Verantwortung tragen – erfolgreich sein! - Logistikbasis der Armee ...

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Verantwortung tragen – erfolgreich sein! - Logistikbasis der Armee ...

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Verantwortung tragen erfolgreich sein!

Für alle Beteiligten ein Erfolg 4

WEF-Einsatz Mob Log Ber Kp 104-2/09

«Unsere Brigade funktioniert!» 8

Jahresrapport in Winterthur

Viel Routine und einige Überraschungen 15

WK Mob Log Bat 22


Editorial

Verantwortung haben:

Verantwortung tragen Präsent sein!

Vor 50 Jahren ist General Henri Guisan, eine der nachhaltigsten Führungspersönlichkeiten

der Schweizer Geschichte, gestorben. Knapp

mehr als ein Jahr nach dem Tod Guisans wurde ich geboren. Somit

geht es mir in einem Punkt gleich wie den allermeisten unter den

Angehörigen der Logistikbrigade 1. Wir konnten erst aus Erzählungen,

Geschichtsbüchern und in der Schule erfahren, was General Guisan

und seine Truppe für die Zukunft der Schweiz geleistet hatten.

Auch wenn wir es nicht miterlebten, empfinden wir noch heute grosse

Dankbarkeit und zollen ihm höchste Anerkennung und Respekt.

Aus der Geschichte zu lernen war selten die Stärke der Menschheit,

denn General Guisan hatte trotz der damals klareren Bedrohungslage

keine einfache Aufgabe. Nach dem ersten Weltkrieg wurde bei

der Landesverteidigung massiv gespart. Niemand wollte einen neuen

Krieg für möglich halten. Material, Struktur und Wehrbereitschaft

der Armee wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Das Schweizer

Volk vertraute seinem General und folgte ihm. Eindrücklich unterstrich

er die Wahrnehmung seiner Verantwortlichkeit mit dem legendären

Rütlirapport, an welchem er unnachgiebig und mit klaren

Worten an die Wehrbereitschaft seiner Offiziere appellierte. Mit einer

unkonventionellen Strategie vermochte er es alsdann, «seinArmee

erfolgreich im Krieg zu führen.

In meinem nun dritten Kommandojahr und mit meiner langjährigen

Erfahrung als militärische Führungsperson kann ich festhalten,

dass die Einigkeit der Kommandanten, Kader und Soldaten, wie auch

Guisan sie gefordert hatte, das Wichtigste ist, um Aufträge und Einsätze

erfüllen zu können.

Ein Auftrag unserer Brigade ist, sich mit unseren Verbänden bereitzuhalten,

um in Wiederholungskursen und mit der Mobilen Logistik

Bereitschaftskompanie jederzeit logistische und sanitätsdienstliche

Aktionen unterstützen zu können. Dazu muss die Verfügbarkeit

der Kommandanten und Kader gewährleistet sein. Verantwortung

ist weder teil- noch delegierbar. Partikularinteressen haben während

der Dienstzeit hinten anzustehen! Dies ist für pflichtbewusste Kader

selbstverständlich und zudem gut planbar, da der Dienstleistungsplan

zwei Jahre im Voraus bekannt ist. Ich erinnere hier an den wichtigsten

Grundsatz für alle Kader der Logistikbrigade 1:

• Den eigenen Auftrag mit Respekt für seine Unterstellten erfüllen.

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Dies ist nur möglich, wenn die Kader und insbesondere die Kommandanten

während den Dienstleistungen ihrer Truppenkörper präsent

sind! Das Gros hat diesen Grundsatz auch verstanden.

Das erste Quartal 2010 ist vorbei und die ersten Dienstleistungen

wurden erfolgreich abgeschlossen. Unterstreichen möchte ich die

gute Arbeit der Mob Log Ber Kp 104 am World Economic Forum

(WEF) in Davos. Bei eisigen Temperaturen unterstützte sie gewohnt

kompetent die Bündner Kantonspolizei in den Bereichen Härtung

der Kernzone, Verkehrsleitmassnahmen und Transporte. Ein ausführlicher

Bericht ist in diesem Heft nachzulesen.

Anlässlich von Ausbildungen, Übungen, Inspektionen und Besuchen

werde ich auch in diesem Jahr bei der Truppe präsent sein. Ich

freue mich auf viele persönliche Kontakte. Uns allen wünsche ich

viel Erfolg in der Erfüllung der Aufträge unserer Brigade. Jede und

jeder unter uns muss in seinem Verantwortungsbereich den nötigen

Ehrgeiz aufbringen, seine Verantwortung vollumgänglich zu tragen!

Ihr Brigadier Melchior Stoller, Kommandant Logistikbrigade 1

Bild: zvg


Inhalt

4 WEF 2010 Für alle Beteiligten ein Erfolg

Einsatz Mob Log Ber Kp 104-2/09

8 «Unsere Brigade funktioniert!»

Siebter Jahresrapport der Log Br 1 in Winterthur

11 Schweizer leisten im Kosovo auch im Hauptquartier

hervorragenden Einsatz

Bericht von Oberstlt i Gst Chris Scherer, Kdt VT Bat 1

12 «Nutze das dritte Auge!»

Ausbildungstag für die PIO der Log Br 1 in Bern

14 «BROYE» eine spannende und lehrreiche Übung

WK Spit Bat 2

15 Viel Routine und einige Überraschungen

WK Mob Log Bat 22

Impressum

armee.ch, die Zeitschrift für die Angehörigen der Log Br 1, erscheint zweimal jährlich

auf deutsch und französisch.

Nächste Ausgabe:

2/2010 Redaktionsschluss: 08.10.2010

Erscheint am: 30.11.2010

Herausgeber: Chef der Armee und Kommandant Log Br 1

Redaktion: Major Philippe Matter, Chef Kommunikation Log Br 1; Maj Thomas Caduff,

Journalistof Log Br 1; Kdo Log Br 1, Worblentalstrasse 36, 3063 Ittigen

Übersetzungen: Sdt Michael Rossier, Stab Log Br 1

Gestaltung: Zentrum elektronische Medien (ZEM), Bern

Druck: W. Gassmann AG, Biel

Adressänderungen: Eingeteilte AdA schriftlich beim Sektionschef des Wohnorts.

Alle anderen schriftlich beim Kommando Log Br 1

Copyright: VBS, Bereich Verteidigung

Internet: www.logistikbrigade.ch

www.logistikbasis.ch

www.armee.ch

4 WEF 2010

Für alle Beteiligten ein Erfolg

Inhalt

Titelbild

Der Kommandant, Brigadier Melchior Stoller,

während seiner Rede anlässlich des

Brigaderapports in Winterthur.

(Bild: ZEM)

8 «Unsere Brigade funktioniert!»

Siebter Jahresrapport der Log Br 1

in Winterthur

15 Viel Routine und einige Überraschungen

WK Mob Log Bat 22

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WEF 2010

Einsatz Mob Log Ber Kp 104-2/09

WEF 2010

Für alle Beteiligten ein Erfolg

Die Mobile Logistik Bereitschaftskompanie 104-2/09 (Mob Log Ber Kp 104-2/09) führte im Raum Davos

anlässlich des World Economic Forum (WEF) 2010 einen subsidiären Einsatz durch. Sie besteht zum

grössten Teil aus Motorfahrern, Verkehrssoldaten und Nachschubsoldaten. Darüber hinaus waren auch

Feldumschlaggerätefahrer (FUG Fhr), eine Küchenmannschaft und Personal der rückwärtigen Dienste

im Einsatz. Diese Zusammensetzung ist ideal, um die Aufgaben rund um den Auf- und Abbau des WEF

effizient zu erfüllen. Die Armee stellt das Gros des benötigten Materials zur Verfügung.

Maj i Gst Hannes Wiedmer,

ZSO Kommandant Log Br 1

Die Mob Log Ber Kp 104 ist eine selbständige

Formation innerhalb der Logistikbrigade 1

(Log Br 1). Diese Kp leistet schwergewichtig

Aufträge zugunsten der Logistikbasis der

Armee (LBA). Im Falle des WEF erfolgte die

Unterstützung zugunsten der Kantonspolizei

Graubünden (Kapo GR). Neben Kompaniekommandant

(Kp Kdt) und Stellvertreter

(Stv) als Zeitmilitärs, besteht das Kader und

die Mannschaft aus Durchdienern. Die Unterstützung

der Mob Log Ber Kp 104 aus

der Log Br 1 hat entscheidend zum ruhigen

Verlauf des WEF 2010 beigetragen.

Aufteilung in sechs verschiedene Phasen

Die Mission in Davos teilte sich in sechs

verschiedene Phasen auf. Begonnen hat alles

mit den Vorbereitungen, welche bereits im

Dezember 2009 am Kp Standort Ins/BE

getroffen wurden. Die Mehrheit der Fahr-

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zeuge wurde nach Burgdorf/BE verschoben

und das Materialmagazin auf drei grosse

Anhänger verteilt. Das Material, welches

während des WEF nicht unmittelbar zum

Einsatz kam, wurde vorschriftsgemäss eingelagert.

Die Verschiebung von Ins nach Davos

fand im Januar dieses Jahres statt und war

mit zwei Detachementen geplant. Das eine

brachte die Kp Fahrzeuge zuerst nach Chur,

wo ein Fahrzeugpark errichtet wurde. Das

andere verschob direkt in die Unterkunft

nach Davos. Bereits am nächsten Morgen

um 10 Uhr begann der subsidiäre Einsatz

mit einer allgemeinen Orientierung der Kapo

GR. Anschliessend wurden erste Vorbereitungen

für den Aufbau der Sicherheitsdispositive

getroffen. Kaum mit der Aufbauphase

begonnen, beschäftigte sich der Kdt Mob Log

Ber Kp 104, in Zusammenarbeit mit der Kapo

GR, bereits mit der Planung des Abbaus.

Hermetisch abgeriegelter Heliport

Das erste Sicherheitsdispositiv entstand

Bilder: Lt Luiz Buzzini

Richtung Flüelapass. Dort entstand ein

Heliport, der hermetisch abgeriegelt wurde.

Mit zahlreichen Gittern erstellte die Mob

Log Ber Kp 104 innert zweier Tage einen

rundum abgesperrten Platz und machte so

den ersten Schritt für weitere Aufbauarbeiten

anderer Einheiten. Gleichzeitig zum ersten

Heliport entstand am Standort Frauenkirch

ein zweiter. Dieser wurde durch die FUG Fhr,

die sowohl aus Durchdienern der Mob Log

Ber Kp 104, als auch aus Wiederholungskurs-

Personal (WK Pers) bestand, eingezäunt. Der

zweite Heliport diente in erster Linie dazu,

Material per Lufttransport zu liefern. In der

zweiten Arbeitswoche begannen dann die

Arbeiten um das Kongresszentrum und dessen

angrenzenden Hotels. Aufgrund des im

Ausbau befindlichen Kongresshauses mussten

einzelne Baustellen ebenfalls eingezäunt

werden. Die Kapo GR erhielt zudem noch tatkräftige

Unterstützung von WK Sappeuren,

die bereits am Montag mit ihren Aufträgen

begonnen hatten.


Hermann Hassler, Chef Auf-/Abbau und

Sicherungsdispositive der Kapo GR: «Die

Zusammenarbeit mit der Mob Log Ber Kp

104 war ideal.»

Hptm Sebastian Dürig: «Die enge Zusammenarbeit

mit den zivilen Organisationen

trug zum Erfolg des Einsatzes bei!»

Davos war gesichert und optimal

geschützt

Gegen Ende der Arbeiten konnte man

Davos als gesichert und optimal geschützt

betrachten. Strassensperren, Fluchtwege,

Checkpoints sowie Sichtschutz wurden

aufgezogen, dies um die Prominenz aus

Wirtschaft und Politik bestmöglich zu

schützen. Nachdem alle Dispositive standen,

befand sich während der Phase des

WEF, vom 27.01.10 bis 31.01.10, nur noch

ein kleines Detachement der Mob Log Ber

Kp 104 am eigentlichen Standort. Es hatte

den Auftrag, die Kapo GR während dieser

Zeit zu unterstützen und wenn nötig, innerhalb

von 30 Minuten komplett einsatzfähig

zu sein. Zusätzlich stellte die Mob Log Ber

Kp 104 während der Phase WEF zahlreiche

Soldaten für Fahraufträge, Verkehrsregelung

und für den Materialnachschub zur Verfügung.

Bei Transportaufträgen wurden unter

anderem diverse Zaunelemente, Vliese für

effektiven Sichtschutz, Feuerwehrschläuche

Gute Zusammenarbeit: Die Polizei im Einsatz mit Soldaten.

und verschiedene Baumaterialien gefahren.

Nach dem Forum waren die folgenden fünf

Tage dazu da, alle Sicherheitsdispositive im

Raum Davos wieder abzubauen. Dabei wurde

Material abgegeben und die ganze Mob Log

Ber Kp 104 nach Stalden i. E./BE in die neue

Unterkunft verschoben.

Eine motivierte und zielorientierte

Mannschaft

Die Auf- und Abbauarbeiten verliefen

gemäss den Vorstellungen der Kapo GR.

Die zweisprachig geführte Mob Log Ber

Kp 104 agierte stets motiviert und zielorientiert.

Dies auf Grund der kompetenten

Führung und Zusammenarbeit von Kader

und Mannschaft. Die Kp nahm bei Bedarf

auch Verbesserungen und Korrekturen an

bestehenden Sicherheitsdispositiven vor,

immer mit dem Ziel, maximalen Schutz zu

gewährleisten. Die eingeteilten WK Soldaten

waren Spezialisten im Bereich FUG. Sie

waren für die ganze Kp eine Bereicherung,

WEF 2010

weil die Durchdiener von deren Erfahrungen

profitieren konnten. Mitarbeiter der

LBA arbeiteten anlässlich des WEF, wie

die Kp auch, eng und direkt mit der Kapo

GR zusammen. Mit ihren Fachkenntnissen

dienten sie als Spezialisten vieler Arbeiten

und bestimmten so die Tagesziele mit. Chef

Auf- und Abbau WEF seitens der Kapo GR

war Polizeiwachtmeister Hermann Hassler

mit seinem Stellvertreter Urs Felix. Sie

waren ununterbrochen vor Ort, um die Umsetzung

zu kontrollieren und haben dabei

auch selbst Hand angelegt.

Kommunikation funktionierte von A bis Z

Eine wichtige Person für die Polizei war der

Verbindungsoffizier der Mob Log Ber Kp 104.

Er war zudem für die Personalplanung verantwortlich

und kümmerte sich um die Auftragserfüllung

an den verschiedenen Standorten.

Um dies zu bewerkstelligen, stand er

in direktem Kontakt mit der Polizei, dem Kp

Kdt und der eingesetzten Mannschaft.

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WEF 2010

Über 200 Tonnen Material transportiert

Nach Davos lieferte die Mob Log Ber

Kp 104 der Polizei Material mit einem

Gesamtgewicht von ca. 200 Tonnen, der

Luftwaffe zahlreiche Container sowie Material

zur Luftraumüberwachung. Nach

dem WEF galt es, dieses Material wieder

zu retablieren. Zusätzlich zu Transportaufträgen

zu Gunsten anderer Kompanien

arbeitete sie an Personentransporten mit,

wie z.B. anlässlich des Besuchs des Chefs

der Armee.

Unser Brigadekommandant kommt

zu Besuch

Am 1. Februar 2010 besuchte der Kommandant

der Log Br 1, Br Melchior Stoller,

die Mob Log Ber Kp 104 vor Ort in Davos.

Nach der Präsentation der Arbeiten um die

Aufbauphase nahm er mit dem Kader das

Mittagessen ein. Am Nachmittag besuchte

der Brigadekommandant unter Leitung des

Kp Kdt Hptm Sebastian Dürig die Standorte

der Abbauarbeiten. Zufrieden stellte er

fest, dass seine Durchdienerkompanie im

Einsatz den Auftrag gut erfüllt und auch die

Führung der motivierten Truppe kompetent

und fordernd erfolgt.

Kader und Mannschaft der Kp über Markus

Gartmann, Mitarbeiter der LBA im Infrastruktur-Center

Mels: «Es war eine Freude,

mit ihm zu arbeiten!»

6 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10

Ein enormes Pensum absolviert Es

hat Spass gemacht

2’100 zurückgelegte Kilometer mit verschiedensten

Fahrzeugen in einer bezaubernden

Winterlandschaft im Raum Davos, 230

Betriebsstunden mit den Feldumschlaggeräten,

solch einen Einsatz wünscht sich jeder

Angehörige der Armee. Auch die Zusammenarbeit

mit den zivilen Organisationen

war ein besonderes Erlebnis.

Die Küche hat überzeugt: Dafür

gebührt dem Team ein grosses

Dankeschön

Nicht zu vergessen ist der Küchenchef mit

seiner Mannschaft: Mit wenig Personal hat

er für mehrere Kompanien gekocht. Zu jeder

Mahlzeit kamen im Schnitt rund 400 AdA,

das macht pro Tag über 1’000 Mahlzeiten

und dies während drei Wochen ohne Unterbruch.

Höchst flexibel und in hervorragender

Zusammenarbeit untereinander haben der

Küchenchef Max Blunier und sein Stv Wm

Nicolas Cavin mit ihrer Mannschaft Grosses

geleistet.

Grosse Anerkennung geht auch an das

Pikett-Element, das während des WEF für alle

Arbeiten zu jeder Zeit zur Verfügung stand.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit

der Kantonspolizei Graubünden

Zum Schluss zur Rückmeldung der Kapo

GR und des Kp Kdt: Die Polizei war sehr

zufrieden mit der Arbeitsleistung der Kp.

Sie war froh darum, dass die Soldaten jederzeit

zur Verfügung standen. Im Gegensatz

zum letzten Jahr war die Unterkunft der

Truppe in der Nähe und nicht mehr zweieinhalb

Stunden von den Arbeitsplätzen

entfernt. Dies ersparte viel Aufwand. Durch

die im Vorfeld betriebene einsatzbezogene

Ausbildung (EBA), welche den Umgang mit

der Arbeit bei kalter Wetterlage behandelte,

konnten von der Kälte hervorgerufene

Zwischenfälle gänzlich vermieden werden.

