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matchball 4-2024

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4/<strong>2024</strong><br />

ISSN 2944-4217 (Print) · ISSN 2944-4225 (Online)<br />

© Getty Images / ARNOLDsART<br />

Team Europa holt den<br />

Laver Cup <strong>2024</strong> in Berlin<br />

Nach einem intensiven und dramatischen Wochenende in<br />

Berlin triumphiert Team Europa beim Laver Cup.<br />

Mit einem starken Comeback sicherten sie sich den Sieg gegen<br />

Team Welt und holten nach zwei Jahren den Pokal zurück.<br />

Ein unvergessliches Event für alle Tennisfans!


Wir stellen alles<br />

in den Schatten.<br />

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Editorial<br />

Ç<br />

Olympia Paris – Berlin<br />

Dr. Klaus-Peter Walter<br />

Fotos: Claudio Gärtner - tennisphoto.de, Mathias Schulz - tennisphoto.de, Dr. Klaus-Peter Walter<br />

Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg,<br />

Olympia in Paris, mein erster Eindruck war ernüchternd.<br />

Straßensperrungen überall, selbst auf Umgehungsstraßen.<br />

Auf den Stadtautobahnen wurden Fahrspuren für Funktionäre<br />

und Sportler reserviert, während sich die anderen im<br />

eindrucksvollen Verkehrschaos stauten. Sollte das die Begeisterung<br />

der Bevölkerung für Olympia steigern?<br />

Auch zur Eröffnung der Tennisolympiade am Samstag<br />

beförderte die Olympiaorganisation meine Ernüchterung.<br />

Zum Eintritt auf die Roland-Garros-Anlage mussten alle<br />

in ein großes Zelt zur Leibesvisitation, wie geübt an den<br />

Sicherheitskontrollen am Flughafen. Als ich an der Reihe<br />

war, wurde mir befohlen, meinen Regenschirm in eine<br />

Tonne zu befördern, draußen regnete es in Strömen.<br />

Durchnässt auf dem Weg zum Eröffnungsmatch von Iga<br />

Swiatek verpasste mir das Sicherheitskonzept in Paris<br />

einen erneuten Dämpfer meiner Vorfreude.<br />

Ist das der Sicherheitsstandard, der für die angekündigte<br />

Olympiabewerbung Deutschlands rücksichtslos<br />

eingehalten werden muss? Kann ich mir in Berlin vorstellen,<br />

dass der Berufsverkehr lahmgelegt wird, damit<br />

Sportfunktionäre und Athleten auf der dritten Spur der<br />

Stadtautobahn freie Fahrt haben?<br />

Doch dann änderte sich meine reservierte Stimmung<br />

schlagartig. Am zweiten Tag meines Besuches bei<br />

den Olympischen Spielen schien die Sonne. Rafael Nadal<br />

mühte sich nach gewonnenem ersten Satz vergeblich<br />

gegen den Ungarn Marton Fucsovics und nahm eine medizinische<br />

Pause zu Beginn des dritten Satzes. Kaum war<br />

er in die Katakomben enteilt, wurde dezent Musik eingespielt.<br />

Und wie eingeübt, wie verabredet, sang das Publikum<br />

in der ausverkauften Goldschüssel aus 14.000 Kehlen<br />

gekonnt im Chor: „Aux Champs-Elysée“.<br />

Das ganze Stadion schunkelte, kannte offenbar den<br />

Text und jubelte, als Rafael Nadal wieder erschien und sein<br />

Match fortsetzte und sogar gewann.<br />

Dieser plötzliche Frohsinn der Zuschauer, dieses<br />

Schwelgen in Begeisterung macht wohl das Fest Olympia<br />

aus. Heutige Kinder werden sich in 20 Jahren als Erwachsene<br />

an ähnliche Szenen erinnern und feststellen,<br />

bei einem großartigen Ereignis Teil gewesen zu sein. Nachhaltigkeit<br />

ist sicher ein wichtiges Anliegen, auch eine funktionierende<br />

Infrastruktur der Sportanlagen ist vorteilhaft<br />

und wünschenswert. Doch diese materielle Sichtweise<br />

kann eines nicht ersetzen: Lebensfreude, mit dabei gewesen<br />

zu sein, das Fest erlebt zu haben.<br />

Ja, auch der Stadtcharakter von Paris mit dem Eiffelturm<br />

trägt zum Gelingen der Stimmung bei. Doch wie das<br />

Tennisfest Laver Cup in Berlin mit 60.000 enthusiastischen<br />

Zuschauern gezeigt hat, können wir Berliner bei Großveranstaltungen<br />

mithalten. Wenn es gelingt, die skeptische<br />

Grundhaltung der Bevölkerung hin zu Begeisterung zu bewegen,<br />

wenn das Fest als Fest gelebt wird, wird eine Olympiade<br />

in Berlin ein unvergleichliches Erlebnis werden, anders<br />

als in Paris und London, aber unvergesslich.<br />

Ob das Mitsingen eines typischen Berliner Musikstücks<br />

hierbei helfen kann? Ob „Berlin, Berlin“ oder „Heimweh<br />

nach dem Kurfürstendamm“ in der nächsten Generation<br />

noch bekannt sein wird, bleibt offen. Bei den Berlin Ladies<br />

Open haben wir jährlich die Gelegenheit, den inzwischen<br />

traditionell eingespielten Song der Berliner Band Seeed,<br />

„Dickes B, oben an der Spree“ mitzuswingen. Wir haben<br />

also noch 16 oder 20 Jahre Zeit, den Text einzustudieren,<br />

um mindestens die Tennisgemeinde fit für das Fest Olympia<br />

vorzubereiten.<br />

Ihr Klaus-Peter Walter<br />

Präsident des TVBB<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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Ç<br />

Inhalt<br />

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2<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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Ç TITEL<br />

Laver Cup <strong>2024</strong><br />

Team Europa schlägt zurück: Ein episches Comeback<br />

beim Laver Cup <strong>2024</strong> in Berlin . . . . . . . . . . . . 4<br />

Ç<br />

TENNIS NATIONAL<br />

2. Bundesliga Nord der Herren<br />

Alle drei Berliner Clubs landen im gesicherten Mittelfeld . . 8<br />

Rückblick Ostliga und Aufstiegsspiele zur Regionalliga Nordost<br />

Ein Ostliga-Titel mehr als im Vorjahr . . . . . . . . . . 12<br />

Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Verbände<br />

TVBB Teams gewinnen in den AKs 50 und 60 . . . . . . . 15<br />

Deutsche Vereinsmeisterschaften<br />

Premiere für Reinickendorf, Zehlendorf als<br />

Wiederholungstäter . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />

Herbstfinals im Tennis<br />

Jugend trainiert für Olympia <strong>2024</strong> . . . . . . . . . . . 18<br />

Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20<br />

Ç<br />

TVBB SPORT<br />

77. TVBB-Meisterschaften der Seniorinnen und Senioren<br />

Fünf Vorjahres-Champione mit Meister-Dacapo, sechs<br />

2023-Vize diesmal Winner . . . . . . . . . . . . . . 22<br />

13. Reinickendorf Open beim VfL Tegel 1981<br />

Hochwertiges Seniorentennis im Norden der Hauptstadt . . 26<br />

12. Sutos Open<br />

Zehn Titel für neun Vereine – nur der SCC durfte zwei<br />

Siege feiern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28<br />

66. Allgemeines Turnier Damen und Herren<br />

Hitzewellen und Regen im Wechsel belasten Spieler<br />

und Turnierleitung . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

8. Spotrepair Open beim SV Reinickendorf 1896<br />

Malaszszak und Steinkamp siegen bei den Aktiven –<br />

Vier Vereine teilen sich die Senioren-Titel . . . . . . . . 32<br />

10. Grunewald Senior Open<br />

Favoriten machten ernst: Sieben Siege für Topgesetzte,<br />

vier für die Nummer 2 . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />

Senior Weiß-Rot Cup<br />

Sieger aus elf unterschiedlichen Vereinen . . . . . . . . 36<br />

Weiß-Rot Cup<br />

Siege für Favoritin und Dauerbrenner. . . . . . . . . . 37<br />

1. Berliner Weiß-Rot Cup – Blinden- und Sehbehindertenturnier<br />

Premiere: Der Schaumstoffball mit Rasseln fliegt nun<br />

auch in Berlin… . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />

3. Benefit Team Cup, International Club Berlin (ICB)<br />

“Aufschlag gegen Diabetes“ . . . . . . . . . . . . . 39<br />

70. Friedrichshagen Open<br />

Berliner Sieg durch Julia Zhu und „Auswärtserfolg“ von<br />

Yannic Nittmann . . . . . . . . . . . . . . . . . 40<br />

RoskosMeier BSV‘92 OPEN<br />

Jonas Hartenstein und Marta Lesniak siegen souverän . . . 42<br />

9. STK Babolat Open Senioren<br />

In neun Wettbewerben gewinnen sieben Mal die<br />

Topgesetzten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44<br />

Südturnier<br />

Starke Teilnehmer und faire Spiele . . . . . . . . . . . 46<br />

Sanssouci Open<br />

Spannende Matches bei hochsommerlichen Temperaturen . 47<br />

Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50<br />

SCC Open, Accentro SCC Senior Open und SCC Junior Open<br />

„Für uns ist es eine perfekte Woche!“ . . . . . . . . . . 52<br />

7. Neuenhagen Junior Open<br />

Ausrufezeichen von einer Schwedin und einem<br />

Ukrainer – aber auch Fragezeichen für die Veranstalter . . . 54<br />

12. BTTC-Junior-Cup<br />

Favoriten-Siege bei großer Hitze im BTTC Grün-Weiss. . . . 56<br />

Foto: Getty Images


Inhalt<br />

Ç<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

26. Junior Open des TC Orange-Weiß Friedrichshagen<br />

Drei Nicht-TVBBer und drei Local Heros siegen bei den<br />

Orange Weiß-Junior Open . . . . . . . . . . . . . . 57<br />

6. Blau-Weiss Young Generation Trophy powered by Albena<br />

2019-Premierensieger Paul Damrath schafft fünf Jahre<br />

später das Erfolgs-Dacapo . . . . . . . . . . . . . . 58<br />

24. Cujic-Cup des TV Preussen<br />

Hier wird FAIR PLAY großgeschrieben. . . . . . . . . . 60<br />

bett1 juniors<br />

Dritte Auflage mit Rekordteilnahme . . . . . . . . . . 62<br />

10. Internationale Spandauer Jugendmeisterschaften<br />

Ein voller Erfolg mit über 100 Teilnehmern . . . . . . . . 64<br />

Ç<br />

TENNIS INTERNATIONAL<br />

US Open<br />

Jannik Sinner und Aryna Sabalenka nicht zu schlagen . . . 66<br />

Hamburg Open ATP 500<br />

Arthur Fils gewinnt Hamburg Open: „Bestes Spiel<br />

meiner Karriere“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68<br />

ECE Ladies Hamburg Open<br />

Anna Bondar gelingt „Doppel-Triumph“ . . . . . . . . . 70<br />

European Summer Cups<br />

U16-Junioren gewinnen Team-EM . . . . . . . . . . . 72<br />

Paralympics Paris<br />

Rollstuhltennis: Katharina Krüger chancenlos gegen<br />

die Weltranglistenerste . . . . . . . . . . . . . . . 73<br />

Ç<br />

TVBB INTERN<br />

Aus dem Netz gefischt . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Redaktionstermine 2025 . . . . . . . . . . . . . . 76<br />

In eigener Sache<br />

Das erste Jahr in neuer Redaktionszusammensetzung . . . 76<br />

Fotos: Harald Almonat, Matthias Schulz-tennisphoto.de<br />

Herausgeber:<br />

Tennis-Verband Berlin-<br />

Brandenburg e. V.<br />

Hüttenweg 45, 14 195 Berlin<br />

Telefon 030 – 89 72 87 30<br />

Telefax 030 – 89 72 87 01<br />

E-Mail: info@tvbb.de<br />

Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter<br />

Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken<br />

Redaktion:<br />

Claudio Gärtner (Ltg.), Linda<br />

Fritschken, Katrin Brewka<br />

redaktion@<strong>matchball</strong>-tvbb.de<br />

Beiträge, Wortmeldungen,<br />

Anregungen, Fotos oder<br />

Terminmitteilungen können über<br />

die nachfolgende Webseite an die<br />

Redaktion gesendet werden:<br />

www.<strong>matchball</strong>-tvbb.de<br />

Projektleitung:<br />

Felix Rewicki, Geschäftsführer TVBB<br />

Produktion, Layout und Satz:<br />

maasgestaltet, Berlin<br />

Anzeigen:<br />

TVBB, Telefon: 030–89 728 730<br />

Vertrieb<br />

TVBB, Telefon: 030–89 728 730<br />

Druck:<br />

LASERLINE Druckzentrum Berlin<br />

GmbH & Co. KG<br />

Scheringstraße 1, 13 355 Berlin<br />

Tel.: 030 46 70 96 – 0<br />

Internet: www.laser-line.de<br />

Beiträge:<br />

Andreas Wüst, Christian Stein,<br />

Claudio Gärtner, DBS, DTB,<br />

Dr. Klaus-Peter Walter, Jens Thron,<br />

Katrin Brewka, Klaus Bellstedt,<br />

Klaus Weise, Linda Fritschken, Lutz<br />

Müller, Marcel Meinert, Martin<br />

Melchior, Michael Lingner, Michael<br />

Matthess, Nelli Beder, Pia Schwarzer<br />

Fotos:<br />

Adobe-Stock, Claudio Gärtnertennisphoto.de,<br />

Nicola Sophia<br />

Trenner, TC SCC, Andreas Wüst, TVBB,<br />

BTTC, DTB, Dr. Klaus-Peter Walter,<br />

Georgina Löprich-Gräßler, Harald<br />

Almonat, Jürgen Hasenkopf, Getty<br />

Images, Markus Arnold, Mathias<br />

Schulz, Nelli Beder, Valeria Witters<br />

ISSN 2944-4217 (Print)<br />

ISSN 2944-4225 (Online)<br />

„<strong>matchball</strong> “, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal<br />

jährlich in den Monaten Februar, Mai, August und November.<br />

Das Abonnement kostet 15,– € pro Jahr (einschl. MwSt. und<br />

Versand). Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden, des durchführenden<br />

Vertriebs oder infolge höherer Gewalt bzw. Störung<br />

des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen<br />

den durchführenden Vetrieb. Für unverlangt eingesandte<br />

Fotos und Manuskripte wird keine Haftung übernommen.<br />

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />

des Herausgebers und Quellenangabe.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung<br />

des Autors wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers<br />

und der Redaktion übereinstimmen.<br />

Die Schreibweise in <strong>matchball</strong> in Deutsch verfasster Texte hält<br />

sich an die aktuellen Empfehlungen des Rats der deutschen<br />

Rechtschreibung. Abweichende Schreibweisen werden nach<br />

Möglichkeit vermieden.<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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Ç<br />

Titel<br />

Laver Cup <strong>2024</strong><br />

Team Europa schlägt zurück:<br />

Ein episches Comeback<br />

beim Laver Cup <strong>2024</strong> in Berlin<br />

4<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Titel<br />

Ç<br />

Berlin verwandelte sich im September <strong>2024</strong> in das Zentrum des<br />

internationalen Tennissports, als der prestigeträchtige Laver Cup in<br />

der Uber-Arena stattfand. Für drei Tage war die deutsche Hauptstadt<br />

der Ort, an dem sich die größten Namen des Sports gegenüberstanden<br />

und die Zuschauer eine Achterbahn der Emotionen erlebten. Nach<br />

einer zweijährigen Dominanz von Team Welt gelang Team Europa ein<br />

atemberaubender Sieg, der die Fans live vor Ort und weltweit in Atem hielt.<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong> 5


Ç<br />

Titel<br />

Begeisterte Zuschauer während der Matches in der Uber-Arena<br />

Der Laver Cup, benannt nach der Tennislegende Rod<br />

Laver, gilt als eines der innovativsten Formate im modernen<br />

Tennissport. Hier treffen Spieler der Weltrangliste<br />

aufeinander, nicht als Einzelkämpfer, sondern als Mitglieder<br />

von zwei Teams – Team Europa und Team Welt – die<br />

von den Tennislegenden Björn Borg und John McEnroe als Kapitäne<br />

geführt werden. Die Atmosphäre in der Arena war von<br />

Anfang an elektrisierend, doch niemand hätte das emotionale<br />

und dramatische Finale vorhersehen können, das mit dem Sieg<br />

von Team Europa in die Annalen des Tennis eingehen würde.<br />

Tag 1: Ein vielversprechender Auftakt<br />

für Team Welt und Team Europa<br />

Die Uber-Arena, gefüllt mit mehr als 14.500 Fans, bebte von<br />

der ersten Minute an. Das Freitagsspiel startete mit hohen Erwartungen<br />

auf beiden Seiten. Team Welt, angeführt von aufstrebenden<br />

Stars wie Ben Shelton und Frances Tiafoe, hatte<br />

sich viel vorgenommen. Die Zuschauer erlebten bereits an diesem<br />

Tag Tennisspiele auf höchstem Niveau, und Team Welt sicherte<br />

sich früh die Führung, indem Francisco Cerundolo in<br />

einem intensiven Match den erfahrenen Casper Ruud mit 6:4,<br />

6:4 bezwang. Team Welt und Team Europa gingen mit einem<br />

2:2 Unentschieden in den zweiten Tag.<br />

Für die Zuschauer im Stadion war die Spannung greifbar.<br />

„Es war unglaublich, die Energie war fast körperlich spürbar“,<br />

sagte ein Fan. „Man merkte, dass hier etwas Großes passieren<br />

würde.“ Schon am ersten Tag war klar, dass dieses Turnier alles<br />

bieten würde – knappe Spiele, emotionale Momente und die<br />

Aussicht auf ein dramatisches Finale.<br />

Tag 2: Team Europa kommt ins Spiel<br />

Der Samstag war geprägt von einem energischen Comeback<br />

der Europäer. Carlos Alcaraz, der spanische Jungstar und vierfache<br />

Grand-Slam-Sieger, zeigte eine Weltklasse-Leistung und<br />

besiegte den Amerikaner Ben Shelton in einem Match, das von<br />

seinen präzisen Grundschlägen und seinem unnachgiebigen<br />

Siegeswillen geprägt war. Mit 6:4, 6:4 holte Alcaraz den ersten<br />

Sieg für Europa an diesem Tag, und plötzlich schien alles wieder<br />

offen zu sein. An diesem zweiten Spieltag gingen jedoch<br />

die drei weiteren Matches an Team Welt, welche mit einem<br />

ordentlichen Vorsprung von 8:4 scheinbar entspannt in den<br />

entscheidenden dritten Tag gehen konnten.<br />

Der entscheidende Tag: Ein packendes Finale<br />

Der Sonntag begann mit einem massiven Rückstand für Team<br />

Europa – 4:8. Viele Fans hatten Team Welt bereits als sicheren<br />

Sieger gesehen, doch das europäische Team ließ sich nicht entmutigen.<br />

Der Tag begann mit einem Paukenschlag, als Alcaraz<br />

und Casper Ruud im Doppel gegen Ben Shelton und Frances<br />

Tiafoe antraten. In einem hart umkämpften Match setzten sich<br />

die Europäer mit 6:2, 7:6(6) durch und verkürzten den Rückstand<br />

auf 8:7. Das Publikum war außer sich vor Freude, die<br />

Spannung in der Arena erreichte neue Höhen.<br />

Dann kam es zu einem der emotionalsten Momente des<br />

Turniers: Alexander Zverev, der deutsche Star, trat in einem<br />

Duell gegen Frances Tiafoe an, das in die Tennisgeschichte eingehen<br />

sollte. Zverev lag mit einem Satz und einem Break zurück,<br />

doch er kämpfte sich mit unermüdlichem Einsatz zurück<br />

ins Spiel. Das Publikum stand auf den Beinen, jeder Punkt<br />

wurde bejubelt, und als Zverev den zweiten Satz mit 7:5 gewann,<br />

brodelte die Halle. Im Match-Tie-Break dominierte Zverev<br />

schließlich mit 10:5 und brachte Europa in eine aussichtsreiche<br />

Position. Der Stand war jetzt 11:10, und alles hing von<br />

einem letzten, entscheidenden Match ab.<br />

Alexander Zverev bei seinem Spiel gegen Frances Tiafoe<br />

6<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Titel<br />

Ç<br />

Carlos Alcaraz<br />

von Team Europa, sprach<br />

von einem „perfekten Abschluss“<br />

seiner Kapitänskarriere.<br />

„Ich bin so stolz auf<br />

mein Team und auf diese<br />

unglaubliche Leistung. Es<br />

war ein schwerer Kampf,<br />

aber die Unterstützung<br />

der Fans hat uns den Sieg<br />

gebracht“ .<br />

Alcaraz gegen Fritz: Der alles entscheidende Showdown<br />

Das Finale des Turniers sollte zwischen den beiden Superstars<br />

Carlos Alcaraz und Taylor Fritz ausgetragen werden. Die<br />

Bühne war perfekt für ein dramatisches Ende: ein spanischer<br />

Shootingstar gegen einen erfahrenen amerikanischen Kämpfer.<br />

Alcaraz, der das gesamte Turnier über in brillanter Form<br />

war, spielte mit einer Präzision, die Fritz von Beginn an unter<br />

Druck setzte. Der erste Satz ging schnell an den Spanier, der mit<br />

seinen kraftvollen Grundschlägen und einem nahezu perfekten<br />

Aufschlagspiel Fritz dominierte und mit 6:2 in Führung ging.<br />

Im zweiten Satz konnte Fritz zunächst mithalten und das<br />

Publikum spürte, dass sich das Match zuspitzen würde. Als Fritz<br />

bei 4:4 den Aufschlag von Alcaraz durchbrach, stieg die Spannung<br />

in der Halle ins Unermessliche. Doch Alcaraz bewies,<br />

warum er als einer der besten Spieler der Welt gilt. Mit eisernem<br />

Willen und einer unglaublichen mentalen Stärke holte<br />

er sich das Break zurück und brachte das Match mit 7:5 nach<br />

Hause. Der Sieg war perfekt, Team Europa jubelte, und das Publikum<br />

in der Uber-Arena brach in frenetischen Jubel aus .<br />

Emotionen in der Arena: Die Live-Erfahrung der Fans<br />

Für die Zuschauer vor Ort war dieses Finale ein einzigartiges Erlebnis.<br />

„Ich habe viele Tennismatches gesehen, aber so etwas<br />

noch nie erlebt“, berichtete ein Fan nach dem Spiel. „Die Spannung,<br />

die Emotionen – es war, als wären wir alle auf dem Platz.“<br />

Die Uber-Arena bebte, als Alcaraz den letzten Punkt erzielte<br />

und Team Europa den Pokal in die Höhe stemmte.<br />

Auch für die Spieler war die Atmosphäre überwältigend. „Es<br />

war unglaublich, vor so einem Publikum zu spielen“, sagte Alcaraz<br />

nach dem Match. „Sie haben uns durch jedes Spiel getragen<br />

und uns die Energie gegeben, die wir brauchten, um<br />

das Turnier zu gewinnen.“ Björn Borg, der scheidende Kapitän<br />

Emotionale Momente<br />

und ein Abschied<br />

Der Sieg war nicht nur ein<br />

Triumph für Alcaraz und<br />

seine Teamkollegen, sondern<br />

auch ein emotionaler<br />

Abschied für Björn Borg, der<br />

nach sieben Jahren als Kapitän<br />

von Team Europa zurücktrat. „Es war eine große Herausforderung,<br />

aber die Jungs haben fantastisches Tennis gespielt<br />

und nie aufgegeben“, sagte Borg nach dem Sieg. Sein Pendant,<br />

John McEnroe, beendete ebenfalls seine Rolle als Kapitän von<br />

Team Welt, nachdem er dreimal hintereinander den Titel geholt<br />

hatte. Im kommenden Jahr wird er durch Andre Agassi ersetzt<br />

Berlin als Gastgeber: Mehr als nur Tennis<br />

Während der Laver Cup die Aufmerksamkeit auf das Geschehen<br />

auf dem Platz richtete, erlebten die Zuschauer und Fans in Berlin<br />

auch die Stadt von ihrer besten Seite. Die internationale Fanbasis,<br />

die nach Berlin reiste,<br />

war beeindruckt von<br />

der Gastfreundschaft und<br />

der Vielfalt der Hauptstadt.<br />

Hotels und Restaurants<br />

waren ausgebucht, und die<br />

Stadt bot Besuchern viele<br />

Möglichkeiten, die Sehenswürdigkeiten<br />

zwischen<br />

den Matches zu genießen.<br />

Die Kombination aus erstklassigem<br />

Sport und kulturellen<br />

Angeboten machte<br />

Berlin zu einem perfekten<br />

Gastgeber für ein Event dieser<br />

Größenordnung.<br />

Ein Turnier für<br />

die Ewigkeit<br />

Der Laver Cup <strong>2024</strong> wird<br />

als eines der dramatischsten und spannendsten Turniere in die<br />

Tennisgeschichte eingehen. Die Zuschauer erlebten vor Ort ein<br />

Spektakel, das von Spannung, Emotionen und purer Leidenschaft<br />

geprägt war. Vom ersten Punkt bis zum letzten Matchball<br />

boten die Spiele alles, was das Herz eines Tennisfans höher<br />

schlagen lässt.<br />

Für Team Europa war der Sieg nicht nur ein Triumph auf<br />

dem Platz, sondern auch ein Symbol für Teamgeist und Durchhaltevermögen.<br />

Die Verbindung zwischen Spielern und Publikum,<br />

die elektrisierende Atmosphäre und die unvergesslichen<br />

Matches machten dieses Turnier zu einem Erlebnis, das die<br />

Fans noch lange in Erinnerung behalten werden.<br />

Text: Claudio Gärtner, Fotos: Getty Images<br />

Das siegreiche Team<br />

Europa mit dem Pokal<br />

Die scheidenden Kapitäne Björn Borg und John McEnroe<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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Ç<br />

National<br />

Matej Dodig, CRO (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

2. Bundesliga Nord der Herren<br />

Alle drei Berliner Clubs<br />

landen im gesicherten<br />

Mittelfeld<br />

Allseits zufriedene Mienen gab es bei den Verantwortlichen des<br />

LTTC “Rot-Weiß”, des TC 1899 Blau-Weiss sowie des Aufsteigers<br />

TC SCC nach Beendigung der 2. Liga-Saison der Herren. Denn in<br />

der Schlusstabelle lagen die Mannschaften mit überwiegend<br />

ausgeglichener Bilanz dicht beieinander und werden somit<br />

auch im kommenden Jahr gemeinsam in der zweithöchsten<br />

deutschen Spielklasse vertreten sein.<br />

Die siegreichen 1. Herren vom<br />

TC 1899 Blau-Weiss<br />

TC 1899 Blau-Weiss belegt Rang vier<br />

Mit vier Siegen in acht Spielen konnten<br />

sich die Blau-Weiss-Herren diesmal in<br />

der Tabelle am besten platzieren. Zwar<br />

gab es zum Auftakt beim Tennis Club<br />

Ohligs eine 3:6-Niederlage. Dabei musste<br />

an Nummer eins Neuzugang Marat Sharipov (Russland)<br />

gegen den Österreicher Sandro Kopp eine 2:6, 4:6-Niederlage<br />

hinnehmen. Doch Michael Agwi (Irland), Robin Stanek<br />

(Tschechien) und Jonas Pelle Hartenstein stellten<br />

durch ihre Erfolge den Zwischenstand nach den Einzeln<br />

auf 3:3. Am Ende gingen alle Doppel verloren. Dabei gab<br />

es bei zwei Partien denkbar knappe Niederlagen im<br />

Match-Tie-Break. Doch im darauffolgenden Auswärtsspiel<br />

gegen den HTC Blau-Weiß Krefeld hatten die Männer<br />

vom Roseneck diesmal mit 6:3 die Nase vorn. Dabei setzte<br />

sich Marat Sharipov im Spitzenspiel gegen Matteo Martineau<br />

aus Frankreich mit 6:3, 6:4 durch. Michael Agwi und<br />

der Tscheche Jan Hrazdil erkämpften zwei weitere Punkte<br />

zum 3:3-Zwischenstand. Im Gegensatz zur Partie in Ohligs<br />

gingen alle drei Doppel ohne Satzverlust an die Blau-Weissen.<br />

Es folgte das mit Spannung erwartete erste Lokalderby<br />

gegen den Aufsteiger TC SCC. Auf der Anlage an der<br />

Waldmeisterstraße gingen die Charlottenburger zunächst<br />

mit 4:2 in Führung. Der SCCer Daniel Masur bezwang im<br />

Spitzenspiel den Kroaten Matej Dodig mit 6:4, 7:6. Benito<br />

Jaron Sanchez Martinez, Diego Dedura-Palomero und Nicaise<br />

Muamba (Kanada) sicherten drei weitere Zähler für<br />

den SCC. Auf Blau-Weiss-Seite waren der Niederländer<br />

Ryan Nijboer und Michael Agwi erfolgreich. Dramatisch<br />

verliefen schließlich die Doppel, die alle erst im Match-Tie-<br />

Break entschieden wurden. Daniel Masur und Benito Jaron<br />

Sanchez Martinez sowie Imanol Lopez Morillo (Spanien)<br />

und Diego Dedura-Palomero sorgten für die Entscheidung<br />

zugunsten der Gäste. Die Tschechen Vaclav Safranek und<br />

Robin Stanek konnten für Blau-Weiss lediglich noch auf 3:6<br />

verkürzen.<br />

Bereits zwei Tage später stand wiederum bei Blau-<br />

Weiss der Klassiker gegen den Ortsrivalen LTTC “Rot-<br />

Weiß” auf dem Programm. Die erneut sehr gut gefüllte Anlage<br />

sah diesmal den TC 1899 Blau-Weiss am Ende mit 5:4<br />

vorne. Im Topspiel setzte sich Ivan Dodig gegen den Spanier<br />

Oriol Roca-Batalla mit 6:2, 6:3 durch. Ryan Nijboer. Michael<br />

Agwi und Jonas Pelle Hartenstein brachten ihr Team<br />

mit 4:2 in Front. Für die “Rot-Weißen” punkteten Robert<br />

Strombach und Alvaro Lopez San Martin (Spanien). Am<br />

Ende mussten die Hausherren noch mächtig zittern, da zunächst<br />

zwei Doppel klar an die Gäste gingen. Für die Entscheidung<br />

sorgten Ryan Nijboer und der US-Amerikaner<br />

George Goldhoff durch ein 6:3, 4:6, 10:6 gegen die Spanier<br />

Oriol Roca-Batalla und Alvaro Lopez San Martin. Damit<br />

schafften die Herren von Blau-Weiss die Revanche, denn<br />

wenige Wochen zuvor unterlagen auf dem gleichen Court<br />

die Damen des TC 1899 Blau-Weiss im Doppel den “Rot-<br />

Weißen” beim Stand von 4:4 ebenfalls im Match-Tie-Break.<br />

Nach den beiden Lokalderbys ging es zum 1. Bundesligaabsteiger<br />

Ewige Liebe Blau-Weiss Neuss. Die diesmal<br />

nicht in Bestbesetzung angetretenen Berliner lagen nach<br />

den Einzeln mit 2:4 im Hintertreffen. Dabei siegte im Topspiel<br />

Vaclav Safranek gegen den Franzosen Clement Tabur<br />

mit 6:3, 2:6, 10:7. Und auch Michael Agwi setzte seine Serie<br />

mit zwei gewonnenen Tiebreaks fort. In den übrigen Einzeln<br />

gelang kein Satzgewinn. Am Ende holten sich die<br />

Neusser alle drei Doppel ohne Satzverlust und schraubten<br />

das Endergebnis auf 7:2. Und auch die Begegnung gegen<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

8<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


National<br />

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Michael Agwi, IRL<br />

(TC 1899 Blau-Weiss)<br />

den Kölner THC Stadion Rot-Weiss war nicht von Erfolg gekrönt.<br />

Am Ende gab es eine klare 1:8-Niederlage. Der Neuling<br />

Hady Habib aus dem Libanon zog gegen den Italiener<br />

Marco Trungelliti mit 5:7, 2:6 den Kürzeren. Der weiterhin<br />

ungeschlagene Michael Agwi holte den einzigen Punkt.<br />

Doch am Ende der Spielzeit legten die Blau-Weissen<br />

nochmal einen Zahn zu. Zunächst gaben sie zuhause dem<br />

Suchsdorfer SV mit 7:2 das Nachsehen. Hady Habib gewann<br />

auf Position eins gegen den Franzosen Jürgen Briand<br />

sicher mit 6:4, 6:2. Marat Sharipov, Ryan Nijboer und<br />

Michael Agwi holten die weiteren Einzelpunkte. Am Ende<br />

wurden alle drei Doppel klar gewonnen. Den Schlusspunkt<br />

setzten die Männer von der Waldmeisterstraße mit<br />

einem 7:2-Sieg beim Tennisclub Iserlohn, der damit auch<br />

als Absteiger feststand. Hady Habib blieb im Spitzeneinzel<br />

gegen den Tunesier Moez Echargui beim 6:1, 6:4 ungefährdet.<br />

Marat Sharipov, Ryan Nijboer und Michael Agwi<br />

brachten die Südberliner mit 4:2 in Führung. Die Doppel<br />

gingen dann auch noch an Blau-Weiss, womit der vierte<br />

Gesamtsieg perfekt gemacht wurde. „Wir können mit dem<br />

Abschneiden sehr zufrieden sein“, freute sich Mannschaftscoach<br />

René Heidbrink. „Vor Saisonbeginn war uns klar, dass<br />

wir um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Die größte<br />

Unbekannte stellten die neuen Spieler dar, bei denen wir<br />

nicht abschätzen konnten, wie sie sich in der für sie noch<br />

ungewohnten Spielklasse bewähren würden. Am Ende hat<br />

es sehr gut geklappt. Alle haben ihre Leistung gebracht“,<br />

so das Fazit von Heidbrink. Ungeschlagen blieben Michael<br />

Agwi mit einer 8:0-Einzelbilanz sowie Ryan Nijboer,<br />

der seine vier Einzel ebenfalls erfolgreich beendete. „Beide<br />

haben herausragend gespielt“, stellte Heidbrink fest. Unglücklich<br />

verlief es für Jonas Pelle Hartenstein, der in acht<br />

Partien zweimal erfolgreich blieb und von fünf Match-Tie-<br />

Breaks lediglich einen gewinnen konnte. Ansonsten möchte<br />

Heidbrink für das kommende Jahr möglichst viele Akteure<br />

erneut dabeihaben. Zuvor muss der Vorstand allerdings<br />

noch über die finanziellen Mittel für 2025 beraten. Erst danach<br />

kann die Planung für die nächste Saison beginnen.<br />

Robin Stanek, CZE (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

Aufsteiger TC SCC beeindruckt die Konkurrenz<br />

Mit einer mehr als konkurrenzfähigen<br />

Mannschaft ging Aufsteiger TC SCC ins<br />

Rennen. Bereits das Auftaktmatch beim<br />

späteren 1. Liga-Aufsteiger Ewige Liebe<br />

Blau-Weiss Neuss ließ aufhorchen. Im Duell<br />

der beiden Spitzenspieler rang der Spanier Imanol Lopez<br />

Morillo den für Neuss spielenden Italiener Franco Agamenone<br />

mit 7:6, 7:6 nieder. Diego Dedura-Palomero und der<br />

Kanadier Nicaise Muamba sorgten für den überraschenden<br />

3:3-Zwischenstand. Zwar gewannen noch Blaz Kavcic (Slowenien)<br />

und Benito Jaron Sanchez Martinez ihr Doppel im<br />

Match-Tie-Break. Die übrigen beiden Doppel gingen dann<br />

an die Neusser, die damit mit viel Mühe den 5:4-Gesamtsieg<br />

herstellen konnten. Anschließend folgten drei Siege<br />

am Stück. Zunächst konnte auf der Anlage an der Waldschulallee<br />

der Suchsdorfer SV mit 5:4 bezwungen werden.<br />

Neuzugang Daniel Masur siegte an Position eins gegen<br />

den Franzosen Jürgen Briand mit 3:6, 7:6, 10:8. Imanol<br />

Lopez Morillo und Benito Jaron Sanchez Martinez steuerten<br />

zwei weitere Punkte bei. Am Ende setzten sich die Doppel<br />

Ulises Blanch Medina (USA)/Imanol Lopez Marillo sowie<br />

Blaz Kavcic / Benito Jaron Sanchez Martinez jeweils in zwei<br />

Markus Malaszszak, GER (TC SCC)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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Ç<br />

