SchlossMagazin Augsburg+Umgebung Oktober 2024
SchlossMagazin, das Lifestyle Magazin für Augsburg und Umgebung. Schönes Leben in der Region . Jeden Monat TOP aktuell!
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Schönes Leben in der Region .
Jeden Monat TOP aktuell!
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24<br />
Das Lifestyle-Magazin<br />
für Augsburg und Umgebung<br />
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JEDEN MONAT<br />
TOP<br />
AKTUELL!<br />
Schönes Leben in der Region<br />
Light Nights<br />
Strahlende Städte<br />
Leuchtende Augen<br />
Faszination Grusel<br />
Kunst + Kultur<br />
Auszeit auf vier Rädern<br />
Reisen + Erleben<br />
Chalet-Charme<br />
Living + Design
Jeder Ort<br />
lebt von guter<br />
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Einfach für Sie nah.
Editorial | 3<br />
Faszination<br />
Lichtinstallationen haben immer etwas Fas <br />
zinierendes an sich. Sie lassen unsere Welt<br />
magisch erscheinen, beflügeln unsere Fantasie<br />
und erschließen neue visuelle Dimensionen.<br />
Jetzt, wo die Abende länger<br />
geworden sind, machen ab Einbruch der<br />
Dunkelheit sogenannte Light Nights Stadtbummel<br />
zu ganz besonderen Erlebnissen.<br />
Augsburg und Donauwörth zeigen, wie’s<br />
geht. Eine Faszination der ganz anderen<br />
Art übt ein Brauch aus, der – aus Amerika kommend – auch in Europa<br />
Fuß gefasst hat: Halloween. Ursprünglich spiritueller Natur und auf einen<br />
einzigen Tag begrenzt, den Abend vor Allerheiligen, treiben kleine<br />
und große verkleidete Monster jetzt über eine längere Zeitspanne<br />
hinweg ihr Unwesen auf Partys und auf der Straße. Woher kommt<br />
eigentlich diese Faszination des Horrors? Wir gehen der Sache auf<br />
den Grund. Und unterstützen die, die auf ihren Halloween-Feten die<br />
Gäste stilecht verpflegen wollen, mit unseren schauerlich-schönen<br />
Spezial-Rezepten.<br />
Das Ballettensemble des Staatstheater Augsburg hat übrigens einer<br />
faszinierenden Frau ihr neuestes Tanztheaterstück gewidmet: der mexikanischen<br />
Malerin und Feministin Frida Kahlo. In Anlehnung an deren<br />
so freud- wie auch leidvolles Leben hat Ballettchef und Choreograf<br />
Ricardo Fernando ein Feuerwerk an getanzten Bildern gezündet, die zu<br />
Herzen gehen. Und auch andere Events versetzen ihr Publikum ins Staunen,<br />
so die Opernpremiere „Die letzte Verschwörung“, das Sensemble<br />
Theater mit seiner Vision von der (R)Evolution oder das Medienkunstfestival<br />
lab.30 mit seinen kreativen Experimenten.<br />
Besonders faszinierende Erlebnisse hatte auch eine Familie, die ein<br />
halbes Jahr lang mit ihrem Campervan durch die Welt kurvte, von der<br />
Sahara bis in die Arktis. Was die drei Van-Vagabunden erlebten, könnte<br />
ein Buch füllen. Dem <strong>SchlossMagazin</strong> haben sie von ihrer Motivation<br />
berichtet und davon, was der Roadtrip mit ihnen machte und ihnen<br />
brachte. Ein interessanter Er-Fahrungs-Bericht, der unser aktuelles<br />
Reisethema „Wohnwagen und Wellness“ perfekt abrundet.<br />
Stellplätze<br />
für Oldtimer<br />
und Sportwägen<br />
Diese und noch mehr informative und unterhaltende Themen finden Sie<br />
in der vorliegenden <strong>Oktober</strong>ausgabe des <strong>SchlossMagazin</strong>s. Lassen Sie<br />
sich faszinieren!<br />
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4 | Inhalt<br />
Inhalt<br />
Besuchen Sie das <strong>SchlossMagazin</strong><br />
auch auf der Website<br />
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Titelfoto<br />
Nikky Maier<br />
Region aktuell<br />
6 Kurz gefasst ♦ Meldungen aus Kunst, Kultur + Wirtschaft<br />
12<br />
12 In einem Aufwisch<br />
Hochwertig gewebte Geschirrtücher aus dem tim<br />
Serie Augsburg-Design, Teil 5<br />
14 Bestes Klima für Kultur<br />
Das neue Programm der Stadthalle Gersthofen<br />
16 Das Altenstetter Besteck – zurück in Augsburg<br />
Herausragende Goldschmiedekunst im Maximilianmuseum<br />
17 Augsburg zu Fuß ♦ Stadttouren des Online-Magazins Lifeguide<br />
18 Augsburgs Zentrum strahlt.<br />
Light Nights vom 18. bis 20. <strong>Oktober</strong><br />
Bild des Monats<br />
20 Freundschaft ♦ Foto pixnio<br />
Lukullisches<br />
22<br />
22 Einfach mal Wild ♦ Genuss aus der Natur<br />
25 Kolumne: Grüner wird’s nimmer<br />
Fleisch – in Maßen statt in Massen<br />
Beauty + Fashion<br />
26 Schminken wie ein Profi<br />
Das Gesicht konturieren, die Augen hervorheben<br />
28 Stricken liegt im Trend. ♦ Auch die Jugend greift zu den Nadeln.<br />
Gesundheit + Wellness<br />
30 Mikroplastik im Körper ♦ Sind Ablagerungen harmlos oder gefährlich?<br />
32 KI in aller Munde<br />
Wie künstliche Intelligenz die Zahnmedizin revolutioniert.<br />
42<br />
Kunst + Kultur<br />
34 Die Faszination des Horrors ♦ Warum wir Halloween lieben.
Inhalt | 5<br />
46<br />
58<br />
36 Schauerlich-schöner Genuss ♦ Halloween-Party-Rezepte<br />
38 So ein Theater ♦ Regionales Feuilleton<br />
42 Frida ♦ Leid und Lebenslust in getanzten Bildern<br />
Reisen + Erleben<br />
44 „Go with the Flow!“ ♦ Familien-Roadtrip im Campervan<br />
46 Herbstgenuss im rollenden Zuhause<br />
Nahe Wohnmobilisten-Ziele mit Wellness-Garantie<br />
49 Wohnmobil mieten oder kaufen?<br />
Das hängt vom individuellen Bedarf ab.<br />
Sport + Spaß<br />
50 Spielbretter, die die Welt bedeuten (können)<br />
Das Neueste von der SPIEL <strong>2024</strong> in Essen<br />
Motor + Technik<br />
52 Das rote Herz moderner Elektronik<br />
Schlüsselwerkstoff Kupfer<br />
Natur + Garten<br />
54 Obst für alle ♦ Kommunale Initiativen<br />
56 Ammenmärchen und Bauernregeln ♦ Gartenpflege im Herbst<br />
Living + Design<br />
58 Chalet-Charme ♦ Was den Hüttenromantik-Stil ausmacht.<br />
62 Folien-Finish ♦ Möbel aufpeppen leicht gemacht<br />
Promotions<br />
29 Sedlmeir’s Trachtenhof in Schwabaich<br />
Herausragend seit über 35 Jahren<br />
64 Bauen für eine anspruchsvolle Klientel<br />
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08.11., 06.12. ganztags<br />
58 Vorschau + Impressum<br />
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6 | Region aktuell | Kurz gefasst<br />
9./10.11.<strong>2024</strong><br />
Diedorfer Wintergeisterlauf<br />
Jetzt schon vormerken: Wie jedes Jahr am 5. Januar<br />
findet auch 2025 der in der Region einmalige<br />
Perchtenlauf mit den altehrwürdigen Tier- und Geistermasken<br />
des Diedorfer Maskenmuseums, Lindenstraße<br />
1, statt. Fünf maskierte Gruppen aus dem Bezirk<br />
Schwaben und anderen Landstrichen veranstalten ein<br />
„Winteraustreiben“ mit schaurigen Holzmasken, die<br />
Körper eingehüllt in zottelige Felle und behängt mit<br />
lauten Kuhglocken. Das wilde Treiben zieht ab 17:00<br />
Uhr vom Museum über die ganze Straßenlänge bis<br />
zur Festwiese an der Schmuttertalhalle. Dieses Jahr<br />
rechnen die Veranstalter mit 50 maskierten Läufern<br />
und über 500 Zuschauern. Rund ums Neujahrsfeuer<br />
auf der Wiese an der Stadthalle wird ein Maskentheater<br />
mit der Perchtengeschichte gezeigt. Nach dem<br />
Spektakel sind alle Perchten und das Publikum in<br />
den von Holzöfen erwärmten Innenhof des Maskenmuseums<br />
zu Glühwein, Punsch und Tee eingeladen.<br />
Wer mit dem PKW anfährt, kann auf dem Park-and-<br />
Ride-Platz am Bahnhof parken.<br />
Informationen<br />
www.maskenmuseum.de<br />
Foto Maskenmuseum<br />
Die Zweigausstellung<br />
in Aichach<br />
verlängert<br />
bis 2. Februar 2025!<br />
Augsburger Shopping-Night<br />
Zur Eröffnung der Light-Nights lädt am 18. <strong>Oktober</strong><br />
Augsburg Marketing zum entspannten Shoppen ein.<br />
Die Geschäfte der Innenstadt haben bis 23:00 Uhr<br />
geöffnet. Inmitten atemberaubender Illuminationen<br />
bekommen die Besucher:innen aus nah und fern Gelegenheit,<br />
mit Freunden und Familie ausgiebig zu<br />
bummeln.<br />
Informationen<br />
www.augsburg-marketing.de<br />
www.stadtmuseum-aichach.de
Region aktuell | 7<br />
WIR BAUEN !<br />
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in Haunstetten, Bgm. - Widmeier - Straße<br />
1-3 Zimmer Wohnungen mit 40 - 93m² Wohnfläche<br />
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Aichach: Kunst-Antik-Markt<br />
Antiquitäten, edles Porzellan und Silber, Gemälde<br />
oder Klosterarbeiten – beim traditionellen Kunst-<br />
Antik-Markt am 9. und 10. November ist für jeden<br />
Liebhaber und Sammler antiker Kunst etwas geboten.<br />
Drei Wochen vor dem ersten Advent kann im<br />
Sisi-Schloss in Aichach-Unterwittelsbach außerdem<br />
Vorweihnachtsluft geschnuppert werden. Im romantischen<br />
Schlossambiente präsentieren rund 30<br />
Ausstellende ihr Angebot. Einige Künstler:innen<br />
lassen sich vor Ort bei der Arbeit auch über die<br />
Schulter blicken. Großer Beliebtheit erfreut sich jedes<br />
Jahr der Adventmarkt im Schlosshof mit adventlicher<br />
und weihnachtlicher Deko aus Holz und anderen<br />
Materialien. Geöffnet am Samstag von 13:00 bis<br />
18:00 Uhr und am Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr;<br />
Eintritt 2.- Euro<br />
Informationen www.aichach.de/veranstaltungen<br />
Foto AG Aichach<br />
Sensemble:<br />
Qualität – Made in Augsburg<br />
Die Auszeichnung „Qualität – Made in Augsburg“<br />
wird seit 2014 von der Stadt Augsburg an Unternehmen<br />
verliehen, die durch ihre außergewöhnliche<br />
Produkt- bzw. Dienstleistungsqualität überzeugen. Unter<br />
den acht diesjährigen Ausgezeichneten ist auch<br />
das Sensemble Theater, dessen Repertoir von Sprech-,<br />
Musik-, Improvisations- und Ausdruckstheater bis hin<br />
zu Performance und Installation reicht und mit zahlreichen<br />
Uraufführungen von sich reden macht. Seit<br />
2000 hat das Theater seine eigene Spielstätte in der<br />
Kulturfabrik im Augsburger Textilviertel.<br />
Informationen www.augsburg.de<br />
www.sensemble.de<br />
WOBITA-KONZEPT anwendbar<br />
86830 Schwabmünchen • Lilienthalstraße 6<br />
Tel. 08232 / 95 96 30 • www.communis-projektbau.de<br />
MARKTSONNTAG<br />
IN FRIEDBERG<br />
MARTINIMARKT<br />
10. NOVEMBER<br />
Markt 10 bis 18 Uhr,<br />
Geschäfte geöffnet<br />
von 12 bis 17 Uhr<br />
Eine Veranstaltung der Stadt Friedberg<br />
in Zusammenarbeit mit dem Aktiv-Ring Friedberg.<br />
KREATIV-MARKT<br />
IM DIVANO<br />
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MARKT<br />
IN FRIEDBERG<br />
FREITAGS<br />
von 7 bis 13 Uhr<br />
AUF DEM<br />
MARIENPLATZ
8 | Region aktuell | Kurz gefasst<br />
Events in Donauwörth<br />
Die beliebten Schmankerltouren, bei denen die verschiedenen<br />
Menügänge nacheinander in jeweils anderen<br />
Lokalen eingenommen werden, finden in diesem<br />
Herbst am 24. <strong>Oktober</strong> und 7. November statt.<br />
Zum Start fürs Fünf-Gänge-Menü um 18:00 Uhr<br />
trifft man sich beim ersten Restaurant. Passende<br />
Getränke und kleine Überraschungen sind inbegriffen<br />
(Preis pro Person 89.- Euro). Wegen begrenzter<br />
Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unumgänglich.<br />
Am 9. November erstrahlt die Innenstadt wieder in<br />
besonderen Farben. Die Fassaden werden illuminiert,<br />
die Kunstfreunde präsentieren ihre Werke<br />
und auf den Spazierwegen weisen Kerzen den Weg.<br />
Die Kunst- und Lichternacht beginnt um 18:00 Uhr;<br />
die Geschäfte der Innenstadt haben bis 24:00 Uhr<br />
geöffnet.<br />
Informationen und Anmeldung Schmankerltour<br />
www.donauwoerth.de<br />
cid@donauwoeth.de Tel. 0906-789-702<br />
Foto CID<br />
Sketchen im Ballonmuseum<br />
Wer gerne malt und zeichnet, findet jetzt im Ballonmuseum<br />
Gersthofen eine neue Anlaufstelle. Die Betreiber<br />
haben eine Workshopreihe ins Leben gerufen.<br />
Denn das Ballonmuseum mit seinen zahlreichen interessanten<br />
Objekten und spannenden Raumperspektiven<br />
ist eine Quelle der Inspiration für alle Besuchenden.<br />
Sketchen lautet das Zauberwort und meint das<br />
Festhalten von Skizzen in einem visuellen Tagebuch.<br />
Bei den Workshops am Samstag, den 16. November<br />
und Sonntag, den 15. Dezember, jeweils von 11:00 bis<br />
14:00 Uhr, werden bei einem gemeinsamen Rundgang<br />
mit Kursleiterin Lisa Wagner erste Eindrücke im Skizzenbuch<br />
festgehalten, die dann später im Museumsatelier<br />
weiter ausgearbeitet werden. Die Workshops<br />
sind für alle ab 14 Jahre geeignet; Vorkenntnisse sind<br />
nicht erforderlich. Das Material (siehe Website) ist allerdings<br />
selbst mitzubringen.<br />
Wegen begrenzter Teilnehmerzahl bitte anmelden:<br />
ballonmuseum@gersthofen.de, Tel. 0821-2491 506<br />
Informationen www.ballonmuseum-gersthofen.de<br />
Foto Ballonmuseum<br />
CITY-INITIATIVE-DONAUWÖRTH e.V.<br />
Gemeinsamkeit macht stark !<br />
Herbstmarkt<br />
mit Einkaufssonntag<br />
Vom 12. bis 13. <strong>Oktober</strong><br />
findet der Donauwörther Herbstmarkt<br />
von der Spitalstraße übers<br />
Ried bis in die Bahnhofstraße<br />
statt. Ab Samstag, 9 Uhr kann<br />
wieder nach Herzenslust über<br />
den Markt geschlendert werden,<br />
am Sonntag ab 10:15 Uhr, von<br />
13 bis 18 Uhr öffnen außerdem<br />
die Geschäfte der Innenstadt.<br />
Kunst- und<br />
Lichternacht<br />
Am 9. November ab 18 Uhr<br />
erstrahlt die Donauwörther Innenstadt<br />
nachts wieder in besonderen<br />
Farben. Die Kunst- und Lichternacht<br />
ist seit über 16 Jahren über<br />
die Grenzen Donauwörths hinaus<br />
bekannt für die beeindruckenden<br />
Lichtinstallationen und Kunstausstellungen<br />
in den geöffneten<br />
Geschäften der Innenstadt.<br />
www.cid-donauwoerth.de
Region aktuell | 9<br />
Textilmarkt<br />
im tim<br />
23./24.11.<strong>2024</strong><br />
Kunst und Handwerk aus 66 Ateliers<br />
im Textilmuseum Augsburg (tim)<br />
www.textilmarkt-im-tim.de<br />
Neuburg: Vorträge im Stadtmuseum<br />
Vor genau 450 Jahren vermählte sich Pfalzgraf Philipp<br />
Ludwig von Pfalz-Neuburg mit Prinzessin Anna<br />
von Kleve. Zur berühmten „Neuburger Fürstenhochzeit“<br />
von 1574 wird am 18. <strong>Oktober</strong> um 18:00 Uhr<br />
ein kostenfreier Vortrag angeboten. Der Referent Dr.<br />
Raphael Beuing vom Bayerischen Nationalmuseum<br />
widmet sich u. a. den Turnieren und den Kostümentwürfen<br />
des Künstlers Hans Donauer. Am 27. <strong>Oktober</strong><br />
um 14:00 Uhr gibt es einen Vortrag mit dem Titel<br />
„Der Kronprinz in der Weinschenke“: Im Jahr 1824<br />
ließ der bayerische Kronprinz und spätere König<br />
Ludwig (I.) ein fröhliches Zechgelage mit deutschen<br />
Künstlern in Rom als Gemälde verewigen. Der Referent<br />
Dr. Michael Teichmann, Kurator der aktuellen<br />
Wein-Ausstellung im Stadtmuseum, beleuchtet die<br />
kulturhistorischen Hintergründe des Gruppenporträts,<br />
das zu den beliebtesten Bildern der Neuen Pinakothek<br />
München zählt.<br />
Informationen www.stadtmuseum-neuburg.de/aktuelles<br />
Im Bild (ganz o.) Catel, Franz Ludwig, Der Kronprinz in der<br />
Weinschenke, (darunter) Hans Donauer, Kostümentwürfe<br />
Fürstenhochzeit<br />
Fotos Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Bayerische<br />
Staatsgemäldesammlungen München<br />
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WEISS? BLAU? ROT?<br />
Vom Wein in Neuburg an der Donau<br />
Stadtmuseum Neuburg<br />
Amalienstraße A19<br />
86633 Neuburg an der Donau<br />
www.stadtmuseum-neuburg.de<br />
Stadtmuseum<br />
Neuburg an der Donau<br />
15.9. – 29.12.<strong>2024</strong><br />
Di – So 10 – 18 Uhr
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Fr., 15. Nov <strong>2024</strong><br />
Stadthalle<br />
Schwabmünchen<br />
50% der Ticketerlöse gehen an gemeinnützige Einrichtungen<br />
in der Stadt Schwabmünchen.<br />
Tickets unter<br />
kultur-schwabmuenchen.de/tickets<br />
BENEFIZKONZERT<br />
Mi., 20. Nov <strong>2024</strong><br />
Stadthalle Schwabmünchen<br />
Am Ende des Konzertes bitten wir um großzügige Spenden<br />
für das Bundeswehr-Sozialwerk und die Aktion Sorgenkinder<br />
Kostenlose Tickets:<br />
Kulturbüro Schwabmünchen, Fuggerstr. 50. Tel.: 08232 9633 182<br />
Gersthofen:<br />
Ausstellung „Raum für 10“<br />
Bis 7. November ist im Gersthofer Rathaus die<br />
Kunstausstellung „Raum für 10“ zu sehen. Organisiert<br />
wird diese von Günter Utz und dem Kulturkreis<br />
Gersthofen. Die zehn Künstlerinnen des<br />
Kunstauxomaten vom Augsburger<br />
Stadtmarkt verlassen für<br />
diese Ausstellung das Kleinstformat<br />
und präsentieren ihre<br />
größeren Werke, darunter Malereien,<br />
Zeichnungen im XL-<br />
Format sowie Installationen und<br />
Grafiken, zusätzlich aber auch<br />
ihre Miniaturarbeiten. Die Ausstellung<br />
kann zu den üblichen<br />
Rathaus-Öffnungszeiten besichtigt<br />
werden.<br />
Informationen www.gersthofen.de<br />
Foto Turid Schuszter<br />
10 | Region aktuell | Kurz gefasst<br />
Beethoven &<br />
Mendelssohn<br />
Die „Große Sonate für das<br />
Hammerklavier" Op. 106 von<br />
Beethoven gehört zweifelsohne<br />
zu den schwierigsten<br />
Wer ken, die je für Klavier<br />
komponiert wurden. Deshalb<br />
wird diese großartige<br />
Musik leider nur sehr selten<br />
öffentlich gespielt. Die<br />
Hammerklavier-Sonate ist bis heute zukunftsweisende,<br />
horizonterweiternde Musik. Beethoven selbst<br />
schrieb, dass erst diese Komposition ihm die Türe<br />
aufgemacht hat, seine neunte Symphonie komponieren<br />
zu können. Das Publikum in Augsburg und<br />
Aichach hat nun die seltene Chance, dieses unvergleichliche<br />
Werk, gepaart mit ausgewählten „Liedern<br />
ohne Worte“ von Felix Mendelssohn, live zu erleben.<br />
Am 18. <strong>Oktober</strong> bringt der amerikanische Pianist<br />
Joshua Rupley die Werke im Sisi-Schloss in Aichach<br />
zu Gehör, am 25. <strong>Oktober</strong> im Kleinen Goldenen Saal<br />
in Augsburg, jeweils 20:00 Uhr.<br />
Informationen und Tickets<br />
https://joshuarupley.com/produkt/beethoven-mendelssohn-<strong>2024</strong>/<br />
Im Bild Joshua Rupley ♦ Foto Presse<br />
St. Vinzenz: Konzert „Eingeladen“<br />
Am Sonntag, dem 3. November, lädt die Liedermacherin<br />
Stefanie Schwab zu einem besonderen Konzert mit dem<br />
Titel „Eingeladen“ in die Mutterhauskirche der Barmherzigen<br />
Schwestern, Gögginger<br />
Straße 94, Augsburg, ein. In<br />
ihren Songs thematisiert die<br />
Musikerin Aspekte wie Frieden,<br />
Freundschaft, die Kunst<br />
des Älterwerdens sowie die<br />
liebevolle Erinnerung an die<br />
Großmutter. Musikalisch reicht<br />
ihr Repertoire von gefühlvollen<br />
Balladen mit klassischen<br />
Elementen bis hin zu Folk<br />
und Blues. Stefanie Schwab<br />
begleitet sich selbst am Klavier oder an der Gitarre und<br />
schafft so eine intime Atmosphäre für ihre Zuhörer.<br />
Nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, mit Stefanie<br />
Schwab ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung<br />
beginnt um 16:30 Uhr und der Eintritt ist frei. Spenden<br />
kommen dem Mädchen- und Frauensozialprojekt<br />
„Archana" in Indien zugute.<br />
Informationen www.stefanieschwab.de<br />
Foto Martin Schwab
Region aktuell | 11<br />
Schrobenhausener<br />
Kulturherbst<br />
Die Veranstaltungsreihe Schrobenhausener<br />
Kulturherbst hat sich zu<br />
einer festen Institution für alle<br />
Kulturbegeisterten entwickelt, die<br />
auch über die Stadtgrenzen hinaus<br />
bekannt ist. Als vierte Veranstaltung<br />
am Samstag, den 26. <strong>Oktober</strong>, findet um 17:00 Uhr in der<br />
Stadtpfarrkirche St. Jakob ein besonderes Konzert zum Thema „Freud<br />
und Leid“ statt. Organisiert von Karin Kraus-Mörtl, thematisieren die<br />
Sänger und Musiker musikalisch die Höhen und Tiefen des Lebens. Das<br />
Programm reicht von Film- und Orgelmusik über Evergreens und bayrische<br />
Volksmusik bis hin zu Klassik und Popsongs. Der Eintritt ist frei;<br />
Spenden zugunsten der Trauerbegleitung von Menschen mit schweren<br />
Schicksalsschlägen sind willkommen.<br />
Eine Führung über den alten Friedhof in Schrobenhausen bietet Kreisheimatpfleger<br />
Hans Hammer am Sonntag, den 10. November, von 15:00<br />
bis 16:30 Uhr an. Am Mittwoch, den 13. November, um 18:30 Uhr, präsentieren<br />
Julia Boegershausen und Björn Bewerich im Blauen Saal der<br />
vhs Schrobenhausen (3. Stock) Erich Kästners Gedichtzyklus „Die 13<br />
Monate“.<br />
Ein besonderes Highlight findet am Sonntag, den 17. November, um<br />
19:00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Jakob statt. Dort wird das Requiem<br />
d-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Der<br />
Schrobenhausener Lenbach-Chor und das Arsatius Consort präsentieren<br />
dieses bedeutende Chor-Orchester-Werk, das zu den bekanntesten<br />
der Musikgeschichte zählt und Mozarts meisterhafte Vertonung des<br />
Textes der katholischen Totenmesse zeigt. Am Freitag, den 22. November<br />
um 20:00 Uhr, entführt das Trio Quetschendatschi das Publikum im<br />
Herzog-Filmtheater in die mystische Atmosphäre der Rauhnächte.<br />
Informationen und Anmeldungen<br />
www.vhs-sob.de<br />
Im Bild Quetschendatschi<br />
Foto Anja Bach<br />
Augsburg: Altstadt-<br />
Herbstleuchten<br />
Auch in diesem Jahr verwandelt<br />
sich die Augsburger Altstadt wieder<br />
in ein leuchtendes Herbstmärchen.<br />
Die beliebte Installation „Altstadt-<br />
Herbstleuchten“ taucht ab sofort<br />
die Altstadtgassen in ein zauberhaftes<br />
Licht. Auf dem Altstadtweg<br />
zwischen Judenberg und Vogeltor<br />
schmücken zahlreiche Lam penschirme<br />
die Straßen und Kanäle und schaffen<br />
so eine magische Atmosphäre<br />
für alle Besucherinnen und Besucher.<br />
Die Installation wird in Zusammenarbeit<br />
mit dem Verein „Altstadt<br />
Augsburg Aktiv e.V." realisiert.<br />
Insgesamt wurden 28 große und 20<br />
kleine Lampenschirme entlang des<br />
Wegs installiert. Einige davon erstrahlen<br />
bei Einbruch der Dunkelheit,<br />
bis sie Mitte November von<br />
der Weihnachtsbeleuchtung abgelöst<br />
werden.<br />
Informationen www.augsburg-city.de<br />
Foto Martin Augsburger<br />
www.schrobenhausen.de<br />
KULTUR<br />
HERBST<br />
<strong>2024</strong><br />
SCHROBENHAUSEN<br />
OKTOBER UND NOVEMBER
12 | Region | Serie Augsburg-Design, Teil 5<br />
In einem Aufwisch<br />
Hochwertig gewebte Geschirrtücher aus dem tim<br />
Bezug auf die Stadt Augsburg als ehemalige Hochburg der Textilherstellung<br />
nehmen die nach alter Tradition gewebten Geschirrtücher, die die Weberinnen<br />
und Weber des Staatlichen Textil- und Industriemuseums tim anfertigen. Erhältlich<br />
sind die hochwertigen Stücke u. a. im Museumsshop.<br />
Fotos tim, <strong>SchlossMagazin</strong> u.a.<br />
Allein schon die Haptik der Tücher überzeugt. Wer eines davon<br />
in Händen hält, spürt die herausragende Qualität der Textilien,<br />
die im Museum in aufwendiger Jacquard-Technik auf einer<br />
Hightech-Greifer-Webmaschine (mit über 6.100 einzeln elektronisch<br />
angesteuerten Kettfäden bei max. 700 Schusseinträgen pro Minute)<br />
bzw. auf historischen Webstühlen gewebt und dann im Shop konfektioniert<br />
werden. Es gibt sie in zahlreichen Farben, Bindungen und<br />
Mustern, die großenteils einen Bezug zu Augsburg besitzen und diesen<br />
auch zeigen. Geschirrtücher braucht wirklich jeder und so liegt man mit<br />
einem solchen Tuch als Geschenk oder Erinnerungsstück an einen Augsburg-Besuch<br />
stets auf der sicheren Seite. Mit ihrem Erwerb vereint die<br />
Käuferin oder der Käufer praktischen Nutzen mit lebendiger Erinnerung<br />
an den Herstellungsort Augsburg und eine gute Tat quasi in einem Aufwisch.<br />
Denn mit den Verkaufserlösen aus dem Museumsshop unterstützt<br />
dessen Betreiber, der Förder- und Freundeskreis tim e.V., den Unterhalt<br />
des Museums.<br />
Brigitte Eder leitet ehrenamtlich den<br />
Museumsshop im tim. ♦ Foto Förderund<br />
Freundeskreis tim
Region | 13<br />
Qualitäts-Produkte<br />
Brigitte Eder ist seit drei Jahren ehrenamtliche Shopleiterin,<br />
2. Vorsitzende des Vereins und kann die besondere<br />
Qualität der Produkte nur bestätigen: „Bei der<br />
Textilherstellung an unseren Webmaschinen im tim<br />
verzichten wir bei den verwendeten Garnen bewusst<br />
auf chemische Behandlungen. Stattdessen arbeiten wir<br />
mit gezwirnten Kett- und Schussfäden. Das hat zur Folge,<br />
dass die so gefertigten Textilprodukte erst nach der<br />
ersten Wäsche ihr endgültiges Volumen erreichen. Dieses<br />
reduziert sich einmalig um etwa zehn Prozent. Damit<br />
die tim-Handtücher ihre hervorragende Saugkraft<br />
voll entfalten können, sind mehrere Waschgänge nötig.<br />
Erst durch das Waschen öffnen sich die zuvor stark<br />
gedrillten Fasern und können ihre Trocknungsaufgabe<br />
erfüllen.“ Brigitte Eder wuchs als Kind quasi im Kurzwarenladen<br />
der Mutter auf und hatte auch während ihrer<br />
Berufstätigkeit, unter anderem in der IT-Abteilung<br />
der Firma ELBEO, stets einen engen Bezug zu Textilien.<br />
Diese Leidenschaft erfüllt sie nun auch als Ruheständlerin<br />
mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im tim mit Leben<br />
– wie die anderen sieben Personen, die sich mit ihr<br />
im Shop engagieren.<br />
Signature-Muster und -Macharten<br />
Viele der Muster repräsentieren die Herstellungs-<br />
Stadt Augsburg. So stammt das Motiv des baumwollnen<br />
NAK-Jacquard-Geschirrhandtuchs aus der NAK<br />
Mustersammlung aus dem 18. Jahrhundert. An den in<br />
Augsburg geborenen, berühmten Schriftsteller Bert<br />
Brecht erinnert das 3D-Geschirrtuch „Brecht“, auf<br />
dem dessen Konterfei mehrfach abgebildet ist. Besonders<br />
deutlich zu seiner Herkunft bekennt sich das<br />
sog. Gruben-Geschirrhandtuch mit der Namenseinwebung<br />
„Made in Augsburg“. Dabei handelt es sich um<br />
ein schweres, strapazierfähiges und unempfindliches<br />
Handtuch in karierter, schwarz-weißer Köperbindung<br />
mit rotem Schriftzug. Eine Variante ist das sog. Bleicher-Handtuch,<br />
dessen weißes Webkaro mit jeder Wäsche<br />
etwas heller wird. Blau-weiß kariert nennt sich<br />
das Tuch Schlosser-Geschirrhandtuch, dessen Name<br />
auf seine ursprüngliche Verwendung hinweist. Gewebt<br />
werden alle drei Tücher auf einem historischen,<br />
sogenannten Saurer Schützenwebstuhl mit Schaftmaschine<br />
und Namenszugjacquarette. Sein außergewöhnliches<br />
Gewebe macht das Fugger-Barchent-Geschirrhandtuch<br />
zu etwas ganz besonders Wertvollem:<br />
Bei der Webart Barchent besteht die Kette (Längsfäden)<br />
aus Leinen, der Schuss (Querfäden) aus Baumwolle.<br />
Der Barchent kombiniert dementsprechend die<br />
hervorragenden Eigenschaften zweier Naturfasern:<br />
die Strapazierfähigkeit des Leinens mit der Geschmeidigkeit<br />
der Baumwolle.<br />
Know-how aus dem Mittelalter<br />
Der Barchent war eine der großen technischen Innovationen<br />
des Mittelalters. Für die Fugger bildete er die<br />
Grundlage für ihren Aufstieg von einer Weberfamilie<br />
zur weltweit tätigen Handels- und Bankiersdynastie<br />
der Renaissance-Zeit. Ihr Stammvater Hans Fugger,<br />
der 1367 in Augsburg Bürgerrecht erhielt, verdankte<br />
vor allem der Kunst des Barchentwebens Ansehen und<br />
Wohlstand. Das im tim angebotene Handtuch wird<br />
nach der Tradition der Barchentweberei in klassischer<br />
Köperbindung hergestellt. Verwendet wird ein mechanischer<br />
Unterschlägerwebstuhl des 19. Jahrhunderts<br />
aus der früheren Leinweberei Droßbach in Asbach-<br />
Bäumenheim. Entwurf und Realisierung liegt in den<br />
Händen der Webmeister im tim. Das Handtuch ist mit<br />
und ohne eingesticktem Fugger-Wappen erhältlich.<br />
Übrigens: Wer personalisierte textile Geschenke in<br />
größerer Stückzahl sucht (die sich auch noch leicht<br />
transportieren lassen), kann im Shop nach Tüchern<br />
mit individuellen Motiven fragen. Und zu Weihnachten<br />
gibt es im Shop zusätzlich spezielle Tücher mit<br />
Weihnachtsmotiven, die jährlich wechseln.<br />
Eine Auswahl der Handtücher kann man auch online erwerben<br />
oder in der Tourist-Info bzw. in Augsburger Museumsshops<br />
finden, aber der „analoge“ Shop im tim bietet<br />
noch andere Schnäppchen mit regionalem Bezug von<br />
Designern und Herstellern aus der Augsburger Gegend.<br />
Die Angebotspalette reicht von dekorativen und praktischen<br />
Textilien wie Mützen oder Planen-Taschen über<br />
humorvolle Postkarten bis zu einschlägiger Literatur. <br />
Informationen www.timbayern.de<br />
www.shop.tim-foerderverein.de
14 | Region | Stadthalle Gersthofen<br />
Die Bigband Jazzrausch feiert ihr zehnjähriges Bestehen. ♦ Foto Sebastian Reiter<br />
Bestes Klima für Kultur<br />
Das neue Programm der Stadthalle Gersthofen<br />
Kulturamtsleiter Uwe Wagner ist stolz, auch in der kommenden Winterspielzeit<br />
dem Publikum prominente Künstler:innen in der Stadthalle von Gersthofen<br />
präsentieren zu können. Bereits zum Start der Saison ist Star-Pianist Joja Wendt<br />
(13. <strong>Oktober</strong>) zu Gast; Jazzrausch (16. November) und German Brass (30. November)<br />
bringen brillant die ultimativen Gegensätze von Jazz nach Gersthofen.<br />
Weiter geht es auch mit der Humor-<br />
Offensive: Politisches Kabarett wird<br />
genauso zelebriert wie urkomische<br />
Comedy: Urban Priol (25. <strong>Oktober</strong>),<br />
Stefan Leonhardsberger (3. November), Hagen Rether<br />
(8. November), Erwin Pelzig (29. November) und<br />
Willy Astor (26. Januar 25) werden in der Stadthalle<br />
die Zuschauer begeistern. Der Schweizer Comedy-<br />
Star Alain Frei reist 2025 sogar zu einem Doppeltermin<br />
an (6. und 7. Februar).<br />
Theater-Fans dürfen sich auf mehr als ein Highlight<br />
freuen: Bereits im <strong>Oktober</strong> wird Sky du Mont erwartet<br />
– zu einer szenischen Lesung (12. <strong>Oktober</strong>), die<br />
den Fall der Nibelungen im Stil einer Gerichtshow auf<br />
die Bühne bringt. Außerdem jagt Sherlock Holmes<br />
den Hund der Baskervilles (2. November) und die<br />
Hamburger Kammerspiele inszenieren „Der koschere<br />
Himmel“ (7. Dezember) – auch hier mit hochkarätiger<br />
Besetzung: Markus Majowski, bekannt aus Film und<br />
Fernsehen, spielt in Gersthofen. Witzig, schräg und<br />
warmherzig wird es auch mit dem Thalbach-Trio<br />
Katharina, Anne und Nellie – perfekt zum Fest, wenn es<br />
heißt „Weihnachten bei den Thalbachs“ (6. Dezember).<br />
Auch für 2025 gibt Uwe Wagner schon den ein oder<br />
anderen Tipp: „Auch das neue Jahr beginnt mit ordentlich<br />
musikalischer Power: Heinz Rudolf Kunze,<br />
Viva Voce mit der Premiere ihres neuen Bühnenprogramms<br />
und Bodo Wartke werden die Instrumente<br />
bzw. Stimmbänder in Schwung bringen.“ <br />
Informationen, Programm und Tickets<br />
www.stadthalle-gersthofen.de
Region | 15<br />
Szene aus „Der koschere Himmel“ ♦<br />
Foto Bo Lahola<br />
Viva Voce ♦ Foto Christopher Civitillo<br />
The Ukulele Orchestra of Great Britain<br />
♦ Foto Stefan Mager<br />
Alain Frei ♦ Foto Mike Wahrlich<br />
Werner Schmidbauer ♦ Foto Mena Zoo<br />
NEUE WORKSHOPREIHE<br />
SKETCHEN<br />
IM BALLONMUSEUM<br />
Sa.,16.11.<strong>2024</strong> | So., 15.12.<strong>2024</strong><br />
jeweils 11 bis 14 Uhr.<br />
Für Einsteiger und Fortgeschrittene<br />
ab 14 Jahren. Keine Vorkenntnisse erforderlich.<br />
Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung erbeten:<br />
ballonmuseum@gersthofen.de | Tel. 0821 2491-506<br />
Ballonmuseum Gersthofen<br />
Bahnhofstr. 12 | 86368 Gersthofen<br />
Öffnungszeiten: Mi., Fr. 13 – 17 Uhr | Do. 10 – 18 Uhr,<br />
Sa., So., Feiertage 10 – 17 Uhr<br />
www.ballonmuseum-gersthofen.de
16 | Region | Altenstetter Besteck<br />
Das Altenstetter<br />
Besteck – zurück<br />
in Augsburg<br />
Herausragende Goldschmiedekunst<br />
im Maximilianmuseum<br />
Das sog. „Altenstetter Besteck“, gefertigt vom Augsburger<br />
Goldschmied David Altenstetter (um<br />
1547–1617), kehrt nach einer längeren<br />
Odyssee nach Augsburg zurück. Dank<br />
eines Unterstützers der Augsburger<br />
Kunstsammlungen & Museen konnte<br />
es nun erworben werden. Er stellt<br />
es dem Maximilianmuseum<br />
als Dauerleihgabe zur<br />
Verfügung.<br />
Altenstetter Besteck, Einzelteile, David<br />
Altenstetter, Augsburg 1615 ♦ Fotos<br />
Christie, Manson & Woods Ltd.<br />
Die 40-teilige Besteckgarnitur<br />
wurde anno<br />
1615 wohl für den Wittelsbacher<br />
Herzog Maximilian<br />
I. von Bayern angefertigt.<br />
Das Messer, Gabel und Löffel umfassende<br />
Set, verziert in der komplexen<br />
und komplizierten Technik<br />
des Tiefschnitt-Emailles und teilweise<br />
mit dem Beschauzeichen der<br />
Zirbelnuss versehen, stellt den<br />
technischen Höhepunkt Augsburger<br />
Goldschmiedekunst dar. Aufgrund<br />
seiner herausragenden kulturhistorischen<br />
Bedeutung ist die<br />
Besteckgarnitur, Hauptwerk der<br />
Augsburger Renaissancekunst, sogar<br />
als „oldest complete cutlery set”<br />
in das Guinness Book of World Records<br />
eingegangen. Es befand sich<br />
seit der Mitte des 18. Jahrhunderts<br />
im Besitz der bedeutenden Augsburger<br />
Bankiersfamilie von Münch.<br />
Die Existenz der Garnitur war bis<br />
2005 gar nicht bekannt. Ihre Entdeckung<br />
galt als Sensation. Nach<br />
Bestätigung der Echtheit des Sets<br />
im Jahr 2005 bemühte sich die<br />
Stadt Augsburg bereits damals,<br />
das wertvolle Objekt zu ersteigern<br />
– leider ohne Erfolg. Bei der<br />
Auktion bei Christie’s in London<br />
erzielte es seinerzeit den Rekordpreis<br />
von 1.240.000 Britischen<br />
Pfund und ging an einen Privatsammler<br />
in den USA. Nach knapp<br />
20 Jahren kam das Altenstetter-<br />
Besteck in diesem Jahr erneut auf<br />
den internationalen Kunstmarkt –<br />
und fand nun den Weg zurück in<br />
die „Heimat“. Das Ensemble, zu dem<br />
noch drei Salzfässer des Augsburger<br />
Goldschmieds Thomas Zainer<br />
gehören, dokumentiert die hohe<br />
Kunstfertigkeit, für die die Goldschmiede<br />
der Reichsstadt Augsburg<br />
berühmt waren. <br />
Informationen<br />
www.kmaugsburg.de/altenstetter-besteck
Walkable City | Region | 17<br />
Augsburg zu Fuß<br />
Bei einer Tour zu Fuß lassen sich z. B.<br />
die Lechkanäle gut entdecken.<br />
Foto Martin Augsburger<br />
Stadttouren des Online-Magazins Lifeguide<br />
Das Online-Magazin Lifeguide Augsburg präsentiert gemeinsam mit der<br />
Regio Augsburg Tourismus Stadttouren, die bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad<br />
oder dem ÖPNV absolviert werden können.<br />
Mit ihren historischen Gebäuden, Wasserläufen<br />
und grünen Oasen lockt Augsburg<br />
als fußgängerfreundliche Stadt<br />
mit vielfältigen Möglichkeiten, Schönes<br />
und Neues in ihr zu entdecken. Dieses Potential einer<br />
„Walkable City" stellt der Lifeguide Augsburg, das Online<br />
Portal für nachhaltiges Leben, in Kooperation mit<br />
der Regio Augsburg Tourismus in einer speziellen Serie<br />
vor. Auf den Touren können Gäste wie Einheimische<br />
die Stadt entspannt erkunden. Barrierefreiheit, z.<br />
B. dank abgesenkter Bordsteine für Rollstühle und<br />
Kinderwagen, eine fußgängerfreundliche Gestaltung,<br />
ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, schattige<br />
Plätze und Wasserquellen zur Kühlung im Sommer – das<br />
alles sind Merkmale einer „Walkable City“, die in Augsburg<br />
vielerorts bereits vorhanden sind.<br />
Götz Beck, Geschäftsführer der Regio Augsburg Tourismus,<br />
schätzt die Bedeutung von Walkable Cities hoch<br />
ein: „Walkable Cities spielen im Tourismus eine große<br />
Rolle. Sie ermöglichen Besuchenden, eine Stadt authentisch<br />
und entspannt zu erleben. Fußgängerfreundliche<br />
Städte beleben den lokalen Handel, da Reisende<br />
eher in Geschäfte und Restaurants einkehren, die sie<br />
zu Fuß erreichen. Zudem fördern sie die Nachhaltigkeit,<br />
indem sie den motorisierten Verkehr verringern.“<br />
Den Anfang der Serie „zum Nachlaufen“ macht eine<br />
Tour zum Thema Wasser in der UNESCO-Welterbe-<br />
Stadt: Zu ihr zählen neben den Welterbe-Stationen<br />
auch Lauschtouren wie z. B. die „WaSserleben“, eine<br />
Übersicht über die vorhandenen Trinkbrunnen, Einkehrmöglichkeiten<br />
am Wasser sowie kulturelle Besonderheiten<br />
zum Thema.<br />
Die „Walkable City“-Touren im Lifeguide Augsburg<br />
sind an dem grünen Fußabdruck in den Artikelbildern<br />
erkennbar.<br />
<br />
Informationen www.lifeguide-augsburg.de<br />
www.augsburg-tourismus.de/de/walkable-city<br />
www.lifeguide-augsburg.de/de/magazin/walkable-city
18 | Region | Light Nights<br />
Augsburgs Zentrum strahlt.<br />
Light Nights vom 18. bis 20. <strong>Oktober</strong><br />
Augsburg feiert die Rückkehr eines ganz besonderen Ereignisses: Vom 18.<br />
bis 20. <strong>Oktober</strong> verwandeln die Light Nights die Innenstadt wieder in ein<br />
faszinierendes Meer aus Licht und Farben.<br />
Fotos Martin Augsburger<br />
Unter der Regie von Augsburg Marketing<br />
tauchen Besucherinnen und Besucher täglich<br />
von 19:00 bis 23:00 Uhr in ein visuelles<br />
Spektakel ein, das die historischen<br />
Straßen und Gebäude der Stadt in ein leuchtendes Zukunftsszenario<br />
verwandelt.<br />
In diesem Jahr richtet sich der thematische Blick in<br />
die Sterne und unendlichen Weiten des Universums.<br />
Bekannte Plätze, Straßen und Fassaden werden<br />
durch innovative Lichtinstallationen, Animationen<br />
und beeindruckende 3D-Mappings in Szene gesetzt.<br />
Drei Tage lang bietet die Innenstadt eine Bühne für<br />
künstlerische Visionen, die sich durch ihre Dynamik<br />
und Farbintensität von der urbanen Umgebung<br />
abheben. Das Festival spricht alle Altersgruppen an<br />
und lädt dazu ein, die Stadt in einem völlig neuen<br />
Licht zu erleben.<br />
Besonders in diesem Jahr: Zum ersten Mal ist die Moritzkirche<br />
Teil des Programms. Die von Stararchitekt<br />
John Pawson vor über einem Jahrzehnt modernisierte<br />
Kirche besticht durch ihr minimalistisches Design<br />
und wird für die Light Nights zur idealen Leinwand<br />
für ein außergewöhnliches Lichtspektakel. Ein echtes<br />
Highlight sind die vier geplanten Shows, die von Live-<br />
Orgelmusik begleitet werden. Stefan Saule, Konzertorganist<br />
der Moritzkirche, wird live die Suite aus dem<br />
berühmten Science-Fiction-Film „Interstellar“ spielen –<br />
eine einzigartige Kombination aus Musik und Licht, die<br />
für Gänsehautmomente sorgen wird.<br />
Die Light Nights sind kostenlos zugänglich. Für ein<br />
zusätzliches kulinarisches Angebot sorgt auch in<br />
diesem Jahr der Augsburger Stadtmarkt, der an allen<br />
drei Tagen bis 23:00 Uhr geöffnet hat.<br />
<br />
Informationen und das detaillierte Programm<br />
www.augsburg-city.de/lightnights
SHOPPING-NIGHT<br />
DANKE AN UNSERE PARTNER UND SPONSOREN
20 | Bild des Monats | Freundschaft
Bild des Monats | 21<br />
Freundschaft<br />
Die Natur reicht uns die Hand der Freundschaft,<br />
sie lädt uns ein, damit wir uns<br />
an ihrer Schönheit erfreuen …<br />
Khalil Gibran, libanesisch-amerikanischer Dichter,<br />
1883 – 1931<br />
Foto pixnio
22 | Lukullisches | Wildgerichte<br />
Wildbret, wie das Fleisch von Wildtieren genannt wird, ist gesund und lecker.<br />
Die Qualitäten liegen einerseits in seinen vitamin- und nährstoffreichen sowie<br />
cholesterin- und fettarmen Eigenschaften. Es ist auch reich an essentiellen<br />
Omega-3-Fettsäuren. Außerdem zeichnet sich Wildfleisch durch eine besonders<br />
delikate Geschmacksnote aus.<br />
Einfach mal Wild<br />
Genuss aus der Natur<br />
Fotos Merle Weidemann<br />
Reh, Hase & Co. sind eine echte Bereicherung<br />
für die Küche. In Sachen Nachhaltigkeit<br />
ist es jedoch wichtig, dass das Fleisch<br />
aus Deutschland, besser noch aus der Region<br />
stammt. Manche Metzgereibetriebe vor Ort bieten<br />
Wild an. Auch auf Wochenmärkten kann man es von<br />
spezialisierten Händlern bekommen. Im Internet wird<br />
man ebenfalls fündig. Doch wegen des anfallenden<br />
Verpackungsmülls ist die Versandvariante nicht besonders<br />
umweltfreundlich. Die zuverlässigste Quelle<br />
stellen die örtlichen Jäger dar. Welche unter ihnen<br />
Wildfleisch verkaufen, darüber informiert die Kreisjägerschaft<br />
oder das Forstamt.<br />
Frisches Wildbret ist vor allem in den Herbst- und<br />
Wintermonaten erhältlich. Die Jagdsaison für das beliebte<br />
Rehwild mit seiner feinen Faserstruktur und<br />
dem aromatischen Geschmack beginnt sogar schon<br />
Mitte Mai und dauert bis Januar. Damit ist Rehfleisch<br />
über einen langen Zeitraum im Handel – genauso wie<br />
das Fleisch von Wildschwein-Frischlingen, die sogar<br />
das ganze Jahr über gejagt werden dürfen. Junges<br />
Schwarzwild ist besonders zart und schmackhaft. Das<br />
sog. Rotwild (Hirsche), benannt nach der braunroten<br />
Färbung des Fleisches, sowie die Hirschart Damwild<br />
dürfen im Herbst und Winter gejagt werden. Daher<br />
beginnt jetzt die Hochsaison.<br />
Wildschwein, Reh und Wildkaninchen zählen zu den<br />
gängigsten Sorten des Wildes in Deutschland. Die<br />
Farbe des Wildfleisches ist ein aussagekräftiges Qualitätsmerkmal.<br />
Mit rötlicher bis rotbrauner Farbe zeigt<br />
es die Frische des Fleisches auf. Je jünger das Tier<br />
war, umso heller sieht das Fleisch aus. Schimmert es<br />
bräunlich oder schwärzlich oder hat es eine schmierige<br />
Konsistenz, ist vom Kauf abzuraten.
