Agrisano-Kundenmagazin 02/2024
Zweimal pro Jahr erscheint unser Kundenmagazin. Darin finden Sie Informationen und Tipps zu unseren Versicherungslösungen sowie zu aktuellen Gesundheitsthemen. Zudem porträtieren wir Menschen, die bei der Agrisano versichert sind oder hier arbeiten. In dieser Ausgabe ein Landwirtepaar, das am Neuenburger See einen charmanten Hofladen führt – und eine Mitarbeiterin, die offen für neue Horizonte ist …
Zweimal pro Jahr erscheint unser Kundenmagazin. Darin finden Sie Informationen und Tipps zu unseren Versicherungslösungen sowie zu aktuellen Gesundheitsthemen. Zudem porträtieren wir Menschen, die bei der Agrisano versichert sind oder hier arbeiten. In dieser Ausgabe ein Landwirtepaar, das am Neuenburger See einen charmanten Hofladen führt – und eine Mitarbeiterin, die offen für neue Horizonte ist …
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magazin<br />
Wissenswertesfür Sie.<br />
Ausgabe 2/2<strong>02</strong>4<br />
Mit Liebe und<br />
viel Leidenschaft<br />
Ein Hofladen mit<br />
welscher Lebensart<br />
Seite 6<br />
10<br />
Mann sein, gesund sein –<br />
ein Interview zur Vorsorge<br />
14<br />
Kurz erklärt: Alternativ- und<br />
Komplementärmedizin<br />
18<br />
Mitarbeitende im Porträt:<br />
Offen für neue Horizonte
INHALT<br />
VERSICHERUNGEN<br />
Alternative Modelle: Sie fragen –wir antworten 4<br />
Warum steigen Prämien? 5<br />
Hofläden versichern 8<br />
<strong>Agrisano</strong> Prevos: In eigener Regie 9<br />
MENSCHEN<br />
Mit Liebe und vielLeidenschaft 6<br />
Ausflugstipp: Gletscherschlucht inGrindelwald 13<br />
Deko- und Basteltipp 17<br />
Offen für neue Horizonte–Mitarbeitende im Porträt 18<br />
GESUNDHEIT<br />
Mann sein, gesund sein –ein Interviewzur Vorsorge 10<br />
Keine Zeit für Tabus 12<br />
Die andere Medizin 14<br />
Wussten Sie, dass ... 16<br />
IMPRESSUM<br />
Titelbild Hofladen «Aux prés de chez vous»,Domainedes Prés d’Areuse<br />
Herausgeber <strong>Agrisano</strong>, Laurstrasse 10, 5201 Brugg<br />
Inhaltliche Verantwortung PeterFluder,Kommunikation und Zentrale Dienste,magazin@agrisano.ch<br />
Redaktionelle Leitung Carmen Hocker Gestaltung SandraWessner<br />
Redaktionelle Mitarbeit PeterFluder,ChristianKohli, LukasNietlisbach, IvoPeterhans,MonikaVeronesi<br />
Bilder Carmen Hocker(Titelbild, S. 6, 7, 8und 11),Christian Meier (S.3,4und 14), Tabea Wehrli (S. 13),<br />
SandraWessner (S.16und 19), Sophia Winkler (S.17)<br />
Korrektorat www.wortwollen.ch<br />
Übersetzung Sprachdienstedes Schweizer Bauernverbandes<br />
Auflage 109 226, erscheint zweimal proJahr in Deutsch, Französischund Italienisch<br />
Druck MerkurMedien AG,Langenthal (nachhaltig produziert:derzukunftzuliebe.ch)<br />
Online verfügbar auf www.agrisano.ch©<strong>Agrisano</strong><br />
2
EDITORIAL<br />
REGISTRIEREN<br />
SIE SICH IM<br />
KUNDENPORTAL<br />
AUF: AGRISANO.CH<br />
LukasNietlispach<br />
Leiter Informatik und Statistik, Stv. Geschäftsführer (<strong>Agrisano</strong> Krankenkasse<br />
AG,<strong>Agrisano</strong> Versicherungen AG und<strong>Agrisano</strong> Stiftung)<br />
Liebe Leserinnen, liebe Leser<br />
Am Ufer des Neuenburger Sees betreiben<br />
Stéphanie und Quentin Ducommun einen<br />
charmanten Hofladen, an dem man sich<br />
nicht sattsehen kann –und setzen mit80<br />
Prozent voll auf Direktvermarktung (Seite 6).<br />
Was dies für die Versicherungssituation bedeutet,<br />
lesen Sie auf der Folgeseite.<br />
Klarheit in Bezug auf Zusatzversicherungen<br />
im Bereich Alternativ- und Komplementärmedizin<br />
möchten wir auf Seite 14schaffen:<br />
Welche Leistungen die obligatorische Krankenpflegeversicherung<br />
trägt und wofür eine<br />
Zusatzversicherung nötig ist, sind Fragen,<br />
auf die Sie hier Antworten finden.<br />
Ein Tabuthema ist noch immer das Stichwort<br />
«Männergesundheit». Dabei kann die<br />
Früherkennung bei der Krebsvorsorge lebensrettend<br />
sein. Urologe Dr. med. Christof<br />
Achermann erklärt imInterview, welche<br />
Untersuchungen sinnvoll und empfehlenswert<br />
sind (Seite 10).<br />
Ein wiederkehrendes Thema sind steigende<br />
Krankenkassenprämien. Wiesie berechnet<br />
werden, warumesregionale Unterschiede<br />
und individuellen Spielraumgibt, erfahren<br />
Sie auf Seite5.<br />
Mehr Flexibilität und langfristig bessere Renditeaussichten<br />
warenGründe, weshalb die<br />
Stiftung <strong>Agrisano</strong> Prevos die Sparguthaben<br />
der Versichertenseit Januar 2<strong>02</strong>4 aufeigene<br />
Rechnung verwaltet (Seite9).<br />
Und inunserer Rubrik «Wussten Sie, dass ...»<br />
geht es dieses Mal um eine Pflanze zwischen<br />
Rausch und Medizin, die zu Unrecht verpönt<br />
und zu Unrecht glorifiziert wird: Cannabis.<br />
Wir wünschen Ihnen eine kurzweiligeund<br />
informativeLektüre.<br />
3
VERSICHERUNGEN<br />
SIE FRAGEN –WIR ANTWORTEN<br />
MonikaVeronesi<br />
Leiterin Leistungen,Mitglied der Geschäftsleitung<br />
Im Rahmen der Grundversicherung bietetdie <strong>Agrisano</strong> alternativeModellewie AGRI-eco,<br />
AGRI-contact und AGRI-smartan. Wersie wählt, erhält einen Prämienrabatt, verpflichtet<br />
sichaber auch, gewisse Vorgaben einzuhalten.<br />
Worauf muss ich achten, wenn ich ein alternatives<br />
Versicherungsmodell abschliesse?<br />
Bei der Hausarztversicherung AGRI-eco zum<br />
Beispiel muss der Erstkontakt zwingend über<br />
den gewählten Hausarzt erfolgen. Wenn man<br />
von dort direkt an einen Spezialisten überwiesen<br />
wird, und dieser eine weitere Behandlung<br />
