahrtschiffe des Genting-<br />
Konzerns ein.<br />
Umfassendes Know-how für verschiedenste Schiffstypen<br />
Der Bau von Kreuzfahrtschiffen ging während der Corona-<br />
Pandemie so stark zurück, dass die MV Werften insolvent gingen<br />
und im Nachgang sogar die Meyer Werft vor der Insolvenz stand.<br />
Die Werft in Wismar hatte in der Vergangenheit immer wieder<br />
neue Märkte erschließen und somit unterschiedlichste Schiffstypen<br />
entwickeln müssen. „Heute profitieren wir zum Beispiel<br />
von den umfangreichen Erfahrungen mit eisgehenden Schiffen<br />
und konzeptionieren aktuell vorwiegend Eisbrecher und Forschungsschiffe.<br />
Wir verfügen zudem über das Wissen, um Schiffe<br />
oder Konverter-Plattformen für den Offshore-Wind-Markt zu<br />
entwickeln oder andere Spezialschiffe, die im europäischen und<br />
nordamerikanischen Markt relevant sind. Da der Kreuzfahrtmarkt<br />
gerade wieder anzieht, erwarten wir aber, auch dort bald<br />
wieder aktiv zu werden.“<br />
Die Spezialisten in Wismar können noch mehr. Sie sind beispielsweise<br />
bei Green Technologies ganz weit vorn. Und wissen<br />
genau, wie viel zusätzliche Tankkapazitäten ein Schiff braucht,<br />
um künftig mit Kraftstoffen wie unter anderem Methanol auf<br />
den Weltmeeren unterwegs zu sein. Sogenannte Bi-Fuel-Maschinen<br />
stellen eine Alternative dar. Allerdings verfügt Methanol über<br />
Copyright: MV Werften<br />
The Genting Group had purchased the shipyards in Wismar,<br />
Warnemünde and Stralsund from Nordic Yards to construct<br />
cruise ships under the name of MV Werften. “My job was to make<br />
the shipyards fit for cruise ships. I was director of planning and<br />
investment, and also instigated many development ideas that<br />
were then implemented by the team. These included for ex ample<br />
restructuring and optimising the design process for building<br />
cruise ships. I was able to make an important contribution here<br />
with the experience I had gained in this specific sector of shipbuilding.”<br />
At the same time, the resourceful engineer was also<br />
involved in designing cruise ships for the Genting Group.<br />
Comprehensive know-how for many different vessel types<br />
During the Covid pandemic, the construction of cruise ships<br />
declined so dramatically that the MV Werften went bankrupt,<br />
with the Meyer Werft subsequently also facing bankruptcy. In<br />
the past, Wismar shipyard had constantly been forced to cul tivate<br />
new markets and thus develop many different vessel types. “For<br />
instance, today we benefit from the extensive experience with<br />
ice-going ships, and our current focus is mainly on designing<br />
icebreakers and research vessels. We also have the know-how to<br />
develop ships or converter platforms for the offshore wind market,<br />
or other special vessels relevant for the European and North<br />
American market. Due to the current signs of recovery in the<br />
cruise ship market, we also expect to play an active role here too in<br />
the foreseeable future.”<br />
The specialists in Wismar can do even more. For example, they<br />
are at the forefront of developments when it comes to green<br />
tech nologies. And they know exactly how much additional tank<br />
capacity a ship will need in future to sail the seven seas with fuels<br />
such as methanol, among others. So-called bi-fuel machines are<br />
one possible alternative. However, methanol yields less energy<br />
than conventional fuels and needs additional tank capacity.<br />
“We examined 70 different technologies that have an impact<br />
on the Carbon Intensity Indicator (CII). This assesses the<br />
carbon in tensity of ships with the aim of achieving even greater<br />
re ductions for implementation of the international emissions<br />
agreements. Our market analysis showed where the greatest<br />
effects can be expected. This was then the starting point for our<br />
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eine geringere Energieausbeute als klassische Kraftstoffe, was zusätzliche<br />
Tankkapazität erfordert.<br />
„Wir untersuchten 70 verschiedene Technologien, die einen<br />
Einfluss auf den Carbon Intensity Indicator (CII) haben. Dieser<br />
bewertet die CO 2 -Intensität von Schiffen und verfolgt das Ziel,<br />
das CO 2 immer weiter zu reduzieren, um die internationalen<br />
Emissionsabkommen umzusetzen. Unsere Marktanalyse zeigte,<br />
wo die größten Effekte zu erwarten sind. Damit starteten wir unsere<br />
Schiffsentwicklungen.“ Darüber hinaus kann das Elomatic-<br />
Team für die Lebenszeit eines Schiffes planen, welche Maßnahmen<br />
wann in Betracht kommen sollten. Das ermöglicht, die stetig<br />
sinkende CO 2 -Grenze auch in Zukunft erfüllen zu können. „Was<br />
wir entwickeln, verfügt über modernste grüne Technologien an<br />
Bord.“ Schiffe müssen klimaneutral werden und schon bis 2030<br />
ihren CO 2 -Ausstoß drastisch reduzieren. „Reedereien erhalten<br />
ein Konzept, welche Investitionen zu planen sind, um zukünftige<br />
Anforderungen zu erfüllen.“<br />
Dienstleistungen sehr gefragt<br />
Ein zweites wesentliches Standbein ist die Beratung, aktuell insbesondere<br />
von Werften. Für Seaspan’s Vancouver Shipyards<br />
wurde der komplette Designprozess der Werft überarbeitet. „Wir<br />
haben mit dem Designmanagement vor Ort alle Designprozesse<br />
analysiert, optimiert und aufeinander abgestimmt. Hierbei haben<br />
wir unser Know-how aus den europäischen Werften eingebracht“,<br />
berichtet René Fiege. Damit leistet das Unternehmen aus Wismar<br />
seinen Beitrag für die nationale Schiffbaustrategie, die Kanada<br />
2010 ins Leben gerufen hat, um die eigene Werftindustrie zu stärken.<br />
Hier ist Seaspan einer der Schlüssel-Lieferanten.<br />
Spezielle Tools der Hansestädter überzeugen ebenso in der<br />
Steuerung von Designprojekten in Kanada. Die Beratungsdienstleistungen<br />
der Hansestädter bieten zudem ein breites Spektrum<br />
von der Planung und Entwicklung neuer Werften oder deren<br />
Optimierung, der Einführung von Software wie PDM- oder ERP-<br />
Tools bis hin zur Unterstützung von Reedereien, um nicht nur<br />
das Design für Ausschreibungsunterlagen zu erstellen, sondern<br />
auch den Ausschreibungsprozess selbst zu begleiten.<br />
Digitalisierung und weiteres Wachstum<br />
In früheren Zeiten wurden Schiffe auf dem Zeichenbrett<br />
entwickelt. Im Computerzeitalter entstehen die Entwürfe auf<br />
dem Rechner. Der Schiffsentwicklungsprozess generiert dabei ein<br />
großes Datenmodell mit vielen Millionen Teilen, die nicht nur für<br />
das Design und die Fertigung, sondern auch für die Beschaffung<br />
genutzt werden. Die für den Schiffsbetrieb notwendigen Daten<br />
nutzen Reedereien oft sogar, um die Instandhaltung zu managen.<br />
Sie sind damit bestens gewappnet und immer auf dem aktuellen<br />
Stand.<br />
ship developments.” Moreover, the Elomatic team also maps<br />
out which measures need to be taken when during the life-time<br />
of a ship, thus making it possible to remain within the carbon<br />
limits, even when these are constantly reduced in future. “What<br />
we develop is equipped with the very latest green technologies.”<br />
Ships must become climate neutral and reduce their carbon footprint<br />
drastically already by 2030. “Shipping companies are given<br />
a concept for planning the investments which will be necessary to<br />
fulfil future requirements.”<br />
Services in great demand<br />
Consulting is a second important mainstay of the business, at<br />
the moment particularly for shipyards. For instance, the complete<br />
design process for Seaspan’s Vancouver Shipyards has been<br />
revised. “We worked with the design management on site to<br />
analyse, optimise and coordinate all design processes, using our<br />
know-how from the European shipyards“; reports René Fiege.<br />
The company from Wismar is thus making a contribution to the<br />
national shipbuilding strategy introduced by Canada in 2010 to<br />
boost its own shipyard industry, with Seaspan as one of the key<br />
suppliers.<br />
Special tools from Wismar also play a convincing role in the<br />
management of design projects in Canada. The consulting services<br />
provided by the Wismar firm also cover a broad range, from<br />
planning and developing or optimising new shipyards and introducing<br />
software such as PDM or ERP tools, through to support<br />
for shipping companies, not only in designing tender documents<br />
but also accompanying the whole tender process as such.<br />
Digitalisation and further growth<br />
In former times, ships were designed on the drawing board. In<br />
the computer age, the designs are created on the computer. The<br />
process of ship development generates a huge data model with<br />
many millions of parts that are used not just for design and production<br />
but also for procurement. The data needed to operate<br />
vessels are also often used by shipping companies for maintenance<br />
management to ensure that they are well prepared and always up<br />
to date.<br />
Elomatic in Wismar hopes that in future, it too can empower<br />
shipbuilding with its broad range of knowledge-based work,<br />
while also making headway as a business. To this end, one floor<br />
in the Technology and Commercial Centre (TGZ) is available to<br />
the firm and its team. For many, working from home for a few<br />
days has become part of daily routine. Nearly all tasks can be<br />
done with Microsoft Teams. The TGZ offers good conditions for<br />
the planned growth of the business. “Our strategy is to employ<br />
another ten skilled specialists, which will open up new chances for<br />
our team”, says CEO René Fiege with confidence.<br />
Elomatic in Wismar möchte auch künftig mit dem breiten<br />
Spektrum an wissensbasierter Arbeit den Schiffbau voranbringen<br />
und auch selbst weiter vorankommen. Dem Firmenteam steht<br />
dafür eine Etage im Technologie- und Gewerbezentrum (TGZ)<br />
zur Verfügung. Einige Tage Home Office gehören für viele zum<br />
Alltag. Nahezu alle Arbeiten sind über Microsoft Teams machbar.<br />
Das TGZ bietet tolle Bedingungen für das geplante Wachstum.<br />
„Unsere Strategie sieht vor, weitere zehn Fachkräfte einzustellen.<br />
Das eröffnet neue Chancen für unser Team“, ist sich Geschäftsführer<br />
René Fiege sicher.<br />
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Elomatic Maritime<br />
Technologies GmbH<br />
Wir sind Ihr Partner für Entwurf und Planung von Schiffen und Offshore-Wind-Plattformen.<br />
Als ehemaliges Werft-Designteam haben<br />
wir langjährige Erfahrungen in der Entwicklung unterschiedlichster<br />
Schiffstypen wie z. B. Forschungsschiffe und Eisbrecher, Kreuzfahrer<br />
oder Marine-Versorger. Als Teil der Elomatic-Gruppe ist unser Angebot<br />
breit gefächert und umfasst die Erstellung von Anfrageunterlagen für<br />
Schiffsneubauten für Reedereien bis zu ausgewählten oder vollständigen<br />
Designleistungen inkl. Erstellung der Fertigungsunterlagen für eine<br />
Werft. Mit unserer Expertise in der Werftplanung und -entwicklung bieten<br />
wird darüber hinaus die Optimierung von Design-, Planungs- und<br />
Fertigungsprozessen an. Unsere SDP-Software ermöglicht den Entwicklungsprozess<br />
für die Projektsteuerung zu nutzen.<br />
We are your partner for designing and planning ships and offshore wind<br />
platforms. As a former shipyard design team, we have long-standing<br />
experience in the development of widely differing vessel types, such as<br />
research ships and icebreakers, cruise liners or naval supply ships. As part of<br />
the Elomatic Group, we offer a broadly diversified range that extends from<br />
drawing up inquiry documents for new ships being built for shipping companies<br />
to individual or complete design services, in cluding drawing up the<br />
production documentation for a shipyard. Moreover, with our expertise<br />
in shipyard planning and development, we also offer the optimisation of<br />
design, planning and production processes. Our SDP software makes it<br />
possible to use the development process for project control.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2022<br />
Mitarbeiter: 32 (ca. 250 in<br />
der Gruppe)<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Ingenieurbüro für Schiffsentwurf<br />
und konstruktion<br />
– vielfältige Beratungsleistungen<br />
für die maritime Industrie<br />
www.elomatic.com<br />
Year founded: 2022<br />
Employees: 32 (approx. 250 in<br />
the Group)<br />
Range of services:<br />
– engineering firm for ship<br />
design and construction<br />
– extensive consulting services<br />
for the maritime industry<br />
SCHOTTEL GmbH<br />
Die SCHOTTEL-Gruppe ist einer der führenden Hersteller von<br />
Antriebs- und Steuerungssystemen für den internationalen Schiffbau.<br />
Die Niederlassung Wismar ist auf die Entwicklung und Pro duktion<br />
besonders großer Antriebsanlagen spezialisiert. Hier werden grö ßere<br />
sowie ausfahrbare Ruderpropeller und Verstellpropeller gefertigt<br />
wie zum Beispiel der SCHOTTEL ControllablePropeller (SCP): ein<br />
Hochleistungsantriebssystem für Anwendungen mit besonders hohen<br />
Anforderungen an Schiffsgeschwindigkeit, Leistungsdichte und Schallsignatur.<br />
Seine Vielseitigkeit hat ihn zu einem beliebten Antrieb für<br />
Trawler, Fähren, Kreuzfahrtschiffe sowie Bundes- und Marineschiffe<br />
gemacht. Jeder einzelne SCP wird individuell gefertigt.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1999 Übernahme<br />
des Standortes Wismar<br />
Mitarbeiter: rund 840 weltweit<br />
Leistungsspektrum: Entwicklung<br />
und Konstruktion von<br />
– ausfahrbaren Ruderpropellern<br />
– Verstellpropellern bis 30.000<br />
kw Leistung und einem<br />
Durchmesser von bis zu 8 m<br />
www.schottel.de<br />
Year founded: 1999 Wismar<br />
site taken over<br />
Employees: worldwide<br />
approx. 840<br />
Range of services:<br />
development and design of<br />
– extendable rudder propellers<br />
– pitch propellers with up<br />
to 30,000 kw power and a<br />
diameter of up to 8 m<br />
1<br />
47<br />
The SCHOTTEL Group is a leading manufacturer of propulsion<br />
and control systems for the international shipbuilding industry.<br />
The Wismar branch has specialised in the development and production<br />
of par ticularly large propulsion systems. This is where larger and<br />
extend able rudder propellers and pith propellers are made, such as the<br />
SCHOTTEL ControllablePropeller (SCP): a high-power propulsion<br />
system for applications that make particularly high demands in terms of<br />
vessel speed, power density and acoustic signature. This versatile system<br />
is the propulsion of choice for trawlers, ferries and cruise ships, as well<br />
as federal and marine vessels. Every single SCP is manufactured individually.
BIO: AUS ÜBERZEUGUNG.<br />
UND WEIL ES SCHMECKT!<br />
Organic by conviction.<br />
And because it tastes good!<br />
TEXT: BARBARA ARNDT<br />
Ella Kremer gehört zu Severin. Und Severin gehört<br />
zu ihr. Die 25-Jährige wuchs im und mit dem<br />
familiengeführten Unternehmen „Mecklenburger<br />
Landpute“ auf, sozusagen direkt auf dem Hof. Ihr<br />
Großvater Arvid Kremer hatte den Betrieb 1990<br />
gegründet. „Ich habe die Entwicklung hautnah miterlebt.<br />
Ich fühle mich hier nicht nur zu Hause. Ich<br />
bin in der Region wirklich verwurzelt.“<br />
Bodenständigkeit zählt zu den Eigenschaften, welche<br />
die studierte Betriebswirtschaftlerin von den Menschen<br />
in ihrem Umfeld mit auf ihren Weg genommen<br />
hat. Und eine große Motivation, in den Familienbetrieb<br />
einzusteigen. Nach dem Abitur – „ein Auslandsjahr<br />
kam nicht in Frage, ich wollte immer hier sein“<br />
– ab solvierte Ella Kremer die Ausbildung Kauffrau<br />
im Groß- und Außenhandel. „Das war eine schöne<br />
Aus bildung. Ich wollte aber noch mehr und habe ein<br />
Bachelorstudium drangehängt.“ Sie fühlt sich gut<br />
gewappnet für die neuen Herausforderungen, die sie<br />
nun in den Bereichen Marketing und Vertrieb meistern<br />
will. „Ich habe während der Studienzeit immer<br />
einen Fuß im Unternehmen gehabt und mitgearbeitet.<br />
Jetzt ist es Zeit, Vollgas zu geben“ sagt die ambitionierte<br />
Motorsport lerin, die an der Seite ihres Vaters, Geschäftsführer<br />
Armin Kremer, sogar an internationalen Rallyes<br />
teilnimmt und große Erfolge einfährt.<br />
Ella Kremer belongs to Severin. And Severin belongs<br />
to her. The 25-year-old grew up in and with<br />
the family-run business “Mecklenburger Landpute“,<br />
right there on the farm, so to speak. Her grandfather<br />
Arvid Kremer founded the company in 1990. “I had<br />
a close-up experience of how it all developed. I feel at<br />
home not just here on the farm. I’m really rooted in<br />
the region.”<br />
Being down-to-earth is just one of the traits of the<br />
local population that the business studies graduate has<br />
appropriated for her own life journey. And it was a major<br />
motivation for joining the company business. After<br />
finishing school – “a gap year abroad wasn’t my thing,<br />
I always wanted to be here“ – Ella Kremer did commercial<br />
training as a wholesale and foreign trade assistant.<br />
“It was a good training scheme, but I wanted more and<br />
went on to do a Bachelor’s degree.” She now feels well<br />
equipped to face the new challenges ahead of her, particularly<br />
when it comes to marketing and sales. “While<br />
I was studying, I always kept one foot in the company<br />
and continued to work here. Now the time has come<br />
to really put my foot down”, says the ambitious motor<br />
sports enthusiast, who even takes part in international<br />
rallies at the side of her father, CEO Armin Kremer, and<br />
is very successful.<br />
ELLA KREMER<br />
48
Tierwohl steht an erster Stelle<br />
Die junge Frau vertritt vehement die Firmenphilosophie. „Wir<br />
bieten ein breites Sortiment an Bio-Produkten und regionalen<br />
Spezialitäten an. Unser Unternehmen setzt auf kontrollierte<br />
Aufzucht, eigene Schlachtung, eigene Verarbeitung von Bio-<br />
Hähnchen und Bio-Puten in Mecklenburg und über die Landesgrenzen<br />
hinaus – alles in einer Hand.“ Mit der Umstellung auf<br />
Bio im Jahr 2022 ging für sie in erster Linie der Wunsch nach<br />
größtmöglichem Tierwohl in Erfüllung. „Wir finden in unserer<br />
Familie viele Argumente, die diesen Schritt rechtfertigen. Vordergründig<br />
geht es darum, eine gesunde Ernährung zu ermöglichen“,<br />
beschreibt Ella Kremer das Ansinnen. „Bei der Tierhaltung für<br />
das Bio-Segment sind strenge Richtlinien einzuhalten. Wir stehen<br />
in engem Kontakt mit den Landwirten, die wiederum regelmäßig<br />
durch die entsprechenden Verbände und Institutionen kontrolliert<br />
werden.“ So wachsen beispielsweise in der Nähe von Severin<br />
rund 2.000 Bio-Waldputen auf 20.000 Quadratmetern Wiese und<br />
7.500 Quadratmetern Waldfläche auf. Frische Luft, artgerechte<br />
Bewegung, bestes Futter – eine hohe Fleischqualität ist damit<br />
garantiert.<br />
Tierwohl, so Ella Kremer, sei nicht per se eine Frage ökologischer<br />
Haltung. „In der eigenen Familie kommt auch Fleisch von Tieren<br />
auf den Tisch, die in der Region unter besten Voraussetzungen<br />
gehalten werden und somit eine hochwertige, wohlschmeckende<br />
und gesunde Qualität garantieren. Wenn ich weiß, wie Tiere<br />
gehalten werden, dann esse ich sie auch.“ Insofern gibt sie hauseigenen<br />
Bio-Geflügelprodukten, regionalem Premiumfleisch vom<br />
Bio-Angus-Rind, Wild oder Duroc-Schwein gern den Vorzug.<br />
„Importiertes Billigfleisch landet definitiv nicht in meiner Pfanne.<br />
Es ist und bleibt eine Frage des durchaus guten Geschmacks, wie<br />
lange ein Tier auf der Weide stand.“<br />
Qualität hat ihren Preis<br />
„Es gab Fleisch in Bio-Qualität und einzelne Bio-Produkte ja<br />
auch schon vor dem radikalen Umbruch. Natürlich erfordert ein<br />
solcher Schritt aus unternehmerischer Sicht Mut, mehr Geld und<br />
stringentes Handeln. Unsere Überzeugung stärkt uns. Und auch<br />
das Feedback von Kunden, die sehr wohl zwischen hochwertigen<br />
Angeboten und Billigprodukten differenzieren.“ Mit der Zeit<br />
stieg die Akzeptanz für die höheren Preise. „Und damit auch die<br />
Anerkennung für die Wertschöpfungskette, die so viele in der<br />
Ernährungsbranche ambitioniert und mit Herzblut stärken.“<br />
Die nicht kalkulierbare Bio-Vermarktung nahmen die Severiner<br />
in Kauf und wussten, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich<br />
das Kaufverhalten einpendelt. Sie brachten derweil einen Online-<br />
Shop ins Netz und warben mit den leckeren Produkten überregional<br />
um neue Kunden. Die fanden sich beispielsweise in<br />
Nordrhein-Westfalen. Stammkunden vor Ort haben sich ebenfalls<br />
überzeugen lassen.<br />
„Wir sind durchaus zufrieden mit unserem Kundenkreis. Unsere<br />
fünf Filialen, der Hofladen und das Online-Geschäft sorgen für<br />
reichlich Arbeit. Der Absatz auf den Wochenmärkten gestaltet<br />
sich hingegen rückläufig.“ Das findet Ella Kremer schade. Aktuell<br />
kann der Online-Shop mit komplettem Sortiment einen Teil des<br />
Umsatzes kompensieren. Spezielle Verpackungen und Express-<br />
Versand seien Standard, damit die hochwertigen Produkte frisch<br />
und schnell ihr Ziel erreichen. Auch für die verarbeiteten Produk-<br />
Mecklenburger Landpute bietet ein<br />
breites Sortiment an Bio-Produkten<br />
und regionalen Spezialitäten.<br />
Mecklenburger Landpute offers<br />
a wide range of organic products<br />
and regional specialities.<br />
Top priority for animal welfare<br />
The young woman is a strong advocate of the company philosophy.<br />
“We offer a wide range of organic products and regional<br />
specialities. Our company sets great store by controlled breeding,<br />
in-house slaughtering, and in-house processing of organic<br />
chickens and organic turkeys in Mecklenburg and beyond the<br />
state border – all as part of a one-stop-shop concept.“ Her main<br />
wish to prioritise animal welfare was fulfilled when they converted<br />
to organic production in 2022. “Our family comes up with<br />
many arguments that justify this step. First and foremost, it’s a<br />
case of facilitating a healthy diet”, says Ella Kremer, de scribing<br />
their intention. “Livestock farming for the organic segment<br />
has to comply with strict regulations. We keep in close contact<br />
with the farmers, who in turn are inspected regularly by the corresponding<br />
associations and institutions.” For example, around<br />
2,000 organic woodland turkeys are kept near Severin on 20,000<br />
square metres of meadows and 7,500 square metres of woodland.<br />
Fresh air, appropriate freedom of movement and the best feed are<br />
the guarantees for high-quality meat.<br />
According to Ella Kremer, animal welfare is not purely a question<br />
of ecological farming. “In my own family, we eat meat from<br />
animals that have been kept in the region under the best conditions,<br />
thus guaranteeing a high-quality, healthy and tasty product.<br />
When I know how the animals are kept, then I’m prepared to<br />
eat them too.” This is why she prefers their own organic poultry<br />
products, regional premium meat from organic Angus beef, game<br />
or Doruc pork. “You definitely won’t find cheap meat imports in<br />
my frying pan. In the end, good flavour is all about how long an<br />
animal was allowed to graze.”<br />
Quality has its price<br />
“Organic meat and individual organic products were already<br />
available before we made the radical change. Of course, taking<br />
50
this kind of step demands entrepreneurial courage, more money<br />
and stringent action. Our conviction gives us the strength we<br />
need. And also the feedback from our customers, who are quite<br />
definitely able to distinguish between top quality meat and cheap<br />
products”. The willingness to accept higher prices has grown over<br />
time. “It comes with an appreciation for the supply chain that is<br />
enhanced by so many ambitious people in the food industry who<br />
are passionate about what they do.”<br />
Marketing organic products is difficult to calculate, and the firm<br />
in Severin took this into account, knowing that it would take a<br />
certain amount of time for consumer behaviour to settle down.<br />
In the meantime, they launched an online shop and attracted<br />
new customers on a broader scale with their tasty products. Such<br />
customers were found for example in North Rhine-Westphalia.<br />
Regular local customers are also convinced.<br />
te gelten strenge Regeln: Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe,<br />
Farbstoffe, Weichmacher oder künstliche Aromen sind<br />
tabu. Naturprodukte bekommen eine Veredlung mit Gewürzen<br />
und Kräutern - in traditioneller Anlehnung.<br />
Verantwortung übernehmen ist keine Altersfrage<br />
Kaum, dass Ella Kremer so richtig ins Familienunternehmen<br />
eingestiegen ist, gehören einige Sorgen zu ihrem beruflichen<br />
Alltag. „Angesichts der politischen Entscheidungen, wie den<br />
Überlegungen zur Fleischsteuer, gestaltet sich die Kooperation<br />
mit den Landwirten um vieles schwieriger. Wir sehen noch keine<br />
Garantien, dass diese Mehreinnahmen auch bei den Produzenten<br />
ankommen.“ Höhere Abgaben bestimmen die Diskussion mit<br />
Blick auf CO₂-Emissionen oder den Einsatz von Kunststoffen.<br />
„Ich frage mich allen Ernstes, wo führt das hin? Unsere Ziele und<br />
Ideen umzusetzen, erweist sich momentan durch Kostensteigerungen<br />
und diktierte Auflagen als nicht mehr realistisch.“<br />
Die junge Unternehmerin schaut bei ihren Überlegungen über<br />
den Tellerrand. „Bio-Produkte sind eine großartige Möglichkeit,<br />
mehr Tierwohl und Umweltschutz zu realisieren. Die<br />
aktuelle Politik lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob das am Ende<br />
wirtschaftlich darstellbar ist. Für Produzenten, Verarbeiter und<br />
Kunden gleichermaßen.“ Und dann stehen am Anfang wieder<br />
die Landwirte, die den Spagat zwischen dem Traum von einer<br />
schönen, heilen Welt sowie dem Überleben der eigenen Höfe<br />
meistern müssen. Ella Kremer wünscht sich mehr Bewusstsein<br />
fürs Essen. Ein Umdenken wäre wünschenswert.<br />
Obwohl noch so jung, beweist die Severinerin Weitblick und<br />
bricht eine Lanze für einen ganzen Wirtschaftszweig. Zahlreiche<br />
Landwirte der Region liefern wertvolle Rohstoffe für hochwertige<br />
Nahrungsmittel. Alle zusammen erwirtschaften in Mecklenburg-<br />
“We’re definitely satisfied with our customer base. Our five<br />
stores, the farm shop and the online business certainly keep us<br />
busy. On the other hand, sales at the farmers markets are on the<br />
decline.” Ella Kremer thinks that’s a shame. The online shop with<br />
its full range is currently compensating for some of the turnover.<br />
Special packaging and express shipments are part of the standard<br />
proce dures to ensure the top quality products are delivered<br />
quickly and in fresh condition. The processed products are also<br />
subject to strict rules: flavour enhancers, preservatives, colourants,<br />
plasticisers or artificial flavourings are taboo. Natural products are<br />
refined with spices and herbs, the traditional way.<br />
Assuming responsibility is not a question of age<br />
Almost as soon as Ella Kremer joined the family company, she<br />
found herself dealing with a range of cares and concerns as part<br />
of her daily work. “Working with the farmers is made much<br />
harder by ongoing political decision-making processes, including<br />
deliberations about meat tax. At the moment we can’t see any<br />
guarantees that the producers will receive any of this additional<br />
income.” Higher charges are shaping discussions about the carbon<br />
footprint or the use of plastic materials. “To be quite serious, I<br />
really wonder where this is all going. Cost increases and dictated<br />
requirements mean that implementing our objectives and ideas is<br />
no longer realistic at the moment.”<br />
The young entrepreneur tends to think outside the box. “Organic<br />
products offer a great possibility for more animal welfare and<br />
environmental protection. But current political developments<br />
cast doubt on whether this can all be done profitably in the end.<br />
For producers, processors and customers in equal measure.” And<br />
once more it begins with the farmers, who have to reconcile their<br />
vision of a perfect, ideal world with ensuring the survival of their<br />
own farms. Ella Kremer would like to see a greater awareness for<br />
food. A rethink would be good.<br />
Although she’s still so young, she shows foresight and makes<br />
a case for a whole sector of the economy. Numerous farmers in<br />
the region supply valuable raw materials for top quality food<br />
products. Together they generate annual turnover of about five<br />
billion Euro in Mecklenburg-Western Pomerania. Year by year,<br />
around 17,000 employees stand for continuous growth in the<br />
food industry. The main areas of production include baking, meat<br />
51
Copyright: Mecklenburger Landpute GmbH<br />
Vorpommern einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Euro.<br />
Rund 17.000 Beschäftigte stehen seit Jahren für ein kontinuierliches<br />
Wachstum der Ernährungswirtschaft. Zu den bedeutendsten<br />
Produktionsbereichen gehören die Backwaren industrie,<br />
die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung<br />
und die Getränkeherstellung. Mehr als die Hälfte der<br />
Branchenumsätze des Landes werden dabei in <strong>Westmecklenburg</strong><br />
erwirtschaftet.<br />
„Langjährige Erfahrung und Entwicklung haben dazu beigetragen,<br />
dass wir diese Unternehmen so präsentieren können.“ Ella<br />
Kremer hat miterleben dürfen, dass es funktioniert. Eine wichtige<br />
Erkenntnis dabei: „Es braucht die Botschaft nach außen, dass wir<br />
aus Überzeugung handeln.“<br />
Neue Ideen machen Betrieb zukunftsfähig<br />
Das gilt auch für die Vermarktung von Bio-Angus-Rindern, Wild<br />
und Duroc-Schweinen. Erst 2022 entstand die neue Zerlegung.<br />
Mittlerweile bringen es die Nichtgeflügelprodukte der Eigenmarke<br />
„Mecklenburger Premium“ auf einen gewissen Anteil<br />
des Umsatzes. Ob Privatkunden oder Restaurants: Spezielle<br />
Anforderungen sollen bedient werden, beispielsweise bei anderen<br />
Zuschnitten für Fleisch. „Da sind wir noch in der Findungsphase.<br />
Genau das macht uns ebenfalls aus: Wir entwickeln ständig<br />
Produktneuheiten, probieren die eigenen Ideen aus und ver kosten<br />
diese natürlich“, sagt Ella Kremer.<br />
Rund 250 Mitarbeiter, acht Auszubildende inklusive, gehören<br />
zum Unternehmen in Severin. Berufsnachwuchs und Fachkräfte<br />
zu gewinnen, gestaltet sich schwierig – sowohl im Fleischerhandwerk<br />
als auch bei den Fachverkäuferinnen. Somit steht die Unternehmertochter<br />
selbst mit im Verkaufswagen, wenn es personell<br />
eng wird. Sie versteht nicht, warum sich junge Menschen nicht<br />
für das Fleischerhandwerk interessieren. „Hier werden große<br />
Dinge bewegt. Selbst in Corona-Zeiten gab es keinen Stillstand.<br />
Als systemrelevantes Unternehmen haben wir produziert und<br />
verkauft. Mich macht es stolz, dazu beizutragen, dass bei vielen<br />
Menschen der Tisch gedeckt ist.“<br />
In der Nähe von Severin wachsen rund 2.000<br />
Bio-Waldputen auf 20.000 Quadratmetern Wiese<br />
und 7.500 Quadratmetern Waldfläche auf.<br />
Near Severin, around 2,000 organic forest turkeys are raised on<br />
20,000 square metres of meadow and 7,500 square metres of forest.<br />
processing, milk processing, fish processing and beverage production.<br />
More than half of the state’s sector turnover is generated in<br />
Western Mecklenburg.<br />
“We are able to present these companies in this way thanks to<br />
many years of experience and development.” Ella Kremer has seen<br />
for herself that it works. One important insight: “We need to send<br />
out the message that we’re acting out of conviction”.<br />
Fit for the future with new ideas<br />
This also applies to marketing organic Angus beef, game and<br />
Duroc pork. It was only in 2022 that the new cutting room was<br />
completed. The non-poultry products under their own label<br />
“Mecklenburger Premium” now account for a certain share<br />
of turnover. Whether private customers or restaurants, special<br />
requirements have to be met, including different cuts of meat,<br />
for example. “We’re still finding our way here. But that’s another<br />
thing that makes us stand out: we’re constantly developing new<br />
products, trying things out and naturally also tasting our own<br />
ideas”, says Ella Kremer.<br />
The company in Severin has around 250 employees including<br />
eight trainees. It is difficult to find young talents and skilled<br />
workers – both in terms of trained butchers and qualified sales<br />
staff. As a result, Ella Kremer finds herself taking turns in the<br />
market stall when there’s a staff shortage. She cannot understand<br />
why young people aren’t interested in the butchery trade.<br />
“There’s so much going on here. We kept going even during the<br />
Covid pandemic. As a system-relevant company, we continued<br />
producing and selling. I’m proud to play a role in keeping food on<br />
the table for many people.”<br />
52
Information<br />
Gründungsjahr: Werk<br />
Wittenburg 1992<br />
Mitarbeiter: über 1000<br />
Produktspektrum:<br />
mehr als 180 Pizza und Snackvariationen<br />
für den deutschen<br />
und internationalen Markt<br />
Year founded:<br />
Wittenburg factory 1992<br />
Employees: über 1000<br />
Range of prodcuts:<br />
more than 180 pizza and snack<br />
variations for the German and<br />
international market<br />
www.oetker.com<br />
Dr. Oetker Tiefkühlprodukte Wittenburg KG<br />
Pizza mögen (fast) alle. Hergestellt wird der Liebling in unserem Tiefkühlsortiment<br />
seit 32 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt<br />
im Dr. Oetker Tiefkühlwerk in Wittenburg. Angefangen mit der ersten<br />
Produktionslinie des beliebten Ristorante-Sortiments beliefert das Werk<br />
heute weltweit knapp 40 Länder mit verschiedenen Pizza- und Snackvariationen.<br />
Der Standort Wittenburg mit seiner Nähe zu den Nord- und<br />
Ostseehäfen liegt strategisch günstig und ergänzt sich perfekt mit dem<br />
zweiten deutschen Pizzawerk in Wittlich, Rheinland-Pfalz.<br />
Übrigens ist Wittenburg für Dr. Oetker nicht nur ein reiner Produktions-<br />
sondern auch ein Entwicklungsstandort. Hier gibt es seit 2016 das<br />
Technologie-Entwicklungszentrum 4U. Das 4U ist ein hoch moderner<br />
Komplex, der es ermöglicht, neue Linien, Anlagen und weitere Technologien<br />
unter realen Bedingungen zu testen. Gleichzeitig kann das<br />
Zentrum als verlängerter Arm der Produktentwicklung betrachtet<br />
werden, in dem Fachexperten aus unterschiedlichen Bereichen mögliche<br />
Produktneuheiten auf ihre Massentauglichkeit überprüfen.<br />
Vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten, moderne Infrastruktur und eine<br />
familiäre Unternehmenskultur sorgen dafür, dass Dr. Oetker mit 1.000<br />
Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Region ist und darüber hinaus<br />
jedes Jahr bis zu 15 Ausbildungsplätze in verschiedenen Bereichen anbietet.<br />
Auf der Karriereseite www.jobs.oetker.com bietet sich unter Auswahl<br />
des Standortes Wittenburg die Gelegenheit, Informationen über<br />
aktuelle Stellenangebote und Karrierechancen zu erhalten.<br />
Incidentally, Wittenburg is not just a production site for Dr Oetker, but<br />
also a development centre. The 4U Technology Development Centre has<br />
been located here since 2016. The 4U is a state-of-the-art complex that<br />
makes it possible to test new lines, systems and other technologies under<br />
real-life conditions. At the same time, the centre can be seen as an extension<br />
of product development, where technical experts from various fields<br />
test potential new products for their suitability for mass production.<br />
A wide range of development opportunities, modern infrastructure and a<br />
familiar corporate culture ensure that Dr Oetker is the largest employer in<br />
the region with 1,000 employees and also offers up to 15 apprenticeships<br />
in various areas every year. You can find information on current vacancies<br />
and career opportunities on the careers website www.jobs.oetker.com by<br />
selecting the Wittenburg site.<br />
(Almost) everyone likes pizza. The favourite in our frozen range has been<br />
produced in Mecklenburg-Western Pomerania for 32 years, more precisely<br />
at the Dr. Oetker frozen food plant in Wittenburg. Starting with the first<br />
production line for the popular Ristorante range, the plant now supplies<br />
almost 40 countries worldwide with different pizza and snack variations.<br />
The Wittenburg site, with its proximity to the North Sea and Baltic<br />
Sea ports, is strategically located and perfectly complements the second<br />
German pizza plant in Wittlich, Rhineland-Palatinate.<br />
531
Gläserne Molkerei GmbH<br />
Wir sind aus Überzeugung eine reine Bio-Molkerei und haben unsere<br />
Wurzeln im Nordosten Deutschlands. Von Beginn an setzen wir auf<br />
Bio und Nachhaltigkeit – für unsere Produkte, Lieferanten, Tiere und<br />
Mitarbeiter. So stehen wir für Nachhaltigkeit, Transparenz und unverfälschten<br />
Bio-Genuss. Unsere Bio-Milch beziehen wir überwiegend<br />
von Bio-Höfen aus den Regionen rund um unsere beiden Standorte<br />
Münchehofe und Dechow. Auf diese Weise unterstützen wir die regionale<br />
Infrastruktur, stärken die ökologische Bewirtschaftung der Flächen<br />
und schaffen Arbeitsplätze in der Region. Die wertvolle Milch verarbeiten<br />
wir zu leckeren Produkten wie Trinkmilch, Butter, Joghurt, Buttermilch<br />
und Käse – natürlich alles in feinster, verbandszertifizierter Bio-Qualität.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2001<br />
Mitarbeiter: ca. 120<br />
Leistungsspektrum:<br />
30 verschiedene Artikel aus<br />
den Produktgruppen Milch,<br />
Buttermilch, Butter, Joghurt<br />
und Käse – alles in feinster<br />
Bioqualität<br />
https://glaeserne-molkerei.de<br />
Year founded: 2001<br />
Employees: about 120<br />
Range of services:<br />
30 different products made<br />
from milk, buttermilk, butter,<br />
yoghurt and cheese, all in<br />
finest organic quality<br />
We are a purely organic dairy as a matter of principle, with roots in North-<br />
East Germany. We advocate organic sustainability right from the start<br />
for our products, suppliers, animals and employees. We therefore stand<br />
for sustainability, transparency and unadulterated organic pleasure.<br />
Our organic milk is purchased mainly from organic farms in the regions<br />
around our two sites in Münchehofe and Dechow. This enables us to<br />
support the regional infrastructure, enhance ecological farming of the<br />
land and create jobs in the region. We turn the valuable milk into tasty<br />
products such as fresh milk, butter, yoghurt, buttermilk and cheese, all<br />
produced of course in the finest certified organic quality.<br />
ReformKontor GmbH & Co. KG<br />
ReformKontor wurde 1954 in Hamburg gegründet und ist eine Tochtergesellschaft<br />
der Reformhaus eG mit Sitz in Zarrentin. Das Produktionsunternehmen<br />
spezialisiert sich auf den Import, die Veredelung und<br />
das Abpacken von Trockenfrüchten, Nüssen, Ölsaaten, Reis, Getreide<br />
u. v. m., wobei 80 % der Produkte aus ökologischem Anbau weltweit<br />
stammen. Seit 1999 gehört die exklusive Softfruchtproduktion zum<br />
Sortiment. ReformKontor beliefert Reformhäuser in Deutschland und<br />
Österreich sowie viele namhafte Kunden. Das Sortiment entspricht<br />
den neuform®-Qualitätsrichtlinien und der EU-ÖKO-Verordnung.<br />
ReformKontor legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und hohe Qualität.<br />
Das Unternehmen ist IFS- und Naturland-zertifiziert und engagiert sich<br />
für eine umweltfreundliche Produktion.<br />
ReformKontor was founded in Hamburg in 1954 and is a subsidiary of<br />
Reformhaus eG based in Zarrentin. The production firm has specialised<br />
in importing, refining and packaging dry fruit, nuts, oil seeds, rice, cereal<br />
and much more, with 80 % of the products coming from organic cultivation<br />
worldwide. The range has included exclusive soft fruit production<br />
since 1999. ReformKontor supplies health food shops in Germany and<br />
Austria together with many well-known customers. The range complies<br />
with the neuform® quality guidelines and the EU Organic Regulation.<br />
ReformKontor gives great priority to sustainability and high quality. The<br />
company is certified according to IFS and by Naturland, and is committed<br />
to environmentally friendly production.<br />
1<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1995/96<br />
Neubau in Zarrentin<br />
Mitarbeiter: rund 90<br />
Lager: ca. 5500 Stellplätze im<br />
Hochregallager<br />
Produktionskapazität: 19 Mio.<br />
Tüten jährlich, Verarbeitung<br />
von ca. 6000 Tonnen Rohware<br />
www.reformkontor.de<br />
Year founded: 1995/96 new<br />
building in Zarrentin<br />
Employees: about 90<br />
Warehouse: approx. 5,500<br />
pallet bays in the highbay<br />
warehouse<br />
Production capacity:<br />
19 million packs every year,<br />
processing approx. 6,000<br />
tonnes of raw goods<br />
54
Trolli GmbH<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1948<br />
Mitarbeiter: rund 2200<br />
weltweit; am Standort<br />
Hagenow rund 400<br />
Leistungsspektrum:<br />
Herstellung und Vertrieb von<br />
FruchtgummiKreationen<br />
Standorte:<br />
Deutschland, Spanien, China,<br />
Frankreich, USA<br />
Year founded: 1948<br />
Employees: around 2,200<br />
worldwide, about 400 in<br />
Hagenow<br />
Range of services: production<br />
and sale of gummy candy<br />
creations<br />
Sites:<br />
Germany, Spain, China,<br />
France, USA<br />
www.trolli.de<br />
Die Geschichte von Trolli beginnt 1948 mit der Gründung des Süßwarenbetriebs<br />
„Wilmed“ von Willy Mederer – Vater und Vorbild des<br />
heutigen Trolli Inhabers Herbert Mederer. Mit Leidenschaft, Kreativität<br />
und Innovationskraft sorgten Vater und Sohn gemeinsam für Abwechslung<br />
im Süßwarenmarkt. Herbert Mederer gab dem Unternehmen mit<br />
den vielen frechen und ausgefallenen Kreationen dann einen passenderen<br />
Namen: Trolli.<br />
So kamen 1982 die ersten „Trolli Originals“ – wie die sauren Apfel- und<br />
Pfirsichringe – auf den Markt. Es folgten viele weitere leckere Fruchtgummi-Kreationen.<br />
Die Produktionsstätte in Mecklenburg-Vorpommern<br />
sorgt seit dem Jahr 2000 für zusätzliche Power und ist mit über<br />
400 Mitarbeitern der größte Standort des Familienunternehmens. Heute<br />
werden am Standort Hagenow zum Beispiel die beliebten Trolli Apfelringe<br />
oder die Topseller Trolli Saure Glühwürmchen produziert.<br />
Der Standort Hagenow ist als „familienfreundliches Unternehmen“<br />
zertifiziert, was die Identität von Trolli als Familienunternehmen widerspiegelt.<br />
Trolli entwickelt sich im Heimatmarkt Deutschland und weltweit<br />
kontinuierlich weiter, um immer mehr Menschen den ultimativen<br />
Fruchtgummi-Spaß zu bringen. Getreu dem Motto: Let the fun win!<br />
The Trolli story began in 1948 when the confectionery company<br />
„Wilmed“ was founded by Willy Mederer – the father and role model of<br />
the current Trolli owner, Herbert Mederer. Father and son worked with<br />
passion, creativity and innovative spirit to add variety to the confectionery<br />
market. Herbert Mederer gave the company with its cheeky and creative<br />
creations a more fitting name: Trolli.<br />
The first „Trolli Originals” were launched in 1982, such as the sour<br />
apple and peach rings. More tasty gummy candy creations followed.<br />
The production facility in Mecklenburg-Western Pomerania has given<br />
the company extra power since 2000 and is the family company’s largest<br />
site with a workforce of more than 400 employees. Today the Hagenow<br />
facility is where the Trolli Apfelringe or the best-selling Trolli Saure<br />
Glühwürmchen are made.<br />
The Hagenow site is certified as a “family-friendly company”, reflecting<br />
Trolli’s identity as a family company. Trolli is continuing developments<br />
on its domestic market in Germany and on a global scale so that more and<br />
more people can enjoy the ultimate gummy candy fun. True to the motto:<br />
Let the fun win!<br />
551
HOLZWIRTSCHAFT: STARKES<br />
RÜCKGRAT FÜR DEN SEEHAFEN<br />
Wood industry: strong<br />
backbone for Wismar port<br />
TEXT: BARBARA ARNDT<br />
MICHAEL KREMP<br />
Wer sich dem Wismarer Hafen nähert, spürt sofort,<br />
welche Bedeutung hier dem nachwachsenden<br />
Rohstoff Holz zukommt. So geht es auch Michael<br />
Kremp, seit 2006 Geschäftsführer der Seehafen<br />
Wismar GmbH. Mit Wurzeln in der Binnenschifffahrt<br />
begann er seinen Werdegang 1980 in Duisburg<br />
und übernahm nachfolgend unterschiedliche<br />
Führungspositionen in verschiedenen Bereichen der<br />
Wirtschaft.<br />
Von seinem jetzigen Büro aus, in einem Modul gebäude<br />
aus Holz direkt am Wasser, sieht er rie sige Berge von<br />
Holzschnitzeln, die ihren typischen Duft mit der<br />
frischen Seeluft mischen. Lässt der 62-Jäh rige seinen<br />
Blick an der Kaikante schweifen, kommen schnell<br />
beachtliche Kräne in Sicht, die aus großen Schiffen Rohholz<br />
entladen. Dieses gelangt in unmittelbarer Nähe<br />
in riesige Produktionshallen: Die holzverarbeitenden<br />
Unternehmen im Wismarer Hafen sind ein Glücksfall<br />
für die Hansestadt. Mehr als 2.000 Menschen arbeiten<br />
hier und machen den ohnehin einmaligen Standort<br />
zum starken Rückgrat des Seehafens. Und zu einem<br />
Gewinn für die Hansestadt, die von erheblichen Steuereinnahmen<br />
profitiert.<br />
When you approach Wismar port, you immediately<br />
understand the significant role that the renewable<br />
raw material wood plays here. Michael Kremp knows<br />
the feeling as well. He has been CEO of Seehafen<br />
Wismar GmbH since 2006. With roots in inland<br />
navigation, his career began in Duisburg in 1980.<br />
He subsequently took on various leading roles in different<br />
parts of the economy.<br />
From his current office, in a module building made<br />
of wood located directly on the waterfront, he sees<br />
huge mountains of wood chippings, the typical smell<br />
mingling with the fresh sea air. If he lets his gaze drift<br />
along the quay wall, the 62-year old soon sees im pressive<br />
cranes unloading raw timber from large ships. The wood<br />
lands directly in huge production buildings located in<br />
the immediate vicinity. The wood processing companies<br />
in Wismar port are a godsend for the Hanseatic town.<br />
More than 2,000 people work here, turning this site that<br />
is already unique into a strong backbone for the port,<br />
and turning it into a real gain for the town, which benefits<br />
from the considerable tax revenues.<br />
56
„Das in der Hansestadt ansässige Holzcluster sucht seinesgleichen.<br />
Mir ist keine vergleichbare Infrastruktur im Kontext<br />
von Verarbeitung und Bearbeitung in Europa bekannt. Wir reden<br />
hier über ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von 110 Hektar“,<br />
sagt Michael Kremp. Als der gelernte Speditionskaufmann vor<br />
knapp zwei Jahrzehnten nach Wismar kam, war das Holzcluster<br />
bereits da. Insbesondere die großen Player hatten auf dem vormals<br />
militärisch genutzten Haffeld ihre Ansiedlungen längst ausgebaut.<br />
Zu den ersten zählte ein Säge- und Hobelwerk, welches seit<br />
2010 unter dem Namen Ilim Nordic Timber agiert und zu den<br />
größten Akteuren seiner Branche weltweit gehört. 80 Millionen<br />
Bretter werden allein hier pro Jahr gefertigt.<br />
Weitere Unternehmen am Standort sind das Brettschichtholzwerk<br />
von Mayr-Melnhof Holz, Wismar Pellets, der Paletten<br />
Service und ein Abbundzentrum. Eine ausgesprochen enge und<br />
direkte Verbindung existiert mit den Egger Holzstoffwerken,<br />
welche vor allem Laminatböden und Holzfaserplatten herstellen.<br />
Dafür notwendige Rohstoffe wie Hackschnitzel und Sägespäne<br />
gelangen per Förderband aus dem Sägewerk in die Produktion<br />
von Egger.<br />
Hafen und Cluster untrennbar verbunden<br />
Hinsichtlich des Gesamtumschlages von durchschnittlich sieben<br />
Millionen Tonnen wird deutlich, dass der Universalhafen Wismar<br />
auf Holz setzt: „Rund 50 Prozent der Tonnage hat mit diesem<br />
Rohstoff zu tun und wird über verschiedene Verkehrsträger wie<br />
Bahn, Lkw und Schiff transportiert. Holzcluster und Seehafen<br />
– das ist fast wie eine Ehe. Eines hätte es ohne das andere nicht<br />
gegeben“, sagt Michael Kremp. Es mutet fast wie selbstverständlich<br />
an, dass beispielsweise 35.000 Kubikmeter Schnittholz für<br />
die USA hier abgefertigt werden. Das entspricht 11.000 Paketen,<br />
die auf 320 Meter langen und 35 Meter breiten Schiffen auf den<br />
Seeweg gehen.<br />
Holz hat im Wismarer Hafen durchaus eine Geschichte. Die Entstehung<br />
des „Wissemer“ Hafens reicht auf das Jahr 1211 zurück<br />
und datiert somit noch vor der eigentlichen Stadtgründung 1229.<br />
Der älteste natürliche Baustoff avancierte nach wechselvoller<br />
Hafengeschichte allerdings erst deutlich später zu einem bedeutenden<br />
Handelsgut. Im 19. Jahrhundert etablierte sich neben<br />
dem Umschlag von Kohle auch Holz als wichtiger Rohstoff. Ein<br />
Ausbau des Hafens wurde notwendig. Zusätzliche Erweiterungen<br />
folgten im Laufe der jüngeren Vergangenheit. Zuletzt gab es 2018<br />
eine Vergrößerung. Dafür wurden 43.000 Kubikmeter ins Wasser<br />
gebaut. „Das war die größte Flächenertüchtigung der letzten<br />
Zeit“, berichtet der Hafenchef.<br />
Gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt<br />
Die zentrale Lage der maritimen Infrastruktur behauptet sich<br />
als ideal für die Nord-Südverkehre zwischen Skandinavien und<br />
Mitteleuropa. „Die Anbindung erweist sich für den gesamten<br />
Industriestandort als optimal“, schwärmt Michael Kremp. Es<br />
gebe kaum Berührungspunkte zur Stadt. Dadurch gestaltet sich<br />
die Infrastruktur weiterhin aufnahmefähig. Das ist wichtig für<br />
die Zukunft. „Wir sind sehr breit aufgestellt und konnten damit<br />
die Krise in den vergangenen Jahren gut überbrücken“, bemerkt<br />
Das Holzcluster in Wismar ist einzigartig<br />
in Europa. Rund 50 Prozent<br />
der umgeschlagenen Tonnage<br />
gehen auf diesen Rohstoff zurück.<br />
The timber cluster in Wismar is<br />
unique in Europe. Around 50 per<br />
cent of the tonnage handled is<br />
attributable to this raw material.<br />
“Wismar’s wood cluster is second to none. I know of no other<br />
comparable processing and machining infrastructure in Europe.<br />
We’re talking about an industrial estate covering 110 hectares”,<br />
says Michael Kremp. When the qualified freight forwarding agent<br />
came to Wismar almost two decades ago, the wood cluster already<br />
existed. The big players in particular had become well established<br />
on the formerly military land called Haffeld. These included a<br />
sawmill and planing facility which has been operating under the<br />
name of Ilim Nordic Timber since 2010 and is one of the biggest<br />
names in the industry worldwide. 80 million boards are produced<br />
here alone every year.<br />
Other companies on the site include Mayr-Melnhof Holz with<br />
their laminated wood production site, Wismar Pellets, the Pallet<br />
Service and a trimming centre. There is an extremely close, direct<br />
connection with Egger Holzstoffwerke, a company mainly<br />
involved in the production of laminate flooring and fibreboards.<br />
A conveyor belt brings the necessary raw materials such as wood<br />
chips and sawdust from the sawmill into Egger’s production<br />
facility.<br />
Port and cluster inseparably joined<br />
The total turnover of seven million tonnes on average makes it<br />
clear that the universal port of Wismar relies on wood: “About<br />
50 percent of the tonnage relates to this raw material and is transported<br />
by various means of transport such as rail, truck and ship.<br />
The wood cluster and Wismar port: it’s like a marriage. You can’t<br />
have one without the other”, says Michael Kremp. It seems to be<br />
almost a matter of course, for example, that 35,000 cubic metres<br />
of sawn timber are handled here for the USA. That corresponds<br />
to 11,000 packs transported by sea on ships measuring 320 metres<br />
in length and 35 metres in width.<br />
58
Wood has a history all of its own here in Wismar part. The origins<br />
of ‘Wissemer’ port go back to the year 1211, which is actually<br />
before the town itself was founded in 1229. But it was only much<br />
later that the eldest natural construction material became an<br />
important commodity, following turbulent years of port history.<br />
It was in the 19th century that wood became established as an<br />
important raw material alongside the handling of coal. The port<br />
had to be expanded. This was followed in the more recent past by<br />
additional extension work. The last expansion took place in 2018,<br />
building 43,000 cubic metres into the water. “This was the largest<br />
port facility upgrade in recent times”, reports the port boss.<br />
der Geschäftsführer des Seehafens. „Ein weiterer Erfolgsfaktor,<br />
der uns auszeichnet, ist, dass wir als Hafengesellschaft sowohl das<br />
