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SPEZIAL
01/2024
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN
W I N E T R A V E L S C H W E I Z S P E Z I A L
SONDERAUSGABE CHF 14,–
WEINGUIDE 2025
DIE BESTEN
DES LANDES
WEINTOURISMUS
WINE TOURS &
HIDEAWAYS
BIOWEINBAU
DIE GRÜNE
REVOLUTION
9 004524 129903
01
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 02Z030053 M, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, SCHOTTENRING 2–6, 1010 WIEN
Weinerlebnis
Schweiz
ZU GAST IN ALLEN SCHWEIZER WEINREGIONEN
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HERAUSGEBERBRIEF
GENIESSEN SIE
DAS PRICKELNDE
VERGNÜGEN
AUF IN DIE REBEN!
LIEBE WEINLIEBHABERINNEN,
LIEBE WEINLIEBHABER!
Weinreisen wohnt etwas Magisches inne. Einen
Wein trinkt man schliesslich ganz anders,
wenn man seinen Ursprungsort kennt – und
noch besser, wenn man die Macherinnen und Macher
hinter den lieb gewonnenen Flaschen einmal an ihrem
Arbeitsort besucht hat.
Wir kennen das nur zu gut. Seit vielen Jahren widmen
wir uns in jeder Falstaff-Ausgabe auch dem Thema Weinreisen
– nicht nur, aber besonders leidenschaftlich in der
Schweiz. Unser Land hat alles zu bieten, was eine stolze
Weinreisenation braucht: spektakulär schöne Weinregionen
und -lagen, Restaurants mit gut sortierten Kellern,
Weinwanderwege, Vinotheken, Weinbars und natürlich
Winzerinnen und Winzer, die nicht nur begnadete
Weinmacher, sondern auch ebenso gute Gastgeber sind.
Aus unserer Leidenschaft für das Reisen in Weinregionen
und das grosse Interesse von Ihnen, den Leserinnen
und Lesern, an unseren Weinreisegeschichten in der
Falstaff-Hauptausgabe, ist dieses neue Falstaff Spezial
entstanden. Es ersetzt den bisher erschienene Falstaff
Weinguide und inkludiert die Resultate dieses gross
angelegten Tastings, sortiert nach Regionen.
Aber das ist noch lange nicht alles! Jeder der sechs
Schweizer Anbauregionen widmen wir in diesem Heft
ein ganz eigenes Kapitel, erzählen ihnen, warum sich ein
Ausflug in die jeweilige Region besonders lohnt, wo wir
selbst besonders gerne einkehren und welche die besten
Optionen für eine Übernachtung sind.
Das neue Wine Travel Schweiz Spezial ist also einerseits
ein Guide zu den besten Weinen des Landes und
andererseits ein Reiseführer durch unsere traumhaften
Weinlandschaften.
WOLFGANG ROSAM
Chefredaktor und Herausgeber
Falstaff Schweiz
DOMINIK VOMBACH
und BENJAMIN HERZOG
Chefredaktion Falstaff Schweiz
Viel Spass und Genuss mit dem neuen Falstaff Wine
Travel Schweiz Spezial,
Foto: Ingo Pertramer
WOLFGANG M. ROSAM
wolfgang.rosam@falstaff.com
@RosamWolfgang
DOMINIK VOMBACH
dominik.vombach@falstaff.com
BENJAMIN HERZOG
benjamin.herzog@falstaff.com
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WEINREISE
16
Aktivitäten und
genussvolle
Erlebnisse rund
um Schweizer
Weine.
SONDERAUSGABE CHF 14,–
SPEZIAL
01/2024
WEINGUIDE 2025
DIE BESTEN
DES LANDES
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN
W I N E T R A V E L S C H W E I Z S P E Z I A L
WEINTOURISMUS
WINE TOURS &
HIDEAWAYS
BIOWEINBAU
DIE GRÜNE
REVOLUTION
46
Im Hinterland von
Genf befinden sich
ausgedehnte Rebberge.
16 PARADIES FÜR WEINREISEN
Die weintouristischen Highlights der
Schweiz
24 GRÜNE REVOLUTION
Der Aufstieg der qualitativen Schweizer
Bioweine
30 DIE SIEGER
Diese Weine und touristischen
Angebote sind die Sieger dieses
Falstaff Travel Guides
COVER
FOTO: MAUDE RION /
MONTREUX TOURISME
9 004524 129903
9 004524 129903
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 02Z030053 M, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, SCHOTTENRING 2–6, 1010 WIEN
30
Mehr als 400 Schweizer
Weine wurden für dieses
Spezial verkostet.
Weinerlebnis
Schweiz
ZU GAST IN ALLEN SCHWEIZER WEINREGIONEN
WWW.FALSTAFF.COM
64
Atemberaubende Landschaften und
bester Wein warten im Wallis.
WEINREGION GENF
46 WEINREISE GENF
Ein Besuch bei den innovativen
Winzern der drittgrössten Weinregion
der Schweiz
56 GRAPE ESCAPES
Aussergewöhnliche Übernachtungen
und naturnahe Erlebnisse in Genf
58 DIE WINZER UND IHRE WEINE
Die Winzer aus Genf präsentieren
ihre Weine
WEINREGION WALLIS
64 WEINREISE WALLIS
Warum Weinfans gerne in den
traumhaften Bergkanton reisen
Fotos: Shutterstock, Valais Wallis Promotion/Frederic Huber Photography
6 falstaff
TICINO DOC
MERLOT RISERVA RONCAIA
VINATTIERI TICINESI, 75 CL
26.50
(10 CL = 3.53)
VALAIS AOC
JOHANNISBERG
FLEUR DU RHÔNE, 75 CL
11.95
(10 CL = 1.59)
VIN DE PAYS SUISSE
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Zwei Tropfen zum herbstlichen Genuss. Passen gut
zu Pilzrahmgerichten und Weichkäse oder Wild.
Preisänderungen sind vorbehalten.
Coop verkauft keinen Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren.
Erhältlich in ausgewählten Coop Supermärkten sowie unter mondovino.ch
WEINREISE
114
Das Tessin ist der sonnenreichste
Kanton der Schweiz.
124
GRAPE ESCAPES
Aussergewöhnliche Übernachtungen
und naturnahe Erlebnisse im Tessin
126 DIE WINZER UND IHRE WEINE
Die Winzer aus dem Tessin
präsentieren ihre Weine
140
Das Drei-Seen-Land in der
Westschweiz lässt das Herz der
Weinliebhaber höherschlagen.
76 GRAPE ESCAPES
Aussergewöhnliche Übernachtungen
und naturnahe Erlebnisse im Wallis
78 DIE WINZER UND IHRE WEINE
Die Winzer aus dem Wallis
präsentieren ihre Weine
WEINREGION
DREI-SEEN-LAND
140 WEINREISE DREI-SEEN-LAND
Die Region um den Bieler-, Murtenund
Neuenburgersee ist immer einen
Ausflug wert
150 GRAPE ESCAPES
Aussergewöhnliche Übernachtungen
und naturnahe Erlebnisse im
Drei-Seen-Land
152 DIE WINZER UND IHRE WEINE
Die Winzer aus dem Drei-Seen-Land
präsentieren ihre Weine
160
Die Deutschschweiz punktet
mit einer grossen Bandbreite
bei Wein und
Gastronomie.
WEINREGION
WAADTLAND
90 WEINREISE WAADTLAND
Eine Reise in eine der schönsten
Weinregionen des Alpenraums
102 GRAPE ESCAPES
Aussergewöhnliche Übernachtungen
und naturnahe Erlebnisse im Wallis
104 DIE WINZER UND IHRE WEINE
Die Winzer aus dem Waadtland
präsentieren ihre Weine
WEINREGION TESSIN
114 WEINREISE TESSIN
Reise an die Alpensüdseite ins
Schweizer Weinbaugebiet Tessin
WEINREGION
DEUTSCHSCHWEIZ
160 WEINREISE DEUTSCHSCHWEIZ
Reise-Highlights aus einem
Weinanbaugebiet mit eigenständiger
Charakteristik
172 GRAPE ESCAPES
aussergewöhnliche Übernachtungen
und naturnahe Erlebnisse in der
Deutschschweiz
174 DIE WINZER UND IHRE WEINE
Die Winzer aus der Deutschschweiz
präsentieren ihre Weine
5 HERAUSGEBERBRIEF
8 IMPRESSUM
194 SAGEN SIE EINMAL …
IMPRESSUM MEDIENINHABER Falstaff Verlag Schweiz AG, Kirchenweg 8, 8008 Zürich, www.falstaff.com, redaktion@falstaff.ch HERAUSGEBER Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam
GESCHÄFTSFÜHRUNG Mag. Elisabeth Kamper, Wolfgang M. Rosam, Sophie-Marie von Haugwitz ANZEIGEN SCHWEIZ Camille Husson Stengel, Martina Kummer,
David Huber und Barbara Schönmann ANZEIGENKOORDINATION Christiane Ceccarelli, Viktoria Gartner, anzeigen@falstaff.ch CHEFREDAKTION Benjamin Herzog, Dominik Vombach
CHEFIN VOM DIENST Herta Scheidinger ART DIRECTOR Wolfgang Lackinger, GRAFIK Isabella Gröller, Petra Kirchmayer, Noah Neururer FOTOREDAKTION Mag. (FH)Thomas Trimmel
LEKTORAT Birgit Weißkircher, Andreas Hierzenberger PRODUKTION/LITHO Konstantin Riemerschmid MITARBEITER DIESER AUSGABE Larissa Graf ADVERTORIAL-MANAGER
Ing. Mag. Dr. Stefan Schreier DIRECT SALES Wilhelm Amann (Leitung) VERTRIEB & LESER- und ABOSERVICE Kornelia Pirker (Leitung Vertrieb und Abo), Birgit Niedl, Thomas Wagner
(Vertriebsmanager) abo@falstaff.ch HERSTELLER Druckerei Berger, Wiener Straße 80, 3580 Horn GESELLSCHAFTER DER FALSTAFF VERLAGS-GMBH 67 % Wolfgang Rosam
Privatstiftung, 23 % Sabancaya Beteiligungs GmbH, 10 % Angelika Rosam
Fotos: Ascona Locarno Tourism/Alessio Pizzicannella, Tourismus Biel Seeland / Stefan Weber, Aargau Tourismus / Michel Jaussi
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PS.Partners
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PRIMAVERA . WINE TROPHY . WEINSCHIFFE
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Foto: Sedrik Nemeth
14
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15
weinreise / SCHWEIZ
PAR ADIES FÜR
WEINREISEN
Die Schweiz ist an Naturschönheit kaum zu überbieten, und an Weinvielfalt genauso
wenig. In allen Landesteilen finden sich Weingüter, die für Besucher offen stehen,
genauso wie touristische Highlights mit oder ohne önologischen Kontext.
TEXT BENJAMIN HERZOG
Foto: Shutterstock
16 falstaff
Die Weinregion Lavaux wird
seit dem elften Jahrhundert
vom Weinbau geprägt. Seit
2007 steht sie auf der Liste für
Weltkulturerbe der UNESCO.
falstaff
17
weinreise / SCHWEIZ
DIE WEINREGIONEN
DER SCHWEIZ
WEINANBAUFLÄCHEN SCHWEIZ GESAMT CA. 14550 Hektar
DEUTSCH-SCHWEIZ
2.656 Hektar
Schaffhausen
DREI-SEEN-REGION CA. 990 Hektar
Neuenburg
Neuenburg
Basel
Delémont
Freiburg
WAADT CA. 3780 Hektar
Solothurn
BERN
Liestal
Aarau
Frauenfeld
St. Gallen
Zürich
Herisau
Appenzell
Appenzell
Zug
DEUTSCHSCHWEIZ CA. 2630 Hektar
Schwyz
Glarus
Stans
Altdorf
Chur
Lausanne
WALLIS CA, 4650 Hektar
TESSIN CA. 1150 Hektar
Genf
GENF CA. 1350 Hektar
Sion
G E N F E R S E E
Bellinzona
T E S S II N
TESSIN
1.122 Hektar
WEINBAULAND SCHWEIZ: KLEIN, ABER OHO
In der Schweiz wird auf der relativ kleinen Fläche von nur 14.569 Hektar
eine beeindruckende Vielfalt an Weinen produziert. Die Weinproduktion
ist in sechs Hauptregionen unterteilt, wobei das Wallis mit
etwa einem Drittel der Gesamtrebfläche die bedeutendste Rolle spielt.
Das Schweizer Rhônetal profitiert von einem sonnigen, trockenen
Klima und zeichnet sich durch steile Terrassenlagen aus. In der Waadt,
der zweitgrössten Weinregion, wird vor allem die Rebsorte Chasselas
kultiviert, die für ihre Frische und Eleganz bekannt ist. Hier befinden
sich auch die malerischen Weinlagen des UNESCO-Weltkulturerbes
Lavaux. In der Deutschschweiz, wo der Pinot Noir dominiert, finden
sich bedeutende Anbauflächen in den Kantonen Zürich, Schaffhausen
und Graubünden. Das Tessin, die südlichste Weinregion der Schweiz,
unterscheidet sich durch sein mediterranes Klima und die Dominanz
des Merlot. Hier entstehen kraftvolle Rotweine, die oft mit den besten
italienischen Weinen verglichen werden. Die Region Genf, obwohl
flächenmässig kleiner, spielt eine wichtige Rolle in der Schweizer
Weinproduktion. Die Rebflächen erstrecken sich über flaches Terrain
und produzieren eine Vielzahl von Weinen, wobei Gamay und Chasselas
zu den wichtigsten Rebsorten zählen. Das Drei-Seen-Land, das die
Gebiete um den Neuenburger-, Bieler- und Murtensee umfasst, rundet
das Bild der Schweizer Weinlandschaft ab. Diese Region zeichnet sich
durch eine ausgewogene Mischung aus Rot- und Weissweinen aus,
wobei der Pinot Noir und der Chasselas die Hauptrollen spielen.
Foto: Ivo Scholz/Switzerland Tourism
18 falstaff
Vom Rheinfall, dem grösste
Wasserfalls Europas,
ist es nicht weit bis zu
den Anbaugebieten des
Blauburgunderlandes: Bei
beiden Attraktionen spielt
Kalkstein eine zentrale Rolle.
WER JE EIN WEINGUT
BESUCHT HAT, WEISS,
DASS MAN EINEN WEIN
GANZ ANDERS TRINKT,
WENN MAN DESSEN
URSPRUNGSORT KENNT.
Ein Besuch auf einem Weingut
kann das Leben verändern –
oder zumindest die Vorlieben
bei der Weinwahl. Wer je ein
Weingut besucht hat, weiss,
dass man einen Wein ganz anders trinkt,
wenn man dessen Ursprungsort kennt und
im besten Fall auch dessen Macherinnen
und Macher. Viele Schweizer Weingüter
empfangen Gäste zu fixen Zeiten, nach
Voranmeldung oder zumindest anlässlich
der Tage der offenen Weinkeller, die in den
meisten Weinregionen im Mai stattfinden.
Doch eine gelungene Weinreise sollte
natürlich nicht nur Besuche bei Winzerinnen
und Winzern beinhalten, sondern auch
kulinarische Höhepunkte oder ganz
weinfremde Sehenswürdigkeiten, wie man
sie in der Schweiz fast überall findet.
Eine besondere Symbiose in puncto Weinreisen
geht der grösste Wasserfall Europas,
der Rheinfall, mit den wenige Kilometer
entfernten Weinbergen Schaffhausens ein.
Blauburgunderland nennt sich die Region,
in der die meisten Winzerinnen und Winzer
sich auf den grazilen Pinot Noir spezialisiert
haben. Das kommt nicht von ungefähr!
Der charakteristische Kalkfelsen inmitten
des Wasserfalls ist geologisch mindestens so
interessant wie die Kalkformationen, die die
angrenzenden Weinregionen prägen – auch
wenn deren Geschichte nicht ident ist. Warum
also nicht einen Ausflug an den Rheinfall
mit einem Winzerbesuch verbinden?
<
falstaff
19
weinreise / SCHWEIZ
Die Bündner Herrschaft gilt als das Burgund der Schweiz – in den vier Weindörfern Fläsch, Maienfeld,
Jenins und Malans befinden sich gleich mehrere Topbetriebe der Schweiz.
Die Rheinschlucht zwischen Ilanz und der Mündung des Hinterrheins bei Reichenau im Kanton
Graubünden gehört zu den spektakulärsten Landschaften der Schweiz.
20 falstaff
<
Die bekanntesten Terroirs der Schweiz
sind nicht nur für Weinproduktion erstklassig,
sie bieten auch etwas fürs Auge,
insbesondere die alpinen Lagen. Zu den
bekanntesten in der Deutschschweiz zählt die
Bündner Herrschaft. Kulinarische Höhepunkte
sind zahlreich – und auch Naturspektakel
sind nicht weit. Wie wär’s mit einem
Abstecher zur epischen Rheinschlucht?
Die Grenze zwischen dem Kanton Graubünden
und dem Kanton Tessin verläuft
durch unebenes Terrain. Das italienischsprachige
Bündnertal namens Misox ist eine
wichtige Verbindungsachse von Norden
nach Süden und gehört vermutlich zu den
grössten Geheimtipps betreffend Weinbau
in unserem Land. Trotz seiner geografischen
Lage in Graubünden wird das Misox weinbautechnisch
dem Tessin zugeordnet – denn
Klima und Sortenspiegel sind dem Tessin
durchaus nahe. Von hier ist es nicht mehr
weit zu den eigentlichen Reblagen in der
Sonnenstube der Schweiz. Das Tessin ist
Fotos: Thomas Kessler Visuals, Ivo Scholz/Switzerland Tourism, Ticino Turismo - Parisiva, Switzerland Tourism/Jan Geerk
per se eine beliebte Reisegegend – und um
den Wein kommt hier niemand herum. Besonders
eindrücklich sind etwa die Lagen
bei Morcote am Luganersee oder natürlich
auch am Lago Maggiore. Wer hier einen
Winzerbesuch auf dem Programm hat und
keine Zwischenhalt in Ascona, Locarno oder
Brissago einlegt, verpasst definitiv etwas –
zumindest für einen Aperitivo am See sollte
man sich Zeit nehmen. Der gehört zum
Tessin wie der Wein und die Naturschönheit.
An diesen Attributen spart auch das
benachbarte Wallis nicht. Der grösste
Weinbaukanton des Landes hat in Sachen
Weintourismus richtig aufgerüstet. Weinmuseen,
ganze Erlebniszentren, regionaler Wein
auf allen Weinkarten und vieles mehr lassen
die Geniesserherzen höher schlagen.
<
Gaby Gianini von der Tenuta Castello die Morcote gehört zu den umtriebigen Weinunternehmerinnen im
Tessin: Sie betreibt neben dem Weingut auch Gastronomie und ein erstklassiges, kleines Hotel.
Ascona am Lago Maggiore gehört
zu den Highlights für Reisende im
Kanton Tessin. Weingüter sind in der
Umgebung viele zu finden.
falstaff
21
weinreise / SCHWEIZ
WINE TRAVEL SCHWEIZ
SO LESEN SIE
DIESEN GUIDE
Der Swiss Wine Travel Guide beinhaltet
weintouristische Tipps und Porträts zu
jeder der sechs Schweizer Weinregionen. Im
Anschluss finden Sie jeweils Einträge einzelner
Weinbaubetriebe – samt Notizen und
Bewertungen von aktuellen Weinen und
natürlich den Öffnungszeiten für einen
Besuch. Dieser gross angelegten Verkostung
entstammen auch die Siegerinnen und Sieger
dieser Publikation, die in einer separaten
Geschichte genauer vorgestellt werden.
Neben den Bewertungen der einzelnen Weine
im gewohnten Falstaff-100-Punkte-System
ist die Publikation dieses Guides der Zeitpunkt,
an dem die Falstaff-Redaktion die Sterne für
die Schweizer Weinbetriebe neu vergibt. Die
Einstufung erfolgt nach folgenden Kriterien:
Aigle im Chablais im Kanton Waadt gehört zu den wichtigen Weinorten der Schweiz – es ist die Heimat
des bekannten Schweizer Weins Aigle Les Murailles und des Wahrzeichens Château d’Aigle.
>
Die höchsten Weinberge Europas bei
Visperterminen gehören hier genauso zu den
Highlights wie die mystisch erscheinenden
Lagen bei Chamoson oder auch die lebendige
Kantonshauptstadt Sion und das benachbarte
Sierre, die inmitten der Reben stehen.
Wer dem Lauf der Rhône im Wallis
folgt, landet im Waadtland, das mit dem
zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden
Lavaux zu den spektakulärsten Weingegenden
der Welt zählt. Doch auch weniger
bekannte Appellationen sind einen Besuch
wert. Etwa das Chablais mit dem Ort Aigle
und dem charakteristischen Schloss inmitten
der Reblagen. Rund 30 Kilometer weiter befindet
sich das im Genfersee gebaute Schloss
Chillon – und dazwischen und drumherum
Winzerbetriebe, die besucht werden können.
Das Lavaux bei Lausanne sollte jeder Liebhaber
von Schweizer Weinen mindestens einmal
im Leben bereist haben. Die Reben – und
die Besucher – werden hier von drei Sonnen
verwöhnt: der direkten Sonne, der sich spiegelnden
Sonne vom See und der Sonnenenergie,
die in den rund 450 Kilometern Trockenmauern
gespeichert ist. Diese Trockenmauern
stützen nicht nur die Reblagen, sondern sind
auch Habitate für Tiere und Pflanzen.
Weiter den See entlang Richtung Genf passiert
man die Weinregion La Côte, um dann
die Kantonsgrenze zu überwinden. Die internationale
Stadt Genf gehört auch weinmässig
zu den weltoffenen Schweizer Landstrichen
– nicht nur, weil hier verhältnismässig viele
internationale Sorten anzutreffen sind. Der
Weinbau im Kanton beginnt gleich vor den
Toren der Stadt, und in der Stadt selbst sind
die regionalen Erzeugnisse allgegenwärtig.
Die Westschweiz ist von Seen geprägt, der
Genfersee ist der grösste von allen. Weinbautechnisch
nicht ausser Acht lassen sollte
man auch die drei Seen nördlich davon. Das
Drei-Seen-Land ist geprägt vom Dreiergespann
Neuenburger-, Bieler- und Murtensee.
Die vom Juramassiv geprägten Terroirs der
Region bringen einige der besten Pinot Noirs
der Schweiz hervor – und insbesondere die
mit Reben bepflanzten Nordufer der Seen
sind auch erstklassige Gebiete für malerische
Wanderungen zwischen Wasser und Wein.
<
★ Betrieb, der regelmässig Weine hervorbringt,
die typisch für Sorte und Herkunftsregion
sind.
★ ★ Betrieb, der für verlässliche Wein qualität
bekannt ist und die Weine seiner Region auf
hohem Niveau repräsentiert.
★ ★ ★ Betrieb, der für individuelle Weine
von kontinuierlich hervorragender Qualität
bekannt ist und hohes Ansehen geniesst.
★ ★ ★ ★ Betrieb, der kontinuierlich für Spitzenleistungen
bekannt ist und dessen stilistische
Ausrichtung hohes Ansehen besitzt.
★ ★ ★ ★ ★ Betrieb, der seit langer Zeit kontinuierlich
für Spitzenleistungen bekannt ist
und im In- und Ausland für seine stilistische
Eigenständigkeit höchstes Ansehen geniesst.
DIE BIO-KNOSPE IN
DIESEM GUIDE
Die Schweizer Knospe-Winzer werden in
diesem Guide speziell gekennzeichnet. Die
Knospe ist eine Marke von Bio Suisse, dem
Verband der Schweizer Bio-Bauern. Die Vorgaben
für die Knospe sind strenger als die für
EU- oder CH-Bio. Letztere basieren allein auf
den gesetzlich verankerten Bio-Verordnungen.
Die Vorgaben für die Bio-Suisse-Knospe
schränken etwa die Verwendung von Zusatzund
Hilfsstoffen stark ein, schreiben schonende
Verfahren vor und geben Einschränkungen
in Bereichen wie Schädlingsbekämpfung oder
Verpackungsmaterial. Auch Kriterien wie Biodiversität,
Wasserverbrauch, Nachhaltigkeit,
Fairtrade und Sozialstandards unterliegen
bei der Knospe strengeren Vorgaben als bei
anderen Bio-Zertifikaten.
Foto: Shutterstock
22 falstaff
Als familiengeführtes Unternehmen mit über 80 Jahren
Erfahrung im internationalen Weinhandel haben wir uns auf
Bordeaux und Burgunder spezialisiert. Unser Fokus liegt auf
Raritäten in optimaler Trinkreife. Unser stündlich aktualisiertes
Sortiment bietet mehr als 3000 verschiedene Weine, welche
sofort für Sie verfügbar sind.
Um jederzeit gereifte Weine anbieten zu können, sind wir
auch laufend auf der Suche nach Spitzenweinen aus privaten
Sammlungen - gerne erstellen wir Ihnen ein Kaufangebot.
weinreise / BIOWEINBAU
GRÜNE
REVOLUTION
Seit 2008 hat sich die Biorebfläche in der Schweiz mehr als verdoppelt. Immer mehr
Winzer setzen auf biologischen Anbau, fördern Biodiversität, reduzieren ihren CO 2
-
Ausstoss und stellen fest, dass ihre Weine sich zum Positiven verändern. Der Anteil der
Biorebfläche in der Schweiz liegt mittlerweile bei rund 20 Prozent – Tendenz steigend.
TEXT DOMINIK VOMBACH
Foto: Frick/biomedialibrary
24 falstaff
Grüne Oase: Durch den Bioanbau
steigt die Biodiversität in den
Rebbergen. Das bedeutet: mehr
Regenwürmer, mehr Schmetterlinge,
mehr Marienkäfer und vieles mehr.
falstaff
25
weinreise / BIOWEINBAU
SEIT 2018 HAT SICH DIE
BIO-REBFLÄCHE IN
DER SCHWEIZ MEHR ALS
VERDOPPELT. HEUTE
SIND 2700 HEKTAR
ZERTIFIZIERT.
26 falstaff
Die Waadtländer Domaine Les Satyre
von Noémie Graff gehört seit 2018
zu den Bio-Suisse-zertifizierten
Knospe-Betrieben.
Die Zahlen sprechen eine
deutliche Sprache: Bioweinbau
boomt in der Schweiz.
Seit 2018 hat sich die
Biorebfläche mehr als
verdoppelt und liegt heute bei rund
2700 Hektar. Das sind rund 20 Prozent der
Gesamtrebfläche des Landes. In einzelnen
Kantonen ist der Anteil sogar noch deutlich
höher, in Neuenburg etwa, wo inzwischen
rund 60 Prozent der gesamten Rebfläche
biologisch bewirtschaftet wird, oder in Freiburg,
wo der Bioanteil mittlerweile bei rund
44 Prozent liegt. Der grösste Anteil der
Schweizer Biorebflächen ist in der Westschweiz
zu finden: Rund 75 Prozent
entfallen auf diesen Landesteil.
Hier im Waadtland befindet sich auch
die Domaine les Satyre, die seit 2018 zu
den Bio Suisse-zertifizierten Knospe-Produzenten
gehört. Die Umstellung auf biologischen
Anbau kam nicht von ungefähr.
Zuvor produzierte man nach den Vorgaben
der integrierten Produktion und stellte fest,
dass diese trotz aller Verbesserungen, die
sie für den Weinbau bedeutete, durch den
systemischen Gebrauch von chemisch-synthetischen
Spritzmitteln für die Domaine
in eine Sackgasse führte. «Die Beziehung
zwischen Rebe und Boden ist für unsere
Arbeit entscheidend. Durch die Förderung
der Biodiversität und des Lebens im Boden
integriert die Bioproduktion die Pflanze
wieder in ihr Umfeld», so Winzerin Noémie
Graff. Seit der Umstellung sei der Ertrag
ausgewogener geworden, berichtet sie, die
Begrünung im Rebberg vielfältiger und
das Gleichgewicht zwischen Tannin, Säure
und Alkohol in den Weinen harmonischer.
«Und das trotz der durch die Klimaerwärmung
verursachten Veränderungen», betont
Graff. Diese machen sich auch hierzulande
mit Frost, Hitze, Trockenheit und Extremwetterereignissen
wie Hagel immer
stärker bemerkbar – auch durch
übermässige Feuchtigkeit, gepaart
mit Wärme, wie es in diesem Jahr
stellenweise der Fall war. Dann können
die Pilzkrankheiten Oidium und Peronospora,
der Echte und der Falsche Mehltau,
schwere Schäden verursachen – egal, ob
biologisch oder konventionell produziert
Fotos: Noémie Graff/Siffert, Biosuisse, beigestellt
Der Thurgauer Bio-Winzer Roland
Lenz gehört zu den Vorreitern bei
den boomenden Piwi-Sorten. Er
sieht Rebberge als ganzheitliche
Ökosysteme an und fördert die
Biodiversität.
wird. Abhilfe schaffen nur Pflanzenschutzmassnahmen.
Auf ein Mindestmass reduziert
werden können diese durch den Einsatz von
pilzwiderstand fähigen Rebsorten. Diese sind
im Gegensatz zu bekannten Europäersorten,
zu denen im Grunde alle weitläufig bekannten
Rebsorten gehören, gegen die genannten
Pilzkrankheiten genetisch abgesichert, also
sozusagen resistent. Die notwendigen Pflanzenschutzmassnahmen
lassen sich so um bis
zu 80 Prozent reduzieren. Das bedeutet nicht
nur eine Senkung der reinen Spritzmittelmenge,
sondern auch weniger Durchfahrten
mit dem Traktor und somit weniger CO 2
-
Ausstoss geringere Bodenverdichtung. Auch
die Produktionskosten sinken.
Ganz so einfach ist das mit den Piwi-Sorten
dann aber doch nicht, weiss Winzer Roland
Lenz aus dem Thurgau, der seit vielen
Jahren nach Demeter-Richtlinien arbeitet
und europaweit als Spezialist für pilzwiderstandsfähige
Sorten gilt. «Diese Sorten
muss man begleiten, damit sie funktionieren»,
erklärt Lenz und meint damit, dass sie
ein- bis zweimal während der Vegetationsperiode
behandelt werden müssen. Rund
zehnmal weniger, als Lenz in diesem Jahr
seine Müller–Thurgau-Parzelle mit Schwefel
und Kupfer behandeln musste, um sie vor
Peronospora und Oidium zu schützen. Die
Blauburgunderparzelle eines konventionell
arbeitenden Winzerkollegen direkt unterhalb
hat es besonders stark erwischt: Sie trägt in
diesem Jahr gar keine Trauben. Ein wichtiger
Schlüssel für Lenz dabei ist, Biodiversität im
Rebberg zu schaffen und auf diese Weise ein
wehrhaftes Ökosytem zu gestalten, um der
allfälligen Monokultur, zu der Rebberge nun
mal gehören, entgegenzuwirken. In seinen
Rebzeilen sind deshalb Maulbeerbäume und
Haselnusssträucher zwischen den Rebstöcken
zu entdecken. Zwischen den Zeilen
gedeiht Hanf, und rund um die Parzellen
wachsen Bäume, Hecken und Sträucher.
NACHHALTIGE VERÄNDERUNG
Auf dem Markt existieren unterschiedlichste
Bio-Labels, die sich in den Anforderungen
an die Produzenten unterscheiden.
Einige Anforderungen haben sie jedoch
immer gemein: zum einen den Verzicht auf
chemisch-synthetische Spritzmittel und
Dünger. Die Bio-Winzer verwenden nur
natürliche Hilfsmittel, zu denen auch
<
falstaff
27
weinreise / BIOWEINBAU
Bioweinbau in der Schweiz boomt: Viele Winzerinnen und Winzer stellen nicht nur aus Gründen
der Nachhaltigkeit ihre Betriebe um, sondern auch um die Weinqualität zu fördern.
<
28 falstaff
Kupfer und Schwefel zur Bekämpfung
von Pilzkrankheiten gehören, wobei der
Einsatz dieser Mittel durch Maximalmengen
beschränkt ist. Zudem sind für die
Herstellung von Bio-Wein gentechnisch veränderte
Organismen untersagt. Zu den am
weitesten verbreiteten Bio-Labels für Wein
in der Schweiz gehören zweifelsohne das
EU-Bio-Label, die Bio Suisse Knospe und
das Demeter-Siegel. Ersteres ist auf vielen
Weinflaschen im Handel zu finden und
belegt die Einhaltung der EU-Vorschriften
für die Produktion von Bio-Wein. Die Bio
Suisse Knospe verlangt von den Produzenten
noch etwas mehr als der EU-Standard.
Unter anderem muss die gesamte Fläche
eines Betriebs biologisch bewirtschaftet
werden. Und zur Förderung der Artenvielfalt
müssen mindestens sieben Prozent der
Nutzfläche aus Biodiversitätsflächen wie
etwa Trockenmauern, Hecken, Asthaufen
oder Bäumen bestehen. Im Keller dürfen die
Knospe-Winzer nur auf ein Drittel der nach
EU–Bio-Richtlinen zugelassenen Behandlungsmittel
zurückgreifen. Das Demeter-Label
wiederum steht für Weine, die mittels
zertifiziert biodynamischen Methoden nach
Demeter-Richtlinien hergestellt werden.
Grob gefasst steht hierbei die Intensivierung
des Bodenlebens und die Stärkung der
Rebstöcke durch biodynamische Präparate
im Zentrum. Im Keller sind nur sehr wenige
Korrekturmassnahmen möglich, weshalb
die sorgfältige Arbeit im Rebberg und im
Keller von grösster Bedeutung ist.
Auf der Domaine Le Satyre hat sich infolge
der Umstellung auf biologischen Anbau
nicht nur die Weinqualität verändert. Das
Leben im und über dem Boden ist reichhaltiger
geworden. Konkret bedeutet das:
mehr Regenwürmer, mehr Schmetterlinge,
Marienkäfer und vieles mehr. Darüber
hinaus bereitet es Graff und ihrem Team
grosse Freude, auf diese Weise zu arbeiten.
«Der Bioweinbau bietet uns auch die Gelegenheit,
uns unserer Arbeit durch Beobachtungen
und ein tieferes Verständnis unserer
Rebberge wieder zu ermächtigen, statt auf
die Ratschläge von Verkäufern zu hören»,
gibt Graff zu bedenken. Ein ganzheitlicher
Ansatz, der aktueller nicht sein könnte. Den
schätzen auch immer mehr Konsumenten,
indem sie am Regal zu Bioweinen greifen.
Der Umsatz mit diesen im Detailhandel
hat seit 2020 ordentlich zugelegt und liegt
mittlerweile bei 65,6 Millionen. Franken –
Tendenz steigend.
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Fotos: Thomas Alföldi/FIBL/biomedialibrary, Biosuisse
LANDOLT WEINE – WEINWANDERUNG STADT ZÜRICH
Weinbau mitten in der Stadt – ein
seltenes Privileg, das nur wenige
Metropolen bieten.
KREATIVE
WEINERLEBNISSE
Für uns könnte es Merlot regnen – oder Sauvignon Blanc, Primitivo oder Räuschling
– ganz gleich, welche Rebsorte oder aus welcher Region – die Welt der Weine
fasziniert das Team von Landolt Weine. Jeder Tropfen erzählt
spannende Geschichten und weckt nachhaltige Emotionen.
ADVERTORIAL Fotos: David Hubacher, beigestellt
Seit 190 Jahren steht Landolt Weine
für Expertise und Leidenschaft
rund um die Herstellung und den
Handel von Weinen. Ein junges,
engagiertes Team, das die Liebe zum Produkt
teilt, widmet sich Weinen von herausragender
Qualität. Dabei wird mit Beständigkeit,
Innovationsgeist und einer Prise
Humor gearbeitet.
In der Vinothek werden Gäste direkt mit
einem Glas Wein empfangen, um ihnen die
Vielfalt der Weinwelt persönlich und charmant
näherzubringen. Von italienischen und
französischen Klassikern bis hin zu modernen
oder naturbelassenen Weinen aus der
Region – das Team passt sich ganz den indi-
viduellen Vorlieben der Besucher an. Für
jene, die tiefer in die Materie eintauchen
wollen, bietet Landolt Weine verschiedene
Erlebnisse an. Neben klassischen Verkostungen
gibt es kreative Formate wie das «Weekend-Start-Tasting»
mit DJ, wo Weine in
ungezwungener Atmosphäre und mit elektronischen
Beats präsentiert werden. Auch
massgeschneiderte Weinevents können organisiert
werden.
WEINVERKOSTUNG ÜBER
DEN DÄCHERN VON ZÜRICH
Wer Wein direkt am Entstehungsort erleben
möchte, dem bietet Landolt Weine
besondere Entdeckertouren an. Mit Wan-
derschuhen an den Füssen geht es durch
die Rebhänge des Weinguts Landolt, mit
Blick auf den Zürichsee und die Stadt.
Hier wird der Wein dort verkostet, wo er
entsteht – etwa nach einer Wanderung
zum Rebberg Burghalde, wo ein kühles
Glas Riesling-Silvaner besonders gut
schmeckt.
INFO
Weitere Informationen unter
landolt-weine.ch
falstaff 29
weinreise / SIEGER
Auf der Cantina Blass
im Malcantone entstehen
handwerkliche Terroirweine
mit frischem Charakter. Das
noch junge Weingut stellt
die Kollektion des Jahres
2025 von Falstaff.
30 falstaff
DIE SIEGER
Mehr als 400 Schweizer Weine wurden für dieses Spezial verkostet und
unzählige touristische Angebote geprüft. Einige davon stachen besonders
heraus: Sie sind die Sieger dieses Travel-Guides.
TEXTE BENJAMIN HERZOG,
DOMINIK VOMBACH
Foto: Cantina Blass
falstaff
31
weinreise / SIEGER
Marc und Isabel Hochwarth
(l.) sowie Alex und Gabriela
Blass (r.) sind die Menschen
hinter dem noch jungen
Miniweingut Cantina Blass.
Fotos: (c) Mike Krishnatreya, beigestellt
32 falstaff
KOLLEKTION
DES JAHRES
CANTINA BLASS, TESSIN
Achtsamkeit gegenüber Mensch und Natur ist das
Hauptcredo der noch jungen Cantina Blass. Harmonie und
Natürlichkeit sind ihren Weinen in allen Facetten anzuspüren.
Wer eine Flasche Rotwein der
Cantina Blass aus dem Malcantone
in die Hände kriegt, dürfte
überrascht sein. Witzig und anders, allein
die Etiketten mit den putzigen Schafen, die
mit ihren unterschiedlichen Charakteren
jeweils den Wein in der Flasche symbolisieren.
Beim Eingiessen fällt die Farbe ins
Auge. Sie ist klar heller, subtiler als die der
meisten roten Tessiner Gewächse. Beim
ersten Hineinriechen ist die Richtung
glasklar: Hier geht es um Frische, um die
Frucht, das ist nicht nur zeitgemäss,
sondern auch ganz grossartig.
Regina, das namensgebende Schaf
auf dem Etikett eines der beiden
Lagenmerlots, trägt einen reichen
Kopfschmuck. Pompös kommt es
daher, der Wein entpuppt sich im
Glas aber dennoch als leise, geheimnisvoll,
ja komplex. «Eigenständig»,
notieren die Falstaff-Verkoster zur
Aromenwelt und goutieren das mit
93 Punkten. Vielleicht überraschend
kommt die noch höhere Bewertung
für Pietro, einen reinsortigen Cabernet
Franc – ein Schaf am Fels,
ausgerüstet mit Kletterseil. Der Wein
stammt von Reben, die direkt im Fels
wurzeln. Ein enorm frischer, eleganter
und dennoch kräftiger Tessiner
Rotwein – ganz Berggänger eben und
kein Merlot wie das Gros der Tessiner
Weine. Neben den beiden Rotweinsorten
werden auf der Cantina
Blass auch Chenin Blanc, Sauvignac,
Chardonnay und Sauvignon Blanc
kultiviert.
Die Cantina Blass ist ein noch junger
Betrieb: 2019 startete das gerade mal vier
Hektar grosse Projekt. Initiiert wurde es
vom innovativen Ehepaar Gabriela und
Alex Blass. Sie nutzten die Gelegenheit, das
Weingut Weingartner in Astano zu kaufen,
um ihren Traum von der eigenen Cantina
zu verwirklichen. Den Betrieb und insbesondere
das Weinmachen haben sie in
erfahrene Hände gelegt: Isabel und Marc
Holzwarth sind in der Schweizer Weinwelt
keine Unbekannten. Sie arbeitete etwa bei
Zweifel Weine in Zürich oder Urs Pircher
in Eglisau, er studierte Weinbau und Önologie
in Geisenheim, arbeitete in Deutschland
und kehrte dann in die Schweiz
zurück. Gemeinsam waren Holzwarths bei
Diego Mathier in Salgesch beschäftigt und
zuletzt bei La Rodeline in Fully.
Achtsamkeit gegenüber Mensch und Natur
lautet das wichtigste motto bei Cantina
Blass. Dies gilt für die Pflege der Reben
und die Weinbereitung genauso wie für den
Umgang mit den Menschen. Harmonie, die
man in allen Facetten dieses Projekts spürt.
Und natürlich würde die Cantina Blass
nicht die Kollektion des Jahres und damit
eine der wichtigsten Auszeichnungen im
neuen Falstaff Wine Travel Schweiz Spezial
gewinnen, wenn sie in puncto Weintourismus
uninteressant wäre. Das Weingut
befindet sich im Convento Vecchio, einem
ursprünglichen, klosterartigen Tessinerhaus
aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde in den
1970er-Jahren von Tilla Theus sanft renoviert
und beherbergt neben dem Weingut
auch eine Ferienwohnung, die Besuchern
zur Verfügung steht.
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falstaff
33
weinreise / SIEGER
BESTER PINOT NOIR
MONOLITH 2022, FRANCISCA UND CHRISTIAN OBRECHT, GRAUBÜNDEN
Der Monolith aus dem Hause Obrecht in Graubünden gehört
seit jeher zu den grossen Gewächsen der Region. Der Wein
wird zusehends eleganter – so auch der siegreiche 2022er.
Francisca und Christian Obrechts Monnolith 2022 ist kein fetter Brocken –
im Gegenteil! Es handelt sich um einen eleganten Pinot Noir der Spitzenklasse.
Es ist erstaunlich, wie sich die Weine
von Francisca und Christian
Obrecht über die Jahre hinweg
verändert oder, besser gesagt, weiterentwickelt
haben. Seit der Umstellung auf
biodynamischen Anbau vor fast 15 Jahren
sind sie stetig puristischer, filigraner und
terroirbetonter geworden. Das Ehepaar ist
seitdem nach eigener Aussage näher an der
Pflanze, beobachtet die Natur intensiver,
was sich unwillkürlich auf das Endprodukt,
den Wein auswirkt.
Geleitet werden die Obrechts bei ihrer
Arbeit weniger von ganzen Parzellen als
von den einzelnen Rebstöcken, die ihnen
offenbaren, für welchen Wein sie sich
eignen. Das heisst, es existiert nicht nur
eine Qualität in den rund 13 Parzellen des
Weinguts, sondern es wird versucht, mit
mehreren Lesezeitpunkten das perfekte
Ausgangsmaterial für die unterschiedlichen
Gewächse zu ernten.
Am deutlichsten bemerkbar macht sich
die Umstellung auf biodynamischen Anbau
und die damit einhergehende Balance beim
Flagschiff des Hauses, dem Pinot Noir Monolith.
Die Trauben für das einstige Kraftpaket
stammen von den ältesten Reben des
Weinguts, rund 60 Jahre alt und mit sehr
geringem Ertrag, was auch die Konzentration
erklärt, die den Wein charakterisiert.
Hinzugekommen aber sind eine ureigene
Frische und Balance, die mit dem Jahrgang
2022 ihren Höhepunkt erlebt. Dies mag
wohl auch daran liegen, dass der Wein
spontan und mit einem Teil der Stiele vergoren
wird, bevor er ein Jahr im Barrique
reift. Und vielleicht auch daran, dass sich
die Weine von hervorragenden Weinmachern
wie den Obrechts grundsätzlich mit
der Zeit weg von jugendlicher Power und
hin zu reifer Gelassenheit entwickeln. Der
Monolith 2022 ist jedenfalls ein Wein aus
einem Guss, und dieser Guss wird immer
schlanker und filigraner.
Fotos: Gaudenz Danuser, Siffert/weinweltfoto.ch, beigestellt
34 falstaff
Susanne und Rico Lüthi
sind bekannt für ihre
filigranen Pinot Noirs
der Extraklasse. Doch
auch ihr Müller-Thurgau
ist herausragend.
BESTER MÜLLER-
THURGAU
RIESLING X MADELEINE ROYALE 2022, LÜTHI WEINBAU, ZÜRICH
Lüthis Müller-Thurgau, respektive Riesling-Silvaner, heisst Riesling x
Madeleine Royale – ein herausragender Wein mit mineralischem Rückgrat.
Nichts als die Wahrheit», steht auf
dem Weinetikett von Rico Lüthis
Müller-Thurgau. Den Weisswein
nennt er nämlich findig Riesling x Madeleine
Royale und spielt damit auf die echten
Elternsorten des Müller-Thurgaus an. Er
bleibt nicht in der Vergangenheit haften, in
der man davon ausging, dass die Sorte von
Hermann Müller 1882 aus Riesling und
Silvaner gekreuzt wurde. Kein Wunder,
denn der Rebzüchter, damals an der
Forschungsanstalt Geisenheim tätig, war
sich bei seiner Rückkehr in die Schweiz
gute zehn Jahre später mit 150 Stecklingen
im Gepäck nicht mehr sicher, welche
Traubensorte er mit Riesling gekreuzt hatte.
So ging der Müller-Thurgau zunächst als
Riesling-Silvaner ins Rennen. Erst 1998
wurde mittels Genanalyse die Rebsorte
Madeleine Royale als Kreuzungspartner
von damals identifiziert. Hierzu lande, wo
die Sorte auf rund 420 Hektar gedeiht,
womit sie die zweitwichtigste weisse
Rebsorte hinter Chasselas ist, hält sich der
Name Riesling-Silvaner aber bis heute.
Ganz anders bei Lüthis am Zürichsee.
Riesling x Madeleine Royale, dieser
Name passt zu dem gestanden Winzer, der
ein genauer, ein akribischer Mensch und
Weinmacher ist. Diese Präzision merkt man
all seinen Weinen an, allen voran seinen
Pinot-Noir-Gewächsen.
Grosse Weinmacher wie Lüthi können
aber auch aus einer vermeintlich einfachen
Sorte wie Müller- Thurgau Weine kreieren,
die Tiefgang besitzen. Genau das beweist er
geradezu eindrücklich mit seinem Riesling
x Madeleine Royale aus dem Jahr 2022.
Mit seiner ätherisch-würzigen, exotisch
anmutenden Frucht und seinem mineralisch-salzigen
Rückgrat überzeugte der
Wein die Falstaff-Verkoster auf ganzer
Linie, was mit 92 Punkte und der Auszeichnung
als bester Müller-Thurgau gewürdigt
wurde.
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falstaff
35
weinreise / SIEGER
Das Team der Cantina Kopp von der Crone hat guten Grund zum Strahlen: Ihr
Merlot Scala 2021 ist der höchstbewertete Wein in der Kategorie Merlot.
BESTER MERLOT
SCALA 2021, CANTINA KOPP VON DER CRONE VISINI, TESSIN
Auch schwierige Jahre können hervorragende Weine hervorbringen:
Der elegante, filigrane Merlot Scala 2021 ist dafür der beste Beweis.
Merlot ist die zweitwichtigste rote
Rebsorte der Schweiz. Und
nirgendwo hierzulande ist die
Rebsorte wichtiger als im Tessin, wo satte
80 Prozent der gesamten Rebfläche mit ihr
bepflanzt sind. Die ersten Stöcke brachte
Alderige Fantuzzi, später Leiter des L’Istituto
agrario cantonale di Mezzana, in die
Region und kelterte im 1906 ersten Wein
daraus. Die Ergebnisse waren vielversprechend
und legten den Grundstein für
den Erfolg der Sorte, der bis heute anhält.
Betrachtet man die Falstaff-Verkostungen
der letzten Jahre, lässt sich feststellen,
dass die Top-Merlots aus dem Tessin trotz
höherer Temperaturen keineswegs fetter
und alkoholreicher werden, sondern immer
eleganter und filigraner. Es scheint, als sei
die nächste grosse Tessiner Stilrevolution
im Gange nach jener in den 1980ern, als
Einwanderer aus der Deutschschweiz
begannen, sich bei der Vinifizierung am
Bordeaux zu orientieren. Ein Wein, der
die neuere Entwicklung sehr gut widerspiegelt,
ist der Scala 2021 von Kopp von
der Crone Visini. Ein filigranes, elegantes
Merlot-Gewächs aus einem durchaus
schwierigen Jahr, das bei vielen Winzern
hierzulande wegen hohem Krankheitsdruck
für Probleme sorgte. Paolo Visini und Anna
Barbara von der Crone kamen jedoch mit
einem blauen Auge davon. Entstanden ist
ein frischer, geradezu leichtfüssiger Merlot,
der eine andere, zeitgemässe Seite der Sorte
bespielt. Frische und Eleganz liegen heute
letztlich bei den Topwinzern weltweit im
Trend. Während von der Crone und Visini
den Wein in anderen Jahrgängen mit einem
kleinen Anteil Petit Verdot und Cabernet
Sauvignon abfüllen, setzten sie 2021 ganz
auf Merlot. Ein Teil der Trauben wurde kalt
mazeriert, was für Frische im Wein sorgt.
Letzterem zuträglich ist auch der Standort
der Reben, die auf einem durchlässigen,
lehmigen Sandboden gedeihen.
Fotos: Switzerland Tourism/Andre Meier, beigestellt
36 falstaff
BESTER CHASSELAS
DÉZALEY GRAND CRU HAUT DE PIERRE 2021, BLAISE DUBOUX, WAADT
Blaise Duboux hat seinem Spitzen-Dézaley Haut de Pierre aus
dem schwierigen Jahr 2021 eine besondere Kur beim Ausbau
gegönnt – das hat sich gelohnt!
Blaise Duboux gehört zu den Bio-Pionieren im Lavaux. Sein Chasselas Haut
de Pierre aus dem schwierigen Jahr 2021 ist herausragend.
Das Jahr 2021 war einschneidend für
die Schweizer Winzerinnen und
Winzer – Frost, starke Regenfälle
und Hagel sorgten nicht nur, aber auch im
Lavaux für grosse Ernteausfälle. Der
Bio-Winzer Blaise Duboux hatte zu all dem
mit Mehltau und dem Einsturz einer
Steinmauer im Dézaley zu kämpfen. Keine
schönen Aussichten! Sein Top-Chasselas
Dézaley Grand Cru Haut de Pierre 2021
kommt da einem Wunder gleich.
Trotz geringster Erntemengen merkte
Blaise Duboux bald nach der Ernte, dass es
sich lohnen würde, seinem Top-Chasselas
aus dem Jahr besondere Aufmerksamkeit
zu schenken. Der Winzer entschied sich,
den Dézaley Grand Cru Haut de Pierre
2021 doppelt so lange reifen zu lassen wie
in normalen Jahren. Der Weisswein kam
erst im Frühling 2023, also rund eineinhalb
Jahre nach der Ernte, auf die Flasche.
Das Resultat ist herausragend: Ein
komplexer Wein mit Noten von Honig,
Dörraprikose, frischem Apfel und gerösteten
Nüssen. Am Gaumen geradlinig
mit beeindruckendem Säurefaden, karger
Zitrusfrucht und den würzig-mineralischen
Noten, die diesen Dézaley so unwiderstehlich
machen. Ein filigraner und dennoch
druckvoller Wein – gross eben und genau
das, was Chasselas am besten kann: ein
spezielles Terroir und ein noch spezielleres
Jahr in Wein bannen. Die Natur hat dafür
gesorgt, dass der Dézaley Grand Cru Haut
de Pierre 2021 eine echte Rarität ist – es
konnten gerade mal 600 statt der üblichen
4000 Flaschen abgefüllt werden.
Für das Etikett zeichnete der Künstler
Bernard Garo verantwortlich. Der Bildhauer,
Fotograf und Maler aus Nyon widmet
sich in seinem Schaffen seit Jahren gesellschaftlichen
und vor allem umweltbezogenen
Fragen – eine passende Besetzung für
die Gestaltung des Etiketts dieses einzigartigen
Weines.
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falstaff
37
weinreise / SIEGER
BIOWINZER DES JAHRES
WEINGUT WEGELIN, GRAUBÜNDEN
Der Frassa Chardonnay 2022 des Weinguts Wegelin ist der
höchstbewertete Biowein des Tastings – somit geht der Titel
«Biowinzer des Jahres» ins Bündnerland.
Mathilde Hug Pédeutour und Rafael Hug haben arbeiten nach den Richtlinien
von Bio Suisse. Ihre Weine gehören zur Schweizer Elite.
Etwas zu tun. Vielleicht üben Menschen,
die sich für diese Anbauweise
entscheiden, diesen Weg bewusst
einschlagen, auch deshalb eine so grosse
Faszination auf uns aus. Sie streben nach
Harmonie, nicht nur in ihren Weinen,
sondern in ihrer Umwelt. Ganz zu schweigen
vom Begriff Qualität, der immer wieder
fällt, wenn man sich mit Winzern unterhält,
die umstellen oder umgestellt haben – hier
und überall auf der Welt.
Durch biologischen Anbau wird der Rebberg
lebendiger, insbesondere der Boden,
was nicht nur einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz leistet, sondern für Spitzenwinzer
häufig auch die letzte Stellschraube
hin zu noch höherer Weinqualität darstellt.
Legendäre Bioweingüter gibt es zahlreiche.
Die Faszination für genau solche Betriebe
führen Mathilde Hug Pédeutour und Rafael
Hug von Weingut Wegelin dann auch unter
anderem an, wenn es um die Beweggründe
für die Umstellung auf biologischen Anbau
ging. Die Entscheidung dafür wurde bereits
vor über zehn Jahren gemeinsam mit Peter
Wegelin, dem Gründer und Besitzer des
Weinguts, getroffen.
Das Winzerpaar strebt seit vielen Jahren
danach, das Terroir in ihren Weinen
zum Leben zu erwecken. Da liegt es auf
der Hand, chemisch-synthetische Spritzmittel
und Dünger zu verbannen. Eine
Philosophie, die Früchte trägt, wie sich
an den hervorragenden Lagenweinen der
Bio-Suisse-Produzenten erkennen lässt.
Aufmerksame Falstaff-Leser erinnern
sich daran, dass Mathilde Hug Pédeutour
und Rafael Hug beim Falstaff Weinguide
2023/24 für die Kollektion des Jahres gekürt
wurden. In diesem Jahr stellen sie mit
dem Frassa Chardonnay 2022 den höchstbewerteten
Biowein des Tastings, der mit
beachtlichen 96 Punkten ausgezeichnet
wurde. Übrigens: Eine höhere Bewertung
gibt es in dieser Publikation nicht.
Fotos: beigestellt
38 falstaff
Beim Weingut Bosshart +
Grimm hat man
jahrzehntelange Erfahrung
mit den neuen Piwi-Sorten.
Ihr Souvignier Gris hat
der Jury hervorragend
gemundet.
BESTER PIWI
SOUVIGNIER GRIS 2022, BOSSHART + GRIMM BIO-WEINGÄRTEN
Das Weingut Bosshart + Grimm Bio-Weingärten beschäftigt sich seit
vielen Jahren mit Piwi-Sorten – und das mit grösstem Erfolg!
Man schrieb das Jahr 1983, als ein
gewisser Norbert Becker am
Staatlichen Weinbauzentrum
Freiburg die pilzwiderstandsfähige Sorte
Souvignier Gris züchtete. Aus den Sorten
Seyval Blanc und Zähringer, und nicht wie
bis 2019 angenommen aus den Sorten
Cabernet Sauvignon und Bronner. Rund
40 Jahre später sind nicht nur die echten
Elternsorten des Souvignier Gris bekannt,
sondern auch, dass die Sorte definitiv zu
jenen widerstandsfähigen Sorten gehört, die
fortlaufend positiv durch ihre Weinqualität
auffallen. Dem sind sich auch die Winzer
bewusst, die nicht nur hierzulande bei
Neupflanzungen mit Piwi-Rebsorten auf
Souvignier Gris setzen.
Beim Familienweingut Bosshart +
Grimm, das heute in der zweiten Generation
geführt wird, sind Piwi-Sorten schon
seit 1991 Thema. Seit damals setzte man
konsequent mit einigen anderen Querdenkern
aus der Schweiz auf robuste Sorten,
baut heute aber immer noch klassische
Europäersorten wie Blauburgunder an. Mit
dem Souvignier Gris aus dem Jahrgang
2022 ist dem Weingut ein Wein gelungen,
der alle Vorzüge der Sorte ins Rampenlicht
rückt: Da strahlt frische Zitrusfrucht aus
dem Glas, gepaart mit kühler kräutriger
Würze. Am Gaumen begeisterte der Wein
unsere Verkoster durch angenehme Fülle,
ohne fett zu wirken, und mit salzig-mineralischer
Anmut im Abgang. Ein toller Weisswein,
der aus einer pilzwiderstandsfähigen
Rebsorte gekeltert wird, die es ermöglicht,
den Einsatz von Planzenschutzmitteln
bedeutend zu reduzieren. Den allerersten
Rebberg in Walenstadt kaufte das Weingut
übrigens nur zwei Jahre, nachdem die Sorte
Souvignier Gris in Freiburg das Licht der
Welt erblickte. Seit 1989 werden die Rebflächen,
die sich heute auf rund 4,5 Hektar
verteilen, biologisch nach Richtlinien von
Bio Suisse bewirtschaftet.
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falstaff
39
weinreise / SONDERSIEGER
BESTES WEINHOTEL
RELAIS CASTELLO DI MORCOTE, TESSIN
Das «Relais Castello di Morcote» in Vico Morcote über dem Luganersee befindet
sich in einem einstigen Patrizierhaus aus dem 17. Jahrhundert. Die 12 Zimmer
sind individuell eingerichtet und bieten perfekte Erholung für Weinreisende.
Das Relais Castello die Morcote verfügt über gerade einmal 12 Zimmer.
Ein Hideaway für Weinliebhaber mit viel Tessiner Charme.
WI N E T R AV E L
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Das Relais Castello di Morcote
gehört zu den wohl elegantesten
Unterkünften mit Weinbezug in
der ganzen Schweiz. Es befindet sich in
Vico Morcote in einem einstigen Patrizierhaus
aus dem 17. Jahrhundert, das einen
herrlichen Blick über den Luganersee bietet.
Wie der Name schon sagt, gehört das
«Relais» zum selben Unternehmen wie die
Tenuta Castello di Morcote. Die Frau
hinter dem klingenden Namen ist Gaby
Gianini, eine umtriebige Unternehmerin in
der Welt des Tessiner Weins. Die gerade mal
12 Zimmer im «Relais» hat sie alle
individuell und ausschliesslich mit Naturmaterialien
einrichten lassen. Neben den
kleineren Superior-Zimmern verfügt das
Haus auch über drei grosszügige Suiten.
Klares Highlight ist die Loft Suite, die sich
über die gesamte Etage unter dem Dach
erstreckt. Im «Relais Castello di Morcote»
befindet sich nicht nur das Hotel mit den
Zimmern, sondern mit dem «Ristorante La
Sorgente» auch eine erstklassige Adresse für
Tessiner-Küche mit Fine-Dining-Touch.
Küchenchef Francesco Sangalli setzt dafür
auf Kleinproduzenten aus der unmittelbaren
Umgebung. Mit dem Restaurant
«Vicania» betreibt Gianini auch noch ein
uriges Lokal auf der gleichnamigen Alp
weit über dem Dorf. Neben Luxus und viel
Ruhe bietet die Umgebung des «Relais
Castello di Morcote» entsprechend viel für
Weinreisende: Allen voran natürlich eine
Verkostung in der wenige Gehminuten
entfernten Tenuta Castello di Morcote, ein
Besuch in einem der besagten Restaurants
oder aber einfach ein Fussmarsch in den
malerischen Rebbergen über dem See.
castellodimorcote.ch
Fotos: Relais Castello di Morcote, Thomas Andenmatten
40 falstaff
Gekonnt in Szene gesetzt: Der
Anbau der St. Jodernkellerei
in Visperterminen dient
Besuchern und der
Weinproduktion.
SONDERPREIS
ARCHITEKTUR
WI N E T R AV E L
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ST. JODERNKELLEREI, WALLIS
Die St. Jodernkellerei verarbeitet die Trauben des höchsten zusammenhängenden
Weinbergs Europas – seit geraumer Zeit auch in ansprechender Architektur.
Das Heidadorf Visperterminen muss
jeder Fan von Schweizer Wein
mindestens einmal im Leben
besucht haben. Unterhalb des Dorfes liegt
Europas höchster, zusammenhängender
Weinberg. Der steile Hang überwindet auf
engstem Raum 500 Höhenmeter und
erreicht an seiner höchsten Stelle 1150
Höhenmeter.
Die Hauskellerei des Rebbergs, die
Genossenschaft St. Jodernkellerei, war
schon immer eine Reise wert – wegen der
Weine aus hohen Lagen und natürlich dem
Blick auf den Weinberg wegen. Seit bald
zehn Jahren bietet die Kellerei auch für
Architekturfans etwas fürs Auge. Besonders
die filligrane Fassade sticht ins Auge und
sorgt für einen speziellen Anblick direkt vor
dem monumentalen Weinberg. Das
Gebäude verfügt über drei Stockwerke, das
Herzstück bildet der Barriquekeller, wo
rund 150 Eichenfässer Platz finden. Ein
ebenfalls komplett in Eiche gebauter Raum
bietet Platz für Verkostungen und gemütliches
Beisammensein und dann wäre da
noch ein Kunstwerk aus sage und schriebe
1500 Weinflaschen, das fast schon sakrale
Stimmung aufkommen lässt. Mit einfachen
Materialien – Glas, Holz und Naturstein
– entsteht so ein Ort, der dem Wein auf
besondere Art und Weise huldigt, wie
zeitgemässe Weingutsarchitektur eben sein
sollte. jodernkellerei.ch
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falstaff
41
weinreise / SONDERSIEGER
Paradies für Weinliebhaber:
Das «Grand Resort Bad
Ragaz» in der Ostschweiz.
SONDERPREIS
GASTRONOMIE
WI N E T R AV E L
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GRAND RESORT BAD RAGAZ
Das «Grand Resort Bad Ragaz» bietet grossen Genuss! Dieser kommt nicht
nur aus der Küche, sondern auch aus dem erstklassigen Keller.
Das Grand Resort Bad Ragaz im
klassischen Schweizer Kurort
bietet nicht nur Wellness, Erholung
und Gesundheit, sondern natürlich auch
grössten Genuss in ganzen sechs Restaurants.
An der Spitze steht das Dreisternelokal
«Memories» von Sven Wassmer, gefolgt
vom «Igniv by Andreas Caminada»,
Wassmers Zweitrestaurant «verve by Sven»,
dem mediterranen «Olive d’Or», dem
asiatischen «Namun», der «Zollstube» mit
Schweizer Spezialitäten und dem Golfrestau-
rant «Gladys». Dass in allen Lokalen auch
der Wein eine tragende Rolle spielt, erklärt
sich von selbst. Augenscheinlich wird dies
beim Begehen des «Grand Hotel Quellenhof»:
Ein gläserner, begehbarer Raum fasst
alleine 4000 Flaschen. Auch der nicht für die
Öffentlichkeit bestimmte Teil des Kellers des
Grand Resorts ist natürlich bestens sortiert,
was dem langjährigen Engagement von Sven
Wassmers Frau und Wine Director Amanda
Wassmer-Bulgin und ihrem Team zu
verdanken ist. Auf den Weinkarten der
Lokale im «Grand Resort Bad Ragaz» ist
alles vertreten, was in der Welt des Fine
Wines Rang und Namen hat – auch
Spitzengewächse aus der Schweiz haben
einen prominenten Platz! Eine besondere
Rolle kommt in diesem Zusammenhang der
nur einen Steinwurf entfernten Bündner
Herrschaft zuteil, aber auch Top-Winzer aus
den anderen Landesteilen sind mit ihren
Gewächsen vertreten. Ein Engagement, das
es zu würdigen gilt.
resortragaz.ch
Fotos: Grand Rersort Bad Ragaz, Christian Jaeggi
42 falstaff
WI N E T R AV E L
SONDERPREIS
NACHHALTIGKEIT
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BIOWEINGUT ROLAND UND KARIN LENZ
Eine Besuch auf dem Weingut von Roland und Karin Lenz in Uesslingen
lässt einem tief eintauchen in die Thematik des nachhaltigen Weinbaus.
Wie nachhaltiger Weinbau in
Zukunft aussehen könnte?
Roland und Karin Lenz vom
gleichnamigen Bioweingut haben da ein
paar Ideen. Ideen, die sich bei einem Besuch
auf ihrem Weingut am Uesslinger Iselisberg
auch gleich erleben lassen. Direkt hinter dem
Weingut befindet sich eine Reblage, die
genauso aussieht, wie Roland Lenz sie sich
vorstellt. Zunächst einmal fallen die
Hanfpflanzen auf, die zwischen den Zeilen
wachsen, bei genauerem Hinschauen, ist da
aber noch mehr zu entdecken. Statt einer
Traubenzone haben die Rebstöcke hier zwei
übereinanderliegende und in den Rebzeilen
selbst finden sich auch andere Pflanzen:
Maulbeerbäume und Haselnusssträucher
etwa. Rundherum wachsen Bäume, Sträucher
und Hecken. Genau so wird Biodiversität
auf dem Bioweingut gedacht und
umgesetzt. Biodiversität, das Aufbrechen der
Monokultur Rebberg und die Umstellung
auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind für
Lenz entscheidende Faktoren, um nachhaltigen
Weinbau betreiben zu können. Auf
diese Weise wird ein widerstandsfähiges
Ökosystem gestaltet, das sich gegen die
grössten Feinde des Weinbaus, die Pilzkrankheiten
Peronospora und Oidium wehren
kann und den Pflanzenschutz auf ein
Minimum reduziert. Nachhaltigkeit geht bei
Familie Lenz aber noch weiter. Als erstes
energieautarkes Weingut der Welt produziert
es seinen gesamten Strom- und Wärmebedarf
selbst. Die Gebäude werden mit
Erdwärme beheizt, während Photovoltaikanlagen
und Batteriespeicher die Stromversorgung
sicherstellen. Auch diese innovative
Technik demonstriert eindrucksvoll, wie
ein klimaneutraler Weinbaubetrieb funktionieren
kann.
weingut-lenz.ch
<
Roland und Karin Lenz aus
Uesslingen denken Weinbau
neu. Sie setzen auf neue Sorten
und eine erhöhre Biodiversität.
falstaff
43
weinreise / SONDERSIEGER
WI N E T R AV E L
A W A
R
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SONDERPREIS
KUNST UND KULTUR
DOMAINE DE CHAMBLEAU
Die Domaine de Chambleau aus Neuchâtel bringt Jahr
für Jahr einen Wein mit Künstleretikett auf den Markt.
Die Flaschen sind jeweils schnell vergriffen.
Die Domaine de Chambleau thront hoch über dem Neuenburgersee. Winzerfamilie
Burgat bringt jedes Jahr auch eine Kunstedition auf den Markt.
Die Domaine de Chambleau aus
dem Kanton Neuenburg ist
bekannt für ihren kräftigen,
langlebigen Top-Pinot-Noir Pur Sang. Was
weniger bekannt ist: Die Winzerfamilie
Burgat kolaboriert seit Jahren mit Künstlern.
Das Weingut bringt jedes Jahr einen
Wein mit Künstleretikett und -kiste auf den
Markt. Die Kollaboration entstand aus der
Freundschaft zwischen dem Weinmacher
Louis-Philippe Burgat, dem Unternehmer
und Hotelmanager Thomas Maechler und
dem Galeristen Stefano Pult. Konstante bei
jedem Jahrgang ist der Wein: Ein Gamaret
von der Parzelle Le Rosy, ein kräftiger, aber
eleganter Wein, der die Fantasie der
Künstlerinnen und Künstler beflügeln soll.
Der Neuenburger Künstler Olivier Mosset
machte 2014 den Anfang: Er kreierte ein
einfarbiges Etikett in der Farbe des Weines,
Sylvie Fleury versah die Etikette 2015 mit
flauschigem, knalligem Fell und der Genfer
Maler, Konzept- und Performancekünstler
John Armleder wiederum platzierte einen
spiegelnden Kreis auf der Flasche des
2016ers. Unter dem Titel Zurich-Neuchâtel
Art-Express versah der Künstler Benjamin
Vautier die Flaschen und die Kiste mit dem
Spruch «Boire pour oublier l’art» – «Trinken,
um die Kunst zu vergessen». Vautier,
der im Juni 2024 verstarb, war an der
Weltausstellung 1992 für den Spruch «La
Suisse n’existe pas» auf dem Schweizer
Pavillon verantwortlich – und wurde zum
Alkoholiker, da er die Kritik an seiner
Kunst schwer ertragen konnte. Auch die
nächste Künstleredition der Domaine de
Chambleau dürfte legendär werden – kein
geringerer als der in Wien lebende Schweizer
Künstler Daniel Spoerri – Begründer der
Eat-Art – konnte dafür gewonnen werden.
Die Chambleau-Kunsteditionen sind jeweils
auf 20 Kisten limitiert und schnell vergriffen.
Sie werden bei einem Event in Zürich
angeboten sowie online. chambleau.ch
Fotos: Val Louou, Olivier Maire/Celliers de Sion, beigestellt
44 falstaff
WI N E T R AV E L
Spektakulär: Das Gebäude von Les
Celliers de Sion im Wallis. Ein Ort, an
dem sich Wein wahrhaft erleben lässt.
A W A
D
R
S
BESTES
ÖNOTOURISTISCHES
GESAMTANGEBOT
LES CELLIERS DE SION
Das Besucherzentrum Les Celliers de Sion ist ein Kosmos für Weinreisende.
Ob Führung, Degustation oder Weinwanderung – hier wird man fündig.
Les Celliers de Sion wurde im Jahr gang sowie einen Bereich mit Önomaten Bootsfahrt auf dem unterirdischen See
2017 als erster und einziger
für selbständige Verkostungen. Neben Saint-Léonard, dem grössten Gewässer
Œnoparc im Herzen des Wallis Aktivitäten im Haus wie Weinverkostungen seiner Art in Europa – samt anschliessender
eröffnet. Hinter dem Projekt stehen die
beiden Weinhäuser Bonvin 1858 und
Varone Vins. Das mit glitzernder Fassade
auffallend gestaltete und dennoch perfekt
in die Umgebung integrierte Gebäude
befindet sich am Fusse des epischen
Weinbergs Clavau. Das Gebäude beheimatet
eine Vinothek mit Weinverkauf, einen
und -schulungen dient Les Celliers de Sion
auch als Ausgangspunkt für diverse
önotouristische Aktivitäten: Etwa
E-Bike-Touren durch die Rebberge oder
geführte Wanderungen mit Verkostungs-
Stopps. Besondere Highlights sind etwa die
«Tour des Guérites», eine Entdeckungsreise
durch die Weinberge mit Stopps in traditionellen
Verkostung natürlich. Les Celliers de Sion
hat sich schnell einen Namen gemacht als
Must-Visit für Weintouristen im Wallis
– und das mit Fug und Recht. Die Mischung
aus Tradition, innovativer Wissensvermittlung
und der richtigen Portion
Unterhaltung in einer der schönsten
Weingegenden der Schweiz könnte besser
Barriquekeller, einen didaktischen Rund- Walliser Rebhäuschen oder eine kaum sein. celliers.ch
<
falstaff
45
weinreise / GENF
Die kosmopolitische Stadt Genf
ist der perfekte Ausgangsort für
eine Weinreise im Kanton. Am
schönsten übernachtet man in
einem der zahlreichen Hotels
an der Seepromenade.
46 falstaff
KLEIN,
ABER FEIN
Im kleinen Kanton Genf liegt zwischen der kosmopolitischen Hauptstadt
und der Grenze zu Frankreich die drittgrösste Weinregion der Schweiz.
Trotz jahrhundertealter Tradition keltern hier einige der
innovativsten Winzer des Landes edle Tropfen von Weltformat.
TEXT LARISSA GRAF
Foto:Jack Hard/The Red Carnation Hotel Collection
falstaff
47
weinreise / GENF
6
GUTE
GRUNDE
..
FÜR EINE WEINREISE
NACH GENF
1 merkt
Weltoffene Hauptstadt: Genf ist ein internationales
Zentrum, das Menschen aus aller Welt anzieht. Das
man auch dem kulturellen Angebot der Stadt an.
2Innovation: Die Winzer der Region gelten als besonders innovativ. Hier
entstehen Weine abseits des Mainstreams. Viele Weingüter sind zudem
Vorreiter des Weintourismus, man kann etliche davon besuchen.
Foto: shutterstock
48 falstaff
Kulinarik: Obwohl man die Nähe zu Frankreich auch kulinarisch spürt,
hat Genf viele eigene Spezialitäten, etwa das mit der Artischocke
verwandte Wintergemüse Cardy. Durch die Nähe zum See und die
3vielen Wasserläufe gibt es auch eine fantastische Fischküche.
Der Genfersee: Im Sommer vermittelt der grösste
Binnensee Westeuropas Ferienfeeling. Ganzjährig
erreicht man mit dem Schiff etliche hübsche Dörfer 4und Städte in der Schweiz und in Frankreich.
Fantastische Rotweine: Heute brilliert Genf besonders als
Rotweinregion. Es gibt hier hervorragende Tropfen, die mit 5den besten französischen Crus mithalten können.
6 gewohnt
Hotels der Extraklasse: Besonders in der Stadt gibt es eine ausserordentliche
Dichte an Luxushotels. Dass man die Bewirtung illustrer Gäste
ist, spürt man aber auch in den weniger exklusiven Häusern.
falstaff
49
weinreise / GENF
DER KLEINE KANTON GENF IST MIT EINER
REBFLÄCHE VON 1410 HEKTAR DAS
DRITTGRÖSSTE WEINBAUGEBIET DER SCHWEIZ.
Die Weinregion Genf ist nicht
so bekannt wie die Weinbaugebiete
des Wallis oder der
Waadt. Das liegt grösstenteils
daran, dass die meisten
Genfer Weine in der Region selbst getrunken
werden, besonders in der Hauptstadt,
die ein Handelsplatz von weltweiter
Bedeutung ist. Zahlreiche internationale
Organisationen und NGOs haben ihren
Sitz dort, etwa die UNO oder WTO, was
der Stadt trotz ihrer bescheidenen Einwohnerzahl
von knapp 200.000 ein kosmopolitisches
Flair verleiht. Genf hat eine lebhafte
Gastronomieszene und einen grossen Durst
nach Qualitätsweinen, wie sie in der
Gegend zuhauf hergestellt werden. Denn
der kleine Kanton ist mit einer Rebfläche
von über 1400 Hektar das drittgrösste
Weinbaugebiet der Schweiz.
Ein Besuch der Genfer Weinregionen
ist auch für Landmuffel zu empfehlen.
Man übernachtet in der Stadt, die jeglichen
Komfort und gehobene Gastronomie
bietet, und begibt sich von dort aus auf
Erkundungstour. Die Rebberge beginnen
am Stadtrand und dehnen sich auf beiden
Seiten des Genfersees bis an die französische
Grenze aus. Sie umfassen drei Hauptgebiete:
das Mandement um die Dörfer
Satigny, Dardagny und Russin, das Entre
Arve et Rhône zwischen den Flüssen Arve
und Rhône und das Entre Arve et Lac
zwischen der Arve und dem Genfersee. Das
Mandement ist das Herzstück des Genfer
Weinbaus und umfasst etwa die Hälfte der
gesamten Rebfläche des Kantons.
Das Klima des Kantons wird von verschiedenen
Erhebungen und Gewässern
beeinflusst. Die Voralpen, das Juragebirge
und der in Frankreich gelegene Bergkamm
Salève schützen die Region vor starken
Winden und übermässigem Regenfall,
gleichzeitig wirken die Flüsse Arve und
Rhône und der Genfersee regulierend auf
die Temperaturen. Die Böden sind sehr
divers, in der Nähe der Flüsse und des Sees
dominieren Kies und Kalk, es gibt aber
auch Molasse und Moränen. Diese Gegebenheiten
machen die Weinregion Genf zu
einem wahren Mosaik an verschiedenen
<
Die Flüsse Arve und Rhône fliessen in der in der
Nähe der Stadt Genf zusammen. Sie prägen das
Klima und die Landschaft der Genfer Weinregionen.
Fotos: Alamy Stock Photos / Murad RM, Shutterstock
50 falstaff
Genf bietet ein vielseitiges
gastronomisches Angebot,
fantastische Hotels und ein lebhaftes
Nachtleben. Ein Zwischenstopp in der
Stadt ist sehr zu empfehlen.
falstaff
51
weinreise / GENF
Die grösste Subregion des Kantons ist das Mandement um die Dörfer Satigny, Dardagny und Russin.
Hier in der Nähe der Rhône findet man rund die Hälfte der Gesamtrebfläche der Weinregion Genf.
<
Mikroklimata und Bodenbeschaffenheiten.
Es ist kein Wunder, dass hier zahlreiche
Rebsorten gedeihen.
Besonders im Sommer ist es am Genfersee wunderbar. Es gibt im Kanton zahlreiche
Bademöglichkeiten und etliche Restaurants mit Seeanstoss – pures Ferienfeeling!
52 falstaff
TRADITION UND MODERNE
Schon die Römer wussten wohl, dass die
Region um den Genfersee sich zum Weinbau
eignet. Man vermutet, dass hier bereits zu
ihrer Zeit Wein hergestellt wurde. Die erste
urkundliche Erwähnung ist allerdings jünger,
sie stammt aus dem zehnten Jahrhundert
und beschreibt Weinbau um die Ortschaft
Satigny. Das Mittelalter war für die Weinregion
Genf eine erste Periode des Aufschwungs,
denn die Klöster förderten den
Weinbau in der Region. Sie legten zahlreiche
Weingärten an und damit den Grundstein
für das heutige Anbaugebiet. Im 18. Jahrhundert
wurde bereits ein Grossteil der in
Genf getrunkenen Flaschen in der Region
gekeltert – sie umfasste rund 2000 Hektar
Rebberge. Es war die Blütezeit der Weinregion
Genf, denn bereits im 19. Jahrhundert
schrumpfte diese drastisch. Zuerst, weil die
neuen Eisenbahnstrecken Weine aus fernen
Gefilden brachten – französische Tropfen
wurden besonders beliebt –, dann zerstörte
Fotos: Switzerland Tourism/Ricardo Perret, Olivier Buhagiar, The Woodward
die Reblausplage die Rebberge der Region.
Das frühe 20. Jahrhundert war eine Zeit des
Wiederaufbaus. Die Produzenten organisierten
sich neu, indem sie Kooperativen
gründeten, die lange den Genfer Weinbau
dominierten. Die erste davon, La Cave de la
Souche, war in den 1970ern für knapp 80
Prozent der im Kanton produzierten Weinmenge
verantwortlich. Später wurde aus ihr
die Cave de Genève, die es bis heute gibt.
Die Genfer Winzer gelten zu Recht als
besonders innovativ. 1988 wurde hier zum
ersten Mal in der Schweiz eine AOC-Regelung
eingeführt. Die darin bestimmten
Ertragsbeschränkungen steigerten die Qualität
beträchtlich, die Genfer Weine bekamen
einen guten Ruf. Früher als in vielen anderen
Regionen wurde in Genf zudem mit internationalen
Traubensorten experimentiert. Mitte
der 80er-Jahre pflanzten die ersten Produzenten
etwa Cabernet Sauvignon an, anfangs ein
Skandal! Bis heute dominieren aber einheimische
Sorten den Genfer Weinbau. Seit ein
paar Jahren ist Gamay mit 21 Prozent der
Rebfläche die meistangebaute Traube der
Region knapp vor der Genfer Urtraubensorte
Chasselas mit 20 Prozent. Ebenfalls
viel Tradition hat der Anbau von Pinot Noir,
der auf rund zehn Prozent der Gesamtfläche
wächst. Die eleganten, manchmal auch etwas
rustikalen Rotweine, die sie liefern, passen
hervorragend zu lokalen Spezialitäten wie
die mit Fenchel aromatisierte ungeräucherte
Schweinswurst Longeole, die lange gekocht
und mit dem ebenfalls typischen Cardy-Gratin
serviert wird. Ebenfalls typisch genferisch
ist das Entrecôte Café de Paris. Die würzige
Fleischsauce wurde in den 1930er-Jahren im
Genfer Restaurant «du Coq d’Or» erfunden
und erfreut sich bis heute grosser Beliebtheit.
Seit den ersten Versuchen in den Achtzigern
haben sich aber auch internationale
Sorten fest in der Gegend etabliert.
Chardonnay und Sauvignon Blanc liefern
spannende Weissweine, bei den Rotweinen
begünstigt der Klimawandel den Anbau von
spät reifenden Sorten wie Cabernet Sauvignon,
Merlot und Malbec. Diese werden
gerne auch mit anderen Traubensorten zu
komplexen Cuvées verschnitten. Ebenfalls
Vorreiter sind die Genfer Winzer im Anbau
von krankheitsresistenten Neuzüchtungen.
Die sogenannten Piwi-Trauben – von
pilzwiderstandsfähig – wie Garanoir oder
Divico werden hier mit grösserem Enthusiasmus
angebaut als anderswo und liefern
oft gute Resultate. Ihre Beliebtheit ist auch
darauf zurückzuführen, dass immer mehr
Produzenten der Region biologisch oder
gar biodynamisch arbeiten. Der Einsatz von
Piwi-Rebsorten reduziert die Anzahl an nötigen
Behandlungen im Rebberg drastisch.
Von der Qualität dieser Weine kann man
sich sowohl bei den Winzern selbst – viele
Weingüter bieten Verkostungen an – als
auch abends zurück in der Stadt überzeugen.
Kaum eine andere Schweizer Metropole
hat eine so hohe Dichte an spannenden
Weinbars und Restaurants. Die meisten
davon haben eine fantastische Weinauswahl,
der Fokus liegt dabei oft auf Weinen
des Terroirs. Was will man als Weintourist
mehr?
<
FACTS GENF
n In Genf gibt es 1410 Hektar
Rebfläche. Damit ist sie die die
viertgrösste Schweizer Weinregion.
n Angebaut werden 56 Prozent
rote Traubensorten und 44 Prozent
weisse.
n Mit 21 Prozent ist Gamay die
meistangebaute Sorte knapp vor
Chasselas mit 20 Prozent.
n Über 70 Rebsorten sind laut
dem Genfer AOC-Reglement zum
Anbau zugelassen.
n Etwa 150 Produzenten gibt es in
der Region.
Im Restaurant «Atelier
Robuchon» im Hotel »The
Woodward« wird die Küche
des legendären Sternekochs
Joel Robuchon serviert.
falstaff
53
weinreise / GENF
TIPPS & ADRESSEN
ESSEN
L’ATELIER ROBUCHON
Ein Gourmeterlebnis der Extraklasse verspricht
«L’Atelier Robuchon» im eleganten «Woodward
Hotel». Die Gäste nehmen Platz an der weitläufigen
Bar und verfolgen aus nächster Nähe das
Geschehen in der offenen Küche.
Quai Wilson 37, 1201 Genève
T: +41 22 9013770, jrobuchon.com
LE CHAT-BOTTÉ
Elegantes Fine-Dining-Lokal im legendären
Hotel «Beau-Rivage». Das Küchenteam des «Le
Chat-Botté» lässt sich von den Jahreszeiten und
der Qualität der erlesenen Produkte zu seinen
aussergewöhnlichen Gerichten inspirieren.
Quai du Mont-Blanc 13, 1201 Genève
T: +41 22 7166920, beau-rivage.com
BAYVIEW
Das Menü des Gourmetrestaurants «Bayview» im
«Président Wilson» überzeugt durch zeitgenössische
Raffinesse. Die Basis der köstlichen und perfekt
angerichteten Gerichte ist klassisch französisch.
Quai Wilson 47, 1201 Genève
T: +41 22 9066552, restaurantbayview.com
DOMAINE DE CHÂTEAUVIEUX
Mitten in den Reben lässt sich hier das Leben
geniessen. Das Restaurant bietet eine hervorragende
zeitgenössische Küche mit französischen Wurzeln
und natürlich eine exzellente Weinauswahl,
der Service ist fantastisch.
Chemin de Châteauvieux, Rte de Peney-Dessus 16,
1242 Satigny
T: +41 22 7531511, chateauvieux.ch
CAFÉ DE PENEY
Im Winzerdorf Satigny gelegen serviert das «Café
de Peney» gehobene klassische Küche im gemütlichen
Ambiente. Im Weinkeller lagern viele ausgesuchte
Tropfen, von denen ein grosser Teil aus der
Region kommt.
Route d’Aire-la-Ville 130, 1242 Satigny
T: +41 22 7531755, cafe-de-peney.ch
LE CIGALON
Im eleganten Restaurant etwas ausserhalb der
Stadt hat man sich auf die Fischküche spezialisiert.
Die Tiere werden auf Märkten in Nordfrankreich
eingekauft und direkt importiert, so ist die Frische
immer garantiert.
Rte d’ Ambilly 39, 1226 Thônex
T: +41 22 3499733, le-cigalon.ch
RESTAURANT LES CURIADES
Seit 1850 wird man in diesem Gasthaus nach allen
Regeln der Kunst verwöhnt. Auf der Speisekarte
findet man klassische Gerichte, von einem erfahrenen
Team aus besten Produkten gekocht. Dazu
werden Flaschen vom eigenen Weingut entkorkt.
Vieux-Lully 10, 1233 Bernex
T: +41 22 7574040, restaurantlescuriades.ch
AUBERGE DES VIEUX-CHÊNES
Wer auf der Suche nach Klassikern der Genfer
Küche ist, wird hier fündig. In diesem gemütlichen
Landbeiz wird Regionales und Traditionelles serviert.
Auf der Weinkarte stehen ebenfalls viele
Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com
54 falstaff
der Stadt und bietet trotzdem alle Annehmlichkeiten,
die man sich wünschen könnte: bequeme
Zimmer, ein vorzügliches gastronomisches An gebot,
ein fantastisches Spa und natürlich einen
herrlichen Blick über den Genfersee.
33 Quai des Bergues, Geneva
T: +41 22 9087000, fourseasons.com/geneva
HÔTEL DE LA CIGOGNE, RELAIS & CHÂTEAUX
Mitten in der Stadt liegt das «Hôtel de la Cigogne».
Hier übernachteten schon illustre Gäste wie Bill
Clinton. Die klassisch eingerichteten Zimmer sind
sehr komfortabel. Im ersten Stock gibt es ein elegantes
Restaurant mit klassischer Küche.
Pl. de Longemalle 15-17, 1204 Genève
T: +41 22 8184040,
longemallecollection.com/fr/la-cigogne
AKTIVITÄTEN
Eine köstliche und idyllische Alltagsflucht lässt
sich in der Domaine de Châteauvieux erleben.
WANDERUNG DURCH DIE REBBERGE
An verschiedenen Orten kann man eine ge mütliche
Wanderung durch die Weinberge des
Kantons machen. Sehr zu empfehlen ist die
Route 105, die von Hermance nach Choulex
führt.
Fotos: Switzerland Tourism, Elisabeth Fransdonk/Fairmont Grand Hôtel Geneva, beigestellt
Tropfen aus der Umgebung.
Route de Presinge 121, 1243 Presinge
T: +41 22 7591207, auberge-vieux-chenes.ch
SCHLAFEN
L’AUBERGE D’HERMANCE – ROMANTIK HOTEL
& RESTAURANT
In diesem romantischen Hotel kann man sich ganz
wunderbar entspannen. Es ist ländlich auf der der
Stadt gegenüberliegenden Seeseite gelegen,
unweit von Ufer und französischer Grenze. Das
hauseigene Restaurant ist auch sehr zu empfehlen.
Rue du Midi 12, 1248 Hermance
T: +41 22 7511368, hotel-hermance.ch
DOMAINE DE CHÂTEAUVIEUX
Die Zimmer in der Domaine de Châteauvieux
mischen gekonnt rustikale und elegante Elemente.
Man übernachtet hier mitten in den Weinbergen
mit jeglichem Komfort, den man sich wünschen
könnte. Auch das Restaurant ist exzellent.
Chemin de Châteauvieux, Rte de Peney-Dessus 16,
1242 Satigny
T: +41 22 7531511, chateauvieux.ch
FAIRMONT GRAND HÔTEL GENEVA
Besser lässt es sich kaum übernachten als im
«Fairmont». Dieses Luxushotel im Zentrum von
Genf bietet alles von komfortablen Zimmern mit
Seeblick über ein hervorragend ausgestattetes Spa
bis zu verschiedenen Restaurants.
Quai du Mont-Blanc 19, 1201 Genève
T: +41 22 9089081, fairmont.com/geneva
FOUR SEASONS HOTEL DES BERGUES
Dieses Traditionshaus ist eines der ältesten Hotels
Das «Fairmont Grand Hotel» in Genf bietet
anspruchsvollen Gästen neben einer herrlichen
Aussicht auf den Jet d’Eau jeden Komfort.
GENFERSEE WEINKREUZFAHRT
Während der Saison zwischen Mai und
Oktober finden die Weinkreuzfahrten meist
zweimal im Monat jeweils an einem Samstag
statt. Man verbringt zwei Stunden auf einem Boot
auf dem Genfersee und erkundet die Weine des
Genfer Terroirs, dazu gibt es regionale Köstlichkeiten.
T: +41 78 8195149, lemandegustation.ch
WEINBARS
BOMBAR
Exzellente Auswahl an vornehmlich Naturweinen,
dazu gibt es eine einfache, aber köstliche Saisonküche.
Sowohl Publikum als auch Team sind jung,
es herrscht meistens eine gute Stimmung.
Pl. des Augustins 3, 1205 Genève
T: +41 22 3299111, bombar.ch
CHEZ BACCHUS
Das Chez Bacchus gehört zu der gleichnamigen
Weinhandlung. Es gibt eine grosse Auswahl,
darunter einige ausgesuchte Tropfen aus der
Region Genf. Jeden Tag werden 40 verschiedene
Weine glasweise ausgeschenkt.
Cr de Rive 7, 1204 Genève
T: +41 22 3124172, caveaudebacchus.ch
UVA GENÈVE
In dieser gemütlichen Bar werden nur Schweizer
Weine serviert, davon kommen über die Hälfte aus
der Region Genf. Es wird nur bei kleinen, handwerklich
arbeitenden Produzenten eingekauft –
ideal, um die verschiedenen Terroirs zu entdecken.
Rue des Etuves 1, 1201 Genève
T: +41 22 9010985, uva-geneve.com <
falstaff
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GRAPE ESCAPES
NATURNAHE AUSZEIT
Die Schönheit der Schweizer Weinregionen entdecken.
G
rape Escapes» präsentiert die
Schweiz von ihrer weniger
bekannten, aber faszinierenden Seite.
Inmitten malerischer Rebberge eröffnen
sich Gästen aussergewöhnliche Übernachtungen
und authentische Erlebnisse. Die
sorgfältig ausgewählten Unterkünfte liegen
entweder direkt an einem Weinberg oder
sind von Weinreben umgeben. Nachhaltigkeit
und ein respektvoller Umgang mit der
Natur stehen im Vordergrund, um eine
naturnahe Umgebung zu schaffen. Gäste
können in charmanten alten Weinkellern,
historischen Rebarbeiterhäusern oder umgebauten
Schlössern übernachten und dabei
die Vielfalt der regionalen Weinkultur erleben.
Von luxuriösen Bed & Breakfasts bis
hin zu einzigartigen Übernachtungen in
Weinfässern oder unter freiem Himmel – die
Optionen sind vielfältig. «Grape Escapes»
ermöglicht es, die Schönheit der Schweizer
Weinregionen zu entdecken, die lokale
Gastronomie zu geniessen und die enge
Verbindung zur Natur zu spüren. Dieses
Erlebnis fördert das Bewusstsein für die
heimische Weinproduktion.
DOMAINE DU CREST
Mitten im Weingut Château du Crest in Jussy, nur
15 Minuten von Genf entfernt, erwarten sechs stilvoll
eingerichtete Gästezimmer in «ländlich-schickem» Stil
die Gäste. Umgeben von malerischen Rebbergen und
authentischem Charme, lädt die Unterkunft zu geselligen
Abenden und genussvollen Weinproben ein.
Rte du Château-du-Crest 40, 1254 Jussy, T: +41 22 7590611
chambres-hotes-chateau-ducrest.ch
56 falstaff
ENTDECKEN
GENF
Fotos: Domaine du Crest
falstaff
57
weinreise / WEINGÜTER GENF
Früchte, Litschi und Maracuja, aromatische Agrumen, auch
Apfel- und Cassisnoten. Am Gaumen vom mittlerer Statur,
kräftig mit reifer, zurückhaltender Säure, wiederum
prägnanter Aromatik und passender Länge. Verbleibt saftig
am Gaumen. CHF 19,90
★
L A CAVE
DE GENÈVE
D
ie Cave de Genève wurde 1994
gegründet. Von Beginn an war
das Ziel, den Qualitätsweinbau
in der Region zu stärken. Heute arbeiten
mehr als 50 qualitätsorientierte Winzer
mit der Kellerei zusammen, die das
Ziel haben, Weine mit Persönlichkeit
zu vinifizieren und auszubauen.
Das Motto «Land der Kulturen» ist
weit mehr als nur ein Claim – es ist
eine Philosophie, die sich auch in den
diversen Gewächsen widerspiegelt.
Frédéric Rochaix.
Rue du Pré-Bouvier 30
1242 Satigny
T: +41 22 7531133
info@cavedegeneve.ch
cavedegeneve.ch
Kellermeister: Florian Barthassat, Patrick Gräzer
Produktion: 45 % weiss, 55 % rot, 270 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
BACCARAT BLANC DE BLANCS BRUT
88 Reifer Apfel in der Nase, Zitrone, dazu Nuancen
von Aprikose und weissen Blüten.
Frisch wirkend. Am Gaumen klar süsslich mit Noten
von Pfirsich und Apfel, sehr feiner Perlage und für
einen Schaumwein zurückhaltender Säure. Endet
mittellang. CHF 15,90
89
2023 CLÉMENCE SAUVIGNON BLANC
AOC GENÈVE
Intensive, typische Nase, tropische
2023 INSTANT ROSÉ AOC GENÈVE
87 Wenig klare Aromatik, rote Beeren, Zitrone,
reife tropische Früchte. Am Gaumen weich mit
zurückhaltender Säure, Nuancen von Birne und wiederum
zitrischen Nuancen. Endet eher abrupt. CHF 15,90
2022 INFINI ASSEMBLAGE ROUGE AOC GENÈVE
90 Brombeermarmelade in der Nase, Schwarzkirsche
und Zwetschge, wirkt klar und präzise. Frucht wird
ergänzt von würzigen Noten, Nelken, dezent Zartbitterschokolade.
Am Gaumen kraftvoll, aber dennoch elegant.
Wiederum dunkle Beerenfrucht, leicht anhaftendes, aber
feines Tannin und frische Säure. Endet lang. CHF 30,–
2021 COEUR DE CLÉMENCE GAMARET
88 AOC GENÈVE
Waldbeeren in der Nase, eingelegte Zwetschge,
präsente Röstaromen, etwas Mokka, Lakritze. Am Gaumen
füllig mit dunkler Frucht und Noten von Gewürzen wie
Gewürznelken. Zurückhaltende Säure, mittelfeines Tannin.
Endet mittellang. CHF 20,50
2022 CLÉMENCE MERLOT AOC GENÈVE
88 Recht intensive, leicht wärmende Nase, reife
Pflaumen, Brombeeren, auch Dörrfrucht nuancen,
dunkle Röstaromatik, Kaffee, etwas Piment und schwarzer
Pfeffer. Am Gaumen kraftvoll und eher breit mit wiederum
dunkler Frucht. Reife Säure, feines, aber sehr präsentes
Tannin. Mittellanger Nachhall. CHF 22,90
★
CAVE & DOMAINE
LES PERRIÈRES
Die Cave & Domaine Les Pierrières
befindet sich in Satigny im westlichsten
Zipfel der Schweiz. Das
Weingut mit über 230-jähriger Geschichte
wird heute in der achten Generation
von Familie Rochaix geführt. Getreu
dem Motto der geschichtsträchtigen und
gleichzeitig pulsierenden Stadt Genf verbindet
das Weingut die hiesige Tradition
mit modernsten önologischen Kenntnissen
und kreiert Weine, die mit Fülle
und Modernität bei moderaten Preisen
bestechen.
Route de Peissy 54
1242 Satigny
T: +41 22 7539000
info@lesperrieres.ch
lesperrieres.ch
Kellermeister: Emilien Lamotte
Produktion: 100 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 VIOGNIER
89 Reifer Apfel, grüne Birne, Grapefruit und florale
Anklänge in der Nase. Am Gaumen kräftig
und geschmeidig, mit weicher Säure, Kernobstfrucht und
Dörraprikose, mittellang. CHF 17,–
2022 LA MORAINE - CHARDONNAY
89 Reife gelbe Fruchtaromatik in der Nase. Noten
von Aprikose, Ananas und gelbem Apfel. Anklänge
von Lakritze und Karamell. Am Gaumen weich,
schmeichelnd, mit dezenter Säure, zarter Frucht und
mittelangem Abgang. CHF 19,–
PICHOLETTE, WEISS
88 Dezente Nase mit Noten von Kernobst, Zitrus
und exotischen Früchten. Am Gaumen kräftig
und breit gebaut, mit würziger gelber Frucht und mittellangem
Finale. CHF 6,90
2022 L’AURIOL - GAMARET
90 Duftet nach dunklen Waldbeeren, Sauerkirsche,
Hagebutte und Granatapfel. Dazu gesellen
sich rauchige und würzige Anklänge von Gewürznelke.
Am Gaumen fruchtig mit Waldbeerenaroma und
kühler Würze. Feines Tannin, langes Finish. CHF 19,–
2022 COTEAU DE PEISSY 1ER CRU, ROT
89 Würzig-fruchtiges Bouquet mit Noten von reifen
Kirschen, Pflaume, Himbeere und Pfeffer.
Etwas Granatapfel und florale Nuancen. Am Gaumen
kräftiger Auftakt, reife Säure, kreidiges, leicht spürbares
Tannin, langer Abgang. CHF 30,–
2023 GAMAY
88 In der Nase Noten von Zwetschge, dunklen
Beeren und Schwarzkirsche. Am Gaumen
bodenständig, mit weicher Säure, frischer Frucht,
langem Finale. CHF 11,–
Fotos: chris.heeney, beigestellt
58 falstaff
Über die perfekte Temperatur
wird viel gesprochen:
geniessen Sie sie einfach.
Die wahre Leistung von Vinidor besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, das Ihren Wein
hegt und pflegt. Schliesslich geht es beim Temperieren um mehr, als nur die perfekte
Temperatur aufrechtzuhalten. Es geht darum, Geschmacksnoten und Aromen zu wecken
und das volle Potenzial zu entfalten.
Bewahren, was Sie schätzen.
Entdecken Sie mehr:
home.liebherr.com/winefridge
weinreise / WEINGÜTER
GENF
Weitere Weingüter im Überblick
DOMAINE DE LA RÉPUBLIQUE ★★
Eine Schenkung von sechs Hektar Rebland im Jahr 1971
legte den Grundstein für die Domaine. Heute werden hier
30 verschiedene Sorten angebaut.
Route de Soral 93 | 1233 Bernex-Lully | ge.ch
DOMAINE GRAND‘COUR-COTTIER ★★★★
Tolle Böden, eine grossartige Lage und alte Reben. Diese
Faktoren nutzt Jean-Pierre Pellegrin, um daraus elegante
Top-Weine zu kreieren.
Route de Peissy 48 | 1242 Satigny
DOMAINE DE BEAUVENT ★★
Bernard und Jérôme Cruz keltern auf ihrem Biobetrieb Weine
aus 16 verschiedenen Sorten, darunter auch robuste Varietäten
wie Divico. Spannend sind die Naturweine.
Rue de Bernex 265 | 1233 Bernex | cave-de-beauvent.ch
DOMAINE DU CLOS DES PINS ★★
Marc Ramu setzt auf Vielfalt und erweiterte den Betrieb um
acht Rebsorten. Bereits im Jahr 1990 pflanzte er in Dardagny
Syrah und Gamaret an.
Route du Mandement 458 | 1283 Dardagny | closdespins.ch
BERNARD BOSSEAU – CAVE DE SÉZENOVE ★★
Bernard Bosseaus Markenzeichen ist das schwarz-weiss geringelte
Shirt. Und genauso authentisch sind seine Weine: präzise,
schnörkellos und mit herrlichen Frischekick.
Vieux-Chemin-de-Bernex 86 | 1233 Bernex | bbosseau.ch
LES HUTINS ★★★
Émilienne Hutin Zumbach führt das Weingut in fünfter Generation.
Spannend ist die Linie «L‘Intégrale» mit den Sorten Pinot
Noir, Merlot und Syrah.
Chemin de Brive 8 | 1283 Dardagny | domaineleshutins.ch
CHRISTIAN GUYOT ★★
Christian Guyots Philosophie: Präzisionsarbeit in den Rebbergen
schafft die Basis für Weine, die ohne Schönung und Zeitdruck im
Keller reifen dürfen.
Rue de Bernex 277b | 1233 Bernex | vins-guyot.ch
DOMAINE DUGERDIL ★★
Sophie Dugerdil begeistert seit der Übernahme des Familienbetriebs
mit charakterstarken, eleganten Weinen, die eindeutig
ihre Handschrift tragen.
Route du Mandement 452 | 1283 Dardagny | domaine-dugerdil.ch
Jean-Pierre
Pellegrin gehört
zu den Spitzenwinzern
im
Kanton Genf.
Marc Ramu
bewirtschaftet
seit dem Jahr
2000 das Weingut
Domaine Du Clos
des Pins.
Fotos: Siffert/weinweltfoto.ch, Domaine Grand Cour, Domaine du Clos des Pins
60 falstaff
Die Domaine Les Hutins
aus Dardagny gehört zur
Elite im Kanton Genf.
DOMAINE DE LA MERMIÈRE ★★
Zu den Spezialitäten der Domaine zählt die savoyardische
Rebsorte Altesse, aus der ein kräftiger Weisser sowie ein
herrlicher Schaumwein gekeltert werden.
Rue du Faubourg 9 | 1286 Soral | mermiere.ch
JEAN-MICHEL NOVELLE ★★★
Der begnadete Önologe Jean- Michel Novelle produziert auf
sieben Hektar Rebfläche jährlich mehr als 35 verschiedene
Weine aus siebzehn unterschiedlichen Rebsorten.
153 Rte du Mandement | 1242 Satigny | novelle.wine
falstaff
61
Die Kombination aus Jura-Gebirge,
Voralpen, Genfersee und Rhône
formt im Weinbaugebiet Genf ein
vielfältiges Mosaik an Mikroklimata.
GENF: MEHR
ALS DIPLOMATIE
Genf ist international bekannt als Stadt der Diplomatie.
Weniger bekannt ist, dass es auch das drittgrösste
Weinbaugebiet der Schweiz beheimatet. Die Region begeistert
mit innovativen Projekten wie dem «Esprit de Genève» und
nachhaltigem Weinbau. Junge Winzer wie Camille Cretegny
bringen frischen Wind in die Genfer Weinkultur.
62 falstaff
WEINREGION GENF
Vor zwanzig Jahren schlossen
sich Genfer Winzer zusammen,
um den «Esprit de Genève» zu
schaffen – einen Wein, der die
Essenz der Region verkörpert. Dieses
Gemeinschaftsprojekt steht für den Zusammenhalt
und das Bestreben, Genf als Weinregion
zu etablieren. «Der ‚Esprit de Genève‘
symbolisiert unsere regionale Identität
und den Stolz auf unser Handwerk»,
erklärt Jérôme Cruz, dessen Vater Mitbegründer
des Projekts war. Der Wein,
hauptsächlich aus Gamay und Pinot
Noir, ist heute ein Aushängeschild der
Genfer Weinkultur.
Gemeinsam mit ihrem Vater
Willy produziert Camille
Cretegny auf der ehrwürdigen
Domaine de la Devinière in
Satigny einen der besten
Gamays des Kantons Genf.
ADVERTORIAL Fotos: © Jean Rivallard / Rezo.ch; beigestellt
NACHHALTIGE PIWI- REBEN:
GENFS BEITRAG ZUR
FORSCHUNG
Die Genfer Winzer setzen nicht nur auf
Tradition, sondern haben frühzeitig in
innovative Lösungen investiert. Schon zu
einer Zeit, als Nachhaltigkeit noch kein
grosses Thema war, begannen sie mit der
Erforschung und dem Anbau von Piwi-
Rebsorten. Diese pilzwiderstandsfähigen
Reben benötigen weniger chemischen
Pflanzenschutz und sind daher besonders
umweltfreundlich.
Genf spielte eine entscheidende Rolle in
der Entwicklung dieser Rebsorten. Durch
jahrelange Forschung und ständige Weiterentwicklung
trugen die Winzer der Region
dazu bei, dass Piwi-Reben heute die Qualität
erreicht haben, die sie international anerkannt
macht. «Die Arbeit mit Piwi-Reben
war für uns ein Pionierschritt», erklärt Florian
Ramu von der Domaine des Alouettes.
«Was damals als Experiment begann, ist
heute eine bedeutende Säule unseres nachhaltigen
Weinbaus.»
Dieser Innovationsgeist, gepaart mit
einem frühen Bewusstsein für Umweltschutz,
macht die Genfer Weinregion zu
einem Vorreiter im Bereich des ökologischen
Weinbaus.
CAMILLE CRETEGNY:
FRISCHER WIND
Die neue Generation von Winzern bringt
frischen Wind in die Genfer Weinwelt.
Camille Cretegny, «Rookie-Winzerin des
Jahres» 2023, steht exemplarisch für diesen
Wandel. Die Juristin führt das Familienweingut
Domaine de la Devinère
und kombiniert Tradition mit modernen,
nachhaltigen Ansätzen. Ihr Erfolg zeigt, wie
junge Winzerinnen und Winzer die Genfer
Weinkultur durch Innovation und Experimentierfreude
bereichern.
WEINVERKOSTUNGEN IN GENF
Wer Genfs Weinwelt entdecken möchte,
sollte die örtlichen Weingüter besuchen.
Viele öffnen ihre Keller am Wochenende für
Verkostungen. Besonders empfehlenswert
sind Besuche im Château du Crest und
Domaine des Balisiers, wo Gäste die Vielfalt
der Weine probieren und die Innovationskraft
der Winzer erleben können. Weinliebhaber
haben hier die Möglichkeit, tief in die
Region einzutauchen und die Verbindung
von Tradition und Moderne zu geniessen.
EINE REGION VOLLER
ÜBERRASCHUNGEN
Genf überrascht nicht nur als internationales
Zentrum, sondern auch als dynamische
Weinregion. Mit innovativen Projekten wie
dem «Esprit de Genève» und der Einführung
nachhaltiger Rebsorten setzt Genf
Massstäbe im Weinbau. Junge Winzer wie
Camille Cretegny tragen diesen Geist weiter
und machen Genf zu einem aufstrebenden
Akteur in der Schweizer Weinlandschaft.
Die Verbindung aus Tradition und Innovation
macht die Genfer Weinregion zu einem
spannenden Ziel für Entdecker.
INFO
Weitere Informationen unter
swisswine.ch/de/regionen/genf
falstaff 63
weinreise / WALLIS
WEINWUNDERLAND
WALLIS
Das Wallis ist die grösste
Weinregion der Schweiz, sowohl
was die Anbaufläche als auch
das Produktionsvolumen angeht.
Hier werden aus Dutzenden
verschiedenen Traubensorten
Weine gekeltert, darunter auch
viele einheimische. Weinfans
kommen um eine Reise in den
traumhaften Bergkanton
nicht herum.
TEXT LARISSA GRAF
64 falstaff
Die Rebberge des Wallis findet
man hauptsächlich im breiten,
sonnenverwöhnten Rhônetal.
Foto: Valais Wallis Promotion/Tamara Berger.tif
falstaff
65
weinreise / WALLIS
6
GUTE
GRUNDE
..
FÜR EINE WEINREISE
INS WALLIS
66 falstaff
1 aus
Historie: Bereits die Kelten bauten im Wallis Trauben an, etwas später dann
die Römer. Die erste urkundliche Erwähnung des Schweizer Weinbaus stammt
dem Jahr 516, geschrieben wurde sie in der Walliser Abtei St. Maurice.
2Rekorde: Im Heidadorf Visperterminen befindet sich der
höchstgelegene, zusammenhängende Rebberg Europas. Er liegt
auf Höhen zwischen 650 und 1150 Metern über dem Meer.
Foto: Valais Wallis Promotion /David Carlier
3
Autochthone Trauben: Im Wallis
sind über 100 verschiedene Rebsorten
autorisiert, darunter Dutzende einheimische.
Sorten wie Cornalin, Amigne und
Humagne findet man nur hier.
Landschaft: Die Reben des Wallis wachsen an
den Steilhängen über dem Rhônetal. Viele von
ihnen sind spektakulär gelegen, mit freiem 4Blick auf die imposante Walliser Bergwelt.
Wetter: Der Südkanton ist mit rund 2000 jährlichen
Sonnenstunden der sonnigste der Schweiz. Auch
wenn es andernorts regnet, stehen die Chancen gut, 5dass es im Wallis schön ist.
6
oder
Kultur und Geschichte: Terroirküche: Die Walliser haben eine
ganz eigene Esskultur. Es gibt viele Spezialitäten, etwa die Walliser
Platte mit Käse und Trockenfleisch, den Gemüsekuchen Cholera
das Raclette, das hier richtig zelebriert wird.
falstaff
67
weinreise / WALLIS
Reben findet man
im Wallis sogar an
unwegsamen und
schwer erreichbaren
Lagen wie Berghängen.
Fotos: Valais Wallis Promotion/Frederic Huber, beigestellt
68 falstaff
MIT 2000 SONNENSTUNDEN PRO JAHR UND
LEDIGLICH 600 MILLIMETERN REGEN IST DAS
WALLIS DER TROCKENSTE KANTON DER SCHWEIZ.
Das Wallis ist das Zentrum des
Schweizer Weinbaus. Mit
einer Anbaufläche von knapp
5000 Hektar ist es nicht nur
flächenmässig das grösste
Weinanbaugebiet der Schweiz, dort wird
auch rund ein Drittel der gesamten
Weinmenge des Landes gekeltert. Dabei
gibt es von der grössten Genossenschaftskellerei
der Schweiz, der Provins, bis
zum kleinen Familienweingut mit wenigen
Hektaren, ein breites Spektrum an verschiedenen
Kellereien.
Auch in den Rebbergen ist die Vielfalt beeindruckend:
Der Anbau von 55 Rebsorten
ist erlaubt, Dutzende davon gibt es nur im
Wallis. Das sind mehr autochthone Sorten
als in jedem anderen Anbaugebiet der
Schweiz. Die Weine aus Sorten wie Petite
Arvine, Cornalin, Amigne oder Humagne
sind bis heute beliebt und gelten sowohl im
Wallis selbst als auch im Rest der Schweiz
als gesuchte Spezialitäten. Trotz der Vielfalt
an einheimischen Traubensorten sind etwa
zwei Drittel der Fläche mit vier Hauptsorten
bepflanzt: Pinot Noir, der mit Abstand
den grössten Anteil hat, Gamay, der hier als
Fendant bekannte Chasselas und Johannisberg,
der andernorts als Silvaner bekannt
ist. Zusätzlich gibt es viele internationale
Sorten wie Syrah, Chardonnay und Malbec.
Wenn man bedenkt, dass die höchsten
Berge der Schweiz in diesem Kanton liegen,
überrascht es vielleicht, dass hier ideale
klimatische Bedingungen für den Weinbau
herrschen: Mit 2000 Sonnenstunden pro
Jahr und lediglich 600 Millimetern
<
Ein Must für Liebhaber des feinen Weins und der guten
Küche ist der Besuch im «Château Villa» in Sion. Es gibt
dort köstliches Raclette und traumhafte Tropfen.
falstaff
69
weinreise / WALLIS
Im Wallis lässt sich Genuss
und Bewegung perfekt
kombinieren. Es gibt
etliche Weinwanderungen,
auf denen man die
verschiedenen Regionen
zu Fuss erkunden kann.
Eine ganz besondere Spezialität ist
der Safran aus dem Oberwalliser Dorf
Mund. Er ist zwar schwer zu finden, doch
unglaublich aromatisch.
<
Niederschlag ist das Wallis aber der
trockenste Kanton des Landes. Die Sommer
sind warm, auch in der kalten Jahreszeit
ist es oft sonnig. Im Herbst und Winter
weht der Föhnwind. So gedeihen auch spät
reifende Sorten wie Syrah hier hervorragend.
Die meisten Rebberge sind gen Süden
gerichtet, in Steillagen herrscht eine erhöhte
Sonneneinstrahlung. Sie sind zudem oft
von Trockenmauern umfasst, die in der
Nacht die tagsüber gespeicherte Wärme
abgeben. Zur Bewässerung wurde schon
vor Jahrhunderten ein System von Kanälen
installiert. Diese werden im deutschsprachigen
Oberwallis Suonen und im welschen
Unterwallis Bisses genannt.
Das breite Rhônetal, das auf drei Seiten
von hohen Bergen umgeben ist, eignet sich
also für den Anbau einer ganzen Reihe von
Rebsorten. Es gibt Böden mit unterschiedlichen
Konstellationen, von Kalk über Gneis
bis zu Schiefer und Schwemmland kommt
alles vor. Die flachen Rebberge in Wassernähe
haben zudem ganz andere Mikroklimata
als die höher gelegenen Steilhänge,
die von Trockenmauern umgeben sind.
Manche von ihnen kleben regelrecht an den
Bergflanken, sind in schwindelerregenden
Höhen und von beeindruckender Steigung.
Einer dieser eindrücklichen Rebberge heisst
«Rieben». Diese mit Heida bepflanzte Lage
überwindet mittels Terrassen Höhen zwischen
490 und 1150 Metern über Meer auf
kleinster Fläche. Sie befindet sich im Dorf
Visperterminen und ist die höchstgelegene
der Schweiz.
WANDERUNG IM WEINBERG
Das Wallis ist nicht nur landschaftlich
einzigartig, es hat auch ein besonderes
kulturelles Erbe. Hinter Sitten verläuft die
Deutsch-Französische Sprachgrenze, dort
fängt das Oberwallis an, wo der eigentümliche
Walliser Dialekt gesprochen wird
Fotos: Switzerland Tourism/Christian Meixner, Valais Wallis Promotion/Pascal Gertschen, Gregor Lengler / laif / picturedesk.com
70 falstaff
und in dessen wilden Tälern alte Bräuche
gelebt werden. Während der Fasnachtszeit
findet etwa die Tschäggättä statt, bei der
Menschen in furchteinflössenden, gehörnten
Fellkostümen durch die Dörfer des
Lötschentals ziehen. Im Sommer finden
hingegen die Ringkuhkämpfe oder Combats
de Reines statt, bei denen Bauern ihre
hochgeschätzten Eringer Kühe gegeneinander
antreten lassen. Bei diesen traditionellen
Veranstaltungen fliesst natürlich viel Wein,
etwa Dôle, eine Walliser Spezialität. Dieses
Cuvée aus Gamay und Pinot Noir ist in
der Regel schön saftig und deswegen im
ganzen Kanton beliebt. Es gibt ihn auch als
erfrischenden Rosé, den Dôle Blanche.
Aber auch eine einfache Wanderung
kann im wunderschönen Kanton Wallis
zum Erlebnis werden. Man zieht durch
historische Dörfer und von alten Rebstöcken
durchzogene Steilhänge, entlang alter
Handelspfade und Suonen. Eine besonders
empfehlenswerte Route ist der «Balade sur
le bisse de Clavau», ein Wanderweg entlang
der Suone von Clavau zwischen Icogne und
Sion. Sie ist auch für wenig erfahrene Wanderer
gut zu meistern. Wer hingegen mehr
über den höchsten Weinberg der Schweiz
erfahren möchte, begeht den Heidaweg bei
Visperterminen. Diese Wanderung ist steil,
sie führt durch die «Rieben» und endet im
charmanten Heidadorf, wo lokale Weine
bei einer Degustation verkostet werden
können.
Man muss das Wallis aber keineswegs
zu Fuss erkunden. Viele Weinkellereien
sind modern ausgestattet und bequem
mit dem Auto erreichbar. Ausserdem lässt
sich die Walliser Kultur auch gut am Tisch
kennenlernen, denn es gibt viele einzigartige
Spezialitäten. Dazu gehört der rare
Safran aus Mund genauso wie der beliebte
Walliser Teller mit Hobelkäse, Speck und
Trockenfleisch oder das weltberühmte
traditionelle Raclette vom offenen Feuer.
Natürlich gibt es zu jedem Gericht das
passende Glas Wein. Die Einheimischen
sind äusserst grosszügige und trinkfreudige
Tischgenossen. Es lässt sich also auch
in den vielen Restaurants und Beizen der
Gegend hervorragend in die Walliser Kultur
und Weinwelt eintauchen.
<
FACTS WALLIS
n Im Wallis werden auf
4766 Hektar Reben angebaut.
n Ein Drittel des in der Schweiz
hergestellten Weins kommt aus
dem Wallis.
n Der mit 1150 Metern höchstgelegene
zusammenhängende
Rebberg Europas liegt in Visperterminen.
n Rund 60 Prozent der Rebfläche
sind mit roten Traubensorten
bepflanzt, davon etwa die Hälfte
Pinot Noir.
n Es gibt rund 350 Produzenten
im Kanton.
n Von den 55 zugelassenen
Rebsorten sind etwa 35 Prozent
autochthon.
Kulinarisch trumpft der
Bergkanton mit einigen
beliebten Spezialitäten
auf. Berühmt ist das
Raclette, zu dem neben
Kartoffeln gerne eine
Walliser Platte mit
Trockenfleisch gereicht
wird.
falstaff
71
weinreise / WALLIS
ESSEN
RESTAURANT DU THÉATRE
Dank der Wurzeln des Küchenchefs Mauro Capelli
herrscht in diesem Restaurant eine gewisse italienische
Eleganz, die Küche ist aber kosmopolitisch.
Aus der Küche kommen saisonale Delikatessen,
dazu gibt es eine schöne Weinauswahl.
Av. du Théâtre 7, 1870 Monthey
T: +41 24 4717970, restaurant-theatre-monthey.ch
RESTAURANT LES TOURISTES
Eine moderne Saisonküche aus besten,
vornehmlich lokalen Produkten, wird in diesem
hübschen Lokal kredenzt. Das Personal gibt
dazu gute Weinempfehlungen ab.
Rue de l‘Hôpital 2, 1920 Martigny
T: +41 27 5520150, touristes-martigny.ch
RESTAURANT LE NOUVO BOURG
Das sympathische Gastgeberpaar serviert hier eine
Küche, die in der klassisch französischen verwurzelt,
aber mit vielen zeitgenössischen Elementen versehen
ist. Die Weinkarte bietet viele gute Tropfen aus
TIPPS & ADRESSEN
der Region und ein paar von etwas weiter her.
Rue du Bourg 25, 1913 Saillon
T: +41 27 5520150, nouvobourg.ch
RESTAURANT LA CONTRÉE
In dieser gemütlichen Beiz ist die Hausspezialität
Tatar, das es in verschiedenen Varianten gibt.
Vorzüglich ist auch die Weinauswahl, die einige
spezielle Tropfen aus der Umgebung enthält.
Rue de la Vanire 1, 3960 Muraz
T: +41 27 4551291, lacontree.net
CAFÉ LE CENTRE
Hier ist man auf Fondue spezialisiert. Ob klassisch
mit Käse, Fleisch oder mit Fisch, sie schmecken
alle gut. Im Weinkeller gibt es fast ausschliesslich
Schweizer Tropfen, einige davon kommen natürlich
aus dem Wallis.
Rue Centrale 9, 1955 Chamoson
T: +41 27 3062295, cafelecentre.ch
CHÂTEAU DE VILLA
In diesem zum Restaurant umfunktionierten
Schloss kann man sich mit den Walliser Terroirs
vertraut machen. Neben einer grossen Auswahl
an Weinen aus allen Lagen gibt es nämlich auch
Raclette von verschiedenen Alpenwiesen. Ein einmaliges
Erlebnis ist das Raclette-Degustationsmenü
mit Käse aus unterschiedlichen Provenienzen.
Rue Sainte-Catherine 4, 3960 Sierre
T: +41 27 4551896, chateaudevilla.ch
DAMIEN GERMANIER
In einem ungezwungenen modernen Ambiente
wird eine fantastische Gourmetküche aus lokalen
Zutaten serviert. Der Gast wählt die Anzahl der
Gänge aus, um den Rest kümmert sich das
Küchenteam um Damien Germanier.
Rue du Scex 33, 1950 Sion
T: +41 27 3229988, damiengermanier.ch
SCHLAFEN
HOSTELLERIE DU PAS DE L‘OURS
Dieses elegante Hotel liegt etwas oberhalb der
Rebberge im berühmten Ferienort Crans-Montana.
Hier werden auch anspruchsvollste Gäste glück-
<
Illustration: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com
72 falstaff
weinreise / WALLIS
120 Produzenten des Kantons.
Rue Sainte-Catherine 4, 3960 Sierre
T: +41 27 4551896, chateaudevilla.ch
LA FROMATHÈQUE
Hier gibt es, praktisch gelegen an der Autobahnausfahrt
Martigny, eine beachtliche Auswahl an
Weinen aus der Region: 250 Referenzen von 44
Kellereien. Zusätzlich werden andere Traditionsprodukte
wie Käse und Trockenfleisch angeboten.
Rte du Grand-Saint-Bernard 28,
1921 Martigny-Combe
T: +41 27 5658686, lafromatheque.ch
Herrliche Aussicht: Das «Chandolin Boutique Hotel»
liegt zwar in den Bergen, ist aber eine kurze Autofahrt
von den Rebbergen des Rhônetals entfernt.
<
lich, dank ausgezeichnetem Restaurant, komfortablen
Zimmern und einem traumhaften Spa.
Rue du Pas-de-l‘Ours 41, 3963 Crans-Montana
T: +41 27 4859333, pasdelours.ch
CHANDOLIN BOUTIQUE HOTEL
Hier entspannt man sich bei wunderbarer Aussicht
auf die Walliser Bergwelt. Es gibt Zimmer in unterschiedlichen
Grössen und für verschiedene Bedürfnisse
sowie ein kleines, aber feines Spa.
Route des Plampras 10, 3961 Chandolin
T: +41 27 5644444, chandolinboutiquehotel.ch
CASTEL DE DAVAL
Wer in einem Schlösslein im Rebberg übernachten
möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Auch
wenn es erst im Jahr 1949 gebaut wurde, ist die
Übernachtung hier ein besonderes Erlebnis. Dazu
gehört auch eine Degustation der Weine der Kellerei.
Colline de Daval 5, 3960 Sierre
T: +41 27 4584515, collinededaval.ch
In der Weinbar «Fol‘terres» gibt es neben Tropfen
von über 100 Produzenten Snacks aus lokalen
Produkten und einen herrlichen Blick ins Grüne.
FOL‘TERRES
Mehr als nur eine Weinbar ist das Fol’terres. Hierher
kommt man nicht nur, um Weine von über 100
Produzenten zu verkosten, sondern auch für die
köstlichen Snacks aus lokalen Produkten und die
wunderbare Aussicht ins Grüne.
T: +41 27 7461313, folterres.ch
AKTIVITÄTEN
SION WINE TOUR
Diese Firma bietet vielfältige Touren in und um
Sion an. Gekonnt wird dabei das Geschichtliche
mit dem Kulturellen, lokalem Essen und natürlich
bestem Wein kombiniert.
Rue du Grand-Pont 29, 1950 Sion
T: +41 27 3211380, sionwine.ch
MUSÉE DE LA VIGNE ET DU VIN
Hier lernt man alles über die Geschichte und
Gegenwart des Walliser Weins. Es gibt zwei Ausstellungsräume,
in der Ringmauer vom Château de
Villa in Sierre und im Winzerdorf in Salgesch.
T: +41 27 4563525, museeduvin-valais.ch <
BNB VINO VERITAS
Dies ist das Bed and Breakfast der Winzerfamilie
Mathier, gelegen am Rande des Naturschutzgebiets
Pfynwald. Die Zimmer und Wohnungen sind
funktional eingerichtet und mit jedem Komfort
ausgestattet, das Frühstück wird morgens ins
Haus geliefert.
Untere Zellstrasse 29+31, 3970 Salgesch
T: +41 27 4557575, mathier.com/de/bnb-vino-veritas
WEINBARS
CHATEAU DE VILLA
Dieses Restaurant mit Vinothek befindet sich in
einem alten Patrizierhaus im Zentrum von Sierre.
Zu essen gibt es Walliser Spezialitäten, berühmt
ist vor allem das Raclette. Auf der Weinkarte und
in der Vinothek findet man 640 Weine von
Fotos: Philippe Hahn, Chandolin Boutique Hotel, beigestellt
74 falstaff
Das ist Schweizer Design.
Schweizer Perfektion für zuhause. Seit 1913.
GRAPE ESCAPES
DOMAINES CHAVALIERS
Die Ferienwohnung über den Weinbergen von
Salgesch verbindet modernen Komfort mit
ländlichem Charme und bietet die perfekte
Möglichkeit, den Weinbau hautnah zu erleben.
Varenstrasse 40, 3970 Salgesch,
T: +41 27 4552828, chevaliers.ch/wohnung
B&B CAVE MATHIER &
BODENMANN
Eingebettet in die malerischen
Reben von Salgesch bietet das
B&B eine persönliche und entspannte
Atmosphäre. Nach
einer Weindegustation der edlen
Tropfen aus der hauseigenen
Kellerei können die Gäste den
Panoramablick auf den Naturpark
Pfyn-Finges geniessen.
Varenstrasse 74, 3970 Salgesch,
T: +41 27 4553266,
mathier-bodenmann.ch
76 falstaff
ENTDECKEN
WALLIS
B&B DIROSO
Inmitten der Natur des
Pfyn-Finges-Parks bietet
das B&B Diroso Gästen die
ideale Kombination aus
erlebnisreichen Wanderungen
und erholsamen
Übernachtungen im
rustikalen Ambiente.
Kantonsstrasse 81,
3946 Turtmann,
T: +41 27 9323303,
diroso.ch
»CHEZ CONSTANCE«
Dieses charmante Gästehaus in einem
Gebäude aus dem 15. Jahrhundert lädt
im mittelalterlichen Saillon dazu ein, die
authentische Walliser Gastfreundschaft
hautnah zu erleben.
Passage des Lombards 4 Cour des Sires de
Châtillon, 1913 Saillon, T: +41 27 5652883,
chezconstance.ch/#GrapeEscapes
HOTEL DES VIGNES
Luxuriöser Aufenthalt im
Herzen der Walliser Weinregion
– Gäste schätzen
besonders die ruhige Lage,
die modernen Zimmer mit
Balkonen und den nahen
Zugang zu regionalen
Weingütern und den
Naturerlebnissen.
Rue du Pont 9,
1958 Uvrier-Sion,
T: +41 27 2035030,
hoteldesvignes.ch
HOTEL ARKANUM
Abenteuer und Genuss vereinen sich im
Erlebnishotel Arkanum in Salgesch, wo
Gäste in einem Weinfass übernachten können,
umgeben von der atemberaubenden
Walliser Bergwelt.
Unterdorfstrasse 1, 3970 Salgesch,
T: +41 27 4512100, hotelarkanum.ch
Fotos: Marco Schnyder, Johann Watzke, beigestellt
B&B ZUM SCHLEIF
Jedes der acht Zimmer
trägt den Namen eines
lokalen Weinguts. Gäste
können in geselliger Runde
die Weine der Region
verkosten oder sich von
der Atmosphäre der
Varner Weinberge
verzaubern lassen.
Schleif 2, 3953 Varen,
T: +41 27 4731212,
bnbzumschleif.ch
B&B VINO VERITAS
Luxuriöse Zimmer mit fantastischem Ausblick,
die zentrale Lage in Salgesch und die
Nähe zu den Mathier-Weinen machen das
B&B zum perfekten Ausgangspunkt für
erlebnisreiche Wein- und Naturentdeckungen.
Bahnhofst. 50, 3970 Salgesch, T: +41 27 4557575,
mathier.com/de/weinferien/bnb-vino-veritas
falstaff
77
weinreise / WEINGÜTER WALLIS
Das Weingut Chai du Baron grenzt
an die alte Steinbrücke beim Dorf
Bramois. Die Domaine bewirtschaftet
20 Hektar im Mittelwallis,
zu denen so renommierte Terroirs wie
Clavau, Molignon und Uvrier gehören.
Seit 2015 wird das Weingut von Patrice
Walpen geführt, der zuvor Erfahrungen
in der Schweiz und in Südafrika
sammelte. Chai du Baron bietet eine
grosse Auswahl an traditionellen Weinen
und Spezialitäten, die das Wallis berühmt
gemacht haben.
Rue de la Manufacture 4
1967 Bramois
T: +41 27 2034060
chai@chaidubaron.ch
chaidubaron.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Patrice Walpen
Produktion: 20 Hektar
★★★
CHAI DU
BARON
2023 HEIDA AOC VALAIS
91 Helles Goldgelb. Reife Zitrusfrüchte in der Nase, 93
exotische Fruchtnuancen, dezent Honig. Am
Gaumen von mittlerer Fülle, vife, reife Säure, wiederum
reiffruchtig und zitrisch mit würzigen Anklänge. Endet lang
und leicht salzig. CHF 24,–
2023 PETITE ARVINE AOC
89 Reife Zitrsufrüchte, Grapefruit, dazu weisse
Blüten, reifer Apfel. Am Gaumen leicht süsslich
wirkend mit Birnennoten, eher zurückhaltender reifer Säure
und saftigem, leicht salzigem Nachhall. CHF 24,–
2022 CHARDONNAY BARRIQUE AOC VALAIS
89 Edle Nase mit Noten von Mandarine, Blutorange
und gedörrten exotischen Früchten wie Ananas
etwa. Dazu eine präsente dunkle Würze und röstige Noten.
Am Gaumen cremige Fülle gepaart mit frischer Säure,
gelbe Frucht, etwas Karamell, langes Finale. CHF 32,–
2020 COLLECTION PRIVÉE MERLOT
AOC VALAIS Dunkles Rubin. Vollreife Nase,
Cassis, Brombeere, dazu würzig-mineralische
Noten sowie eine gewisse Strenge, die für Spannung sorgt.
Am Gaumen schmelzig mit weicher Struktur, zurückhaltende,
reife Säure, wiederum viel dunkle Frucht. Feines, reifes
Tannin, stattliche Länge. Definitives Reifepotenzial. CHF 60,–
2023 CORNALIN AOC VALAIS Dunkles Rubin,
91 violette Reflexe. Vollfruchtige Nase: Him- und
Brombeere, Zwetschge, Holunderbeere, etwas
strenge Pfefferwürze im Hintergrund, dezent Wildbret. Am
Gaumen von mittlerer Fülle mit intensiver Frucht sowie
feinem Tannin und reifer Säure. Endet mittellang. CHF 25,–
2021 LA RÉSERVE AOC VALAIS Dunkles Rubin.
91 Intensive, klare Frucht, Brombeere, Pflaume, Holunderbeere,
Cassis, dazu würzig-röstartige Anklänge,
dezent grüne Paprika, etwas Rhabarber. Am Gaumen
eher breit und ausladend mit weicher Struktur, feinem Tannin
und saftiger, reifer Säure. Nuancen von Waldbeeren und
Kaffee. Endet lang und saftig mit spürbarem Grip. CHF 39,–
★★★
GÉRALD
BESSE
Ihre erste Parzelle kauften Gérald
und Patricia Besse 1979. Seither
vergrösserte und modernisierte
sich ihre Domaine im Wallis kontinuierlich.
Seit 2013 wirkt auch Tochter
Sarah im Weingut, die ein grosses
Gespür für die Walliser Weinbautradition
aufweist. Dementsprechend
wichtig sind autochthone
Walliser Sorten dem Weingut. Petite
Arvine, Humagne Rouge oder Cornalin,
die in den Schiefer-Steillagen
der Familie gedeihen, bestechen
immer wieder.
Route de la Combe 14, 1921 Martigny-Croix
T: +41 27 7227881
info@besse.ch, besse.ch
Kellermeister: Sarah Besse
Produktion: 20 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 LES BANS
92 Kühle, natürlich wirkende, klare Frucht: Birne,
Agrumen, helle Steinfrüchte, dezent florale
Noten. Am Gaumen von mittlerer Fülle mit angenehm frischem
Charakter, reifer Säure, Birnennoten und zitrisch-mineralischen
Noten im Nachhall. Endet leicht salzig. CHF 16,–
2023 HEIDA CHAMPORTAY®
92 Elegante Reduktion in der Nase, die mit etwas
Zeit im Glas verschwindet. Dann frische, bisweilen
kandierte Zitrusfrucht, Mango, Pfirsich und äthe-
risch-kräutrige Anklänge. Am Gaumen stoffig, mit schöner
frischer Säure, Noten von Sternfrucht, Zitrus, Apfel, gelbem
Steinobst, langes Finale. CHF 22,–
2023 PETITE ARVINE
91 Karge Zitrusaromatik in der Nase. Zudem Noten
von Kiwi, Aprikose und Melisse. Am Gaumen
frisch und geradlinig, mit reifer Säure, Zitrusaroma und
etwas Honig im langen, mineralisch-salzig anmutendem
Abgang. CHF 26,–
2022 CORNALIN DOMAINE ST-THÉODULE®
93 LES SERPENTINES®
Frische und kompottige Frucht in der Nase.
Himbeere, Brombeere und Zwetschge sowie kühle kräutrig-würzige
Noten. Am Gaumen kraftvoll, aber elegant, ,mit
saftiger Säure schmelziger Waldbbeerenaromatik, sanften
Tanninen und langem würzigen Abgang. CHF 37,–
2022 GAMAY CHAMPORTAY®
92 Braucht Luft. Kühle, klare, aber dunkle Beerenfrucht,
Brombeere, Zwetschge, Kirsche. Mineralische
Anklänge, etwas Lakritz. Am Gaumen sehr frisch und
schlank wirkend mit schönem Extrakt, das für Spannung
sorgt. Reifes Tannin, saftige Säure, klare Frucht. Endet lang
und saftig mit Nuancen von schwarzem Pfeffer. CHF 16,50
2022 SYRAH LES SERPENTINES®
92 Mittleres Purpur mit violetten Reflexen. Braucht
Luft. Zwetschgennoten, Heidelbeeren, dahinter
eine prägnante Pfefferwürze. Am Gaumen von schöner
Breite, reife saftige Säure, feines Tannin. Endet lang mit
Gewürznoten und dunkler Frucht. CHF 34,–
Fotos: Shop Professional di Jacopo Salvi, Louis Dasselborne, ©louisDasselborne, Jean-Louis Mathieu SA, beigestellt
78 falstaff
★★★
CAVE BIBER SA
Die Geschichte der Cave Biber
beginnt 1971. Seitdem wuchs
man kontinuierlich und erlangte
zahlreiche Goldmedaillen bei internationalen
Wettbewerben. Jungwinzer Remo
Meyer setzt auf heimische Sorten wie Humagne
rouge oder Lavnetscha, aber auch
internationale wie Cabernet Franc und Petit
Verdot werden kultiviert. Daraus entstehen
hochwertige, ursprüngliche Walliser Gewächse,
die Frische und Würze vereinen.
Chemin de la Raspille 32, 3970 Salquenen Salgesch
T: +41 27 4567819
web@cave-biber.ch, cave-biber.ch
Kellermeister: Remo Meyer
Produktion: 66.667 Flaschen
5 % Schaumwein, 30 % weiss, 5 % rosé, 60 % rot, 8.5 Hektar
Swiss Wine
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 »LES PERLES DE LA RASPILLE«
2023 HEIDA SAVAGNIN BLANC
88 CUVÉE ROSÉ BRUT FM
90 Duftet nach Holunderblüte, tropischen Früchten 91
Noten von Granatapfel, Apfel und Grapefruit in
und Agrumen. Dazu dezente kräutrig-würzige
der Nase. Dazu Anklänge von tropischen Früchten und florale
Anklänge. Am Gaumen frisch, dezente Säure, minera-
Nuancen. Am Gaumen weich, schmeichelnd, passende lisch-würziges Finale. CHF 27,–
Perlage, mittellang. CHF 23,–
2023 NO 10
92
90 Reiffruchtige Nase, Mirabelle, Honig, Kräuternoten
und rauchige Anklänge. Am Gaumen von
wie Gewürzen, dezent animalische Anklänge. Am Gaumen
Schwarzkirsche, dazu Nuancen von Kräutern so-
91
schöner Breite, wiederum aromatisch mit Nuancen von
kräftig und weich mit wiederum prägnanter dunkler
tropischen Früchten und weissen Blüten. Reife Säure,
Frucht, reife eher zurückhaltende Säure, schöner Schmelz,
langer Nachhall. CHF 17,80
noch etwas anhaftendes, aber feines Tannin. Hallt lange
nach. CHF 28,–
★★
DOMAINE
JEAN-LOUIS MATHIEU
Seit drei Generationen ist die Familie
Mathieu im Weinbau tätig. Bewirtschaftet
werden heute 14 Hektar
Rebfläche, die sich an den Ufern der Rhône
zwischen Siders und Chalais erstreckt. Das
Engagement der Familie für den Umweltschutz
spiegelt sich in jedem Schritt der
Produktion wider und führt zu authentischen,
terroirbetonten Weinen, die regelmässig
bei nationalen und internationalen
Wettbewerben abräumen.
Route du Téléphérique 26
3966 Chalais
T: +41 79 2202409
mathieu-vins.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Jean-Louis Mathieu
Produktion: 133.333 Flaschen
48 % weiss, 5 % rosé, 45 % rot, 2 % süss, 15 Hektar
Anbauweise: in Umstellung
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 CORNALIN LE PREMIER
Dunkle Beeren in der Nase, Holunderbeeren,
2022 MALBEC LE PREMIER
Intensive Frucht, Heidelbeeren, Schwarzkirsche,
Brombeeren, dazu Gewürznoten, etwas Pfeffer.
Am Gaumen eher füllig und breit mit schöner Frucht und
viel Extrakt, saftige Säure, engmaschiges, feines Tannin.
Hallt lange nach und endet leicht wärmend. CHF 28,–
2019 NO 1
Dunkles Rubin, Reifereflexe. Dunkelfruchtige,
gereifte Nase. Dörrzwetschge, Brom- und Heidelbeeren,
dazu eine edle Würze, Eichenholznuancen, etwas
Schuhcreme. Am Gaumen von mittlerer Fülle, zeigt eine reife
Säure und wiederum dunkelfruchtige Noten sowie etwas
Mokka. Feines, reifes, aber noch spürbares Tannin, passende
Länge mit Dörrfruchtnuancen. CHF 37,–
2023 SAUVIGNON BLANC LA MINE
90 Helles Zitronengelb. Sortentyische Nase: Cassis,
Holunderblüte, Stachelbeere, dazu zitrische
Noten. Wirkt klar und frisch. Am Gaumen von einem
angenehmen Schmelz getragen, wiederum aromatisch und
typisch. Saftige Säure, dezenter Grip, passende Länge.
CHF 30,–
2022 PETITE ARVINE
88 Etwas diffuse Frucht, reife Zitrusnoten,
tropische Fruchtnuance, dezent
Honig und Pfirsich. Am Gaumen recht leicht
mit wiederum reifer Zitrusfrucht, knackige
Säure, mittelanger Nachhall. CHF 30,–
falstaff
79
weinreise / WEINGÜTER WALLIS
★★★★
DOMAINE JEAN-RENÉ
GERMANIER
Die Domaine Jean-René Germanier
in Vétroz gehört seit vielen
Jahren zu den besten Produzenten
des Wallis und geniesst auch im
Ausland einen hervorragenden Ruf. Vor
allem mit ihrem Flaggschiff, dem Syrah
namens «Cayas», der zweifelsohne zu
den besten Weinen aus der Rebsorte in
der Schweiz gehört. Geführt wird das
Familienweingut heute von Ex-
Nationalrat Jean-René Germanier und
dem Önologen Gilles Besse. Rund 30
der 50 Hektar des Weinguts werden
biologisch bewirtschaftet.
Route Cantonale 291
1963 Vétroz
T: +41 27 3461216
info@jrgermanier.ch
jrgermanier.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Gilles Besse,
Jean-René Germanier
Produktion: 980.000 Flaschen
30 % weiss, 10 % rosé, 50 % rot, 10 % süss,
50+150 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 MITIS AMIGNE DE VÉTROZ
2022 CAYAS SYRAH RÉSERVE
95 Goldgelb im Glas. Komplexes Bouquet mit Noten 94 Dunkles Rubin, violette Reflexe. In der Nase noch
von Quittenkonfitüre, Honig, reifer und gedörrter
eher zurückhaltend, intensive dunkle Frucht,
Birne und frischem Apfel. Unterlegt ist das Ganze von frischen
Zitrusnoten sowie kräutrig-würzigen Anklängen, von Nuancen, etwas Lakritze. Am Gaumen überaus elegant,
Brombeere, Zwetschge, dunkle Waldbeeren, dazu pfeffrige
Kamille etwa. Am Gaumen viskos, pralle Süsse, feiner
aber kraftvoll mit reifer Säure, sehr feinem, derzeit recht intensivem
Tannin und wiederum dunkelbeerigen und pfeffri-
Säurefaden, langes salzig anmutendes Finale auf Kumquat.
CHF 33,–
gen Noten. Hallt lange nach. CHF 48,–
92
2023 HEIDA DE VEX «CLOS DE LA COUTA»
Frische, dezente Nase mit Noten von Honig, reifer
Aprikose, Apfel und Birne. Dazu gesellen sich
92
Agrumen und etwas Maracuja. Am Gaumen kräftig, ohne
aufdringlich zu wirken. Geradlinige Säure, mineralisch
anmutendes Finale mit Minzeinschlag. CHF 28,–
2023 AMIGNE DE VÉTROZ
91 In der Nase Noten von frischer Orange, Mandarine
und Aprikose. Letztere gedörrt und frisch.
Zudem Anklänge von Holunderblüte und Honig. Am Gaumen
kraftvoll, mit dezenter Säure und intensiver Aromatik.
Süsslich und lang im Abgang. CHF 20,–
2023 JOHANNISBERG DE CHAMOSON
89 Intensives Bouquet mit Noten von Grapefruit,
Pfirsich, Eisbonbon und tropischen Früchten. Am
Gaumen fruchtig-süsslich, mit weicher Säure und mittellangem
Finale. CHF 17,–
2022 CORNALIN RÉSERVE
Dunkles Rubin, violette Reflexe. Edel wirkende,
dunkle Frucht, eingelegte Zwetschge, dunkle
Beeren, Dörrfruchtnuancen. Etwas Edelholz sowie warme
Gewürze wie Gewürznelken und Zimt. Am Gaumen von
mittlerer Fülle, reife Säure, feines, aber spürbares Tannin.
Langer Nachhall mit Beeren- und Gewürznoten. CHF 40,–
2021 HUMAGNE ROUGE RÉSERVE
92 Kirsche, helle und dunkle Beeren in der Nase,
dazu eine angenehmen Würze von frisch gemahlenem
schwarzem Pfeffer. Wirkt frisch und duftig. Am Gaumen
recht leicht mit schöner Balance aus heller Frucht und
Pfefferwürze. Sehr feines Tannin, reife Säure. Endet lang
und elegant. CHF 40,–
91
2023 CORNALIN
Frische, dunkle Frucht. Brom- und Holunderbeeren,
Schwarzkirsche, dazu Pfeffernoten. Wirkt
ausgewogen. Am Gaumen leicht süsslich wirkend, sehr harmonisch
mit reifer Säure und feinem Gerbostoff. Zeigt sich
wiederum intensiv dunkelfruchtig. Hallt lange nach mit
Pfeffernuancen. CHF 28,–
2021 BAROQ ASSEMBLAGE
90 Klare intensive dunkle Frucht, Brombeer, Holunderbeere,
Cassislaub, dazu würzige Anklänge, etwas
Bockshornklee, dezent Lakritz. Am Gaumen von schöner
Fülle, weich, aber nicht süss wirkend. Wiederum dunkler
Fruchtnoten, reife Säure, feines, spürbares Tannin. Hallt
lange nach mit vegetalen Nuancen. CHF 33,–
2023 SYRAH
89 Frische Nase, dunkle Beeren, Brombeere,
Zwetschge, Schwarzkirsche, dazu Nuancen von
Pfeffer, Kräuternoten. Am Gaumen mittelgewichtig. Reife
Säure, wiederum Pfeffer und dunkle Beeren. Mittelfeines,
zupackendes Tannin, mittlere Länge. CHF 19,50
2022 PINOT NOIR DE VEX "CLOS DE LA
89 COUTA"
Sauerkirsche und helle Beeren in der Nase, dezent
Schlehen sowie Gewürze. Am Gaumen von mittlerer Statur,
zeigt eine süsse Frucht. Endet mittellang mit Beeren- und
Gewürznoten. Verbleibt frisch am Gaumen. CHF 58,–
Fotos: ©Domaine Jean-René Germanier/Foto Siffert, beigestellt
80 falstaff
★★★★
DOMAINE HISTOIRE
D’ENFER
Das kleine Walliser Spitzenweingut
Histoire d’Enfer wurde von einer
Gruppe Weinfanatiker um Patrick
Regamey ins Leben gerufen. Jeder Wein wird
präzise so konzipiert, dass die einzigartigen
Terroirs des Weinguts in Corin, Miège, Sierre
und Salquenen getreu widergespiegelt werden.
Höchste Qualität steht im Fokus, weshalb
seit 2015 auf den Einsatz von synthetischen
Produkten und Unkrautvernichtern
verzichtet wird.
Entre deux Torrents
3960 Loc-Sierre
T: +41 79 9637561
domaine@histoiredenfer.ch, histoiredenfer.ch
Kellermeister: Dr. Patrick Regamey & Co.
Produktion: 37.333 Flaschen
2 % Schaumwein, 45 % weiss, 3 % rosé, 45 % rot, 5 %
süss, 10.5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 RÈZE L’ENFER DU SCHISTE
91 In der Nase Noten von Honig, Grapefruit und Melone.
Etwas Papaya und Anklänge von gerösteten
Nüssen. Dazu florale Anklänge und ätherische Gewürze.
Am Gaumen schöne Fülle, wirkt kräftig, herbe Zitrusfrucht,
gelebes Steinobst. Endet lang auf Mirabellenhaut. CHF 44,–
2022 SYLVANER RÉSERVE VIEILLES VIGNES
91 Edle Zitrusaromatik in der Nase. Noten von
Kumquat, Grapefruit und Zitrone. Dazu etwas,
Steinobst, Honig und frische Kräuter. Am Gaumen schöne
Fülle, geradlinige Säure, wirkt frisch und dennoch kraftvoll.
Langer Abgang mit dezenter Herbe. CHF 44,–
2022 ENFER BLANC RÉSERVE
91 In der Nase Noten von Apfel, Pfirsich und Agrumen.
Dazu dezente Anklänge von Gewürzen wie
Sternanis oder Zimt. Am Gaumen kraftvoll, weich und auf
seine Weise frisch. Herbe Zitrusfrucht im langen Abgang.
CHF 52,–
2022 CHARDONNAY RÉSERVE VIEILLES
91 VIGNES
Komplexes Bouquet mit kühlen Zitrusnoten,
gerösteten Nüssen und etwas Kakao. Mit etwas Zeit im Glas
kommen Noten von Papaya und gelbem Steinobst hinzu.
Am Gaumen stoffig und einnehmend, wirkt sanft und
ausgewogen. Langes mineralisches Finale. CHF 58,–
2022 MARSANNE RÉSERVE VIEILLES
90 VIGNES
In der Nase betont floral. Dazu gesellen sich Noten
von Zitrusfrüchten, Mirabelle und Birne. Am Gaumen
kräftig, dezente Säure und gedörrte gelbe Frucht. Langes,
leicht phenolisches Finale. CHF 46,–
2022 PETITE ARVINE RÉSERVE VIEILLES
90 VIGNES
Dezentes Bouquet mit zarter Zitrusfrucht und
Noten von Apfel sowie hefig-würzigen Anklängen. Am
Gaumen schöne Fülle, kernige Kernobstfrucht und kühle
Zitrusaromatik im langen Finale. CHF 48,–
2019 CORNALIN L’ENFER DU CALCAIRE
95 Dunkles Rubin. Absolut natürlich wirkende, klare,
unverfälschte Frucht: Holunderbeerensaft,
Zwetschge, etwas Tabak sowie dunkle Gewürze, Kardamom,
dezent Kümmel, animalische Nuancen. Am Gaumen
recht breit und kraftvoll mit reifer Beerenaromatik und reifem,
aber einnehmendem, engmaschigem Tannin. Hallt
sehr lange nach. Wirkt noch sehr jung. CHF 66,–
2021 SYRAH L’ENFER DE LA PATIENCE
94 Komplexes, dicht gewobenes, klares Bouquet:
Dunkle Walbeeren, Kirschkompott, Zwetschge,
dazu eine einnehmende Pfefferwürze, bal samische Nuancen.
Am Gaumen geschmeidig mit reifer Säure, wieder intensiver
Beerenfrucht und würzigen Nuancen. Intensives,
kreidig-feines Tannin. Hallt lange nach. CHF 58,–
2021 GAMAY
92 Frischfruchtig in der Nase, Holunderbeeren,
Zwetschge, dunkle Kirsche, dazu frische pfeffrige
Gewürznoten, balsamische Anklänge. Am Gaumen dicht
mit wiederum prägnanter, aber natürlich wirkender Frucht,
baut sich fast süsslich auf. Saftige, reife Säure, feines
Tannin. Hallt lange nach auf Gewürznuancen. CHF 40,–
2019 PINOT L’ENFER DU PLAISIR
92 Reife, elegante, aber frischfruchtige Nase: Pflaume,
rote Beeren, florale und röstartige Nuancen,
etwas Mocca, dezent Tabak. Am Gaumen eher kräftig, aber
elegant mit roter Frucht, wiederum würzige Nuancen. Hallt
lange nach mit saftiger, reifer Säure und etwas anhaftendem,
feinem Tannin. CHF 40,–
2022 HUMAGNE ROUGE L’ENFER DE LA ROCHE
92 Natürlich wirkende, etwas wilde Frucht, Sauerkirsche,
Erd- und Himbeere, helle Zwetschge, dazu
Kräuternoten. Am Gaumen von mittlerer Fülle mit wiederum
intensiver Pflaumenfrucht, Würze im Hintergrund. Wirke elegant.
Reife, saftige Säure, Kräuternoten, feines, spürbares
Tannin. Endet lang und saftig mit Gewürznoten. CHF 54,–
2019 DIOLINOIR L’ENFER DE LA PASSION
91 Intensive, klare Frucht, Zwetschge, Schwarzkirsche,
Brombeere, würzige und kräutrige Nuancen.
Am Gaumen ebenfalls fruchtbetont, fast süsslich,
saftige, reife Säure, sehr feines, gut integriertes Tannin.
Endet lang und saftig. CHF 40,–
falstaff
81
weinreise / WEINGÜTER WALLIS
Unterstalden
3932 Visperterminen
T: +41 27 9484348
info@jodernkellerei.ch
jodernkellerei.ch
★★★
ST. JODERN KELLEREI
Im Jahre 1980 konnten 120 Genossenschafter
das erste Mal ihr
Traubengut in der neu gebauten
St. Jodern Kellerei abgeben. Mittlerweile
entstehen hier aus den Trauben
von 500 Genossenschaftern jährlich
rund 300.000 Liter Wein. Zu den
Spezialitäten gehört zweifelsohne die
Rebsorte Heida, die unter anderem im
Rebberg von Visperterminen auf einer Höhe
von 1150 Metern gedeiht. Leidenschaft, das
Streben nach höchster Qualität und Wein als
Lebensphilosophie sind die Grundpfeiler der
Kellerei.
Kontaktperson/Kellermeister: Michael Hock
Produktion: 440.000 Flaschen
1 % Schaumwein, 60 % weiss, 2 % rosé, 35 % rot,
2 % süss, 45 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 HEIDA VISPERTERMINEN
92 Recht intensive, reife Frucht, weisse Blüten, reifer
Apfel, etwas Quitte, Nuancen von Honig, Anklänge
von weissem Pfirsich. Am Gaumen kräftig mit viel
Körper und reifer, aber spürbarer Säure. Zeigt salzige Nuancen
und mineralische Noten im langen Nachhall. Dezente
Herbe. Kann reifen. CHF 24,90
2022 HEIDA GRAND CRU
90 Duftet nach Apfel, Zitrusfrüchten, Gebäck und
Agave. Am Gaumen eher elegant gebaut, Noten
von Mandarine, Kernobst und Agrumen. Wirkt ausbalanciert
und endet mittellang. CHF 36,–
2022 HEIDA BARRIQUE
90 Intensive Nase mit Noten von Litschi, Zitruskonfitüre
und gedörrtem Steinobst. Dezente Röstnoten,
etwas Muskat und Honig. Am Gaumen körperreich und
dicht, mit weicher Säure, Aroma von Steinobst und Zitrus,
langes Finale. CHF 31,90
2023 JOHANNISBERG
90 Intensive Nase, Birne, exotische Früchte, reife
Zitrusfrüchte, auch tropische Fruchtnuancen,
etwas Eisbonbon. Am Gaumen kräftig, aber dank der Mineralik
auch frisch, zurückhaltende reife Säure, Noten von reifem
Apfel und wiederum zitrische und tropische Anklänge.
Hallt lange nach. CHF 17,50
2022 DIAVOLETTO
91 Klare, fruchtbetonte Aromatik: Zwetschge,
Waldbeeren, getrocknete Cranberrys, warmwürzige
Nuancen. Am Gaumen von mittlerer Statur mit wiederum
kräftiger Beerenaromatik, reife, schön integrierte
Säure, feines Tannin. Hallt mittellange nach mit Fruchtund
Gewürznoten. CHF 29,70
2022 GRAND EVEC
88 Mittleres Rubin, Reifereflexe. Reife Pflaume in
der Nase, Nuancen von Dörrfrüchten und Gewürzen,
Röstnoten. Wirkt insgesamt recht reif. Am Gaumen
dicht und intensiv mit reifer Frucht und Säure. Feines, aber
präsentes Tannin im mittellangen Nachhall. CHF 26,80
★★★★
LA MADELEINE
Die Rebberge der Familie Fontannaz
befinden sich in den
Walliser Gemeinden Vétroz, Ardon,
Chamoson und Savièse. Insgesamt
bewirtschaftet das Weingut rund 25 Hektar,
seit dem Jahr 2010 verzichtet man
im Rebberg auf chemisch-synthetische
Dünger. Neben André Fontannaz, der das
Weingut im Jahr 1991 gründete, sind auch
seine Frau Sandra sowie die beiden Töchter
Camille und Chloé im Betrieb tätig.
2023 PAÏEN D’ARDON Schöne Intensität, exotische
Fruchtnuancen, Agrumen, etwas Honig,
94
Kräuternoten. Am Gaumen von mittlerer Fülle,
reife, schön integrierte Säure, zeigt sich leicht herb, enorm
saftig im fruchtig-mineralischen, langen Nachhall. CHF 22,–
2022 AMIGNE DE VÉTROZ - 1 ABEILLE
91 Dezente Nase mit Noten von Honig, Kamille und
Pfirsich. Zudem Anklänge von Mirabelle und würzige
Noten. Am Gaumen kräftig, mit feiner Extraktsüsse und
salzig-mineralischem Eindruck im Abgang. CHF 25,–
Ein waschechter Walliser Familienbetrieb
also.
La Madeleine – André Fontannaz et filles
Rute Cantonale 118, 1963 Vétroz
T: +41 27 3464654
info@fontannaz.ch, fontannaz.ch
Kellermeister: André Fontannaz &
Marc-André Pitteloud
Produktion: 160.000 Flaschen
25 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 FENDANT LA MADELEINE
90 Duftet nach Apfelblüte, Birne, Mango und
Mandarine. Dazu feine kräutrige Anklänge.
Am Gaumen kräftig, weich, schmeichelnd, dezente
Säure, herber langer Abgang. CHF 14,50
2022 SYRAH VIEILLES VIGNES
93 Dunkles Rubin. In der Nase intensive, dunkle
Frucht, Dörrzwetschge, Brombeeren, dazu
warmwürzige Noten, etwas Zimt und Tabak. Am Gaumen
von mittlerer Fülle, wirkt sehr harmonisch mit reifer
Camille
und Chloé
Fontannaz.
Säure und wiederum prägnanter Würzigkeit. Sehr feines,
spürbares Tannin, hallt lange nach. CHF 35,–
2022 MAGDALENA
92 Intensive Frucht, Kirsche, dunkle Beeren,
insbesondere Holunderbeeren, dazu Zwetschge
und Röstnuancen sowie warme Gewürze wie Zimt. Am
Gaumen von mittlerer Fülle, schöner Schmelz, reife Säure,
wiederum dunkle Frucht. Feines, kreidiges Tannin, langer
Nachhall. CHF 34,–
Fotos: David Boraley photography, @Coraline Praz, beigestellt
82 falstaff
Rue de l’Etang 71, 1971 Grimisuat
T: +41 27 3981544
contact@mbgillioz.ch
mbgillioz.ch
2022 ERMITAGE DE SION Intensives Bouquet,
präsente Zitrusaromatik. Noten von
91
Kumquat, Grapefruit und Papaya. Viel Honig und
florale Noten. Am Gaumen dicht und kraftvoll, mit weicher
Säure und salzig-mineralisch frischem Abgang. CHF 33,–
2023 HEIDA DE SION Dezentes Bouquet mit
89 zarten Honignoten, Anklängen von Orange und
Apfel sowie würzigen Nuancen. Am Gaumen füllig
und kräftig, mit weicher Säure, cremiger Frucht und langem
Finale. CHF 33,–
2023 FENDANT DE SAINT-LÉONARD Zunächst
88 reduktiv in der Nase. Mit Sauerstoff und Zeit dann
Noten von Apfel, Mandarine und Birne sowie
florale Anklänge. Am Gaumen kräftig und süsslich, mit
Kern obst-Zitrusfrucht und mittellangem Abgang. CHF 18,–
★★★
MARIE-BERNARD
GILLIOZ PRAZ
Marie-Bernard lernte die Rebberge
schon in jungen Jahren lieben,
als sie ihren Vater, einen Winzer,
begleitete. Bis Mitte 30 war sie als Lehrerin
aktiv, entschied sich Anfang der 1980er
aber für eine Ausbildung als Önologin
Kellermeister: Marie-Bernard Gillioz
Produktion: 26.667 Flaschen
59 % weiss, 2 % rosé, 39 % rot, 3 Hektar
2023 HUMAGNE ROUGE DE SION
91 Noten von reifer, warmer Himbeere, Holunderbeere
und Schwarzkirsche in der Nase. Unterlegt
von waldig-würzigen Noten. Am Gaumen weich, schmeichelnd,
reife Himbeer-Brombeerfrucht, dezentes Tannin,
langer Abgang. CHF 28,–
2023 SYRAH DE SAINT-LÉONARD
90 Expressives Bouquet mit Noten von reifen und
konfierten Waldbeeren, vor allem Brombeere,
floralen sowie rauchigen Anklängen. Am Gaumen kraftvoll,
in Changins. Nach und nach baute sie ihre
eigenen Weinberge in den Gemeinden Sitten
und Saint-Léonard auf. 1992 kelterte sie ihren
ersten Jahrgang in der frisch erbauten Kellerei
oberhalb von Grimisuat. Heute werden rund
drei Hektar biologisch bewirtschaftet.
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
ausgewogen, reife dunkle Frucht, leicht spürbares Tannin,
langer würziger Abgang. CHF 33,–
2023 CORNALIN DE SAINT-LÉONARD
90 Frische Waldbeerenaromatik in der Nase. Zudem
Noten von Sauerkirsche, Blutorange und ein
kräutrige Würze. Am Gaumen kraftvoll und weich, mit
Aroma von gedörrten dunklen Beeren und feinem Tannin.
Langes Finale. CHF 40,–
Das Wallis ist der
bedeutendste Weinkanton
der Schweiz. Verschiedene
Böden, Lagen und
Kleinklimazonen prägen das
Weinbaugebiet.
falstaff
83
weinreise / WEINGÜTER WALLIS
★★★
PROVINS
Masse und Klasse zu vereinen,
ist nicht leicht. Der Walliser
Kellerei Provins jedoch gelingt
es. Das grösste Weingut der Schweiz mit
Sitz in Sitten verarbeitet jährlich Trauben
von 600 Hektar, die von 1.500 Traubenlieferanten
nach strengen Qualitätsvorschriften
bewirtschaftet werden. Damit
macht die Produktion der Provins rund
13 Prozent des Wallis und rund vier Prozent
der gesamten Schweiz aus. Besonders
die Linie «Les Domaines» und die
autochthonen Spezialitäten verdeutlichen
die hohe Qualität des Hauses.
Rue de l’Industrie 22
1950 Sion
T: +41 840 666112
provins@provins.ch
provins.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Damien Carruzzo
Produktion: 46 % weiss, 14 % rosé, 40 % rot,
150+450 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 PETITE ARVINE MAÎTRE DE CHAIS
93 Betont zitrisch in der Nase: Noten von Yuzu und
Grapefruit. Dazu gesellen sich Noten von Papaya
und Aprikose sowie kräutrige Nuancen. Am Gaumen frische
Säure, Eleganz trotz Fülle, bleibt lang am Gaumen. CHF 28,90
2021 PETITE ARVINE TOURBILLON LES
92 DOMAINES
Intensive Fruchtaromatik in der Nase. Noten von
Mandarine, Mango und Papaya. Dazu gelbes Steinobst und
weisse Blüten. Am Gaumen saftige Säure, frische gelbe
Frucht und langer mineralisch anmutender Abgang. CHF 34,–
2021 HEIDA CHAPITRE LES DOMAINES
91 Duftet nach kandierten Zitrusfrüchten, Papaya,
Honig und Maracuja. Zudem würzige und florale
Anklänge. Am Gaumen kräftig und ausgewogen, mit frischer
Säure und zitrischer gelber Frucht. Langer Abgang.
CHF 34,–
2023 FENDANT SAINT-LÉONARD MAÎTRE
90 DE CHAIS
In der Nase Noten von tropischen Früchten,
Dattel, Dörraprikose und Apfel sowie Agrumen. Am
Gaumen frisch, leicht spürbare Kohlensäure, dezente
Säure, sanfte Frucht, langes Finale. CHF 19,90
2022 DIOLINOIR ROSÉ LES TITANS
90 Dezenter rosa Schleier. Eher zurückhaltende Nase,
reife Zitrusfrüchte, etwas Kamille, Apfelnoten,
ganz dezent helle Steinfrüchte, Röstnuancen. Am Gaumen
von schöner Fülle, reife, aber knackige Säure, wiederum
Beeren-, Obst- und Röstnonten. Endet saftig und mit
passender Länge. CHF 34,–
2019 CLOS CORBASSIÈRES LES DOMAINES
93 Dunkle Fruchtaromatik in der Nase. Noten von
Brombeere, Holunderbeere und Kirsche. Feine zitrische
Anklänge und etwas Lorbeerblatt sowie Pfeffer. Am
Gaumen kraftvoll und geschmeidig, mit dunkler Frucht und
etwas Szechuanpfeffer im langen Finale. CHF 49,–
2022 SYRAH MAÎTRE DE CHAIS
91 In der Nase dezente Noten von Mokka und Kakao.
Dazu dunkle Beerenfrucht und gedörrte Pflaume,
etwas Pfeffer. Am Gaumen intensiv, mit reifer Säure, leicht
spürbarem Tannin im langen, würzigen Finale. CHF 29,90
2021 DÉFI NOIR LES TITANS
91 In der Nase konzentrierte dunkle Frucht mit Noten
von konfierten Brombeeren, Holunderbeere
und Kirsche. Anklänge von Lorbeerblatt und Piment. Am
Gaumen schmeichelnd und kraftvoll, mit dezentem Tannin
und langem Finale. CHF 39,–
2022 DIVICO MAÎTRE DE CHAIS
90 Dunkelfruchtiges Bouquet mit Noten Dörrpflaume,
konfierten dunklen und roten Beeren sowie
Kirsche. Dazu präsente würzige Anklänge und etwas dunkel
gebackenes Brot. Am Gaumen dicht und kräftig, mit reifer
Säure, dezentem Tannin und würzigem Finale. CHF 29,90
2019 PINOT NOIR TOURNELETTE LES
90 DOMAINES
In der Nase Noten von Jonannisbeerkonfitüre,
Himbeere und Kirsche. Anklänge von Unterholz und würzige
Nuancen. Am Gaumen reife Säure, feinkörniges leicht
spürbares Tannin und langer, würziger Abgang. CHF 39,–
2020 DIOLINOIR EVÊCHÉ LES DOMAINES
89 Preiselbeerkonfitüre, Cassis, Kirsche und
Dörrpflaume in der Nase. Etwas Blutorange,
Kakao und Rumtopf. Am Gaumen dicht, kräftig, sanfte
Säure, zupackendes Tannin, langes Finale. CHF 49,–
2016 SÉLECTION GRAINS NOBLES
96 TOURBILLON LES DOMAINES
Intensives Gold mit kupfernem Einschlag. Köstliche,
komplexe Nase: Quittengelée, intensiv Mirabellenkonfitüre,
exotische Nuancen, reife Zitrusfrucht. Mit Luft auch
blumige sowie röstartige Nuancen. Am Gaumen sehr dicht
und süss mit gut eingebundener Säure, wiederum Fruchtnuancen,
aber auch Safrannoten. Hallt sehr lange nach mit
schöner Frische und mineralischem Einschlag. CHF 69,–
Foto: beigestellt
84 falstaff
SELECTION SCHWANDER
«SCHWEIZER WEIN
IST IN MODE»
Im Interview reflektiert der erfahrene Master of Wine Philipp Schwander
über seine persönliche Reise zur Entdeckung des Schweizer Weins und die
bemerkenswerte Entwicklung der Weinproduktion in den Kantonen.
FALSTAFF Herr Schwander, wie hat sich
Ihre Wahrnehmung des Schweizer Weins
über die Jahre verändert?
PHILIPP SCHWANDER Früher war ich
skeptisch. Die säurebetonten Landroten
hielten mich kaum bei Laune, und die
Chasselas waren bestenfalls für Magenkranke
geeignet. Obwohl es damals schon
gute Schweizer Weine gab, waren sie rar.
Erst mit den erschwinglichen Langstreckenflügen
entdeckte ich die Vielfalt der Weinwelt.
Der Schweizer Wein schien im Vergleich
wenig anziehend.
Was hat zum Aufschwung des Schweizer
Weinbaus beigetragen?
Heute wird in jedem der 26 Kantone
Weinbau betrieben. Die Zahl hervorragender
Produzenten ist gestiegen. Der Pinot
Noir, ursprünglich aus dem Burgund, hat
Für Philipp Schwander ist es
insbesonder die Vielfalt der
unterschiedlichen Terroirs,
die den Schweizer Wein
auszeichnet.
sich zur wichtigsten roten Rebsorte entwickelt.
Das hat die Qualität und den Stolz
der Winzer enorm gefördert. Schweizer
Wein ist nun in der Schweiz sehr beliebt,
was die Nachfrage steigert.
Was zeichnet Schweizer Weine aus?
Die Vielfalt und die unterschiedlichen Terroirs
sind bemerkenswert. Trotz relativ ho-
her Preise gibt es ausgezeichnete Weine, die
international konkurrenzfähig sind. Die
Kombination aus Tradition und Innovation
bringt spannende Produkte hervor. Das
macht Schweizer Weine besonders.
Warum sind Schweizer Weine international
wenig bekannt?
Das liegt an den begrenzten Mengen für
den Export. Die Inlandnachfrage übersteigt
das Angebot. Es gibt nur wenige Ausnahmen,
die international sichtbar sind. Doch
ich bin zuversichtlich, dass die steigende
Qualität auch das internationale Interesse
wecken wird.
Wie sehen Sie die Zukunft des Schweizer
Weinbaus?
Die Zukunft ist vielversprechend. Die Winzer
sind innovativ und bereit, neue Wege zu
gehen. Ich erwarte, dass wir bald noch
mehr erstklassige Weine sehen, die international
Anerkennung finden. Der Stolz auf
die eigene Tradition wird weiterhin ein Antrieb
sein, die Qualität zu steigern.
ADVERTORIAL Fotos: © Beat Belser; beigestellt
DEGUSTATIONSPAKET
SCHWEIZER WEINE
Ausgewählt vom ersten Schweizer
Master of Wine Philipp Schwander
INFO
Weitere Informationen unter
selection-schwander.ch
falstaff 85
weinreise / WEINGÜTER
.
Domaines Rouvinez
wird als Familienunternehmen
in
dritter Generation
geführt.
WALLIS
Weitere Weingüter im Überblick
CAVE DES AMANDIERS ★ ★ ★ ★
Alexandre Delétraz bewirtschaftet auf steilen Terrassen
5,2 Hektar. Wahre Meisterwerke sind seine verschiedenen
Arvine-Crus.
DENIS MERCIER ★ ★ ★ ★
Gegründet im Jahr 1982, gehört das Weingut heute zu den
Spitzenbetrieben des Wallis. Madeleine Mercier setzt die
Besonderheiten ihrer Terroirs perfekt in Szene.
Rte des Moulins 9 | 1913 Saillon | cavedesamandiers.ch
Crêt-Goubing 42 | 3960 Sierre | denismercier.ch
MARIE-THÉRÈSE CHAPPAZ ★ ★ ★ ★ ★
Legendär, weltbekannt und eine Vorreiterin der Biodynamie in
den Schweizer Rebbergen! Das ist Marie-Thérèse Chappaz,
deren Weine unbeschreiblich gut sind.
DOMAINE DES MUSES ★ ★ ★ ★
Robert Taramarcaz setzt auf Finesse und Eleganz. Das brachte
ihm unzählige Auszeichnungen ein. Sein Weingut gehört zur
absoluten Spitze der Walliser Weinszene.
Chemin de Liaudise 39 | 1926 Fully | chappaz.ch
Rue du Manège 2 | 3960 Sierre | domainedesmuses.ch
DOMAINE DU MONT D‘OR ★ ★ ★
Die für Süssweine berühmte Domaine feiert 2023 ihr
175-jähriges Bestehen. Die 220 Rebterrassen am Montorge-
Hügel werden durch Trockenmauern gestützt.
Rue de Savoie 64 | 1951 Sion | montdor.ch
MAURICE ZUFFEREY VINS ★ ★ ★
Authochthonen Rebsorten wie Petite Arvine, Cornalin, Heida
und Humagne Rouge bietet Maurice seit über 40 Jahren die
grosse Bühne. Und das gelingt mit Bravour.
Chemin des Moulins 52 | 3960 Sierre | mauricezufferey.ch
DOMAINES ROUVINEZ ★ ★ ★
Die Domaines Rouvinez wurde bereits im Jahr 1947 gegründet.
Besonderes Augenmerk im Familienbetrieb liegt auf Walliser
Sorten wie Petite Arvine und Cornalin.
Chemin des Bernardines 45 | 3960 Sierre | rouvinez.com
CAVE DU RHODAN ★ ★ ★
Die Cave du Rhodan blickt seit über 60 Jahren auf zahllose
Erfolge zurück. Familie Mounir schliesst auch in der dritten
Generation daran an.
Flantheystrasse 1 | 3970 Salgesch | rhodan.ch
Fotos: Hans-Peter Siffert/weinweltfoto.ch, Maurice Zufferey Vins
86 falstaff
ADRIAN & DIEGO MATHIER NOUVEAU
SALQUENEN ★ ★ ★ ★
Seit 2001 wird das Familienweingut von Diego und Nadia Mathier
geführt. Bekannt ist man vor allem für erstklassigen Pinot Noir
und Syrah-Gewächse.
Bahnhofstrasse 50 | 3970 Salgesch | mathier.com
CAVE CALOZ
Sandrine Caloz ist eine begnadete Biowinzerin. Die Artenvielfalt
in ihren Rebbergen ist fantastisch. Den Grundstein dafür legte
bereits Vater Conrad.
Anc. Rte de Sierre 1 | 3972 Miège | cavecaloz.ch
DOMAINE CORNULUS ★ ★ ★ ★
Die vor rund 20 Jahren gegründete Domaine Cornulus gehört
zu den Walliser Vorzeigebetrieben. In Einklang mit der Natur
entstehen Spitzenweine der Extraklasse.
Route de Savièse | 1965 Savièse | clostsampehro.com
BENOÎT DORSAZ ★ ★ ★
Der Betrieb gehört mit etwas mehr als fünf Hektar zu den kleineren
im Wallis. Das hat seinen Grund: Benoît Dorsaz führt alle
wichtigen Arbeiten – in Reben und Keller – selbst aus.
Chemin du Midi 37 | 1926 Fully | benoit-dorsaz.ch
LE CLOS DE TSAMPÉHRO ★ ★ ★ ★
Seit seiner Gründung im Jahr 2011 mauserte sich das Weingut zu
einem sicheren Wert im Wallis. Auf drei Hektar wachsen Trauben
für elegante Weine mit Reifepotenzial.
Route de Granges 124 | 3978 Flanthey | clostsampehro.com
Maurice und sein Sohn
Adrien führen Maurice
Zufferey Vins
in die Zukunft.
falstaff
87
WEINREGION WALLIS
TAVOLATA
DER WALLISER WEINE
Die Tavolata versammelt Gäste aller Generationen an einer
grossen Tafel im Freien, um das Leben, das Lachen und das
Teilen köstlicher Speisen zu zelebrieren. Auch 2025 laden
die Walliser Weinkeller und ihre Partner wieder ein.
Dank des sonnenverwöhnten
Klimas entwickelten sich im
Wallis ideale Bedingungen für den
Weinbau, was bereits im Mittelalter
Klöster dazu veranlasste, die Reben zu
kultivieren. Heute bringt der Einsatz biodynamischer
Anbaumethoden, die Erweiterung
der Sortenvielfalt und innovative Weinbereitung
frischen Wind in die Traditionslandschaft.
Bei jeder Flasche, die geöffnet wird,
schwingt die jahrhundertelange Geschichte
des Weinbaus mit – eine Geschichte, die es
wert ist, gefeiert zu werden.
GENUSS UND NATUR VEREINT
Ein besonderes Highlight im jährlichen
Kalender ist die Tavolata, die von Swiss
Wine Wallis in Kooperation mit verschiedenen
Weinkellern organisiert wird. Hier ist
der Weg vom Rebstock ins Glas so kurz wie
nie zuvor, und die abendliche Atmosphäre in
der Natur ist unvergleichlich. Wenn sich
Gäste um die lange Tafel versammeln, entsteht
eine magische Stimmung, die das Event
zu etwas Einzigartigem erhebt.
Freundlichkeit ist das zentrale Thema der
Tavolata: Passionierte Menschen kommen
zusammen, um ihre Liebe zur Kochkunst
und zum Wein zu teilen, während sie Winzer
sowie talentierte Caterer und Köche treffen,
die die Aromen des Tages verfeinern. Es versteht
sich von selbst, dass ausschliesslich
regionale und saisonale Produkte auf den
Tisch kommen, was sowohl Nachhaltigkeit
als auch Authentizität gewährleistet.
Die Kulisse trägt massgeblich zum
Charme der Veranstaltung bei. Die Weinkellereien
öffnen nicht nur ihre Türen, sondern
laden die Gäste auch direkt in das Herz
ihrer Weinberge ein. Vor den beeindruckenden
Trockensteinmauern und inmitten üppig
grüner Reben wird der Zauber der Weinherstellung
spürbar, und die Faszination der
Winzer springt sofort auf die Gäste über.
DIE MAGIE DER TAVOLATA
Die Weinkellereien kooperieren mit Restaurantbesitzern
und Caterern, um massgeschneiderte
Gourmetmenüs für ihre Gäste zu
gestalten. Dabei kommen sowohl regionale
Spezialitäten wie Raclette und Fondue als
auch kreative, originelle Speisekarten zum
Einsatz. Die Genussreise beginnt mit erfrischenden
Weissweinen, gefolgt von vollmun
digen Rotweinen, die perfekt zu herzhaften
Fleischgerichten passen. Den krönenden
Abschluss bilden exquisite Dessertweine, die
das Geschmackserlebnis abrunden und den
Gästen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Die Tavolata überzeugt nicht nur durch
das harmonische Zusammenspiel von
Speisen und Weinen, sondern auch durch
die einladende Gesellschaft und die natürliche
Schönheit der Weinlandschaft. Menschen
aus allen Lebensbereichen treffen
sich an der langen Tafel, um die festliche
Atmosphäre zu geniessen. Bekannt für sein
einzigartiges Klima und die terrassierten
Weinberge, verspricht das Wallis unvergessliche
Erlebnisse.
Die Tavolata ist eine Gelegenheit für die
Winzer, ihre Leidenschaft für die Weinherstellung
auszudrücken und ihre Gäste mit
spannenden Geschichten aus ihrem Alltag
zu fesseln. Mit einem charmanten Lächeln
erzählen sie von den Herausforderungen
und Freuden ihres Weinguts und stellen ihre
Familien vor, die tatkräftig mitwirken. Diese
Veranstaltung ist mehr als nur eine Präsentation
von Weinen – sie ist ein Abend
voller Menschen, Geschichten und Geheimnisse,
der die Essenz des Walliser Weins feiert
und die Gemeinschaft in den Mittelpunkt
stellt. Die ganze Vielfalt der Walliser
Weine wird auch im kommenden Jahr eine
Feier wert sein – die nächste Veranstaltung
ist für den August 2025 geplant.
INFO
Weitere Informationen unter
tavolata-wallis.ch
ADVERTORIAL Fotos: © Caterina Lodo / Swisswinevalais; beigestelltw
88
falstaff
Gute Weine.
Unter Freunden.
#tavolataVS
Wein massvoll geniessen
swisswinevalais.ch
weinreise / WAADTLAND
Die eindrücklichen Rebterrassen
des Lavaux gehören seit 2007
zum UNESCO-Welterbe.
90 falstaff
ZWISCHEN
GIPFELN UND
UFERN
Besonders für Weissweinfans lohnt sich der Ausflug ins
Waadtland, denn dieses ist der einzige Weinbaukanton
der Schweiz, in dem mehr weisse als rote Traubensorten
angebaut werden. Es regiert der Chasselas, der auf den
spektakulären, terrassierten Steilhängen des Genfersee-
Ufers hervorragend gedeiht.
TEXT LARISSA GRAF
Foto: Schweiz Tourismus / Marcus Gyger
falstaff
91
weinreise / WAADTLAND
6
GUTE
GRUNDE
..
FÜR EINE WEINREISE
INS WAADTLAND
1
Welterbe: Die steilen Rebhänge
des Lavaux mit ihren unzähligen
Trockensteinmauern gehören seit 2007
zum UNESCO-Welterbe. Spektakulärer
als hier gedeihen Reben kaum irgendwo
auf der Welt.
2Terroirweine: Verbindendes Element der sechs Waadtländer
Weinregionen ist die weisse Rebsorte Chasselas. Eine wahre
Prachtsorte, wenn es darum geht, ihr Terroir widerzuspiegeln.
Foto: shutterstock
92 falstaff
3
Perlen der Gastlichkeit: Die Historie des
Waadtlands als Reisedestination reicht zurück
bis ins 18. Jahrhundert. Zeugen der Anfangszeit
sind bis heute einzigartige Belle-Époque-
Hotels, die höchste Standards bieten.
Genfersee: Der grösste Binnensee Westeuropas
ist ein Gewässer der Superlative. Nicht ohne
Grund zählt er zu den beliebtesten Ferien- 4regionen der Schweiz.
Sterneküche: Die Dichte an Sternerestaurants im
Waadtland ist wahrhaft rekordverdächtig. Viele von
ihnen setzen auf lokale Produkte und ausgefallene 5Ideen. Ein Gewinn für alle Gourmetreisenden.
6 –
Alpine Köstlichkeiten: Die kulinarische Vielfalt des Waadtlands ist
spektakulär. Gourmets finden hier viele authentische Alpenspezialitäten
von der Saucisson vaudois über Malakoff bis hin zu L’Etivaz.
falstaff
93
weinreise / WAADTLAND
Das kleine AOC Vully am Murtensee ist das einzige
Anbaugebiet der Schweiz, dessen Fläche auf zwei
Kantone aufgeteilt ist: Freiburg und Waadt.
K
EINE TRAUBEN-
SORTE VERMAG DIE
UNTERSCHIEDLICHEN
TERROIRS DES
WAADTLANDS SO ZU
WIDERSPIEGELN WIE
DER CHASSELAS.
Nicht allzu weit von der
Deutschschweiz entfernt und
trotzdem eine andere Welt ist
das Waadtland. Hier gibt es
eine uralte Weinkultur, denn
bereits die Römer betrieben Rebbau in der
Gegend. Später, im Mittelalter, liessen
einflussreiche Zisterzienserklöster die Terrassen
und Trockensteinmauern im Lavaux
anlegen, die der Region ihren heutigen
Status als UNESCO-Welterbe bescherten.
Im Waadtland gibt es alles, was sich der
Weinreisende wünscht: hübsche Städtchen,
atemberaubende Panoramen, hervorragende
Weinbars und Restaurants von
traditionell bis modern, komfortable Hotels
und ausgezeichnete terroirgeprägte Weine.
Die Weinberge des Waadtlands sind über
einen grossen Teil des Kantons verteilt.
Das nördlichste Produktionsgebiet ist das
mit dem Kanton Freiburg geteilte AOC
Vully am Murtensee. Am Südwestufer
des Neuenburgersees befindet sich das
AOC Bonvillars, etwas weiter südlich, um
Yverdon-les-Bains, liegt das AOC Les Côtes
de l’Orbe. Am Genfer Seeufer, westlich von
Lausanne, liegt das grösste Anbaugebiet
des Kantons, das AOC La Côte. Im Osten
der Stadt findet man das AOC Lavaux, das
die drei Subregionen Lavaux, Calamin und
Dézaley umfasst. Das letzte Anbaugebiet,
das AOC Chablais am Ostende des Genfersees
und im westlichen Rhônetal, grenzt an
das Wallis an.
Trotz dieser Vielfalt entstehen die gefragtesten
Weine des Kantons an den Ufern des
Genfersees, der als grösster Binnensee Westeuropas
einen massgeblichen Einfluss auf das
Klima der Gegend hat. Die Weine aus den
Crus um St. Saphorin, Dézaley und Féchy
sind untrennbar mit dem Waadtland verbunden,
sie haben in der Schweiz Kultstatus.
<
Fotos: Switzerland Tourism / Nicole Schafer, JEAN-CHRISTOPHE BOTT / Keystone / picturedesk.com, Gonzalez / laif / picturedesk.com
94 falstaff
Wunderbar ist die
Aussicht von den
Weinbergen des AOC
Dézaley am Genfersee
(rechts). Zusammen mit
Calamin ist es das einzige
Waadtländer Anbaugebiet
mit Grand-Cru-Status.
falstaff
95
weinreise / WAADTLAND
Im Lavaux Vinorama kann man mitten im
berühmten UNESCO-Anbaugebiet eine Vielzahl an
verschiedenen Weinen aus der Umgebung verkosten.
<
Auch wenn im Kanton hervorragende
Rotweine gekeltert werden, wird er vor allem
mit Weisswein in Verbindung gebracht.
Zurecht, denn als einziger Weinbaukanton
der Schweiz bringt er mehr Weissweine als
Rotweine hervor; ganze 66 Prozent der
knapp 3800 Hektar Rebfläche sind mit
weissen Traubensorten bestockt. Am weitesten
verbreitet ist natürlich Chasselas,
der 60 Prozent der Gesamtfläche ausmacht.
Er gilt als König des Waadtlands, denn
keine andere Traubensorte vermag die
unterschiedlichen Terroirs so zu widerspiegeln
wie er. Die Böden der Weinregion sind
ein wahres Mosaik, in Seenähe sind die
klimatischen Bedingungen ganz anders als
an weiter oben gelegenen Hängen, deswegen
schmecken die Waadtländer Chasselasweine
je nach Subregion auch sehr unterschiedlich.
Davon kann man sich bei einem Besuch
der Weinkellereien der Region überzeugen.
Die önologische Vielfalt ist gross, es gibt
von kleinen Familienbetrieben bis zu grossen
Kooperativen alles, was das Herz eines
Weinliebhabers begehrt.
DIE VIELFALT DES
WAADTLANDS
Um den Genfersee kommt man bei einer
Waadtländer Weinreise nicht herum. Nach
einem sommerlichen Spaziergang durch die
historischen Rebberge des Lavaux erfrischt
man sich am besten im kühlen Nass, es gibt
zahlreiche Seezugänge, das Wasser ist wunderbar
klar und widerspiegelt die Alpen, die
über dem gegenüberliegenden Ufer thronen.
Ebenfalls lohnt es sich, die Weingegenden
des Waadtlands per Schiff zu erkunden.
Vom Wasser aus hat man einen besonderen
Blick auf die steilen Terrassen, die aus dem
See emporsteigen.
Zu jeder Jahreszeit empfiehlt sich hingegen
ein Besuch im Vinorama, mitten im
Lavaux gelegen. In diesem Weinbauerlebniszentrum
können über 300 Weine der
Region degustiert werden, es gibt ausserdem
die Möglichkeit, von hier aus die
umliegenden Rebberge und Weingüter mit
einem Tourguide zu erkunden. Ebenfalls
sollte man eines der «Caveau des Vignerons»
besuchen, in denen Weine der lokalen
Winzer degustiert werden können. Diese
Die Geschichte
des eindrücklichen
Schlosses «Château
d‘Aigle» reicht bis ins
11. Jahrhundert zurück.
Heute kann man hier
ein gut ausgestattetes
Weinbaumuseum
besuchen.
Fotos: Switzerland Tourism / Catherine Gailloud, Vincent Bailly, Dominik Baur, StockFood / Zogbaum, Armin
96 falstaff
Es lohnt sich, eine Schiffsreise auf dem
Genfersee zu buchen. Vom Wasser aus
eröffnet sich einem ein wunderbarer Blick
auf die Rebberge und die Alpen dahinter.
gibt es unter anderem in den hübschen
Lavaux-Städtchen Cully und Lutry. Es gibt
aber auch in den anderen Weinregionen des
Waadtlands einiges zu entdecken.
Ebenfalls eine Entdeckungsreise Wert
sind die kulinarischen Spezialitäten des
Waadtlands. Der Kanton hat eine sehr
eigenständige Kulinarik und ist stolz auf
seine gastronomischen Traditionen. Viele
Gerichte gibt es nur hier, angefangen mit
den exotisch klingenden Malakoffs. Sie
wurden zum Gedenken an die Schlacht von
Sebastopol im Krimkrieg erfunden, in dem
Schweizer Söldner eine entscheidende Rolle
in der Überwindung der dortigen Festung
Malakow spielten. Die frittierten Käsebällchen
werden heute meistens als Snack oder
Vorspeise gereicht und passen natürlich
hervorragend zu einem Glas Chasselas.
Ebenfalls ideal dazu sind die Fische, die im
Genfersee oder Flüssen der Gegend gefangen
werden. Ob Felchenfilets, Forellen oder die
allgegenwärtigen Eglifilets «Filets de Perche»,
sie dürfen auf keiner Speisekarte fehlen. Das
Aushängeschild der Waadtländer Küche ist
aber das «Papet Vaudois», ein grober Brei
Eine Waadtländer Spezialität, die man
nicht verpassen sollte, sind die beliebten
Eglifilets oder «Filets de Perche».
aus Kartoffeln, Lauch, Rahm und Weisswein.
Dieses wird traditionell mit der geräucherten
Kohlwurst «Saucisse aux choux vaudoise»
serviert, manchmal aber auch mit dem
ebenfalls sehr beliebten «Saucisson Vaudois»,
einer groben und schmackhaften Räucherwurst.
Beendet wird das Mahl mit Süssspeisen,
die definitiv keine Diätkost sind. Es gibt
viele Torten, etwa das mit Rahm gefüllte
Hefegebäck «Salée au sucre» oder die «Tarte
à la raisinée» mit Obstdicksaft.
Das Waadtland ist geografisch, kulinarisch
und önologisch äusserst vielfältig, ein wahres
Paradies für Weinliebhaber und Gourmets.
Es kann deshalb schwierig sein, beim ersten
Besuch alles zu erkunden – ein guter Grund,
immer wieder zurückzukehren.
<
FACTS
WAADTLAND
n Im Jahr 996 wurden Reben
im Waadtland zum ersten Mal
urkundlich erwähnt.
n Im Kanton Waadt gibt es acht
AOCs in sechs verschiedenen
Weinregionen.
n Rund 60 Prozent der Waadtländer
Gesamtrebfläche sind
mit Chasselas bestockt.
n Die 3775 Hektar Rebfläche
des Waadtlands machen etwa
26 Prozent des Schweizer Gesamtanbaus
aus.
n Nach dem Wallis ist der Kanton
Waadt der Kanton mit der zweitgrössten
Rebfläche der Schweiz.
n Es gibt im Waadtland etwa 450
Weinproduzenten – von kleinen
Familienbetrieben bis zu grossen
Kooperativen ist alles dabei.
falstaff
97
weinreise / WAADTLAND
ESSEN
AUBERGE DE LA GARE
Kapitän Corto Maltese, die Comicfigur des Zeichners
Hugo Pratt, der hier lebte, steht als Skulptur im
Garten hoch über dem Genfersee. Gäste geniessen
die Aussicht und regionale Spezialitäten, wie «Filet
de perche»und Rindstatar mit herrlich knusprigen
Pommes.
Rue de la Gare 1, 1091 Grandvaux
T: +41 21 7992686, aubergegrandvaux.ch
AU VIEUX NAVIRE
Hundertjähriges Lokal, hoch über den Rebbergen
des Lavaux. Wer hier an Board geht, taucht in
eine maritime Welt einer gediegenen Brasserie
ein. Zu den Klassikern des Hauses gehören unter
anderem die Eglifilets in diversen Zubereitungsformen.
Rue du Village 6c, 1164 Buchillon
T: +41 21 8073963, auvieuxnavire.ch
CAFÉ DES ARTISANS
Das «Café des Artisans» befindet sich im Lausanner
TIPPS & ADRESSEN
Stadtteil Rôtillon und bietet zeitgemässe,
französische Brasserie-Küche in gemütlichem
Vintage-Ambiente. Schöne Auswahl an Weinen,
Bieren und Cocktails.
Rue Centrale 16, 1003 Lausanne
T: +41 21 3110600
Ô BISTRO DE LAVAUX
Bodenständige Kost sucht man in diesem Bistro
vergebens. Das Ambiente ist modern, mit viel Holz
und Glas, das ambitionierte Menu basiert auf den
besten Produkten der Saison und wechselt
wöchentlich.
Route du Landar 97, 1093 La Conversion
T: +41 21 7912909, obistrodelavaux.ch
VIEUX-LAUSANNE
Altehrwürdiges Restaurant, das im Jahr 1795
erbaut wurde und gemütlich-urig mit viel Holz
eingerichtet ist. Traditionelle bürgerliche Speisen
und ein grosser Weinkeller mit etwa 300 Positionen.
Rue Pierre-Viret 6, 1003 Lausanne
T: +41 21 3235390, vieux-lausanne.ch
RESTAURANT DE L’HOTEL
DE VILLE DE CRISSIER
Etwas ausserhalb von Lausanne befindet
sich mit dem Restaurant de l’Hotel de Ville
eines der besten Restaurants des Landes.
Franck Giovannini und sein Team verwöhnen
die Gäste mit einer preisgekrönten klassischen
Küche, die mit modernen Elementen gespickt
ist.
Rue d‘Yverdon 1, 1023 Crissier
T: +21 6340505, restaurantcrissier.com
ÜBERNACHTEN
GRAND HÔTEL DU LAC
Prunkvoller, luxuriöser Klassiker direkt am Ufer
des Genfersees und in der Nähe der eindrucksvollen
Rebberge des Lavaux. Zu den mehreren
Restaurants gehört unter anderem das «Esprit par
Guy Ravet», in dem hochstehende Gourmetküche
geboten wird.
Rue d‘Italie 1, 1800 Vevey
T: +41 21 9250606, ghdl.ch
<
Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com
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Verfügbar im vomFASS-Onlineshop und in teilnehmenden vomFASS-Franchise-Geschäften. Bei Einlösung im Onlineshop fallen die regulären Versandkosten an.
Nicht mit anderen Aktionen kombinierbar. Nur solange der Vorrat reicht. Abgabe nur an Personen ab 16 Jahren. Keine Barauszahlung möglich. Satz- und Druckfehler
vorbehalten.
weinreise / WAADTLAND
LE TRAIN DES CAPITES
Entdeckungsreise mit kleinen Panroamazügen
von Weinbergshäuschen zu Weinbergshäuschen in
den Rebbergen des Lavaux. Ermöglicht Zugang zu
einigen der schönsten Aussichtspunkte der
Schweiz mit Blick auf Genfersee und Berge.
Place de la Gare 2, 1071 Chexbres
T: +41 21 9462350,
lavaux-panoramic.ch
CLÉ DES VIGNES
Bei einem lehrreichen, spielerischen Spaziergang
durch die Rebberge der Cave Alain Emery lernen
die Teilnehmer hier die Weinwelt der Region kennen.
Inklusive Degustation und kleiner Speisen.
Cave Alain Emery
Av. du Cloître 22, 1860 Aigle
T: +41 24 4665671, cave-emery.ch
WEINBARS
Traditionsbewusstsein. Direkt am Ufer des
Genfer Sees, umgeben von einer Gartenanlage
verwöhnt das Hotel »Beau- Rivage Palace« seine
internationalen Gäste.
<
BEAU-RIVAGE PALACE
Das «Beau-Rivage Palace» ist eines der
führenden Luxushotels in Europa und idyllisch
am Genfersee in Lausanne-Ouchy gelegen. Im
Lauf der Jahre verweilten darin so illustre Gäste
wie Victor Hugo, Charlie Chaplin oder Coco Chanel.
Rue du Port 17, 19 100 Lausanne
T: +41 21 613 33 33, brp.ch
MONTREUX PALACE
Das mit einem bekannten Spa ausgestattete
Fairmont Le Montreux Palace bietet den idealen
Rahmen für einen entspannenden Aufenthalt am
Genferseee. Das geschichtsträchtige Haus im
Belle-Époque-Stil wurde 1906 erbaut.
Av. Claude-Nobs 2, 1820 Montreux
T: +41 21 9621212, fairmont.com/montreux
AKTIVITÄTEN
LA VIGNE – SWISS WINE THERAPY AT
DOMAINE BOVY
Ein Spa inmitten der Rebberge des Lavaux. Die
Produkte für die Wellnessbehandlungen werden
aus Nebenprodukten der Weinbereitung, wie
Trester oder Weinhefe aus unmittelbarer Umgebung
hergestellt. Einzigartiger Ausblick inklusive!
Rue du Bourg de Plaît 15, 1071 Chexbres
T: +41 78 2220961, la-vigne.ch
LE TRAIN DU VIGNERON
Weinprobe an Board eines historischen Zuges, bei
der die Weinwelt der Region Morges gemeinsam
mit einem Winzer erkundet wird.
Place de la Gare, 1110 Morges
T: +41 21 8114345, lavoiedessens.ch
Einige Zimmer im Hotel «Fairmont Le Montreux
Palace» bieten eine herrliche Aussicht auf den See.
STREET CELLAR
Im Street Cellar haben Weinfans die Qual der
Wahl. Gewählt wird aus einem Dutzend Weissund
Rotweinen, die direkt aus dem Fass vor
Ort genossen oder mit nachhause genommen
werden können. Auch die Auswahl an lokalem
Bier und Cidré kann sich sehen lassen.
Rue du Port-Franc 2a, 1003 Lausanne
T: +41 21 3209911,
streetcellar.ch
CAVEAU DES VIGNERONS DE LUTRY
Gemütliches, rustikales Caveau in Lutry, in dem
man die Weine der Produzenten aus Lutry und
Villette entdecken kann. Dazu gibt es regionale
Spezialitäten.
Grand Rue 23, 1095 Lutry
T: +41 78 6612625
CAVEAU DES VIGNERONS DE CULLY
Wunderschön gelegen, direkt am Seeufer, ist
dieses Caveau. Lokale Produzenten schenken
hier ihre eigenen Weine und jene ihrer Nachbarn
aus, dazu wird Käse und Fleisch aus der Region
serviert.
Pl. d‘Armes 16, 1096 Cully
T:+41 79 7677266, caveau-cully.ch
LAVAUX VINORAMA
Im sehr ansprechenden, erlebnispädagogischen,
Weinerlebniszentrum Lavaux Vinorama werden
sowohl das Weinbaugebiet als auch die dort
erzeugten Weine vorgestellt. Rund 300 Weine
aus der Region lassen sich hier kennenlernen.
Route du Lac 2, 1071 Rivaz
T: +41 21 9463131, lauvaux-vinorama.ch
VINTAGE WINE BAR
In dieser kleinen Weinbar in Lausanne gibt es eine
gute Auswahl an Weinen aus der Schweiz und von
weiter her, mit einem besonderen Augenmerk auf
das Waadtland.
Rue de Langallerie 7, 1003 Lausanne
T: +41 21 3122092, vintagewinebar.ch <
Fotos: Thomas Buchwalder, www.emo-photo.com, Beau Rivage Palacce
100 falstaff
WEINREGION LAVAUX
empfiehlt
94 93 92 92
Punkte Punkte
Punkte Punkte
WEINGENUSS
AUS LAVAUX
Die Falstaff-Redaktion hat die erlesenen Weine der Weinregion Lavaux verkostet
und präsentiert eine exklusive Empfehlung dieser malerischen Weinlandschaft.
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt
Eingebettet zwischen dem Blau des
Himmels und dem strahlenden
Wasser des Lac Léman erhebt
sich der 54 Hektar grosse Steilhang
von Dézaley mit seinen terrassierten
Weinbergen. Hier werden Chasselas-Trauben
unter idealen Bedingungen angebaut,
die für ihre Grosszügigkeit und Langlebigkeit
bekannt sind. Der Weinberg, von
10.000 Mauern gestützt, ist ein Meisterwerk
menschlicher Schaffenskraft und
naturbelassener Schönheit.
Am 28. Juni 2007 wurde Lavaux als
UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt – damit
erhielt das Gebiet den endgültigen Segen für
seine mühsam errichteten Rebflächen. Mit
über 800 Hektar Weinbergen, darunter die
prestigeträchtigen AOC Grands Crus Dézaley
und Calamin, bietet Lavaux eine
verlockende Vielfalt an Weinen.
94 Punkte
2023 Eys Rueyres
Les Vignes de Vevey, Vevey
12,4 Vol.-%, Klare, recht intensive Nase, Apfelnoten, etwas
Ananas, heller Tabak, dezent florale Nuancen und
Kräuternoten. Am Gaumen von mittlerer Fülle, zeigt
eine reife, aber spürbare Säure. Kräuternoten, etwas
Gewürze. Hallt lange nach mit Quittennoten.
vignesdevevey.ch, CHF 17,–
93 Punkte
2023 Ilex Calamin Grand Cru
Domaine Louis Bovard, Cully
13 Vol.-%, Dezente, reif wirkende Nase. Apfel, Lindenblüte,
reife Zitrone, etwas Kamille, dezente Gewürznuancen.
Am Gaumen weich, aber recht stoffig mit
reifer Säure, wiederum Gewürznoten und langer
Nachhall.
domainebovard.com, CHF 27,–
92 Punkte
2023 Les Blassinges Grand Cru
Pierre-Luc Leyvraz, Chexbres
12,6 Vol.-%, Recht kräftige Nase, Birne, Honig, florale und
auch mineralische Anklänge. Am Gaumen von mittlerer
Fülle mit schöner, reifer Säure, feinem CO₂ sowie einer
spürbaren Süsse. Endet lang, saftig und frisch-fruchtig.
leyvraz-vins.ch, CHF 18,–
2020 Vase no10
Domaine Mermetus –
Henri et Vincent Chollet, 1091 Aran
12,2 Vol.-%, Intensive Nase, Quitte, Birne, Kräuternoten sowie
Nuancen von Mandarine, dezent Linbenblütenhonig. Am
Gaumen eher füllig mit wiederum prägnanter Frucht sowie
reifer, spürbarer Säure. Noten von Honig, getrocknetem
Pfirsich und Lindenblüten am Gaumen. Hallt lange nach.
mermetus.ch, CHF 24,–
INFO
Weitere Informationen unter: lavaux.ch
falstaff
101
GRAPE ESCAPES
HOTEL PREALPINA
Hoch über dem Genfer See thront
das «Prealpina» und bietet eine atemberaubende
Aussicht auf Weinberge, See
und Alpen – der ideale Ausgangspunkt
für regionale Entdeckungen.
Chemin du Prealpina 3, 1071 Chexbres
T: +41 21 9460909
prealpina.ch
AUBERGE DE LA GARE
Die «Auberge de la Gare» in Grandvaux
vereint modernen Komfort
und traditionellen Charme, eingebettet
in die Weinberge von Lavaux.
Gäste geniessen hier regionale Spezialitäten
und eine herzliche Atmosphäre
– ideal für Entdecker der
Schweizer Kulinarik und Weinwelt.
Rue de la Gare 1, 1091 Grandvaux
T: +41 21 7992686
aubergegrandvaux.ch
102 falstaff
ENTDECKEN
WAADT
DOMAINE BERTHOLET
Weinliebhaber geniessen
im eigenständigen Studio
der Domaine Bertholet ein
originelles Erlebnis mit
direktem Zugang zu den
Weinbergen, regionalen
Weinproben und rustikalen
Erlebnissen wie Fondue
mitten in den Reben.
Rue des Fortifications 29,
1844 Villeneuve,
T: +41 79 5877554
cavebertholet.ch
APPARTEMENT DE VACANCES JOLY
Das charmante Winzerhaus bietet nicht nur
eine komfortable Unterkunft, sondern auch
die Möglichkeit, die einladende Gastfreundschaft
der Familie Joly zu erleben – hausgemachte
Spezialitäten und regionaler Wein
inklusive.
Grand Rue 20, 1091 Grandvaux,
T: +41 21 7995325
cave-joly.ch/de/schlafen-in-lavaux
Fotos: Vincent Barras, Switzerland Tourism / André Meier, www.regiscolombo.com, beigestellt
RÄBHÜSLI LA CAPITE
Das «La Capite» in Le Vigny ist eine charmante Unterkunft im Weinstil mit rustikalem Flair, ganz ohne
modernen Luxus. Es bietet sich für ein Sommerabenteuer inmitten der malerischen Weinberge von
Lavaux an – wie in alten Zeiten.
Chemin du Vigny 10, 1096 Cully, T: +41 21 7993812, levigny.wixsite.com/index
CHAMBRE AVEC VUE
Romantische Idylle inmitten der Weinberge
von Rivaz – das Ferienhaus lädt zum
Verweilen ein, umgeben von Zypressen und
Lavendel: ein Ort voller Charme und Ruhe.
Route de la Sallaz 3, 1071 Rivaz,
T: +41 78 7335898,
chambreavecvue.ch
falstaff
103
weinreise / WEINGÜTER WAADTLAND
★★
BERNARD
CAVÉ
Bernard Cavé und Denise Crettol
bewirtschaften 3,5 Hektar an
den Hängen von Verschiez und
Antagnes. Ausserdem kaufen die beiden
Weinproduzenten Trauben aus Coteau
de Verschiez (3,5 ha) und Ollon (1 ha)
zu. Rund 60 Prozent der Produktion
des Betriebs macht die Rebsorte Chasselas
aus, die seit 2006 unter anderem
in Betonamphoren ausgebaut wird, um
den Ausdruck des Terroirs zu unterstreichen.
Besucher werden im Weingut etwas
ausserhalb von Ollon empfangen.
Rte d'Aigle 48, 1867 Ollon
T: +41 24 4992958
bernard.cave@bluewin.ch
bernardcavevins.ch
Kellermeister: Bernard Cavé
Produktion: 3.5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 COTEAU DE VERSCHIEZ AMPHORE
92 Karge Zitrusaromatik in der Nase. Zudem Noten
von Lindenblütenhonig, Kernobst, Nougat und
ein Hauch Seetang. Am Gaumen filigran, frisch und ausbalanciert
mit langem, mineralisch-salzig anmutendem
Finale. CHF 27,–
2023 COTEAU DE VERSCHIEZ –
91 CUVÉE TRADITION
Klare Nase mit natürlich wirkenden Apfelnoten,
Lindenblüte, dezent Mandarine. Am Gaumen weich und cremig
mit zurückhaltender, aber passender Säure und wiederum
frischen Apfelnoten. Endet lang und mineralisch.
CHF 19,–
2023 AIGLE CHAPELLE
91 Betont floral in der Nase mit Noten von Lindenblüte.
Dazu Noten von Honig, gedörrtem
und frischem Kernobst, Agrumen und würzigen Nuancen.
Am Gaumen schöne Fülle, weiche Säure und langes
Finale auf Honig. CHF 21,–
2022 SAVAGNIN BLANC
90 Dezentes Bouquet mit Noten von weissem Pfirsich,
Ananas und Agrumen. Zarte kräutrig-würzige
Anklänge. Am Gaumen ausgewogen und kraftvoll, mit
reifer Säure und Zitrusfrucht. Honig im langen Finale.
CHF 39,70
2022 SYRAH – CUVÉE PRESTIGE
91 Reiffruchtiges Boquet mit Noten von Waldbeeren
wie Heidelbeere und Himbeere. Anklänge
von Sauerkirsche und gedörrter Zwetschge sowie würzige
Nuancen von Piment und etwas Zimt. Am Gaumen
vergleichsweise schlank, mit präsenter Säure, rotbeeriger
Frucht und dezentem Tannin im langen Finale.
CHF 54,–
Das Waadtland
ist vor allem für
fruchtig-frische
Weissweine aus
der Traubensorte
Chasselas bekannt.
Fotos: Switzerland Tourism, beigestellt
104 falstaff
★★★
BLAISE
DUBOUX
Blaise Duboux übernahm das
geschichtsträchtige Weingut in
Epesses im Jahr 2010 von seinem
Vater Vincent Duboux, den er seit seinen
Jugendjahren im Rebberg und Keller
unterstützte. Der studierte Önologe ist
einer der wenigen Weinproduzenten im
Lavaux, die nach biodynamischen Prinzipien
wirken, und bringt Weine von grosser
Authentizität hervor. Auf fünf Hektar
kultiviert er lokale Rebsorten, wovon die
allgegenwärtige Chasselastraube rund
75 Prozent ausmacht.
Sentier de Creyvavers 3
1098 Epesses
T: +41 21 7991880
info@blaiseduboux.ch
blaiseduboux.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Blaise Duboux
Produktion: 70 % weiss, 30 % rot, 5 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2021 DÉZALEY GRAND CRU AOC HAUT DE
94 PIERRE Duft nach Honig, gedörrter Aprikose,
frischem Apfel und gerösteten Nüssen. Etwas
Kakao und Zitrus. Am Gaumen geradlinige Säure, karge
Zitrusfrucht, würzig-mineralisches Finale. CHF 121,–
2023 VILLETTE LES MURETS
92 Frische, auf positive Weise subtile Nase. Birne, florale
Nuancen, Honig, etwas Mandarinenzeste und Melisse.
Gaumen filigran und ausbalanciert mit Aprikose und Honignuancen.
Dezente Säure, mineralischer Nachhall. CHF 17,–
2022 OCTO Dunkles Purpur, violette Reflexe. Reife
Frucht, Dörrzwetschge, Brombeeren, Schwarz-
92
kirsche, Zimt und Sternanis-Nuancen. Am Gaumen
reife Säure, schöne Kraft. Wieder dunkle Frucht, dazu Pfeffernoten.
Endet lang mit feinem, spürbarem Tannin. CHF 32,–
2022 CHARDONNAY D'EPESSES Reife, einnehmende
Frucht: Dörraprikose, Grapefruit, Ananas und rei-
92
fer Apfel. Kräutrig, Kamille, Vanille-Nuancen. Gaumen
vollmundig, Noten von Zitrus, Karamell und Apfel. Reife, perfekt
integrierte Säure. Im Abgang betont würzig. Endet lang. CHF 34,–
2023 CALAMIN GRAND CRU AOC CUVÉE
91 VINCENT Aprikose, reifer Apfel, etwas Ananas
und helle Aprikose, dezent Lindenblüte. Am
Gaumen sehr weich, fast süsslich wirkend mit Honig- und
Zitrusnoten. Endet saftig und mineralisch. Hallt lange nach.
CHF 26,–
2023 DÉZALEY GRAND CRU AOC HAUT DE
91 PIERRE Dezentes Bouquet mit Noten von reifem
Kernobst, Schwarztee und kühler Zitrusfrucht
sowie ätherisch-würzigen Anklängen. Am Gaumen stoffig
und mittelgewichtig, weiche Säure, langer leicht herber
Abgang. CHF 33,–
2022 MARSANNE & CHARDONNAY DÉZALEY
91 Zitrusnoten, Apfel, würzige Nuancen, etwas Gewürznelke,
reife Fruchtnoten, Pfirsich, dezent Honig.
Am Gaumen kraftvoll und eher breit mit reifer, gut eingebundener
Säure und eher dezenter Aromatik. Endet lang
mit dezentem Grip und angenehmer Salzigkeit. CHF 37,–
2022 PLANT ROBEZ
93 Intensive Nase, dunkle Beeren, Schwarzkirsche,
Heidelbeeren, dazu würzige Nuancen, etwas Lorbeer,
Lakritze und Nelke sowie mineralisch-steinige Noten.
Am Gaumen von mittlerer Fülle, frische Säure, reifes, feines
Tannin, wiederum fruchtige und würzige Nuancen. Endet
lang. CHF 31,–
2022 DÉZALEY ROUGE
92 Dunkle Frucht, Cassis, Brombeeren, Sauerkirsche,
Schlehen, frische Gewürznoten, etwas
Kardamom und grüner Pfeffer. Am Gaumen von mittlerer
Fülle mit prägnanter, reifer Säure. Feines, reifes Tannin,
wiederum dunkle Frucht. Endet lang und saftig. CHF 49,–
2022 DÉZALEY GRAND CRU Z ROUGE
91 Reife Beerenfrucht, Sauerkirsche, gedörrte Schlehen,
Nuancen von hellen und dunklen Beeren.
Anklänge von grünen Haselnüssen, würzige Nuancen. Am
Gaumen recht füllig mit wiederum intensiver Frucht, frische,
reife Säure. Zupackendes, feines Tannin. Endet lang mit
Kirschnunancen und würzigen Akzenten. CHF 19,–
falstaff
105
weinreise / WEINGÜTER WAADTLAND
Philippe Bovet ist Visionär und
Macher zugleich. Zum Weinbau
kam er 1982, als sein Vater
den 200-jährigen Hof der Familie in
Givrins übernahm. Philippe fand Gefallen
am winzigen Weinberg und liess
sich zum Önologen ausbilden. 2002
startete er sein eigenes Business und
baute einen Keller mit grosser Presse
und vielen kleinen Gebinden. Heute
baut er 14 Rebsorten an, man hat die
Wahl zwischen 34 eigenständigen Crus.
Route de Genolier 7, 1271 Givrins
T: +41 22 3693814
info@philippebovet.ch, philippebovet.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Philippe Bovet
Produktion: 66.667 Flaschen
2 % Schaumwein, 36 % weiss, 10 % rosé, 50 % rot,
2 % süss, 10 Hektar
Anbauweise: in Umstellung
Ab-Hof-Verkauf: Ja
★★★
PHILIPPE
BOVET
89
2019 BRUT MOUSSEUX Zitrone und Apfelnuancen
in der Nase, dazu Hefenoten sowie Nougat. Am
Gaumen etwas aufbrausend. Spürbare Dosage,
90
2023 PACIFIQUE Mittleres Rubin, violette Reflexe.
Nase: Brombeere, Zwetschge, etwas Pflaumenmus,
würzig, Piment, dezent Pfeffer, florale Anklänge.
sehr feinperlig, wieder prägnante Hefenoten, etwas grüner Apfel
und Gebäck. Endet mittellang mit dezentem Grip. CHF 33,– Gaumen weich und fruchtbetont, Schwarzkirsche und
dunkle Beeren, reife saftige Säure, spürbares Tannin. CHF 23,–
2023 CHARDONNAY Reife Zitrusfrucht in der
2022 ATLANTIQUE Dunkelfruchtige Nase,
90 Nase, Pfirsich, Grapefruit, dezente kräutrig-würzige
Nuancen. Am Gaumen eher breit, würzige
nuancen, etwas Kakao und Pfeffer. Am Gaumen
90 Brombeeren, Schwarzkirsche, Pflaume, Gewürz-
Anklänge, reife Früchte, eher zurückhaltende, reife Säure. von mittlerer Fülle, saftig reife Säure, Sauerkirsche. Feines,
Endet saftig und lang. Verbleibt leicht salzig. CHF 18,–
aber präsentes Tannin im langen, saftigen Nachhall. CHF 30,–
89
2022 VIOGNIER
Intensives Bouquet mit Noten von Rosenblättern,
Litschi und Papaya. Dazu etwas Weihrauch.
89
2020 MERLOT Mittleres Rubin, Reifereflexe.
Dörrzwetschge in der Nase, eingelegte Kirschen,
präsente Würze, Zimt, etwas Lakritz und Mokka. Am
Am Gaumen kraftvoll, mit intensiver floral-fruchtiger
Aromatik. Frisches Finale. CHF 27,–
Gaumen kräftig, eher breit mit reifer, weicher Säure und feinem
Tannin. Endet lang mit Röstaromen. Reif wirkend. CHF 51,–
★★★
DOMAINE BUTTICAZ
EN DÉZALEY
Die Familie bewirtschaftet die Weinberge
in Dézaley bereits in siebter
Generation (eerste Erwähnungen
1406!). Sébastien Butticaz, der das Weingut
heute gemeinsam mit seiner Frau Esther
führt, übernahm den geschichtsträchtigen
Betrieb 2013. Auf rund drei Hektar
erzeugen sie heute zum Grossteil Weine
aus der Waadtländer Prestigesorte Chasselas,
zudem einige rote Spezialitäten.
C F Ramuz Ruelle 14, 1096 Puidoux
T: +41 21 7992157
info@domainedudezaley.ch
domainedudezaley.ch
Kontaktperson/Kellermeister:
Sébastien und Esther Butticaz
Produktion: 3.2 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 DÉZALEY GRAND CRU LA DÉZALEYRE
90 Helles Goldgelb. Betont blumig in der Nase, Lindenblüte,
etwas Rose, dazu Apfel- und Zitrusnuancen,
dezent Aprikose. Am Gaumen weich und frisch, dezente
Säure, mineralische Nuancen im Abgang. CHF 17,90
2023 ARVINE RAMOLIVE Frisch wirkende Nase:
89 Zitronenabrieb, Mirabelle, Birne, etwas Orangenblüte.
Am Gaumen leicht süsslich wirkend, weich
mit reifer zitrischer Säure, mineralisch-salzigen Akzenten
und eher weichem, mittellangem Nachhall. CHF 20,90
2022 AMIGNE SÈCHE Helles Goldgelb. Klare
88 Nase, Aprikose, Quitte, reife Zitrusfrüchte sowie
weisse Blüten, dezente kühle Kräuternoten. Am
Gaumen von rechter Fülle, zurückhaltende Säure, wiederum
Honig- und Gewürznoten. Endet mittellang. CHF 22,50
2023 ROSÉ LES VALSEURS
89 Helle Beeren und Zitrusnoten in der Nase, dezent
grüner Apfel. Am Gaumen weich mit reifer, schön
integrierter Säure und mittellangem, frisch-fruchtigem
Nachhall. CHF 8,90
2018 AMIGNE PICOLO
89 Reife Aprikose, dezent Birne, reife Zitrusfrüchte,
angenehme Kräuterwürze. Am Gaumen sehr
süss, eher zurückhaltende Säure, Noten von gekochtem
Apfel, wiederum kräutrig. Endet mittellang. CHF 25,50
2023 DÉZALEY GRAND CRU VIRE-VENT
90 Betont fruchtig, Süsskirsche, Himbeere, Nuancen
von Gewürzen. Am Gaumen wiederum fruchtig
und von mittlerer Breite, harmonische, reife Säure, Waldbeernoten.
Spürbares, feines Tannin, schöne Länge. CHF 18,90
Fotos: Tous droits reserves, ©Noémie Graff_Siffert, beigestellt
106 falstaff
★★★
LE SATYRE
Die Domaine du Satyre wurde
1940 von René Graff, einem
Liebhaber burgundischer
Rebsorten, gegründet. Von Beginn an war
man sich der Bedeutung gesunder Böden
und Biodiversität für die Herstellung
authentischer Terroirweine bewusst. 2006
stieg Noémie Graff in den Betrieb ein, den
sie seitdem in dritter Generation führt
und auf Bioanbau umstellte. Die Domaine
ist zudem Gründungsmitglied der Schweizerischen
Vereinigung für naturbelassene Weine.
Chemin Fleuri 1, 1268 Begnins
T: +41 22 3661296
cave@lesatyre.ch, lesatyre.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Noémie Graff
Produktion: 1 % Schaumwein, 5 % weiss, 1 % rosé,
93 % rot, 9.5 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
92
2021 LE SATYRE BLANC DE NOIR
Duftet nach grünem Apfel, Buttertoast, Pomelo
und Honig. Dazu gesellen sich dezente florale
91
2023 GAMAY LE SATYRE Duftige, präzise
Beerenfrucht: Him- und Erdbeere, Kirsche, dazu
pfeffrige Nuancen. Gaumen von mittlerer
89
2022 CARMINOIR LE SATYRE Nase: Dunkle
Früchte, Brombeere, Zwetschge, würzig, nasser
Stein, weisser Pfeffer, an Agrumen erinnernde
Anklänge. Am Gaumen schöne straffe Säure und cremige
gelbe Frucht. Angenehme Perlage, langes Finale. CHF 25,–
Statur, angenehm weich, reife Säure, wieder Beeren- und
Pfeffer. Kreidiges Tannin, reife saftige Säure. CHF 15,–
Nuancen. Gaumen eher füllig, viel Extrakt aber nicht süss,
dunkle Frucht, reifer Apfel, zupackendes Tannin. CHF 25,–
90
2023 CHASSELAS LE SATYRE
Helles Goldgelb. Duftet nach reifer Birne, Apfel,
Mandarine und tropischen Früchten. Am Gaumen
90
2022 LES SATYRES Nase: Dunkle Beeren, Holunder-,
Brombeere, etwas Cassis, würzig nach
Zimt und Pfeffer. Gaumen weich und rund mit reifer
88
2022 PINOT NOIR LE SATYRE Helle Waldbeeren,
Kirsche, pfeffrig, röstartige Noten, dezent Dörrfrüchte.
Gaumen von mittlerer Fülle, reife, elegante
weich und ausgewogen, dezente Säure, mineralische
Anmut im Abgang. CHF 14,–
Säure, schönem Extrakt und zupackendem, feinem Tan-
nin. Endet lang und saftig mit Zwetschgennoten. CHF 20,–
Säure, würzige Noten. Intensives, etwas rustikales Tannin, vom
Extrakt gut eingepackt. Ehrlicher, trinkiger Pinot. CHF 20,–
★★★★
HAMMEL –
TERRES
DE VINS
Hammel gehört zu den grössten
Weinproduzenten der Schweiz.
Seit der Gründung 1921 bewirtschaftet
man heute rund 350 Hektar in
der ganzen Schweiz. Der Fokus liegt
jedoch klar auf den Anbaugebieten
Waadtland und Wallis. Charles Rolaz,
der das Unternehmen leitet, begann
früh damit, sich auf die Herstellung
von aussagekräftigen Assemblagen zu
spezialisieren. In diesem Bereich zählt
er zu den Pionieren der Schweiz, was
Charles Rolaz
chemin des Cruz 1, CP 1128
1180 Rolle
T: +41 21 8220707
office@hammel.ch
hammel.ch
sich auch heute noch in der hohen Qualität
der diversen Assemblagen offenbart.
Kontaktperson/Kellermeister: Charles Rolaz
Produktion: 350 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 LA BOLLIATTAZ, MONOPOLE, GRAND
CRU VILLETTE, LAVAUX AOC Intensive Nase,
92
reife Zitrusfrüchte, Mandarine, Zitrone, reifer
Apfel, Kräuter, Lindenblüte, dezent Honig. Am
Gaumen schöne Breite mit spürbarem CO 2,
reife, zurückhaltende
Säure, Birnennoten. Langer Nachhall. CHF 18,50
2023 LA BOLLIATTAZ, SAUVIGNON, GRAND
91 CRU VILLETTE, LAVAUX AOC Intensive Nase,
natürlich wirkende, kühle Apfel- und Birnennoten,
reife Zitrusfrüchte, Kräuter, dezent Honig und tropische Früchte.
Gaumen eher füllig, wieder intensive Frucht, reife Quitte,
Birne. Hallt lange nach, trinkfördernder Grip. CHF 30,80
2023 CHÂTEAU PICTET-LULLIN, SÉLÉNÉ,
88 GRAND CRU DULLY, LA CÔTE AOC Aromatisches
Bouquet mit Noten von Holunderblüte,
Birne und Zitrus. Dazu dezente kräutrige Anklänge. Am
Gaumen weich, mit sanfter Säure und dezenter Kernobstfrucht.
Mittellang. CHF 14,90
2023 LA BOLLIATTAZ, MALBEC/MERLOT,
90 GRAND CRU VILLETTE, LAVAUX AOC Dunkles
Rubin, violette Reflexe. Süssliche, dunkle Fruchtnoten:
Brom-, Blaubeeren, Zwetschge, ätherische Würze,
etwas Sandelholz, gedörrte Früchte. Gaumen breit mit
wieder intensiver, süsslich wirkender Frucht. Reifes, leicht
anhaftendes Tannin. Mittellanger Nachhall. CHF 35,–
2022 CHÂTEAU PICTET-LULLIN, SÉLÉNÉ,
90 DIVICO, GRAND CRU DULLY, LA CÔTE AOC
Nase: Dunkle Beeren, Holunder-, Brombeere,
Cassis, auch helle Johannisbeeren, Gewürznuancen, Lakritze,
etwas Pfeffer. Gaumen: mittlere Fülle mit süsser Frucht,
Sauerkirsche, Zwetschge, reife, prägnante Säure, etwas
anhaftendes, aber angenehmes Tannin. CHF 20,50
2022 CHÂTEAU PICTET-LULLIN, SÉLÉNÉ,
90 GALOTTA/GARANOIR, GRAND CRU DULLY,
LA CÔTE AOC Zwetschgennoten in der Nase,
Brombeeren, dahinter auch etwas Litschi, blumige Nuancen.
Am Gaumen eher breit und süsslich wirkend, wiederum
intensiv dunkle Beeren. Endet mittellang. CHF 20,50
falstaff
107
weinreise / WEINGÜTER WAADTLAND
Benjamin und Gregory
★★★
LA MAISON
MASSY
Die Weinbautradition der Familie
Massy reicht bis zum Ende des
19. Jahrhundert zurück. Heute
führen die Brüder Benjamin und Gregory
den Betrieb und bewirtschaften Rebland in
den prestigeträchtigen Appellationen der
Unesco-Weltkulturerbe-Region Lavaux.
Tradition, moderne Technologie und naturnaher
Weinbau sind Kern elementen der Familie,
zu denen auch der legendäre Dézaley
Grand Cru Chemin du Fer gehört.
Route de la Corniche 11, 1098 Epesses
T: +41 21 7992147
info@massy-vins.ch, massy-vins.ch
Kellermeister: Benjamin Massy
Produktion: 87.000 Flaschen
85 % weiss, 15 % rot, 10 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
93
2023 DÉZALEY CHEMIN DE FER GRAND CRU
Komplexes Bouquet: Mandarine, Zitrone, reifes Kernobst,
Ananas, Honig. Präsente, kräutrige Würze. Gaumen
89
2023 ST SAPHORIN SOUS LES ROCS
Zitronengelb. In der Nase Kernobst, Zitrus und
dezent helle Steinfrucht, insbesondere Aprikose,
93
2021 DÉZALEY CHEMIN DE TERRE GRAND
CRU Mittleres Rubin, Reifereflexe. Nase: getrocknete
Kirsche, Pflaume, Brombeere, Lakritz und Gewürznelke,
stoffig, straffe Säure, schmelziger Körper, Noten von grü-
ner Zwetschge, exotisch, mineralisch, langes Finale. CHF 33,–
würzig-karamellig. Gaumen weich und fein, gut integrierte
Säure und Birnennoten, dezent Ananas. Mittellang. CHF 19,– dezent animalisch, komplex. Gaumen: elegant, wiener
der dunkelbeerige Noten. Spürbares, feines Tannin. CHF 43,–
92
2023 EPESSES CLOS DU BOUX GRAND CRU
Expressives Bouquet: Reifer Pfirsich, Reneclode, Honig,
Birne, Grapefruit. Ergänzt durch kräutrige Würze.
88
2023 EPESSES LA CROSSE
Eher dezent in der Nase, Mandarine, etwas Buttermilch,
dezent heller Honig und Kräuternoten.
91
2021 EPESSES CRÊT-BAILLI Mittleres Rubin,
erste Reifereflexe. Nase: Pflaume, eingelegte Kirschen,
reife Erdbeeren, kräutrig-würzig. Am Gaumen
Gaumen stoffig mit reifer dezenter Säure, gelbes Steinobst
und Exotik sowie mineralischer Anmut, langes Finale. CHF 23,–
Am Gaumen eher breit und weich mit gewissen Zitrus- und
wiederum Butternoten. Endet mittellang. CHF 18,–
weich mit wieder reifer Beerenfrucht und pfeffrigen Nu-
ancen. Feinkörniges Tannin, reife Säure. Mittellang. CHF 18,–
2023 ROSÉ DE GAMARET GARANOIR
90 Eher zurückhaltende Aromatik, rote Beeren, insbesondere
Erdbeere, Zitrone, etwas grüner Apfel.
Am Gaumen schlank und leicht spritzig mit reifer Säure und
wieder Apfelnoten. Passende Länge, dezenter Grip. CHF 16,80
CHÂTEAU DE
VULLIERENS
D
as Château de Vullierens, das auf
den Grundmauern einer Burg aus
dem 13. Jahrhundert errichtet
wurde, gilt als beispielhaft für die
Architektur des frühen 18. Jahrhunderts.
Das hundert Hektar grosse
Anwesen ist schon seit 700 Jahren in
Besitz der gleichen Familie. Die rund
sieben Hektar Rebfläche werden
biodynamisch bewirtschaftet. Das
schmucke Weingut kann besichtigt
werden inklusive kostenloser Verkostung
der Weine. Zudem finden regelmässig önotouristische
Veranstaltungen statt.
Château de Vullierens
1115 Vullierens
info@chateauvullierens.ch
chateauvullierens.ch
2023 CHASSELAS
88 Eher dezent in der Nase. Grüner Apfel, Zitrus,
etwas Lindenblüten, Mandarinenzeste. Am
Gaumen leicht süsslich mit Noten von Birne und Stroh.
Säure zurückhaltend, mittlere Länge. CHF 13,60
2023 GAMARET
91 Dunkles Rubin, violette Reflexe. Dunkle Waldbeeren,
Cassis, Brombeere, würzige Noten, insbesondere
Gewürznelken, etwas weisser Pfeffer. Am Gaumen
ebenfalls viel dunkle Frucht, Cassis, mittlere Fülle, frische
Säure, feinkörniges Tannin. Endet lang und frisch. CHF 18,–
2023 GARANOIR
90 Dunkles Rubin, violette Reflexe. Pflaume, Himbeere,
reife Erdbeere, würzig-pfeffrige Nuancen.
Am Gaumen von schöner Statur, weich mit ausbalancierender,
frischer Säure. Pfeffrige und dunkelfruchtige Noten.
Endet lang. CHF 18,–
2022 GALOTTA
90 Dunkles Rubin, violette Reflexe. Dunkle, würzig-fruchtige
Aromatik. Reife Pflaume, Pfeffer,
Muskatnuss, auch eine gewisse Strenge. Am Gaumen eher
breit und ausladend, aber nicht süss wirkend. Zupackendes,
präsentes, aber feines Tannin, saftige Säure. Endet lang mit
frischer dunkler Frucht und Gewürznoten im Finale. CHF 20,–
2023 PINOT NOIR
88 Eher dunkles Rubin. Schwarzkirsche in der Nase
sowie Noten von Eucalyptus und Eichenholz, dezent
dunkle Waldbeeren. Am Gaumen eher weich und dicht
mit zurückhaltender reifer Säure und gut integriertem Tannin.
Endet mittellang mit dunklen Frucht- und Pfeffernoten.
Verbleibt leicht trocknend. CHF 16,80
Foto: beigestellt
108 falstaff
*LANGHE DOC NEBBIOLO
SOGNI AL CAMPO TERRE DA VINO
2021, 75 CL
15.90 (10 CL = 2.12)
* MENETOU-SALON AOP
CÔTES DE MOROGUES
FOURNIER PÈRE ET FILS
2022, 75 CL
91
Decanter
14.95 (10 CL = 1.99)
90
James
Suckling
* MONTERREI DO GODELLO
MARA MARTIN BODEGAS
MARTIN CODAX 2022, 75 CL
13.95 (10 CL = 1.86)
Highlights aus dem
Mondovino-Sortiment
Exklusiv online erhältlich:
mondovino.ch/highlights
Preis- und Jahrgangsänderungen sind vorbehalten.
Coop verkauft keinen Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren.
*Nur auf mondovino.ch erhältlich.
weinreise/ WEINGÜTER
Das Weingut Domaine
Chappuis ist Teil der
Weinterrassen von
Lavaux.
Bildtext
WAADTLAND
Weitere Weingüter im Überblick
DOMAINE CHAPPUIS ★ ★
Die Familie Chappuis bewirtschaftet seit 1335 Rebflächen
im Lavaux. Das Gespür von Christoph für Chasselas aus
verschiedenen Parzellen spiegelt seine Erfahrung.
CAVE DE LA CÔTE ★ ★
300 Mitglieder liefern Trauben von bester Qualität an die Genossenschaft.
Önologe Rodrigo Banto und sein Team keltern daraus
prächtige Weine.
En Bons Voisins 1 | 1071 Rivaz | domainechappuis.ch
Chemin du Saux 5 | 1131 Tolochenaz | cavedelacote.ch
DOMAINE MONACHON ★ ★ ★
Drei Jahrhunderte Geschichte: In den Rebterrassen des Lavaux
wachsen die Chasselas-Trauben, aus denen die Monachons
hervorragende Einzellagen-Weine keltern.
CHÂTEAU DE VINZEL ★ ★
Chasselas und Merlot, mit diesen zwei Rebsorten ist die Familie
Monachon am Château de Vinzel äusserst erfolgreich und wurde
dafür vielfach ausgezeichnet.
Rue du Collège 5 | 1071 Rivaz | domainemonachon.ch
Rue du Collège 21 | 1184 Vinzel | obrist.ch
DOMAINE LOUIS BOVARD ★ ★ ★ ★ ★
Louis Bovard ist ein Kämpfer für das Dézaley und den Chasselas.
Seine Botschaft: Chasselas kann, darf, muss reifen. Wer seine
Crus kennt, kann das bestätigen.
Place d’armes 2 | 1096 Cully | domainebovard.com
DOMAINE HENRI CRUCHON ★ ★ ★ ★
Auf der Domaine keltert Catherine Cruchon-Griggs die Weine.
Die Linie #Lesfillesvinifient kommt ohne Schwefel aus und
ergänzt die klassischen Gewächse aufs Beste.
Route du Village 32 | 1112 Echichens | henricruchon.ch
DOMAINE DE AUTECOUR ★ ★
Die Spezialität der Domaine ist die Sorte Plant Robert, eine
alteingesessene Varietät der Gamay-Traube, die den Stoff für
dichte, langlebige Weine liefert.
Rue de Mont le Grand 4 | 1185 Mont-sur-Rolle | c-d-c.ch
LES FRÈRES DUTRUY ★ ★ ★
Es gibt keinen Winkel der Weinwelt, in dem Christian und Julien
nicht schon Erfahrungen gesammelt haben. Geballtes Wissen,
das sich in ihren Crus widerspiegelt.
Grand-Rue 18 | 1297 Founex | lesfreresdutruy.ch
Fotos: Cruchon/Hans-Peter Siffert, Catherine Cruchon, beigestellt
110 falstaff
CHÂTEAU D’ECLÉPENS ★ ★
Das Weingut, eines der ältesten der Schweiz, ist seit 1807 im
Besitz der Familie de Coulon. Die Pinots sind charakteristisch
für die nördliche Waadt.
Château d‘en-Haut 3 | 1312 Eclépens | chateau-eclepens.ch
DOMAINE LA COLOMBE ★ ★ ★ ★
Der biodynamische Betrieb von Familie Paccot feierte 2021 sein
60-jähriges Bestehen. La Colombe steht für Chasselas vom
Feinsten, das Weingut wird heute von Laura Paccot geführt.
Château d‘en-Haut 3 | 1312 Eclépens | chateau-eclepens.ch
Das Château
d’Eclépens ist eines
der ältesten Weingüter
der Schweiz. und
wird biologisch
bewirtschaftet.
Henri Cruchon
gründete im Jahre
1976 die heutige
Domaine. Heute sind
seine Nachfahren im
Weingut aktiv.
falstaff
111
DIE BESTEN WEINE
DES WAADTLANDS
Wer sich in die Welt der Waadtländer Weine begibt, entdeckt ein
faszinierendes Zusammenspiel von Tradition und Moderne – und die
besten Weine der Region warten nur darauf, verkostet zu werden.
Das Waadtland, bekannt für seine
atemberaubenden Weinlandschaften,
begeistert nicht nur
durch seine malerischen Hügel
und die Nähe zum Genfersee, sondern auch
durch eine beeindruckende Vielfalt an Weinen.
Die sanften Terrassen, die von der warmen
Sonne verwöhnt werden, schaffen ideale
Bedingungen für edelste Rebsorten. Doch
welche Weine zählen zu den besten der Region?
Die Antwort auf diese Frage gab es am
Dienstag, den 2. Juli 2024, als das Office des
Vins Vaudois und GWS – Aux Services du
Vin zur Präsentation der Gewinner der
Sélection des Vins Vaudois 2024 einluden.
Die Spannung war gross, als die besten Weine
in elf Kategorien ausgezeichnet wurden.
Der Kanton Waadt
vereint eine stolze,
tausendjährige Geschichte,
jahrhundertealte Traditionen
und beeindruckende
Landschaften.
WAADTLÄNDER WEINE
AUF ERFOLGSKURS
Insgesamt standen 33 Weine auf dem Siegertreppchen,
und die Ergebnisse waren beein-
112
falstaff
WEINREGION WAADT
Die Chasselas-Weissweine
des Kantons Waadt sind
frisch, fruchtig und spiegeln
die breite Vielfalt der
regionalen Böden wider.
ADVERTORIAL Fotos: ©OVV; OVV / Marion Correvon
druckend. So setzte sich etwa Prélude 2023
vom Château de Valeyres als bester Chasselas
des Jahrgangs 2023 durch. Für die beste
andere weisse Rebsorte wurde der Pinot Gris
2023 der Cave la Muscadelle in Mont-sur-
Rolle ausgezeichnet. Doch der Merlot von
Marco Trippi aus La Châtaigneraie stahl
allen die Show und ging mit einer herausragenden
Bewertung von 92,8 Punkten als
Master-Trophäe nach Hause. Diese Trophäe
wird für die beste Bewertung des Wettbewerbs
vergeben und zeugt von der Exzellenz
des Waadtländer Weinbaus.
Die Vielfalt der Waadtländer Weine wird
durch die autochthone rote Bondola sowie
internationale Sorten bereichert. Diese
Kombination macht die Region zu einem
Schmelztiegel des Geschmacks, in dem Tradition
und Innovation Hand in Hand gehen.
Auch die Schaumweine des Kantons können
sich sehen lassen. Seit über 30 Jahren werden
sie nach der klassischen und der Charmat-Methode
produziert, grösstenteils aus
Merlot – ein wahrhaft eleganter Ausdruck
des Waadtlandes.
Benjamin Gehrig, Direktor des Office des
Vins Vaudois, freute sich über die erzielten
Ergebnisse: «Wir sind sehr glücklich über
diese Ergebnisse, denn sie zeichnen Weingüter
aus allen Ecken des Kantons aus.» Mit
706 eingegangenen Proben blieb die Beteiligung
an der Sélection des Vins Vaudois stabil.
Die Jury, bestehend aus mehr Sommeliers
als üblich, vergab 74 Goldmedaillen und 148
Silbermedaillen – ein weiteres Zeichen für
die hohe Qualität der Waadtländer Weine.
DIE JUGEND IM FOKUS
Die Preisverleihung fand in der Eventlocation
«CUBE» in Morges statt und wurde in
zwei Teilen abgehalten. Zu Beginn folgten
170 geladene Gäste dem offiziellen Teil,
moderiert von Journalistenlegende Knut
Schwander. Lucie Theurillat, Präsidentin der
Fédération vaudoise des jeunesses campagnardes,
wurde von Valérie Dittli mit der
«Insigne de Commandeur de l‘Ordre des
Vins Vaudois» ausgezeichnet. Dies unterstreicht
die Bedeutung der jungen Generation
für die Waadtländer Weine, was Benjamin
Gehrig betonte. «Unsere Jugendarbeit
ist entscheidend, um das Interesse an Waadtländer
Weinen zu fördern.»
Nach dem offiziellen Teil öffnete sich
«CUBE» für Weinliebhaber, die die prämierten
Weine verkosten konnten. Die
Veranstaltung war ein voller Erfolg – die
begehrten Plätze für die Verkostung der
ausgezeichneten Tropfen waren in kürzester
Zeit ausgebucht.
INFO
Weitere Informationen unter
ovv.ch
falstaff 113
weinreise / TESSIN
DIE SONNE
IM HERZEN
Das Tessin ist seit Jahren eines der beliebtesten Reiseziele der
Deutschschweizer. Aus gutem Grund, denn im einzigen, vollständig auf
der Südseite der Alpen gelegenen Kanton, gibt es viele Sonnentage,
köstliche Kulinarik und natürlich hervorragende Weine.
TEXT LARISSA GRAF
114 falstaff
Foto: SAscona-Locarno Tourism/Alessio Pizzicannella
Das Tessin gilt als die
Sonnenstube der Schweiz. Kein
Wunder, dass der vielseitige
Kanton zu den beliebtesten
Reisedestinationen der
Deutschschweizer gehört.
falstaff
115
weinreise / TESSIN
1 mit
6
GUTE
GRUNDE
..
FÜR EINE WEINREISE
INS TESSIN
Rotweine von Weltformat: Nirgends in der Schweiz wird so viel
Rotwein produziert wie im Tessin. Über 80 Prozent der Rebfläche ist
Merlot bestockt, den es hier in verschiedensten Ausführungen gibt.
Einzigartige Kulinarik: Im Tessin gibt es viele köstliche regionale
Spezialitäten, wie Polenta mit Pilzen aus lokalen Wäldern,
Kastanien, Risotto oder hausgemachte Pasta. Beliebt sind aber 2auch feine Alpkäse sowie Trockenfleisch- und Wurstspezialitäten.
Foto: Switzerland Tourism/Jan Geerk
116 falstaff
Ferienfeeling: Nicht nur kulinarisch hat das Tessin viel
mit Norditalien gemeinsam, auch das sonnige Wetter und
die Architektur erinnern an den südlichen Nachbarn.
3Perfekt für einen Kurzausflug auf die Alpensüdseite.
Wunderbare Natur: Von weiten Seen über wilde Wälder
bis zu schneebedeckten Bergen findet man im Südkan- 4ton alles, was das Herz eines Naturliebhabers begehrt.
Die Seen: Wer ans Tessin denkt, denkt auch
an die zwei grossen Seen Lago di Lugano und 5Lago Maggiore. Sie vermitteln Feriengefühl pur.
6 Touristen
Das Wetter: Dank der vielen Sonnenstunden gedeiht der
Merlot im Tessin hervorragend. Gleichzeitig profitieren auch
vom oft herrlichen Wetter südlich der Alpen.
falstaff
117
weinreise / TESSIN
DAS TESSIN IST
ROTWEINLAND.
RUND 90 PROZENT DER
REBBERGE SIND ROT.
GANZE 83 PROZENT
ENTFALLEN AUF DIE
PARADESORTE MERLOT.
K
aum ein Deutschschweizer
kennt das Gefühl nicht, an
einem verregneten Tag in
Göschenen in den Gotthardtunnel
einzufahren und ihn
in Airolo bei strahlendem Sonnenschein
wieder zu verlassen. Die vielen sonnigen
Stunden im Kanton auf der Alpensüdseite
schätzen nicht nur Touristen, sondern auch
die Reben, die dort hervorragend gedeihen.
Besonders rote Traubensorten werden hier
angebaut, sie machen etwa 90 Prozent der
Gesamtrebfläche aus. Ganze 83 Prozent
davon sind mit Merlot bestockt.
Dies war nicht immer so: Früher gab es
im Tessin zahlreiche autochthone Rebsorten,
ausserdem wurde mit norditalienischen
Sorten wie Freisa gearbeitet. Damals wurden
vornehmlich rote Trauben in Mischkultur
angebaut und zusammen vinifiziert,
der grösste Teil des Tessiner Weins wurde
von lokalen Bauern gekeltert. Es waren
einfache, rustikale Tropfen für die Selbstversorgung.
Heute ist von den alten Sorten
nur noch die Bondola übrig geblieben, die
selten im nördlichen Tessin angebaut wird.
Diese alten Traubensorten fielen einer
Reihe aus Amerika importierter Krankheiten
zum Opfer. Erst die Pilze Oidium und
Peronospora, später kam noch die Reblaus
dazu, welche die europäische Weinindustrie
in die Knie zwang. Im Zuge ihres Wiederaufbaus
wurden resistente amerikanische
Wurzelstöcke mit europäischen Edelreisern
aufgepfropft. Der Tessiner Agronom Alderige
Fantuzzi experimentierte mit verschiedenen
Traubensorten und bemerkte, dass der Merlot
im Tessin hervorragend gedeiht. Er reift
früh, ist resistent und erbringt gute Alkoholund
Säurewerte. In den Jahren 1904 und
1905 brachte er also die ersten Merlot-Stöcke
ins Tessin, und schon 1906 kelterte er
<
Mit Blick auf den eigenartig
geformten Luganersee liegt
das Castello di Morcote, das
heute nur noch eine Ruine ist.
Der Bau gibt der Tenuta Castello
di Morcote ihren Namen, sie liegt in
unmittelbarer Nachbarschaft.
Fotos: Egle Berruti, Getty Images
118 falstaff
falstaff
119
weinreise / TESSIN
In wenige Regionen der
Welt spielt Merlot eine
grössere Rolle als hier. In
vielen Rotweinen kommt er
reinsortig zum Einsatz.
<
herstellung an den renommierten Weinen
aus Bordeaux. Diese Winzer führten neue
Methoden wie die verlängerte Maischegärung
und den Ausbau im Barriquefass
ein, wodurch ihre Weine an Tiefe und
Komplexität gewannen.
VIELSEITIGER SÜDKANTON
Das Tessin ist landschaftlich sehr vielfältig
und eignet sich dank eines grossen tou
GEOGRAFISCH WIRD
DAS TESSIN DURCH
DEN MONTE CENERI IN
ZWEI ZONEN GETEILT –
DAS SOPRA- UND DAS
SOTTOCENERI.
den ersten Wein daraus. Obwohl Merlot
zuerst nur zögerlich angenommen wurde,
setzte sich die Sorte nach dem Zweiten Weltkrieg
durch, vor allem als sie durch staatliche
Subventionen gefördert wurde.
Es folgten mehrere stilistische Veränderungen
des Weins: Während Merlot anfangs
als rustikaler, robuster Wein galt, entwickelte
er sich im Laufe der Jahrzehnte zu
einem feineren Tropfen, der in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Anklang
in der Deutschschweiz fand. Damals war
der Merlot del Ticino ein weicher, süffiger
Wein, der bereits früh trinkbar ist.
Der nächste Wendepunkt in der Geschichte
des Tessiner Merlots kam in den
1980er-Jahren. Eine neue Generation von
Winzern, darunter Werner Stucky, Daniel
Huber, Adriano Kaufmann und Christian
Zündel, brachte frischen Wind in die
Region und orientierte sich bei der Weinristischen
Angebots für Wanderer genauso
wie für Menschen, die in Luxushotels
Entspannung suchen, und Gourmets, die
anspruchsvolle Gastronomie lieben. Geografisch
und kulturell wird der Kanton
durch den Pass Monte Ceneri zweigeteilt.
Das nördlich gelegene Gebiet heisst Sopraceneri,
darin liegen die Städte Locarno und
Bellinzona sowie die Magadino-Ebene, die
für den Weinbau genutzt wird. Der Grossteil
dieser Gegend ist allerdings bergig und
von wildromantischen Tälern durchzogen.
Die Böden dort sind von den nahen Bergen
geprägt, es dominieren steinige Moränen,
Granit und Gneis. Auch in den höheren Lagen
wachsen Reben, oft im Pergola-Anbau,
in kleinen Parzellen und an Sonnenhängen.
Neben Merlot, Bondola und weissen
Sorten wie Chardonnay sind einige dieser
Reb berge mit der aromatischen Americano-
Traube bepflanzt, die sich für die Herstel
Fotos: Nicola Demaldi, Siffert/weinweltfoto.ch
120 falstaff
lung von Qualitätswein nicht eignet, jedoch
für Weinbrand und Grappa benutzt wird.
Besonders in den kühleren, höheren Lagen
des nördlichen Tessins werden leichtere,
frischere Rotweine gekeltert, die manchmal
etwas rustikal sind.
Das Sottoceneri ist von sanften Hügeln
und dem Luganersee geprägt, in der Luft
liegt etwas Mediterranes. In dieser warmen
Gegend wachsen neben Reben auch Kamelien,
Palmen und Olivenbäume. Dementsprechend
kommen auch viele der kräftigeren
Weine des Tessins aus dem Sottoceneri,
das in das Luganese, das Malcantone und
das Mendrisiotto unterteilt wird. Die Böden
sind vornehmlich lehmig, der Kalkanteil ist
höher als im Norden.
Eine für das ganze Tessin typische Wein-
Spezialität ist der Bianco di Merlot, ein
Blanc de Noirs, bei dem die Merlottrauben
ohne Schalenkontakt gekeltert werden. Das
Resultat ist ein erfrischender Weisswein mit
einem dezenten Fruchtaroma. Die ersten
Weine dieser Art wurden 1986 von Feliciano
Gialdi und der Cantina Giubiasco produziert.
Letztere etablierte den Bianco di Merlot
endgültig als regionales Markenzeichen.
Heute sind neben dem Bianco di Merlot
Das Weingut Fawino von Claudio Widmer und Simone Favini gehört zu einer neuen
Winzergeneration im Tessin: Es setzt auf Eleganz und Finesse.
auch frische, fruchtige Roséweine beliebt.
In den letzten Jahren lässt sich ein weiterer
Stilwandel beobachten: Während früher
kraftvolle Weine mit starkem Holzeinsatz
im Vordergrund standen, zeichnen sich die
modernen Tessiner Merlots durch Eleganz
und Finesse aus. Winzer wie Simone Favini
und Claudio Widmer vom Weingut Fawino
setzen auf frische, fruchtbetonte Weine, die
das Terroir der Region widerspiegeln. Auch
alteingesessene Weingüter wie die Cantina
Kopp von der Crone und Tamborini Vini
haben sich diesem Trend angeschlossen.
Mit dem Generationenwechsel in vielen
Betrieben erlebt der Tessiner Merlot eine
Renaissance, die den Fokus auf Eleganz
und Trinkfreude legt.
Die Tessiner Paradetraube deckt also das
ganze Spektrum von Weiss- über Rosé- bis
zu kräftigen Rotweinen ab. So passt er auch
hervorragend zu der lokalen Küche, die von
Köstlichkeiten wie Käse, Polenta, Pilzrisotto
oder Wild bis zu Fisch aus den Seen und
köstlichem Gemüse reicht.
<
Paolo Visini und Anna Barbara
Kopp von der Crone gehören
zu den Topwinzern des Tessins.
Die Weine der Cantina Kopp
von der Crone Visini sind auch
bei den Falstaff-Verkostungen
oft vorne mit dabei.
FACTS TESSIN
n Im Jahr 1906 wurde im Tessin
der erste Merlot durch den Agrarwissenschaftler
Alderige Fantuzzi
gekeltert.
n Im Maggia Delta befindet sich der
tiefste Rebberg der Schweiz auf
192 Metern über Meer.
n 90 Prozent der im Tessin angebauten
Rebsorten sind rot.
n Merlot macht heute über
80 Prozent der Rebfläche aus.
n Knapp 1100 Hektar Rebfläche
gibt es im Tessin.
n Rund 100 Produzenten keltern
jährlich rund 7.2 Millionen
7.5-dl-Flaschen.
falstaff
121
weinreise / TESSIN
ESSEN
LA BREZZA
Das Gourmetrestaurant des «Eden Roc» serviert
eine zeitgenössische Küche, in der man die italienischen
Wurzeln des Küchenchefs, aber auch seine
Reisen durch die ganze Welt wahrnimmt.
Via Albarelle 16, 6612 Ascona
T: +41 91 7857171, tschuggencollection.ch
OSTERIA ENOTECA CUNTITT
In diesem Restaurant speist man nicht nur ganz
hervorragend, es gibt dank eigenem Weinladen eine
fantastische Auswahl an edlen Tropfen aus dem
Tessin und von weiter her.
Via alla Chiesa 8, 6874 Castel San Pietro
T: +41 91 2236874, cuntitt.ch
ECCO ASCONA
Rolf Fliegaufs Küche ist zwar modern, hat aber
klassische Wurzeln, die in allen Gerichten spürbar
sind. Serviert wird sie in verschiedenen Gasträumen,
die allesamt äusserst idyllisch sind.
TIPPS & ADRESSEN
Via del Segnale 10, 6612 Ascona
T: +41 91 7858888, giardinohotels.ch
LOCANDA BARBAROSSA
Mattias Roocks Gourmetküche mischt gekonnt
lokale mit mediterranen Einflüssen. Ein Grossteil
der verwendeten Produkte stammt aus Eigenanbau
oder von Partnerbetrieben.
Via Muraccio 142, 6612 Ascona
T: +41 91 7910202, castellodelsole.com
CORTE DEL VINO
Zu der herausragenden Auswahl an Tessiner
Weinen wird hier einfache, aber köstliche
Terroirküche serviert. Zusätzlich werden
regelmässig Verkostungen und Themenevents
organisiert.
Via Ghitello 3, 6834 Morbio Inferiore
T: +41 91 6957552, cortedelvinoticino.ch
I DUE SUD
Elegantes Ambiente, fantastische Aussicht auf den
Lago di Ceresio und eine herrliche, moderne Gour-
metküche, das alles bietet das «I Due Sud».
Kulinarisch werden hier die zwei «Süden» Tessin
und Süditalien verbunden.
Riva Antonio Caccia 7, 6900 Lugano
T: +41 91 9857711, iduesud.ch
DA ENZO
Dieses «Grotto» übertrifft alle Erwartungen. Es
gibt ein hervorragende klassische mediterrane
Küche, serviert in einem wunderbaren lauschigen
Garten oder in einem eleganten Gastraum.
Via ai Grotti 49, 6652 Tegna
T: +41 91 7961475 ristorantedaenzo.ch
OSTERIA DEL CENTRO
Dieses kleine Restaurant – es gibt nur sieben
Tische – befindet sich etwas ausserhalb Luganos.
Es gibt nur ein tägliches Menü, zusammengestellt
aus modernen Gerichten, bei denen Gemüse im
Vordergrund steht. Wer möchte, kann den
Hauptgang aber mit Fleisch bestellen.
Via Cantonale 50, 6949 Comano
T: +41 91 9308062 osteriadelcentro.ch
Fotos: Urs Homberger Arosa Switzerland, beigestellt Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com
122 falstaff
RISTORANTE LA SORGENTE
In diesem stylishen Lokal in der Nähe des schönen
Dorfs Morcote werden farbenfrohe Gerichte mit
italienischen und französischen Einflüssen serviert.
Grosse Terrasse mit wunderbarer Aussicht.
Portich da Sura 18, 6921 Vico Morcote
T: +41 91 9962301, lasorgente.ch
SCHLAFEN
GIARDINO ASCONA
Die verschiedenen Gärten machen aus diesem
Hotel ein wahres Paradies. Dazu gibt es elegante
und komfortable Zimmer, ein tolles Spa und
fantastische Kulinarik.
Via del Segnale 10, 6612 Ascona
T: +41 91 7858888, giardinohotels.ch
EDEN ROC ASCONA
Dieser luxuriöse Rückzugsort am Lago Maggiore
hat einen Badestrand, einen Yachthafen und ein
grosses Spa. Auch das kulinarische Angebot ist
herausragend.
Via Albarelle 16, 6612 Ascona
T: +41 91 7857171, tschuggencollection.ch
CASTELLO DEL SOLE
In diesem ruhigen Resort am Lago Maggiore gibt
es einen Badestrand, ein herrliches Spa und einen
eigenen Golfplatz. Viele in den Restaurants des
Hotels verwendete Produkte stammen vom
eigenen Bauernhof.
Via Muraccio 142, 6612 Ascona
T: +41 91 7910202, castellodelsole.com
HOTEL SPLENDIDE ROYAL
Dieses zeitlose Luxushotel hat eine klassische
Einrichtung und jeden Komfort. Es liegt zentral,
direkt an der Luganer Seepromenade.
Riva Antonio Caccia 7, 6900 Lugano
T: +41 91 9857711, splendide.ch
VILLA CASTAGNOLA
Am Stadtrand von Lugano liegt dieses wunderbare
und elegante Hotel. Man geniesst den fantasti-
Die Weinbar
«Mr. Vino» in Lugano
lässt keine Wünsche
offen: Dank Coravin
wird alles glasweise
ausgeschenkt.
schen Service, die Ruhe und die herrliche Aussicht
über See und Stadt.
Viale Castagnola 31, 6900 Lugano
T: +41 91 9732555, villacastagnola.com
RELAIS CASTELLO DI MORCOTE
Dieses charmante und intime Boutiquehotel im
Kulinarische Topadressen gibt es im Tessin einige.
Das «La Brezza» im Hotel «Eden Roc» in Ascona
gehört zur absoluten Spitze.
hübschen Dorf Morcote hat nur zwölf Zimmer,
die alle individuell gestaltet sind. Es gehört
zum Weingut Tenuta Castello di Morcote.
Portich da Sura 18, 6921 Vico Morcote
T: +41 91 9802252, relaiscastellodimorcote.ch
WEINBARS
MR VINO
Hier gibt es eine erlesene Weine von ausgesuchten
Produzenten aus aller Welt. Dank
Coravin-Einsatz können alle Etiketten auch
glasweise bestellt werden. Der «Mr. Vino»-Inhaber
Bruno erklärt den Gästen sehr gerne, was sie
im Glas haben.
Via Carlo Maderno 23, 6900 Lugano
T: +41 76 2673602, mrvino.ch
BAR PINARD
Kleine Bar mit guter Auswahl, etwas abseits der
Touristenströme. Serviert werden viele Naturweine,
aber auch klassische Tropfen. Dazu gibt
es kleine, aber feine Snacks.
Piazza Molino Nuovo 5, 6900 Lugano
T: +41 91 9210459
PICCOLO BAR
In einer Seitenstrasse in der Nähe des Seeufers
findet man diese winzige Bar. Auf der Karte
gibt es gute Drinks, vor allem aber eine überraschende
Weinauswahl mit einigen grossen
Namen.
Vicolo delle Olive 7, 6612 Ascona
T: +41 78 8375630 <
falstaff
123
GRAPE ESCAPES
RELAIS CASTELLO DI MORCOTE
Das Relais Castello di Morcote ist ein elegantes,
historisches Hotel, das in eine atemberaubende
Landschaft eingebettet ist. Hier können Gäste
exquisite Weine aus dem familiengeführten
Weingut probieren und an nachhaltigen
Veranstaltungen teilnehmen.
Strada al Castel 28, 6921 Vico Morcote,
T: +41 91 9961230
grape-escapes.relaiscastellodimorcote.ch
BUBBLE SUITE CAPRIASCA
Die aussergewöhnliche Bubble
Suite in der Capriasca bietet ein
unvergessliches Übernachtungserlebnis
unter freiem Himmel.
Umgeben von malerischen Weinbergen
geniessen die Gäste die
Schönheit der Natur und ein köstliches
Frühstück mit frischen,
lokalen Produkten.
Strada Muralta 8,
6955 Cagiallo
T: +41 91 9300083
adventurly.ch/unterkuenfte/bubble-sui-
te-capriasca
124 falstaff
ENTDECKEN
TESSIN
CA‘ SAN MATTEO
Das moderne Gästehaus
bietet eine harmonische
Verbindung zu den umliegenden
Weinbergen.
Mit liebevoll gestalteten
Zimmern und regionalen
Spezialitäten erwartet die
Gäste ein unvergesslicher
Aufenthalt im Herzen des
Tessins.
Strada Muralta 8,
6955 Cagiallo,
T: +41 91 9300083
casanmatteo.ch
XXXXXXXXXXXXXXXX
asdf asdfkl ösdfj asdfjk asdjkf bdsfgkh bdshjfg
bhjsdfbg hjdsfbg jdhsbfg hjdsbg hjsdfbf
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hsdjdsbfg jsdfg bdhjsfg bjdsfgb dshjfg bdsjfg
bdshjfg bsdhjfgb sdhbfgkdsabfgiuaeriowene.
Adresse, XXX Ort, T: +43 X XXXX,
weltmuseumwien.at
COLLINA D’ORO
Das Resort liegt inmitten eines grosszügigen
Naturparks und bietet luxuriöse
Entspannung. Mit einem atemberaubenden
Blick auf den Luganersee lädt
das Spa zum Relaxen ein, während im
Restaurant kulinarische Köstlichkeiten
serviert werden.
Via Roncone 22, 6927 Agra,
T: +41 91 6411111, resortcollinadoro.com
Fotos: Egle Berruti, Marika Brusorio, Maurizio Fraquelli, beigestellt
WINE & ART RELAIS VALLOMBROSA
Gäste geniessen köstliche Weine, Grappa
und hausgemachten Honig in der Enoteca.
Ein unvergessliches Erlebnis inmitten der
Natur und Geschichte der Region.
Via Mött 4, 6980 Castelrotto,
T: +41 91 6081866,
vallombrosa.ch
falstaff
125
weinreise / WEINGÜTER TESSIN
★★★★
CANTINA
BLASS
Achtsamkeit gegenüber Mensch
und Natur – so lautet das wichtigste
Credo bei Cantina Blass.
Im Rebberg wie im Keller wird verzichtet,
worauf verzichtet werden kann. Die
Weine des jungen Betriebs sind auffallend
leicht zu trinken und fallen mit Eleganz
statt mit überbordender Kraft auf. Der
unkonventionelle Weg wird bewusst
gegangen. Das Weingut befindet sich in
einem klosterartigen Tessinerhaus aus dem
17. Jahrhundert, dort steht Gästen eine
Ferienwohnung zur Verfügung.
Via Eugenio Schmidhauser 4
6999 Astano
T: +41 77 4404674
cantinablass.ch
Kontaktperson: Alex Blass
Produktion: 36 % weiss, 64 % rot, 4.5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 AGATA Blasses Ziegelrot. In der Nase
92 dropsige Frucht mit Noten von Erd-, Himbeere
und Kirsche. Anklänge von Hagebutte und Hibiskus.
Am Gaumen saftig, mineralisch, dezentes Tannin,
langes Finale. Trinkiger Rosé mit Substanz. CHF 24,50
2022 CARLOTTA Helles Rubin. Betont beerige
Nase, dazu würzig-pfeffrig, auch zitrisch,
94
etwas Koriandersaat. Frisch, klar, eigenständig.
Gaumen ebenso frisch und schlank, elegant, dezent
Schmelz, beerig, dezent Pfeffer und dunkel gebackenes
Brot. Reife Säure, feines Tannin. Kann reifen. CHF 25,–
2021 PIETRO Eher helle Farbe. In der Nase
94 intensive Noten von Holunder – Beeren und
Blätter –, etwas Kirsche sowie helle Beeren,
prägnant Pfeffer und Paprika, wirkt enorm frisch. Am
Gaumen eher schlank mit eleganter Struktur, schöne
Balance aus Frucht und frischer Kräutrigkeit, wiederum
Paprika. Sehr feines Tannin, reife Säure. Verbleibt lange
am Gaumen. CHF 34,–
2021 REGINA Eher helles Rubin. Intensiv beerig,
93 Holunderbeere, Kirsche, aber auch helle Beeren,
eigenständig. Nuancen von Kräutern und hellen
Rosinen. Am Gaumen elegant und frisch mit Noten von Kirsche
und hellen Beeren. Spürbares, reifes Tannin, saftige,
reife Säure. Endet lang. CHF 34,–
2022 VITTORIO Helles Kirschrot. In der Nase
92 rotfruchtig, Himbeere, Süsskirsche, dezent Zimtblüte
und Muskatnuss. Am Gaumen eher leicht
und überaus frisch, elegant wirkend. Präsente reife Säure,
feines, gut integriertes Tannin. Passende Länge. CHF 24,50
★★★
AZIENDA
AGRICOLA BIANCHI
Die Azienda Agricola Bianchi mit
Sitz in Arogno wurde 1998 gegründet.
Seitdem widmet man sich
hier der Produktion von Wein, Honig und
Derivaten nach strengen Prinzipien der
Nachhaltigkeit. Das Unternehmen wird
von den Brüdern Gabriele und Martino
Bianchi, Önologen und Winzer, geleitet. Die
beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht,
Innovation und Familientradition im ökologischen
Landbau zu verbinden. So baut
man etwa nicht nur klassische, sondern
auch Piwi-Sorten an.
Stráda da Röv 22A
6822 Arogno
T: +41 76 2732050
info@bianchi.bio
bianchi.bio
Kontaktperson: Gabriele und Martino Bianchi
Anbauweise: Bio
2023 NONE Harmonische, intensive Nase: Birne,
90 weisse Blüten und tropische Früchte, dazu röstartige
Noten, etwas Vanille. Am Gaumen schöner
Schmelz, weich mit reifer Säure, Frucht und Gewürznoten
in Balance. Endet lang mit Bergamottenote. CHF 30,–
2022 MACERATO Dezente Rosafärbung, etwas
89 Kohlensäure. Eigenständige Nase, Mostnoten,
Obstbrand, Williamsbirne, dezent Dörrfrüchte.
Gaumen leicht, spürbare, feine Kohlensäure, knackige
Säure, Extrakt. Rustikaleres Tannin im Nachhall. CHF 30,–
2023 ALMA Weisse Blüten in der Nase, Birne,
88 Kräuternuancen. Am Gaumen angenehm weich
mit reifer Säure, mineralische-würzigen Nuancen
und wiederum Obstnoten. Endet mittellang. CHF 28,–
2021 PIAZ MERLOT Reife, präsente Nase,
91 Zwetschge, reife Him- und Erdbeere, dazu dunkle
Röstnuancen, etwas Zimt. Am Gaumen überaus
frisch und leichtfüssig. Zeigt eine reife saftige Säure, mittelfeines,
aber passendes Tannin. Hallt lange nach mit schöner
Saftigkeit. CHF 35,–
2022 PIAZ SYRAH Nase: Brombeerkonfitüre,
90 Hagebutten, dazu vegetal und würzig. Insgesamt
harmonisch. Gaumen eher breit, nicht süss, reife,
schön integrierte Säure und feines, seidiges Tannin. Finale
mit Zwetschgen- und dezenten Bitternoten. CHF 46,–
2023 MARÀ Rosafarben. Nase: Rote Früchte,
88 Zitrus, Noten von überreifem Obst. Am Gaumen
aufbrausend mit Himbeernoten, mittelfeiner
Perlage und reifer Säure. Zeigt rauchige Nuancen und wiederum
Beerennoten im mittellangen Abgang. CHF 35,–
Fotos: ©studiopagi.ch, beigestellt
126 falstaff
Via Giorgio Bernasconi 22,
6850 Mendrisio
T: +41 91 6464621
info@cantinamendrisio.ch
cantinamendrisio.ch
★
CANTINA
MENDRISIO SOCIETÀ
COOPERATIVA
Die Genossenschaft wurde 1949
von einer kleinen Gruppe Weinbauern
aus dem Mendrisiotto
gegründet. Heute zählt die einzige Winzergenossenschaft
des Tessin mehr als
200 Mitglieder, die in Fördermitglieder
und aktive Mitglieder unterteilt werden.
Letztere müssen aktive Winzer sein und
liefern die Trauben für die authentischen
Tessiner Gewächse, die in der Cantina
entstehen. Besucher sind im Hauptsitz in
Mendrisio immer willkommen.
Kellermeister: Matteo Cavadini
Produktion: 733.333 Flaschen, 1 % Schaumwein,
20 % weiss, 4 % rosé, 75 % rot, 25+45 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
89
2023 GIOIA Dezente Nase mit Noten von reifem
Kernobst, Mango und Agrumen. Dazu hefigwürzige
Anklänge und Noten von weissen Blüten.
90
2020 TENUTA MONTALBANO RISERVA
Mittleres Rubin, erste Reifereflexe. Nase: Eingelegte
Kirschen, Pflaume, etwas würziges Holz.
89
2021 EMOZIONI Mittleres Rubin. Dörrzwetschge
und Amarenakirsche in der Nase, Röstnuancen,
mittlere Intensität. Am Gaumen von schöner
Am Gaumen saftig, mit passender Süsse und würziger
Kernobst-Zitrus-Frucht. Langer Abgang. CHF 16,–
Gaumen: mittlere Statur, feine Säure, gut integriertes Tannin.
Endet frisch mit Kräuter- und Röstnoten. CHF 35,–
Fülle mit süsslichem Druck, wiederum fruchtigen Noten,
etwas Cassis. Endet mittellang. CHF 20,–
88
2022 CONVIVIO Helles Zitronengelb. Intensive
Noten von Apfel- und Birnenmost in der Nase.
Wirkt natürlich und kühl, dazu zitrische Noten.
90
2020 RACCONTI RISERVA Mittleres Rubin,
Reifereflexe. Nase: Brombeere, Zwetschge, Dörrfrüchte,
Zedernholz, mineralische Würze, rauchig.
89
2020 LA TROSA, VIGNE VECCHIE Mittleres
Rubin. Dunkle Beeren in der Nase, Dörrfrüchte,
Brotkruste, dunkle Gewürznoten. Am Gaumen
Im Auftakt leicht süsslich mit intensiver Obstaromatik, dezent
Honig. Baut eine saftige Säure auf. Mittellang. CHF 21,–
Gaumen: mittlere Fülle, elegant. Pflaumen, wieder holzigrauchige
Noten. Saftige Säure, feines Tannin. CHF 35,–
eher dicht, mittlere Statur, zupackendes, mittelfeines
Tannin, präsente Säure. Endet leicht herb. CHF 21,50
Simone Favini und Claudio Widmer
★★★
FAWINO
SAGL
Simone Favini und Claudio Widmer,
die beiden Köpfe hinter Fawino,
lernten einander beim Önologiestudium
in Changins kennen. Gemeinsam
verwirklichten sich die Quereinsteiger
im Jahr 2012 den Traum vom
eigenen Weingut im Tessin, das sich
schnell zum Geheimtipp entwickelte.
Vor allem die immer wieder ansprechende
Qualität ihrer eigenständigen,
eleganten Merlot-Gewächse, die mit
Zurückhaltung im Keller entstehen, ist
jedoch längst kein Geheimnis mehr.
Via Borromini 20
6850 Mendrisio
T: +41 79 4759740
info@fawino.ch, fawino.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Claudio Widmer und
Simone Favini
Produktion: 30.000 Flaschen
10 % Schaumwein, 30 % weiss, 60 % rot, 4 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 ELSBETH Helles Goldgelb. In der Nase
89 reife Zitrusfrüchte, reifer Apfel, etwas Mirabelle,
dazu Nuancen von weissen Blüten und Honig.
Am Gaumen von mittlere Breite, dezente Holzwürze,
wiederum zitrisch. Reife Säure, passende Länge. CHF 22,–
2023 BIANCO DI MERLOT GIULLARE Dezente
88 Nase, Zitrus, grüner Apfel, Lindenblüte. Gaumen
leicht und frisch mit Noten von Pfirsich und ganz
dezenter Würze, saftige Säure. Endet mittellang. CHF 18,–
2022 MUSA Dunkles Rubin. Cassis, Brombeere
93 und Schwarzkirsche in der Nase, auch rote Beeren,
dezente Pfefferwürze. Am Gaumen weich
und elegant mit Waldbeer- und Kirschennoten. Sehr feines
aber spürbares Tannin, saftige Säure. Endet lang. CHF 31,50
2023 MERIDE Dunkles Rubin. Perfekt reife
92 Frucht: Cassis, Pflaume, dunkle Waldbeeren, etwas
Sauerkirsche, Eichenholznuancen. Am Gaumen
elegant mit süsslichem Extrakt, dunkle Früchte. Saftige,
reife Säure, feines Tannin. Hallt lange nach. CHF 26,50
2022 MANGIAFUOCO Mittleres Rubin, violette
92 Reflexe. Vollreife, dunkle Frucht, Cassis, Brombeeren,
Schwarzkirsche, dezent vegetal, grüne
Paprika, Kräuter. Gaumen kräftig mit gewisser Fülle, reife
Säure, wiederum dunkle Frucht sowie Nuancen von Zartbitterschokolade
und pfeffriger Würze. Endet lang. CHF 36,–
2023 CANTASTORIE Dunkles Rubin. Schöne
90 Intensität, reife, dunkle Waldbeeren, Zwetschge,
Schwarzkirsche, Lakritzenoten. Am Gaumen von
mittlerer Fülle mit frischer, für Leichtigkeit sorgender
Säure, wieder Waldbeeren und eine feine, kräutrige Würze,
Tannin fein, aber im saftigen Nachhall klar spürbar. CHF 18,–
falstaff
127
weinreise / WEINGÜTER TESSIN
★★★
FR ATELLI CORTI
Aus einer 1792 gegründeten Taverne,
die Reisenden in Richtung
Gotthard Bleibe und Verpflegung
bot, entstand das Weingut Fratelli
Corti, das schon sehr früh Trauben
aus dem Mendrisotto vinifizierte und
daraus Wein und Traubensaft herstellte.
Merlot produziert das Haus seit
die Sorte Anfang des 20. Jahr hunderts
im Tessin aufschlug. Heute führen
Antonio Corti und sein Sohn Nicola
die Familientradition weiter und keltern
typische Tessiner Gewächse.
Via Sottobisio 13a
6828 Balerna
T: +41 91 6833702
vino@fratellicorti.ch, fratellicorti.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Nicola Corti
Produktion: 53.333 Flaschen
1 % Schaumwein, 18 % weiss, 2 % rosé, 79 % rot,
2+4 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 SILENO Sehr intensive Nase, Noten vom
89 Ausbau im Holzfass sind im Vordergrund, Vanille,
Butter, Rauch, reife Zitrus- und Apfelnoten sind
dahinter erkennbar. Am Gaumen eher breit, aber von schöner,
reifer Säure ausbalanciert, wiederum intensive Barriquenoten,
salziger Eindruck im langen Nachhall.CHF 29,–
2021 RISERVA DI TASO Reife Nase mit Noten
93 von Dörrzwetschge, Schwarzkirsche und Cassis.
Anklänge von Schokolade und ätherisch-würzige
Nuancen. Am Gaumen balanciert und ausgewogen, reife
Säure, weiches Tannin, saftige Frucht, etwas Lakritze,
langes Finale. CHF 28,50
2020 SALORINO
91 Von Mokka und Röstnoten geprägtes Bouquet.
Zudem Noten von Dörrzwetschge, eingemachten
Kirschen und dunklen Beeren. Am Gaumen vergleichsweise
elegant, reife Säure, leicht spürbares Tannin, langer
Abgang. CHF 38,–
2020 LENÉO RISERVA
91 Duftet nach Pflaume, Brombeere und
Heidelbeere. Hinzu gesellen sich Noten von
Pfeffer und Lorbeerblatt sowie Mokka. Am Gaumen
kräftig, mit reifer Säure, feinkörnigem Tannin und
langem Finale. CHF 38,–
★★
AZIENDA VITIVINICOLA
GIROMIT SAGL
Die Weinkellerei Giromit befindet
sich in Incella, einem Ortsteil von
Brissago am Lago Maggiore. Der
Betrieb wird von Fabio Zanini in vierter
Generation geleitet. Seine ökologische
Philosophie zielt darauf ab, die Umwelt
zu respektieren, ohne die Tradition zu
vernachlässigen. Das Weingut umfasst
rund zwei Hektar Rebberge, aufgeteilt
in mehrere Zonen zwischen Brissago
und den Terre di Pedemonte.
Es werden acht verschiedene Weine gekeltert,
ergänzt von limitierten Editionen.
Via Costa di Mezzo 92
6614 Brissago TI
T: +41 79 4634845
info@giromit.ch
giromit.ch
Kontaktperson: Das Team von Giromit: Fabio,
Gianfranco, Mario, Susanna, Ennio
2021 BRIOSO Duftet nach konfierten roten
88 Johannisbeeren, grünem Apfel und Zitrus. Dazu
etwas Toast und gelbes Steinobst. Am Gaumen
recht stürmische Perlage, weiche Säure, dezente Aromatik,
schmelziger Abgang. CHF 37,–
2019 L’IGHER BARRIQUE Helles Goldgelb.
89 Nase: Honig, Zitruszesten, weisse Blüten, ergänzt
von Röstnoten, etwas Vanille und Karamell. Am
Gaumen leicht süsslich und eher breit mit saftiger reifer
Säure, zitrischen Nuancen und reifes Obst. CHF 37,–
2023 L’IGHER Dezentes Bouquet mit Noten von
88 reifem Apfel, Melone und Agrumen. Zudem eine
präsente kräutrige Würze. Am Gaumen kräftig
und weich, mit dezenter Säure, ebensolcher Aromatik und
mittelangem Abgang. CHF 23,–
2018 CRINE DI PEDEMONTE Reife, frische
90 Frucht in der Nase: Sauerkirsche, Brombeere,
roter Johannisbeere. Dazu Noten von Gewürznelke
und Pfeffer, ein Hauch Karamell. Am Gaumen eleganter
Auftakt, warme dunkle Beerenfrucht, leicht spürbares
Tannin, etwas Karamell im Abgang. CHF 51,–
2019 SASEL Würzig-balsamische Nase mit Noten
von grünem Pfeffer, Oud-Holz und Graphit.
88
Dazu Noten von Holunderbeere, Brombeere und
Kirsche. Am Gaumen mittelgewichtig, leicht herbes Tannin,
mittellanges von Röstnoten geprägtes Finale. CHF 62,–
2022 KLEPSYDRA Intensive Nase mit Noten
89 von konfierten dunklen und roten Waldbeeren,
Dörrpflaume und -feige, Rosenblättern und Ras
el-Hanout. Gaumen: präsente Süsse, pralle Beerenfrucht
und Gewürnelke sowie Kardamom, mittellang. CHF 57,–
Fotos: OLIVIER MAIRE, Marika Brusorio Fotografia, ©Gialdi/Foto Siffert, beigestellt
128 falstaff
★★★★
GIALDI
VINI SA
Die breite Palette von Gialdi Vini
setzt sich aus zwei Linien zusammen.
Während die Gialdi-Weine
hauptsächlich aus Trauben entstehen, die
rund zweihundert Winzer aus dem Nordtessin
liefern, konzentriert sich die Linie
Brivio auf die Produktion von Weinen
aus dem Südtessin. Letztere entstehen auf
kalkhaltigen, schweren Lehmböden und
zeigen sich vollmundig, weich und voller
Eleganz. Insgesamt produziert das
Unternehmen etwa 30 Weine.
via Vignoo 3
6850 Mendrisio
T: +41 91 6403030
info@gialdi.ch
gialdi.ch
Kellermeister:Alfred de Martin
Produktion: 885.333 Flaschen
1 % Schaumwein, 25 % weiss, 5 % rosé, 69 % rot
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 SASSI GROSSI BIANCO Kandierte Zitrusfrüchte,
reifer Apfel, helle Steinfrüchte, dazu
91
harmonisch passende Röstnoten, etwas Rauch
und Lakritze. Am Gaumen eher schlank und frisch mit
gewissem Süsseeindruck und reifer Säure. Zitrische Noten
und Vanillenuancen im langen Nachhall. Verbleibt saftig
am Gaumen.CHF 32,–
2023 RONCO BAIN Birne in der Nase, weisse
88 Blüten, etwas heller Honig, prägnante Zitrusnoten,
dezent kräutrig. Am Gaumen weich mit eher
zurückhaltender Säure. Zeigt wiederum Birnennoten sowie
vegetale Nuancen. Endet mittellang und saftig. CHF 21,–
2023 BIANCO ROVERE Intensive Nase mit
88 Nougatnoten und gerösteten Nüssen, kandierten
Zitrusfrüchten sowie gelbem Steinobst. Ein
Hauch Lakritze und ätherische Kräuter. Am Gaumen Kraft,
mit straffer Säure, die von Schmelz umgarnt wird, gelber
Frucht und würzigen Röstnoten im langen Finale. CHF 30,–
2023 ROSATO ROVERE Klare Frucht, rote Beeren,
Zitrone, etwas weisse Blüten, dezente Wür-
89
ze. Am Gaumen leicht süsslich mit gewissem
Schmelz und reifer Säure. Intensive Noten von roten
Fruchten, wiederum zitrisch. Endet mittellang. CHF 26,–
2021 PLATINUM Mittleres Rubin. Kräftig und reif
94 in der Nase mit Noten von getrockneten Kirschen
und Pflaumen, etwas Cranberry, dazu röstartige
Nuancen, Peffer, Tabak, Kräuternuancen. Am Gaumen kräftig
und weich, aber dennoch elegant dank der reifen Säure.
Wiederum intensive Kirschennoten sowie Nuancen von
hellen Beeren. Feinkörniges Tannin. Endet lang. CHF 90,–
2022 ESTRO Dunkles Rubin. Reif in der Nase,
92 Brombeere, Zwetschge, dunkle Kirsche, Dörrfrucht-
und Gewürznuancen, etwas Laktritz. Am
Gaumen von schöner Fülle aber stets elegant, reife Säure,
spürbares feines Tannin. Umami im Nachhall. CHF 35,–
2022 RIFLESSI D’EPOCA Kräftige, vollreife
92 Nase, Blaubeeren, Cassis, Zwetschge, etwas dunkle
Kirsche, Nuancen von dunklen Gewürzen, insbesondere
Piment. Am Gaumen von mittlerer Fülle, frische,
reife Säure, feines, schön integriertes Tannin. Endet lang
mit Waldbeernoten. Angenehm würzig im Abgang.
Verbleibt leicht herb am Gaumen. CHF 44,–
2022 BIASCA PREMIUM Dunkles Rubin. Pflaume
in der Nase, Zwetschge, dunkle Waldbeeren,
91
dazu Gewürznuancen, etwas Pfeffer sowie
Gewürznelke. Am Gaumen von mittlerer Fülle, reife, für
Eleganz sorgende Säure, feines Tannin und saftiger
Nachhall. Endet frisch. CHF 21,–
93
2022 SASSI GROSSI Mittleres Rubin. Intensive,
edle Aromatik, Pflaume, Waldbeeren, Röstnoten,
dezente Würze, etwas Leder, Tabak. Gaumen
90
2022 TOUCHÉ Mittleres Rubin. In der Nase
Pflaume und Waldbeere sowie eine frische, einnehmende
Würze, Salbei, Dörrfruchtnuancen.
weich und kräftig, schöne Fülle und passende Stoffigkeit.
Reife Säure, spürbarer, passender Gerbstoff. Endet auf Noten
heller Beeren. Hallt lange nach. Kann reifen. CHF 54,–
Am Gaumen frisch und elegant strukturiert, reife, spürbare
Säure, feines Tannin. Endet auf Waldbeernoten und Röstnuancen.
Saftiger, mittellanger Nachhall. CHF 28,–
falstaff
129
weinreise / WEINGÜTER TESSIN
★★★★
CANTINA KOPP VON
DER CRONE VISINI
Die Cantina entstand 2006 durch die
Fusion der Cantina Kopp von der
Crone und ViniVisini. Anna Barbara
von der Crone und Paolo Visini bewirtschaften
Rebflächen in drei Regionen im
Tessin: Mendrisiotto, Luganese, Bellinzonese.
Hauptsorte ist mit 70 Prozent Merlot,
man kultiviert aber auch Kerner und Cabernet
Franc. 2010 wurde das Weingut in
die renommierte Vereinigung «Mémoire
des Vins Suisses» aufgenommen.
via Noga 2, 6917 Barbengo
T: +41 91 6829616
info@cantinabarbengo.ch
cantinabarbengo.ch
2022 MERIDIO Eher dezentes Bouquet mit Noten
von gelbem Steinobst, Apfel und Zitrus. De-
90
zente kräutrige Anklänge und nussige Nuancen.
Am Gaumen kräftig, aber frisch, karge Frucht, Zitrus und
crémiges Finale. CHF 26,–
2021 SCALA Frische Beerenaromatik in der
95 Nase: Noten von Himbeere, Brombeere und Holunderbeere.
Dazu Anklänge von Sauerkirsche
und elegante, würzig-balsamische Noten. Am Gaumen
leichtfüssig und frisch, mit schöner Säure und gut eingebundenem
feinem Tannin. Langer Abgang auf ätherisch-würzigen
Noten. CHF 47,–
2020 IRTO Intensive dunkle Frucht, Holunderbeeren,
Sauerkirsche, reife Zwetschge, dazu Nu-
93
ancen von Cassis, rauchige und würzige Nuancen,
dezent schwarzer Pfeffer. Am Gaumen elegant wirkend
mit perfekter Balance aus Schmelz und Frische. Reife,
schön integrierte Säure, reifes Tannin. Hallt lange nach mit
Röstnoten und grosser Frische.CHF 45,–
2021 BALIN Elegante Nase mit Noten von eingemachten
und gedörrten Sauerkirschen, Roter Jo-
93
hannisbeere, frischer Zwetschge und zitrischen
Nuancen. Dazu Anklänge von Grafit, Milchkaffee und kräutrig-würzigen
Nuancen. Am Gaumen frisch und elegant, mit
saftiger Säure, schönem Spiel zwischen dunkelroter Frucht
und Würze, feinkörnigem Tannin und langem Finale.CHF 49,–
Kontaktperson/Kellermeister: Anna Barbara
von der Crone Kopp & Paolo Visini
Produktion: 40.000 Flaschen
1 % Schaumwein, 22 % weiss, 2 % rosé, 75 % rot,
7 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: nach Vereinbarung
Die Weinfelder der Cantina
am Maggia-Delta.
2023 MATTO Expressives Bouquet mit Noten
91 von Cassis, Holunderblüte und Litschi. Dazu
florale Anklänge und Grapefruit. Am Gaumen
frisch, ausgewogen schöne Zitrusfrucht, etwas Brennnessel
im langen Finish. CHF 25,–
Das Tessiner Weingut beruht
auf den Wurzeln des landwirtschaftlichen
Betriebes Terreni
alla Maggia, gegründet 1930. Auf ihren
Rebflächen erzeugt die Cantina alla
Maggia eine repräsentative Auswahl an
Weinen. Das Angebot reicht von Merlot
über Bondola, einer autochthonen Sorte
aus dem Tessin, bis zu Spitzenweinen,
die in Barriques reifen. Drei Sorten
2022 TINELLO Dunkles Rubin, violette Reflexe.
92 Klare, dunkle Frucht, Holunderbeeren, Schlehen,
perfekt dazu passende Würze, Pfeffer, etwas
Rauch. Am Gaumen elegant mit reifer, schön integrierter
Säure und feinem Tannin. Dunkle Waldbeeren und dezente
Röstnoten schwingen mit im langen Nachhall. CHF 26,–
★★
CANTINA ALLA
MAGGIA
Grappa, formidabler Gin mit Yuzu und ein
Whisky runden das Sortiment ab.
Via Muraccio 111, 6612 Ascona
T: +41 91 7923311
info@cantinaallamaggia.ch
cantinaallamaggia.ch
Kellermeister: Ettore Biraghi
Produktion: 90.000 Flaschen
25 % weiss, 10 % rosé, 65 % rot, 11.5+3 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
90
2022 IL CASTAGNETO Intensives Bouquet mit
2020 ASCONA RISERVA Intensive Nase, reife
präsenter Röstaromatik. Noten von gerösteten 93 dunkle Früchte, Brombeere, Schwarzkirsche, 90
Nüssen und Honig sowie etwas Karamell. Zudem
Noten von Mandarine, gelbem Steinobst und Apfel. Am Gaumen
schöne Fülle, weiche Säure, crémig-schmelzige gelbe
Zwetschge, dazu Kaffee und Gewürze. Gaumen mit
süsslichem Fruchtdruck, ausbalanciert von reifer Säure. Intensive
Frucht, vegetale Nuancen. Hallt lange nach. CHF 58,–
Frucht, gepaart mit Röstnoten. Langes Finale. CHF 31,–
2020 IL QUERCETO RISERVA Nase: Schwarzkirsche,
92
Schlehe, Heidelbeere, gut integrierte 90
Röst noten, Mokka. Am Gaumen süssliche Fülle,
2023 KERNER Noten von reifer Birne, Eisbonbon,
Agrumen und tropischen Früchten in der
88
Nase. Am Gaumen weich, mit dezenter Säure,
Kernobstaromatik und mittellangem Finale. CHF 25,–
Kirsche, Brombeere, dezent vegetal. Zupackendes Tannin,
saftige Säure. Endet lang mit Gewürznoten. CHF 45,–
2021 BARBAROSSA RISERVA Reife Frucht, helle
Beeren, Süsskirsche, dazu Nuancen von Pfeffer.
Am Gaumen eher leicht mit wiederum intensiver
Frucht, würzige Nuancen, saftig mit reifer Säure, feines Tannin.
Endet mittellang mit dezenten Paprikanoten. CHF 24,–
2020 MELODIA Frischfruchtige, intensive Nase:
Erd-, Heidelbeeren, etwas Zwetschge, dezent grüne
Paprika und Pfeffer. Am Gaumen von mittlerer
Fülle mit reifer Säure und feinem Tannin, wirkt elegant. Wiederum
intensive Aromatik. Endet mittellang. CHF 30,–
Fotos: Marco Agorri,@moncucchetto, beigestellt
130 falstaff
★★
MATASCI
VINI
Matasci ist eine seit 1921 als
Familienbetrieb aktive Weinkellerei.
In einem Jahrhundert
hat sich die Leidenschaft für den
Wein von Generation zu Generation
übertragen und weiterentwickelt bis
zur Kunst des Weinbaus, die darin
besteht, die Früchte der wundervollen
hügeligen Weinberge im Gebiet des
Lago Maggiore zu pflegen und zu
verarbeiten. Erfahrung, Hingabe und
Liebe zum Detail sind die Ingredienzen der
täglichen Arbeit des Betriebs, der zahlreiche
Merlotspezialitäten kreiert.
Via Verbano 6, 6598 Tenero
T: +41 91 7356011
info@matasci-vini.ch
matasci-vini.ch
Kellermeister: Giovanni Alberio
Produktion: 466.667 Flaschen
5 % Schaumwein, 15 % weiss, 10 % rosé, 70 % rot
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 VENUS CHARDONNAY TICINO DOC
89 Bouquet: Zitrus- und Röstnoten, Pampelmuse,
kandierte Agrumen und Apfel sowie Ananas. Etwas
Karamell und weisse Blüten. Am Gaumen kräftig, mit reifer
Säure und cremiger gelber Frucht. Langes Finale. CHF 32,–
2023 CHERUBINO TICINO DOC BIANCO DI
87 MERLOT Reifer Apfel, Ananasbonbon und Zitrusfrüchte
in der Nase, dezent Kandiszucker. Am
Gaumen sehr weich mit zurückhaltender Säure, süsslichen
Fruchtnuancen und mittellangem Nachhall. CHF 17,10
2021 SIRIO TICINO DOC MERLOT BARRICATO
91 Dunkles Rubin. Nase: Cassis, Schwarzkirsche,
Brombeere, Zwetschge, präsente Röstnoten,
Kakao, Nüsse, ätherische Würze. Gaumen: Schöner Schmelz,
Kaffee, dunkle Frucht, feines Tannin, frische Säure.CHF 32,20
2021 RISERVA SELEZIONE D’OTTOBRE TI DOC
90 MERLOT Vollreifes, klares Aroma: Cassis, Pflaume,
dunkle Beeren, stimmige Würze, Rauch.
Gaumen: mittlere Statur, schöne Balance aus Schmelz und
Frische, feines Tannin, Röstnoten. Mittellang. CHF 18,30
2021 SASSARIENTE CLASSICO TICINO DOC
89 MERLOT Dunkles Rubin. Nase: dunkle Beeren,
Cassis, Brombere, dazu Sandelholz und Schwarzkirsche.
Am Gaumen klar süsslich mit wiederum dunklen
Beerennoten, dezente Würze. Passende Länge. CHF 18,30
2021 TENDRO TICINO DOC MERLOT
89 Intensive Frucht, Holunderbeere, Cassis, helle
Beeren, dezente Gewürznuancen. Am Gaumen
von mittlerer Statur, leicht süsslich wirkend, wiederum viel
Cassis, Kräuterwürze. Endet mittellang. CHF 18,30
★★★
MONCUCCHETTO
Alleine des Anwesens wegen sollte
man dieses Weingut einmal besuchen.
Der ansprechende Bau wurde
von keinem Geringeren als Star-Architekt
Mario Botta entworfen. Ganz nach
dem Motto: Gute Weine brauchen
auch ein entsprechendes Zuhause. Verantwortlich
für die Weine des Hauses,
die auf 7,5 Hektar Rebfläche entstehen,
zeichnet Önologin Cristina
Monico. Mit viel Fingerspitzengefühl
bringt sie authentische Tessiner Gewächse
in die Flasche, die sich allesamt sehen
lassen können.
Via M. Crivelli Torricelli 27
6900 Lugano
T: +41 91 967 70 60
info@moncucchetto.ch, moncucchetto.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Cristina Monico
Produktion: 46.667 Flaschen
5 % Schaumwein, 25 % weiss, 70 % rot, 1 % süss, 7.5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
92
2020 MONCUCCHETTO REFOLO BRUT Nase:
2022 MONCUCCHETTO BIANCO Helles Goldgelb.
Prägnante Röstnoten, Vanille, etwas Rauch, 92 kirsche, dunkle Beeren, Zwetschge, dazu Pepero-
2021 COLLINA D’ORO AGRA Klare Nase, Sauer-
Reife Zitrusfrucht, rauchig-hefig, grüner Apfel, 89
dezent helle Steinfrüchte und Honig. Frischer Gaumen,
Blüten- und Apfelnoten. Feine Perlage. Angenehm trocken
und rauchiger Nachhall. Endet auf Apfelnoten. CHF 45,–
buttrig, geblfleischige Früchte, Zitrus. Am Gaumen
elegant, reife, zurückhaltende Säure, Nuancen von getrockneten
Bananen, buttrige Anklänge. Mittellang. CHF 29,–
ni, Lorbeer, Muskatnuss. Gaumen: elegant mit
dunkler Frucht, vegetal. Feinkörniges, intensives Tannin,
frische Säure. Hallt lange nach. Guter Trinkfluss. CHF 25,–
90
2023 BIANCO DELL’ARCO Mittlere Intensität,
2020 MONCUCCHETTO RISERVA Dunkle
2021 MONCUCCHETTO Dunkles Rubin, violette
Reflexe. Nase: Cassis, Kirsche, Holunderbee-
Apfelnoten, weisse Blüten, etwas Ananas und 93 Frucht, Dörrpflaume, Brombeeren, Cassis, starke 91
Vanille, dezent Rauch, auch Zitruszeste. Mittlere
Fülle am Gaumen, geradlinig mit saftiger, reifer Säure und
Gewürzen. Phenolischer Grip im langen Nachhall.CHF 18,50
Röstnoten, Mokka, Leder, kräutrig. Gaumen kraftvoll,
breit, dank reifer Säure aber elegant. Dunkle Frucht, reifes
Tannin, dezente Röstnoten im saftigen Nachhall. CHF 42,–
ren, auch würzig, Zimt, Lorbeer. Am Gaumen von
mittlerer Statur, weich, schmelzig, reife Säure, geschliffenes,
aber recht präsentes Tannin. Gute Länge. CHF 29,–
falstaff
131
weinreise / WEINGÜTER
★★★
TENUTA
CASTELLO DI MORCOTE
Strada al Castel 28
6921 Vico Morcote
T: +41 91 9961230
info@castellodimorcote.ch
castellodimorcote.ch
Tenuta Castello di Morcote ist
ein 150 Hektar grosses Anwesen
und liegt auf einer Landzunge im
Ceresio-See. Hier besteht der Boden aus
rosa Porphyr, einem Quarzit vulkanischen
Ursprungs. Seit drei Generationen
ist das Weingut im Besitz der Familie
Gianini. Die Hauptsorten, die auf den
sieben Hektar terrassierten Weinbergen
angebaut werden, sind Merlot, Cabernet
Franc, Cabernet Sauvignon und Chardonnay.
Weiter südlich, im Mendrisiotto,
werden weitere sechs Hektar verwaltet.
Kellermeister: Benedetta Molteni
Kontaktperson: Gaby Gianini
Produktion: 60.000 Flaschen, 13 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2018 CASTELLO DI MORCOTE RISERVA
92 Intensive, etwas reife Nase, Brombeeren, Himbeerkonfitüre,
etwas getrocknete Kirschen, dazu
vegetale Noten, Paprika, Kräuter sowie Dörrfrüchte. Am
Gaumen von mittlerer Statur, wiederum intensive Frucht,
etwas Mokka. Zupackendes, reifes Tannin. Langer
Nachhall. CHF 75,–
2022 CHARDONNAY AMPHORA
91 Noten von Zitruskonfitüre und Pomelo in der
Nase. Dazu gesellen sich Aprikose, Anklänge von
gerösteten Nüssen und etwas Melisse. Am Gaumen leicht
und filigran, mit feinem Säurefaden und kreidigem Finish.
CHF 45,–
2023 BIANCA MARIA
90 Eher zurückhaltend in der Nase, reifer Apfel,
zitrische Nuancen, Kräuternoten. Am Gaumen
weich, zeigt reife Säure, Noten von Apfel und weissen Blüten,
auch exotische Fruchtnuancen. Saftig und eher leicht
im mittellangen Nachhall, verbleibt dezent mineralisch.
CHF 21,–
2022 CASTELLO DI MORCOTE BIANCO
90 Edle Zitrusaromatik in der Nase. Dazu gesellen
sich Apfel, tropische Früchte und etwas
Karamell. Am Gaumen kräftig, mit dezenter Säure und
schmelziger, leicht herber Zitrusfrucht. Langes Finish auf
pfeffrigen Noten. CHF 39,–
2023 13 ROSÉ
89 Dezentes Bouquet mit Noten von roten
Johannisbeeren, Grapefruit und einem Hauch
exotischer Frucht. Am Gaumen lebendig, mit frischer Säure
und langem Finale. CHF 29,–
2019 FUOCO Konzentrierte Aromatik in der
92 Nase mit Noten von eingelegten Pflaumen und
Kirschen sowie Johannisbeerkonfitüre. Anklänge
von Grafit, Lakritze und dunkler Schokolade. Am Gaumen
saftige Säure, schöner Schmelz, feinkörniges Tannin
und würzig-balsamisches Finale. Kraftprotz. CHF 99,–
2020 CASTELLO DI MORCOTE Etwas wilde
91 Aromatik, reife dunkle Waldbeeren, Zwetschge,
Schwarzkirsche. Dazu etwas Peperoni- und
Gewürznoten, Nuancen von Mokka und Dörrfrüchten. Am
Gaumen vollmundig und zunächst weich mit ausbalancierender,
reifer Säure und wiederum präsenten, dunklen Beerennoten.
Reifes, aber spürbares Tannin. Hallt mittellange
nach mit Noten von Heidelbeeren und Gewürzen. CHF 47,–
2022 IL MORO Dunkles Rubin, violette Reflexe.
90 In der Nase Zwetschge, Brombeere, Holunderbeeren,
etwas Schwarzkirsche, dazu dunkle Gewürznoten.
Am Gaumen von mittlerer Fülle mit süsslicher
Kirschfrucht und intensivem, aber feinem Tannin. Rauchige
Noten changieren mit der Frucht. Endet mittellang mit
Nuancen von Mokka. CHF 20,–
2020 RUBINO Zwetschge, Brombeere,
89 Schwarzkirsche, dazu sahnige Nuancen und Röstakzente.
Am Gaumen eher füllig und ausladend
mit reifer Säure und konzentrierter Frucht. Frische Säure, Noten
von Kirschen und Himbeeren. Passende Länge. CHF 29,–
Fotos: ©Castello Morcote, © Carlo Reguzzi, Egle Berruti, Djordje Kojadinovic / REUTERS / picturedesk.combeigestellt
132 falstaff
★★★
TENUTA SAN GIORGIO
Auf der Tenuta San Giorgio
verbinden sich Handarbeit
und Engagement, Fachwissen
und Leidenschaft. Das kleine Team ist
konstant in Bewegung, setzt modernste
Erkenntnisse um, kennt die Eigenheiten
jeder Lage, reagiert auf die Launen der
Natur und den Charakter der einzelnen
Pflanze. Das Ergebnis sind kleine Mengen
authentischer Weine von höchster
Qualität. Im wunderschönen Rebhaus
des Betriebs werden Degustationen für
bis zu 50 Personen angeboten. Ende April
bis Ende August gibt es jeden Donnerstag
den Aperitivo del Giovedi.
Via al Bosco 40
6990 Cassina d’Agno
T: +41 91 6055868
info@tenutasangiorgio.ch
tenutasangiorgio.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Mike Rudolph
Produktion: 37.333 Flaschen, 5 % Schaumwein,
30 % weiss, 65 % rot, 55+2 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
90
2023 RAGGIO DI SOLE Helles Goldgelb. Tropisch-fruchtige
Nase, Maracuja, Ananas, dazu 88 kräutrig in der Nase, Hopfennoten, grüner Apfel, 92 Frucht, Brombeeren, Zwetschge, Cassis, harmo-
2023 TRATTOFINO Zart rosafarben. Betont
2022 CRESCENDO Kräftiges Rubin. Satte, klare
helle Zitrusfrüchte und weisse Blüten. Am Gaumen
frisch mit reifer, aber spürbarer Säure, Stachelbeere
und angenehm herb im leicht salzigen, Nachhall. CHF 25,–
Zitrone. Am Gaumen von mittlerer Fülle, frisch
und klar. Vife, zupackende Säure und mittlere Länge. Durstlöscher
der unkomplizierten Art. CHF 18,50
nisches Röstaroma, dezent Rauch. Gaumen weich,
samtige Struktur, reife Säure, feines Tannin. Lang anhaltend
mit dunkler Frucht. Angenehmer, reif-trinkiger Stil. CHF 36,–
90
2023 SOUVIGNIER GRIS Frische Nase mit Noten
von reifem Apfel und gelbem Steinobst, mine-
93 Zwetschge, dazu rauchige Röstaromen, anima-
91 Frucht, Brombeeren, etwas Cassis, florale und wür-
2021 ARCO TONDO Nase: Brombeeren und
2022 SOTTOROCCIA Reife, süsslich wirkende
ralische Nuancen sowie Noten von weissen Blüten.
Am Gaumen von schöner Fülle, wiederum Apfel- und
Blütennoten, reife Säure, saftig im langen Nachhall. CHF 25,–
lische Anklänge, Wacholder. Gaumen geschmeidig
mit reifer Säure, Tannin zupackend, aber reif, dunkle
Frucht und Gewürze. Endet lang und kraftvoll. CHF 46,–
zige Akzente, duftige Pfeffernoten, dezent Meeresbrise.
Gaumen weich, geschmeidig mit reifer Säure, feinem
Tannin und pfeffriger Würze. Mittellanger Nachhall. CHF 21,50
falstaff
133
weinreise / WEINGÜTER
★★★★
VINATTIERI TICINO SA
Den Grundstein für Vinattieri
legte Luigi Zanini im Jahr 1985.
Von Anfang an konzentrierte
man sich auf die Kreation von qualitativ
hochwertigen Weinen. Vorbild und
Benchmark waren immer die grossen
Merlot-Weine des Bordeaux. Anfang des
Jahres 2021 übergab man den Betrieb in
die Hände von Michele Conceprio, der
die Philosophie seitdem weiterführt. Bewirtschaftet
werden etwa 100 Hektar im
Tessin, die Weine wie den Vinattieri Rosso
– das Aushängeschild des Hauses –
hervorbringen.
Via Comi 4
6853 Ligornetto
T: +41 91 6473232
info@vinattieri.ch
vinattieri.ch
Kellermeister: Danilo Montanaro
Produktion: 28 % weiss, 2 % rosé, 70 % rot,
100 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 BIANCO DI MERLOT RONCAIA
90 Intensive Nase mit Noten von tropischen Früchten,
Agrumen und Apfel. Das alles umgarnt von
Karamellnoten und Anklängen von weissen Blüten. Am
Gaumen vollmundig, mit reifer Säure und cremiger gelber
Frucht. Langes Finale. CHF 27,–
2022 VINATTIERI BIANCO
90 Dezentes Bouquet mit Noten von Ananas,
Agrumen und gelbem Steinobst. Dazu kräutrig-würzige
Noten. Am Gaumen kraftvoll und ausbalanciert,
mit dezenter Säure und herbem Finale. CHF 29,90
90
2022 BIANCO RISERVA
In der Nase Noten von kandierten Zitrusfrüchten,
Pfirsich und Papaya. Dazu etwas Karamell und
florale Anklänge. Am Gaumen erstaunlich elegant und
frisch. Dezent phenolisches langes Finale. CHF 59,–
2019 VINATTIERI ROSSO Intensive, klare, kühle
PIO DELLA ROCCA Edle, dunkle Aromatik: Dunkle
Waldbeeren, Schwarzkirsche, Brombeeren,
94 Nase: Brombeere, Schwarzkirsche, Cassis, auch 92
rote Johannisbeere. Piment, Muskatblüte, auch
harmonische, edle Röstaromen, etwas Rauch,
Tabak. Gaumen kräftig, ausladend, gleichzeitig hohe Eleganz. Tabak und Edelholz. Am Gaumen von mittlerer Fülle, reife
Weiche reife Säure, spürbares, hochwertiges Tannin. Schöne Säure, schöne Eleganz. Zupackendes, reifes Tannin und
Balance aus Kräuterwürze und dunkler Frucht. CHF 139,–
wiederum Röst- und dunkle Fruchtnoten im Finale. Endet
auf Gerbstoff. CHF 49,–
2021 VINATTIERI 811 Intensive, reife, dunkelfruchtige
und dennoch kühle Frucht: Cassis,
93
Pflaume, Brombeeren, einnehmende Kräuterno-
92
ten, etwas Kaffee und mineralische Nuancen. Am Gaumen
von schöner Breite mit angenehmem Schmelz, reifer Säure
und präsentem, feinem und gut integriertem Tannin. Endet
lang mit erneutem Tannineindruck. CHF 79,–
2022 RONCAIA RISERVA Pflaumen, Brombeere
und dezent Cassis in der Nase, ergänzt von har-
92
monischer Würze, Gewürznelken, etwas Piment.
Am Gaumen von süsslichem Schmelz, Noten von eingelegten
Beeren, reife Säure, zupackende, feine Tannine.
Endet lang mit schöner Saftigkeit und Eleganz. CHF 27,–
2022 LIGORNETTO Intensive dunkle Frucht,
Cassis, Brombeeren, dunkler Kirsche, klare
Würze, Gewürznelke, etwas Zimt. Am Gaumen
von mittlerer Fülle, wirkt elegant und weich mit reifer
Säure, feinem Tannin und saftigem, frischem Nachhall.
Wiederum würzig-fruchtig im Finale. CHF 49,90
Fotos: beigestellt
134 falstaff
DAS WEB-PORTAL FÜR GENUSS
FALSTAFF.COM
AKTUELL: News und Hintergrundberichte aus der Wein-, Gourmet- und Bar-Szene
MODERN: Elegantes Design, optimiert für Desktop und Smartphone
SCHNELL: Kurze Ladezeiten und optimierte Suchfunktion
UMFANGREICH: Über 27.000 Restaurants und 160.000 Weine – mit Bewertung
@falstaff.magazin
falstaff weinreise / WINZER / WEINGÜTER
Ivo Monti von
der Cantina
Monti ist ein
echtes Tessiner
Winzeroriginal –
seine Merlots sind
längst ebenso
legendär.
TESSIN
Weitere Weingüter im Überblick
AZIENDA MONDÒ ★ ★ ★
Der Bondola del Nonu Mario ist eine rare und viel geliebte Tessiner
Spezialität des von den Brüdern Giorgio und Andrea Rossi
geführten Familienweinguts.
CANTINA MONTI ★ ★ ★
Im kleinen Familienbetrieb entstehen einige der besten Merlots
des Tessins. Die Rebberge liegen an den Ronchi, den Steilhängen
von Cademario.
Al Mondò | 6514 Sementina | aziendamondo.ch
Ronchi di Cademario | 6936 Cademario | cantinamonti.ch
CANTINE STUCKY-HÜGIN ★ ★ ★
Ein Auge fürs Detail und eine grosse Passion für das Tessiner
Terroir teilen die beiden Winzer Werner Stucky und Jürg Hügin
und kreieren Grossartiges.
ZÜNDEL AZIENDA AGRICOLA SA ★ ★ ★ ★
Zündel kreiert seit Langem ausgezeichnete Weine. Die geschichtsträchtige
Cuvée «Orizzonte»aus Merlot und Cabernet
Sauvignon ist das Flaggschiff des Weinguts.
Via Rocca 37 | 6575 Vairano | cantinestuckyhuegin.ch
AGRILORO SA ★ ★ ★
Meinrad C. Perler, der Gründer von Agriloro, keltert seit 1981
mit viel Respekt für die Umwelt und das Produkt Weine von
ausgezeichneter Qualität.
Via Prella 14 | 6852 Genestrerio | agriloro.ch
TENUTA VITIVINICOLA TRAPLETTI ★ ★ ★
Enrico Trapletti bewirtschaftet vier Hektar im schönen Tessin.
Zu seinen Steckenpferden gehört unter anderem die Sorte
Nebbiolo.
Via P.F. Mola 34 | 6877 Coldrerio | traplettivini.ch
Beride 25/31 | 6981 Beride | +41 9 16082440
HUBER VINI ★ ★ ★ ★
Im Zentrum steht für Familie Huber die für das Tessin typische
Sorte Merlot. Die Weine spiegeln das Terroir des Tessins auf einzigartige
Weise.
Via Monteggio 77 | 6998 Monteggio | hubervini.ch
ANGELO DELEA ★ ★ ★
Was Angelo Delea 1983 lostrat, entwickelte sich zu einem der
wichtigsten Weinproduzenten im Tessin und wird heute von
seinen Söhnen David und Cesare weitergeführt.
Via Zandone 11 | 6616 Losone | delea.ch
Fotos: Switzerland Tourism, Trapletti/Foto Siffert, Siffert/weinweltfoto.ch, beigestellt
136 falstaff
Enrico Trapletti
keltert nicht nur
Merlot, er kultivert
auch Nebbiolo –
paradoxerweise ein
Exot im unweit des
Piemonts gelegenen
Kanton Tessin.
Jonas Huber bewirtschaftet den legendären
Betrieb seines Vaters seit dem Jahrgang 2016 in
zweiter Generation.
Christian Zündel gehört zu den Pionieren im Tessin – seit wenigen
Jahren wird das Weingut von seinen Kindern geführt.
falstaff
137
ALTE REBEN,
NEUE WEGE
Im Tessin vereinen sich Tradition und Innovation zu einer beeindruckenden
Weinkultur, die nicht nur die Gegenwart prägt, sondern auch die Weichen
für eine nachhaltige Zukunft des Weinbaus stellt.
Tessiner Weinbau in perfekter
Kulisse: Die Reben gedeihen
an den Ufern der Seen und
vereinen Natur und Tradition in
einer idyllischen Umgebung.
K
aum eine Region steht so sehr für
eine Rebsorte wie das Tessin, das
untrennbar mit dem Merlot verbunden
ist. Der Kanton im Süden
besticht mit alten Siedlungen und charmanten
Dörfern, die im Kontrast zu den städtischen
Zentren wie Locarno, Lugano, Bellinzona
und Mendrisio stehen. Es ist zugleich
die einzige Weinregion der Schweiz südlich
der Alpen und mit ihren 1181 Hektar Rebfläche
die viertgrösste des Landes. Rund
2600 Winzer bewirtschaften die malerischen
Weinberge, die sich auf einer Höhe von 200
bis 700 Metern erstrecken und in die beiden
klimatisch unterschiedlichen Unterregionen
Sopraceneri und Sottoceneri unterteilt sind.
VON DER TRAUBE ZUM GENUSS
Von Giornico bis Bellinzona ziehen sich die
charakteristischen Pergola-Weinberge des
Sopraceneri. Besonders reizvoll sind die
Lagen, die sich innerhalb der Mauern des
Unesco-Welterbes Bellinzona befinden. Hier
lohnt sich der Besuch der Cantina Cagi, die
Trauben von rund 500 Winzern verarbeitet,
sowie der Weingüter Cantina Chiericati, Settemaggio
und Azienda Mondo. Auf dem Weg
zum Lago Maggiore lassen sich die Weinberge
der Azienda Vitivinicola Giromit Sagl von
Fabio Zanini besichtigen, während die Cantina
alla Maggia in Ascona mit kulinarischen
Erlebnissen im Weinberg lockt. In Locarno,
der Stadt des Filmfestivals, können Besucher
die Cantina Matasci bei einer «Aperitif-
Degustation im Museum» oder die Firma
Delea im Rahmen einer Besichtigung erleben.
Südlich des Monte Ceneri liegt das Sottoceneri,
wo die Böden vor allem aus Kalk und
Lehm bestehen. In Lugano bietet sich die
Gelegenheit, besondere Veranstaltungen zu
erleben, etwa ein Kinoabend im Weinberg
der Tenuta di Morcote, eine Verkostung in
der von Mario Botta entworfenen Cantina
Moncucchetto oder eine Weinreise im Wine
& Art Relais Vallombrosa in den Weinbergen
der Tenuta Tamborini. Weiter südlich
erreicht man das Mendrisiotto, die Wiege
des Tessiner Merlots. Diese Region lädt zu
Erkundungstouren durch die Weinberge ein,
sei es zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Hier
befinden sich auch zwei der ältesten Weinkellereien
des Kantons: Fratelli Corti und
Valsangiacomo Vini. Dazu kommen die
Gialdi und die Cantina Sociale di Mendrisio,
die mit 125.000 Rebstöcken als eines der
grössten Rotweingüter der Schweiz gilt.
Der Merlot macht 85 % der gesamten
Weinproduktion aus, während der Rest auf
weisse Rebsorten entfällt. Auch die autochthone
rote Bondola sowie internationale
Sorten bereichern das regionale Angebot.
Seit über 30 Jahren werden im Tessin auch
Schaumweine nach der klassischen und der
Charmat-Methode produziert – grösstenteils
aus – wie könnte es anders sein – Merlot.
INFO
Weitere Informationen unter
ticinowine.ch
swisswine.ch/de/regionen/tessin-de
138
falstaff
WEINREGION TESSIN
Tenuta Castello di Morcote befindet sich
auf einer Landzunge im Luganersee. Das
Weingut gehört seit drei Generationen
der Familie Gianini.
ADVERTORIAL Fotos: © fotopedrazzini.ch; beigestellt
falstaff 139
weinreise / DREI-SEEN-LAND
BEIDSEITS DES
ROSTIGRABENS
..
Das Drei-Seen-Land ist ein ideales Ziel für Weinliebhaber. Die kleinste Weinregion
der Schweiz erstreckt sich über die Kantone Bern, Neuenburg, Freiburg und Waadt
und bietet zahlreiche, vornehmlich kleine Weingüter. Besonders schön lässt sich
die malerische Landschaft zu Fuss erkunden.
TEXT LARISSA GRAF
140 falstaff
Foto: Tourismus Biel Seeland/Stefan Weber
Am Nordwestufer des Bielersees
gibt es viele kleine Weingüter und
historische Dörfer zu erkunden.
Immer präsent ist der Blick auf
den schönen See.
falstaff
141
weinreise / DREI-SEEN-LAND
Weinblick. Schloss Erlach, auf einem Hügel
gelegen und umgeben von Weinbergen, bietet
einen wunderschönen Blick auf Bielersee und
die Umgebung.
6
GUTE
GRUNDE
1 zahlreiche
..
FÜR EINE WEINREISE
INS DREI-SEEN-LAND
Alte Traditionen: Im Drei-Seen-Land werden viele alte
Bräuche noch gelebt. Jeden Winter öffnen zum Beispiel
Kellereien ihre Türen zum Treberwurstessen.
2Die Seen: Dank Kanälen kann eine Schifffahrt auf allen drei Seen
unternommen werden, sie ist ein Must! Zusammen bilden Kanalnetz
und Seen die längste befahrbare Wasserstrasse der Schweiz.
Foto: mauritius images / Alamy Stock Photos / Frank Bienewald
142 falstaff
3
Natur: Das Drei-Seen-Land hat mehr Bio-Rebfläche als
jede andere Schweizer Weinregion und eine unvergleichliche
Biodiversität. Die herrliche Landschaft kann gut zu
Fuss entdeckt werden. Es gibt etliche Weinwanderungen
entlang des Bieler- und des Neuenburgersees.
Gastfreundschaft: Bereits Berühmtheiten
wie Rousseau und Goethe genossen die
Seeländer-Gastlichkeit. Bis heute ist die 4Region dafür berühmt.
5
Lokale Weinspezialitäten: Im Drei-Seen-Land gibt es
verschiedene besondere Weine. Zum Beispiel den Non
Filtré, einen Chasselas, der bereits im Januar nach der
Ernte unfiltriert abgefüllt wird. Ebenfalls beliebt ist der
Oeil-de-Perdrix, ein frischer Rosé aus Pinot Noir.
6
reichen
Kultur und Geschichte: Das Drei-Seen-Land erstreckt sich über die
deutsch-französische Sprachgrenze hinaus. Schon immer vermischten
sich hier verschiedene Kulturen – das merkt man den Menschen, dem
Essen, aber auch der Architektur an. Unbedingt sollte man den zahlmittelalterlichen
Dörfern und Städten einen Besuch abstatten.
falstaff
143
weinreise / DREI-SEEN-LAND
Die Stadt Neuenburg mit
ihrem Schloss ist alleine
schon einen Besuch wert.
Fotos: Switzerland Tourism / Andreas Gerth / Silvano Zeiter
144 falstaff
WER GUT ZU FUSS
IST, SOLLTE
UNBEDINGT EINE
WEINWANDERUNG
MACHEN.
Am Ufer des idyllischen
Neuenburgersees wächst
vor allem Pinot Noir. An
schönen Tagen reicht der
Blick von den Rebbergen bis
in die Alpen..
Das Drei-Seen-Land ist ein Ort
der Vielfalt. Diese etwa
950 Hektar umfassende
Wein region erstreckt sich über
die deutsch-französische
Sprachgrenze hinaus und verteilt sich über
vier verschiedene Kantone: Bern, Freiburg,
das Waadtland und Neuenburg. Die meisten
Rebberge findet man jeweils an den Nordwestufern
des Bieler-, des Murten- und des
Neuenburgersees. Die steilen Hänge dort
haben eine ideale Sonneneinstrahlung, zudem
schützt die dahinter liegende Jurakette die
Weingärten vor harschen Nordwinden.
Gleichzeitig wirken die Seen ausgleichend auf
die Temperaturen. Es herrschen also
hervorragende Bedingungen für den Anbau
von vielen verschiedenen roten und weissen
Rebsorten. Am meisten Rebfläche hat der
Kanton Neuenburg mit knapp 600 Hektar,
die vor allem mit Pinot Noir bestockt sind.
Die rote Burgundertraube gedeiht auf den
kiesigen, kalkhaltigen Böden der Juraausläufer
hervorragend. Sie wird zu Weinen
von eindrücklicher Finesse und Eleganz
verarbeitet, die den Vergleich mit den
grossen Gewächsen der französischen
Nachbarn nicht scheuen müssen.
Auch im Flachland zwischen den Seen
haben sich einige Produzenten angesiedelt,
dort gibt es überwiegend Molasseböden.
In den Hängen am Bielersee zwischen La
Neuveville und Biel ist der Untergrund wieder
kalkhaltig und steinig. Dort haben sich
allerdings im Gegensatz zum Neuenburgerseeufer
die weissen Sorten durchgesetzt, die
rund 60 Prozent der 220 Hektar Rebfläche
ausmachen. Es wird vor allem Chasselas
angebaut, aber auch internationale Traubensorten
wie Sauvignon Blanc, Pinot Gris
und Chardonnay gedeihen hier prächtig.
Bei den roten Trauben dominiert erneut der
Pinot Noir, es gibt aber auch exotischere
Sorten wie Malbec oder Syrah, die in kleinen
Mengen angebaut werden.
<
falstaff
145
weinreise / DREI-SEEN-LAND
<
Am Murtensee befindet sich das mit etwas
über 110 Hektar kleinste Anbaugebiet des
Drei-Seen-Lands, Vully. Es ist ausserdem das
einzige Schweizer AOC, dessen Rebfläche auf
zwei Kantone aufgeteilt ist – Freiburg und
das Waadtland. Auch hier ist Chasselas die
meistangebaute Sorte, gefolgt von Pinot Noir.
Weil im Drei-Seen-Land mehr als 20 Prozent
der Rebfläche biologisch oder gar biodynamisch
bewirtschaftet werden – mehr
als in jeder anderen Schweizer Weinregion
–, werden auch immer mehr Piwi-Sorten
angebaut. Diese sind gegen verschiedene
Pilzerkrankungen resistent und eignen sich
deswegen besonders gut für den nachhaltigen
Anbau. Piwi-Züchtungen wie Garanoir,
Gamaret oder Souvignier Gris findet man
hier also immer öfter.
WEINREGION MIT GESCHICHTE
Schon die Kelten wussten die Lage des
Drei-Seen-Landes zu schätzen, wie archäologische
Funde am Bielersee zeigten. Auch
die Römer siedelten sich an, sie pflanzten
die ersten Rebberge der Gegend und wählten
die Stadt Aventicum – heute Avenches –
als Hauptstadt der Civitas Helvetiorum.
Verschiedene Kulturen hinterliessen seitdem
ihre Spuren, denn es gibt hier alles, was es
zum Überleben braucht: Wasser und fruchtbares
Land. Mit der Umleitung der Aare im
Zuge der Juragewässerkorrektion wurde
das Schwemmland um die Seen beseitigt,
was die Anbaufläche um einiges vergrösser-
Die Römer hinterliessen nicht nur das Amphitheater in Avenches, sie waren die Ersten, die in der
Gegend Wein herstellten. Auch heute noch finden im alten Theater Aufführungen statt.
te. Es gedeihen daher nicht nur Reben hervorragend,
im Flachland wird viel Gemüse
und Obst geerntet. Das Seeland gilt bis
heute als die Gemüsekammer der Schweiz.
Historisch und architektonisch gibt es
in der Gegend ebenfalls viel zu entdecken.
Es lohnt sich, die verschiedenen Orte am
Seeufer zu besuchen. Nicht nur die urbanen
Zentren Biel, Neuchâtel und Yverdonles-Bains
sind eine Erkundungstour wert,
sondern auch kleinere Städtchen wie Twann,
La Neuveville oder Murten. Unbedingt muss
man sich in eine der gemütlichen Beizen am
Seeufer setzen und ein Fischgericht bestellen
– viele Restaurants kochen mit Fischen
aus den Seen, die täglich frisch von den
Berufsfischern vorbeigebracht werden. Eglifilets
oder «Filets de Perche» zu bestellen,
gehört zum Drei-Seen-Land-Erlebnis dazu.
Aber auch ausserhalb der Städte und
Dörfer gibt es unzählige lohnende Ausflugsziele,
etwa Weingüter, deren Geschichten
bis in die frühe Neuzeit zurückreichen.
Einige dieser historischen Anwesen können
besucht werden, zum Beispiel das Château
d’Auvernier aus dem 16. Jahrhundert, das in
vierzehnter und fünfzehnter Generation von
der Familie Grosjean geführt wird. Ebenfalls
besonders sind die Caveaux der verschiedenen
Weinregionen, in denen die Cuvées
der umliegenden Winzer degustiert werden
können. Im Schloss Château de Boudry befindet
sich nicht nur das Caveau de Boudry
mit über 200 Weinen aus der Umgebung,
sondern auch das Hauptquartier der
Weinregion Neuenburg zusammen
mit dem Weinbau- und Weinmuseum
– man könnte dort einen
ganzen Tag verbringen.
Manche Produzenten des Drei-Seen-
Lands wie etwa das Château d’Auvernier
blicken auf eine Geschichte von
mehreren Jahrhunderten zurück.
Fotos: Shutterstock, David Marchon/Mavu, Contreforme, StockFood / Siffert, Hans-Peter
146 falstaff
Im mittelalterlichen
Château de Boudry
befindet sich die ein
Weinmuseum und
eine Vinothek, in der
vielen Tropfen der
Region degustiert
werden können.
FACTS
DREI-SEEN-LAND
Egal, zu welcher Jahreszeit, wer gut zu
Fuss ist, sollte unbedingt eine Weinwanderung
machen. Startet man von Biel aus, erreicht
man die Rebberge am Seeufer bereits
nach einem kurzen Marsch. Die Weinwanderwege
ziehen sich am Ufer entlang bis ans
Südende des Neuenburgersees. Unterwegs
kann man etliche Weingüter besuchen, im
Sommer laden ausserdem viele kleine Badeund
Grillstellen zu einer Pause ein. Aber
auch im Winter ist immer etwas los: Von
Januar bis März öffnen etliche Kellereien um
den Bielersee ihre Türen, wenn sie zum traditionellen
Treberwurstessen einladen. Diese
Würste werden in den Destillen im Dampf
gegart, der beim Herstellen von Tresterbrand
entsteht. Es ist die ideale Verpflegung nach
einem langen Marsch. Für die Rückkehr
nimmt man am besten ein Schiff, die Fahrt
damit ist ein wunderbares Erlebnis. Durch
Kanäle sind alle drei Seen miteinander verbunden,
zusammen bilden sie die längste
befahrbare Wasserstrasse der Schweiz.
Eine besondere Drei-Seen-Länder-Spezialität ist die
Treberwurst. Sie wird im Winter gegessen.
<
n Das Drei-Seen-Land ist die
kleinste Schweizer Weinregion. Es
ist für etwa sieben Prozent der
Gesamtherstellung verantwortlich.
n Mit 606 Hektar ist Neuenburg
das grösste Anbaugebiet des
Drei-Seen-Landes. Am Ufer des
Bielersees im Kanton Bern gibt es
222 Hektar Rebberge, im Mont
Vully am Murtensee sind es 116.
n Im Drei-Seen-Land bauen
78 Produzenten zwölf verschiedene
Rebsorten an.
n Rund 20 Prozent der Rebfläche
wird biologisch bewirtschaftet.
n Die Anbaufläche ist in 56 Prozent
rote Traubensorten und 44 Prozent
weisse Traubensorten unterteilt.
n Auf 46 Prozent der Rebfläche
wächst Pinot Noir. Am zweithäufigsten
wird Chasselas angebaut,
mit 26 Prozent der Gesamtfläche.
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147
weinreise / DREI-SEEN-LAND
ESSEN
LOKAL
In diesem hübschen modernen Bistro gilt die
Losung «gemütlich, ehrlich, herzlich». Es gibt
lokale Produkte, die zu frechen und überraschenden
Gerichten verarbeitet werden. Dazu lagern im
Keller rund 150 Naturweine.
Albrecht-Haller-Strasse 2, 2502 Biel
T: +41 32 3222451, lokal-biel.ch
CAVEAU LIGERZ
Vom Stammtisch der Winzer der Gegend wurde
dieser alte Gewölbekeller zum Restaurant, in dem
sich Lokale und Touristen treffen. Man bekommt
regionale Spezialitäten und selbstverständlich eine
grossartige Auswahl an Weinen vom Bielersee.
Dorfgasse 7, 2514 Ligerz
T: +41 32 5453166, caveauligerz.ch
TIPPS & ADRESSEN
LA MAISON DU PRUSSIEN
Eine Brasserie aus dem 18. Jahrhundert, schonend
renoviert und mit schönen Details versehen. Hier
geniesst man die Küche des französischen Küchenchefs
Jean-Yves Drevet, der alten und modernen
Klassiker seiner Heimat seinen eigenen Touch
verleiht.
Rue des Tunnels 11, 2000 Neuchâtel
T: +41 32 7305454, hotel-prussien.ch
RESTAURANT O‘TERROIRS
Edle Genüsse gibt es im Restaurant «O’terroirs» im
Hotel «Beau Rivage» Neuchâtel. An drei Abenden
der Woche kocht der Chef zudem für maximal vier
Personen ein spezielles Menü, das man in seiner
Küche geniessen darf.
Esplanade du Mont-Blanc 1, 2000 Neuchâtel
T: +41 32 7231523, beau-rivage-hotel.ch
KÄSEREI MURTEN
Ob zum Zmittag, zum Apéro oder zum unkomplizierten,
aber feinen Znacht, die Käserei ist Treffpunkt
für Geniesser in Murten. Serviert wird eine
moderne Küche mit klassischen Wurzeln, dazu
gibt es eine fantastische Weinauswahl zu
sympathischen Preisen
Rathausgasse 34, 3280 Murten
T: +41 26 6701111, kaeserei-murten.ch
AUX TROIS AMIS
Inmitten der Rebberge über dem Bielersee thront
dieses elegante Restaurant. Es gibt eine gehobene
Küche, in der regionale Zutaten die Hauptrolle spielen.
Im Weinkeller lagern zudem einige Raritäten.
Untergasse 17, 2514 Ligerz
T: +41 32 3151144, aux3amis.ch
SCHLAFEN
HÔTEL PALAFITTE
Wie die alten Kelten übernachtet man in diesem
Hotel auf Pfahlbauten im See – aber natürlich mit
jeglichem modernen Komfort. Wunderschön sind die
Zimmer mit Seeblick und Terrasse am Wasser, da
kommt auch bei einem Kurztrip Ferienstimmung auf.
Rte des Gouttes-d’Or 2, 2008 Neuchâtel
T: +41 32 7230202, palafitte.ch
HÔTEL DE L‘AIGLE
Wer in einem schönen Landhaus mit grossem
Garten und gemütlichen Zimmern übernachten
möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Beson-
Fotos: Switzerland Tourism/Andre Meier, beigestellt Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com
148 falstaff
ders eindrücklich ist der mit Holztäfer
ausgestattete Gastraum, in dem auch
das Frühstück serviert wird.
Grand‘Rue 27, 2108 Couvet
T: +41 32 8649050, hotel-aigle.ch
KLOSTERHOTEL ST. PETERSINSEL
In den altehrwürdigen Räumen des früheren
Klosters auf der St. Petersinsel kann heute in
grossem Komfort übernachtet werden. Schon
illustre Gäste wie Rousseau und Goethe besuchten
diesen magischen Ort.
Heidenweg 26, 3235 Twann-Tüscherz
T: +41 32 3381114, st-petersinsel.ch
HOTEL BAD MURTENSEE
In diesem gemütlichen Hotel nächtigt man mit
wunderbarem Blick auf den Murtensee und den
Mont Vully. Von hier aus kann man das hübsche
Städtchen Murten und die Umgebung zu Fuss
erkunden.
Hauptstrasse 5, 3286 Muntelier
T: +41 26 6708810, bad-murtensee.ch
WEINBARS
SAUVAGE
In dieser gemütlichen Weinbar in Biel werden
naturnah produzierte Weine angeboten, darunter
auch einige der Region. Serviert werden dazu
köstliche Snacks aus Zutaten aus der Region.
La Cave du N’9
Ein junges und leidenschaftliches Team steckt hinter
der Naturweinbar Sauvage in Biel.
Zentralstrasse 19, 2502 Biel
T: +41 32 5101066, sauvage-biel.ch
OENOTHEQUE CHAUFFAGE COMPRIS
Dieses Bistro mit Weinbar und -laden bietet eine
grosse Auswahl an Schweizer Weinen, zusammen
mit einigen weiteren Must-haves aus Europa. Um
die 250 davon werden sogar Glasweise ausgeschenkt,
man kann sich hier also ein sehr gutes
Bild von der lokalen Weinlandschaft machen.
Rue des Moulins 37, 2000 Neuchâtel
T: +41 32 7214396,
oenotheque.chauffagecompris.ch
VINOTHEK VINITERRA
Im alten Propfhaus in Twann am Bielersee können
die Weine von 60 lokalen Weingütern degustiert
werden. Dazu werden köstliche Winzerplättli
serviert.
Im Moos 4, 2513 Twann
T: +41 32 3152718, viniterra-bielersee.ch
LA CAVE DU N°9
Jeden Monat werden hier rund zehn verschiedene
Degustationen angeboten. So kann man sich mit
dem lokalen Terroir bekannt machen oder auch in
die Ferne schweifen. Im dazugehörigen Restaurant
speist man übrigens auch hervorragend.
Rue Neuve 9, 2300 La Chaux-de-Fonds
T: +41 32 9683036,
numero9.ch/la-cave-du-n9
AKTIVITÄTEN
LES CAVEAUX
In den Caveaux der Weinregionen kann man die
Weine der umliegenden Winzer degustieren – von
April bis Ende Oktober freitags bis sonntags.
CAVEAU DE BOUDRY
Auffällig ist das Caveau de Boudry. Es befindet
sich in einem cremefarbenen alten Turm mitten
im Rebberg. Aber nicht nur deswegen lohnt sich
der Besuch hier, es gibt auch viel Spannendes zu
degustieren.
Château de Pierre, 2017 Boudry
T: +41 32 8425295, caveaudesvinsdeboudry.ch
CAVEAU DES VINS DE L’ENTRE-DEUX-LACS
Die Weine der Region zwischen dem Neuenburgerund
Bielersee degustiert man hier in wunderschöner
Atmosphäre in einem alten Herrschaftshaus
im Zentrum Cressiers.
Rue Vallier 1, 2088 Cressier
T: +41 79 6694854, caveaudesvins.ch
Idyllisch und umgeben von Ruhe nächtigt man im ehemaligen Kloster
auf der St. Petersinsel. Die Zimmer sind einfach, aber komfortabel.
CHÂTEAU DE BOUDRY
Schöne, alte Gebäude gibt es in dieser Gegend
zuhauf zu entdecken. In einem mittelalterlichen
Schloss befindet sich etwa das Hauptquartier
der Weinregion Neuenburg, zusammen mit dem
Weinbau- und Weinmuseum und einem Weinladen
mit Bar, in dem über 200 verschiedene Flaschen
erstanden werden können.
chateaudeboudry.ch <
falstaff
149
GRAPE ESCAPES
HOTEL MONT VULLY
Der Mont Vully bietet ein einzigartiges
Panorama zwischen den
Juraseen. Inmitten mediterraner
Landschaften und regionaler Weinberge
finden die Gäste Ruhe und
Entspannung. Historische Stätten,
lokale Produkte und Weinverkostungen
runden das Erlebnis ab.
Route du Mont 50, 1789 Lugnorre
T: +41 26 6732121
hotelmontvully.ch
150 falstaff
ENTDECKEN
DREI-SEEN-
LAND
HOTEL MURTENHOF &
KRONE
Im Herzen der Altstadt
von Murten verbindet das
Hotel Geschichte und
modernen Luxus. Ein
Private Spa und atemberaubende
Seesichten
laden zum Entspannen
ein, während regionale
Spezialitäten die kulinarischen
Sinne verwöhnen.
Rathausgasse 1–3,
3280 Murten,
T: +41 26 6729030
murtenhof.ch
XXXXXXXXXXXXXXXX
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gjsdbfg hds fghjsdbgfsdhjfg bjsdbfg jdsbfg
hsdjdsbfg jsdfg bdhjsfg bjdsfgb dshjfg bdsjfg
bdshjfg bsdhjfgb sdhbfgkdsabfgiuaeriowene.
Adresse, XXX Ort, T: +43 X XXXX,
weltmuseumwien.at
ST. PETERINSEL
Auf der historischen St. Petersinsel bietet
das Klosterhotel moderne Annehmlichkeiten
in historischen Mauern. Die Umgebung
begeistert mit Weinbergen und regionalen
Spezialitäten, während das Nachhaltigkeitskonzept
den Genuss der Natur in den
Vordergrund stellt.
Heidenweg 26, 3235 Erlach,
T: +41 32 3381114, st-petersinsel.ch
Fotos: Switzerland Tourism / André Meier, Florian Busch, epudesign.com, beigestellt
ROMANTIKHOTEL DE L‘OURS
Das 1843 erbaute Winzerhaus vereint Tradition und modernen Komfort. In den
historischen Gemäuern geniessen die Gäste regionale Weine und marktfrische Küche,
während der Blick über den Murtensee zur Entspannung beiträgt.
Route de l‘Ancien Pont 5, 1786 Sugiez, T: +41 26 5101152, hotel-ours.ch
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151
weinreise / WEINGÜTER DREI-SEEN-LAND
Dorfgasse 31
2513 Twann
T: +41 77 5010782
hello@bonnetdufou.ch
bonnetdufou.ch
Die beiden Luzerner Quereinsteiger
Manuel Schneiter und
Roman Thürig konnten im
Jahr 2021 historische Kellerräume im
malerischen Weindorf Twann übernehmen:
Die Geburtsstunde ihrer Domaine
Bonnet du Fou. Auf zwei Hektar kultivieren
sie heute die Sorten Chasselas,
Pinot Gris, Chardonnay, Pinot Noir
und Diolinoir, die mit viel Handarbeit
und Anspruch für höchste Qualität zu
langlebigen Terroirweinen verarbeitet
werden. Seit 2023 ist der Betrieb biozertifiziert.
Kontaktperson/Kellermeister: Roman Thürig &
Manuel Schneiter
Produktion: 10.667 Flaschen
60 % weiss, 40 % rot, 2.2 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
★★★
DOMAINE
BONNET
DU FOU
90
2023 CHASSELAS
Duftet nach frischer Nektarine, Mandarine, Birne
und Apfel. Dazu Anklänge von weissen Blüten
89
2023 PINOT GRIS
Zartes Lachsrosa im Glas. In der Nase eher
dezente Noten, mit Noten von reifem Kernobst
und kräutrig-würzige Nuancen. Am Gaumen kompakt und
kraftvoll, mit weicher Säure, frischer gelber Frucht und
langem salzig anmutendem Abgang. CHF 18,–
und Agrumen sowie floralen Nuancen. Am Gaumen ausgewogen
und frisch, mit knackiger Frucht und minerlisch
anmutendem Finale. CHF 26,–
2023 CHASSELAS ORANGE «LA FOLLE»
2023 PINOT NOIR
90 Intensives Bukett mit Noten von Pfirsich, Agrumen
und Schwarztee. Zudem kräutrig-würzige
beere, dazu frische Würznoten. Am Gaumen von
90 Sehr klare Nase: Brombeere, Cassis, Holunder-
Anklänge und Quitte. Am Gaumen weich, ausgewogen,
mittlere Fülle mit frischer reifer Säure, feinem Tannin und
dezente Phenolik, langer Abgang. CHF 32,–
langem, wiederum fruchtbetontem Nachhall. CHF 27,–
2022 CHARDONNAY «LES DEUX»
90 Duftet nach nach gelbem Apfel, etwas Ananas
und Agrumen. Dazu kräutrig-würzige Anklänge
und ein Hauch Lakritze. Am Gaumen weich, mit frischer
Säure und Apfel-Zitrus-Aromatik. Mittellanges würziges
Finale. CHF 34,–
2022 PINOT NOIR «GAUCHETEN»
90 Gedörrte Zwetschge, dunkle eingelegte Kirschen,
Waldbeeren, Kräuter- und Röstnoten. Wirkt eher
reiffruchtig. Am Gaumen von mittlerer Fülle mit reifer
Säure und schöner Balance aus Frucht- und Röstnoten. Passende
Länge mit spürbarem, mittelfeinem Tannin. CHF 45,–
★★★★
DOMAINE
DE CHAMBLEAU
Die Domaine de Chambleau über
dem Neuenburgersee gehört seit
langer Zeit zu den Spitzenbetrieben
der Region. Seit 1950 befindet sich der Betrieb
im Besitz der Familie Burgat und wird
seit 2022 von Charlotte und ihrem Vater
Louis-Philippe geleitet. Burgats Leidenschaft
für die Rebsorte Pinot Noir ist in der
Kollektion des Hauses allgegenwärtig. Mit
dem Pur Sang schuf er gar eine Schweizer
Pinot-Ikone. Seit 2017 arbeitet man vollständig
biologisch.
Kellermeister: Louis-Philippe Burgat
Produktion: 106.667 Flaschen
25 % weiss, 15 % rosé, 58 % rot, 2 % süss,
16 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2020 CHARDONNAY LE ROSY
92 Etwas strenge, sehr interessante Nase mit
prägnanter Feuersteinreduktion und reifen Zitrusaromen,
etwas Ananas. Am Gaumen von mittlerer Fülle,
schöne Balance aus Säure und Schmelz. Wiederum Zitrusnoten
sowie Anflüge von Eichenholz und Karamell,
wirkt am Gaumen insgesamt weniger facettenreich. Endet
aromatisch lang. CHF 41,–
2022 CHARDONNAY
91 Edle, fruchtige Nase mit Noten von frischer und
gebratener Ananas, Pfirsich und Zitrusfrüchten.
Anklänge von Melisse und florale Noten sowie ein Hauch
geröstete Nüsse. Am Gaumen stoffig und kraftvoll, mit
weicher Säure und langem salzig-mineralisch anmutendem
Abgang. CHF 31,–
2021 PINOT NOIR PUR SANG
94 Dunkles Rubingranat. Aromatisch zeigt er
sich auf der würzigen Seite: Pfeffer, Bourbon-Vanille,
Gewürznelken, dazu Pflaume und Amarenakirsche.
Entwickelt sich mit Luft immer weiter.
Am Gaumen kräftig und dicht mit wiederum
prägnanter Würze sowie perfekt reifer Frucht. Reife,
gut integrierte Säure, feines, superbes Tannin. Hallt
lange nach. CHF 93,–
2021 PINOT NOIR LA GAVOTTE
93 Mittleres Granatrot. In der Nase dunkle Kirschen
und Waldbeeren, dazu würzige Nuancen, etwas
schwarzer Pfeffer und Gewürznelke. Spannende, vielschichtige
Aromatik. Am Gaumen kräftig, von mittlerer Statur,
wiederum dunkle Beeren und Gewürze. Schön eingepacktes,
feines Tannin, vife reife Säure. Endet lang. CHF 47,–
2023 CUVÉE CHARLOTTE
92 Helles Granatrot. Duftige, feine Kirschfrucht,
helle Beeren, florale und röstartige Nuancen. Am
Gaumen angenehm leicht und frisch, jedoch kompakt wirkend.
Reife, gut eingebundene Säure, feines Tannin, hoher
Trinkfluss. Nur das sehr feine Tannin ist noch etwas spürbar,
darf also noch etwas reifen. CHF 32,–
2022 LES BOVARDES
91 Mittleres Rubingranat. Eher zurückhaltende Aromatik,
rote Beeren, Sauerkirsche, dazu kräuterwürzige
Noten, dezent pfeffrig. Am Gaumen kompakt
mit reifer, perfekt integrierter Säure und feinem aber
spürbarem Tannin. Passende Länge. Dürfte mit Reife
noch zulegen. CHF 47,–
Domaine de Chambleau
2013 Colombier
T: +41 32 7311666
info@chambleau.ch, chambleau.ch
152 falstaff
Untergasse 22
2514 Schernelz
T: +41 32 3152324
weingut@krebs-steiner.ch
krebs-steiner.ch
★★★★
WEINGUT KREBS
& STEINER
Das Winzerpaar Sabine Steiner
und Andreas Krebs führte die
elterlichen Betriebe im Jahr
2019 zusammen, woraus Krebs &
Steiner entstand. Bei den Lagen- und
Premiumweinen werden nach wie vor
zwei Weinlinien, Krebs oder Steiner,
beibehalten, welche die unterschiedlichen
Terroirs in Wingreis und
Schernelz widerspiegeln. Zusammen mit
dem rund 50 Meter entfernten Restaurant
Aux Trois Amis in Schernelz veranstaltet
man regelmässig die Degustation Deluxe,
bei der Wein und Essen verschmelzen.
Kellermeister: Andreas Krebs
Produktion: 11 Hektar
Anbauweise: Bio (bio.inspecta)
Ab-Hof-Verkauf: Ja
90
2022 KREBS & STEINER CUVEE DEUX
TERRES
Duftet nach Buttertoast, gedörrten tropischen
91
2023 KREBS SAUVIGNON BLANC
Reiffruchtige Nase mit Noten von Maracuja,
Apfeltarte, Holunderblüten und Brennnessel.
91
Früchten, Honig, Apfel und Zitrus. Etwas Kakao und geröstete
Nüsse. Am Gaumen frisch, mit angenehmer Perlage,
schöner Säure und langem cremigem Finale. CHF 28,–
Am Gaumen filigran und animierend. Mit feiner Säure
und dezenten phenolischen Anklängen im langen Finale.
CHF 23,50
2023 CHASSELAS «CLOS À L`ABBÉ»
93 Intensives Bukett mit Noten von Lindenblütenhonig,
etwas Biskuit, hellem Steinobst und Apfel.
Dazu dezente grünlich-würzige Anklänge. Am Gaumen
elegant, geradlinig und ausgewogen, mit mineralischwürzigem,
langem Finale. CHF 21,–
2023 STEINER CHARDONNAY
90 Feine Apfelaromatik in der Nase. Dazu Noten von
Agrumen, tropischen Früchten und etwas Salbei.
Am Gaumen fruchtig, mit saftiger Säure und mittlerem
Körper. Aroma von Apfel und Agrumen. Langer Abgang.
CHF 23,50
2023 KREBS PINOT NOIR ALTE REBEN -
VOGELSANG
Kirschen in der Nase, etwas dunkle Waldbeeren,
Kräuternoten, dezente Holznoten, etwas Lack. Am
Gaumen eher schlank mit kräftiger Säure, wiederum
Kirschnoten und zupackendem, mittelfeinem Tannin.
Hallt lange nach. CHF 35,–
2023 KREBS & STEINER PINOT NOIR
90 Klassisch wirkende Nase, Sauerkirsche in der
Nase, etwas Schwarzkirche und rote Beeren,
Noten von Gewürzen wie Zimt sowie Kräutern. Am Gaumen
von mittlerer Fülle, wiederum klare Frucht, Kirsche, präsentes,
mittelfeines Tannin. Passende Länge. CHF 20,–
Fotos: beigestellt
Bielstrasse 155, 2514 Ligerz
T: +41 32 3152170
info@weingutschloessli.ch
weingutschloessli.ch
★★
WEINGUT SCHLÖSSLI
FABIAN TEUTSCH-MARUGG
Das Schlössli selbst wurde um 1570
als Patrizier-Herbsthaus erbaut und
ist seit fast 200 Jahren im Besitz
der Familie Teutsch. Seit 2009 führen Irene
und Fabian Teutsch-Marugg den Betrieb
in sechster Generation. Das Bioweingut
umfasst sechs Hektar, verteilt auf drei
Parzellen, die meisten davon direkt ums
Haus. Über 50 Prozent sind mit Pinot
Noir bestockt. Im Keller arbeitet man
nach dem Prinzip «minimal intervention».
Wein entsteht mit und in der Natur.
Kontaktperson/Kellermeister: Fabian und Irene Teutsch
Produktion: 33 % weiss, 67 % rot,
6 Hektar
Anbauweise: Bio-dynamisch
Ab-Hof-Verkauf: Ja
WEINGUT SCHLÖSSLI
88 SAUVIGNON BLANC
Zurückhaltendes Bukett mit Noten von
Apfel, Zitrus und tropischen Früchten. Am Gaumen
dezent, mit weicher Säure, zarter Frucht und mittellangem
Finale. CHF 21,–
87
2023 WEINGUT SCHLÖSSLI GUTEDEL
Dezentes Bukett mit Noten von Apfel,
Lindenblüte, Agave und Birne sowie zarten Zitrusnoten.
Am Gaumen weich und etwas verhalten. Dezente Säure,
mittellang. CHF 15,50
2023 WEINGUT SCHLÖSSLI OEIL DE
88 PERDRIX
Recht intensives Pink. Prägnante, rote Beerenfrucht,
Erdbeere, etwas Rote Johannisbeere, würzige Nuancen.
Am Gaumen eher breit mit zurückhaltender Säure,
Grenadine- und Apfelnoten. Endet mittellang. CHF 19,–
2022 WEINGUT SCHLÖSSLI PINOT NOIR
92 RESERVE
Konzentrierte Fruchtaromatik in der Nase. Noten
von konfierten Waldbeeren, Zwetschge und Sauerkirsche.
Etwas Piment und kräutrige Anklänge. Am Gaumen dicht,
saftige Säure, gut eingebundenes Tannin. Langer Abgang.
CHF 27,–
2022 WEINGUT SCHLÖSSLI LE
91 GRAND PINOT
Reife Waldbeerenaromatik in der Nase, dazu
Kirsche und Rote Johannisbeeren. Etwas Süssholz und
kräutrige Nuancen. Am Gaumen saftig, straffe Säure, rote
Frucht, gut eingebundenes Tannin, langer Abgang.
CHF 48,–
2022 WEINGUT SCHLÖSSLI PINOT NOIR
90 Kühl-würziges Bukett mit Noten von Gewürznelke,
Piment, Granatapfel, Himbeere und
Kirsche. Dezente florale Anklänge. Am Gaumen mittelgewichtig,
mit dezenter Säure, feiner roter Frucht und
feinkörnigem Tannin. Mittellang. CHF 19,50
falstaff
153
falstaff weireise / WINZER / WEINGÜTER
Javet & Javet gehört zu den Topbetrieben in
der Miniappellation Vully am Murtensee.
Bildtext
DREI-SEEN-REGION
Weitere Weingüter im Überblick
CRU DE L’HOPITAL ★ ★ ★
Christian Vessaz ist seit dem Jahr 2002 Kellermeister im
Weingut am Mont Vully und keltert seither Weine von grosser
Finesse und Eleganz.
Route du Lac 200 | 1787 Môtier-Vully | cru-hopital.ch
LE PETIT CHÂTEAU ★ ★
Seit 200 Jahren betreibt Familie Simonet am Murtensee
Weinbau. Tradition, Innovation und sorgfältiges Arbeiten
fügen sich hier ganz grossartig zusammen.
Route du Lac 134 | 1787 Môtier | lepetitchateau.ch
CHÂTEAU DE PRAZ ★ ★
Das prächtige Weingut am Murtensee ist bekannt für filigrane,
elegante Weine. Seit 2011 leiten Marylène und Louis-Charles
Bovard-Chervet den Familienbetrieb.
Rue du Château 3 | 1788 Praz | chateaudepraz.ch
JAVET & JAVET ★ ★ ★
Früher wurden die Trauben des Familienbetriebs verkauft,
erst seit 2004 werden unter dem Namen Javet & Javet
hervor ragende Weine selbst produziert.
Rte du Quart-Dessus 8 | 1789 Lugnorre | javet-javet.ch
CHÂTEAU D’AUVERNIER ★ ★ ★
Auf dem schmucken Anwesen im Herzen von Auvernier unweit
des Neuenburgersees werden filigrane Chasselas und klassische
Pinot Noirs gekeltert.
Place des Epancheurs 6 | 2012 Auvernier | chateau-auvernier.ch
DOMAINE DE MONTMOLLIN ★ ★
Benoit und seine Schwester Rachel führen den Familienbetrieb
seit 2017 und haben richtig Gas gegeben: Umstellung auf
Biodynamie und viele neue Weinideen.
Grand-Rue 3 | 2012 Auvernier | domainedemontmollin.ch
Fotos: Javet & Javet, Domaine Grillette, Foto Hans-Peter Siffer, Switzerland TOurism, beigestellt
154 falstaff
LA MAISON CARRÉE ★ ★ ★ ★
La Maison Carrée arbeitet nach biodynamischen Grundsätzen
und steht für Weine, die das Terroir und die Entwicklung der
Rebsorte widerspiegeln.
Grand’Rue 33 | 2012 Auvernier | lamaisoncarree.ch
SCHOTT WEINBAU ★ ★ ★
Anne-Claire Schott führt das biodynamisch arbeitende
Familienunternehmen seit 2016 und zählt zu den Shootingstars
der jungen Schweizer Weinszene.
Dorfgasse 43 | 2513 Twann | peterschott.ch
GRILLETTE ★ ★ ★
Sie sind die Chardonnay-Pioniere der Schweiz, aber auch alle
anderen 13 Rebsorten im Weingut Grillette Domaine De Cressier
sind hervorragend.
Rue Molondin 2 | 2088 Cressier | grillette.ch
Bereits im Jahr 1964 wurden auf
Grillette die ersten Chardonnay-
Stöcke angepflanzt.
Das prächtige Weingut Château de Praz am Murtensee ist
überregional bekannt.
Anne-Claire
Schott setzt auf
einen natürlichen
Anbau und
eine ebenso
zurückhaltende
Weinbereitung.
falstaff
155
EINE REISE
UND WEINE
MIT CHARAKTER
Der Weintourismus in Neuenburg lädt dazu ein, ein einzigartiges
Terroir zu erkunden, in dem Weinbautradition und malerische
Landschaften zu unvergesslichen Erlebnissen verschmelzen.
Die charakteristischen Terroirs versprechen eine geschmackliche
Entdeckungsreise, die reich an neuen Eindrücken ist.
Die Weine aus Neuenburg, allen
voran der Pinot Noir, sind ein
Aushängeschild der Region. Die
gleichnamige Rebsorte gedeiht
hier auf ton- und kalkhaltigen Böden, was
dem Wein seine bemerkenswerte Feinheit
und Komplexität verleiht. Besucher haben
die Möglichkeit, diese Besonderheiten bei
Weinproben in traditionellen und historischen
Degustationskellern zu erleben, wo
Winzer ihr Wissen und ihre Geheimnisse
weitergeben. Ein Highlight der Region ist
der Œil de Perdrix, ein charakteristischer
Roséwein, der die Essenz des Pinot Noir
perfekt einfängt. Ebenso erwähnenswert ist
der Non Filtré, ein Wein, der durch seine
ungefilterte, trübe Erscheinung beeindruckt.
Zu den weintouristischen Erlebnissen
zählt die Verkostung in den lokalen Weinkellern,
die für Besucher ein Muss ist. Im Weinund
Rebenmuseum des Château de Boudry
Der Weinkeller von Boudry, untergebracht im
historischen Tour de Pierre, lädt inmitten der
Weinberge zur Verkostung ein – mit herrlichem
Ausblick und wechselnden Kunstausstellungen.
etwa werden Führungen und Verkostungen
angeboten, bei denen die Vielfalt der lokalen
Weine entdeckt werden kann – und das an
einem der symbolträchtigsten Orte des Neuenburger
Weinbaus. Darüber hinaus bieten
viele Weingüter Touren durch die Weinberge
an, die zu Fuss oder mit dem Geländewagen
unternommen werden können. Diese Erlebnisse
erlauben es, die malerischen Weinberge
zu erkunden und gleichzeitig einen unvergleichlichen
Blick auf den Neuenburger- und
den Bielersee zu geniessen.
SPRUDELNDER GENUSS
Das Maison Mauler in Môtiers gehört zu
den Highlights des Weintourismus in Neuenburg.
Seit 1829 hat sich das Haus auf die
Herstellung von Schaumweinen nach traditioneller
Methode spezialisiert. Bei informativen
Führungen durch die historischen Kellereien
können Besucher die Geheimnisse
156
falstaff
WEINREGION DREI SEEN
Von Generation zu Generation
weitergegebene Traditionen leiten
die geübten Hände der Winzer bei
der Ernte der reifen Trauben. Die
daraus entstehenden Weine fangen
die Essenz des Terroirs ein.
der Produktion dieser renommierten Bläschen
entdecken. Anschliessend bietet sich
die Gelegenheit, die exquisiten Schaumweine
in einem authentischen und einladenden
Rahmen zu verkosten, was das Erlebnis zu
einem unvergesslichen Teil der Weinentdeckungstour
macht.
WEINKULTUR HAUTNAH
Das Winzerdorf im Herzen der Fête des
Vendanges in Neuenburg bietet die perfekte
Gelegenheit, lokale Weine in festlicher
Atmosphäre zu entdecken. Mit Weinproben,
regionalen Spezialitäten und vielfältigen
Attraktionen lädt das Dorf dazu ein, in die
Neuenburger Weinkultur einzutauchen. Die
Fête des Vendanges findet jedes Jahr am
letzten September-Wochenende statt.
Die Offenen Keller von Neuenburg bieten
eine umfassende Einführung in die Welt
des Weins, bei der Winzer ihre Türen öffnen,
um ihre Rebsorten vorzustellen.
Weinproben, Besichtigungen
der Weingüter und fröhliche
Animationen prägen
den Charakter dieses
geselligen Events. Dank
der Pendelbusse zwischen
den Weinkellern
haben die Besucher
die Möglichkeit, mehrere Weinberge zu
erkunden und dieses unvergessliche Weintourismus-Erlebnis
im malerischen Weinland
der Region in vollen Zügen zu geniessen.
Die nächste Veranstaltung ist für den 9.
bis 10. Mai 2025 geplant.
NEUENBURGS WEINWELT
Der Weintourismus in Neuenburg bietet
weit mehr als nur die Erkundung von Weinen.
Er stellt ein Eintauchen in eine Lebenskunst
dar, bei der die Leidenschaft der Winzer
durch jede Weinprobe, jeden Spaziergang
und jeden Besuch spürbar wird. Sei es während
eines Tages inmitten der Weinlese, beim
Besuch im Maison Mauler oder bei einem
Ausflug durch die Weinberge – jede Aktivität
enthüllt einen weiteren Aspekt des Reichtums
dieses einzigartigen Terroirs.
Für aktuelle Informationen zu Veranstaltungen
empfiehlt sich ein Blick in den Terminkalender
unter neuchatel-vins-terroir.ch/
de/agenda/, zudem sind die sozialen Netzwerke
eine gute Quelle für Neuigkeiten.
INFO
Weitere Informationen unter
neuchatel-vins-terroir.ch
Im Rahmen der
«Caves Ouvertes»
öffnen die Winzer
ihre Keller, um
Besuchern die
Vielfalt und Qualität
der Weine von
Neuenburg zu
präsentieren.
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt
falstaff 157
PROMOTION
SCHWEIZER
KULINARIK
In den verschiedenen Weinregionen
des Landes spiegelt sich die kulinarische
Kreativität wider, die sowohl traditionelle
als auch innovative Elemente vereint.
Entspannen im Romantik
Hotel de L‘Ours Sugiez
Das Romantik Hotel de L‘Ours im
historischen Winzerhaus von 1843
vereint modernen Komfort mit traditionellem
Charme. Gäste geniessen
im prämierten Restaurant kreative,
saisonale Gerichte, begleitet von einer
erlesenen Weinauswahl, die regionale
Spezialitäten umfasst. Die stilvoll eingerichteten
Zimmer bieten Erholung
nach einem Tag am idyllischen Murtensee
oder bei Entdeckungstouren
in der Region Freiburg. Das Hotel legt
grossen Wert auf Nachhaltigkeit und
bezieht seine Produkte und Energie
aus der Region. Ob für romantische
Kurzurlaube oder private Feiern, das
Hotel bietet eine perfekte Kulisse
inmitten malerischer Natur und historischem
Ambiente.
ROMANTIK HOTEL DE L‘OURS
Route de l‘Ancien Pont 5
1786 Sugiez
T: +41 26 5101152
hotel-ours.ch
Restaurant Adler Fläsch –
meisterhaft verlockend
Es hat sich herumgesprochen: Siggi Tschurtschenthaler,
der sympathische Südtiroler, der bevorzugt
in Lederhosen kocht, hat mittlerweile schon
einen klangvollen Namen unter den besten Adressen
des guten Geschmacks. Die Gäste sind begeistert
von all jenen Köstlichkeiten, die in den heimeligen
Gaststuben ihren Weg auf den Teller finden. Seit der
Südtiroler in Fläsch den Kochlöffel schwingt, ist der
«Adler» im kulinarischen Höhenflug.
«Spitzenweine und Raritäten entdecken»
Die Weinkarte unter der Regie von Siggis Partnerin
Melanie gehört zudem zu den Top 5 in der Schweiz
in der Kategorie «Fine Dining und gehobene Küche».
Diese umfasst neben namhaften Winzern aus der
Region auch Raritäten aus bekannten Weingebieten
Europas. Tief unterhalb des Gebäudes lagern die
Weine im hauseigenen Weinkeller, ein steinernes
Gewölbe, dessen aussergewöhnliches Ambiente
sich als perfekte Location für Apéros zeigt.
«Sich wie im Himmel fühlen»
Damit man sich nach so viel Genuss nicht mehr ins
Auto setzen muss, bietet das Restaurant seit Neuem
auch Gästezimmer an. Ankommen, verweilen
und verwöhnen: inmitten der Bündner Herrschaft
kann man die Seele baumeln lassen, und zwar in
seiner schönsten Form. Die harmonische Kombination
aus historisch und modern verleiht den Zimmern
seinen ganz eigenen Charme, der den grauen
Alltag im Nu vergessen lässt.
«Eine Gegend, die begeistert»
In Fläsch geniesst man die Ruhe und den Charme
des idyllischen Weinbaudorfes und trotzdem ist die
Erreichbarkeit zu den zahlreichen Aktivitäten in der
Heidiland-Region, der wohltuenden Tamina Therme
oder zu den zahlreichen Skigebieten, in nur wenigen
Minuten möglich.
RESTAURANT ADLER
Krüzgass 2, 7306 Fläsch
T: +41 81 302 61 64
info@adlerflaesch.ch
adlerflaesch.ch
ADVERTORIAL Foto: © Shutterstock; Beigestellt
158
falstaff
DER FALSTAFF RESTAURANT- & BEIZENGUIDE 2025
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der Schweiz. Von Gästen bewertet.
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weinreise / DEUTSCHSCHWEIZ
LAND DER
VIELFALT
Die Weinregion Deutschschweiz erstreckt sich über 16 Kantone –
deckt also den grössten Teil der Schweiz ab. Es verwundert nicht,
dass der Weinbau und damit verbunden die önologischen
Reiseziele äusserst divers ausfallen.
TEXT LARISSA GRAF
160 falstaff
Die Bündner Herrschaft ist für
ihre besonders eleganten Pinot
Noirs bekannt. Manchmal wird sie
deswegen sogar als «Burgund der
Schweiz» bezeichnet.
Foto: Heidiland Tourismus / Thomas Kessler Visual
falstaff
161
weinreise / DEUTSCHSCHWEIZ
6
GUTE
GRUNDE
..
FÜR EINE WEINREISE IN DIE
DEUTSCHSCHWEIZ
1 an
162 falstaff
Diversität: Die Weinregion Deutschschweiz umfasst alle 16
deutschsprachigen Kantone und hat somit eine grosse Bandbreite
verschiedenen Landschaften, Kulturen und Terroirs.
2Hervorragende Pinots: Die beliebteste Traubensorte der
Deutschschweiz ist der Blauburgunder, der in jeder Region gedeiht
und überall fantastische, unterschiedliche Weine liefert.
Foto: Aargau Tourismus/Michel Jaussi
Lokale Weinspezialitäten: Ob Zürcher Räuschling oder
Bündner Completer, auch die Deutschschweiz hat ihre autoch-
3thonen Traubensorten. Sie sind eine Entdeckungsreise wert.
4
Vielfältige Gastronomie: Jede Region der
Deutschschweiz hat ihre eigenen kulinarischen
Highlights. Ob einfache Landbeiz
oder Sternegastronomie in Zürich, Capuns
in Graubünden oder Schaffhauser Rieslingsuppe,
es gibt für jeden Geschmack –
und Wein – das Passende.
5
Attraktionen: Die kleine Weltstadt Basel am Dreiländereck
und die Metropole Zürich sind genauso Teil der Weinregion
Deutschschweiz wie das hübsche Städtchen Schaffhausen, die
beeindruckenden Schlösser des Aargaus und die sonnige Bündner
Herrschaft mit ihren historischen Dörfern. Es gibt viel zu entdecken!
6
bei
Beeindruckende Natur: Von den Deutschschweizer Weinregionen aus
kann man eine Vielzahl an verschiedenen Naturspektakeln erkunden,
wie etwa die Taminaschlucht bei Bad Ragaz, den Rheinfall in Neuhausen
Schaffhausen oder die Rheinschlucht hinter Reichenau-Tamins.
falstaff
163
weinreise / DEUTSCHSCHWEIZ
DER WEIN HAT IN
DER DEUTSCH-
SCHWEIZ EINE LANGE
TRADITION.
VIELERORTS BAUTEN
BEREITS DIE RÖMER
TRAUBEN AN.
Grossflächig und äusserst divers
ist die Weinregion Deutschschweiz.
Wie es der Name
vermuten lässt, zählen zu ihr
alle deutschsprachigen
Kantone. Ganze 16 sind es von Basel bis an
den Bodensee über die Innerschweiz bis zu
Graubünden. Obwohl es in jedem Schweizer
Kanton Wein gibt, sind einige besser für
den Rebbau geeignet als andere. In besonders
bergigen und hoch gelegenen Gegenden
wachsen Trauben nicht gut, dort wird
meistens anderes Obst angebaut, daher sind
diese Regionen eher für Cidre, Bier oder
Obstbrände bekannt. Trotzdem hat der
Wein in der Deutschschweiz eine lange
Tradition – vielerorts bauten bereits die
alten Römer Trauben an – und ist in
verschiedenen Gegenden ein wichtiger Teil
der lokalen Identität.
Auch wenn es auf dieser grossen Fläche
eine Vielfalt an verschiedenen Traditionen,
Mikroklimas und Böden gibt, ist in der
gesamten Deutschschweiz Blauburgunder,
wie Pinot Noir hier heisst, die beliebteste
Traubensorte. Weisse Rebsorten machen
ungefähr ein Viertel der Gesamtfläche von
2660 Hektar aus. Spitzenreiter ist dort der
Müller-Thurgau, der manchmal als Rivaner
oder Riesling x Silvaner bezeichnet wird.
Fotos: mauritius images / Catharina Lux, Shutterstock, Heidiland Tourismus/Thomas Kessler
164 falstaff
<
Der Deutschschweizer
Kanton mit der grössten
Weinfläche ist Zürich. Hier
gibt es viele privilegierte
Lagen, etwa im Weinland.
Den grössten Anteil an der Deutschschweizer
Gesamtrebfläche hat der Kanton
Zürich mit etwas über 600 Hektar. Diese
verteilen sich über den ganzen Kanton
von den beiden Zürichseeufern über das
Limmattal bis ins an den Rhein grenzende
Weinland im Norden. Es gibt im Kanton
eine ganze Reihe an verschiedenen Klimas
und Böden von Gletschermoränen und
Molasse am Zürichsee bis zum schweren,
tonhaltigen Untergrund des Weinlands.
Mehr als die Hälfte der Rebfläche ist mit
roten Sorten bestockt, allen voran Blauburgunder.
Bei den weissen Sorten dominiert
der Müller Thurgau. Auf etwa neun Hektar
wächst der Räuschling, eine selten gewordene
Zürcher Spezialität. Besonders wohl
fühlt er sich am rechten Zürichseeufer. Weil
er frisch, fruchtig und säurebetonte Weine
liefert, passt er perfekt zu Fisch aus lokalem
Fang, den es in dieser Gegend an vielen
Orten zu kosten gibt.
Aber auch die Stadt Zürich ist als Weinreiseziel
nicht zu unterschätzen. Nicht nur
ist die Deutschschweizer Metropole dank
guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr
ein idealer Ausgangspunkt für den
Besuch von Weingütern in allen Regionen,
es wird dort sogar selbst Wein angebaut.
Fünf Winzer keltern aus städtischen
Trauben Wein, einige davon kann man
besuchen. Am Abend ins Zentrum zurückgekehrt
kann man aus einer Unzahl von
Restaurants auswählen, von denen viele
ein grosses Angebot an lokalen Weinen
haben. Schnell ist man von Zürich aus
>
Selbst in der Weltstadt
Zürich wird Wein hergestellt.
Ausserdem eignet sie sich
hervorragend als Ausgangsort
für Ausflüge in die
verschiedenen Weinregionen
der Deutschschweiz.
falstaff
165
weinreise / DEUTSCHSCHWEIZ
Das schmucke
Rheinstädtchen Schaffhausen
ist die Hauptstadt des
Blauburgunderlands.
DIE QUAL DER WAHL
Internationales Prestige geniesst die drittgrösste
Deutschschweizer Weinregion, der
Kanton Graubünden. Die rund 410 Hektar
Rebfläche sind auf die zwei Subregionen
Churer Rheintal und Bündner Herrschaft
aufgeteilt. Ein Sonderfall ist das italienischsprachige
Tal Misox auf der Alpensüdseite,
das zwar geografisch zum Kanton Graubünden
gehört, dessen 30 Hektar Rebfläche aber
statistisch dem Tessin zugeordnet werden.
In der sonnigen und dank regelmässigem
Föhnwind recht milden Gegend am Fuss
der Alpen haben sich innovative Weingüter
wie Gantenbein oder Donatsch mit Weinen
einen Namen gemacht, die den Vergleich mit
grossen Burgundergewächsen nicht scheuen
müssen. Graubünden ist eine Rotweinregion,
die roten Trauben machen mehr als drei Viertel
der Rebfläche aus. Auf den kalkreichen
Schieferböden fühlt sich der Blauburgunder
äusserst wohl und lässt sich zu Weinen von
grosser Finesse und Eleganz verarbeiten. Die
restliche Rebfläche ist mit Müller Thurgau
und internationalen Traubensorten wie
Chardonnay, Sauvignon Blanc oder auch
Merlot und Cabernet Sauvignon bestockt.
Nur noch wenige Hektar sind dem autochthonen
Completer zugeteilt, der früher von
den Mönchen des Domkapitels Chur zum
Abendgebet «Complet» getrunken wurde.
<
auch im benachbarten Schaffhausen, wo
ebenfalls viel Wein hergestellt wird – ganze
490 Hektar des Kantons sind mit Reben
bestockt. Diese Gegend gilt als Blauburgunderland,
denn die rote Paradetraube macht
zwei Drittel der Gesamtfläche aus. Weil der
Schwarzwald das Schaffhauserland vor Regenfall
schützt, gibt es hier ein erstaunlich
trockenes Klima. Die grösste zusammenhängende
Rebfläche Schaffhausens findet
man im Klettgau um die Weinbaugemeinde
Hallau. Es lässt sich am bequemsten mit
dem Wii-Express erkunden, einem alten
Doppelstockbus, der einen von Weingut zu
Weingut fährt. Aber auch in der äusserst
schmucken Kantonshauptstadt und am
Rheinfall gibt es Reben, eine Weinreise
ins Schaffhauserland lässt sich also ganz
wunderbar mit anderen historischen und
natürlichen Attraktionen verbinden.
Ein Besuch im «Alten Torkel» in Jenins ist bei einem Ausflug in die Bündner Herrschaft Pflicht.
Die Weinkarte ist ein Traum, das Essen köstlich und die Aussicht atemberaubend.
Fotos: Heidiland Tourismsu/Thomas Kessler, Shutterstock
166 falstaff
Das Aargau hat einige majestätische Schlösser. Viele davon wie das abgebildete Schloss
Wildegg haben eigene Rebberge. Aus den Trauben werden auch heute noch Weine gekeltert.
Er liefert kraftvolle und eigenwillige Weissweine.
Aber auch die hübschen Dörfer und Städtchen
der Bündner Herrschaft machen die
Gegend zu einem attraktiven Ausflugsort. Bei
einem Besuch im «Alten Torkel» in Jenins
kann man nicht nur Weine aller Bündner
Produzenten und gehobene Küche geniessen,
sondern auch atemberaubende Aussicht über
die Rebberge und das Rheintal darunter.
Wunderbar lässt sich die Gegend zudem zu
Fuss erkunden, es gibt mehrere Weinwanderwege
durch das Churer Rheintal und die
angrenzende Bündner Herrschaft.
Ein oft übersehenes Anbaugebiet ist das
Aargau. Auch wenn dieser Kanton nicht als
glamourös gilt, gibt es auch hier exzellente
Weine. Der Untergrund ist vom Jurakalk
durchzogen wie im Burgund, so stimmen
auch hier die Voraussetzungen für die Herstellung
von exzellenten Pinot-Noir-Weinen.
Zudem sind die Böden des Aargaus
vielfältig, an den vielen Flussläufen und
Seen dominieren Kies und Moränen, man
findet aber auch Lehm, Schutt und Sand
in den Subregionen Limmattal, Reusstal,
Unteres Aaretal, Geissberg, Fricktal, Aarau,
Schenkenbergertal und Seetal Wildegg.
Überall gibt es im Aargau neben Weingütern
auch noch hübsche Dörfer, wunderbare
Landschaften und sanfte, durch alte
Burgen und Schlösser gekrönte Hügel.
Ausserdem gibt es in vielen Aargauer
Dörfern traditionelle Gaststätten, in denen
lokale Spezialitäten im urchigen Ambiente
genossen werden können. Man kann also
auch hier durchaus verweilen und Schönes
entdecken, während man die spannenden
Weine der Gegend verkostet.
Natürlich lohnt sich auch der Besuch
der anderen Deutschschweizer Weinregionen.
In den Kantonen Basel lässt sich etwa
urbanes ganz bequem mit gutem Wein verbinden,
im Thurgau geniesst man hervorragende
Tropfen genauso wie Cidres und
Apfelweine – der Kanton wird nicht umsonst
Mostindien genannt –, und auch St.
Gallen hat einiges zu bieten. Man braucht
in der grossen Deutschschweiz einfach viel
Zeit um alles zu entdecken!
<
FACTS
DEUTSCH-
SCHWEIZ
n Rund 800 Produzenten bauen
50 verschiedene Rebsorten an.
n 65 Prozent der Anbaufläche
sind mit roten Sorten bestockt.
n Über 50 Prozent der Fläche sind
dem Anbau von Blauburgunder
gewidmet.
n Mit 607 Hektar ist Zürich die
grösste Subregion der Deutschschweiz.
n 2660 Hektar Rebfläche hat
die Deutschschweiz.
n Im Jahr 765 wurde der Deutschschweizer
Weinbau erstmals
urkundlich erwähnt, in einem
Dokument aus dem Bistum Chur.
falstaff
167
weinreise / DEUTSCHSCHWEIZ
TIPPS & ADRESSEN
ESSEN
GASTHAUS UND WEINGUT BAD OSTERFINGEN
Seit dem 15. Jahrhundert werden in diesem Gasthaus
im Klettgau Gäste verpflegt. Im sympathischen
Familienbetrieb wird ihnen auch heute noch köstliches,
währschaftes Essen aufgetischt und dazu
feiner Wein aus der eigenen Kellerei eingeschenkt.
Zollstrasse 17, 8218 Osterfingen
T: +41 52 6812121, badosterfingen.ch
ALTER TORKEL
Im «Huus vom Bündner Wii» gibt es Wein von
jedem Produzenten des Kantons – die Auswahl
ist also riesig. Um die Entscheidung zu erleichtern,
werden hervorragende Pairings zum gehobenen
Essen angeboten. Wunderbar ist auch die Aussicht
auf die umliegenden Rebberge.
Jeninserstrasse 3, 7307 Jenins
T: +41 81 3023675, alter-torkel.ch
IGNIV ZURICH BY ANDREAS CAMINADA
Im «Marktgasse Hotel» mitten in der Altstadt von
Zürich befindet sich dieses ausgezeichnete
Gourmetrestaurant, in dem eine einfallsreiche,
moderne Küche serviert wird. Der Besuch
lohnt sich aber auch wegen des äusserst gut
kuratierten Wein kellers.
Marktgasse 17, 8001 Zürich
T: +41 44 2661010, igniv.com/zrich
SILEX
Das Restaurant «Silex» ist nach einem legendären
französischen Wein benannt, es gibt aber auch ausgesuchte
Schweizer Tropfen auf der ansprechenden
Weinkarte. Aus der Küche kommen kreative
und zeitgenössische Gerichte aus besten lokalen
Zutaten.
Freyastrasse 3, 8004 Zürich
T: +41 44 2103030, silexrestaurant.ch
TAVERNE ZUM SCHÄFLI
Die bekannte «Taverne zum Schäfli» in Wigoltingen
liegt in einer ländlichen Gegend des Thurgaus
unweit von Weinfelden. Im schönen Fachwerkhaus
wird eine gehobene klassische Küche kredenzt,
dazu gibt es eine fantastische Auswahl an Weinen,
teilweise aus der Region.
Oberdorfstrasse 8, 8556 Wigoltingen
T: +41 52 7631172, schaefli-wigoltingen.ch
MEMORIES
Sternekoch Sven Wassmer präsentiert in seinem
Restaurant «Memories» in Bad Ragaz eine kreative
und moderne alpine Küche aus besten Ingredienzen.
Seine Frau Amanda Wassmer Bulgin ist für den
Weinkeller verantwortlich, der mit besten Tropfen
bestückt ist.
Bernhard-Simonstrasse 14, 7310 Bad Ragaz
T: +41 81 3033036, memories.ch
LANDGASTHOF OCHSEN
Dieses Gasthaus im Aargau ist älter als die Eidgenossenschaft.
Auf der Speisekarte findet man
viele Schweizer Klassiker, aber auch Einflüsse aus
fernen Gefilden, serviert von einem charmanten
Team.
Dorfpl. 56, 5063 Wölflinswil
T: +41 62 8771106, ochsen-woelflinswil.ch
<
Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com
168 falstaff
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WEINBARS
WEINBAR 1733
In dieser gemütlichen Weinbar im Zentrum
St. Gallens gibt es keine riesige Auswahl an
Weinen, sie ist aber äusserst gut kuratiert. Auf
der Karte findet man auch kleine Schweizer
Produzenten, und das zu einem sehr fairen Preis.
Goliathgasse 29, 9000 St. Gallen
T: +41 71 2501733, 1733.ch
Der historische Gastraum des «Alten Torkel» in
Jenins ist gemütlich. Wo früher Wein gemacht
wurde, wird heute gut getrunken und gespeist.
SCHLAFEN
LES TROIS ROIS
Dieses Etablissement direkt am Rhein gehört zu den
besten Hotels des Landes. Die Zimmer bieten jeden
Komfort, zudem gibt es im Haus zwei hervorragende
Restaurants und einen traumhaften Weinkeller.
Blumenrain 8, 4001 Basel
T: +41 61 2605050, lestroisrois.com
WIDDER HOTEL
In einem Altstadthaus unweit von Bahnhofstrasse
und Paradeplatz versteckt sich dieses elegante
Luxushotel. Es bietet Zimmer, die keinen Wunsch
offenlassen, ein Spa, sowie eines der besten Restaurants
der Stadt und eine fantastische Bar.
Rennweg 7, 8001 Zürich
T: +41 44 2242526, widderhotel.com
GRAND RESORT BAD RAGAZ
Viel schöner lässt es sich nicht übernachten als
im «Grand Resort Bad Ragaz». Der Blick auf die
umliegenden Berge ist herrlich, die eleganten Zimmer
sind äusserst bequem, das gastronomische
Angebot wunderbar. Zudem ist es ein Katzensprung
von den Weinregionen des Rheintals und
der Bündner Herrschaft entfernt.
Bernhard-Simonstrasse 20, 7310 Bad Ragaz
T: +41 81 3033030, resortragaz.ch
EINSTEIN HOTEL
Ein wunderbarer Ausgangsort, um die Weinregionen
der Ostschweiz zu erkunden, ist St. Gallen.
Im zentral gelegenen «Hotel Einstein» findet man
alles, was man für die anschliessende Erholung
braucht, inklusive Gourmet-Restaurant, gut
aus gestatteter Bar und Wellnessbereich.
Berneggstrasse 2, 9000 St. Gallen
T: +41 71 2275555, einstein.ch
HERRSCHAFTLICH
Dieses Projekt vermietet verschiedene Unterkünfte,
verteilt über die gesamte Bündner Herrschaft. Das
Zentrum davon ist der «Stall 247» in Maienfeld,
eine Bar und Vinothek. Dort treffen sich Gäste und
Auswärtige auf ein Glas Wein aus der Region.
Das stylishe «Widder Hotel» liegt mitten im Zentrum
Zürichs und ist eine ideale Basis für Ausflüge.
MÖVENPICK WEINBAR
Über 500 Positionen gibt es in der «Mövenpick
Weinbar» im Zentrum von Zürich, darunter ist
etwas für jeden Geschmack. Bei der Auswahl
der richtigen Flasche helfen die sympathischen,
leidenschaftlichen Angestellten.
Nüschelerstrasse 1, 8001 Zürich
T: +41 44 2119139, moevenpick-wein.com
CONSUM
Die kleine, aber feine Weinbar in der Kleinbasler
Altstadt hat ein vielseitiges Angebot. Zu den ausgesuchten
Weinen gibt es Plättli mit fantastischen
Fleisch- und Käsespezialitäten. Im Sommer sitzt
man draussen auf der Strasse und schaut dem
lebhaften Treiben zu.
Rheingasse 19, 4058 Basel
consumbasel.ch/de/weinbar
AKTIVITÄTEN
WEINWANDERUNG BÜNDNER HERRSCHAFT
Die sonnengeküssten Weinberge der Bündner
Herrschaft sind eine Erkundungstour wert.
Besonders nahe kommt man ihnen zu Fuss oder
per Velo. Mehrere Wanderwege verbinden die
schönen Dörfer der Region, die Wanderung von
Malans nach Jenins etwa kann gut bis Fläsch
verlängert werden.
graubuenden.ch
UNTERWEGS MIT DEM WII-EXPRESS
Auf eine ganz besondere Weise kann man das
Schaffhauser Blauburgunderland erkunden: mit
dem Wii-Express. Auf der Rundfahrt mit einem
Londoner Doppelstöcker-Bus lernt man das
Klettgau und seine Weine auf die entspannte
Art kennen.
schaffhauserland.ch
WEINBAUMUSEUM ZÜRICHSEE
Auf der Zürichsee-Halbinsel Au in einer umgebauten
alten Scheune befindet sich das Weinbaumuseum.
Hier kann man die Geschichte des Zürcher
Weinbaus kennenlernen und dabei die idyllische
Umgebung erkunden.
Austrasse 41, 8804 Au
T: +41 44 7813565, weinbaumuseum.ch <
Foto: Alter Torkel, Widder Hotel
170 falstaff
GRAND RESORT BAD RAGAZ
DIE KULINARIK-
DESTINATION IN EUROPA
Am Fusse der Bündner Herrschaft und in der wärmsten Weinbauregion der Deutschschweiz
gelegen, thront das Grand Resort Bad Ragaz – eine wahre Hochburg für Genussliebhaber.
Die Entstehung des Grand Resort
Bad Ragaz beruht auf einer
jahrhundertelangen Bade- und
Heiltradition. Daraus hat sich
eine einzigartige Kombination aus eigener
Thermalquelle, ganzheitlicher medizinischer
Expertise und der Vielfalt eines
5-Sterne Superior Resorts entwickelt. Im
weitläufigen Thermal Spa trifft Entspannung
auf Exklusivität. Ob im historischen
Helena-bad, Sportbad, Garden Pool, Family
Spa oder in der Saunalandschaft – das
körperwarme Thermalwasser aus der
nahegelegenen Taminaschlucht ermöglicht
Gästen individuelle Wege zur Erholung,
Gesunderhaltung und Heilung. Das bestätigt
auch Karl Wilds begehrte Auszeichnung
als «Bestes Wellnesshotel der
Schweiz 2024», welche das Resort zum
fünften Mal in Folge erhielt. Doch das ist
längst nicht alles, was das Grand Resort
Bad Ragaz zu bieten hat: Zwei eigene
Golf- und Tennisplätze sowie eine E-Bike
Station für Radtouren in die nahen Weinberge
bieten aktive Entspannung, während
im Winter das kleine, aber feine Skigebiet
Pizol und die Nähe zu Davos locken.
Zusammen mit der dazugehörigen Tamina
Therme, deren Besuch für Hotelgäste
inklusive ist, dem eigenen Casino sowie
dem europaweit einzigartigen Kulinarik-
Angebot wird jeder Aufenthalt zu einem
wahren Erlebnis.
6 MICHELIN-STERNE,
1 GRÜNER MICHELIN-STERN &
76 GAULT-MILLAU-PUNKTE
Von lokaler Schweizer Küche, über asiatische
Spezialitäten bis hin zur innovativen
Schweizer Alpinen Küche im Sven Wassmer
Memories und Fine-Dining Sharing Experice
im IGNIV by Andreas Caminada wartet
hier gastronomische Vielfalt auf höchstem
Niveau in sieben Restaurants und zwei
Bars. Ein Weinkeller mit 2200 Raritäten
aus der ganzen Welt runden die Genussreise
ab. Der Grossteil dieser exquisiten Tropfen
stammt direkt aus der Bündner Herrschaft,
die keine zehn Autominuten vom Resort
entfernt liegt.
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt
INFO
Weitere Informationen unter
resortragaz.ch
falstaff 171
GRAPE ESCAPES
KARTAUSE ITTINGEN
Schlafen unter freiem Himmel inmitten der
Thurgauer Weinberge – das Bubble-Hotel bietet
ein einzigartiges Naturerlebnis. Mit transparenten
Wänden und einer atemberaubenden Sicht auf
den Sternenhimmel und die Reben wird jeder
Moment unvergesslich.
Friedrichshafnerstrasse 55a, 8590 Romanshorn,
T: +41 71 5310156
thurgau-bodensee.ch/de/news/grape-escape.html
WEINGUT FROMM
Das liebevoll renovierte
«Schmidhaus» aus dem Jahr
1672 liegt direkt auf dem
Weingut Fromm. Es bietet
eine ruhige und entspannende
Atmosphäre und lädt zu Weinverkostungen
und Ausflügen
in die Bündner Herrschaft ein.
Oberdorfgasse 11, 7208 Malans,
T: +41 78 6845135
fromms-guesthouse.ch
172 falstaff
ENTDECKEN
DEUTSCH-
SCHWEIZ
FASSHOTEL
Eine Nacht im historischen
Weinfass von 1939 verspricht
rustikalen Charme
und eine besondere Atmosphäre.
Das Fasshotel bietet
einen einzigartigen
Rückzugsort, eingebettet
in die Geschichte und
Weintradition des Hauses.
Gässli 7, 8219 Trasadingen,
T: +41 52 6813656,
fasshotel.ch
REBHÜSLI HINTERERLI
Abgelegen am Rebberg zwischen zwei
Dörfern liegt das Rebhüsli Hintererli. Ohne
Strom und fliessendes Wasser lädt es zu
einer romantischen Auszeit inmitten der
Natur ein, fernab der Hektik des Alltags.
Schattengasse 10, 5318 Mandach,
T: +41 56 284 26 24, rebhuesli-hintererli.ch
THE GREEN
HENRY LODGE
Im Herzen der Bündner
Herrschaft bietet diese
elegante Lodge Platz für
bis zu 11 Personen und ist
der perfekte Ort für Naturliebhaber.
Umgeben von
Bergen und Weinbergen
lädt sie zum Entspannen
und Erkunden ein.
Ob der Kircha 8, 7306 Fläsch,
T: +41 78 8961608
thegreenhenrylodge.ch
KLUS 177
Direkt neben dem Weingut gelegen, bietet
dieses stilvolle Gästezimmer modernen
Komfort und einen atemberaubenden Blick
auf die umliegenden Weinberge. Ideal für
alle, die Wein und Ruhe geniessen möchten.
Klusstrasse 177, 4147 Aesch, T: +41 617514545
klus177.ch/gästezimmer
Fotos: Roger Rubin, Ivo Scholz, Gataric Fotografie, beigestellt
STRANDKORB
IN DEN REBEN
Eingebettet in eine idyllische
Gartenlandschaft
bietet der Schlafstrandkorb
einen aussergewöhnlichen
Rückzugsort mit herrlichem
Blick auf den Untersee.
Friedrichshafnerstrasse 55a,
8590 Romanshorn
T: +41 71 5310156
thurgau-bodensee.ch/de/
news/grape-escape.html
FERIEN IM BAUDENKMAL
Das historische Rebarbeiterhaus aus dem
16. Jahrhundert, umgeben von terrassierten
Weinbergen, bietet eine authentische Atmosphäre
und eine Reise in die Vergangenheit.
Zollikerstrasse 128, 8008 Zürich,
T: +41 44 2522872
ferienimbaudenkmal.ch
falstaff
173
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
★★★
WINE BY JET
2023 SB SAUVIGNON BLANC
89 Fruchtig-frisches Bukett mit Noten von Litschi,
Cassis und Holunderblüte. Dazu Grapefruit und
kräutrige Anklänge. Am Gaumen filigran, ausgewogen,
sanfte Säure, schmelziger Abgang. CHF 25,–
Wine by JET ist das junge Spitzenweingut
am Zürichsee und steht
für grosse Terroir-Weine mit klarer
Handschrift. Ihre Lagen in Uetikon und
Kloten blicken auf eine lange Geschichte
zurück, die man zukunftsweisend fortführt.
JET arbeitet mit der Natur streng
biologisch, setzt in den Weinbergen kompromisslos
auf Qualität und vertraut im
Keller auf die natürlichen Prozesse und
auf ihre Arbeit in den Weinbergen. Wine
by JET sind hochklassige Weine mit Ausdruck
und Charakter!
Kreuzsteinstrasse 35c
8707 Uetikon am See
T: +41 (78) 7435353
jet@jetwine.ch, jetwine.ch
Kontaktperson/Kellermeister:
Jonas Ettlin «JET»
Produktion: 18.000 Flaschen, 10 % Schaumwein,
60 % weiss, 10 % rosé, 20 % rot, 3 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 LE FUMÉ - SAUVIGNON BLANC
90 Schöne frische Zitrusaromatik in der
Nase. Noten von Kumquat und Grapfefruit.
Mit der Zeit gesellen sich Noten von
Brennnessel und tropische Früchte hinzu. Am Gaumen
kompakt, dezente Säure, mineralisch anmutender
Abgang. CHF 39,–
2023 VIVACE - RÄUSCHLING
89 Kühle, elegante Zitrusaromatik in der Nase. Zudem
Noten von Pfirsich, Apfel und Honig. Etwas
Teer und getrocknete Kräuter. Am Gaumen filigran, weich,
zarte Säure, langes Finale. CHF 33,–
2023 CD CHARDONNAY
88 Braucht Luft. Prägnante, wild-rauchige Röstaromatik,
reife Zitrusnuancen, Apfelnoten, dezent
buttrige Nuancen. Am Gaumen sehr weich und breit, zeigt
viel Schmelz, zurückhaltende Säure sowie Noten von reifem
Apfel und Kräutern. Mittellanger, wieder sehr weicher
Abgang . CHF 25,–
2022 PN PINOT NOIR
91 Frische Fruchtaromatik in der Nase. Noten von
Roter Johannisbeere, grüner Pflaume und Kirsche.
Ein Hauch Zimt, Kakao und Piment. Am Gaumen straffe
Säure, feinkörniges Tannin, langes ätherisch-würziges
Finale. CHF 28,–
2022 PRESTIGE - PINOT NOIR
91 Dunkelfruchtiges Bukett mit Noten von gedörrten
Waldbeeren, Dörrpflaume und Kirsche.
Anklänge von Süssholz und gebrannter Créme. Am Gaumen
stoffig und kräftig, leicht spürbares Tannin, langer würziger
Abgang. CHF 47,–
★★★
AAGNE WEINGUT
Familie Gysel vom Weingut Aagne in
Hallau betreibt seit mehreren
Generationen Weinbau. Stefan
Gysel, gelernter Winzer und Önologe,
gehört schweizweit zu den besten seines
Fachs. Seine Weine sind stets geradlinig und
harmonisch. Sie finden genauso bei
Weingeniessern Anklang wie bei gestandenen
Profis. Gysel setzt auf eine nachhaltige,
ökologische Produktion. Das Weingut
Aagne arbeitet eng mit dem Weingut von
Stefan Gysels Frau Nadine Saxer in
Neftenbach zusammen.
Atlinger Strasse 27
Ab Frühling 2025: Oberwiesenstrasse 47
8215 Hallau
T: +41 52 6813810
info@aagne.ch
aagne.ch
Kontaktperson/Kellermeister:
Stefan Gysel
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 RHEINRIESLING
91 Frische, typische Nase, Zitrusfrüchte, Aprikose,
grüner Apfel, tropische Nuanen. Am
Gaumen zeigt der Wein eine schöne Balance aus
dezenter Süsse und zupackender Säure, gut eingebundenes
CO₂, saftiger, mittelanger Nachhall mit
Steinfruchtnoten. CHF 19,–
2023 PINOT BLANC CHARDONNAY
90 Eleganter, subtiler Duft: Zitrone, weisse Blüten,
etwas helle Steinfrüchte, dezente Kräuterwürze.
Am Gaumen schlank mit dezenter Süsse und wiederum
blumigen Noten sowie dezent Birne. Kräuternoten im mittelangen,
passenden Nachhall. Frischer Weisswein für viele
Gelegenheiten. CHF 19,–
2023 SAUVIGNON BLANC
90 Intensive, typische Nase, Stachelbeere, Cassis,
Holunderblüte, etwas Maracuja. Am Gaumen
schlank mit spürbarem Süssteil, dezentem Eindruck von
Kohlensäure und intensiver Limettenaromatik. Langer,
saftiger Nachhall. CHF 19,–
2023 PINOT NOIR ROSÉ
89 Helle Beeren und Kirsche in der Nase, etwas Birne
und Zitrusnoten. Am Gaumen leicht süsslich
mit spürbarer Kohlensäure, reife, passende Säure und
wiederum beerige Noten. Passende Länge. CHF 16,–
2021 PINOT NOIR BARRIQUE
90 Klare Nase, reife Kirschennoten, helle Beeren,
Nuancen von Gewürzen, Gewürznelke, etwas
Muskatnuss. Am Gaumen fruchtig mit reifer, spürbarer
Säure und süsslicher Frucht, feines, recht dezentes Tannin.
Saftiger Nachhall. CHF 25,–
2021 CABERNET MERLOT
90 Frischfruchtige Nase, Kirsche, rote Beeren, dazu
eine intensive, vegetale Aromatik von frischer
grüner Peperoni, dazu Cassis. Am Gaumen überraschend
schlank mit passendem Schmelz, reifer, spürbarer Säure
und dezentem Süsseeindruck. Endet lang mit würzigen
Akzenten. CHF 28,–
Fotos: copyright © 2021 Tobias Ryser, Bosshart + Grimm Bio-Weingärten, Johannes Eules Fotografie, beigestellt
174 falstaff
Ziegelhüttenweg 4, 8892 Berschis
T: +41 81 7334124
info@bosshartweine.ch, bosshartweine.ch
★★★
BOSSHART + GRIMM
BIO-WEINGÄRTEN
Das Weingut Bosshart + Grimm
ist nicht nur einer der Biopioniere
der Schweiz, sondern auch
Pionier, was den Anbau von Piwi-Sorten
angeht. Schon früh gelang es dem Produzenten,
dessen Lagen sich auf Quinten,
Walenstadt, Berschis, Flums und Sargans
verteilen, aus den robusten Sorten ernstzunehmende
Weine zu kreieren. Charakterstarke
Tropfen, die besonders nachhaltig
produziert werden, denn die Sorten verlangen
nach deutlich weniger Pflanzenschutzmassnahmen
im Rebberg.
Kellermeister: Philipp Bosshart
Produktion: 20.000 Flaschen
5 % Schaumwein, 40 % weiss, 5 % rosé, 50 % rot, 4.5 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
93
2022 SOUVIGNIER GRIS
Frische Zitrusaromatik in der Nase. Noten von
Yuzu, Kumquat und Grapefruit. Dazu gelbe Steinfrucht
90
2023 ZWICKY WEISS
Intensive Aromatik in der Nase. Noten von Orangenblüten,
Zitrusfrüchten und kühle, kräutrige
91
und florale sowie kräutrig-würzige Anklänge. Am
Gaumen elegant, mit reifer Säure und schönem Schmelz.
Herbe Zitrusfrucht, die sich in den langen, salzig anmutenden
Abgang zieht. CHF 25,–
Anklänge von Minze und Melisse sowie tropische Früchte.
Am Gaumen leichtfüssig mit angenehm herber Zitrusfrucht,
Holunderblüte und stringenter Säure. Mittellanges
Finale. CHF 20,–
2023 SAPHIRA
90 Reife gelbe Frucht in der Nase. Noten von Apfel,
Pfirsich und Agrumen. Dazu dezente Anklänge
von Honig. Am Gaumen frisch, weich und ausgewogen,
sanfte Säure, langes Finale. CHF 19,–
2023 ROSÉ
89 Dezente Nase mit Noten von Grapefruit, Erdbeere
und exotischen Früchten sowie feine kräutrige
Anklänge. Am Gaumen frisch, saftig und gehaltvoll.
Mittellang. CHF 19,–
2022 PINOT BARRIQUE
Reif anmutendes Bukett mit Noten von Rumtopf,
Kakao und gedörrter Feige, Am Gaumen
schmeichelnd und kraftvoll, mit reifer Säure und gedörrter
dunkler Frucht. Feinkörniges Tannin und Kakao sowie
nussige und salzig-mineralische Noten im Finale. CHF 29,–
90
2022 WALENSEE SÜDWIND BARRIQUE
Intensives Bukett mit Noten von Holunderbeere,
Roter Johannisbeere, Himbeere und Blutorange.
Zudem dezente kräutrige und foral-würzige Nuancen. Am
Gaumen saftig, straffe Säure, dezentes Tannin, langer
Abgang. CHF 28,–
Seestrasse 43, 8880 Walenstadt
T: +41 79 2189138
kontakt@casanova-weinpur.ch
casanova-weinpur.ch
★★★
CASANOVA WEINPUR
Marco Casanova gehört zu
den besten Weinmachern der
Schweiz. Bevor er sein eigenes
Weingut am Walensee ins Leben rief,
war er unter anderem für die legendären
Weine des nicht mehr existierenden
Bündner Produzenten Cicero verantwortlich.
Seit 2015 bewirtschaftet er
Rebberge in St. Gallen und Graubünden,
allesamt nach biodynamischen Prinzipien.
Im Keller vertraut Casanova auf natürliche
Hefen, schwefelt nur minimal und bringt
so waschechte Terroirweine auf die Flasche.
Kontaktperson/Kellermeister: Marco Casanova
Produktion: 29.333 Flaschen
6 % Schaumwein, 38 % weiss, 4 % rosé,
49 % rot, 3 % süss, 4.2+0.8 Hektar
Anbauweise: Biodynamisch (Demeter)
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 CHARDONNAY
92 Reife, frische Fruchtaromatik in der Nase. Noten
von Papaya, Ananas und Agrumen. Dazu Honig
und Birne sowie florale Nuancen und etwas Karamell. Am
Gaumen filigran und ausgewogen, wirkt auf seine Weise
frisch, salzig-mineralisch anmutendes, von würzigen Noten
untermaltes Finale. CHF 40,–
CUVÉE BLANC
90 Duftet nach reifer Ananas, Apfel und Agrumen.
Dazu Noten von gerösteten Nüssen und etwas
Honig. Am Gaumen filigran und ausgewogen, mit frischer
Säure und salzig-mineralisch anmutendem Finale. CHF 25,–
2023 SAUVIGNON BLANC
90 Dezentes Bukett mit zarter Zitursaromatik.
Etwas Pfirsich und exotische Früchte. Am
Gaumen leicht und beschwingt, mit knackiger Säure und
leicht herber gelber Frucht im mittellangen Finale. CHF 29,–
2023 WALENSTADTER PINOT SAIGNÉE
91 Lachsrosa im Glas. In der Nase Noten von
Pfirsich, Erdbeere und Grapefruit. Anklänge
von exotischen Früchten und kräutrig-würzige Nuancen.
Am Gaumen frisch und ausgwogen, mit schmelziger
Frucht und langem Säurenerv, der sich ins Finale zieht.
CHF 21,–
2022 WALENSTADTER PINOT NOIR
93 Duftet nach roten Beeren, Kirsche und Blutorange.
Zudem Anklänge von Milchkaffee und
kräutrig-würzige Nuancen. Am Gaumen elegant, mit reifer
saftiger Säure, roter Frucht und etwas Graphit. Gut eingebundenes
Tannin, langer Abgang. CHF 22,–
2022 SEEMÜHLE CABERNET Dunkelfruchtiges
Bukett mit Noten von gedörrten dunklen
89
Beeren und Dreifruchtkonfitüre. Dazu Noten von
Pflaume und dunkel gebackenem Brot sowie würzige Anklänge.
Am Gaumen saftig und kraftvoll, leicht spürbares
Tannin. Dunkle Frucht und Würze, langer Abgang. CHF 32,–
falstaff
175
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
Im Dorf 4
6214 Schenkon
T: +41 41 921 13 01
info@dein-wein.ch
dein-wein.ch
★★
DEINWEIN VOM
RÖMERWEG
Das Projekt Deinwein vom Römerweg
startete 2015 mit der Pflanzung der
ersten Rebstöcke, 2016 folgte der
Keller-Neubau und 2018 wurde die erste
Ernte eingefahren. Die engagierten Quereinsteiger
Bruno und Inge Steiner Moolenaar
bewirtschaften auf ihren 1,5 Hektar am
Sempachersee acht Traubensorten, die sie
sorgsam von Hand ernten. In der modernen
Kelterei entstehen charaktervolle Rot-, Weissund
Roséweine mit klangvollen Namen wie
Bacchus, Frau, Fuchs, Gans oder Zentaur.
Kellermeister: Bruno Steiner-Moolenaar
Produktion: 10.667 Flaschen
60 % weiss, 10 % rosé, 30 % rot, 2 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
89
2023 GANS VOM RÖMERWEG SCHENKON
AOC LUZERN
Grüner Apfel in der Nase, Grapefruit, tropische
90
2023 FRAU VOM RÖMERWEG SCHENKON
AOC LUZERN
Ausdrucksstarke Zitrusaromatik in der Nase: Noten
88
Fruchtnuancen, Litschi, rauchige Anklänge, dazu weisse
Blüten. Intensiv und vielschichtig. Am Gaumen eher breit
und weich mit reifer Säure, zitrischen und tropischen Noten
von Limette und Yuzu. Anklänge von frischen Nüssen
und florale Nuancen. Am Gaumen satte tropische Frucht,
frische Säure, Zitrus und Mokka im Fininsh. CHF 28,–
sowie salzigem Eindruck im langen Nachhall. CHF 24,–
2022 WIDDER VOM RÖMERWEG SCHENKON 90
2023 ZENTAUR VOM RÖMERWEG SCHENKON 88 AOC LUZERN
90 AOC LUZERN Sehr intensiv in der Nase, Holunderblüte,
Intensives, leuchtendes Pink. Blumige Noten in
Litschi, Eisbonbon, auch etwas
künstlicher
Pfirsich. Am Gaumen zurückhaltender mit gewissem
Schmelz, reifer Säure und wiederum Eisbonbon- und Pfirsichnoten.
Endet mittellang und mit dezenter Bitterkeit. CHF 26,–
Gemeinsam mit seiner Frau Patricia
übernahm Diederik Michel im Jahr
2014 Rebparzellen in Küsnacht. Der
Startschuss zum eigenen Weingut, in dem der
vielgereiste Önologe mit holländischen Wurzeln
Weine nach seiner eigenen Philosophie in
die Flasche bringt. Vinifikation und Ausbau
erfolgen eigenhändig in der «Keller-WG»
beim befreundeten Weingut Schwarzenbach
in Meilen und zeichnen sich durch
ihre äusserst präzise Art aus. Michels Herz
schlägt vor allem für den Räuschling.
Kellermeister: Diederik Michel
Produktion: 4.2 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 DW RÄUSCHLING KÜSNACHT
92 Satte Frucht in der Nase. Noten von Apfel,
Pfirsich und Mandarine sowie Ankänge
von tropischen Früchten. Etwas Melisse
und florale Nuancen. Am Gaumen frisch und ausgewogen,
reife Säure, langes Finale. CHF 20,20
★★★
WEINGUT
DIEDERIK
der Nase, etwas Litschi, kleine rote Beeren, aromatische Zitrusfrüchte.
Am Gaumen eher weich, mit zurückhaltender
Säure, wiederum fruchtig mit rauchigen Nuancen. Endet
mittellang und frisch. CHF 24,–
Obere Heslibachstrasse 90, 8700 Küsnacht (Zürich)
T: +41 44 910 55 77, info@diederik.ch, diederik.ch
2023 WIDDER VOM RÖMERWEG SCHENKON
AOC LUZERN
In der Nase Noten von Maracuja, Blutorange, Apfel
und roten Beeren. Am Gaumen süsslich, mit dezenter
Säure und mittellangem Finale. CHF 24,–
2020 BACCHUS VOM RÖMERWEG SCHEN-
KON AOC LUZERN
Dunkle Beerenfrucht, Brombeeren, Aroniabeeren,
etwas Kirsche, dazu würzige und kräutrige Anklänge,
etwas Peperoni und rauchiges Holz. Am Gaumen leicht
süsslich wirkend mit wiederum präsenter Würze, feines, gut
integriertes Tannin, reife Säure. Endet mittellang mit Noten
von dunklen Beeren, Pfeffer und Kaffee. CHF 32,–
2021 DW PETIT RHIN «BRUT» ZÜRICHSEE
90 Mittleres Goldgelb. Fruchtbetont in der Nase,
Aprikose, reifer Apfel, dezent Nougat sowie kräuterwürzige
Elemente, etwas Orangenblüte. Am Gaumen
von schöner Fülle, saftige Säure, sehr feine, etwas aufbrausende
Perlage. Endet zart süss und saftig mit fruchtigen
und blumigen Nuancen. CHF 33,80
2022 DW PINOT BLANC KÜSNACHT
92 Elegante Nase mit frischer Apfelaromatik, Noten
von Yuzu und ein Hauch exotische Früchte. Im
Hintergrund wirkt eine kühle kräutrige Frische. Am Gaumen
kompakt, mit feinem Säurefaden, saftiger Frucht und langem
Finish mit phenolischem Touch. CHF 21,40
2023 DW BLANC DU VILLAGE - SEMINAR
91 KÜSNACHT Diskrete Nase mit Noten von Agrumen,
Aprikose, tropischen Früchten einer kräutrigen
Würze. Am Gaumen schöne Fülle, saftige Säure, schöner
Schmelz und langes Finale. CHF 24,30
2020 DW PINOT NOIR BARRIQUE KÜSNACHT
92 Recht intensive, klare Frucht: Sauerkirsche, Himund
Heidelbeere, auch Johannisbeere, dazu röstartige
Nuancen vom Ausbau im Holz, dezent Mandel, etwas
rauchiges Holz. Wirk harmonisch. Am Gaumen frisch und
ebenfalls schön ausgewogen mit saftiger, reifer Säure und
dunkler Fruchtaromatik. Sehr feines, schön integriertes
Tannin, saftig im Nachhall. CHF 28,70
2020 DW *MMCC* KÜSNACHT
92 Dichtes Purpur im Glas. Edel wirkende Nase: Zwetschge,
Brombeere, dazu Edelholznuancen und würzige
Elemente, Gewürznelke, etwas Zimt. Am Gaumen von mittlerer
Fülle, saftige Säure, wiederum dunkle Frucht, dazu schön passende
Röstnoten, etwas Zartbitterschokolade und Cassislaub. Seidige,
feine Tannine. Saftig auch im langen Nachhall. CHF 33,40
Fotos: @siffert, NATHALIA ESTHER, beigestellt
176 falstaff
★★★★
WEINGUT
EICHHOLZ – IRENE
GRÜNENFELDER
So wie sich der Wein im Laufe der
Zeit verändert, hat sich auch das
Weingut Eichholz weiterentwickelt:
Aus dem kleinen Ein-Frau-Betrieb ist ein
sechs Hektar umfassendes Familiengut
geworden. Mutter und Sohn stellen sich der
Herausforderung, authentische, finessenreiche
Weine auf die Flasche zu bringen. Im
Keller wird puristisch gearbeitet, um die
Eigenheit jeder Lage zu fördern. Die Weinqualität
entspringt dem Rebberg und daher
wird diesem grösste Beachtung geschenkt.
Eichholz 2
7307 Jenins
T: +41 79 7598973
info@weinguteichholz.ch
eichholz-weine.ch
Kellermeister: Johannes Hunger (Sohn)
Produktion: 53.333 Flaschen
5 % Schaumwein, 43 % weiss, 2 % rosé, 60 % rot,
7+2 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 SAUVIGNON BLANC
93 Elegantes Bukett mit zarten Ztirusnoten, Reneklode
und Brennnessel, unterlegt mit dezenter
tropischer Frucht. Am Gaumen getragen von reifer Säure
und mineralisch-salziger Anmut. Angenehme Fülle,
diskreter Schmelz, lang. CHF 30,–
2022 PINOT NOIR EICHHOLZ
94 In der Nase zwischen Würze und Frucht pendelnd.
Noten von reifen Himbeeren, Sauerkirsche
und Roten Johannisbeeren. Etwas Granatapfel und Anklänge
von Piment sowie Bohnenkraut. Dazu feine, schön eingebundene
Röstnoten. Am Gaumen elegant und sanft, mit
feinem Säurefaden, würziger roter Frucht, leicht spürbarem
reifem Tannin, langem Finale. CHF 58,–
★★
WEINGUT FLORIN
Marisol und Andreas Florin legen
grossen Wert auf Authentizität,
deshalb geben sie keinen
Arbeitsschritt in fremde Hände. Ihre
nach Süden ausgerichteten Steillagen
bei Stein am Rhein sind ein spezielles
Terroir. Die Florins verstehen das
Klima und die Natur als ihr Partner,
bewirtschaften ihre Lagen mit viel
Handarbeit und zeigen viel Fingerspitzengefühl
im Keller. Sie geben der
Natur ihren Raum – Blumen und Insekten
haben hier genauso ihren Platz wie Vögel
und Kleintiere.
Fronhof 26
8260 Stein am Rhein
T: +41 79 7849746
info@weingutflorin.ch
weingutflorin.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Andreas Florin
Produktion: 3.5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 PINOT GRIS AUSLESE
89 Duftet nach Eisbonbon, Birne, Grapefruit und
Pfirsich. Anklänge von exotischen Früchten und
florale Nuancen. Am Gaumen cremige Frucht, Aroma von
Kernobst und Agrumen. Langes Finale. CHF 20,50
2023 CHARDONNAY ERSTE WAHL
89 Reife Zitrusfrüchte, Apfelnoten, etwas Honig,
dezente Röstnoten, Vanille. Am Gaumen süsslich
wirkend mit wiederum intensiver Zitrusfrucht, reife Säure.
Endet mittellang mit Nuancen von Ananas. CHF 27,50
2023 RIESLING-SYLVANER AUSLESE
88 Dezente Nase mit Noten von Apfel, Agrumen
und Sternfrucht. Dazu präsente würzige Anklänge
von Muskat. Am Gaumen straff und eher karg in
der Aromatik. Mittellang. CHF 16,50
2023 SCHILLER HOHESTÄI
88 Eher dezente Nase mit Noten von reifem Kernobst,
Pfirsich und Agrumen. Etwas Eisbonbon.
Am Gaumen frisch, mit dezenter Zitrusfrucht und mittellangem
Finish. CHF 23,–
2021 PINOT NOIR BLAUROCK
87 Klare Kirschfrucht, Nuancen von hellen Beeren
sowie florale Anklänge. Am Gaumen leicht süsslich
mit reifer Beerenfrucht, reife Säure, feines Tannin. Endet
mittellang und etwas wärmend. CHF 35,–
falstaff
177
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
★★★
WEINGUT
HEIDELBERG
Heidelberggässli 4, 7304 Maienfeld
T: +41 81 3307205
info@weingut-heidelberg.ch
weingut-heidelberg.ch
Am obersten Dorfrand von Maienfeld
liegt das Weingut Heidelberg.
Sanft umschlossen vom Wingert,
der diesem seinen Namen gab. Wie alle
Weinberge in Maienfeld ist auch der Heidelberg
karg, tiefgründig und durchzogen
von Kalkgestein. Über Generationen
hinweg ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb,
wurde im Laufe der letzten 50
Jahre nach und nach ein reines Weingut
aus dem Heidelberg. Der heutige
Kellermeister Roland Lampert führt das
Weingut in vierter Generation.
Kellermeister: Roland Lampert
Produktion: 30.000 Flaschen
2 % Schaumwein, 15 % weiss, 3 % rosé, 80 % rot,
5+1 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
TRADITION - CUVÉE MOUSSEUX
89 Noten von Litschi, reifer Birne, Apfel und
Zitrusfrüchten in der Nase. Am Gaumen
frisch, saftige Säure, passende Süsse, angenehme
Perlage und phenolisch-mineralische Anmut im
langen Abgang. CHF 30,–
2022 HEIDELBERG - CHARDONNAY
90 Buttrige Zitrusfrucht in der Nase. Zudem Anklänge
von Apfel und tropischen Früchten sowie
kräutrige Nuancen und etwas Weihrauch. Am Gaumen
geradlinig und ausgewogen, mit herber Zitrusfrucht und
kräutriger Würze im langen Abgang. CHF 32,–
2021 BADRUS
92 Warmfruchtiges Bukett mit Noten von gedörrten
Aroniabeeren, Kirsche und eingelegten
roten Beeren. Dazu etwas Süssholz, schwarze Schokolade
und Graphit. Am Gaumen kräftig, reife Säure, schmelzige
dunkle Frucht und balsamische Würze im Abgang. CHF 32,–
2021 WALSER
90 Würzig-fruchtige Nase mit Noten von Himbeere,
Kirsche und Roter Johannsibeere. Etwas Piment
und dunkel gebackenes Brot. Am Gaumen saftig, reife
Säure, reifes Tannin und langer Abgang. Bodenständig.
CHF 26,–
2021 LIMES - CUVÉE ROUGE
90 Dunkelfruchtige Nase. Noten von konfierten
Brombeeren, Pflaume und Kirsche. Anklänge von
Piment und kräutrige Nuancen. Am Gaumen saftig, reife
Säure, leicht spürbares Tannin, dunkle Frucht und würziger
Abgang. CHF 36,–
2023 INCOGNITO - BLANC DE NOIR
88 Dezenter rosa Schimmer. In der Nase Noten von
hellen Beeren, Zitrone, subtile Gewürzaromen.
Am Gaumen klar süss mit leicht spürbarer Kohlensäure,
mittlere Säure, endet mittellang und saftig mit Noten von
grünem Apfel. CHF 20,–
★★★
HERTER WEIN
Stephan Herter produziert vor den
Toren Winterthurs charaktervolle
Weine im Einklang mit der Natur.
Am Taggenberg bewirtschaftet er auf
Böden mit Kalk und Buntsandstein über
30-jährige Reben. Herter verzichtet bewusst
auf Pestizide und setzt auf naturnahe
Prozesse im Weinberg und Keller. Seine Philosophie
zielt auf einen lebendigen Boden
und gesunde Reben ab. Mit viel Handarbeit
und minimalen Eingriffen lässt er so
eigenständige, erstklassige Terroirweine
entstehen.
Ruchried 3
8442 Hettlingen
herterwein.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Stephan Herter
Produktion: 40.000 Flaschen
10 % Schaumwein, 40 % weiss, 10 % rosé, 40 % rot,
3.5+1.75 Hektar
Anbauweise: Bio
178 falstaff
2023 FERDINAND RÄUSCHLING
92 Frisches, unaufdringliches Bukett mit Noten
von Agrumen, Mirabelle, Ananas und
Apfel. Dazu etwas Melisse und frisches Heu. Am
Gaumen saftige, straffe Säure und angenehme
Kargheit. Intensives Finale auf gelber Pflaume.
CHF 24,–
2023 RUFUS SAUVIGNON BLANC
92 Eher helles Gelb, grüne Reflexe. Zurückhaltend in
der Nase, Zitrusfrüchte, grüner Apfel, Holunderblüte,
mit Luft auch Cassis sowie rauchige Nuancen. Alles stets
subtil und elegant. Am Gaumen frisch mit strukturiender
Säure, Noten von Stachelbeere auch am Gaumen. Salziger
Charakter im langen, saftig-zitrischen Nachhall. CHF 26,–
2022 STRIX CHARDONNAY
92 In der Nase zarte Zitrusaromatik, gepaart mit
Noten von gelbem Apfel, Birne und Nektarine.
Am Gaumen geradlinige Säure, karge Frucht, nussige und
würzige Noten im langen Finale. CHF 36,–
2023 KUCKUCK SAINGÉE PINOT NOIR
91 In der Nase Noten von Kirsche, Himbeere, Hibiskusblüte
und Grapefruit. Unterlegt von einer
kräutrigen Würze. Am Gaumen leichtfüssig, mit frischer
Säure und rotbeeriger Frucht. Langer salzig-mineralisch anmutender
Abgang. CHF 23,–
2022 RUPRECHT PINOT NOIR
94 Mittleres Rubin. Wirkt natürlich in der Nase:
Schwarzkirsche, Zwetschge, Nuancen von roten
Beeren, dazu warm-würzige Anklänge. Wird mit Luft zusehends
klarer und vielschichtiger. Am Gaumen leicht und
schlank aber dennoch mit spürbarer Kraft ausgestattet.
Saftig am Gaumen mit feinem Tannin und Noten von dunklen
Früchten im langen Nachhall. CHF 46,–
2022 GRIMBART PINOT NOIR
92 Mittleres Rubin. In der Nase intensiv fruchtig mit
Noten von Cassis und hellen Beeren, Kirsche sowie
Nuancen von Hagebutten. Würzig-kräutrige Noten im Hintergrund.
Am Gaumen durch die Beeranaromatik leicht süsslich
wirkender Druck, angenehm schlank und elegant. Saftige, reife
Säure. Hallt lange nach auf Beerennoten. CHF 36,–
Fotos: beigestellt
Pfrundweg 12, 9492 Eschen
T: +423 75 69013
info@weinbau-hoop.li
weinbau-hoop.li
★★
WEINBAU HOOP
Die Weingärten des Weinguts
Hoop in Eschen werden
nachhaltig und mit viel Liebe
bewirtschaftet. Jede Rebsorte und jede
Lage wird unterschiedlich bearbeitet,
stets nach dem jeweiligen Bedürfnis der
Pflanzen. Geerntet wird im Schnitt je
nach Sorte und Lage zwischen 350 und
500 Gramm pro Quadratmeter. Im Keller
geht Uwe Hoop sehr zurückhaltend vor.
Den Weinen wird Zeit gelassen, um sich zu
entwickeln, und die Vinifizierungsmethoden
werden den Sorten und Lagen angepasst.
Kellermeister: Uwe Hoop
Produktion: 16.000 Flaschen
5 % Schaumwein, 40 % weiss, 10 % rosé, 45 % rot, 3 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
90
2022 TORSO
Rote und schwarze Beeren in der Nase, etwas
Zwetschge, dazu prägnante würzige Noten,
89
2023 CUVÉE BLANCHE
Eher zurückhaltende Nase, Zitrone, dezent
weisse Blüten, grüner Apfel. Am Gaumen recht
88
teerig-animalische Noten. Am Gaumen von mittlerer Fülle,
schöner Schmelz, wiederum feine Gewürznoten, dezent
füllig mit zurückhaltender Säure, Noten von Holunderblüte,
wiederum Apfel. Endet mittellang. CHF 24,–
rauchig. Feines Tannin und rote Beeren im Finale. CHF 26,–
2021 MERLOT GÜTING
88 Rubin mit violetten Reflexen. Reife Frucht,
Dörrzwetschge, dunkle Beeren, edle, dunkle
2021 CHARDONNAY PFARRHOF
90 Reife Zitrusfrüchte, helle Steinfrüchte, dazu zart
holz-würzig, etwas Karamell, dezent Honig. Am
Gaumen von mittlere Breite, durchaus kraftvoll mit wiederum
prägnanter Holzaromatik, sehr saftig und mit schöner
Länge ausgestattet. CHF 35,–
Johannes und Myriam Lampert betreiben
den Weinbau- und Landwirtschaftsbetrieb
ihrer Familie mit viel
Leidenschaft in Jenins. Die Weinberge der
Lamperts verteilen sich auf das Gebiet von
Maienfeld über Jenins bis nach Malans und
werden nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet.
Das Motto ist immer mit und
niemals gegen die Natur zu arbeiten. Diese
Überzeugung widerspiegelt sich auch im
Röstaromatik, etwas Tabak und Lebkuchengewürz. Am
Gaumen breit und füllig mit weicher, reifer, ausbalancierender
Säure. Spürbares, mittelfeines Tannin, mittlere
Länge. CHF 29,–
Weinkeller wider. Sämtliche Weine werden
spontan vergoren und nicht filtriert.
Gässli 1, 7307 Jenins
T: +41 79 6902511
mail@lampert.ch
lampert.ch
Kellermeister: Johannes Lampert
Produktion: 30 % weiss, 70 % rot, 3.8 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2021 PINOT NOIR TORKEL
Kirsche in der Nase, dezent dunkle Beeren, pfeffrige
Würznuancen, etwas Teer. Am Gaumen
eher breit und leicht süsslich wirkend. Reife Säure, spürbares,
mittelfeines Tannin. Säurebetont im mittellangen
Nachhall. CHF 35,–
2023 RIESLING 1188
85 Intensive Zitrusfrucht, grüner Apfel, flüchtige Noten
an der Grenze, etwas Mandeln und Aprikose.
Am Gaumen klar süsslich und eher schlank, intensive, zupackende
Säure. Endet mittellang mit Noten von Popcorn.
CHF 35,–
★★
MYRIAM & JOHANNES LAMPERT
BLANC DE NOIR
89 Zartes Bukett mit Noten von Apfel, Birne und Zitrusfrüchten.
Dazu ein Hauch Karamell und kräutrig-würzige
Nuancen. Am Gaumen weich und frisch, mit dezenter
Säure und gelbem Sternobst im Abgang.
CHF 22,–
MERLOT
89 Mollige Fruchtaromatik in der Nase. Noten von
gedörrten Gojibeeren, Erdebeere, Pflaume und
Kirsche. Unterlegt ist das Ganze mit Noten von Ysop, Kakao
und Piment. Am Gaumen saftig, mittelgewichtig, mit
reifer Säure und mittellangem Finale. CHF 44,–
PINOT NOIR
91 Von balsamischer Würze geprägtes Bukett. Ausserdem
Noten von Graphit, Kirsche und Himbeere
sowie ein Hauch Karamell. Am Gaumen zwischen Rustikalität
und Eleganz schwinged, schöne saftige Säure, kreidiges
reifes Tannin, langer würzig-fruchtiger Abgang. CHF 34,–
Myriam und Johannes
Lampert
falstaff
179
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
★★
LANDOLT
WEINE
Landolt Weine, ein Traditionsunternehmen
im Herzen Zürichs, blickt
auf eine 190-jährige Geschichte
zurück. Seit 1834 prägt das Familienunternehmen
die lokale Weinkultur und
bewirtschaftet eigene Rebberge in der Stadt
Zürich sowie im Zürcher Weinland. Das
Unternehmen kultiviert 15 verschiedene
lokale und internationale Traubensorten –
etwa in der Lage Schiterberg in Kleinandelfingen
aber auch in Lagen auf dem Stadtgebiet
Zürichs. Zudem ist Landolt auch im
Weinhandel tätig.
Uetlibergstrasse 130, 8045 Zürich
T: +41 44 2832626
contact@landolt-weine.ch
landolt-weine.ch
Winzer: Nik Zeljkovic und Dani Grab
Produktionsverantwortlicher: Wolfgang Langanger
Produktion: 12 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
88
2023 STADTZÜRCHER BLANC DE NOIR BRUT
AOC Zarter Apfelduft in der Nase gepaart mit
Noten von Zitronensorbet und exotischen Früchten.
89
2023 ZÜRIBIETER SAUVIGNON
BLANC SCHITERBERG AOC
Intensives Bukett mit Noten von Holunderblüte,
91
Am Gaumen schmeichelnd, mit knackiger Säure und
angenehmer Perlage. CHF 34,–
Grapefruit und exotischen Früchten. Am Gaumen zwischen
Süsse und Säure pendelnd, fruchtig und mittellang.
CHF 24,80
2022 ZÜRIBIETER CHARDONNAY RÉSERVE
90 SCHITERBERG AOC Fruchtiges Bukett mit Noten
von Ananas, Birne, Agrumen und weissen
Blüten sowie rauchigen Nuancen. Am Gaumen vollmundig,
mit reifer Säure und cremigem Körper. Endet lang. CHF 29,–
2023 STADTZÜRCHER KERNER BURGHALDE
88 AOC In der Nase Noten von Holunderblüte, Grapefruit
und exotischen Früchten. Am Gaumen
weich, mit sanfter Säure und mittellangem Finish. CHF 22,–
2022 1834 CUVÉE ROUGE AOC Nase: Konzentrierte
Frucht. Noten von gedörrten und konfierten
Beeren wie Brombeere und Himbeere. Dazu Pflaume
und Röstnoten. Etwas Karamell. Gaumen kräftig, saftige
Säure, frische Frucht, geschliffenes Tannin. CHF 49,–
2022 STADTZÜRCHER PINOT NOIR RÉSERVE
90 SONNENBERG AOC Nase: Reife Beerenfrucht,
Noten von Himbeere und Roter Johannisbeere,
Pflaume, kräutrig-würzige Anklänge. Gaumen geschmeidig,
frische Säure, kreidiges Tannin, langes Finale. CHF 36,–
2023 ZÜRIBIETER CUVÉE WEISS AOC
89 Zarte Fruchtaromatik in der Nase. Noten von Apfel,
Birne und Zitrus und Aprikose. Am Gaumen
frisch und fruchtig mit passender Säure und zitrischem
Finale. CHF 18,90
2022 ZÜRIBIETER PINOT BLANC ADLIKON
88 AOC Dezentes Bukett mit Noten von Birne,
Bittermandel und Quitte. Am Gaumen dezente
Säure und eine gewisse Herbe im Abgang. CHF 24,80
2022 SCHITERBERGER HIMMELSLEITERLI
88 PINOT NOIR AOC Noten von Johannisbeerkonfitüre,
Erdbeere und Kirsche. Zudem kräutrig-würzige
Nuancen und etwas dunkelgebackenes Brot.
Gaumen fruchtig, dezente Säure und Tannin. CHF 19,80
89
2023 STADTZÜRCHER RÄUSCHLING BURG-
2023 STADTZÜRCHER ROSÉ AOC
2022 ZÜRIBIETER PINOT NOIR RÉSERVE
HALDE AOC Betont floral in der Nase. Zudem 88 Dezente Nase mit Noten von roten Beeren, 88 SCHITERBERG AOC Reife Fruchtaromatik. Noten
wie kräutrige Anklänge. Am Gaumen klar, mit straffer Säure
und herber Apfelfrucht im langen Finale. CHF 22,–
Noten von Papaya, Birne und Zitrusfrüchten so-
schmeichelnd, mit schönem Spiel zwischen dezenter
Restsüsse und knackiger Säure. CHF 22,–
Agrumen und exotischen Früchten. Am Gaumen
von Kirsche, Himbeere und Granatapfel.
klänge von Karamell und kräutrige Nuancen. Am Gaumen
kraftvoll, mit dezenter Säure und feinem Tannin. CHF 36,–
An-
Fotos: beigestellt
180 falstaff
Iselisberg 23, 8524 Uesslingen
T: +41 52 7461386
info@weingut-lenz.ch
weingut-lenz.ch
★★★
BIOWEINGUT
LENZ
Das Bioweingut Lenz in Uesslingen
ist fokussiert auf pilzwiderstandsfähige
Rebsorten. Aus
über 30 der robusten Sorten werden
über 50 verschiedene Weine gekeltert.
Das ist aber noch nicht alles. Gemeinsam
mit dem bekannten Schweizer
Rebzüchter Valentin Blattner entwickelt
das Weingut in seinen Muttergärten
über 600 neue pilzwiderstandsfähige
Sorten. Rund 15 Prozent des
Betriebs wurden gerodet, um die Biodiversität
zu steigern und den Krankheitsdruck
zu minimieren.
Kellermeister: Teamwork
Produktion: 333.333 Flaschen
2 % Schaumwein, 58 % weiss, 2 % rosé, 38 % rot,
27+15 Hektar
Anbauweise: Bio-dynamisch
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 AMPHORE WEISS Duftet nach Pfirsich,
91 Mango, Apfel und Agrumen. Anklänge von
Schwarztee und florale Nuancen. Am Gaumen
sanft und schmeichelnd, mit saftiger Säure und ätherisch-würzigem
Finale. CHF 20,–
2023 HANDWERK WEISS In der Nase Noten
91 von Pfirsich, Apfel und Agrumen. Zudem eine augeprägte
Buttrigkeit und florale Anklänge. Am
Gaumen saftige Säure, schmelziger Körper und eine
prägnante, kräutrige Würze im langen Finale. CHF 24,–
2023 NATURWEISS Duftet nach grünem Pfeffer,
Buchsbaum und grüner Peperoni. Dazu An-
88
klänge von exotischen Früchten und Agrumen.
Am Gaumen süsslich-frisch, mit passender Säure und
mittellangem Abgang. CHF 18,50
2023 HANDWERK ROT In der Nase Sauerkirsche,
dazu Waldbeeren, insbesondere Erdbeeren,
93
Kräuter, dezent gedörrte Frucht. Gaumen saftig,
von mittlerer Fülle mit intensiven Kirschnoten, feines, geschliffenes
Tannin. Endet lang und frischfruchtig. CHF 28,–
2023 MEISTERHANDWERK ROT Intensive, reife
91 Frucht, Zwetschge, Brombeeren, dezent Orange,
würzige Anklänge. Gaumen leicht süsslich, eher
breit mit reifer Säure, sehr feinem Tannin und reifer Frucht,
würzigen und kräutrigen Noten. Hallt lange nach. CHF 42,–
2023 AMPHORE ROT Intensive, dunkle Frucht,
90 Holunderbeere, Cassis, etwas Cassislaub, dazu
würzige Nuancen, dezente, vegetale Kräuternoten.
Am Gaumen vollmundig, im Auftakt leicht süsslich. Saftige,
reife Säure, feines Tannin. Ende leicht herb. CHF 22,–
Biodiversität am Bioweingut Lenz.
falstaff
181
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
Michel Jaussi
★★★
WEINGUT ZUR LINDE
Seinen Traum vom eigenen Weingut
verwirklichte der bekannte
Schweizer Werbefotograf Michel
Jaussi im Jahr 1999. In seinem Weingut
zur Linde, das sich in Linn befindet,
fokussiert er sich seitdem auf das Wesentliche
und produziert lediglich zwei
Weine. Einen Weisswein aus den Sorten
Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle
und einen Rotwein aus Pinot
Noir. Beides charaktervolle Tropfen. Ab
Frühling 2025 wird das Sortiment mit einem
ausdrucksstarken Chardonnay ergänzt.
Linn 11
5225 Linn
T: +41 56 4501155
info@weingutlinde.ch
weingutlinde.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Michel Jaussi
Produktion: 3.200 Flaschen
20 % weiss, 80 % rot, 0.5+0.3 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 UNTER DER LINDE SAUVIGNON
91 BLANC SÉMILION MUSCADELLE – CHAI-
SERACHER Intensive Nase mit Noten von Quitte,
gebackenem Apfel, Zitrusfrüchten und Honig. Dezente
Anklänge von Lakritze und würzige Noten. Am
Gaumen frisch, elegante Säure, gelbe Frucht und würzige
Noten und herbe Zitrusfrucht im Finale. CHF 26,–
2013 UNTER DER LINDE PINOT NOIR GRAND
93 CRU SONNHALDE
Elegantes Bouquet mit Noten von gedörrten
Saurkirschen und Waldbeeren sowie Kakao und etwas
Rumtopf. Am Gaumen elegant, mit prägnanter Säure
und Aroma von dunklen Waldbeeren sowie dezenten
★★★
WEINGUT
LINDENHOF
Der traditionsreiche Betrieb im
Klettgau, Kanton Schaffhausen,
verfügt über einen grossen
Weissweinanteil mit Fokus auf Sauvignon
und Chardonnay. Rot dominiert
der Pinot Noir als Basis trockener
Qualitätsweine mit Fokus auf Herkunft
und Charakter. In der eigenen
Weinbar kann jeweils samstags oder
auf Anmeldung mit Gruppen degustiert,
gegessen und gefeiert werden.
Holznoten. Feinkörniges, kreidiges Tannin, langer Abgang.
CHF 62,–
2020 UNTER DER LINDE PINOT NOIR GRAND
93 CRU SONNHALDE Schwarzkirsche, Brombeeren,
Nuancen von warmen Gewürzen, Gewürznelke,
etwas Zimt, Kräuter, schön integrierte Röstnoten.
Am Gaumen eher füllig und reichhaltig, dunkle, süssliche
Frucht, reife, saftige Säure, weich und harmonisch. Leicht
spürbares, feines Tannin. Hallt lange nach. CHF 62,–
2019 UNTER DER LINDE GRAND CRU
92 SONNHALDE
In der Nase fruchtig-würzig mit Noten von
Agrumen, Fenchel und etwas Anis. Dazu gelbes
Dorfstrasse 19
8218 Osterfingen
T: +41 52 6812125
info@weingut-lindenhof.ch
weingut-lindenhof.ch
Die hauseigene
Weinbar im
Lindenhof.
Kontaktperson/Kellermeister: Matthias Nigg
Produktion: 46.667 Flaschen
3 % Schaumwein, 60 % weiss, 7 % rosé, 30 % rot,
85 Hektar
Anbauweise: in Umstellung
Ab-Hof-Verkauf: Ja
Steinobst, Aprikose und etwas Kiwi. Am Gaumen dicht
und zupackend, mit straffer reifer Säure und gelber
Frucht, etwas Anis, langer mineralisch anmutender Abgang.
CHF 62,–
2021 UNTER DER LINDE PINOT NOIR GRAND
92 CRU SONNHALDE
Waldbeeren und Kirsche in der Nase, dunkle
Holzwürze, Gewürznelke, rauchige Nuancen, dezente florale
Nuancen. Am Gaumen von mittlerer Statur, dunkle, süsslich
wirkende Frucht, saftige, reife Säure und leicht anhaftendes
aber feines Tannin. Hallt lange nach mit Frucht- und Kräuternoten.
CHF 82,–
WINZERSEKT
90 Dezente Nase mit Noten von Apfel, Grapefruit
und gelbem Steinobst. Hefige Anklänge und florale
Nuancen. Am Gaumen sanft und ausgewogen, feine
Perlage, angenehme Säure, mittellang. CHF 29,–
2023 SAUVIGNON BLANC
91 Dezentes Bukett, das sich mit Zeit im Glas entwickelt.
Noten von Stachelbeere, Pomelo und
etwas Brennnessel. Zudem florale Anklänge. Am Gaumen
frisch und filigran, mit straffer Säure und passendem
Schmelz. Mineralische Anmut im Abgang. CHF 21,–
2022 LINDENGELB
91 Zarter Zitrus- und Honigduft in der Nase. Anklänge
von Ananas und gelbem Apfel sowie eine feine
kräutrige Würze. Am Gaumen leicht, frisch und ausgewogen,
geradlinige Säure, langer Abgang. CHF 24,–
2020 LÄTTEBUCK
93 Konzentrierte Aromatik in der Nase. Noten von
dunklen Waldbeeren, Schwarzkirsche und
Zwetschge. Anklänge von Graphit und eine Spur Kakao. Am
Gaumen kompakt und elegant, frische Säure, kreidiges
Tannin, mineralisch anmutendes Finale. CHF 29,–
2020 CHÖLLE
92 In der Nase Noten von Preiselbeerkonfitüre,
Kirsche und Roter Johannisbeere. Anklänge von
Backgewürzen und kräutrige Nuancen. Am Gaumen
stoffige Eleganz, feinkörniges Tannin und langer Abgang.
CHF 29,–
Fotos: ©Weingut Obrecht/Autor Hans-Peter Siffert_weinweltfoto.ch, Sasi Subramaniam www.sasifoto.com, beigestellt
182 falstaff
Rico Lüthi
Rico und Susan Lüthi vom Zürichsee
sind stille Macher. Doch was
sie machen, schmeichelt dem
verwöhnten Gaumen. Bei Lüthi Weinbau
entsteht auf zwei Hektar Rebland
Klasse statt Masse. An den Stäfner
Top-Lagen Ueriker Risi, Sternenhalde
und Lattenberg sowie am Püntacher
pflegen sie ihre Reben in Handarbeit
und mit viel Leidenschaft für die Natur
und für den Wein. Beim Wettbewerb
Mondial du Pinot 2023 wurde der Pinot
Noir der Lüthis mit der Auszeichnung
Gran Maestro gekürt.
Alte Landstrasse 330
8708 Männedorf
T: +41 44 920 49 23
info@luethiweinbau.ch, luethiweinbau.ch
Produktion: 2 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
★★★★
LÜTHI
WEINBAU
LÜTHI BLANC DE NOIRS EXTRA BRUT Mittleres
Lachsrosa. Rote Beeren in der Nase, etwas
92
Erdbeere, apfelige Noten und reife Agrumen, auch
Gewürznoten. Am Gaumen von sehr feiner Perlage geprägt,
zeigt leicht rauchige und wiederum beerige Noten. Saftiger,
langer Nachhall. Endet rauchig-mineralisch. CHF 56,–
LÜTHI BLANC DE NOIRS BRUT Helles Lachsrosa.
Nase: helle Beeren, insbesondere Himbeere,
91
Noten von Zitronenzeste und Apfel. Am Gaumen
harmonische Struktur mit schönem Druck, sehr feiner Perlage,
wieder Beeren. Reife, zurückhaltende Säure und schön
abgestimmte Dosage, saftiger, langer Nachhall. CHF 56,–
2022 PINOT GRIS ÉLEVÉ EN BARRIQUE AOC
91 Fruchtig-florales Bukett mit Noten von Aprikose,
Agrumen, Quitte und exotischen Früchten sowie
etwas Veilchen. Am Gaumen ausbalanciert, feine Säure mit
schönem Schmelz. Bleibt lange am Gaumen. CHF 29,–
PINOT NOIR ÉLEVÉ EN BARRIQUE 2022
94 Komplexes Bukett mit gedörrter Beerenfrucht.
Noten von Ribisel, dunklen Waldbeeren, etwas
Cassis, Kirsche. Dazu betont dunkelwürzige Anklänge, etwas
Grafit und Nuancen von Kurkuma. Am Gaumen elegant
und zugänglich, mit saftiger Säure und wunderbar feinkörnigem
Tannin. Langes würzig-fruchtiges Finale. CHF 23,–
92
2022 RIESLING X MADELEINE ROYALE In der
Nase Noten von Passionsfrucht, Apfel, Agrumen
und Bienenwachs. Etwas Muskat und ätherisch-würzige
91
2018 CABERNET CUBIN ET AL.
Intensive Cassisfrucht, ergänzt mit Noten getrockneter
Minze, dezente Würze. Am Gaumen
Noten. Am Gaumen schlank, mit geradliniger
Säure und mineralisch-salzigem Rückgrat, das sich in das
angenehm schmelzig-herbe Finale zieht. CHF 18,–
von mittlerer Fülle mit reifer Säure, passendem Schmelz
und feinem Tannin. Gute Länge auf Cassis. Fruchtbetont
und dennoch elegant. CHF 27,–
★★★★
WEINGUT OBRECHT
Seit 1998 gehen Christian und
Francisca Obrecht gemeinsam den
gleichen Weg. Was in einer Studentenwohngemeinschaft
als Freundschaft
begann, ist zu einem rhythmischen Ganzen
gewachsen, zu einem patenten und kreativen
Winzerpaar. 2006 übernahmen die
beiden rund sieben Hektar Rebland in Jenins
und Malans, die sie mittlerweile nach
biodynamischen Prinzipien bewirtschaften.
Die Harmonie, die sie sich für Pflanze und
Umwelt wünschen, findet sich auch in ihren
Weinen wieder.
Malanserstrasse 4, 7307 Jenins
T: +41 (81) 3022145
info@obrecht.ch
obrecht.ch
Kellermeister: Christian und Francisca Obrecht
Produktion: 93.333 Flaschen
15 % Schaumwein, 40 % weiss, 5 % rosé, 40 % rot,
7+70 Hektar
Anbauweise: Bio-dynamisch
Ab-Hof-Verkauf: Ja
Francisca und
Christian Obrecht
BRUT ROSÉ Helles Lachsrosa. In der Nase Sauerkirsche,
Zitrone und helle Waldbeeren, würzige
93
Anklänge, etwas Pfirsich. Am Gaumen saftig mit
zupackender Säure sowie Beeren- und Gewürznoten. Endet
lang und saftig mit leicht herber Beerenfrucht. CHF 36,–
2022 CHARDONNAY Nase derzeit vom Ausbau
92 geprägt: Vanille, frisches Eichenholz, dazu reife
Zitrusfrucht, dezent Ananas, Pfirsich. Am Gaumen
schöne Balance aus Schmelz und Frische. Reife Säure,
dezenter Grip im langen Nachhall. Muss reifen. CHF 43,–
2023 RIESLING SYLVANER SCHIEFER Nase:
91 Reife Zitrusfrüchte, Orangenmarmelade, weisse
Blüten, rauchige Noten. Gaumen angenehm
schlank, dezent Schmelz, reife Säure, rauchig-zitrisch. Für
Spannung sorgender Grip im langen Nachhall. CHF 25,–
2023 BLANC DE NOIR SCHIEFER Blass Lachsrosa.
Nase: würzige Kernobstfrucht, Noten von
91
roten Beeren und Agrumen. Gaumen frisch und
ausgewogen, reife Säure, knackige Frucht, lang. CHF 25,–
2022 MONOLITH Mittleres Rubingranat. Eher
95 zurückhaltende Frucht, Pflaume, Süsskirsche,
Himbeere, etwas frischer Granatapfel, dazu edel
wirkende Röstnoten, rauchig-würzige Nuancen. Am Gaumen
kräftig wirkend mit viel Extrakt aber reifer, harmonisierender
Säure. Feines, derzeit noch spürbares Tannin. Hallt
lange nach. Muss reifen. CHF 58,–
2022 TROCLA NERA Eher dezente, elegante
92 Nase: Kirschen, Waldbeeren, rauchige Noten sowie
eine frische Kräuterwürze. Am Gaumen von
schöner Dichte und dennoch eher filigran mit intensiven
Noten von roten Beeren, wiederum rauchige Nuancen. Reife,
spürbare Säure, feines Tannin. Langer Nahhall. CHF 32,–
falstaff
183
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
Ariane und
Michael Meyer
★★★★
WEINGUT BAD
OSTERFINGEN
Michael Meyers Familie bewirtschaftet
das Weingut bereits
seit dem 19. Jahrhundert. Die
Geschichte des historischen Baus reicht
bis ins 15. Jahrhundert zurück. Meyer
ist nicht nur begnadeter Winzer, sondern
auch hervorragender Koch und bekannt
für seine Spätzle, die er im hauseigenen
Restaurant serviert. Die Weine
überzeugen durch Finesse und gehören im
Rotweinbereich zur Schweizer Spitze.
Zollstrasse 17
8218 Osterfingen
T: +41 52 6812121
badosterfingen.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Ariane & Michael Meyer
Produktion: 36.000 Flaschen
35 % weiss, 4 % rosé, 60 % rot, 1 % süss, 25+2.5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
91
2023 PINOT BLANC Feine, dezente Nase, Birne,
helle Steinfrüchte, dezent Holunderblüten, Noten
von Kräutern und Zitrone. Gaumen kraftvoll und
90
2023 PINOT GRIS Reife Zitrusfrüchte, dezent
Honigmelone, weisse Blüten sowie dezente Röstnuancen.
Am Gaumen weich, dank der reifen
93
2019 ZWAA ROT Würzig-fruchtige Nase: Kirschen,
dunkle Beeren, Pflaume, rauchige Noten,
Kräuter. Gaumen kräftig und harmonisch im Auftakt,
weich aber auch frisch und sehr harmonisch. Langer Nachhall
mit fruchtigen und mineralischen Nuancen. CHF 25,50
Säure, aber sehr ausgewogen. Hallt lange nach mit Gewürzund
Obstnuancen. CHF 28,–
intensive Röstnoten und fruchtige Kirschnoten. Feines,
spürbares Tannin, saftige, reife Säure. Endet lang. CHF 42,–
91
2023 CHARDONNAY Dezente kühl-fruchtige
Nase mit Apfel, Birne, Mirabelle und Agrumen.
Dazu markante kräutrige Würze und Noten von
94
2021 BADREBEN ABT Klassische, komplexe
Nase: Reife Sauerkirsche, helle Beeren, dazu subtile,
gut eingearbeitete Würze. Sehr elegant mit
92
2022 MERLOT Duftig: Frische Zwetschgen, Holunderbeeren,
florale Anklänge, Flieder, würzige
Noten. Gaumen von mittlerer Fülle, reife Säure,
Gebäck. Gaumen stoffig, geradlinige Säure und dezent phenolisch
im langen mineralisch anmutenden Finale. CHF 28,
schöner Balance aus Schmelz und Frische. Sehr feines
Tannin und fruchtige Noten im langen Nachhall. CHF 27,–
elegant. Seidige, aber spürbare Tannine. Finale lang mit
Noten dunkler Beeren und Würze. Kann reifen. CHF 33,–
2021 LE GRAND CHARDONNAY Typische, auf
95 positive Weise reduktive Chardonnay-Frucht,
Feuerstein, Zitrone, prägnante Röst- und Gewürznoten.
Am Gaumen schlank und dennoch kraftvoll mit
prägnanter, reifer Säure, Apfel- und Zitrusnoten und wieder
einnehmender, mineralischer Raucharomatik. Endet saftig
und lang. Verbleibt mit angenehmer Salznote. CHF 69,–
★★★★
WEINGUT
RIEHEN
Jacqueline und Urs Ullrich übernahmen
2018 das Weingut Riehen
gemeinsam mit dem deutschen
Spitzenwinzer Hanspeter Zierreisen,
der seit 2014 im Betrieb aktiv war und
ihn gemeinsam mit Thomas Jost auf
die Produktion von Spitzenweinen
ausrichtete. Heute ist Silas Weiss verantwortlich
für Rebberg und Keller. Er
setzt alles daran, bestes Traubengut zu
ernten, damit im Keller Verzicht geübt
Rössligasse 63
4125 Riehen
T: +41 61 3030453
silas.weiss@weingutriehen.ch
weingutriehen.ch
werden kann. Die Weine werden spontan
vergoren, nicht geschönt und nicht filtiert.
Kontaktperson/Kellermeister: Silas Weiss
Produktion: 15.000 Flaschen
50 % weiss, 50 % rot, 3.6 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2018 LE CIDRE (APFELWEIN) Kühle Zitrusaromatik
in der Nase, gepaart mit Noten von
89
Apfel und Apfelblüte sowie grüner Birne. Dezente
Würze. Am Gaumen frisch, leichtfüssig, leicht herbe
Frucht, angenehme Perlage, mittellang. CHF 26,–
2021 LE PETIT PINOT BLANC Klare Nase, kandierte
Zitrusfrüchte, reifer Apfel, Röstnuancen,
91
etwas warme Gewürze, ganz dezente Noten von
Akazienhonig. Am Gaumen zeigt der Wein einen schönen
Schmelz sowie eine reife Säure, wiederum fruchtig-würzig
am Gaumen. Mittellanger Nachhall mit herber Zitrusfrucht
und Eichenholznuancen. CHF 28,–
2021 LE GRAND PINOT NOIR Klasissche, edle
93 Nase, Sauerkirschen, Waldbeeren, dazu gut integrierte
Edelholzwürze sowie Tabak. Am Gaumen
elegant mit reifer Säure, dezenter Fülle und recht intensiver
Holzwürze. Feines, fast kreidiges, aber spürbares Tannin.
Hallt lange nach. Sollte noch reifen. CHF 69,–
2019 LE VOISIN BLAUFRÄNKISCH Mittleres
92 Rubin. Vollreife Nase, Zwetschge, Brombeere,
dazu intensive aber edle Röstnoten, etwas
Schuhcrème. Am Gaumen angenehm schlank und elegant
mit reifer Frucht und Röstnuancen. Zupackende Säure,
reifes aber spürbares Tannin. Passender Nachhall. CHF 49,–
2021 LE PETIT ROUGE Klassische Nase:
91 Schwarzkirsche, dunkle Beeren, dazu Pfeffer, etwas
Tabak und Unterholz schwingen mit. Am
Gaumen elegant, mit prägnanter, saftiger Säure und sehr
feinem Tannin, dezenter Eindruck von Kohlensäure. Langer
Nachhall mit dunklen Frucht- und Röstaromen.CHF 28,–
Fotos: Christian Reichenbach, Fabienne Bühler, ©Bad Osterfingen/Foto HP Siffert, beigestellt
184 falstaff
Im Fasskeller bei
Nadine Saxer
Das Weingut Nadine Saxer
wurde in den 90er-Jahren
gegründet. Nadine Saxer
führt es in zweiter Generation gemeinsam
mit ihrem Mann Stefan Gysel
Saxer. Das Weingut thront in bester
Lage über Neftenbach. Die Weine mit
so klingenden Namen wie «Nobler
Weisser» oder «Nobler Rosé» erfreuen
sich überregionaler Bekanntheit.
Die geradlinigen Tropfen begeistern
Weinliebhaber und -experten gleichermassen.
Bruppachstrasse 2, 8413 Neftenbach
T: +41 52 3153200
info@nadinesaxer.ch, nadinesaxer.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Nadine Saxer
Ab-Hof-Verkauf: Ja
★★★
WEINGUT
NADINE
SAXER
91
2023 SAUVIGNON BLANC Intensive, typische
Nase, Stachelbeere, Cassis, Holunderblüte, tropische
Früchte wie Maracuja. Gaumen schlank, angenehm
90
2023 NOBLER ROSÉ Konzentrierte Fruchtaromatik
in der Nase. Noten von roten Beeren,
Agrumen und exotischen Früchten. Am Gaumen
prägnante Säure, dezent Eindruck von Kohlensäure,
intensiver Aromatik. Langer, saftiger Nachhall. CHF 20,–
schmeichelnde dezente Süsse, straffe Säure und langes
zitrisch-beeriges Finale. CHF 17,–
90
2023 NOBLER WEISSER Frische, expressive
Nase: Weisse Blüten, Agrumen, insebsondere Limette,
dazu Muskat und tropische Fruchtnoten.
91
2021 TÊTE DE PINOT Intensive Frucht: KIrsche,
Himbeere, dazu Nuancen von dunklen Beeren
und Gewürzen. Am Gaumen recht frisch und
Gaumen leicht süsslich, mit spürbarem CO₂. Angenehme,
frische Säure, Zitrusnoten im saftigen Nachhall. CHF 17,–
elegant wirkend. Reife Säure, feines Tannin und wiederum
intensive, klare Frucht. Endet lang und saftig. CHF 25,–
89
2023 CHARDONNAY Eher dezente, aber vollreife
Nase: Agrumen, Apfel, etwas Honigmelone,
weisse Blüten. Gaumen frisch und eher schlank
89
2021 MERLOT Intensive Frucht, Zwetschge,
Brom- und Himbeeren, pfeffrige Note, dezent
grüne Peperoni. Am Gaumen von mittlerer Fülle,
mit spürbarer Süsse und ausbalancierender, feiner Säure.
Endet mittellang mit Nuancen von Eisbonbon. CHF 19,–
weiche reife Säure, intensive Frucht. Feines Tannin, gute
Länge mit Beeren- und dezenten Peperoninoten. CHF 28,–
★★★
SCHWARZENBACH
WEINBAU
Das Weingut am Zürichsee wird in
5. Generation von Alain Schwarzenbach
und Marilen Muff betrieben.
Die Familie gehört zu den wichtigsten
Produzenten der Region. «Guter Wein
entsteht im Rebberg», davon sind sie überzeugt.
Im Keller holen sie das Beste aus den
Trauben heraus und sind dabei durchaus
experimentierfreudig. Die Schwarzenbachs
zählen auch zu den wichtigsten Produzenten
der lokalen Rebsorte Räuschling.
Seestrasse 867
8706 Meilen
T: +41 44 9230125
info@schwarzenbach-weinbau.ch
schwarzenbach-weinbau.ch
Kontaktperson: Winzerpaar Alain Schwarzenbach
und Marilen Muff
Produktion: 60.000 Flaschen
9 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
Alain Schwarzenbach
und Marilen Muff
2023 RÄUSCHLING SEEHALDEN
92 Elegantes, frische Bukett mit Noten von Pfirsich,
Birne und Apfel. Dezente Zitrusanklänge und etwas
Muskatblüte. Am Gaumen einladend, geradlinige Säure
und frische Apfelfrucht. Langes Finale. CHF 34,–
2023 RIESLING-SYLVANER Intensive Nase, reife
Zitrusfrüchte, Limette, grüner Apfel, Muskat,
91
weisse Blüten. Gaumen eher schlank, spürbares
CO₂, schön integrierte, saftige Säure und passende Länge
mit Nuancen von Birne und tropischen Früchten. CHF 18,–
2022 CHARDONNAY SÉLECTION
91 Schöne Intensität, Zitronat, reifer Apfel, prägnante
Fasswürze, Vanille, etwas Rauch. Am Gaumen
von mittlerer Breite, reife Säure, wiederum viel Holzwürze.
Endet saftig und mit schöner Länge. CHF 38,–
2023 SAUVIGNON BLANC Intensive Nase mit
90 Noten von Grapefruit, Passionsfrucht und Cassis.
Zudem Anklänge von Holunderblüte. Am Gaumen
verspielt und aromatisch, mit frischer Säure, dezenter
Restsüsse und langem Abgang. CHF 24,–
2022 PASSIÓ Braucht Luft. Etwas wilde Nase,
92 Kirschen, Himbeeren, dezent Cassis und Pflaume.
Würzige Anklänge, Lorbeer, dezent Muskat.
Gaumen frisch, klare Frucht, dazu pfeffrige Noten. Schön integriertes
Tannin, reife Säure. Hallt lange nach. CHF 28,–
2021 PINOT NOIR SÉLECTION Betont würzige
92 Nase, dazu Kräuternoten, Schwarzkirsche, etwas
Pflaume, Salbei, helle Beeren. Gaumen von mittlerer
Statur, kräftig, aber elegant. Feines Tannin und reife
Säure. Endet saftig und lang mit Fruchtnuancen. CHF 45,–
falstaff
185
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
Dorfstrasse 17, 9425 Thal
T: +41 71 8881733
info@rutishauser-weingut.ch
rutishauser-weingut.ch
★★★
WEINGUT
AM STEINIG TISCH,
ROMAN RUTISHAUSER
Das Weingut wird seit 2015
von Roman Rutishauser in
3. Generation geführt. Im
Rebberg setzt er auf Zurückhaltung und
kultiviert Weingärten acht unterschiedlicher
Rebsorten im Einklang mit der
Natur; Klassiker wie Müller-Thurgau
und Pinot Noir und Sorten wie Kerner,
den die Familie 1973 als erste in die Schweiz
brachte. 14 verschiedene Weine unterschiedlicher
Machart werden daraus gekeltert.
Kontaktperson/Kellermeister: Roman Rutishauser
Produktion: 40.000 Flaschen
5 % Schaumwein, 48 % weiss, 5 % rosé, 40 % rot,
2 % süss, 7.5+1 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 VIOLINE
92 In der Nase Noten von Apfel, Sternfrucht und Zitrus.
Alles recht diskret. Feine kräutrig-würzige
Anklänge und etwas reife exotische Frucht. Am Gaumen
frisch, saftig und ausgewogen. Langes Finale. CHF 25,–
2023 RIESLING-SYLVANER Frisch-fruchtige
91 Nase mit Noten von Apfel, Birne und Agrumen.
Anklänge von exotischen Früchten und kräutrig-florale
Nuancen. Am Gaumen ausbalanciert, weich und
geschmeidig, mit zarter Frucht und langem Finale. CHF 22,–
2023 KERNER Dezente Nase, Mandarinenschale,
Birne, tropische Noten, dazu steinig-minera-
91
lische Anklänge. Am Gaumen angenehmer
Schmelz, dezent süss, knackige Säure balanciert aus. Grüner
Apfel und Zitrusfrüchte. Mittellang und saftig. CHF 28,–
2022 BURG RHEINECK Nase: Reife Kirschen, Holunderbeere,
dezent Cassis, würzige Noten; Zimt,
91
Piment. Vollreif und harmonisch. Gaumen schöne
Balance aus süssem Schmelz und reifer Säure. Schön integriertes
Tannin, dunkle Beeren, Pfeffer, endet lang. CHF 34,–
2021 GRANDEZZA Dunkles Rubin. Reife Frucht,
91 Zwetschge, Brombeere, dazu rauchig-würzige
Noten, etwas Pfeffer. Am Gaumen recht leicht
wirkend mit dezentem Schmelz, reife saftige Säure, feines,
eng gewobenes Tannin. Hallt lange nach. CHF 36,–
2022 SINFONIE «RUEBET» Klare Frucht, Kirschen,
helle Beeren, Gewürze; Pfeffer, Piment.
90
Am Gaumen eher leicht mit wieder intensiver, für
Süsse sorgender Fruchtaromatik, pfeffrige Nuancen. Saftige
Säure, feines, spürbares Tannin. Endet lang. CHF 34,–
2022 KLOSTER SION KLINGNAU RÉSERVE
91 CHARDONNAY Klassische, reife Nase, Birne, Zitronat,
dazu klare Holzwürze, etwas Vanille. Am
Gaumen weich und leicht süsslich, reife Säure, wiederum
reife Fruchtnoten und Holznuancen. Endet lang. CHF 45,–
★★★
WEINGUT
ZUM STERNEN
Betriebsleiter
Andreas Meier
Das Weingut zum Sternen in Würenlingen
gehört zu den Klassikern
in der Region Aargau und
umfasst rund 13 Hektar Rebfläche, die
sich auf die Gemeinden Würenlingen,
Döttingen und Klingau im unteren Aaretal
verteilen. Stilistisch setzt Betriebsleiter
Andreas Meier bei seinen Weinen
auf einen kräftigen Stil, der sich vor
allem bei den roten Gewächsen des
Hauses offenbart. Flaggschiff ist zweifelsohne
die Pinot Noir Kloster Sion Réserve,
der lange Aargauer Benchmark war.
Rebschulweg 2
5303 Würenlingen
T: +41 56 2971002
office@weingut-sternen.ch
weingut-sternen.ch
Kellermeister: Daniel Aeschbacher
Produktion: 13 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2023 IM LEE SAUVIGNON BLANC DÖTTINGEN
89 Eigenständige Nase, Honig, Holunderblüte, reife
Zitrusfrüchte, Nuancen von hellem Karamell.
Am Gaumen eher schlank, spürbar CO2, dezente Süsse, reife
Zitrusfrucht, etwas Apfel. Endet mittellang. CHF 24,80
2020 KLOSTER SION KLINGNAU RÉSERVE
92 PINOT NOIR Komplexe Nase: Kirschen, dunkle
Beeren, Zwetschge, Gewürznelke, Zimt, angenehme
Reifenoten. Gaumen kräftig, süss-fruchtig, zupackende
Säure, mittleres Tannin. Hallt lange nach. CHF 39,–
2022 KLOSTER SION PINOT NOIR KLINGNAU
90 Sauerkirsche, Waldbeeren, kühle Kräuternoten,
dezente Würze. Wirkt harmonisch. Am Gaumen
schöne Balance aus Schmelz und reifer Säure. Derzeit recht
robustes, mittelfeines Tannin. Endet lang. CHF 22,–
2022 HÖLL PINOT NOIR WÜRENLINGEN
89 Fruchtbetont in der Nase: Himbeere, Sauerkirsche
und Preiselbeeren. Am Gaumen leicht süsslich
mit wiederum prägnanter Frucht, etwas robustes aber
gut integriertes Tannin. Endet mittellang. CHF 19,–
2022 SÉLECTION MERLOT Intensive Frucht,
89 Himbeere, Zwetschge, Kirsche, dazu Gewürznoten,
floral-süssliche Anklänge. Am Gaumen süsslich
mit reifer Säure und Beerennoten. Feines aber präsentes
Tannin, pfeffrig-beeriger, mittellanger Nachhall. CHF 29,–
Fotos: NR Production GmbH, Michel Jaussi (jaussi.com), beigestellt
186 falstaff
★
TOBIAS WEIN.GUT.
Tobias Schmid gründete im Jahr 1866
den Familienbetrieb, der heute in
fünfter Generation von Christoph
Schmid geführt wird. Das Weingut und
seine Lagen befinden sich in Berneck im St.
Galler Rheintal. Mit der Übernahme durch
die neue Generation im Jahr 2016 fand
ein Redesign mit neuer Marke und neuen
Weinen statt. So werden neben Klassikern
wie Pinot Noir auch hierzulande weniger
verbreitete Varietäten wie Zweigelt, Dornfelder,
Merlot oder Johanniter kultiviert.
Hinterburgstrasse 24
9442 Berneck
T: +41 (71) 7261010
info@tobias-weingut.ch
tobias-weingut.ch
Kellermeister: Christoph Schmid, Horst Rudnicki
Produktion: 133.333 Flaschen
4 % Schaumwein, 40 % weiss, 2 % rosé, 50 % rot,
1 % süss, 20+5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
TOBIAS ROSÉCCO
89 In der Nase Noten von tropischen Früchten,
Agrumen und roten Beeren. Am Gaumen frisch
und weich, mit dezenter Säure, crémiger Frucht und passender
Perlage. Mittellang. CHF 19,90
2020 TOBIAS PINOT NOIR G3 Klassische
90 Pinot-Frucht: Sauerkirsche, Waldbeeren, dezente
Würze, etwas Gewürznelke und getrocknete
Kräuter. Süsslicher Auftakt, prägnante Frucht, feiner, saftiger
Eindruck. Feines Tannin, passende Länge. CHF 19,50
90
2023 TOBIAS BLANC
In der Nase Noten von Birne, Pfirsich und Agrumen.
Zudem Anklänge von Eisbonbon. Am Gaumen
89
2020 TOBIAS ROUGE G3 Eher dezente Nase,
Zwetschge, rote Beeren, schön integrierte Kräuterwürze,
angenehme Sauerkirschnoten. Am
intensive Frucht, weiche Säure, Aroma von Kernobst
und Zitrus sowie exotischen Früchten. Sauber. CHF 22,–
Gaumen von mittlerer Fülle. weich, prägnante Frucht, reife
Säure, spürbares Tannin im mittellangen Nachhall. CHF 27,–
89
2023 TOBIAS RIVANER
Dezentes Bukett mit Noten von Sternfrucht, Apfel
und Zitrus. Dazu Anklänge von Muskatblüte.
89
2018 TOBIAS MERLOT Intensive, reife Frucht,
Zwetschge, Vielfruchtkonfitüre, rauchige Noten,
wachsige Reifenoten. Gaumen mittlerer Statur,
Am Gaumen schöne Fülle, passende Säure, Frucht gepaart
mit Muskatwürze. Mittellang. CHF 18,50
Säure prägnant, frisch, Pflaumen- und Rauchnoten. Mittellang
mit Pfeffernote. Etwas anhaftendes Tannin. CHF 29,–
89
2022 TOBIAS CHARDONNAY
In der Nase Noten von Apfel, Ananas und Agrumen.
Anklänge von weissen Blüten und Nuancen
88
2019 TOBIAS ZWEIGELT Klassisch wirkende
Nase, Kirsche, dunkle Beeren, dazu prägnante
Specknoten, etwas grüner Pfeffer. Am Gaumen
von Kakao und gerösteten Nüssen. Am Gaumen füllig, reife
Säure, tropische Frucht, langer Abgang. CHF 33,–
vife, frische Säure, dezenter Schmelz, wiederum pfeffrige
und dunkelfruchtige Noten. Endet mittellang. CHF 29,–
87
2023 TOBIAS FEDERWEISS
Noten von Ananas, Apfel und Pfirsich in der Nase.
Zarte Zitrusnoten und würzige Anklänge. Am
88
2017 TOBIAS PINOT NOIR G4 Reif wirkende
Nase, Schwarzkirsche, Zwetschge, Schuhcrème,
intensive Edelholznoten. Gaumen erwartungsgemäss
Gaumen süsslich, mit weicher Säure und mittellangem Finale.
CHF 18,50
kräftig mit Noten dunkler Beeren, würziges Holz.
Zupackende Säure, reifes Tannin, endet mittellang. CHF 33,–
89
2023 TOBIAS ROSÉ MERLOT
Helles Granatrot mit kupferfarbenen Reflexen. In
der Nase Noten von Birne, roten Beeren und
88
2016 TOBIAS PINOT NOIR G5 Rubin, dezente
Reifereflexe. Nase würzig, Lebkuchengewürz, gedörrte
Zwetschge, dunkle Beeren, dezent Schuhcréme.
Grapfefruit. Am Gaumen weich, eher breit gebaut, rote
Beerenfrucht, mittellang. CHF 22,–
Reifenoten, feines Tannin, reife Säure. Endet mittel-
lang, würzig-balsamische und sehr reife Noten. CHF 44,–
falstaff
187
weinreise / WEINGÜTER DEUTSCHSCHWEIZ
Blauburgunder im
Weingarten Wegelin
★★★★
WEINGUT WEGELIN
Das Weingut Wegelin gehört zu
den Bündner Weinpionieren der
ersten Stunde. Peter Wegelin,
der den Betrieb über Jahrzehnte hinweg
prägte, trat vor einigen Jahren kürzer
und verpachtete sein Weingut an den
langjährigen Kellermeister Rafael
Hug und seine Frau und Önologin
Mathilde Hug Pédeutour. Die beiden
haben den Terroirgedanken im Weingut
verschärft und zum zentralen Element
in der Philosophie des Hauses
gemacht. Weine wie der Frassa Chardonnay
verdeutlichen dies eindrücklich.
Scadenaweg 1
7208 Malans
T: +41 81 3221164
info@weingutwegelin.ch
weingutwegelin.ch
Kontaktperson/Kellermeister: Rafael Hug
Produktion: 40.000 Flaschen
1 % Schaumwein, 49 % weiss, 50 % rot, 6+3 Hektar
Anbauweise: Bio
Ab-Hof-Verkauf: Ja
96
2022 FRASSA CHARDONNAY Klare, komplexe
Nase: Zitrusfrüchte, grüner Tee, Fenchelsaat,
gelbes Obst. Mineralisch, kräutrig-würzig. Gaumen
94
2021 COMPLETER Komplexe Nase mit Noten
von Honig, gerösteten Nüssen, Raps. Mit Luft Noten
von Mirabelle, Melone und Agrumen. Dazu
93
2022 WEISSTORKEL BLAUBURGUNDER
Komplexe Nase: eingemachte Sauerkirschen,
rote Beeren. Dezent warm-röstige und kühl-kräutrige
filigran und klar, lebendige Säure, zupackend salzige
Mineralität und unendlich langes Finale. CHF 55,–
kräutrig-würzig, floral. Stoffig, geradlinige Säure, phenolischer
Gripp im langen würzig-zitrischen Finale. CHF 55,– Nuancen unterlegen. Elegant, tragende Säure, krei-
diges hervorragend eingebundenes Tannin. Lang. CHF 42,–
95
2022 BOTHMARHALDE CHARDONNAY
Betont würzig-balsamisches Bukett. Dazu dezente
Zitrusnoten, etwas Pfirsich und Ananas.
93
2022 BOTHMARHALDE BLAUBURGUNDER
Klassische, vielschichtige Nase: Sauerkirsche, Johannisbeeren,
dezent Heidelbeeren, rauchig-speckig.
93
2021 SCADENA BLAUBURGUNDER Nase: Reife
tiefgründige Fruchtaromatik. Sauerkirsche,
Cranberry, Pflaume. Anklänge von Kardamom,
Am Gaumen stoffig, würzig, schöne Säure, intensive salzige
Mineralitiät, lange anhaltend. CHF 42,–
Sehr elegant, schönes Extrakt, reife Säure. Kreidiges,
reifes Tannin. Langer Nachhall. Kann reifen. CHF 42,–
Piment und Blutorange. Gaumen elegant, harmonisch und
saftig. Kreidiges Tannin, schalig-fruchiges Finale. CHF 60,–
★★★
WEINGUT GOLDWAND
MICHAEL WETZEL
Wo das mineralreichste und
heisseste Thermalwasser der
Schweiz an die Oberfläche tritt,
wurzeln die Reben an der Goldwand von
Michael Wetzel. In dieser südwestlich
ausgerichteten, terrassierten Steillage
wachsen Weine mit viel Kraft und Eleganz.
Hier gedeihen Riesling-Sylvaner,
Sauvignon, Chardonnay, Pinot Noir,
Malbec und Merlot. Inzwischen steht mit
Roman Wetzel schon die nächste
Badstrasse 50
5408 Ennetbaden
T: +41 56 2218823
info@weingut-goldwand.ch
weingut-goldwand.ch
Generation bereit, um die «Goldwand»-
Story weiterzuschreiben.
Kontaktperson/Winzer:
Michael & Barbara Wetzel
Produktion: 46.667 Flaschen, 10 % Schaumwein,
41 % weiss, 3 % rosé, 45 % rot, 1 % süss, 9.2 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
2022 WETZEL BRUT Hefig unterlegtes Bouquet,
Noten gedörrter exotischer Früchte,
89
gelbem Steinobst, Apfel, Agrumen. Gaumen
weich und kräftig, mit gelber Frucht, toastigen Noten,
passender Perlage und süsslichem Finale. CHF 29,–
2022 CHARDONNAY RESERVE GOLDWAND
89 Dezente Fruchtaromatik in der Nase. Noten von
Apfel, Ananas und Agrumen, gepaart mit einem
Hauch Karamell sowie Minze. Am Gaumen kräftig, mit dezenter
Säure und leichtem phenolischem Gripp im mittellangen
Finale. CHF 25,–
2023 SAUVIGNON BLANC GOLDWAND Helles
88 Gelb, grüne Reflexe. Mandarine in der Nase, Holunderblüte,
Zitrone, dezent Stachelbeere, laktische
Nuancen. Am Gaumen von mittlerer Statur, leicht
spürbares CO₂, dann weich mit vifer Säure. Endet mittellang
auf zitrische und grüne Aromen. CHF 22,–
2022 GOLDWAND PINOT ROMAN WETZEL
92 Rote Beeren und Amarenakirsche in der Nase,
würzig-kräutrige Anklänge. Wird mit Luft zusehends
vielschichtiger. Am Gaumen elegant und frisch mit
passendem Schmelz aber stets schlanker Struktur. Feines,
zurückhaltendes Tannin, vife Säure. Rotfruchtige Noten und
Nuancen von Bockshornklee und Wiesenkräutern am
Gaumen. Endet lang und fein. CHF 30,–
2020 GOLDWAND GRAND CRU PINOT NOIR
91 Reiffruchtige Pinot-Frucht: Schwarzkirsche,
Pflaume, dunkle Beeren, dazu eine einnehmende
Würze, Gewürznelke, etwas Zimt, Nuancen von Eichenholz.
Am Gaumen von mittlerer Fülle, süsslich wirkende Frucht,
saftige Säure, zeigt wiederum Kirschennoten, spürbares,
aber gut integriertes Tannin. Endet lang. CHF 54,–
2020 MERLOT RESERVE GOLDWAND
90 Reife Nase, Cassis, Erdbeere, Pflaume, Röstnuancen,
etwas Vanille, kühe Pfeffernoten. Gaumen
leicht süsser Schmelz, frische Säure, feines Tannin. Im langen
Nachhall feinkörniges Tannin im Vordergrund. CHF 31,–
Fotos: Katharina Klemenz, Logez GmbH, Andrea Badrutt / Chur, beigestellt
188 falstaff
2023 SAUVIGNON BLANC Intensives Bukett
90 mit Noten von Grapefruit, Stachelbeere, etwas
Cassis und grünlichen Nuancen. Am Gaumen angenehme
Fülle, saftige Säure und intensive Frucht. Langes
Finale mit dezenter Pfefferschärfe. CHF 23,–
★★
WUNDERSTAA
WEIN
Im Juni 2016 von weinbegeisterten
Quereinsteigern gegründet, werden
heute pro Jahr 30.000 Flaschen Wein
erzeugt. Premium-Edelbrände runden
das Sortiment ab. Mit hochwertigen
und nachhaltigen Qualitätsprodukten
aus lokalem Anbau begeistert der
Betrieb anspruchsvolle Kunden und
Gourmets. Kooperationen und Kollaborationen
sind Programm: Wunderstaa
bietet mit gleichgesinnten Partnern
den Kunden unvergessliche
kulinarische Erlebnisse.
Hauptstrasse 30
8215 Hallau
T: +41 (52) 6822525
info@wunderstaa.ch
wunderstaa.ch
★★★
WEINGUT FAMILIE
ZAHNER
F
amilie Zahner kultiviert seit 1963
Reben in Truttikon im Zürcher
Weinland. Niklaus Zahner führt den
Betrieb in zweiter Generation. Er gehört
zu den Pionieren des Weinbaus in der
Deutschschweiz. Für seine Philosophie
prägend waren Erlebnisse im amerikanischen
Oregon, wo er Anfang der
90er-Jahre feststellte, dass das kühle Klima
der Ostschweiz ideal für die Produktion
eleganter Weine ist. Familie Zahner
produziert Erstklassiges – vom Basiswein
bis zum Premiumgewächs.
Kontaktperson/Kellermeister: Niklaus Zahner
Produktion: 80.000 Flaschen
5 % Schaumwein, 45 % weiss, 3 % rosé, 45 % rot,
2 % süss, 9 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
Kontaktperson/Kellermeister:
Roger Roth,Timo Schöttli
Produktion: 30.000 Flaschen
5 % Schaumwein, 60 % weiss, 3 % rosé, 30 % rot,
2 % süss, 3,5 Hektar
Ab-Hof-Verkauf: Ja
Im Bächi 1
8467 Truttikon
T: +41 52 3171949
zahner@swissworld.com
zahner.biz
2022 FEDERWEISSER Nase: Satte Fruchtaromatik,
Noten von gelbem Steinobst, Apfel, Agru-
88
men und exotischen Früchten. Ergänzt durch
ätherisch-kräutrige Frische. Am Gaumen weicher, schmeichelnder
Auftakt, frische Säure, Finale mittellang. CHF 18,–
2023 RIESLING MADELEINE ROYALE Intensive
Nase, Holunderblüten, Apfel, Aprikose, Agru-
88
men. Anklänge ätherischer Kräuter und Muskat.
Am Gaumen weicher Auftakt mit präsenter Säure. Holunderblüte,
gelbes Obst, würzigen Noten. Mittellang. CHF 20,–
2023 TIZIAN ORANGE WINE Duftet nach kandierten
Zitrusfrüchten, Orange und gelbem
88
Steinobst. Zudem würzige und florale Nuancen.
Am Gaumen vollmundig und kraftvoll, mit intensiver Frucht
und dezenter Phenolik im langen Finale. CHF 25,–
2018 CABERNET MERLOT Rubinrot, Reifereflexe.
Nase: Dörrzwetschge, getrocknete Kir-
89
schen, beerig. Dazu Gewürze wie Muskat. Gaumen
mittlerer Fülle, dicht, reife Säure, seidiger Schmelz.
Endet harmonisch mit dezentem Süsseeindruck. CHF 28,–
2018 DER ANDERE PINOT NOIR
89 Reife, eher dunkle Frucht: Pflaume, Schwarzkirsche,
Holunderbeere, dazu kräuterwürzige Noten.
Am Gaumen recht elegant mit Schokoladenoten, leicht
süsslich, dazu rote Beeren. Langer Nachhall. CHF 43,–
PALOMA TRUTTIKER SCHAUMWEIN BLANC
90 DE PINOT NOIR BRUT Nase: Zitrone, reifer
Apfel, Hefenoten, dezent Akazienhonig. Gaumen
leicht süss, mittlere Perlage, lebendige Säure. Apfel und Zitrus,
dezent Nougat. Gute Länge, florale Akzente. CHF 25,–
2022 TRUTTIKER WEISSBURGUNDER -
91 PINOT BLANC Reife Zitrone, helle Steinfrüchte,
würzig-röstartige Noten, Brotkruste, zart weisse
Blüten. Von schöner Fülle, wirkt leicht süsslich dank Honigaromatik,
reife, gut integrierte Säure. Endet lang. CHF 23,–
2022 LANGENMOOSER GEWÜRZTRAMINER
90 Intensive Nase, Litschi, Rosenblüte, Muskatnoten,
Nuancen von Grapefruit und reifem Apfel.
Gaumen ebenfalls aromatisch, spürbare Süsse und harmonisch
ergänzende, reife Säure. Hallt lange nach. CHF 22,–
2023 TRUTTIKER RIESLING-SYLVANER
88 Frische Nase. Grapefruit, grüner und gelber
Apfel, florale Anklänge, dezent Muskat. Gaumen
leicht süss und frisch, feine Zitrus- und Birnennoten. Frische
Säure, endet mittellang mit blumigen Nuancen. CHF 13,50
2020 TRUTTIKER PINOT NOIR BARRIQUE
91 Reife Frucht, Schwarzkirsche, rote Beeren,
prägnante, passende Röstnoten. Angenehm
weich aber schlank mit deutlicher Pinot-Frucht, angenehme
Dichte. Saftige Säure, feines Tannin. Lang. CHF 27,–
2022 TRÜLLIKER BLAUBURGUNDER In der
89 Nase frische Kirschfrucht, Kräuter, etwas Estragon
und Bockshornklee. Weicher, fruchtiger Auftakt,
ergänzt von Pfeffernoten. Trinkig, mittlere Statur, reife
Säure. Mittellang, fruchtig, Nuancen von Unterholz. CHF 17,–
falstaff
189
falstaff weinreise / WINZER / WEINGÜTER
Familie von Tscharner vom Schloss Reichenau
unweit von Chur gehört zu den Top-Betrieben
im Kanton Graubünden.
DEUTSCHSCHWEIZ
Weitere Weingüter im Überblick
LITWAN WEIN ★ ★ ★ ★
Die geradlinigen, ehrlichen Terroirweine des Quereinsteigers aus
dem Aargau besitzen auch auf internationaler Ebene einen
hervorragenden Ruf.
DOMAINE DONATSCH – WINZERSTUBE
«ZUM OCHSEN» ★ ★ ★ ★ ★
Mit Martin Donatsch führt aktuell die fünfte Generation das
Familienweingut in Malans. Die Burgunder der Donatschs
geniessen Weltruf.
Moosstrasse 280 |
5062 Oberhof | litwanwein.ch
Sternengasse 6 |
7208 Malans | donatsch.info
ADRIANS WEINGUT ★ ★ ★
Adrian Hartmann bringt terroirbetonte Weine auf die Flasche,
bei deren Entstehung die Biodynamie zentrales Element ist.
Winzerweg 19 | 5108 Oberflachs | adrians-weingut.ch
HAUKSSON WEINE ★ ★ ★
Hoss Hauksson ist der einzige isländische Winzer der Welt. Seit
2017 sorgt er in der Weinregion Aargau mit authentischen
Weinen für frischen Wind.
Hauptstrasse 15 |
5235 Rüfenach | haukssonweine.ch
WEINBAU VON TSCHARNER –
SCHLOSS REICHENAU ★ ★ ★ ★
Die Familie von Tscharner gehört zu den besten Produzenten
Graubündens und pflegt eine lange Tradition auf Schloss
Reichenau.
Reichenauerstrasse 59 | 7015 Reichenau-Tamins | reichenau.ch
WEINGUT FROMM ★ ★ ★ ★
Georg Fromm ist ein Meister der Einzellage. Selvenen, Michel,
Fidler, Spielmann und Schöpfi heissen die Parzellen für seine
Spitzen-Pinots.
Oberdorfgasse 11 | 7208 Malans | weingut-fromm.ch
WEINGUT HANSRUEDI ADANK ★ ★ ★ ★
Hansruedi Adank und Sohn Patrick sind dem Terroir der Bündner
Herrschaft auf der Spur. Die Schaumweine des Hauses gehören
zur Schweizer Spitze.
St. Luzi | 7306 Fläsch | adank-weine.ch
WEINGUT DAVAZ ★ ★ ★
Der Jahrgang 1974 war der erste, den die Familie im neuen
Betrieb produzierte. Das Weingut wuchs kontinuierlich und
heute begeistern die Weine aufs Neue.
Porta Raetia | 7306 Fläsch | davaz-wein.ch
Fotos: Jürg Waldmeier, Joan Nathanael Minder, Weingut Adank
190 falstaff
WEINGUT GANTENBEIN
Gantenbein zählt zu den Legenden der Schweizer Weinwelt.
Mit Chardonnay, Pinot Noir und Riesling verzaubern Martha und
Daniel Gantenbein die ganze Welt.
WEINBAU MARKUS RUCH ★ ★ ★ ★
Markus Ruch produziert hervorragende Low-Intervention-Weine.
Seine Gewächse werden weltweit in den besten Restaurants
serviert und geschätzt.
Ausserdorf 38 | 7306 Fläsch |
gantenbeinwine.com
Mühlengasse 24 |
8213 Neunkirch | weinbauruch.ch
WEINGUT CHRISTIAN HERMANN ★ ★ ★ ★
Christian Hermann beherrscht den Pinot-Ausbau in Barriques
meisterhaft. Das wird mit internationalen Top-Bewertungen honoriert.
Einzig der Riesling sieht kein Holz.
Unterdorf 17 | 7306 Fläsch | hermann.ch
WEINGUT BESSON-STRASSER ★ ★ ★ ★
Seit 2004 arbeitet das Weingut Besson-Strasser nach biodynamischen
Prinzipien. Mit Erfolg, wie ihre charakterstarken Weine
beweisen.
Dorfstrasse 75 | 8248 Laufen-Uhwiesen | wein.ch
WEINGUT HERMANN ★ ★ ★ ★
Roman Hermann übernahm das Weingut nach Auslandsaufenthalten
und führt es mit derselben Leidenschaft wie seine Vorgänger
– und das mit Erfolg.
Unterdorf 17 | 7306 Fläsch | weingut-hermann.ch
WEINBAU MICHAEL BROGER ★ ★ ★ ★
Michael Brogers natürlich produzierte Weine gehören zur Elite
des Thurgaus. Er begeistert immer wieder bei den Falstaff-
Trophies.
Schnellberg 1 | 8561 Ottoberg | broger-weinbau.ch
WEINGUT ERICH MEIER ★ ★ ★ ★
Der innovative, zielstrebige Winzer Erich Meier beschert der Region
Zürichsee seit Jahren mit seinen eigenständigen, charakterstarken
Weinen Aufmerksamkeit.
SCHLOSSGUT BACHTOBEL ★ ★ ★
Auf Schloss Bachtobel verbindet man mittlerweile seit
acht Generationen Tradition und Moderne, und das mit
grossem Erfolg.
Reblaubenstrasse 7 | 8707 Uetikon am See | erichmeier.ch
Bachtobelstrasse 76
| 8570 Weinfelden | bachtobel.ch
WEINGUT PIRCHER ★ ★ ★ ★
Gianmarco übernahm 2020 das Weingut seines Patenonkels Urs
Pircher, der mit seinen Pinots vom Eglisauer Stadtberg zu den
Spitzenreitern der Region zählt.
Hinterer Stadtberg 1 | 8193 Eglisau | weingut-pircher.ch
WEINGUT WOLFER ★ ★ ★ ★
Martin Wolfer schaffte es in den vergangenen Jahren, mit
Spitzenqualitäten auf sich aufmerksam zu machen und verhalf
dem Gut so zu überregionaler Bekanntheit.
Bründlerbergstrasse 15 | 8570 Weinfelden | wolferwein.ch
Im Weingut Hansruedi Adank in Fläsch
entstehen erstklassige Rot- und Weissweine
sowie ein herausragender Schaumwein.
falstaff
191
KLEINE BETRIEBE,
GROSSE WEINE
Die Deutschschweiz bietet mehr als nur atemberaubende Landschaften –
sie ist auch Heimat für aussergewöhnliche Weine. Die handwerkliche
Philosophie, die in kleinen, familiär geführten Betrieben gelebt wird,
sorgt dafür, dass jeder Wein ein Stück Heimat verkörpert.
Wie in vielen anderen Teilen
Europas sollen die Römer auch in
die Deutschschweiz den Weinbau
eingeführt haben, und im Mittelalter
wurde er von den Klöstern der
Region weiter gefördert.
192 falstaff
WEINREGION DEUTSCHSCHWEIZ
Mit einer Rebfläche von 2660
Hektaren ist die Deutschschweiz
die drittgrösste Weinregion
der Schweiz. Jährlich
erzeugen etwa 3000 Traubenproduzenten,
Winzer und Selbstkelterer rund 13 Millionen
Liter Wein, wobei 67 % auf Rotweine und
33 % auf Weissweine und Rosé entfallen.
Besonders hervorzuheben sind der Blauburgunder,
international bekannt als Pinot Noir,
und der Müller-Thurgau, auch als Riesling-
Sylvaner bezeichnet – beide Sorten sind prägend
für das Weinschaffen in der Region.
Das Schloss Reichenau, im Besitz
der Familie von Tscharner, begeistert
durch seine Architektur und exquisite
Mehrgangmenüs mit eigenen Weinen.
ADVERTORIAL Fotos: © Shutterstock; beigestellt
FACETTENREICHES TERROIR
Die Weinbaugebiete in der Deutschschweiz
sind bemerkenswert vielfältig und zeichnen
sich durch unterschiedliche Terroirs, klimatische
Bedingungen und Rebsorten aus. Die
grösste Region, Zürich, bietet optimale
Bedingungen für kräftige Rotweine und frische
Weissweine, die durch ihre Fruchtigkeit
bestechen. Schaffhausen, bekannt als
das Blauburgunderland, hat sich besonders
auf den Anbau von Pinot Noir spezialisiert.
Hier entstehen vollmundige und aromatische
Weine, die durch die spezielle Bodenbeschaffenheit
und das milde Klima der
Region geprägt werden.
Graubünden, das drittgrösste Weinbaugebiet,
überrascht mit seinen Höhenlagen und
vielfältigen Böden, die elegante und komplexe
Weine hervorbringen. Der Aargau
punktet mit fruchtigen Rotweinen und
spritzigen Weissweinen, die die Vielfalt der
Trauben optimal zur Geltung bringen.
Thurgau ist berühmt für seine breite Palette
an Müller-Thurgau-Weinen, die für ihre
Frische und Leichtigkeit bekannt sind.
St. Gallen und Appenzell produzieren in
kleineren Mengen, bieten jedoch spannende
Weine mit regionalem Charakter, die oft aus
traditionellen Methoden entstehen. Die
Weinregion Basel-Solothurn überzeugt durch
eine Mischung verschiedener Rebsorten,
während die Zentralschweiz mit ihrer alpinen
Lage und den speziellen klimatischen
Bedingungen einzigartige Weine hervorbringt.
In den kleineren Gebieten wie
Schwyz und am Thunersee entstehen bemerkenswerte
Tropfen, die oft von Handarbeit
geprägt sind. Selbst im Fürstentum Liechtenstein
finden sich edle Weine, die die Vielfalt
der Deutschschweizer Weinbaukultur weiter
bereichern.
Winzer Johann Baptist von
Tscharner erläutert die
Flusslandschaft, wo der
Vorderrhein auf den
Hinterrhein trifft und die
ersten Reblagen beginnen
(Bild im Kreis).
TRADITION
TRIFFT
NACHHALTIGKEIT
Trotz der hohen Qualität und
der Vielzahl an Weinen bleibt die
Region für viele ein Geheimtipp. Rund drei
Viertel der Weine werden direkt von den
Winzern vermarktet, oft in kleinen, familiär
geführten Betrieben, was bedeutet, dass
Deutschschweizer Weine selten im internationalen
Handel zu finden sind. Diese handwerkliche
Philosophie betont die Nachhaltigkeit
und die enge Verbindung zur Region
und fördert eine individuelle Herstellung,
die den Charakter der Weine unterstreicht.
In den letzten Jahren hat das Interesse an
Deutschschweizer Weinen
deutlich zugenommen.
Immer mehr Gastronomen
und Weinliebhaber entdecken
diese Schätze und Degustationen
sind gefragter denn je. Der Wein entfaltet
seinen vollen Charakter oft erst in der
Umgebung, in der er gewachsen ist – geprägt
von den einzigartigen Landschaften und der
reichen Kultur, welche die Region so einzigartig
machen.
INFO
Weitere Informationen unter
deutschschweizerwein.ch
falstaff 193
weinreise / NACHGEFRAGT
SAGEN SIE EINMAL,
NICOLAS JOSS …
NICOLAS JOSS
ist seit 2019 Geschäftsführer
von Swiss Wine Promotion. Er
stammt aus einer Winzerfamilie im
waadtländischen Chablais. Joss arbeitete
mehrere Jahre in der Gastronomie, bevor
er in der Weinbranche seine Berufung
fand – mitunter als Direktor des Office
des Vins Vaudois. Zu seinen Leidenschaften
gehören Reisen,
Tauchen und bis heute
die Gastronomie.
WAS MACHT DIE SCHWEIZ ZUM
PERFEKTEN WEINREISELAND?
INTERVIEW BENJAMIN HERZOG
FALSTAFF Das Lavaux gehört zweifelsohne zu den schönsten Weingegenden Europas. Sie selbst leben mit Ihrer Familie
in der Nähe. Was sollte man neben dem spektakulären Ausblick auf keinen Fall verpassen, wenn man in die Region fährt?
NICOLAS JOSS Man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, am Ufer des Sees innezuhalten, um den Weinberg von unten
zu betrachten. Es ist ein magischer Ort, den man mit Demut geniessen und betrachten sollte. 700 Jahre Geschichte muss
man respektieren – im Idealfall mit einem Glas Chasselas in der Hand.
In der Schweiz wird in allen Landesteilen Weinbau betrieben – entsprechend schwierig ist es, sich für eine Destination zu
entscheiden. Wie geht man am besten vor, um eine Reise durch die Schweizer Weingegenden zu planen?
Die Vielfalt ist das grösste Glück der Schweiz. Im ganzen Land gibt es Weinberge, die es zu entdecken gilt. Die Ferienstrasse
Grand Tour of Switzerland von Schweiz Tourismus ermöglicht eine wirklich unglaubliche Route, die es erlaubt, unsere
gesamte Weinlandschaft zu entdecken.
Als CEO von Swiss Wine sind Sie für die Promotion und das Image aller Schweizer Weine verantwortlich. Welchen
Schweizer-Wein-Geheimtipp geben Sie jemandem, der sich schon gut auskennt?
Das grösste Geheimnis in der Schweizer Weinwelt ist derzeit die Ankunft einer neuen Winzergeneration. Ob es nun
Menschen aus alten Winzerfamilien oder Quereinsteiger mit grosser Leidenschaft für den Weinbau sind – sie sind
die kleinen Nuggets, die es zu entdecken gilt. Es gibt sie in allen Regionen der Schweiz.
Wir Schweizer sind bekannt dafür, dass wir unsere Weine zum grössten Teil selbst trinken – dennoch investiert
Swiss Wine auch viel in internationale Märkte. Wie ist die Entwicklung auf den Exportmärkten?
Unser Hauptziel auf den Exportmärkten ist, Bekanntheit und Interesse an einzigartigen Schweizer
Weinen zu fördern – und das funktioniert! Mit Hilfe der Swiss Wine Week in New
York, Paris, Berlin, Brüssel, Singapur und London können wir die Importeure vor
Ort unterstützen. Abgesehen von den Volumen, die stabil bleiben, steigen
vor allem die Durchschnittspreise der exportierten Weine. Dies
sind gute Nachrichten. Nur hohe Qualität sollte
exportiert werden.
Fotos: Vaud Tourisme, David Carlier, Ciolas Mancosu, Wegelin, beigestellt
194 falstaff
Ich brauch eine Auszeit
im Rebberg.
Ich brauch Schweiz.
Cully, Region Waadt, © André Meier
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