ERFOLG Magazin Ausgabe 06-2024
ERFOLG: VERONA POOTH: Im Interview „Manche verwechseln Erfolg mit Auffallen“; MICHAEL EHLERS: über Stefan Raab – zurück im Ring; PURPLE DISCO MACHINE: Tino Piontek im Interview über sein Leben als DJ; STORY: ROBIN KÖMEL: Traden wie ein Profi; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Elon Musk will auf den Mars; BIYON KATTILATHU: Ein Hater braucht Liebe WISSEN: MICHAEL JAGERSBACHER: Kamala Harris – Der Trumpf der Demokraten; REGINA VOLZ: Recruting á la Elon Musk; LEBEN: CHIARA HARTMANN: Identität – erfolgreich!; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, Erfolg Magazin 100 Top Unternehmer 2024; BEST OF WEB
ERFOLG: VERONA POOTH: Im Interview „Manche verwechseln Erfolg mit Auffallen“; MICHAEL EHLERS: über Stefan Raab – zurück im Ring; PURPLE DISCO MACHINE: Tino Piontek im Interview über sein Leben als DJ; STORY: ROBIN KÖMEL: Traden wie ein Profi; EINSTELLUNG: RAINER ZITELMANN: Elon Musk will auf den Mars; BIYON KATTILATHU: Ein Hater braucht Liebe WISSEN: MICHAEL JAGERSBACHER: Kamala Harris – Der Trumpf der Demokraten; REGINA VOLZ: Recruting á la Elon Musk; LEBEN: CHIARA HARTMANN: Identität – erfolgreich!; SONSTIGES: NEWS: Aktuelle News aus der Erfolgswelt, Erfolg Magazin Brand Ambassadors, Erfolg Magazin Top Experten, Erfolg Magazin 100 Top Unternehmer 2024; BEST OF WEB
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HUGH JACKMAN: SUPERHELD UND GREATEST SHOWMAN<br />
6/ <strong>2024</strong><br />
KAMALA<br />
HARRIS<br />
DER TRUMPF DER<br />
DEMOKRATEN?<br />
DAS GROSSE<br />
COMEBACK VON<br />
STEFAN RAAB<br />
MILEY<br />
CYRUS<br />
AUF DER ABRISS-<br />
BIRNE ZUR LEGENDE<br />
Verleger<br />
Julien Backhaus<br />
über Show-Größen<br />
PURPLE DISCO<br />
MACHINE<br />
IM INTERVIEW<br />
ÜBER SEIN<br />
LEBEN ALS DJ<br />
Bilder: Anelia Jeneva, Jun Kim, Depositphotos / ellandar<br />
Verona<br />
BACKHAUS VERLAG 5 €<br />
ÖSTERREICH 5,60 € |SCHWEIZ 8,00 CHF<br />
Pooth<br />
IM INTERVIEW<br />
Bilder: Dieter asd Roosen / Roosen Photography, Oliver Reetz, Dennis Loos<br />
REGINA VOLZ<br />
RECRUITING<br />
À LA ELON MUSK
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Editorial<br />
Impressum<br />
<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> ISSN 25057342<br />
Verlag BACKHAUS Verlag GmbH ist ein Unternehmen<br />
der Backhaus Mediengruppe Holding GmbH,<br />
Geschäftsführender Gesellschafter<br />
Julien Backhaus<br />
Redaktion/Grafik <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong><br />
Chefredakteur (V. i. S. d. P.): Julien Backhaus<br />
Redaktion: Martina Karaczko,<br />
Anna Seifert, Lea Trägenap<br />
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Objektleitung: Judith Iben<br />
Layout und Gestaltung: Judith Iben,<br />
Stefanie Schulz, Christina Meyer<br />
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Onlineredaktion<br />
E-Mail: info@backhausverlag.de<br />
Herausgeber, Verleger:<br />
Julien Backhaus<br />
Zum Flugplatz 44 | D-27356 Rotenburg<br />
Telefon: (0 42 68) 9 53 04 91<br />
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Neuer Höltigbaum 2 | D-22143 Hamburg<br />
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Autoren (Verantwortliche i. S. d. P.)<br />
Die Autoren der Artikel und Kommentare im <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong><br />
sind im Sinne des Presserechts selbst verantwortlich.<br />
Die Meinung der Autoren spiegelt nicht unbedingt<br />
die Meinung der Redaktion wider. Trotz sorgfältiger<br />
Prüfung durch die Redaktion wird in keiner Weise Haftung<br />
für Richtigkeit geschweige denn für Empfehlungen<br />
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Vervielfältigung oder<br />
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Das nächste Heft<br />
erscheint am<br />
16. Dezember <strong>2024</strong><br />
Julien Backhaus<br />
Verleger und<br />
Herausgeber<br />
Künstlerin und Unternehmerin<br />
– so kam Verona Pooth nach ganz oben<br />
Sie gehört wahrscheinlich zu den interessantesten<br />
Frauen im deutschen Show-<br />
Business. Sagenumwoben wäre das falsche<br />
Wort, aber viele Geschichten<br />
ranken sich um die kecke Hamburgerin.<br />
Bekannt, wohlhabend und erfolgreich<br />
war sie schon sehr früh, noch bevor sie<br />
einen gewissen Hamburger Musikproduzenten<br />
kennenlernte. Doch das rückte sie<br />
noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit.<br />
Wer ist diese Frau? Sie posierte<br />
in den USA als Miss neben Donald<br />
Trump, hatte ein Modeatelier, trat in der<br />
ganzen Republik mit ihrer Band auf und<br />
bekam für ihren Song 1990 sogar eine<br />
Goldene Schallplatte. Wahrscheinlich<br />
half ihr die Show-Erfahrung, als sie<br />
plötzlich im Blitzlichtgewitter stand und<br />
jeder sie wollte – für Auftritte, Fernsehshows,<br />
Interviews und vieles mehr. Denn<br />
sie meisterte ihre Karriere stets mit eiserner<br />
Disziplin und fokussierte sich auf<br />
ihre Ziele. Wenn sie merkte, dass etwas<br />
aus dem Ruder lief, zog sie die Reißleine.<br />
Wie damals bei ihrer Fernsehshow<br />
»Peep!«, die ihr zu anzüglich wurde. Ihren<br />
Ruf beschützte sie damals wie heute. Nun<br />
hat sie eine weitere Mission entdeckt: Sie<br />
will auch andere Menschen stark machen.<br />
Mit ihren Bestseller-Büchern hat sie<br />
damit schon vor Jahren begonnen. Und<br />
erst kürzlich trat sie vor 10.000 Menschen<br />
bei Greator auf – die Rückmeldungen<br />
aus dem Publikum überwältigten<br />
selbst die erfahrene Werbeikone. Einfach<br />
mal machen, diese Einstellung nehmen<br />
wohl viele mit, die Verona Pooth zuhören.<br />
Wir haben uns in Düsseldorf getroffen,<br />
um über die Vergangenheit und die<br />
Zukunft zu sprechen. Lernen kann man<br />
aus jedem ihrer Sätze etwas.<br />
Ein großes Comeback legte unlängst<br />
Show-Titan Stefan Raab hin. Mit seinem<br />
Boxkampf trumpfte er nach Jahren der<br />
Abstinenz groß auf, mit seiner Show auf<br />
RTL+ »Du gewinnst hier nicht die Million<br />
bei Stefan Raab« fährt er Rekorde<br />
ein. Kommunikationsexperte Michael<br />
Ehlers nimmt die Strategie des Comebacks<br />
genau unter die Lupe. Jemand, der<br />
sich ebenfalls mit großen Shows auskennt,<br />
ist Tino Piontek, besser bekannt<br />
als »Purple Disco Machine«. Einer der<br />
erfolgreichsten DJs überhaupt verrät, ob<br />
er berühmt werden wollte und was Erfolg<br />
für ihn bedeutet.<br />
Viel Vergnügen beim Lesen<br />
Ihr Julien Backhaus<br />
Bild: Daniela Schenk
INHALT 6/<strong>2024</strong><br />
Das aktuelle <strong>Magazin</strong><br />
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Erfolg<br />
8 »Manche Leute verwechseln Erfolg mit Auffallen«<br />
Verona Pooth im Interview<br />
18 Raab zurück im Ring! Das sagt Rhetorik-Experte<br />
Michael Ehlers zum Comeback<br />
24 Selena Gomez: Nicht perfekt, aber echt<br />
32 Hugh Jackman: Superheld und Greatest Showman<br />
36 »Das hat sich angefühlt wie ein Nachruf«<br />
Purple Disco Machine im Interview<br />
40 Tom Holland: Spider-Man macht fette Beute<br />
44 Miley Cyrus: Auf der Abrissbirne zur Legende<br />
Leben<br />
42 Identität – erfolgreich!<br />
Der unsichtbare Motor hinter dem Erfolg<br />
Chiara Hartmann<br />
Einstellung<br />
8<br />
Verona Pooth<br />
im Interview<br />
20 Elon Musk will auf den Mars<br />
Dr. Dr. Rainer Zitelmann<br />
26 »Ein Hater braucht Liebe«<br />
Biyon Kattilathu im Interview<br />
Wissen<br />
16 Kamala Harris: Der Trumpf der Demokraten?<br />
Michael Jagersbacher<br />
30 Regina Volz: Recruiting à la Elon Musk<br />
4 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
<strong>ERFOLG</strong><br />
D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E magazin<br />
Story<br />
Bilder: Anelia Jeneva, IMAGO / USA TODAY Network (Robert Hanashiro) / ZUMA Press Wire (Fred Duval), Stephan Schmick<br />
44<br />
Miley Cyrus<br />
Auf der Abrissbirne<br />
zur Legende<br />
35 Traden wie ein Profi<br />
Robin Kömel über einen langfristigen<br />
Erfolg an der Börse<br />
Sonstiges<br />
6 Aktuelles<br />
45 Buchtipps<br />
47 Die <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Top 100 Unternehmer <strong>2024</strong><br />
48 Best of Web:<br />
Schauen Sie doch mal online rein<br />
49 Die <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Top Experten und<br />
<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Initative Wachstum<br />
50 Die <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Brand Ambassadors<br />
26<br />
Biyon Kattilathu<br />
im Interview<br />
32<br />
Hugh Jackman<br />
Superheld und<br />
Greatest Showman<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de 5
Aktuelles<br />
Aktuelle News aus der Erfolgswelt<br />
Acht Jahrzehnte Michael Douglas<br />
Der Oscar-, Golden-Globe- und Emmy-Preisträger Michael<br />
Douglas feierte am 25. September seinen 80. Geburtstag.<br />
Vor ganzen 55 Jahren gab er in »Hail, Hero!« sein Leinwanddebüt,<br />
wofür er auch gleich seine erste Golden-Globe-Nominierung<br />
erhielt. Weltweite Bekanntheit erlangte er dann 1975<br />
mit der Entgegennahme eines Oscars für die Produktion des<br />
Dramas »Einer flog über das Kuckucksnest«. Es folgten unter<br />
anderem preisgekrönte Auftritte in »Die Straßen von San Francisco«,<br />
»Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll« und »Wall<br />
Street« und mehrere Auszeichnungen für sein Lebenswerk.<br />
Ein Stern für den Dark Knight<br />
Batman durfte sich am 26. September als<br />
erster Superheld über einen Stern auf dem<br />
Walk of Fame freuen. Bei der Enthüllung der<br />
2.790. Sternenplakette waren nicht nur DC-<br />
Comics-Präsident Jim Lee und der Schauspieler<br />
Burt Ward, der in den 1960er Jahren in der<br />
Serie »Batman« den jungen Begleiter Robin<br />
verkörperte, sondern auch Batman höchstpersönlich<br />
anwesend. Damit reiht er sich neben<br />
Comic-Größen wie Mickey Maus, Bugs Bunny<br />
oder Snoopy ein. Das wurde auch allerhöchste<br />
Zeit: Der dunkle Ritter sorgt in Gotham schon<br />
seit 1939 für Recht und Ordnung und feierte<br />
damit <strong>2024</strong> sein 85. Jubiläum.<br />
Martin Limbeck<br />
verkauft Firma an<br />
Ex-RTL-Chef<br />
»Nach über 32 Jahren Vollgas in diesem<br />
Business und knapp 25 Jahren mit der<br />
Limbeck Group habe ich mich entschieden,<br />
kleiner und anders zu arbeiten.«<br />
Mit diesen Worten verkaufte der Verkaufstrainer<br />
Martin Limbeck seine »Limbeck<br />
Group«. Nun wolle er mit seiner<br />
neuen Firma Gipfelstürmer Mentoring<br />
kleine und mittelständische Unternehmer<br />
coachen. Sein Nachfolger ist<br />
dabei kein Unbekannter: Der ehemalige<br />
Geschäftsführer von RTL, Dr. Henning<br />
Tewes, wird in Zukunft der Inhaber des<br />
Unternehmens sein und überlässt Rolf<br />
Bielinski die Geschäftsführung.<br />
Cristiano Ronaldo<br />
bricht auf YouTube Rekorde<br />
Innerhalb von 24 Stunden erreichte<br />
Cristiano Ronaldos YouTube-Kanal<br />
»UR Cristiano« fast 20 Millionen Neu-<br />
Abonnenten, was ihm nun offiziell<br />
den Guinness World Record für den am<br />
schnellsten wachsenden YouTube-Kanal<br />
einbrachte. Mit seinen 60 Millionen<br />
Abonnenten hat der Fußballer zwar noch<br />
lange nicht den erfolgreichsten You-<br />
Tube-Kanal »MrBeast« mit 315 Millionen<br />
Abonnenten übertrumpft, er plant<br />
aber, auch diesen Rekord in den nächsten<br />
zwei Jahren zu brechen. Bereits am<br />
12. September verkündete er stolz, dass<br />
er die Marke von einer Milliarde Followern<br />
auf Social Media erreicht hat.<br />
Aktueller<br />
TOP-<strong>ERFOLG</strong><br />
<strong>ERFOLG</strong>SUMFRAGEN<br />
Du möchtest bei der nächsten Umfrage dabei sein?<br />
Dann folge uns bei Instagram! @erfolgmagazin<br />
Lieber kurze, realistische Ziele oder<br />
langfristige, ambitionierte Ziele setzen?<br />
42 % kürzere Ziele<br />
95 % Ja<br />
58 % längere Ziele<br />
Spielen Fehler eine wichtige Rolle<br />
im Lernprozess?<br />
5 %<br />
Nein<br />
6 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Aktuelles<br />
Bilder: IMAGO / Ukrinform (Ruslan Kaniuka) / United Archives / Panama Pictures (Christoph Hardt) / HMB-Media (Joaquim Ferreira) / NurPhoto (Image Press Agency) / Sven Simon / Future Images, Oliver Wagner<br />
Erfolgszahl<br />
30 MTV Awards<br />
Mit insgesamt 30 MTV Awards zieht Taylor<br />
Swift nun mit der bisherigen Rekordhalterin<br />
Beyoncé gleich. Ihre neusten Errungenschaften<br />
der MTV Video Music Awards<br />
<strong>2024</strong> zeichnen sie unter anderem als<br />
»Künstlerin des Jahres« aus und verschafften<br />
ihr das »Video des Jahres«,<br />
die »Beste Zusammenarbeit« und<br />
den »Besten Song des Sommers«. In<br />
ganzen sieben Kategorien stach die<br />
34-Jährige am 11. September Konkurrenten<br />
wie Billie Eilish, Doja Cat<br />
oder Eminem aus. Zudem nutzte sie<br />
auch gleich die Aufmerksamkeit<br />
und appellierte an ihre Fans, sich<br />
für die US-Präsidentschaftswahl<br />
im November zu registrieren.<br />
Erfolgskommentar<br />
von @klickkompass<br />
Die Veränderung beginnt bei einem selbst.<br />
Man kann nicht erwarten, dass sich etwas<br />
ändert, wenn man es selbst nicht tut.<br />
Werde Teil der Community<br />
auf Instagram<br />
bei @erfolgmagazin<br />
<strong>ERFOLG</strong>SQUIZ<br />
Welche Eigenschaft wird oft als wesentlich<br />
für den langfristigen Erfolg angesehen?<br />
Stimme das nächste Mal mit ab!<br />
Nur bei Instagram! @erfolgmagazin<br />
19 %<br />
Flexibilität und<br />
Anpassungsfähigkeit<br />
Unerschütterlicher<br />
Optimismus<br />
Jeden Tag neu auf Instagram<br />
bei @erfolgmagazin<br />
5 % 4 %<br />
72 %<br />
korrekte Antwort<br />
<strong>ERFOLG</strong>SZITAT<br />
Bill Kaulitz<br />
»Es gibt nie einen Grund<br />
aufzugeben! Es geht immer<br />
irgendwie weiter!«<br />
Perfektionismus<br />
Übermäßige<br />
Risikobereitschaft<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
7
Erfolg<br />
Verona<br />
Pooth<br />
»Manche Leute<br />
verwechseln Erfolg<br />
mit Auffallen«<br />
8 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Bild: Anelia Jeneva<br />
Verona Pooth hat als Verona<br />
Feldbusch Mediengeschichte<br />
geschrieben.<br />
Doch ihre Karriere startete<br />
schon viel früher. Als<br />
Model, Sängerin und Designerin verdiente<br />
sie sich eine goldene Nase, bevor<br />
die breite Öffentlichkeit ihren Namen<br />
kannte. Im Gespräch mit Verleger Julien<br />
Backhaus erzählt die millionenschwere<br />
Unternehmerin, wie es wirklich<br />
war und wie sie nun als Speakerin<br />
die Massen begeistern will.<br />
Verona, in einem ZDF-Interview hast du<br />
mal gesagt, dass du dich in erster Linie<br />
als Unternehmerin siehst. Hast du dich<br />
schon vor 30 Jahren, als in Hamburg alles<br />
begann, als Unternehmerin verstanden?<br />
Ja, schon in meinen ersten Interviews mit<br />
den Medien, da war ich gerade mal 20<br />
Jahre alt, habe ich auf die Frage, ob ich<br />
mich als Unternehmerin sehen würde, mit<br />
Ja geantwortet. Ich wollte in erster Linie<br />
mein eigenes Geld verdienen, um unabhängig<br />
zu sein. Mein zweites Ziel war es,<br />
viel zu reisen und interessante Leute kennenzulernen.<br />
Vor allen Dingen die, die<br />
selbst wie ich aus dem Nichts kamen und<br />
später sehr erfolgreich wurden. Mit 21<br />
Jahren (1989) habe ich mich als Modedesignerin<br />
in Hamburg selbstständig gemacht.<br />
Ich eröffnete mein eigenes Modeatelier<br />
in der Rutschbahn 38. Mein<br />
Modelabel hieß »Immerschön Design«.<br />
Ich erinnere mich auch noch an meine<br />
erste Visitenkarte, die ich in einer Druckerei<br />
mit einer Prägung extra in Auftrag gab.<br />
Zu der Zeit gab es tatsächlich noch keine<br />
Handys, aber Faxgeräte waren groß im<br />
Trend und wenn wir die Visitenkarte anderen<br />
Unternehmern in die Hand drückten,<br />
hieß es sofort: »Wow, ihr habt ja sogar<br />
ein Faxgerät – unglaublich!« Das war die<br />
erste »Auszeichnung«, die mich damals<br />
schon als Unternehmerin wahrnehmen<br />
ließ. Unglaublich aber wahr (lacht).<br />
Ungefähr zwei Jahre später habe ich mir<br />
das erste Motorola-Handy gekauft. Das<br />
war ein richtiger Kasten! Man muss es<br />
sagen, wie es ist: Hamburg ist ja schon ein<br />
heißes Pflaster. Eigentlich hatten nur ich<br />
und die schweren Jungs dieses Motorola.<br />
Ich war noch sehr jung, 22, und dann<br />
noch ein Mädel. Und das fiel so einigen<br />
Männern schwer, zu akzeptieren. Vor allen<br />
Dingen kostete das Motorola in der<br />
Anschaffung schon ein Vermögen (2000<br />
D-Mark). Und jede einzelne vertelefonierte<br />
Minute fünf D-Mark. Inzwischen<br />
hatte ich mir auch einen Mercedes zugelegt,<br />
ehrlich gesagt war es ein Dieseltaxi,<br />
dass ich in Anthrazit umlackieren ließ.<br />
Das machte Eindruck und spätestens jetzt<br />
bekam ich die volle Akzeptanz, als Unternehmerin<br />
gesehen zu werden.<br />
War das das Modeatelier parallel zu der<br />
Gesangskarriere?<br />
Ziemlich zeitnah. Zuerst begann meine<br />
Musikkarriere im Studio 33 in Hamburg<br />
und währenddessen eröffnete ich mein<br />
Modeatelier »Immerschön Design«. Zwei<br />
Jahre später habe ich meine erste Eigentumswohnung<br />
gekauft, eine Drei-Zimmer-Dachgeschosswohnung<br />
am Schulterblatt<br />
in Hamburg. Da ich aus finanziell<br />
einfachen Verhältnissen komme, hatte ich<br />
nie den Geld-Background, der mich finanziell<br />
absichern konnte. Mit anderen<br />
Worten: Ich war immer auf mich alleingestellt.<br />
Dafür hatte ich aber liebende Eltern,<br />
obwohl ich ein Scheidungskind war.<br />
Meine Eltern trennten sich, als ich neun<br />
war. Ich musste mein Geld von Anfang an<br />
selbst verdienen, was mich dann schließlich<br />
auch erfolgreich gemacht hat. Ich bin<br />
als Sängerin auf Tour gegangen – Singapur,<br />
Peking, Afrika, Brasilien und Madrid.<br />
Ich habe überall gesungen, obwohl<br />
ich nicht das große Talent zum Singen<br />
hatte. Das ist viel schwieriger, als wenn<br />
man eine sehr gute Sängerin ist. Aber ich<br />
habe insgesamt acht Singles produziert:<br />
»Everybody Salsa«, »Ole la ola«, »Kiss«,<br />
»Love of My Life« und ich habe auch eine<br />
goldene Schallplatte für »Ritmo de la Noche«<br />
bekommen. Das war einfach eine<br />
Zeit, in der ich aus Nichts, also einer dünnen<br />
Stimme, alles gemacht habe; Im<br />
wahrsten Sinne des Wortes. Ich suchte<br />
mir zwei Tänzer und Rapper und die<br />
Bühnenkostüme für mich und meine<br />
Rapper trugen das Label »Immerschön<br />
Design«, sie wurden von mir designt und<br />
hergestellt. Die Plakate für die Auftritte<br />
ließ ich in der gleichen Druckerei machen,<br />
wo meine Visitenkarten herkamen.<br />
Heute würde ich sagen, ich habe meine<br />
Frau gestanden, ich habe abgeliefert. Ich<br />
habe für 19.000 D-Mark ein Taxi gekauft<br />
und umlackiert (anthrazitschwarz).<br />
Ich hatte das Motorola-Handy<br />
am Start, diesen unglaublich großen<br />
und teuren Kasten. Und dann sind wir<br />
in den Osten gefahren. Ich bin wirklich<br />
in jeder einzelnen Stadt aufgetreten<br />
– Schwarzheide, Rostock, Leipzig,<br />
Schwerin und so weiter. Kurz vorher,<br />
1989, war ja der Mauerfall. Die Nachfrage<br />
für westliche Gruppen war groß<br />
und so nutzte ich meine Chance.<br />
Mit über 250 Auftritten in Clubs, fast ausschließlich<br />
im Osten, verdiente ich in den<br />
kommenden zwei Jahren wirklich gutes<br />
Geld. Aber ich arbeitete auch Tag und<br />
Nacht. Jeden Freitag, Samstag und Sonntag<br />
hatten wir einen Auftritt und fuhren mit<br />
unserem Mercedes dorthin, quer durch<br />
den Osten und wieder zurück. Das hat echt<br />
wahnsinnig Spaß gemacht, war aber auch<br />
100 Prozent Disziplin und Arbeit.<br />
Ich habe mir nie eingebildet, eine Sängerin<br />
zu sein, die die große Bühne<br />
rockt. Aber ich wusste, wenn ich durchhalte,<br />
werde ich auf jeden Fall als<br />
Unternehmerin erfolgreich sein und<br />
»Ich musste mein Geld von Anfang<br />
an selbst verdienen, was mich<br />
dann schließlich auch erfolgreich<br />
gemacht hat.«<br />
– Verona Pooth<br />
mein eigenes Geld verdienen. Ich wollte<br />
immer unabhängig sein und mir nie<br />
etwas von jemand sagen lassen müssen.<br />
Meine Mamita sagte immer zu mir:<br />
»Wenn du dein eigenes Geld verdienst,<br />
bist du frei und kannst machen, was du<br />
willst. Wenn du von dem Geld von jemand<br />
anderem lebst, wirst du dein Leben<br />
lang auf diesen Menschen hören,<br />
ihn fragen und bitten müssen.«<br />
Die Medien bezeichnen dein Aussehen oft<br />
als makellos und du hast damit ja auch<br />
dein Geld verdient. Kann das anstrengend<br />
sein, immer makellos sein zu müssen?<br />
Erstmal vielen Dank für das Kompliment!<br />
Aber natürlich empfinde ich mich<br />