oder gar eine Operation empfiehlt,<br />
muss dies wiederum vom Hausarzt «abgesegnet»<br />
werden.<br />
Inwiefern unterscheidet sich der Erstkontakt<br />
bei den anderen Alternativmodellen?<br />
Beim Telmed-Modell AGRI-contact muss<br />
der Erstkontakt telefonisch über Medgate<br />
erfolgen (die Telefonnummer finden Sie auf<br />
der Rückseite Ihrer Versichertenkarte). Versicherte,<br />
die das digitale Modell AGRI-smart<br />
haben, kontaktieren Medgate über die App.<br />
Wieverhalteich michimNotfall?<br />
Wer nicht mehr in der Lageist, zutelefonierenoder<br />
das Smartphone zu bedienen, meldet<br />
die Notfallbehandlung –möglichst zeitnah<br />
–imNachhinein (Hausarztpraxis oder<br />
bei Medgate: telefonisch bzw.über die App).<br />
Welche Fremdbehandlungen kann ich sonst<br />
noch direkt in Anspruch nehmen?<br />
Gynäkologische Termine (Vorsorge und<br />
Schwangerschaft) sowie augenärztliche<br />
Termine müssennicht vorgängig gemeldet<br />
werden; bei AGRI-contact sind es zudem<br />
zahnärztliche Behandlungen und zumBeispiel<br />
verordnete Physiotherapie; bei AGRIsmart<br />
können auch<br />
Impfungen und Behandlungen<br />
beim Kinderarzt<br />
direkt erfolgen.<br />
Mehr<br />
Infos:<br />
Wichtig<br />
Im Zweifelsfall melden Sie Behandlungen besser<br />
zu oftals zu wenig. Abgesehen vonden<br />
genannten Ausnahmen erfolgen bei Nichtmeldung<br />
Sanktionen: AGRI-eco-Versicherte<br />
werden zweimal angeschrieben, beim dritten<br />
Mal erfolgt per 1. des Folgemonatseine<br />
Umteilung in die ordentliche Obligatorische<br />
Krankenpflegeversicherung (OKP). Bei AGRIcontact<br />
und AGRI-smarterfolgt dies bereits<br />
beim zweiten Schreiben.<br />
4
WARUMSTEIGEN PRÄMIEN?<br />
Seit Jahren steigen die Krankenkassenprämienund belastendadurch dieSchweizer Haushalte.<br />
Dochwarum verlangendie Krankenkassen jährlichhöherePrämien? Aufwelcher<br />
Basis werden diese berechnet?Und warumgibt es regionale Unterschiede?<br />
Die <strong>Agrisano</strong> Krankenkasse AG hat im Jahr<br />
2<strong>02</strong>3 durch Prämien bei der obligatorischen<br />
Krankenpflegeversicherung einen Ertrag von<br />
rund CHF 463 Mio. erwirtschaftet. Die im<br />
gleichen Jahr angefallenen Aufwendungen<br />
–beispielsweise der Leistungsbezug der<br />
Versicherten –konnten damit nicht gedeckt<br />
werden. Rückblickend war die Prämienerhöhung<br />
für das Jahr 2<strong>02</strong>3sogar zu gering.<br />
Einflussgrössen<br />
Für die Berechnung der Prämiendes Folgejahres<br />
(2<strong>02</strong>5) werden die Gesundheitskosten<br />
des abgelaufenen Jahres (2<strong>02</strong>3) wie auch<br />
die angefallenen Kosten im laufenden Jahr<br />
(2<strong>02</strong>4) berücksichtigt.<br />
Hinzu kommen Prognosen<br />
zum Verhalten der<br />
Versicherten imGesundheitsmarkt.<br />
Die stetig<br />
steigenden Gesundheitskosten<br />
sind in erster<br />
Linie darauf zurückzuführen,<br />
dass die Schweizer Bevölkerung immer<br />
mehr Leistungen bezieht: mehr Arzttermine,<br />
mehr Behandlungen und mehr Operationen,<br />
die zum grossen Teil über die obligatorische<br />
Krankenpflegeversicherung abgerechnet<br />
werden. Hinzu kommen neue Behandlungsmethoden<br />
und Spezialmedikamente. Fälschlicherweise<br />
wird oft vermutet, dass der<br />
alljährliche Prämienanstieg vor allem auf<br />
steigende Preise im Gesundheitswesen, d. h.<br />
auf höhere Tarifeder Leistungserbringer wie<br />
Spitäler, Therapiezentren und Pflegeheime<br />
zurückzuführen ist. Das stimmt so nicht.<br />
Vielmehr steigen die Prämien, weil der Leistungskatalog<br />
der Grundversicherung immer<br />
Die Gesundheitskosten steigen<br />
vorallem deshalb, weil die<br />
Schweizer Bevölkerung immer<br />
mehr Leistungen bezieht.<br />
umfangreicher wird und mehr Gesundheitsleistungen<br />
konsumiert werden.<br />
Regionale Unterschiede<br />
Die Gesundheitskosten, die für die Berechnung<br />
der Krankenkassenprämien relevant<br />
sind, unterscheiden sich innerhalb eines<br />
Kantons teilweise stark. Tendenziell beziehen<br />
Personen in ländlichen Regionen<br />
weniger Gesundheitsleistungen als im urbanen<br />
Raum. Durch die Einteilung in mehrere<br />
Prämienregionen könnenKrankenkassen<br />
im gleichen Kanton unterschiedlich hohe<br />
Prämien festlegen. Aufdiese Weise berücksichtigen<br />
sie das Verhalten der Versicherten<br />
in deneinzelnen Regionen,<br />
wodurch es bei der<br />
Berechnung der Prämien<br />
teilweise zu grossen<br />
Unterschieden kommt.<br />
Dies kann dazu führen,<br />
dass gewisse Regionen<br />
hohe Prämiensteigerungenhinnehmen<br />
müssen, während andere<br />
gar eine Reduktion erhalten.<br />
Individueller Spielraum<br />
Die Höhe der Prämie wird somit vonder<br />
allgemeinen Kostenentwicklung und vom<br />
Wohnort beeinflusst. Durch die Wahl eines<br />
alternativen Versicherungsmodells reduzieren<br />
sich die Prämien. Zur Wahl stehen<br />
die Hausarztversicherung AGRI-eco, das<br />
Telmedmodell AGRI-contact und das digitale<br />
Versicherungsmodell AGRI-smart. Zudem<br />
haben Versicherte mit dem Entscheid für<br />
eine höhereFranchise Einfluss aufdie Höhe<br />
der Krankenkassenprämie.<br />
5
MENSCHEN<br />
MIT LIEBE UND VIEL LEIDENSC<br />
Was andernorts strategisch geplant wird, ist inAreuse ganz organisch gewachsen: ein<br />
charmanter Hofladen, an dem mansich nicht sattsehen kann.<br />
Ein Sommertag auf dem Hof«Domaine des<br />
Prés d’Areuse», am Ufer des Neuenburger<br />
