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SchlossMagazin Augsburg+Umgebung Oktober 2024

SchlossMagazin, das Lifestyle Magazin für Augsburg und Umgebung. Schönes Leben in der Region . Jeden Monat TOP aktuell!

SchlossMagazin, das Lifestyle Magazin für Augsburg und Umgebung.
Schönes Leben in der Region .
Jeden Monat TOP aktuell!

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10<br />

24<br />

Das Lifestyle-Magazin<br />

für Augsburg und Umgebung<br />

Preis: unbezahlbar<br />

www.schlossmagazin.com<br />

JEDEN MONAT<br />

TOP<br />

AKTUELL!<br />

Schönes Leben in der Region<br />

Light Nights<br />

Strahlende Städte<br />

Leuchtende Augen<br />

Faszination Grusel<br />

Kunst + Kultur<br />

Auszeit auf vier Rädern<br />

Reisen + Erleben<br />

Chalet-Charme<br />

Living + Design


Jeder Ort<br />

lebt von guter<br />

Energie<br />

100 % Ökostrom<br />

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zertifiziert<br />

100 %<br />

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Einfach für Sie nah.


Editorial | 3<br />

Faszination<br />

Lichtinstallationen haben immer etwas Fas ­<br />

zinierendes an sich. Sie lassen unsere Welt<br />

magisch erscheinen, beflügeln unsere Fantasie<br />

und erschließen neue visuelle Dimensionen.<br />

Jetzt, wo die Abende länger<br />

geworden sind, machen ab Einbruch der<br />

Dunkelheit sogenannte Light Nights Stadtbummel<br />

zu ganz besonderen Erlebnissen.<br />

Augsburg und Donauwörth zeigen, wie’s<br />

geht. Eine Faszination der ganz anderen<br />

Art übt ein Brauch aus, der – aus Amerika kommend – auch in Europa<br />

Fuß gefasst hat: Halloween. Ursprünglich spiritueller Natur und auf einen<br />

einzigen Tag begrenzt, den Abend vor Allerheiligen, treiben kleine<br />

und große verkleidete Monster jetzt über eine längere Zeitspanne<br />

hinweg ihr Unwesen auf Partys und auf der Straße. Woher kommt<br />

eigentlich diese Faszination des Horrors? Wir gehen der Sache auf<br />

den Grund. Und unterstützen die, die auf ihren Halloween-Feten die<br />

Gäste stilecht verpflegen wollen, mit unseren schauerlich-schönen<br />

Spezial-Rezepten.<br />

Das Ballettensemble des Staatstheater Augsburg hat übrigens einer<br />

faszinierenden Frau ihr neuestes Tanztheaterstück gewidmet: der mexikanischen<br />

Malerin und Feministin Frida Kahlo. In Anlehnung an deren<br />

so freud- wie auch leidvolles Leben hat Ballettchef und Choreograf<br />

Ricardo Fernando ein Feuerwerk an getanzten Bildern gezündet, die zu<br />

Herzen gehen. Und auch andere Events versetzen ihr Publikum ins Staunen,<br />

so die Opernpremiere „Die letzte Verschwörung“, das Sensemble<br />

Theater mit seiner Vision von der (R)Evolution oder das Medienkunstfestival<br />

lab.30 mit seinen kreativen Experimenten.<br />

Besonders faszinierende Erlebnisse hatte auch eine Familie, die ein<br />

halbes Jahr lang mit ihrem Campervan durch die Welt kurvte, von der<br />

Sahara bis in die Arktis. Was die drei Van-Vagabunden erlebten, könnte<br />

ein Buch füllen. Dem <strong>SchlossMagazin</strong> haben sie von ihrer Motivation<br />

berichtet und davon, was der Roadtrip mit ihnen machte und ihnen<br />

brachte. Ein interessanter Er-Fahrungs-Bericht, der unser aktuelles<br />

Reisethema „Wohnwagen und Wellness“ perfekt abrundet.<br />

Stellplätze<br />

für Oldtimer<br />

und Sportwägen<br />

Diese und noch mehr informative und unterhaltende Themen finden Sie<br />

in der vorliegenden <strong>Oktober</strong>ausgabe des <strong>SchlossMagazin</strong>s. Lassen Sie<br />

sich faszinieren!<br />

Ihre<br />

Hannelore Eberhardt-Arntzen<br />

Chefredaktion<br />

Jetzt anfragen<br />

und Stellplatz sichern!<br />

www.oldtimerresort-dasing.de


4 | Inhalt<br />

Inhalt<br />

Besuchen Sie das <strong>SchlossMagazin</strong><br />

auch auf der Website<br />

www.schlossmagazin.com<br />

Titelfoto<br />

Nikky Maier<br />

Region aktuell<br />

6 Kurz gefasst ♦ Meldungen aus Kunst, Kultur + Wirtschaft<br />

12<br />

12 In einem Aufwisch<br />

Hochwertig gewebte Geschirrtücher aus dem tim<br />

Serie Augsburg-Design, Teil 5<br />

14 Bestes Klima für Kultur<br />

Das neue Programm der Stadthalle Gersthofen<br />

16 Das Altenstetter Besteck – zurück in Augsburg<br />

Herausragende Goldschmiedekunst im Maximilianmuseum<br />

17 Augsburg zu Fuß ♦ Stadttouren des Online-Magazins Lifeguide<br />

18 Augsburgs Zentrum strahlt.<br />

Light Nights vom 18. bis 20. <strong>Oktober</strong><br />

Bild des Monats<br />

20 Freundschaft ♦ Foto pixnio<br />

Lukullisches<br />

22<br />

22 Einfach mal Wild ♦ Genuss aus der Natur<br />

25 Kolumne: Grüner wird’s nimmer<br />

Fleisch – in Maßen statt in Massen<br />

Beauty + Fashion<br />

26 Schminken wie ein Profi<br />

Das Gesicht konturieren, die Augen hervorheben<br />

28 Stricken liegt im Trend. ♦ Auch die Jugend greift zu den Nadeln.<br />

Gesundheit + Wellness<br />

30 Mikroplastik im Körper ♦ Sind Ablagerungen harmlos oder gefährlich?<br />

32 KI in aller Munde<br />

Wie künstliche Intelligenz die Zahnmedizin revolutioniert.<br />

42<br />

Kunst + Kultur<br />

34 Die Faszination des Horrors ♦ Warum wir Halloween lieben.


Inhalt | 5<br />

46<br />

58<br />

36 Schauerlich-schöner Genuss ♦ Halloween-Party-Rezepte<br />

38 So ein Theater ♦ Regionales Feuilleton<br />

42 Frida ♦ Leid und Lebenslust in getanzten Bildern<br />

Reisen + Erleben<br />

44 „Go with the Flow!“ ♦ Familien-Roadtrip im Campervan<br />

46 Herbstgenuss im rollenden Zuhause<br />

Nahe Wohnmobilisten-Ziele mit Wellness-Garantie<br />

49 Wohnmobil mieten oder kaufen?<br />

Das hängt vom individuellen Bedarf ab.<br />

Sport + Spaß<br />

50 Spielbretter, die die Welt bedeuten (können)<br />

Das Neueste von der SPIEL <strong>2024</strong> in Essen<br />

Motor + Technik<br />

52 Das rote Herz moderner Elektronik<br />

Schlüsselwerkstoff Kupfer<br />

Natur + Garten<br />

54 Obst für alle ♦ Kommunale Initiativen<br />

56 Ammenmärchen und Bauernregeln ♦ Gartenpflege im Herbst<br />

Living + Design<br />

58 Chalet-Charme ♦ Was den Hüttenromantik-Stil ausmacht.<br />

62 Folien-Finish ♦ Möbel aufpeppen leicht gemacht<br />

Promotions<br />

29 Sedlmeir’s Trachtenhof in Schwabaich<br />

Herausragend seit über 35 Jahren<br />

64 Bauen für eine anspruchsvolle Klientel<br />

GS Wohnbau GmbH aus Göggingen<br />

HERBSTZEIT<br />

IST SAUNAZEIT<br />

Stärken Sie Ihr Immunsystem<br />

für die kalte<br />

Jahreszeit!<br />

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22.10., 26.11., 17.12.<br />

ab 18 Uhr<br />

LANGER SAUNATAG<br />

08.11., 06.12. ganztags<br />

58 Vorschau + Impressum<br />

WWW.TITANIA-NEUSAESS.DE


6 | Region aktuell | Kurz gefasst<br />

9./10.11.<strong>2024</strong><br />

Diedorfer Wintergeisterlauf<br />

Jetzt schon vormerken: Wie jedes Jahr am 5. Januar<br />

findet auch 2025 der in der Region einmalige<br />

Perchtenlauf mit den altehrwürdigen Tier- und Geistermasken<br />

des Diedorfer Maskenmuseums, Lindenstraße<br />

1, statt. Fünf maskierte Gruppen aus dem Bezirk<br />

Schwaben und anderen Landstrichen veranstalten ein<br />

„Winteraustreiben“ mit schaurigen Holzmasken, die<br />

Körper eingehüllt in zottelige Felle und behängt mit<br />

lauten Kuhglocken. Das wilde Treiben zieht ab 17:00<br />

Uhr vom Museum über die ganze Straßenlänge bis<br />

zur Festwiese an der Schmuttertalhalle. Dieses Jahr<br />

rechnen die Veranstalter mit 50 maskierten Läufern<br />

und über 500 Zuschauern. Rund ums Neujahrsfeuer<br />

auf der Wiese an der Stadthalle wird ein Maskentheater<br />

mit der Perchtengeschichte gezeigt. Nach dem<br />

Spektakel sind alle Perchten und das Publikum in<br />

den von Holzöfen erwärmten Innenhof des Maskenmuseums<br />

zu Glühwein, Punsch und Tee eingeladen.<br />

Wer mit dem PKW anfährt, kann auf dem Park-and-<br />

Ride-Platz am Bahnhof parken.<br />

Informationen<br />

www.maskenmuseum.de<br />

Foto Maskenmuseum<br />

Die Zweigausstellung<br />

in Aichach<br />

verlängert<br />

bis 2. Februar 2025!<br />

Augsburger Shopping-Night<br />

Zur Eröffnung der Light-Nights lädt am 18. <strong>Oktober</strong><br />

Augsburg Marketing zum entspannten Shoppen ein.<br />

Die Geschäfte der Innenstadt haben bis 23:00 Uhr<br />

geöffnet. Inmitten atemberaubender Illuminationen<br />

bekommen die Besucher:innen aus nah und fern Gelegenheit,<br />

mit Freunden und Familie ausgiebig zu<br />

bummeln.<br />

Informationen<br />

www.augsburg-marketing.de<br />

www.stadtmuseum-aichach.de


Region aktuell | 7<br />

WIR BAUEN !<br />

13 Eigentumswohnungen<br />

in Haunstetten, Bgm. - Widmeier - Straße<br />

1-3 Zimmer Wohnungen mit 40 - 93m² Wohnfläche<br />

5% SONDER-AFA möglich<br />

Aichach: Kunst-Antik-Markt<br />

Antiquitäten, edles Porzellan und Silber, Gemälde<br />

oder Klosterarbeiten – beim traditionellen Kunst-<br />

Antik-Markt am 9. und 10. November ist für jeden<br />

Liebhaber und Sammler antiker Kunst etwas geboten.<br />

Drei Wochen vor dem ersten Advent kann im<br />

Sisi-Schloss in Aichach-Unterwittelsbach außerdem<br />

Vorweihnachtsluft geschnuppert werden. Im romantischen<br />

Schlossambiente präsentieren rund 30<br />

Ausstellende ihr Angebot. Einige Künstler:innen<br />

lassen sich vor Ort bei der Arbeit auch über die<br />

Schulter blicken. Großer Beliebtheit erfreut sich jedes<br />

Jahr der Adventmarkt im Schlosshof mit adventlicher<br />

und weihnachtlicher Deko aus Holz und anderen<br />

Materialien. Geöffnet am Samstag von 13:00 bis<br />

18:00 Uhr und am Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr;<br />

Eintritt 2.- Euro<br />

Informationen www.aichach.de/veranstaltungen<br />

Foto AG Aichach<br />

Sensemble:<br />

Qualität – Made in Augsburg<br />

Die Auszeichnung „Qualität – Made in Augsburg“<br />

wird seit 2014 von der Stadt Augsburg an Unternehmen<br />

verliehen, die durch ihre außergewöhnliche<br />

Produkt- bzw. Dienstleistungsqualität überzeugen. Unter<br />

den acht diesjährigen Ausgezeichneten ist auch<br />

das Sensemble Theater, dessen Repertoir von Sprech-,<br />

Musik-, Improvisations- und Ausdruckstheater bis hin<br />

zu Performance und Installation reicht und mit zahlreichen<br />

Uraufführungen von sich reden macht. Seit<br />

2000 hat das Theater seine eigene Spielstätte in der<br />

Kulturfabrik im Augsburger Textilviertel.<br />

Informationen www.augsburg.de<br />

www.sensemble.de<br />

WOBITA-KONZEPT anwendbar<br />

86830 Schwabmünchen • Lilienthalstraße 6<br />

Tel. 08232 / 95 96 30 • www.communis-projektbau.de<br />

MARKTSONNTAG<br />

IN FRIEDBERG<br />

MARTINIMARKT<br />

10. NOVEMBER<br />

Markt 10 bis 18 Uhr,<br />

Geschäfte geöffnet<br />

von 12 bis 17 Uhr<br />

Eine Veranstaltung der Stadt Friedberg<br />

in Zusammenarbeit mit dem Aktiv-Ring Friedberg.<br />

KREATIV-MARKT<br />

IM DIVANO<br />

AUF GEHT‘S ZUM<br />

WOCHEN-<br />

MARKT<br />

IN FRIEDBERG<br />

FREITAGS<br />

von 7 bis 13 Uhr<br />

AUF DEM<br />

MARIENPLATZ


8 | Region aktuell | Kurz gefasst<br />

Events in Donauwörth<br />

Die beliebten Schmankerltouren, bei denen die verschiedenen<br />

Menügänge nacheinander in jeweils anderen<br />

Lokalen eingenommen werden, finden in diesem<br />

Herbst am 24. <strong>Oktober</strong> und 7. November statt.<br />

Zum Start fürs Fünf-Gänge-Menü um 18:00 Uhr<br />

trifft man sich beim ersten Restaurant. Passende<br />

Getränke und kleine Überraschungen sind inbegriffen<br />

(Preis pro Person 89.- Euro). Wegen begrenzter<br />

Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unumgänglich.<br />

Am 9. November erstrahlt die Innenstadt wieder in<br />

besonderen Farben. Die Fassaden werden illuminiert,<br />

die Kunstfreunde präsentieren ihre Werke<br />

und auf den Spazierwegen weisen Kerzen den Weg.<br />

Die Kunst- und Lichternacht beginnt um 18:00 Uhr;<br />

die Geschäfte der Innenstadt haben bis 24:00 Uhr<br />

geöffnet.<br />

Informationen und Anmeldung Schmankerltour<br />

www.donauwoerth.de<br />

cid@donauwoeth.de Tel. 0906-789-702<br />

Foto CID<br />

Sketchen im Ballonmuseum<br />

Wer gerne malt und zeichnet, findet jetzt im Ballonmuseum<br />

Gersthofen eine neue Anlaufstelle. Die Betreiber<br />

haben eine Workshopreihe ins Leben gerufen.<br />

Denn das Ballonmuseum mit seinen zahlreichen interessanten<br />

Objekten und spannenden Raumperspektiven<br />

ist eine Quelle der Inspiration für alle Besuchenden.<br />

Sketchen lautet das Zauberwort und meint das<br />

Festhalten von Skizzen in einem visuellen Tagebuch.<br />

Bei den Workshops am Samstag, den 16. November<br />

und Sonntag, den 15. Dezember, jeweils von 11:00 bis<br />

14:00 Uhr, werden bei einem gemeinsamen Rundgang<br />

mit Kursleiterin Lisa Wagner erste Eindrücke im Skizzenbuch<br />

festgehalten, die dann später im Museumsatelier<br />

weiter ausgearbeitet werden. Die Workshops<br />

sind für alle ab 14 Jahre geeignet; Vorkenntnisse sind<br />

nicht erforderlich. Das Material (siehe Website) ist allerdings<br />

selbst mitzubringen.<br />

Wegen begrenzter Teilnehmerzahl bitte anmelden:<br />

ballonmuseum@gersthofen.de, Tel. 0821-2491 506<br />

Informationen www.ballonmuseum-gersthofen.de<br />

Foto Ballonmuseum<br />

CITY-INITIATIVE-DONAUWÖRTH e.V.<br />

Gemeinsamkeit macht stark !<br />

Herbstmarkt<br />

mit Einkaufssonntag<br />

Vom 12. bis 13. <strong>Oktober</strong><br />

findet der Donauwörther Herbstmarkt<br />

von der Spitalstraße übers<br />

Ried bis in die Bahnhofstraße<br />

statt. Ab Samstag, 9 Uhr kann<br />

wieder nach Herzenslust über<br />

den Markt geschlendert werden,<br />

am Sonntag ab 10:15 Uhr, von<br />

13 bis 18 Uhr öffnen außerdem<br />

die Geschäfte der Innenstadt.<br />

Kunst- und<br />

Lichternacht<br />

Am 9. November ab 18 Uhr<br />

erstrahlt die Donauwörther Innenstadt<br />

nachts wieder in besonderen<br />

Farben. Die Kunst- und Lichternacht<br />

ist seit über 16 Jahren über<br />

die Grenzen Donauwörths hinaus<br />

bekannt für die beeindruckenden<br />

Lichtinstallationen und Kunstausstellungen<br />

in den geöffneten<br />

Geschäften der Innenstadt.<br />

www.cid-donauwoerth.de


Region aktuell | 9<br />

Textilmarkt<br />

im tim<br />

23./24.11.<strong>2024</strong><br />

Kunst und Handwerk aus 66 Ateliers<br />

im Textilmuseum Augsburg (tim)<br />

www.textilmarkt-im-tim.de<br />

Neuburg: Vorträge im Stadtmuseum<br />

Vor genau 450 Jahren vermählte sich Pfalzgraf Philipp<br />

Ludwig von Pfalz-Neuburg mit Prinzessin Anna<br />

von Kleve. Zur berühmten „Neuburger Fürstenhochzeit“<br />

von 1574 wird am 18. <strong>Oktober</strong> um 18:00 Uhr<br />

ein kostenfreier Vortrag angeboten. Der Referent Dr.<br />

Raphael Beuing vom Bayerischen Nationalmuseum<br />

widmet sich u. a. den Turnieren und den Kostümentwürfen<br />

des Künstlers Hans Donauer. Am 27. <strong>Oktober</strong><br />

um 14:00 Uhr gibt es einen Vortrag mit dem Titel<br />

„Der Kronprinz in der Weinschenke“: Im Jahr 1824<br />

ließ der bayerische Kronprinz und spätere König<br />

Ludwig (I.) ein fröhliches Zechgelage mit deutschen<br />

Künstlern in Rom als Gemälde verewigen. Der Referent<br />

Dr. Michael Teichmann, Kurator der aktuellen<br />

Wein-Ausstellung im Stadtmuseum, beleuchtet die<br />

kulturhistorischen Hintergründe des Gruppenporträts,<br />

das zu den beliebtesten Bildern der Neuen Pinakothek<br />

München zählt.<br />

Informationen www.stadtmuseum-neuburg.de/aktuelles<br />

Im Bild (ganz o.) Catel, Franz Ludwig, Der Kronprinz in der<br />

Weinschenke, (darunter) Hans Donauer, Kostümentwürfe<br />

Fürstenhochzeit<br />

Fotos Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Bayerische<br />

Staatsgemäldesammlungen München<br />

tim24-schlossmagazin.indd 1 02.10.<strong>2024</strong> 16<br />

WEISS? BLAU? ROT?<br />

Vom Wein in Neuburg an der Donau<br />

Stadtmuseum Neuburg<br />

Amalienstraße A19<br />

86633 Neuburg an der Donau<br />

www.stadtmuseum-neuburg.de<br />

Stadtmuseum<br />

Neuburg an der Donau<br />

15.9. – 29.12.<strong>2024</strong><br />

Di – So 10 – 18 Uhr


JUBILÄUMS-BENEFIZKONZERT<br />

ALL SWING BIG BAND<br />

GREAT SWING CLASSICS<br />

Fr., 15. Nov <strong>2024</strong><br />

Stadthalle<br />

Schwabmünchen<br />

50% der Ticketerlöse gehen an gemeinnützige Einrichtungen<br />

in der Stadt Schwabmünchen.<br />

Tickets unter<br />

kultur-schwabmuenchen.de/tickets<br />

BENEFIZKONZERT<br />

Mi., 20. Nov <strong>2024</strong><br />

Stadthalle Schwabmünchen<br />

Am Ende des Konzertes bitten wir um großzügige Spenden<br />

für das Bundeswehr-Sozialwerk und die Aktion Sorgenkinder<br />

Kostenlose Tickets:<br />

Kulturbüro Schwabmünchen, Fuggerstr. 50. Tel.: 08232 9633 182<br />

Gersthofen:<br />

Ausstellung „Raum für 10“<br />

Bis 7. November ist im Gersthofer Rathaus die<br />

Kunstausstellung „Raum für 10“ zu sehen. Organisiert<br />

wird diese von Günter Utz und dem Kulturkreis<br />

Gersthofen. Die zehn Künstlerinnen des<br />

Kunstauxomaten vom Augsburger<br />

Stadtmarkt verlassen für<br />

diese Ausstellung das Kleinstformat<br />

und präsentieren ihre<br />

größeren Werke, darunter Malereien,<br />

Zeichnungen im XL-<br />

Format sowie Installationen und<br />

Grafiken, zusätzlich aber auch<br />

ihre Miniaturarbeiten. Die Ausstellung<br />

kann zu den üblichen<br />

Rathaus-Öffnungszeiten besichtigt<br />

werden.<br />

Informationen www.gersthofen.de<br />

Foto Turid Schuszter<br />

10 | Region aktuell | Kurz gefasst<br />

Beethoven &<br />

Mendelssohn<br />

Die „Große Sonate für das<br />

Hammerklavier" Op. 106 von<br />

Beethoven gehört zweifelsohne<br />

zu den schwierigsten<br />

Wer ken, die je für Klavier<br />

komponiert wurden. Deshalb<br />

wird diese großartige<br />

Musik leider nur sehr selten<br />

öffentlich gespielt. Die<br />

Hammerklavier-Sonate ist bis heute zukunftsweisende,<br />

horizonterweiternde Musik. Beethoven selbst<br />

schrieb, dass erst diese Komposition ihm die Türe<br />

aufgemacht hat, seine neunte Symphonie komponieren<br />

zu können. Das Publikum in Augsburg und<br />

Aichach hat nun die seltene Chance, dieses unvergleichliche<br />

Werk, gepaart mit ausgewählten „Liedern<br />

ohne Worte“ von Felix Mendelssohn, live zu erleben.<br />

Am 18. <strong>Oktober</strong> bringt der amerikanische Pianist<br />

Joshua Rupley die Werke im Sisi-Schloss in Aichach<br />

zu Gehör, am 25. <strong>Oktober</strong> im Kleinen Goldenen Saal<br />

in Augsburg, jeweils 20:00 Uhr.<br />

Informationen und Tickets<br />

https://joshuarupley.com/produkt/beethoven-mendelssohn-<strong>2024</strong>/<br />