Die ganze Kp schätzte den Einsatz in Davos

sehr als eine willkommene Abwechslung.

Einige Soldaten verbrachten sogar die

Wochenenden in der Unterkunft, um die

Winterlandschaft in Davos und die Skipisten

zu geniessen.

Zum Abschluss das Wichtigste das

Motto der Mob Log Ber Kp 104: «Stark und

zuverlässig!» ■

Küchenchef Max Blunier und Küchenchef Stv, Wm Nicolas Cavin: «Wir sind ein Team!»

Motorfahrer Sdt Tobias Thoma: «Da auch die Kader mit anpacken, sind wir umso motivierter!»


WEF 2010

Der Kommandant der Log Br 1, Br Melchior Stoller , während des Truppenbesuchs unter Leitung von Kp Kdt Hptm Sebastian Dürig (ganz rechts).

Einsatz in Raum Fideris.

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Br Rapport

Siebter Jahresrapport der Log Br 1 in Winterthur

«Unsere Brigade funktioniert!»

Die Logistikbrigade 1 (Log Br 1) ist eine Einsatzbrigade und sie funktioniert. Dies wurde in der Vergangenheit

verschiedentlich unter Beweis gestellt. Der Kommandant, Brigadier Melchior Stoller, lud am

29. Januar 2010 seine Offiziere und höheren Unteroffiziere nach Winterthur in die Eulachhallen zum

jährlichen Rapport ein. In seinen Zielen für das laufende Jahr forderte er seine Kader im Beisein von

namhaften Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Militär auf, Beispiel

zu sein und durch Ordnung und Disziplin weiterhin auf das gute Gelingen der Aufträge einzuwirken.

Höhepunkte des diesjährigen Rapportes war die Teilnahme und ein Referat des Chefs VBS, Bundesrat

Ueli Maurer, und ein hochkarätig besetztes Podiumsgespräch.

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Eindrücklicher Teilnehmerkreis: Rund 1’000 Kader und Gäste am Jahresrapport.

Maj Philippe Matter,

Chef Kommunikation, Log Br 1

«Im Leben gibt es keine Lösungen. Es gibt

nur Kräfte, die in Bewegung sind: Man muss

sie erzeugen und die Lösungen werden

folgen.» Mit diesen Worten von Antoine de

Saint-Exupéry eröffnete der Kommandant

der Log Br 1, Brigadier Melchior Stoller,

den ersten Brigaderapport der Log Br 1 östlich

der Limmat. In den Eulachhallen der

Gastgeberstadt Winterthur begrüsste der

Kommandant die rund 1’000 Anwesenden.

Neben den Offizieren und den höheren Unteroffizieren

der Brigade waren namhafte

Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik,

Verwaltung und Militär vertreten.

Die Armee in einem «dramatischen

Zustand»

Der prominenteste Gast und Referent,

Bundesrat Ueli Maurer, Chef des Eidgenössischen

Departements für Verteidigung,

Bevölkerungsschutz und Sport, unterstrich

in seinem Referat die Wichtigkeit der Miliz

und forderte die Anwesenden Offiziere und

Unteroffiziere auf, «mit Leidenschaft für

die Armee einzustehen» und die Armee im

persönlichen Umfeld wieder zum Thema

zu machen. Dabei sollen auch die verbesserungsfähigen

offenen Punkte angesprochen

werden. Wenn die Armee zum Gesprächsstoff

werde, könne man die Bevölkerung

auch wieder für die Armee begeistern. Ein

wichtiger Schritt für die Armee sei es, das

Vertrauen in und das Verständnis für die

Armee zu wecken. Bundesrat Maurer hielt

fest, dass «die Armee in einem dramatischen

Zustand» sei und dringend mehr finanzielle

Mittel benötigt werden, wenn man die Sicherheit

der Schweiz aufrecht erhalten wolle.

Die Armee ist kein «Sauladen»

In seinen Ausführungen stellte der Brigadekommandant

fest, dass sich die Lage

nach den in den Medien stark diskutierten

Ereignissen von 2008, im Jahr 2009

beruhigt habe. Auch zeigten das grosse

Engagement und die erfolgreichen Einsätze

der beteiligten Angehörigen der Armee,

etwa in den Wiederholungskursen seiner

Brigade, dass von einem «Sauladen» Armee

nicht die Rede sein könne. Beispiele von

erfolgreichen Einsätzen gab es im letzten

Jahr genügend. Die Log Br 1 leistete Unterstützungsbeiträge

zum guten Gelingen

des WEF, der Eishockeyweltmeisterschaft,

des jährlich durchgeführten Armeelagers

für Behinderte, der Tour de Suisse oder

des berühmten Musikevents Basel Tattoo.

Auch der Brigadier unterstrich die

desolate finanzielle Lage der Armee. Sie

habe sich in den letzen Jahren zugespitzt.

Der Anteil der Armeeausgaben am Bruttoinlandprodukt

betrage heute gerade noch

0,8 Prozent, was die Schweiz in die hinteren

Ränge Europas bringe. Erschwert werde das

wirtschaftliche Haushalten mit dem Verteidigungsbudget

zusätzlich, weil aktuell

nicht abwendbare Mehrkosten anfallen.

Unter anderem, da bei vielen Entscheiden

nicht ausschliesslich betriebswirtschaftliche,

sondern auch politische Massstäbe

angewendet werden müssen.

«Unsere Brigade funktioniert!»

Brigadier Stoller erklärte, die personelle

Grundbereitschaft der Log Br 1 sei gegeben.

An Offizieren, die sich für eine Kaderfunktion

interessieren, bestehe kein Mangel. Die

Führungsbereitschaft wurde an verschiedenen

Stabs-, Stabsrahmen- und Volltruppenübungen

unter Beweis gestellt. Punkto

Ordnung und Disziplin sei man auf Kurs.

Br Rapport

Bild: ZEM

Die Ausbildungsgrundbereitschaft stehe

auf hohem Niveau. «Unsere Brigade funktioniert!»

Dies ist das Fazit eines stolzen

Kommandanten nach vielen erfolgreichen

Einsätzen zugunsten ziviler, logistischer

und militärischer Partner.

Mehrwert der militärischen Kaderausbildung

Armee quo vadis

In einem Podiumsgespräch fühlte Peter

Rothenbühler (CEO Edipresse) den

erfolgreichen Podiumsteilnehmern als

Moderator auf den Zahn. Insbesondere

wollte er von Bundesrat Ueli Maurer,

Nationalrat Pius Segmüller, Dr. Mathias

Adank (CEO Zweifel Chips AG) und

Claude-Alain Margelisch (Stv. Vorsitzender

der Geschäftsleitung SwissBanking)

wissen, welchen Weg die Armee gehen solle

und welchen Stellenwert die militärische

Weiterausbildung (Kaderausbildung) hat.

Mehrere Teilnehmer betonten, dass die

praktische Führungsausbildung der Armee

noch heute einen grossen Stellenwert

für die Privatwirtschaft habe. Was die

Sicherheit anbelangt, sei diese wesentlich

für die Glaubwürdigkeit der Schweiz. Für

ausländische Firmen sei das sehr wichtig.

An Verbesserungsmöglichkeiten, so war

man einer Meinung, fehle es nicht. Zentral

sei, so Marketingfachmann Adank, dass die

Armee offensiv für ihr Image werbe, denn

das sei zurzeit noch schwächer, als es die

Armee in Wirklichkeit sei.

Neue Herausforderungen angehen

Ordnung und Disziplin

Auch im Jahr 2010 bestehen an der «Einsatzfront»

der Log Br 1 grosse Herausforderungen:

Neben dem Unterstützungseinsatz

der Mob Log Ber Kp 104 am WEF, werden

logistische und sanitätsdienstliche Ein-

armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10

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Br Rapport

Verteidigungsminister Ueli Maurer will die Armee wieder stärker in

der Bevölkerung verankern.

Brigadier Melchior Stoller ist stolz auf seine Truppe.

10 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10

sätze zu Gunsten der Patrouille des Glaciers, des Armeelagers für

Behinderte, der Tour de Suisse, der Tour de Romandie sowie des

Eidgenössischen Schwingfests und des Eidgenössische Schützenfests

erwartet. Diese Einsätze werden sauber geplant und durchgeführt.

Weiter werden beispielsweise WK-Besuchstage (für Arbeitgeber)

durchgeführt, eine weitere Erhöhung der Ausbildungsgrundbereitschaft

angestrebt, das wirtschaftliche Haushalten mit Ressourcen

gefördert («weniger fahren schiessen fliegen»), das Erhöhen der

Führungsgrundbereitschaft mittels Stabsrahmen- und Volltruppenübungen

gefestigt und geprüft sowie konsequentes Einwirken auf

Ordnung und den Dienstbetrieb gefordert.