selbst absolut nicht als makellos. Wie<br />
heißt es so schön? Nobody’s perfect –<br />
und das ist auch nicht entscheidend. Weder<br />
für die wahre Liebe noch für den<br />
Erfolg. Und es ist auch nicht so, dass<br />
mein Aussehen ausschließlich mit meinem<br />
Erfolg in Verbindung gebracht werden<br />
kann. Sonst würden ja alle erfolgreichen<br />
Menschen in der Medienlandschaft<br />
schön sein, das ist einfach nicht Fakt. Ich<br />
bin sozusagen mit einem gewissen Aussehen<br />
geboren worden. Zugegeben<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
9
Erfolg<br />
– mit 1.000 Tricks. Ich selber bezeichne<br />
mich ja als Miss Trick. Vielleicht wird das<br />
mein neuer Buchtitel. Ich habe mein Aussehen<br />
immer wieder ein kleines bisschen<br />
optimiert und gehalten und so wird es<br />
auch bleiben. Am Anfang meiner Karriere<br />
habe ich schnell erkannt, dass ich<br />
mit meinem Aussehen auch Geld verdienen<br />
kann. Und dass es ein gewisses Kapital<br />
ist, gut auszusehen. Im Laufe der Jahre<br />
ist es natürlich auch mein Begleiter und<br />
mein Image geworden. Aber für einen<br />
langfristigen Erfolg ist das Aussehen nur<br />
sekundär, außer, man entscheidet sich<br />
ausschließlich für die Modelkarriere.<br />
Wenn man sich nicht von Natur aus<br />
selbst für ein gutes Aussehen begeistern<br />
kann und dies ein Teil seiner Erfolgskarriere<br />
ist, dann ist das sicherlich sehr<br />
anstrengend. Ich gebe zu, es erfreut<br />
mich, wenn Menschen zu mir sagen<br />
»Sie sind ja eine schöne Frau« oder »Verona,<br />
du siehst gut aus«. Aber noch<br />
mehr freue ich mich darüber, wenn<br />
man mich auf meine inneren Werte anspricht.<br />
Auf meine langjährige Ehe mit<br />
Franjo – 22 Jahre ohne wechselnden<br />
Partner oder fremdzugehen –, auf<br />
meine gut erzogenen Kinder und darauf,<br />
dass ich es beruflich von ganz unten<br />
nach ganz oben geschafft habe. Ich<br />
muss für mein Aussehen schon einiges<br />
tun, aber es macht mir Spaß und es<br />
macht mich auch ein Stück weit selbstbewusster.<br />
Mich in meiner eigenen<br />
Haut wohl zu fühlen, ist mir wichtig.<br />
Siehst du dich selbst als Unternehmerin<br />
oder Künstlerin?<br />
Ich bin ja schon seit vielen Jahren in der<br />
Künstlersozialkasse. Das bestätigt eigentlich,<br />
dass ich seit über 25 Jahren als Künstlerin<br />
gesehen werde. Am Anfang hat mich<br />
das irritiert, weil ich keine Bilder male,<br />
keine Straßenmusik mache und kein<br />
Theater spiele. Aber ich wurde aufgeklärt,<br />
dass mein Beruf als Moderatorin, Sängerin<br />
und auch als Model zu dieser Zeit eben<br />
auch in diese Rubrik gefallen ist und deswegen<br />
habe ich es ganz offiziell bestätigt<br />
bekommen, dass ich Künstlerin bin.<br />
Als Unternehmerin habe ich schnell gemerkt,<br />
dass ich im höchsten Steuersatz<br />
bin. Ich kann wirklich sagen, dass ich mit<br />
meinem finanziellen Beitrag zu unserem<br />
Land beigetragen habe. Denn ich habe<br />
fast die Hälfte von dem, was ich als One-<br />
Man-Show – heute muss man ja gendern<br />
– als One-Woman-Show verdient habe,<br />
abgeführt. Aber dafür darf ich auch in<br />
diesem Land leben. Ich bin eine Patriotin,<br />
die keinen Krieg und keinen Hunger<br />
kennt und die gepflasterte Straßen hat.<br />
Ich lebe in einem Land, in dem jedes Kind<br />
die Chance hat, zur Schule zu gehen und<br />
zu studieren. Mit anderen Worten: Es ist<br />
ein sehr freies Land und wir Frauen werden<br />
nie eines finden, das gleichberechtigter<br />
als Deutschland ist. Und dafür zahle<br />
ich auch einen hohen Preis und bin nicht<br />
wie viele andere damals nach Monte<br />
Carlo gegangen, um Steuern zu umgehen.<br />
Trotzdem ist der Steuersatz für<br />
Menschen, die sich alles selbst erarbeitet<br />
haben, viel zu hoch.<br />
Ein interessantes Statement. Du sagtest<br />
gerade, dass in Deutschland Gleichberechtigung<br />
herrscht. Trotzdem gibt es ja<br />
immer noch einen Sechs-Prozent-Pay-<br />
Gap. Wie könnten Frauen aus deiner<br />
Sicht zumindest das Gleiche verdienen,<br />
oder sogar mehr?<br />
Einzig und allein ist hierfür die Gesetzgebung<br />
verantwortlich, deshalb müssen wir<br />
uns alle noch mehr politisch engagieren<br />
und einsetzen. Jedes Kind oder jeder Jugendliche<br />
kann hier studieren – egal, welcher<br />
Herkunft, welcher Nationalität, Hautfarbe,<br />
welchen Glaubens oder finanzieller<br />
Situation. Das ist ein Grund warum ich Patriotin<br />
bin und meinem hohen Steuersatz<br />
nur bedingt hinterher weine. Jeder, der sich<br />
in Deutschland aufhält, wird bei einem Unfall<br />
auch ohne Krankenkasse versorgt, es<br />
wird sich um ihn gekümmert. Das können<br />
nur wenige Länder von sich behaupten.<br />
Deutschland ist ein sehr soziales und<br />
emanzipiertes Land und Gleichberechtigung<br />
findet fast schon auf Augenhöhe<br />
statt. Aber wir Frauen sind noch lange<br />
nicht an dem Punkt angekommen, an<br />
dem wir sagen können, es ist alles 100<br />
Prozent gleichberechtigt. Wir haben da<br />
noch so einiges zu tun, aber weltweit gesehen<br />
sind wir da ganz weit vorne.<br />
Hättest du beim Thema Geld trotzdem<br />
einen Tipp auch für Frauen?<br />
10 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Ich möchte da gar nicht zwischen Männern<br />
und Frauen unterscheiden. Ich habe<br />
allgemein gute Tipps, wenn es um Finanzen<br />
geht. Ich lege mein Geld sehr konservativ<br />
an, das ist der entscheidende Gedanke.<br />
Ich habe nicht versucht, immer<br />
aus jedem Euro zwei Euro zu machen,<br />
wenn das bedeutet, dass man sein Geld<br />
auch mit höherem Risiko anlegen muss.<br />
Bei einem hohen Risiko kann es eben<br />
auch mal in die andere Richtung gehen.<br />
Wer sein Geld selbst erarbeitet hat, also<br />
mit Null angefangen hat, der weiß auch,<br />
dass es verdammt schwer ist, Geld zu verdienen,<br />
aber noch schwieriger, zu halten<br />
»Am Anfang<br />
meiner Karriere<br />
habe ich schnell<br />
erkannt, dass<br />
ich mit meinem<br />
Aussehen auch<br />
Geld verdienen<br />
kann.«<br />
– Verona Pooth<br />
gratulieren Ihnen, von Ihnen können<br />
selbst wir noch etwas lernen.« Natürlich<br />
wurde kurz geschmunzelt und gelacht,<br />
aber ich erkannte die weisen Worte. Das<br />
selbst erarbeitete Geld erstmal in Sicherheit<br />
zu bringen, das ist schon schwer genug.<br />
Da gibt es nur: Geld anzulegen oder<br />
Immobilien an begehrten Standorten zu<br />
kaufen, außerdem nicht habgierig zu<br />
werden und nicht auf alles, was einem an<br />
Aktien angeboten wird, anzuspringen.<br />
Natürlich habe ich auch schon mal in<br />
Aktien investiert, aber da war ich mir<br />
ziemlich sicher und habe sie für diesen<br />
Zeitraum täglich im Auge behalten. Und<br />
die Summe, für die ich Aktien gekauft<br />
habe, habe ich so kalkuliert, dass ich damit<br />
leben konnte, wenn es nicht geklappt<br />
hätte. Es waren die Aktien von 11.880<br />
und ich wusste, dass es genau der richtige<br />
Zeitpunkt war, aber ich habe auch nicht<br />
so lange gewartet. Viele, die zur gleichen<br />
Zeit die gleiche Idee hatten, haben einfach<br />
zu lange gewartet. So ist es nun einmal,<br />
man sollte nur eine Summe in Aktien<br />
investieren, die man auch entbehren<br />
kann. Ansonsten wirds sehr schmerzlich.<br />
Es wird oft einfach nur gelockt. Oft heißt<br />
es, wenn du das Geld bei Vollmond auf<br />
einer karibischen Insel anlegst, sie<br />
und auf einen längeren Lebensweg mitzunehmen.<br />
Viele hatten schon mal das große<br />
Geld, aber auch viele haben es wieder verloren.<br />
Konservativ heißt, wenig Risiken<br />
einzugehen. Das ist mein Weg und deshalb<br />
habe ich eigentlich auch noch nie Geld<br />
verloren. Es gibt eine Metapher, die ich mir<br />
mal ausgedacht habe: »Nimm eine Hand<br />
voller Sand und versuche, den Sand von<br />
morgens bis abends festzuhalten. Du wirst<br />
sehen, egal wie du dich bemühst, es bleibt<br />
nur ein kleiner Rest Sand in deiner Hand<br />
zurück.« Genauso ist es mit Geld, wenn du<br />
es nicht konservativ anlegst.<br />
Bilder: Anelia Jeneva<br />
Gratulation.<br />
Danke. Zum Glück konnte ich schon immer<br />
ganz gut mit Geld umgehen, das<br />
habe ich von meiner Mamita gelernt. Am<br />
Anfang war ich viele Jahre bei der Deutschen<br />
Bank, inzwischen bin ich bei der<br />
Volksbank Düsseldorf. Ich erinnere mich<br />
an ein größeres Meeting bei meiner damaligen<br />
Bank. Mir haben zwei Bankvorstände<br />
gratuliert, weil ich die Einzige<br />
war, die in jenem Jahr gar kein Geld verloren<br />
hat, weil ich nie aufs Risiko gegangen<br />
bin. Zitat: »Frau Feldbusch, wir<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
11
Erfolg<br />
dann wieder im Schaltjahr zurück nach<br />
Deutschland holst und wenn man die<br />
Steuer rechtzeitig einreicht und wieder<br />
zurückholt und dann noch behauptet,<br />
man hätte drei Monate davon im Ausland<br />
gelebt und am Ende noch beweist,<br />
dass man das ganze Jahr stilles Wasser<br />
getrunken hat, dann hat man auch<br />
einen Riesengewinn oder einen Steuervorteil.<br />
Das habe ich nie geglaubt. Ich<br />
habe einfach gesagt: »Ihr könnt ja vorschlagen,<br />
was ihr wollt. Es ist auch<br />
schön, dass ihr euch die Zeit nehmt und<br />
mich mal in das Vorstandszimmer mit<br />
Keksen und Pralinen einladet. Trotzdem<br />
lege ich alles wieder erzkonservativ<br />
an.« Man muss bedenken, dass ich<br />
zu diesem Zeitpunkt erst 28 Jahre alt<br />
war. Und langfristig hat sich das so absolut<br />
ausgezahlt.<br />
Gregor Gysi hat bei Johannes B. Kerner<br />
gesagt: »Wenn ich mein Geld anlege,<br />
dann wie Verona Feldbusch.« Das war<br />
ganz groß überall auf den Titelseiten.<br />
Das ist zwar schon länger her, aber ich<br />
empfand es als großes Kompliment.<br />
Schließlich gilt Gregor Gysi als kluger<br />
Kopf. Mein Tipp für Männer und Frauen<br />
ist: konservativ denken, wenn es um<br />
Geld geht, welches man sich insbesondere<br />
selbst erarbeitet hat.<br />
Dass du damals, mit Anfang 20, mit<br />
deiner Musikkarriere wenig überzeugt<br />
ins kalte Wasser gesprungen<br />
bist, klingt nicht sehr konservativ.<br />
Woher kommt dieser Mut, Dinge<br />
einfach zu wagen?<br />
Meine Mamita hat mich so erzogen.<br />
Sie sagte immer zu mir:<br />
»Geht nicht, gibts nicht. Sag erst<br />
mal ja, wenn du etwas Interessantes<br />
gefragt wirst und dann regelst du<br />
schon den Rest, denn manche Dinge<br />
wirst du im Leben nur einmal gefragt.«<br />
Ich wollte mir die Chance nicht entgehen<br />
lassen, in dem legendären »Musikstudio<br />
33« in Hamburg, wo schon Legenden<br />
wie Madonna und Michael<br />
Jackson produzierten, eventuell in einer<br />
Musikgruppe Karriere zu machen. Dass<br />
ich dann hinterher als Solokünstler mit<br />
einer goldenen Schallplatte im Gepäck<br />
so erfolgreich werden würde, war mir<br />
von vornherein auch nicht bewusst. Es<br />
entstand durch Mut, Überzeugung und<br />
extrem viel Disziplin, die ich immer<br />
wieder an den Tag legte, bis meine<br />
Produzenten mir einen vier Jahresvertrag<br />
bei Europas damaliger größten<br />
Plattenfirma »East West« angeboten<br />
haben und ich diesen auch unterzeichnete.<br />
Von meinem damaligen bis<br />
heutigen Verdienst gehen meine Kinder<br />
zur Schule und studieren. Von<br />
dem Geld bekam ich das Haus, in<br />
12 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Bilder: Anelia Jeneva<br />
dem ich lebe, und alles, was ich gekauft<br />
habe. Das verdanke ich der Zeit, in der ich<br />
rund um die Uhr gearbeitet habe. Natürlich<br />
finanzieren Franjo und ich unser Leben<br />
mit den Kindern gemeinsam. Aber<br />
dieses Geld hat auch viel Gutes getan.<br />
Meine Mamita ist seit sieben Jahren an<br />
Demenz erkrankt. Ich wollte mich von<br />
Herzen um sie kümmern und verhindern,<br />
dass sie in so einer Pflegesammelstation<br />
kommt, weil sie durch ihre Krankheit bedingt<br />
nicht zu mir ziehen wollte. Auf einmal<br />
war mein Geld nicht mehr nur für<br />
Urlaub, Luxus, eine neue Tasche oder den<br />
Sportwagen wichtig, sondern auch, um<br />
ihr zu helfen. Es bekam plötzlich eine andere<br />
Bedeutung. Ich konnte meiner Mamita<br />
trotz ihrer schweren Demenzkrankheit<br />
mit meinem Geld sehr viele Jahre ein<br />
schöneres Leben ermöglichen.<br />
Das führt auch zu der Erkenntnis, dass ich<br />
konservativ sein möchte. Beruflich oder<br />
privat bin ich trotzdem schon oft viele Risiken<br />
eingegangen und habe alles auf eine<br />
Karte gesetzt. Ich hatte mit mir selbst im<br />
Alter von 18 Jahren einen Deal ausgehandelt.<br />
Wenn ich kurz vor dem Abitur die<br />
Schule abbreche, stehe ich vor dem Nichts,<br />
also muss ich als Künstlerin erfolgreich<br />
werden – und das war mein Antrieb.<br />
Warst du als Kind auch schon so?<br />
Ja, ich glaube das ist eine Kombination<br />
aus Erbanlagen, Erziehung, Vorbild der<br />
Eltern und natürlich auch, was man aus<br />
seinem eigenen Leben schaffen möchte.<br />
Ich habe bewusst die Schule kurz vor<br />
dem Abitur abgebrochen, weil ich alles<br />
auf eine Karte setzen wollte. Ich wollte<br />
eine Challenge starten, eine Herausforderung<br />
antreten. Ich wollte mit meinem<br />
Talent und mit meinem starken Ehrgeiz<br />
durchstarten. Und ohne einen Plan B<br />
musste ich ja 24/7 alles geben, was in<br />
mir steckte. Da gibt es nur den Blick<br />
nach vorn. Wenn hinter mir etwas gewartet<br />
hätte, das schön und kuschelig<br />
gewesen wäre, hätte ich nie so hart und<br />
viel gearbeitet. Aber ich hatte mir meine<br />
eigene Challenge geschaffen, also habe<br />
ich dann alles gegeben.<br />
Du bist dann ja zum Fernsehen gegangen.<br />
Das klingt wieder nach kaltem Wasser.<br />
Ein bisschen schon, mein Sprung ins kalte<br />
Wasser war natürlich meine erste eigene<br />
TV-Show »Peep!«. Ich erreichte in der<br />
Spitze bis zu zwei Millionen Zuschauer –<br />
unglaublich, während Harald Schmidt zu<br />
dieser Zeit nur 90.000 Zuschauer schaffte.<br />
Harald Schmidt war immer mein großes<br />
Vorbild. Ich liebte seine scharfe Zunge.<br />
Alle hatten Angst, in seine Sendung zu<br />
gehen. Ich war insgesamt sieben Mal dort<br />
und habe vorab nie irgendwelche Fragen<br />
geklärt. So entstand auch das Image »Ist<br />
die Kleene nicht schlau genug oder lässt<br />
sie sich einfach auf die Sendung ein, weil<br />
sie genial und schlagfertig ist?«.<br />
Eine Karriere wächst wie eine Pflanze,<br />
wenn man nicht durch eine Castingshow<br />
bekannt wird. Durch eine Castingshow ist<br />
man von heute auf morgen bekannt, wofür<br />
andere vielleicht zehn bis 15 Jahre<br />
brauchen. Ansonsten fängt eine Karriere,<br />
wenn man kein Vitamin B von zu Hause<br />
mitbekommt, eigentlich bei null an. Das<br />
ist eben wie eine kleine Pflanze, die<br />
wächst ganz klein und grün heraus, kann<br />
dann immer größer und bunter werden,<br />
bis sie Früchte trägt.<br />
Und jetzt habe ich mich entschlossen,<br />
unter die Speaker zu gehen. Ich habe mein<br />
Debüt auf der Hauptbühne beim Greator<br />
Festival gehabt und bin vor 10.000 Menschen<br />
aufgetreten. Ich habe meine erste<br />
Rede mit einer Power-Point-Präsentation<br />
zum Thema »Wie man aus seinen vermeintlichen<br />
Schwächen Stärken macht«<br />
gehalten und musste frei, mit einer rückwärts<br />
laufenden Uhr im Blick, sprechen,<br />
18 Minuten lang. Genau da stand ich vor<br />
meiner Herausforderung (lacht) – aber ich<br />
habe auf dem Gongschlag nach genau 18<br />
Minuten aufgehört, zu sprechen. Das war<br />
eine Challenge für mich. Ich habe im Jahr<br />
<strong>2024</strong> tatsächlich wieder eine neue Tür entdeckt,<br />
durch die ich hindurchgegangen<br />
bin. »Debüt« ist ja auch ein anderes Wort<br />
für »ins kalte Wasser springen«, das empfinde<br />
zumindest ich so.<br />
Hattest du da auch ein bisschen<br />
Gänsehaut?<br />
Ich bin schon sehr selbstbewusst und vor<br />
allen Dingen auch jemand, der genau<br />
weiß, was er zu sagen hat oder sagen will.<br />
Ich habe auch nie etwas bereut, was ich<br />
in einem Interview gesagt habe. Aber zugegeben,<br />
auf 10.000 Menschen zu<br />
»Ich habe bewusst die Schule kurz<br />
vor dem Abitur abgebrochen,<br />
weil ich alles auf eine Karte<br />
setzen wollte.«<br />
– Verona Pooth<br />
Verleger Julien Backhaus mit<br />
Verona Pooth<br />
schauen, die auf dem Greator Festival<br />
sehnsüchtig Richtung Bühne blicken und<br />
gespannt sind, welche Präsentation du<br />
für sie vorbereitet hast, bringt einen<br />
schon in Aufregung. Man ist allein auf<br />
dieser Bühne und soll etwas aus seinem<br />
Leben mit allen teilen, etwas, das das<br />
Publikum ja auch berühren soll, dafür<br />
sind sie schließlich alle gekommen. Ich<br />
war schon sehr aufgeregt und habe meinen<br />
Puls an meiner Hauptschlagader gespürt<br />
(lacht). Aber genau das hat mir<br />
auch so viel Adrenalin gegeben, dass es<br />
mir wiederum riesigen Spaß gemacht<br />
hat. Ich wäre am liebsten kurz darauf mit<br />
einer zweiten Präsentation wieder auf<br />
die Bühne gegangen.<br />
Welches Feedback hast du bekommen?<br />
Etwas, das man mit Geld nicht kaufen<br />
kann. Zweimal Standing ovations – für<br />
ein Debüt nicht schlecht, oder? Das hat<br />
mich ehrlich gesagt sehr berührt. Auch<br />
wenn ich schon sehr viel gemacht habe,<br />
ist man dann dafür dankbar. Natürlich<br />
habe ich es in einem Video festgehalten<br />
und auf meinem Instagram Account gepostet.<br />
Viele haben mir auch geschrieben,<br />
dass ich sie sehr inspiriert hätte. Direkt<br />
hinter der Bühne, beim Ausgang haben<br />
drei Mädels auf mich gewartet und ganz<br />
süß gebeichtet, sie seien selbst die typischen<br />
»Ja-Sagerinnen«, die immer das<br />
tun, was andere von ihnen verlangen und<br />
würden nur selten widersprechen, und<br />
dass sie sich mehr Selbstbewusstsein<br />
wünschen. Sie sagten mir, dass sie das aus<br />
meiner Rede mitgenommen hätten. Das<br />
war ein sehr schönes Kompliment.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
13
Erfolg<br />
Du bist als Werbe-Ikone extrem erfolgreich<br />
geworden – eigentlich warst du<br />
Deutschlands erste Influencerin, noch bevor<br />
es Facebook gab. Wie beurteilst du die<br />
Arbeitsmoral der jungen Leute von heute?<br />
Ganz nach dem Motto »Work hard, play<br />
harder« – die junge Generation von heute<br />
möchte einfach wenig arbeiten und viel<br />
verdienen. Aber das Spiel geht nicht auf.<br />
Noch nie hat jemand viel verdient, wenn<br />
er wenig arbeitet. Die meisten Influencer<br />
weltweit vermitteln Bilder von erfolgreichen<br />
Karrieren, die so einfach nicht stimmen.<br />
Sie posten eine Villa, sie posten<br />
einen Karibikurlaub, sie posten einen<br />
Sportwagen, sie posten Markenkleidung.<br />
Und die junge Generation glaubt das alles.<br />
Aber es sind vielleicht zwei Prozent<br />
von all denen, die dieses Leben so leben.<br />
Aktuell finde ich auch ganz erschreckend,<br />
wie Onlyfans gefeiert wird. Dort wird gerade<br />
den jungen Mädchen suggeriert, dass<br />
man durch OnlyFans im Nu Millionärin<br />
wird. Was davon nun der Wahrheit entspricht<br />
oder nicht, kann ich natürlich<br />
nicht zu 100 Prozent beurteilen. Aber das<br />
kann nicht wirklich der Weg zum Erfolg<br />
sein. Ich glaube, dass die meisten im<br />
Nachhinein auf der Strecke bleiben und<br />
den Auftritt bei OnlyFans bereuen werden,<br />
spätestens wenn sie Kinder kriegen<br />
und heiraten wollen. Aber das Netz vergisst<br />
nichts. Wenn sich bei uns in der<br />
Firma neue Leute als Mitarbeiter vorstellen,<br />
wollen alle am liebsten eine Vier-<br />
Tage-Woche, Work-Life-Balance ist ihre<br />
Antwort. Gerne wollen sie mehr über das<br />
Leben philosophieren, ihren Nebenjob auf<br />
Instagram nicht vernachlässigen und zwei<br />
Tage Homeoffice sind ein Muss. Allerdings<br />
können sie mittwochs erst um zwölf<br />
kommen, weil sie zwei Katzen haben und<br />
diese füttern müssen. Ärgerlicherweise<br />
haben sie auch schon ihren Urlaub gebucht,<br />
14 Tage versteht sich, und möchten<br />
aber schon das ganze Monatsgehalt einstreichen.<br />
So kann doch keiner erfolgreich<br />
werden. Griechenland hat eine Wirtschaftskrise<br />
und die Leute haben sich jetzt<br />
mit der Regierung zusammengetan und<br />
wollen jetzt eine Sechs-Tage-Woche einführen<br />
– und wir diskutieren gerade darüber<br />
eine 4-Tage-Woche einzuführen.<br />
Und das bei unserer wirtschaftlichen Lage,<br />
undenkbar. Unsere Jugend hat meiner<br />
Meinung nach keine Orientierung und<br />
Vorbilder mehr. Und jetzt frage ich mich,<br />
was wird aus unseren Kindeskindern?<br />
Du bist ein sehr disziplinierter und<br />
fleißiger Mensch. Gab es auch mal Situationen<br />
in deiner Karriere, wo Leute davon<br />
überrascht waren, weil sie dich anders<br />
eingeschätzt haben?<br />
Es gab sicherlich eine Zeit, in der ich ganz<br />
Deutschland mit meiner Karriere<br />
überrascht habe – als aus der kleinen Miss<br />
Hamburg die deutsche Werbeikone<br />
wurde. Ich habe die Unterschätzung damals<br />
geliebt. Meine Karriere dauert inzwischen<br />
schon mehr als 25 Jahre an,<br />
deswegen muss man bei mir von Lebensabschnitten<br />
sprechen. Plötzlich war ich<br />
da, ich moderierte meine eigene Show,<br />
hatte zeitgleich noch die Late Night Show<br />
»Veronas Welt« auf RTL und unterschrieb<br />
einen Werbevertrag nach dem anderen.<br />
Ich spielte in diversen Filmen mit, erinnere<br />
mich an die vielen Schönheitstitel,<br />
und dass ich auch als Sängerin erfolgreich<br />
war. Gleichzeitig hatte man überhaupt<br />
nicht verstanden, wie Verona Feldbusch<br />
ins Fernsehen gekommen war und warum<br />
und wieso die eigentlich so schlagfertig<br />
ist. So entstanden viele Geschichten<br />
und ein Dummchen-Image. Später folgte<br />
das Image, ich sei raffiniert, clever, eine<br />
fleißige und tüchtige Geschäftsfrau.<br />
Heute bin ich ja für die meisten tatsächlich<br />
auch erwachsen geworden und eine<br />
gestandene erfolgreiche Unternehmerin.<br />
Das kann heute auch keiner mehr abstreiten,<br />
weder ein Journalist, noch jemand<br />
privates. Das Dummchen-Image hat mir<br />
auch Spaß gemacht, ich habe damit gerne<br />
kokettiert und ich verdanke diesem Image<br />
sehr spannende Situationen und Geschichten,<br />
und natürlich auch einen Teil<br />
meines Erfolges. Ganz am Anfang war es<br />
natürlich oft so, dass ich unterschätzt<br />
wurde. Heute ist es so, dass die Leute<br />
schon viel über mich wissen und mich<br />
ganz anders sehen als früher. Aber ich<br />
habe all diese Zeitabschnitte voll genossen<br />
und mit dem Image auch gespielt, anstatt<br />
dagegen anzukämpfen.<br />
Glaubst du, dass manche Menschen<br />
nicht so richtig weiterkommen, weil sie<br />
sich zu wichtig nehmen?<br />
Ich denke schon, dass sich ein Teil der<br />
Menschen zu wichtig nimmt, ein weiterer<br />
Teil sich maßlos überschätzt und ein anderer<br />
Teil sich auch mal ganz gern unterschätzt.<br />
Es gibt viele Gründe, warum<br />
Menschen nicht erfolgreich werden. Es<br />
gibt tolle erfolgreiche, intelligente Leute,<br />
die einfach keinen Fuß in die Erfolgstür<br />
kriegen, während sich Dummschwätzer<br />
meist alles zutrauen. Aber der langfristige<br />
und qualitative Erfolg bleibt aus. Die Aufmerksamkeit<br />
kann man auch schnell mit<br />
einem transparenten Kleid auf dem roten<br />
Teppich bekommen. Plötzlich bekommt<br />
man einen neuen Titel »Die nackte Prinzessin«<br />
und ist in jeder Talkshow zu sehen.<br />
Das ist die primitivste Art, einen<br />
kleinen Erfolg anzustreben. Aber es ist<br />
wie mit der Lüge. Die hält nur für eine<br />
kurze Zeit, während die Wahrheit für die<br />
»Das Dummchen-Image hat<br />
mir auch Spaß gemacht […].«<br />
– Verona Pooth<br />
Ewigkeit ist. Aber was kommt danach?<br />
Manche Leute verwechseln Erfolg mit<br />
»um jeden Preis aufzufallen«. Diese Art<br />
des Auffallens ist wirklich nicht schwierig,<br />
aber damit macht man ja keine langfristige<br />
Karriere. Damit hat man keinen Beruf<br />
oder einen Job, der einen Respekt,<br />
Anerkennung oder Geld einbringt.<br />
Welche spannenden neuen Projekte stehen<br />
bei dir an, und worauf freust du dich<br />
aktuell am meisten?<br />
Ganz aktuell freue ich mich über meinen<br />
neuen Zwei-Jahres-Werbevertrag mit<br />
GLDN Görtz Lifestyle Day to Night. Hier<br />
werde ich tatsächlich wieder als Modedesignerin<br />
tätig. Das fühlt sich ein bisschen<br />
so an, als wäre ich wieder zurück in<br />
den Startschuhen meiner Karriere – im<br />
wahrsten Sinne des Wortes (lacht). Aber<br />
das Beste kommt noch: In den nächsten<br />
Monaten werde ich auch eine eigene<br />
Capsule Collection entwerfen. Mit dem<br />
Mix & Match-Konzept von GLDN by<br />
Görtz kannst du deine Outfits flexibel zusammenstellen<br />
– von sportlich-lässigen<br />
Looks für den Tag bis hin zu eleganten<br />
Kombinationen für den Abend, inklusive<br />
perfekt abgestimmter Schuhe. Für jeden<br />
Anlass, jede Stimmung und jede Tageszeit<br />
– in limitierten Stückzahlen, damit<br />
jedes Outfit etwas Besonderes bleibt. Da<br />
schlägt mein Herz natürlich höher; Also,<br />
quasi Verona-leicht gemacht. Ich finde,<br />
Mode muss in erster Linie Spaß machen<br />
und Selbstbewusstsein verleihen. Man<br />
muss sich in seinem Spiegelbild wohl<br />
fühlen, das strahlt man dann auch auf<br />
andere aus. Und genau das wird sich in<br />
meinen Designs widerspiegeln.<br />
Du hast seit drei Jahren einen Kosmetik<br />
Deal als Werbe-Ikone – und zwar bei<br />
deinem Mann der CEO und Gründer<br />
der Kosmetik-Firma PHC ist – in einer<br />
14 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Haifisch-Branche. Wie geht das da so<br />
zu? Und wie ist es, mit seinem Ehemann<br />
Tag und Nacht zusammenzuarbeiten?<br />
Von Tag und Nacht kann nicht die Rede<br />
sein, wir haben ein bis zwei Mal pro Woche<br />
unsere Meetings und natürlich die<br />
Fotoproduktionen im Studio. Dazu kommen<br />
meine regelmäßigen Besuche mit<br />
dem Wissenschaftler Dr. Marc Schneider<br />
im Labor. Pacific Healthcare, kurz PHC,<br />
ist ein Start-up mit über 250.000 wiederkaufenden<br />
Kunden nach erst dreieinhalb<br />
Jahren und einem Sortiment von über 50<br />
Produkten. Franjo hat mich natürlich<br />
sehr schnell für sich gewonnen, obwohl<br />
ich ihn wegen der Konkurrenz und der<br />
Vielfalt gerade auf dem Kosmetikmarkt<br />
für verrückt erklärt habe. Er bot mir<br />
einen lukrativen Zwei-Jahres-Vertrag als<br />
Testimonial an, der übrigens gerade um<br />
ein Jahr verlängert wurde. Da musste ich<br />
natürlich erstmal schmunzeln, weil er ja<br />
mein Mann ist und wir seit 22 Jahren<br />
glücklich verheiratet sind. Aber Franjo<br />
meinte es ernst, weil er weiß, dass ich ein<br />
wahrer Creme-Freak bin. Mein ganzes<br />
Badezimmer besteht aus hochwertigen<br />
Cremes. Und er meint, dass ich mit<br />
meinem schönen Hautbild insbesondere<br />
viele Frauen überzeugen kann. Und da<br />
habe ich natürlich zugeschlagen und gesagt:<br />
»So, jetzt bist du zum ersten Mal<br />
mein Chef. Zumindest bei PHC.« (lacht)<br />
Seit dem Moment bin ich voll in meinem<br />
Element »Beauty« eingetaucht und bringe<br />
gerne meine langjährigen Erfahrungen<br />
mit ein, zum Beispiel, dass wir bestimmte<br />
Cremes, Inhaltsstoffe, sowie einen Lichtschutzfaktor<br />
benötigen. Ich bin also komplett<br />
in der Entwicklung involviert. Aktuell<br />
formulieren wir weitere Anti-<br />
Aging-Anwendungen, vor allem präventive<br />
Produkte sind ein großes Thema,<br />
zum Beispiel hochwirksame Konzentrate<br />
die individuell in die Tagesroutine integriert<br />
werden können. Auch da bin ich<br />
komplett im Thema, es macht mir auch<br />
wahnsinnig viel Spaß meine langjährigen<br />
Erfahrungen weiterzugeben.<br />
Dein erfolgreiches Leben bestand aus vielen<br />
Kapiteln und jedes hatte so eine Überschrift.<br />
Welche Überschrift folgt jetzt?<br />
Zum Glück gab es in meinem Leben<br />
viele erfolgreiche Kapitel. Wie der<br />
Titel meiner Autobiographie<br />
(Spiegel-Bestseller) »Nimm<br />
dir alles. Gib viel« schon sagt,<br />
habe ich mir immer alles genommen,<br />
jede Chance, jede<br />
Möglichkeit um erfolgreich<br />
zu werden, ich habe aber<br />
auch viel gegeben. Worauf ich<br />
ganz besonders stolz bin? Ich<br />
habe ein eigenes SOS-Kinderdorf<br />
in Bolivien<br />
aufgebaut und es trägt sogar meinen<br />
Namen »Veronas Casitas« zu Deutsch:<br />
»Veronas Häuschen«. Ich habe damals<br />
im ersten Jahr mehr als eine Millionen<br />
Euro an Spenden für das SOS-Kinderdorf<br />
gesammelt. Einen großen Teil habe<br />
ich nachweislich von meiner eigenen<br />
Gage gespendet. Inzwischen habe ich<br />
weitere Millionen Euro als One Man –<br />
ich meine natürlich als One Woman<br />
Show – für die SOS-Kinderdörfer gesammelt.<br />
Den Titel »Spenden-Millionärin«,<br />
den ich mal in den Medien über<br />
mich selber lesen durfte, bleibt mir bis<br />
heute extrem in Erinnerung – und es<br />
gab viele Titel über mich. Stern TV hat<br />
mich damals auf meiner Reise nach Bolivien<br />
begleitet. 112 Waisenkinder leben<br />
jetzt in dem SOS-Kinderdorf und haben<br />
ein neues Zuhause gefunden.<br />
Meine Autobiografie beschreibt mein<br />
Leben. Mit 19 bin ich als Sängerin in<br />
Hamburg entdeckt worden. Und in dieser<br />
Zeit habe ich das Kapitel »Niemals<br />
zweifeln, machen! Musikkarriere To<br />
Go« durchlebt. Ich habe mich einfach<br />
auf den Weg gemacht, erfolgreich zu<br />
werden. Und so sind meine Kapitel<br />
nach und nach entstanden. So ging es<br />
von Kapitel zu Kapitel immer weiter.<br />
Und als ich die Autobiografie geschrieben<br />
habe, habe ich den Kapiteln im<br />
Nachhinein Überschriften gegeben.<br />
Wie »Die Mutter aller Influencer – so<br />
geht Werbeikone« oder »Das famose<br />
Dummchen-Image. Dumm herum sind<br />
alle schlau«. Mein aktuelles Kapitel<br />
würde ich »Die bekannte Konstante«<br />
nennen, darüber muss man mal kurz<br />
nachdenken, aber das trifft glaube ich<br />
zu 100 Prozent auf mich zu.<br />
Bild: Anelia Jeneva<br />
Verona Pooth ist Unternehmerin, Moderatorin, Werbeikone<br />
und angehende Speakerin. Sie startete als Modedesignerin<br />
und wurde 1990 mit »Ritmo de la Roche« bekannt,<br />
für den Song erhielt sie eine Goldene Schallplatte.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
15
Wissen<br />
Kamala<br />
Harris<br />
Der Trumpf der<br />
Demokraten?<br />
Kamala Harris, geboren am 20.<br />
Oktober 1964 in Oakland,<br />
Kalifornien, ist die amtierende<br />
Vizepräsidentin der<br />
Vereinigten Staaten. Sie steht<br />
seit einigen Wochen im Mittelpunkt des<br />
medialen Interesses, nachdem sie überraschend<br />
statt Joe Biden als Präsidentschaftskandidatin<br />
von der Demokratischen<br />
Fraktion ernannt wurde. Sie hat es<br />
geschafft, sich als eine der einflussreichsten<br />
Frauen in der US-Politik zu etablieren<br />
und symbolisiert für viele den Fortschritt<br />
und die Diversität, die die Demokratische<br />
Partei zu repräsentieren versucht. Doch<br />
die Frage bleibt: Ist Kamala Harris tatsächlich<br />
der Trumpf der Demokraten, insbesondere<br />
im Hinblick auf die zukünftige<br />
Wahl und darüber hinaus? Wir werfen<br />
einen kleinen Blick auf Harris und ihre<br />
Chancen gegen Donald Trump im Wahlkampf<br />
um die Präsidentschaft.<br />
Die politische Laufbahn von Kamala Harris<br />
Kamala Devi Harris begann ihre Karriere<br />
als Staatsanwältin in Kalifornien,<br />
bevor sie 2011 zur Attorney General des<br />
Bundesstaates aufstieg. Sie entstammte<br />
einer wissenschaftlich geprägten Familie,<br />
deren Eltern der Familie Brustkrebsforscherin<br />
und Wirtschaftswissenschaftler<br />
waren. Sie studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaften<br />
bis zum Bachelor;<br />
Danach eben ein rechtswissenschaftliches<br />
Studium in Kalifornien.<br />
Ihr Erfolg als oberste Anklägerin Kaliforniens<br />
ebnete ihr den Weg in den US-Senat,<br />
in dem sie 2017 ihr Mandat antrat. Dort<br />
machte sie sich durch ihre scharfen und<br />
intelligenten Fragen während der Anhörungen<br />
schnell einen Namen, insbesondere<br />
in Bezug auf die Trump-Administration.<br />
Ihre harte Linie in Bezug auf Justizreformen<br />
und ihre Unterstützung progressiver<br />
Themen wie Klimaschutz, Gleichstellung<br />
und Gesundheitsreform festigten ihren Ruf<br />
als eine der führenden Figuren innerhalb<br />
der Demokratischen Partei. Es gibt wohl<br />
keine besser informierte Gegnerin für Donald<br />
Trump im Wahlkampf.<br />
Kamala Harris als Vizepräsidentin<br />
Kamala Harris’ Wahl zur Vizepräsidentin<br />
ist in der Tat von historischer Bedeutung<br />
und spiegelt den gesellschaftlichen<br />
Kamala Harris’ Wahl zur Vizepräsidentin ist in der<br />
Tat von historischer Bedeutung und spiegelt den<br />
gesellschaftlichen Wandel in den USA wider.<br />
Wandel in den USA wider. Ihre Nominierung<br />
durch Joe Biden war eine strategische<br />
Entscheidung, um die wachsende<br />
Diversität des Landes und die Bedürfnisse<br />
unterschiedlicher Wählergruppen<br />
anzusprechen. Als Tochter einer indischen<br />
Mutter und eines jamaikanischen<br />
Vaters verkörpert Harris die Vielfalt der<br />
amerikanischen Bevölkerung.<br />
Ihre Rolle als erste weibliche Vizepräsidentin<br />
sowie als erste Afroamerikanerin<br />
und Person mit südasiatischen Wurzeln<br />
in diesem Amt hat weltweit Aufmerksamkeit<br />
erregt und dient als Symbol für den<br />
Fortschritt in Bezug auf Gleichberechtigung<br />
und Inklusion. Harris hat mit ihrer<br />
politisch-medialen Präsenz nicht nur<br />
Frauen, sondern auch viele Minderheiten<br />
mobilisiert und den Weg für zukünftige<br />
Generationen von Politikerinnen und<br />
Politikern geebnet, die ebenfalls aus<br />
unterrepräsentierten Gruppen stammen.<br />
Harris’ Einfluss auf die Innenpolitik<br />
Als Vizepräsidentin war Kamala Harris<br />
stark in Bidens Innenpolitik involviert, insbesondere<br />
in Fragen wie der Bekämpfung<br />
von Covid-19, der Wirtschaftspolitik und<br />
der Wahlrechtsreform. Ein markantes Beispiel<br />
ist ihre federführende Rolle bei der<br />
Koordination der Bemühungen zur Impfstoffverteilung<br />
während der Pandemie, was<br />
ihr Anerkennung einbrachte. Zudem setzt<br />
sich Harris stark für Justizreformen und<br />
16 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Wissen<br />
den Kampf gegen systemischen Rassismus<br />
ein. Diese Themen, die insbesondere<br />
bei den progressiven Flügeln der<br />
Demokratischen Partei von Bedeutung<br />
sind, tragen maßgeblich zu ihrer Profilschärfung<br />
bei. Harris signalisiert den<br />
frischen Wind in den verstaubten Katakomben<br />
der amerikanischen Republik.<br />
Donald Trump und Kamala Harris bei der<br />
ABC-News-Präsidentschaftsdebatte.<br />
Bilder: IMAGO / ZUMA Press Wire (Josh Brown) / ZUMA Press Wire (Michael Le Brecht) / ZUMA Press Wire (Daniel De Slover), Doris Mike<br />
Kamala Harris – Die Spaltung innerhalb<br />
der Demokraten<br />
Trotz ihres beeindruckenden Werdegangs<br />
gibt es innerhalb der Demokratischen<br />
Partei auch Stimmen, die Kamala Harris<br />
kritisch gegenüberstehen. Vor allem der<br />
progressive Flügel der Partei wirft ihr vor,<br />
in ihrer Zeit als Staatsanwältin und Attorney<br />
General in Kalifornien nicht ausreichend<br />
gegen Polizeigewalt und das Gefängnissystem<br />
vorgegangen zu sein. Diese<br />
Kritikpunkte könnten sich für Harris als<br />
Boomerang erweisen, sollte Trump sich<br />
im Wahlkampf darauf einschießen.<br />
Die Zentristen in der Demokratischen<br />
Partei hingegen sehen in Harris eine<br />
starke Kandidatin, die die notwendige Erfahrung<br />
und das politische Geschick mitbringt,<br />
um die Partei in die Zukunft zu<br />
führen. Sie argumentieren, dass Harris<br />
die ideale Brücke zwischen den verschiedenen<br />
Flügeln der Partei darstellt und<br />
somit in der Lage ist, breite Wählerschichten<br />
zu vereinen. Und schließlich geht es<br />
bei Wahlen schlussendlich darum, möglichst<br />
viele Wähler zu mobilisieren.<br />
Umfragewerte und Gegenwind in der Partei<br />
Trotz all ihrer Erfolge steht Kamala Harris<br />
auch vor erheblichen Herausforderungen.<br />
Ihre Umfragewerte sind gemischt,<br />
und einige Kritiker werfen ihr<br />
vor, sich in entscheidenden Momenten<br />
Harris’ Fähigkeit, diese<br />
innerparteilichen Spannungen<br />
zu managen,<br />
wird entscheidend für<br />
ihren Erfolg sein.<br />
zu sehr zurückzuhalten oder nicht genug<br />
Führung zu zeigen. Zudem muss sie sich<br />
weiterhin gegen konservative Angriffe<br />
verteidigen, die versuchen, sie als radikale<br />
Linke darzustellen – ein Vorwurf,<br />
der oft bei prominenten Frauen und Minderheiten<br />
in der Politik erhoben wird.<br />
Harris muss zudem die Balance finden,<br />
um sowohl den progressiven Flügel der<br />
Demokratischen Partei als auch die moderaten<br />
Wähler zu erreichen. Es ist eine<br />
heikle Gratwanderung, die entscheidend<br />
für ihren politischen Erfolg in den kommenden<br />
Jahren sein könnte.<br />
Kamala Harris und die Zukunft<br />
der Demokraten<br />
Kamala Harris’ Präsidentschaftskandidatur<br />
stellt einen entscheidenden Moment für<br />
die Demokratische Partei dar. Als erfahrene<br />
Politikerin, die bereits als Vizepräsidentin<br />
historische Barrieren durchbrochen<br />
hat, steht sie vor der Herausforderung,<br />
nicht nur Donald Trump zu besiegen, sondern<br />
auch die vielfältigen Erwartungen<br />
innerhalb ihrer Partei zu erfüllen.<br />
Die Demokraten sind derzeit tief gespalten<br />
zwischen progressiven und moderaten<br />
Kräften. Harris’ Fähigkeit, diese innerparteilichen<br />
Spannungen zu managen, wird<br />
entscheidend für ihren Erfolg sein. Sie<br />
muss sowohl die progressiven Wähler, die<br />
umfassende Reformen in Bereichen wie<br />
Klima, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit<br />
fordern, als auch die moderateren<br />
Wähler, die mehr Stabilität und Kontinuität<br />
bevorzugen, hinter sich vereinen.<br />
Ob Harris die Brückenbauerin einer<br />
zersplitterten Demokratischen Partei<br />
ist, werden spätestens die Wahlen in<br />
den USA zeigen. Deren Ausgang wird<br />
wohl maßgeblich über die Zukunft der<br />
Weltpolitik entscheiden.<br />
Der Autor<br />
Michael Jagersbacher ist Erwachsenenbildner<br />
und Philosoph. Zudem<br />
arbeitet er als Kommunikationstrainer,<br />
Unternehmer, Buchautor und Blogger.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
17
Erfolg<br />
Raab<br />
zurück<br />
im Ring!<br />
Das sagt Rhetorik-Experte Michael Ehlers zum Comeback<br />
Wok WM, Maschen-<br />
Draht-Zaun und natürlich<br />
TV total –<br />
kaum jemand hat die<br />
deutsche Medienwelt<br />
so geprägt wie Stefan Raab. Der gelernte<br />
Metzger aus Köln verhalf Lena<br />
Meyer-Landrut beim Eurovision Song<br />
Contest zum Sieg und stürmte auch<br />
selbst mehrmals die Charts – das Fernsehen<br />
hat er ohnehin revolutioniert. Bis<br />
er im Jahr 2015 seinen Rücktritt aus<br />
dem Show Business verkündete; vorerst<br />
jedenfalls. Denn nun ist dem Entertainer<br />
der Fokus der Aufmerksamkeit<br />
wieder gewiss: In einem spektakulären<br />
Boxkampf musste er sich zwar erneut<br />
gegen die ehemalige Weltmeisterin Regina<br />
Halmich geschlagen geben, beherrschte<br />
allerdings danach noch tagelang<br />
die Schlagzeilen. Doch ist jede<br />
Publicity auch gute Publicity? Das haben<br />
wir den bekannten Kommunikations-<br />
und Managementtrainer Michael<br />
Ehlers gefragt. Wie er den Medienrummel<br />
um den gestandenen Showmaster<br />
einordnet und ob er denkt, dass Stefan<br />
Raab langfristig an seine früheren Erfolge<br />
anknüpfen kann, hat uns der PR-<br />
Experte im Interview erzählt.<br />
Herr Ehlers, Stefan Raab ist zurück!<br />
Aber was fasziniert Deutschland eigentlich<br />
so an seiner Rückkehr?<br />
Stefan Raab erinnert viele Menschen an<br />
die Zeit um die Jahrtausendwende, als er<br />
mit seiner anarchischen Art und seinen<br />
innovativen Shows das deutsche Fernsehen<br />
revolutionierte. Für viele seiner älter<br />
»Zusammengefasst ist es die<br />
Mischung aus Nostalgie, dem<br />
Wunsch, an alte Zeiten anzuknüpfen<br />
und die Hoffnung auf unterhaltsame<br />
Ablenkung in Krisenzeiten,<br />
die zumindest die Medienwelt<br />
Deutschlands so an Stefan Raabs<br />
Rückkehr fasziniert.«<br />
– Michael Ehlers<br />
gewordenen Fans weckte die Ankündigung<br />
Erinnerungen an bessere Zeiten, an<br />
ihre eigene Jugend und an damals sehr<br />
kreative und innovative Unterhaltungskonzepte,<br />
die aber dennoch, vor allem<br />
nachdem er seine Anfänge bei VIVA<br />
hinter sich ließ, immer mit dem Topos<br />
der großen Samstagabendshow geflirtet<br />
haben. Raab war auf mehreren Ebenen<br />
ein zwar rücksichtsloser Erneuerer, aber<br />
nie ein Zerstörer des virtuellen Lagerfeuers,<br />
um das sich Familie und Freunde<br />
früher versammelt haben. Er hat das Sujet<br />
der großen Show geliebt und es aus<br />
dem Dunst der Spießigkeit geholt –<br />
Fernsehen ohne schlechtes Gewissen<br />
sozusagen! Vielleicht wünschen die<br />
Menschen sich das auch heute. In bewegten<br />
Zeiten, wie wir sie derzeit erleben,<br />
sehnen sich Menschen geradezu<br />
nach vertrauten Figuren, die ihnen ein<br />
Gefühl von Stabilität geben. Zusammengefasst<br />
ist es die Mischung aus Nostalgie,<br />
dem Wunsch, an alte Zeiten anzuknüpfen<br />
und die Hoffnung auf unterhaltsame<br />
Ablenkung in Krisenzeiten, die zumindest<br />
die Medienwelt Deutschlands so an<br />
Stefan Raabs Rückkehr fasziniert.<br />
Wie bewerten Sie als Kommunikationsprofi<br />
die Comeback-Ankündigung? Wie<br />
gelungen waren sowohl die PR vorab als<br />
auch die Pressekonferenz?<br />
18 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Stefan Raab gegen Regina Halmich beim »CLARK FINAL FIGHT«.<br />
»Im Boxen gibt es das alte Gesetz<br />
›They never come back‹.<br />
Allerdings gelang Muhammad<br />
Ali dieses Kunststück dann doch<br />
gleich zweimal. Falls Raab<br />
tatsächlich ein großes Comeback<br />
hinlegt, wäre er wahrlich der<br />
größte deutsche TV-Entertainer.«<br />
– Michael Ehlers<br />
Bilder: Raab Entertainment / Willi Weber, RTL / Raab Entertainment / Julia Feldhagen, Institut Michael Ehlers GmbH<br />
Stefan Raab bei seiner neuen RTL+-Sendung »Du gewinnst hier nicht die Million«.<br />
Beides waren große Inszenierungen und<br />
vor allem die Pressekonferenz eine eigene,<br />
vielleicht ein bisschen zu langatmige<br />
Show. Aber das Ankündigungsvideo und<br />
der Boxkampf – den ich ebenfalls als PR-<br />
Vehikel einordnen würde – sowie eben<br />
die anschließende Pressekonferenz haben<br />
genau das getan, was man von diesen PR-<br />
Instrumenten erwartet: Sie haben für<br />
hohe Medienaufmerksamkeit und hohe<br />
Erwartungen bei seinen alten Fans gesorgt.<br />
Dass er seine eigene Rückkehr mit<br />
der Marke von neun Millionen Followern<br />
verband, diese Marke nicht erreichte und<br />
natürlich trotzdem und trotz der dritten<br />
Niederlage gegen die unverwüstliche Regina<br />
Halmich munter sein Ding durchzog,<br />
fand ich besonders lustig. Solche<br />
Details sind doch Stefan Raab egal. Ist<br />
doch alles nur Spaß.<br />
Passen Raabs Humor und sein Showkonzept<br />
eigentlich noch in diese Zeit –<br />
und wird er damit auch im Stream<br />
begeistern?<br />
Die Frage ist in meinen Augen eher, ob das<br />
Streaming-Publikum überhaupt noch<br />
weiß, wer beispielsweise die Amigos oder<br />
– ich entschuldige mich bei allen Fans –<br />
Peter Maffay oder Florian Silbereisen sind,<br />
auf deren Kosten er ein paar Witzchen losließ,<br />
die mich – das muss ich zugeben –<br />
teilweise zu heftigen Schmunzeln gebracht<br />
haben. Ich bin aber auch über 50!<br />
Die andere Frage ist die, ob Menschen,<br />
die noch die Amigos vor Augen haben,<br />
plötzlich wegen Stefan Raab anfangen,<br />
RTL+ zu streamen oder gar zusätzlich zu<br />
buchen. Ich befürchte, dass die Schnittmenge<br />
nicht sonderlich groß ist.<br />
Auf der anderen Seite: Ein bisschen<br />
spät-pubertärer Humor, der bewusst auf<br />
sensible Sprache verzichtet und das<br />
Ganze mit ein paar Anspielungen aufs<br />
Michael Ehlers gilt als Deutschlands<br />
bekanntester Rhetoriktrainer. Darüber<br />
hinaus ist er Bestseller-Autor und seit<br />
über 20 Jahren als Top-Speaker gefragt.<br />
Untenrum – also: »Haha… er hat Sack<br />
gesagt!« – vermischt, kommt sicher immer<br />
noch ganz gut an. Bemerkenswert,<br />
beziehungsweise wohltuend aus der<br />
Zeit gefallen ist allerdings, dass Raab<br />
auf jegliche Politik verzichtet. Er will<br />
nichts als unterhalten!<br />
Was meinen Sie: Wird Raab insgesamt<br />
an seinen Erfolg der 90er und 2000er-<br />
Jahre anknüpfen können?<br />
Im Boxen gibt es das alte Gesetz »They<br />
never come back«. Allerdings gelang<br />
Muhammad Ali dieses Kunststück dann<br />
doch gleich zweimal. Falls Raab tatsächlich<br />
ein großes Comeback hinlegt, wäre<br />
er wahrlich der größte deutsche TV-Entertainer.<br />
Ich glaube aber nicht daran.<br />
Die erste Sendung von »Du gewinnst<br />
hier nicht die Million bei Stefan Raab«<br />
wurde in den ersten fünf Tagen zwar<br />
über 1,5 Millionen Mal auf RTL+ gestreamt,<br />
aber Raab recycelte in seiner Show<br />
nur sich selbst. Ich kann mir nicht vorstellen,<br />
dass das für einen neuen Hype<br />
reicht, wenn der erste warme Schauer<br />
der Nostalgie verklungen ist. AS<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
19
Einstellung<br />
Elon Musk<br />
will auf den Mars<br />
Nie hat sich ein Mensch ein größeres Ziel gesetzt<br />
EIN GASTBEITRAG VON DR. DR. RAINER ZITELMANN<br />
20<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Einstellung<br />
In meinem Buch »Setze dir größere<br />
Ziele« schreibe ich über Menschen,<br />
die sich ungewöhnlich große Ziele<br />
gesetzt haben. Menschen wie Bill<br />
Gates, Steve Jobs, Warren Buffett,<br />
Arnold Schwarzenegger, Sam Walton oder<br />
Richard Branson. Aber niemals in der<br />
Menschheitsgeschichte hat sich jemand<br />
ein so großes Ziel gesetzt wie Elon Musk.<br />
Er will aus der Menschheit eine multiplanetare<br />
Spezies machen.<br />
Nachdem er mit dem Verkauf von PayPal<br />
einen Haufen Geld gemacht hatte, traf er<br />
sich in Las Vegas mit ehemaligen Mitarbeitern.<br />
Während die sich im Pool vergnügten,<br />
saß er da und las in einem zerfledderten<br />
Handbuch über Raketentechnik. Als<br />
ihn einer fragte, was er denn jetzt so für die<br />
Zukunft plane, meinte er: »Ich will den<br />
Mars besiedeln. Meine Lebensaufgabe ist<br />
es, aus der Menschheit eine multiplanetare<br />
Zivilisation zu machen.« Die Reaktion seines<br />
Ex-Kollegen war wenig überraschend:<br />
»Alter, du bist völlig Banane.«<br />
Es geht um das Überleben der Menschheit<br />
Musk begann sich mit dem Thema Mars<br />
zu beschäftigen, weil er die Risiken für<br />
das Überleben der Menschheit analysierte.<br />
Musk sagt, es sei geradezu eine<br />
Verpflichtung der Menschen, andere Planeten<br />
zu besiedeln, weil früher oder später<br />
die Menschheit durch den Einschlag<br />
eines Asteroiden vernichtet werden<br />
könne. Forscher sind sich heute weitgehend<br />
einig, dass die Dinosaurier – und<br />
fast alles andere Leben auf der Erde –<br />
durch den Einschlag eines Meteoriten vor<br />
65 millionen Jahren ausgelöscht wurden.<br />
Wir wissen von vielen Asteroiden-Einschlägen,<br />
von denen man heute noch<br />
Krater besichtigen kann. In Arizona landete<br />
vor 150 Jahren ein Asteroid mit 150<br />
Metern Durchmesser, der die 48.0000-fache<br />
Zerstörungskraft jener Atombombe<br />
hatte, die auf Nagasaki niederging. Oft<br />
sind die Asteroiden kleiner, wie etwa jener,<br />
der am 1. Oktober 1990 im Pazifik<br />
einschlug, aber ebenfalls die Kraft immerhin<br />
einer Nagasaki-Bombe hatte. Wäre er<br />
auf einer Stadt eingeschlagen, wären<br />
Zehntausende oder gar Hunderttausende<br />
Menschen gestorben.<br />
»Musk wird von einem starken Motiv<br />
getrieben. Das ist nicht Geld, davon hat er<br />
genug. Er möchte in die Geschichte eingehen.«<br />
– Robert Zubrin<br />
NASA nach Plänen für eine Besiedlung des<br />
Mars. Als er nichts fand, dachte er zuerst,<br />
die Webseite sei nicht aktualisiert worden.<br />
Bis er schließlich feststellte: Es gab solche<br />
Pläne damals nicht. Musk konnte das nicht<br />
verstehen: »Wollen wir unseren Kindern<br />
erzählen, dass der Flug zum Mond das<br />
Beste ist, was wir erreicht haben, und danach<br />
haben wir aufgegeben?«<br />
Nach der Mondlandung 1969 – und fünf<br />
weiteren in den folgenden Jahren – hatte<br />
die NASA keine wirklich großen Ziele<br />
mehr erreicht. Das Space-Shuttle-Programm<br />
der USA verschlang in den drei<br />
Jahrzehnten von 1981 bis 2011 fast 200<br />
Milliarden Dollar, aber hat die Erwartungen<br />
nicht erfüllt. Die Kosten waren sehr<br />
viel höher als erwartet. Sie lagen bei 500<br />
Millionen Dollar plus Flug – ähnlich wie<br />
bei den Apollo-Flügen. Die Beförderung<br />
von einem Pfund Nutzlast war etwa zehn<br />
Mal teurer, als die optimistischen Vorhersagen<br />
prognostiziert hatten und jedenfalls<br />
nicht niedriger als bei den traditionellen,<br />
nicht wieder verwendbaren Raketen.<br />
Musk trifft Robert Zubrin<br />
Bei einer Google-Recherche war Musk<br />
auf die Ankündigung eines Dinners im<br />
Frühjahr 2021 im Silicon Valley gestoßen,<br />
das eine Organisation namens Mars Society<br />
ausrichtete. Der Eintritt betrug 500<br />
Dollar, aber Musk sandte einen Scheck<br />
von 5.000 Dollar, um die Aufmerksamkeit<br />
des Gründers und Präsidenten der Organisation,<br />
Robert Zubrin, zu gewinnen.<br />
Zubrin lud Musk zu einem persönlichen<br />
Gespräch ein und anschließend dazu,<br />
einen Tag mit ihm in seiner Firma in der<br />
Nähe von Denver zu verbringen. Danach<br />
spendete Musk der Mars Society 100.000<br />
Dollar, um damit das Projekt einer Mars<br />
Desert Research Station zu finanzieren.<br />
Eine zeitlang war Musk auch im Vorstand<br />
der Mars Society.<br />
Robert Zubrin, den ich im Mai <strong>2024</strong> in<br />
Frankfurt traf, fragte ich, was seiner Meinung<br />
nach die Faktoren waren, die Musk<br />
und seiner Firma SpaceX zu den außergewöhnlichen<br />
Faktoren befähigten: »Musk<br />
wird von einem starken Motiv getrieben.<br />
Das ist nicht Geld, davon hat er genug. Er<br />
möchte in die Geschichte eingehen. Wichtig<br />
war, dass er die unsinnigen Cost-plus-<br />
Programme nicht akzeptierte.« Nach der<br />
absurden Logik der Cost-plus-Verträge<br />
ist der Gewinn eines Unternehmens jedoch<br />
umso höher, je mehr Kosten produziert<br />
werden. Zubrin erinnert sich:<br />
»Overhead-Kosten von mehr als 300 Prozent<br />
waren bei solchen Auftragnehmern<br />
der NASA die Regel. Bei der Firma Martin<br />
Marietta (später Lockheed Martin),<br />
bei der ich von Ende der 1980er bis Mitte<br />
der 1990er Jahre beschäftigt war (und die<br />
neben Boeing zu den beiden erfolgreichsten<br />
der acht großen Luft- und Raumfahrtunternehmen<br />
jener Zeit gehörte),<br />
Bilder: IMAGO / UPI Photo<br />
Es ist nicht die Frage, ob irgendwann<br />
wieder ein Asteroid auf der Erde einschlägt,<br />
der alles Leben zerstören kann,<br />
sondern, wann das passiert. Das ist ein<br />
zentrales Argument von Musk – die Ansiedlung<br />
von Menschen auf dem Mars als<br />
Lebensversicherung gegen das Aussterben<br />
der Menschheit.<br />
Die NASA war nicht mehr hungrig<br />
Als Musk begann, sich für das Thema zu<br />
interessieren, suchte er auf der Website der<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
21
Einstellung<br />
hatten wir zu einem bestimmten Zeitpunkt<br />
mehr als 13.000 Beschäftigte in<br />
unserem Hauptwerk, wobei weniger als<br />
1.000 in der Fabrik arbeiteten – was einen<br />
Witzbold zu der Bemerkung veranlasste:<br />
Bei Martin Marietta sind die Overhead-<br />
Kosten unser wichtigstes Produkt.«<br />
»Was hat Musk Neues gebracht?«, fragte<br />
ich Zubrin. »Er setzte Ideen um, die es<br />
davor zwar schon gab, aber die nicht realisiert<br />
worden waren. Ein Beispiel ist die<br />
Idee, nur die untere Stufe einer Rakete<br />
wieder verwendbar zu machen. Boeing<br />
hatte diese Idee auch schon gehabt, aber<br />
die NASA hatte sie abgelehnt. Musk hat<br />
die Rakete Falcon Heavey in nur sechs<br />
Jahren gebaut. Sie hat die Hälfte der Nutzlastkapazität<br />
der Saturn 5, ist aber größtenteils<br />
wiederverwendbar, im Gegensatz<br />
zur Saturn 5 und anderen Vorgängern, die<br />
nur einmal verwendet werden konnten.«<br />
Die Kosten eines Raketenstarts stagnierten<br />
von 1970 bis 2010, bis es Elon Musks<br />
Firma SpaceX gelang, mit einer überwiegend<br />
wieder verwertbaren Rakete die<br />
Kosten eines Raketenstarts von 10.000<br />
Dollar/Kilogramm auf 2.000 Dollar um<br />
80 Prozent zu reduzieren. Der 22. Dezember<br />
2015 war ein historischer Tag für die<br />
Raumfahrt, denn erstmals landete mit der<br />
Falcon 9 von SpaceX die erste Stufe einer<br />
Rakete nach dem Start wieder auf der<br />
Erde. Allein diese Technik hat die Kosten<br />
enorm gesenkt: Stellen Sie sich mal vor,<br />
jedes Flugzeug wäre nach einem Flug unbrauchbar<br />
und müsste durch ein neues<br />
ersetzt werden – die Kosten wären unerschwinglich.<br />
Doch dies war bei weitem<br />
nicht die einzige Innovation, die dazu<br />
führte, dass Raketen wie die von SpaceX<br />
so viel günstiger waren als bisher.<br />
Das Starship – Raumschiff der Superlative<br />
Musk hat inzwischen eine Rakete gebaut,<br />
die Menschen später zum Mars bringen<br />
kann. Er hat sie Starship getauft. Das<br />
Starship ist ein Raumschiff der Superlative.<br />
Der Raumfahrt-Experte Eugen<br />
Reichl sagt: »Fast niemand sieht, wie revolutionär<br />
dieses Fluggerät tatsächlich ist.<br />
Das Starship wird im gesamten Rest des<br />
21. Jahrhunderts den Raumtransport dominieren.<br />
Es ist riesig groß, und dabei<br />
doch billig zu bauen, es ist mehr Schiffbau<br />
als Raumfahrt mit Einflüssen aus dem<br />
Automobilbau. Es ist vielseitig einsetzbar.<br />
Es wird in vielen Varianten entstehen und<br />
es öffnet dem Menschen das gesamte Sonnensystem.«<br />
Die bis heute größte und<br />
kraftvollste Rakete war die Saturn V, mit<br />
der auch 1969 die ersten Menschen zum<br />
Mond gebracht wurden. Die Saturn V war<br />
mit etwa 110 Metern Gesamthöhe nicht<br />
viel kleiner als die derzeit eingesetzten<br />
Prototypen-Versionen des Starship (121<br />
Meter, später soll es dann 150 Meter<br />
»Er setzte Ideen um, die es davor zwar<br />
schon gab, aber die nicht realisiert<br />
worden waren.«<br />
– Robert Zubrin<br />
messen). Die Saturn V hatte drei Raketenstufen<br />
und oben befand sich noch eine<br />
nur 3,7 Meter hohe Apollo-Kapsel, in der<br />
drei Astronauten Platz hatten. Das Starship<br />
besteht nur aus zwei Stufen, und die<br />
gesamte zweite Stufe mit 50 Meter Höhe<br />
stellt gleichzeitig das eigentliche Raumschiff<br />
dar. Mit ihrem Gewicht von rund<br />
5.000 Tonnen ist sie in ihrer jetzigen Version<br />
etwas weniger als doppelt so schwer<br />
wie die Saturn V, kann aber eines Tages<br />
nicht nur drei Personen zum Mond, sondern<br />
bis zu 100 Personen zum viel weiter<br />
entfernten Planeten Mars transportieren.<br />
Bis es soweit ist, wird es noch eine Weile<br />
dauern. Aber Musk hat die Dimensionen<br />
schon heute so konzipiert, dass im Starship<br />
sogar Gemeinschafts- und Fitnessräume<br />
möglich sein werden und der Aufenthalt<br />
viel bequemer sein wird als in der<br />
Apollo-Kapsel. Das ist nötig, denn während<br />
eine Apollo-Mission nur acht bis<br />
zwölf Tage dauerte, benötigt man bis zum<br />
Mars etwa sieben Monate.<br />
Ende der Wegwerf-Raketen<br />
Beim Starship sollen sowohl das eigentliche<br />
Raumfahrzeug als auch die »Super<br />
Heavy« genannte erste Stufe der Rakete<br />
wieder verwendbar sein. Die erste Stufe<br />
kehrt kurz nach dem Start, wenn sie ihre<br />
Funktion erfüllt hat, zur Erde zurück und<br />
wird später wieder verwendet. Auch die<br />
zweite Stufe kehrt im Regelfall zurück,<br />
sobald ihre Mission vollendet ist. Das können<br />
Stunden, Tage, Wochen oder Monate<br />
sein. Manche Versionen werden aber nie<br />
mehr auf der Erde landen. Sie werden –<br />
entsprechend ausgerüstet – an ihren Zielorten<br />
verbleiben: In der Erdumlaufbahn<br />
als Raumstationsmodule oder Tankstationen,<br />
auf dem Mond als Pendelfahrzeuge<br />
zwischen Mondoberfläche und Mondorbit,<br />
oder als permanente Mondbasis, auf<br />
Mars, Asteroiden und darüber hinaus.<br />
22 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Einstellung<br />
»Das Ziel, zum Mars zu gelangen, bildete<br />
den Hintergrund für jede Entscheidung<br />
bei SpaceX.«<br />
– Elon Musk<br />
Der Autor<br />
Bilder: Depositphotos / EvgeniyQ / ironwool, IMAGO / ZUMA Press Wire, Thomas Schweigert<br />
Das Starship (also die Oberstufe) nutzt<br />
eine Art »Bauchlandung« mit einem<br />
Wendemanöver am Schluss für den Wiedereintritt<br />
und die Landung auf der Erde.<br />
Man nennt dies den »Bellyflop«. Dabei<br />
kehrt das Raumfahrzeug in einem hohen<br />
Anstellwinkel in die Atmosphäre zurück,<br />
ähnlich wie seinerzeit der Space Shuttle,<br />
um den Luftwiderstand zu maximieren<br />
und die Geschwindigkeit zu verringern<br />
und sinkt danach horizontal durch die<br />
Atmosphäre. Unmittelbar vor dem Erreichen<br />
des Fangturms richtet sich das Starship<br />
mithilfe seiner Steuerflächen und der<br />
Triebwerke auf, um eine vertikale Landung<br />
durchzuführen. Diese Methode reduziert<br />
die Belastung des Hitzeschilds,<br />
ermöglicht eine kontrollierte, sichere<br />
Landung und benötigt dafür keine weiteren<br />
ins Raumschiff verbaute Landemechanismen<br />
oder -vorrichtungen.<br />
Musks Ziel ist es, das Raumfahrzeug<br />
schnell aufzutanken, zu überholen und<br />
erneut zu starten, ähnlich wie bei kommerziellen<br />
Flugzeugen. Um das zu erreichen,<br />
hat er einige sensationelle Dinge<br />
erfunden. So wird das Starship von Fangarmen<br />
aufgenommen, die an dem 146<br />
Meter hohen Start- und Landeturm befestigt<br />
sind. Diese Arme öffnen und<br />
schließen sich, um die Super Heavy oder<br />
das eigentliche Starship beim Landeanflug<br />
zu greifen. Die Vehikel steuern dabei präzise<br />
auf die Fangarme zu. Dies erfordert<br />
eine exakte Steuerung und Manövrierfähigkeit<br />
des Raumschiffs, um die korrekte<br />
Position für das Einfangen zu erreichen.<br />
Sobald das Starship die – virtuelle – Fangbox<br />
erreicht hat, werden diese geschlossen,<br />
um das Raumschiff sicher zu greifen.<br />
Dieser Mechanismus ermöglicht eine<br />
schnelle Wiederverwendbarkeit beider<br />
Komponenten des Starship, denn so kann<br />
man auf das viele Tonnen schwere Landesystem<br />
sowie die für das Aufsetzen notwenigen<br />
Strukturverstärkungen verzichten.<br />
Alles dient einem Ziel: Mars<br />
»Das Ziel, zum Mars zu gelangen, bildete<br />
den Hintergrund für jede Entscheidung<br />
bei SpaceX«, erklärte Musk. Das trifft auch<br />
für den Raketentreibstoff zu. Die Raptor-<br />
Triebwerke seines SpaceX werden mit<br />
flüssigem Methan und flüssigem Sauerstoff<br />
betankt. Musk wählte Methan aus,<br />
weil das auf dem Mars gewonnen werden<br />
kann. Dadurch soll massiv Treibstoff gespart<br />
werden: Das Raumschiff muss nicht<br />
den gesamten Treibstoff für den Hin- und<br />
Rückflug mitnehmen. Musk will erstmal<br />
eine Rakete ohne Menschen auf den Mars<br />
schicken, die dort schon den Methan-<br />
Treibstoff produziert, mit dem dann später<br />
die bemannte Rakete für den Rückflug<br />
zur Erde betankt wird. Methan kann auf<br />
dem Mars synthetisiert werden, indem<br />
man das Sabatier-Verfahren nutzt, bei<br />
dem CO 2<br />
aus der Marsatmosphäre und<br />
Wasserstoff kombiniert werden. Obwohl<br />
das Starship für viele Zwecke verwendet<br />
werden kann, unter anderem auch für<br />
einen Flug zum Mond, ist doch das gesamte<br />
Design letztlich auf ein einziges<br />
Ziel ausgerichtet, nämlich viele Menschen<br />
zum Mars zu bringen. Musk hat mehrfach<br />
erklärt, dass sein Ziel darin besteht, bis<br />
Mitte des 21. Jahrhunderts regelmäßige<br />
Flüge zum Mars zu ermöglichen und<br />
schließlich eine Kolonie von etwa einer<br />
Million Menschen aufzubauen.<br />
Musk lebt in der Zukunft. Während er<br />
mehrere Unternehmen gleichzeitig leitet,<br />
denkt er schon über den übernächsten<br />
Schritt nach. Bei einer Sitzung in der Testanlage<br />
diskutierte Musk mit dem SpaceX-<br />
Board bereits das Design der Raumanzüge,<br />
die das Unternehmen entwickelte, obwohl<br />
Dr. Dr. Rainer Zitelmann hat 29 Bücher<br />
veröffentlicht, die in mehr als 30 Sprachen erschienen<br />
sind. Er schreibt für Medien wie Wall<br />
Street Journal oder Neue Zürcher Zeitung.<br />
man noch Jahre davon entfernt war, Menschen<br />
auf den Mars zu schicken. Ein Mitarbeiter<br />
wunderte sich: »Die sitzen hier<br />
und erörtern ernsthaft Pläne, eine Stadt<br />
auf dem Mars zu bauen, und debattieren<br />
darüber, was die Leute dort anziehen werden.<br />
Und alle tun so, als sei es ein ganz<br />
normales Gespräch.«<br />
Der Homo sapiens, der moderne<br />
Mensch, verließ vor etwa 120.000 Jahren<br />
Afrika, zog nach Indien und weiter in<br />
den Nahen Osten und besiedelte schließlich<br />
den ganzen Planeten. Jetzt, 120 Jahre<br />
später und 4,5 Milliarden Jahre nach<br />
Entstehung der Erde, schickt Musk sich<br />
an, den Planeten zu verlassen. Nicht, um<br />
eine Fahne auf einen anderen Himmelskörper<br />
zu pflanzen und sich die nächsten<br />
50 Jahre darauf auszuruhen, wie es nach<br />
der Mondlandung geschah, sondern, um<br />
dauerhaft andere Himmelskörper zu besiedeln.<br />
Hat sich jemals ein Mensch ein<br />
größeres Ziel gesetzt?<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
23
Erfolg<br />
SELENA<br />
GOMEZ<br />
Nicht perfekt, aber echt<br />
Rund 1,3 Milliarden US-Dollar<br />
machten sie kürzlich zur<br />
jüngsten Milliardärin der<br />
USA. Ihr erfolgreiches Unternehmen<br />
»Rare Beauty« soll<br />
rund zwei Milliarden US-Dollar wert<br />
sein. Die Selena Gomez hinter den Erfolgszahlen<br />
lebt jedoch mit Unsicherheiten<br />
und Problemen, die sie auch ganz offen<br />
mit ihren Fans kommuniziert. Sie will<br />
damit beweisen, dass es ganz normal ist,<br />
wenn das Leben mal nicht perfekt ist:<br />
»Wir brauchen auch das Gefühl, dass<br />
wir zusammenbrechen dürfen.« Doch<br />
woher stammt die Bodenständigkeit,<br />
die sie so ausmacht?<br />
Von ganz unten nach ganz oben<br />
Dass Selena Marie Gomez einmal ein<br />
Milliarden-Vermögen auf dem Konto<br />
haben sollte, hätte wohl anfangs niemand<br />
gedacht – am allerwenigsten Gomez<br />
selbst. Als sie am 22. Juli 1992 in Grand<br />
Prairie, Texas zur Welt kam, waren ihre<br />
Eltern mit 16 Jahren noch minderjährig<br />
und ihre später alleinerziehende<br />
Mutter hatte große finanzielle Probleme.<br />
Trotzdem leisteten sie regelmäßig<br />
Freiwilligenarbeit in der<br />
Suppenküche oder spendeten<br />
ihre Kleidung.<br />
24<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Bilder: IMAGO / ABACAPRESS (Castel Franck) / Everett Collection (Disney Channel/Courtesy) / ZUMA Press Wire / Picturelux (The Hollywood Archive)<br />
Während eines Talentwettbewerbs wurde<br />
die Zehnjährige später von Disney entdeckt<br />
und in der Serie »Barney und seine<br />
Freunde« besetzt. Nach einigen anderen<br />
Auftritten für den Disney Channel landete<br />
sie dann 2007 in der Serie »Die Zauberer<br />
vom Waverly Place«. Für vier Staffeln<br />
verkörperte sie dort die New Yorker<br />
Nachwuchs-Hexe Alex Russo. Trotz aller<br />
Aufmerksamkeit blieb der Kinderstar<br />
aber bodenständig: »Ich bin ein ganz normales<br />
Mädchen aus Fleisch und Blut. […]<br />
Wie alle Leute mache ich Fehler. Aber ich<br />
versuche, so gut wie möglich ein guter<br />
Mensch zu sein.«<br />
Ab ins Musikbusiness!<br />
Schon während ihrer Zusammenarbeit<br />
mit dem Mäusekonzern begann Gomez<br />
ihre Musikkarriere. Mit ihrer Band »Selena<br />
Gomez & the Scene« wurde Gomez<br />
bis zu ihrer Trennung 2012 mehrmals mit<br />
Gold und Platin ausgezeichnet. Ihre erste<br />
»Ich bin nicht perfekt,<br />
aber ich bin stolz auf<br />
mich. Manchmal vergesse<br />
ich, dass ich gut bin,<br />
so wie ich bin.«<br />
– Selena Gomez<br />
eigene Single »Come and Get It« aus dem<br />
Solo-Album »Stare Dance« schaffte es bis<br />
auf Platz sechs der Billboard-Hot-<br />
100-Charts und sicherte sich einen MTV<br />
Video Music Award. Die dazugehörige<br />
Welttournee musste sie jedoch aus gesundheitlichen<br />
Gründen vorzeitig beenden.<br />
Auch die folgende »Revival Tour«<br />
mit Hits wie »Hands to Myself« oder<br />
»Kill Em with Kindness« lief 2016 nicht<br />
wie geplant. »Tourneen sind für mich ein<br />
sehr einsamer Ort«, erklärt die Sängerin<br />
der Vogue damals. »Mein Selbstwertgefühl<br />
war am Boden. Ich war deprimiert<br />
und ängstlich.« Die Folge seien schwere<br />
Panikattacken gewesen, die zum Abbruch<br />
der Tour geführt hätten.<br />
Nach vielen weiteren erfolgreichen Songs<br />
erkannte Gomez aber schlussendlich, dass<br />
ihr Herz für die Schauspielerei schlägt.<br />
Seit 2021 ist sie deshalb wieder als Schauspielerin<br />
unterwegs und tritt als True-<br />
Crime-Fan Mabel in der Krimi-Serie<br />
»Only Murders in the Building« auf. Für<br />
ihre Darstellung wurde sie 2023 und <strong>2024</strong><br />
für einen Emmy Award nominiert.<br />
Instagram – Freund oder Feind?<br />
Wie alle Prominente hat Gomez jedoch<br />
auch mit Kritikern zu kämpfen. Vor allem<br />
die Instagram-Kommentare zu ihrem<br />
Körper, der sich aufgrund von Medikamenten<br />
wegen ihrer Lupus-Autoimmunerkrankung<br />
veränderte, habe sie irgendwann<br />
nicht mehr ertragen können. Sie<br />
habe aber mittlerweile akzeptiert, dass sie<br />
nie einen Model-Körper haben werde:<br />
»Ich bin nicht perfekt, aber ich bin stolz<br />
auf mich. Manchmal vergesse ich, dass ich<br />
gut bin, so wie ich bin.«<br />
Die Pausen, die Gomez deshalb regelmäßig<br />
macht, scheinen ihren Fans aber<br />
nichts auszumachen: Zurzeit folgen ihr<br />
rund 424 Millionen Menschen auf Instagram,<br />
was sie zur erfolgreichsten Frau der<br />
Plattform macht. Werbekunden, die diese<br />
Fangemeinschaft für sich nutzen wollen,<br />
müssen jedoch sehr tief in die Tasche<br />
greifen. Bis zu 30 Millionen US-Dollar<br />
soll sie pro gesponsorten Post verdienen.<br />
Ein Vorbild<br />
Selena Gomez zeigt jedoch auch immer<br />
wieder, dass sie ihr Geld nicht nur für<br />
sich selbst ausgeben will. Seit sie mit 17<br />
Jahren zur jüngsten UNICEF-Botschafterin<br />
ernannt wurde, beeindruckt sie<br />
mit zahlreichen Charity-Aktionen.<br />
Über ihre eigene Kosmetik-Marke<br />
»Rare Beauty« entwickelte sie zudem<br />
das Projekt »Rare Impact Fund«, das<br />
bisher über 16 Millionen US-Dollar für<br />
die mentale Gesundheit von jungen<br />
Menschen gesammelt hat. Das ist der<br />
Unternehmerin aber noch nicht genug:<br />
100.000 Millionen US-Dollar sollen es<br />
bis zum Jahr 2030 werden.<br />
Selena Gomez als<br />
Alex Russo in<br />
»Die Zauberer vom<br />
Waverly Place« 2007.<br />
»Ich habe mich meinen<br />
Fans gegenüber sehr verletzlich<br />
gezeigt und manchmal<br />
Dinge gesagt, die ich<br />
nicht sagen sollte. Aber<br />
ich muss ehrlich zu ihnen<br />
sein. Ich glaube, das ist ein<br />
großer Teil dessen, warum<br />
ich da bin, wo ich bin.«<br />
– Selena Gomez<br />
Einer der Gründe für ihren Einsatz ist, dass<br />
die 32-Jährige auch selbst unter einer bipolaren<br />
Störung leidet. Folgen der Krankheit<br />
sind unter anderem Depressionen und<br />
Panikattacken, die Gomez in ihrem Dokumentarfilm<br />
»Selena Gomez: My Mind &<br />
Me« thematisierte. Dieser gewann einen<br />
MTV Movie & TV Award und der dazugehörige<br />
Song »My Mind & Me« schaffte es<br />
sogar bis auf die Short List der Academy<br />
Awards. Gomez’ großes Ziel scheint damit<br />
erreicht: Das Thema Therapie solle kein<br />
Tabu-Thema mehr sein. Im Gespräch mit<br />
der Vogue erklärte sie: »Ich habe mich meinen<br />
Fans gegenüber sehr verletzlich gezeigt<br />
und manchmal Dinge gesagt, die ich nicht<br />
sagen sollte. Aber ich muss ehrlich zu ihnen<br />
sein. Ich glaube, das ist ein großer Teil dessen,<br />
warum ich da bin, wo ich bin.« LT<br />
Selena Gomez bei<br />
ihrer Revival Tour<br />
2016.<br />
Selena Gomez als<br />
Mabel Mora in<br />
»Only Murders in<br />
the Building« 2023.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
25
Einstellung<br />
»Gedanken sind ja<br />
nichts anderes als<br />
Monologe.«<br />
– Biyon Kattilathu<br />
26<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Einstellung<br />
»Ein Hater braucht<br />
LIEBE«<br />
Biyon Kattilathu im Interview über negative Selbstbilder<br />
und die Einfachheit des Glücks<br />
Bild: Stephan Schmick<br />
Warum schaffen es<br />
manche Menschen<br />
nicht, trotz ihres Talents<br />
erfolgreich zu<br />
sein? Und warum<br />
werden erfolgreiche Menschen im Netz<br />
angefeindet? Die menschlichen Emotionen<br />
sind ein komplexes Gebilde, das<br />
man mit den richtigen Tools entwirren,<br />
steuern und umleiten kann. In unserem<br />
Interview erzählt Motivationscoach Biyon<br />
Kattilathu, wie das funktioniert<br />
und warum ein ausgefülltes Leben nur<br />
einen Hauch von uns entfernt ist – und<br />
warum ein Publikum auch aus zwölf<br />
Menschen bestehen kann.<br />
Biyon, in deinem neuen Buch geht es<br />
unter anderem darum, dass wir zu negativ<br />
denken, unser Potenzial blockieren<br />
und uns zudem selber schlecht bewerten.<br />
Warum sind wir so unfreundlich zu uns?<br />
Die meisten Menschen waren mal viel,<br />
viel freundlicher zu sich. Ich glaube, die<br />
Beziehung vieler Menschen zu sich selbst<br />
hat durch Erziehung oder Erlebnisse im<br />
Kindesalter gelitten, deshalb sind wir<br />
sehr viel kritischer uns gegenüber geworden<br />
und denken negativer. Gedanken<br />
sind ja nichts anderes als Monologe.<br />
Und die Art und Weise, wie wir Monologe<br />
führen, ist oftmals destruktiv und<br />
hart. Wenn ein Freund so mit uns reden<br />
würde, wäre er wahrscheinlich morgen<br />
kein Freund mehr. Ich glaube, dass viele<br />
Erfahrungen dazu geführt haben, dass<br />
wir diese Monologe führen, aber wir<br />
können das ändern, indem wir diesen<br />
Monolog einfach verschönern. Dabei<br />
geht es auch um Selbstbewusstsein.<br />
Selbstbewusstsein kann ja auch ein<br />
Schlüssel zum Glück sein, schreibst<br />
du. Du meinst dabei aber nicht das<br />
Selbstbewusstsein nach außen, wie:<br />
»Hallo, hier bin ich!«, sondern das innere<br />
eigene Selbstbewusstsein. Was<br />
meinst du damit?<br />
Ja, Selbstbewusstsein ist immer ein interner<br />
Prozess. Wir definieren selbstbewusste<br />
Menschen meist über ihr lautes<br />
Auftreten, zum Beispiel auf der<br />
Bühne. Selbstbewusst kann aber auch<br />
jemand sein, der einfach zu Hause ist,<br />
und denkt: »Ich bin mir meiner selbst<br />
bewusst. Dies kann ich gut, das kann<br />
»Wer sich nicht eingesteht,<br />
Schwächen<br />
zu haben, der ist auf<br />
dem Holzweg.«<br />
– Biyon Kattilathu<br />
ich nicht so gut, das sind meine Stärken,<br />
dies sind meine Schwächen.« Natürlich<br />
sollte das Ziel sein, ein glücklicher,<br />
selbstbewusster Mensch zu sein. Das<br />
heißt, man muss dann die Balance zwischen<br />
Stärken und Schwächen finden<br />
und die Schwächen auch akzeptieren.<br />
Wer sich nicht eingesteht, Schwächen<br />
zu haben, der ist auf dem Holzweg. Ich<br />
denke, jeder Mensch hat Schwächen.<br />
Oftmals lag der Fokus auf Schwächen in<br />
der Schulzeit. Bei Klassenarbeiten ging es<br />
ja nie um das, was richtig war. Es wurden<br />
ja nur die Fehler mit Rotstift angestrichen.<br />
Das ist ein klassisches Beispiel für<br />
den Fokus auf das Falsche. Ich finde, es ist<br />
viel, viel sinnvoller, auch auf das zu<br />
schauen, was ich gut kann. Man kann<br />
sich seine Erfolge im Leben anschauen<br />
und daraus schlussfolgern, wo die Stärken<br />
liegen oder welche Fähigkeiten dazu<br />
geführt haben und im Endeffekt diese<br />
Erfolge zu zelebrieren. Und ich glaube,<br />
der größte Mehrwert, den wir in unserem<br />
Leben verankern können, liegt darin,<br />
diese Stärken zu leben.<br />
Du bietest für verschiedene menschliche<br />
Befindlichkeiten Wege an, um sie<br />
vom Negativen ins Positive zu drehen.<br />
Ist das so einfach?<br />
Natürlich! Aber ich denke nicht, dass wir<br />
etwas umwandeln, sondern, dass beide<br />
Ressourcen – das Positive und das Negative<br />
– in uns vorhanden sind. Die Frage<br />
ist nur, worauf wir zurückgreifen. Wie<br />
kann ich vielleicht schneller auf den guten<br />
Gedanken zurückgreifen? Das heißt<br />
ja nicht, dass der schlechte Gedanke eliminiert<br />
wird, er ist ja auch in uns.<br />
Kinder sind in der Regel noch losgelöster.<br />
Wenn sie hinfallen, können sie sich<br />
entscheiden, bleibe ich liegen oder stehe<br />
ich auf? Kinder denken gar nicht darüber<br />
nach, sondern stehen auf. Das heißt,<br />
sie greifen auf das Positive zurück. Wenn<br />
wir älter werden, ist oftmals der erste<br />
Gedanke: »Ich bleibe liegen, es ist eh<br />
schwierig, ich schaffe das nicht.« Wir<br />
müssen zurückkommen auf das Potenzial,<br />
das ja in uns schlummert.<br />
Inwieweit besteht aber die Gefahr, das<br />
Negative zu unterdrücken?<br />
Wir sollten auf keinen Fall versuchen,<br />
alles zu transformieren, sondern uns sagen,<br />
alles darf sein, jedes Gefühl. Wenn<br />
ich mal traurig oder enttäuscht bin, dann<br />
darf ich auf keinen Fall sagen, ich<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
27
Einstellung<br />
»Ein glücklicher<br />
Mensch zu sein,<br />
heißt ja nicht, nur<br />
Gutes zu fühlen, sondern<br />
alles zu fühlen.«<br />
– Biyon Kattilathu<br />
möchte das nicht. Wenn zum Beispiel die<br />
Trauer anklopft, dann sage ich: »Komm<br />
rein und setz dich, aber bitte nicht gleich<br />
einziehen.« Dann frage ich: »Was ist<br />
deine Botschaft, warum bist du hier?«<br />
Man kann mit seinen Emotionen ins Gespräch<br />
gehen. Ein glücklicher Mensch zu<br />
sein, heißt ja nicht, nur Gutes zu fühlen,<br />
sondern alles zu fühlen. Das bedeutet<br />
nicht, dass wir denken sollen, dass alles<br />
gut ist. Das heißt, wir müssen eine Lösung<br />
finden. Einer meiner Lieblingszitate<br />
ist: »Manchmal gewinnt man und<br />
manchmal lernt man.«<br />
Du hast studiert, promoviert und dann<br />
als Motivationstrainer einen ganz anderen<br />
Weg eingeschlagen. Wann und<br />
wie hast du erkannt, dass dir die Öffentlichkeit<br />
liegt?<br />
Mein indischer Papa wollte immer, dass<br />
seine Kinder glücklich sind. Das hieß für<br />
ihn, dass wir das machen, was ihn glücklich<br />
gemacht hätte. Deswegen hat er mich<br />
nach dem Abitur gefragt: »Wirst du Arzt<br />
oder Ingenieur?« Und ich dachte damals,<br />
es gibt nur A oder B, und habe B genommen.<br />
Als ich ihm sagte, dass es mir kein<br />
Spaß macht, holte er den nächsten Joker<br />
raus: »Arbeit ist Arbeit, Leben ist Leben.«<br />
Okay, stimmt, es muss keinen Spaß machen.<br />
Ich habe dann irgendwann mal<br />
kalkuliert, wenn ich 100 Jahre alt werde,<br />
sind es 33 Jahre, die mit Arbeit gefüllt<br />
sind. Das kann doch nicht sein, dass das<br />
keinen Spaß machen darf!<br />
Ich mag die Vorstellung, dass ich vielen<br />
Menschen helfen kann, sei es mit einem<br />
Podcast, einer Tour oder dem Buch. Ich<br />
habe die sozialen Medien für mich entdeckt,<br />
auch aus der Not heraus, weil ich<br />
einfach keine finanziellen Mittel oder<br />
kein Netzwerk hatte. Aber ich dachte<br />
mir, wenn du gute Videos machst mit<br />
Herz und Verstand, dann werden die<br />
vielleicht so gut sein, dass Menschen<br />
sich das anschauen, weiterleiten und<br />
liken. So fing das Ganze an. Das Warum<br />
war eigentlich immer klar, das Wie hat<br />
sich immer ergeben.<br />
Zu deinem ersten Auftritt kamen zwölf<br />
Zuschauer, davon sechs Freunde. Du<br />
hast aber nicht abgesagt, sondern durchgezogen.<br />
Was war deine Motivation und<br />
inwieweit hat dies deine weitere Laufbahn<br />
geprägt?<br />
Das war sehr, sehr wichtig und ich bin ja<br />
auch wirklich gut im Akzeptieren. Es war<br />
im ersten Moment ein bisschen unangenehm<br />
und peinlich, weil ich einen Fernsehsender<br />
eingeladen hatte und der hat<br />
erwartet, dass jetzt die Massen reinströmen.<br />
Ich habe mir dann gesagt, egal wer<br />
da sitzt, auch wenn es nur eine Person ist,<br />
ich gebe mein Bestes, diese zwölf Leute<br />
sollten wirklich die volle Erfahrung machen.<br />
Wenn ich jetzt Fotos oder Videos<br />
von damals anschaue, sehe ich einen Biyon,<br />
der für diese zwölf Menschen brennt.<br />
Ich hatte die Chance, ein Menschenleben<br />
zu verändern und das ist ja krass. Wenn<br />
man ein Leben verändern kann, ist das<br />
doch wunderbar einfach. Das zeigt ja<br />
auch, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen<br />
habe. Es fühlt sich nicht an wie<br />
Arbeit, da muss ich meinen Papa korrigieren,<br />
Leben ist Leben, Punkt! Arbeit<br />
darf sich nicht anfühlen wie Arbeit.<br />
Heutzutage gehören zum Erfolg auch<br />
die Hater, diese Erfahrung musstest du<br />
auch machen. Wie kann man es schaffen,<br />
davor nicht einzuknicken?<br />
Die ersten Hater-Nachrichten haben mich<br />
völlig umgehauen. Ich habe das gar nicht<br />
begriffen, ich hatte doch nur Gutes im<br />
Sinn, wollte den Menschen helfen. Ich<br />
habe ja schließlich keine Droge auf den<br />
»Einer meiner<br />
Lieblingszitate ist:<br />
Manchmal gewinnt<br />
man und manchmal<br />
lernt man.«<br />
– Biyon Kattilathu<br />
28 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Einstellung<br />
Markt gebracht oder so. Natürlich hilft<br />
dies, zu reflektieren und zu wachsen und<br />
irgendwann versteht man, dass wir alle<br />
eine Projektionsfläche für andere sind.<br />
Das heißt, derjenige, der mir Hass entgegenbringt,<br />
trägt viel Hass in sich. Und<br />
diesen Hass spüre nicht nur ich, sondern<br />
auch der Busfahrer des Busses, den<br />
diese Person betritt. Das heißt, es ist ein<br />
Gefühl, das in dem Menschen vorherrscht,<br />
aber ich muss das nicht annehmen.<br />
Natürlich gibt es konstruktive<br />
Kritik, die hilfreich ist, aber wenn sie<br />
keinen guten Hintergrund hat, kann<br />
man es beiseitelegen. Und mittlerweile<br />
bin ich auch so weit, dass ich Mitgefühl<br />
mit diesen Menschen empfinde, weil ich<br />
ja weiß, dass sie leiden. Wenn ich gut<br />
drauf bin, gebe ich diesen Menschen<br />
das, was ihnen fehlt. Wenn sie mir Hass<br />
geben, darf ich ihnen kein Hass zurückgeben,<br />
sondern Liebe geben, weil das<br />
das fehlende Puzzleteil ist. Mit Liebe<br />
reagieren heißt natürlich auch, erstmal<br />
die primäre Emotion zuzulassen.<br />
Der nächste Schritt ist die Frage: Was ist<br />
mit diesen Menschen falsch, also wo liegt<br />
das Problem? Dieser Mensch fokussiert<br />
irgendwas, spricht irgendwas aus und<br />
möchte irgendwas kompensieren.<br />
Ich schreibe in regelmäßigen Abständen<br />
Menschen an, mit denen ich im Streit<br />
bin oder die mit mir im Streit sind. Und<br />
»Die Fragen deines Lebens«<br />
von Dr. Biyon Kattilathu<br />
256 Seiten<br />
Erschienen: September <strong>2024</strong><br />
Kailash<br />
ISBN: 978-3-424-63263-7<br />
über mein Buch. Zum Weltkindertag<br />
kommt ein Song von mir auf den Markt,<br />
ein Anti-Mobbing-Song. Ich bin nicht<br />
der begnadetste Sänger, aber ich finde,<br />
Musik ist einfach ein schönes Medium,<br />
um viele Kinderherzen zu erreichen.<br />
Das Thema Mobbing liegt mir sehr am<br />
Herzen. Du hast ja gefragt, wie ich mit<br />
Hater-Kommentaren umgehe. Sie sind<br />
ja oftmals eine Art von Mobbing.<br />
Rassistische Kommentare und Nachrichten,<br />
die ich kriege, sind auch Mobbing.<br />
Und die haben mich dazu gebracht, Botschafter<br />
für den Cybermobbing-Verein<br />
zu werden und die Einnahmen des<br />
Songs gehen komplett an den Verein. Ich<br />
habe das scheinbar Negative genommen,<br />
habe daraus eine Rolle für mich gemacht,<br />
mit der ich helfen kann. So<br />
schließt sich der Kreis. MK<br />
»Das heißt, derjenige,<br />
der mir Hass<br />
entgegenbringt, trägt<br />
viel Hass in sich.«<br />
– Biyon Kattilathu<br />
Bilder: Adrian Rigele, IMAGO / PR (Stephan Schmick), Cover: Kailash<br />
ich verzeihe diesen Menschen. Aber<br />
nicht, damit es ihnen besser geht, sondern<br />
mir. Ich möchte Frieden haben und<br />
kein schlechtes Gefühl, wenn ich an<br />
einen Menschen denke. Verzeihen heißt,<br />
ich möchte in mir Seelenfrieden haben,<br />
ich möchte nicht diesen Schmerz in mir<br />
haben oder weiterleben lassen. Verzeihen<br />
und über Hass-Kommentaren zu<br />
stehen, ist ein Akt der Selbstliebe.<br />
Was sind deine Pläne für die Zukunft?<br />
Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und<br />
Menschen zu inspirieren. Die Tour geht<br />
ja dieses Jahr weiter, am nächsten Jahr<br />
kommt die neue. Und ich freue mich<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
29
Wissen<br />
Recruiting à la<br />
Elon Musk<br />
Headhunterin Regina Volz<br />
über den Mythos Fachkräftemangel<br />
Ob Social-Media-Plattform<br />
oder Fahrzeugproduktion:<br />
Elon Musk eilt zu Recht der<br />
Ruf voraus, ein Genie zu<br />
sein. Etwa 12.000 Mitarbeiter<br />
beschäftigt er allein im brandenburgischen<br />
Tesla-Werk Grünheide. Doch<br />
wenn es darum geht, offene Stellen zu<br />
besetzen, überlässt Musk diese Entscheidung<br />
nicht etwa seiner Personalabteilung<br />
– sondern macht sich direkt vor Ort ein<br />
Bild von den Bewerbern.<br />
Match oder Clash?<br />
Die Persönlichkeit entscheidet<br />
»Ein Unternehmen ist nur so gut wie<br />
seine Mitarbeiter und ihre Passion dafür,<br />
etwas zu erschaffen«, so lautet seit jeher<br />
das Motto des weltbekannten Entrepreneurs<br />
– und von diesem Leitsatz ist<br />
auch die Headhunterin Regina Volz überzeugt.<br />
Schließlich sei es kein Zufall, dass<br />
gerade berühmte Persönlichkeiten die<br />
Auswahl ihrer Mitarbeiter als absolute<br />
Priorität erachteten. Wie in jeder Beziehung<br />
sei nämlich auch im Job ein gegenseitiges<br />
Miteinander essenziell.<br />
»Es muss für beide Seiten passen«, bringt<br />
die Expertin das Ergebnis ihrer jahrelangen<br />
Berufserfahrung auf den Punkt. Eine<br />
erfolgreiche Zusammenarbeit könne also<br />
nur gelingen, wenn sowohl der Arbeitgeber<br />
als auch der Bewerber ihre Erwartungen<br />
miteinander abglichen – für das Bewerberinterview<br />
gelte also die Faustformel:<br />
»Je offener und ehrlicher beide Seiten<br />
sind, desto schneller und verbindlicher<br />
merkt man, ob das jetzt ein Match ist oder<br />
nicht.« Bei solchen Entscheidungen sei es<br />
letztlich die Persönlichkeit, die eine<br />
Schlüsselrolle einnehme. Alle Kompromissbereitschaft<br />
könne nämlich nicht darüber<br />
hinwegtäuschen, dass nicht jeder in<br />
jedes Unternehmen passe, so Volz. »Menschen,<br />
die in einem Start-up arbeiten,<br />
»Es muss für beide<br />
Seiten passen.«<br />
– Regina Volz<br />
30 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Wissen<br />
Bilder: Jun Kim, IMAGO / Bestimage (Bruno Bebert)<br />
haben oft eine agilere Arbeitsweise als diejenigen,<br />
die in einem traditionsreichen<br />
Familienunternehmen tätig sind. In etablierten<br />
Familienbetrieben sind die Prozesse<br />
in der Regel klar definiert und Veränderungen<br />
treten seltener auf, da der<br />
Inhaber häufig die Richtung vorgibt und<br />
die Abläufe tendenziell in einem beständigen<br />
Tempo verlaufen.«<br />
Ein entscheidender Faktor für den passenden<br />
Job-Fit ist die Generation, wie die<br />
Expertin betont. Die Erwartungen und<br />
Bedürfnisse junger Talente unterschieden<br />
sich oft deutlich von denen erfahrener Bewerber.<br />
Dies erfordere ein Umdenken in<br />
vielen Unternehmen. Es gäbe zwar immer<br />
noch Organisationen, die davon ausgingen,<br />
dass sich ausschließlich<br />
die<br />
Mitarbeitenden<br />
anpassen müssen,<br />
um erfolgreich zu<br />
sein, doch diese<br />
Sichtweise werde<br />
zunehmend als<br />
nicht zeitgemäß<br />
angesehen. »Menschen<br />
der Generation<br />
Z schätzen es,<br />
weltweit flexibel<br />
arbeiten zu können«,<br />
berichtet sie.<br />
»Ein überaus attraktiver<br />
Anreiz<br />
für diese Zielgruppe<br />
ist die<br />
Möglichkeit, weltweit<br />
Remote arbeiten<br />
zu dürfen.«<br />
Dies stelle einen<br />
starken Vorteil dar,<br />
den Unternehmen<br />
nutzen können.<br />
Fachkräftemangel oder fehlende Motivation?<br />
Sie verstehe, dass es für so manchen<br />
Arbeitgeber befremdlich klinge, um neue<br />
Mitarbeiter zu werben, statt allein die<br />
Arbeitsbedingungen festzulegen; letztlich<br />
aber müsse man sich auch den Fakten<br />
stellen – und zu denen gehöre, dass die<br />
neue Generation einfach anders ticke.<br />
Das Vorurteil anspruchsvoller, fast schon<br />
lebensferner Bewerber ließe sich aber aus<br />
ihrer Erfahrung heraus nicht bestätigen<br />
– im Gegenteil: Sie erlebe die Gen Z als<br />
durchaus engagiert, berichtet Volz. »Sie<br />
möchte nur anders geführt werden. Die<br />
jungen Leute wollen Eigenverantwortung,<br />
sie wollen Freiheit und eine gewisse Flexibilität<br />
haben.« Dazu zähle etwa die Möglichkeit<br />
zur Work-Life-Integration. »In<br />
der heutigen Zeit kannst du nicht sagen,<br />
du arbeitest zwischen 9 und 17 Uhr und<br />
danach spielt Arbeit keine Rolle mehr<br />
und ebenso wenig kannst du sagen, dass<br />
während dieser Zeit deine private Situation<br />
keinen Platz mehr hat«, erklärt sie<br />
das Denkmuster der Generation.<br />
Derartige Vorstellungen in die Realität<br />
umzusetzen, sei selbstverständlich nicht<br />
immer möglich – im Einzelfall stünden<br />
diese sogar im Konflikt mit den gesetzlichen<br />
Regelungen. Doch in der heutigen<br />
Zeit brauche es eben ein wenig Kreativität.<br />
Dann mangele es, anders als oft behauptet<br />
wird, auch nicht an Fachkräften. »Es gibt<br />
diese Menschen, sie arbeiten nur woanders«,<br />
bekräftigt die Headhunterin. »Und<br />
zwar in den attraktivsten Unternehmen,<br />
die sie sich aussuchen können.« Genau zu<br />
so einem Unternehmen zu werden, sei das<br />
Ziel vieler Arbeitgeber – und die Wege<br />
dorthin seien zahlreich, erklärt die Expertin.<br />
Ein attraktiver Arbeitgeber könne<br />
man sogar dann sein, wenn man keine<br />
flexiblen Zeiten oder ein ortsungebundenes<br />
Arbeiten anbieten könne oder wolle.<br />
So sei es beispielsweise möglich, sich als<br />
»Ein Unternehmen<br />
ist nur so gut wie<br />
seine Mitarbeiter<br />
und ihre Passion<br />
dafür, etwas zu<br />
erschaffen.«<br />
– Elon Musk<br />
Ausbildungsbetrieb einen Namen zu machen<br />
und auf diese Weise ein handverlesenes<br />
Team zusammenzustellen. Auch den<br />
Unternehmensstandort zu verändern<br />
oder die fachlichen Anforderungen ein<br />
wenig zu senken, sei mitunter hilfreich.<br />
Letzteres jedoch sollte mit Bedacht erfolgen.<br />
Natürlich ließe sich eine Chirurgen-<br />
Stelle nicht ohne Weiteres mit einem Verleger<br />
besetzen; dennoch gelte es, auf<br />
fachliche Anforderungen zu verzichten,<br />
wenn der Bewerber diese Fähigkeiten innerhalb<br />
von sechs Monaten erlernen<br />
könne, erklärt die Expertin.<br />
Headhunting: Investment in die<br />
Unternehmenszukunft?<br />
13 Jahre ist es nun schon her, seit Regina<br />
Volz im Headhunting-Business<br />
Fuß<br />
fasste. Um die geeigneten<br />
Mitarbeiter<br />
für ihre Auftraggeber<br />
zu finden, hat<br />
sie eine Strategie<br />
entwickelt, die der<br />
von Elon Musk<br />
nicht unähnlich ist.<br />
»Ich gehe in jedes<br />
Unternehmen, das<br />
mich beauftragt –<br />
egal, wo es sitzt«,<br />
erklärt sie. »Wenn<br />
ich einen neuen<br />
Kunden habe, dann<br />
spreche mit den<br />
Leuten und spüre<br />
die Atmosphäre,<br />
die dort vorherrscht.<br />
« Dadurch<br />
erhalte sie bereits<br />
einen Eindruck,<br />
welcher Personentypus<br />
die offene<br />
Stelle füllen könnte. Bei solchen, mitunter<br />
folgenreichen, Entscheidungen vertraue sie<br />
insbesondere auf ihre Lebenserfahrung.<br />
Diese nämlich mache einen guten Headhunter<br />
aus, wie sie erläutert: »Ich kann<br />
Menschen sehr schnell identifizieren, ich<br />
kann sie diagnostizieren. Und dann habe<br />
ich ein Gefühl dafür, was passt oder was<br />
nicht passt«, stellt sie fest. Zwar könne sie<br />
Führungskräfte verstehen, die eine Investition<br />
in einen Headhunter oder Recruiter<br />
scheuen, doch sei eine solche Person ein<br />
nicht zu vernachlässigender Erfolgsfaktor.<br />
Man müsse sich schließlich auch die langfristigen<br />
Kosten ansehen. »Was kostet es<br />
denn, wenn ich jemanden beschäftige, der<br />
nicht so gut passt? Längst nicht jedes Unternehmen<br />
trennt sich von dieser Person, sondern<br />
zieht sie vielleicht sogar jahrelang<br />
mit«, gibt Volz zu bedenken und mahnt<br />
abschließend: »In solchen Fällen hätte man<br />
Elon Musk sucht sich seine<br />
Mitarbeiter selbst aus.<br />
vielleicht doch besser mal einen erfahrenen<br />
Headhunter beschäftigt«. AS (L)<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
31
Erfolg<br />
Superheld und Greatest Showman:<br />
Das Erfolgsgeheimnis des Hugh Jackman<br />
Er hätte auch James Bond werden<br />
können! So erzählt es<br />
Hugh Jackman im Gespräch<br />
mit »Indiewire«. Das allerdings<br />
habe er abgelehnt –<br />
wenn man zwei ikonische Rollen gleichzeitig<br />
spiele, bliebe schließlich kaum<br />
mehr Zeit mehr für andere Projekte, so<br />
seine Begründung.<br />
Es war eine sicherlich unkonventionelle<br />
Entscheidung, die der heutige Superstar<br />
vor über 20 Jahren zu treffen wagte –<br />
seiner Karriere verpasste sie jedoch keinen<br />
Knick. Im Gegenteil, denn statt als<br />
Agent 007 Martini zu trinken, fährt<br />
Jackman nach wie vor seit dem Jahr<br />
2000 als Marvel-Held die Krallen aus<br />
– ein Kindheitstraum für den australischen<br />
Schauspieler, der in seiner Paraderolle<br />
erst kürzlich einen Rekord erzielte:<br />
Mit 1,1 Milliarden Zuschauern<br />
zählt »Deadpool & Wolverine« mittlerweile<br />
zum erfolgreichsten Film mit R-<br />
Rating – also von Filmen, die Jugendliche<br />
in den USA nur in Begleitung eines<br />
Erwachsenen ansehen dürfen. Der<br />
Blockbuster stößt damit die DC-Verfilmung<br />
»Joker« vom Thron, die diesen<br />
Rekord immerhin fünf Jahre innehatte.<br />
Aus Down Under an die Spitze Hollywoods<br />
Für Jackman allerdings ist es nur eine weitere<br />
in einer Reihe von Auszeichnungen,<br />
die er in seiner Laufbahn erhalten konnte:<br />
Denn bereits seine Ausbildung beendet<br />
der Schauspieler, der am 12. Oktober 1968<br />
in Sydney geboren wird, mit einem Award<br />
für den besten Absolventen – ein erstes<br />
Zeichen dafür, dass Jackmans Talent<br />
schon früh für jedermann offensichtlich<br />
ist – und der Auftakt einer fulminanten<br />
Karriere, winkt doch schon kurz nach<br />
dem Abschluss bereits die erste Serienrolle<br />
– und diese macht den Sohn eines<br />
Buchhalters nicht nur auf einen Schlag<br />
landesweit bekannt, sondern gibt auch<br />
seinem Privatleben eine neue Wendung:<br />
Beim Dreh des TV-Mehrteilers »Correlli«<br />
lernt er Debora-Lee Furness kennen; es ist<br />
der Beginn einer Beziehung, die fast 30<br />
Jahre lang andauern wird; erst im Jahr<br />
2023 gab das Paar seine Trennung bekannt.<br />
Doch Rosenkrieg? Fehlanzeige!<br />
32 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Denn selbst bei solchen Ereignissen bleibt<br />
Jackman der Regenbogenpresse gegenüber<br />
professionell, fast schon distanziert.<br />
Und so antwortet er dem Paparazzo, der<br />
mehr über die Ehekrise erfahren will: »Es<br />
fühlt sich nicht richtig an, das auf der<br />
Straße zu besprechen«.<br />
Es ist eine Klarheit, die ihresgleichen<br />
sucht und die Jackman auch in beruflicher<br />
Hinsicht bereits mehrmals Türen<br />
geöffnet hat: Denn noch bevor seine<br />
Fernsehkarriere in den 1990er-Jahren an<br />
Fahrt aufnehmen kann, beginnt der heutige<br />
Star, vielversprechende Engagements<br />
abzulehnen; etwa eine Rolle in der begehrten<br />
Soap-Opera »Neighbours«. Stattdessen<br />
fokussiert sich Jackman auf die<br />
Und doch wäre es zu kurz gegriffen,<br />
Jackman lediglich als Charakterdarsteller<br />
zu bezeichnen, sind es doch gerade die<br />
Blockbuster, die den »Boy from Oz« Anfang<br />
der 2000er zum Hollywoodstar werden<br />
lassen: Dank »Password Swordfish«,<br />
»Van Helsing« und der »X-Men«-Reihe<br />
kann Jackman schnell im Action-Genre<br />
Fuß fassen. Doch nur den Helden zu<br />
spielen, habe ihm nicht genügt, erzählt<br />
der »Sexiest Man Alive« des Jahres 2008<br />
rückblickend gegenüber dem »Indiewire«.<br />
Und so leiht er bald darauf im<br />
Animationsfilm »Happy Feet« dem Pinguin<br />
Memphis seine Stimme, mimt im<br />
Thriller »The Prestige« einen von Ehrgeiz<br />
zerfressenen Zauberkünstler, spielt<br />
im Romantik-Epos »Australia« an der<br />
Hugh Jackman als Curly McLain in<br />
»Oklahoma!« 1999.<br />
»Ich bin Schauspieler geworden, um die<br />
menschliche Natur zu verstehen.«<br />
– Hugh Jackman<br />
Bilder: IMAGO / ZUMA Press Wire (Fred Duval) / Everett Collection (PBS/Courtesy) / ZUMA Press (Twentieth Century Fox) / Capital Pictures (Jay Maidment)<br />
Bretter, die die Welt bedeuten und hat<br />
bald als Musicaldarsteller Erfolg: Für<br />
seine Mitwirkung in der Bühnenversion<br />
von »Die Schöne und das Biest« wird er<br />
mit dem australischen »MO« ausgezeichnet<br />
und auf seine Rolle in »Oklahoma!«<br />
folgt der internationale Durchbruch.<br />
Außerhalb der Norm<br />
Und so dauert es nicht lange, bis Jackman<br />
auch im Fernsehen wieder an Präsenz<br />
gewinnt, sogar den Sprung auf die Leinwand<br />
schafft und kurz darauf über die<br />
Genregrenzen hinaus bekannt wird: Auf<br />
eine romantische Komödie wie »Trucker<br />
mit Herz« folgt mit »Halifax – Afraid of<br />
the Dark« ein düsterer Krimi. Doch so<br />
riskant seine Rollenwahl auch erscheinen<br />
mag – wahllos wirkt sie an keiner Stelle.<br />
Das bekräftigt auch Jackman selbst. Er<br />
suche sich die Engagements danach aus,<br />
ob ihm die Charakterisierung der angebotenen<br />
Rollen zusage, erklärt er. »Ich bin<br />
Schauspieler geworden, um die menschliche<br />
Natur zu verstehen«. Besonders<br />
gerne spiele er daher Charaktere, die sich<br />
außerhalb der Norm bewegten.<br />
Es ist wohl diese Eigenschaft, die den<br />
heutigen Star schnell vom Zuschauerzum<br />
Kritikerliebling werden lässt. Bald<br />
schon regnet es Preise für den mittlerweile<br />
56-jährigen Australier: Für seine<br />
Leistung in der Musicalverfilmung von<br />
»Les Misérables« erhält er etwa einen<br />
Golden Globe als bester Hauptdarsteller<br />
sowie eine Oscarnominierung – einer<br />
seiner bislang größten Erfolge.<br />
Seite von Nicole Kidman und wird<br />
schließlich zum »Greatest Showman« –<br />
eine Rolle, durch die das Allroundtalent<br />
nicht nur an seine Erfolge als Musicalstar<br />
anknüpfen kann, sondern die ihn auch<br />
international in die Charts katapultiert<br />
und ihm im Jahr 2019 sogar den Musikpreis<br />
Grammy beschert.<br />
Alleskönner mit Profil<br />
»Niemand hat jemals einen Unterschied<br />
erzeugt, indem er war, wie alle anderen<br />
auch«. So lautet ein Zitat von P.T. Barnum,<br />
eben jenem berühmten Zirkusartisten, den<br />
Jackman in »The Greatest Showman« porträtiert.<br />
Genauso gut allerdings könnte<br />
dieses Motto auf den Schauspieler selbst<br />
zutreffen – und das liegt nicht allein an seinem<br />
Facettenreichtum, mit dem er seine<br />
Kollegen, Kritiker und Fans gleichermaßen<br />
zu beeindrucken weiß, sondern auch in<br />
Jackmans Entschlossenheit und Zielstrebigkeit<br />
begründet. Diese Eigenschaften<br />
nämlich zeichnen ihn aus – und sie sind<br />
werden nicht nur durch seinen fulminanten<br />
Lebensweg vom australischen Nobody<br />
zum Liebling Hollywoods offensichtlich:<br />
Auch als Gründer der »Laughing Man<br />
Foundation«, einer Wohltätigkeitsorganisation,<br />
die vor allem Kaffeefarmer unterstützt,<br />
hat sie der Ausnahmeschauspieler<br />
bereits mehrmals unter Beweis stellen können.<br />
Kaum zu glauben also, dass es womöglich<br />
nie zu diesem reichweitenstarken<br />
Projekt gekommen wäre – wenn nicht<br />
Hugh Jackman im entscheidenden Moment<br />
den Mut besessen hätte, die Rolle des<br />
James Bond abzulehnen. AS<br />
Hugh Jackman als P. T. Barnum in<br />
»Greatest Showman« 2017.<br />
Hugh Jackman als Wolverine in<br />
»Deadpool & Wolverine« <strong>2024</strong>.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
33
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Story<br />
Traden wie<br />
ein Profi<br />
Robin Kömel über einen<br />
langfristigen Erfolg an der Börse<br />
Bild: Suricate Trading, Grafiken: Suricate Trading<br />
Mit Trading an der Börse<br />
kann man gut Geld verdienen,<br />
aber man kann<br />
nicht, wie es oft in den<br />
Medien heißt, über<br />
Nacht reich werden. »Kein System der<br />
Welt macht nur Gewinne, es wechseln<br />
sich immer Phasen ab, in denen es nicht<br />
so gut läuft und in denen alles super<br />
funktioniert. Das muss man aushalten<br />
können«, erklärt Robin Kömel, Rohstoff-<br />
Trader, Informatiker und CEO von Suricate<br />
Trading. Deswegen handelt er mit<br />
einem klaren Regelwerk, das zu viel<br />
Emotionalität verhindert.<br />
»Sowohl extreme Euphorie als auch<br />
starke negative Gefühle haben einen<br />
schlechten Einfluss auf die Performance«,<br />
weiß er. Deswegen gelte es, eine Strategie<br />
für den Ein- und Ausstieg sowie für die<br />
Stopp-Setzung zu entwickeln, um das Risiko<br />
klar zu begrenzen und nicht ins Zocken<br />
zu verfallen. Eine solche Strategie<br />
müsse statistisch ausgewertet werden und<br />
Backtesting-erprobt sein. Aus seiner Sicht<br />
gehe es nicht nur um monetären Erfolg,<br />
sondern auch um eine positive Grundeinstellung<br />
für ein besonnenes Trading.<br />
Effizient mit Futures handeln<br />
Beispiel Future-Handel: Hierfür werten er<br />
und sein Team COT-Daten (Commitments<br />
of Traders Daten der US-Behörde CFTC)<br />
aus, die das Verhältnis von Angebot und<br />
Nachfrage erkennen lassen. Der Rohstoff-<br />
Report ermittelt wöchentlich, wie viel von<br />
dem jeweiligen Rohstoff gehandelt wird,<br />
und monatlich anhand des World Agricultural<br />
Supply and Demand Estimates Reports,<br />
wie hoch die Lagerbestände sind.<br />
»Diese Informationen verbinden wir mit<br />
weiteren Werkzeugen, wie Saisonalitäten,<br />
Terminkurven und dem Volume Profile,<br />
um die guten Handelssignale im Markt erkennen<br />
zu können«, erläutert Kömel. Er<br />
zeige auch, in welcher Höhe bestimmte<br />
Händlergruppen im Markt investiert sind.<br />
»Signale auf Basis der Positionierung der<br />
Produzenten aus dem COT-Report funktionieren<br />
sehr gut und geben uns oft den<br />
richtigen Hinweis darauf, wohin der Kurs<br />
in den nächsten Wochen laufen wird«,<br />
erklärt Kömel, »Da die Märkte nicht immer<br />
perfekt dem Signal folgen, handeln<br />
wir immer mit einem Stopp, um unser<br />
Risiko zu begrenzen.« Und er lasse Trades<br />
aus, wenn das Risiko zu groß ist.<br />
Mit kleinem Risiko beginnen<br />
Für den Einstieg ins Future Trading sei<br />
eine gute Ausbildung unerlässlich. Man<br />
setze sich schließlich auch nicht ohne<br />
Führerschein ans Steuer und fahre auf<br />
die Autobahn, meint Robin Kömel. Der<br />
Handel ohne eine Ausbildung führe<br />
meistens zu Verlusten, die vermieden<br />
werden können.<br />
»Für eine langfristige und dauerhafte Performance<br />
ist es ratsam, zuerst Märkte mit<br />
einem kleinen Risiko zu handeln, oder<br />
wenn möglich, auf Minis und Micros auszuweichen.<br />
Ist das Konto bereits angewachsen<br />
und Trading-Erfahrung vorhanden,<br />
kann man auf die großen<br />
Future-Kontrakte umstellen«, rät er. Wichtig<br />
für Einsteiger: Nicht der Preis-Chart sei<br />
entscheidend, sondern die Angebot-Nachfrage-Situation.<br />
Wenn man nur auf den<br />
Preis-Chart schaue, wisse man nie genau,<br />
in welche Richtung der Markt gehen<br />
könnte. »Die kommerziellen Händler sagen<br />
uns, ob der Preis teuer oder günstig ist.<br />
Wir sehen das aktuell bei Orangensaft und<br />
Kakao. Diese Rohstoffmärkte erreichen<br />
seit über einem Jahr immer wieder neue<br />
Höchststände.« MK (L)<br />
Terminkurven Übersicht der Soft-Märkte vom 02.07.<strong>2024</strong> in der Suri-App.<br />
Suri-App Übersicht<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
35
Erfolg<br />
»Das hat sich<br />
angefühlt wie<br />
ein Nachruf«<br />
Grammy-Preisträger Tino Piontek im Interview<br />
über sein Leben als »Purple Disco Machine«<br />
36<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Tino Piontek macht aus Musik<br />
gerne tanzbare Musik. Mit<br />
seinen Disco-Remixes trifft<br />
er offenbar den Nerv mehrerer<br />
Generationen – er feiert<br />
einen Erfolg nach dem anderen und<br />
kann im heimischen Dresden seinen<br />
Grammy abstauben. Dort ist und bleibt<br />
sein Lebensmittelpunkt. Und dort wartet<br />
sein Einfamilienhaus auf ihn, während<br />
er als »Purple Disco Machine« in<br />
der ganzen Welt auf Bühnen steht. In<br />
unserem Interview erzählt er, wie es ist,<br />
als introvertierter Mensch vor Tausenden<br />
Fans zu stehen und wie die Rolling<br />
Stones seinen Remix fanden.<br />
Tino, du bist sehr erfolgreich als DJ und<br />
Produzent. Hast du jemals davon geträumt,<br />
weltweit berühmt zu sein und<br />
Millionen Platten zu verkaufen?<br />
Geträumt nicht, aber man hat in seiner<br />
Jugend ein paar naive Momente. Ende der<br />
1990er-Jahre, mit 18 oder 19 Jahren, war<br />
ich auf der Love Parade und habe diesen<br />
DJ gesehen, der vor einer Million Menschen<br />
stand, ich habe gedacht: »Irgendwann<br />
stehe ich mal da oben.« Aber das<br />
war eigentlich eine jugendliche Naivität<br />
und ich war nie an diesem Punkt zu erkennen,<br />
dass ich jetzt hart dafür arbeiten<br />
muss, um irgendwann dort zu stehen.<br />
Im Laufe der Jahre bin ich immer<br />
Schritt für Schritt gegangen.<br />
Manchmal waren die Schritte<br />
größer, dann habe ich wieder<br />
drei, vier Schritte zurückgemacht.<br />
Aber<br />
wenn ich jetzt die letzten<br />
20 oder 25 Jahre<br />
in einem Zeitstrahl<br />
sehe, ging es trotzdem<br />
eigentlich<br />
immer ein Stück<br />
bergauf.<br />
Bild: Dennis Dirksen<br />
Ich habe viel gelernt und dabei viele Fehler<br />
gemacht. Zum Glück passierten die<br />
meisten Fehler in jungen Jahren, als die<br />
Fallhöhe noch geringer war. Aber ich war<br />
nie an dem Punkt, an dem ich dachte,<br />
jetzt ist mein Traum zerplatzt.<br />
Der Musikproduzent Mousse T. hat in<br />
einer TV-Doku dein außergewöhnliches<br />
Können als Produzent hervorgehoben.<br />
Wie denkst du selbst darüber?<br />
Die meisten Künstler sind ja ihre größten<br />
Kritiker, ich selbst bin auch mein<br />
größter Kritiker und zweifle jeden Song<br />
an. Das liegt vielleicht auch daran, dass<br />
ich von Natur aus eher introvertiert bin<br />
und sehr mit dem hardere, was ich mache.<br />
Ich habe schon ein Hochstapler-<br />
Syndrom und oft das Gefühl, dass ich<br />
eigentlich von dem, was ich gerade mache,<br />
keine Ahnung habe. Ich kann ein<br />
bisschen Instrumente spielen, aber nicht<br />
so richtig gut. Jedes Mal, wenn ich mit<br />
Musikern oder Künstlern im Studio bin,<br />
fällt mir wieder auf, wie talentfrei ich in<br />
gewissen Sachen bin. Auf der anderen<br />
Seite muss ich ja etwas können, sonst<br />
hätte ich es nie so weit geschafft.<br />
Vielleicht habe ich das Talent zu wissen,<br />
was anderen gefällt. Bei mir entsteht ganz<br />
viel im Kopf, ich habe die Melodie im<br />
Kopf, weiß, wie meine Songs klingen sollen.<br />
Und ich kann das anderen scheinbar<br />
so gut erklären, dass sie das für mich umsetzen.<br />
Alles, was bei mir im Studio ein<br />
gewisses Gefühl auslöst, löst zum Glück<br />
bei vielen anderen auch ein Gefühl aus,<br />
vielleicht ist das mein Talent.<br />
Das ist ja ein Glücksfall, du machst also<br />
das, was du magst und verdienst damit<br />
dein Geld?<br />
Definitiv. Auch, wenn man sich bei seiner<br />
Wahl auch mal eines Besseren belehren<br />
lassen muss. Anfang 2020 saßen wir zum<br />
Beispiel mit zehn Leuten zusammen und<br />
haben für das Album »Exotica« Songs vorgehört<br />
und »Hypnotized« war einer davon.<br />
Ich habe ihn zum Schluss vorgespielt<br />
und erklärt, dass ich den mit Sophie gemacht<br />
habe, damals noch eine unbekannte<br />
Künstlerin. Einerseits liebte ich den Song,<br />
andererseits war ich nicht sicher, ob der<br />
aufs Album soll. Ich habe ihn dann eher<br />
beiläufig vorgespiegelt und alle sagten:<br />
»Ey, das ist der beste Song, wir müssen den<br />
als erstes bringen.« Zum Glück habe ich<br />
mich dann überzeugen lassen, den Song<br />
als erste Single zu veröffentlichen. Durch<br />
»Hyptnotize« hat sich nämlich gerade in<br />
Deutschland schon sehr, sehr viel für mich<br />
verändert. Und das war so ein Moment, in<br />
dem ich dachte, dass es manchmal doch<br />
gut ist, eine Meinung von außen zuzulassen<br />
und nicht immer nur an seinem Können<br />
zu zweifeln.<br />
Du tourst durch die Welt und machst<br />
nächtelang Musik in Clubs und auf Festivals,<br />
gerade ist dein neues Album »Paradise«<br />
erschienen. Das klingt nach viel<br />
Glamour. Dein Privatleben scheint dagegen<br />
sehr solide zu sein. Welches<br />
Mindset braucht es dafür?<br />
Ich glaube, dass mein Leben bei Social Media<br />
ein anderes ist als mein reales Leben.<br />
Social Media ist für mich ausschließlich<br />
eine Plattform, um meine Musik zu promoten.<br />
Und viele Follower denken natürlich,<br />
ich lebe nur im Privatjet und Fünf-Sterne-<br />
Hotels. Aber ich glaube, dass sich unser<br />
privates Leben nie wirklich geändert hat.<br />
Wir haben nach wie vor denselben Freundeskreis<br />
– teilweise noch aus der Schulzeit<br />
–, wir leben immer noch in einem ganz<br />
»Manchmal waren die<br />
Schritte größer, dann<br />
habe ich wieder drei, vier<br />
Schritte zurückgemacht.«<br />
— Tino Piontek<br />
normalen Einfamilienhaus in Dresden. Familie<br />
ist mir sehr wichtig. Im Sommerurlaub<br />
waren wir in Österreich auf dem<br />
Campingplatz, ganz schlicht, ganz einfach.<br />
Ich liebe eher dieses schlichte Leben, genieße<br />
aber natürlich trotzdem das Tourleben<br />
und ein wenig Glamour. Aber von Natur<br />
aus mag ich gern das Zurückgezogene<br />
und umgebe mich mit Leuten, die ich mag.<br />
Du sagst von dir selbst, dass du eher introvertiert<br />
bist. Wie passt es dann, als DJ<br />
vor diesen vielen Menschen zu stehen?<br />
Eigentlich überhaupt nicht. Am Anfang<br />
meiner Karriere ging es eher ums Musikmachen.<br />
Ich habe es geliebt, Musik zu produzieren,<br />
auch für andere Künstler. Und<br />
früher war der DJ jemand, der hinten in<br />
der Ecke seine Musik gespielt hat und nie<br />
viel Aufmerksamkeit bekommen hat. In<br />
den letzten 15 Jahren wurde der DJ zum<br />
Popstar und hat immer mehr Aufmerksamkeit<br />
bekommen. Und je mehr das so<br />
wurde, desto weniger habe ich mich in<br />
meiner Haut wohl gefühlt. Es fühlt sich<br />
nach wie vor wie eine Konfrontationstherapie<br />
an, denn auf die Bühne zu gehen, ist<br />
eigentlich komplett gegen meine Natur.<br />
Neulich war ich zum Beispiel beim<br />
Glücksgefühle-Festival und es war nicht<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de 37
Erfolg<br />
einfach, sich vor 40.000 Menschen zu stellen,<br />
ganz alleine. Aber das DJ-Pult vor<br />
mir ist mein Schutzwall, hinter dem ich<br />
mich sicher fühle. Und mittlerweile habe<br />
ich auch das Glück, dass die meisten<br />
Leute zu meinen Shows kommen, um<br />
meine Musik zu hören und ich spiele ja<br />
auch fast ausschließlich meine Musik und<br />
das gibt mir dann Sicherheit, in der ich<br />
mich auch frei bewegen kann.<br />
Du machst aber auch Remixe für Weltstars<br />
wie Elton John oder Lady Gaga.<br />
Welchen Unterschied macht das?<br />
Der letzte große Remix war für die Rolling<br />
Stones, da möchte ich schon, dass es<br />
ihnen gefällt. Die kommen ja aus einer<br />
komplett anderen Musikrichtung, da<br />
macht man sich schon Gedanken. Und<br />
ich weiß noch, die erste E-Mail, die ich<br />
dann von Mick Jagger bekommen habe,<br />
lautete: »Ja, viel Glück beim Remix!« Und<br />
ich dachte: »Oh Gott, mehr Druck kann<br />
man nicht bekommen.« Aber ich versuche<br />
mir dann trotzdem wenig Gedanken<br />
darüber zu machen. Mein Anspruch ist<br />
dabei einfach, die Seele des Originalsongs<br />
beizubehalten und einfach in meinen<br />
Sound zu transformieren, also einen Rolling<br />
Stones-Song auf den Dancefloor zu<br />
bekommen. Das ist mein Anspruch, das<br />
scheint zu funktionieren. Den Rolling<br />
Stones hat meine Version super gefallen.<br />
Von Keith Richards kam dann noch eine<br />
E-Mail, in der stand, dass er seine Gitarrenparts,<br />
die ich weggelassen hatte, doch<br />
gerne wieder im Song haben möchte.<br />
Und wie netzwerkt man in diesen Ebenen<br />
mit diesen ganzen Weltstars? Wie<br />
funktioniert das?<br />
Das ist unterschiedlich. Es gibt Künstler,<br />
die ich nie persönlich getroffen habe,<br />
Lady Gaga zum Beispiel. Dann gibt es<br />
Künstler, die man dann irgendwann persönlich<br />
trifft, wie Kylie Minogue, die ich<br />
ein paar Mal getroffen habe. Mit ihr habe<br />
ich auch für ihr Album einen Tag schon<br />
mal im Studio gesessen. Elton John habe<br />
ich auch nur mal kurz getroffen.<br />
Du hast schon viele Auszeichnungen bekommen<br />
und im vergangenen Jahr für<br />
den Remix von Lizzos »About Damn<br />
Time« sogar einen Grammy gewonnen.<br />
Kannst du diesen Moment beschreiben?<br />
Ich war vorher komplett tiefenentspannt,<br />
weil ein Grammy nie wirklich auf meiner<br />
Bucketlist stand. Ich war glücklich, nominiert<br />
zu sein, habe mir aber auch 0,0<br />
Prozent Chancen ausgerechnet. Wir<br />
dachten, wir fahren nach Los Angeles,<br />
genießen es einfach und haben die Möglichkeit,<br />
Weltstars zu sehen. So richtig<br />
nervös wurde ich in dem Moment, als<br />
mein Name fiel und mir bewusst wurde,<br />
dass ich jetzt auf die Bühne gehen muss,<br />
um dort ein paar Worte zu sagen. Das<br />
hat mir meisten Angst gemacht. Ich bin<br />
extra langsam gegangen und habe die<br />
ganze Zeit überlegt: »Okay, was sage ich,<br />
was sage ich, was sage ich?« Ich habe es<br />
dann relativ kurzgehalten, weil mir auch<br />
nicht viel mehr eingefallen ist.<br />
Ich bin danach für Pressekonferenz und<br />
Interviews hinter die Bühne geführt worden.<br />
Bevor ich überhaupt mit jemandem<br />
sprechen konnte oder Glückwünsche entgegennehmen<br />
konnte, hatte ich erstmal 30,<br />
40 Minuten nur für mich, in denen ich mir<br />
bewusst machen konnte, was das jetzt bedeutet.<br />
Da ging mir meine ganze Karriere<br />
durch den Kopf, auch die Anfänge auf der<br />
Love Parade. Das hat sich angefühlt wie ein<br />
Nachruf, als wäre das jetzt das Ende meiner<br />
Karriere. Das war schon absurd. Es hat<br />
mich ein bisschen schockiert, dass es doch<br />
so viel in mir ausgelöst hat.<br />
Also du hast realisiert, wie erfolgreich<br />
du eigentlich bist?<br />
Die Stationen der letzten Jahre sind so an<br />
mir vorbeigeflogen, ich hatte das vorher<br />
gar nicht richtig realisiert. Ich habe plötzlich<br />
auch an meinen Vater gedacht, der<br />
schon einen sehr großen Anteil daran hat,<br />
weil er genauso musikversessen und -besessen<br />
ist wie ich und wahrscheinlich am<br />
38<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Bilder: IMAGO / Future Image (M. Patzig), Dennis Dirksen<br />
ehesten nachvollziehen kann, was der<br />
Grammy bedeutet. Und ich habe auch<br />
an meine Frau gedacht, die 15 Jahre an<br />
meiner Seite war – von absoluter Erfolglosigkeit<br />
bis jetzt, und die mich jedes<br />
Mal, wenn ich extrem an mir gezweifelt<br />
habe, immer wieder supportet hat. Ich<br />
habe an diese Personen gedacht und<br />
»So richtig nervös wurde<br />
ich in dem Moment, als<br />
mein Name fiel und mir<br />
bewusstwurde, dass ich<br />
jetzt auf die Bühne<br />
gehen muss [...].«<br />
— Tino Piontek<br />
habe mich mit diesen Personen über<br />
mich gefreut. Ich habe mich gefreut,<br />
dass sie sich für mich freuen.<br />
Kannst du dir vorstellen, irgendwann<br />
deine Memoiren zu schreiben? Das ist ja<br />
schon eine interessante Geschichte.<br />
Viele, die mich gut kennen, haben schon<br />
gesagt, ich müsse irgendwann einmal<br />
eine Doku über mein Leben machen. Ich<br />
selber finde mein Leben gar nicht so<br />
spektakulär, aber von außen scheint es ja<br />
wirklich so zu sein. Ich bin ein Kind der<br />
DDR, aus Dresden, eine Stadt, die mit<br />
Musik wirklich nichts am Hut hat. Ich<br />
selber empfinde mein Leben gar nicht<br />
als spannend. Dresden war immer der<br />
rote Faden meines Lebens, Familie und<br />
Freunde – das ist immer gleichgeblieben.<br />
Ich bin nicht nach Los Angeles gezogen,<br />
ich bin nicht in Hollywood und<br />
kein Nachbar von Leonardo DiCaprio.<br />
Ich lebe ein ganz normales Leben,<br />
gehe zum Bäcker wie jeder andere<br />
auch. Aber wer weiß, was noch passiert,<br />
vielleicht gibt es noch Highlights,<br />
die es wert sind, sie<br />
niederzuschreiben.<br />
Und was hast du jetzt noch<br />
vor? Was sind deine Pläne?<br />
Eigentlich ist mein einziger<br />
Plan, weiterhin alles zu genießen.<br />
Ich habe nie eine Liste<br />
gehabt, mir nie vorgenommen,<br />
dass ich nächstes Jahr das oder das<br />
erreichen will, ich habe meine<br />
Erwartungshaltung so gering wie möglich<br />
gehalten. Ich finde, dass Erwartungshaltungen<br />
schwierig sein können, weil das oft<br />
mit Enttäuschung zusammenhängt. Von<br />
daher versuche ich einfach, alles zu genießen.<br />
Ich hoffe, dass ich die Momente, die<br />
ich dann habe, die vielleicht besonders<br />
sind, als besonders in Erinnerung bleiben.<br />
Ich hoffe, dass ich mir auch die Zeit<br />
nehme, so wie beim Grammy. Ohne diese<br />
Zeit hätte ich nie diesen Moment gehabt,<br />
um das wirklich zu verinnerlichen.<br />
Und ich hoffe, dass ich mir diese Momente<br />
gebe, wenn Highlights passieren,<br />
wie zum Beispiel die Veröffentlichung<br />
meines neuen Albums. Ich möchte<br />
verinnerlichen, dass ich damit<br />
etwas für die Ewigkeit geschaffen<br />
habe, das immer auf dieser<br />
Welt sein wird, wofür ich zweieinhalb<br />
Jahre gearbeitet habe.<br />
Ich habe dabei extrem viel über<br />
mich selbst gelernt, weil ich<br />
zum ersten Mal mit anderen Musikern<br />
in meinem Studio gesessen<br />
habe, und an diesem musikalischen<br />
Prozess gewachsen bin.<br />
Ich möchte nicht irgendwann<br />
sagen: »Ich glaube, ich bin jetzt<br />
der geilste Typ und alles was ich anfasse,<br />
wird zu Gold.« Ich hoffe, es wird<br />
so bleiben, dass keiner merkt, dass ich<br />
eigentlich keine Ahnung von dem<br />
habe, was ich da mache. MK<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de 39
Erfolg<br />
TOM<br />
HOLLAND<br />
Spider-Man macht fette Beute<br />
40<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Erfolg<br />
Tom Holland hat es geschafft,<br />
sich in kurzer Zeit einen der<br />
vorderen Plätze in Hollywood<br />
zu sichern. Mit nicht einmal<br />
30 Jahren hat er finanziell ausgesorgt<br />
und führt eine augenscheinlich<br />
gute Beziehung mit seiner Schauspielkollegin<br />
Zendaya. Das klingt nach einem<br />
Leben in Leichtigkeit. Der 1996 in Kingston<br />
upon Thames in England geborene<br />
Schauspieler hat sich in den vergangenen<br />
Jahren zu einem der begehrtesten, männlichen<br />
Darstellern in Hollywood entwickelt.<br />
Seine jugendliche Ausstrahlung und<br />
sein schauspielerisches Können haben<br />
ihn in kurzer Zeit zum Star gemacht, vor<br />
allem in der Rolle des Spider-Man hat er<br />
überzeugen können.<br />
Tom Holland in seiner Paraderolle als Spider-Man<br />
im Film »Spider-Man: Homecoming«, 2017.<br />
Spider-Man klettert nach oben<br />
Holland trat erstmals 2016 in der Rolle<br />
des Spider-Man in »Captain America:<br />
Civil War« auf. Sein dynamisches Spiel<br />
brachte ihm viel Lob ein und machte ihn<br />
schnell zum neuen Aushängeschild des<br />
Marvel Cinematic Universe (MCU).<br />
Seine Interpretation des Charakters Peter<br />
Parker vereint Humor, Verletzlichkeit<br />
und Heldentum, was sowohl Kritiker als<br />
auch Fans begeistert hat.<br />
Bilder: IMAGO / Future Image (J. Bloc) / Cinema Publishers Collection (Chuck Zlotnick)<br />
Hollands Erfolg als Spider-Man wurde<br />
durch die eigenständigen Filme »Spider-<br />
Man: Homecoming« (2017) und »Spider-<br />
Man: Far From Home« (2019) weiter gefestigt.<br />
»Homecoming« erzielte weltweit<br />
mehr als 880 Millionen US-Dollar an den<br />
Kinokassen und erhielt positive Kritiken für<br />
seinen frischen Ansatz zur Superhelden-<br />
Geschichte. Mit »Far From Home« setzte<br />
Holland diesen Erfolg fort, der Film spielte<br />
mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar ein.<br />
Und der Erfolg könnte weitergehen: Im<br />
April verkündete Tom Holland, dass er<br />
auch im vierten Teil der Spider-Man-<br />
Reihe die Hauptrolle spielen wird. Kritiker<br />
bescheinigen ihm, er bringe frischen<br />
Wind in die Reihe, zudem verleihe der<br />
ausgebildete Tänzer der Rolle des Spinnenmannes<br />
mit seinen akrobatischen<br />
Fähigkeiten das gewisse Etwas.<br />
Holland tanzt ganz oben mit<br />
Tom Holland bewegt sich lässig im Hollywood-Universum,<br />
als wäre er schon<br />
immer in der ersten Riege unterwegs.<br />
Neben seinen Erfolgen im Marvel-Universum<br />
hat der 28-Jährige auch in anderen<br />
Genres beeindruckt. In »The Impossible«<br />
(2012) spielte er an der Seite<br />
von Naomi Watts und Ewan McGregor<br />
und wurde für seine Darstellung eines<br />
Jungen inmitten der dramatischen Tsunami-Katastrophe<br />
von 2004 gelobt.<br />
Seine Rollen in »Chaos Walking« (2021)<br />
und »Cherry« (2021) zeigen sein Talent,<br />
sich in verschiedene Charaktere zu verwandeln<br />
und komplexe Emotionen<br />
sichtbar zu machen.<br />
Holland wurde für sein junges Werk für<br />
mehrere Auszeichnungen nominiert, darunter<br />
den BAFTA Rising Star Award,<br />
den Teen Choice Award und den Saturn<br />
Award. Seine schauspielerischen Leistungen<br />
und sein Engagement für die<br />
Rollen machen ihn zu einem der vielversprechendsten<br />
Talente seiner Generation.<br />
»Uncharted«-Regisseur Ruben<br />
Fleischer über die Zusammenarbeit mit<br />
Holland: »Tom ist einfach der aufregendste<br />
und talentierteste Schauspieler<br />
seiner Generation. Er ist auf mühelose<br />
Art charmant und körperlich unglaublich<br />
begabt, sodass er sogar mit vielen<br />
Stuntmännern mithalten kann«, sagte er<br />
in einem Interview mit »filmwelt.de«.<br />
Vermögen wächst schnell<br />
Tom Holland kann sich zurücklehnen,<br />
denn sein Kontostand wird in verschiedenen<br />
Medien auf 16 bis 18 Millionen<br />
US-Dollar geschätzt. Für den ersten<br />
Spider-Man-Film soll er 500.000 US-<br />
Dollar erhalten haben, für die Fortsetzungen<br />
konnte er zwischen 4 und 5<br />
Millionen US-Dollar aushandeln. Auch<br />
Werbeverträge, zum Beispiel mit der<br />
Luxusmarke Prada dürften lukrativ gewesen<br />
sein. Wie hoch Hollands Gagen<br />
inzwischen sein dürften, verriet Schauspielkollege<br />
Tom Hollander in der US-<br />
Talkshow Late Night mit Seth Meyer.<br />
Tom Holland und Tom Hollander wurden<br />
von derselben Agentur betreut.<br />
Durch ein Versehen schickte diese per<br />
E-Mail eine Bonus-Ankündigung für<br />
einen »Avengers«-Film an den falschen<br />
Tom. In der Show verriet dieser, dass es<br />
sich um einen siebenstelligen Betrag gehandelt<br />
habe. Dabei habe er sich zuvor<br />
selbst noch über einen Bonus über<br />
30.000 US-Dollar gefreut. In der E-Mail<br />
habe außerdem noch gestanden, dass<br />
dieser siebenstellige Betrag eine Teilzahlung<br />
sei.<br />
Das Privatleben von Tom Holland scheint<br />
auch auf Grün zu stehen. Der Schauspieler<br />
ist seit dem Sommer 2021 mit Zendya<br />
liiert, Gerüchte über eine Hochzeit machten<br />
vergangenes Frühjahr die Runde. Tom<br />
Holland und Zendaya haben sich 2016<br />
am Set des Films »Spider-Man: Homecoming«<br />
kennengelernt. In dem Film spielte<br />
Tom die Hauptrolle und Zendaya die<br />
Rolle seines Love Interest »MJ«. Aus einer<br />
anfänglichen Freundschaft ist offenbar<br />
mehr geworden. Und die Beziehung<br />
scheint sich auch beruflich positiv auszuwirken:<br />
Bei den MTV Movie & TV<br />
Awards ist Holland im Jahr 2022 für eine<br />
besondere Kategorie nominiert worden:<br />
für den besten Kuss (mit Zendaya). MK<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
41
Leben<br />
Identität<br />
– erfolgreich!<br />
Der unsichtbare Motor hinter dem Erfolg<br />
EIN GASTBEITRAG<br />
VON CHIARA HARTMANN<br />
Was unterscheidet die<br />
erfolgreichsten Menschen<br />
der Welt –<br />
CEOs, Unternehmer,<br />
Innovatoren und Führungskräfte<br />
– von anderen? Es ist ihre<br />
tiefe Klarheit über ihre eigene Identität.<br />
Aber was bedeutet das? Warum ist das<br />
Wissen um die eigene Identität und der<br />
bewusste »Identitätssprung« so entscheidend<br />
für nachhaltigen Erfolg?<br />
Identität ist nicht nur etwas, das man besitzt<br />
oder findet – sie ist ein lebendiger<br />
Prozess, der kontinuierlich wächst und<br />
sich weiterentwickelt. Sie formt sich<br />
durch Lebensereignisse, persönliche Erfahrungen<br />
und bewusste Reflexion. Doch<br />
was passiert, wenn dieses Wachstum blockiert<br />
wird? In solchen Momenten treten<br />
Identitätskrisen, innere Konflikte oder<br />
sogar der Verlust der eigenen<br />
Identität auf. Erfolgreiche Menschen<br />
erkennen diese Herausforderungen<br />
frühzeitig und<br />
begegnen ihnen entschlossen,<br />
weil sie verstehen, dass solche<br />
Hindernisse Chancen für Wachstum<br />
und Lernen darstellen. Identität<br />
beschreibt das tiefere Selbstbild,<br />
die Essenz eines Menschen,<br />
während Persönlichkeit die äußeren<br />
Verhaltensweisen darstellt.<br />
Identität wird in unserer modernen<br />
Welt selten thematisiert, obwohl<br />
sie die Grundlage für jegliches<br />
Handeln und Erfolg ist.<br />
Identitätsbewusstsein – Ein klarer,<br />
strategischer Vorteil<br />
Identität ist mehr als nur eine Rolle,<br />
die man im Leben einnimmt. Sie ist tief<br />
verankert und umfasst das Bewusstsein,<br />
bestimmt also, welche Überzeugungen<br />
und Werte das Handeln bestimmen. Sie<br />
beschreibt, wie man sich selbst sieht und<br />
42<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Leben<br />
Bilder: Depositphotos / matehavitaliy / tinx, E. Chiara Hartmann<br />
wie man in Beziehungen zu anderen<br />
steht. Identität bildet das stabile Fundament<br />
für Entscheidungen im persönlichen<br />
und beruflichen Umfeld. Sie entwickelt<br />
sich stetig weiter, geformt durch<br />
neue Erfahrungen, Herausforderungen<br />
und das Streben nach Wachstum.<br />
Identität ist mehr als<br />
nur eine Rolle, die man<br />
im Leben einnimmt.<br />
Identitätsbewusstsein bedeutet, die eigene<br />
Identität aktiv zu reflektieren und zu verstehen,<br />
statt sie passiv zu erleben. Diese<br />
Klarheit gibt Richtung und erleichtert<br />
Entscheidungen, die authentisch und im<br />
Einklang mit dem inneren Selbst getroffen<br />
werden. Wer sich seiner Identität bewusst<br />
ist, agiert nicht aus Unsicherheit<br />
oder Angst, sondern aus einer tief verwurzelten<br />
inneren Überzeugung.<br />
Der Identitätssprung – Schlüssel für außergewöhnliche<br />
Ergebnisse<br />
Der Identitätssprung ist nicht nur die bewusste<br />
Erkenntnis über das eigene Selbst,<br />
sondern vor allem die Entscheidung, das<br />
volle Potenzial der Persönlichkeit zu entfalten<br />
und bewusst zu nutzen. Es ist der<br />
Moment, in dem man sich von fremdbestimmten<br />
Rollen löst und die Freiheit entdeckt,<br />
die eigene Rolle im Leben aktiv zu<br />
gestalten. Diese Klarheit verleiht nicht nur<br />
innere Sicherheit, sondern auch den Mut,<br />
entschlossen und selbstbestimmt zu handeln.<br />
Menschen, die diesen Sprung wagen,<br />
nutzen ihre Einzigartigkeit, um sich selbst<br />
und andere besser zu verstehen, was ihnen<br />
ermöglicht, langfristig erfolgreicher<br />
zu sein. Erfolgreiche Menschen wissen,<br />
dass es nicht ausreicht, einfach »gut« zu<br />
sein – wahre Exzellenz entspringt aus dem<br />
tiefen Vertrauen in die eigene Identität.<br />
Sie verstehen, dass ihr Identitätsbewusstsein<br />
der Schlüssel zu ihrem Erfolg ist und<br />
dass sie dadurch in der Lage sind, mutige<br />
Entscheidungen zu treffen.<br />
Warum ist der Identitätssprung<br />
entscheidend?<br />
Klarheit und Fokus entstehen bei Menschen,<br />
die ihre Identität genau kennen.<br />
Sie besitzen einen inneren Kompass, der<br />
ihnen Orientierung gibt und ihre Entscheidungen<br />
leitet. Diese basieren auf<br />
tief verankerten Werten und klar definierten<br />
Zielen, was ihnen eine eindeutige<br />
Richtung im Leben gibt. Gleichzeitig<br />
verkörpern sie Authentizität und Glaubwürdigkeit,<br />
da sie sich ihrer selbst und<br />
ihrer inneren Stärke bewusst sind. Dies<br />
macht sie zu vertrauenswürdigen Führungspersönlichkeiten,<br />
die auch Teams<br />
und Partner inspirieren.<br />
Auch in schwierigen Zeiten zeigen solche<br />
Menschen Resilienz. Herausforderungen<br />
gehören zum Leben dazu, aber wer sich<br />
seiner Identität bewusst ist, bleibt selbst in<br />
den turbulentesten Momenten stabil und<br />
nutzt Rückschläge als Gelegenheit zur<br />
Weiterentwicklung. Es ist wichtig zu verstehen,<br />
dass persönliches Wachstum ein<br />
fortlaufender Prozess ist, der niemals endet.<br />
Der Identitätssprung – das bewusste<br />
Erkennen und Entfalten der eigenen Identität<br />
– ist kein einmaliges Ereignis, sondern<br />
eine lebenslange Entwicklung. Erfolgreiche<br />
Menschen wissen, dass ihre Identität flexibel<br />
bleiben muss, um sich an veränderte<br />
Umstände anzupassen, ohne ihre Authentizität<br />
zu verlieren. Veränderungen sehen<br />
sie als wertvolle Gelegenheiten für persönliches<br />
und berufliches Wachstum.<br />
Die bewusste Entscheidung für Erfolg<br />
Erfolg beginnt im Inneren, nicht im<br />
Außen. Oft sind es unsere eigenen negativen<br />
Gedanken, die uns vom Erfolg abhalten.<br />
Erfolgreiche Menschen haben die<br />
bewusste Entscheidung getroffen, ihre<br />
Gedanken zu lenken, statt sich von ihnen<br />
beherrschen zu lassen. Sie wissen, dass ihr<br />
Erfolg eng mit ihrer Identität verbunden<br />
ist. Sie haben nicht nur ihre wahre Persönlichkeit<br />
entdeckt, sondern auch den<br />
Mut entwickelt, diese voll auszuleben.<br />
Wenn Sie den nächsten Schritt in Ihrer<br />
Karriere, Ihrem Unternehmen oder in<br />
Ihrem Leben machen wollen, beginnt alles<br />
mit der Frage: Wer bin ich wirklich?<br />
Sind Sie bereit, Ihr volles Potenzial zu<br />
entfalten und Ihre Identität bewusst zu<br />
nutzen, um erfolgreicher zu sein? Der<br />
Identitätssprung ist der Moment, der alles<br />
verändert.<br />
Die Autorin<br />
Chiara Hartmann, bekannt als »Die<br />
Profilerin«, ist Expertin für menschliches<br />
Verhalten und Kommunikation.<br />
Sie unterstützt Top-Manager dabei, ihr<br />
Potenzial zu entfalten.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
43
Erfolg<br />
MILEY<br />
CY<br />
RUS<br />
Auf der Abrissbirne<br />
zur Legende<br />
44<br />
www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
Buchtipps<br />
Bild: IMAGO / USA TODAY Network (Robert Hanashiro)<br />
Es war einmal ein Mädchen namens<br />
Destiny Hope, das am 23.<br />
November 1992 in Tennessee<br />
zur Welt kam. Ihr Geburtsname<br />
wird heutzutage aber den wenigsten<br />
noch etwas sagen – im Alter von<br />
15 Jahren ließ sie ihn nämlich offiziell ändern.<br />
Das geschah aufgrund eines Spitznamens,<br />
der ihr wegen ihres ständigen<br />
Lächelns gegeben wurde – »Smiley«. So<br />
wurde aus Destiny Hope »Miley Ray Cyrus«<br />
und die Geschichte des wohl skandalösesten<br />
Disney-Sternchens begann.<br />
Der geborene Kinderstar<br />
Ihre spätere Karriere wurde ihr dabei schon<br />
in die Wiege gelegt – oder mit Cyrus’ Worten:<br />
»Ich bin in einem verdammten Tourbus<br />
aufgewachsen«. Ihr Vater ist Country-<br />
Musiker Billy Ray Cyrus, ihre Mutter<br />
Filmproduzentin Leticia »Tish« Jean Finley.<br />
Durch ihren Vater, der sie 2001 zu einer<br />
Aufführung von »Mamma Mia!« mitgenommen<br />
hatte, stand für die junge Cyrus<br />
schon früh fest: »Das ist es, was ich tun will.<br />
Ich will Schauspielerin sein.«<br />
»Zu einem Zeitpunkt […]<br />
war ich wahrscheinlich<br />
die am schlechtesten<br />
bezahlte Person in meiner<br />
Besetzung, weil ich es<br />
nicht besser wusste.«<br />
– Miley Cyrus<br />
Mit elf Jahren sandte sie ein Casting-<br />
Filmband an den Disney Channel für die<br />
Serie, die alles verändern sollte – »Hannah<br />
Montana«. Allerdings wollte Cyrus<br />
ursprünglich nur eine Nebenrolle übernehmen.<br />
Die Produzenten selbst schlugen<br />
ihr dann vor, sich doch besser auf die<br />
Hauptrolle zu bewerben – nur, um sie ein<br />
wenig später doch abzulehnen, weil sie zu<br />
jung sei. Dank ihrer Beharrlichkeit bekam<br />
Cyrus schlussendlich aber doch die<br />
Hauptrolle »Miley Stewart« angeboten,<br />
die tagsüber die Schule besucht und<br />
abends dank blonder Perücke als »Hannah<br />
Montana« die Bühne rockt.<br />
Millionärin mit 15<br />
Seit die erste »Hannah Montana«-Folge<br />
Anfang 20<strong>06</strong> auf rund fünf Millionen Bildschirmen<br />
lief, galt Cyrus als größter Kinderstar<br />
der Welt. Trotz 12-Stunden-Drehtagen<br />
und wenig Zeit für Freundschaften<br />
war Cyrus einfach nur stolz, ein Teil der<br />
Disney-Welt geworden zu sein. Anfangs<br />
hatte das Konto der Hauptdarstellerin jedoch<br />
nicht besonders viel von diesem<br />
»Die Wertformel«<br />
von Julian Hosp<br />
256 Seiten, erschienen: Juni <strong>2024</strong><br />
FinanzBuch Verlag, ISBN: 978-3-959-72799-0<br />
Erfolgreich zu sein, sowohl im Beruflichen als auch im Privaten,<br />
das schaffen die wenigsten. Julian Hosp gelingt der Spagat zwischen<br />
erfolgreicher Unternehmer und Investor und als Ehemann<br />
und Vater. Dieses Buch ist ein Wegweiser für außergewöhnliche<br />
Resultate in Finanzen, Unternehmertum und im Privatleben.<br />
»Lexikon des Erfolgs«<br />
von Egon Freitag<br />
600 Seiten, erschienen: August <strong>2024</strong><br />
UTB GmbH, ISBN: 978-3-825-26248-8<br />
In diesem Buch zeigt Ihnen Johanna E. Kappel, wie Sie das<br />
ständige Grübeln ablegen und Ihre Gedanken in eine positive<br />
Richtung lenken können. Die negativen Gedanken in den<br />
Griff zu bekommen ist ein Lernprozess, der in diesem Buch<br />
Schritt für Schritt durchlaufen wird.<br />
»Power«<br />
von Robert Greene<br />
256 Seiten, erschienen: Mai <strong>2024</strong><br />
Carl Hanser Verlag, ISBN: 979-3-446-48203-6<br />
Diese limitierte Sonderausgabe von Robert Greene präsentiert<br />
den Machiavelli des 21. Jahrhunderts in besonders edler Ausstattung.<br />
Kompakt und einprägsam formuliert dieses Buch 48<br />
Gesetze, die Sie nach oben in Ihre Macht bringen – oder vor<br />
dem Absturz bewahren.<br />
»Rebel Mind«<br />
von Peter Kreuz<br />
224 Seiten, erschienen: Mai <strong>2024</strong><br />
Rebel Mind Media, ISBN: 978-3-982-61701-5<br />
Dieses Buch von Bestsellerautor und Managementvordenker Peter<br />
Kreuz ist ein leidenschaftliches, inspirierend-freches Plädoyer für<br />
den intelligenten Bruch mit einem So-macht-man-das-halt-normalerweise-Leben.<br />
Er zielt mit 33 Impulsen auf Herz und Kopf seiner<br />
Leser, damit diese losziehen, um ihren eigenen Weg zu gehen.<br />
»Unwritten«<br />
von Karo Kauer<br />
176 Seiten, erschienen: Juli <strong>2024</strong><br />
ZS, ISBN: 978-3-965-84396-7<br />
In ihrem Buch erlaubt Karo Kauer den Blick hinter die Kulissen<br />
ihres Unternehmens und ihres Lebens, erzählt von ihrer Kindheit,<br />
dem Aufwachsen in einfachen Verhältnissen und den<br />
Träumen. Sie berichtet von Höhen und Tiefen, wie es gelingt,<br />
sich selbst zu motivieren neu und kreativ das Leben zu meistern.<br />
Cover: FinanzBuch Verlag, UTB GmbH, Carl Hanser Verlag, Rebel Mind Media, ZS<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> <strong>06</strong>/<strong>2024</strong><br />
45
Erfolg<br />
Ruhm, wie sie 2016 in einem Interview mit<br />
»Elle« zugab: »Zu einem Zeitpunkt […]<br />
war ich wahrscheinlich die am schlechtesten<br />
bezahlte Person in meiner Besetzung,<br />
weil ich es nicht besser wusste.«<br />
Miley Cyrus bei ihrem Silvester-Auftritt<br />
am Times Square in New York, 2013.<br />
Erst später soll ihre Mutter Leute engagiert<br />
haben, die sich um das finanzielle Wohl<br />
ihrer Tochter kümmern. Dadurch wurden<br />
im Laufe der Serie bis zu 15.000 US-Dollar<br />
pro »Hannah Montana«-Folge möglich.<br />
Mit einem Einkommen von rund 25 Millionen<br />
US-Dollar soll Cyrus 2008 sogar der<br />
reichste Teenager der Welt gewesen sein –<br />
mit gerade einmal 15 Jahren.<br />
Goodbye, Hannah!<br />
Ein paar Staffeln später fing die blonde<br />
Hannah-Montana-Fassade allerdings an zu<br />
bröckeln: Das Musikvideo zu ihrem Song<br />
»Can’t Be Tamed«, in dem sie in viel Federn<br />
und nackter Haut in einem Vogelkäfig tanzt,<br />
sorgte 2010 für großes Aufsehen. Cyrus<br />
wollte sich neu erfinden – weg vom Pop-<br />
Sternchen-Image. »Ich kann meine Karriere<br />
nicht auf Sechsjährigen aufbauen«, erklärte<br />
die Sängerin damals. Sie sei einfach aus<br />
ihrer Rolle rausgewachsen. Was jedoch zu<br />
diesem Zeitpunkt noch niemand wusste:<br />
Das sollte erst der Anfang sein.<br />
Miley Cyrus als<br />
Hannah Montana,<br />
2007.<br />
Miley Cyrus mit ihren Eltern Billy Ray Cyrus<br />
und Tish Cyrus, 2019.<br />
Ein wenig später tanze sie in sehr eindeutigen<br />
Posen neben – und an – »Blurred<br />
Lines«-Sänger Robin Thicke auf der<br />
Bühne der MTV Video Music Awards<br />
2013. Der endgültige Abschied von<br />
»Hannah Montana« folgte dann kurz darauf<br />
– im wahrsten Sinne des Wortes –<br />
mit einer Abrissbirne. Und einer splitterfasernackten<br />
Miley Ray Cyrus. Ganze 19<br />
Millionen Aufrufe hatte das Musikvideo<br />
zu »Wrecking Ball« nach 24 Stunden,<br />
nach sechs Tagen waren es bereits 100<br />
Millionen. Quasi über Nacht verwandelte<br />
sich »Hannah Montana« in die<br />
»Sexbombe Miley Cyrus«. »Ich werde für<br />
immer das nackte Mädchen auf der Abrissbirne<br />
sein«, erkannte die Sängerin in<br />
der »Zach Sang Show«. »Das ist etwas,<br />
was man nie wieder loswird.«<br />
Die damit verbundene Aufmerksamkeit<br />
hatte jedoch auch Vorteile: Im darauffolgenden<br />
Jahr wurde Cyrus von MTV<br />
zur Künstlerin des Jahres ernannt und<br />
auch in der Forbes-Liste der einflussreichsten<br />
Persönlichkeiten des Jahres<br />
2014 tauchte sie auf Platz 17 auf. Forbes<br />
schrieb dazu: »Das letzte Mal stand sie<br />
auf unserer Liste, als sie noch im Geld<br />
von Hannah Montana schwamm. Jetzt<br />
ist die Popsängerin erwachsen und sorgt<br />
auf Schritt und Tritt für Kontroversen.«<br />
Die Ruhe nach dem Sturm<br />
Mit ihrer 2023 veröffentlichten Selbstliebe-<br />
Hymne »Flowers« und dem zugehörigen<br />
»Wenn man ein interessantes Leben hat, kann man<br />
auch interessante Geschichten erzählen. Ich treffe<br />
Entscheidungen, auf die ich stolz bin und die mich<br />
beschützen.« – Miley Cyrus<br />
achten Studioalbum »Endless Summer<br />
Vacation« geht die 31-Jährige es nun wieder<br />
ruhiger an und feiert auch damit Erfolge.<br />
Die Single stieg sofort auf Platz eins<br />
der Billboard Hot 100 ein und hielt sich<br />
dort ganze acht Wochen lang. Auch auf<br />
Spotify und im US-Radio brach der Song<br />
2023 reihenweise Rekorde und erhielt <strong>2024</strong><br />
schließlich zwei Grammy Awards.<br />
Aber auch ihre Arbeit an »Hannah Montana«<br />
ist noch lange nicht vergessen: Im<br />
August <strong>2024</strong> wurde Cyrus als Disney-Legende<br />
ausgezeichnet, die mit ihrer Karriere<br />
einen außerordentlichen Beitrag zu<br />
den Disney-Filmen geleistet hat. Der ehemalige<br />
Kinderstar ist somit die jüngste<br />
Person, die jemals diesen Titel erhalten<br />
hat. »Ich stehe hier und bin noch immer<br />
stolz, Hannah Montana gewesen zu sein«,<br />
betonte Cyrus in ihrer Dankesrede und<br />
widmete den Preis ihrem Alter Ego.<br />
Der Name »Miley Cyrus« wird wohl für<br />
immer mit der blonden Perücke, aber<br />
auch mit einer Menge Skandalen in Verbindung<br />
gebracht werden. Sie selbst<br />
scheint das jedoch nicht zu stören. Der<br />
Vogue erzählte Cyrus, dass sie ihre Vergangenheit<br />
als Teil von sich sehe, der ihr<br />
geholfen habe, der Mensch zu werden,<br />
der sie heute ist. »Wenn man ein interessantes<br />
Leben hat, kann man auch interessante<br />
Geschichten erzählen. Ich treffe<br />
Entscheidungen, auf die ich stolz bin und<br />
die mich beschützen.« Für Cyrus steht<br />
heute fest: An erster Stelle soll in Zukunft<br />
nur noch sie selbst stehen. LT<br />
Bilder: IMAGO / UPI Photo / ZUMA Press Wire / APress<br />
46 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
100<br />
TOP UNTERNEHMER<br />
<strong>2024</strong><br />
Anzeigensonderveröffentlichung<br />
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Online Marketing & Sales Experte /<br />
Business Sparringspartner<br />
Ersu Consulting GmbH<br />
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Frenken, Jennifer<br />
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Finanzwirtin und zertifizierte<br />
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Duplizierungssysteme und<br />
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Uderstadt, Jonas<br />
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Hierbei handelt es sich um die<br />
neu aufgenommenen Top-Unternehmer.<br />
Die gesamte Liste finden Sie unter<br />
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Bild: Depositphotos / Rawpixel<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
47
Best of Web<br />
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So erklärte Fußballtrainer Klopp gegenüber der Bild-Zeitung:<br />
»Meine Frau Ulla und ich haben uns vorgenommen, gesund<br />
und fit alt zu werden. Ernährung spielt hierbei unter anderem ...<br />
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Bildungssystem: Wann kommt die<br />
digitale Revolution?<br />
Bob Blume im Interview<br />
Blender im Visier – Wie man<br />
Schaumschläger im<br />
Bewerbungsgespräch entlarvt!<br />
Herr Blume, Seneca hat einmal behauptet: »Nicht für die<br />
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Satz für das deutsche Schulsystem eigentlich noch – oder<br />
hat er je gestimmt?<br />
Ich würde sagen: Dieser Satz stimmt jetzt gerade nicht mehr. Das<br />
liegt daran, dass sich die Welt in einer Weise verändert hat, die<br />
ganz andere Kompetenzen von den jungen Leuten einfordert,<br />
sich aber gleichzeitig die Schule noch nicht darauf eingestellt hat.<br />
Vor 50, 60 Jahren war nunmal das einzige Medium im Raum ...<br />
Den kompletten Artikel lesen Sie unter<br />
www.erfolg-magazin.de<br />
In einer Welt, in der Fachwissen oft durch Schlagwörter und<br />
Selbstdarstellung überschattet wird, ist es für Führungskräfte<br />
und Entscheider wichtiger denn je, zwischen echten Talenten<br />
und Blendern unterscheiden zu können. Die Kunst, einen<br />
Schaumschläger bereits im Jobinterview zu entlarven, ist eine<br />
der wertvollsten Fähigkeiten, die Sie als Entscheider entwickeln<br />
können. Sie spart nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern<br />
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Bilder: IMAGO / osnapix, Niko Neithardt, Benjamin Knoche, Depositphotos / SergeyNivens<br />
48 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Top Experten<br />
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EXPERTEN<br />
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Deutschland<br />
Bei der Benennung von »Top Experten« handelt es sich um eine redaktionelle<br />
Entscheidung des <strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong>s. Die Redaktion sichtet regelmäßig<br />
Profile von Marktteilnehmern und prüft die Personen unter Zuhilfenahme<br />
öffentlich einsehbarer Informationen hinsichtlich fachlicher Qualifikation,<br />
Veröffentlichungen, Kundenbewertungen und Dauer der Tätigkeit. Nur<br />
natürliche Personen können als »Top Experten« benannt werden.<br />
Hierbei handelt es sich um die<br />
neu aufgenommenen Top-Experten.<br />
Die gesamte Liste finden Sie unter<br />
www.erfolg-magazin.de/top-experten/<br />
Bild: Depositphotos/depositedhar<br />
Makler Nachfolger Club e.V.<br />
INITIATIVE<br />
WACHSTUM<br />
NSC Management & Beratung GmbH<br />
Partnerunternehmen der Initiative Wachstum bekennen sich auch in<br />
Krisenzeiten zum Wirtschaftsstandort Deutschland, wollen diesem zu<br />
weiterem Wachstum verhelfen, sehen Investitionen als unternehmerische<br />
Verantwortung und sind bereit, auch weiterhin Arbeitsplätze<br />
in Deutschland zu schaffen und zu erhalten.<br />
<strong>ERFOLG</strong> magazin . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . www.erfolg-magazin.de<br />
49
<strong>ERFOLG</strong> <strong>Magazin</strong> Brand Ambassadors<br />
INSTAGRAM<br />
BRAND AMBASSADORS<br />
BMotivation<br />
Mindsetmillionairs<br />
Bild: Privat<br />
@bmotivation_de<br />
Unser Motto »Spreading the<br />
good vibes« richtet sich an<br />
Menschen, die einen Traum haben,<br />
jedoch noch nicht das richtige<br />
Mindset besitzen, um diesen<br />
zu verwirklichen. Wenn Du<br />
Dich für Persönlichkeitsentwicklung<br />
interessierst, dann schaue<br />
gerne bei uns vorbei!<br />
Maciej und Benny<br />
Bild: Privat<br />
@mindsetmillionairs<br />
Anfangs ging es mir genauso wie<br />
vielen von euch, ich hatte keine<br />
Ahnung, was ich in meinem Leben<br />
erreichen will. Genau aus diesem<br />
Grund ist diese Instagram-Seite<br />
entstanden. Menschen helfen und<br />
ihre Probleme lösen hatte nun die<br />
höchste Priorität in meinem Leben.<br />
Schreibe mir eine Nachricht<br />
und ich erzähle dir mehr darüber.<br />
Patrick Weiss<br />
Wissensmindset<br />
Bild: Axel Koop<br />
@weiss.zitate<br />
Willkommen bei »weiss.zitate«!<br />
Ich bin Patrick Weiss, Gründer<br />
dieses Kanals, der sich auf Weisheiten<br />
und Zitate zu Liebe, Selbstbewusstsein<br />
und Motivation konzentriert.<br />
Tauche ein in eine Welt<br />
der inspirierenden Gedanken und<br />
lasse dich von der kraftvollen Verbindung<br />
von Ästhetik und Botschaften<br />
begeistern.<br />
Bild: Privat<br />
@wissensmindset<br />
Um meinen Traum zu verwirklichen,<br />
musste ich mich von meiner<br />
alten Identität lösen. Mit Entschlossenheit<br />
und Ausdauer<br />
wagte ich den Sprung ins Ungewisse,<br />
um das Leben zu führen,<br />
von dem ich immer geträumt<br />
habe. Der Gedanke, ein außergewöhnliches<br />
Leben zu führen, hat<br />
mich stets begleitet.<br />
affirmationsinsel<br />
Erfolgsflieger<br />
Bild: Privat<br />
@affirmationsinsel<br />
Herzlich Willkommen auf der Insel<br />
der Affirmationen! Entdecke eine<br />
Schatztruhe voller positiver Sprüche<br />
und kraftvoller Affirmationen, die<br />
dir helfen, eine positive Denkweise<br />
zu entwickeln. Lass dich inspirieren<br />
und bereichere dein Leben mit Optimismus<br />
und Selbstliebe. Tauche<br />
ein in eine Welt voller Motivation!<br />
Beste Grüße, Franzi<br />
Bild: Privat<br />
@erfolgsflieger<br />
Deine tägliche Quelle für Inspiration<br />
rund um finanzielle<br />
Freiheit und digitalen Erfolg.<br />
Entdecke motivierende Zitate,<br />
wertvolle Ratschläge für digitales<br />
Business und anregende<br />
Sprüche, die zum Nachdenken<br />
führen. Steige ein und werde<br />
zum Erfolgsflieger.<br />
50 www.erfolg-magazin.de . <strong>Ausgabe</strong> 6/<strong>2024</strong> . <strong>ERFOLG</strong> magazin
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