Im Bild Joshua Rupley ♦ Foto Presse<br />

St. Vinzenz: Konzert „Eingeladen“<br />

Am Sonntag, dem 3. November, lädt die Liedermacherin<br />

Stefanie Schwab zu einem besonderen Konzert mit dem<br />

Titel „Eingeladen“ in die Mutterhauskirche der Barmherzigen<br />

Schwestern, Gögginger<br />

Straße 94, Augsburg, ein. In<br />

ihren Songs thematisiert die<br />

Musikerin Aspekte wie Frieden,<br />

Freundschaft, die Kunst<br />

des Älterwerdens sowie die<br />

liebevolle Erinnerung an die<br />

Großmutter. Musikalisch reicht<br />

ihr Repertoire von gefühlvollen<br />

Balladen mit klassischen<br />

Elementen bis hin zu Folk<br />

und Blues. Stefanie Schwab<br />

begleitet sich selbst am Klavier oder an der Gitarre und<br />

schafft so eine intime Atmosphäre für ihre Zuhörer.<br />

Nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, mit Stefanie<br />

Schwab ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung<br />

beginnt um 16:30 Uhr und der Eintritt ist frei. Spenden<br />

kommen dem Mädchen- und Frauensozialprojekt<br />

„Archana" in Indien zugute.<br />

Informationen www.stefanieschwab.de<br />

Foto Martin Schwab


Region aktuell | 11<br />

Schrobenhausener<br />

Kulturherbst<br />

Die Veranstaltungsreihe Schrobenhausener<br />

Kulturherbst hat sich zu<br />

einer festen Institution für alle<br />

Kulturbegeisterten entwickelt, die<br />

auch über die Stadtgrenzen hinaus<br />

bekannt ist. Als vierte Veranstaltung<br />

am Samstag, den 26. <strong>Oktober</strong>, findet um 17:00 Uhr in der<br />

Stadtpfarrkirche St. Jakob ein besonderes Konzert zum Thema „Freud<br />

und Leid“ statt. Organisiert von Karin Kraus-Mörtl, thematisieren die<br />

Sänger und Musiker musikalisch die Höhen und Tiefen des Lebens. Das<br />

Programm reicht von Film- und Orgelmusik über Evergreens und bayrische<br />

Volksmusik bis hin zu Klassik und Popsongs. Der Eintritt ist frei;<br />

Spenden zugunsten der Trauerbegleitung von Menschen mit schweren<br />

Schicksalsschlägen sind willkommen.<br />

Eine Führung über den alten Friedhof in Schrobenhausen bietet Kreisheimatpfleger<br />

Hans Hammer am Sonntag, den 10. November, von 15:00<br />

bis 16:30 Uhr an. Am Mittwoch, den 13. November, um 18:30 Uhr, präsentieren<br />

Julia Boegershausen und Björn Bewerich im Blauen Saal der<br />

vhs Schrobenhausen (3. Stock) Erich Kästners Gedichtzyklus „Die 13<br />

Monate“.<br />

Ein besonderes Highlight findet am Sonntag, den 17. November, um<br />

19:00 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Jakob statt. Dort wird das Requiem<br />

d-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Der<br />

Schrobenhausener Lenbach-Chor und das Arsatius Consort präsentieren<br />

dieses bedeutende Chor-Orchester-Werk, das zu den bekanntesten<br />

der Musikgeschichte zählt und Mozarts meisterhafte Vertonung des<br />

Textes der katholischen Totenmesse zeigt. Am Freitag, den 22. November<br />

um 20:00 Uhr, entführt das Trio Quetschendatschi das Publikum im<br />

Herzog-Filmtheater in die mystische Atmosphäre der Rauhnächte.<br />

Informationen und Anmeldungen<br />

www.vhs-sob.de<br />

Im Bild Quetschendatschi<br />

Foto Anja Bach<br />

Augsburg: Altstadt-<br />

Herbstleuchten<br />

Auch in diesem Jahr verwandelt<br />

sich die Augsburger Altstadt wieder<br />

in ein leuchtendes Herbstmärchen.<br />

Die beliebte Installation „Altstadt-<br />

Herbstleuchten“ taucht ab sofort<br />

die Altstadtgassen in ein zauberhaftes<br />

Licht. Auf dem Altstadtweg<br />

zwischen Judenberg und Vogeltor<br />

schmücken zahlreiche Lam penschirme<br />

die Straßen und Kanäle und schaffen<br />

so eine magische Atmosphäre<br />

für alle Besucherinnen und Besucher.<br />

Die Installation wird in Zusammenarbeit<br />

mit dem Verein „Altstadt<br />

Augsburg Aktiv e.V." realisiert.<br />

Insgesamt wurden 28 große und 20<br />

kleine Lampenschirme entlang des<br />

Wegs installiert. Einige davon erstrahlen<br />

bei Einbruch der Dunkelheit,<br />

bis sie Mitte November von<br />

der Weihnachtsbeleuchtung abgelöst<br />

werden.<br />

Informationen www.augsburg-city.de<br />

Foto Martin Augsburger<br />

www.schrobenhausen.de<br />

KULTUR<br />

HERBST<br />

<strong>2024</strong><br />

SCHROBENHAUSEN<br />

OKTOBER UND NOVEMBER


12 | Region | Serie Augsburg-Design, Teil 5<br />

In einem Aufwisch<br />

Hochwertig gewebte Geschirrtücher aus dem tim<br />

Bezug auf die Stadt Augsburg als ehemalige Hochburg der Textilherstellung<br />

nehmen die nach alter Tradition gewebten Geschirrtücher, die die Weberinnen<br />

und Weber des Staatlichen Textil- und Industriemuseums tim anfertigen. Erhältlich<br />

sind die hochwertigen Stücke u. a. im Museumsshop.<br />

Fotos tim, <strong>SchlossMagazin</strong> u.a.<br />

Allein schon die Haptik der Tücher überzeugt. Wer eines davon<br />

in Händen hält, spürt die herausragende Qualität der Textilien,<br />

die im Museum in aufwendiger Jacquard-Technik auf einer<br />

Hightech-Greifer-Webmaschine (mit über 6.100 einzeln elektronisch<br />

angesteuerten Kettfäden bei max. 700 Schusseinträgen pro Minute)<br />

bzw. auf historischen Webstühlen gewebt und dann im Shop konfektioniert<br />

werden. Es gibt sie in zahlreichen Farben, Bindungen und<br />

Mustern, die großenteils einen Bezug zu Augsburg besitzen und diesen<br />

auch zeigen. Geschirrtücher braucht wirklich jeder und so liegt man mit<br />

einem solchen Tuch als Geschenk oder Erinnerungsstück an einen Augsburg-Besuch<br />

stets auf der sicheren Seite. Mit ihrem Erwerb vereint die<br />

Käuferin oder der Käufer praktischen Nutzen mit lebendiger Erinnerung<br />

an den Herstellungsort Augsburg und eine gute Tat quasi in einem Aufwisch.<br />

Denn mit den Verkaufserlösen aus dem Museumsshop unterstützt<br />

dessen Betreiber, der Förder- und Freundeskreis tim e.V., den Unterhalt<br />

des Museums.<br />

Brigitte Eder leitet ehrenamtlich den<br />

Museumsshop im tim. ♦ Foto Förderund<br />

Freundeskreis tim


Region | 13<br />

Qualitäts-Produkte<br />

Brigitte Eder ist seit drei Jahren ehrenamtliche Shopleiterin,<br />

2. Vorsitzende des Vereins und kann die besondere<br />

Qualität der Produkte nur bestätigen: „Bei der<br />

Textilherstellung an unseren Webmaschinen im tim<br />

verzichten wir bei den verwendeten Garnen bewusst<br />

auf chemische Behandlungen. Stattdessen arbeiten wir<br />

mit gezwirnten Kett- und Schussfäden. Das hat zur Folge,<br />

dass die so gefertigten Textilprodukte erst nach der<br />

ersten Wäsche ihr endgültiges Volumen erreichen. Dieses<br />

reduziert sich einmalig um etwa zehn Prozent. Damit<br />

die tim-Handtücher ihre hervorragende Saugkraft<br />

voll entfalten können, sind mehrere Waschgänge nötig.<br />

Erst durch das Waschen öffnen sich die zuvor stark<br />

gedrillten Fasern und können ihre Trocknungsaufgabe<br />

erfüllen.“ Brigitte Eder wuchs als Kind quasi im Kurzwarenladen<br />

der Mutter auf und hatte auch während ihrer<br />

Berufstätigkeit, unter anderem in der IT-Abteilung<br />

der Firma ELBEO, stets einen engen Bezug zu Textilien.<br />

Diese Leidenschaft erfüllt sie nun auch als Ruheständlerin<br />

mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im tim mit Leben<br />

– wie die anderen sieben Personen, die sich mit ihr<br />

im Shop engagieren.<br />

Signature-Muster und -Macharten<br />

Viele der Muster repräsentieren die Herstellungs-<br />

Stadt Augsburg. So stammt das Motiv des baumwollnen<br />

NAK-Jacquard-Geschirrhandtuchs aus der NAK<br />

Mustersammlung aus dem 18. Jahrhundert. An den in<br />

Augsburg geborenen, berühmten Schriftsteller Bert<br />

Brecht erinnert das 3D-Geschirrtuch „Brecht“, auf<br />

dem dessen Konterfei mehrfach abgebildet ist. Besonders<br />

deutlich zu seiner Herkunft bekennt sich das<br />

sog. Gruben-Geschirrhandtuch mit der Namenseinwebung<br />

„Made in Augsburg“. Dabei handelt es sich um<br />

ein schweres, strapazierfähiges und unempfindliches<br />

Handtuch in karierter, schwarz-weißer Köperbindung<br />

mit rotem Schriftzug. Eine Variante ist das sog. Bleicher-Handtuch,<br />

dessen weißes Webkaro mit jeder Wäsche<br />

etwas heller wird. Blau-weiß kariert nennt sich<br />

das Tuch Schlosser-Geschirrhandtuch, dessen Name<br />

auf seine ursprüngliche Verwendung hinweist. Gewebt<br />

werden alle drei Tücher auf einem historischen,<br />

sogenannten Saurer Schützenwebstuhl mit Schaftmaschine<br />

und Namenszugjacquarette. Sein außergewöhnliches<br />

Gewebe macht das Fugger-Barchent-Geschirrhandtuch<br />

zu etwas ganz besonders Wertvollem:<br />

Bei der Webart Barchent besteht die Kette (Längsfäden)<br />

aus Leinen, der Schuss (Querfäden) aus Baumwolle.<br />

Der Barchent kombiniert dementsprechend die<br />

hervorragenden Eigenschaften zweier Naturfasern:<br />

die Strapazierfähigkeit des Leinens mit der Geschmeidigkeit<br />

der Baumwolle.<br />

Know-how aus dem Mittelalter<br />

Der Barchent war eine der großen technischen Innovationen<br />

des Mittelalters. Für die Fugger bildete er die<br />

Grundlage für ihren Aufstieg von einer Weberfamilie<br />

zur weltweit tätigen Handels- und Bankiersdynastie<br />

der Renaissance-Zeit. Ihr Stammvater Hans Fugger,<br />

der 1367 in Augsburg Bürgerrecht erhielt, verdankte<br />

vor allem der Kunst des Barchentwebens Ansehen und<br />

Wohlstand. Das im tim angebotene Handtuch wird<br />

nach der Tradition der Barchentweberei in klassischer<br />

Köperbindung hergestellt. Verwendet wird ein mechanischer<br />

Unterschlägerwebstuhl des 19. Jahrhunderts<br />

aus der früheren Leinweberei Droßbach in Asbach-<br />

Bäumenheim. Entwurf und Realisierung liegt in den<br />

Händen der Webmeister im tim. Das Handtuch ist mit<br />

und ohne eingesticktem Fugger-Wappen erhältlich.<br />

Übrigens: Wer personalisierte textile Geschenke in<br />

größerer Stückzahl sucht (die sich auch noch leicht<br />

transportieren lassen), kann im Shop nach Tüchern<br />

mit individuellen Motiven fragen. Und zu Weihnachten<br />

gibt es im Shop zusätzlich spezielle Tücher mit<br />

Weihnachtsmotiven, die jährlich wechseln.<br />

Eine Auswahl der Handtücher kann man auch online erwerben<br />

oder in der Tourist-Info bzw. in Augsburger Museumsshops<br />

finden, aber der „analoge“ Shop im tim bietet<br />

noch andere Schnäppchen mit regionalem Bezug von<br />

Designern und Herstellern aus der Augsburger Gegend.<br />

Die Angebotspalette reicht von dekorativen und praktischen<br />

Textilien wie Mützen oder Planen-Taschen über<br />

humorvolle Postkarten bis zu einschlägiger Literatur. <br />

Informationen www.timbayern.de<br />

www.shop.tim-foerderverein.de


14 | Region | Stadthalle Gersthofen<br />

Die Bigband Jazzrausch feiert ihr zehnjähriges Bestehen. ♦ Foto Sebastian Reiter<br />

Bestes Klima für Kultur<br />

Das neue Programm der Stadthalle Gersthofen<br />

Kulturamtsleiter Uwe Wagner ist stolz, auch in der kommenden Winterspielzeit<br />

dem Publikum prominente Künstler:innen in der Stadthalle von Gersthofen<br />

präsentieren zu können. Bereits zum Start der Saison ist Star-Pianist Joja Wendt<br />

(13. <strong>Oktober</strong>) zu Gast; Jazzrausch (16. November) und German Brass (30. November)<br />

bringen brillant die ultimativen Gegensätze von Jazz nach Gersthofen.<br />

Weiter geht es auch mit der Humor-<br />

Offensive: Politisches Kabarett wird<br />

genauso zelebriert wie urkomische<br />

Comedy: Urban Priol (25. <strong>Oktober</strong>),<br />

Stefan Leonhardsberger (3. November), Hagen Rether<br />

(8. November), Erwin Pelzig (29. November) und<br />

Willy Astor (26. Januar 25) werden in der Stadthalle<br />

die Zuschauer begeistern. Der Schweizer Comedy-<br />

Star Alain Frei reist 2025 sogar zu einem Doppeltermin<br />

an (6. und 7. Februar).<br />

Theater-Fans dürfen sich auf mehr als ein Highlight<br />

freuen: Bereits im <strong>Oktober</strong> wird Sky du Mont erwartet<br />

– zu einer szenischen Lesung (12. <strong>Oktober</strong>), die<br />

den Fall der Nibelungen im Stil einer Gerichtshow auf<br />

die Bühne bringt. Außerdem jagt Sherlock Holmes<br />

den Hund der Baskervilles (2. November) und die<br />

Hamburger Kammerspiele inszenieren „Der koschere<br />

Himmel“ (7. Dezember) – auch hier mit hochkarätiger<br />

Besetzung: Markus Majowski, bekannt aus Film und<br />

Fernsehen, spielt in Gersthofen. Witzig, schräg und<br />

warmherzig wird es auch mit dem Thalbach-Trio<br />

Katharina, Anne und Nellie – perfekt zum Fest, wenn es<br />

heißt „Weihnachten bei den Thalbachs“ (6. Dezember).<br />

Auch für 2025 gibt Uwe Wagner schon den ein oder<br />

anderen Tipp: „Auch das neue Jahr beginnt mit ordentlich<br />

musikalischer Power: Heinz Rudolf Kunze,<br />

Viva Voce mit der Premiere ihres neuen Bühnenprogramms<br />

und Bodo Wartke werden die Instrumente<br />

bzw. Stimmbänder in Schwung bringen.“ <br />

Informationen, Programm und Tickets<br />

www.stadthalle-gersthofen.de


Region | 15<br />

Szene aus „Der koschere Himmel“ ♦<br />

Foto Bo Lahola<br />

Viva Voce ♦ Foto Christopher Civitillo<br />

The Ukulele Orchestra of Great Britain<br />

♦ Foto Stefan Mager<br />

Alain Frei ♦ Foto Mike Wahrlich<br />

Werner Schmidbauer ♦ Foto Mena Zoo<br />

NEUE WORKSHOPREIHE<br />

SKETCHEN<br />

IM BALLONMUSEUM<br />

Sa.,16.11.<strong>2024</strong> | So., 15.12.<strong>2024</strong><br />

jeweils 11 bis 14 Uhr.<br />

Für Einsteiger und Fortgeschrittene<br />

ab 14 Jahren. Keine Vorkenntnisse erforderlich.<br />

Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung erbeten:<br />

ballonmuseum@gersthofen.de | Tel. 0821 2491-506<br />

Ballonmuseum Gersthofen<br />

Bahnhofstr. 12 | 86368 Gersthofen<br />

Öffnungszeiten: Mi., Fr. 13 – 17 Uhr | Do. 10 – 18 Uhr,<br />

Sa., So., Feiertage 10 – 17 Uhr<br />

www.ballonmuseum-gersthofen.de


16 | Region | Altenstetter Besteck<br />

Das Altenstetter<br />

Besteck – zurück<br />

in Augsburg<br />

Herausragende Goldschmiedekunst<br />

im Maximilianmuseum<br />

Das sog. „Altenstetter Besteck“, gefertigt vom Augsburger<br />

Goldschmied David Altenstetter (um<br />

1547–1617), kehrt nach einer längeren<br />

Odyssee nach Augsburg zurück. Dank<br />

eines Unterstützers der Augsburger<br />

Kunstsammlungen & Museen konnte<br />

es nun erworben werden. Er stellt<br />

es dem Maximilianmuseum<br />

als Dauerleihgabe zur<br />

Verfügung.<br />

Altenstetter Besteck, Einzelteile, David<br />

Altenstetter, Augsburg 1615 ♦ Fotos<br />

Christie, Manson & Woods Ltd.<br />

Die 40-teilige Besteckgarnitur<br />

wurde anno<br />

1615 wohl für den Wittelsbacher<br />

Herzog Maximilian<br />

I. von Bayern angefertigt.<br />

Das Messer, Gabel und Löffel umfassende<br />

Set, verziert in der komplexen<br />

und komplizierten Technik<br />

des Tiefschnitt-Emailles und teilweise<br />

mit dem Beschauzeichen der<br />

Zirbelnuss versehen, stellt den<br />

technischen Höhepunkt Augsburger<br />

Goldschmiedekunst dar. Aufgrund<br />

seiner herausragenden kulturhistorischen<br />

Bedeutung ist die<br />

Besteckgarnitur, Hauptwerk der<br />

Augsburger Renaissancekunst, sogar<br />

als „oldest complete cutlery set”<br />

in das Guinness Book of World Records<br />

eingegangen. Es befand sich<br />

seit der Mitte des 18. Jahrhunderts<br />

im Besitz der bedeutenden Augsburger<br />

Bankiersfamilie von Münch.<br />

Die Existenz der Garnitur war bis<br />

2005 gar nicht bekannt. Ihre Entdeckung<br />

galt als Sensation. Nach<br />

Bestätigung der Echtheit des Sets<br />

im Jahr 2005 bemühte sich die<br />

Stadt Augsburg bereits damals,<br />

das wertvolle Objekt zu ersteigern<br />

– leider ohne Erfolg. Bei der<br />

Auktion bei Christie’s in London<br />

erzielte es seinerzeit den Rekordpreis<br />

von 1.240.000 Britischen<br />

Pfund und ging an einen Privatsammler<br />

in den USA. Nach knapp<br />

20 Jahren kam das Altenstetter-<br />

Besteck in diesem Jahr erneut auf<br />

den internationalen Kunstmarkt –<br />

und fand nun den Weg zurück in<br />

die „Heimat“. Das Ensemble, zu dem<br />

noch drei Salzfässer des Augsburger<br />

Goldschmieds Thomas Zainer<br />

gehören, dokumentiert die hohe<br />

Kunstfertigkeit, für die die Goldschmiede<br />

der Reichsstadt Augsburg<br />

berühmt waren. <br />

Informationen<br />

www.kmaugsburg.de/altenstetter-besteck


Walkable City | Region | 17<br />

Augsburg zu Fuß<br />

Bei einer Tour zu Fuß lassen sich z. B.<br />

die Lechkanäle gut entdecken.<br />

Foto Martin Augsburger<br />

Stadttouren des Online-Magazins Lifeguide<br />

Das Online-Magazin Lifeguide Augsburg präsentiert gemeinsam mit der<br />

Regio Augsburg Tourismus Stadttouren, die bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad<br />

oder dem ÖPNV absolviert werden können.<br />

Mit ihren historischen Gebäuden, Wasserläufen<br />

und grünen Oasen lockt Augsburg<br />

als fußgängerfreundliche Stadt<br />

mit vielfältigen Möglichkeiten, Schönes<br />

und Neues in ihr zu entdecken. Dieses Potential einer<br />

„Walkable City" stellt der Lifeguide Augsburg, das Online<br />

Portal für nachhaltiges Leben, in Kooperation mit<br />

der Regio Augsburg Tourismus in einer speziellen Serie<br />

vor. Auf den Touren können Gäste wie Einheimische<br />

die Stadt entspannt erkunden. Barrierefreiheit, z.<br />

B. dank abgesenkter Bordsteine für Rollstühle und<br />

Kinderwagen, eine fußgängerfreundliche Gestaltung,<br />

ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, schattige<br />

Plätze und Wasserquellen zur Kühlung im Sommer – das<br />

alles sind Merkmale einer „Walkable City“, die in Augsburg<br />

vielerorts bereits vorhanden sind.<br />

Götz Beck, Geschäftsführer der Regio Augsburg Tourismus,<br />

schätzt die Bedeutung von Walkable Cities hoch<br />

ein: „Walkable Cities spielen im Tourismus eine große<br />

Rolle. Sie ermöglichen Besuchenden, eine Stadt authentisch<br />

und entspannt zu erleben. Fußgängerfreundliche<br />

Städte beleben den lokalen Handel, da Reisende<br />

eher in Geschäfte und Restaurants einkehren, die sie<br />

zu Fuß erreichen. Zudem fördern sie die Nachhaltigkeit,<br />

indem sie den motorisierten Verkehr verringern.“<br />

Den Anfang der Serie „zum Nachlaufen“ macht eine<br />

Tour zum Thema Wasser in der UNESCO-Welterbe-<br />

Stadt: Zu ihr zählen neben den Welterbe-Stationen<br />

auch Lauschtouren wie z. B. die „WaSserleben“, eine<br />

Übersicht über die vorhandenen Trinkbrunnen, Einkehrmöglichkeiten<br />

am Wasser sowie kulturelle Besonderheiten<br />

zum Thema.<br />

Die „Walkable City“-Touren im Lifeguide Augsburg<br />

sind an dem grünen Fußabdruck in den Artikelbildern<br />

erkennbar.<br />

<br />

Informationen www.lifeguide-augsburg.de<br />

www.augsburg-tourismus.de/de/walkable-city<br />

www.lifeguide-augsburg.de/de/magazin/walkable-city


18 | Region | Light Nights<br />

Augsburgs Zentrum strahlt.<br />

Light Nights vom 18. bis 20. <strong>Oktober</strong><br />

Augsburg feiert die Rückkehr eines ganz besonderen Ereignisses: Vom 18.<br />

bis 20. <strong>Oktober</strong> verwandeln die Light Nights die Innenstadt wieder in ein<br />

faszinierendes Meer aus Licht und Farben.<br />

Fotos Martin Augsburger<br />

Unter der Regie von Augsburg Marketing<br />

tauchen Besucherinnen und Besucher täglich<br />

von 19:00 bis 23:00 Uhr in ein visuelles<br />

Spektakel ein, das die historischen<br />

Straßen und Gebäude der Stadt in ein leuchtendes Zukunftsszenario<br />

verwandelt.<br />

In diesem Jahr richtet sich der thematische Blick in<br />

die Sterne und unendlichen Weiten des Universums.<br />

Bekannte Plätze, Straßen und Fassaden werden<br />

durch innovative Lichtinstallationen, Animationen<br />

und beeindruckende 3D-Mappings in Szene gesetzt.<br />

Drei Tage lang bietet die Innenstadt eine Bühne für<br />

künstlerische Visionen, die sich durch ihre Dynamik<br />

und Farbintensität von der urbanen Umgebung<br />

abheben. Das Festival spricht alle Altersgruppen an<br />

und lädt dazu ein, die Stadt in einem völlig neuen<br />

Licht zu erleben.<br />

Besonders in diesem Jahr: Zum ersten Mal ist die Moritzkirche<br />

Teil des Programms. Die von Stararchitekt<br />

John Pawson vor über einem Jahrzehnt modernisierte<br />

Kirche besticht durch ihr minimalistisches Design<br />

und wird für die Light Nights zur idealen Leinwand<br />

für ein außergewöhnliches Lichtspektakel. Ein echtes<br />

Highlight sind die vier geplanten Shows, die von Live-<br />

Orgelmusik begleitet werden. Stefan Saule, Konzertorganist<br />

der Moritzkirche, wird live die Suite aus dem<br />

berühmten Science-Fiction-Film „Interstellar“ spielen –<br />

eine einzigartige Kombination aus Musik und Licht, die<br />

für Gänsehautmomente sorgen wird.<br />

Die Light Nights sind kostenlos zugänglich. Für ein<br />

zusätzliches kulinarisches Angebot sorgt auch in<br />

diesem Jahr der Augsburger Stadtmarkt, der an allen<br />

drei Tagen bis 23:00 Uhr geöffnet hat.<br />

<br />

Informationen und das detaillierte Programm<br />

www.augsburg-city.de/lightnights


SHOPPING-NIGHT<br />

DANKE AN UNSERE PARTNER UND SPONSOREN


20 | Bild des Monats | Freundschaft


Bild des Monats | 21<br />

Freundschaft<br />

Die Natur reicht uns die Hand der Freundschaft,<br />

sie lädt uns ein, damit wir uns<br />

an ihrer Schönheit erfreuen …<br />

Khalil Gibran, libanesisch-amerikanischer Dichter,<br />

1883 – 1931<br />

Foto pixnio


22 | Lukullisches | Wildgerichte<br />

Wildbret, wie das Fleisch von Wildtieren genannt wird, ist gesund und lecker.<br />

Die Qualitäten liegen einerseits in seinen vitamin- und nährstoffreichen sowie<br />

cholesterin- und fettarmen Eigenschaften. Es ist auch reich an essentiellen<br />

Omega-3-Fettsäuren. Außerdem zeichnet sich Wildfleisch durch eine besonders<br />

delikate Geschmacksnote aus.<br />

Einfach mal Wild<br />

Genuss aus der Natur<br />

Fotos Merle Weidemann<br />

Reh, Hase & Co. sind eine echte Bereicherung<br />

für die Küche. In Sachen Nachhaltigkeit<br />

ist es jedoch wichtig, dass das Fleisch<br />

aus Deutschland, besser noch aus der Region<br />

stammt. Manche Metzgereibetriebe vor Ort bieten<br />

Wild an. Auch auf Wochenmärkten kann man es von<br />

spezialisierten Händlern bekommen. Im Internet wird<br />

man ebenfalls fündig. Doch wegen des anfallenden<br />

Verpackungsmülls ist die Versandvariante nicht besonders<br />

umweltfreundlich. Die zuverlässigste Quelle<br />

stellen die örtlichen Jäger dar. Welche unter ihnen<br />

Wildfleisch verkaufen, darüber informiert die Kreisjägerschaft<br />

oder das Forstamt.<br />

Frisches Wildbret ist vor allem in den Herbst- und<br />

Wintermonaten erhältlich. Die Jagdsaison für das beliebte<br />

Rehwild mit seiner feinen Faserstruktur und<br />

dem aromatischen Geschmack beginnt sogar schon<br />

Mitte Mai und dauert bis Januar. Damit ist Rehfleisch<br />

über einen langen Zeitraum im Handel – genauso wie<br />

das Fleisch von Wildschwein-Frischlingen, die sogar<br />

das ganze Jahr über gejagt werden dürfen. Junges<br />

Schwarzwild ist besonders zart und schmackhaft. Das<br />

sog. Rotwild (Hirsche), benannt nach der braunroten<br />

Färbung des Fleisches, sowie die Hirschart Damwild<br />

dürfen im Herbst und Winter gejagt werden. Daher<br />

beginnt jetzt die Hochsaison.<br />

Wildschwein, Reh und Wildkaninchen zählen zu den<br />

gängigsten Sorten des Wildes in Deutschland. Die<br />

Farbe des Wildfleisches ist ein aussagekräftiges Qualitätsmerkmal.<br />

Mit rötlicher bis rotbrauner Farbe zeigt<br />

es die Frische des Fleisches auf. Je jünger das Tier<br />

war, umso heller sieht das Fleisch aus. Schimmert es<br />

bräunlich oder schwärzlich oder hat es eine schmierige<br />

Konsistenz, ist vom Kauf abzuraten.


