KnapsackSPIEGEL 04/2024
Das Standortmagazin des Chemieparks Knapsack
Das Standortmagazin des Chemieparks Knapsack
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KNAPSACK<br />
SPIEGEL<br />
MAGAZIN 4 / <strong>2024</strong><br />
startklar
18<br />
32<br />
25<br />
13<br />
<strong>04</strong><br />
INHALT<br />
<strong>04</strong> Entscheidung für die Zukunft:<br />
Neue Werkstätten<br />
10 Wandel: BASF verlässt den Standort<br />
13 Auftakt: neue Azubis bei Clariant<br />
14 Rückblick: Erwin Wenngatz war<br />
über 45 Jahre bei Clariant<br />
16 Knapsacker Geschichten:<br />
Band II ist da!<br />
18 Hidden Places: das Pumpenhaus<br />
in Liblar<br />
21 Am Laufen halten: Emir Kasapovic<br />
über das Facility Management<br />
22 LyondellBasells Pläne:<br />
Vom Kunststoff zum Kunststoff<br />
25 Entstördienst: Bei Anruf Support!<br />
28 Erasmus+: Besuch aus Prag
10<br />
22<br />
4 / <strong>2024</strong><br />
Editorial<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
wir sind mit der aktuellen Ausgabe später<br />
dran als gewohnt – das liegt daran, dass<br />
wir mit voller Fahrt in Richtung Neuansiedlung<br />
unterwegs sind. Im Frühjahr<br />
2026 soll die erste Anlage von LyondellBasell im neuen<br />
Werksteil Hürth-Süd in Betrieb gehen. Im Interview erklärt<br />
Wolfgang Klemmer, Business Opportunity Manager<br />
und Leiter des Projekts bei LyondellBasell, warum die<br />
neue Anlage für das Unternehmen so wichtig ist. Überhaupt<br />
bleibt das Thema Wandel ein wichtiges Leitmotiv<br />
für eine erfolgreiche Zukunft des Standorts. So wird es<br />
beispielsweise auch Veränderungen geben im Hinblick<br />
auf die sogenannte Hauptwerkstatt in Gebäude 0114.<br />
YNCORIS hat sich gemeinsam mit Standortpartnern<br />
gefragt: Wie könnte ein Konzept aussehen? Wäre ein<br />
Neubau sinnvoll oder haben die Kunden am Standort<br />
zukünftig einen ganz anderen Bedarf? Die Antworten<br />
auf diese Fragen lesen Sie ebenfalls in dieser Ausgabe.<br />
Weitere Themen: BASF Standortleiter Dr. Jan Meiforth<br />
und Betriebsleiter Rudolf Pölking berichten, wie es nach<br />
der angekündigten Schließung der Produktionsanlagen<br />
in Knapsack und Frankfurt weitergehen wird. Viel Vergnügen<br />
beim Lesen dieser und vieler weiterer Berichte.<br />
Benjamin Jochum, Leonie Sengelmann<br />
und Thomas Kuhlow<br />
Kommunikation Chemiepark Knapsack<br />
Impressum<br />
30 Sicher arbeiten: Safety Week<br />
bei Clariant<br />
31 Jubiläum: 25 Jahre<br />
Pensionärsvereinigung<br />
32 Gemeinsam feiern: Stadtfest<br />
in Hürth und Grill & Chill<br />
34 Nachrichten, Ankündigungen<br />
und Termine<br />
Herausgeber: YNCORIS GmbH & Co. KG, Industriestr. 300,<br />
50354 Hürth, Tel. 02233 48-6570, Fax 02233 48-946570,<br />
knapsackspiegel@yncoris.com, www.chemiepark-knapsack.de<br />
Handelsregister Köln: HRA 18732, UST-IdNr.: DE 812 134 801<br />
Redaktion: Thomas Kuhlow (verantwortlich), Benjamin Jochum,<br />
Leonie Sengelmann, Simone Nörling, Katja Sallewsky, Christiane<br />
Radwan, Dirk Rehberg, Britta Ressing, Peter Voigtmann; sofern<br />
nicht anders angegeben, ist die Redaktion der Autor der Artikel<br />
Konzept / Gestaltung: Dipl.-Des. Carolin Wanner, Kommunikation<br />
YNCORIS Bildmaterial: Ralf Baumgarten, YNCORIS, Adobe Stock,<br />
Simone Nörling, Perimeter Solutions, Rhein-Erft Akademie, Erwin<br />
Wenngatz Druck: TheissenKopp GmbH, 40789 Monheim<br />
Druckauflage: 1.600 Exemplare<br />
Erscheinungsweise: zwei monatlich, Jahrgang <strong>2024</strong>.<br />
© YNCORIS GmbH & Co. KG Nachdruck und Weiter verbreitung<br />
in allen Medien und Onlinediensten nur mit Geneh migung<br />
der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und<br />
Illustrationen keine Gewähr.<br />
Druckprodukt<br />
CO₂ kompensiert<br />
klima-druck.de<br />
ID-Nr. 24184177<br />
Mehr Informationen zur Berechnungsmethodik, zur<br />
Kompensation und dem gewählten Goldstandard-<br />
Klimaschutzprojekt finden Sie unter klima-druck.de/ID.<br />
Titelbild und Rückseite: Ralf Baumgarten
Rotating Equipment<br />
Geb. 2101<br />
Halle<br />
2113<br />
Illustration: Stephan Belz<br />
Apparate-Instandsetzung<br />
Geb. 2130<br />
4 |
| 5
D<br />
ie alte, so genannte Hauptwerkstatt<br />
von YNCORIS in<br />
Gebäude 0114 ist marode, das<br />
ist kein Geheimnis. Doch wie könnte<br />
ein neues Konzept aussehen? Lohnt<br />
es sich, das bestehende Gebäude zu<br />
sanieren? Wäre ein Neubau sinnvoll<br />
oder haben die Kunden am Standort<br />
zukünftig vielleicht einen ganz anderen<br />
Bedarf? Diese Fragen stellte sich<br />
YNCORIS schon vor rund vier Jahren<br />
und setzte sich zunächst mit den<br />
Standortpartnern zusammen. Dabei<br />
kristallisierte sich heraus, dass sie fest<br />
auf eine ad hoc verfügbare mechanische<br />
Instandhaltung vor Ort setzen.<br />
Denn es fehlen Alternativen, die das<br />
Leistungsspektrum in der Bandbreite<br />
von YNCORIS abdecken könnten. „Unsere<br />
Kunden schätzen zudem unsere<br />
hohe Qualität“, sagt Kai Kremser, der<br />
Projektverantwortliche bei YNCORIS.<br />
Ein möglicher Ausstieg aus der<br />
Apparate-Instandsetzung war daher<br />
schnell vom Tisch. Blieben zwei Alternativen:<br />
die Sanierung des Bestandsgebäudes<br />
oder der Neubau einer Halle mit<br />
einem Umzug der Werkstätten. Denn<br />
auf dem Gelände gibt es derzeit kein<br />
Gebäude, das die neuen Werkstätten<br />
hätte sinnvoll aufnehmen können. Das<br />
Projektteam stellte gemeinsam mit Experten<br />
aus den Fachbereichen die Vorund<br />
Nachteile beider Alternativen gegenüber<br />
(siehe Grafik). Sie bewerteten<br />
die Kosten der Sanierungsmaßnahmen<br />
• höhere Investitionskosten<br />
• Amortisation nach rund zwölf Jahren<br />
• zukunftsfähig, da auf die heutigen Anforderungen<br />
von Mitarbeitenden und Kunden zugeschnitten<br />
• attraktive Arbeitsplätze – auch für Kolleg*innen mit Handicap<br />
• passt zur strategischen Ausrichtung<br />
• nachhaltig, z. B. durch geringere Energiekosten<br />
• Multi-Gewerke-Werkstatt verändert die Art zu arbeiten<br />
• höhere Flexibilität<br />
• kürzere Wege in den Arbeitsprozessen<br />
nach Ausfallwahrscheinlichkeit, Dringlichkeit<br />
und Sicherheitsrelevanz. Bald<br />
wurde klar: Allein die Beseitigung der<br />
Gebäudemängel würde einiges an Kosten<br />
verschlingen – ohne das Gebäude<br />
dadurch in Sachen Arbeitsergonomie<br />
oder Optik aufzuwerten. Mit einem<br />
Neubau und dem Umzug der Rotating-Equipment-Gewerke<br />
in das bestehende<br />
Gebäude 2101 ließen sich Arbeitsabläufe<br />
dagegen effizienter gestalten<br />
und auf die Zukunft ausrichten. „In der<br />
Neubauvariante werden wir mit flexibler<br />
Arbeitsumgebung dem Fachkräftemangel<br />
entgegenwirken. Durch unsere<br />
Verpflichtung zu höchster Qualität und<br />
die Integration verschiedener Gewerke<br />
unter einem Dach werden wir die Effizienz<br />
steigern und die Zusammenarbeit<br />
fördern“, sagt Sven Meurer, Segmentleiter<br />
Asset-Service Management bei<br />
YNCORIS. „Gleichzeitig lassen sich<br />
so Wegezeiten deutlich reduzieren.<br />
Illustration: StarGraphic – stock.adobe.com<br />
NEUBAU<br />
6 |
Hier soll das neue Gebäude entstehen.<br />
Sven Meurer, Stephan Belz und Kai Kremser<br />
(v. l. n. r.) haben die Planung im Blick<br />
„Alles wird deutlich<br />
moderner. Wir setzen<br />
beispielsweise die<br />
Erfahrungen aus<br />
unserem Modellarbeitsplatzkonzept<br />
in der Ventilwerkstatt<br />
um.“<br />
Stephan Belz<br />
DAS ZAUBERWORT HEISST<br />
ZUKUNFTSSICHERHEIT<br />
Die Investition in die neuen Werkstätten<br />
ist ein Bekenntnis zur mechanischen<br />
Instandsetzung am Standort.<br />
Dabei wird sich YNCORIS auf die Reparatur<br />
und Wartung von Pumpen, Ventilen,<br />
Getrieben, Rohrleitungen und<br />
Behältern sowie Apparaten spezialisieren.<br />
„So können wir die anspruchsvollen<br />
Anforderungen der chemischen<br />
Industrie erfüllen“, erklärt Meurer.<br />
„Denn unsere Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit<br />
der Anlagen am Standort<br />
und darüber hinaus sicherzustellen.“<br />
Moderne Arbeitsprinzipien und nachhaltige<br />
Praktiken sollen zum einen<br />
die Qualität und Zuverlässigkeit der<br />
Leistungen verbessern, zum anderen<br />
die Arbeitsplätze attraktiver machen.<br />
Kremser: „Moderne, ergonomische Arbeitsplätze<br />
sind nicht nur für potenzielle<br />
neue Mitarbeitende attraktiv, sie<br />
sorgen auch für mehr Zufriedenheit in<br />
der Belegschaft und können erfahrene<br />
Kolleg*innen dazu motivieren, lange<br />
im Berufsleben aktiv zu bleiben.“<br />
Bei rund 1.000 Fahrten im Jahr wären<br />
das allein 8.000 km, die wir weniger im<br />
Chemiepark zurücklegen.“ Dabei lägen<br />
die Investitionen zwar höher, hätten<br />
sich aber in einer realistischen Zeitspanne<br />
amortisiert.<br />
Als Grundlage für das Werkstattkonzept<br />
befragte das Projektteam<br />
viele Fachexperten in- und extern. In<br />
einem Workshop mit den Mitarbeitenden<br />
informierten sie über die Idee und<br />
fragten: Was können wir verbessern?<br />
Wo wollen wir hin? Hinzu kamen und<br />
kommen Besuche bei Herstellern und<br />
anderen Unternehmen sowie Modellarbeitsplätze,<br />
an denen die Mitarbeitenden<br />
neues Equipment und dessen<br />
Anordnung ausprobieren können.<br />
• geringere Investitionskosten im Vergleich zum Neubau<br />
• keine Amortisationszeit, da Bestandserhalt<br />
• großzügiges Platzangebot<br />
(für 180 Mitarbeitende ausgelegt, heute sind es 60)<br />
• gewohntes Umfeld für die Mitarbeitenden im Werksteil Knapsack<br />
• hohe Energiekosten (Deckenhöhe, fehlende Gebäudeisolierung)<br />
• weite Wege bleiben<br />
• keine Verbesserung der Arbeitsergonomie oder Prozesse<br />
• geringe Attraktivität für neue Fachkräfte<br />
SANIERUNG<br />
ALTE WERKSTATT<br />
| 7
2023 Q2-<strong>2024</strong> Q3-<strong>2024</strong> Q4-<strong>2024</strong> Q2-2025 Q3-2025 Q4-2025 Q2-2026 Q3-2026 Q4-2026<br />
Erteilung<br />
Baugenehmigung<br />
05-2025<br />
Rotating Equipment<br />
Geb. 2101<br />
Abschluss<br />
Werkstattkonzept<br />
und Kick-off<br />
Planungsbüro<br />
02-<strong>2024</strong><br />
Fertigstellung<br />
Planung<br />
07-<strong>2024</strong><br />
Beginn Neubau<br />
Halle<br />
Q1-2025<br />
Fertigstellung<br />
Halle<br />
Q1-2026<br />
Erteilung<br />
Baugenehmigung<br />
12-<strong>2024</strong><br />
Umzug<br />
der Werkstatt<br />
Q3-2026<br />
Apparate-Instandsetzung<br />
Geb. 2130<br />
ROADMAP<br />
NEUE WERKSTÄTTEN<br />
„Durch die Multi-Gewerke-<br />
Werkstatt können sich<br />
alle gewerkeübergreifend<br />
unterstützen. Dadurch<br />
optimieren wir die Durchlaufzeiten<br />
und können<br />
gleichzeitig unsere Maschinen<br />
besser auslasten.<br />
Gerade bei Stillständen<br />
oder anderen saisonalen<br />
Kapazitätsschwankungen<br />
ein echter Gewinn.“<br />
Sven Meurer<br />
NACHHALTIGKEIT<br />
Auch wenn das genaue Konzept zur<br />
Energieversorgung noch nicht beauftragt<br />
ist: Schon jetzt steht fest, dass<br />
YNCORIS bei der Versorgung der neuen<br />
Werkstätten auf nachhaltige Energie<br />
setzt. „Heizen wollen wir zukünftig<br />
nicht mehr mit Dampf, sondern beispielsweise<br />
über eine Wärmepumpe“,<br />
erklärt Projektleiter Stephan Belz. „Wir<br />
würden zudem gern einen hohen Anteil<br />
an Energie selbst herstellen. Dabei<br />
denken wir an eine große Photovoltaikanlage<br />
auf dem Dach. Im Vergleich<br />
zur alten Hauptwerkstatt mit ihren<br />
hohen Decken und der fehlenden<br />
Isolierung rechnet das Team mit Einsparungen<br />
bei den Betriebskosten von<br />
über 30 Prozent.<br />
JEDER IST GEFRAGT<br />
Mit dem Neu- und Umbau der Werkstätten<br />
haben Mitarbeitende die Chance,<br />
ihren zukünftigen Arbeitsplatz<br />
mitzugestalten. So gibt es beispielsweise<br />
in der Armatureninstandsetzung<br />
Modell arbeitsplätze, an denen die Kollegen<br />
Einspanneinrichtungen testen<br />
können. Meurer: „Durch die Rückmeldungen<br />
können wir die verschiedenen<br />
Arbeitsmittel so anordnen, dass später<br />
alles passt.“ Aus der Apparate-Instandsetzung<br />
werden nicht alle Maschinen<br />
mit umziehen. Doch welche sind unbedingt<br />
nötig oder müssen durch modernes<br />
Equipment ersetzt werden?<br />
Durch die Gestaltung des zukünftigen<br />
Arbeitsplatzes stellen die Mitarbeitenden<br />
auch bestehende Prozesse auf den<br />
Prüfstand.<br />
MULTI-GEWERKE-WERKSTATT –<br />
BESSERE AUSLASTUNG UND<br />
VERFÜGBARKEIT<br />
Nicht jede Maschine ist jeden Tag<br />
gleich stark ausgelastet. Gerade inner-<br />
halb eines Stillstands benötigen bestimmte<br />
Bereiche für kurze Zeit möglichst<br />
viele Kapazitäten. Gut, wenn<br />
dann das Team nebenan aushelfen<br />
kann. Kremser: „Sonst müssten wir für<br />
die Maximalauslastung planen und<br />
hätten zeitweise teure Leerstände.“<br />
Auch die Mitarbeitenden können sich<br />
gegenseitig unterstützen, unter anderem<br />
Schweißer und Schlosser in der<br />
Rohr- und der Blechbearbeitung oder<br />
Mechanikern aus dem Rotating Equipment.<br />
EINFACHERE ARBEITS<br />
ORGANISATION<br />
Arbeiten alle in einem oder zwei benachbarten<br />
Gebäuden, lassen sich<br />
Prozesse viel einfacher koordinieren<br />
und steuern. Dank der Nähe zum Aggregatepool<br />
und den Kollegen des<br />
Rotating Equipments entfallen viele<br />
Wegezeiten. In der Apparate- und<br />
Rohrvorfertigung kommt nun endlich<br />
auch wortwörtlich unter ein Dach,<br />
was organisatorisch schon zusammengehört.<br />
Außerdem können die<br />
Mitarbeitenden ihr Wissen so deutlich<br />
einfacher teilen, bei Fragen sitzen die<br />
Kollegen direkt nebenan.<br />
8 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
Der Umbau von 2101<br />
2101<br />
Im Gebäude sind bisher ein Lager von Westlake Vinnolit und das<br />
Aggregatemanagement untergebracht. Hier entsteht auf rund 1.500 m 2<br />
aus den aktuell drei separaten Werkstätten für Pumpen und Maschinen<br />
sowie für Ventile und Armaturen zukünftig eine gemeinsame, funktionale<br />
Multi-Gewerke-Werkstatt. „Alles wird deutlich moderner“, so<br />
Projektleiter Stephan Belz. „Wir setzen beispielsweise die Erfahrungen<br />
aus unserem Modellarbeitsplatzkonzept in der Ventilwerkstatt hier<br />
um.“ Der Auszug von Westlake Vinnolit ist derzeit für Ende März 2025<br />
geplant. Um die Räume optimal auszunutzen, hatten die Projektverantwortlichen<br />
zum einen ein Beratungsbüro für Prozessoptimierung<br />
befragt und sich zum anderen mit erfahrenen Mitarbeitenden<br />
ausgetauscht.<br />
Auch wenn das Gebäude in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt wird,<br />
soll es keine bauliche Trennung geben. Im Zuge des Umbaus zieht<br />
der Pumpenprüfstand in ein modernisiertes Umfeld um, hinzu kommen<br />
zwei zusätzliche Prüfstände für Ventile. Außerdem entstehen neue Kabinen<br />
zum Sandstrahlen, ein Lackierraum mit Außentor und Entlüftung,<br />
Büros und Sozialräume. Der Bereich investiert darüber hinaus in neue<br />
Ausstattung für die mehr als 30 Mitarbeitenden, wie Arbeitstische und<br />
Schränke. Im Zuge dessen wird eine neue Wuchtbank ins Gebäude<br />
einziehen, denn für die bestehende aus den 60er Jahren gibt es keine<br />
Ersatzteile mehr und der Hersteller hat jeden weiteren Support eingestellt.<br />
2113<br />
Die Ertüchtigung<br />
des Gebäudes 2113<br />
Das Bestandsgebäude 2113<br />
soll zukünftig als Lager- und<br />
eventuell Konfektionierungsfläche<br />
dienen. Belz erklärt:<br />
„Im Zuge der Gespräche mit<br />
dem Planungsbüro werden<br />
wir endgültig festlegen, ob<br />
beides unter einem Dach<br />
sein soll oder die Konfektionierungsfläche<br />
noch in<br />
den Neubau integriert wird.“<br />
Die Nutzung des Gebäudes<br />
2113 ist eng mit der neuen<br />
Apparate-Instandsetzung<br />
verknüpft, denn hier werden<br />
zukünftig Rohre und Bleche<br />
gelagert.<br />
Der Neubau von 2130<br />
„Wir haben die Arbeitsprozesse im neuen<br />
Gebäude 2130 so angeordnet, dass Bauteile<br />
auf der einen Seite zur Bearbeitung ins Gebäude<br />
hineinkommen und es auf der anderen<br />
Seite fertig verlassen“, erklärt Belz. Im Vorfeld<br />
waren die Mitarbeitenden bei der Gestaltung<br />
der Arbeitsplätze in der Werkstatt intensiv<br />
eingebunden, etwa bei Workshops. Viele<br />
Ideen wurden aufgegriffen. Kick-off mit dem<br />
beauftragten Planungsbüro war Anfang Februar.<br />
Das Unternehmen Thieken aus Dorsten<br />
plant den Bau, schreibt die Aufgaben aus und<br />
übernimmt die Bauleitung. Der von YNCORIS<br />
gestellte Bauleiter und die Fachkoordinatoren<br />
unterstützen und beraten das Planungsbüro<br />
bei der Überwachung und Steuerung der Baustelle.<br />
Die Baugenehmigung soll bis Ende des<br />
Jahres vorliegen, die Bauarbeiten im Januar<br />
2025 starten.<br />
Im neuen Gebäude werden neben<br />
der Werkstatt der Apparate-Instandsetzung<br />
und der Rohrfertigung auch<br />
ein Pausenraum für 30 Mitarbeitende<br />
und zehn Büroarbeitsplätze<br />
untergebracht. Die Werkstatthalle selbst ist<br />
so aufgeteilt, dass Schwarz- und Weißbereich<br />
klar voneinander getrennt sein werden,<br />
um alle Qualitätsanforderungen zu erfüllen.<br />
Schweißkabinen und Schlossertische ordnen<br />
sich beieinander an. Davon abgetrennt die<br />
Weißbereiche – also Schneidetisch, Schlagschere<br />
und Kantbank – sowie die Maschinen<br />
der Zerspanung. Für den Maschinenpark ist<br />
geplant, eine Fräsmaschine sowie ein CNC-Bearbeitungszentrum<br />
anzuschaffen. Ein Großteil<br />
der Maschinen aus der alten Hauptwerkstatt<br />
soll auch in der neuen Halle einen Platz finden.<br />
Mit einer Gesamtfläche von rund 1.600 m 2<br />
wird das neue Gebäude Raum für moderne,<br />
zeit gemäße Arbeitsplätze bieten.<br />
2130<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 9
„BASF verlässt den Standort“<br />
Mitte Juli verkündete BASF die Umstellung des Produktionsnetzwerks von<br />
Glufosinat-Ammonium und die Schließung der Produktionsanlagen in Knapsack<br />
und Frankfurt. Dr. Jan Meiforth ist seit 1. Januar <strong>2024</strong> neuer Leiter<br />
beider BASF-Standorte. Rudolf Pölking hat bereits im Oktober die Aufgaben<br />
des Betriebsleiters BASF Agricultural Solutions GmbH im CPK übernommen.<br />
KNAPSACKSPIEGEL sprach mit den beiden darüber,<br />
wie es nun in Knapsack weitergehen wird.<br />
INTERVIEW<br />
HERR MEIFORTH, SIE HABEN SEIT BEGINN DES<br />
JAHRES DIE LEITUNG BEI BASF FÜR DIE PRODUK<br />
TIONSSTANDORTE IN FRANKFURT UND KNAPSACK<br />
INNE. MIT DER ANKÜNDIGUNG DER SCHLIESSUNG<br />
STEHEN SIE VOR KOMPLETT NEUEN AUFGABEN.<br />
DAS WIRD VERMUTLICH NICHT EINFACH!<br />
Meiforth: Die Entscheidung, beide Produktionsstandorte<br />
zu verlassen, haben wir uns nicht leicht gemacht. Wir<br />
bedauern sehr, dass dieser Schritt aufgrund der wirtschaftlichen<br />
Entwicklung notwendig war. Ich kann versichern,<br />
dass es nichts mit dem hohen Engagement unserer Teams<br />
in den vergangenen Jahren zu tun hat.<br />
HERR PÖLKING, WARUM IST EINE WIRTSCHAFT<br />
LICHE PRODUKTION AM STANDORT NICHT<br />
MEHR MÖGLICH?<br />
Pölking: Seit einigen Jahren leidet das GA-Geschäft der<br />
BASF unter hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Hinzu<br />
kommt, dass es auf dem Markt viele neue Anbieter von<br />
günstigeren Generika gibt, insbesondere in Asien. Ein Teil<br />
„Mir ist besonders wichtig, gemeinsam mit unseren kompetenten<br />
Mitarbeitenden eine Perspektive zu entwickeln. Unser Ziel ist es,<br />
individuelle Lösungen zu finden, die zu der jeweiligen Lebenssituation<br />
passen.“<br />
Dr. Jan Meiforth<br />
10 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
„Der geplante Rückbau unserer Anlagen<br />
ist eine große Herausforderung, die wir<br />
mit unseren professionellen Teams in den<br />
kommenden Jahren verantwortungsvoll<br />
angehen werden.“<br />
Rudolf Pölking<br />
der Wettbewerber produziert mit effizienteren Verfahren,<br />
wodurch sie ihre Herstellungskosten senken. Das hat zu<br />
einem erheblichen Druck auf die Mengenentwicklung und<br />
Profitabilität unseres eigenen GA-Geschäfts geführt. Diese<br />
Entwicklung hat sich insbesondere in den letzten Monaten<br />
nochmals deutlich verschärft.<br />
WAS HEISST DAS NUN GANZ KONKRET FÜR<br />
DIE ANLAGEN IN KNAPSACK?<br />
Meiforth: Wir planen, die Wirkstoffproduktion bis Ende<br />
<strong>2024</strong> einzustellen. Die Formulierungs-Produktion in<br />
Frankfurt wird bis Ende 2025 fortgeführt. Im Anschluss<br />
beginnen wir mit der Reinigung und dem Rückbau der<br />
Anlagen. Diese Nachfolgeaktivitäten werden laut unserer<br />
Schätzungen ca. zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.<br />
Wir verpflichten uns, diese Aufgaben sicher und verantwortungsbewusst<br />
durchzuführen. Dafür erarbeiten wir<br />
einen detaillierten Rückbau-Plan, den wir mit der Arbeitnehmervertretung<br />
eng abstimmen.<br />
Zur Person Dr. Jan Meiforth<br />
Dr. Jan Meiforth ist 47 Jahre alt und Chemiker. Er hat<br />
an verschiedenen Standorten studiert und schließlich<br />
promoviert. Nach ersten Zwischenstationen in<br />
London und der Schweiz, wo er bei einem Zulieferer<br />
in der Pharmaindustrie arbeitete, führte ihn sein<br />
Weg zu BASF, wo er mittlerweile seit zwölf Jahren<br />
beschäftigt ist. In dieser Zeit war er immer sowohl in<br />
der Produktion als auch im Bereich Pflanzenschutz<br />
tätig. Nach verschiedenen Funktionen in Ludwigshafen<br />
wechselte er Anfang des Jahres als Nachfolger von<br />
Harald Bernard als Standortleiter nach Frankfurt und<br />
Knapsack. Meiforth ist verheiratet mit einer Juristin<br />
und hat drei Kinder im Teenie-Alter.<br />
Zur Person Rudolf Pölking<br />
Rudolf Pölking war beruflich immer bei der BASF in<br />
Nordrhein-Westfalen tätig und hat in all seinen bisherigen<br />
Rollen immer in produktionsnahen Bereichen<br />
gearbeitet. Der 38-Jährige hat Verfahrenstechnik<br />
studiert und ist seit 2013 bei BASF beschäftigt,<br />
zunächst für die Lacksparte (Coatings) in Münster.<br />
2017 wechselte er an den Standort Düsseldorf<br />
und war dort zuletzt in der Produktionsleitung tätig.<br />
Im Oktober 2023 kam er als Nachfolger von<br />
Dr. Carsten Buchaly als Betriebsleiter der BASF<br />
Agricultural Solutions GmbH nach Knapsack.<br />
Pölking ist verheiratet und hat drei kleine Kinder.<br />
HERR PÖLKING, SIE SIND ALS BETRIEBSLEITER<br />
FÜR DIE TÄGLICHEN AUFGABEN ZUSTÄNDIG.<br />
WIRD SICH DER ABLAUF IN DEN NÄCHSTEN<br />
MONATEN ÄNDERN?<br />
Pölking: Trotz der geplanten Entscheidung, die Standorte<br />
zu verlassen, wird sich unser Arbeitsalltag erst einmal nicht<br />
fundamental ändern und es bleiben zunächst alle Stellen<br />
erhalten. Sobald die Folgeaktivitäten beginnen, kann es zu<br />
Anpassungen im Arbeitsablauf kommen. Jan Meiforth hat<br />
bereits den Rückbau-Plan erwähnt. Hier zählen wir auf<br />
unser starkes Team vor Ort, um unsere Arbeit weiterhin<br />
professionell, sicher und zuverlässig fortzusetzen.<br />
WIE SIEHT DIE ZUKUNFT IHRER<br />
MITARBEITENDEN AUS?<br />
Meiforth: Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber<br />
unseren Mitarbeitenden sehr ernst. Deshalb ist es uns<br />
wichtig, sie bei der Vermittlung auf Positionen innerhalb<br />
der BASF-Gruppe oder Unternehmen an den beiden<br />
Standorten zu unterstützen. Die Verhandlungen mit dem<br />
Betriebsrat werden wir gemeinsam als verlässliche Partner<br />
gestalten, dafür haben wir ein erstes Rahmenprogramm<br />
entwickelt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir den<br />
Verhandlungen nicht vorgreifen können.<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 11
„Die Zusammenarbeit<br />
am Standort habe ich als<br />
sehr offen und partnerschaftlich<br />
schätzen gelernt.<br />
In den kommenden Jahren<br />
möchte ich dies fortführen.“<br />
Dr. Jan Meiforth<br />
WAS BEDEUTET DIES FÜR DIE VERSCHIEDENEN<br />
STANDORTPARTNER?<br />
Pölking: Seit der Verkündung dieser Entscheidung stehen<br />
wir im engen Austausch mit unseren Partnern und werden<br />
gemeinsam Lösungen finden. An dieser Stelle möchte<br />
ich mich herzlich für die gute Zusammenarbeit und das<br />
Ver trauen über die vielen Jahre bedanken.<br />
WIE GEHEN SIE AN DIE ANSTEHENDEN<br />
VERÄNDERUNGEN HERAN?<br />
Meiforth: Wir sehen die nächsten Jahre als große<br />
Herausforderung. Gleichzeitig wissen wir, dass wir<br />
uns auf unsere Teams und Partner verlassen können.<br />
Gemeinsam werden wir diese anspruchsvollen<br />
Aufgaben gewissenhaft umsetzen.<br />
ICH DANKE GANZ HERZLICH<br />
FÜR DAS GESPRÄCH.<br />
Auszug aus dem<br />
BASF Halbjahresfinanzbericht <strong>2024</strong><br />
Am 10. Juli <strong>2024</strong> gab BASF bekannt, die Produktion<br />
des Wirkstoffs Glufosinat-Ammonium (GA) an<br />
den Standorten Knapsack und Frankfurt am Main/<br />
Deutschland bis Ende <strong>2024</strong> einzustellen. Die<br />
GA-Formulierung in Frankfurt endet 2025. Anschließend<br />
werden die beiden Produktionsanlagen<br />
stillgelegt. Der Wirkstoff GA bleibt weiterhin eine<br />
Schlüsselkomponente des globalen Herbizidportfolios<br />
von BASF und wird zukünftig von Drittanbietern<br />
bezogen. Die Maßnahme umfasst etwa 300<br />
Arbeitsplätze. Die erwarteten Sonderaufwendungen<br />
im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich<br />
werden das Ergebnis von Agricultural Solutions im<br />
dritten Quartal belasten.<br />
Im Gespräch mit BASF war Dirk – sein Fazit:<br />
(veröffentlicht am 26. Juli <strong>2024</strong>)<br />
„BASF hat sich z u einer festen Größe in Knapsack entwickelt. Traurig, dass dieser Weg endet.“<br />
12 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
Auftakt<br />
Eine Einführungswoche für die neuen Azubis bei Clariant<br />
S<br />
ie sind jung. Sie möchten einen guten Job. Sie sind<br />
Zukunft. Im August begrüßte Clariant sechs neue Azubis.<br />
Das Unternehmen widmete den Neuzugängen<br />
eine ganze Begrüßungswoche, während der die jungen Männer<br />
eine Menge an Informationen bekamen: über Clariant<br />
weltweit und am Standort Knapsack, über die Arbeit von Betriebsrat,<br />
Jugendauszubildendenvertretung und Gewerkschaft.<br />
Außerdem lernten sie Betriebe und Produkte kennen und vor<br />
allem die Menschen, mit denen sie in den kommenden Monaten<br />
und Jahren zusammenarbeiten werden. Betriebsbesichtigungen,<br />
eine Einheit zu Arbeitssicherheit und Schulungen im<br />
Unternehmen, organisatorische und praktische Module, wie<br />
die Einrichtungen der IT, lösten einander ab. Immer wieder gab<br />
es Gelegenheit zu Gesprächen. „Wir möchten vom ersten Tag<br />
an ideale Bedingungen für euch und eure Ausbildung schaffen.<br />
Was ihr daraus macht, liegt in euren Händen“, richtete Betriebsratsvorsitzender<br />
Reiner Wirsbitzki das Wort an die Azubis.<br />
Johannes Heyer, HR Senior Consultant, appellierte: „Wir alle hier<br />
unterstützen euch während eurer Lehrzeit und investieren in<br />
eure qualifizierte, solide Ausbildung. Von euch erwarten wir im<br />
Gegenzug das Engagement, euch einzubringen und euer Bestes<br />
zu geben. Wir sind ein Team und ihr seid jetzt ein Teil davon.“<br />
„Ich habe während<br />
Corona ein Maschinenbau-Studium<br />
begonnen<br />
und gemerkt, dass<br />
ich etwas anderes,<br />
Praktischeres möchte.<br />
Ein Freund unserer<br />
Familie, der bei Clariant<br />
arbeitet, hat dann vermittelt.<br />
Einstellungstest,<br />
Vorstellungsgespräch:<br />
So habe ich den Ausbildungsplatz<br />
bekommen.“<br />
Cagri Koc<br />
22 Jahre, Chemikant<br />
„Ich bin aus Hürth<br />
und kenne natürlich<br />
einige, die auf<br />
dem Knapsacker<br />
Hügel arbeiten.<br />
Während eines<br />
Praktikums konnte<br />
ich einen ersten<br />
Eindruck vom Job<br />
gewinnen. Hat mir<br />
sehr gefallen.“<br />
Efe Yildiz<br />
17 Jahre, Chemikant<br />
„Bevor ich mich<br />
entschlossen habe<br />
Chemielaborant zu<br />
werden, hatte ich<br />
schon ein paar Semester<br />
Biochemie studiert.<br />
Jetzt erst mal<br />
die Ausbildung und<br />
dann weitersehen.<br />
Die Zukunft sehe ich<br />
positiv.“<br />
Nathan Wulf<br />
21 Jahre, Chemielaborant<br />
„Eine gute Ausbildung ist der<br />
Grundstein für alles Weitere.<br />
Ich kann mir gut vorstellen,<br />
den Meister anzuschließen.“<br />
Alexander Kajewski<br />
18 Jahre, Industriemechaniker<br />
„Ich wohne quasi um die<br />
Ecke. Mein Onkel, der<br />
auch hier arbeitet, hat<br />
mir zu einer Bewerbung<br />
geraten. Ich hoffe, dass<br />
ich die Ausbildung erfolgreich<br />
abschließe.“<br />
Enes Ören<br />
17 Jahre, Chemikant<br />
„Bei uns in der Familie ist eine<br />
Arbeitsstelle bei Clariant fast<br />
schon Familientradition. Ich<br />
denke, Chemikant ist ein guter<br />
und zukunftsfähiger Job.“<br />
Jonathan Öztas<br />
17 Jahre, Chemikant<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 13
„Hab ich alles richtig gemacht?<br />
Mit nichts<br />
gestartet, erarbeitete ich<br />
gemeinsam mit meiner<br />
Frau so vieles für unsere<br />
Familie. Und zur Arbeit<br />
bin ich in all den Jahren<br />
gerne gegangen. Ich bin<br />
froh mit dem Erreichten.<br />
Also, ja: Alles<br />
richtig gemacht.“<br />
14 |<br />
Die mitgebrachten Bilder<br />
dokumentieren nicht nur<br />
Wenngatz' Jahre im Chemiepark,<br />
sondern auch den<br />
Zeitgeist. Das Foto zeigt ihn<br />
in der Thermischen Säure<br />
etwa 1985<br />
Schnappschuss mit<br />
dem ehemaligen Kollegen<br />
Thomas Meurer in den 90ern<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
HERR<br />
WENNGATZ<br />
GEHT<br />
IN RENTE<br />
Ein Abschied nach über 45 Jahren auf<br />
dem Knapsacker Hügel<br />
H<br />
eute hat Erwin Wenngatz noch einmal einen<br />
Termin „op de Chemische“, wie er sagt. Er kommt<br />
die Treppe zum Betriebsrestaurant in Knapsack<br />
herunter und nimmt auf einer der Holzbänke draußen<br />
im Schatten Platz. Er ist hier, um zu erzählen: über seine<br />
vielen Jahre im Werk, seinen Abschied und die Rolle, die<br />
sein Job als Chemikant bei Hoechst und Clariant für sein<br />
Leben gespielt hat. Seit Juni ist er freigestellt, im Oktober<br />
erreicht er das Renteneintrittsalter.<br />
AUS EIGENER KRAFT<br />
Wenngatz erinnert sich: „Ich bin in armen Verhältnissen in<br />
Hürth-Efferen groß geworden. Mit acht Geschwistern war<br />
ich von Anfang an gewohnt zu arbeiten.“ Nach der Schule<br />
wollte er eigentlich eine Lehre als Autoschlosser machen.<br />
Als das mit dem Ausbildungsplatz nicht klappte, fing er<br />
in einer Metallbaufirma an zu arbeiten. Sein Leben veränderte<br />
sich, nachdem er seine Jugendliebe und heutige Frau<br />
kennengelernt hatte. Privat, aber auch beruflich. Denn ihr<br />
Onkel war Maler und Anstreicher im Chemiepark und riet<br />
ihm, sich dort zu bewerben. Das war Anfang 1979. Da leistete<br />
Wenngatz gerade seinen Wehrdienst. Im April durfte er sich<br />
vorstellen, und am 14. Mai trat er seinen neuen Job in der<br />
Thermischen Säure an. Proben holen, aufräumen, Behälter<br />
umstellen – Wenngatz war zunächst Springer und half aus,<br />
wo er gebraucht wurde. Fünf Jahre später war er dann fest<br />
auf Schicht. „Meine Frau und ich, wir hatten nichts und haben<br />
uns alles erarbeitet. Vom ersten Geld gönnten wir uns<br />
eine Küche, später dann ein Schlafzimmer und einen Honda<br />
Akkord. Wir sind froh, dass wir schließlich auch ein Haus<br />
in Kerpen-Brüggen erwerben konnten.“ Als die Thermische<br />
Säure den Betrieb einstellte, wechselte er in die Hexa-Anlage,<br />
die 1997 dann Teil von Clariant wurde. Wenngatz erwarb<br />
an der Rhein-Erft Akademie den Abschluss als Chemikant.<br />
Bei Clariant, im heutige PV-Betrieb, ist er geblieben bis diesen<br />
Sommer.<br />
Diesen PsO5 Turm – eine Spardose<br />
und das Abschiedsgeschenk<br />
der Kollegen – nimmt Wenngatz<br />
mit in Rente<br />
DIE RICHTIGE EINSTELLUNG<br />
In den vergangenen Jahren hat ihn ein Azubi an die junge<br />
Version seiner selbst erinnert, erzählt Wenngatz: „Eher ein<br />
praktischer Typ, der, um den Betrieb zu verstehen, jedem<br />
noch so kleinen Ventil nachgelaufen ist. Wichtig ist es doch,<br />
eine positive Einstellung zur Arbeit zu haben sowie neugierig<br />
und interessiert zu sein.“ Einige Anlagen hat Wenngatz gefahren,<br />
hauptsächlich war er jedoch in der Abfüllung. Mit der<br />
Schichtarbeit hat er nie gehadert. Im Gegenteil. Er sagt: „Dadurch<br />
hab ich gutes Geld verdient. Außerdem war der Zusammenhalt<br />
immer super. Tolle Schichtkollegen – es gibt nichts<br />
Besseres: Morgens ein bisschen quatschen, Blödsinn machen,<br />
einen Kaffee trinken und dann packen wir’s gemeinsam an.“<br />
Zum Abschied hat er die Kollegen eingeladen. Sie haben ihm<br />
eine gefüllte Spardose in Form eines Produktionsturms überreicht:<br />
„Erwins P2O5 Turm“. Jetzt ist seine Zeit in Knapsack<br />
zu Ende. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Wenngatz freut<br />
sich, findet, der Zeitpunkt ist gut gewählt. Der heute 65-Jährige<br />
hätte auch schon vor zwei Jahren in Rente gehen können.<br />
Er blieb, um den Töchtern und deren Familien noch ein bisschen<br />
mehr unter die Arme greifen zu können. Wenn er über<br />
seine Familie, seine Frau, die Töchter, deren Partner und die<br />
beiden Enkel Mika und Noel spricht, wird klar, was in seinem<br />
Leben das Wichtigste ist.<br />
BILDER IM KOPF<br />
Zum Ende des Gesprächs schiebt er einen weißen Umschlag<br />
über den Tisch: „Ich hab noch ein paar alte Fotos gefunden.“<br />
Wenngatz schmunzelt beim Betrachten. Auf einem der Bilder<br />
steht er in der Thermischen Säure. Die Haare schulterlang<br />
und mit dunklem Schnauzer – die 80er Jahre lassen<br />
grüßen. „Wer hier so lange wie ich gearbeitet hat, hat noch<br />
viel mehr Bilder im Kopf, hat viel erlebt und könnte noch so<br />
viel erzählen.“<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 15
„DER KITT ZWISCHEN UNS“<br />
ENDLICH DA: DAS ZWEITE BUCH MIT<br />
KNAPSACKER GESCHICHTEN<br />
E<br />
r saß am Telefon, hörte in Wohnzimmersesseln<br />
und an Küchentischen zu und<br />
sammelte Anekdoten aus dem Chemiepark<br />
für den zweiten Band: „Es ist doch so: Aus Begegnungen<br />
entstehen Geschichten“, sagt Günther<br />
Geisler. Nach seiner Erfahrung ist es eher schwierig,<br />
einen Aufruf zu starten und darauf zu hoffen,<br />
Geschichten zu erfahren. Vielmehr ist es<br />
das persönliche Gespräch, bei dem häufig zu der<br />
einen Geschichte noch ein, zwei weitere kommen.<br />
Das zeigte sich auch bei der Vorstellung des<br />
frisch erschienenen Büchleins im Blauen Salon.<br />
Kaum saßen die Geschichtengeber*innen zusammen<br />
und kamen ins Gespräch, lachten sie<br />
bereits gemeinsam über weitere Episoden, die<br />
ihnen spontan einfielen. Thomas Kuhlow, Leiter<br />
Kommunikation YNCORIS, der seinen ehemaligen<br />
und langjährigen Kollegen Geisler bei der<br />
Herausgabe beider Bände unterstützte, sprach<br />
von den Geschichten und dem gemeinsam<br />
Erlebten als „bindendes Mittel zwischen den<br />
Menschen im Chemiepark.“<br />
Günther Geisler<br />
Wie Knapsack ihn dann schlussendlich doch<br />
ziemlich ins Schwitzen brachte, erzählt die<br />
Geschichte von Günther Geisler. In der Hauptrolle<br />
ein T-Shirt, das sein Sohn von einem Konzertbesuch<br />
bei der amerikanischen Rockband<br />
‚Knapsack‘ in Köln mitbrachte. Geisler sagt<br />
heute, dass er seit jenem Tag im Januar 2017<br />
Shirts aus reiner Baumwolle bevorzuge …<br />
Heinz-Peter Blumenthal<br />
Das Herz von Heinz-Peter<br />
Blumenthal, den viele in der<br />
Kluft der Werksfeuerwehr<br />
kennen, schlägt für die Natur.<br />
Er ist ehrenamtlicher Außenmitarbeiter<br />
der Unteren Landschaftsbehörde<br />
und als Hürther<br />
Ortsgruppenleiter im NABU<br />
engagiert. Da wundert es nicht,<br />
dass einer seiner Beiträge in den<br />
Knapsacker Geschichten vom<br />
„tierischen Chemiepark“ handelt.<br />
Zum Fotoshooting hat er einen<br />
Fuchs mitgebracht. Das Tier war<br />
ein Unfallopfer auf einer Straße<br />
in Hürth.<br />
Marion Kievernagel<br />
In über 46 Jahren im Chemiepark<br />
ist Marion Kievernagel nur ein<br />
einziges Mal mit Disco-Rollern<br />
zur Arbeit gefahren. Für Nachahmer*innen:<br />
Nachhaltigkeit hin<br />
oder her – leider sind Anreise und Arbeiten auf Rollschuhen<br />
verboten. Zu gefährlich. Gefährlich war auch die Verwechslung<br />
der Allergikerin von Kokosraspeln mit weißer Schokolade.<br />
Spätestens seitdem ist ihr Verhältnis zur Tropennuss eher<br />
schwierig.<br />
16 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
Dr. Hermann Schrödter<br />
Dr. Hermann Schrödter erzählt: „Natürlich hatte auch ich immer<br />
ein Pausenbrot dabei. Morgens bin ich früh aus dem Haus, da war<br />
ich um 9 Uhr wieder hungrig. Meistens gab es ein Wurst- oder<br />
Käsebrot und noch ein bisschen ‚Grünzeug‘, einen Apfel, eine<br />
Apfelsine oder Birne.“ Verwechslungen mit den Pausensnacks<br />
gab es bei ihm zum Glück nie. Ganz anders in seiner Geschichte.<br />
Heike Casper<br />
„Ich habe auch noch Geschichten“,<br />
sagte Heike Casper direkt nach<br />
Erscheinen des ersten Bandes.<br />
Sie gab damit mit den Anstoß zur<br />
zweiten Ausgabe. Dazu hat sie<br />
gleich vier beigetragen. Sie erinnert<br />
sich an unzählige weitere Anekdoten<br />
und ist sich sicher: Allein von<br />
dem Kollegen, der sich den Spaß<br />
machte, Kiwi mit Kartoffeln zu<br />
vertauschen, fallen ihr bestimmt<br />
noch 20 weitere ein. Klingt fast<br />
nach einem Band 3 …<br />
Uwe Kopainski<br />
Die Geschichtenerzähler*innen zeigten während des<br />
Auf die Frage nach seinem Lieblingsgericht<br />
lacht Uwe Kopainski schallend<br />
und antwortet: „Natürlich Hämmchen!“<br />
Dass er dazu auch eine Geschichte aus<br />
Knapsack parat hat, ist selbstredend.<br />
Wer loslesen möchte, schreibt einfach eine<br />
E-Mail an knapsacker.geschichten@gmx.net.<br />
Kostenpunkt für einen Band: 10 Euro.<br />
Beide Bände im Doppelpack gibt’s für 15 Euro.<br />
Wie schon bei der ersten Auflage stiftet<br />
YNCORIS den Erlös aus dem Verkauf. Dieses<br />
Mal geht der Gewinn an das Hospiz in Hürth.<br />
Fotoshootings, dass sie vor der Kamera wahre Talente sind. O fensichtlich ist auch der Spaß, den sie während des Fotograf ierens hatten.<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 17
Das Pumpenhaus Liblar<br />
D<br />
as Grundstück erstreckt<br />
sich über Wiesen<br />
bis hinunter zum<br />
Ufer der Erft. Walnussbäume<br />
wiegen sich im Wind, ein Kaninchen<br />
lugt vorwitzig aus<br />
den Büschen. Vogelstimmen,<br />
sonst nur hin und wieder das<br />
Ploppen eines Tennisballs in<br />
der Sportanlage nebenan. Wie<br />
im Dornröschenschlaf liegt<br />
in diesem Idyll in Liblar ein<br />
Frischwasser-Pumpenhaus<br />
von YNCORIS: weiße Fassade<br />
mit hübschen Sprossenfenstern<br />
und ein Wohnhaus samt<br />
zwei Dienstwohnungen in<br />
unmittelbarer Nachbarschaft.<br />
Das Pumpenhaus wurde vor<br />
Jahrzehnten gebaut, um den<br />
Chemiepark mit zusätzlichem<br />
Frischwasser zu versorgen. Indes<br />
gebraucht wird es schon<br />
lange Jahre nicht mehr. 2008<br />
wurde die Versorgung des<br />
Chemieparks durch das Wasserwerk<br />
Liblar eingestellt. Die<br />
Wasserversorgung aus dem<br />
Pumpenhaus in Dimerzheim<br />
war und ist ausreichend. Im Innern<br />
des Gebäudes findet sich<br />
ein hoher Raum mit beeindruckender<br />
Holzdecke. Was hier<br />
im Verborgenen schlummert,<br />
ist ein schönes Beispiel rheinischer<br />
Industriekultur.
Die Pläne des Gebäudes datieren<br />
aus dem Jahr 1915. Im selben Jahr<br />
wurde mit dem Bau des Wasserwerks<br />
begonnen sowie eine etwa<br />
sieben Kilometer lange Gußwasserleitung<br />
von Liblar nach Knapsack<br />
verlegt.<br />
Von den vier Pumpen im Wasserwerk Liblar<br />
dienten drei der Versorgung des Chemieparks<br />
und eine vierte der der May-Werke in Köttingen.<br />
Mehr als acht Brunnen lieferten das Wasser.<br />
Die Förderleistung betrug bis zu 3.500 m 3 / h.<br />
Bereits 1957 wurden die Brunnen des Wasserwerks<br />
Liblar stillgelegt. Anschließend kam das<br />
Wasser aus Dimerzheim.<br />
20 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
EIN SPIEGEL DER<br />
UNTERNEHMENSKULTUR<br />
INTERVIEW<br />
Facility Management aus der Sicht des<br />
Segmentleiters Emir Kasapovic<br />
E<br />
r ist neu bei YNCORIS, aber nicht neu im Geschäft.<br />
Emir Kasapovic, seit Anfang Mai Segmentleiter<br />
Facility Management in Knapsack,<br />
war vorher verantwortlich für die Betreuung eines<br />
Großkunden, zunächst bei STRABAG, dann beim<br />
Dienstleistungskonzern ISS. Mit dieser Berufserfahrung,<br />
einem Abschluss als WEG-Immobilienverwalter<br />
und als Fachwirt Facility Management bringt er für<br />
seine neuen Aufgaben beste Voraussetzungen mit.<br />
ZEIT FÜR EINEN PERSPEKTIVWECHSEL<br />
Was hat den Ausschlag für die Entscheidung, bei<br />
YNCORIS zu arbeiten, gegeben? Kasapovic sagt:<br />
„Nach fünf Jahren erfolgreicher Führungstätigkeit<br />
in einem Konzern reizte mich der Wechsel in ein<br />
mittelständisches und eigentümergeführtes Unternehmen,<br />
das als Dienstleister operiert.“ Er möchte<br />
mitgestalten. Wenn er über seinen Arbeitsbereich<br />
spricht, benennt er zwei große Themen: den Aufbau<br />
von Strukturen im Facility Management und die<br />
strategische Planung. „YNCORIS ist gut aufgestellt,<br />
das fiel bei meiner Entscheidung ins Gewicht. Und<br />
auch der Umgang miteinander schon während der<br />
Bewerbungsphase hatte einen positiven Einfluss darauf.<br />
Knowhow und Teamfähigkeit der Kolleg*innen<br />
bestätigen jetzt diesen ersten Eindruck“, ergänzt er.<br />
UNAUFFÄLLIG, ABER WIRKUNGSVOLL<br />
Kasapovic formuliert den Gedanken, dass sich im Facility<br />
Management Unternehmenskultur spiegelt. Wertschätzung<br />
gegenüber den Mitarbeitenden, den Kunden,<br />
den Fremdfirmen. „Wir agieren unauffällig und<br />
halten doch alles zusammen und am Laufen. Wir tragen<br />
unseren Teil bei zum möglichst perfekten Arbeitsumfeld<br />
und arbeiten beständig daran, dem Ideal weiter<br />
näher zu kommen“, erklärt er. Im Alltag bei YNCORIS<br />
bedeutet das, die Verantwortung als Betreiber des Chemieparks<br />
zu übernehmen und ein kaufmännisches,<br />
infrastrukturelles und technisches Gebäudemanagement<br />
zu bieten. Da ist auf der einen Seite das Tagesgeschäft<br />
und auf der anderen Seite die Werksplanung<br />
und -entwicklung, also Optimierungsmaßnahmen zu<br />
erarbeiten und nachhaltig und strategisch umzusetzen.<br />
Wie auch in anderen Bereichen sind Zukunftssicherheit,<br />
Nachhaltigkeit und Digitalisierung zentrale<br />
Themen, die das Facility Management vorantreibt.<br />
„Ich schätze den<br />
Umgang mit Menschen<br />
und interessiere<br />
mich gleichzeitig für<br />
technische Themen. In der<br />
Immobilienwirtschaft verbindet<br />
sich beides. Die Möglichkeit<br />
der Mitgestaltung, manchmal die<br />
Notwendigkeit zur Improvisation –<br />
das ist für mich positiver Stress.“<br />
Emir Kasapovic<br />
MIT FRISCHEM BLICK<br />
„Eines meiner Hauptthemen ist gerade die klare Festlegung<br />
von Zuständigkeiten. Das sorgt für Sicherheit,<br />
auch in rechtlicher Hinsicht“, erklärt Kasapovic. „Es<br />
geht also um Kommunikation. Wie können wir die<br />
vielen Experten bei YNCORIS einbinden und Synergien<br />
nutzen? Wo finden sich Schnittstellen? Wer ist<br />
verantwortlich?“<br />
Das Onboarding im laufenden Prozess findet er<br />
sehr gut, weil es einen direkten Bezug zur Abteilung<br />
gibt und der Austausch mit jeweils festen Ansprechpartner*innen<br />
erfolgt. Gerade ist er noch in der ‚Kennenlernphase‘.<br />
Das sei wichtig, meint er, denn: „Ich<br />
bringe eine andere, neue Sicht auf die Dinge mit. Das<br />
bedeutet Potenzial, fordert aber auch Akzeptanz.“<br />
Und sonst so?<br />
Kasapovic, 40 Jahre, lebt mit seiner Frau und den<br />
beiden fünf und zwölf Jahre alten Söhnen in Linz<br />
am Rhein. Geboren in Bosnien-Herzegowina hat<br />
er im Rheinland schon lange seinen Heimathafen<br />
gefunden. Er schätzt die Mischung aus Stadt und<br />
Land, zwischen bester Infrastruktur, umfangreichen<br />
kulturellen Angeboten und der Möglichkeit, Natur<br />
und Landschaft beim Wandern und Radfahren<br />
zu genießen. Und wichtig für den Rheinländer als<br />
solchen: Er mag Karneval.<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 21
NACHHALTIGKEIT KONKRET:<br />
VOM KUNSTSTOFF ZUM<br />
KUNSTSTOFF<br />
Im Frühjahr 2026 soll die erste<br />
Anlage von LyondellBasell im neuen<br />
Werksteil Hürth-Süd in Betrieb<br />
gehen, um Kunststoffabfälle zu<br />
recyceln und weiterzuverarbeiten.<br />
Mit dieser Anlage schafft das<br />
Unternehmen die Grundlage, um<br />
daraus in weiteren Schritten neuen<br />
Kunststoff herzustellen. Wolfgang<br />
Klemmer ist Business Opportunity<br />
Manager bei LyondellBasell und<br />
leitet das Bauprojekt. Er erklärt,<br />
warum die neue Anlage für das<br />
Unternehmen so wichtig ist.<br />
O<br />
b Käse-, Schokoriegelverpackung oder Joghurtbecher<br />
– jeden Tag erzeugen Menschen große<br />
Mengen an Kunststoffabfällen. Zwar steigt der<br />
Anteil von recycelten Kunststoffen, doch gerade bei Lebensmitteln<br />
werden die Verpackungen aufgrund der hohen<br />
Anforderungen fast immer aus neuen Kunststoffen hergestellt.<br />
Ein hoher Ressourcenverbrauch. „Viele große Konsumgüterproduzenten<br />
wollen daher bis 2030 den Anteil von<br />
recyceltem Kunststoff in den Verpackungen ihrer Produkte<br />
kontinuierlich erhöhen“, sagt Klemmer. „Für dieses Ziel benötigen<br />
die Verpackungshersteller Kunststoffe mit Rezyklatanteil,<br />
der für Lebensmittelanwendungen zugelassen ist –<br />
und zwar in großen Mengen. Diesen wachsenden Markt<br />
wollen wir bedienen.“ Bis 2030 strebt LyondellBasell an,<br />
weltweit zwei Millionen Tonnen Polymere aus Rezyklaten<br />
und nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.<br />
ÜBER KNAPSACK ZURÜCK IN<br />
DEN WERTSTOFFKREISLAUF<br />
Doch Kunststoffe wiederzuverwenden ist mit hohen Anforderungen<br />
verbunden – sowohl technisch als auch aufgrund<br />
gesetzlicher Regelungen. Das verbreitete mechanische<br />
Recycling benötigt darüber hinaus sehr gut vorsortierte,<br />
idealerweise sortenreine Kunststoffabfälle. Neben diesen<br />
sortenreinen Anteilen landen heute mehr als 50 Prozent<br />
als unsortierte Kunststoffabfälle in der Verbrennung.<br />
Klemmer: „Hier kommt unsere neue Anlage am Standort<br />
Knapsack ins Spiel. Sie soll diesen Anteil mit modernster<br />
22 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
Technik noch einmal deutlich besser sortieren. Wir nehmen<br />
also den mechanischen Wiederverwertern nichts weg, sondern<br />
führen voraussichtlich rund zwei Drittel dieser ‚Reste‘<br />
wieder in den Wertstoffkreislauf zurück.“ Dazu werden die<br />
Kunststoffe vollelektronisch erkannt, aufgeteilt und danach<br />
in eine Art Pellets aufgeschmolzen. Die gewählte Anlagenkonstruktion<br />
für Knapsack orientiert sich an einer sehr<br />
ähnlichen Anlage eines verbundenen Unternehmens nahe<br />
Hannover. „Wir rechnen daher damit, dass wir durch das bereits<br />
erprobte Konzept deutlich schneller mit der Produktion<br />
starten können“, so Klemmer.<br />
DREI FRAGEN<br />
AN WOLFGANG<br />
KLEMMER<br />
KREISLAUFWIRTSCHAFT<br />
FÜR KUNSTSTOFFE<br />
thermische<br />
Verwertung<br />
Sammlung<br />
&<br />
Sortierung<br />
Ab jetzt läuft es rund<br />
Einsatz<br />
&<br />
Gebrauch<br />
Recycling<br />
Biomasse<br />
durch<br />
Kompostierung<br />
Kunststofferzeugnisse<br />
Herstellung<br />
von<br />
Kunststoff<br />
Recyclingfähig – was heißt das überhaupt?<br />
Rohöl<br />
Nicht alles, was sich theoretisch wiederverwerten<br />
ließe, kann auch wirklich recycelt werden. In der Entsorgungsindustrie<br />
gelten deshalb nur solche Artikel<br />
als recyclingfähig, die von den Sortiereinrichtungen<br />
der Unternehmen erkannt und von anderen Stoffen<br />
oder Verpackungen getrennt werden können. Hier will<br />
LyondellBasell mit der Anlage im Werksteil Hürth-Süd<br />
signifikante Verbesserungen schaffen (siehe Grafik<br />
oben).<br />
Herr Klemmer, was macht ein<br />
Business Opportunity Manger?<br />
Ich schaue nach Chancen für unser Unternehmen,<br />
insbesondere im Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft.<br />
Welche Kunststoffe werden wir<br />
zukünftig benötigen? Wie können wir uns am<br />
Kunststoffrecycling beteiligen, wie es vermarkten?<br />
Was machen andere Standorte bereits,<br />
wie können wir voneinander profitieren oder<br />
Schnittstellen optimieren? Das sind Fragen, auf<br />
die ich eine Antwort suche. Deshalb stehe ich in<br />
engem Kontakt mit Kolleg*innen von anderen<br />
Standorten unter anderem in Deutschland und<br />
den Niederlanden.<br />
Was macht Ihren Job<br />
spannend?<br />
Ich arbeite mit vielen Menschen aus den<br />
unterschiedlichsten Bereichen zusammen,<br />
zum Beispiel aus Rohstoffbeschaffung, Projektmanagement,<br />
Produktentwicklung, Marketing<br />
und Finanzen. Diese Schnittstellen zu verbinden<br />
und ein gleiches Verständnis für alle zu<br />
schaffen, das macht meine Aufgabe interessant<br />
und vielseitig. Schon vor dem ersten Spatenstich<br />
in Hürth-Süd denke ich darüber nach,<br />
wo wir eine solche Anlage noch einmal bauen<br />
könnten. Für mich ist klar, die Schließung von<br />
Kreisläufen ist das richtige Ziel und es macht<br />
mir Spaß, daraufhin zu arbeiten.<br />
Was macht der Privatmensch<br />
Klemmer?<br />
Der freut sich auf seine beiden Enkel, die noch<br />
dieses Jahr auf die Welt kommen und ihn sicher<br />
auf Trab halten werden. Ansonsten bin ich im<br />
Männergesangverein in Brühl aktiv, also gleich<br />
um die Ecke. Hier treffe ich auch viele meiner<br />
Freunde.<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 23
Mechanisches und chemisches Recycling<br />
einfach erklärt<br />
Wolfgang Klemmer<br />
mit unsortierten<br />
Kunststoffschnipseln<br />
und dem Rezyklat, das<br />
sich für viele Anwendungen<br />
nutzen lässt<br />
Mechanisches Recycling –<br />
für sortenreine Kunststoffe<br />
Beim mechanischen Recycling werden Kunststoffabfälle<br />
zerkleinert, sortiert, gewaschen und getrocknet,<br />
bevor sie in Pellets aufgeschmolzen und weitergenutzt<br />
werden. Dazu benötigen die Wiederverwerter<br />
sortenreine Kunststoffe. Trotzdem ist es derzeit nicht<br />
möglich, diese Kunststoffe wieder in Produkten mit<br />
hohen Hygieneanforderungen einzusetzen. Aus einem<br />
Joghurtbecher kann daher beim mechanischen<br />
Recycling kein neuer Joghurtbecher mehr werden.<br />
Chemisches Recycling – für gemischte oder<br />
verunreinigte Kunststoffabfälle<br />
Anders beim chemischen Recycling. Mit diesem<br />
Verfahren lassen sich auch gemischte, flexible und<br />
verunreinigte Kunststoffabfälle wiedergewinnen.<br />
Dazu werden die Ausgangsmaterialien in chemischen<br />
Prozessen zu neuen Zwischenprodukten<br />
aufgeschlossen. Sie dienen als Rohstoff für neue<br />
Kunststoffe. So hergestellte Polymere dürfen auch<br />
in Bereichen mit hohen Hygiene- und Qualitätsstandards<br />
eingesetzt werden, zum Beispiel in der<br />
Medizintechnik oder im Lebensmittelbereich.<br />
VON HÜRTH-SÜD NACH WESSELING<br />
Die Pellets gelangen danach in die MoReTec-Anlage von<br />
LyondellBasell in Wesseling. Sie soll ebenfalls Anfang 2026<br />
anlaufen. In diesem Betrieb werden die sortierten Mischkunststoffe<br />
über eine Pyrolyse in Pyrolysegas und Pyrolyseöl<br />
aufgespalten. Pyrolyseöl dient dann als Ersatz für<br />
fossile Rohstoffe, die normalerweise für die Polymerproduktion<br />
nötig sind. Diese Rohstoffe nutzt das Unternehmen<br />
zur Herstellung neuer Kunststoffe für eine Vielzahl von Anwendungen,<br />
unter anderem für medizinische Verpackungen,<br />
aber auch für Käse-, Schokoriegelverpackungen oder<br />
Joghurtbecher.<br />
12<br />
Der Fahrplan für<br />
die neue Anlage<br />
in Hürth-Süd<br />
Ende Oktober <strong>2024</strong>:<br />
Vorbereitung der Fläche<br />
für die Baumaßnahmen<br />
Bis Ende <strong>2024</strong>: Einholen<br />
der Baugenehmigung<br />
Anfang 2025: Baubeginn<br />
Mitte 2026: Inbetriebnahme<br />
der ersten Anlage<br />
Mehr dazu:<br />
Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele<br />
für eine nachhaltige Entwicklung<br />
(Sustainable Development Goals, SDGs)<br />
definiert. Eines davon ist „Nachhaltige/r<br />
Konsum und Produktion“. Die neue<br />
Anlage von LyondellBasell wird auf<br />
dieses Ziel einzahlen.<br />
24 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
UNTERWEGS<br />
MIT DEM ENTSTÖRDIENST
Bei<br />
Anruf<br />
Support!<br />
Die Elektroniker im Entstördienst sind die Fachleute<br />
für mehr als 20 Produktionsbetriebe am Standort –<br />
und das rund um die Uhr<br />
21 Uhr im Chemiepark: Die Nachtschicht<br />
von Wolter beginnt<br />
od„Gottfried Wolter war ein authentisches M<br />
el,<br />
B<br />
laue Stunde auf dem Knapsacker<br />
Hügel. Der Himmel noch<br />
golden, doch langsam schiebt<br />
sich die Dämmerung ins Blickfeld.<br />
Gottfried Wolter hat Nachtschicht.<br />
Auf den Schreibtisch im Büro legt er<br />
Banane, Apfel und stellt noch einen<br />
Becher Buttermilch dazu. „Ich übernehme<br />
heute den Entstördienst bis<br />
morgen früh um sechs“, erklärt er.<br />
Er ist der Mann, bei dem das Telefon<br />
klingelt, wenn es in den Betrieben<br />
eine Störung gibt. Er ist der Retter in<br />
der Not. Da kann ein bisschen Stärkung<br />
nicht schaden.<br />
ALLTAGSHELDEN<br />
Wolter und seinen sechs Kollegen im<br />
Entstördienst stellen die Diagnose und<br />
managen die Entstörbeseitigung in<br />
den Bereichen Elektrotechnik sowie<br />
Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.<br />
Er erzählt: „Wir sind so etwas wie der<br />
‚Schlüsseldienst‘ für elektrotechnische<br />
Anlagen. Wir helfen, und damit sind<br />
viele Erfolgserlebnisse garantiert!“ Allein<br />
auf Nachtschicht.<br />
Das klingt aufregend, aber auch etwas<br />
furchteinflößend. Wolter grinst<br />
verschmitzt und meint: „Jede Schicht<br />
verläuft anders. Ich mag den Kick.<br />
Aber keine Sorge, die Aufgabe ist keine<br />
Zauberei.“ In der Schicht ist er allein an<br />
der Front, doch mit dem Wissen, dass<br />
im Hintergrund ein bestens qualifiziertes<br />
und spezialisiertes Team steht. Außerdem<br />
ist die Unterstützung aus den<br />
Fachabteilungen gewiss. Ein Kollege<br />
im Hintergrund steht bereit – für eine<br />
zweite Meinung, Rat und Hilfe.<br />
Wer heute neu im Job startet, auf<br />
den wartet eine Einarbeitungsphase<br />
von sechs Monaten bis zwei Jahren,<br />
in der der/die ‚Neue‘ während der<br />
Schicht einen erfahrenen Kollegen<br />
begleitet und in der Tagschicht Anlagenkenntnisse<br />
erwirbt. „Erfahrung<br />
und ein immer größeres Fachwissen<br />
kommen mit der Zeit. Wir alle hier<br />
lernen ständig dazu. Wichtig ist: Wir<br />
sind ein Team und halten zusammen“,<br />
bekräftigt Wolter.<br />
der Abendhim mel ein wunderbarer Lichtmeister", sagt Ralf Baumgarten, der für diesen Beitrag die Fotos inszenierte.<br />
26 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
„Als ich hier angefangen habe, war ich<br />
nur Personalnummer 33/50. Heute rufen<br />
mich die Leute aus den Betrieben an und<br />
sagen: „Gottfried, kannste mal kommen?“<br />
Gottfried Wolter<br />
HER MIT DER LÖSUNG<br />
Wenn Wolter über seine Erlebnisse auf<br />
Schicht erzählt, strahlt er, kann er sich<br />
verlieren in den Details der Lösungsfindung,<br />
ist er völlig in seinem Element.<br />
Er ist ein Tüftler, einer der dranbleibt<br />
und dabei die Ruhe in Person. Neben<br />
dem Fachwissen, dem sicheren Auftreten<br />
und der Kommunikationsfähigkeit<br />
sind das wichtige Eigenschaften in<br />
seinem Job. „Es gibt Fehler, die sind kurios“,<br />
sagt er. „Neulich gab es Probleme<br />
in einem Betrieb und letztendlich lag<br />
es an einem Ventilator, in dem Wasser<br />
stand. Das war knifflig und wenn du<br />
dann einen solchen Fehler findest, biste<br />
erst mal baff“. Was für die einen vielleicht<br />
der Zauberwürfel, ist für Wolter<br />
die Störung in der Produktionsanlage.<br />
Er kann nicht lockerlassen, bis er die<br />
Lösung hat. Den Kollegen geht’s ähnlich.<br />
WANDELNDES WISSEN<br />
Wolter ist schon lange dabei. Er erzählt<br />
von Zeiten, in denen er rüber in die<br />
Oxi-Anlage gegangen ist, um dort bei<br />
Bockwurst und Cola mit den Leuten zu<br />
sprechen und über die Anlage zu fachsimpeln,<br />
von der Hauptwerkstatt und<br />
deren Handwerkern, die ihr Wissen an<br />
ihn weitergaben. Heute lernen er und<br />
seine Kollegen während Stillständen,<br />
in denen sie bestimmte Situationen<br />
simulieren, und auf Einsätzen in Betrieben<br />
im Bereich Messtechnik und<br />
Montage. Er schwört, dass er auf einer<br />
laufenden Maschine „pennen“ kann<br />
und hat auch gleich die passende Anekdote<br />
parat. Dass er Ende des Jahres<br />
in Ruhestand geht ist an diesem Abend<br />
nicht vorstellbar, scheint er doch so etwas<br />
wie die Verkörperung des Geists<br />
vom Knapsacker Hügel. Doch er freut<br />
sich. In der Rente möchten er und seine<br />
Frau ihre Zeit vermehrt den Enkelkindern<br />
widmen.<br />
Apropos Familie. Wie verträgt<br />
sich die mit der Schichtarbeit? Wolter<br />
überlegt kurz. „Natürlich ist das<br />
manchmal schwierig, aber die Planbarkeit<br />
bringt auch Vorteile. Im Fa-<br />
Neben diversen Werkzeugen hat Wolter<br />
beste Laune und eine sichere Gelassenheit<br />
im Gepäck<br />
milienalltag können wir uns anders<br />
einbringen, die Jüngeren unter uns<br />
z. B. in der Kinderbetreuung. Die<br />
Schicht schafft auch Freiräume.“<br />
Dann greift er nach einer kleinen,<br />
mit Werkzeug vollgestopften Ledertasche,<br />
betont: „Ohne diese Tasche<br />
geh’ ich nie aus der Tür!“, streift sie<br />
über die Schulter und zieht los. Der<br />
Chemiepark ruft.<br />
Spannend?!<br />
Interesse an Technik, Lust auf die<br />
Arbeit im Team und die Bereitschaft,<br />
eigenständig Entscheidungen<br />
zu treffen? Dann könnte ein –<br />
übrigens überdurchschnittlich<br />
dotierter – Job im Entstördienst<br />
der richtige sein. Gottfried Wolter<br />
und Kollegen geben gerne<br />
Informationen aus erster Hand:<br />
Telefon: -6020<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 27
Der europäische<br />
Gedanke lebt<br />
Erasmus+ an der Rhein-Erft Akademie<br />
Zum 13. Mal besuchten junge Frauen und Männer aus Prag<br />
im Rahmen des europäischen Bildungsprojektes Erasmus+<br />
die Rhein-Erft Akademie im Chemiepark Knapsack. Ein prägendes<br />
Erlebnis für alle Beteiligten und gelungenes Beispiel<br />
für den verbindenden Charakter des Programmes.<br />
Europa in Hürth. Die<br />
Rhein-Erft-Akademie<br />
freut sich über die Gäste<br />
aus Tschechien<br />
D<br />
er Humanist Erasmus von Rotterdam gehört<br />
ohne Zweifel zu den Großen der europäischen<br />
Geschichte.<br />
Sein Ziel, die Überwindung der Grenzen und<br />
eine neue europäische Gemeinschaft, in der Werte<br />
wie Solidarität, Kultur und Gastfreundschaft,<br />
maßgeblich sind, finden sich auch heute noch<br />
im Erasmus+ Programm der EU wieder. Zu Teilnehmenden<br />
der ersten Stunde gehören auch die<br />
Rhein-Erft Akademie (REA) und das naturwissenschaftliche<br />
Masaryk Gymnasium aus Prag, die<br />
auch <strong>2024</strong> wieder auf einen gelungenen Austausch<br />
zurückblicken können.<br />
„Für alle Beteiligten sind die<br />
interkulturellen und länderübergreifenden<br />
Projekte des<br />
Erasmus+ Programms eine<br />
große Chance. Beide Seiten<br />
erweitern im fachlichen aber<br />
auch zwischenmenschlichen<br />
Umfeld ihre Erfahrungen.“<br />
Marco Mencke<br />
VOLLER EINSATZ BEI PLANUNG UND<br />
AUSFÜHRUNG<br />
Eine besondere Herausforderung stellt in jedem<br />
Jahr die umfangreiche Organisation dar. Entsprechende<br />
Vorbereitungen für den zweiwöchigen<br />
Aufenthalt der Gäste aus Tschechien starteten<br />
daher bereits im Januar.<br />
Gerade die Suche nach einer geeigneten Unterkunft<br />
ist dabei nicht immer<br />
einfach: „Unsere Gäste brauchen<br />
ihren Rückzugsraum.<br />
Auch die Nähe des Hotels zum<br />
Chemiepark ist wichtig, da<br />
die Schüler ja jeden Morgen<br />
pünktlich hier bei uns sein<br />
müssen“, so der Projektverantwortliche<br />
Ludwig Volkelt,<br />
der gemeinsam mit seinem<br />
Kollegen René Grundke verantwortlich<br />
für das Erasmus+<br />
Programm bei der REA ist.<br />
Verlassen können sich beide auf die tatkräftige<br />
Unterstützung von Mitorganisatorin und Teamassistentin<br />
Eva Matheisen, die seit vier Jahren<br />
mit dabei ist: „Wir freuen uns jedes Jahr auf unsere<br />
Gäste. Natürlich ist das auch mit viel Arbeit<br />
verbunden. Neben der Unterkunft müssen beispielsweise<br />
die Verpflegung, Eintrittskarten für<br />
die Sehenswürdigkeiten, T-Shirts, Tickets für die<br />
Fahrten mit Bus und Bahn, die Schutzkleidung<br />
und auch Kleinigkeiten, wie Namensschilder oder<br />
Give-aways organisiert werden. Aber ich muss sagen,<br />
es macht immer viel Spaß und es lohnt sich.“<br />
Die Chemielehrerin der Prager Schule, Eva<br />
Vrzáčková, reiste zum vierten Mal mit – als organisatorische<br />
Begleitung, didaktische Fachkraft<br />
und Dolmetscherin in einer Person. Dass die Teilnehmenden<br />
neue Einblicke in die Welt der Verfahrenstechnik,<br />
der Chemie und natürlich auch<br />
in die Kultur eines anderen Landes erhalten, ist<br />
für sie unbezahlbar: „Die Freude meiner Schüler*innen<br />
berührt mich sehr. Nur so ist man als<br />
junger Mensch offen für Neues und lernt nachhaltig<br />
für die Zukunft. In Prag erzählen sie dann<br />
ihren Mitschüler*innen voller Begeisterung von<br />
ihrem Aufenthalt in Deutschland.“<br />
OPTIMALE LERNBEDINGUNGEN TREFFEN<br />
AUF ECHTEN WISSENSDURST<br />
Beeindruckt zeigten sich die Schüler*innen vor<br />
allem vom Technikum der REA. „Die Masaryk<br />
Schule verfügt über hervorragende Labore, aber<br />
die Möglichkeit, an unseren Ausbildungsanlagen<br />
unter Realbedingungen zu arbeiten, ist natürlich<br />
ein echtes Plus“, so René Grundke. „Dafür hole<br />
ich sie auch mal aus ihrer Komfortzone raus und<br />
freue mich, wenn sie dann entsprechende Lösungen<br />
entwickeln.“<br />
28 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
Ganz ohne Spezial ausrüstung:<br />
Alexander Nemec, Michal Veres,<br />
Jaroslav Jurak und Martin Zofka<br />
„bestiegen“ den höchsten Punkt<br />
der Niederlande am Dreiländereck<br />
Eine echte Win-Win Situation für Schüler und Azubi<br />
Kulturelles Highlight:<br />
Schloss Augustusburg<br />
als Meisterwerk des<br />
Rokoko beeindruckte<br />
Gäste und Gastgeber<br />
gleichermaßen<br />
Beeindruckt zeigten sich die Ausbilder auch von<br />
der Ernsthaftigkeit und dem fachlichen Interesse<br />
der Teilnehmenden. „Das sind wirklich tolle,<br />
hochmotivierte junge Menschen, die sich alle<br />
auch ganz selbstverständlich an die Sicherheitsregeln<br />
halten“, ergänzt Ludwig Volkelt.<br />
AZUBIS UND SCHÜLER*INNEN UNTER SICH<br />
Für das zweiwöchige Praktikum hatte die REA besonders<br />
qualifizierte Auszubildende ausgesucht,<br />
die den Ausbildern im Labor und im Technikum<br />
eine echte Hilfe waren. Der Austausch erfolgte dabei<br />
natürlich vornehmlich über die englische Sprache.<br />
Eine Herausforderung, aber auch eine Chance.<br />
„Mir haben die zwei Wochen nicht nur echt<br />
Spaß gemacht, sondern auch wirklich viel gebracht.<br />
Ich bin im letzten Lehrjahr und habe mich<br />
gefreut, dass ich auch fachlich meinen Teil beitragen<br />
konnte. Klar, die Sprachbarriere war da, aber<br />
nach ein paar Tagen konnten wir uns schon prima<br />
verständigen. Ich spiele mit dem Gedanken, auch<br />
mal nach Prag zu fahren und die anderen wiederzusehen“,<br />
so Arthur Janzen, Auszubildender bei<br />
der REA.<br />
NACH DER ARBEIT DAS VERGNÜGEN<br />
Bei aller Arbeit im Chemiepark durfte eines natürlich<br />
nicht fehlen: das beliebte Freizeitprogramm.<br />
Ausflüge in Städte, wie Köln, Düsseldorf,<br />
Bonn und Aachen, wurden genauso begeistert<br />
angenommen wie kulturelle Highlights in der Region<br />
und sportliche Aktivitäten im Klettergarten<br />
oder auf der Bowlingbahn. So konnten die Gäste<br />
aus Tschechien interessante und unterhaltsame<br />
Einblicke in die Kultur und Lebensart der Menschen<br />
ihres Gastgeberlandes gewinnen.<br />
NACH DEM PROJEKT IST VOR<br />
DEM PROJEKT<br />
„Für alle Beteiligten sind die interkulturellen und<br />
länderübergreifenden Projekte des Erasmus+<br />
Programms eine große Chance. Beide Seiten<br />
erweitern im fachlichen, aber auch zwischenmenschlichen<br />
Umfeld ihre Erfahrungen. Wir<br />
sind stolz, Teil dieses für die Zukunft so wertvollen<br />
Programms zu sein,“ bilanziert Marco Mencke,<br />
Geschäftsführer der REA. Die Vorbereitungen<br />
für den Austausch 2025 werden schon bald beginnen.<br />
Im nächsten Jahr sollen es sogar rund 30<br />
Schüler*innen und zwei Dozent*innen sein, die<br />
Deutschland besuchen.<br />
Sicher ist sicher.<br />
Die obligatorische<br />
Schutzausrüstung stellt<br />
die REA. Im Bild v. l. n. r. :<br />
Ali Tunahan Demir und<br />
Karolína Neufusová<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 29
WIR BITTEN UM<br />
Safety Week bei Clariant<br />
E<br />
in berühmtes Foto aus den<br />
1930erJahren, „Lunch atop a<br />
skyscraper“, zeigt Bauarbeiter<br />
während der Pause auf einem Stahlträger<br />
– ungesichert, in 250 Metern<br />
über New York. Heute lässt der Anblick<br />
jeden Sicherheitsbeauftragten<br />
nach Luft schnappen. Das Gefährdungspotenzial<br />
auf diesem Foto ist<br />
nicht zu übersehen. Das gilt nicht für<br />
jedes Sicherheitsrisiko, und genau<br />
darum geht es während der Clariant<br />
Knapsack Safety Week: Bewusstsein<br />
schaffen für unfallträchtige Momente.<br />
Denn im Arbeitsalltag gibt es viele,<br />
vermeintlich harmlose Gegebenheiten<br />
und Handlungsweisen in allen<br />
Bereichen, die einen Unfall inklusive<br />
möglicher gesundheitlicher Einschränkungen<br />
verursachen können.<br />
EINE WOCHE VON ALLEN<br />
UND FÜR ALLE<br />
Das Konzept der in diesem Jahr zum<br />
dritten Mal stattfindenden Sicherheitswoche<br />
bei Clariant bindet Mitarbeitende<br />
aller Betriebe am Standort ein. Sie<br />
wählen jeweils ein Thema, das sicherheitsrelevant<br />
ist, stellen es an dafür<br />
eingerichteten Stationen vor, diskutie-<br />
„Wir haben einen hohen<br />
Sicherheitsstandard,<br />
und das ist gut so.“<br />
Frank Maaß<br />
Meister Maintenance<br />
ren mit Kolleginnen und Kollegen. „Das<br />
Thema Sicherheit ist uns sehr wichtig,<br />
der Schutz der Mitarbeitenden oberstes<br />
Gebot. Hier in Knapsack beeindrucken<br />
die Zahlen“, sagt BU-Leiter Jochen<br />
Ahrens in seiner Begrüßungsrede. Konkret<br />
meint er damit sechs Jahre ohne<br />
unfallbedingte Ausfalltage am Standort.<br />
Auch Manfred Kreitner, Sicherheitsingenieur<br />
bei Clariant in Knapsack,<br />
Standortleiter Dr. Tobias Haderer und<br />
Georg Schmitz vom Betriebsrat sind zu<br />
Recht zufrieden.<br />
IM AUSTAUSCH<br />
In diesem Jahr stehen unter anderem<br />
Themen wie Ergonomie, der Umgang<br />
mit Dampf und heißen Flüssigkeiten,<br />
Aufmerksamkeit sowie ein Stolperparcour,<br />
gestellt von der Berufsgenossenschaft,<br />
im Fokus. An der Station des<br />
Depal-Betriebs informieren sich Interessierte<br />
bei Mario Bückreiss, Betriebsmeister,<br />
über das Tragen der richtigen<br />
Handschuhe während der Reinigungsarbeiten<br />
im Betrieb, um Verbrühungen<br />
zu vermeiden. Andere erproben sich<br />
auf dem Stolperparcour, diskutierten<br />
an den einzelnen Stationen oder wagen<br />
das – vergnügliche – Scheitern in bereitgelegten<br />
Spielen zum Thema Aufmerksamkeit,<br />
die Dirk Meissner und Danielle<br />
Klein, beide PV-Betrieb, mitgebracht<br />
haben. Manfred Kreitner sagt: „Es gilt<br />
das Bewusstsein für die Gefahren im<br />
Arbeitsalltag bei den Mitarbeitenden<br />
hoch zu halten. Die Safety Week ist eine<br />
erfolgreiche präventive Veranstaltung<br />
dieses Bewusstsein zu fördern.“<br />
Übrigens: Lunchpakete und Snacks<br />
gab es auch. Im Gegensatz zu den New<br />
Yorker Bedingungen vollkommen sicher<br />
und entspannt mit Erdboden unter<br />
den Füßen zu verspeisen …<br />
30 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
PENSIONÄRSVEREINIGUNG KNAPSACK E. V.<br />
„Ich danke allen, die sich<br />
ehrenamtlich in diesem Verein<br />
engagieren und allen aktiven<br />
Mitgliedern. Der Knapsacker<br />
Hügel ist ein Stück Heimat.“<br />
Bernhard Ripp<br />
erster stellvertretender<br />
Landrat Rhein-Erft-Kreis<br />
Gelebte Integration<br />
Die Pensionärsvereinigung Knapsack<br />
(PVK) feierte ihr 25-jähriges Bestehen<br />
M<br />
it der Auflösung der Hoechst AG und dem<br />
Wandel des Standortes hin zum offenen Chemiepark,<br />
entstand die Pensionärsvereinigung<br />
Knapsack mit dem Ziel, „die Knapsacker Werksfamilie“<br />
zu erhalten. Diesem Ziel folgt sie bis heute, zum einen<br />
mit einer attraktiven Mischung aus Treffen, Exkursionen<br />
und Vorträgen. Zum anderen mit der schrittweisen<br />
Öffnung des Vereins. Seit mehreren Jahren können<br />
alle Freunde und Interessierten des Chemiestandortes<br />
Mitglied werden. So baut die Vereinigung eine Brücke<br />
zwischen den Generationen, ermöglicht Kontakt und<br />
Austausch.<br />
„Die PVK hat all die Jahre<br />
Bestand und auch sie<br />
besteht durch Wandel.<br />
Ich bin überzeugt, dass<br />
dieser Verein weiter<br />
blühen wird.“<br />
Ralf Müller<br />
Vorsitzender der<br />
Geschäftsleitung YNCORIS<br />
Illustrationen: Janis – stock.adobe.com<br />
Vertreter aus Landkreis und Stadt, Geschäftsleitung<br />
und Betriebsrat YNCORIS sowie Menschen aus dem<br />
Chemiepark waren ins Feierabendhaus gekommen,<br />
um zu gratulieren und mit den Mitgliedern der<br />
Vereinigung zu feiern.<br />
„Hier in Knapsack ist es gelungen,<br />
dass niemand das Gefühl haben<br />
muss, mit Eintritt ins Rentenalter<br />
auf dem Abstellgleis zu landen.<br />
Was ich hier erfahre, ist eine<br />
lebendige Gemeinschaft.“<br />
Dirk Breuer<br />
Bürgermeister der Stadt Hürth<br />
„Jede und jeder, der und dem der Chemiestandort<br />
am Herzen liegt, ist in der PVK<br />
genau richtig.“<br />
Helmut Weihers<br />
Vorstandsvorsitzender der<br />
Pensionärsvereinigung Knapsack<br />
Mitglied werden<br />
Informationen zur Pensionärsvereinigung<br />
Knapsack und das Anmeldeformular gibt's unter:<br />
www.chemiepark-knapsack.de/<br />
nachbarschaft/pensionaersvereinigung<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong> | 31
Herzlich willkommen.<br />
Der Stand des Chemieparks Knapsack<br />
steht bereit und erwartet bei bestem<br />
Wetter die großen und kleinen Besucher<br />
des Hürther Stadtfestes<br />
Hau drauf.<br />
Mit Schlagzahlen und -buchstaben konnten Kinder<br />
und Erwachsene Namen, Geburtsdaten und Sternzeichen<br />
in Schlüsselanhänger einschlagen<br />
Jetzt wird es bunt.<br />
Unter der Anleitung von Anne Lányi,<br />
REA, konnten die Kinder mit der Herstellung<br />
von Zaubertinte und einem<br />
Seifenblasenvulkan die spannende<br />
Welt der Chemie vor Ort erleben<br />
Da simmer dabei …<br />
Sommer <strong>2024</strong> – Hürth feierte das Stadtfest. Die Rhein-Erft Akademie (REA) und<br />
YNCORIS feierten am Stand des Chemieparks Knapsack mit. Sie genossen an der<br />
Motto-Bühne mit Freunden, Bekannten und Kolleg*innen das bunte Miteinander.<br />
B<br />
ürgermeister Dirk Breuer hatte<br />
ein abwechslungsreiches Programm<br />
für Groß und Klein<br />
versprochen. Schließlich galt es 40 Jahre<br />
Rat- und Bürgerhaus und 75 Jahre<br />
Grundgesetz zu feiern.<br />
Versprochen hatte er nicht zu viel.<br />
Denn während des Stadtfestes vom<br />
21. bis 23. Juni gab es nicht nur viel zu<br />
sehen, sondern auch auszuprobieren<br />
und zu entdecken. Dabei erwies sich<br />
der Stand mit dem Team der Rhein-Erft<br />
Akademie und von YNCORIS als echter<br />
Publikumsmagnet. Alt und Jung<br />
hatten eine Menge Spaß und konnten<br />
sich hier spielerisch den Themen Chemie<br />
und Technik annähern. Die einzelnen<br />
Erlebnisstationen wurden mit der<br />
tatkräftigen Unterstützung der Azubis<br />
auf die Beine gestellt, die als freiwillige<br />
Helfer*innen einen großen Teil zum<br />
Erfolg beitrugen.<br />
DAUMENDRÜCKEN FÜR DEN<br />
NÄCHSTEN HIGHSCORE<br />
Bei dem „Druckmaster“ konnten alle<br />
ihre Daumen-Kraft unter Beweis stellen.<br />
Dieses elektronische Druckmessgerät<br />
wurde von Auszubildenden im<br />
Rahmen eines Projektes bei der Rhein-<br />
Erft Akademie entwickelt und gebaut.<br />
„Super, dass unsere ‚Mitmach-Maschinen‘<br />
bei allen so gut angekommen sind“,<br />
sagt Dirk Borkenhagen, Ausbildungsleiter<br />
YNCORIS. „Beim Druckmaster<br />
weit oben im Highscore war – auf den<br />
ersten Blick überraschend – übrigens<br />
eine zierliche Frau, die aber als gelernte<br />
Physiotherapeutin richtig Power in<br />
den Händen hatte. Auch ich musste<br />
mich da geschlagen geben.“ Die nächste<br />
Entwicklungsstufe, die unter anderem<br />
auch den „Kinder-Modus“ verbessern<br />
soll, ist von Ausbilder*innen und Azubis<br />
schon geplant.<br />
„Auf dem Familienfest der Stadt Hürth begeisterte mich<br />
insbesondere das Engagement unserer Azubis als Marken<br />
botschafter vom Team YNCORIS. Toll, wie hier mit Verbindlichkeit<br />
und Verbundenheit die YNCORIS und der Chemiepark<br />
Knapsack als größter Arbeitgeber der Region vertreten<br />
wurden. Danke an alle für ihr Engagement. Ihr habt bei<br />
sommerlichen Temperaturen wirklich alles gegeben.“<br />
Christoph Kappenhagen<br />
Geschäftsleitung YNCORIS<br />
32 |<br />
KNAPSACKSPIEGEL 4 / <strong>2024</strong>
Deine Chance<br />
Die neuen Ausbildungsstellen<br />
der YNCORIS zum Start<br />
01.08.2025 sind online.<br />
Bewirb dich für eine der<br />
folgenden Berufsrichtungen:<br />
Stellvertretend für<br />
alle brachte Wolfgang<br />
Schick, Standortleiter<br />
CABB, die gute Stimmung<br />
auf den Punkt:<br />
„Wir freuen uns wirklich,<br />
dass sich heute so viele<br />
von uns außerhalb ihrer<br />
Arbeitszeit gemeinsam<br />
treffen. Hier zeigt sich,<br />
dass wir alle der Chemiepark<br />
Knapsack sind und<br />
zusammengehören.“<br />
• Elektroniker für Automatisierungstechnik<br />
(w/m/d)<br />
• Mechatroniker (w/m/d)<br />
• Industriemechaniker (w/m/d)<br />
• Fachinformatiker Systemintegration<br />
(w/m/d)<br />
• Industriekaufmann (w/m/d)<br />
• Kfz-Mechatroniker (w/m/d)<br />
• Fachkraft für Schutz und<br />
Sicherheit (w/m/d)<br />
SCHLAG AUF SCHLAG<br />
Analoge Erlebnisse stehen immer<br />
noch hoch im Kurs. Nicht nur für<br />
die Freundin, den Freund oder den<br />
Hund, sondern auch für sich selbst<br />
stellten Kinder und Erwachsene tolle<br />
Schlüssel anhänger her. Mit Schlagzahlen<br />
und -buchstaben, die auch die<br />
Industriemechaniker*innen benutzen,<br />
wurden Namen, Geburtsdaten und<br />
Sternzeichen eingeschlagen. Hier war<br />
Fantasie und Feingefühl gefragt, aber<br />
unter der professionellen Anleitung<br />
von Ausbilder*innen der Rhein-Erft<br />
Akademie konnte nichts schiefgehen.<br />
„Eine wirklich schöne Veranstaltung“,<br />
resümiert Claudia Bernzen,<br />
Teamleiterin Rhein-Erft Akademie.<br />
„Unser Stand war für mich natürlich<br />
das Highlight. Was unser Team gemeinsam<br />
auf die Beine gestellt hat, hat<br />
den Menschen und auch uns wirklich<br />
viel Freude gemacht. Sogar die auf den<br />
ersten Blick vielleicht etwas trockenen<br />
Themen, wie Chemie und Technik,<br />
kamen super an. So viele fröhliche<br />
Gesichter überall, da freut man sich<br />
schon auf das nächste Fest.“<br />
Hintergrund: Janina_PLD, Palmen: lidiia – stock.adobe.com<br />
DAS WIR-EVENT<br />
Wieder einmal machte das Feierabendhaus seinem Namen alle Ehre.<br />
Am 29. August trafen sich am Nachmittag und bei bestem Wetter über<br />
200 Mitarbeitende aus dem Chemiepark Knapsack beim ersten und<br />
von allen Standortfirmen getragenen „Grill & Chill“ Event.<br />
Ralf Lassmann, Leiter Werkfeuerwehr, der die Idee zusammen mit<br />
Thomas Kuhlow, Leiter Kommunikation von YNCORIS, entwickelt<br />
hatte, sagt: „Uns war es besonders wichtig, durch ein zwangloses<br />
Beisammensein den Zusammenhalt innerhalb des Chemieparks<br />
zu stärken und damit das Wir-Gefühl unter den Kollegen*innen<br />
zu fördern.“ Kuhlow ergänzt: „Wenn es alleine durch ein Gespräch<br />
zwischen zwei Menschen am nächsten Tag etwas besser am Standort<br />
läuft, war es ein Erfolg.“<br />
MUSIK UND ESSEN GUT, STIMMUNG GUT<br />
An den Turntables zeigte DJ Sven Sadlowski von der Werkfeuerwehr<br />
wieder einmal, dass es unter den Kolleg*innen viele Talente gibt, die<br />
auch außerhalb des eigenen Fachbereichs glänzen.<br />
Ein echter Publikumsmagnet war erwartungsgemäß der Grillstand,<br />
an dem sich die Teilnehmenden aus einer kleinen, aber feinen Auswahl<br />
ihre Lieblingswurst aussuchen durften. Um das leibliche Wohl<br />
kümmerte sich dabei L&D Catering, die auch das Feierabendhaus<br />
betreuen. Bei hohen sommerlichen Temperaturen war außerdem<br />
der Getränkestand gut besucht. Das inoffizielle Motto „Einfach Spaß<br />
haben“ bedurfte keiner weiteren Erklärung – und Spaß hatten die<br />
Gäste offensichtlich. Als die letzten Besucher*innen den Platz am<br />
Feierabendhaus verließen, wurde dann auch der Wunsch laut nach<br />
einem weiteren „Grill & Chill“ in 2025 mit netten Kolleg*innen, guter<br />
Musik, leckerem Essen und kühlen Getränken.<br />
| 33
Hautkrebsscreening<br />
<strong>2024</strong><br />
Am 07.10., 09.10. und 14.10.<strong>2024</strong><br />
jeweils von 10 bis 15 Uhr können<br />
sich Mitarbeitende des Chemieparks<br />
auf Hautkrebs untersuchen<br />
lassen. Den Kostenbeitrag in Höhe<br />
von 30 Euro erstatten die Krankenkassen<br />
in der Regel allen, die zuletzt<br />
vor zwei Jahren an einem solchen<br />
Screening teilgenommen haben.<br />
GUT ANGEKOMMEN:<br />
FRÜHSTÜCK FÜR DIE PERIMETER-BELEGSCHAFT<br />
E<br />
s ist schon ein besonderer<br />
Anlass, wenn eine Anlage über<br />
fast 60 Jahre seine Produktivität<br />
und Wirtschaftlichkeit erhält. Im<br />
September 2023 feierte die Belegschaft<br />
von Perimeter Solutions dieses<br />
Jubiläum. Zu 60 Jahren Phosphorpentasulfid-Anlage<br />
wartete auch YNCORIS<br />
mit einem Geschenk auf: ein Frühstück<br />
für die gesamte Mannschaft. Mitte Juni<br />
konnten sich alle Mitarbeitenden von<br />
Perimeter Solutions bei einem späten<br />
Frühstück oder frühen Mittagssnack<br />
mit belegten Brötchen, Frikadellen<br />
und Kuchen stärken. Das kam gut an:<br />
„Herzlichen Dank an alle Unterstützer<br />
der YNCORIS für das tolle Essen“, sagt<br />
Betriebsleiter Johannes Meyer. „Wir<br />
freuen uns auf viele weitere Jahre in<br />
guter Zusammenarbeit.“<br />
Bitte melden Sie sich dazu vorab<br />
in der werksärztlichen Abteilung<br />
(Durchwahl -2233) an.<br />
Gleich geht‘s los. Ein Teil der Belegschaft ist schon da<br />
9. NOVEMBER VORMERKEN<br />
Die Rhein-Erft Akademie organisiert wieder<br />
einen Tag der offenen Tür im Chemiepark Knapsack<br />
Ankündigungen<br />
& Termine<br />
A<br />
m Samstag, den 9. November<br />
<strong>2024</strong>, von 10 bis 14 Uhr<br />
ist es wieder soweit: Die<br />
Rhein-Erft Akademie lädt zum Tag<br />
der offenen Tür in den Chemiepark<br />
Knapsack. Ein abwechslungsreiches<br />
Programm bietet nicht nur Spaß für<br />
die ganze Familie, sondern auch einen<br />
umfassenden Einblick in viele<br />
verschiedene Ausbildungsberufe<br />
und Ausbildungsunternehmen.<br />
Ab einem Mindestalter von<br />
zehn Jahren wird es wieder viele<br />
Mitmachangebote geben, wie Versuche<br />
im Labor, Übungen in der Metallwerkstatt<br />
und am 3D-Drucker.<br />
Schüler*innen können den Tag als<br />
Berufsfelderkundung nutzen. Vorgestellt<br />
werden die Berufe wieder<br />
von den aktuellen Auszubildenden<br />
selbst, die gerne Rede und Antwort<br />
stehen.<br />
Zahlreiche Unternehmen präsentieren<br />
sich mit einem Stand am<br />
dem Tag der offenen Tür. Natürlich<br />
gibt es wieder Popcorn, die Chemiepark-Kantine<br />
sorgt erneut für das<br />
leibliche Wohl der Besucher*innen.<br />
Zu guter Letzt können alle Teilnehmenden<br />
ein Erinnerungsfoto in der<br />
legendären Fotobox schießen. Also:<br />
Vorbeikommen lohnt sich!<br />
Wir gedenken<br />
Manfred Peters (44)<br />
Verstorben am 29.07.<strong>2024</strong><br />
Termine<br />
09.11.<strong>2024</strong><br />
Tag der offenen Tür<br />
der Rhein-Erft Akademie<br />
12.12.<strong>2024</strong><br />
Jahrestreffen<br />
Pensionärsvereinigung<br />
34 |
Grippeschutzimpfung<br />
<strong>2024</strong><br />
Auch in diesem Jahr haben Sie<br />
seit Mitte September wieder<br />
Gelegenheit, sich im Chemiepark<br />
Knapsack gegen Grippe impfen<br />
zu lassen. Weitere Informationen<br />
finden Sie hier:<br />
JUGENDFEUERWEHR<br />
RHEIN-ERFT-KREIS TAGTE<br />
IM FEIERABENDHAUS<br />
D<br />
ie diesjährige Delegiertenversammlung<br />
des Verbands der<br />
Kreisjugendfeuerwehr Rhein-<br />
Erft fand im Knapsacker Feierabendhaus<br />
statt. Bei der Veranstaltung, an<br />
der sowohl Jugendliche als auch<br />
Betreuer*innen teilnehmen, werden<br />
organisatorische Fragen der Verbandsarbeit<br />
geklärt, Dienstposten vergeben<br />
und verdiente Kolleg*innen geehrt.<br />
Den Saal für die Versammlung<br />
konnte die Kreisjugendfeuerwehr<br />
unentgeltlich nutzen, die Kosten trug<br />
YNCORIS. Im Anschluss an den offiziellen<br />
Teil wurde gemeinsam auf der<br />
Feuerwache des Chemieparks gegrillt –<br />
organisiert von der Jugendfeuerwehr –<br />
und gefachsimpelt. Die Gäste hatten<br />
die Möglichkeit, sich die Technik<br />
der Werkfeuerwehr anzusehen und<br />
erklären zu lassen. Die Werkfeuerwehr<br />
stellte ihre Fahrzeuge aus und nahm<br />
auch den Löschtrainer in Betrieb.<br />
Für ihre Unterstützung erhielt die<br />
Werkfeuerwehr die Florianmedaille<br />
der Kreisjugendfeuerwehr.<br />
MITMACHEN & GEWINNEN<br />
Sie gehören zu den bekanntesten Rednern im Kölner Karneval:<br />
Martin Schopps und Volker Weininger alias „Der Sitzungspräsident“.<br />
Wenn sie sich zusammentun, sind zahlreiche Lacher und beste<br />
Unterhaltung garantiert. Gemeinsam treten sie am<br />
Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, im Feierabendhaus auf.<br />
Veranstalter ist die Bürgerstiftung Hürth, die regional bezogene<br />
soziale und kulturelle Projekte fördert. Der Chemiepark Knapsack<br />
unterstützt die Bürgerstiftung seit einigen Jahren.<br />
Leser*innen des KNAPSACKSPIEGELS können daher<br />
insgesamt zehn Karten für die Veranstaltung gewinnen.<br />
Beantworten Sie dazu einfach folgende Frage:<br />
Wann soll die erste Anlage von LyondellBasell im<br />
neuen Werksteil Hürth-Süd in Betrieb gehen?<br />
Senden Sie Ihre Antwort mit dem Betreff „Gewinnspiel Bürgerstiftung“<br />
bis zum 25.10.<strong>2024</strong> per E-Mail an: knapsackspiegel@yncoris.com<br />
Unter allen Einsendungen entscheidet das Los.<br />
Wir gratulieren<br />
25 Jahre<br />
Aytac Ates, 01.09., BASF<br />
Marco Hazak, 01.09., BASF<br />
Adam Merfort, 01.09., BASF<br />
Rolf-Dieter Rührlehner, 01.09., BASF<br />
Fatih Emekli, 02.08., Bayer<br />
Ahmet Akpinar, 01.09., Bayer<br />
Hakan Efeoglu, 15.09., Westlake Vinnolit<br />
Stefan Gleisner, 01.09., Clariant<br />
Georg Schmitz, 01.09., Clariant<br />
Matthias Berg, 01.09., Clariant<br />
Marko Illes, 01.07., YNCORIS<br />
Bernd Metzsch, 01.07., YNCORIS<br />
Jürgen Tondorf, 01.07., YNCORIS<br />
Frank Mielzarek, 01.07., YNCORIS<br />
Thorsten Giesen, 01.08., YNCORIS<br />
Florian Schächt, 01.09., YNCORIS<br />
Michael Simon, 01.09., YNCORIS<br />
Stephanie Siegfried, 01.09., YNCORIS<br />
Daniel Kosmann, 01.09., LyondellBasell<br />
Vasilij Tiel, 01.09., LyondellBasell<br />
Rene Gorczak, 01.09., LyondellBasell<br />
40 Jahre<br />
Frank Wagner, 01.09., BASF<br />
Markus Flohr, 09.07., Bayer<br />
Stefan Meinecke, 01.09., Bayer<br />
Steffanie Imgrund, 01.09., SGS CIS<br />
Wolfgang Fassbender, 02.07.,<br />
Westlake Vinnolit<br />
Alexander Fassbender, 01.09.,<br />
Westlake Vinnolit<br />
Eric Fuss, 01.09., Westlake Vinnolit<br />
Dieter Kolbeck, 01.09., Westlake Vinnolit<br />
Manfred Mainus, 02.07., Clariant<br />
Reiner Wirsbitzki, 01.09., Clariant<br />
Thomas Stutzke, 01.09., Clariant<br />
Mario Bückreiß, 01.09., Clariant<br />
Koe Veun Chhen, 01.09., Clariant<br />
Michael Matysiak, 01.09., Clariant<br />
Franz Nikolaus Feuser, 02.07., YNCORIS<br />
Heinz-Peter Baer, 01.09., YNCORIS<br />
Uwe Strunk, 01.09., YNCORIS<br />
Dirk Heinen, 01.09., YNCORIS<br />
Ulrich Kraus, 01.09., YNCORIS<br />
Ivonne Heuser, 01.09., YNCORIS<br />
Elvira Dawidowski, 01.09., YNCORIS<br />
Gerda Daniel, 01.09., YNCORIS<br />
Andreas Myschi, 01.09., LyondellBasell<br />
Lars Grieger, 01.09., LyondellBasell<br />
Dietmar Bunde, 03.09., LyondellBasell<br />
Heinz Eich, 03.09., LyondellBasell<br />
Dietmar Hoekstra, 01.09., LyondellBasell<br />
Rainer Merks, 01.09., LyondellBasell<br />
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