Kraft, Mut, Beharrlichkeit, Selbstvertrauen, Humor und

Soldatenglück

Drei Punkte aus der Führungslehre, wie sie einst Hannibals Vater in

Briefen an seinen Sohn formulierte, gab der Brigadekommandant

abschliessend an seine Kader weiter: Schaffe Erlebnisse! Achte auf

die Form! Schau, dass deine Leute auf dich schwören! Mit Kraft, Mut,

Beharrlichkeit, Selbstvertrauen, viel Freude, dem nötigen Humor und

dem notwendigen Soldatenglück forderte der Brigadekommandant

seine Offiziere und höheren Unteroffiziere auf, zusammen mit ihm

als erstem Soldaten der Brigade die Ziele 2010 mit Elan und Effort

erfolgreich umzusetzen. ■

«Amicale Stab Log Br 1» heisst Dich willkommen … !

Anlässlich des Rapports wurde die «Amicale Stab Log Br 1» offiziell ins

Leben gerufen. Sie ist eine Vereinigung ehemaliger Stabsmitglieder unserer

Brigade. Es geht darum, die Kameradschaft und das Interesse an der

Brigade und der Armee über die aktive Dienstzeit hinaus pflegen zu können.

Für die ersten zwei Jahre wurde Oberstlt i Gst Martin Allenbach zum

Präsidenten ernannt. Jeder, der aus dem Stab Log Br 1 austritt, wird zur

Mitgliedschaft eingeladen. Ein Wiedereintritt als aktiver Angehöriger des

Stabes bedingt keinen Austritt aus der Vereinigung. Die Versammlungen

finden einmal im Jahr statt. Jedes Mitglied zahlt einen kleinen Jahresbeitrag

von 20 Franken.

Interessantes Podiumsgespräch mit Vertretern aus Armee und Wirtschaft: Die militärische Kaderausbildung bringt Mehrwert!

Bilder: ZEM


Multinational Battle Group South (MNBG S) in Prizren, Kosovo

Schweizer leisten im Kosovo auch im

Hauptquartier hervorragenden Einsatz

Kosovo

Die SWISSCOY leistet einen hervorragenden Einsatz im Kosovo und geniesst einen hohen Bekanntheitsgrad. Etwas weniger

bekannt ist, dass im Rahmen der SWISSCOY neben der im Camp Casablanca stationierten Logistik und Infanterie Kompanien

auch Schweizer Stabsoffiziere im Hauptquartier der Multinational Battle Group South (MNBG S) in Prizren ihren Beitrag zur

Friedensförderung leisten.

Oberstlt i Gst Chris Scherer, Kdt VT Bat 1

Oberstlt i Gst Chris Scherer, Berufsoffizier

und Kdt VT Bat 1.

Als Senior Officer durfte ich im 21. Kontingent

der SWISSCOY vom September 2009

bis Ende März 2010 die Funktion des Assistant

Chief of Staff Support (ACOS Spt)

des damals noch als Multinational Task

Force South (MNTF S) bezeichneten Verbands

übernehmen, der aus den Nationen

Deutschland, Türkei, Österreich, Bulgarien

und der Schweiz zusammengesetzt war.

Als ACOS Spt im Grad eines Oberst war ich

für die Bereiche Personal (G1), Logistik (G4),

Führungsunterstützung (G6), Multinationale

Finanzen (G8) sowie für den Sanitätsdienst

(GMed) verantwortlich.

Drei Erkenntnisse gewonnen

Ich habe drei Erkenntnisse gewonnen. Erstens:

Um als Offizier international interope-

Die Support Division der MNTF S (seit 01.02.2010 MNBG S) im HQ Prizren, Kosovo.

rabel zu sein, muss man vor allem Englisch

können, grosse Flexibilität und gesunden

Menschenverstand mitbringen. Zweitens:

Die Zusammenarbeit setzt solides soldatisches

Handwerk in Stabsarbeit voraus, welches

ein Schweizer Offizier auch auf internationalem

Niveau trotz der kurzen

Ausbildungsdauer absolut ebenbürtig mitbringt!

Drittens: Alle Armeen haben mit

den gleichen Problemen zu kämpfen, nämlich

zu knappe Ressourcen, zu wenig, zu altes

oder defektes Material, zu wenig Personal

und zu wenig Stringenz zwischen den

politischen Vorgaben und der Auftragserfüllung

an der Front. Zudem wird auch im

Ausland die oft etwas aufgeblähte Verwaltung

eher als Hindernis denn als Unterstützung

wahrgenommen. ■

Bilder: Oberstlt i Gst Chris Scherer

armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10 11


Komm Log Br 1

Ausbildungstag für die PIO der Log Br 1 in Bern

«Nutze das dritte Auge!»

Er ist ein wichtiger Mann im Bataillon und trotzdem

kennen ihn längst nicht alle. Der Presse- und Informationsoffizier

(PIO) ist verantwortlich für die

interne und externe Kommunikation. Seine

anspruchsvolle Ausbildung befähigt ihn,

Truppen-Newsletter herauszugeben,

auf Anweisung Ansprechpartner

für Medien zu sein und andere

Bereiche der Kommunikation

abzudecken. So berät er auch

den Bataillonskommandanten

in seinem Fachbereich.

«Kommunikation ist nicht

alles. Aber ohne Kommunikation

ist alles nichts.»

Dieser Satz ist gültiger

denn je.

Hantieren mit dem Leuchtschirm «Para».

Maj Thomas Müller, Chef Medien Log Br 1

Was bedeutet beim Fotografieren das «dritte Auge»? Worauf ist bei

Internetauftritten zu achten? Welche Ressourcen bietet das Zentrum

elektronische Medien (ZEM)? Auf diese und andere Fragen gab es am

2. März 2010 Antworten: Der neue Chef Kommunikation der Logistikbrigade

1 (Log Br 1), Maj Philippe Matter, hatte für seine fachunterstellten

PIO der Bataillone ein informatives und abwechslungsreiches

Programm organisiert. Mit dabei waren die Stabsmitarbeiter

der Kommunikation Log Br 1: Maj Thomas Müller (Chef Medien und

stellvertretender Chef Kommunikation), Maj Thomas Caduff (Journalistoffizier

und Chefredaktor der Brigadezeitschrift) und Fachoffizier

(Hptm) Merlin Huber (Internetoffizier). Garanten für einen

tollen und lehrreichen Ausbildungstag waren auch die beigezogenen

Spezialisten des ZEM, Chef Hans-Peter Iseli mit seinem Team.

Soll man bei Sonnenlicht blitzen?

Von André Robert Schild (Chef Fotografie), Ueli Liechti (Fotograf)

und Yves Baumann (Lehrling) bekamen die PIO im Schwerpunktthema

des Tages «Fotografie und Bildgestaltung» wertvolle Tipps

und Kniffe. Es ging um Trends, die Spannung in die Bilder bringen:

Schrägstellen, Ausschnitte setzen, mit Gegenlicht arbeiten, Weitwinkel

oder Teleobjektiv einsetzen. Die Fachleute ermunterten die PIO:

«Nutzen Sie das dritte Auge!» Es bietet überraschende, kreative Ge-

12 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10

staltungsmöglichkeiten. Mit etwas Phantasie kommt man zu originellem

Aufbau, überraschender Pointe, pfiffiger Aussage: Übrigens:

Bei Sonnenlicht soll unbedingt der Blitz eingesetzt werden, die Bilder

kommen so besser daher. Eigentliches «Fotowetter» besteht bei

bedecktem Himmel hätten Sie das gewusst?

Spannendes aus dem ZEM

Das ZEM ist sozusagen die zentrale Medienproduktionsstelle des VBS

für Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Ausbildung und

Kommunikation. Es deckt sechs Bereiche ab: Medienproduktionsstelle,

Audiovisuelle Medien, Interaktive Medien, Foto, Printmedien,

Mediathek und Produktionsunterstützung. Das ZEM bietet also unter

anderem Fotos, Videos, Lernprogramme, Drucksachen und Militärpostkarten

Produkte, welche die PIO sinnvoll einsetzen können.

Einblick in die hohe Politik

Als Abschluss wurde das Medienzentrum Bundeshaus besucht, das

direkt vis-à-vis des Bundeshauses steht. Dessen Leiter, Ivo Bühler,

führte die PIO bis ins dritte Untergeschoss und zeigte den Raum

für die Medienkonferenzen der Bundesräte, den Arbeitsplatz für

TV-Bundeshausjournalisten (Duplexstudio) mit Teleprompter und

schliesslich ein ganzes TV-Studio. Dieser Blick hinter die Kulissen

lässt einen die Berichterstattungen aus «Bundesbern» gleich mit anderen

Augen betrachten. ■

Bild: Maj Thomas Müller


André Robert Schild und Ueli Liechti (v.l.) vom Bereich Foto im ZEM, PIO und Kommunikation der Log Br 1.

Im TV-Studio.

Selbstversuch an der Fernsehkamera.

Bild: Maj Thomas Müller

Wir suchen:

Komm Log Br 1

Presse- und

Informations offiziere (PIO) /

Kommunikationsmitarbeiter...

Bild: Yves Baumann/ZEM

Bild: Maj Thomas Müller

Der PIO ist in der Regel Offizier im Rang eines

Hauptmanns oder Majors. Es ist auch der

Karriereweg als Fachoffizier offen. Zugelassen

sind alle Angehörigen der Armee (AdA) mit

fachlichem Background in den Bereichen

TV, Radio, Print und elektronische Medien.

Interessierte können ein kleines Bewerbungsdossier

auf dem Dienstweg (via Kompaniekommandant)

an Maj Philippe Matter senden,

der auch für Rückfragen zur Verfügung steht

(Tel. 079-227 14 07). Einzelne Kommunikationsspezialisten

(namentlich Fotograf, Filmer,

Übersetzer…) können auch im Brigadestab

eingesetzt werden.

armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10 13


Spit Bat 2

WK Spit Bat 2

«BROYE»:

Eine spannende und lehrreiche Übung

Das Spitalbataillon 2 (Spit Bat 2) konnte 2009 seit mehreren Jahren wieder einen reinen Ausbildungs-WK durchführen.

Nach zwei Wochen intensiver Ausbildung in allen Spezialitäten ging es in der letzten Woche des WK in die

dreitägige Übung «BROYE», die durch den Stab während des WK als Stabsarbeitsausbildung vorbereitet wurde.

Triage-Posten nach dem Unfall Die Verletzten werden diagnostiziert und transportfähig gemacht.

Oberstlt i Gst Michael Freudweiler, Kdt Spit Bat 2

Das Szenario für die Anlage der Übung « BROYE » war die Unterstützung

einer Flugshow in Payerne/FR. Das Spit Bat 2 musste

eine Sanitätsstelle betreiben und sich bereithalten, um als Reserve

eingesetzt zu werden, falls ein Unfall passiere. Aus dieser

Lage war die Konsequenz, dass ein MSE 2 als Sanitätsstelle auf

dem Areal der Fliegerabwehrkaserne in Payerne aufgestellt und

die geschützte Operationsstelle (GOP) des Spitals von Estavayerle-Lac/FR

als Standort für den Einsatz des Spit Bat 2 vorbereitet

werden musste. Der Ablauf der Übung « BROYE » bestand darin,

dass beide Kp des Bat ihre WK-Standorte früh am Montagmorgen

zu verlassen hatten, um einen Bereitschaftsraum zu beziehen.

Aus dem Bereitschaftsraum wurden die neuen Kompaniestandorte

eingenommen sowie die Einsatzstandorte des Bataillons bezogen

und vorbereitet.

14 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10

Gut angelegte Übung

Um etwa 21:00 Uhr kam es übungshalber an der Flugshow zu einem

gravierenden Unfall mit Toten und Schwerverletzten. Die Polizei

kümmerte sich sofort um die Toten und das Spit Bat 2 wurde aufgefordert,

eine Triagestelle mit zwei Ärzten und etwa sechs Pflegesoldaten

am Unfallort einzurichten. Vor Ort mussten die Patienten soweit

behandelt werden, dass sie fahrbereit sind und anschliessend zum

Spital gebracht werden. Selbstverständlich waren DURO die einzigen

Fahrzeuge, die der Kompanie zur Verfügung standen. Dank einem

gut vorbereiteten Patientenspiel waren die Fälle sehr abwechslungsreich.

Mit der Ankunft der Verletzten im Spital wurde nicht nur

der Patientenweg getestet, sondern auch die Zusammenarbeit beider

Kompanien im gleichen Spital und selbstverständlich die technische

Vorbereitung der Truppe. Mittwochmittag gab es dann die Übungskritik

und am Nachmittag ging es zurück nach Moudon/FR, wo die

Übung mit der Fahnenabgabe ihren Abschluss fand. ■

Bild: Maj Gilles Zwahlen


WK Mob Log Bat 22

Viel Routine und

einige Überraschungen

Mob Log Bat 22

Der WK vom November 2009 im Fricktal/AG des Mobilen Logistikbataillons 22 (Mob Log Bat 22) hat uns erlaubt, mehrere

Neuigkeiten kennen zu lernen: den RSG 2000-Spray für den Wachdienst, die neuen Übertragungsapparate sowie den

Treibstoffbehälter BBC. Unser bereits Erlerntes wurde ebenfalls geübt. Wie gewohnt beinhaltete der Kurs einen praktischen

Teil mit den logistischen Anwendungen zugunsten der Logistikbasis der Armee (LBA). Wir haben dafür 3’500 Arbeitsstunden

und über 120’000 Transport-Kilometer geleistet. Insbesondere die Transportmission T01, kommandiert von Oblt Christoph

Rechsteiner, hat eine gute Organisation sowie eine erhebliche Leistung von den Fahrern abverlangt.

Die Fahrzeuge der Stabskompanie überqueren die Aare auf schwimmender Brücke, gebaut durch das Pontonier Bataillon 26.

Fach Of (Hptm) Stéphane Grounauer, PIO Mob Log Bat 22

Die Stabskompanie wurde dieses Jahr in zwei wichtigen Übungen

einbezogen. Die Übung «BEN HUR» hat der Kompanie erlaubt, ihre

Aufgaben zu üben und ihre Kapazitäten im Bereich des koordinierten

Handelns auch bei einer grossen Entfernung zu ihrer Standortbasis

unter Beweis zu stellen.

Die Übung hat ziemlich chaotisch begonnen. Man schaute sich

beim Start der Übung gegenseitig an, aber niemand wusste genau,

was zu machen war. Das Kader konnte dies korrigieren und die

Übung gut zu Ende führen. Bis am Abend kannte jedermann seine

persönliche Aufgabe. Die Wichtigkeit der Führung sowie das koordinierte

Verhalten mit den Kameraden der Kompanie waren ihnen

bewusst.

Während der zweiten Woche unterstützte die Stabskompanie

den Bataillonsstab des Bataillons während der Übung «HADES». Sie

wurde durch den Brigadekommandanten, Brigadier Melchior Stoller,

als Übung für den Stab angelegt. Wir haben bewiesen, dass wir in

der Lage sind, komplexe Planungsaufgaben unter Zeitdruck durchzuführen.

Das Kader und die Soldaten der Stabskompanie haben uns

zu diesen Erfolgen geführt.

Eine ungeplante Übung

Ausser den simulierten Übungen haben wir dieses Jahr eine reelle

Risikosituation erlebt, welche eine zusätzliche Anstrengung bei

der Planung und Verwaltung erforderte: das Schweinegrippe-Virus.

Diese sehr ansteckende Grippe barg das Risiko, das ganze Bataillon

in erhebliche Schwierigkeiten zu bringen, sollte eine grosse Anzahl

Wehrmänner gleichzeitig erkranken. Eine Krisenzelle beim Stab hat

die Entwicklung der Lage ständig verfolgt und hat zahlreiche Notfallmassnahmen

organisiert. Unter anderem: Anordnung, wie man sich

verhält, um der Grippe vorzubeugen, Bestandaufnahme der familiären

Situation der Wehrmänner, um je nach Fall Massnahmen zu treffen

und das Einrichten zusätzlicher Sanitätsposten, um einer eventu-

Bilder: Fach Of (Hptm) Stéphane Grounauer

armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10 15


Mog Log Bat 22

ellen Epidemie vorzubeugen. Einige Wehrmänner wurden frühzeitig

entlassen, bei anderen wiederum wurde der Urlaub verlängert. Um

eine Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern, mussten einige

Änderungen bei der Abwicklung der Logistikeinsätze gemacht

werden. All dies hat uns gezeigt, wie schwach der Mensch gegenüber

natürlicher Einflüsse ist. Wir hatten nicht beabsichtigt, jedermann

mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln vor dieser Grippe zu

schützen, jedoch haben wir das Notwendige veranlasst, um zu verhindern,

dass eine Grippe zu einer schwerwiegenden Ressourcen-

Krise für das Bataillon wird.

Auf Wiedersehen, Kommandant!

In seiner Schlussrede hat der Bataillonskommandant, Oberstlt i Gst

Matteo Agustoni, allen Unteroffizieren und Offizieren der drei Kompanien,

die diesen WK mit viel Einsatz und Professionalität vorbe-

Der Bat Kdt, Oberstlt i Gst Matteo Agustoni, begrüsst sein Bataillon zum letzten Mal.

Die Transportmission T01 beinhaltete die Verschiebung einer immensen Menge an Material,

welches zur Vernichtung bestimmt war.

Fahnenübernahme.

16 armee.ch Logistikbrigade 1 1 / 10

Die Kompanie 22/I bei der Marschvorbereitung.

reitet und geführt haben, seinen grossen Dank ausgesprochen. Er

bedankte sich ebenfalls bei all den engagierten und verantwortungsbewussten

Soldaten. Abschliessend hat er sich vom Bataillon verabschiedet,

welches ab 2010 durch Oberstlt i Gst Simon Urfer geführt

wird. Agustoni sagte unter anderem:

«Die Stärke des Mob Log Bat 22 ist die Mischung der Herkunft

ihrer Wehrmänner. Deutschschweizer, Tessiner und Welsche aus verschiedenen

Kantonen und aus den verschiedensten beruflichen Richtungen,

die zusammen arbeiten. Man hört alle drei Landessprachen,

die sich untereinander vermischen. Der Versuch, Befehle auf Französisch

zu formulieren, kommt dann und wann lustig rüber. Diese

Vielfältigkeit ist das Mob Log Bat 22 und dies widerspiegelt auch

die Schweiz.»

Agustonis Wunsch ist, dass alle Mitglieder des Bataillons von

dieser Bereicherung profitieren können. ■

Sicherstellen des Gütertansportes während

der Übung «BEN HUR».


1/10

2 Rüstungsprogramm 2010

2 Militärische Sicherheit Erhöhte Präsenz in Bahnhöfen und Zügen

2 Neues Kommando Spezialkräfte Die Armee legt ihre Sondereinheiten zusammen

3 Botschaft von Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee

6 Ordonnanzwaffe Verbesserte Sicherheitsbestimmungen

6 Militärdienst lohnt sich!

7 Der Psychologisch-Pädagogische Dienst der Armee

8 Ein Beruf in der Armee oder bei der SWISSCOY

4 Das Betriebsdetachement:

Die grosse unbekannte Einheit


Rüstungsprogramm 2010

Investition in kostenwirksamere

Systeme

Der Bundesrat hat das Rüstungsprogramm 2010 (RP 10)

im Betrag von 529 Millionen Franken für drei Vorhaben

verabschiedet. Ziel ist es, den Anstieg der Betriebskosten

durch gezielte Investitionen in kostenwirksamere Nachfolgesysteme

zu bremsen.

Das RP 10 sieht vor, die mit dem RP 05 beschafften Leichten Transport-

und Schulungshelikopter mit einem Logistikpaket auszurüsten.

Zudem wird die Fahrzeugflotte der Armee mit gut 2500 neuen

Fahrzeugen und Systemen verjüngt, wobei dank der konsequenten

Ausrichtung auf zivile Standards die Beschaffungskosten reduziert

und die Instandhaltungskosten gesenkt werden. Mit zwei weiteren

Jetpiloten-Ausbildungssystemen PC-21 sollen die mit dem

RP 06 beschafften sechs PC-21 Flugzeuge ergänzt werden. Damit wird

dem mittelfristigen Nachwuchsbedarf von sechs bis acht Jetpiloten

pro Jahr Rechnung getragen. Die Beschäftigungswirksamkeit in der

Schweiz (Inlandproduktion und indirekte Beteiligung) beläuft sich

gesamthaft auf rund 200 Millionen Franken.

Die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats hat Änderungen

am Vorschlag verlangt. Die Behandlung des RP 10 im Parlament

beginnt in der Herbstsession im Ständerat. Komm VBS

Pilatus PC-21

Neues Kommando Spezialkräfte

Im Bereich Sondereinheiten der Armee

sind seit dem 1. Mai 2010 Optimierungsarbeiten

im Gang. In Auftrag gegeben hat

sie Bundesrat Ueli Maurer, Chef VBS

gestützt auf Empfehlungen des Inspektorats

VBS und in Berücksichtigung von

Beschlüssen der Armeeführung. Sämtliche

Leistungen der Sondereinheiten werden

im neuen Kommando Spezialkräfte (KSK)

2 armee.ch 1 / 10

Bild: Luftwaffe

gebündelt. Das KSK wird dem Chef Führungsstab

der Armee unterstellt.

Davon betroffen sind die heutigen

Aufklärungs- und Grenadierformationen

der Armee: das Grenadierkommando 1,

das Armeeaufklärungsdetachement 10

(AAD 10), das Kommando Grenadierschulen

und -kurse, das Kommando Fallschirmaufklärerschulen

und -kurse 83, die

Militärische Sicherheit

Erhöhte Präsenz

in Bahnhöfen und Zügen

Die Militärische Sicherheit erhöht ihre Präsenz in Bahnhöfen

und Zügen. Ziel ist es, Einfluss auf das Erscheinungsbild der

Armee zu nehmen und Straftatbestände zu ahnden. Hierfür

intensiviert die Militärische Sicherheit die Zusammenarbeit

mit der Transportpolizei der SBB.

In der Schweizer Armee sind die Kommandanten

und Kader verantwortlich für die

Durchsetzung von Sicherheit, Ordnung

und Disziplin. Die Militärische Sicherheit

unterstützt sie dabei. Gemäss der Absicht

des Chefs der Armee, die Ordnung und

damit auch das Erscheinungsbild der

Armee zu verbessern, wurde die Militärische

Sicherheit unter anderem damit

beauftragt, die Kontrollen bei der Truppe zu

verstärken. Während des laufenden Jahres gibt es

deshalb nebst den routinemässigen Kontrollen zusätzlich verschiedene

Grosskontrollen an Knotenpunkten und in Zügen mit starker

Militärfrequenz.

Dabei geht es einerseits darum, auf das korrekte Verhalten der

Angehörigen der Armee Einfluss zu nehmen. Andererseits sollen

Verfehlungen in den Bereichen Disziplin, Betäubungsmittel und Munitionsbefehl

sowie weitere Straftatbestände geahndet werden. Gegenüber

Zivilpersonen schreiten die Angehörigen der Militärischen

Sicherheit nur dann ein, wenn eine unmittelbare Gefährdung besteht.

Um die vorhandenen polizeilichen Mittel effizient zu nutzen, Mehrfachkontrollen

zu vermeiden und das territoriale Zuständigkeitsprinzip

zu wahren, koordiniert die Militärische Sicherheit ihre Bahn- und

Bahnhofkontrollen mit allen involvierten Partnern (SBB-Transportpolizei,

kantonale und städtische Polizeikorps). Der Kontakt mit der

Transportpolizei der SBB wird zudem auch im Bereich Ausbildung

intensiviert. Komm V

Grenadierbataillone und die Fallschirmaufklärerkompanie

17. Sie werden mit Elementen

der Besonderen Dienste der Militärischen

Sicherheit zusammengelegt. Ziel

ist es, Synergien zu nutzen, Schnittstellen

zu reduzieren, Doppelspurigkeiten zu

beseitigen und die Kosten zu senken. Die

Umsetzung soll bis Ende 2011 abgeschlossen

sein. Komm V


Geschätzte Angehörige unserer Milizarmee

Eidgenössisches Departement für Verteidigung,

Bevölkerungsschutz und Sport VBS

Schweizer Armee

Chef der Armee CdA

Chef der Armee

Bern, Ende Mai 2010

Am 14. April hat der Bundesrat den Entwurf des neuen Sicherheitspolitischen Berichts verabschiedet.

Dieser Bericht schafft einen Rahmen, innerhalb dessen wir uns mit der Weiterentwicklung

der Armee (WEA) bewegen können. Nun geht es darum, mit Hilfe des Armeeberichts

die nachfolgenden Planungstätigkeiten hinsichtlich der Weiterentwicklung der Armee

anzugehen. Konkret beinhaltet der Armeebericht einen Standbericht, vor allem aber Varianten

für die zukünftige Ausgestaltung unserer Armee. Damit werden wir eine Grundlage schaffen,

auf der die Politik ganzheitliche und stimmige Entscheide treffen kann. Das ist eine Voraussetzung

dafür, dass Aufgaben, Leistungen sowie Ressourcen wieder in Einklang gebracht

werden können und das Fundament der Armee gestärkt wird.

Zu glauben, dass wir damit eine neue Armee schaffen, ist allerdings falsch. Wer das Fazit

WEA aus dem Sicherheitspolitischen Bericht aufmerksam liest, stellt fest, dass der aktuell

eingeschlagene Weg durchaus richtig ist. Am Milizprinzip und der allgemeinen Wehrpflicht

wird festgehalten. Der Gesamtbestand muss aus demografischen Gründen verkleinert werden.

Die Armee-Organisation soll bedarfsgerecht angepasst und die Akzentverschiebung

von der Verteidigung hin zu umfassenden Schutzaufgaben fortgesetzt werden. Die Einsatzverbände

sollen hierfür vollständig ausgerüstet werden. Die Kompetenz zur Abwehr eines

militärischen Angriffs wird mit einem gut ausgerüsteten und gut ausgebildeten, quantitativ

jedoch minimalen Gesamtsystem gewahrt.

Die aktuelle Armee ist als Basis für die Weiterentwicklung also richtig aufgestellt. Alles, was

wir an Veränderungen vornehmen, basiert auf den Fähigkeiten und der Ausrüstung, die wir

heute besitzen. Die materielle Situation muss allerdings verbessert werden. Jede und jeder

von Ihnen hat Anspruch auf eine Ausrüstung, mit der die gestellten Aufträge erfüllt werden

können. Aus diesem Grund bin ich sehr dankbar, dass dieser Aspekt ebenfalls Eingang ins

Fazit WEA gefunden hat: Vollständig ausgerüstete Einsatzverbände zur Unterstützung der

zivilen Behörden und ein kleines, aber wirkungsvolles Gesamtsystem für den Erhalt der

Kompetenz zur Abwehr eines konventionellen Angriffs daran werden wir uns zu orientieren

haben. An diesem Anspruch ist die materielle Planung in den nächsten Jahren zu messen.

Auch wenn der Sicherheitspolitische Bericht noch nicht in der definitiven Form vorliegt, lässt

sich deshalb bereits jetzt eine Konsequenz formulieren: Alle Armee-Angehörigen, die einen

Wiederholungskurs oder eine Schule absolvieren, tun dies im Wissen, dass ihre Leistung

heute wie in Zukunft gefragt und notwendig ist. Ihre Arbeit ist ein Beitrag an die Sicherheit in

unserem Land. Dafür, geschätzte Armee-Angehörige, danke ich Ihnen ganz herzlich!

Korpskommandant André Blattmann

Chef der Armee

armee.ch 1 / 10 3


Die grosse unbekannte Einheit das Betriebsdetachement

Ihr Einsatzort ist das Wachtlokal

oder die Abwaschmaschine

WK in der Sauna? Nein! WK als Abwascher im Verpflegungszentrum der Dufourkaserne Thun.

Sie leisten Dienst wie jeder andere. Aber nicht in einem Panzer, nicht in einer Pilotenkanzel und auch nicht hinter

sonst einem hoch technologischen Gerät. Ihr Einsatzort ist das Wachtlokal auf einem Waffenplatz oder die Abwaschmaschine

in einer Truppenküche: Die Rede ist von jenen Wehrleuten, die ihre Dienstpflicht in einem der zahlreichen

Betriebsdetachemente erfüllen.

Daniel Laroche, stellvertretender Chef

Kommunikation Heer

Der Name ist Programm. Im Betriebsdetachement

sind jene Leute eingeteilt, die hinter

den Kulissen den Betrieb aufrecht erhalten.

Das können verschiedenste Funktionen

sein: Motorfahrer, Büroordonnanzen, Ausbildungsunteroffiziere

oder auch wie im

Küchencheflehrgang Servicefachleute, die

an grossen Rapporten oder offiziellen Empfängen

die Gäste bewirten.

Das Gros eines Betriebsdetachements

besteht aber aus den Betriebssoldaten. Für

diese Funktion kann man sich anlässlich der

Rekrutierung bewerben (siehe Kasten); häufig

wird dieser Weg aber aufgrund von äusseren

Umständen eingeschlagen.

Straffere Führung der

Betriebsdetachemente

Als Betriebssoldat wird ausgehoben, wer medizinisch

tauglich ist, jedoch keiner anderen

Funktion zugeteilt werden kann. Betriebs-

4 armee.ch 1 / 10

soldat wird man aber auch in den ersten Wochen

der Rekrutenschule (RS), wenn festgestellt

wird, dass der Rekrut beispielsweise

den Anforderungen seiner vorgesehenen

Funktion nicht genügt oder medizinische

Probleme ihn an der Funktionsausübung

hindern. Betriebssoldat wird aber auch jener

als Motorfahrer ausgehobene Rekrut, der

wegen Entzug oder Nichtbestehen der Prüfung

ohne Fahrausweis in die RS einrückt.

Betriebssoldaten absolvieren eine RS

von 18 Wochen und werden nur mit dem

elementarsten militärischen Wissen vertraut

gemacht. Allerdings verlangt der Chef

der Armee seit diesem Jahr, dass alle Angehörigen

der Betriebsdetachemente einmal

während ihrer jährlichen Dienstleistung im

300-Meter-Stand schiessen. Gegensteuer

wurde in den letzten Jahren auch in der militärischen

Organisation gegeben: Einst lockere,

kaum geführte Gruppen, sind die Betriebsdetachemente

heute klar militärisch

strukturiert. Seither sind die Statistiken der

Disziplinarfälle rückläufig.

Bilder: Daniel Laroche

525 Eingeteilte

im Thuner Betriebsdetachement

Mit Oberleutnant Michael Amstutz konnten

wir in Thun einen Blick hinter die Kulissen

eines Betriebsdetachements werfen.

Amstutz ist Zeitmilitär und im Waffenplatzkommando

Thun als Chef des Betriebsdetachements

angestellt. Ihm unterstellt sind

zwei weitere Zeitmilitärs: ein Fourier als

Rechnungsführer und ein Wachtmeister als

Wachtkommandant. In ihrem Betriebsdetachement

sind 525 Armee-Angehörige eingeteilt:

22 Küchenchefs und 80 Truppenköche

für das Verpflegungszentrum, 60 Ausbildungsunteroffiziere

für das Medizinische

Zentrum, 28 Büroordonnanzen und 335

Betriebssoldaten. Letztere sind für die Aufrechterhaltung

der Waffenplatzwache und

für den dreimaligen täglichen Abwasch im

Verpflegungszentrum der Dufourkaserne

zuständig.

Oberleutnant Amstutz ist für die Planung

der einzelnen Equipen zuständig. Bereits

im März 2010 hat er einen Fragebogen


Der Betriebssoldat

Nach der allgemeinen Grundausbildung wird

der Betriebssoldat überall dort eingesetzt,

wo Instandhaltungsarbeiten anfallen. Das kann

von Reinigungsarbeiten, Schneeräumen,

Garten- und Forstarbeiten bis zu Maurerarbeiten

reichen. Im Weiteren unterstützen die

Betriebssoldaten je nach Fähigkeiten die

Waffenplätze beim Unterhalt oder beim Bereitstellen

der Übungsplätze.

An der Rekrutierung entscheidet es sich, zu

welcher Truppengattung die Betriebssoldaten

eingeteilt werden. Betriebssoldaten braucht es

auf den Waffenplätzen aller Truppengattungen.

Wer bei der Rekrutierung die Funktion Betriebssoldat

wählt, weiss nie genau, welche Aufgabe

ihn als nächstes erwartet. Klar ist jedoch, dass

man als Betriebssoldat «der Mann für alle Fälle»

ist und das in allen Truppengattungen.

Einige Betriebssoldaten werden in der Rekrutenschule

zum Fahrer C1 ausgebildet. Das

heisst, dass sie militärische Fahrzeuge von bis

zu 7.5 Tonnen Gesamtgewicht fahren und

Material- und Personentransporte durch führen

dürfen.

Diese Funktion gibt es nicht im Durchdiener-

Modell.

Allgemeine Anforderungen: Lehrabschluss

oder Matura. Bewerber für die Doppelfunktion

Betriebssoldat/Fahrer C1 müssen einen

Führerausweis der Kategorie B besitzen und

an der Rekrutierung eine Eignungsprüfung

bestehen.

Quelle: → www.rekrutierung.ch > Datenbank

«Jobs in Militär und Zivilschutz»

Wachtlokal bei der Thuner Dufourkaserne: Die Betriebssoldaten im Wachtdienst lösen sich

hier im Dreistundentakt ab.

verschickt, auf dem alle Eingeteilten in drei

Prioritäten Zeitfenster für ihre Dienstleistung

2011 angeben konnten. Amstutz stellt

danach die einzelnen Gruppen zusammen.

Komplexer Ablöseplan,

strenger Arbeitstag

Wer zum Wachtdienst in den Wiederholungskurs

nach Thun einrückt, ist in einen

komplexen Ablöseplan eingebunden:

In Thun müssen nämlich vier Wachtlokale

mit Schranken besetzt sein jenes beim

Haupteingang der Dufourkaserne von

Sonntag, 21.30 Uhr, bis Samstag, 7.30 Uhr,

durchgehend. Die anderen drei Wachtlokale

bei der Soldatenstube, beim Ausgang

auf die Allmend und bei der Ausbildungsanlage

Zollhaus werden über Nacht geschlossen.

Der Ablöseplan sieht vor, dass an den

Toren Schichten von je drei Stunden geschoben

werden; neben Freizeit sind jeweils

noch ein Reserveblock von drei Stunden

und eine einstündige Kontroll-Ronde vorgesehen.

Demnach sieht der Arbeitstag eines

Betriebssoldaten in Thun ungefähr so

aus: 6 bis 9 Uhr Ruhezeit, 9 bis 12 Uhr Wache

am Tor Allmend, 12 bis 15 Uhr frei, 15

bis 18 Uhr Reserve, 18 bis 20 Uhr frei, 20

bis 22 Uhr Wache am Tor Soldatenstube, 22

bis 23 Uhr Ronde, 23 bis 0 Uhr frei, 0 bis 3

Uhr Reserve, 3 bis 6 Uhr frei. n

Thun, 13.34 Uhr: Die Truppe ist verpflegt und an der Arbeit, der Betriebssoldat räumt den Speisesaal der Dufourkaserne auf.

armee.ch 1 / 10 5


Ordonnanzwaffe

Verbesserte Sicherheitsbestimmungen

Auf den 1. Januar 2010 sind Massnahmen

in Kraft getreten, die zu

mehr Sicherheit im Umgang mit

Ordonnanzwaffen beitragen sowohl

im individuellen als auch im familiären

und im öffentlichen Bereich.

Jeder Armee-Angehörige kann seine Waffe

seit dem 1. Januar 2010 ohne Angabe von

Gründen und kostenlos in einem Logistik-

Center oder einer Retablierungsstelle der

Logistikbasis der Armee (LBA) hinterlegen.

An der Heimabgabe der persönlichen Waffe

wird aber grundsätzlich festgehalten.

Auch die Möglichkeit, die Waffe nach

Beendigung der Militärdienstpflicht zu Eigentum

zu erhalten, besteht weiterhin. Hier

ist eine Angleichung an den zivilen Waffenerwerb

erfolgt: Neu muss der Interessent, nebst

der Erfüllung der bisherigen Bedingungen,

einen Waffenerwerbsschein vorlegen.

Im Schiesswesen ausser Dienst müssen

zudem Empfänger von Leihwaffen, die nicht

in der Armee eingeteilt sind, neu einen Waffenerwerbsschein

vorlegen. Komm V

Leistung steigern mit Fitnesstest

Eine gute Fitness reduziert das Verletzungsrisiko

im Dienst und erhöht die Leistungsfähigkeit

der Truppe. Der seit 2006 eingesetzte

Test Fitness bei der Rekrutierung (TFR)

wurde an der Eidgenössischen Hochschule

für Sport Magglingen (EHSM) entwickelt.

Er besteht aus den folgenden fünf Disziplinen:

6 armee.ch 1 / 10

Bild: ZEM

• progressiver Ausdauerlauf

• globaler Rumpfkrafttest

• Standweitsprung

• Medizinballstoss

• Einbeinstand

Militär- oder Zivildienst?

Der Militärdienst

lohnt sich!

Angehörige der Armee leisten einen

Beitrag zur Sicherheit in der

Schweiz Angehörige des Zivildienstes

nicht. Dennoch hat die

Zahl der Zulassungsgesuche zum

Zivildienst in jüngster Zeit zugenommen.

Falls Sie daran denken,

ein solches Gesuch zu stellen,

sollten Sie sich das gut überlegen.

Denn:

• Im Zivildienst müssen Sie anderthalbmal

so viele Diensttage

(390) leisten wie in der Armee

(260 Tage oder 300 Tage am

Stück).

Ein Vorteil des TFR ist die Gewichtung der

für eine moderne Armee wichtigen Kompo-

• Im Zivildienst können Sie keine zivil anerkannten

Ausbildungsmodule absolvieren, wie die Armee sie

anbietet (www.fum.ch).

• Zivildiensteinsätze dauern mindestens vier Wochen

(Ausnahmen vorbehalten), ein Wiederholungskurs drei.

• Leisten Sie weniger als 26 Zivildiensttage pro Jahr,

müssen Sie Wehrpflichtersatz zahlen. Komm V

nenten Ausdauer und Rumpfkraft. Der Ausdauerlauf

wird bei vorgegebener, progressiv

ansteigender Laufgeschwindigkeit durchgeführt,

um ungeübte Läufer zu leiten. EHSM

→ →www.baspo.admin.ch

> Themen > Sport in

der Armee

Bild: ZEM

Bilder: BASPO


Aus der Praxis für die Praxis

Qualifizierte Hilfe in seelischen

Ausnahmesituationen

Anforderungen und Aufgaben im Militärdienst sind anders als im zivilen Leben. Die meisten Dienstleistenden kommen im

Normalfall damit zurecht. Aber es gibt auch jene, die Probleme haben, sich auf das Leben in der Armee einzustellen. Der

Psychologisch-Pädagogische Dienst der Armee (PPD A) kann Hilfe bieten.

Oberst Peter Bolliger, Chef PPD A

Mit einem vielfältigen Angebot deckt der

PPD A die Bedürfnisse von Angehörigen

der Armee (AdA) ab, die psychologischpädagogische

Schulung, Beratung, Unterstützung

oder Hilfe benötigen. Prävention

ist die vordringlichste Aufgabe des

PPD A. Bedürfnisgerechte Informationen

und Schulungen in den Bereichen mentale

Vorbereitung, Stressbewältigung und

Suchtprävention helfen verhindern, dass

ein AdA bereits bei «normalen» Schwierigkeiten

psychologisch-pädagogisch betreut

werden muss.

Kontakt via Kommandant oder Arzt

Hat ein AdA trotz aller Bemühungen und

guter Absichten mit dem Leben in der Armee

Mühe, kann eine Intervention durch

den PPD A sinnvoll sein. Den Kontakt zum

PPD A stellt in der Regel der Kompaniekommandant,

der Truppenarzt oder ein Berufsmilitär

her. In einer persönlichen Konflikt-

oder Notsituationen kann der Betroffene

auch direkt Kontakt aufnehmen. Berater

analysieren im Gespräch Fragen und Probleme

und suchen Lösungen, die den Fähigkeiten

des AdA entsprechen.

Die Berater des PPD A sind Fachleute

mit psychologischem, pädagogischem, medizinischem,

sozialem oder sozialpädagogischem

Hintergrund. Sie kennen den militärischen

Alltag und besitzen Lebens- und

Berufserfahrung. Rund 450 Mitarbeitende,

primär Milizoffiziere und Fachoffiziere aus

psycho-sozialen Berufen, stehen für die Betreuung

zur Verfügung.

Überfordert im Militärdienst?

CARE-Teams für die Armee

Die Erfahrungen nach Armee-Unglücken

haben gezeigt, dass eine rasche und professionelle

Betreuung von betroffenen AdA und

ihren Angehörigen entscheidend zur Bewältigung

von traumatisierenden Ereignissen

beitragen kann. Seit Anfang 2010 arbeiten

eigene CARE-Teams nach den Normen des

Nationalen Netzwerks Psychologische Nothilfe

(NNPN).

Bei einem Ereignis beurteilt der PPD A

die Lage und stellt die nötigen Kräfte zur

Verfügung, darunter den CARE-Koordinator

für die Einsatzführung. Dieser stellt

das CARE-Team zusammen und schickt

es mit dem Einsatzbefehl an den Einsatz-

Formulieren Sie Ihr Problem und suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kommandanten oder Truppenarzt.

Falls nötig, wird er den Kontakt zum PPD A herstellen.

Bei einer persönlichen Notsituation im Militärdienst:

Telefon 033 228 44 83 oder 079 777 54 11

E-Mail: ppd.kanzlei@vtg.admin.ch

Militärdienst heisst auch, sich aufeinander verlassen können. Bei Schwierigkeiten kann der

Psychologisch-Pädagogische Dienst der Armee helfen.

Bild: ZEM

ort. Je nach Art und Ausmass des Ereignisses

werden im Team unterschiedliche

Funktionsträger zusammengeführt (Krisen-Coach

zur Unterstützung des Kommandanten

bei der Führung, Notfallpsychologen,

CARE-Givers zugunsten der

Opfer und ihrer Angehörigen sowie der

Truppe). Diese arbeiten vor Ort mit weiteren

Spezialisten zusammen (z. B. mit medizinischen

Diensten, Armeeseelsorgern,

Hilfsorganisationen).

Militärpsychologische Forschung

Zum vielfältigen Tätigkeitsfeld des PPD A

gehört auch die angewandte, militärpsychologische

Forschung im Hinblick auf die

militärische Ausbildung. Themen sind zum

Beispiel Stressmanagement (erwähnt sei die

Studie «Stressoren in der RS»), Training gegen

Schutzmasken-Phobie und Motivation.

Der Forschungsverantwortliche des PPD A

ist Milizoffizier und hauptberuflich als Dozent

für Militärpsychologie und -pädagogik

an der Militärakademie an der ETH Zürich

(MILAK) tätig. n

armee.ch 1 / 10 7


8 armee.ch 1 / 10

Ein BEruf in dEr ArmEE

Investition in die Friedenserhaltung mit der

SWISSCOY, dem Schweizer Armeekontingent im Kosovo (KFOR)

vielseitig und interessant www.armee.ch/berufsmilitaer

Wir suchen

Schweizer Offiziere (Miliz- oder Berufsoffiziere),

die im Auftrag der Schweizer Armee bereit sind, eine spannende Herausforderung anzunehmen.

Wollen Sie Ihre beruflichen und militärischen Fähigkeiten in einem internationalen Umfeld zur Geltung bringen?

Wir bieten:

• anspruchsvolle Aufträge (Planung, Organisation, Einsatzführung in den

Bereichen Nachrichtendienst, Logistik, Operationen, etc.)

• persönliche und berufliche Bereicherung

• Integration in ein internationales Umfeld

• interessante, einsatzbezogene Ausbildung

Wir erwarten:

• motivierte, erfahrene, charakterlich und körperlich robuste Persönlichkeit

• Bereitschaft, sich in den Dienst der internationalen Völkergemeinschaft zu stellen

• Kulturverständnis und hohe Sozialkompetenz

Schriftliche Bewerbung an:

Führungsstab der Armee, Kompetenzzentrum SWISSINT, I1 Personal, Kaserne Wil, 6370 Stans-Oberdorf

recruit.swisspso@vtg.admin.ch www.armee.ch/peace-support

Schutz vor Passivrauchen auch im Militärdienst

Seit dem 1. Mai 2010 ist das Rauchen in Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder

mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen, untersagt. Alle Bereiche, zu denen die Truppe

Zugang hat, gelten als öffentlich zugänglich und sind deshalb rauchfrei. Ebenfalls

rauchfrei sind Arbeitsräume, Korridore, Cafeterias und Dienstfahrzeuge.

Weiterhin rauchen darf man im Freien in speziell gekennzeichneten Zonen.

→→→www.bag.admin.ch > Themen > Tabak Tel. 0848 000 181

Impressum armee.ch 1/2010, Teil für die ganze Armee

Redaktion: Kommunikation Verteidigung / Publikation Verteidigung, Stauffacherstrasse 65/14, 3003 Bern

Übersetzungen: Übersetzungsdienste VBS Gestaltung: Zentrum elektronische Medien (ZEM), LBA

Eigentlich logisch

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