Lukullisches | 23<br />

Rehsteaks mit Gnocchi und Lillet-Butter<br />

Zutaten für 4 Portionen<br />

Für das Fleisch: 8 Rehsteaks à 80 – 100 g, z. B. aus der Keule ♦ Salz und Pfeffer ♦ 1 Bund<br />

Thymian ♦ 1 EL Olivenöl<br />

Brennerei-<br />

Führungen<br />

Für die Lillet-Butter: 8 getrocknete Tomaten in Öl ♦ 1 Knoblauchzehe ♦ 3 Zweige Thymian<br />

♦ 1 EL Puderzucker ♦ 100 ml trockener Weißwein ♦ 100 ml Lillet Blanc oder anderer<br />

Weinaperitif ♦ 60 g eiskalte Butter, in Flöckchen ♦ Salz und Pfeffer<br />

Für die Gnocchi: 3 EL Olivenöl ♦ 600 g frische Gnocchi aus dem Kühlregal<br />

Zubereitung<br />

♦ Für das Fleisch den Backofen auf 100°C<br />

Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Steaks<br />

trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer<br />

würzen. Thymian waschen und trocken<br />

tupfen. Olivenöl in einer Grillpfanne erhitzen.<br />

♦ Die Steaks darin in zwei Portionen mit<br />

dem Thymian (bis auf drei Zweige) anbraten,<br />

so dass die Steaks von beiden<br />

Seiten Grillstreifen erhalten. Anschließend<br />

in eine Auflaufform legen und in<br />

eines der Fleischstücke ein Fleischthermometer<br />

stechen. Im Backofen auf der<br />

mittleren Schiene bis zu einer Kerntemperatur<br />

von 58 – 60 °C (medium) garen.<br />

Die Fleischpfanne für die Lillet-<br />

Butter beiseitestellen.<br />

♦ Für die Lillet-Butter die Tomaten abtropfen<br />

lassen und in feine Würfel<br />

schneiden. Knoblauch schälen und ebenfalls<br />

in feine Würfel schneiden. Vom<br />

Thymian die Blätter abzupfen.<br />

♦ Für die Gnocchi Olivenöl in einer großen<br />

beschichteten Pfanne erhitzen. Gnocchi<br />

hineingeben und mit geschlossenem<br />

Deckel 6 Minuten bei mittlerer Hitze<br />

braten, bis sie rundherum leicht gebräunt<br />

sind. Dabei hin und wieder<br />

schwenken.<br />

♦ Parallel für die Lillet-Butter Tomaten,<br />

Knoblauch und Thymian mit dem Puderzucker<br />

in der Fleischpfanne andünsten<br />

und leicht karamellisieren lassen. Mit<br />

Weißwein und Lillet ablöschen und etwas<br />

einkochen lassen. Dann vom Herd nehmen<br />

und die Butter in Flöckchen einschwenken,<br />

bis sie geschmolzen ist. Die<br />

Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />

♦ Das Fleisch aus dem Ofen nehmen und<br />

kurz ruhen lassen. Zum Anrichten die<br />

Gnocchi jeweils auf einer Hälfte von vier<br />

Tellern verteilen. Auf die andere Hälfte<br />

einen Spiegel Sauce geben und die Steaks<br />

darauf anrichten. Sofort servieren.<br />

Zubereitungszeit 25 Minuten<br />

Mehr Wildrezepte auf Seite 24 und 25 ➵<br />

Das Alter des Fleisches kann durch Druck herausgefunden werden. Frisches<br />

Fleisch ist druckfest. Älteres Fleisch enthält weniger Geschmack<br />

und Aroma. Reh und Hirsch sollten einen nussigen Geruch verströmen,<br />

Wildschwein und Wildkaninchen neutral riechen. Auch Wildgans und<br />

Wildente sowie Wildtaube und Fasan zählen zum Wild.<br />

Erst abgehangenes Wild ist qualitativ hochwertig. Die Dauer des Abhängens<br />

hängt von der jeweiligen Tierart in Kombination mit der Größe der<br />

Stücke und deren Qualität ab. Frisches Wildfleisch sollte nicht länger als<br />

zwei Tage im Kühlschrank lagern. Riecht es süßlich oder säuerlich, ist<br />

es verdorben. Wichtig: Die sog. Silberhaut, die jedes Muskelfleisch umgibt,<br />

ist besonders beim dunklen Wildfleisch als weißer Überzug gut zu<br />

erkennen. Diese Haut muss vor der Verarbeitung entfernt werden, was<br />

etwas Übung verlangt. Viele Händler bieten aber bereits pariertes Fleisch<br />

an, wie das von der Silberhaut getrennte Fleisch dann genannt wird.<br />

Die Wild-Rezepte, die wir hier vorstellen, stammen aus dem Buch „Einfach<br />

mal Wild“ von Kochbuchautor und Foodstylist Martin Kintrup, der<br />

darin 50 kreative „schnelle“ Wild-Gerichte mit internationaler Note und<br />

zusätzlich wichtige Tipps rund ums Thema präsentiert.<br />

<br />

in der Zott-Destillerie<br />

Ustersbach!<br />

Endlich sind sie zurück: unsere beliebten Brennerei-Führungen!<br />

Diesen Herbst bieten wir wieder allen interessierten<br />

Besuchern die Möglichkeit, einmal hinter<br />

die Kulissen unserer Brennerei zu schauen – von<br />

den Früchten über die Maischekeller bis hin zum<br />

fertigen Destillat aus unserer Destillerie. Bei<br />

unseren Führungen erhalten Interessierte einen<br />

Einblick in den Alltag einer Brennerin.<br />

Natürlich darf das Probieren auch nicht zu kurz<br />

kommen. Nach der Führung verkosten wir eine<br />

Auswahl der geistreichen Ideen aus unserer<br />

Brennblase.<br />

Verpassen Sie nicht die Gelegenheit! Lernen Sie<br />

uns und unseren Familienbetrieb kennen.<br />

Dauer etwa 1,5 Std., Kosten 15,- € pro Person.<br />

Anmeldung erforderlich.<br />

Die genauen Termine finden Sie unter:<br />

https://zott-destillerie.de/termine/<br />

Zott Destillerie<br />

Hauptstraße 32 • 86514 Ustersbach<br />

Tel +49 (0) 8236 15 18<br />

www.zott-destillerie.de<br />

info@zott-destillerie.de


24 | Lukullisches | Wildgerichte<br />

Gebackene Gänsebrust<br />

mit Borschtsch-Gemüse<br />

Zutaten für 4 Portionen<br />

Für das Fleisch: 2 Wildgänsebrüste à ca. 400 g, küchenfertig ♦ Salz<br />

und Pfeffer ♦ 1 EL Öl<br />

Für das Gemüse: 500 g Rote Bete ♦ 500 g Weißkohl ♦ 2 Zwiebeln ♦<br />

2 EL Öl ♦ 1 1/2 EL Zucker ♦ 400 ml Wildfond ♦ 3 Lorbeerblätter<br />

♦ 5 Wacholderbeeren ♦ 4 EL Weißweinessig ♦ Salz und Pfeffer ♦ 2 TL<br />

Speisestärke ♦ etwas Bio-Orangensaft<br />

Für den Orangen-Meerrettich: 1 Bio-Orange, davon 3 EL Saft und<br />

1 TL Schale ♦ 2 cm Meerrettichwurzel ♦ 200 g Schmand ♦ 1 TL Zucker ♦<br />

Salz und Pfeffer ♦ Außerdem 2 Stängel Dill<br />

Zubereitung<br />

♦ Für das Fleisch den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen.<br />

♦ Die Gänsebrüste trocken tupfen, die Haut kreuzweise einritzen.<br />

Rundherum mit Salz und Pfeffer einreiben. Öl in einem<br />

Bräter erhitzen und die Gänsebrüste auf der Hautseite anbraten,<br />

bis sie gebräunt sind. Dann wenden und auch auf der anderen<br />

Seite anbraten. Erneut wenden. Den Bräter auf die mittlere<br />

Schiene des Backofens schieben. Gänsebrüste eine Stunde<br />

garen, bis die Haut knusprig ist.<br />

♦ Für das Gemüse Rote Bete schälen. Kohl waschen und den Strunk<br />

entfernen. Rote Bete und Kohl in mundgerechte Stücke schneiden.<br />

Die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Öl in einem<br />

großen Topf erhitzen, die Zwiebeln darin andünsten. Das übrige<br />

Gemüse dazugeben und 5 Minuten mitdünsten. Zucker hinzufügen<br />

und leicht karamellisieren lassen. Den Fond dazu gießen, Gewürze<br />

hinzufügen und alles zum Kochen bringen. Zugedeckt bei<br />

schwacher Hitze 30 Minuten köcheln lassen.<br />

♦ Für den Orangen-Meerrettich die Orange heiß waschen und<br />

mit einem sauberen Küchentuch trockenreiben. Die Schale<br />

fein abreiben und den Saft auspressen. Meerrettich schälen<br />

und fein reiben. Mit Schmand, Zucker, 3 EL Orangensaft<br />

und 1 TL Orangenschale verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />

♦ Essig unter das gegarte Gemüse rühren. Mit Salz und Pfeffer<br />

würzen. Restlichen Orangensaft mit der Speisestärke verrühren,<br />

zum Gemüse geben, aufkochen und die Gemüsesauce damit<br />

binden. Vom Herd nehmen und zugedeckt warmhalten.<br />

♦ Zum Anrichten die Gänsebrüste aus dem Ofen nehmen und<br />

kurz ruhen lassen. Dill waschen und trocken tupfen. Die Spitzen<br />

abzupfen und fein hacken. Das Gemüse auf vier Teller verteilen.<br />

Die Gänsebrüste in Scheiben schneiden und darauf anrichten.<br />

Alles mit Dill und der restlichen Orangenschale<br />

garnieren. Den Orangen-Meerrettich dazu servieren.<br />

♦ Dazu passen Salzkartoffeln.<br />

Zubereitungszeit 35 Minuten, fertig in 1 Std 15 Minuten<br />

Buchtipp<br />

Martin Kintrup, Merle Weidemann<br />

Einfach mal Wild<br />

Wilder Geschmack, null Stress<br />

Wildfleisch lässt sich gut in die Alltagsküche integrieren. Das zeigt Martin Kintrup mit<br />

diesem Buch. Der erfahrene Kochbuchautor und Foodstylist stellt über 50 kreative<br />

Rezepte vor, die einfach nachvollziehbar und gut umzusetzen sind. Ob Provence-Wild-<br />

Burger vom Grill, Damwild-Köttbullar mit Kartoffel-Erbsen-Stampf oder Kaninchenkeule<br />

mit Ratatouille-Gemüse: Die Rezepte zeigen, wie vielseitig Wildfleisch ist und<br />

dass eine internationale Note gut funktioniert.<br />

Über 140 Seiten<br />

Preis 29.– Euro<br />

ISBN 978-3-7843-5755-3<br />

LV.Buch


Kolumne | 25<br />

Sylvia Schaab ist Journalistin<br />

und „Weltverbesserin“. In<br />

Vorträgen und Workshops<br />

zeigt sie, wie einfach es ist,<br />

grüner und nachhaltig zu leben.<br />

Tipps zum Leben mit weniger<br />

Plastik und Müll gibt es unter<br />

www.gruenerwirdsnimmer.de.<br />

Foto privat<br />

Grüner wird’s nimmer<br />

Die Kolumne für mehr Nachhaltigkeit im Leben<br />

Wildschweinsteak-Wraps<br />

Zutaten für 4 Portionen<br />

50 g Parmesan am Stück ♦ 8 Blätter Eisbergsalat ♦ 1 säuerlicher Apfel,<br />

z. B. Elstar ♦ 1 Glas Grillpaprika, 300 – 350 g ♦ 4 Wildschweinsteaks<br />

à ca. 150 g, aus Rücken oder Keule ♦ Salz und bunter Pfeffer<br />

♦ 8 Baconscheiben ♦ 2 TL Honig ♦ Cayennepfeffer ♦ 1 EL Öl ♦ 4 große<br />

Wrap-Tortillas (im Bild Roggen-Wraps) ♦ 8 EL Aioli<br />

Zubereitung<br />

♦ Den Backofen auf 120°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Parmesan<br />

mit einem Sparschäler in Streifen abziehen und diese mit<br />

den Händen grob zerbröckeln. Salat waschen und trockenschleudern,<br />

die Blätter etwas klein zupfen. Apfel waschen und<br />

halbieren, das Kerngehäuse entfernen. Die Hälften in schmale<br />

Spalten schneiden. Paprika abtropfen lassen, gegebenenfalls<br />

in schmalere Streifen schneiden.<br />

♦ Die Steaks trocken tupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen, leicht<br />

einmassieren. Eine beschichtete Pfanne erhitzen. Die Baconscheiben<br />

darin ohne zusätzliches Fett knusprig auslassen. Honig dazugeben<br />

und den Bacon rundherum damit glasieren. Dann mit Cayennepfeffer<br />

würzen. Glasierte Baconscheiben auf einem mit<br />

Backpapier ausgelegten Rost im Ofen 10 Minuten backen.<br />

♦ Die Pfanne säubern. Öl in der Pfanne erhitzen. Die Steaks darin<br />

von beiden Seiten anbraten. Das Fleischthermometer in<br />

eines der Steaks stechen und bei schwacher Hitze weiterbraten,<br />

bis eine Kerntemperatur von 63 °C erreicht ist. Dann die<br />

Steaks sofort aus der Pfanne nehmen, in Alufolie wickeln und<br />

5 Minuten ruhen lassen. Bacon aus dem Ofen nehmen.<br />

♦ Die Pfanne erneut säubern und dann auf niedriger Stufe wieder<br />

erwärmen. Die Wrap-Tortillas nacheinander darin erwärmen,<br />

so dass sie gut formbar sind. Herausnehmen und auf einen<br />

Teller legen. Jeweils in der Mitte mit einem Streifen Aioli<br />

bestreichen und nacheinander mit Salatblättern, Apfelspalten,<br />

Bacon und Grillpaprika belegen.<br />

♦ Steaks auswickeln und in Scheibchen schneiden, mit etwas<br />

Salz würzen. Steakstreifen auf die Wraps legen. Mit Parmesan<br />

bestreuen.<br />

♦ Die Tortilla von unten über die schmale Seite der Füllung klappen,<br />

dabei eine Längsseite nach innen klappen. Dann über der<br />

Füllung fest zu einem Wrap zusammenrollen. Sofort genießen.<br />

Zubereitungszeit 30 Minuten, fertig in 45 Minuten<br />

Fleisch – in Maßen<br />

statt in Massen<br />

Beim Thema Fleisch scheiden sich die<br />

Geister: Hardcore-Veganer kritisieren<br />

eingefleischte Metzgereigeher, die sich<br />

zum zweiten Frühstück die Leberkäs-<br />

Semmel einverleiben, während Flexitarier ab und<br />

zu ein gutes Stück Fleisch genießen. Also was nun?<br />

Schließlich sind pupsende Kühe schlecht fürs Klima,<br />

oder? Aber ist ein Leben ganz ohne Fleisch<br />

überhaupt gesund? Die goldene Mitte könnte die<br />

Lösung sein: wenig Fleisch, dafür gutes. Empfehlenswert<br />

sind wöchentlich maximal 300 Gramm<br />

Wurst und Fleisch. Idealerweise stammt es aus regionaler<br />

Biohaltung, wo die Tiere genügend Platz<br />

haben, hochwertiges Futter bekommen und ohne<br />

Antibiotika und Hormone aufwachsen.<br />

Je natürlicher ein Tier gelebt hat, desto geringer<br />

sind die Auswirkungen aufs Klima. Wild lebt artgerecht<br />

im natürlichen Lebensraum und benötigt<br />

keine zusätzlichen Futtermittel oder Medikamente.<br />

Fragt man Jäger und Förster, so sorgt die Jagd<br />

für ein ökologisches Gleichgewicht und hilft, das<br />

Damwild in Zaum zu halten, damit junge Bäume<br />

ohne Verbiss wachsen können. Tierschützer hingegen<br />

meinen, die Natur halte sich selbst im Gleichgewicht.<br />

Zudem kann Wildbret auch Umweltgifte,<br />

Strahlung, Keime oder Blei enthalten. Weidetiere<br />

wie das Lechtal-Lamm sind ökologisch vorteilhaft,<br />

da sie artenreiche Kulturlandschaften erhalten.<br />

Auch Rinder und Schweine, die hauptsächlich Gras<br />

fressen, tragen positiv zur Umwelt bei. Ökologisch<br />

gehaltene Hühner, Enten und Puten haben nach<br />

Wild die beste Klimabilanz – je regionaler, desto<br />

energiesparender!


26 | Beauty + Fashion | Schminkschule<br />

Mit einem guten Make-up lassen sich<br />

kleine Makel im Gesicht ausgleichen<br />

und die schönen Seiten geschickt in<br />

Szene setzen. Wir verraten Ihnen ein<br />

paar Tricks.<br />

Schminken<br />

wie ein Profi<br />

Das Gesicht konturieren,<br />

die Augen hervorheben<br />

Fotos Hersteller / Anbieter<br />

Avon Bronzing Pearls<br />

Optisch schlanker<br />

konturieren<br />

Wer möchte, dass sein Gesicht<br />

schlanker wirkt, kann seine Problemzonen<br />

mit Hell-Dunkel-Kontrasten<br />

kaschieren. Dunkle Stellen rücken<br />

nämlich optisch in den Hintergrund,<br />

hell geschminkte Bereiche treten hervor.<br />

Dafür zuerst die normale Grundierung<br />

(Foundation) auftragen, damit<br />

der Teint schön ebenmäßig aussieht.<br />

Nun auf den höchsten Punkten<br />

des Gesichts (Mitte der Stirn, Nasenrücken,<br />

Wangenknochen, Kinn) eine<br />

Grundierung auftragen, die ein bis<br />

zwei Töne heller ist. Die Übergänge mit den Fingern leicht verblenden.<br />

Ein Bronzer, der ein bis zwei Nuancen dunkler ist als der Grund-Hautton,<br />

zaubert verschlankte Konturen: Dazu beidseitig unter den Wangenknochen<br />

bis zum Mundwinkel, unter dem Haaransatz an der Stirn, längs der<br />

Nasenflügel sowie unter den Kieferknochen jeweils eine dunkle Linie auftragen,<br />

mit einem Contouring-Pinsel ausschattieren und sauber verblenden.<br />

Dabei darauf achten, dass die hellen Partien hell bleiben. Mit etwas<br />

dezentem Puder-Rouge die Partie unterhalb der Wangenknochen betonen<br />

und in Richtung der Schläfen ausblenden – das bewirkt einen zusätzlichen<br />

Turbo-Shape-Effekt.<br />

Tipps und Fotos Avon<br />

Artdeco<br />

Contour Stick<br />

Artdeco<br />

Bronzing Powder


Beauty + Fashion | 27<br />

Avon Glimmer Stick<br />

Artdeco Curl & Style<br />

Artdeco High Precision<br />

Die Kurve kriegen<br />

Mascara und Eyeliner spielen die wohl größte Rolle,<br />

wenn es darum geht, die Augen besonders intensiv<br />

zu betonen. So individuell wie die Augen einer Frau<br />

sind auch die angebotenen Produkte für den perfekten<br />

Wimpernaufschlag.<br />

Zur Vorbereitung der Wimpern empfehlen sich sog.<br />

Primer, die auf die gereinigten Härchen aufgetragen<br />

werden. Der Primer legt sich als eine Art Mantel um die<br />

Wimpern und sorgt dafür, dass die Farbe besser aufgenommen<br />

wird und die Wimpern voluminöser aussehen.<br />

Wer die Augen noch stärker betonen möchte, greift<br />

jetzt zum flüssigen Eyeliner oder zum Kajalstift. Ein<br />

geschwungener Lidstrich macht die Augen ausdrucksvoller<br />

und setzt sie elegant in Szene. Es erfordert allerdings<br />

ein wenig Übung und Geduld, um den perfekten<br />

Lidstrich mit flüssigem Eyeliner zu schminken. Einfacher<br />

lässt sich ein weicher Kajal auftragen, den man<br />

mit einem Pinsel zusätzlich verblenden kann. Für eine<br />

natürlicher wirkende Augenbetonung den Kajalstrich<br />

am Unterlid nicht bis in den inneren Augenwinkel ziehen,<br />

sondern ungefähr bei der Hälfte auslaufen lassen.<br />

Anschließend werden die Wimpern mit Mascara betont.<br />

Doch welche Bürste eignet sich am besten? Wer mehr<br />

Volumen möchte, sollte zu speziellen Produkten greifen,<br />

die die Wimpernhärchen mit Polymeren umhüllen<br />

und sie voller, dichter und dicker wirken lassen. Für<br />

mehr Schwung sorgen gebogene Bürsten, die der natürlichen<br />

Augenform angepasst sind. Optisch längere<br />

Wimpern erreicht man entweder durch den Einsatz von<br />

Fake-Lashes oder mit einer Mascara, die an den Enden<br />

dicker ist als in der Mitte und einzelne Härchen so exakter<br />

erreichen kann.<br />

Genauso wichtig wie die Vorbereitung ist auch das Abschminken.<br />

Damit die feinen Wimpern nicht brechen,<br />

sollten sie am Abend sorgfältig von der Wimperntusche<br />

gereinigt werden.<br />

<br />

Quelle beautypress<br />

Der klassische Lidstrich<br />

wird auf dem Oberlid aufgetragen. Er betont das Auge. Am<br />

besten in zwei Phasen arbeiten: In der Mitte des Augenlids<br />

am Wimpernrand ansetzen und in Richtung des äußeren Augenwinkels<br />

ziehen. Dann erst am inneren Augenwinkel beginnen<br />

und den Strich mit der ersten Linie verbinden. Wenn<br />

die Augen eng zusammenstehen, überhaupt den Lidstrich<br />

erst in der Mitte des Lids ansetzen. Das vergrößert optisch<br />

den Abstand der Augen. Zwischen Wimpernrand und<br />

Lidstrich sollten aber definitiv keine Lücken zu sehen sein.<br />

Wenn man die Haut am Auge mit der anderen Hand ganz<br />

leicht straffzieht, lässt sich der Lidstrich leichter und präziser<br />

malen. Sich dazu am besten an einen Tisch setzen und den<br />

Ellbogen aufstützen. Kleine Korrekturen können mit einem<br />

angefeuchteten Wattestäbchen ausgeführt werden.<br />

Für einen verführerischen<br />

Schwalbenschwanz-Look<br />

den Lidstrich bis zu einem Zentimeter über den äußeren<br />

Augenwinkel hinaus und leicht nach oben ziehen. Je breiter<br />

der Eyelinerstrich, desto dramatischer der Look. Zur<br />

exakten Platzierung zuerst einen feinen Punkt dort setzen,<br />

wo der Strich aufhören soll. Je höher der Punkt sitzt, desto<br />

intensiver wird der Lidstrich. Erst eine feine Linie ziehen,<br />

die vom inneren Augenwinkel zuerst am Wimpernrand entlang<br />

und dann dicker werdend in weichem Bogen zum<br />

Markierungspunkt führt. Darunter am äußeren<br />

Wimpernrand eine zweite Linie platzieren<br />

und diese mit dem Endpunkt verbinden.<br />

Das entstandene Dreieck<br />

dazwischen ausmalen.<br />

Fotos Sephora<br />

Sephora Fluid Beauty Eyeliner


28 | Beauty + Fashion | Stricken<br />

Stricken liegt<br />

im Trend.<br />

Auch die Jugend greift zu den Nadeln.<br />

Nur was für Omas? Von wegen! Das Kunsthandwerk<br />

Stricken passt aus verschiedenen Gründen<br />

gut in unsere Zeit.<br />

Fotos Adobe Stock<br />

Ex-US-Präsidentengattin Michelle Obama entspannt sich dabei<br />

und Spitzenköchin Cornelia Poletto tut es, wenn sie gerade<br />

nicht den Löffel schwingt: stricken. Es sei auch ein Gegenpol<br />

zum Megatrend der Digitalisierung und Virtualisierung, sagt<br />

der Heidelberger Trendforscher Eike Wenzel. „Stricken ist Entschleunigung<br />

und Ent-Automatisierung.“ Statt ständigem Zurschaustellen im Netz<br />

tue man etwas, bei dem man „bei sich selbst bleibt“. Stricken habe etwas<br />

Kontemplatives, sei aber auch kommunikativ. Schon vor 20 Jahren gab es<br />

Stricken als Retro-Trend: „Damals war zu erkennen, dass eine erste Digitalisierungsphase<br />

stattfindet und die Menschen nach einer Gegenwelt zur<br />

kalten Digitalisierung suchten“, merkt Wenzel an. Stricken passe zudem in<br />

die Zeit, weil Selbermachen etwas Nachhaltiges habe, sagt Wenzel: „das<br />

genaue Gegenteil von Fast Fashion“.<br />

Die Zahl der Handarbeitenden nimmt nach Beobachtung des Branchenverbands<br />

Initiative Handarbeit zu. Die Branche hat von der Corona-<br />

Phase profitiert, als die Menschen deutlich mehr Zeit in den eigenen<br />

vier Wänden verbringen mussten. Nach dem Ende der Pandemie sind<br />

dann viele Veränderungen aus dieser Zeit beibehalten worden, weil sie<br />

sich einfach als angenehm und gut herausgestellt haben. Im Gegensatz<br />

zu den 1980er Jahren, als grün-alternative Männer demonstrativ zur<br />

Nadel griffen, scheint Stricken hierzulande nun vorwiegend ein weibliches<br />

Hobby zu sein. Schätzungsweise rund elf Millionen Frauen begeistern<br />

sich bundesweit dafür. In Deutschland sind strickende Männer<br />

nach wie vor die große Ausnahme.<br />

Auffallend ist, dass die Handarbeitsszene jünger wird, wie man aus<br />

Posts bei Instagram und Co. herauslesen kann. Dass sich 18- bis 29-Jährige<br />

dafür begeistern könnten, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung<br />

und dass Stricken eine Betätigung für ältere Semester sei, darf man guten<br />

Gewissens als Klischee bezeichnen. Zugleich hat sich das Internet<br />

zur wichtigsten Inspirationsquelle entwickelt. Übrigens: Stricken war<br />

in der Geschichte immer wieder mal politisch angehaucht. So machten<br />

während der Französischen Revolution Tricoteusen mit Strickzeug auf<br />

sich aufmerksam. Und im Ersten Weltkrieg sollen Agentinnen mit verschiedenen<br />

Strickmustern Botschaften übermittelt haben.<br />

<br />

Quelle dpa


Promotion<br />

Beauty + Fashion | 29<br />

Sedlmeir’s Trachtenhof<br />

in Schwabaich<br />

Herausragend seit über 35 Jahren<br />

Höchste Qualität und bester Service stehen beim Familienbetrieb Sedlmeir’s<br />

Trachtenhof im idyllischen Örtchen Schwabaich im Fokus. Das Unternehmen<br />

hat seinen Sitz ca. 20 Kilometer südlich von Augsburg.<br />

Fotos Sedlmeir<br />

Gegründet vor mehr als 35<br />

Jahren, entwickelte sich der<br />

Betrieb ständig weiter. Die<br />

Vielfalt an Markenmodellen<br />

und die kompe tente, herzliche Beratung<br />

durch das Fachpersonal suchen in der<br />

Region ihresgleichen. In den hellen,<br />

großzügigen Verkaufsräumen steht ein<br />

umfangreiches Sortiment an hochwertigen<br />

Brautmoden, Hochzeitstrachten,<br />

festlicher Bekleidung sowie Trachtenmode<br />

aller Art für Groß und Klein zu Auswahl.<br />

Bereits seit über 25 Jahren lässt Sedlmeir<br />

seine eigenen Lederhosen produzieren.<br />

Dafür werden Hirschleder und Wildbock-<br />

Leder bester Qualität aus Deutschland verwendet.<br />

Die Herstellung erfolgt ausschließlich<br />

in Bayern. Das Hirschleder wird in<br />

aufwändiger Handarbeit mit rein pflanzlichen<br />

Gerbstoffen sämisch gegerbt.<br />

Auch das Leder für die Wildbockhosen<br />

gerben Fachleute vegetabil und schonend,<br />

also ohne chemische Zusätze. Da­<br />

durch sind die Ledernen besonders hautfreundlich<br />

und zeichnen sich durch einen<br />

angenehmen Geruch und hohen Tragekomfort<br />

aus. Die Passform gehört mit Sicherheit<br />

zu den Bes ten auf dem Lederhosenmarkt.<br />

Maß konfektion ist für Sedlmeir<br />

kein Problem. Die speziellen Antikfarben<br />

und Stickmuster für die Exklusiv-Kollektion<br />

gibt es nur hier. Neben den Lederhosen<br />

findet Mann eine gigantische Auswahl<br />

an Wes ten, Jankern, Hem den, Schuhen<br />

und Accessoires namhafter Hersteller. Edle<br />

Westen und Trachtenjacken werden aus<br />

ausgewählten Stoffen und mit Knöpfen<br />

aus Deutschland und Euro pa hergestellt.<br />

Auch die Damen können aus einer Fülle<br />

moderner und traditioneller Markentracht<br />

auswählen. Dazu zäh len Dirndl, Röcke,<br />

Mieder, Blusen, Lederhosen, Strickwaren,<br />

Trachten jacken, Schuhe und T-Shirts. Ausgewählte<br />

Accessoires für Damen und Herren<br />

machen jedes Trachten outfit individuell.<br />

Dabei muss Qualität nicht zwingend teuer<br />

sein: Auch für den kleinen Geldbeutel gibt<br />

es hochwertige Lederhosen und Dirndl.<br />

In der hauseigenen Schneiderei kann<br />

bei Sedlmeir gekaufte Ware abgeändert<br />

und passend gemacht werden. Hier erledigen<br />

die gelern ten Schneiderinnen bei<br />

Bedarf auch Ausbesserungsarbeiten oder<br />

nähen lose Knöpfe wieder an. Alles zu<br />

absolut fairen Preisen!<br />

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Sedlmeir’s Trachtenhof<br />

Schwabaich / Schwabmühlhausen<br />

86853 Langerringen<br />

Tel. 08248-1306<br />

www.sedlmeir-trachtenhof.de


30 | Gesundheit + Wellness | Mikroplastik im Körper<br />

Mikroplastik im Körper<br />

Sind Ablagerungen harmlos oder gefährlich?<br />

Mikroplastik ist allgegenwärtig und an vielen Stellen im menschlichen Körper<br />

nachweisbar: So wurden die winzigen Plastikpartikel bereits in Darm,<br />

Leber, Nieren, der Plazenta und dem Gehirn gefunden. Vorläufige Studien<br />

erregen den Verdacht, dass Mikroplastik dort eine schädliche Wirkung entfalten<br />

könnte, zumindest wenn zusätzlich eine Vorerkrankung vorliegt.<br />

Foto istock<br />

Wir atmen es ein, nehmen es mit unserer<br />

Nahrung auf und trinken es:<br />

Täglich kommen wir mit in Plastik<br />

verpackten Lebensmitteln in Berührung<br />

oder nutzen Kunststoff-Produkte wie Plastiktrinkflaschen<br />

oder Brotdosen. Kleine Bestandteile<br />

dieser Produkte finden als Mikroplastik ihren Weg in<br />

unseren Körper. Während bereits gut erforscht ist,<br />

dass die winzigen Plastikteilchen in nahezu jedem Organismus<br />

vorhanden sind, lassen sich gesundheitliche<br />

Folgen nur schwer nachweisen. Die ungeheure Vielfalt<br />

der Kunststoffe lässt sich im Labor nicht abbilden,<br />

ebenso fehlt es an den für Studien notwendigen Vergleichspersonen,<br />

die gar keine Mikroplastik-Belastung<br />

aufweisen. Vor diesem Dilemma steht die die Forschung.<br />

Experimente können die Realität auch des­<br />

halb nur schwer abbilden, weil mögliche Gesundheitsschäden<br />

nicht durch eine akute „Vergiftung“ verursacht<br />

werden, sondern dadurch, dass das Mikroplastik sich<br />

im Körper über Jahre und Jahrzehnte hinweg langsam<br />

anreichert.<br />

Bis in die kleinste Zelle<br />

Trotz dieser Hürden zeichnen mittlerweile zahlreiche<br />

Studien die Wege und Wirkungen des Mikroplastiks<br />

im menschlichen Körper nach. Sie zeigen: Mikroplastik<br />

ist ein gesundheitsrelevanter Faktor. Die Partikel<br />

gelangen über die Lunge und den Verdauungstrakt<br />

in den Blutkreislauf und weiter in Zellen und Gewebe<br />

im ganzen Körper. Je kleiner die Plastikteilchen<br />

sind, desto tiefer dringen sie in den Organismus ein.<br />

In Untersuchungen fanden Forschende Mikroplastik


Gesundheit + Wellness | 31<br />

bereits im Darm, der Leber, den Nieren, der Plazenta<br />

und auch im Gehirn. Eine aktuelle Studie hat die<br />

Partikel auch in arteriosklerotischen Plaques nachgewiesen<br />

und sie mit einem erhöhten Risiko für Herz-<br />

Kreislauf-Komplikationen in Verbindung gebracht.<br />

Neben der Größe könnte auch die Art des Kunststoffs<br />

entscheidend dafür sein, in welchem Umfang die Partikel<br />

aufgenommen werden und welche Wirkung sie<br />

im Organismus entfalten. So deuten erste tierexperimentelle<br />

Versuche darauf hin, dass Mikroplastik, das<br />

in freier Natur gealtert und daher mit organischen<br />

Molekülen beschichtet ist, die Darmwand leichter<br />

passiert und effektiver in Zellen eindringen könnte.<br />

Fördert Mikroplastik Entzündungen?<br />

Zu den Zellen, die das Plastik besonders bereitwillig<br />

aufnehmen, zählen die Makrophagen, also die<br />

„Fresszellen“ des Immunsystems, die eigentlich Erreger<br />

wie Bakterien vernichten. Diese können das<br />

aufgenommene Plastik zwar nicht verstoffwechseln.<br />

Zellkulturexperimente lassen jedoch vermuten, dass<br />

Makrophagen unter dem Einfluss von bestimmtem<br />

Mikroplastik mehr entzündungsfördernde Immunbotenstoffe<br />

produzieren könnten. Des Weiteren<br />

deuten erste Untersuchungen an kleinen Patienten­<br />

kohorten darauf hin, dass sowohl bei einer chronisch-entzündlichen<br />

Darmerkrankungen als auch<br />

bei einer Leberfibrose mehr Plastik im geschädigten<br />

Organ vorhanden sein könnte als im gesunden Gewebe.<br />

Allerdings ist in diesen Fällen bislang nicht<br />

klar, ob geschädigtes Gewebe mehr Mikroplastik<br />

aufnimmt oder die Schädigung Ergebnis einer bereits<br />

vorhandenen Mikroplastik-Belastung ist. Um<br />

diese Frage zu klären, braucht es Studien mit größeren<br />

Kollektiven.<br />

Trotz der undeutlichen Studienlage gibt es zunehmend<br />

Hinweise, dass Mikroplastik sich im Körper<br />

keineswegs so passiv verhält, wie die Langlebigkeit<br />

des Materials hoffen lassen könnte. Zum Schutz des<br />

Menschen und der Umwelt ist es daher notwendig,<br />

einerseits die Belastung durch Mikroplastik zu verringern<br />

und andererseits die Forschung in dem Bereich<br />

auszuweiten. Neben den Verbraucher:innen<br />

sind vor allem Politik und Industrie gefordert, einerseits<br />

der oft unnötigen Verwendung von Plastik<br />

Einhalt zu gebieten und die Recyclingquote zu erhöhen<br />

und andererseits neue Materialien zu entwickeln,<br />

die für Mensch und Tier unschädlich sind. <br />

Quelle DGVS<br />

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32 | Gesundheit + Wellness | KI in der Zahnmedizin<br />

KI in aller Munde<br />

Wie künstliche Intelligenz die Zahnmedizin revolutioniert.<br />

Was vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction klang, wird zunehmend<br />

Teil unserer Alltagswelt. Auch in der Zahnmedizin halten KI-gestützte Anwendungen<br />

Einzug in die Praxis, und die Zahl der verfügbaren Produkte<br />

wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Den großen Chancen stehen<br />

aber auch Risiken gegenüber.<br />

Fotos Adobe Stock<br />

In der digitalen Ära revolutionieren Technologien<br />

nahezu alle Bereiche des Lebens, darunter auch<br />

die Medizin. In der Zahnmedizin verspricht insbesondere<br />

der Einsatz von künstlicher Intelligenz<br />

(KI) bahnbrechende Fortschritte in der Diagnose,<br />

Behandlung und Prävention von Zahnerkrankungen.<br />

KI-Systeme werden in Praxen und Dental-Laboren<br />

vielerorts bereits erfolgreich eingesetzt. Ein prominentes<br />

Beispiel ist die Bildgebung. Mithilfe von KI erstellen<br />

Zahnärztinnen und Zahnärzte hochauflösende<br />

3-DBilder von Zähnen und Kiefern, um passgenaue<br />

Behandlungspläne zu entwickeln. Die Technologie ermöglicht<br />

es, Zahnprobleme wie Karies, Zahnfehlstellungen<br />

oder Entzündungen schneller und genauer zu<br />

erkennen.<br />

Muster identifizieren<br />

KI-Algorithmen analysieren medizinische Daten, erkennen<br />

schwer zu identifizierende Muster und ermöglichen<br />

präzisere Diagnosen. Bei Karies, Parodontitis oder<br />

Zahnfrakturen kommt die Bilddiagnostik zum Einsatz.<br />

Hier kann KI durch bessere Mustererkennung die Anzahl<br />

der Röntgenaufnahmen reduzieren und damit auch<br />

die Strahlenbelastung in der Praxis minimieren.<br />

Ein weiterer Bereich, in dem KI eine wichtige Rolle<br />

spielt, ist die personalisierte Behandlung. Durch die<br />

Analyse von Patientendaten wie medizinischen Aufzeichnungen,<br />

genetischen Informationen und Lebensstilfaktoren<br />

kann KI individuelle Behandlungspläne<br />

erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse des einzelnen<br />

Patienten zugeschnitten sind. Der Abgleich von


Gesundheit + Wellness | 33<br />

Patientendaten mit medizinischen Forschungsergebnissen<br />

sorgt nicht nur für effektivere Behandlungsergebnisse,<br />

sondern ermöglicht auch maßgeschneiderte<br />

Therapien. In der Forschung kann KI dabei helfen,<br />

neue Medikamentenkombinationen zu identifizieren<br />

und langwierige Prozesse stark zu verkürzen.<br />

Darüber hinaus trägt KI dazu bei, Verwaltungsaufgaben<br />

zu automatisieren und das Patientenmanagement<br />

zu verbessern. Intelligente Systeme optimieren<br />

die Terminplanung, verwalten Patientenakten und<br />

unterstützen bei der Abrechnung. Das Abrechnungsmanagement<br />

wird sich in einigen Teilen durch KI automatisieren<br />

lassen. Die gewonnene Zeit wird dann<br />

für die Patientenversorgung frei.<br />

Jede Praxis hat wiederkehrende Abläufe und Prozesse. Sobald<br />

sich Prozesse wiederholen, entstehen Muster – und<br />

diese zu erkennen und zu analysieren ist die Hauptdisziplin<br />

der KI. Auch die menschliche Sprache folgt<br />

Mustern. Das können sich Zahnärztinnen und Zahnärzte<br />

zunutze machen, um etwa das Praxispersonal zu<br />

entlasten. Anstatt die Leitungen zu belegen, können<br />

Patientinnen und Patienten mit Sprachbefehlen am<br />

Telefon Fragen stellen oder Termine vereinbaren. Die<br />

Erreichbarkeit der Praxen erhöht sich so auf 24 Stunden<br />

an sieben Tagen in der Woche, weil die virtuellen<br />

Assistenten immer anzutreffen sind.<br />

Früherkennung von Erkrankungen<br />

Eine vielversprechende Studie untersuchte den Einsatz<br />

von KI zur Früherkennung von oralen Krebserkrankungen.<br />

Die Ergebnisse zeigten, dass KI-Systeme<br />

anomale Gewebemuster identifizieren können, die<br />

auf Krebs hinweisen, und das mit einer Genauigkeit,<br />

die mit der von erfahrenen Zahnärztinnen und Zahnärzten<br />

vergleichbar ist. Dies könnte dazu beitragen,<br />

Krebserkrankungen in einem frühen Stadium zu erkennen<br />

und die Überlebenschancen der Patientinnen<br />

und Patienten zu verbessern.<br />

Eine andere Studie konzentrierte sich auf die Entwicklung<br />

von KI-gestützten Robotern für zahnärztliche<br />

Eingriffe. Diese Roboter können präzisere und weniger<br />

invasive Behandlungen durchführen als herkömmliche<br />

Verfahren, was zu schnelleren Heilungszeiten und geringeren<br />

Komplikationen führen kann.<br />

Eine weitere Innovation ist die Bestimmung der Lage<br />

des Nervenkanals durch KI. Dieses Verfahren ist oft<br />

zeitraubend, weil Zahnärztinnen und Zahnärzte anhand<br />

vieler Röntgenbilder manuell die Lage des Kanals<br />

bestimmen müssen, um die Implantation vorzubereiten.<br />

Ein KI-Modell, das in Zusammenarbeit zwischen<br />

einem finnischen Unternehmen und dem Universitätskrankenhaus<br />

Tampere entwickelt wurde, erkennt den<br />

Nervenkanal des Unterkiefers in 3-D-Röntgenbildern<br />

schneller und präziser als ein Mensch. Das Modell beruht<br />

auf dem Trainieren neuronaler Netzwerke mit<br />

klinischen Daten, die sich aus 3-D-Bildern speisen.<br />

Wissenschaftler der Universität Hongkong wiederum<br />

haben eine innovative Methode entwickelt, die mittels<br />

Deep Learning personalisierte Zahnkronen mit hoher<br />

Präzision herstellt. Künftig sollen auch Brücken und<br />

Prothesen so produziert werden.<br />

Risiken und Bedenken<br />

Neben allen Vorteilen, die die KI bietet, sind aber auch<br />

Risiken und ethische Bedenken zu berücksichtigen.<br />

Ein zentrales Anliegen sind die Sicherheit und Vertraulichkeit<br />

von Patientendaten. Da KI-Systeme auf umfangreiche<br />

Datenbanken zugreifen müssen, um effektiv<br />

arbeiten zu können, besteht die Gefahr von Datenschutzverletzungen<br />

und unbefugtem Zugriff auf sensible medizinische<br />

Informationen. Strenge Sicherheitsmaßnahmen<br />

und Datenschutzrichtlinien helfen aber dabei, die Integrität<br />

der Daten zu gewährleisten. Ein weiteres Risiko<br />

sind die Abhängigkeit von Technologie und die mögliche<br />

Reduzierung menschlicher Interaktion in der Patientenversorgung.<br />

Obwohl KI-Systeme die Effizienz verbessern<br />

können, darf dies nicht zu einer Entfremdung zwischen<br />

Arzt und Patient führen. Wer hier einen ausgewogenen<br />

Ansatz findet, der die Vorteile der Technologie nutzt,<br />

aber gleichzeitig die menschliche Empathie und Fürsorge<br />

bewahrt, dürfte seinen Patientinnen und Patienten<br />

Ängste vor Entfremdung nehmen.<br />

Die Zukunft der Zahnmedizin mit KI ist vielversprechend,<br />

das Potenzial ist enorm. Der Einsatz von KI in der<br />

Zahnmedizin ist ein aufregender Schritt in Richtung einer<br />

patientenzentrierten Versorgung. Aber nur durch die<br />

sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken sowie<br />

die Einhaltung ethischer Grundsätze können KI-Technologien<br />

ihr volles Potenzial entfalten und die Gesundheit<br />

und Lebensqualität der Menschen weltweit verbessern. <br />

Quelle DZR, Guido Walter


34 | Kunst + Kultur | Halloween<br />

Halloween, Gruselgeschichten, Horrorfilme – das Unheimliche zieht Groß<br />

und Klein in den Bann. Doch was steckt hinter der Neigung, sich willentlich<br />

zu ängstigen? Und wie vereinbaren wir sie mit der harten Realität, in der<br />

viele Menschen täglich echten Horror erleben?<br />

Die Faszination des Horrors<br />

Warum wir Halloween lieben.<br />

Fotos Harrop Alamy, Christopher Ryan McKenney<br />

Was passiert eigentlich im Hirn, wenn es<br />

uns gruselt? Wenn wir mit einer Situation<br />

oder Darstellung konfrontiert<br />

werden, die wir als unangenehm empfinden,<br />

die aber dennoch im Bereich des Ertragbaren<br />

liegt, aktiviert unser vegetatives Nervensystem eine<br />

erhöhte Herzfrequenz. Dieser Prozess wird vom Mandelkern<br />

gesteuert, einem bestimmten Hirnbereich. Er<br />

reguliert unser vegetatives Nervensystem maßgeblich.<br />

Während dieser Reaktion ziehen sich die Hirngefäße<br />

zusammen, was den Blutfluss beschleunigt. Gleichzeitig<br />

kann sich die Haut aufstellen, begleitet von einer<br />

Verengung der Blutgefäße in der Muskulatur. Der<br />

Blutdruck steigt, wir bekommen eine sog. Gänsehaut.<br />

Tatsächlich ist die Faszination für Horror so alt wie<br />

die Menschheit selbst. Schon in der Vergangenheit<br />

haben Menschen sich bei schrecklichen Ereignissen<br />

wie Hinrichtungen versammelt, um sie anzusehen.<br />

Dieses scheinbare Paradoxon lässt sich jedoch wissenschaftlich<br />

recht plausibel erklären. Es gründet<br />

sich auf der Tatsache, dass unsere Psyche in der<br />

Lage ist, zwei gegensätzliche Emotionen – angenehme<br />

und unangenehme – gleichzeitig zu erleben.<br />

Dies erzeugt eine Ambivalenz, insbesondere wenn<br />

wir die Geschehnisse aus einer sicheren Distanz betrachten.<br />

Es ist von entscheidender Bedeutung, zu<br />

verstehen, dass es sich hierbei um eine gedankliche<br />

Distanz handelt und nicht um ein reales Erleben.<br />

Wir finden es faszinierend, wie unangenehme Situationen<br />

in Horrorfilmen oder Geschichten dargestellt<br />

werden, und dies erzeugt angenehme Gefühle.<br />

Menschen leben oft in einem relativ langweiligen<br />

Alltag, in dem das Normale vorherrscht. Daher freuen<br />

wir uns über besondere Ereignisse und Erregung.


Kunst + Kultur | 35<br />

Diese Erregung darf jedoch nicht<br />

zu stark sein. Der Kick, den wir<br />

durch Horrorszenen und ähnliche<br />

Ereignisse erfahren, ermöglicht es<br />

uns, vorübergehend aus der Normalität<br />

auszubrechen und angenehme<br />

Gefühle zu erleben. Es ist<br />

eine Art von wohligem Gruseln.<br />

Die Verträglichkeit von Horror variiert<br />

aber von Person zu Person,<br />

abhängig davon, wie anfällig sie für<br />

angstauslösende Reize ist und ihrer<br />

Fähigkeit, mit solchen Ängsten<br />

umzugehen. Besonders bei Kindern<br />

kann die Wirkung von Horrorgeschichten<br />

nachhaltig sein, da sie<br />

noch keine Erfahrung im Umgang<br />

mit unangenehmen Situationen<br />

haben. Es ist wichtig, dass Kinder<br />

lernen, mit solchen Ängsten fertig<br />

zu werden. Halloween kann als eine<br />

Art Übung angesehen werden, um<br />

mit Ängsten umzugehen. Kinder<br />

lernen, wie sie befremdliche Situationen<br />

handhaben können. Ähnliches<br />

gilt auch für Märchen, die ein<br />

Wechselspiel von angenehmen und<br />

unangenehmen Situationen bieten<br />

und Kindern helfen, den Umgang<br />

mit Ängsten zu erlernen. <br />

Quelle<br />

Prof. Dr. Lutz Jänke, Universität Zürich<br />

Der Ursprung<br />

von Halloween<br />

Das Wort Halloween ist eine Abkürzung<br />

des amerikanischen „All Hallows Eve“,<br />

was übersetzt „Abend vor Allerheiligen“<br />

bedeutet. Entsprechend findet Halloween<br />

am Abend vor Allerheiligen statt. Lange<br />

Zeit war Halloween ein christlicher Feiertag;<br />

seinen Ursprung hat er jedoch bei<br />

den heidnischen Kelten. Heute wird Halloween<br />

ohne religiösen Bezug von allen<br />

Ethnien und Kulturen gefeiert.<br />

Vor rund 2.000 Jahren feierten die Kelten<br />

den Beginn des neuen Jahres am 1. November.<br />

Dieser Tag markierte das Ende des<br />

Sommers und den Beginn der Winterzeit.<br />

Der Winter wurde oft mit dem Tod in Verbindung<br />

gebracht, da in dieser Jahreszeit Hunger und Krankheit zunahmen. Die Kelten<br />

glaubten, dass in der Nacht vor dem Jahreswechsel die Grenze zwischen der Welt der Lebenden<br />

und der Welt der Toten verwischt wurde. In der Nacht des 31. <strong>Oktober</strong> feierten sie<br />

daher das Samhain-Fest, um ihre Toten zu Ehren und sich vor Heimsuchung zu schützen.<br />

Als die Römer im 1. Jh. n. Chr. den größten Teil des keltischen Territoriums erobert hatten,<br />

begannen sich die Traditionen zu vermischen. Später, ab dem 9. Jh,. wurde der heidnische<br />

Feiertag ganz durch einen christlichen ersetzt. 1000 n. Chr. machte die Kirche<br />

den 2. November zum Allerseelentag, einem Tag zur Ehrung der Toten. Allerseelen wurde<br />

ähnlich wie Samhain gefeiert, mit großen Freudenfeuern, Paraden und Kostümierung<br />

als Heilige, Engel und Teufel. Der Vorabend von Allerheiligen wurde zu einem heiligen<br />

oder geheiligten Vorabend, dem „All Hallows Eve“, und damit zu Halloween. Am Ende<br />

des Mittelalters waren Samhain und Allerheiligen nahezu miteinander verschmolzen.<br />

Als ab Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Einwanderer in die Vereinigten Staaten<br />

kamen, nahmen sie ihre Halloween-Bräuche mit, und im 20. Jahrhundert wurde<br />

Halloween zu einem der wichtigsten amerikanischen Feiertage, insbesondere unter<br />

Kindern. Als weltlicher Feiertag wird Halloween inzwischen unabhängig von jeder<br />

Religion gefeiert. Er wird stattdessen mit einer Reihe von Aktivitäten in Verbindung<br />

gebracht. Eine davon ist die Praxis, meist harmlose Streiche zu spielen für<br />

„Süßes oder Saures“. Zusätzlich werden Feste und Partys gefeiert, an denen Masken<br />

und Kostüme getragen werden. Ein Symbol ist die Kürbislaterne.<br />

Quelle Halloween Universum<br />


36 | Kunst + Kultur | Halloween<br />

Schauerlich-schöner Genuss<br />

Halloween-Party-Rezepte<br />

In dieses „gruselige“ Fingerfood werden Ihre Partygäste sicher gerne hineinbeißen<br />

– und das mit einem Schmunzeln. Der Aufwand hält sich in Grenzen;<br />

auf die Idee kommt es an!<br />

Hexen-Muffins<br />

Die „Röcke“ der abgestürzten Hexen bestehen aus Brombeer-Buttercreme-Frosting,<br />

die Beine aus Salzstangen und<br />

Fondant. Am einfachsten und schnellsten geht es, wenn<br />

man fertige Muffins kauft. Um zwölf Hexen zu kreieren,<br />

braucht man neben entsprechend vielen Muffins 200 g weiche<br />

Butter, 300 g Puderzucker, ½ TL Salz und 80 g Brombeerkonfitüre<br />

ohne Stücke. Für die Beine samt Schuhen<br />

benötigt man 12 Salzstangen, 100 g weiße Schokolade und<br />

schwarzen Fondant sowie etwas bunten Zuckerdekor. Die<br />

Schokolade hacken und über einem Wasserbad schmelzen.<br />

Die Salzstangen halbieren und mit Schokolade bestreichen,<br />

auf ein Stück Backpapier legen und mit Zuckerdekor bestreuen.<br />

Trocknen lassen. Für die Schuhe den Fondant in 24<br />

haselnussgroße Stücke teilen und diese zu kleinen Stiefeln<br />

modellieren. Jeden Stiefel mit einer verzierten Salzstange<br />

„aufspießen“. Die weiche Butter mit dem Puderzucker schaumig<br />

schlagen, Konfitüre zugeben und kurz verrühren. Die Masse<br />

in einen Spritzbeutel mit Sterntülle (12 mm) füllen und die<br />

Creme auf die Muffins dressieren. Jeweils zwei Beine wie abgebildet<br />

hineinstecken.<br />

Idee und Foto Brigitte Sporrer


Kunst + Kultur | 37<br />

Monstersandwich<br />

mit Spiegelei-Augen<br />

Das lustige Monster schmeckt nicht nur Kindern. Dazu<br />

braucht man jeweils zwei Toastscheiben, eine Scheibe Kochschinken,<br />

Käse, saure Gurken und zwei kleine Eier. Das<br />

Brot toasten. Eine Toastscheibe buttern und den Schinken<br />

drauflegen. Aus der zweiten Brotscheibe mit einem Glas<br />

Löcher für die Augen ausstechen. Die beiden Spiegeleier in<br />

der Pfanne ausbacken, ein wenig beschneiden und nebeneinander<br />

auf den Schinkentoast legen, so dass sich der Dotter<br />

genau unter den Ausschnitten befindet. Aus Scheibenkäse<br />

spitze Zähne ausschneiden. Die Augenbrauen aus Stücken<br />

einer Gewürzgurke formen. Evtl. noch „Gurkenbeine“, Hörnchen<br />

und Ohren aus den Brotresten dazulegen.<br />

Foto gettyimages<br />

Gefüllte Spinnen-Eier<br />

Solch schaurige Proteinbomben gibt es nicht überall. Das<br />

„appetitliche“ Spinnennetz-Muster wird mit Lebensmittelfarbe<br />

erzeugt. Dafür werden zuerst Eier hartgekocht.<br />

Wenn diese soweit abgekühlt sind, dass man sie anfassen<br />

kann, schlägt man sie mit einem großen Löffel rundum<br />

an, bis die Schale spinnwebartig eingerissen ist. Die Eier<br />

werden nun für mindesten zwei Stunden oder über Nacht<br />

in Wasser mit blauer oder grüner Lebensmittelfarbe eingelegt.<br />

Nach dem Schälen kommt das eindrucksvolle<br />

Spinnweb-Muster zum Vorschein. Jetzt die Eier halbieren,<br />

die Dotter mit einem Löffel herausholen und diese in einer<br />

Schüssel mit etwas Senf, Mayonnaise sowie giftgrüner<br />

Lebensmittelfarbe vermischen, salzen und pfeffern. Dann<br />

die Masse wieder in die Eierhälften füllen.<br />

Idee und Foto Horror Shop<br />

Jalapeño-Mumien<br />

Diese Mini-Mumien sind richtige Geschmacks-Schocker. Kleine<br />

scharfe Jalapeño-Paprikas werden mit Frischkäse gefüllt und<br />

in Blätterteig-Bandagen gewickelt. Für 16 Mumien braucht<br />

man 8 Jalapeños, 250 g Frischkäse, 2 EL geriebenen Parmesan,<br />

1 TL Knoblauchpulver, Salz und Pfeffer sowie 1 Packung<br />

Knack & Back Blätterteig für Hörnchen. Die Jalapeños halbieren<br />

(die Stielansätze stehen lassen) entkernen, waschen und<br />

trocken tupfen. Den Frischkäse mit Parmesan und den Gewürzen<br />

vermischen. Die Jalapeño-Hälften damit füllen. Den<br />

Blätterteig ausbreiten und in möglichst lange, 6 mm breite<br />

Streifen schneiden. Diese wie abgebildet rund um die Jalapeño-Hälften<br />

wickeln und dabei Platz für die Augen lassen. Die<br />

Mumien im auf 200°C vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten lang<br />

goldbraun backen. Den noch warmen Mumien jeweils zwei Zuckeraugen<br />

aufdrücken.<br />

<br />

Quelle Zauber der Gewürze<br />

Foto istock


38 | Kunst + Kultur | So ein Theater<br />

So ein Theater!<br />

Regionales Feuilleton<br />

Der Startschuss ist gefallen. Alle Bühnen aus der Region präsentieren ihre<br />

Veranstaltungen für Herbst und Winter. Wir haben für Sie in die Programmhefte<br />

geschaut und besonders Interessantes herausgepickt.<br />

Staatstheater Augsburg:<br />

Die letzte Verschwörung<br />

Mit der ersten Opernpremiere der Spielzeit am 19. <strong>Oktober</strong> im martini-Park feiert<br />

das Staatstheater zugleich eine deutsche Erstaufführung. Bei „Die letzte Verschwörung“<br />

handelt es sich um einen hochaktuellen Opernstoff, der von einem<br />

der vielseitigsten und interessantesten Komponisten der Gegenwart, Moritz Eggert<br />

(s.o.), vertont wurde. Nach dessen Worten ist das Werk „ein schwindelerregender<br />

Ritt durch die verrücktesten zeitgenössischen Verschwörungsmythen“. In Augsburg<br />

ist es unter der Regie von Staatsintendant André Bücker als deutsche Erstaufführung<br />

zu erleben. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Domonkos<br />

Héja. Uraufgeführt wurde „Die letzte Verschwörung“ als Auftragswerk<br />

der Volksoper Wien am 25. März 2023 in Wien. Sowohl die Musik als auch das<br />

Libretto stammen von Moritz Eggert. „Die letzte Verschwörung“ nimmt Bezug auf<br />

die Verschwörungsmythen, die seit der Pandemie 2019/20 eine nie zuvor dagewesene<br />

Renaissance erleben. Verschwörungsmythen sind für Moritz Eggert neue<br />

Märchen und Volkserzählungen, „fast wie bei den Gebrüdern Grimm, nur wesentlich<br />

bizarrer und gefährlicher.“ „Bestes politisches Gegenwartstheater mit viel<br />

Tempo und Witz“, begeisterte sich André Bücker bereits bei der Uraufführung<br />

für das Werk: „Es ist zugleich komisch, politisch und unterhaltsam und thematisiert<br />

ganz ohne erhobenen Zeigefinger Verschwörungsmythen.“ Neben dem Gast-<br />

Tenor Wolfgang Schwaninger in der Hauptrolle und Mitgliedern des Augsburger<br />

Opernensembles stehen der Opernchor, die Augsburger Domsingknaben und die<br />

Augsburger Philharmoniker auf der Bühne.<br />

Informationen https://staatstheater-augsburg.de/die_letzte_verschwoerung<br />

Im Bild Moritz Eggert ♦ Foto Mercan Fröhlich<br />

Grafik DALL-E und Alexandra Pelzl


Kunst + Kultur | 39<br />

Veranstaltungsforum Fürstenfeld:<br />

31. Saison JazzFirst,<br />

15. Saison Theater<br />

Fürstenfeld<br />

JazzFirst zählt zu den beliebtesten Jazz-<br />

Reihen Bayerns. Seit 2003 gastieren bei<br />

JazzFirst regelmäßig herausragende Künstler<br />

in Fürstenfeld. In Kooperation mit<br />

KlangWort Entertainment präsentiert das<br />

Veranstaltungsforum in der 31. Saison<br />

wieder Highlights des zeitgenössischen<br />

europäischen Jazz. Freuen darf man sich<br />

in der kommenden Saison auf Musi ker:innen<br />

aus Frankreich, Aserbaidschan, Irland,<br />

Deutschland, der Mongolei, der Ukraine<br />

und den USA. Highlights der Spielzeit<br />

sind das Trio von Renaud García-Fons,<br />

einem der virtuosesten Kontrabassisten<br />

unserer Zeit, sowie die Ausnahmesängerin<br />

Dana Masters mit ihrem Quartet (USA/<br />

Irland). Die Saison dauert bis zum 21. Mai<br />

2025.<br />

Erstklassige Aufführungen hervorragender<br />

Ensembles; Stücke, die Herz und Kopf<br />

bewegen und zur Diskussion anregen.<br />

Die anspruchsvolle Theater-Reihe des Veranstaltungsforums<br />

trifft den Geschmack<br />

des Publikums; der Stadtsaal ist stets voll<br />

besetzt. Auch in der Spielzeit <strong>2024</strong>/25<br />

gas tieren im Veranstaltungsforum wieder<br />

beeindruckende Produktionen. Die nächste<br />

Aufführung dieser Reihe kann am 27.<br />

November erlebt werden: Zu Gast ist die<br />

Kompanie „tanzmainz“ mit der Aufführung<br />

von „Trailer Park“, Choreografie Moritz<br />

Ostruschnjak. Der Münchner Choreograf<br />

befasst sich mit der Frage, wie sich die<br />

zunehmende Digitalisierung des Lebens<br />

auf unsere körperliche und soziale Erlebnisfähigkeit<br />

auswirkt. Seine Stücke nutzen<br />

die sozialen Medien als Ausgangspunkt<br />

für einzigartiges Bewegungsmaterial und<br />

reflektieren so tänzerisch gesellschaftliche<br />

Prozesse. Überforderung und Faszination<br />

gehen im Umgang mit dem World-<br />

Wide-Web Hand in Hand. Durch bewusstes<br />

Kopieren und neu Zusammenstellen von<br />

Fundstücken aus dem Netz schafft Moritz<br />

Ostruschnjak in „Trailer Park“ einen<br />

eigenen Kosmos. Zehn Tänzer:innen auf<br />

leerer Bühne, irgendwo zwischen digitaler<br />

und analoger Welt. Virtuos, jung,<br />

kraftvoll.<br />

Am 9. Februar präsentiert das Schauspiel<br />

Köln „Die verlorene Ehre der Katharina<br />

Blum“ von Heinrich Böll. Den Schlussakkord<br />

setzt am 15. März das Tanz-Zirkus-<br />

Projekt „Hidden“.<br />

Informationen www.fuerstenfeld.de<br />

Staatstheater Augsburg:<br />

hildensaga. ein königinnendrama<br />

Mit der erst 2022 uraufgeführten Überschreibung der Nibelungensage machte der österreichische<br />

Autor Ferdinand Schmalz aus der althergebrachten „Heldensaga“ die zeitgemäß<br />

feministische „hildensaga. ein königinnendrama“. Mit einer fulminanten Neuinszenierung<br />

in der Regie von Axel Sichrovsky geht das Staatstheater Augsburg auf der<br />

brechtbühne in die aktuelle Spielzeit. Im Kontrast zur Original-Fassung entwickelte das<br />

Augsburger Produktionsteam eine andere Fantasie für das Finale und setzt so eigene<br />

Akzente für eines der derzeit meistgespielten Dramen.<br />

Die „hildensaga“ beginnt mit einer Vorschau – Ferdinand Schmalz stellt das Aufeinandertreffen<br />

von Brünhild und Kriemhild, den Königinnenstreit aus dem „Nibelungenlied“,<br />

an den Anfang seines Stückes. Doch dann greifen drei Nornen ein und berichten,<br />

dass die Geschichte früher beginnen und geändert werden muss. Zeitsprung zurück:<br />

Siegfried kommt nach Island, wo Brünhild Königin ist und gemeinsam mit ihrem Vater<br />

Wotan lebt. Siegfried und Brünhild verlieben sich und verbringen eine Nacht miteinander.<br />

Die Nornen warnen Brünhild vor ihrem Schicksal mit Siegfried. Als er tatsächlich<br />

zögert bei ihr zu bleiben, schickt Brünhild ihn fort. Wotan beschließt, dass jeder Mann,<br />

der Brünhild zur Frau will, gegen sie antreten muss und getötet wird, falls sie ihn besiegt.<br />

Ein Jahr später: König Gunther von Burgund kommt mit seinen beiden Brüdern<br />

Gernot und Giselher, seinem Gefolgsmann Hagen von Tronje und Siegfried nach Island,<br />

um Brünhild zur Frau zu nehmen. Durch eine List siegt Siegfried heimlich für Gunther<br />

über Brünhild und sie nehmen sie mit an den Hof in Worms. Es kommt zur Doppelhochzeit:<br />

Siegfried heiratet Gunthers Schwester Kriemhild, Gunther heiratet Brünhild. In der<br />

Hochzeitsnacht verweigert Brünhild den ehelichen Sex mit Gunther und hängt ihn an<br />

der Wand auf. Wieder täuschen Gunther und Siegfried Brünhild, damit Gunther „die<br />

Ehe vollziehen“ kann. Am nächsten Tag treffen Brünhild und Kriemhild aufeinander und<br />

Kriemhild solidarisiert sich mit Brünhild. Gemeinsam planen sie Rache.<br />

Informationen https://staatstheater-augsburg.de/hildensaga_ein_koeniginnendrama<br />

Foto Jan-Pieter Fuhr<br />


40 | Kunst + Kultur | So ein Theater<br />

Sensemble Theater:<br />

(R)Evolution<br />

In Coproduktion mit Neues Theater Burgau bringt das Sensemble<br />

Theater im <strong>Oktober</strong> das Drei-Personen-Stück (R)Evolution auf<br />

die Bühne, das nur fünf Jahre in der Zukunft spielt, aber ein<br />

fast schon erschreckendes Szenario abbildet, wenn auch mit<br />

reichlich Humor versüßt. Und das gar nicht so weit weg ist<br />

von der zu erwartenden Realität. Unter der Regie von Gianna<br />

Formicone füllen die Darstellenden Florian Fisch, Daniela<br />

Nering und Martin Schülke ihre Rollen auf den Punkt aus.<br />

Im Mittelpunkt des Stücks steht der omnipräsente smarte<br />

Sprachassistent Alecto (wechselseitig von allen drei Schauspielenden<br />

dargestellt), der jeden Menschen, jeden Haushalt<br />

im Alltag begleitet, alles zu wissen scheint und alle Entscheidungen<br />

beeinflusst. Alecto bestellt Essen, bevor sein Besitzer<br />

artikulieren kann, worauf er Appetit hat und leitet das morgendliche<br />

Meeting der intelligenten Küchengeräte. Er simuliert<br />

menschliche Nähe, bevor Einsamkeit überhaupt spürbar<br />

wird und bucht die Paartherapie, bevor die Beziehungsprobleme<br />

zutage treten. Und die nahe Zukunft ist voller weiterer<br />

Verheißungen: Gentechnisch manipulierte Menschen werden<br />

genauso selbstverständlich zum Leben gehören wie superintelligente<br />

Haushaltsgeräte. Da zahlt die Versicherung nur<br />

noch für genetisch optimierte Kinder, deren Geschlecht man<br />

vorab wählen muss. Das „Basispaket“ übernimmt die Kasse,<br />

aber wer will nicht mehr haben, das absolut Beste für sein<br />

noch gar nicht gezeugtes Kind – natürlich gegen Aufgeld?<br />

Auch wenn die vermeintlich schöne neue Welt mit märchenhaft<br />

weit fortgeschrittener Technik Verbesserungen zu bieten<br />

scheint, so zeichnet das Stück eine Gesellschaft, in der die<br />

Errungenschaften nicht selbstverständlich zum Wohle der<br />

Menschheit verfügbar sind, sondern nur gegen Geld. All diese<br />

Zusammenhänge werden in absurd erscheinenden, skurrilen<br />

Dialogen dargestellt und mit reichlich Sprachwitz und Situationskomik<br />

leicht verdaulich gemacht.<br />

Die digitale Revolution hat unser Leben von Grund auf verändert<br />

und vieles erleichtert. Revolution ist Evolution – aber<br />

wer hält die Fäden dabei in der Hand? Ist der Mensch kurz<br />

davor, Gott zu werden? Oder schafft er sich durch grenzenlose<br />

Digitalisierung und Ausbeutung des Planeten selbst<br />

ab? Was bedeutet das Ganze eigentlich für den sogenannten<br />

„freien Willen“? Und sind die Gedanken dann wirklich noch<br />

frei? Das sehenswerte Stück wird im Sensemble noch bis 27.<br />

<strong>Oktober</strong> gezeigt.<br />

Informationen www.sensemble.de<br />

Foto Martina Vodermayer<br />

Kulturhaus abraxas:<br />

lab.30: Jung,<br />

innovativ, kreativ<br />

„Under construction“ – unter diesem Motto<br />

präsentiert das Augsburger Medienkunstfestival<br />

lab.30 ein faszinierendes Spektrum<br />

an zeitgenössischer Medienkunst. Vom<br />

24. bis 27. <strong>Oktober</strong> verwandelt sich das<br />

Kulturhaus abraxas in eine Baustelle für<br />

kreative Experimente, künstlerische Ideen<br />

und technologische Innovationen. Internationale<br />

Künstlerinnen und Künstler bespielen<br />

die Räume auf vielfältige Weise<br />

und ihre interaktiven Kunstwerke laden<br />

zum Mitmachen und Nachdenken ein.<br />

Besuchende können sich außerdem über<br />

experimentelle Klangerlebnisse und ein<br />

besonderes Konzert- und Performanceprogramm<br />

freuen. Auf große und kleine<br />

Gäste warten spannende Workshops sowie<br />

exklusive Führungen und Gespräche<br />

mit Künstlerinnen und Künstlern.<br />

Informationen www.lab30.de<br />

Foto Robin Baumgarten, Quantum Jungle


Kunst + Kultur | 41<br />

Kulturprogramm<br />

Ein Mitmachkonzert<br />

für die ganze Familie,<br />

bei dem gemalt<br />

und gerätselt wird -<br />

es aber vor allem<br />

viel zu hören gibt!<br />

Auf zur Reise durch<br />

das weihnachtliche<br />

„Winterwonderland“<br />

mit „Little drummer<br />

boy“, „Sleigh Ride“,<br />

u.v.m.<br />

Pfarrhof Gempfing:<br />

Ausstellung, Vortrag,<br />

Kulinarik, Konzerte, Literatur<br />

Im beschaulichen Dorf Gempfing, Ortsteil von Rain am Lech, organisiert der<br />

rührige Förderverein Gempfinger Pfarrhof e.V. regelmäßig kleine, aber feine<br />

Veranstaltungen. Ein echter Geheimtipp.<br />

Bis zum 27. <strong>Oktober</strong> ist im Pfarrhof die Ausstellung „Was ist der Mensch“ mit Werken<br />

des zeitgenössischen Bildhauers Andreas Kuhnlein zu sehen. Am 24. <strong>Oktober</strong><br />

berichtet der Rainer Heimatforscher Adalbert Riehl in seinem Vortrag „Die<br />

große Verwüstung“ über das nur wenig erforschte Schicksal der Menschen, die<br />

im Donauwörther Raum 1704 unter den Folgen der Schlachten am Schellenberg<br />

und bei Höchstädt zu leiden hatten. Am 8. November wird im Pfarrhof wieder<br />

das traditionelle Vier-Gänge-Menü serviert (Anmeldung zwingend erforderlich:<br />

55.- Euro, Tel. 09090-1346). Der 22. November gehört dem Viola da Gamba Duo<br />

Sofia Diniz und Viktor Töpelmann. Unter dem Titel „Le Nymphe di Rheno“ erklingen<br />

virtuose, galante und melancholische Duette. Beim vorweihnachtlichen Konzert<br />

am 15. Dezember begibt sich Dudelsackbläser Fabio Rinaudo mit dem Trio<br />

O’Carolan auf Entdeckungsreise zu den verschiedensten musikalischen Traditionen<br />

Irlands und Schottlands. Mit ihm konzertieren die italienische Harfenistin<br />

Elena Spotti und der renommierte Geiger Luca Rapazzini. Das Jahr schließt am<br />

29. Dezember mit der Lesung „Es ist ein Ros entsprungen“, bei der Sprecherinen<br />

und Sprecher des Bayerischen Rundfunks ihre weihnachtlichen Lieblingstexte<br />

lesen, musikalisch umrahmt vom Singkreis Gempfing. Eintritt frei, Spenden zugunsten<br />

der Aktion Sternstunden<br />

<br />

Informationen www.gempfingerpfarrhof.de<br />

Im Bild Fabio Rinaudo mit seinem Dudelsack ♦ Foto Presse<br />

Von klassischen<br />

Arien und Duetten,<br />

bis hin zu weihnachtlichen<br />

Hits. Ein<br />

winterliches Konzert<br />

der Extraklasse!<br />

Ein außergewöhnlicher<br />

A-cappella<br />

Abend voller Spaß,<br />

Überraschungen<br />

und phänomenaler<br />

Unterhaltung.<br />

Eine einzigartige<br />

Kombi aus Alpenwestern<br />

und humoreskem<br />

Theater.<br />

Ein Musikkabarett<br />

par excellence.