Sees. Im ehemaligen Taubenschlag herrscht<br />
geschäftiges Treiben: «Aux prés dechez<br />
vous» haben Stéphanie und Quentin Ducommun<br />
ihren Hofladen genannt. Im Französischen<br />
ein Wortspiel, das sich ambesten mit<br />
«In Ihrer Nähe» übersetzen lässt. Und diese<br />
Nähe ist Programm. Alles, was imHofladen<br />
zu kaufen ist, stammt von den eigenen Feldern<br />
und Tieren oder von anderen Produzenten<br />
aus derRegion.<br />
Die Welt nicht neu erfinden<br />
Auf Direktverkaufsetzte schon der Urgrossvater<br />
von Quentin vor über 100 Jahren.<br />
Kartoffeln gab esabHof oder wurden mit<br />
dem Pferdewagen ausgeliefert. «Wir besinnen<br />
uns einfach zurück», sagt Quentin und<br />
erzählt, wie er schon manch Lehrreiches in<br />
einem landwirtschaftlichen Buch aus dem<br />
19. Jahrhundert entdeckt hat. Ihren eigenen<br />
Direktverkauf professionalisiertendie Ducommuns<br />
2009. Damals entrümpelten sie<br />
den Taubenschlag, bautenihn mithilfeeines<br />
Mitarbeiters zum Ladenlokal aus und nutztenihr<br />
Netzwerk, um ihreErzeugnisse mit<br />
weiteren regionalen Produkten zu ergänzen.<br />
Im Gegensatz zu deneigenen müssen diese<br />
nicht unbedingt in Bio-Qualität sein. Wichtiger<br />
ist ihnen, zu wissen, woher die Produkte<br />
stammen und wie sie hergestellt werden.<br />
Verwurzelt und verbunden<br />
Quentin warschon immer ein«Draussenmensch».<br />
Nach der Lehre zum Landschaftsgärtner<br />
absolvierte er eine Ausbildung zum<br />
Landwirt, da er den elterlichen Hof übernehmen<br />
wollte. Ehefrau Stéphanieist gelernte<br />
Gartenbauerin und arbeitete alsFloristin. Ein<br />
Traumteam, um einen Hofladen zum Florieren<br />
zu bringen. Während dieVerantwortung für<br />
den Hofbetrieb an sichinQuentins Händen<br />
liegt, kümmertsichStéphanie–zusammen<br />
mit drei Mitarbeiterinnen –umden Hofladen.<br />
Tageweise helfen sie alle auchauf dem Feld<br />
mit, wie etwa beim Jäten. Das fördertdie<br />
Wertschätzung für die Arbeitder anderen und<br />
das Wissen. So können sieder Kundschaft<br />
im Laden auchviel besser Auskunftüber die<br />
Produktegeben. Der Dialog istein wichtiger<br />
Erfolgsfaktor.Manchmal kommt es zum angeregten<br />
Gesprächunter den Kundinnen und<br />
Kunden selbst: «On parle cuisine», Rezepte<br />
werden ausgetauscht und geheime Zutaten<br />
verraten. Undkommt jemand aus den Ferien<br />
zurückund schwärmt voneinem Gemüse,<br />
6
HAFT<br />
macht das Quentin so neugierig,<br />
dass er versucht, es zukultivieren.<br />
So wardas zum Beispielmit der<br />
aus Afrikastammenden Okra.<br />
Liebe zu Pflanzen und ihrer Kultur<br />
Auf45Hektaren werden kleinteilig<br />
Getreide, Gemüse,Nüsse und<br />
Früchtekultiviert, wobei ein breit<br />
gefächertesAngebotaneigenem<br />
Gemüse dasHauptstandbein des<br />
Hofladens ist. Obwohl Quentin<br />
selbstüber fundiertesPflanzenwissen<br />
verfügt, trägtseit2<strong>02</strong>0 ein ausgebildeterGemüsebauer<br />
fürdiesen Bereich<br />
die Verantwortung. Einzelkämpfer zu sein,<br />
istfür Quentin undenkbar.Erbraucht und<br />
schätzt den Austausch:«Ichmag offene Türen<br />
und arbeitegerne mit anderen zusammen.»<br />
Deshalb isterauchimmer fürneueIdeen zu<br />
haben. Da eine Gärtnerin des vierköpfigen<br />
Teams Artischockenbesondersmag,durfte<br />
sie dieses Jahr zum Beispiel ein grossesFeld<br />
mit ihrer Lieblingspflanze bestellen.<br />
Offen und experimentierfreudig<br />
«Fünf Tage im Jahr arbeite ich, der Rest ist<br />
Vergnügen», scherzt Quentin, als er gefragt<br />
wird, was eranseiner Arbeit besonders<br />
schätzt. Nur die Bürotage empfindet er als<br />
mühsam; sobald er draussen sein kann,<br />
ist erglücklich. Oder wenn er neue Pläne<br />
schmiedet. Manchmal erwacht ernachts<br />
und macht sich Notizen. In Kreisläufen zu<br />
denken, ist sein Anliegen. Wenn er eine neue<br />
Maschine kauft, überlegt er sich, welche<br />
Kulturen er noch damit ernten oder weiterverarbeiten<br />
könnte. So veredelt er mit seiner<br />
Ölpresse Samen von Raps, Sonnenblume,<br />
Mohn, Distel, Leindotter und Hanf aus eigener<br />
Produktion. Ein befreundeter Landwirt,<br />
der Lein kultiviert, nutzt die Presse ebenfalls.<br />
Damit sich der Kreis schliesst<br />
Was heuteunter dem Begriff Agroforstwirtschaft<br />
läuft, hat schonQuentins Grossvater<br />
mit der Kultur vonWalnussbäumen gemacht.<br />
Quentins Vater pflanztenochmals 340 und<br />
er selbst hat 160 Mandelbäume gesetzt.<br />
Dieses Jahr erwartet er dieerste Ernte.<br />
Unter den BäumenpickenHühner und watscheln<br />
Gänse.Ihr Kot zieht Insekten an, von<br />
denensich unter anderemSchwalben ernähren.<br />
Für sie hat Quentin in den Bäumen<br />
zahlreiche Nistkästenaufgehängt. Am Rand<br />
eines Gemüsefeldes steht eine «Hecke» aus<br />
Granatäpfeln und Oliven, dietraditionellen<br />
Getreidefelder säumenStreifen aus Buchweizen.<br />
Seine späteBlüte ist eine willkommene<br />
Bienenweide. Denn ein befreundeter<br />
Imker hat auf demGeländedes Hofes mehrere<br />
Bienenstöckeaufgestellt, seinenHonig<br />
gibt es im Hofladen.Auf dem Tisch davor<br />
steht einTopf mit frisch geschnittenen Küchenkräutern–gratis<br />
zum Mitnehmen, sofern<br />
nicht gerade ein ganzes Kilo Basilikum<br />
für Pesto benötigt wird.<br />
Mehr Fotosvom Hofladen auf agrisano.ch<br />
7
VERSICHERUNGEN<br />
HOFLÄDEN VERSICHERN<br />
Hofläden punkten mit regionalen Produkten und persönlicher Note.Jeumfangreicher ihr<br />
Angebot, umso wichtiger ist es, die Versicherungssituation zuberücksichtigen und diese<br />
