KulturBetrieb-Ausgabe-3.pdf - Berthold Schmitt

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KulturBetrieb-Ausgabe-3.pdf - Berthold Schmitt

ketlösungen und ihre Synergien zu nutzen. In einem modularen

System können klassische mit innovativen Formaten kombiniert

werden, die dann im Sinne eines einheitlichen Auftritts, als Institution

etwa, ihre Wirkung entfalten: Dokumentation, Teaser,

Imagefilm, App etc. quasi „aus einem Guss“.

Aus dem Architekturfilm „Nordische Botschaften“, © Sabine Carbon

Die erfolgreiche Vermittlung von Kunst in der digitalen Welt

braucht diese Bewegt-Bilder. Hier sind andere Setzungen gefragt

als bei der Vermittlung mit statischen Fotos, da sie viel stärker

emotional berühren und so eine besonders nachhaltige

Wirkung auch bei schwierigen Themen entfalten. Der Nutzen,

der in der kostbaren Ressource „öffentliche Aufmerksamkeit“

liegt, sollte im Interesse der Kunstvermittlung, sei es als Museum,

Galerie, Ausstellungsort oder Sammler, dabei nicht außer

Acht gelassen werden.

Sabine Ziegenrücker und Sabine Carbon

Dr. Sabine Ziegenruecker (Kunsthistorikerin) und Sabine Carbon

(Regisseurin und Autorin) haben sich auf die filmische Vermittlung

von Kunst und Architektur spezialisiert.

www.carbonziegenruecker.de

Ferngesteuert durch

Museen und Galerien

Double im Einsatz; © Double Robotics

Der unbeschränkte Zugang zu Kunst und Kultur ist ein weit verbreitetes

Anliegen. So ist die Deutsche Digitale Bibliothek dabei,

30.000 Kultur- und Wissenseinrichtungen miteinander zu vernetzen,

um vom heimischen Computer aus auf Bücher, Bilder und

Noten zugreifen zu können. Auch das Google Art Project, an

dem inzwischen über 150 Museen aus mehr als 40 Ländern teilnehmen,

will das kulturelle Erbe zugänglich machen – von überall,

für jedermann und zu jeder Zeit.

Double – iPad auf Rädern

Einen eigenen Zugang zur Kunst bietet das Unternehmen Double

Robotics. Rollende Mini-Roboter, ausgerüstet mit Kamera,

werden vom Benutzer ferngesteuert, um z. B. mit Personen zu

kommunizieren oder Objekte anzuschauen.

Die unter dem Namen `Double´ angebotenen Telepräsenzgeräte

können von iPad, iPhone, iPod oder aus dem Browser heraus

gelenkt werden, wobei das entsprechende Zugangs- und

Steuerungsprogramm wie eine App funktioniert. Über einen Account

verbindet sich der Benutzer mit dem `Double´ seiner Wahl

und steuert das Gerät über Mausklick oder Touch. In der Bewegung

halten Beschleunigungssensoren die Telepräsenzgeräte

aufrecht, in der Ruheposition sorgen ausklappbare Füße für stabilen

Stand. Die einem Segway ähnlichen Geräte werden mit

Batterie betrieben. Effiziente Motoren und das geringe Gewicht

(7 Kg) erlauben einen Ganztagsbetrieb.

Die erste Bestellmenge des `Double´, der u.a. bei Videokonferenzen

eingesetzt wird und sich auch für den virtuellen Besuch

von Museen und Galerien eignet, ist vergriffen. Neubestellungen

ab Anfang 2013.

Redaktion

Weitere Informationen: www.doublerobotics.com

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