Lukullisches | 23<br />
Rehsteaks mit Gnocchi und Lillet-Butter<br />
Zutaten für 4 Portionen<br />
Für das Fleisch: 8 Rehsteaks à 80 – 100 g, z. B. aus der Keule ♦ Salz und Pfeffer ♦ 1 Bund<br />
Thymian ♦ 1 EL Olivenöl<br />
Brennerei-<br />
Führungen<br />
Für die Lillet-Butter: 8 getrocknete Tomaten in Öl ♦ 1 Knoblauchzehe ♦ 3 Zweige Thymian<br />
♦ 1 EL Puderzucker ♦ 100 ml trockener Weißwein ♦ 100 ml Lillet Blanc oder anderer<br />
Weinaperitif ♦ 60 g eiskalte Butter, in Flöckchen ♦ Salz und Pfeffer<br />
Für die Gnocchi: 3 EL Olivenöl ♦ 600 g frische Gnocchi aus dem Kühlregal<br />
Zubereitung<br />
♦ Für das Fleisch den Backofen auf 100°C<br />
Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Steaks<br />
trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer<br />
würzen. Thymian waschen und trocken<br />
tupfen. Olivenöl in einer Grillpfanne erhitzen.<br />
♦ Die Steaks darin in zwei Portionen mit<br />
dem Thymian (bis auf drei Zweige) anbraten,<br />
so dass die Steaks von beiden<br />
Seiten Grillstreifen erhalten. Anschließend<br />
in eine Auflaufform legen und in<br />
eines der Fleischstücke ein Fleischthermometer<br />
stechen. Im Backofen auf der<br />
mittleren Schiene bis zu einer Kerntemperatur<br />
von 58 – 60 °C (medium) garen.<br />
Die Fleischpfanne für die Lillet-<br />
Butter beiseitestellen.<br />
♦ Für die Lillet-Butter die Tomaten abtropfen<br />
lassen und in feine Würfel<br />
schneiden. Knoblauch schälen und ebenfalls<br />
in feine Würfel schneiden. Vom<br />
Thymian die Blätter abzupfen.<br />
♦ Für die Gnocchi Olivenöl in einer großen<br />
beschichteten Pfanne erhitzen. Gnocchi<br />
hineingeben und mit geschlossenem<br />
Deckel 6 Minuten bei mittlerer Hitze<br />
braten, bis sie rundherum leicht gebräunt<br />
sind. Dabei hin und wieder<br />
schwenken.<br />
♦ Parallel für die Lillet-Butter Tomaten,<br />
Knoblauch und Thymian mit dem Puderzucker<br />
in der Fleischpfanne andünsten<br />
und leicht karamellisieren lassen. Mit<br />
Weißwein und Lillet ablöschen und etwas<br />
einkochen lassen. Dann vom Herd nehmen<br />
und die Butter in Flöckchen einschwenken,<br />
bis sie geschmolzen ist. Die<br />
Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />
♦ Das Fleisch aus dem Ofen nehmen und<br />
kurz ruhen lassen. Zum Anrichten die<br />
Gnocchi jeweils auf einer Hälfte von vier<br />
Tellern verteilen. Auf die andere Hälfte<br />
einen Spiegel Sauce geben und die Steaks<br />
darauf anrichten. Sofort servieren.<br />
Zubereitungszeit 25 Minuten<br />
Mehr Wildrezepte auf Seite 24 und 25 ➵<br />
Das Alter des Fleisches kann durch Druck herausgefunden werden. Frisches<br />
Fleisch ist druckfest. Älteres Fleisch enthält weniger Geschmack<br />
und Aroma. Reh und Hirsch sollten einen nussigen Geruch verströmen,<br />
Wildschwein und Wildkaninchen neutral riechen. Auch Wildgans und<br />
Wildente sowie Wildtaube und Fasan zählen zum Wild.<br />
Erst abgehangenes Wild ist qualitativ hochwertig. Die Dauer des Abhängens<br />
hängt von der jeweiligen Tierart in Kombination mit der Größe der<br />
Stücke und deren Qualität ab. Frisches Wildfleisch sollte nicht länger als<br />
zwei Tage im Kühlschrank lagern. Riecht es süßlich oder säuerlich, ist<br />
es verdorben. Wichtig: Die sog. Silberhaut, die jedes Muskelfleisch umgibt,<br />
ist besonders beim dunklen Wildfleisch als weißer Überzug gut zu<br />
erkennen. Diese Haut muss vor der Verarbeitung entfernt werden, was<br />
etwas Übung verlangt. Viele Händler bieten aber bereits pariertes Fleisch<br />
an, wie das von der Silberhaut getrennte Fleisch dann genannt wird.<br />
Die Wild-Rezepte, die wir hier vorstellen, stammen aus dem Buch „Einfach<br />
mal Wild“ von Kochbuchautor und Foodstylist Martin Kintrup, der<br />
darin 50 kreative „schnelle“ Wild-Gerichte mit internationaler Note und<br />
zusätzlich wichtige Tipps rund ums Thema präsentiert.<br />
<br />
in der Zott-Destillerie<br />
Ustersbach!<br />
Endlich sind sie zurück: unsere beliebten Brennerei-Führungen!<br />
Diesen Herbst bieten wir wieder allen interessierten<br />
Besuchern die Möglichkeit, einmal hinter<br />
die Kulissen unserer Brennerei zu schauen – von<br />
den Früchten über die Maischekeller bis hin zum<br />
fertigen Destillat aus unserer Destillerie. Bei<br />
unseren Führungen erhalten Interessierte einen<br />
Einblick in den Alltag einer Brennerin.<br />
Natürlich darf das Probieren auch nicht zu kurz<br />
kommen. Nach der Führung verkosten wir eine<br />
Auswahl der geistreichen Ideen aus unserer<br />
Brennblase.<br />
Verpassen Sie nicht die Gelegenheit! Lernen Sie<br />
uns und unseren Familienbetrieb kennen.<br />
Dauer etwa 1,5 Std., Kosten 15,- € pro Person.<br />
Anmeldung erforderlich.<br />
Die genauen Termine finden Sie unter:<br />
https://zott-destillerie.de/termine/<br />
Zott Destillerie<br />
Hauptstraße 32 • 86514 Ustersbach<br />
Tel +49 (0) 8236 15 18<br />
www.zott-destillerie.de<br />
info@zott-destillerie.de
24 | Lukullisches | Wildgerichte<br />
Gebackene Gänsebrust<br />
mit Borschtsch-Gemüse<br />
Zutaten für 4 Portionen<br />
Für das Fleisch: 2 Wildgänsebrüste à ca. 400 g, küchenfertig ♦ Salz<br />
und Pfeffer ♦ 1 EL Öl<br />
Für das Gemüse: 500 g Rote Bete ♦ 500 g Weißkohl ♦ 2 Zwiebeln ♦<br />
2 EL Öl ♦ 1 1/2 EL Zucker ♦ 400 ml Wildfond ♦ 3 Lorbeerblätter<br />
♦ 5 Wacholderbeeren ♦ 4 EL Weißweinessig ♦ Salz und Pfeffer ♦ 2 TL<br />
Speisestärke ♦ etwas Bio-Orangensaft<br />
Für den Orangen-Meerrettich: 1 Bio-Orange, davon 3 EL Saft und<br />
1 TL Schale ♦ 2 cm Meerrettichwurzel ♦ 200 g Schmand ♦ 1 TL Zucker ♦<br />
Salz und Pfeffer ♦ Außerdem 2 Stängel Dill<br />
Zubereitung<br />
♦ Für das Fleisch den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen.<br />
♦ Die Gänsebrüste trocken tupfen, die Haut kreuzweise einritzen.<br />
Rundherum mit Salz und Pfeffer einreiben. Öl in einem<br />
Bräter erhitzen und die Gänsebrüste auf der Hautseite anbraten,<br />
bis sie gebräunt sind. Dann wenden und auch auf der anderen<br />
Seite anbraten. Erneut wenden. Den Bräter auf die mittlere<br />
Schiene des Backofens schieben. Gänsebrüste eine Stunde<br />
garen, bis die Haut knusprig ist.<br />
♦ Für das Gemüse Rote Bete schälen. Kohl waschen und den Strunk<br />
entfernen. Rote Bete und Kohl in mundgerechte Stücke schneiden.<br />
Die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Öl in einem<br />
großen Topf erhitzen, die Zwiebeln darin andünsten. Das übrige<br />
Gemüse dazugeben und 5 Minuten mitdünsten. Zucker hinzufügen<br />
und leicht karamellisieren lassen. Den Fond dazu gießen, Gewürze<br />
hinzufügen und alles zum Kochen bringen. Zugedeckt bei<br />
schwacher Hitze 30 Minuten köcheln lassen.<br />
♦ Für den Orangen-Meerrettich die Orange heiß waschen und<br />
mit einem sauberen Küchentuch trockenreiben. Die Schale<br />
fein abreiben und den Saft auspressen. Meerrettich schälen<br />
und fein reiben. Mit Schmand, Zucker, 3 EL Orangensaft<br />
und 1 TL Orangenschale verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />
♦ Essig unter das gegarte Gemüse rühren. Mit Salz und Pfeffer<br />
würzen. Restlichen Orangensaft mit der Speisestärke verrühren,<br />
zum Gemüse geben, aufkochen und die Gemüsesauce damit<br />
binden. Vom Herd nehmen und zugedeckt warmhalten.<br />
♦ Zum Anrichten die Gänsebrüste aus dem Ofen nehmen und<br />
kurz ruhen lassen. Dill waschen und trocken tupfen. Die Spitzen<br />
abzupfen und fein hacken. Das Gemüse auf vier Teller verteilen.<br />
Die Gänsebrüste in Scheiben schneiden und darauf anrichten.<br />
Alles mit Dill und der restlichen Orangenschale<br />
garnieren. Den Orangen-Meerrettich dazu servieren.<br />
♦ Dazu passen Salzkartoffeln.<br />
Zubereitungszeit 35 Minuten, fertig in 1 Std 15 Minuten<br />
Buchtipp<br />
Martin Kintrup, Merle Weidemann<br />
Einfach mal Wild<br />
Wilder Geschmack, null Stress<br />
Wildfleisch lässt sich gut in die Alltagsküche integrieren. Das zeigt Martin Kintrup mit<br />
diesem Buch. Der erfahrene Kochbuchautor und Foodstylist stellt über 50 kreative<br />
Rezepte vor, die einfach nachvollziehbar und gut umzusetzen sind. Ob Provence-Wild-<br />
Burger vom Grill, Damwild-Köttbullar mit Kartoffel-Erbsen-Stampf oder Kaninchenkeule<br />
mit Ratatouille-Gemüse: Die Rezepte zeigen, wie vielseitig Wildfleisch ist und<br />
dass eine internationale Note gut funktioniert.<br />
Über 140 Seiten<br />
Preis 29.– Euro<br />
ISBN 978-3-7843-5755-3<br />
LV.Buch
Kolumne | 25<br />
Sylvia Schaab ist Journalistin<br />
und „Weltverbesserin“. In<br />
Vorträgen und Workshops<br />
zeigt sie, wie einfach es ist,<br />
grüner und nachhaltig zu leben.<br />
Tipps zum Leben mit weniger<br />
Plastik und Müll gibt es unter<br />
www.gruenerwirdsnimmer.de.<br />
Foto privat<br />
Grüner wird’s nimmer<br />
Die Kolumne für mehr Nachhaltigkeit im Leben<br />
Wildschweinsteak-Wraps<br />
Zutaten für 4 Portionen<br />
50 g Parmesan am Stück ♦ 8 Blätter Eisbergsalat ♦ 1 säuerlicher Apfel,<br />
z. B. Elstar ♦ 1 Glas Grillpaprika, 300 – 350 g ♦ 4 Wildschweinsteaks<br />
à ca. 150 g, aus Rücken oder Keule ♦ Salz und bunter Pfeffer<br />
♦ 8 Baconscheiben ♦ 2 TL Honig ♦ Cayennepfeffer ♦ 1 EL Öl ♦ 4 große<br />
Wrap-Tortillas (im Bild Roggen-Wraps) ♦ 8 EL Aioli<br />
Zubereitung<br />
♦ Den Backofen auf 120°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Parmesan<br />
mit einem Sparschäler in Streifen abziehen und diese mit<br />
den Händen grob zerbröckeln. Salat waschen und trockenschleudern,<br />
die Blätter etwas klein zupfen. Apfel waschen und<br />
halbieren, das Kerngehäuse entfernen. Die Hälften in schmale<br />
Spalten schneiden. Paprika abtropfen lassen, gegebenenfalls<br />
in schmalere Streifen schneiden.<br />
♦ Die Steaks trocken tupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen, leicht<br />
einmassieren. Eine beschichtete Pfanne erhitzen. Die Baconscheiben<br />
darin ohne zusätzliches Fett knusprig auslassen. Honig dazugeben<br />
und den Bacon rundherum damit glasieren. Dann mit Cayennepfeffer<br />
würzen. Glasierte Baconscheiben auf einem mit<br />
Backpapier ausgelegten Rost im Ofen 10 Minuten backen.<br />
♦ Die Pfanne säubern. Öl in der Pfanne erhitzen. Die Steaks darin<br />
von beiden Seiten anbraten. Das Fleischthermometer in<br />
eines der Steaks stechen und bei schwacher Hitze weiterbraten,<br />
bis eine Kerntemperatur von 63 °C erreicht ist. Dann die<br />
Steaks sofort aus der Pfanne nehmen, in Alufolie wickeln und<br />
5 Minuten ruhen lassen. Bacon aus dem Ofen nehmen.<br />
♦ Die Pfanne erneut säubern und dann auf niedriger Stufe wieder<br />
erwärmen. Die Wrap-Tortillas nacheinander darin erwärmen,<br />
so dass sie gut formbar sind. Herausnehmen und auf einen<br />
Teller legen. Jeweils in der Mitte mit einem Streifen Aioli<br />
bestreichen und nacheinander mit Salatblättern, Apfelspalten,<br />
Bacon und Grillpaprika belegen.<br />
♦ Steaks auswickeln und in Scheibchen schneiden, mit etwas<br />
Salz würzen. Steakstreifen auf die Wraps legen. Mit Parmesan<br />
bestreuen.<br />
♦ Die Tortilla von unten über die schmale Seite der Füllung klappen,<br />
dabei eine Längsseite nach innen klappen. Dann über der<br />
Füllung fest zu einem Wrap zusammenrollen. Sofort genießen.<br />
Zubereitungszeit 30 Minuten, fertig in 45 Minuten<br />
Fleisch – in Maßen<br />
statt in Massen<br />
Beim Thema Fleisch scheiden sich die<br />
Geister: Hardcore-Veganer kritisieren<br />
eingefleischte Metzgereigeher, die sich<br />
zum zweiten Frühstück die Leberkäs-<br />
Semmel einverleiben, während Flexitarier ab und<br />
zu ein gutes Stück Fleisch genießen. Also was nun?<br />
Schließlich sind pupsende Kühe schlecht fürs Klima,<br />
oder? Aber ist ein Leben ganz ohne Fleisch<br />
überhaupt gesund? Die goldene Mitte könnte die<br />
Lösung sein: wenig Fleisch, dafür gutes. Empfehlenswert<br />
sind wöchentlich maximal 300 Gramm<br />
Wurst und Fleisch. Idealerweise stammt es aus regionaler<br />
Biohaltung, wo die Tiere genügend Platz<br />
haben, hochwertiges Futter bekommen und ohne<br />
Antibiotika und Hormone aufwachsen.<br />
Je natürlicher ein Tier gelebt hat, desto geringer<br />
sind die Auswirkungen aufs Klima. Wild lebt artgerecht<br />
im natürlichen Lebensraum und benötigt<br />
keine zusätzlichen Futtermittel oder Medikamente.<br />
Fragt man Jäger und Förster, so sorgt die Jagd<br />
für ein ökologisches Gleichgewicht und hilft, das<br />
Damwild in Zaum zu halten, damit junge Bäume<br />
ohne Verbiss wachsen können. Tierschützer hingegen<br />
meinen, die Natur halte sich selbst im Gleichgewicht.<br />
Zudem kann Wildbret auch Umweltgifte,<br />
Strahlung, Keime oder Blei enthalten. Weidetiere<br />
wie das Lechtal-Lamm sind ökologisch vorteilhaft,<br />
da sie artenreiche Kulturlandschaften erhalten.<br />
Auch Rinder und Schweine, die hauptsächlich Gras<br />
fressen, tragen positiv zur Umwelt bei. Ökologisch<br />
gehaltene Hühner, Enten und Puten haben nach<br />
Wild die beste Klimabilanz – je regionaler, desto<br />
energiesparender!
26 | Beauty + Fashion | Schminkschule<br />
Mit einem guten Make-up lassen sich<br />
kleine Makel im Gesicht ausgleichen<br />
und die schönen Seiten geschickt in<br />
Szene setzen. Wir verraten Ihnen ein<br />
paar Tricks.<br />
Schminken<br />
wie ein Profi<br />
Das Gesicht konturieren,<br />
die Augen hervorheben<br />
Fotos Hersteller / Anbieter<br />
Avon Bronzing Pearls<br />
Optisch schlanker<br />
konturieren<br />
Wer möchte, dass sein Gesicht<br />
schlanker wirkt, kann seine Problemzonen<br />
mit Hell-Dunkel-Kontrasten<br />
kaschieren. Dunkle Stellen rücken<br />
nämlich optisch in den Hintergrund,<br />
hell geschminkte Bereiche treten hervor.<br />
Dafür zuerst die normale Grundierung<br />
(Foundation) auftragen, damit<br />
der Teint schön ebenmäßig aussieht.<br />
Nun auf den höchsten Punkten<br />
des Gesichts (Mitte der Stirn, Nasenrücken,<br />
Wangenknochen, Kinn) eine<br />
Grundierung auftragen, die ein bis<br />
zwei Töne heller ist. Die Übergänge mit den Fingern leicht verblenden.<br />
Ein Bronzer, der ein bis zwei Nuancen dunkler ist als der Grund-Hautton,<br />
zaubert verschlankte Konturen: Dazu beidseitig unter den Wangenknochen<br />
bis zum Mundwinkel, unter dem Haaransatz an der Stirn, längs der<br />
Nasenflügel sowie unter den Kieferknochen jeweils eine dunkle Linie auftragen,<br />
mit einem Contouring-Pinsel ausschattieren und sauber verblenden.<br />
Dabei darauf achten, dass die hellen Partien hell bleiben. Mit etwas<br />
dezentem Puder-Rouge die Partie unterhalb der Wangenknochen betonen<br />
und in Richtung der Schläfen ausblenden – das bewirkt einen zusätzlichen<br />
Turbo-Shape-Effekt.<br />
Tipps und Fotos Avon<br />
Artdeco<br />
Contour Stick<br />
Artdeco<br />
Bronzing Powder
Beauty + Fashion | 27<br />
Avon Glimmer Stick<br />
Artdeco Curl & Style<br />
Artdeco High Precision<br />
Die Kurve kriegen<br />
Mascara und Eyeliner spielen die wohl größte Rolle,<br />
wenn es darum geht, die Augen besonders intensiv<br />
zu betonen. So individuell wie die Augen einer Frau<br />
sind auch die angebotenen Produkte für den perfekten<br />
Wimpernaufschlag.<br />
Zur Vorbereitung der Wimpern empfehlen sich sog.<br />
Primer, die auf die gereinigten Härchen aufgetragen<br />
werden. Der Primer legt sich als eine Art Mantel um die<br />
Wimpern und sorgt dafür, dass die Farbe besser aufgenommen<br />
wird und die Wimpern voluminöser aussehen.<br />
Wer die Augen noch stärker betonen möchte, greift<br />
jetzt zum flüssigen Eyeliner oder zum Kajalstift. Ein<br />
geschwungener Lidstrich macht die Augen ausdrucksvoller<br />
und setzt sie elegant in Szene. Es erfordert allerdings<br />
ein wenig Übung und Geduld, um den perfekten<br />
Lidstrich mit flüssigem Eyeliner zu schminken. Einfacher<br />
lässt sich ein weicher Kajal auftragen, den man<br />
mit einem Pinsel zusätzlich verblenden kann. Für eine<br />
natürlicher wirkende Augenbetonung den Kajalstrich<br />
am Unterlid nicht bis in den inneren Augenwinkel ziehen,<br />
sondern ungefähr bei der Hälfte auslaufen lassen.<br />
Anschließend werden die Wimpern mit Mascara betont.<br />
Doch welche Bürste eignet sich am besten? Wer mehr<br />
Volumen möchte, sollte zu speziellen Produkten greifen,<br />
die die Wimpernhärchen mit Polymeren umhüllen<br />
und sie voller, dichter und dicker wirken lassen. Für<br />
mehr Schwung sorgen gebogene Bürsten, die der natürlichen<br />
Augenform angepasst sind. Optisch längere<br />
Wimpern erreicht man entweder durch den Einsatz von<br />
Fake-Lashes oder mit einer Mascara, die an den Enden<br />
dicker ist als in der Mitte und einzelne Härchen so exakter<br />
erreichen kann.<br />
Genauso wichtig wie die Vorbereitung ist auch das Abschminken.<br />
Damit die feinen Wimpern nicht brechen,<br />
sollten sie am Abend sorgfältig von der Wimperntusche<br />
gereinigt werden.<br />
<br />
Quelle beautypress<br />
Der klassische Lidstrich<br />
wird auf dem Oberlid aufgetragen. Er betont das Auge. Am<br />
besten in zwei Phasen arbeiten: In der Mitte des Augenlids<br />
am Wimpernrand ansetzen und in Richtung des äußeren Augenwinkels<br />
ziehen. Dann erst am inneren Augenwinkel beginnen<br />
und den Strich mit der ersten Linie verbinden. Wenn<br />
die Augen eng zusammenstehen, überhaupt den Lidstrich<br />
erst in der Mitte des Lids ansetzen. Das vergrößert optisch<br />
den Abstand der Augen. Zwischen Wimpernrand und<br />
Lidstrich sollten aber definitiv keine Lücken zu sehen sein.<br />
Wenn man die Haut am Auge mit der anderen Hand ganz<br />
leicht straffzieht, lässt sich der Lidstrich leichter und präziser<br />
malen. Sich dazu am besten an einen Tisch setzen und den<br />
Ellbogen aufstützen. Kleine Korrekturen können mit einem<br />
angefeuchteten Wattestäbchen ausgeführt werden.<br />
Für einen verführerischen<br />
Schwalbenschwanz-Look<br />
den Lidstrich bis zu einem Zentimeter über den äußeren<br />
Augenwinkel hinaus und leicht nach oben ziehen. Je breiter<br />
der Eyelinerstrich, desto dramatischer der Look. Zur<br />
exakten Platzierung zuerst einen feinen Punkt dort setzen,<br />
wo der Strich aufhören soll. Je höher der Punkt sitzt, desto<br />
intensiver wird der Lidstrich. Erst eine feine Linie ziehen,<br />
die vom inneren Augenwinkel zuerst am Wimpernrand entlang<br />
und dann dicker werdend in weichem Bogen zum<br />
Markierungspunkt führt. Darunter am äußeren<br />
Wimpernrand eine zweite Linie platzieren<br />
und diese mit dem Endpunkt verbinden.<br />
Das entstandene Dreieck<br />
dazwischen ausmalen.<br />
Fotos Sephora<br />
Sephora Fluid Beauty Eyeliner
28 | Beauty + Fashion | Stricken<br />
Stricken liegt<br />
im Trend.<br />
Auch die Jugend greift zu den Nadeln.<br />
Nur was für Omas? Von wegen! Das Kunsthandwerk<br />
Stricken passt aus verschiedenen Gründen<br />
gut in unsere Zeit.<br />
Fotos Adobe Stock<br />
Ex-US-Präsidentengattin Michelle Obama entspannt sich dabei<br />
und Spitzenköchin Cornelia Poletto tut es, wenn sie gerade<br />
nicht den Löffel schwingt: stricken. Es sei auch ein Gegenpol<br />
zum Megatrend der Digitalisierung und Virtualisierung, sagt<br />
der Heidelberger Trendforscher Eike Wenzel. „Stricken ist Entschleunigung<br />
und Ent-Automatisierung.“ Statt ständigem Zurschaustellen im Netz<br />
tue man etwas, bei dem man „bei sich selbst bleibt“. Stricken habe etwas<br />
Kontemplatives, sei aber auch kommunikativ. Schon vor 20 Jahren gab es<br />
Stricken als Retro-Trend: „Damals war zu erkennen, dass eine erste Digitalisierungsphase<br />
stattfindet und die Menschen nach einer Gegenwelt zur<br />
kalten Digitalisierung suchten“, merkt Wenzel an. Stricken passe zudem in<br />
die Zeit, weil Selbermachen etwas Nachhaltiges habe, sagt Wenzel: „das<br />
genaue Gegenteil von Fast Fashion“.<br />
Die Zahl der Handarbeitenden nimmt nach Beobachtung des Branchenverbands<br />
Initiative Handarbeit zu. Die Branche hat von der Corona-<br />
Phase profitiert, als die Menschen deutlich mehr Zeit in den eigenen<br />
vier Wänden verbringen mussten. Nach dem Ende der Pandemie sind<br />
dann viele Veränderungen aus dieser Zeit beibehalten worden, weil sie<br />
sich einfach als angenehm und gut herausgestellt haben. Im Gegensatz<br />
zu den 1980er Jahren, als grün-alternative Männer demonstrativ zur<br />
Nadel griffen, scheint Stricken hierzulande nun vorwiegend ein weibliches<br />
Hobby zu sein. Schätzungsweise rund elf Millionen Frauen begeistern<br />
sich bundesweit dafür. In Deutschland sind strickende Männer<br />
nach wie vor die große Ausnahme.<br />
Auffallend ist, dass die Handarbeitsszene jünger wird, wie man aus<br />
Posts bei Instagram und Co. herauslesen kann. Dass sich 18- bis 29-Jährige<br />
dafür begeistern könnten, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung<br />
und dass Stricken eine Betätigung für ältere Semester sei, darf man guten<br />
Gewissens als Klischee bezeichnen. Zugleich hat sich das Internet<br />
zur wichtigsten Inspirationsquelle entwickelt. Übrigens: Stricken war<br />
in der Geschichte immer wieder mal politisch angehaucht. So machten<br />
während der Französischen Revolution Tricoteusen mit Strickzeug auf<br />
sich aufmerksam. Und im Ersten Weltkrieg sollen Agentinnen mit verschiedenen<br />
Strickmustern Botschaften übermittelt haben.<br />
<br />
Quelle dpa
Promotion<br />
Beauty + Fashion | 29<br />
Sedlmeir’s Trachtenhof<br />
in Schwabaich<br />
Herausragend seit über 35 Jahren<br />
Höchste Qualität und bester Service stehen beim Familienbetrieb Sedlmeir’s<br />
Trachtenhof im idyllischen Örtchen Schwabaich im Fokus. Das Unternehmen<br />
hat seinen Sitz ca. 20 Kilometer südlich von Augsburg.<br />
Fotos Sedlmeir<br />
Gegründet vor mehr als 35<br />
Jahren, entwickelte sich der<br />
Betrieb ständig weiter. Die<br />
Vielfalt an Markenmodellen<br />
und die kompe tente, herzliche Beratung<br />
durch das Fachpersonal suchen in der<br />
Region ihresgleichen. In den hellen,<br />
großzügigen Verkaufsräumen steht ein<br />
umfangreiches Sortiment an hochwertigen<br />
Brautmoden, Hochzeitstrachten,<br />
festlicher Bekleidung sowie Trachtenmode<br />
aller Art für Groß und Klein zu Auswahl.<br />
Bereits seit über 25 Jahren lässt Sedlmeir<br />
seine eigenen Lederhosen produzieren.<br />
Dafür werden Hirschleder und Wildbock-<br />
Leder bester Qualität aus Deutschland verwendet.<br />
Die Herstellung erfolgt ausschließlich<br />
in Bayern. Das Hirschleder wird in<br />
aufwändiger Handarbeit mit rein pflanzlichen<br />
Gerbstoffen sämisch gegerbt.<br />
Auch das Leder für die Wildbockhosen<br />
gerben Fachleute vegetabil und schonend,<br />
also ohne chemische Zusätze. Da<br />
durch sind die Ledernen besonders hautfreundlich<br />
und zeichnen sich durch einen<br />
angenehmen Geruch und hohen Tragekomfort<br />
aus. Die Passform gehört mit Sicherheit<br />
zu den Bes ten auf dem Lederhosenmarkt.<br />
Maß konfektion ist für Sedlmeir<br />
kein Problem. Die speziellen Antikfarben<br />
und Stickmuster für die Exklusiv-Kollektion<br />
gibt es nur hier. Neben den Lederhosen<br />
findet Mann eine gigantische Auswahl<br />
an Wes ten, Jankern, Hem den, Schuhen<br />
und Accessoires namhafter Hersteller. Edle<br />
Westen und Trachtenjacken werden aus<br />
ausgewählten Stoffen und mit Knöpfen<br />
aus Deutschland und Euro pa hergestellt.<br />
Auch die Damen können aus einer Fülle<br />
moderner und traditioneller Markentracht<br />
auswählen. Dazu zäh len Dirndl, Röcke,<br />
Mieder, Blusen, Lederhosen, Strickwaren,<br />
Trachten jacken, Schuhe und T-Shirts. Ausgewählte<br />
Accessoires für Damen und Herren<br />
machen jedes Trachten outfit individuell.<br />
Dabei muss Qualität nicht zwingend teuer<br />
sein: Auch für den kleinen Geldbeutel gibt<br />
es hochwertige Lederhosen und Dirndl.<br />
In der hauseigenen Schneiderei kann<br />
bei Sedlmeir gekaufte Ware abgeändert<br />
und passend gemacht werden. Hier erledigen<br />
die gelern ten Schneiderinnen bei<br />
Bedarf auch Ausbesserungsarbeiten oder<br />
nähen lose Knöpfe wieder an. Alles zu<br />
absolut fairen Preisen!<br />
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Sedlmeir’s Trachtenhof<br />
Schwabaich / Schwabmühlhausen<br />
86853 Langerringen<br />
Tel. 08248-1306<br />
www.sedlmeir-trachtenhof.de
30 | Gesundheit + Wellness | Mikroplastik im Körper<br />
Mikroplastik im Körper<br />
Sind Ablagerungen harmlos oder gefährlich?<br />
Mikroplastik ist allgegenwärtig und an vielen Stellen im menschlichen Körper<br />
nachweisbar: So wurden die winzigen Plastikpartikel bereits in Darm,<br />
Leber, Nieren, der Plazenta und dem Gehirn gefunden. Vorläufige Studien<br />
erregen den Verdacht, dass Mikroplastik dort eine schädliche Wirkung entfalten<br />
könnte, zumindest wenn zusätzlich eine Vorerkrankung vorliegt.<br />
Foto istock<br />
Wir atmen es ein, nehmen es mit unserer<br />
Nahrung auf und trinken es:<br />
Täglich kommen wir mit in Plastik<br />
verpackten Lebensmitteln in Berührung<br />
oder nutzen Kunststoff-Produkte wie Plastiktrinkflaschen<br />
oder Brotdosen. Kleine Bestandteile<br />
dieser Produkte finden als Mikroplastik ihren Weg in<br />
unseren Körper. Während bereits gut erforscht ist,<br />
dass die winzigen Plastikteilchen in nahezu jedem Organismus<br />
vorhanden sind, lassen sich gesundheitliche<br />
Folgen nur schwer nachweisen. Die ungeheure Vielfalt<br />
der Kunststoffe lässt sich im Labor nicht abbilden,<br />
ebenso fehlt es an den für Studien notwendigen Vergleichspersonen,<br />
die gar keine Mikroplastik-Belastung<br />
aufweisen. Vor diesem Dilemma steht die die Forschung.<br />
Experimente können die Realität auch des<br />
halb nur schwer abbilden, weil mögliche Gesundheitsschäden<br />
nicht durch eine akute „Vergiftung“ verursacht<br />
werden, sondern dadurch, dass das Mikroplastik sich<br />
im Körper über Jahre und Jahrzehnte hinweg langsam<br />
anreichert.<br />
Bis in die kleinste Zelle<br />
Trotz dieser Hürden zeichnen mittlerweile zahlreiche<br />
Studien die Wege und Wirkungen des Mikroplastiks<br />
im menschlichen Körper nach. Sie zeigen: Mikroplastik<br />
ist ein gesundheitsrelevanter Faktor. Die Partikel<br />
gelangen über die Lunge und den Verdauungstrakt<br />
in den Blutkreislauf und weiter in Zellen und Gewebe<br />
im ganzen Körper. Je kleiner die Plastikteilchen<br />
sind, desto tiefer dringen sie in den Organismus ein.<br />
In Untersuchungen fanden Forschende Mikroplastik
Gesundheit + Wellness | 31<br />
bereits im Darm, der Leber, den Nieren, der Plazenta<br />
und auch im Gehirn. Eine aktuelle Studie hat die<br />
Partikel auch in arteriosklerotischen Plaques nachgewiesen<br />
und sie mit einem erhöhten Risiko für Herz-<br />
Kreislauf-Komplikationen in Verbindung gebracht.<br />
Neben der Größe könnte auch die Art des Kunststoffs<br />
entscheidend dafür sein, in welchem Umfang die Partikel<br />
aufgenommen werden und welche Wirkung sie<br />
im Organismus entfalten. So deuten erste tierexperimentelle<br />
Versuche darauf hin, dass Mikroplastik, das<br />
in freier Natur gealtert und daher mit organischen<br />
Molekülen beschichtet ist, die Darmwand leichter<br />
passiert und effektiver in Zellen eindringen könnte.<br />
Fördert Mikroplastik Entzündungen?<br />
Zu den Zellen, die das Plastik besonders bereitwillig<br />
aufnehmen, zählen die Makrophagen, also die<br />
„Fresszellen“ des Immunsystems, die eigentlich Erreger<br />
wie Bakterien vernichten. Diese können das<br />
aufgenommene Plastik zwar nicht verstoffwechseln.<br />
Zellkulturexperimente lassen jedoch vermuten, dass<br />
Makrophagen unter dem Einfluss von bestimmtem<br />
Mikroplastik mehr entzündungsfördernde Immunbotenstoffe<br />
produzieren könnten. Des Weiteren<br />
deuten erste Untersuchungen an kleinen Patienten<br />
kohorten darauf hin, dass sowohl bei einer chronisch-entzündlichen<br />
Darmerkrankungen als auch<br />
bei einer Leberfibrose mehr Plastik im geschädigten<br />
Organ vorhanden sein könnte als im gesunden Gewebe.<br />
Allerdings ist in diesen Fällen bislang nicht<br />
klar, ob geschädigtes Gewebe mehr Mikroplastik<br />
aufnimmt oder die Schädigung Ergebnis einer bereits<br />
vorhandenen Mikroplastik-Belastung ist. Um<br />
diese Frage zu klären, braucht es Studien mit größeren<br />
Kollektiven.<br />
Trotz der undeutlichen Studienlage gibt es zunehmend<br />
Hinweise, dass Mikroplastik sich im Körper<br />
keineswegs so passiv verhält, wie die Langlebigkeit<br />
des Materials hoffen lassen könnte. Zum Schutz des<br />
Menschen und der Umwelt ist es daher notwendig,<br />
einerseits die Belastung durch Mikroplastik zu verringern<br />
und andererseits die Forschung in dem Bereich<br />
auszuweiten. Neben den Verbraucher:innen<br />
sind vor allem Politik und Industrie gefordert, einerseits<br />
der oft unnötigen Verwendung von Plastik<br />
Einhalt zu gebieten und die Recyclingquote zu erhöhen<br />
und andererseits neue Materialien zu entwickeln,<br />
die für Mensch und Tier unschädlich sind. <br />
Quelle DGVS<br />
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32 | Gesundheit + Wellness | KI in der Zahnmedizin<br />
KI in aller Munde<br />
Wie künstliche Intelligenz die Zahnmedizin revolutioniert.<br />
Was vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction klang, wird zunehmend<br />
Teil unserer Alltagswelt. Auch in der Zahnmedizin halten KI-gestützte Anwendungen<br />
Einzug in die Praxis, und die Zahl der verfügbaren Produkte<br />
wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Den großen Chancen stehen<br />
aber auch Risiken gegenüber.<br />
Fotos Adobe Stock<br />
In der digitalen Ära revolutionieren Technologien<br />
nahezu alle Bereiche des Lebens, darunter auch<br />
die Medizin. In der Zahnmedizin verspricht insbesondere<br />
der Einsatz von künstlicher Intelligenz<br />
(KI) bahnbrechende Fortschritte in der Diagnose,<br />
Behandlung und Prävention von Zahnerkrankungen.<br />
KI-Systeme werden in Praxen und Dental-Laboren<br />
vielerorts bereits erfolgreich eingesetzt. Ein prominentes<br />
Beispiel ist die Bildgebung. Mithilfe von KI erstellen<br />
Zahnärztinnen und Zahnärzte hochauflösende<br />
3-DBilder von Zähnen und Kiefern, um passgenaue<br />
Behandlungspläne zu entwickeln. Die Technologie ermöglicht<br />
es, Zahnprobleme wie Karies, Zahnfehlstellungen<br />
oder Entzündungen schneller und genauer zu<br />
erkennen.<br />
Muster identifizieren<br />
KI-Algorithmen analysieren medizinische Daten, erkennen<br />
schwer zu identifizierende Muster und ermöglichen<br />
präzisere Diagnosen. Bei Karies, Parodontitis oder<br />
Zahnfrakturen kommt die Bilddiagnostik zum Einsatz.<br />
Hier kann KI durch bessere Mustererkennung die Anzahl<br />
der Röntgenaufnahmen reduzieren und damit auch<br />
die Strahlenbelastung in der Praxis minimieren.<br />
Ein weiterer Bereich, in dem KI eine wichtige Rolle<br />
spielt, ist die personalisierte Behandlung. Durch die<br />
Analyse von Patientendaten wie medizinischen Aufzeichnungen,<br />
genetischen Informationen und Lebensstilfaktoren<br />
kann KI individuelle Behandlungspläne<br />
erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse des einzelnen<br />
Patienten zugeschnitten sind. Der Abgleich von
Gesundheit + Wellness | 33<br />
Patientendaten mit medizinischen Forschungsergebnissen<br />
sorgt nicht nur für effektivere Behandlungsergebnisse,<br />
sondern ermöglicht auch maßgeschneiderte<br />
Therapien. In der Forschung kann KI dabei helfen,<br />
neue Medikamentenkombinationen zu identifizieren<br />
und langwierige Prozesse stark zu verkürzen.<br />
Darüber hinaus trägt KI dazu bei, Verwaltungsaufgaben<br />
zu automatisieren und das Patientenmanagement<br />
zu verbessern. Intelligente Systeme optimieren<br />
die Terminplanung, verwalten Patientenakten und<br />
unterstützen bei der Abrechnung. Das Abrechnungsmanagement<br />
wird sich in einigen Teilen durch KI automatisieren<br />
lassen. Die gewonnene Zeit wird dann<br />
für die Patientenversorgung frei.<br />
Jede Praxis hat wiederkehrende Abläufe und Prozesse. Sobald<br />
sich Prozesse wiederholen, entstehen Muster – und<br />
diese zu erkennen und zu analysieren ist die Hauptdisziplin<br />
der KI. Auch die menschliche Sprache folgt<br />
Mustern. Das können sich Zahnärztinnen und Zahnärzte<br />
zunutze machen, um etwa das Praxispersonal zu<br />
entlasten. Anstatt die Leitungen zu belegen, können<br />
Patientinnen und Patienten mit Sprachbefehlen am<br />
Telefon Fragen stellen oder Termine vereinbaren. Die<br />
Erreichbarkeit der Praxen erhöht sich so auf 24 Stunden<br />
an sieben Tagen in der Woche, weil die virtuellen<br />
Assistenten immer anzutreffen sind.<br />
Früherkennung von Erkrankungen<br />
Eine vielversprechende Studie untersuchte den Einsatz<br />
von KI zur Früherkennung von oralen Krebserkrankungen.<br />
Die Ergebnisse zeigten, dass KI-Systeme<br />
anomale Gewebemuster identifizieren können, die<br />
auf Krebs hinweisen, und das mit einer Genauigkeit,<br />
die mit der von erfahrenen Zahnärztinnen und Zahnärzten<br />
vergleichbar ist. Dies könnte dazu beitragen,<br />
Krebserkrankungen in einem frühen Stadium zu erkennen<br />
und die Überlebenschancen der Patientinnen<br />
und Patienten zu verbessern.<br />
Eine andere Studie konzentrierte sich auf die Entwicklung<br />
von KI-gestützten Robotern für zahnärztliche<br />
Eingriffe. Diese Roboter können präzisere und weniger<br />
invasive Behandlungen durchführen als herkömmliche<br />
Verfahren, was zu schnelleren Heilungszeiten und geringeren<br />
Komplikationen führen kann.<br />
Eine weitere Innovation ist die Bestimmung der Lage<br />
des Nervenkanals durch KI. Dieses Verfahren ist oft<br />
zeitraubend, weil Zahnärztinnen und Zahnärzte anhand<br />
vieler Röntgenbilder manuell die Lage des Kanals<br />
bestimmen müssen, um die Implantation vorzubereiten.<br />
Ein KI-Modell, das in Zusammenarbeit zwischen<br />
einem finnischen Unternehmen und dem Universitätskrankenhaus<br />
Tampere entwickelt wurde, erkennt den<br />
Nervenkanal des Unterkiefers in 3-D-Röntgenbildern<br />
schneller und präziser als ein Mensch. Das Modell beruht<br />
auf dem Trainieren neuronaler Netzwerke mit<br />
klinischen Daten, die sich aus 3-D-Bildern speisen.<br />
Wissenschaftler der Universität Hongkong wiederum<br />
haben eine innovative Methode entwickelt, die mittels<br />
Deep Learning personalisierte Zahnkronen mit hoher<br />
Präzision herstellt. Künftig sollen auch Brücken und<br />
Prothesen so produziert werden.<br />
Risiken und Bedenken<br />
Neben allen Vorteilen, die die KI bietet, sind aber auch<br />
Risiken und ethische Bedenken zu berücksichtigen.<br />
Ein zentrales Anliegen sind die Sicherheit und Vertraulichkeit<br />
von Patientendaten. Da KI-Systeme auf umfangreiche<br />
Datenbanken zugreifen müssen, um effektiv<br />
arbeiten zu können, besteht die Gefahr von Datenschutzverletzungen<br />
und unbefugtem Zugriff auf sensible medizinische<br />
Informationen. Strenge Sicherheitsmaßnahmen<br />
und Datenschutzrichtlinien helfen aber dabei, die Integrität<br />
der Daten zu gewährleisten. Ein weiteres Risiko<br />
sind die Abhängigkeit von Technologie und die mögliche<br />
Reduzierung menschlicher Interaktion in der Patientenversorgung.<br />
Obwohl KI-Systeme die Effizienz verbessern<br />
können, darf dies nicht zu einer Entfremdung zwischen<br />
Arzt und Patient führen. Wer hier einen ausgewogenen<br />
Ansatz findet, der die Vorteile der Technologie nutzt,<br />
aber gleichzeitig die menschliche Empathie und Fürsorge<br />
bewahrt, dürfte seinen Patientinnen und Patienten<br />
Ängste vor Entfremdung nehmen.<br />
Die Zukunft der Zahnmedizin mit KI ist vielversprechend,<br />
das Potenzial ist enorm. Der Einsatz von KI in der<br />
Zahnmedizin ist ein aufregender Schritt in Richtung einer<br />
patientenzentrierten Versorgung. Aber nur durch die<br />
sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken sowie<br />
die Einhaltung ethischer Grundsätze können KI-Technologien<br />
ihr volles Potenzial entfalten und die Gesundheit<br />
und Lebensqualität der Menschen weltweit verbessern. <br />
Quelle DZR, Guido Walter
34 | Kunst + Kultur | Halloween<br />
Halloween, Gruselgeschichten, Horrorfilme – das Unheimliche zieht Groß<br />
und Klein in den Bann. Doch was steckt hinter der Neigung, sich willentlich<br />
zu ängstigen? Und wie vereinbaren wir sie mit der harten Realität, in der<br />
viele Menschen täglich echten Horror erleben?<br />
Die Faszination des Horrors<br />
Warum wir Halloween lieben.<br />
Fotos Harrop Alamy, Christopher Ryan McKenney<br />
Was passiert eigentlich im Hirn, wenn es<br />
uns gruselt? Wenn wir mit einer Situation<br />
oder Darstellung konfrontiert<br />
werden, die wir als unangenehm empfinden,<br />
die aber dennoch im Bereich des Ertragbaren<br />
liegt, aktiviert unser vegetatives Nervensystem eine<br />
erhöhte Herzfrequenz. Dieser Prozess wird vom Mandelkern<br />
gesteuert, einem bestimmten Hirnbereich. Er<br />
reguliert unser vegetatives Nervensystem maßgeblich.<br />
Während dieser Reaktion ziehen sich die Hirngefäße<br />
zusammen, was den Blutfluss beschleunigt. Gleichzeitig<br />
kann sich die Haut aufstellen, begleitet von einer<br />
Verengung der Blutgefäße in der Muskulatur. Der<br />
Blutdruck steigt, wir bekommen eine sog. Gänsehaut.<br />
Tatsächlich ist die Faszination für Horror so alt wie<br />
die Menschheit selbst. Schon in der Vergangenheit<br />
haben Menschen sich bei schrecklichen Ereignissen<br />
wie Hinrichtungen versammelt, um sie anzusehen.<br />
Dieses scheinbare Paradoxon lässt sich jedoch wissenschaftlich<br />
recht plausibel erklären. Es gründet<br />
sich auf der Tatsache, dass unsere Psyche in der<br />
Lage ist, zwei gegensätzliche Emotionen – angenehme<br />
und unangenehme – gleichzeitig zu erleben.<br />
Dies erzeugt eine Ambivalenz, insbesondere wenn<br />
wir die Geschehnisse aus einer sicheren Distanz betrachten.<br />
Es ist von entscheidender Bedeutung, zu<br />
verstehen, dass es sich hierbei um eine gedankliche<br />
Distanz handelt und nicht um ein reales Erleben.<br />
Wir finden es faszinierend, wie unangenehme Situationen<br />
in Horrorfilmen oder Geschichten dargestellt<br />
werden, und dies erzeugt angenehme Gefühle.<br />
Menschen leben oft in einem relativ langweiligen<br />
Alltag, in dem das Normale vorherrscht. Daher freuen<br />
wir uns über besondere Ereignisse und Erregung.