von Zeit zu Zeit neu zu beurteilen.<br />
In der Grunddeckung derlandwirtschaftlichen<br />
Betriebshaftpflichtversicherung istdie Direktvermarktung<br />
in derRegel eingeschlossen.<br />
Washingegen genau unterDirektvermarktung<br />
zu verstehen ist, definierendie Versicherer in<br />
ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen<br />
(AVB) unterschiedlich.<br />
Bei erweiterterProduktpalette<br />
Wenn neben eigenen ErzeugnissenWarevon<br />
Dritten vermarktet wird, kann sichdie Lage<br />
ändern. Dann kann derHaftpflichtversicherer<br />
die Situation neu beurteilen und voneiner<br />
zuschlagspflichtigenSondergefahr sprechen.<br />
Auch der Einschluss des Grobfahrlässigkeitsverzichts<br />
wirdempfohlen. Das Gleiche gilt für<br />
die Rechtsschutzversicherung: Auch hierist<br />
zu prüfen, ob die Vermarktungstätigkeiten ab<br />
einem bestimmten Umsatz zusätzlicheingeschlossen<br />
werden müssen. Vereinfachtgilt:<br />
Entwickelt sicheine ursprünglichbescheidene<br />
Direktvermarktung hin zueiner ArtDorfladen,<br />
sollten die Haftungsrisiken und Deckungen<br />
mit dem Versicherer neugeklärtwerden.<br />
Unterversicherung vermeiden<br />
Einrichtungsgegenstände wie Kühlvitrinen,<br />
Theken und Regale, aber auchdie zum Verkauf<br />
angebotenen Produkteselbst sind<br />
wertrichtig in der Inventarversicherung aufzuführen,<br />
um im Schadensfall eineUnterversicherungzuvermeiden.<br />
Im Rahmeneiner Zusatzversicherung<br />
könnenergänzend Schäden<br />
an Lebensmitteln gedecktwerden,beispielsweise<br />
der Verderb der Tiefkühlwareinfolge<br />
eines unvorhergesehenen Stromunterbruchs.<br />
Empfehlenswertist,auchdas Diebstahlrisiko<br />
in der Sachversicherung einzuschliessen.<br />
8
AGRISANO PREVOS: IN EIGENER REGIE<br />
Höhere Renditen dank Autonomie<br />
Im Jahr 2<strong>02</strong>3 hat die <strong>Agrisano</strong> Prevos ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.Seit Januar 2<strong>02</strong>4<br />
verwaltet die Stiftung die Sparguthaben der Versicherten auf eigene Rechnung –Fragen<br />
und Antworten zur Autonomie.<br />
Was waren die Hauptgründe für den Weg indie Selbstständigkeit?<br />
Längerfristig können wir mit der eigenständigenBewirtschaftung des Vorsorgevermögens<br />
höhere Erträge erwirtschaften und damitbessere Altersleistungen gewähren. Denn autonome<br />
Pensionskassen haben in Bezug auf die Anlagestrategie deutlich mehr Spielraum als<br />
Lebensversicherer.<br />
Ist mit den besseren Renditeaussichten bei den Wertschriftennicht auch ein höheres<br />
Kursschwankungsrisiko verbunden?<br />
Das Vorsorgegeschäftist für Pensionskassenein langfristigesGeschäft,mit Zyklen übermehrere<br />
Jahrzehnte. Damit Versicherte,deren Leistungen in einer Börsenbaisse fällig werden,<br />
keine Verluste erleiden,werden kurzfristigeKursschwankungen durch entsprechendeWertschwankungsreservenaufgefangen.Diese<br />
werden bei positiven Kapitalmärkten wieder aufgefüllt.<br />
DieVorteile der langfristigen Betrachtungkommen somit allen Versicherten zugute.<br />
Was bedeutet dieser Wechsel konkret für die Versicherten?<br />
Positive Effekte sind bereits direkt eingetreten. Neue Altersrentnerinnen und-rentner profitieren<br />
von einem höheren Umwandlungssatz. Längerfristig dürfen die Versicherten eine<br />
bessere Verzinsung ihrer Sparguthaben erwarten.<br />
Was dürfen die VersichertenimerstenJahr der Autonomie erwarten?<br />
Für die Stiftungsverantwortlichen ist der Aufbau vonWertschwankungsreservenimVordergrund,<br />
damit die Stiftung auf einer soliden finanziellenBasis steht. Unabhängig davon kommen<br />
die Versicherten inden Genuss einer garantiertenVerzinsung von1,25 Prozent.<br />
Im Bereich der Lebensversicherungenarbeitet <strong>Agrisano</strong> Prevos weiter mit Swiss Life<br />
AG zusammen.Warum?<br />
Ein Risikoversicherungsschutz –bei Invalidität oder im Todesfall –ist für Bauernfamilien<br />
zentral. Mit der Swiss Life AGbestehen sehr vorteilhafte Kollektiv-Lebensversicherungsverträge.<br />
Dadurch können wir diesen Versicherungsschutz zu äusserst guten Konditionen<br />
anbieten.<br />
9
GESUNDHEIT<br />
MANN SEIN, GESUND SEIN<br />
Manch einer scheut eine urologische Untersuchung. Im Interview erklärt Dr. med. Christof<br />
Achermann,wie er in seiner Sprechstunde Hemmungen nimmt, welche Themen seine<br />
Patienten beschäftigen — und welches Wissen eine Früherkennung unterstützt.<br />
Warum fällt es Männern oft schwerer als<br />
Frauen, zur Vorsorge zu gehen?<br />
Frauen gehen meist schon im Teenageralter<br />
erstmals zur gynäkologischen Abklärung.<br />
Verhütung, Schwangerschaft und Geburt<br />
sind Themen, die sie über Jahre begleiten,<br />
verbunden mit regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen.<br />
Das ist auch ein Grund, weshalb<br />
die Sterblichkeit bei Gebärmutterhalskrebs<br />
drastisch<br />
zurückgegangen ist<br />
–eine Erfolgsgeschichte!<br />
Bei Männern ist eine<br />
regelmässige Vorsorge<br />
weniger etabliert. Auch<br />
das Bewusstsein, bei<br />
welchen Symptomen man dringend einen<br />
Urologen aufsuchen sollte, ist bei Männern<br />
oft nicht vorhanden. Aufklärung kann viel<br />
dazu beitragen, urologische Erkrankungen<br />
rechtzeitig zu bemerken.<br />
«Ein professioneller,entspannter<br />
Umgang mit intimen Themen<br />
baut Vertrauen auf.»<br />
Harnblasenfunktion, Erkrankungen der Harnorgane<br />
und des männlichen Genitals sowie<br />
Tumoren der urologischen Organe.<br />
