LE-4-2024 - HANDEL & DISTANZHANDEL
LOGISTIK express Journal 4/2024 Heft: Handel & Distanzhandel Titel: Recht(Schaft) im Handel Handel: 50 Forderungen an die Politik // HV Beschwerde gegen Temu // Consumer Day 2024 // Bundespreis: Beliebteste Händler // Europa fällt in der Gestaltung des Ecommerce zurück // Künstliche Intelligenz in der Logistik // ISO erarbeitet internationale Normen // Strategien für europäische Händler im Wettbewerb mit Temu // Amazon und der Retourenkauf // Österreichische Post feiert // Steigende Transportkosten belasten // Lieferschwierigkeiten Online-Shopping // Online-Händler in der Peak Season // Sicherheit im Online-Handel // P19 Payment Festival in Wien // Steuersystem braucht dringend eine Reform // Top 10-Platzierung der innovationsfähigsten Volkswirtschaften
LOGISTIK express Journal 4/2024
Heft: Handel & Distanzhandel
Titel: Recht(Schaft) im Handel
Handel: 50 Forderungen an die Politik // HV Beschwerde gegen Temu // Consumer Day 2024 // Bundespreis: Beliebteste Händler // Europa fällt in der Gestaltung des Ecommerce zurück // Künstliche Intelligenz in der Logistik // ISO erarbeitet internationale Normen // Strategien für europäische Händler im Wettbewerb mit Temu // Amazon und der Retourenkauf // Österreichische Post feiert // Steigende Transportkosten belasten //
Lieferschwierigkeiten Online-Shopping // Online-Händler in der Peak Season // Sicherheit im Online-Handel // P19 Payment Festival in Wien //
Steuersystem braucht dringend eine Reform // Top 10-Platzierung der innovationsfähigsten Volkswirtschaften
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<strong>HANDEL</strong> & DISTANZ<strong>HANDEL</strong> <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong><br />
RECHT(SCHAFT) IM <strong>HANDEL</strong><br />
Walter Trezek, CLS - Commerce Logistics<br />
Specialist äußert sich zur Entwicklung des<br />
E-Commerce.<br />
LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S2<br />
LOGISTIK express<br />
<strong>HANDEL</strong> &<br />
DISTANZ<strong>HANDEL</strong><br />
Auf einen Blick:<br />
04 Handel: 50 Forderungen an die Politik<br />
08 HV Beschwerde gegen Temu<br />
10 Consumer Day <strong>2024</strong><br />
12 Bundespreis: Beliebteste Händler<br />
14 Europa fällt in der Gestaltung des<br />
Ecommerce zurück<br />
18 Künstliche Intelligenz in der Logistik<br />
20 ISO erarbeitet internationale Normen<br />
22 Strategien für europäische Händler<br />
im Wettbewerb mit Temu<br />
24 Amazon und der Retourenkauf<br />
26 Österreichische Post feiert<br />
28 Steigende Transportkosten belasten<br />
30 Lieferschwierigkeiten Online-Shopping<br />
32 Online-Händler in der Peak Season<br />
34 Sicherheit im Online-Handel<br />
36 P19 Payment Festival in Wien<br />
38 Steuersystem braucht eine Reform<br />
40 Top 10-Platzierung der innovationsfähigsten<br />
Volkswirtschaften
<strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong><br />
IMPRESSUM<br />
Medieninhaber, Herausgeber:<br />
Markus Jaklitsch<br />
Fotos: istockphoto.com<br />
LOGISTIK express / MJR MEDIA WORLD<br />
Hameaustraße 44, 1190 Wien<br />
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at<br />
www.logistik-express.com
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S4<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Handel präsentiert<br />
50 Forderungen an die<br />
Politik zur Belebung des<br />
Wirtschaftsstandortes<br />
92% der österreichischen Händler beklagen<br />
gestiegene bürokratische Belastung in den<br />
letzten 5 Jahren. Österreich braucht in der<br />
nächsten Legislaturperiode positive Impulse<br />
und eine klare Reformagenda.<br />
GERALD KÜHBERGER<br />
die US-Wirtschaft hat sich deutlich dynamischer<br />
entwickelt. Das schlägt sich auch im<br />
aktuellen IMD-Ranking nieder, wo sich der<br />
Standort Österreich erneut vom 24. auf den 26.<br />
Platz verschlechtert hat.<br />
"Während in der EU von 2019 bis <strong>2024</strong> rund<br />
13.000 Rechtsakte verabschiedet wurden,<br />
waren es in den USA im gleichen Zeitraum<br />
3.500 Vorschriften. Diese Regulierungswut in<br />
Europa ist ein absoluter Produktivitätskiller und<br />
lähmt unsere Innovationskraft. Wir verlieren den<br />
Anschluss an die USA und China", bestätigt<br />
Rainer Will, Geschäftsführer des freien und<br />
überparteilichen Handelsverbands.<br />
"Erschwerend hinzu kommt noch der mangelhafte<br />
Vollzug dieser Regulierungen bei Wirtschaftsakteuren<br />
aus Drittstaaten. Diese werden<br />
dadurch bessergestellt als europäische Unternehmen."<br />
GERALD KÜHBERGER<br />
Der Wirtschaftsstandort Österreich<br />
ist in den vergangenen zehn Jahren<br />
massiv unter Druck geraten. Das<br />
heimische Bruttoinlandsprodukt pro<br />
Kopf ist sowohl im Vergleich mit den USA als<br />
auch mit der EU deutlich langsamer gewachsen.<br />
Seit 2019 ging das reale BIP pro Kopf hierzulande<br />
sogar um 1,7% zurück. Die Bevölkerungszahl<br />
ist zwar gestiegen, doch die Menschen im<br />
Land arbeiten im Schnitt immer weniger – weil<br />
es sich angesichts der hohen Steuerbelastung<br />
finanziell schlicht nicht auszahlt. Dazu kommt<br />
die Geringfügigkeitsfalle, die stundenweise<br />
Beschäftigung plus Arbeitslosengeld zu attraktiv<br />
macht. Das erschwert wiederum die Finanzierung<br />
unseres Sozialsystems. Deshalb haben<br />
die österreichischen Händler gemeinsam den<br />
PLAN H (H für Handel) erarbeitet.<br />
Regulierungswut: EU verabschiedet 4x mehr<br />
Rechtsakte als USA<br />
Der jüngste Bericht des früheren EZB-Präsidenten<br />
Mario Draghi zur Wettbewerbsfähigkeit der<br />
EU belegt, das v.a. die Überregulierung in Europa<br />
ein Bremsklotz für die Wirtschaft ist. In den<br />
letzten fünf Jahren hat Brüssel rund 4x mehr<br />
Rechtsakte verabschiedet als Washington –<br />
Handelsverband-Händlerbefragung:<br />
96% wollen "1-in-2-out-Regel"<br />
Die jüngste HV-Händlerbefragung (n=170) bestätigt,<br />
dass die Herausforderungen der Zukunft<br />
nur gemeistert werden können, wenn es sowohl<br />
national als auch auf EU-Ebene einen substanziellen<br />
Abbau des Bürokratiedschungels gibt.<br />
Hier die zentralen Ergebnisse:<br />
• 91% der Handelsbetriebe empfinden die<br />
Bürokratie in Österreich als belastend;<br />
• 92% beklagen die zunehmende bürokratische<br />
Belastung in den letzten 5 Jahren;<br />
• 96% unterstützen die HV-Forderung nach<br />
einem Abbau regulatorischer Hürden durch<br />
eine konsequente Anwendung der "1-in-<br />
2-out-Regel" (d.h. für jede neue regulative<br />
Belastung müssen zwei bestehende Belastungen<br />
abgebaut werden);<br />
"Der heimische Handel besteht auf die von der<br />
EU-Kommission versprochene Verringerung der<br />
Berichtspflichten um ein Viertel. Daher müssen<br />
wir den Bürokratiedschungel europaweit aber<br />
auch in Österreich durchforsten und lichten.<br />
Wir fordern ein Ende des Gold Platings bei der<br />
nationalen Ausgestaltung von EU-Richtlinien",<br />
sagt Rainer Will im Namen der österreichischen<br />
Händler.
In welchen Unternehmensbereichen ist die<br />
Bürokratiebelastung am stärksten?<br />
• Steuern & Abgaben<br />
• Buchhaltung & Jahresabschluss<br />
• Lohnverrechnung & Sozialversicherung<br />
• Arbeitnehmerschutz<br />
• Sicherheitsvorschriften & Genehmigung<br />
von Produkten<br />
• Verbraucherschutz<br />
• Umweltbestimmungen & ESG-Berichtspflichten<br />
• Datenschutz & IT-Sicherheit<br />
• Unternehmensgründungen<br />
• Öffentliche Förderungen<br />
PLAN H: Zukunftsprogramm des Handels<br />
Mit mehr als 700.000 Beschäftigten ist der<br />
Handel größter Arbeitgeber in Österreich und<br />
wichtige Säule der Volkswirtschaft. Ungeachtet<br />
dieser Bedeutung und seiner Versorgungsfunktion<br />
treten wir bei den Rahmenbedingungen<br />
seit Jahren auf der Stelle. Österreich ist nach wie<br />
vor ein Land der hohen Steuern und Lohnnebenkosten,<br />
ein Land mit extremer Regulierungsdichte<br />
und zu viel Föderalismus.<br />
Die Handelsbranche, die in Zeiten des digitalen<br />
Wandels in einem beinharten globalen Wettbewerb<br />
steht und seit 2020 von multiplen Krisen<br />
(Pandemie, Ukraine-Krieg, Personalmangel,<br />
Energiekrise, Teuerung) betroffen war, sieht<br />
sich mit immer neuen Auflagen und Gesetzen<br />
konfrontiert, die ihre Entwicklung behindern.<br />
Gleichzeitig können dubiose Plattformen aus<br />
Fernost wie Temu hierzulande frei wie Vögel<br />
agieren. Keine Spur von einem level playing<br />
field, dabei sollte die EU eigentlich europäische<br />
Händler vor unfairen Praktiken schützen, nicht<br />
umgekehrt.<br />
"2025 entscheidet sich, ob und wie unser Land<br />
aus dem permanenten Krisenmodus herausgeführt<br />
wird. Die Nationalratswahl im Herbst<br />
<strong>2024</strong> ermöglicht es, neue Antworten auf die<br />
drängenden Fragen unserer Zeit zu finden. Wir<br />
appellieren mit unserem PLAN H an die Politik,<br />
die Wettbewerbsfähigkeit wiederzubeleben und<br />
den Wirtschaftsstandort Österreich zu retten.<br />
Gehen wir es an!", so Handelsverband-Präsident<br />
Stephan Mayer-Heinisch.<br />
3. Klimaschutz<br />
Der Klimawandel ist die größte Herausforderung<br />
unserer Zeit. Jene, die Umweltschäden<br />
verursachen, sollen auch dafür zahlen. "Österreich<br />
ist ein Vorzeigeland im Umweltschutz und<br />
Bio-Weltmeister. Mit vielen freiwilligen Verein-<br />
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PLAN H: 8 Reformbereiche für ein Halleluja<br />
1. Entbürokratisierung & Deregulierung<br />
Gemessen am BIP gehen bei uns 12% der Wertschöpfung<br />
jährlich wegen Bürokratie verloren.<br />
Die heimische Wirtschaft muss sich aber in<br />
einem globalen Wettbewerb behaupten, daher<br />
braucht es eine zukunftsorientierte, praxisnahe<br />
Gesetzgebung. "Weniger ist mehr. Wir fordern<br />
u.a. eine Reform der Gewerbebehörden, die Abschaffung<br />
der Mietvertragsgebühr sowie eine<br />
zentralisierte Raumordnung", erklärt Stephan<br />
Mayer-Heinisch.<br />
2. Unternehmerische<br />
Freiheit & Liberalisierung<br />
"Jenen, die den Mut zum Gestalten aufbringen,<br />
die zeitgemäß und kundenorientiert denken,<br />
unternehmerisch handeln und damit die Systeme<br />
des österreichischen Sozialstaats finanzieren,<br />
soll auch etwas in der Tasche bleiben", sagt<br />
Ina Bauer, Geschäftsführerin von Mediashop.<br />
Daher braucht es u.a. eine Attraktivierung der<br />
Selbstständigkeit etwa im Direktvertrieb, eine<br />
Entrümpelung der komplizierten Zuschlagsregeln<br />
im Handel und die Abschaffung von<br />
Andienungspflichten, welche die Entsorgung<br />
verteuern.<br />
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LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S6<br />
barungen und Initiativen beweist der Handel,<br />
dass es nicht für jede wirksame Umweltschutz-Maßnahme<br />
ein eigenes Gesetz braucht,<br />
sondern die richtigen Anreize", bestätigt Karin<br />
Saey, Head of Retail im Dorotheum. Wir fordern<br />
eine praxis- und unternehmensnahe nationale<br />
Umsetzung der EU-Green-Deal Regulatorik (u.a.<br />
EU-Lieferkettengesetz, EU-Entwaldungsverordnung,<br />
EU-Verpackungsverordnung, EU-Gebäuderichtlinie)<br />
und eine enge Stakeholdereinbindung<br />
im Gesetzgebungsprozess.<br />
4. Fairness<br />
"Wir wollen einen fairen Welthandel, in dem<br />
sich Österreich als offene Volkswirtschaft<br />
positionieren kann, um gemeinsam Wohlstand<br />
zu schaffen. Dafür braucht es aber eine faire<br />
Besteuerung aller Marktteilnehmer und einen<br />
effektiven Vollzug", ist OTTO Austria Geschäftsführer<br />
Harald Gutschi überzeugt. Spielregeln<br />
müssen für alle gelten, egal ob groß oder klein.<br />
Daher fordern wir einen europäischen eCommerce-Aktionsplan,<br />
die Verhinderung von<br />
Zollumgehungen, eine sofortige Abschaffung<br />
der 150 Euro-Zollfreigrenze sowie transparente<br />
Prozesse und ein Fairness-Gebot bei Freihandelsabkommen<br />
wie Mercosur.<br />
5. Arbeitsmarktreform<br />
"Österreich beherbergt in Relation zur Bevölkerung<br />
überproportional viele Weltmarktführer<br />
und innovative Händler. Damit das so bleibt,<br />
brauchen wir eine substanzielle Arbeitsmarktreform.<br />
Jene, die ihre Arbeitsstunden erhöhen,<br />
sollten dafür belohnt und nicht bestraft werden.<br />
Leistung muss sich lohnen", so Rainer Will.<br />
Die Abgaben auf Arbeit müssen sowohl für<br />
Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer deutlich<br />
reduziert werden. Es braucht flächendeckende<br />
und leistbare Kinderbetreuungsplätze in ganz<br />
Österreich, eine Attraktivierung des Zuverdienstes<br />
von Pensionisten, eine Reform des<br />
Arbeitslosengeldes, die Absenkung des Lohnsteuer-Eingangssteuersatzes<br />
auf 15% und eine<br />
Senkung der Lohnnebenkosten von mindestens<br />
0,5 Prozentpunkten pro Jahr bis 2030.<br />
6. Innovation<br />
"In einer hochtechnologisierten, digitalisierten<br />
Welt sind schlaue Köpfe und geniale Ideen die<br />
wichtigste Währung. Wir brauchen mehr Exzellenz<br />
und ein durchlässiges Schulsystem, um<br />
mutige, neugierige, kreative junge Menschen<br />
hervorzubringen – unabhängig von deren<br />
Herkunft und sozialem Status", sagt Andrea<br />
Heumann, Geschäftsführerin von Thalia Österreich.<br />
Wir fordern u.a. die gezielte Förderung von<br />
innovativen Leuchtturmprojekten in disruptiven<br />
Technologien, eine regionale Nahversorgungsoffensive,<br />
um Ortskerne wiederzubeleben, einen<br />
erleichterten Zugang zu Beteiligungs- und<br />
Risikokapital und einen Beteiligungsfreibetrag<br />
für Investoren.<br />
7. Sicherheit<br />
"Einzelne Händler sind oft die unbeteiligten<br />
Leidtragenden bei Demonstrationen. Daher ist<br />
der Schutz wichtiger Einkaufsstraßen sowie<br />
eine verbesserte Planbarkeit bei Demos ein<br />
fundamentaler Standortfaktor, ebenso wichtig<br />
wie die Bekämpfung von Onlinebetrug und<br />
Cybercrime", so Handelsverband-Vizepräsident<br />
Norbert W. Scheele. Wir unterstützen auch den<br />
geplanten Ausbau des Bereichs Cyber Security<br />
in der österreichischen Polizei und die damit<br />
verbundene, deutliche personelle Aufstockung.<br />
8. Europa<br />
"Österreich liegt im Zentrum des größten Binnenmarktes<br />
der Welt und hat beste Voraussetzungen,<br />
in jeder Hinsicht Weltspitze zu sein. Nur<br />
durch mehr Mut, über den eigenen Tellerrand<br />
zu blicken, können wir dieses Potenzial heben",<br />
erklärt Hofer-Generaldirektor Horst Leitner. Wir<br />
fordern die Einführung der "1-in-2-out-Regel"<br />
auf europäischer Ebene, damit neue Belastungen<br />
nur dann eingeführt werden können, wenn<br />
eine Kompensation durch den Abbau bereits<br />
bestehender Belastungen erfolgt.<br />
Darüber hinaus braucht es ein gesetzliches<br />
Verbot territorialer Lieferbeschränkungen in<br />
der EU, damit Händler in kleineren Ländern wie<br />
Österreich Waren nicht mehr zu weit überhöhten<br />
Kosten beschaffen müssen. Dieses Verbot<br />
würde die Endkonsument:innen europaweit um<br />
14 Milliarden Euro pro Jahr entlasten.<br />
(RED)<br />
Den vollständigen PLAN H mit 50 konkreten<br />
Forderungen an die Politik finden Sie hier:<br />
https://bit.ly/3XSTD4K
ÿ<br />
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LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S8<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Handelsverband bringt<br />
Beschwerde gegen<br />
Temu bei Bundeswettbewerbsbehörde<br />
ein<br />
Überparteiliche Interessensvertretung ortet<br />
Verstöße gegen Gesetz gegen unlauteren<br />
Wettbewerb (UWG). Behörden müssen fairen<br />
Wettbewerb am österreichischen Markt sicherstellen.<br />
MANUEL FRIEDL<br />
„Mittlerweile kommen allein in Österreich<br />
täglich 30.000 Pakete von asiatischen<br />
Online-Plattformen an, die sich nicht an die<br />
geltenden Spielregeln halten. Nicht nur beim<br />
Versand und bei der Zustellung, sondern weit<br />
davor, wenn es darum geht Kundinnen und<br />
Kunden anzuwerben und zum Kauf zu bewegen.<br />
Wir vertreten heimische Unternehmen,<br />
die hunderttausende Arbeitsplätze in unserem<br />
Land sichern und mit ihren Steuerleistungen<br />
den Sozialstaat für alle finanzieren. Diese sind<br />
aufgrund der unlauteren Konkurrenz gefährdet.<br />
Dagegen müssen wir auch rechtlich mit allen<br />
Mitteln vorgehen, um Schaden für die Betriebe<br />
und in weiterer Folge für die Menschen in unserem<br />
Land abzuwenden.“<br />
In seiner Beschwerde listet der Handelsverband<br />
zahlreiche Verstöße detailliert auf.<br />
MANUEL FRIEDL<br />
Der Handelsverband hat als freie und<br />
überparteiliche Interessensvertretung<br />
des österreichischen Handels<br />
eine Beschwerde gegen den<br />
Online-Marktplatz Temu bei der österreichischen<br />
Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingebracht.<br />
Auslöser waren festgestellte Verstöße<br />
gegen das Bundesgesetz gegen unlauteren<br />
Wettbewerb (UWG).<br />
„Wir wenden uns mit einer Wettbewerbsbeschwerde<br />
an die BWB, um durchzusetzen, dass<br />
Temu unlautere Praktiken abstellen muss, die<br />
den Menschen und Betrieben im Land schaden.<br />
Alleine in den letzten Wochen haben wir<br />
unzählige Verstöße von Temu gegen das UWG<br />
nachgewiesen und glasklar dokumentiert. Ein<br />
fairer Wettbewerb funktioniert nur, wenn sich<br />
die Marktteilnehmer an die Regeln halten und<br />
Zuwiderhandeln sanktioniert wird. Nachdem<br />
hier täglich zum Nachteil des österreichischen<br />
Wirtschaftsstandortes gehandelt wird und<br />
unseres Erachtens Gesetze gebrochen werden,<br />
gehen wir nun mit der Beschwerde gegen<br />
die unlauteren Geschäftspraktiken vor“, erklärt<br />
Handelsverband-Geschäftsführer und<br />
Beschwerdeführer Rainer Will.<br />
Falsche Behauptungen von Temu zu begrenzter<br />
zeitlicher Verfügbarkeit<br />
Gemäß UWG ist eine Behauptung als unlauter<br />
anzusehen, mit welcher unrichtigerweise<br />
suggeriert wird, dass ein Produkt nur eine sehr<br />
begrenzte Zeit zu bestimmten Bedingungen<br />
verfügbar ist. Denn mit solchen Angaben hinsichtlich<br />
der begrenzten Verfügbarkeit können<br />
Verbraucher:innen unter vermeintlichem Zeitdruck<br />
zum Kauf verleitet werden. Genau das<br />
tut Temu, wie der Handelsverband mit zahlreichen<br />
datierten Screenshots beweist. Auf der<br />
Website von Temu wird mit Behauptungen wie<br />
„Letzter Tag“ und „Sonderverkauf“ unter Angabe<br />
eines Countdowns der Eindruck erweckt,<br />
dass das entsprechende Produkt nur mehr für<br />
wenige Stunden zum angezeigten, vermeintlich<br />
günstigeren Preis erworben werden kann.<br />
Allerdings konnte festgestellt werden, dass das<br />
Produkt auch wenige Tage später wiederum im<br />
Zuge eines „Sonderverkaufs“ angeboten wurde,<br />
diesmal sogar zu einem noch niedrigeren Preis<br />
als beim vorherigen „Sonderverkauf“.<br />
Oftmals kommt es augenscheinlich auch zu<br />
der Situation, dass gewisse Produkte bei Temu<br />
als vermeintliche „Sonderangebote“ beworben<br />
werden, diese nach Ablauf des „Sonderangebots“<br />
jedoch weiterhin um lediglich einen Cent<br />
(+0,01 Euro) mehr erworben werden können.<br />
So wurden etwa Damen-Hausschuhe am 23.<br />
August im Rahmen eines bis 25. August lau-
fenden „Sonderverkaufs“ mit dem zusätzlichen<br />
Hinweis „fast ausverkauft“ um 5,48 Euro angeboten.<br />
Am 26. August fand sich das gleiche<br />
Modell um 5,49 Euro im Shop - ohne den „fast<br />
ausverkauft“-Hinweis.<br />
„Durch die aufgezeigten Geschäftspraktiken soll<br />
den Nutzerinnen und Nutzern der Temu-Website<br />
das Gefühl gegeben werden, dass das<br />
gewünschte Produkt nur mehr für eine sehr<br />
kurze Zeit zu dem angegebenen Preis verfügbar<br />
sein wird. Mit diesen Mitteln soll zu unreflektierten<br />
Kaufentscheidungen gedrängt werden.<br />
Die Praktiken nehmen ein Maß an, dass aus<br />
Sicht der heimischen Händler klar unlauter ist“,<br />
kritisiert Handelssprecher Rainer Will.<br />
Irreführende Behauptungen<br />
zu Preisreduktionen<br />
Auch bei den Behauptungen zu Preisreduktionen<br />
wurden Verstöße gegen das UWG festgestellt.<br />
So werden von Temu offensichtlich<br />
willkürlich sog. UVPs, also unverbindlichen<br />
Herstellerpreisempfehlungen, angezeigt, die<br />
vermeintlich mit dem tatsächlichen Verkaufspreis<br />
deutlich unterboten werden.<br />
Der Handelsverband konnte etwa feststellen,<br />
dass bei Produkten in der „Überblicksansicht“<br />
teils sehr hohe UVPs ausgewiesen wurden<br />
und die dementsprechend angezeigte Preissenkung<br />
sehr hoch ausfiel. Bei einem Klick auf<br />
„Alle Details“ des entsprechenden Produkts<br />
wurde jedoch plötzlich ein deutlich niedrigerer<br />
UVP angezeigt, wodurch auch die prozentuelle<br />
Preisreduktion deutlich niedriger ausfiel.<br />
So wurde eine Ledertasche in der Überblicksansicht<br />
als Megaangebot um 21,99 Euro bei einem<br />
UVP von 53,49 Euro angepriesen. In der Detailansicht<br />
schrumpfte der UVP jedoch auf 24,99<br />
Euro zusammen. Aus einer vermeintlichen<br />
Preisersparnis von 58 % wurde eine von nur<br />
noch 12 %. Ebenfalls konnte festgestellt werden,<br />
dass der angezeigte UVP zum gleichen<br />
Zeitpunkt auf zwei verschiedenen Geräten in<br />
gewissen Fällen unterschiedlich hoch ausfällt -<br />
eine klare Täuschung der Käufer:innen.<br />
Falsche Behauptungen zu<br />
angeblicher Warenknappheit<br />
Einen weiteren Verstoß gegen das UWG ortet<br />
der Handelsverband durch irreführende Angaben<br />
zur angeblich stückmäßig stark begrenzten<br />
Verfügbarkeit gewisser Produkte. Beispielsweise<br />
wird von Temu in vielen Fällen eine Warenknappheit<br />
vorgetäuscht, die in der Realität<br />
überhaupt nicht besteht. So ist eine Ledergeldbörse<br />
um 11,36 Euro in der Überblicksseite mit<br />
dem Hinweis „Nur 10 übrig“ versehen. Gleichzeitig<br />
ist es jedoch möglich, 99 Stück in den<br />
Warenkorb zu legen und in weiterer Folge auch<br />
zu erwerben. Gleiches gilt für zahlreiche andere<br />
Angebote, die mit Hinweisen wie „fast ausverkauft“<br />
versehen sind. Auch bei diesen lassen<br />
sich 99 Stück erwerben - und somit exakt<br />
gleich viele Stücke wie von Artikeln, die nicht<br />
mit diesem Hinweis versehen sind.<br />
„Durch diese Geschäftspraktik sollen die Kunden<br />
augenscheinlich zu einer zügigen Kaufentscheidung<br />
gedrängt werden, indem der<br />
Eindruck vermittelt wird, dass der Artikel möglicherweise<br />
in Kürze nicht mehr verfügbar ist“,<br />
erklärt Rainer Will. „Wir sind der Ansicht, dass<br />
dringend gegen die von Temu eingesetzten<br />
unlauteren Geschäftspraktiken vorgegangen<br />
werden muss, um einen fairen Wettbewerb auf<br />
dem österreichischen und europäischen Markt<br />
sicherzustellen. Damit soll den Konsumentinnen<br />
und Konsumenten eine inhaltlich korrekt vorbereitete<br />
Kaufentscheidung ermöglicht werden."<br />
(RED)<br />
RAINER WILL
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S10<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Consumer Day <strong>2024</strong>:<br />
Über 200 Retail-CEOs,<br />
Marketing-Experten und<br />
Influencer in Wien<br />
"So kauft Österreich" mit Fokus auf Diversity &<br />
DisAbility. Dritte Ausgabe der Veranstaltungsreihe<br />
mit Julia Furdea, Gaston Florin, Janis Jung<br />
und Lena Öllinger im „Das MuTh“ am<br />
Augartenspitz in Wien.<br />
X<br />
ANGELIKA GABOR<br />
Am 12. September war es wieder so<br />
weit: Das Who is Who der heimischen<br />
(Online-)Handels- und Marketingszene<br />
kam beim CONSUMER<br />
DAY <strong>2024</strong> des Handelsverbandes im Das MuTh<br />
in Wien zusammen. HV-Präsident Stephan<br />
Mayer-Heinisch eröffnete die dritte Ausgabe<br />
des innovativen Eventformats, Puls4-Journalistin<br />
Julia Furdea führte kompetent durch das<br />
Programm. Die Themenpalette reichte von<br />
innovativen neuen Geschäftsformaten bekannter<br />
Handelsunternehmen wie MediaMarkt oder<br />
Douglas über DisAbility- und Diversity-<br />
Management sowie der Barrierefreiheit im<br />
stationären wie digitalen Handel bis hin zu einer<br />
Podiumsdiskussion über die Zukunft des Fashion-Marktes.<br />
Die wichtigsten neuen Trends im<br />
Konsumverhalten wurden u.a. von Jan Königstätter<br />
(Otago), Gianluca Scheidegger (Gottlieb<br />
Duttweiler Institut) und Davide Falzone (Bring!<br />
Labs) auch wissenschaftlich fundiert analysiert.<br />
Unter dem Veranstaltungsmotto "So kauft<br />
Österreich" sorgten hochkarätige Branchenexperten<br />
mit Keynotes, Best Practices und drei<br />
Podiumsdiskussionen für Begeisterung bei den<br />
mehr als 200 Gästen, darunter zahlreiche
Retail-Letztentscheider. Live on Stage waren<br />
dieses Mal u.a. Perspektivenmagier Gaston<br />
Florin, der Palmers-Vorstandsvorsitzende Janis<br />
Jung, Breuninger-Country Manager Michael<br />
Knoll, Eva Posan, CFO von MediaMarkt Österreich,<br />
Gerhard Kupferschmid, Director of Sales<br />
von Douglas, weekend Magazin-Geschäftsführer<br />
Richard Mauerlechner, myAbility-<br />
Expertin Lena Öllinger, Franz Schopf, Vertriebsleiter<br />
der Österreichischen Post, Damn Plastic-Founderin<br />
Victoria Neuhofer,<br />
Montreet-Gründerin Nadine Schratzberger, Nuki<br />
Home Solutions-Country Marketing<br />
Manager Mark Steble, Post-Innovationsmanagerin<br />
Sarah Hofmann, Barbara Seidelmann,<br />
Gründerin von 5 Star Plus Retail Design<br />
und hello again-CEO Franz Tretter.<br />
In der traditionellen Startup Session konnten<br />
Elias Danninger von Dauntless, Ursa Dürr von<br />
Bundre und Dominik Sprenger von RelaxTax<br />
pitchen und damit potenzielle Investoren überzeugen.<br />
Der CONSUMER DAY <strong>2024</strong> wurde großzügig<br />
unterstützt von zahlreichen Sponsoren.<br />
Besonderer Dank gilt den beiden Sponsoren<br />
Österreichische Post und Zugkraft, sowie dem<br />
weekend Magazin als Medienpartner. (RED)<br />
Link: https://youtu.be/j41gdnQ6TVs
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S12<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Bundespreis <strong>2024</strong>:<br />
Beliebteste Händler<br />
Österreichs<br />
ausgezeichnet<br />
Fussl Modestraße, Heinemann, Peter Wagner<br />
und Animal Center als "Österreichs Händler<br />
des Jahres" prämiert. Die Gewinner zeigen die<br />
breite Vielfalt der Handelslandschaft.<br />
X<br />
GERALD KÜHBERGER<br />
Wer ist der beliebteste Händler im<br />
ganzen Land? Über diese Frage<br />
konnten Österreichs Kundinnen<br />
und Kunden im Sommer auf<br />
allen Kanälen abstimmen. Am 12. September<br />
wurden nun im Rahmen des Consumer Day des<br />
Handelsverbands die begehrten Trophäen zum<br />
„Bundespreis Österreichs Händler des Jahres“<br />
von HV und Kooperationspartner Weekend-<br />
Magazin vergeben.<br />
Die Gewinner: Animal Center, Peter Wagner,<br />
Heinemann & Fussl<br />
Der Bundespreis in der Kategorie „Kleinsthändler“<br />
(bis 9 Beschäftigte) erging an das<br />
Animal Center in Linz-Urfahr, das mit hochwertigem<br />
und teils handgemachtem Tierbedarf<br />
handelt. „Für unser Team ist diese Auszeichnung<br />
eine Bestätigung dafür, auf welch guten<br />
Weg wir sind, den Einkauf für unsere Kunden<br />
zum Erlebnis machen. Ein Schlüssel dafür ist<br />
das umfangreiche Sortiment, die Fachkompetenz<br />
unserer Mitarbeiterinnen und unser<br />
Service. Danke allen Kunden für ihre Treue und<br />
ihre Stimme beim Voting“, kommentiert Inhaber<br />
Thomas Perkmann die Auszeichnung.