Kunst + Kultur | 35<br />
Diese Erregung darf jedoch nicht<br />
zu stark sein. Der Kick, den wir<br />
durch Horrorszenen und ähnliche<br />
Ereignisse erfahren, ermöglicht es<br />
uns, vorübergehend aus der Normalität<br />
auszubrechen und angenehme<br />
Gefühle zu erleben. Es ist<br />
eine Art von wohligem Gruseln.<br />
Die Verträglichkeit von Horror variiert<br />
aber von Person zu Person,<br />
abhängig davon, wie anfällig sie für<br />
angstauslösende Reize ist und ihrer<br />
Fähigkeit, mit solchen Ängsten<br />
umzugehen. Besonders bei Kindern<br />
kann die Wirkung von Horrorgeschichten<br />
nachhaltig sein, da sie<br />
noch keine Erfahrung im Umgang<br />
mit unangenehmen Situationen<br />
haben. Es ist wichtig, dass Kinder<br />
lernen, mit solchen Ängsten fertig<br />
zu werden. Halloween kann als eine<br />
Art Übung angesehen werden, um<br />
mit Ängsten umzugehen. Kinder<br />
lernen, wie sie befremdliche Situationen<br />
handhaben können. Ähnliches<br />
gilt auch für Märchen, die ein<br />
Wechselspiel von angenehmen und<br />
unangenehmen Situationen bieten<br />
und Kindern helfen, den Umgang<br />
mit Ängsten zu erlernen. <br />
Quelle<br />
Prof. Dr. Lutz Jänke, Universität Zürich<br />
Der Ursprung<br />
von Halloween<br />
Das Wort Halloween ist eine Abkürzung<br />
des amerikanischen „All Hallows Eve“,<br />
was übersetzt „Abend vor Allerheiligen“<br />
bedeutet. Entsprechend findet Halloween<br />
am Abend vor Allerheiligen statt. Lange<br />
Zeit war Halloween ein christlicher Feiertag;<br />
seinen Ursprung hat er jedoch bei<br />
den heidnischen Kelten. Heute wird Halloween<br />
ohne religiösen Bezug von allen<br />
Ethnien und Kulturen gefeiert.<br />
Vor rund 2.000 Jahren feierten die Kelten<br />
den Beginn des neuen Jahres am 1. November.<br />
Dieser Tag markierte das Ende des<br />
Sommers und den Beginn der Winterzeit.<br />
Der Winter wurde oft mit dem Tod in Verbindung<br />
gebracht, da in dieser Jahreszeit Hunger und Krankheit zunahmen. Die Kelten<br />
glaubten, dass in der Nacht vor dem Jahreswechsel die Grenze zwischen der Welt der Lebenden<br />
und der Welt der Toten verwischt wurde. In der Nacht des 31. <strong>Oktober</strong> feierten sie<br />
daher das Samhain-Fest, um ihre Toten zu Ehren und sich vor Heimsuchung zu schützen.<br />
Als die Römer im 1. Jh. n. Chr. den größten Teil des keltischen Territoriums erobert hatten,<br />
begannen sich die Traditionen zu vermischen. Später, ab dem 9. Jh,. wurde der heidnische<br />
Feiertag ganz durch einen christlichen ersetzt. 1000 n. Chr. machte die Kirche<br />
den 2. November zum Allerseelentag, einem Tag zur Ehrung der Toten. Allerseelen wurde<br />
ähnlich wie Samhain gefeiert, mit großen Freudenfeuern, Paraden und Kostümierung<br />
als Heilige, Engel und Teufel. Der Vorabend von Allerheiligen wurde zu einem heiligen<br />
oder geheiligten Vorabend, dem „All Hallows Eve“, und damit zu Halloween. Am Ende<br />
des Mittelalters waren Samhain und Allerheiligen nahezu miteinander verschmolzen.<br />
Als ab Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Einwanderer in die Vereinigten Staaten<br />
kamen, nahmen sie ihre Halloween-Bräuche mit, und im 20. Jahrhundert wurde<br />
Halloween zu einem der wichtigsten amerikanischen Feiertage, insbesondere unter<br />
Kindern. Als weltlicher Feiertag wird Halloween inzwischen unabhängig von jeder<br />
Religion gefeiert. Er wird stattdessen mit einer Reihe von Aktivitäten in Verbindung<br />
gebracht. Eine davon ist die Praxis, meist harmlose Streiche zu spielen für<br />
„Süßes oder Saures“. Zusätzlich werden Feste und Partys gefeiert, an denen Masken<br />
und Kostüme getragen werden. Ein Symbol ist die Kürbislaterne.<br />
Quelle Halloween Universum<br />
➵
36 | Kunst + Kultur | Halloween<br />
Schauerlich-schöner Genuss<br />
Halloween-Party-Rezepte<br />
In dieses „gruselige“ Fingerfood werden Ihre Partygäste sicher gerne hineinbeißen<br />
– und das mit einem Schmunzeln. Der Aufwand hält sich in Grenzen;<br />
auf die Idee kommt es an!<br />
Hexen-Muffins<br />
Die „Röcke“ der abgestürzten Hexen bestehen aus Brombeer-Buttercreme-Frosting,<br />
die Beine aus Salzstangen und<br />
Fondant. Am einfachsten und schnellsten geht es, wenn<br />
man fertige Muffins kauft. Um zwölf Hexen zu kreieren,<br />
braucht man neben entsprechend vielen Muffins 200 g weiche<br />
Butter, 300 g Puderzucker, ½ TL Salz und 80 g Brombeerkonfitüre<br />
ohne Stücke. Für die Beine samt Schuhen<br />
benötigt man 12 Salzstangen, 100 g weiße Schokolade und<br />
schwarzen Fondant sowie etwas bunten Zuckerdekor. Die<br />
Schokolade hacken und über einem Wasserbad schmelzen.<br />
Die Salzstangen halbieren und mit Schokolade bestreichen,<br />
auf ein Stück Backpapier legen und mit Zuckerdekor bestreuen.<br />
Trocknen lassen. Für die Schuhe den Fondant in 24<br />
haselnussgroße Stücke teilen und diese zu kleinen Stiefeln<br />
modellieren. Jeden Stiefel mit einer verzierten Salzstange<br />
„aufspießen“. Die weiche Butter mit dem Puderzucker schaumig<br />
schlagen, Konfitüre zugeben und kurz verrühren. Die Masse<br />
in einen Spritzbeutel mit Sterntülle (12 mm) füllen und die<br />
Creme auf die Muffins dressieren. Jeweils zwei Beine wie abgebildet<br />
hineinstecken.<br />
Idee und Foto Brigitte Sporrer
Kunst + Kultur | 37<br />
Monstersandwich<br />
mit Spiegelei-Augen<br />
Das lustige Monster schmeckt nicht nur Kindern. Dazu<br />
braucht man jeweils zwei Toastscheiben, eine Scheibe Kochschinken,<br />
Käse, saure Gurken und zwei kleine Eier. Das<br />
Brot toasten. Eine Toastscheibe buttern und den Schinken<br />
drauflegen. Aus der zweiten Brotscheibe mit einem Glas<br />
Löcher für die Augen ausstechen. Die beiden Spiegeleier in<br />
der Pfanne ausbacken, ein wenig beschneiden und nebeneinander<br />
auf den Schinkentoast legen, so dass sich der Dotter<br />
genau unter den Ausschnitten befindet. Aus Scheibenkäse<br />
spitze Zähne ausschneiden. Die Augenbrauen aus Stücken<br />
einer Gewürzgurke formen. Evtl. noch „Gurkenbeine“, Hörnchen<br />
und Ohren aus den Brotresten dazulegen.<br />
Foto gettyimages<br />
Gefüllte Spinnen-Eier<br />
Solch schaurige Proteinbomben gibt es nicht überall. Das<br />
„appetitliche“ Spinnennetz-Muster wird mit Lebensmittelfarbe<br />
erzeugt. Dafür werden zuerst Eier hartgekocht.<br />
Wenn diese soweit abgekühlt sind, dass man sie anfassen<br />
kann, schlägt man sie mit einem großen Löffel rundum<br />
an, bis die Schale spinnwebartig eingerissen ist. Die Eier<br />
werden nun für mindesten zwei Stunden oder über Nacht<br />
in Wasser mit blauer oder grüner Lebensmittelfarbe eingelegt.<br />
Nach dem Schälen kommt das eindrucksvolle<br />
Spinnweb-Muster zum Vorschein. Jetzt die Eier halbieren,<br />
die Dotter mit einem Löffel herausholen und diese in einer<br />
Schüssel mit etwas Senf, Mayonnaise sowie giftgrüner<br />
Lebensmittelfarbe vermischen, salzen und pfeffern. Dann<br />
die Masse wieder in die Eierhälften füllen.<br />
Idee und Foto Horror Shop<br />
Jalapeño-Mumien<br />
Diese Mini-Mumien sind richtige Geschmacks-Schocker. Kleine<br />
scharfe Jalapeño-Paprikas werden mit Frischkäse gefüllt und<br />
in Blätterteig-Bandagen gewickelt. Für 16 Mumien braucht<br />
man 8 Jalapeños, 250 g Frischkäse, 2 EL geriebenen Parmesan,<br />
1 TL Knoblauchpulver, Salz und Pfeffer sowie 1 Packung<br />
Knack & Back Blätterteig für Hörnchen. Die Jalapeños halbieren<br />
(die Stielansätze stehen lassen) entkernen, waschen und<br />
trocken tupfen. Den Frischkäse mit Parmesan und den Gewürzen<br />
vermischen. Die Jalapeño-Hälften damit füllen. Den<br />
Blätterteig ausbreiten und in möglichst lange, 6 mm breite<br />
Streifen schneiden. Diese wie abgebildet rund um die Jalapeño-Hälften<br />
wickeln und dabei Platz für die Augen lassen. Die<br />
Mumien im auf 200°C vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten lang<br />
goldbraun backen. Den noch warmen Mumien jeweils zwei Zuckeraugen<br />
aufdrücken.<br />
<br />
Quelle Zauber der Gewürze<br />
Foto istock
38 | Kunst + Kultur | So ein Theater<br />
So ein Theater!<br />
Regionales Feuilleton<br />
Der Startschuss ist gefallen. Alle Bühnen aus der Region präsentieren ihre<br />
Veranstaltungen für Herbst und Winter. Wir haben für Sie in die Programmhefte<br />
geschaut und besonders Interessantes herausgepickt.<br />
Staatstheater Augsburg:<br />
Die letzte Verschwörung<br />
Mit der ersten Opernpremiere der Spielzeit am 19. <strong>Oktober</strong> im martini-Park feiert<br />
das Staatstheater zugleich eine deutsche Erstaufführung. Bei „Die letzte Verschwörung“<br />
handelt es sich um einen hochaktuellen Opernstoff, der von einem<br />
der vielseitigsten und interessantesten Komponisten der Gegenwart, Moritz Eggert<br />
(s.o.), vertont wurde. Nach dessen Worten ist das Werk „ein schwindelerregender<br />
Ritt durch die verrücktesten zeitgenössischen Verschwörungsmythen“. In Augsburg<br />
ist es unter der Regie von Staatsintendant André Bücker als deutsche Erstaufführung<br />
zu erleben. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Domonkos<br />
Héja. Uraufgeführt wurde „Die letzte Verschwörung“ als Auftragswerk<br />
der Volksoper Wien am 25. März 2023 in Wien. Sowohl die Musik als auch das<br />
Libretto stammen von Moritz Eggert. „Die letzte Verschwörung“ nimmt Bezug auf<br />
die Verschwörungsmythen, die seit der Pandemie 2019/20 eine nie zuvor dagewesene<br />
Renaissance erleben. Verschwörungsmythen sind für Moritz Eggert neue<br />
Märchen und Volkserzählungen, „fast wie bei den Gebrüdern Grimm, nur wesentlich<br />
bizarrer und gefährlicher.“ „Bestes politisches Gegenwartstheater mit viel<br />
Tempo und Witz“, begeisterte sich André Bücker bereits bei der Uraufführung<br />
für das Werk: „Es ist zugleich komisch, politisch und unterhaltsam und thematisiert<br />
ganz ohne erhobenen Zeigefinger Verschwörungsmythen.“ Neben dem Gast-<br />
Tenor Wolfgang Schwaninger in der Hauptrolle und Mitgliedern des Augsburger<br />
Opernensembles stehen der Opernchor, die Augsburger Domsingknaben und die<br />
Augsburger Philharmoniker auf der Bühne.<br />
Informationen https://staatstheater-augsburg.de/die_letzte_verschwoerung<br />
Im Bild Moritz Eggert ♦ Foto Mercan Fröhlich<br />
Grafik DALL-E und Alexandra Pelzl
Kunst + Kultur | 39<br />
Veranstaltungsforum Fürstenfeld:<br />
31. Saison JazzFirst,<br />
15. Saison Theater<br />
Fürstenfeld<br />
JazzFirst zählt zu den beliebtesten Jazz-<br />
Reihen Bayerns. Seit 2003 gastieren bei<br />
JazzFirst regelmäßig herausragende Künstler<br />
in Fürstenfeld. In Kooperation mit<br />
KlangWort Entertainment präsentiert das<br />
Veranstaltungsforum in der 31. Saison<br />
wieder Highlights des zeitgenössischen<br />
europäischen Jazz. Freuen darf man sich<br />
in der kommenden Saison auf Musi ker:innen<br />
aus Frankreich, Aserbaidschan, Irland,<br />
Deutschland, der Mongolei, der Ukraine<br />
und den USA. Highlights der Spielzeit<br />
sind das Trio von Renaud García-Fons,<br />
einem der virtuosesten Kontrabassisten<br />
unserer Zeit, sowie die Ausnahmesängerin<br />
Dana Masters mit ihrem Quartet (USA/<br />
Irland). Die Saison dauert bis zum 21. Mai<br />
2025.<br />
Erstklassige Aufführungen hervorragender<br />
Ensembles; Stücke, die Herz und Kopf<br />
bewegen und zur Diskussion anregen.<br />
Die anspruchsvolle Theater-Reihe des Veranstaltungsforums<br />
trifft den Geschmack<br />
des Publikums; der Stadtsaal ist stets voll<br />
besetzt. Auch in der Spielzeit <strong>2024</strong>/25<br />
gas tieren im Veranstaltungsforum wieder<br />
beeindruckende Produktionen. Die nächste<br />
Aufführung dieser Reihe kann am 27.<br />
November erlebt werden: Zu Gast ist die<br />
Kompanie „tanzmainz“ mit der Aufführung<br />
von „Trailer Park“, Choreografie Moritz<br />
Ostruschnjak. Der Münchner Choreograf<br />
befasst sich mit der Frage, wie sich die<br />
zunehmende Digitalisierung des Lebens<br />
auf unsere körperliche und soziale Erlebnisfähigkeit<br />
auswirkt. Seine Stücke nutzen<br />
die sozialen Medien als Ausgangspunkt<br />
für einzigartiges Bewegungsmaterial und<br />
reflektieren so tänzerisch gesellschaftliche<br />
Prozesse. Überforderung und Faszination<br />
gehen im Umgang mit dem World-<br />
Wide-Web Hand in Hand. Durch bewusstes<br />
Kopieren und neu Zusammenstellen von<br />
Fundstücken aus dem Netz schafft Moritz<br />
Ostruschnjak in „Trailer Park“ einen<br />
eigenen Kosmos. Zehn Tänzer:innen auf<br />
leerer Bühne, irgendwo zwischen digitaler<br />
und analoger Welt. Virtuos, jung,<br />
kraftvoll.<br />
Am 9. Februar präsentiert das Schauspiel<br />
Köln „Die verlorene Ehre der Katharina<br />
Blum“ von Heinrich Böll. Den Schlussakkord<br />
setzt am 15. März das Tanz-Zirkus-<br />
Projekt „Hidden“.<br />
Informationen www.fuerstenfeld.de<br />
Staatstheater Augsburg:<br />
hildensaga. ein königinnendrama<br />
Mit der erst 2022 uraufgeführten Überschreibung der Nibelungensage machte der österreichische<br />
Autor Ferdinand Schmalz aus der althergebrachten „Heldensaga“ die zeitgemäß<br />
feministische „hildensaga. ein königinnendrama“. Mit einer fulminanten Neuinszenierung<br />
in der Regie von Axel Sichrovsky geht das Staatstheater Augsburg auf der<br />
brechtbühne in die aktuelle Spielzeit. Im Kontrast zur Original-Fassung entwickelte das<br />
Augsburger Produktionsteam eine andere Fantasie für das Finale und setzt so eigene<br />
Akzente für eines der derzeit meistgespielten Dramen.<br />
Die „hildensaga“ beginnt mit einer Vorschau – Ferdinand Schmalz stellt das Aufeinandertreffen<br />
von Brünhild und Kriemhild, den Königinnenstreit aus dem „Nibelungenlied“,<br />
an den Anfang seines Stückes. Doch dann greifen drei Nornen ein und berichten,<br />
dass die Geschichte früher beginnen und geändert werden muss. Zeitsprung zurück:<br />
Siegfried kommt nach Island, wo Brünhild Königin ist und gemeinsam mit ihrem Vater<br />
Wotan lebt. Siegfried und Brünhild verlieben sich und verbringen eine Nacht miteinander.<br />
Die Nornen warnen Brünhild vor ihrem Schicksal mit Siegfried. Als er tatsächlich<br />
zögert bei ihr zu bleiben, schickt Brünhild ihn fort. Wotan beschließt, dass jeder Mann,<br />
der Brünhild zur Frau will, gegen sie antreten muss und getötet wird, falls sie ihn besiegt.<br />
Ein Jahr später: König Gunther von Burgund kommt mit seinen beiden Brüdern<br />
Gernot und Giselher, seinem Gefolgsmann Hagen von Tronje und Siegfried nach Island,<br />
um Brünhild zur Frau zu nehmen. Durch eine List siegt Siegfried heimlich für Gunther<br />
über Brünhild und sie nehmen sie mit an den Hof in Worms. Es kommt zur Doppelhochzeit:<br />
Siegfried heiratet Gunthers Schwester Kriemhild, Gunther heiratet Brünhild. In der<br />
Hochzeitsnacht verweigert Brünhild den ehelichen Sex mit Gunther und hängt ihn an<br />
der Wand auf. Wieder täuschen Gunther und Siegfried Brünhild, damit Gunther „die<br />
Ehe vollziehen“ kann. Am nächsten Tag treffen Brünhild und Kriemhild aufeinander und<br />
Kriemhild solidarisiert sich mit Brünhild. Gemeinsam planen sie Rache.<br />
Informationen https://staatstheater-augsburg.de/hildensaga_ein_koeniginnendrama<br />
Foto Jan-Pieter Fuhr<br />
➵
40 | Kunst + Kultur | So ein Theater<br />
Sensemble Theater:<br />
(R)Evolution<br />
In Coproduktion mit Neues Theater Burgau bringt das Sensemble<br />
Theater im <strong>Oktober</strong> das Drei-Personen-Stück (R)Evolution auf<br />
die Bühne, das nur fünf Jahre in der Zukunft spielt, aber ein<br />
fast schon erschreckendes Szenario abbildet, wenn auch mit<br />
reichlich Humor versüßt. Und das gar nicht so weit weg ist<br />
von der zu erwartenden Realität. Unter der Regie von Gianna<br />
Formicone füllen die Darstellenden Florian Fisch, Daniela<br />
Nering und Martin Schülke ihre Rollen auf den Punkt aus.<br />
Im Mittelpunkt des Stücks steht der omnipräsente smarte<br />
Sprachassistent Alecto (wechselseitig von allen drei Schauspielenden<br />
dargestellt), der jeden Menschen, jeden Haushalt<br />
im Alltag begleitet, alles zu wissen scheint und alle Entscheidungen<br />
beeinflusst. Alecto bestellt Essen, bevor sein Besitzer<br />
artikulieren kann, worauf er Appetit hat und leitet das morgendliche<br />
Meeting der intelligenten Küchengeräte. Er simuliert<br />
menschliche Nähe, bevor Einsamkeit überhaupt spürbar<br />
wird und bucht die Paartherapie, bevor die Beziehungsprobleme<br />
zutage treten. Und die nahe Zukunft ist voller weiterer<br />
Verheißungen: Gentechnisch manipulierte Menschen werden<br />
genauso selbstverständlich zum Leben gehören wie superintelligente<br />
Haushaltsgeräte. Da zahlt die Versicherung nur<br />
noch für genetisch optimierte Kinder, deren Geschlecht man<br />
vorab wählen muss. Das „Basispaket“ übernimmt die Kasse,<br />
aber wer will nicht mehr haben, das absolut Beste für sein<br />
noch gar nicht gezeugtes Kind – natürlich gegen Aufgeld?<br />
Auch wenn die vermeintlich schöne neue Welt mit märchenhaft<br />
weit fortgeschrittener Technik Verbesserungen zu bieten<br />
scheint, so zeichnet das Stück eine Gesellschaft, in der die<br />
Errungenschaften nicht selbstverständlich zum Wohle der<br />
Menschheit verfügbar sind, sondern nur gegen Geld. All diese<br />
Zusammenhänge werden in absurd erscheinenden, skurrilen<br />
Dialogen dargestellt und mit reichlich Sprachwitz und Situationskomik<br />
leicht verdaulich gemacht.<br />
Die digitale Revolution hat unser Leben von Grund auf verändert<br />
und vieles erleichtert. Revolution ist Evolution – aber<br />
wer hält die Fäden dabei in der Hand? Ist der Mensch kurz<br />
davor, Gott zu werden? Oder schafft er sich durch grenzenlose<br />
Digitalisierung und Ausbeutung des Planeten selbst<br />
ab? Was bedeutet das Ganze eigentlich für den sogenannten<br />
„freien Willen“? Und sind die Gedanken dann wirklich noch<br />
frei? Das sehenswerte Stück wird im Sensemble noch bis 27.<br />
<strong>Oktober</strong> gezeigt.<br />
Informationen www.sensemble.de<br />
Foto Martina Vodermayer<br />
Kulturhaus abraxas:<br />
lab.30: Jung,<br />
innovativ, kreativ<br />
„Under construction“ – unter diesem Motto<br />
präsentiert das Augsburger Medienkunstfestival<br />
lab.30 ein faszinierendes Spektrum<br />
an zeitgenössischer Medienkunst. Vom<br />
24. bis 27. <strong>Oktober</strong> verwandelt sich das<br />
Kulturhaus abraxas in eine Baustelle für<br />
kreative Experimente, künstlerische Ideen<br />
und technologische Innovationen. Internationale<br />
Künstlerinnen und Künstler bespielen<br />
die Räume auf vielfältige Weise<br />
und ihre interaktiven Kunstwerke laden<br />
zum Mitmachen und Nachdenken ein.<br />
Besuchende können sich außerdem über<br />
experimentelle Klangerlebnisse und ein<br />
besonderes Konzert- und Performanceprogramm<br />
freuen. Auf große und kleine<br />
Gäste warten spannende Workshops sowie<br />
exklusive Führungen und Gespräche<br />
mit Künstlerinnen und Künstlern.<br />
Informationen www.lab30.de<br />
Foto Robin Baumgarten, Quantum Jungle
Kunst + Kultur | 41<br />
Kulturprogramm<br />
Ein Mitmachkonzert<br />
für die ganze Familie,<br />
bei dem gemalt<br />
und gerätselt wird -<br />
es aber vor allem<br />
viel zu hören gibt!<br />
Auf zur Reise durch<br />
das weihnachtliche<br />
„Winterwonderland“<br />
mit „Little drummer<br />
boy“, „Sleigh Ride“,<br />
u.v.m.<br />
Pfarrhof Gempfing:<br />
Ausstellung, Vortrag,<br />
Kulinarik, Konzerte, Literatur<br />
Im beschaulichen Dorf Gempfing, Ortsteil von Rain am Lech, organisiert der<br />
rührige Förderverein Gempfinger Pfarrhof e.V. regelmäßig kleine, aber feine<br />
Veranstaltungen. Ein echter Geheimtipp.<br />
Bis zum 27. <strong>Oktober</strong> ist im Pfarrhof die Ausstellung „Was ist der Mensch“ mit Werken<br />
des zeitgenössischen Bildhauers Andreas Kuhnlein zu sehen. Am 24. <strong>Oktober</strong><br />
berichtet der Rainer Heimatforscher Adalbert Riehl in seinem Vortrag „Die<br />
große Verwüstung“ über das nur wenig erforschte Schicksal der Menschen, die<br />
im Donauwörther Raum 1704 unter den Folgen der Schlachten am Schellenberg<br />
und bei Höchstädt zu leiden hatten. Am 8. November wird im Pfarrhof wieder<br />
das traditionelle Vier-Gänge-Menü serviert (Anmeldung zwingend erforderlich:<br />
55.- Euro, Tel. 09090-1346). Der 22. November gehört dem Viola da Gamba Duo<br />
Sofia Diniz und Viktor Töpelmann. Unter dem Titel „Le Nymphe di Rheno“ erklingen<br />
virtuose, galante und melancholische Duette. Beim vorweihnachtlichen Konzert<br />
am 15. Dezember begibt sich Dudelsackbläser Fabio Rinaudo mit dem Trio<br />
O’Carolan auf Entdeckungsreise zu den verschiedensten musikalischen Traditionen<br />
Irlands und Schottlands. Mit ihm konzertieren die italienische Harfenistin<br />
Elena Spotti und der renommierte Geiger Luca Rapazzini. Das Jahr schließt am<br />
29. Dezember mit der Lesung „Es ist ein Ros entsprungen“, bei der Sprecherinen<br />
und Sprecher des Bayerischen Rundfunks ihre weihnachtlichen Lieblingstexte<br />
lesen, musikalisch umrahmt vom Singkreis Gempfing. Eintritt frei, Spenden zugunsten<br />
der Aktion Sternstunden<br />
<br />
Informationen www.gempfingerpfarrhof.de<br />
Im Bild Fabio Rinaudo mit seinem Dudelsack ♦ Foto Presse<br />
Von klassischen<br />
Arien und Duetten,<br />
bis hin zu weihnachtlichen<br />
Hits. Ein<br />
winterliches Konzert<br />
der Extraklasse!<br />
Ein außergewöhnlicher<br />
A-cappella<br />
Abend voller Spaß,<br />
Überraschungen<br />
und phänomenaler<br />
Unterhaltung.<br />
Eine einzigartige<br />
Kombi aus Alpenwestern<br />
und humoreskem<br />
Theater.<br />
Ein Musikkabarett<br />
par excellence.