Vonwelchem Tumor sind vorallemjüngere<br />
Männer betroffen?<br />
Zwischen 20 und 40 ist Hodenkrebs die häufigste<br />
Krebserkrankung.Zur Früherkennung<br />
ist essehr wichtig, die<br />
Hoden regelmässig<br />
selbst abzutastenund<br />
bei Verhärtungen oder<br />
Wachstum einen Urologen<br />
aufzusuchen.<br />
Zum Glück ist dieser<br />
Krebs gut therapierbar,<br />
die Überlebenschancenliegenweit über<br />
90 Prozent. Selbst wenn maneinen Hoden<br />
operativ entfernen muss, kann der Betroffene<br />
danach ein erfülltes Sexualleben haben<br />
und bleibt zeugungsfähig.<br />
Wie liesse sich die Hemmschwelle senken?<br />
Überwindung kostet eigentlich nur der erste<br />
Schritt. Sind die Männer erst einmal in der<br />
Sprechstunde, können wir schnell eine Vertrauensbasis<br />
aufbauen. Sobald die Patienten<br />
merken, dass es für uns eine Normalität ist,<br />
über Sexualität und andere intime Themen<br />
wie das Harnlösen zu reden, öffnen sie sich.<br />
Hilfreich ist auch zuerfahren, dass man mit<br />
seinem Problem nicht alleine ist.<br />
Was sind die häufigsten Beschwerden in<br />
der Urologie?<br />
Urininkontinenz, Schwierigkeiten beim Wasserlösen,<br />
Harnleitersteine, Störungen der<br />
Welche Vorsorgemassnahmen empfehlen<br />
Sie Männernimfortgeschrittenen Alter?<br />
Ab 50 steigt das Risiko einer Erkrankung der<br />
Prostata.Karzinome werden spät bemerkt,<br />
weil sie anfangs meist beschwerdefrei sind.<br />
Machen sie dann Beschwerden, sind die<br />
Tumoreoft so weit fortgeschritten, dass eine<br />
Heilung nicht mehr möglich ist.<br />
Wie erkennt man Prostatakrebs frühzeitig?<br />
Im Alter von 50 bis 75wird jährlich eine<br />
Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt oder<br />
Urologen empfohlen. Anhand einer Blutuntersuchung<br />
(PSA-Test)lässt sich feststellen,<br />
ob ein bestimmtes Eiweiss erhöht ist.<br />
10
UROLOGISCHE<br />
VORSORGE<br />
Von Krebs betroffenes Prostatagewebe produziert<br />
davon deutlich mehr als gesundes.<br />
Ergänzend zum Bluttest findet eine digitale<br />
rektale Untersuchung statt, beider mitdem<br />
Finger ertastet wird, ob die Prostata Verhärtungen<br />
aufweist oder vergrössert ist.<br />
Was sind die nächsten Schritte?<br />
Nach einer Magnetresonanztomographie<br />
(MRI) und einer Gewebeentnahme (Biopsie)<br />
lässtsichdie Artbzw.das Stadium desTumorsgenauer<br />
bestimmen. Manchewachsen<br />
so langsam,dass mansie weder operiert<br />
nochtherapiert, sondernden Patienten nur<br />
engmaschig kontrolliert. Bei aggressiveren<br />
Artenerfolgt eineoperativeEntfernung oder<br />
Bestrahlung der Prostata,teils kombiniertmit<br />
einer Hormonentzugs-oderChemotherapie.<br />
Mit dem Alter steigt auch das Risikofür<br />
Blasenkrebs. Was sind Vorzeichen?<br />
Ähnlich wie beim Prostatakrebs treten zu<br />
Beginn der Erkrankung keine Schmerzen<br />
auf. Ein möglicher Hinweis ist Blut imUrin,<br />
wobei das Harnlösen schmerzfrei ist –anders<br />
als bei einer Blasenentzündung. Entdeckt<br />
man Blut, sollte man unverzüglich zur<br />
ärztlichen Kontrolle gehen.<br />
Wie geht es danach weiter?<br />
Mit einer Blasenspiegelung kann<br />
man weitere Abklärungen machen. Wird<br />
ein Tumor rechtzeitig erkannt, lässt er sich<br />
mit einer kleinen Operation folgenlos heilen.<br />
Im fortgeschrittenen Stadium muss man die<br />
ganze Blase entfernen. Haben sich Metastasen<br />
gebildet, ist diese Tumorart aufgrund<br />
ihrer Aggressivität oft nicht mehr heilbar.<br />
Was würden Sie jemandem sagen, der sich<br />
nochimmer scheut, zurVorsorge zu gehen?<br />
Ich verstehe, dass es psychisch belastend<br />
sein kann, zum Beispiel von einem langsam<br />
wachsenden Prostatakrebs zu erfahren, der<br />
nicht sofort behandelt wird. Umgekehrt ist<br />
zu bedenken, dass in vielen Fällen einfache<br />
Massnahmen helfen, einen Krebs frühzeitig<br />
zu erkennen und damit die Chancen auf<br />
Heilung deutlich zuerhöhen. Grundsätzlich<br />
ist esmir ein Anliegen, dass mit «Männerproblemen»<br />
offener umgegangen wird.<br />
Auch mit Themen wie Inkontinenz, sinkendem<br />
Testosteronspiegel und Erektionsstörungen.<br />
Den meisten fällt ein Stein vom<br />
Herzen, wenn sie sich überwinden, dies<br />
anzusprechen –und häufig lassen sich die<br />
Beschwerden auch erfolgreich behandeln.<br />
Dr.med.<br />
ChristofAchermann<br />
arbeitet seit Januar 2<strong>02</strong>4 als Oberarzt<br />
für Urologie am Kantonsspital Winterthur<br />
KSW. Zusammen mit Prof. Dr.med. Hubert<br />
John, Chefarzt und Klinikleiter der Urologie,<br />
organisierterEnde Oktober 2<strong>02</strong>4 das 15.<br />
Urologische Herbstsymposium, eine Fachveranstaltung<br />
der Winterthurer Ärztefortbildung<br />
zum Thema «Was Man(n) wissen sollte:<br />
Männergesundheit im Fokus».<br />
11
GESUNDHEIT<br />
KEINE ZEIT FÜR TABUS<br />
Störungen erkennen, ernst nehmen, handeln<br />
In der Schweiz ist jeder zehnte Mann von einer Erektionsstörung betroffen. Die Gründe<br />
dafür sind vielfältig. Aufklärung ist ein erster Schritt zur Hilfe, so der Urologe Dr. med.<br />
Christof Achermann.<br />
Erektile Dysfunktion<br />
Grundsätzlich kann sie psychischer oder organischer Natur sein, wobei die Psychenicht<br />
zu unterschätzen ist.<br />
Ein Ausdruck der Psyche<br />
Viele Männer haben Stress und Partnerschaftsprobleme,<br />
was zuErektionsstörungen<br />
führen kann. Funktioniert<br />
es einmal nicht, führt das wiederum zu<br />
Leistungsdruck und Angst –ein Teufelskreis.<br />