Die Abstimmung in der Kategorie „Kleine<br />
Händler“ (bis 49 Beschäftigte) konnte Peter<br />
Wagner Comfortschuhe für sich entscheiden.<br />
Das Spezialversandunternehmen ist ebenfalls<br />
im Raum Linz beheimatet, und zwar in Asten.<br />
„Wir sind überaus stolz auf das Vertrauen und<br />
die Wertschätzung, die unsere Kundinnen und<br />
Kunden uns immer wieder entgegenbringen.<br />
Dass wir den Bundespreis Österreichs Händler<br />
des Jahres bereits zum dritten Mal in Serie<br />
gewinnen konnten, verdanken wir außerdem<br />
dem täglichen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter. Es ist erfüllend zu sehen,<br />
dass unsere Comfortschuhe und unser Service<br />
immer wieder aufs Neue überzeugen“, freut<br />
sich Marketingleiter Karsten Nowak.<br />
Als „Mittelständischer Händler“ des Jahres (bis<br />
249 Beschäftigte) wurde Heinemann Duty Free<br />
Austria ausgezeichnet, der größte Betreiber<br />
von Travel-Value- und Duty-Free-Shops an<br />
den Flughäfen Wien, Salzburg und Graz. „Wir<br />
waren in diesem Jahr erstmalig nominiert und<br />
sind unglaublich stolz und dankbar, direkt im<br />
ersten Anlauf diese wertvolle Auszeichnung<br />
gewonnen zu haben. Ein großes Danke geht<br />
an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,<br />
die mit ihrem großartigen Einsatz tagtäglich<br />
dafür sorgen, dass wir als Reisehändler<br />
Reisezeit in wertvolle Zeit für unsere Kunden<br />
verwandeln“, sagt Roman Koch, Managing<br />
Director von Heinemann Austria.<br />
Der Bundespreis Österreichs Händler des Jahres<br />
in der Kategorie „Großer Händler“ (mehr als<br />
250 Beschäftigte) geht ebenfalls nach Oberösterreich,<br />
und zwar an die Fussl Modestraße mit<br />
Sitz in Ort im Innkreis. „Diese Auszeichnung<br />
ist etwas ganz Besonders für uns, da wir direkt<br />
von den Kundinnen und Kunden zum beliebtesten<br />
Händler Österreichs gewählt wurden“,<br />
freut sich Ernst Mayr, geschäftsführender<br />
Gesellschafter des Modehändlers.<br />
„In der Fussl Modestraße liegen uns Top-Service<br />
und die Zufriedenheit unserer Kunden<br />
besonders am Herzen, und das wurde belohnt.<br />
Dies alles ist nur durch den Einsatz jedes einzelnen<br />
Teammitglieds möglich, daher vielen<br />
herzlichen Dank an das gesamte Fussl-Team“,<br />
ergänzt Karl Mayr, ebenfalls geschäftsführender<br />
Gesellschafter der Fussl Modestraße.<br />
Bundespreis spiegelt vielseitigen Handel<br />
„Wir sind stolz auf die Preisträger des Bundespreises<br />
Österreichs Händler des Jahres.<br />
Ob rein stationär oder omnichannel, ob groß<br />
oder klein, ob Händler für Tierbedarf oder für<br />
Mode, ob Familienunternehmen oder Teil einer<br />
großen internationalen Unternehmensgruppe<br />
– die ausgezeichneten Unternehmen repräsentieren<br />
hervorragend den heimischen Handel<br />
in seiner gesamten Vielfalt“, kommentiert<br />
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.<br />
"Der Handelsverband gratuliert den ausgezeichneten<br />
Unternehmen herzlich!“<br />
Die Bundespreis-Gewinner werden neben der<br />
begehrten Trophäe und der Medienaufmerksamkeit<br />
auch mit einem ansehnlichen Werbewert<br />
belohnt: Das Weekend-Magazin als Leading<br />
Medienpartner vergibt an die Preisträger<br />
der vier Kategorien Werbefläche im Wert von<br />
über 50.000,- Euro. „Wir befinden uns mitten<br />
in einem massiven gesellschaftlichen und<br />
wirtschaftlichen Wandel. Der österreichische<br />
Handel ist der wichtigste Arbeitgeber und der<br />
umsatzstärkste Wirtschaftszweig des Landes.<br />
Daher ist es für uns als Familienunternehmen<br />
und eines der reichweitenstärksten Medienhäuser<br />
Österreich eine Freude, den Handel<br />
tatkräftig zu unterstützen“, erklärt Weekend-Geschäftsführer<br />
Richard Mauerlechner<br />
sein Engagement.<br />
Über den Bundespreis Österreichs Händler<br />
des Jahres<br />
Der Bundespreis Österreichs Händler des<br />
Jahres wird seit 2021 vom Handelsverband<br />
vergeben. Dabei entscheidet ganz Österreich<br />
im offenen Publikumsvoting über die beliebtesten<br />
Handelsunternehmen des Landes in<br />
den Kategorien Kleinsthändler, kleiner Händler,<br />
mittelständischer Händler und großer Händler.<br />
Teilnahmeberechtigt sind alle Einzelhandelsunternehmen<br />
mit Sitz in Österreich, die zumindest<br />
ein stationäres Geschäft betreiben und<br />
das Siegel „Österreichischer Händler“ tragen.<br />
(RED)<br />
HV Consumer Check <strong>2024</strong>:<br />
Link: https://bit.ly/3XSS2vM<br />
GERALD KÜHBERGER
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S14<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Europa fällt in der<br />
Gestaltung des<br />
Ecommerce zurück<br />
Unbeaufsichtigte Zustellung in Paketfachanlagen:<br />
Wandel in der Rechts- &<br />
Regulierungslandschaft hin zu offenem<br />
Zugang für registrierte Zusteller zum Nutzen<br />
der Endempfänger.<br />
REDAKTION<br />
Der „Dragi-Bericht“ („Die Zukunft der<br />
europäischen Wettbewerbsfähigkeit<br />
– Teil A – Wettbewerbsstrategie für<br />
Europa“, veröffentlicht am 8. Sept.<br />
<strong>2024</strong>) machte es sehr deutlich: „Europa hat<br />
die digitale Revolution, die durch das Internet<br />
angeführt wurde, und die damit verbundenen<br />
Produktivitätsgewinne weitgehend verpasst.<br />
Tatsächlich ist die Produktivitätslücke zwischen<br />
der EU und den USA (Anm. und auch China)<br />
größtenteils auf den Technologiesektor zurückzuführen.<br />
Die EU ist schwach in den neuen<br />
Technologien, die das zukünftige Wachstum<br />
antreiben werden. Nur vier der 50 weltweit<br />
führenden Technologieunternehmen sind europäische<br />
Unternehmen. … Europa muss seine<br />
gemeinsamen Anstrengungen grundlegend darauf<br />
konzentrieren, die Innovationslücke zu den<br />
USA und China zu schließen, insbesondere bei<br />
Spitzentechnologien.“<br />
Wie zeigt sich diese Entwicklung<br />
im Ecommerce<br />
Bis vor etwa 10 Jahren waren es die nordamerikanischen<br />
Plattformen, die eine Evolution<br />
des Einzelhandels durch dessen Digitalisierung<br />
vorangetrieben haben. Heute hat sich die die<br />
Gestaltungsmacht im Ecommerce nach Süd/<br />
Ost Asien verlagert. Für <strong>2024</strong> werden 42% der<br />
grenzüberschreitenden Mengen im digitalen<br />
Einzelhandel allein aus China erwartet, das ist<br />
eine weitere deutliche Steigerung von 37% in<br />
2023. Die Schwächen der Europäer zeigen sich<br />
in der Gestaltung der neuen Geschäftsmodelle:<br />
a) Die, der Wertschöpfung vorgelagerten<br />
Produktionsketten sind nicht volldigital<br />
darstellbar.<br />
b) Die Warenwirtschaftskette ist nicht nach<br />
offenen Normen digital harmonisiert. Sowohl<br />
vorgelagerte-, als auch nachgelagerte<br />
Prozesse werden meist nicht digital<br />
miteinander vernetzt. Proprietäre Datesysteme<br />
werden aus dem Markt gedrängt.<br />
Die Hardware folgt den offenen digitalen<br />
Vorsystemen, die Prozesse optimieren<br />
und steuern.<br />
c) Der Zugang zu digitalen Datensystemen<br />
(Cloud, etc.) ist nicht nach offenen Normen<br />
standardisiert. S/O Asien drängt zunehmend<br />
in eine führende Rolle in der Gestaltung der
innovativen datengestützten Logistik (Post &<br />
KEP verbunden mit Fracht und Transport) und<br />
einer Neugestaltung des digital gestützten,<br />
intelligent Einzelhandels.<br />
d) Notwendige Hardware folgt den<br />
harmonisierten Datensystemen, und sollte<br />
auch für einen weltweiten Einsatz<br />
zertifizierbar sein.<br />
e) Die Einbindung der Systeme der staatlichen<br />
Aufsichtsbehörden, wie die Fiskalverwaltung<br />
(inkl. Risikomanagement,<br />
Markenschutz, IPR-Überwachung), die<br />
Transportsicherung, die Produktsicherung<br />
und zunehmend auch jene Behörden die<br />
Nachhaltigkeit zu gewährleisten haben ist<br />
in Europa nicht zentralisiert.<br />
c) Die führenden Dienstleister (zumeist<br />
chinesische Unternehmen) bauen Systeme<br />
aus, die digitale Zoll- oder<br />
Einfuhrumsatzsteuer- Dokumente zum<br />
Abgleich mit den Zollbehörden im<br />
Zugangsland in die EU vorhalten, gleichzeitig<br />
aber auch die Daten mit der<br />
automatisierten Präsentation der<br />
physischen Sendungen verbinden können.<br />
d) Transportsicherheitsdaten und Produktsicherheitsdaten<br />
sind, als Subdatensysteme<br />
aus dem vereinfachten Datenelementen,<br />
bei Waren mit geringem<br />
Wert ableitbar.<br />
Das Resultat dieser Schwächen hat die EU in<br />
den letzten Monaten an neuen Ecommerce<br />
Geschäftsmodellen gesehen. Dabei wurden<br />
europäische Endkonsumenten über digitale<br />
Kommunikationsapplikationen (APPs auf<br />
mobilen Endgeräten wie Smartphones) direkt<br />
(in allen Sprachen der Union – China ist auch<br />
bei ChatGPT / AI den USA zumindest gleichrangig)<br />
mit den Herstellern und der digitalen<br />
Warenwirtschaft in S/O-Asien verbunden.<br />
Diese neuen Geschäftsmodelle sind für das<br />
anhaltende Wachstum in der Union im<br />
Ecommerce verantwortlich, die älteren<br />
Ecommerce Geschäftsmodelle (zumeist jene<br />
aus N-Amerika und deren Kopien in Europa)<br />
haben 2023 und <strong>2024</strong> deutlich an Marktanteilen<br />
verloren. Das geht so weit, dass manche der<br />
bestehenden Plattformen Refinanzierungsherausforderungen<br />
befürchten müssen, sollte der<br />
Anpassungsdruck weiter steigen. In der grenzüberschreitenden<br />
Zustellung, vor allem dem<br />
Import von Warensendungen in die EU, zeigt<br />
sich ein ähnliches Bild:<br />
a) Zunehmend kommt es zu einer<br />
Konzentrierung in der Präsentation der<br />
verpflichtenden Vorabdaten bei der<br />
Zollstellung und dem Import in die EU.<br />
b) Das Import-One-Stop-Shop-System,<br />
eingeführt durch das EU MwSt. Ecommerce<br />
Paket, ist die Grundlage des neuen<br />
S/O asiatischen Ecommerce<br />
Geschäftsmodells.<br />
WALTER TREZEK
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S16<br />
Der Mangel an zentralisierten Systemen der<br />
europäischen Zollbehörden erhöht die Abhängigkeit<br />
der Europäer von den Vorabdaten. Das<br />
führt dazu, dass amerikanische E-Commerce<br />
Wettbewerber mutmaßen, dass die S/O asiatischen<br />
zentralisierten Datensysteme in der<br />
Lage sein könnten, Einfuhrumsatzerklärungen<br />
„dynamisch zu optimieren“, um Gebühren und<br />
Abgaben zu optimieren. Ob dies auch nur ansatzweise<br />
stimmen könnte, lässt sich aufgrund<br />
der fehlenden zentralisierten Systeme in der EU<br />
(noch) nicht evaluieren.<br />
Die Evolution der Zustellung auf der letzten<br />
Meile wird von S/O Asien bestimmt.<br />
In den letzten, mehr als 20 Jahren (seit dem<br />
Grünbuch der EU zur Öffnung und Liberalisierung<br />
der Postmarkte 1992) führte die EU die<br />
technische und datentechnische Normung der<br />
Post- und Kurier- Express- und Paketzustelldienste<br />
weltweit an.<br />
Mit der zunehmenden daten-optimierten<br />
Warenzustellung, deren Gestaltung aus S/O<br />
Asien ändert sich auch in diesem Bereich die<br />
Marktgestaltung. Heute noch führende europäische<br />
Post- & Paketzustelldienste beginnen, die<br />
sich ändernde Marktmacht zu spüren. Zudem<br />
kommt die zunehmende Menge an Sendungen<br />
die in der Marktdisposition der S/O asiatischen<br />
Versender liegt. Bereits heute kommen die<br />
weltweit führenden Anbieter von unbeaufsichtigten<br />
Abgabesystemen (Paketboxen, Paketstationen),<br />
neuer logistischer Lösungen bei elektrischen<br />
Zustellfahrzeugen (inkl. der Optimierung<br />
im Flottenmanagement, der digital gestützten<br />
Routenplanung, und dem Management in der<br />
Befüllung der Fahrzeuge) aus S/O Asien.<br />
Was wäre zu tun?<br />
Auch hier bringt es der „Dragi-Bericht“ auf den<br />
Punkt: „Das Problem ist nicht, dass es Europa<br />
an Ideen oder Ambitionen mangelt. Wir haben<br />
viele talentierte Forscher und Unternehmer, die<br />
Patente anmelden. Aber Innovationen werden<br />
auf der nächsten Stufe blockiert:<br />
Wir schaffen es nicht, Innovationen in die Kommerzialisierung<br />
