KulturBetrieb-Ausgabe-3.pdf - Berthold Schmitt

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KulturBetrieb-Ausgabe-3.pdf - Berthold Schmitt

Wirtschaftlichkeit

Energieoptimierung in Museen -

Die Kunst der Balance zwischen

Im Museum für Kommunikation in Frankfurt ist es gelungen, den zu erwartenden

Kostenanstieg für Energie zu verhindern

Zielsetzung

Die Teuerung für Energie ist nicht zu stoppen. Das statistische

Bundesamt verzeichnete bereits 2007 eine jährliche Preissteigerung

für Strom von durchschnittlich sieben Prozent! 1 Als zentraler Kennwert zur Ermittlung des bisherigen Energieverbrauchs

dient die Grundfläche eines Gebäudes. Der zu erhebende

Ist-Zustand beinhaltet die Erfassung der bestehenden

Nicht Technik- und Gebäudedaten sowie die Erstellung einer Ist-Ener-

berücksichtigt dabei sind die zu erwartenden Mehrkosten für giebilanz, um den Umwandlungsprozess von Primär- in End-

die 2011 beschlossene

energie darzustellen. Im

Energiewende. Um dieser

Anschluss daran werden

Entwicklung vorzubeu-

die notwendigen Optimiegen,

empfiehlt sich der

rungsschritte bzw. der

Einsatz von bedarfsorien-

Soll-Zustand ermittelt. Das

tierter Gebäudetechnik

heißt, die Verbräuche der

und gesteuerter Gebäu-

zukünftigen Anlagentechdenutzung,

die den Enernik

werden am Computer

gieverbrauch reduzieren

simuliert und auf dieser

und dadurch den weite-

Grundlage wird eine neue

ren Anstieg der Kosten

Energiebilanz erstellt, die

verhindern und im opti-

ebenfalls mit der bestemalen

Falle sogar zu einer

henden Technik vergli-

Senkung der Kosten fühchen

wird. Durch diese

ren können.

Alt- und Neubau des Museums für Kommunikation Frankfurt (Rückansicht) Simulation lässt sich der

Da aber große Energie- © Museum für Kommunikation Frankfurt

künftige Verbrauch dareinsparungen

in aller

stellen und sehr genau

Regel mit hohen Investitionskosten einhergehen, ist im Vorfeld berechnen. Im nächsten Schritt wird die „neue“ Anlagentechnik

einer Sanierung genau zu prüfen, welche Maßnahmen am bes- auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft. Dabei werden der Kapitalten

geeignet sind – und zwar mit Blick auf die Vollkosten. Ein erdienst, die jährlichen Betriebs- und Verbrauchskosten, die theoprobtes

Instrument dafür ist der von EWT-Ingenieure entwickelte retische Lebensdauer der ‚neuen‘ Anlage sowie mögliche

Parallelprozess.

Fördergelder berücksichtigt.

Im Zuge der Sanierung des Museums für Kommunikation wur-

Optimierung im Bestand durch Simulation am Computer den die gesamte Anlagentechnik für Lüftung, Heizung und Kälte

Aufgrund denkmalpflegerischer oder anderer baulicher Belange sowie die MSR-Technik (Mess-, Steuerungs- und Regelungs-

kann die energetische Sanierung von Gebäuden oftmals nicht technik) erneuert bzw. optimiert. Die für das Frankfurter Museum

an der Hülle, sondern ausschließlich über eine verbesserte oder zunächst am Computer simulierte und anschließend realisierte

erneuerte Anlagentechnik erbracht werden. So auch am Refe- Energieeinsparung beträgt ca. 46 Prozent! Dadurch sind zurenzgebäude,

dem Museum für Kommunikation in Frankfurt. Um gleich die technischen Anforderungen der EnEV 2009 (Energie-

sich dieser Aufgabe zu stellen, galt es erst einmal, den Energieverbrauch

der letzten drei Jahre zu erfassen und zu ermitteln,

einsparverordnung) für Bestandsgebäude erfüllt.

in welchen Bereichen des Museums der größte Optimierungs- Ergebnis

bedarf und das größte Einsparpotenzial liegen. Dies wird in Die Sanierung weist somit eine hohe Energieeffizienz auf. Be-

einem vergleichenden Verfahren mit Gebäuden ähnlicher Größe trachtet man nun die wirtschaftlichen Kriterien, zeigt sich, dass

und Nutzung ermittelt, die bereits neueste energetische Technik die jährlichen Betriebs- und betriebsgebundenen Ausgaben

einsetzen.

nach der Sanierung fast identisch sind mit den früheren Kosten.

46 | KulturBetrieb

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