matchball 3-2017
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August <strong>2017</strong><br />
<strong>matchball</strong><br />
Offizielles Magazin Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V.<br />
3 / <strong>2017</strong><br />
TVBB-Meisterschaft<br />
Betz und Stabel siegen<br />
TC Orange-Weiß<br />
Guter ITF-Auftakt<br />
für Senioren<br />
27. German Open<br />
Japaner-Sieg bei den Rollis<br />
Rückblicke<br />
Saisonbilanz der<br />
höchsten Ligen<br />
Wimbledon<br />
Rekord für Federer<br />
<br />
Mit Becker-Faust: Rudolf Molleker,<br />
Sieger der German Juniors<br />
© Patrick Becher/tennisphoto.de<br />
Wieder TVBB-Meister:<br />
Alexander Betz,<br />
(SV Zehlendorfer Wespen)<br />
© Andreas Wüst
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Editorial<br />
Liebe Tennisfreunde in<br />
Berlin und Brandenburg,<br />
Dr. Klaus-Peter Walter<br />
DTB-Präsident Ulrich Klaus war sichtlich angetan von der<br />
großartigen Zuschauerkulisse bei den beiden Endspielen<br />
im „Steffi-Graf-Stadion“ des LTTC „Rot-Weiß“ bei den Allianz<br />
Kundler German Juniors <strong>2017</strong> supported by OPTIMAL SYS-<br />
TEMS. Und zugegeben, auch mich erfreuten die geschätzten<br />
1 000 begeisterten Tennisfans, die hochklassiges Tennis der<br />
nachwachsenden Spielergeneration erleben konnten. Zeichnete<br />
sich schon in den ersten Runden der Turnierwoche ab,<br />
dass Deutschlands Nachwuchsförderung international gut<br />
bestehen kann, waren die beiden Sieger, Jule Niemeier aus<br />
Dortmund bei den Juniorinnen und Rudolf Molleker aus Berlin<br />
bei den Junioren, das Maß der gegenwärtigen internationalen<br />
Tennishoffnung.<br />
Beiden Siegern war der unbändige Wille anzusehen, gewinnen<br />
zu wollen. Diszipliniert und professionell ertrugen sie gelegentliche<br />
eigenverursachte Unzulänglichkeiten, haderten<br />
nicht mit sich und der Welt, sondern besannen sich auf ihre<br />
Stärken, die sie bis zum Matchball und Sieg konsequent ausspielten.<br />
Unseren Lokalmatador Rudolf Molleker erwischte so<br />
ein selbstverschuldeter Hänger im zweiten Satz seines ersten<br />
Aufschlagsspiels, der seinem Endspielgegner Stefano Palosi<br />
aus Rumänien unverhofft zu einem Break verhalf. Erst mit Humor,<br />
dann mit Ärger wanderte Rudolf Mollekers hilfesuchender<br />
Blick zur Familie, die aber mit unbewegtem Gesichtsausdruck<br />
ihren Filius in die Eigenverantwortung zurücklenkte.<br />
Auf sich gestellt, besann sich Rudi auf seine starken Grundschläge,<br />
die die Grundlage für seinen Titelgewinn waren.<br />
Bei Jule Niemeier war es nicht nur ein Hänger, sie lag nach<br />
souverän gewonnenem ersten Satz wegen vielen unerzwungenen<br />
Fehlern mit 1:5 im zweiten Satz zurück. Doch selbst<br />
die 5:2, 40:0-Führung ihrer Gegnerin Anna Laguza aus der<br />
Ukraine brachte Jule Niemeier nicht aus der Fassung. Punkt<br />
für Punkt eroberte sie sich das Spielgeschehen zurück und<br />
gewann den zweiten Satz mit 7:5, womit sie sich den Berliner<br />
Porzellan Bären der KPM nebst Titel sicherte. Ihre wuchtigen<br />
Gegencross-Vorhandschläge, ihre knallharten Aufschläge<br />
mit Assen wenn es erforderlich war und satt getroffene<br />
Schmetterbälle verkörpern für mich den erfrischenden Spielertyp,<br />
der nicht nur auf die Fehler des anderen wartet, sondern<br />
selbst Herr des Geschehens sein will. Wie in den vielen<br />
Vorworten des Programmheftes angemerkt, können wir gespannt<br />
sein, ob erneut ein späterer Champion oder Grand-<br />
Slam-Sieger gesiegt hatte.<br />
So beeindruckend diese beiden Spitzenleistungen für uns<br />
im TVBB auch sind, so deutlich wird für all die, die unsere Jugendlichen<br />
an den Tennissport heranführen, dass es sich immer<br />
wieder lohnt, die Begeisterung für den Tennissport zu<br />
wecken.<br />
Im Blick haben sollten wir aber nicht nur die, die als Selbstläufer<br />
erfolgreich und Leistungsträger ihrer Generation sind.<br />
Einzubinden sind auch alle, die aus reiner Freude mitmachen<br />
wollen. Gut 11 000 Jugendliche in unserem Verbandsgebiet<br />
sind als Sportler dabei, nicht nur um Vor- und Rückhand zu<br />
erlernen, sondern ebenso respektvolles und faires Verhalten<br />
kennenzulernen, einzuüben und zu leben. Ausgerichtet sind<br />
diese Bemühungen an der DTB Fair-Play-Kampagne: Verhalte<br />
dich immer respektvoll, kenne und befolge die Regeln, respektiere<br />
die Anweisung von Turnieroffiziellen sowie die Privatsphäre<br />
von anderen, benimm dich auf dem Platz und auf<br />
der Anlage! Diese Merksätze stehen dann nicht nur auf dem<br />
Papier, sie können in unserer unübersichtlichen Zeit Selbstvertrauen<br />
und Selbstgewissheit zur eigenen Entwicklung<br />
schaffen.<br />
Gelegentlich habe ich das Gefühl, dass auch weit ältere Generationen<br />
von der Fair-Play-Kampagne profitieren könnten.<br />
Von daher wünsche ich allen Tennissportlern einen kommunikativ<br />
respektvollen Umgang mit ihren Kontrahenten<br />
und Mitstreitern, ob auf dem eigenen Court oder auf dem<br />
Nachbarplatz.<br />
Ihr Klaus-Peter Walter<br />
Präsident des TVBB<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 3
Inhalt<br />
Erste Versuche mit Schläger und Ball beim TC<br />
Schwarz-Gold während der DTB-Aktion<br />
“Deutschland spielt Tennis” <strong>2017</strong><br />
<br />
© Bernd Prawitz<br />
DTB: Deutschland spielt Tennis<br />
12 500 neue Mitglieder<br />
gewonnen<br />
Seit mehr als zehn Jahren bildet die bundesweite<br />
DTB-Aktion „Deutschland spielt Tennis!“<br />
den Auftakt für die schönste Zeit des<br />
Tennisjahres. In diesem Jahr wurde der Saisonstart<br />
erstmals nicht nur an einem Wochenende,<br />
sondern über einen ganzen Monat<br />
(22. April bis zum 21. Mai ) vollzogen.<br />
2 096 Vereine, zum sechsten Mal in Folge<br />
mehr als 2 000, hatten in dieser Zeit ihre Türen<br />
für etwa 84 000 interessierte Besucher<br />
geöffnet. Dabei wurden rund 12 500 neue<br />
Mitglieder für die Tennisvereine gewonnen.<br />
Mehr teilnehmende Vereine als im Vorjahr<br />
gab es in den Landesverbänden Hamburg,<br />
Niedersachsen, Nordwest, Rheinland-Pfalz,<br />
Schleswig-Holstein und Westfalen.<br />
Populärste Angebote im Rahmen der Aktionstage<br />
waren Schnuppertraining, Schleifchenturniere<br />
und talentinos- oder Fast<br />
Learning-Kindertraining.<br />
Von neuen Mitgliedern waren kostenloses<br />
Schnuppertraining, ein vergünstigtes Familienangebot<br />
und die Verringerung bzw.<br />
der Erlass des Vereinsbeitrags für einen bestimmten<br />
Zeitraum sehr gefragt.<br />
DTB<br />
Nach Redaktionsschluss<br />
Vierter Saison-Titel für Zverev<br />
Imponierend, wie Alexander Zverev (Hamburg)<br />
sich beim ATP 500-Turnier in Washington<br />
D.C. durchsetzte. Der Südafrikaner Kevin<br />
Anderson hatte im Endspiel (4:6, 4:6) genauso<br />
wenig eine Siegchance wie zuvor der Japaner<br />
Kei Nishikori im Halbfinale(3:6, 4:6).<br />
TOP-EREIGNISSE<br />
ITF: Allianz Kundler German Juniors supported by OPTIMAL SYSTEMS<br />
Rudi Molleker erfüllt sich seinen großen Wunsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6<br />
ITF: 25th International Junior Tournament of Offenbach, Grade 1<br />
Molleker wiederholt Vorjahressieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11<br />
SV Zehlendorfer Wespen: 29th German Open <strong>2017</strong> UNIQLO Wheelchair Tennis Tour - ITF<br />
Spitzentennis trotz heftiger Wetterkapriolen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12<br />
SV Zehlendorfer Wespen: TVBB-Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren <strong>2017</strong><br />
Sechs Matchbälle abgewehrt - Betz ist Meister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15<br />
TK Blau-Gold Steglitz: TVBB-Jugend-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />
“Wir brauchen uns vor anderen Verbänden nicht zu verstecken!” . . . . . . . . . . . . . . . 18<br />
DTB: Deutsche Meisterschaften Juniorinnen/Junioren <strong>2017</strong> (U13/U14/U16)<br />
Erfolgreicher Auftritt der TVBB-Talente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22<br />
ITF: Fed Cup-Relegation Deutschland - Ukraine 3:2<br />
Julia Görges bezwingt die Ukraine fast alleine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24<br />
TENNIS NATIONAL<br />
Rückblick 1. Bundesliga der Damen:<br />
TC 1899 Blau-Weiss kann Abstieg nicht verhindern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />
Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen:<br />
LTTC “Rot-Weiβ” stark, Zehlendorfer Wespen trotz Abstieg zufrieden . . . . . . . . . . . . . 27<br />
Rückblick Regionalliga Nordost <strong>2017</strong>:<br />
Erfolge von 2015 wiederholt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29<br />
Rückblick: Ostliga <strong>2017</strong><br />
Vier von acht Herren-Titeln für die neuen Bundesländer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />
TC Schießgraben Augsburg: Große Henner-Henkel- und Cilly-Aussem-Spiele (U15)<br />
Dritter Platz für TVBB-Junioren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33<br />
TC Glashütte, Norderstedt/SLH: Norddeutsche Jugendmeisterschaften (AK11, 12, 14)<br />
TVBB gewinnt drei Titel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />
TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 1. Berlin ITF Seniors Open<br />
Gelungene Premiere mit Ausbaupotenzial. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35<br />
15. Grün-Weiss Nikolassee-Seniorenturnier <strong>2017</strong><br />
Aller guten Dinge sind vier: Pfingsten, Sonne, Top-Sport und Grün-Weiß Nikolassee . . . . 37<br />
Hamburg: Der Club an der Alster<br />
DTB plant langfristige Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40<br />
Nachrichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41<br />
TVBB SPORT<br />
13. B1 Sport und Freizeit Neuenhagen Open<br />
Die 13 war eine Glückszahl, nicht nur für würdige Sieger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44<br />
TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 63. Friedrichshagen Open <strong>2017</strong><br />
Souveräne Sieger im Kurpark . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46<br />
TC Weiß-Rot Neukölln: Turnier Meisterschaftsklasse und Verbandsligen<br />
Livadaru und Soha souverän . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />
BFC Alemannia 1890: 2. Turnier Dunlop Cup Ost<br />
Neues Turnier lockt starke Gäste an . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49<br />
TV Zinnowitz/Karlshagen: 11. Usedom Senior Open <strong>2017</strong><br />
TVBB-Senioren erkämpfen acht Siege, stellen weitere sechs Finalisten . . . . . . . . . . . . 50<br />
NTC Die Känguruhs: 3. Känguruhs Senior Open<br />
Volles und tolles Programm mit 19 Konkurrenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52<br />
1. Neuenhagen Senior Open<br />
Eine wertvolle Bereicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54<br />
4<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Inhalt<br />
TC Sutos 1917: 5. Sutos Senior Open<br />
Der andere Blick auf ein Turnier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56<br />
TV Frohnau: Jugend-Nordpokal <strong>2017</strong><br />
Favoritensiege und Überraschungsfinalisten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57<br />
BTC Gropiusstadt: Midcourt-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />
Zhenikhova und Oeltermann gewinnen die begehrten Titel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59<br />
TC Lichterfelde 77:<br />
32. Jüngstenturnier – Verbandsmeisterschaft des TVBB in den AK U9, U10 und U10 auf Großfeld<br />
Nesterovic siegt erneut, Radtke zurück auf dem Thron. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60<br />
LTTC “Rot-Weiß”, Kids Cup <strong>2017</strong><br />
Punkten für das Masters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61<br />
TC Lichtenrade. 1. TCL-Junior-Cup<br />
Starke Resonanz, guter Sport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63<br />
Nord-Brandenburg, TC BSC Süd 05 Brandenburg: Jugend-Regionalmeisterschaften<br />
Schönes Turnier mit einem Wermutstropfen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64<br />
Süd-Brandenburg, Sportpark Lübben: Jugend-Regionalmeisterschaften <strong>2017</strong><br />
Große Kämpfe mit vielen Match-Tie-Breaks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65<br />
Nachrichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66<br />
TVBB INTERN<br />
Jubiläum: 100 Jahre Sutos<br />
Zeitgeist trifft auf Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68<br />
Harry Gerlach Tennis-Stipendium <strong>2017</strong><br />
Die optimale Entwicklung eines Tennisspielers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69<br />
Nachrichten aus Verband und Vereinen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70<br />
BSV 92: Trainer-Porträt Peter Zorn<br />
„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71<br />
Turnierkalender <strong>2017</strong> . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72<br />
TENNIS INTERNATIONAL<br />
Roland Garros, Paris: French Open<br />
Nadal in Super-Form zum “La Decima”, ein neuer Damen-Star wird entdeckt. . . . . . . . . 73<br />
Wimbledon: The Championships <strong>2017</strong><br />
Federer krönt sich zum Rekord-Champion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75<br />
Halle/Westfalen: 25. Gerry Weber Open<br />
“Du hättest ruhig ein bisschen netter zu mir sein können!” . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77<br />
Rom, ATP, Masters 1000<br />
Zverev, der “Kaiser von Rom”. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78<br />
Turnier-Kurzberichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79<br />
VORSCHAU<br />
In Heft 4-<strong>2017</strong> lesen Sie:<br />
• Wer sind die neuen<br />
TVBB-Senioren-Meister?<br />
• Die Sieger von Tempelhof und vom City-Turnier<br />
• Große Spiele der Verbände - so schnitt der TVBB ab<br />
• Turnierpremiere im Spreewald<br />
Offizielles Magazin Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V.<br />
Herausgeber:<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V.<br />
Hüttenweg 45, 14195 Berlin<br />
Telefon 030 - 89 72 87 30 · Telefax 030 - 89 72 87 01<br />
E-Mail: info@tvbb.de<br />
Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter<br />
Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken<br />
Redaktion: Dr. Dieter Rewicki, Bernd Prawitz<br />
Verantwortlicher Redakteur: Bernd Prawitz<br />
Bitte Beiträge, Leserbriefe usw. bitte an den TVBB oder<br />
per E-Mail an<br />
<strong>matchball</strong>.magazin@t-online.de oder<br />
d.rewicki@gmail.com schicken<br />
Projektleitung:<br />
Felix Rewicki, Geschäftsführer TVBB<br />
Produktion, Layout und Satz:<br />
maasgestaltet, Berlin<br />
Anzeigen:<br />
TVBB, Telefon: 030-89728730<br />
<strong>matchball</strong>.magazin@t-online.de<br />
RIV GmbH<br />
Wilhelmstraße 4, 14624 Dallgow-Döberitz<br />
Telefon 03322 – 22 166 · Telefax 03322 – 24 45 88<br />
E-Mail <strong>matchball</strong>@RIV-media.de<br />
Vertrieb<br />
TVBB, Telefon: 030-89728730<br />
Druck:<br />
LASERLINE<br />
Druckzentrum Bucec & Co. Berlin KG<br />
Scheringstraße 1, 13355 Berlin<br />
Tel.: 030 46 70 96 - 0<br />
Internet: www.laser-line.de<br />
Beiträge<br />
DTB, Bernd Prawitz, Linda Fritschken, Bernd Süßbier,<br />
tennisnet, SID, Michael Matthess, Dr. Dieter Rewicki,<br />
Roland Goering, Klaus Weise, Nelli Beder, Andreas<br />
Wüst, Cathrin Büsse-Krienitz, Sarah von Westarp, Fabian<br />
Schimmelpfennig, Dirk Struck, Ute Winkelmann,<br />
Andy Gerth, Werner Ludwig, Andrea Kossack, PI GWO<br />
Fotos:<br />
Andreas Wüst, Bernd Prawitz, DTB, Patrick Becher/<br />
tennisphoto.de, Claudio Gärtner, Andreas Springer,<br />
Daniel Schulz, DTB/Paul Zimmer, TC SCC, TC Grün-Weiß<br />
Nikolassee, TC Schießgraben Augsburg, Bernd Süßbier,<br />
GEPA, ECSS, Maximilian Hamm, Future Nord, TV Zinnowitz,<br />
Sutos 1917, Dirk Struck, Ute Winkelmann, Andy<br />
Gerth, Barbara Labitzke, NTC 93, Werner Ludwig, Jürgen<br />
Hasenkopf, Gerry Weber Open/Ket, Getty Images,<br />
Getty Images/BMW Open by FWU<br />
„<strong>matchball</strong>“, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal jährlich in den<br />
Monaten Februar, Mai, August und November.Das Abonnement kostet 15,– €<br />
pro Jahr (einschl. MwSt. und Versand). Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden,<br />
des durchführenden Vertriebs oder infolge höherer Gewalt bzw. Störung<br />
des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen den durchführenden Vetrieb.<br />
Für unverlangt eingesandte Fotos und Manuskripte wird keine Haftung<br />
übernommen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />
des Herausgebers und Quellenangabe.<br />
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Autors<br />
wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers und der Redaktion<br />
übereinstimmen.<br />
… und vieles mehr<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
5
Top-Ereignisse<br />
ITF: Allianz Kundler German Juniors<br />
supported by OPTIMAL SYSTEMS<br />
Rudi Molleker<br />
erfüllt sich seinen<br />
großen Wunsch<br />
Er streckte seine geballten Fäuste in den blauen Sommerhimmel. Grenzenlose Freude erfüllte<br />
den 16-Jährigen über seinen souveränen Heimsieg bei den 41. Internationalen<br />
Deutschen Jugendmeisterschaften <strong>2017</strong> (Grade 1, 18. bis 25. Juni). Mehr als 1 000 Zuschauer<br />
im Steffi-Graf-Stadion des LTTC "Rot-Weiß", unter ihnen DTB-Präsident Ulrich<br />
Klaus, jubelten dem strahlenden Sieger zu. Zum Auftakt des Finaltages hatte sich<br />
schon die Dortmunderin Jule Niemeier in der Juniorinnen-Konkurrenz der "Weltstars<br />
von morgen" sensationell durchgesetzt. <strong>matchball</strong> hat Turniertagebuch geführt.<br />
Sonntag, 1. Tag:<br />
Zahlen, die sich sehen lassen können<br />
Turnierdirektor Bernd Warneck, seit vielen Jahren<br />
überaus kompetenter Organisator des<br />
Events, freute sich über mehr als 500 Meldungen<br />
aus 40 Ländern. Fast 200 wurden nach der<br />
ITF-Rangliste für die German Juniors zugelassen,<br />
darunter bei den Juniorinnen 14 aus den<br />
Top 100, bei den Junioren 12 - Felder also, die<br />
sich sehen lassen konnten.<br />
Die Teilnehmer stürmten am Anreisetag das<br />
First Class 4 Sterne Superior SANA-Hotel in Kudamm-Nähe.<br />
Schwerstarbeit und Nerventest für<br />
Claudio Gärtner (Organisationsstab) wegen der<br />
Zimmerknappheit in der Hauptstadt. Die Qualifikation<br />
für die 64-er Hauptfelder der Juniorinnen<br />
und Junioren konnte beginnen.<br />
Montag, 2. Tag:<br />
Gutes Tennis schon in der Qualifikation<br />
Dort wurde bereits brillantes U18-Tennis gespielt.<br />
Jeweils acht Juniorinnen und Junioren<br />
schafften den Sprung ins Hauptfeld, das in<br />
beiden Konkurrenzen mit jeweils ebenso vielen<br />
Wild Cards und drei Lucky Losern aufgefüllt<br />
wurde.<br />
Von den Wild Cards profitierten auch junge<br />
TVBB-Aktive. So Vorjahres-Viertelfinalistin Anica<br />
Stabel (ITF 794, LTTC “Rot-Weiß”), ihre erst<br />
15-jährige Clubkameradin Santa Strombach (ITF<br />
895) und Franziska Sziedat (TC 1899 Blau-Weiss),<br />
die in der Juniorinnen-Weltrangliste noch nicht<br />
platziert ist. Bei den Junioren bekamen Robert<br />
Strombach (ITF 515, LTTC “Rot-Weiß”), sowie seine<br />
Vereinskameraden Lenard Soha (ITF 838) und<br />
Nino Ehrenschneider die Chance, sich mit herausragenden<br />
Alterskameraden zu messen.<br />
Dienstag, 3. Tag: Alle Stars am Start,<br />
Top-Gesetzte Juniorinnen scheitern<br />
An diesem Tag ging es richtig los. Bei Sonnenschein<br />
herrschte Hochbetrieb auf allen Plätzen.<br />
96 Matches in Einzeln und Doppeln waren zu<br />
bewältigen und reibungslos über die Bühne zu<br />
bringen, darunter die Auftaktbegegnungen der<br />
6<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Top-Ereignisse<br />
Erwies sich als große Kämpferin:<br />
Jule Niemeier<br />
jeweils elf deutschen Juniorinnen und Junioren<br />
sowie auch aller Favoriten.<br />
Anica Stabel zog mit der US-Amerikanerin Victoria<br />
Flores (ITF 92, Nr. 12), der Siegerin des Grade<br />
1-ITF-Turniers von Offenbach in der Vorwoche,<br />
gleich ein schweres Los. Sie schaffte jedoch mit<br />
klugem, temporeichen Spiel gegen die 700 ITF-<br />
Plätze besser platzierte Konkurrentin die Sensation:<br />
6:2,1:6, 6:1. Auch Santa Strombach erreichte<br />
nach verschlafenem ersten und umkämpftem<br />
zweiten Satz am Ende mit einem 2:6, 7:6(8), 6:3-<br />
Erfolg über die Qualifikantin Ana Lantigua de la<br />
Nuez (ESP) Runde zwei. Prima Auftakt.<br />
Weiter im Rennen blieben aus deutscher Sicht<br />
auch Porsche Talent Team-Spielerin Irina Cantos<br />
Siemers, Mina Hodzic, Julia Middendorf, Lena<br />
Greiner und Jule Niemeier.<br />
Dagegen wurde für die Top-Gesetzten dieser<br />
Spieltag zum Desaster. Die Turnierfavoritin Xiyu<br />
Wang (CHN, Nr. 1) unterlag der Schwedin Melis<br />
Yasar 4:6, 4:6. Mitfavoritin En Shuo Liang (TWN,<br />
Nr. 2) verabschiedete sich mit 6:4, 5:7, 2:6 vorzeitig<br />
gegen Baijing Lin (AUS). Laute Paukenschläge<br />
im Turnierorchester!<br />
Bei den Junioren verpasste Mitfavorit Rudi Molleker<br />
(ITF 42, Nr. 2) vom LTTC “Rot- Weiß” im Auftakt-Match<br />
George Loffhagen (GBR) mit 6:0,<br />
6:0 die “Brille”. Doch der Wahrheit die Ehre: Das<br />
nackte Ergebnis täuscht über einige stark umkämpfte<br />
Spiele hinweg, die Molleker mit harten,<br />
präzisen Schlägen nervenstark meisterte.<br />
Erfreulich für den TVBB-Nachwuchs: Robert<br />
Strombach schlug seinen Clubkameraden, den<br />
Ungarn Lenard Soha mit 6:2, 6:3. Viel Freude hatten<br />
die Berliner Tennisfans auch an Benito Sanchez<br />
Martinez (TC SCC). Mit seinem intelligenten,<br />
technisch guten Spiel ließ er Christian Didier<br />
Chin (MAL, Nr. 15) beim 7:6(4), 6:3 letztlich keine<br />
Chance. Von den deutschen Akteuren kamen<br />
Kai Lemstra, Leopold Zima und Justin Schlageter<br />
ebenfalls weiter. Das Turnier-Aus kam dagegen<br />
trotz aufopferungsvollen Kampfes für Nino<br />
Ehrenschneider (“LTTC “Rot-Weiß”) beim 1:6,<br />
7:6(3), 4:6 gegen den starken Schweizer Henry<br />
von der Schulenburg (ITF 217). Der topgesetzte<br />
Franzose Constantin Bittoun Kouzmine (FRA, ITF<br />
25) bezwang den starken Qualifikanten Simen<br />
Sunde Bratholm (NOR) nach anfänglich ausgeglichenem<br />
Spiel mit 7:6(1), 6:0.<br />
Mittwoch, 4. Tag: Molleker weiter<br />
top, Anica Stabel ausgeschieden<br />
Anica Stabel war gegen die temperamentvolle<br />
Italienerin Elisabetta Cocciaretto chancenlos<br />
(0:6, 3:6). Stabel hatte sich wohl mehr erhofft,<br />
war aber nicht die einzige Deutsche, die es an<br />
diesem Tag “erwischte”: Auch Cantos Siemers,<br />
Hodzic, Middendorf, Greiner und Santa Strombach<br />
schieden aus. Allein Jule Niemeier (ITF 73,<br />
Nr. 8), die an der Schüttler/Waske University in<br />
Offenbach trainiert, blieb mit einem 4:6, 6:4, 6:4<br />
Sieg über Viktoria Dema (ITF 129, UKR) in der<br />
Erfolgsspur.<br />
Bei den Junioren sah es insgesamt besser aus.<br />
Neben Lokalmatador Molleker (6:3, 6:4- Sieger<br />
über den Bulgaren Adrian Andreev (ITF 186) -<br />
schafften auch Kai Lemstra und Justin Schlageter<br />
den Einzug ins Achtelfinale.<br />
Bundestrainer Dirk Dier war zufrieden: “Die sehr<br />
jungen DTB-Spielerinnen dürfen nicht nur an<br />
den Ergebnissen gemessen werden. Solche Turniere<br />
brauchen sie an der Schnittstelle zum internationalen<br />
Damentennis.” Auch Davis Cup-<br />
Kapitän Michael Kohlmann, bekräftigt den Wert<br />
solcher Turniere: “Unser Schulsystem erlaubt ja<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
7
Top-Ereignisse<br />
Stefan Palosi (ROU) erreichte überraschend das Finale<br />
Finalistin Anna Laguza aus der Ukraine<br />
nicht viele Reisen. Deshalb sind Vergleiche mit<br />
internationalen Spitzenspielern bei einheimischen<br />
Turnieren so wichtig.”<br />
Die Überraschung des Tages war das Ausscheiden<br />
des Turnierfavoriten Constantin Bittoun<br />
Kouzmine. Er unterlag unerwartet dem kampfstarken<br />
Rumänen Stefan Palosi mit 2:6, 6:4, 3:6.<br />
Auch andere Gesetzte teilten dieses Schicksal,<br />
so dass nur vier von 16 gesetzten Junioren in die<br />
dritte Runde einzogen. Bei den Juniorinnen waren<br />
es immerhin neun.<br />
Donnerstag, 5. Tag:<br />
Niemeier und Molleker im Viertelfinale<br />
Ging bei Jule Niemeier noch etwas? Gegen<br />
die starke Oona Orpana (ITF 83, FIN), nur zehn<br />
Plätze im ITF Ranking hinter Niemeier gelistet,<br />
musste die letzte Deutsche im Feld schwer<br />
kämpfen. Doch mit ihren starken Aufschlägen<br />
und einigen gelungene Stops erspielte sich die<br />
Dortmunderin die siegbringenden Punkte zum<br />
6:3, 4:6, 6:3 - Einzug ins Viertelfinale.<br />
Rudolf Molleker hatte gegen den Kroaten Karlo<br />
Kranic wieder den Turbo eingeschaltet. Nur<br />