umzusetzen, und innovative<br />
Unternehmen, die in Europa expandieren wollen,<br />
werden auf jeder Stufe durch inkonsistente<br />
und restriktive Vorschriften behindert.“<br />
Im Klartext: Europa muss die Grundlagen schaffen,<br />
um auf gleicher Augenhöhe mit unseren<br />
Handelspartnern zu interagieren. Dazu gehören<br />
insbesondere die notwendigen zentralisierten<br />
Systeme. Freilich sollten wir nicht alles glauben<br />
müssen, was uns präsentiert wird.<br />
Marktmacht braucht Kontrolle<br />
Die grundlegend unterschiedlichen Datensphären<br />
und der Sicherung bieten genügend<br />
Ansatzfläche. Zentrale Systeme bei der Einfuhr<br />
von Warensendungen in die EU, müssen so<br />
rasch wie möglich aufgebaut werden, um den<br />
zentralisierten Systemen aus S/O Asien und<br />
N-Amerika die notwendigen Schnittstellen zu<br />
bieten. Nur dann wäre auch die gesetzliche und<br />
regulatorische vorgesehene Kontrolle möglich.<br />
Ähnlich wie unsere Handelspartner aus S/O<br />
Asien und N-Amerika in den vergangen 20<br />
Jahren von uns gelernt haben – wir hatten ja<br />
die Fertigung und zunehmend auch Teile der<br />
Entwicklung in diese Regionen ausgelagert –<br />
müssen wir nun versuchen den entstandenen<br />
Abstand wieder aufzuholen, indem wir unsere<br />
eigene Entwicklung und Fertigung wieder<br />
stärken, zurückholen und wettbewerbsfähig<br />
machen.<br />
Die dazu notwendigen Strukturen, um den<br />
Anschluss wiederzufinden, sind (noch) vorhanden.<br />
Dass dazu bedeutende Anstrengungen<br />
notwendig sein werden, lässt sich auch im<br />
„Dragi-Bericht“ nachlesen. Freilich nichts zu tun,<br />
führt zu Abhängigkeit, sinkendem Wachstum<br />
und schlussendlich schwindendem Wohlstand<br />
(RED)<br />
Die Notwendigkeit für eine aktive Marktgestaltung<br />
ein belastbares internationales<br />
Netzwerk zu spannen, haben wir als logistic-natives<br />
von Anfang an erkannt. Neben<br />
kontinentalübergreifenden Projekten mit<br />
unseren internationalen Partnern gehören<br />
wir auch zahlreichen internationalen Organisationen<br />
(beispielsweise UPU, Ecommerce<br />
Europe) an. Wer selbst von diesem<br />
Netzwerk profitieren möchte, meldet sich<br />
bei Florian.Seikel@logistic-natives.com
#ECOMLOG24<br />
ECOM-<br />
LOG24<br />
9. ECOMMERCE<br />
LOGISTIK- DAY<br />
WIEN - 7.10. <strong>2024</strong><br />
logistik-express.com
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S18<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Künstliche Intelligenz in<br />
der Logistik – das WIE<br />
entscheidet<br />
Am 9. eCommerce Logistik-Day in Wien wird<br />
Univ. Prof. Dr. Sebastian Kummer der Frage<br />
nachgehen, wie KI sinnvoll eingesetzt werden<br />
kann und vor allem, welche Qualifikationen<br />
und Kompetenzen Logistiker in Zukunft<br />
brauchen werden, um Teil der nachhaltigen<br />
digitalen Transformation zu sein.<br />
ANGELIKA GABOR<br />
Künstliche Intelligenz ist in aller Munde,<br />
ständig überfluten Neuentwicklungen<br />
den Markt. Doch was braucht man<br />
wirklich, was ist überflüssig?<br />
„Am spannendsten ist für Manager die Frage,<br />
wie man die KI zur Optimierung im eigenen Betrieb<br />
einsetzen kann – etwa zur Tourenoptimierung<br />
oder zur Reklamationsbearbeitung. Dabei<br />
muss man aber bedenken, dass wir uns aktuell<br />
in einer starken Transformationsphase befinden:<br />
es geht darum, wie wir die bestehenden Mitarbeiter<br />
fit für den Umgang mit der KI machen“,<br />
fasst Kummer zusammen. Als Vorstand des<br />
Instituts für Transportwirtschaft und Logistik<br />
an der WU Wien ist er täglich mit Innovationen<br />
konfrontiert und kennt die Problematik, die<br />
dahintersteckt: „Die Mitarbeiter müssen lernen,<br />
wie die Daten automatisiert erstellt und analysiert<br />
werden können, damit Prozesse sinnvoll<br />
gestaltet werden. Nach wie vor ist fundiertes<br />
Wissen im jeweiligen Fachgebiet essentiell –<br />
schon allein, um die richtigen Fragen zu stellen.“<br />
SEBASTIAN KUMMER<br />
KI-Integration als Herausforderung<br />
Bei der Implementierung neuer Software, beispielsweise<br />
Lagermanagementsystemen, gibt<br />
es einen exakten Fahrplan und das Ergebnis<br />
steht schon im Vorhinein fest. Der Einsatz einer<br />
KI hingegen ist weitaus weniger vorhersehbar.<br />
„Bei einer neuen Software hat man vielleicht<br />
anfangs Probleme, aber dann läuft es. Bei einer<br />
KI kommen viel mehr spielerische Aspekte zu<br />
tragen, es muss noch viel entwickelt werden<br />
und es stellt sich die Frage – wo kann ich die<br />
KI bei mir sinnvoll einsetzen? Ein gutes Beispiel<br />
sind die Large Language Modelle (LLM), die etwa<br />
zur Beantwortung von Anfragen eingesetzt<br />
werden und dann stellt man fest – eigentlich<br />
sind die noch gar nicht ausgereift genug, um<br />
tatsächlich gute Ergebnisse zu erzielen“, so<br />
Kummer. Interessant: „Studien zeigen, dass in<br />
der jetzigen Phase der Einsatz von LLM denjenigen,<br />
der die Texte mit ihrer Hilfe erstellt, dadurch<br />
selbst besser wird – indem er dann den Feinschliff<br />
verpasst. Dennoch ist der Ansatz noch<br />
eher experimentell – man lässt die KI eine Tour<br />
planen, schaut dann aber doch drüber, ob das<br />
wirklich die perfekte Tour ist. Schließlich will<br />
man ja keinen Kunden verärgern.“ (RED)
Im Verkauf unterlegen<br />
Bei einem Test wurde der Presale Prozess –<br />
also die Anbahnung von Verkaufsgesprächen<br />
durch das Feststellen des potentiellen Interesses<br />
an einem Produkt – über eine KI abgewickelt.<br />
Das Ergebnis war durchaus ernüchternd:<br />
die Konversionsrate betrug nur ein Drittel im<br />
Vergleich zum menschlichen Verkaufsteam.<br />
„Gerade wenn es darum geht, zu selektieren<br />
oder Entscheidungen zu treffen, ist die KI dem<br />
Menschen (noch) deutlich unterlegen. Aber die<br />
Entwicklung geht unaufhaltsam weiter“, weiß<br />
Kummer.<br />
Wer mehr darüber wissen möchte, sollte sich<br />
auf keinen Fall den 9. eCommerce Logistik-Day<br />
am 7. Oktober entgehen lassen – denn<br />
künstliche Intelligenz ist nur eines von vielen<br />
spannenden Themengebieten.<br />
#ECOMLOG24 Die nachhaltige E-Commerce-Logistik<br />
ist und bleibt ein herausforderndes Themenfeld. Unternehmen<br />
müssen heute in der Lage sein, Bestellungen<br />
schnell und kosteneffizient zu bearbeiten, um mit dem<br />
wachsenden Wettbewerb Schritt zu halten.<br />
Mit unserem eCommerce Logistik-Day bieten wir der<br />
Branche eine exklusive Plattform. Wir diskutieren<br />
über Trends & Märkte, Umwelt und Logistiklösungen<br />
sowie über die Notwendigkeit der Automatisierung.<br />
Wir werden den 9. eCommerce Logistik-Day <strong>2024</strong><br />
und die Podiumsdiskussion unter dem folgenden<br />
Motto thematisieren: Ist Flexibilität in Krisenzeiten<br />
matchentscheidend!?<br />
www.logistik-express.com/ecomlog24/
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S20<br />
Handel & Distanzhandel<br />
ISO erarbeitet<br />
internationale Normen<br />
in der daten-gestützten<br />
Einzelhandelslogistik<br />
Harmonisierung, End-to-End-Transparenz<br />
und Vernetzung werden schnellere Lieferungen,<br />
zuverlässige Lieferketten und bequeme<br />
Retouren ermöglichen.<br />
FLORIAN SEIKEL<br />
Der Wechsel von der<br />
dokumentenzentrierten<br />
zur einzelhandelszentrierten<br />
Post-/Expresszustellung<br />
von B2C-<br />
Lieferungen verändert<br />
die Postlandschaft<br />
grundlegend.<br />
Post- und Expressdienstleister<br />
engagieren<br />
sich zunehmend in der<br />
Einzelhandelslogistik – sie verwalten<br />
und koordinieren den Transport von Waren,<br />
Materialien und Produkten und liefern diese<br />
über Zustellunternehmen auf der letzten Meile<br />
an die Endverbraucher.<br />
Globale Standards für globale<br />
Einzelhandelslogistik<br />
Der globale Einzelhandelslogistikmarkt hatte<br />
im Jahr 2022 einen Wert von 238,5 Milliarden<br />
US-Dollar und soll bis 2032 auf 809,69 Milliarden<br />
US-Dollar wachsen, was einer durchschnittlichen<br />
jährlichen Wachstumsrate von<br />
13,5 % entspricht (Quelle: Allied Market<br />
Research).<br />
Dieses Wachstum wird durch vereinfachte<br />
Prozesse in der Einzelhandelslogistik,<br />
dazu notwendige harmonisierte<br />
Datenstandards und kooperative<br />
Partnerschaften vorangetrieben.<br />
Harmonisierung, End-to-End-<br />
Transparenz und Vernetzung<br />
werden schnellere Lieferungen,<br />
zuverlässige Lieferketten und<br />
bequeme Retouren ermöglichen.<br />
Die aktuellen Herausforderungen der<br />
städtischen Überlastung, des begrenzten<br />
Lagerraums und der regulatorischen<br />
Hürden sollen damit gelöst werden.<br />
Innovative Logistiklösungen<br />
B2B und B2C verschmelzen: Hohe Lagerkosten<br />
aufgrund von Produktlieferverzögerungen,<br />
unzureichenden Lagern, schlechten Bestandsverwaltungssystemen<br />
und ineffizienter Lagerinfrastruktur<br />
entfallen.<br />
Die direkte Verbindung zwischen Herstellern<br />
und Marken, sowie Endverbrauchern weltweit,<br />
die damit verbundenen Effizienzsteigerungen<br />
und die Fähigkeit, flexibel auf Lieferherausforderungen<br />
zu reagieren, schaffen den Bedarf an<br />
innovativen Logistiklösungen. Es entstehen:
• Micro - Fulfillment-Zentren,<br />
• mobile Sortier- und von Behörden zur<br />
Sendungsüberprüfung einsetzbare Lösungen<br />
(etwa: Anhänger, die digitale Logistikdokumente<br />
für einzelne Sendungen prüfen,<br />
bewerten und evaluieren können),<br />
• unbemannte Geschäfte und Lager,<br />
• Lieferungen am frühen Morgen, oder auch<br />
• Innerstädtische Lieferzentren.<br />
Von Europa verlagert sich die<br />
Marktgestaltung nach Süd-Ost Asien<br />
In den letzten zwei Jahrzehnten hat das europäische<br />
Normungsgremium CEN harmonisierte<br />
Post- und Expressmärkte in Europa geschaffen,<br />
die sich am globalen Postmodell von UPU/WCO<br />
orientieren.<br />
ISO hat dies nun als einen Bereich identifiziert,<br />
der einheitliche internationale Standards erfordert,<br />
um vernetzte Logistiktechnologien und<br />
-dienste für den Einzelhandel zu ermöglichen.<br />
Dieser Schritt der ISO wird von südostasiatischen<br />
Normungsgremien vorangetrieben und<br />
markiert eine geografische Verschiebung in der<br />
Entwicklung zukünftiger Geschäftsmodelle für<br />
den Einzelhandel und deren Harmonisierung.<br />
Das ISO-Standardisierungsprogramm<br />
umfasst:<br />
• Einzelhandels- und Lagereinrichtungen wie<br />
Selfstorage- und unbemannte Warensendungsannahme<br />
und -abgabeeinrichtungen;<br />
• Selfstorage und unbemannte Geschäfte;<br />
• Terminologie, Leistungsstandards und Testmethoden<br />
in der innovativen und datengestützten<br />
Einzelhandelslogistik;<br />
• Messung der Qualität von Einzelhandelslogistikabläufen<br />
und -dienstleistungen,<br />
einschließlich kleiner Fulfillment-, und<br />
Microsortier- Zentren; und<br />
• Zertifizierung von Einzelhandelslogistiktechnologie<br />
und -dienstleistungen.<br />
Als logistic-natives und internationales Netzwerk<br />
haben wir die hohe Relevanz der „side<br />
regulation“ erkannt, um aktiv den Markt zu gestalten.<br />
Daher sind wir Mitglied beim DIN, CEN,<br />
ISO und dem Weltpostverein geworden. Interessenten<br />
sind herzlich eingeladen, mitzuarbeiten<br />
und Teil unseres Verbandes zu werden.<br />
Melden Sie sich einfach bei Florian Seikel via<br />
e-Mail: Fllorian.Seikel@logistic-natives.com.<br />
(RED)<br />
WALTER TREZEK<br />
LOGISTIKPROFI<br />
Für Ihr Business sind wir im Einsatz.<br />
post.at/businesspaket<br />
Wer in Österreich Paketlogistik sagt, sagt Post. In unserem dichten österreichweiten<br />
Logistiknetz sorgen neben unserem großen PostTeam auch modernste<br />
Technologie und intelligente Prozesse dafür, dass Ihre Pakete rasch und zuverlässig<br />
ankommen. 2023 haben wir 200 Millionen Pakete transportiert – und täglich werden<br />
es mehr. Unsere starke Infrastruktur macht uns zu Ihrer starken Versandpartnerin.
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S22<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Strategien für<br />
europäische Händler im<br />
Wettbewerb mit Temu<br />
Unternehmen wird geraten, sich auf ihre<br />
Stärken zu fokussieren, diese kommunizieren<br />
und noch weiter zu vertiefen.<br />
REDAKTION<br />
EPHRAIM CHIOZZA<br />
Die starke Präsenz von Online-Plattformen<br />
wie Temu und Co. sorgt für<br />
viel Aufruhr auf dem Markt. Europäische<br />
Anbieter geraten immer<br />
mehr in Schwierigkeiten, da sie sich gezwungen<br />
sehen, mit dem extremen Preisdumping des<br />
Shops aus China mitzuhalten. Häufig ist dies gar<br />
nicht ohne Verluste möglich. Dies zeigt, dass das<br />
radikale Senken eigener Preise, um mit Temu<br />
mitzuhalten, keinen sinnvollen Ansatz bildet.<br />
Es ist zudem unnötig, denn wer klug und bedacht<br />
reagiert, hat die Möglichkeit, dem Preiskampf<br />
zu entgehen und dennoch erfolgreich auf<br />
dem Markt zu sein. Händler aus Europa haben<br />
die besten Chancen, indem sie sich auf ihre<br />
Stärken besinnen, die sie von der Konkurrenz<br />
aus Asien abheben. Denn es gibt eine Menge<br />
Käufer, die bereit sind, für hochwertige und<br />
langlebige Produkte auch mehr zu zahlen.<br />
Wie reagieren Anbieter adäquat<br />
auf die Billig-Konkurrenz?<br />
Sollte der Anbieter aus China tatsächlich gegen<br />
EU-Recht verstoßen und regelwidrig handeln,<br />
ist dies eindeutig ein Anlass, entsprechende<br />
Schritte zu unternehmen, um geltendes Recht<br />
durchzusetzen. Gerade im Hinblick auf die<br />
Nachhaltigkeit besteht viel berechtigte Kritik<br />
an den Produkten von Temu, bei denen es sich<br />
in vielen Fällen um Wegwerfware handelt. Dies<br />
widerspricht den europäischen Bestrebungen,<br />
Produktionsprozesse und Erzeugnisse nachhaltiger<br />
zu gestalten.<br />
So gelingt es, sich dem Preiskampf<br />
zu entziehen<br />
Es ist jedoch auch möglich, als Händler eigenständige<br />
Schritte zu unternehmen und Strategien<br />
zu entwickeln, um der Billig-Konkurrenz<br />
entgegenzutreten. Um sich von Plattformen wie<br />
TEMU abzuheben, gibt es verschiedene Ansatzpunkte,<br />
die den Erfolg von europäischen Shops<br />
steigern.<br />
Markenaufbau und Kundensupport<br />
Mit den niedrigen Preisen von Temu können<br />
europäische Shops nicht konkurrieren. Doch<br />
das müssen sie gar nicht, wenn es ihnen gelingt,<br />
eine starke Marke aufzubauen, die Kunden
emotional erreicht. Sie erzeugt Verbundenheit,<br />
Gefühle oder einen Status, der Preis ist hingegen<br />
für treue Kunden meist nachrangig. Auch<br />
im Hinblick auf den Kundenservice können<br />
sich Anbieter von der chinesischen Konkurrenz<br />
abheben, da sie aus Sicht vieler Kunden oft<br />
keinen zufriedenstellenden Support anbieten.<br />
Eine schnelle Reaktion auf Anfragen mit guten<br />
Antworten erhöht die Kundenzufriedenheit.<br />
Erreichung der Zielgruppe über das richtige<br />
Onlinemarketing<br />
Bei der Ansprache von Zielgruppen bietet die<br />
Ausrichtung von Produktfeeds auf Suchmaschinen-<br />
und Social-Media-Werbung ein hohes<br />
Potenzial. Auch gut gestaltete Landingpages<br />
und gezielte Marketingmaßnahmen mit hohem<br />
Ad-Rank erreichen potenzielle Kunden gezielt.<br />
Die Bedeutung von Nischen und Trends<br />
Anbieter, die auf eine Nische spezialisiert sind,<br />
können besonders eng am Kunden agieren.<br />
Dieser Zielgruppe ist die Qualität meist wichtiger<br />
als der Preis. Durch eine Analyse des<br />
Marktes und die Beobachtung von Trends ist<br />
es überdies möglich, flexibel und zeitnah auf<br />
Entwicklungen zu reagieren.<br />
Nähe zum Kunden und schnelle Lieferung<br />
Ein weiteres wichtiges Distinktionsmerkmal<br />
stellt die Nähe zu den Kunden dar. Regionale<br />
Anbieter, Kundensupport in der eigenen Landessprache<br />
und die Option der Vor-Ort-Abholung<br />
werden von vielen Menschen geschätzt.<br />
Damit einher geht auch der schnelle Versand,<br />
der innerhalb eines Landes möglich ist. Dies<br />
ist ein weiterer Vorteil gegenüber den langen<br />
Versandzeiten für Bestellungen bei Temu, bei<br />
denen Produkte ab China versendet werden.<br />
Rabatte anbieten – aber richtig<br />
Nicht zuletzt sollten europäische Onlinehändler<br />
darauf achten, nicht nur jene Käufer anzusprechen,<br />
die Rabatte suchen. Sinnvoller ist es, die<br />
Zielgruppe zu adressieren, die für hervorragende<br />
Qualität auch einen gewissen Preis<br />
zahlen möchte. Zwar können Händler durchaus<br />
Rabatte anbieten – dabei sollte es sich aber<br />
eher um fixe Rabatte handeln, etwa ab einer<br />
bestimmten Bestellmenge, oder Gratisversand<br />
ab einem höheren Betrag.<br />
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das<br />
Auftreten von Billiganbietern sollte europäische<br />
Händler nicht zu voreiligen Entscheidungen<br />
verleiten. Im ersten Schritt sollten sie einen<br />
kühlen Kopf bewahren und sich auf ihre Stärken<br />
fokussieren, diese kommunizieren und noch<br />
weiter vertiefen. (RED)<br />
Ephraim Chiozza ist der Gründer und<br />
Geschäftsführer der AdWiser GmbH. Der<br />
Marketing-Experte erstellt ganzheitliche<br />
Marketing-Ökosysteme für Onlineshop-Betreiber.<br />
Mit dem Ziel, dass seine<br />
Kunden ihr Werbebudget so effizient wie<br />
möglich nutzen und nachhaltige<br />
Ergebnisse erzielen.<br />
https://ad-wiser.ch/
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S24<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Amazon und der<br />
Retourenkauf: Wie der<br />
Branchenführer den<br />
E-Commerce neu<br />
definiert<br />
Rücksendungen stellen im Onlinehandel eine<br />
erhebliche Herausforderung dar. Oft sind die<br />
zurückgegebenen Produkte in tadellosem<br />
Zustand, doch die Prozesse für deren Rückabwicklung,<br />
Wiedereinlagerung und Wiederverwertung<br />
sind kostenintensiv und komplex.<br />
REDAKTION<br />
Amazon ist diesen Herausforderungen<br />
mit dem Konzept des "Retourenkaufs"<br />
begegnet. Dabei werden gebrauchte<br />
oder nahezu neue Produkte zu stark<br />
reduzierten Preisen angeboten, oft nur wegen<br />
kleiner Verpackungsmängel oder minimaler<br />
kosmetischer Defekte.<br />
Dieser Lösungsweg zeigt, wie geschickt Amazon<br />
mit den Schwierigkeiten des Retourenmanagements<br />
umgeht. Durch den Verkauf von<br />
Retourenartikeln zu niedrigeren Preisen gelingt<br />
es Amazon nicht nur, Kosten zu senken, sondern<br />
auch Käufer anzusprechen, die bereit sind,<br />
geringe Mängel für ein gutes Geschäft in Kauf<br />
zu nehmen. Im Folgenden wird dargelegt, was<br />
andere Händler von Amazon lernen können und<br />
in welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf<br />
besteht.<br />
Die Herausforderung durch Retouren im<br />
Onlinehandel<br />
Mit dem stetigen Wachstum des Onlinehandels<br />
steigt auch die Anzahl an Retouren. Diese<br />
Entwicklung ist nicht nur eine Folge vermehrter<br />
Käufe, sondern auch der Erwartungen der<br />
Kunden, dass Rücksendungen unkompliziert<br />
möglich sind. Händler stehen vor der Aufgabe,<br />
die Logistik der Rücksendungen effektiv zu<br />
gestalten und gleichzeitig die damit verbundenen<br />
Kosten zu bewältigen und die Kundenzufriedenheit<br />
aufrechtzuerhalten.<br />
Ein effizientes Retourenmanagement ist daher<br />
ein maßgeblicher Faktor im E-Commerce, wenn<br />
es darum geht, Abläufe zu optimieren, Kosten zu<br />
minimieren und gleichzeitig die Umweltbelastung<br />
zu reduzieren. Amazon hat dies<br />
frühzeitig erkannt und mit dem Konzept des<br />
Retourenkaufs eine Methode erarbeitet, die<br />
wirtschaftliche und ökologische Aspekte<br />
vereint.<br />
KONSTANTINOS VASIADIS<br />
Präzise Einstufung von Retourenprodukten<br />
Als Voraussetzung für den Erfolg von Amazons<br />
Retourenkauf gilt die genaue Klassifizierung<br />
zurückgegebener Produkte. Diese Klassifizierung<br />
soll Enttäuschungen verhindern, die
das Vertrauen in die Marke beeinträchtigen<br />
könnten. Kategorien wie "Wie neu" oder "Sehr<br />
gut" dienen dazu, den Zustand der Produkte<br />
zu beschreiben. Allerdings müssen solche<br />
Einstufungen eindeutig definiert und konsequent<br />
umgesetzt werden, damit einheitliche<br />
Standards gewährleistet sind. Am besten ist es<br />
hierbei, die menschliche Beurteilung weitestgehend<br />
zu vermeiden. Das kann gelingen,<br />
indem man genaue Angaben macht, wie "Die<br />
Delle ist 3 cm lang". Im Anschluss entscheidet<br />
das System beziehungsweise die KI, was genau<br />
das bedeutet, wodurch weniger menschliche<br />
Fehler passieren.<br />
Die sorgfältige Einschätzung der Produkte ist<br />
sowohl eine Frage der Transparenz als auch<br />
der Vertrauenswürdigkeit. Kunden, die zurückgegebene<br />
Waren erwerben, haben spezifische<br />
Erwartungen an deren Zustand und Ausstattung.<br />
Strengere Richtlinien für die Inspektion<br />
und Bewertung der Retouren könnten Amazon<br />
dabei helfen, die Anzahl enttäuschter Kunden<br />
zukünftig deutlich zu verringern. Eine klare<br />
Kommunikation über die tatsächliche Qualität<br />
der Produkte trägt ebenfalls dazu bei, das Vertrauen<br />
der Kunden zu fördern.<br />
Rechtliche und regulatorische Faktoren<br />
Beim Retourenkauf sind auch die verschiedenen<br />
gesetzlichen Bestimmungen in den<br />
Ländern von Bedeutung, in denen Amazon tätig<br />
ist. Jedes Land hat eigene Vorschriften hinsichtlich<br />
der Rückgaberechte, Garantieansprüche<br />
und des Datenschutzes, welche<br />
es zu beachten gilt. Besonders wichtig ist der<br />
Schutz personenbezogener Daten während<br />
des Retourenprozesses, um den gesetzlichen<br />
Anforderungen gerecht zu werden.<br />
Nachhaltigkeit und strategische<br />
Überlegungen für die Zukunft<br />
Rücksendungen belasten durch zusätzliche<br />
Transportwege und die damit verbundenen<br />
CO2-Emissionen die Umwelt.<br />
Doch mithilfe des von Amazon entwickelten<br />
Retourenkaufmodells lassen sich Produkte<br />
anbieten, die sonst möglicherweise entsorgt<br />
worden wären. Damit zeigt der Branchenführer,<br />
dass er bestrebt ist, Nachhaltigkeitsaspekte in<br />
die Unternehmensplanung einzubeziehen.<br />
Dennoch sollte Amazon die Auswirkungen<br />
des Verkaufs von Retourenprodukten auf die<br />
Bepreisung von Neuwaren berücksichtigen.<br />
Zu hohe Preisnachlässe auf Retourenartikel<br />
könnten den Marktpreis für Neuprodukte unter<br />
Druck setzen und langfristig die Preisstruktur im<br />
E-Commerce destabilisieren. Auch die Vermeidung<br />
von Überproduktion, die zu höheren<br />
Retourenraten führt, ist wichtig.<br />
Fazit<br />
Mit dem Konzept des Retourenkaufs hat<br />
Amazon einen innovativen Ansatz entwickelt,<br />
der dabei hilft, die Herausforderungen des<br />
Onlinehandels zu meistern.<br />
Durch die Wiedervermarktung von Retourenartikeln<br />
zu reduzierten Preisen gelingt es dem<br />
Unternehmen, sowohl wirtschaftliche Vorteile<br />
zu erzielen, als auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit<br />
zu leisten. Anzumerken bleibt, dass<br />
insbesondere in den Bereichen Produktbewertung,<br />
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und<br />
Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks<br />
Spielraum für Verbesserungen vorhanden ist.<br />
Weitere Informationen unter:<br />
https://www.elvinci.de/
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S26<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Österreichische Post<br />
feiert 25 Jahre Paket-<br />
Logistikzentren<br />
Vor genau 25 Jahren wurde die Paketsortieranlage<br />
im Logistikzentrum Wals-Siezenheim<br />
in Betrieb genommen. .<br />
REDAKTION<br />
Die Post hatte bereits vorher automatische<br />
Paketverteilanlagen im<br />
Einsatz, die aber dem steigenden<br />
Paketaufkommen nicht mehr gewachsen<br />
waren. Deshalb wurde im September<br />
1999 in Wals-Siezenheim das erste moderne<br />
Paket-Logistikzentrum mit einer leistungsfähigen<br />
Sortieranlage in Betrieb genommen, wie sie<br />
heute zum Standard bei der Österreichischen<br />
Post gehören.<br />
„Vor 25 Jahren haben wir in Salzburg den<br />
Grundstein für unser heutiges Paket-Netzwerk<br />
gelegt. Im Jahr 1999 transportierten wir österreichweit<br />
42 Millionen Pakete, heute sind es<br />
bereits 200 Millionen - Tendenz steigend.<br />
Um weiter wachsen zu können, werden wir das<br />
Logistikzentrum in Wals-Siezenheim umfassend<br />
modernisieren. Damit schreiben wir diese<br />
Erfolgsgeschichte fort und stellen unseren<br />
Mitarbeiter*innen moderne und zeitgemäße<br />
Arbeitsplätze zur Verfügung“, erklärt Peter Umundum,<br />
Vorstandsdirektor für Paket & Logistik,<br />
Österreichische Post AG.<br />
Auf den ersten 8.000 m2 des Logistikzentrums<br />
in Wals-Siezenheim war ursprünglich nur die<br />
Paket-Sortierung untergebracht, mittlerweile<br />
ist auch die Brief-Sortierung dort angesiedelt.<br />
Rund 140 Mitarbeiter*innen sorgen dafür, dass<br />
knapp 5.500 Pakete pro Stunde sortiert werden<br />
- und das mit den Originalmaschinen, die dank<br />
guter Wartung seit 25 Jahren in Betrieb sind. Seit<br />
2020 unterstützt außerdem das nahe gelegene<br />
Logistikzentrum in Thalgau, in dem bis zu 5.000<br />
Pakete pro Stunde sortiert werden können.<br />
Nach 25 Jahren und mehreren Adaptierungen<br />
steht das Logistikzentrum in Wals-Siezenheim<br />
vor einer umfassenden Modernisierung, um für<br />
die Zukunft der Post gerüstet zu sein. Derzeit<br />
laufen die Planungen für den komplexen<br />
Umbau, der in mehreren Etappen erfolgen wird.<br />
Aufgrund der Lage und Bedeutung des Logistikzentrums<br />
im Netzwerk der Post wird der Betrieb<br />
während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten.<br />
Das Logistikzentrum in Thalgau wird in dieser<br />
Zeit die Paketsortierung in Wals-Siezenheim<br />
entlasten. (RED)
#disruptretail<br />
Hier anmelden:<br />
european-startup.at<br />
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EUROPEAN<br />
RETAIL<br />
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24. OKTOBER<br />
<strong>2024</strong>
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S28<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Steigende Transportkosten<br />
belasten die<br />
Margen<br />
Beeinträchtigte Transportwege und steigende<br />
Frachtkosten drücken erneut auf die Margen<br />
der Hersteller. REDAKTION<br />
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />
der letzten Jahre waren<br />
geprägt von einer hohen Inflation,<br />
die in Deutschland mit 10,4 % den<br />
höchsten Stand seit der Wiedervereinigung<br />
erreichte. Zwar sah es zuletzt so aus, als ob<br />
diese Entwicklung gestoppt sei. Doch jetzt<br />
sorgen steigende Frachtkosten und Unterbrechungen<br />
beim multimodalen Güter- und<br />
Warenverkehr erneut für Inflationsdruck,<br />
welcher zu geringeren Gewinnspannen bei den<br />
Unternehmen führt.<br />
Hendrik Hackmann, Director Industrial Manufacturing<br />
& Automotive Central Europe bei<br />
Infor kommentiert die aktuelle Situation<br />
“Seit dem 1. Juli müssen auch Fahrzeuge im<br />
Güterkraftverkehr mit einem Gesamtgewicht<br />
von mehr als 3,5 Tonnen<br />
eine Mautgebührentrichten.<br />
Die genaue Höhe hängt von<br />
einer Reihe von Faktoren<br />
ab, wie Gewicht und<br />
Schadstoffklasse des<br />
Fahrzeugs, Höhe der<br />
Kohlenstoffemissionen<br />
und Länge der zurückgelegten<br />
Strecke - Variablen,<br />
die zu einer größeren<br />
Unsicherheit und Komplexität<br />
bei der Finanzplanung der<br />
Logistikkosten Unternehmen führen.<br />
Gleichzeitig startete die Deutsche Bahn ein<br />
Programm zur Erneuerung der Schieneninfrastruktur:<br />
Bis 2030 werden insgesamt 40<br />
wichtige Schienenabschnitte monatelang<br />
gesperrt. Davon betroffen sind auch wichtige<br />
Hauptverkehrsadern des deutschen Bahnnetzes,<br />
was sich auch auf den Schienengüterverkehr<br />
in Deutschland und das benachbarte<br />
Ausland auswirken wird. In der Folge<br />
müssen Unternehmen für den Transport von<br />
Waren und Rohstoffen zum Teil längere, zeitaufwendige<br />
Umwege in Kauf nehmen, was die<br />
Kosten zusätzlich nach oben treibt. Ein Umstieg<br />
auf den Straßentransport ist aufgrund der<br />
neuen Mautpflicht finanziell oft keine Alternative.<br />
Infolgedessen werden sich deutsche<br />
Hersteller auf Verzögerungen bei der Anlieferung<br />
von Rohstoffen und Zulieferprodukten<br />
einstellen müssen, was zu volatilen Frachtraten<br />
führen kann. Diese Entwicklung setzt deutsche<br />
Unternehmen, die ohnehin schon mit der<br />
schleppenden Erholung der wirtschaftlichen<br />
Lage zu kämpfen haben, weiter unter Druck.“<br />
„In unserer eng vernetzten Geschäftswelt<br />
wirken sich erhöhte Kosten und die Beeinträchtigungen<br />
der Transportwege nicht nur auf<br />
einzelne Unternehmen, sondern auf ganze Lieferketten<br />
aus. Zwar haben Hersteller während<br />
der Pandemie gelernt, Lieferketten mit einem<br />
gewissen Maß an Spielraum und Resilienz<br />
auszustatten. Doch nach wie vor bestehen<br />
bestimmte Prinzipien im operativen Geschäft,<br />
wie z.B. ein möglichst geringer Lagerbestand<br />
oder die Just-in-time Anlieferung von Zulieferprodukten-<br />
und -materialien. Dieser eingefahrene<br />
Modus Operandi wird erneut unter<br />
Druck geraten, wenn sich u.a. Mautpflicht und<br />
DB-Streckensperrungen hierzulande bemerkbar<br />
machen. Um diese Herausforderungen zu<br />
bewältigen, gibt es sowohl kurzfristige Schritte<br />
als auch längerfristige, operative Maßnahmen,<br />
die Unternehmen umsetzen können. Ein Beispiel<br />
für eine kurzfristig umsetzbare Maßnahme<br />
ist die Automatisierung aller Aufgaben rund<br />
um Kostenberechnung, Routenplanung und<br />
Kostenminimierung beim Transport. Damit lässt<br />
sich stets auch ein aktueller Überblick über die<br />
Kosten der LKW-Mautgebühren erhalten.<br />
Die IT-Systeme der Unternehmen sollten diese<br />
Informationen automatisch erfassen und dann<br />
bei der Optimierung der weiteren Transportkette<br />
berücksichtigen. Langfristig gesehen gibt<br />
es drei Hauptfaktoren, mit denen Unternehmen<br />
Beeinträchtigungen im Logistikbereich vorbeugen<br />
und den Aufwärtsdruck bei den Transportkosten<br />
eindämmen können:
1. Transparenz der gesamten Lieferkette<br />
In der gleichen Weise, wie die Lieferketten von<br />
Zulieferern, Partnern und Herstellern miteinander<br />
verknüpft sind, müssen auch deren IT-<br />
Systeme miteinander kommunizieren. So lässt<br />
sich der Weg von Komponenten und Materialien<br />
über den gesamten Produktionsprozess<br />
hinweg verfolgen. Unabhängig davon, welche<br />
Technologien ein Unternehmen einsetzt, sollten<br />
sowohl die Mitarbeiter in der Produktion als<br />
auch die Führungsteams Zugang zu Echtzeitdaten<br />
von Partnern und Zulieferern haben. So<br />
wird sichergestellt, dass alle Zugriff auf die notwendigen<br />
Kennzahlen für die Produktion und<br />
Verfügbarkeit von Komponenten sowie über<br />
mögliche Lieferverzögerungen haben. Je früher<br />
Hersteller von unerwarteten Beeinträchtigungen<br />
oder Kostenerhöhungen erfahren, desto<br />
schneller lassen sich Alternativen für Lieferanten,<br />
Transportarten und alternative Routen<br />
finden.“<br />
2. Proaktive Szenarienmodellierung durch<br />
den Einsatz von maschinellem Lernen (ML)<br />
Unternehmen, die vorab mit Hilfe von Modellen<br />
für unterschiedliche Szenarien planen, können<br />
z.B. eine gesperrte Bahnstrecke kostengünstiger<br />
und mit weniger Zeitverlust umfahren. Mit<br />
entsprechenden Softwareanwendungen lassen<br />
sich die Auswirkungen von Preisänderungen,<br />
Streckensperrungen und einem Wechsel zu<br />
alternativen Transportmitteln monetär besser<br />
bewerten. Das Ergebnis sind flexiblere und<br />
damit resilientere Lieferketten.<br />
3. KI-gestützte Routenoptimierung<br />
Diese Anwendungen unterstützen bei der<br />
Ermittlung der effektivsten und kostengünstigsten<br />
Transportroute sowie bei der richtigen<br />
Wahl der Transportmittel.“<br />
(RED)<br />
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LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S30<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Lieferschwierigkeiten<br />
beim Online-Shopping<br />
Descartes Systems veröffentlicht Studie zur<br />
Verbraucherstimmung bei der Zustellung im<br />
E-Commerce: Unzufriedenheit ist<br />
weiterhin hoch. REDAKTION<br />
Die Descartes Systems Group, der<br />
weltweit führende Softwareas-a-Service-Anbieter<br />
für<br />
Logistikunternehmen, veröffentlicht<br />
ihre dritte jährliche Studie zur Stimmung der<br />
Verbraucherinnen und Verbraucher im<br />
E-Commerce mit dem Titel „Online-Handel<br />
wächst, aber zu viele Verbraucher sind weiter<br />
unzufrieden mit der Zustellung“. Diese zeigt,<br />
dass 39 Prozent der 8.000 Konsumentinnen<br />
und Konsumenten aus Europa und Nordamerika<br />
im Befragungszeitraum mehr Online-Einkäufe<br />
getätigt haben als im Vergleich zum Vorjahr.<br />
57 Prozent von ihnen haben in diesem Jahr<br />
mindestens eine neue Produktkategorie online<br />
gekauft. Obwohl die Descartes-Studie zeigt,<br />
dass Verbraucherinnen und Verbraucher über<br />
alle demographischen Gruppen hinweg die<br />
Anzahl und Häufigkeit ihrer Online-Einkäufe<br />
erhöhten, beklagten 67 Prozent der Befragten<br />
Probleme bei der Zustellung.<br />
„Trotz jährlicher Verbesserungen in verschiedenen<br />
Bereichen der Branche zeigt sich im<br />
dritten Erhebungsjahr unserer Studie weiterhin<br />
eine hohe Unzufriedenheit der Verbraucherinnen<br />
und Verbraucher mit den Zustellungen<br />
im E-Commerce“, sagt Johannes Panzer, Head<br />
of Industry Solutions, E-Commerce bei der<br />
Descartes Systems Group. Dies führe sogar so<br />
weit, dass Lieferprobleme ein potenzielles Hindernis<br />
für künftige Online-Einkäufe darstellen.<br />
Auf die Frage, was sie davon abhalten würde,<br />
in Zukunft mehr online einzukaufen, gab ein<br />
Fünftel der Verbraucherinnen und Verbraucher<br />
an, negative Erfahrungen mit der Zustellung von<br />
Bestellungen gemacht zu haben (21 Prozent).<br />
Auswirkungen schlechter<br />
Zustellerfahrungen auf das Geschäft<br />
Haben Sie in den letzten drei Monaten auf<br />
ein Lieferproblem reagiert und wenn ja, wie?<br />
Vertrauen in den<br />
Zustelldienst verloren<br />
Keine weiteren Bestellungen<br />
mehr bei dem Händler getätigt<br />
Vertrauen in den<br />
Händler verloren<br />
Freunden/Familie empfohlen,<br />
den Zustelldienst zu meiden<br />
16 %<br />
23 %<br />
Händler gemieden,<br />
18 % 24 %<br />
24 %<br />
19 %<br />
21 %<br />
21 %<br />
19 %<br />
19 %<br />
19 % die mit diesem<br />
Zustelldienst arbeiten<br />
Freunden/Familie<br />
empfohlen, den<br />
Händler zu meiden<br />
Insgesamt weniger<br />
online gekauft<br />
17 %<br />
18 %<br />
14 %<br />
16 %<br />
17 %<br />
14 %<br />
15 %<br />
16 %<br />
15 %<br />
18 %<br />
In Social Media<br />
über Unzufriedenheit<br />
berichtet<br />
11 %<br />
13 %<br />
Studie 2022 Studie 2023 Studie <strong>2024</strong><br />
Quelle: Descartes / SAPIO Research
Weitere Begründungen waren die Unzuverlässigkeit<br />
der Lieferung (20 Prozent) und die Unzufriedenheit<br />
mit dem Lieferprozess (17 Prozent).<br />
Bei 23 Prozent der Studien-Befragten, die in<br />
der Vergangenheit Lieferprobleme beklagten,<br />
wurde ein Vertrauensverlust in den Zustelldienst<br />
hervorgerufen; 19 Prozent verloren das Vertrauen<br />
in den Einzelhändler. In dem Zusammenhang<br />
ergriffen 63 Prozent Maßnahmen, die zur<br />
Rufschädigung der entsprechenden Lieferdienste<br />
oder Händler führen könnten. Dazu gehören<br />
Reaktionen wie das Meiden des Einzelhändlers<br />
(19 Prozent) oder anderer Einzelhändler, die mit<br />
demselben Zustelldienst zusammenarbeiten<br />
(16 Prozent), die Aussprache einer Empfehlung<br />
an Verwandte und Bekannte, den Zustelldienst<br />
(15 Prozent) oder den Einzelhändler (14 Prozent)<br />
zu meiden, sowie seltenere Online-Einkäufe<br />
(14 Prozent) und die Kommunikation der Unzufriedenheit<br />
in sozialen Medien (11 Prozent).<br />
„Unternehmen sollten diese Reaktionen ernstnehmen.<br />
Für eine Optimierung des E-Commerce<br />
und um dessen Zukunftsfähigkeit sicherzustellen,<br />
ist die Kundenzufriedenheit nach wie<br />
vor eine wichtige Kenngröße“, sagt Panzer.<br />
Descartes zeigt sich optimistisch, denn mittelmäßige<br />
Lieferleistungen und inkonsistente<br />
Zustellerfahrungen seien lösbare Probleme.<br />
„Es gibt marktbewährte Strategien, Best Practices<br />
und Technologielösungen, die Einzelhändler<br />
und Lieferdienste in Betracht ziehen<br />
können, um kosteneffizient eine optimierte<br />
Liefererfahrung zu bieten, die auf die Präferenzen<br />
der Verbraucherinnen und Verbraucher<br />
zugeschnitten ist“, erklärt er weiter.<br />
Alle Ergebnisse der in Europa und Nordamerika<br />
durchgeführten Umfrage in Zusammenarbeit<br />
mit SAPIO Research befinden sich hier zum<br />
Nachlesen: Studie: „Online-Handel wächst, aber<br />
zu viele Verbraucher sind weiter unzufrieden<br />
mit der Zustellung“<br />
Die Studie „Online-Handel wächst, aber zu viele<br />
Verbraucher sind weiter unzufrieden mit der<br />
Zustellung“ wurde unter 8.000 Verbraucher<br />
in Europa und Nordamerika durchgeführt,<br />
die zu ihrem Kaufverhalten im E-Commerce<br />
über einen Zeitraum von drei Monaten von<br />
Ende Oktober 2023 bis Mitte Januar <strong>2024</strong><br />
befragt wurden. Ziel war es, einen umfassenden<br />
Überblick über die aktuelle Leistung in<br />
den Bereichen E-Commerce und Zustellung<br />
zu erhalten. Dafür wurden beispielsweise die<br />
Gründe für die Zu- oder Abnahme von Online-<br />
Einkäufen, die Art der gekauften Waren, die<br />
Häufigkeit der Einkäufe, die Lieferpräferenzen,<br />
die Liefererfahrungen und die Auswirkungen<br />
von Lieferausfällen auf Einzelhändler und ihre<br />
Zustelldienstleister untersucht.<br />
Die Studie betrachtet außerdem, wie sich das<br />
Kaufverhalten und die Wahrnehmung der Verbraucherinnen<br />
und Verbraucher nach demographischen<br />
Gruppen unterscheiden.<br />
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S32<br />
Handel & Distanzhandel<br />
So bewältigen<br />
Online-Händler<br />
die Peak Season<br />
Salesupply ist ein Dienstleister, der mittelständischen<br />
Online-Händlern skalierbaren<br />
und flexiblen Customer Service und<br />
Fulfillment bietet. Zehn Last-Minute-Tipps<br />
für das E-Commerce-Fulfillment.<br />
2. Strategisch skalieren<br />
Händler sollten rechtzeitig für zusätzlichen<br />
Lagerplatz sorgen, um Engpässe zu vermeiden.<br />
Flexible Lösungen wie temporäre Anmietungen<br />
oder Partnerschaften mit Fulfillment-Dienstleistern<br />
können in Spitzenzeiten entscheidend sein.<br />
3. Personal frühzeitig aufstocken und schulen<br />
Die rechtzeitige Rekrutierung und Schulung von<br />
Saisonkräften kann entscheidend zu Erfolg oder<br />
Misserfolg beitragen. Ein Mentorenprogramm,<br />
bei dem erfahrene Mitarbeiter neue Kräfte einarbeiten,<br />
kann das Onboarding beschleunigen<br />
und die Teamarbeit fördern.<br />
REDAKTION<br />
Die Weihnachtszeit ab<br />
Black Friday ist für<br />
Online-Händler<br />
die lukrativste,<br />
aber auch anspruchsvollste<br />
Phase des Jahres.<br />
In dieser Zeit steigen die<br />
Anforderungen an das<br />
Fulfillment erheblich, da<br />
Kunden trotz steigender<br />
Paketmengen weiterhin schnelle<br />
und fehlerfreie Lieferungen<br />
erwarten. Jede Verzögerung kann das<br />
eigene Image negativ beeinträchtigen. Salesupply,<br />
der Spezialist für Fulfillment und Kundenservice<br />
von Online-Shops, hat zehn innovative<br />
Tipps zusammengestellt, wie sich Händler<br />
optimal auf die bevorstehenden Herausforderungen<br />
vorbereiten können.<br />
1. Präzise Prognosen treffen<br />
Möglichst exakte Prognosen sind entscheidend,<br />
um Nachfragespitzen während der Hochsaison<br />
erfolgreich zu managen. Händler sollten alle<br />
Marketing- und Verkaufskampagnen und die<br />
kalkulierten Absatzmengen im Detail einplanen.<br />
Werden Produkte neu eingeführt, können historische<br />
Daten und KI-gestützte Algorithmen<br />
dabei helfen, Verkaufstrends vorherzusagen<br />
und die Fulfillment-Strategie optimal auszurichten.<br />
4. Lieferantenbeziehungen stärken<br />
Eine enge Kommunikation mit den eigenen<br />
Lieferanten stellt sicher, dass sie die erwartete<br />
Nachfrage tatsächlich decken können.<br />
Cross-Docking-Optionen, bei denen<br />
Produkte direkt von einem Lieferanten<br />
oder Hersteller zu einem<br />
Vertriebszentrum oder Endkunden<br />
umgeleitet werden,<br />
ohne dass sie zwischengelagert<br />
werden, sind eine<br />
Möglichkeit, Lieferzeiten für<br />
stark nachgefragte Artikel zu<br />
verkürzen.<br />
5. Flexible Versandoptionen<br />
Flexibilität bei den Versandoptionen ist<br />
wichtig, um verschiedene Kundenbedürfnisse<br />
bedienen zu können. Noch entscheidender<br />
ist allerdings, dass Händler für ihre (externen)<br />
Lager Verträge mit mehreren Last-Mile-Carriern<br />
abgeschlossen haben.<br />
Hat ein Carrier in der Hochsaison Schwierigkeiten,<br />
mit der erhöhten Last Schritt zu halten,<br />
gibt es so einen Plan B. KI kann dabei unterstützten,<br />
für jede Bestellung den optimalen Versanddienstleister<br />
basierend auf Zielort, Paketgröße<br />
und Kapazität des Carriers auszuwählen.<br />
6. Kundenerwartungen durch<br />
Transparenz managen<br />
Transparente Kommunikation ist in der Peak<br />
Season essenziell, um die Kundenzufriedenheit<br />
zu gewährleisten. Besonders vor Weihnachten
ist es wichtig, dass die Lieferzeitprognosen<br />
beim Checkout so präzise wie<br />
möglich sind. Ein proaktiver Ansatz setzt<br />
nicht nur realistische Erwartungen bei<br />
den Kunden, sondern reduziert auch die<br />
Anzahl der Anfragen beim Kundenservice<br />
bezüglich des Bestellstatus.<br />
Salesupply ist Dienstleister, der mittelständischen<br />
Online-Händlern skalierbaren<br />
und flexiblen Customer Service<br />
und Fulfillment bietet - Jeroen Leenders,<br />
Co-Founder von Salesupply hebt hervor:<br />
“Die Weihnachtszeit bietet: Chancen und<br />
Herausforderungen.<br />
Mit der richtigen Vorbereitung kommen<br />
Online-Händler aber gut durch diese<br />
kritische Phase – und Kunden können<br />
die Geschenke für ihre Lieben rechtzeitig<br />
unter den Weihnachtsbaum legen.”<br />
(RED)<br />
7. Mögliche Verzögerungen<br />
proaktiv kommunizieren<br />
Mithilfe von Versand-Intelligence-Software<br />
lassen sich einzelne Sendungen<br />
überwachen und steuern.<br />
So können Kunden schon im Vorfeld über<br />
Verzögerungen informiert werden, was<br />
die Frustration deutlich verringert und<br />
das Kundenerlebnis insgesamt verbessert.<br />
8. Notfallpläne entwickeln<br />
Für unvorhergesehene Ereignisse wie<br />
Systemausfälle, Versandverzögerungen<br />
oder Personalmangel sollten detaillierte<br />
Notfallpläne vorbereitet werden.<br />
Ein speziell dafür zusammengestelltes<br />
Notfallteam kann dann schnell auf unerwartete<br />
Probleme reagieren.<br />
Ihr Value Chain<br />
Tech Partner für<br />
effizientes Order<br />
Fulfillment<br />
Für höchste Leistung im Order Fulfillment<br />
und maximale Flexibilität in den Prozessen.<br />
9. Mitarbeitermotivation im<br />
Lager durch Anreize steigern<br />
Incentives können die Motivation und<br />
Effizienz der Mitarbeiter in stressigen<br />
Zeiten fördern. Wer das Erreichen eines<br />
bestimmten fehler- und verzögerungsfreien<br />
Service-Levels mit Boni incentiviert,<br />
verbessert nicht nur die Leistung,<br />
sondern fördert auch den Fokus auf<br />
Qualität und termingerechte Abwicklung,<br />
was in Saisonspitzen entscheidend ist.<br />
10. Verpackung mit KI optimieren<br />
(langfristiges Ziel): Auch wenn es für die<br />
kommende Weihnachtssaison schwierig<br />
sein mag, eine KI-gestützte Verpackungsoptimierung<br />
vollständig umzusetzen,<br />
ist dies ein lohnenswertes langfristiges<br />
Ziel. Mithilfe von KI lässt sich die optimale<br />
Paketgröße für jede Bestellung ermitteln,<br />
was die Versandkosten erheblich senken<br />
und die Nachhaltigkeit fördern kann.
