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Businessplan selbst erstellen - Teil 1 - Businessplan Inhalte und Struktur

Dieses Buch setzt sich mit der methodischen Erstellung eines Businessplans auseinander. Anhand von leicht verständlichen Erklärungen und prakti-schen Beispielen werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihren Businessplan struktu-rieren und welche Inhalte Sie erarbeiten müssen. Für den quantitativen Teil des Businessplans zeige ich Ihnen wie Sie fundierte Grundlagen erheben und auf deren Basis finanzielle Analysen und Prognosen erstellen.

Dieses Buch setzt sich mit der methodischen Erstellung eines Businessplans auseinander. Anhand von leicht verständlichen Erklärungen und prakti-schen Beispielen werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihren Businessplan struktu-rieren und welche Inhalte Sie erarbeiten müssen. Für den quantitativen Teil des Businessplans zeige ich Ihnen wie Sie fundierte Grundlagen erheben und auf deren Basis finanzielle Analysen und Prognosen erstellen.

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Mit kostenlosen Vorlagen<br />

<strong>Businessplan</strong><br />

<strong>selbst</strong> <strong>erstellen</strong><br />

<strong>Teil</strong> 1 - <strong>Inhalte</strong> <strong>und</strong> <strong>Struktur</strong><br />

1. Auflage<br />

1<br />

AF Schweyer


1. Auflage<br />

10/2024<br />

2


Inhaltsverzeichnis<br />

Kostenlose Vorlagen ............................................................................................................................... 6<br />

Einleitung ........................................................................................................................................................ 6<br />

Der <strong>Businessplan</strong> ........................................................................................................................................ 7<br />

<strong>Businessplan</strong> <strong>Inhalte</strong> ........................................................................................................................... 7<br />

Qualitativer <strong>Teil</strong> ................................................................................................................................... 7<br />

Quantitativer <strong>Teil</strong> .............................................................................................................................. 8<br />

<strong>Businessplan</strong> Wissen .......................................................................................................................... 9<br />

<strong>Businessplan</strong> Nutzen ..................................................................................................................... 10<br />

<strong>Businessplan</strong> Erstellung ............................................................................................................... 11<br />

Umfang des <strong>Businessplan</strong>s? .................................................................................................... 11<br />

Geschäftsidee <strong>und</strong> Geschäftsmodell ........................................................................................ 13<br />

Geschäftsidee ........................................................................................................................................ 13<br />

Beschreibung der Geschäftsidee ........................................................................................ 13<br />

Geschäftsmodel ................................................................................................................................... 15<br />

Leistung <strong>und</strong> Leistungsportfolio ............................................................................................ 16<br />

So wird ein Leistungsportfolio erstellt ................................................................................ 16<br />

Wertschöpfung ................................................................................................................................. 16<br />

Erlösquellen ......................................................................................................................................... 16<br />

Skalierbarkeit <strong>und</strong> Wachstum ................................................................................................ 17<br />

Die Bedeutung der K<strong>und</strong>enorientierung ......................................................................... 17<br />

Business Model Canvas .............................................................................................................. 17<br />

Positionierung ............................................................................................................................................. 18<br />

Alleinstellungsmerkmale (USP) ................................................................................................. 18<br />

Unterschied USP, Positionierung <strong>und</strong> Spezialisierung ................................................ 19<br />

Zusammenfassung des Kapitels .............................................................................................. 19<br />

Das Unternehmen ................................................................................................................................... 21<br />

Geschäftsleitung .................................................................................................................................. 21<br />

Organisation ........................................................................................................................................... 21<br />

3


Mission Statement ............................................................................................................................. 22<br />

Die Unternehmensvision ........................................................................................................... 22<br />

Die Unternehmensmission ...................................................................................................... 23<br />

Zusammenfassung des Kapitels ............................................................................................. 24<br />

Analyse ........................................................................................................................................................... 25<br />

Zielgruppenanalyse .......................................................................................................................... 25<br />

Zielgruppen strukturieren <strong>und</strong> Zielgruppenprofile <strong>erstellen</strong>............................. 26<br />

Wettbewerbsanalyse ....................................................................................................................... 28<br />

Marktanalyse ......................................................................................................................................... 29<br />

SWOT-Analyse ...................................................................................................................................... 30<br />

Five Forces-Analyse ........................................................................................................................... 31<br />

Value Chain-Analyse ....................................................................................................................... 32<br />

Zusammenfassung des Kapitels......................................................................................... 33<br />

Ziele <strong>und</strong> Strategie ................................................................................................................................. 35<br />

Zielsetzung............................................................................................................................................... 35<br />

Scoring Modelle ................................................................................................................................... 36<br />

Piotroski F-Score ............................................................................................................................. 37<br />

Strategieentwicklung ....................................................................................................................... 39<br />

Marktfeldstrategie ......................................................................................................................... 39<br />

Wettbewerbsstrategie ..................................................................................................................... 41<br />

Kostenführerschaft (Cost Leadership) ............................................................................ 42<br />

Differenzierung (Differentiation).......................................................................................... 42<br />

Umsetzung der Wettbewerbsstrategie nach Porter .............................................. 43<br />

Marketingstrategie ........................................................................................................................... 44<br />

Marketingstrategie entwickeln ............................................................................................ 44<br />

Kommunikationsstrategie <strong>und</strong> CI ...................................................................................... 45<br />

Marketingarten ............................................................................................................................... 45<br />

Kommunikationskanäle............................................................................................................. 47<br />

Zusammenfassung Marketingstrategie ....................................................................... 49<br />

4


Distributionsstrategie ..................................................................................................................... 50<br />

Vertriebskanäle .............................................................................................................................. 50<br />

Weitere Funktionalstrategien ...................................................................................................... 51<br />

Digitalisierungsstrategie ............................................................................................................ 51<br />

Innovations- <strong>und</strong> Forschungsstrategie .......................................................................... 53<br />

Produktstrategie ............................................................................................................................. 53<br />

Produktionsstrategie ................................................................................................................... 54<br />

Beschaffungsstrategie .............................................................................................................. 54<br />

Personalstrategie .......................................................................................................................... 54<br />

IT-Strategie ........................................................................................................................................ 55<br />

Zusammenfassung Funktionalstrategien .................................................................... 56<br />

Finanzplanung ......................................................................................................................................... 58<br />

Finanzplanungs-Tools .................................................................................................................... 58<br />

Ertragsplanung ................................................................................................................................... 58<br />

Materialplanung (Variable Kosten) ...................................................................................... 59<br />

Personalplanung ................................................................................................................................ 59<br />

Betriebskostenplanung ................................................................................................................. 59<br />

Investitionsplanung ......................................................................................................................... 60<br />

Bilanz .......................................................................................................................................................... 60<br />

Gliederung Bilanz ............................................................................................................................ 61<br />

Gewinn & Verlustrechnung (Erfolgsrechnung) ............................................................. 62<br />

Liquiditätsplanung ............................................................................................................................. 63<br />

Datenverarbeitung ........................................................................................................................... 64<br />

Executive Summary <strong>erstellen</strong> ........................................................................................................ 65<br />

Gliederung & Inhalt .......................................................................................................................... 65<br />

5


Kostenlose Vorlagen<br />

Vorlagen, Videoanleitungen <strong>und</strong> Tools für die <strong>Businessplan</strong>erstellung finden<br />

Sie auf: www.dein-business-plan.ch in der Rubrik <strong>Businessplan</strong> <strong>selbst</strong> <strong>erstellen</strong><br />

Einleitung<br />

Das kompakte Buch für Unternehmer, die mit Hilfe eines <strong>Businessplan</strong>s ihre<br />

Unternehmensziele erreichen möchten.<br />

Wertvolles Praxiswissen, praxisorientierte Strategien <strong>und</strong> einfache<br />

Erklärungen.<br />

Dieses Buch setzt sich mit der methodischen Erstellung eines <strong>Businessplan</strong>s<br />

auseinander. Anhand von leicht verständlichen Erklärungen <strong>und</strong> praktischen<br />

Beispielen werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihren <strong>Businessplan</strong> strukturieren<br />

<strong>und</strong> welche <strong>Inhalte</strong> Sie erarbeiten müssen. Für den quantitativen <strong>Teil</strong><br />

des <strong>Businessplan</strong>s zeige ich Ihnen wie Sie f<strong>und</strong>ierte Gr<strong>und</strong>lagen erheben<br />

<strong>und</strong> auf deren Basis finanzielle Analysen <strong>und</strong> Prognosen <strong>erstellen</strong>.<br />

Die Herausforderung in der <strong>Businessplan</strong>entwicklung liegt darin, sämtliche<br />

betriebswirtschaftlichen Aspekte Ihres Unternehmens f<strong>und</strong>iert zu analysieren<br />

<strong>und</strong> auf Basis der Analyseergebnisse die passenden Lösungskonzepte<br />

zu entwickeln. Hierfür benötigen Sie betriebswirtschaftliche Kompetenzen.<br />

Im Buch: <strong>Businessplan</strong> <strong>selbst</strong> <strong>erstellen</strong> <strong>Teil</strong> 2 - Unternehmerwissen vermittele<br />

ich Ihnen das notwendige Fachwissen, damit Sie in der Lage sind die<br />

<strong>Inhalte</strong> Ihres <strong>Businessplan</strong>s zu entwickeln.<br />

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg, bei der Erstellung Ihres <strong>Businessplan</strong>s!<br />

Andreas Schweyer,<br />

Baden im Oktober 2024<br />

6


Der <strong>Businessplan</strong><br />

Ein <strong>Businessplan</strong> ist das schriftlich dokumentierte Ergebnis, einer strukturierten,<br />

f<strong>und</strong>ierten, <strong>und</strong> holistischen betriebswirtschaftlichen Analyse <strong>und</strong><br />

darauf aufbauendem Konzept zur Zielerreichung, für eine unternehmerische<br />

Initiative.<br />

Er fasst die Initiative (Idee & Zielsetzung), die wirtschaftlichen <strong>und</strong> rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen, die Finanzplanung <strong>und</strong> andere relevante Aspekte<br />

des zugr<strong>und</strong>eliegenden Projekts, strukturiert zusammen.<br />

<strong>Businessplan</strong> <strong>Inhalte</strong><br />

Ein <strong>Businessplan</strong> besteht aus zwei <strong>Teil</strong>en: dem qualitativen <strong>und</strong> dem quantitativen<br />

<strong>Teil</strong>.<br />

Qualitativer <strong>Teil</strong><br />

Im qualitativen <strong>Teil</strong> (Textteil) werden verschiedene Module behandelt, die<br />

eine umfassende Beschreibung des Unternehmens <strong>und</strong> seines Umfelds ermöglichen.<br />

1. Executive Summary: Prägnante Zusammenfassung des gesamten<br />

<strong>Businessplan</strong>s, welche die wichtigsten Punkte hervorhebt.<br />

2. Geschäftsidee / Geschäftsmodell: Hier wird der Unternehmenszweck<br />

oder die Geschäftsidee sowie das Geschäftsmodell <strong>und</strong> die Wertschöpfung<br />

beschrieben. Weiterhin gehen Sie in diesem <strong>Teil</strong> auf den<br />

K<strong>und</strong>ennutzen, die Positionierung <strong>und</strong> die Differenzierungsmerkmale<br />

ein. In diesem <strong>Teil</strong> können Sie bei Bedarf auch auf rechtliche Aspekte,<br />

Patente <strong>und</strong> Schutzrechte eingehen.<br />

3. Management <strong>und</strong> Organisation: In diesem Abschnitt wird das Managementteam<br />

vorgestellt, die Organisationsstruktur inklusive aller<br />

Funktionalbereiche aufgezeigt <strong>und</strong> das Mission-Statement, welches<br />

die Unternehmensvision, Unternehmensmission <strong>und</strong> Unternehmenswerte<br />

enthält, kommuniziert.<br />

7


4. Analyse: Die Analyse sorgt dafür, ein tiefgehendes Verständnis der<br />

internen (Unternehmen) <strong>und</strong> externen (Markt) Faktoren zu erlangen.<br />

Sie enthält eine gründliche Untersuchung des Zielmarkts, einschliesslich<br />

der Zielgruppen, des Wettbewerbs <strong>und</strong> der Markttrends <strong>und</strong> bewertet<br />

Chancen <strong>und</strong> Risiken im Marktumfeld sowie die internen Stärken<br />

<strong>und</strong> Schwächen des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb.<br />

5. Ziele <strong>und</strong> Strategie: Bei der Zielsetzung erfolgt die quantitative Festlegung<br />

von angestrebten Ergebnissen. Die Strategie legt fest, wie diese<br />

erreicht werden sollen. Die Strategien umfassen die Martfeld-, Wettbewerbs-,<br />

Marketing- <strong>und</strong> weitere relevante Funktionalstrategien.<br />

Quantitativer <strong>Teil</strong><br />

Der quantitative <strong>Teil</strong> (Zahlenteil) wird als Finanzplan bezeichnet <strong>und</strong> befasst<br />

sich mit den finanziellen Aspekten des Unternehmens. Er bietet eine Prognose<br />

der finanziellen Leistungsfähigkeit. Hier sind die wichtigsten Module:<br />

1. Ertragsplanung: Schätzung der erwarteten Umsätze auf monatlicher<br />

oder jährlicher Basis, basierend auf den Verkaufsprognosen <strong>und</strong> den<br />

geplanten Preisstrukturen.<br />

2. Material- <strong>und</strong> Warenkostenplanung: Aufstellung der benötigten Materialien,<br />

Rohstoffe <strong>und</strong>/oder Handelswaren sowie deren Kosten.<br />

3. Personalplanung: Planung der erforderlichen Mitarbeiter <strong>und</strong> der damit<br />

verb<strong>und</strong>enen Kosten, einschliesslich Gehälter, Sozialleistungen<br />

<strong>und</strong> Schulungsmassnahmen.<br />

4. Betriebskostenplanung: Ermittlung der übrigen Kosten des Unternehmens,<br />

wie beispielsweise Miete, Energiekosten, Versicherungen,<br />

Werbekosten, Vertriebskosten, Dienstleisterkosten, Instandhaltung,<br />

Betriebsmittelkosten.<br />

5. Investitionsplanung: Auflistung der geplanten Investitionen in Anlagen,<br />

Ausrüstung oder immaterielle Güter sowie deren erwartete Kosten<br />

<strong>und</strong> geplanter Anschaffungszeitpunkt.<br />

6. Planbilanz: Hier werden materielle <strong>und</strong> Immaterielle Güter <strong>und</strong> Vermögenswerte<br />

des Unternehmens bilanziert.<br />

8


7. Planerfolgsrechnung: Eine Prognose der zukünftigen Einnahmen <strong>und</strong><br />

Ausgaben des Unternehmens, um den erwarteten Gewinn oder Verlust<br />

<strong>und</strong> die Steuerlast zu ermitteln.<br />

8. Liquiditätsplanung: Die Liquiditätsplanung analysiert die erwarteten<br />

Ein- <strong>und</strong> Auszahlungen aus der operativen Tätigkeit sowie Mittelzuflüsse<br />

<strong>und</strong> Mittelabflüsse aus Finanzierungs- <strong>und</strong> Investitionstätigkeiten<br />

auf Monatsbasis. Daraus ergibt sich der Cashflow <strong>und</strong> der Liquiditätsgrad<br />

des Unternehmens.<br />

<strong>Businessplan</strong> Wissen<br />

Unternehmen haben aufgr<strong>und</strong> des dynamischen Wettbewerbsumfelds<br />

konstant Herausforderungen zu bewältigen, wenn sie wettbewerbsfähig<br />

bleiben wollen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist eine strukturierte<br />

Vorgehensweise essenziell. Die erder <strong>Businessplan</strong> ein wertvolles Instrument,<br />

um Erfolgsaussichten für unternehmerische Vorhaben zu prüfen.<br />

Gleichzeitig dient er als strategisches Führungsinstrument um Risiken zu<br />

minimieren <strong>und</strong> wichtige Entscheidungen zu treffen. Nachfolgende Herausforderungen<br />

können mit einem <strong>Businessplan</strong> umgesetzt werden:<br />

1. Erhöhung der Profitabilität: Die Erhöhung der Profitabilität <strong>und</strong> Sicherung<br />

der Wettbewerbsfähigkeit ist entscheidend für den nachhaltigen<br />

Erfolg einer Unternehmung. Sowohl junge als auch etablierte Unternehmen<br />

können durch die Erstellung eines <strong>Businessplan</strong>s signifikante<br />

Profitabilitätspotenziale heben.<br />

2. Gründung eines Unternehmens: Ein Start-up-<strong>Businessplan</strong> überzeugt<br />

potenzielle Investoren <strong>und</strong> Banken von der Geschäftsidee <strong>und</strong><br />

dem Geschäftsmodell. Er hilft dem Gründerteam, alle relevanten Aspekte<br />

ihres Vorhabens zu betrachten <strong>und</strong> zu bewerten.<br />

3. Bei Skalierungs- <strong>und</strong> Wachstumsplänen: Ein Wachstums-<strong>Businessplan</strong><br />

untersucht Wachstumspotenziale <strong>und</strong> definiert Strategien zur<br />

Zielerreichung. Er unterstützt bei der Finanzplanung, Ressourcenplanung,<br />

beim Risikomanagement <strong>und</strong> bei der Umsetzung.<br />

4. Beschaffung von Fremdkapital: Aufgr<strong>und</strong> verschärfter Basel III Rating-Vorschriften<br />

<strong>und</strong> der gestiegenen Risiken orientieren sich<br />

9


Kreditinstitute <strong>und</strong> bankenunabhängige Finanzierer neben empirischen<br />

Geschäftsdaten vermehrt auch an den zukünftigen Erfolgsaussichten<br />

eines Unternehmens die im <strong>Businessplan</strong> ermittelt <strong>und</strong> strukturiert<br />

dargestellt werden.<br />

5. Verkauf von Unternehmensanteilen, Investorensuche: Ein <strong>Businessplan</strong><br />

dient als f<strong>und</strong>amentale Entscheidungsgr<strong>und</strong>lage für eine Beteiligung<br />

<strong>und</strong> informiert potenzielle Investoren über das Unternehmen,<br />

dessen Leistungsfähigkeit, Potenziale, Chancen, Risiken, Marktumfeld<br />

<strong>und</strong> die strategischen Ansätze.<br />

6. Anmietung von Immobilien oder Geschäftsräumen: Vermieter verlangen<br />

in der Regel einen <strong>Businessplan</strong> um die Liquidität <strong>und</strong> Zukunftsfähigkeit<br />

des Unternehmens sowie die Auswirkungen auf das<br />

Mietobjekt besser einschätzen zu können.<br />

7. Kauf <strong>und</strong> Verkauf von Unternehmen: Ein sauber ausgearbeiteter <strong>Businessplan</strong><br />

bildet die wesentliche Entscheidungsgr<strong>und</strong>lage bei Nachfolgeregelungen,<br />

Management-Buy-Outs, Ausgliederungen von Geschäftsbereichen<br />

<strong>und</strong> Spin-offs.<br />

8. Strategische Planung: Der <strong>Businessplan</strong> wird hier als Planungs- <strong>und</strong><br />

Kontrollinstrument eingesetzt, aus dem Bereichsziele <strong>und</strong> Strategien<br />

abgeleitet werden.<br />

9. Bewertung von unternehmerischen Initiativen <strong>und</strong> Projekten: Hier<br />

dient der <strong>Businessplan</strong> zur Bewertung von Optimierungsvorhaben,<br />

Wachstums- <strong>und</strong> Erweiterungsplänen, neuen Produkten, neuen Geschäftsmodellen,<br />

Transformationsvorhaben <strong>und</strong> weiteren unternehmerischen<br />

Initiativen.<br />

<strong>Businessplan</strong> Nutzen<br />

Der <strong>Businessplan</strong> hilft dabei, die Ziele <strong>und</strong> die strategische Ausrichtung eines<br />

Unternehmens klar zu definieren. Er legt den Fokus fest <strong>und</strong> bietet eine<br />

klare Richtung für die gesamte Organisation. Weiterhin ermöglicht er eine<br />

effektive Planung <strong>und</strong> Allokation von Ressourcen wie Finanzen, Personal <strong>und</strong><br />

Zeit.<br />

10


Durch die Analyse von Chancen <strong>und</strong> Risiken im <strong>Businessplan</strong> können potenzielle<br />

Hindernisse <strong>und</strong> Herausforderungen frühzeitig erkannt <strong>und</strong> entsprechende<br />

Massnahmen ergriffen werden, um diese zu bewältigen oder<br />

zu mindern. Ein <strong>Businessplan</strong> wird damit zum wichtigsten Instrument für Unternehmen<br />

bei Wachstums- <strong>und</strong> Skalierungsplänen, indem er mögliche<br />

Potenziale identifiziert <strong>und</strong> eine strukturierte Umsetzungsplanung zur Zielerreichung<br />

liefert.<br />

Als Referenzpunkt ist er unerlässlich, um den Fortschritt des Unternehmens<br />

zu überprüfen. Als f<strong>und</strong>ierte Entscheidungsgr<strong>und</strong>lage ermöglicht er die effiziente<br />

Steuerung von Massnahmen. Nicht zuletzt ist der <strong>Businessplan</strong> für die<br />

Kapitalbeschaffung notwendig indem er sowohl internen als auch externen<br />

Kapitalgebern die Tragfähigkeit <strong>und</strong> das Potenzial des Unternehmens, des<br />

Projekts oder des Geschäftsmodells aufzeigt.<br />

<strong>Businessplan</strong> Erstellung<br />

Für die Erstellung eines <strong>Businessplan</strong>s gibt es mehrere Möglichkeiten. Die<br />

Erstellung des qualitativen <strong>Teil</strong>s gelingt am einfachsten mit einer gut strukturierten<br />

Vorlage, die anhand von Beispielen erklärt, wie die einzelnen Kapitel<br />

auszufüllen sind. Der quantitative <strong>Teil</strong> kann sehr gut mit einem Tabellenkalkulationstool<br />

erstellt werden. Auch hier ist die Nutzung einer Vorlage<br />

sinnvoll. Die Vorlage sollte nicht zu komplex gestaltet sein <strong>und</strong> Freiheiten zur<br />

Individualisierung bieten.<br />

Ich bin kein Fan von <strong>Businessplan</strong> Tools, da diese meiner Ansicht nach,<br />

nicht die notwendige Flexibilität zur individuellen Gestaltung bieten. Für einfachere<br />

Vorhaben, mag die Verwendung eines <strong>Businessplan</strong>tools gegebenenfalls<br />

sinnvoll sein, insbesondere wenn der Ersteller des <strong>Businessplan</strong>s<br />

keine Erfahrung im Umgang mit Text- <strong>und</strong> Tabellenkalkulationsprogrammen<br />

hat.<br />

Umfang des <strong>Businessplan</strong>s?<br />

Die Umfangsbestimmung eines <strong>Businessplan</strong>s ist eng mit dem jeweiligen<br />

Vorhaben verknüpft. Bei der Ausarbeitung eines <strong>Businessplan</strong>s für die<br />

11


Gründung eines Unternehmens in einer etablierten Branche wird üblicherweise<br />

eine Umfangsgrösse von etwa 30 Seiten angestrebt. Hingegen erfordert<br />

die Gründung eines Unternehmens mit einem neuartigen, bis dato unbekannten<br />

Produkt oder Geschäftsmodell einen substantiell erweiterten<br />

Umfang. Hierbei ist eine ausführliche Darlegung des Geschäftsmodells vonnöten,<br />

was zu einem erweiterten Umfang von etwa 40 bis 60 Seiten führen<br />

kann.<br />

Unternehmen, die bereits operativ tätig sind <strong>und</strong> Expansionspläne verfolgen,<br />

schöpfen aus einem reichen F<strong>und</strong>us an Marktinformationen. Bei der<br />

Ausarbeitung solcher Businesspläne erweist sich eine umfassende strategische<br />

Analyse als unabdingbar, was sich ebenfalls in der Umfangsstruktur<br />

des Plans widerspiegelt. Hierbei ist eine angemessene Grösse von 30 bis 60<br />

Seiten angestrebt.<br />

Businesspläne, die auf die Anmietung geeigneter Geschäftsräume abzielen<br />

oder für Behördliche Zwecke benötigt werden, können tendenziell kompakter<br />

gestaltet werden <strong>und</strong> lassen sich in einem Umfang von ca. 20 Seiten gut<br />

darstellen. Eine ausführliche Marktanalyse sowie eine tiefgreifende strategische<br />

Bewertung können in diesen Fällen entfallen. Der quantitative <strong>Teil</strong> des<br />

Plans kann sich hier oftmals auf die Planerfolgsrechnung beschränken.<br />

Hingegen sollten Businesspläne, die der Kapitalbeschaffung, der Akquise<br />

von Investoren, der strategischen Planung oder der Bewertung von Initiativen<br />

dienen, eine detaillierte <strong>und</strong> umfassende Ausarbeitung erfahren. Hierbei<br />

sollte der Umfang des Plans sich nach der Anzahl der Geschäftsfelder<br />

oder unternehmerischen Tätigkeiten richten. Ein umfangreicher <strong>Businessplan</strong><br />

kann je nach Branchenzugehörigkeit <strong>und</strong> Unternehmensgrösse einen<br />

Umfang von 40 bis 100 Seiten <strong>und</strong> darüber aufweisen. Insbesondere der<br />

quantitative <strong>Teil</strong> kann hier sehr umfangreich ausfallen.<br />

12


Geschäftsidee <strong>und</strong> Geschäftsmodell<br />

Der Abschnitt gibt einen Überblick über das Geschäftsmodell <strong>und</strong> die zugr<strong>und</strong>eliegende<br />

Geschäftsidee. Die Geschäftsidee ist die Basis, auf welcher<br />

das Geschäftsmodell aufsetzt. Sie beschreibt den Mehrwert, der für die Zielgruppe<br />

generiert werden soll (K<strong>und</strong>ennutzen).<br />

Geschäftsidee<br />

Bei der Beschreibung der Geschäftsidee ist es wichtig, dass Sie alle relevanten<br />

Informationen klar <strong>und</strong> überzeugend präsentieren, um die Leser des<br />

<strong>Businessplan</strong>s von der Erfolgsaussicht Ihrer Idee zu überzeugen. Insbesondere<br />

sollten Sie darauf achten, dass die Beschreibung logisch aufgebaut<br />

wird <strong>und</strong> prägnant in klaren Sätzen erfolgt. So wird diese für den Leser leicht<br />

nachvollziehbar.<br />

Beschreibung der Geschäftsidee<br />

Beginnen Sie damit das Problem oder den Engpass der Zielgruppe aufzuzeigen,<br />

welches Sie mit Ihrer Geschäftsidee lösen möchten. Beschreiben Sie<br />

anschliessend, wie dieses Problem durch Ihre Idee gelöst wird <strong>und</strong> betonen<br />

Sie den konkreten K<strong>und</strong>ennutzen.<br />

Gehen Sie auch darauf ein wie Ihre Geschäftsidee auf Megatrends wie beispielsweise<br />

Künstliche Intelligenz (KI) <strong>und</strong> maschinelles Lernen, Nachhaltigkeit<br />

<strong>und</strong> Umweltbewusstsein, Digitale Transformation <strong>und</strong> Vernetzung (IoT),<br />

Individualisierung <strong>und</strong> personalisierte Produkte/Dienstleistungen, Demografischer<br />

Wandel <strong>und</strong> alternde Gesellschaft, Ges<strong>und</strong>heit <strong>und</strong> Wellness als<br />

Lebensstil, Elektromobilität <strong>und</strong> alternative Antriebskonzepte, Urbanisierung<br />

<strong>und</strong> intelligente Städte, E-Commerce <strong>und</strong> digitale Handelsplattformen, Globalisierung<br />

<strong>und</strong> internationale Vernetzung, einzahlt.<br />

Anhand des nachfolgenden Beispiels verdeutliche ich Ihnen die Vorgehensweise<br />

bei der Beschreibung einer Geschäftsidee.<br />

13


Beispiel: Besitzer von Altbauimmobilien sind sich der Vorteile <strong>und</strong> Potenziale<br />

die erneuerbaren Energien, in Kombination mit SmartHome-Technologien<br />

<strong>und</strong> energieeffiziente Lösungen in Altbauten, bringen nicht bewusst.<br />

Aufgr<strong>und</strong> der mangelnden staatlichen Aufklärung <strong>und</strong> dem fehlenden Fokus<br />

der Branche auf Altbauimmobilienbesitzer erfolgt keine Ausschöpfung<br />

des Energieeinsparungspotenzials. Dies hat negative Folgen für Umwelt<br />

<strong>und</strong> Immobilienbesitzer gleichermassen.<br />

Unser Unternehmen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Lücke zu<br />

schliessen <strong>und</strong> Altbauimmobilienbesitzern die Vorteile energiesparender<br />

Haustechnik, SmartHome-Lösungen <strong>und</strong> Energieberatung zugänglich zu<br />

machen. Unser Ziel ist es, den K<strong>und</strong>en dabei zu unterstützen, ihre Immobilien<br />

nachhaltiger zu gestalten, Energie zu sparen <strong>und</strong> gleichzeitig ihren<br />

CO2-Fussabdruck zu reduzieren. Unser Service beginnt mit einer gründlichen<br />

Analyse der aktuellen Haustechnik <strong>und</strong> Energieverbrauchsgewohnheiten<br />

des K<strong>und</strong>en. Darauf aufbauend <strong>erstellen</strong> wir ein massgeschneidertes<br />

Energiesparlösungskonzept, welches auf die spezifischen Bedürfnisse<br />

<strong>und</strong> Anforderungen des jeweiligen Altbauhauses zugeschnitten ist.<br />

Dies beinhaltet die Installation energiesparender Technologien <strong>und</strong><br />

SmartHome-Lösungen, die den Energieverbrauch optimieren <strong>und</strong> den<br />

Wohnkomfort steigern. Dazu gehören beispielsweise intelligente Thermostate,<br />

energieeffiziente Heiz- <strong>und</strong> Kühlsysteme, LED-Beleuchtung <strong>und</strong> intelligente<br />

Steuerungssysteme für Elektrogeräte. Darüber hinaus bieten wir eine<br />

umfassende Energieberatung an, um die K<strong>und</strong>en bei der Integration nachhaltiger<br />

Energiesparsysteme die langfristigen Einsparungen erzielen, den<br />

Immobilienwert erhöhen <strong>und</strong> einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, zu<br />

unterstützen.<br />

Wir arbeiten eng mit staatlichen Stellen zusammen, um Bewusstsein für die<br />

Vorteile von energiesparenden Massnahmen in Altbauimmobilien zu<br />

schaffen <strong>und</strong> Förderprogramme für umweltfre<strong>und</strong>liche Technologien zu<br />

nutzen. Unser Ziel ist es, die K<strong>und</strong>en darüber aufzuklären, dass der Umstieg<br />

auf energiesparende Haustechnik nicht nur der Umwelt zugutekommt,<br />

sondern auch langfristig finanziell sinnvoll ist.<br />

14


Durch unsere Fachkenntnisse, massgeschneiderten Lösungen <strong>und</strong> hervorragenden<br />

K<strong>und</strong>enservice etablieren wir uns als vertrauenswürdige Partner<br />

für energiesparende Technologien <strong>und</strong> Energieberatung in der Region.<br />

Nachdem Sie die Geschäftsidee beschrieben haben, sollten Sie darauf eingehen,<br />

wie Sie sich vom Wettbewerb unterscheiden. Dazu ist es notwendig<br />

Ihre Positionierung <strong>und</strong> Alleinstellungsmerkmale aufzuzeigen.<br />

Geschäftsmodel<br />

Ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen Werte schafft <strong>und</strong><br />

aus welchen Quellen es Einnahmen generiert. Die Entwicklung eines effektiven<br />

Geschäftsmodells ist ein entscheidender Schritt für den langfristigen<br />

Erfolg eines Unternehmens<br />

Aus einer Geschäftsidee können mehrere Geschäftsmodelle entwickelt<br />

werden. Beispielsweise lässt sich ein produziertes Produkt wie beispielsweise<br />

Software, vermieten oder verkaufen. Dies sind zwei unterschiedliche<br />

Geschäftsmodelle. Wird die Software gratis herausgegeben <strong>und</strong> durch<br />

Werbung monetarisiert, erhält man ein drittes Geschäftsmodel, dem immer<br />

dieselbe Geschäftsidee zugr<strong>und</strong>e liegt.<br />

Praxisbeispiel: Die Geschäftsidee für die Google Suchmaschine basierte<br />

darauf, das Internet zu indexieren <strong>und</strong> damit ein durchsuchbares Verzeichnis<br />

über alle Webseiten zu erschaffen. Das Geschäftsmodell von Google<br />

basiert auf Werbung. Werbetreibende können sich beispielsweise für bestimmte<br />

Schlüsselwörter ein Listing in den Toppositionen der Google Suchergebnisse<br />

bei Google kaufen.<br />

Um das Geschäftsmodell strukturiert aufzuzeigen, müssen Sie das Angebot<br />

an Produkten <strong>und</strong>/oder Dienstleistungen definieren <strong>und</strong> strukturieren. So<br />

entsteht die Zusammenstellung des Leistungsportfolios.<br />

15


Leistung <strong>und</strong> Leistungsportfolio<br />

Eine Leistung bezieht sich auf ein Produkt oder eine Dienstleistung, die ein<br />

Unternehmen seinen K<strong>und</strong>en anbietet. Die Leistungsbeschreibung umfasst<br />

die Merkmale <strong>und</strong> Funktionen der jeweiligen Leistung. Das Leistungsportfolio<br />

eines Unternehmens beschreibt die Gesamtheit der angebotenen Leistungen.<br />

So wird ein Leistungsportfolio erstellt<br />

Ordnen Sie Ihre Leistungen in sinnvolle Kategorien oder Produktgruppen ein,<br />

sofern dies notwendig ist. Dies kann nach Produkttypen, Anwendungsbereichen<br />

oder K<strong>und</strong>ensegmenten erfolgen. Mit einer klaren Kategorisierung ist<br />

das Leistungsangebot besser zu verstehen.<br />

Beschreiben Sie die Merkmale <strong>und</strong> Funktionen der einzelnen Leistungen im<br />

Leistungsportfolio. Verwenden Sie visuelle Elemente wie Milieubilder, Produktbilder<br />

oder Grafiken um Ihr Leistungsportfolio ansprechend darzustellen.<br />

Für die Darstellung von Eigenschaften können Sie Tabellen <strong>und</strong> Grafiken<br />

verwenden, um diese übersichtlich darzustellen. So behält der Leser des<br />

<strong>Businessplan</strong>s die Übersicht.<br />

Wertschöpfung<br />

In der Geschäftsmodellbeschreibung sollten Sie auch auf die Wertschöpfung<br />

eingehen. Die Wertschöpfung kann durch Herstellungsprozesse, Entwicklung<br />

von Innovation, Effizienzsteigerung, Veredelung, Service oder andere<br />

Faktoren entstehen. Eine klare Darstellung der Wertschöpfungsarchitektur<br />

ermöglicht es, dem Leser des <strong>Businessplan</strong>s genau zu verstehen, wie<br />

das Unternehmen einen Mehrwert für seine K<strong>und</strong>en schafft.<br />

Erlösquellen<br />

Ein weiterer Bestandteil eines Geschäftsmodells ist die Definition der Erlösquellen.<br />

Dies kann durch den Verkauf oder Vermietung von Produkten,<br />

Abonnements, Lizenzgebühren, Werbeeinnahmen oder anderen<br />

16


Monetarisierungsstrategien geschehen. Die Vielfalt der Erlösquellen kann<br />

die Stabilität des Geschäftsmodells erhöhen <strong>und</strong> Risiken reduzieren.<br />

Skalierbarkeit <strong>und</strong> Wachstum<br />

Ein erfolgreiches Geschäftsmodell sollte auch skalierbar sein. Das heisst, es<br />

sollte dem Unternehmen die Möglichkeit bieten zu wachsen. Zudem sollte<br />

es anpassungsfähig sein, um sich verändernden Marktbedingungen gerecht<br />

zu werden.<br />

Die Bedeutung der K<strong>und</strong>enorientierung<br />

Ein Geschäftsmodellentwurf muss stark auf die K<strong>und</strong>enorientierung ausgerichtet<br />

sein, damit er erfolgreich wird. Die tiefgehende Kenntnis der Zielgruppe,<br />

die Identifizierung ihres Bedarfs <strong>und</strong> die Entwicklung von Lösungen,<br />

die diese Bedürfnisse erfüllen, sind entscheidend. Unternehmen sollten stets<br />

Feedback von K<strong>und</strong>en einholen <strong>und</strong> in ihre Geschäftsmodellentwicklung integrieren<br />

um den K<strong>und</strong>enwert zu steigern.<br />

Business Model Canvas<br />

Das Business Model Canvas ist ein praktisches Werkzeug zur Geschäftsmodellentwicklung.<br />

Es ist eine visuelle Darstellung, die die wichtigsten Komponenten<br />

eines Geschäftsmodells auf einem einzigen Blatt Papier zusammenfasst.<br />

Dadurch können Gründer <strong>und</strong> Unternehmer ihre Ideen strukturiert<br />

erfassen, Zusammenhänge erkennen <strong>und</strong> das Geschäftsmodell weiterentwickeln.<br />

17


Positionierung<br />

Die Positionierung bezieht sich darauf, wie ein Unternehmen im Verhältnis<br />

zu seinen Konkurrenten im Markt wahrgenommen wird. Es geht darum eine<br />

eindeutige Botschaft zu vermitteln <strong>und</strong> eine bestimmte Wahrnehmung in<br />

den Köpfen der Zielgruppe zu schaffen. Eine starke Positionierung hilft einem<br />

Unternehmen, sich von der Konkurrenz abzuheben <strong>und</strong> eine emotionale<br />

Verbindung zu den K<strong>und</strong>en aufzubauen.<br />

Um die Individuelle Positionierung zu finden sind zunächst die relevanten<br />

Positionierungsattribute festzulegen.<br />

Mögliche Positionierungssegmente sind:<br />

1. Luxus: Überragende Qualität <strong>und</strong> Prestige<br />

2. Premium: Hohes Qualitäts- <strong>und</strong> Leistungsversprechen<br />

3. Mittleres Segment: Gute Qualität zum fairen Preis<br />

4. Discount Segment: Niedrige Preise bei akzeptabler Qualität<br />

Um Ihre Individuelle Positionierung zu finden, können Sie beispielsweise ein<br />

Positionierungskreuz verwenden.<br />

Sobald Sie Ihre Positionierung definiert haben, können Sie sich auf die Unique<br />

Selling Proposition (USP) oder zu Deutsch, die Alleinstellungsmerkmale<br />

Ihrer Marke <strong>und</strong> Ihres Angebots, innerhalb des Positionierungssegments<br />

konzentrieren.<br />

Die Positionierung <strong>und</strong> USPs sind das F<strong>und</strong>ament für Ihr Markenimage. An<br />

dieser Stelle sei betont, wie wichtig es ist, das Marktumfeld gründlich zu<br />

analysieren um Ihre Differenzierungsmerkmale so auszurichten, dass Sie<br />

eine entsprechend nachhaltige <strong>und</strong> lukrative Nachfrage für Ihr Angebot im<br />

Markt erhalten.<br />

Alleinstellungsmerkmale (USP)<br />

Die Alleinstellungsmerkmalle heben Sie von der Konkurrenz ab. Im Fachjargon<br />

spricht man hier von Differenzierung. Die Differenzierung sollte bei der<br />

Entwicklung der Geschäftsidee unbedingt berücksichtigt werden, da diese<br />

starken Einfluss auf die Profitabilität eines Unternehmens hat.<br />

18


Branchenabhängig ist eine signifikante Alleinstellung nicht immer möglich.<br />

Dies führt zum USP-Dilemma.<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich gilt, dass Unternehmen mit geringen Alleinstellungsmerkmalen<br />

<strong>und</strong> starkem Wettbewerb, in einem gesättigten Markt, geringe Margen<br />

aufweisen. Starke Alleinstellungsmerkmale beeinflussen den Erfolg eines<br />

Unternehmens massgeblich, indem sie dabei helfen, in einem wettbewerbsintensiven<br />

Markt konkurrenzfähig zu bleiben <strong>und</strong> höhere Preise durchzusetzen.<br />

Daher sind USPs für Investoren <strong>und</strong> Geschäftspartner von grosser<br />

Bedeutung um die Ertragsstärke eines Unternehmens einzuschätzen.<br />

Unterschied USP, Positionierung <strong>und</strong><br />

Spezialisierung<br />

Verwechseln Sie das USP <strong>und</strong> die Positionierung nicht mit Spezialisierung.<br />

Die Positionierung bezieht sich darauf, wie ein Unternehmen im Verhältnis<br />

zu seinen Konkurrenten im Markt wahrgenommen wird. Das USP drückt einen<br />

besonderen Vorteil aus, den das Unternehmen ausmacht. Die Spezialisierung<br />

zeigt die Konzentration eines Unternehmens auf einen bestimmten<br />

Bereich oder eine bestimmte Nische, um Expertise <strong>und</strong> damit Alleinstellungsmerkmale<br />

zu entwickeln. Diese Konzepte können jedoch Hand in Hand<br />

gehen, da eine klare Positionierung oft eine Form der Spezialisierung erfordert,<br />

um erfolgreich zu sein.<br />

Zusammenfassung des Kapitels<br />

Die Geschäftsidee soll ein Problem oder Engpass der Zielgruppe lösen <strong>und</strong><br />

einen konkreten K<strong>und</strong>ennutzen bieten. Um die Erfolgsaussicht zu verdeutlichen,<br />

ist eine klare <strong>und</strong> überzeugende Präsentation der relevanten Informationen<br />

erforderlich.<br />

Ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen Werte schafft <strong>und</strong><br />

Einnahmen generiert. Es können verschiedene Geschäftsmodelle aus einer<br />

Geschäftsidee entwickelt werden, beispielsweise durch den Verkauf, die<br />

Vermietung oder die kostenlose Bereitstellung von Produkten oder Dienstleistungen<br />

mit Werbung als Einnahmequelle. Das Leistungsportfolio eines<br />

Unternehmens umfasst die angebotenen Produkte <strong>und</strong> Dienstleistungen,<br />

19


die in sinnvolle Kategorien oder Produktgruppen eingeordnet werden können.<br />

Die Wertschöpfung eines Unternehmens entsteht durch Herstellungsprozesse,<br />

Innovation, Effizienzsteigerung, Service <strong>und</strong> andere Faktoren, die einen<br />

Mehrwert für die K<strong>und</strong>en schaffen. Die Erlösquellen eines Geschäftsmodells<br />

können vielfältig sein, darunter Verkauf, Vermietung, Abonnements, Lizenzgebühren<br />

<strong>und</strong> Werbeeinnahmen. Ein erfolgreiches Geschäftsmodell<br />

sollte skalierbar sein, um Wachstum zu ermöglichen, <strong>und</strong> anpassungsfähig,<br />

um sich den Marktbedingungen anzupassen. K<strong>und</strong>enorientierung ist entscheidend,<br />

da die Kenntnis der Zielgruppe <strong>und</strong> die Erfüllung ihrer Bedürfnisse<br />

den Erfolg beeinflussen. Feedback von K<strong>und</strong>en sollte regelmässig eingeholt<br />

<strong>und</strong> in die Geschäftsmodellentwicklung integriert werden, um den<br />

K<strong>und</strong>enwert kontinuierlich zu steigern.<br />

Das Business Model Canvas ist ein praktisches Werkzeug zur Geschäftsmodellentwicklung,<br />

das die wichtigsten Komponenten übersichtlich auf einer<br />

Seite zusammenfasst <strong>und</strong> Unternehmern hilft, ihre Ideen zu strukturieren<br />

oder ein bestehendes Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.<br />

Die Positionierung ist entscheidend, um sich von der Konkurrenz abzuheben<br />

<strong>und</strong> eine emotionale Verbindung zu den K<strong>und</strong>en aufzubauen. Mögliche Positionierungssegmente<br />

sind Luxus, Premium, mittleres Segment <strong>und</strong> Discount-Segment.<br />

Die Alleinstellungsmerkmale (USPs) sind wichtig, um sich<br />

von der Konkurrenz zu differenzieren <strong>und</strong> damit den Erfolg zu steigern. USPs<br />

können sich in verschiedenen Kategorien ergeben, z. B. Produktqualität, Innovation,<br />

K<strong>und</strong>enservice, Preisgestaltung, Marke, Image, Nachhaltigkeit,<br />

K<strong>und</strong>enerfahrung, Anpassung, branchenspezifische Expertise, soziale Verantwortung<br />

<strong>und</strong> Garantien.<br />

Es ist ratsam, eine klare <strong>und</strong> einzigartige Wertstellung zu betonen <strong>und</strong> ein<br />

Schlagwort innerhalb des Positionierungssegments zu besetzen. Für kleine<br />

<strong>und</strong> mittlere Unternehmen in gesättigten Branchen kann eine Nischenfokussierung<br />

sinnvoll sein, um die Zielgruppe klar anzusprechen. USP <strong>und</strong> Positionierung<br />

sind nicht dasselbe wie Spezialisierung, aber sie können zusammengehen,<br />

da eine klare Positionierung oft eine Form der Spezialisierung<br />

erfordert, um erfolgreich zu sein.<br />

20


Das Unternehmen<br />

In diesem Kapitel beschreiben Sie das Unternehmen. Der Unternehmenskern,<br />

besteht gr<strong>und</strong>sätzlich aus den Personen, die das Unternehmen führen<br />

(Geschäftsleitung), der Unternehmensorganisation, den Zielen <strong>und</strong> der<br />

Strategie, die das Unternehmen verfolgt <strong>und</strong> die Werte, für welche das Unternehmen<br />

steht.<br />

Geschäftsleitung<br />

Beginnen Sie das Kapitel mit einem kurzen Steckbrief zu den Personen in<br />

der Geschäftsleitung. Hier reichen in der Regel ein Bild, Name, Funktion, Berufserfahrung<br />

<strong>und</strong> der relevante Berufsabschluss aus.<br />

Bei jungen Unternehmen oder Gründern, macht es Sinn, die Ausführungen<br />

zu vertiefen <strong>und</strong> ggf. durch verschiedene berufliche Meilensteine zu ergänzen.<br />

Organisation<br />

Jedes Unternehmen benötigt eine Organisationsstruktur <strong>und</strong> Unternehmensprozesse.<br />

Das Organigramm zeigt die Hierarchie im Unternehmen auf.<br />

Die Abteilungen, Mitarbeiter, sowie deren Verantwortlichkeiten werden im<br />

Organigramm strukturiert dargestellt.<br />

Im Rahmen der <strong>Businessplan</strong>erstellung ist die Organisationsstruktur eingehend<br />

zu analysieren, zu planen <strong>und</strong> zu dokumentieren.<br />

Beginnen Sie damit die Organisationsstruktur mit Ihren <strong>Teil</strong>bereichen zu<br />

gliedern. Bei komplexeren <strong>Struktur</strong>en empfiehlt sich die grafische Aufbereitung<br />

als Organigramm.<br />

Je nach Unternehmensgrösse, haben Sie ggf. <strong>Teil</strong>bereiche Ihrer Administration<br />

oder Produktion ausgelagert <strong>und</strong> lassen diese von Fremddienstleistern<br />

erbringen. Sie sollten diese <strong>Teil</strong>e ebenfalls im Organigramm aufnehmen<br />

<strong>und</strong> als Fremddienstleister kennzeichnen. So erhält man bei der Betrachtung<br />

Ihres Unternehmens ein vollständiges Bild über die funktionalen Bereiche.<br />

21


Beschreibung der Funktionalen Bereiche<br />

Dies umfasst beispielsweise die Bereiche:<br />

5. Buchhaltung, Verwaltung, Personal, IT<br />

6. Marketing & Vertrieb,<br />

7. Forschung & Entwicklung<br />

8. Produktion & Versand<br />

Durch die klare Definition dieser Bereiche können Leser des <strong>Businessplan</strong>s<br />

das Unternehmen besser verstehen <strong>und</strong> einschätzen. In jedem Fall sind die<br />

strukturierte Darstellung <strong>und</strong> Visualisierung eine gute Ausgangslage für<br />

weitere Planungen.<br />

Mission Statement<br />

Ein Mission Statement beschreibt den Zweck <strong>und</strong> die gr<strong>und</strong>legende Ausrichtung<br />

eines Unternehmens. Es verdeutlicht, welche Werte, Ziele <strong>und</strong> Aktivitäten<br />

das Unternehmen verfolgt, um seinen K<strong>und</strong>en einen Mehrwert zu<br />

bieten <strong>und</strong> langfristigen Erfolg zu erzielen.<br />

Die Unternehmensvision<br />

Beginnen Sie mit Ihrer Unternehmensvision. Diese beschreibt das langfristige<br />

Unternehmensziel. Bei der Formulierung der Vision sollte auf folgende<br />

Punkte geachtet werden:<br />

1. Die Vision sollte ein langfristiges Ziel des Unternehmens beschreiben<br />

<strong>und</strong> einen Ausblick auf die gewünschte Zukunft geben. Sie sollte über<br />

einen längeren Zeitraum hinweg relevant sein.<br />

2. Formulierung in kurzen <strong>und</strong> prägnanten Sätzen, um die Botschaft klar<br />

zu vermitteln. Fachjargon ist zu vermeiden.<br />

3. Eine gute Vision sollte inspirieren, eine positive Ausrichtung haben<br />

<strong>und</strong> eine attraktive Zukunftsvorstellung vermitteln.<br />

4. Wenn möglich sollte das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens<br />

hervorgehoben werden.<br />

5. Obwohl die Vision inspirierend sein sollte, ist es wichtig, dass sie auch<br />

realistisch <strong>und</strong> erreichbar ist.<br />

22


Beispiel: Unsere Vision ist es, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten, in der<br />

erneuerbare Energien, SmartHome-Technologien <strong>und</strong> Energieeffizienz allgegenwärtig<br />

sind. Wir möchten K<strong>und</strong>en befähigen, ihre Energieverbräuche<br />

zu optimieren <strong>und</strong> ihren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren, um eine<br />

nachhaltigere Welt zu schaffen.<br />

Die Unternehmensmission<br />

Nun folgt die Beschreibung der Mission, welche den strategischen Fokus der<br />

Unternehmung beschreibt. Diese Punkte sind bei der Formulierung der Mission<br />

zu beachten:<br />

1. Klare <strong>und</strong> präzise Formulierung, um den Zweck des Unternehmens<br />

auf den Punkt zu bringen.<br />

2. Die Mission sollte den strategischen Fokus des Unternehmens widerspiegeln<br />

<strong>und</strong> den K<strong>und</strong>ennutzen betonen.<br />

3. Eine gute Missionsformulierung beschreibt konkrete Handlungen, die<br />

auf die Erreichung der Visionsziele einzahlen.<br />

Beispiel: Unsere Mission ist es, innovative Lösungen für erneuerbare<br />

Energien, SmartHome <strong>und</strong> Energieberatung anzubieten. Durch Beratung,<br />

Vertrieb <strong>und</strong> Installation von energiesparender Haustechnik<br />

<strong>und</strong> zuverlässigem K<strong>und</strong>enservice streben wir danach, unseren K<strong>und</strong>en<br />

nachhaltige Energiesparlösungen <strong>und</strong> gesteigerten Wohnkomfort<br />

zu bieten, die ihre Lebensqualität verbessern <strong>und</strong> die Umwelt<br />

schützen.<br />

Werte<br />

Schliessen Sie das Mission Statement mit der Beschreibung von Werten ab.<br />

Die Werte müssen spezifisch formuliert sein, um ihre Bedeutung für das Unternehmen<br />

deutlich zu machen. Ausserdem ist darauf zu achten, dass die<br />

Werte konsistent <strong>und</strong> glaubwürdig sind.<br />

Beispiel: Unsere Ziele bestehen darin, die individuellen Bedürfnisse unserer<br />

K<strong>und</strong>en in Bezug auf energieeinsparende Massnahmen <strong>und</strong><br />

23


Wohnkomfort zu erfüllen, die Nachhaltigkeit zu fördern, K<strong>und</strong>enzufriedenheit<br />

sicherzustellen <strong>und</strong> wirtschaftliche Rentabilität zu erreichen.<br />

Unsere Werte umfassen Nachhaltigkeit, Integrität, K<strong>und</strong>enzentrierung,<br />

Teamarbeit <strong>und</strong> kontinuierliche Verbesserung.<br />

Zusammenfassung des Kapitels<br />

Die Beschreibung des Unternehmens beginnt mit der Vorstellung der Geschäftsleitung<br />

gefolgt, von einer Organisationsbeschreibung mit Organigramm<br />

der Funktionalbereiche. Im darauffolgenden Mission Statement<br />

werden die Werte <strong>und</strong> Ausrichtung des Unternehmens dargelegt. Die Vision<br />

beschreibt dabei das langfristige Unternehmensziel, während die Mission<br />

den Zweck des Unternehmens beschreibt.<br />

24


Analyse<br />

Die Analyse umfasst die Untersuchung zahlreicher Aspekte, um ein umfassendes<br />

Verständnis der internen <strong>und</strong> externen Faktoren zu erlangen, die die<br />

Leistung <strong>und</strong> den Erfolg des Unternehmens beeinflussen. Die Analyseergebnisse<br />

stellen die Gr<strong>und</strong>lage für die spätere Strategieentwicklung dar.<br />

Zielgruppenanalyse<br />

Analysieren Sie das Kaufverhalten Ihrer K<strong>und</strong>en. Welche Produkte <strong>und</strong><br />

Dienstleistungen kaufen diese zu welchem Preis? Schauen Sie sich die Faktoren<br />

an, welche die Kaufentscheidungen Ihrer Zielgruppe beeinflussen.<br />

Allgemeine Beispiele für Faktoren, die Kaufentscheidungen beeinflussen,<br />

sind:<br />

• Preis<br />

• Angebotsumfang<br />

• Funktionalität<br />

• Service<br />

• Qualität<br />

• Prestige<br />

• Marke<br />

• Verfügbarkeit<br />

• K<strong>und</strong>enbewertungen<br />

• K<strong>und</strong>enservice<br />

• Design<br />

• Emotionale Faktoren<br />

• Umweltaspekte<br />

• Soziale Faktoren, wie z.B. der Einfluss von Fre<strong>und</strong>en<br />

Die Kaufentscheidungsfaktoren sind abhängig von der Zielgruppe, dem<br />

Zielgruppenbedarf <strong>und</strong> dem Produkt oder der Dienstleistung. Identifizieren<br />

Sie Bedürfnisse <strong>und</strong> Erwartungen Ihrer K<strong>und</strong>en. Was erwartet die Zielgruppe<br />

von Ihren Produkten oder Ihrer Dienstleistung? Welche Probleme möchten<br />

sie lösen? Welche zusätzlichen Leistungen <strong>und</strong> Services sind für sie wichtig?<br />

Wenn Sie genau verstanden haben, was Ihre Zielgruppe erwartet, dann<br />

25


können Sie Ihr Angebot passend ausrichten. Lernen Sie im Kopf Ihrer Zielgruppe<br />

zu denken.<br />

Um Erkenntnisse zu gewinnen, müssen Sie Daten erheben. Nutzen Sie vorhandene<br />

Datenquellen, wie Statistiken <strong>und</strong> Studien zu bestimmten Branchen<br />

<strong>und</strong> Märkten, um Informationen über Ihre Zielgruppen zu sammeln.<br />

Weitere wichtige Informationsquellen sind Ihre Webseite <strong>und</strong> Social Mediakanäle,<br />

sofern Sie über diese Plattformen verfügen. Bei Branchenverbänden<br />

erhalten Sie ebenfalls zahlreiche Informationen.<br />

Ja nachdem in welcher Branche Sie tätig sind, lohnt es sich Zielgruppenanalysen<br />

bei Marktforschungsagenturen in Auftrag zu geben. Besonders<br />

hilfreich sind Nutzertests. Hier werden reale Personen, die Ihrer Zielgruppe<br />

entsprechen zu Ihrem Angebot befragt. Recherchen in Facebookgruppen<br />

haben sich in der Praxis ebenfalls bewährt, um wichtige Erkenntnisse<br />

zu erhalten. Es gibt zu fast jedem Thema Facebookgruppen in welchen<br />

sich die Mitglieder über Ihre Herausforderungen <strong>und</strong> Erfahrungen austauschen.<br />

Weiterer Vorteil ist, dass Sie hier Fragen stellen können, um beispielsweise<br />

Preiselastizitäten oder eine generelle Kaufbereitschaft zu ermitteln.<br />

Wenn Sie Ihre Zielgruppen genau kennen, können Sie Ihr Angebot besser<br />

auf die Bedürfnisse ihrer K<strong>und</strong>en abstimmen <strong>und</strong> effektivere Marketingmassnahmen<br />

entwickeln. Man spricht hier von Zielgruppenkompetenz.<br />

Zielgruppen strukturieren <strong>und</strong> Zielgruppenprofile<br />

<strong>erstellen</strong><br />

Ermitteln Sie die relevanten Zielgruppensegmente <strong>und</strong> Merkmale. In der<br />

Praxis hat sich eine bedürfnisbezogene Segmentierung als vorteilhaft herausgestellt.<br />

Zielgruppen Merkmale<br />

Im B2C-Bereich können folgende Merkmale relevant sein: Region, Alter, Geschlecht,<br />

Einkommen, Bildung, Beruf, Interessen, Hobbys, Bedürfnisschwerpunkte<br />

<strong>und</strong> bevorzugte Medien.<br />

26


Wenn Sie im B2B-Bereich arbeiten, dann sind eventuell folgende Parameter<br />

relevant: Region, Branche, Unternehmensgrösse, Verbandszugehörigkeit,<br />

Branchenprobleme, Entscheidungspersonen <strong>und</strong> Kommunikationskanäle.<br />

Beispiel zur Zielgruppenerstellung: Sie sind Anbieter von energiesparender<br />

Haustechnik <strong>und</strong> bieten den Vertrieb <strong>und</strong> die Installation der notwendigen<br />

Anlagen einschliesslich Beratung an. Bei Ihren Recherchen haben Sie ermittelt,<br />

dass es drei wesentliche Kernbedürfnisse gibt, welche die Nachfrage<br />

nach Ihren Produkten treibt:<br />

• Umweltschutz<br />

• Energie/Geld sparen<br />

• Wohnkomfort steigern.<br />

Wenn Sie nun eine bedürfnisorientierte Zuordnung vornehmen, <strong>erstellen</strong> Sie<br />

das erste Profil für die Zielgruppe die primär am Umweltschutz interessiert<br />

ist wie folgt:<br />

• Zielgruppenname: Die Nachhaltigen<br />

• Hauptmotiv: Ist aktiv an Umweltschutz interessiert <strong>und</strong> versucht seinen<br />

ökologischen Fussabdruck so gering wie möglich zu halten.<br />

• Geschlechterverteilung: 30% Männer / 70% Frauen<br />

• Altersverteilung: 20% 18-25 Jahre, 30% 25 – 35 Jahre usw.<br />

• Kaufkraft: 3 von 10<br />

Diese Liste führen Sie mit den relevanten Merkmalen fort. Dann <strong>erstellen</strong> Sie<br />

das nächste Zielgruppenprofi, beispielsweise:<br />

• Zielgruppenname: Die Sparsamen<br />

• Usw.<br />

Je detaillierter <strong>und</strong> f<strong>und</strong>ierter Sie die Zielgruppenprofile <strong>erstellen</strong>, desto genauer<br />

können Sie deren Bedürfnisse verstehen <strong>und</strong> Ihre Marketingmassnahmen<br />

darauf abstimmen. Wenn wir bei unserem vorherigen Beispiel<br />

bleiben, dann dürfte schnell klar werden, dass eine Werbebotschaft für die<br />

jeweiligen Zielgruppen mit jeweils erheblich unterschiedlicher Nutzenkommunikation<br />

aufgebaut werden muss.<br />

Wenn wir weiterhin davon ausgehen, dass Sie aus wirtschaftlichen Gründen<br />

daran interessiert sind, hohe Preise zu erzielen <strong>und</strong> umfangreiche Lösungen<br />

in einem hohen Volumen zu verkaufen, dann werden Sie sich vermutlich<br />

27


Ihre Werbemassnahmen auf die Zielgruppe konzentrieren wollen, welche<br />

die höchste Kaufkraft hat.<br />

Wettbewerbsanalyse<br />

Finden Sie heraus, wer Ihre direkten <strong>und</strong> indirekten Konkurrenten sind <strong>und</strong><br />

welche Stärken <strong>und</strong> Schwächen diese haben. Analysieren Sie deren Preisgestaltung<br />

<strong>und</strong> Positionierung am Markt. Die Wettbewerbsanalyse hilft<br />

Ihnen, ihre direkten <strong>und</strong> indirekten Konkurrenten zu analysieren, um ihre Position<br />

im Markt zu verstehen <strong>und</strong> Wettbewerbsvorteile zu identifizieren. Bei<br />

der Durchführung einer Wettbewerbsanalyse sollten mehrere Aspekte beachtet<br />

werden.<br />

Zunächst ist es wichtig, die direkten Konkurrenten zu identifizieren. Dies sind<br />

Unternehmen, die in derselben Branche tätig sind <strong>und</strong> ähnliche Produkte<br />

oder Dienstleistungen anbieten. Eine gründliche Analyse ihrer Geschäftsmodelle,<br />

Produkte, Preise, Positionierungen, Vertriebskanäle <strong>und</strong> Marketingstrategien<br />

liefert wertvolle Einblicke in ihre Stärken <strong>und</strong> Schwächen.<br />

Darüber hinaus sollten auch indirekte Konkurrenten berücksichtigt werden.<br />

Diese Unternehmen mögen nicht in derselben Branche operieren, aber sie<br />

bieten alternative Lösungen an, die für Ihre K<strong>und</strong>en attraktiv sein könnten.<br />

Die Identifizierung ihrer Stärken, Schwächen <strong>und</strong> Wettbewerbsvorteile hilft<br />

Ihnen dabei, potenzielle Bedrohungen <strong>und</strong> Chancen zu erkennen.<br />

Beispiel: Sie sind Fahrradhersteller. Ein direkter Konkurrent bei der Wettbewerbsanalyse<br />

wäre ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung <strong>und</strong> den<br />

Vertrieb von Fahrrädern spezialisiert hat. Ein indirekter Konkurrent könnte<br />

ein Hersteller für Elektrokleinfahrzeuge sein. Obwohl sie nicht in derselben<br />

Branche tätig sind, bieten sie alternative Lösungen für die Mobilität an, die<br />

für K<strong>und</strong>en attraktiv sein könnten.<br />

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Analyse der Marktanteile der Wettbewerber.<br />

Indem Sie den Marktanteil Ihrer Konkurrenten ermitteln, erhalten Sie<br />

Einblicke in ihre relative Grösse <strong>und</strong> Bedeutung in der Branche. Dies ermöglicht<br />

es Ihnen, Ihre eigene Positionierung <strong>und</strong> Wettbewerbsstrategie zu definieren.<br />

Die Untersuchung des Produkt- <strong>und</strong> Serviceangebots der Konkurrenten ist<br />

ebenfalls von grosser Bedeutung. Durch die Analyse ihrer Produkte oder<br />

28


Dienstleistungen können Sie feststellen, welche Funktionen, Merkmale oder<br />

Alleinstellungsmerkmale sie bieten. Dies hilft Ihnen, Ihren eigenen Mehrwert<br />

zu identifizieren <strong>und</strong> Ihre Angebote gezielt zu differenzieren.<br />

Zusätzlich sollten Sie die Marktpositionierung, die K<strong>und</strong>enansprache <strong>und</strong> die<br />

K<strong>und</strong>enbindung der Konkurrenten analysieren. Betrachten Sie ihre Markenidentität,<br />

ihren K<strong>und</strong>enservice, ihre Marketingkampagnen <strong>und</strong> ihre Online-Präsenz,<br />

um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Die Durchführung einer<br />

gründlichen Wettbewerbsanalyse unterstützt Unternehmen dabei, ihre<br />

Position im Markt zu stärken, ihre Strategien zu verbessern <strong>und</strong> ihre Wettbewerbsfähigkeit<br />

zu steigern. Es ermöglicht Ihnen, von den Erfolgen <strong>und</strong> Fehlern<br />

Ihrer Konkurrenten zu lernen <strong>und</strong> Ihre eigenen Geschäftsaktivitäten<br />

entsprechend anzupassen. Indem Sie den Wettbewerb genau beobachten,<br />

können Sie neue Chancen entdecken <strong>und</strong> potenzielle Risiken rechtzeitig erkennen.<br />

Marktanalyse<br />

Nachdem Sie Ihre Zielgruppen <strong>und</strong> Wettbewerber analysiert haben, sollten<br />

Sie eine umfassende Marktanalyse durchführen. Hierbei geht es darum, das<br />

Marktumfeld, in dem Sie tätig sind, genauer zu betrachten. Die Analyse umfasst<br />

weitere externe Faktoren, wie beispielsweise Marktbedingungen, technologischer<br />

Fortschritt, gesetzliche Vorschriften <strong>und</strong> Trends, die das Unternehmen<br />

beeinflussen können<br />

Analysieren Sie die Marktentwicklung der letzten Jahre in Ihrer Branche. Betrachten<br />

Sie auch die die Nachfrage nach bestimmten Produkten <strong>und</strong><br />

Dienstleistungen sowie die Trendprognosen von einflussreichen NGOs <strong>und</strong><br />

Regierungsorganisationen.<br />

Marktanalysedaten erhalten Sie bei Statista, GfK, Branchenverbänden, Genossenschaften,<br />

durch Internetrecherche oder auch von Marktforschungsunternehmen<br />

wie beispielsweise das Zukunftsinstitut, welches mit seiner<br />

Arbeit zur Trendforschung wertvolle Einblicke in die Entwicklung von Megatrends<br />

liefert. Marktstudien <strong>und</strong> Marktstatistiken können Sie beispielsweise<br />

bei Statista online einkaufen <strong>und</strong> bei Statistikämtern beziehen wie z.B.<br />

eurostat (EU), destatis.de (D), bfs.admin.ch (CH).<br />

29


Die Marktanalyse sollten Sie gr<strong>und</strong>sätzlich auf Ihre Bedürfnisse anpassen<br />

<strong>und</strong> entsprechend strukturieren. Eine Bewährte <strong>Struktur</strong> bietet die PESTEL<br />

Analyse. Der Begriff PESTEL steht für politische (Political), wirtschaftliche<br />

(Economic), soziale (Social), technologische (Technological), ökologische<br />

(Environmental) <strong>und</strong> rechtliche (Legal) Faktoren. Durch die Untersuchung<br />

dieser Faktoren erhalten Sie ein umfassendes Verständnis der externen<br />

Kräfte, die ihre Geschäftstätigkeit beeinflussen können.<br />

Die politischen Faktoren umfassen Regierungspolitik, politische Trends <strong>und</strong><br />

politische Stabilität. Die wirtschaftlichen Faktoren beinhalten Aspekte wie<br />

Konjunkturzyklen, Zinssätze, Wechselkurse, Inflation sowie die allgemeine<br />

wirtschaftliche Lage <strong>und</strong> Trends. Die sozialen Faktoren betreffen demografische<br />

Merkmale, Lebensstile, Verbrauchertrends sowie kulturelle <strong>und</strong> Gesellschaftliche<br />

Veränderungen. Die technologischen Faktoren umfassen Innovationen,<br />

technologische Entwicklungen <strong>und</strong> digitale Transformation. Die<br />

ökologischen Faktoren beziehen sich auf Umweltaspekte, Nachhaltigkeit,<br />

Umweltschutzmassnahmen sowie das Bewusstsein der Gesellschaft <strong>und</strong><br />

Politik für Nachhaltigkeit. Die rechtlichen Faktoren beinhalten gesetzliche<br />

Rahmenbedingungen, Vorschriften <strong>und</strong> Compliance-Anforderungen (Siehe<br />

hierzu Kapitel: Rechtliche Aspekte in <strong>Teil</strong> 2 des Buches)<br />

SWOT-Analyse<br />

Eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) ist eine strukturierte<br />

Methode zur Analyse von internen <strong>und</strong> externen Faktoren, welche<br />

die Leistungsfähigkeit von Unternehmen beeinflussen. Sie schafft eine solide<br />

Bewertungsgr<strong>und</strong>lage für strategische Entscheidungen.<br />

Die interne Analyse beschäftigt sich mit Ressourcen, Fähigkeiten, Organisationsstruktur,<br />

Unternehmenskultur, finanzieller Situation <strong>und</strong> Leistung im<br />

Vergleich zum Wettbewerb in Form von Stärken <strong>und</strong> Schwächen. Die externen<br />

Faktoren beziehen sich auf Chancen <strong>und</strong> Risiken, die das Umfeld bietet.<br />

Bei der SWOT-Analyse werden zunächst die internen Stärken <strong>und</strong> Schwächen<br />

eines Unternehmens identifiziert. Dabei geht es um die internen Ressourcen,<br />

Fähigkeiten <strong>und</strong> Vorteile, die das Unternehmen auszeichnet (Stärken),<br />

sowie um die internen Defizite <strong>und</strong> Herausforderungen, die bewältigt<br />

werden müssen (Schwächen). Dies kann beispielsweise die Qualität der<br />

30


Produkte, das Fachwissen der Mitarbeiter, die Fähigkeiten <strong>und</strong> Erfahrungen<br />

des Managements, die Effizienz der Prozesse <strong>und</strong>/oder die finanzielle Situation<br />

umfassen.<br />

Im nächsten Schritt werden die externen Chancen <strong>und</strong> Risiken analysiert.<br />

Hierbei werden die Marktbedingungen, die Wettbewerbssituation, technologische<br />

Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen <strong>und</strong> andere Faktoren<br />

berücksichtigt, die das Unternehmen beeinflussen können. Chancen<br />

sind dabei Möglichkeiten, die das Unternehmen nutzen kann, um sich zu<br />

verbessern oder neue Märkte zu erschliessen, während Risiken potenzielle<br />

Gefahren darstellen, die das Unternehmen bedrohen könnten.<br />

Es ist wichtig, dass die SWOT-Analyse objektiv <strong>und</strong> ehrlich durchgeführt<br />

wird. Eine f<strong>und</strong>ierte SWOT-Analyse ermöglicht es Unternehmen, ihre Stärken<br />

zu nutzen, Schwächen zu beheben, Chancen zu ergreifen <strong>und</strong> Risiken zu minimieren.<br />

Sie liefert eine umfassende Übersicht über die aktuellen internen<br />

<strong>und</strong> externen Faktoren, die für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens<br />

relevant sind.<br />

Five Forces-Analyse<br />

Die Five Forces-Analyse ist ein strategisches Instrument zur Bewertung der<br />

Branchenattraktivität <strong>und</strong> zur Erfassung der Wettbewerbsintensität in einem<br />

Markt. Sie hilft dabei, die Wettbewerbsbedingungen in einer Branche<br />

zu verstehen <strong>und</strong> sowohl Wettbewerbsvorteile als auch Risiken zu erkennen.<br />

Es ist ratsam, diese Analyse regelmässig durchzuführen, um angemessen<br />

auf Veränderungen im Marktumfeld reagieren zu können. Entwickelt wurde<br />

die Five Forces-Analyse von Michael Porter. Es werden fünf zentrale Wettbewerbskräfte<br />

untersucht, die das Geschäftsumfeld beeinflussen.<br />

Eine dieser Kräfte ist die Bedrohung durch neue Wettbewerber. Dabei wird<br />

das Potenzial neuer Unternehmen betrachtet, in den Markt einzutreten <strong>und</strong><br />

bestehenden Unternehmen Konkurrenz zu machen. Faktoren wie Marktzugang,<br />

Kapitalanforderungen, regulatorische Hürden <strong>und</strong> etablierte Marken<br />

können die Bedrohung durch neue Wettbewerber beeinflussen.<br />

Die Verhandlungsmacht der Lieferanten ist eine weitere untersuchte Kraft.<br />

Dabei wird die Stärke <strong>und</strong> Position der Lieferanten in Bezug auf Preisgestaltung,<br />

Qualität <strong>und</strong> Verfügbarkeit von Rohstoffen oder Komponenten<br />

31


analysiert. Eine hohe Verhandlungsmacht der Lieferanten kann die Gewinnmargen<br />

von Unternehmen beeinträchtigen.<br />

Ebenso wird die Verhandlungsmacht der K<strong>und</strong>en analysiert. Hierbei geht es<br />

um die Stärke der K<strong>und</strong>en in Bezug auf Preisverhandlungen, Wechselkosten,<br />

Produktalternativen <strong>und</strong> ihre Bedeutung für den Umsatz des Unternehmens.<br />

Eine hohe Verhandlungsmacht der K<strong>und</strong>en kann die Rentabilität eines Unternehmens<br />

beeinflussen.<br />

Des Weiteren wird die Bedrohung durch Ersatzprodukte oder -dienstleistungen<br />

betrachtet. Dabei wird untersucht, inwiefern alternative Produkte oder<br />

Dienstleistungen die Nachfrage der K<strong>und</strong>en beeinflussen können. Die Verfügbarkeit<br />

von Substituten kann die Preise <strong>und</strong> den Marktanteil eines Unternehmens<br />

beeinflussen.<br />

Schliesslich wird die Intensität des Wettbewerbs in der Branche analysiert.<br />

Faktoren wie die Anzahl der Wettbewerber, Produktunterscheidung, Preiskampf<br />

<strong>und</strong> Marktwachstum spielen dabei eine Rolle.<br />

Value Chain-Analyse<br />

Die Value Chain Analyse repräsentiert ein strategisches Analyseinstrument,<br />

das Unternehmen ermöglicht, ihre Geschäftsprozesse zu erfassen <strong>und</strong> zu<br />

optimieren, um sich einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil zu sichern. Dieses<br />

Konzept wurde ebenso von Michael Porter entwickelt <strong>und</strong> beleuchtet die<br />

diversen Aktivitäten eines Unternehmens innerhalb der Wertschöpfungskette.<br />

Die Wertschöpfungskette umfasst sämtliche Aktivitäten, die für die Entwicklung,<br />

Produktion, Vermarktung <strong>und</strong> Auslieferung eines Produktes oder einer<br />

Dienstleistung notwendig sind. Sie gliedert sich in zwei Hauptkategorien von<br />

Aktivitäten: die primären Aktivitäten <strong>und</strong> die unterstützenden Aktivitäten. Die<br />

primären Aktivitäten umfassen die Eingangslogistik, die sich mit dem Empfang,<br />

der Lagerung <strong>und</strong> dem Transport von Rohstoffen oder Komponenten<br />

beschäftigt, die für die Produktion erforderlich sind. Der Operations-Bereich<br />

beinhaltet die eigentliche Herstellung oder die Erbringung der Dienstleistung,<br />

bei der die Rohstoffe in fertige Produkte umgewandelt werden. Die<br />

Ausgangslogistik ist für die Lagerung, den Versand <strong>und</strong> die Distribution der<br />

fertigen Produkte an die K<strong>und</strong>en zuständig. Marketing <strong>und</strong> Vertrieb<br />

32


ergreifen die notwendigen Massnahmen, um K<strong>und</strong>en zu gewinnen <strong>und</strong> Produkte<br />

oder Dienstleistungen zu verkaufen. K<strong>und</strong>endienst hingegen kümmert<br />

sich um den K<strong>und</strong>ensupport, Reparaturen, die Abwicklung von Reklamationen<br />

<strong>und</strong> die Pflege von K<strong>und</strong>enbeziehungen nach dem Kauf.<br />

Die unterstützenden Aktivitäten beinhalten die Beschaffung von Rohstoffen,<br />

Komponenten oder Dienstleistungen, Forschung <strong>und</strong> Entwicklung, Personalmanagement,<br />

Verwaltung einschliesslich Finanzmanagement, IT-Systeme<br />

<strong>und</strong> andere unterstützende Funktionen, die für den reibungslosen Betrieb<br />

des Unternehmens unabdingbar sind.<br />

Die Value Chain Analyse stellt ein erstklassiges Instrument dar, welches Unternehmen<br />

dabei unterstützt, ihre Ressourcen <strong>und</strong> Fähigkeiten umfassend<br />

zu evaluieren. Somit können verschiedene Bereiche <strong>und</strong> Aktivitäten ermittelt<br />

werden, in denen Potenziale für Effizienzsteigerungen <strong>und</strong> Kosteneinsparungen<br />

bestehen. Basierend auf diesen f<strong>und</strong>ierten Erkenntnissen können geeignete<br />

Funktionalstrategien entwickelt werden, um die Qualität <strong>und</strong> Effizienz<br />

der gesamten Wertschöpfungskette zu erhöhen <strong>und</strong> damit einen differenzierten<br />

Mehrwert für K<strong>und</strong>en zu generieren.<br />

Es sei betont, dass die Value Chain Analyse nicht nur zu kurzfristigen Verbesserungen<br />

führt, sondern langfristig den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens<br />

stärkt. Durch die gezielte Identifizierung <strong>und</strong> Optimierung der<br />

wertvollsten Aktivitäten können Unternehmen ihre Leistung steigern <strong>und</strong><br />

ihre Position auf dem Markt verbessern<br />

Um sicherzustellen, dass das Unternehmen langfristig erfolgreich bleibt <strong>und</strong><br />

sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld behauptet, ist es unabdingbar,<br />

die Value Chain regelmässig zu überprüfen <strong>und</strong> kontinuierlich anzupassen,<br />

um den sich ständig wandelnden K<strong>und</strong>enanforderungen <strong>und</strong> den<br />

dynamischen Markttrends gerecht zu werden.<br />

Zusammenfassung des Kapitels<br />

Auf Basis einer f<strong>und</strong>ierten Analyse können Strategien <strong>und</strong> Ziele entwickelt<br />

oder angepasst werden, Ressourcen optimal eingesetzt <strong>und</strong> mögliche Bedrohungen<br />

frühzeitig erkannt werden. Die Ergebnisse der Analyse dienen<br />

als Gr<strong>und</strong>lage für Entscheidungen in den Bereichen Vermarktung, Produkt<strong>und</strong><br />

Unternehmensentwicklung. Eine solche Analyse unterstützt eine<br />

33


f<strong>und</strong>ierte strategische Planung <strong>und</strong> erhöht die Wettbewerbsfähigkeit sowie<br />

langfristige Erfolgspotenziale eines Unternehmens. Die Analyse umfasst Aspekte<br />

wie die Organisation, Prozesse, Zielgruppen, Wettbewerbsumfeld,<br />

Marktumfeld, Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken <strong>und</strong> Branchenattraktivität.<br />

Es ist ratsam, diese Analyse regelmässig durchzuführen, um den sich<br />

ändernden Marktbedingungen <strong>und</strong> K<strong>und</strong>enanforderungen gerecht zu werden.<br />

34


Ziele <strong>und</strong> Strategie<br />

Die Geschäftsziele bilden eine Verbindung zwischen der Vision <strong>und</strong> Mission<br />

eines Unternehmens <strong>und</strong> messbaren Ergebnissen, die erreicht werden sollen.<br />

Die Ziele sollten konkret, messbar, herausfordernd aber dennoch realistisch<br />

sein. Das SMART Model kann als Orientierung für die Zielformulierung<br />

dienen. In der Strategiebeschreibung wird ein zielgerichteter Ansatz formuliert,<br />

um die gesteckten Ziele zu erreichen. Es ist entscheidend, dass die formulierten<br />

Strategien auf die spezifischen Geschäftsziele ausgerichtet sind,<br />

damit das Unternehmen effektiv an der Zielerreichung arbeiten kann.<br />

Zielsetzung<br />

Bei der strategischen Zielsetzung können verschiedene Ziele berücksichtigt<br />

werden, die sowohl quantitativ als auch qualitativ eingeteilt werden können.<br />

Quantitative Ziele sind messbare Ziele, die in Zahlen ausgedrückt werden<br />

können, während qualitative Ziele weniger quantifizierbar sind <strong>und</strong> eher<br />

auf die qualitativen Aspekte des Unternehmensziels abzielen.<br />

Beispiele für quantitative Ziele:<br />

• Umsatzwachstum: Erhöhung des Umsatzes um einen bestimmten<br />

Prozentsatz innerhalb eines definierten Zeitraums.<br />

• Gewinnsteigerung: Erzielung einer bestimmten Gewinnsteigerung im<br />

Vergleich zum Vorjahr oder zu einem festgelegten Basisjahr.<br />

• Kostensenkung: Reduzierung der operativen Kosten um einen bestimmten<br />

Prozentsatz, um die Profitabilität zu verbessern.<br />

• Marktanteil: Erhöhung des Marktanteils in einem bestimmten Segment<br />

oder Marktgebiet.<br />

• K<strong>und</strong>enbindung: Erhöhung der K<strong>und</strong>enbindungsrate oder Verbesserung<br />

der K<strong>und</strong>enzufriedenheit.<br />

• Produktionssteigerung: Erhöhung der Produktionskapazität oder Verbesserung<br />

der Produktionsprozesse.<br />

• Kapitalrendite: Erreichen einer bestimmten Kapitalrendite für Investitionen.<br />

Beispiele für qualitative Ziele:<br />

35


• Unternehmenskultur: Entwicklung einer positiven Unternehmenskultur,<br />

die Werte wie Teamarbeit, Innovation <strong>und</strong> K<strong>und</strong>enservice betont.<br />

• Mitarbeiterzufriedenheit: Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit<br />

<strong>und</strong> des Engagements im Unternehmen.<br />

• Produktqualität: Verbesserung der Produktqualität, um die K<strong>und</strong>enzufriedenheit<br />

zu steigern <strong>und</strong> das Image des Unternehmens zu stärken.<br />

• Nachhaltigkeit: Einführung umweltfre<strong>und</strong>licher Massnahmen <strong>und</strong> sozialer<br />

Verantwortung, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.<br />

• Markenbekanntheit: Steigerung der Markenbekanntheit <strong>und</strong> des Markenimages<br />

im Markt.<br />

• Innovationskultur: Förderung einer Innovationskultur, um neue Produkte,<br />

Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />

• K<strong>und</strong>enorientierung: Fokus auf k<strong>und</strong>enorientierte Ansätze, um die<br />

K<strong>und</strong>enbedürfnisse besser zu verstehen <strong>und</strong> zu erfüllen.<br />

Die Kombination von quantitativen <strong>und</strong> qualitativen Zielen gewährleistet<br />

eine homogene Strategieentwicklung. Quantitative Ziele helfen Ihnen, die<br />

Fortschritte <strong>und</strong> den Erfolg Ihrer Strategie zu messen, während qualitative<br />

Ziele die langfristige Vision <strong>und</strong> den Zweck des Unternehmens widerspiegeln<br />

<strong>und</strong> auch den Mitarbeitern eine klare Richtung geben. Die Festlegung<br />

klarer Ziele, die spezifisch, messbar, erreichbar, relevant <strong>und</strong> zeitgeb<strong>und</strong>en<br />

sind, ermöglicht es Ihnen, Ihre Ressourcen effektiv zu nutzen <strong>und</strong> Ihr Unternehmen<br />

auf dem richtigen Weg zu halten.<br />

Scoring Modelle<br />

In der strategischen Zielsetzung kann eine Scoring-Kennzahl als Zielindikator<br />

verwendet werden. Bei der <strong>Struktur</strong>ierung des Scorings ist es wichtig, die<br />

jeweilige Phase, in der sich das Unternehmen befindet, zu berücksichtigen.<br />

In der Gründungs- <strong>und</strong> Aufbauphase sind oft erhebliche Investitionen erforderlich,<br />

die ohne externe Finanzierung nicht realisierbar sind. Daher werden<br />

Liquiditäts- <strong>und</strong> Verschuldungskennzahlen im Vergleich zu etablierten Unternehmen<br />

schlechtere Werte konstatieren, während die Wachstumskennzahlen<br />

in der Regel deutlich höher ausfallen.<br />

Für Unternehmen in der Gründungs- <strong>und</strong> Wachstumsphase ist es daher<br />

besonders wichtig, auf einen stabilen Auftragseingang <strong>und</strong> eine gesicherte<br />

36


Liquidität zu achten, da sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind, falls ungeplante<br />

Ereignisse eintreten, die zu einer Verringerung der Mittelzuflüsse<br />

oder zu verstärkten Mittelabflüssen führen könnten.<br />

Scoringmodelle bieten den Vorteil, die Aussagekraft verschiedener Kennzahlen,<br />

gebündelt in einer Kennzahl darzustellen. Dadurch können komplexe<br />

Bewertungsprozesse vereinfacht werden. Solche Scoringmodelle können<br />

entweder <strong>selbst</strong> entwickelt oder an bestehenden Scoringmodellen, wie beispielsweise<br />

dem Piotroski F-Score, orientiert sein.<br />

Piotroski F-Score<br />

Der Piotroski F-Score ist ein Kennzahlensystem, das von Joseph Piotroski<br />

entwickelt wurde, um die finanzielle Ges<strong>und</strong>heit eines Unternehmens zu bewerten.<br />

Er nutzte dieses System, um Unternehmen anhand von neun Finanzkennzahlen<br />

zu bewerten.<br />

Beispiel: Bewertungsscoring zur Einschätzung der finanziellen Ges<strong>und</strong>heit<br />

des Unternehmens, angelehnt an den Piotroski F-Score:<br />

1. Profitabilität:<br />

a. Positiver Netto-Gewinn<br />

1 Punkt, wenn der Netto-Gewinn positiv ist, sonst 0 Punkte<br />

Netto-Gewinn = Jahresüberschuss (Gewinn nach Steuern)<br />

b. Positives EBIT (Betriebsergebnis)<br />

1 Punkt, wenn das EBIT im aktuellen Jahr positiv ist, sonst 0<br />

Punkte.<br />

Betriebsergebnis (EBIT) = Umsatzerlöse minus Materialkosten,<br />

Personalkosten, sonst. Betriebskosten <strong>und</strong> Abschreibungen.<br />

c. Veränderung der Gesamtkapitalrendite<br />

1 Punkt, wenn die Veränderungsquote der Gesamtkapitalrendite<br />

(ROA*) positiv ist, sonst 0 Punkte.<br />

Veränderungsquote der Gesamtkapitalrendite = Gesamtkapitalrendite<br />

im aktuellen Jahr - Gesamtkapitalrendite im Vorjahr<br />

* ROA = Nettogewinn / Gesamtvermögen * 100<br />

37


d. Positiver operativer Cashflow<br />

1 Punkt, wenn dieser im aktuellen Jahr positiv ist.<br />

Operativer Cashflow = Erhöhung der Forderungen, Vorräte usw.<br />

- Verminderung der Forderungen, Vorräte usw. + Erhöhung der<br />

Lieferverbindlichkeiten usw. - Verminderung der Lieferverbindlichkeiten<br />

usw.<br />

2. Finanzielle Lage<br />

a. Verschuldung:<br />

1 Punkt, wenn der Verschuldungsgrad (Verhältnis von langfristigen<br />

Schulden zu Gesamtvermögen) im aktuellen Jahr kleiner<br />

oder gleich dem Vorjahreswert ist, sonst 0 Punkte.<br />

Verschuldungsgrad = Langfristige Verbindlichkeiten / Gesamtvermögen<br />

b. Liquidität 1. Grades:<br />

1 Punkt, wenn das Verhältnis von flüssigen Mitteln zu kurzfristigen<br />

Verbindlichkeiten im aktuellen Jahr grösser als 1 ist, sonst 0<br />

Punkte.<br />

Liquidität 1. Grades = Flüssige Mittel / Kurzfristige Verbindlichkeiten<br />

3. Betriebliche Effizienz<br />

a. Operative Rentabilität<br />

1 Punkt, wenn die Veränderungsquote der operativen Rentabilität<br />

grösser als 0 ist, sonst 0 Punkte.<br />

Veränderungsquote der operativen Rentabilität = EBIT im aktuellen<br />

Jahr - EBIT im Vorjahr<br />

b. Veränderung der Umlaufvermögensquote<br />

1 Punkt, wenn die Umlaufvermögensquote positiv ist, sonst 0<br />

Punkte.<br />

Veränderung der Umlaufvermögensquote = Liquidität 3. Grades<br />

im aktuellen Jahr – Liquidität 3. Grades im Vorjahr<br />

c. Veränderung der langfristigen Verschuldung:<br />

1 Punkt, wenn die Veränderungsquote langfristiger Verschuldung<br />

positiv ist, sonst 0 Punkte.<br />

Veränderungsquote der langfristigen Verschuldung =<br />

38


Langfristige Verschuldung im aktuellen Jahr - Langfristige Verschuldung<br />

im Vorjahr<br />

Die Punkte werden summiert, um den Score zu erhalten, der eine Gesamtbewertung<br />

der finanziellen Ges<strong>und</strong>heit des Unternehmens darstellt. Ein höherer<br />

Score deutet darauf hin, dass das Unternehmen eine bessere finanzielle<br />

Ges<strong>und</strong>heit aufweist, während ein niedriger Score auf mögliche finanzielle<br />

Schwierigkeiten hinweisen kann.<br />

Strategieentwicklung<br />

Um die definierten Ziele zu erreichen müssen entsprechende Strategien die<br />

auf die Zielerreichung einzahlen entwickelt werden. Je f<strong>und</strong>ierter Geschäftsziele,<br />

Strategien <strong>und</strong> die daraus abgeleiteten operativen Massnahmen<br />

geplant werden, desto effektiver kann ein Unternehmen seine Vision<br />

verwirklichen <strong>und</strong> seine Mission zu erfüllen. Strategien müssen im Laufe der<br />

Zeit nachjustiert werden, wenn beispielsweise neuere Erkenntnisse vorliegen<br />

oder veränderte Bedingungen eingetreten sind, die eine Strategieanpassung<br />

erforderlich machen, um das Unternehmen weiterhin erfolgreich am<br />

Markt zu positionieren. Deshalb sollten die Marktbedingungen in einem<br />

kontinuierlichen Intervall überwacht werden. Sollten gr<strong>und</strong>legende Änderungen<br />

eintreten sind die Strategien anzupassen.<br />

Marktfeldstrategie<br />

Die Marktfeldstrategie nach Ansoff ist ein strategisches Konzept, das von<br />

dem russisch-amerikanischen Mathematiker <strong>und</strong> Wirtschaftswissenschaftler<br />

Igor Ansoff entwickelt wurde. Es zielt darauf ab, das Wachstum eines Unternehmens<br />

durch die Kombination von bestehenden <strong>und</strong> neuen Produkten<br />

mit bestehenden <strong>und</strong> neuen Märkten zu fördern. Der Ansatz wurde erstmals<br />

in den 1960er Jahren vorgestellt.<br />

Die Ansoff-Marktfeldstrategie bietet Unternehmen einen strukturierten Ansatz,<br />

um ihr Wachstum zu fördern <strong>und</strong> ihre Marktposition zu stärken. Durch<br />

eine kluge Umsetzung <strong>und</strong> Beachtung der genannten Punkte können Unternehmen<br />

langfristigen Erfolg erzielen <strong>und</strong> sich in einem dynamischen<br />

39


Marktumfeld behaupten. Die Vorgehensweise bei der Umsetzung der Ansoff-Marktfeldstrategie<br />

umfasst vier mögliche Wachstumsrichtungen:<br />

Marktdurchdringung (Market Penetration)<br />

Diese Strategie zielt darauf ab, das bereits bestehende Produktangebot in<br />

den aktuellen Märkten zu stärken <strong>und</strong> den Marktanteil zu erhöhen. Unternehmen<br />

setzen hierbei auf Massnahmen wie verstärkte Werbung, Preissenkungen<br />

oder die Erschliessung neuer K<strong>und</strong>ensegmente.<br />

Produktentwicklung (Product Development)<br />

Bei dieser Strategie entwickelt das Unternehmen neue Produkte oder<br />

Dienstleistungen für seine bestehenden Märkte. Ziel ist es, das Angebot zu<br />

erweitern <strong>und</strong> die Bedürfnisse der K<strong>und</strong>en besser zu befriedigen.<br />

Marktentwicklung (Market Development)<br />

Hierbei strebt das Unternehmen an, seine bestehenden Produkte oder<br />

Dienstleistungen auf neuen Märkten einzuführen. Das kann entweder durch<br />

die Erschliessung neuer geografischer Regionen oder durch die Ansprache<br />

neuer Zielgruppen geschehen.<br />

Diversifikation (Diversification)<br />

Diese Strategie beinhaltet die Einführung neuer Produkte oder Dienstleistungen<br />

auf neuen Märkten. Es kann eine horizontale Diversifikation stattfinden,<br />

bei der verwandte Produkte in neuen Märkten eingeführt werden, oder<br />

eine vertikale Diversifikation, bei der neue Produkte in verwandten Branchen<br />

angeboten werden.<br />

Bei der Erstellung einer Ansoff-Marktfeldstrategie sollten folgende Punkte<br />

beachtet werden:<br />

Marktforschung<br />

Eine gründliche Marktforschung ist unerlässlich, um die Potenziale <strong>und</strong> Risiken<br />

der verschiedenen Wachstumsrichtungen zu identifizieren. Nur so können<br />

f<strong>und</strong>ierte Entscheidungen getroffen werden.<br />

40


Ressourcenbewertung<br />

Es ist wichtig, die vorhandenen Ressourcen des Unternehmens, wie Kapital,<br />

Technologie, Fachwissen <strong>und</strong> Personal, realistisch einzuschätzen, um sicherzustellen,<br />

dass die gewählte Strategie umsetzbar ist.<br />

Risikomanagement<br />

Jede Wachstumsrichtung birgt eigene Risiken. Diese sollten sorgfältig bewertet<br />

<strong>und</strong> entsprechende Massnahmen ergriffen werden, um mögliche<br />

Herausforderungen zu bewältigen.<br />

Schrittweise Umsetzung<br />

Eine zu schnelle <strong>und</strong> radikale Umsetzung der Strategie kann zu Problemen<br />

führen. Ein schrittweises Vorgehen ermöglicht eine bessere Anpassung an<br />

Veränderungen <strong>und</strong> eine kontrollierte Umsetzung.<br />

Monitoring <strong>und</strong> Evaluierung<br />

Die Umsetzung der Strategie sollte kontinuierlich überwacht <strong>und</strong> bewertet<br />

werden, um sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht werden <strong>und</strong><br />

gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden können.<br />

Die Ansoff-Marktfeldstrategie bietet Unternehmen einen strukturierten Ansatz,<br />

um ihr Wachstum zu fördern <strong>und</strong> ihre Marktposition zu stärken. Durch<br />

eine kluge Umsetzung <strong>und</strong> Beachtung der genannten Punkte können Unternehmen<br />

langfristigen Erfolg erzielen <strong>und</strong> sich in einem dynamischen Marktumfeld<br />

behaupten.<br />

Wettbewerbsstrategie<br />

Die Wettbewerbsstrategie nach Porter ist eines der bedeutendsten Konzepte<br />

in der strategischen Unternehmensführung. Entwickelt wurde sie von<br />

dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Michael E. Porter in den<br />

1980er Jahren. Porter gilt als einer der führenden Experten im Bereich der<br />

Unternehmensstrategien.<br />

41


Sie bietet Unternehmen einen wertvollen Leitfaden, um im Wettbewerbsumfeld<br />

erfolgreich zu agieren <strong>und</strong> langfristige Wettbewerbsvorteile zu erzielen.<br />

Eine sorgfältige Analyse der Branche <strong>und</strong> eine klare Fokussierung auf<br />

die gewählte Strategie sind dabei entscheidende Erfolgsfaktoren. Porters<br />

Annahmen beruhen darauf, dass die Profitabilität eines Unternehmens<br />

massgeblich von der Branche <strong>und</strong> der Positionierung innerhalb dieser<br />

Branche abhängt. Porter identifizierte zwei gr<strong>und</strong>legende Wettbewerbsstrategien:<br />

Kostenführerschaft (Cost Leadership)<br />

Bei dieser Strategie strebt das Unternehmen an, seine Produkte oder<br />

Dienstleistungen zu niedrigeren Kosten anzubieten als die Konkurrenz.<br />

Durch eine effiziente Produktion, günstige Einkaufsbedingungen <strong>und</strong> kontinuierliche<br />

Kostensenkungsmassnahmen kann das Unternehmen einen<br />

Wettbewerbsvorteil erzielen. Diese Strategie ist ausschliesslich dann zu<br />

wählen, wenn Sie auch tatsächlich Kostenvorteile haben, da dies unmittelbar<br />

Reaktionen des Wettbewerbs auslösen wird. Sollten Sie keine Kostenvorteile<br />

haben, können Sie sehr leicht durch den Wettbewerb aus dem<br />

Markt gedrängt werden. In den meisten Fällen ist der Preis der stärkste Profitabilitätshebel.<br />

Wenn Sie auf Wachstumskurs sind <strong>und</strong> keine unbegrenzte<br />

Liquidität oder leichten Fremdkapitalzugang haben um sich über mehrere<br />

Jahre hinweg bei schlechter oder gar negativer Profitabilität, eine dominante<br />

Marktführungsposition auszubauen, dann sollten Sie von der Preisführerschaft<br />

absehen <strong>und</strong> auf eine Differenzierungsstrategie setzen.<br />

Differenzierung (Differentiation)<br />

Hierbei fokussiert sich das Unternehmen darauf, ein einzigartiges <strong>und</strong> von<br />

der Konkurrenz deutlich unterscheidbares Produkt oder eine Dienstleistung<br />

anzubieten. Die Differenzierung kann beispielsweise durch innovative Technologien<br />

(Technologieführer), Design, Qualität (Qualitätsführer) oder besonderen<br />

K<strong>und</strong>enservice erreicht werden. Mehr zur Differenzierung erfahren<br />

Sie im Buch: <strong>Businessplan</strong> <strong>selbst</strong> <strong>erstellen</strong> <strong>Teil</strong> 2 – Unternehmerwissen.<br />

42


Umsetzung der Wettbewerbsstrategie nach Porter<br />

1. Branchenanalyse<br />

Die erste Phase besteht darin, die Branche, in der das Unternehmen tätig ist,<br />

gründlich zu analysieren. Hierbei werden Wettbewerber, K<strong>und</strong>en, Lieferanten<br />

<strong>und</strong> potenzielle Substitute betrachtet. Ziel ist es, die <strong>Struktur</strong> der Branche<br />

zu verstehen <strong>und</strong> die damit verb<strong>und</strong>enen Chancen <strong>und</strong> Risiken zu identifizieren.<br />

2. Wettbewerbsvorteile ermitteln<br />

In diesem Schritt werden die internen Stärken des Unternehmens analysiert,<br />

um mögliche Wettbewerbsvorteile zu identifizieren. Diese können in Form<br />

von kostenseitigen Effizienzen, technologischem Know-how, Markenimage<br />

oder anderen einzigartigen Eigenschaften bestehen.<br />

3. Wahl der Wettbewerbsstrategie<br />

Basierend auf den Ergebnissen der Branchen- <strong>und</strong> Unternehmensanalyse<br />

wird die passende Wettbewerbsstrategie ausgewählt. Hierbei muss das<br />

Unternehmen entscheiden, ob es sich auf Kostenführerschaft, Differenzierung<br />

oder eine Kombination beider Strategien fokussieren möchte.<br />

4. Umsetzung der Strategie<br />

Die gewählte Wettbewerbsstrategie muss konsequent in der gesamten Organisation<br />

umgesetzt werden. Das bedeutet, dass alle Aktivitäten, Prozesse<br />

<strong>und</strong> Ressourcen auf die gewählte Strategie ausgerichtet sein müssen.<br />

Für die erfolgreiche Umsetzung müssen folgende Punkte beachtet werden:<br />

1. Klare Fokussierung - Die Strategie sollte klar <strong>und</strong> eindeutig sein, um<br />

die gesamte Organisation auf ein gemeinsames Ziel auszurichten.<br />

2. Flexibilität - Die Wettbewerbsstrategie sollte auch flexibel genug sein,<br />

um auf sich ändernde Marktbedingungen <strong>und</strong> Konkurrenzreaktionen<br />

reagieren zu können.<br />

3. K<strong>und</strong>enorientierung - Egal für welche Strategie sich das Unternehmen<br />

entscheidet, die Bedürfnisse der K<strong>und</strong>en sollten immer im Mittelpunkt<br />

stehen.<br />

43


4. Ressourcenmanagement - Es ist wichtig, die verfügbaren Ressourcen<br />

effizient einzusetzen <strong>und</strong> auf die Bereiche zu konzentrieren, die für die<br />

Strategieumsetzung entscheidend sind.<br />

Marketingstrategie<br />

Eine funktionierende Marketingstrategie ermöglicht Ihnen, Ihre Zielgruppe<br />

zu erreichen, eine vertrauensvolle K<strong>und</strong>enbeziehung aufzubauen <strong>und</strong> damit<br />

kaufende K<strong>und</strong>en zu gewinnen. Das F<strong>und</strong>ament einer funktionierenden<br />

Marketingstrategie ist Ihre Positionierung <strong>und</strong> eine sich daraus ergebende<br />

Differenzierung zum Wettbewerb (Siehe Wettbewerbsstrategie)<br />

Marketingstrategie entwickeln<br />

Wenn die Positionierung in der Branche definiert ist <strong>und</strong> die Differenzierungsmerkmale<br />

gef<strong>und</strong>en sind, können Sie damit beginnen die Marketingziele<br />

festzulegen <strong>und</strong> die Marketingstrategie zu formulieren.<br />

Marketingziele können beispielsweise sein, Umsatzsteigerung, Eroberung<br />

von Marktanteilen, Steigerung der Markenbekanntheit. Die Ziele sollten an<br />

Rahmenbedingungen geknüpft sein, die dafür sorgen, dass sich die Massnahmen<br />

beispielsweise nicht negativ auf den Gewinn oder die Reputation<br />

des Unternehmens auswirken dürfen. Somit wird vermieden, dass beispielsweise<br />

zur Steigerung des Umsatzes aggressive Aktionskampagnen mit Tiefpreisen<br />

eingesetzt werden.<br />

Es gibt unter den Gelehrten verschiedene Ansichten, welche Schwerpunkte<br />

eine Marketingstrategie umfassen sollte. Die Rede ist hier oft von 4P, 7P usw.<br />

4P steht für: Product (Angebot), Price (Preis), Place (Distributionskanäle),<br />

Promotion (Kommunikation). Bei den 7P kommen dann noch People (Personal),<br />

Packaging (Aufmachung), Process (Prozesse) hinzu.<br />

Im Rahmen des <strong>Businessplan</strong>s wird ein unternehmerisches Vorhaben ohnehin<br />

holistisch betrachtet, womit zahlreiche Schwerpunkte in anderen Kapiteln<br />

bereits bearbeitet werden. Beispielsweise wird die Preispolitik <strong>und</strong> die<br />

Angebotspolitik im Bereich Geschäftsidee <strong>und</strong> Geschäftsmodell formuliert.<br />

Personal <strong>und</strong> Prozesse werden, sofern notwendig als separate Funktionalstrategie<br />

beschrieben. Somit empfehle ich im <strong>Businessplan</strong>, beim Kapitel<br />

44


Marketing den Fokus auf die Kommunikation, die Werbung <strong>und</strong> die Kommunikationskanäle<br />

zu legen.<br />

Kommunikationsstrategie <strong>und</strong> CI<br />

Entwickeln Sie eine kohärente Kommunikationsstrategie, um das Vertrauen<br />

der Zielgruppe in Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu gewinnen. Gestalten<br />

Sie ansprechende Werbematerialien <strong>und</strong> <strong>Inhalte</strong>, die die Aufmerksamkeit<br />

der K<strong>und</strong>en auf sich ziehen <strong>und</strong> die Vorteile Ihres Produkts oder Ihrer<br />

Dienstleistung hervorheben.<br />

Eine gut definierte Kommunikationsstrategie dient dazu Ihre Kernbotschaften<br />

in verständlicher Weise an die Zielgruppe zu transportieren <strong>und</strong> dort Resonanz<br />

zu erzeugen. Die Kommunikationsstrategie wird durch Ihre Positionierung<br />

<strong>und</strong> Ihre USPs beeinflusst <strong>und</strong> geht Hand in Hand mit der Markenbildung<br />

<strong>und</strong> Ihrer Corporate Identity (CI) welche sich auf die Gesamtheit<br />

der Merkmale, die Ihr Unternehmen einzigartig machen bezieht.<br />

Zur CI gehören das visuelle Erscheinungsbild (z. B. Logo, Farben, Schriftarten),<br />

die Unternehmensphilosophie, die Kommunikationsweise <strong>und</strong> die Unternehmenskultur.<br />

Eine starke CI sorgt dafür, dass Ihr Unternehmen in der<br />

Öffentlichkeit klar <strong>und</strong> konsistent wahrgenommen wird.<br />

Die Kommunikationsstrategie sollte eng mit der CI verb<strong>und</strong>en sein, um sicherzustellen,<br />

dass alle Botschaften, die Ihr Unternehmen sendet, im Einklang<br />

mit den Werten <strong>und</strong> dem visuellen Erscheinungsbild stehen. Dies<br />

schafft Vertrauen <strong>und</strong> Wiedererkennung.<br />

Marketingarten<br />

Für das Marketing lassen sich zahlreiche Werkzeuge einsetzen. Diese sollten<br />

je nach Zielsetzung individuell angewandt werden. Hier sind einige der gängigsten<br />

Marketing- <strong>und</strong> Werbemethoden:<br />

1. Content-Marketing: Konzentriert sich auf die Erstellung <strong>und</strong> Verbreitung<br />

wertvoller <strong>und</strong> relevanter <strong>Inhalte</strong>, um die Zielgruppe anzuziehen,<br />

zu informieren <strong>und</strong> zu binden. Der Fokus liegt darauf, Mehrwert zu bieten<br />

<strong>und</strong> das Vertrauen der potenziellen K<strong>und</strong>en zu gewinnen. Beliebte<br />

Kanäle hierfür sind Blogs <strong>und</strong> Videoplattformen.<br />

45


2. Social Media Marketing: Nutzt soziale Medienplattformen wie Facebook,<br />

Instagram, Twitter <strong>und</strong> LinkedIn, um die Bekanntheit zu steigern,<br />

die Interaktion mit K<strong>und</strong>en zu fördern <strong>und</strong> Produkte oder Dienstleistungen<br />

zu bewerben.<br />

3. Suchmaschinenmarketing (Search Engine Marketing, SEM): Umfasst<br />

bezahlte Werbung in Suchmaschinen wie beispielsweise Google Ads<br />

sowie die Suchmaschinenoptimierung (SEO), um die Sichtbarkeit von<br />

Webseiten in den Suchergebnissen zu erhöhen.<br />

4. Displaywerbung: Displaywerbung umfasst visuelle Anzeigen, die über<br />

Displaynetzwerke wie beispielsweise das Google Display Netzwerk<br />

(GDN) auf Websites <strong>und</strong> mobilen Apps die an das Displaynetzwerk<br />

angeschlossen sind, geschaltet werden. Sie können in Form von Bannerwerbung,<br />

Bildanzeigen, Rich-Media-Anzeigen oder Videoanzeigen<br />

auftreten <strong>und</strong> dienen dazu, die Nutzer auf das beworbene Produkt<br />

oder die Dienstleistung aufmerksam zu machen.<br />

5. Native Marketing (auch Native Advertising): Native Marketing bezieht<br />

sich auf Werbeinhalte, die nahtlos in den redaktionellen oder inhaltlichen<br />

Kontext einer Website oder Plattform integriert sind. Die Anzeigen<br />

passen sich optisch <strong>und</strong> inhaltlich dem Umfeld an <strong>und</strong> sollen<br />

eine weniger aufdringliche <strong>und</strong> störende Form der Werbung bieten.<br />

6. Influencer-Marketing: Nutzt Meinungsführer <strong>und</strong> Influencer mit grosser<br />

Anhängerschaft, um Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben<br />

<strong>und</strong> die Glaubwürdigkeit bei der Zielgruppe zu steigern.<br />

7. Event-Marketing: Beinhaltet die Organisation oder <strong>Teil</strong>nahme an<br />

Veranstaltungen, um die Markenbekanntheit zu erhöhen, Produkte zu<br />

präsentieren <strong>und</strong> direkte Interaktionen mit potenziellen K<strong>und</strong>en zu ermöglichen.<br />

8. Affiliate-Marketing: Ermöglicht es Partnern oder Affiliates, Produkte<br />

oder Dienstleistungen im Namen des Unternehmens zu bewerben<br />

<strong>und</strong> eine Provision für jeden generierten Verkauf oder jede Conversion<br />

zu verdienen.<br />

9. E-Mail-Marketing: Nutzt gezielte E-Mails, um K<strong>und</strong>en über neue Produkte,<br />

Sonderangebote oder relevante Informationen zu informieren.<br />

Es kann auch zur K<strong>und</strong>enbindung <strong>und</strong> Pflege von K<strong>und</strong>enbeziehungen<br />

eingesetzt werden.<br />

46


10. Anzeigenwerbung: Anzeigenwerbung im Printbereich bezieht sich auf<br />

Werbeanzeigen, die in gedruckten Publikationen wie Zeitungen, Zeitschriften,<br />

Broschüren, Flyern <strong>und</strong> anderen gedruckten Medien geschaltet<br />

werden. Diese Form der Werbung war in der Vergangenheit<br />

weit verbreitet <strong>und</strong> ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil des<br />

Marketings, beispielsweise im B2B Marketing. In der Regel werden die<br />

Anzeigen hybrid (Im Printmedium <strong>und</strong> über online Kanäle) ausgespielt,<br />

da die meisten Publikationen auch digitale Medien besitzen.<br />

11. Product Placement: Hierbei werden Produkte oder Marken in Filmen,<br />

Fernsehsendungen oder anderen Medien platziert, um sie subtil in die<br />

Handlung einzubinden <strong>und</strong> die Bekanntheit zu steigern.<br />

12. Loyalty-Marketing: Konzentriert sich auf die Pflege <strong>und</strong> Belohnung<br />

bestehender K<strong>und</strong>en, um ihre Treue zu fördern <strong>und</strong> wiederholte Käufe<br />

zu ermutigen.<br />

13. Empfehlungs-Marketing (M<strong>und</strong>propaganda): Basiert auf der Verbreitung<br />

von Empfehlungen <strong>und</strong> positiven Erfahrungen durch zufriedene<br />

K<strong>und</strong>en, um neue K<strong>und</strong>en zu gewinnen. Dies geht oft mit entsprechenden<br />

Belohnungsprogrammen für eine Empfehlung einher.<br />

Wählen Sie die passenden Methoden für Ihr Unternehmen aus <strong>und</strong> beschreiben<br />

Sie diese in Ihrem <strong>Businessplan</strong>.<br />

Im 2. <strong>Teil</strong> des Buches finden Sie das Kapitel Gr<strong>und</strong>wissen Vermarktung. Dort<br />

zeige ich Ihnen eine Auswahl an Möglichkeiten, die Sie für Ihre Vermarktungsstrategie<br />

einsetzen können.<br />

Kommunikationskanäle<br />

Gehen Sie in Ihrem <strong>Businessplan</strong> darauf ein, über welche Kanäle Sie Ihre<br />

Zielgruppe erreichen <strong>und</strong> das Vertrauen in Ihr Unternehmen aufbauen<br />

möchten. Kommunikationskanäle sind die Plattformen <strong>und</strong> Methoden, über<br />

die Sie mit ihrer Zielgruppe interagieren, Informationen austauschen <strong>und</strong><br />

Beziehungen aufbauen. Ich habe Ihnen hier einige Kommunikationskanäle<br />

aufgelistet, die Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen sollten.<br />

1. Website<br />

Die Unternehmenswebsite ist das zentrale Element der Online-Präsenz. Sie<br />

dient als Informationshub <strong>und</strong> Verkaufsplattform. Vorteile sind:<br />

47


• Erste Anlaufstelle: K<strong>und</strong>en suchen häufig zuerst auf der Website nach<br />

Informationen über Produkte <strong>und</strong> Dienstleistungen.<br />

• Suchmaschinenoptimierung (SEO): Eine gut optimierte Website kann<br />

die Sichtbarkeit in Suchmaschinen erhöhen <strong>und</strong> organischen Traffic<br />

generieren.<br />

• Datenanalyse: Sie können mithilfe von Analysetools das Verhalten der<br />

Besucher verstehen <strong>und</strong> beispielsweise Interessenschwerpunkte erkennen.<br />

Mit diesen Informationen lässt sich das Angebot weiter optimieren.<br />

2. Soziale Medien<br />

Soziale Medien sind mittlerweile unverzichtbar für das Marketing. Plattformen<br />

wie Facebook, Instagram, Twitter <strong>und</strong> LinkedIn ermöglichen es Unternehmen,<br />

direkt mit ihrer Zielgruppe zu interagieren. Vorteile sind:<br />

• Echtzeit-Interaktion: Unternehmen können sofort auf Fragen <strong>und</strong><br />

Kommentare reagieren.<br />

• Zielgerichtete Werbung: Mit gezielten Werbeanzeigen können spezifische<br />

Zielgruppen angesprochen werden.<br />

• Markenbekanntheit: Durch organische <strong>Inhalte</strong> <strong>und</strong> Werbung auf der<br />

Plattform kann die Reichweite enorm erhöht werden.<br />

3. Suchmaschinen- <strong>und</strong> Onlinewerbung<br />

Durch Werbung auf Suchmaschinen, insbesondere über Google Search<br />

Ads, aber auch zahlreiche weitere online Werbemöglichkeiten können Sie<br />

die online Sichtbarkeit erhöhen:<br />

• Schnelle Ergebnisse: Bezahlte Anzeigen erzeugen sofortige Sichtbarkeit.<br />

• Zielgerichtete Werbung: Sie können genau definieren, wann <strong>und</strong> wo<br />

ihre Anzeigen geschaltet werden.<br />

4. Events <strong>und</strong> Messen<br />

Events <strong>und</strong> Messen bieten Gelegenheiten für direkten Kontakt mit K<strong>und</strong>en.<br />

Vorteile sind:<br />

48


• Persönliche Interaktion: Der direkte Kontakt fördert Beziehungen <strong>und</strong><br />

Vertrauen.<br />

• Feedback: Live-Interaktionen ermöglichen unmittelbares Feedback.<br />

• Networking: Gelegenheiten zum Networking mit anderen Unternehmen.<br />

5. Influencer-Marketing<br />

Influencer-Marketing nutzt die Reichweite von Influencern, um Produkte zu<br />

bewerben. Vorteile sind:<br />

• Authentizität: Empfehlungen werden oft als vertrauenswürdiger wahrgenommen.<br />

• Erweiterte Reichweite: Influencer haben oft eine engagierte Anhängerschaft.<br />

6. Offline Kommunikationskanäle<br />

Trotz der digitalen Dominanz spielen offline Kommunikationskanäle nach<br />

wie vor eine wichtige Rolle. Dazu gehören:<br />

• Printmedien: Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften oder Broschüren<br />

können lokale Zielgruppen effektiv erreichen.<br />

• Direktmarketing: Postwurfsendungen, Plakate oder Flyer ermöglichen<br />

eine direkte Ansprache von K<strong>und</strong>en in bestimmten Gebieten.<br />

• Veranstaltungen: Sponsoring von lokalen Events oder <strong>Teil</strong>nahme an<br />

Messen stärkt die Markenpräsenz <strong>und</strong> ermöglicht persönlichen Kontakt.<br />

Zusammenfassung Marketingstrategie<br />

Eine erfolgreiche Marketingstrategie ist entscheidend, um die Zielgruppe zu<br />

erreichen, eine vertrauensvolle K<strong>und</strong>enbeziehung aufzubauen <strong>und</strong> potenzielle<br />

K<strong>und</strong>en zu gewinnen. Das F<strong>und</strong>ament einer solchen Strategie liegt in<br />

der klaren Positionierung <strong>und</strong> Differenzierung zum Wettbewerb. Um eine<br />

Marketingstrategie zu entwickeln, müssen zunächst die Positionierung <strong>und</strong><br />

Differenzierungsmerkmale festgelegt werden. Danach werden konkrete<br />

Marketingziele definiert, wie Umsatzsteigerung, Marktanteilseroberung oder<br />

49


Markenbekanntheit. Dabei sollten die Ziele so gewählt werden, dass sie die<br />

Rahmenbedingungen des Unternehmens berücksichtigen <strong>und</strong> den Gewinn<br />

oder die Reputation nicht negativ beeinflussen.<br />

Im <strong>Businessplan</strong> sollte der Fokus im Marketingkapitel vor allem auf Kommunikation,<br />

Werbung <strong>und</strong> Distributionskanäle liegen, da andere Schwerpunkte<br />

bereits in anderen Kapiteln des <strong>Businessplan</strong>s behandelt werden.<br />

Für die Kommunikation <strong>und</strong> Werbung ist es wichtig, eine geeignete Kommunikationsstrategie<br />

zu entwickeln <strong>und</strong> die richtigen Kanäle <strong>und</strong> Medien<br />

auszuwählen, um die Botschaft des Unternehmens effektiv zu verbreiten.<br />

Verschiedene Marketingarten können je nach Zielsetzung individuell angewandt<br />

werden, darunter beispielsweise Brand-Marketing, Direktmarketing,<br />

Content-Marketing, Social Media Marketing, Suchmaschinenmarketing,<br />

Displaywerbung, Native Marketing, Influencer-Marketing, Event-Marketing,<br />

Affiliate-Marketing, E-Mail-Marketing, Anzeigenwerbung, Product Placement,<br />

Loyalty-Marketing <strong>und</strong> Empfehlungs-Marketing.<br />

Distributionsstrategie<br />

Damit Sie ihre Produkte effektiv verkaufen können benötigen Sie eine Distributionsstrategie.<br />

Überlegen Sie, wie <strong>und</strong> wo Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung<br />

am besten platzieren können, um eine maximale Reichweite <strong>und</strong><br />

Verfügbarkeit zu gewährleisten. Berücksichtigen Sie Vertriebskanäle wie<br />

den Einzelhandel, E-Commerce, Direktvertrieb oder Partnerschaften mit anderen<br />

Unternehmen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt an den richtigen Orten<br />

präsent <strong>und</strong> leicht zugänglich für Ihre Zielgruppe ist.<br />

Eine gut durchdachte Distributionsstrategie kann entscheidend für den<br />

Markterfolg sein.<br />

Vertriebskanäle<br />

Sie haben die Möglichkeit, zwischen direkten <strong>und</strong> indirekten Vertriebskanälen<br />

zu wählen:<br />

Direkter Vertrieb: Produkte werden direkt an den Endk<strong>und</strong>en verkauft, z. B.<br />

über einen eigenen Online-Shop oder stationäre Geschäfte.<br />

50


Indirekter Vertrieb: Hierbei werden Zwischenhändler, Grosshändler oder<br />

Einzelhändler eingesetzt, um die Produkte zu vertreiben. Dies kann durch<br />

Partnerschaften oder Vertriebspartner geschehen.<br />

Die Wahl zwischen diesen Kanälen ist von Faktoren, wie der Produktart, der<br />

Zielgruppe <strong>und</strong> den verfügbaren Ressourcen, abhängig.<br />

Weitere Funktionalstrategien<br />

Weitere Funktionalstrategien spielen je nach Branche, Unternehmensgrösse<br />

<strong>und</strong> Komplexität des Unternehmens oder des Angebots eine wichtige Rolle.<br />

Sie ermöglichen es, gezielt auf spezifische Funktionsbereiche des Unternehmens<br />

einzugehen <strong>und</strong> eine detailliertere strategische Ausrichtung zu entwickeln.<br />

Diese Strategien sollten im <strong>Businessplan</strong> berücksichtigt werden, insbesondere<br />

wenn es relevante Aspekte gibt, die darauf Einfluss nehmen.<br />

Digitalisierungsstrategie<br />

In der heutigen digitalen Ära wirkt sich eine gut durchdachte Digitalisierungsstrategie<br />

auf den Gewinn <strong>und</strong> die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen<br />

jeder Grösse aus. Sie umfasst die Entwicklung <strong>und</strong> Implementierung<br />

digitaler Lösungen, um Geschäftsprozesse zu automatisieren oder zu<br />

optimieren. Ausserdem lassen sich dadurch neue Vertriebskanäle erschliessen<br />

<strong>und</strong> die Interaktion mit der Zielgruppe verbessern was zu intensiveren<br />

K<strong>und</strong>enbeziehungen <strong>und</strong> damit zur Steigerung der Verkäufe führt.<br />

Eine externe Digitalisierungsstrategie beinhaltet beispielsweise den Aufbau<br />

einer Online-Präsenz, die Nutzung von E-Commerce-Plattformen, die Einführung<br />

oder Optimierung von online Marketinglösungen wie Email- <strong>und</strong><br />

Performancemarketing, welches die Implementierung einer Datenerfassungsstruktur<br />

über alle digitalen Touchpoints des Unternehmens erfordert.<br />

Die interne Digitalisierungsstrategie zielt darauf ab, Geschäftsprozesse<br />

durch Automatisierung <strong>und</strong> Beschleunigung zu optimieren. Hierbei werden<br />

digitale Tools <strong>und</strong> Technologien eingesetzt, um manuelle Aufgaben zu reduzieren,<br />

die Datenintegration zu verbessern <strong>und</strong> die Kommunikationseffizienz<br />

zu steigern.<br />

51


Ein erster Schritt besteht darin, die vorhandenen Geschäftsprozesse gründlich<br />

zu analysieren <strong>und</strong> zu identifizieren, welche Bereiche durch Automatisierung<br />

<strong>und</strong> Digitalisierung verbessert werden können. Dies kann die Automatisierung<br />

<strong>und</strong> Optimierung von Prozessen in allen Funktionalbereichen<br />

umfassen wie beispielsweise die Automatisierung von Personalprozessen<br />

zur Einarbeitung <strong>und</strong> Weiterbildung von Mitarbeitern, K<strong>und</strong>endienstprozesse<br />

zur Automatisierung von Reparaturanfragen <strong>und</strong> Vertriebsprozesse zur<br />

Qualifizierung von K<strong>und</strong>en oder zur Bestandsaufnahme von K<strong>und</strong>enanforderungen.<br />

Ein System zur Simulation von Managemententscheidungen ist ebenfalls<br />

Bestandteil der internen Digitalisierungsstrategie <strong>und</strong> kann wertvolle Ergebnisse<br />

liefern, indem es die Auswirkungen von Preisänderungen, Angebotserweiterungen<br />

oder Einführung von Zusatzleistungen auf Basis der vorhandenen<br />

Geschäftsdaten wie Kosten, Erlöse, Margen, Mitarbeiterkapazitäten <strong>und</strong><br />

anderer Ressourcen prognostiziert. Es ermöglicht damit eine präzise Vorhersage<br />

der finanziellen Konsequenzen dieser Entscheidungen, sodass Sie<br />

f<strong>und</strong>ierte Entscheidungen treffen können. Durch die Simulation lassen sich<br />

verschiedene Szenarien testen, um die optimalen Preis- <strong>und</strong> Angebotsstrategien<br />

zu identifizieren, die zu höheren Gewinnen führen. Dieses System bietet<br />

eine effektive Möglichkeit, das Risiko von Fehlentscheidungen zu minimieren<br />

<strong>und</strong> die Rentabilität von Geschäftsstrategien zu maximieren.<br />

Weiterhin lassen sich durch die Implementierung ERP-Systems wiederkehrende<br />

Aufgaben automatisieren. Dies ermöglicht eine schnellere Durchführung<br />

von Prozessen, reduziert manuelle Fehler <strong>und</strong> optimiert die Ressourcennutzung.<br />

Durch die Einführung eines CRM-Systems können K<strong>und</strong>enbeziehungen effizient<br />

verwaltet <strong>und</strong> optimiert werden. Durch die Digitalisierung <strong>und</strong> Automatisierung<br />

von K<strong>und</strong>eninteraktionen können Unternehmen ihre Vertriebs-,<br />

Marketing- <strong>und</strong> K<strong>und</strong>endienstprozesse verbessern. Ein CRM-System ermöglicht<br />

es, K<strong>und</strong>eninformationen zentral zu speichern, zu analysieren <strong>und</strong><br />

zu nutzen, um personalisierte Angebote, gezielte Marketingkampagnen <strong>und</strong><br />

effektiven K<strong>und</strong>enservice zu bieten.<br />

Durch die Automatisierung von Vertriebs- <strong>und</strong> Marketingaktivitäten können<br />

Unternehmen ihren Vertriebsprozess beschleunigen, die K<strong>und</strong>enbindung<br />

erhöhen <strong>und</strong> den Umsatz steigern. Zudem ermöglicht ein CRM-System die<br />

52


Integration mit anderen digitalen Tools <strong>und</strong> Plattformen, um einen nahtlosen<br />

Datenfluss <strong>und</strong> eine effektive Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens<br />

zu gewährleisten. Insgesamt trägt ein CRM zur Steigerung der Effizienz,<br />

Verbesserung der K<strong>und</strong>enerfahrung <strong>und</strong> Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit<br />

bei.<br />

Die Integration von digitalen Kommunikationsplattformen, wie beispielsweise<br />

Projektmanagement-Tools oder Instant-Messaging-Diensten, fördert<br />

eine effiziente Zusammenarbeit <strong>und</strong> den schnellen Austausch von Informationen<br />

zwischen den Mitarbeitern.<br />

Datenbasierte Analysen <strong>und</strong> Dashboards werden eingesetzt, um Einblicke<br />

in die Leistung <strong>und</strong> Effektivität der Geschäftsprozesse zu gewinnen. Dadurch<br />

können Schwachstellen identifiziert <strong>und</strong> Verbesserungsmassnahmen abgeleitet<br />

werden.<br />

Die interne Digitalisierungsstrategie sollte kontinuierlich überprüft <strong>und</strong> an<br />

die sich verändernden Anforderungen <strong>und</strong> Technologien angepasst werden,<br />

um die Wettbewerbsfähigkeit <strong>und</strong> Effizienz des Unternehmens langfristig<br />

zu gewährleisten.<br />

Innovations- <strong>und</strong> Forschungsstrategie<br />

Für Unternehmen, die auf Innovation <strong>und</strong> Forschung setzen, sollten entsprechende<br />

Strategie die Aufzeigt, wie Sie neue Ideen generieren, Forschungs<strong>und</strong><br />

Entwicklungsprojekte vorantreiben <strong>und</strong> innovative Produkte oder<br />

Dienstleistungen entwickeln. Die Innovations- <strong>und</strong> Forschungsstrategie umfasst<br />

die Zusammenarbeit mit externen Partnern, die Förderung von Kreativität<br />

<strong>und</strong> Experimentierfreude im Unternehmen sowie die Etablierung eines<br />

Innovationsmanagements.<br />

Produktstrategie<br />

Die Produktstrategie legt fest, wie das Produktportfolio gestaltet wird<br />

<strong>und</strong> welche Produkte entwickelt, verbessert oder aus dem Sortiment<br />

genommen werden sollen. Sie berücksichtigt K<strong>und</strong>enbedürfnisse,<br />

Markttrends, Wettbewerbsanalysen <strong>und</strong> den Lebenszyklus der Produkte.<br />

Die Produktstrategie kann auch die Positionierung der Produkte<br />

53


im Markt, die Preisgestaltung <strong>und</strong> die Vermarktung beinhalten. Im <strong>Businessplan</strong><br />

werden diese Schwerpunkte in den jeweils dafür vorgesehenen<br />

Kapiteln behandelt. Die Produktstrategie <strong>selbst</strong>, wird im Kapitel<br />

Geschäftsmodell abgebildet. Sollte eine umfassende Produktstrategie<br />

aufgr<strong>und</strong> der Sortimentsgrösse oder Produktkomplexität erforderlich<br />

sein, so ist ein separates Kapitel zur Produktstrategie sinnvoll.<br />

Produktionsstrategie<br />

Die Produktionsstrategie betrifft die Planung <strong>und</strong> Organisation der Produktion,<br />

um eine effiziente <strong>und</strong> qualitativ hochwertige Herstellung von Produkten<br />

oder die Erbringung von Dienstleistungen sicherzustellen. Sie umfasst<br />

Aspekte wie die Auswahl von Produktionsstandorten, Produktionsmethoden,<br />

Technologieeinsatz, Lieferantenmanagement, Qualitätssicherung <strong>und</strong> Prozessoptimierung.<br />

Beschaffungsstrategie<br />

Die Beschaffungsstrategie befasst sich mit der Beschaffung von Rohstoffen,<br />

Materialien oder Dienstleistungen für das Unternehmen. Sie umfasst die<br />

Auswahl von Lieferanten, Vertragsverhandlungen, Lieferkettenmanagement<br />

<strong>und</strong> das Risikomanagement in der Beschaffung. Eine effektive Beschaffungsstrategie<br />

kann Kostenoptimierungen, Qualitätsverbesserungen <strong>und</strong><br />

Lieferantensicherheit ermöglichen.<br />

Personalstrategie<br />

Die Personalstrategie umfasst die Personalplanung, die Rekrutierung, die<br />

Mitarbeiterführung, -entwicklung <strong>und</strong> -bindung sowie die Weiterbildung,<br />

die Talententwicklung, die Gestaltung von Arbeitsbedingungen <strong>und</strong> die Mitarbeitermotivation.<br />

Eine gut ausgearbeitete Personalstrategie unterstützt<br />

die Unternehmensziele <strong>und</strong> fördert die Zufriedenheit <strong>und</strong> Leistungsfähigkeit<br />

der Mitarbeiter.<br />

Bei der Personalplanung ist insbesondere die finanzielle Situation des Unternehmens<br />

zu berücksichtigen, da eine zu ambitionierte Personalakquise<br />

bei mangelnder Auftragslage schnell zu Liquiditätsproblemen führen kann.<br />

54


Im Rahmen der Personalstrategie ist auch die Inanspruchnahme von<br />

Dienstleistern <strong>und</strong> Freelancern, zur Deckung des Arbeitsbedarfs, zu prüfen.<br />

IT-Strategie<br />

Die IT-Strategie befasst sich mit der Nutzung von Informationstechnologie,<br />

um die Geschäftsprozesse zu unterstützen. Sie umfasst die Planung <strong>und</strong><br />

Umsetzung von IT-Infrastruktur, Softwarelösungen, Datenmanagement, IT-<br />

Sicherheit <strong>und</strong> Datenschutz. Eine gut durchdachte IT-Strategie ermöglicht<br />

eine effiziente Nutzung von Technologie, um beispielsweise Personalkosten<br />

einzusparen <strong>und</strong> Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Zahlreiche Unternehmen<br />

nutzen heute nicht das volle Automatisierungspotenzial von Geschäftsprozessen<br />

aus <strong>und</strong> haben dadurch höhere Kosten <strong>und</strong> längere Prozesszeiten.<br />

Ebenfalls interessant sind die Möglichkeiten die KI Lösungen bieten. Mit generativen<br />

KI Lösungen können heute zahlreiche Dienstleistungen sehr effizient<br />

<strong>und</strong> kostengünstig ersetzt werden. Die Anwendungsfelder sind sehr<br />

breit <strong>und</strong> praktisch in allen Funktionalbereichen gegeben. Generative KI<br />

kann im Unternehmensumfeld dazu beitragen, Prozesse zu automatisieren,<br />

Effizienz zu steigern <strong>und</strong> die Produktivität zu erhöhen. Einige der Aufgaben,<br />

die generative KI übernehmen kann, sind:<br />

1. Content-Erstellung: Generative KI kann Texte, Artikel, Produktbeschreibungen,<br />

E-Mails <strong>und</strong> andere schriftliche <strong>Inhalte</strong> <strong>erstellen</strong>. Das kann<br />

besonders hilfreich sein, um den Content-Produktionsprozess zu beschleunigen.<br />

2. Übersetzung: Generative KI kann automatische Übersetzungen in verschiedenen<br />

Sprachen <strong>erstellen</strong>, was besonders nützlich ist, wenn ein<br />

Unternehmen international agiert.<br />

3. Chatbots <strong>und</strong> K<strong>und</strong>ensupport: KI-gesteuerte Chatbots können K<strong>und</strong>enanfragen<br />

automatisch bearbeiten <strong>und</strong> häufig gestellte Fragen<br />

beantworten, wodurch der K<strong>und</strong>ensupport entlastet wird.<br />

4. Datenanalyse <strong>und</strong> Insights: Generative KI kann grosse Mengen an<br />

Daten analysieren, Muster erkennen <strong>und</strong> Geschäftseinblicke liefern,<br />

die bei Entscheidungsfindungen helfen können.<br />

5. Design <strong>und</strong> Kreativarbeit: Generative KI kann kreative Aufgaben wie<br />

Bildgenerierung, Layout-Designs <strong>und</strong> Logo-Entwicklung übernehmen.<br />

55


6. Automatisierte Code-Erstellung: In der Softwareentwicklung kann generative<br />

KI dazu verwendet werden, <strong>Teil</strong>e von Codes oder sogar vollständige<br />

Code-Module zu generieren.<br />

7. Prognosen <strong>und</strong> Planung: KI kann helfen, Zukunftsprognosen <strong>und</strong> Geschäftspläne<br />

zu <strong>erstellen</strong>, indem sie historische Daten analysiert <strong>und</strong><br />

zukünftige Trends vorhersagt.<br />

Durch den Einsatz generativer KI lassen sich zahlreiche Vorteile für Unternehmen<br />

erzielen:<br />

1. Zeiteinsparung: Da generative KI-Aufgaben automatisiert, spart das<br />

Unternehmen Zeit, die Mitarbeiter für andere Aufgaben nutzen können.<br />

2. Kostenreduktion: Durch die Automatisierung bestimmter Aufgaben<br />

können Unternehmen die Notwendigkeit verringern, zusätzliches Personal<br />

einzustellen, was Kosten einspart.<br />

3. Fehlerreduktion: Generative KI ist in der Regel präzise <strong>und</strong> kann<br />

menschliche Fehler minimieren, die sonst teure Auswirkungen haben<br />

könnten.<br />

4. Skalierbarkeit: Generative KI-Systeme können je nach Bedarf schnell<br />

skaliert werden, ohne dass zusätzliche Personalressourcen benötigt<br />

werden.<br />

5. Mehrfachaufgabenbewältigung: Generative KI kann mehrere Aufgaben<br />

gleichzeitig bewältigen, was die Notwendigkeit red<strong>und</strong>anter Ressourcen<br />

verringert.<br />

Es ist ratsam, KI im Rahmen der IT Strategie zu berücksichtigen, da diese die<br />

menschliche Arbeit ergänzt <strong>und</strong> künftig immer mehr Aufgaben im Unternehmensumfeld<br />

übernehmen wird.<br />

Zusammenfassung Funktionalstrategien<br />

Die Entwicklung von dedizierten Funktionalstrategien ermöglichen eine präzise<br />

strategische Ausrichtung in den jeweiligen Bereichen, um die Gesamtstrategie<br />

des Unternehmens zu unterstützen. Sie tragen so zur Steigerung<br />

der Profitabilität <strong>und</strong> Wettbewerbsfähigkeit bei.<br />

Die Digitalisierungsstrategie zielt darauf ab, Geschäftsprozesse zu automatisieren<br />

<strong>und</strong> zu beschleunigen, neue Vertriebskanäle zu erschliessen <strong>und</strong><br />

56


die Interaktion mit der Zielgruppe zu verbessern. Eine Innovations- <strong>und</strong> Forschungsstrategie<br />

fördert die Generierung neuer Ideen, die Durchführung<br />

von Forschungs- <strong>und</strong> Entwicklungsprojekten <strong>und</strong> die Entwicklung innovativer<br />

Produkte oder Dienstleistungen. Die Produktstrategie legt fest, wie das<br />

Produktportfolio gestaltet wird, während die Produktionsstrategie sich auf<br />

eine effiziente <strong>und</strong> qualitativ hochwertige Herstellung konzentriert. Die Beschaffungsstrategie<br />

befasst sich mit der Beschaffung von Rohstoffen <strong>und</strong><br />

Dienstleistungen, die Personalstrategie mit Mitarbeiterführung <strong>und</strong> -entwicklung,<br />

<strong>und</strong> die IT-Strategie mit der Nutzung von Informationstechnologie<br />

zur Unterstützung der Geschäftsprozesse <strong>und</strong> des digitalen Wandels.<br />

57


Finanzplanung<br />

Die Finanzplanung ermöglicht es, die finanziellen Ressourcen strategisch zu<br />

planen, um die Wirtschaftlichkeit einer unternehmerischen Initiative zu bewerten.<br />

Sie bildet die Gr<strong>und</strong>lage für die Budgetierung, Investitionsentscheidungen,<br />

Kreditverhandlungen <strong>und</strong> die Steuerung des Vorhabens.<br />

Eine sorgfältige Finanzplanung beinhaltet die Prognose von Anlage <strong>und</strong><br />

Umlaufvermögen, Einnahmen, Ausgaben, Investitionen, Cashflow, Liquidität<br />

<strong>und</strong> Finanzierungsbedarf.<br />

Finanzplanungs-Tools<br />

Bevor Sie starten. Für die Erstellung der Finanzplanung ist die Verwendung<br />

eines Tools zu empfehlen. Auf der Website dein-business-plan.ch finden Sie<br />

im Bereich <strong>Businessplan</strong> <strong>selbst</strong> <strong>erstellen</strong> ein kostenloses Finanzplanungstool<br />

auf Basis des Tabellenkalkulationstools Excel, nebst Videoanleitung.<br />

Ertragsplanung<br />

Beginnen Sie damit, alle relevanten Daten für die Ertragsplanung zu sammeln.<br />

Die Schwierigkeit besteht darin die Absätze Ihrer Produkte oder<br />

Dienstleistungen genau zu prognostizieren. Um einen Anhaltspunkt zu bekommen,<br />

können Sie beispielsweise historische Verkaufsdaten, Marktanalysen<br />

oder interne Zielvorgaben verwenden.<br />

Hilfreich sind Jahresabschlüsse von Unternehmen, die in der gleichen Branche<br />

tätig sind. Diesbezügliche Informationen können Sie gegebenenfalls in<br />

anonymisierter Form von Steuerberatern <strong>und</strong> Treuhändern erhalten.<br />

Je nach Branche können Sie durch eine gründliche Beobachtung von Wettbewerbern<br />

etwaige Rückschlüsse auf Umsätze ziehen. Beispielsweise indem<br />

Sie K<strong>und</strong>enzählungen vornehmen. Diese Form der Datenerhebung funktioniert<br />

sehr gut in Branchen wie z.B. Einzelhandel <strong>und</strong> Gastronomie.<br />

Sprechen Sie auch mit Branchenkennern <strong>und</strong> Branchenverbänden, um beispielsweise<br />

herauszufinden, wann umsatzstarke <strong>und</strong> umsatzschwache Perioden<br />

sind <strong>und</strong> welche Faktoren sich auf die Erträge auswirken.<br />

58


Materialplanung (Variable Kosten)<br />

Nachdem die Ertragsplanung erstellt wurde, ist die Materialplanung der<br />

nächste Schritt, um zu berechnen mit welchen Kosten Sie für die Beschaffung<br />

der notwendigen Roh-, Hilfs-, <strong>und</strong> Betriebsstoffe rechnen müssen.<br />

Überprüfen Sie die Umsatzprognosen <strong>und</strong> analysieren Sie, welche Materialien<br />

für die Herstellung der geplanten Produkte benötigt werden. Basierend<br />

auf der Umsatzprognose <strong>und</strong> dem aktuellen Lagerbestand ermitteln Sie<br />

den Materialbedarf für den geplanten Zeitraum. Berechnen Sie die benötigten<br />

Materialmengen für jeden Artikel <strong>und</strong> stellen Sie sicher, dass genügend<br />

Material zur Verfügung steht, um die geplante Produktion oder den Verkauf<br />

abzudecken.<br />

Erstellen Sie einen Beschaffungsplan, um die Beschaffung der benötigten<br />

Materialien periodisch zu ordnen. Berücksichtigen Sie dabei die Lieferzeiten<br />

der Lieferanten <strong>und</strong> stellen Sie sicher, dass die Materialien rechtzeitig verfügbar<br />

sind, um die Produktion oder den Verkauf gemäss der Umsatzplanung<br />

zu ermöglichen.<br />

Personalplanung<br />

Bei der Personalplanung geht ermitteln Sie den Personalbedarf für Ihr Unternehmen.<br />

Analysieren Sie die Geschäftsprozesse <strong>und</strong> die zu erwartenden<br />

Arbeitsaufwendungen, um den zukünftigen Personalbedarf abzuschätzen.<br />

Berücksichtigen Sie dabei auch Faktoren wie Urlaub, Krankheit <strong>und</strong> Unternehmenswachstum.<br />

Bestimmen Sie die erforderlichen Qualifikationen, Fähigkeiten <strong>und</strong> Kompetenzen<br />

für jede Position oder Funktion. Entwickeln Sie einen Zeitplan zur Rekrutierung<br />

neuer Mitarbeiter <strong>und</strong> schätzen Sie die Kosten für die jeweiligen<br />

Mitarbeiter, einschliesslich Gehälter, Sozialleistungen <strong>und</strong> Sondervergütungen<br />

wie Urlaubs- <strong>und</strong> Weihnachtsgeld, ein.<br />

Betriebskostenplanung<br />

Bei der Betriebskostenplanung geht es darum, die erwarteten Kosten <strong>und</strong><br />

Ausgaben für den Betrieb Ihres Unternehmens zu planen. Identifizieren <strong>und</strong><br />

59


erfassen Sie alle relevanten Kostenkategorien, die bei Ihrem Geschäftsbetrieb<br />

anfallen. Dazu gehören beispielsweise Miet- <strong>und</strong> Nebenkosten, Personal-<br />

<strong>und</strong> Lohnkosten, Marketing- <strong>und</strong> Werbekosten, Versicherungen, Büromaterial,<br />

Kommunikation, Transport, Wartung <strong>und</strong> Reparaturen, Lizenzkosten<br />

für Software, Hosting für Ihre Webseite, Agenturkosten für Marketing <strong>und</strong><br />

IT-Unterstützung, Buchhaltung, Jahresabschluss, Rechtsberatung, Reisekosten,<br />

Versandkosten sowie andere betriebsspezifische Kosten.<br />

Holen Sie Angebote von Dienstleistern ein <strong>und</strong> sichten Sie, wenn vorhanden<br />

bisherigen Kosten, um eine Basis für die Planung zu haben. Basierend auf<br />

den geplanten Geschäftsaktivitäten prognostizieren Sie die zukünftigen<br />

Ausgaben für jede Kostenkategorie. Nehmen Sie die erwarteten Inflationsraten<br />

<strong>und</strong> Preissteigerungen in Ihre Planung auf, um sicherzustellen, dass<br />

die Kosten angemessen berücksichtigt werden. Basierend auf den prognostizierten<br />

Ausgaben <strong>erstellen</strong> Sie einen detaillierten Kostenplan (Siehe<br />

Datenverarbeitung)<br />

Investitionsplanung<br />

Um die Betriebsbereitschaft herzustellen, müssen Sie in Güter investieren,<br />

die Sie zur Produktion oder Leistungserbringung benötigen. Ermitteln Sie<br />

den Investitionsbedarf, indem Sie den aktuellen Zustand des Unternehmens<br />

<strong>und</strong> die geplanten Geschäftsentwicklungen analysieren. Berücksichtigen<br />

Sie dabei Faktoren wie den Ersatz von veralteten Anlagen oder Ausrüstungen,<br />

die Verbesserung der betrieblichen Effizienz, die Marktanforderungen<br />

oder regulatorische Vorgaben.<br />

Treffen Sie eine f<strong>und</strong>ierte Entscheidung über die Auswahl der Investitionen<br />

<strong>und</strong> deren Anschaffungszeitpunkt. Berücksichtigen Sie dabei die finanzielle<br />

Leistungsfähigkeit des Unternehmens.<br />

Bilanz<br />

Die Bilanz im <strong>Businessplan</strong> stellt eine prognostizierte Version der finanziellen<br />

Position eines Unternehmens zu bestimmten Zeitpunkten in der Zukunft dar.<br />

Ihre Erstellung basiert auf den vorhergehenden Annahmen. Wichtige<br />

60


Aspekte bei der Ausarbeitung einer Planbilanz sind die sorgfältige Festlegung<br />

der zeitlichen Dimension, typischerweise für die nächsten 3-5 Jahre.<br />

Die Planbilanz berücksichtigt den Kapitalbedarf des Unternehmens für den<br />

gesamten Prognosezeitraum, einschliesslich Anfangsinvestitionen <strong>und</strong> laufender<br />

Betriebskosten. Dabei werden die erwarteten Aktiva, wie langfristige<br />

Vermögenswerte (z. B. Anlagen <strong>und</strong> Ausrüstung) <strong>und</strong> kurzfristige Vermögenswerte<br />

(z. B. Vorräte <strong>und</strong> Forderungen), sowie die geplanten Verbindlichkeiten,<br />

wie Darlehen <strong>und</strong> Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, berücksichtigt.<br />

Das Eigenkapital wird als Differenz zwischen den Aktiva <strong>und</strong><br />

den Verbindlichkeiten berechnet.<br />

Gliederung Bilanz<br />

Die Bilanz ist in der Regel in zwei Hauptteile gegliedert, nämlich die Aktivseite<br />

(auch Anlagenseite genannt) <strong>und</strong> die Passivseite (auch Kapitalseite<br />

genannt). Diese Gliederung ist standardisiert <strong>und</strong> wird von Unternehmen<br />

weltweit verwendet.<br />

I. Aktivseite (Anlagenseite):<br />

Die Aktivseite zeigt die Vermögenswerte des Unternehmens, die entweder<br />

langfristig oder kurzfristig gehalten werden.<br />

Anlagevermögen:<br />

a. Immaterielle Vermögenswerte (z. B. Patente, Lizenzen, Markenrechte)<br />

b. Sachanlagen (z. B. Gr<strong>und</strong>stücke, Gebäude, Maschinen)<br />

c. Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen an anderen Unternehmen)<br />

Umlaufvermögen:<br />

a. Vorräte (z. B. Rohstoffe, Zwischenprodukte, Fertigwaren)<br />

b. Forderungen (z. B. aus Lieferungen <strong>und</strong> Leistungen, Kredite an K<strong>und</strong>en)<br />

c. Wertpapiere des Umlaufvermögens (z. B. kurzfristige Wertpapiere)<br />

Liquide Mittel:<br />

a. Bargeld<br />

b. Bankguthaben<br />

61


II. Passivseite (Kapitalseite):<br />

Die Passivseite zeigt die Herkunft des Kapitals, das zur Finanzierung der Aktivseite<br />

verwendet wurde. Sie ist in Eigenkapital <strong>und</strong> Fremdkapital unterteilt.<br />

Eigenkapital:<br />

a. Gezeichnetes Kapital (Stamm- <strong>und</strong> Vorzugsaktien)<br />

b. Kapitalrücklagen (z. B. Gewinnrücklagen, Agio)<br />

c. Gewinnvortrag (nicht ausgeschüttete Gewinne)<br />

Fremdkapital:<br />

a. Langfristiges Fremdkapital (z. B. langfristige Darlehen, Anleihen)<br />

b. Kurzfristiges Fremdkapital (z. B. kurzfristige Darlehen, Verbindlichkeiten<br />

gegenüber Lieferanten)<br />

In einigen Ländern <strong>und</strong> Branchen können spezifische Anforderungen an die<br />

Gliederung der Bilanz bestehen. Darüber hinaus kann es in der Praxis noch<br />

weitere Positionen geben, die je nach Art des Unternehmens oder der Rechnungslegungsstandards<br />

variieren können.<br />

Die Bilanz zeigt das Gleichgewicht zwischen den Vermögenswerten <strong>und</strong><br />

den Finanzierungsquellen eines Unternehmens. Die Summe der Passiva (<br />

Eigenkapital <strong>und</strong> Fremdkapital) muss daher immer der Summe der Aktiva<br />

entsprechen.<br />

Gewinn & Verlustrechnung (Erfolgsrechnung)<br />

Eine Gewinn- <strong>und</strong> Verlustrechnung, auch als Erfolgsrechnung oder Income<br />

Statement bezeichnet, ist eine finanzielle Darstellung der Erträge, Kosten<br />

<strong>und</strong> des Gewinns oder Verlusts eines Unternehmens für einen bestimmten<br />

Zeitraum. Sie dient dazu, die finanzielle Leistung eines Unternehmens zu<br />

analysieren.<br />

Die Gewinn- <strong>und</strong> Verlustrechnung zeigt die jährlichen Erträge <strong>und</strong> Kosten<br />

eines Unternehmens auf <strong>und</strong> ermittelt den Gewinn oder Verlust, indem die<br />

Erträge von den Kosten abgezogen werden. Dabei werden verschiedene<br />

Kategorien von Einnahmen <strong>und</strong> Ausgaben berücksichtigt.<br />

62


Typischerweise umfasst eine Gewinn- <strong>und</strong> Verlustrechnung folgende Positionen:<br />

- Umsatzerlöse: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten oder<br />

Dienstleistungen.<br />

- Materialkosten: Die direkten Kosten, die mit der Herstellung oder Erbringung<br />

der verkauften Produkte oder Dienstleistungen verb<strong>und</strong>en<br />

sind.<br />

- Personalkosten: Die Kosten des Betriebspersonals.<br />

- Betriebliche Aufwendungen: Die Kosten, die im Zusammenhang mit<br />

dem laufenden Betrieb des Unternehmens entstehen<br />

- Abschreibungen: Abschreibungen auf das Anlagevermögen<br />

- Ausserordentliche Aufwendungen <strong>und</strong> Erträge: Einnahmen <strong>und</strong> Ausgaben<br />

mit denen nicht gerechnet werden konnte wie beispielsweise<br />

Schadenfälle.<br />

- Finanzaufwände <strong>und</strong> Finanzerträge: Beispielsweise Zinsen für ein Darlehen<br />

oder Bankguthaben.<br />

- Sonstige Erträge <strong>und</strong> Aufwendungen: Einnahmen <strong>und</strong> Ausgaben, die<br />

nicht direkt mit dem Kerngeschäft zusammenhängen<br />

- Steuern: Die Steuerlast des Unternehmens, wie zum Beispiel Gewerbesteuer.<br />

Am Ende der Gewinn- <strong>und</strong> Verlustrechnung steht entweder ein Gewinn<br />

oder ein Verlust, der die finanzielle Leistung des Unternehmens für den betrachteten<br />

Zeitraum widerspiegelt. Um eine Gewinn- <strong>und</strong> Verlustrechnung<br />

zu <strong>erstellen</strong>, benötigen Sie die Planerträge <strong>und</strong> Aufwendungen auf die wir<br />

vorhergehend eingegangen sind. Weitere Informationen zur Gliederung der<br />

Gewinn <strong>und</strong> Verlustrechnung finden sich in den entsprechenden Gesetzen<br />

der Länder, die Sie im Internet finden.<br />

- Deutschland – Handelsgesetzbuch (HGB)<br />

- Schweiz – Obligationenrecht (OG)<br />

- Österreich – Unternehmensgesetzbuch (UGB)<br />

Liquiditätsplanung<br />

Die Liquiditätsplanung ermöglicht die Prognose der finanziellen Mittel, um<br />

sicherzustellen, dass ein Unternehmen jederzeit über genügend liquide<br />

63


Mittel verfügt, um seinen laufenden Verpflichtungen nachkommen zu können.<br />

Sie wird auf Monatsbasis erstellt, weshalb darauf zu achten ist, das alle<br />

Zahlungsströme auf Monatsbasis erfasst werden.<br />

Stellen Sie die monatlichen Einnahmen <strong>und</strong> Ausgaben gegenüber. Wichtig<br />

ist das Sie alle vermögenswirksamen Transaktionen berücksichtigen. Daher<br />

auch Mehrwertsteuerzahlungen, Vorsteuereinnahmen, Tilgungszahlungen,<br />

Mehrwertsteuerrückerstattungen <strong>und</strong> private Entnahmen. Abschreibungen<br />

werden in der Liquiditätsplanung nicht erfasst, da diese nicht vermögenswirksam<br />

sind. Sie müssen auch Mittelzuflüsse durch Eigenkapitaleinlagen<br />

<strong>und</strong> Darlehen berücksichtigen.<br />

Das monatliche Ergebnis der Liquiditätsplanung ist der Cashflow. Dieser<br />

wird zur bestehenden Liquidität des Vormonates addiert <strong>und</strong> so erhalten<br />

Sie die Liquidität des aktuellen Monats. Die Liquiditätsplanung sollten Sie auf<br />

36 Monate berechnen.<br />

Datenverarbeitung<br />

Wenn Sie eine f<strong>und</strong>ierte Datengr<strong>und</strong>lage in den jeweiligen Bereichen erarbeitet<br />

haben, müssen Sie die Daten aufbereiten. Hierzu empfehle ich Ihnen<br />

die Verwendung eines Tabellenkalkulationstools. Legen Sie eine sinnvolle<br />

<strong>Struktur</strong> fest. Ich empfehle Ihnen, sämtliche Planungen auf Monatsbasis<br />

vorzunehmen, da Sie alle Daten für die spätere Liquiditätsplanung benötigen,<br />

welche auf Monatsebene erstellt werden muss.<br />

Sie sollten auch darauf achten, dass Sie mit Brutto- <strong>und</strong> Nettobeträgen arbeiten,<br />

da Sie bei der Liquiditätsplanung mit den Mehrwertsteuerkapitalflüssen<br />

rechnen müssen, während Sie bei der Erstellung der Gewinn <strong>und</strong><br />

Verlustrechnung (Erfolgsrechnung) ausschliesslich mit Nettobeträgen kalkulieren.<br />

Damit die Finanzplanung einfacher gelingt, können Sie das kostenlose Finanzplantool<br />

von www.dein-business-plan.ch verwenden.<br />

Siehe hierzu Punkt Finanzplanungs-Tools<br />

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Executive Summary <strong>erstellen</strong><br />

Das Executive Summary ist eine kurze Zusammenfassung des <strong>Businessplan</strong>s,<br />

welches am Anfang des Dokuments steht. Es bietet einen Überblick<br />

zu den Kerninformationen des Unternehmens. Das Executive Summary<br />

kann erst erstellt werden, wenn Sie die einzelnen Kapitel Ihres <strong>Businessplan</strong>s<br />

ausgearbeitet haben.<br />

Gliederung & Inhalt<br />

Beim Gliedern <strong>und</strong> Verfassen eines Executive Summary sollten folgende<br />

Punkte berücksichtigt werden:<br />

1. Einleitung: Die Einleitung sollte prägnant <strong>und</strong> ansprechend sein, um<br />

das Interesse des Lesers zu wecken. Sie sollte die Unternehmensvision<br />

<strong>und</strong> den Zweck des <strong>Businessplan</strong>s kurz erläutern.<br />

2. Geschäftsidee: Beschreibung des Vorhabens in 2 – 3 Sätzen.<br />

3. Zielsetzung: Beschreibung der kurz-, mittel-, langfristigen Ziele. Ggf.<br />

Mission <strong>und</strong> Vision in gekürzter Form.<br />

4. Nutzenversprechen: Beschreiben welches K<strong>und</strong>enproblem gelöst<br />

wird bzw. welchen Mehrwert die Lösung verspricht.<br />

5. Zielmarkt: Beschreibung in welchen Märkten die Lösung angeboten<br />

wird. Auflistung der relevantesten Marktinformationen wie z.B. Marktpotenzial,<br />

Marktgrösse, Marktsegmente etc.<br />

6. Zielgruppe: Auflistung der wichtigsten Zielgruppen oder Zielgruppensegmente.<br />

7. Marktzugang: Beschreibung der Vermarktungsstrategie<br />

8. Wettbewerbsumfeld: Auflistung der wichtigsten Wettbewerber mit<br />

kurzer Beschreibung.<br />

9. USP / Wettbewerbsvorteil: Kurze Beschreibung des Wettbewerbsvorteils<br />

<strong>und</strong> der Positionierungsstrategie.<br />

10. SWOT: Kurzfassung der SWOT-Analyse mit jeweils einem Punkt für jedes<br />

Segment.<br />

11. Meilensteinübersicht: Beschreibung der wichtigsten 5-7 Meilensteine<br />

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12. Management: Vorstellung des Management Teams mit Namen <strong>und</strong><br />

Rolle.<br />

13. Finanzielle Zusammenfassung: Auflistung der Umsatz <strong>und</strong> Gewinnzahlen<br />

für die nächsten 3 oder 5 Jahre.<br />

14. Rentabilität: Auflistung der wichtigsten Kennzahlen wie z.B. ROI, ROE,<br />

ROCE etc.<br />

15. Kapitalbedarf: Einschätzung des benötigten Kapitals zur Zielerreichung.<br />

Diese Punkte müssen bei der Erstellung des Executive Summary beachtet<br />

werden.<br />

• Im Executive Summary sollten alle Punkte maximal gekürzt werden.<br />

• Der Investitionsbedarf sollte enthalten sein.<br />

• Die Informationen im Executive Summary, müssen auch im Hauptteil<br />

des <strong>Businessplan</strong>s vorkommen.<br />

• Das Executive Summary muss den Charakter eines eigenständigen<br />

Dokuments haben.<br />

• Es sollten nur die wichtigsten Zahlen <strong>und</strong> Fakten enthalten sein.<br />

• Neutrale Schreibweise. Keine «Ich-Form» verwenden.<br />

• Auf übersichtliche Formatierung achten. Im A4 Format hat sich eine<br />

zweispaltige Formatierung bewährt.<br />

• Beschränkung auf eine A4 Seite (One Pager).<br />

• Maximal 1-2 Grafiken verwenden.<br />

• Die Schriftgrösse sollte angemessen <strong>und</strong> gut lesbar gewählt werden.<br />

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