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ERFOLG Magazin Ausgabe 06-2024

ERFOLG: VERONA POOTH: Im Interview „Manche verwechseln Erfolg mit Auffallen“; MICHAEL EHLERS: über Stefan Raab – zurück im Ring; PURPLE DISCO MACHINE: Tino Piontek im Interview über sein Leben als DJ; STORY: ROBIN KÖMEL: Traden wie ein Profi; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Elon Musk will auf den Mars; BIYON KATTILATHU: Ein Hater braucht Liebe WISSEN: MICHAEL JAGERSBACHER: Kamala Harris – Der Trumpf der Demokraten; REGINA VOLZ: Recruting á la Elon Musk; LEBEN: CHIARA HARTMANN: Identität – erfolgreich!; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, Erfolg Magazin 100 Top Unternehmer 2024; BEST OF WEB

ERFOLG: VERONA POOTH: Im Interview „Manche verwechseln Erfolg mit Auffallen“; MICHAEL EHLERS: über Stefan Raab – zurück im Ring; PURPLE DISCO MACHINE: Tino Piontek im Interview über sein Leben als DJ; STORY: ROBIN KÖMEL: Traden wie ein Profi; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Elon Musk will auf den Mars; BIYON KATTILATHU: Ein Hater braucht Liebe WISSEN: MICHAEL JAGERSBACHER: Kamala Harris – Der Trumpf der Demokraten; REGINA VOLZ: Recruting á la Elon Musk; LEBEN: CHIARA HARTMANN: Identität – erfolgreich!; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, Erfolg Magazin 100 Top Unternehmer 2024; BEST OF WEB

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HUGH JACKMAN: SUPERHELD UND GREATEST SHOWMAN<br />

6/ <strong>2024</strong><br />

KAMALA<br />

HARRIS<br />

DER TRUMPF DER<br />

DEMOKRATEN?<br />

DAS GROSSE<br />

COMEBACK VON<br />

STEFAN RAAB<br />

MILEY<br />

CYRUS<br />

AUF DER ABRISS-<br />

BIRNE ZUR LEGENDE<br />

Verleger<br />

Julien Backhaus<br />

über Show-Größen<br />

PURPLE DISCO<br />

MACHINE<br />

IM INTERVIEW<br />

ÜBER SEIN<br />

LEBEN ALS DJ<br />

Bilder: Anelia Jeneva, Jun Kim, Depositphotos / ellandar<br />

Verona<br />

BACKHAUS VERLAG 5 €<br />

ÖSTERREICH 5,60 € |SCHWEIZ 8,00 CHF<br />

Pooth<br />

IM INTERVIEW<br />

Bilder: Dieter asd Roosen / Roosen Photography, Oliver Reetz, Dennis Loos<br />

REGINA VOLZ<br />

RECRUITING<br />

À LA ELON MUSK


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Editorial<br />

Impressum<br />

<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> ISSN 25057342<br />

Verlag BACKHAUS Verlag GmbH ist ein Unternehmen<br />

der Backhaus Mediengruppe Holding GmbH,<br />

Geschäftsführender Gesellschafter<br />

Julien Backhaus<br />

Redaktion/Grafik <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Chefredakteur (V. i. S. d. P.): Julien Backhaus<br />

Redaktion: Martina Karaczko,<br />

Anna Seifert, Lea Trägenap<br />

E-Mail: redaktion@backhausverlag.de<br />

Objektleitung: Judith Iben<br />

Layout und Gestaltung: Judith Iben,<br />

Stefanie Schulz, Christina Meyer<br />

E-Mail: magazine@backhausverlag.de<br />

Onlineredaktion<br />

E-Mail: info@backhausverlag.de<br />

Herausgeber, Verleger:<br />

Julien Backhaus<br />

Zum Flugplatz 44 | D-27356 Rotenburg<br />

Telefon: (0 42 68) 9 53 04 91<br />

E-Mail: info@backhausverlag.de<br />

www.backhausverlag.de<br />

Druck<br />

MedienSchiff BRuno<br />

Print- und Medienproduktion<br />

Hamburg GmbH<br />

Yachthafen Moorfleet<br />

Moorfleeter Deich 312a | D-22113 Hamburg<br />

www.msbruno.de<br />

Vertrieb<br />

D-FORCE-ONE GmbH<br />

Neuer Höltigbaum 2 | D-22143 Hamburg<br />

www.d-force-one.de<br />

Verkauf/Abo:<br />

Jahresabo Print Deutschland<br />

bei 6 <strong>Ausgabe</strong>n/Jahr EUR 36,00*<br />

Einzelheft Deutschland<br />

EUR 5,00* + EUR 1,90 Versand<br />

Jahresabo Print Ausland EUR 48,50*<br />

Einzelheft Ausland EUR 5,00*<br />

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Jahresabo PDF EUR 14,95*<br />

Einzelheft PDF EUR 2,99*<br />

*Preise inkl. 7 % MwSt.<br />

Telefon: (0 42 68) 9 53 04 91<br />

E-Mail: aboservice@backhausverlag.de<br />

Autoren (Verantwortliche i. S. d. P.)<br />

Die Autoren der Artikel und Kommentare im <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong><br />

sind im Sinne des Presserechts selbst verantwortlich.<br />

Die Meinung der Autoren spiegelt nicht unbedingt<br />

die Meinung der Redaktion wider. Trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion wird in keiner Weise Haftung<br />

für Richtigkeit geschweige denn für Empfehlungen<br />

übernommen. Für den Inhalt der Anzeigen sind die<br />

Unter nehmen verantwortlich.<br />

Vervielfältigung oder<br />

Verbreitung nicht ohne<br />

Genehmigung.<br />

Alle Rechte vorbehalten.<br />

Folgen Sie uns auch auf<br />

Das nächste Heft<br />

erscheint am<br />

16. Dezember <strong>2024</strong><br />

Julien Backhaus<br />

Verleger und<br />

Herausgeber<br />

Künstlerin und Unternehmerin<br />

– so kam Verona Pooth nach ganz oben<br />

Sie gehört wahrscheinlich zu den interessantesten<br />

Frauen im deutschen Show-<br />

Business. Sagenumwoben wäre das falsche<br />

Wort, aber viele Geschichten<br />

ranken sich um die kecke Hamburgerin.<br />

Bekannt, wohlhabend und erfolgreich<br />

war sie schon sehr früh, noch bevor sie<br />

einen gewissen Hamburger Musikproduzenten<br />

kennenlernte. Doch das rückte sie<br />

noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit.<br />

Wer ist diese Frau? Sie posierte<br />

in den USA als Miss neben Donald<br />

Trump, hatte ein Modeatelier, trat in der<br />

ganzen Republik mit ihrer Band auf und<br />

bekam für ihren Song 1990 sogar eine<br />

Goldene Schallplatte. Wahrscheinlich<br />

half ihr die Show-Erfahrung, als sie<br />

plötzlich im Blitzlichtgewitter stand und<br />

jeder sie wollte – für Auftritte, Fernsehshows,<br />

Interviews und vieles mehr. Denn<br />

sie meisterte ihre Karriere stets mit eiserner<br />

Disziplin und fokussierte sich auf<br />

ihre Ziele. Wenn sie merkte, dass etwas<br />

aus dem Ruder lief, zog sie die Reißleine.<br />

Wie damals bei ihrer Fernsehshow<br />

»Peep!«, die ihr zu anzüglich wurde. Ihren<br />

Ruf beschützte sie damals wie heute. Nun<br />

hat sie eine weitere Mission entdeckt: Sie<br />

will auch andere Menschen stark machen.<br />

Mit ihren Bestseller-Büchern hat sie<br />

damit schon vor Jahren begonnen. Und<br />

erst kürzlich trat sie vor 10.000 Menschen<br />

bei Greator auf – die Rückmeldungen<br />

aus dem Publikum überwältigten<br />

selbst die erfahrene Werbeikone. Einfach<br />

mal machen, diese Einstellung nehmen<br />

wohl viele mit, die Verona Pooth zuhören.<br />

Wir haben uns in Düsseldorf getroffen,<br />

um über die Vergangenheit und die<br />

Zukunft zu sprechen. Lernen kann man<br />

aus jedem ihrer Sätze etwas.<br />

Ein großes Comeback legte unlängst<br />

Show-Titan Stefan Raab hin. Mit seinem<br />

Boxkampf trumpfte er nach Jahren der<br />

Abstinenz groß auf, mit seiner Show auf<br />

RTL+ »Du gewinnst hier nicht die Million<br />

bei Stefan Raab« fährt er Rekorde<br />

ein. Kommunikationsexperte Michael<br />

Ehlers nimmt die Strategie des Comebacks<br />

genau unter die Lupe. Jemand, der<br />

sich ebenfalls mit großen Shows auskennt,<br />

ist Tino Piontek, besser bekannt<br />

als »Purple Disco Machine«. Einer der<br />

erfolgreichsten DJs überhaupt verrät, ob<br />

er berühmt werden wollte und was Erfolg<br />

für ihn bedeutet.<br />

Viel Vergnügen beim Lesen<br />

Ihr Julien Backhaus<br />

Bild: Daniela Schenk


INHALT 6/<strong>2024</strong><br />

Das aktuelle <strong>Magazin</strong><br />

lesen Sie auch<br />

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Erfolg<br />

8 »Manche Leute verwechseln Erfolg mit Auffallen«<br />

Verona Pooth im Interview<br />

18 Raab zurück im Ring! Das sagt Rhetorik-Experte<br />

Michael Ehlers zum Comeback<br />

24 Selena Gomez: Nicht perfekt, aber echt<br />

32 Hugh Jackman: Superheld und Greatest Showman<br />

36 »Das hat sich angefühlt wie ein Nachruf«<br />

Purple Disco Machine im Interview<br />

40 Tom Holland: Spider-Man macht fette Beute<br />

44 Miley Cyrus: Auf der Abrissbirne zur Legende<br />

Leben<br />

42 Identität – erfolgreich!<br />

Der unsichtbare Motor hinter dem Erfolg<br />

Chiara Hartmann<br />

Einstellung<br />

8<br />

Verona Pooth<br />

im Interview<br />

20 Elon Musk will auf den Mars<br />

Dr. Dr. Rainer Zitelmann<br />

26 »Ein Hater braucht Liebe«<br />

Biyon Kattilathu im Interview<br />

Wissen<br />

16 Kamala Harris: Der Trumpf der Demokraten?<br />

Michael Jagersbacher<br />

30 Regina Volz: Recruiting à la Elon Musk<br />

4 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


<strong>ERFOLG</strong><br />

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E magazin<br />

Story<br />

Bilder: Anelia Jeneva, IMAGO / USA TODAY Network (Robert Hanashiro) / ZUMA Press Wire (Fred Duval), Stephan Schmick<br />

44<br />

Miley Cyrus<br />

Auf der Abrissbirne<br />

zur Legende<br />

35 Traden wie ein Profi<br />

Robin Kömel über einen langfristigen<br />

Erfolg an der Börse<br />

Sonstiges<br />

6 Aktuelles<br />

45 Buchtipps<br />

47 Die <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Top 100 Unternehmer <strong>2024</strong><br />

48 Best of Web:<br />

Schauen Sie doch mal online rein<br />

49 Die <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Top Experten und<br />

<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Initative Wachstum<br />

50 Die <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Brand Ambassadors<br />

26<br />

Biyon Kattilathu<br />

im Interview<br />

32<br />

Hugh Jackman<br />

Superheld und<br />

Greatest Showman<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de 5


Aktuelles<br />

Aktuelle News aus der Erfolgswelt<br />

Acht Jahrzehnte Michael Douglas<br />

Der Oscar-, Golden-Globe- und Emmy-Preisträger Michael<br />

Douglas feierte am 25. September seinen 80. Geburtstag.<br />

Vor ganzen 55 Jahren gab er in »Hail, Hero!« sein Leinwanddebüt,<br />

wofür er auch gleich seine erste Golden-Globe-Nominierung<br />

erhielt. Weltweite Bekanntheit erlangte er dann 1975<br />

mit der Entgegennahme eines Oscars für die Produktion des<br />

Dramas »Einer flog über das Kuckucksnest«. Es folgten unter<br />

anderem preisgekrönte Auftritte in »Die Straßen von San Francisco«,<br />

»Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll« und »Wall<br />

Street« und mehrere Auszeichnungen für sein Lebenswerk.<br />

Ein Stern für den Dark Knight<br />

Batman durfte sich am 26. September als<br />

erster Superheld über einen Stern auf dem<br />

Walk of Fame freuen. Bei der Enthüllung der<br />

2.790. Sternenplakette waren nicht nur DC-<br />

Comics-Präsident Jim Lee und der Schauspieler<br />

Burt Ward, der in den 1960er Jahren in der<br />

Serie »Batman« den jungen Begleiter Robin<br />

verkörperte, sondern auch Batman höchstpersönlich<br />

anwesend. Damit reiht er sich neben<br />

Comic-Größen wie Mickey Maus, Bugs Bunny<br />

oder Snoopy ein. Das wurde auch allerhöchste<br />

Zeit: Der dunkle Ritter sorgt in Gotham schon<br />

seit 1939 für Recht und Ordnung und feierte<br />

damit <strong>2024</strong> sein 85. Jubiläum.<br />

Martin Limbeck<br />

verkauft Firma an<br />

Ex-RTL-Chef<br />

»Nach über 32 Jahren Vollgas in diesem<br />

Business und knapp 25 Jahren mit der<br />

Limbeck Group habe ich mich entschieden,<br />

kleiner und anders zu arbeiten.«<br />

Mit diesen Worten verkaufte der Verkaufstrainer<br />

Martin Limbeck seine »Limbeck<br />

Group«. Nun wolle er mit seiner<br />

neuen Firma Gipfelstürmer Mentoring<br />

kleine und mittelständische Unternehmer<br />

coachen. Sein Nachfolger ist<br />

dabei kein Unbekannter: Der ehemalige<br />

Geschäftsführer von RTL, Dr. Henning<br />

Tewes, wird in Zukunft der Inhaber des<br />

Unternehmens sein und überlässt Rolf<br />

Bielinski die Geschäftsführung.<br />

Cristiano Ronaldo<br />

bricht auf YouTube Rekorde<br />

Innerhalb von 24 Stunden erreichte<br />

Cristiano Ronaldos YouTube-Kanal<br />

»UR Cristiano« fast 20 Millionen Neu-<br />

Abonnenten, was ihm nun offiziell<br />

den Guinness World Record für den am<br />

schnellsten wachsenden YouTube-Kanal<br />

einbrachte. Mit seinen 60 Millionen<br />

Abonnenten hat der Fußballer zwar noch<br />

lange nicht den erfolgreichsten You-<br />

Tube-Kanal »MrBeast« mit 315 Millionen<br />

Abonnenten übertrumpft, er plant<br />

aber, auch diesen Rekord in den nächsten<br />

zwei Jahren zu brechen. Bereits am<br />

12. September verkündete er stolz, dass<br />

er die Marke von einer Milliarde Followern<br />

auf Social Media erreicht hat.<br />

Aktueller<br />

TOP-<strong>ERFOLG</strong><br />

<strong>ERFOLG</strong>SUMFRAGEN<br />

Du möchtest bei der nächsten Umfrage dabei sein?<br />

Dann folge uns bei Instagram! @erfolgmagazin<br />

Lieber kurze, realistische Ziele oder<br />

langfristige, ambitionierte Ziele setzen?<br />

42 % kürzere Ziele<br />

95 % Ja<br />

58 % längere Ziele<br />

Spielen Fehler eine wichtige Rolle<br />

im Lernprozess?<br />

5 %<br />

Nein<br />

6 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Aktuelles<br />

Bilder: IMAGO / Ukrinform (Ruslan Kaniuka) / United Archives / Panama Pictures (Christoph Hardt) / HMB-Media (Joaquim Ferreira) / NurPhoto (Image Press Agency) / Sven Simon / Future Images, Oliver Wagner<br />

Erfolgszahl<br />

30 MTV Awards<br />

Mit insgesamt 30 MTV Awards zieht Taylor<br />

Swift nun mit der bisherigen Rekordhalterin<br />

Beyoncé gleich. Ihre neusten Errungenschaften<br />

der MTV Video Music Awards<br />

<strong>2024</strong> zeichnen sie unter anderem als<br />

»Künstlerin des Jahres« aus und verschafften<br />

ihr das »Video des Jahres«,<br />

die »Beste Zusammenarbeit« und<br />

den »Besten Song des Sommers«. In<br />

ganzen sieben Kategorien stach die<br />

34-Jährige am 11. September Konkurrenten<br />

wie Billie Eilish, Doja Cat<br />

oder Eminem aus. Zudem nutzte sie<br />

auch gleich die Aufmerksamkeit<br />

und appellierte an ihre Fans, sich<br />

für die US-Präsidentschaftswahl<br />

im November zu registrieren.<br />

Erfolgskommentar<br />

von @klickkompass<br />

Die Veränderung beginnt bei einem selbst.<br />

Man kann nicht erwarten, dass sich etwas<br />

ändert, wenn man es selbst nicht tut.<br />

Werde Teil der Community<br />

auf Instagram<br />

bei @erfolgmagazin<br />

<strong>ERFOLG</strong>SQUIZ<br />

Welche Eigenschaft wird oft als wesentlich<br />

für den langfristigen Erfolg angesehen?<br />

Stimme das nächste Mal mit ab!<br />

Nur bei Instagram! @erfolgmagazin<br />

19 %<br />

Flexibilität und<br />

Anpassungsfähigkeit<br />

Unerschütterlicher<br />

Optimismus<br />

Jeden Tag neu auf Instagram<br />

bei @erfolgmagazin<br />

5 % 4 %<br />

72 %<br />

korrekte Antwort<br />

<strong>ERFOLG</strong>SZITAT<br />

Bill Kaulitz<br />

»Es gibt nie einen Grund<br />

aufzugeben! Es geht immer<br />

irgendwie weiter!«<br />

Perfektionismus<br />

Übermäßige<br />

Risikobereitschaft<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

7


Erfolg<br />

Verona<br />

Pooth<br />

»Manche Leute<br />

verwechseln Erfolg<br />

mit Auffallen«<br />

8 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Bild: Anelia Jeneva<br />

Verona Pooth hat als Verona<br />

Feldbusch Mediengeschichte<br />

geschrieben.<br />

Doch ihre Karriere startete<br />

schon viel früher. Als<br />

Model, Sängerin und Designerin verdiente<br />

sie sich eine goldene Nase, bevor<br />

die breite Öffentlichkeit ihren Namen<br />

kannte. Im Gespräch mit Verleger Julien<br />

Backhaus erzählt die millionenschwere<br />

Unternehmerin, wie es wirklich<br />

war und wie sie nun als Speakerin<br />

die Massen begeistern will.<br />

Verona, in einem ZDF-Interview hast du<br />

mal gesagt, dass du dich in erster Linie<br />

als Unternehmerin siehst. Hast du dich<br />

schon vor 30 Jahren, als in Hamburg alles<br />

begann, als Unternehmerin verstanden?<br />

Ja, schon in meinen ersten Interviews mit<br />

den Medien, da war ich gerade mal 20<br />

Jahre alt, habe ich auf die Frage, ob ich<br />

mich als Unternehmerin sehen würde, mit<br />

Ja geantwortet. Ich wollte in erster Linie<br />

mein eigenes Geld verdienen, um unabhängig<br />

zu sein. Mein zweites Ziel war es,<br />

viel zu reisen und interessante Leute kennenzulernen.<br />

Vor allen Dingen die, die<br />

selbst wie ich aus dem Nichts kamen und<br />

später sehr erfolgreich wurden. Mit 21<br />

Jahren (1989) habe ich mich als Modedesignerin<br />

in Hamburg selbstständig gemacht.<br />

Ich eröffnete mein eigenes Modeatelier<br />

in der Rutschbahn 38. Mein<br />

Modelabel hieß »Immerschön Design«.<br />

Ich erinnere mich auch noch an meine<br />

erste Visitenkarte, die ich in einer Druckerei<br />

mit einer Prägung extra in Auftrag gab.<br />

Zu der Zeit gab es tatsächlich noch keine<br />

Handys, aber Faxgeräte waren groß im<br />

Trend und wenn wir die Visitenkarte anderen<br />

Unternehmern in die Hand drückten,<br />

hieß es sofort: »Wow, ihr habt ja sogar<br />

ein Faxgerät – unglaublich!« Das war die<br />

erste »Auszeichnung«, die mich damals<br />

schon als Unternehmerin wahrnehmen<br />

ließ. Unglaublich aber wahr (lacht).<br />

Ungefähr zwei Jahre später habe ich mir<br />

das erste Motorola-Handy gekauft. Das<br />

war ein richtiger Kasten! Man muss es<br />

sagen, wie es ist: Hamburg ist ja schon ein<br />

heißes Pflaster. Eigentlich hatten nur ich<br />

und die schweren Jungs dieses Motorola.<br />

Ich war noch sehr jung, 22, und dann<br />

noch ein Mädel. Und das fiel so einigen<br />

Männern schwer, zu akzeptieren. Vor allen<br />

Dingen kostete das Motorola in der<br />

Anschaffung schon ein Vermögen (2000<br />

D-Mark). Und jede einzelne vertelefonierte<br />

Minute fünf D-Mark. Inzwischen<br />

hatte ich mir auch einen Mercedes zugelegt,<br />

ehrlich gesagt war es ein Dieseltaxi,<br />

dass ich in Anthrazit umlackieren ließ.<br />

Das machte Eindruck und spätestens jetzt<br />

bekam ich die volle Akzeptanz, als Unternehmerin<br />

gesehen zu werden.<br />

War das das Modeatelier parallel zu der<br />

Gesangskarriere?<br />

Ziemlich zeitnah. Zuerst begann meine<br />

Musikkarriere im Studio 33 in Hamburg<br />

und währenddessen eröffnete ich mein<br />

Modeatelier »Immerschön Design«. Zwei<br />

Jahre später habe ich meine erste Eigentumswohnung<br />

gekauft, eine Drei-Zimmer-Dachgeschosswohnung<br />

am Schulterblatt<br />

in Hamburg. Da ich aus finanziell<br />

einfachen Verhältnissen komme, hatte ich<br />

nie den Geld-Background, der mich finanziell<br />

absichern konnte. Mit anderen<br />

Worten: Ich war immer auf mich alleingestellt.<br />

Dafür hatte ich aber liebende Eltern,<br />

obwohl ich ein Scheidungskind war.<br />

Meine Eltern trennten sich, als ich neun<br />

war. Ich musste mein Geld von Anfang an<br />

selbst verdienen, was mich dann schließlich<br />

auch erfolgreich gemacht hat. Ich bin<br />

als Sängerin auf Tour gegangen – Singapur,<br />

Peking, Afrika, Brasilien und Madrid.<br />

Ich habe überall gesungen, obwohl<br />

ich nicht das große Talent zum Singen<br />

hatte. Das ist viel schwieriger, als wenn<br />

man eine sehr gute Sängerin ist. Aber ich<br />

habe insgesamt acht Singles produziert:<br />

»Everybody Salsa«, »Ole la ola«, »Kiss«,<br />

»Love of My Life« und ich habe auch eine<br />

goldene Schallplatte für »Ritmo de la Noche«<br />

bekommen. Das war einfach eine<br />

Zeit, in der ich aus Nichts, also einer dünnen<br />

Stimme, alles gemacht habe; Im<br />

wahrsten Sinne des Wortes. Ich suchte<br />

mir zwei Tänzer und Rapper und die<br />

Bühnenkostüme für mich und meine<br />

Rapper trugen das Label »Immerschön<br />

Design«, sie wurden von mir designt und<br />

hergestellt. Die Plakate für die Auftritte<br />

ließ ich in der gleichen Druckerei machen,<br />

wo meine Visitenkarten herkamen.<br />

Heute würde ich sagen, ich habe meine<br />

Frau gestanden, ich habe abgeliefert. Ich<br />

habe für 19.000 D-Mark ein Taxi gekauft<br />

und umlackiert (anthrazitschwarz).<br />

Ich hatte das Motorola-Handy<br />

am Start, diesen unglaublich großen<br />

und teuren Kasten. Und dann sind wir<br />

in den Osten gefahren. Ich bin wirklich<br />

in jeder einzelnen Stadt aufgetreten<br />

– Schwarzheide, Rostock, Leipzig,<br />

Schwerin und so weiter. Kurz vorher,<br />

1989, war ja der Mauerfall. Die Nachfrage<br />

für westliche Gruppen war groß<br />

und so nutzte ich meine Chance.<br />

Mit über 250 Auftritten in Clubs, fast ausschließlich<br />

im Osten, verdiente ich in den<br />

kommenden zwei Jahren wirklich gutes<br />

Geld. Aber ich arbeitete auch Tag und<br />

Nacht. Jeden Freitag, Samstag und Sonntag<br />

hatten wir einen Auftritt und fuhren mit<br />

unserem Mercedes dorthin, quer durch<br />

den Osten und wieder zurück. Das hat echt<br />

wahnsinnig Spaß gemacht, war aber auch<br />

100 Prozent Disziplin und Arbeit.<br />

Ich habe mir nie eingebildet, eine Sängerin<br />

zu sein, die die große Bühne<br />

rockt. Aber ich wusste, wenn ich durchhalte,<br />

werde ich auf jeden Fall als<br />

Unternehmerin erfolgreich sein und<br />

»Ich musste mein Geld von Anfang<br />

an selbst verdienen, was mich<br />

dann schließlich auch erfolgreich<br />

gemacht hat.«<br />

– Verona Pooth<br />

mein eigenes Geld verdienen. Ich wollte<br />

immer unabhängig sein und mir nie<br />

etwas von jemand sagen lassen müssen.<br />

Meine Mamita sagte immer zu mir:<br />

»Wenn du dein eigenes Geld verdienst,<br />

bist du frei und kannst machen, was du<br />

willst. Wenn du von dem Geld von jemand<br />

anderem lebst, wirst du dein Leben<br />

lang auf diesen Menschen hören,<br />

ihn fragen und bitten müssen.«<br />

Die Medien bezeichnen dein Aussehen oft<br />

als makellos und du hast damit ja auch<br />

dein Geld verdient. Kann das anstrengend<br />

sein, immer makellos sein zu müssen?<br />

Erstmal vielen Dank für das Kompliment!<br />

Aber natürlich empfinde ich mich<br />

selbst absolut nicht als makellos. Wie<br />

heißt es so schön? Nobody’s perfect –<br />

und das ist auch nicht entscheidend. Weder<br />

für die wahre Liebe noch für den<br />

Erfolg. Und es ist auch nicht so, dass<br />

mein Aussehen ausschließlich mit meinem<br />

Erfolg in Verbindung gebracht werden<br />

kann. Sonst würden ja alle erfolgreichen<br />

Menschen in der Medienlandschaft<br />

schön sein, das ist einfach nicht Fakt. Ich<br />

bin sozusagen mit einem gewissen Aussehen<br />

geboren worden. Zugegeben<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

9


Erfolg<br />

– mit 1.000 Tricks. Ich selber bezeichne<br />

mich ja als Miss Trick. Vielleicht wird das<br />

mein neuer Buchtitel. Ich habe mein Aussehen<br />

immer wieder ein kleines bisschen<br />

optimiert und gehalten und so wird es<br />

auch bleiben. Am Anfang meiner Karriere<br />

habe ich schnell erkannt, dass ich<br />

mit meinem Aussehen auch Geld verdienen<br />

kann. Und dass es ein gewisses Kapital<br />

ist, gut auszusehen. Im Laufe der Jahre<br />

ist es natürlich auch mein Begleiter und<br />

mein Image geworden. Aber für einen<br />

langfristigen Erfolg ist das Aussehen nur<br />

sekundär, außer, man entscheidet sich<br />

ausschließlich für die Modelkarriere.<br />

Wenn man sich nicht von Natur aus<br />

selbst für ein gutes Aussehen begeistern<br />

kann und dies ein Teil seiner Erfolgskarriere<br />

ist, dann ist das sicherlich sehr<br />

anstrengend. Ich gebe zu, es erfreut<br />

mich, wenn Menschen zu mir sagen<br />

»Sie sind ja eine schöne Frau« oder »Verona,<br />

du siehst gut aus«. Aber noch<br />

mehr freue ich mich darüber, wenn<br />

man mich auf meine inneren Werte anspricht.<br />

Auf meine langjährige Ehe mit<br />

Franjo – 22 Jahre ohne wechselnden<br />

Partner oder fremdzugehen –, auf<br />

meine gut erzogenen Kinder und darauf,<br />

dass ich es beruflich von ganz unten<br />

nach ganz oben geschafft habe. Ich<br />

muss für mein Aussehen schon einiges<br />

tun, aber es macht mir Spaß und es<br />

macht mich auch ein Stück weit selbstbewusster.<br />

Mich in meiner eigenen<br />

Haut wohl zu fühlen, ist mir wichtig.<br />

Siehst du dich selbst als Unternehmerin<br />

oder Künstlerin?<br />

Ich bin ja schon seit vielen Jahren in der<br />

Künstlersozialkasse. Das bestätigt eigentlich,<br />

dass ich seit über 25 Jahren als Künstlerin<br />

gesehen werde. Am Anfang hat mich<br />

das irritiert, weil ich keine Bilder male,<br />

keine Straßenmusik mache und kein<br />

Theater spiele. Aber ich wurde aufgeklärt,<br />

dass mein Beruf als Moderatorin, Sängerin<br />

und auch als Model zu dieser Zeit eben<br />

auch in diese Rubrik gefallen ist und deswegen<br />

habe ich es ganz offiziell bestätigt<br />

bekommen, dass ich Künstlerin bin.<br />

Als Unternehmerin habe ich schnell gemerkt,<br />

dass ich im höchsten Steuersatz<br />

bin. Ich kann wirklich sagen, dass ich mit<br />

meinem finanziellen Beitrag zu unserem<br />

Land beigetragen habe. Denn ich habe<br />

fast die Hälfte von dem, was ich als One-<br />

Man-Show – heute muss man ja gendern<br />

– als One-Woman-Show verdient habe,<br />

abgeführt. Aber dafür darf ich auch in<br />

diesem Land leben. Ich bin eine Patriotin,<br />

die keinen Krieg und keinen Hunger<br />

kennt und die gepflasterte Straßen hat.<br />

Ich lebe in einem Land, in dem jedes Kind<br />

die Chance hat, zur Schule zu gehen und<br />

zu studieren. Mit anderen Worten: Es ist<br />

ein sehr freies Land und wir Frauen werden<br />

nie eines finden, das gleichberechtigter<br />

als Deutschland ist. Und dafür zahle<br />

ich auch einen hohen Preis und bin nicht<br />

wie viele andere damals nach Monte<br />

Carlo gegangen, um Steuern zu umgehen.<br />

Trotzdem ist der Steuersatz für<br />

Menschen, die sich alles selbst erarbeitet<br />

haben, viel zu hoch.<br />

Ein interessantes Statement. Du sagtest<br />

gerade, dass in Deutschland Gleichberechtigung<br />

herrscht. Trotzdem gibt es ja<br />

immer noch einen Sechs-Prozent-Pay-<br />

Gap. Wie könnten Frauen aus deiner<br />

Sicht zumindest das Gleiche verdienen,<br />

oder sogar mehr?<br />

Einzig und allein ist hierfür die Gesetzgebung<br />

verantwortlich, deshalb müssen wir<br />

uns alle noch mehr politisch engagieren<br />

und einsetzen. Jedes Kind oder jeder Jugendliche<br />

kann hier studieren – egal, welcher<br />

Herkunft, welcher Nationalität, Hautfarbe,<br />

welchen Glaubens oder finanzieller<br />

Situation. Das ist ein Grund warum ich Patriotin<br />

bin und meinem hohen Steuersatz<br />

nur bedingt hinterher weine. Jeder, der sich<br />

in Deutschland aufhält, wird bei einem Unfall<br />

auch ohne Krankenkasse versorgt, es<br />

wird sich um ihn gekümmert. Das können<br />

nur wenige Länder von sich behaupten.<br />

Deutschland ist ein sehr soziales und<br />

emanzipiertes Land und Gleichberechtigung<br />

findet fast schon auf Augenhöhe<br />

statt. Aber wir Frauen sind noch lange<br />

nicht an dem Punkt angekommen, an<br />

dem wir sagen können, es ist alles 100<br />

Prozent gleichberechtigt. Wir haben da<br />

noch so einiges zu tun, aber weltweit gesehen<br />

sind wir da ganz weit vorne.<br />

Hättest du beim Thema Geld trotzdem<br />

einen Tipp auch für Frauen?<br />

10 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Ich möchte da gar nicht zwischen Männern<br />

und Frauen unterscheiden. Ich habe<br />

allgemein gute Tipps, wenn es um Finanzen<br />

geht. Ich lege mein Geld sehr konservativ<br />

an, das ist der entscheidende Gedanke.<br />

Ich habe nicht versucht, immer<br />

aus jedem Euro zwei Euro zu machen,<br />

wenn das bedeutet, dass man sein Geld<br />

auch mit höherem Risiko anlegen muss.<br />

Bei einem hohen Risiko kann es eben<br />

auch mal in die andere Richtung gehen.<br />

Wer sein Geld selbst erarbeitet hat, also<br />

mit Null angefangen hat, der weiß auch,<br />

dass es verdammt schwer ist, Geld zu verdienen,<br />

aber noch schwieriger, zu halten<br />

»Am Anfang<br />

meiner Karriere<br />

habe ich schnell<br />

erkannt, dass<br />

ich mit meinem<br />

Aussehen auch<br />

Geld verdienen<br />

kann.«<br />

– Verona Pooth<br />

gratulieren Ihnen, von Ihnen können<br />

selbst wir noch etwas lernen.« Natürlich<br />

wurde kurz geschmunzelt und gelacht,<br />

aber ich erkannte die weisen Worte. Das<br />

selbst erarbeitete Geld erstmal in Sicherheit<br />

zu bringen, das ist schon schwer genug.<br />

Da gibt es nur: Geld anzulegen oder<br />

Immobilien an begehrten Standorten zu<br />

kaufen, außerdem nicht habgierig zu<br />

werden und nicht auf alles, was einem an<br />

Aktien angeboten wird, anzuspringen.<br />

Natürlich habe ich auch schon mal in<br />

Aktien investiert, aber da war ich mir<br />

ziemlich sicher und habe sie für diesen<br />

Zeitraum täglich im Auge behalten. Und<br />

die Summe, für die ich Aktien gekauft<br />

habe, habe ich so kalkuliert, dass ich damit<br />

leben konnte, wenn es nicht geklappt<br />

hätte. Es waren die Aktien von 11.880<br />

und ich wusste, dass es genau der richtige<br />

Zeitpunkt war, aber ich habe auch nicht<br />

so lange gewartet. Viele, die zur gleichen<br />

Zeit die gleiche Idee hatten, haben einfach<br />

zu lange gewartet. So ist es nun einmal,<br />

man sollte nur eine Summe in Aktien<br />

investieren, die man auch entbehren<br />

kann. Ansonsten wirds sehr schmerzlich.<br />

Es wird oft einfach nur gelockt. Oft heißt<br />

es, wenn du das Geld bei Vollmond auf<br />

einer karibischen Insel anlegst, sie<br />

und auf einen längeren Lebensweg mitzunehmen.<br />

Viele hatten schon mal das große<br />

Geld, aber auch viele haben es wieder verloren.<br />

Konservativ heißt, wenig Risiken<br />

einzugehen. Das ist mein Weg und deshalb<br />

habe ich eigentlich auch noch nie Geld<br />

verloren. Es gibt eine Metapher, die ich mir<br />

mal ausgedacht habe: »Nimm eine Hand<br />

voller Sand und versuche, den Sand von<br />

morgens bis abends festzuhalten. Du wirst<br />

sehen, egal wie du dich bemühst, es bleibt<br />

nur ein kleiner Rest Sand in deiner Hand<br />

zurück.« Genauso ist es mit Geld, wenn du<br />

es nicht konservativ anlegst.<br />

Bilder: Anelia Jeneva<br />

Gratulation.<br />

Danke. Zum Glück konnte ich schon immer<br />

ganz gut mit Geld umgehen, das<br />

habe ich von meiner Mamita gelernt. Am<br />

Anfang war ich viele Jahre bei der Deutschen<br />

Bank, inzwischen bin ich bei der<br />

Volksbank Düsseldorf. Ich erinnere mich<br />

an ein größeres Meeting bei meiner damaligen<br />

Bank. Mir haben zwei Bankvorstände<br />

gratuliert, weil ich die Einzige<br />

war, die in jenem Jahr gar kein Geld verloren<br />

hat, weil ich nie aufs Risiko gegangen<br />

bin. Zitat: »Frau Feldbusch, wir<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

11


Erfolg<br />

dann wieder im Schaltjahr zurück nach<br />

Deutschland holst und wenn man die<br />

Steuer rechtzeitig einreicht und wieder<br />

zurückholt und dann noch behauptet,<br />

man hätte drei Monate davon im Ausland<br />

gelebt und am Ende noch beweist,<br />

dass man das ganze Jahr stilles Wasser<br />

getrunken hat, dann hat man auch<br />

einen Riesengewinn oder einen Steuervorteil.<br />

Das habe ich nie geglaubt. Ich<br />

habe einfach gesagt: »Ihr könnt ja vorschlagen,<br />

was ihr wollt. Es ist auch<br />

schön, dass ihr euch die Zeit nehmt und<br />

mich mal in das Vorstandszimmer mit<br />

Keksen und Pralinen einladet. Trotzdem<br />

lege ich alles wieder erzkonservativ<br />

an.« Man muss bedenken, dass ich<br />

zu diesem Zeitpunkt erst 28 Jahre alt<br />

war. Und langfristig hat sich das so absolut<br />

ausgezahlt.<br />

Gregor Gysi hat bei Johannes B. Kerner<br />

gesagt: »Wenn ich mein Geld anlege,<br />

dann wie Verona Feldbusch.« Das war<br />

ganz groß überall auf den Titelseiten.<br />

Das ist zwar schon länger her, aber ich<br />

empfand es als großes Kompliment.<br />

Schließlich gilt Gregor Gysi als kluger<br />

Kopf. Mein Tipp für Männer und Frauen<br />

ist: konservativ denken, wenn es um<br />

Geld geht, welches man sich insbesondere<br />

selbst erarbeitet hat.<br />

Dass du damals, mit Anfang 20, mit<br />

deiner Musikkarriere wenig überzeugt<br />

ins kalte Wasser gesprungen<br />

bist, klingt nicht sehr konservativ.<br />

Woher kommt dieser Mut, Dinge<br />

einfach zu wagen?<br />

Meine Mamita hat mich so erzogen.<br />

Sie sagte immer zu mir:<br />

»Geht nicht, gibts nicht. Sag erst<br />

mal ja, wenn du etwas Interessantes<br />

gefragt wirst und dann regelst du<br />

schon den Rest, denn manche Dinge<br />

wirst du im Leben nur einmal gefragt.«<br />

Ich wollte mir die Chance nicht entgehen<br />

lassen, in dem legendären »Musikstudio<br />

33« in Hamburg, wo schon Legenden<br />

wie Madonna und Michael<br />

Jackson produzierten, eventuell in einer<br />

Musikgruppe Karriere zu machen. Dass<br />

ich dann hinterher als Solokünstler mit<br />

einer goldenen Schallplatte im Gepäck<br />

so erfolgreich werden würde, war mir<br />

von vornherein auch nicht bewusst. Es<br />

entstand durch Mut, Überzeugung und<br />

extrem viel Disziplin, die ich immer<br />

wieder an den Tag legte, bis meine<br />

Produzenten mir einen vier Jahresvertrag<br />

bei Europas damaliger größten<br />

Plattenfirma »East West« angeboten<br />

haben und ich diesen auch unterzeichnete.<br />

Von meinem damaligen bis<br />

heutigen Verdienst gehen meine Kinder<br />

zur Schule und studieren. Von<br />

dem Geld bekam ich das Haus, in<br />

12 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Bilder: Anelia Jeneva<br />

dem ich lebe, und alles, was ich gekauft<br />

habe. Das verdanke ich der Zeit, in der ich<br />

rund um die Uhr gearbeitet habe. Natürlich<br />

finanzieren Franjo und ich unser Leben<br />

mit den Kindern gemeinsam. Aber<br />

dieses Geld hat auch viel Gutes getan.<br />

Meine Mamita ist seit sieben Jahren an<br />

Demenz erkrankt. Ich wollte mich von<br />

Herzen um sie kümmern und verhindern,<br />

dass sie in so einer Pflegesammelstation<br />

kommt, weil sie durch ihre Krankheit bedingt<br />

nicht zu mir ziehen wollte. Auf einmal<br />

war mein Geld nicht mehr nur für<br />

Urlaub, Luxus, eine neue Tasche oder den<br />

Sportwagen wichtig, sondern auch, um<br />

ihr zu helfen. Es bekam plötzlich eine andere<br />

Bedeutung. Ich konnte meiner Mamita<br />

trotz ihrer schweren Demenzkrankheit<br />

mit meinem Geld sehr viele Jahre ein<br />

schöneres Leben ermöglichen.<br />

Das führt auch zu der Erkenntnis, dass ich<br />

konservativ sein möchte. Beruflich oder<br />

privat bin ich trotzdem schon oft viele Risiken<br />

eingegangen und habe alles auf eine<br />

Karte gesetzt. Ich hatte mit mir selbst im<br />

Alter von 18 Jahren einen Deal ausgehandelt.<br />

Wenn ich kurz vor dem Abitur die<br />

Schule abbreche, stehe ich vor dem Nichts,<br />

also muss ich als Künstlerin erfolgreich<br />

werden – und das war mein Antrieb.<br />

Warst du als Kind auch schon so?<br />

Ja, ich glaube das ist eine Kombination<br />

aus Erbanlagen, Erziehung, Vorbild der<br />

Eltern und natürlich auch, was man aus<br />

seinem eigenen Leben schaffen möchte.<br />

Ich habe bewusst die Schule kurz vor<br />

dem Abitur abgebrochen, weil ich alles<br />

auf eine Karte setzen wollte. Ich wollte<br />

eine Challenge starten, eine Herausforderung<br />

antreten. Ich wollte mit meinem<br />

Talent und mit meinem starken Ehrgeiz<br />

durchstarten. Und ohne einen Plan B<br />

musste ich ja 24/7 alles geben, was in<br />

mir steckte. Da gibt es nur den Blick<br />

nach vorn. Wenn hinter mir etwas gewartet<br />

hätte, das schön und kuschelig<br />

gewesen wäre, hätte ich nie so hart und<br />

viel gearbeitet. Aber ich hatte mir meine<br />

eigene Challenge geschaffen, also habe<br />

ich dann alles gegeben.<br />

Du bist dann ja zum Fernsehen gegangen.<br />

Das klingt wieder nach kaltem Wasser.<br />

Ein bisschen schon, mein Sprung ins kalte<br />

Wasser war natürlich meine erste eigene<br />

TV-Show »Peep!«. Ich erreichte in der<br />

Spitze bis zu zwei Millionen Zuschauer –<br />

unglaublich, während Harald Schmidt zu<br />

dieser Zeit nur 90.000 Zuschauer schaffte.<br />

Harald Schmidt war immer mein großes<br />

Vorbild. Ich liebte seine scharfe Zunge.<br />

Alle hatten Angst, in seine Sendung zu<br />

gehen. Ich war insgesamt sieben Mal dort<br />

und habe vorab nie irgendwelche Fragen<br />

geklärt. So entstand auch das Image »Ist<br />

die Kleene nicht schlau genug oder lässt<br />

sie sich einfach auf die Sendung ein, weil<br />

sie genial und schlagfertig ist?«.<br />

Eine Karriere wächst wie eine Pflanze,<br />

wenn man nicht durch eine Castingshow<br />

bekannt wird. Durch eine Castingshow ist<br />

man von heute auf morgen bekannt, wofür<br />

andere vielleicht zehn bis 15 Jahre<br />

brauchen. Ansonsten fängt eine Karriere,<br />

wenn man kein Vitamin B von zu Hause<br />

mitbekommt, eigentlich bei null an. Das<br />

ist eben wie eine kleine Pflanze, die<br />

wächst ganz klein und grün heraus, kann<br />

dann immer größer und bunter werden,<br />

bis sie Früchte trägt.<br />

Und jetzt habe ich mich entschlossen,<br />

unter die Speaker zu gehen. Ich habe mein<br />

Debüt auf der Hauptbühne beim Greator<br />

Festival gehabt und bin vor 10.000 Menschen<br />

aufgetreten. Ich habe meine erste<br />

Rede mit einer Power-Point-Präsentation<br />

zum Thema »Wie man aus seinen vermeintlichen<br />

Schwächen Stärken macht«<br />

gehalten und musste frei, mit einer rückwärts<br />

laufenden Uhr im Blick, sprechen,<br />

18 Minuten lang. Genau da stand ich vor<br />

meiner Herausforderung (lacht) – aber ich<br />

habe auf dem Gongschlag nach genau 18<br />

Minuten aufgehört, zu sprechen. Das war<br />

eine Challenge für mich. Ich habe im Jahr<br />

<strong>2024</strong> tatsächlich wieder eine neue Tür entdeckt,<br />

durch die ich hindurchgegangen<br />

bin. »Debüt« ist ja auch ein anderes Wort<br />

für »ins kalte Wasser springen«, das empfinde<br />

zumindest ich so.<br />

Hattest du da auch ein bisschen<br />

Gänsehaut?<br />

Ich bin schon sehr selbstbewusst und vor<br />

allen Dingen auch jemand, der genau<br />

weiß, was er zu sagen hat oder sagen will.<br />

Ich habe auch nie etwas bereut, was ich<br />

in einem Interview gesagt habe. Aber zugegeben,<br />

auf 10.000 Menschen zu<br />

»Ich habe bewusst die Schule kurz<br />

vor dem Abitur abgebrochen,<br />

weil ich alles auf eine Karte<br />

setzen wollte.«<br />

– Verona Pooth<br />

Verleger Julien Backhaus mit<br />

Verona Pooth<br />

schauen, die auf dem Greator Festival<br />

sehnsüchtig Richtung Bühne blicken und<br />

gespannt sind, welche Präsentation du<br />

für sie vorbereitet hast, bringt einen<br />

schon in Aufregung. Man ist allein auf<br />

dieser Bühne und soll etwas aus seinem<br />

Leben mit allen teilen, etwas, das das<br />

Publikum ja auch berühren soll, dafür<br />

sind sie schließlich alle gekommen. Ich<br />

war schon sehr aufgeregt und habe meinen<br />

Puls an meiner Hauptschlagader gespürt<br />

(lacht). Aber genau das hat mir<br />

auch so viel Adrenalin gegeben, dass es<br />

mir wiederum riesigen Spaß gemacht<br />

hat. Ich wäre am liebsten kurz darauf mit<br />

einer zweiten Präsentation wieder auf<br />

die Bühne gegangen.<br />

Welches Feedback hast du bekommen?<br />

Etwas, das man mit Geld nicht kaufen<br />

kann. Zweimal Standing ovations – für<br />

ein Debüt nicht schlecht, oder? Das hat<br />

mich ehrlich gesagt sehr berührt. Auch<br />

wenn ich schon sehr viel gemacht habe,<br />

ist man dann dafür dankbar. Natürlich<br />

habe ich es in einem Video festgehalten<br />

und auf meinem Instagram Account gepostet.<br />

Viele haben mir auch geschrieben,<br />

dass ich sie sehr inspiriert hätte. Direkt<br />

hinter der Bühne, beim Ausgang haben<br />

drei Mädels auf mich gewartet und ganz<br />

süß gebeichtet, sie seien selbst die typischen<br />

»Ja-Sagerinnen«, die immer das<br />

tun, was andere von ihnen verlangen und<br />

würden nur selten widersprechen, und<br />

dass sie sich mehr Selbstbewusstsein<br />

wünschen. Sie sagten mir, dass sie das aus<br />

meiner Rede mitgenommen hätten. Das<br />

war ein sehr schönes Kompliment.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

13


Erfolg<br />

Du bist als Werbe-Ikone extrem erfolgreich<br />

geworden – eigentlich warst du<br />

Deutschlands erste Influencerin, noch bevor<br />

es Facebook gab. Wie beurteilst du die<br />

Arbeitsmoral der jungen Leute von heute?<br />

Ganz nach dem Motto »Work hard, play<br />

harder« – die junge Generation von heute<br />

möchte einfach wenig arbeiten und viel<br />

verdienen. Aber das Spiel geht nicht auf.<br />

Noch nie hat jemand viel verdient, wenn<br />

er wenig arbeitet. Die meisten Influencer<br />

weltweit vermitteln Bilder von erfolgreichen<br />

Karrieren, die so einfach nicht stimmen.<br />

Sie posten eine Villa, sie posten<br />

einen Karibikurlaub, sie posten einen<br />

Sportwagen, sie posten Markenkleidung.<br />

Und die junge Generation glaubt das alles.<br />

Aber es sind vielleicht zwei Prozent<br />

von all denen, die dieses Leben so leben.<br />

Aktuell finde ich auch ganz erschreckend,<br />

wie Onlyfans gefeiert wird. Dort wird gerade<br />

den jungen Mädchen suggeriert, dass<br />

man durch OnlyFans im Nu Millionärin<br />

wird. Was davon nun der Wahrheit entspricht<br />

oder nicht, kann ich natürlich<br />

nicht zu 100 Prozent beurteilen. Aber das<br />

kann nicht wirklich der Weg zum Erfolg<br />

sein. Ich glaube, dass die meisten im<br />

Nachhinein auf der Strecke bleiben und<br />

den Auftritt bei OnlyFans bereuen werden,<br />

spätestens wenn sie Kinder kriegen<br />

und heiraten wollen. Aber das Netz vergisst<br />

nichts. Wenn sich bei uns in der<br />

Firma neue Leute als Mitarbeiter vorstellen,<br />

wollen alle am liebsten eine Vier-<br />

Tage-Woche, Work-Life-Balance ist ihre<br />

Antwort. Gerne wollen sie mehr über das<br />

Leben philosophieren, ihren Nebenjob auf<br />

Instagram nicht vernachlässigen und zwei<br />

Tage Homeoffice sind ein Muss. Allerdings<br />

können sie mittwochs erst um zwölf<br />

kommen, weil sie zwei Katzen haben und<br />

diese füttern müssen. Ärgerlicherweise<br />

haben sie auch schon ihren Urlaub gebucht,<br />

14 Tage versteht sich, und möchten<br />

aber schon das ganze Monatsgehalt einstreichen.<br />

So kann doch keiner erfolgreich<br />

werden. Griechenland hat eine Wirtschaftskrise<br />

und die Leute haben sich jetzt<br />

mit der Regierung zusammengetan und<br />

wollen jetzt eine Sechs-Tage-Woche einführen<br />

– und wir diskutieren gerade darüber<br />

eine 4-Tage-Woche einzuführen.<br />

Und das bei unserer wirtschaftlichen Lage,<br />

undenkbar. Unsere Jugend hat meiner<br />

Meinung nach keine Orientierung und<br />

Vorbilder mehr. Und jetzt frage ich mich,<br />

was wird aus unseren Kindeskindern?<br />

Du bist ein sehr disziplinierter und<br />

fleißiger Mensch. Gab es auch mal Situationen<br />

in deiner Karriere, wo Leute davon<br />

überrascht waren, weil sie dich anders<br />

eingeschätzt haben?<br />

Es gab sicherlich eine Zeit, in der ich ganz<br />

Deutschland mit meiner Karriere<br />

überrascht habe – als aus der kleinen Miss<br />

Hamburg die deutsche Werbeikone<br />

wurde. Ich habe die Unterschätzung damals<br />

geliebt. Meine Karriere dauert inzwischen<br />

schon mehr als 25 Jahre an,<br />

deswegen muss man bei mir von Lebensabschnitten<br />

sprechen. Plötzlich war ich<br />

da, ich moderierte meine eigene Show,<br />

hatte zeitgleich noch die Late Night Show<br />

»Veronas Welt« auf RTL und unterschrieb<br />

einen Werbevertrag nach dem anderen.<br />

Ich spielte in diversen Filmen mit, erinnere<br />

mich an die vielen Schönheitstitel,<br />

und dass ich auch als Sängerin erfolgreich<br />

war. Gleichzeitig hatte man überhaupt<br />

nicht verstanden, wie Verona Feldbusch<br />

ins Fernsehen gekommen war und warum<br />

und wieso die eigentlich so schlagfertig<br />

ist. So entstanden viele Geschichten<br />

und ein Dummchen-Image. Später folgte<br />

das Image, ich sei raffiniert, clever, eine<br />

fleißige und tüchtige Geschäftsfrau.<br />

Heute bin ich ja für die meisten tatsächlich<br />

auch erwachsen geworden und eine<br />

gestandene erfolgreiche Unternehmerin.<br />

Das kann heute auch keiner mehr abstreiten,<br />

weder ein Journalist, noch jemand<br />

privates. Das Dummchen-Image hat mir<br />

auch Spaß gemacht, ich habe damit gerne<br />

kokettiert und ich verdanke diesem Image<br />

sehr spannende Situationen und Geschichten,<br />

und natürlich auch einen Teil<br />

meines Erfolges. Ganz am Anfang war es<br />

natürlich oft so, dass ich unterschätzt<br />

wurde. Heute ist es so, dass die Leute<br />

schon viel über mich wissen und mich<br />

ganz anders sehen als früher. Aber ich<br />

habe all diese Zeitabschnitte voll genossen<br />

und mit dem Image auch gespielt, anstatt<br />

dagegen anzukämpfen.<br />

Glaubst du, dass manche Menschen<br />

nicht so richtig weiterkommen, weil sie<br />

sich zu wichtig nehmen?<br />

Ich denke schon, dass sich ein Teil der<br />

Menschen zu wichtig nimmt, ein weiterer<br />

Teil sich maßlos überschätzt und ein anderer<br />

Teil sich auch mal ganz gern unterschätzt.<br />

Es gibt viele Gründe, warum<br />

Menschen nicht erfolgreich werden. Es<br />

gibt tolle erfolgreiche, intelligente Leute,<br />

die einfach keinen Fuß in die Erfolgstür<br />

kriegen, während sich Dummschwätzer<br />

meist alles zutrauen. Aber der langfristige<br />

und qualitative Erfolg bleibt aus. Die Aufmerksamkeit<br />

kann man auch schnell mit<br />

einem transparenten Kleid auf dem roten<br />

Teppich bekommen. Plötzlich bekommt<br />

man einen neuen Titel »Die nackte Prinzessin«<br />

und ist in jeder Talkshow zu sehen.<br />

Das ist die primitivste Art, einen<br />

kleinen Erfolg anzustreben. Aber es ist<br />

wie mit der Lüge. Die hält nur für eine<br />

kurze Zeit, während die Wahrheit für die<br />

»Das Dummchen-Image hat<br />

mir auch Spaß gemacht […].«<br />

– Verona Pooth<br />

Ewigkeit ist. Aber was kommt danach?<br />

Manche Leute verwechseln Erfolg mit<br />

»um jeden Preis aufzufallen«. Diese Art<br />

des Auffallens ist wirklich nicht schwierig,<br />

aber damit macht man ja keine langfristige<br />

Karriere. Damit hat man keinen Beruf<br />

oder einen Job, der einen Respekt,<br />

Anerkennung oder Geld einbringt.<br />

Welche spannenden neuen Projekte stehen<br />

bei dir an, und worauf freust du dich<br />

aktuell am meisten?<br />

Ganz aktuell freue ich mich über meinen<br />

neuen Zwei-Jahres-Werbevertrag mit<br />

GLDN Görtz Lifestyle Day to Night. Hier<br />

werde ich tatsächlich wieder als Modedesignerin<br />

tätig. Das fühlt sich ein bisschen<br />

so an, als wäre ich wieder zurück in<br />

den Startschuhen meiner Karriere – im<br />

wahrsten Sinne des Wortes (lacht). Aber<br />

das Beste kommt noch: In den nächsten<br />

Monaten werde ich auch eine eigene<br />

Capsule Collection entwerfen. Mit dem<br />

Mix & Match-Konzept von GLDN by<br />

Görtz kannst du deine Outfits flexibel zusammenstellen<br />

– von sportlich-lässigen<br />

Looks für den Tag bis hin zu eleganten<br />

Kombinationen für den Abend, inklusive<br />

perfekt abgestimmter Schuhe. Für jeden<br />

Anlass, jede Stimmung und jede Tageszeit<br />

– in limitierten Stückzahlen, damit<br />

jedes Outfit etwas Besonderes bleibt. Da<br />

schlägt mein Herz natürlich höher; Also,<br />

quasi Verona-leicht gemacht. Ich finde,<br />

Mode muss in erster Linie Spaß machen<br />

und Selbstbewusstsein verleihen. Man<br />

muss sich in seinem Spiegelbild wohl<br />

fühlen, das strahlt man dann auch auf<br />

andere aus. Und genau das wird sich in<br />

meinen Designs widerspiegeln.<br />

Du hast seit drei Jahren einen Kosmetik<br />

Deal als Werbe-Ikone – und zwar bei<br />

deinem Mann der CEO und Gründer<br />

der Kosmetik-Firma PHC ist – in einer<br />

14 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Haifisch-Branche. Wie geht das da so<br />

zu? Und wie ist es, mit seinem Ehemann<br />

Tag und Nacht zusammenzuarbeiten?<br />

Von Tag und Nacht kann nicht die Rede<br />

sein, wir haben ein bis zwei Mal pro Woche<br />

unsere Meetings und natürlich die<br />

Fotoproduktionen im Studio. Dazu kommen<br />

meine regelmäßigen Besuche mit<br />

dem Wissenschaftler Dr. Marc Schneider<br />

im Labor. Pacific Healthcare, kurz PHC,<br />

ist ein Start-up mit über 250.000 wiederkaufenden<br />

Kunden nach erst dreieinhalb<br />

Jahren und einem Sortiment von über 50<br />

Produkten. Franjo hat mich natürlich<br />

sehr schnell für sich gewonnen, obwohl<br />

ich ihn wegen der Konkurrenz und der<br />

Vielfalt gerade auf dem Kosmetikmarkt<br />

für verrückt erklärt habe. Er bot mir<br />

einen lukrativen Zwei-Jahres-Vertrag als<br />

Testimonial an, der übrigens gerade um<br />

ein Jahr verlängert wurde. Da musste ich<br />

natürlich erstmal schmunzeln, weil er ja<br />

mein Mann ist und wir seit 22 Jahren<br />

glücklich verheiratet sind. Aber Franjo<br />

meinte es ernst, weil er weiß, dass ich ein<br />

wahrer Creme-Freak bin. Mein ganzes<br />

Badezimmer besteht aus hochwertigen<br />

Cremes. Und er meint, dass ich mit<br />

meinem schönen Hautbild insbesondere<br />

viele Frauen überzeugen kann. Und da<br />

habe ich natürlich zugeschlagen und gesagt:<br />

»So, jetzt bist du zum ersten Mal<br />

mein Chef. Zumindest bei PHC.« (lacht)<br />

Seit dem Moment bin ich voll in meinem<br />

Element »Beauty« eingetaucht und bringe<br />

gerne meine langjährigen Erfahrungen<br />

mit ein, zum Beispiel, dass wir bestimmte<br />

Cremes, Inhaltsstoffe, sowie einen Lichtschutzfaktor<br />

benötigen. Ich bin also komplett<br />

in der Entwicklung involviert. Aktuell<br />

formulieren wir weitere Anti-<br />

Aging-Anwendungen, vor allem präventive<br />

Produkte sind ein großes Thema,<br />

zum Beispiel hochwirksame Konzentrate<br />

die individuell in die Tagesroutine integriert<br />

werden können. Auch da bin ich<br />

komplett im Thema, es macht mir auch<br />

wahnsinnig viel Spaß meine langjährigen<br />

Erfahrungen weiterzugeben.<br />

Dein erfolgreiches Leben bestand aus vielen<br />

Kapiteln und jedes hatte so eine Überschrift.<br />

Welche Überschrift folgt jetzt?<br />

Zum Glück gab es in meinem Leben<br />

viele erfolgreiche Kapitel. Wie der<br />

Titel meiner Autobiographie<br />

(Spiegel-Bestseller) »Nimm<br />

dir alles. Gib viel« schon sagt,<br />

habe ich mir immer alles genommen,<br />

jede Chance, jede<br />

Möglichkeit um erfolgreich<br />

zu werden, ich habe aber<br />

auch viel gegeben. Worauf ich<br />

ganz besonders stolz bin? Ich<br />

habe ein eigenes SOS-Kinderdorf<br />

in Bolivien<br />

aufgebaut und es trägt sogar meinen<br />

Namen »Veronas Casitas« zu Deutsch:<br />

»Veronas Häuschen«. Ich habe damals<br />

im ersten Jahr mehr als eine Millionen<br />

Euro an Spenden für das SOS-Kinderdorf<br />

gesammelt. Einen großen Teil habe<br />

ich nachweislich von meiner eigenen<br />

Gage gespendet. Inzwischen habe ich<br />

weitere Millionen Euro als One Man –<br />

ich meine natürlich als One Woman<br />

Show – für die SOS-Kinderdörfer gesammelt.<br />

Den Titel »Spenden-Millionärin«,<br />

den ich mal in den Medien über<br />

mich selber lesen durfte, bleibt mir bis<br />

heute extrem in Erinnerung – und es<br />

gab viele Titel über mich. Stern TV hat<br />

mich damals auf meiner Reise nach Bolivien<br />

begleitet. 112 Waisenkinder leben<br />

jetzt in dem SOS-Kinderdorf und haben<br />

ein neues Zuhause gefunden.<br />

Meine Autobiografie beschreibt mein<br />

Leben. Mit 19 bin ich als Sängerin in<br />

Hamburg entdeckt worden. Und in dieser<br />

Zeit habe ich das Kapitel »Niemals<br />

zweifeln, machen! Musikkarriere To<br />

Go« durchlebt. Ich habe mich einfach<br />

auf den Weg gemacht, erfolgreich zu<br />

werden. Und so sind meine Kapitel<br />

nach und nach entstanden. So ging es<br />

von Kapitel zu Kapitel immer weiter.<br />

Und als ich die Autobiografie geschrieben<br />

habe, habe ich den Kapiteln im<br />

Nachhinein Überschriften gegeben.<br />

Wie »Die Mutter aller Influencer – so<br />

geht Werbeikone« oder »Das famose<br />

Dummchen-Image. Dumm herum sind<br />

alle schlau«. Mein aktuelles Kapitel<br />

würde ich »Die bekannte Konstante«<br />

nennen, darüber muss man mal kurz<br />

nachdenken, aber das trifft glaube ich<br />

zu 100 Prozent auf mich zu.<br />

Bild: Anelia Jeneva<br />

Verona Pooth ist Unternehmerin, Moderatorin, Werbeikone<br />

und angehende Speakerin. Sie startete als Modedesignerin<br />

und wurde 1990 mit »Ritmo de la Roche« bekannt,<br />

für den Song erhielt sie eine Goldene Schallplatte.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

15


Wissen<br />

Kamala<br />

Harris<br />

Der Trumpf der<br />

Demokraten?<br />

Kamala Harris, geboren am 20.<br />

Oktober 1964 in Oakland,<br />

Kalifornien, ist die amtierende<br />

Vizepräsidentin der<br />

Vereinigten Staaten. Sie steht<br />

seit einigen Wochen im Mittelpunkt des<br />

medialen Interesses, nachdem sie überraschend<br />

statt Joe Biden als Präsidentschaftskandidatin<br />

von der Demokratischen<br />

Fraktion ernannt wurde. Sie hat es<br />

geschafft, sich als eine der einflussreichsten<br />

Frauen in der US-Politik zu etablieren<br />

und symbolisiert für viele den Fortschritt<br />

und die Diversität, die die Demokratische<br />

Partei zu repräsentieren versucht. Doch<br />

die Frage bleibt: Ist Kamala Harris tatsächlich<br />

der Trumpf der Demokraten, insbesondere<br />

im Hinblick auf die zukünftige<br />

Wahl und darüber hinaus? Wir werfen<br />

einen kleinen Blick auf Harris und ihre<br />

Chancen gegen Donald Trump im Wahlkampf<br />

um die Präsidentschaft.<br />

Die politische Laufbahn von Kamala Harris<br />

Kamala Devi Harris begann ihre Karriere<br />

als Staatsanwältin in Kalifornien,<br />

bevor sie 2011 zur Attorney General des<br />

Bundesstaates aufstieg. Sie entstammte<br />

einer wissenschaftlich geprägten Familie,<br />

deren Eltern der Familie Brustkrebsforscherin<br />

und Wirtschaftswissenschaftler<br />

waren. Sie studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaften<br />

bis zum Bachelor;<br />

Danach eben ein rechtswissenschaftliches<br />

Studium in Kalifornien.<br />

Ihr Erfolg als oberste Anklägerin Kaliforniens<br />

ebnete ihr den Weg in den US-Senat,<br />

in dem sie 2017 ihr Mandat antrat. Dort<br />

machte sie sich durch ihre scharfen und<br />

intelligenten Fragen während der Anhörungen<br />

schnell einen Namen, insbesondere<br />

in Bezug auf die Trump-Administration.<br />

Ihre harte Linie in Bezug auf Justizreformen<br />

und ihre Unterstützung progressiver<br />

Themen wie Klimaschutz, Gleichstellung<br />

und Gesundheitsreform festigten ihren Ruf<br />

als eine der führenden Figuren innerhalb<br />

der Demokratischen Partei. Es gibt wohl<br />

keine besser informierte Gegnerin für Donald<br />

Trump im Wahlkampf.<br />

Kamala Harris als Vizepräsidentin<br />

Kamala Harris’ Wahl zur Vizepräsidentin<br />

ist in der Tat von historischer Bedeutung<br />

und spiegelt den gesellschaftlichen<br />

Kamala Harris’ Wahl zur Vizepräsidentin ist in der<br />

Tat von historischer Bedeutung und spiegelt den<br />

gesellschaftlichen Wandel in den USA wider.<br />

Wandel in den USA wider. Ihre Nominierung<br />

durch Joe Biden war eine strategische<br />

Entscheidung, um die wachsende<br />

Diversität des Landes und die Bedürfnisse<br />

unterschiedlicher Wählergruppen<br />

anzusprechen. Als Tochter einer indischen<br />

Mutter und eines jamaikanischen<br />

Vaters verkörpert Harris die Vielfalt der<br />

amerikanischen Bevölkerung.<br />

Ihre Rolle als erste weibliche Vizepräsidentin<br />

sowie als erste Afroamerikanerin<br />

und Person mit südasiatischen Wurzeln<br />

in diesem Amt hat weltweit Aufmerksamkeit<br />

erregt und dient als Symbol für den<br />

Fortschritt in Bezug auf Gleichberechtigung<br />

und Inklusion. Harris hat mit ihrer<br />

politisch-medialen Präsenz nicht nur<br />

Frauen, sondern auch viele Minderheiten<br />

mobilisiert und den Weg für zukünftige<br />

Generationen von Politikerinnen und<br />

Politikern geebnet, die ebenfalls aus<br />

unterrepräsentierten Gruppen stammen.<br />

Harris’ Einfluss auf die Innenpolitik<br />

Als Vizepräsidentin war Kamala Harris<br />

stark in Bidens Innenpolitik involviert, insbesondere<br />

in Fragen wie der Bekämpfung<br />

von Covid-19, der Wirtschaftspolitik und<br />

der Wahlrechtsreform. Ein markantes Beispiel<br />

ist ihre federführende Rolle bei der<br />

Koordination der Bemühungen zur Impfstoffverteilung<br />

während der Pandemie, was<br />

ihr Anerkennung einbrachte. Zudem setzt<br />

sich Harris stark für Justizreformen und<br />

16 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Wissen<br />

den Kampf gegen systemischen Rassismus<br />

ein. Diese Themen, die insbesondere<br />

bei den progressiven Flügeln der<br />

Demokratischen Partei von Bedeutung<br />

sind, tragen maßgeblich zu ihrer Profilschärfung<br />

bei. Harris signalisiert den<br />

frischen Wind in den verstaubten Katakomben<br />

der amerikanischen Republik.<br />

Donald Trump und Kamala Harris bei der<br />

ABC-News-Präsidentschaftsdebatte.<br />

Bilder: IMAGO / ZUMA Press Wire (Josh Brown) / ZUMA Press Wire (Michael Le Brecht) / ZUMA Press Wire (Daniel De Slover), Doris Mike<br />

Kamala Harris – Die Spaltung innerhalb<br />

der Demokraten<br />

Trotz ihres beeindruckenden Werdegangs<br />

gibt es innerhalb der Demokratischen<br />

Partei auch Stimmen, die Kamala Harris<br />

kritisch gegenüberstehen. Vor allem der<br />

progressive Flügel der Partei wirft ihr vor,<br />

in ihrer Zeit als Staatsanwältin und Attorney<br />

General in Kalifornien nicht ausreichend<br />

gegen Polizeigewalt und das Gefängnissystem<br />

vorgegangen zu sein. Diese<br />

Kritikpunkte könnten sich für Harris als<br />

Boomerang erweisen, sollte Trump sich<br />

im Wahlkampf darauf einschießen.<br />

Die Zentristen in der Demokratischen<br />

Partei hingegen sehen in Harris eine<br />

starke Kandidatin, die die notwendige Erfahrung<br />

und das politische Geschick mitbringt,<br />

um die Partei in die Zukunft zu<br />

führen. Sie argumentieren, dass Harris<br />

die ideale Brücke zwischen den verschiedenen<br />

Flügeln der Partei darstellt und<br />

somit in der Lage ist, breite Wählerschichten<br />

zu vereinen. Und schließlich geht es<br />

bei Wahlen schlussendlich darum, möglichst<br />

viele Wähler zu mobilisieren.<br />

Umfragewerte und Gegenwind in der Partei<br />

Trotz all ihrer Erfolge steht Kamala Harris<br />

auch vor erheblichen Herausforderungen.<br />

Ihre Umfragewerte sind gemischt,<br />

und einige Kritiker werfen ihr<br />

vor, sich in entscheidenden Momenten<br />

Harris’ Fähigkeit, diese<br />

innerparteilichen Spannungen<br />

zu managen,<br />

wird entscheidend für<br />

ihren Erfolg sein.<br />

zu sehr zurückzuhalten oder nicht genug<br />

Führung zu zeigen. Zudem muss sie sich<br />

weiterhin gegen konservative Angriffe<br />

verteidigen, die versuchen, sie als radikale<br />

Linke darzustellen – ein Vorwurf,<br />

der oft bei prominenten Frauen und Minderheiten<br />

in der Politik erhoben wird.<br />

Harris muss zudem die Balance finden,<br />

um sowohl den progressiven Flügel der<br />

Demokratischen Partei als auch die moderaten<br />

Wähler zu erreichen. Es ist eine<br />

heikle Gratwanderung, die entscheidend<br />

für ihren politischen Erfolg in den kommenden<br />

Jahren sein könnte.<br />

Kamala Harris und die Zukunft<br />

der Demokraten<br />

Kamala Harris’ Präsidentschaftskandidatur<br />

stellt einen entscheidenden Moment für<br />

die Demokratische Partei dar. Als erfahrene<br />

Politikerin, die bereits als Vizepräsidentin<br />

historische Barrieren durchbrochen<br />

hat, steht sie vor der Herausforderung,<br />

nicht nur Donald Trump zu besiegen, sondern<br />

auch die vielfältigen Erwartungen<br />

innerhalb ihrer Partei zu erfüllen.<br />

Die Demokraten sind derzeit tief gespalten<br />

zwischen progressiven und moderaten<br />

Kräften. Harris’ Fähigkeit, diese innerparteilichen<br />

Spannungen zu managen, wird<br />

entscheidend für ihren Erfolg sein. Sie<br />

muss sowohl die progressiven Wähler, die<br />

umfassende Reformen in Bereichen wie<br />

Klima, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit<br />

fordern, als auch die moderateren<br />

Wähler, die mehr Stabilität und Kontinuität<br />

bevorzugen, hinter sich vereinen.<br />

Ob Harris die Brückenbauerin einer<br />

zersplitterten Demokratischen Partei<br />

ist, werden spätestens die Wahlen in<br />

den USA zeigen. Deren Ausgang wird<br />

wohl maßgeblich über die Zukunft der<br />

Weltpolitik entscheiden.<br />

Der Autor<br />

Michael Jagersbacher ist Erwachsenenbildner<br />

und Philosoph. Zudem<br />

arbeitet er als Kommunikationstrainer,<br />

Unternehmer, Buchautor und Blogger.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

17


Erfolg<br />

Raab<br />

zurück<br />

im Ring!<br />

Das sagt Rhetorik-Experte Michael Ehlers zum Comeback<br />

Wok WM, Maschen-<br />

Draht-Zaun und natürlich<br />

TV total –<br />

kaum jemand hat die<br />

deutsche Medienwelt<br />

so geprägt wie Stefan Raab. Der gelernte<br />

Metzger aus Köln verhalf Lena<br />

Meyer-Landrut beim Eurovision Song<br />

Contest zum Sieg und stürmte auch<br />

selbst mehrmals die Charts – das Fernsehen<br />

hat er ohnehin revolutioniert. Bis<br />

er im Jahr 2015 seinen Rücktritt aus<br />

dem Show Business verkündete; vorerst<br />

jedenfalls. Denn nun ist dem Entertainer<br />

der Fokus der Aufmerksamkeit<br />

wieder gewiss: In einem spektakulären<br />

Boxkampf musste er sich zwar erneut<br />

gegen die ehemalige Weltmeisterin Regina<br />

Halmich geschlagen geben, beherrschte<br />

allerdings danach noch tagelang<br />

die Schlagzeilen. Doch ist jede<br />

Publicity auch gute Publicity? Das haben<br />

wir den bekannten Kommunikations-<br />

und Managementtrainer Michael<br />

Ehlers gefragt. Wie er den Medienrummel<br />

um den gestandenen Showmaster<br />

einordnet und ob er denkt, dass Stefan<br />

Raab langfristig an seine früheren Erfolge<br />

anknüpfen kann, hat uns der PR-<br />

Experte im Interview erzählt.<br />

Herr Ehlers, Stefan Raab ist zurück!<br />

Aber was fasziniert Deutschland eigentlich<br />

so an seiner Rückkehr?<br />

Stefan Raab erinnert viele Menschen an<br />

die Zeit um die Jahrtausendwende, als er<br />

mit seiner anarchischen Art und seinen<br />

innovativen Shows das deutsche Fernsehen<br />

revolutionierte. Für viele seiner älter<br />

»Zusammengefasst ist es die<br />

Mischung aus Nostalgie, dem<br />

Wunsch, an alte Zeiten anzuknüpfen<br />

und die Hoffnung auf unterhaltsame<br />

Ablenkung in Krisenzeiten,<br />

die zumindest die Medienwelt<br />

Deutschlands so an Stefan Raabs<br />

Rückkehr fasziniert.«<br />

– Michael Ehlers<br />

gewordenen Fans weckte die Ankündigung<br />

Erinnerungen an bessere Zeiten, an<br />

ihre eigene Jugend und an damals sehr<br />

kreative und innovative Unterhaltungskonzepte,<br />

die aber dennoch, vor allem<br />

nachdem er seine Anfänge bei VIVA<br />

hinter sich ließ, immer mit dem Topos<br />

der großen Samstagabendshow geflirtet<br />

haben. Raab war auf mehreren Ebenen<br />

ein zwar rücksichtsloser Erneuerer, aber<br />

nie ein Zerstörer des virtuellen Lagerfeuers,<br />

um das sich Familie und Freunde<br />

früher versammelt haben. Er hat das Sujet<br />

der großen Show geliebt und es aus<br />

dem Dunst der Spießigkeit geholt –<br />

Fernsehen ohne schlechtes Gewissen<br />

sozusagen! Vielleicht wünschen die<br />

Menschen sich das auch heute. In bewegten<br />

Zeiten, wie wir sie derzeit erleben,<br />

sehnen sich Menschen geradezu<br />

nach vertrauten Figuren, die ihnen ein<br />

Gefühl von Stabilität geben. Zusammengefasst<br />

ist es die Mischung aus Nostalgie,<br />

dem Wunsch, an alte Zeiten anzuknüpfen<br />

und die Hoffnung auf unterhaltsame<br />

Ablenkung in Krisenzeiten, die zumindest<br />

die Medienwelt Deutschlands so an<br />

Stefan Raabs Rückkehr fasziniert.<br />

Wie bewerten Sie als Kommunikationsprofi<br />

die Comeback-Ankündigung? Wie<br />

gelungen waren sowohl die PR vorab als<br />

auch die Pressekonferenz?<br />

18 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Stefan Raab gegen Regina Halmich beim »CLARK FINAL FIGHT«.<br />

»Im Boxen gibt es das alte Gesetz<br />

›They never come back‹.<br />

Allerdings gelang Muhammad<br />

Ali dieses Kunststück dann doch<br />

gleich zweimal. Falls Raab<br />

tatsächlich ein großes Comeback<br />

hinlegt, wäre er wahrlich der<br />

größte deutsche TV-Entertainer.«<br />

– Michael Ehlers<br />

Bilder: Raab Entertainment / Willi Weber, RTL / Raab Entertainment / Julia Feldhagen, Institut Michael Ehlers GmbH<br />

Stefan Raab bei seiner neuen RTL+-Sendung »Du gewinnst hier nicht die Million«.<br />

Beides waren große Inszenierungen und<br />

vor allem die Pressekonferenz eine eigene,<br />

vielleicht ein bisschen zu langatmige<br />

Show. Aber das Ankündigungsvideo und<br />

der Boxkampf – den ich ebenfalls als PR-<br />

Vehikel einordnen würde – sowie eben<br />

die anschließende Pressekonferenz haben<br />

genau das getan, was man von diesen PR-<br />

Instrumenten erwartet: Sie haben für<br />

hohe Medienaufmerksamkeit und hohe<br />

Erwartungen bei seinen alten Fans gesorgt.<br />

Dass er seine eigene Rückkehr mit<br />

der Marke von neun Millionen Followern<br />

verband, diese Marke nicht erreichte und<br />

natürlich trotzdem und trotz der dritten<br />

Niederlage gegen die unverwüstliche Regina<br />

Halmich munter sein Ding durchzog,<br />

fand ich besonders lustig. Solche<br />

Details sind doch Stefan Raab egal. Ist<br />

doch alles nur Spaß.<br />

Passen Raabs Humor und sein Showkonzept<br />

eigentlich noch in diese Zeit –<br />

und wird er damit auch im Stream<br />

begeistern?<br />

Die Frage ist in meinen Augen eher, ob das<br />

Streaming-Publikum überhaupt noch<br />

weiß, wer beispielsweise die Amigos oder<br />

– ich entschuldige mich bei allen Fans –<br />

Peter Maffay oder Florian Silbereisen sind,<br />

auf deren Kosten er ein paar Witzchen losließ,<br />

die mich – das muss ich zugeben –<br />

teilweise zu heftigen Schmunzeln gebracht<br />

haben. Ich bin aber auch über 50!<br />

Die andere Frage ist die, ob Menschen,<br />

die noch die Amigos vor Augen haben,<br />

plötzlich wegen Stefan Raab anfangen,<br />

RTL+ zu streamen oder gar zusätzlich zu<br />

buchen. Ich befürchte, dass die Schnittmenge<br />

nicht sonderlich groß ist.<br />

Auf der anderen Seite: Ein bisschen<br />

spät-pubertärer Humor, der bewusst auf<br />

sensible Sprache verzichtet und das<br />

Ganze mit ein paar Anspielungen aufs<br />

Michael Ehlers gilt als Deutschlands<br />

bekanntester Rhetoriktrainer. Darüber<br />

hinaus ist er Bestseller-Autor und seit<br />

über 20 Jahren als Top-Speaker gefragt.<br />

Untenrum – also: »Haha… er hat Sack<br />

gesagt!« – vermischt, kommt sicher immer<br />

noch ganz gut an. Bemerkenswert,<br />

beziehungsweise wohltuend aus der<br />

Zeit gefallen ist allerdings, dass Raab<br />

auf jegliche Politik verzichtet. Er will<br />

nichts als unterhalten!<br />

Was meinen Sie: Wird Raab insgesamt<br />

an seinen Erfolg der 90er und 2000er-<br />

Jahre anknüpfen können?<br />

Im Boxen gibt es das alte Gesetz »They<br />

never come back«. Allerdings gelang<br />

Muhammad Ali dieses Kunststück dann<br />

doch gleich zweimal. Falls Raab tatsächlich<br />

ein großes Comeback hinlegt, wäre<br />

er wahrlich der größte deutsche TV-Entertainer.<br />

Ich glaube aber nicht daran.<br />

Die erste Sendung von »Du gewinnst<br />

hier nicht die Million bei Stefan Raab«<br />

wurde in den ersten fünf Tagen zwar<br />

über 1,5 Millionen Mal auf RTL+ gestreamt,<br />

aber Raab recycelte in seiner Show<br />

nur sich selbst. Ich kann mir nicht vorstellen,<br />

dass das für einen neuen Hype<br />

reicht, wenn der erste warme Schauer<br />

der Nostalgie verklungen ist. AS<br />

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19


Einstellung<br />

Elon Musk<br />

will auf den Mars<br />

Nie hat sich ein Mensch ein größeres Ziel gesetzt<br />

EIN GASTBEITRAG VON DR. DR. RAINER ZITELMANN<br />

20<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Einstellung<br />

In meinem Buch »Setze dir größere<br />

Ziele« schreibe ich über Menschen,<br />

die sich ungewöhnlich große Ziele<br />

gesetzt haben. Menschen wie Bill<br />

Gates, Steve Jobs, Warren Buffett,<br />

Arnold Schwarzenegger, Sam Walton oder<br />

Richard Branson. Aber niemals in der<br />

Menschheitsgeschichte hat sich jemand<br />

ein so großes Ziel gesetzt wie Elon Musk.<br />

Er will aus der Menschheit eine multiplanetare<br />

Spezies machen.<br />

Nachdem er mit dem Verkauf von PayPal<br />

einen Haufen Geld gemacht hatte, traf er<br />

sich in Las Vegas mit ehemaligen Mitarbeitern.<br />

Während die sich im Pool vergnügten,<br />

saß er da und las in einem zerfledderten<br />

Handbuch über Raketentechnik. Als<br />

ihn einer fragte, was er denn jetzt so für die<br />

Zukunft plane, meinte er: »Ich will den<br />

Mars besiedeln. Meine Lebensaufgabe ist<br />

es, aus der Menschheit eine multiplanetare<br />

Zivilisation zu machen.« Die Reaktion seines<br />

Ex-Kollegen war wenig überraschend:<br />

»Alter, du bist völlig Banane.«<br />

Es geht um das Überleben der Menschheit<br />

Musk begann sich mit dem Thema Mars<br />

zu beschäftigen, weil er die Risiken für<br />

das Überleben der Menschheit analysierte.<br />

Musk sagt, es sei geradezu eine<br />

Verpflichtung der Menschen, andere Planeten<br />

zu besiedeln, weil früher oder später<br />

die Menschheit durch den Einschlag<br />

eines Asteroiden vernichtet werden<br />

könne. Forscher sind sich heute weitgehend<br />

einig, dass die Dinosaurier – und<br />

fast alles andere Leben auf der Erde –<br />

durch den Einschlag eines Meteoriten vor<br />

65 millionen Jahren ausgelöscht wurden.<br />

Wir wissen von vielen Asteroiden-Einschlägen,<br />

von denen man heute noch<br />

Krater besichtigen kann. In Arizona landete<br />

vor 150 Jahren ein Asteroid mit 150<br />

Metern Durchmesser, der die 48.0000-fache<br />

Zerstörungskraft jener Atombombe<br />

hatte, die auf Nagasaki niederging. Oft<br />

sind die Asteroiden kleiner, wie etwa jener,<br />

der am 1. Oktober 1990 im Pazifik<br />

einschlug, aber ebenfalls die Kraft immerhin<br />

einer Nagasaki-Bombe hatte. Wäre er<br />

auf einer Stadt eingeschlagen, wären<br />

Zehntausende oder gar Hunderttausende<br />

Menschen gestorben.<br />

»Musk wird von einem starken Motiv<br />

getrieben. Das ist nicht Geld, davon hat er<br />

genug. Er möchte in die Geschichte eingehen.«<br />

– Robert Zubrin<br />

NASA nach Plänen für eine Besiedlung des<br />

Mars. Als er nichts fand, dachte er zuerst,<br />

die Webseite sei nicht aktualisiert worden.<br />

Bis er schließlich feststellte: Es gab solche<br />

Pläne damals nicht. Musk konnte das nicht<br />

verstehen: »Wollen wir unseren Kindern<br />

erzählen, dass der Flug zum Mond das<br />

Beste ist, was wir erreicht haben, und danach<br />

haben wir aufgegeben?«<br />

Nach der Mondlandung 1969 – und fünf<br />

weiteren in den folgenden Jahren – hatte<br />

die NASA keine wirklich großen Ziele<br />

mehr erreicht. Das Space-Shuttle-Programm<br />

der USA verschlang in den drei<br />

Jahrzehnten von 1981 bis 2011 fast 200<br />

Milliarden Dollar, aber hat die Erwartungen<br />

nicht erfüllt. Die Kosten waren sehr<br />

viel höher als erwartet. Sie lagen bei 500<br />

Millionen Dollar plus Flug – ähnlich wie<br />

bei den Apollo-Flügen. Die Beförderung<br />

von einem Pfund Nutzlast war etwa zehn<br />

Mal teurer, als die optimistischen Vorhersagen<br />

prognostiziert hatten und jedenfalls<br />

nicht niedriger als bei den traditionellen,<br />

nicht wieder verwendbaren Raketen.<br />

Musk trifft Robert Zubrin<br />

Bei einer Google-Recherche war Musk<br />

auf die Ankündigung eines Dinners im<br />

Frühjahr 2021 im Silicon Valley gestoßen,<br />

das eine Organisation namens Mars Society<br />

ausrichtete. Der Eintritt betrug 500<br />

Dollar, aber Musk sandte einen Scheck<br />

von 5.000 Dollar, um die Aufmerksamkeit<br />

des Gründers und Präsidenten der Organisation,<br />

Robert Zubrin, zu gewinnen.<br />

Zubrin lud Musk zu einem persönlichen<br />

Gespräch ein und anschließend dazu,<br />

einen Tag mit ihm in seiner Firma in der<br />

Nähe von Denver zu verbringen. Danach<br />

spendete Musk der Mars Society 100.000<br />

Dollar, um damit das Projekt einer Mars<br />

Desert Research Station zu finanzieren.<br />

Eine zeitlang war Musk auch im Vorstand<br />

der Mars Society.<br />

Robert Zubrin, den ich im Mai <strong>2024</strong> in<br />

Frankfurt traf, fragte ich, was seiner Meinung<br />

nach die Faktoren waren, die Musk<br />

und seiner Firma SpaceX zu den außergewöhnlichen<br />

Faktoren befähigten: »Musk<br />

wird von einem starken Motiv getrieben.<br />

Das ist nicht Geld, davon hat er genug. Er<br />

möchte in die Geschichte eingehen. Wichtig<br />

war, dass er die unsinnigen Cost-plus-<br />

Programme nicht akzeptierte.« Nach der<br />

absurden Logik der Cost-plus-Verträge<br />

ist der Gewinn eines Unternehmens jedoch<br />

umso höher, je mehr Kosten produziert<br />

werden. Zubrin erinnert sich:<br />

»Overhead-Kosten von mehr als 300 Prozent<br />

waren bei solchen Auftragnehmern<br />

der NASA die Regel. Bei der Firma Martin<br />

Marietta (später Lockheed Martin),<br />

bei der ich von Ende der 1980er bis Mitte<br />

der 1990er Jahre beschäftigt war (und die<br />

neben Boeing zu den beiden erfolgreichsten<br />

der acht großen Luft- und Raumfahrtunternehmen<br />

jener Zeit gehörte),<br />

Bilder: IMAGO / UPI Photo<br />

Es ist nicht die Frage, ob irgendwann<br />

wieder ein Asteroid auf der Erde einschlägt,<br />

der alles Leben zerstören kann,<br />

sondern, wann das passiert. Das ist ein<br />

zentrales Argument von Musk – die Ansiedlung<br />

von Menschen auf dem Mars als<br />

Lebensversicherung gegen das Aussterben<br />

der Menschheit.<br />

Die NASA war nicht mehr hungrig<br />

Als Musk begann, sich für das Thema zu<br />

interessieren, suchte er auf der Website der<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

21


Einstellung<br />

hatten wir zu einem bestimmten Zeitpunkt<br />

mehr als 13.000 Beschäftigte in<br />

unserem Hauptwerk, wobei weniger als<br />

1.000 in der Fabrik arbeiteten – was einen<br />

Witzbold zu der Bemerkung veranlasste:<br />

Bei Martin Marietta sind die Overhead-<br />

Kosten unser wichtigstes Produkt.«<br />

»Was hat Musk Neues gebracht?«, fragte<br />

ich Zubrin. »Er setzte Ideen um, die es<br />

davor zwar schon gab, aber die nicht realisiert<br />

worden waren. Ein Beispiel ist die<br />

Idee, nur die untere Stufe einer Rakete<br />

wieder verwendbar zu machen. Boeing<br />

hatte diese Idee auch schon gehabt, aber<br />

die NASA hatte sie abgelehnt. Musk hat<br />

die Rakete Falcon Heavey in nur sechs<br />

Jahren gebaut. Sie hat die Hälfte der Nutzlastkapazität<br />

der Saturn 5, ist aber größtenteils<br />

wiederverwendbar, im Gegensatz<br />

zur Saturn 5 und anderen Vorgängern, die<br />

nur einmal verwendet werden konnten.«<br />

Die Kosten eines Raketenstarts stagnierten<br />

von 1970 bis 2010, bis es Elon Musks<br />

Firma SpaceX gelang, mit einer überwiegend<br />

wieder verwertbaren Rakete die<br />

Kosten eines Raketenstarts von 10.000<br />

Dollar/Kilogramm auf 2.000 Dollar um<br />

80 Prozent zu reduzieren. Der 22. Dezember<br />

2015 war ein historischer Tag für die<br />

Raumfahrt, denn erstmals landete mit der<br />

Falcon 9 von SpaceX die erste Stufe einer<br />

Rakete nach dem Start wieder auf der<br />

Erde. Allein diese Technik hat die Kosten<br />

enorm gesenkt: Stellen Sie sich mal vor,<br />

jedes Flugzeug wäre nach einem Flug unbrauchbar<br />

und müsste durch ein neues<br />

ersetzt werden – die Kosten wären unerschwinglich.<br />

Doch dies war bei weitem<br />

nicht die einzige Innovation, die dazu<br />

führte, dass Raketen wie die von SpaceX<br />

so viel günstiger waren als bisher.<br />

Das Starship – Raumschiff der Superlative<br />

Musk hat inzwischen eine Rakete gebaut,<br />

die Menschen später zum Mars bringen<br />

kann. Er hat sie Starship getauft. Das<br />

Starship ist ein Raumschiff der Superlative.<br />

Der Raumfahrt-Experte Eugen<br />

Reichl sagt: »Fast niemand sieht, wie revolutionär<br />

dieses Fluggerät tatsächlich ist.<br />

Das Starship wird im gesamten Rest des<br />

21. Jahrhunderts den Raumtransport dominieren.<br />

Es ist riesig groß, und dabei<br />

doch billig zu bauen, es ist mehr Schiffbau<br />

als Raumfahrt mit Einflüssen aus dem<br />

Automobilbau. Es ist vielseitig einsetzbar.<br />

Es wird in vielen Varianten entstehen und<br />

es öffnet dem Menschen das gesamte Sonnensystem.«<br />

Die bis heute größte und<br />

kraftvollste Rakete war die Saturn V, mit<br />

der auch 1969 die ersten Menschen zum<br />

Mond gebracht wurden. Die Saturn V war<br />

mit etwa 110 Metern Gesamthöhe nicht<br />

viel kleiner als die derzeit eingesetzten<br />

Prototypen-Versionen des Starship (121<br />

Meter, später soll es dann 150 Meter<br />

»Er setzte Ideen um, die es davor zwar<br />

schon gab, aber die nicht realisiert<br />

worden waren.«<br />

– Robert Zubrin<br />

messen). Die Saturn V hatte drei Raketenstufen<br />

und oben befand sich noch eine<br />

nur 3,7 Meter hohe Apollo-Kapsel, in der<br />

drei Astronauten Platz hatten. Das Starship<br />

besteht nur aus zwei Stufen, und die<br />

gesamte zweite Stufe mit 50 Meter Höhe<br />

stellt gleichzeitig das eigentliche Raumschiff<br />

dar. Mit ihrem Gewicht von rund<br />

5.000 Tonnen ist sie in ihrer jetzigen Version<br />

etwas weniger als doppelt so schwer<br />

wie die Saturn V, kann aber eines Tages<br />

nicht nur drei Personen zum Mond, sondern<br />

bis zu 100 Personen zum viel weiter<br />

entfernten Planeten Mars transportieren.<br />

Bis es soweit ist, wird es noch eine Weile<br />

dauern. Aber Musk hat die Dimensionen<br />

schon heute so konzipiert, dass im Starship<br />

sogar Gemeinschafts- und Fitnessräume<br />

möglich sein werden und der Aufenthalt<br />

viel bequemer sein wird als in der<br />

Apollo-Kapsel. Das ist nötig, denn während<br />

eine Apollo-Mission nur acht bis<br />

zwölf Tage dauerte, benötigt man bis zum<br />

Mars etwa sieben Monate.<br />

Ende der Wegwerf-Raketen<br />

Beim Starship sollen sowohl das eigentliche<br />

Raumfahrzeug als auch die »Super<br />

Heavy« genannte erste Stufe der Rakete<br />

wieder verwendbar sein. Die erste Stufe<br />

kehrt kurz nach dem Start, wenn sie ihre<br />

Funktion erfüllt hat, zur Erde zurück und<br />

wird später wieder verwendet. Auch die<br />

zweite Stufe kehrt im Regelfall zurück,<br />

sobald ihre Mission vollendet ist. Das können<br />

Stunden, Tage, Wochen oder Monate<br />

sein. Manche Versionen werden aber nie<br />

mehr auf der Erde landen. Sie werden –<br />

entsprechend ausgerüstet – an ihren Zielorten<br />

verbleiben: In der Erdumlaufbahn<br />

als Raumstationsmodule oder Tankstationen,<br />

auf dem Mond als Pendelfahrzeuge<br />

zwischen Mondoberfläche und Mondorbit,<br />

oder als permanente Mondbasis, auf<br />

Mars, Asteroiden und darüber hinaus.<br />

22 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Einstellung<br />

»Das Ziel, zum Mars zu gelangen, bildete<br />

den Hintergrund für jede Entscheidung<br />

bei SpaceX.«<br />

– Elon Musk<br />

Der Autor<br />

Bilder: Depositphotos / EvgeniyQ / ironwool, IMAGO / ZUMA Press Wire, Thomas Schweigert<br />

Das Starship (also die Oberstufe) nutzt<br />

eine Art »Bauchlandung« mit einem<br />

Wendemanöver am Schluss für den Wiedereintritt<br />

und die Landung auf der Erde.<br />

Man nennt dies den »Bellyflop«. Dabei<br />

kehrt das Raumfahrzeug in einem hohen<br />

Anstellwinkel in die Atmosphäre zurück,<br />

ähnlich wie seinerzeit der Space Shuttle,<br />

um den Luftwiderstand zu maximieren<br />

und die Geschwindigkeit zu verringern<br />

und sinkt danach horizontal durch die<br />

Atmosphäre. Unmittelbar vor dem Erreichen<br />

des Fangturms richtet sich das Starship<br />

mithilfe seiner Steuerflächen und der<br />

Triebwerke auf, um eine vertikale Landung<br />

durchzuführen. Diese Methode reduziert<br />

die Belastung des Hitzeschilds,<br />

ermöglicht eine kontrollierte, sichere<br />

Landung und benötigt dafür keine weiteren<br />

ins Raumschiff verbaute Landemechanismen<br />

oder -vorrichtungen.<br />

Musks Ziel ist es, das Raumfahrzeug<br />

schnell aufzutanken, zu überholen und<br />

erneut zu starten, ähnlich wie bei kommerziellen<br />

Flugzeugen. Um das zu erreichen,<br />

hat er einige sensationelle Dinge<br />

erfunden. So wird das Starship von Fangarmen<br />

aufgenommen, die an dem 146<br />

Meter hohen Start- und Landeturm befestigt<br />

sind. Diese Arme öffnen und<br />

schließen sich, um die Super Heavy oder<br />

das eigentliche Starship beim Landeanflug<br />

zu greifen. Die Vehikel steuern dabei präzise<br />

auf die Fangarme zu. Dies erfordert<br />

eine exakte Steuerung und Manövrierfähigkeit<br />

des Raumschiffs, um die korrekte<br />

Position für das Einfangen zu erreichen.<br />

Sobald das Starship die – virtuelle – Fangbox<br />

erreicht hat, werden diese geschlossen,<br />

um das Raumschiff sicher zu greifen.<br />

Dieser Mechanismus ermöglicht eine<br />

schnelle Wiederverwendbarkeit beider<br />

Komponenten des Starship, denn so kann<br />

man auf das viele Tonnen schwere Landesystem<br />

sowie die für das Aufsetzen notwenigen<br />

Strukturverstärkungen verzichten.<br />

Alles dient einem Ziel: Mars<br />

»Das Ziel, zum Mars zu gelangen, bildete<br />

den Hintergrund für jede Entscheidung<br />

bei SpaceX«, erklärte Musk. Das trifft auch<br />

für den Raketentreibstoff zu. Die Raptor-<br />

Triebwerke seines SpaceX werden mit<br />

flüssigem Methan und flüssigem Sauerstoff<br />

betankt. Musk wählte Methan aus,<br />

weil das auf dem Mars gewonnen werden<br />

kann. Dadurch soll massiv Treibstoff gespart<br />

werden: Das Raumschiff muss nicht<br />

den gesamten Treibstoff für den Hin- und<br />

Rückflug mitnehmen. Musk will erstmal<br />

eine Rakete ohne Menschen auf den Mars<br />

schicken, die dort schon den Methan-<br />

Treibstoff produziert, mit dem dann später<br />

die bemannte Rakete für den Rückflug<br />

zur Erde betankt wird. Methan kann auf<br />

dem Mars synthetisiert werden, indem<br />

man das Sabatier-Verfahren nutzt, bei<br />

dem CO 2<br />

aus der Marsatmosphäre und<br />

Wasserstoff kombiniert werden. Obwohl<br />

das Starship für viele Zwecke verwendet<br />

werden kann, unter anderem auch für<br />

einen Flug zum Mond, ist doch das gesamte<br />

Design letztlich auf ein einziges<br />

Ziel ausgerichtet, nämlich viele Menschen<br />

zum Mars zu bringen. Musk hat mehrfach<br />

erklärt, dass sein Ziel darin besteht, bis<br />

Mitte des 21. Jahrhunderts regelmäßige<br />

Flüge zum Mars zu ermöglichen und<br />

schließlich eine Kolonie von etwa einer<br />

Million Menschen aufzubauen.<br />

Musk lebt in der Zukunft. Während er<br />

mehrere Unternehmen gleichzeitig leitet,<br />

denkt er schon über den übernächsten<br />

Schritt nach. Bei einer Sitzung in der Testanlage<br />

diskutierte Musk mit dem SpaceX-<br />

Board bereits das Design der Raumanzüge,<br />

die das Unternehmen entwickelte, obwohl<br />

Dr. Dr. Rainer Zitelmann hat 29 Bücher<br />

veröffentlicht, die in mehr als 30 Sprachen erschienen<br />

sind. Er schreibt für Medien wie Wall<br />

Street Journal oder Neue Zürcher Zeitung.<br />

man noch Jahre davon entfernt war, Menschen<br />

auf den Mars zu schicken. Ein Mitarbeiter<br />

wunderte sich: »Die sitzen hier<br />

und erörtern ernsthaft Pläne, eine Stadt<br />

auf dem Mars zu bauen, und debattieren<br />

darüber, was die Leute dort anziehen werden.<br />

Und alle tun so, als sei es ein ganz<br />

normales Gespräch.«<br />

Der Homo sapiens, der moderne<br />

Mensch, verließ vor etwa 120.000 Jahren<br />

Afrika, zog nach Indien und weiter in<br />

den Nahen Osten und besiedelte schließlich<br />

den ganzen Planeten. Jetzt, 120 Jahre<br />

später und 4,5 Milliarden Jahre nach<br />

Entstehung der Erde, schickt Musk sich<br />

an, den Planeten zu verlassen. Nicht, um<br />

eine Fahne auf einen anderen Himmelskörper<br />

zu pflanzen und sich die nächsten<br />

50 Jahre darauf auszuruhen, wie es nach<br />

der Mondlandung geschah, sondern, um<br />

dauerhaft andere Himmelskörper zu besiedeln.<br />

Hat sich jemals ein Mensch ein<br />

größeres Ziel gesetzt?<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

23


Erfolg<br />

SELENA<br />

GOMEZ<br />

Nicht perfekt, aber echt<br />

Rund 1,3 Milliarden US-Dollar<br />

machten sie kürzlich zur<br />

jüngsten Milliardärin der<br />

USA. Ihr erfolgreiches Unternehmen<br />

»Rare Beauty« soll<br />

rund zwei Milliarden US-Dollar wert<br />

sein. Die Selena Gomez hinter den Erfolgszahlen<br />

lebt jedoch mit Unsicherheiten<br />

und Problemen, die sie auch ganz offen<br />

mit ihren Fans kommuniziert. Sie will<br />

damit beweisen, dass es ganz normal ist,<br />

wenn das Leben mal nicht perfekt ist:<br />

»Wir brauchen auch das Gefühl, dass<br />

wir zusammenbrechen dürfen.« Doch<br />

woher stammt die Bodenständigkeit,<br />

die sie so ausmacht?<br />

Von ganz unten nach ganz oben<br />

Dass Selena Marie Gomez einmal ein<br />

Milliarden-Vermögen auf dem Konto<br />

haben sollte, hätte wohl anfangs niemand<br />

gedacht – am allerwenigsten Gomez<br />

selbst. Als sie am 22. Juli 1992 in Grand<br />

Prairie, Texas zur Welt kam, waren ihre<br />

Eltern mit 16 Jahren noch minderjährig<br />

und ihre später alleinerziehende<br />

Mutter hatte große finanzielle Probleme.<br />

Trotzdem leisteten sie regelmäßig<br />

Freiwilligenarbeit in der<br />

Suppenküche oder spendeten<br />

ihre Kleidung.<br />

24<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Bilder: IMAGO / ABACAPRESS (Castel Franck) / Everett Collection (Disney Channel/Courtesy) / ZUMA Press Wire / Picturelux (The Hollywood Archive)<br />

Während eines Talentwettbewerbs wurde<br />

die Zehnjährige später von Disney entdeckt<br />

und in der Serie »Barney und seine<br />

Freunde« besetzt. Nach einigen anderen<br />

Auftritten für den Disney Channel landete<br />

sie dann 2007 in der Serie »Die Zauberer<br />

vom Waverly Place«. Für vier Staffeln<br />

verkörperte sie dort die New Yorker<br />

Nachwuchs-Hexe Alex Russo. Trotz aller<br />

Aufmerksamkeit blieb der Kinderstar<br />

aber bodenständig: »Ich bin ein ganz normales<br />

Mädchen aus Fleisch und Blut. […]<br />

Wie alle Leute mache ich Fehler. Aber ich<br />

versuche, so gut wie möglich ein guter<br />

Mensch zu sein.«<br />

Ab ins Musikbusiness!<br />

Schon während ihrer Zusammenarbeit<br />

mit dem Mäusekonzern begann Gomez<br />

ihre Musikkarriere. Mit ihrer Band »Selena<br />

Gomez & the Scene« wurde Gomez<br />

bis zu ihrer Trennung 2012 mehrmals mit<br />

Gold und Platin ausgezeichnet. Ihre erste<br />

»Ich bin nicht perfekt,<br />

aber ich bin stolz auf<br />

mich. Manchmal vergesse<br />

ich, dass ich gut bin,<br />

so wie ich bin.«<br />

– Selena Gomez<br />

eigene Single »Come and Get It« aus dem<br />

Solo-Album »Stare Dance« schaffte es bis<br />

auf Platz sechs der Billboard-Hot-<br />

100-Charts und sicherte sich einen MTV<br />

Video Music Award. Die dazugehörige<br />

Welttournee musste sie jedoch aus gesundheitlichen<br />

Gründen vorzeitig beenden.<br />

Auch die folgende »Revival Tour«<br />

mit Hits wie »Hands to Myself« oder<br />

»Kill Em with Kindness« lief 2016 nicht<br />

wie geplant. »Tourneen sind für mich ein<br />

sehr einsamer Ort«, erklärt die Sängerin<br />

der Vogue damals. »Mein Selbstwertgefühl<br />

war am Boden. Ich war deprimiert<br />

und ängstlich.« Die Folge seien schwere<br />

Panikattacken gewesen, die zum Abbruch<br />

der Tour geführt hätten.<br />

Nach vielen weiteren erfolgreichen Songs<br />

erkannte Gomez aber schlussendlich, dass<br />

ihr Herz für die Schauspielerei schlägt.<br />

Seit 2021 ist sie deshalb wieder als Schauspielerin<br />

unterwegs und tritt als True-<br />

Crime-Fan Mabel in der Krimi-Serie<br />

»Only Murders in the Building« auf. Für<br />

ihre Darstellung wurde sie 2023 und <strong>2024</strong><br />

für einen Emmy Award nominiert.<br />

Instagram – Freund oder Feind?<br />

Wie alle Prominente hat Gomez jedoch<br />

auch mit Kritikern zu kämpfen. Vor allem<br />

die Instagram-Kommentare zu ihrem<br />

Körper, der sich aufgrund von Medikamenten<br />

wegen ihrer Lupus-Autoimmunerkrankung<br />

veränderte, habe sie irgendwann<br />

nicht mehr ertragen können. Sie<br />

habe aber mittlerweile akzeptiert, dass sie<br />

nie einen Model-Körper haben werde:<br />

»Ich bin nicht perfekt, aber ich bin stolz<br />

auf mich. Manchmal vergesse ich, dass ich<br />

gut bin, so wie ich bin.«<br />

Die Pausen, die Gomez deshalb regelmäßig<br />

macht, scheinen ihren Fans aber<br />

nichts auszumachen: Zurzeit folgen ihr<br />

rund 424 Millionen Menschen auf Instagram,<br />

was sie zur erfolgreichsten Frau der<br />

Plattform macht. Werbekunden, die diese<br />

Fangemeinschaft für sich nutzen wollen,<br />

müssen jedoch sehr tief in die Tasche<br />

greifen. Bis zu 30 Millionen US-Dollar<br />

soll sie pro gesponsorten Post verdienen.<br />

Ein Vorbild<br />

Selena Gomez zeigt jedoch auch immer<br />

wieder, dass sie ihr Geld nicht nur für<br />

sich selbst ausgeben will. Seit sie mit 17<br />

Jahren zur jüngsten UNICEF-Botschafterin<br />

ernannt wurde, beeindruckt sie<br />

mit zahlreichen Charity-Aktionen.<br />

Über ihre eigene Kosmetik-Marke<br />

»Rare Beauty« entwickelte sie zudem<br />

das Projekt »Rare Impact Fund«, das<br />

bisher über 16 Millionen US-Dollar für<br />

die mentale Gesundheit von jungen<br />

Menschen gesammelt hat. Das ist der<br />

Unternehmerin aber noch nicht genug:<br />

100.000 Millionen US-Dollar sollen es<br />

bis zum Jahr 2030 werden.<br />

Selena Gomez als<br />

Alex Russo in<br />

»Die Zauberer vom<br />

Waverly Place« 2007.<br />

»Ich habe mich meinen<br />

Fans gegenüber sehr verletzlich<br />

gezeigt und manchmal<br />

Dinge gesagt, die ich<br />

nicht sagen sollte. Aber<br />

ich muss ehrlich zu ihnen<br />

sein. Ich glaube, das ist ein<br />

großer Teil dessen, warum<br />

ich da bin, wo ich bin.«<br />

– Selena Gomez<br />

Einer der Gründe für ihren Einsatz ist, dass<br />

die 32-Jährige auch selbst unter einer bipolaren<br />

Störung leidet. Folgen der Krankheit<br />

sind unter anderem Depressionen und<br />

Panikattacken, die Gomez in ihrem Dokumentarfilm<br />

»Selena Gomez: My Mind &<br />

Me« thematisierte. Dieser gewann einen<br />

MTV Movie & TV Award und der dazugehörige<br />

Song »My Mind & Me« schaffte es<br />

sogar bis auf die Short List der Academy<br />

Awards. Gomez’ großes Ziel scheint damit<br />

erreicht: Das Thema Therapie solle kein<br />

Tabu-Thema mehr sein. Im Gespräch mit<br />

der Vogue erklärte sie: »Ich habe mich meinen<br />

Fans gegenüber sehr verletzlich gezeigt<br />

und manchmal Dinge gesagt, die ich nicht<br />

sagen sollte. Aber ich muss ehrlich zu ihnen<br />

sein. Ich glaube, das ist ein großer Teil dessen,<br />

warum ich da bin, wo ich bin.« LT<br />

Selena Gomez bei<br />

ihrer Revival Tour<br />

2016.<br />

Selena Gomez als<br />

Mabel Mora in<br />

»Only Murders in<br />

the Building« 2023.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

25


Einstellung<br />

»Gedanken sind ja<br />

nichts anderes als<br />

Monologe.«<br />

– Biyon Kattilathu<br />

26<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Einstellung<br />

»Ein Hater braucht<br />

LIEBE«<br />

Biyon Kattilathu im Interview über negative Selbstbilder<br />

und die Einfachheit des Glücks<br />

Bild: Stephan Schmick<br />

Warum schaffen es<br />

manche Menschen<br />

nicht, trotz ihres Talents<br />

erfolgreich zu<br />

sein? Und warum<br />

werden erfolgreiche Menschen im Netz<br />

angefeindet? Die menschlichen Emotionen<br />

sind ein komplexes Gebilde, das<br />

man mit den richtigen Tools entwirren,<br />

steuern und umleiten kann. In unserem<br />

Interview erzählt Motivationscoach Biyon<br />

Kattilathu, wie das funktioniert<br />

und warum ein ausgefülltes Leben nur<br />

einen Hauch von uns entfernt ist – und<br />

warum ein Publikum auch aus zwölf<br />

Menschen bestehen kann.<br />

Biyon, in deinem neuen Buch geht es<br />

unter anderem darum, dass wir zu negativ<br />

denken, unser Potenzial blockieren<br />

und uns zudem selber schlecht bewerten.<br />

Warum sind wir so unfreundlich zu uns?<br />

Die meisten Menschen waren mal viel,<br />

viel freundlicher zu sich. Ich glaube, die<br />

Beziehung vieler Menschen zu sich selbst<br />

hat durch Erziehung oder Erlebnisse im<br />

Kindesalter gelitten, deshalb sind wir<br />

sehr viel kritischer uns gegenüber geworden<br />

und denken negativer. Gedanken<br />

sind ja nichts anderes als Monologe.<br />

Und die Art und Weise, wie wir Monologe<br />

führen, ist oftmals destruktiv und<br />

hart. Wenn ein Freund so mit uns reden<br />

würde, wäre er wahrscheinlich morgen<br />

kein Freund mehr. Ich glaube, dass viele<br />

Erfahrungen dazu geführt haben, dass<br />

wir diese Monologe führen, aber wir<br />

können das ändern, indem wir diesen<br />

Monolog einfach verschönern. Dabei<br />

geht es auch um Selbstbewusstsein.<br />

Selbstbewusstsein kann ja auch ein<br />

Schlüssel zum Glück sein, schreibst<br />

du. Du meinst dabei aber nicht das<br />

Selbstbewusstsein nach außen, wie:<br />

»Hallo, hier bin ich!«, sondern das innere<br />

eigene Selbstbewusstsein. Was<br />

meinst du damit?<br />

Ja, Selbstbewusstsein ist immer ein interner<br />

Prozess. Wir definieren selbstbewusste<br />

Menschen meist über ihr lautes<br />

Auftreten, zum Beispiel auf der<br />

Bühne. Selbstbewusst kann aber auch<br />

jemand sein, der einfach zu Hause ist,<br />

und denkt: »Ich bin mir meiner selbst<br />

bewusst. Dies kann ich gut, das kann<br />

»Wer sich nicht eingesteht,<br />

Schwächen<br />

zu haben, der ist auf<br />

dem Holzweg.«<br />

– Biyon Kattilathu<br />

ich nicht so gut, das sind meine Stärken,<br />

dies sind meine Schwächen.« Natürlich<br />

sollte das Ziel sein, ein glücklicher,<br />

selbstbewusster Mensch zu sein. Das<br />

heißt, man muss dann die Balance zwischen<br />

Stärken und Schwächen finden<br />

und die Schwächen auch akzeptieren.<br />

Wer sich nicht eingesteht, Schwächen<br />

zu haben, der ist auf dem Holzweg. Ich<br />

denke, jeder Mensch hat Schwächen.<br />

Oftmals lag der Fokus auf Schwächen in<br />

der Schulzeit. Bei Klassenarbeiten ging es<br />

ja nie um das, was richtig war. Es wurden<br />

ja nur die Fehler mit Rotstift angestrichen.<br />

Das ist ein klassisches Beispiel für<br />

den Fokus auf das Falsche. Ich finde, es ist<br />

viel, viel sinnvoller, auch auf das zu<br />

schauen, was ich gut kann. Man kann<br />

sich seine Erfolge im Leben anschauen<br />

und daraus schlussfolgern, wo die Stärken<br />

liegen oder welche Fähigkeiten dazu<br />

geführt haben und im Endeffekt diese<br />

Erfolge zu zelebrieren. Und ich glaube,<br />

der größte Mehrwert, den wir in unserem<br />

Leben verankern können, liegt darin,<br />

diese Stärken zu leben.<br />

Du bietest für verschiedene menschliche<br />

Befindlichkeiten Wege an, um sie<br />

vom Negativen ins Positive zu drehen.<br />

Ist das so einfach?<br />

Natürlich! Aber ich denke nicht, dass wir<br />

etwas umwandeln, sondern, dass beide<br />

Ressourcen – das Positive und das Negative<br />

– in uns vorhanden sind. Die Frage<br />

ist nur, worauf wir zurückgreifen. Wie<br />

kann ich vielleicht schneller auf den guten<br />

Gedanken zurückgreifen? Das heißt<br />

ja nicht, dass der schlechte Gedanke eliminiert<br />

wird, er ist ja auch in uns.<br />

Kinder sind in der Regel noch losgelöster.<br />

Wenn sie hinfallen, können sie sich<br />

entscheiden, bleibe ich liegen oder stehe<br />

ich auf? Kinder denken gar nicht darüber<br />

nach, sondern stehen auf. Das heißt,<br />

sie greifen auf das Positive zurück. Wenn<br />

wir älter werden, ist oftmals der erste<br />

Gedanke: »Ich bleibe liegen, es ist eh<br />

schwierig, ich schaffe das nicht.« Wir<br />

müssen zurückkommen auf das Potenzial,<br />

das ja in uns schlummert.<br />

Inwieweit besteht aber die Gefahr, das<br />

Negative zu unterdrücken?<br />

Wir sollten auf keinen Fall versuchen,<br />

alles zu transformieren, sondern uns sagen,<br />

alles darf sein, jedes Gefühl. Wenn<br />

ich mal traurig oder enttäuscht bin, dann<br />

darf ich auf keinen Fall sagen, ich<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

27


Einstellung<br />

»Ein glücklicher<br />

Mensch zu sein,<br />

heißt ja nicht, nur<br />

Gutes zu fühlen, sondern<br />

alles zu fühlen.«<br />

– Biyon Kattilathu<br />

möchte das nicht. Wenn zum Beispiel die<br />

Trauer anklopft, dann sage ich: »Komm<br />

rein und setz dich, aber bitte nicht gleich<br />

einziehen.« Dann frage ich: »Was ist<br />

deine Botschaft, warum bist du hier?«<br />

Man kann mit seinen Emotionen ins Gespräch<br />

gehen. Ein glücklicher Mensch zu<br />

sein, heißt ja nicht, nur Gutes zu fühlen,<br />

sondern alles zu fühlen. Das bedeutet<br />

nicht, dass wir denken sollen, dass alles<br />

gut ist. Das heißt, wir müssen eine Lösung<br />

finden. Einer meiner Lieblingszitate<br />

ist: »Manchmal gewinnt man und<br />

manchmal lernt man.«<br />

Du hast studiert, promoviert und dann<br />

als Motivationstrainer einen ganz anderen<br />

Weg eingeschlagen. Wann und<br />

wie hast du erkannt, dass dir die Öffentlichkeit<br />

liegt?<br />

Mein indischer Papa wollte immer, dass<br />

seine Kinder glücklich sind. Das hieß für<br />

ihn, dass wir das machen, was ihn glücklich<br />

gemacht hätte. Deswegen hat er mich<br />

nach dem Abitur gefragt: »Wirst du Arzt<br />

oder Ingenieur?« Und ich dachte damals,<br />

es gibt nur A oder B, und habe B genommen.<br />

Als ich ihm sagte, dass es mir kein<br />

Spaß macht, holte er den nächsten Joker<br />

raus: »Arbeit ist Arbeit, Leben ist Leben.«<br />

Okay, stimmt, es muss keinen Spaß machen.<br />

Ich habe dann irgendwann mal<br />

kalkuliert, wenn ich 100 Jahre alt werde,<br />

sind es 33 Jahre, die mit Arbeit gefüllt<br />

sind. Das kann doch nicht sein, dass das<br />

keinen Spaß machen darf!<br />

Ich mag die Vorstellung, dass ich vielen<br />

Menschen helfen kann, sei es mit einem<br />

Podcast, einer Tour oder dem Buch. Ich<br />

habe die sozialen Medien für mich entdeckt,<br />

auch aus der Not heraus, weil ich<br />

einfach keine finanziellen Mittel oder<br />

kein Netzwerk hatte. Aber ich dachte<br />

mir, wenn du gute Videos machst mit<br />

Herz und Verstand, dann werden die<br />

vielleicht so gut sein, dass Menschen<br />

sich das anschauen, weiterleiten und<br />

liken. So fing das Ganze an. Das Warum<br />

war eigentlich immer klar, das Wie hat<br />

sich immer ergeben.<br />

Zu deinem ersten Auftritt kamen zwölf<br />

Zuschauer, davon sechs Freunde. Du<br />

hast aber nicht abgesagt, sondern durchgezogen.<br />

Was war deine Motivation und<br />

inwieweit hat dies deine weitere Laufbahn<br />

geprägt?<br />

Das war sehr, sehr wichtig und ich bin ja<br />

auch wirklich gut im Akzeptieren. Es war<br />

im ersten Moment ein bisschen unangenehm<br />

und peinlich, weil ich einen Fernsehsender<br />

eingeladen hatte und der hat<br />

erwartet, dass jetzt die Massen reinströmen.<br />

Ich habe mir dann gesagt, egal wer<br />

da sitzt, auch wenn es nur eine Person ist,<br />

ich gebe mein Bestes, diese zwölf Leute<br />

sollten wirklich die volle Erfahrung machen.<br />

Wenn ich jetzt Fotos oder Videos<br />

von damals anschaue, sehe ich einen Biyon,<br />

der für diese zwölf Menschen brennt.<br />

Ich hatte die Chance, ein Menschenleben<br />

zu verändern und das ist ja krass. Wenn<br />

man ein Leben verändern kann, ist das<br />

doch wunderbar einfach. Das zeigt ja<br />

auch, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen<br />

habe. Es fühlt sich nicht an wie<br />

Arbeit, da muss ich meinen Papa korrigieren,<br />

Leben ist Leben, Punkt! Arbeit<br />

darf sich nicht anfühlen wie Arbeit.<br />

Heutzutage gehören zum Erfolg auch<br />

die Hater, diese Erfahrung musstest du<br />

auch machen. Wie kann man es schaffen,<br />

davor nicht einzuknicken?<br />

Die ersten Hater-Nachrichten haben mich<br />

völlig umgehauen. Ich habe das gar nicht<br />

begriffen, ich hatte doch nur Gutes im<br />

Sinn, wollte den Menschen helfen. Ich<br />

habe ja schließlich keine Droge auf den<br />

»Einer meiner<br />

Lieblingszitate ist:<br />

Manchmal gewinnt<br />

man und manchmal<br />

lernt man.«<br />

– Biyon Kattilathu<br />

28 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Einstellung<br />

Markt gebracht oder so. Natürlich hilft<br />

dies, zu reflektieren und zu wachsen und<br />

irgendwann versteht man, dass wir alle<br />

eine Projektionsfläche für andere sind.<br />

Das heißt, derjenige, der mir Hass entgegenbringt,<br />

trägt viel Hass in sich. Und<br />

diesen Hass spüre nicht nur ich, sondern<br />

auch der Busfahrer des Busses, den<br />

diese Person betritt. Das heißt, es ist ein<br />

Gefühl, das in dem Menschen vorherrscht,<br />

aber ich muss das nicht annehmen.<br />

Natürlich gibt es konstruktive<br />

Kritik, die hilfreich ist, aber wenn sie<br />

keinen guten Hintergrund hat, kann<br />

man es beiseitelegen. Und mittlerweile<br />

bin ich auch so weit, dass ich Mitgefühl<br />

mit diesen Menschen empfinde, weil ich<br />

ja weiß, dass sie leiden. Wenn ich gut<br />

drauf bin, gebe ich diesen Menschen<br />

das, was ihnen fehlt. Wenn sie mir Hass<br />

geben, darf ich ihnen kein Hass zurückgeben,<br />

sondern Liebe geben, weil das<br />

das fehlende Puzzleteil ist. Mit Liebe<br />

reagieren heißt natürlich auch, erstmal<br />

die primäre Emotion zuzulassen.<br />

Der nächste Schritt ist die Frage: Was ist<br />

mit diesen Menschen falsch, also wo liegt<br />

das Problem? Dieser Mensch fokussiert<br />

irgendwas, spricht irgendwas aus und<br />

möchte irgendwas kompensieren.<br />

Ich schreibe in regelmäßigen Abständen<br />

Menschen an, mit denen ich im Streit<br />

bin oder die mit mir im Streit sind. Und<br />

»Die Fragen deines Lebens«<br />

von Dr. Biyon Kattilathu<br />

256 Seiten<br />

Erschienen: September <strong>2024</strong><br />

Kailash<br />

ISBN: 978-3-424-63263-7<br />

über mein Buch. Zum Weltkindertag<br />

kommt ein Song von mir auf den Markt,<br />

ein Anti-Mobbing-Song. Ich bin nicht<br />

der begnadetste Sänger, aber ich finde,<br />

Musik ist einfach ein schönes Medium,<br />

um viele Kinderherzen zu erreichen.<br />

Das Thema Mobbing liegt mir sehr am<br />

Herzen. Du hast ja gefragt, wie ich mit<br />

Hater-Kommentaren umgehe. Sie sind<br />

ja oftmals eine Art von Mobbing.<br />

Rassistische Kommentare und Nachrichten,<br />

die ich kriege, sind auch Mobbing.<br />

Und die haben mich dazu gebracht, Botschafter<br />

für den Cybermobbing-Verein<br />

zu werden und die Einnahmen des<br />

Songs gehen komplett an den Verein. Ich<br />

habe das scheinbar Negative genommen,<br />

habe daraus eine Rolle für mich gemacht,<br />

mit der ich helfen kann. So<br />

schließt sich der Kreis. MK<br />

»Das heißt, derjenige,<br />

der mir Hass<br />

entgegenbringt, trägt<br />

viel Hass in sich.«<br />

– Biyon Kattilathu<br />

Bilder: Adrian Rigele, IMAGO / PR (Stephan Schmick), Cover: Kailash<br />

ich verzeihe diesen Menschen. Aber<br />

nicht, damit es ihnen besser geht, sondern<br />

mir. Ich möchte Frieden haben und<br />

kein schlechtes Gefühl, wenn ich an<br />

einen Menschen denke. Verzeihen heißt,<br />

ich möchte in mir Seelenfrieden haben,<br />

ich möchte nicht diesen Schmerz in mir<br />

haben oder weiterleben lassen. Verzeihen<br />

und über Hass-Kommentaren zu<br />

stehen, ist ein Akt der Selbstliebe.<br />

Was sind deine Pläne für die Zukunft?<br />

Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und<br />

Menschen zu inspirieren. Die Tour geht<br />

ja dieses Jahr weiter, am nächsten Jahr<br />

kommt die neue. Und ich freue mich<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

29


Wissen<br />

Recruiting à la<br />

Elon Musk<br />

Headhunterin Regina Volz<br />

über den Mythos Fachkräftemangel<br />

Ob Social-Media-Plattform<br />

oder Fahrzeugproduktion:<br />

Elon Musk eilt zu Recht der<br />

Ruf voraus, ein Genie zu<br />

sein. Etwa 12.000 Mitarbeiter<br />

beschäftigt er allein im brandenburgischen<br />

Tesla-Werk Grünheide. Doch<br />

wenn es darum geht, offene Stellen zu<br />

besetzen, überlässt Musk diese Entscheidung<br />

nicht etwa seiner Personalabteilung<br />

– sondern macht sich direkt vor Ort ein<br />

Bild von den Bewerbern.<br />

Match oder Clash?<br />

Die Persönlichkeit entscheidet<br />

»Ein Unternehmen ist nur so gut wie<br />

seine Mitarbeiter und ihre Passion dafür,<br />

etwas zu erschaffen«, so lautet seit jeher<br />

das Motto des weltbekannten Entrepreneurs<br />

– und von diesem Leitsatz ist<br />

auch die Headhunterin Regina Volz überzeugt.<br />

Schließlich sei es kein Zufall, dass<br />

gerade berühmte Persönlichkeiten die<br />

Auswahl ihrer Mitarbeiter als absolute<br />

Priorität erachteten. Wie in jeder Beziehung<br />

sei nämlich auch im Job ein gegenseitiges<br />

Miteinander essenziell.<br />

»Es muss für beide Seiten passen«, bringt<br />

die Expertin das Ergebnis ihrer jahrelangen<br />

Berufserfahrung auf den Punkt. Eine<br />

erfolgreiche Zusammenarbeit könne also<br />

nur gelingen, wenn sowohl der Arbeitgeber<br />

als auch der Bewerber ihre Erwartungen<br />

miteinander abglichen – für das Bewerberinterview<br />

gelte also die Faustformel:<br />

»Je offener und ehrlicher beide Seiten<br />

sind, desto schneller und verbindlicher<br />

merkt man, ob das jetzt ein Match ist oder<br />

nicht.« Bei solchen Entscheidungen sei es<br />

letztlich die Persönlichkeit, die eine<br />

Schlüsselrolle einnehme. Alle Kompromissbereitschaft<br />

könne nämlich nicht darüber<br />

hinwegtäuschen, dass nicht jeder in<br />

jedes Unternehmen passe, so Volz. »Menschen,<br />

die in einem Start-up arbeiten,<br />

»Es muss für beide<br />

Seiten passen.«<br />

– Regina Volz<br />

30 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Wissen<br />

Bilder: Jun Kim, IMAGO / Bestimage (Bruno Bebert)<br />

haben oft eine agilere Arbeitsweise als diejenigen,<br />

die in einem traditionsreichen<br />

Familienunternehmen tätig sind. In etablierten<br />

Familienbetrieben sind die Prozesse<br />

in der Regel klar definiert und Veränderungen<br />

treten seltener auf, da der<br />

Inhaber häufig die Richtung vorgibt und<br />

die Abläufe tendenziell in einem beständigen<br />

Tempo verlaufen.«<br />

Ein entscheidender Faktor für den passenden<br />

Job-Fit ist die Generation, wie die<br />

Expertin betont. Die Erwartungen und<br />

Bedürfnisse junger Talente unterschieden<br />

sich oft deutlich von denen erfahrener Bewerber.<br />

Dies erfordere ein Umdenken in<br />

vielen Unternehmen. Es gäbe zwar immer<br />

noch Organisationen, die davon ausgingen,<br />

dass sich ausschließlich<br />

die<br />

Mitarbeitenden<br />

anpassen müssen,<br />

um erfolgreich zu<br />

sein, doch diese<br />

Sichtweise werde<br />

zunehmend als<br />

nicht zeitgemäß<br />

angesehen. »Menschen<br />

der Generation<br />

Z schätzen es,<br />

weltweit flexibel<br />

arbeiten zu können«,<br />

berichtet sie.<br />

»Ein überaus attraktiver<br />

Anreiz<br />

für diese Zielgruppe<br />

ist die<br />

Möglichkeit, weltweit<br />

Remote arbeiten<br />

zu dürfen.«<br />

Dies stelle einen<br />

starken Vorteil dar,<br />

den Unternehmen<br />

nutzen können.<br />

Fachkräftemangel oder fehlende Motivation?<br />

Sie verstehe, dass es für so manchen<br />

Arbeitgeber befremdlich klinge, um neue<br />

Mitarbeiter zu werben, statt allein die<br />

Arbeitsbedingungen festzulegen; letztlich<br />

aber müsse man sich auch den Fakten<br />

stellen – und zu denen gehöre, dass die<br />

neue Generation einfach anders ticke.<br />

Das Vorurteil anspruchsvoller, fast schon<br />

lebensferner Bewerber ließe sich aber aus<br />

ihrer Erfahrung heraus nicht bestätigen<br />

– im Gegenteil: Sie erlebe die Gen Z als<br />

durchaus engagiert, berichtet Volz. »Sie<br />

möchte nur anders geführt werden. Die<br />

jungen Leute wollen Eigenverantwortung,<br />

sie wollen Freiheit und eine gewisse Flexibilität<br />

haben.« Dazu zähle etwa die Möglichkeit<br />

zur Work-Life-Integration. »In<br />

der heutigen Zeit kannst du nicht sagen,<br />

du arbeitest zwischen 9 und 17 Uhr und<br />

danach spielt Arbeit keine Rolle mehr<br />

und ebenso wenig kannst du sagen, dass<br />

während dieser Zeit deine private Situation<br />

keinen Platz mehr hat«, erklärt sie<br />

das Denkmuster der Generation.<br />

Derartige Vorstellungen in die Realität<br />

umzusetzen, sei selbstverständlich nicht<br />

immer möglich – im Einzelfall stünden<br />

diese sogar im Konflikt mit den gesetzlichen<br />

Regelungen. Doch in der heutigen<br />

Zeit brauche es eben ein wenig Kreativität.<br />

Dann mangele es, anders als oft behauptet<br />

wird, auch nicht an Fachkräften. »Es gibt<br />

diese Menschen, sie arbeiten nur woanders«,<br />

bekräftigt die Headhunterin. »Und<br />

zwar in den attraktivsten Unternehmen,<br />

die sie sich aussuchen können.« Genau zu<br />

so einem Unternehmen zu werden, sei das<br />

Ziel vieler Arbeitgeber – und die Wege<br />

dorthin seien zahlreich, erklärt die Expertin.<br />

Ein attraktiver Arbeitgeber könne<br />

man sogar dann sein, wenn man keine<br />

flexiblen Zeiten oder ein ortsungebundenes<br />

Arbeiten anbieten könne oder wolle.<br />

So sei es beispielsweise möglich, sich als<br />

»Ein Unternehmen<br />

ist nur so gut wie<br />

seine Mitarbeiter<br />

und ihre Passion<br />

dafür, etwas zu<br />

erschaffen.«<br />

– Elon Musk<br />

Ausbildungsbetrieb einen Namen zu machen<br />

und auf diese Weise ein handverlesenes<br />

Team zusammenzustellen. Auch den<br />

Unternehmensstandort zu verändern<br />

oder die fachlichen Anforderungen ein<br />

wenig zu senken, sei mitunter hilfreich.<br />

Letzteres jedoch sollte mit Bedacht erfolgen.<br />

Natürlich ließe sich eine Chirurgen-<br />

Stelle nicht ohne Weiteres mit einem Verleger<br />

besetzen; dennoch gelte es, auf<br />

fachliche Anforderungen zu verzichten,<br />

wenn der Bewerber diese Fähigkeiten innerhalb<br />

von sechs Monaten erlernen<br />

könne, erklärt die Expertin.<br />

Headhunting: Investment in die<br />

Unternehmenszukunft?<br />

13 Jahre ist es nun schon her, seit Regina<br />

Volz im Headhunting-Business<br />

Fuß<br />

fasste. Um die geeigneten<br />

Mitarbeiter<br />

für ihre Auftraggeber<br />

zu finden, hat<br />

sie eine Strategie<br />

entwickelt, die der<br />

von Elon Musk<br />

nicht unähnlich ist.<br />

»Ich gehe in jedes<br />

Unternehmen, das<br />

mich beauftragt –<br />

egal, wo es sitzt«,<br />

erklärt sie. »Wenn<br />

ich einen neuen<br />

Kunden habe, dann<br />

spreche mit den<br />

Leuten und spüre<br />

die Atmosphäre,<br />

die dort vorherrscht.<br />

« Dadurch<br />

erhalte sie bereits<br />

einen Eindruck,<br />

welcher Personentypus<br />

die offene<br />

Stelle füllen könnte. Bei solchen, mitunter<br />

folgenreichen, Entscheidungen vertraue sie<br />

insbesondere auf ihre Lebenserfahrung.<br />

Diese nämlich mache einen guten Headhunter<br />

aus, wie sie erläutert: »Ich kann<br />

Menschen sehr schnell identifizieren, ich<br />

kann sie diagnostizieren. Und dann habe<br />

ich ein Gefühl dafür, was passt oder was<br />

nicht passt«, stellt sie fest. Zwar könne sie<br />

Führungskräfte verstehen, die eine Investition<br />

in einen Headhunter oder Recruiter<br />

scheuen, doch sei eine solche Person ein<br />

nicht zu vernachlässigender Erfolgsfaktor.<br />

Man müsse sich schließlich auch die langfristigen<br />

Kosten ansehen. »Was kostet es<br />

denn, wenn ich jemanden beschäftige, der<br />

nicht so gut passt? Längst nicht jedes Unternehmen<br />

trennt sich von dieser Person, sondern<br />

zieht sie vielleicht sogar jahrelang<br />

mit«, gibt Volz zu bedenken und mahnt<br />

abschließend: »In solchen Fällen hätte man<br />

Elon Musk sucht sich seine<br />

Mitarbeiter selbst aus.<br />

vielleicht doch besser mal einen erfahrenen<br />

Headhunter beschäftigt«. AS (L)<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

31


Erfolg<br />

Superheld und Greatest Showman:<br />

Das Erfolgsgeheimnis des Hugh Jackman<br />

Er hätte auch James Bond werden<br />

können! So erzählt es<br />

Hugh Jackman im Gespräch<br />

mit »Indiewire«. Das allerdings<br />

habe er abgelehnt –<br />

wenn man zwei ikonische Rollen gleichzeitig<br />

spiele, bliebe schließlich kaum<br />

mehr Zeit mehr für andere Projekte, so<br />

seine Begründung.<br />

Es war eine sicherlich unkonventionelle<br />

Entscheidung, die der heutige Superstar<br />

vor über 20 Jahren zu treffen wagte –<br />

seiner Karriere verpasste sie jedoch keinen<br />

Knick. Im Gegenteil, denn statt als<br />

Agent 007 Martini zu trinken, fährt<br />

Jackman nach wie vor seit dem Jahr<br />

2000 als Marvel-Held die Krallen aus<br />

– ein Kindheitstraum für den australischen<br />

Schauspieler, der in seiner Paraderolle<br />

erst kürzlich einen Rekord erzielte:<br />

Mit 1,1 Milliarden Zuschauern<br />

zählt »Deadpool & Wolverine« mittlerweile<br />

zum erfolgreichsten Film mit R-<br />

Rating – also von Filmen, die Jugendliche<br />

in den USA nur in Begleitung eines<br />

Erwachsenen ansehen dürfen. Der<br />

Blockbuster stößt damit die DC-Verfilmung<br />

»Joker« vom Thron, die diesen<br />

Rekord immerhin fünf Jahre innehatte.<br />

Aus Down Under an die Spitze Hollywoods<br />

Für Jackman allerdings ist es nur eine weitere<br />

in einer Reihe von Auszeichnungen,<br />

die er in seiner Laufbahn erhalten konnte:<br />

Denn bereits seine Ausbildung beendet<br />

der Schauspieler, der am 12. Oktober 1968<br />

in Sydney geboren wird, mit einem Award<br />

für den besten Absolventen – ein erstes<br />

Zeichen dafür, dass Jackmans Talent<br />

schon früh für jedermann offensichtlich<br />

ist – und der Auftakt einer fulminanten<br />

Karriere, winkt doch schon kurz nach<br />

dem Abschluss bereits die erste Serienrolle<br />

– und diese macht den Sohn eines<br />

Buchhalters nicht nur auf einen Schlag<br />

landesweit bekannt, sondern gibt auch<br />

seinem Privatleben eine neue Wendung:<br />

Beim Dreh des TV-Mehrteilers »Correlli«<br />

lernt er Debora-Lee Furness kennen; es ist<br />

der Beginn einer Beziehung, die fast 30<br />

Jahre lang andauern wird; erst im Jahr<br />

2023 gab das Paar seine Trennung bekannt.<br />

Doch Rosenkrieg? Fehlanzeige!<br />

32 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Denn selbst bei solchen Ereignissen bleibt<br />

Jackman der Regenbogenpresse gegenüber<br />

professionell, fast schon distanziert.<br />

Und so antwortet er dem Paparazzo, der<br />

mehr über die Ehekrise erfahren will: »Es<br />

fühlt sich nicht richtig an, das auf der<br />

Straße zu besprechen«.<br />

Es ist eine Klarheit, die ihresgleichen<br />

sucht und die Jackman auch in beruflicher<br />

Hinsicht bereits mehrmals Türen<br />

geöffnet hat: Denn noch bevor seine<br />

Fernsehkarriere in den 1990er-Jahren an<br />

Fahrt aufnehmen kann, beginnt der heutige<br />

Star, vielversprechende Engagements<br />

abzulehnen; etwa eine Rolle in der begehrten<br />

Soap-Opera »Neighbours«. Stattdessen<br />

fokussiert sich Jackman auf die<br />

Und doch wäre es zu kurz gegriffen,<br />

Jackman lediglich als Charakterdarsteller<br />

zu bezeichnen, sind es doch gerade die<br />

Blockbuster, die den »Boy from Oz« Anfang<br />

der 2000er zum Hollywoodstar werden<br />

lassen: Dank »Password Swordfish«,<br />

»Van Helsing« und der »X-Men«-Reihe<br />

kann Jackman schnell im Action-Genre<br />

Fuß fassen. Doch nur den Helden zu<br />

spielen, habe ihm nicht genügt, erzählt<br />

der »Sexiest Man Alive« des Jahres 2008<br />

rückblickend gegenüber dem »Indiewire«.<br />

Und so leiht er bald darauf im<br />

Animationsfilm »Happy Feet« dem Pinguin<br />

Memphis seine Stimme, mimt im<br />

Thriller »The Prestige« einen von Ehrgeiz<br />

zerfressenen Zauberkünstler, spielt<br />

im Romantik-Epos »Australia« an der<br />

Hugh Jackman als Curly McLain in<br />

»Oklahoma!« 1999.<br />

»Ich bin Schauspieler geworden, um die<br />

menschliche Natur zu verstehen.«<br />

– Hugh Jackman<br />

Bilder: IMAGO / ZUMA Press Wire (Fred Duval) / Everett Collection (PBS/Courtesy) / ZUMA Press (Twentieth Century Fox) / Capital Pictures (Jay Maidment)<br />

Bretter, die die Welt bedeuten und hat<br />

bald als Musicaldarsteller Erfolg: Für<br />

seine Mitwirkung in der Bühnenversion<br />

von »Die Schöne und das Biest« wird er<br />

mit dem australischen »MO« ausgezeichnet<br />

und auf seine Rolle in »Oklahoma!«<br />

folgt der internationale Durchbruch.<br />

Außerhalb der Norm<br />

Und so dauert es nicht lange, bis Jackman<br />

auch im Fernsehen wieder an Präsenz<br />

gewinnt, sogar den Sprung auf die Leinwand<br />

schafft und kurz darauf über die<br />

Genregrenzen hinaus bekannt wird: Auf<br />

eine romantische Komödie wie »Trucker<br />

mit Herz« folgt mit »Halifax – Afraid of<br />

the Dark« ein düsterer Krimi. Doch so<br />

riskant seine Rollenwahl auch erscheinen<br />

mag – wahllos wirkt sie an keiner Stelle.<br />

Das bekräftigt auch Jackman selbst. Er<br />

suche sich die Engagements danach aus,<br />

ob ihm die Charakterisierung der angebotenen<br />

Rollen zusage, erklärt er. »Ich bin<br />

Schauspieler geworden, um die menschliche<br />

Natur zu verstehen«. Besonders<br />

gerne spiele er daher Charaktere, die sich<br />

außerhalb der Norm bewegten.<br />

Es ist wohl diese Eigenschaft, die den<br />

heutigen Star schnell vom Zuschauerzum<br />

Kritikerliebling werden lässt. Bald<br />

schon regnet es Preise für den mittlerweile<br />

56-jährigen Australier: Für seine<br />

Leistung in der Musicalverfilmung von<br />

»Les Misérables« erhält er etwa einen<br />

Golden Globe als bester Hauptdarsteller<br />

sowie eine Oscarnominierung – einer<br />

seiner bislang größten Erfolge.<br />

Seite von Nicole Kidman und wird<br />

schließlich zum »Greatest Showman« –<br />

eine Rolle, durch die das Allroundtalent<br />

nicht nur an seine Erfolge als Musicalstar<br />

anknüpfen kann, sondern die ihn auch<br />

international in die Charts katapultiert<br />

und ihm im Jahr 2019 sogar den Musikpreis<br />

Grammy beschert.<br />

Alleskönner mit Profil<br />

»Niemand hat jemals einen Unterschied<br />

erzeugt, indem er war, wie alle anderen<br />

auch«. So lautet ein Zitat von P.T. Barnum,<br />

eben jenem berühmten Zirkusartisten, den<br />

Jackman in »The Greatest Showman« porträtiert.<br />

Genauso gut allerdings könnte<br />

dieses Motto auf den Schauspieler selbst<br />

zutreffen – und das liegt nicht allein an seinem<br />

Facettenreichtum, mit dem er seine<br />

Kollegen, Kritiker und Fans gleichermaßen<br />

zu beeindrucken weiß, sondern auch in<br />

Jackmans Entschlossenheit und Zielstrebigkeit<br />

begründet. Diese Eigenschaften<br />

nämlich zeichnen ihn aus – und sie sind<br />

werden nicht nur durch seinen fulminanten<br />

Lebensweg vom australischen Nobody<br />

zum Liebling Hollywoods offensichtlich:<br />

Auch als Gründer der »Laughing Man<br />

Foundation«, einer Wohltätigkeitsorganisation,<br />

die vor allem Kaffeefarmer unterstützt,<br />

hat sie der Ausnahmeschauspieler<br />

bereits mehrmals unter Beweis stellen können.<br />

Kaum zu glauben also, dass es womöglich<br />

nie zu diesem reichweitenstarken<br />

Projekt gekommen wäre – wenn nicht<br />

Hugh Jackman im entscheidenden Moment<br />

den Mut besessen hätte, die Rolle des<br />

James Bond abzulehnen. AS<br />

Hugh Jackman als P. T. Barnum in<br />

»Greatest Showman« 2017.<br />

Hugh Jackman als Wolverine in<br />

»Deadpool & Wolverine« <strong>2024</strong>.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

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Story<br />

Traden wie<br />

ein Profi<br />

Robin Kömel über einen<br />

langfristigen Erfolg an der Börse<br />

Bild: Suricate Trading, Grafiken: Suricate Trading<br />

Mit Trading an der Börse<br />

kann man gut Geld verdienen,<br />

aber man kann<br />

nicht, wie es oft in den<br />

Medien heißt, über<br />

Nacht reich werden. »Kein System der<br />

Welt macht nur Gewinne, es wechseln<br />

sich immer Phasen ab, in denen es nicht<br />

so gut läuft und in denen alles super<br />

funktioniert. Das muss man aushalten<br />

können«, erklärt Robin Kömel, Rohstoff-<br />

Trader, Informatiker und CEO von Suricate<br />

Trading. Deswegen handelt er mit<br />

einem klaren Regelwerk, das zu viel<br />

Emotionalität verhindert.<br />

»Sowohl extreme Euphorie als auch<br />

starke negative Gefühle haben einen<br />

schlechten Einfluss auf die Performance«,<br />

weiß er. Deswegen gelte es, eine Strategie<br />

für den Ein- und Ausstieg sowie für die<br />

Stopp-Setzung zu entwickeln, um das Risiko<br />

klar zu begrenzen und nicht ins Zocken<br />

zu verfallen. Eine solche Strategie<br />

müsse statistisch ausgewertet werden und<br />

Backtesting-erprobt sein. Aus seiner Sicht<br />

gehe es nicht nur um monetären Erfolg,<br />

sondern auch um eine positive Grundeinstellung<br />

für ein besonnenes Trading.<br />

Effizient mit Futures handeln<br />

Beispiel Future-Handel: Hierfür werten er<br />

und sein Team COT-Daten (Commitments<br />

of Traders Daten der US-Behörde CFTC)<br />

aus, die das Verhältnis von Angebot und<br />

Nachfrage erkennen lassen. Der Rohstoff-<br />

Report ermittelt wöchentlich, wie viel von<br />

dem jeweiligen Rohstoff gehandelt wird,<br />

und monatlich anhand des World Agricultural<br />

Supply and Demand Estimates Reports,<br />

wie hoch die Lagerbestände sind.<br />

»Diese Informationen verbinden wir mit<br />

weiteren Werkzeugen, wie Saisonalitäten,<br />

Terminkurven und dem Volume Profile,<br />

um die guten Handelssignale im Markt erkennen<br />

zu können«, erläutert Kömel. Er<br />

zeige auch, in welcher Höhe bestimmte<br />

Händlergruppen im Markt investiert sind.<br />

»Signale auf Basis der Positionierung der<br />

Produzenten aus dem COT-Report funktionieren<br />

sehr gut und geben uns oft den<br />

richtigen Hinweis darauf, wohin der Kurs<br />

in den nächsten Wochen laufen wird«,<br />

erklärt Kömel, »Da die Märkte nicht immer<br />

perfekt dem Signal folgen, handeln<br />

wir immer mit einem Stopp, um unser<br />

Risiko zu begrenzen.« Und er lasse Trades<br />

aus, wenn das Risiko zu groß ist.<br />

Mit kleinem Risiko beginnen<br />

Für den Einstieg ins Future Trading sei<br />

eine gute Ausbildung unerlässlich. Man<br />

setze sich schließlich auch nicht ohne<br />

Führerschein ans Steuer und fahre auf<br />

die Autobahn, meint Robin Kömel. Der<br />

Handel ohne eine Ausbildung führe<br />

meistens zu Verlusten, die vermieden<br />

werden können.<br />

»Für eine langfristige und dauerhafte Performance<br />

ist es ratsam, zuerst Märkte mit<br />

einem kleinen Risiko zu handeln, oder<br />

wenn möglich, auf Minis und Micros auszuweichen.<br />

Ist das Konto bereits angewachsen<br />

und Trading-Erfahrung vorhanden,<br />

kann man auf die großen<br />

Future-Kontrakte umstellen«, rät er. Wichtig<br />

für Einsteiger: Nicht der Preis-Chart sei<br />

entscheidend, sondern die Angebot-Nachfrage-Situation.<br />

Wenn man nur auf den<br />

Preis-Chart schaue, wisse man nie genau,<br />

in welche Richtung der Markt gehen<br />

könnte. »Die kommerziellen Händler sagen<br />

uns, ob der Preis teuer oder günstig ist.<br />

Wir sehen das aktuell bei Orangensaft und<br />

Kakao. Diese Rohstoffmärkte erreichen<br />

seit über einem Jahr immer wieder neue<br />

Höchststände.« MK (L)<br />

Terminkurven Übersicht der Soft-Märkte vom 02.07.<strong>2024</strong> in der Suri-App.<br />

Suri-App Übersicht<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

35


Erfolg<br />

»Das hat sich<br />

angefühlt wie<br />

ein Nachruf«<br />

Grammy-Preisträger Tino Piontek im Interview<br />

über sein Leben als »Purple Disco Machine«<br />

36<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Tino Piontek macht aus Musik<br />

gerne tanzbare Musik. Mit<br />

seinen Disco-Remixes trifft<br />

er offenbar den Nerv mehrerer<br />

Generationen – er feiert<br />

einen Erfolg nach dem anderen und<br />

kann im heimischen Dresden seinen<br />

Grammy abstauben. Dort ist und bleibt<br />

sein Lebensmittelpunkt. Und dort wartet<br />

sein Einfamilienhaus auf ihn, während<br />

er als »Purple Disco Machine« in<br />

der ganzen Welt auf Bühnen steht. In<br />

unserem Interview erzählt er, wie es ist,<br />

als introvertierter Mensch vor Tausenden<br />

Fans zu stehen und wie die Rolling<br />

Stones seinen Remix fanden.<br />

Tino, du bist sehr erfolgreich als DJ und<br />

Produzent. Hast du jemals davon geträumt,<br />

weltweit berühmt zu sein und<br />

Millionen Platten zu verkaufen?<br />

Geträumt nicht, aber man hat in seiner<br />

Jugend ein paar naive Momente. Ende der<br />

1990er-Jahre, mit 18 oder 19 Jahren, war<br />

ich auf der Love Parade und habe diesen<br />

DJ gesehen, der vor einer Million Menschen<br />

stand, ich habe gedacht: »Irgendwann<br />

stehe ich mal da oben.« Aber das<br />

war eigentlich eine jugendliche Naivität<br />

und ich war nie an diesem Punkt zu erkennen,<br />

dass ich jetzt hart dafür arbeiten<br />

muss, um irgendwann dort zu stehen.<br />

Im Laufe der Jahre bin ich immer<br />

Schritt für Schritt gegangen.<br />

Manchmal waren die Schritte<br />

größer, dann habe ich wieder<br />

drei, vier Schritte zurückgemacht.<br />

Aber<br />

wenn ich jetzt die letzten<br />

20 oder 25 Jahre<br />

in einem Zeitstrahl<br />

sehe, ging es trotzdem<br />

eigentlich<br />

immer ein Stück<br />

bergauf.<br />

Bild: Dennis Dirksen<br />

Ich habe viel gelernt und dabei viele Fehler<br />

gemacht. Zum Glück passierten die<br />

meisten Fehler in jungen Jahren, als die<br />

Fallhöhe noch geringer war. Aber ich war<br />

nie an dem Punkt, an dem ich dachte,<br />

jetzt ist mein Traum zerplatzt.<br />

Der Musikproduzent Mousse T. hat in<br />

einer TV-Doku dein außergewöhnliches<br />

Können als Produzent hervorgehoben.<br />

Wie denkst du selbst darüber?<br />

Die meisten Künstler sind ja ihre größten<br />

Kritiker, ich selbst bin auch mein<br />

größter Kritiker und zweifle jeden Song<br />

an. Das liegt vielleicht auch daran, dass<br />

ich von Natur aus eher introvertiert bin<br />

und sehr mit dem hardere, was ich mache.<br />

Ich habe schon ein Hochstapler-<br />

Syndrom und oft das Gefühl, dass ich<br />

eigentlich von dem, was ich gerade mache,<br />

keine Ahnung habe. Ich kann ein<br />

bisschen Instrumente spielen, aber nicht<br />

so richtig gut. Jedes Mal, wenn ich mit<br />

Musikern oder Künstlern im Studio bin,<br />

fällt mir wieder auf, wie talentfrei ich in<br />

gewissen Sachen bin. Auf der anderen<br />

Seite muss ich ja etwas können, sonst<br />

hätte ich es nie so weit geschafft.<br />

Vielleicht habe ich das Talent zu wissen,<br />

was anderen gefällt. Bei mir entsteht ganz<br />

viel im Kopf, ich habe die Melodie im<br />

Kopf, weiß, wie meine Songs klingen sollen.<br />

Und ich kann das anderen scheinbar<br />

so gut erklären, dass sie das für mich umsetzen.<br />

Alles, was bei mir im Studio ein<br />

gewisses Gefühl auslöst, löst zum Glück<br />

bei vielen anderen auch ein Gefühl aus,<br />

vielleicht ist das mein Talent.<br />

Das ist ja ein Glücksfall, du machst also<br />

das, was du magst und verdienst damit<br />

dein Geld?<br />

Definitiv. Auch, wenn man sich bei seiner<br />

Wahl auch mal eines Besseren belehren<br />

lassen muss. Anfang 2020 saßen wir zum<br />

Beispiel mit zehn Leuten zusammen und<br />

haben für das Album »Exotica« Songs vorgehört<br />

und »Hypnotized« war einer davon.<br />

Ich habe ihn zum Schluss vorgespielt<br />

und erklärt, dass ich den mit Sophie gemacht<br />

habe, damals noch eine unbekannte<br />

Künstlerin. Einerseits liebte ich den Song,<br />

andererseits war ich nicht sicher, ob der<br />

aufs Album soll. Ich habe ihn dann eher<br />

beiläufig vorgespiegelt und alle sagten:<br />

»Ey, das ist der beste Song, wir müssen den<br />

als erstes bringen.« Zum Glück habe ich<br />

mich dann überzeugen lassen, den Song<br />

als erste Single zu veröffentlichen. Durch<br />

»Hyptnotize« hat sich nämlich gerade in<br />

Deutschland schon sehr, sehr viel für mich<br />

verändert. Und das war so ein Moment, in<br />

dem ich dachte, dass es manchmal doch<br />

gut ist, eine Meinung von außen zuzulassen<br />

und nicht immer nur an seinem Können<br />

zu zweifeln.<br />

Du tourst durch die Welt und machst<br />

nächtelang Musik in Clubs und auf Festivals,<br />

gerade ist dein neues Album »Paradise«<br />

erschienen. Das klingt nach viel<br />

Glamour. Dein Privatleben scheint dagegen<br />

sehr solide zu sein. Welches<br />

Mindset braucht es dafür?<br />

Ich glaube, dass mein Leben bei Social Media<br />

ein anderes ist als mein reales Leben.<br />

Social Media ist für mich ausschließlich<br />

eine Plattform, um meine Musik zu promoten.<br />

Und viele Follower denken natürlich,<br />

ich lebe nur im Privatjet und Fünf-Sterne-<br />

Hotels. Aber ich glaube, dass sich unser<br />

privates Leben nie wirklich geändert hat.<br />

Wir haben nach wie vor denselben Freundeskreis<br />

– teilweise noch aus der Schulzeit<br />

–, wir leben immer noch in einem ganz<br />

»Manchmal waren die<br />

Schritte größer, dann<br />

habe ich wieder drei, vier<br />

Schritte zurückgemacht.«<br />

— Tino Piontek<br />

normalen Einfamilienhaus in Dresden. Familie<br />

ist mir sehr wichtig. Im Sommerurlaub<br />

waren wir in Österreich auf dem<br />

Campingplatz, ganz schlicht, ganz einfach.<br />

Ich liebe eher dieses schlichte Leben, genieße<br />

aber natürlich trotzdem das Tourleben<br />

und ein wenig Glamour. Aber von Natur<br />

aus mag ich gern das Zurückgezogene<br />

und umgebe mich mit Leuten, die ich mag.<br />

Du sagst von dir selbst, dass du eher introvertiert<br />

bist. Wie passt es dann, als DJ<br />

vor diesen vielen Menschen zu stehen?<br />

Eigentlich überhaupt nicht. Am Anfang<br />

meiner Karriere ging es eher ums Musikmachen.<br />

Ich habe es geliebt, Musik zu produzieren,<br />

auch für andere Künstler. Und<br />

früher war der DJ jemand, der hinten in<br />

der Ecke seine Musik gespielt hat und nie<br />

viel Aufmerksamkeit bekommen hat. In<br />

den letzten 15 Jahren wurde der DJ zum<br />

Popstar und hat immer mehr Aufmerksamkeit<br />

bekommen. Und je mehr das so<br />

wurde, desto weniger habe ich mich in<br />

meiner Haut wohl gefühlt. Es fühlt sich<br />

nach wie vor wie eine Konfrontationstherapie<br />

an, denn auf die Bühne zu gehen, ist<br />

eigentlich komplett gegen meine Natur.<br />

Neulich war ich zum Beispiel beim<br />

Glücksgefühle-Festival und es war nicht<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de 37


Erfolg<br />

einfach, sich vor 40.000 Menschen zu stellen,<br />

ganz alleine. Aber das DJ-Pult vor<br />

mir ist mein Schutzwall, hinter dem ich<br />

mich sicher fühle. Und mittlerweile habe<br />

ich auch das Glück, dass die meisten<br />

Leute zu meinen Shows kommen, um<br />

meine Musik zu hören und ich spiele ja<br />

auch fast ausschließlich meine Musik und<br />

das gibt mir dann Sicherheit, in der ich<br />

mich auch frei bewegen kann.<br />

Du machst aber auch Remixe für Weltstars<br />

wie Elton John oder Lady Gaga.<br />

Welchen Unterschied macht das?<br />

Der letzte große Remix war für die Rolling<br />

Stones, da möchte ich schon, dass es<br />

ihnen gefällt. Die kommen ja aus einer<br />

komplett anderen Musikrichtung, da<br />

macht man sich schon Gedanken. Und<br />

ich weiß noch, die erste E-Mail, die ich<br />

dann von Mick Jagger bekommen habe,<br />

lautete: »Ja, viel Glück beim Remix!« Und<br />

ich dachte: »Oh Gott, mehr Druck kann<br />

man nicht bekommen.« Aber ich versuche<br />

mir dann trotzdem wenig Gedanken<br />

darüber zu machen. Mein Anspruch ist<br />

dabei einfach, die Seele des Originalsongs<br />

beizubehalten und einfach in meinen<br />

Sound zu transformieren, also einen Rolling<br />

Stones-Song auf den Dancefloor zu<br />

bekommen. Das ist mein Anspruch, das<br />

scheint zu funktionieren. Den Rolling<br />

Stones hat meine Version super gefallen.<br />

Von Keith Richards kam dann noch eine<br />

E-Mail, in der stand, dass er seine Gitarrenparts,<br />

die ich weggelassen hatte, doch<br />

gerne wieder im Song haben möchte.<br />

Und wie netzwerkt man in diesen Ebenen<br />

mit diesen ganzen Weltstars? Wie<br />

funktioniert das?<br />

Das ist unterschiedlich. Es gibt Künstler,<br />

die ich nie persönlich getroffen habe,<br />

Lady Gaga zum Beispiel. Dann gibt es<br />

Künstler, die man dann irgendwann persönlich<br />

trifft, wie Kylie Minogue, die ich<br />

ein paar Mal getroffen habe. Mit ihr habe<br />

ich auch für ihr Album einen Tag schon<br />

mal im Studio gesessen. Elton John habe<br />

ich auch nur mal kurz getroffen.<br />

Du hast schon viele Auszeichnungen bekommen<br />

und im vergangenen Jahr für<br />

den Remix von Lizzos »About Damn<br />

Time« sogar einen Grammy gewonnen.<br />

Kannst du diesen Moment beschreiben?<br />

Ich war vorher komplett tiefenentspannt,<br />

weil ein Grammy nie wirklich auf meiner<br />

Bucketlist stand. Ich war glücklich, nominiert<br />

zu sein, habe mir aber auch 0,0<br />

Prozent Chancen ausgerechnet. Wir<br />

dachten, wir fahren nach Los Angeles,<br />

genießen es einfach und haben die Möglichkeit,<br />

Weltstars zu sehen. So richtig<br />

nervös wurde ich in dem Moment, als<br />

mein Name fiel und mir bewusst wurde,<br />

dass ich jetzt auf die Bühne gehen muss,<br />

um dort ein paar Worte zu sagen. Das<br />

hat mir meisten Angst gemacht. Ich bin<br />

extra langsam gegangen und habe die<br />

ganze Zeit überlegt: »Okay, was sage ich,<br />

was sage ich, was sage ich?« Ich habe es<br />

dann relativ kurzgehalten, weil mir auch<br />

nicht viel mehr eingefallen ist.<br />

Ich bin danach für Pressekonferenz und<br />

Interviews hinter die Bühne geführt worden.<br />

Bevor ich überhaupt mit jemandem<br />

sprechen konnte oder Glückwünsche entgegennehmen<br />

konnte, hatte ich erstmal 30,<br />

40 Minuten nur für mich, in denen ich mir<br />

bewusst machen konnte, was das jetzt bedeutet.<br />

Da ging mir meine ganze Karriere<br />

durch den Kopf, auch die Anfänge auf der<br />

Love Parade. Das hat sich angefühlt wie ein<br />

Nachruf, als wäre das jetzt das Ende meiner<br />

Karriere. Das war schon absurd. Es hat<br />

mich ein bisschen schockiert, dass es doch<br />

so viel in mir ausgelöst hat.<br />

Also du hast realisiert, wie erfolgreich<br />

du eigentlich bist?<br />

Die Stationen der letzten Jahre sind so an<br />

mir vorbeigeflogen, ich hatte das vorher<br />

gar nicht richtig realisiert. Ich habe plötzlich<br />

auch an meinen Vater gedacht, der<br />

schon einen sehr großen Anteil daran hat,<br />

weil er genauso musikversessen und -besessen<br />

ist wie ich und wahrscheinlich am<br />

38<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Bilder: IMAGO / Future Image (M. Patzig), Dennis Dirksen<br />

ehesten nachvollziehen kann, was der<br />

Grammy bedeutet. Und ich habe auch<br />

an meine Frau gedacht, die 15 Jahre an<br />

meiner Seite war – von absoluter Erfolglosigkeit<br />

bis jetzt, und die mich jedes<br />

Mal, wenn ich extrem an mir gezweifelt<br />

habe, immer wieder supportet hat. Ich<br />

habe an diese Personen gedacht und<br />

»So richtig nervös wurde<br />

ich in dem Moment, als<br />

mein Name fiel und mir<br />

bewusstwurde, dass ich<br />

jetzt auf die Bühne<br />

gehen muss [...].«<br />

— Tino Piontek<br />

habe mich mit diesen Personen über<br />

mich gefreut. Ich habe mich gefreut,<br />

dass sie sich für mich freuen.<br />

Kannst du dir vorstellen, irgendwann<br />

deine Memoiren zu schreiben? Das ist ja<br />

schon eine interessante Geschichte.<br />

Viele, die mich gut kennen, haben schon<br />

gesagt, ich müsse irgendwann einmal<br />

eine Doku über mein Leben machen. Ich<br />

selber finde mein Leben gar nicht so<br />

spektakulär, aber von außen scheint es ja<br />

wirklich so zu sein. Ich bin ein Kind der<br />

DDR, aus Dresden, eine Stadt, die mit<br />

Musik wirklich nichts am Hut hat. Ich<br />

selber empfinde mein Leben gar nicht<br />

als spannend. Dresden war immer der<br />

rote Faden meines Lebens, Familie und<br />

Freunde – das ist immer gleichgeblieben.<br />

Ich bin nicht nach Los Angeles gezogen,<br />

ich bin nicht in Hollywood und<br />

kein Nachbar von Leonardo DiCaprio.<br />

Ich lebe ein ganz normales Leben,<br />

gehe zum Bäcker wie jeder andere<br />

auch. Aber wer weiß, was noch passiert,<br />

vielleicht gibt es noch Highlights,<br />

die es wert sind, sie<br />

niederzuschreiben.<br />

Und was hast du jetzt noch<br />

vor? Was sind deine Pläne?<br />

Eigentlich ist mein einziger<br />

Plan, weiterhin alles zu genießen.<br />

Ich habe nie eine Liste<br />

gehabt, mir nie vorgenommen,<br />

dass ich nächstes Jahr das oder das<br />

erreichen will, ich habe meine<br />

Erwartungshaltung so gering wie möglich<br />

gehalten. Ich finde, dass Erwartungshaltungen<br />

schwierig sein können, weil das oft<br />

mit Enttäuschung zusammenhängt. Von<br />

daher versuche ich einfach, alles zu genießen.<br />

Ich hoffe, dass ich die Momente, die<br />

ich dann habe, die vielleicht besonders<br />

sind, als besonders in Erinnerung bleiben.<br />

Ich hoffe, dass ich mir auch die Zeit<br />

nehme, so wie beim Grammy. Ohne diese<br />

Zeit hätte ich nie diesen Moment gehabt,<br />

um das wirklich zu verinnerlichen.<br />

Und ich hoffe, dass ich mir diese Momente<br />

gebe, wenn Highlights passieren,<br />

wie zum Beispiel die Veröffentlichung<br />

meines neuen Albums. Ich möchte<br />

verinnerlichen, dass ich damit<br />

etwas für die Ewigkeit geschaffen<br />

habe, das immer auf dieser<br />

Welt sein wird, wofür ich zweieinhalb<br />

Jahre gearbeitet habe.<br />

Ich habe dabei extrem viel über<br />

mich selbst gelernt, weil ich<br />

zum ersten Mal mit anderen Musikern<br />

in meinem Studio gesessen<br />

habe, und an diesem musikalischen<br />

Prozess gewachsen bin.<br />

Ich möchte nicht irgendwann<br />

sagen: »Ich glaube, ich bin jetzt<br />

der geilste Typ und alles was ich anfasse,<br />

wird zu Gold.« Ich hoffe, es wird<br />

so bleiben, dass keiner merkt, dass ich<br />

eigentlich keine Ahnung von dem<br />

habe, was ich da mache. MK<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de 39


Erfolg<br />

TOM<br />

HOLLAND<br />

Spider-Man macht fette Beute<br />

40<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Erfolg<br />

Tom Holland hat es geschafft,<br />

sich in kurzer Zeit einen der<br />

vorderen Plätze in Hollywood<br />

zu sichern. Mit nicht einmal<br />

30 Jahren hat er finanziell ausgesorgt<br />

und führt eine augenscheinlich<br />

gute Beziehung mit seiner Schauspielkollegin<br />

Zendaya. Das klingt nach einem<br />

Leben in Leichtigkeit. Der 1996 in Kingston<br />

upon Thames in England geborene<br />

Schauspieler hat sich in den vergangenen<br />

Jahren zu einem der begehrtesten, männlichen<br />

Darstellern in Hollywood entwickelt.<br />

Seine jugendliche Ausstrahlung und<br />

sein schauspielerisches Können haben<br />

ihn in kurzer Zeit zum Star gemacht, vor<br />

allem in der Rolle des Spider-Man hat er<br />

überzeugen können.<br />

Tom Holland in seiner Paraderolle als Spider-Man<br />

im Film »Spider-Man: Homecoming«, 2017.<br />

Spider-Man klettert nach oben<br />

Holland trat erstmals 2016 in der Rolle<br />

des Spider-Man in »Captain America:<br />

Civil War« auf. Sein dynamisches Spiel<br />

brachte ihm viel Lob ein und machte ihn<br />

schnell zum neuen Aushängeschild des<br />

Marvel Cinematic Universe (MCU).<br />

Seine Interpretation des Charakters Peter<br />

Parker vereint Humor, Verletzlichkeit<br />

und Heldentum, was sowohl Kritiker als<br />

auch Fans begeistert hat.<br />

Bilder: IMAGO / Future Image (J. Bloc) / Cinema Publishers Collection (Chuck Zlotnick)<br />

Hollands Erfolg als Spider-Man wurde<br />

durch die eigenständigen Filme »Spider-<br />

Man: Homecoming« (2017) und »Spider-<br />

Man: Far From Home« (2019) weiter gefestigt.<br />

»Homecoming« erzielte weltweit<br />

mehr als 880 Millionen US-Dollar an den<br />

Kinokassen und erhielt positive Kritiken für<br />

seinen frischen Ansatz zur Superhelden-<br />

Geschichte. Mit »Far From Home« setzte<br />

Holland diesen Erfolg fort, der Film spielte<br />

mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar ein.<br />

Und der Erfolg könnte weitergehen: Im<br />

April verkündete Tom Holland, dass er<br />

auch im vierten Teil der Spider-Man-<br />

Reihe die Hauptrolle spielen wird. Kritiker<br />

bescheinigen ihm, er bringe frischen<br />

Wind in die Reihe, zudem verleihe der<br />

ausgebildete Tänzer der Rolle des Spinnenmannes<br />

mit seinen akrobatischen<br />

Fähigkeiten das gewisse Etwas.<br />

Holland tanzt ganz oben mit<br />

Tom Holland bewegt sich lässig im Hollywood-Universum,<br />

als wäre er schon<br />

immer in der ersten Riege unterwegs.<br />

Neben seinen Erfolgen im Marvel-Universum<br />

hat der 28-Jährige auch in anderen<br />

Genres beeindruckt. In »The Impossible«<br />

(2012) spielte er an der Seite<br />

von Naomi Watts und Ewan McGregor<br />

und wurde für seine Darstellung eines<br />

Jungen inmitten der dramatischen Tsunami-Katastrophe<br />

von 2004 gelobt.<br />

Seine Rollen in »Chaos Walking« (2021)<br />

und »Cherry« (2021) zeigen sein Talent,<br />

sich in verschiedene Charaktere zu verwandeln<br />

und komplexe Emotionen<br />

sichtbar zu machen.<br />

Holland wurde für sein junges Werk für<br />

mehrere Auszeichnungen nominiert, darunter<br />

den BAFTA Rising Star Award,<br />

den Teen Choice Award und den Saturn<br />

Award. Seine schauspielerischen Leistungen<br />

und sein Engagement für die<br />

Rollen machen ihn zu einem der vielversprechendsten<br />

Talente seiner Generation.<br />

»Uncharted«-Regisseur Ruben<br />

Fleischer über die Zusammenarbeit mit<br />

Holland: »Tom ist einfach der aufregendste<br />

und talentierteste Schauspieler<br />

seiner Generation. Er ist auf mühelose<br />

Art charmant und körperlich unglaublich<br />

begabt, sodass er sogar mit vielen<br />

Stuntmännern mithalten kann«, sagte er<br />

in einem Interview mit »filmwelt.de«.<br />

Vermögen wächst schnell<br />

Tom Holland kann sich zurücklehnen,<br />

denn sein Kontostand wird in verschiedenen<br />

Medien auf 16 bis 18 Millionen<br />

US-Dollar geschätzt. Für den ersten<br />

Spider-Man-Film soll er 500.000 US-<br />

Dollar erhalten haben, für die Fortsetzungen<br />

konnte er zwischen 4 und 5<br />

Millionen US-Dollar aushandeln. Auch<br />

Werbeverträge, zum Beispiel mit der<br />

Luxusmarke Prada dürften lukrativ gewesen<br />

sein. Wie hoch Hollands Gagen<br />

inzwischen sein dürften, verriet Schauspielkollege<br />

Tom Hollander in der US-<br />

Talkshow Late Night mit Seth Meyer.<br />

Tom Holland und Tom Hollander wurden<br />

von derselben Agentur betreut.<br />

Durch ein Versehen schickte diese per<br />

E-Mail eine Bonus-Ankündigung für<br />

einen »Avengers«-Film an den falschen<br />

Tom. In der Show verriet dieser, dass es<br />

sich um einen siebenstelligen Betrag gehandelt<br />

habe. Dabei habe er sich zuvor<br />

selbst noch über einen Bonus über<br />

30.000 US-Dollar gefreut. In der E-Mail<br />

habe außerdem noch gestanden, dass<br />

dieser siebenstellige Betrag eine Teilzahlung<br />

sei.<br />

Das Privatleben von Tom Holland scheint<br />

auch auf Grün zu stehen. Der Schauspieler<br />

ist seit dem Sommer 2021 mit Zendya<br />

liiert, Gerüchte über eine Hochzeit machten<br />

vergangenes Frühjahr die Runde. Tom<br />

Holland und Zendaya haben sich 2016<br />

am Set des Films »Spider-Man: Homecoming«<br />

kennengelernt. In dem Film spielte<br />

Tom die Hauptrolle und Zendaya die<br />

Rolle seines Love Interest »MJ«. Aus einer<br />

anfänglichen Freundschaft ist offenbar<br />

mehr geworden. Und die Beziehung<br />

scheint sich auch beruflich positiv auszuwirken:<br />

Bei den MTV Movie & TV<br />

Awards ist Holland im Jahr 2022 für eine<br />

besondere Kategorie nominiert worden:<br />

für den besten Kuss (mit Zendaya). MK<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

41


Leben<br />

Identität<br />

– erfolgreich!<br />

Der unsichtbare Motor hinter dem Erfolg<br />

EIN GASTBEITRAG<br />

VON CHIARA HARTMANN<br />

Was unterscheidet die<br />

erfolgreichsten Menschen<br />

der Welt –<br />

CEOs, Unternehmer,<br />

Innovatoren und Führungskräfte<br />

– von anderen? Es ist ihre<br />

tiefe Klarheit über ihre eigene Identität.<br />

Aber was bedeutet das? Warum ist das<br />

Wissen um die eigene Identität und der<br />

bewusste »Identitätssprung« so entscheidend<br />

für nachhaltigen Erfolg?<br />

Identität ist nicht nur etwas, das man besitzt<br />

oder findet – sie ist ein lebendiger<br />

Prozess, der kontinuierlich wächst und<br />

sich weiterentwickelt. Sie formt sich<br />

durch Lebensereignisse, persönliche Erfahrungen<br />

und bewusste Reflexion. Doch<br />

was passiert, wenn dieses Wachstum blockiert<br />

wird? In solchen Momenten treten<br />

Identitätskrisen, innere Konflikte oder<br />

sogar der Verlust der eigenen<br />

Identität auf. Erfolgreiche Menschen<br />

erkennen diese Herausforderungen<br />

frühzeitig und<br />

begegnen ihnen entschlossen,<br />

weil sie verstehen, dass solche<br />

Hindernisse Chancen für Wachstum<br />

und Lernen darstellen. Identität<br />

beschreibt das tiefere Selbstbild,<br />

die Essenz eines Menschen,<br />

während Persönlichkeit die äußeren<br />

Verhaltensweisen darstellt.<br />

Identität wird in unserer modernen<br />

Welt selten thematisiert, obwohl<br />

sie die Grundlage für jegliches<br />

Handeln und Erfolg ist.<br />

Identitätsbewusstsein – Ein klarer,<br />

strategischer Vorteil<br />

Identität ist mehr als nur eine Rolle,<br />

die man im Leben einnimmt. Sie ist tief<br />

verankert und umfasst das Bewusstsein,<br />

bestimmt also, welche Überzeugungen<br />

und Werte das Handeln bestimmen. Sie<br />

beschreibt, wie man sich selbst sieht und<br />

42<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Leben<br />

Bilder: Depositphotos / matehavitaliy / tinx, E. Chiara Hartmann<br />

wie man in Beziehungen zu anderen<br />

steht. Identität bildet das stabile Fundament<br />

für Entscheidungen im persönlichen<br />

und beruflichen Umfeld. Sie entwickelt<br />

sich stetig weiter, geformt durch<br />

neue Erfahrungen, Herausforderungen<br />

und das Streben nach Wachstum.<br />

Identität ist mehr als<br />

nur eine Rolle, die man<br />

im Leben einnimmt.<br />

Identitätsbewusstsein bedeutet, die eigene<br />

Identität aktiv zu reflektieren und zu verstehen,<br />

statt sie passiv zu erleben. Diese<br />

Klarheit gibt Richtung und erleichtert<br />

Entscheidungen, die authentisch und im<br />

Einklang mit dem inneren Selbst getroffen<br />

werden. Wer sich seiner Identität bewusst<br />

ist, agiert nicht aus Unsicherheit<br />

oder Angst, sondern aus einer tief verwurzelten<br />

inneren Überzeugung.<br />

Der Identitätssprung – Schlüssel für außergewöhnliche<br />

Ergebnisse<br />

Der Identitätssprung ist nicht nur die bewusste<br />

Erkenntnis über das eigene Selbst,<br />

sondern vor allem die Entscheidung, das<br />

volle Potenzial der Persönlichkeit zu entfalten<br />

und bewusst zu nutzen. Es ist der<br />

Moment, in dem man sich von fremdbestimmten<br />

Rollen löst und die Freiheit entdeckt,<br />

die eigene Rolle im Leben aktiv zu<br />

gestalten. Diese Klarheit verleiht nicht nur<br />

innere Sicherheit, sondern auch den Mut,<br />

entschlossen und selbstbestimmt zu handeln.<br />

Menschen, die diesen Sprung wagen,<br />

nutzen ihre Einzigartigkeit, um sich selbst<br />

und andere besser zu verstehen, was ihnen<br />

ermöglicht, langfristig erfolgreicher<br />

zu sein. Erfolgreiche Menschen wissen,<br />

dass es nicht ausreicht, einfach »gut« zu<br />

sein – wahre Exzellenz entspringt aus dem<br />

tiefen Vertrauen in die eigene Identität.<br />

Sie verstehen, dass ihr Identitätsbewusstsein<br />

der Schlüssel zu ihrem Erfolg ist und<br />

dass sie dadurch in der Lage sind, mutige<br />

Entscheidungen zu treffen.<br />

Warum ist der Identitätssprung<br />

entscheidend?<br />

Klarheit und Fokus entstehen bei Menschen,<br />

die ihre Identität genau kennen.<br />

Sie besitzen einen inneren Kompass, der<br />

ihnen Orientierung gibt und ihre Entscheidungen<br />

leitet. Diese basieren auf<br />

tief verankerten Werten und klar definierten<br />

Zielen, was ihnen eine eindeutige<br />

Richtung im Leben gibt. Gleichzeitig<br />

verkörpern sie Authentizität und Glaubwürdigkeit,<br />

da sie sich ihrer selbst und<br />

ihrer inneren Stärke bewusst sind. Dies<br />

macht sie zu vertrauenswürdigen Führungspersönlichkeiten,<br />

die auch Teams<br />

und Partner inspirieren.<br />

Auch in schwierigen Zeiten zeigen solche<br />

Menschen Resilienz. Herausforderungen<br />

gehören zum Leben dazu, aber wer sich<br />

seiner Identität bewusst ist, bleibt selbst in<br />

den turbulentesten Momenten stabil und<br />

nutzt Rückschläge als Gelegenheit zur<br />

Weiterentwicklung. Es ist wichtig zu verstehen,<br />

dass persönliches Wachstum ein<br />

fortlaufender Prozess ist, der niemals endet.<br />

Der Identitätssprung – das bewusste<br />

Erkennen und Entfalten der eigenen Identität<br />

– ist kein einmaliges Ereignis, sondern<br />

eine lebenslange Entwicklung. Erfolgreiche<br />

Menschen wissen, dass ihre Identität flexibel<br />

bleiben muss, um sich an veränderte<br />

Umstände anzupassen, ohne ihre Authentizität<br />

zu verlieren. Veränderungen sehen<br />

sie als wertvolle Gelegenheiten für persönliches<br />

und berufliches Wachstum.<br />

Die bewusste Entscheidung für Erfolg<br />

Erfolg beginnt im Inneren, nicht im<br />

Außen. Oft sind es unsere eigenen negativen<br />

Gedanken, die uns vom Erfolg abhalten.<br />

Erfolgreiche Menschen haben die<br />

bewusste Entscheidung getroffen, ihre<br />

Gedanken zu lenken, statt sich von ihnen<br />

beherrschen zu lassen. Sie wissen, dass ihr<br />

Erfolg eng mit ihrer Identität verbunden<br />

ist. Sie haben nicht nur ihre wahre Persönlichkeit<br />

entdeckt, sondern auch den<br />

Mut entwickelt, diese voll auszuleben.<br />

Wenn Sie den nächsten Schritt in Ihrer<br />

Karriere, Ihrem Unternehmen oder in<br />

Ihrem Leben machen wollen, beginnt alles<br />

mit der Frage: Wer bin ich wirklich?<br />

Sind Sie bereit, Ihr volles Potenzial zu<br />

entfalten und Ihre Identität bewusst zu<br />

nutzen, um erfolgreicher zu sein? Der<br />

Identitätssprung ist der Moment, der alles<br />

verändert.<br />

Die Autorin<br />

Chiara Hartmann, bekannt als »Die<br />

Profilerin«, ist Expertin für menschliches<br />

Verhalten und Kommunikation.<br />

Sie unterstützt Top-Manager dabei, ihr<br />

Potenzial zu entfalten.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

43


Erfolg<br />

MILEY<br />

CY<br />

RUS<br />

Auf der Abrissbirne<br />

zur Legende<br />

44<br />

www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


Buchtipps<br />

Bild: IMAGO / USA TODAY Network (Robert Hanashiro)<br />

Es war einmal ein Mädchen namens<br />

Destiny Hope, das am 23.<br />

November 1992 in Tennessee<br />

zur Welt kam. Ihr Geburtsname<br />

wird heutzutage aber den wenigsten<br />

noch etwas sagen – im Alter von<br />

15 Jahren ließ sie ihn nämlich offiziell ändern.<br />

Das geschah aufgrund eines Spitznamens,<br />

der ihr wegen ihres ständigen<br />

Lächelns gegeben wurde – »Smiley«. So<br />

wurde aus Destiny Hope »Miley Ray Cyrus«<br />

und die Geschichte des wohl skandalösesten<br />

Disney-Sternchens begann.<br />

Der geborene Kinderstar<br />

Ihre spätere Karriere wurde ihr dabei schon<br />

in die Wiege gelegt – oder mit Cyrus’ Worten:<br />

»Ich bin in einem verdammten Tourbus<br />

aufgewachsen«. Ihr Vater ist Country-<br />

Musiker Billy Ray Cyrus, ihre Mutter<br />

Filmproduzentin Leticia »Tish« Jean Finley.<br />

Durch ihren Vater, der sie 2001 zu einer<br />

Aufführung von »Mamma Mia!« mitgenommen<br />

hatte, stand für die junge Cyrus<br />

schon früh fest: »Das ist es, was ich tun will.<br />

Ich will Schauspielerin sein.«<br />

»Zu einem Zeitpunkt […]<br />

war ich wahrscheinlich<br />

die am schlechtesten<br />

bezahlte Person in meiner<br />

Besetzung, weil ich es<br />

nicht besser wusste.«<br />

– Miley Cyrus<br />

Mit elf Jahren sandte sie ein Casting-<br />

Filmband an den Disney Channel für die<br />

Serie, die alles verändern sollte – »Hannah<br />

Montana«. Allerdings wollte Cyrus<br />

ursprünglich nur eine Nebenrolle übernehmen.<br />

Die Produzenten selbst schlugen<br />

ihr dann vor, sich doch besser auf die<br />

Hauptrolle zu bewerben – nur, um sie ein<br />

wenig später doch abzulehnen, weil sie zu<br />

jung sei. Dank ihrer Beharrlichkeit bekam<br />

Cyrus schlussendlich aber doch die<br />

Hauptrolle »Miley Stewart« angeboten,<br />

die tagsüber die Schule besucht und<br />

abends dank blonder Perücke als »Hannah<br />

Montana« die Bühne rockt.<br />

Millionärin mit 15<br />

Seit die erste »Hannah Montana«-Folge<br />

Anfang 20<strong>06</strong> auf rund fünf Millionen Bildschirmen<br />

lief, galt Cyrus als größter Kinderstar<br />

der Welt. Trotz 12-Stunden-Drehtagen<br />

und wenig Zeit für Freundschaften<br />

war Cyrus einfach nur stolz, ein Teil der<br />

Disney-Welt geworden zu sein. Anfangs<br />

hatte das Konto der Hauptdarstellerin jedoch<br />

nicht besonders viel von diesem<br />

»Die Wertformel«<br />

von Julian Hosp<br />

256 Seiten, erschienen: Juni <strong>2024</strong><br />

FinanzBuch Verlag, ISBN: 978-3-959-72799-0<br />

Erfolgreich zu sein, sowohl im Beruflichen als auch im Privaten,<br />

das schaffen die wenigsten. Julian Hosp gelingt der Spagat zwischen<br />

erfolgreicher Unternehmer und Investor und als Ehemann<br />

und Vater. Dieses Buch ist ein Wegweiser für außergewöhnliche<br />

Resultate in Finanzen, Unternehmertum und im Privatleben.<br />

»Lexikon des Erfolgs«<br />

von Egon Freitag<br />

600 Seiten, erschienen: August <strong>2024</strong><br />

UTB GmbH, ISBN: 978-3-825-26248-8<br />

In diesem Buch zeigt Ihnen Johanna E. Kappel, wie Sie das<br />

ständige Grübeln ablegen und Ihre Gedanken in eine positive<br />

Richtung lenken können. Die negativen Gedanken in den<br />

Griff zu bekommen ist ein Lernprozess, der in diesem Buch<br />

Schritt für Schritt durchlaufen wird.<br />

»Power«<br />

von Robert Greene<br />

256 Seiten, erschienen: Mai <strong>2024</strong><br />

Carl Hanser Verlag, ISBN: 979-3-446-48203-6<br />

Diese limitierte Sonderausgabe von Robert Greene präsentiert<br />

den Machiavelli des 21. Jahrhunderts in besonders edler Ausstattung.<br />

Kompakt und einprägsam formuliert dieses Buch 48<br />

Gesetze, die Sie nach oben in Ihre Macht bringen – oder vor<br />

dem Absturz bewahren.<br />

»Rebel Mind«<br />

von Peter Kreuz<br />

224 Seiten, erschienen: Mai <strong>2024</strong><br />

Rebel Mind Media, ISBN: 978-3-982-61701-5<br />

Dieses Buch von Bestsellerautor und Managementvordenker Peter<br />

Kreuz ist ein leidenschaftliches, inspirierend-freches Plädoyer für<br />

den intelligenten Bruch mit einem So-macht-man-das-halt-normalerweise-Leben.<br />

Er zielt mit 33 Impulsen auf Herz und Kopf seiner<br />

Leser, damit diese losziehen, um ihren eigenen Weg zu gehen.<br />

»Unwritten«<br />

von Karo Kauer<br />

176 Seiten, erschienen: Juli <strong>2024</strong><br />

ZS, ISBN: 978-3-965-84396-7<br />

In ihrem Buch erlaubt Karo Kauer den Blick hinter die Kulissen<br />

ihres Unternehmens und ihres Lebens, erzählt von ihrer Kindheit,<br />

dem Aufwachsen in einfachen Verhältnissen und den<br />

Träumen. Sie berichtet von Höhen und Tiefen, wie es gelingt,<br />

sich selbst zu motivieren neu und kreativ das Leben zu meistern.<br />

Cover: FinanzBuch Verlag, UTB GmbH, Carl Hanser Verlag, Rebel Mind Media, ZS<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> <strong>06</strong>/<strong>2024</strong><br />

45


Erfolg<br />

Ruhm, wie sie 2016 in einem Interview mit<br />

»Elle« zugab: »Zu einem Zeitpunkt […]<br />

war ich wahrscheinlich die am schlechtesten<br />

bezahlte Person in meiner Besetzung,<br />

weil ich es nicht besser wusste.«<br />

Miley Cyrus bei ihrem Silvester-Auftritt<br />

am Times Square in New York, 2013.<br />

Erst später soll ihre Mutter Leute engagiert<br />

haben, die sich um das finanzielle Wohl<br />

ihrer Tochter kümmern. Dadurch wurden<br />

im Laufe der Serie bis zu 15.000 US-Dollar<br />

pro »Hannah Montana«-Folge möglich.<br />

Mit einem Einkommen von rund 25 Millionen<br />

US-Dollar soll Cyrus 2008 sogar der<br />

reichste Teenager der Welt gewesen sein –<br />

mit gerade einmal 15 Jahren.<br />

Goodbye, Hannah!<br />

Ein paar Staffeln später fing die blonde<br />

Hannah-Montana-Fassade allerdings an zu<br />

bröckeln: Das Musikvideo zu ihrem Song<br />

»Can’t Be Tamed«, in dem sie in viel Federn<br />

und nackter Haut in einem Vogelkäfig tanzt,<br />

sorgte 2010 für großes Aufsehen. Cyrus<br />

wollte sich neu erfinden – weg vom Pop-<br />

Sternchen-Image. »Ich kann meine Karriere<br />

nicht auf Sechsjährigen aufbauen«, erklärte<br />

die Sängerin damals. Sie sei einfach aus<br />

ihrer Rolle rausgewachsen. Was jedoch zu<br />

diesem Zeitpunkt noch niemand wusste:<br />

Das sollte erst der Anfang sein.<br />

Miley Cyrus als<br />

Hannah Montana,<br />

2007.<br />

Miley Cyrus mit ihren Eltern Billy Ray Cyrus<br />

und Tish Cyrus, 2019.<br />

Ein wenig später tanze sie in sehr eindeutigen<br />

Posen neben – und an – »Blurred<br />

Lines«-Sänger Robin Thicke auf der<br />

Bühne der MTV Video Music Awards<br />

2013. Der endgültige Abschied von<br />

»Hannah Montana« folgte dann kurz darauf<br />

– im wahrsten Sinne des Wortes –<br />

mit einer Abrissbirne. Und einer splitterfasernackten<br />

Miley Ray Cyrus. Ganze 19<br />

Millionen Aufrufe hatte das Musikvideo<br />

zu »Wrecking Ball« nach 24 Stunden,<br />

nach sechs Tagen waren es bereits 100<br />

Millionen. Quasi über Nacht verwandelte<br />

sich »Hannah Montana« in die<br />

»Sexbombe Miley Cyrus«. »Ich werde für<br />

immer das nackte Mädchen auf der Abrissbirne<br />

sein«, erkannte die Sängerin in<br />

der »Zach Sang Show«. »Das ist etwas,<br />

was man nie wieder loswird.«<br />

Die damit verbundene Aufmerksamkeit<br />

hatte jedoch auch Vorteile: Im darauffolgenden<br />

Jahr wurde Cyrus von MTV<br />

zur Künstlerin des Jahres ernannt und<br />

auch in der Forbes-Liste der einflussreichsten<br />

Persönlichkeiten des Jahres<br />

2014 tauchte sie auf Platz 17 auf. Forbes<br />

schrieb dazu: »Das letzte Mal stand sie<br />

auf unserer Liste, als sie noch im Geld<br />

von Hannah Montana schwamm. Jetzt<br />

ist die Popsängerin erwachsen und sorgt<br />

auf Schritt und Tritt für Kontroversen.«<br />

Die Ruhe nach dem Sturm<br />

Mit ihrer 2023 veröffentlichten Selbstliebe-<br />

Hymne »Flowers« und dem zugehörigen<br />

»Wenn man ein interessantes Leben hat, kann man<br />

auch interessante Geschichten erzählen. Ich treffe<br />

Entscheidungen, auf die ich stolz bin und die mich<br />

beschützen.« – Miley Cyrus<br />

achten Studioalbum »Endless Summer<br />

Vacation« geht die 31-Jährige es nun wieder<br />

ruhiger an und feiert auch damit Erfolge.<br />

Die Single stieg sofort auf Platz eins<br />

der Billboard Hot 100 ein und hielt sich<br />

dort ganze acht Wochen lang. Auch auf<br />

Spotify und im US-Radio brach der Song<br />

2023 reihenweise Rekorde und erhielt <strong>2024</strong><br />

schließlich zwei Grammy Awards.<br />

Aber auch ihre Arbeit an »Hannah Montana«<br />

ist noch lange nicht vergessen: Im<br />

August <strong>2024</strong> wurde Cyrus als Disney-Legende<br />

ausgezeichnet, die mit ihrer Karriere<br />

einen außerordentlichen Beitrag zu<br />

den Disney-Filmen geleistet hat. Der ehemalige<br />

Kinderstar ist somit die jüngste<br />

Person, die jemals diesen Titel erhalten<br />

hat. »Ich stehe hier und bin noch immer<br />

stolz, Hannah Montana gewesen zu sein«,<br />

betonte Cyrus in ihrer Dankesrede und<br />

widmete den Preis ihrem Alter Ego.<br />

Der Name »Miley Cyrus« wird wohl für<br />

immer mit der blonden Perücke, aber<br />

auch mit einer Menge Skandalen in Verbindung<br />

gebracht werden. Sie selbst<br />

scheint das jedoch nicht zu stören. Der<br />

Vogue erzählte Cyrus, dass sie ihre Vergangenheit<br />

als Teil von sich sehe, der ihr<br />

geholfen habe, der Mensch zu werden,<br />

der sie heute ist. »Wenn man ein interessantes<br />

Leben hat, kann man auch interessante<br />

Geschichten erzählen. Ich treffe<br />

Entscheidungen, auf die ich stolz bin und<br />

die mich beschützen.« Für Cyrus steht<br />

heute fest: An erster Stelle soll in Zukunft<br />

nur noch sie selbst stehen. LT<br />

Bilder: IMAGO / UPI Photo / ZUMA Press Wire / APress<br />

46 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


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<strong>2024</strong><br />

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Bild: Depositphotos / Rawpixel<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

47


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48 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Top Experten<br />

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Bei der Benennung von »Top Experten« handelt es sich um eine redaktionelle<br />

Entscheidung des <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong>s. Die Redaktion sichtet regelmäßig<br />

Profile von Marktteilnehmern und prüft die Personen unter Zuhilfenahme<br />

öffentlich einsehbarer Informationen hinsichtlich fachlicher Qualifikation,<br />

Veröffentlichungen, Kundenbewertungen und Dauer der Tätigkeit. Nur<br />

natürliche Personen können als »Top Experten« benannt werden.<br />

Hierbei handelt es sich um die<br />

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Die gesamte Liste finden Sie unter<br />

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Bild: Depositphotos/depositedhar<br />

Makler Nachfolger Club e.V.<br />

INITIATIVE<br />

WACHSTUM<br />

NSC Management & Beratung GmbH<br />

Partnerunternehmen der Initiative Wachstum bekennen sich auch in<br />

Krisenzeiten zum Wirtschaftsstandort Deutschland, wollen diesem zu<br />

weiterem Wachstum verhelfen, sehen Investitionen als unternehmerische<br />

Verantwortung und sind bereit, auch weiterhin Arbeitsplätze<br />

in Deutschland zu schaffen und zu erhalten.<br />

<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />

49


<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Brand Ambassadors<br />

INSTAGRAM<br />

BRAND AMBASSADORS<br />

BMotivation<br />

Mindsetmillionairs<br />

Bild: Privat<br />

@bmotivation_de<br />

Unser Motto »Spreading the<br />

good vibes« richtet sich an<br />

Menschen, die einen Traum haben,<br />

jedoch noch nicht das richtige<br />

Mindset besitzen, um diesen<br />

zu verwirklichen. Wenn Du<br />

Dich für Persönlichkeitsentwicklung<br />

interessierst, dann schaue<br />

gerne bei uns vorbei!<br />

Maciej und Benny<br />

Bild: Privat<br />

@mindsetmillionairs<br />

Anfangs ging es mir genauso wie<br />

vielen von euch, ich hatte keine<br />

Ahnung, was ich in meinem Leben<br />

erreichen will. Genau aus diesem<br />

Grund ist diese Instagram-Seite<br />

entstanden. Menschen helfen und<br />

ihre Probleme lösen hatte nun die<br />

höchste Priorität in meinem Leben.<br />

Schreibe mir eine Nachricht<br />

und ich erzähle dir mehr darüber.<br />

Patrick Weiss<br />

Wissensmindset<br />

Bild: Axel Koop<br />

@weiss.zitate<br />

Willkommen bei »weiss.zitate«!<br />

Ich bin Patrick Weiss, Gründer<br />

dieses Kanals, der sich auf Weisheiten<br />

und Zitate zu Liebe, Selbstbewusstsein<br />

und Motivation konzentriert.<br />

Tauche ein in eine Welt<br />

der inspirierenden Gedanken und<br />

lasse dich von der kraftvollen Verbindung<br />

von Ästhetik und Botschaften<br />

begeistern.<br />

Bild: Privat<br />

@wissensmindset<br />

Um meinen Traum zu verwirklichen,<br />

musste ich mich von meiner<br />

alten Identität lösen. Mit Entschlossenheit<br />

und Ausdauer<br />

wagte ich den Sprung ins Ungewisse,<br />

um das Leben zu führen,<br />

von dem ich immer geträumt<br />

habe. Der Gedanke, ein außergewöhnliches<br />

Leben zu führen, hat<br />

mich stets begleitet.<br />

affirmationsinsel<br />

Erfolgsflieger<br />

Bild: Privat<br />

@affirmationsinsel<br />

Herzlich Willkommen auf der Insel<br />

der Affirmationen! Entdecke eine<br />

Schatztruhe voller positiver Sprüche<br />

und kraftvoller Affirmationen, die<br />

dir helfen, eine positive Denkweise<br />

zu entwickeln. Lass dich inspirieren<br />

und bereichere dein Leben mit Optimismus<br />

und Selbstliebe. Tauche<br />

ein in eine Welt voller Motivation!<br />

Beste Grüße, Franzi<br />

Bild: Privat<br />

@erfolgsflieger<br />

Deine tägliche Quelle für Inspiration<br />

rund um finanzielle<br />

Freiheit und digitalen Erfolg.<br />

Entdecke motivierende Zitate,<br />

wertvolle Ratschläge für digitales<br />

Business und anregende<br />

Sprüche, die zum Nachdenken<br />

führen. Steige ein und werde<br />

zum Erfolgsflieger.<br />

50 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin


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