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S34<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Zehn Maßnahmen für<br />
mehr Sicherheit im<br />
Online-Handel<br />
Hinter jeder zehnten Online-Retoure steckt<br />
eine Betrugsabsicht, schätzt der amerikanische<br />
Handelsverband National Retail<br />
Federation (NRF). Doch Online-Händler sind<br />
nicht wehrlos. Spezialist für Post-Purchase<br />
Customer Experience, parcelLab, hat zehn<br />
Maßnahmen gegen Retourenbetrug<br />
zusammengestellt. REDAKTION<br />
An die 1,3 Milliarden Artikel aus<br />
Online-Bestellungen werden jedes<br />
Jahr retourniert, errechnete die<br />
Forschungsgruppe Retourenmanagement.<br />
Das allein ist für Online-Händler<br />
schon ärgerlich und kostspielig. Doch es wird<br />
noch schlimmer. Denn der US-Handelsverband<br />
National Retail Federation geht davon aus, dass<br />
rund jede zehnte Retoure betrügerisch ist.<br />
Das bedeutet: Waren werden entweder kurz<br />
genutzt und dann zurückgeschickt (Wardrobing),<br />
es werden gestohlene Waren retourniert,<br />
leere Kartons zurückgesendet, Rabatte<br />
oder Cashbacks durch wiederholte Käufe und<br />
Retouren mehrfach in Anspruch genommen, die<br />
Autorisierung der Zahlung nach Erhalt der Ware<br />
bestritten oder online bei zweifelhaften<br />
Anbietern gekauft und die Ware dann in<br />
regulären Geschäften retourniert.<br />
Der Ideenreichtum der Betrüger stellt Händler<br />
vor große Herausforderungen und unterstreicht<br />
die Notwendigkeit umfassender Schutzmaßnahmen<br />
im Retourenmanagement.<br />
Der Spezialist für Versandkommunikation und<br />
Retourenmanagement, parcelLab, hat zehn<br />
Maßnahmen zusammengestellt, mit denen sich<br />
Online-Händler gegen Retourenbetrug<br />
wappnen können.<br />
1. Klare und strenge Rückgaberichtlinien<br />
implementieren: Eine transparente und durchdachte<br />
Rückgabepolitik ist der Grundstein für<br />
den Schutz vor Retourenbetrug. Händler sollten<br />
genau festlegen, welche Artikel innerhalb<br />
welcher Fristen zurückgegeben werden können<br />
und welche Dokumente dafür erforderlich sind.<br />
Diese Richtlinien müssen klar kommuniziert<br />
und konsequent durchgesetzt werden, um<br />
Missbrauch vorzubeugen und gleichzeitig ein<br />
faires Einkaufserlebnis für ehrliche Kunden zu<br />
gewährleisten.<br />
2. Genaue Prüfung der zurückgegebenen<br />
Waren: Bei der Annahme von Retouren ist eine<br />
sorgfältige Inspektion der Waren unerlässlich.<br />
Mitarbeiter sollten geschult werden, genau auf<br />
Anzeichen von Gebrauch, Beschädigung oder<br />
Manipulation zu achten. Besondere Aufmerksamkeit<br />
gilt dabei Produktkategorien, die<br />
häufig von Retourenbetrug betroffen sind, wie<br />
hochwertige Elektronik oder Designerkleidung.<br />
Eine gründliche Prüfung kann dazu beitragen,<br />
missbräuchliche Rückgaben zu identifizieren<br />
und abzuwehren.<br />
3. Implementierung eines Retourenportals<br />
Ein Retourenportal erfordert von Kunden, vor<br />
der Rücksendung eine Genehmigung einzuholen.<br />
Dieser zusätzliche Schritt ermöglicht es<br />
Händlern, Rückgabemuster zu verfolgen und zu<br />
bewerten. So können potenzielle betrügerische<br />
Aktivitäten frühzeitig erkannt und verhindert<br />
werden. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit,<br />
den Rückgabeprozess für legitime Kunden zu<br />
optimieren.<br />
4. Analyse von Kauf- und Rückgabemustern<br />
Die systematische Auswertung von Kundendaten<br />
kann aufschlussreiche Einblicke in Kaufund<br />
Rückgabeverhalten liefern. Auffällige Muster,<br />
wie häufige Rückgaben hochwertiger Artikel<br />
oder saisonale Spitzen bei Retouren, können auf<br />
potenziellen Betrug hinweisen. Diese Analysen<br />
ermöglichen es Händlern, gezielte Präventivmaßnahmen<br />
zu ergreifen und Risikokunden zu<br />
identifizieren.<br />
5. Integration der Systeme<br />
Eine nahtlose Integration aller relevanten Systeme<br />
– von der E-Commerce-Plattform über
die Lagerverwaltung bis hin zum CRM und der<br />
Zahlungsabwicklung – ist ein effektiver Schutz<br />
gegen Retourenbetrug. Echtzeit-Updates verhindern<br />
Datenverzögerungen, die von Betrügern<br />
ausgenutzt werden könnten. Ein gut integriertes<br />
System ermöglicht eine ganzheitliche Sicht<br />
auf den Retourenprozess und erleichtert es,<br />
Unregelmäßigkeiten zu erkennen.<br />
6. Verwendung von fälschungssicheren<br />
Etiketten und Verpackungen<br />
Der Einsatz von einzigartigen, schwer zu<br />
replizierenden Etiketten oder Siegeln, die<br />
beispielsweise Seriennummern, Hologramme<br />
oder Sicherheitsmerkmale wie Farbwechsel<br />
oder versteckte Markierungen enthalten, kann<br />
die Echtheitsprüfung von Retouren erheblich<br />
erleichtern. Spezielle Verpackungen, die deutliche<br />
Anzeichen von Öffnung oder Manipulation<br />
aufweisen, erschweren den Missbrauch.<br />
Zusätzlich kann die Dokumentation des Originalzustands<br />
der Ware vor dem Versand mittels<br />
Fotos oder Videos im Streitfall als Beweismittel<br />
dienen. Spezielle Verpackungen, die deutliche<br />
Anzeichen von Öffnung oder Manipulation aufweisen,<br />
erschweren den Missbrauch. Zusätzlich<br />
kann die Dokumentation des Originalzustands<br />
der Ware vor dem Versand mittels Fotos oder<br />
Videos im Streitfall als Beweismittel dienen.<br />
7. Quittungsüberprüfung implementieren<br />
Wenn Kunden für ihre Retoure einen Kaufbeleg<br />
oder einen anderen Nachweis des Kaufs vorlegen<br />
müssen, kann es Betrüger davon abhalten,<br />
gestohlene oder gefälschte Waren zurückzugeben.<br />
Im Idealfall haben Händler einen Prozess<br />
implementiert, der mithilfe von Tools wie<br />
Barcode- oder QR-Code-Scanning Quittungen<br />
überprüft und mit der Auftragsdatenbank<br />
abgleicht.<br />
8. Vielretournierer sperren<br />
Kunden, die zu viele Artikel zurückschicken,<br />
können, können Händler das Leben schwerer<br />
machen, indem sie beispielsweise die Anzahl<br />
der Rückgaben in einem bestimmten Zeitraum<br />
begrenzen.<br />
9. Chargebacks anfechten<br />
Händler, die auf Betrug im Zusammenhang<br />
mit Rückbuchungen (Chargebacks) stoßen,<br />
beispielsweise wenn Kunden gebrauchte Ware<br />
zurücksenden und dann ihre Zahlung widerrufen,<br />
sollten bei ihrem Zahlungsdienstleister<br />
eine Anfechtung einreichen — idealerweise<br />
mit passenden Beweisen, die die Forderung<br />
unterstützen, wie z. B. Kaufbelege, Sendungsverfolgungsinformationen<br />
und Fotos des<br />
zurückgegebenen Artikels. Es ist auch hilfreich,<br />
die eigenen Rückgaberichtlinien vorzulegen,<br />
wenn ein Kunde eine Rückbuchung veranlasst,<br />
die gegen die eigenen Bedingungen verstößt.<br />
10. Betrüger anzeigen<br />
Je nach Situation kann es notwendig sein,<br />
den Betrug den zuständigen Behörden oder<br />
Ermittlungsstellen zu melden. In einigen Fällen<br />
können Händler auch rechtliche Schritte gegen<br />
Betrüger in Erwägung ziehen. Dies ist jedoch<br />
meist der letzte Ausweg, da Strafverfolgung zeitaufwendig<br />
und kostspielig sein kann. Händler<br />
sollten daher rechtliche Schritte nur erwägen,<br />
wenn der Betrug schwerwiegend ist und die<br />
Kosten für Anwälte etc. rechtfertigt.<br />
"Retourenbetrug ist nicht nur ärgerlich. Es<br />
kostet Unternehmen Zeit und vor allem auch<br />
Geld", kommentiert Anton Eder, Mitgründer von<br />
parcelLab. "Der beste Weg, mit Retourenbetrug<br />
umzugehen, ist, ihn von vornherein zu verhindern.<br />
Klare Rückgaberichtlinien, der Einsatz<br />
eines Retourenportals und aufmerksame Mitarbeiter<br />
schieben vielen Betrugsversuchen schon<br />
einen Riegel vor."<br />
(RED)
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S36<br />
Handel & Distanzhandel<br />
P19 Payment Festival<br />
Zahlungsexperten aus<br />
aller Welt in Wien<br />
Das Flagship-Event der Payment-Plattform<br />
P19 zeigt sich in diesem Jahr mit einer<br />
starken internationalen Ausrichtung. Neben<br />
TWINT-Founder Thierry Kneissler und token.<br />
io-Finanzchefin Tatiana Okhotina, sind auch<br />
heimische Top-Experten wie Österreich<br />
Werbung-CEO Astrid Steharnig-Staudinger<br />
und Sacher Hotels-CEO Matthias Winkler<br />
unter den Speakeren.<br />
REDAKTION<br />
Das Flagship-Event der Payment-Plattform<br />
P19 zeigt sich<br />
in diesem Jahr internationaler<br />
denn je und bringt am 26.<br />
November Top-Expert:innen aus aller Welt<br />
in die Wiener Sofiensäle. „Das P19 Payment<br />
Festival <strong>2024</strong> bietet allen Teilnehmer:innen<br />
die Möglichkeit, globale Perspektiven zu<br />
gewinnen und Einblicke in die Entwicklungen<br />
im Zahlungsverkehr weltweit zu<br />
erhalten. So fördern wir die grenzüberschreitende<br />
Vernetzung. Alle sind willkommen:<br />
Das Anliegen von P19 ist es wie immer,<br />
die Diversität hochzuhalten und Barrieren<br />
abzubauen“, sagt Birgit Kraft-Kinz, Co-<br />
Founderin der Plattform P19 und CEO der<br />
KRAFTKINZ Powergroup GmbH.<br />
Keynotes, Panels und Fishbowl-Diskussionen<br />
mit internationalen Expert:innen<br />
Das P19 Payment Festival steht auch dieses<br />
Jahr ganz im Zeichen des Austausches<br />
zu Themen und Trends, die die Welt des<br />
Zahlungsverkehrs bewegen. Am Programm<br />
stehen neben spannenden Keynotes auch<br />
Panel-Diskussionen mit den Schwerpunkten<br />
Handel, Tourismus und Mobilität, sowie<br />
interessante Austäusche im „Fishbowl“-Format,<br />
bei denen sich Gäste spontan einen Stuhl<br />
schnappen und mitdiskutieren können. Neben<br />
Matthias Winkler, dem CEO von Sacher Hotels,<br />
und Lukas Weichselbaum, Senior Staff Information<br />
Security Engineer bei Google, zählen auch<br />
Thierry Kneissler, der Erfinder des Payment-Systems<br />
TWINT, sowie Alpay Güner (Vice President<br />
der MediaMarktSaturn Retail Gruppe), Hermann<br />
Erlach (General Manager von Microsoft Österreich)<br />
und Credi2-CEO Daniel Strieder zu den<br />
Speaker:innen des P19 Payment Festivals. Auch<br />
Frauenpower wird beim P19 Payment Festival<br />
<strong>2024</strong> großgeschrieben: Neben Barbara Seelos<br />
(Commercial Lead UK, Ireland and Nordics<br />
bei Bitpanda Solutions), sind auch die Top-<br />
Expert:innen Tatiana Okhotina (CFO bei token.<br />
io), Marietta Babos (Autorin und Initiatorin von<br />
Damensache)und Astrid Steharnig-Staudinger<br />
(CEO von Österreich Werbung) am Start. Auch<br />
mit dabei sind Oswald Salcher (Region Manager<br />
DACH, Slowakei und Slowenien bei Trade<br />
Republic), Alex von Frankenberg (Geschäftsführer<br />
des High-Tech Gründerfonds), Nico Gramenz<br />
(CGO & Co-Founder bei Project Bay) sowie<br />
Rechtsanwalt Peter Tutsch, Ben Hruby (Head<br />
of Capital Market & Fintech im BMF) und Ralf<br />
Schweighöfer (Geschäftsführer von DHL Express<br />
in Österreich).<br />
Ein Event mit globaler Perspektive und Weitsicht<br />
Der P19 Ticketshop ist geöffnet, für Start-Ups<br />
und Female Payment Pioneers gibt es spezielle<br />
Rabattcodes. Birgit Kraft-Kinz: „Auch auf diesem<br />
Weg wollen wir die Vielfalt fördern. P19 ist es ein<br />
großes Anliegen, Frauen sowie Start-Ups in der<br />
Payment-Branche zu fördern und zu stärken.“<br />
Das Event befasst sich neben dem Handel<br />
auch mit unterschiedlichen Zukunftsthemen,<br />
darunter Payment in Tourismus und Mobilität,<br />
dem Digitalen Euro, Instant Payment, Payment-<br />
Regulatorik in Europa, Cybersecurity, Digitale<br />
Identität und Financial Literacy.<br />
(RED)<br />
HV Event Videoclip:<br />
https://youtu.be/eSqTKunj7J0<br />
HV Event Anmeldug<br />
Link: https://bit.ly/3TQv5b5
#austrianretailsummit<br />
Austrian Summit<br />
for Retail &<br />
Branded Goods<br />
ZUM WARENKORB<br />
tagdeshandels.at<br />
TAG DES<br />
<strong>HANDEL</strong>S<br />
GMUNDEN, (OÖ)<br />
10. & 11. OKTOBER<br />
<strong>2024</strong>
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S38<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Österreichisches<br />
Steuersystem braucht<br />
dringend eine Reform<br />
Seit langem gilt das österreichische<br />
Steuersystem als zentraler Hemmschuh<br />
für die heimische Wirtschaft.<br />
REDAKTION<br />
Wie der aktuelle Deloitte Tax<br />
Survey unter 250 Steuerverantwortlichen<br />
zeigt, hat sich daran<br />
- trotz einschlägiger Appelle<br />
aus der Wirtschaft - auch im vergangenen Jahr<br />
nichts geändert. Alte Probleme bleiben bestehen,<br />
während jüngere Entwicklungen neue<br />
Herausforderungen aufwerfen. Die derzeitige<br />
Rezession und die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit<br />
der österreichischen Wirtschaft machen<br />
eine Reform des Steuersystems drängender<br />
denn je.<br />
Die komplexe Steuerlandschaft bremst Österreichs<br />
Wirtschaftsstandort unnötig aus. Das<br />
bestätigt eine aktuelle Deloitte Umfrage unter<br />
250 heimischen Führungskräften. So bewerten<br />
mehr als drei Viertel der Befragten das österreichische<br />
Steuersystem als herausfordernd.<br />
Vor allem häufige Gesetzesänderungen (54 %),<br />
unklare, doppeldeutige und widersprüchliche<br />
Interpretationen der Regelungen durch die Finanzverwaltung<br />
(50 %) sowie lange Verfahrensdauern<br />
bei Abgabeverfahren (46 %) machen<br />
den Unternehmen das Leben schwer. Hinzu<br />
kommen die krisenhaften globalen Entwicklungen,<br />
die negative Auswirkungen auf den<br />
Steuerstandort Österreich haben.<br />
„Neben der fortschreitenden Klimakrise und<br />
geopolitischen Spannungen in und um Europa<br />
ist es vor allem die hohe Kosten- und Abgabenlast,<br />
die Unternehmen das Wirtschaften erschwert.<br />
In Zeiten von Rezession und sinkender<br />
Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich<br />
ist das besonders prekär“, erklärt Herbert<br />
Kovar, Managing Partner Tax & Legal bei Deloitte<br />
Österreich. „Um ein Vorankommen des Wirtschaftsstandortes<br />
zu gewährleisten, braucht es<br />
dringend eine Reform des Steuersystems -<br />
nur so können wir die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit<br />
sicherstellen.“<br />
HERBERT KOVAR<br />
Entlastung: Faktor Arbeit ist zentraler Hebel<br />
Wie eine solche Reform aussehen könnte,<br />
davon haben die befragen Führungskräfte eine<br />
klare Vorstellung. Zwei Maßnahmen sind aus<br />
ihrer Sicht zentral: Neben der Reduktion der<br />
Lohnnebenkosten (68 %) wird vor allem der<br />
Senkung des Einkommensteuersatzes (40 %)<br />
große Bedeutung beigemessen.
„Die Forderungen sind nicht neu, doch gerade<br />
vor dem Hintergrund der stagnierenden<br />
Wirtschaft in Österreich und des anhaltenden<br />
Fachkräftemangels wird die Entlastung des<br />
Faktors Arbeit zunehmend wichtiger“, betont<br />
Herbert Kovar. „Daneben wird in nächster Zeit<br />
auch massiv Kapital notwendig sein, damit Geschäftsmodelle<br />
hierzulande adäquat verändert<br />
werden können. Dafür müssen die Abgabenmaßnahmen<br />
endlich so gestaltet werden, dass<br />
sie keine abschreckende Wirkung auf Investoren<br />
haben.“<br />
Unsicherheit bei KI-Einsatz hält an<br />
Veränderungen im Steuersystem sind auch<br />
angesichts des fortschreitenden Einsatzes von<br />
Künstlicher Intelligenz (KI) unabdingbar. Mehr<br />
als die Hälfte der Steuerverantwortlichen (52 %)<br />
schreibt der neuen Technologie große Relevanz<br />
zu. Angesichts des tatsächlichen Einsatzes sind<br />
viele Befragte aber noch unsicher, mehr als ein<br />
Viertel (27 %) spricht sich sogar dagegen aus.<br />
„KI hält auch für Steuerabteilungen großes Potenzial<br />
bereit, bei vielen scheint dies aber noch<br />
nicht in der vollen Tragweite angekommen zu<br />
sein. Obwohl die Steuerverantwortlichen die<br />
Relevanz der neuen Technologie erkennen, sind<br />
viele hinsichtlich des tatsächlichen Einsatzes<br />
zurückhaltend“, so Herbert Kovar. „Dieser<br />
Unsicherheit gilt es nun mit entsprechenden<br />
Maßnahmen entgegenzuwirken. Denn Fakt ist:<br />
KI ist gekommen, um zu bleiben.“<br />
Ökologisierung des Systems rückt in den<br />
Hintergrund<br />
Angesichts dieser neuen Entwicklung drohen<br />
anhaltende Probleme wie die Klimakrise im<br />
Bewusstsein der Steuerverantwortlichen in den<br />
Hintergrund zu rücken. Haben sich im vergangenen<br />
Jahr noch 56 % für die Einführung von<br />
Maßnahmen zur Ökologisierung des Steuersystems<br />
ausgesprochen, sind es aktuell nur mehr<br />
48 %. Ein weiteres Viertel ist sich diesbezüglich<br />
unsicher.<br />
„Die Umfrage zeigt, dass Steuerverantwortliche<br />
vor mehr Herausforderungen denn je stehen.<br />
Das sollte jedoch nicht dazu führen, dass Zukunftsthemen<br />
vernachlässigt werden. Gerade<br />
mithilfe von Steuern kann der Gesetzgeber eine<br />
Richtung hin zu einer besseren Zukunft vorgeben.<br />
Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist<br />
das ein nicht zu unterschätzendes Instrument“,<br />
erklärt Herbert Kovar abschließend.<br />
(RED)<br />
Deloitte Austrian<br />
Tax Survey<br />
Link: https://bit.ly/3Btasvy
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S40<br />
Handel & Distanzhandel<br />
Österreich erreicht Top<br />
10-Platzierung im<br />
Ranking der<br />
innovationsfähigsten<br />
Volkswirtschaften<br />
Innovationsindikator <strong>2024</strong> von Roland Berger<br />
und dem BDI analysiert und vergleicht<br />
Innovationsfähigkeit von weltweit 35 Volkswirtschaften.<br />
REDAKTION<br />
Industrie (BDI): Die Schweiz, Singapur und<br />
Dänemark stehen an der Spitze, gefolgt von<br />
weiteren kleineren Ländern, darunter Österreich,<br />
dass mit dem zehnten Platz heuer den<br />
Einzug in die Top 10 der innovationsfähigsten<br />
Volkswirtschaften geschafft hat. Erst auf den<br />
Plätzen 11, 12 und 13 kommen mit Südkorea,<br />
Deutschland und Großbritannien die ersten<br />
großen Industrienationen. Die USA folgen auf<br />
Platz 18 und China auf Platz 25. Neben dem<br />
Gesamtranking der 35 betrachteten Volkswirtschaften<br />
liefert der Innovationsindikator<br />
<strong>2024</strong> auch Details, etwa wie die Länder in Bezug<br />
auf Schlüsseltechnologien aufgestellt sind oder<br />
ob ihre Innovations- und Produktionssysteme<br />
planetare Grenzen einhalten und somit langfristig<br />
erfolgreich sein können.<br />
EVRIM BAKIR<br />
Bei der Innovationsfähigkeit sind<br />
kleinere Länder im internationalen<br />
Vergleich führend. Das zeigt der<br />
Innovationsindikator <strong>2024</strong> von Roland<br />
Berger und dem Bundesverband der Deutschen<br />
„Innovationen sind unverzichtbar, um die Wettbewerbsfähigkeit<br />
von Industrieländern sowie<br />
deren Wachstum und Wohlstand zu sichern und<br />
zu steigern. Die Verbesserung von Österreich im<br />
Ranking mit Top 10 Platzierung zeigt die Stärke<br />
des Wirtschaftsstandorts“, sagt Gundula Pally,<br />
Managing Partner bei Roland Berger Österreich.
„Außerdem sind viele globale Herausforderungen<br />
wie die Dekarbonisierung, die Folgen<br />
des Klimawandels oder auch Pandemien ohne<br />
Innovationen kaum zu bewältigen. Innovationsfähigkeit<br />
bedeutet daher Zukunftsfähigkeit.“<br />
Kleine Länder häufig auf einzelne Technologien<br />
spezialisiert<br />
Der Innovationsindikator <strong>2024</strong> analysiert und<br />
vergleicht 35 Volkswirtschaften nach einem<br />
systematischen Messkonzept. Wie in den vergangenen<br />
Jahren führen kleinere Nationen das<br />
Gesamtranking an.<br />
Im Vergleich zu großen Industrieländern fällt<br />
es ihnen leichter, gezielt einen größeren Teil<br />
der verfügbaren personellen und finanziellen<br />
Ressourcen dafür einzusetzen, neues Wissen zu<br />
schaffen und wirtschaftlich zu verwerten.<br />
Dabei spezialisieren sie sich häufig auf einzelne<br />
Technologien, wie das Beispiel der Schweiz<br />
zeigt, die mit 71 Punkten erneut auf Platz 1 steht:<br />
Das Land beherbergt einige der leistungsfähigsten<br />
Wissenschaftseinrichtungen der Welt, und<br />
seine Wirtschaft konzentriert sich auf Felder,<br />
für die deren Forschungsergebnisse besonders<br />
relevant sind, zum Beispiel Pharma- und<br />
Biotechnologie oder Elektronik und Automatisierung.<br />
Auf Platz 2 liegt Singapur (68). Hohe Investitionen<br />
in ein leistungsfähiges Wissenschaftssystem<br />
kombiniert mit einer engen<br />
Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft<br />
eröffnen Chancen für innovative und<br />
international hoch-vernetzte Industrien. Schwerpunkte<br />
liegen unter anderem auf Pharmaund<br />
Biotechnologie sowie wissensintensiven<br />
Dienstleistungen.<br />
Nach Ländern wie Schweden (58), Irland (55)<br />
und Finnland (52) schließt Österreich mit 45<br />
Punkten die Reihe der Top 10 im Gesamtranking.<br />
Österreich hat beispielsweise beim Außenhandel<br />
und bei Markenanmeldungen leicht,<br />
beim Risikokapital in den Digitaltechnologien<br />
sowie bei Energietechnologien deutlich zuge-
LOGISTIK-EXPRESS.COM <strong>LE</strong> 4/<strong>2024</strong> | S42<br />
legt. Einbußen sind bei Patenten und einigen<br />
Technologiebereichen festzustellen.<br />
Erst auf Rang 11 folgt das erste große Industrieland:<br />
Südkorea (44 Punkte) hält seit 2017 den<br />
ersten Platz unter den großen Volkswirtschaften<br />
im Innovationsindikator. Ähnlich wie<br />
Deutschland, das mit 43 Punkten auf Platz 12<br />
folgt, punktet Südkorea mit einem ausgewogenen<br />
Innovationssystem, dessen Stärken vor<br />
allem im Bereich der Schaffung und Diffusion<br />
von Wissen liegen; in beiden Ländern gibt es<br />
dagegen Schwächen bei der Umsetzung in<br />
konkrete Innovationen.<br />
Folgen der Pandemie bremsen Innovationskraft<br />
in USA und China<br />
Großbritannien (42 Punkte) belegt den 13. Platz.<br />
Nach einem Einbruch seiner Innovationsfähigkeit<br />
infolge der Finanzkrise 2007/08 holt das<br />
Land seit 2012 langsam wieder auf und punktet<br />
vor allem mit seinem sehr leistungsfähigen<br />
Wissenschaftssystem. Einen kontinuierlichen<br />
Rückgang ihrer Innovationskraft erleben dagegen<br />
die USA (35 Punkte), die nur noch Rang<br />
18 erreichen und damit seit 2020 vier Plätze<br />
verloren haben. Auch eine zwischenzeitliche<br />
Stabilisierung dieses Trends wurde durch die<br />
Corona-Pandemie zum größten Teil wieder<br />
zunichte gemacht. Allerdings wird die insgesamt<br />
durchschnittliche US-amerikanische<br />
Über Roland Berger<br />
Roland Berger ist eine weltweit führende<br />
Strategieberatung mit einem breiten<br />
Leistungsangebot für alle relevanten<br />
Branchen und Unternehmensfunktionen.<br />
Roland Berger wurde 1967 gegründet<br />
und hat seinen Hauptsitz in München.<br />
Die Strategieberatung ist vor allem für<br />
ihre Expertise in den Bereichen Transformation,<br />
industrieübergreifende Innovation<br />
und Performance-Steigerung<br />
bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt,<br />
Nachhaltigkeit in all ihren Projekten zu<br />
verankern. Im Jahr 2023 verzeichnete<br />
Roland Berger einen Umsatz von über<br />
einer Milliarde Euro.<br />
Position relativiert durch einzelne hoch-innovative<br />
Regionen wie etwa Massachusetts oder<br />
Kalifornien, die im internationalen Vergleich<br />
deutlich besser abschneiden und weltweit<br />
Leuchttürme darstellen.<br />
China erreicht mit 28 Punkten Rang 25. Es<br />
ist die einzige große Volkswirtschaft, deren<br />
Innovationsfähigkeit sich kontinuierlich sehr<br />
dynamisch entwickelt. So hat sich der zunächst<br />
deutliche Abstand zu den führenden großen<br />
Volkswirtschaften seit 2005 mehr als halbiert.<br />
Allerdings stagniert Chinas Innovationsindexwert<br />
seit 2020 – hier wirken die Corona-Krise<br />
und die extremen Abschottungsmaßnahmen<br />
nach. Chinas Stärken liegen auf der Inputseite<br />
des Innovationsprozesses: Hohe Investitionen in<br />
das System sorgen für entsprechend viel Innovationsoutput,<br />
wenn auch bei vergleichsweise<br />
niedriger Produktivität. Das Land hat in dieser<br />
Hinsicht noch viel Potenzial und dürfte daher<br />
auch in Zukunft seine Position im Innovationsranking<br />
weiter verbessern.<br />
Die hinteren Plätze unter den 35 im Innovationsindikator<br />
betrachteten Volkswirtschaften<br />
bilden sieben Schwellenländer, darunter vier der<br />
fünf BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien,<br />
Südafrika) sowie die Türkei, Mexiko und Indonesien.<br />
Mit Indikatorwerten zwischen 21 und<br />
12 Punkten erreichen sie nur Platzierungen am<br />
Ende des Rankings.<br />
„Unser Innovationsindikator liefert wissenschaftlich<br />
fundierte Zahlen, mit denen wir den<br />
Erfolg innovativer Volkswirtschaften erklären<br />
können“, sagt Stefan Haid, Partner bei Roland<br />
Berger Österreich. „Dabei zeigt sich eines ganz<br />
deutlich: Wie ein Land heute positioniert ist, ist<br />
ein Effekt von Entscheidungen und Investitionen<br />
in der Vergangenheit. Das heißt umgekehrt: Um<br />
die erforderliche Dynamik anzustoßen und die<br />
zukünftige Innovationsfähigkeit zu verbessern,<br />
ist heute vorausschauendes Handeln nötig.“<br />
(RED)<br />
Die vollständige Studie erhalten Sie hier:<br />
www.innovationsindikator.de/<strong>2024</strong>
#futureofretail<br />
Der Kongress<br />
für Retail<br />
Technology<br />
1<br />
1<br />
techday.at<br />
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21. NOVEMBER<br />
<strong>2024</strong><br />
THIRTY FIVE, WIEN
#ECOMLOG24<br />
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LOG24<br />
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