Nach einer urologischen Abklärung<br />
ohne krankhaften Befund fassen<br />
diese Patienten wieder Vertrauen in<br />
den eigenen Körper, manchmal mithilfe<br />
einer Sexualtherapie oder einer psychologischen<br />
Begleitung.<br />
Vorbeugen mit gesundem Lebensstil<br />
Gewichtsreduktion durch Bewegung<br />
und ausgeglichene Ernährung sowie<br />
das Vermeiden von Nikotin und Alkohol<br />
senken das Risiko deutlich. Unterstützend<br />
gibt es verschiedene medikamentöse<br />
Therapien.<br />
Organisch bedingt<br />
Die häufigstenUrsachensind Gefässverkalkung<br />
(Arteriosklerose), zum Beispiel<br />
bei Bluthochdruckoder Zuckerkrankheit.<br />
Dadurch entstehen Störungen<br />
in der Durchblutung der Schwellkörper,<br />
so dass sichder Penis nichtmehrstark<br />
genug versteift, um Geschlechtsverkehr<br />
haben zu können.<br />
Ähnliche Risikofaktoren<br />
Eine Erektionsstörung hat viele Risikofaktoren<br />
wie ein Herzinfarkt. Man geht<br />
sogar so weit zu sagen, dass sie Vorbote<br />
für einen Herzinfarkt ist, denn<br />
die Blutgefässe im Penis sind noch<br />
feiner als die Herzkranzgefässe und verschliessen<br />
sich zuerst.Deshalb werden<br />
Patienten oft zusätzlich zum Kardiologen<br />
überwiesen.<br />
Beim Handel mit illegalen Medikamenten aus dubiosen Quellen stehen Erektionsförderer anerster<br />
Stelle. Auf unserer Website lesen Sie, warum die Einnahme solcher «Arzneimittel» mit gesundheitlichen<br />
Risiken verbunden ist. Aus gutem Grund sind diese Mittel in der Schweiz rezeptpflichtig.<br />
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Wechselbad der Gefühle<br />
Gletscherschlucht in Grindelwand BE<br />
Eindrücklich ist es, entlang der hohen Felswände durch<br />
diese Schlucht zu laufen. In einem Teil kann man sogar<br />
auf einem Netz gehen, das den Fluss überspannt.<br />
Adrenalin-Fans können einen Sprung mit der «Canyon<br />
Swing» buchen: mein persönliches Highlight! Von einer<br />
90 m hohen Plattform springt man an einem Seil in die<br />
Schlucht und schwingt ein paar Mal hin und her.<br />
www.interlaken.ch/erlebnisse/poi/canyon-swing<br />
Tipp: Tabea Wehrli, Stv. Gruppenleiterin Zentrale Dienste<br />
Hier stellen Mitarbeitende des <strong>Agrisano</strong>-Hauptsitzes<br />
einen Ausflugstipp vor.<br />
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VERSICHERUNGEN<br />
DIE ANDERE MEDIZIN<br />
Schulmedizin, Alternativ- und Komplementärmedizin: Wo liegendie Unterschiede, welche<br />
Leistungen trägt dieobligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) undwofür benötigt<br />
man eine Zusatzversicherung?<br />
Schulmedizin wird an Hochschulen gelehrt<br />
und ist wissenschaftlich anerkannt. Demgegenüber<br />
spricht man im Zusammenhang<br />
mit nichtkonventionellen Heilmethoden von<br />
Alternativ- und Komplementärmedizin.<br />
Alternativmedizin<br />
Laut Bundesamt für Gesundheit BAG ist dies<br />
ein Sammelbegriff für Heilkunde, die auf<br />
anderen als naturwissenschaftlich begründeten<br />
Erkenntnissen aufbaut. Sie versteht<br />
sich als Alternative zur Schulmedizin, beziehungsweise<br />
als Ersatz dafür.<br />
Komplementärmedizin<br />
Hierbei handelt es sich umnichtkonventionelle<br />
Heilmethoden, die ergänzend zur<br />
Schulmedizin eingesetzt werden. Komplementärmedizin<br />
hat zumZiel, die Wirkung<br />
schulmedizinischer Behandlungen zu unterstützen<br />
oder Nebenwirkungen zu lindern.<br />
Zum Beispielzur Begleitung einer Krebsoder<br />
Schmerztherapie.<br />
Obligatorisch versichert<br />
Manche Ärztinnen und Ärzteverfügen<br />
nicht nur über einen Facharzttitel, sondern<br />
AnerkannteQualifikation<br />
Das EMR ist ein Geschäftsbereich der<br />
Eskamed AG. Rund 26000 Therapeutinnen<br />
und Therapeuten sind mit dem<br />
EMR-Qualitätslabel ausgezeichnet.<br />
Ihre Qualifikation in der Alternativ- und<br />
Komplementärmedizin wird laufend<br />
überprüft. Unter anderem müssen die<br />
Fachpersonen über eine abgeschlossene<br />
Ausbildung sowie umfangreiche<br />
fachliche Kompetenzen verfügen –und<br />
strafrechtlich unbescholten sein. Praktische<br />
Erfahrung mit Patientinnen und<br />
Patienten sowie regelmässige Fortbildungen<br />
sind weitere Voraussetzungen,<br />
die jährlich zubelegen sind.<br />
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ZUSATZ-<br />
VERSICHERUNGEN<br />
auch über eine komplementärmedizinische<br />
Weiterbildung (Artikel 4b der Krankenpflege-Leistungsverordnung<br />
[KLV]). In diesem<br />
Fall übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung<br />
die Kosten der ärztlichen<br />
Leistungen in Bereichen wie anthroposophische<br />
Medizin, Homöopathie, Phytotherapie,<br />
Akupunktur und Arzneimitteltherapie der<br />
traditionellen chinesischen Medizin.<br />
Für individuelle Bedürfnisse<br />
Im Rahmen der Zusatzversicherung AGRIspezial<br />
werden anteilsmässig Leistungen<br />
vergütet,die vonnichtärztlichen Therapeutinnen<br />
und Therapeuten erbrachtwerden.<br />
Voraussetzung ist, dass sie im Erfahrungs-<br />
Medizinischen Register(EMR) fürdie vonder<br />
<strong>Agrisano</strong> anerkannteBehandlungsmethode<br />
registriertsind. Kantonal approbierte Naturärztinnen<br />
und -ärztesind ihnen gleichgestellt.<br />
Wer schwerpunktmässigauf Alternativ- und<br />
Komplementärmedizin setzt,<br />
sollteallenfalls ergänzend zu<br />
AGRI-spezial noch AGRInatürlich<br />
abschliessen. Im Rahmen<br />
dieser Zusatzversicherung werden mehr<br />