42 | Kunst + Kultur | Frida<br />

Frida<br />

Leid und Lebenslust in getanzten Bildern<br />

Ein buntes, wildes, rauschendes Fest für alle Sinne<br />

hat Ballettchef und Choreograf Ricardo Fernando<br />

zum Start in die neue Ballettsaison versprochen – und<br />

es ist ihm gelungen. Im Handlungsballett „Frida“<br />

bringt das Ballettensemble des Staatstheater Augsburg<br />

das Leben der mexikanischen Kult-Künstlerin<br />

und Ikone des Feminismus, Frida Kahlo, in beeindruckenden<br />

Bildern auf die Bühne.<br />

Text Hannelore Eberhardt-Arntzen ♦ Fotos Jan-Pieter Fuhr<br />

Die Ballettkompanie im Farbenrausch: Vor schlich ter, wandelbarer<br />

und doch beeindruckender Kulisse entfesselt sich das<br />

pure Leben in prächtigen Farben, in opulenten, an mexikanische<br />

Trachten angelehnten Kleidern und mitreißender lateinamerikanischer<br />

Musik. Doch mit dabei ist stets auch der Tod, der seine<br />

Finger mehrfach nach Frida Kahlo ausstreckt und ihr ständiger Begleiter<br />

ist, im Guten wie im Bösen. Und der körperliche und seelische Schmerz,<br />

der Frida durch ihr ganzes Leben begleitet, sie aber gleichzeitig auch<br />

inspiriert. In der Handlung wird vor<br />

allem Fridas Gefühlswelt in Szene<br />

gesetzt, in grober Anlehnung an<br />

ihre wechselvolle Biografie.<br />

Exzentrikerin, Energiebündel, mythische<br />

Legende, engagierte Frauenrechtlerin,<br />

Friedensaktivistin, überzeugte<br />

Kommunistin… Beschreibungen von<br />

Frida Kahlo treffen viele zu, doch<br />

ist sie vor allem die begabteste und<br />

bedeutendste mexikanische Malerin<br />

des 20. Jahrhunderts und nimmt in<br />

der lateinamerikanischen Kunstgeschichte<br />

eine einzigartige Stellung<br />

ein. Ihr Dasein war von starken Kontrasten<br />

geprägt: auf der einen Seite<br />

nahezu ungezügelte Lebensfreude,<br />

auf der anderen dramatische Schicksalsschläge,<br />

die sie schließlich depressiv<br />

machten. 1907 in Mexiko<br />

geboren, erkrankte Frida mit 6 Jahren<br />

an Kinderlähmung. Nach einem<br />

erfolgreichen Kampf zurück ins Leben<br />

ereilte sie mit 18 Jahren der<br />

nächste Schicksalsschlag: Bei einem<br />

Busunfall erlitt sie dramatische Verletzungen<br />

der Wirbelsäule und der<br />

Extremitäten. Monatelang im Gipskorsett<br />

ans Bett gefesselt begann<br />

sie zu malen. Die Malerei, in der sie<br />

ihr Selbst und ihre Gefühle reflektierte,<br />

wurde zum Ventil für ihre<br />

Pein. Ein wichtiger Faktor für Glück<br />

und Leid zugleich war Fridas Ehemann,<br />

der renommierte mexikanische<br />

Mural-Künstler Diego Rivera,<br />

der sie mehrfach betrog – sogar<br />

mit ihrer eigenen Schwester. Auch<br />

selbst kein Kind von Traurigkeit,<br />

stimmte sie einer offenen Ehe zu.<br />

Aufgrund ihrer schlechten körperlichen<br />

Konstitution erlitt sie vier<br />

Fehl geburten. Mit ihren markanten<br />

Augenbrauen, ihrer Vorliebe für mexi<br />

kanische Trachten, aufwendigen<br />

Haarfrisuren und indiani schem<br />

Schmuck war Frida Kahlo ihr Leben<br />

lang eine auffallende Erscheinung<br />

und eine hervorragende Selbstdarstellerin.<br />

Doch erst nach ihrem Tod im<br />

Alter von 47 Jahren wurden sie und<br />

ihre symbolhaften surrealen Gemälde<br />

weltweit bekannt und geschätzt.


Kunst + Kultur | 43<br />

Ricardo Fernando lässt sich in seinen Choreografien<br />

von prominent vorkommenden Motiven aus Fridas<br />

Bildern inspirieren: Hirsch, Vogel, Schmetterling und<br />

Blumen. Sie werden jeweils von Solotänzerinnen<br />

und -tänzern verkörpert. Naturalistisch dargestellte,<br />

applizierte Herzen auf den Kostümen symbolisieren<br />

Leid und Liebe. Plastische Wirbelsäulen auf<br />

den Rücken der Tanzenden rücken das Zentrum von<br />

Fridas Befindlichkeiten in den Fokus; sie stehen für<br />

Haltung, aber auch für die Ursache der Schmerzen.<br />

Daneben nutzt Fernando in seiner Inszenierung<br />

verborgene Talente seiner Ensemblemitglieder: Das<br />

Ensemble singt unisono (Tänzerin Fátima López García<br />

sogar solo); Tänzer Nikolaos Doede spielt in der<br />

Schlussszene fulminant Acoustic-Gitarre zum Volkslied<br />

„La Llorona. Und fürs packende Sounddesign<br />

zeichnet Tänzer David Nigro verantwortlich. Frida –<br />

wie angekündigt ein Fest für alle Sinne mit noch mehr<br />

überraschenden Details.<br />

Während der 90 Minuten währenden Aufführung fast<br />

permanent auf der Bühne präsent ist die Hauptdarstellerin<br />

Frida, genial personifiziert von Martina Piacentino,<br />

im typischen folkloristischen Kahlo-Look<br />

mit langem buntem Rock und üppigem Blumenschmuck<br />

im hochgesteckten Haar. Als ihre Avatare<br />

tanzen in der Eingangsszene „Selbstporträt“ die übrigen<br />

Ensemblemitglieder. Die kindliche Version von<br />

Frida wird durch wechselnde Gast-Elevinnen Augsburger<br />

Ballettschulen dargestellt. Immer wieder unterbricht<br />

der Auftritt des schwarzen Todes und seiner<br />

Schergen die im Grunde fröhliche Atmosphäre.<br />

Mit schaurig langen Spinnenfingern, die an Murnaus<br />

Film-Vampir Nosferatu erinnern, und gespenstisch<br />

leuchtenden Augenhöhlen jagt er dem Publikum<br />

Schauer über den Rücken. Zur Überbrückung von<br />

Umbauphasen auf der Bühne laden die Tanzenden<br />

Publikumsmitglieder mal zum Mittanzen auf den<br />

Gängen ein. Und fünf „muxhes“, gesellschaftlich akzeptierte<br />

mexikanische Männer, die sich als Frauen<br />

kleiden und fühlen, zeigen vor der Bühne einen temperamentvollen<br />

Fächertanz – wohl in Anspielung auf<br />

die sich in ihrer Jugend oft androgyn gekleidet zeigende<br />

Frida, die sich auch sonst nie dem klassischen<br />

Frauenschema unterordnete.<br />

In diesem Jahr jährt sich Frida Kahlos Tod zum 70.<br />

Mal. Was läge also näher, als diese ganz besondere<br />

Frau künstlerisch und tänzerisch zu thematisieren,<br />

zumal sich Ricardo Fernando als gebürtiger Brasilianer<br />

leicht in die lateinamerikanische Lebenswelt<br />

einfühlen kann. Und auch die Jahreszeit der Uraufführung<br />

passt: Im Herbst, am 1. November, begehen<br />

wir Allerseelen; Halloween wird am Vorabend gefeiert<br />

und die Mexikaner gedenken zu dieser Zeit mit<br />

großen, bunten und lebensbejahenden Partys und<br />

gleichzeitig mit Liebe und Respekt ihrer verstorbenen<br />

Familienmitglieder. Der Día de los Muertes<br />

gehört zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. So<br />

passt die in der Inszenierung farbenfrohe Auseinandersetzung<br />

mit Leben und Tod perfekt in die Saison.<br />

Mit diesem sehenswerten Tanztheaterstück dürfte<br />

Ricardo Fernando und seinem Ensemble nach dem<br />

Erfolg „Charlie“ vom letzten Jahr ein weiterer Coup<br />

gelungen sein.<br />

<br />

Informationen www.staatstheater-augsburg.de


44 | Reisen + Erleben | Vanlife<br />

„Go with the Flow!“<br />

Familien-Roadtrip im Campervan<br />

Ein Sabbatical machte es möglich: Wir – Teresa, unsere fünfjährige Tochter<br />

Toni und ich – wollten eine ganz besondere, größere Reise unternehmen,<br />

bevor Toni eingeschult wird. Also nahmen wir uns ein halbes Jahr frei und<br />

entschieden uns für einen Roadtrip im Campervan, der uns von der Sahara<br />

bis in die Arktis führen sollte – und ungeahnte Erlebnisse bescherte.<br />

Text und Fotos Dominik Boisen<br />

Der Plan war, so wenig wie möglich zu planen.<br />

In erster Linie wollten wir uns treiben<br />

lassen. Trotzdem brauchten wir eine<br />

grobe Route. Und weil uns die Gegensätzlichkeit<br />

von extremer Hitze und extremer Kälte<br />

angesprochen hat, sind wir auf die Idee gekommen,<br />

von der Sahara bis in die Arktis zu reisen: von<br />

Deutschland nach Marokko, über Spanien, Portugal,<br />

Frankreich, die Schweiz, Schweden und Norwegen<br />

bis ans Nordkap und wieder zurück nach Hause. Von<br />

Mai bis <strong>Oktober</strong> waren wir unterwegs. Ein halbes<br />

Jahr Vanlife. Eine fantastische Reise mit unzähligen<br />

Erlebnissen und eindrucksvollen Begegnungen.<br />

Für nicht wenige ist Vanlife ein sehnsuchtsvoller<br />

Begriff, verbunden mit Träumen und Vorstellungen,<br />

die oft so weit sind, wie der Horizont über dem Meer.<br />

Ein Synonym für Unabhängigkeit und Ungezwungenheit<br />

und das zumindest zeitweilige Entkommen<br />

aus dem sprichwörtlichen Hamsterrad. Eine Möglichkeit,<br />

den geordneten Bahnen und den Zwängen<br />

des Alltags wenigstens für eine gewisse Zeit den Rücken<br />

zu kehren. Auch wir fühlen uns, obwohl wir in<br />

Sachen Urlaub sehr vielseitig sind und nicht wirklich<br />

in eine Schublade passen, vom Leben im Van<br />

in besonderer Weise angesprochen. Gewiss, diese<br />

Art des Reisens ist auch sehr anstrengend und in<br />

vielerlei Hinsicht fordernd. Von einem Erholungsurlaub<br />

im klassischen Sinne ist das Leben im Van<br />

weit entfernt und die Strapazen sollte man nicht romantisch<br />

verklären. Trotzdem liegen die Vorteile für<br />

uns auf der Hand: Man ist flexibel und ungebunden,<br />

man reist individuell, kann spontan agieren und<br />

planen (oder auch gar nicht planen), man kann viel<br />

sehen und entdecken, ist mittendrin, statt nur nah<br />

dran, man erlebt echte Abenteuer und vieles, was<br />

sich in keinem Reisebüro buchen lässt. Die Liste an<br />

Pro-Argumenten ist lang. Trotzdem erschöpft sich<br />

unsere Faszination für diese Art des Reisens nicht<br />

im Ergebnis einer nüchternen Pro und Contra Analyse.<br />

Es ist noch etwas anderes. Das Vagabundenda­


Reisen + Erleben | 45<br />

sein löst etwas in uns aus. Das Reisen im Van und<br />

das Vagabundieren auf der Straße sind bei uns der<br />

Zündfunke, der in uns ein bestimmtes Sentiment<br />

entflammen lässt. Vielleicht die Assoziation von Unabhängigkeit<br />

und Freiheit, die man beim Gedanken<br />

an diese Art des Reisens fast schon zwangsläufig hat.<br />

Natürlich entbehrt es nicht einer gewissen Ironie,<br />

ausgerechnet ein Leben auf 3,5 m² – also deutlich<br />

weniger als eine handelsübliche Gefängniszelle – ohne<br />

die geringste Privatsphäre und mit zahlreichen faktischen<br />

Einschränkungen, als Inbegriff von Freiheit<br />

zu verstehen. Und doch ist es eben gerade diese Beschränktheit,<br />

die einem die Tür zur Freiheit öffnet.<br />

Man fühlt sich frei und flexibel, weil man nicht ortsgebunden<br />

ist. Weil man jederzeit die Leinen los machen<br />

und woanders hinfahren kann. Man fühlt sich<br />

frei, weil man nicht zurückgehalten wird durch Verpflichtungen.<br />

Schon die tägliche Entscheidung, zu<br />

gehen oder noch zu bleiben, wenn es einem gerade<br />

gut gefällt, lässt einen diese Freiheit spüren. Man<br />

fühlt sich frei durch alles, was man nicht muss. Und<br />

dann fühlt man sich auch frei durch all das, was man<br />

nicht hat. „Nicht du besitzt die Dinge – die Dinge<br />

besitzen dich.“<br />

Für uns hat der Begriff von Freiheit durch diese Reise<br />

auch noch eine andere Bedeutung erlangt. Denn auch<br />

das, was man vielleicht nicht unmittelbar mit Freiheit<br />

in Verbindung bringt, weil es eher für das Gegenteil<br />

davon steht, kann ein Ausdruck von Freiheit<br />

sein. Ein Zuhause zu haben. Einen festen Wohnsitz.<br />

Eine Arbeit und ein intaktes Sozialleben. Irgendwo<br />

eingebunden und aufgehoben zu sein. Irgendwo hinzugehören.<br />

Freunde zu haben und vermisst zu werden.<br />

Und eben die Wahlfreiheit zu haben, in genau<br />

dieses geordnete und manchmal beengte Leben, das<br />

man vorübergehend aufgegeben hat, nach einer gewissen<br />

Zeit zurückzukehren.<br />

Dass wir während der Reise keine Auszeiten voneinander<br />

hatten, war durchaus eine Belastungsprobe<br />

für das Zusammenleben, aber vor allem eine großartige<br />

Erfahrung. Und zu wissen, dass wir das können,<br />

ist eine Erkenntnis von unschätzbarem Wert. Seit<br />

kurzem sind wir wieder zu Hause, doch das Erlebte<br />

wirkt in uns fort. Was hat die Reise mit uns gemacht,<br />

was hat sie uns gebracht? Auch wenn die Reise als<br />

solche vorüber ist, werden die Erfahrungen, die wir<br />

gemacht haben, in uns nachhallen. Nicht nur als Erinnerung,<br />

sondern als etwas Lebendiges, das in der<br />

einen oder anderen Weise sicherlich auch unser künftiges<br />

Leben beeinflussen wird. So lange unterwegs zu<br />

sein war ein großes Abenteuer. Es hat großen Spaß<br />

gemacht, aber es war auch anstrengend. Wir freuen<br />

uns, die Wintermonate bei uns zu Hause im heimeligen<br />

Wohnzimmer vor dem knisternden Kaminfeuer<br />

zu verbringen. Und vielleicht ist das schon eine der<br />

wichtigsten Erkenntnisse nach dieser langen Zeit auf<br />

Reisen: Wir haben es sehr genossen, unterwegs zu sein<br />

– aber ein dauerhaftes Leben im Van könnten wir uns<br />

nicht vorstellen. Wir sind gewiss keine Stubenhocker,<br />

aber wir sind gerne sesshaft. Wir mögen das Leben on<br />

the road, aber wir sind auch gerne zu Hause. Und wir<br />

sind froh, eins haben – was für viele Menschen auf der<br />

Welt keine Selbstverständlichkeit ist. 17.236 km haben<br />

wir in den vergangenen sechs Monaten zurückgelegt.<br />

Hinzu kommen ca. 1.800 Seemeilen, die wir mit Fähren<br />

unterwegs waren. Wir hatten gehofft, dass uns<br />

eine tolle Reise erwarten würde, aber wie fantastisch es<br />

tatsächlich war, wird uns erst nach und nach bewusst.<br />

Wie heißt es so schön in Joseph von Eichendorffs Taugenichts:<br />

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den<br />

schickt er in die weite Welt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.<br />

Außer vielleicht, dass wir sehr dankbar dafür sind,<br />

dass uns diese Gunst zu Teil geworden ist.


46 | Reisen + Erleben | Wohnmobil und Wellness<br />

Herbstgenuss<br />

im rollenden Zuhause<br />

Nahe Wohnmobilisten-Ziele mit Wellness-Garantie<br />

Wer in seinem rollenden Zuhause Urlaub in der Natur machen oder dort<br />

auch nur ein verlängertes Wochenende verbringen möchte und gleichzeitig<br />

in den Genuss wohliger Thermen-Wellness kommen will, sollte einmal die<br />

benachbarte Region Oberschwaben-Allgäu bereisen. Hier liegen viele Stellplätze<br />

in unmittelbarer Nähe zu diversen Thermalbädern.<br />

Egal mit welchem Fahrzeug man unterwegs<br />

ist, sei es Van, Camper oder Caravan: Die<br />

Gegend zwischen Ulm und dem Bodensee<br />

mit ihren sanften Hügellandschaften, Moorgebieten<br />

und idyllischen Städtchen bietet sich geradezu<br />

an, dort entspannte Tage, wahlweise an wechselnden<br />

Destinationen, zu verbringen und dabei dank<br />

rollendem Zuhause absolut flexibel zu bleiben. Hier ist<br />

schon der Weg ein Teil des Ziels, an dem man dann in<br />

den Thermen wohlig-warme Entspannung genießen<br />

kann – mit der eigenen Unterkunft gleich vor der Tür.<br />

Wellness & Mo(o)re: Bad Wurzach<br />

Schon die Adresse des Womo-Stellplatzes „An der<br />

Thermalquelle 1“ verspricht in Bad Wurzach Nähe zu<br />

Wellness und Genuss. Hier steht das rollende Zuhause<br />

direkt am Naturschutzgebiet Wurzacher Ried mit<br />

seinen Bohlenwegen und Wurzelpfaden. Die moderne<br />

feelMOOR-Therme mit ihrer großzügigen Sauna- und<br />

Wellnesslandschaft ist nur wenige Gehminuten entfernt<br />

und bietet für Wohnmobilisten attraktive Vergünstigungen,<br />

etwa das „Womo Versucherle“, das drei<br />

Stunden Thermengenuss zum Preis von zwei verheißt.


Reisen + Erleben | 47<br />

Reisemobil in oberschwaebischer<br />

Landschaft ♦ Foto Oberschwaben<br />

Tourismus GmbH, Florian Trykowski<br />

Moorbad im feelMOOR Bad Wurzach ♦ Foto feelMOOR<br />

Stellplatznutzer-Benefits<br />

im Überblick<br />

feelMOOR – Das Gesundresort Bad Wurzach<br />

Karl-Wilhelm-Heck-Straße 12 ♦ 88410 Bad Wurzach<br />

Tel. 07564 304-2100 ♦ www.feelmoor.de<br />

♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus: Beim Eintritt (zwei oder<br />

vier Stunden) gibt es eine Stunde gratis dazu.<br />

♦ Vergünstigtes Spezialpaket „Therme & Spa für Zwei“:<br />

je 1 Tageskarte fürs Thermalbad mit Sole-Relaxraum<br />

und Massagesessel oder Hydrojet-Massage<br />

♦ Vergünstigtes Arrangement „Therme, Sauna & Moor<br />

für Zwei“: je 1 Tageskarte für Thermalbad und Sauna<br />

mit Ganzkörper-Moorpackung und je 1 Kaffee oder Tee<br />

Highlight im Angebot der feelMOOR-Therme sind<br />

die Anwendungen mit dem „schwarzen Gold“, wie<br />

das uralte Naturprodukt aus den Mooren der Region<br />

genannt wird. So können Besucher in heilsame<br />

Moorbäder einsinken, eine Moorpackung<br />

auftragen lassen oder Moor sogar als Getränk zu<br />

sich nehmen. Das nahe Wurzacher Ried ist übrigens<br />

das größte noch intakte Hochmoor Mitteleuropas.<br />

Es begeistert Naturliebhaber mit seiner<br />

Tier- und Pflanzenvielfalt. So können Gäste nicht<br />

nur in der Therme ins Moor eintauchen, sondern<br />

sich bei einem Spaziergang auf dem Torflehrpfad,<br />

bei einer Fahrt mit dem historischen Torfbähnle<br />

oder einem Besuch der Erlebnisausstellung<br />

„Moor extrem“ im Naturschutzzentrum Wurzacher<br />

Ried umfassend auf das spannende Thema einlassen.<br />

Übrigens: Das Wurzacher Schloss und sein<br />

berühmtes Barocktreppenhaus sind vom Womo-<br />

Areal aus fußläufig zu erreichen.<br />

➵<br />

Gesundheitszentrum Waldsee-Therme<br />

Badstraße 16 ♦ 88339 Bad Waldsee<br />

Tel. 07524 94-1221 ♦ www.waldsee-therme.de<br />

♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus: WoMo-Stellplatznutzer<br />

erhalten ermäßigten Eintritt in die Therme. Hinweis:<br />

Aufgrund von Umbau- und Sanierungsarbeiten ist die<br />

Sauna- und Wellnesslandschaft derzeit geschlossen.<br />

Adelindis Therme<br />

Thermenweg 2 ♦ 88422 Bad Buchau<br />

Tel. 07582 800-1395 ♦ www.adelindistherme.de<br />

♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus „Duschtarif “: Unter Vorlage<br />

des Wohnmobil-Parkausweises kann der Thermenbereich<br />

für eine Stunde vergünstigt genutzt werden.<br />

Sonnenhof-Therme Bad Saulgau<br />

Am schönen Moos 1 ♦ 88348 Bad Saulgau<br />

Tel. 07581 48390 ♦ www.bad-saulgau.de/sonnenhof<br />

♦ WoMo-Stellplatznutzer Bonus: Ganztägige Eintrittsermäßigung<br />

in die Thermallandschaft und in die Saunawelt nach<br />

Vorzeigen des Platzschlüssels. Täglicher Brötchenservice


48 | Reisen + Erleben | Wohnmobil und Wellness<br />

Wohnmobil-Museum<br />

Erwin Hymer Museum<br />

Robert-Bosch-Str. 7, ♦ 88339 Bad Waldsee<br />

Tel. 07524 976676-00 ♦ www.erwin-hymer-museum.de<br />

Die derzeitige Sonderausstellung „Von Flusspiraten und Wandervögeln“ wurde<br />

bis zum 9. März 2025 verlängert. Sie informiert auf unterhaltsame Weise über<br />

die Wurzeln der Campingbewegung in Deutschland.<br />

Foto Presse<br />

Heiße Schwefelbäder: Bad Waldsee<br />

Direkt neben der lichtdurchfluteten Waldsee-Therme liegt der Wohnmobilstellplatz<br />

in Bad Waldsee. Das fluorid- und schwefelhaltige Wasser der<br />

Therme stammt von der heißesten Quelle Oberschwabens: Aus einer Tiefe<br />

von rund 2.000 Metern sprudelt es mit beinahe 65 Grad an die Oberfläche.<br />

Fürs wohlige Badevergnügen wird es auf 28 bis 37 Grad herabgekühlt. Direkt<br />

beim Stellplatz starten vier „Terrainkurwege“, die von den örtlichen<br />

Badeärzten entwickelt wurden und ein wohldosiertes Herz- und Kreislauftraining<br />

ermöglichen. In rund 15 Gehminuten sind Gäste außerdem im Naherholungsgebiet<br />

Tannenbühl mit verschiedenen Naturlehrpfaden, einem<br />

Wildtiergehege für Rot- und Gebirgswild, einem Kletterpark sowie vielen<br />

beschilderten Wanderwegen, die durch die zauberhafte Landschaft führen.<br />

Ein Muss für Wohnmobilisten: das Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee,<br />

das als einziges Museum Europas die Geschichte des mobilen Reisens zeigt.<br />

Blick aus dem Reisemobil ins Grüne ♦ Foto Oberschwaben Tourismus GmbH,<br />

Florian Trykowski<br />

Saunieren in Bad Buchau<br />

Ein besonders naturnahes Plätzchen<br />

fürs Wohnmobil bietet Bad Buchau<br />

mit einem Stellplatz direkt am Naturschutzgebiet<br />

Federsee, das für seinen<br />

malerischen Steg und die federnden<br />

Pfade des „Wackelwalds“ bekannt ist.<br />

Außerdem ist der Federsee ein international<br />

bekanntes Paradies für Vögel<br />

(und Ornithologen). Auch historisch<br />

hat Bad Buchau viel zu bieten. So widmet<br />

sich das Federseemuseum den<br />

steinzeitlichen Besiedlungen in der<br />

Region. Nur einen Steinwurf vom<br />

Stellplatz entfernt lockt die Adelindis<br />

Therme mit einer vielseitigen Sauna<br />

und Heilwasserkuren in acht unterschiedlich<br />

temperierten Thermalbecken.<br />

Für Wohnmobilisten bietet die<br />

Therme einen sog. „Duschtarif “, bei<br />

dem sie für eine Stunde vergünstigt<br />

den Thermenbereich nutzen dürfen.<br />

Rüber im Bademantel:<br />

Bad Saulgau<br />

Das Wohnmobil steht direkt neben der<br />

Sonnenhof-Therme, die Stellplatznutzern<br />

Eintrittsermäßigungen und<br />

auf Wunsch einen Brötchenservice<br />

bietet. Kurbäder – innen und außen –,<br />

eine Saunawelt sowie eine Entspannungsinsel<br />

und ein lauschiger Kurgarten<br />

sorgen dafür, dass Camperlife<br />

stimmig auf Wellnessurlaub<br />

trifft. Die vielseitige Stadt an der<br />

Oberschwäbischen Barockstraße ist<br />

auch Landeshauptstadt für Biodiversität:<br />

So lässt sich der Natur­<br />

ThemenPark, den nur fünf Gehminuten<br />

von der Therme trennen, zu<br />

Fuß oder mit dem Fahrrad durchstreifen.<br />

Dabei können Naturlehrpfade,<br />

Gewässer-Renaturierungen,<br />

Biotope und mehr erforscht werden.<br />

Eine schöne Fahrradtour führt<br />

von Bad Saulgau zum Kloster Sießen,<br />

das etwas außerhalb liegt. Hier begeistern<br />

die schmucke Barockkirche<br />

St. Markus und das von den<br />

Schwestern betriebene lauschige<br />

Café im idyllischen Klosterhof. <br />

Informationen<br />

www.oberschwaben-tourismus.de


Reisen + Erleben | 49<br />

Mieten oder kaufen?<br />

Das hängt vom individuellen Bedarf ab.<br />

Wohnmobile liegen im Trend; die steigenden Verkaufszahlen sprechen eine<br />

deutliche Sprache. Doch lohnt es sich auch wirklich, in ein teures Urlaubsgefährt<br />

zu investieren? Hier die Vor- und Nachteile der Alternativen<br />

Foto S4 Campers<br />

Wer bisher eher in Hotels unterwegs war und sich erst seit<br />

Kurzem nach der Freiheit der Straße sehnt, sollte dieser<br />

lieber zuerst in einem gemieteten Camper entgegenfahren.<br />

Denn an die Enge und das andauernde Aufeinandersitzen<br />

in den fahrenden vier Wänden muss man sich gewöhnen. Auch<br />

kommt es grundsätzlich darauf an, ob und wie sich die Mitreisenden<br />

unter diesen Umständen vertragen. Daher gilt grundsätzlich: Erst<br />

gründlich ausprobieren, probewohnen und dann erst übers Kaufen<br />

nachdenken. Weitere Vorteile des Mietens sind: auf kurze Sicht keine<br />

Anschaffungskosten, keine laufenden Kosten (Grundausstattung ist<br />

meist im Preis enthalten), flexible Auswahl des Fahrzeugs bzw. -modells,<br />

um das letztendlich optimale zu bestimmen. Wenn das gefunden ist und<br />

auch sonst das mobile Wohnen im Urlaub allen ins Konzept passt, kann<br />

über einen Kauf nachgedacht werden.<br />

Wer sich grundsätzlich für einen Kauf entscheidet, hat die Qual der<br />

Wahl. Es gibt eine große Auswahl an Fahrzeug-Typen mit weiter Preisspanne.<br />

Die kleinste Alternative ist ein Minivan mit Aufstelldach. Das<br />

nächst größere Gefährt ist der Campingbus. Fließend geht es dann<br />

in den ausgebauten Kastenwagen in Sprintergröße über. „Vollwertig“<br />

campt es sich erst im Wohnmobil, das individuell ausgestattet und sogar<br />

mit einem Bad versehen werden kann. Es gibt Offroad-Fahrzeuge<br />

und solche für reine Straßen-Performance, für ausgesprochene Naturliebhaber<br />

bzw. reine Campingplatz-Nutzer.<br />

Ein wichtiger Faktor sind die Anschaffungskosten.<br />

Fabrikneue Modelle<br />

kosten mindestens 40.000.- Euro.<br />

Gebrauchte sind da eine deutlich günstigere<br />

Option, vor allem für Neu linge.<br />

Die Vorteile eines Kaufs: indi viduelle<br />

Ausstattung nach persönlichem Bedarf<br />

und Geschmack, spontan einsatzbereit<br />

(kein langes Planen und frühzeitiges<br />

Anmieten), Vermietbarkeit an<br />

andere, relative Wertstabilität für evtl.<br />

späteren Verkauf. Nachteilig sind die<br />

nach oben offenen Anschaffungskosten<br />

und die Unterhaltskosten (Gebühren,<br />

Versicherung, Stellplatz, Reparaturen,<br />

TÜV).<br />

Fazit: Im Grunde lohnt sich der Kauf<br />

eines Wohnmobils erst, wenn man<br />

mindestens sechs Wochen pro Jahr<br />

damit unterwegs ist. Und es kommt<br />

darauf an, wie lange und wie spontan<br />

man verreisen möchte. <br />

Quelle Fritz Berger


50 | Sport + Spaß | Brettspiele<br />

Auf der weltgrößten Publikumsmesse für Brettspiele in Essen wurden kürzlich<br />

die interessantesten neuen Versionen vorgestellt. Trotz der Flut an Online-<br />

Games ist der Markt für Brettspiele wieder gewachsen. Während der Pandemie<br />

saßen Familien vermehrt am häuslichen Spieltisch. Diese Gewohnheit wurde<br />

auch später beibehalten und die Lust am analogen Spiel ist bis heute ungebrochen.<br />

Wir haben Ihnen ein paar Spiele-Highlights herausgepickt.<br />

Spielbretter, die die Welt<br />

bedeuten (können)<br />

Das Neueste von der SPIEL <strong>2024</strong> in Essen<br />

Fotos Hersteller<br />

Sky Team<br />

Trekking: Reise durch die Zeit<br />

Sky Team, das kooperative Brettspiel von Luc Rémond, bietet<br />

ein intensives Erlebnis für zwei Spieler, die in die Rollen von<br />

Pilot und Co-Pilot schlüpfen, um ein Flugzeug sicher zu landen.<br />

Das Würfelspiel läuft über sieben Runden und verlangt strategische<br />

Planung und perfekte Zusammenarbeit. Spieler platzieren<br />

Würfel verdeckt und ohne zu sprechen auf dem Cockpit-<br />

Tableau, um Stabilität, Schub, Landeklappen und Fahrwerk zu<br />

kontrollieren. Missverständnisse können fatale Folgen haben.<br />

Das Spiel überzeugt durch seine thematische Tiefe, innovative<br />

Mechanik und hohe Wiederspielbarkeit. Mit 21 Missionen und<br />

steigender Komplexität bietet es langfristige Herausforderungen.<br />

Die hochwertigen Komponenten und das immersive<br />

Spielerlebnis tragen zur Attraktivität bei. Sky Team richtet<br />

sich an erfahrene Spieler ab 12 Jahren und fördert Teamarbeit<br />

und strategisches Denken. Es eignet sich besonders für Fans<br />

kooperativer und thematischer Brettspiele. Es kombiniert<br />

Taktik, Glück und Teamarbeit auf einzigartige Weise und gehört<br />

in jede Spielesammlung. Sky Team wurde zum Spiel des<br />

Jahres <strong>2024</strong> gekürt.<br />

Trekking: Reise durch die Zeit schickt die Spieler auf eine<br />

faszinierende Zeitreise durch bedeutende historische Epochen.<br />

Ziel ist es, berühmte Ereignisse möglichst chronologisch<br />

zu besuchen und wertvolle Artefakte zu sammeln, um<br />

Punkte zu gewinnen. Dabei kombinieren die Spieler Karten,<br />

um auf dem Spielbrett voranzukommen, und setzen auf<br />

strategische Planung, um die Konkurrenz zu übertreffen.<br />

Das Spiel besticht durch seine historische Thematik und zugängliche<br />

Regeln, die sowohl Familien als auch erfahrene<br />

Spieler ansprechen. Mit einer Spieldauer von etwa 45 Minuten<br />

ist es ideal für einen kurzweiligen Spieleabend und<br />

bietet durch abwechslungsreiche Karten und Ereignisse<br />

hohen Wiederspielwert. Trekking fördert nicht nur strategisches<br />

Denken, sondern auch das Interesse an Geschichte,<br />

indem es bedeutende Momente der Vergangenheit lebendig<br />

werden lässt. Für Fans von strategischen Familienspielen ist<br />

Trekking: Reise durch die Zeit eine lohnende Ergänzung der<br />

Spielesammlung, die Bildung und Unterhaltung auf gelungene<br />

Weise verbindet.


Sport + Spaß | 51<br />

Harmonies<br />

Harmonies begeistert durch seine anspruchsvollen Puzzle-<br />

Elemente und die ästhetische Gestaltung. In diesem Spiel<br />

für 1 bis 4 Spieler ab 10 Jahren geht es darum, Landschaften<br />

zu gestalten und Lebensräume für Tiere zu schaffen, indem<br />

Spielsteine und Tierwürfel geschickt platziert werden. Der<br />

Spieler mit den meisten Punkten gewinnt, wobei sowohl<br />

Landschafts- als auch Tierwertungen entscheidend sind.<br />

Der Spielverlauf ist klar strukturiert: Spieler nehmen und<br />

platzieren Spielsteine, wählen Tierkarten und erfüllen deren<br />

Muster, um Tierwürfel zu platzieren. Das Spiel endet,<br />

wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und die Punkte<br />

werden gezählt. Harmonies überzeugt durch taktische Tiefe<br />

und hohen Wiederspielwert, richtet sich aber eher an erfahrene<br />

Spieler. Die schöne Illustration und die hochwertigen<br />

Materialien tragen zum Spielspaß bei. Für Liebhaber anspruchsvoller<br />

Brettspiele bietet Harmonies eine klare Kaufempfehlung<br />

und das Potenzial, sich als eines der besten gehobenen<br />

Familienspiele des Jahres <strong>2024</strong> zu etablieren.<br />

Dabba Walla<br />

Redwood<br />

Das Brettspiel „Dabba Walla“ versetzt zwei bis vier Spieler<br />

in die Rolle indischer Mittagessen-Boten in Mumbai. Das<br />

Spiel besteht aus zwei Phasen: In der Abholphase bewegen<br />

die Spieler ihre Dabba Walla durch die Straßen, sammeln<br />

Karten und platzieren Plättchen auf ihrem Spielertableau,<br />

um Boni zu erhalten. In der Lieferphase werden die gesammelten<br />

Dabbas in Büros ausgeliefert, wobei die Spieler<br />

Karten ausspielen, um Trinkgeld zu ermitteln.<br />

Das Spiel besticht durch sein stimmungsvolles Thema und<br />

die Verbindung von Sammel-, Puzzle- und Bietmechaniken.<br />

Es bleibt jedoch auf Familienniveau und bietet erfahrenen<br />

Spielern wenig Neues. Der Wechsel der Phasen und die strategische<br />

Planung, insbesondere beim Platzieren der Polyomino-Plättchen,<br />

sorgen für Abwechslung. Die nachhaltige<br />

Produktion und das charmante Thema sind Pluspunkte, insgesamt<br />

ist „Dabba Walla“ ein sympathisches Familienspiel,<br />

das thematisch überzeugt und sich gut für gemeinsame<br />

Spielabende eignet. Das Spiel macht vor allem mit mindestens<br />

drei, besser vier Personen Spaß.<br />

Redwood ist ein strategisches Brettspiel, das die Spieler in die<br />

Rolle von Naturfotografen versetzt. Ziel des Spiels ist es, die<br />

schönsten und wertvollsten Fotos von Landschaften und Wildtieren<br />

zu machen. Dabei kommt es nicht nur auf die geschickte<br />

Planung der Bewegungen an, sondern auch darauf, den idealen<br />

Standort für die Aufnahme zu finden, ohne die Natur zu stören.<br />

Jeder Spieler wählt und kombiniert seine Aktionen sorgfältig,<br />

um einzigartige Bildkompositionen zu erstellen, wobei die Balance<br />

zwischen Risiko und Belohnung entscheidend ist.<br />

Das Spiel bietet eine innovative Mechanik mit vielen Schablonen<br />

und Details, bei der sowohl die Bewegungsplanung<br />

als auch die Fotografie im Vordergrund stehen. Die Spieler<br />

müssen dabei das empfindliche Ökosystem im Auge behalten<br />

und ihre Aktionen gut durchdenken, um die bes ten<br />

Ergebnisse zu erzielen. Redwood besticht durch sein thematisches<br />

Design, das die Schönheit der Natur einfängt<br />

und ein immersives Spielerlebnis bietet. Es richtet sich an<br />

Spieler ab 10 Jahren, die strategisches Denken und kreative<br />

Planung schätzen.


52 | Motor + Technik | Kupfer<br />

Innovative KI-Anwendungen benötigen immer leistungsfähigere Elektronik. ♦<br />

Foto DJD/Kupferverband/Pixabay/Vlad Aivazovsk<br />

Das rote Herz<br />

moderner Elektronik<br />

Schlüsselwerkstoff Kupfer<br />

Kupfer ist ein wesentlicher Bestandteil<br />

moderner Kommunikationstechnologien<br />

und zum Beispiel in jedem Smartphone<br />

zu finden. ♦ Foto DJD/Kupferverband/<br />

Pixabay/Militamobiles<br />

In der rasant fortschreitenden Entwicklung der Elektronik, in der Künstliche Intelligenz<br />

(KI) und innovative Softwarelösungen wie Chat GPT und Midjourney Schlagzeilen<br />

machen, bleibt eine Konstante in der Technologie unverändert: Kupfer.<br />

Im Alltag nehmen wir viele der KI-Anwendungen<br />

auf ihren Smartphones, Computern und in der<br />

Cloud kaum wahr; ihre Funktionalität wird aber<br />

erst durch die zugrunde liegende Hardware ermöglicht.<br />

Und Kupfer ist die treibende Kraft, damit<br />

die Technologien funktionieren können.<br />

Lebensader der modernen Kommunikationstechnik<br />

Denn Kupfer ist ein unverzichtbares Material für die<br />

Elektronikindustrie. Es ist die Lebensader für Datenübertragungen,<br />

die Stromversorgung und die<br />

Kühlung in modernen Geräten und Infrastrukturen.<br />

Der hohe Bedarf an effizienter und leistungsstarker<br />

Hardware – von Smartphones über Hochleistungsrechner<br />

bis hin zu den komplexen Servern und Netzwerken,<br />

die das Rückgrat des Internets bilden – lässt<br />

sich nur durch den Einsatz von Kupfer decken. Auch<br />

bei der Herstellung von Leiterplatten und anderen<br />

elektronischen Bauteilen, die in nahezu jedem Gerät<br />

zu finden sind, spielt das rote Metall eine wichtige<br />

Rolle. Als hervorragender elektrischer Leiter<br />

sorgt es dafür, das Daten in Höchstgeschwindigkeit<br />

übertragen und verarbeitet werden können. Ohne<br />

Kupfer wären die sprunghaften Fortschritte in der<br />

Elektronik undenkbar.<br />

Wachsende Kupfernachfrage langfristig gedeckt<br />

Mit der wachsenden Bedeutung von KI und vernetzten<br />

Geräten steigt auch der Bedarf an Kupfer.<br />

Moderne Prozessoren und Chips benötigen immer<br />

mehr Energie und Kühlung, was den Einsatz von<br />

Kupfer als elektrischen Leiter sowie als Wärmeleiter<br />

unerlässlich macht. Laut einer Prognose der International<br />

Copper Association (ICA) wird der weltweite<br />

Kupferbedarf im Bereich der Elektronik und<br />

Elektrotechnik in den kommenden Jahren weiter<br />

steigen; auf der Website www.kupfer.de gibt es dazu<br />

mehr Hintergrundinfos. Allein durch den Ausbau<br />

digitaler Infrastrukturen und die wachsende Bedeutung<br />

von KI könnte er bis 2030 um etwa 50 Prozent<br />

wachsen. Mit einer Verknappung rechnen die<br />

Experten des Kupferverbands dennoch nicht. Denn<br />

das rote Metall kommt in der Erdkruste in großen<br />

Mengen vor, und es sind noch lange nicht alle Lagerstätten<br />

entdeckt und erschlossen. Zudem lässt sich<br />

Kupfer endlos und ohne Qualitätseinbußen recyceln.<br />

Der Wertstoffhof ist daher bereits heute eine wichtige<br />

Ressource, denn weltweit werden rund 35 Prozent des<br />

Bedarfs aus der Wiederverwertung gedeckt. <br />

Informationen www.kupfer.de


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54 | Natur + Garten | Kostenloses Obst<br />

Zwei Projekte in Kommunen der Region wollen dafür<br />

sorgen, dass jeder sich für lau mit gesundem und<br />

leckerem Obst versorgen kann. Da gibt es zum einen<br />

die Aktion „1.000 Obstbäume für Gersthofen“ und die<br />

Initiative „Gelbes Band“, ebenfalls in Gersthofen und<br />

in Donauwörth sowie im Landkreis Donau-Ries entlang<br />

der Kreisstraßen.<br />

Obst für alle<br />

Kommunale Initiativen<br />

Fotos Stadt Gersthofen, Wera v. Witzleben, Ramona Seliger<br />

In der besten Pflanzzeit, dem Herbst, verschenkt<br />

die Stadt Gersthofen an ihre Bürgerinnen und<br />

Bürger 1.000 Obstbäume! Die Aktion läuft bereits<br />

seit Mitte September. So geht’s: Man kauft<br />

sich in einer Baumschule, einem Gartencenter oder<br />

Baumarkt einen Obstbaum für seinen Garten, für den<br />

dann die Stadt die Rechnung von bis zu 50.- Euro<br />

pro Stück und Haushalt übernimmt. Die Rechnung<br />

wird im Nachhinein mit Foto eingereicht. Dazu gibt<br />

es ein Online-Formular oder ein gedrucktes Formular,<br />

das im Bürgerservice-Zentrum erhältlich ist. Die<br />

Art des Obstbaumes ist egal – ob kleiner Säulenapfel,<br />

eine alte Birnensorte oder ein Pflaumenbaum usw. Die<br />

Aktion soll Privatpersonen und Vereine ermutigen, sich<br />

im eigenen Garten mehr Obstbäume zu gönnen und somit<br />

etwas für die Artenvielfalt im Hinblick auf Insekten<br />

zu tun. Auch sind Bäume gut fürs Klima und mit Obst<br />

daran gleich noch wertvoller für die Gesundheit. Eine<br />

Übersicht über verschiedene Obstbäume sowie weitere<br />

Tipps zur Auswahl von passenden Obstbaumgehölzen,<br />

Pflanzung und Pflege von Obstbäumen findet man im<br />

Infoblatt zur Baumauswahl und Pflege unter<br />

www.gersthofen.de/stadt/klimaschutz-und-nachhaltigkeit/<br />

wir-verschenken-1000-obstbaeume-fuer-gersthofen/<br />

Aktion Gelbes Band<br />

Die Städte Gersthofen und Donauwörth nehmen außerdem<br />

an der Aktion „Gelbes Band“ teil. Mit dieser Aktion<br />

soll vor allem der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt<br />

werden. Gleichzeitig sollen alle Bürgerinnen<br />

und Bürger in den Genuss von kos tenlosem, regionalem<br />

Obst kommen. Dazu werden die betreffenden Obstbäume<br />

mit einem gelben Band um den Stamm markiert.<br />

Obst von allen so gekennzeichneten Bäumen darf von jedem<br />

Vorbeigehenden gepflückt werden. Die gelben Markierbänder<br />

der Bäume sind dabei aus Papier, das nach<br />

ca. zwei Jahren in der Natur abgebaut wird. Zur Ernte<br />

stehen vor allem noch Apfel- und Birnbäume bereit, in<br />

Donauwörth beispielsweise entlang der kleinen Wörnitz,<br />

bei der Freilichtbühne oder aber auch in verschiedenen<br />

Stadtteilen. Privatpersonen, die ihr Obst nicht selbst<br />

verwerten können, dürfen auch mitmachen. In Gersthofen<br />

sind drei Streuobstwiesen zur Ernte freigegeben: am<br />

Ballonstartplatz, in Rettenbergen neben dem Amselweg<br />

und in Hirblingen am Kreisverkehr. Grundsätzlich darf<br />

jeder nur den eigenen Privatbedarf decken.<br />

Die Aktion wurde vom Bundesministerium für Ernährung<br />

und Landwirtschaft ins Leben gerufen. Unter<br />

anderem die Landkreise Augsburg und Donau-Ries<br />

unterstützen die Aktion durch die Bereitstellung von<br />

gelben Bändern und Hinweisschildern.<br />

<br />

Informationen<br />

https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/<br />

lebensmittelverschwendung/ernteaktion-gelbes-band.html


Big Business.<br />

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56 | Natur + Garten | Herbstgarten<br />

Ammenmärchen<br />

und Bauernregeln<br />

Gartenpflege im Herbst<br />

Wir alle kennen sie, die Ammenmärchen und Bauernregeln, speziell auch für<br />

unseren Garten. Doch vieles hat sich über die Jahre geändert: z. B. das Klima,<br />

die Insekten- und Vogelpopulationen und eben auch der Wissensstand<br />

in Bezug auf Kreisläufe und Zusammenspiele in der Natur. Daher ist es wichtig,<br />

hin und wieder zu hinterfragen, ob das, was man schon immer so getan<br />

hat, auch weiterhin sinnvoll ist.<br />

Fotos BGL, Adobe Stock<br />

Irrglaube Nummer 1: Im Herbst kommt die Schere raus, der Garten<br />

wird winterfertig gemacht. Die Gräser und Stauden werden ordentlich<br />

bis kurz über dem Boden abgeschnitten. Das Beet muss schließlich<br />

akkurat und aufgeräumt aussehen. Außerdem brauchen die Gewächse,<br />

die im nächsten Frühjahr wieder austreiben, ja auch Platz – und den kann<br />

man doch durchaus schon vor dem Winter geben … oder? „Bitte nicht!“ betont<br />

Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und<br />

Sportplatzbau e. V. (BGL). „Aus mehreren Gründen raten wir davon ab, im<br />

Herbst einen radikalen Rückschnitt vorzunehmen. Zum einen bilden die<br />

vertrockneten und abgestorbenen Pflanzenteile einen idealen Schutz des<br />

Wurzelbereichs vor Frost und Nässe, zum anderen sind sie wichtig für viele<br />

Kompost<br />

Von Wegen und Rasenflächen gesammeltes<br />

Laub eignet sich perfekt<br />

zum Kompostieren. Dafür sollte es<br />

zusammen mit Ästen und Zweigen<br />

zerkleinert und richtig im Komposter<br />

verstaut werden.