operative Geschäft betreiben als auch für die Infrastruktur zuständig<br />
sind. Auf diese Weise können wir die gesamte Wertschöpfungskette<br />
abdecken und die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen.“<br />
Die Verkehre vor Ort passieren ein automatisiertes Lkw-Tor.<br />
24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Ob Durchfahrt,<br />
Einfahrt in den Hafen oder Abholung – einiges konnte gemeinsam<br />
optimiert werden. Damit verfügt der Seehafen Wismar und<br />
mit ihm das Holzcluster über eine gute Wettbewerbsposition, ist<br />
sich Michael Kremp sicher. Er selbst misst dem Rohstoff Holz<br />
eine große Bedeutung bei, wenngleich insbesondere die Baubranche<br />
unter aktuellen Entwicklungen leidet. Schleppende<br />
Geneh migungsverfahren, steigende Kosten, sinkendes Interesse<br />
am Bauen: Alle spüren die schwierige Situation – vom Bauholzhersteller<br />
bis zum Laminatproduzenten. „In der Wertschöpfungsbreite<br />
könnte noch mehr drin sein, würden beispielsweise mehr<br />
Häuser komplett aus Holz gebaut werden.“ Neben dem Hausbau<br />
inklu sive Fußböden und Möbeln kommt Holz in der heimischen<br />
Papierindustrie und auch als Energieträger zum Einsatz.<br />
Digitaler Zwilling im Aufbau<br />
Die Akteure von Seehafen und Holzcluster sind regelmäßig im<br />
Austausch. Den einst genutzten „Holz-Stammtisch“ gibt es nicht<br />
mehr, wohl aber gegenseitige Impulse in Gesprächen. „Wir versuchen<br />
permanent, logistische Abläufe zu verbessern. Neues<br />
Umschlagsequipment und die Optimierung technischer Ressourcen<br />
sind Ansätze, uns gegenseitig zu fordern und zu fördern.“ Das<br />
habe allerdings auch Grenzen, schätzt Michael Kremp ein, weil so<br />
viele technische Neuerungen nicht mehr kommen werden.<br />
Copyright: Peter Kensbock/AdobeStock.com<br />
Covering the entire value chain<br />
The central location of the maritime infrastructure has proven to<br />
be ideal for serving north/south transportation routes between<br />
Scandinavia and Central Europe. “It’s an optimum link for the<br />
entire industrial location”, enthuses Michael Kremp. It by passes<br />
the town of Wismar almost entirely. This also means that the<br />
infrastructure still offers capacity, an important point for the<br />
future. “We have established a very broad basis which meant we<br />
were able to cope well with the recent crises”, says Wismar port<br />
CEO. “Another outstanding factor in our success is that we as<br />
the port company are responsible for both the operative business<br />
and for the infrastructure. This allows us to cover the entire value<br />
chain and fulfil the needs of our customers.”<br />
Site traffic passes through an automated truck gate. 24 hours a<br />
day, seven days a week. Whether passing through, entering the<br />
port or collecting goods – some aspects have been optimised on a<br />
joint basis. As a result, Wismar port and with it the wood cluster<br />
are in a good competitive position, something Michael Kremp is<br />
certain about. He himself sees wood as being a very significant<br />
raw material, even though the building industry in particular is<br />
struggling with current developments. Slow approval procedures,<br />
increasing costs, decreasing interest in building: everyone feels the<br />
difficult situation, from construction timber manufac turers to<br />
laminate producers. “The value chain could be broader if more<br />
houses were made entirely of wood, for example”. As well as<br />
building houses including floors and furniture, wood is used in<br />
the domestic paper industry and also as a source of energy.<br />
Building a digital twin<br />
Those involved in the port and the wood cluster keep in touch<br />
regularly. The former “wood round table” no longer exists, but<br />
they share mutual insights when they meet. “We are constantly<br />
trying to improve logistic workflows. New handling equipment<br />
and optimised technical resources are a couple of aspects that<br />
challenge and encourage us.” However, there are limits to this,<br />
estimates Michael Kremp, because there won’t be too many<br />
technical innovations to come.<br />
Wismar port has long since made adjustments to future demands:<br />
“We replace the rolling equipment every four years. That gives us<br />
the very latest technical trends here on site.” Nor does Michael<br />
Kremp anticipate any notable innovations for the heavy-duty<br />
equipment. After all, a mobile excavator is a mobile excavator:<br />
it can have various types of drive and possibly a bit of optimisation<br />
potential, but that’s all.<br />
59
Der Seehafen ist längst auf künftige Herausforderungen eingestellt:<br />
„Wir tauschen alle vier Jahre das Rollende Equipment.<br />
Somit verfügen wir über neueste technische Trends vor Ort.“<br />
Hinsichtlich der schweren Geräte erwartet Michael Kremp ebenfalls<br />
keine nennenswerten Innovationen. Ein Mobilbagger sei ein<br />
Mobilbagger, der über unterschiedliche Antriebe verfügen kann<br />
und vielleicht ein kleines Optimierungspotenzial besitzt. Mehr<br />
aber auch nicht.<br />
Daher verfolgt der Manager mit Nachdruck seine Strategie zur<br />
weiteren Digitalisierung. „Wir kümmern uns um alles, was zu<br />
digitalisieren geht.“ Das beinhaltet unter anderem den Aufbau<br />
eines digitalen Zwillings, einem 3D-Modell vom Hafen, bei dem<br />
man in Echtzeit alle logistischen Abläufe sehen kann. Damit kann<br />
auch die Produktivität abgebildet werden – also zum Beispiel, wie<br />
lange die Ware am Kai liegt.<br />
Auf dem Weg zum Green Port<br />
Ein weiteres wichtiges Thema ist für Michael Kremp der Green<br />
Port. „Wenn uns ein Windrad genehmigt wird, bekommen wir<br />
schnell bis zu 85 Prozent Eigenversorgung hin. In Kombination<br />
könnten wir drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr für den<br />
Hafen erzielen. Das ist nicht so viel, aber immerhin ein aktiver<br />
Beitrag für den umwelt- und ressourcenschonenden Umgang mit<br />
Energie. Wir wollen perspektivisch ein grüner Hafen sein“, sagt<br />
der Geschäftsführer. Er ist Realist genug zu wissen, dass auch bei<br />
diesen Entwicklungen nichts von heute auf morgen umzusetzen<br />
ist. Um Schiffe mit Landstrom während ihrer Liegezeit zu versorgen,<br />
gegebenenfalls auch Bordkräne zum Be- und Entladen,<br />
die einen höheren Energiebedarf haben, braucht es Übereinstimmungen.<br />
Und die fehlen. „Hier ist nichts genormt, jeder kommt<br />
mit einer anderen Vorstellung. Man kann das vergleichen mit dem<br />
Handy-Akku und nun gängigen USB-C-Anschlüssen. Das erwies<br />
sich als langer Weg bis zur Umsetzung. Bei Schiffen ist das ähnlich,<br />
nur dass die Stecker etwas größer sind.“<br />
The manager is therefore vehemently pursuing his strategy for<br />
further digitalisation. “We’re digitalising everything we can.”<br />
Among others, that includes building a digital twin, a 3D model<br />
of the port with real-time visualisation of all the logistics workflows.<br />
Productivity aspects are also revealed, such as how long the<br />
goods remain on the quay.<br />
Becoming a green port<br />
The green port is another important topic for Michael Kremp. “If<br />
we get permission for a wind turbine, we’ll soon be self-sufficient<br />
to 85%. In combination, we could generate three million kilowatt<br />
hours for the port. That’s not much, but when all is said and done,<br />
it makes an active contribution towards an environmentallyfriendly<br />
approach to energy and protects resources at the same<br />
time. In the long run, we want to be a green port”, says the CEO.<br />
He is realistic enough to know that even with these developments,<br />
it won’t all change overnight. You need the right connections to<br />
supply ships with shore-side power when in port, and also deck<br />
cranes when loading and unloading, with their higher energy<br />
demand. And the right connections are missing at the moment.<br />
“Nothing is standardised, everyone comes with a different idea.<br />
You can compare it with phone batteries and the USB-C ports<br />
that are now used. It took a long time to get it all implemented.<br />
It’s similar with ships, just that the connectors are a bit bigger.”<br />
Michael Kremp’s comprehensive expertise will help to master this<br />
challenge as well. Customers rely on the experience already gained<br />
in the old wood port, and on modern know-how for handling<br />
wood. “Tradition and the future thus combine to keep us in a<br />
leading position in the wood industry”, says Michael Kemp. As<br />
long as the wood cluster exists and goods have to be moved physically,<br />
he’s not worried about the future of Wismar port.<br />
Die umfassende Expertise von Michael Kremp wird dazu beitragen,<br />
auch diese Herausforderung zu bestehen. Kunden<br />
setzen sowohl auf Erfahrung, die man bereits im alten Holzhafen<br />
gesammelt hat, als auch auf modernes Know-how im<br />
Holz- Handling. „So sorgen Tradition und Zukunft für einen<br />
anhaltenden Spitzenplatz in der Holzindustrie“, sagt Michael<br />
Kremp. Solange es das Holzcluster gibt und Ware physisch bewegt<br />
werden muss, ist ihm nicht bange um die Zukunft des Seehafens.<br />
60
Seehafen Wismar GmbH<br />
Wir sind Ihr verlässlicher Partner für Logistik im Ostseeraum. Die zentrale<br />
Lage des Seehafens Wismar ist ideal für die Nord-Süd-Verkehre zwischen<br />
Skandinavien und Mitteleuropa sowie durch die Ost-West-Anbindung<br />
aus Richtung Baltikum. Sie wird ergänzt durch eine gut ausgebaute und<br />
aufnahmefähige Hinterland anbindung.<br />
Moderne Umschlagtechnik und qualifiziertes Fachpersonal bringen<br />
unterschiedlichste Güter schnell und sicher auf den Weg. Ob Seeweg,<br />
Schiene oder Straße – we make it portable.<br />
We are your reliable partner for logistics in the Baltic Sea region. The<br />
central location of Wismar Seaport is ideal for north/south traffic<br />
between Scandinavia and Central Europe, and for the east/west link from<br />
the Baltic, supplemented by welldeveloped infrastructure to the hinterland<br />
with ample capacity.<br />
Modern handling equipment and qualified staff help to forward a wide<br />
variety of cargo types quickly and safely. Whether by sea, rail or road, we<br />
make it portable.<br />
Information<br />
Jährliches Umschlagvolumen:<br />
ca. 8 Mio. Tonnen (über alle<br />
Verkehrsträger)<br />
Fläche: 70,7 ha,<br />
60,7 ha davon Landfläche<br />
Gedeckte Lagerflächen:<br />
54.000 qm<br />
Freiflächen: 162.000 qm<br />
www.hafen-wismar.de<br />
Annual handling volume:<br />
approx. 8 million tonnes<br />
(across all carriers)<br />
Area: 70.7 hectares,<br />
60.7 ha of which on land<br />
Roofed storage areas:<br />
54,000 m²<br />
Open areas: 162,000 m²<br />
Ilim Nordic Timber<br />
GmbH & Co. KG<br />
Ilim Timber ist einer der führenden Produzenten von hochwertigem<br />
Nadelschnittholz. Weltweit hat das Unternehmen vier Standorte, darunter<br />
mit der Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG in Wismar das größte<br />
Sägewerk Europas. Ilim Nordic Timber produziert hochwertige Holzbauprodukte<br />
durch die Verarbeitung von Nadelholz (Kiefer und Fichte)<br />
aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, vorrangig für den regionalen<br />
(KVH, Leimbinder, Brettsperrholz, Dachlatten, Dielen) als auch für den<br />
weltweiten Markt. Damit können am Standort Wismar jährlich über 1,5<br />
Mio. Tonnen CO 2 nachhaltig gespeichert werden. Mit dieser nachhaltigen<br />
Holzverwendung leistet Ilim Nordic Timber einen bedeutenden<br />
Beitrag zum Klimaschutz aus einem nachwachsenden Rohstoff.<br />
Ilim Timber is a leading producer of top quality softwood sawn timber.<br />
The company has four sites around the world, including Ilim Nordic<br />
Timber GmbH & Co. KG in Wismar, which is home of Europe’s largest<br />
sawmill. Ilim Nordic Timber processes softwood (pine and spruce) from<br />
sustainable forest management to produce top quality timber construction<br />
products, primarily for the regional market (solid structural timber,<br />
laminated beams, cross-laminated timber, roof battens, floor boards) and<br />
also on a global scale. The Wismar site is thus capable of storing more<br />
than 1.5 million tonnes of CO 2 every year. With this sustainable timber<br />
usage, Ilim Nordic Timber is making a significant contribution to climate<br />
protection based on a renewable raw material.<br />
1<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1998<br />
Mitarbeiter: rund 600<br />
Leistungsspektrum:<br />
Verarbeitung von Nadelhölzern<br />
(Fichte & Kiefer) zu<br />
hochwertigem Schnittholz<br />
vorrangig für die Hausbau und<br />
Ver packungs sowie in der<br />
Holzwerkstoffindustrie<br />
www.ilimtimber.eu<br />
Year founded: 1998<br />
Employees: approx. 600<br />
Range of services:<br />
Processing of softwoods<br />
(spruce & pine) into highquality<br />
sawn timber, primarily<br />
for the house construction and<br />
packaging industries as well as<br />
in the woodbased materials<br />
industry<br />
61
BRANCHENÜBERGREIFENDE<br />
SYSTEMLÖSUNGEN<br />
Cross-sectoral<br />
system solutions<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
Moderne Technologien vereinfachen die Arbeit in<br />
vielfältigen Bereichen. Auch kleine und mittelständische<br />
Unternehmen haben zunehmend Bedarfe an<br />
Optimierungsprozessen und der Implementierung<br />
neuer Technologien in den Unternehmensalltag. Ein<br />
wichtiger Partner, wenn es um das Finden passender<br />
Lösungen im Bereich der Datenvisualisierung geht,<br />
ist das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung<br />
IGD in Rostock.<br />
„Wir unterstützen Unternehmen dabei, innovativer zu<br />
werden und Entwicklungen aus der Forschung für die<br />
Wirtschaft nutzbar zu machen“, sagt der Standortleiter<br />
des Fraunhofer IGD in Rostock, Prof. Dr.-Ing. Uwe<br />
Freiherr von Lukas. „Vor allem für kleine und mittlere<br />
Unternehmen ohne eigene Forschungsabteilung steht<br />
unser kompetentes Team als Partner bereit.“ Der Fokus<br />
des Instituts liegt auf Software-Lösungen im Visual<br />
Computing, also der bild- und modellbasierten Informatik.<br />
„Vereinfacht gesagt, geht es darum, aus Bildern<br />
Daten zu sammeln und Daten in Bildern zu veranschaulichen,<br />
wie beispielsweise bei Virtual oder Augmented<br />
Reality“, erklärt Prof. von Lukas. Damit können auch<br />
große Datenmengen nutzbar gemacht werden. Wichtige<br />
Schwerpunktbranchen sind dabei die maritime<br />
Wirtschaft, Gesundheit und Pflege sowie Bioökonomie<br />
und Infrastruktur. Hier fokussieren aktuelle Projekte<br />
insbesondere anwendungsorientierte Systemlösungen<br />
für den Sektor Landwirtschaft, etwa durch die sensorbasierte<br />
Identifikation von Pflanzenarten im Grünland,<br />
die bildbasierte Lahmheitserkennung bei Kühen oder<br />
die Visualisierung von Wuchsparametern per App.<br />
Modern technology simplifies workflows in many<br />
areas. Small and medium-sized businesses also<br />
have a growing need to optimise their processes<br />
and implement new technologies in their everyday<br />
routines. The Fraunhofer Institute for Computer<br />
Graphics Research (IGD) in Rostock is an important<br />
partner when it comes to finding the right solutions<br />
for data visualisation.<br />
“We help companies to become more innovative so that<br />
research developments can be put to good use for the<br />
economy”, says Prof. Dr.-Ing. Uwe Freiherr von Lukas,<br />
site manager at the Fraunhofer IGD in Rostock. “Our<br />
team of experts is the go-to partner particularly for small<br />
and medium-sized businesses that don’t have their own<br />
research department”. The institute focuses on software<br />
solutions for visual computing, a discipline of com puter<br />
science that deals with images and 3D models. “To<br />
put it simply, it’s a case of collecting data from images<br />
and also visualising data in images, such as virtual or<br />
augmented reality“, explains Prof. von Lukas. This<br />
makes it pos sible to use even large quantities of data.<br />
Key indus tries in clude maritime technology and healthcare<br />
as well as bioeconomics and infrastructure. Current<br />
projects focus in particular on applied system solutions<br />
for agriculture, including sensor-based iden tification<br />
of plant species in grassland, image-based detection of<br />
lameness in cows or visualising growth parameters with<br />
an app.<br />
PROF. DR.-ING.<br />
UWE FREIHERR VON LUKAS<br />
62
Häufig ist es so, dass Unternehmen mit speziellen Fragestellungen<br />
oder Ideen für Produkte an das Fraunhofer-Institut herantreten.<br />
Ein erfolgreiches Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der Firma<br />
ZF Airbag Germany GmbH. Deutlich mehr als 100.000 Airbag-<br />
Gasgeneratoren verlassen täglich das Werk in Laage bei Rostock<br />
und treten ihre weltweite Reise zu den Kunden an. Als sicherheitsrelevantes<br />
Bauteil unterliegen die Generatoren strengen Qualitätskontrollen.<br />
Die visuelle Endkontrolle im Werk bestand bislang aus<br />
dem Zusammenspiel konventioneller Bildverarbeitungsverfahren<br />
und der manuellen Kontrolle durch das Produktionspersonal.<br />
Abweichungen vom Soll-Zustand wie kleine Beschädigungen<br />
oder Fremdkörper, die die Funktion des Airbags beeinträchtigen,<br />
wurden vom System gemeldet und die Bilder daraufhin kontrolliert.<br />
Bei Bestätigung des Mangel verdachts suchten die Mitarbeiter<br />
das defekte Teil heraus und prüften es händisch. Bei mehr als<br />
zehn Fertigungslinien, die alle vier Sekunden einen fertigen Generator<br />
produzieren, stellt dies einen enormen Aufwand und eine<br />
große Belastung an die Mitarbeitenden dar. Zeitverzögerungen im<br />
Ablauf und Nachkontrollen sind zeit- und kostenintensiv.<br />
Im Rahmen einer Auftragsforschung erstellte das Fraunhofer<br />
IGD zunächst eine Machbarkeitsstudie und präsen tierte<br />
Möglich keiten für die Umsetzung einer optimierten Endkontrolle.<br />
Schließlich entwickelte das Forscherteam die auf KI<br />
basierende Software AEOLIA für die optische Endkontrolle von<br />
Airbag- Generatoren, die bei der Qualitätssicherung Zeit und<br />
Kosten spart und Mit arbeiter entlastet. Zwei Jahre lang wurde<br />
die Software nach der erfolgreichen Pilotphase im Rostocker<br />
Werk validiert, um die hohen Anforderungen an die Performance<br />
sicherzustellen. Mittlerweile setzt die ZF Airbag Germany GmbH<br />
die Anwendung auch in seinen anderen Werken in Süddeutschland,<br />
den USA und China ein.<br />
Als ein weiteres praxisrelevantes Beispiel nennt Prof. von Lukas<br />
ein Projekt aus dem Bereich Maritime Wirtschaft, in den auch<br />
sein eigener Forschungsbereich fällt. Seit Juli 2020 hat er die Professur<br />
für Maritime Graphics an der Fakultät für Informatik und<br />
Elektrotechnik der Universität Rostock inne. Gefragt war ein<br />
System zur Auswertung von Unterwasseraufnahmen, um das<br />
Monitoring von Fischbeständen in Gewässern zu vereinfachen.<br />
Hierfür wurden bisher Videoaufnahmen durch Biologen manuell<br />
ausgewertet, was mitunter einen Zeitaufwand von mehreren<br />
Stunden oder sogar Tagen bedeutete. „Wir haben eine Software<br />
zur Automatisierung dieses Prozesses entwickelt, so dass durch<br />
Personal nur noch punktuell nachjustiert werden muss“, erläutert<br />
Prof. von Lukas. „Dadurch können wesentlich mehr Daten in<br />
kürzerer Zeit ausgewertet werden. Die KI wird in dieser Hinsicht<br />
immer besser und hilft dabei, die Effizienz solcher Arbeitsprozesse<br />
zu steigern.“<br />
Das Fraunhofer IGD unterhält am Standort Rostock gute Forschungsbedingungen<br />
und Speziallabore. Eines davon ist das<br />
Digital Ocean Lab, ein Unterwassertestfeld für die Meerestechnik<br />
in der Ostsee, das 2021 seinen Betrieb aufnahm. Es befindet<br />
sich vor der Küste Nienhagens und ist konzeptionell eng in<br />
die Strukturen des Ocean Technology Campus am Rostocker<br />
Mithilfe einer vom IGD entwickelten<br />
Software können Unterwasseraufnahmen<br />
von Fischbeständen<br />
schneller ausgewertet werden.<br />
With the help of software<br />
developed by the IGD, underwater<br />
images of fish stocks can<br />
be analysed more quickly.<br />
Companies often approach the Fraunhofer Institute with highly<br />
specific queries or product ideas. Cooperation with ZF Airbag<br />
Germany GmbH is just one successful example. Well over 100,000<br />
airbag inflators leave the company’s factory in Rostock every day<br />
and are dispatched to customers around the world. As safetycritical<br />
components, the inflators are subject to strict quality<br />
controls. Until now, the visual final inspection in the factory consisted<br />
of conventional image processing procedures supplemented<br />
by manual inspection which was carried out by the production<br />
staff. Deviations from standard, such as minor damage or foreign<br />
objects that impair the functioning of the airbag, were flagged<br />
up by the system for a manual image inspection. If the suspected<br />
defect was confirmed, an employee would extract the part and<br />
check it by hand. With more than ten production lines de livering<br />
a finished inflator every four seconds, this put the employees<br />
under enormous pressure. Delays in the process and rechecks cost<br />
time and money.<br />
The Fraunhofer IGD was commissioned with a research project,<br />
which involved conducting a feasibility study and presenting<br />
options for optimising the final inspection stage. The research<br />
team then developed the AI-based AEOLIA software for visual<br />
final inspection of airbag inflators to save time and costs during<br />
quality assurance, while reducing pressure on the staff at the<br />
same time. Following a successful pilot phase, the software was<br />
validated in the Rostock factory over a two-year period to ensure<br />
the high-performance demands were met. ZF Airbag Germany<br />
GmbH meanwhile also uses the application in its other factories<br />
in South Germany, the USA and China.<br />
64
Fischereihafen eingebettet. „Das Digital Ocean Lab bietet erstmals<br />
eine reale Umgebung in der Ostsee, um neueste meerestechnische<br />
Lösungen zu erproben, welche die Nutzung der Meere in<br />
Zukunft so effizient und gleichzeitig ökologisch verträglich wie<br />
irgend möglich gestalten sollen“, so Prof. von Lukas. Hier finden<br />
Unterwassertestreihen verschiedener Art statt. So unterzieht z. B.<br />
das Rostocker Start-up Framework Robotics GmbH seine 3Dgedruckten<br />
Rahmenbauteile für Unterwassersensorik in dieser<br />
Realumgebung wichtigen Tests.<br />
Aber auch das Institut selbst geht mit eigenen Entwicklungen<br />
auf Unternehmen zu, um Praxiskooperationen zu schließen<br />
und Verbundprojekte zu realisieren. Eines davon ist das vom<br />
Land Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen<br />
Fonds für regionale Entwicklung geförderte Verbundprojekt<br />
„Visual Computing as a Service“ (VCaaS) zur Entwicklung einer<br />
cloud basierten Engineering-Plattform für die maritime Branche.<br />
Projektpartner dabei war das Schweriner Software unternehmen<br />
S.K.M. Informatik GmbH. Das Konzept basiert auf der am<br />
Fraunhofer IGD entwickelten Technologie für Visual Computing<br />
as a Service und knüpft an die bei SKM vorhandenen Kompetenzen<br />
und Software-Bausteine an. Bei der Entwicklung spielten<br />
konkrete Anwendungsfälle und aktuelle Anforderungen aus dem<br />
Schiffbau eine zentrale Rolle.<br />
Ein wichtiger Service, der daraus abgeleitet wurde, war die Punktwolken-Analyse.<br />
Hintergrund ist, dass im Bereich des Schiff- und<br />
Anlagenbaus, aber auch in der Architektur, die Planung bislang<br />
durch CAD-Modelle stattfindet. Die Erfassung des Ist-Zustan-<br />
Copyright: Fraunhofer-Institut für Graphische Daten verarbeitung IGD, Rostock<br />
Prof. von Lukas moves on to another project, this time in the<br />
field of maritime technology which is also his own particular<br />
research focus. Since July 2020, he has held the professorship<br />
for Mari time Graphics at the Faculty of Computer Science and<br />
Elec trical Engineering at the University of Rostock. The project<br />
required the development of a system to analyse underwater<br />
footage that would make it easier to monitor fish populations in<br />
waters. Hitherto, biologists had to evaluate video footage manually,<br />
which could take several hours or even days. “We have developed<br />
software to automate the process that now only needs ad hoc<br />
adjustment by staff”, explains Prof. von Lukas. “As a result, far<br />
larger quantities of data can be evaluated in much less time. AI is<br />
constantly improving in this respect and helps to make these work<br />
processes more efficient.”<br />
The Fraunhofer IGD in Rostock provides excellent conditions for<br />
research together with special laboratories, including the Digital<br />
Ocean Lab, an underwater test field for marine technology in the<br />
Baltic Sea, which started its work in 2021. It is located off the coast<br />
at Nienhagen and is designed to work in close coopera tion with<br />
the structures of the Ocean Technology Campus on the site of<br />
Rostock’s fishing port. “The Digital Ocean Lab is the first facility<br />
of its kind to offer a real-life environment for testing state-ofthe-art<br />
marine technology solutions. The aim is to make future<br />
utilisation of the seas as efficient and economically compatible<br />
as possible”, says Prof. von Lukas. All kinds of underwater tests<br />
are conducted here. For example, the Rostock start-up com pany<br />
Framework Robotics GmbH is using this real-life setting to carry<br />
out important tests on its 3D-printed frame components for<br />
underwater sensors.<br />
The institute also takes a pro-active approach when it comes to<br />
its own proprietary developments, contacting companies about<br />
practical cooperation and joint projects. These include for example<br />
the “Visual Computing as a Service” (VCaaS) joint project<br />
funded by the state of Mecklenburg-Western Pomerania in the<br />
framework of the European Regional Development Fund to<br />
develop a cloud-based engineering platform for the maritime<br />
sector. The project partner in this case was the software company<br />
S.K.M. Informatik GmbH. The concept is based on the Visual<br />
Computing as a Service technology developed at the Fraunhofer<br />
IGD using SKM’s expertise and software components.<br />
The development focused particularly on specific use cases and<br />
current shipbuilding requirements.<br />
One important service to be derived from this is scatter plot<br />
analysis. The background for the project consists of CAD models<br />
which are usually taken as the basis for most planning activities<br />
involved in shipping, plant construction and also architecture.<br />
Laser scans are often used for current state detection. A highly<br />
laborious process is then necessary to convert the resulting<br />
data into CAD data that can be put to further use. Depicting<br />
or deriving scatter plots from the obtained data should make it<br />
easier to compare the current state with the planning data. The<br />
infrastructure and services developed by the Fraunhofer team<br />
65
des erfolgt häufig mittels Laserscan. Die hieraus gewonnen Daten<br />
lassen sich nur durch hohen Aufwand in weiterverwendbare<br />
CAD-Daten konvertieren. Die Darstellung bzw. Ableitung von<br />
Punktwolken aus den gewonnenen Daten soll den Vergleich des<br />
Ist-Zustandes mit den Planungsdaten erleichtern. Die vom Fraunhofer-Team<br />
entwickelte Infrastruktur und Services wurden dem<br />
Projektpartner SKM Informatik GmbH per API (Application<br />
Programming Interface) zur Verfügung gestellt, so dass dieser in<br />
der Lage war, auf Basis der Fraunhofer-Technologie eigene, an ihre<br />
Nutzer zugeschnittene Anwendungen zu erstellen.<br />
Gute Vernetzung ist für die zahlreichen Kontakte und Projektideen<br />
unerlässlich. Die Bedeutung von technologieorientierten Netzwerken<br />
für Technologietransfer und Regionalentwicklung ist ein<br />
wichtiges Interessensfeld von Prof. Uwe Freiherr von Lukas. In<br />
zahlreichen Gremien ist er präsent und setzt sich aktiv für den<br />
Informationsaustausch ein, etwa als Mitglied im Maritimen Zukunftsbeirat<br />
für Mecklenburg-Vorpommern, der im Juni 2023<br />
gegründet wurde. Kernthemen des Beirates sind unter anderem<br />
die erweiterten Aufgaben der MV-Häfen als Logistikzentren, zur<br />
Sicherung der Energieversorgung und Standorte industrieller<br />
Wertschöpfung sowie die Perspektiven und strate gische Ausrichtungen<br />
im maritimen Sektor in den Bereichen Wasserstoff und<br />
E-Fuels. Auch die wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung<br />
in der maritimen Industrie als innovativer Treiber sowie die Offshore-Windenergie<br />
sind wichtige Themenbereiche des Beirats,<br />
dem 20 Experten aus der maritimen Branche angehören.<br />
were sent via API (Application Programming Interface) to the<br />
project partner SKM Informatik GmbH who used the Fraunhofer<br />
technol ogy to produce applications tailored to their own<br />
users.<br />
Good networking is indispensable for managing the numerous<br />
contacts and project ideas. The significance of technologyoriented<br />
networks for technology and regional development is<br />
another important area of interest for Prof. Uwe Freiherr von<br />
Lukas. He belongs to numerous bodies and actively advocates<br />
information sharing, for example as a member of the Maritime<br />
Future Council for Mecklenburg-Western Pomerania, which was<br />
set up in June 2023. Among others, the council has a particular<br />
focus on the extended tasks of Mecklenburg-Western Pomerania’s<br />
ports as logistics centres, safeguarding the energy supply and sites<br />
of industrial value creation, as well as the prospects and strategic<br />
alignment of hydrogen and e-fuels in the maritime sector. Other<br />
key aspects dealt with by the council with its 20 experts from<br />
the maritime sector include industry-driven research and development<br />
as an innovative driving force in the maritime industry<br />
together with offshore wind energy<br />
Prof. von Lukas endeavours in particular to establish a culture<br />
of cooperation among companies. Innovation-related cooperation<br />
between several companies could achieve so much, and help<br />
smaller and medium-sized firms of various sectors in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania to make real progress.<br />
Ein wichtiges Anliegen ist Prof. von Lukas die Etablierung einer<br />
Kooperationskultur von Unternehmen untereinander. Insbesondere<br />
die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen im Bereich<br />
Innovationen könne vieles bewegen und kleine und mittlere<br />
Unternehmen verschiedener Branchen in Mecklenburg-Vorpommern<br />
voranbringen.<br />
66
Copyright: Fraunhofer-Institut für Graphische Daten verarbeitung IGD, Rostock<br />
Das Digital Ocean Lab ist ein Unterwassertestfeld für die<br />
Meerestechnik in der Ostsee, das 2021 seinen Betrieb aufnahm.<br />
The Digital Ocean Lab is an underwater test centre for marine<br />
technology in the Baltic Sea, which began operations in 2021.<br />
67
IT-TEKTEN GmbH<br />
Schwerin als Teil der Metropolregion Hamburg gehört zu einer der<br />
wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Kein Wunder, dass die<br />
Landeshauptstadt ein ganz besonderer Ort ist für innovative Unternehmen<br />
wie die IT-TEKTEN. Wir sind die Spezialisten für passive<br />
Netzwerktechnik mit über 30 Jahren Erfahrung. Unsere handwerkliche<br />
Cleverness, das kreative Denken und die professionelle Umsetzung bei<br />
höchster Ausführungsqualität zeichnen uns aus. Als Architekten der<br />
IT planen und realisieren wir die IT-Infrastruktur von Anfang an intelligent<br />
und an passungsfähig, damit alles so perfekt wie sicher läuft. Das<br />
ist mehr als ein gutes Gefühl für namhafte Marken, Konzerne, Kliniken,<br />
Industrie betriebe aller Größe und Art, Architekten sowie öffentliche<br />
Auftrag geber.<br />
As part of Hamburg Metropolitan Region, Schwerin belongs to one of the<br />
strongest economic regions in Germany. It is therefore no great surprise<br />
that the state capital is a special place for innovative companies such as IT-<br />
TEKTEN. We are specialists for passive network technol ogy with more<br />
than 30 years of experience. It is our combination of skilled craftsmanship,<br />
a creative mindset and professional implementation exe cuted in the<br />
very best quality that makes us stand out. As IT architects, we plan and<br />
implement smart and adaptable IT infrastructure right from the start so<br />
that everything runs perfectly with absolute security. This approach offers<br />
more than just a feel-good factor for major brands, companies, hospitals,<br />
industrial firms of all sizes and kinds, architects and public-sector clients.<br />
Information<br />
Standorte/Locations: Schwerin, Hamburg<br />
Leistungsspektrum: Gebäudenetzwerkverkabelung, Umbau von<br />
Netzwerkschränken, RechenzentrenTechnik sowie WLAN und<br />
DECTAusleuchtung, GreenITLösungen<br />
Range of services: building network wiring, upgrading of network<br />
cabinets, data centre technology as well as scrutinising WiFi and<br />
DECT, green IT solutions<br />
www.it-tekten.net<br />
SIS & KSM<br />
kommunal . regional . digital<br />
Matthias Effenberger, Geschäftsführer/Managing Director SIS und Vorstand/CEO KSM<br />
Als Unternehmensverbund aus SIS – Schweriner IT- und Servicegesellschaft<br />
mbH und KSM Kommunalservice Mecklenburg AöR sind wir der<br />
führende kommunale IT-Dienstleister in <strong>Westmecklenburg</strong>. Wir liefern<br />
ganzheitliche, standardisierte und innovative Lösungen für die Zukunftsfähigkeit<br />
unserer Träger und Kunden. Durch Digitalisierung entwickeln<br />
wir zukunftsorientierte Arbeits-, Lebens- und Lernwelten, um das Leben<br />
der Menschen in der Region attraktiver zu machen. Wir modellieren die<br />
digitale Transformation, indem wir Strukturen und Abläufe weiterentwickeln<br />
und schaffen so den Rahmen für kontinuierliche Verbesserung,<br />
Innovation und neue Geschäftsmodelle.<br />
Information<br />
Gesellschaften:<br />
SIS (gegr. 2005);<br />
KSM (gegr. 2013)<br />
Mitarbeiter: mehr als 260<br />
Leistungsspektrum:<br />
IT und Servicepartner für<br />
kommunale Verwaltungen,<br />
Schulen, Unternehmen<br />
www.sis-schwerin.de<br />
Group companies:<br />
SIS (founded 2005);<br />
KSM (founded 2013)<br />
Employees: more than 260<br />
Range of services:<br />
IT and service partner for<br />
communal authorities, schools,<br />
companies<br />
1<br />
The SIS company group consisting of SIS Schweriner IT- und<br />
Servicegesellschaft mbH and KSM Kommunalservice Mecklenburg<br />
AöR is the leading municipal IT service provider in Western Mecklenburg.<br />
We provide holistic, standardised and innovative solutions for the<br />
future sustainability of our customers and municipal bodies. Using digital<br />
technology, we develop future-oriented settings where people can work,<br />
live and learn, to make life more attractive for the people in the region.<br />
We model digital transformation by refining structures and workflows,<br />
thus creating the framework for continuous improvement, innovation<br />
and new business models.<br />
68
providata GmbH<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2022 aus<br />
den Unternehmen e.dat und<br />
EMAKS<br />
Mitarbeitende: ca. 520 (2024)<br />
Standorte: Schwerin und<br />
Freiburg im Breisgau<br />
Branche/Dienstleistungen:<br />
Prozess und Datenmanagement<br />
in der Energiewirtschaft<br />
www.providata.de<br />
Founding year: 2022 from the<br />
companies e.dat and EMAKS<br />
Employees: approx. 520 (2024)<br />
Locations: Schwerin and<br />
Freiburg im Breisgau<br />
Sectors/services:<br />
Process and data management<br />
for the energy sector<br />
Prozesse, Visionen, Daten: Die providata GmbH in Schwerin ist der<br />
zuverlässige Partner im Bereich Prozess- und Datenmanagement in<br />
der Energiewirtschaft. Als Tochter unternehmen der WEMAG AG,<br />
badenova AG & Co. KG und der Thüga AG verfügen wir über ein tiefes<br />
Verständnis für energie wirtschaftliche Prozesse und bieten visionäre<br />
Lösungen sowie präzise Datenverarbeitung.<br />
Unsere Zielgruppe umfasst Energie lieferanten, Netzbetreiber und<br />
Kommunen. Durch die Zugehörigkeit zur Thüga-Gruppe profitieren<br />
unsere Kunden vom umfassenden Wissen der größten kommunalen<br />
Energiegruppe Deutschlands. Bundesweit übernehmen wir Markt- und<br />
Kundenprozesse für kommunale und indus trielle Auftraggeber.<br />
Mit über 20 Jahren Erfahrung entwickeln wir herausragende Lösungen<br />
in den Bereichen Abrechnung, Forderungs management, Marktkommunikation,<br />
Energiedatenmanagement, Messservice und Kundenservice.<br />
Ergänzt wird unser Portfolio durch fortschrittliche Technologien wie<br />
dem Internet of Things (IoT) und Robotic Process Automation (RPA).<br />
Zudem bieten wir vielfältige Karrieremöglichkeiten für Technikgenies,<br />
kreative Köpfe, strategische Denker und Finanzexperten, die unser Team<br />
verstärken möchten.<br />
Processes, visions, data: providata GmbH in Schwerin is your reliable<br />
partner for process and data management in the energy sector. As a subsidiary<br />
of WEMAG AG, badenova AG & Co. KG and Thüga AG, we<br />
have a profound under standing for processes in the energy industry, and<br />
offer visionary solutions alongside precise data processing.<br />
Our target group encompasses utility companies, energy suppliers, network<br />
operators and local authorities. As part of the Thüga Group, we<br />
offer our customers access to the comprehensive know-how of Germany’s<br />
largest municipal energy group. We deal with market and customer<br />
processes for municipal and industrial clients throughout Germany.<br />
With more than 20 years of experience, we develop outstanding solutions<br />
for billing, receivables management, market communication, energy data<br />
management, metering and customer service. Advanced technologies<br />
such as the Internet of Things (IoT) and Robotic Process Automation<br />
(RPA) supplement our portfolio. We also offer a wide range of career<br />
possibilities for technical geniuses, creative minds, strategic thinkers and<br />
financial experts seeking to join our team.<br />
691
DVZ Datenverarbeitungszentrum<br />
Mecklenburg-Vorpommern GmbH<br />
Als modernes Technologieunternehmen setzen unsere mehr als 700<br />
Mitarbeiter*innen täglich ihr Know-how ein, um gemeinsam mit<br />
unseren Kunden die Zukunft der digitalen Verwaltung zu gestalten. Als<br />
IT-Dienstleister der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommerns sind<br />
wir langjähriger und starker Partner des öffentlichen Sektors im Land und<br />
über dessen Grenzen hinaus.<br />
Die Dimension unserer Projekte, die vielschichtigen Aufgabenfelder<br />
und die unmittelbare Auswirkung auf die Verwaltung bzw. auf die<br />
Bürger*innen im ganzen Land erleben unsere Kolleginnen und Kollegen<br />
direkt in ihrer täglichen Arbeit. Ob IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz,<br />
Entwicklung von Fachverfahren, Containertechnologie oder der Betrieb<br />
eines Hochverfügbarkeits-Rechenzentrums: Wir begleiten die digitale<br />
Transformation im Public Sector und stellen uns aktiv ihren Herausforderungen.<br />
Arbeiten im DVZ heißt: Ankommen. Durchstarten. Mitgestalten. Durch<br />
individuelle Entwicklungsperspektiven in den unterschiedlichsten Fachbereichen<br />
möchten wir ein Arbeitsumfeld zum Bleiben schaffen. Und<br />
dabei fangen wir bereits ganz vorne an: Unsere mehr als 40 Auszubildenden<br />
und dualen Student*innen durchlaufen nicht nur jeden für sie<br />
relevanten Fachbereich, sondern können darüber hinaus auch den Blick<br />
über den Tellerrand wagen und andere Themenfelder kennenlernen.<br />
Ihren eigenen Ort zum Lernen, Ausprobieren und Netzwerken finden sie<br />
dabei im talent.HUB des DVZ. Beleg unserer erfolgreichen Strategie für<br />
die Nachwuchskräfteförderung ist der seit mehr als zehn Jahren erreichte<br />
Titel TOP Ausbildungsbetrieb der IHK.<br />
Auch in Zukunft ist fest geplant, Angebote zur Berufsorientierung und<br />
außerschulische Kooperationen auszubauen.<br />
701
DVZ GmbH is a data processing centre and a modern technology company.<br />
Every day, our workforce of more than 700 employees use their<br />
know-how to work with our customers in shaping the future of digital<br />
administration. As the IT service provider for the state authorities in<br />
Mecklenburg-Western Pomerania, we are a strong, long-standing partner<br />
for the public sector in the state and beyond its borders.<br />
The dimension of our projects, the complex nature of our tasks and the<br />
direct impact on the administration and on the people living in the state<br />
is something our colleagues experience directly in their work every day.<br />
Whether IT security, artificial intelligence, development of specialised<br />
procedures, container technology or operating a high-availability data<br />
centre, we are accompanying digital transformation in the public sector<br />
with a proactive approach to the challenges.<br />
Working at DVZ means settling in, starting up and playing an active role.<br />
We aim to offer a working environment for the long-term with indi vidual<br />
development prospects in the many different fields, beginning right at<br />
the start. Our forty and more trainees and sandwich-course students<br />
not only spend time working in every field relevant for them but are<br />
also encouraged to look outside the box and become familiar with other<br />
aspects. The DVZ talent.HUB offers them their own space for learning,<br />
trying out and networking. Proof of our successful strategy for encouraging<br />
young talent is the fact that we have received the CCI accolade<br />
of TOP training company for more than ten years now.<br />
Future plans include expanding the career guidance options and extracurricular<br />
cooperation.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1991<br />
Mitarbeiter*innen: mehr<br />
als 700, darunter derzeit 27<br />
Auszubildende und 15 dual<br />
Studierende<br />
Schwerpunkte:<br />
• Beratung, Entwicklung<br />
und Betrieb individueller<br />
Lösungen sowie zahlreicher<br />
Fachanwendungen<br />
• Bündelung von Knowhow<br />
und Kompetenzen rund um<br />
ITSicherheit, Datenschutz<br />
und ITForensik, Betrieb des<br />
Security Operations Centers<br />
(SOC)<br />
• Betreuung von über 500<br />
Services für MV und darüber<br />
hinaus<br />
• moderner, sicherer und<br />
hochverfügbarer RechenzentrumsBetrieb<br />
mit Zertifizierung<br />
nach ISO 27001 auf<br />
Basis des ITGrundschutzes<br />
• Entwicklung und Betrieb<br />
landeseigener, umfassender,<br />
hochsicherer ITInfrastrukturlösungen,<br />
z. B. Landesverwaltungsnetz<br />
CN LAVINE<br />
• Künstliche Intelligenz: Etablierung<br />
bzw. Integration von<br />
Assistenzfunktionen zur Erhöhung<br />
von Effizienz, z.B. bei der<br />
Auswertung großer Datenmengen<br />
sowie komplexer<br />
Analysen in der Verwaltung<br />
www.dvz-mv.de<br />
Year founded: 1991<br />
Employees: more than 700,<br />
currently including 27 trainees<br />
and 15 sandwichcourse<br />
students<br />
Main areas:<br />
• Consulting, development and<br />
operation of individual solutions<br />
and numerous specialised<br />
applications<br />
• Pooling knowhow and<br />
expertise covering all aspects<br />
of IT security, data protection<br />
and IT forensics as well as<br />
running the Security Operations<br />
Centre (SOC)<br />
• Supporting more than 500<br />
services for Mecklenburg<br />
Western Pomerania and<br />
beyond<br />
• Modern, secure, highavailability<br />
data centre operation<br />
certified to ISO 27001 in the<br />
context of IT baseline protection<br />
• Development and operation<br />
of the state’s own comprehensive<br />
highsecurity IT<br />
infrastructure solutions, e.g.<br />
the state administration network<br />
CN LAVINE<br />
• Artificial intelligence: establishing<br />
and integrating<br />
as sistance functions for<br />
enhancing efficiency, e.g.<br />
when evaluating large quantities<br />
of data and complex<br />
analytics in administration<br />
71 2
ABFALL IST ALLES ANDERE<br />
ALS MÜLL!<br />
Waste is anything<br />
but rubbish!<br />
TEXT: BARBARA ARNDT<br />
Das Thema Recycling begleitet Henry Forster schon<br />
fast seit Beginn seines Berufslebens. Heute ist der<br />
58-Jährige als Geschäftsführer der IAG – Ihlenberger<br />
Abfallentsorgungsgesellschaft mbH, einer<br />
der größten Deponien Europas, tätig. Am Rand des<br />
Städtchens Schönberg in Nordwestmecklenburg<br />
können über 500 verschiedene Abfallarten behandelt,<br />
verwertet, beseitigt oder gelagert werden. „Wir<br />
machen es uns nicht leicht mit dem Abfall. Behandlung<br />
und Verwertung stehen hoch im Kurs“, sagt<br />
Henry Forster. Am liebsten ist ihm jedoch, von vornherein<br />
so wenig wie möglich Abfälle zu erzeugen und<br />
für das, was zwangsläufig übrig bleibt, innovative<br />
Prozesse zu ent wickeln, um wertvolle Ressourcen<br />
wieder dem Stoffkreislauf zuzuführen.<br />
Diese Einstellung hat wiederum eine Menge mit den<br />
Erfahrungen seiner ersten fünf Berufsjahre zu tun. Der<br />
geborene Rüganer fuhr zur See. Als Kältemaschinist<br />
erlebte er die Dritte Welt, sah Länder in Südamerika<br />
und im Süden Afrikas. „Der Umgang mit Rohstoffen<br />
dort und auch die Armut der Menschen haben mich<br />
ziemlich geerdet.“ Weltoffen und mit kritischem Blick<br />
auf den Ressourceneinsatz in Europa näherte sich der<br />
damals junge Mann eher unbewusst jener Branche, die<br />
seinen weiteren Werdegang, vor allem aber sein Ringen<br />
um neue Ideen einer bewussten, Ressourcen schonenden<br />
Welt prägen sollten.<br />
Recycling has been part of Henry Forster’s working<br />
life almost from the very start. Today the 58-yearold<br />
is the CEO of Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft<br />
mbH, one of the largest landfills in<br />
Europe. More than 500 different types of waste are<br />
treated, recycled, disposed of or stored here on the<br />
outskirts of Schönberg, a small town in Northwest<br />
Mecklenburg, “We don’t take the easy way out when<br />
it comes to waste, favouring treatment and recycling<br />
where possible”, says Henry Forster. However, he<br />
would actually prefer to see as little waste being<br />
generated as possible, with innovative processes<br />
being developed for whatever is inevitably left over<br />
so that valuable resources are returned to the material<br />
cycle once more.<br />
This mindset has a lot to do with what he experienced in<br />
the first five years of his working life. Born on the island<br />
of Rügen, Forster went to sea. Working as a refrigeration<br />
engineer, he travelled the third world, including countries<br />
in South America and southern Africa. “The way<br />
they handle raw materials there and also the poverty of<br />
the people pretty well grounded me.” With an openminded<br />
and critical view of how resources are deployed<br />
in Europe, while still a young man he found himself<br />
being almost unconsciously drawn to a sector of the<br />
economy that would not only shape his future career<br />
but also influence the way he would strive to find new<br />
ideas for an ecologically aware world that seeks to protect<br />
its resources.<br />
HENRY FORSTER<br />
72
Nebenberuflich erwarb der junge Familienvater Anfang der<br />
1990er-Jahre den Maschinenbaumeister. In seiner Heimat kam<br />
eine Goldgräber stimmung auf. Eine offene leitende Position bei<br />
der Nehlsen AG lockte ihn jedoch nach Bremen. Der berufliche<br />
Start in der Abfallbranche war vollzogen.<br />
Stoffkreisläufe intensiver nutzen<br />
„Es gibt weder Müll noch Abfall, sondern nur Rohstoffe am falschen<br />
Platz. Insbesondere in Europa fehlt uns die richtige Perspektive.<br />
Wir sehen Abfall aus dem Blickwinkel der Gefahrenabwehr.<br />
Ob Müll verbrennungsanlagen oder Deponien – Abfall gilt als<br />
negativ belastet. Dabei lautet die eigentliche Frage doch: Was unterscheidet<br />
Abfall vom Produkt?“ Ginge es nach Henry Forster,<br />
sollte Müll aus Sicht rohstoff armer Länder begriffen werden. „Wir<br />
als Industrie- und Exportnation verfügen nicht über Rohstoffe,<br />
wir müssen diese einführen. Dafür gehen wir unsagbar fahrlässig<br />
mit Rohstoffen um!“ Alles Geld reicht irgendwann nicht mehr,<br />
wenn die Nationen der reichen westlichen Welt zum Bittsteller<br />
werden müssen, weil sie ausnahmslos auf Primärrohstoffe setzen.<br />
„Wir müssen Rohstoffen nach ihrem Gebrauch den Kreislauf<br />
und eine neue Wertschöpfung ermöglichen. Und zwar in allen<br />
Be reichen.<br />
Geredet wird darüber viel, Stichwort Nachhaltigkeit. Das sind<br />
aber bislang überwiegend Sonntagsreden“, ärgert sich Henry<br />
Forster über das, was nicht passiert. Er benennt ein weiteres Problem:<br />
Die Hoheit für die hiesige kommunale Abfallentsorgung<br />
liegt bei den Landkreisen. Das sei zwar gut für die eigene Entscheidungsfindung,<br />
führe aber zu einer unstrukturierten und unterschiedlichen<br />
Abfallwirtschaft in Deutschland. „Ich halte dieses<br />
Vorgehen in einer mobilen, sich ständig ändernden Gesellschaft<br />
nicht mehr für angemessen. So verpassen wir es, Ressourcen und<br />
Rohstoffe in Kreisläufe zurückzubekommen.“ Der Schwerpunkt<br />
liegt aber bei den Industrie- und Gewerbeabfällen, die über 90<br />
Prozent ausmachen. Gewerbeabfallordnungen werden zwar ständig<br />
novelliert, der Vollzug aber scheitert. Warum? „Müll sucht sich<br />
immer den günstigsten Weg. Es besteht keine Andienungspflicht<br />
im Gewerbe- und Industriebereich. Sortieren und Recycling sind<br />
in Europa oft teurer als Verbrennen und Deponieren. So lange<br />
ein solches Vorgehen nicht sanktioniert wird, kommen wir nicht<br />
voran.“ In Deutschland gebe es immerhin schon Fortschritte, weil<br />
das Deponieren unbehandelter Abfälle verboten ist. Dennoch<br />
bleibt die Frage, wie unter diesen Umständen eine Kreislaufwirtschaft<br />
Einzug halten soll. Nachholbedarf existiert in anderen<br />
Ländern Europas, wo man unkontrolliert und später nicht mehr<br />
recycelfähig deponiert. Pure Verschwendung, die sich schon lange<br />
niemand mehr leisten kann, schätzt der Experte ein.<br />
Jeder erzeugt 176 Kilogramm Abfall im Jahr<br />
Ein Blick auf die Abfallmengen lohnt sich und unterstreicht eindrucksvoll,<br />
um welche Dimensionen an potenziellen Rohstoffen<br />
es allein in Mecklenburg-Vorpommern geht. Nach Angaben des<br />
Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie lag das Pro-<br />
Kopf-Aufkommen an Haus- und Geschäftsmüll im Jahr 2022 bei<br />
176 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Tendenz im Vergleich<br />
zu den Vorjahren nahezu gleich bleibend. Gesunken ist hingegen<br />
die durch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger 2021 getrennt<br />
erfasste Wertstoffmenge. Ihr Aufkommen belief sich auf 333.494<br />
Tonnen und somit 205 Kilogramm pro Ein wohner und Jahr.<br />
Erfreuliches vermeldet das Umweltbundesamt: Die Ablagerung<br />
Luftaufnahme des Geländes der IAG<br />
Aerial view of the IAG site<br />
In the early 1990s, the young father studied alongside his job<br />
to obtain the master craftsman’s qualification in engineering.<br />
Although there was a kind of gold-rush era back home at the time,<br />
an executive vacancy with Nehlsen AG drew him to Bremen. This<br />
was the starting point for his career in the waste management<br />
industry.<br />
Making more intensive use of material cycles.<br />
“There’s no rubbish and no waste, only raw materials in the<br />
wrong place. We don’t have the right view of things, particularly<br />
in Europe. We see waste from the angle of hazard prevention.<br />
Whether incineration plants or landfills, waste is generally seen<br />
in a bad light. But the actual question is what’s the difference between<br />
waste and product?” If it were up to Henry Forster, waste<br />
should be seen from the perspective of countries where raw materials<br />
are scarce. “As an industrial export country, we don’t have<br />
our own raw materials but have to import then. But on the other<br />
hand, we’re so incredibly negligent in handling raw materials!”<br />
Eventually, not even all the money in the world will be enough<br />
when the rich countries of the western world are reduced to<br />
begging because all they want is primary raw materials. “Once raw<br />
materials have been used, we have to return them to the material<br />
cycle to trigger new value creation. In every single sector.”<br />
“There’s a lot of talk at the moment about sustainability. But up<br />
to now, that’s been little more than soapbox speeches,” says Henry<br />
Forster, who is annoyed at what is not happening. He sees another<br />
problem in the fact that the authority for local municipal waste<br />
disposal lies with the rural districts. While this might be good<br />
in terms of actual decision-making, it results in an unstructured<br />
and diverse waste management sector in Germany. “I don’t think<br />
that’s appropriate any longer in a mobile, constantly changing society.<br />
It means we’re failing to bring resources and raw materials<br />
back into the cycles.” However, the focus is on industrial and commercial<br />
waste which accounts for more than 90 percent. Although<br />
the commercial waste regulations are constantly being amended,<br />
sub sequent implementation fails. Why? “Rubbish always finds<br />
the cheapest way. There is no obligation to tender delivery in<br />
74
(Deponierung) von Abfällen ging im Zeitraum von 2000 bis 2021<br />
von 28,7 auf 16,1 Prozent des Abfallaufkommens zurück.<br />
Nicht zu unterschätzen ist übrigens auch der „Müll-Tourismus“.<br />
Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden 2022 rund 74.500 Tonnen<br />
notifizierungspflichtige Abfälle ins Ausland verbracht und<br />
damit 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Einfuhr weist für<br />
den gleichen Zeitraum insgesamt 77.493 Tonnen genehmigungspflichtige<br />
Abfälle aus anderen Staaten für die Entsorgung nach<br />
Mecklenburg-Vorpommern aus. Die importierte Abfallmenge<br />
war im Vergleich zum Jahr davor um 11,6 Prozent gestiegen.<br />
„Solche Zahlen klingen natürlich relativ nüchtern. Besser vorstellbar<br />
sind Bilder von Altkleiderbergen, die wir in Dritte-Welt-<br />
Länder schicken. Gleiches gilt für Elektroschrott und mittlerweile<br />
auch für ausgediente PV-Anlagen. Selbst unbrauchbar gewordene<br />
Rotorblätter von Windkraftanlagen vermögen wir nicht<br />
zu recyceln“, weiß der Fachmann. Er provoziert mit der Frage,<br />
wie wir eigentlich leben – in unbändigem Konsumwahn. Das<br />
Greenwashing nimmt unhaltbare Ausmaße an. Dem Einhalt zu<br />
gebieten, räumt Henry Forster ein, sei für die Politik schwierig angesichts<br />
von Millionen Dienstleistungen und Produkten, die es zu<br />
überwachen gilt. Allein über das Bewusstsein der Menschen geht<br />
da derzeit auch noch nicht viel. „Wir müssen ehrlicher miteinander<br />
umgehen!“ fordert er.<br />
Mehr Aufmerksamkeit erzielen<br />
„Eine tatsächliche Lenkungswirkung können wir entfalten, wenn<br />
wir beispielsweise Ampelsysteme wie bei Fleisch und Eiern einführen.<br />
An dieser Stelle eben mit Blick auf die Auswirkungen<br />
unserer Hinter lassenschaften für die Umwelt.“ Henry Forster<br />
glaubt schon noch daran, dass Menschen ihren ökologischen<br />
Fußabdruck bewusst wahrnehmen können und ebenso bewusste<br />
Entscheidungen hinsichtlich der Roh- und Wertstoffe zu treffen<br />
in der Lage sind. Er geht sogar so weit mit seiner Annahme, dass<br />
ein geringer Aufpreis wie beim Ökostrom möglich wäre.<br />
Copyright: IAG – Ihlen berger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH<br />
the commercial and industrial sector. In Europe, incineration or<br />
landfill disposal is often less expensive than sorting and recycling<br />
waste. We’re not going to make any progress until such procedures<br />
are sanctioned.” At least a certain amount has been achieved in<br />
Germany where dumping untreated waste in landfills is prohibited.<br />
But the question remains as to how a circular economy can<br />
be established under these conditions. Other European countries<br />
still have a lot of catching up to do in this respect, dumping waste<br />
on landfills without any possibility of subsequent recycling. It’s<br />
such a waste, says the expert, no-one can afford to keep on doing<br />
this any longer.<br />
Everybody generates 176 kilograms of waste each year.<br />
It’s worth taking a look at the waste volumes, which clearly<br />
indicate just how much potential is available in terms of raw<br />
materials in Mecklenburg-Western Pomerania alone. According to<br />
the State Agency for the Environment, Nature Conservation and<br />
Geology, the per capita volume of domestic and business waste<br />
in 2022 amounted to 176 kilograms per inhabitant and year. The<br />
trend has remained almost constant compared to recent years. By<br />
contrast, the quantity of separated recyclable waste collected by<br />
public disposal providers fell in 2021. The volume amounted to<br />
333,494 tonnes or 205 kilograms per inhabitant and year. There<br />
is good news from the Federal Environment Agency: in the period<br />
from 2000 to 2021, the landfilling of waste decreased by 28.7 percent<br />
to 16.1 percent of the waste volume.<br />
By the way, “waste tourism” is another aspect that should not be<br />
under estimated. Around 74,500 tonnes of notifiable waste from<br />
Mecklenburg-Western Pomerania were taken abroad in 2022,<br />
which is 4.1 percent more than in the previous year. Imports of<br />
waste subject to authorisation from other countries for disposal in<br />
Mecklenburg-Western Pomerania amounted to altogether 77,403<br />
tonnes for the same period. Compared to the previous year, the<br />
imported waste volume had increased by 11.6 percent.<br />
“The figures on their own sound relatively prosaic. Pictures<br />
showing mountains of used clothes that we send to third world<br />
countries have more of an impact. The same can be said for electronic<br />
waste, and now also for disused PV installations. We’re not<br />
even capable of recycling wind turbine rotor blades that are no<br />
longer fit for use”, says the expert. He asks the provoking question<br />
about the way we’re actually living our lives – in unbridled<br />
consumerism. Greenwashing has meanwhile assumed untenable<br />
dimensions. Henry Forster admits it’s hard for politics to<br />
do anything about it, given the millions of services and products<br />
that need moni toring. Nor can much be achieved at present by<br />
appealing to people’s conscience. “We must be more honest with<br />
each other!” he demands.<br />
Generate more attention<br />
“For example, we could steer developments in the right direction<br />
by introducing the same kind of “traffic light system” that is used<br />
for meat and eggs, but, in our case, looking at the impact on the<br />
environment of what we leave behind.” Henry Forster does actually<br />
still believe that people can achieve an awareness for their ecological<br />
footprint and are also capable of taking conscious decisions<br />
about raw and recyclable materials. He even presumes that a small<br />
surcharge on green electricity would be possible.<br />
75
Ein Stück weit ist Henry Forster ganz sicher Visionär. Er selbst<br />
packt die Dinge ausgesprochen pragmatisch an, findet Lösungen<br />
und teilt diese mit vielen in seiner Branche. Als gefragter Keynotespeaker<br />
ist der Präsident des Bundesverbandes Sekundärroh stoffe<br />
und Entsorgung (bvse) oft unterwegs und wirbt dafür, Abfall<br />
nicht als Stiefkind zu behandeln. „Die Verantwortung dafür gehört<br />
nicht ins Umweltminis terium, sondern muss beim Wirtschaftsressort<br />
angesiedelt sein. Es geht um Ressourcenwirtschaft!“<br />
Seine Worte finden Gehör: in Ministerien auf Landesebene, in<br />
Branchenverbänden, aber eben auch in Gemeinden und Unternehmen<br />
im Umfeld der Ihlenberger Deponie. Seit drei Jahren ist<br />
der Experte dabei, die Sektorenkopplung neu zu denken – ganz<br />
im Sinne der Energiewende schiebt er die Schlüsseltechnologien<br />
zur Klimaneutralität an.<br />
Herausforderungen vor der eigenen Haustür<br />
„Ich zeige nicht gern woanders hin, sondern suche die Herausforderungen<br />
hier. Die Weiterentwicklung des eigenen Standortes zu<br />
einem Kompetenzzentrum für Umwelt, Energie und Kreislaufwirtschaft,<br />
also einem grünen Gewerbepark, ist eine Idee.“ Dabei<br />
spielt der Deponiebetrieb, der 130 Menschen Arbeit gibt, eine<br />
wichtige Rolle. 17.800 MWh Strom und 24.000 MWh Wärme<br />
entstehen durch Gasverwertung. 225 MWh Energie aus Photovoltaik<br />
speist die IAG direkt ins Netz ein. Selbst Biomasse ist ein<br />
Aspekt, den Henry Forster in seine Überlegungen einbezieht. Der<br />
Deponiechef plant sogar die Produktion von Wasserstoff. Eine<br />
Machbarkeitsstudie ist fast fertig. Der Standort, logistisch gut im<br />
Speckgürtel Lübecks und nahe der A 20 gelegen, könnte sich als<br />
Schwerpunkt der Wasserstoffversorgung entwickeln. „Wasserstoff<br />
ist als Thema spannend und bei uns betriebswirtschaftlicher<br />
machbar als anderswo. Die bei der Elektrolyse entstehende Wärme<br />
soll vor Ort genutzt werden, der freigesetzte Sauerstoff steht für<br />
die Sickerwasseraufbereitung zur Verfügung. Mit der Hochschule<br />
Wismar suchen wir nach Lösungen, um Destillat aus Sickerwasser<br />
für die Wasserstoffproduktion einzusetzen. Das reduziert den Verbrauch<br />
von Trinkwasser“, so Henry Forster.<br />
Die Lösungen vor Ort können ganz neue Impulse geben, das<br />
Bewusstsein der Bevölkerung doch nachhaltig zu stärken. „Ich<br />
sehe einfach erheb lichen Nachholbedarf. Man stelle sich vor: 34<br />
Jahre nach Einführung des gelben Sackes haben wir immer noch<br />
Aufklärungskampagnen nötig, wie das eigentlich funktioniert,<br />
sprich, was da wirklich reingehört oder eben nicht.“ Der Fachmann<br />
schüttelt den Kopf über so manche Lifestyle-Attitüden.<br />
„Wer meint, mit dem Kaffee-Becher aus Pappe umweltfreundlich<br />
unterwegs zu sein, der irrt. Dieser ist beschichtet und nicht recycelbar,<br />
der aus Plastik hingegen schon.“ Völlig unverständlich ist<br />
ihm, dass es in Mecklenburg-Vorpommern immer noch Regionen<br />
ohne Biotonne gibt. Deren Inhalte sind prädestiniert, um Biogas<br />
zu erzeugen und damit Erdgas zu substituieren. Gleichzeitig entsteht<br />
wertvoller Biodünger, um auf den Feldern neue Kreisläufe<br />
in Gang zu setzen.<br />
„Man spürt immer wieder, wie wenig wir selbst erreichen. Das gilt<br />
realis tischerweise vor allem mit Blick auf die Dimensionen in anderen<br />
Teilen der Welt. Auf einer chinesischen Deponie kommt an<br />
einem einzigen Tag so viel an, wie eine Hausmülldeponie bei uns<br />
pro Jahr aufnimmt. Wir sind definitiv nicht der Mittelpunkt der<br />
Welt“, so Henry Forster. „Dennoch sollten wir endlich anfangen<br />
zu verstehen, dass Abfall alles andere als Müll ist.“<br />
To a certain extent, Henry Forster is definitely a visionary. He has<br />
a decidedly pragmatic approach, finds solutions and shares them<br />
with many others in his industry. He is often out and about as a<br />
sought-after keynote speaker in his role as President of the Federal<br />
Association for Secondary Raw Materials and Waste Management<br />
(bvse) and appeals for waste not to be treated like a poor relation.<br />
“It’s the Department of Economics that should be responsible,<br />
not the Ministry for the Environment. We’re dealing with resource<br />
management here!” He’s gradually being heard, in state<br />
min is tries, industrial associations and also in the local authorities<br />
and companies in the vicinity of Ihlenberg landfill. Over the<br />
last three years, the expert has been rethinking the issue of sector<br />
coupling, push-starting the key technologies for climate neutrality,<br />
in the spirit of the energy transition.<br />
Challenges on his own doorstep<br />
“Instead of pointing elsewhere, I’d rather look for the challenges<br />
right here. One idea is to turn our own site into a centre of excellence<br />
for the environment, energy and the circular economy, in<br />
other words, a green business park.” The landfill operation that<br />
provides work for 130 people has an important role to play. Gas<br />
utilisation generates 17,800 MWh of electricity and 24,000 MWh<br />
of heat. IAG feeds 225 MWh of photovoltaic energy straight into<br />
the grid. Even biomass is another of Henry Forster’s considerations,<br />
and the landfill boss is also planning to produce hydrogen.<br />
A feasibility study is almost finished. Well positioned in terms of<br />
logistics in Lübeck’s commuter belt near the A20 motorway, the<br />
site could assume a key role for supplying hydrogen. “Hydrogen is<br />
an exciting topic and more profitably feasible here than elsewhere.<br />
The heat gener ated during electrolysis would be used on site,<br />
while the oxygen released during the process would be available<br />
for leachate treatment. We’re working with Wismar University<br />
to find solutions for using leachate distillate in hydrogen production,<br />
thus reducing the consumption of drinking water“, says<br />
Henry Forster.<br />
Solutions generated here on site can trigger new impetus for making<br />
people more aware of the issues involved, with a longer lasting effect.<br />
“I see considerable need to do something here. Just imagine, 34<br />
years after introducing the yellow recycling bags, we still need<br />
awareness campaigns to explain how the system really works, in<br />
other words, what people should and shouldn’t put in them”. The<br />
expert shakes his head about the lifestyle attitudes some people<br />
have. “People are wrong when they think it’s environmentally<br />
friendly to use cardboard coffee cups. In contrast to a plastic<br />
coffee cup, they are coated and can’t be recycled.” He finds it<br />
totally incomprehensible that there are still regions in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania that don’t have organic waste bins, the<br />
contents of which are predestined for generating biogas and thus<br />
replacing natural gas, while at the same time producing valuable<br />
organic fertiliser to trigger new cycles on the fields.<br />
“Time and again it becomes clear how little we ourselves are<br />
achieving, particularly when we look at corresponding dimensions<br />
in other parts of the world. On a single day, a Chinese landfill<br />
receives as much waste as gets delivered to a German domestic<br />
waste landfill in a whole year. The world quite definitely does not<br />
revolve around us”, says Henry Forster. “Even so, it’s about time<br />
we started to understand that waste is anything but rubbish.”<br />
76
Auf dem Gelände der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH<br />
(IAG) entsteht derzeit ein zweigeschossiges Multifunktionsgebäude,<br />
welches als zentrales Bürogebäude für die IAG und die sich im neuen<br />
Gewerbepark der Deponie ansiedelnden Unternehmen fungieren soll.<br />
Das Gebäude steht sinnbildlich für die Neuausrichtung der IAG.<br />
Die Ablagerung von überwiegend mineralischen Abfällen wird weiterhin<br />
ein Geschäftsfeld bleiben, künftig wird mit den Gemeinden Selmsdorf<br />
und Schönberg aber vermehrt auf regionale Sektorenkopplung im<br />
Energiebereich gesetzt. Ziel: Die Produktion von grünem Strom, grüner<br />
Wärme und grünem Wasserstoff im großen Maßstab durch Solarthermie,<br />
Windkraft und Photovoltaik. Diese Energie soll vor Ort gespeichert und<br />
verbraucht werden. Davon profitieren sowohl die umliegenden Gemeinden<br />
als auch die Unternehmen, die sich im 90.000 Quadratmeter großen<br />
Gewerbegebiet ansiedeln.<br />
Kreislaufwirtschaft und Reststoffverwertung somit Hand in Hand<br />
gehen, u m bei der Entsorgung anfallende hochwertige Materialien aufzubereiten<br />
und der Wiederverwertung zuzuführen. Allein in der Windenergiebranche<br />
sollen in den kommenden Jahren etwa 30.000 Rotorblätter<br />
von Windkraftanlagen entsorgt werden. Auch eine Vielzahl von<br />
Solar anlagen stehe bald zum Tausch. Die IAG bietet mit ihrem Nutzungskonzept<br />
vielen Firmen eine Win-Win-Situation an nur einem Standort.<br />
Grundsteinlegung 05.04.2024 neues Bürogebäude<br />
Kompetenzzentrum am Ihlenberg<br />
Foundation stone laid 04/05/2024 new offi ce<br />
building competence centre on Ihlenberg<br />
77<br />
IAG – Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft<br />
mbH<br />
Information<br />
Inbetriebnahme: 1979<br />
Leistungsspektrum:<br />
Die Deponie Ihlenberg gehört<br />
zu den größten ihrer Art in<br />
Europa und kann über 500<br />
verschiedene Abfallarten behandeln,<br />
verwerten, beseitigen<br />
oder lagern.<br />
www.ihlenberg.de<br />
Commissioned: 1979<br />
Range of services:<br />
Ihlenberg landfill is one of the<br />
largest of its kind in Europe<br />
with capacity for the treatment,<br />
recycling, disposal or storage<br />
of more than 500 different<br />
types of waste.<br />
Standort/Site Ihlenberg<br />
Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (IAG) is currently<br />
having a two-storey multifunctional building constructed on its premises<br />
which will become the central office building for IAG and for companies<br />
settling in the new landfill business park. The building is symbolic for<br />
IAG’s realignment.<br />
While the storage of mainly mineral waste will remain one of the fields of<br />
business, in future there will be a greater focus on sector coupling in the<br />
energy sector, working with the towns of Selmsdorf and Schönberg. The<br />
aim is to produce green electricity, green heat and green hydrogen on a<br />
large scale, based on solar thermal energy, wind power and photovoltaics,<br />
with local energy storage and consumption. This will benefit both the<br />
surrounding towns and also the companies settling in the business park<br />
which covers an area of 90,000 square metres.<br />
The circular economy thus goes hand-in-hand with waste recycling for<br />
processing and recycling valuable materials retrieved from waste disposal<br />
procedures. The wind energy industry alone is expected to dispose<br />
of around 30,000 rotor blades from wind turbines in the years to come.<br />
A large number of solar panels will also need to be replaced soon. IAG’s<br />
utilisation concept offers many companies a win-win situation at just one<br />
site.
Schoeller Allibert GmbH,<br />
Schwerin<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1960<br />
Mitarbeiter: in Schwerin 247<br />
Leistungsspektrum:<br />
Entwicklung und Herstellung<br />
standardisierter sowie maßgefertigter<br />
Verpackungslösungen<br />
aus Kunststoff<br />
Year founded: 1960<br />
Employees: in Schwerin 247<br />
Range of services:<br />
Development and production<br />
of standard and bespoke<br />
plastic packaging solutions<br />
www.schoellerallibert.com<br />
Als europäischer Marktführer mit einer 65-jährigen Tradition ist<br />
Schoeller Allibert seit der Erfindung der Kunststoffkiste führend bei der<br />
Revolutionierung von Lieferketten mit effizienten und nachhaltigen<br />
Lösungen. Unser Ziel ist einfach und doch tiefgreifend: die Beschleunigung<br />
nachhaltiger Lieferketten durch innovative, wiederverwendbare<br />
Lösungen, die durch ihr Design effizient und von Natur aus zirkulär sind.<br />
Mit jedem Produkt machen wir einen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren<br />
Zukunft.<br />
Innovation steht im Mittelpunkt unseres Handelns, von der Abfallminimierung<br />
über die Wiederverwertbarkeit bis hin zur Verwendung<br />
recycelter Materialien in unseren Produkten. Durch kontinuierliche<br />
Verbesserungen streben wir eine Vorreiterrolle bei wiederverwendbaren<br />
Verpackungen und nachhaltigen Logistikpraktiken an, um Fortschritte<br />
auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft zu erzielen.<br />
As the European market leader with a legacy spanning 65 years, Schoeller<br />
Allibert has led the charge in revolutionizing supply chains with solutions<br />
that are both efficient and sustainable since the inception of the plastic<br />
crate. Our purpose is simple yet profound: to accelerate sustainable supply<br />
chains through innovative, reusable solutions, which are efficient by<br />
design and circular by nature. With every product we take a step towards<br />
a more sustainable future.<br />
Innovation lies at the heart of our operations, from minimizing waste<br />
and embracing recyclability to incorporating recycled materials into our<br />
products. Through continuous improvement, we strive to lead the way<br />
in reusable packaging and sustainable logistics practices, to drive progress<br />
towards a circular economy.<br />
Die nachhaltigen Mehrweg behälter<br />
von Schoeller Allibert sind zu 100<br />
Prozent recycelbar und haben<br />
eine optimale Lebensdauer. Kunden<br />
können mit Hilfe der einzigartigen<br />
SmartLink®Technologie<br />
genau Standort und Umgebungstemperatur<br />
nachverfolgen.<br />
The sustainable reusable containers<br />
by Schoeller Allibert are<br />
100 percent recyclable and have<br />
optimum dur ability. Customers<br />
can trace the precise location and<br />
ambient temperature with the<br />
unique SmartLink® technology.<br />
78 1
Protecting people and goods or a better lie every day<br />
The insulation for your home and office building, the helmet that<br />
protects your child when cycling, the packaging for your new television<br />
set or even the cool box that make sure the fresh salmon you want to serve<br />
tonight is kept in perfect condition at your local fishmonger.<br />
It might surprise you, but all these products that make your everyday life<br />
a little bit better started here, at BEWI RAW in Wismar! We have been<br />
producing expandable polystyrene (EPS) since 2001.<br />
Did you know that EPS is . . .<br />
• 100 % recyclable,<br />
• 98 % air,<br />
• lightweight for transport,<br />
• strong and durable,<br />
• and saves tonnes of CO 2 every year?<br />
BEWI RAW GmbH<br />
Werk Wismar<br />
Schutz von Menschen und Gütern ür einen besseren Alltag<br />
Die Isolierung Ihres Hauses und Bürogebäudes, der Helm, der Ihr Kind<br />
beim Fahrradfahren schützt, die Verpackung Ihres neuen Fernsehers<br />
oder sogar die Kühlbox, die dafür sorgt, dass der frische Lachs, den Sie<br />
heute Abend essen, in einwandfreiem Zustand bei Ihrem örtlichen Fischverkäufer<br />
ankommt.<br />
Es mag Sie überraschen, aber all diese Produkte, die Ihren Alltag verbessern,<br />
haben hier ihren Ausgangspunkt. Bei BEWI RAW in Wismar! Seit<br />
2001 produzieren wir expandierbares Polystyrol (EPS).<br />
Sustainability at the BEWI Group results not just from the raw materials<br />
that we use, but also from product and design development, production<br />
processes and utilisation and reprocessing systems. By combining technology<br />
and innovation with production and operational know-how, we<br />
open up new, sustainable areas for our raw materials and products. In this<br />
way, we are leading the transition to a circular economy.<br />
So next time you handle one of our products, please remember that we<br />
are proud to protect you and your goods. We hope that every day for you<br />
is a wonderful day!<br />
EPS ist . . .<br />
• 100 % recycelbar,<br />
• 98 % Luft,<br />
• leicht im Transport,<br />
• stark und langlebig,<br />
• und spart jedes Jahr Tonnen CO 2<br />
Als Teil der BEWI-Gruppe entsteht Nachhaltigkeit nicht nur durch<br />
die von uns verwendeten Rohstoffe, sondern auch durch Produktund<br />
Designentwicklung, Produktionsprozesse sowie Nutzungs- und<br />
Wiederverwertungssysteme. Durch die Kombination von Technologie<br />
und Innovation mit Produktions- und Betriebs-Know-how werden wir<br />
neue, nachhaltige Bereiche für unsere Rohstoffe und Produkte erschließen.<br />
Damit leiten wir den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft ein.<br />
Wenn Sie also das nächste Mal mit einem unserer Produkte in Kontakt<br />
kommen, denken Sie bitte daran, dass wir stolz darauf sind, Sie und Ihre<br />
Waren zu schützen. Wir wünschen Ihnen einen tollen (All-)Tag!<br />
Information<br />
Gründungsjahr der<br />
BEWI-Gruppe: 1980<br />
Mitarbeiter: 3200, davon<br />
75 Beschäftigte in Wismar<br />
Standorte: 75 Betriebsstätten,<br />
Verkauf in über 35 Länder<br />
Produktionsleistung: ca.<br />
80.000 MT in Wismar<br />
www.bewi.com/raw/wismar<br />
Founding year of the<br />
BEWI Group: 1980<br />
Employees: 3,200, including<br />
75 in Wismar<br />
Sites: 75 business premises,<br />
sales in more than 35 countries<br />
Production output: approx.<br />
80,000 MT in Wismar<br />
79 1
ANDERS DENKEN.<br />
ANDERS ENTWICKELN.<br />
Thinking differently.<br />
Developing differently.<br />
TEXT: BARBARA ARNDT<br />
JÖRG REIMER<br />
Klein ist im beschaulichen Zarrentin am Schaalsee<br />
allenthalben die Stadt. Auf keinen Fall aber die Zahl<br />
der Firmen, die sich hier nach dem Mauerfall angesiedelt<br />
haben. Zu ihnen gehört die VARIOVAC PS<br />
SystemPack GmbH, ein Unternehmen stattlicher<br />
Größe mit 280 Mitarbeitern und 65 Millionen Euro<br />
Umsatz im Jahr. Der Produzent für Verpackungslösungen<br />
exportiert 85 Prozent seiner Maschinen<br />
für Lebensmittel sowie 15 Prozent für medizinischtechnische<br />
Artikel (Sterilgüter) in 65 Länder auf<br />
allen Kontinenten. Die größten Abnehmer märkte<br />
finden sich in den USA und Deutschland, im<br />
europäischen Ausland, Asien, Australien, Neuseeland<br />
und Südamerika.<br />
Und zwar stets bei Kunden mit Zufriedenheitspotenzial.<br />
Darauf legt Geschäftsführer Jörg Reimer großen<br />
Wert. „Anders denken. Anders entwickeln.“ ist sein<br />
Credo. Anders drauf sein auch. Werte spielen für ihn<br />
eine große Rolle: Respekt, Akzeptanz, ein ehrlicher<br />
und offener Umgang. Gern mit einem Lächeln, einem<br />
Augenzwinkern.<br />
The tranquil town of Zarrentin on the shore of Lake<br />
Schallsee is what you would call a small place. But<br />
small is not the word for the number of companies<br />
that have settled here since German reunification.<br />
They include VARIOVAC PS SystemPack GmbH,<br />
a company of respectable size with 280 employees<br />
and 65 billion Euro annual turnover. The com pany<br />
manufactures packaging solutions, exporting 85<br />
percent of their machines for food products and 15<br />
percent for medical devices (sterile goods) to 65 countries<br />
on all continents. The largest buyer markets are<br />
in the USA and Germany, other European countries,<br />
Asia, Australia, New Zealand and South America.<br />
Always with the potential of keeping the customers<br />
satisfied. This is very important for CEO Jörg Reimer.<br />
“Thinking differently. Developing differently.” is<br />
his motto. Feeling differently too. Values are really<br />
important to him: respect, acceptance, together with an<br />
honest, open-minded approach. Gladly with a smile and<br />
a wink.<br />
80
Der 62-Jährige hat sein Metier von Grund auf gelernt. „Als Kind<br />
war ich ein begeisterter Lego-Spieler. Die Freude war riesig,<br />
als Lego-Technik rauskam, mit der ich selbst etwas entwickeln<br />
konnte. Tüfteln, berechnen, ausprobieren – das faszinierte mich.<br />
Unwissentlich setzte sich dieser Weg fort.“ Der Ausbildung zum<br />
Flugzeugmechaniker folgte das Ingenieurstudium im Maschinenbau.<br />
Und ziemlich schnell eine beeindruckende Karriere.<br />
Als Geschäftsführer und Gesellschafter reist Jörg Reimer ziemlich<br />
viel. Er hat noch heute sehr viel Spaß daran, Maschinen auseinander-<br />
und wieder zusammenzubauen. „Ein Rechtsgewinde<br />
geht rechts rum – da verlernt man nichts“, lacht er, räumt aber<br />
gleichzeitig ein, dass der Einsatz von Elektronik deutlich größer<br />
geworden sei. Ein gleichbleibendes Grundprinzip mit kundenspezifischen<br />
Anpassungen macht Verpackungen möglich, die<br />
sich durch Druck und Wärme verformen lassen. Je nach Inhalt<br />
erfolgt der Austausch der Atmosphäre, das heißt, Luft raus und<br />
Vakuum erzeugen oder Schutzgas rein. Ob Lebensmittel oder<br />
Medizin produkte – die Maschinen aus Zarrentin sorgen weltweit<br />
für perfekte Verpackungen.<br />
Qualitätskontrolle am Einsatzort<br />
„Drei oder vier Mal im Jahr begleite ich selbst eine Maschine zu<br />
einem unserer Kunden, installiere und schaue gern, wie sie dann<br />
in den Produktionsprozess einbezogen wird. Solche wertvollen<br />
Erfahrungen bekommt man sonst nicht“, sagt der Maschinenbauspezialist.<br />
Und erklärt, um welche wertvollen Erfahrungen<br />
es geht. „Sollen beispielsweise Würstchen verpackt werden,<br />
schaffen Asiaten an einer Produktionsmaschine 175 Stück pro<br />
Minute. Europäer bringen es immerhin noch auf knapp 100.<br />
In der Karibik liegt diese Zahl bei 70. Verschiedene Bewegungsabläufe<br />
bestimmen somit, wie viele Mitarbeiter es an einer Anlage<br />
braucht, um das gewünschte Ziel zu erreichen. So etwas steht in<br />
keinem Lehrbuch.“<br />
Selbst das Werkzeug zur Hand zu nehmen, ist nebenbei eine Art<br />
Qualitätskontrolle für Jörg Reimer. „Ich sehe, ob die Konstruktion<br />
sinnvoll ist oder ob es irgendwo klemmt.“ Was auf welche<br />
Weise in Zarrentin entsteht, ist somit maßgeblich von Kunden<br />
und Anwendern gesteuert und stammt nicht aus den Entwicklungsabteilungen.<br />
„Dieses Prinzip hat uns weltweit nach vorne<br />
katapultiert. Es zeigt, warum es elementar wichtig ist, anders zu<br />
denken und anders zu entwickeln!“<br />
„Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung.“<br />
Der Maschinen- und Anlagenbau verfügt in Deutschland immer<br />
noch über eine große Innovationskraft. „Wir müssen allerdings<br />
eine Menge dafür tun, um nicht überholt zu werden. Will sagen:<br />
Noch greift ,Made in Germany’ als Argument in Asien oder<br />
Nord- und Südamerika. Wir sehen bereits, dass andere die Entwicklungen<br />
nicht verschlafen. Bestes Beispiel ist die Automobilindustrie.<br />
China braucht sich nicht mehr zu verstecken.“<br />
Eine gewisse Veränderung im Maschinen- und Anlagenbau kann<br />
Jörg Reimer ausmachen. Der Trend gehe zu kleineren Anlagen.<br />
Die Zahl von Spezifika werde zunehmen, ist er sich sicher. „Zwei<br />
oder drei kleinere Maschinen lösen das übliche Flaggschiff ab.<br />
VARIOVAC in Zarrentin ist einer<br />
der bedeutendsten Maschinenbauer<br />
in <strong>Westmecklenburg</strong> mit<br />
Kunden auf der ganzen Welt.<br />
VARIOVAC in Zarrentin is one of<br />
the most important machine<br />
manufacturers in West Mecklenburg<br />
with customers all over the world.<br />
The 62-year-old learnt his job from scratch, “As a child, I loved<br />
playing with Lego. I was thrilled when Lego Technic came out:<br />
it meant I could develop things myself. It just fascinated me to<br />
puzzle things out, do the calculations and give it a try. Unwittingly,<br />
this was the path I would follow later on.” His apprenticeship<br />
as an aircraft mechanic was followed by a degree in mechanical<br />
engineering, which quickly led him into an impressive career.<br />
His role as CEO and partner means that Jörg Reimer travels<br />
quite a lot. And he still loves taking machines apart and putting<br />
them back together again. “A right-handed thread goes round<br />
to the right – that’s easy to remember”, he laughs, while admitting<br />
at the same time that there’s a lot more electronics involved<br />
nowadays. An unchanging basic principle with customised adaptations<br />
allows for packaging that can be shaped by pressure and<br />
heat. Depending on the contents, the atmosphere is replaced, in<br />
other words, air is expelled and replaced by vacuum or inert gas.<br />
Whether food or medical products, the machines from Zarrentin<br />
are responsible for perfect packaging all over the world.<br />
Quality control on site<br />
“Three or four times a year, I like to go with a machine to do the<br />
installation work for one of our customers. I like to see how it is<br />
then integrated in the production process. You don’t get such<br />
valuable experience otherwise”, says the mechanical engineering<br />
specialist. Then he explains what he means by valuable experience.<br />
“For example, when it comes to packing sausages, Asians working<br />
at a production machine achieve 175 pieces per minute. Europeans<br />
still manage around 100, compared to 70 in the Caribbean.<br />
Different motion sequences thus determine how many workers<br />
are needed at a machine to achieve the required target. You won’t<br />
find this in a textbook.”<br />
82
Actually taking hold of the tools is also a kind of quality control<br />
for Jörg Reimer. “I can see whether the design is fit-for-purpose or<br />
whether there are any difficulties.” Customers and users thus play<br />
a major role in what and how things are made in Zarrentin, rather<br />
than just coming from the development departments. “This<br />
principle has propelled us right to the front on a global scale. It<br />
shows why thinking differently and developing differently is so<br />
fundamentally important!”<br />
“Simplicity is the ultimate sophistication.”<br />
The engineering sector in Germany still has a great innovative<br />
spirit. “But we need to make huge great effort to make sure we<br />
don’t get overtaken. In other words, “made in Germany” is still an<br />
effective argument in Asia or North and South America. But there<br />
are already signs that others aren’t sleepwalking developments<br />
either. The car industry is a prime example. China no longer has<br />
any reason to hide.”<br />
Das ist wirklich ein Trend, und zwar der zur Einfachheit.“ Die ist<br />
bekanntermaßen die höchste Stufe der Vollendung, wie bereits<br />
Leonardo da Vinci formulierte. Bei VARIOVAC hat diese Erkenntnis<br />
ebenfalls einen Slogan: Simpler. Faster. Better.<br />
Rund 20 Prozent der VARIOVAC-Mitarbeitenden sind Ingenieure.<br />
Sie setzen darauf, bestehende Standards respektive Plattformen<br />
zu individualisieren. „Design for Order“ bestimmt den<br />
Sondermaschinenbau. Die Entwicklung spezieller Komponenten<br />
gehört zum Tagesgeschäft. „Bei uns geht es jeden Tag darum,<br />
Maschinen anwenderbezogen zu bauen und zu gestalten. Sie müssen<br />
in der Anwendung so einfach wie möglich sein.“ Der Einsatz<br />
von Sensorik bleibt begrenzt. Die Lebensmittel produzierende<br />
Industrie hat einen hohen Reinigungsaufwand. Zu komplizierte<br />
Maschinen würden sich als zu anfällig erweisen.<br />
Jörg Reimer möchte gern wissenschaftliche Erkenntnisse implementieren.<br />
„Eine entsprechende Hochschule in Schwerin wäre<br />
toll. Wismar ist für uns hier ganz im Westen des Landes schon<br />
ziemlich weit weg.“ Bei Verpackungsmaterialien beispielsweise<br />
macht ein forschender Ansatz Sinn. „Mit Studenten an Bord ließe<br />
sich unser Potenzial weiter steigern.“<br />
Limitierender Faktor: Personalmangel<br />
Pläne für die Zukunft des Hidden Champions am Schaalsee sehen,<br />
wie alle fünf Jahre, Erweiterungen vor. Platz ist genug da<br />
– ein Standortvorteil. Der limitierende Faktor sei das Personal,<br />
meint der Chef von VARIOVAC. „We hire characters, we train<br />
skills“ beschreibt er eine Devise, dem Fach- und Arbeitskräftemangel<br />
selbst entgegenzuwirken. Die zweite findet sich in der<br />
Copyright: VARIOVAC<br />
Jörg Reimer perceives a certain change in the engineering sector,<br />
with a trend to smaller machines. The number of specific features<br />
will increase, he is quite sure about that. “Two or three smaller<br />
machines are replacing the usual flagship. This really is a trend,<br />
and it’s a trend for simplicity.” This is the ultimate sophistication,<br />
as Leonardo da Vinci once said. VARIOVAC also has a slogan for<br />
this insight: Simpler. Faster. Better.<br />
Around 20 percent of VARIOVAC’s employees are engineers.<br />
Their focus is on customising existing standards or platforms.<br />
“Design to order” is the way forward for special engineering.<br />
Developing special components is part of everyday business.<br />
“Every day our aim is to build and design machines that are customised.<br />
They must be as simple as possible to use.” Sensors are<br />
only deployed to a limited extent. The food industry requires<br />
meticulous cleaning processes. Complicated machines would<br />
need too much cleaning.<br />
Jörg Reimer would like to implement scientific findings. “It<br />
would be great if Schwerin had a corresponding university.<br />
Wismar is already a bit too far away from us here in the far west of<br />
the state.” A research approach would really help with packaging<br />
materials, for example. “Having students on board would boost<br />
our potential.”<br />
Limiting factor: staff shortage<br />
The Hidden Champions on the shore of Lake Schallsee have plans<br />
for future expansion, as is the case every five years. They certainly<br />
have the space available – one advantage of this particular location.<br />
Staff issues are the limiting factor, says the VARIOVAC boss. “We<br />
hire characters, we train skills”, he says, describing one strategy for<br />
counteracting the shortage of qualified and skilled workers. The<br />
other consists in digitalisation and using AI. “This offers huge<br />
potential also for smaller companies like ours. It’s a case of interconnecting<br />
our sales, design and production workflows, with the<br />
aim of releasing 30 to 40 percent of the workforce for other tasks.<br />
We see this as a chance, but don’t have the capacities at present to<br />
put it into effect.”<br />
83
Copyright: VARIOVAC<br />
Produktionshalle von VARIOVAC<br />
VARIOVAC production hall<br />
Digitalisierung, dem Einsatz von KI. „Darin steckt ein riesiges<br />
Potenzial auch für kleinere Unternehmen wie uns. Wir vernetzen<br />
unsere Vertriebs-, Konstruktions- und Produktionsabläufe<br />
mit einander. Ziel: 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiter für andere<br />
Aufgaben freizubekommen. Wir sehen diese Chance, haben aber<br />
gerade nicht die Kapazitäten, sie aktiv umzusetzen.“<br />
Es bleibt somit ein Wettkampf gegen die Zeit. „Bis 2030 wollen<br />
wir einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro erreicht und<br />
420 bis 450 Mitarbeiter bei uns haben“, blickt Jörg Reimer nach<br />
vorn. Gerade hat das Unternehmen eine Versandhalle fertiggestellt.<br />
Weitere Baupläne und eine komplett neue Verkehrswegeführung<br />
liegen bereits auf dem Tisch. Nicht ohne Stolz merkt<br />
der Geschäftsführer an, einen der modernsten Maschinenparks<br />
in Deutschland zu haben. Keine Maschine ist älter als fünf Jahre.<br />
„Mit zusätzlichen Mitarbeitern könnten wir jedoch mehr produzieren<br />
und verkaufen.“<br />
It remains a race against time. “By 2030, we want to have a workforce<br />
of 420 to 450 employees generating 100 million Euro in<br />
annual turnover”, says Jörg Reimer looking ahead. The company<br />
has just completed a shipment building. Other construction plans<br />
and a completely new road layout are already on the table. The<br />
CEO states not without pride that their machinery is among the<br />
most advanced in Germany. No machine is more than five years<br />
old. “But additional staff would let us produce and sell more.”<br />
VARIOVAC PS SystemPack GmbH thus exemplifies the engineering<br />
sector, which comes second only to food production in<br />
terms of turnover and employees in the manufacturing industry<br />
in Mecklenburg-Western Pomerania. Taken together, both sectors<br />
generate about 4.3 billion Euro in turnover and employ 10,000<br />
workers, according to statistics provided by Schwerin Chamber<br />
of Commerce and Industry.<br />
84
Die VARIOVAC PS SystemPack GmbH steht somit beispielhaft<br />
für den Metall- und Anlagenbau. Dieser gilt nach der Nahrungsmittelproduktion<br />
als umsatz- und mitarbeiterstärkster im Bereich<br />
des verarbeitenden Gewerbes in Mecklenburg-Vorpommern.<br />
Beide Branchen erwirtschaften zusammen etwa 4,3 Milliarden<br />
Euro Umsatz und beschäftigen 10.000 Mitarbeitende, weist die<br />
Industrie- und Handelskammer zu Schwerin in ihrer Statistik aus.<br />
The Chamber confirms that the whole sector is being impacted by<br />
the global trend towards sophisticated special machines, offering<br />
positive chances for development in the long term in view of the<br />
technological know-how. Many companies are following the spirit<br />
of the times and specialising in future industries such as renew able<br />
energies, bioengineering and medical technology together with<br />
microsystems technology.<br />
Die Kammer bestätigt für die gesamte Branche den globalen<br />
Trend hin zu anspruchsvollen Spezialmaschinen sowie angesichts<br />
des technologischen Know-hows langfristig positive Entwicklungschancen.<br />
Dem Zeitgeist folgend spezialisieren sich etliche<br />
Unternehmen inzwischen auf Zukunftsbranchen wie Erneuerbare<br />
Energien, Bio- und Medizintechnik sowie Mikrosystemtechnik.<br />
saz – Schweriner Aus- und<br />
Weiterbildungszentrum e. V.<br />
Als starker Bildungspartner für Unternehmen, Institutionen und<br />
Einzelpersonen gestaltet das saz berufliche Bildung für die Region.<br />
Unsere fachlichen Expertisen liegen in der Automatisierungs-, Elektro-,<br />
Kunststoff- und Metalltechnik. Ebenfalls gehören Qualifizierungen zu<br />
kaufmännischen und berufspädagogischen Themen zum Portfolio.<br />
Wir engagieren uns in der Berufsorientierung, beruflichen Integration,<br />
Berufsausbildung und Weiterbildung. Basis unseres Erfolges war und ist<br />
unser professionelles Lehrpersonal, eine praxisorientierte Ausstattung<br />
und eine auf unsere Kunden angepasste Entwicklung und Umsetzung<br />
von Qualifizierungskonzepten.<br />
As a strong training partner for companies, institutions and individuals,<br />
saz provides vocational training for the region, with professional expertise<br />
in automation technology and electrical engineering as well as plastic and<br />
metal processing. We also offer commercial and vocational-educational<br />
qualifications.<br />
We are involved in careers guidance, vocational integration, voca tional<br />
training and further training. Our success was and is based on our<br />
pro fessional teaching staff together with practical facilities, as well as<br />
customised development and implementation of qualification concepts.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1990<br />
Mitarbeiter: 34<br />
Leistungsspektrum:<br />
berufliche Aus- und Weiterbildung<br />
zu gewerblichtechnischen,<br />
kaufmännischen und<br />
berufspädagogischen Themen<br />
www.sazev.de<br />
Year founded: 1990<br />
Employees: 34<br />
Range of services:<br />
Initial and further training in<br />
industrialtechnical, commercial<br />
and vocationaleducational<br />
fields<br />
85
VARIOVAC – simpler, faster, better<br />
Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die VARIOVAC PS SystemPack GmbH<br />
leidenschaftlich mit der Entwicklung, Konstruktion, Produktion sowie<br />
dem Vertrieb und Service von Verpackungsmaschinen. In Zarrentin am<br />
Schaalsee gelegen sind mittlerweile 280 Mitarbeiter*innen beschäftigt,<br />
Tendenz steigend. Denn VARIOVAC, als traditionsbewusstes und innovatives<br />
Maschinenbauunternehmen, hat Großes vor.<br />
Gegründet 1970 in Buchholz in der Nordheide als Handelsunternehmen<br />
für Verpackungsmaschinen, sind wir 1995 an unseren Standort nach<br />
Zarrentin umgezogen. Hier, im wachsenden Industriegebiet mit optimaler<br />
Autobahnanbindung, wurde die Marke VARIOVAC geboren.<br />
1996 produzierten wir mit damals 19 Mitarbeiter*innen unsere erste<br />
eigene Verpackungsmaschine.<br />
Eine stete Erweiterung der Produktions- und Lagerflächen haben unsere<br />
Position als großer Arbeitgeber in der Region weiter gestärkt. Mit dem<br />
Bau eines separaten Verwaltungsgebäudes, einer Versandhalle sowie eines<br />
großzügigen Entwicklungs- und Ausbildungsbereichs übernahmen wir<br />
zunehmend soziale Verantwortung durch die Ausbildung junger Menschen<br />
– nach dem Motto „Von Zarrentin in die Welt“. 2013 verzeichneten<br />
wir dann bereits 115 Mitarbeiter*innen, die gemeinsam an den neuen<br />
Maschinengenerationen der Optimus und Primus Tiefziehmaschinen<br />
arbeiteten.<br />
2016 bewies die Zertifizierung nach der Qualitätsmanagementnorm,<br />
was unsere Kunden bereits seit Jahrzehnten an VARIOVAC schätzen<br />
– konsequente Kundenorientierung, reibungslose Prozesse und beste<br />
Qualität. Dafür steht VARIOVAC. Für uns jedoch kein Grund zum<br />
Ausruhen. Ganz im Gegenteil. Mit der Inbetriebnahme des ersten eigenen<br />
Fräs zentrums sind wir seit 2017 in der Lage, Maschinenteile inhouse<br />
zu fertigen und können unseren Kunden so noch bessere, passgenauere<br />
Produkte in noch kürzerer Zeit liefern. Seither sind wir weiter gewachsen.<br />
2020 konnten wir schließlich das 25-jährige Bestehen von VARIOVAC<br />
am Standort Zarrentin feiern.<br />
Mit weltweiten Vertriebspartnern und mit starker nationaler und internationaler<br />
Präsenz haben wir konkrete Pläne zur weiteren Expansion des<br />
Betriebsgeländes. Wir wollen unseren Kunden und Geschäftspartnern<br />
auch in Zukunft besten Service und hochwertige Maschinen liefern. Von<br />
der kompakten und effizienten Tiefziehmaschine bis zur hochkomplexen<br />
Verpackungslinie für den Medizinbereich über den voll- oder halbautomatischen<br />
Schalensiegler – wir bieten Ihnen genau die richtige Lösung,<br />
um Ihr Produkt optimal in Szene zu setzen. VARIOVAC ist der zuverlässige<br />
Partner für all Ihre Anliegen in Sachen Verpackung.<br />
861
us to rest on our laurels. On the contrary. In 2017, our first own milling<br />
centre was commissioned which was the start of in-house parts production,<br />
allowing us to offer our customers even better, pinpointed products<br />
with shorter delivery times. We have continued to grow since then. In<br />
2020, we celebrated 25 years of VARIOVAC in Zarrentin.<br />
Together with our global sales partners and strong national and international<br />
presence, we are currently making specific plans for further<br />
expansion of the company premises. In future too, we want to provide<br />
customers and business partners with the very best service and top quality<br />
machines. From compact, efficient deep-drawing machines to highly<br />
complex packaging lines for the medical sector and fully or semi-automatic<br />
tray sealing, we offer you exactly the right solution for presenting<br />
your product in the best possible light. VARIOVAC is your reliable<br />
partner for all packaging issues..<br />
For decades, VARIOVAC PS SystemPack GmbH has been passio nate<br />
about the developing, designing, producing, selling and servicing of<br />
packaging machines. The company has a workforce of meanwhile 280<br />
employees in Zarrentin am Schallsee, with numbers on the increase.<br />
VARIOVAC is an innovative mechanical engineering firm with a long<br />
tradition and has big plans.<br />
Founded in 1970 in Buchholz in der Nordheide as a trading company for<br />
packaging machines, the firm relocated in 1995 to its current location in<br />
Zarrentin. This is where the VARIOVAC brand was born, on a growing<br />
industrial estate with excellent motorway links. Production of our first<br />
own packaging machine began in 1996 with 19 employees in those days.<br />
Constant expansion of the production and warehouse facilities strengthened<br />
our position as a major employer in the region. With the construction<br />
of a separate administrative building, a shipment facility and<br />
a spacious development and training section, we increasingly assumed<br />
social responsibility by offering apprenticeships to young people, true to<br />
the motto “from Zarrentin into the world”. In 2013, there were already<br />
115 employees working on the new generation of Optimus and Primus<br />
deep-drawing machines.<br />
Certification to the quality management standard in 2016 verified what<br />
decades of customers have appreciated about VARIOVAC – a con sistent<br />
focus on what customers need and want, smooth processes and top<br />
quality. That is what VARIOVAC stands for. But this is no reason for<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1970; seit<br />
1995 in Zarrentin ansässig<br />
Mitarbeitende: 280<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Schalensiegler<br />
– Tiefziehmaschinen<br />
– Kammerbandmaschinen<br />
– Vakuummaschinen<br />
– Tauchtank, Schrumpftunnel<br />
und Trockner<br />
– Labelling und Etikettiermaschinen<br />
– Messgeräte<br />
für die Ernährungsindustrie<br />
und NonFoodBranchen<br />
www.variovac.de<br />
Year founded: 1970, based<br />
in Zarrentin since 1995<br />
Employees: 280<br />
Range of services:<br />
– tray sealers<br />
– deepdrawing machines<br />
– chamber conveyor belt<br />
machines<br />
– vacuum machines<br />
– dip tanks, shrink tunnels and<br />
dryers<br />
– labelling machines<br />
– measuring devices for the<br />
food industry and nonfood<br />
sectors<br />
87 2
GRAFTEC GmbH<br />
Seit 2005 sind wir an unserem Produktionsstandort in Boizenburg ein<br />
zuverlässiger Formenbau-Experte und professio neller Partner für die<br />
Zerspanungsindustrie. Außerdem betreuen wir nationale und internationale<br />
Kunden – von der Konstruktion bis zum Werkzeugbau.<br />
Besonders in der Fertigung für die keramische In dustrie und die technische<br />
Keramik verfügen unser Team aus hoch qualifi zierten Inge nieuren, Technikern<br />
und Fachkräften über jahrzehntelange Erfahrung und großes<br />
Know-how bei der Auslegung und Überarbeitung von Werk zeugen.<br />
Individuelle Kundenberatung, höchste Präzision bei der Fertigung und<br />
schnelle Lieferzeiten zeichnen uns als kompetenten Werkzeugbau-Partner<br />
mit einem breiten Produktportfolio „Made in Germany“ aus.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2005<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Werkzeugbau<br />
– Zerspanung<br />
– Dienstleistungen<br />
mit Schwerpunkt keramische<br />
Industrie<br />
www.graf-tec.de<br />
Year founded: 2005<br />
Range of services:<br />
– tool and die making<br />
– machining<br />
– services<br />
with a focus on the ceramic<br />
industry<br />
We have been a reliable tool and die expert and professional partner for the<br />
metal cutting industry in Boizenburg since 2005. We work with national<br />
and international customers. Our team of highly qualified engineers,<br />
technicians and skilled workers has decades of manufacturing experience<br />
for the ceramic industry and technical ceramics, with a wealth of knowhow<br />
in rating and overhauling tools. Individual consulting for customers,<br />
absolute manufacturing precision and fast delivery times make us stand out<br />
as an expert tool and die partner with a broad range of products ‘made in<br />
Germany’.<br />
WDI CP GmbH & Co. KG<br />
„Wir bieten mehr“ ist die Firmenphilosophie der WDI Customized Panels<br />
in Hagenow. Über individuelle Lösungen und Produktinnovation stellen<br />
wir uns den Herausforderungen des Marktes und der Zukunft. Wir<br />
fertigen u. a. Spezial-Paneele auf Basis von Metallleichtbau-Lösungen,<br />
die 50 dB Lärm reduzieren oder Lasten von mehreren Tonnen tragen<br />
können u.v.m. Stets sind diese Funktionen verbunden mit einer integrierten<br />
Hochleistungs-Isolierung für Anwendungsbereiche von -60°C<br />
bis +400°C.<br />
Die WDI bietet damit individuelle und maßgefertigte Lösungen an als industrielle<br />
Anwendung für die Einhausung von technischen Anlagen oder<br />
im Bau-Sektor – etwa für Kühlräume oder funktionelle Raumsysteme.<br />
Wir sind zertifiziert nach DIN ISO 9001 sowie im Umweltmanagement<br />
und sehen unsere Zukunft u. a. in der Herstellung von Paneelen für<br />
PLUS-Energie-Gebäude mit Energie-aktivierten Gebäudehüllen auch<br />
unter Verwendung von neuen Dämmstoffen zum Beispiel aus nachwachsenden<br />
Rohstoffen.<br />
“We offer more” is the corporate philosophy of WDI Customized Panels<br />
in Hagenow. Our individual solutions and product innovations meet<br />
the challenges of the market and of the future. Among others, we make<br />
special panels based on lightweight metal solutions capable of reducing<br />
50 dB noise or carrying loads of several tonnes, and much more besides.<br />
1<br />
www.wdi-cp.de<br />
These functions always come with integrated heavy-duty insulation for<br />
applications ranging from -60°C to +400°C.<br />
WDI thus offers individual, bespoke solutions as industrial application<br />
for enclosures of technical plants or in the construction sector, such as<br />
cold storage rooms or functional room systems.<br />
We are certified to DIN ISO 9001 and also in environmental management,<br />
and see our future among others in manufacturing panels for PLUS<br />
energy buildings with energy-activated building envelopes, also using new<br />
insulation materials made, for example, from renewable raw materials.<br />
88
Information<br />
Produkte:<br />
– Verpackungen aus Holz<br />
– Sonderanfertigungen<br />
– Verpackungen aus Kunststoff<br />
– Kartonagen<br />
– Zubehör<br />
Products:<br />
– packaging made of wood<br />
– custommade packaging<br />
solutions<br />
– packaging made of plastic<br />
– cardboard packaging<br />
– accessories<br />
www.schmal-verpackungen.de<br />
Schmal GmbH & Co. Verpackungen KG<br />
Wir verpacken. Wo andere nur einpacken können.<br />
Wir bei Schmal Verpackungen nehmen uns Ihres besonderen Verpackungswunsches<br />
mit einer breit gefächerten Kompetenz und jahrzehntelanger<br />
Erfahrung an. Das simple Einpacken überlassen wir gerne<br />
anderen, wir sind Ihre Ansprechpartner für hochwertige Güter und<br />
umfassenden Service. Unsere Spezialisten verpacken auf Wunsch direkt<br />
bei Ihnen vor Ort und entsorgen wieder fachgerecht alle Verpackungsmaterialien.<br />
Unser Qualitätsmanagement wird regelmäßig nach ISO 9001 zertifiziert<br />
und ermöglicht Ihnen die uneingeschränkte Konzentration auf<br />
Ihr Kerngeschäft. Gerade im Bereich von Verpackungslösungen ist diese<br />
Zertifizierung keine Selbstverständlichkeit.<br />
Das kontinuierliche Wachstum des Familienbetriebs Schmal Verpackungen<br />
führte im Jahre 1997 zur Einweihung eines komplett neu<br />
errichteten Gebäudekomplexes im Gewerbegebiet Valluhn/Gallin. Hier<br />
arbeiten jeden Tag unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter wie Tischler,<br />
Zimmerleute, Schlosser und Verpackungsspezialisten für unsere Kunden,<br />
planen und fertigen hochwertige Verpackungslösungen aus Holz, Karton,<br />
Kunststoff und anderen Materialien. Unser Portfolio umfasst Export-,<br />
Werks- und Schwergutverpackungen, wir fertigen Sonderpaletten und<br />
Transportverpackungen für unterschiedlichste Maschinen, technische<br />
Anlagen und hochempfindliche Geräte.<br />
We pack things , while others can only wrap them up.<br />
Here at Schmal Verpackungen, we meet your special packaging requirements<br />
with broadly diversified expertise and decades of experience. We<br />
gladly leave simple wrapping to others: we are the people you need for<br />
high-value goods and a comprehensive service. On request, our specialists<br />
pack your goods directly on your premises and subsequently ensure that<br />
all packaging materials are disposed of correctly.<br />
Our quality management is regularly certified to ISO 9001 and allows you<br />
to focus totally on your core business. Such certification cannot always<br />
be taken for granted particularly when it comes to packaging solutions.<br />
The constant growth of our family-owned Schmal Verpackungen resulted<br />
in 1997 in the inaguration of a completely new building complex in the<br />
Valluhn/Gallin business park. Every day, our highly qualified employees<br />
including joiners, carpenters, metalworkers and packaging specialists<br />
work on behalf of our customers here on site, planning and producing<br />
top quality packaging solutions made of wood, cardboard, plastic and<br />
other materials. Our portfolio includes export packaging, proprietary<br />
packaging and heavy lift packaging; we produce special pallets and transport<br />
packaging for all kinds of different machinery, technical systems and<br />
highly sensitive equipment.<br />
Seit mehr als 60 Jahren stellen wir Verpackungen aus Holz her.<br />
We have been producing wooden packaging for more than 60 years.<br />
89 1
müller<br />
Kunststofftechnik GmbH<br />
Unser Familienunternehmen ist Spezialist für die Herstellung und den<br />
Vertrieb von technischen Kunststoffteilen aus Thermoplasten. Unser<br />
Spektrum umfasst Werkzeug- und Modellbau, Spritzgussfertigung sowie<br />
die Herstellung und Montage kompletter Baugruppen für Kunden in<br />
aller Welt. Wir produzieren aktuell auf 17 hochmodernen Spritzgussautomaten<br />
mit Schließkräften von 35 bis 260 Tonnen und mit einem<br />
Spritzgewicht von 1 bis 1300 Gramm.<br />
Unter dem Markennamen „Till Toy“ produzieren wir außerdem hochwertiges<br />
Konstruktionsspielzeug in Kooperation mit den Lebenshilfewerkstätten<br />
in Hagenow, wo die Boxen, Teile und Bausätze verpackt und<br />
zusammengestellt werden.<br />
Our family company has specialised in the production and sales of<br />
technical plastic parts made of thermoplastic. Our range includes tooling<br />
and model construction, injection moulding and the manufacture and<br />
assembly of complete components for customers all over the world. We<br />
currently produce on 17 state-of-the-art injection moulding machines<br />
with clamping forces of 35 to 260 tonnes and injection weights of 1 to<br />
1,300 grams.<br />
Furthermore, under the brand name of “Till Toy” we also produce a top<br />
quality construction toy in cooperation with Hagenow workshop for the<br />
disabled, where the boxes, parts and kits are packed and put together.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1990<br />
Year founded: 1990<br />
Mitarbeiter: derzeit 25<br />
Employees: currently 25<br />
Leistungsspektrum:<br />
Range of services:<br />
Herstellung und Vertrieb von Production and distribution of<br />
technischen Kunststoffteilen technical plastic parts made of<br />
aus unter anderem PP, PE, PS, PP, PE, PS, ABS, PC, PA, PBT,<br />
ABS, PC, PA, PBT, POM, PVC POM, PVC, among others<br />
www.mueller-kunststofftechnik.de<br />
RÄBER ELEKTROTECHNIK<br />
GmbH & Co. KG<br />
Seit mehr als 30 Jahren ist RÄBER ELEKTROTECHNIK Ihr leistungsstarker<br />
Partner mit Standorten in Schwerin, Hamburg und Kiel. Unser<br />
Leistungs spektrum umfasst die objekt- oder projektbezogene Beratung,<br />
Planung, Produktion und Inbetriebnahme von Energieverteilungen<br />
in ganz Deutschland. Natürlich übernimmt unser Team von über 30<br />
qualifizierten Mitarbeitern auch die Wartung und Instandhaltung<br />
Ihrer Anlagen. Außerdem sind wir zugelassener Hersteller von Großzähleranlagen<br />
für den Großraum Hamburg. Zur RÄBER Unternehmensgruppe<br />
gehören auch die Sparten RÄBER Schaltanlagenbau,<br />
RÄBER Kommunikationstechnik und die Bookandplay GmbH.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1992<br />
Mitarbeiter: mehr als 30<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Elektrotechnik<br />
– Schaltanlagenbau<br />
– Kommunikationstechnik<br />
www.raeber.de<br />
Year founded: 1992<br />
Employees: more than 20<br />
Range of services:<br />
– electrical engineering<br />
– switchgear construction<br />
– communications technology<br />
1<br />
RÄBER ELEKTROTECHNIK is your highly efficient electrical<br />
engineering partner based in Schwerin, Hamburg and Kiel for more<br />
than 30 years. Our range of services includes building- or project-related<br />
consulting, planning, production and commissioning of power distribution<br />
systems throughout all of Germany. Needless to say that our team<br />
of more than 30 qualified employees will also maintain and service your<br />
systems. Furthermore, we are an approved manufacturer of bulk power<br />
metering systems for the greater Hamburg region. The RÄBER Group<br />
also in cludes the business units RÄBER Schaltanlagenbau, RÄBER<br />
Kommunikationstechnik and Bookandplay GmbH.<br />
90
BÜTOW Industrie-Elektronik GmbH ist Ihr kompetenter Partner<br />
rund um das Thema elektrische Antriebstechnik bis 690 VAC und<br />
2.500 kW. Unsere Services und Dienstleistungen als Systempartner und<br />
Ingenieurbüro elektrisiert Gewerbe, Industrie und Schiffbau seit 1990.<br />
BÜTOW ist bis heute stetig gewachsen und hat sich zu einem renommierten<br />
Spezialisten rund um die Automatisierungstechnik und speziell<br />
die elektronische Antriebstechnik für Gewerbe, Industrie und Schiffbau<br />
entwickelt.<br />
Unser Leistungsspektrum umfasst:<br />
– Beratung, Planung und Konstruktion kundenspezifischer Lösungen<br />
– Vertrieb von Komponenten und Baugruppen<br />
– Programmierung systemnaher Controller<br />
– Inbetriebnahmeunterstützung<br />
– After-Sales-Service<br />
– Wartung und Reparatur elektrischer Anlagen<br />
– Frequenzumrichter bis 220 kW ab Lager verfügbar<br />
Als kompetente und erfahrene Schnittstelle zwischen dem lokalen Industriemarkt<br />
und der Produzentenbranche werden Kundenanfragen schnell<br />
und gleichermaßen professionell beantwortet.<br />
BÜTOW Industrie-<br />
Elektronik GmbH<br />
BÜTOW Industrie-Elektronik GmbH is your expert partner for all<br />
aspects of electric drive technology up to 690 VAC and 2,500 kW. We<br />
have electrified manufacturing, industry and shipbuilding with our services<br />
and support since 1990. BÜTOW has seen constant growth right<br />
through to the present day, becoming established as a renowned specialist<br />
for automation technology and particularly electric drive technology for<br />
manufacturing, industry and shipbuilding.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1990<br />
Mitarbeiter: 10<br />
Produktbereiche:<br />
– Frequenzumrichtersysteme<br />
für Hybridschiffe<br />
– Frequenzumrichter<br />
bis 2,5 MW<br />
– Softstarter bis 900 kW<br />
– Sensoren<br />
– Industrielle Steckverbinder<br />
www.buetow.com<br />
Year founded: 1990<br />
Employees: 10<br />
Product areas:<br />
– frequency converter systems<br />
for hybrid ships<br />
– frequency converter up to<br />
2.5 MW<br />
– soft starters up to 900 kW<br />
– sensors<br />
– industrial connectors<br />
Our range of services includes:<br />
– consulting, planning and designing customised solutions<br />
– sales of components and assemblies<br />
– programming system-oriented controllers<br />
– initial commissioning support<br />
– after-sales service<br />
– maintenance and repairs of electrical systems<br />
– frequency converters up to 220 kW available ex-stock<br />
We are the expert, experienced interface between the local industrial<br />
market and the producing sector, dealing swiftly and professionally with<br />
customer enquiries.<br />
91 1
KI-PIONIERE AUS<br />
MECKLENBURG<br />
AI pioneers from<br />
Mecklenburg<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
WELF WUSTLICH<br />
Künstliche Intelligenz erleichtert bereits in vielen<br />
Bereichen zahlreiche Aufgaben insbesondere im Alltag<br />
– sowohl in Unternehmen als auch im privaten<br />
Umfeld. Das Unternehmen Planet AI mit Wurzeln<br />
in Schwerin ist ein europäischer KI-Pionier mit über<br />
30 Jahren Erfahrung, von der viele internationale<br />
Unternehmen profitieren.<br />
Milliarden von Dokumenten sind weltweit im Umlauf.<br />
Unvorstellbare Mengen an Informationen auf Papier,<br />
die perspektivisch in digitaler Form zur Verfügung<br />
stehen könnten. „Viele denken, dass ein eingescanntes<br />
Dokument schon Digitalisierung ist. Aber das ist<br />
Quatsch“, sagt Welf Wustlich. „Es geht darum, dass die<br />
Inhalte auch gelesen und verstanden werden und daraus<br />
entsprechende Handlungsanweisungen generiert<br />
werden.“ Die Grundlage für solche automatisierten<br />
Prozesse bietet eine Art künstliches Gehirn, sogenannte<br />
neuronale Netze.<br />
Artificial intelligence is already making numerous<br />
tasks easier in many areas, particularly in everyday<br />
life, both for companies and the private sphere.<br />
Planet AI is a company with roots in Schwerin and a<br />
European AI pioneer with more than 30 years of experience<br />
from which many international com panies<br />
benefit.<br />
There are billions of documents in circulation around<br />
the world with inconceivable amounts of information<br />
on paper that could be made available in digital form<br />
in the future. “Many think that a scanned document<br />
in itself is already digitalisation. But that’s nonsense“,<br />
says Welf Wustlich. “Digitalisation entails reading and<br />
understanding the content in order to generate corresponding<br />
instructions”. Such automated processes are<br />
based on a kind of artificial brain, so-called neural networks.<br />
92
Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der Physiker Welf Wustlich<br />
damit, eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, welche die<br />
kognitiven Fähigkeiten des Menschen im Bereich der Wahrnehmung<br />
nachahmt. Als einer der Gründer des KI-Unternehmens<br />
Planet AI hat er in diesem Bereich bereits beachtliche und mehrfach<br />
international ausgezeichnete Erfolge erzielt. Die zugrundeliegende<br />
Technologie wurde 2018 patentiert. Die sogenannte<br />
PerceptionMatrix ermöglicht es der von Planet AI entwickelten<br />
künstlichen Intelligenz, Informationen vergleichbar zum menschlichen<br />
Gehirn wahrzunehmen und zu verarbeiten und dadurch<br />
ebenso schnell und intelligent zu sein. „Es ist die Grundlage für<br />
unsere Intelligente Dokumentenanalyse, kurz: IDA, mit der wir<br />
die Verarbeitung von Dokumenten revolutioniert haben“, so<br />
Wustlich. Mittlerweile nutzen Postunternehmen und -dienstleister<br />
in ganz Europa die Entwicklung, ebenso die US-Post sowie das<br />
weltweit operierende Kurier- und Logistikunternehmen FedEx.<br />
Die Planet-AI-Software kann<br />
MRT-Bilder zu einem 3D-<br />
Modell zusammen setzen und<br />
bei der Diagnose helfen.<br />
The Planet AI software<br />
can combine MRI images into a<br />
3D model and help with<br />
the diagnosis.<br />
Schon immer hat Welf Wustlich interessiert, was die Welt im<br />
Innersten zusammenhält. An der Universität Rostock bekam<br />
er Anfang der 1990er-Jahre die Gelegenheit, in Projekten zur<br />
Erforschung der Funktion des menschlichen Gehirns mitzuwirken.<br />
„Ich war fasziniert davon, herauszufinden, wie Intelligenz<br />
funktioniert“, erzählt Welf Wustlich heute. Um das zu erreichen,<br />
wurden künstliche Modelle entwickelt, mit denen die natürlichen<br />
Lernprozesse im Gehirn nachgestellt werden konnten.<br />
Eigentlich wollte Welf Wustlich dazu auch seine Doktorarbeit<br />
schreiben. Darauf verzichtete er jedoch zugunsten einer Unternehmensgründung<br />
in Schwerin. Zusammen mit drei Kommilitonen<br />
gründete er 1992 die Planet GmbH, deren Fokus auf der<br />
Planung und Anwendung neuronaler Technologien lag, was sich<br />
auch im Firmennamen widerspiegelt. „In Europa waren wir eines<br />
der ersten Unternehmen, die auf diesem Gebiet ganz vorne mit<br />
dabei waren“, so Wustlich. „Aber wir waren zu frühe Pioniere,<br />
die Zeit war noch nicht reif. Unsere Konzepte waren super, aber<br />
die für die Umsetzung nötigen Ressourcen fehlten.“ So wid mete<br />
sich das Unternehmen zunächst auch anderen Sparten, etwa dem<br />
Bereich der Verkehrsüberwachung. 1996 brachten sie das erste<br />
Radarfilm-Bewertungssystem auf den Markt und wurden damit<br />
führend im deutschsprachigen Raum. Welf Wustlich erinnert<br />
sich, wie dafür extra ein Gerät gebaut wurde, um die damals<br />
noch eingesetzten Negativfilmtrommeln mit einer Kapazität von<br />
1000 Bildern automatisiert digitalisieren zu können. „Die wurde<br />
abends angestellt und am nächsten Morgen war das Material<br />
digital vorhanden und konnte mithilfe unseres Systems ausgewertet<br />
werden.“ Ein Meilenstein Mitte der 1990er-Jahre.<br />
Später kamen Systeme zur Adress- und Etikettenerkennung<br />
auf Postsendungen und Frachtgut hinzu. 2010 begann die Forschungszusammenarbeit<br />
mit der Universität Rostock auf dem<br />
Gebiet der Handschriftenerkennung. Dabei konnten wertvolle<br />
Schriften aus dem europäischen Kulturerbe zugänglich gemacht<br />
werden, mehr als zehn Milliarden Seiten beispielsweise aus europäischen<br />
Kirchenbüchern. Es handelte sich um Dokumente ab<br />
dem 16. Jahrhundert, einer Zeit, in der es die sogenannte Kurrentschrift<br />
gab, für die aber keine allgemeingültigen Regeln existier-<br />
Physicist Welf Wustlich has been busy for more than 30 years at<br />
developing an artificial intelligence that imitates human cogni tive<br />
capabilities in the area of perception. As one of the founders of<br />
the artificial intelligence company Planet AI, he has already seen<br />
impressive success in this field and received several inter national<br />
awards. The basic technology was patented in 2018. With the<br />
so-called PerceptionMatrix, the artificial intelligence developed<br />
by Planet AI works like the human brain in perceiving and<br />
processing information, making it just as quick and intelligent.<br />
“This is the basis for our intelligent document analysis, or IDA for<br />
short, that has revolutionised the way documents are processed”,<br />
says Wustlich. Postal companies and service providers throughout<br />
Europe now use the development, as well as the US Postal Service<br />
and the global courier and logistics company FedEx.<br />
Welf Wustlich always wanted to know what holds the world<br />
together on the inside. In the early 1990s, he was given an opportunity<br />
at Rostock University to get involved in a research project<br />
about the human brain. “Finding out how intelligence works<br />
fascinated me”, says Welf Wustlich today. To achieve this, artificial<br />
models were developed to replicate natural learning processes<br />
in the brain.<br />
In fact, Welf Wustlich wanted to make this the topic of his doctoral<br />
thesis. But he waived a possible doctorate and instead took<br />
the chance to set up a company in Schwerin. Together with three<br />
fellow students, he founded Planet GmbH in 1992 with a focus<br />
on planning and using neural technologies, as reflected in the<br />
company name. “We were one of the first companies in Europe<br />
to be at the cutting edge of these developments”, says Wustlich.<br />
94
“But we were ahead of our time. Our concepts were great, but the<br />
resources necessary to put them into practice weren’t available”.<br />
Instead, the company initially turned its attention to other fields,<br />
such as traffic monitoring. In 1996, they launched the first radar<br />
film assessment system, putting themselves in a leading position<br />
in the German-speaking market. Welf Wustlich remembers that<br />
a device was made especially for automated digitalisation of the<br />
negative film drums that were still being used back then with<br />
capacity for 1,000 images. “The machine was switched on in the<br />
evening. Next morning the material was available in digital form<br />
and ready for evaluation by our system”. A milestone in the mid-<br />
1990s.<br />
ten. „Nur noch wenige Menschen sind heute überhaupt noch in<br />
der Lage, diese alten Schriften zu lesen“, erzählt Welf Wustlich.<br />
„Nach dem Scannen konnte die KI das Dokument schnell und<br />
vollständig erschließen und helfen, die Schriften zu entziffern.<br />
Ohne KI wäre das sicher nicht möglich gewesen.“<br />
Auch im Medizinbereich werden erfolgreich Entwicklungen der<br />
Planet AI eingesetzt, etwa bei der Auswertung radiologischer<br />
Daten, insbesondere klinischer Bilder aus der Magnetresonanztomographie<br />
(MRT). So kann die Planet-AI-Software die<br />
MRT-Bilder zu einem 3D-Modell zusammensetzen und über<br />
Ab weichungen zum statistischen Mittel Hinweise zur Diagnose<br />
liefern. Weil die Software über viele Tausend Daten von Wirbelsäulen<br />
verfügt, findet sie schnell mögliche Fehlstellungen.<br />
2019 hat Planet AI außerdem das Forschungsprojekt „Doctor<br />
AI“ zur intelligenten Bild- und Dokumentenanalyse für<br />
Anwendungen im Gesundheitswesen in Kooperation mit der<br />
Universitätsmedizin Rostock gestartet. Ziel war es, Zusammenhänge<br />
zwischen medizinischen Daten zu erkennen und Ärzten<br />
mit Software-Empfehlungen zur Prävention und Behandlung<br />
von Patienten mit Herzrhythmusstörungen zu geben, um damit<br />
einen Beitrag zur Verhinderung von Schlaganfällen zu leisten. Um<br />
das KI-System im medizinischen Bereich fortlaufend mit entsprechender<br />
Fachexpertise weiterzuentwickeln, unterhält Planet<br />
AI umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskooperationen<br />
mit vielen Unikliniken und Wissenschaftseinrichtungen im gesamten<br />
norddeutschen Raum.<br />
Copyright: Anna Shvets/pexels.com<br />
Later on, this was followed by systems for detecting addresses and<br />
labels on mail consignments and freight. In 2010, the company<br />
started pursuing research into handwriting recognition with<br />
Rostock University. They succeeded in making valuable writings<br />
from European cultural heritage accessible, including more than<br />
ten billion pages of European church records, for example. This<br />
refers to documents from the 16th century, a period in which the<br />
so-called cursive script already existed but without any generally<br />
valid rules. “There are only a few people today who are still able<br />
to read these old writings”, says Welf Wustlich. “After scanning<br />
the document, AI then deciphers it quickly and completely, thus<br />
helping to make out what the writings say. That would never have<br />
been possible without AI.”<br />
Developments by Planet AI have also been successful in the field<br />
of medicine, such as evaluating radiological data, especially clinical<br />
pictures obtained by magnetic resonance imaging (MRI). The<br />
Planet AI software creates a 3D model from the MRI pictures,<br />
with deviations from the statistical average leading to diag noses.<br />
The software quickly detects possible spinal malalignments<br />
thanks to the many thousands of spinal column data at its disposition.<br />
Furthermore, in 2019 Planet AI started the “Doctor AI” research<br />
project into intelligent image and document analysis for healthcare<br />
applications in cooperation with the University Medical<br />
Centre Rostock. The aim was to recognise correlations between<br />
medical data and to use software to give doctors recommendations<br />
for the prevention and treatment of patients with cardiac<br />
arrhythmia, thus making a contribution to stroke prevention.<br />
When it comes to research and development, Planet AI co operates<br />
on a large-scale with many university hospitals and scientific<br />
institutions throughout North Germany for ongoing further<br />
development of the AI system with corresponding professional<br />
expertise in the medical sector.<br />
“At first sight, our applications might seem as diverse as a “pickand-mix”<br />
bag, grins Wustlich. “But actually, the technological<br />
basis of our AI is the common denominator. It’s always a case<br />
evaluating images, videos or documents, understanding the<br />
95
„Die Vielfalt unserer Anwendungen mag im ersten Moment<br />
etwas wie ein Bauchladen anmuten“, so Wustlich schmunzelnd.<br />
„Aber im Grunde eint sie alle die technologische Basis unserer KI.<br />
Immer geht es darum, Bilder, Videos oder Dokumente auszuwerten,<br />
deren Information zu verstehen und in einen Zusammenhang<br />
zu bringen.“ So fungieren die KI-Systeme von Planet AI als<br />
Assistenzsysteme, die anhand der vorliegenden Daten qualifizierte<br />
Vorschläge für die weitere Vorgehensweise machen und<br />
damit viel Zeit und Arbeit sparen, um zum Beispiel auch Personal<br />
zu entlasten. Dieses habe dadurch mehr Zeit, etwa für die Patienten.<br />
Außerdem würden Flüchtigkeitsfehler vermieden.<br />
Die Steigerung von Effizienz und Qualität ist für Welf Wustlich<br />
ein wichtiger Effekt von Künstlicher Intelligenz. „Es ist die größte<br />
Technologie, die die Menschheit entwickelt hat“, sagt er. „Und es<br />
wird auch die letzte sein, denn danach wird hier die KI einspringen.“<br />
Auf die Frage, ob dies nicht eine beängstigende Aussicht sei,<br />
antwortet der 57-Jährige: „Selbst, wenn es keine gute Idee wäre,<br />
KI weiterzuentwickeln, wäre dieser Prozess nun nicht mehr zu<br />
stoppen. Wir können nur dafür sorgen, dass die richtigen Dinge<br />
damit gemacht werden.“ Die größte Gefahr gehe seiner Ansicht<br />
nach vor allem von einer missbräuchlichen Verwendung aus. Das<br />
müsse natürlich verhindert werden. Aber Wustlich mag nicht<br />
schwarzmalen. „KI hilft uns bei Problemen, für die wir heute<br />
keine Lösung haben. Da wird in den nächsten Jahren noch ganz<br />
viel passieren und Einflüsse in ganz vielen Bereichen entfalten.<br />
Dabei wollen wir gerne mitmachen.“<br />
Zusammen mit Jesper Kleinjohann hat Welf Wustlich die Planet<br />
AI im Jahr 2015 als Tochtergesellschaft der Schweriner Planet<br />
GmbH in Rostock gegründet. Angefangen mit zwei Mitarbeitern<br />
sind es heute über 40. Viele davon sind Absolventen der Universität<br />
Rostock, mehrere sind promoviert. Sie sind vor allem im<br />
Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. Um die anwendungsorientierte<br />
KI-Forschung auch im internationalen Vertrieb<br />
zukunftsfähig aufzustellen, beteiligte sich im Oktober 2023 die<br />
Bechtle AG mit Sitz in Neckarsulm mit 51 Prozent der Unternehmensanteile<br />
an Planet AI. „Für uns war das ein wichtiger Schritt,<br />
um unser Wachstum zu beschleunigen und einen breiten Zugang<br />
zum Markt zu erhalten“, erklärt Welf Wustlich die Beweggründe<br />
zur Beteiligung des weltweit agierenden schwäbischen Unternehmens<br />
mit mehr als 14.800 Mitarbeitenden. „Mit der Vertriebsstärke<br />
von Bechtle und unserer Technologie bringen wir zukunftsweisende<br />
Lösungen zu den Kunden.“<br />
Dass die Anwendungen auch weiterhin einen Bezug zu alltäglichen<br />
Lebensbereichen und Herausforderungen behalten<br />
werden, zeigt die aktuelle Beteiligung der Planet AI an einer<br />
Ausschreibung zur Wiederherstellung der noch immer nur in<br />
Schnipselform vorliegenden Stasi-Akten. Die vom Ministerium<br />
für Staatssicherheit (MfS) der DDR 1989 zum Teil per Hand<br />
in kleinste Stücke zerrissenen Unterlagen der Stasi wurden nach<br />
dem Fall der Mauer in vielen tausend Säcken gesichert, mit jeweils<br />
mehreren zehntausend Schnipseln Inhalt. Hunderte Millionen<br />
von Schnipseln müssten zunächst sortiert und in Zusammenhang<br />
gebracht werden, bevor sie gelesen und analysiert werden können.<br />
„Wir haben schon Tests dazu bei uns im Labor gemacht und sind<br />
nun gespannt, ob wir den Zuschlag für das Projekt erhalten“, so<br />
Welf Wustlich.<br />
information and putting it into context.” The Planet AI systems<br />
function as assistants that use existing data to make qualified<br />
suggestions for how to proceed, thus saving time and money to<br />
relieve the pressure on employees, for example. Staff then have<br />
more time for patients, for instance. Careless mistakes can also be<br />
avoided.<br />
Welf Wustlich sees enhanced efficiency and quality as being an<br />
important effect of artificial intelligence. “It’s the greatest technology<br />
developed by mankind”, he says. “And it’ll be the last too,<br />
because AI will take things from here.” When asked whether this<br />
worries him, the 57-year-old replies: “Even if it weren’t a good idea<br />
to continue developing AI, it’s now no longer possible to stop<br />
the process. All we can do is to make sure AI is used to do the<br />
right things.” In his opinion, the greatest risk is posed above all by<br />
improper use. This naturally has to be prevented. But Wustlich<br />
doesn’t like to be pessimistic. “AI helps us with problems that we<br />
can’t solve today. A lot of things are going to happen here in the<br />
next few years, having an impact on a great many areas. We want<br />
to be part of that.”<br />
Welf Wustlich and Jesper Kleinjohann founded Planet AI in<br />
Rostock in 2015 as a subsidiary of Planet GmbH in Schwerin.<br />
The workforce has grown from just two at the start to more<br />
than 40 today, including graduates from Rostock University,<br />
several of them with a PhD. They mainly work in research and<br />
development. In order to ensure that applied AI research remains<br />
a viable option for the future, also in terms of international sales,<br />
in October 2023, 51 percent of the shares in Planet AI were<br />
acquired by Bechtle AG based in Neckarsulm. “This was an important<br />
step for us to accelerate our growth and give us broad<br />
access to the market”, says Welf Wustlich, explaining why they<br />
joined forces with the global company from South Germany that<br />
has a workforce of more than 14,800 employees. “With Bechtel’s<br />
sales strength and our tech nology, we can offer trend-setting<br />
solutions for our customers.“<br />
As a demonstration of how the company’s applications continue<br />
to be relevant to everyday things and challenges, Planet<br />
AI is currently bidding for a tender to reconstitute the still<br />
shredded Stasi files. After the Berlin Wall came down, the Stasi<br />
documents that had been torn into tiny fragments partly by hand<br />
by the GDR Ministry for State Security in 1989 were kept safe<br />
in many thousands of sacks, each containing tens of thousands<br />
of shredded pieces. Hundreds of millions of such snippets first<br />
need to be sorted and put into context before they can be read<br />
and analysed. “We’ve already carried out some laboratory tests and<br />
are now waiting to see whether we’ll be awarded the project”, says<br />
Welf Wustlich.<br />
96
Copyright: JMarques/AdobeStock.com<br />
Die Steigerung von Effizienz und Qualität ist ein<br />
wichtiger Effekt von Künstlicher Intelligenz.<br />
Increasing efficiency and quality is an<br />
important effect of artificial intelligence.<br />
97
BESTE BEDINGUNGEN<br />
FÜR START-UPS<br />
Ideal conditions<br />
for start-ups<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
Mach was du liebst. Um den Rest kümmern wir<br />
uns! Der Slogan beschreibt ziemlich genau, was<br />
Grün derinnen und Gründer im Technologie- und<br />
Gewerbezentrum Schwerin/Wismar (TGZ) erwarten<br />
können. Gerade innovative Start-ups finden hier<br />
beste Bedingungen, um ihre Gründung zu starten<br />
und voranzutreiben.<br />
Thomas Möller kommt gerade von der Baustelle<br />
nebenan. Von Anfang an betreut er die Errichtung von<br />
Haus 7, ein wuchtiger Bau entlang der Hagenower<br />
Straße in Schwerin am Standort des TGZ. Dieses wurde<br />
im Sommer 2024 nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet.<br />
Wenn Thomas Möller davon berichtet, ist ihm die<br />
Begeisterung für das Projekt anzumerken. Jeden Bauschritt<br />
hat er begleitet, jede Herausforderung gemeistert,<br />
jeden Erfolg gefeiert. Nun berichtet er stolz von den<br />
hellen, lichtdurchfluteten Büroeinheiten auf insgesamt<br />
1800 Quadratmetern, Produktionsflächen auf 1500<br />
Quadratmetern in den beiden unteren Geschossen,<br />
dem großen Konferenzraum im obersten Stockwerk,<br />
inklu sive Dachterrasse. Schon im Mai vor der Eröffnung<br />
waren die Produktionsflächen im Untergeschoss<br />
bereits vollständig vermietet. Die Nachfrage ist groß.<br />
Am Standort Schwerin hat das TGZ seine momentane<br />
Kapazitätsgrenze erreicht. Der Neubau soll mehr<br />
Raumangebot für Gründerinnen und Gründer sowie<br />
für das Wachstum bestehender Unternehmen bieten.<br />
Do what you want to do. We’ll take care of the rest.<br />
The slogan is a pretty good description of what<br />
young entrepreneurs can expect from Schwerin/<br />
Wismar Technology and Commercial Centre (TGZ).<br />
Innovative start-ups in particular will find it offers<br />
ideal conditions for starting and growing their<br />
businesses.<br />
Thomas Möller has just returned from the construction<br />
site next door. Right from the start he’s been supervising<br />
the construction of House 7, a massive building at<br />
the TGZ site on Hagenower Straße in Schwerin. The<br />
TGZ opened its doors in summer 2024 after a two-year<br />
construction period. Thomas Möller’s enthusiasm for<br />
the project shines through when he talks about it. He<br />
has accompanied every building phase, mastered every<br />
challenge, celebrated every successful achievement. Now<br />
he proudly reports from the bright office units flooded<br />
with light on a total of 1,800 square metres, production<br />
areas covering 1,500 square metres on the two lower<br />
floors and the large conference room on the top floor,<br />
including a rooftop terrace. The lower-level production<br />
areas were already fully let back in May, well before<br />
the actual opening. The demand is great. The existing<br />
TGZ site in Schwerin has reached its current capacity<br />
limits. The new building aims to offer more space for<br />
young entrepreneurs and for the growth of existing<br />
companies.<br />
THOMAS MÖLLER<br />
98
Vor allem für technologieorientierte Firmen sind die TGZ-Standorte<br />
in Schwerin und Wismar Anlaufpunkt. „Unsere Aufgabe<br />
ist es, optimale Rahmenbedingungen für die Ansiedlung neuer<br />
Unternehmen zu schaffen“, sagt Thomas Möller, der seit 2023<br />
Geschäftsführer des TGZ ist, welches 1990 als Verein gegründet<br />
worden ist. Neben der Landeshauptstadt Schwerin, der Hansestadt<br />
Wismar und der Hochschule Wismar sind heute auch einige<br />
im TGZ-Bereich angesiedelte Unternehmen Mitglieder. Darunter<br />
die Planet IC GmbH, die vor fast 30 Jahren selbst ihren Weg<br />
im TGZ begonnen hat. Gründer Andreas Scher wollte eigentlich<br />
promovieren. Mit zwei Kommilitonen hatte er ein Thesenpapier<br />
für eine Promotion zur Bilderkennung mit neuronalen Netzen<br />
verfasst, welches schließlich im Schweriner Wirtschaftsministerium<br />
landete. Überredet, aus der Idee eine Geschäftsidee zu<br />
machen, war die Unternehmensentwicklung fortan eng mit dem<br />
Technologie- und Gewerbezentrum verbunden. „Planet IC ist<br />
tatsächlich eines unserer Unternehmen der ersten Stunde hier im<br />
TGZ“, sagt Thomas Möller. Aus der Gründungsidee entwickelte<br />
sich eine der größten Digitalagenturen in Norddeutschland und<br />
ein IT-Dienstleister mit eigenem zertifizierten Rechenzentrum<br />
in Schwerin. Dabei haben sie direkt einen Teil zur Entwicklung<br />
des Technologiezentrums in Schwerin beigetragen, denn dank ihnen<br />
gab es schnell Internet am Schweriner Standort, der auf dem<br />
Gelände einer ehemaligen Kaserne angesiedelt wurde. Möglich<br />
war dies, weil die Firma damals eines der wenigen Unternehmen<br />
in <strong>Westmecklenburg</strong> war, das eine Förderung für Spitzentechnologie<br />
von der Bundesregierung erhalten hatte.<br />
Heute ist der Standort längst gewachsen. Zu dem ursprünglich<br />
einen Gebäude sind weitere dazugekommen. Stück für Stück<br />
wurde das Gelände weiterentwickelt, neue Gebäude errichtet,<br />
weitere Flächen erschlossen. Darauf haben Firmen, die im TGZ<br />
gestartet sind, zum Teil eigene Häuser gebaut, sich dauerhaft<br />
angesiedelt. 16 Hektar zählt der Technologiepark in Schwerin.<br />
Am Standort Wismar ist die Entwicklung ähnlich. Direkt am<br />
alten Holzhafen befinden sich drei Gebäude mit Büro-, Laborund<br />
Produktionsflächen mit einer vermietbaren Fläche von fast<br />
11.000 Quadratmetern. Beim Rundgang ums Haus kann man<br />
die frische Ostseeluft genießen, Möwen schwirren in der Luft,<br />
das Wasser ist zum Greifen nah. Auch die Goertz Möbelmanufaktur<br />
hat hier gestartet, später eine Fläche in unmittelbarer Nähe<br />
gekauft und neu gebaut, um sich zu ver größern. Über die letzten<br />
drei Jahrzehnte haben fast 500 Firmen die Infrastruktur des TGZ<br />
in Schwerin und Wismar genutzt. „Nur 31 davon sind in den vergangenen<br />
34 Jahren insolvent gewesen“, betont TGZ-Geschäftsführer<br />
Thomas Möller. „Das ist ein sehr gute Quote.“<br />
Als einen der größten Vorteile nennen die ansässigen Firmen die<br />
flexiblen Mietstrukturen. Mindestens vier Jahre lang erhalten<br />
vorrangig kleine und innovative Unternehmen besonders günstige<br />
Mietbedingungen. Auf bis zu acht Jahre kann dieser wirtschaftliche<br />
Vorteil verlängert werden, wenn die Voraussetzungen<br />
stimmen. Über die Auswahl der Unternehmen entscheidet der<br />
TGZ-Vorstand. Bei Engpässen können Räume flexibel gekündigt,<br />
bei mehr Platzbedarf neue dazu gemietet werden. Konferenz- und<br />
Beratungsräume sind temporär verfügbar, dazu beste technische<br />
Infrastruktur. „Ein Glasfasernetz haben wir schon seit Jahren“,<br />
Das Technologiezentrum in Schwerin<br />
mit seinen eigenen Gebäuden,<br />
direkt am Ostorfer See. Im<br />
Hintergrund ist der Neubau<br />
von Haus 7 erkennbar.<br />
The technology centre in<br />
Schwerin with its own buildings,<br />
directly on Ostorfer See. The<br />
new building of House 7 can<br />
be seen in the background.<br />
Technology-oriented companies in particular use the TGZ sites<br />
in Schwerin and Wismar as a starting point. “Our task is to create<br />
ideal general conditions where new companies can settle”, says<br />
Thomas Möller. Since 2023, he has been CEO of the TGZ which<br />
was founded as an association in 1990. In addition to the state<br />
capital Schwerin, the Hanseatic port Wismar and Wismar University,<br />
the members today also include companies that have<br />
settled in the TGZ region. These include Planet IC GmbH, a<br />
com pany that began its own journey in the TGZ nearly 30 years<br />
ago. Founder Andreas Scher had actually intended to get his PhD.<br />
Working with fellow students, he had produced a thesis paper to<br />
do a doctorate about image recognition with neural networks,<br />
which eventually landed in the Ministry for Economic Affairs in<br />
Schwerin. After being persuaded to turn his idea into business, the<br />
company’s development was then closely linked with the Technology<br />
and Commercial Centre. “Planet IC is actually one of our<br />
very first companies here in the TGZ”, says Thomas Möller. The<br />
initial business idea turned into one of North Germany’s largest<br />
digital agencies and an IT service provider with their own certified<br />
data centre in Schwerin. They even made a direct contribution<br />
to the development of Schwerin Technology Centre, because it<br />
was thanks to them that high-speed internet became available at<br />
the site in Schwerin, which was based on the premises of former<br />
army barracks. This was possible because in those days, the company<br />
was one of the few firms in Western Mecklenburg to receive<br />
funding for cutting-edge technology from the German government.<br />
Meanwhile the site has really grown. The original single building<br />
has now been joined by others. The premises went through<br />
100
gradual further development, with new buildings being constructed<br />
and new areas made available. Some companies that<br />
started in the TGZ have settled here permanently in their own<br />
buildings. Schwerin Technology Park covers 16 hectares. The corresponding<br />
site in Wismar has gone through similar development.<br />
Three buildings with office, laboratory and production space<br />
with a rentable area of almost 11 ,000 square metres are located<br />
directly on Alter Holzhafen. Visitors will enjoy the fresh Baltic<br />
breeze with seagulls hovering in the air and the water within reach.<br />
Goertz Möbelmanufaktur also began here before purchasing<br />
land in the immediate vicinity to build their own premises that<br />
would allow them to grow. Over the last three decades, nearly 500<br />
com panies have used the TGZ’s infra structure in Schwerin and<br />
Wismar. “Only 31 of them went bankrupt in 34 years”, emphasises<br />
TGZ CEO Thomas Möller. “That’s a very good ratio.”<br />
sagt Thomas Möller. „Dazu ist auf dem ganzen Gelände die<br />
Datenübertragung mit IPv6 möglich, bisher war das für uns ein<br />
Alleinstellungsmerkmal in der Region.“ Gerade für Firmen aus<br />
dem Technologiebereich sei diese Highspeed-Internet-Nutzung<br />
wichtige Standortvoraussetzung. Dazu kommt ein arbeitnehmerfreundliches<br />
Umfeld, welches das TGZ stets im Auge hat. Neben<br />
einer Kantine im Haus, Fahrradständern und der Bushaltestelle<br />
vor der Tür, gehört mittlerweile auch eine Kindertagespflege zum<br />
Standort Schwerin. Zwei Tagesmütter betreuen hier in einem<br />
Gebäude mitten auf dem Gelände mehrere Kinder. Möglichkeiten<br />
zum Spazieren gibt es auf dem ruhigen Gelände mit vielen<br />
Grünflächen und Baumbewuchs reichlich.<br />
Aber auch für das Geschäftliche hält das TGZ umfangreiche<br />
Services vor, etwa Empfang, Telefonzentrale, Postservice sowie<br />
eine Druckerei im Haus. „Wir versuchen bewusst, entsprechende<br />
Angebote hier anzusiedeln“, sagt Thomas Möller. Auch<br />
Carsharing ist möglich. Ein wichtiger Punkt sei die kostenlose<br />
Gründungsberatung, die von der 100%-igen TGZ-Tochter ATI<br />
<strong>Westmecklenburg</strong> direkt im Haus stattfindet. Dabei erhalten<br />
Gründerinnen und Gründer auch Unterstützung bei der Erstellung<br />
von Machbarkeitsstudien oder Förderanträgen. Für<br />
die Zeit vor der Gründung gibt es kostenlose Vorgründerbüros,<br />
nach der Gründung zahlen Startups ein halbes Jahr lang nur den<br />
halben Mietpreis, inklusive Telefon und Internet. Möglich ist die<br />
gute Betreuung der Unternehmen vor Ort durch ein eingespieltes<br />
TGZ-Team. Einige Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten dabei,<br />
kennen die Abläufe genau, sind stets kompetente Ansprechpartner<br />
für die Unternehmen mit all ihren Anliegen und Herausforderungen,<br />
sind die freundlichen Gesichter am Empfang, halten<br />
die Gebäude instand.<br />
Copyright: TGZ Schwerin/Wismar<br />
The companies based here name the flexible rental structures<br />
as one of the main advantages. Primarily small and innovative<br />
companies receive particularly favourable rental conditions for<br />
a period of at least four years. If the prerequisites are met, this<br />
financial advantage can be extended to up to eight years. The TGZ<br />
Board decides which companies are chosen. Rental agreements<br />
for rooms can be terminated flexibly when the need arises, or new<br />
rooms added if more space is required. Conference and consulting<br />
rooms are available on a temporary basis, equipped with state-ofthe-art<br />
technical infrastructure. “We’ve had a fibre-optic network<br />
for years now”, says Thomas Möller. “Furthermore, data transfer<br />
with IPv6 is possible on the entire premises: up to now, that has<br />
been one of our unique selling points here in the region.” Highspeed<br />
internet is a key site prerequisite particularly for technology<br />
companies. Worker-friendly surroundings are another point the<br />
TGZ always keeps in mind. Besides an in-house canteen, bi cycle<br />
stands and a bus stop right outside the door, the Schwerin site<br />
meanwhile also offers a nursery, with two child minders looking<br />
after several children in a building in the middle of the premises.<br />
Plenty of grassy areas and trees offer opportunities to go for walks<br />
without actually having to leave the peaceful grounds.<br />
On the other hand, the TGZ also provides a wide range of in-house<br />
business services, such as reception, a switchboard, postal service<br />
and print shop. “We deliberately try to establish corresponding<br />
possibilities here on site”, says Thomas Möller. Car-sharing is also<br />
possible. Free start-up advice is an important aspect, available from<br />
TGZ’s wholly owned subsidiary ATI <strong>Westmecklenburg</strong> right here<br />
on the premises. Young entrepreneurs are also given assistance in<br />
drawing up feasibility studies or funding requests. Free pre-startup<br />
offices are available before a business is founded, while only<br />
half the rent including telephone and internet is charged for six<br />
months after the start-up has taken place. An experienced TGZ<br />
team takes good care of the companies on site. Some team members<br />
have been doing this for decades and know exactly how the<br />
procedures work. They are the constant, expert go-to people for<br />
the companies with all their concerns and chal lenges, the friendly<br />
faces who man the reception desk and the magic hands behind the<br />
scenes that keep the buildings fit for purpose.<br />
101
Neben der Ansiedlung ist auch das Wachstum der gegründeten<br />
Unternehmen ein wichtiges Ziel des TGZ. Viele Unternehmen,<br />
die hier gegründet wurden, sind mittlerweile national<br />
und inter national erfolgreich. Nicht wenige sind dem Standort<br />
treu geblieben. Dazu gehört zum Beispiel der IT-Dienstleister<br />
Trebing+Himstedt. Die Entwicklungen der Experten<br />
für Digitalisierung und Prozessautomation sind im weltweiten<br />
Einsatz, insbesondere bei großen Anlagenbetreibern und Automobilzulieferern.<br />
Direkt nebenan hat der Medizintechnikhersteller Hoffrichter<br />
seinen Sitz, ebenso Heyer Medical und die Human Med AG.<br />
Neben den Bereichen Medizintechnik und Informatik haben<br />
sich auch mehrere Unternehmen aus dem Bereich Sensorik<br />
und Maschinenbau angesiedelt. Die meisten von ihnen sind<br />
ganz klein gestartet und haben sich Erfolg und Standing Stück<br />
für Stück erarbeitet. Einer von ihnen ist Felix Lange, Gründer<br />
des Langefreunde Design Studios, das vor kurzem ebenfalls ein<br />
eigenes Gebäude im Technologiepark bezogen hat. „Sein Beispiel<br />
zeigt, dass jeder es hier schaffen kann“, betont Thomas Möller,<br />
sichtlich beeindruckt vom Durchhaltevermögen und der Beharrlichkeit,<br />
mit der Diplom-Designer Felix Lange sein Unternehmen<br />
seit über zehn Jahren vorangebracht hat.<br />
Auch vom Standort Wismar gibt es solche Erfolgsgeschichten zu<br />
berichten. Vor zwei Jahren hat hier die Firma Elomatic Maritime<br />
Technologies gestartet. Heute hat das Ingenieur- und Beratungsbüro<br />
für Schiffsentwicklung 22 Mitarbeiter und ist Mieter von<br />
zwei Büroetagen.<br />
Mehr solcher Unternehmensentwicklungen sollen nun im neuen<br />
Haus 7 in Schwerin möglich werden. „Es ist definitiv unser bestes<br />
Haus“, sagt Geschäftsführer Möller. „Schließlich sind 30 Jahre<br />
TGZ-Erfahrung hier hineingeflossen.“<br />
Apart from encouraging businesses to settle here, another<br />
important objective for the TGZ is for these companies to grow.<br />
Many businesses founded here are now successful on the national<br />
and international stage. More than just a few have remained loyal<br />
to their location. These include for example the IT pro vider<br />
Trebing+Himstedt. Developments created by the experts for<br />
digitalisation and process automation are in use all over the world,<br />
particularly with large-scale plant operators and auto motive<br />
suppliers.<br />
Right next door are the headquarters of medical technology<br />
manufacturer Hoffrichter, together with Heyer Medical<br />
and Human Med AG. Alongside the medical technology and<br />
computer science sectors, companies settling here also include<br />
several firms from the sensors and mechanical engineering industry.<br />
Most of them started on a very small scale and have worked<br />
bit by bit to establish a successful standing. One of them is Felix<br />
Lange, founder of Langefreunde Design Studio, which recently<br />
moved into its own building in the Technology Park. “His example<br />
shows that anyone can make it here”, emphasises Thomas<br />
Möller, visibly impressed by the endurance and persistence with<br />
which graduate designer Felix Lange drove his company forward<br />
over a period of more than ten years.<br />
The Wismar site can also tell similar success stories. Elomatic<br />
Maritime Technologies is a company that was launched here two<br />
years ago. Today the engineering and consulting firm for ship<br />
development has 22 employees and rents two storeys of offices.<br />
The new House 7 in Schwerin should now facilitate more<br />
company developments along similar lines. “It is definitely our<br />
best property”, says CEO Möller. “After all, it embodies 30 years<br />
of TGZ experience.”<br />
102
Copyright: TGZ Schwerin/Wismar<br />
Technologie- und Gewerbe zentrum in Wismar: Im Vordergrund<br />
mit dem vom französischen Star-Architekten Jean Nouvel entworfenen<br />
Flaggschiff und dem Technologiepark mit mehrere<br />
eigenen Firmenansiedlungen, sowie zwei weiteren TGZ Gebäuden.<br />
Technology and business centre in Wismar: In the foreground with<br />
the flagship building designed by french architect Jean Nouvel and<br />
the technology park with several company settlements and two<br />
other TGZ buildings.<br />
103
ds automation gmbh<br />
1<br />
Schallsensoren von ds automation GmbH sorgen dafür, dass Kaffeemaschinen<br />
und Winkelschleifer ruhig laufen, nur dicht verschlossene Bierflaschen<br />
und Konservengläser in den Handel kommen und Späne oder<br />
Glasscherben nicht in Nahrungsmittel gelangen. Auch in vielen anderen<br />
Produkten und Produktionsprozessen weltweit – etwa in Werkzeugmaschinen,<br />
Seezeichen, Windkraftanlagen oder Gabelstaplern – sorgen<br />
Elektronikprodukte von ds für zuverlässige Funktion und gesicherte Produktqualität.<br />
Die Elektronik-Fertigungslinie von ds automation GmbH<br />
produziert sowohl eigene Sortimente als auch im Kundenauftrag. Die<br />
ds automation GmbH hat heute eine Reihe technologisch führender<br />
Sen sorikprodukte mit einzigartigen Eigenschaften im Portfolio.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1997<br />
Mitarbeiter: 10<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Elektronikentwicklung<br />
und produktion<br />
– Gerätebau<br />
– Schallsensorik<br />
– Automatisierungskomponenten<br />
www.dsautomation.de<br />
Year founded: 1997<br />
Employees: 10<br />
Range of services:<br />
– electronic development<br />
and production<br />
– device production<br />
– sound sensors<br />
– automation components<br />
Sound sensors by ds automation GmbH make sure that coffee makers and<br />
angle grinders don’t make a lot of noise, only tightly sealed bottles of beer<br />
and jars of preserved food land on the supermarket shelves, and that there are<br />
no chippings or pieces of broken glass in food products. There are also many<br />
other products and production processes all over the world where electronic<br />
products by ds safeguard product quality and keep things working reliably,<br />
for example in machine tools, sea marks, wind turbines or forklift trucks.<br />
The electronic production line at ds automation GmbH manufactures<br />
both the company’s own range and also takes on contract manufacturing<br />
for customers. ds automation GmbH’s portfolio today includes a number<br />
of sensor products with unique features at the cutting edge of technology.<br />
Logic Way GmbH<br />
Die Logic Way GmbH in Schwerin verkauft und betreut seit 1997<br />
Systeme für die Zeiterfassung, Zutrittskontrolle und Betriebsdatenerfassung<br />
von AIDA ORGA – einem der renommiertesten Hersteller in<br />
Deutschland mit über 10.000 Referenzen in allen Branchen, davon allein<br />
3.500 im Öffentlichen Dienst.<br />
In einem zweiten Geschäftsbereich werden kundenspezifische Softwareund<br />
Elektronik-Lösungen entwickelt und produziert. Das Spektrum<br />
reicht von kleinen, anspruchslosen Datenerfassungsgeräten bis zu<br />
leistungsfähigen Linux-Terminals mit vielfältigen Kommunikationsschnittstellen.<br />
Since 1997, Logic Way GmbH in Schwerin has been selling and servicing<br />
systems for time recording, access control and production data collection<br />
by AIDA ORGA, one of the best-known manufacturers in Germany<br />
with more than 10,000 references in all sectors of the economy, in cluding<br />
3,500 alone in the public sector.<br />
A second division develops and produces customised software and<br />
electronics solutions. The range extends from small, undemanding data<br />
recording devices through to efficient Linux terminals with diverse<br />
communication interfaces.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1997<br />
Mitarbeiter: 16<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Zeiterfassung, Zutrittskontrolle,<br />
Betriebsdatenerfassung<br />
– organisationsunterstützende<br />
Softwareprodukte<br />
– kundenspezifische<br />
Entwicklungen<br />
– Systemtechnik/Elektronik<br />
www.logicway.de<br />
https://logicway.de<br />
1<br />
Year founded: 1997<br />
Employees: 16<br />
Range of services:<br />
– time recording, access<br />
control, production data<br />
collection<br />
– organisational software<br />
products<br />
– customised developments<br />
– system technology/<br />
electronics<br />
104 1
HW Leasing GmbH<br />
Ihr finanzstarker Partner in der Region!<br />
Wer sind wir?<br />
Die HW Leasing GmbH ist ein starker Partner in der Region <strong>Westmecklenburg</strong><br />
mit Sitz in Wismar und gehört mit 76 Mitarbeitern und einem<br />
Mietvolumen von 645 Mio. Euro zu den größten Universal-Leasinggesellschaften<br />
Deutschlands.<br />
Was machen wir?<br />
Seit über 30 Jahren erfolgreich am deutschen Leasingmarkt setzen wir auf<br />
individuelle, flexible und kompetente Lösungen. Bei Industrie betrieben,<br />
Freiberuflern, verschiedenen Gewerbebetrieben – für fast alle Objektarten<br />
steht die HW mit umfangreichen Kenntnissen und Betreuung vor Ort<br />
zur Seite. Wir unterstützen bei der Neugründung sowie der Einbindung<br />
öffentlicher Bürgschaften und gehen auf individuelle Kundenwünsche<br />
ein. Damit verbinden wir die Flexibilität eines Mittelständlers mit der<br />
Finanzkraft eines starken Finanzinstitutes.<br />
Sozialer Partner!<br />
Darüber hinaus ist die HW ein attraktiver Arbeitgeber mit umfangreichen<br />
Sozialleistungen und einem langjährigen Mitarbeiterstamm.<br />
Wir bilden zum Kaufmann/frau im Büromanagement aus und bieten<br />
Weiter bildungsmöglichkeiten zum Dipl.-Finanzierungswirt und Leasingfachwirt<br />
(IHK) an. Mit dem Sponsoring von verschiedenen Sport- und<br />
Kulturveranstaltungen zeigen wir unsere Verbundenheit mit den<br />
Menschen in der Region und stellen uns unserer sozialen Verantwortung.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1992<br />
Mitarbeiter: derzeit 76<br />
Leistungsspektrum:<br />
Leasing und Mietkauf<br />
www.hw-leasing.de<br />
105 1<br />
Year founded: 1992<br />
Employees: currently 76<br />
Range of services:<br />
leasing and leasepurchase<br />
services<br />
Your strong financial partner in the region!<br />
Who are we?<br />
HW Leasing GmbH is a strong partner in the Western Mecklenburg<br />
region, based in Wismar, with a team of 76 employees and a rental volume<br />
of 645 million Euro making it one of the largest universal leasing companies<br />
in Germany.<br />
What do we do?<br />
We have played a successful role on the German leasing market for more<br />
than 30 years, advocating individual, flexible and competent solutions.<br />
Whether industrial firms, freelancers or various manufacturing businesses,<br />
HW offers extensive know-how and local support for almost<br />
every kind of leasing property. We provide assistance for start-ups and<br />
in situations where public guarantees are involved, also responding to<br />
individual customer requirements. We are thus in a position to combine<br />
the flexibility of an SME business with the financial strength of a strong<br />
financial institution.<br />
Social partner!<br />
Moreover, HW is an attractive employer with a wide range of social<br />
benefits and a long-standing workforce. We offer training for office<br />
administrators with the possibility of subsequently obtaining a diploma<br />
qualification as a finance and leasing specialist (CCI). We sponsor various<br />
sport and cultural events as a sign of our commitment to the people in the<br />
region, facing up to our social responsibility.
INTERDISZIPLINÄR UND<br />
PRAXISNAH<br />
Interdisciplinary and<br />
practice oriented<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
Die Hochschule Wismar gilt neben ihrer Funktion<br />
als wichtiger Ausbildungsort für hervorragende<br />
Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik, Wirtschaft<br />
und Gestaltung als exzellenter Forschungspartner<br />
für Unternehmen und Institutionen und ist<br />
nicht nur regional, sondern auch national und international<br />
bestens in der Wissenschaftslandschaft<br />
vernetzt.<br />
Drei Forschungsschwerpunkte hat die Hochschule<br />
Wismar. Diese wurden 2023 im Senatsausschuss für<br />
Forschung und Innovation mit Vertreterinnen und Vertretern<br />
aller drei Fakultäten der Hochschule erarbeitet.<br />
„Wir haben besonders darauf geachtet, dass die Schwerpunkte<br />
interdisziplinär sind und die Forschungsarbeit<br />
unserer Fakultäten miteinander verzahnt ist“, erklärt<br />
die Prorektorin für Forschung Prof. Dr.-Ing.<br />
Daniela Schwerdt. „Außerdem konzentrieren sich<br />
die Schwerpunkte auf wichtige gesellschaftliche und<br />
wirtschaftliche Fragestellungen, etwa durch Themen<br />
wie nachhaltige Mobilität und Transformationsprozesse,<br />
Stadt- und Landentwicklung sowie Big Data und<br />
KI-Anwendungen.“<br />
Wismar University of Applied Sciences has an important<br />
role to play, not only in training outstanding<br />
young talents in the fields of technology, business<br />
and design, but also as an excellent research partner<br />
for companies and institutions. It is also wellconnected<br />
in the science landscape on a regional,<br />
national and international scale.<br />
Wismar University of Applied Sciences: Technology,<br />
Business and Design has three key areas, elaborated in<br />
2023 in the senate committee for research and innovation<br />
with representatives from all three faculties<br />
of the university. “We paid special attention to the<br />
interdis ciplinary aspect, ensuring that research work is<br />
dovetailed between our faculties”, explains Prof. Dr.-<br />
Ing. Daniela Schwerdt, Deputy Vice-Chancellor for<br />
Research. “The key areas also focus on important social<br />
and economic issues, such as sustainability mobility and<br />
transformation processes, urban and regional development,<br />
together with big data and AI applications.<br />
PROF. DR.-ING.<br />
DANIELA SCHWERDT<br />
106
Servohydraulische Schwingprüfmaschine<br />
von Instron 8802<br />
Servo-hydraulic vibration testing<br />
machine from Instron 8802
Durch Kooperationen mit der Medizinischen Fakultät an der<br />
Universität Rostock und anderen Hochschulen in ganz Deutschland<br />
sowie Unternehmen in der Region ist auch der Bereich<br />
Medizintechnik gut abgebildet. So arbeitet ein Projektteam der<br />
Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Hochschule Wismar<br />
zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Bielefeld derzeit<br />
an der Entwicklung eines Verfahrens für die Produktion hochreiner,<br />
medizinisch anwendbarer pflanzlicher Wirkstoffe mithilfe<br />
einer Amöbenart als biotechnologische Produktionsplattform.<br />
Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für<br />
Bildung und Forschung im Rahmen des Programms GO-Bio<br />
initial, welches die Identifizierung und Entwicklung früher<br />
lebenswissenschaftlicher Forschungsansätze mit erkennbarem<br />
Inno vationspotenzial vorantreibt.<br />
„Als Hochschule für angewandte Wissenschaften haben wir<br />
anders als Universitäten nur einen eher kleinen akademischen<br />
Mittelbau, sprich vergleichsweise wenige wissenschaftliche Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter“, erklärt Prof. Schwerdt. „Daher<br />
sind wir für Forschungsaktivitäten zwingend auf Drittmittel<br />
angewiesen.“ Aber gerade in diesem Bereich steht die Hochschule<br />
Wismar auch im Bundesdurchschnitt sehr gut da dar. Als<br />
einen Grund für diese positive Entwicklung nennt Prorektorin<br />
Prof. Daniela Schwerdt die hervorragende Unterstützung seitens<br />
des Landes, insbesondere für die Anschaffung von forschungsrelevanten<br />
Großgeräten, mit denen dann wiederum eine gute<br />
Basis für weiterführende Forschungsarbeiten geschaffen wird.<br />
Durchschnittlich 1,5 Millionen Euro wurden im Zeitraum von<br />
2019 bis 2023 an der Hochschule Wismar dafür jährlich investiert.<br />
Hinzu kommt neben den üblichen Forschungs geldern von der<br />
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie Bundesmitteln<br />
auch eine hochschulinterne Förderung, die ins besondere für<br />
kleine Projekte und Vorausforschung größerer Vorhaben sehr<br />
wertvoll ist.<br />
Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt es damit<br />
gute Bedingungen an der Hochschule Wismar. Auch für Professorin<br />
Daniela Schwerdt war dies ein wichtiges Kriterium bei der<br />
Wahl für den Forschungsstandort Wismar, für den sie sich im<br />
Dezember 2015 entschieden hat. Seitdem ist sie an der Fakultät<br />
für Ingenieurwissenschaften als Professorin im Bereich Maschinenbau/Verfahrens-<br />
und Umwelttechnik tätig und leitet die<br />
Arbeitsgruppe Werkstoffe, die sich mit der Materialanalyse und<br />
Betriebsfestigkeit von hoch- und höchstfesten metallischen Werkstoffen<br />
befasst. Neben den konventionellen Prüfanlagen und<br />
-maschinen verfügt ihr Labor über modernste Analysetechnik<br />
– etwa ein Mikro-Computer-Tomograph (µCT), eine moderne<br />
metallographische Präparationsstrecke, mehrere Schwingprüfmaschinen<br />
sowie mobile Schallemissions- und mikromagnetische<br />
Messtechnik.<br />
Besonders begeistert berichtet die Professorin von einem Prüfstand,<br />
der Materialien mit einem Gewicht von 25 Tonnen etwa<br />
100-mal pro Sekunde schwingen kann, um Materialeigenschaften<br />
zu testen. Gerade erarbeitet ihre Forschungsgruppe ein<br />
Projekt mit der Universität Siegen, in dem es um die Entwicklung<br />
effektiver Prüfverfahren für die Auswahl geeigneter Werk-<br />
Haus 6, Ansicht von Südwesten,<br />
Campus Wismar<br />
House 6, view from south-west,<br />
Wismar campus<br />
Medical technology also has a good standing through cooperation<br />
with the medical faculties at the University of Rostock<br />
and other universities throughout Germany, as well as companies<br />
in the region. For example, a project team from the Faculty<br />
of Engineering at Wismar University is currently working with<br />
scientists from Bielefeld University on developing a method for<br />
producing ultra-pure plant-based substances for medical use<br />
based on a type of amoeba as biotechnological production platform.<br />
The project is funded by the Federal Ministry of Education<br />
and Research as part of the GO-Bio initial project that promotes<br />
the identification and development of early life-science research<br />
approaches with recognisable innovation potential.<br />
“As a university of applied sciences, we only have a relatively small<br />
non-tenured staff (research associates and assistants) compared<br />
to other universities”, explains Prof. Schwerdt. “This means we<br />
depend on third-party funds for our research activities.” On the<br />
other hand, Wismar University fares better than the national<br />
average in this respect. According to Deputy Vice-Chancellor<br />
Prof. Daniela Schwerdt, one reason for this positive development<br />
is the outstanding support that the university re ceives from the<br />
state of Mecklenburg-Western Pomerania, particularly for procuring<br />
research-relevant large-scale equipment, which in turn<br />
acts as a good basis for further research work. An average of 1.5<br />
million Euro were invested in this way every year between 2019<br />
and 2023 at Wismar University. In addition to the usual research<br />
funds provided by the German Research Foundation (DFG) and<br />
federal funding, internal funds are also very useful particularly for<br />
small projects and advance research.<br />
108
Scientists will therefore find good conditions at Wismar University.<br />
This was also an important criterion for Professor Daniela<br />
Schwerdt when she opted for Wismar as a research location in<br />
December 2015. Since then, she has been working as Professor for<br />
Mechanical Engineering/Process and Environmental Engineering<br />
at the Faculty of Engineering and leads the materials study group<br />
that deals with material analysis and operational strength of high<br />
and super high strength metal materials. Besides conventional test<br />
systems and machines, her laboratory also uses state-of-the-art<br />
analysis technology – including micro-computed tomography<br />
(µCT), modern metallographical preparation, several fatigue<br />
testing machines and mobile measuring systems for acoustic emissions<br />
and micro magnetism.<br />
stoffe beim Wasserstofftransport geht. Hier liegt der Fokus der<br />
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Daniela Schwerdt<br />
vor allem auf der Wechselwirkung des mikrostrukturellen<br />
Aufbaus mit Wasserstoff, der Entwicklung einer schnellen und<br />
hoch effizienten Messtechnik zur Beurteilung der Wasserstoffkritikalität<br />
verschiedener Werkstoffzustände und daraus resultierend<br />
eine Risiko minderung der Wasserstoffversprödung. Auch<br />
zwei Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt: der Hersteller<br />
der Schallemissions- und mikromagnetischen Messtechnik sowie<br />
ein Prüflabor, das als Ingenieurdienstleister die Prüfmethodik im<br />
Labor bei sich einführen würde.<br />
„Die Forschung an der Hochschule Wismar ist sowohl erkenntnisgeleitet<br />
als auch sehr anwendungsorientiert“, sagt Prorek torin<br />
Schwerdt. „Deshalb ist uns ein regelmäßiger Austausch und ein<br />
gutes Netzwerk zu verschiedenen Unternehmen im Land sehr<br />
wichtig.“ Mit dem Digitalen Innovationszentrum der Forschungs-<br />
GmbH, einer 100%-igen Tochter der Hochschule Wismar, und in<br />
Kooperation mit der IHK zu Schwerin, fand dazu im März 2024<br />
eine Pilotveranstaltung im InnovationPort am Wismarer Holzhafen<br />
statt. Wissenschaft lerinnen und Wissenschaftler der Hochschule<br />
Wismar präsentierten Ideen für künftige Verbundprojekte,<br />
für die Anwendungspartner aus der Wirtschaft gesucht werden.<br />
In 10-minütigen Kurzvorträgen – sogenannten Pitches – wurden<br />
pilzfressende Amöben als Biofungizid, ein autonomes Sensornetz<br />
zur Parkraumdatenerfassung, ein neu entwickeltes Bausystem,<br />
Wege zur CO2-freien Herstellung von Recycling-Zement sowie<br />
zer störungsfreies und berührungsloses Prozessmonitoring und<br />
Bauteilüberwachung ins Rampenlicht gerückt. Netzwerkpausen<br />
und ein Marktplatz der Möglichkeiten boten Raum und Zeit, um<br />
Copyright: Hochschule Wismar<br />
The professor loves talking about a test bench where materials<br />
weighing 25 tonnes are vibrated about 100 times per second to test<br />
the material properties. Her research group is currently working<br />
on a project with Siegen University for developing effective test<br />
methods to select suitable materials for hydrogen transport. Here<br />
Daniela Schwerdt and her team of scientists are concentrating<br />
above all on how hydrogen interacts with the microstructure, as<br />
well as developing swift, highly efficient measuring technology to<br />
assess the reciprocal effect between material microstructure and<br />
hydrogen in order to mitigate the risk of hydrogen embrittlement.<br />
Two companies are also involved in the project: the manufacturer<br />
of the measuring systems for acoustic emissions and micro<br />
mag netism, and a test laboratory that would introduce the test<br />
method in its laboratory as engineering service provider.<br />
“Research at Wismar University is both findings-based and highly<br />
application-oriented”, says Deputy Vice-Chancellor Schwerdt.<br />
“This is why regular sharing and a good network with various<br />
companies in the region is so important to us.” In March 2024, a<br />
pilot event was held in the InnovationPort at Wismar Holzhafen<br />
with the Digital Innovation Centre of the Forschungs-GmbH,<br />
a wholly owned subsidiary of Wismar University, and in cooperation<br />
with Schwerin CCI. Scientists from Wismar University<br />
presented ideas for future consortium projects for which<br />
appli cation partners from industry were being sought. 10-minute<br />
pitches put a spotlight on various projects, including fungivorous<br />
amoeba as bio-fungicide, an autonomous sensor network for<br />
re gistering parking space data, a newly developed construction<br />
system, approaches for Co2-free production of recycled cement,<br />
together with non-destructive, non-contact process and part<br />
monitoring. Pauses for networking and a “market place of possibilities”<br />
offered space and time to take a joint look for utilisation<br />
possibilities and establish new contacts with industry. “This is an<br />
exciting format and we hope to continue using it in future on a<br />
regular basis”, says Professor Daniela Schwerdt.<br />
There is a wide range of research activities at Wismar University<br />
encompassing all three faculties, with engineering taking by far<br />
the largest share. This is also evident in the number of doctorates<br />
with engineering which account for 67 percent. Doctorates are<br />
conducted on a cooperative basis above all with the University<br />
of Rostock, as Wismar University of Applied Sciences is not yet<br />
109
gemeinsam nach Verwertungsmöglichkeiten zu suchen und neue<br />
Industriekontakte aufzubauen. „Dieses Format ist sehr spannend<br />
und wir möchten es gerne zukünftig in regelmäßiger Folge weiterführen“,<br />
so Professorin Daniela Schwerdt.<br />
Die Forschungsaktivitäten der Hochschule Wismar sind vielfältig<br />
und umfassen alle drei Fakultäten, wobei der Anteil bei den<br />
Ingenieurwissenschaften deutlich höher liegt. Mit einem Anteil<br />
von 67 Prozent ist das auch an der Anzahl der Promotionen<br />
ablesbar. Diese finden als kooperative Promotionen in Zusammenarbeit<br />
mit Universitäten, vor allem mit der Universität Rostock,<br />
statt, weil die Hochschule als Nicht-Universität derzeit kein<br />
eigenes Promotionsrecht besitzt. Aber auch hier läuft ein Prozess<br />
im Land, der dieses zukünftig ermöglichen soll, wie bereits in zehn<br />
anderen Bundesländern in Deutschland. Aktuell laufen 42 Promotionsverfahren<br />
an der Hochschule Wismar. Zwei Stipendien<br />
pro Jahr werden für Promotionen ausgeschrieben, dazu gibt es<br />
eine Landesgraduiertenförderung für die solitären Fächer, die nur<br />
in Wismar gelehrt werden. Dazu zählt neben den Fächern Architektur,<br />
Innenarchitektur und Architectural Lighting Design das<br />
Fach Seefahrt/Nautik, welches vorwiegend am Standort Rostock-<br />
Warnemünde gelehrt wird.<br />
Hier befindet sich das Maritime Simulationszentrum Warnemünde<br />
(MSCW) als weltweit einziges Simulationszentrum, in<br />
dem eine gemeinsame Simulation des nautischen und tech nischen<br />
Schiffsbetriebes unter gleichzeitiger Einbeziehung der land seitigen<br />
Unterstützung durch die Verkehrsleitzentralen durch geführt<br />
werden kann. In erster Linie dient es der prak tischen Ausbildung<br />
von Studierenden, die als zukünftige Schiffsoffiziere an Bord von<br />
Schiffen arbeiten werden. Daneben wird im Bereich Seefahrt,<br />
Anlagentechnik und Logistik auch auf wändige Forschung betrieben,<br />
insbesondere am Institut für Innovative Schiffs-Simulation<br />
und Maritime Systeme (ISSIMS). So wird im Projekt Campfire<br />
an alternativen und emissionsarmen Kraft stoffen für Transport<br />
und Logistikwege auch zu Wasser geforscht. Es ist eingebunden<br />
in das Projekt TransHyDE, welches als eines von drei Wasserstoff-<br />
Leitprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung<br />
(BMBF) aus dem Zukunftspaket zur Umsetzung der 2020<br />
beschlossenen „Nationalen Wasserstoff strategie“ in Deutschland<br />
gefördert wird. Mit seiner bislang größten Forschungs initiative<br />
zum Thema Energiewende unterstützt das BMBF damit<br />
Deutschlands Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. Der Standort<br />
der Hochschule Wismar wird sich dynamisch weiterentwickeln.<br />
Zusammen mit dem IWP Innovations- und Wissenschaftspark<br />
und der Norddeutschen Innovationsagentur der Metropol region<br />
Hamburg wurden wichtige Vorhaben in Gang gesetzt. Für die<br />
Luft- und Raumfahrt ist der InnovationPort Wismar ist seit 2024<br />
Partner des ESA BIC, einem Inkubationsnetzwerk der Europäischen<br />
Raumfahrtagentur ESA.<br />
entitled to confer doctorates. But corresponding proceedings are<br />
currently taking place here in Mecklenburg-Western Pomerania<br />
to make this possible in future, as is already the case in ten other<br />
German states. At the moment, 42 doctoral procedures are in<br />
progress at Wismar University. Two doctorate scholarships are<br />
available each year, together with state graduate funding for the<br />
solitary subjects that are only taught in Wismar. Besides Architecture,<br />
Interior Architecture and Architectural Lighting Design,<br />
these also include Maritime Studies/Nautical Sciences, which is<br />
taught mainly at the Rostock-Warnemünde site.<br />
This is also home to the Maritime Simulation Centre Warnemünde<br />
(MSCW) as the world’s only simulation centre offering<br />
combined simulation of nautical and technical ship operations<br />
with shore-based support from the vehicle traffic control centres.<br />
The MSCW serves primarily to provide practical training for<br />
students who will work as ship’s officers in future. The Maritime<br />
Studies, Systems Engineering and Logistics Department<br />
also pursues elaborate research, particularly at the Institute for<br />
Innovative Ship Simulation and Maritime Systems (ISSIMS).<br />
The Campfire Project, for example, consists of research into<br />
alternative, low-emission fuels for transport and logistics also<br />
by sea. It is part of the TransHyDE Project, one of three flagship<br />
hydrogen projects of the Federal Ministry of Education and<br />
Research (BMBF) to receive funding from the Future Package<br />
for im plementing the “National Hydrogen Strategy” adopted in<br />
Germany in 2020. This is the BMBF’s largest research initiative<br />
to date in the context of the energy transition, thus supporting<br />
Germany’s entry into the hydrogen economy. The Wismar<br />
University of Applied Sciences site will continue to develop<br />
dynamically. Together with the IWP Innovation and Science<br />
Park and the North German Inno vation Agency of the Hamburg<br />
Metropolitan Region, important projects have been set in<br />
motion. In the aerospace sector, InnovationPort Wismar has been<br />
a partner of ESA BIC, an incubation network of the European<br />
Space Agency ESA, since 2024.<br />
Students benefit from the practical training offered by Wismar<br />
University. “Projects and assignments are frequently based directly<br />
on issues arising from the university’s projects”, reports Deputy<br />
Vice-Chancellor Daniela Schwerdt. She also underlines student<br />
involvement in the study groups, as well as possibilities such as<br />
the start-up yard, where students from all faculties and university<br />
employees can work on their own projects in an open workspace,<br />
taking their ideas from the initial draft and design phases through<br />
to actual production.<br />
110
Von Vorteil für die Studierenden ist die praxisbezogene Ausbildung<br />
an der Hochschule Wismar. „Häufig basieren Projekt- und<br />
Studienarbeiten direkt auf Fragestellungen aus den Forschungsprojekten<br />
der Hochschule“, berichtet Prorektorin Daniela<br />
Schwerdt, die auch die Einbeziehung in die Arbeitsgruppen hervorhebt.<br />
Hinzu kommen Angebote wie die Startup-Yard, bei der<br />
eigene Projekte in einem offenen Workspace von Studierenden<br />
aller Fakultäten sowie Mitarbeitenden der Hochschule von der<br />
ersten Idee über den Entwurf und die Konstruktion bis hin zur<br />
Fertigung umgesetzt werden können.<br />
Hydraulik-Aggregat zur Schwingprüfmaschine<br />
Hydraulic unit for the vibration testing machine<br />
Hochschule Wismar<br />
University of Applied Sciences:<br />
Technology, Business and Design<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1908<br />
Mitarbeitende: rund 420<br />
Studierende: etwa 7600<br />
Studiengänge:<br />
2 DiplomStudiengänge<br />
40 BachelorStudiengänge<br />
35 MasterStudiengänge<br />
Standorte: Wismar, Malchow auf<br />
Poel und RostockWarnemünde<br />
www.hs-wismar.de<br />
Year founded: 1908<br />
Employees: about 420<br />
Students: roughly 7,600<br />
Degree courses:<br />
2 diploma courses<br />
40 Bachelor’s degree courses<br />
35 Master’s degree courses<br />
Sites: Wismar, Malchow on the<br />
island of Poel and Rostock<br />
Warnemünde<br />
Die Hochschule Wismar bietet mit ihren drei Fakultäten Ingenieurwissenschaften,<br />
Wirtschaftswissenschaften und Gestaltung über<br />
75 attraktive und praxisnahe Studiengänge an. Durch innovative und<br />
interdisziplinäre Angebote (u. a. durch die „StartUpYard“) sowie<br />
Koopera tionen mit Instituten und Unternehmen in Lehre und Forschung<br />
entstehen besondere Synergieeffekte. Auch an den Außenstandorten in<br />
Malchow auf der Insel Poel (mit Schaugarten) und in Rostock-Warnemünde<br />
(Bereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik) wird gelehrt, gelernt und<br />
geforscht.<br />
Wismar University with its three faculties Technology, Business and<br />
Design offers more than 75 attractive, practice-oriented degree courses.<br />
The innovative, interdisciplinary approach (including the “StartUpYard”)<br />
and cooperation with institutes and companies for teaching and research<br />
triggers special synergy effects. Teaching, learning and research also takes<br />
place at the external locations in Malchow on the island of Poel (with<br />
show garden) and in Rostock-Warnemünde (Maritime Studies, Systems<br />
Engineering and Logistics).<br />
111
DEN BERUFSEINSTIEG<br />
VERSÜßEN<br />
Making life sweeter for<br />
job starters<br />
TEXT: BARBARA ARNDT<br />
Fruchtgummi, Hartkaramellen, Toffees, Lollies: Wer<br />
in der „Bonbonfabrik“ seine Ausbildung beginnt,<br />
taucht in eine süße Welt ein. Es ist aber nicht nur<br />
die süße Versuchung der Produkte, die bei SweetTec,<br />
ToffeeTec und Ragolds hergestellt werden. Vielmehr<br />
versüßt eine große Melange dem Berufsnachwuchs<br />
den Einstieg. Rund 20 junge Menschen starten pro<br />
Jahr in einen von zwölf Berufen beim Boizenburger<br />
Süßwarenproduzenten, der zu den großen Playern<br />
der Nahrungsmittelbranche zählt. Im Firmenverbund<br />
sind mittlerweile über 700 Mitarbeitende<br />
tätig – mit einem Altersdurchschnitt von nur 38<br />
Jahren.<br />
„Wir haben einerseits Mitarbeiter, die 2002 mit uns<br />
gestartet sind und nun nach und nach in Rente gehen.<br />
Andererseits gehören viele junge Leute zur Bonbon-<br />
Familie, die zum Teil auch Kinder von Mitarbeitern<br />
sind“, erklärt Sonja Schindler. Die 49-Jährige managt<br />
Kommunikation sowie Organisation und hat sich als<br />
Teil der Geschäftsleitung dem HR-Bereich verschrieben.<br />
„Das kommt nicht von ungefähr. Vor vielen Jahren<br />
erhielten wir Wäschekörbe voll mit Bewerbungen.<br />
2021 registrierten wir schon einen starken Rückgang.<br />
Ich wollte verstehen, woran das liegt.“ Die engagierte<br />
Perso nalerin hat verstanden: „Es gab sehr traditionelle<br />
Vorstellungen, wie Auszubildende sein müssten. Hatte<br />
jemand vergessen, seinen Lebenslauf an die Bewerbung<br />
zu hängen, bekam der Inte ressierte gar nicht erst eine<br />
Einladung. Doch: Welche wert vollen Informationen<br />
beinhaltet der Lebenslauf eines Zehntklässlers?“ fragt<br />
Sonja Schindler, schüttelt den Kopf und schildert Ansätze,<br />
die sie im Prozess des Umdenkens längst etabliert<br />
hat.<br />
Fruit gums, hard caramel, toffees, lollies: young people<br />
starting their training in the “sweet factory” soon<br />
find themselves immersed a world of sweetness. But<br />
SweetTec, ToffeeTec and Ragolds do more than just<br />
make their temptingly sweet products. They also offer<br />
young talents a great melange that makes the start of<br />
their working lives easier. Every year, about 20 young<br />
people start training in one of twelve dif ferent vocations<br />
with the confectionery manufac turer in Boizenburg,<br />
one of the big players in the food industry. The<br />
group has meanwhile more than 700 em ployees, with<br />
an average age of only 38 years.<br />
“On the one hand, we have employees who joined us<br />
when we started up back in 2002 and are now gradually<br />
taking retirement. On the other hand, our sweet family<br />
also has lots of young people. Some of them are children<br />
of em ployees”, explains Sonja Schindler. The 49-year old<br />
deals with communication and organisation, and is responsible<br />
for HR as a member of the management team.<br />
“This didn’t happen by chance. Many years ago we received<br />
hampers full of applications. In 2021, we noticed<br />
a sharp decline. I wanted to understand the reasons why.”<br />
One thing the committed human resources practitioner<br />
came to understand: “Trainees had to satisfy very traditional<br />
expectations. People who forgot to attach a CV<br />
to their application weren’t even invited to an interview.<br />
But what kind of valuable information can you expect a<br />
school-lever to put in their CV?” asks Sonja Schindler,<br />
shaking her head. She describes her approach that has now<br />
become well established as part of a rethinking process.<br />
SONJA SCHINDLER<br />
112
Als Unternehmen beim Berufsnachwuchs bewerben<br />
„Wir müssen auf junge Menschen zugehen“, sagt die Personalverantwortliche.<br />
Das fängt bei Berufsorientierungsmessen an<br />
und geht mit engen Kontakten zu Schulen und der pro-aktiven<br />
Ansprache von Lehrkräften weiter. „Wenn ich den Beruf des<br />
Anlagen- und Maschinenführers vorstelle, von Produktion und<br />
Schichtarbeit spreche, dann werfe ich alles in den Ring, was ein<br />
Unternehmen unbeliebt macht.“<br />
Also holt die Managerin potenzielle Bewerber auf Augenhöhe ab<br />
und ein paar eigene Azubis gleich dazu, begibt sich mit allen auf<br />
Betriebsrundgang und lässt die Interessenten ihr eigenes Fruchtgummi<br />
herstellen. „Die Jugendlichen sollen sehen, was auf sie zukommt,<br />
Arbeitsplätze erleben und die Stimmung in den Teams<br />
wahrnehmen.“ Begeisterung schwingt mit, wenn Sonja Schindler<br />
von „ihren“ Azubis spricht. Sie kennt sie alle, zumeist auch die<br />
Geschichten, welche junge Menschen mitbringen. Die Du- Kultur<br />
fördert das Miteinander, weil Respekt die Ansprache in dem<br />
familiengeführten Unternehmen begleitet.<br />
„Ich lade jeden Bewerber ein, baue persönliche Kontakte auf,<br />
um den jungen Menschen kennenzulernen.“ Wer schlecht in<br />
Mathe ist und Englisch abgewählt hat, aber für sein Leben gern<br />
schraubt, bekommt eine Chance und die notwendige Akzeptanz.<br />
„Da müssen wir mit Blick auf die Berufsschule sicher ordentlich<br />
unterstützen. Nachhilfe übernimmt einer unserer Produktionsleiter.<br />
Ich bin sicher, dass wir auch so tolle Mitarbeiter entwickeln.“<br />
Unlängst wurde ein Ausbildungsleiter eingestellt, der<br />
ausschließlich die Lernenden im gewerblichen Bereich betreut<br />
und als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht.<br />
Solche Mehrkosten muss ein Unternehmen erstmal leisten<br />
können. „Wir freuen uns, das zu schaffen und sind vom Mehrwert<br />
überzeugt.“ Überzeugt ist die HR-Spezialistin auch vom<br />
Fachkräfte zuwanderungsgesetz. Sie überlegt bereits, Aspekten<br />
wie Wohnraum, Sprache, Kultur gerecht zu werden. Denn: Das<br />
Arbeitskräfte potenzial vor Ort reicht für die Zukunft nicht aus.<br />
Es gibt defi nitiv viel zu wenig junge Menschen.<br />
Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis<br />
„Wir sind erneut als TOP-Ausbildungsbetrieb der IHK geehrt<br />
worden. Allerdings ist es nicht immer einfach, einen hohen<br />
Standard in der Berufsausbildung zu halten. Denn momentan<br />
macht uns gerade die mangelnde Versorgung von Lehrkräften<br />
an den Berufsschulen große Sorgen. Einige Fächer – bei Industriekaufleuten<br />
zum Beispiel Deutsch – sind nicht besetzt.“ Die<br />
Unternehmerin drängt darauf, an den Schulen und in der Politik<br />
auf Veränderungen hinzuwirken. „So lange nichts passiert, müssen<br />
wir fehlende Inhalte selbst abbilden. Schließlich sollen unsere<br />
Azubis ihre Prüfung schaffen.“<br />
Lehrjahre keine Herrenjahre<br />
Von wegen! „Dieser Satz ist bestimmt noch in einigen Köpfen verankert.<br />
Das finde ich wirklich schlimm! Wir dürfen bei all unseren<br />
Bemühungen nicht vergessen, dass wir junge Menschen für die<br />
Zukunft unserer Unternehmen ausbilden. Deshalb muss das<br />
Lernen gut und spannend gestaltet sein, Spaß machen, fordern<br />
und das Miteinander stärken. Sonja Schindler selbst hat nach dem<br />
Abitur eine klassische Bankausbildung absolviert. „Damals war es<br />
Mitarbeiter, die sich im Unternehmen<br />
und mit ihrer Aufgabe wohlfühlen,<br />
sind die wichtigsten Zukunftsinvestition<br />
bei SweetTec in Boizenburg.<br />
Employees who feel comfortable in<br />
the company and with their job are<br />
the most important investment in the<br />
future at SweetTec in Boizenburg.<br />
Food Academy –<br />
gemeinsam Herausforderungen meistern<br />
Das Ringen um Arbeits- und Fachkräfte brachte Nahrungsmittelhersteller<br />
frühzeitig zusammen, um gemeinsam<br />
Veränderungen anzuschieben. „Als wir seinerzeit auf den<br />
entstehenden Arbeitnehmermarkt aufmerksam machten,<br />
belächelte uns so mancher“, blickt Sonja Schindler zurück.<br />
Im November 2014 gründeten sieben Unternehmen aus<br />
<strong>Westmecklenburg</strong> und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />
Südwestmecklenburg GmbH die Food Academy.<br />
Seitdem fokussiert der Verein seine Arbeit auf den hohen<br />
Fach- und Nachwuchskräftebedarf der in Mecklenburg-<br />
Vorpommern ansässigen Ernährungsindustrie.<br />
Zwischenzeitlich engagieren sich 21 Unternehmen mit über<br />
3.500 Mitarbeitenden im Verein. Die Boizenburger bringen<br />
sich seit Anfang an aktiv ein, um mit Weiterbildungsangeboten<br />
die Ernährungsbranche attraktiver zu machen.<br />
„Es geht um Fortbildungsmöglichkeiten für Führungskräfte,<br />
darum, gute Trainer einzukaufen und sich auszutauschen.“<br />
Zum Beispiel über die vereinseigene Ausbildung zum<br />
Digitalisierungsmanager, um Digitalisierung stärker in<br />
Unternehmen zu bringen, Widerstände zu überwinden und<br />
alle mitzunehmen. Spannend dabei: Gerade die Azubis zeigen<br />
Interesse, weil sie im digitalen Zeitalter aufgewachsen<br />
sind.<br />
114
Food Academy – mastering challenges together<br />
Food manufacturers came together at an early point in<br />
time in the struggle for workers and skilled specialists,<br />
with the joint intention of instigating changes. “Some<br />
people laughed at us back then when we drew attention<br />
to the emerging situation on the labour market”, recalls<br />
Sonja Schindler. In November 2014, seven com panies from<br />
Western Mecklenburg joined forces with the Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />
Südwestmecklenburg GmbH to<br />
set up the Food Academy. Since then, the association has<br />
focused on the high demand for skilled specialists and<br />
young talents in Mecklenburg-Western Pomerania’s food<br />
industry.<br />
Meanwhile 21 companies with more than 3,500 employees<br />
are involved in the association. The Boizenburg confectionery<br />
manufacturer has played an active role right<br />
from the start, providing further training opportunities to<br />
enhance the appeal of the food industry. “Further training<br />
for executives is about procuring good instructors and<br />
offering possibilities for sharing.” For example, about<br />
the association’s own training scheme for digitalisation<br />
managers to bring more digitalisation into the companies,<br />
overcoming resistance and encouraging everyone to get<br />
involved. It’s exciting to see how interested trainees are in<br />
digitalisation. After all, they are growing up in the digital<br />
age.<br />
Copyright: SweetTec<br />
Companies court young talents<br />
“We have to approach young people“, says the HR manager. It<br />
starts with career guidance events and continues by keeping close<br />
contact with the schools and maintaining a pro-active dialogue<br />
with teachers. “If I start to introduce the job of a plant and machine<br />
operator by talking about production and shift work, then<br />
I’m telling them everything that makes a company unpopular.”<br />
Instead, the manager meets potential applicants at eye-level, brings<br />
a few company trainees and takes them all on a tour of the company.<br />
To finish, they all have a chance to make their own fruit<br />
gums. “I want the youngsters to see what’s in store for them, let<br />
them get a feel for the workplaces and the mood in the teams.”<br />
Sonja Schindler is obviously enthusiastic about “her” trainees.<br />
She knows them all, and usually also the stories behind the young<br />
people. Being on first-name terms enhances the community spirit,<br />
with mutual respect underlying the way people treat each other in<br />
the family-run company.<br />
“I invite every applicant to make personal contacts so they can get<br />
to know the young people.” Those who are not so good at maths<br />
and have given up on foreign languages but love tinkering with<br />
tools and machines will be given a chance and find the necessary<br />
acceptance. “They’ll prob ably need plenty of support with their<br />
college work. One of our production managers helps with extra<br />
coaching. I’m sure that this is a way to develop great employees.”<br />
The company recently hired a training supervisor who spends all<br />
their time supporting the industrial trainees, and acts as their go-to<br />
person. But a company also has to be in a position to shoulder the<br />
added costs involved. “We’re glad we can do this and are convinced<br />
of the added value this will bring.” The HR specialist is also convinced<br />
by the Immigration Act for Skilled Workers. She’s already<br />
thinking about tackling aspects such as accommodation, language<br />
and culture. After all, there are not enough skilled workers for the<br />
future in the local workforce, and there are definitely not enough<br />
young people available.<br />
Gap between theory and practice<br />
“The CCI has once again awarded us the accolade of TOP<br />
training company. But it’s not always easy to maintain a high stand<br />
of voca tional training. At the moment, the lack of teachers in the<br />
training colleges is giving us great cause for concern. Some subjects<br />
are simply not being taught, such as German for industrial<br />
clerks.” She urges the schools and political sector to implement<br />
changes. “As long as there are no im provements, we have to cover<br />
for anything that’s been left out at college. After all, we want our<br />
trainees to pass their exams.”<br />
Everyone starts at the bottom of the ladder<br />
No way! “Some people still think along those lines. I think that’s<br />
dreadful! In the midst of all our efforts, we should never forget<br />
that we’re training young people for the future of our com panies.<br />
Their learning experience should be good and exciting, it should<br />
be fun, and should promote and strengthen the community<br />
spirit.” Sonja Schindler herself did traditional bank training after<br />
passing her Abitur (German A-levels). “In those days, you got<br />
pushed around between the departments to fill in wherever they<br />
were understaffed”, she remembers. At the same time, she took a<br />
115
oft so, dass man hin- und hergeschoben wurde zum Aushelfen<br />
in unterbesetzten Abteilungen“, erinnert sie sich. Nebenberuflich<br />
studierte die junge Frau – abends und am Wochenende – an<br />
der Bank-Akademie. „So eine extreme Anstrengung würde heute<br />
wohl keiner mehr auf sich nehmen“, sagt die Betriebswirtin. „Ich<br />
bin froh über meine duale Ausbildung. Das war eine gute Kombination<br />
zwischen praktischen und theoretischen Anteilen. Sie<br />
versetzte mich in die Lage, in jeder Abteilung einer Bank durchzustarten.<br />
Ich konnte für mich feststellen, was mir am meisten<br />
liegt. Das wäre nur mit der Theorie des Studiums nicht möglich<br />
gewesen.“<br />
Lust auf Weiterentwicklung wecken<br />
Aus dieser Erfahrung hat Sonja Schindler gelernt. „Für unsere<br />
kaufmännischen Azubis gibt es in jeder Abteilung Ausbildungsbeauftragte.<br />
Der Arbeitstag beinhaltet spannende Aufgaben. Klar<br />
gehört auch mal die Ablage dazu. Wichtiger sind moti vierende<br />
Momente. Wir achten darauf, dass wir viele Lehrinhalte vermitteln<br />
und lassen die jungen Leute alle drei Monate die Abteilungen<br />
wechseln.“ Nach der Ausbildung warten Fortbildungsmöglichkeiten<br />
wie die Meisterausbildung im produzierenden<br />
Bereich, die Fachausbildung oder alternativ die Entwicklung zur<br />
Führungskraft. Junge Kaufleute können nebenberuflich ihren<br />
Bachelor/Master oder Rüstzeug für größere Verantwortung als<br />
Führungskraft erwerben. Berufliches Vorankommen und Karriere<br />
spielen in einer Re gion, in der es um jeden einzelnen geht,<br />
eben auch eine Rolle.<br />
„Wir brauchen Fachkräfte, die Lust haben, mit uns diesen Weg zu<br />
gehen, um neue Märkte zu erobern.“ Die Boizenburger sind dabei<br />
innovativ und kreativ unterwegs. Der Fruchtgummimarkt weist<br />
eine positive Wachstumsprognose auf. „Neue zuckerfreie oder<br />
vegane Produkte oder solche mit Vitaminen und Proteinen bereichern<br />
unser Portfolio bereits. Kürzlich haben wir einen Versuch<br />
gestartet und ein Kaubonbon mit Kollagen angereichert. Das ist<br />
gut für Haut, Haare und Nägel und kam insbesondere bei den<br />
Frauen an.“<br />
Spannende Projekte und Benefits<br />
Sonja Schindler findet mit ihrem Team immer wieder neue<br />
Ansätze, um zu überzeugen. „Unsere Azubis dürfen innerhalb<br />
eines Projektes eine Woche lang den Fabrikverkauf steuern oder<br />
betreuen Social-Media- Kanäle.“ Das schafft Vertrauen.<br />
Wertschätzung hat in der süßen Familie noch weitere Gesichter.<br />
Die „Bonbonfabrik“ bietet Angestellten auf 800 Quadrat metern<br />
Fläche die Möglichkeit, fast 24 Stunden am Tag Sport zu treiben.<br />
Da kann man sich einfach zum Kraftsport verabreden. Für Fahrten<br />
zwischen den drei Standorten stehen E-Roller bereit. So<br />
kommen auch unter 18-Jährige von A nach B. Fehlende Mobilität<br />
im ländlichen Raum gleicht eine Azubi-WG mit drei Plätzen<br />
aus. „Dafür haben wir eine Wohnung angemietet und modern<br />
möbliert. Von da geht’s mit dem Fahrrad ins Unternehmen.“<br />
Ein Poloshirt mit Aufdruck, Gesundheitstage mit Massagen und<br />
Ernährungsberatung, Rezeptideen mit den nötigen Naturalien<br />
gleich dazu – „ich mag gern die Mitarbeitenden überraschen und<br />
Dinge tun, die sie nicht erwarten“, sagt Sonja Schindler. Dazu<br />
degree course – in the evening and at the weekend – at the Bank<br />
Academy. “I don’t expect anyone would be prepared to go to so<br />
much effort today”, says the business economist. “I’m glad I was<br />
on a dual training scheme to do my degree because I had a good<br />
combination of practice and theory. It meant I worked my way<br />
through every department in the bank and find out for myself<br />
what I liked doing best. That wouldn’t have been possible just<br />
with a theory-based degree course.”<br />
Make them want to learn more<br />
Sonja Schindler learnt from her own experience. “For our commercial<br />
trainees, we have a training officer in every department.<br />
The working day includes various exciting tasks. Obviously,<br />
trainees also have to have a go at filing. But it’s the motivating<br />
moments that really matter. We make sure that we offer lots of<br />
opportunities to learn, with our trainees changing department<br />
every three months.” Once they’ve completed their training,<br />
they’ll find a wide range of opportunities to keep learning, such as<br />
qualifying as a master craftsman in manufacturing or as a skilled<br />
spe cialist, or even going on to become an executive. Young people<br />
who have trained as office clerks can study part time to obtain a<br />
Bacherlor’s/Master’s degree or obtain the know-how needed to<br />
take on greater responsibility as an executive. Professional growth<br />
and a suitable career are particularly significant here in a region<br />
where every individual counts.<br />
“We need skilled workers who want to come with us on our journey<br />
to capture new markets”. The Boizenburg company always<br />
takes an inno vative, creative approach. Current forecasts for the<br />
fruit gum market indicate positive growth. “Our portfolio already<br />
includes new sugar-free or vegan products, or ones with vitamins<br />
and proteins. We recently launched a trial for a chewy sweet<br />
with added collagen which is good for skin, hair and nails: it was<br />
particularly popular with women.”<br />
Exciting projects and benefits<br />
Sonja Schindler and her team are always finding new ways<br />
of being convincing. “As part of a project, our trainees are<br />
given responsibility for the factory shop or for the social media<br />
channels”. This enhances mutual trust and confidence.<br />
The family-run confectionery manufacturer also finds other ways<br />
to express appreciation. Employees can use the company’s sports<br />
facilities covering 800 square metres almost on a 24/7 basis and<br />
arrange to meet colleagues to do some weight training together.<br />
Electric scooters are provided for travelling between the three sites<br />
so that even those younger than 18 can get from A to B. The company<br />
also provides accommodation for three trainees in a flat share<br />
to compensate for the lack of mobility services in this rural region.<br />
“We’ve rented a flat for this purpose and furnished it with modern<br />
furniture. It’s near enough for them to cycle to work.”<br />
A polo shirt with a motif printed on it, health days with massages<br />
and nutrition advice that comes with recipes and the necessary<br />
ingredients as well - “I like surprising the employees with things<br />
they don’t expect”, says Sonja Schindler. These include a summer<br />
party in Hamburg Beach Club, or the company app that networks<br />
everyone on their phones, including a private sales platform and<br />
info channel.<br />
116
Copyright: SweetTec<br />
zählt ebenso ein Sommerfest im Beachclub Hamburg oder die<br />
Unternehmens-App, welche alle per Handy vernetzt, eine private<br />
Verkaufsplattform bietet und einen Infokanal.<br />
Diese Mischung scheint zu schmecken. Das spiegelt sich im<br />
Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu wider: „SweetTec ist ein<br />
moderner Arbeitgeber mit Weitblick. Die Atmosphäre in den<br />
Teams ist super freundlich und angenehm.“ Fünf Sterne und<br />
damit eine herausragende Bewertung, die alle Bestrebungen<br />
honoriert, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden.<br />
Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin<br />
wurden 1.261 Ausbildungsverträge in 93 verschiedenen Ausbildungsberufen<br />
für das Ausbildungsjahr 2023 abgeschlossen.<br />
Darunter befinden sich auch 120 Ausbildungsverträge mit ausländischen<br />
Jugendlichen aus 31 verschiedenen Nationen. Mit<br />
der Kam pagne „Ausbildung macht mehr aus uns“ wirbt die IHK<br />
deutschlandweit um die Gunst junger Menschen, die Lifehacks<br />
zum Beruf machen und „In irgendwas richtig gut“ werden wollen.<br />
„Jetzt#könnenlernen“ spricht künftige Berufsstarter plakativ<br />
an. Damit es irgendwie gelingt, die Lücken der Babyboomer zu<br />
schließen.<br />
Der Fruchtgummimarkt blickt positiv in die Zukunft. Neue<br />
zuckerfreie oder vegane Produkte oder solche mit Vitaminen und<br />
Proteinen sind bereits Bestandteil des Portfolios bei SweetTec.<br />
The fruit gum market has a positive outlook for the future.<br />
New sugar-free or vegan products or those with vitamins<br />
and proteins are already part of SweetTec‘s portfolio.<br />
People seem to like the mixture, as reflected in the employer rating<br />
site kununu: “SweetTec is a modern employer with a vision.<br />
There’s a pleasant, really friendly atmosphere in the teams.” Five<br />
stars, in other words, an outstanding rating that honours all the<br />
efforts made to en hance employee loyalty.<br />
In Schwerin CCI district, 1,261 contracts were concluded with<br />
trainees in 93 different vocations for the 2023 training year. These<br />
also included 120 training contracts with foreign youngsters<br />
from 31 different countries. “Training makes more of us” is the<br />
CCI’s nationwide campaign that addresses young people and<br />
en courages them to turn life hacks into a job and become “really<br />
good at something”. “Jetzt#könnenlernen“ (learn to do it now) is<br />
the striking appeal to future job starters, in an effort to close the<br />
baby boomer gaps.<br />
117
KRISENFESTER WACHSTUMSMOTOR<br />
GESUNDHEITSWIRTSCHAFT<br />
The healthcare sector:<br />
resilient growth engine<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
LARS BAUER<br />
Die Gesundheitswirtschaft ist ein strategisch wichtiger<br />
Zukunftssektor und Wirtschaftsfaktor in<br />
Mecklenburg-Vorpommern. Sie zählt zu einer der<br />
führenden Branchen im Land. Bereits seit 2001 gibt<br />
es mit BioCon Valley® ein erfolgreiches Netzwerk,<br />
das der Branche wichtige Impulse gibt.<br />
„Das Land hat die Hardware: viel Natur und schöne<br />
Landschaft. Die Unternehmen und Einrichtungen der<br />
Branche liefern die Software, und gemeinsam sind sie<br />
der Wachstumsmotor Gesundheitswirtschaft.“ So fasst<br />
es Lars Bauer, Geschäftsführer der BioCon Valley®<br />
GmbH, zusammen. 2001 wurde das Unternehmen<br />
als Landesgesellschaft von Mecklenburg-Vorpommern<br />
gegründet, kurz nach dem gleichnamigen Verein, der<br />
zugleich Gesellschafter der GmbH ist. BioCon Valley®<br />
GmbH ist das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft<br />
für MV und hat sich in den vergangenen Jahren als<br />
Landesdienstleister zu einem Dreh- und Angelpunkt<br />
ent wickelt. „Wir sind Vernetzer, Impulsgeber, Internationalisierer<br />
und Vermarkter der Branche“, erklärt<br />
Lars Bauer. Die genaue Definition von Gesundheitswirtschaft,<br />
nämlich die Vermarktung von Gütern und<br />
Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung<br />
von Gesundheit dienen, wurde auf der 1.<br />
Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft<br />
2005 in Rostock verabschiedet. Mittlerweile ist sie vom<br />
Bundeswirtschaftsministerium anerkannt und übernommen<br />
worden.<br />
The healthcare industry is a strategically important<br />
future sector and economic factor in Mecklenburg-<br />
Western Pomerania. It is one of the leading industries<br />
in the state. It has a successful network called<br />
BioCon Valley® that came into existence in 2001,<br />
providing important impetus for the industry.<br />
“The state has the hardware: lots of nature and lovely<br />
countryside. The companies and facilities in the sector<br />
provide the software. Together, they constitute the<br />
healthcare sector as a resilient growth engine,” summarises<br />
Lars Bauer, managing director of BioCon<br />
Valley® GmbH. The firm was founded in 2001 as a<br />
state com pany in Mecklenburg-Western Pomerania,<br />
shortly after the eponymous association, which is also<br />
share holder of the GmbH at the same time. BioCon<br />
Valley® GmbH is the healthcare sector network for<br />
Mecklenburg- Western Pomerania. The role it performs<br />
as state service provider has seen it become a linchpin<br />
in recent years. “We are the sector’s networkers and<br />
catalysts, we facil itate inter nationalisation and are its<br />
marketers”, explains Lars Bauer. The precise definition<br />
of the healthcare industry, namely the commercialisation<br />
of goods and services that serve to maintain<br />
and restore health, was adopted at the 1st National<br />
Healthcare Industry Conference in Rostock in 2005.<br />
It has since been recognised and adopted by the Federal<br />
Ministry of Economics.<br />
118
Das Netzwerk beschäftigt sich mit der Erstellung und Vermarktung<br />
von Gütern und Dienstleistungen, die der Bewahrung und<br />
Wieder herstellung von Gesundheit dienen. Insofern spielt Mecklenburg-Vorpommern<br />
eine Vorreiterrolle bei der Wahrnehmung<br />
der Gesundheitswirtschaft als Schlüssel branche in ganz Deutschland,<br />
und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. So hat die BioCon<br />
Valley® GmbH im Jahr 2015 erstmals für ein Bundesland den<br />
sogenannten Ökono mischen Fuß abdruck der Gesundheitswirtschaft<br />
für Mecklenburg-Vorpommern ermitteln lassen, um<br />
die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche aufzuzeigen.<br />
In diesem Jahr gibt es einen solchen für den Ostseeraum, u. a.<br />
mit den Daten zur Branche in Dänemark, Norwegen, Schweden,<br />
Finnland, Polen sowie Hamburg und Schleswig-Holstein.<br />
„Solche Zahlen sind wichtig, weil sie zeigen, wo man steht und<br />
wo man bereits gut ist, aber auch, wo es noch Herausforderungen<br />
und Nachholbedarf gibt“, erläutert Lars Bauer.<br />
Für Mecklenburg-Vorpommern bestätigen die Daten die Krisenfestigkeit<br />
der Gesundheitswirtschaft im Land, die seit mehr als<br />
einem Jahrzehnt kontinuierlich wächst und schon längst keine<br />
„Eintagsfliege“ mehr ist. „Jeder siebte Euro in MV wird mittlerweile<br />
in der Branche erwirtschaftet“, so Bauer. Dies spiegelt sich<br />
auch in den Beschäftigtenzahlen wider: Jeder fünfte Arbeitnehmer<br />
ist in der Gesundheitswirtschaft tätig. Dabei zeichnet sich die<br />
Branche durch eine große Heterogenität aus. Die fünf Haupthandlungsfelder<br />
sind Life Science, Gesundheitsdienstleistungen,<br />
der Bereich des gesunden Alter(n)s, Gesundheitstourismus sowie<br />
Ernährung für die Gesundheit. Mit einem Anteil von über 90<br />
Prozent sind es vor allem kleine bis mittlere Unternehmen, die in<br />
der Branche im Land aktiv sind. „Ihre Belange bringen wir auch<br />
im Kuratorium Gesundheitswirtschaft der Ministerpräsidentin<br />
des Landes ein, das u. a. den Masterplan Gesundheitswirtschaft<br />
MV 2030 umsetzt.“ Außerdem zählen die Organisation von<br />
Vernetzungstreffen, etwa in Form von Unternehmensbesuchen,<br />
sowohl zur brancheninternen Vernetzung als auch mit politischen<br />
Vertreter*innen zu den Aufgaben der BioCon Valley® GmbH.<br />
Dabei wird auf konkrete Bedarfe der Branche eingegangen und<br />
Impulse daraus aufgegriffen, zum Beispiel bei der Schaffung<br />
eines Netzwerks medizinischer Prüflabore in Mecklenburg-Vorpommern.<br />
„Aufbauend auf einem geäußerten Wunsch aus der<br />
Branche bündelt dieses nun umfangreiche Kompetenzen zu<br />
Prüfmethoden von Medizinprodukten und ermöglicht so die<br />
landesweite Vernetzung und Vermarktung als Prüfstandort MV“,<br />
erklärt Lars Bauer. Durch die gemeinsame Aufstellung wird vor<br />
allem auch das Ziel verfolgt, diesen wichtigen Markt zu stärken<br />
und die damit verbundene Wertschöpfung im Land zu halten.<br />
„Die Sichtbarmachung unserer einheimischen Unternehmen ist<br />
uns ein Hauptanliegen.“ Mit der Produktion von neun Kurzfilmen<br />
über Unternehmen der Gesundheitsbranche im Land hat<br />
die BioCon Valley® GmbH diese auf ungewöhnliche und unterhaltsame<br />
Weise mit einem Augenzwinkern auf großer Leinwand<br />
im Kino präsentiert. Die Clips sind Teil der Bewegtbildkampagne<br />
„DAS Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern“, ein Slogan,<br />
der im Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2030 formuliert<br />
ist. Er definiert Mecklenburg-Vorpommern als DAS generationenübergreifende<br />
Gesundheitsland, in dem der Gesundheit in<br />
Ein Teil des BioCon Valley®-<br />
Teams gemeinsam mit Prof. Marek<br />
Zygmunt, Präsident der Nationalen<br />
Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft,<br />
im Mai 2024 in Rostock<br />
Part of the BioCon Valley®<br />
team together with Prof Marek<br />
Zygmunt, President of the<br />
National Healthcare Industry Conference,<br />
in Rostock in May 2024<br />
The network is involved in creating and marketing goods and<br />
ser vices for preserving and restoring health. In this sense, Mecklenburg-Western<br />
Pomerania is a pioneer in its perception of the<br />
healthcare sector as a key industry throughout Germany, and in<br />
a number of ways. For instance, in 2015 BioCon Valley® GmbH<br />
arranged to have what is known as an economic footprint of the<br />
healthcare sector drawn up for Mecklenburg-Western Pomerania<br />
to show the economic significance of the industry, for the first<br />
time for a German state. This year, an ‘economic footprint’ has<br />
been drawn up for the Baltic region including, among others,<br />
data about the healthcare sector in Denmark, Norway, Sweden,<br />
Finland and Poland, as well as Hamburg and Schleswig-Holstein.<br />
“Figures like this are important because they show which point<br />
we’ve reached and where we’re already good, but also where<br />
challenges still exist and where a lot still needs to be done”, ex plains<br />
Lars Bauer.<br />
The data for Mecklenburg-Western Pomerania confirm the<br />
resilience of the healthcare sector here in the state, where it has<br />
seen continuous growth for more than a decade and is no longer<br />
a ‘flash in the pan’. “The industry now generates every seventh<br />
Euro in Mecklenburg-Western Pomerania”, says Bauer. This is<br />
also reflected in the employment figures: every fifth employee<br />
works in the healthcare sector. At the same time, the industry is<br />
highly heterogeneous. The five main areas are life science, healthcare<br />
services, healthy ageing, health tourism and food for health.<br />
The healthcare industry in Mecklenburg-Western Pomerania<br />
is dominated primarily by small and medium-sized companies,<br />
ac counting for more than 90 percent. “We also raise their concerns<br />
in the Minister President’s healthcare advisory board, which<br />
implements the healthcare sector master plan MV 2030, among<br />
120
allen Lebensphasen eine herausragende Bedeutung zukommt.<br />
„Wir verstehen den Masterplan als ein lebendes Dokument, mit<br />
dem wir die strategische Grundlage für die Entwicklung der<br />
Branche in den kommenden Jahren schaffen“, so Lars Bauer. Er<br />
ist seit 2013 in der Landesgesellschaft tätig, seit 2018 als alleiniger<br />
Geschäftsführer. Einer seiner Meilensteine ist die zunehmende<br />
Internationalisierung der Branche, insbesondere durch Präsenz<br />
auf internationalen Leitmessen. „Man muss Dinge ausprobieren,<br />
um zu wissen, ob sie funktionieren – manchmal einfach machen“,<br />
meint Lars Bauer. Darum nimmt die BioCon Valley® GmbH seit<br />
2015 auch gemeinsam mit Rostock Business an der MEDICA<br />
teil, der Leitmesse der Gesundheitswirtschaft in Düsseldorf, auf<br />
der die Branche einem internationalen Publikum vorgestellt wird.<br />
2024 wurde zum ersten Mal ein sogenannter Landesgemeinschaftsstand<br />
auf der DMEA, Europas größter Messe für digitale<br />
Gesundheit, organisiert. Etwa zwei Jahre Vorlauf werden für eine<br />
solche Gemeinschaftspräsentation zusammen mit dem Land<br />
benötigt. Zudem ist die Branche auf der „Arab Health“ in Dubai<br />
präsent, der weltweit zweitgrößten Messe der Branche, die Märkte<br />
in einem vollkommen anderen Kulturkreis erschließen hilft. „All<br />
das sind gezielte Angebote, die wir unseren Unternehmen machen<br />
und die diese nutzen können. Was daraus wird, liegt dann in deren<br />
Händen. Wir öffnen die Türen für den Markt, bereiten alles dafür<br />
gern vor und haken selbstverständlich nach. Den Schritt durch die<br />
Tür müssen die Unternehmerinnen und Unternehmer dann aber<br />
selbst gehen“, sagt Lars Bauer.<br />
„Um all die Aktivitäten umsetzen zu können, braucht es Kolleginnen<br />
und Kollegen, die Freude an innovativen Herausforderungen<br />
haben.“ Und diese hat das 15-köpfige Team mit Hauptsitz<br />
Copyright: Danny Gohlke / BioCon Valley® GmbH<br />
others.” Other tasks performed by BioCon Valley® GmbH include<br />
organising meetings for networking activities such as visits<br />
to companies in the sector, as well as networking within the sector<br />
and with political representatives. The focus here is on the sector’s<br />
specific concerns, as well as taking up corresponding impetus,<br />
for example in creating a network of medical testing laboratories<br />
in Mecklenburg-Western Pomerania. “Starting on the basis of a<br />
request from the sector, this now pools comprehensive expertise<br />
about methods of testing medical products and facilitates networking<br />
and marketing throughout the state for Mecklenburg-<br />
Western Pomerania as a testing location”, explains Lars Bauer. The<br />
consensus-based network also pursues the main aim of strengthening<br />
this important market, thus ensuring that the associated<br />
value creation remains in the state.<br />
“Making our local companies visible is one of our main objectives.”<br />
In producing new short films about healthcare companies<br />
in the state, BioCon Valley® GmbH has opted for an unusual,<br />
entertaining approach with a light-hearted big-screen presentation.<br />
The clips are part of the moving picture campaign ‘THE<br />
healthcare state Mecklenburg-Western Pomerania’, a slogan<br />
devised in the healthcare sector master plan MV 2030. It de fines<br />
Mecklenburg-Western Pomerania as THE intergenerational<br />
healthcare state that gives outstanding significance to health in all<br />
phases of life. “We see the master plan as a living document that<br />
enables us to create the strategic basis for the sector’s development<br />
in the years ahead”, says Lars Bauer. He has worked for the state<br />
company since 2013 and became the sole managing director in<br />
2018. One of his milestones is the increasing internationalisation<br />
of the sector, particularly by attending leading international fairs.<br />
“You have to try things out to know if they’re going to work –<br />
sometimes you just have to do it“, says Lars Bauer. This is why<br />
since 2015, BioCon Valley® GmbH has also joined forces with<br />
Rostock Business to attend the MEDICA, the healthcare sector’s<br />
leading trade fair in Düsseldorf, where the industry is presented to<br />
an international audience.<br />
In 2024, a so-called ‘joint state stand’ was organised at the DMEA,<br />
Europe’s largest digital health trade fair. It takes about two years<br />
to prepare this kind of joint presentation, working together with<br />
the state. Furthermore, the sector is present at the “Arab Health”<br />
in Dubai, the world’s second largest health trade fair, opening up<br />
the possibility for cultivating markets in a completely different<br />
cultural context. “These are all specific services that we offer our<br />
companies and that they can use. What comes of it is up to them.<br />
We open the doors to the market, we gladly get everything ready,<br />
and it goes without saying that we’ll do any necessary following up<br />
as well. But actually stepping through the door, that’s something<br />
that the companies themselves have to do”, says Lars Bauer.<br />
“To implement all these activities, we need colleagues who enjoy<br />
innovative challenges.” That definitely applies to the 15 team<br />
members based at headquarters in Rostock and a second site in<br />
Greifswald. However, the network operates not just on behalf of<br />
local companies: if the need arises, it also provides support when<br />
external companies want to settle in the state, working together<br />
with the state’s business development agency, the Invest in MV.<br />
121
in Rostock und einem weiteren Standort in Greifswald. Es ist<br />
jedoch nicht nur für hiesige Unternehmen aktiv, sondern unterstützt<br />
punktuell auch bei der Ansiedlung externer Unternehmen<br />
im Land gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft des<br />
Landes, die Invest in MV. Aktuelles Beispiel ist die irische Firma<br />
Amnexis, die Lösungen zur Vereinfachung der Dokumentation<br />
in Pflege, Medizin und Therapie entwickelt. Während einer<br />
Vorabreise zur Vorbereitung der Nationalen Branchenkonferenz<br />
Gesundheitswirtschaft MV 2023, bei der Irland Partnerland war,<br />
entstand der Kontakt zu dem Unternehmen. Bereits ein Jahr später<br />
eröffnete Amnexis ein Büro in Greifswald. „Da haben viele<br />
Partnerinnen und Partner, etwa die Industrie- und Handelskammern<br />
(IHK) in MV mitgewirkt. So verstehen wir auch Zusammenarbeit<br />
mit und für das Land. Das partnerschaftliche Miteinander<br />
spiegelt sich auch im Gesundheitswirtschaftsausschuss der<br />
IHK zu Schwerin wider“, betont Lars Bauer.<br />
Die Vielfalt der Player, die Heterogenität der Branche und damit<br />
die Vielfalt der Herausforderungen, macht es für BioCon<br />
Valley®-Geschäftsführer Lars Bauer so spannend. „Häufig ist<br />
morgens nicht klar, was im Laufe des Tages passieren wird“, sagt<br />
er. „Es macht einfach sehr viel Spaß, an diesem Zukunftsthema<br />
gemeinsam mit so vielen leidenschaftlichen Menschen aus der<br />
Landesregierung und -politik, aus Wirtschaft und Wissenschaft<br />
zu arbeiten und die Branche für MV weiterzuentwickeln.“<br />
One current example is the Irish company Amnexis, that develops<br />
solutions for simplifying documentation procedures in nursing,<br />
medicine and treatment. Contact to the company was established<br />
during a preparatory business trip in the run-up to the National<br />
Healthcare Conference MV 2023, where Ireland was the partner<br />
country. Amnexis then opened an office in Greifswald just twelve<br />
months later. “Many partners were involved here, including the<br />
Chambers of Commerce and industry (CCI) in Mecklenburg-<br />
Western Pomerania. This is also how we understand cooperation<br />
with and for the state. The way we work together as partners is also<br />
reflected in the healthcare sector committee of Schwerin CCI”,<br />
emphasises Lars Bauer.<br />
It is the diversity of the players, the heterogeneous nature of the<br />
sector and the wide range of challenges that make it so exciting<br />
for BioCon Valley® managing director Lars Bauer. “First thing in<br />
the morning, it’s often not clear what the day will bring“, he says.<br />
“It’s just great fun to work on this future topic alongside so many<br />
passionate people in the state government and the political sector,<br />
business and science, to advance the development of the industry<br />
for Mecklenburg-Western Pomerania.”<br />
GP Medical Staff GmbH<br />
Als Personaldienstleister für Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser<br />
oder Pflegeeinrichtungen vermitteln wir qualifizierte medizinische<br />
Fachkräfte. Sei es bei krankheitsbedingten Ausfällen fest angestellter<br />
Mitarbeiter oder kurzfristiger, unvorhergesehener Mehrarbeit in den<br />
jeweiligen Einrichtungen – unser Team von GP Medical Staff in Schwerin<br />
bietet schnelle und unkomplizierte Lösungen. Viele zufriedene Gesundheitseinrichtungen<br />
und Mitarbeiter, u. a. in Mecklenburg-Vorpommern,<br />
Schleswig-Holstein und Hamburg, innerhalb kürzester Zeit sprechen<br />
für sich. Wir sind Ihr Ansprechpartner, wenn Sie sofort einsatzbereite,<br />
fachlich qualifizierte und kompetente Mitarbeiter benötigen.<br />
We are a recruitment agency providing qualified medical professionals<br />
for healthcare facilities such as hospitals or care homes. Whether sick-leave<br />
cover for permanent staff or unexpected short-term additional workloads<br />
in the individual facilities, the team at GP Medical Staff in Schwerin offers<br />
swift, uncomplicated solutions. In just a short period of time, our many<br />
satisfied healthcare facilities and employees in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania, Schleswig-Holstein and Hamburg and elsewhere, speak for<br />
themselves. If you need professionally qualified, competent staff who are<br />
ready to work straight away, we are the people you need to contact.<br />
Information<br />
Mitarbeiter: 8 in Schwerin<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Unterstützung für<br />
Pflegefachkräfte<br />
– Vermittlung von Personal<br />
– Überlassung von<br />
Arbeitnehmern<br />
www.gpmedicalstaff.de<br />
Employees: 8 in Schwerin<br />
Range of services:<br />
– support for nursing staff<br />
– staff recruitment<br />
– personnel leasing<br />
122
MATACHANA<br />
Germany GmbH<br />
MATACHANA ist ein weltweit führendes Unternehmen in der<br />
Infektionsprävention und -kontrolle. Das Unternehmen bietet innovative<br />
Lösungen in den Bereichen Reinigung, Desinfektion, Sterilisation<br />
und robotergestützte Transportsysteme für das Gesundheitswesen, die<br />
Biowissenschaften und die Pharmaindustrie.<br />
Mit einem professionellen Team von nahezu 600 Mitarbeitern und<br />
über 60 Jahren Erfahrung sowie Vertretungen in mehr als 120 Ländern<br />
ent wickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Konzepte für die Anforderungen<br />
seiner Kunden.<br />
MATACHANA is a global leader in infection prevention and control,<br />
providing innovative solutions for washing, disinfection, sterilisation and<br />
robotic transport systems for the healthcare, life sciences and pharmaceutical<br />
industries.<br />
With a professional team of nearly 600 employees and more than 60<br />
years of experience as well as operations in more than 120 countries,<br />
the company develops customised concepts to meet customer requirements.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1962<br />
in Barcelona/Spanien<br />
Mitarbeiter: 125 in Selmsdorf<br />
Leistungsspektrum:<br />
Deutsche Niederlassung<br />
in Selmsdorf bei Lübeck:<br />
Vertriebsorientierte Organisation<br />
mit Verwaltung, Marketing,<br />
Vertrieb, Projektmanagement,<br />
SoftwareAnwendungsbetreuung,<br />
Service und Logistik<br />
www.matachana.de<br />
Year founded: 1962<br />
in Barcelona/Spain<br />
Employees: 125 in Selmsdorf<br />
Range of services:<br />
German subsidiary in<br />
Selmsdorf near Lübeck:<br />
Salesoriented organisation<br />
with administration, marketing,<br />
sales, project management,<br />
product application support,<br />
service and logistics<br />
DST – Diagnostische Systeme &<br />
Technologien GmbH<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 2005<br />
Mitarbeiter: rund 40<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Herstellung von<br />
Allergenextrakten<br />
– Produktion von invitro<br />
Diagnostika<br />
– hauseigenes Labor für<br />
Humandiagnostik<br />
www.dst-diagnostic.com<br />
Year founded: 2005<br />
Employees: approx. 40<br />
Range of services:<br />
– manufacture of allergen<br />
extracts<br />
– production of invitro<br />
diagnostics<br />
– inhouse laboratory for<br />
human diagnostics<br />
Die DST GmbH wurde vor über 20 Jahren von Naturwissenschaftlern<br />
gegründet. Sie erforscht, entwickelt und produziert heute Nahrungsmittelintoleranz-<br />
und Allergiediagnos tika. Neben dem DST-Laborservice<br />
für Untersuchungen von Einsende proben auf unterschiedlichste<br />
Bio marker werden hausintern hochwertige Allergenextrakte hergestellt,<br />
die bei der Produktion von Testsystemen für Laboratorien und<br />
patientennahe Anwendungen als sichere Grundlage dienen. Als Teil der<br />
Aesku.Group kann über ein internationales Netzwerk ein kombiniertes<br />
Portfolio aus Laborlösungen inklusive passender Automationstechnik<br />
geboten werden. Eine beständige Qualität wird durch Einhaltung aller<br />
Anforderungen der ISO 13485 gewährleistet.<br />
DST GmbH was founded by scientists more than 20 years ago. Today, the<br />
company researches, develops and produces food intolerance and allergy<br />
diagnostics. In addition to the DST laboratory service of analysing sendin<br />
samples for a wide range of biomarkers, high quality allergen extracts<br />
are also manufactured on site and serve as the reliable basis in production<br />
of test systems for laboratories and point-of-care applications. As part of<br />
the Aesku.Group with its international network, the company offers a<br />
combined portfolio of laboratory solutions including corresponding<br />
automation technology. Consistent quality is ensured through compliance<br />
with all ISO 13486 requirements.<br />
123 1
KLIMAPOSITIV TAGEN UND<br />
NÄCHTIGEN<br />
Climate-neutral meetings<br />
and accommodation<br />
TEXT: STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />
CHRISTIAN PETERSEN<br />
Christian Petersen leitet das Hotel Speicher am<br />
Ziegelsee in Schwerin. Das 4-Sterne-Superior-Haus<br />
befindet sich am nördlichen Stadtrand und ist über<br />
die Autobahn A 14 gut erreichbar. Skipper können<br />
es sogar mit ihrem Boot von Hamburg und Berlin<br />
über den Elde-Störkanal ansteuern und an einem<br />
der hoteleigenen Liegeplätze festmachen – die Altstadt<br />
ist nur 15 Gehminuten entfernt. Der Familienbetrieb<br />
gehört zu den besten Adressen Schwerins.<br />
Hier checken vor allem umweltbewusste Menschen<br />
ein, die Wert auf geschmackvolles Ambiente, Individualität,<br />
Nachhaltigkeit, die Lage am Wasser<br />
und vor allem auf zuvorkommenden Service legen.<br />
Die Gäste kommen überwiegend aus Deutschland<br />
– wobei es am Wochenende zumeist Hamburger<br />
und Berliner sind, die sich hier eine kurze Auszeit<br />
gönnen. Aber auch aus Skandinavien, Österreich<br />
und der Schweiz zieht es Urlauber in das unter Denkmalschutz<br />
stehende ehemalige Industriegebäude.<br />
Christian Petersen runs the Hotel Speicher on the<br />
shore of Lake Ziegelsee in Schwerin. The 4-star<br />
superior hotel is located on the northern outskirts<br />
of the city within easy reach of the A14 motorway.<br />
Skippers can even come by boat from Hamburg<br />
and Berlin on the Elde-Störkanal and moor at one<br />
of the hotel’s own landing stages. The historic town<br />
centre is just 15 minutes away by foot. The familyrun<br />
hotel is one of the best address in Schwerin.<br />
People who stay here are first and foremost environmentally<br />
friendly, with an appreciation for elegant<br />
sur roundings, the individual touch, sustainability,<br />
the waterside location, and courteous service<br />
in parti cular. Most guests come from Germany. At<br />
the weekend, they are from Hamburg and Berlin to<br />
enjoy a short break away from it all. But the listed<br />
former granary building also attracts holidaymakers<br />
from Scandinavia, Austria and Switzerland.<br />
124
Wertschätzung kommt sofort<br />
Ein weiteres Standbein ist das Tagungs- und Veranstaltungsgeschäft,<br />
für das es zahlreiche Kooperationen mit großen<br />
Unternehmen und Behörden in der Landeshauptstadt gibt. Das<br />
Besondere der Branche beschreibt Christian Petersen mit den<br />
Worten: „Die Hotellerie ist sehr abwechslungsreich. Wir sind<br />
Gastgeber, das ist einfach wunderbar. Es ist eine ehrliche Branche<br />
und die Wertschätzung für eine Dienstleistung kommt sofort.“<br />
Allerdings: „Keine Branche wird so massiv bewertet wie wir. Das<br />
Feedback breitet sich sehr schnell aus“, hat der gebürtige Oberbayer<br />
festgestellt. Die Bewertungen im Internet haben für das<br />
Hotel eine große Bedeutung. Monatlich werden sie zusammen<br />
mit den Fragebögen, die die Gäste nach ihrem Aufenthalt erhalten,<br />
ausgewertet. Ziel ist es, Beanstandungen ernst zu nehmen<br />
und aktuelle Wünsche der Gäste in den Unternehmensalltag<br />
aufzunehmen.<br />
„Derzeit bauen wir den Wellnessbereich um. Er wird ein Ausrufezeichen<br />
setzen“, meint Christian Petersen, der Geschäftsführender<br />
Gesellschafter der Betreibergesellschaft HSZ Hotel<br />
Speicher am Ziegelsee GmbH ist. Es entstehen verschiedene<br />
Saunen, Erlebnisduschen, eine Ruhezone mit Bibliothek und<br />
ein Private Spa. Die Investition von rund 800.000 Euro wird<br />
kofinanziert von der Europäischen Union aus dem Europäischen<br />
Fonds für regionale Entwicklung. Es ist ein Teil der Reaktion der<br />
EU auf die Covid-19-Pandemie. Noch heute erinnert sich der<br />
Hotelier genau an den 18. März 2020, als er seinen Mitarbeitern<br />
im Foyer mitteilte, dass sie auf unbestimmte Zeit in Kurzarbeit<br />
gehen müssen. Dann hat er das Hotel abgeschlossen. „Die beiden<br />
Corona-Jahre waren ein tiefer Einschnitt. Sie kamen einem<br />
Berufsverbot gleich. Ich habe etliche Fachkräfte dadurch verloren.<br />
Die Auszubildenden konnte ich zum Glück halten“, erinnert sich<br />
Christan Petersen.<br />
Gesunde Mitarbeiter strahlen Gastfreundlichkeit aus<br />
Das im August 1998 eröffnete Hotel ist heute mit seinen insgesamt<br />
45 Mitarbeitern personell gut aufgestellt, da seit Jahren<br />
gegen die Fluktuation der Mitarbeiter gesteuert wird. „Mit diesem<br />
Personalstock können wir Ausfälle durch Krankheit ausgleichen“,<br />
sagt Christian Petersen, dessen Großeltern bereits in der Hotelbranche<br />
tätig waren. Gleichzeitig setzt er auf die Ausbildung<br />
von Hotel- und Restaurantfachleuten und Köchen. Über eine<br />
Schweriner Recruiting-Agentur, die Verbindung zu einer Schule<br />
in Hanoi hat, kommen junge Menschen für eine Ausbildung<br />
hierher. Von den derzeit sieben Auszubildenden konnten fünf<br />
Vietnamesen das Aufnahmeverfahren erfolgreich absolvieren.<br />
Ergänzt wird das Team durch vier Ukrainerinnen, die im Housekeeping<br />
und in der Küche beschäftigt sind.<br />
Seine Angestellten arbeiten an fünf Tagen pro Woche je acht<br />
Stunden und haben dann zwei Tage frei. Damit keine Überstunden<br />
auflaufen, gibt es eine elektronische Zeiterfassung, die jeder<br />
Mitarbeiter über eine App im Blick behalten kann. Außerdem<br />
bekommen die Mitarbeiter unterschiedliche Vergünsti gungen<br />
angeboten. Dazu zählt eine Krankenzusatzversicherung, mit<br />
der sie wie Privatpatienten behandelt werden und dadurch eine<br />
bessere medizinische Versorgung erhalten und Vorsorge untersuchungen<br />
früher in Anspruch nehmen können. Der Unter-<br />
Das Hotel Speicher am Ziegelsee ist<br />
ein Familienbetrieb und gehört zu<br />
den besten Adressen Schwerins.<br />
The Hotel Speicher am Ziegelsee<br />
is a family business and is one of<br />
the best addresses in Schwerin.<br />
Appreciation from the word “go”<br />
Conferences and events are another mainstay of the business,<br />
with the hotel working in cooperation with large companies and<br />
authorities in the state capital. Christian Petersen describes the<br />
special nature of the industry as follows: “The hospitality trade<br />
is really varied. We just love being hosts. It is an honest industry<br />
where people show immediate appreciation for service.” However:<br />
“No other sector of the economy faces quite the same scale of<br />
rating that we do. Feedback spreads like lightning”, says the man<br />
from Upper Bavaria to describe his experience. Internet ratings<br />
matter greatly to the hotel. Every month the ratings are assessed<br />
together with the questionnaires that the guests receive after<br />
staying at the hotel. The aim is to make sure that complaints are<br />
taken seriously and that current wishes expressed by the guests are<br />
integrated in the company’s everyday routines.<br />
“At the moment we’re upgrading the wellness area. That will<br />
create quite a stir”, says Christian Petersen, managing partner of<br />
the operating company HSZ Hotel Speicher am Ziegelsee GmbH.<br />
The upgrade includes various saunas, multi-sensory showers, a<br />
relaxation area with a library and a private spa. The investment<br />
costs of around 800,000 Euro are being co-funded by the European<br />
Union from the European Regional Development Fund.<br />
This is part of the EU’s response to the Covid-19 pandemic. The<br />
hotel manager can still remember exactly what it was like on 18<br />
March 2020 when he told the employers gathered in the lobby<br />
that they were being put on indefinite furlough. Then he locked<br />
the hotel doors. “The two Covid years made a deep incision in<br />
the life of the hotel. It was like being banned from working. It<br />
meant I lost a lot of skilled staff. Fortunately, I was able to keep the<br />
trainees”, recalls Christan Petersen.<br />
126
Healthy staff radiate hospitality<br />
Today, the hotel that first opened in August 1998 is well staffed<br />
with altogether 45 employees. Measures to counteract staff<br />
fluctuation have been in place for years. “With our workforce, we<br />
have the necessary flexibility to cover for absences caused by sickleave”,<br />
says Christian Petersen, whose grandparents were already<br />
in the hospitality trade. At the same time, he sets great store by<br />
training hotel and restaurant staff as well as cooks. A recruiting<br />
agency in Schwerin that has contacts to a school in Hanoi arranges<br />
for young people to come here for training. The current team of<br />
seven trainees includes five from Vietnam who have successfully<br />
completed the admission procedure. The workforce also includes<br />
four Ukrainians who work in housekeeping and in the kitchen.<br />
nehmer ist sich sicher, dass die Mitarbeiter nur dann Gastfreundlichkeit<br />
ausstrahlen können, wenn sie gesund bleiben, gern zur<br />
Arbeit kommen und sich wohl fühlen.<br />
Umweltgedanke in allen Bereichen<br />
Der Umweltgedanke ist in den verschiedenen Unternehmensbereichen<br />
fest implementiert. So wird Fernwärme von den Stadtwerken<br />
und 100 Prozent Ökostrom von einem kommunalen<br />
Energieversorger bezogen. Alle Kühlgeräte im Warenlager sind<br />
auf dem aktuellen technischen Stand und die Minibars in den<br />
Zimmern werden nur auf Wunsch des Gastes bestückt und eingeschaltet.<br />
„Wir verbannen die Energiefresser aus dem Haus und<br />
halten mit modernen Mitteln den Stromverbrauch gering“, sagt<br />
der Hotelier. Dazu gehört zum Beispiel die Wärmerückgewinnung:<br />
Die Spülanlage in der Küche besitzt einen Wärmetauscher,<br />
der die warme Abluft in kühle Luft umwandelt und damit den<br />
Bereich klimatisiert. Das gleiche Prinzip kommt im Wellnessbereich<br />
zur Anwendung.<br />
Zudem werden Lieferanten ausgesucht, bei denen ein möglichst<br />
kleiner CO 2 -Fußabdruck zurückbleibt. Das bedeutet, dass Obst<br />
und Gemüse regional und saisonal eingekauft werden und zahlreiche<br />
Komponenten auf der Speisekarte biozertifiziert sind.<br />
Auch im Bereich der alternativen Antriebe kann das Hotel<br />
Resultate vorweisen. So steht ein Elektroauto für die Gäste sowie<br />
ein Fahrzeug für die Mitarbeiter und die Geschäftsführung bereit.<br />
Häufig genutzt werden von den Besuchern des Hotels auch die<br />
sechs Elektrofahrräder. Geplant ist der Bau weiterer Ladepunkte<br />
für E-Autos.<br />
Copyright: Hotel Speicher am Ziegelsee<br />
The hotel employees work a five day week with eight hours a<br />
day, followed by two days off. An electronic time recording<br />
system ensures no-one accrues overtime, with an app that gives<br />
every employee an overview. The staff are also offered a range<br />
of benefits, including supplementary health insurance which<br />
entitles them to be treated like private patients so that they receive<br />
better health care and can go for screening tests at an earlier point<br />
in time. The entrepreneur is sure that employees can only radiate<br />
hospitality when they stay healthy, enjoy coming to work and feel<br />
good in their job.<br />
Environmental awareness in all areas<br />
Environmental awareness is firmly anchored in all parts of the<br />
company. For example, district heating is supplied by the municipal<br />
utilities, together with 100 percent green electricity from a<br />
municipal energy provider. All refrigerators in the storeroom are<br />
state of the art, and the mini-bars in the guest rooms are only filled<br />
and switched on at the guest’s request. “We’ve banned all energy<br />
guzzlers and use modern means to keep our power consumption<br />
low”, says the hotel manager. Heat recovery is just one ex ample:<br />
the dishwasher in the kitchen is fitted with a heat exchanger<br />
that converts hot exhaust air into cool air which is used for airconditioning<br />
in the immediate surroundings. The same principle<br />
is used in the wellness area.<br />
Furthermore, suppliers are chosen specifically in terms of the<br />
smallest possible carbon footprint. In other words, fruit and<br />
vegetables are purchased from regional sources according to the<br />
specific season, with many organic-certified ingredients on the<br />
menu.<br />
The hotel has also made progress in terms of alternative drives.<br />
An electric car is available for guests and a vehicle for hotel staff<br />
and management. Hotel guests also make frequent use of the six<br />
electric bikes. There also plans to construct more charging points<br />
for electric cars.<br />
In October 2005, the Hotel Speicher was the first in the Mecklenburg-Schwerin<br />
region to be certified for its environment<br />
concept by Viabono, a joint initiative by the German government<br />
in cooperation with tourism, environment and consumer associations.<br />
Just a few years later, in 2010 the Hotel Speicher was<br />
127
2010 konnte das Haus als erstes<br />
Hotel in Mecklenburg-Vorpommern<br />
seinen Gästen klima neutrale<br />
Übernachtungen anbieten.<br />
Copyright: Hotel Speicher am Ziegelsee<br />
In 2010 the Hotel Speicher was<br />
the first in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania to offer its guests<br />
climate-neutral accommodation<br />
Im Oktober 2005 wurde das Speicherhotel als erstes Hotel<br />
in der Region Mecklenburg-Schwerin von Viabono, einer<br />
Gemeinschaftsinitiative der Bundesregierung in Kooperation<br />
mit Tourismus-, Umwelt- und Verbraucherverbänden, für sein<br />
Umweltkonzept zertifiziert. 2010 konnte das Haus als erstes Hotel<br />
in Mecklenburg-Vorpommern seinen Gästen klima neutrale Übernachtungen<br />
anbieten. Das Hotel ist im selben Jahr Mit gründer der<br />
Initiative „Klima-Hotels Deutschland“, deren Mitglieder mit Hilfe<br />
der Umweltmarke Viabono die Ansprüche an ein zerti fiziertes<br />
und ökologisches Hotelmanagement erfüllen. Die Klima-Hotels<br />
gehören zu den umweltfreundlichsten Hotels in Deutschland.<br />
Sie haben sich verpflichtet, den CO 2 -Ausstoß kontinuierlich<br />
weiter zu reduzieren und die unvermeidbaren Rest-Emissionen<br />
durch Investitionen in anerkannte Klima projekte über ihr<br />
eigenes Wiederaufforstungsprojekt in Panama zu kompensieren.<br />
Damit nehmen die Klima-Hotels eine Vorreiterrolle in der<br />
Hotellerie ein.<br />
„Im November 2017 wurden wir schließlich als erstes Hotel<br />
in Norddeutschland mit einem positiven CO 2 -Fußabdruck<br />
zertifiziert. Klimapositiv bedeutet, dass wir seitdem mehr<br />
Kohlendioxid über Klimaschutzprojekte binden, als wir in unserem<br />
Hotelbetrieb tatsächlich erzeugen. Damit leisten wir einen<br />
positiven Beitrag für die Umwelt. Wer bei uns schläft oder an einer<br />
Tagung teilnimmt, tut Gutes für das Klima“, meint Christian<br />
Petersen stolz und ergänzt: „Es ist manchmal nicht einfach, alles<br />
unter einen Hut zu bringen. Wir wollen die Balance zwischen<br />
unserem Öko-Gedanken und den Gästeansprüchen halten und<br />
uns trotzdem etwas vom übrigen Markt abheben“, sagt der Hotelbetreiber,<br />
für den die Digitalisierung im Hotel längst kein Fremdwort<br />
mehr ist. So gibt es zum Beispiel in der Küche anstelle des<br />
traditionellen Bonhalters für die Bestellzettel ein digitales Board.<br />
Darüber kann der Küchenchef alle Bestellungen und Wartezeiten<br />
der einzelnen Tische sehen und aktualisieren. Darüber hinaus<br />
haben alle Mitarbeiter die Dienstpläne auf ihrem Handy und<br />
ein Smartboard für den Hotelgast mit Informationen für seinen<br />
Aufenthalt ist in Vorbereitung. Das Check-in und Check-out<br />
will Christian Petersen mit Blick auf ältere Urlaubsgäste noch<br />
nicht an einem Terminal durchführen lassen, sondern die Gäste<br />
tra ditionell begrüßen, um so einen persönlichen Kontakt aufzubauen.<br />
the first in Mecklenburg-Western Pomerania to offer its guests<br />
climate-neutral accommodation. In the same year, the hotel was<br />
co-founder of “Climate Hotels Germany”, an initiative whose<br />
members work together with the Viabono eco-label to fulfil the<br />
demands for certified, ecological hotel management. The “climate<br />
hotels” are among the most environmentally friendly hotels in<br />
Germany. They have undertaken to continuously reduce their<br />
carbon footprint and to compensate for unavoidable residual<br />
emissions by investing in recognised climate project with their<br />
own reforestation project in Panama. The “climate hotels” thus<br />
play a pioneering role in the hospitality industry.<br />
“Finally, in November 2017 we were the first hotel in North<br />
Germany to be certified with a positive carbon footprint. Since<br />
then, our climate protection projects have ensured that more<br />
carbon dioxide is absorbed than generated by the operation<br />
of our hotel. Accordingly, we make a positive contribution to<br />
the environment. Anyone who sleeps in our hotel or attends a<br />
meeting here does something good for the climate“, says Christian<br />
Petersen with pride and adds: “Sometimes it’s not easy to juggle<br />
everything at the same time. We want to maintain the balance<br />
be tween our ecological vision and the demands of our guests,<br />
while still standing out from the rest of the market“; says the hotel<br />
operator, for whom hotel digitalisation is no longer a foreign concept.<br />
In the kitchen, for example, the traditional catering receipt<br />
bar has been replaced by a digital board. Here the chef de cuisine<br />
can see and update all orders together with the waiting times for<br />
the individual tables. Moreover, all staff have their duty rosters on<br />
their phones, and a smart board is currently being prepared for<br />
hotel guests with information about their stay. Out of respect for<br />
older holiday guests, Christian Petersen currently has no plans to<br />
introduce terminals for checking in and out, but wants to greet<br />
guests the traditional way to cultivate personal contacts.<br />
128
Mecklenburgisches Staatstheater<br />
Das Mecklenburgische Staatstheater ist ein Theater mit sechs verschiedenen<br />
künstlerischen Sparten, darunter der Mecklenburgischen Staatskapelle<br />
als einem der ältesten Klangkörper Deutschlands. Neben zahlreichen<br />
Neuinszenierungen und Konzerten veranstaltet das Theater<br />
jährlich die Schlossfestspiele Schwerin und erreicht um die 150.000 Gäste<br />
pro Saison. Hans-Georg Wegner (r.) ist Generalintendant des Mecklenburgischen<br />
Staatstheaters, Christian Schwandt (l.) verantwortet die kaufmännische<br />
Geschäftsführung. Neben dem historischen Großen Haus<br />
am Alten Garten samt Konzertfoyer finden Aufführungen auch in der<br />
M*Halle im Stadtteil Großer Dreesch sowie in der Kulturmühle Parchim<br />
statt. Ein gesellschaftlicher Höhepunkt jeder Spielzeit ist der Theaterball<br />
im Großen Haus. Seit Juli 2024 ist das Staatstheater Teil des Weltkulturerbes<br />
der UNESCO.<br />
The Mecklenburg State Theatre is a theatre with six different artistic<br />
disciplines, including the Mecklenburg State Orchestra, one of the<br />
oldest orchestras in Germany. In addition to numerous new productions<br />
and concerts, the theatre organises the annual Schwerin Castle Festival<br />
and attracts around 150,000 guests per season. Hans-Georg Wegner<br />
(right) is General Director of the Mecklenburg State Theatre, Christian<br />
Schwandt (left) is responsible for commercial management. In addition<br />
to the historic Grosses Haus am Alten Garten with its concert foyer, performances<br />
also take place in the M*Halle in the Großer Dreesch district<br />
and in the Kulturmühle Parchim. A social highlight of every season is the<br />
theatre ball in the main theatre. The State Theatre has been a UNESCO<br />
World Heritage Site since July 2024.<br />
Information<br />
Aufführungen in den Sparten Shows in the genres Musical<br />
theatre (opera, operetta,<br />
Musiktheater (Oper, Operette,<br />
Musical), Schauspiel, Ballett, musical), drama, ballet, Low<br />
Niederdeutsches Schauspiel German drama (Fritz Reuter<br />
(FritzReuterBühne), Kinder stage), children’s theatre (Youth<br />
und Jugendtheater (Junges State Theatre Parchim), and<br />
Staatstheater Parchim),<br />
concert (Mecklenburg State<br />
Konzert (Mecklenburgische Orchestra)<br />
Staatskapelle Schwerin)<br />
www.mecklenburgisches-staatstheater.de<br />
MFG Freizeitmöbel<br />
Qualität trifft Funktionalität.<br />
Die Marke MFG Freizeitmöbel kann auf eine lange Freizeitmöbel tradition<br />
zurück blicken. Unsere Produkte definieren sich über die Attribute<br />
Qualität und Funktionalität. Wir sind ständig bestrebt, Innovationen in<br />
unsere Entwicklung einzuflechten, um nicht nur die Optik und Haptik<br />
sondern auch die Langlebigkeit zu verbessern. Die Anerkennung durch<br />
unsere Kunden bestätigt, dass Fachwissen gepaart mit Leidenschaft den<br />
erfolgreichen Kurs der Marke MFG Freizeitmöbel bestimmt. Unser<br />
Programm umfasst Sitzmöbel, Liegen, Tische, Hollywoodschaukeln,<br />
Schirme u.v.m. als Einzelstücke oder in ganzen Produktserien.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1991<br />
Leistungsspektrum:<br />
Herstellung und Vertrieb von<br />
robusten und wetterbeständigen<br />
Freizeitmöbeln aus<br />
Kunststoff, Aluminium und<br />
Streckmetallen; Einzelstücke<br />
und Produktserien<br />
www.mfg-freizeit.com<br />
Year founded: 1991<br />
Range of services:<br />
Manufacture and sale of robust<br />
and weatherresistant leisure<br />
furniture made of plastic, aluminium<br />
and expanded metal;<br />
individual items and product<br />
series<br />
1<br />
129<br />
Quality meets functionality.<br />
The MFG Freizeitmöbel brand looks back on a long tradition of making<br />
leisure furniture. Our products are defined by their quality and functionality.<br />
We strive to constantly integrate innovation in our developments,<br />
not only to enhance the visual and haptic properties but also to make the<br />
products more durable. The appreciation of our customers confirms<br />
how know-how and passion define the successful course of the MFG<br />
Freizeitmöbel brand. Our programme includes seating, loungers, tables,<br />
Hollywood swings, umbrellas and much more as individual items or in<br />
complete product series.
IMMER IN BEWEGUNG<br />
Always moving forward<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
TORSTEN GOERTZ<br />
Die Möbelmanufaktur Goertz in Wismar verbindet<br />
erfolgreich Dienstleistung und Handel unter einem<br />
Dach. In der modern ausgestatteten Werkstatt entstehen<br />
maßan gefertigte Holzmöbel und Dekoartikel.<br />
Im angrenzenden Laden sowie im Onlineshop werden<br />
die Produkte verkauft.<br />
Für die gelungene Geschäftsentwicklung wurde das<br />
Unternehmen kürzlich beim Wettbewerb „Erfolgsraum<br />
Altstadt“ ausgezeichnet. Unter dem Motto „Vielfalt<br />
gemeinsam gestalten!“ suchten die Industrie- und Handelskammern<br />
in Mecklenburg-Vorpommern nach den<br />
kreativsten und innovativsten Ladenkonzepten. In der<br />
Kategorie „Die gelungenste Geschäftsentwicklung – in<br />
der Reifephase“ wurde die Möbelmanufaktur Goertz<br />
Regionalsieger in ihrem Kammerbezirk <strong>Westmecklenburg</strong><br />
und anschließend auch Landessieger.<br />
Goertz Möbelmanufaktur in Wismar combines<br />
successful service and retail under one roof. Bespoke<br />
wooden furniture and decorative items are created in<br />
the state-of-the-art workshop. The products are sold<br />
in the adjoining store and in the online shop.<br />
The company recently won an award in the CCI<br />
“Erfolgsraum Altstadt” competition (initiative to promote<br />
town centres and their businesses). The Chambers<br />
of Commerce and Industry in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania were looking for the most creative, innovative<br />
store concepts along the lines of “Shaping Diversity<br />
Together!”. In the category “Most successful business<br />
development in the maturity phase”, Goertz Möbelmanufaktur<br />
was the regional winner in their chamber<br />
district of Western Mecklenburg and subsequently also<br />
state winner.<br />
130
Ein starkes Team:<br />
Das Ehepaar Kristina und Torsten Goertz<br />
A strong team:<br />
The couple Kristina and Torsten Goertz
Kristina Goertz ist noch immer ganz überwältigt von dieser Anerkennung<br />
und Wertschätzung, die damit dem Unternehmenskonzept<br />
zuteil wurde. „Ohne den jeweils anderen, gäbe es das alles hier<br />
nicht“, betont Geschäftsführer Torsten Goertz. Denn Ehefrau<br />
Kristina ist von Anfang an seiner Seite. Die studierte Architektin<br />
hat den Firmensitz am Wismarer Holzhafen entworfen, der durch<br />
seine große Glasfront entlang der Straße auffällt. Diese bietet<br />
großzügige Ausstellungsfläche für die eigenen Produkte. Vom<br />
Ausstellungsraum aus können Besucher durch Fenster direkt in<br />
die Werkstatt schauen und die Fertigung der Möbel beobachten.<br />
„Eine Schaumanufaktur war schon immer unser Wunsch,<br />
aus Sicherheitsgründen vor allem wegen der Maschinen war das<br />
aber sehr kompliziert“, so Kristina Goertz. „Der Blick von außen<br />
hinein ist ein guter Kompromiss.“ Zudem führt Torsten Goertz<br />
immer donnerstags durch seinen Betrieb. Jedem, der sich interessiert,<br />
möchte er Einblick in sein Unternehmen geben und zeigen,<br />
dass die Herstellung von Möbeln aufwändig ist und Zeit braucht.<br />
Auch Schulklassen nutzen dieses Angebot regelmäßig. Es geht<br />
dabei auch um Wertschätzung seines Handwerks.<br />
Schon immer hat Torsten Goertz gerne mit Holz gearbeitet.<br />
Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Möbeltischler.<br />
Später allerdings war er hauptsächlich als Bautischler eingesetzt,<br />
hat Fenster und Türen erneuert. Viel Zeit für Kreativität blieb<br />
da nicht. Schließlich wagte Torsten Goertz einen Neuanfang,<br />
holte das Fachabitur nach und studierte Betriebswirtschaftslehre.<br />
Nach Stationen als Controller bei einer Krankenkasse und<br />
im Krankenhaus entschied er sich, wieder das zu tun, was dem<br />
gelernten Möbeltischler in den Jahren zuvor gefehlt hatte: Kreativsein<br />
mit Holz. So entstand vor knapp 15 Jahren die Idee, Holzmöbel<br />
zu entwerfen und produzieren zu lassen, um sie schließlich<br />
im eigenen Onlineshop zu verkaufen. „Diesen Markt hatten wir<br />
aber total unterschätzt“, resümiert Kristina Goertz. „Das fing<br />
schon damit an, dass ich keine passenden Partner für die Produktion<br />
gefunden habe“, ergänzt ihr Mann. „Also habe ich die<br />
Möbel schließlich selber gebaut.“ Nach und nach musste er sich<br />
die nötigen Maschinen anschaffen. Damals produzierte Torsten<br />
Goertz auf etwa 100 Quadratmetern außerhalb der Stadt. Vom<br />
Büro im Technologie- und Gewerbezentrum aus führte er mit<br />
Unterstützung seiner Frau Kristina das Unternehmen. Schon<br />
damals, 2013, wurde er beim OZ-Gründerpreis mit dem Sonderpreis<br />
„Interessante Gründerstory“ ausgezeichnet. Die von der<br />
Rostocker Künstlerin Elvira Martens gefertigte Trophäe aus Glas<br />
steht noch heute im Fenster der Werkstatt, die Urkunde hängt<br />
an der Wand. Ohnehin findet man hier einige Abbildungen von<br />
früher. Die Unternehmensentwicklung ist auch immer wieder<br />
Thema bei den Betriebsführungen.<br />
„Irgendwann hatten wir die Kapazitätsgrenze erreicht“, erinnert<br />
sich Torsten Goertz. „Um den Kunden beste Qualität zu bieten,<br />
mussten wir die Produktion professionalisieren und die Werkstatt<br />
wachsen.“ So bewarb sich das Unternehmerpaar im Jahr 2012 für<br />
den Kauf des Grundstückes am Holzhafen. Mit ihrem Konzept<br />
überzeugten sie. Im Sommer 2013 kam die Zusage. Anderthalb<br />
Jahre später begann der Bau. Auf 700 Quadratmeter Grundfläche<br />
und zwei Etagen verteilen sich nun die drei Arbeitsbereiche<br />
Dienstleistung, Produktion und Handel. Die Werkstatt ist vier-<br />
Die Möbelmanufaktur Goertz in<br />
Wismar von Torsten und seiner<br />
Ehefrau Kristina Goertz ist nicht<br />
nur ein Familienbetrieb, sondern<br />
gleichzeitig eine Schaumanufaktur.<br />
The Möbelmanufaktur Goertz<br />
in Wismar run by Torsten and<br />
his wife Kristina Goertz is not<br />
only a family business, but<br />
also a showcase factory.<br />
Kristina Goertz is still totally overwhelmed by the award and the<br />
appreciation thus shown to their corporate concept. “None of this<br />
would have been possible if we hadn’t had each other”, emphasises<br />
CEO Torsten Goertz. His wife Kristina has been at his side from<br />
the very start. As a graduate architect, she designed the company<br />
headquarters on Wismar Holzhafen in the old port with a large<br />
glass façade along the street. The premises offer generous floor<br />
space for presenting the company’s products. Through the showroom<br />
windows, visitors can see directly into the workshop and<br />
watch the furniture being made. “We always wanted a showcase<br />
factory, but got all the machinery and the safety concerns made it<br />
rather complicated”, says Kristina Goertz. “Looking in from the<br />
outside is a good way round it”. Torsten Goertz also offers guided<br />
tours of the company every Thursday. Anyone who is interested<br />
can take a look at the company and see just how much time and<br />
effort it takes to make furniture is. School classes regularly use this<br />
opportunity as well. He is also keen to encourage an appreciation<br />
of the craftsmanship involved.<br />
Torsten Goertz has always enjoyed working with wood, and<br />
trained as a cabinetmaker after leaving school. However, he ended<br />
up working mainly as a carpenter replacing windows and doors,<br />
which left little scope for creativity. Eventually, Torsten Goertz<br />
decided to change track: he got the qualifications he needed to<br />
go to university and took a degree in business management. After<br />
working as a controller for a health insurance fund and in a hospital,<br />
he then decided to return to the kind of work that he had<br />
been longing to do the whole time: being creative with wood.<br />
About 15 years ago, this led to the idea of designing wooden furniture<br />
and finding someone to produce it for sale in their own online<br />
132
shop. “But we totally underestimated the market”, recalls Kristina<br />
Goertz. “The problems began with trying to find the right partner<br />
for the production side of things”, her husband adds. “So, in<br />
the end, I made the furniture myself.” Bit by bit he purchased the<br />
machines he needed to do the job. In those days, Torsten Goertz<br />
used out-of-town premises with about 100 square metres of floor<br />
space. He ran the company together with his wife Kristina from<br />
an office in the Technology and Commercial Centre. Even in<br />
the early days back in 2013 he received the special prize for his<br />
“Interesting Start-Up Story” as part of the OZ Start-Up Award by<br />
the Ostsee-Zeitung newspaper. The glass trophy made by Rostock<br />
artist Elvira Martens can still be seen today in pride of place in the<br />
workshop window, while the certificate hangs on the wall, accompanied<br />
by other illustrations from the early days. The company’s<br />
history is also featured during the guided tours.<br />
mal größer als die vorherige, der Laden bietet auf 100 Quadratmetern<br />
hellen Verkaufsraum und Ausstellungsfläche. Dahinter<br />
befinden sich die Büros. Insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />
hat das Unternehmen. Darunter auch Innenarchitektinnen,<br />
die komplette Planungen im Kundenauftrag erstellen. „Wir<br />
produzieren Möbel nur noch nach Maß“, sagt Torsten Goertz.<br />
Die Wartezeiten von mehreren Monaten nehmen die Kunden in<br />
Kauf. Vor allem Privatkunden nutzen das Angebot, aber auch<br />
Hotels und öffentliche Einrichtungen gehören zum Kundenkreis.<br />
Gerade werden Möbel für eine neue Herberge in der Wismarer<br />
Innenstadt hergestellt.<br />
Vier Tischlergesellen, zwei davon Frauen, sind in der Werkstatt<br />
beschäftigt. Regelmäßig bildet Torsten Goertz Tischlernachwuchs<br />
aus, Praktikanten kommen ebenfalls gerne. Der Beruf des<br />
Tischlers sei noch vergleichsweise beliebt. 10 bis 15 Bewerbungen<br />
erhält das Unternehmen pro Jahr. „Die, die kommen, sind<br />
engagiert und haben Lust auf den Beruf“, sagt Kristina Goertz.<br />
Während ihr Mann vor allem für den Produk tionsbereich und<br />
die Personalführung verantwortlich ist, kümmert sie sich um das<br />
Angebot im Laden. Anfangs waren hier ausschließlich die selbstgebauten<br />
Möbel ausgestellt, mittlerweile ist das Sortiment breit<br />
gefächert und enthält neben selbstgefertigten Dekoartikeln auch<br />
Produkte von anderen Herstellern, vorzugsweise aus Holz, und zu<br />
mindestens 80 Prozent „Made in Germany“. „Das ist für uns sehr<br />
wichtig“, sagt Kristina Goertz. „Leider verlegen viele Hersteller<br />
mittlerweile ihre Produktion ins Ausland, weil es wirtschaftlich<br />
rentabler ist“, so Torsten Goertz. Er hält diese Entwicklung für<br />
falsch und zu kurz gedacht. Gerade in Krisenzeiten zeigten sich<br />
immer wieder die Tücken solcher Auslagerungen. „Es ent stehen<br />
Copyright: Möbelmanufaktur Goertz<br />
“Eventually we reached our capacity limits”, recollects Torsten<br />
Goertz. “We had to put production on a professional footing and<br />
let the workshop grow if we wanted to offer our customers top<br />
quality.” In 2012, they applied to purchase a plot of land on Holzhafen.<br />
Their concept convinced the powers-that-be and approval<br />
was granted in summer 2013. Work began eighteen months later.<br />
The company now has 700 square metres of floor space on two<br />
storeys for its service, production and retail activities. The workshop<br />
is four times larger than the old one, while the store has a<br />
salesroom and exhibition area covering 100 square metres. The<br />
offices are located to the rear. Altogether there are 13 people<br />
working for the company, including interior designers who do<br />
all the necessary planning for the customers. “We only produce<br />
bespoke furniture”, says Torsten Goertz. Customers accept that it<br />
may take several months. This is a service mainly used by private<br />
customers, although the client base also includes hotels and public<br />
facilities. At the moment, they are making furniture for a new<br />
hostel in Wismar town centre.<br />
The workshop has a team of four fully qualified cabinetmakers.<br />
Torsten Goertz regularly trains apprentice cabinetmakers and<br />
interns are also welcome. Cabinetmaking is still a comparatively<br />
popular trade, with the company receiving 10 to 15 applications<br />
each year. “Those who come are really committed and eager to<br />
learn the skills involved”, says Kristina Goertz. While her husband<br />
deals primarily with the production side of things and per sonnel<br />
management, her main focus is on the store. Initially, they only<br />
sold the furniture that they made themselves in the workshop,<br />
but meanwhile the range has expanded to include decorative items<br />
made on site and by other manufacturers, preferably from wood,<br />
and at least 80 percent “made in Germany”. “That is another thing<br />
that’s really important for us”, says Kristina Goertz. “Unfortunately,<br />
many manufacturers have outsourced their production abroad<br />
because it’s cheaper“, says Torsten Goertz. He thinks this is<br />
wrong and a short-sighted development. The pitfalls of outsourcing<br />
production like that become transparent particularly when<br />
there’s a crisis of some kind. “In the aftermath, they discover<br />
they’ve become dependent on circumstances practically beyond<br />
their control.”<br />
133
Abhängigkeiten, die im Nachhinein nur noch schwer zu beeinflussen<br />
sind.“<br />
Auch als Zeichen für die Region produziert er seine Produkte<br />
weiterhin vor Ort in Wismar. Wenngleich der Vertrieb der Produkte<br />
zukünftig europaweit ausgedehnt werden soll. Dafür wurde<br />
der Onlineshop jüngst komplett überarbeitet und neu aufgesetzt.<br />
Kunden können hier die Holzprodukte der Möbelmanufaktur<br />
Goertz individualisieren und mit persönlichen Gravuren versehen<br />
lassen. Die Bestellungen werden direkt am Wismarer Firmensitz<br />
hergestellt. Servierbretter, Anker, Herzen und andere Dekoartikel<br />
sind besonders nachgefragt. Die Ideen dazu entstehen<br />
meistens im Team. Jeden Freitag um 9 Uhr trifft sich die Crew<br />
zum gemeinsamen Frühstück. Neben dem Dienstplan für die<br />
kommende Woche wird auch immer Persönliches ausgetauscht.<br />
„Mir ist es wichtig, den direkten Draht zu meinem Team zu behalten“,<br />
erzählt Torsten Goertz. Dabei achtet er auch auf Stimmungen<br />
und Zwischentöne, um schnell reagieren oder nachfragen zu<br />
können. „Mir liegen meine Mitarbeiter sehr am Herzen.“ Auch<br />
ein Grund, warum er den Betrieb während der Corona-Pandemie<br />
nicht komplett hat ruhen lassen, sondern in der Werkstatt weiterhin<br />
produzieren ließ.<br />
Nur selten ist er selbst noch handwerklich tätig. Sein Fokus hat<br />
sich auf die Mitarbeiter- und Unternehmensführung verschoben.<br />
Damit fühlt er sich gut. „Es macht mir großen Spaß.“ Zusammen<br />
mit Ehefrau Kristina bleibt er immer in Bewegung, entwickelt<br />
neue Idee, die dann auch im Team besprochen werden. Manches<br />
klappt, manches wird nicht umgesetzt oder funktioniert nicht.<br />
„Das ist aber nicht schlimm, daraus lernen wir. Das ist wie bei<br />
Kindern: Wenn der Spielturm umfällt, wird er eben wieder neu<br />
aufgebaut.“ Ganz aktuell plant das Unternehmen einen zusätzlichen<br />
Laden in der Wismarer Innenstadt. „Es soll eine Art offenes<br />
Atelier für unsere Innenarchitektinnen werden, in dem auch<br />
einige unserer gravierten Holzaccessoires präsentiert werden.“ Die<br />
Nähe zum Kunden ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Goertz<br />
Möbelmanufaktur. Jedes Jahr denkt sich das Team eine kreative<br />
Idee zu Weihnachten aus, zuletzt ein Mini-Schwibbogen aus Holz<br />
zum Selbstzusammenbauen. Der kam so gut an, dass daraus auch<br />
weitere Ideen für besondere Weihnachts- und Osterkarten entwickelt<br />
wurden. Langfristige konkrete Pläne sind nicht unbedingt<br />
Torsten Goertz` Ding. „Vieles ergibt sich, kommt auf uns zu. Und<br />
wir machen dann etwas daraus.“<br />
He continues to manufacture his products here on site in Wismar,<br />
also as a sign of solidarity for the region, even though they hope to<br />
expand the sales of their products throughout Europe in future.<br />
The online shop has recently been redesigned and relaunched<br />
to this end. It is now possible for customers to individualise the<br />
wooden products made by Goertz Möbelmanufaktur, including<br />
personal engraving. The orders are produced directly at company<br />
headquarters in Wismar. Serving trays, anchors, hearts and other<br />
decorative items are particularly popular. The corresponding<br />
ideas usually come from the team itself. Every Friday, they gather<br />
together for breakfast at 9 am. Besides discussing the duty roster<br />
for the coming week, this is also a time for personal sharing. “I<br />
like to keep in touch directly with my team”, says Torsten Goertz.<br />
He pays special attention to moods and nuances so that he can<br />
respond accordingly or check things quickly. “My staff are very<br />
important to me.” This is also one reason why he didn’t close<br />
things down completely during the Covid pandemic but kept<br />
production going in the workshop.<br />
These days, it is rare for him to get actively involved as a skilled<br />
craftsman. His focus has shifted to staff management and<br />
running the company. And that’s fine with him. “It gives me great<br />
pleasure”. He and his wife Kristina are constantly moving things<br />
forward, developing new ideas that are then discussed in the team.<br />
Sometimes they work, others don’t or aren’t put into production.<br />
“But that doesn’t matter, it’s all part of the learning process. It’s<br />
like with children: when the tower of building bricks falls down,<br />
you then build it back up again.” At the moment, the company is<br />
planning to open an additional store in Wismar town centre. “We<br />
want it to be a kind of open study for our interior designers, where<br />
some of our engraved wooden accessories will also be on display”.<br />
Close proximity to the customers is one of the secrets behind the<br />
success of Goertz Möbelmanufaktur. Every year the team comes<br />
up with creative ideas for the Christmas season, which recently<br />
included a DIY kit for a mini wooden candle arch. This was so<br />
popular that it led to further ideas for special Christmas and Easter<br />
cards. Torsten Goertz doesn’t really make long-term plans. “We’ll<br />
see what the future brings: many things just happen. And we’ll<br />
just go ahead and make the most of it.”<br />
134
Copyright: Möbelmanufaktur Goertz<br />
Ausstellungsraum der Möbelmanufaktur Goertz<br />
Showroom of the Möbelmanufaktur Goertz<br />
135
Schwarz & Grantz Schwerin GmbH<br />
Die Schwarz & Grantz Schwerin GmbH ist Bestandteil der Schwarz &<br />
Grantz Gruppe, welche wiederum ein Teil des international agierenden<br />
Konzerns Eiffage Energie Systems ist. Durch das hiermit verbundene<br />
fachliche Know-how und die höchsten Arbeitssicherheitsstandards<br />
sind wir in Schwerin hervorragend auf zukünftige Herausforderungen<br />
eingestellt. Im Konzernverbund wird unser Know-how im Segment der<br />
erneuerbaren Energien stetig weiter ausgebaut. Unser Team besteht aus<br />
Spezialisten für den gesamten technischen Gebäudezyklus. Wir planen,<br />
bauen und sanieren erfolgreich haustechnische Anlagen für private und<br />
öffentliche Auftraggeber. In unserer Landeshauptschaft sind wir außerdem<br />
in den Bereichen Kundendienst und Notdienst für die hier ansässigen<br />
Wohnungsgesellschaften und öffentlichen Gebäude aktiv.<br />
Schwarz & Grantz Schwerin GmbH is part of the Schwarz & Grantz<br />
Group, which in turn belongs to the international player Eiffage Energie<br />
Systems. The resulting wealth of technical know-how and highest<br />
occupational safety standards mean that here in Schwerin we are well set<br />
to face the challenges of the future. Within the group of companies, we<br />
are expanding our know-how in the segment of renewable energies all the<br />
time. Our team consists of specialists covering all aspects of the technical<br />
building cycle. We successfully plan, build and refurbish technical systems<br />
for buildings on behalf of private and public clients. Furthermore, here<br />
in the state capital we also provide customer service and an emergency<br />
call-out service for local housing companies and public buildings in the<br />
city.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1970<br />
Mitarbeiter: insgesamt 350,<br />
in Schwerin 39<br />
Leistungsspektrum:<br />
Erneuerbare Energien,<br />
Heizungstechnik, Kälte und<br />
Klimatechnik, Sanitärtechnik,<br />
Raumlufttechnik<br />
www.schwarz-grantz.de<br />
Year founded: 1970<br />
Employees: 350 in total,<br />
39 in Schwerin<br />
Range of services:<br />
Renewable energy, heating<br />
systems, refrigeration and airconditioning,<br />
sanitary systems,<br />
ventilation systems<br />
die fensterbauer GmbH<br />
Wir montieren ausschließlich mit geschulten Partnern<br />
oder mit unseren eigenen Monteuren.<br />
Seit über 20 Jahren stellen wir hochwertige Kunststofffenster und -türen<br />
her. Mit bis zu 15.000 gefertigten Elementen pro Jahr verfügen wir über<br />
die fachliche Kompetenz, nahezu jeden Wunsch unserer Kunden umzusetzen.<br />
Auch bei unseren Lieferanten setzen wir auf starke und kompetente<br />
Partner und sind damit auch für alle Anforderungen des zukünftigen<br />
Marktes aufgestellt. Unsere Kunden, Händler und Bauvorhaben werden<br />
ausschließlich von uns persönlich betreut. Zusagen und Vereinbarungen<br />
können so immer direkt und verbindlich abgesprochen werden. Durch<br />
die direkte Einflussnahme auf die Produktion, Logistik und Auftragsbearbeitung<br />
bieten wir ein Höchstmaß an Flexibilität. Das unterscheidet<br />
uns von vielen anderen Unternehmen der Branche.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1993<br />
Mitarbeiter: ca. 30<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Kunststofffenster und -türen<br />
– Schiebeanlagen<br />
www.die-fensterbauer.com<br />
Our windows and doors are fitted only by<br />
trained partners or our own teams.<br />
Year founded: 1993<br />
Employees: approx. 30<br />
Range of services:<br />
– uPVC windows and doors<br />
– sliding systems<br />
1<br />
136<br />
We have been making top-quality uPVC windows and doors for more<br />
than 20 years. Producing up to 15,000 elements each year, we have the<br />
professional expertise to meet practically all our customers’ needs. We also<br />
work with suppliers who are strong, expert partners, which also enables<br />
us to meet all future market requirements. We take exclusively per sonal<br />
care of our customers, dealers and projects. This allows us to make direct,<br />
binding commitments and agreements. We have a direct influence on<br />
production, logistics and order processing, allowing for maximum<br />
flexibility. This is what makes us stand out from many other companies<br />
in the industry.
MIV Mecklenburgisches Ingenieurbüro<br />
für Verkehrsbau GmbH<br />
Die MIV GmbH realisiert als Ingenieur- und Beratungsunternehmen<br />
umfangreiche Straßen- und Brückenbauvorhaben im norddeutschen<br />
Raum. Unser ingenieurtechnisches Personal setzt seine berufliche Erfahrung,<br />
fachübergreifende Kompetenz und sein Engagement im Interesse<br />
der Kunden ein. Wir entwickeln maßgeschneiderte, umweltgerechte und<br />
nachhaltige Lösungen für Einzelaufgaben oder übernehmen Generalplanerleistungen<br />
von ersten Studien bis zur Fertigstellung und Übergabe<br />
des Vorhabens.<br />
MIV ist in Schwerin, Neustrelitz, Stralsund, Rostock, Ribnitz-Damgarten<br />
sowie in Dresden und Stendal präsent.<br />
As an engineering and consulting company, MIV GmbH implements<br />
extensive road and bridge construction projects in northern Germany.<br />
Our engineers use their professional experience, interdisciplinary expertise<br />
and commitment in the interests of our customers. We develop tailormade,<br />
environmentally friendly and sustainable solutions for individual<br />
tasks or provide general planning services from initial studies to completion<br />
and handover of the project.<br />
MIV is present in Schwerin, Neustrelitz, Stralsund, Rostock, Ribnitz-<br />
Damgarten as well as in Dresden and Stendal.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1953<br />
Mitarbeiter: etwa 80<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Verkehrsbau<br />
– Konstruktiver Ingenieurbau<br />
– Baumanagement<br />
– Wasserwirtschaft<br />
– Stadt und Landschaftsplanung<br />
www.miv-ing.de<br />
Year founded: 1953<br />
Employees: approx. 80<br />
Range of services:<br />
– transportation infrastructure<br />
– constructive engineering<br />
– construction supervision<br />
services<br />
– water management<br />
– city and landscape planning<br />
BAUUNION Wismar GmbH<br />
Die BAUUNION Wismar realisiert Bauvorhaben in ganz Deutschland<br />
sowie in Polen und Skandinavien. Zum Leistungsspektrum gehören<br />
Hochbauarbeiten wie Gewerbebau, Wohnungsbau und Denkmalschutz.<br />
Gesellschafter Jörg Hinrichs: „Ganz besonders am Herzen liegt<br />
uns die Denkmalpflege.“ Mit den Bauarbeiten am Rathaus, Zeughaus<br />
und Schifferhus am Alten Hafen, Schabbelhaus, Phantech nikum, der<br />
St. Nikolaikirche sowie mit der Georgenkirche hat die BAUUNION<br />
etliche stadtbildprägende Bauten Wismars mit großer Sorgfalt gebaut<br />
bzw. saniert und ihnen neuen Glanz verliehen. Eine weitere Spezialität<br />
sind Fundamente für Windkraftanlagen.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1990<br />
Mitarbeiter: mehr als 100<br />
Leistungsspektrum:<br />
– Hochbauarbeiten<br />
– Denkmalschutz<br />
– Brücken, Straßen und<br />
Wegebau<br />
– Fundamente für Windkraftanlagen<br />
www.bauunion-wismar.de<br />
Year founded: 1990<br />
Employees: more than 100<br />
Range of services:<br />
– structural engineering<br />
– monument conservation<br />
– construction of bridges,<br />
roads and paths<br />
– foundations for wind turbines<br />
1<br />
BAUUNION Wismar is responsible for construction projects throughout<br />
Germany as well as in Poland and Scandinavia. The range of services<br />
includes structural engineering, such as commercial construction,<br />
housing and monument conservation. Shareholder Jörg Hinrichs: “We<br />
are particularly committed to the preservation of historical monuments.”<br />
BAUUNION has been involved in the meticulous refurbishment of<br />
many landmark buildings in Wismar, building and endowing them with<br />
new splendour, including the town hall and armoury, the “Schifferhus am<br />
Alten Hafen”, the “Schabbelhaus”, the “Phantechnikum”, St. Nikolai’s<br />
church and St. George’s church. The company has also specialised in<br />
building foundations for wind turbines.<br />
137
Mit unseren drei Standorten in Schwerin, Hamburg und Neubrandenburg<br />
ist die HCH Umwelt GmbH Ihr zuverlässiges Abbruch-, Entkernungs-<br />
und Schadstoffsanierungsunternehmen in Norddeutschland. Wir<br />
zeichnen uns durch ein zuverlässiges und starkes Team aus und sind in<br />
unserer Wertekultur über die vielen Jahre fest verankert.<br />
Als behördlich zugelassenes Unternehmen, mit der erforderlichen Sachkunde<br />
und den technischen Voraussetzungen, übernehmen wir sämt liche<br />
Abbruch- und Sanierungsarbeiten von Asbestprodukten sowie von weiteren<br />
gesundheitsschädigenden Stoffe wie z. B. KMF, PAK und PCB.<br />
Die Schadstoffsanierung sowie Abbruch- und Entkernungsarbeiten erfordern<br />
Sorgfalt und Sicherheit. Eine spezielle Verantwortung gegenüber<br />
unseren Kunden und Mitarbeitern, der wir uns jeden Tag stellen. Mit<br />
professioneller Arbeit und unbedingter Termintreue. Besonderen Wert<br />
legen wir auf die Entwicklung und kontinuierliche Weiterbildung unserer<br />
Mitarbeiter, die Technik und die Effizienz bei der Arbeitsausführung.<br />
HCH Umwelt GmbH<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1994<br />
Year founded: 1994<br />
Mitarbeiter: mehr als 70<br />
Employees: more than 70<br />
Leistungsspektrum:<br />
Range of services:<br />
– Entkernungsarbeiten<br />
– gutting work<br />
– Abriss, Abbruch, Rückbau, – demolition, deconstruction,<br />
Demontage und Erdbau dismantling and earthmoving<br />
– Schadstoff sanierung<br />
– pollution remediation<br />
– Trockeneisstrahlen<br />
– dryice blasting<br />
HCH Umwelt GmbH with its three sites in Schwerin, Hamburg and<br />
Neubrandenburg is your reliable demolition, gutting and pollution<br />
remediation company in North Germany. We stand out with our strong,<br />
reliable team and have been firmly anchored in our corporate values for<br />
many years.<br />
As an officially approved company, we offer the necessary expertise<br />
and technical prerequisites to deal with all kinds of demolition and remediation<br />
work for asbestos products and other harmful substances such<br />
as artificial mineral fibres, PAH and PCB.<br />
Pollution remediation together with demolition and gutting work<br />
demand care and safety. This gives us special responsibility for our customers<br />
and our staff, which we fulfil every day with a professional mindset<br />
and absolute punctuality. We give special priority to the development<br />
and ongoing training of our staff and technical equipment, and to the<br />
efficiency of our workmanship.<br />
Ausrüstung:<br />
Bagger, Firmenfahrzeuge,<br />
Personalschleusen, Materialschleusen,<br />
Raumluftfilteranlagen,<br />
Industriesauger<br />
und Sauganlagen, Hochvakuumsauganlagen,<br />
Personenkörbe<br />
an Mobilkränen,<br />
Arbeitsbühnen u. v. m.<br />
Partner:<br />
Deutsche Umwelttechnik<br />
GmbH<br />
Verband für Abbruch und<br />
Entsorgung e. V.<br />
www.hch-umwelt.de<br />
Equipment:<br />
Excavators, company vehicles,<br />
personnel air locks,<br />
material locks, room air filter<br />
systems, industrial vacuum<br />
units and extraction systems,<br />
highvacuum extraction units,<br />
mobile crane work cages, work<br />
platforms and much more.<br />
Partners:<br />
Deutsche Umwelttechnik<br />
GmbH<br />
Verband für Abbruch und<br />
Entsorgung e. V.<br />
138 1
Information<br />
3.710,6 Mio. Euro Bilanzsumme<br />
165.380 Privatkunden<br />
8.462 Firmenkunden<br />
398 Mitarbeitende<br />
28 Auszubildende<br />
22 Filialen<br />
20 SBFilialen<br />
76 Geldautomaten<br />
38 SBTerminals<br />
3,710.6 million Euro balance<br />
sheet total<br />
165,380 private customers<br />
8,462 business customers<br />
398 employees<br />
28 trainees<br />
22 branches<br />
20 selfservice branches<br />
76 ATMs<br />
38 selfservice terminals<br />
www.sparkasse-mecklenburg-schwerin.de<br />
Sparkasse Mecklenburg-Schwerin –<br />
Stabilitätsanker und starker Partner für die Region<br />
In Zeiten von Veränderungen braucht es Zuverlässigkeit. Seit über<br />
200 Jahren ist die Sparkasse ein Stabilitätsanker für die Menschen in<br />
<strong>Westmecklenburg</strong>. Mit ihrer am Gemeinwohl ausgerichteten Struktur<br />
ermöglicht die Sparkasse vielen Menschen den Zugang zu Bankdienstleistungen,<br />
sichere Anlagemöglichkeiten, Chancen der Vermögensbildung<br />
und damit wirtschaftliche sowie soziale Teilhabe. Dazu gehören<br />
auch verantwortliche Kreditvergaben, überall funktionsfähige und<br />
sichere Zahlungssysteme, gute Beratungen, faire Preise.<br />
Weil’s um mehr als Geld geht macht sich die Sparkasse stark für das, was<br />
wirklich zählt: wichtige Themen unserer Zeit wie Nachhaltigkeit und<br />
Klimaschutz. Als Kreditinstitut vor Ort begleiten wir unsere Privat- und<br />
Firmenkunden sowie Kommunen bei Veränderungsprozessen hin zu<br />
mehr Nachhaltigkeit. Mit unseren Produkten, Dienstleistungen und<br />
unserem gesellschaftlichen Engagement gestalten wir gemeinsam den<br />
Weg in eine nachhaltige Zukunft. Sichtbar wird das Thema Nachhaltigkeit<br />
im gesamten Geschäftsbetrieb wie beispielsweise beim Finanzierungsund<br />
Anlagegeschäft mit unseren Kunden, beim Eigenanlagegeschäft<br />
oder bei unserem vielfältigen Förderengagement für die Region. Davon<br />
pro fitieren alle.<br />
Sparkasse<br />
Mecklenburg-Schwerin<br />
Sparkasse Mecklenburg-Schwerin –<br />
anchor of stability and strong partner for the region.<br />
Reliability is what’s needed in times of change. For more than 200 years,<br />
the Sparkasse has been an anchor of stability for the people of Western<br />
Mecklenburg. Structured for the common good, the Sparkasse gives many<br />
people access to banking services and safe investment opportunities, thus<br />
enabling their economic and social participation. The range of services<br />
offered also includes responsible lending, safe, properly functioning<br />
payment systems throughout the area, good advice and fair prices.<br />
Because more than just money is involved, the Sparkasse is also actively<br />
involved in advocating the really important issues of our time, such as<br />
sustainability and climate protection. As a local bank, we assist our private<br />
and business customers as well as the municipalities with the change<br />
processes involved in making the transformation to more sustainability.<br />
With our products, services and social commitment, we work together to<br />
shape our path towards a sustainable future. Sustainability is revealed in<br />
all our business activities, such as the financing and investment business<br />
with our customers, proprietary investments, or our diverse sponsorship<br />
activities for the region, from which all benefit.<br />
Unsere 398 Mitarbeitenden und 28 Auszubildenden kümmern<br />
sich um die Belange der mehr als 175.000 Kunden.<br />
Our 398 employees and 28 trainees look after the<br />
needs of more than 175,000 customers.<br />
139 1
REALLABOR FÜR GEMEINWOHL-<br />
ORIENTIERTES WIRTSCHAFTEN<br />
Living laboratory<br />
for an economy for the<br />
common good<br />
TEXT: MANUELA HEBERER<br />
JANNIS DEUTSCHMANN<br />
Im ehemaligen Außenstandort der Expo 2000<br />
entsteht im Zukunftszentrum in Nieklitz seit mittlerweile<br />
acht Jahren ein Kompetenzzentrum für<br />
regeneratives Leben, Lernen, Arbeiten und Bauen,<br />
an dem sich viele Menschen aus ganz Deutschland<br />
beteiligen und das die Region in vielerlei Hinsicht<br />
bereichert.<br />
Man kann schon mal daran vorbeifahren – so natürlich<br />
schmiegt sich das riesige Gelände südlich von Zarrentin<br />
in die Landschaft. Über der Einfahrt prangt das wabenförmige<br />
Schild mit der Aufschrift „Wir bauen Zukunft“.<br />
Und das wird wörtlich genommen, denn hier wird ein<br />
Zukunftsort aufgebaut, der nachhaltige Technolo gien<br />
und Praktiken erlebbar macht. „Wir verstehen uns<br />
als Reallabor für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften,<br />
nachhaltiges Leben und Arbeiten“, erzählt Jannis<br />
Deutschmann. Er ist einer der Initiatoren der Genossenschaft<br />
„Wir bauen Zukunft“, die 2016 entstanden<br />
ist. Als Mitgründer des Berliner Netzwerks „Open<br />
State“, welches Unternehmen bei der Transformation<br />
zu einer kooperativen und nachhaltigen Wirtschaftsweise<br />
unterstützt, war er 2015 einer der Macher hinter<br />
dem „POC21“ Innovationscamp, das parallel zum<br />
21. UN-Klimagipfel im französischen Millemont veranstaltet<br />
wurde.<br />
For about eight years now, a centre of excellence has<br />
been in progress at the Future Centre in Nieklitz<br />
at the former Expo 2000 site to set up a centre of<br />
excellence for regenerative living, learning, working<br />
and building. The project attracts many people from<br />
all over Germany and enriches the region in many<br />
ways.<br />
The huge premises south of Zarrentine blend so<br />
naturally in the countryside that it’s easy to drive straight<br />
past without noticing. The honeycomb-shaped sign<br />
above the driveway bears the words ‘Wir bauen Zukunft’<br />
(building the future). The phrase is meant to be taken<br />
literally too: the project is about building a future place<br />
that makes sustainable technologies and methods come<br />
alive. “We see ourselves as a laboratory for an eco omy for<br />
the common good, for sustainable living and working”,<br />
says Jannis Deutschmann. He is one of the initiators of<br />
the ‘Wir bauen Zukunft’ cooperative which was set up<br />
in 2016. As a co-founder of the ‘Open State’ network<br />
in Berlin that supports companies in making the transformation<br />
to a cooperative, sustainable way of doing<br />
business, in 2015 he was one of the initiators of the<br />
‘POC21’ innovation camp which took place parallel to<br />
the 21st United Nations Climate Change Conference in<br />
Millemont, France.<br />
140
„Für fünf Wochen brachten wir 300 Maker*innen,<br />
Designer*innen, Ingenieur*innen und Innovator*innen an<br />
einem Ort zusammen, wo sie den Prototyp einer zukunftsfähigen<br />
Gemeinschaft lebten und kollaborativ an nachhaltigen Open<br />
Source Technologien für eine klima- und ressourcenschonende<br />
Zukunft forschten“, erklärt Jannis Deutschmann. „Das hat sehr<br />
viel mediale Aufmerksamkeit erregt und viele Menschen extrem<br />
bewegt. Umso schwerer war es, diesen Ort am Ende wieder<br />
aufzulösen.“<br />
Daraufhin wuchs im Team der Wunsch nach einem bleibenden<br />
Ort dieser Art. Den Stein ins Rollen brachte schließlich das erste<br />
deutsche Earthship-Projekt, welches zeitgleich im schwäbischen<br />
Tempelhof umgesetzt wurde. Dabei handelt es sich um ein aus<br />
recycelten Baustoffen bestehendes Gebäude, das nur durch die<br />
Energie der Sonne geheizt, durch Luftzirkulation gekühlt und<br />
schließlich energieautark bewohnt wird. „Schon während des<br />
Camps fand ein Austausch mit der dortigen Gruppe statt“, erzählt<br />
Jannis Deutschmann. „Aus dieser Gruppe kam auch der Hinweis<br />
auf den Ort Nieklitz. Gemeinsam starteten wir einen Konzeptions-<br />
und Visionsprozess, und arbeiteten heraus, wie wir dieses<br />
Gelände entwickeln können.“ Damals stand das Grundstück in<br />
Nieklitz schon fast drei Jahre leer. Der Biologieprofessor Berndt<br />
Heydemann hatte hier zwischen den Jahren 2000 und 2013 das<br />
Zukunftszentrum ZMTW zum Thema Bionik und Ökotechnologie<br />
betrieben. „Vieles war überwuchert, die Gebäude zum Teil<br />
geplündert, Scheiben eingeschlagen, Inventar weggeschleppt“,<br />
erinnert sich Jannis Deutschmann. „Trotzdem haben wir sofort<br />
das Potenzial dieses Ortes gesehen.“ Eine Genossenschaft wurde<br />
gegründet und das Gelände gekauft. Danach folgte viel Aufräumund<br />
Pionierarbeit. Stück für Stück arbeitet sich die Genossenschaft<br />
mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer*innen<br />
seither voran, veranstaltet Arbeitseinsätze, Innovationscamps,<br />
Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen, die zur<br />
Philosophie der Projektgemeinschaft passen.<br />
Neben einem großen Seminarhaus findet sich auf dem Gelände<br />
ein wabenförmiges Blumenhaus aus Glas, in dem eine Bar eingerichtet<br />
ist, die bei Veranstaltungen öffnet. Zehn Teiche sowie<br />
ein botanischer Garten gehören ebenfalls zum Grundstück. 500<br />
Pflanzenarten sollen hier wachsen, die Schilder im Boden verraten<br />
noch die Namen von Schneekirsche, Zier-Johannisbeere<br />
und Stechpalme. Zu einigen Schildern sucht man die passenden<br />
Pflanzen jedoch vergeblich. Rigoros hat sich die Natur den Platz<br />
zurückerobert, das verdrängt, was vielleicht nicht hierher gehört.<br />
Stattdessen anderem Raum zum Wachsen gegeben. Dazwischen<br />
finden sich immer wieder Spuren des ehemaligen Zukunftszentrums,<br />
wie Modelle von Blüten oder den Flügeln von Insekten.<br />
Das ehemalige Gewächshaus ist heute das „Haus der Düfte“.<br />
Zwischen wildwachsenden Kletterrosen sind hier mit weißen<br />
Baldachinen überspannte, japanische Tatamimatten aufgebaut,<br />
die Schlafplätze für die Gäste bieten. Gerade fand das Pura Vida-<br />
Festival mit 600 Teilnehmenden auf dem Gelände statt, viele von<br />
ihnen haben auf den weitläufigen Grünflächen zwischen Bäumen<br />
und Sträuchern gezeltet. Für Kinder gibt es einen eigenen<br />
Kids Space unter großem Segeltuch, ausgestattet mit Spielhütte,<br />
Das 10 Hektar großes Gelände in<br />
<strong>Westmecklenburg</strong>, eingebettet<br />
zwischen Hamburg und Schwerin,<br />
bietet reichlich Raum zum Träumen,<br />
Flanieren und Experimentieren.<br />
The 10-hectare site in West<br />
Mecklenburg, nestled between<br />
Hamburg and Schwerin, offers<br />
plenty of space for dreaming,<br />
strolling and experimenting.<br />
“For five weeks, we brought 300 makers, designers, engineers and<br />
innovators together in one place, where they lived as the prototype<br />
of a viable community and worked together on research into<br />
sustainable open source technologies for a future that protects the<br />
climate and natural resources”, explains Jannis Deutschmann.<br />
“This attracted a lot of interest in the media and many people were<br />
extremely moved, which made it all the more difficult to take it all<br />
apart again at the end.”<br />
The team then realised they would like a permanent place like<br />
that. Developments were then triggered by Germany’s first<br />
earthship project, which was implemented at the same time in<br />
Tempelhof in South Germany. Made of recycled construction<br />
materials, the building is heated only by solar energy and cooled by<br />
air circulation, offering the possibility of self-sufficient living in<br />
terms of energy. “We already started sharing ideas with the group<br />
there during the camp”, says Jannis Deutschmann. “It was also the<br />
group that told us about Nieklitz. Together we started to work on<br />
concepts and visions, looking at how we could develop the premises.”<br />
At that point in time, the land in Nieklitz had been vacant<br />
for nearly three years. Between 2000 and 2013, the site had been<br />
operated as the ‘Zukunftszentrum ZMTW’ (future centre) by the<br />
biology professor Berndt Heydemann, with a focus on bionics<br />
and eco-technology. “Everything was overgrown, the buildings<br />
had been ransacked, the windows broken, the furnishings looted”,<br />
recalls Jannis Deutschmann. “Even so, we immediately saw its<br />
potential.” A cooperative was founded and the land was bought,<br />
followed by a great deal of clearing out and spadework. Since then,<br />
the cooperative has been working bit by bit with the help of many<br />
volunteers, organising work projects, innovation camps, seminars<br />
142
and workshops on various subjects in line with the philosophy of<br />
the project community.<br />
viel Sand zum Buddeln und allerlei Mobiliar aus Holz. Nicht<br />
weit davon entfernt finden sich die solarbetriebenen Outdoor-<br />
Duschen. Verstreut auf dem Gelände stößt man außerdem auf<br />
verschiedene Unterkünfte wie Jurten oder Tiny Houses.<br />
Diese sollen hier bald noch eine größere Rolle spielen, denn eine<br />
Tiny House-Forschungssiedlung ist geplant. „Tiny Ville“ soll sie<br />
heißen. Zum einen sollen hier die verschiedenen Systeme getestet<br />
und optimiert werden, zum anderen bekommen Menschen die<br />
Möglichkeit, das Leben in kleinen Häusern hier auf dem Land<br />
in Ruhe auszuprobieren und herauszufinden, was es eigentlich<br />
zum Glücklichsein braucht. „Wir wollen aufzeigen, wie wir<br />
wieder mehr in Einklang mit natürlichen Prinzipen leben und<br />
von der Natur lernen können“, sagt Jannis Deutschmann. „Dafür<br />
machen wir einen Entwurf, wie ein Leben innerhalb planetarer<br />
Grenzen möglich ist und wie eine Gesellschaft das gemeinsam<br />
schaffen kann. Damit wirken wir in der Region, entwickeln mit<br />
unseren innovativen Projekten aber auch eine Strahlkraft für die<br />
ganze Welt“, so Jannis Deutschmann, der zuerst im Vorstand der<br />
Genossenschaft aktiv war und inzwischen im Bereich Beratung<br />
und Regionalentwicklung tätig ist. Während der Corona-Pandemie<br />
hat er den Schritt von Berlin aufs Land gewagt. „Damals stand<br />
die Frage nach dem Schulort für unsere Tochter an“, erzählt er.<br />
„Da haben wir uns schließlich für die Region hier entschieden.“<br />
Zwei Jahre lebte er mit Frau und Kind auf dem Gelände, schließlich<br />
zogen sie in eine Wohnung in einem kleinen Dorf, 10 Minuten<br />
entfernt. Wie er sind inzwischen an die 50 Menschen, die mit<br />
dem Projekt in Zusammenhang stehen, in die Region gezogen.<br />
„Das Gelände ist unser Knotenpunkt, wirkt wie ein Magnet. Hier<br />
laufen die Fäden zusammen.“<br />
Copyright: Wir bauen Zukunft eG<br />
Besides a large seminar building, there is also a glazed ‘Blumenhaus’<br />
(flower house) shaped like a honeycomb, with a bar that is<br />
open during events. The premises also include ten ponds and a<br />
botanical garden. 500 species of plant were supposed to grow here,<br />
and there are still signs in the ground stating names like Japanese<br />
cherry, ornamental currant and holly, however some of the corresponding<br />
plants can no longer be found. Nature has rigorously<br />
reclaimed the land for itself, ousting plants that possibly don’t<br />
belong here. Instead, other plants find space to grow, repeatedly<br />
interspersed with traces of the former Future Centre, such as<br />
models of flowers or the wings of insects. The former greenhouse<br />
is now the ‘Haus der Düfte’ (house of scents). Between wild<br />
rambler roses, Japanese Tatami mats covered with white canopies<br />
offer guests somewhere to sleep. The Pura Vida Festival has just<br />
come to a close on the premises, with many of the 600 participants<br />
staying in tents between trees and shrubs on the extensive grassy<br />
areas. Children have their own Kids Space under a large sailcloth,<br />
equipped with a play house, lots of sand for digging in and all<br />
kinds of wooden furniture. Not far away are the solar-operated<br />
outdoor showers. Furthermore, various kinds of accommodation<br />
such as yurts or tiny houses are scattered around the land.<br />
These will soon have a more important role to play with the<br />
plans for a tiny house research estate, which is to be called ‘Tiny<br />
Ville’. The aim on the one hand is to test and optimise the various<br />
systems; on the other hand, people will have a chance to see what<br />
it’s like to live in peace and quiet in little houses in the country,<br />
and to find out what they actually need to be happy. “We want<br />
to show that it is possible to start living more in harmony with<br />
natural principles again, learning from nature“, says Jannis<br />
Deutschmann. “We’re devising a way of life that is possible within<br />
planetary limits, looking at how a society can achieve this working<br />
together. This means we are having a corresponding impact here<br />
in the region, but our innovative projects also have a far wider<br />
effect for the whole world”, says Jannis Deutschmann, who was<br />
initially on the board of the cooperative and is now involved with<br />
consulting and regional development. It was during the Covid<br />
pandemic that he took the step to move from Berlin out into the<br />
countryside. “We were trying to decide which would be the best<br />
place for our daughter to go to school”, he says. “In the end we<br />
decided to come here to this area.” For two years, he lived on site<br />
with his wife and child, then they moved to an apartment in a<br />
small village 10 minutes away. Around 50 people involved in the<br />
project have now moved to the area, as he did. “The site is our hub,<br />
it’s like a magnet. This is where it all comes together.”<br />
The event side of things is an important business model for the cooperative.<br />
Events for between 2 and 700 people can be hosted here,<br />
including workshops, conferences, festivals and business events.<br />
The premises also include spin-off companies started by members<br />
of the cooperative who have settled here. Nieklitz village now has<br />
a factory building where tiny houses are built. Aurèle Haupt, one<br />
of the co-founders of the cooperative, has started his company<br />
143
Copyright: Wir bauen Zukunft eG<br />
Der Event-Betrieb ist ein wichtiges Geschäftsmodell der Genossenschaft.<br />
Veranstaltungen von 2 bis zu 700 Menschen können<br />
hier gehostet werden – für Workshops, Konferenzen, Feste und<br />
Businessveranstaltungen. Dazu kommen Ausgründungen der<br />
Genossenschaftsmitglieder, die sich hier niedergelassen haben. Im<br />
Dorf Nieklitz ist eine Werkhalle für den Bau von Tiny-Häusern<br />
entstanden. Aurèle Haupt, einer der Mitbegründer der Genossenschaft,<br />
hat hier sein Unternehmen „Hauptsache Tiny“ gegründet<br />
und baut Tiny-Häuser auf Bestellung. Bei der Auftaktveranstaltung<br />
des Netzwerks Landvorteil e. V. Anfang Juli 2024 stellte<br />
er die gemeinwohlorientierten Ansätze seines Unternehmens vor.<br />
Auch die Genossenschaft „Wir bauen Zukunft“ ist Mitglied in<br />
dem kooperativen Netzwerk aus Akteuren aus Forschung, Bildung,<br />
Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft, dessen Ziel es<br />
ist, zukunftsfähige Lebens- und Arbeitskonzepte sowie soziale<br />
Innovationen in ländlichen Gebieten Norddeutschlands zu<br />
erforschen, zu entwickeln und zu erproben. Der Trägerverein ist<br />
ein Zusammenschluss der Wirtschaftsförderungen der Landkreise<br />
Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und Ludwigslust-<br />
Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.<br />
„Die Welten rücken zusammen“, sagt Jannis Deutschmann. „Vor<br />
ein paar Jahren waren wir hier noch die Exoten, mittler weile<br />
können wir die Region in Gremien und Partnerschaften mitentwickeln<br />
und unsere Kompetenzen einfließen lassen.“ Etwa<br />
bei Konferenzen zum Nachhaltigen Bauen, auch in Kooperation<br />
mit der IHK zu Schwerin, oder dem Kompetenzzentrum Bau der<br />
Hochschule Wismar oder bei Workshops für Kommunen und<br />
Akteure der Verwaltung zu Genehmigungsprozessen für Tiny<br />
Houses und ähnliche Wohnbauten. Auch das Earthship soll irgendwann<br />
an diesem Ort entstehen. „Mit diesem Leuchtturm als<br />
Beispiel für regenerative Zukunftsgestaltung wird sich auch der<br />
Kreis unserer Projektentstehung schließen.“<br />
In Nieklitz werden unterschiedliche Unterkünfte, wie zum<br />
Beispiel Tiny-Häuser, für die Besucher und Gäste angeboten.<br />
Nieklitz offers a variety of accommodation, such<br />
as tiny houses, for visitors and guests.<br />
‘Hauptsache Tiny’ (‘tiny is the main thing’) and builds tiny houses<br />
to order. He presented his company’s business approach for the<br />
common good during the kick-off event of the Netzwerk Landvorteil<br />
(‘country advantage network’) at the start of July 2024.<br />
The ‘Wir bauen Zukunft’ cooperative also belongs to the network<br />
made up of players involved in research, education, business,<br />
culture and civil society. Its aim is to research, develop and try out<br />
future living and working concepts together with social innovations<br />
in rural areas of North Germany. The asso ciation behind<br />
the network is made up of the business development agencies in<br />
the districts of Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein and<br />
Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Western Pomerania.<br />
“We’re moving closer together”, says Jannis Deutschmann. “Just<br />
a few years ago, we were still seen as an exotic species, but now<br />
we are involved in bodies and partnerships helping to develop the<br />
region, contributing our expertise.” For example, at conferences<br />
on sustainable building, also in cooperation with the Schwerin<br />
Chamber of Commerce and Industry or the Construction<br />
Competence Centre at Wismar University of Applied Sciences, or<br />
at workshops for local authorities and administrative stake holders<br />
on approval processes for tiny houses and similar residential<br />
buildings. There are also plans for an earthship to be built here too<br />
at some point in time. “This lighthouse then brings our project<br />
full circle as an example for regenerative future concepts.”<br />
144
Aqua Service Schwerin<br />
Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft mbH<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1993<br />
Leistungsspektrum:<br />
Mikrobiologie<br />
Trinkwasseranalytik<br />
Abwasseranalytik<br />
Klärschlamm<br />
Limnologie<br />
Badewasseranalytik<br />
Kühlwasseranalytik<br />
Year founded: 1993<br />
Range of services:<br />
Microbiology<br />
Drinking water analysis<br />
Sewage analysis<br />
Sewage sludge<br />
Limnology<br />
Bathing water analysis<br />
Cooling water analysis<br />
www.aqsn.de<br />
Die Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft<br />
mbH, kurz AQS, ist seit 1993 als Dienstleister im Bereich der öffentlichen<br />
und privaten Daseinsvorsorge und des industriellen Wassermanagements<br />
etabliert. Das Unternehmen bietet umfassende Laborleistungen verbunden<br />
mit fachkundiger Beratung auf den Gebieten der Wasserversorgung<br />
und der Abwasserbehandlung, des Bäderwesens, der Biogasgewinnung,<br />
der Landwirtschaft und des Umweltbereiches sowie weitere sachgebietsbezogene<br />
Dienstleistungen rund um das Thema Wasser.<br />
Mehr als 60.000 Proben im Jahr werden auf über 625.000 Prüfmerk male<br />
analysiert. Das Leistungspaket umfasst neben der mikrobiologischen,<br />
biologischen und der chemischen Analytik auf Wunsch auch eine umfassende<br />
Beratungstätigkeit. AQS ist akkreditiert durch die DAkkS nach<br />
DIN EN ISO/IEC 17025:2018 und passt ihr Untersuchungsspektrum<br />
stets an die aktuellen Gesetzmäßigkeiten an.<br />
Das Kundenspektrum reicht von Wasserver- und -entsorgern über Behörden,<br />
Kommunen, Deponiebetreibern, der Industrie und Unternehmen<br />
der Agrarwirtschaft bis hin zu Schwimmbädern und Saunen. Neben<br />
Schwerin ist die AQS auch mit Standorten in Rostock, Cottbus und<br />
Eltville am Rhein vertreten.<br />
range of services also includes comprehensive consultancy on request.<br />
AQS is accredited by DAkkS to DIN EN ISO/IEC 17025:2018 and<br />
constantly adapts its analysis spectrum to current regulations and legislation.<br />
The customer base extends from water suppliers, wastewater disposal<br />
companies, authorities, municipalities, landfill operators, industry and<br />
agricultural businesses to swimming pools and saunas. In addition to<br />
Schwerin, AQS also has sites in Rostock, Cottbus and Eltville am Rhein.<br />
AQS (Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft<br />
mbH) has been an established provider of public- and<br />
private-sector municipal services and industrial water management since<br />
1993. The company offers comprehensive laboratory services combined<br />
with expert advice about water supply, wastewater treatment, swimming<br />
pools and spas, biogas production, agriculture and environmental issues<br />
together with other related services all about water.<br />
More than 60,000 samples are analysed for more than 625,000 test criteria<br />
every year. Besides microbiological, biological and chemical analysis, the<br />
145 1
URLAUBSREGION MIT<br />
ENORMEM POTENZIAL<br />
Holiday region with<br />
huge potential<br />
INTERVIEW:<br />
STEPHAN RUDOLPH-KRAMER<br />
MARTINA MÜLLER<br />
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor,<br />
von dem nicht nur das Hotel- und Gaststättengewerbe,<br />
Privatvermieter, Verkehrsunternehmen<br />
und Reiseveranstalter profitieren, sondern auch<br />
Wirtschaftsbereiche wie der Einzelhandel und der<br />
Dienstleistungssektor. Der Tourismusverband<br />
Mecklenburg-Schwerin e. V. übernimmt seit mehr<br />
als 30 Jahren die Rolle des Tourismusentwicklers<br />
für die Region <strong>Westmecklenburg</strong>, insbesondere<br />
für den Landkreis Ludwigslust-Parchim und in<br />
enger Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing-<br />
Gesellschaft Schwerin mbH. Im Fokus stehen dabei<br />
Gremien-, Netzwerk- und Lobbyarbeit im Sinne<br />
der touristischen Regionalentwicklung, die immer<br />
mehr in Richtung Lebensraummanagement tendiert<br />
sowie die Vermarktung Mecklenburg-Schwerins als<br />
Urlaubsregion. Die Geschäftsstelle des Verbands<br />
übernimmt damit die Rolle einer Destinationsmanagementorganisation,<br />
fungiert als Kümmerer<br />
und Netzwerker und ist in den wichtigsten Gremien,<br />
die sich der regionalen Entwicklung widmen,<br />
beratend vertreten. Martina Müller ist seit 2008<br />
Geschäftsführerin der Stadtmarketing-Gesellschaft<br />
Schwerin und seit 2020 gleichzeitig Geschäftsfüh<br />
rerin des Tourismusverbandes Mecklenburg-<br />
Schwerin. Im Interview spricht sie über die Entwicklungen<br />
und Herausforderungen im Tourismus.<br />
Tourism is an important economic factor. It benefits<br />
not just the hospitality trade, private landlords,<br />
transport companies and tour operators, but also<br />
other sectors of the economy such as retail trade<br />
and the services industry. For more than 30 years,<br />
the Mecklenburg-Schwerin tourist board has played<br />
the role of tourism development agency for Western<br />
Mecklenburg, particularly for the rural district of<br />
Ludwigslust-Parchim, also working in close cooperation<br />
with the Stadtmarketing-Gesellschaft<br />
Schwerin mbH (Schwerin city marketing). The<br />
focus is on committee work as well as networking<br />
and lobbying on behalf of tourism development<br />
in the region, with an increasing shift in emphasis<br />
towards living space management, as well as marketing<br />
Mecklenburg-Schwerin is a holiday region.<br />
The association office acts as a destination management<br />
organisation, serves as a troubleshooter and<br />
networker, and is involved in an advisory capacity<br />
in the most important committees that are devoted<br />
to regional development. Martina Müller has been<br />
the CEO of Schwerin city marketing since 2008, and<br />
since 2020 she has been CEO of the Mecklenburg-<br />
Schwerin tourist board at the same time. During<br />
the interview, she talks about the developments and<br />
challenges in the tourism industry.<br />
146
Wie hat sich Ihre Branche im Verbandsgebiet in den<br />
vergangenen Jahren entwickelt?<br />
Es sind zahlreiche Partnernetzwerke entstanden, die wir in unsere<br />
Projektarbeit einbinden können. Darüber hinaus vollzieht sich<br />
seit mehreren Jahren ein Generationswechsel, mit dem wir umgehen<br />
müssen. Altersbedingte Schließungen von touristischen<br />
Einrichtungen, insbesondere in der Gastronomie, sind keine<br />
Seltenheit. Die Corona-Pandemie und der Wechsel von Arbeitskräften<br />
in andere Branchen sowie die Energiekrise haben ebenfalls<br />
dazu beigetragen. Andererseits hat sich die Infrastruktur deutlich<br />
verbessert. Dazu zähle ich unter anderem den Ausbau der Nord-<br />
Süd-Autobahn A 14 und des Radwegenetzes. In Schwerin hat<br />
sich mit der Bundesgartenschau 2009 sehr vieles gut entwickelt.<br />
Städtebaulich gab es die Öffnung zum Wasser – Promenaden und<br />
Plätze laden jetzt direkt am Ufer des Schweriner Sees zum Verweilen<br />
ein. In der Region sind neue Anbieter, wie zum Beispiel Texas<br />
MV, Elephant Gin und das in Planung befindliche Wittenburg<br />
Village hinzugekommen. Aber auch kleinere Angebote wie die<br />
Schaalsee-Safari oder die gastgewerbliche Entwicklung in Plau<br />
bereichern die touristische Vielfalt der Region. Mit Blick auf das<br />
Gästeverhalten registrieren wir eine längere Aufenthaltsdauer,<br />
kurzfristigere Buchungen, die Zunahme von Wochenend- und<br />
Städtereisen sowie ein wachsendes Interesse am Aktivurlaub in<br />
der Natur.<br />
Wie würden Sie einer imaginären Familie auf dem<br />
Bahnhof in Düsseldorf einen Aufenthalt in<br />
<strong>Westmecklenburg</strong> anpreisen?<br />
Stellt euch einen Ort abseits von hupenden Autos, Termindruck,<br />
Stress und schlechter Luft vor. Einen Ort mit urigen Fachwerkhäusern<br />
und rapsgelben Feldern. Duftend nach Wildkräutern<br />
und moosbedecktem Waldboden, die Rufe von Fischadlern und<br />
das Summen der Bienen im Ohr. All diese wunderbaren Orte<br />
und Momente, an denen die Zeit für einen Augenblick stillsteht.<br />
Das ist Draußenglück! Bei uns in Mecklenburg-Schwerin findet<br />
ihr es.<br />
Konnten Sie die Familie überzeugen?<br />
Ja. Denn wir sprechen gezielt „gestresste“ Großstädter in den<br />
Hauptquellgebieten Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen<br />
an. Ebenso gerne reisen Gäste aus den Metropolen Hamburg und<br />
Berlin in unsere Region, gefolgt von Gästen aus Mecklenburg-<br />
Vorpommern, die gern Urlaub im eigenen Land machen. Das hat<br />
eine Gästebefragung ergeben, die der Landestourismusverband<br />
für 2022/2023 in Auftrag gegeben hat. Der Anteil der Gäste aus<br />
Hamburg ist bei uns in der Region im Vergleich zum gesamten<br />
Bundesland mit 4,8 % mehr als doppelt so hoch. Die Gäste bleiben<br />
durchschnittlich 6,4 Nächte und das Durchschnittsalter beträgt<br />
55,8 Jahre. Als entscheidende Reisekriterien für Mecklenburg-<br />
Vorpommern insgesamt werden von 73,6 % der Befragten Natur<br />
und Landschaft genannt. Ähnlich verhält es sich mit dem Faktor<br />
Ruhe und Erholung. Zu uns kommen auch die aktiven Genießer,<br />
die ihren Fokus auf Kultur und Genuss legen. Unsere Region<br />
Mecklenburg-Schwerin ist somit eine perfekte Urlaubsregion:<br />
abseits vom Trubel an überfüllten Stränden und Großstädten,<br />
mit viel Wasser, Natur und Kultur!<br />
Das ehemalige Zisterzienser<br />
Nonnenkloster „Himmelspforte“<br />
am Schaalsee in Zarrentin<br />
bietet Radfahrern eine einzigartige<br />
Kulisse für eine spontane<br />
Pause oder als Ausflugsziel.<br />
The former Cistercian nunnery<br />
‘Himmelspforte’ on Lake Schaalsee<br />
in Zarrentin offers cyclists a unique<br />
backdrop for a spontaneous break<br />
or as a destination for an excursion.<br />
Über Martina Müller:<br />
Die gebürtige Schwerinerin ist 56 Jahre alt, verheiratet<br />
und hat einen erwachsenen Sohn. Als gelernte<br />
Datenverarbeitungskauffrau und studierte Pädagogin<br />
machte sie ihr Hobby zum Beruf und war mit 19 Jahren<br />
die jüngste künstlerische Leiterin eines Bezirksmusikkorps<br />
in der DDR.<br />
Mit der Wende ging sie nach Schleswig-Holstein. Dort<br />
arbeitete sie nach einer kaufmännischen Umschulung<br />
viele Jahre in einer Industrievertretung, leitete den<br />
Aufbau der Tochterfirma in Mecklenburg-Vorpommern<br />
und war danach Gebietsleiterin für Hamburg und<br />
Schleswig-Holstein. Ende der 90er-Jahre zog es sie<br />
und ihre Familie nach Schwerin zurück und Müller<br />
wechselte in den Vertrieb eines großen deutschen<br />
Medizinprodukteunternehmens.<br />
Gesundheitliche Gründe führten dazu, sich beruflich<br />
neu zu orientieren. Nach dem Abschluss zur Touristikkauffrau<br />
ist Martina Müller seit 2008 Geschäftsführerin<br />
der Stadtmarketing Gesellschaft Schwerin mbH und<br />
seit Ende 2020 gleichzeitig Geschäftsführerin des<br />
Tourismusverbandes Mecklenburg-Schwerin e. V.<br />
148
About Martina Müller:<br />
Martina Müller was born in Schwerin and is 56 years old;<br />
she is married and has an adult son. As a trained data<br />
processing clerk and with a degree in education, she<br />
made her passion her profession and was the youngest<br />
leader of a district music corps in the GDR at the age<br />
of 19.<br />
After German reunification, she moved to Schleswig-<br />
Holstein. After commercial retraining, she spent many<br />
years working for an industrial agency, was in charge<br />
of setting up a subsidiary in Mecklenburg-Western<br />
Pomerania and then became regional manager for<br />
Hamburg and Schleswig-Holstein. In the late 1990s, she<br />
and her family returned to Schwerin, where she worked<br />
in the sales department of a major German medical<br />
products company.<br />
Health reasons resulted in her choosing a new career<br />
path. After training as a tourism manager, Martina<br />
Müller has been the CEO of Schwerin city marketing<br />
since 2008, and since 2020 she has been CEO of the<br />
Mecklenburg-Schwerin tourist board at the same time.<br />
Copyright: TV MSN_Tiemann<br />
What kind of development has your sector seen<br />
in the association’s district in recent years?<br />
Numerous partner networks have emerged that can be integrated<br />
in our project work. For several years now we are also having to<br />
deal with a ‘changing of the guard’. It is not unusual for tourist<br />
facilities to close for age reasons, particularly in the hospitality<br />
trade. The Covid pandemic with workers moving to other sectors<br />
and then the energy crisis have also had an impact. On the other<br />
hand, we have also seen some clear improvements in the infrastructure.<br />
Here I could mention among others the upgrade of<br />
the A 14 motorway that crosses the region from north to south,<br />
and the network of cycle tracks. The Federal German Garden<br />
Show in Schwerin in 2009 triggered many positive developments.<br />
In terms of urban development, this included opening up the<br />
city’s waterfront with promenades and open spaces now enticing<br />
people directly to spend time on the banks of Schwerin Lake.<br />
New pro viders have arrived in the region, including Texas MV,<br />
Elephant Gin and Wittenburg , which is currently in the planning<br />
stage. Other smaller scale offerings also enrich the region’s tourism<br />
diversity, such as the safari tour around Schaalsee lake or hospitality<br />
development in Plau. In terms of guest behaviour, people<br />
are staying for longer periods and booking their visit at shorter<br />
notice; weekend and city trips are on the increase and there is a<br />
growing interest in active holidays surrounded by nature.<br />
How would you entice an imaginary family at Düsseldorf<br />
station to come to Western Mecklenburg for a holiday?<br />
Imagine somewhere without car horns, time pressure, stress and<br />
poor air quality. A place with quaint half-timbered houses and<br />
yellow rape fields. With the sweet smell of wild herbs and mosscovered<br />
forest floor, with the cries of ospreys and the humming of<br />
bees. All these wonderful places and moments where time seems<br />
to stand still. That’s the joy of the outdoors! You can find it with<br />
us in Mecklenburg-Schwerin.<br />
Could you convince them?<br />
Yes, because we specifically address “stressed” city dwellers in<br />
our main source regions North Rhine-Westphalia and Lower<br />
Saxony. Guests also like to come to our region from the cities<br />
of Hamburg and Berlin, followed by guests from Mecklenburg-<br />
Western Pomerania who enjoy having a holiday in their own state.<br />
These were the results of a guest survey commissioned by the state<br />
tourism association for 2022/2023. The number of guests here in<br />
the region from Hamburg accounts for 4.8 %, or more than twice<br />
as many compared to the state as a whole. Guests stay for 6.4 nights<br />
on average, and the average age is 55.8 years. 73.6 % of the survey<br />
respondents named nature and the countryside as the decisive<br />
criteria for coming to Mecklenburg Western Pomerania. Peace and<br />
relaxation were given similar priority. Active con noisseurs with a<br />
focus on culture and culinary delights also like coming here. Our<br />
region Mecklenburg-Schwerin is thus the perfect place for a holiday:<br />
away from the bustle of overfilled beaches and big cities, with<br />
lots of water, nature and culture!<br />
149
Zu den Aufgaben des Verbandes gehört auch die<br />
Netzwerkarbeit. Welches Beispiel können Sie dafür nennen?<br />
Ein gutes Beispiel ist Kurs Elbe 4.0. Dieses Netzwerk mit sechs<br />
Partnern ist ursprünglich aus einem Leitprojekt der Metropolregion<br />
Hamburg entstanden. Ziele des Projekts sind die Verbesserung<br />
der Rahmenbedingungen für die touristische Entwicklung<br />
auf dem Flussabschnitt zwischen Hamburg und Wittenberge<br />
sowie die Entwicklung übergreifender, vermarktungsfähiger touristischer<br />
Produkte. Hierzu gehören weiterhin die Personenschifffahrt<br />
und die Verknüpfung bereits vorhandener Angebote. Mit<br />
der Web-App Enni’s Elbe-Abenteuer wurde ein digitales Angebot<br />
für Familien mit Kindern geschaffen, um die Region interaktiv<br />
und spielerisch vor Ort zu erleben. Mehr als 200 kleine Mikroabenteuer<br />
sorgen für spannende Unterhaltung während des<br />
nächsten Familienausflugs. Ergänzt werden die Erlebnisse durch<br />
Wissenshäppchen zu der Region und kurze Hörgeschichten mit<br />
Enni, dem kleinen Wassertropfen.<br />
Mit welchen Projekten beschäftigt sich der<br />
Verband momentan?<br />
Innerhalb des Umsetzungsmanagements unserer regionalen<br />
Tourismusstrategie beschäftigen wir uns derzeit mit dem Projekt<br />
„Schlösser, Kultur und Genuss“. Dabei besteht das Ziel darin,<br />
thematische Erlebnisrouten zu konzipieren, die kleinere Erlebnisräume<br />
miteinander verbinden. Im Fokus steht die Entwicklung einer<br />
Schlosserlebnis- und Genussroute insbesondere für Rad fahrer.<br />
Mit einem anderen Projekt „Kunst-Erlebnis-Natur“ wollen wir<br />
ein neues freizeittouristisches Angebot für Familien in der Natur<br />
konzipieren, die regionalen Anbieter weiter vernetzen sowie die<br />
Attraktivität der Region und somit die lokale Wertschöpfung steigern.<br />
Seit etwa drei Jahren läuft das inter regionale und interkommunale<br />
Tourismusprojekt „S³ – Se(h)en – Shopping – Spaß“. Ziel<br />
ist es, die Potenziale der Gesamtregion sowie der einzelnen Ämter<br />
und Städte herauszuarbeiten. Die Themen wurden in Schlüsselprojekte<br />
zusammengefasst, die sich mit dem Umsetzungsmanagement,<br />
der touristischen Infrastruktur entwicklung, der Angebotsentwicklung<br />
und einheitlichen Vermarktung beschäftigen. Die<br />
zahlreichen Schlüsselprojekte wie der Aufbau der interkommunalen<br />
Arbeitsgemeinschaft, die Einrichtung einer einheitlichen<br />
Marktforschung, ein übergeordnetes Radwege system und die<br />
Steuerung der Bestandsentwicklung der übergreifenden Infrastruktur<br />
wurden auf den Weg gebracht. 2024 liegt der Fokus auf<br />
der Optimierung der Website, den Themenrouten sowie einer<br />
KI-Kampagne zum Thema „Draußenglück“. In der Planung befindet<br />
sich gerade die Manufaktur-Route 2.0.<br />
Ende Juli 2024 hat die UNESCO das Residenzensemble Schwerin<br />
in das Weltkulturerbe aufgenommen. Das ist eine große Ehre für<br />
die Stadt und zugleich eine Verpflichtung, behutsam mit den insgesamt<br />
38 historischen Gebäuden und landschaftlichen Anlagen<br />
im Innenstadtbereich Schwerins umzugehen. Wir werden daher<br />
unter diesem neuen Vorzeichen alle Projekte noch einmal auf den<br />
Prüfstand stellen und ein nachhaltiges Tourismuskonzept entwickeln.<br />
Networking is also one of the association’s tasks.<br />
Can you give us an example?<br />
One good example is the ‘Kurs Elbe 4.0’ network. It has six<br />
partners and emerged from a flagship project of the Hamburg<br />
Metropolitan Region. The aim is to improve the general conditions<br />
for tourism development on the section of the river Elbe<br />
between Hamburg and Wittenberge, together with the development<br />
of marketable cross-segment tourism projects. This also<br />
includes passenger shipping, as well as integrating already existing<br />
facilities. ‘Enni’s Elbe-Abenteuer’ (Elbe adventure) is a web app<br />
that was created for families with children as a digital, inter active,<br />
playful way to experience the region on the ground. More than<br />
200 little micro-adventures provide exciting entertainment during<br />
the next family outing. The adventures are supplemented by<br />
snippets of knowledge about the region and short audio stories<br />
with Enni, the little water droplet.<br />
Which projects is the association dealing<br />
with at the moment?<br />
Implementation management for our regional tourism strategy<br />
currently includes the ‘Castles, Culture and Pleasure’ project.<br />
The aim is to devise themed adventure routes that link smaller<br />
adventure areas. The focus is on developing a castle adventure and<br />
pleasure route, particularly for cyclists. Another project called<br />
‘Art-Adventure-Nature’ aims to devise a new leisure tourism<br />
option for families in natural surroundings, with further networking<br />
of regional providers, as well as enhancing the region’s<br />
appeal and boosting local value creation. The inter-regional<br />
and inter- municipal tourism project ‘S³ – Se(h)en – Shopping<br />
– Spaß’ (sight-seeing/lakes – shopping – fun) has been running<br />
now for about three years. The aim is to elaborate the poten tial<br />
of the whole region and of the individual municipalities and<br />
towns. The topics are grouped together in key projects, dealing<br />
with implementation management, development of the tourism<br />
infrastructure, development of offerings and uniform mar keting.<br />
Numerous key projects have been initiated, such as esta blishing<br />
the inter-muni cipal task force, setting up uniform market research,<br />
an overarching system of cycle paths and steering the development<br />
of the existing overall infrastructure. In 2024, the emphasis is on<br />
optimising the website, the themed routes and an AI campaign<br />
about ‘the joy of the outdoors’. The Manufactory Route 2.0. is<br />
currently going through the planning process.<br />
At the end of July 2024, Schwerin Residence Ensemble was inscribed<br />
in the UNESCO World Cultural Heritage list. This is a<br />
great honour for the city, and at the same time an obligation to<br />
take great care of the altogether 38 historical buildings and landscape<br />
elements in Schwerin city centre. Under this new premise,<br />
all projects will be reviewed again and we will develop a sustainable<br />
tourism concept.<br />
Which motto takes you through the day?<br />
‘Impossible’ is not an option! My focus is always on finding good<br />
creative solutions for every situation and challenge. One thing I’ve<br />
150
Copyright: SMG_Oliver Borchert<br />
Welches Credo begleitet Sie durch den Tag?<br />
Geht nicht – gibt es nicht! Es geht mir immer darum, kreativ gute<br />
Lösungen für jegliche Situation und Herausforderung zu finden.<br />
Dabei habe ich gelernt, immer auch die Perspektive der anderen<br />
Seite zu betrachten. Ich habe ein hochmotiviertes Team. Uns<br />
allen macht die Arbeit enorm Spaß, wir sehen recht schnell Ergebnisse<br />
und jeder kann sich aktiv einbringen. Wir können sehr viele<br />
praktische Dinge initiieren und umsetzen und dazu beitragen,<br />
dass sich Mecklenburg-Schwerin ganzheitlich entwickelt. Unsere<br />
Region hat enormes Potenzial, benötigt aber künftig deutlich<br />
mehr Unterstützung, um das Binnenland voranzubringen: sei<br />
es die Infrastruktur, Produktentwicklung, Digitalisierung oder<br />
Erreichbarkeit.<br />
Stand up Paddling auf dem Schweriner See<br />
Stand up paddling on Lake Schwerin<br />
learnt is that you should always also see things from the other side.<br />
I have a highly motivated team. We all have great fun with our<br />
work, we see the results of what we do quite promptly, and everyone<br />
can be actively involved. We are able to initiate and implement<br />
many very practical things and contribute to the holistic development<br />
of Mecklenburg-Schwerin. Our region has huge potential,<br />
but will need far more support in future to drive the inland state<br />
forward, in terms of infrastructure, product development, digitalisation<br />
or also accessibility.<br />
151
NAHBUS<br />
NAHBUS erschließt den Landkreis Nordwestmecklenburg mit einem<br />
umfangreichen Netz aus Takt-, Regional- und Stadtlinien, ergänzt<br />
um ein stets wachsendes Rufbusnetz. Somit stellen wir sicher, dass<br />
alle Einwohner durch ein aufeinander abgestimmtes Fahrplanangebot<br />
einen Zugang zum ÖPNV erhalten. Unsere engagierten Mitarbeiter im<br />
Fahrpersonal und an den Betriebshöfen in Grevesmühlen, Wismar und<br />
Gadebusch sorgen täglich dafür, die Fahrgäste sicher und pünktlich an<br />
ihr Ziel zu bringen. Wir stellen uns den Herausforderungen an einen<br />
modernen, nachhaltigen und zukunftsfähigen ÖPNV mit dem Ziel, die<br />
Mobi litätswende aktiv voranzu treiben. NAHBUS wächst stetig weiter,<br />
bildet die Fachkräfte von morgen aus und ist ein wichtiger Arbeitgeber<br />
in der Region.<br />
NAHBUS serves the district of Nordwestmecklenburg with an exten sive<br />
network of regular, local and urban bus services, supple mented by a constantly<br />
growing on demand offering. Thanks to coordinated time tables,<br />
we provide access to public transport for all residents. Our committed<br />
drivers and dedicated staff at our depots in Grevesmühlen, Wismar and<br />
Gadebusch work every day to ensure that passengers reach their destination<br />
safely and on time. We take on the challenges involved in providing<br />
modern, sustainable and future-oriented local public transport with<br />
the aim of actively driving forward the mobility transition. NAHBUS<br />
con tinues to grow training the skilled workers of tomorrow and is an<br />
important employer in the region.<br />
Information<br />
Seit Gründung im Jahr 2016<br />
führt NAHBUS den öffentlichen<br />
Dienstleistungsauftrag des<br />
Landkreises Nordwestmecklenburg<br />
aus und erschließt die<br />
Region gemeinsam mit Partnerunternehmen<br />
mit jährlich<br />
rund sieben Millionen Fahrplankilometern.<br />
www.nahbus.de<br />
Since it was founded in 2016,<br />
NAHBUS has carried out the<br />
public service contract for<br />
the district of Nordwestmecklenburg,<br />
work ing with partner<br />
com panies to serve the region<br />
with around seven million<br />
scheduled kilometres every<br />
year.<br />
Baker Tilly<br />
Weltweit vernetzt und lokal präsent – auch in Schwerin. Das über greifende<br />
Ziel von Baker Tilly ist es, die Werte und Assets unserer Mandanten –<br />
in erster Linie der große, internationale Mittelstand – zu schützen und<br />
zu steigern. Wir sorgen für die passenden Rahmenbedingungen, um<br />
sowohl interne als auch externe Risiken frühzeitig zu erkennen und zu<br />
managen als auch Chancen und Potenziale für wirtschaftliches Wachstum<br />
zu nutzen. Unsere Erfolgsfaktoren sind schnell zusammengefasst:<br />
eine besonders hohe Beratungsqualität, Empfehlungen, die aus rechtlicher,<br />
wirtschaft licher und steuerlicher Sicht ganzheitlich formuliert und<br />
stimmig sind, und ein unternehmerisches Grundverständnis.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1979<br />
Mitarbeiter: 25 in Schwerin,<br />
rund 1500 an 10 Standorten in<br />
Deutschland<br />
Leistungsspektrum:<br />
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung,<br />
Rechtsberatung und<br />
Unternehmensberatung<br />
www.bakertilly.de<br />
Year founded: 1979<br />
Employees: 25 in Schwerin,<br />
approx. 1,500 at 10 locations all<br />
over Germany<br />
Range of services:<br />
Audit & advisory, tax, legal<br />
and consulting<br />
1<br />
152<br />
Global network. Local presence. Also in Schwerin. Baker Tilly’s<br />
overriding aim is to protect and grow the values and assets of our clients<br />
– primarily major international medium-sized enterprises. We provide<br />
the right framework conditions for early detection and management of<br />
both internal and external risks, as well as exploiting opportunities and<br />
potential for international growth. It’s easy to summarise the factors<br />
behind our success: best-quality consulting, holistically formulated and<br />
consistent legal, business and fiscal recommendations, and an entrepreneurial<br />
mindset.
Gemeinsam stark für Mecklenburg –<br />
Heimatverbunden und modern<br />
Wir sind die größte Genossenschaftsbank in Mecklenburg-Vorpommern.<br />
Unsere genaue Kenntnis des Marktes, der persönliche Kontakt zu unseren<br />
Kundinnen und Kunden sowie die Verantwortung für die Region sind<br />
uns wichtig.<br />
Wir gehören keinen Aktionären, sondern ausschließlich unseren mehr<br />
als 50.000 Mitgliedern, die bei uns demokratisch mitbestimmen und<br />
mitgestalten können und die wir an unserem Erfolg teilhaben lassen.<br />
Die Mitgliedschaft hebt uns von anderen Banken ab. Nach der genossenschaftlichen<br />
Grundidee „Was einer allein nicht schafft, das schaffen<br />
viele.“ denken und handeln wir seit unserer Gründung 1857. Eine Idee,<br />
die so erfolgreich ist, dass heute von unseren Kunden gleichzeitig jeder<br />
Dritte Mitglied unserer digitalen Regionalbank ist.<br />
Als Mittelstandsfinanzierer stärken wir der heimischen Wirtschaft den<br />
Rücken, wir erfüllen vielen Menschen ihren Traum von den eigenen<br />
vier Wänden und wir helfen unserer Kundschaft mir fairer Beratung auf<br />
Augenhöhe bei ihrer Altersvorsorge, der Absicherung oder beim Vermögensaufbau.<br />
Neben der wachsenden digitalen Präsenz erlaubt unser<br />
breites Filialnetz eine dezentrale Struktur und sichert für die Zukunft<br />
qualifizierte Beratungen in Mecklenburg.<br />
Auch als Arbeitgeber sind wir der Heimathafen von der Ostsee bis zur<br />
Mecklenburgischen Seenplatte für 367 Beschäftigte, die unser VR-Team<br />
ausmachen! Auf eigenen Nachwuchs legen wir als Top-Ausbildungsbetrieb<br />
großen Wert. Für alle, die Meer wollen, bieten wir diverse Benefits.<br />
Mehr unter vrbankmecklenburg.de/jobs<br />
VR Bank Mecklenburg eG<br />
Together we’re strong for Mecklenburg –<br />
rooted in the region, with a modern approach<br />
We are the largest cooperative bank in Mecklenburg-Western Pomerania.<br />
Our priority is to have precise knowledge of the market and personal<br />
contact with our customers, as well as responsibility for the region.<br />
Rather than shareholders, we belong exclusively to our more than 50,000<br />
members, who have the option of democratically defining and shaping<br />
what we do, and who also have a share in our success. It’s the membership<br />
that makes us stand out from other banks. Ever since we were founded<br />
in 1857, we have thought and acted according to the basic cooperative<br />
idea: „What one person cannot do alone, many people can do together“.<br />
This idea has been so successful that today, every third customer is also a<br />
member of our digital regional bank.<br />
As SME business lender, we bolster the local economy and enable many<br />
people to fulfil their dream of owning their own home; we also provide<br />
our customers with fair, clear advice about their pension provisions,<br />
financial protection or wealth accumulation. Besides our growing<br />
digital presence, the broad-based network of branches lets us operate a<br />
de centralised structure, safeguarding the future of qualified advice in<br />
Mecklenburg.<br />
We are also a reliable employer from the Baltic coast to the Mecklenburg<br />
lake district for the 367 employees in our VR team. As a top training<br />
company, we give particular priority to our own young talents. We offer<br />
various benefits for all who want more.<br />
More at vrbankmecklenburg.de/jobs<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1857<br />
Mitarbeiter: 367<br />
Mitglieder: 50.255<br />
Leistungsspektrum:<br />
umfassende Finanzdienstleistungen<br />
für Privat und Firmenkunden<br />
darunter Girokonten,<br />
Kredite, Baufinanzierungen und<br />
Vermögensberatung sowie<br />
Versicherungen, Bausparen<br />
und Leasing<br />
(Stand: 31.12.2023)<br />
www.vrbankmecklenburg.de<br />
Year founded: 1992<br />
Employees: 347<br />
Members: 50,255<br />
Range of services:<br />
Comprehensive financial<br />
services for private and business<br />
customers, including current<br />
accounts, loans, mortgage<br />
lending and asset consulting,<br />
as well as insurance, home<br />
purchase savings and leasing<br />
(as of 31/12/2023)<br />
153<br />
1
Im März 2020 begann der Nahverkehr Schwerin die Umstellung der Omnibusflotte<br />
von Diesel motoren auf Elektromobilität. Seitdem befördern die ersten<br />
Omnibusse vom Typ eCitaro (Mercedes Benz) unsere Fahrgäste durch Schwerin.<br />
Der Nahverkehr Schwerin ist damit Vorreiter in MecklenburgVorpommern.<br />
In March 2020, Nahverkehr Schwerin began converting its bus fleet from<br />
diesel en gines to electric mobility. Since then, the first eCitaro (Mer ce des<br />
Benz) buses have been transporting our passengers through Schwerin. This<br />
makes Nahverkehr Schwerin a pioneer in MecklenburgVorpommern.<br />
Nahverkehr Schwerin<br />
GmbH (NVS)<br />
Die Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS) prägt mit fast 200 Kilometern<br />
Liniennetz und mehr als 350 Haltestellen entscheidend die Mobilität in<br />
der Landeshauptstadt Schwerin. Als kommunales Unternehmen, getragen<br />
von der Stadtwerke Schwerin GmbH mit 99 % und der Landeshauptstadt<br />
Schwerin mit 1 %, verbindet es Effizienz mit städtischer Verantwortung.<br />
Über 250 Mitarbeitende gewährleisten täglich, dass Einwohner<br />
und Besucher Schwerins zuverlässig und sicher an ihr Ziel gelangen. Mit<br />
Termintreue, einer modernen Fahrzeugflotte und ihren serviceorientierten<br />
Mitarbeitenden stärkt die NVS ihren Ruf als zuverlässiger Mobilitätsanbieter.<br />
Neben dem klassischen Nahverkehr setzt die NVS auch auf innovative<br />
Mobilitätslösungen, wie den E-Bike-Verleih direkt in der Altstadt, um<br />
Schwerin umweltfreundlich auf zwei Rädern zu erkunden. Initiativen,<br />
wie das Rollatortraining für Senioren und Verkehrserziehung für Kinder,<br />
verdeutlichen das soziale Engagement der NVS.<br />
The local public transport company Nahverkehr Schwerin GmbH (NVS)<br />
plays a key role in terms of mobility for the state capital Schwerin, with<br />
a route network covering nearly 200 kilometres and more than 350 bus<br />
and tram stops. The municipal company is owned 99 % by Stadt werke<br />
Schwerin GmbH and 1 % by the state capital Schwerin, combining<br />
efficiency with urban responsibility. More than 250 employees make<br />
sure that Schwerin’s residents and visitors arrive at their destinations<br />
reliably and safely every day. Punctuality, a modern fleet of vehicles and a<br />
service-oriented workforce enhance NVS’ reputation as a reliable mobility<br />
provider.<br />
In addition to conventional local public transport, NVS also advocates<br />
innovative mobility solutions, such as e-bikes for hire directly in the old<br />
town as an environmentally-friendly way of discovering Schwerin on two<br />
wheels. Initiatives such as rollator training for senior citizens and road<br />
safety training for children exemplify the social commitment of NVS.<br />
Information<br />
Gründungsjahr: 1908 Mitarbeitende: rund 250<br />
Liniennetz: 200 Kilometer Haltestellen: 350<br />
72 Prozent unserer Fahrgäste werden mit 30 Straßenbahnen auf<br />
vier Linien umweltgerecht befördert. Wir unterstützen das Ziel der<br />
Landeshauptstadt, die CO2Emissionen bis zum Jahr 2035 auf Null<br />
zu senken und CO2neutral zu werden.<br />
www.nahverkehr-schwerin.de<br />
154 1<br />
Year founded: 1908 Employees: approx. 250<br />
Route network: 200 kilometres Bus and tram stops: 350<br />
72 percent of our passengers use four different tram routes with<br />
30 environmentallyfriendly trams. We support the state capital’s<br />
target of achieving zero CO2 emissions and becoming carbonneutral<br />
by 2035.
Copyright: Nadine/www.AdobeStock.com<br />
155
Inserentenverzeichnis<br />
List of Advertisements<br />
AIRSENSE Analytics GmbH, Schwerin .........................................................21<br />
www.airsense.com<br />
Aqua Service Schwerin Beratungs- und Betriebsführungsgesellschaft mbH ................ 145<br />
www.aqsn.de<br />
AWUS mobile GmbH & Co. KG, Schwerin ......................................................14<br />
www.awus-mobile.de<br />
Baker Tilly Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Schwerin .......................................152<br />
www.bakertilly.de<br />
BAUUNION Wismar GmbH, Wismar ..........................................................137<br />
www.bauunion-wismar.de<br />
BEWI RAW GmbH, Wismar ...................................................................79<br />
www.bewi.com/raw/wismar<br />
BRÜGGEN Fahrzeugwerk & Service GmbH, Lübtheen .........................................13<br />
www.brüggen-gmbh.de<br />
BÜTOW Industrie-Elektronik GmbH, Wismar ..................................................91<br />
www.buetow.com<br />
die fensterbauer GmbH, Ludwigslust ........................................................136<br />
www.die-fensterbauer.com<br />
Dr. Oetker Tiefkühlprodukte Wittenburg KG. .................................................. 53<br />
www.oetker.com<br />
ds automation gmbh, Schwerin. .............................................................104<br />
www.dsautomation.de<br />
DST - Diagnostische Systeme & Technologien GmbH, Schwerin. .............................123<br />
www.dst-diagnostic.com<br />
DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH, Schwerin ...........70, 71<br />
www.dvz-mv.de<br />
Elomatic Maritime Technologies GmbH, Wismar. ............................................. 47<br />
www.elomatic.com<br />
156
Gläserne Molkerei GmbH, Dechow ........................................................... 54<br />
https://glaeserne-molkerei.de<br />
GP Medical Staff GmbH, Schwerin ............................................................122<br />
www.gpmedicalstaff.de<br />
GRAFTEC GmbH, Boizenburg. ................................................................88<br />
www.graf-tec.de<br />
HCH Umwelt GmbH, Schwerin ..............................................................138<br />
www.hch-umwelt.de<br />
Hochschule Wismar, Wismar .................................................................111<br />
www.hs-wismar.de<br />
HW Leasing GmbH, Wismar .................................................................105<br />
www.hw-leasing.de<br />
IAG - Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH, Selmsdorf. ........................... 77<br />
www.ihlenberg.de<br />
Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG, Wismar ...................................................61<br />
www.ilimtimber.eu<br />
IT-Tekten GmbH, Schwerin. ...................................................................68<br />
www.it-tekten.net<br />
KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH. ....................................32, 33<br />
www.kgw-schwerin.de<br />
Leukhardt Schaltanlagen Systemtechnik GmbH, Schwerin ...................................30<br />
www.leukhardt-system.de<br />
Logic Way GmbH, Schwerin .................................................................104<br />
www.logicway.de<br />
MATACHANA Germany GmbH, Selmsdorf ....................................................123<br />
www.matachana.de<br />
Mecklenburgisches Staatstheater GmbH, Schwerin ......................................... 129<br />
www.mecklenburgisches-staatstheater.de<br />
157
MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH, Brüel ............................................ 129<br />
www.mfg-freizeit.com<br />
MIV Mecklenburgisches Ingenieurbüro für Verkehrsbau GmbH, Schwerin ....................137<br />
www.miv-ing.de<br />
Müller Kunststofftechnik GmbH, Hagenow. ...................................................90<br />
www.mueller-kunststofftechnik.de<br />
Nagel-Group Logistics SE, Versmold ..........................................................15<br />
Nagel LK Logistik GmbH, Standort Schönberg<br />
www.nagel-group.com<br />
NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH, Grevesmühlen .....................................152<br />
www.nahbus.de<br />
Nahverkehr Schwerin GmbH, Schwerin ...................................................... 154<br />
www.nahverkehr-schwerin.de<br />
OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG (OT Schwerin) ....................................... 23<br />
www.ot-schwerin.de<br />
Prysmian Kabel und Systeme GmbH Kabelwerk Schwerin. ...................................30<br />
https://de.prysmian.com<br />
providata GmbH, Schwerin ...................................................................69<br />
www.providata.de<br />
PTS-precision GmbH, Schwerin. ...............................................................14<br />
www.pts-precision.de<br />
Räber Elektrotechnik GmbH & Co. KG, Schwerin ..............................................90<br />
www.raeber.de<br />
ReformKontor GmbH & Co. KG, Zarrentin am Schaalsee ...................................... 54<br />
www.reformkontor.de<br />
saz - Schweriner Aus- und Weiterbildungszentrum e. V. ......................................85<br />
www.sazev.de<br />
Schmal GmbH & Co. Verpackungen KG, Valluhn ..............................................89<br />
www.schmal-verpackungen.de<br />
158
Schoeller Allibert GmbH, Schwerin ...........................................................78<br />
www.schoellerallibert.com<br />
SCHOTTEL GmbH, Niederlassung Wismar. ................................................... 47<br />
www.schottel.de<br />
Schwarz & Grantz Schwerin GmbH, Schwerin. ...............................................136<br />
www.schwarz-grantz.de<br />
Seehafen Wismar GmbH, Wismar .............................................................61<br />
www.hafen-wismar.de<br />
SIS - Schweriner IT- und Servicegesellschaft mbH ...........................................68<br />
www.sis-schwerin.de<br />
Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Schwerin. ............................................... 139<br />
www.sparkasse-mecklenburg-schwerin.de<br />
Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH, Ludwigslust ........................................ 29<br />
www.stw-ludwigslust-grabow.de / www.lewitzenergie.de<br />
Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS) ............................................................31<br />
www.stadtwerke-schwerin.de<br />
Trolli GmbH, Hagenow. ....................................................................... 55<br />
www.trolli.de<br />
VARIOVAC PS SystemPack GmbH, Zarrentin am Schaalsee. ...............................86, 87<br />
www.variovac.de<br />
VR Bank Mecklenburg eG, Rostock .......................................................... 153<br />
www.vrbankmecklenburg.de<br />
WDI CP GmbH & Co. KG, Hagenow ...........................................................88<br />
www.wdi-cp.de<br />
WEMAG AG, Schwerin .....................................................................40, 41<br />
www.wemag.com<br />
159
Bildquellen<br />
Picture Sources<br />
Die Bilder auf den PR-Seiten wurden von den jeweiligen<br />
Firmen, Verwaltungen und Verbänden zur Verfügung gestellt.<br />
Bei anderen Fotos ist die Bildquelle neben dem Motiv genannt.<br />
The images on the PR pages were provided by the respective<br />
companies, administrations and associations.<br />
In the case of other photos, the image source is stated next to the motif.<br />
Folgende Bilder sind von Bodo Nussdorfer, Bielefeld /<br />
The following pictures are from Bodo Nussdorfer, Bielefeld:<br />
S. 8, 9, 14, 16, 17, 21, 23–25, 29–32, 33 o., 34, 35, 40–43, 47 u., 48–50, 53, 54,<br />
56, 57, 62, 63, 68 u., 70 u. r., 72, 73, 78, 80, 81, 85–93, 98, 99, 104–107, 111 o.,<br />
112, 113, 118, 119, 122, 123 o., 124, 125, 129–131, 136, 137 o., 139–141, 145–147, 152<br />
Titelbild / Cover picture: Carl-Jürgen Bautsch/www.AdobeStock.com<br />
160