National<br />

Benito Jaron Sanchez Martinez, GER<br />

(TC SCC)<br />

Imanol Lopez Morillo, ESP (TC SCC)<br />

Sätzen durch und brachten damit<br />

den ersten Saisonsieg unter Dach<br />

und Fach. Es folgte ebenfalls auf<br />

der SCC-Anlage das Lokalderby<br />

gegen den LTTC “Rot-Weiß”. Auch<br />

hier ging es spannend zu. Daniel<br />

Masur gewann gegen den Kasachen Dmitri Popko erneut<br />

im Match-Tie-Break mit 4:6, 6:4, 10:5. Imanol Lopez Morillo<br />

und Benito Jaron Sanchez Martinez setzten sich ebenfalls<br />

im Match-Tie-Break durch. Für die “Rot-Weißen” waren<br />

Timo Stodder, Robert Strombach und Alvaro Lopez San<br />

Martin erfolgreich. Die SCC-Doppel Daniel Masur / Nicaise<br />

Muamba und Blaz Kavcic / Benito Jaron Sanchez Martinez<br />

fuhren dann mit klaren Zweisatzsiegen den 5:4-Gesamterfolg<br />

für die Charlottenburger ein. Der vierte “Rot-Weiß”-<br />

Zähler ging noch auf das Konto von Dmitriy Popko / Robert<br />

Strombach.<br />

Der dritte Streich folgte dann mit dem 6:3 beim TC 1899<br />

Blau-Weiss, ehe die Siegesserie mit einem 3:6 gegen den<br />

Tennis Club Ohligs riss. Zwar ging das Spitzeneinzel zwischen<br />

Daniel Masur und dem Inder Ramkumar Ramanathan<br />

mit 6:4, 6:1 an den SCCer. Doch gelang nur noch Diego<br />

Dedura-Palomero ein weiterer Einzelerfolg. Zusammen mit<br />

Imanol Lopez Morillo schaffte Diego Dedura-Palomero den<br />

dritten Punkt für den TC SCC. Es folgte ein deutliches 7:2<br />

beim Tennisclub Iserlohn. Allerdings war die Partie hart umkämpft,<br />

denn die vier Einzelpunkte der Berliner wurden alle<br />

erst im Match-Tie-Break gewonnen (Spitzenspiel Antoine<br />

Escoffier (Frankreich / SCC) – Moez Echargui / Tunesien 4:6,<br />

6:3, 10:5). Zum Schluss gingen alle Doppel nach teilweise<br />

ebenfalls knappem Ausgang an das Team aus Charlottenburg.<br />

Im vorletzten Spiel gab es beim HTC Blau-Weiß Krefeld<br />

eine knappe 4:5-Niederlage. Antoine Escoffier verlor<br />

das Spitzenspiel gegen den Italiener Stefano Travaglia mit<br />

3:6, 7:6, 3:10. Benito Jaron Sanchez Martinez, Diego Dedura-Palomero<br />

und Nicaise Muamba glichen zum 3:3 aus. Daniel<br />

Masur / Benito Jaron Sanchez Martinez blieben im Doppel<br />

erfolgreich.<br />

Der letzte Auftritt vor heimischer Kulisse gegen den Kölner<br />

THC Stadion Rot-Weiss begann verheißungsvoll, denn<br />

nach der ersten Runde lagen die Hausherren mit 3:0 in Führung.<br />

Doch dann schlugen die Regularien erbarmungslos<br />

zu. Versehentlich wurde auf Seiten des SCC bei der Anwesenheitsliste<br />

der Spieler bei dem nicht anwesenden<br />

Ulises Blanch Medina ein Kreuz gemacht statt bei dem<br />

hinter ihm eingestuften Imanol Lopez Morillo. Die Konsequenz<br />

war ein Protest der Kölner, dem gemäß Regelbuch<br />

stattgegeben und das Endresultat mit 9:0 für die Gäste<br />

gewertet wurde. Somit fiel die Entscheidung der eigentlich<br />

für die Tabelle bedeutungslosen Partie nicht auf dem<br />

Platz, sondern am grünen Tisch, was die Gastgeber natürlich<br />

nicht begeisterte. Trotz dieses Fauxpas kam der Aufsteiger<br />

mit ebenfalls vier Siegen und nur aufgrund des<br />

etwas schlechteren Satzverhältnisses hinter dem TC 1899<br />

Blau-Weiss auf den fünften Schlussrang. Die drei schon gewonnenen<br />

Einzel gegen Köln hätten ansonsten sogar für<br />

den dritten Platz gereicht. Außerdem gelang es den SCCern<br />

beide Lokalderbys für sich zu entscheiden. „Ich bin total begeistert<br />

von der Mannschaft. Wir hatten einen tollen Teamgeist<br />

und haben bewiesen, dass wir mit der Konkurrenz<br />

gut mithalten können“, meinte Mannschaftscoach Jens<br />

Thron. Besonders freute ihn, dass gegen Suchsdorf und den<br />

LTTC “Rot-Weiß” ein 0:3-Rückstand nach der ersten Einzelrunde<br />

noch in einen 5:4-Sieg umgemünzt werden konnte.<br />

Von den einzelnen Spielern konnte Neuzugang Daniel<br />

Masur mit vier Siegen aus sieben Spielen überzeugen. „Eine<br />

tolle Leistung muss man auch Benito Jaron Sanchez Martinez<br />

und besonders unserem Youngster Diego Dedura-Palomero<br />

bescheinigen“, ergänzt Thron. Der erst 16-jährige<br />

Diego Dedura-Palomero beeindruckte mit vier Siegen in<br />

sechs Partien. Das ursprüngliche Ziel Klassenerhalt wurde<br />

insgesamt lockerer erreicht als erwartet. Für die kommende<br />

Saison soll das Team zusammenbleiben. „Daniel Masur<br />

möchte in jedem Fall wieder so oft wie möglich mitwirken.<br />

Vielleicht kommen noch zwei oder drei neue Namen hinzu“,<br />

sieht Thron in die Zukunft.<br />

LTTC “Rot-Weiß” musste kurzzeitig bangen<br />

Die in der Vergangenheit jeweils im vorderen<br />

Feld platzierten Herren des LTTC<br />

“Rot-Weiß” kamen diesmal zu Beginn<br />

nicht so richtig auf Touren. So gingen die<br />

ersten vier Spiele alle knapp verloren. Zum<br />

Auftakt entführte Ewige Liebe Blau-Weiss Neuss mit einem<br />

6:3 die ersten Punkte aus der Hauptstadt. Oriol Roca-Batalla<br />

gelang zwar an Position eins ein 6:1, 7:6 gegen Titouan<br />

Droguet aus Frankreich. Doch nur Timo Stodder holte<br />

im Match-Tie-Break noch einen weiteren Einzelpunkt. Die<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

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<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


National<br />

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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

übrigen hart umkämpften Einzelpartien gingen alle im<br />

Match-Tie-Break verloren. Im Doppel konnten nur Timo<br />

Stodder / Robert Strombach gewinnen. Es folgte das 4:5<br />

beim TC SCC. Und auch gegen den HTC Blau-Weiß Krefeld<br />

hatten die “Rot-Weißen” am Ende mit 4:5 das Nachsehen.<br />

Oriol Roca-Batalla rang an Nummer eins den Franzosen<br />

Matteo Martineau denkbar knapp mit 6:7, 7:6, 10:8 nieder.<br />

Robert Strombach und Nino Ehrenschneider waren ebenfalls<br />

erfolgreich. In den Doppeln konnte jedoch nur Nino<br />

Ehrenschneider zusammen mit dem Ukrainer Oleksii Krutykh<br />

punkten. Die vierte Niederlage gab es anschließend<br />

mit 4:5 beim TC 1899 Blau-Weiss. Ab diesem Zeitpunkt<br />

war die Mannschaft gefordert. Und sie steigerte sich auch.<br />

„Natürlich war das kein schöner Start für uns. Wir hatten<br />

uns das selbstverständlich anders vorgestellt. Ich bin aber<br />

ruhig geblieben, weil ich wusste, dass wir eine gute Mannschaft<br />

haben“, analysierte Mannschaftscoach Timo Taplick.<br />

So wurden auch die beiden folgenden wichtigen Spiele<br />

gegen Suchsdorf und Iserlohn klar gewonnen. Beim 7:2 in<br />

Suchsdorf ließ Topspieler Oriol Roca-Batalla beim 6:4, 6:0<br />

gegen Jürgen Briand nichts anbrennen. Neuzugang Valentin<br />

Royer (Frankreich), der Russe Svyatoslav Gulin und Alvaro<br />

Lopez San Martin aus Spanien bauten die Führung auf<br />

4:2 aus. Am Ende gewannen die Männer von der Hundekehle<br />

auch alle drei Doppel. Noch deutlicher wurde es<br />

auf eigener Anlage gegen Iserlohn. Bereits nach den Einzeln<br />

stand es 5:1 für die Gastgeber. Oriol Roca-Batalla siegte<br />

souverän mit 6:2, 6:2 gegen Moez Echargui (Tunesien),<br />

Svyatoslav Gulin und Robert Strombach gewannen jeweils<br />

im Match-Tíe-Beak. Oleksii Krutykh und Alvaro Lopez San<br />

Martin sorgten mit je zwei gewonnenen Sätzen für klare<br />

Verhältnisse. Zum Schluss gingen auch noch alle Doppel<br />

mit Zweisatzerfolgen zum 8:1-Endstand an die „Rot-Weiß“-<br />

Herren. In Köln wurde den Nachwuchsspielern Carl Labitzke<br />

und Joshua Kugel die Chance gegeben, sich in der 2.<br />

Liga zu bewähren und damit auf die Bestbesetzung verzichtet,<br />

was zu einer 1:8-Niederlage führte. In den Einzeln<br />

konnte kein Satz gewonnen werden (Spitzeneinzel Marco<br />

Trungelliti – Timo Stodder 6:2, 7:5). Nur das Doppel Timo<br />

Stodder / Robert Strombach rettete mit einem siegreichen<br />

Match-Tie-Break die Ehre des Traditionsclubs. Für einen<br />

versöhnlichen Saisonabschluss sorgte im Heimspiel das 6:3<br />

gegen den Tennis Club Ohligs. Oriol Roca-Batalla behielt<br />

im Spiel der beiden Nummer eins gegen den Österreicher<br />

Sandro Kopp mit 7:6, 6:1 die Oberhand. Timo Stodder, Robert<br />

Strombach. Oleksii Krutykh und Nino Ehrenschneider<br />

sorgten für die uneinholbare 5:1-Führung. Den sechsten<br />

Zähler verbuchten Oriol Roca-Batalla / Oleksii Krutykh dank<br />

eines erfolgreichen Match-Tie-Breaks. Damit belegten<br />

die “Rot-Weißen” mit drei Siegen aus acht Spielen in der<br />

Endabrechnung hinter dem TC 1899 Blau-Weiss und dem<br />

TC SCC den sechsten Platz. „Nach dem unglücklichen Start<br />

mit drei knappen Niederlagen hatten wir natürlich Druck.<br />

So musste gegen Suchsdorf und Iserlohn unbedingt gewonnen<br />

werden. Hier hat die Mannschaft geliefert. Außerdem<br />

wollten wir das letzte Spiel auch noch gewinnen, was<br />

ebenfalls gelungen ist. Somit konnte die Saison doch noch<br />

gerettet werden“, bilanzierte Taplick und ergänzte: „Natürlich<br />

hat es wehgetan, dass beide Lokalderbys verloren gingen.<br />

Aber das Wichtigste ist natürlich der Klassenerhalt“.<br />

Besonders herausragend spielte Oriol Roca-Batalla, der an<br />

Position eins von sechs Partien fünf siegreich gestaltete.<br />

Ebenso überzeugten Rückkehrer Robert Strombach mit<br />

einer 5:3-Einzelbilanz und Alvaro Lopez San Martin, der<br />

vier von sechs Einzeln für sich entschied. „Unsere erfolgreichen<br />

Akteure wollen wir natürlich halten. Insgesamt<br />

dürfte es aber für die kommende Saison die ein oder andere<br />

Veränderung geben“, sagt Taplick zur Zukunftsplanung.<br />

Apropos nächstes Jahr: In dieser Spielzeit war es für die<br />

2. Liga Nord ein Novum, dass drei Berliner Clubs im Rennen<br />

waren. Nachdem es allen gelang, die Klasse zu halten,<br />

kommt es 2025 noch besser. Denn mit dem TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee gesellt sich ein weiterer Verein aus dem TVBB<br />

hinzu, was sechs Lokalderbys garantiert. Somit besteht die<br />

2. Bundesliga Nord in der kommenden Saison fast zur Hälfte<br />

aus Teilnehmern aus der Hauptstadt.<br />

Michael Matthess<br />

Oriol Roca-Batalla, ESP (LTTC „Rot-Weiß“)<br />

Die 1. Herren LTTC „Rot-Weiß“, obere<br />

Reihe: Timo Taplick (Team-Kapitän),<br />

Sebastian Rieschick (Coach), Nino<br />

Ehrenschneider, Dmitriy Popko,<br />

Robert Strombach und Oleksii<br />

Krutykh, untere Reihe: Alvaro Lopez<br />

San Martin, Oriol Roca-Batalla, Oliver<br />

Olsson und Timo Stodder<br />

Timo Stodder, GER<br />

(LTTC „Rot-Weiß“)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

11


Ç<br />

National<br />

Rückblick Ostliga und Aufstiegsspiele<br />

zur Regionalliga Nordost <strong>2024</strong><br />

Ein Ostliga-Titel mehr als<br />

im Vorjahr<br />

<strong>2024</strong> holten die Clubs des Tennis-Verbandes Berlin-<br />

Brandenburg zehn Ostliga-Titel und damit einen mehr als im<br />

letzten Jahr. Mit drei ersten Plätzen schnitt der TC 1899 Blau-<br />

Weiss am erfolgreichsten ab. In sieben Altersklassen wurde<br />

aufgrund der hohen Teilnehmerzahl erneut in zwei Gruppen<br />

gespielt. Die meisten Teams, nämlich vierzehn, gingen bei<br />

den Herren 40 ins Rennen. Ein Mammutprogramm mussten<br />

die Herren absolvieren, bei denen zehn Mannschaften am<br />

Start waren und folglich jeder Teilnehmer neun Spiele zu<br />

bestreiten hatte.<br />

Ç<br />

Ostliga Herren: TC 1899 Blau-Weiss II knapp vor Potsdam<br />

In der 10er Gruppe der Herren setzte sich die zweite Mannschaft<br />

des TC 1899 Blau-Weiss denkbar knapp vor dem pe beherrschten die 40er des TC 1899 Blau-Weiss. Die Zehlen-<br />

Friedrichshain belegten Rang vier und sechs. Die andere Grup-<br />

PTC"Rot-Weiss" Potsdam durch. In der Endabrechnung standen dorfer Wespen, der BSC Rehberge 1945 und der Tempelhofer<br />

beide Clubs bei 8:1-Siegen und 16:2-Matchpunkten. Schließlich<br />

gab die Satzbilanz mit 57:24 gegenüber 53:28 den Aus-<br />

wurde der TC Frohnau Schlusslicht und muss die Klasse ver-<br />

TC schafften die Ränge drei, vier und sechs. Mit einer 1:5-Bilanz<br />

schlag zugunsten der Berliner. Mit je fünf Erfolgen kamen die lassen. Das Finale und damit der Ostliga-Titel ging an die Blau-<br />

Zehlendorfer Wespen, der LTTC “Rot-Weiß”, der TC Frohnau und Weissen, die in Dresden mit 6:3 die Oberhand behielten.<br />

der BTTC Grün-Weiß auf die Ränge vier bis sieben, wobei Frohnau<br />

und der BTTC Grün-Weiss aufgrund der weniger erzielten auf Platz eins vor der FVT Heilandsweide. PTC "Rot-Weiss" Pots-<br />

In Gruppe A (6 Teams) der Herren 50 kam der TC Altenburg<br />

Matchpunkte die Ostliga verlassen müssen. Zu ihnen kommen<br />

noch der TC 1899 Blau-Weiss III (2:7-Siege), der Berliner SV vierten und fünften Schlussrang bedeutete. Ebenfalls zwei<br />

dam und Sutos 1917 blieben zweimal erfolgreich, was den<br />

92 (1:8) und der TC Orange-Weiß Friedrichshagen, die sieglos Siege hatte der TC Frohnau auf dem Konto, doch die geringere<br />

Anzahl an Matchpunkten führte zum Abstieg. In der anderen<br />

blieben.<br />

Bei den Herren 30 blieb der Chemnitzer TC Küchwald / Freiberg<br />

ungeschlagen. Von den neun Mannschaften belegten der dem BTTC Grün-Weiß. Der TC SCC landete mit zwei Siegen auf<br />

Gruppe blieben die Zehlendorfer Wespen ungeschlagen vor<br />

BSC Rehberge 1945, die Zehlendorfer Wespen, TC Orange-Weiß dem vierten Platz. Die Zehlendorfer wurden schließlich Ostligameister<br />

durch ein 6:3 gegen den TC Altenburg.<br />

Friedrichshagen und der LTTC “Rot-Weiß” mit jeweils fünf Siegen<br />

die Plätze zwei bis fünf. Die SV Reinickendorf 1896 hingegen<br />

verließ lediglich dreimal als Sieger den Platz, was zum Nikolassee, die in ihrer Gruppe alle fünf Spiele gewinnen konn-<br />

Nichts anbrennen ließen die Herren 55 vom TC Grün-Weiß<br />

Klassenverbleib nicht reichte.<br />

ten. Auf den weiteren Plätzen folgten der TC Wilmersdorf und<br />

Zwei Gruppen à sieben Mannschaften erforderte die Herren<br />

40-Konkurrenz. In Gruppe A setzte sich der TC Blau- dorf 1896 steigen hingegen ab. Die Zehlendorfer Wespen II<br />

Sutos 1917. Der TK Blau-Gold Steglitz und die SV Reinicken-<br />

Weiß Dresden-Blasewitz durch. Der TC Tiergarten und der TC hatten kurzfristig ihre Mannschaft zurückgezogen. In Gruppe<br />

Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

12<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


B gewann der TC Grün-Weiß Lankwitz alle sechs Partien. TC<br />

Tiergarten kam mit 4:2-Siegen auf den dritten Rang. Dem TC<br />

`Weiße Bären Wannsee´ reichte eine ausgeglichene Bilanz nicht<br />

zum Klassenverbleib. Sie werden von den Zehlendorfer Wespen<br />

begleitet, die nur ein Erfolgserlebnis vorzuweisen hatten.<br />

Das Endspiel entschieden die Lankwitzer gegen Nikolassee mit<br />

6:3 für sich.<br />

Vierzehn Teams in zwei Gruppen spielten im Herren<br />

60-Wettbewerb um den Titel und gegen den Abstieg. In Gruppe<br />

A setzte sich mit vier Siegen der TC Frohnau dank der besseren<br />

Matchpunktebilanz gegen die punktgleichen"Rot-Weiss"<br />

Potsdam und Sutos 1917 durch. Die zweite Mannschaft der<br />

FVT Klingsor kam mit einem ausgeglichenen Punktekonto auf<br />

Rang fünf. Der TC Orange-Weiß Friedrichshagen II hingegen<br />

steigt ohne Erfolgserlebnis ab. Besser lief es für den Verein in<br />

der anderen Gruppe, denn die erste Mannschaft belegte unbezwungen<br />

Platz eins. Der Grunewald TC kam auf Rang drei<br />

vor den TC Berlin-Lichtenrade Weiß-Gelb. Die zweite Mannschaft<br />

des TC 1899 Blau-Weiss bleibt, obwohl sieglos, weiter in<br />

der Ostliga, da der TC Grün-Weiß Nikolassee vor Saisonbeginn<br />

zurückzog. Das Endspiel entschied der TC Frohnau gegen den<br />

TC Orange-Weiß Friedrichshagen nach 5:1-Führung nach den<br />

Einzeln mit 6:3 für sich.<br />

Der Steglitzer TK blieb in seiner Gruppe bei den Herren 65<br />

ungeschlagen. Dahinter platzierten sich die Zehlendorfer Wespen,<br />

der BSV 92 und Siemens TK Blau-Gold, der mit nur einem<br />

Sieg absteigen muss. In Gruppe B gewann der TC SCC alle seine<br />

Spiele. Die SV Reinickendorf 1896 wurde Zweiter. Der SV Berliner<br />

Bären sowie der BTC 1904 Grün-Gold konnten den Abstieg<br />

nicht verhindern. Ostmeister wurde der TC SCC, der den Steglitzer<br />

TK klar mit 8:1 in Schach hielt.<br />

Die 70er Herren des TC 1899 Blau-Weiss wurden souveräner<br />

Gruppensieger mit vier Siegen und einem Unentschieden<br />

vor Sutos 1917. Der Hermsdorfer SC belegte Rang fünf vor Absteiger<br />

Steglitzer TK, dem ein Sieg nicht reichte. In der anderen<br />

Gruppe kamen die Füchse Berlin Reinickendorf mit fünf Siegen<br />

und einem Unentschieden auf Platz eins vor dem Grunewald<br />

TC und dem TC Heiligensee. Der LTTC “Rot-Weiß” sowie der SV<br />

Berliner Bären schafften den Klassenerhalt nicht. Das Finale gewannen<br />

die Blau-Weissen gegen Füchse Berlin Reinickendorf<br />

klar mit 6:0.<br />

Bei den Herren 75 schließlich wurde in der 5er Gruppe USV<br />

Halle (drei Siege, ein Unentschieden) Erster vor dem Hermsdorfer<br />

SC, dem TC SCC, TC Orange-Weiß Friedrichshagen und<br />

dem VfL Tegel.<br />

National<br />

Ç<br />

Ç<br />

Ostliga Damen: Zehlendorfer Wespen überlegen<br />

Aus acht Mannschaften bestand die Ostliga der Damen. Hier erwiesen<br />

sich die Zehlendorfer Wespen der Konkurrenz klar über-<br />

Plätze.<br />

"Rot-Weiss" Potsdam und des Grunewald TC auf die weiteren<br />

legen und blieben in allen Begegnungen ungeschlagen. Dahinter<br />

folgten der BSV 92 und der SV Berliner Bären. Der TC SCC der Meister ausgespielt. Gruppe A ging an den TC Frohnau vor<br />

Schließlich wurde bei den Damen 50 in zwei 5er Gruppen<br />

II rettete sich mit drei Siegen dank der besseren Matchpunkte- Zehlendorf 88. "Rot-Weiss" Potsdam und der Grunewald TC<br />

Bilanz vor den Absteigern Grunewald TC und dem TC Frohnau. spielen hingegen im kommenden Jahr in der tieferen Meisterklasse.<br />

In der anderen Gruppe ging Rang eins an den TC 1899<br />

Die sieben Teams umfassende Ostliga der Damen 30 beendete<br />

der PTC „Rot-Weiss“ Potsdam ohne Niederlage. Die Blau-Weiss vor dem TC Grün-Weiß Nikolassee. Dem Hermsdorfer<br />

SC reichte ein Sieg nicht zum Klassenverbleib. Das Fina-<br />

weiteren Plätze belegten die SV Reinickendorf 1896, der SC<br />

Brandenburg und die Zehlendorfer Wespen. Absteigen müssen le gewannen die Blau-Weissen, die nach den Einzeln bereits mit<br />

der Berliner SC und der sieglose TC Cottbus.<br />

6:0 führten, gegen Frohnau mit 7:2. Im Damen 60-Wettbewerb<br />

Hinter dem verlustpunktfreien Leipziger SC 1901 kamen war kein Verein des TVBB am Start.<br />

die Damen 40 des BTC Grün-Gold 1904, des TC Tiergarten, PTC<br />

Ç<br />

Aufstiegsspiele zur Regionalliga Nordost: TVBB-Clubs achtmal erfolgreich<br />

Bei den Aufstiegsspielen in die Regionalliga Nordost gelang es<br />

acht Teams aus dem Verbandsgebiet, den Sprung in die nächsthöhere<br />

Klasse zu schaffen. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein<br />

Rückgang um drei Mannschaften.<br />

Im Herrenwettbewerb scheiterten beide TVBB-Vertreter. Der<br />

TC 1899 Blau-Weiss II unterlag dem<br />

Harvestehuder THC mit 1:5, wobei Aufsteiger in die Regionalliga Nordost:<br />

vier Einzel erst im Match-Tie-Break Damen: SV Zehlendorfer Wespen, TC an der Schirnau<br />

verloren wurden. "Rot-Weiss" Potsdam<br />

lag beim Klipper THC Hamburg<br />

Damen 30: PTC "Rot-Weiss" Potsdam, SV Reinickendorf 1896<br />

ebenfalls nach den Einzeln mit 1:5 Damen 40: TC an der Schirnau, TK Mölln<br />

hinten. Am Ende stand dank der geschenkten<br />

Doppel ein 4:5 auf dem Damen 60: SC Victoria Hamburg<br />

Damen 50: TC Groß Borstel, TC 1899 Blau-Weiss<br />

Berichtsbogen. Ebenfalls mit leeren<br />

Herren: Klipper THC, Harvestehuder THC<br />

Händen standen die Herren 30-Teilnehmer<br />

da. Der BSC Rehberge 1945 Herren 30: DTV Hannover, TC an der Schirnau<br />

kassierte ein 1:5 gegen den TC an Herren 40: TC Tiergarten, Uhlenhorster HC<br />

der Schirnau. Die Zehlendorfer Wespen<br />

reisten lediglich mit fünf Akteu-<br />

Herren 50: Winterhude-Eppendorfer TV, TC Bad Essen<br />

Herren 55: TC Grün-Weiß Lankwitz, Harburger TB<br />

ren zum DTV Hannover und mussten<br />

sich mit 3:6 geschlagen geben. Herren 60: Wolfenbütteler THV, SuS Waldenau<br />

Der TC Tiergarten konnte bei den Herren 65: TC SCC, TV Ost-Bremen<br />

Herren 40 den Aufstieg durch ein<br />

Herren 70: TC 1899 Blau-Weiss, Uhlenhorster HC<br />

5:4 beim THC von Horn und Hamm<br />

Herren 75: THC von Horn und Hamm, SC Schwarz-Weiß Cuxhaven<br />

klar machen. Ostmeister TC 1899<br />

Blau-Weiss hingegen scheiterte mit 2:7 am Uhlenhorster HC.<br />

Und auch bei den Herren 50 blieben die Feiern aus. Die Zehlendorfer<br />

Wespen waren beim 3:6 gegen Winterhude-Eppendorfer<br />

TV chancenlos, da die Gäste bereits nach den Einzeln uneinholbar<br />

mit 6:0 vorne lagen. "Rot-Weiss" Potsdam zog gegen<br />

den TC Bad Essen vorzeitig zurück.<br />

Ostmeister TC Grün-Weiß<br />

Lankwitz gelang der Aufstieg im<br />

Herren 55-Wettbewerb durch ein<br />

5:4 gegen den Klipper THC aus<br />

Hamburg, wobei nach den Einzeln<br />

beim Stand von 5:1 alles entschieden<br />

war. TC Grün-Weiß Nikolassee<br />

scheiterte hingegen<br />

denkbar knapp mit 4:5 beim Harburger<br />

TB. Kein Aufstieg gelang<br />

in der Herren 60-Konkurrenz. Der<br />

TC Frohnau verlor zuhause gegen<br />

den Wolfenbütteler THV mit 3:6<br />

und der TC Orange-Weiβ Friedrichshagen<br />

ereilte das gleiche<br />

Schicksal durch ein 4:5 bei SuS<br />

Waldenau. Das Herren 65-Team<br />

des TC SCC setzte sich gegen den<br />

Stader TC souverän mit 8:1 durch.<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

13


Ç<br />

National<br />

Mit dem umgekehrten Ergebnis musste der Steglitzer TK seine<br />

Ambitionen beim TV Ost-Bremen begraben. Und schlieβlich<br />

lieβen die Herren 70 des Ostligameisters TC 1899 Blau-Weiss<br />

keinen Zweifel an ihrem Aufstiegswillen aufkommen und<br />

gaben dem Schenefelder TC klar mit 6:0 das Nachsehen.<br />

In der Damenkonkurrenz setzten die schon in der Ostliga<br />

überlegenen Zehlendorfer Wespen mit Spitzenspielerin Victoria<br />

Bosio (Italien) ihren Siegeszug fort und gaben im Aufstiegsspiel<br />

auf eigener Anlage dem SC Condor aus Hamburg mit<br />

8:1 das Nachsehen. Dagegen scheiterte der SV Berliner Bären<br />

beim TC an der Schirnau deutlich mit 2:7. Erfreulich verliefen<br />

die Partien bei den Damen 30, denn beide TVBB-Vertreter blieben<br />

erfolgreich. "Rot-Weiss" Potsdam lag gegen den Eimsbütteler<br />

TV nach den Einzeln ohne Satzverlust klar mit 6:0 in Führung.<br />

Die Doppel zum 6:3-Einstand gingen dann kampflos an<br />

die Gäste. Die SV Reinickendorf 1896 setzte sich in einer spannenden<br />

Partie mit 5:4 beim TC Wedel durch. Nicht so gut lief<br />

es bei den Damen 40, denn der BTC Grün-Gold 1904 scheiterte<br />

gegen den TC an der Schirnau mit 1:5. Besser erging es den<br />

Damen 50 des TC 1899 Blau-Weiss, denen der Ostligatitel zum<br />

Aufstieg in die Regionalliga Nordost reichte.<br />

Ç Fazit:<br />

Mit sieben Ostligameistern bei den Herren und drei bei den<br />

Damen konnte die Anzahl gegenüber dem Vorjahr um einen<br />

Titelerfolg verbessert werden. Rückläufig waren hingegen die<br />

Aufsteiger in die Regionalliga Nordost. Waren es 2022 neun<br />

und im letzten Jahr noch elf, so ging diesmal die Zahl auf acht<br />

zurück. Dabei stellte der TC 1899 Blau-Weiss als einziger Club<br />

zwei Teams, die in die Regionalliga Nordost aufsteigen. Dem<br />

stehen sieben Absteiger in die Ostliga gegenüber. Damit wurden<br />

die Absteiger durch die aufsteigenden Mannschaften<br />

mehr als kompensiert. Schlieβlich muss auch noch die Tatsache<br />

positiv berücksichtigt werden, dass sowohl die Damen des PTC<br />

"Rot-Weiss" Potsdam als auch die Herren vom TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee die Regionalliga in Richtung 2. Bundesliga Nord<br />

verlassen haben. Somit konnte der Tennis-Verband Berlin-<br />

Brandenburg seine Führungsrolle in beiden Ligen weiterhin<br />

verteidigen.<br />

Michael Matthess<br />

Foto: Adobe-Stock<br />

14<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


National<br />

Ç<br />

Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Verbände<br />

TVBB Teams gewinnen in den AKs 50 und 60<br />

Auf der Anlage des TC Grün-Weiß Heiligenhaus (TVN) setzte sich die Berliner Auswahl AK 50 im Endspiel mit 6:3 gegen den Tennis-Bund<br />

aus Württemberg durch. Nach Einzelsiegen von Jens Thron, Sascha Plambeck, Christopher Blömeke und Jana Hladka-Kissal lagen die<br />

Berliner mit 4:2 vorne. Den entscheidenden Punkt zur Meisterschaft holte das topgesetzte Doppel mit Thron / Plambeck. Die anderen<br />

beiden Doppel wurden daraufhin nicht zu Ende gespielt, lagen aber beide mit einem Satzgewinn vorne. Im Halbfinale bezwangen die<br />

Berliner souverän mit 5:1 das Team aus Hessen. Für das TVBB Team schlugen außerdem auf: Tina Loddenkemper, Nicole Thron, Cornelia<br />

Kellner und Martin Melchior.<br />

Foto: privat<br />

Ein weiterer Titelgewinn gelang der Berliner Auswahl AK 60. Auf der<br />

württembergischen Anlage der TA TSV Künzelsau gelang es dem Team<br />

um Guido Schiller, Andreas Blanck, Michael Stensch, Christian Arnst, Katrin<br />

Dippner, Christine Marquardt, Christine Mallon und Susanne Schäpperle-Schneidereit<br />

die Gastgeber mit 6:3 zu bezwingen. Im Endspiel<br />

wartete das Team aus Hessen, das sich im Halbfinale mit dem Niederrhein<br />

einen großen Kampf bot und sechs der neun Partien erst im<br />

Match-Tie-Break entschieden wurden. Nach hochkonzentrierten Einzelleistungen<br />

führten die Berliner mit 4:2. Die denkbar knappe Niederlage<br />

Marquardts mit 9:11 im Match-Tie-Break hätte sogar schon den Vorentscheid<br />

bringen können. So aber wurde noch ein Punkt zum Titelgewinn<br />

benötigt, den die Doppelpaarung Dippner / Blanck souverän in<br />

zwei Sätzen holte.<br />

Über den Deutschen Vizemeistertitel können sich die 40er freuen,<br />

die als Gastgeber auf der Anlage des Grunewald TC im Endspiel den<br />

Westfalen mit 3:6 den Vortritt lassen mussten. Schade waren die denkbar<br />

knappen Niederlagen von Timo Fleischfresser im Spitzeneinzel<br />

sowie die 9:11-Niederlage von Dan Ehmer im Match-Tie-Break, wodurch<br />

die Westfalen mit einer 4:2-Führung in die Doppel gingen und<br />

auch in diesen stark aufspielten. Zum weiteren Team gehörten Benjamin<br />

Potsch, Thorsten Gutsche, Syna Goellner-Schreiber, Vivien Manske,<br />

Kim Lipperheide und Saskia Kohlhaas.<br />

Der Auswahl AK 70 mit Robert Walter, Heinz-Georg Hoinka, Karl-<br />

Heinz Mauß, Ute Mattausch, Gudula Eisemann und Doris Scholz gelang<br />

der Gesamtsieg in der B-Gruppe. Im Halbfinale bezwangen die Berliner<br />

souverän den Mittelrhein mit 6:1. Die Finalbegegnung mit der hessischen<br />

Auswahl war um einiges enger. Lagen die Berliner mit 3:2 nach<br />

den Einzeln vorne, wurde noch ein Matchpunkt für den Gesamtsieg benötigt.<br />

Während das topgesetzte Doppel den ersten Satz knapp mit 6:7<br />

verlor, gelang dem zweiten Doppel mit Scholz / Mauß ein souveräner<br />

Sieg. Gespielt wurde auf der Anlage des TV Tiebreak Troisdorf (TVM).<br />

Die TVBB-Auswahl der AK 30, die ebenfalls in der B-Gruppe antrat,<br />

hatte im Halbfinale Auslosungspech und bekam mit den Westfalen das<br />

stärkste Team zugelost. Trotz aufopferungsvollen Kampf gelang den<br />

Berlinern kein Einzelsieg und so war die Partie bereits vor den Doppeln<br />

entschieden. Den Ehrenpunkt auf der Anlage des TC Schwarz-Weiss<br />

Merzig (STB) holte die Paarung Walter / Haake. Jan Schmidt und Denise<br />

Kollmannsperger komplettierten das Team, das sich im Spiel um Platz 3<br />

weiterhin hoch motiviert zeigte und sich mit 4:1 gegen das Saarland die<br />

Bronzemedaille erkämpfte.<br />

Linda Fritschken<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

15


Ç<br />

National<br />

Deutsche Vereinsmeisterschaften <strong>2024</strong><br />

Premiere für<br />

Reinickendorf,<br />

Zehlendorf als<br />

Wiederholungstäter<br />

Jährlich finden die Deutschen<br />

Vereinsmeisterschaften in den Altersklassen<br />

Damen 30, 40, 50 und 60 sowie Herren 40, 50,<br />

55, 60, 65, 70 und 75 statt. An verschiedenen<br />

Standorten treffen jeweils die besten Teams der<br />

vier Regionen West, Südwest, Südost und Nordost<br />

aufeinander und machen den Sieger unter sich<br />

aus. In diesem Jahr durften der SV Reinickendorf<br />

1896 (Herren 40) und die Zehlendorfer Wespen<br />

(Damen 50) zwei der Endturniere ausrichten.<br />

„Dabei sein ist alles“ – das trifft es wohl am besten für die<br />

Sportliche Vereinigung Reinickendorf 1986. Völlig überraschend<br />

hat man sich für das Final Four qualifiziert und<br />

einige Favoriten der Regionalliga Nord-Ost hinter sich gelassen.<br />

Mit sechs Siegen aus sechs Spielen hat das Team<br />

um Timo Fleischfresser bewiesen, dass es gegen starke<br />

Konkurrenz bestehen kann – beim Finale um die Deutschen<br />

Meisterschaften ging es aber als Außenseiter ins Turnier.<br />

Alleine die Teilnahme und Ausrichtung sind ein bedeutsames<br />

Ereignis und einer der größten sportlichen<br />

Höhepunkte in der Vereinsgeschichte. „Wir freuen uns sehr, den<br />

Tennisfans aus Berlin und Brandenburg ein unvergessliches<br />

Wochenende mit erstklassigem Tennis bieten zu können“, sagt<br />

Vereinsvorsitzender, Wolkan Orzechowski. „Es ist eine große<br />

Ehre, dieses hochkarätige Turnier auszurichten und die besten<br />

Mannschaften Deutschlands bei uns willkommen zu heißen.<br />

Natürlich drücken wir unserem Team fest die Daumen<br />

und hoffen dabei auf die Unterstützung zahlreicher Fans und<br />

Besucher.“<br />

Und die könnte nicht besser sein. Die Anlage der SV Reinickendorf<br />

1896 ist an diesem Wochenende bestens besucht.<br />

Freier Eintritt, Hüpfburg und die Clubgastronomie sorgen für<br />

Vielfalt. Dazu gibt es spannende Tennismatches mit namenhaften<br />

Spielern. Das Halbfinale bestreiten die Gastgeber gegen<br />

den Blau-Weiß Bad Ems, welcher u.a. mit Weltspitze-Spielern<br />

wie dem Kroaten Ivo Karlovic (ehemalige Nr. 14) oder Lukasz<br />

Kubot (ehemalige Nr. 41) aus Polen angereist ist. Die Reinickendorfer<br />

beweisen Moral, doch sind die Gäste einfach eine Klasse<br />

besser. 0:6 steht es nach den Einzeln, der Schwede Kristofer<br />

Stahlberg kann immerhin einen Satz gegen Lukasz Kubot gewinnen.<br />

Auf die offiziellen Doppel wird nach beiderseitigem<br />

Einverständnis verzichtet, trotzdem bieten beide Teams den<br />

zahlreichen Zuschauern noch ein „Show-Doppel“.<br />

Die Chance aufs Treppchen bleibt am zweiten Tag dennoch<br />

– immerhin steht noch das Spiel um Platz 3 gegen den MTTC<br />

Iphitos München an. Doch auch hier müssen sich die Gastgeber<br />

geschlagen geben. Einzig die Nummer 1 der Reinickendorfer,<br />

der Rumäne Dacian Craciun, kann sein hartumkämpftes Einzel<br />

mit 2:6, 7:6(7), 10:3 gegen Albert Montañes (ehemalige Nr. 73<br />

Deutsche Vereinsmeisterschaften Damen 50 - Finalrunde<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner, Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

16<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


National<br />

Ç<br />

Kristofer Stahlberg holt mit der Mannschaft der Herren 40 vom<br />

SV Reinickendorf 1896 e.V den vierten Platz<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

der Welt) aus Spanien gewinnen. Die Doppel werden gar nicht<br />

mehr gespielt. Den Sieg bei den Herren 40 sichert sich der Ratinger<br />

TC Grün-Weiß 1911. Im Endspiel bezwingen sie das Team<br />

aus Bad Ems mit 5:1. Und auch wenn es für die Hausherren am<br />

Ende „nur“ der vierte Platz geworden ist, kann die SV Reinickendorf<br />

1896 stolz sein. Immerhin hat das Team durch seine<br />

außergewöhnlichen Fähigkeiten und reiche Erfahrung auf dem<br />

Court es bis ins Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft geschafft.<br />

Und dabei sein ist ja bekanntlich alles.<br />

Routinierter dagegen sind die Damen der Zehlendorfer<br />

Wespen. Bereits zum vierten Mal in Folge nehmen sie an der<br />

Endrunde der Deutschen Meisterschaften teil. In einer tadellosen<br />

Saison konnte man alle Begegnungen in der Nord-Ost-<br />

Regionalliga schon nach den Einzeln für sich verbuchen. Beim<br />

Final Four werden die Karten allerdings noch einmal neu gemischt.<br />

Das Halbfinale gegen das topgesetzte Team des TSV<br />

Altenfurt war eine klare Angelegenheit – für die Gäste. 6:0<br />

steht es nach den Einzeln, die Doppel werden gar nicht mehr<br />

gespielt. Bleibt noch das kleine Finale gegen den Gießener<br />

Tennisclub Rot-Weiß. Das 4:2 nach den Einzeln bringt den Vorteil<br />

für die Gastgeberinnen. Schließlich bringen Tina Loddenkemper<br />

und Stefanie König die Erlösung im ersten Doppel.<br />

Deutlicher Zweisatz-Sieg und die Freude riesengroß – bedeutet<br />

Platz 3 für die Zehlendorfer Wespen. Der Turniersieg geht an<br />

den TSV Altenfurt.<br />

Aber auch weitere Berliner Teams waren am ersten<br />

Septemberwochenende im Einsatz gewesen – wenn auch<br />

nicht auf der eigenen Anlage: Bei den Damen 30 belegte das<br />

Team vom TC 1899 Blau-Weiss den zweiten Platz. Im Endspiel<br />

mussten sie sich mit 3:6 der Eintracht Frankfurt geschlagen<br />

geben. Auch die Damenmannschaft der Grunewalder nahm<br />

am Final Four der 60er-Konkurrenz teil und beendete das<br />

Wochenende auf der Anlage des Heidelberger Tennis Clubs mit<br />

dem vierten Platz.<br />

In der Herrenkonkurrenz der Alterklasse 70 ist noch ein weiterer<br />

vierter Platz zu vermelden. Das Team vom TC Frohnau um<br />

Walter Norbert scheiterte zunächst knapp im Halbfinale an den<br />

Gastgebern vom Tennisclub Grün-Weiss Luitpoldpark München<br />

und anschließend am Tennisklub Grün-Weiss Mannheim.<br />

Katrin Brewka<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

17


Ç<br />

National<br />

Alle Siegerinnen und Sieger <strong>2024</strong><br />

Herbstfinals im Tennis<br />

JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA <strong>2024</strong><br />

Die Tennisfinals des Herbstfinales <strong>2024</strong> von "Jugend trainiert für Olympia" hatten alles, was man sich von einem<br />

sportlichen Showdown erhoffen kann: Spannung, überraschende Wendungen und ein Finale, das so kurios wie selten<br />

war. Die Bühne für dieses Tennisdrama war das renommierte Gelände des TC 1899 Blau-Weiss in Berlin, wo sich die besten<br />

jungen Tennistalente Deutschlands versammelten, um ihre Kräfte zu messen.<br />

Ein episches Duell bei den Jungen: Otto-Hahn-<br />

Gymnasium vs. Stadtteilschule Alter Teichweg Hamburg<br />

Das Finale der Jungen in der Wettkampfklasse III (WK III) entwickelte<br />

sich zu einem echten Krimi. Die Teams des Otto-Hahn-<br />

Gymnasiums Ludwigsburg und der Stadtteilschule Alter Teichweg<br />

Hamburg standen sich gegenüber, und es war von Beginn<br />

an klar, dass hier zwei gleichstarke Mannschaften um den Titel<br />

kämpfen würden. Den Auftakt machte Miko Anton Koeppen,<br />

der Hamburg mit 1:0 in Führung brachte. Doch es war das zweite<br />

Match, das die Zuschauer in seinen Bann zog.<br />

In einem Duell, das das Potenzial hat, in die Geschichtsbücher<br />

von "Jugend trainiert für Olympia" einzugehen, traf Lasse<br />

Bohr, der Top-Spieler aus Ludwigsburg, auf Johann Nagel-Heyer,<br />

das Supertalent aus Hamburg. Die beiden Spieler kannten sich<br />

gut – zu gut. Zweimal waren sie bereits aufeinandergetroffen,<br />

und beide Male war Bohr als Sieger vom Platz gegangen. Doch<br />

Nagel-Heyer, der zu Jahresbeginn noch die Europarangliste der<br />

U14 anführte, war hungrig auf den ersten<br />

Sieg gegen seinen älteren Kontrahenten.<br />

Der erste Satz war ein hart umkämpftes<br />

Hin und Her, den Johann mit 6:4 für sich<br />

entschied. Lasse konterte im zweiten Satz<br />

und zwang das Match in den Tie-Break.<br />

Was dann geschah, war ein wahrer<br />

Gänsehaut-Moment: Lasse Bohr ging<br />

schnell mit 2:0 in Führung, doch Johann<br />

Nagel-Heyer spielte sich in einen wahren<br />

Rauschzustand. Zehn Punkte in Folge<br />

gewann er, ein Kraftakt, der selbst ihn im<br />

Nachhinein erstaunte. „Ich hab gar nicht<br />

dran gedacht, dass ich so viele Punkte<br />

in Folge gewonnen habe, sondern einfach<br />

immer weitergemacht," erklärte Johann<br />

nach dem Match. Der Bann war gebrochen<br />

– der Hamburger Triumph über<br />

Ludwigsburg war perfekt, und die Stadtteilschule<br />

führte plötzlich mit 2:0.<br />

Die Mädchen vom Humboldt-Gymnasium Potsdam<br />

Die Hamburger Fans begannen schon zu feiern, doch Johann<br />

mahnte zur Vorsicht: „Es ist noch nicht vorbei. Wir müssen<br />

fokussiert bleiben." Und er sollte recht behalten. Ludwigsburg<br />

kämpfte sich im nächsten Doppel mit einem klaren Zweisatzsieg<br />

zurück ins Spiel und stellte den Anschluss wieder her. Alles<br />

lief nun auf das alles entscheidende 1. Doppel hinaus. Hier<br />

standen sich die beiden Tennis-Asse, Lasse Bohr und Johann<br />

Nagel-Heyer, erneut gegenüber, diesmal jedoch im Doppel. An<br />

Lasses Seite Paul Kurzenberger, während Johann mit Dylan Zawistowski<br />

antrat. Das Finale hätte dramatischer nicht sein können.<br />

Wieder ging es in den Match-Tie-Break, und diesmal behielt<br />

Ludwigsburg die Nerven. Mit einem 10:5 im Tie-Break<br />

sicherten sie sich den Bundessieg – ein Triumph, der in einem<br />

der spannendsten und emotionalsten Finals der letzten Jahre<br />

gefeiert wurde. Am Ende stand es 2:2 nach Matches, 5:5 nach<br />

Sätzen, und Ludwigsburg gewann denkbar knapp nach Spielen<br />

mit 38:36.<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

18<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


National<br />

Ç<br />

Kurioses Mädchenfinale: Ein interner<br />

Showdown aus Baden-Württemberg<br />

Während das Jungenfinale für Drama und Spannung sorgte,<br />

überraschte das Mädchenfinale mit einer Seltenheit: Zwei<br />

Teams aus dem gleichen Bundesland standen sich gegenüber.<br />

Normalerweise qualifiziert sich pro Wettkampfklasse nur<br />

ein Team aus jedem Bundesland für das Bundesfinale, doch<br />

diesmal schickte Baden-Württemberg gleich zwei Schulen<br />

ins Rennen. Der Grund dafür war eine ungewöhnliche Nachnominierung.<br />

Da Sachsen und Sachsen-Anhalt keine Teams<br />

nach Berlin entsenden konnten, wurden zwei Plätze frei, die<br />

von den Zweitplatzierten aus Baden-Württemberg und Bayern<br />

aufgefüllt wurden. So kam es, dass das Helmholtz-Gymnasium<br />

Heidelberg, das auf Landesebene gegen das Otto-Hahn-Gymnasium<br />

Ludwigsburg knapp verloren hatte, doch noch eine<br />

Chance auf den Bundessieg bekam.<br />

Das Finale der Mädchen in der WK III war ein Déjà-vu für<br />

beide Teams. Schon auf Landesebene hatten sie sich gegenübergestanden,<br />

und auch im Bundesfinale trafen sie wieder<br />

aufeinander. Angeführt von Tina Manescu, der aktuellen Deutschen<br />

U14-Meisterin, spielten sich die Schülerinnen des Helmholtz-Gymnasiums<br />

ins Finale. Dort warteten erneut die Rivalinnen<br />

aus Ludwigsburg. Es war ein Spiel, das mit Spannung<br />

erwartet wurde, nicht zuletzt, weil es das erste Mal in der Geschichte<br />

des Turniers war, dass zwei Teams aus demselben<br />

Bundesland im Bundesfinale standen.<br />

Wie schon im Landesfinale hatten die<br />

Ludwigsburgerinnen das bessere Ende<br />

für sich. Sie gewannen das Match mit 3:1<br />

und holten damit den zweiten Tennistitel<br />

des Tages. Die Freude war riesig, und<br />

der Jubel kannte keine Grenzen. Doch<br />

der wahre Gewinner des Tages war das<br />

Bundesland Baden-Württemberg, das<br />

sich nicht nur beide Titel, sondern auch<br />

drei der vier möglichen Medaillen im<br />

Tennis sicherte. Ein Erfolg, der die Dominanz<br />

dieses Bundeslandes im deutschen<br />

Schultennis unterstrich.<br />

Ein Triumph für Baden-Württemberg<br />

und den Tennissport<br />

Der heimliche Star der Tennisfinals war<br />

zweifelsohne das Bundesland Baden-<br />

Württemberg. Beide Titel gingen an<br />

Schulen aus diesem<br />

Bundesland,<br />

und die überragende Präsenz<br />

der baden-württembergischen<br />

Teams sorgte für<br />

Begeisterung und Bewunderung.<br />

Dass gleich drei Medaillen an nur zwei<br />

mögliche Teams verteilt wurden, ist eine<br />

Leistung, die selten vorkommt und den Stellenwert<br />

des Tennissports in Baden-Württemberg unterstreicht.<br />

Die Spieler und Spielerinnen zeigten nicht nur sportliche<br />

Klasse, sondern auch Nervenstärke, Kampfgeist und die<br />

Fähigkeit, in entscheidenden Momenten über sich hinauszuwachsen.<br />

Das Herbstfinale <strong>2024</strong> von "Jugend trainiert für Olympia"<br />

wird also als ein besonderes Kapitel in die Geschichte des<br />

Schulwettbewerbs eingehen. Es war ein Turnier voller Emotionen,<br />

mit einer Prise Unvorhersehbarkeit und einem Hauch von<br />

Kuriosität. Die Finalspiele boten alles, was den Tennissport ausmacht:<br />

Leidenschaft, Spannung, Drama und Fairness. Und am<br />

Ende blieben die Erkenntnis und der Beweis, dass in der Welt<br />

des Schulsports alles möglich ist – auch ein rein baden-württembergisches<br />

Finale.<br />

Claudio Gärtner<br />

Platz 2 Mädchen: Das<br />

„Nachrückerteam“ vom<br />

Helmholtz-Gymnasium Heidelberg<br />

(Baden-Württemberg)<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

Platz 1 Mädchen:<br />

Otto-Hahn-Gymnasium<br />

Ludwigsburg (Baden-<br />

Württemberg)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

19


Ç<br />

National<br />

Nachrichten<br />

Aufwärtstrend hält an:<br />

Der DTB verzeichnet wieder einen Mitgliederzuwachs.<br />

Tennisdeutschland<br />

wächst, und das seit 2021. Der Aufwärtstrend<br />

der letzten drei Jahre kann auch <strong>2024</strong><br />

bestätigt werden – die Mitgliederzahlen<br />

steigen von 1,47 auf 1,49 Millionen Tennisspieler<br />

in Deutschland.<br />

„Wir sind unglaublich stolz auf die Mitgliederentwicklung<br />

in unserer Verbandsstruktur.<br />

Nach vier Jahren des stetigen<br />

Wachstums können wir von einem langanhaltenden<br />

Trend sprechen, der auch die<br />

nächsten Jahre Bestand haben wird“, sagt<br />

DTB-Präsident Dietloff von Arnim.<br />

Gestartet ist die Trendwende 2021. In<br />

dem Jahr waren die Mitgliederzahlen des<br />

DTB zum ersten Mal seit 1995 wieder gestiegen.<br />

Nur ein Jahr später wuchs Tennisdeutschland<br />

um knapp 4,5 Prozent – ein<br />

Anstieg, den es zuletzt vor 30 Jahren gegeben<br />

hat. <strong>2024</strong> entwickelt sich die Zahl<br />

der Tennisspieler das vierte Jahr in Folge<br />

positiv. All das führt dazu, dass in den letzten<br />

fünf Jahren 120.585 neue Mitglieder<br />

dazugekommen sind – ein Anstieg von 8,8<br />

Prozent.<br />

Internationaler DTB Tenniskongress presented by HEAD:<br />

Vorläufiges Programm steht<br />

Anfang 2025 ist es wieder soweit! Beim Internationalen DTB Tenniskongress presented by<br />

HEAD trifft sich die Tennis- und Padelcommunity, um zukunftsweisende Trends, Chancen aber<br />

auch Herausforderungen zu diskutieren. Worauf sich die Teilnehmer bei dem wichtigsten Netzwerktreffen<br />

des DTB und Deutschlands größter Trainerfortbildung freuen können, zeigt das vorläufige<br />

Programm.<br />

Drei Tage Branchenwissen<br />

non-stop: Das verspricht der<br />

Internationale DTB Tenniskongress<br />

presented by HEAD,<br />

der vom 3. bis 5. Januar 2025<br />

in München stattfindet. Unter<br />

dem Motto „Aufschlag Zukunft“<br />

werden internationale<br />

und nationale Top-Referenten<br />

in theoretischen und praktischen<br />

Vorträgen ihr Wissen<br />

weitergeben.<br />

DTB begrüßt Formatänderung für die Nationalmannschaftswettbewerbe<br />

Im kommenden Jahr werden die Formate im Davis Cup und Billie Jean King Cup angepasst. Das<br />

gab der Internationale Tennisverband (ITF) in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach qualifizieren<br />

sich 2025 nur noch acht Damennationalmannschaften für die Billie Jean King Cup Finals.<br />

Bei den Herren wird eine weitere Qualifikationsrunde mit Heim- beziehungsweise Auswärtsspielen<br />

die Gruppenphase ersetzen.<br />

„Wir begrüßen die angekündigten Formatänderungen für den Billie Jean King und Davis Cup.<br />

Die ITF folgt damit der Lösung, für die wir uns in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Ebenen<br />

immer wieder eingesetzt haben. Die Anpassungen, insbesondere für den Davis Cup, sind ein<br />

wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu der alten Strahlkraft dieses einzigartigen Mannschaftswettbewerbs.<br />

Die Nationalmannschaftswettbewerbe leben von Heim- und Auswärtsspielen in<br />

ganz besonderer Atmosphäre, die durch die neue Ausrichtung ab dem nächsten Jahr, hoffentlich<br />

auch in Deutschland, wieder präsenter sein werden“, so DTB-Präsident Dietloff von Arnim.<br />

20<br />

Fünf Medaillen für deutsche Athleten bei Blinden- und Sehbehindertentennis-EM<br />

Vom 16. bis 20. September wurden in Warschau / Polen die Offenen Europäischen Meisterschaften im Blinden- und Sehbehindertentennis ausgetragen.<br />

In den Kategorien B1 bis B4 gingen auch acht Spieler aus Deutschland an den Start. Sie konnten insgesamt fünf Medaillen gewinnen. Ein<br />

rein deutsches Finale erspielten sich die vollblinden Damen, Kirstin Linck aus Lüneburg und Katja Löffler aus Hamburg, in der Kategorie B1. Fünf Teilnehmerinnen<br />

bildeten zunächst eine Gruppenphase, in der jede gegen jede antrat. Hier ging die erste Partie im entscheidenden Match-Tie-Break an Löffler,<br />

Linck wurde Gruppenzweite. Beim anschließenden Finale war es andersherum und die Lüneburgerin holte sich den Titel. Spannende Matches, die<br />

Lust auf die Anfang November stattfindenden Nationalen Meisterschaften machen.<br />

Zwei Mal Gold für Charlotte Schwagmeier: Gleich zweimal Gold brachte Charlotte Schwagmeier aus Löhne nach Hause. Bei den B3 Damen, insgesamt<br />

eine Gruppe aus sieben Teilnehmerinnen, dominierte sie ihre Gegnerinnen und gab im ganzen Turnier nur fünf Spiele ab. Auch die Damen-<br />

Doppelkonkurrenz der zusammengelegten Startklassen B2 bis B4 gewann sie ohne nennenswerte Gegenwehr mit ihrer australischen Partnerin Courtney<br />

Webeck.<br />

Drei deutsche Herren spielten in der mit 13 Startern zahlenmäßig größten Startklasse der Herren B1 mit: Lars Stetten aus Berlin sowie Bernd Wiebe<br />

und Michael Löffler, beide aus Hamburg. Lediglich der aktuelle deutsche Meister Stetten konnte als Gruppendritter noch ins Viertelfinale einziehen,<br />

musste sich hier jedoch dem späteren Finalisten Carlos Arbos aus Spanien geschlagen<br />

geben.<br />

Sascha zur Borg holt trotz Hochstufung Bronze: Martin Oswald aus Berlin kam<br />

bei den Herren B2 leider ebenfalls nicht über die Gruppenphase hinaus. In dieser<br />

Klassifizierung hatte eigentlich auch Sascha zur Borg antreten sollen. Doch am Tag<br />

vor dem Turnier wurde dieser beim augenärztlichen Klassifizierungsprozess eine<br />

Startklasse hochgestuft. Bei den B3 Herren musste er seinen Rhythmus schnell anpassen,<br />

denn hier darf für ihn der Ball einmal weniger aufspringen, als zuvor eingeübt.<br />

Dennoch konnte er das Turnier mit Bronze abschließen.<br />

Diese offenen Europameisterschaften, zu denen die polnischen Veranstaltenden<br />

recht kurzfristig eingeladen hatten, bilden für viele Blinden- und<br />

Sehbehindertentennis-Spieler den Auftakt zu den World Championships der<br />

International Blind Tennis Association Ende September in Italien.<br />

DTB<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

Fotos: Claudio Gärtner - tennisphoto.de, Fundacja Widzimy Inaczej


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TVBB-Sport<br />

77. TVBB-Meisterschaften der Seniorinnen und Senioren <strong>2024</strong><br />

Fünf Vorjahres-Champione<br />

mit Meister-Dacapo, sechs<br />

2023-Vize diesmal Winner<br />

Rund einen Monat später als im Vorjahr fanden die diesjährigen<br />

77. TVBB-Freiluft-Meisterschaften der Seniorinnen und<br />

Senioren an den gewohnten Orten beim BSV 1892 als zentralem<br />

Mittelpunkt und mehreren Vereinen und Anlagen drumherum<br />

als Stand-by-Ergänzungsstätten statt. Die Austragung war<br />

wegen der terminlichen Bewältigung der Wettbewerbe in den<br />

zehn männlichen und sieben weiblichen (Einzel-)Altersklassen<br />

plus mehrerer Doppel- und Mixedkonkurrenzen von einer<br />

Woche wie 2023 diesmal auf zwei Wochen gestreckt. Wohl eine<br />

sinnvolle Idee, wie die insgesamt problemlose, ruhige und<br />

doch konstruktiv-kreative, zielorientierte Abwicklung durch<br />

Turnierausschuss/-leitung mit Anja Kühne, Roland Goering und<br />

Steven Michaelis an der Spitze bestätigte.<br />

Knapp 300 Teilnehmer hatten für die Einzelkonkurrenzen<br />

gemeldet, wobei die übliche Diskrepanz zwischen den<br />

Geschlechtern zu notieren war. Beachtlich waren aber<br />

auf jeden Fall auch die 17 unentwegten reifen Tennis-Oldies,<br />

die bei den 80ern im 32er Melde-Feld um den Titel in der ältesten<br />

Altersklasse wetteiferten und mit Carsten Keller (LTTC “Rot-<br />

Weiß”), dem Hockey-Olympiasieger von München 1972 und<br />

Nach-Spitzensport-Tennisakteur mit Leidenschaft und Erfolg,<br />

den „Super-Senior“ (Jahrgang 1939) beim Senioren-Championat<br />

stellten.<br />

Sieger bei den Herren 30: Carsten Becher<br />

Dieses hatte chronologisch diesmal eine „77“ voranstehen,<br />

und wieder stellte sich mit der besonderen Zahl die drängende<br />

Frage nach einer Chronik der Meisterschaften. Leider gibt es<br />

sie nicht, also kann hier nicht mit Sicherheit beantwortet werden,<br />

wann die Premiere stattfand. Rechnet man von <strong>2024</strong> ausgehend<br />

einfach 77 Jahre zurück, landet man im Jahre 1947, aber<br />

bis dato hat der Autor des Beitrags keinen gefunden, der dies<br />

bestätigen oder korrigieren würde. Vielleicht aber gibt es einen<br />

Insider, der hier nach „Wer weiß denn sowas?“-Manier eine hiebund<br />

stichfeste Auskunft geben kann! Die „77“ wird in diversen<br />

lexikalischen und Internet-Suchen als „eng mit Glück, Erfolg und<br />

Wohlbefinden verbundenen Engelszahl“ benannt, im Christentum<br />

als Synonym für Vollständigkeit und mythologisch unter<br />

Hinweis auf die Bedeutung der 7 als „doppeltes Glück“ apostrophiert.<br />

Mit dem aktuellen Senioren-Championat, über das es<br />

hier zu berichten gilt, konnte also kaum etwas schiefgehen.<br />

Guter Sport, gutes Wetter, gute Organisation. Wie sagt der<br />

Berliner: Tutti paletti! 17 Einzel-Meister in den diversen Altersklassen<br />

wurden gekürt. Fünf Champions von 2023 verteidigten<br />

ihren Titel (davon allerdings eine in einer höheren AK). Sechs<br />

Vizemeister von 2023 – je drei bei Damen und Herren – machten<br />

aus Silber im Jahr darauf Gold. Die Nachschau auf die<br />

Wird seiner Favoritenrolle<br />

bei den 40ern gerecht:<br />

Roman Tennert (TC SCC)<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

22<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Georg Riedel (Tennis-Club Tiergarten) Finalist bei den Herren 50<br />

TVBB-Sport<br />

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Wettbewerbe des Championats erfolgt nachstehend aufsteigend<br />

in den einzelnen Altersklassen, unabhängig davon, zu<br />

welchem Zeitpunkt der zwei Wochen die Finalentscheidungen<br />

gefallen sind.<br />

So steht am Anfang gleich ein Gastgeber-Erfolg, denn bei<br />

den Herren 30 gewann mit dem ungesetzten BSV’92er Carsten<br />

Becher ein Lokalmatador, der die Nummer 6 Paul Schüßler<br />

(NTC “Die Känguruhs”) mit 6:2, 7:5 im Endspiel besiegte. Der<br />

topgesetzte Patrick Haake (SV Reinickendorf 1896) war früh an<br />

Sven Busse (BSC Rehberge)<br />

mit 4:6, 4:6 gescheitert; dieser<br />

wiederum im Halbfinale<br />

nach Match-Tie-Break im<br />

Halbfinale an Schüßler. Carsten<br />

Becher hatte den stärksten<br />

Widerstand gleich im Auftaktmatch<br />

zu überwinden, als<br />

er den an Zwei gesetzten Jan<br />

Schmidt (Treptower Teufel)<br />

erst im 10:7-Match-Tie-Break<br />

eliminierte. Bei den Herren<br />

40 gab es ein Dacapo des Vorjahresfinales<br />

und auch diesmal<br />

war der Sieger derselbe.<br />

Der topgesetzte Roman Tennert<br />

(TC SCC) musste gegen<br />

Gino Gerwien (SV Reinickendorf<br />

1896) zwar beim 6:0, 7:5 ein wenig mehr Mühe aufwenden<br />

als vor Jahresfrist, aber war nach vier Zwei-Satz-Siegen der souverän<br />

verdiente Sieger mit dem dritten 40er Titel in Serie.<br />

Auch bei den 45ern setzte sich der 2023-Champion erneut<br />

die Krone auf. „Känguruh” Thorsten Cuba gab nach seinen klaren<br />

Zwei-Satz-Siegen gegen Simon Kidder (TC Friedrichshain)<br />

und Christian Paulick (SV Reinickendorf<br />

1896) gegen Sami Stüven (TC Weiße<br />

Bären Wannsee) beim 6:3, 6:2 keinen<br />

Durchgang ab.<br />

Die 50er, im Vorjahr beim Fehlen<br />

von AK-Dominator Jens Thron (TC SCC)<br />

Beute des Hermsdorfers Jörgen Aberg,<br />

hatten mit der Rückkehr des SCCers den ersten Anwärter auf<br />

die Meister-Krone. Seine drei Partien im leider kleinen 13er<br />

Feld erledigte der Charlottenburger<br />

mit 6:0 Sätzen.<br />

Der an Zwei gesetzte<br />

Dietmar Schwerin (PTC Rot-<br />

Weiss) hatte gleich sein Auftaktspiel<br />

gegen Peer Göpfrich<br />

(BSV’92) mit 3:6, 4:6 verloren.<br />

Die 55er Altersklasse bot mit<br />

31 Teilnehmern ein fast volles<br />

Feld und am Ende ein Favoriten-Finale<br />

zwischen<br />

den Setznummer 1 und 2.<br />

Das gewann der mitunter<br />

in Schlüsselsituationen labile<br />

topgesetzte Guido Schulz<br />

Haben die Organisation fest im Griff: Anja Kühne, Steven Michaelis, Jörgen Jacobs (LTTC “Rot-Weiß”) gegen<br />

und Roland Goering<br />

Bernd Köhler (TC Tiergarten)<br />

mit 6:4, 6:3.<br />

Im 39 Teilnehmer starken Rekordfeld der 60er kam die Finalpaarung<br />

zwischen der Nummer 1 Andreas Blanck (Zehlendorf<br />

88) und Nummer 2 Michael Stensch (TC SCC) wenig überraschend,<br />

der Sieger auch nicht. Denn wie meist hatte Blanck<br />

im Duell der beiden das bessere Ende beim 6:3, 6:1 deutlich<br />

für sich. Zuvor hatten beide Rivalen die Tennis-Konkurrenz<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

Andreas Blanck vom<br />

Zehlendorfer TuS siegt in<br />

der Klasse der Herren 60<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

Gewinner bei den 75ern: Julian Sargent (TC Grün-Weiß<br />

Berlin-Lankwitz)<br />

Gabriel Monroy vom TC<br />

SCC gewinnt die 65er<br />

fast nach Belieben abserviert und ihre vier Matches ohne Satzverlust<br />

und mit 48:4 (Blanck) bzw. 39:4 Spielen (Stensch) absolviert.<br />

Auch die 65er erlebten ein Endspiel der Topgesetzten.<br />

Und auch ging es klar mit 6:1, 6:1 für die Nummer 1 Gabriel<br />

Monroy (TC SCC) gegen Gunther Raab (SV Reinickendorf 1896)<br />

aus, was für den SCCer den dritten Titelgewinn in Folge bedeutete.<br />

Die 48:6 Spielgewinne in Monroys vier Begegnungen<br />

sprachen Bände. In der 70er Altersklasse scheiterten die beiden<br />

Topgesetzten in den Halbfinals. Norbert Walter (TC Frohnau)<br />

hatte gegen Georg Reiners (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

das Nachsehen. Harald Krones (Hermsdorfer SC)<br />

musste sich Gerd Hekele (TC 1899 Blau-Weiss) im<br />

Match-Tie-Break mit 7:6, 4:6, 6:10) beugen. Auch<br />

das spannende und durchweg ausgeglichene Finale<br />

auf Augenhöhe hatte beim 6:7, 7:6 und 10:7<br />

für 2023-Vize Reiners jede Mange dramatische Höhepunkte.<br />

Zweifellos war das eines der Highlights<br />

der „77.“!<br />

Zu diesen zählte auch das Endspiel der 75er<br />

zwischen dem Brandenburger Karl-Heinz Mauß<br />

(Eberswalder TC), der nach vielen Jahren bei Grün-<br />

Weiß Nikolassee mit dem Ende der Berufskarriere in die Heimat<br />

zurückgekehrt ist und nun unaufhörlich in den Rang- und<br />

Turniersetzlisten klettert und Erfolg an Erfolg reiht. Seine vier<br />

Matches beim TVBB-Championat gewann er überlegen und<br />

souverän – im Finale gegen die Nummer 2 Julian Sargent (TC<br />

Grün-Weiß Lankwitz) siegte er mit 6:4, 6:0. Der 80er Herren-<br />

Wettbewerb ging an den „Weißen Bären“ Martin Richter. Der<br />

Vorjahres-Zweite konnte sich diesmal im Endspiel gegen Eberhard<br />

Geske (ESV Lok Schöneweide) mit 7:5, 6:1 letztlich klar<br />

durchsetzen.<br />

Marie Höpfner<br />

(Zehlendorfer Wespen 1911)<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

24<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Siegerin der Damen 40:<br />

Nadine Komander vom TC<br />

BSC Süd 05 Brandenburg<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

Bei den Damen gab es zwar partiell ebenfalls Klasse, Spannung<br />

und Dramatik, aber die des Öfteren fehlende Masse hatte<br />

offensichtlich und unübersehbar ihre Auswirkung. Nur in drei<br />

der sieben Wettbewerbe (D30, D40, D60) durfte man sich über<br />

zweistellige Teilnehmerzahlen freuen. Dazu gehörten die 30er<br />

Damen, bei denen 12 Gemeldete im 16er Feld standen. Im Finale<br />

trafen Marie Höpfner (SV Zehlendorfer Wespen) und die<br />

ungesetzte, drei Jahre ältere Malina Walter (Grunewald TC) aufeinander,<br />

das mit einem schwer erkämpften 6:2, 3:6, 10:8 erst<br />

im Match-Tie-Break endete.<br />

Die 40er Damen, mit 15 Meldungen fürs 16er Feld die am<br />

stärksten frequentierte Altersklasse, ermittelten ihre Meisterin<br />

im oft erlebten Dauerduell zwischen der topgesetzten<br />

Nadine Komander (TC BSC Süd 05 Brandenburg), und Nummer<br />

2 Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss). Wie gehabt ging es<br />

engagiert, kämpferisch und emotional zu – der 6:1, 6:7 und<br />

12:10-Ausgang für Komander, die im 2023-Finale den Sieg<br />

nach Nichtantreten noch Nelli Beder (Weiß-Rot Neukölln)<br />

überlassen musste, lässt schon in blanken Zahlen ahnen, dass<br />

dies das Damen-Highlight des Championats war.<br />

Durchaus beschaulicher war das Szenario im Achter-Feld<br />

der 50er, das seine Schluss-Pointe mit dem 6:1, 6:2-Erfolg von<br />

Ilka Teschauer (TC SCC) gegen die ungesetzte Lokalmatadorin<br />

Neeranut Diener (BSV’92) hatte. Bei den 55er Damen kürten<br />

sechs Racket-Akteurinnen in zwei Dreier-Gruppen ihre Meisterin.<br />

Im Finale landete Andrea Bannert-Drooff (LTTC “Rot-Weiß”)<br />

gegen Bozana Komorek<br />

(BSV’92) einen 6:2,<br />

5:3-Aufgabesieg. In der<br />

60er Damen-Klasse mit<br />

13 Teilnehmerinnen gewann<br />

die topgesetzte<br />

Karin Reinhard (TC<br />

Lichtenrade Weiß-Gelb)<br />

formgerecht in bester<br />

Manier mit 6:2, 6:1<br />

gegen Angelika Patzer (TC Grün-Weiß Nikolassee) und holte<br />

nach 2023-Silber nun Gold. Auch die Damen 65 brachten nur<br />

zwei Dreier-Gruppen aufs Feld, das Endspiel der beiden Besten<br />

holte sich in Top-Kondition und mit starker Technik Katrin<br />

Dippner (TC 1899 Blau-Weiss) gegen Marie-Luise Sieg<br />

(Grunewald TC) mit 6:0, 6:1. Die Damen 70-Konkurrenz endete<br />

schließlich in einer 5er Gruppe nach 4:0 Siegen mit dem Erfolg<br />

der topgesetzten Helga Röcker (Grunewald TC). Dippner (bei<br />

den Titel 65ern statt wie im Vorjahr bei den D60) und Röcker<br />

zählten zu den fünf Titel-„Wiederholungstätern“.<br />

Klaus Weise<br />

TVBB Präsident<br />

Dr. Klaus-Peter Walter mit<br />

der Finalistin der Damen<br />

40-Konkurrenz Heide<br />

Maaß (li.) und der Siegerin<br />

Nadine Komander<br />

Mixed 30 Doppel: Jan Schmidt und Malina Walter, Marie Höpfner und Julian Schleicher<br />

D30 Doppel: Karin Reinhard und Laura Sell, Andrea Pürstinger und Heide Maaß<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

Christopher Blömeke (TC SCC)<br />

13. Reinickendorf Open <strong>2024</strong> beim VfL Tegel 1981<br />

Hochwertiges Seniorentennis im<br />

Norden der Hauptstadt<br />

Familiär, gemütlich und ruhig – das sind wohl die besten Worte, um die<br />

Reinickendorf Open zu beschreiben. Dazu gibt es qualitativ hochwertiges<br />

Seniorentennis. Über eine Woche wird auf den Plätzen des VfL Tegel 1981 um<br />

möglichst viele Punkte für die Rangliste gespielt. Und das bereits zum 13. Mal.<br />

Ob das ein schlechtes Omen ist? Keinesfalls! „Wir sind nicht<br />

abergläubisch, es läuft alles bestens!“, sagt Oberschiedsrichter<br />

Bernd Wacker und lacht. Nicht einmal ein kurzer Schauer unter<br />

der Woche kann den Turnierplan auseinanderbringen.<br />

Schon seit der ersten Ausgabe des Turniers ist er dabei. Seit<br />

der Premiere im Jahr 2012 hat sich einiges verändert. Aus LKwurde<br />

Ranglistenturnier. Aus S7 wurde S2. Das Niveau ist stetig<br />

gestiegen. Und mittlerweile haben sich die Reinickendorf<br />

Open zu einem festen Termin im Berlin-Brandenburgischen<br />

Tenniskalender entwickelt.<br />

Auch in diesem Jahr gehen wieder knapp 90 Teilnehmer<br />

auf der Anlage in der Hatzfeldtallee an den Start. Gespielt wird<br />

in insgesamt acht Altersklassen. Natürlich sind viele „Lokalmatadore“<br />

aus dem Norden Berlins dabei, einige Spieler nehmen<br />

für das Ranglistenturnier aber auch längere Anfahrten auf<br />

sich, um Punkte sammeln zu können. Bernd Wacker lobt das<br />

Teilnehmerfeld, ist sehr zufrieden mit der spielerischen Qualität.<br />

„Wir machen das Turnier nicht, um Geld zu verdienen, sondern<br />

weil wir Freude daran haben, den Spielern möglichst viele<br />

Spiele zu ermöglichen.“ Zudem freue man sich, dass man während<br />

des Turniers den ein oder anderen Wunsch eingehen<br />

konnte. Die Turnierleitung zeigt sich stets kooperativ, wenn es<br />

um Spielansetzungen geht. Alle Teilnehmer sollen sich wohlfühlen.<br />

Dann spielt es sich auch gleich viel besser.<br />

Und auch wenn es sich bei den Reinickendorf Open um ein<br />

Seniorenturnier handeln mag – Motivation und Ehrgeiz sind<br />

nach wie vor da. Und wie! Vor den Augen einiger Zuschauer<br />

wird auf den sechs Plätzen um jeden Ball gekämpft. Alles in<br />

einem fairen und freundlichen Rahmen. Gute Rallyes werden<br />

anerkannt. Hier und da ein offener Austausch zwischen den<br />

Sätzen. Nach Spielende ein Kaltgetränk als „Entschädigung“ für<br />

den Unterlegenen. Absolut verdient bei den heißen Sommertemperaturen.<br />

Große Überraschungen gab es während des Turnierverlaufs<br />

kaum. Die drei Starterinnen vom VfL Tegel konnten ihren<br />

„Heimvorteil“ leider kaum nutzen. Von Susanne Hintelmann,<br />

Oksana Zadorozhnya und Anja Sievers, die alle bei den Damen<br />

45 aufschlugen, überstand nur letztgenannte die erste Runde.<br />

Anschließend war im Viertelfinale Schluss.<br />

Am Ende sind es hauptsächlich die topgesetzten Favoriten,<br />

die sich durchsetzen. Thorsten Cuba (NTC "Die Känguruhs"),<br />

Jörgen Aberg (Hermsdorfer Sport-Club) und Andreas Blanck<br />

(FVT Klingsor Berlin) sichern sich die Turniersiege in den Altersklassen<br />

Herren 45, 55 und 60. Alle blieben dabei ohne Satzverlust.<br />

Einzig bei den Herren 70 gab es eine kleine Überraschung.<br />

Im Endspiel kam es zu einem clubinternen Duell zwischen<br />

Titelverteidiger Norbert Walter und Hans-Georg Hoinka vom TC<br />

Frohnau. Am Ende war es die Nummer 3 der Setzliste, Hoinka,<br />

der sich in zwei Sätzen mit 7:6, 6:1 durchsetzte.<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

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<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Dagmar Sauerlandt (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

Bei den Damen ging der Sieg in der Altersklasse 45 an Nelli<br />

Beder (TC Weiß-Rot Neukölln). Das Finale war eine kurze Angelegenheit.<br />

Ihre Gegnerin, die topgesetzte Heide Maaß (TC<br />

1899 Blau-Weiss) gab nach einem Spiel verletzungsbedingt auf.<br />

Anders dagegen in der Konkurrenz der Damen 50. Dort kam es<br />

in der letzten Partie zum Spitzenduell. Sowohl Nicole Thron (TC<br />

SCC) als auch Antje Köppe (Zehlendorfer Turn- und Sportverein<br />

von 1888) hatten in der vorangegangenen Gruppenphase<br />

alle Matches für sich entscheiden können. Beide konnten im Finale<br />

je einen Satz gewinnen. Im Match-Tie-Break hatte Thron<br />

das bessere Händchen. Am Schluss stand ein 6:4, 2:6, 10:5 auf<br />

der Tafel. Bleibt noch das Finale der Alterklasse 55 und 60 – ein<br />

„2 in 1“. Die Konkurrenzen hatte man aufgrund der kleinen Teilnehmerfelder<br />

kurzerhand zusammengelegt. Hier ging der Sieg<br />

nach Schleswig-Holstein. Monique Lauterbach (Tennis- u. Hockey-Club<br />

Ahrensburg) bezwang ihre Finalgegnerin, Christine<br />

Kämmerer von den Zehlendorfer Wespen, mit 6:1, 6:3. Zuvor<br />

waren beide nach den Gruppenspielen ungeschlagen in die<br />

Schlussrunde eingezogen.<br />

Acht Altersklassen und sieben Sieger bei dem mit 3.300,– €<br />

dotierten Turnier. Und am Ende gibt es eine weitere gute Nachricht:<br />

Auch 2025 werden die Reinickendorf Open als S2-Turnier<br />

ausgetragen. Dann gibt es die Rückkehr zum familiären<br />

Ranglistenturnier im Norden Berlins – qualitativ hochwertiges<br />

Seniorentennis garantiert.<br />

Katrin Brewka<br />

Andreas Blanck (FVT Klingsor Berlin)<br />

Christine Kämmerer (SV Zehlendorfer Wespen 1911)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

Ball und Gegener im Blick:<br />

Jörgen Aberg (Hermsdorfer Sport-Club)<br />

12. Sutos Open <strong>2024</strong><br />

Zehn Titel für neun Vereine – nur<br />

der SCC durfte zwei Siege feiern<br />

Das Dutzend ist voll, Mitte Juli feierte man im Spandauer Norden beim Sportund<br />

Tennisverein Olympia Spandau 1917 die 12. Sutos Open, die in zehn<br />

Kategorien ihre Sieger ermittelten. Sah man sich die Felder an, die zwischen<br />

acht (D40) und 28 (H70) Racketbegeisterte umfassten, konnte man anhand des<br />

lokalen, des überregionalen und bundesweiten Zuspruchs schnell feststellen,<br />

dass es sich hier um eines der „Wohlfühlturniere“ im Tenniskalender handelte.<br />

Belegbar durch zahlreiche prominente Namen in den diversen Altersklassen,<br />

deren spielerischer Klasse und der mitunter weiten Anreisewege, die Gäste aus<br />

den anderen Landesverbänden auf sich genommen hatten.<br />

160<br />

Meldungen waren auf einem konstant<br />

guten Level wie in den beiden Vorjahren.<br />

Und die Teilnehmer waren nicht nur mit<br />

dem Ziel gekommen, „Metropole zu kieken“, sondern auch zu<br />

siegen. Zwei der zehn Finals gingen in die „Ferne“, einmal bei<br />

den 60ern in den Norden an Michael Kuhl (THC Neumünster),<br />

einmal bei den 65ern nach Bayern, an Thomas Rothe (TC Hof).<br />

Zwei weitere Male standen Nicht-TVBBer in den Endspielen,<br />

mussten sich aber bei den 70ern in Person von Uwe Naumann<br />

(TSG Ahnatal) und den 50er Damen mit Annegret Müller-Dornieden<br />

(Hildesheimer TV von 1892) der Berliner Final-Konkurrenz<br />

beugen. Der TC SCC, im Seniorenbereich gewohnt breit<br />

und stark aufgestellt, war auch diesmal mit tonangebend,<br />

musste aber im Vergleich zum Vorjahr, als man fünfmal siegte,<br />

einige Einbußen hinnehmen. Die beiden Erfolge durch Roman<br />

Tennert (H40) und Nicole Thron (D50) waren dennoch der einzige<br />

Doppelsieg eines Vereins in der Ergebnisstatistik.<br />

Die Überraschungen im Turnierverlauf hielten sich in Grenzen,<br />

zumeist dominierten die Favoriten und Topgesetzten.<br />

Siebenmal gewann die Nummer 1 der Setzliste, dreimal waren<br />

die an Zwei gereihten Akteure erfolgreich. In der Chronologie<br />

der Altersklassen eröffnete der topgesetzte Patrick Haake (SV<br />

Reinickendorf 1896) im mit 20 Teilnehmern besetzten 30er<br />

Wettbewerb die Siegerstatistik. Er gewann das Endspiel gegen<br />

Tobias Pingel (BTC 1904 Grün-Gold) souverän mit 6:4, 6:1 und<br />

hatte im Open-Verlauf nur im Auftaktspiel der 2. Runde beim<br />

7:5, 4:6 und 12:10 gegen Vereinskamerad Richard Lieberenz<br />

Mühe.<br />

Roman Tennert (TC SCC)<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

28<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Tobias Pingel<br />

(BTC 1904 Grün-Gold)<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

Die hatte 40er-Gewinner Roman Tennert (TC SCC), an Eins<br />

gesetzt, in keinem seiner vier Matches, das Finale gegen die<br />

Nummer 2 Timo Pohle (TC 1899 Blau-Weiss) eingeschlossen.<br />

Das 6:1, 6:4 summierte Tennerts Matchbilanz auf 8:0 Sätze und<br />

machte ihn zum vierfachen Open-Sieger in Serie. Ähnliches war<br />

bei den 50ern eigentlich auch von Jens Thron (TC SCC) zu erwarten,<br />

der topgesetzt auf den Platz ging und bis zum Finale<br />

souverän agierte. Dort gewann er den ersten Satz gegen Daniel<br />

Kobert (USV Potsdam) mit 6:0, was ein schnelles Ende des Duells<br />

erwarten ließ. Doch Kobert, der bereits im Halbfinale gegen die<br />

Nummer 2 Michael Buttkus (BTC Grün-Gold) beim 7:5, 6:4 starke<br />

Form bewiesen hatte, steigerte sich peu á peu, kämpfte und<br />

lief mit Leidenschaft, schaffte den 1:1-Satzausgleich und setzte<br />

auch beim 10:6-Match-Tie-Break die entscheidenden Winner-<br />

Schläge. Sein Erfolg war zweifellos die Überraschung der Open.<br />

Bei den 55ern lief dagegen alles in gewohnten Bahnen.<br />

Der Hermsdorfer „Schwede“ Jörgen Aberg (Nummer 1) geriet<br />

in seinen vier Partien kaum einmal ins Schwitzen, verbuchte<br />

8:0 Sätze und hatte auch im Endspiel gegen Guido<br />

Schulz (LTTC “Rot-Weiß”), der sich zuvor zweimalw über den<br />

Match-Tie-Break quälen musste, beim 6:0 und 6:3 keine wirkliche<br />

Gegenwehr zu überwinden. In der 60er-Kategorie gab es<br />

papierform gerecht den ersten „Ausländererfolg“, als der topgesetzte<br />

Michael Kuhl (THC Neumünster) Kontrahent Martin<br />

Groeger (TC Tiergarten) beim 6:1, 6:1 nicht die Spur einer Chance<br />

ließ. Auch bei den 65ern hatte mit Thomas Rothe (TC Hof)<br />

ein Nicht-TVBBer die Nase vorn, der seine<br />

drei Matches inklusive Finale mit 6:0 Sätzen<br />

hochüberlegen gewann. Das 6:1,<br />

6:2 im Endspiel gegen den zuvor formstarken<br />

Gunther Raab (SV Reinickendorf<br />

1896) war deutlich enger erwartet worden – Rothe aber war<br />

eine Klasse besser.<br />

Spannend ging es bei den mit 28 Teilnehmern quantitativ<br />

(und damit auch qualitativ) topbesetzten Herren 70 zu. Im<br />

Finale lieferten sich Nummer 2 Gerd Hekele (TC 1899 Blau-<br />

Weiss) und der ungesetzte Uwe Naumann von der hessischen<br />

TSG Ahnatal einen intensiven Schlagabtausch, der nach Satzgewinnen<br />

für jede Seite erst im Match-Tie-Break mit den größeren<br />

Kraftreserven 10:3 für Hekele entschieden wurde. Der Blau-<br />

Weisse hatte schon im Halbfinale beim 1:6, 6:1, 12:10 gegen<br />

„Geheimfavorit“ Georg Reiners (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

ein ähnliches Bravourstück vollbracht. Bei den 75ern hatte im<br />

12er Feld schließlich im Endspiel zwischen Julian Sargent (TC<br />

Grün-Weiß Berlin-Lankwitz) und Jörg Reichert (BTC 1904 Grün-<br />

Gold) im ebenfalls hochspannenden Duell auf Augenhöhe der<br />

Lankwitzer im Wimpernschlag-Einlauf mit 5:7, 6:4 und 11:9 die<br />

Zehenspitze vorn, nachdem Reichert zuvor im Halbfinale die<br />

Nummer 1 Klaus Müller-Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) mit 7:6,<br />

6:4 aus dem Turnier genommen hatte.<br />

In den beiden Damen-Finals bei den 40ern und 50ern gewannen<br />

am Ende Tina Loddenkemper (SV Zehlendorfer Wespen),<br />

nachdem ihre fünf Jahre jüngere<br />

Finalkontrahentin Petra Stauder (Berliner<br />

SV 1892), die zum Auftakt Nummer 1 Katrin<br />

Holz (MTV Einheit) mit 5:7, 6:3, 10:5<br />

besiegt hatte, zum Endspiel nicht antreten<br />

konnte und bei den 50ern Nicole<br />

Thron (TC SCC), die nach zwei Zwei-Satz-<br />

Siegen gegen Kirsten Kasbohm (Sutos<br />

1917) und Anja Sievers (BTC Rot-Gold)<br />

auch das Finale gegen Annegret Müller<br />

Dornieden (Hildesheimer RV von 1892)<br />

mit 6:0 und 6:4 beherrschte.<br />

Klaus Weise<br />

Carl-Philipp Brenning (Zehlendorfer TuS von 1888)<br />

Hakan Karahan<br />

(Tennisfreunde Berlin-Mitte e.V.)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

29


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TVBB-Sport<br />

Turniersiegerin Julia Zhu vom TC SCC<br />

30<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

66. Allgemeines Turnier Damen und Herren<br />

Hitzewellen und Regen im Wechsel<br />

belasten Spieler und Turnierleitung<br />

Für vier Tage war die 66. Ausgabe des Allgemeinen Turniers des Berliner Tennis-Clubs 1904 Grün-Gold wieder einmal<br />

der Austragungsort des mit 4.000,– € Preisgeld dotierten Damen- und Herrenturniers im gemütlichen Tempelhof. In die<br />

Siegerlisten trugen sich Julia Zhu (TC SCC) und Lukas Maskow (TC Grün-Weiß Nikolassee) ein.<br />

Biegt man vom stark befahrenen Tempelhofer Damm in die<br />

Paradestraße ein, fühlt es sich an wie ein Zeitsprung in eine andere<br />

Welt. Eben noch im stockenden Berufsverkehr, eröffnet sich<br />

plötzlich ein kleines Paradies, eine Oase der Ruhe. Abseits vom<br />

Trubel der Stadt fand beim Berliner Tennis-Club 1904 Grün-Gold<br />

vom 27. bis 30. Juli <strong>2024</strong> zum 66. Mal das Allgemeine Turnier für<br />

Damen und Herren statt. Das 32er Damen-Feld und das 64er Herren-Feld<br />

waren komplett besetzt. Auffällig war, dass einige der<br />

Berliner Top-Spieler bei den Herren nicht gemeldet hatten. Dies<br />

lag vor allem daran, dass zeitgleich die 2. Bundesliga-Nord der<br />

Herren stattfand, was eine Teilnahme unmöglich machte. Auf<br />

die Frage an den Turnierleiter Guido Melchert, ob man bei der<br />

Terminplanung des Turniers nicht auch die 2. Bundesliga-Nord<br />

berücksichtigen könnte, antwortete er, dass zu Jahresbeginn die<br />

Termine der Bundesliga noch gar nicht bekannt seien. Angesichts<br />

der Bundesliga-Spielzeit 2025, bei der vier Berliner<br />

Tennis-Vereine teilnehmen werden, wäre es durchaus<br />

überlegenswert, einen darauf abgestimmten<br />

Turniertermin zu finden. Es wäre schade, wenn<br />

dann nur die „C-Prominenz“ bei den Herren melden<br />

könnte.<br />

Erschwerend kam in diesem Jahr hinzu, dass<br />

es an den ersten beiden Spieltagen zu mehrstündigen<br />

Unterbrechungen durch Starkregen<br />

kam, was die Turnierleitung Guido Melchert und<br />

Stefan Seeliger vor besondere Herausforderungen<br />

stellte. Verschiebungen, Umsetzungen, Rücksprachen<br />

mit den Spielern – keine dankbare Aufgabe<br />

für eine Turnierleitung. So war es nicht verwunderlich, dass<br />

einige Spielerinnen auf ihren Einsatz wartend in der 2. Bundesliga-Nord<br />

beim TC 1899 Blau-Weiss gesichtet wurden.<br />

Julia Zhu gibt nur sechs Spiele ab<br />

Es ist Mittagszeit beim Finale der Damen, wie in einem alten Western,<br />

High Noon. Die Sonne brennt auf den Platz, die Hitze flimmert<br />

auf der Asche, es herrscht absolute Ruhe, nur unterbrochen<br />

vom monotonen Summen der Wespen in den umliegenden Linden.<br />

Nachdem Julia Zhu im Halbfinale gegen Ann-Sophie Funken<br />

von den Zehlendorfer Wespen mit einer Brille ins Finale eingezogen<br />

war, traf sie dort auf Sophie Triquart, ebenfalls von den<br />

Zehlendorfer Wespen. Es war überraschend, dass Ann-Sophie<br />

Finalistin Sophie Triquart<br />

(Zehlendorfer Wespen)<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de


TVBB-Sport<br />

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Lukas Maskow vom<br />

TC Grün-Weiß Nikolassee<br />

siegt bei den Herren<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

Funken so eindeutig von Zhu „abgeklatscht“ wurde. Funken<br />

hatte zuvor im Viertelfinale in einem über zweieinhalbstündigen<br />

Match gegen Sabrina Ehrenfort (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

das Weiterkommen mit 6:2, 3:6, 10:4 hart erkämpfen müssen.<br />

Ehrenfort, im Sommer auf Kurzbesuch in Berlin, zeigte in bekannter<br />

Manier reichlich Emotionen. Gute Crossbälle wurden<br />

stark bejubelt, leichte Fehler hingegen ließen sie verzweifeln.<br />

Lange Ballwechsel, mal flach und kraftvoll, mal in endlos erscheinenden<br />

Mondbällen. Funken lächelte immer wieder,<br />

während Ehrenfort mit zunehmender Spieldauer gegen Verkrampfungen<br />

in der Oberschenkelmuskulatur ankämpfte. Vielleicht<br />

war es die Uni-Prüfung, die Funken eine derartig herbe<br />

Niederlage gegen Zhu einbrachte, oder Zhu war einfach zu<br />

gut, sodass Funken nach dem Mammutmatch gegen Ehrenfort<br />

körperlich Tribut zollen musste.<br />

Sophie Triquart hatte in den ersten Runden ein relativ leichtes<br />

Spiel und kegelte Sophie Ecke (TC 1899 Blau-Weiss) und Philippa<br />

Höpfner (Eintracht Frankfurt) mühelos aus dem Turnier.<br />

Gegen die 30-jährige Sveva Mazzari (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

Finalist<br />

Patrick Fleischhauer<br />

(TC Frohnau)<br />

musste sie sich im ersten Satz etwas anstrengen, dominierte jedoch<br />

im zweiten Satz klar und gewann das Match mit 7:5, 6:1.<br />

Im Finale behielt Zhu mit stoischer Ruhe und Gelassenheit stets<br />

die Kontrolle über das Match. Triquart, bekannt dafür, ihren<br />

Emotionen freien Lauf zu lassen, war im Finale ungewöhnlich<br />

ruhig. Einzig ihr Coach gab fortwährend Anweisungen – obwohl<br />

Coaching laut Regelwerk nicht gestattet ist. Nach<br />

mehrmaliger Intervention durch Zhu erhielt Triquart<br />

vom Schiedsrichter eine Verwarnung, die der Coach<br />

jedoch ignorierte. Letztlich führte das Coaching<br />

nicht zum erhofften Sieg, und Julia Zhu siegte mit<br />

6:2, 6:1 und trug sich in die Siegerliste <strong>2024</strong> ein.<br />

Lukas Maskow greift sich die Siegerprämie<br />

Im wahrsten Sinne des Wortes beim Sundowner<br />

am frühen Abend standen sich Lukas Maskow<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee) und Patrick Fleischhauer<br />

(TC Frohnau) im Finale gegenüber. Was aus<br />

bildgestalterischer Sicht das Herz eines Tennisfotografen<br />

erfreut, kann für die beiden Finalisten für jeden<br />

einzelnen Punktgewinn erschwerend sein. Der stete Wechsel<br />

von Sonne und Schatten, vor allem, wenn der Ball aus dem<br />

Schatten in die pralle Sonne kommt, erfordert hohe Konzentration.<br />

Maskow kam damit besser zurecht und hatte in dieser<br />

Saison einen guten Lauf. Von Runde zu Runde spielte er sich<br />

mit Leichtigkeit durch das Turnier und musste erst im Viertelfinale<br />

gegen Antoni Orlinski (BTC 1904 Grün-Gold) mehr Einsatz<br />

zeigen, um mit 6:2, 7:6 ins Halbfinale zu gelangen. Dort<br />

schlug er Max Pade (TSV Haar) wieder locker mit 6:0, 6:1. Auch<br />

Patrick Fleischhauer hatte in den ersten Runden keine ernsthaften<br />

Gegner und kegelte einen nach dem anderen aus dem<br />

Turnier: Matteo Kelch (TC 1899 Blau-Weiss), Felix Triquart (SV<br />

Zehlendorfer Wespen) und Ben Kuszli (TC SCC). Erst gegen<br />

Lamin Lorenzo da Silva, aktuell für den BTTC Grün-Weiss spielend,<br />

musste sich der knapp zwei Meter große Mann strecken<br />

und mühen. Mit 7:6, 6:1 zog er ins Herren-Finale ein. Dieses<br />

konnte Lukas Maskow mit 6:3, 6:2 für sich entscheiden und<br />

sich damit auch einen ordentlichen Batzen an „Urlaubsgeld“<br />

verdienen.<br />

Claudio Gärtner<br />

„<br />

Wir danken den<br />

Spielern für<br />

Verständnis und<br />

Geduld für die vielen<br />

Unannehmlichkeiten<br />

durch Verlegungen<br />

und Wartezeiten“<br />

Guido Melchert<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

31


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TVBB-Sport<br />

8. Spotrepair Open beim SV Reinickendorf 1896<br />

Malaszszak und<br />

Steinkamp siegen<br />

bei den Aktiven –<br />

Vier Vereine teilen sich<br />

die Senioren-Titel<br />

Die „Spotrepair M. Süß-Open“ beim<br />

SV Reinickendorf 1896 steuern einstweilen auf<br />

die erste Auflage mit einer zweistelligen Zahl<br />

voran zu. Mitte August <strong>2024</strong> fand das sportlich<br />

zweigeteilte Turnier zwar zum gemeinsamen<br />

Termin, aber doch organisatorisch getrennt<br />

statt. Das Ranglistenturnier der Damen<br />

und Herren (ergänzt um einen Mixed-<br />

Wettbewerb) mit Ausschreibungsfeldern von<br />

32 (D), 54 (H) und 16 (MX) Teilnehmern, war<br />

mit insgesamt 3.000,– € Preisgeld dotiert.<br />

Beim Seniorenturnier mit seinen sieben<br />

Wettbewerben (6 Herren, 1 Damen) wurde<br />

um 1.500,– € Gesamtpreisgeld gespielt.<br />

Angesichts der Aufwendungen (Nenngeld,<br />

Anreise, evtl. Unterkunft, Material usw.) ist<br />

der bei Laien immer noch latente Glauben,<br />

mit Tennis könne man reich werden, durch ein<br />

simples Rechenspiel nachhaltig zu widerlegen.<br />

Titelfavorit Markus Malaszczak (TC SCC ) gewinnt bei den Herren<br />

Und so geht es auch bei den Spotrepair Open um den<br />

Spaß an der Sache, und den kann man bei diesem Turnier,<br />

diese Überzeugung ist von Jahr zu Jahr peu á peu<br />

gewachsen, reichlich haben. Als Aktiver und als Zuschauer.<br />

Im Damen / Herren-Turnier waren zunächst die Teilnehmerzahlen<br />

erstaunlich und respektabel, die nahezu folgerichtig<br />

auch ein gutes Niveau der Leistungen auf den Sandplätzen<br />

generierten. 44 Aktive bestückten das 64er Männer-Feld, 30<br />

Frauen das 32er Tableau der Damen. In der Herren-Konkurrenz<br />

kam es im Endspiel zum Aufeinandertreffen der 20-jährigen<br />

Nummer 1 des Feldes Markus Malaszczak vom TC SCC und<br />

der ein Jahr jüngeren Nummer 2 Carl Labitzke vom LTTC “Rot-<br />

Weiß”. Beide hatten ihre dem Rast-Auftakt folgenden vier Matches<br />

ohne größere Probleme bewältigt. Nur einmal blitzte bei<br />

Labitzke im Zweitrunden-Spiel gegen den 26 Jahre älteren<br />

Lokalmatador Timo Fleischfresser (Jahrgang 1979) im 3:6 verlorenen<br />

Auftaktsatz ein Schwächemoment auf. Schnell folgte<br />

aber der Satzausgleich und nach einem 10:3 im Match-Tie-<br />

Break konnte er das Match doch noch für sich entscheiden. Im<br />

weiteren Turnierverlauf konnte Labitzke noch zwei klare Zwei-<br />

Satz-Erfolge gegen Jarvis Bade (TC Weiße Bären Wannsee) und<br />

den 16-jährigen Felix Triquart (SV Zehlendorfer Wespen) verbuchen.<br />

Malaszszak hatte seine Nummer 1-Positionierung mit<br />

Local Hero Gino Gerwien siegt erwartungsgemäß bei den 40ern<br />

vier Zwei-Satz-Siegen nachdrücklich untermauert und sich<br />

zum Titelfavoriten gekürt. Das mit Spannung erwartete Top-<br />

Duell blieb dann aber leider schon im Ansatz stecken, denn Labitzke<br />

musste nach Malaszszaks 1:0-Führung schon nach wenigen<br />

Minuten das Match abschenken, weil er einen anderen<br />

Termin wahrnehmen musste. Aufgegeben. Schade!<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

32<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Leo Stynen (TC Orange-Weiß Friedrichshagen) Dr. Sofia Raevskaia (SV Berliner Bären) gewinnt die Damen 30<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

In den sieben Wettbewerben der Senioren teilten sich vier<br />

Vereine die Open-Titel. Gleich der 30er Männer-Wettbewerb<br />

endete mit einem Gastgeber-Sieg durch den top gesetzten Patrick<br />

Haake, der im Finale der drei Jahre jüngeren Nummer 5<br />

Jens Weisser (BSC Rehberge) beim 6:1, 7:5 erst im zweiten<br />

Durchgang einige Chancen ließ. Davor hatte Haake in seinen<br />

drei Matches ohne Satzverlust (37:12 Spiele) dominiert, Weisser<br />

vom Aufgabesieg gegen Nummer 2 Arne Kulkmann (TC Orange-Weiß<br />

Friedrichshagen) profitiert.<br />

Auch in den 40ern war ein Reinickendorfer der Primus, als<br />

der topgesetzte Local Hero Gino Gerwien die Nummer 4 Leo<br />

Stynen (TC Orange-Weiß Friedrichshagen) in zwei 6:3-Sätzen<br />

dominierte.<br />

Den 50er Wettbewerb holte sich mit Georg Riedel (TC Tiergarten)<br />

ein Ungesetzter den Sieg, der im Endspiel Nummer 2<br />

Dietmar Schwerin (PTC Rot-Weiss) deutlich mit 6:2, 6:2 beherrschte.<br />

Den zweiten TC Tiergarten-Sieg des Turniers holte sich bei<br />

den Herren 55 Tim Schiffers, der im Finale den ungesetzten Andreas<br />

Eckhoff (TC Grün-Weiß Nikolassee) mit 6:3 und 7:5 bezwang.<br />

Beide Finalisten hatten ihre Meriten in ihren drei Begegnungen<br />

davor ohne Satzverlust erworben.<br />

Die 60er, die ihre sieben Gemeldeten in zwei Gruppen teilten,<br />

deren Sieger das Finale bestritten, fanden ihren Gewinner<br />

in Dr. Torben Arlt, der Reinickendorfs Ba Lee in zwei engen<br />

7:5, 7:5-Sätzen bezwang. In der 65er-Kategorie war wieder der<br />

Gastgeber-Verein mit dem Siegen dran, als Nummer 1 Gunther<br />

Raab den ungesetzten Jürgen Thiele (Steglitzer TK) mit 6:2, 6:2<br />

nach Hause schickte. Raab hatte im Halbfinale den arrivierten<br />

Ralph Lißner (TC 1899 Blau-Weiss) mit 2:6, 7:6 und 10:5 niedergekämpft,<br />

Thiele die Nummer 2 Claus-Peter Jahn (TC Bad Weißer<br />

Hirsch Dresden).<br />

Im 12er Feld der Damen 30 verlor die topgesetzte Denise<br />

Kollmannsperger (TC Rot-Weiss Großbeeren) gleich ihr Auftaktmatch<br />

gegen die ungesetzte Linh Nguyen Quok (SV Reinickendorf<br />

1896) mit 3:6, 1:6, die dann auch noch Nummer 3<br />

Maren Kraft (Hermsdorfer SC) mit 6:1, 6:0 aus dem Weg räumte<br />

und im Finale stand. Dort allerdings setzte ihr Nummer 2<br />

Dr. Sofia Raevskaia (SV Berliner Bären) mit 6:0, 6:2 das Stoppzeichen<br />

– die Zahnmedizinerin zeigte in beeindruckender Manier,<br />

wie man den Dingen an die Wurzel geht. Ihre drei Matches<br />

inklusive Finale gegen Constanze Patzig (TC SCC), Nummer 4<br />

Franziska Krüger (Hermsdorfer SC) und Linh Nguyen Quok absolvierte<br />

sie ohne Satzverlust und mit 36:5 Spielen.<br />

Im Mixed fanden sich erstaunliche 14 Paare zusammen,<br />

deren Spaß an dieser besonderen Art eines Spezial-Wettbewerbs<br />

unübersehbar war. Am Ende standen sich zwei jahrgangsältere<br />

Paare im Finale gegenüber, die die „Youngster“<br />

zuvor ausgeschaltet hatten. Die ungesetzten Julian Schleicher<br />

/ Laura Gersbeck vom SV Zehlendorfer Wespen gewannen<br />

in einem spannenden Duell gegen die Reinickendorfer Naomi<br />

Kast / Timo Fleischfresser mit 6:4, 6:7 und 10:5. Im Halbfinale<br />

hatten die „Oldies“ im „Wespen“-Duell auch das topgesetzte<br />

Geschwister-Duo Sophie Triquart / Felix Triquart im Match-Tie-<br />

Break mit 6:2, 2:6 und 10:8 – á la bonheur!<br />

Klaus Weise<br />

Überraschungsfinalistin<br />

Linh Nguyen Quok<br />

(SV Reinickendorf 1896)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

33


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TVBB-Sport<br />

Roman Tennert<br />

Thorsten Cuba<br />

Patrick Haake<br />

Guido Schulz<br />

Michael Stensch<br />

Jens Thron<br />

10. Grunewald Senior Open <strong>2024</strong><br />

Favoriten machten ernst:<br />

Sieben Siege für Topgesetzte,<br />

vier für die Nummer 2<br />

Die Grunewald Senior Open haben 2015 ihre Premiere gefeiert, es kommt<br />

einem vor, als sei es gerade erst gestern gewesen. Dabei ist das nach<br />

mehreren Hochstufungen seit 2021 in der S1-Kategorie geführte Turnier am<br />

Flinsberger Platz in Schmargendorf mit seiner <strong>2024</strong>er Auflage bereits bei der<br />

Nummer 10 angekommen. Und es präsentierte sich im Grunde genommen<br />

wie immer: top besetzt auf den Plätzen des wunderbaren Grunewald TC, gut<br />

besucht von den Fans und Aktiven-Familien und reibungslos organisiert. Dazu<br />

natürlich das sportliche Angebot in 14 Wettbewerben von 30ern bis 75ern.<br />

Der Termin Anfang September brachte es mit sich, dass die<br />

GTC-Senior Open, für viele der Racket-Dauerbrenner, das Farewell<br />

an die Freiluft-Turnier-Saison <strong>2024</strong> waren – ein absolutes<br />

Highlight zum Abschied, das passte! Alles in allem 236 Damen<br />

und Herren wollten daran teilhaben. 20 von ihnen hatten sich<br />

aus Nicht-TVBB-Vereinen acht bundesdeutscher Landesverbände<br />

gen Hauptstadt auf den Weg gemacht, um der Berlin-<br />

Brandenburger Übermacht zu trotzen.<br />

Aus dem TVBB war der TC SCC mit 18 Spielern am stäksten<br />

vertreten, dicht gefolgt vom Gastgeber Grunewald TC mit<br />

17 Teilnehmern. Wie gut das Teilnehmerfeld insgesamt war,<br />

unterstrich die Tatsache, dass neben der nahezu kompletten<br />

Berlin-Brandenburger Seniorenspitze auch zehn Herren und<br />

fünf Damen aus den Top 10 des DTB der diversen Altersklassen<br />

am Start waren.<br />

Zwei Siege in den 14 ausgespielten Wettbewerben gingen<br />

an Nicht-TVBBer, beide bei den Damen, die bei den 40ern<br />

durch die Niedersächsin Anna Blumenberg (TC Grün-Weiß<br />

von 1909) und bei den 60ern mit der Hamburgerin Anne Bielfeldt<br />

(Spielvereinigung Blankenese von 1903) triumphierten.<br />

Die übrigen Erfolge sicherten sich im Dutzend TVBB-Asse, die<br />

durchweg in Berlin-Brandenburger Finals Gastgeber-Siege<br />

einfuhren. Der finale Sonntag stand überwiegend im Zeichen<br />

der Favoriten, die das Geschehen dominierten und belegten,<br />

warum sie in den Setzlisten und in den Rankings ganz oben<br />

standen. Siebenmal gewannen die Topgesetzten die Endspiele,<br />

je zweimal schafften es die an Nummer 2 Rangierten,<br />

einmal war der an Vier geführte Karl-Heinz Mauß (Eberswalder<br />

TC) der Beste, der allerdings ob seiner andauernden Siegesserie<br />

der vergangenen Monate schon vorab als derjenige galt,<br />

den es zu schlagen galt.<br />

Nur zweimal gerieten die Vorwetten in Unordnung, als Malina<br />

Walter vom Gastgeberclub bei den Damen 30 ungesetzt in<br />

einer Fünfer-Gruppe mit 3:1 Siegen die Top-Position vor Franziska<br />

Krüger (Hermsdorfer SC) einnahm, gegen die sie im direkten<br />

Duell mit 6:4, 3:6 und 8:10 verloren hatte. Die an Eins<br />

gesetzte Denise Kollmannsperger (TC Rot-Weiß Großbeeren)<br />

hatte zwei ihrer vier Matches verloren und landete damit nur<br />

auf Platz 4 des Fünfer-Tableaus. Auch bei den Damen 65 gab<br />

es mit Ursula Makowiec (Zehlendorf 88) eine ungesetzte Siegerin,<br />

die sich im Endspiel gegen Sigrid Piotrowski (BSV’92)<br />

mit 6:7, 6:1 und 10:6 durchsetzte. Zuvor hatten beide Finalistinnen<br />

in der Vorschlussrunde die Toprangierten Sigrid Rinow<br />

(SV Blankenese) und Barbara Hummel (Sportfreunde Kladow)<br />

deutlich eliminiert.<br />

Bei den Herren waren, wie bereits angemerkt, Favoritensiege<br />

durchweg an der Tagesordnung. In den acht Wettbewerben<br />

gewann fünfmal der Topgesetzte, zweimal die<br />

Nummer 2. Bei den 30er Herren war Patrick Haake (SV Reinickendorf<br />

1896) souverän, nachdem die Nummer 1 Kolja Nitschke<br />

(NTC “Die Känguruhs”) in seinem Auftaktmatch gegen<br />

Tobias Pingel (BTC 1904 Grün-Gold) nach 0:1-Beginn aufgeben<br />

musste. Haake gewann seine vier Matches im 19er Feld inklusive<br />

Finale ohne Satzverlust und ließ auch Jonathan Quass<br />

(BTC 1904 Grün-Gold) im 6:2, 6:0-Endspiel keine Chance.<br />

Das 40er Finale zwischen Nr. 1 Roman Tennert (TC SCC)<br />

und dem fünf Jahre älteren Thorsten Cuba (NTC “Die Känguruhs”)<br />

war spielerisch zweifellos einer der Höhepunkte der<br />

Open und endete mit dem verdienten 6:3, 6:4-Sieg des „Känguruhs“,<br />

der sich hervorragend auf den SCC-Turnierdauersieger<br />

eingestellt und kaum Schwächen zeigte. „Ich habe mich<br />

bemüht, seine Bälle früh zu nehmen, und das ist ihm offenbar<br />

nicht so gut bekommen. Wenn dann auch noch immer wieder<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

34<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Gerd Hekele<br />

Michael Buttkus<br />

Jörgen Aberg<br />

Andreas Blanck<br />

Nicole Thron<br />

Inken Kröger<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

Winner gelingen, dann kommt am Ende etwas raus, worüber<br />

man sich richtig freuen kann“, meinte Cuba hinterher. Er fand<br />

auf Tennerts Versuche, das Heft des Handelns in die Hand zu<br />

nehmen, meist die richtigen Antworten. „Das war in der Tat<br />

ein Abschied vom Tennis-Sommer, wie er kaum schöner sein<br />

kann. Mir ist es gelungen, auf der Welle weiterzuschwimmen,<br />

die mich schon zuvor seit längerem getragen hat.“<br />

Gleiches galt auch eine Alterskategorie höher bei den Herren<br />

50 für den topgesetzten Sieger Jens Thron (TC SCC), der<br />

seine drei Matches ohne Satzverlust gewann, aber sowohl<br />

im Halbfinale gegen Nummer 4 Dirk Langeloh (Hamburg)<br />

als auch im Endspiel gegen Michael Buttkus (BTC 1904 Grün-<br />

Gold) für seine Verhältnisse erstaunliche sieben Spiele abgeben<br />

musste. Gegen den vier Jahre jüngeren Buttkus hatte<br />

Thron beim 7:6 im ersten Durchgang Mühe, seinen Rhythmus<br />

zu finden, stand beim 5:6 kurz vorm Satzverlust und drehte ihn<br />

doch noch zu seinen Gunsten. „Es sind oft Kleinigkeiten, die<br />

sich dann zu einer Tendenz summieren und plötzlich hat man<br />

Mühe, da wieder rauszukommen. Dass mir das im zweiten Satz<br />

gelungen ist, ich dann zum 6:1 durchmarschierte und meinen<br />

vierten Senioren-S1-Triumph feiern konnte, war der Punkt aufs<br />

’i‘ eines nach meiner Wirbelsäulen-OP im Januar so nicht unbedingt<br />

zu erwarteten Tennis-Sommers“, freute sich Thron.<br />

Dessen Top-Laune wurde zudem noch durch den Damen<br />

50-Turniersieg von Gattin Nicole Thron (TC SCC) gesteigert,<br />

die als Topgesetzte nach drei hohen Zwei-Satz-Siegen auch im<br />

Endspiel gegen die ungesetzte Inken Kröger (SV Zehlendorfer<br />

Wespen) nach 6:7 verlorenem ersten Satz erfolgreich blieb, da<br />

ihre Kontrahentin bei 1:3-Rückstand im zweiten Durchgang<br />

aufgeben musste. Die Herren-Favoriten-Siege setzten sich<br />

nach Throns 50er Open-Erfolg in den höheren Altersklassen<br />

fort. Der topgesetzte „Hermsdorfer Schwede“ Jörgen Aberg<br />

(DTB 2) beherrschte 55-Feld, gab in vier Matches keinen Satz<br />

ab, gewann im Halbfinale gegen SCCer Christopher Blömeke<br />

mit 6:3, 6:1 und im Endspiel gegen Nummer 2 Guido Schultz<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) ebenso unangefochten mit 6:2, 6:0. Auch<br />

bei den 60ern gab es ein Finalduell zwischen Nummer 1 und<br />

Nummer 2, das der topgesetzte Dauerläufer Andreas Blanck<br />

(FVT Klingsor) gegen Michael Stensch (TC SCC) nach einem<br />

umkämpften 7:5, 5:3 Aufg. für sich entschied.<br />

Dass der Herren 65er-Wettbewerb an die Nummer 1 ging,<br />

war angesichts der anhaltenden Dominanz von SCCer Gabriel<br />

Monroy wenig überraschend, sein Finalgegner mit Klubkamerad<br />

Christoph Dux aber war es durchaus. Monroy gewann<br />

seine vier Matches inklusive Finale ohne Satzverlust und<br />

mit 48:7 Spielen, Dux zog ins Endspiel nach Rast, Zwei-Satz-<br />

Sieg gegen Rudolf Haas (TC Frankfurt / Oder), 10:6-Match-Tie-<br />

Break-Erfolg gegen Nummer 4 Gunther Raab (SV Reinickendorf<br />

1896) und dank des Halbfinal-Nichtantretens des an Zwei<br />

gesetzten Erwin Skamrahl (Braunschweiger THC). Gegen Monroy<br />

blieb Dux aber beim 2:6, 1:6 ohne Chance.<br />

Die Serie der Nummer 1-Erfolge hielt auch bei den Herren<br />

70 an, auch wenn sich der topgesetzte Norbert Walter (TC<br />

Frohnau) in zwei seiner vier Partien über den Match-Tie-Break<br />

zum Sieg mühen musste. Sowohl gegen Maximilian Pöppl<br />

(TK Blau-Gold Steglitz) als auch im Halbfinale gegen Nummer<br />

3 Harald Krones (Hermsdorfer SC) brachte Walter den Entscheidungssatz<br />

mit 10:5 auf seine Seite und kämpfte nicht nur<br />

die Gegner, sondern auch die präsenten körperlichen Blessuren<br />

nieder. Das Endspiel gegen den Blau-Weissen Gerd Hekele<br />

war einen Satz lang beim 6:1 eine klare Sache, im zweiten<br />

musste Walter alle Kräfte mobilisieren, um beim 7:5 eine Spielverlängerung<br />

zu vermeiden.<br />

In der jahrgangsältesten Spielklasse bei den Herren 75 war<br />

– nicht unerwartet – die Nummer 4 des 21er Feldes, Karl-Heinz<br />

Mauß vom brandenburgischen Eberswalder TC, der Souveräne<br />

des Wettbewerbs. Der Sommer-Dauersieger, der nur in<br />

einem Turnier, in dem er startete, nicht gewann, holte sich in<br />

überzeugendem Stil und mit Klasse mit vier Zwei-Satz-Siegen<br />

den Open-Triumph und war dabei zweifellos einer der spielerischen<br />

Höhepunkte des gesamten Turniers. Finalgegner Julian<br />

Sargent (TC Grün-Weiß Lankwitz) blieb auch im sechsten<br />

bilateralen Vergleich beim 1:6, 2:6 ohne echte Siegchance<br />

und erkannte die überlegene Klasse nach dem Spiel beim gemeinsamen<br />

Drink neidlos an. „Eine Zeitlang habe ich in den<br />

vergangenen Jahren nur Mannschaftsspiele und keine Turniere<br />

bestritten. Seit zwei Jahren habe ich viel mehr trainiert und<br />

auch in niedrigeren Altersklassen gegen richtig gute Leute gespielt.<br />

Das hat sich ausgewirkt“, erklärte Mauß seine Erfolge.<br />

Klaus Weise<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

35


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TVBB-Sport<br />

Monique Lauterbach (Tennis- u. Hockey-Club Ahrensburg)<br />

Anja Sievers (BTC Rot-Gold)<br />

Senior Weiß-Rot Cup <strong>2024</strong><br />

Sieger aus elf unterschiedlichen<br />

Vereinen<br />

Bei herrlichem Tenniswetter startete das Traditionsturnier „Senior Weiß-Rot<br />

Cup“ in zwölf Konkurrenzen, wobei 14 Konkurrenzen angeboten wurden.<br />

Leider „schwächelten“ die Damenkonkurrenzen etwas. Ansonsten gab es<br />

beim S2-Turnier eine tolle Mischung aus deutschen Ranglistenspielern, “LK-<br />

Punkte-Jägern“, und bewegungsfreudigen Freizeitspielern. Im nächsten Jahr<br />

sollen dann weitere Konkurrenzen dazukommen und hoffentlich wieder mehr<br />

Damen auf dem Court stehen.<br />

Martin Groeger<br />

(Tennis-Club Tiergarten)<br />

Mit Jörg Reichert (BTC 1904 Grün-Gold) und Wolfgang Dröge<br />

(TC Grün-Weiß Lankwitz) standen sich die Nummer 3 und 4 der<br />

Setzliste im Finale der H75 gegenüber. Sie nahmen jeweils die<br />

beiden topgesetzen Spieler aus dem Turnier. Das Finale konnte<br />

Reichert mit 7:5 und 6:4 für sich entscheiden, wobei Wolfgang<br />

Dröge das Halbfinale gegen Michael Holz (Nummer 1, THC von<br />

Horn und Hamm) wohl noch in den Beinen hatte.<br />

Bei den H70 wurde Manfred Schütt (Harburger SC) seiner<br />

Favoritenrolle gerecht, auch das Finale gegen Harald Krones<br />

(Hermsdorfer SC) gewann er deutlich.<br />

Im H60 Finale konnte sich der an Nr. 1 gesetzte Torben Arlt<br />

(TC Rot-Weiß Dessau) mit seinem offensiveren Spiel gegen Martin<br />

Groeger in zwei Sätzen durchsetzen, nachdem er im Halbfinale<br />

gegen Sven Rückbrod (BTC Gropiusstadt) noch in den<br />

Match-Tie-Break musste.<br />

Klarer Favorit in der H55 Konkurrenz war die Nummer 2<br />

Deutschlands, Jörgen Aberg (Hermsdorfer SC). Er ließ auch<br />

keine Zweifel aufkommen und gewann das Finale gegen Guido<br />

Schulz (LTTC “Rot-Weiß”).<br />

Einen ähnlichen Stand gab es auch bei den H50, der Topgesetzte<br />

Michael Buttkus (BTC 1904 Grün-Gold) gab im gesamten<br />

Turnierverlauf nur ein Spiel ab, das bekam auch Georg Riedel<br />

(TC Tiergarten) im Finale zu spüren.<br />

Timo Pohle (TC 1899 Blau-Weiss), die Nummer 1 der Setzliste,<br />

dominierte die H45er Konkurrenz, da konnte auch Florian<br />

Stelljes (TC Weiße Bären Wannsee) im Finale nichts ausrichten.<br />

Souverän setzten sich im H40er Feld die beiden Topgesetzen<br />

Roman Tennert (TC SCC) und Ian Leonhardt (TC Blau-Gold Wuhlheide)<br />

bis ins Endspiel durch. Im Finale brauchte Tennert wieder<br />

einen Satz, ehe er sich fing und den zweiten Satz sowie den<br />

Match-Tie-Break klar für sich entscheiden konnte.<br />

Bei den H30 stand erwartungsgemäß Kolja Nitschke (NTC<br />

„Die Känguruhs“), die Nummer 9 Deutschlands, im Finale gegen<br />

den zuvor sehr gut aufspielenden Lewis van Splunteren (TC<br />

Grün-Weiß Baumschulenweg). Leider konnte das Finale nicht<br />

stattfinden, da Nitschke sich eine Erkältung eingefangen hatte.<br />

Kurios: Im Halbfinale kam Nitschke gegen Alexandre Schuck<br />

(SV Reinickendorf 1896) ohne Spiel weiter. Wie die Tenniswelt<br />

manchmal halt so spielt!<br />

Karin Reinhard (TC Lichtenrade Weiß-Gelb), ebenfalls die<br />

Nummer 9 Deutschlands und Nummer 1 der Setzliste, erkämpfte<br />

sich im Halbfinale gegen Ute Mattausch (TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee) den Finaleinzug. Hier kam ihnen dann der parallel<br />

stattfindende Laver Cup in die Quere und somit stand Karin<br />

ohne Spiel gegen Monika Ziegler (TC Grün-Weiß Nikolassee) als<br />

Siegerin der D60 fest.<br />

Die D55 Konkurrenz starteten leider nur in Kästchenspielen,<br />

aber jede Teilnehmerin hatte dabei vier Spiele sicher. Hier konnte<br />

sich in einem phänomenalen Match Christiane Junker (TC<br />

Schwarz-Weiss Merzig) gegen Stefanie Reimann<br />

(Zehlendorf 88) den Sieg sichern.<br />

Eine Round Robin Runde wurde auch bei<br />

den D50 gespielt. Hier holte sich die laufstarke<br />

Monique Lauterbach (THC Ahrensburg)<br />

mit 4:0 Punkten den Turniersieg.<br />

Einzig Simone Schmidt (TC Wilmersdorf)<br />

konnte Monique einen Satz abnehmen.<br />

Im „Achterfeld“ der D40 standen sich<br />

die Topgesetze Petra Stauder (BSV’92) und<br />

Sonja Koesling (BTC Rot-Gold) gegenüber.<br />

Petra gewann mit 6:1, 6:0 zwar recht deutlich,<br />

hier spiegelt das Ergebnis nicht das<br />

Match wider. Es gab viele lange Ballwechsel<br />

und die Spiele kamen selten ohne „Einstand“<br />

aus!<br />

Nelli Beder<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

36<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

Ç<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

Weiß-Rot Cup <strong>2024</strong><br />

Siege für Favoritin und<br />

Dauerbrenner<br />

Mit Rekordanmeldungen bei den Damen und zahlreichen<br />

Anmeldungen bei den Herren wurde der Weiß-Rot Cup (A6) wieder zu<br />

einer organisatorischen Herausforderung. Hinzu kamen Aufstiegsspiel-<br />

Ansetzungen, Lehrgänge und der Laver Cup als weitere „Hürden“. Auch<br />

hier konnte man gemeinsam mit den Teilnehmern Lösungen finden.<br />

Gegen krankheitsbedingte Ausfälle gab es leider keine Mittel.<br />

Tristan Wolke (TC SCC)<br />

Bei den Damen standen sich die Topgesetzen Sophie Triquart<br />

(SV Zehlendorfer Wespen) und Adelina Krüger (LTTC “Rot-<br />

Weiß”) im Finale gegenüber. Sophie siegte in ihren Auftaktbegegnungen<br />

gegen Selin Lingnau (SV Berliner Bären) und<br />

Marlene Melchior (BTTC Grün-Weiss) klar, auch ihre Mannschaftskollegin<br />

Diana Rust konnte sie im Viertelfinale nicht<br />

stoppen. Einzig Hannah Pieper (TC Frohnau) forderte Sophie<br />

im Halbfinale alles ab, nach spektakulären Rallys hatte Sophie<br />

im Match-Tie-Break knapp die Nase vorn. In der unteren Hälfte<br />

startete Adelina gegen Tabea-Sophie Taubert (TSV Glinde von<br />

1930) ebenso souverän durch. Im Viertelfinale wartete dann<br />

Sophie Triquart ( Zehlendorfer Wespen)<br />

aber mit Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss) eine richtige Herausforderung.<br />

Nachdem Adelina im ersten Satz von Lena quasi<br />

„überrollt“ wurde, fing sich Adelina und somit konnte sie den<br />

zweiten Satz für sich verbuchen. Beim darauffolgenden Match-<br />

Tie-Break, der an Spannung kaum zu überbieten war, hatte<br />

Adelina das bessere Händchen. Das Halbfinale gegen Zora<br />

König (SV Zehlendorfer Wespen) wurde von König aufgegeben,<br />

da es zu terminlichen Überschneidungen kam. Sophie spielte<br />

im Finale sehr fokussiert, Adelina drehte im zweiten Satz nochmal<br />

richtig auf, Sophie blieb aber weiterhin konzentriert und<br />

holte sich mit einem Tiebreak ihren ersten Weiß-Rot Cup-Titel.<br />

Bei den Herren hieß das Finale Tristan Wolke (TC SCC), der<br />

„Dauerbrenner“ und Zweiter der Setzliste, gegen Umut Akkoyun<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee). Wobei Tristan auf dem Weg<br />

ins Finale einige schwere Spiele hatte. Es fing im Viertelfinale<br />

mit Lennart Kleeberg (TC Frohnau) an und setzte sich im Halbfinale<br />

gegen Felix Triquart (SV Zehlendorfer Wespen) fort, so<br />

dass Tristan erst durch einen sehr engen Match-Tie-Break den<br />

Halbfinalsieg schaffte. Der Finaleinzug<br />

von Umut ist hingegen gegensätzlich<br />

gelaufen. Die Auftaktspiele gegen Nicolas<br />

May (BTTC Grün-Weiss) und Felix<br />

Zabel (TC SCC) entschied Umut sehr<br />

deutlich für sich. Im Viertel- und Halbfinale<br />

mussten jeweils Luca Schiller (LTTC<br />

“Rot-Weiß”) und Andrej Grozdanovic (TC<br />

“Weiße Bären” Wannsee) beim Stand von<br />

1:0 krankheitsbedingt aufgeben. Im Finale<br />

hatte Tristan noch das am Vormittag<br />

gespielte Halbfinale in den Beinen, ehe<br />

er im zweiten Satz und im folgenden<br />

Match-Tie-Break zu seinem unnachahmlichen<br />

Spiel finden konnte. Somit holte<br />

sich Tristan zum vierten Mal in Folge den<br />

Weiß-Rot Cup-Titel.<br />

Es gab wieder Tennis auf höchstem<br />

Niveau, die Zuschauer konnten in einer<br />

harmonischen Atmosphäre grandiose<br />

und spannende Spiele sehen, deshalb<br />

freuen sich die Veranstalter schon auf<br />

den Weiß-Rot Cup im kommenden Jahr.<br />

Nelli Beder<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

37


Ç<br />

TVBB-Sport<br />

Spieler und Betreuer<br />

1. Berliner Weiß-Rot Cup <strong>2024</strong> –<br />

Blinden- und Sehbehindertenturnier<br />

Premiere:<br />

Der Schaumstoffball<br />

mit Rasseln fliegt<br />

nun auch in Berlin…<br />

Beim TC Weiß-Rot Neukölln wurde vom 09. – 11.<br />

August der 1. Berliner Weiß-Rot Cup, ein Blindenund<br />

Sehbehindertenturnier ausgetragen. Insgesamt<br />

gab es zwölf Teilnehmer, die abhängig vom Grad<br />

ihrer Sehbehinderung, in jeweils drei Gruppen (B1,<br />

B2 und B3/ B4) antraten. Die weiteste Anreise hatte<br />

Naqi Rizvi aus London. Mit Bianka Gräming, Lars<br />

Stetten (beide vom TC Ludwigsfelde) und Martin<br />

Oswald (SV Zehlendorfer Wespen) traten auch einige<br />

Aktive vom TVBB an. Damen und Herren wurden<br />

zusammengelegt, B1 spielte im Minicourt und B2, B3/<br />

B4 spielte im Midcourt, jeweils zwei Gewinnsätze bis<br />

vier und mit No-Ad.<br />

In der B1 (0 % Sehstärke) Konkurrenz setzte sich Naqi Rizvi gegen Lars Stetten und<br />

Bianka Gräming durch und holte sich u. a. mit seiner sehr guten Aufschlagtechnik<br />

den Turniersieg. Beim Spiel um Platz drei zwischen Bianka und Kirsten Linck (THC<br />

Lüneburg) gab es im gesamten Turnier mit 14:12 den längsten Satz-Tiebreak. In der<br />

B2 (ca. 5 %) Gruppe war Sascha zur Borg (Hamburger SV) einfach zu stark, somit ging<br />

es hauptsächlich um Platz zwei, den sich Jürgen Klapschuweit (Meißner TC) vor Martin<br />

Oswald sicherte. In der reinen Männergruppe B3/B4 (ca. 10 %) gab es sogar Hinund<br />

Rückspiele. Hier hatte Christian Schäfer (PFSV Düren) die Favoritenrolle inne, obwohl<br />

Tobias Nitschmann (TC Jagst Langenburg) ihn einmal in den Match-Tie-Break<br />

drängen konnte. Trotzdem holte Christian sich souverän den 1. Berliner Weiß-Rot Cup<br />

Sieg vor Tobias. Platz drei ging an Christian Marx (Hamburger SV).<br />

Als Pokale gab es die berühmten Buddy Bären, die bei den Spielern sehr gut ankamen.<br />

Selbstverständlich fließen alle Ergebnisse in die deutsche Rangliste ein. Es<br />

hat allen Teilnehmern so großen Spaß gemacht, dass sogar außerhalb des offiziellen<br />

Turniers mit den Helfern und Vereinsmitgliedern Doppel oder Mixed gespielt wurde.<br />

Sie ließen sich auch von den hohen Temperaturen nicht bremsen. Anschließend war<br />

täglich in gemütlicher Runde, ein gemeinsames Grillbuffet angesagt, welches durch<br />

Spenden unserer Mitglieder kostenfrei angeboten werden konnte. So danken die Veranstalter<br />

vor allem dem Anlagenwart und seinen Helfern, da die Plätze aufwändig mit<br />

speziellen Linien und Unmengen an Nägeln präpariert werden mussten. Ein großer<br />

Dank geht ebenfalls an alle Helfer und Spender, da ohne sie ein solches Turnier nicht<br />

stattfinden könnte!<br />

Es ist wunderbar, dass es Vereine wie den TC Ludwigsfelde, die SV Zehlendorfer<br />

Wespen und nun auch den TC Weiß-Rot Neukölln gibt, die Blindentennis aktiv unterstützen!<br />

Es ist auch allen bewusst, welche Bedeutung der Sport im Leben aller hat<br />

und wie wichtig inklusives Engagement in den Vereinen und Verbänden ist.<br />

Nelli Beder<br />

Fotos: Nelli Beder<br />

38<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

Lars Stetten, hinten Bianka Gräming (B1, TC Ludwigsfelde)<br />

Kirstin Linck (B1, THC Lüneburg), hinten Naqi Rizvi (aus London)


TVBB-Sport<br />

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3. Benefit Team Cup, International Club Berlin (ICB)<br />

“AUFSCHLAG GEGEN DIABETES“<br />

Bekannt geworden unter dem Namen „Charity Cup" hat Georgina Löprich-Gräßler vor zwei Jahren die<br />

von ihr einst ins Leben gerufene Veranstaltung in den Benefit Team Cup umbenannt. Ging der Erlös<br />

des Events in den letzten beiden Jahren zugunsten der Berliner Rollstuhltennisspieler Marcus und Max<br />

Laudan, um sie auf ihrem Weg zu den Paralympics in Paris <strong>2024</strong> zu unterstützen, entschied Löprich-<br />

Gräßler die Einnahmen der diesjährigen Veranstaltung der Alexander Zverev Foundation zu stiften.<br />

Fotos: Georgina Löprich-Gräßler<br />

Die unter dem Motto „Aufschlag gegen Diabetes“ ins Leben gerufene<br />

Organisation unterstützt vor allem an Diabetes (Typ 1)<br />

erkrankte Kinder durch die Bereitstellung von lebensrettendem<br />

Insulin und weiteren, lebensnotwendigen Medikamenten. Alexander<br />

Zverev selbst ist ebenfalls von der Krankheit betroffen,<br />

lässt sich aber trotz Diagnose nicht davon abbringen, seinen<br />

Traum als Profisportler zu leben. Eine der Eigenschaften, für<br />

die er auch von der 16-jährigen Emilia von Reibnitz bewundert<br />

wird, die seit klein auf in der im International Club Berlin (ICB)<br />

beheimateten Tennisschule von Löprich-Gräßler trainiert und<br />

im Alter von 2 Jahre an Diabetes Typ I erkrankte. Inspiriert von<br />

ihrem großen Vorbild Alexander Zverev ist auch sie eine leidenschaftliche<br />

und ehrgeizige Tennisspielerin, die vor Kurzem von<br />

einem USA-Schulaufenthalt zurückkehrte, wo sie erfolgreich<br />

für das dortige Tennisteam aufschlug und sogar als MVP-Player<br />

ausgezeichnet wurde.<br />

Wie viel Löprich-Gräßler Emilias Werdegang bedeutet und<br />

wie viel Herzblut sie jedes Jahr in die Veranstaltung steckt,<br />

wurde auch von ihren „Pro´s“ gewürdigt, die in diesem Jahr<br />

zahlreich vertreten waren. Darunter Juliane Triebe und Felix<br />

Triebe, Carsten Becher, Felix Obst, Nico Combes, Tonia Fößmeier,<br />

Philipp Eberhard, André Gräßler, Timo Dobrowolski, Florian<br />

Misch, Filip Papierz, Christoph Klingenberg und Vincent<br />

Holten. Modus des Turniers war ein Team-Cup auf Zeit, der aus<br />

acht Teams mit jeweils einem oder zwei Pro’s als Kapitänen<br />

und zwei ICB-Mitgliedern bestand. Gespielt wurde nur Doppel<br />

und Mixed. Die punktbesten Teams qualifizierten sich für die<br />

Halbfinalspiele, die direkt im Anschluss an die Gruppenspiele<br />

stattfanden. Sieger wurde bei seiner 12. Teilnahme und damit<br />

Teilnahme-Rekordhalter der Pro’s, Felix<br />

Obst vom BSV’92 zusammen mit Florian<br />

Misch (FVT Heilandsweide) und dem ICB-<br />

Mitglied Guido Heffels, die sich im Finale<br />

gegen das Team von Juliane Juliane Triebe (BSV’92) und Timo<br />

Dobrowolski (FVT Heilandsweide) zusammen mit Henri Reininger<br />

und Hanns Joachim Fredrich vom ICB in einem packenden<br />

und dramatischen Match durchsetzen. Denn nach Abpfiff<br />

der Zeit stand es unentschieden, sodass ein Super-Tie-Break bis<br />

drei Punkte die Entscheidung bringen musste.<br />

Als weiteres Highlight gab es ein Showmatch zwischen<br />

dem Blau-Weissen Philipp Eberhard und BSVer Nico Combes<br />

gegen seine Klubkameraden Carsten Becher und Felix Obst,<br />

„die TVBB-Verbandsmeister der Herren 30 der vergangenen<br />

zwei Jahre“, wie TVBB-Vizepräsident Jugend Roland Goering,<br />

der sich die Veranstaltung live vor Ort anschaute, anerkennend<br />

bemerkte.<br />

Insgesamt kam eine Spendensumme von 1.200,– € zusammen,<br />

die stellvertretend von Klaus Eberhard als einer der<br />

drei Verantwortlichen der Alexander Zverev Stiftung in Empfang<br />

genommen wurde. Da dieser aber im Stau auf dem<br />

Rückweg aus Hamburg steckte, sprang kurzerhand sein Sohn<br />

Philipp ein und nahm den Scheck bei der abschließenden<br />

Siegerehrung dankend im Namen der Alexander Zverev Stiftung<br />

entgegen. Die strahlende und überglückliche Organisatorin<br />

Löprich-Gräßler fasste die Veranstaltung mit den Worten zusammen:<br />

„Ein toller Tag, tolle Teilnehmer, tolle Stimmung und<br />

natürlich fantastisch, dass alle Pro-Legenden dabei waren.“<br />

Linda Fritschken<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

39


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TVBB-Sport<br />

70. Friedrichshagen Open<br />

Yannic Nittmann (RTHC Bayer Leverkusen)<br />

70. Friedrichshagen Open <strong>2024</strong><br />

Berliner Sieg durch Julia Zhu<br />

und „Auswärtserfolg“ von<br />

Yannic Nittmann<br />

Die Friedrichshagen Open der Tennis-Damen und Herren sind ein Tennisturnier mit<br />

Geschichte an einem durchaus historischen Platz. Den Ausrichter-Verein TC Orange-<br />

Weiß Friedrichshagen gibt es bereits seit 1908, nach dem 2. Weltkrieg setzte er 1946 mit<br />

dem „Turnier des Ostens“ ein Zeichen für den Neuaufbau der Sportbewegung. Mitte der<br />

50er wurde daraus das Internationale Turnier, neben Zinnowitz an der Ostsee einziger<br />

spitzensportlicher Höhepunkt des Racketsports in der DDR, bei dem sich auch einige Stars<br />

aus den anderen Ostblock-Ländern sehen ließen.<br />

Nach Höhen und Tiefen fanden nach<br />

der politischen Wende in der DDR<br />

Ende der 80er, Anfang der 90er<br />

Jahre mit der Wiedervereinigung peu á peu<br />

Schritte für die Wiedererweckung ambitionierter<br />

Tennistraditionen statt. Anfang August<br />

2000 gab es mit den „Berlin Open“<br />

sogar ein ATP-Future-Turnier um 15.000 $<br />

Preisgeld. Danach wurden die „Friedrichshagen<br />

Open“ zurück ins Leben gerufen – nun<br />

fanden sie zum 70. Mal statt, zum wiederholten<br />

Male unter der Schirmherrschaft<br />

von Maik Penn (CDU), Mitglied des Berliner<br />

Abgeordnetenhauses. 9.500,– € Preisgeld<br />

waren insgesamt für die Wettbewerbe der<br />

Damen (A5) und Herren (A2) ausgelobt. Um<br />

die Prämien bewarben sich zwei volle 32er-<br />

Damen- und 64er Herren-Felder, an denen<br />

Aktive aus Nicht-TVBB-Vereinen immerhin<br />

mit neun (Damen) bzw. 16 Aktiven (Herren)<br />

teilnahmen.<br />

Gastgeber Friedrichshagen war im Herren-Feld<br />

gleich mit zehn Akteuren vertreten,<br />

von denen fünf ihr Auftaktmatch gewannen,<br />

dann aber allesamt in der zweiten Runde<br />

die Segel streichen mussten. Im Herren-Finale<br />

standen sich am Ende mit dem an Vier<br />

gesetzten Yannic Nittmann vom RTHC Bayer<br />

Leverkusen und der Turnier-Nummer 2 Lieven<br />

Mietusch vom badischen 1. TC Rot-Weiß<br />

Wiesloch zwei „Auswärtige“ gegenüber,<br />

für die sich die weite Anreise in den Osten<br />

der Hauptstadt gelohnt hatte. Die beiden<br />

17-Jährigen waren als Nummer 120 (Nittmann)<br />

und 100 des DTB-Herrenrankings<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

40<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Julia Zhu (TC SCC)<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

<strong>2024</strong><br />

nach Papierform die Favoriten und setzten<br />

diese Rolle auch weitgehend adäquat um.<br />

Mietusch hatte im Open-Verlauf auf<br />

Augenhöhe überzeugt und fünf Spiele ohne<br />

Satzverlust eindrucksvoll gewonnen. Nittmann<br />

musste zwar in seinem ersten Auftritt<br />

gegen Julian Klose (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

beim 6:3, 4:6, 6:2-Erfolg einen Satzverlust<br />

hinnehmen, aber der sollte in den folgenden<br />

fünf Matches inklusive Finale sein<br />

einziger bleiben. Im Endspiel gegen Lieven<br />

Mietusch, welches er mit 6:2 und 6:4 für<br />

sich entschied, zeigte er sich erneut dominant,<br />

kreativ und souverän. Seine Leistungskurve<br />

blieb bis auf den kurzen Ausrutscher<br />

zu Beginn konstant, er zeigte durchweg Toptennis<br />

und wurde der verdiente Gewinner<br />

der 2.600,– € Siegprämie.<br />

Bei den Damen standen sich im Finale<br />

die Nummer 4 der Setzliste und die Topgesetzte<br />

gegenüber. Die SCCerin Julia Zhu,<br />

Nummer 146 im DTB-Damenranking, gewann<br />

das Finale gegen die an Eins gesetzte,<br />

fünf Jahre ältere Anica Stabel vom LTTC<br />

“Rot-Weiß” nach zwei harten, erst in den<br />

Verlängerungen entschiedenen Sätzen mit<br />

jeweils 7:5. 1.000,– € Siegprämie waren<br />

der Lohn, Stabel musste sich mit 600,– €<br />

„Schmerzensgeld“ begnügen. Auf dem Weg<br />

ins Finale waren beide in vier Begegnungen<br />

ohne Satzverlust geblieben, wobei Stabel<br />

noch einen Tick stärker wirkte. Sie verbuchte<br />

in ihren Matches 8:0 Sätze und schaltete<br />

dabei u.a. auch Vorjahressiegerin Nadja<br />

Meier (PTC Rot-Weiss) aus, ehe Julia Zhu<br />

das Stoppzeichen setzte. Zhu hatte ihre vier<br />

Matches ähnlich souverän gewonnen. Das<br />

Endspiel bot somit wenig überraschend ein<br />

Duell auf Augenhöhe. In dem hatte die SCC-<br />

Matadorin am Ende einige Male häufiger ein<br />

besseres Händchen, Auge und erfolgreiche<br />

Entscheidungen.<br />

Auch die Nebenrunden mit jeweils sieben<br />

Akteuren boten gutes Tennis bei nahezu<br />

optimalen Bedingungen. Bei den Damen<br />

gewann Sabrina Ehrenfort (TC 1899 Blau-<br />

Weiss) das Finale, bei den Herren war Emil<br />

Enseleit (SV Grün-Weiß Bergfelde) der Beste.<br />

Alles in allem war das „70.“ ein Event, das<br />

unter der Regie des Turnierausschusses mit<br />

dem OW-Vorsitzenden Olaf Zachrau an der<br />

Spitze nicht rentenalter-ergraut daher kam,<br />

sondern frisch und lebendig. Ganz so wie<br />

das urbane Drumherum des 1753 von Friedrich<br />

Zwo gegründeten Kolonistendorfes,<br />

das heute Teil des Stadtbezirks Treptow-Köpenick<br />

ist. Die „70“ also ist kein Anlass für<br />

Weh-, sondern vielmehr für Frohmut und<br />

ein „Allez!“ im Sinne des Pariser Olympias.<br />

Und für den Autor des Beitrags Gelegenheit,<br />

eines seiner Lieblings-Zitate unterzubringen<br />

und zur Verlängerung des „Fackelzuges“<br />

aufzufordern. Wie sagte doch die<br />

wunderbare Hollywood-Actrice Katharine<br />

Hepburn so schön: „Je älter man wird, desto<br />

mehr ähnelt die Geburtstagstorte einem<br />

Fackelzug …“<br />

Klaus Weise<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

41


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TVBB-Sport<br />

Souveräne Siegerin: Marta Lesniak<br />

RoskosMeier BSV‘92 OPEN <strong>2024</strong><br />

Jonas Hartenstein und Marta Lesniak<br />

siegen souverän<br />

Auch in diesem Jahr boten die RoskosMeier BSV‘92 OPEN auf der Anlage des Berliner<br />

Sport-Vereins 1892 in Berlin-Wilmersdorf Tennis auf höchstem nationalem Niveau. Vom<br />

7. bis 11. September <strong>2024</strong> fanden sich Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland<br />

ein, um in der vierten Auflage dieses prestigeträchtigen Turniers (DTB-Kategorie A-2<br />

Herren, A-3 Damen) um insgesamt 12.500,– € Preisgeld zu kämpfen.<br />

Besonderer Dank gebührt dem neuen Hauptsponsor, der Allianz<br />

Generalvertretung Roskos & Meier, die nicht nur durch finanzielle<br />

Unterstützung, sondern auch durch großes persönliches<br />

Engagement glänzte. Mit dem Slogan „Wir nehmen es<br />

persönlich“ trugen sie maßgeblich zum Erfolg des Turniers bei.<br />

Hervorzuheben ist aber auch der frühere Sponsor Julian Kunz,<br />

dessen Unterstützung in den Vorjahren eine wesentliche Rolle<br />

bei der Entwicklung der BSV‘92 OPEN gespielt hat. Unter seiner<br />

Schirmherrschaft wurde das Preisgeld 2022 auf 12.500,– € erhöht,<br />

wodurch das Herrenturnier in die DTB-Kategorie A-2 aufstieg<br />

und noch mehr nationale Topspieler nach Berlin lockte.<br />

Damenkonkurrenz: Marta Lesniak triumphiert erneut<br />

Bei den Damen zeichnete sich schnell ein spannender<br />

Verlauf ab. Zwar galten Franziska Sziedat (Potsdamer TC<br />

Rot-Weiß) und Jana Bögner (THC von Horn und Hamm)<br />

aufgrund der Setzliste als Favoritinnen, doch beide<br />

konnten ihren Erwartungen nicht gerecht werden. Sziedat<br />

musste im Viertelfinale verletzungsbedingt aufgeben,<br />

und Bögner unterlag bereits im Achtelfinale.<br />

Dies ebnete den Weg für Juliane Triebe (BSV‘92), die<br />

bei ihrem Heimturnier bis ins Finale vordrang. Dort traf<br />

sie auf die Seriensiegerin und Titelverteidigerin Marta<br />

Lesniak (Potsdamer TC Rot-Weiß). Lesniak, ehemalige Nr.<br />

418 der WTA-Weltrangliste, präsentierte sich erneut in<br />

Topform und sicherte sich mit einem beeindruckenden<br />

6:0, 6:1 ihren vierten Titel in Folge bei den BSV‘92 OPEN.<br />

Marcel Volz (TC Blau Weiß Oberweier) serviert auf<br />

Jonas Pelle Hartenstein (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Juliane Triebe (Berliner<br />

Sport-Verein 1892)<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

42<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Dreisatz-Sieger Jonas Hartenstein<br />

Herren: Jonas Hartenstein entthront den Titelverteidiger<br />

In der Herrenkonkurrenz kam es zum erwarteten Showdown<br />

zwischen den Topgesetzten. Der Vorjahressieger Markus Malaszszak<br />

(TC SCC) und der an Nummer 2 gesetzte Jonas Hartenstein<br />

(TC 1899 Blau-Weiss) erreichten über verschiedene Wege<br />

das Finale. Während Malaszszak in seinen Matches kaum Spiele<br />

abgab, kämpfte sich Hartenstein über teils enge Partien ins<br />

Endspiel.<br />

Marc Blume vom BSV‘92 konnte ebenfalls für eine Überraschung<br />

sorgen und spielte sich als Lokalmatador bis ins<br />

Viertelfinale. Dort musste er sich zwar dem späteren Halbfinalisten<br />

Dimitris Sakellardis vom TC Bernhausen geschlagen<br />

geben, doch zuvor besiegte Blume in einem spannenden<br />

Match den an Nummer 4<br />

gesetzten Patrick Fleischhauer<br />

(TC-Frohnau) mit 6:3,<br />

7:6. Damit feierte Blume<br />

einen der größten Erfolge<br />

seiner bisherigen Tenniskarriere<br />

und zeigte einmal<br />

mehr seine Klasse auf heimischem<br />

Boden.<br />

Vor dem Finale sah<br />

es nach einer Titelverteidigung<br />

für Malaszszak<br />

aus, doch Hartenstein, bekannt<br />

für seine Geduld und seine starken Netzangriffe, setzte<br />

sich am Ende in einem spannenden Dreisatzmatch mit 6:3, 3:6,<br />

6:3 durch und sicherte sich damit den Titel. Bemerkenswert: Bei<br />

den Herren konnte bislang noch kein Spieler das Turnier zweimal<br />

gewinnen.<br />

Markus Malaszszak<br />

(TC SCC) pusht sich<br />

immer wieder an<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

Fazit und Ausblick<br />

Die RoskosMeier BSV‘92 OPEN <strong>2024</strong> waren erneut ein großer<br />

Erfolg und unterstrichen ihren Stellenwert als eines der Top-<br />

Turniere in Berlin. Die Zuschauer erlebten hochklassiges Tennis,<br />

und sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gab es<br />

spannende und überraschende Wendungen.<br />

Ein besonderer Dank geht an den souveränen Stuhlschiedsrichter<br />

der beiden Finalmatches, Joan Rodriguez, sowie an die<br />

Turnierleitung um Marcel Stelter, Roland Goering und Steven<br />

Michaelis. Das professionelle Engagement und die reibungslose<br />

Organisation haben maßgeblich zum Erfolg der Roskos-<br />

Meier BSV‘92 OPEN beigetragen. Nicht zuletzt gilt der Dank der<br />

Veranstalter auch den zahlreichen fachkundigen Tennisfans,<br />

die mit ihrer Begeisterung und Unterstützung das Turnier wieder<br />

zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben.<br />

Michael Lingner<br />

Energiebündel Daria Remetean (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

9. STK Babolat Open Senioren<br />

In neun Wettbewerben<br />

gewinnen sieben Mal die<br />

Topgesetzten<br />

Die STK Babolat Open waren vom 18. bis 25. August beim<br />

mitnamensgebenden Steglitzer Tennis-Klub (STK) schon bei<br />

der 9. Auflage des Events in der Kategorie S 2 angekommen.<br />

„Alle Neune“ hieß es auch im sportlichen Programm mit<br />

sieben Herren- und zwei Damen-Wettbewerben. 165<br />

Meldungen gab es insgesamt – was in etwa dem Niveau<br />

der Vorjahre entsprach.<br />

Jens Thron (TC SCC)<br />

Das bestens organisierte Event war bei überwiegend<br />

Top-Wetter ein Ein-Wochen-Ereignis, das tatsächlich<br />

ein „Alle Neune“-Volltreffer war. Enttäuscht konnten<br />

bestenfalls diejenigen sein, für die sich der sportliche Wert<br />

eines Wettkampfes allein an der Zahl überraschender Ergebnisse<br />

– sprich z.B. Favoritenstürze oder Außenseiter-Siege<br />

– misst. Denn die blieben bei den Open diesmal rar oder<br />

ganz aus.<br />

Siebenmal gewannen in den neun Altersklassen die Nummer<br />

1 des Settings, nur je einmal bei Damen und Herren war<br />

der ganz oben in den Hauptfeldtableaus genannte Name nicht<br />

der Sieger des Turniers. Bei den Herren 65 widerfuhr dies Erwin<br />

Skamrahl vom Braunschweiger THC, der im Viertelfinale überraschend<br />

klar 0:6, 3:6 gegen den späteren, ungesetzten H65-<br />

Sieger Hans Weigeldt (SV Zehlendorfer Wespen) verlor.<br />

Prominente Zaungäste<br />

Und bei den Damen 55 musste sich Nummer 1 Andrea Bannert-Drooff<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) in der Vorschlussrunde Finalistin<br />

Katrin Peters (Zehlendorf 88) mit 6:2, 2:6 und 3:10 beugen.<br />

Ansonsten galt: Wer als Eins ins Turnier ging, fuhr auch als<br />

Eins wieder nach Hause. Bei den 40er Herren war das für „Känguruh“<br />

Thorsten Cuba im Turnier-Dauerduell gegen Gino Gerwien<br />

(SV Reinickendorf 1896) ein schweres Stück Achterbahn-Arbeit,<br />

um am Ende mit 6:2, 1:6 und 11:9 zu obsiegen.<br />

Jens Thron (TC SCC) hatte es beim 6:1, 6:1 gegen Nicolai Rutkowski<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee) leichter, der nicht an seinen<br />

Halbfinal-Coup gegen Dietmar Schwerin (PTC Rot-Weiss) anschließen<br />

konnte.<br />

Tatsächlich einsame Spitze war bei den 55ern Jörgen Aberg<br />

(Hermsdorfer SC), der im Endspiel Nummer 3 Veit Luczak (TC<br />

Tiergarten) nur durch den Gnadenakt eines Spielgewinns<br />

beim 6:1, 6:0 die „Brille“ verwehrte. Aberg hatte seine Matches<br />

Karl-Heinz Mauß<br />

(Eberswalder Tennis-Club)<br />

Fotos: Markus Arnold<br />

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<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Julian Sargent (TC Grün-Weiß Berlin-Lankwitz)<br />

Thomas Brall (TC Wilmersdorf )<br />

Thomas Kattenbaum<br />

(FVT Heilandsweide)<br />

Julian Sargent<br />

(TC Grün-Weiß Berlin-Lankwitz)<br />

ohne Satzverlust und mit 48:9 Spielen bestritten. Setznummer<br />

2 Guido Schulz (LTTC “Rot-Weiß”) war im Halbfinale an Luczak<br />

mit 6:3, 2:6, 7:10 gescheitert. Bei den 60ern war Andreas<br />

Blanck (FVT Klingsor) der Dominator, der in seinen vier Partien<br />

inklusive Finale keinen Satz abgab und mit 49:9 Spielen einen<br />

Klasse(n)unterschied zur Konkurrenz dokumentierte. Im Endspiel<br />

war der ungesetzte Thomas Brall (TC Wilmersdorf) sein<br />

überraschender Gegner, nachdem dieser zuvor in Serie höher<br />

eingeschätzte Rivalen wie Ihno Gebhardt (SV Reinickendorf<br />

1896), Vitali Zilbercher (TK Blau-Gold Steglitz), Nummer 2 Thomas<br />

Nöcker (TC 90 Gera, DTB 31 - 2:6, 7:6, 10:7) und im Halbfinale<br />

Ba Lee (SV Reinickendorf 1896) in Serie ausgeschaltet<br />

hatte. Im Finale war der einstige Volleyball-Nationalspieler<br />

beim 0:6, 1:6 chancenlos.<br />

Auch bei den 70ern und 75ern gab es durch Harald Krones<br />

(Hermsdorfer SC) und Julian Sargent (TC Grün-Weiß Lankwitz)<br />

Nummer 1-Erfolge. Krones gewann gegen die Nummer 2 Gerd<br />

Hekele (TC 1899 Blau-Weiss) in einem Auge-um-Auge-, Zahnum-Zahn-Duell<br />

hauchdünn mit 6:4, 4:6 und 11:9, nachdem er<br />

zuvor drei Zwei-Satz-Siege verbucht hatte. Sargent kam kampflos<br />

zum Erfolg, weil Nummer 2 Karl-Heinz Mauß nach zwei<br />

souveränen Siegen beider Finalisten zuvor zum mit Spannung<br />

erwarteten Top-Duell nicht antreten konnte.<br />

In den beiden Damen-Altersklassen gewann Stefanie Reimann<br />

(Zehlendorf 88, ungesetzt) bei den 55ern gegen Nummer<br />

3 Katrin Peters (Zehlendorf 88), mit 5:7, 6:2 und 10:4. Die<br />

Damen 65 schließlich endeten mit dem klaren 6:0, 6:1-Finalauftritt<br />

von Ariane Lauenburg (SV Zehlendorfer Wespen) gegen<br />

die sechs Jahre ältere Helga Röcker (Grunewald TC).<br />

Klaus Weise<br />

Stefanie Reimann<br />

(Zehlendorfer TuS von 1888)<br />

Katrin Peters<br />

(Zehlendorfer TuS von 1888)<br />

Fotos: Markus Arnold<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

Simone Helbig (Berliner Sport-Verein 1892)<br />

Südturnier <strong>2024</strong><br />

Starke Teilnehmer und faire Spiele<br />

Bereits zum 9. Mal fand dieses Jahr das Südturnier in Berlin auf den Anlagen des BTC Gropiusstadt und des<br />

TC Blau Weiß Britz statt und Petrus zeigte sich, im Vergleich zum letzten Jahr, von seiner besten Seite, wobei<br />

es an zwei Tagen mit deutlich über 30° dem Einen oder Anderen doch etwas zu heiß war.<br />

Gespielt wurde in den Altersklassen D40,<br />

50,60 und H30, 40, 50, 55, 60, 65,70. Das<br />

Teilnehmerfeld war mit knapp 140 Spielern<br />

und Spielerinnen wieder stark bestückt, bei<br />

den H40 waren von 21 Teilnehmern allein 13<br />

aus den Top 100 in Deutschland. Alles in Allem<br />

waren die Turnierveranstalter mit dem Teilnehmerfeld<br />

sehr zufrieden.<br />

Vom ersten Tag an waren spannende Spiele<br />

zu sehen und es gab auch die eine oder andere<br />

Überraschung. Bei den H30 setzte sich am<br />

Ende Felix Ott (TC Weiße Bären Wannsee) gegen<br />

Moritz Paschold (TC SCC) mit 6:1 6:2 durch. Felix<br />

Ott gewann auf seinem Weg sowohl gegen die<br />

an 1 und 3 gesetzten Spieler, Moritz Paschold<br />

setzte sich gegen die an 2 und 4 gesetzten Spieler<br />

durch.<br />

Das B-Rundenfinale konnte Dominik Haag<br />

(BTC 1904 Grün-Gold) mit 7:5 6:3 gegen seinen<br />

Vereinskameraden Jeffrey Fleischle für sich entscheiden.<br />

Das H40 Finale entschied Roman Tennert (TC<br />

SCC) gegen Ian Leonhardt mit 6:0 6:1 für sich,<br />

wobei Ian Leonhardt an diesem Tage wohl mit<br />

dem falschen Fuß aufgestanden war und überhaupt<br />

nicht zu seinem Spiel fand. Der erfahrene<br />

Tennert nutzte das eiskalt aus und zog sein Spiel<br />

durch. Das B-Finale gewann Johann-Christian<br />

Brenning (Zehlendorf 88) gegen Johannes Fernis<br />

(SC Brandenburg) mit 6:3 7:5.<br />

Das H50 Finale konnte leider nicht zu Ende<br />

gespielt werden, da Martin Melchior (BTTC Grün-<br />

Weiss) sich gegen Michael Buttkus (BTC 1904<br />

Grün-Gold) verletzte und beim Stand von 6:1<br />

für Buttkus leider aufgeben musste. Im B-Finale<br />

konnte sich Oliver Hildebrandt (TK Blau-Gold<br />

Steglitz) gegen Carsten Maas (SC Brandenburg)<br />

durchsetzen.<br />

Bei den H55 setzte sich Guido Schulz (LTTC<br />

“Rot-Weiß”) gegen den ungesetzten Dirk Grumann<br />

(Weiß-Rot Neukölln) mit 6:4 6:2 durch.<br />

Dirk Grumann konnte auf seinem Weg die an<br />

Nummer 2 und 8 gesetzten Spieler ausschalten.<br />

Guido Schulz wurde seiner Favoritenrolle als an<br />

Nummer 1 gesetzter Spieler gerecht, musste<br />

aber im Viertelfinale gegen Tim Schiffers, bis an<br />

seine Grenzen gehen und gewann zum Schluss,<br />

bei fast völliger Dunkelheit, im MTB mit 10:5.<br />

Für großen Zuschauerandrang sorgte das<br />

Viertelfinalspiel des heimischen Spielers Tarek<br />

Abdelmotaal (BTC Gropiusstadt) gegen Udo von<br />

Langsdorf (SG Grün-Weiss Baumschulenweg),<br />

das er nach drei Stunden mit 7:6 3:6 10:8 für sich<br />

entscheiden konnte. Markus Dreger gewann das<br />

B-Finale mit 6:3 3:5 durch Aufgabe von Pressel.<br />

Der ungesetzte Ralf Roggenbuck (TC Grün-<br />

Weiß Nikolassee) schaltete bei den H60 nicht<br />

nur die an 4 und 8 gesetzten Spieler aus, er gewann<br />

auch das Finale gegen den an 3 gesetzten<br />

Matthias Schmidt (Treptower Teufel) nach<br />

hartem Kampf mit 3:6 6:4 10:4. Das B-Finale gewann<br />

unter dem Jubel der Zuschauer, der Lokalmatador<br />

Sven Rückbrod (BTC Gropiusstadt)<br />

gegen Cornelius Baumann (PTC Rot-Weiss) mit<br />

6:3 6:2.<br />

Das H65 Finale löste im Vorfeld doch leicht<br />

schmunzelnde Diskussionen mit der Turnierleitung<br />

aus. Die Frage war, wird dieses Jahr der<br />

„Zeitrekord“ des H65 Endspiels vom letzten Jahr<br />

mit sagenhaften 5 Stunden und 42 Minuten<br />

für zwei Sätze, geknackt? Nein, wurde er nicht.<br />

Erwin Skamrahl (Braunschweiger THC) gewann<br />

nach 3:0 Aufgabe gegen Claus-Peter Jahn (TC<br />

Bad Weißer Hirsch Dresden). Eine B-Runde<br />

wurde hier nicht gespielt.<br />

Das letzte Herren-Endspiel fand bei den H70<br />

statt, und konnte leider ebenfalls nicht zu Ende<br />

gespielt werden. Harald Krones (TC Hermsdorf)<br />

gewann nach 1:1 Aufgabe durch Lutz Lorenz (TC<br />

1899 Blau-Weiss). Harald Krones hatte davor im<br />

Halbfinale gegen Klaus Maager (TC Grün-Weiß<br />

Lankwitz) ein schweres Stück Arbeit beim 2:6<br />

6:3 10:4. Das B-Finale gewann Manfred Schuhknecht<br />

(Steglitzer TK) gegen Heinz Goertz (TC<br />

Grün-Weiß Lankwitz) mit 6:2 1:0 Aufgabe.<br />

In den drei Damenkonkurrenzen wurde jeweils<br />

Round Robin gespielt.<br />

Bei den Damen 40 konnte Tanja Nettelnstroth<br />

(BSV’92) vor Anne Pleul (Zehlendorf 88)<br />

und Anna Wanderwitz (TC 1899 Blau-Weiss) das<br />

Tableau für sich entscheiden.<br />

Nicole Thron (SCC) setzte sich im D50<br />

Gruppenfinale gegen Antje Köppe (Z88) mit<br />

einem knappen 2:6 6:3 13:11 durch, wobei Antje<br />

Köppe selbst auch schon Matchbälle hatte.<br />

Zu guter Letzt bleibt noch das D60 Tableau,<br />

welches Monika Ziegler (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />

mit 4 Siegen für sich entscheiden konnte.<br />

Am Ende der Turnierwoche konnte der BTC<br />

Gropiusstadt auf ein sehr harmonisches und<br />

entspanntes Turnier zurückschauen. Der Oberschiedsrichter<br />

hatte auf der Anlage extrem<br />

wenig zu tun und man konnte viele tolle und<br />

spannende Matches sehen. Auch Robert Hintze,<br />

der als Oberschiedsrichter auf der Anlage des<br />

TC Blau Weiß Britz eingesetzt war, musste selten<br />

eingreifen.<br />

Christian Stein<br />

Moritz Paschold (TC SCC)<br />

Nicole Thron (TC SCC)<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

46<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Baikal Kuszli (TC SCC)<br />

TVBB-Sport<br />

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Sanssouci Open <strong>2024</strong><br />

Spannende Matches<br />

bei hochsommerlichen<br />

Temperaturen<br />

Der PTC „Rot-Weiss“ Potsdam war vom 8. bis 11.<br />

August <strong>2024</strong> bereits zum 5. Mal Gastgeber der<br />

Sanssouci Open am Wochenende der Potsdamer<br />

Schlössernacht. Die Zuschauer konnten wieder<br />

hochklassige und abwechslungsreiche Tennismatches<br />

bei strahlendem Sonnenschein genießen.<br />

Herren: Überraschende Final-Paarung<br />

Das 56er Tableau der Herrenkonkurrenz wurde<br />

anfangs durcheinandergewirbelt durch den<br />

Ausfall der Nr. 2 und Nr. 3 der Setzliste, Carl Labitzke<br />

und Joshua Kugel (beide LTTC “Rot-<br />

Weiß”). Der topgesetzte Patrick Fleischhauer (TC<br />

Frohnau) wurde zunächst seiner Favoritenrolle<br />

gerecht. Er gab im Erstrundenmatch kein einziges<br />

Spiel ab, musste sich in der zweiten Runde<br />

gegen Julian Heikenfeld (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

den ersten Satz im Tie-Break erkämpfen,<br />

profitierte aber von dessen Aufgabe beim Stand<br />

von 7:6, 4:2. Im Viertelfinale spielte er dann seine<br />

ganze Routine aus, ließ seinem Gegner Leonard<br />

Paul Schulz (Hamburger Turnerbund v. 1865)<br />

keine Chance und zog mit 6:2, 6:1 ins Halbfinale<br />

ein. Davon ließ sich aber sein Halbfinalgegner<br />

Baikal Kuszli (TC SCC) nicht beeindrucken. Kuszli,<br />

der zuvor bereits Gabriel Linovic (Nr.12) und<br />

Matteo Kelch (Nr.15), beide TC 1899 Blau-Weiss,<br />

aus dem Turnier genommen hatte, erwies sich<br />

als ebenbürtiger Gegner für Fleischhauer. Die<br />

beiden lieferten sich ein spannendes Duell, und<br />

nach zwei knappen Satzgewinnen für beide<br />

konnte Kuszli sich im entscheidenden Match-<br />

Tie-Break durch schnellere Punktgewinne mit<br />

6:7, 6:3, 10:7 durchsetzen. Finale.<br />

Sein Finalgegner Jan-Henrik Paul (SC Frankfurt<br />

1880) zeigte in den ersten drei Runden<br />

eine sehr solide Leistung und<br />

gab nur neun Spiele ab. Im Halbfinale<br />

traf er auf Julian Klose (SV<br />

Zehlendorfer Wespen), der zuvor<br />

die Nummer 4 Jan Niklas Buchwald<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />

mit 6:3, 6:2 ausgebremst hatte.<br />

Klose gab sich auch nach verlorenem<br />

1.Satz nicht geschlagen,<br />

kämpfte verbissen weiter, musste<br />

aber schließlich Jan-Henrik Paul<br />

mit 4:6, 5:7 den Vortritt ins Finale<br />

lassen.<br />

Im Finale dominierte Baikal Kuszli den ersten<br />

Satz klar mit seinem<br />

„<br />

variablen und aggressiven<br />

Spiel. Jan-Henrik Paul haderte nicht nur<br />

mit verlorenen Punkten, sondern später auch<br />

mit Schiedsrichterentscheidungen. So ging der<br />

Tolles Tennis bei perfekten<br />

Rahmenbedingungen! Über<br />

80 Meldungen sorgten für viel<br />

Abwechslung auf dem Platz und<br />

auch der Mixed-Wettbewerb<br />

wurde im zweiten Jahr gut<br />

angenommen. Wir freuen uns<br />

auf das nächste Jahr!”<br />

Club-Pressesprecher Raimund Stöppler<br />

erste Satz mit 6:1 an Kuszli. Im zweiten Durchgang<br />

konzentrierte sich Paul wieder stärker auf<br />

sein Spiel, agierte offensiver und erfolgreicher,<br />

aber Baikal Kuszli ließ sich den Sieg nicht mehr<br />

nehmen und gewann das Turnier mit 6:1, 6:3.<br />

Damen: Der Thron hat nicht gewackelt<br />

Nach der Absage der topgesetzten Helena Buchwald<br />

(TC SCC) war es für Titelverteidigerin und<br />

Lokalmatadorin Marta Lesniak (PTC Rot-Weiss)<br />

eine Frage der Ehre, den Titel im Club zu behalten.<br />

Diese Ambitionen stellte sie auch eindrucksvoll<br />

unter Beweis, indem sie auf dem<br />

Weg ins Finale in vier Runden lediglich ganze<br />

sechs Spiele abgab, drei davon im Halbfinale<br />

gegen Sveva Mazzari (SV Zehlendorfer Wespen).<br />

Am anderen Ende des Tableaus überzeugte Juliane<br />

Triebe (BSV’92) ebenfalls mit deutlichen<br />

Vorrundensiegen. Im Halbfinale wurde sie von<br />

Marie Hubricht (Tennisleistungszentrum Espenhain,<br />

STV) im ersten Satz in den Tie-Break gezwungen,<br />

den sie gewann. Mit 7:6, 6:0 stand sie<br />

im Finale.<br />

Das kämpferische Finale zwischen Marta Lesniak<br />

und Juliane Triebe war im ersten Satz ein<br />

Schlagabtausch auf Augenhöhe. Beide Gegnerinnen<br />

konnten ihre Aufschlagspiele durchbringen<br />

und lieferten sich ein spannendes<br />

Grundlinienduell. Schließlich gelang Lesniak das<br />

entscheidende Break, und sie gewann den ersten<br />

Satz mit 7:5. Im zweiten Satz war bei Juliane<br />

Triebe der Spielfaden gerissen. Lesniak machte<br />

Druck, erhöhte das Tempo, wollte schnelle direkte<br />

Punkte. Triebe hatte dem nicht mehr viel entgegenzusetzen,<br />

und so holte sich Marta Lesniak<br />

erneut den Turniersieg mit 7:5, 6:0.<br />

Im Halbfinale der Mixed-Doppel Konkurrenz<br />

gingen Juliane und Felix Triebe aus dem<br />

Duell der Geschwisterpaarungen<br />

gegen Helena und Jan Niklas<br />

Buchwald als Sieger hervor und<br />

trafen im Finale auf Laura Gersbeck<br />

und Julian Heikenfeld. In<br />

einem abwechslungsreichen und<br />

emotionalen Match, an dem alle<br />

viel Spaß hatten, setzten sich die<br />

routinierteren Gersbeck / Heikenfeld<br />

im Match-Tie-Break mit 6:2,<br />

6:2, 10:7 durch.<br />

Andreas Wüst<br />

Fotos: Andreas Wüst<br />

Juliane Triebe<br />

(Berliner Sport-Verein 1892)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

47


BEREIT FÜR DIE TENNISOFFENSIVE<br />

IN DER NÄCHSTEN SAISON?<br />

T ENNIS A C A DEM Y<br />

Schnell sind die Wintertage vorbei und das Spiel<br />

im Freien hat uns wieder. Profis und Amateure<br />

bauen gern eine ferienähnliche Vorbereitungsrunde<br />

ein, damit die neue Saison noch besser<br />

wird als die vergangene. Das Europäische Sportresort<br />

ALBENA bietet seit über 55 Jahren die perfekten<br />

Bedingungen für den Frühstart, besonders bei<br />

den Ballsportarten.<br />

Den Tennisspielern steht eine großzügig gestaltete Anlage zur Verfügung:<br />

22 Außenplätze Typ Clay, 7 davon mit Flutlicht;<br />

3 Hallenplätze mit HC-Belag;<br />

Ein Fitnesscenter mit vielseitiger Ausstattung<br />

für professionelles Training;<br />

Ein Spiegelsaal für visuelles Training;<br />

3km Parcours-Meile für Ausdauer- und Kraftübungen;<br />

Mobile CoachingEye-Installationen zum Aufnehmen<br />

und Auswerten von Spieleinheiten.<br />

Vier Rasenstadien, integriert in dem Resort, eignen<br />

sich hervorragend für begleitende athletische<br />

Aktivitäten. Wer Neigung zu experimentellen Methoden<br />

pflegt, kann Modifizierungen wie Yoga für<br />

Tennisspieler oder Unterwasser-Tennis ausprobieren.<br />

In dem 25m-langen und mit 37°C warmem<br />

Mineralwasser gefüllten Schwimmbecken bereitet<br />

das Schlägerschwingen besonderes Vergnügen.<br />

Eine Bereicherung für die Vielfalt in Albena sind<br />

die neuen Pickle-Ball- und die Beach-Tennis-Felder.<br />

Der Golfsimulator im Hotel Flamingo Grand &<br />

SPA 5* animiert zum richtigen Abschlag auf einem<br />

der drei umliegenden Golfplätze.


Luxuriöse Hotels mit fabelhafter<br />

Kulinarik garantieren das<br />

Wohlfühlen und die Zufriedenheit<br />

der Gäste. Ab Anfang April<br />

bis Mitte Oktober ist das Resort<br />

bereit Gruppen und individuell<br />

Reisenden in jedem Alter zu<br />

empfangen.<br />

Nach gründlicher Renovierung<br />

wird das integrierte Kinderdorf<br />

Brigantina ab dem 15.<br />

Juni wieder sein Tor für Gäste<br />

zwischen 12 und 17 Jahren<br />

öffnen. Das spannende Ferienprogramm<br />

„Sport & Wissen“ ist<br />

auf der Webseite von Flamingo<br />

Tours schon gelistet und verrät<br />

Abenteuer und endlosen Spaß.<br />

Hier werden auch die jungen<br />

Tennistalente der J. C. Ferrero-<br />

Tennisakademie einquartiert,<br />

die ab Ende Juni bis zur letzten<br />

August-Woche die besonders<br />

konzipierten Trainingseinheiten<br />

absolvieren. Ambitionierte Tennisspieler<br />

zwischen 12 und 16<br />

Jahren können sich mit einem<br />

Spielvideo für die Teilnahme an<br />

diesen Spezialcamps bewerben.<br />

Unter www.flamingotours.de<br />

wird der Bewerbungslink rechtzeitig<br />

aktiviert. Auch andere<br />

Aktivitäten finden dort Platz.<br />

Schauen Sie regelmäßig nach<br />

und kreieren Sie Ihre phantastische<br />

Tennissaison!<br />

Für Organisation, Beratung und Buchung stehen die<br />

kompetenten Mitarbeiter unserer Gruppe zur Verfügung:<br />

EMAIL: info@flamingotours.de<br />

TELEFON: +49 211 977 111 10<br />

40476 Düsseldorf, Ulmenstraße 15<br />

HOTLINE: marketing@flamingotours.de<br />

www.flamingotours.de


Ç<br />

TVBB-Sport<br />

Nachrichten<br />

1. Junioren U12 vom TC SCC sind Berliner Meister<br />

Die 1. Junioren der U12 haben am letzten Septemberwochenende<br />

im Finale den TC Frohnau mit 4:2 bezwungen und holten<br />

damit erneut den Berliner Meistertitel.<br />

Allen voran die in der gesamten Saison ungeschlagenen Paul<br />

Schwarzberg an Position eins und Hugo Rau an Position vier holten<br />

auch im Finale die drei notwendigen Punkte. Nach dem Erfolg<br />

im ersten Doppel war der SCC nicht mehr einzuholen, sodass<br />

das zweite Doppel mit den ebenfalls über die Saison sehr starken<br />

Lenny Schoenheit und Luca Braaksma beim Stand von 4:6, 5:3 abgebrochen<br />

wurde.<br />

In der Vorrunde waren die SCCer, die von Headcoach Benjamin<br />

Potsch betreut wurden, mit 5:0 Siegen vollkommen ungefährdet in<br />

das Finale eingezogen. Jonas Tscharntke komplettierte das Team.<br />

Santa Strombach wechselt zum SCC<br />

Unsere 1. Damen können eine weitere Berlinerin in unserem 2. Bundesliga-Team<br />

begrüßen: Santa Strombach, 22 Jahre jung, wechselt vom<br />

LTTC “Rot-Weiß” zum TC SCC.<br />

Santa spielt seit 2021 für die Grand Canyon University in Phoenix Arizona.<br />

Ihr gelang dort ein Match-Rekord von 19:1 Siegen und kommt als amtierende<br />

Berliner Meisterin in den Eichkamp.<br />

"Es ist sehr schön, dass wir zum einen unsere Berliner Wurzeln, die ja<br />

mit Helena, Julia und Janina sowieso schon stark vorhanden sind, nun<br />

weiter festigen können. Zum anderen ist es klasse, dass der schmerzliche<br />

Weggang von Luisa Meyer auf der Heide (TC Bredeney Essen) schnell<br />

kompensiert werden konnte", ist Sportwart Andreas Strauchmann zuversichtlich,<br />

nun im kommenden Jahr wieder mit einem tollen Team an den<br />

Start gehen zu können. Herzlich willkommen, Santa!<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, TVBB, BTTC<br />

Der BTTC weiht seine neuen<br />

Rebound Ace Plätze ein<br />

Der BTTC Grün-Weiß hat im August seine<br />

vier frisch sanierten Plätze (Rebound<br />

Ace) eingeweiht. Der BTTC-Ehrenpräsident<br />

Hans-Joachim Melchior und der Hauptsponsor<br />

Dr. Franke durchtrennten das grünweiße<br />

Band. Die Arbeiten verliefen planmäßig<br />

dank des guten Wetters, obwohl die<br />

Zaunanlage noch fertiggestellt wird.<br />

Der BTTC dankt den Förderern der Sanierung.<br />

Ohne ihre finanzielle Unterstützung in<br />

großen und kleinen Summen wäre das Projekt<br />

nicht möglich gewesen.<br />

TVBB-Auswahl belegt 4. Platz beim DTB Talent Cup<br />

Insgesamt 18 Mannschaften und 180 Kinder aus allen Landesverbänden gingen in Essen an den<br />

Start. In drei Sechsergruppen wurden in einem hart umkämpften Wettkampf die Ränge für die<br />

Endrunde ermittelt. In der Löwengruppe, in die auch die TVBB-Auswahl gelost wurde, setzte sich<br />

das Team Bayern 1 gegen die starke Konkurrenz durch und erzielte den verdienten Gesamtsieg<br />

– gefolgt von Niedersachsen-Bremen (Platz 2) und Württemberg (Platz 3). Neben Tennis im Einzel,<br />

Doppel und Mixed wurde beim DTB-Talent-Cup ein Mannschaftsmehrkampf bestehend aus<br />

Fußball, Fußball-Tennis, Hockey und Cornhole ausgetragen. Die Kids wurden zudem anhand von<br />

Koordinationswettbewerben mit Sprints, Geschicklichkeitsübungen, sowie Wurf- und Sprungübungen<br />

geprüft.<br />

50<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Ç<br />

TVBB-Sport<br />

SCC Open, Accentro SCC Senior Open und SCC Junior Open<br />

„Für uns ist es<br />

eine perfekte Woche!“<br />

Benjamin Potsch (TC SCC)<br />

siegt bei den Accentro Open der Herren 45<br />

Eine Woche voller Tennis. Für alle Generationen. Seit 2016 richtet der TC SCC die SCC Open aus.<br />

Das bedeutet: volle Plätze und mitten in den Sommerferien noch einmal reges Treiben auf der<br />

Anlage an der Waldschulallee. Den Beginn macht traditionell das Seniorenturnier mit seinen<br />

13 Konkurrenzen, ehe im Laufe der Woche auch die Aktiven und Junioren der U10, U12 und<br />

U14 einsteigen. Spielansetzungen im Akkord sind vorprogrammiert.<br />

Das Organisationsteam um Turnierdirektor Jens<br />

Thron zeigte sich sehr zufrieden. Die Besetzung<br />

war auch in diesem Jahr wieder sehr stark. Zudem<br />

habe man mehr Aktive in den 30 Konkurrenzen<br />

verzeichnet. Und natürlich machten auch<br />

die Ergebnisse glücklich. „Für uns ist es eine perfekte<br />

Woche. Wir haben viele Spielerinnen und<br />

Spieler aus dem eigenen Verein in Endspielen.“<br />

Der Gastgeber dominiert die Accentro Open<br />

Gerade in der Herrenkonkurrenz des S1-Turniers<br />

schnitt der TC SCC gut ab. Fünfmal kam der Sieger<br />

aus den eigenen Reihen. Roman Tennert gewann<br />

nach Aufgabe von Mark Senkbeil (MTTC<br />

Iphitos München) bei den Herren 40. Vereinskollege<br />

Benjamin Potsch entschied das Turnier<br />

der Altersklasse 45 für sich. Im Endspiel siegte<br />

er mit 6:2, 6:2 über Sami Stüven vom TC Weiße<br />

Bären Wannsee. Ebenfalls erfolgreich: Jens<br />

Thron. Wenn er nicht gerade als Turnierdirektor,<br />

Oberschiedsrichter oder Fotograf im Einsatz war,<br />

dann natürlich als Spieler. Im Finale der Herren<br />

50 setzte er sich mit 6:1, 6:1 gegen Daniel Kobert<br />

(USV Potsdam) durch. Eine Altersklasse darüber<br />

kommt es sogar zum reinen SCC-Finale.<br />

Dieses konnte Christopher Blömeke für sich entscheiden.<br />

6:1, 6:2 lautete der Endstand gegen<br />

Jens Lamprecht. Und um den Triumph der<br />

Gastgeber perfekt zu machen ist auch Gabriel<br />

Monroy bei den Herren 65 siegreich. Nachdem<br />

er den ersten Satz gegen Jörg Spiekerkötter (SV<br />

Zehlendorfer Wespen) im Tie-Break gewann,<br />

entschied er den zweiten Durchgang ohne ein<br />

weiteres Spiel abzugeben.<br />

Die Finalmatches in der Damenkonkurrenz<br />

zwar ohne Beteiligung des TC SCC, aber es hätte<br />

nicht spannender sein können. Wie bei den<br />

Damen 40. Im Endspiel kam es zum Duell der<br />

Topgesetzten Nadine Komander (TC BSC Süd 05<br />

Heide Maaß<br />

(TC 1899 Blau-Weiss)<br />

siegt bei den<br />

Accentro Open der Damen<br />

Brandenburg) und Heide Maaß (TC 1899 Blau-<br />

Weiss). Obwohl Komander den ersten Durchgang<br />

mit 6:4 für sich entscheiden konnte, schaffte<br />

es Maaß die Partie noch einmal zu drehen.<br />

Der zweite Satz ging nach Tie-Break an die Spielerin<br />

vom TC 1899 Blau-Weiss – bedeutete: Entscheidung<br />

im Match-Tie-Break. Die Partie langwierig<br />

und schweißtreibend. Die Zeit schon weit<br />

fortgeschritten. An der Seite machten sich schon<br />

die Finalistinnen des Aktiventurniers bereit. Gekämpft<br />

wurde um jeden Punkt, bis es schließlich<br />

hieß: Spiel, Satz und Sieg – Heide Maaß.<br />

Youngster und Routinier<br />

triumphieren bei Aktiventurnier<br />

Danach startete das Endspiel der Damen, das<br />

in festen Händen des Nachwuchses ist. Sowohl<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

52<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Milena Steinkamp<br />

(LTTC „Rot-Weiß“ )<br />

siegt bei den Damen<br />

Hält beim Endspiel der Herren<br />

die SCC-Fahne hoch: Tristan Wolke (TC SCC)<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss) als auch Milena<br />

Steinkamp (LTTC “Rot-Weiß”) sind beide Jahrgang<br />

2010 und hatten sich im Laufe des Turniers<br />

gegen deutlich ältere Spielerinnen durchsetzen<br />

können. Der einzige Unterschied: Steinkamp ist<br />

einen halben Kopf größer. Und trotzdem begegneten<br />

sich beide im Endspiel zunächst auf<br />

Augenhöhe. Lena Topel hielt gut mit, musste<br />

den ersten Satz aber mit 4:6 an Steinkamp abgeben.<br />

Der zweite Durchgang war dann eindeutiger<br />

und Steinkamp profitierte immer<br />

mehr von ihrer Größe. 6:4, 6:2 der Endstand. Ein<br />

freudestrahlender Blick in Richtung Zuschauerplätze.<br />

Schwester Anna hatte sie während des<br />

Matches schon kräftig angefeuert und war nun<br />

die Erste, die ihr zum Turniersieg gratulierte. Dazu<br />

gab es eine herzliche Umarmung.<br />

Bei den Herren hielt Tristan Wolke die SCC-<br />

Fahne hoch. Im Endspiel der Generationen traf<br />

er auf Emil Enseleit (TC Grün-Weiß Bergfelde).<br />

Beide Finalisten trennen neun Jahre. Diesen<br />

Altersunterschied konnte Wolke zu seinem Vorteil<br />

nutzen. Enseleit kam zwar in die Rallyes,<br />

musste aber schon früh sein Aufschlagspiel abgeben.<br />

Wolke, durch seine Erfahrung in der<br />

Favoritenrolle, konnte das Endspiel schließlich<br />

mit 6:2, 6:1 für sich entscheiden und somit das<br />

mit 1.000,– € dotierte Turnier gewinnen.<br />

SCC Junior Open: Früh übt sich<br />

Ein paar Plätze weiter schlug der Nachwuchs<br />

auf. Das Ranglistenturnier der Kategorie J3 war<br />

eine gute Möglichkeit, um die Sommerferien<br />

etwas sportlicher zu gestalten. Besonders erfreulich:<br />

Gerade in der männlichen Konkurrenz<br />

war die Nachfrage nach Tennis groß. Hier waren<br />

die Teilnehmerzahlen zum Vorjahr noch einmal<br />

gestiegen. Und die Kids hatten Unterstützung<br />

in Form von Familie und Freunden mitgebracht.<br />

Außerdem sorgte SCC-Frohnatur Juan de Dios<br />

Mercedes für ordentlich Stimmung – alle Kinder<br />

wurden angefeuert. Immerhin schnupperten einige<br />

das erste Mal Turnierluft. Abgezogen und<br />

geschiedst wurde selbst.<br />

Im Endspiel der U14er Konkurrenz kam es<br />

zum internen Duell des LTTC “Rot-Weiß”, in welchem<br />

sich Gabriel Rossi mit 7:5, 6:3 gegen Linus<br />

Fussan durchsetzen konnte. Beide hatten eine<br />

kurze Anreise, im Gegensatz zu Alexander Boczek<br />

(MTTC Iphitos München), der extra aus Bayern<br />

eine lange Fahrt auf sich nahm. Gelohnt hat<br />

es sich auf jeden Fall. Erst im Halbfinale gegen<br />

Linus Fussan war Schluss.<br />

Nach Gewinnen bei den Senioren und Aktiven<br />

konnte der TC SCC auch einen Turniersieg in<br />

der Altersklasse U12 verzeichnen. Karl Lennart<br />

Schoenheit gewann das Endspiel gegen Luis<br />

Fieger vom TC Frohnau – Endstand: 6:4, 6:3.<br />

Das größte Teilnehmerfeld stellte in diesem<br />

Jahr aber die U10. Knapp 20 Nachwuchstalente<br />

spielten im angepassten Modus (Sätze bis vier<br />

und No-Ad-Regel) um den Titel bei den SCC Junior<br />

Open. Hier setzte sich schließlich Amadeus<br />

Rümmler vom SC Poppenbüttel aus Hamburg<br />

durch. Er bezwang Lokalmatador Ilian Fellenberg<br />

(TK Blau-Gold Steglitz) mit 4:0 und 4:2.<br />

Beim weiblichen Nachwuchs war das Teilnehmerfeld<br />

klein aber fein. Bei vier Spielerinnen<br />

wurde die Siegerin in Gruppenspielen ermittelt.<br />

Marie Kornel vom TK Blau-Gold Steglitz konnte<br />

alle Matches für sich entscheiden und setzte sich<br />

gegen Zweitplatzierte Elsa Nendza vom Rahlstedter<br />

HTC aus Hamburg durch.<br />

Kurioses aus den Nebenrunden<br />

Und zum Abschluss noch eine Besonderheit.<br />

Natürlich gab es auch großes Tennis in den zahlreichen<br />

Nebenrunden. Zwei Spieler sind in diesem<br />

Jahr sowohl bei den Aktiven als auch bei<br />

den Senioren an den Start gegangen. Nico<br />

Gnoss (TC Lichtenrade Weiß-Gelb) und Thien<br />

Nguyen (TC SCC) verabschiedeten sich zwar jeweils<br />

in den ersten Runden, zeigten aber dann<br />

ihr wahres Können. Beide spielten „gefühlt drei<br />

Matches pro Tag in epischer Länge bei 30 Grad“<br />

und konnten somit beide einen Nebenrundentitel<br />

sichern.<br />

Katrin Brewka<br />

Ilian Fellenberg<br />

(TK Blau-Gold Steglitz)<br />

Linus Fussan (LTTC „Rot-Weiß“)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

Alessia Prüfer (Neuenhagener TennisClub 93)<br />

7. Neuenhagen Junior Open <strong>2024</strong><br />

Ausrufezeichen von<br />

einer Schwedin und<br />

einem Ukrainer – aber<br />

auch Fragezeichen<br />

für die Veranstalter<br />

Zum siebten Mal fanden Anfang August im<br />

brandenburgischen Neuenhagen die Junior Open als laut<br />

Infotext auf der Vereinshomepage des Neuenhagener<br />

Tennisclub 93 (NTC 93) „erstklassig besetztes Jugendturnier<br />

auf einer der schönsten Anlagen in Berlin und<br />

Brandenburg“ statt.<br />

Nahezu beiläufig hatte man in den kurzen Zeilen gleich im Anfangssatz<br />

das Kernproblem der Veranstaltung untergemischt:<br />

„Mitten in den Sommerferien kommt es zum nächsten sportlichen<br />

Highlight beim NTC.“ Das war bereits in den Vorjahren<br />

so, und hinterließ auch anno <strong>2024</strong> seine Spuren und Wirkungen.<br />

Sodass sich Satzanfang und Satzende des eben zitierten<br />

Satzes unübersehbar aneinander rieben. Toll, dass sich der<br />

Veranstalter auch „mitten in den Sommerferien“ nach Leibeskräften<br />

mühte, eine für seine „Klienten“, die Kinder und Jugendliche<br />

zwischen 10 und 18 Jahren, eine Wohlfühl-Atmosphäre<br />

zu schaffen, gleichwohl ist es unter den angerissenen obwaltenden<br />

Umständen naturgemäß schwer ein „sportliches<br />

Highlight“ zu fabrizieren.<br />

Nur in der U16 der Jungs gab es ein volles Feld mit 16 laut<br />

Ausschreibung erlaubten Teilnehmern. Ansonsten handhabten<br />

in der männlichen U12 neun Aktive, in der U14 dreizehn und in<br />

der U18 neun Jung-Talente das Racket. Bei den Mädchen waren<br />

es in den zusammengelegten 18er und 16er Altersklassen nur<br />

vier, sodass nach Gruppenspielen zwei Siege zu Platz 1 reichten.<br />

In der U14 fanden sich immerhin zehn junge Talente, in<br />

der U12 waren es wieder nur fünf, die sich über Gruppenspiele<br />

durchs Turnier mühten. Die U10-Konkurrenzen mit je<br />

fünf weiblichen und männlichen Youngstern in einem Mixed-<br />

Wettbewerb waren da eine willkommene und belebende Ergänzung,<br />

auch wenn hier letztlich nur fünf Matches mit zwei<br />

Gewinnsätzen bis 4 ausgetragen wurden.<br />

Dass sich trotz der schmalen Teilnehmerfelder erstaunliche<br />

acht Tennis-Junioren aus anderen Landesverbänden ins TVBB-<br />

Hoheitsgebiet gewagt hatten, soll hier nicht unerwähnt bleiben:<br />

zweimal Sachsen-Anhalt und Hamburg, einmal Mecklenburg-Vorpommern,<br />

je einmal Niedersachsen-Bremen, Sachsen<br />

und Westfalen. Und drei aus diesem Oktett standen sogar in<br />

den Endspielen und siegten in diesen zweimal. Dass darunter<br />

zwei Zöglinge von Open-Turnierchef Dr. Dirk Struck sind, die<br />

inzwischen statt in Berlin beim TC Sandanger in Halle (Saale)<br />

trainieren und aktiv sind, kann sozusagen zur Hälfte als Berliner<br />

Erfolg angerechnet werden. Laura Struck, Jahrgang 2008,<br />

reichten in der nur mit vier gemeldeten Wettbewerberinnen,<br />

von denen eine wegen Nichtantretens noch herausfiel, zwei<br />

Siege ohne Satzverlust gegen Anouk Rosenboom (SV Blankenese,<br />

Hamburg – 6:2, 6:1) und der letztlich Zweiten im Dreier-<br />

Ranking Alice de l’Or (TC SCC – 6:0, 6:2) um als Open-Erste<br />

festzustehen. Ihrem gleichaltrigen Bruder Luis Struck, als Nummer<br />

1 gesetzt, gelang das im männlichen U16-Finale gegen die<br />

Nummer 2 Heorhii Selyshev (TC Orange-Weiß Friedrichshagen)<br />

Fotos: Harald Almonat<br />

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<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Fotos: Harald Almonat<br />

nicht. Der Ukrainer, wie Struck ohne Satzverlust in den drei<br />

Spielen zuvor, war souverän ins Endspiel marschiert und wirkte<br />

in diesem frischer, konzentrierter und entschlossener. Entsprechend<br />

war das Ergebnis mit 6:2 und 6:4 zu seinen Gunsten.<br />

Einen souveränen „Auswärtserfolg“ landete dagegen in<br />

der U14 mit 13 Teilnehmern der topgesetzte Levi Rosenboom<br />

vom Hamburger THK Rissen, der gegen die bis dahin ebenfalls<br />

ungeschlagene Nummer 2 Lorenz Gehrke (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />

beim 6:0, 6:2 nicht den Hauch eines Zweifels an seinem<br />

Sieg aufkommen ließ. Seine 36:7 Spiele ohne Satzverlust<br />

im Turnier sprachen eine deutliche Sprache über seine spielerische<br />

Qualität.<br />

Bei den U18-Herren gewann einer, der schon bei den TVBB-<br />

Jugendmeisterschaften zuvor bei Blau-Gold Steglitz mit seinem<br />

Titelgewinn seine Klasse gezeigt hatte. Der Pole Patryk Sarnowski,<br />

der in Frankfurt / Oder zur Schule geht und dort für den hiesigen<br />

TC den Schläger schwingt, war an Nummer 3 in der Top-<br />

Klasse gesetzt. Er gewann seine Auftaktpartie gegen den zwei<br />

Jahre älteren Ole Schiffmann (SV Berliner Bären) mit 6:1, 6:1<br />

und fertigte in Match Nummer 2 den topgesetzten Jan Nogossek<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee) ähnlich souverän mit 6:0, 6:2 ab.<br />

Dass aus einem spannenden Finale gegen Nummer 2 Nick Volmer<br />

(LTTC “Rot-Weiß”), der bei seinen beiden Zwei-Satz-Siegen<br />

zuvor nur fünf Spiele abgegeben hatte, nichts wurde, war der<br />

verletzungsbedingten Aufgabe bei 1:0-Führung für Sarnowski<br />

im 1. Satz geschuldet. Die 12er Jungs-Kategorie wurde eine<br />

Beute des topgesetzten Karl Lennart Schoenheit, der im SCC-<br />

Duell gegen den an zwei rangierten Luca Braaksma Koury seinen<br />

dritten Zwei-Satz-Erfolg im Turnierverlauf erzielte.<br />

Bei den Mädchen / Damen-Wettbewerben war nach der Zusammenlegung<br />

der U16/U18-Klassen, die freilich wenig brachte,<br />

da, wie bereits oben geschildert, nur drei letztlich um den<br />

Sieg (Laura Struck) kämpften. So mutierten die U14er Mädchen<br />

mit zehn Teilnehmerinnen zur weiblichen Königsklasse und<br />

sie durften am Ende sogar einen Gastgebererfolg feiern. Antonia<br />

Mossberg (NTC 93), in Neuenhagen ein sportliches Intermezzo<br />

abliefernde Schwedin, ging als Jahrgang 2012 gegen<br />

die durchweg ein oder zwei Jahre älteren Konkurrentinnen als<br />

„Kücken“ und Überraschungsgast an den Start – kam, sah und<br />

siegte. Nach drei Zwei-Satz-Erfolgen stand sie als Ungesetzte<br />

gegen die Nummer 2 Salma Briefkani (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

im Finale und verlor den ersten Satz mit 3:6. Das 6:1 im<br />

zweiten Durchgang stellte alles quasi wieder auf Null und im<br />

Match-Tie-Break zeigte Antonia mit 10:6, dass sie nicht nur dominieren,<br />

sondern auch kämpfen kann.<br />

In der U12, in der fünf Teilnehmerinnen ihre “Beste” in<br />

Gruppenspielen ermittelten, war Tara Jung (Tennisfreunde Berlin-Mitte)<br />

die einzige, die vier Siege auf ihr Konto brachte und<br />

das in einem atemberaubenden Stil. Nur gegen Merve Divittar<br />

(SV Berliner Bären) gab sie ein Spiel ab, ansonsten stand in<br />

allen übrigen Sätzen bei ihren Gegnerinnen eine „Null“ in der<br />

Statistik. Auch im Match gegen die mit einer 3:1-Matchstatistik<br />

zweitplatzierten Alessia Prüfer (NTC 93) ließ sie keinen Spielgewinn<br />

ihrer Gegnerin zu. Im gemischten U10-Wettbewerb, in<br />

dem je fünf Aktive beiderlei Geschlechts gemeldet waren, fanden<br />

letztlich wegen Freilos-Setzung und Nichtantretens nur<br />

fünf Matches inklusive Finale statt. Das bestritten mit Leopold<br />

Wagner (SV Zehlendorfer Wespen) und Aurelius Molter (TC<br />

Orange-Weiß Friedrichshagen), die auch schon im Halbfinale<br />

unter sich waren. Mädchen spielten im Unterschied zu den Vorjahren<br />

keine Rolle. Wie auch, denn alle gemeldeten traten gar<br />

nicht an.<br />

Klaus Weise<br />

Levi Rosenboom (THK Rissen eV)<br />

Karl Lennart Schoenheit (TC SCC)<br />

Tara Jung (Tennisfreunde Berlin-Mitte eV)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

12. BTTC-Junior-Cup <strong>2024</strong> – J3<br />

Favoriten-Siege bei großer<br />

Hitze im BTTC Grün-Weiss<br />

Zum zweiten Mal fand der BTTC-Junior-Cup während der<br />

Sommerferien statt. In vier Kategorien (U14 und U16, jeweils<br />

weiblich und männlich) kämpften die jungen Talente um Punkte<br />

und Pokale. Der Ferientermin lockte erneut zahlreiche Gäste<br />

aus anderen Landesverbänden in den BTTC Grün-Weiss nach<br />

Lichterfelde. Die drückende Sommerhitze veranlasste unseren<br />

Oberschiedsrichter Frank May, die Halbfinalbegegnungen am<br />

Mittwoch bereits um 8:00 Uhr anzusetzen, um den Spielerinnen<br />

und Spielern die größten Strapazen der Mittagshitze zu ersparen.<br />

Wladimir Biletskij<br />

(TK Blau-Gold Steglitz)<br />

U14 Juniorinnen – Paula Deus (TC 1899<br />

Blau-Weiss) siegt souverän<br />

Bei den U14-Mädchen wurde Paula Deus (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht und dominierte die Konkurrenz<br />

in der für sie höheren Altersklasse. Ihre Finalgegnerin<br />

Felicia Pronin (TC SCC) hatte bereits im Halbfinale einen wahren<br />

Kraftakt hinter sich. Erst nach über drei Stunden konnte sie<br />

sich gegen die an Position zwei gesetzte Salma Briefkani (SV<br />

Zehlendorfer Wespen) mit 6:7, 7:6, 10:2 durchsetzen. Am Finaltag<br />

musste sie sich dann der überlegenen Paula mit 3:6, 0:6 geschlagen<br />

geben.<br />

U14 Junioren – Beide Topgesetzten im Finale<br />

Alle acht gesetzten Spieler schafften es bis ins Viertelfinale. In<br />

den Halbfinalbegegnungen setzten sich Gabriel Rossi (LTTC<br />

“Rot-Weiß”) mit 6:3, 6:4 gegen Valentin Grigorov (TC 1899 Blau-<br />

Weiss) und Oliver Rostock (TC Orange-Weiß Friedrichshagen)<br />

mit 6:3, 6:2 gegen Friedrich Dittus aus Baden durch. Im Finale<br />

der beiden Topgesetzten wurde Gabriel seiner Favoritenrolle<br />

gerecht und triumphierte mit einem klaren 6:1, 6:2 über Oliver.<br />

U16 Juniorinnen – Siegerin kommt aus Baden<br />

Die U16-Konkurrenz der Mädchen begann gleich mit einer<br />

Überraschung: Die an Position 2 gesetzte Maria Heinemann<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee) unterlag bereits in der ersten<br />

Runde Maja Kuhn (TK Blau Gold Steglitz) mit 6:1, 3:6, 2:10. Maja<br />

setzte ihren Siegeszug fort und besiegte anschließend auch<br />

Eva Hagen aus Potsdam souverän. Die topgesetzte Neyla-Fee<br />

Schriever aus Villingen in Baden spielte sich sicher bis ins Finale.<br />

Besonders erwähnenswert ist das fast dreistündige Viertelfinale<br />

zwischen Alia Barletta aus Frankfurt am Main. und<br />

Moena Neumann von den Berliner Bären. Moena konnte sich<br />

am Ende glücklich mit 4:6, 7:5, 15:13 durchsetzen. Im Halbfinale<br />

war dann jedoch gegen die spätere Turniersiegerin Neyla-Fee<br />

Schriever mit 2:6, 2:6 Endstation.<br />

U16 Junioren – Sehr knappe Halbfinal-Matches<br />

Bei den U16-Junioren waren die beiden Halbfinalspiele mit jeweils<br />

über zwei Stunden Spielzeit die Highlights. In der oberen<br />

Hälfte des Tableaus erkämpfte sich der an Position eins gesetzte<br />

Wladimir Biletskij (TK Blau Gold Steglitz) gegen Jan Böckermann<br />

(TC 1899 Blau-Weiss) mit 4:6, 6:3, 10:6 den Finaleinzug.<br />

Auf der unteren Seite hatte der an zwei gesetzte Marc Pärg (TC<br />

1899 Blau-Weiss) ebenso viel Mühe bei seinem 4:6, 6:2, 10:4<br />

Sieg über Lennart Stange von den Zehlendorfer Wespen.<br />

Im Finale musste Marc dann leider bei 1:3 zurückziehen,<br />

und Wladimir Biletskij freute sich über seinen Turniersieg.<br />

Insgesamt zeigten über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer<br />

aus ganz Deutschland in den vier Tagen auf unserer<br />

Anlage bei bestem Wetter hochklassiges und attraktives Tennis<br />

– großer Sport!<br />

Martin Melchior<br />

Gabriel Friedrich Rossi (LTTC „Rot-Weiß“ )<br />

Paula Deus (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Foto: Nicola Sophia Trenner<br />

56<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

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Neyla-Fee Schriever (Tennisclub Blau-Weiß Villingen e.V.)<br />

26. Junior Open des TC Orange-Weiß Friedrichshagen <strong>2024</strong><br />

Drei Nicht-TVBBer und drei<br />

Local Heros siegen bei den<br />

Orange Weiß-Junior Open<br />

Fotos: Markus Arnold<br />

Die Junior Open des TC Orange-Weiß in Berlin-Friedrichshagen sind schon seit einiger Zeit dem<br />

Junioren-Alter enteilt und erwachsen geworden. Mitte August <strong>2024</strong> fanden sie zum 26. Mal<br />

auf der Wohlfühl-Anlage „Hinter dem Kurpark“ statt und bereicherten die erlebnisträchtige<br />

Tennisgeschichte ebenda um ein weiteres Kapitel. 71 Teilnehmer hatten sich zu den sechs<br />

Wettbewerben in den Altersklassen von U10 bis U18 zum traditionellen Termin in den Ferien<br />

eingefunden, um ihr beachtliches Können mit Racket und Ball zu demonstrieren. Zwölf von<br />

ihnen hatten zum Teil weite Anreisen aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen oder<br />

Mecklenburg-Vorpommern auf sich genommen.<br />

Und sie waren nicht nur um der Reise willen<br />

gekommen, sondern wollten ebenso ihren<br />

sportlichen Hunger stillen. Drei der sechs ausgespielten<br />

Wettbewerbe gewannen die „Gäste“,<br />

in zwei weiteren Finals waren sie „zweiter Sieger“.<br />

In der männlichen U18, sozusagen die<br />

„Königsklasse“ in der sich neun Aktive um den<br />

Sieg im 16er Feld bewarben, standen sich im<br />

Endspiel mit Luca Wörner (TEC Waldau Stuttgart)<br />

und Santino Reißig (TC Grötzingen) nicht<br />

nur zwei Badenser, sondern auch die beiden<br />

Topgesetzten gegenüber. Beide hatten ihre beiden<br />

Matches zuvor gewonnen, Wörner allerdings<br />

gegen den an Vier gereihten Luca Schiller<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) beim 6:2, 4:6, 10:2 im Halbfinale<br />

einige Mühe, von der er sich beim 6:3, 6:2<br />

im Endspiel aber gut erholt zeigte.<br />

Auch in der U16-Kategorie gewann mit Jorge<br />

Tomas Herrera Sanchez (HTV Hannover) ein<br />

„Zugereister“, der im opulenten 24er Feld (von<br />

32) im finalen Duell der beiden Topgesetzten<br />

die Nummer 1 Wladimir Biletskij (TK Blau-Gold<br />

Steglitz) mit 6:3, 6:4 in die Schranken wies. Beide<br />

hatten zuvor mit drei souveränen Zwei-Satzerfolgen<br />

ihre Klasse nachgewiesen und dabei<br />

leistungsstarke Konkurrenz ausgeschaltet.<br />

Bei den 14er Jungs, die ein volles 16er Feld<br />

in den Wettbewerb schickten, war der erste<br />

TVBB-Sieg fällig, als der Rot-Weiße Gabriel Friedrich<br />

Rossi, an Zwei gesetzt, die Nummer 1 Fabio<br />

Wörner (TC Bernhausen) nach starkem Kampf<br />

mit 6:4 und 7:6 nach Hause schickte. Beide hatten<br />

zuvor in jeweils drei Partien dominiert und<br />

keinen Satz abgegeben. Bei den U12er Jungs<br />

wurde der Sieger bei nur vier Meldungen in<br />

Gruppenspielen ermittelt, bei denen sich am<br />

Ende der BSV 1892er Daniel Lusin mit drei Siegen<br />

als der klar Beste herausstellte und auch<br />

dem Zweitplatzierten Maximilian Bernhard (TK<br />

Blau-Gold Steglitz) im direkten Vergleich mit 6:1,<br />

6:1 deutlich überlegen war.<br />

In der einzigen ausgespielten reinen<br />

Mädchen-Altersklasse schaffte in der U16 (zusammengelegt<br />

mit U14) die topgesetzte Neyla-<br />

Fee Schriever (TC Blau-Weiss Villingen, Jahrgang<br />

2012) nach einem spannenden, abwechslungsreichen<br />

und gutklassigen Finalvergleich gegen<br />

die vier Jahre ältere ungesetzte Sophie Cramer<br />

(TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf) den 6:4,<br />

2:6 und 10:7-Erfolg im Match-Tie-Break. Cramer<br />

hatte zuvor zuerst die Nummer 2 Finja Fredrich<br />

(HTV Hannover) und danach die Nummer<br />

4 Salma Briefkani (Zehlendorfer Wespen) in<br />

je zwei Sätzen ausgeschaltet.<br />

Für die zweigeschlechtlich ausgeschriebenen<br />

U10-Midcourt-Wettbewerb hatten sich sieben<br />

Youngster gemeldet, darunter mit Mia-Lousia<br />

Schriever (TC Blau-Weiss Villingen) leider nur<br />

ein Mädchen. Sie belegte in ihrer Vierer-Gruppe<br />

mit 2:1 Siegen den zweiten Platz und verpasste<br />

damit das Endspiel. Dieses bestritten Johan<br />

Jonas (Dahlemer TC) gegen Lokalmatador Kaan<br />

Türk, das Jonas mit 5:4 und 4:2 gewann.<br />

Klaus Weise<br />

Wladimir Biletskij (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

Jorge Tomás Herrera Sánchez<br />

(HTV Hannover)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Sport<br />

6. Blau-Weiss Young Generation Trophy powered by Albena<br />

2019-Premierensieger Paul Damrath schafft<br />

fünf Jahre später das Erfolgs-Dacapo<br />

Seit 2019 gibt es die „Young Generation Trophy“ beim TC 1899 Blau-Weiss im Grunewald – nun folgte <strong>2024</strong> die<br />

sechste Auflage. Das von der Kategorie J4 zum J2 gereifte Turnier ist für alle Tennishoffnungen der Altersklassen<br />

U9 bis U18. Gespielt wird Midcourt, die Endspiele erfolgen nach vorangegangenen Gruppenpartien. Hier siegte<br />

u.a. Anna Sommer vom gastgebenden TC 1899 Blau-Weiss. Ein glänzender Auftakt für den Verein, der für<br />

zusätzliche Stimmungsstimulanz für die drei Gastgeber-Siege in den neun Konkurrenzen am Sonntag sorgte.<br />

235<br />

Kinder und Jugendliche hatten vier Tage lang<br />

auf den 16 Sandplätzen der wunderbaren<br />

Blau-Weiss-Anlage im Grunewald mit Eifer,<br />

Kampfgeist, Lust und Laune um Siege und die erstmals von Albena<br />

als Sponsor gestellten Sachpreise gespielt. Dass die Aussicht<br />

auf Pokale und Vergünstigungen im Albena Resort sowie<br />

Kinogutscheine für die hohe Meldezahl aus Vereinen des Verbandsgebietes<br />

und darüber hinaus aus elf DTB-Landesverbänden<br />

von Schleswig-Holstein bis Bayern besonders eifrig<br />

zeigte, mitverantwortlich war, ist offensichtlich.<br />

Die „Leistungs-Prämien“ standen den in den Vorjahren ausgelobten<br />

Trekking-Bikes und Polar-Uhren wohl nicht nach.<br />

Alles in allem waren in den neun Altersklassen-Wettbewerben<br />

21 „Nicht-TVBBer“ am Start. Keiner der neun Gewinner des Vorjahres,<br />

so sie denn überhaupt dabei<br />

waren, kam erneut zu Siegesehren.<br />

Paul Damrath war in der U18 für<br />

den TC Frohnau gegen Nummer 7,<br />

Luca Schiller (LTTC “Rot-Weiß”), nach spannendem Verlauf mit<br />

6:2, 5:7 und 10:7 erfolgreich. Das Match war so offen, wie es die<br />

beiden souveränen Siege der Finalisten vorab vermuten ließen.<br />

Nummer 1 Luis Wellmann (LTTC “Rot-Weiß”) war im Halbfinale<br />

am drei Jahre älteren Damrath im Match-Tie-Break mit<br />

4:6, 6:3 und 9:11 gescheitert, Schiller hatte Nummer 2 Ferdinand<br />

Witting (TC Frohnau) im Viertelfinale mit 7:5, 1:0 Aufg.<br />

ausgeschaltet.<br />

In der U16 war Wannsees Theo Oeltermann der Souverän,<br />

der sich in seinem Turnier-Durchmarsch auch von Dimid Grokhochinsky<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) nicht stoppen ließ und mit 6:4, 6:3<br />

die Topsetzung bestätigte. Mit dem fünften Zwei-Satz-Erfolg<br />

gab es keinerlei Zweifel an seiner Ausnahmerolle.<br />

In der 14er Jungs-Kategorie durften die YGT-Zuschauer ein<br />

„Blau-Weisses“ Endspiel erleben, das die Vereins-Website in der<br />

Nachschau als „Krönung und gleichzeitig Werbung für den Tennis-Sport“<br />

beschrieb. Fritz Boberg, in der Turnierhistorie schon<br />

zweimal Trophy-Sieger, und Ruben Fuhlmann lieferten sich als<br />

Luca Schiller<br />

(LTTC “Rot-Weiß”)<br />

Paul Damrath (TC Frohnau)<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

58<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Fritz Boberg (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

TVBB-Sport<br />

Ç<br />

Nummer 2 und 1 der Setzliste laut Website „ein Spiel der Superlative“.<br />

Weiter im Text des Beitrags: „Die beiden spielten zwei<br />

Stunden und 45 Minuten. Beide hatten Matchbälle und boten<br />

den Zuschauern ein tolles Spektakel mit langen Ralleys und<br />

Spannung bis zum letzten Punkt. Am Ende muss im Tennis<br />

einer gewinnen. Auch wenn dieses Match ein Unentschieden<br />

verdient hätte, so gewann schließlich Ruben durch einen Ball<br />

auf die Linie mit 12:10 im Match-Tie-Beak.“<br />

Auch in der U12 der Jungs gab es einen Blau-Weiss-Erfolg<br />

durch die Nummer 1 Robert Marianovski, der im Finale die<br />

Nummer 2 aus Niedersachsen Josz Jurys (Nindorfer TC) mit 6:0,<br />

6:3 dominierte. Marianovski hatte seine vier Turnierpartien einschließlich<br />

des Endspiels jeweils klar in zwei Sätzen und mit<br />

48:14 Spielen gewonnen.<br />

Das U11-Finale wurde eine Beute der Nummer 1 Paul<br />

Schwarzberg vom TC SCC, der Maximilian Bernhard vom TK<br />

Blau-Gold Steglitzkaum eine Chance ließ und mit 6:2 und<br />

6:1 siegte.<br />

Bei den Mädchen begann die Bestenermittlung infolge der<br />

ausgebliebenen Meldungen für die 18er erst in der U16-Kategorie,<br />

die in einem vollen 16er Feld um den Sieg stritten. In<br />

dem erwies sich die an Eins gesetzte Saarländerin Luna Zytelewski<br />

(TC Blau Weiss Homburg) im Finalduell gegen die ungesetzte<br />

Sophie Cramer (TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf) mit<br />

6:4, 6:4 als Stärkste und sorgte für den einzigen Nicht-TVBB-<br />

YGT-Erfolg. Zytelewski gewann ihre vier Matches durchweg<br />

souverän. Auch Cramer überzeugte, besiegte u.a. Nummer 2<br />

Laura Struck (TC Sandanger-Halle / Saale) und „Wespe“ Vesper<br />

Loddenkemper (6:2, 6:0). Die an Drei gesetzte Daria Strogalshikova<br />

(TC SCC) hatte überraschend bereits ihr Auftaktmatch<br />

gegen die drei Jahre ältere Maja Kuhn (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

mit 5:7 und 3:6 verloren.<br />

Bei den U14-Mädchen durfte dafür eine Steglitzerin ihren<br />

Turniererfolg feiern, nachdem die Topgesetzte Katharina Reichert<br />

die an Vier gelistete, drei Jahre jüngere Paula Deus (TC<br />

1899 Blau-Weiss) mit 6:3 und 6:2 papierform gerecht besiegt<br />

hatte. Deus hatte im Halbfinale Nummer 2 Neyla-Fee Schriever<br />

(TC Blau-Weiss Villingen) aus Baden mit 4:6, 7:5 und 11:9<br />

niedergekämpft und dabei jede Menge Kraft gelassen.<br />

Im U12-Mädchen-Limit war wiederum Gastgeber Blau-<br />

Weiss mit dem Siegen an der Reihe und hatte dafür mit Nummer<br />

2 Nicole Sokolska die richtige Protagonistin, die die topgesetzte<br />

Annika Mörike (TC Rot-Weiß Eichstätt) aus Bayern<br />

mit 6:4, 6:1 beeindruckend schlug. Sokolska verbuchte in ihren<br />

drei Turnierpartien eine starke 36:12-Spiele-Bilanz und wankte<br />

nicht ein einziges Mal. Das schaffte auch Melaniya Rolya (Dahlemer<br />

TC) als Topgesetzte der U11-Mädchen, die in ihren vier<br />

Matches 48:6 Spiele und vor Sorokina in Reihenfolge Nora Pansegrau,<br />

Mila Rokeach (beide TC 1899 Blau-Weiss) und Malin<br />

Groeger (TC Tiergarten) beeindruckend souverän besiegt hatte.<br />

Alles in allem: Die 6. Young Generation Trophy war wie<br />

die fünf Vorgänger-Turnier ein voller Erfolg, für den es neben<br />

den sportlichen Akteuren vor allem der Turnierleitung um die<br />

immer präsenten, ruhigen und kreativen René Heidbrink, Karsten<br />

Weigelt, Alexander „Ali“ Dersch, Dominik Mohr, Timo Pohle<br />

und Felix Müller sowie allen nicht genannten Helfern zu danken<br />

gilt. Gut ablesbar auch an den Teilnahme-Feldern, welche<br />

TVBB-Vereine sich um Nachwuchsförderung und -entwicklung<br />

besonders verdient machen.<br />

Klaus Weise<br />

Katharina Reichert<br />

(TK Blau-Gold Steglitz)<br />

Fotos: Nicola Sophia Trenner<br />

Vesper Loddenkemper (SV Zehlendorfer Wespen 1911)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

59


Ç<br />

TVBB-Sport<br />

24. Cujic-Cup des TV Preussen<br />

Hier wird<br />

FAIR PLAY<br />

großgeschrieben<br />

Es ist wieder soweit: Das größte<br />

Tennisturnier für Kinder und Jugendliche<br />

in Berlin steht an! Neun Tage. Über 200<br />

Kinder. 14 Konkurrenzen. „Wir sind<br />

super glücklich, das Niveau ist und viele<br />

Teilnehmer der letzten Jahre kommen<br />

wieder!“, sagt Turnierdirektor Thomas<br />

Kattenbaum. Für den TV Preussen ist der<br />

Cujic-Cup der ganze Stolz und eines der<br />

Highlights im Jahr.<br />

Ilian Fellenberg (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

Erstmals seit der Pandemie wird auch wieder eine Nebenrunde<br />

gespielt – so kommen die Spieler zu mehr Spielen<br />

und können weitere Erfahrung auf dem Court sammeln.<br />

Und der sonst so enge Turnierplan ist <strong>2024</strong> nicht mehr ganz so<br />

eng. „Wir hatten noch gar keine Zeit, das Spiel zu verschieben.“<br />

Dazu strahlendes Wetter Anfang September – es könnte nicht<br />

besser sein.<br />

Während des Turniers herrscht auf den neun Sandplätzen<br />

des TV Preussen jeden Nachmittag Hochbetrieb. Alle Altersklassen<br />

spielen nebeneinander. Nach der Schule heißt es: Aufschlag<br />

beim 24. Cujic-Cup. Die Kids sind hochmotiviert. Hier<br />

eine Cap von Rafael Nadal, da ein Stirnband, das stark an Alexander<br />

Zverev erinnert. Schon im jungen Alter eifern die Teilnehmer<br />

den ganz Großen nach und zeigen große Emotionen.<br />

Eine Siegerfaust, ein verschmitztes Grinsen oder leichtes Kopfschütteln<br />

– und jede Menge Ehrgeiz.<br />

Die Spiele gehen teilweise über zwei Stunden und entscheiden<br />

sich erst im Match-Tie-Break. So auch im Halbfinale<br />

der Mädchen U10. Zwischen Alessandra Rogosch (TK Blau-Gold<br />

Ulyana Sorokina<br />

(TC Frohnau)<br />

Steglitz) und Ulyana Sorokina (TC Frohnau) ist es eine Partie<br />

auf Augenhöhe. Am Ende war es aber Rogosch, die sich knapp<br />

mit 6:4 2:6 11:9 durchsetzte. Möglicherweise liegt es auch am<br />

Glückseinhorn Onsha, das immer dabei ist. Immerhin konnte<br />

Rogosch auch das Endspiel gegen Isha Malhotra vom TC SCC<br />

für sich entscheiden.<br />

Auch Topgesetzter Nikita Rung (TK Blau-Gold Steglitz) muss<br />

in der Vorschlussrunde der U14 kämpfen. 2:6, 6:4, 15:13 lautet<br />

der Endstand gegen Johan Deus (TC 1899 Blau-Weiss). Ein<br />

Kraftakt, der seine Spuren hinterlässt. Im Finale konnte Rung<br />

nicht an seine Leistungen anknüpfen und musste<br />

sich mit 4:6, 3:6 Luca Fahr vom Grunewalder Tennis-Club<br />

geschlagen geben.<br />

Die U16-Konkurrenz der Mädchen wird von<br />

Daria Strogalshchikova ordentlich aufgemischt.<br />

Auch wenn sie knapp vier Jahre jünger als ihre<br />

Konkurrentinnen ist, schafft sie es nach einem<br />

Zweisatz-Erfolg gegen Vesper Loddenkemper (SV<br />

Zehlendorfer Wespen) ins Endspiel. Dort musste<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

60<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

Alessandra Estefania Victoria<br />

Rogosch (TK Blau-Gold Steglitz)


TVBB-Sport<br />

Ç<br />

Daria Strogalshchikova<br />

(TC SCC)<br />

sich die an Nummer Eins gesetzte allerdings Sophia<br />

Cramer vom TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf<br />

beugen, die das Finale mit 7:5, 6:4 für sich entscheiden<br />

konnte.<br />

In der höchsten Altersklasse kommt es bei den<br />

Jungen zum Duell der Topgesetzten: Miguel Bretag<br />

(BSV’92) gegen Hannes Lüpkes vom Braunschweiger<br />

THC aus Niedersachsen. Beide hatten sich<br />

ohne Satzverlust ins Finale gespielt und sind sich<br />

absolut ebenbürtig. Das Match der U18er hart umkämpft,<br />

sodass auch hier eine Entscheidung erst im<br />

Match-Tie-Break fällt. Dort behielt Lüpkes die Oberhand<br />

- 6:2, 2:6, 10:8 lautete der Endstand.<br />

Mit einer Mischung aus Anspannung und<br />

Nervosität beobachten Mütter und Väter die Spiele<br />

ihrer Kinder, leiten die Spielstände per Kurznachricht<br />

an andere Familienmitglieder weiter.<br />

Den begeisterten Jubel hört man über die gesamte<br />

Anlage. Nur eine Sache gibt es zu beachten: Eltern<br />

und Außenstehende dürfen nicht coachen. So<br />

steht es auch überall auf dem Gelände des TV Preußen.<br />

Der Verein setzt beim Cujic-Cup auf Fair Play. Es<br />

gibt keine Schiedsrichter. Die Kinder sollen lernen,<br />

ihre Angelegenheiten unter sich auf dem Platz zu<br />

klären. Genau dem Motto des Hauptsponsors Cujic:<br />

„Sauber spielen, Leute.“ Nur im Notfall sollen Oberschiedsrichter<br />

Marcel Stelter und Thomas Kattenbaum<br />

eingreifen.<br />

Zum Abschluss kommt<br />

es am Samstag, dem letzten<br />

Turniertag, zur gemeinsamen<br />

Siegerehrung aller Klassen.<br />

Neben der Auszeichnung<br />

aller Sieger, kommt es zusätzlich<br />

zur Übergabe des Wanderpokals für den besten<br />

Verein. Eine Clubwertung hat es schon früher<br />

gegeben, der „ČUJIĆ-CUP“ wird aber erst seit 2001<br />

verliehen. Die Turnierleitung freut sich, mit dem Gebäudereinigungsdienst<br />

eine so „tolle Verbindung“<br />

zu haben und „nachhaltige Unterstützung“ zu erfahren.<br />

Die Punktewertung sieht wie folgt aus: Für<br />

das Erreichen des Halbfinales gibt es einen Punkt,<br />

für das Finale zwei und für den Sieg drei Punkte.<br />

Erstmals seit 2017 geht dieser<br />

wieder an den TC 1899<br />

Blau-Weiss.<br />

Ein großer Triumph für<br />

alle Nachwuchsspieler des<br />

Vereins. Wichtiger aber noch<br />

als gewinnen ist das faire<br />

Miteinander auf und neben<br />

dem Platz. Hiervon haben<br />

alle Kinder beim Cujic-Cup<br />

profitiert.<br />

Katrin Brewka<br />

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de<br />

Johan Deus<br />

(TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Miguel Bretag (Berliner Sport-Verein 1892)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

61


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TVBB-Sport<br />

Malin Groeger<br />

(Tennis-Club Tiergarten)<br />

bett1 juniors<br />

Dritte Auflage mit Rekordteilnahme<br />

Waren es die gelungenen Turniere der Vorjahre oder die Lust in einem der renommiertesten<br />

Tennisclubs der Welt zu spielen oder die Änderungen der Turnierbestimmungen oder alles<br />

zusammen? Insgesamt gab es 95 Anmeldungen für die Einzelwettbewerbe und sogar zwölf Paare<br />

in der Doppelkonkurrenz der Junioren. Fast noch erstaunlicher: nur ein einziger Teilnehmer musste<br />

nach der Meldung absagen, alle anderen Erstrundenansetzungen kamen zur Austragung. Toll!<br />

Alena Pruza (Tempelhofer Tennis-Club)<br />

Ein ganz überwiegend positives Echo, mitunter sogar ungläubiges Staunen,<br />

gab es für die Einführung des ausgespielten dritten Satzes, anstelle des ungeliebten<br />

Match-Tie-Breaks in allen Matches, sogar in den Nebenrunden.<br />

Eine kleine Ausnahme könnten Malin Groeger und Alena Pruza sein, denn<br />

ihr Zweitrundenmatch in der U12 zog sich über vier Stunden hin. Im Match<br />

des Turniers hatte am Ende Malin nach einem 7:6, 5:7, 7:5 die Nase vorne.<br />

Schwer zu sagen war danach, ob die Spielerinnen oder die zuschauenden<br />

Eltern mehr gelitten haben.<br />

Das Angebot der U18-Doppelkonkurrenzen fand ein unterschiedliches<br />

Echo. Während sich das starke Geschlecht hier in Zurückhaltung übte – die<br />

Konkurrenz musste leider entfallen – meldeten sich bei den Junioren zwölf<br />

Paare. Diese waren alle sehr motiviert und boten schon in der ersten Runde<br />

spektakuläre Ballwechsel. Einen Wermutstropfen gab es vor dem Finale,<br />

das aus gesundheitlichen Gründen ausfallen musste. Der Turniersieg ging<br />

dadurch kampflos an die Einheimischen Luca Schiller und Rami Samberg.<br />

Für den Ausrichter LTTC „Rot-Weiß“ sehr erfreulich war der hart erkämpfte<br />

Sieg von Luca Schiller im U18-Einzel gegen den Darmstädter Joshua<br />

Bauer, die Finalteilnahme von Gabriel Rossi in der Altersklasse U16 und<br />

der dritte Platz von Aramis Hatami in der U12. Auch Carla Demmer trat mit<br />

großen Hoffnungen und Chancen auf den Turniersieg an, musste jedoch<br />

gleich am Anfang ihres ersten Matches mit gesundheitlichen Problemen<br />

kämpfen und letztlich aufgeben.<br />

Á propos Darmstadt: eine große Delegation des hessischen TEC Darmstadt<br />

besuchte unser Turnier und war eine beeindruckende Bereicherung.<br />

Nicht nur, weil sie sportlich überzeugten und vor allem die U18 Juniorinnen-Konkurrenz<br />

dominierten, sondern weil sie als sehr faire Sportler und<br />

begeisterte Fans an allen Tagen auf und neben den Plätzen für gute Stimmung<br />

sorgten.<br />

Lutz Müller<br />

Charlotte Von Keussler<br />

(TEC Darmstadt)<br />

Luca Schiller<br />

(LTTC „Rot-Weiß“)<br />

Fotos: Markus Arnold<br />

62<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

Ç<br />

TE U14 TC SCC<br />

Čujić Trophy <strong>2024</strong> geht nach<br />

Deutschland und Polen<br />

In diesem Jahr erstmals als Grade 2 Turnier hochgestuft, erwartete<br />

man bei der Čujić International Junior Trophy der U14er zunächst vor<br />

allem viele Berliner Spieler, die sich mit den internationalen Größen<br />

messen wollen. Doch falsch gedacht.<br />

Obwohl es vor allem bei den Mädchen bei<br />

kleinen Feldern ein Leichtes gewesen<br />

wäre, in das Turnier zu kommen, meldeten<br />

sich insgesamt acht Berliner für das Turnier.<br />

Es ist ein Rätsel, reisen doch vor allem viele Junioren<br />

durch ganz Deutschland zu Ranglistenturnieren,<br />

lassen aber die Möglichkeit aus, sich<br />

gegen die Besten in der eigenen Stadt zu messen.<br />

Enttäuschend, ja fast schon ein Armutszeugnis<br />

für unsere Millionenstadt.<br />

So blieb es bei Raphael Plambeck, Michael<br />

Hotin, Zino Matijevic, Karl Feig, Karl Hentschel,<br />

Finn Fleischfresser, Carla Pansegrau und Felicia<br />

Pronin. Diese konnten teilweise sehr gut mithalten.<br />

Raphael Plambeck vom TC SCC gewann<br />

immerhin zwei Runden.<br />

Im Mädchen-Feld kam die Favoritin aus der<br />

Türkei: Zeniha Cukurluoglu, Nummer 32 der<br />

Welt. In der unteren Hälfte war die ehemalige<br />

stärkste deutsche U12 Juniorin Lilly Greinert<br />

stark einzuschätzen. Beide Spielerinnen kamen<br />

aus dem jüngeren Jahrgang 2011. Zeniha, die<br />

zwar beeindruckendes Tennis spielte, sich aber<br />

nervlich oft nicht im Griff hatte, bekam auf<br />

ihrem Weg ins Finale bereits einige Probleme. So<br />

in der zweiten Runde beim 6:3, 7:5 Erfolg gegen<br />

Julia Debicka (Polen) und im Halbfinale gegen<br />

Ana Chindris (Rumänien) beim 6:4, 7:5. Letztendlich<br />

konnte sie sich aber doch durchsetzen.<br />

Für Lilly Greinert war dagegen im Viertelfinale<br />

gegen Anna Idashevska (Polen) beim 2:6,<br />

4:6 Endstation. Anna, an Nummer 5 gesetzt,<br />

hatte eine Runde zuvor gegen die Tschechin Gabriela<br />

Sulcova ihr Mammutmatch, das sie aber<br />

trotz Tie-Break Verlustes im ersten Satz schließlich<br />

im Gegensatz zu Zeniha durch Ruhe und<br />

Nervenstärke für sich entschied. Im Halbfinale<br />

war Anna beim 6:4, 6:3 zu stark für die Österreicherin<br />

Leonie Schauer, die trotzdem als Nummer<br />

500 der Welt ungesetzt ein tolles Turnier absolvierte.<br />

Und auch im Finale spielte sie zu stark<br />

für Zeniha. Am Ende hieß es recht glatt 6:3, 6:2<br />

für die Siegerin der Cujic-Trophy <strong>2024</strong>, Anna<br />

Idashevska.<br />

Bei den Junioren waren die Nummer vier,<br />

fünf und sieben Deutschlands, Miko Koeppen,<br />

Lorenzo Rauner und Adrian Böhme, angereist,<br />

um den Titel in Deutschland zu halten. Miko,<br />

an eins gesetzt, war favorisiert. An zwei gesetzt,<br />

Ferdinand Grasl aus Österreich. Vor allem bei<br />

den Junioren zeigten sich starke Unterschiede<br />

in der Spielanlage, auch dem geschuldet, wo die<br />

Jungen in ihrer körperlichen Entwicklung aktuell<br />

stehen. Miko zeigte zum Beispiel vor allem eine<br />

beachtliche mentale Stärke und spielte sehr sicher<br />

und geduldig. Dazu als Linkshänder unangenehmer<br />

zu spielen.<br />

In den ersten drei Runden gab er kaum Spiele<br />

ab und wirkte als sichere Bank für das Finale.<br />

Doch einer der sehr starken rumänischen Fraktion,<br />

David Cercel, brachte Miko, der in der Rafael<br />

Nadal Academy lebt und trainiert, in Schwierigkeiten.<br />

Den hart umkämpften Tie-Break des ersten<br />

Satzes konnte Miko aber schließlich mit 8:6<br />

für sich entscheiden und stellte damit die Weichen<br />

in diesem Match und schließlich auch für<br />

das gesamte Turnier auf Sieg.<br />

Der an zwei gesetzte Ferdinand Grasl, Nummer<br />

53 der Welt, spielte in der unteren Hälfte<br />

längst nicht so souverän. Schon die erste Runde<br />

wäre fast die letzte gewesen. Mikolaj Arendt<br />

(Polen), weit hinter ihm in der Weltrangliste platziert,<br />

verlor nur knapp<br />

5:7, 6:1, 4:6. Doch in<br />

der nächsten Runde<br />

war dann Schluss: Stefan<br />

Chindris (Rumänien),<br />

Bruder der bei<br />

den Mädchen stark<br />

aufspielenden Ana<br />

Chindris, gewann 1:6, 7:6, 6:1. Das war dann<br />

auch in der völlig offenen unteren Hälfte die<br />

Standard-Matchlänge. Nahezu jedes Match ging<br />

in den dritten Satz. Zunächst schlug Maksim<br />

Svetlov Stefan Chindris knapp. Dann im Halbfinale<br />

wiederum der nächste Rumäne David<br />

Arcip Maksim 6:3, 3:6 und 6:2.<br />

Im Finale ging es dann aber wieder ganz<br />

schnell in Richtung Miko Koeppen, der nach<br />

knapp über einer Stunde den Titel mit 6:1, 6:0<br />

souverän holen konnte. Übrigens fiel Miko<br />

schon ein Jahr zuvor bei der Čujić Trophy auf,<br />

als er das mit viereinhalb Stunden mit Abstand<br />

längste Match des Turniers bestritt, am Ende<br />

aber im Halbfinale verlor. Dieses Jahr nun der<br />

große Wurf.<br />

Der Doppeltitel in der Jungen-Konkurrenz<br />

ging auch an ein deutsches Duo: Luis Calyn und<br />

Daniel Czarnecki holten den Zweisatz-Sieg. Bei<br />

den Mädchen gewann das schwedisch-rumänische<br />

Duo Alexandra Bigiu und Ana Chindris<br />

ebenfalls in zwei Sätzen.<br />

Insgesamt war es ein großartiges Turnier bei<br />

absolutem Traumwetter, auch dank eines souverän<br />

leitenden Oberschiedsrichters aus Zypern,<br />

Andreas Georgiades, und der großartigen<br />

Unterstützung unseres Partners, der Čujić Gebäudedienste<br />

GmbH. Ein ganz großes Dankeschön<br />

geht an Tanja Čujić, die dieses Turnier erst<br />

möglich gemacht hat, das nun auch den nächsten<br />

Härtetest als Grade 2 Turnier mit Bravour bestanden<br />

hat.<br />

Jens Thron<br />

Fotos: TC SCC<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

63


Ç<br />

TVBB-Sport<br />

Linus Gahlich (TC Frohnau)<br />

10. Internationale Spandauer Jugendmeisterschaften <strong>2024</strong><br />

Ein voller Erfolg mit über<br />

100 Teilnehmern<br />

Nach einer Durststrecke konnte die 10. Ausgabe der Internationalen<br />

Spandauer Jugendmeisterschaften endlich wieder mit über 100<br />

Teilnehmern an den Start gehen. Das Turnier, das traditionell beim<br />

Siemens Tennis Klub Blau Gold in Siemensstadt ausgetragen wird, hat<br />

sich auch in diesem Jahr in der Berliner Jugendtennisszene etabliert.<br />

Insgesamt bot das Turnier spannende Matches. Bei den<br />

Junioren verlief das Turnier jedoch ohne größere Überraschungen<br />

– die Topgesetzten setzten sich durch, und die<br />

Sieger kamen wie so oft aus den vorderen Reihen.<br />

Die Gewinner der 10. Spandauer Jugendmeisterschaften<br />

Luis Wellmann vom LTTC “Rot-Weiß” triumphierte souverän<br />

in der U18-Konkurrenz. Er setzte sich im Finale mit einem klaren<br />

6:3, 6:0 gegen Oliver Cvisic vom TC 1899 Blau-Weiss durch.<br />

Wellmann dominierte das Spiel von Beginn an und ließ seinem<br />

Gegner keine Chance.<br />

Mika Linow (TC Tiergarten) zeigte ein starkes Turnier und<br />

konnte sich im Finale mit 7:5, 7:5 gegen Jorge Tomas Herréra<br />

Sanchez durchsetzen. In einem hart umkämpften Match bewies<br />

Linow seine mentale Stärke und entschied beide Sätze<br />

knapp für sich.<br />

Mika Linow<br />

(TennisClub Tiergarten)<br />

Fotos: Matthias Schulz-tennisphoto.de<br />

64<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


TVBB-Sport<br />

Ç<br />

Oliver Cvisic<br />

(TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Sophie Cramer<br />

(TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf )<br />

Julius Feldmann vom TTK Sachsenwald holte sich den Titel<br />

in der U14-Kategorie. Er gewann das Endspiel gegen Valentin<br />

Grigorov vom TC 1899 Blau-Weiss mit 6:3, 6:3.<br />

Linus Gahlich vom TC Frohnau sicherte sich den Sieg in der<br />

U12-Kategorie, als Karl Schoenheit vom TC SCC beim Stand<br />

von 6:1 verletzungsbedingt aufgeben musste. Gahlich zeigte<br />

eine beeindruckende Leistung, die auch ohne die Verletzung<br />

seines Gegners wohl zum Sieg gereicht hätte.<br />

Bei den Juniorinnen U18 ging der Titel an Marie Bauer vom<br />

ESV Flügelrad. Sie setzte sich im Finale gegen Sophie Cramer<br />

vom TC Blau-Weiß Hohen Neuendorf mit 6:1, 6:3 durch.<br />

In der U14-Kategorie der Juniorinnen wurde in einem Kästchensystem<br />

gespielt. Am Ende setzte sich Felicia Pronin (TC<br />

SCC) gegen ihre Vereinskollegin Sophia Sagoridou Scholz mit<br />

6:4, 6:2 durch. Pronin zeigte sich im gesamten Turnierverlauf<br />

sehr konstant und verdiente sich den Titel.<br />

Jumo Lewernz vom TC 1899 Blau-Weiss sicherte sich den<br />

Titel bei den Juniorinnen U12. In einem spannenden Finale gewann<br />

sie mit 6:3, 7:6 gegen Alena Pruza vom Tempelhofer TC.<br />

Besonders der zweite Satz war hart umkämpft, doch Lewernz<br />

bewies Nervenstärke und sicherte sich den Sieg im Tiebreak.<br />

Ein Jubiläumsturnier mit besonderem Flair<br />

Die 10. Internationalen Spandauer Jugendmeisterschaften<br />

haben einmal mehr gezeigt, wie hoch das Niveau im Berliner<br />

Jugendtennis ist. Der Siemens Tennis Klub Blau Gold, der das<br />

Turnier nun schon zum zehnten Mal ausrichtete, bot den jungen<br />

Talenten erneut eine erstklassige Plattform, um sich zu<br />

messen und wichtige Wettkampferfahrung zu sammeln.<br />

Mit über 100 Teilnehmern war das Turnier ein voller Erfolg<br />

und lässt auf weitere spannende Turniere in den kommenden<br />

Jahren hoffen.<br />

Pia Schwarze<br />

Fotos: Matthias Schulz-tennisphoto.de<br />

Jorge Tomas Herrera Sanchez<br />

(HTV Hannover)<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

65


Ç<br />

International<br />

US Open <strong>2024</strong><br />

Jannik Sinner und Aryna Sabalenka nicht zu schlagen<br />

Erstmals konnte mit Jannik Sinner ein Italiener den Titel bei den US Open in New York erringen. Der an Nummer eins<br />

gesetzte Südtiroler wurde seiner Favoritenrolle gerecht, ließ der Konkurrenz keine Chance und gab im Lauf des Turniers<br />

lediglich zwei Sätze ab. In der Damenkonkurrenz blieb die an Nummer zwei eingestufte Belarussin Aryna Sabalenka<br />

ebenfalls ungefährdet und sicherte sich damit ihren dritten Grand Slam-Titel.<br />

Im Herrenwettbewerb war Jannik Sinner das Maß aller Dinge.<br />

In den ersten vier Runden gab er lediglich gegen den US-Amerikaner<br />

Mackenzie McDonald und den Russen Daniil Medvedev<br />

einen Satz ab und ließ sich im Halbfinale vom bis dahin stark<br />

aufspielenden Briten Jack Draper beim 7:5, 7:6(3), 6:2 nicht<br />

überraschen. Im anderen Halbfinale standen sich die beiden<br />

US-Amerikaner Taylor Fritz und Frances Tiafoe gegenüber. In<br />

einer hart umkämpften Partie behielt schließlich Fritz mit 4:6,<br />

7:5, 4:6, 6:4, 6:1 die Oberhand. Doch auch er konnte im Finale<br />

den Siegeszug des Weltranglistenersten Sinner nicht stoppen<br />

und unterlag mit 3:6, 4:6, 5:7. Der 23-jährige Italiener durfte<br />

damit nach den Australian Open seinen zweiten Grand-Slam-<br />

Titel feiern und 3,6 Millionen $ Preisgeld mit nach Hause nehmen.<br />

Die zum Favoritenkreis zählenden Carlos Alcaraz (Spanien)<br />

und Novak Djokovic (Serbien) schieden bereits in Runde<br />

drei aus. Im übrigen wurde bei den Herren auch noch ein neuer<br />

Rekord aufgestellt, denn die Erstrundenpartie zwischen dem<br />

Briten Dan Evans und Karen Khachanov aus Russland dauerte<br />

5 Stunden und 35 Minuten. Am Ende siegte Evans mit 6:7, 7:6,<br />

7:6, 4:6, 6:4.<br />

Ähnlich überlegen zeigte sich Aryna Sabalenka in der<br />

Damenkonkurrenz. Die gebürtige 26-jährige Minskerin musste<br />

bis zur Vorschlussrunde nur einen Satz abgeben und schlug<br />

dann Emma Navarro (USA) mit 6:3, 7:6. Jessica Pegula gelang es<br />

im Viertelfinale die topgesetzte Iga Swiatek (Polen) mit 6:2, 6:4<br />

auszuschalten. In der Runde der letzten vier hatte die US-Amerikanerin<br />

hart zu kämpfen, ehe der 1:6, 6:4, 6:2-Erfolg gegen die<br />

ungesetzte Tschechin Karolina Muchova feststand. Das Endspiel<br />

verlief sehr ausgeglichen. Am Ende setzte sich Sabalenka<br />

mit 7:5, 7:5 durch und holte damit wie auch Jannik Sinner<br />

ihren zweiten Grand Slam-Titel in diesem Jahr nach den Australian<br />

Open. Sabalenka kassierte für den Gesamtsieg ebenfalls<br />

3,6 Millionen $. Titelverteidigerin Coco Gauff (USA) musste bereits<br />

in der 4. Runde gegen ihre Landsfrau Emma Navarro die<br />

Segel streichen.<br />

Zverev scheidet im Viertelfinale aus<br />

Der an Nummer 4 eingestufte Alexander Zverev spielte sich bis<br />

ins Viertelfinale durch. Zuerst bezwang er Landsmann Maximilian<br />

Marterer in vier Sätzen. Es folgte ein sicherer Dreisatzerfolg<br />

gegen den Franzosen Alexandre Müller. Gegen den Argentinier<br />

Tomas Martin Etcheverry setzte sich der Deutsche dann mit 5:7,<br />

7:5, 6:1, 6:3 durch. Nach Startschwierigkeiten gewann er im<br />

Achtelfinale gegen Brandon Nakashima aus den USA mit 3:6,<br />

6:1, 6:2, 6:2. Gegen die Nummer 12 der Setzliste Taylor Fritz war<br />

schließlich im Viertelfinale beim 6:7, 6:3, 4:6, 6:7 Endstation.<br />

Von den übrigen deutschen Akteuren schaffte es keiner in die<br />

zweite Runde. Neben Maximilian Marterer scheiterten auch<br />

Dominik Koepfer, Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff in<br />

Runde eins. Außerdem blieben Henri Squire, Yannik Hanfmann<br />

und Rudolf Molleker in der ersten Qualifikationsrunde hängen.<br />

Bei den Damen gelang es lediglich Jule Niemeier zwei Runden<br />

zu überstehen. Die 25-Jährige schaltete zum Auftakt die<br />

Alexander Zverev<br />

Fotos: Jürgen Hasenkopf<br />

66<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


International<br />

Ç<br />

Jannik Sinner<br />

an Nummer 32 gesetzte Ukrainerin Dajana Yastremska mit<br />

6:4, 6:7, 6:4 aus und bezwang anschließend Moyuka Uchijima<br />

aus Japan mit 6:4, 6:0. Gegen die Chinesin Qinwen Zheng kam<br />

dann mit 2:6, 1:6 das Aus. Tatjana Maria kam bis in die zweite<br />

Runde, musste sich anschließend aber Vorjahressiegerin Coco<br />

Gauff mit 4:6, 0:6 geschlagen geben. Eva Lys überstand alle<br />

drei Qualifikationsrunden, ehe in der ersten Hauptrunde die<br />

Reise beendet war. Tamara Korpatsch und Laura Siegemund<br />

blieben ebenfalls in der Auftaktrunde hängen. In der Qualifikation<br />

schließlich scheiterte Mona Barthel in Runde eins, während<br />

Nastasja Schunk und Ella Seidel zumindest eine Runde<br />

weiterkamen.<br />

Kevin Krawietz / Tim Pütz und Julia Stusek im Finale<br />

Erfreulich aus deutscher Sicht verlief das Herren-Doppel. Die an<br />

Nummer 10 eingestuften Kevin Krawietz und Tim Pütz schalteten<br />

im Achtelfinale die Australian und French Open-Finalisten<br />

Andrea Vavassori / Simone Bolelli aus Italien mit 6:4, 3:6,<br />

7:6(4) aus. Im Halbfinale bezwangen sie die an vier gesetzten<br />

French Open-Sieger Marcelo Arevalo / Mate Pavic (El Salvador<br />

/ Kroatien) mit 6:3, 6:7, 6:4. Erst im Finale wurden die beiden<br />

Aryna Sabalenka<br />

deutschen Doppelspezialisten von den Wimbledonfinalisten<br />

Max Purcell und Jordan Thompson (Australien) mit 6:4, 7:6(4)<br />

gestoppt. In der Damenkonkurrenz schied Laura Siegemund<br />

mit ihrer brasilianischen Partnerin Beatriz Haddad Maia im<br />

Achtelfinale aus. Den Titel sicherten sich die auf Position sieben<br />

gesetzten Ljudmyla Kichenuk / Jelena Ostapenko (Ukraine<br />

/ Lettland).<br />

In den Einzelwettbewerben der Juniorinnen und Junioren<br />

wurden aus deutscher Sicht keine Bäume ausgerissen. Bei den<br />

Mädchen scheiterten die Berlinerin Sonja Zhenikhova und Julia<br />

Stusek bereits in der ersten Runde. Nicht viel besser erging es<br />

den Junioren. So war für Mika Petkovic in der ersten und Max<br />

Schoenhaus in der zweiten Runde die Konkurrenz beendet.<br />

Deutlich erfolgreicher lief es in den Doppelwettbewerben. Bei<br />

den Junioren kam Max Schoenhaus mit seinem Partner Alexander<br />

Razghi (USA) bis ins Viertelfinale. Noch weiter, nämlich<br />

bis ins Endspiel, schaffte es Julia Stusek zusammen mit ihrer<br />

tschechischen Partnerin Julie Pastikova. Gegen Malak El Allami<br />

/ Emily Sartz-Lunde (Marokko/ Norwegen) wurde dann<br />

beim 2:6, 6:4, 6:10 der Titel nur ganz knapp verpasst.<br />

Zusammenfassung: Michael Matthess<br />

Fotos: Jürgen Hasenkopf<br />

Julia Stusek<br />

Kevin Krawietz und Tim Pütz<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

67


Ç<br />

International<br />

Hamburg Open ATP 500<br />

Arthur Fils gewinnt Hamburg Open:<br />

„Bestes Spiel meiner Karriere“<br />

Arthur Fils hat die Hamburg Open <strong>2024</strong> gewonnen. Das französische Toptalent besiegte<br />

Titelverteidiger Alexander Zverev in einem der besten ATP-Finals des Jahres nach 3:33<br />

Stunden mit 6:3, 3:6, 7:6(1). Fils sicherte sich seinen zweiten ATP-Titel nach Lyon 2023. Der<br />

Sieg beim ATP-500-Event ist der größte Titel in seiner noch jungen Karriere.<br />

Zeitgleich war das Finale am Sonntag vor ausverkauftem<br />

Haus (insgesamt strömten 75.000 Zuschauer in dieser<br />

Woche zu den Hamburg Open) auf dem Centre Court<br />

am Rothenbaum eines der längsten ATP-Finals im „Best-of-<br />

Three“-Modus. Den Rekord halten Novak Djokovic und Carlos<br />

Alcaraz beim Finale in Cincinnati 2023 (3:49 Stunden).<br />

Fils, der bei der Siegerehrung noch sichtlich überfordert<br />

wirkte nach der Anstrengung und dem Erfolg, sagte: „Das war<br />

das beste Match meiner Karriere oder zumindest eines der besten.<br />

Ein toughes Match, das mir auch für meine Karriere geholfen<br />

hätte, wenn ich verloren hätte.“<br />

Knackpunkt in diesem Marathon-Match, da waren sich<br />

beide Protagonisten einig, waren die 21 von 22 vergebenen<br />

Breakchancen Zverevs. Der Titelverteidiger sagte in seiner<br />

Presserunde trocken: „Nur einen von 22 Breakbällen zu nutzen,<br />

hilft nicht sonderlich.“<br />

Fils erklärte: „Ich hab bei einigen gut serviert, bei einigen<br />

habe ich gute Ballwechsel gespielt. Andere Bälle hat er verhauen.<br />

Ich weiß auch nicht. Ich habe einfach mein Bestes gegeben.<br />

Dann habe ich die Anzahl und das Resultat gesehen<br />

und hatte heute ein bisschen Glück damit.“<br />

Große Zuneigung und Verständnis hatte Fils für das Hamburger<br />

Publikum: „Überall wo ich bin, habe ich ein gutes Verhältnis<br />

mit den Zuschauern. Das hatte ich diese Woche hier<br />

auch. Aber ich habe hier heute gegen den deutschen Superstar<br />

gespielt. Da ist es ja völlig normal, dass das Publikum für ihn<br />

Fotos: Matthias Schulz-tennisphoto.de<br />

68<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


International<br />

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Arthur Fils<br />

Alexander Zverev<br />

Fotos: Matthias Schulz-tennisphoto.de<br />

ist. Das gibt mir aber auch Extra-Motivation. Ich liebe Hamburg<br />

und hoffe, zurückzukommen.“<br />

Fils habe vor den Olympischen Spielen eigentlich Urlaub am<br />

Strand machen wollen, wurde dann von seinem Coach überredet<br />

und hat nun den größten Titel seiner Karriere auf der<br />

Habenseite.<br />

Zverev gab derweil gesundheitlich Entwarnung: „Mein<br />

Zuckerspiegel war zu niedrig im ersten Satz. Mir war schwindelig.<br />

In der Kombination mit der Hitze hatte ich das Gefühl, dass<br />

ich mich übergeben muss. Ich konnte das dann regulieren und<br />

habe Elektrolyte erhalten - dann war es ok.“<br />

Zverev gab zudem zu, dass sein Gegner im Tiebreak „alles“<br />

besser gemacht habe als er selbst.<br />

Fils’ Sieg über Zverev ist auch von der Rankingposition mit<br />

sein größter Erfolg. Vergangenes Jahr am Rothenbaum besiegte<br />

er die damalige Nummer 4 der Welt, Casper Ruud. Zverev<br />

ist momentan ebenfalls die Nummer 4 der Weltrangliste.<br />

Fils darf sich über 500 Punkte für die Weltrangliste freuen<br />

und kassiert für den Turniersieg zudem 353.750,– €. Dieser<br />

spült den Franzosen auf ein neues Karrierehoch - erstmals belegt<br />

er Rang 20.<br />

Klaus Bellstedt<br />

Kevin Krawietz und Tim Pütz<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

69


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International<br />

ECE Ladies Hamburg Open<br />

Anna Bondar gelingt „Doppel-Triumph“<br />

Die große Triumphatorin der ECE Ladies Hamburg Open <strong>2024</strong> heißt Anna Bondar! Die<br />

Ungarin gewann bei dem WTA-125er-Turnier im traditionsreichen Tennisstadion am<br />

Rothenbaum vor rund 2000 Zuschauern sowohl im Einzel als auch im Doppel. Nach<br />

ihrem überzeugenden 6:4, 6:2-Erfolg über Vorjahressiegerin Arantxa Rus im Endspiel<br />

der Einzelkonkurrenz gewann sie im Doppel an der Seite ihrer Partnerin Kimberley<br />

Zimmermann (Belgien) gegen Arantxa Rus (Niederlande) und die Serbin Nina Stojanovic<br />

5:7, 6:3 und 11:9.<br />

Im Einzelfinale legte Anna Bondar eine taktische Meisterleistung<br />

hin, agierte sehr geschickt gegen das offensive Spiel<br />

der niederländischen Titelverteidigerin und war vor allem die<br />

bessere Returnspielerin. Mit dem 6:4 im ersten Durchgang<br />

nahm sie Rus den ersten Satz in der gesamten Turnierwoche<br />

ab und war auch in der Folge die bessere Spielerin. Bondar<br />

wirkte vor allem mental extrem stark, ließ im zweiten Satz<br />

keine einzige Breakchance mehr zu und verwandelte nach<br />

97 Minuten ihren ersten Matchball zum 6:4 und 6:2. Für die<br />

Ungarin war es der zweite WTA-Turniersieg in ihrer Karriere.<br />

Ihren ersten Titel gewann sie im Jahr 2021 beim WTA-125er-<br />

Turnier in Buenos Aires. Erst in der vergangenen Woche hatte<br />

sie beim ITF-Turnier in Hechingen triumphiert. Damit hat sie<br />

ihre letzten zehn Einzel-Matches auf der Tour allesamt gewonnen.<br />

In Hamburg war zum ersten Mal der ehemalige<br />

ungarische ATP-Spieler Peter Nagy als Trainer an ihrer Seite.<br />

Für den Triumph am Rothenbaum erhielt Bondar ein Preisgeld<br />

in Höhe von 13.040,– €. In der Weltrangliste verbesserte<br />

sie sich auf Platz 78.<br />

Nach ihrem Erfolg im Einzel wollte sie nun unbedingt<br />

auch im Doppel die Siegerinnentrophäe mit nach Hause nehmen.<br />

Zusammen mit ihrer Partnerin und guten Freundin Kimberley<br />

Zimmermann mobilisierte sie nach verlorenem ersten<br />

Satz nochmal alle Kräfte, schaffte den Satzausgleich und<br />

wehrte im Match-Tie-Break zwei Matchbälle ab. Am Ende bejubelten<br />

Bondar / Zimmermann nach 1:46 Stunden einen 5:7,<br />

6:3, 11:9-Erfolg gegen Rus / Stojanovic. Es war ein packendes<br />

Finale einer abwechslungsreichen, spannenden und sportlich<br />

hochklassigen Turnierwoche.<br />

Fotos: Valeria Witters<br />

70<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


International<br />

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Die ungarische Siegerin Anna Bondar<br />

Arantxa Rus beim Selfie mit Fans<br />

Fotos: Valeria Witters<br />

Stimmen vom Rothenbaum:<br />

D Arantxa Rus: „Ich habe es wirklich genossen. Letztes Jahr<br />

und auch diesmal durfte ich jeweils eine ganze Woche hier<br />

sein und das Turnier ist einfach sehr schön.“<br />

D Anna Bondar: „Ich war zum ersten Mal bei diesem<br />

Turnier am Start und ich habe mich von Anfang an sehr<br />

willkommen gefühlt. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier<br />

meinen zweiten WTA-Titel gewinnen konnte. Es war ein<br />

hartes Match und auch eine anstrengende Woche. Danke<br />

an alle Fans, die uns so sehr angefeuert haben.“<br />

D Dr. Franziska Kriener (Vertreterin der Behörde für Inneres &<br />

Sport der Freien und Hansestadt Hamburg): „Frauensport<br />

ist eine ganz große und wichtige Sache und deshalb ist<br />

es so wichtig, dass das Turnier in diesem Jahr stattfand.<br />

Es freut mich, dass wir als Active City Teil davon sind<br />

und dass wir das auch im nächsten Jahr gemeinsam<br />

weiterverfolgen.“<br />

D Alexander Otto (CEO der ECE Group): „Anna und Arantxa<br />

haben fantastisch gespielt und beide hatten eine sehr gute<br />

Turnierwoche hier. Es ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass<br />

das Turnier auch in diesem Jahr organisiert wurde, auch<br />

in einem Olympiajahr. Nächstes Jahr kommt auch wieder<br />

das 250er-Turnier hier nach Hamburg. Ich finde es super<br />

toll, dass du, liebe Sandra, das Turnier hier in die Hand<br />

genommen hast.“<br />

Durchweg positive Turnierbilanz: „Wir wollen<br />

Damentennis in Hamburg etablieren“<br />

Turnierdirektorin Sandra Reichel hat am Finaltag der ECE Ladies<br />

Hamburg Open auf eine ereignisreiche Turnierwoche<br />

mit insgesamt rund 8.000 Tennisfans, die an den Rothenbaum<br />

pilgerten, zurückgeblickt und bereits eine kleine Bilanz<br />

gezogen: „Es war unheimlich wichtig, dass wir in diesem Jahr<br />

doch noch ein Damenturnier am Rothenbaum ausrichten<br />

konnten. Dies ist nicht nur ein Signal der Verlässlichkeit an die<br />

Spielerinnen und unsere treuen Fans, sondern auch ein Vertrauensbeweis<br />

für unsere Partner. Wir haben erneut ein klares<br />

Zeichen für den Frauensport gesetzt und gezeigt, dass wir<br />

alle gemeinsam Damentennis in Hamburg etablieren wollen.<br />

In dieser Woche haben wir gerade den Spielerinnen aus<br />

der Region und dem eigenen Nachwuchs eine große Bühne<br />

bereitet. Insgesamt waren zehn deutsche Spielerinnen im<br />

Hauptfeld am Start. Natürlich gilt ein großer Dank allen Partnern<br />

und Unterstützern, vor allem unserem Titelsponsor der<br />

ECE Group mit Alexander Otto, der Freien und Hansestadt<br />

Hamburg mit Innen- und Sportsenator Andy Grote, die maßgeblich<br />

daran beteiligt waren, dass wir dieses Turnier durchführen<br />

konnten. Besonders gefreut hat mich, dass auch unsere<br />

Inklusionstage und der ECE Kids Cup eine Fortsetzung<br />

gefunden haben. Unser Einsatz hat sich wirklich gelohnt.<br />

Ich glaube, dass wir auch als Team noch enger zusammengewachsen<br />

sind“, sagte Reichel und blickte sogleich voraus.<br />

„Ich freue mich schon jetzt darauf, dass wir uns im kommenden<br />

Sommer alle wieder sehen, dann spielen wir vom 13. bis<br />

zum 20. Juli 2025 wieder unser WTA-250er-Turnier.“<br />

Marcel Meinert<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

71


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International<br />

European Summer Cups<br />

U16-Junioren<br />

gewinnen Team-EM<br />

Mitte August sind die European Summer<br />

Cups, die Europameisterschaften für<br />

Jugendnationalmannschaften, zu Ende gegangen.<br />

In allen vier Altersklassen (U12, U14, U16, U18)<br />

haben DTB-Teams aufgeschlagen. Dabei sicherten<br />

sich die U16-Junioren erstmals seit 2015 den<br />

Europameistertitel.<br />

Diego Dedura-Palomero, Niels McDonald und Oliver<br />

Majdandzic haben diesen Sommer im DTB-Dress besonders<br />

überzeugt. Beim European Summer Cup gewann<br />

das Team von Philipp Petzschner und Björn Simon alle<br />

sechs Begegnungen und verlor dabei nur ein einziges Match.<br />

Auch das Duell um den EM-Titel dominierte die deutsche Auswahl<br />

deutlich und setzte sich im Finale mit 3:0 gegen Portugal<br />

durch.<br />

Zuletzt holte eine deutsche U16-Nationalmannschaft vor<br />

neun Jahren den EM-Titel bei den Junioren. Damals vertraten<br />

Marvin Möller, Nicola Kuhn und Maximilian Todorov die deutschen<br />

Farben.<br />

Angefangen hatte die Reise für Dedura-Palomero, McDonald<br />

und Majdandzic mit einem Heimspiel in Hamburg. Am<br />

Rande des ATP-500-Turniers wurde die Qualifikationsrunde<br />

des Summer Cups vom DTB ausgetragen – was für volle Ränge<br />

und eine besondere Atmosphäre am Hamburger Rothenbaum<br />

sorgte.<br />

Den parallel stattfindenden Wettbewerb für die Juniorinnen<br />

beendete das deutsche Team um Julia Stusek, Sonja Zhenikhova<br />

und Mariella Thamm, unter der Leitung von DTB-Bundestrainerin<br />

Jasmin Wöhr, auf Platz 4. Die DTB-Auswahl hatte im<br />

Halbfinale (gegen Großbritannien) und<br />

im Spiel um Platz 3 (gegen Tschechien)<br />

zwei Mal im entscheidenden Doppel<br />

das Nachsehen und verpasste dadurch<br />

einen Platz auf dem Siegertreppchen<br />

nur knapp.<br />

Mit diesen besonderen Leistungen<br />

haben sich die U16-Nationalmannschaften<br />

für den Junior Davis Cup und<br />

Junior Billie Jean King Cup qualifiziert.<br />

Die Wettbewerbe finden vom 11. bis 17.<br />

November in Antalya / Türkei statt. Die<br />

deutschen Teams spielen dabei mit 15<br />

anderen Nationen um den wichtigsten<br />

Mannschaftstitel im Juniorentennis.<br />

„Den EM-Titel haben sich die Junioren<br />

wirklich verdient. Sie haben in diesem<br />

Sommer gezeigt, dass sie Europas<br />

beste Mannschaft in dieser Altersklasse sind. Auch die Juniorinnen<br />

haben stark gespielt und leider zwei Mal unglücklich<br />

verloren“, so Veronika Rücker, DTB-Vorstand Sport: „Ich bin mir<br />

sicher, dass beide Teams in Antalya ihre Stärke zum Einsatz<br />

bringen werden.“<br />

Drei weitere Mannschaften unter<br />

den Top-8-Teams in Europa<br />

In den Altersklassen U12, U14 und U18 waren fünf weitere DTB-<br />

Teams im Einsatz. Drei Mannschaften qualifizierten sich dabei<br />

für die Finals und konnten einen Platz unter den besten acht<br />

Teams in Europa belegen (U12 Juniorinnen, U14 Juniorinnen,<br />

U18 Junioren). Mit Platz 3 erreichten die U14-Mädchen um Viktorija<br />

Cesonyte, Ida Wobker und Tina Manescu dabei die beste<br />

Platzierung.<br />

„Das waren tolle Wochen für den deutschen Tennisnachwuchs,<br />

der sich bei den European Summer Cups jährlich mit<br />

den besten Teams Europas misst. Wir sind sehr zufrieden mit<br />

den Leistungen unserer Mannschaften. Die deutschen Talente<br />

haben ihr Können im europäischen Vergleich eindrucksvoll<br />

unter Beweis gestellt“, lautet das positive Fazit von Rücker.<br />

DTB<br />

Die U14-Mädchen um Viktorija Cesonyte,<br />

Ida Wobker und Tina Manescu<br />

Fotos: DTB<br />

72<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


International<br />

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Paralympics Paris <strong>2024</strong><br />

Rollstuhltennis: Katharina Krüger<br />

chancenlos gegen die Weltranglistenerste<br />

Für Katharina Krüger, Deutschlands einzige Rollstuhltennis-Spielerin bei den Paralympics in Paris,<br />

endeten die Spiele bereits nach der ersten Runde. Gegen die übermächtige Weltranglistenerste und<br />

klare Favoritin Diede de Groot musste sich die gebürtige Berlinerin mit 1:6 und 0:6 geschlagen geben.<br />

Fotos: Matthias Schulz-tennisphoto.de<br />

Diede de Groot aus den Niederlanden<br />

ist die unangefochtene<br />

Nummer eins im Rollstuhltennis<br />

– und bei den Paralympics in Paris eine<br />

Nummer zu groß für Katharina Krüger,<br />

die einzige Deutsche im Teilnehmerfeld.<br />

Die 27-jährige Weltranglistenerste,<br />

die mit 23 Titeln bei Grand-Slam-Turnieren<br />

Rekordsiegerin ist und die vergangenen<br />

15 allesamt gewonnen hat,<br />

blieb zwischen Januar 2021 und Mai<br />

<strong>2024</strong> in mehr als 140 Spielen in Serie ungeschlagen.<br />

Im Damen-Einzel setzte sie<br />

sich souverän mit 6:1, 6:0 gegen Krüger durch.<br />

Auf der roten Asche des Court Suzanne Lenglen in Roland<br />

Garros gelang Krüger ein Traumstart. Der Top-Favoritin nahm<br />

sie im ersten Satz gleich den ersten Aufschlag zum 1:0 ab. Die<br />

Berlinerin beeindruckte vor allem mit ihrer kraftvollen Vorhand.<br />

Die DBS-Athletin führte kurz darauf<br />

sogar mit 40:0 und hatte mehrere<br />

Gelegenheiten, auf 2:0 davonzuziehen<br />

– doch dann kam de<br />

Groot so richtig in Fahrt. „Diede<br />

startete nervös, während ich<br />

mutig begonnen habe, aber dann<br />

hat sie ihren Rhythmus gefunden.<br />

Ich wusste, auf wen ich treffe. Man<br />

hat das Gefühl, dass man bei ihr<br />

mehr machen muss als sonst. “<br />

Immer wieder fand de Groot<br />

auf Krügers teils riskante Vorhandschläge<br />

eine passende, für<br />

viele Zuschauer unglaubliche<br />

Antwort. Beim zwischenzeitlichen<br />

3:1 drängte Krüger sie erneut<br />

mit ihrer Vorhand in die Ecke,<br />

doch die Medaillenkandidatin<br />

„<br />

Die Atmosphäre war unglaublich, weil alle<br />

Zuschauer wirklich interessiert sind. Das<br />

ist ganz anders als bei den Grand Slams, wo<br />

Rollstuhltennis oft nur nebenher läuft.“<br />

Katharina Krüger<br />

aus den Niederlanden konterte diesen Schlag mit einer perfekten<br />

Rückhand. Die Zuschauer auf den Rängen quittierten diesen<br />

Schlag mit tosendem Beifall. De Groot dominierte die Begegnung<br />

nach Belieben, zog auf 5:1 davon und verwandelte<br />

den zweiten Satzball zum 6:1. „Ich habe die Bälle gut aufgebaut<br />

und war in vielen Punkten drin – und dann schlägt sie ganz<br />

anders als erwartet“, resümiert Krüger. „Dann stand ich nicht<br />

mehr gut, konnte sie nicht mehr unter Druck setzen. Und sie<br />

hat dadurch die Initiative ergriffen und die Punkte gemacht. “<br />

Im zweiten Durchgang versuchte die in der Weltrangliste<br />

auf Rang 27 platzierte Krüger noch einmal das Ruder herumzureißen.<br />

Doch de Groot bewies an diesem Tag einmal mehr,<br />

warum sie derzeit das Nonplusultra im Rollstuhltennis ist – und<br />

das, obwohl ihr mehr Doppelfehler unterliefen als Krüger (7:5).<br />

Wie schon im ersten Satz wusste die Niederländerin, wie<br />

sie sich aus den Drucksituationen befreien musste. Mehrfach<br />

wollten die zahlreichen Zuschauer im Court Suzanne Lenglen<br />

in Roland Garros Krüger bereits für einen Punkt applaudieren,<br />

doch dann schlug die 27-Jährige<br />

zurück. Besonders beeindruckend<br />

ist die Zahl der Service Winners -<br />

hierbei handelt es sich um einen<br />

Aufschlag, bei dem der Gegenspieler<br />

keine Möglichkeit mehr<br />

hat, den Ball regelkonform zurückzuspielen.<br />

De Groot zählte nach<br />

Spielende insgesamt 29 Service<br />

Winners – zum Vergleich: Krüger<br />

gelangen fünf. Nach 48 Minuten<br />

verwandelte de Groot ihren<br />

zweiten Matchball. „Wir hatten<br />

einen einjährigen Qualifikationszeitraum.<br />

Das geschafft zu haben,<br />

macht mich stolz, ebenso, dass es<br />

mit meinen 34 Jahren die fünften<br />

Paralympics gewesen sind. “<br />

DBS / Claudio Gärtner<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong><br />

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TVBB-Intern<br />

Aus dem Netz gefischt<br />

74<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


Aus dem Netz gefischt<br />

TVBB-Intern Ç<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong> 75


Ç<br />

TVBB-Intern<br />

In eigener Sache<br />

Das erste Jahr in neuer Redaktionszusammensetzung<br />

<strong>2024</strong> hat viele Neuerungen und Veränderungen gebracht. Auch für das <strong>matchball</strong>. Die ersten Monate in neuer<br />

Redaktionszusammensetzung liegen nun hinter uns, und Sie halten die letzte Ausgabe dieses Jahres in Ihren<br />

Händen. Wir hoffen sehr, dass Ihnen die zurückliegenden Ausgaben des <strong>matchball</strong> gefallen haben.<br />

Vielleicht haben Sie sich auf einem Foto wiedergefunden<br />

oder Ihren Namen in den Turnierberichten<br />

entdeckt. Für das kommende Jahr beginnen<br />

wir bereits jetzt mit den Planungen. Der<br />

Turnierplan muss gesichtet, die Auswahl der Turniere<br />

und Veranstaltungen getroffen und die Autoren<br />

sowie Fotografen gebucht werden. Wir<br />

möchten zukünftig weiterhin auf ausdrucksstarke<br />

Fotos setzen und diese in ihrer vollen Wirkung entfalten<br />

lassen. Unser engagiertes Fotografenteam,<br />

bestehend aus Nicola Sophia Trenner, Harald Almonat, Markus<br />

Arnold und Claudio Gärtner, steht uns hierbei hierfür zur Verfügung.<br />

Dieses Team hat große Freude daran, den Tennissport<br />

kreativ in Szene zu setzen. Sie verbringen mehrere Stunden bei<br />

den Turnieren und Events, um erfrischende Fotos für das Tennis-<br />

Magazin für Berlin und Brandenburg zu erstellen.<br />

Da wir nicht nur eine Bildersammlung herausbringen möchten,<br />

gehören auch Berichte dazu, die den Lesern ein lebendiges<br />

Bild des Turnierverlaufs vermitteln. Spieler-Portraits wie die "Berliner<br />

Spitzen" sind ebenfalls Teil des Repertoires unserer Stamm-<br />

Autoren Klaus Weise, Michael Matthess, Dr. Klaus-Peter Walter,<br />

Linda Fritschken und der neu hinzugekommenen Katrin Brewka.<br />

Natürlich bereichern wir unsere Beiträge auch immer wieder mit<br />

verschiedenen Gast-Autoren.<br />

An dieser Stelle möchte ich mich persönlich bei Bernd Prawitz<br />

bedanken, der über viele Jahre hinweg das <strong>matchball</strong> vom<br />

TVBB zu einem herausragenden Tennis-Magazin entwickelt<br />

und redaktionell verantwortet hat. Nach seinem gesundheitsbedingten<br />

Ausstieg wurde der "Staffelstab" an den Autoren dieses<br />

Textes übergeben. Nach nun vier Ausgaben in dieser neuen<br />

redaktionellen Zusammensetzung werden wir weiterhin bemüht<br />

sein, großartige Magazine zu erstellen. Wir sind auch ein wenig<br />

stolz darauf, dass die Verbandszeitschrift in gedruckter Form eine<br />

der wenigen in den Landesverbänden des DTBs ist. Das positive<br />

Feedback, das wir erhalten, bestätigt uns, dass wir die richtige<br />

Entscheidung getroffen haben.<br />

Nun fragen Sie sich sicherlich, ob eine Online-Ausgabe nicht<br />

ausreichen würde, da mit der Produktion doch einige Kosten verbunden<br />

sind. Würde der TVBB keine Magazine an die Tennisvereine<br />

versenden, würden lediglich die Druckkosten eingespart<br />

werden. Autoren- und Fotografen-Honorare blieben unverändert,<br />

ebenso wie die Kosten für die Gestaltung des <strong>matchball</strong>.<br />

In dieser Hinsicht arbeiten wir kreativ mit Oliver Maas zusammen<br />

und haben gemeinsam mit ihm einen effizienten Workflow<br />

entwickelt. Wir freuen uns jedes Mal, wenn nach dem Korrekturdurchgang<br />

die ersten Seiten zur Ansicht vorgelegt werden und<br />

wir am Ende ein großartiges Tennis-Magazin in unseren Händen<br />

halten können. So wie auch alle Tennisfreunde, denen das neue<br />

Heft in den Tennisvereinen entgegen lächelt und zum Schmökern<br />

einlädt.<br />

Die Kehrseite der Medaille ist, dass wir manchmal in der Redaktion<br />

darauf angesprochen werden, warum dieses oder jenes<br />

Cover gewählt wurde und nicht eines von unseren regionalen<br />

Turnieren. Oder warum über das ein oder andere Turnier nicht<br />

berichtet wird. Alle Ausrichter in Berlin und Brandenburg leisten<br />

bei ihren Veranstaltungen großartige Arbeit. Aufgrund der enormen<br />

Vielzahl der Turniere müssen wir jedoch Prioritäten setzen.<br />

Damit wir mit Ihnen in eine gute Kommunikation treten können,<br />

haben wir als Redaktion des <strong>matchball</strong> eine eigene Webseite<br />

erstellt. Hier finden Sie neben dem Redaktionsplan auch Informationen<br />

zu den geplanten Einsätzen. Vor allem aber haben<br />

auch Sie die Möglichkeit, uns mit News und Meldungen aus<br />

Ihrem Verein zu versorgen. Ein Bild, eine Kurznachricht – alles,<br />

was auf unsere Newsseite im <strong>matchball</strong> gesetzt werden kann.<br />

Nutzen Sie diese Gelegenheit und geben Sie der Redaktion Input<br />

für die nächsten Ausgaben.<br />

Wir wünschen allen Tennisspielern und Tennisfreunden eine<br />

verletzungsfreie Wintersaison und freuen uns darauf, Ihnen bei<br />

einem der nächsten Turniere über den Weg zu laufen.<br />

Claudio Gärtner<br />

Redaktionstermine 2025<br />

<strong>matchball</strong> 1-2025<br />

Redaktionsschluss: 17.01.2025<br />

Anzeigenschluss: 17.01.2025<br />

Auslieferung: Ende Februar<br />

<strong>matchball</strong> 2-2025<br />

Redaktionsschluss: 25.04.2025<br />

Anzeigenschluss: 25.04.2025<br />

Auslieferung:<br />

Ende Mai<br />

<strong>matchball</strong> 3-2025<br />

Redaktionsschluss: 18.07.2025<br />

Anzeigenschluss: 18.07.2025<br />

Auslieferung:<br />

Ende August<br />

<strong>matchball</strong> 4-2025<br />

Redaktionsschluss: 24.10.2025<br />

Anzeigenschluss: 24.10.2025<br />

Auslieferung: Ende November<br />

Abweichungen sind nicht ausgeschlossen<br />

Redaktionskontakt<br />

<strong>matchball</strong> Redaktionsleitung<br />

eMail: claudio.gaertner@<strong>matchball</strong>-tvbb.de<br />

<strong>matchball</strong> Redaktion<br />

eMail: redaktion@<strong>matchball</strong>-tvbb.de<br />

<strong>matchball</strong> Foto-Redaktion<br />

eMail: fotoredaktion@<strong>matchball</strong>-tvbb.de<br />

Foto: Nicole Urbschat<br />

76<br />

<strong>matchball</strong> | 04 – <strong>2024</strong>


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