Natur + Garten | 57<br />

Rückschnitt<br />

Auch wenn Stauden nicht gestutzt werden sollten: Der<br />

Spätherbst ist der richtige Zeitpunkt, um sommergrüne,<br />

Laub abwerfende Gehölze zurückzuschneiden,<br />

allerdings nicht radikal – immer nur so viel wie unbedingt<br />

notwendig, also alte, kranke und brüchige Triebe.<br />

Tiere.“ In den hohlen Stängeln finden Insekten überlebenswichtige<br />

Orte für ihre Überwinterung oder für die<br />

Eiablage. Diese wiederum dienen hier überwinternden<br />

Vögeln als Nahrung, ebenso die Samen in den vertrockneten<br />

Blüten. Auf dem Boden suchen Kleintiere unter<br />

den zusammengesackten Stängeln und Blättern frostfreie<br />

Rückzugsmöglichkeiten. Und auch aus gestalterischer<br />

Sicht empfehlen Landschaftsgärtner:innen, die<br />

Gräser und Stauden bis ins nächste Jahr stehen zu lassen.<br />

Sie verlieren zwar ihre Farbe, aber ihre Form behalten<br />

sie zumeist. Damit sind sie wichtige Strukturgeber<br />

im winterlichen Garten und sehen von Raureif bedeckt<br />

und Schnee berieselt einfach zauberhaft aus.<br />

Dasselbe gilt übrigens für die vertrockneten Blütenstände<br />

von Hortensien. Auch bei diesen beliebten Sträuchern<br />

sollte man erst im Frühjahr aktiv werden, denn die alten<br />

Dolden schützen die neu angelegten Knospen vor Kälte<br />

und Frost. Übrigens: Wer die Gehölze im Garten schon<br />

getrimmt, den Grünschnitt aber noch nicht in den Müll<br />

geworfen hat, sollte die Zweige an einer geeigneten Ecke<br />

im hinteren Garten aufhäufen. So haben die kleinen Tiere,<br />

die darin überwintern, noch eine gute Chance, im kommenden<br />

Frühjahr zu schlüpfen und für eine gesunde Artenvielfalt<br />

im Garten zu sorgen.<br />

Kübelpflanzen<br />

Nicht alle Kübelpflanzen müssen vor dem ersten Frost<br />

zwingend ins Winterquartier. Buchsbaum, Koniferen<br />

und Bambus in Töpfen dürfen draußen überwintern.<br />

Ein Kälteschutz aus Laub tut aber auch ihnen gut.<br />

Muss das ganze Laub weg?<br />

Irrglaube Nummer 2: Das auf den Boden gefallene<br />

Herbstlaub schnell und regelmäßig einsammeln, bevor<br />

es Flecken auf dem Gehweg macht, die Grashalme<br />

erstickt oder jemand darauf ausrutscht. Falllaub ist<br />

einfach nur nervig … oder? „Ganz im Gegenteil! Laub<br />

übernimmt mehrere wichtige Aufgaben – nicht nur im<br />

Wald, sondern auch im Garten“, weiß Dr. Michael Henze<br />

und erklärt: „Wenn es im Herbst zu Boden fällt, legt<br />

es sich als schützende, natürliche Mulchschicht rund<br />

um die Pflanzen. So hält es die Feuchtigkeit im Boden<br />

und den Wurzelbereich warm. Zugleich werden<br />

die Blätter von verschiedenen Kleintieren dankbar als<br />

Nahrung angenommen und die zahlreichen wichtigen<br />

Mikroorganismen im Boden zersetzen das Laub mit<br />

der Zeit zu wertvollem Humus. So werden die Bodenqualität<br />

und auch das Pflanzenwachstum deutlich verbessert,<br />

denn die darin enthaltenen Nährstoffe kommen<br />

schlussendlich den Gewächsen im Garten wieder<br />

zu Gute.“ Landschaftsgärtner:innen raten daher, die<br />

vertrockneten Blätter nicht als Störfaktor, sondern als<br />

willkommenen Schutz und Dünger zu sehen und sie<br />

im Beet entspannt liegen zu lassen.<br />

Nur den Rasen laubfrei halten<br />

Nur von der Rasenfläche sollte das Laub entfernt<br />

werden. Denn die Grashalme brauchen Licht und<br />

Luft, damit sie gut trocknen können. Sonst kommt<br />

es zu Mangelerscheinungen und zu Pilzbefall. Die<br />

Rasenbereiche unter den Blättern werden gelb und<br />

unansehnlich. Auch auf Gehwegen und der Terrasse<br />

kann der Besen zum Einsatz kommen – denn im<br />

Zusammenspiel mit Regen wird es sonst rutschig.<br />

Das eingesammelte Herbstlaub muss aber keineswegs<br />

auf dem Müll landen. Besser ist es, daraus eine<br />

schützende Decke für die anderen Gewächse im<br />

Garten zu schaffen oder gezielt einen Laubhaufen<br />

anzulegen. So entsteht für Tiere wie Igel und verschiedene<br />

Insekten ein wichtiges Winterquartier. <br />

Quelle BGL


58 | Living + Design | Chalet-Charme<br />

Diesen Essbereich macht die Kombination aus<br />

Holz, Metall, Stein und samtigem Stoff in<br />

harmonischer Blau-Braun-Zusammenstellung<br />

gemütlich (Chalet Grosslehen, Fieberbrunn).


Living + Design | 59<br />

Wer schon einmal in einem gemütlichen<br />

Chalet in den Bergen Urlaub<br />

gemacht hat, möchte vielleicht etwas<br />

von dieser Hüttenromantik mit nachhause<br />

nehmen. Es ist relativ einfach,<br />

diesen Stil daheim nachzuempfinden,<br />

wenn man weiß, worauf es ankommt.<br />

Hier ein paar Einrichtungs-Basics<br />

Chalet-Charme<br />

Was den Hüttenromantik-Stil<br />

ausmacht.<br />

Fotos Hersteller/Anbieter, <strong>SchlossMagazin</strong><br />

Wichtigstes Stilelement ist Holz. Zentrale<br />

Möbelstücke sollten möglichst aus massivem<br />

Holz in grober Maserung bestehen,<br />

keinesfalls glänzend lackiert oder<br />

glattgeschliffen sein. Im Gegensatz zu den filigranen<br />

Holzmöbeln im Skandi-Style sind Einrichtungselemente<br />

wie Schränke, Kommoden oder Tische eher schwer und<br />

voluminös, aber schlicht. Die Hölzer müssen nicht zwingend<br />

dunkel sein; es funktionieren auch helle Eiche oder<br />

Nadelhölzer mit sichtbaren Astlöchern. Der rustikale,<br />

oft mit Schnitzereien überladene Bauernmöbelstil der<br />

80er Jahre ist allerdings out. Gut ins Stilschema passen<br />

Sichtbalken an der Decke oder Wandvertäfelungen aus<br />

Naturholz. Stilsichere können sich auch an die passenden<br />

Holztüren wagen. Wenn es bautechnisch möglich<br />

ist, machen z. B. „Stalltüren“ zum Schieben mit groben<br />

Beschlägen viel her. Ein ebenso nützliches wie<br />

dekoratives Holzaccessoire sind gestapelte Brennholzscheite<br />

neben dem Kamin oder Holzofen, der natürlich<br />

im Chalet-Ambiente nicht fehlen sollte.<br />

Warme, nicht zu dunkle Farben sorgen für ein freundliches<br />

Ambiente. ♦ Linvosges<br />

Feuerschalen und Windlichter aus<br />

Metall ergänzen hervorragend den<br />

Chalet-Stil. ♦ Interliving<br />

Zünftige Henkeltasche ♦ Hoff<br />

Interieur<br />

Die Kissen mit Tiermotiven überraschen mit<br />

plastischen Pelz-Schwänzen; das Plaid ziert<br />

eine Fell-Applikation. ♦ Hoff Interieur<br />

Handwärmer mit aufgedrucktem<br />

Elchmotiv ♦ IHR<br />


60 | Living + Design | Chalet-Charme<br />

Tischdekoration im Alpenlook ♦ ASA<br />

Hochwertiger Gardinenstoff mit Hirschmotiven<br />

allover ♦ Gaidra<br />

Moderner Style als gekonntes Accessoire<br />

zum Alpenstil ♦ Airborne<br />

Kuhglocken – authentischer geht’s nicht<br />

♦ Foto Axel Magard, flickr<br />

Gut zu Holz passt auch Stein, z. B. als Wandverkleidung. Hier gibt es fertig<br />

zu kaufende Riemchenpaneele oder Steinteppiche in allen möglichen Gesteinsarten<br />

zum Selbstverlegen. Zu Holztönen funktioniert als Kontrast<br />

immer gut Grau in allen Schattierungen, damit das Ambiente insgesamt<br />

nicht zu „braun“ wird. Individuelle Akzente lassen sich mit Details aus<br />

dunklem Metall setzen, z. B. mit Leuchten, Lampenfassungen oder Kaminverkleidungen<br />

aus Eisen. Zu den „harten“ Einrichtungselementen sollten<br />

aber immer auch „weiche“ dazu genommen werden.<br />

Für die nötige Gemütlichkeit sorgen Textilien. Als Materialien eignen am<br />

besten solche natürlicher Herkunft: griffige Wollstoffe, Strick oder Filz, gerne<br />

mit reliefartiger Oberfläche. Boucle oder Cord passt prima für Sitzmöbel,<br />

ebenso wie grobes Leder. Einrichtungsprofis können zu den schweren Sitzmöbeln<br />

das ein oder andere zeitlos moderne Designer-Sitzobjekt kombinieren<br />

und bringen so einen gewissen Kick ins Ambiente. Bei den Farben sind<br />

Naturtöne Trumpf, akzentuiert mit wenigen Kontrastfarben wie Rot oder<br />

Grün, um mehr Leben zu erzeugen. Zu bunt darf es allerdings nicht werden.<br />

Da der Schick oft im Detail liegt, dürfen heimelige Accessoires nicht fehlen.<br />

Dazu zählen Kissen, warme Kuscheldecken oder Schaf- bzw. Kuhfelle. Letztere<br />

können auch auf den Boden gelegt werden. Apropos Fußboden: Dieser<br />

sollte zumindest eine grobe Holzoptik haben oder wie Naturstein aussehen.<br />

Wenn das nicht machbar ist, helfen einzelne langflorige Teppiche oder grobe<br />

Webteppiche. Durchgehender Teppichboden passt nicht zum Chalet-Stil.<br />

Unis bilden die Basisfarben bei den Accessoires, doch auch Karos, breite<br />

Streifen oder traditionelle Motive der Alpenfolklore passen gut ins Bild.<br />

Hübsch sind applizierte Tiermotive, ländliche Stickereien oder „fellige“ Details.<br />

Das Tüpfelchen auf dem i sind dann Deko-Gegenstände, die so schön<br />

wie praktisch sein dürfen: Tischleuchter, Windlichter, Kerzenhalter, Gestecke<br />

aus Naturmaterialien, Kuhglocken, Hirschgeweihe oder Herzerl etc.


Living + Design | 61<br />

Tür zum Schieben aus Vintage-Holz (ges.<br />

auf pinterest)<br />

Tischlampe mit Fuß aus Gehörn (ges. bei<br />

etsy)<br />

Kuscheliges Bettzeug für ein cosy Feeling<br />

♦ Linvosges<br />

FOTO: SAMIRA MUNA SIGL<br />

TRACHTENGALERIE<br />

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62 | Living + Design | Möbel folieren<br />

Schubladenfronten in Holzoptik verleihen<br />

Möbeln von der Stange einen individuellen<br />

Touch; Folie d-c-fix Eco Line Balmond Wood<br />

und Maderna Oak<br />

Folien-Finish<br />

Möbel aufpeppen leicht gemacht<br />

Moderne Klebefolien machen aus langweiligen oder oberflächlich beschädigten<br />

Möbelstücken im Handumdrehen stylische Hingucker. Die Auswahl unter den<br />

Designs ist so groß, dass praktisch für jeden Einrichtungsstil etwas dabei ist.<br />

Fotos Hersteller/Anbieter<br />

Statisch haftende Fensterfolien schützen<br />

nicht nur von UV-Strahlen, sondern<br />

auch vor neugierigen Blicken – und<br />

sehen auch noch gut aus; Folie d-c-fix<br />

Static Waves<br />

Kommoden und Schränke mit Kassettentüren<br />

wirken wie neu, wenn auch nur die<br />

Innenflächen der Kassetten mit Folien<br />

verschönert werden – hier z. B. im edlen<br />

Marmor-Look; Folie d-c-fix Cortes grau<br />

Ein variabler Sichtschutz fürs Schlafzimmer<br />

gefällig? Dann einen simplen<br />

Paravent bauen – mit MDF-Platten,<br />

kleinen Möbelfüßen und Scharnieren<br />

aus dem Baumarkt, rundum beklebt<br />

mit Folie; d-c-fix Cortes grau


Living + Design | 63<br />

Dem Bett fehlt noch ein schönes Haupt? Dann einfach eine<br />

passend zurechtgeschnittene Holz- oder Melaminplatte fantasievoll<br />

bekleben, z. B. mit einer raffiniert angedeuteten<br />

„Holzvertäfelung“; Folie d-c-fix Wooden Slats<br />

Gewusst wie – so wird’s gemacht<br />

1. Vor dem Folieren Griffe und Scharniere entfernen<br />

2. Oberflächen gründlich reinigen<br />

3. Erstes Folienstück ausmessen und mit der Schere<br />

zuschneiden. Die Rasterlinien auf der Rückseite des<br />

Trägerpapiers helfen dabei.<br />

4. Folienstück ansetzen: Am oberen Ende das Trägerpapier<br />

ein Stück weit abziehen und die Möbelfolie auf<br />

den Untergrund exakt gerade aufsetzen.<br />

5. Wenn der Anfang richtig sitzt, dann die Folie Stück<br />

für Stück mit einem sog. Rakel aufreiben, während<br />

man immer mehr von der Trägerfolie abzieht. Die<br />

Luft stets von der Mitte zu den Seiten und nach unten<br />

ausstreichen<br />

6. Wenn man die Folie um Kanten herumfalten muss, dann<br />

die Folie zuerst kurz mit heißer Föhnluft erwärmen und<br />

weich machen. Danach das Material vorsichtig um die<br />

Ecke biegen und mit den Fingern feststreichen<br />

7. Manchmal ist es nötig, die Folie direkt auf dem Untergrund<br />

zuzuschneiden, zum Beispiel an kompliziert<br />

geformten Kanten. Dazu ein Cuttermesser oder ein<br />

scharfes Skalpell verwenden<br />

8. Zum Schluss der Feinschliff: Eventuell noch vorhandene<br />

Luftblasen mit einer Stecknadel kurz anpieksen<br />

und die Luft mit den Fingern herausdrücken. Die Folienränder<br />

mit warmer Föhnluft und sanftem Druck<br />

versiegeln<br />

Fotos Klinger Folien,<br />

Marapon<br />

Schlichte Würfel aus Holz oder Melamin erhalten mit rundum<br />

angebrachter Klebefolie in heller Kork-Optik eine wertvolle<br />

Anmutung; Folie d-c-fix Fontana beige


64 | Architektur + Bauen | GS Wohnbau<br />

Promotion<br />

Die vertikale Fassadenbegrünung<br />

unterstützt ein angenehmes<br />

Wohnklima.<br />

Die GS Wohnbau GmbH verfolgt seit ihrer Gründung vor über 30 Jahren ein<br />

klares Ziel: die Schaffung von Lebensräumen, die den höchsten Ansprüchen<br />

gerecht werden und zugleich langfristig Bestand haben. Diese Werte lassen<br />

sich auch an ihrem jüngsten Projekt erkennen.<br />

Bauen für eine<br />

anspruchsvolle Klientel<br />

GS Wohnbau GmbH aus Göggingen<br />

Visualisierungen GS Wohnbau / Kögl Architekt / ita-interior-art by Jasmin Arntzen<br />

Das renommierte Bauträgerunternehmen mit<br />

Sitz in Augsburg-Göggingen hat sich auf<br />

den architektonisch anspruchsvollen Wohnungsbau<br />

und die Errichtung individueller<br />

Einfamilienhäuser spezialisiert. GS Wohnbau realisiert<br />

für jeden die optimale Lösung. Bezieht man das<br />

ursprüngliche Baugeschäft Gleich mit ein, kann auf<br />

eine überaus lange und erfolgreiche Firmentradition zurückgeblickt<br />

werden. Gegründet im Jahr 1927 schuf<br />

sich die Firma Gleich im Raum Augsburg einen hervorragenden<br />

Namen, dem die vor gut 30 Jahren<br />

aus ihr hervorgehende GS Wohnbau GmbH weiterhin<br />

gerecht wird.<br />

Das Leistungsspektrum reicht von kleinen Individuallösungen<br />

in Form hochwertiger Einfamilien- bzw. Doppelhäuser<br />

in massiver Ziegelbauweise bis zu großen, architektonisch<br />

anspruchsvollen Wohnkomplexen. Neben<br />

der Realisierung von zehn bis zwanzig Einfamilien- und<br />

Doppelhäusern pro Jahr läuft mindestens ein Großprojekt<br />

parallel. Aktuell hat die GS Wohnbau ihr neuestes<br />

Objekt, den Mendelssohnpark in Gersthofen in Planung.<br />

Hier entsteht im Zentrum von Gersthofen, direkt am Ballonmuseum<br />

ein exklusives, aus drei Gebäuden bestehendes<br />

Wohnensemble, das Platz für mehr als 40 barrierefreie<br />

Wohneinheiten mit eigenem Balkon bzw. Terrasse<br />

inklusive miteinander verbundener Tiefgaragen bietet.


Promotion<br />

Architektur + Bauen | 65<br />

Ein Blick in den offen gestalteten<br />

Wohn-, Küchen- und Essbereich<br />

Unverbindliche Gestaltungsvorschläge<br />

Der Schlafbereich kann auf Wunsch gegen Mehrpreis mit<br />

wohnlichen Vertäfelungen ausgestattet werden.<br />

Nicht nur das Bad ist barrierefrei ausgestaltet.<br />

Hierbei liegt der Fokus auf der Schaffung von qualitativ hochwertigem<br />

Wohnraum, der sowohl eine moderne schwungvolle Architektur als<br />

auch nachhaltige Bauweisen vereint. Inspiriert durch die musikalischen<br />

Werke des deutschen Komponisten Felix Mendelssohn wird hier in Zusammenarbeit<br />

mit dem Architekturbüro Kögl ein geschwungener, architektonisch<br />

anspruchsvoller Wohnkomplex errichtet. Die abgerundeten<br />

und vertikal bewachsenen Fassaden folgen neuesten baulichen Trends<br />

und fügen sich trotzdem unaufdringlich in die Umgebung ein. Der<br />

Begriff Nachhaltigkeit ist hier nicht nur ein Slogan, sondern sogar<br />

treibende Kraft hinter dem Projekt. Mit diesem Ensemble setzt<br />

GS Wohnbau in punkto Architektur gepaart mit Nachhaltigkeit erneut einen<br />

sichtbaren Akzent.<br />

<br />

GS Wohnbau GmbH<br />

Bgm.-Aurnhammer-Straße 57<br />

86199 Augsburg<br />

info@gs-wohnbau.de<br />

www.gs-wohnbau.de


66 | Vorschau + Impressum<br />

Vorschau<br />

Fotos<br />

Lights4fun, DJD/Rummel/Achim K. Roesch,<br />

Weenect/akz-o, Kvik A/S<br />

Rund ums Schlafen<br />

Rund um<br />

Weihnachten<br />

Rund ums Tier<br />

Rund um die Küche<br />

Impressum<br />

<strong>SchlossMagazin</strong><br />

10. Jahrgang ♦ www.schlossmagazin.com<br />

Das regionale Lifestylemagazin <strong>SchlossMagazin</strong><br />

erscheint in Kooperation mit dem Verlag<br />

Kastner AG ♦ Schloßhof 2–6 ♦ 85283 Wolnzach<br />

Tel. +49 (0) 8442 - 92 53 - 0 ♦ Fax +49 (0) 8442 - 22 89<br />

E-Mail: info@kastner.de ♦ www.kastner.de<br />

Layout:<br />

Martina Vodermayer<br />

www.martavictor.design<br />

Druck:<br />

Kastner AG<br />

Schloßhof 2–6<br />

85283 Wolnzach<br />

www.kastner.de<br />

Social Media:<br />

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Herausgeber/Anzeigenleitung /Marketing:<br />

Raimund T. Arntzen ♦ Tel. 08251 - 8 88 08 - 52<br />

arntzen@medienfusion-online.de ♦ rarntzen@kastner.de<br />

Chefredaktion:<br />

Hannelore Eberhardt-Arntzen<br />

Tel. 08251 - 5 10 59 ♦ eberhardt.arntzen@medienfusion-online.de<br />

Weitere Mitarbeiter:innen dieser Ausgabe:<br />

Dominik Boisen, Sylvia Schaab, Guido Walter (DZR)<br />

Online-Redaktion:<br />

onlineredaktion@medienfusion-online.de<br />

Anzeigenpreisliste:<br />

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 13, gültig seit 1. Januar <strong>2024</strong><br />

Abonnement:<br />

Das <strong>SchlossMagazin</strong> erscheint online als Blättertool jeweils zum<br />

Anfang eines Monats und wenige Tage später in Print. Der<br />

Preis für ein Jahres abonnement beträgt 60.– € inkl. MwSt<br />

und Versandkosten (Inland).<br />

Urheber- und Verlagsrecht:<br />

Copyright © <strong>2024</strong> für alle Beiträge bei Kastner AG. Kein Teil<br />

dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des<br />

Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden.<br />

Unter dieses Verbot fallen insbesondere der Nachdruck und<br />

die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme<br />

in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf<br />

elektronischen Datenträgern.


DRESSCODE<br />

AUGUSTA<br />

VINDELICUM?<br />

Textilien<br />

im römischen<br />

Augsburg<br />

Ein Ausstellungs projekt<br />

von Studierenden der<br />

Universität Augsburg<br />

18.7. –10.11.<strong>2024</strong><br />

Staatliches Textil- und<br />

Industriemuseum Augsburg (tim)<br />

www.timbayern.de<br />

Kooperationspartner Medienpartner Kulturpartner


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lew.de/elektroauto<br />

Stand: 09.<strong>2024</strong> | © Thorsten Franzisi / LEW

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