Leistungen anteilsmässig vergütet.Zudem<br />
unterscheiden sich die Verzeichnisse.Wer<br />
sich für eine bestimmteMethode interessiert,<br />
solltevor Abschluss der Zusatzversicherung<br />
klären, ob diese die gewünschte<br />
EMR-Methode beinhaltet.<br />
Zur <strong>Agrisano</strong> wechseln<br />
Die Zusatzversicherungen der <strong>Agrisano</strong> sind<br />
der landwirtschaftlichen Bevölkerung vorbehalten.<br />
Voraussetzung für eine Aufnahme<br />
ist zudemeine Gesundheitsprüfung. Eine<br />
bestehende Zusatzversicherung beieinem<br />
anderen Versicherer sollteerst gekündigt<br />
werden, wenn die Zusageder <strong>Agrisano</strong><br />
schriftlich vorliegt.<br />
Fachpersonen finden<br />
Wer eine Zusatzversicherung (AGRI-spezial<br />
oder AGRI-natürlich) hat, kann die Methodensuche<br />
des ErfahrungsMedizinischen<br />
Registers (EMR) nutzen. Diese Online-<br />
Suchplattformist ein Wegweiser durch<br />
das weiteFeld der Erfahrungsmedizin.<br />
Kriterien wie Sprache, Methode, Wohnortnähe<br />
und Öffnungszeiten erleichtern<br />
die Auswahl. Orientierung geben auch<br />
Beschreibungen zu den rund 200 Behandlungsmethoden<br />
und Berufsabschlüssen<br />
der EMR-zertifiziertenFachpersonen.<br />
Der Zugang erfolgt über die jeweiligeAngebotsseiteauf<br />
agrisano.ch, wo es ein Merkblatt<br />
zu den anerkannten Methoden gibt.<br />
Fachpersonen<br />
AGRI-spezial<br />
Fachpersonen<br />
AGRI-natürlich<br />
15
GESUNDHEIT<br />
CANNABIS – ZWISCHEN RAUSCH<br />
UND MEDIZIN<br />
WUSSTEN<br />
SIE, DASS ...<br />
Cannabis hat im Vergleich zuanderen Medikamenten ein breites Wirkungsspektrum.<br />
Die Hanfpflanze deshalb als Wundermittel zu bezeichnen, ist gewagt, aber immer wieder<br />
zu hören. Apotheker Manfred Fankhauser widmet sich seit gut dreissigJahren dieser<br />
Pflanze, die zu Unrecht verpönt und zu Unrecht glorifiziert wird.<br />
Hanf (Cannabis sativa)ist eine der ältesten<br />
Nutzpflanzen der Erde. Archäologische Funde<br />
vonFaserninChina wurden auf 8500 Jahre<br />
geschätzt. Die berauschende Wirkung von<br />
Cannabis erwähnteder griechische<br />
Arzt Galen im 2. Jahrhundertnach<br />
Christus: Um den Appetit auf Wein anzuregen,<br />
botman Gästenzum Dessert<br />
Haschisch-Kuchen an.<br />
Medizinische Bedeutung gewann<br />
die PflanzeinEuropaerstMitte des<br />
19. Jahrhunderts. Haschisch wurde<br />
vorallem bei Schmerzen wie Migräne, bei<br />
Keuchhustenund Asthma sowie als Schlafund<br />
Beruhigungsmittel verwendet; Hochblüte<br />
warzwischen 1880 und 1920. Danach<br />
löstenandere, spezifischwirkende Medikamentedie<br />
Pflanzenmedizin ab.<br />
CANNABIS<br />
Eine tödliche Dosis gibt es bei<br />
natürlichem Cannabis nicht. Das istbei<br />
Stoffen, die so starkwirken, eine Seltenheit.<br />
Die Auswirkungen des sogenannten<br />
rekreativen Konsums bei Jugendlichen sind<br />
dennochnicht zu unterschätzen: Da die Gehirnentwicklung<br />
nochnicht abgeschlossen<br />
ist, werden die Nervenzellen beeinträchtigt,<br />
insbesondereimAngstzentrum. Die Gefahr,<br />
später eine Depression oder Psychose zu<br />
entwickeln, istdadurch starkerhöht.<br />
Weitere Informationen zur Gesetzeslage, ein Cannabis-Glossar sowie ein<br />
Porträt über Manfred Fankhauser finden Sie auf unserer Website.<br />
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TANNENANHÄNGER AUS KAFFEEFILTERN<br />
Basteltipp und Foto von Sophia Winkler<br />
Wer gerne bastelt, aber ungeduldig ist, wird an diesem Tipp Freude haben. Aus einfachen<br />
Kaffeefiltern oder farbigen, rund zugeschnittenen Papierresten lassen sich kleine Tannenbäume<br />
falten, die man als Geschenkanhänger verwenden kann –oder an einer Schnur aufgefädelt<br />
als winterliche Girlande. Und das Schönste? Man muss kein Origami-Talent sein,<br />
um diese hübschen Bäumchen zu falten.<br />
Das brauchen Sie:<br />
f Kreise aus Kaffeefilter oder Papier<br />
f Kleberoller sowie Schere<br />
f Schnur, Tannenzweige und Anhänger<br />
nach Belieben<br />
Und sogeht’s:<br />
Einen runden Kaffeefilter nehmen und ihn in<br />
der Mitte einmal falten. Danach den Halbkreis<br />
entlang der Linie auf der Skizze einmal<br />
von unten nach oben falten. Für die nächsten<br />
Lagen das Papier entlang der Linien<br />
jeweils wie eine Ziehharmonika falten. Das<br />
überstehende Papierstück abschneiden.<br />
Nun jede Lage mit dem Kleberoller nur<br />
leicht fixieren, damit die einzelnen Schichten<br />
etwas abstehen. Oben ein kleines Loch<br />
bohren, z. B. mit einer spitzen Nagelschere,<br />
und eine Schnur durchziehen. Nach Belieben<br />
einen Tannenzweig und einen Anhänger<br />
befestigen. Oder mehrere Tannen auf eine<br />
Schnur fädeln und als Girlande dekorieren.<br />
Video-Anleitung auf @freudschaft.de<br />
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MENSCHEN<br />
MITARBEITERIN IM PORTRÄT<br />
Name: Monika Schatzmann<br />
Funktion: Leiterin Agrimpuls, Geschäftsbereich des<br />
Schweizer Bauernverbandes (SBV)<br />
Seit: 1991<br />
Das mag ich … lesen, reisen, backen, Blumen, etwas Neues<br />
lernen beziehungsweise Wissen weitergeben<br />
…das nicht: egoistische Mitmenschen<br />
OFFEN FÜR NEUE HORIZONTE<br />
Seit über 30 Jahren arbeitest du beim<br />
Schweizer Bauernverband. Wiekam es dazu?<br />
Auf einem Hof im Aargau aufgewachsen,<br />
habe ich mich für das landwirtschaftliche<br />
Umfeld interessiert. Landwirtin wollte ich nie<br />
werden, aber meine kaufmännische Ausbildung<br />
habe ich beimSchweizer Bauernverband<br />
(SBV) absolviert. Nach einem kurzen<br />
Ausflug in die Versicherungsbranche wurde<br />
ich 1991 vom SBV angefragt, bei der Praktikantenvermittlung<br />
mitzuarbeiten. Und jetzt<br />
bin ich noch immer dabei ...<br />
Wasschätzt du an deiner Arbeitbesonders?<br />
Wir vermitteln junge Menschen aus der<br />
Landwirtschaft und verwandten Berufen ins<br />
Ausland und umgekehrt. Das Spannendeist,<br />
dass kein Tagwie der andere ist. Gesetze<br />
und politische Rahmenbedingungen ändern<br />
sich und wir sind laufend daran, unsere<br />
Dienstleistungen zu überdenken. Mein Arbeitsumfeld<br />
und meine Tätigkeiten sind vielfältig:<br />
Neben der Vermittlung von Praktika<br />
bearbeiteich Fragen zumArbeitsrecht und<br />
zur Ausländerregelung, bin als Referentin<br />
tätig, helfebeim «Vom Hof»-Verkaufmit und<br />
vieles mehr.Das alles schätze ich sehr.<br />
Mit welchen LänderngibtesKooperationen?<br />
Schweizer Praktikantinnen und Praktikanten<br />
vermitteln wir in die USA, nach Kanada,<br />
Australien, Neuseeland und innerhalb Europas.<br />
Seit vielenJahren vermitteln wir jungen<br />
Menschen aus Brasilien und Japan ein Praktikum<br />
in der Schweiz. Bevor Polen, Ungarn,<br />
Tschechien und Rumäniender EU beitraten,<br />
kamen viele vondort. Danach lag der Fokus<br />
auf der landwirtschaftlich geprägten Ukraine.<br />
Mit Russland und Moldawien begannen<br />
wir eine Zusammenarbeit. Doch dann kam<br />
der Krieg.<br />
Wer übernimmt die Betreuung hier vor Ort?<br />
Meine Arbeitskollegin AnnetteHirtund ich.<br />
Je nachProgramm verbringenwir mitden<br />
neu Ankommenden normalerweise ein oder<br />
18
HINTER DEN<br />
KULISSEN<br />
zwei Tage in einer JugendherbergeinZürich,<br />
um sie über praktische Dinge desAlltags zu<br />
informieren: Allgemeinesüberdie Schweiz<br />
und die Landwirtschaft, Rechte und Pflichten,<br />
Lohnabrechnung, Versicherungenund Freizeitplanung.<br />
Manchehabenzudemzweibis<br />
drei Wochen Blockunterricht an einer landwirtschaftlichen<br />
Schule.Für alle organisieren<br />
wir Exkursionen zuverschiedenen Themen.<br />
Tauscht ihr euch international aus?<br />
Ja, einmal proJahr treffen sichMitarbeitende<br />
der Vermittlungsstellenaus Europa, Nord-und<br />
Südamerikasowie Ozeanienzum Austausch,<br />
abwechselnd in Europa und Übersee. Wir<br />
schauen, dass eine vonuns immer daran teilnehmen<br />
kann und freuen uns, wenn wir bekannteGesichter<br />
wiedersehen.Anden Treffen<br />
geht es um die Landwirtschaftdes Gastgeberlandes,<br />
aber auchumThemenwie Ausbildung,<br />
Visa und Versicherungen, Marketing, kulturelle<br />
Herausforderungen, psychische Gesundheit,<br />
Generation Zund anderes.<br />
Unddie Berührungspunktemit der <strong>Agrisano</strong>?<br />
Zusammen mit der <strong>Agrisano</strong> Stiftung geben<br />
wir Kursezum Thema Arbeitsrecht. In engem<br />
Kontakt stehen wir auch mit der Versicherungsberatung<br />
und der Globalversicherung,<br />
zum BeispielimBereich Arbeits- und Ausländerrecht.<br />
Mit unserem Büround Lager («Vom<br />
Hof») sind wir im <strong>Agrisano</strong>-Tower inWindisch<br />
eingemietet.<br />
Wenn mandich trifft, strahlst dueigentlich<br />
immer.Hast duein «Erfolgsrezept»?<br />
Ichsehe die Welt sicherlicheher positiv und<br />
liebe meinen Job, den Austausch mit Menschen<br />
aus der ganzen Welt. Ausmanchen<br />
Begegnungen erwachsen Kontakte, die über<br />
die Jahrebestehen bleiben. Das sind besondersschöne<br />
Erlebnisse.<br />
Direktvermarkter können über «Vom Hof»<br />
Verpackungsmaterial online bestellen:<br />
19
MAGAZIN LESEN,<br />
MITMACHEN UND GEWINNEN!<br />
Online am Wettbewerb teilnehmen:<br />
BeantwortenSie folgende FragenzuArtikelnaus diesem Magazin<br />
undsenden Sie den Talon mit Ihrer obenstehenden Adresse per<br />
Post an: <strong>Agrisano</strong>, Kommunikation, Laurstrasse 10, 5201 Brugg. Oder<br />
nehmen Sie online teilauf www.agrisano.ch.<br />
Unter allen richtigAntwortenden verlosenwir drei hochwertige<strong>Agrisano</strong>-Taschenlampen<br />
(LED, aufladbar und wasserresistent).<br />
Wie heissen die drei alternativen Modelle der obligatorischen Krankenpflegeversicherung?<br />
Was darf sichdie Kundschaft imHofladenvonFamilie Ducommun gratis mitnehmen?<br />
Wohin vermittelt Agrimpuls Schweizer Praktikantinnen und Praktikanten?<br />
Gibt es bei Cannabis eine tödliche Dosis?<br />
Über den Wettbewerb wirdkeineKorrespondenz geführt. Von der Teilnahme ausgenommen sind Mitarbeitende der <strong>Agrisano</strong><br />
und ihre Angehörigen. DerRechtsweg ist ausgeschlossen.<br />
Quiz<br />
Teilnahmeschluss: 15. November 2<strong>02</strong>4<br />
<br />
Hier abtrennen und den oberen Teil (inkl. Adresse) einsenden.<br />
KOMPETENT BERATEN INIHRER REGION<br />
KONTAKTIEREN<br />
SIE UNS!<br />
Die <strong>Agrisano</strong> ist das Kompetenzzentrum<br />
rund um das Versicherungs-<br />
und Vorsorgewesen in<br />
der Landwirtschaft. Wer eine<br />
seriöse Versicherungsberatung<br />
in Anspruch nimmt, kann Lücken<br />
schliessen, Doppeldeckungen vermeiden<br />
und –wenn möglich und<br />
sinnvoll –Geld sparen.<br />
Die Beraterinnen und Berater der<br />
<strong>Agrisano</strong>-Regionalstellen kennen<br />
sich sowohl in Versicherungsfragen<br />
als auch inder Landwirtschaft<br />
bestens aus. Und sie können auf<br />
bewährte Versicherungsprodukte<br />
zurückgreifen, die aufdie Bedürfnisse<br />
der Bauernfamilien und ihrer<br />
Angestellten zugeschnitten sind.<br />
Ihre<br />
Regionalstelle: