KulturBetrieb-Ausgabe-3.pdf - Berthold Schmitt

schmitt.art.de

KulturBetrieb-Ausgabe-3.pdf - Berthold Schmitt

Bewahren

Die Forschungsallianz Kulturerbe

Drei Partner und insgesamt 35 Mitgliedseinrichtungen verfolgen ein Ziel – durch

multidisziplinäre Forschung unser Kulturerbe bewahren

Die Forschungsallianz Kulturerbe bündelt, seit ihrer Gründung

im Jahr 2008 durch die Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft

und Stiftung Preußischer Kulturbesitz, exzellente

Kompetenzen im Bereich des Kulturgüterschutzes. Durch diese

Kooperation nutzt sie Synergien von 22 Einrichtungen und Instituten

der Fraunhofer-Gesellschaft, acht Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft

und fünf Institutionen der Stiftung Preußischer

Kulturbesitz für eine multi- und interdisziplinäre Forschung zur

Bewahrung des Kulturerbes.

Kompetenzen der drei Partner

Die Fraunhofer-Gesellschaft zeichnet sich durch ihr Know-how

im Bereich der Innovationen und des Technologietransfers aus,

das die in der Forschungsallianz beteiligten Einrichtungen und

Institute durch spezifische

Lösungsansätze in den Bereich

des Kulturgüterschutzes

einbinden. Die (Weiter-)

Entwicklung neuer Verfahren,

Technologien und Materialien

erweitert das Spektrum

an Restaurierungs- und

Konservierungsmöglichkeiten.

Die Leibniz-Gemeinschaft

betreibt anwendungs- und

erkenntnisorientierte Grundlagenforschung

von gesamtgesellschaftlicherBedeutung.

Die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft bewahren

Kulturgüter von nationalem und internationalem Rang

und bringen als Mitglieder ihr Wissen zu modernsten Erhaltungsmethoden

für diese Objekte, die von Plastiken, Gemälden

und Industriedenkmälern bis hin zu biologischem Material reichen,

in die Forschungsallianz ein.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zählt zu den größten Kultureinrichtungen

weltweit. Die beteiligten Institutionen zeichnen

sich durch fächerübergreifende Projekte und Denkansätze aus.

Das Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin,

das sich mit der Materialanalyse, der Konservierung und der

Erhaltung mobiler und immobiler Kunst- und Kulturgüter befasst,

ergänzt zudem den Wissenspool der Forschungsallianz Kulturerbe

als ältestes konservierungswissenschaftliches Institut

Deutschlands.

10 | KulturBetrieb

Ziele und Forschungsprojekte

National und international agierend, setzt sich die Forschungsallianz

Kulturerbe für die Förderung der Kulturerbeforschung

ein, die durch Wissensbündelung und -austausch die Fragmentierung

der deutschen Kulturerbeforschung verringern und eine

Vernetzung schaffen möchte. Als Beispiel dafür ist die seit

Herbst 2010 jährlich stattfindende Veranstaltung „Das Grüne

Museum“ zu nennen, die zusammen mit der Neuen Deutschen

Kongress GmbH ins Leben gerufen wurde. „Das grüne Museum“

widmet sich dem Thema der Nachhaltigkeit und wie man

es im Kulturerbe- und Museumsbereich anwenden und erfolgreich

umsetzen kann. Die Veranstaltung richtet sich an alle Berufsgruppen

und Personen, die im Museums- und Kulturerbebereich

tätig sind; dazu gehören Museumsdirektoren, Kuratoren,Entscheider

in öffentlichen

und privaten Einrichtungen,Ingenieure,

Bauplaner

und Designer sowie

Konservatoren

und Restauratoren,

nur um einige zu

nennen.

Die Forschungsallianz

Kulturerbe

möchte auf politischer,wirtschaftlicher

und gesell-

Forschung und wissenschaftliche Ausbildung

schaftlicher Ebene

die Bedeutung der

Kulturguterhaltung vermitteln und den dafür nötigen Forschungsbedarf

aufzeigen. Die Mitglieder sind aktiv in regionale,

nationale und auch europäische Forschungsprojekte eingebunden.

Das Spektrum der Forschung reicht von der Entwicklung

neuer Materialien und Verfahren zur Bestandserhaltung, Konservierung

(wie zum Beispiel eine wasserbasierte Anti-Graffiti

Beschichtung) über Reinigungs- und Dekontaminationstechnologien

für pestizidbelastete Kunstobjekte bis zur Entwicklung

energieeffizienter Klimakonzepte für Museen, Sammlungen und

Archive. Aktuelle Frage- und Problemstellungen werden mit den

assoziierten Partnern in gemeinsamen Forschungsprojekten untersucht

und Lösungen entwickelt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine