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Unternehmen Österreich

Das Magazin des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Össterreich

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|<br />

OSTERREICH<br />

Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong><br />

www.wirtschaftsverband.at<br />

4 3 | 2022 2024<br />

Erfolgsmodell<br />

SOZIAL<br />

Explodierende Energiekosten<br />

Partner<br />

WER SCHAFT<br />

KANN DAS<br />

BEZAHLEN?<br />

ROUND Es geht TABLE. auch anders<br />

Prof. Die EU-Staaten Emmerich schöpfen Tálos und<br />

Mag. rigoros Christine Übergewinne Mayrhuber der<br />

(WIFO) Energie-Profiteure im Gespräch ab. zur Die<br />

Sozialpartnerschaft türkis-grüne Regierung und<br />

deren legt nur Stellenwert. ein Minimum vor.<br />

AM COFAG-Günstlinge<br />

WORT.<br />

Unternehmer:innen Kurz-Freund Martin Ho, sprechen<br />

René über Benko, ihre Starbucks Anliegen und<br />

wofür etc.: Nun sie steht sich im fest, Sozialdemokratischen<br />

die größten Gewinner Wirtschafts-<br />

wer<br />

verband der Corona-Krise engagieren. sind.<br />

<strong>Österreich</strong>ische Post AG / Sponsoring.Post 04Z035977<br />

„Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband <strong>Österreich</strong>, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1070 Wien“


Arbeitsplätze<br />

schaffen.<br />

<strong>Österreich</strong>s Industrie sichert direkt und indirekt 2,4 Millionen Jobs. Ohne ehrliche<br />

und faire Strukturreformen, ohne Investitionen in Bildung, Infrastruktur sowie Forschung<br />

und Entwicklung stehen diese Arbeitsplätze auf dem Spiel. Handeln wir jetzt!<br />

Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss<br />

www.iv-net.at


WAS WIR (NICHT) WOLLEN<br />

> 06<br />

iStock by Getty Images, Rosemarie Schwab<br />

Vertretung für alle<br />

Bewährt. Die Sozialpartnerschaft<br />

in <strong>Österreich</strong> hat eine lange und<br />

bewährte Tradition. Sie regelt<br />

nicht nur den Interessenausgleich<br />

zwischen Arbeitnehmer:innen<br />

und Arbeitgeber:innen, sondern<br />

bringt wichtige Gesetzesänderungen<br />

auf den Weg.<br />

Wirtschaftskammer für alle.<br />

Für eine starke Vertretung der<br />

Unternehmer:innen des Landes<br />

muss die Wirtschaftskammer<br />

sicherstellen, dass alle<br />

Unternehmer:innen und Selbstständige<br />

eine faire und gleichberechtigte<br />

Vertretung erhalten.<br />

Dies erfordert transparente<br />

Wahlen und direkte Beteiligungsmöglichkeiten<br />

an Entscheidungsprozessen,<br />

sodass jede Stimme<br />

zählt und die Interessen aller<br />

Wirtschaftszweige berücksichtigt<br />

werden.<br />

Die Arbeit der Wirtschaftskammer<br />

muss offener und transparenter<br />

gestaltet werden. Entscheidungsprozesse<br />

müssen für alle nachvollziehbar<br />

sein, um das Vertrauen<br />

in die Institution zu stärken.<br />

Außerdem muss der Zugang zu<br />

Unterstützungs- und Förderprogrammen<br />

vereinfacht werden.<br />

Bürokratische Hürden sollen<br />

abgebaut werden, um KMU und<br />

EPU effizienter unterstützen zu<br />

können. Schnellere und einfachere<br />

Antragsverfahren inklusive.<br />

> INHALT<br />

Aktuell. Über 90 Prozent der kleinen Belege in der<br />

Gastronomie und im Einzelhandel landen direkt im Müll.<br />

Nachhaltig ist das nicht ..................................................................... 04<br />

Coverstory. Viele Länder in Europa beneiden uns um die<br />

Sozialpartnerschaft, ein zentrales Merkmal der Zweiten<br />

Republik. Was bedeutet Sozialpartnerschaft, in welchen<br />

Bereichen ist sie wichtig und: Was würde geschehen, wenn<br />

es sie nicht mehr gäbe? .................................................................... 06<br />

Round Table. Prof. Emmerich Tálos und Christine Mayrhuber<br />

im Gespräch zur Sozialpartnerschaft und deren<br />

Stellenwert ............................................................................................... 12<br />

Wahlanalyse. Einfach hat es diese Wahl nicht gemacht.<br />

Obwohl die SPÖ fast das gleiche Ergebnis wie 2019 erhielt,<br />

sind die Karten nun völlig neu gemischt ................................... 14<br />

Am Wort. Anlässlich der Wirtschaftskammerwahl 2025<br />

sprechen vier Unternehmer:innen über ihre Anliegen.... . 16<br />

> 17<br />

Am Wort<br />

Marianne<br />

Hofstätter<br />

betreibt ein Kosmetikstudio:<br />

„Für<br />

Unternehmer:innen<br />

kann ein einfacher<br />

Krankenstand<br />

zur Existenzfrage<br />

werden.“<br />

Impressum|Herausgeber: Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband <strong>Österreich</strong>, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1060 Wien, Gerichtsstand: Wien, ZVR-Zahl: 42108716 |<br />

Medien inhaber: echo medienhaus Ges. m. b. H., FN 73819h, HG Wien, Windmühlgasse 26, 2. Stock, 1060 Wien, www.echo.at. Eigentümerin der echo medienhaus<br />

Ges. m. b. H. ist die FFPG Beteiligungs GmbH. Gesellschafter der FFPG Beteiligungs GmbH sind KR Anton Feistl (25 %), Anton Feistl jr. (25 %) und Christian Pöttler (50 %)<br />

| Geschäftsführung: Christian Pöttler | <strong>Unternehmen</strong>sgegenstand: Herausgabe diverser Publikationen und Periodika sowie allgemeine Verlags aktivitäten | Hersteller:<br />

echo medienhaus Ges. m. b. H. | Redaktion: echo medienhaus Ges. m. b. H., Dr. in Helga Häupl-Seitz (Chefredaktion), Windmühlgasse 26, 3. Stock, 1060 Wien | G r a fi k:<br />

Jenny Neumann | Fotoredaktion: Mag. a Claudia Knöpfler (Ltg.) | Coverfoto: iStock by Getty Images | Druckerei: Walstead Leykam Druck GmbH & Co KG, Bickfordstraße<br />

21, A-7201 Neudörfl | Verlags- & Herstellungs ort: Wien | Blattlinie: Informationen des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong>. Namentlich gekennzeichnete<br />

Beiträge und Gastkommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Entgeltliche Einschaltungen werden mit „entgeltliche<br />

Einschaltung“ oder „bezahlte Anzeige“ gekennzeichnet.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

3


aktuell<br />

BELEG-ERTEILUNGSPFLICHT:<br />

Mehr Bürokratie als Nutzen?<br />

ÜBERHOLT. Über 90 Prozent der kleinen Belege in der Gastronomie und<br />

im Einzelhandel landen direkt im Müll. Nachhaltig ist das nicht.<br />

Kleine und mittlere <strong>Unternehmen</strong> (KMU)<br />

in <strong>Österreich</strong> stehen zunehmend unter<br />

Druck. Neben steigenden Betriebskosten<br />

und der anhaltenden Inflation belastet<br />

auch die Belegerteilungspflicht zahlreiche<br />

Betriebe unnötig. Diese Regelung verlangt, dass bei<br />

jeder Transaktion ein Papierbeleg erstellt wird – unabhängig<br />

davon, wie gering der Betrag ist. Vor allem<br />

in der Gastronomie, im Einzelhandel und in Dienstleistungsbetrieben<br />

türmen sich die Belege auf, nur<br />

um direkt im Müll zu landen.<br />

Flaureta Ejupi, Inhaberin des Eisgeschäfts „Ponticello“,<br />

schildert die Situation aus erster Hand:<br />

„In unserem Geschäft fallen täglich Hunderte von<br />

Belegen an, die die meisten Kund:innen gar nicht<br />

mitnehmen. Über 90 Prozent dieser Belege landen<br />

direkt im Müll.“ Diese Praxis verursacht nicht nur<br />

zusätzliche Kosten für den Betrieb, sondern widerspricht<br />

auch dem Ziel, nachhaltiger zu wirtschaften.<br />

Der SWV hat das Problem erkannt und setzt sich<br />

aktiv für eine Änderung der Belegerteilungspflicht<br />

ein. „Es ist Zeit, diese überholte Bürokratie zu beenden“,<br />

erklärt Dr. Christoph Matznetter, Präsident<br />

des SWV. Die Forderung des SWV: Die Belegerteilungspflicht<br />

soll für Beträge unter 30 Euro abgeschafft<br />

werden. Im Wirtschaftsparlament wurde<br />

bereits ein Antrag eingebracht, der auf breite Zustimmung<br />

stieß.<br />

PAPIERKRAM.<br />

Flaureta Ejupi<br />

und Christoph<br />

Matznetter vor<br />

den Zettelbergen<br />

der vielen<br />

kleinen Belege.<br />

Weitreichende Vorteile<br />

Eine solche Änderung hätte weitreichende Vorteile:<br />

Zum einen würde der Papierverbrauch deutlich<br />

reduziert, was einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz<br />

leisten würde. Zum anderen wären kleine<br />

und mittlere <strong>Unternehmen</strong> von unnötigen Verwaltungslasten<br />

befreit. In einer Zeit, in der KMU<br />

ohnehin mit hohen Betriebskosten kämpfen, wäre<br />

dies eine echte Erleichterung.<br />

Die aktuelle Regelung, die 2016 mit der Registrierkassenpflicht<br />

eingeführt wurde, sollte Steuerhinterziehung<br />

bekämpfen. Doch inzwischen ist klar,<br />

dass die meisten dieser Belege niemals geprüft oder<br />

gebraucht werden. „Es ist absurd, dass die <strong>Unternehmen</strong><br />

so viel Papier verschwenden müssen, nur um<br />

ein Gesetz zu erfüllen, das längst überholt ist“, so<br />

Matznetter weiter. „Wir setzen uns dafür ein, dass<br />

diese Regelung angepasst wird – für die Umwelt und<br />

für unsere <strong>Unternehmen</strong>.“<br />

Für <strong>Unternehmen</strong> wie Ponticello, die ohnehin auf<br />

Nachhaltigkeit setzen, wäre die Abschaffung der Belegerteilungspflicht<br />

ein wichtiger Schritt in die richtige<br />

Richtung. Der SWV bleibt dran und fordert die<br />

Politik auf, jetzt zu handeln. Nur durch den Abbau<br />

bürokratischer Hürden können KMU in <strong>Österreich</strong><br />

wettbewerbsfähig bleiben und die Herausforderungen<br />

der Zukunft erfolgreich meistern.<br />

SWVÖ, ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

4 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


aktuell<br />

FÖRDERN.<br />

Um KMU digital<br />

und nachhaltig<br />

zu fördern,<br />

braucht es vermehrte<br />

Unterstützungen<br />

und<br />

klare politische<br />

Weichenstellungen.<br />

SWV fordert RASCHEN<br />

WIRTSCHAFTLICHEN TURNAROUND<br />

zur Unterstützung von KMU<br />

DRINGEND. Um den <strong>Unternehmen</strong> zu helfen, sich auf die Energiewende<br />

vorzubereiten, braucht es einen Transformationsfonds.<br />

Am 19. September traten Christoph Matznetter,<br />

Präsident des SWV und SPÖ-<br />

Wirtschaftssprecher, sowie Josef Muchitsch,<br />

SPÖ-Sozialsprecher, im Parlament<br />

vor die Presse, um auf die akuten wirtschaftlichen<br />

Herausforderungen <strong>Österreich</strong>s aufmerksam<br />

zu machen. Zentrale Themen waren u. a. die Unterstützung<br />

von kleinen und mittleren <strong>Unternehmen</strong><br />

(KMU). Matznetter betonte die dringende Notwendigkeit<br />

eines 20-Milliarden-Euro-Transformationsfonds,<br />

der den <strong>Unternehmen</strong> dabei helfen soll, sich auf<br />

die Energiewende vorzubereiten und gleichzeitig ihre<br />

Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.<br />

Digitalisierung und Nachhaltigkeit fördern<br />

Der Transformationsfonds soll dazu genutzt werden,<br />

KMU auf den Gebieten der Digitalisierung und<br />

Nachhaltigkeit zu stärken, um langfristig Arbeitsplätze<br />

zu sichern und <strong>Österreich</strong>s Wirtschaft widerstandsfähiger<br />

zu machen. Matznetter hob besonders<br />

hervor, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen<br />

der letzten Jahre auf unzureichende politische Maßnahmen<br />

zurückzuführen sind. „Die Wirtschaft in <strong>Österreich</strong><br />

braucht klare politische Weichenstellungen,<br />

die Unternehmer:innen entlasten und gleichzeitig<br />

Investitionen in die Zukunft fördern“, so Matznetter.<br />

Josef Muchitsch, der als SPÖ-Sozialsprecher das Wort<br />

ergriff, ergänzte diese Forderungen mit einem klaren<br />

Appell für soziale Gerechtigkeit und die notwendige<br />

Verbesserung der Arbeitsbedingungen in vielen Branchen.<br />

Er machte deutlich, dass der Fachkräftemangel<br />

in Bereichen wie der Pflege oder im Handwerk nur<br />

durch gezielte Ausbildungsinitiativen behoben werden<br />

könne. Dabei hob er hervor, dass die Verbesserung<br />

der Lehrausbildung ein wesentlicher Bestandteil<br />

der wirtschaftlichen Erholung sei. „Die Lehre 2.0 muss<br />

Realität werden, wenn wir die Fachkräfte von morgen<br />

sichern wollen“, erklärte Muchitsch. Auch eine<br />

schrittweise Reduktion der Arbeitszeit und Anreize,<br />

in besonders betroffene Sektoren wie die Pflege einzusteigen,<br />

seien Teil der Lösung.<br />

Stärkung des Wirtschaftsstandortes<br />

Abschließend betonten beide Redner die Notwendigkeit,<br />

<strong>Österreich</strong>s Wirtschaft durch sozial gerechte<br />

Maßnahmen wieder auf Kurs zu bringen. Der SWV<br />

setzt sich weiterhin für eine umfassende Entlastung<br />

von KMU, eine gerechtere soziale Absicherung für<br />

Selbstständige und zielgerichtete Förderungen zur<br />

Stärkung des Wirtschaftsstandortes ein. Die Pressekonferenz<br />

endete mit einem klaren Appell an die Regierung,<br />

nicht länger zu zögern und die notwendigen<br />

Reformen auf den Weg zu bringen, um <strong>Österreich</strong> aus<br />

der wirtschaftlichen Krise zu führen.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

5


cover<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

06 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


cover<br />

Gemeinsam<br />

wirtschaftlich<br />

stark sein<br />

SOZIALPARTNERSCHAFT. Die große<br />

Errungenschaft der Zweiten Republik<br />

hat weiter Bestand – wenn sie nicht<br />

(weiter) ausgehöhlt wird. ›<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

07


cover<br />

ERFOLGSMODELL. Viele Länder beneiden <strong>Österreich</strong> um die Sozialpartnerschaft – ein<br />

zentrales Merkmal des politischen Systems der Zweiten Republik.<br />

Jedes Jahr startet mit den Verhandlungen<br />

der Metalltechnischen Industrie die<br />

sogenannte Herbstlohnrunde: Damit<br />

rückt die Rolle der Sozialpartner ins<br />

Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.<br />

Regelmäßig wird diskutiert,<br />

welche Vor- und Nachteile deren Einbindung<br />

in Entscheidungsfindungsprozesse<br />

hat. Dabei herrscht oft Unklarheit über die<br />

eigentliche „Macht“ der Sozialpartner bzw. über die<br />

rechtliche Einordnung und den politischen Stellenwert<br />

der Sozialpartnerschaft. Was ist die Sozialpartnerschaft,<br />

in welchen Bereichen ist sie wichtig und:<br />

Was würde geschehen, wenn es sie nicht mehr gäbe?<br />

Freiwillige Zusammenarbeit<br />

Die Sozialpartnerschaft ist ein zentrales Merkmal<br />

des politischen Systems <strong>Österreich</strong>s der Zweiten<br />

Republik. Sie bezeichnet die freiwillige Zusammenarbeit<br />

der großen gesellschaftlichen Interessenvertretungen<br />

untereinander<br />

und mit<br />

DATEN & FAKTEN<br />

ZUR LEHRLINGS-<br />

AUSBILDUNG<br />

Qualitätssicherung findet in den Ausbildungsbetrieben<br />

statt:<br />

Rund 40.000 Betriebe bilden Lehrlinge<br />

aus. Der Betrieb muss nach der Gewerbeordnung<br />

berechtigt sein, die Tätigkeiten<br />

durchzuführen, in denen der Lehrling ausgebildet<br />

werden soll.<br />

Die Lehrlingsstelle ist gesetzlich verpflichtet,<br />

unter Mitwirkung der Arbeiterkammer<br />

zu prüfen, ob der Betrieb die Voraussetzungen<br />

für die Lehrlingsausbildung<br />

erfüllt.<br />

Darüber hinaus bietet die Wirtschaftskammer<br />

Lehrlingen in eigenen Fachhochschulen<br />

und Privatunis einen<br />

Studienabschluss.<br />

Der Erhalt der Pflichtmitgliedschaft ist<br />

auch für die Qualitätssicherung bei der<br />

Lehrlingsausbildung wichtig. Wer garantiert<br />

sonst, dass ein:e Meister:in auch ein:e<br />

Meister:in ist, wenn er:sie nicht von einem<br />

WKO-Mitgliedsbetrieb ausgebildet wurde?<br />

der Bundesregierung<br />

bzw. den Bundesministerien.<br />

Auch als<br />

Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft<br />

bezeichnet,<br />

gilt sie als<br />

ein wesentlicher Faktor<br />

für den Wiederaufbau<br />

<strong>Österreich</strong>s<br />

nach dem Zweiten<br />

Weltkrieg und für<br />

die Erhaltung des sozialen<br />

Friedens.<br />

Paradebeispiel<br />

Im europäischen<br />

Vergleich wird die<br />

österreichische Sozialpartnerschaft<br />

nach<br />

wie vor als Paradebeispiel<br />

für eine umfassende<br />

und koordinierte<br />

Vertretung<br />

von Gruppeninteressen<br />

betrachtet. Sie<br />

zeichnet sich durch<br />

ihre Breite aus, die<br />

nahezu alle Bereiche der Wirtschafts- und Sozialpolitik<br />

umfasst. Erste Ansätze der Sozialpartnerschaft<br />

reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. In ihrer<br />

heutigen Form entwickelte sich die österreichische<br />

Sozialpartnerschaft jedoch erst nach dem Zweiten<br />

Weltkrieg im Zuge des Wiederaufbaus und der<br />

Gestaltung einer stabilen sozialen Ordnung. Dies<br />

brachte eine besondere Form der Zusammenarbeit<br />

hervor, die auf zwei Institutionen beruhte: der Regierungsform<br />

der Großen Koalition und der Zusammenarbeit<br />

der großen Interessenverbände in<br />

der Sozialpartnerschaft. Sehr bald kam es bei allen<br />

in die Sozialpartnerschaft eingebundenen Interessenorganisationen<br />

zur Bildung von Dachverbänden<br />

und zur Zentralisierung der innerverbandlichen<br />

Entscheidungsstrukturen.<br />

Hochblüte der Sozialpartnerschaft<br />

„Parallel zur Zeit des Siegeszugs des Sozialstaats<br />

zwischen 1960 und der Mitte der 1980er-Jahre gab es<br />

die Hochblüte der Sozialpartnerschaft. Im Wesentlichen<br />

ist jedes arbeitsrechtliche Gesetz in seiner<br />

inhaltlichen Substanz durch die Zusammenarbeit<br />

der großen Interessenverbände bestimmt worden.<br />

Es gab nicht immer Konsens, aber es wurden Kompromisse<br />

gefunden, und diese wurden durch die<br />

Regierung aufgenommen und in das Parlament eingebracht“,<br />

so Univ.-Prof. Emmerich Tálos in einem<br />

Gespräch mit „Arbeit&Wirtschaft“.<br />

Politisches Mandat<br />

Wenn gegen die Sozialpartner und gegen das Kammersystem<br />

gewettert wird, wird oft vergessen, wie<br />

die Sozialpartnerschaft in <strong>Österreich</strong> funktioniert:<br />

auf Betriebsebene, auf Kollektivvertragsebene und<br />

auf der übergeordneten Sozialpartnerebene. Diese<br />

Sozialpartnerschaft hat ein wichtiges politisches<br />

Mandat: Die Kammern sind im Gesetzgebungsprozess<br />

eingebunden und haben Einfluss auf Gesetzesänderungen.<br />

Ohne sie gäbe es wichtige Errungenschaften<br />

nicht, wie z. B. Mindestlohn, Lohn- und<br />

Sozialdumping-Gesetz, Vorabprüfung gegen<br />

Scheinselbstständigkeit und vieles mehr.<br />

Wer eingebunden ist<br />

Die Arbeiterkammer vertritt drei Millionen unselbstständig<br />

Erwerbstätige, die Wirtschaftskammer<br />

rund 500.000 Unternehmerinnen und Unternehmer.<br />

Gegen das Kammersystem und die<br />

08 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


cover<br />

GEMEINSAM.<br />

Sozialpartnerschaft heißt, dass<br />

Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen<br />

zusammenarbeiten, um Konflikte möglichst<br />

zu vermeiden. Gemeinsam verhandeln die<br />

Sozialpartner u. a. die Kollektivverträge aus.<br />

Die Wirtschaftskammer vertritt die Interessen<br />

von über 99 Prozent der Kleinst- und<br />

Kleinunternehmen auf allen Ebenen.<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

Sozialpartnerschaft aufzutreten, bedeutet auch, sich<br />

gegen diesen Frieden zu stellen. Lohnverhandlungen,<br />

die zwischen ÖGB und der Industriellenvereinigung<br />

ausverhandelt werden, und arbeitsrechtliche<br />

Forderungen würden auf der Straße ausgetragen<br />

werden. <strong>Österreich</strong> weist ein Kollektivvertragssystem<br />

vor, das gleiche Mindeststandards bei der<br />

Entlohnung und den Arbeitsbedingungen für alle<br />

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einer Branche<br />

sichert. Diese Verhandlungen und Einigungen<br />

im Vorfeld sind mit ein Grund, warum es bei uns<br />

auch wenige Streiks gibt. Um all diese Verpflichtungen<br />

zu ermöglichen, braucht es die solidarische<br />

Pflichtmitgliedschaft.<br />

Pflichtmitgliedschaft<br />

„Wird die Pflichtmitgliedschaft abgeschafft, müssten<br />

die Leistungen der Kammern reduziert werden.<br />

Selbiges gelte für eine allfällige Halbierung der<br />

Kammerumlage“, warnte schon der ehemalige AK-<br />

Präsident Rudolf Kaske. Und verwies auf rund zwei<br />

Millionen Beratungen, die die AK jährlich für ihre<br />

Mitglieder durchführe. „Ein Aus für die Pflichtmitgliedschaft<br />

hätte aber auch negative Auswirkungen<br />

auf die Kollektivverträge. Denn wenn diese in der<br />

Wirtschaftskammer wegfiele, dann wäre die 98-prozentige<br />

Durchdringung mit Kollektivverträgen in<br />

Gefahr. Ich glaube, unser System ist das beste, das<br />

es in Europa gibt. Warum soll man das beste System<br />

aufs Spiel setzen?“<br />

Das sieht auch die Mehrheit der <strong>Österreich</strong>erinnen<br />

und <strong>Österreich</strong>er so: Eine Umfrage der Sozialwissenschaftlichen<br />

Studiengesellschaft bei 980 Befragten<br />

(Quelle: apa, Presse) ergab, dass zwei Drittel das<br />

Modell der Sozialpartnerschaft für einen Vorteil<br />

halten; Wähler:innen der SPÖ sogar zu 90 Prozent.<br />

Auch ÖVP-Sympathisant:innen finden zu zwei<br />

Drittel die Sozialpartnerschaft gut. Und: Gleich 63<br />

Prozent hielten es für schlecht, wenn die verpflichtende<br />

Kammermitgliedschaft fällt. Denn: Sollte die<br />

Pflichtmitgliedschaft dennoch abgeschafft werden,<br />

meinen 59 Prozent der Befragten, dass die Sozialpartnerschaft<br />

Schaden nehmen würde. Sie haben<br />

recht.<br />

Lobby-Vereine<br />

Die Alternative wären private Lobby-<br />

Interessenvertretungen, über die die FPÖ in Person<br />

von Matthias Krenn, Obmann der Freien Wirtschaft<br />

und Vizepräsident der Wirtschaftskammer<br />

(!), im profil-Gespräch bereits 2017 offen nachdachte.<br />

„Arbeitnehmer-Rechtsschutz ließe sich auch<br />

ohne Zwangsmitgliedschaft organisieren – von<br />

günstigen Versicherungen über die Gewerkschaft<br />

bis hin zu privaten Arbeitnehmerschutzverbänden“,<br />

so Krenn. Und: „Es wären mit Blick auf andere Länder<br />

ohne Pflichtmitgliedschaft auch Muster-Kollektivverträge<br />

eines freiwilligen Verbands möglich, die<br />

per Gesetz für alle Betriebe einer Branche gelten.<br />

Kollektivverträge mit einem Mindestlohn oder die<br />

Zahlung eines 13. und 14. Gehalts könnte auch der<br />

Gesetzgeber vorschreiben.“<br />

Das „freie Spiel der Kräfte“<br />

Das „freie Spiel der Kräfte“ ohne Sozialpartner ließ<br />

also schon während der Regierung von Blau-Türkis<br />

›<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

09


cover<br />

DOMINO-EFFEKT.<br />

Können die Kammern keine umfassende<br />

Interessenvertretung mehr wahrnehmen,<br />

kippt unser soziales System.<br />

WARUM DIE KAMMERN SO WICHTIG FÜR UNS SIND<br />

Alle profitieren. Es gibt viele Errungenschaften, die die langjährige Sozialpartnerschaft in <strong>Österreich</strong><br />

für sich verbuchen kann. Untrennbar damit verbunden ist die solidarische Pflichtmitgliedschaft in<br />

den Interessenvertretungen. Und viel kann passieren, sollte es sie nicht mehr geben. Daten und Fakten<br />

bieten einen Überblick.<br />

SOZIALPARTNERSCHAFT. Die Sozialpartnerschaft<br />

in <strong>Österreich</strong> hat eine lange und bewährte Tradi tion.<br />

Sie regelt nicht nur den Interessenausgleich zwischen<br />

Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen, sondern<br />

bringt wichtige Gesetzesänderungen auf den Weg und<br />

sorgt für den sozialen Frieden in unserem Land. Ihre<br />

Funktion und Aufgaben durch ein Rütteln an der solidarischen<br />

Pflichtmitgliedschaft in den Interessenvertretungen<br />

in Abrede zu stellen, ist ein Anschlag auf die<br />

soziale Gerechtigkeit und schadet dem Wirtschaftsstandort<br />

<strong>Österreich</strong> nachhaltig.<br />

PFLICHTMITGLIEDSCHAFT. Die soli darische Pflichtmitgliedschaft<br />

in den jeweils zuständigen Interessenvertretungen,<br />

deren Errungenschaften und Tätigkeiten<br />

weit in die Gesellschaft hineinstrahlen, stellt<br />

die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg <strong>Österreich</strong>s<br />

dar. Sie sichert die zahlreichen Aufgaben der Kammern<br />

und garantiert so die politische und finanzi elle<br />

Unabhängigkeit.<br />

RECHTSSICHERHEIT. Die Rechtssicherheit wird<br />

sichergestellt: Durch gemeinsames Ausverhandeln<br />

der Kollektivverträge werden die Interessen der<br />

Arbeitgeber:innen- und Arbeitnehmer:innen seite<br />

gewahrt. Gleichzeitig gibt es durch den sozialpartnerschaftlichen<br />

Dialog in <strong>Österreich</strong> eine der geringsten<br />

Streikbereitschaftsquoten in Europa, dieser sichert<br />

somit den Wirtschaftsstandort <strong>Österreich</strong>.<br />

QUALITÄTSSICHERUNG DURCH DUALE AUSBIL-<br />

DUNG. Das ebenfalls vielfach beneidete System der<br />

dua len (bis manchmal sogar trialen) Ausbildung von<br />

der Lehre in einem von der Wirtschaftskammer geprüften<br />

Ausbildungsbetrieb und der vorgeschriebenen<br />

Berufs schule sichert die Qualität der Lehrlingsausbildung.<br />

Aber nicht nur das – was wenige wissen:<br />

Die Wirtschaftskammern leisten viel im Bereich der<br />

Bildung. Das reicht vom – von der Kammer im Alleingang<br />

realisierten – Talentecheck für die Schüler:innen<br />

der AHS-Unterstufe bzw. Neuen Mittelschule bis hin<br />

zu Initiativen im Bereich der Lehre über Tourismusschulen<br />

und verschiedenen von den Innungen eingerichteten<br />

„Lehr institutionen“, wie z. B. den „Lehrbauhöfen“<br />

der Bundes innung Bau.<br />

WEITERBILDUNG IN FACHHOCHSCHULEN. Doch<br />

nicht „nur“ die Lehre ist der WKO wichtig: Sie bietet<br />

darüber hinaus zahlreiche weitere Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten<br />

von Kursen des WIFI bis hin zu<br />

von den Kammern finanzierten Fachhochschulen und<br />

Privat universitäten. Lehrlingen ermöglicht die WKO<br />

zusätzlich nach der dreijährigen Lehre und dem erfolgreichen<br />

Abschluss auch ein Studium ohne Matura<br />

in ihren Einrichtungen.<br />

10 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


cover<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

grüßen. Die ersten Versuche, die Sozialpartnerschaft<br />

auszuhöhlen, begannen allerdings schon früher<br />

– in der schwarz-blauen Regierung 2000 mit<br />

Wolfgang Schüssel. Was das bedeutet? Neben der<br />

Aushebelung der Kollektivverträge gäbe es keine<br />

Branchenvertretung in den Wirtschaftskammern<br />

mehr. Großkonzerne und Großindustrielle würden<br />

als Erstes die Interessen an private Lobbyvereine<br />

übergeben. Lohnverhandlungen würden, wie in einigen<br />

Nachbarländern, mit Arbeitsniederlegung<br />

und Streiks auf den Straßen ausgetragen werden.<br />

Duale Ausbildung<br />

In Gefahr wäre ebenfalls unser vielfach<br />

beneidetes System der dualen (bis<br />

manchmal sogar trialen) Ausbildung von<br />

der Lehre in einem von der Wirtschaftskammer<br />

geprüften Ausbildungsbetrieb<br />

und der vorgeschriebenen Berufsschule<br />

­sichert die Qualität der Lehrlingsausbildung.<br />

Aber nicht nur das – was wenige<br />

wissen: Die Wirtschaftskammern leisten<br />

viel im Bereich der Bildung. Das reicht<br />

vom Talentecheck für die Schüler:innen<br />

der AHS-Unterstufe bzw. Neuen Mittelschule<br />

über die Initiativen im Bereich der<br />

Lehre über Tourismusschulen und Kurse<br />

des WIFI bis hin zu von den Kammern<br />

finanzierten Fachhochschulen und Privatuniversitäten.<br />

„Das Vorurteil – wer<br />

was kann, studiert, die anderen gehen in<br />

die Lehre – ist längst überholt“, erklärte<br />

bereits der ehemalige Wirtschaftskammerpräsident<br />

Christoph Leitl. „Wir bieten<br />

erfolgreichen und motivierten Lehrlingen<br />

nach Abschluss ihrer Prüfung eine<br />

weitreichende Weiterbildung bis zum<br />

Studiumabschluss auch ohne Matura in unseren<br />

Fachhochschulen und Universitätslehrgängen an.“<br />

Willkür der Großkonzerne<br />

Kleine Selbstständige wären noch mehr der Willkür<br />

der Großkonzerne ausgesetzt. In einer Marktwirtschaft,<br />

in der es nur noch um satte Gewinne und<br />

Marktvergrößerung geht, würden EPU und KMU,<br />

darunter viele Handwerksbetriebe, die für die<br />

Vielfalt unseres österreichischen Angebots sorgen,<br />

untergehen. Dazu gehört auch das Lohn- und Steuerdumping<br />

am Bau, das die Wettbewerbsbedingungen<br />

heimischer Handwerksbetriebe und kleiner<br />

<strong>Unternehmen</strong> verzerrt: Grenzüberschreitend tätige<br />

Baufirmen aus Osteuropa nutzen nicht nur Lücken<br />

im EU-Recht, um Lohnkosten zu sparen. Sie profitieren<br />

auch von Sonderregelungen in bilateralen<br />

Steuerabkommen, den sogenannten Doppelbesteuerungsabkommen<br />

(DBA). Diese legen u. a. fest, ab<br />

wann der Ort der Bauausführung zur Betriebsstätte<br />

und damit steuerpflichtig wird. Hier hätte ein „freies<br />

Spiel“ weitere unabsehbare Folgen.<br />

SWV und SPÖ treten vehement für die kleinen<br />

Selbstständigen ein. „Wir haben gemeinsam mit<br />

UNTERSTÜTZUNG.<br />

Der SWV in der Wirtschaftskammer<br />

vertritt<br />

die Interessen von<br />

EPU und KMU auf allen<br />

Ebenen.<br />

Expertinnen und Experten ein Maßnahmen­paket<br />

ausgearbeitet, das für mehr Steuergerechtigkeit und<br />

für einen fairen Wettbewerb zwischen den KMU<br />

und den Multis sorgt“, so SPÖ-Wirtschaftssprecher<br />

Christoph Matznetter. „Denn es geht nicht an, dass<br />

unsere Gewerbetreibenden ihre Steuern bezahlen<br />

und so wesentlich zur Finanzierung unseres Sozialstaates<br />

beitragen, während die Großkonzerne wenige<br />

bis gar keine Steuerbeiträge leisten. Dort, wo die<br />

wirtschaftliche Leistung erbracht, wo die Umsätze<br />

und die Gewinne erzielt werden, müssen auch die<br />

Steuern bezahlt werden!“<br />

QUALITÄTSSICHERUNG. Viele Länder beneiden <strong>Österreich</strong> um das duale<br />

Ausbildungssystem der Lehre im Betrieb und in den Berufsschulen.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

11


cover<br />

Erfolgreich durch<br />

Sozialpartnerschaft<br />

ABSICHERUNG. Was bedeutet Sozialpartnerschaft für <strong>Österreich</strong>s<br />

Wirtschaft und Arbeitnehmer:innen? UÖ bat zum Expert:innengespräch.<br />

Das Treffen im <strong>Österreich</strong>ischen<br />

Institut für Wirtschaftsforschung<br />

(WIFO) war von einem sich ergänzenden<br />

Thinktank geprägt:<br />

Politikwissenschaftler Univ.-Prof.<br />

Emmerich Tálos beleuchtete die<br />

sozialpolitischen Aspekte; Mag.<br />

Christine Mayrhuber, Wissenschaftlerin am WIFO,<br />

die des Arbeitsmarkts.<br />

Univ.-Prof. Emmerich Tálos<br />

POLITIKWISSENSCHAFTLER<br />

Von 1983 bis zu seinem Ruhestand 2009 war<br />

Emmerich Tálos Professor am Institut für<br />

Staatswissenschaft der Universität Wien. Zu seinen<br />

Forschungs- und Publikationsschwerpunkten<br />

zählen u. a. Sozialpolitik und Wohlfahrtsstaat.<br />

UNTERNEHMEN ÖSTERREICH: Wie hat sich<br />

unsere Sozialpartnerschaft entwickelt?<br />

Emmerich Tálos: Zaghafte Anfänge gab es bereits<br />

in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts.<br />

Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Zuge<br />

des wirtschaftlichen Wiederaufbaus<br />

nach 1945, bestand<br />

der Konsens, gemeinsam an<br />

einem Strang zu ziehen. Es gibt<br />

diesen legendären Satz des damaligen ÖGB-Chefs<br />

Johann Böhm, den er an den ersten Präsidenten der<br />

soeben gegründeten Industriellenvereinigung, Dr.<br />

Hans Lauda, richtete: „Wir sitzen beide am selben<br />

Ast. Wenn Sie den Ast absägen, fallen wir beide<br />

hinunter.“<br />

Spielte die Sozialpartnerschaft in den folgenden<br />

Jahrzehnten eine ganz wichtige Rolle, so hat die Regierungsbeteiligung<br />

der FPÖ merkbare Rückschläge<br />

gebracht. Schon unter der Regierung Schüssel<br />

wurde die Beteiligung der Sozialpartnerschaft an<br />

politischen Entscheidungen geschwächt. Unter der<br />

schwarz-blauen Regierung Kurz-Strache kam es zur<br />

gänzlichen Ausschaltung sozialpartnerschaftlichen<br />

Mitgestaltung. Eine neuerliche Änderung der sozialpartnerschaftlichen<br />

Konstellation ging mit der<br />

schwarz-grünen Koalition einher. Sozialpartnerschaft<br />

wurde zwar in politische Entscheidungsprozesse<br />

eingebunden, eher allerdings nur punktuell<br />

und nicht mehr in dem Ausmaß früherer Tage.<br />

UNTERNEHMEN ÖSTERREICH: Welchen<br />

Stellenwert hat die Sozialpartnerschaft im<br />

internatio nalen Vergleich?<br />

Christine Mayrhuber: In einer WIFO-Studie versuchten<br />

wir, die ökonomischen Effekte der Sozialpartnerschaft<br />

zu quantifizieren. Aus Vergleichbarkeitsgründen<br />

konnten wir uns nur einem kleinen<br />

Bereich – dem Lohnverhandlungssystem – widmen.<br />

Das Besondere bei uns ist, dass Lohnverhandlungen<br />

sehr zentral geführt werden: Durch die Pflichtmitgliedschaft<br />

in den Interessenvertretungen<br />

sowohl auf der Arbeitnehmer:innen- als auch<br />

auf der Arbeitgeberseite haben beide Seiten<br />

den Auftrag zu verhandeln. Der zweite große<br />

Vorteil in <strong>Österreich</strong> ist, dass dabei für<br />

alle Beschäftigten und Betriebe verhandelt<br />

wird. Das ist in vielen anderen Ländern so<br />

nicht der Fall.<br />

Die Studie hat eindeutig gezeigt, dass zentrale<br />

Lohnverhandlungssysteme positive Effekte lich des realen Wirtschaftswachstums und der Be-<br />

bezügschäftigungsdynamik<br />

ergeben. Zentrale Verhandlungssysteme<br />

dämpfen Einkommensungleichheiten.<br />

Auch während der globalen Finanzwirtschaftskrise<br />

2008 konnte unser System besonders gut abschneiden,<br />

weil es die Möglichkeit gab, mit der Regierung<br />

zu verhandeln und damit die reale Lohnflexibilität<br />

stärker zu bestimmen.<br />

So war etwa das Modell der Kurzarbeit ein Instrument,<br />

das zwischen den Sozialpartnern und der Regierung<br />

beschlossen wurde. Der positive Effekt zeigte<br />

sich im relativ geringen Beschäftigungsrückgang<br />

und dem moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit<br />

während der Krise.<br />

KATHARINA SCHIFFL<br />

12 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


cover<br />

EINIG.<br />

„Der soziale Frieden macht <strong>Österreich</strong><br />

zum begehrten Wirtschaftsstandort“,<br />

so Emmerich Tálos und<br />

Christine Mayrhuber.<br />

UNTERNEHMEN ÖSTERREICH: Wie wichtig ist<br />

die Pflichtmitgliedschaft?<br />

Emmerich Tálos: Die Pflichtmitgliedschaft und deren<br />

gesetzliche Absicherung sind für das Überleben<br />

der Kammern von großer Bedeutung. Wenn diese<br />

abgeschafft würden, dann hätte das beträchtliche<br />

Auswirkungen auf verschiedene Ebenen, wie z. B.<br />

die Aushöhlung des Tarifsystems. Was sich neben<br />

der Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft auch negativ<br />

auswirken würde, ist die Finanzierung. Wenn<br />

unter einer veränderten Regierungskonstellation<br />

zwar die Pflichtmitgliedschaft erhalten, aber der<br />

FPÖ mit Einschnitten in die Finanzierung entgegenkommen<br />

würde, hätte das fatale Folgen. Bereits<br />

Jörg Haider wollte 2000 die Finanzierung der Wirtschaftskammern<br />

drastisch reduzieren. Bestimmte<br />

Kammern, wie beispielsweise meine – die<br />

burgenländische –, hätten das nicht<br />

überlebt.<br />

Schon jetzt ist es so, dass die kleinen<br />

Wirtschaftstreibenden trotz des Systems<br />

des solidarischen Ausgleichs<br />

Schwierigkeiten haben, sich in der<br />

Kammer durchzusetzen. Wenn das abgeschafft<br />

wird, kämen die reinen Marktund<br />

Machtmechanismen voll zum Tragen.<br />

Da haben die Kleinen praktisch keine<br />

Stimme mehr. Denken wir nur an die Frage<br />

der Finanzierung der Sozialversicherung. Wenn die<br />

größeren <strong>Unternehmen</strong> durch forcierte Rationalisierungen<br />

und Digitalisierung immer weniger zur<br />

Finanzierung beitragen, dann verbleibt diese immer<br />

mehr bei jenen, die noch Menschen einstellen und<br />

nicht weg rationalisieren.<br />

Christine Mayrhuber: Wenn es in der Wirtschaftskammer<br />

keine Pflichtmitgliedschaften mehr gäbe,<br />

dann würde man schnell in die Situation geraten,<br />

dass <strong>Unternehmen</strong> aufgrund der Wettbewerbssituation<br />

am Markt ein Rosinenpicksichten veranstalten.<br />

D. h. eine besondere Lohnpolitik, die für die<br />

jeweilige Firma vielleicht kurzfristig Sinn macht,<br />

aber mittel- und langfristig für die österreichische<br />

Wirtschaft kein Vorteil ist. Der Arbeitsmarkt ist im<br />

Umbruch. Es wäre wichtig, dass alle Beteiligten diese<br />

Themen verstärkt angehen.<br />

Die Aufgaben der Sozialpartner werden nicht weniger,<br />

sondern mehr. Vor allem in einem vereinten<br />

Europa, wo sich ständig neue Fragen stellen, wie<br />

z. B. die der Entsendericht linien (unter welchen<br />

Bedingungen können Betriebe<br />

Mag. Christine Mayrhuber<br />

ARBEITSMARKT-EXPERTIN<br />

Christine Mayrhuber ist im <strong>Österreich</strong>ischen Institut<br />

für Wirtschaftsforschung (WIFO) für die Forschungsbereiche<br />

Einkommen und Soziale Sicherheit zuständig.<br />

Ihre Schwerpunkte sind u. a. die Einkommensverteilung<br />

und Umverteilung.<br />

ihre Arbeitnehmer:innen im<br />

Ausland einsetzen): Da haben die<br />

europäischen Sozialpartner stark darauf<br />

bestanden, die Richtlinie im Sinne der Gleichbehandlung<br />

der Arbeitskräfte in Europa zu verändern.<br />

Soziale Fragen werden in Europa immer wichtiger,<br />

den Sozialpartnern kommt hier eine bedeutende<br />

Aufgabe zu.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

13


WAHLANALYSE: NATION<br />

neue Herausforderung<br />

aktuell<br />

ERGEBNISSE. Einfach hat es diese Wahl nicht gemacht. Obwohl die SPÖ<br />

fast das gleiche Ergebnis wie 2019 erhielt, sind die Karten nun neu<br />

gemischt. Der Koalitionspoker beginnt.<br />

nen Zentren weiterhin auf stabile Unterstützung<br />

zählen konnte, zeigten sich in ländlichen Gebieten<br />

massive Verschiebungen zugunsten der FPÖ.<br />

Diese Spaltung verdeutlicht, wie unterschiedlich<br />

die wirtschaftlichen und sozialen Anliegen der<br />

Wähler:innen sind. In den Städten profitierte die<br />

SPÖ als Partei, die soziale Sicherheit und wirtschaftliche<br />

Stabilität für kleine und mittlere <strong>Unternehmen</strong><br />

sowie EPU betont.<br />

WIEN.<br />

Mit rund 39 %<br />

im Ausland<br />

geborener<br />

Bevölkerung<br />

ist Wien neben<br />

Brüssel eine<br />

der diversesten<br />

Städte Europas.<br />

Die Nationalratswahl 2024<br />

führte zu einem politischen<br />

Paukenschlag. Die FPÖ konnte<br />

mit einem starken Zugewinn<br />

den ersten Platz für sich<br />

beanspruchen, während die ÖVP auf den zweiten<br />

Platz abrutschte. Die SPÖ stagnierte zwar, konnte<br />

sich aber vor allem in urbanen Regionen wie<br />

Wien, Innsbruck, Graz, St. Pölten und Linz weiterhin<br />

mit großem Erfolg behaupten. Anstatt die<br />

Resultate als Rückschlag zu sehen, sollte das Ergebnis<br />

als Weckruf verstanden werden.<br />

Gespaltene Wähler:innenschaft<br />

Der Wahltag selbst war geprägt von einer klaren<br />

Trennung zwischen städtischen und ländlichen<br />

Wähler:innen. Während die SPÖ in den urba-<br />

Migration und Sicherheit<br />

Auf dem Land hingegen dominierten oft andere<br />

Themen wie Migration und Sicherheit, die von<br />

der FPÖ erfolgreich aufgegriffen wurden. Vor allem<br />

in kleinen Gemeinden, die bislang kaum mit<br />

Migrant:innen in Berührung gekommen waren,<br />

wurden die Ängste einer unkontrollierten Einwanderung<br />

samt Arbeitsplatzverlust gezielt geschürt<br />

– und fielen auf fruchtbaren Boden. Urbane<br />

Regionen und Großstädte sind mit der Vielfalt<br />

und dem Zusammenleben bereits vertraut. Darunter<br />

besonders Wien: Mit rund 39 Prozent im Ausland<br />

geborener Bevölkerung ist Wien heute neben<br />

Brüssel eine der diversesten Millionenstädte der<br />

EU. Das Wahlergebnis von knapp 30 Prozent für<br />

die SPÖ spiegelt die Zustimmung dieser Vielfalt<br />

wider. Dazu kommen natürlich auch die sozialen<br />

und wirtschaftlichen Unterstützungen, die Wien<br />

für seine Bewohner:innen, KMU, EPU & Start-ups<br />

bietet. Ähnliche Maßnahmen würden auch in den<br />

anderen Bundesländern zu einer politischen Entspannung<br />

beitragen.<br />

Fokus auf sozialer Sicherheit und Absicherung<br />

Eines der zentralen Themen der SPÖ während<br />

der Wahl war die soziale Absicherung von<br />

Unternehmer:innen. Klein- und Mittelunternehmen<br />

sowie Ein-Personen-<strong>Unternehmen</strong> sind mit<br />

99 Prozent der österreichischen <strong>Unternehmen</strong><br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

14 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


aktuell<br />

ALRATSWAHL 2024 –<br />

en für die SPÖ<br />

das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. Sie<br />

schaffen die Mehrheit der Arbeitsplätze und treiben<br />

Innovationen voran. Trotz dieser Bedeutung<br />

stehen sie jedoch oft vor erheblichen Herausforderungen,<br />

sei es durch Steuer- und Abgabenlast,<br />

hohe Energiekosten oder den Fachkräftemangel.<br />

Die SPÖ hat im Wahlkampf gezeigt, dass sie sich<br />

für die Entlastung dieser <strong>Unternehmen</strong> einsetzen<br />

will. Unternehmer:innen erwarten konkrete Maßnahmen,<br />

die ihre Position im Markt stärken und<br />

ihnen Luft zum Atmen verschaffen.<br />

Soziales Netz<br />

Gerade in Krisenzeiten, wie sie viele EPU und<br />

KMU in den letzten Jahren erlebt haben, wird<br />

die Notwendigkeit eines starken sozialen Netzes<br />

deutlich. Die Verbesserung des Krankengeldes für<br />

Selbstständige, die Einführung eines verlässlichen<br />

Auffangnetzes bei längeren Arbeitsunfähigkeiten<br />

und mehr Unterstützung in Krisenzeiten müssen<br />

oberste Priorität haben. Die SPÖ hat in diesem Bereich<br />

bereits wichtige Forderungen gestellt, deren<br />

Umsetzung nun entscheidend sein wird, um das<br />

Vertrauen aller Unternehmer:innen zu gewinnen.<br />

SPÖ bleibt entscheidende Kraft<br />

Auch wenn die SPÖ österreichweit nur den dritten<br />

Platz belegt hat, bleibt sie eine entscheidende<br />

politische Kraft. Ihre Chance liegt darin, eine klare<br />

Position für Unternehmer:innen zu formulieren,<br />

die soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stabilität<br />

vereint. Eine Wirtschaftspolitik, die sowohl<br />

die Interessen der Arbeitnehmer:innen als auch<br />

der Selbstständigen in den Mittelpunkt stellt,<br />

könnte den Weg in die Zukunft weisen. Dazu gehört<br />

die Sozialpartnerschaft, ein fixer Bestandteil<br />

der österreichischen Wirtschaft seit 1946.<br />

Die Koalitionsverhandlungen werden zeigen, inwiefern<br />

die SPÖ ihre Position in der nächsten<br />

Regierung oder in der Opposition festigen kann.<br />

Wichtig wird sein, wie sie sich als wirtschaftliche<br />

Interessenvertretung für KMU und EPU positioniert,<br />

um ihre Rolle als soziale und wirtschaftliche<br />

Kraft zu stärken.<br />

BITTER.<br />

Der Sieg der FPÖ in der<br />

Nationalratswahl wird auch in<br />

Europa als kritisch angesehen.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

15


unternehmer am wort<br />

ALFRED STROHMAYER, MSC, MBA<br />

Unternehmer für Rauch- und<br />

Wärmeabzugsanlagen (RWA),<br />

Vösendorf (NÖ)<br />

Viele Betriebe erbringen ihre Dienstleistungen direkt beim Kunden. Sie sind bei ihrer<br />

Tätigkeit von der Planung über die Umsetzung bis zur Instandhaltung auf ihre Fahrzeuge<br />

angewiesen.<br />

Mein Name ist Alfred Strohmayer und meine Firma schafft Lösungen von der<br />

Rauch- und Wärmeabzugsanlage bis zur Gebäudelüftung. Wartung und Instandhaltung<br />

spielen in diesem Bereich eine große Rolle. Mit unserem flächendeckenden<br />

Servicenetz stehen wir unseren Kund:innen jederzeit zur Verfügung.<br />

„Ich unterstütze die Forderung des SWV nach einem generellen<br />

Vorsteuerabzug für Kfz sowie die Anhebung der Luxustangente auf<br />

55.000 Euro. Diese Maßnahme würde insbesondere Selbstständige und<br />

KMU entlasten, die auf betriebliche Fahrzeuge angewiesen sind.“<br />

STEUERGERECHTIGKEIT.<br />

Steuergerechtigkeit ist ein zentrales Anliegen des SWV. Die derzeitige Steuerstruktur in<br />

<strong>Österreich</strong> begünstigt oft große <strong>Unternehmen</strong>, während kleinere Betriebe, insbesondere<br />

EPU und KMU, unter einer unverhältnismäßig hohen Steuerlast leiden. Der SWV setzt sich<br />

daher für eine Reform des Steuersystems ein, die eine gerechtere Verteilung der Steuerlast<br />

sicherstellt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller <strong>Unternehmen</strong> berücksichtigt.<br />

Kfz-Vorsteuerabzug und Luxustangente: Der SWV fordert einen generellen Vorsteuerabzug<br />

für Kfz sowie die Anhebung der Luxustangente auf 55.000 Euro. Diese Maßnahme würde<br />

insbesondere Selbstständige und KMU entlasten, die auf betriebliche Fahrzeuge angewiesen<br />

sind. Eine Anpassung der Luxustangente würde zudem der Inflation und den gestiegenen<br />

Kosten im Fahrzeugsektor Rechnung tragen.<br />

SWVÖ<br />

16 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


unternehmerin am wort<br />

KOMMR.IN MARIANNE<br />

HOFSTÄTTER<br />

Kosmetikerin,<br />

Klosterneuburg (NÖ)<br />

Für Unternehmer:innen kann ein einfacher Krankenstand zur Existenzfrage werden!<br />

Wer nicht arbeiten kann, muss seinen Kund:innen absagen und hat keine Einnahmen<br />

– gleichzeitig laufen die Fixkosten weiter!<br />

Ich heiße Marianne Hofstätter und betreibe ein Kosmetikstudio in Klosterneuburg.<br />

Mir ist es wichtig, für meine Kund:innen da zu sein und sie bestmöglich zu betreuen.<br />

„Mit dem SWV setze ich mich für ein generelles Krankengeld ab dem<br />

vierten Tag der Erwerbsunfähigkeit ein. Auch die Höhe des<br />

Krankengeldes muss endlich über die Armutsgrenze angehoben werden.<br />

Unternehmer:innen dürfen nicht länger Versicherte 2. Klasse sein:<br />

Wir wollen gleiche Leistungen für gleiche Beiträge - für eine echte soziale<br />

Absicherung von Selbstständigen!“<br />

SOZIALE ABSICHERUNG VON SELBSTSTÄNDIGEN.<br />

Selbstständige in <strong>Österreich</strong> stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn es um<br />

ihre soziale Absicherung geht. Der SWV fordert daher eine Reihe von Maßnahmen, um die<br />

Absicherung von Unternehmer:innen zu verbessern und auf ein mit Arbeitnehmer:innen<br />

vergleichbares Niveau zu heben.<br />

Verbesserung der Krankengeldregelungen: Der SWV fordert, dass Selbstständige bereits ab<br />

dem 4. Tag der Erkrankung Anspruch auf Krankengeld erhalten. Dies soll finanzielle Engpässe<br />

vermeiden, die durch längere Krankheit verursacht werden können. Zudem sollen die Dauer<br />

des Krankengeldbezugs sowie die Wartefrist für eine erneute Unterstützungsleistung an die<br />

Regelungen für Arbeitnehmer:innen angepasst werden.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

17


unternehmerin am wort<br />

KAROLINE GÖTZ<br />

Trafikantin,<br />

Graz (Stmk)<br />

Ich nehme mir gerne Zeit für meine Kund:innen. Viele kommen genau deshalb zu<br />

mir ins Geschäft, weil ich immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen habe.<br />

Leider muss ich mich viel zu oft mit bürokratischen Vorgaben und Papierkram<br />

herumschlagen, dabei geht viel Zeit drauf.<br />

Ich heiße Karoline Götz und führe eine Tabaktrafik in Graz. Meine Arbeit und der<br />

Kontakt zu meinen Kund:innen machen mir viel Spaß. Beim Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverband engagiere ich mich, um für weniger Bürokratie einzutreten.<br />

„Gerade kleine Betriebe brauchen weniger Hürden<br />

und mehr Flexibilität im Arbeitsalltag.“<br />

BÜROKRATIEABBAU.<br />

Der Abbau von bürokratischen Hürden ist ein zentrales Anliegen des SWV. Bürokratie stellt<br />

insbesondere für EPU und KMU eine erhebliche Belastung dar. Diese <strong>Unternehmen</strong> sehen<br />

sich häufig mit komplexen und zeitaufwändigen zeitaufwendigen administrativen Anforderungen konfrontiert,<br />

die ihre Ressourcen binden und ihr Wachstum hemmen können. Der SWV fordert daher<br />

gezielte Maßnahmen, um die Bürokratie zu reduzieren und die administrativen Prozesse zu<br />

vereinfachen.<br />

Vereinfachung von Verwaltungsprozessen: Der SWV fordert eine umfassende Vereinfachung<br />

von Verwaltungsprozessen, die speziell auf die Bedürfnisse von EPU und KMU<br />

zugeschnitten sind. Dies könnte durch die Digitalisierung von Behördenwegen, die Einführung<br />

von One-Stop-Shops für <strong>Unternehmen</strong>sanliegen und die Reduzierung redundanter<br />

Berichts- und Dokumentationspflichten erreicht werden. Ziel ist es, den bürokratischen<br />

Aufwand für <strong>Unternehmen</strong> zu minimieren und ihnen mehr Zeit und Ressourcen für ihre<br />

eigentlichen Geschäftstätigkeiten zu lassen.<br />

SWVÖ<br />

18 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


unternehmer am wort<br />

ALBIN SAMPEL<br />

„Der Nachtwächter zu Graz“<br />

Krank zu werden, das kann ich mir als EPU gar nicht leisten!<br />

Ich zahle hohe Versicherungsbeiträge und trotzdem wird beim Arzt bei jeder<br />

Behandlung ein Selbstbehalt von 20 % einkassiert.<br />

Mein Name ist Albin Sampel und man kennt mich als „Nachtwächter zu Graz“.<br />

Ich liebe es, Geschichten zu erzählen, und gestalte meine Touren mit viel<br />

Leidenschaft.<br />

„Ich setze mich im SWV für die Abschaffung des 20%igen Selbstbehalts<br />

ein. Ich möchte die gleiche Leistung für den gleichen Beitrag, weil es nicht<br />

fair ist, dass Selbstständige immer draufzahlen.“<br />

SOZIALEN ABSICHERUNG VON SELBSTSTÄNDIGEN.<br />

Der SWV setzt sich seit seiner Gründung für die Interessen von EPU, KMU sowie allen Unternehmerinnen<br />

Unternehmer:innen und Unternehmern ein. Als politische ein. Als und politische wirtschaftliche und wirtschaftliche Vertretung dieser Vertretung Gruppen dieser<br />

Gruppen verfolgt der verfolgt SWV das der Ziel, SWV faire das Ziel, Rahmenbedingungen faire Rahmenbedingungen zu schaffen, zu schaffen, die es allen die Akteur:innen<br />

es allen<br />

Akteur:innen ermöglichen, ermöglichen, am wirtschaftlichen am wirtschaftlichen Erfolg <strong>Österreich</strong>s Erfolg teilzuhaben.<br />

<strong>Österreich</strong>s teilzuhaben.<br />

Abschaffung des 20%igen Selbstbehalts in der Krankenversicherung: Um die finanzielle<br />

Belastung von Selbstständigen zu reduzieren, fordert der SWV den Wegfall des 20%igen<br />

Selbstbehalts in der Krankenversicherung. Dies würde eine Harmonisierung der Leistungen<br />

zugunsten der Versicherten bewirken und gleichzeitig die soziale Sicherheit erhöhen.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

19


aus den bundesländern<br />

WIEN: EIN TAG DER BEGEGNUNG:<br />

Das Internationale Fest der<br />

Freundschaft des SWV WIEN<br />

Ausgelassen. Rund 600 Gäste fanden<br />

sich zum „Internationalen Fest der<br />

Freundschaft“ des SWV WIEN ein, um<br />

gemeinsam einen Tag voller Austausch,<br />

sportlicher Aktivitäten und kulinarischer<br />

Genüsse zu erleben. Die vielfältige<br />

Veranstaltung bot für Jung und Alt<br />

eine Fülle an Unterhaltung und zeigte<br />

einmal mehr die starke Gemeinschaft<br />

des SWV WIEN.<br />

In seiner Begrüßung betonte Marko<br />

Fischer, Präsident des SWV WIEN:<br />

„Freundschaft bedeutet Vertrauen,<br />

Unterstützung und gegenseitiges Verständnis.<br />

Gemeinsame Erlebnisse und<br />

das Wissen, sich aufeinander verlassen<br />

zu können, sind zentrale Werte – dafür<br />

steht auch der SWV WIEN.“ Auch Bürgermeister<br />

Michael Ludwig unterstrich<br />

die Bedeutung der Klein- und Mittelbetriebe<br />

für Wien: „Sie sichern nicht<br />

nur Arbeitsplätze, sondern sie sind<br />

auch die treibende Kraft hinter der<br />

Innovationsfähigkeit unserer Stadt.“<br />

Während die Kinder auf der Hüpfburg<br />

und in den Spielstationen<br />

tobten, begeisterte<br />

das Riesen-<br />

Wuzzler-Turnier die<br />

Erwachsenen. Das<br />

spannende Auftaktspiel<br />

Politik gegen<br />

Wirtschaft, in dem<br />

sich das Team von<br />

SWV WIEN und<br />

das Team von Bürgermeister<br />

Michael<br />

Ludwig matchten,<br />

sorgte für ausgelassene<br />

Stimmung. Die<br />

kulinarische Vielfalt<br />

– Speisen aus 13<br />

Nationen! – begeisterte<br />

und ließ alle<br />

kräftig zugreifen. Ein<br />

Match. Voller Einsatz bei der Eröffnung<br />

des Riesen-Wuzzlers.<br />

Voller Erfolg. Kulinarik aus 13 Nationen<br />

sowie der Karaoke-Wettbewerb<br />

sorgten für Begeisterung.<br />

Freuten sich. SWV<br />

WIEN Präsident Marko Fischer<br />

und Bürgermeister<br />

Michael Ludwig bei der<br />

Begrüßung der Gäste.<br />

herzliches Dankeschön<br />

an alle, die das<br />

ermöglicht haben! Es<br />

war nicht nur ein Tag<br />

voller schöner Erlebnisse,<br />

sondern auch<br />

ein starkes Zeichen<br />

der Zusammengehörigkeit.<br />

Mit diesem<br />

Gefühl der Verbundenheit<br />

freuen wir<br />

uns auf den kommenden<br />

Wahlkampfauftakt<br />

am 10. Oktober,<br />

bei dem wir<br />

gemeinsam weitere<br />

wichtige Schritte für<br />

die Wiener Wirtschaft<br />

setzen werden.<br />

Seid dabei und meldet<br />

euch noch heute<br />

an – wir freuen uns<br />

auf ein Wiedersehen!<br />

NÖ: Wirtschaftsverband besuchte UNEX GMBH<br />

Ende Juni war der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband NÖ bei der<br />

UNEX GmbH in Korneuburg zu Gast. Neben der exklusiven Betriebsführung<br />

gab es anregende Diskussionen.<br />

Informiert. SWV NÖ (v. l. n. r.): SWVÖ-Präsident<br />

Christoph Matznetter, Hasan Aksüz,<br />

Michael Tmej, der Bezirksvorsitzende des<br />

SWV Korneuburg, Abdullah İsmail Masca,<br />

SWV-NÖ-Präsident Thomas Schaden,<br />

Michael Wimmer und Bayram Koca.<br />

Während der Betriebsbesichtigung<br />

konnten SWVÖ-Präsident Dr. Christoph<br />

Matznetter, SWV-NÖ-Präsident<br />

KommR Thomas Schaden, Michael<br />

Tmej, Bezirksvorsitzender des SWV<br />

Korneuburg, und der Landesgeschäftsführer<br />

des SWV NÖ, Mag. Gerd Böhm,<br />

einen Einblick in die modernen Produktionsprozesse<br />

und die hauseigenen<br />

Labors von UNEX gewinnen. Dabei<br />

wurden auch die strengen Qualitätskontrollen<br />

vorgestellt, die eine gleichbleibend<br />

hohe Qualität der Produkte<br />

garantieren.<br />

Die UNEX GmbH, ein führendes <strong>Unternehmen</strong><br />

in der Herstellung von<br />

Hochleistungsschmierstoffen, ist bekannt<br />

für innovative Lösungen und<br />

Produkte, die unter dem Gütesiegel<br />

„Made in Austria“ entwickelt und produziert<br />

werden.<br />

In den anschließenden Gesprächen betonten<br />

die Eigentümer von UNEX, Hasan<br />

Aksüz und Abdullah İsmail Masca,<br />

wie elementar es für sie ist, sich laufend<br />

an die Bedürfnisse des Marktes anzupassen;<br />

Innovation wird hier gelebt.<br />

„Wir bedanken uns herzlich bei der<br />

UNEX GmbH für die Gastfreundschaft<br />

und die informativen Einblicke. Das<br />

persönliche Gespräch ist uns besonders<br />

wichtig, um die Bedürfnisse und<br />

Herausforderungen der heimischen<br />

Unternehmer:innen besser zu verstehen<br />

und gezielt unterstützen zu können“,<br />

betonte Thomas Schaden.<br />

SWV WIEN, NÖ<br />

20 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


aus den bundesländern<br />

TIROL: „Leistung ist der Schlüssel<br />

ZUM ERFOLG“<br />

Bereitschaft. Erfolgreiche<br />

Wirtschaftstreibende und<br />

Arbeitnehmer:innen werden oftmals<br />

beneidet. Dabei wird häufig<br />

übersehen, dass ihre Leistung die<br />

Grundlage ihres Erfolgs ist. Leider<br />

ist vielen nicht mehr<br />

bewusst, dass unsere<br />

Sozialleistungen<br />

nur durch<br />

die Leistungsträger<br />

finanzierbar<br />

sind. Die fast täglichen<br />

Rufe<br />

nach mehr<br />

Work-Life-<br />

Balance<br />

Vorausschauend.<br />

Landespräsident KommR helfen<br />

Mst. Michael Kirchmair<br />

weder<br />

Verleihung.<br />

V. l. n. r.: Manfred<br />

Zaunbauer,<br />

Nina Hochhauser,<br />

Helga<br />

Gumplmaier,<br />

Barbara Kitzmüller,<br />

Bettina<br />

Lancaster, Thomas<br />

Unger.<br />

beim Fachkräftemangel noch bei<br />

der Absicherung unserer sozialen<br />

Leistungen. Damit sich Leistung<br />

wieder lohnt, brauchen wir bessere<br />

Rahmenbedingungen für alle Leistungsträger.<br />

Wirtschaftstreibende<br />

und ihre Mitarbeiter:innen müssen<br />

langfristig bestehen können, daher<br />

muss die Bereitschaft zur Leistung<br />

wieder eine zentrale Rolle in<br />

unserer Gesellschaft einnehmen.<br />

Dazu gehören auch eine stärkere<br />

Anerkennung und Förderung von<br />

Leistung in der Bildung sowie in<br />

der beruflichen Ausbildung. Nur<br />

so können wir sicherstellen, dass<br />

die zukünftigen Generationen den<br />

Wert und die Bedeutung von Leistung<br />

verstehen und weitertragen.<br />

Studienabschluss. Übergabe der Preise<br />

(v. l.): BSA-Vorsitzender KO Hannes Schwarz,<br />

SWV-Präsident Karlheinz Winkler, Matthias<br />

Salomon, Hannah Rossmann, LH-Stv. Anton<br />

Lang, LH Peter Kaiser.<br />

STMK: STUDIEN-<br />

ABSCHLUSS-<br />

PREIS<br />

Qualitativ. Im Rahmen des Roten<br />

Sommerfests des BSA Steiermark wurden<br />

wieder Studienabschlusspreise für<br />

besonders qualitätvolle Masterarbeiten<br />

vergeben. Der SWV Steiermark<br />

sponserte zwei Preise für Arbeiten aus<br />

dem Bereich „Wirtschaft“.<br />

KATEGORIE JUNGUNTERNEHMER:IN:<br />

Valentin Schachinger – Betriebsübernahme Expert Schachinger<br />

Stefanie Köck & Jürgen Enser – Betriebsgründung<br />

Bäckerei Takacs<br />

Julia Breitwieser – Betriebsgründung Die Digitalwerkstatt<br />

SWV OÖ, STMK, TIROL<br />

OÖ: SWV OÖ verleiht FRANZ-<br />

KIRCHGATTERER-<br />

WIRTSCHAFTSPREIS<br />

Ausgezeichnet. Jedes Jahr vergibt<br />

der SWV OÖ gemeinsam<br />

mit dem GVV OÖ den Franz-<br />

Kirchgatterer-Wirtschaftspreis.<br />

Heuer wurden verdiente<br />

Unternehmer:innen aus dem<br />

Wahlkreis Hausruckviertel (Bezirke<br />

Wels Stadt, Wels Land,<br />

Grieskirchen, Eferding und<br />

Vöcklabruck) ausgezeichnet.<br />

In 5 Kategorien konnten SPÖ-<br />

Ortsorganisationen, die Bezirksorganisationen<br />

sowie Mitglieder<br />

des SWV und des GVV<br />

<strong>Unternehmen</strong> nominieren, unter<br />

welchen durch eine Fachjury<br />

je drei als Preisträger:innen ausgewählt<br />

wurden. Die heurigen<br />

Preisträger:innen sind (siehe<br />

Kasten rechts):<br />

KATEGORIE EINZELPERSONENUNTERNEHMEN:<br />

Jasmin Oberndorfer – mobile Friseurin<br />

Elke Stoiber-Uranic – Sprach- und Legasthenietrainerin<br />

Nina Hochhauser – psychosoziale Beraterin und<br />

Listenführerin Fachgruppe 127<br />

KATEGORIE UNTERNEHMENSFÜHRUNG DURCH FRAUEN:<br />

Carina Langmaier – Geschäftsführerin CA Catering Frau Knolle<br />

Gerlinde Strunz – Geschäftsführerin Herzensstücke<br />

Petra Dünser – Geschäftsführerin Holzamsel<br />

KATEGORIE INNOVATION UND NACHHALTIGKEIT:<br />

Jürgen Huemer – Geschäftsführer KMM3 (Elektromotorräder)<br />

Manuel Klauda – Geschäftsführer Raumwunda (Möbeltischlerei)<br />

Ingrid Gumpelmaier-Grandl – Geschäftsführerin<br />

Fairytale Fair Fashion<br />

KATEGORIE LEBENSWERK:<br />

Johann Viechtbauer für 43 Jahre Betriebsführung<br />

Rudolf Hudelist für 37 Jahre Betriebsführung<br />

Helga Gumplmaier für langjährige Listenführung der<br />

F achgruppe 127<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024<br />

21


aus den bundesländern<br />

NÖ: GOLF-TROPHY des Wirtschaftsverbandes NÖ<br />

im Zeichen der besonderen Möglichkeiten<br />

Neun Teams spielten für den guten<br />

Zweck im Golf-Eldorado Bucklige<br />

Welt. Mittlerweile war es die 15.<br />

Charity-Golf-Trophy, die der Sozialdemokratische<br />

Wirtschaftsverband<br />

(SWV) NÖ am 21. September veranstaltete.<br />

Im Golf-Eldorado in der<br />

Buckligen Welt spielten golfbegeisterte<br />

Unternehmer:innen für das „Haus der<br />

Möglichkeiten“ in Ternitz um einen<br />

Pokal.<br />

Aber auch Ehrengäste aus Politik und<br />

Wirtschaft konnte Organisatorin und<br />

SWV-NÖ-Vizepräsidentin KommRin<br />

Martina Klengl begrüßen, darunter<br />

SWV-NÖ-Präsident und WKNÖ-Vizepräsident<br />

KommR Thomas Schaden,<br />

SWV-NÖ-Vizepräsidentin KommRin<br />

Charity. Gewinner:innen<br />

gesamt (SWV NÖ, v. l. n. r.):<br />

Prof. Mag. Christian Eder,<br />

Elisabeth Eder, SWV-NÖ-<br />

Vizepräsidentin und Organisatorin<br />

KommRin Martina Klengl,<br />

Gerhard Moser, Bettina Stiawa;<br />

vorne: Ernestine Moser, Ing.<br />

Wolfgang Pöhsl, DDr. Mag.<br />

Christine Reisenbauer, Werner<br />

Reisenbauer, SWV-NÖ-<br />

Präsident KommR Thomas<br />

Schaden, SWV-NÖ-Vizepräsidentin<br />

KommRin Monika Retl,<br />

Gottfried Schön und Hannes<br />

Lechner und Manuela Geier.<br />

Monika Retl, und SWV-NÖ-Landesgeschäftsführer<br />

Mag. Gerd Böhm.<br />

„Golfen, Netzwerken und etwas Gutes<br />

tun: Das beschreibt unsere Golf-Trophy<br />

am besten. Und das Gute ist, dass wir<br />

heute für das ‚Haus der Möglichkeiten‘<br />

in Ternitz sammeln, eine Organisation,<br />

die sich für eine inklusive Gesellschaft<br />

einsetzt“, erklärt Martina Klengl und<br />

bedankt sich bei der Familie<br />

Lechner, die den schönen<br />

Golfplatz für diesen Zweck<br />

zur Verfügung gestellt hat.<br />

Thomas Schaden freut sich,<br />

dass auch dieses Jahr wieder<br />

viele mit dabei waren: „Wir<br />

stehen für kleine Betriebe<br />

ein. Es ist wichtig, dass wir<br />

uns gut vernetzen und uns<br />

auf dem aktuellen Stand halten.<br />

Zusätzlich für den guten<br />

Zweck zu sammeln, ist für<br />

uns alle eine ganz besondere<br />

Freude.“<br />

WIEN: Vorschau: WAHLKAMPFAUFTAKT des SWV<br />

Dabei sein. Am 10. Oktober 2024 startet<br />

der SWV WIEN mit einem besonderen<br />

Event in den Wahlkampf für die<br />

Wirtschaftskammerwahl 2025. Unter<br />

dem Motto „Auf die Plätze, fertig,<br />

LOS!“ lädt der SWV WIEN in den<br />

Marx Palast, um gemeinsam mit Mitgliedern,<br />

Unternehmer:innen und politischen<br />

Vertreter:innen den Startschuss<br />

für die Zukunft der Wiener Wirtschaft<br />

zu geben.<br />

Ein zentrales Highlight des Abends<br />

wird die Verleihung des Vienna Business<br />

Awards sein, mit dem der SWV<br />

WIEN herausragende <strong>Unternehmen</strong><br />

ehrt, die durch Innovationskraft, Einsatz<br />

und Visionen besonders zur wirtschaftlichen<br />

Entwicklung der Stadt<br />

beigetragen haben.<br />

Eröffnet wird der Wahlkampfauftakt<br />

von niemand Geringerem als Bürgermeister<br />

Dr. Michael<br />

Ludwig, der mit<br />

seinem Grußwort<br />

die Bedeutung<br />

der kommenden<br />

Wirtschaftskammerwahl<br />

unterstreichen<br />

wird.<br />

Im Anschluss<br />

präsentiert Marko<br />

Fischer, Präsident<br />

des SWV<br />

WIEN, das<br />

Wahlprogramm<br />

und es folgt die Präsentation der<br />

Listenführer:innen, die die Interessen<br />

der Wiener Unternehmer:innen in den<br />

kommenden Jahren vertreten werden.<br />

Der Abend bietet außerdem Gelegenheit<br />

zum Netzwerken und für spannende<br />

Gespräche rund um die Zukunft<br />

der Wirtschaft in<br />

Wien. Nach den<br />

offiziellen Programmpunkten<br />

geht es nahtlos<br />

weiter mit einer<br />

Wahlkampf-Party,<br />

die ab 20:30 Uhr<br />

den Auftakt in<br />

eine neue Ära des<br />

Unternehmertums<br />

in Wien gebührend<br />

feiern wird.<br />

Der Wahlkampfauftakt<br />

des SWV WIEN wird nicht nur<br />

der Startschuss für den Wahlkampf<br />

sein, sondern auch ein Zeichen für den<br />

Zusammenhalt und die Innovationskraft<br />

der Wiener Wirtschaft. Gemeinsam<br />

gestalten wir die Zukunft – seid<br />

dabei!<br />

SWV WIEN, NÖ<br />

22 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024


SWV STMK, WIEN, RONNY FRAS<br />

WIEN: WIRTSCHAFTSEMPFANG<br />

anlässlich des Mondfestes<br />

Gemeinsam.<br />

SWV-WIEN-Präsident<br />

Marko Fischer<br />

und die Botschafterin<br />

Qi Mei beim<br />

Anschneiden des<br />

traditionellen<br />

Mondkuchens.<br />

Vollmond. Am 18. September lud der<br />

SWV WIEN zum feierlichen Wirtschaftsempfang<br />

anlässlich des Mondfestes,<br />

eines traditionellen chinesischen<br />

Familienfestes. Der Abend bot nicht<br />

nur die Gelegenheit zu wertvollen Gesprächen,<br />

sondern auch einen feierlichen<br />

Rahmen, um die enge Verbindung<br />

zwischen Wien und der chinesischen<br />

Wirtschaft zu würdigen.<br />

Besonders hervorgehoben wurde diese<br />

Verbindung durch die Anwesenheit<br />

von Ihrer Exzellenz, Frau Botschafterin<br />

Qi Mei, die dem Empfang durch ihre<br />

Teilnahme eine besondere Ehre verlieh.<br />

Die Arbeitsgruppe Chinesische<br />

Unternehmer:innen im SWV WIEN<br />

unter der Leitung von Dr. Anshen<br />

Chen leistete einen bedeutenden Beitrag<br />

zur Gestaltung des Abends. Mit<br />

ihrem Engagement und ihrer aktiven<br />

Rolle innerhalb des SWV WIEN setzen<br />

die Mitglieder der Arbeitsgruppe starke<br />

Impulse für die Weiterentwicklung<br />

und Stärkung der Wiener Wirtschaft.<br />

Marko Fischer, Präsident des<br />

SWV WIEN, hob in seiner Rede<br />

die Bedeutung der chinesischen<br />

Unternehmer:innen für die Wiener<br />

Wirtschaft hervor: „Die chinesischen<br />

Unternehmer:innen in Wien tragen<br />

nicht nur zur wirtschaftlichen Stärke<br />

unserer Stadt bei, sondern bauen auch<br />

wertvolle Brücken zwischen China und<br />

<strong>Österreich</strong>. Heute feiern wir diese Gemeinschaft<br />

und die enge Verbindung,<br />

die uns über Grenzen hinweg<br />

begleitet.“<br />

STMK: ENERGIEBERATUNG<br />

AUS ERSTER HAND<br />

Wende. Zahlreiche Unternehmer:innen nutzten die Gelegenheit, sich individuell<br />

beraten zu lassen, und erhielten praxisnahe und hilfreiche Tipps für nachhaltige<br />

Energielösungen.<br />

Bernd Rechberger von der Firma CT&E, Experte für Fotovoltaikanlagen, erklärte,<br />

wie <strong>Unternehmen</strong> die Sonnenenergie optimal nutzen und von Fördermöglichkeiten<br />

profitieren können. Umweltlandesrätin Ursula Lackner ergänzte die<br />

Veranstaltung mit einem Überblick über umweltpolitische Maßnahmen in der<br />

Steiermark und die Bedeutung der Energiewende.<br />

NÖ: Thomas<br />

Schaden zum<br />

Hochwasser:<br />

„FAIRNESS<br />

FÜR DIE<br />

KLEINEN<br />

BETRIEBE!“<br />

Engagiert.<br />

KommR Thomas<br />

Schaden, der<br />

Präsident des<br />

Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverbandes<br />

Niederösterreich<br />

Hochwasser-Hilfe muss<br />

schnell und unbüro kratisch<br />

ankommen.<br />

Soforthilfe. „Gestern wurde bekannt<br />

gegeben, dass die Hilfe für<br />

alle Betroffenen dieses schrecklichen<br />

Hochwassers in Niederösterreich<br />

auf mindestens 50 %<br />

der Schadenssumme aufgestockt<br />

wird. 500 Millionen Euro Hilfszahlungen<br />

kommen von der EU“,<br />

ist Thomas Schaden, der Präsident<br />

des Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverbandes (SWV)<br />

NÖ, erleichtert.<br />

„Es darf aber nicht darauf vergessen<br />

werden, dass die kleinen<br />

und Kleinstbetriebe sowie Einpersonenunternehmen<br />

genauso<br />

behandelt werden wie die großen<br />

<strong>Unternehmen</strong>“, fordert Thomas<br />

Schaden und spielt damit auf die<br />

Überförderungen bei den Großen<br />

bei den Corona-Hilfen an.<br />

„Dieses Hochwasser hat uns alle<br />

erschüttert. Umso wichtiger ist<br />

es, dass alles gerecht, schnell und<br />

transparent abgewickelt wird“,<br />

fordert Schaden. „Wir alle erinnern<br />

uns noch spürbar an das<br />

COFAG-Förder-Desaster. So<br />

etwas darf hier nicht passieren –<br />

denn auch hier steht zu viel auf<br />

dem Spiel. Ich fordere eine faire,<br />

rasche Auszahlung an die betroffenen<br />

kleinen Betriebe!“<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | 2024 23


Dein Foto als<br />

Teil der Veränderung!<br />

Das Jahr 2025 steht ganz im Zeichen der Unternehmer:innen -<br />

es wird nämlich im März eine neue Wirtschaftskammer gewählt.<br />

Wir sind viele und das wollen wir zeigen. Mit einem Foto von dir<br />

kannst du Teil der Veränderung werden.<br />

Hier Foto hochladen:<br />

wirtschaftsverband.at/mitmachen/<br />

Weil’s um mehr geht.

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