42 | Kunst + Kultur | Frida<br />
Frida<br />
Leid und Lebenslust in getanzten Bildern<br />
Ein buntes, wildes, rauschendes Fest für alle Sinne<br />
hat Ballettchef und Choreograf Ricardo Fernando<br />
zum Start in die neue Ballettsaison versprochen – und<br />
es ist ihm gelungen. Im Handlungsballett „Frida“<br />
bringt das Ballettensemble des Staatstheater Augsburg<br />
das Leben der mexikanischen Kult-Künstlerin<br />
und Ikone des Feminismus, Frida Kahlo, in beeindruckenden<br />
Bildern auf die Bühne.<br />
Text Hannelore Eberhardt-Arntzen ♦ Fotos Jan-Pieter Fuhr<br />
Die Ballettkompanie im Farbenrausch: Vor schlich ter, wandelbarer<br />
und doch beeindruckender Kulisse entfesselt sich das<br />
pure Leben in prächtigen Farben, in opulenten, an mexikanische<br />
Trachten angelehnten Kleidern und mitreißender lateinamerikanischer<br />
Musik. Doch mit dabei ist stets auch der Tod, der seine<br />
Finger mehrfach nach Frida Kahlo ausstreckt und ihr ständiger Begleiter<br />
ist, im Guten wie im Bösen. Und der körperliche und seelische Schmerz,<br />
der Frida durch ihr ganzes Leben begleitet, sie aber gleichzeitig auch<br />
inspiriert. In der Handlung wird vor<br />
allem Fridas Gefühlswelt in Szene<br />
gesetzt, in grober Anlehnung an<br />
ihre wechselvolle Biografie.<br />
Exzentrikerin, Energiebündel, mythische<br />
Legende, engagierte Frauenrechtlerin,<br />
Friedensaktivistin, überzeugte<br />
Kommunistin… Beschreibungen von<br />
Frida Kahlo treffen viele zu, doch<br />
ist sie vor allem die begabteste und<br />
bedeutendste mexikanische Malerin<br />
des 20. Jahrhunderts und nimmt in<br />
der lateinamerikanischen Kunstgeschichte<br />
eine einzigartige Stellung<br />
ein. Ihr Dasein war von starken Kontrasten<br />
geprägt: auf der einen Seite<br />
nahezu ungezügelte Lebensfreude,<br />
auf der anderen dramatische Schicksalsschläge,<br />
die sie schließlich depressiv<br />
machten. 1907 in Mexiko<br />
geboren, erkrankte Frida mit 6 Jahren<br />
an Kinderlähmung. Nach einem<br />
erfolgreichen Kampf zurück ins Leben<br />
ereilte sie mit 18 Jahren der<br />
nächste Schicksalsschlag: Bei einem<br />
Busunfall erlitt sie dramatische Verletzungen<br />
der Wirbelsäule und der<br />
Extremitäten. Monatelang im Gipskorsett<br />
ans Bett gefesselt begann<br />
sie zu malen. Die Malerei, in der sie<br />
ihr Selbst und ihre Gefühle reflektierte,<br />
wurde zum Ventil für ihre<br />
Pein. Ein wichtiger Faktor für Glück<br />
und Leid zugleich war Fridas Ehemann,<br />
der renommierte mexikanische<br />
Mural-Künstler Diego Rivera,<br />
der sie mehrfach betrog – sogar<br />
mit ihrer eigenen Schwester. Auch<br />
selbst kein Kind von Traurigkeit,<br />
stimmte sie einer offenen Ehe zu.<br />
Aufgrund ihrer schlechten körperlichen<br />
Konstitution erlitt sie vier<br />
Fehl geburten. Mit ihren markanten<br />
Augenbrauen, ihrer Vorliebe für mexi<br />
kanische Trachten, aufwendigen<br />
Haarfrisuren und indiani schem<br />
Schmuck war Frida Kahlo ihr Leben<br />
lang eine auffallende Erscheinung<br />
und eine hervorragende Selbstdarstellerin.<br />
Doch erst nach ihrem Tod im<br />
Alter von 47 Jahren wurden sie und<br />
ihre symbolhaften surrealen Gemälde<br />
weltweit bekannt und geschätzt.
Kunst + Kultur | 43<br />
Ricardo Fernando lässt sich in seinen Choreografien<br />
von prominent vorkommenden Motiven aus Fridas<br />
Bildern inspirieren: Hirsch, Vogel, Schmetterling und<br />
Blumen. Sie werden jeweils von Solotänzerinnen<br />
und -tänzern verkörpert. Naturalistisch dargestellte,<br />
applizierte Herzen auf den Kostümen symbolisieren<br />
Leid und Liebe. Plastische Wirbelsäulen auf<br />
den Rücken der Tanzenden rücken das Zentrum von<br />
Fridas Befindlichkeiten in den Fokus; sie stehen für<br />
Haltung, aber auch für die Ursache der Schmerzen.<br />
Daneben nutzt Fernando in seiner Inszenierung<br />
verborgene Talente seiner Ensemblemitglieder: Das<br />
Ensemble singt unisono (Tänzerin Fátima López García<br />
sogar solo); Tänzer Nikolaos Doede spielt in der<br />
Schlussszene fulminant Acoustic-Gitarre zum Volkslied<br />
„La Llorona. Und fürs packende Sounddesign<br />
zeichnet Tänzer David Nigro verantwortlich. Frida –<br />
wie angekündigt ein Fest für alle Sinne mit noch mehr<br />
überraschenden Details.<br />
Während der 90 Minuten währenden Aufführung fast<br />
permanent auf der Bühne präsent ist die Hauptdarstellerin<br />
Frida, genial personifiziert von Martina Piacentino,<br />
im typischen folkloristischen Kahlo-Look<br />
mit langem buntem Rock und üppigem Blumenschmuck<br />
im hochgesteckten Haar. Als ihre Avatare<br />
tanzen in der Eingangsszene „Selbstporträt“ die übrigen<br />
Ensemblemitglieder. Die kindliche Version von<br />
Frida wird durch wechselnde Gast-Elevinnen Augsburger<br />
Ballettschulen dargestellt. Immer wieder unterbricht<br />
der Auftritt des schwarzen Todes und seiner<br />
Schergen die im Grunde fröhliche Atmosphäre.<br />
Mit schaurig langen Spinnenfingern, die an Murnaus<br />
Film-Vampir Nosferatu erinnern, und gespenstisch<br />
leuchtenden Augenhöhlen jagt er dem Publikum<br />
Schauer über den Rücken. Zur Überbrückung von<br />
Umbauphasen auf der Bühne laden die Tanzenden<br />
Publikumsmitglieder mal zum Mittanzen auf den<br />
Gängen ein. Und fünf „muxhes“, gesellschaftlich akzeptierte<br />
mexikanische Männer, die sich als Frauen<br />
kleiden und fühlen, zeigen vor der Bühne einen temperamentvollen<br />
Fächertanz – wohl in Anspielung auf<br />
die sich in ihrer Jugend oft androgyn gekleidet zeigende<br />
Frida, die sich auch sonst nie dem klassischen<br />
Frauenschema unterordnete.<br />
In diesem Jahr jährt sich Frida Kahlos Tod zum 70.<br />
Mal. Was läge also näher, als diese ganz besondere<br />
Frau künstlerisch und tänzerisch zu thematisieren,<br />
zumal sich Ricardo Fernando als gebürtiger Brasilianer<br />
leicht in die lateinamerikanische Lebenswelt<br />
einfühlen kann. Und auch die Jahreszeit der Uraufführung<br />
passt: Im Herbst, am 1. November, begehen<br />
wir Allerseelen; Halloween wird am Vorabend gefeiert<br />
und die Mexikaner gedenken zu dieser Zeit mit<br />
großen, bunten und lebensbejahenden Partys und<br />
gleichzeitig mit Liebe und Respekt ihrer verstorbenen<br />
Familienmitglieder. Der Día de los Muertes<br />
gehört zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. So<br />
passt die in der Inszenierung farbenfrohe Auseinandersetzung<br />
mit Leben und Tod perfekt in die Saison.<br />
Mit diesem sehenswerten Tanztheaterstück dürfte<br />
Ricardo Fernando und seinem Ensemble nach dem<br />
Erfolg „Charlie“ vom letzten Jahr ein weiterer Coup<br />
gelungen sein.<br />
<br />
Informationen www.staatstheater-augsburg.de
44 | Reisen + Erleben | Vanlife<br />
„Go with the Flow!“<br />
Familien-Roadtrip im Campervan<br />
Ein Sabbatical machte es möglich: Wir – Teresa, unsere fünfjährige Tochter<br />
Toni und ich – wollten eine ganz besondere, größere Reise unternehmen,<br />
bevor Toni eingeschult wird. Also nahmen wir uns ein halbes Jahr frei und<br />
entschieden uns für einen Roadtrip im Campervan, der uns von der Sahara<br />
bis in die Arktis führen sollte – und ungeahnte Erlebnisse bescherte.<br />
Text und Fotos Dominik Boisen<br />
Der Plan war, so wenig wie möglich zu planen.<br />
In erster Linie wollten wir uns treiben<br />
lassen. Trotzdem brauchten wir eine<br />
grobe Route. Und weil uns die Gegensätzlichkeit<br />
von extremer Hitze und extremer Kälte<br />
angesprochen hat, sind wir auf die Idee gekommen,<br />
von der Sahara bis in die Arktis zu reisen: von<br />
Deutschland nach Marokko, über Spanien, Portugal,<br />
Frankreich, die Schweiz, Schweden und Norwegen<br />
bis ans Nordkap und wieder zurück nach Hause. Von<br />
Mai bis <strong>Oktober</strong> waren wir unterwegs. Ein halbes<br />
Jahr Vanlife. Eine fantastische Reise mit unzähligen<br />
Erlebnissen und eindrucksvollen Begegnungen.<br />
Für nicht wenige ist Vanlife ein sehnsuchtsvoller<br />
Begriff, verbunden mit Träumen und Vorstellungen,<br />
die oft so weit sind, wie der Horizont über dem Meer.<br />
Ein Synonym für Unabhängigkeit und Ungezwungenheit<br />
und das zumindest zeitweilige Entkommen<br />
aus dem sprichwörtlichen Hamsterrad. Eine Möglichkeit,<br />
den geordneten Bahnen und den Zwängen<br />
des Alltags wenigstens für eine gewisse Zeit den Rücken<br />
zu kehren. Auch wir fühlen uns, obwohl wir in<br />
Sachen Urlaub sehr vielseitig sind und nicht wirklich<br />
in eine Schublade passen, vom Leben im Van<br />
in besonderer Weise angesprochen. Gewiss, diese<br />
Art des Reisens ist auch sehr anstrengend und in<br />
vielerlei Hinsicht fordernd. Von einem Erholungsurlaub<br />
im klassischen Sinne ist das Leben im Van<br />
weit entfernt und die Strapazen sollte man nicht romantisch<br />
verklären. Trotzdem liegen die Vorteile für<br />
uns auf der Hand: Man ist flexibel und ungebunden,<br />
man reist individuell, kann spontan agieren und<br />
planen (oder auch gar nicht planen), man kann viel<br />
sehen und entdecken, ist mittendrin, statt nur nah<br />
dran, man erlebt echte Abenteuer und vieles, was<br />
sich in keinem Reisebüro buchen lässt. Die Liste an<br />
Pro-Argumenten ist lang. Trotzdem erschöpft sich<br />
unsere Faszination für diese Art des Reisens nicht<br />
im Ergebnis einer nüchternen Pro und Contra Analyse.<br />
Es ist noch etwas anderes. Das Vagabundenda
Reisen + Erleben | 45<br />
sein löst etwas in uns aus. Das Reisen im Van und<br />
das Vagabundieren auf der Straße sind bei uns der<br />
Zündfunke, der in uns ein bestimmtes Sentiment<br />
entflammen lässt. Vielleicht die Assoziation von Unabhängigkeit<br />
und Freiheit, die man beim Gedanken<br />
an diese Art des Reisens fast schon zwangsläufig hat.<br />
Natürlich entbehrt es nicht einer gewissen Ironie,<br />
ausgerechnet ein Leben auf 3,5 m² – also deutlich<br />
weniger als eine handelsübliche Gefängniszelle – ohne<br />
die geringste Privatsphäre und mit zahlreichen faktischen<br />
Einschränkungen, als Inbegriff von Freiheit<br />
zu verstehen. Und doch ist es eben gerade diese Beschränktheit,<br />
die einem die Tür zur Freiheit öffnet.<br />
Man fühlt sich frei und flexibel, weil man nicht ortsgebunden<br />
ist. Weil man jederzeit die Leinen los machen<br />
und woanders hinfahren kann. Man fühlt sich<br />
frei, weil man nicht zurückgehalten wird durch Verpflichtungen.<br />
Schon die tägliche Entscheidung, zu<br />
gehen oder noch zu bleiben, wenn es einem gerade<br />
gut gefällt, lässt einen diese Freiheit spüren. Man<br />
fühlt sich frei durch alles, was man nicht muss. Und<br />
dann fühlt man sich auch frei durch all das, was man<br />
nicht hat. „Nicht du besitzt die Dinge – die Dinge<br />
besitzen dich.“<br />
Für uns hat der Begriff von Freiheit durch diese Reise<br />
auch noch eine andere Bedeutung erlangt. Denn auch<br />
das, was man vielleicht nicht unmittelbar mit Freiheit<br />
in Verbindung bringt, weil es eher für das Gegenteil<br />
davon steht, kann ein Ausdruck von Freiheit<br />
sein. Ein Zuhause zu haben. Einen festen Wohnsitz.<br />
Eine Arbeit und ein intaktes Sozialleben. Irgendwo<br />
eingebunden und aufgehoben zu sein. Irgendwo hinzugehören.<br />
Freunde zu haben und vermisst zu werden.<br />
Und eben die Wahlfreiheit zu haben, in genau<br />
dieses geordnete und manchmal beengte Leben, das<br />
man vorübergehend aufgegeben hat, nach einer gewissen<br />
Zeit zurückzukehren.<br />
Dass wir während der Reise keine Auszeiten voneinander<br />
hatten, war durchaus eine Belastungsprobe<br />
für das Zusammenleben, aber vor allem eine großartige<br />
Erfahrung. Und zu wissen, dass wir das können,<br />
ist eine Erkenntnis von unschätzbarem Wert. Seit<br />
kurzem sind wir wieder zu Hause, doch das Erlebte<br />
wirkt in uns fort. Was hat die Reise mit uns gemacht,<br />
was hat sie uns gebracht? Auch wenn die Reise als<br />
solche vorüber ist, werden die Erfahrungen, die wir<br />
gemacht haben, in uns nachhallen. Nicht nur als Erinnerung,<br />
sondern als etwas Lebendiges, das in der<br />
einen oder anderen Weise sicherlich auch unser künftiges<br />
Leben beeinflussen wird. So lange unterwegs zu<br />
sein war ein großes Abenteuer. Es hat großen Spaß<br />
gemacht, aber es war auch anstrengend. Wir freuen<br />
uns, die Wintermonate bei uns zu Hause im heimeligen<br />
Wohnzimmer vor dem knisternden Kaminfeuer<br />
zu verbringen. Und vielleicht ist das schon eine der<br />
wichtigsten Erkenntnisse nach dieser langen Zeit auf<br />
Reisen: Wir haben es sehr genossen, unterwegs zu sein<br />
– aber ein dauerhaftes Leben im Van könnten wir uns<br />
nicht vorstellen. Wir sind gewiss keine Stubenhocker,<br />
aber wir sind gerne sesshaft. Wir mögen das Leben on<br />
the road, aber wir sind auch gerne zu Hause. Und wir<br />
sind froh, eins haben – was für viele Menschen auf der<br />
Welt keine Selbstverständlichkeit ist. 17.236 km haben<br />
wir in den vergangenen sechs Monaten zurückgelegt.<br />
Hinzu kommen ca. 1.800 Seemeilen, die wir mit Fähren<br />
unterwegs waren. Wir hatten gehofft, dass uns<br />
eine tolle Reise erwarten würde, aber wie fantastisch es<br />
tatsächlich war, wird uns erst nach und nach bewusst.<br />
Wie heißt es so schön in Joseph von Eichendorffs Taugenichts:<br />
„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den<br />
schickt er in die weite Welt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.<br />
Außer vielleicht, dass wir sehr dankbar dafür sind,<br />
dass uns diese Gunst zu Teil geworden ist.
46 | Reisen + Erleben | Wohnmobil und Wellness<br />
Herbstgenuss<br />
im rollenden Zuhause<br />
Nahe Wohnmobilisten-Ziele mit Wellness-Garantie<br />
Wer in seinem rollenden Zuhause Urlaub in der Natur machen oder dort<br />
auch nur ein verlängertes Wochenende verbringen möchte und gleichzeitig<br />
in den Genuss wohliger Thermen-Wellness kommen will, sollte einmal die<br />
benachbarte Region Oberschwaben-Allgäu bereisen. Hier liegen viele Stellplätze<br />
in unmittelbarer Nähe zu diversen Thermalbädern.<br />
Egal mit welchem Fahrzeug man unterwegs<br />
ist, sei es Van, Camper oder Caravan: Die<br />
Gegend zwischen Ulm und dem Bodensee<br />
mit ihren sanften Hügellandschaften, Moorgebieten<br />
und idyllischen Städtchen bietet sich geradezu<br />
an, dort entspannte Tage, wahlweise an wechselnden<br />
Destinationen, zu verbringen und dabei dank<br />
rollendem Zuhause absolut flexibel zu bleiben. Hier ist<br />
schon der Weg ein Teil des Ziels, an dem man dann in<br />
den Thermen wohlig-warme Entspannung genießen<br />
kann – mit der eigenen Unterkunft gleich vor der Tür.<br />
Wellness & Mo(o)re: Bad Wurzach<br />
Schon die Adresse des Womo-Stellplatzes „An der<br />
Thermalquelle 1“ verspricht in Bad Wurzach Nähe zu<br />
Wellness und Genuss. Hier steht das rollende Zuhause<br />
direkt am Naturschutzgebiet Wurzacher Ried mit<br />
seinen Bohlenwegen und Wurzelpfaden. Die moderne<br />
feelMOOR-Therme mit ihrer großzügigen Sauna- und<br />
Wellnesslandschaft ist nur wenige Gehminuten entfernt<br />
und bietet für Wohnmobilisten attraktive Vergünstigungen,<br />
etwa das „Womo Versucherle“, das drei<br />
Stunden Thermengenuss zum Preis von zwei verheißt.
Reisen + Erleben | 47<br />
Reisemobil in oberschwaebischer<br />
Landschaft ♦ Foto Oberschwaben<br />
Tourismus GmbH, Florian Trykowski<br />
Moorbad im feelMOOR Bad Wurzach ♦ Foto feelMOOR<br />
Stellplatznutzer-Benefits<br />
im Überblick<br />
feelMOOR – Das Gesundresort Bad Wurzach<br />
Karl-Wilhelm-Heck-Straße 12 ♦ 88410 Bad Wurzach<br />
Tel. 07564 304-2100 ♦ www.feelmoor.de<br />
♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus: Beim Eintritt (zwei oder<br />
vier Stunden) gibt es eine Stunde gratis dazu.<br />
♦ Vergünstigtes Spezialpaket „Therme & Spa für Zwei“:<br />
je 1 Tageskarte fürs Thermalbad mit Sole-Relaxraum<br />
und Massagesessel oder Hydrojet-Massage<br />
♦ Vergünstigtes Arrangement „Therme, Sauna & Moor<br />
für Zwei“: je 1 Tageskarte für Thermalbad und Sauna<br />
mit Ganzkörper-Moorpackung und je 1 Kaffee oder Tee<br />
Highlight im Angebot der feelMOOR-Therme sind<br />
die Anwendungen mit dem „schwarzen Gold“, wie<br />
das uralte Naturprodukt aus den Mooren der Region<br />
genannt wird. So können Besucher in heilsame<br />
Moorbäder einsinken, eine Moorpackung<br />
auftragen lassen oder Moor sogar als Getränk zu<br />
sich nehmen. Das nahe Wurzacher Ried ist übrigens<br />
das größte noch intakte Hochmoor Mitteleuropas.<br />
Es begeistert Naturliebhaber mit seiner<br />
Tier- und Pflanzenvielfalt. So können Gäste nicht<br />
nur in der Therme ins Moor eintauchen, sondern<br />
sich bei einem Spaziergang auf dem Torflehrpfad,<br />
bei einer Fahrt mit dem historischen Torfbähnle<br />
oder einem Besuch der Erlebnisausstellung<br />
„Moor extrem“ im Naturschutzzentrum Wurzacher<br />
Ried umfassend auf das spannende Thema einlassen.<br />
Übrigens: Das Wurzacher Schloss und sein<br />
berühmtes Barocktreppenhaus sind vom Womo-<br />
Areal aus fußläufig zu erreichen.<br />
➵<br />
Gesundheitszentrum Waldsee-Therme<br />
Badstraße 16 ♦ 88339 Bad Waldsee<br />
Tel. 07524 94-1221 ♦ www.waldsee-therme.de<br />
♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus: WoMo-Stellplatznutzer<br />
erhalten ermäßigten Eintritt in die Therme. Hinweis:<br />
Aufgrund von Umbau- und Sanierungsarbeiten ist die<br />
Sauna- und Wellnesslandschaft derzeit geschlossen.<br />
Adelindis Therme<br />
Thermenweg 2 ♦ 88422 Bad Buchau<br />
Tel. 07582 800-1395 ♦ www.adelindistherme.de<br />
♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus „Duschtarif “: Unter Vorlage<br />
des Wohnmobil-Parkausweises kann der Thermenbereich<br />
für eine Stunde vergünstigt genutzt werden.<br />
Sonnenhof-Therme Bad Saulgau<br />
Am schönen Moos 1 ♦ 88348 Bad Saulgau<br />
Tel. 07581 48390 ♦ www.bad-saulgau.de/sonnenhof<br />
♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus: Ganztägige Eintrittsermäßigung<br />
in die Thermallandschaft und in die Saunawelt nach<br />
Vorzeigen des Platzschlüssels. Täglicher Brötchenservice
48 | Reisen + Erleben | Wohnmobil und Wellness<br />
Wohnmobil-Museum<br />
Erwin Hymer Museum<br />
Robert-Bosch-Str. 7, ♦ 88339 Bad Waldsee<br />
Tel. 07524 976676-00 ♦ www.erwin-hymer-museum.de<br />
Die derzeitige Sonderausstellung „Von Flusspiraten und Wandervögeln“ wurde<br />
bis zum 9. März 2025 verlängert. Sie informiert auf unterhaltsame Weise über<br />
die Wurzeln der Campingbewegung in Deutschland.<br />
Foto Presse<br />
Heiße Schwefelbäder: Bad Waldsee<br />
Direkt neben der lichtdurchfluteten Waldsee-Therme liegt der Wohnmobilstellplatz<br />
in Bad Waldsee. Das fluorid- und schwefelhaltige Wasser der<br />
Therme stammt von der heißesten Quelle Oberschwabens: Aus einer Tiefe<br />
von rund 2.000 Metern sprudelt es mit beinahe 65 Grad an die Oberfläche.<br />
Fürs wohlige Badevergnügen wird es auf 28 bis 37 Grad herabgekühlt. Direkt<br />
beim Stellplatz starten vier „Terrainkurwege“, die von den örtlichen<br />
Badeärzten entwickelt wurden und ein wohldosiertes Herz- und Kreislauftraining<br />
ermöglichen. In rund 15 Gehminuten sind Gäste außerdem im Naherholungsgebiet<br />
Tannenbühl mit verschiedenen Naturlehrpfaden, einem<br />
Wildtiergehege für Rot- und Gebirgswild, einem Kletterpark sowie vielen<br />
beschilderten Wanderwegen, die durch die zauberhafte Landschaft führen.<br />
Ein Muss für Wohnmobilisten: das Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee,<br />
das als einziges Museum Europas die Geschichte des mobilen Reisens zeigt.<br />
Blick aus dem Reisemobil ins Grüne ♦ Foto Oberschwaben Tourismus GmbH,<br />
Florian Trykowski<br />
Saunieren in Bad Buchau<br />
Ein besonders naturnahes Plätzchen<br />
fürs Wohnmobil bietet Bad Buchau<br />
mit einem Stellplatz direkt am Naturschutzgebiet<br />
Federsee, das für seinen<br />
malerischen Steg und die federnden<br />
Pfade des „Wackelwalds“ bekannt ist.<br />
Außerdem ist der Federsee ein international<br />
bekanntes Paradies für Vögel<br />
(und Ornithologen). Auch historisch<br />
hat Bad Buchau viel zu bieten. So widmet<br />
sich das Federseemuseum den<br />
steinzeitlichen Besiedlungen in der<br />
Region. Nur einen Steinwurf vom<br />
Stellplatz entfernt lockt die Adelindis<br />
Therme mit einer vielseitigen Sauna<br />
und Heilwasserkuren in acht unterschiedlich<br />
temperierten Thermalbecken.<br />
Für Wohnmobilisten bietet die<br />
Therme einen sog. „Duschtarif “, bei<br />
dem sie für eine Stunde vergünstigt<br />
den Thermenbereich nutzen dürfen.<br />
Rüber im Bademantel:<br />
Bad Saulgau<br />
Das Wohnmobil steht direkt neben der<br />
Sonnenhof-Therme, die Stellplatznutzern<br />
Eintrittsermäßigungen und<br />
auf Wunsch einen Brötchenservice<br />
bietet. Kurbäder – innen und außen –,<br />
eine Saunawelt sowie eine Entspannungsinsel<br />
und ein lauschiger Kurgarten<br />
sorgen dafür, dass Camperlife<br />
stimmig auf Wellnessurlaub<br />
trifft. Die vielseitige Stadt an der<br />
Oberschwäbischen Barockstraße ist<br />
auch Landeshauptstadt für Biodiversität:<br />
So lässt sich der Natur<br />
ThemenPark, den nur fünf Gehminuten<br />
von der Therme trennen, zu<br />
Fuß oder mit dem Fahrrad durchstreifen.<br />
Dabei können Naturlehrpfade,<br />
Gewässer-Renaturierungen,<br />
Biotope und mehr erforscht werden.<br />
Eine schöne Fahrradtour führt<br />
von Bad Saulgau zum Kloster Sießen,<br />
das etwas außerhalb liegt. Hier begeistern<br />
die schmucke Barockkirche<br />
St. Markus und das von den<br />
Schwestern betriebene lauschige<br />
Café im idyllischen Klosterhof. <br />
Informationen<br />
www.oberschwaben-tourismus.de
Reisen + Erleben | 49<br />
Mieten oder kaufen?<br />
Das hängt vom individuellen Bedarf ab.<br />
Wohnmobile liegen im Trend; die steigenden Verkaufszahlen sprechen eine<br />
deutliche Sprache. Doch lohnt es sich auch wirklich, in ein teures Urlaubsgefährt<br />
zu investieren? Hier die Vor- und Nachteile der Alternativen<br />
Foto S4 Campers<br />
Wer bisher eher in Hotels unterwegs war und sich erst seit<br />
Kurzem nach der Freiheit der Straße sehnt, sollte dieser<br />
lieber zuerst in einem gemieteten Camper entgegenfahren.<br />
Denn an die Enge und das andauernde Aufeinandersitzen<br />
in den fahrenden vier Wänden muss man sich gewöhnen. Auch<br />
kommt es grundsätzlich darauf an, ob und wie sich die Mitreisenden<br />
unter diesen Umständen vertragen. Daher gilt grundsätzlich: Erst<br />
gründlich ausprobieren, probewohnen und dann erst übers Kaufen<br />
nachdenken. Weitere Vorteile des Mietens sind: auf kurze Sicht keine<br />
Anschaffungskosten, keine laufenden Kosten (Grundausstattung ist<br />
meist im Preis enthalten), flexible Auswahl des Fahrzeugs bzw. -modells,<br />
um das letztendlich optimale zu bestimmen. Wenn das gefunden ist und<br />
auch sonst das mobile Wohnen im Urlaub allen ins Konzept passt, kann<br />
über einen Kauf nachgedacht werden.<br />
Wer sich grundsätzlich für einen Kauf entscheidet, hat die Qual der<br />
Wahl. Es gibt eine große Auswahl an Fahrzeug-Typen mit weiter Preisspanne.<br />
Die kleinste Alternative ist ein Minivan mit Aufstelldach. Das<br />
nächst größere Gefährt ist der Campingbus. Fließend geht es dann<br />
in den ausgebauten Kastenwagen in Sprintergröße über. „Vollwertig“<br />
campt es sich erst im Wohnmobil, das individuell ausgestattet und sogar<br />
mit einem Bad versehen werden kann. Es gibt Offroad-Fahrzeuge<br />
und solche für reine Straßen-Performance, für ausgesprochene Naturliebhaber<br />
bzw. reine Campingplatz-Nutzer.<br />
Ein wichtiger Faktor sind die Anschaffungskosten.<br />
Fabrikneue Modelle<br />
kosten mindestens 40.000.- Euro.<br />
Gebrauchte sind da eine deutlich günstigere<br />
Option, vor allem für Neu linge.<br />
Die Vorteile eines Kaufs: indi viduelle<br />
Ausstattung nach persönlichem Bedarf<br />
und Geschmack, spontan einsatzbereit<br />
(kein langes Planen und frühzeitiges<br />
Anmieten), Vermietbarkeit an<br />
andere, relative Wertstabilität für evtl.<br />
späteren Verkauf. Nachteilig sind die<br />
nach oben offenen Anschaffungskosten<br />
und die Unterhaltskosten (Gebühren,<br />
Versicherung, Stellplatz, Reparaturen,<br />
TÜV).<br />
Fazit: Im Grunde lohnt sich der Kauf<br />
eines Wohnmobils erst, wenn man<br />
mindestens sechs Wochen pro Jahr<br />
damit unterwegs ist. Und es kommt<br />
darauf an, wie lange und wie spontan<br />
man verreisen möchte. <br />
Quelle Fritz Berger
50 | Sport + Spaß | Brettspiele<br />
Auf der weltgrößten Publikumsmesse für Brettspiele in Essen wurden kürzlich<br />
die interessantesten neuen Versionen vorgestellt. Trotz der Flut an Online-<br />
Games ist der Markt für Brettspiele wieder gewachsen. Während der Pandemie<br />
saßen Familien vermehrt am häuslichen Spieltisch. Diese Gewohnheit wurde<br />
auch später beibehalten und die Lust am analogen Spiel ist bis heute ungebrochen.<br />
Wir haben Ihnen ein paar Spiele-Highlights herausgepickt.<br />
Spielbretter, die die Welt<br />
bedeuten (können)<br />
Das Neueste von der SPIEL <strong>2024</strong> in Essen<br />
Fotos Hersteller<br />
Sky Team<br />
Trekking: Reise durch die Zeit<br />
Sky Team, das kooperative Brettspiel von Luc Rémond, bietet<br />
ein intensives Erlebnis für zwei Spieler, die in die Rollen von<br />
Pilot und Co-Pilot schlüpfen, um ein Flugzeug sicher zu landen.<br />
Das Würfelspiel läuft über sieben Runden und verlangt strategische<br />
Planung und perfekte Zusammenarbeit. Spieler platzieren<br />
Würfel verdeckt und ohne zu sprechen auf dem Cockpit-<br />
Tableau, um Stabilität, Schub, Landeklappen und Fahrwerk zu<br />
kontrollieren. Missverständnisse können fatale Folgen haben.<br />
Das Spiel überzeugt durch seine thematische Tiefe, innovative<br />
Mechanik und hohe Wiederspielbarkeit. Mit 21 Missionen und<br />
steigender Komplexität bietet es langfristige Herausforderungen.<br />
Die hochwertigen Komponenten und das immersive<br />
Spielerlebnis tragen zur Attraktivität bei. Sky Team richtet<br />
sich an erfahrene Spieler ab 12 Jahren und fördert Teamarbeit<br />
und strategisches Denken. Es eignet sich besonders für Fans<br />
kooperativer und thematischer Brettspiele. Es kombiniert<br />
Taktik, Glück und Teamarbeit auf einzigartige Weise und gehört<br />
in jede Spielesammlung. Sky Team wurde zum Spiel des<br />
Jahres <strong>2024</strong> gekürt.<br />
Trekking: Reise durch die Zeit schickt die Spieler auf eine<br />
faszinierende Zeitreise durch bedeutende historische Epochen.<br />
Ziel ist es, berühmte Ereignisse möglichst chronologisch<br />
zu besuchen und wertvolle Artefakte zu sammeln, um<br />
Punkte zu gewinnen. Dabei kombinieren die Spieler Karten,<br />
um auf dem Spielbrett voranzukommen, und setzen auf<br />
strategische Planung, um die Konkurrenz zu übertreffen.<br />
Das Spiel besticht durch seine historische Thematik und zugängliche<br />
Regeln, die sowohl Familien als auch erfahrene<br />
Spieler ansprechen. Mit einer Spieldauer von etwa 45 Minuten<br />
ist es ideal für einen kurzweiligen Spieleabend und<br />
bietet durch abwechslungsreiche Karten und Ereignisse<br />
hohen Wiederspielwert. Trekking fördert nicht nur strategisches<br />
Denken, sondern auch das Interesse an Geschichte,<br />
indem es bedeutende Momente der Vergangenheit lebendig<br />
werden lässt. Für Fans von strategischen Familienspielen ist<br />
Trekking: Reise durch die Zeit eine lohnende Ergänzung der<br />
Spielesammlung, die Bildung und Unterhaltung auf gelungene<br />
Weise verbindet.
Sport + Spaß | 51<br />
Harmonies<br />
Harmonies begeistert durch seine anspruchsvollen Puzzle-<br />
Elemente und die ästhetische Gestaltung. In diesem Spiel<br />
für 1 bis 4 Spieler ab 10 Jahren geht es darum, Landschaften<br />
zu gestalten und Lebensräume für Tiere zu schaffen, indem<br />
Spielsteine und Tierwürfel geschickt platziert werden. Der<br />
Spieler mit den meisten Punkten gewinnt, wobei sowohl<br />
Landschafts- als auch Tierwertungen entscheidend sind.<br />
Der Spielverlauf ist klar strukturiert: Spieler nehmen und<br />
platzieren Spielsteine, wählen Tierkarten und erfüllen deren<br />
Muster, um Tierwürfel zu platzieren. Das Spiel endet,<br />
wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und die Punkte<br />
werden gezählt. Harmonies überzeugt durch taktische Tiefe<br />
und hohen Wiederspielwert, richtet sich aber eher an erfahrene<br />
Spieler. Die schöne Illustration und die hochwertigen<br />
Materialien tragen zum Spielspaß bei. Für Liebhaber anspruchsvoller<br />
Brettspiele bietet Harmonies eine klare Kaufempfehlung<br />
und das Potenzial, sich als eines der besten gehobenen<br />
Familienspiele des Jahres <strong>2024</strong> zu etablieren.<br />
Dabba Walla<br />
Redwood<br />
Das Brettspiel „Dabba Walla“ versetzt zwei bis vier Spieler<br />
in die Rolle indischer Mittagessen-Boten in Mumbai. Das<br />
Spiel besteht aus zwei Phasen: In der Abholphase bewegen<br />
die Spieler ihre Dabba Walla durch die Straßen, sammeln<br />
Karten und platzieren Plättchen auf ihrem Spielertableau,<br />
um Boni zu erhalten. In der Lieferphase werden die gesammelten<br />
Dabbas in Büros ausgeliefert, wobei die Spieler<br />
Karten ausspielen, um Trinkgeld zu ermitteln.<br />
Das Spiel besticht durch sein stimmungsvolles Thema und<br />
die Verbindung von Sammel-, Puzzle- und Bietmechaniken.<br />
Es bleibt jedoch auf Familienniveau und bietet erfahrenen<br />
Spielern wenig Neues. Der Wechsel der Phasen und die strategische<br />
Planung, insbesondere beim Platzieren der Polyomino-Plättchen,<br />
sorgen für Abwechslung. Die nachhaltige<br />
Produktion und das charmante Thema sind Pluspunkte, insgesamt<br />
ist „Dabba Walla“ ein sympathisches Familienspiel,<br />
das thematisch überzeugt und sich gut für gemeinsame<br />
Spielabende eignet. Das Spiel macht vor allem mit mindestens<br />
drei, besser vier Personen Spaß.<br />
Redwood ist ein strategisches Brettspiel, das die Spieler in die<br />
Rolle von Naturfotografen versetzt. Ziel des Spiels ist es, die<br />
schönsten und wertvollsten Fotos von Landschaften und Wildtieren<br />
zu machen. Dabei kommt es nicht nur auf die geschickte<br />
Planung der Bewegungen an, sondern auch darauf, den idealen<br />
Standort für die Aufnahme zu finden, ohne die Natur zu stören.<br />
Jeder Spieler wählt und kombiniert seine Aktionen sorgfältig,<br />
um einzigartige Bildkompositionen zu erstellen, wobei die Balance<br />
zwischen Risiko und Belohnung entscheidend ist.<br />
Das Spiel bietet eine innovative Mechanik mit vielen Schablonen<br />
und Details, bei der sowohl die Bewegungsplanung<br />
als auch die Fotografie im Vordergrund stehen. Die Spieler<br />
müssen dabei das empfindliche Ökosystem im Auge behalten<br />
und ihre Aktionen gut durchdenken, um die bes ten<br />
Ergebnisse zu erzielen. Redwood besticht durch sein thematisches<br />
Design, das die Schönheit der Natur einfängt<br />
und ein immersives Spielerlebnis bietet. Es richtet sich an<br />
Spieler ab 10 Jahren, die strategisches Denken und kreative<br />
Planung schätzen.
52 | Motor + Technik | Kupfer<br />
Innovative KI-Anwendungen benötigen immer leistungsfähigere Elektronik. ♦<br />
Foto DJD/Kupferverband/Pixabay/Vlad Aivazovsk<br />
Das rote Herz<br />
moderner Elektronik<br />
Schlüsselwerkstoff Kupfer<br />
Kupfer ist ein wesentlicher Bestandteil<br />
moderner Kommunikationstechnologien<br />
und zum Beispiel in jedem Smartphone<br />
zu finden. ♦ Foto DJD/Kupferverband/<br />
Pixabay/Militamobiles<br />
In der rasant fortschreitenden Entwicklung der Elektronik, in der Künstliche Intelligenz<br />
(KI) und innovative Softwarelösungen wie Chat GPT und Midjourney Schlagzeilen<br />
machen, bleibt eine Konstante in der Technologie unverändert: Kupfer.<br />
Im Alltag nehmen wir viele der KI-Anwendungen<br />
auf ihren Smartphones, Computern und in der<br />
Cloud kaum wahr; ihre Funktionalität wird aber<br />
erst durch die zugrunde liegende Hardware ermöglicht.<br />
Und Kupfer ist die treibende Kraft, damit<br />
die Technologien funktionieren können.<br />
Lebensader der modernen Kommunikationstechnik<br />
Denn Kupfer ist ein unverzichtbares Material für die<br />
Elektronikindustrie. Es ist die Lebensader für Datenübertragungen,<br />
die Stromversorgung und die<br />
Kühlung in modernen Geräten und Infrastrukturen.<br />
Der hohe Bedarf an effizienter und leistungsstarker<br />
Hardware – von Smartphones über Hochleistungsrechner<br />
bis hin zu den komplexen Servern und Netzwerken,<br />
die das Rückgrat des Internets bilden – lässt<br />
sich nur durch den Einsatz von Kupfer decken. Auch<br />
bei der Herstellung von Leiterplatten und anderen<br />
elektronischen Bauteilen, die in nahezu jedem Gerät<br />
zu finden sind, spielt das rote Metall eine wichtige<br />
Rolle. Als hervorragender elektrischer Leiter<br />
sorgt es dafür, das Daten in Höchstgeschwindigkeit<br />
übertragen und verarbeitet werden können. Ohne<br />
Kupfer wären die sprunghaften Fortschritte in der<br />
Elektronik undenkbar.<br />
Wachsende Kupfernachfrage langfristig gedeckt<br />
Mit der wachsenden Bedeutung von KI und vernetzten<br />
Geräten steigt auch der Bedarf an Kupfer.<br />
Moderne Prozessoren und Chips benötigen immer<br />
mehr Energie und Kühlung, was den Einsatz von<br />
Kupfer als elektrischen Leiter sowie als Wärmeleiter<br />
unerlässlich macht. Laut einer Prognose der International<br />
Copper Association (ICA) wird der weltweite<br />
Kupferbedarf im Bereich der Elektronik und<br />
Elektrotechnik in den kommenden Jahren weiter<br />
steigen; auf der Website www.kupfer.de gibt es dazu<br />
mehr Hintergrundinfos. Allein durch den Ausbau<br />
digitaler Infrastrukturen und die wachsende Bedeutung<br />
von KI könnte er bis 2030 um etwa 50 Prozent<br />
wachsen. Mit einer Verknappung rechnen die<br />
Experten des Kupferverbands dennoch nicht. Denn<br />
das rote Metall kommt in der Erdkruste in großen<br />
Mengen vor, und es sind noch lange nicht alle Lagerstätten<br />
entdeckt und erschlossen. Zudem lässt sich<br />
Kupfer endlos und ohne Qualitätseinbußen recyceln.<br />
Der Wertstoffhof ist daher bereits heute eine wichtige<br />
Ressource, denn weltweit werden rund 35 Prozent des<br />
Bedarfs aus der Wiederverwertung gedeckt. <br />
Informationen www.kupfer.de
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54 | Natur + Garten | Kostenloses Obst<br />
Zwei Projekte in Kommunen der Region wollen dafür<br />
sorgen, dass jeder sich für lau mit gesundem und<br />
leckerem Obst versorgen kann. Da gibt es zum einen<br />
die Aktion „1.000 Obstbäume für Gersthofen“ und die<br />
Initiative „Gelbes Band“, ebenfalls in Gersthofen und<br />
in Donauwörth sowie im Landkreis Donau-Ries entlang<br />
der Kreisstraßen.<br />
Obst für alle<br />
Kommunale Initiativen<br />
Fotos Stadt Gersthofen, Wera v. Witzleben, Ramona Seliger<br />
In der besten Pflanzzeit, dem Herbst, verschenkt<br />
die Stadt Gersthofen an ihre Bürgerinnen und<br />
Bürger 1.000 Obstbäume! Die Aktion läuft bereits<br />
seit Mitte September. So geht’s: Man kauft<br />
sich in einer Baumschule, einem Gartencenter oder<br />
Baumarkt einen Obstbaum für seinen Garten, für den<br />
dann die Stadt die Rechnung von bis zu 50.- Euro<br />
pro Stück und Haushalt übernimmt. Die Rechnung<br />
wird im Nachhinein mit Foto eingereicht. Dazu gibt<br />
es ein Online-Formular oder ein gedrucktes Formular,<br />
das im Bürgerservice-Zentrum erhältlich ist. Die<br />
Art des Obstbaumes ist egal – ob kleiner Säulenapfel,<br />
eine alte Birnensorte oder ein Pflaumenbaum usw. Die<br />
Aktion soll Privatpersonen und Vereine ermutigen, sich<br />
im eigenen Garten mehr Obstbäume zu gönnen und somit<br />
etwas für die Artenvielfalt im Hinblick auf Insekten<br />
zu tun. Auch sind Bäume gut fürs Klima und mit Obst<br />
daran gleich noch wertvoller für die Gesundheit. Eine<br />
Übersicht über verschiedene Obstbäume sowie weitere<br />
Tipps zur Auswahl von passenden Obstbaumgehölzen,<br />
Pflanzung und Pflege von Obstbäumen findet man im<br />
Infoblatt zur Baumauswahl und Pflege unter<br />
www.gersthofen.de/stadt/klimaschutz-und-nachhaltigkeit/<br />
wir-verschenken-1000-obstbaeume-fuer-gersthofen/<br />
Aktion Gelbes Band<br />
Die Städte Gersthofen und Donauwörth nehmen außerdem<br />
an der Aktion „Gelbes Band“ teil. Mit dieser Aktion<br />
soll vor allem der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt<br />
werden. Gleichzeitig sollen alle Bürgerinnen<br />
und Bürger in den Genuss von kos tenlosem, regionalem<br />
Obst kommen. Dazu werden die betreffenden Obstbäume<br />
mit einem gelben Band um den Stamm markiert.<br />
Obst von allen so gekennzeichneten Bäumen darf von jedem<br />
Vorbeigehenden gepflückt werden. Die gelben Markierbänder<br />
der Bäume sind dabei aus Papier, das nach<br />
ca. zwei Jahren in der Natur abgebaut wird. Zur Ernte<br />
stehen vor allem noch Apfel- und Birnbäume bereit, in<br />
Donauwörth beispielsweise entlang der kleinen Wörnitz,<br />
bei der Freilichtbühne oder aber auch in verschiedenen<br />
Stadtteilen. Privatpersonen, die ihr Obst nicht selbst<br />
verwerten können, dürfen auch mitmachen. In Gersthofen<br />
sind drei Streuobstwiesen zur Ernte freigegeben: am<br />
Ballonstartplatz, in Rettenbergen neben dem Amselweg<br />
und in Hirblingen am Kreisverkehr. Grundsätzlich darf<br />
jeder nur den eigenen Privatbedarf decken.<br />
Die Aktion wurde vom Bundesministerium für Ernährung<br />
und Landwirtschaft ins Leben gerufen. Unter<br />
anderem die Landkreise Augsburg und Donau-Ries<br />
unterstützen die Aktion durch die Bereitstellung von<br />
gelben Bändern und Hinweisschildern.<br />
<br />
Informationen<br />
https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/<br />
lebensmittelverschwendung/ernteaktion-gelbes-band.html
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56 | Natur + Garten | Herbstgarten<br />
Ammenmärchen<br />
und Bauernregeln<br />
Gartenpflege im Herbst<br />
Wir alle kennen sie, die Ammenmärchen und Bauernregeln, speziell auch für<br />
unseren Garten. Doch vieles hat sich über die Jahre geändert: z. B. das Klima,<br />
die Insekten- und Vogelpopulationen und eben auch der Wissensstand<br />
in Bezug auf Kreisläufe und Zusammenspiele in der Natur. Daher ist es wichtig,<br />
hin und wieder zu hinterfragen, ob das, was man schon immer so getan<br />
hat, auch weiterhin sinnvoll ist.<br />
Fotos BGL, Adobe Stock<br />
Irrglaube Nummer 1: Im Herbst kommt die Schere raus, der Garten<br />
wird winterfertig gemacht. Die Gräser und Stauden werden ordentlich<br />
bis kurz über dem Boden abgeschnitten. Das Beet muss schließlich<br />
akkurat und aufgeräumt aussehen. Außerdem brauchen die Gewächse,<br />
die im nächsten Frühjahr wieder austreiben, ja auch Platz – und den kann<br />
man doch durchaus schon vor dem Winter geben … oder? „Bitte nicht!“ betont<br />
Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und<br />
Sportplatzbau e. V. (BGL). „Aus mehreren Gründen raten wir davon ab, im<br />
Herbst einen radikalen Rückschnitt vorzunehmen. Zum einen bilden die<br />
vertrockneten und abgestorbenen Pflanzenteile einen idealen Schutz des<br />
Wurzelbereichs vor Frost und Nässe, zum anderen sind sie wichtig für viele<br />
Kompost<br />
Von Wegen und Rasenflächen gesammeltes<br />
Laub eignet sich perfekt<br />
zum Kompostieren. Dafür sollte es<br />
zusammen mit Ästen und Zweigen<br />
zerkleinert und richtig im Komposter<br />
verstaut werden.
Natur + Garten | 57<br />
Rückschnitt<br />
Auch wenn Stauden nicht gestutzt werden sollten: Der<br />
Spätherbst ist der richtige Zeitpunkt, um sommergrüne,<br />
Laub abwerfende Gehölze zurückzuschneiden,<br />
allerdings nicht radikal – immer nur so viel wie unbedingt<br />
notwendig, also alte, kranke und brüchige Triebe.<br />
Tiere.“ In den hohlen Stängeln finden Insekten überlebenswichtige<br />
Orte für ihre Überwinterung oder für die<br />
Eiablage. Diese wiederum dienen hier überwinternden<br />
Vögeln als Nahrung, ebenso die Samen in den vertrockneten<br />
Blüten. Auf dem Boden suchen Kleintiere unter<br />
den zusammengesackten Stängeln und Blättern frostfreie<br />
Rückzugsmöglichkeiten. Und auch aus gestalterischer<br />
Sicht empfehlen Landschaftsgärtner:innen, die<br />
Gräser und Stauden bis ins nächste Jahr stehen zu lassen.<br />
Sie verlieren zwar ihre Farbe, aber ihre Form behalten<br />
sie zumeist. Damit sind sie wichtige Strukturgeber<br />
im winterlichen Garten und sehen von Raureif bedeckt<br />
und Schnee berieselt einfach zauberhaft aus.<br />
Dasselbe gilt übrigens für die vertrockneten Blütenstände<br />
von Hortensien. Auch bei diesen beliebten Sträuchern<br />
sollte man erst im Frühjahr aktiv werden, denn die alten<br />
Dolden schützen die neu angelegten Knospen vor Kälte<br />
und Frost. Übrigens: Wer die Gehölze im Garten schon<br />
getrimmt, den Grünschnitt aber noch nicht in den Müll<br />
geworfen hat, sollte die Zweige an einer geeigneten Ecke<br />
im hinteren Garten aufhäufen. So haben die kleinen Tiere,<br />
die darin überwintern, noch eine gute Chance, im kommenden<br />
Frühjahr zu schlüpfen und für eine gesunde Artenvielfalt<br />
im Garten zu sorgen.<br />
Kübelpflanzen<br />
Nicht alle Kübelpflanzen müssen vor dem ersten Frost<br />
zwingend ins Winterquartier. Buchsbaum, Koniferen<br />
und Bambus in Töpfen dürfen draußen überwintern.<br />
Ein Kälteschutz aus Laub tut aber auch ihnen gut.<br />
Muss das ganze Laub weg?<br />
Irrglaube Nummer 2: Das auf den Boden gefallene<br />
Herbstlaub schnell und regelmäßig einsammeln, bevor<br />
es Flecken auf dem Gehweg macht, die Grashalme<br />
erstickt oder jemand darauf ausrutscht. Falllaub ist<br />
einfach nur nervig … oder? „Ganz im Gegenteil! Laub<br />
übernimmt mehrere wichtige Aufgaben – nicht nur im<br />
Wald, sondern auch im Garten“, weiß Dr. Michael Henze<br />
und erklärt: „Wenn es im Herbst zu Boden fällt, legt<br />
es sich als schützende, natürliche Mulchschicht rund<br />
um die Pflanzen. So hält es die Feuchtigkeit im Boden<br />
und den Wurzelbereich warm. Zugleich werden<br />
die Blätter von verschiedenen Kleintieren dankbar als<br />
Nahrung angenommen und die zahlreichen wichtigen<br />
Mikroorganismen im Boden zersetzen das Laub mit<br />
der Zeit zu wertvollem Humus. So werden die Bodenqualität<br />
und auch das Pflanzenwachstum deutlich verbessert,<br />
denn die darin enthaltenen Nährstoffe kommen<br />
schlussendlich den Gewächsen im Garten wieder<br />
zu Gute.“ Landschaftsgärtner:innen raten daher, die<br />
vertrockneten Blätter nicht als Störfaktor, sondern als<br />
willkommenen Schutz und Dünger zu sehen und sie<br />
im Beet entspannt liegen zu lassen.<br />
Nur den Rasen laubfrei halten<br />
Nur von der Rasenfläche sollte das Laub entfernt<br />
werden. Denn die Grashalme brauchen Licht und<br />
Luft, damit sie gut trocknen können. Sonst kommt<br />
es zu Mangelerscheinungen und zu Pilzbefall. Die<br />
Rasenbereiche unter den Blättern werden gelb und<br />
unansehnlich. Auch auf Gehwegen und der Terrasse<br />
kann der Besen zum Einsatz kommen – denn im<br />
Zusammenspiel mit Regen wird es sonst rutschig.<br />
Das eingesammelte Herbstlaub muss aber keineswegs<br />
auf dem Müll landen. Besser ist es, daraus eine<br />
schützende Decke für die anderen Gewächse im<br />
Garten zu schaffen oder gezielt einen Laubhaufen<br />
anzulegen. So entsteht für Tiere wie Igel und verschiedene<br />
Insekten ein wichtiges Winterquartier. <br />
Quelle BGL
58 | Living + Design | Chalet-Charme<br />
Diesen Essbereich macht die Kombination aus<br />
Holz, Metall, Stein und samtigem Stoff in<br />
harmonischer Blau-Braun-Zusammenstellung<br />
gemütlich (Chalet Grosslehen, Fieberbrunn).
Living + Design | 59<br />
Wer schon einmal in einem gemütlichen<br />
Chalet in den Bergen Urlaub<br />
gemacht hat, möchte vielleicht etwas<br />
von dieser Hüttenromantik mit nachhause<br />
nehmen. Es ist relativ einfach,<br />
diesen Stil daheim nachzuempfinden,<br />
wenn man weiß, worauf es ankommt.<br />
Hier ein paar Einrichtungs-Basics<br />
Chalet-Charme<br />
Was den Hüttenromantik-Stil<br />
ausmacht.<br />
Fotos Hersteller/Anbieter, <strong>SchlossMagazin</strong><br />
Wichtigstes Stilelement ist Holz. Zentrale<br />
Möbelstücke sollten möglichst aus massivem<br />
Holz in grober Maserung bestehen,<br />
keinesfalls glänzend lackiert oder<br />
glattgeschliffen sein. Im Gegensatz zu den filigranen<br />
Holzmöbeln im Skandi-Style sind Einrichtungselemente<br />
wie Schränke, Kommoden oder Tische eher schwer und<br />
voluminös, aber schlicht. Die Hölzer müssen nicht zwingend<br />
dunkel sein; es funktionieren auch helle Eiche oder<br />
Nadelhölzer mit sichtbaren Astlöchern. Der rustikale,<br />
oft mit Schnitzereien überladene Bauernmöbelstil der<br />
80er Jahre ist allerdings out. Gut ins Stilschema passen<br />
Sichtbalken an der Decke oder Wandvertäfelungen aus<br />
Naturholz. Stilsichere können sich auch an die passenden<br />
Holztüren wagen. Wenn es bautechnisch möglich<br />
ist, machen z. B. „Stalltüren“ zum Schieben mit groben<br />
Beschlägen viel her. Ein ebenso nützliches wie<br />
dekoratives Holzaccessoire sind gestapelte Brennholzscheite<br />
neben dem Kamin oder Holzofen, der natürlich<br />
im Chalet-Ambiente nicht fehlen sollte.<br />
Warme, nicht zu dunkle Farben sorgen für ein freundliches<br />
Ambiente. ♦ Linvosges<br />
Feuerschalen und Windlichter aus<br />
Metall ergänzen hervorragend den<br />
Chalet-Stil. ♦ Interliving<br />
Zünftige Henkeltasche ♦ Hoff<br />
Interieur<br />
Die Kissen mit Tiermotiven überraschen mit<br />
plastischen Pelz-Schwänzen; das Plaid ziert<br />
eine Fell-Applikation. ♦ Hoff Interieur<br />
Handwärmer mit aufgedrucktem<br />
Elchmotiv ♦ IHR<br />
➵
60 | Living + Design | Chalet-Charme<br />
Tischdekoration im Alpenlook ♦ ASA<br />
Hochwertiger Gardinenstoff mit Hirschmotiven<br />
allover ♦ Gaidra<br />
Moderner Style als gekonntes Accessoire<br />
zum Alpenstil ♦ Airborne<br />
Kuhglocken – authentischer geht’s nicht<br />
♦ Foto Axel Magard, flickr<br />
Gut zu Holz passt auch Stein, z. B. als Wandverkleidung. Hier gibt es fertig<br />
zu kaufende Riemchenpaneele oder Steinteppiche in allen möglichen Gesteinsarten<br />
zum Selbstverlegen. Zu Holztönen funktioniert als Kontrast<br />
immer gut Grau in allen Schattierungen, damit das Ambiente insgesamt<br />
nicht zu „braun“ wird. Individuelle Akzente lassen sich mit Details aus<br />
dunklem Metall setzen, z. B. mit Leuchten, Lampenfassungen oder Kaminverkleidungen<br />
aus Eisen. Zu den „harten“ Einrichtungselementen sollten<br />
aber immer auch „weiche“ dazu genommen werden.<br />
Für die nötige Gemütlichkeit sorgen Textilien. Als Materialien eignen am<br />
besten solche natürlicher Herkunft: griffige Wollstoffe, Strick oder Filz, gerne<br />
mit reliefartiger Oberfläche. Boucle oder Cord passt prima für Sitzmöbel,<br />
ebenso wie grobes Leder. Einrichtungsprofis können zu den schweren Sitzmöbeln<br />
das ein oder andere zeitlos moderne Designer-Sitzobjekt kombinieren<br />
und bringen so einen gewissen Kick ins Ambiente. Bei den Farben sind<br />
Naturtöne Trumpf, akzentuiert mit wenigen Kontrastfarben wie Rot oder<br />
Grün, um mehr Leben zu erzeugen. Zu bunt darf es allerdings nicht werden.<br />
Da der Schick oft im Detail liegt, dürfen heimelige Accessoires nicht fehlen.<br />
Dazu zählen Kissen, warme Kuscheldecken oder Schaf- bzw. Kuhfelle. Letztere<br />
können auch auf den Boden gelegt werden. Apropos Fußboden: Dieser<br />
sollte zumindest eine grobe Holzoptik haben oder wie Naturstein aussehen.<br />
Wenn das nicht machbar ist, helfen einzelne langflorige Teppiche oder grobe<br />
Webteppiche. Durchgehender Teppichboden passt nicht zum Chalet-Stil.<br />
Unis bilden die Basisfarben bei den Accessoires, doch auch Karos, breite<br />
Streifen oder traditionelle Motive der Alpenfolklore passen gut ins Bild.<br />
Hübsch sind applizierte Tiermotive, ländliche Stickereien oder „fellige“ Details.<br />
Das Tüpfelchen auf dem i sind dann Deko-Gegenstände, die so schön<br />
wie praktisch sein dürfen: Tischleuchter, Windlichter, Kerzenhalter, Gestecke<br />
aus Naturmaterialien, Kuhglocken, Hirschgeweihe oder Herzerl etc.
Living + Design | 61<br />
Tür zum Schieben aus Vintage-Holz (ges.<br />
auf pinterest)<br />
Tischlampe mit Fuß aus Gehörn (ges. bei<br />
etsy)<br />
Kuscheliges Bettzeug für ein cosy Feeling<br />
♦ Linvosges<br />
FOTO: SAMIRA MUNA SIGL<br />
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62 | Living + Design | Möbel folieren<br />
Schubladenfronten in Holzoptik verleihen<br />
Möbeln von der Stange einen individuellen<br />
Touch; Folie d-c-fix Eco Line Balmond Wood<br />
und Maderna Oak<br />
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Moderne Klebefolien machen aus langweiligen oder oberflächlich beschädigten<br />
Möbelstücken im Handumdrehen stylische Hingucker. Die Auswahl unter den<br />
Designs ist so groß, dass praktisch für jeden Einrichtungsstil etwas dabei ist.<br />
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Statisch haftende Fensterfolien schützen<br />
nicht nur von UV-Strahlen, sondern<br />
auch vor neugierigen Blicken – und<br />
sehen auch noch gut aus; Folie d-c-fix<br />
Static Waves<br />
Kommoden und Schränke mit Kassettentüren<br />
wirken wie neu, wenn auch nur die<br />
Innenflächen der Kassetten mit Folien<br />
verschönert werden – hier z. B. im edlen<br />
Marmor-Look; Folie d-c-fix Cortes grau<br />
Ein variabler Sichtschutz fürs Schlafzimmer<br />
gefällig? Dann einen simplen<br />
Paravent bauen – mit MDF-Platten,<br />
kleinen Möbelfüßen und Scharnieren<br />
aus dem Baumarkt, rundum beklebt<br />
mit Folie; d-c-fix Cortes grau
Living + Design | 63<br />
Dem Bett fehlt noch ein schönes Haupt? Dann einfach eine<br />
passend zurechtgeschnittene Holz- oder Melaminplatte fantasievoll<br />
bekleben, z. B. mit einer raffiniert angedeuteten<br />
„Holzvertäfelung“; Folie d-c-fix Wooden Slats<br />
Gewusst wie – so wird’s gemacht<br />
1. Vor dem Folieren Griffe und Scharniere entfernen<br />
2. Oberflächen gründlich reinigen<br />
3. Erstes Folienstück ausmessen und mit der Schere<br />
zuschneiden. Die Rasterlinien auf der Rückseite des<br />
Trägerpapiers helfen dabei.<br />
4. Folienstück ansetzen: Am oberen Ende das Trägerpapier<br />
ein Stück weit abziehen und die Möbelfolie auf<br />
den Untergrund exakt gerade aufsetzen.<br />
5. Wenn der Anfang richtig sitzt, dann die Folie Stück<br />
für Stück mit einem sog. Rakel aufreiben, während<br />
man immer mehr von der Trägerfolie abzieht. Die<br />
Luft stets von der Mitte zu den Seiten und nach unten<br />
ausstreichen<br />
6. Wenn man die Folie um Kanten herumfalten muss, dann<br />
die Folie zuerst kurz mit heißer Föhnluft erwärmen und<br />
weich machen. Danach das Material vorsichtig um die<br />
Ecke biegen und mit den Fingern feststreichen<br />
7. Manchmal ist es nötig, die Folie direkt auf dem Untergrund<br />
zuzuschneiden, zum Beispiel an kompliziert<br />
geformten Kanten. Dazu ein Cuttermesser oder ein<br />
scharfes Skalpell verwenden<br />
8. Zum Schluss der Feinschliff: Eventuell noch vorhandene<br />
Luftblasen mit einer Stecknadel kurz anpieksen<br />
und die Luft mit den Fingern herausdrücken. Die Folienränder<br />
mit warmer Föhnluft und sanftem Druck<br />
versiegeln<br />
Fotos Klinger Folien,<br />
Marapon<br />
Schlichte Würfel aus Holz oder Melamin erhalten mit rundum<br />
angebrachter Klebefolie in heller Kork-Optik eine wertvolle<br />
Anmutung; Folie d-c-fix Fontana beige
64 | Architektur + Bauen | GS Wohnbau<br />
Promotion<br />
Die vertikale Fassadenbegrünung<br />
unterstützt ein angenehmes<br />
Wohnklima.<br />
Die GS Wohnbau GmbH verfolgt seit ihrer Gründung vor über 30 Jahren ein<br />
klares Ziel: die Schaffung von Lebensräumen, die den höchsten Ansprüchen<br />
gerecht werden und zugleich langfristig Bestand haben. Diese Werte lassen<br />
sich auch an ihrem jüngsten Projekt erkennen.<br />
Bauen für eine<br />
anspruchsvolle Klientel<br />
GS Wohnbau GmbH aus Göggingen<br />
Visualisierungen GS Wohnbau / Kögl Architekt / ita-interior-art by Jasmin Arntzen<br />
Das renommierte Bauträgerunternehmen mit<br />
Sitz in Augsburg-Göggingen hat sich auf<br />
den architektonisch anspruchsvollen Wohnungsbau<br />
und die Errichtung individueller<br />
Einfamilienhäuser spezialisiert. GS Wohnbau realisiert<br />
für jeden die optimale Lösung. Bezieht man das<br />
ursprüngliche Baugeschäft Gleich mit ein, kann auf<br />
eine überaus lange und erfolgreiche Firmentradition zurückgeblickt<br />
werden. Gegründet im Jahr 1927 schuf<br />
sich die Firma Gleich im Raum Augsburg einen hervorragenden<br />
Namen, dem die vor gut 30 Jahren<br />
aus ihr hervorgehende GS Wohnbau GmbH weiterhin<br />
gerecht wird.<br />
Das Leistungsspektrum reicht von kleinen Individuallösungen<br />
in Form hochwertiger Einfamilien- bzw. Doppelhäuser<br />
in massiver Ziegelbauweise bis zu großen, architektonisch<br />
anspruchsvollen Wohnkomplexen. Neben<br />
der Realisierung von zehn bis zwanzig Einfamilien- und<br />
Doppelhäusern pro Jahr läuft mindestens ein Großprojekt<br />
parallel. Aktuell hat die GS Wohnbau ihr neuestes<br />
Objekt, den Mendelssohnpark in Gersthofen in Planung.<br />
Hier entsteht im Zentrum von Gersthofen, direkt am Ballonmuseum<br />
ein exklusives, aus drei Gebäuden bestehendes<br />
Wohnensemble, das Platz für mehr als 40 barrierefreie<br />
Wohneinheiten mit eigenem Balkon bzw. Terrasse<br />
inklusive miteinander verbundener Tiefgaragen bietet.
Promotion<br />
Architektur + Bauen | 65<br />
Ein Blick in den offen gestalteten<br />
Wohn-, Küchen- und Essbereich<br />
Unverbindliche Gestaltungsvorschläge<br />
Der Schlafbereich kann auf Wunsch gegen Mehrpreis mit<br />
wohnlichen Vertäfelungen ausgestattet werden.<br />
Nicht nur das Bad ist barrierefrei ausgestaltet.<br />
Hierbei liegt der Fokus auf der Schaffung von qualitativ hochwertigem<br />
Wohnraum, der sowohl eine moderne schwungvolle Architektur als<br />
auch nachhaltige Bauweisen vereint. Inspiriert durch die musikalischen<br />
Werke des deutschen Komponisten Felix Mendelssohn wird hier in Zusammenarbeit<br />
mit dem Architekturbüro Kögl ein geschwungener, architektonisch<br />
anspruchsvoller Wohnkomplex errichtet. Die abgerundeten<br />
und vertikal bewachsenen Fassaden folgen neuesten baulichen Trends<br />
und fügen sich trotzdem unaufdringlich in die Umgebung ein. Der<br />
Begriff Nachhaltigkeit ist hier nicht nur ein Slogan, sondern sogar<br />
treibende Kraft hinter dem Projekt. Mit diesem Ensemble setzt<br />
GS Wohnbau in punkto Architektur gepaart mit Nachhaltigkeit erneut einen<br />
sichtbaren Akzent.<br />
<br />
GS Wohnbau GmbH<br />
Bgm.-Aurnhammer-Straße 57<br />
86199 Augsburg<br />
info@gs-wohnbau.de<br />
www.gs-wohnbau.de
66 | Vorschau + Impressum<br />
Vorschau<br />
Fotos<br />
Lights4fun, DJD/Rummel/Achim K. Roesch,<br />
Weenect/akz-o, Kvik A/S<br />
Rund ums Schlafen<br />
Rund um<br />
Weihnachten<br />
Rund ums Tier<br />
Rund um die Küche<br />
Impressum<br />
<strong>SchlossMagazin</strong><br />
10. Jahrgang ♦ www.schlossmagazin.com<br />
Das regionale Lifestylemagazin <strong>SchlossMagazin</strong><br />
erscheint in Kooperation mit dem Verlag<br />
Kastner AG ♦ Schloßhof 2–6 ♦ 85283 Wolnzach<br />
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Layout:<br />
Martina Vodermayer<br />
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Druck:<br />
Kastner AG<br />
Schloßhof 2–6<br />
85283 Wolnzach<br />
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Herausgeber/Anzeigenleitung /Marketing:<br />
Raimund T. Arntzen ♦ Tel. 08251 - 8 88 08 - 52<br />
arntzen@medienfusion-online.de ♦ rarntzen@kastner.de<br />
Chefredaktion:<br />
Hannelore Eberhardt-Arntzen<br />
Tel. 08251 - 5 10 59 ♦ eberhardt.arntzen@medienfusion-online.de<br />
Weitere Mitarbeiter:innen dieser Ausgabe:<br />
Dominik Boisen, Sylvia Schaab, Guido Walter (DZR)<br />
Online-Redaktion:<br />
onlineredaktion@medienfusion-online.de<br />
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Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 13, gültig seit 1. Januar <strong>2024</strong><br />
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Copyright © <strong>2024</strong> für alle Beiträge bei Kastner AG. Kein Teil<br />
dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des<br />
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Unter dieses Verbot fallen insbesondere der Nachdruck und<br />
die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme<br />
in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf<br />
elektronischen Datenträgern.
DRESSCODE<br />
AUGUSTA<br />
VINDELICUM?<br />
Textilien<br />
im römischen<br />
Augsburg<br />
Ein Ausstellungs projekt<br />
von Studierenden der<br />
Universität Augsburg<br />
18.7. –10.11.<strong>2024</strong><br />
Staatliches Textil- und<br />
Industriemuseum Augsburg (tim)<br />
www.timbayern.de<br />
Kooperationspartner Medienpartner Kulturpartner
Laden zuhause leicht gemacht<br />
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in Mehrfamilienhäusern<br />
So gelingt dein Einstieg in die Elektromobilität –<br />
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lew.de/elektroauto<br />
Stand: 09.<strong>2024</strong> | © Thorsten Franzisi / LEW