Minuten nach seinem verwandelten Matchball<br />
zum 6:1, 6:0-Sieg entlud sich über der Anlage<br />
am Hundekehlesee ein heftiges Unwetter. Die<br />
stundenlange Spielunterbrechung nach Starkregen<br />
bekam den beiden weiteren Deutschen,<br />
Justin Schlageter und Kai Lemstra, nicht. Lemstra<br />
unterlag dem Qualifikanten Jeffrey von der<br />
Schulenburg aus der Schweiz in einem spannenden<br />
Drei-Satz-Match mit 4:6, 6:2, 4:6. Auch<br />
Schlageter musste passen: klares 2:6, 3:6 gegen<br />
den Italiener Giulo Zeppieri (ITF 196).<br />
Der Brite Aidan McHugh erwies sich als beeindruckender Kämpfer<br />
Freitag, 6. Tag: Deutsche Top-Talente<br />
marschieren in die Halbfinals<br />
Manchmal lohnt ein Blick hinter die Turnierkulissen.<br />
Er bringt Erstaunliches zutage. So gingen<br />
an den ersten beiden Tagen jeweils 430 Essensportionen<br />
über den Tresen des Clubrestaurants<br />
“Grand Slam”. 20 Ballkinder mussten geschult<br />
werden, damit sie ab den Halbfinals den Spielern<br />
hilfreich sein können. Ebenso viele Schiedsrichter<br />
sind bei den Matches eingesetzt. Bei Tennis<br />
Point werden vier Kilometer neue Saiten auf<br />
die Schläger gezogen.<br />
8<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Top-Ereignisse<br />
Der einheimische Robert Strombach überstand nur eine Runde<br />
Für den Deutschen Kai Lemstra kam das Aus im Achtelfinale<br />
Sportlich blieben die beiden im Turnier verbliebenen<br />
Deutschen weiter auf Erfolgskurs.<br />
Jule Niemeier bezwang die Französin Clara Burel<br />
problemlos 6:2, 6:4. Sie steht im Halbfinale.<br />
Davon hatte sie nicht mal geträumt.<br />
Schwerer hatte es Rudi Molleker. Simon Carr<br />
aus Irland lieferte dem „Rot-Weißen“ ein hartes<br />
Match, gab sich nur knapp 3:6, 5:7 geschlagen.<br />
Rudi hatte viel Widerstand zu brechen, wiederholte<br />
sein Vorjahresergebnis - Einzug ins Semifinale.<br />
Er will aber mehr - sein “Heimturnier” gewinnen.<br />
Unbedingt.<br />
Helfen möchte ihm dabei ein Mann, Mittfünfziger,<br />
der mit ernstem, aber freundlichem Gesicht<br />
an der verlängerten Grundlinie sitzt: Jan<br />
Veldhuis, der neue Trainer von Molleker. Er war<br />
ein erfahrener Coach auf der ATP-Tour (betreute<br />
Melzer, Julian Reister, Lajovic u.a.), kümmert sich<br />
jetzt als Bundestrainer an der Tennisbase Hannover<br />
um den männlichen Nachwuchs.<br />
Sonnabend, 7. Tag:<br />
Nur noch ein Schritt vom Sieg entfernt<br />
Jule Niemeiers Gegnerin im Halbfinale war die<br />
erst 14 Jahre alte Chinesin Qinwen Zheng (Nr. 15<br />
der Setzliste, ITF 107), die weit gekommen war.<br />
Niemeier diktierte im Steffi Graf-Stadion mit ih-<br />
Porsche Talent Team-Spielerin Cantos Siemers überstand Runde zwei nicht<br />
Anica Stabel (LTTC "Rot-Weiß") konnte nicht an ihre Vorjahresleistung anknüpfen<br />
als sie das Viertelfinale erreichte<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
9
Top-Ereignisse<br />
Siegerehrung der Junioren mit Sponsoren, Ausrichtern und Ballkindern<br />
DTB-Präsident Ulrich Klaus überreicht Siegerin Jule<br />
Niemeier den Pokal<br />
ren harten Schlägen das Match. Sie gewann Satz<br />
eins 6:1. Beim 4:1 in Durchgang zwei gab die<br />
Chinesin wegen Schulterproblemen auf.<br />
Das zweite Halbfinale bestritten Anna Laguza<br />
(Nr. 10, ITF 82, Ukraine) und die ungesetzte Elisabetta<br />
Concciaretto (ITF 148) aus Italien. Laguza<br />
war die variabler und mit mehr Druck spielende<br />
Akteurin - 6:2, 6:3.<br />
Rudi Molleker hatte es mit dem britischen Linkshänder<br />
Jack Draper zu tun, der 40 Plätze im ITF-<br />
Ranking hinter dem Berliner liegt. Er nahm Molleker<br />
gleich das erste Aufschlagspiel ab. Bahnte<br />
sich eine Sensation an? Dann kam Molleker besser<br />
ins Match, gewann Satz eins mit Kampfgeist<br />
und technischem Können noch 6:4. Auch Durchgang<br />
zwei blieb spannend. Eine Schlüsselszene:<br />
Draper setzt einen gefühlvollen Stop kurz hinters<br />
Netz. Doch Molleker kommt wieselflink an<br />
den Ball, bringt den Briten mit seinem Return in<br />
Bedrängnis. Draper kann nur einen zu flachen<br />
Lob zurückspielen. Eine sichere Beute für Rudi,<br />
der ein Break zum 5:3 schafft. Mit eigenem Aufschlag<br />
macht er den Finaleinzug mit 6:3 klar.<br />
Das zweite Semifinale gegen den ebenfalls aus<br />
Großbritannien kommenden Aidan McHugh<br />
(Nr. 13, ITF 109) gewann überraschend der ungesetzte,<br />
aber stark auftrumpfende Rumäne<br />
Stefan Palosi 6:2, 6:1. Eine Warnung an Molleker<br />
fürs Finale.<br />
Auch die ersten Sieger wurden ermittelt. Im<br />
Juniorinnen-Doppel siegte das russisch-chinesische<br />
Duo Anastasia Kulikova/Xiyu Wang<br />
haushoch überlegen mit 6:0, 6:0 gegen die Französinnen<br />
Clara Burel/Yasmine Mansouri.<br />
Weitaus spannender ging es bei den Junioren<br />
zwischen der französisch-japanischen Paarung<br />
Constantin Bittoun Kouzmine/ Naoki Tajima und<br />
den US-Amerikanern Ryan Goetz/ Axel Nefve<br />
zu. Es war ein Match auf Augenhöhe mit herrlichen<br />
Volley-Duellen. Stops und Gegenstops und<br />
gekonnten Passierschlägen, mal Longline, mal<br />
cross. Satz eins endete im Tie-Break 11:9 für für<br />
Bittoun Kouzmine/ Naoki Tajima. Den nächsten<br />
holten sich die US-Boys 6:3. Entscheidung im<br />
Match-Tie-Break. In dem waren die Amerikaner<br />
cleverer - 10:5-Sieg.<br />
Sonntag, 8. Tag:<br />
Viel Applaus für zwei deutsche Siege<br />
Die 41. Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften<br />
wurden mit zwei Klasse-Finals<br />
gekrönt.<br />
Mit Jule Niemeier und Anna Laguza standen<br />
sich zwei ähnliche Spielertypen gegenüber.<br />
Beide bevorzugen dynamisches, kraftvolles<br />
Tennis von der Grundlinie, haben einen guten<br />
Aufschlag. Und beide kommen oft schwer ins<br />
Match. Diesmal traf es die Deutsche, die sich<br />
gleich den Aufschlag abnehmen ließ. Doch mit<br />
einem Vorhandkracher holte sie sich sofort das<br />
Rebreak. Mit ihrem sicheren Vorhandspiel, immer<br />
besser werdenden Aufschlägen und einigen<br />
unerreichbaren Stops dominierte sie dann<br />
das Spiel, gewann Satz eins 6:1. Laguza verschwand<br />
in den Katakomben des Steffi Graf-Stadions.<br />
Nach der Rückkehr wirkte sie wie verwandelt.<br />
Niemeier unterliefen jetzt viele Fehler, sie<br />
wirkte verunsichert. Laguza ging 5:1 in Führung.<br />
Alles sah nach einem dritten Satz aus. Doch den<br />
wollte Niemeier auf keinen Fall. Deshalb startete<br />
sie eine furiose Aufholjagd. Und dabei gelang<br />
ihr alles: Passierbälle, kraftvolle Longlineschläge,<br />
Asse, Breaks. Jule glich zum 5:5 aus. Laguza<br />
beendete dann ihr Service mit einem Doppelfehler<br />
- 6:5- Führung für Niemeier. Die Ukrainerin<br />
nimmt eine Medical Time. Danach verwandelt<br />
Niemeier ihren ersten Matchball zum<br />
siegbringenden 7:5.<br />
Molleker und Palosi, die beiden Junioren-Finalisten,<br />
sind kraftvoll spielende Athleten, die sich<br />
nichts schenkten, um jeden Ball kämpften. Bis<br />
4:4 gewann jeder seinen Aufschlag. Dann gelang<br />
Molleker mit gut gesetzten, variablen Aufschlägen<br />
die 5:4-Führung. Danach nahm er dem<br />
Rumänen mit punktbringenden Returns zum<br />
richtigen Moment dessen Aufschlag ab - Satzgewinn<br />
mit 6:4.<br />
Zu Beginn des zweiten Satzes drohte das Match<br />
zu kippen. Aufschlagverlust des Deutschen, Palosi<br />
zieht auf 2:0 davon. Doch der reifer gewordene<br />
Molleker bewahrt kühlen Kopf. Ausgleich<br />
2:2 und erstmalige Führung mit 3:2. Diese baute<br />
er er ständig aus, punktete mehrmals mit Assen<br />
und Schlägen gegen den Lauf des Rumänen<br />
zum 5:2. Und dann folgt ein Break Mollekers<br />
zum 6:2 - Turniersieg.<br />
“Stefan hat es mir schwer gemacht, er ist ein<br />
sehr guter Spieler. Ich bin glücklich, mein Heimturnier<br />
gewonnen zu haben. Damit hat sich ein<br />
großer Wunsch erfüllt”, sagte ein zufriedener<br />
Rudi Molleker.<br />
1 000 Zuschauer applaudierten minutenlang<br />
dem ersten Internationalen Deutschen Jugendmeister<br />
seit 2003, der wieder aus Berlin kommt.<br />
Bernd Prawitz, Fotos: Patrick Becher/<br />
tennisphoto.de, Claudio Gärtner<br />
10<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
ITF: 25th International Junior Tournament of Offenbach, Grade 1<br />
Molleker wiederholt Vorjahressieg<br />
Mit 12 Teilnehmern der Top 100 der U18-Junioren-Weltrangliste war<br />
das zum 25. Mal veranstaltete Grade 1-Turnier auf der Offenbacher<br />
Rosenhöhe sehr stark besetzt. Vorjahressieger Rudolf Molleker (LTTC<br />
“Rot-Weiß”) führte als 14. dieser Rangliste das Feld vor dem Franzosen<br />
Constantin Bittoun Kouzmine und dem Hamburger Marvin Möller an.<br />
Wie 2016 gab es ein deutsch-deutsches Finale, in dem der Berliner<br />
seinen Vorjahressieg gegen Möller (Rahlstedter HTC/HAM) mit<br />
6:4, 4:3 wiederholte. Möller musste bei diesem Spielstand wegen<br />
einer schmerzhaften Bauchmuskelzerrung aufgeben: „Dadurch<br />
konnte ich nicht so druckvoll wie gewohnt spielen.“<br />
Für den 16-jährigen Molleker, der bevorzugt<br />
Herren-Turniere spielt, war es der erste ITF-Junioren-Titel<br />
des Jahres.<br />
Seinen Weg ins Finale ebnete er sich als Nummer<br />
eins der Setzliste mit Siegen über Valentin<br />
Royer (ITF 183, FRA, 6:3, 7:5) und Alexander<br />
Zgirovsky (ITF 107, BLR, 6:3, 6:3). Im Viertelfinale<br />
traf der Berliner auf den sechstgesetzten Naoki<br />
Tajima (ITF 42, JPN), der Molleker besonders im<br />
ersten Satz das Leben schwer machte. Bis zum<br />
6:6 gab keiner seinen Aufschlag ab. Dann schaffte<br />
Molleker das Break, gewann den Satz 7:5. Im<br />
zweiten Durchgang jedoch hatte der Japaner<br />
sein Schrot verschossen. Molleker gelang es, seinem<br />
Kontrahenten Aufschlagspiele abzunehmen.<br />
Er returnierte sehr gut, schaffte mit einem<br />
klaren 6:3 den Matchgewinn - Halbfinale. Dort<br />
wartete Dan Added (ITF 41, FRA). Molleker bezwang<br />
ihn mit präzisem und druckvollem Spiel<br />
klar 6:3, 6:0 und zog ins Finale ein.<br />
Mollekers Heimtrainer Benjamin Thiele: “Nachdem<br />
die ersten beiden Runden noch ziemlich<br />
zäh verliefen, kam Rudi immer besser ins Turnier.<br />
Im Halbfinale gegen den Franzosen Added<br />
6:3 6:0 zeigte er seine beste<br />
Turnierleistung.”<br />
Sein Kontrahent im Finale war sein<br />
Dauerrivale, der zwei Jahre ältere Hamburger<br />
Marvin Möller (ITF 54, Nummer<br />
sieben der Setzliste). Er besiegte Guido<br />
Marson (ITF 151, ITA, 6:1, 6:3), danach<br />
den Qualifikanten Ryan Götz (ITF 207,<br />
USA, 6:3, 6:4). Auch im Viertelfinale<br />
gelang ihm ein müheloser Sieg<br />
gegen Thomas Bosancic (ITF 120,<br />
AUS, 6:1, 6:0).<br />
Das Finale der beiden deutschen<br />
Junioren war in Satz eins ausgeglichen.<br />
Ein Break Mollekers entschied den Satzgewinn<br />
mit 6:4. Auch in Durchgang zwei war es bis<br />
zur Aufgabe Möllers bei 3:4 wegen einer Bauchmuskelverletzung<br />
ein Match auf Augenhöhe.<br />
„Ich konnte nicht so druckvoll wie gewohnt<br />
spielen”, sagte Möller.<br />
Die Freude von Rudolf Molleker über den erneuten<br />
Sieg in Offenbach war leicht getrübt: „Schade,<br />
dass ein Finale so endet. Natürlich freue ich<br />
mich über die Titelverteidigung, doch noch<br />
Top-Ereignisse<br />
Wiederholte seinen Vorjahressieg:<br />
der Berliner Rudi Molleker<br />
<br />
© Bernd Prawitz<br />
schöner wäre ein normaler<br />
Sieg gewesen.“<br />
Bei den Juniorinnen<br />
behauptete sich im<br />
Finale die an Nummer<br />
zehn gesetzte Victoria<br />
Flores (USA) mit<br />
3:6, 6:2, 6:1 gegen<br />
Qinwen Zheng aus<br />
China. Die Amerikanerin schlug auch im Doppel<br />
zu, dort an der Seite der Brasilianerin Thaisa Grana<br />
Pedretti. Bei den Junioren heißen die Sieger<br />
im Doppel Marvin Möller und Constantin Bittoun<br />
Kouzmine aus Frankreich. Sie besiegten Rudi<br />
Molleker/Tomas Machac (CZE).<br />
Turnierdirektorin Uta Tschepe: „Fast 400 Zuschauer<br />
am Finaltag. Alle haben großartiges Jugendtennis<br />
gesehen.”<br />
Bernd Prawitz<br />
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Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
11
Top-Ereignisse<br />
Die Weltranglistenerste Yui Kamiji aus Japan zeigte<br />
sich beim Sieg in Berlin in Bestform<br />
SV Zehlendorfer Wespen: 29th German Open <strong>2017</strong> UNIQLO<br />
Wheelchair Tennis Tour - ITF<br />
Spitzentennis trotz heftiger<br />
Wetterkapriolen<br />
Ausrichter der siebten Auflage der German Open im Rollstuhltennis in Berlin<br />
(19. bis 23. Juli), einem Grade 2-Turnier der ITF, war der SV Zehlendorfer<br />
Wespen, der sich jährlich mit dem BTTC Grün-Weiß bei der Austragung abwechselt.<br />
Auf der sehr schönen und gepflegten Anlage im Süden Berlins bekamen<br />
die Zuschauer hochklassige Matches bei teils strahlendem Sonnenschein<br />
zu sehen. Dann spielte das Wetter jedoch nicht mehr mit, es regnete<br />
wie aus vollen Kannen. Die Spiele mussten in die Halle des BTTC Grün-Weiß<br />
verlegt werden. Aber das tat der Qualität und Spannung keinen Abbruch.<br />
Zwei Titel – ein Name<br />
Bei den Damen wurde das Feld von der<br />
Weltranglistenersten Yui Kamiji angeführt. Die<br />
topgesetzte Japanerin, die zum ersten Mal in<br />
Deutschland war und sich in Berlin in bestechender<br />
Form präsentierte, gab bis zum Halbfinale<br />
kein einziges Spiel ab. In der Vorschlussrunde<br />
musste sie dann allerdings über die volle<br />
Distanz gehen bis der 6:2, 4:6, 6:4-Erfolg gegen<br />
Nach ihrem Vorjahressieg schaffte es Katharina<br />
Krüger <strong>2017</strong> wieder ins Finale<br />
die Nummer drei der Setzliste, Kgothatso Montjane<br />
aus Südafrika, feststand.<br />
„Kgothatso hat mich richtig gefordert, ich bin<br />
jetzt ziemlich müde,“ bekannte Kamiji.<br />
Durch den anhaltenden Regen konnte die Partie<br />
erst am Sonntagmorgen stattfinden und die Japanerin<br />
musste sich in weniger als zwei Stunden<br />
wieder für das Endspiel fit machen. Dort traf Kamiji,<br />
sehr zur Freude der Zuschauer, auf die sympathische<br />
Lokalmatadorin und Nummer vier der<br />
Setzliste, Vorjahressiegerin Katharina Krüger.<br />
Der Weg der „Wespe“ bis ins Finale war allerdings<br />
alles andere als einfach. Gleich in ihrem<br />
ersten Match wurde Krüger von der Italienerin<br />
Giulia Capocci alles abverlangt, bevor ihr mit einem<br />
1:6, 7:6 (5), 6:0 der Einzug ins Viertelfinale<br />
gelang. Dort setzte sich die Berlinerin dann<br />
souverän gegen die Japanerin Manami Tanaka<br />
mit 6:2, 6:1 durch. Somit kam es im Halbfinale<br />
zum deutschen Duell gegen die Nummer zwei<br />
der Setzliste, der Gymnasiallehrerin Sabine Ellerbrock<br />
aus Bielefeld/NRW. Sehr zum Bedauern<br />
der Zuschauer musste die ehemalige Weltranglistenerste<br />
in Durchgang eins beim Stand von<br />
4:4 verletzt aufgeben.<br />
12<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Top-Ereignisse<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
13
Top-Ereignisse<br />
Der Japaner Takashi Sanada gewann nach packenden Matches die Herrenkonkurrenz<br />
Favorit David Wgner aus den USA wiederholte im Quad seinen<br />
Vorjahressieg<br />
Im Finale war Krüger, die ihren Titel aus dem<br />
Vorjahr verteidigen wollte, dann aber chancenlos.<br />
Sie musste sich der favorisierten Kamiji, bei<br />
der von Müdigkeit nichts zu sehen war, mit 0:6,<br />
1:6 geschlagen geben. Besonders der schnelle<br />
Hallenboden kam der Japanerin zugute, weil sie<br />
die Ballwechsel kurz halten konnte.<br />
Auch den Doppeltitel sicherte sich Kamiji zusammen<br />
mit ihrer italienischen Partnerin Giulia<br />
Capocc, die im Endspiel der topgesetzten Paarung<br />
Charlotte Famin aus Frankreich und Dana<br />
Mathewson aus den USA nicht den Hauch einer<br />
Chance ließen und mit 6:0, 6:0 das Finale zu einer<br />
sehr kurzen Angelegenheit machten.<br />
Japanischer Doppelerfolg<br />
Den japanischen Doppelerfolg perfekt machte<br />
Takashi Sanada. Der an Position drei Gesetzte<br />
wurde im Halbfinale jedoch von Kamil Fabisiak<br />
aus Polen mächtig gefordert,<br />
bevor der 6:4, 4:6, 6:2-Erfolg<br />
feststand. Im Halbfinale besiegte<br />
Sanada seinen Landsmann<br />
Takuya Miki ebenfalls<br />
nach hartem Kampf mit 6:3, 7:6<br />
(3). In der oberen Tableauhälfte<br />
setzte sich der topgesetzte<br />
Maikel Scheffers aus den Niederlanden<br />
bis zum Finale jeweils<br />
in zwei Sätzen durch. Allerdings<br />
ließ Scheffers beim 7:6<br />
(4), 6:1 gegen den Österreicher Nico Langmann<br />
und dem 6:2, 7:5-Sieg über Evans Maripa aus<br />
Südafrika viel Kraft. Das machte sich dann im<br />
Finale bemerkbar, das in der Halle ausgetragen<br />
wurde. Sanada setzte sich mit 6:3, 7:5 durch.<br />
Das Schlussmatch des Turniers war das Doppel-Endspiel<br />
der Herren, in dem Scheffers dann<br />
der Titelgewinn mit seinem Landsmann Ruben<br />
Spaargaren gegen den deutschen Lokalmatador<br />
Steffen Sommerfeld und seinen Partner<br />
Evans Maripa, dem 12. der Einzel-Weltrangliste<br />
aus Südafrika, durch einen 6:4, 6:1-Erfolg gelang.<br />
Dennoch war der Finaleinzug ein toller Erfolg<br />
für Sommerfeld, dem besten Deutschen<br />
im Weltranking auf Position 28. „Mit meinem<br />
Doppelpartner und Freund Evans hat es einfach<br />
Spaß gemacht zu spielen. Durch den Belagwechsel<br />
wurde das Spiel sehr schnell und wir<br />
hatten das Nachsehen“, sagte er nach der Partie.<br />
Doppelte Titelverteidigung<br />
in der Quad-Klasse<br />
In der Quad-Klasse der Herren, in der Sportler<br />
antreten, die ihre Arme nur eingeschränkt<br />
bewegen können, gab es eine doppelte<br />
Titelverteidigung.<br />
Der topgesetzte und erfahrene David Wagner<br />
aus den USA wiederholte seinen Sieg aus dem<br />
Vorjahr im Einzel mit einem 6:3, 2:6, 6:2 gegen<br />
den erst 18-jährigen und an Nummer vier gesetzten<br />
Niederländer Sam Schröder, der während<br />
des gesamten Turniers grandios aufspielte.<br />
Mit ihm ist in den nächsten Jahren mit Sicherheit<br />
zu rechnen.<br />
Auch das Doppelfinale gewann Wagner wie<br />
schon 2016 mit seinem Landsmann Bryan Barten,<br />
dieses Mal mit einem umkämpften 7:6 (5),<br />
3:6, 10:3 gegen die australisch-niederländische<br />
Paarung Heath/Sam Schröder.<br />
Turnierdirektor Martin Melchior war mit dem<br />
Turnierverlauf sehr zufrieden: „Wir hatten Aktive<br />
aus 23 Ländern aller Kontinente, von denen<br />
30 Athleten aus den Top 50 der jeweiligen<br />
Weltranglisten an den Start gegangen<br />
sind. Es war eine Woche voller hochklassigem<br />
und beeindruckendem Leistungstennis der<br />
Rollstuhl-Tennisspieler.“<br />
Linda Fritschken<br />
Fotos: Claudio Gärtner<br />
14<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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Top-Ereignisse<br />
TVBB-Meisterin Anica Stabel (LTTC "Rot-Weiß") bei einem Volley<br />
© Andreas Wüst<br />
SV Zehlendorfer Wespen: TVBB-Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren <strong>2017</strong><br />
Sechs Matchbälle abgewehrt - Betz ist Meister<br />
Regen, Regen, Regen - in weniger als 24 Stunden fiel in Berlin stellenweise<br />
mehr als doppelt so viel Niederschlag wie sonst im ganzen Monat Juni.<br />
Das war das Einzige, das beim Saisonhöhepunkt der Damen und Herren<br />
(28. Juni bis 3. Juli) störte und sogar zu verspäteten Finals führte, die erst<br />
am Montag gespielt werden konnten. Ansonsten verdienten sich der schon<br />
traditionelle Ausrichter SV Zehlendorfer Wespen um Stephan Schulte, die<br />
umsichtige Platzmeister-Crew und Blau-Weiss-Sportwartin Dr. Sylvia Freimuth,<br />
die Plätze ihres Clubs als Ausweich-Spielstätte zur Verfügung stellte,<br />
Bestnoten bei diesem Verbands-Championat.<br />
Für das Prädikat “Extra-Klasse” sorgten vor allem<br />
nicht wenige Aktive. TVBB-Präsident Dr. Klaus-<br />
Peter Walter sparte nicht mit Lob für ihre Leistungen:<br />
“Diese Meisterschaften waren ein Aushängeschild<br />
für den Tennissport, phantastisch<br />
für unseren Verband. Die Zuschauer haben lange<br />
nicht Tennis auf diesem Niveau erlebt. Wir<br />
haben viele tolle Matches gesehen.”<br />
Gespielt wurde nach bewährtem Modus: 32-er<br />
Hauptfelder mit 20 Direktannahmen nach DTB-<br />
Ranglistenposition, zu denen sich jeweils acht<br />
Qualifikanten gesellten, die sich beim BFC Alemannia<br />
zuvor ins Hauptfeld gespielt hatten.<br />
Bei den Herren wurden außerdem vier Wild<br />
Cards vergeben, bei den Damen nur eine.<br />
Damen: Stabel entthront<br />
Vorjahressiegerin Klasen<br />
Nicht mit dabei war Anna Klasen (TC 1890 Blau-<br />
Weiss), die sich nach einem Kreuzbandriss in der<br />
Rehabilitation befand. Die Setzliste führten ihre<br />
Schwester und Vorjahresmeisterin Charlotte<br />
Klasen (DR 28, TC 1890 Blau-Weiss) als Topgesetzte<br />
und Anica Stabel (DR 57, LTTC “Rot-Weiß)<br />
als Nummer zwei an. Beide Spielerinnen gaben<br />
bis zum Finale nur einen Satz ab.<br />
Vizemeisterin Charlotte Klasen (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
15
Top-Ereignisse<br />
Vizemeister Niclas Braun (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
konnte sechs Matchbälle nicht verwandeln<br />
unterlag dann der 21-jährigen Favoritin Charlotte<br />
Klasen klar 0:6, 3:6. Ihre nächste Konkurrentin<br />
war die achtgesetzte, erst 15 Jahre alte Santa<br />
Strombach (DR 144, LTTC “Rot-Weiß). Santa<br />
hatte überraschend Franziska Sziedat (Nr. 4, DR<br />
63, TC 1899 Blau-Weiss) vorzeitig das Turnier-<br />
Aus beschert. Strombach verlor Satz eins 4:6.<br />
Das weckte ihre Kämpferqualitäten. Durchgang<br />
zwei wurde nach spannenden Ballwechseln erst<br />
im Tie-Break entschieden - mit 7:6(3) schaffte<br />
Strombach nervenstark den Ausgleich und hatte<br />
Sziedat den “Zahn gezogen”. Im dritten Satz<br />
wirkte Franzi lustlos, rettete sich in hohe, aber<br />
zu kurz gespielte Returns, die es Santa leicht<br />
machten, zu punkten. Ein souveränes 6:1 brachte<br />
Strombach den Einzug ins Halbfinale gegen<br />
Klasen. Auch das wurde ein enges Match. Klasen<br />
gewann Satz eins durch ein Break mit 6:4. Den<br />
zweiten holte sich Strombach durch ihr offensives<br />
Spiel 6:3. Sie leistete auch im entscheidenden<br />
dritten Satz erbitterten Widerstand, verlor<br />
ihn aber durch einen späten Aufschlagverlust<br />
5:7. Klasen stand im Finale.<br />
Punktete oft von der Grundlinie: TVBB-Meister Alexander Betz (SV Zehlendorfer Wespen)<br />
Charlotte Klasen besiegte Michelle Kovalenko<br />
(DR 392, Grunewald TC,6:4, 6.0) und Janina<br />
Braun (DR 159, TC SCC, 6:3, 6:1) mühelos. Die<br />
Charlottenburgerin hatte zuvor in Runde zwei<br />
ihre unmittelbare Ranglistennachbarin Adelina<br />
Krüger (DR 156, LTTC “Rot-Weiß”) in einem<br />
Drei-Satz-Match, in dem Braun den ersten Satz<br />
(1:6) “verschlafen” hatte, noch klar mit 6:3, 6:2<br />
besiegt.<br />
Bei normalem Spielverlauf wäre Klasen dann<br />
wahrscheinlich auf Linda Fritschken (Nr. 6, DR<br />
66, TC SCC) getroffen, die im Auftaktmatch Nadja<br />
Lask (DR 459, LTTC “Rot-Weiß”, 0:6, 1:6) ausgeschaltet<br />
hatte. Linda Fritschken führte 5:2 gegen<br />
Constanze Lotz (DR 218, SV Zehlendorfer Wespen).<br />
Jeder, der das Match verfolgte, sah aber,<br />
dass Fritschken keinen Druck bei ihren Grundschlägen<br />
machen konnte. Sie musste wegen<br />
Rückenproblemen aufgeben. Constanze Lotz<br />
Dahin war auch Anica Stabel gelangt. Sie hatte<br />
Sabrina Ehrenfort (DR 309, TC Weiße Bären<br />
Wannsee, 6:0, 6:1) und Emilia Richter (DR 259,<br />
SV Zehlendorfer Wespen, 6:2, 6:4) besiegt, traf<br />
danach auf Nadja Maier (Nr. 7, DR 97, TC Grün-<br />
Weiß Nikolassee). Besonders im ersten Durchgang<br />
zeigte die 16-jährige Meier ihr Talent,<br />
punktete beim 5:7 mehr als Stabel lieb war. Die<br />
beiden nächsten Sätze waren eine klare Angelegenheit<br />
für die erfahrenere Stabel - 6:3, 6:2.<br />
Sie traf dann auf die Serbin Barbara Bonic (DR<br />
66 A, TV Frohnau), die als aktuell 769. des WTA<br />
Rankings bereits Erfahrungen auf der Profi-Tour<br />
sammeln konnte. Bonic hatte zuvor mit 6:4, 4:6,<br />
6:4 Juliane Triebe (BSV 92), die dem Dauerdruck<br />
nicht gewachsen war, aus dem Turnier genommen.<br />
Im Semifinale gegen Stabel gab Bonic<br />
nach 3:6, 1:4 auf, Stabel war im Finale.<br />
Das Damen-Endspiel offenbarte, dass Charlotte<br />
Klasen nicht in der Form von 2016 war. Stabel<br />
gelang mit einem Break die 4:2-Führung in Satz<br />
eins, die sie auf 5:2 erhöhte. Klasen verkürzte<br />
mit einem Ass auf 5:3. Bei Aufschlag zum Satzgewinn<br />
bekam Stabel das berüchtigte “Zitterhändchen”,<br />
machte zu viele Fehler. Die Quittung:<br />
Rebreak Klasens zum 4:5. Doch in dieser Situation<br />
zeigte sich Anica nervenstark, erkämpfte sich<br />
einen Satzball. Charlotte Klasen schlug dann einen<br />
Return ins Seiten-Aus - 6:4 für Stabel.<br />
Durchgang zwei wurde ein Break-Festival. Bei<br />
1:1 verlor Stabel ihr Service, nahm aber anschließend<br />
Klasen ihren Aufschlag auch ab - 2:2.<br />
Bei Vorteil nutzte Klasen durch einen unerreichbaren<br />
Stop die nächste Break-Chance zum 3:2.<br />
Diesen Vorteil machte Stabel mit dem sofortigen<br />
Rebreak zunichte. Sie ging bei eigenem<br />
Aufschlag 4:3 in Führung, Klasen glich dann wieder<br />
aus. Es folgten lange, spannende Rallyes. Mit<br />
einem starken ersten Aufschlag verschaffte sich<br />
die “Rot-Weiße” die 5:4- Führung. Bei 30:40 und<br />
Aufschlag Klasen brachte ein Netzroller Anica<br />
Stabel den Sieg zum ersten TVBB-Damen-Titel<br />
im Sommer.<br />
16<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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Top-Ereignisse<br />
Barbara Bonic (TV Frohnau) warf Juliane Triebe (BSV<br />
92) aus dem Turnier © Bernd Prawitz<br />
Santa Strombach (LTTC "Rot-Weiß") besiegte Franziska<br />
Sziedat (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
© Bernd Prawitz<br />
TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter Walter interviewt die<br />
neue Meisterin<br />
TVBB-Sportwart Bernd Wacker: “Obwohl mit<br />
ausreichender Turniererfahrung ausgestattet,<br />
wirkten beide Spielerinnen nervös, was sich<br />
durch unnötige Fehler und Aufschlagverluste<br />
bemerkbar machte. Aber natürlich blitzte bei<br />
Grundlinienduellen und eingestreuten Stopps<br />
auch das vorhandene Können auf. Der Ausgang<br />
war knapp.”<br />
Herren: Nici Braun lässt Siegeschancen liegen<br />
Vorjahresfinalist Laslo Urrutia Fuentes (DR 43,<br />
TC 1899 Blau-Weiss), <strong>2017</strong> wieder top gesetzt,<br />
konnte nur sein Auftaktspiel bestreiten. Das<br />
war gleich eine harte Nuss. Denn sein Rivale war<br />
der 31-jährige Sebastian Rieschick (DR 281, LT-<br />
TC “Rot-Weiß”), den man nie unterschätzen darf.<br />
Nach einem Marathon-Tie-Break von sage und<br />
schreibe 16:14 beim 7:6 und einem knappen 6:4<br />
konnte Urrutia Fuentes dann gegen Julian Heikenfeld<br />
(DR 631, SV Zehlendorfer Wespen) wegen<br />
einer ihn schon länger behindernden Handverletzung<br />
nicht mehr antreten. Heikenfeld<br />
unterlag seinem Vereinskameraden Julian Freudenreich<br />
klar 1:6, 2:6. Dessen nächste Hürde im<br />
Halbfinale: Niclas Braun (DR 130, TC 1899 Blau-<br />
Weiss), Kurzzeit-Ferienimport von der University<br />
Mississippi, wo Nici studiert und Collegetennis<br />
spielt. Braun gewann Satz eins 6:2, stachelte damit<br />
aber Freudenreichs Kampfgeist enorm an,<br />
der sich in der Verlängerung diesen Durchgang<br />
mit 7:6(4) sicherte. Dann verließ ihn gegen den<br />
topfitten Braun die Kraft. Er sicherte sich mit 6:1<br />
die Finalteilnahme.<br />
Aus der unteren Tableauhälfte marschierte Alexander<br />
Betz (Nr. 2, DR 71, SV Zehlendorfer Wespen)<br />
unaufhaltsam nach oben. Er schickte Niclas<br />
Pietsch (DR 387, TC Orange-Weiß Friedrichshagen,<br />
6:4, 6:1), Philipp Eberhard (DR 292, TC 1899<br />
Blau-Weiss, 6:4, 7:5) und im Viertelfinale Delf<br />
Gohlke (Nr. 6, DR 168, LTTC “Rot-Weiß”, 6:3, 6:3)<br />
früher als ihnen lieb war, nach Hause. Auch mit<br />
dem erst 16-jährigen Osman Torski (Nr. 8, DR<br />
188, TC Grün-Weiß Nikolassee, 6:1, 6:2) machte<br />
Betz im Halbfinale kurzen Prozess und erreichte<br />
ungefährdet und wenig gefordert das Endspiel.<br />
Dort verlief der erste Satz zwischen Braun und<br />
Betz etwas monoton. Es trafen zwei Hard-Hitter<br />
mit gutem Service aufeinander, die sich in dieser<br />
Phase die Filzkugeln mit schnellem Armzug und<br />
viel Kraft fast ausschließlich von der Grundlinie<br />
um die Ohren hauten. Betz verschlug mehr Bälle,<br />
Braun gewann den Anfangssatz nach Vorteil<br />
mit einem Halbass 6:2.<br />
Das gleiche Ergebnis in Satz zwei - nur für den<br />
Lokalmatadoren. Nach einem Break führte Betz<br />
schnell 3:0. Er wurde variabler in seinem Spiel,<br />
schlug einige sehenswerte Passier- und Schmetterbälle,<br />
versuchte den einen oder anderen Angriff.<br />
Er überließ Braun nur noch zwei Spiele, gewann<br />
Durchgang zwei 6:2. Satzausgleich. Nicki<br />
Brauns erster Coach, Verbandstrainer Michael<br />
Lingner: “Niclas hat es versäumt, Alexander Betz<br />
mal mit Topspin-Schlägen aus dem Rhythmus<br />
zu bringen, ihn zu Fehlern zu zwingen.”<br />
Teil drei des Matches war nichts für schwache<br />
Nerven. Das Niveau des Finals steigerte sich,<br />
wurde jetzt vielseitiger, deshalb hochklassiges<br />
Spitzentennis. Braun nahm seinem Rivalen<br />
gleich das erste Aufschlagspiel ab. Betz antwortete<br />
mit schnellen Vorhandschüssen, es kam zu<br />
Slice-Duellen. Re-break, 1:1, dann 2:1 mit eigenem<br />
Service. Braun glich mit unerreichbaren<br />
Vorhandbällen und einer cross geschlagenen<br />
Rückhand zum 2:2 aus. Bei 4:4 nutzte Braun eine<br />
Breakchance zum 5:4. Bei eigenem Service erspielte<br />
er sich seine ersten Matchbälle und - ließ<br />
sie liegen. Betz glich aus, ging 6:5 in Führung.<br />
Mit zwei Assen schaffte Nici Braun jedoch das<br />
6:6. Der Meistertitel musste im Tie-Break entschieden<br />
werden.<br />
Braun gelang anfangs fast alles, er zog auf 3:1<br />
davon. Doch auch die Konter von Betz saßen,<br />
er zog mit 3:3 gleich. Die nächsten drei Punkte<br />
machte Braun zum 6:3 - weitere drei Matchbälle.<br />
Er konnte wieder keinen verwandeln.<br />
Ebenso den nächsten bei 8:7 nicht. Der sechste<br />
Siegpunkt, den Braun “liegen ließ”. Stattdessen<br />
das 9:9. Mit eigenem Aufschlag kam Betz zum<br />
Matchball, verwandelte ihn zum 11:9-Sieg.<br />
Dann gab es das schönste Bild des Turniers:<br />
Alexander und Niclas umarmten sich lange. Es<br />
war ein Bild wahrer Sportsfreunde. Auch dafür<br />
klatschten die zahlreichen Besucher lange.<br />
TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter Walter: “Es ist erfreulich,<br />
dass die Meisterschaftsfinals bei bestem<br />
Tenniswetter zu Ende gingen, wir würdigen<br />
Siegern gratulieren konnten.”<br />
Bernd Prawitz<br />
Fotos: Andreas Springer<br />
Julian Freudenreich (SV Zehlendorfer Wespen)<br />
unterlag Nici Braun<br />
© Bernd Prawitz<br />
Osman Torski (TC Grün-Weiß Nikolassee) schaffte es bis<br />
ins Halbfinale<br />
© Bernd Prawitz<br />
Niclas Braun, Alexander Betz: Nach dem Finale war<br />
die Rivalität vergessen<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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Top-Ereignisse<br />
Die Sieger und Finalisten der TVBB-Jugendmeisterschaft mit Jugendwart Roland Goering (l.)<br />
TK Blau-Gold Steglitz: TVBB-Jugend-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />
“Wir brauchen uns vor anderen<br />
Verbänden nicht zu verstecken!”<br />
Diesen Satz sprach TVBB-Jugendwart<br />
Roland Goering bei der Siegerehrung<br />
auf der Terrasse des Blau-<br />
Gold-Klubhauses voller Stolz aus.<br />
Er lobte nicht nur die fairen Spiele<br />
der Juniors (15. bis 19. Juli), sondern<br />
auch das hohe Niveau vieler Matches.<br />
“Damit können wir sehr zufrieden<br />
sein”, so der Jugendwart.<br />
An dem schon traditionell vom TK Blau-Gold<br />
Steglitz auf seiner gepflegten Anlage ausgerichteten<br />
Nachwuchs-Championat traten mehr<br />
als 200 Juniorinnen und Junioren im Kampf um<br />
die diesjährigen Meister-Titel an. Maßgeblich<br />
für die Teilnahme und Setzung in den Altersklassen<br />
U11 (Jg. 2006, 2007), U12 (Jg. 2005), U14 (Jg.<br />
2003, 2004), U16 (Jg. 2001, 2002) und U18 (Jg.<br />
1999, 2000) waren die DTB-Jugendranglisten.<br />
Die Meister der U11: Amelie Warring und Carl Radtke (beide LTTC "Rot-Weiß") © Bernd Prawitz<br />
U11: Zwei “Rot-Weiße” holen die Titel<br />
Bei den Mädchen gab es im Viertelfinale die ersten<br />
Überraschungen.<br />
So bezwang die jahrgangsjüngere Anouk van<br />
Riesen (TC 1899 Blau-Weiss) die an eins gesetzte<br />
Friederike Dobrott (Grunewald TC) 6:1, 7:5.<br />
Im Halbfinale musste sich Anouk dann aber<br />
der stark aufspielenden Amelie Worring, Neuzugang<br />
aus den USA beim LTTC “Rot-Weiß”, klar<br />
mit 3:6, 1:6 beugen.<br />
Im Endspiel musste auch die in jüngeren Altersklassen<br />
sieggewohnte Nastasija Nesterovic(Jg.<br />
2007, Grunewald TC), die mit Corinna Rietmann<br />
vom Gastgeber-Klub auch die Jolina Meyer-Bezwingerin<br />
(Nr.2, SV Zehlendorfer Wespen) aus<br />
dem Turnier geworfen hatte, beim 1:6, 0:6 die<br />
18<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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Top-Ereignisse<br />
klare Überlegenheit von Worring anerkennen.<br />
Die kleine “Rot-Weiße” gefiel vor allem durch<br />
Spielwitz und schon gut entwickelte Technik.<br />
Auf seinem Weg ins Finale musste der ungesetzte<br />
Carl Radtke (LTTC “Rot-Weiß”) nur einmal<br />
kämpfen. Gegen den zweitgesetzten Mateo<br />
Kelch (TC Grün-Weiß Bergfelde) war der erste<br />
Satz im Semifinale lange ausgeglichen, bevor<br />
Carl ihn 7:5 siegreich beendete, dann ein klares<br />
6.1 folgen ließ. Mit seinem intelligenten Spiel<br />
war er auch im Finale gegen Felix Felsmann (Nr.<br />
3, BSV 92) mit 6:2, 6:1 erfolgreich. Er gewann die<br />
Meisterschaft ohne Satzverlust.<br />
U12: Favoriten setzen sich durch<br />
Ohne ihre Dauer-Konkurrentin Helena Buchwald,<br />
die in der U14 aufschlug, gab Favoritin Julia<br />
Zhu (VfK) nach einer Rast in ihren drei Spielen<br />
bis zum Meistertitel nur zwei Spiele ab - Ausdruck<br />
großer Überlegenheit. Sie besiegte Katharina<br />
Fricke (LTTC “Rot-Weiß”, 6:0, 6:0) und Maria<br />
Fijalkowska (Grunewald TC, 6:1, 6:0). Im Finale<br />
war Karla Liegle (LTTC “Rot-Weiß”) mit nur einem<br />
Spielgewinn beim sehr einseitigen 1:6, 0:6<br />
ohne Chance gegen Zhu.<br />
Mit Mariano Dedura-Palomero (BFC Alemannia)<br />
setzte sich der Vorjahresmeister auch in der<br />
nächsthöheren Altersklasse durch. Als Nummer<br />
zwei ins Turnier gegangen war er Davki<br />
Braband (TC SCC, 6:0, 6:0), Benjamin Popp (PTC<br />
“Rot-Weiß” Potsdam, 6:1, 6:2) und Max Heidolf<br />
(SV Zehlendorfer Wespen, 6:0, 6:0) drückend<br />
überlegen. Im Finale traf er auf den Top-Favoriten<br />
Michael Hagen (TC 1899 Blau-Weiss). Er hatte<br />
Lennert Jürgensen (LTTC “Rot-Weiß”, 6:3, 6:1),<br />
Paolo Vasquez (BTTC Grün-Weiß, 6:1, 6:4) aus<br />
dem Feld genommen.<br />
Im Finale war Dedura-Palomero derjenige, der<br />
das Match diktierte. Hagen machte zu viele<br />
Fehler, musste sich seinem Kontrahenten in einem<br />
Match mit langen Rallyes 5:7, 3:6 geschlagen<br />
geben. Nach dem Matchball ließ sich Mariano<br />
vor Freude in den roten Sand fallen. Bei<br />
einer herzlichen Umarmung war die Rivalität<br />
vergessen.<br />
U14: Eine Unbekannte und<br />
Lukas Maskow dominieren<br />
An diesen Namen müssen sich Berliner Tennisfreunde<br />
erst gewöhnen: Wiktoria Paul vom TTC<br />
SportForum Bernau, mit einer Wild Card ins Feld<br />
gekommen. “Sie lebt in Polen bei ihrer Mutter,<br />
besucht mich in den großen Ferien”, sagte ihr<br />
Vater. Ins Nachbarland kehrt sie als TVBB-Meisterin<br />
zurück. Der Mädchen-Konkurrenz drückte<br />
sie eindeutig ihren Stempel auf.<br />
Das bekam gleich im ersten Match Diana Niedens<br />
(LTTC “Rot-Weiß”) zu spüren. Mehr als ein<br />
3:6, 3:6 war gegen Paul nicht zu holen. Canovas<br />
Winkhaus (BSV 92) erging es keinesfalls besser -<br />
6:1, 6:1 für die Polin. Allein die 12-jährige Helena<br />
Buchwald (TC Grün-Weiß Lankwitz) machte Paul<br />
nach einem 3:6 im zweiten Satz Paul das Tennisleben<br />
mit langen, druckvollen Schlägen schwer.<br />
So sehr sie auch kämpfte, für eine Wende des<br />
Matches reichte es nicht. Helena verlor den Tie-<br />
Break des Satzes zwei knapp 6:8.<br />
Die Meisterin der U12: Julia Zhu (VfK) © Bernd Prawitz<br />
Im Finale wartete Saskia Witthaus (Nr. 2, LTTC<br />
“Rot-Weiß”) auf die junge, manchmal noch etwas<br />
unbeherrschte Polin. Saskia hatte sich mit<br />
klaren Siegen über ihre Clubkameradin Tuva<br />
Asplund (6:0, 6:1), Emily Roß (Nr. 5, SV Zehlendorfer<br />
Wespen, 6:1, 6:0) und etwas umkämpfter<br />
gegen Anastasia Nadin Wadi (Nr. 4, TC SCC, 6:2,<br />
7:5) ins Finale gespielt. Witthaus war die einzige<br />
Spielerin, die Wiktoria Paul mit Tempowechseln<br />
und langen Grundschlägen beim knappen 5:7,<br />
5:7 forderte.<br />
Den Turnierfavoriten Lucas Maskow (TC Grün-<br />
Weiß Nikolassee) hatte jeder Zuschauer im Finale<br />
erwartet. Dorthin gelangte der technisch gute<br />
Spieler auch ungefährdet: klare Siege gegen<br />
Julius Wolter (TC 1899 Blau-Weiss, 6:2, 6:1) und<br />
Meister der U12: Mariano Dedura-Palomero (BFC<br />
Alemannia)<br />
Tudior Braicu (TC SCC, 6:0, 6:0). Auch der Vorjahresmeister<br />
der U12, Markus Malaszszak (SV Berliner<br />
Bären), wurde von Maskow mit 6:1, 6:2 im<br />
Halbfinale “abgebügelt”.<br />
Im unteren Tableau gab es einige nicht erwartete<br />
Ergebnisse. So unterlag Yannick Heitzeberg<br />
(Nr. 6, TC 1899 Blau-Weiss) dem ungesetzten<br />
Finn Menneking (TC SCC) klar mit 2:6, 3:6.<br />
Für ihn war dann aber im Viertelfinale mit 1:6,<br />
4:6 gegen den Mitfavoriten Michael Agwi (Nr.<br />
2, TK Blau-Gold Steglitz) Endstation. Der Steglitzer<br />
verlor dann jedoch unerwartet gegen Moritz<br />
Kettner (Nr. 4, TC 1899 Blau-Weiss) mit jeweils<br />
3:6.<br />
Das Finale bot “Einbahnstraßen”-Tennis. Lukas<br />
Maskow machte mit Kettner was er wollte. Seine<br />
in taktischen und technischen Belangen gro-<br />
Die Meister der U16: Wictoria Paul (TTC SportForum Bernau) und Lucas Maskow (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
19
Top-Ereignisse<br />
Benito Jaron Sanchez Martinez (Nr. 1, TC SCC)<br />
galt als sicherer Meisterschaftsanwärter. Bis ins<br />
Endspiel trug er diese Bürde mit großer Fassung.<br />
Er beendete für Yunus Safaltin (TK Blau-Gold<br />
Steglitz, 6:0, 6:4), Pit Malaszszak (Nr. 7, SV Berliner<br />
Bären, 6:1, 2:0 Aufgabe) die Meisterschaft.<br />
Aus der unteren Tableauhälfte galt Jonas Pelle<br />
Hartenstein (Nr. 2, Sutos 1917) als Finale-Aspirant.<br />
Doch er musste schon im ersten Match gegen<br />
Gianluca Russillo (TC 1899 Blau-Weiss) verletzt<br />
aufgeben. So konnte sich Philipp Pavlenko<br />
(Nr. 8, TK Blau-Gold Steglitz), der Russillo 6:1, 6:1<br />
rauswarf, ins Halbfinale spielen. Dort traf er auf<br />
Oliver Olsson (Nr. 4, TC Grün-Weiß Nikolassee).<br />
Olsson erwies sich als zu stark für den Steglitzer<br />
- glattes 6:2, 6:0.<br />
Das Finale nahm zu Beginn den erwarteten Verlauf.<br />
Sanchez Martinez fegte Olsson mit tempohartem,<br />
druckvollen Spiel förmlich vom Platz<br />
- 6:0. Doch dann riss der Spielfaden beim SCCer.<br />
Olsson gewann mehr und mehr Oberwasser,<br />
holte sich Durchgang zwei sicher 6:2. Im entscheidenden<br />
Satz spielte Olsson fast fehlerfrei.<br />
Ihm gelang alles, er diktierte jetzt klar das Spielgeschehen<br />
und gewann mit dem souveränen<br />
6:1 in Satz drei seine erste TVBB-Meisterschaft.<br />
Die Meister der U16: Santa Strombach (LTTC "Rot-Weiß") und Philipp Olsson (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />
ße Überlegenheit demonstrierte er beim 6:1, 6:0<br />
eindrucksvoll.<br />
U16: Strombach erteilt Höchststrafe,<br />
Olsson besiegt Sanchez Martinez<br />
Als jahrgangsjüngere Juniorin war Santa Strombach<br />
(LTTC “Rot-Weiß”) völlig problemlos ins Finale<br />
gekommen: Siege gegen Svetlana Samardzic<br />
(TK Blau-Gold Steglitz, 6:1, 6:0), gegen die<br />
zwei Jahre jüngere Luca Bohlen (TC 1899 Blau-<br />
Weiss, 6:0, 6:0) und im Halbfinale gegen Christin<br />
Laabs (Nr. 4, TTC SportForum Bernau, 6:2, 6:3)<br />
hatte sie auf ihrem Konto. Finalgegnerin war<br />
überraschend Sofiya Afandieva (Nr. 3, TC Grün-<br />
Weiß Nikolassee) und nicht die dort erwartete<br />
Kim Bohlen (Nr. 2, TC 1899 Blau-Weiss). Sie war<br />
im Halbfinale gegen Afandieva mit 1:6, 6:4, 6:4<br />
ausgeschieden. Das Finale war nicht sehr spannend.<br />
Zu groß war die Überlegenheit von Santa<br />
Strombach, die mit ihrem temporeichen und<br />
druckvollen Spiel ihrer Gegnerin mit 6:0, 6:0 die<br />
“Brille” verpasste.<br />
U18: Stabel siegt ungefährdet,<br />
Soha unerwartet Meister<br />
In der “Königsklasse” kehrte Anica Stabel noch<br />
einmal in den Klub zurück, wo sie das Tennisspielen<br />
gelernt hat. Nach dem Gewinn des Damen-Titels<br />
wollte sie ursprünglich beim Junioren-Championat<br />
gar nicht aufschlagen. Doch<br />
der LTTC “Rot-Weiß” wollte so viele Titel wie<br />
möglich sammeln, um seine gute Nachwuchsarbeit<br />
nachdrücklich zu demonstrieren.<br />
Er tat es bei den jungen Damen eindrucksvoll.<br />
Anica Stabel (Nr. 1) und ihre 2. Bundesliga-Mannschaftskameradin<br />
Adelina Krüger (Nr.<br />
2) bestritten das Endspiel. Auf dem Weg dorthin<br />
hatte Stabel ihre Clubkameradin Nadja Lask<br />
(6:0, 6:3), Emilia Richter (SV Zehlendorfer Wespen,<br />
6:0, 6:4) verabschiedet. Krüger musste gegen<br />
Vanessa Reinicke (TC 1899 Blau-Weiss) beim<br />
7:5, 6:4 mehr kämpfen. Es war ein enges Match.<br />
Im Halbfinale konnte Leony Deutschmann (TC<br />
Orange-Weiß Friedrichshagen) wegen eines unaufschiebbaren<br />
Arzttermins nicht antreten.<br />
Stabel startete furios, ließ Krüger nicht ins Spiel<br />
kommen - 6:0. Dann wendete sich das Match.<br />
Krüger fand besser ins Spiel, bei Stabel schlichen<br />
sich einige vermeidbare Fehler ein. Satz<br />
zwei ging im Tie-Break mit 7:6(4) an die Kämpferin<br />
Adelina Krüger. Doch Stabel besann sich<br />
im entscheidenden Durchgang wieder auf ihre<br />
Stärken. Sie schlug gut auf, drückte aufs Tempo -<br />
6:3 und letzter Jugend-Meistertitel.<br />
Damit hätte niemand gerechnet: Von den vier<br />
gesetzten Junioren in der Königsklasse, Robert<br />
Strombach (Nr. 1, LTTC “Rot-Weiß”), Jakob Hüten<br />
(Nr. 2, TC 1899 Blau-Weiss), Finn Stodder (Nr.<br />
3) und Steve Mundt (Nr. 4, beide TC SCC) wurde<br />
keiner Meister. Der topgesetzte Robert Strombach<br />
erreichte wenigstens das Endspiel, er hatte<br />
Ben Nordemann (USV Potsdam, 6:0, 6:0) und<br />
Tim Uttenhoff (Sutos 1917, 6:0, 6:0) sowie im<br />
Halbfinale seinen Clubkameraden Guiliano Paoella<br />
(6:0, Aufgabe) ausgeschaltet.<br />
Jacob Hütten wehrte sich lange, musste aber<br />
die Überlegenheit von Lenard Soha beim 7:6(2),<br />
6:4 anerkennen. Er bezwang dann im Semifinale<br />
Steve Mundt 6:2, 7:5 - Überraschungsfinalist.<br />
Das Endspiel hatte hohes Niveau: Brillante Aufschläge,<br />
Tempo, Härte und technische Kabinettstückchen<br />
von beiden. Soha punktete oft bei<br />
längeren Rallyes, ebenso mit einigen Volleys. So<br />
kam es im Tie-Break von Satz eins zum 7:6(7).<br />
Satz zwei wurde durch ein spätes Break von<br />
Soha mit 6:4 entschieden - Sieg und verdienter<br />
Meistertitel für ihn.<br />
Die Meister in der U18: Anica Stabel und Lenard Soha (beide LTTC "Rot-Weiß") <br />
Foto r.: © Bernd Prawitz<br />
Der LTTC “Rot-Weiß” war mit fünf Titeln in zehn<br />
Konkurrenzen der mit Abstand beste Club. Danach<br />
folgt Grün-Weiß Nicolassee mit zwei Meisterwürden.<br />
Der Verein für Körperkultur, BFC Alemannia<br />
und TTC SportForum Bernau gewannen<br />
jeweils einen Titel.<br />
Bernd Prawitz, Fotos: Andreas Springer<br />
20<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Top-Ereignisse<br />
DTB: Deutsche Meisterschaften Juniorinnen/<br />
Junioren <strong>2017</strong> (U13/U14/U16)<br />
Erfolgreicher Auftritt der<br />
TVBB-Talente<br />
Erfolgreich in Ludwigshafen:<br />
Santa Strombach (LTTC „Rot-Weiß”)<br />
Luca Bohlen, Nino Ehrenschneider (beide LTTC Rot-Weiß) und Oliver Olsson<br />
(TC Grün-Weiß Nikolassee) erkämpfen in Ludwigshafen in den Einzeln jeweils<br />
Platz 3. In der U16 verteidigte Santa Strombach (LTTC Rot-Weiß) an<br />
der Seite von Alexandra Vecic (WTB) ihren Titel im Juniorinnen-Doppel,<br />
Osman Torski (TC Grün-Weiß Nikolassee) wird zusammen mit Lewie Lane<br />
(SLH) Vizemeister im Junioren-Doppel. Nadja Meier, Lukas Maskow und Oliver<br />
Olsson, alle vom TC Grün-Weiß Nikolassee, scheitern mit ihren jeweiligen<br />
Partnern aus anderen Landesverbänden erst in den Doppel-Halbfinals.<br />
Mit 14 Jugendlichen trat der TVBB bei den vom<br />
6. bis 10. Juni beim BASF Tennisclub Ludwigshafen<br />
ausgetragenen Deutschen Jugendmeisterschaften<br />
<strong>2017</strong> an, schon von der Teilnehmerzahl<br />
her eine beachtliche Tatsache: Denn bis auf<br />
wenige Ausnahmen erfolgt die Aufnahme in die<br />
sechs 32-er Einzelfelder nach der Position in der<br />
Deutschen Rangliste und da lassen wir mit unseren<br />
Talenten doch so manchen der großen<br />
Verbände deutlich hinter uns. Unser Schwerpunkt<br />
lag mit fünf Spielern und vier Spielerinnen<br />
auf der Königsklasse (U16), in der Osman<br />
Torski die Setzliste (mit Nino Ehrenschneider an<br />
Position 7) anführte. Bei den Juniorinnen war<br />
Nadja Meier an Platz vier eingestuft. Oliver Olsson<br />
war in der U13 an Position 1 gesetzt. Und<br />
wenn am Ende auch nicht alle Blütenträume<br />
reiften und der Landesverband Bayern, gefolgt<br />
von Württemberg und Baden, wieder einmal<br />
am erfolgreichsten abschnitt: Die Jugendlichen<br />
unsers Verbandes überzeugten mit hervorragenden<br />
Leistungen, erreichten sehr gute Platzierungen<br />
(drei Halbfinals im Einzel sowie zwei<br />
Doppelfinals) und konnten auch einen Titel mit<br />
nach Hause nehmen - eine schöne Bestätigung<br />
für die Jugendarbeit in unserem Verband.<br />
U16: Hohe Leistungsdichte mit<br />
überraschenden Resultaten<br />
Bei den Juniorinnen erreichten von den acht gesetzten<br />
Spielerinnen nur vier das Viertelfinale.<br />
Zu den vier ungesetzten Viertelfinalisten gehörte<br />
Santa Strombach vom LTTC “Rot-Weiß”, die in<br />
DJM in Ludwigshafen: Meister, Vizemeister, Finalergebnisse<br />
U16<br />
U14<br />
U13<br />
Wiedenhorn, Nic ( WTB) -<br />
Hoffmann, Moritz (BAD)<br />
Pfennig, Isabella (BTV) -<br />
Schmidt, Antonia (WTB)<br />
Rehberg, Max (BTV) -<br />
Lipp, Mika (RPF)<br />
Guth, Mara (HTV) -<br />
Putz, Laura I.( BTV)<br />
Milardovic, Daniel (TVM) -<br />
Karstens, Bon Lou (SLH)<br />
Müller, Sarah (STB) -<br />
Steur, Joëlle (WTV)<br />
6:3, 3:6, 6:3<br />
6:1, 6:2<br />
6:4, 1:6, 6:3<br />
7:5, 6:2<br />
6:2, 3:6, 6:0<br />
6:2, 3:6, 6:1<br />
Santa Strombach (re., LTTC „Rot-Weiß”) und Alexandra<br />
Vecic (WTB) wurden Deutsche Meisterinnen im Doppel<br />
der ersten Runde die an Position 3 gesetzte Selina<br />
Dal (RPF) mit 6:3, 6:3 und anschließend Anne<br />
Elisa Zorn (WTV)mit 6:0, 6:3 ausschalten konnte.<br />
Ihren Einzug ins Halbfinale verhinderte die spätere<br />
Deutsche Meisterin Isabella Pfennig (BTV,<br />
Nr. 7) nach einem umkämpften ersten Satz mit<br />
Hoffmann, Moritz (BAD) / Johann, Lars (STB) -<br />
Torski, Osman (TVBB) / Lane, Lewie STB)<br />
Strombach, Santa (TVBB) / Vecic, Alexandra (WTB) -<br />
Pfennig, Isabella / Knüttel, Anne (beide BTV)<br />
Rehberg, Max ( BTV) / Lipp, Mika (RPF) -<br />
Niethammer, Kim J. (WTB) / Südhoff, Konstantin (BTV)<br />
Lex, Alia / Putz, Laura I.(beide BTV) -<br />
Schunk, Nastasja (BAD) / Heimen, Dana (RPF)<br />
Saal, Sean M. / Israelan, Georg E. (beide SLH) -<br />
Bittner, Tom / Schießl, Erik (beide BTV)<br />
Haas, Theresa S.. (BTV) / Mack, Mia (WTB) -<br />
Steur, Joëlle (WTV) / Müller, Sarah (WTB)<br />
3:6, 7:6, 10:1<br />
6:0, 3:6, 10:6<br />
6:4, 7:5<br />
6:4, 6:4<br />
7:5, 6:3<br />
7:5, 6:3<br />
22<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Top-Ereignisse<br />
Oliver Olsson (TC Grün-Weiß Nikolassee) holte sich die Bronzemedaille in der AK U13<br />
Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß) belegte Platz drei im Einzel der AK U16<br />
4:6, 1:6. Nadja Meier (Grün-Weiß Nikolassee, Nr.<br />
4) verpasste - nach ihrem 6:3, 6:0-Auftaktsieg<br />
gegen Christina Bär (TVM) - den Viertelfinal-<br />
Einzug durch eine knappe 5:7, 3:6-Niederlage<br />
gegen die ungesetzte Antonia Schmidt (WTB).<br />
Diese zog anschließend durch Siege gegen zwei<br />
weitere gesetzte Spielerinnen ins Finale ein, in<br />
dem sie gegen Isabella Pfennig mit 1:6, 2:6 glatt<br />
unterlag. Emma Gevorgyan (LTTC "Rot-Weiß")<br />
und Vivien Sandberg (TC 1899 Blau-Weiss) unterlagen<br />
jeweils in der ersten Runde. Besonderes<br />
Pech für Sandberg, dass ihre Auftaktgegnerin<br />
gleich die Mitfavoritin Julia Victoria Renner<br />
(TVN) war.<br />
Pech auch bei den Junioren: Dem Mitfavoriten<br />
Osman Torski (Grün-Weiß Nikolassee, Nr.<br />
1) wurde in der ersten Runde mit Nic Wiedenhorn<br />
(WTB) der Deutsche U13-Junioren-Hallenmeister<br />
zugelost. Torski verlor dieses Spitzenduell<br />
in zwei Sätzen mit 4:6, 1:6. Auch Jonas<br />
Pelle Hartenstein (SUTOS 1917) traf es mit Moritz<br />
Hoffmann (BAD, Nr. 2) hart: Er unterlag dem<br />
späteren Vizemeister mit 2:6, 4:6. Als jahrgangsjüngere<br />
Spieler waren Lennart Kleeberg (BSV<br />
1892) und Benito Jaron Sanchez Martinez (TC<br />
SCC) dabei. Kleeberg verlor in der ersten Runde<br />
knapp gegen Moritz Stöger (BTV), die deutsche<br />
Nummer 1 seines Jahrgangs (4:6, 6:3, 3:6).<br />
Sanchez Martinez gelang zum Auftakt ein 7:5,<br />
6:2-Sieg gegen den an an Position 5 gesetzten<br />
Lucas Krämer (HTV). In der zweiten Runde kam<br />
es dann zu dem Duell der beiden DTB-Ranglisten-Besten<br />
Sanchez Martinez und Stöger, das<br />
der Berliner knapp mit 6:7, 5:7 verlor.<br />
Von unseren fünf Junioren war Nino Ehrenschneider<br />
(LTTC "Rot-Weiß", Nr. 7) am erfolgreichsten.<br />
Zwar stand er schon in der zweiten<br />
Runde gegen Michael Walser (WTB) beim Stande<br />
von 1:5 im dritten Satz kurz vor dem Aus,<br />
doch gelang ihm am Ende im Tie-Break doch<br />
noch ein 8:6-Sieg. Im Viertelfinale gegen den an<br />
Position 4 gesetzten Milan Welte (STB) setzte er<br />
sich noch mit 6:3, 7:5 durch, doch im Halbfinale<br />
musste er sich - wie Osman Torski in Runde eins<br />
- Nic Wiedenhorn beugen (3:6, 3:6).<br />
U13/U14: Luca Bohlen und Oliver<br />
Olsson im Halbfinale<br />
Bei den U13-Juniorinnen ging vom TVBB Luca<br />
Bohlen (TC 1899 Blau-Weiss, Nr. 7) an den Start.<br />
Sie spielte sich mit glatten Zweisatz-Erfolgen ins<br />
Viertelfinale. Dort traf sie auf die an Position vier<br />
gesetzte Luca Victoria Vocke (BAD) und konnte<br />
in einem spannenden Spiel mit 6:4, 7:6 ins Halbfinale<br />
einziehen. Dort unterlag sie dann der Favoritin<br />
und späteren Deutschen Meisterin Sarah<br />
Müller (STB, Nr. 1) mit 1:6, 3:6. Auf ihren 3.<br />
Platz bei ihren ersten Deutschen Jugendmeisterschaften<br />
kann Luca Bohlen stolz sein.<br />
Bei den U13-Junioren wurde Oliver Olsson<br />
(Grün-Weiß Nikolassee), der DTB U12-Masters-<br />
Sieger 2016, als Nummer 1 der Setzliste seiner<br />
Rolle auch souverän gerecht und erreichte<br />
durch drei Siege das Halbfinale. Leider hatte<br />
sich im Turnierverlauf aber eine Rückenverletzung<br />
bemerkbar gemacht, die sich im Halbfinale<br />
gegen Daniel Milardovic (TVM, Nr. 4) als<br />
auch durch physiotherapeutische Behandlung<br />
nicht behebbares Handicap erwies. So konnte<br />
sich letztlich Miardovic (Mittelrhein) mit 7:6, 6:3<br />
durchsetzen und am Ende auch den Titel gegen<br />
Bon Lou Karstens (SLH) gewinnen.<br />
Bei den ein Jahr älteren Junioren der U14 starteten<br />
Lukas Maskow (Grün-Weiß Nikolassee)<br />
und Alessio Vasquez –Gehrke (BTTC Grün-Weiß)<br />
für den TVBB. Lukas verlor in der ersten Runde<br />
in einem guten Match gegen Luis Dobelmann<br />
(WTB) mit 1:6, 6:7. Alessio hatte das uns bei diesen<br />
Meisterschaften anhaftende Lospech und<br />
musste gleich gegen den Topgesetzten Max<br />
Rehberg (BTV) ran. Alessio hielt gut mit, verlor<br />
jedoch gegen den späteren Deutschen Meister<br />
mit 3:6; 3:6. In der Juniorinnen-Konkurrenz dieser<br />
Altersklasse war der TVBB nicht vertreten.<br />
Doppel-Konkurrenzen<br />
Bei den Deutschen Jugenmeisterschaften absolvieren<br />
die Teilnehmer in allen Konkurrenzen ein<br />
volles Doppelprogramm, d.h. es werden sechs<br />
Doppeltitel jeweils in 16-er Feldern ausgespielt.<br />
Auch hier waren unsere Jugendlichen erfolgreich,<br />
allen voran Santa Strombach mit ihrer<br />
Doppelpartnerin Alexandra Vecic (WTB), die<br />
Deutschen Jugend-Hallenmeister 2016. Ungesetzt<br />
spielten sie sich ins U14-Finale, wo ihnen<br />
die bayerische Paarung Pfennig/Knüttel gegenüber<br />
stand. Nachdem der erste Satz mit 0:6 an<br />
ihnen vorbeigeflogen war, nutzen sie eine Regenpause<br />
zum Reset und holten nun auch den<br />
Freiluft-Titel im Match-Tie-Break mit 0:6, 6:3, 10:7.<br />
Auch Osman Torski erreichte mit seinem Partner<br />
Lewie Lane (SLH) den Einzug ins U16-Doppelfinale.<br />
Bei einer 6:3; 2:1- Führung musste das Finale<br />
unterbrochen und wegen des Regens auf<br />
den nächsten Tag verlegt werden. Dort fanden<br />
Torski/Lane dann leider nicht mehr zu ihrem<br />
Rhythmus vom Vortag und unterlagen der Paarung<br />
Hoffmann/Johann (BAD/STB) unglücklich<br />
mit 6:3, 6:7,1:10.<br />
Weitere Halbfinals in den Doppelkonkurrenzen<br />
erreichten mit ihren Partnern, Nadja Meier, Oliver<br />
Olsson und Lukas Maskow. Den Einzug ins<br />
Viertelfinale schafften die TVBB-Paarung Sanchez/Hartenstein,<br />
sowie Luca Bohlen, Alessio<br />
Vasquez-Gehrke, und Nino Ehrenschneider mit<br />
ihren jeweiligen Partnern.<br />
Bernd Süßbier, Fotos: Daniel Schulz<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
23
Top-Ereignisse<br />
ITF: Fed Cup-Relegation<br />
Deutschland - Ukraine 3:2<br />
Julia Görges bezwingt die<br />
Ukraine fast alleine<br />
Julia Görges aus Bad Oldesloe legte mit zwei Siegen in den Einzeln den Grundstein für den Klassenerhalt<br />
Nach der 0:4-Auftaktpleite gegen<br />
die USA ging es im “Wohnzimmer”<br />
der deutschen Damen, der Stuttgarter<br />
Porsche Arena (21. bis 22. April),<br />
in der Relegation um den Verbleib in<br />
der Bel Etage des Welttennis. Nach<br />
dem bisherigen Saisonverlauf war<br />
trotz der Rückkehr von WTA-Prima<br />
Angelique Kerber ein Sieg keineswegs<br />
selbstverständlich. Wenn er<br />
trotzdem gelang, war das vor allem<br />
einer Spielerin zu verdanken: Julia<br />
Görges. Mit zwei Einzel-Siegen fertigte<br />
die Norddeutsche die Ukraine<br />
fast im Alleingang ab.<br />
1. Tag: Komfortable Führung<br />
Die 28-jährige aus Bad Oldesloe (WTA 46) hatte<br />
wegen ihrer großen Fed Cup-Erfahrung von<br />
Team-Chefin Barbara Rittner den Vorzug gegenüber<br />
der in der Weltrangliste besser platzierten<br />
Lokalmatadorin Laura Siegemund (WTA 37) erhalten.<br />
Das Eröffnungsspiel musste sie gegen<br />
die aufstrebende Elina Svitolina (WTA 13) bestreiten,<br />
die in diesem Jahr schon Siegerin von<br />
Dubai, Taipeh und den Australian Open (Mixed)<br />
geworden war.<br />
Görges, die in Hochform jede Spielerin bezwingen<br />
kann, löste die schwere Aufgabe mit Können<br />
und Bravour. Sie legte einen guten Start<br />
hin (3:1), doch dann riss ihr Spielfaden. Gleich<br />
zweimal führten Doppelfehler zum Aufschlag-<br />
Verlust. Von den anschließenden sechs Spielen<br />
konnte sie nur noch eines gewinnen - Satzverlust<br />
nach 44 Minuten mit 4:6. Doch davon unberührt,<br />
sicherte sich Görges den zweiten Durchgang,<br />
in dem sie schnell 4:0 führte, in nur 33<br />
Minuten mit zwei Assen zum 6:1.<br />
Zu Beginn des dritten Satzes dann die Schrecksekunde:<br />
Görges stürzte und musste vom<br />
Mannschaftsarzt behandelt werden. „Ich war<br />
einige Minuten lang etwas benebelt“, sagte sie<br />
später. Doch sie fand die Konzentration schnell<br />
wieder, spielte weiter aggressiv. Bei 3:3 nahm sie<br />
Svitolina ihren Aufschlag ab, ging 4:3 in Führung<br />
und servierte zum 5:3. Die Führung gab sie nicht<br />
mehr aus der Hand. Nach 2:02 Stunden verwandelte<br />
Görges ihren ersten Matchball zum 4:6,<br />
6:1, 6:4. „Das war ein ganz besonderes Match für<br />
mich”, freute sie sich.<br />
Dann hatte es Angelique Kerber mit Lesia Tsurenko<br />
(WTA 43), die <strong>2017</strong> schon das Turnier von<br />
Acapulco (Mexiko) gewonnen hatte, zu tun. Die<br />
bisherigen zwei Begegnungen hatte Kerber für<br />
24<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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Top-Ereignisse<br />
Kerber-Bezwingerin Elina Svitolina<br />
sich entschieden. Auch dieses Mal gab sie sich<br />
keine Blöße, spielte ihre ganze Routine aus und<br />
hatte - ohne Bäume auszureißen - das Match<br />
im Griff. Mit einer erwarteten, soliden Leistung<br />
siegte sie nach 1:09 Stunden mit 6:1, 6:4 - komfortable<br />
2:0-Führung.<br />
Doch Bundestrainerin Barbara Rittner warnte:<br />
"Wir sind erleichtert. Aber noch ist gar nix gewonnen.<br />
Gegen so einen Gegner darfst du nie<br />
leichtsinnig werden."<br />
2 Tag: Happy End in schwarz-rot-gold<br />
Wie recht Barbara Rittner mit ihrer Einschätzung<br />
der Ukrainerinnen (in der FED Cup-Nationenwertung<br />
die Nummer 11) hatte, bekam Angie<br />
Kerber im dritten Einzel zu spüren.<br />
Gegen die 23-jährige ukrainische Frontfrau Svitolina<br />
hatte sie zuletzt dreimal in Folge verloren<br />
(bisherige Bilanz 5:5). Die Ukrainerin ist offenbar<br />
eine Spielerin, die der Kielerin nicht liegt: Kerber<br />
verlor das elfte Match gegen sie klar mit 4:6, 2:6.<br />
Deutschland führte nur noch 2:1, Entscheidung<br />
vertagt.<br />
Angelique Kerbers Bilanz: ein Sieg, eine Niederlage<br />
Kerber musste vor rund 4 000 Zuschauern ein<br />
schnelles Break im ersten Satz hinnehmen, Zwar<br />
kämpfte sie sich die zweimalige Grand Slam-<br />
Siegerin zurück, musste nach 49 Minuten aber<br />
ihren Aufschlag zum Satzverlust erneut abgeben.<br />
Nach einer 2:0-Führung in Satz zwei verlor<br />
sie sechs Spiele in Folge. Zu viele Vorhand-Fehler<br />
wurden ihr zum Verhängnis. Mit ihrem zweiten<br />
Aufschlag bot sie Svitolina sogar die Möglichkeit,<br />
Winner zu schlagen.<br />
Kerber meinte nach dem Spiel, sie hätte nicht<br />
schlecht gespielt, die Kontrahentin sei in den<br />
entscheidenden Momenten jedoch besser gewesen.<br />
Später fügte sie trotzig hinzu: „Ich habe<br />
gestern bewiesen, dass ich gut spielen kann.“<br />
Jedoch kann Tsurenko nicht die Messlatte für die<br />
Nummer eins der Welt sein, die erneute Niederlage<br />
gegen Svitolina war vielmehr eine Klatsche.<br />
Klartext: Kerber sucht noch immer die Topform<br />
ihres großen Jahres 2016. Ihre ernüchternde Bilanz<br />
nach gut einem Viertel der Saison <strong>2017</strong>: Bisher<br />
kein Sieg gegen eine Top 20-Spielerin.<br />
Das folgende Einzel Görges vs Tsurenko (im<br />
WTA-Ranking nur durch drei Plätze getrennt)<br />
war von vorentscheidender Bedeutung: Ein<br />
Sieg von Görges würde Deutschland schon in<br />
der Weltgruppe halten, eine Niederlage dagegen<br />
würde die Entscheidung darüber in das abschließende<br />
Doppel vertagen.<br />
Zu Beginn des Matches sah es ganz nach "Vertagung"<br />
aus, denn Görges lag schnell 0:3 zurück.<br />
Doch sie kam wieder ins Match, sie kämpfte und<br />
entschied den Satz noch mit 6:4 für sich. Auch<br />
im zweien Satz führte die Ukrainerin bereits 4:1.<br />
Doch Görges spielte mutig weiter, riskierte viel.<br />
Mit starken Aufschlägen (bis 180 km/h) brachte<br />
sie sich erneut auf die Siegerstraße: Auch Satz<br />
zwei ging mit 6:4 an die Deutsche, der dritte<br />
Punkt war eingefahren - Klassenerhalt.<br />
Die Experten bescheinigten Görges, die seit<br />
2008 im Fed Cup spielt, eine kämpferische und<br />
spielerische Spitzenleistung. Team-Chefin Barbara<br />
Rittner: „Es war genau so schwierig, wie<br />
wir das alle erwartet hatten, jede einzelne Partie<br />
war offen. Ich bin überglücklich, dass wir den<br />
Klassenerhalt geschafft haben.” Für ihre Leistungen<br />
im traditionsreichen Teamwettbewerb wurde<br />
Julia Görges Anfang Juni der "Fed Cup Heart<br />
Award" der ITF verliehen.<br />
Das von Laura Siegemund/Carina Witthöft bestrittene<br />
Doppel gegen Olga Savchuk (WTA<br />
Doppel 50)/Nadiia Kichenok (64) war für die Relegation<br />
bedeutungslos. Die favorisierten Ukrainerinnen<br />
gewannen es 4:6, 6:4, 6:10. Endergebnis<br />
damit 3:2 für Deutschland..<br />
Julia Görges (l.), Carina Witthöft, Fed Cup-Chefin Barbara Rittner, Angelique Kerber und Laura Siegemund vor<br />
dem Team-Dinner<br />
Die Auslosung des Auftaktgegners im Fed Cup<br />
2018 findet am 20. September statt. Zuvor<br />
entscheidet die Generalversammlung der ITF<br />
noch über eine Aufstockung der Weltgruppe<br />
wie bei den Herren auf 16 Mannschaften mit einem<br />
Final Four-Format an einem noch festzulegenden<br />
Austragungsort.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit Material<br />
von tennisnet, SID), Fotos: DTB/Paul Zimmer<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
25
Tennis national<br />
Die 1. Damenmannschaft des TC 1899 Blau-Weiss <br />
© Claudio Gärtner<br />
Rückblick 1. Bundesliga der Damen:<br />
TC 1899 Blau-Weiss kann Abstieg nicht verhindern<br />
Die durch den Rückzug von Ratingen<br />
im Nachrückverfahren aufgestiegenen<br />
Damen des TC 1899 Blau-<br />
Weiss zeigten in der 1. Bundesliga<br />
eine durchaus ansprechende Leistung.<br />
Am Ende blieb das Team vom<br />
Roseneck jedoch ohne Erfolgserlebnis<br />
und tritt damit im kommenden<br />
Jahr wieder in der 2. Bundesliga<br />
Nord an. Dabei mussten die Blau-<br />
Weissen den Ausfall von Anna Klasen<br />
verkraften, die mit einem Kreuzbandriss<br />
für alle Spiele ausfiel.<br />
Schon das wichtige Auftaktspiel beim Club An<br />
der Alster in Hamburg zeigte, wie schwer es<br />
die Berlinerinnen im Kampf um den Klassenerhalt<br />
haben würden. Nach den Einzeln lagen die<br />
Gastgeber bereits uneinholbar mit 6:0 in Führung,<br />
wobei im Spitzeneinzel Blau-Weiss-Neuzugang<br />
Ekaterina Alexandrova aus Russland<br />
gegen die Belgierin Elise Mertens mit 1:6, 5:7<br />
unterlag. Auch die übrigen Einzel gingen in zwei<br />
Sätzen mehr oder weniger klar verloren. Lediglich<br />
Syna Goellner-Schreiber konnte ihre Partie<br />
gegen Jennifer Witthöft ausgeglichen gestalten<br />
und verlor erst im Match-Tie-Break. Den siegreichen<br />
Doppeln Marcinkevica/Heisen und Alexandrova/Goellner-Schreiber<br />
gelang es noch, das<br />
Endergebnis auf eine erträgliche 2:7-Niederlage<br />
zu verbessern.<br />
Das erste Heimspiel gegen Mitaufsteiger TK<br />
Blau-Weiss Aachen ging dann ebenfalls mit 2:7<br />
verloren. Im Spitzenspiel zog Ekaterina Alexandrova<br />
gegen die Serbin Aleksandra Krunic mit<br />
3:6, 2:6 den kürzeren. Den einzigen Einzelpunkt<br />
sicherte Syna Goellner-Schreiber, die Eva Wacanno<br />
mit 2:6, 6:3, 12:10 niederrang. Auch Vivian<br />
Heisen bot beim 6:7, 6:7 gegen Elyne Boeykens<br />
eine gute Leistung. Die übrigen Einzel<br />
hingegen gingen recht deutlich verloren, sodass<br />
auch in dieser Begegnung nach den Einzeln<br />
beim Stand von 5:1 für Aachen klare Verhältnisse<br />
herrschten. Das Doppel Alexandrova/<br />
Charlotte Klasen erkämpfte noch den zweiten<br />
Zähler für die Blau-Weissen. Schon nach diesen<br />
beiden Partien war klar, dass der erhoffte Klassenverbleib<br />
nur schwer zu realisieren sein würde.<br />
Dennoch ließen sich die Damen von der<br />
Waldmeisterstrasse nicht unterkriegen und gaben<br />
auch in den kommenden Spielen ihr Bestes.<br />
Beim späteren Deutschen Meister Eckert Tennis<br />
Team Regensburg setzte Vivian Heisen mit<br />
einem überraschenden 7:6, 1:6, 10:3-Sieg über<br />
die im vergangenen Jahr im deutschen FedCup-<br />
Team eingesetzte Annika Beck den Glanzpunkt.<br />
Die Begegnung der beiden Topspielerinnen Diana<br />
Marcinkevica von Blau-Weiss und Johanna<br />
Schlusstabelle:<br />
1. Eckert Tennis Team Regensburg 12:0 /42:12<br />
2. TK Blau-Weiss Aachen 10:2 /31:23<br />
3. Club an der Alster Hamburg 6:6 /30:24<br />
4. TEC Waldau Stuttgart 6:6 /25:29<br />
5. TC Rüppurr Karlsruhe 4:8 /28:26<br />
6. Kögel Touristik TC Radolfzell 4:8 /18:36<br />
7. TC 1899 Blau-Weiss Berlin 0:12 /15:39<br />
26<br />
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Larsson für die Gastgeberinnen entschied die<br />
Schwedin Larsson mit 6:4, 6:2 zu ihren Gunsten.<br />
In den übrigen Einzelpartien gab es nicht viel<br />
zu holen. Der zweite Punkt für Blau-Weiss ging<br />
schließlich auf das Konto des Doppels Charlotte<br />
Klasen/Stephanie Wagner.<br />
Siegeshoffnungen keimten dann im Heimspiel<br />
gegen den TEC Waldau Stuttgart auf, denn nach<br />
wenigen Minuten profitierte die Lettin Diana<br />
Marcinkevica von der verletzungsbedingten<br />
Aufgabe ihrer Kontrahentin Valeria Solovyeva<br />
aus Russland. Und auch Syna Goellner-Schreiber<br />
lag nach verlorenem ersten Satz gegen die frühere<br />
BSVerin Lena Rüffer aussichtsreich im Rennen.<br />
Nach gewonnenem Tie-Break musste der<br />
Match-Tie-Break entscheiden, in dem Goellner-<br />
Schreiber einen Matchball nicht nutzen konnte<br />
und am Ende doch noch mit 9:11 als Verliererin<br />
den Platz verlassen musste. Ähnlich erging es<br />
Vivian Heisen, die gegen Anna Zaja ein großes<br />
Match lieferte, aber am Ende denkbar knapp mit<br />
6:7, 6:4 und 11:13 unterlag. Chancenlos blieb<br />
im Spitzenspiel die erst- und letztmalig eingesetzte<br />
Belgierin Maryna Zanevska, die gegen<br />
Mona Barthel mit 2:6, 2:6 das Nachsehen hatte.<br />
Nach dem 1:5-Rückstand nach den Einzeln wurde<br />
noch ein Doppel kampflos gewonnen sowie<br />
im zweiten Doppel erstmals Doppelspezialistin<br />
Kveta Peschke aufgeboten, die zusammen mit<br />
Maryna Zanevska gegen Barthel/Gabric durch<br />
ein ungefährdetes 6:4, 6:1 für den dritten Punkt<br />
zum 3:6-Endstand sorgte.<br />
Somit kam dem Spiel beim TC Rüppurr Karlsruhe<br />
entscheidende Bedeutung zu, denn nur ein<br />
Sieg hätte die minimale Chance auf den Klassenverbleib<br />
noch am Leben erhalten. Nach den<br />
Einzeln war beim Stand von 4:2 für Karlsruhe<br />
noch nicht alles verloren (Spitzeneinzel Galfi/<br />
Ungarn – Marcinkevica 6:4, 6:1). Stephanie Wagner<br />
und Syna Goellner-Schreiber behielten die<br />
Nerven und siegten beide im Match-Tie-Break.<br />
Doch in den abschließenden Doppeln blieben<br />
die Berlinerinnen ohne Satzgewinn, mussten<br />
mit einem 2:7 die Heimreise antreten und damit<br />
den Abstieg in die 2. Bundesliga Nord akzeptieren.<br />
Am letzten Spieltag gab es dann noch eine<br />
knappe 4:5-Niederlage gegen den Mitabsteiger<br />
Kögel Touristik TC Radolfzell. Hier wäre auch ein<br />
Sieg möglich gewesen, denn Vivian Heisen und<br />
Stephanie Wagner unterlagen erst im Match-<br />
Tie-Break, während Diana Marcinkevica an Position<br />
eins gegen Sesil Karatantcheva aus Bulgarien<br />
mit 6:4, 6:3 die Oberhand behielt und Syna<br />
Goellner-Schreiber die Slowakin Janette Husarova<br />
sicher mit 6:3, 6:0 in Schach hielt. Trotz des<br />
2:4-Rückstands wurde es anschließend nochmal<br />
spannend, denn alle Doppel gingen in den<br />
Match-Tie-Break. Charlotte Klasen/Franziska<br />
Tennis national<br />
Sziedat sowie Diana Marcinkevica/Syna Goellner-Schreiber<br />
siegten, während Vivian Heisen/<br />
Stephanie Wagner verloren.<br />
„Wir konnten in jeder Partie mitspielen und<br />
sind nicht untergegangen. Die Mannschaft hat<br />
sich gut verkauft und besser abgeschnitten, als<br />
ich es erwartet habe. Mehr ist mit unserer Philosophie<br />
einfach nicht drin“, so das Fazit von<br />
Mannschaftscoach Michael Brandt. Mit drei Einzelsiegen<br />
in fünf Begegnungen wies Syna Goellner-Schreiber<br />
die beste Bilanz auf. „Sie hat ihre<br />
Sache sehr gut gemacht“, lobte Brandt das Abschneiden<br />
der 38jährigen. Neuzugang Ekaterina<br />
Alexandrova konnte bei ihren beiden Einsätzen<br />
dagegen nur bedingt überzeugen. Bitter lief es<br />
auch für Charlotte Klasen, die alle Einzel bestritt<br />
und sich nach Kräften wehrte, aber ohne Satzgewinn<br />
blieb.<br />
Trotz des Abstiegs können die Blau-Weiss-Damen<br />
erhobenen Hauptes das Oberhaus verlassen,<br />
denn zum einen stimmte die Einstellung<br />
aller Akteurinnen und zum anderen konnten<br />
aufgrund des eingeschränkten Etats keine Wunderdinge<br />
erwartet werden. Noch unklar ist, wie<br />
es in der 2. Bundesliga Nord weitergehen soll.<br />
Coach Brandt ist jedenfalls bemüht, auch für die<br />
kommende Spielzeit ein schlagkräftiges Team<br />
zusammenzustellen.<br />
Michael Matthess<br />
Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen:<br />
LTTC “Rot-Weiβ” stark, Zehlendorfer Wespen<br />
trotz Abstieg zufrieden<br />
Auf eine gelungene Saison können<br />
die Damen des LTTC “Rot-Weiβ” in<br />
der 2. Bundesliga Nord zurückblicken.<br />
Der dritte Schlussrang darf<br />
zweifellos als Erfolg gewertet werden.<br />
Ebenfalls sehr engagiert ging<br />
das Team von Mitaufsteiger Zehlendorfer<br />
Wespen in die neue Spielzeit.<br />
Trotz tapferer Gegenwehr reichte es<br />
allerdings erwartungsgemäß nicht<br />
zum Klassenverbleib.<br />
Deutlich besser als vor zwei Jahren verkauften<br />
sich diesmal die Damen des LTTC “Rot-<br />
Weiβ” in der 2. Bundesliga Nord. Bereits das<br />
Auftaktmatch beim THC von Horn und Hamm<br />
in Hamburg zeigte, dass die Damen vom Hundekehlesee<br />
diesmal gut gerüstet in die Zweitligaspielzeit<br />
gehen würden. Im Spitzeneinzel<br />
kämpfte Neuzugang Nastja Kolar aus Slowenien<br />
die Italienerin Gaia Sanesi mit 5:7, 6:4 und<br />
10:7 nieder. Die Kroatin Ana Savic, Anica Stabel,<br />
Santa Strombach, Masa Zec-Peskiric und Stefania<br />
Rogozinska-Dzik aus Polen sorgten für eine<br />
überraschend klare 6:0-Führung. Abschließend<br />
wurden auch noch alle drei Doppel gewonnen<br />
und mit dem 9:0-Sieg ein perfekter Saisonstart<br />
hingelegt. Dieser Trend setzte sich im ersten<br />
Heimspiel gegen den TC Union Münster fort,<br />
denn auch hier lagen die Berlinerinnen nach<br />
den Einzeln bereits uneinholbar mit 5:1 vorn.<br />
Nastja Kolar bezwang die Südafrikanerin Chanel<br />
Simmonds mit 7:6, 7:5. Klare Zweisatzsiege<br />
gelangen auch Ana Savic, Anica Stabel, Masa<br />
Zec-Peskiric und Stefania Rogozinska-Dzik. Das<br />
erfolgreiche Doppel Kolar/Zec-Peskiric sorgte<br />
dann für den 6:3-Endstand. Mit diesen beiden<br />
Siegen wurde der Weg zum Klassenerhalt bereits<br />
geebnet. Beim favorisierten Marienburger<br />
SC mussten die “Rot-Weiβ”-Damen im dritten<br />
Spiel mit 0:9 zwar eine klare Niederlage einstecken.<br />
Doch Anica Stabel, Masa Zec-Peskiric und<br />
Emma Gevorgyan unterlagen allesamt erst im<br />
Match-Tie-Break. Das Topspiel verlor Nastja Kolar<br />
gegen die Polin Paula Kania mit 4:6, 2:6. Anschließend<br />
kam es zum Lokalderby gegen die<br />
Zehlendorfer Wespen. Am Ende stand zwar ein<br />
8:1 für die “Rot-Weiβen” auf dem Spielberichtsbogen,<br />
das allerdings härter erkämpft werden<br />
musste, als es das Resultat aussagt. Nastja Kolar<br />
setzte sich an Nummer eins gegen die Israelin<br />
Vlada Ekshibarova sicher mit 6:3, 6:2 durch.<br />
Doch Ana Savic, Anica Stabel und Santa Strombach<br />
konnten ihre jeweiligen Kontrahentinnen<br />
erst im Match-Tie-Break bezwingen. Laura Kemkes/Emilia<br />
Richter sorgten für den Ehrenpunkt<br />
der Wespen. Nach diesem Sieg setzten die “Rot-<br />
Weiβ”-Damen noch eins drauf und besiegten<br />
überraschend das Team von Erstligaabsteiger<br />
TC DD Daumann 08 Moers mit 6:3. Nastja Kolar<br />
gewann an Nummer eins gegen die Russin Marina<br />
Melnikova mit 7:5, 6:3. Anica Stabel, Santa<br />
Strombach, Masa Zec-Peskiric sowie die Doppel<br />
Stabel/Strombach und Savic/Zec-Peskiric holten<br />
die übrigen Punkte für den Traditionsclub.<br />
Am letzten Spieltag gab es noch gegen den<br />
1. Liga-Aufsteiger DTV Hannover eine zu verschmerzende<br />
1:8-Niederlage. Nastja Kolar<br />
leistete der früheren Blau-Weissen Lourdes<br />
Dominguez Lino aus Spanien im zweiten Durchgang<br />
erbitterten Widerstand und verlor mit 1:6,<br />
6:7. Den Ehrenpunkt erkämpfte Camille Gbaguidi,<br />
die Syna Kayser im Match-Tie-Break in<br />
Schach halten konnte. „Wir dürfen mit dem Abschneiden<br />
sehr zufrieden sein“, sagte Sportdi-<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
27
Tennis national<br />
Die 1. Damen des LTTC "Rot-Weiß" (stehend) halten die Klasse. Die Zehlendorfer Wespen (vorn) steigen ab<br />
© Claudio Gärtner<br />
rektor Markus Zoecke zum Verlauf der Zweitligasaison<br />
und fügte hinzu: “Unser Ziel war der<br />
vierte Platz. Dass es am Ende sogar zu Rang drei<br />
gereicht hat, ist umso erfreulicher. Vor allem der<br />
Sieg über Moers war überraschend. Wir haben<br />
das Optimum erreicht“. Auch in der kommenden<br />
Saison wollen die “Rot-Weiβen” eine gute<br />
Rolle spielen. „Das Team soll komplett zusammenbleiben.<br />
Vielleicht verstärken wir uns noch<br />
für die jeweiligen Heimspiele“, sieht Zoecke in<br />
die Zukunft.<br />
Zwar lief es beim zweiten Aufsteiger Zehlendorfer<br />
Wespen nicht so erfolgreich, dennoch zeigte<br />
die junge Mannschaft gute Moral und ließ<br />
sich auch durch den deprimierenden Auftakt<br />
nicht aus der Ruhe bringen. Gegen die übermächtigen<br />
Teams von Marienburg und dem<br />
DTV Hannover gab es zunächst zwei herbe<br />
0:9-Klatschen. Neuzugang und Nummer eins<br />
Vlada Ekshibarova verkaufte sich gegen Marienburg<br />
so teuer wie möglich und unterlag der<br />
Anzeige<br />
Polin Paula Kania mit 3:6, 5:7. Gegen Hannover<br />
war die 28jährige jedoch überfordert und musste<br />
gegen die frühere Weltklassespielerin Patty<br />
Schnyder aus der Schweiz eine 0:6, 1:6-Niederlage<br />
hinnehmen. Nach diesen beiden schweren<br />
Matches standen die Wespen noch ohne Satzgewinn<br />
da. Doch die anschließende Heimpartie<br />
gegen den THC von Horn und Hamm zeigte,<br />
was in der Mannschaft steckt. Zwar gab es am<br />
Ende eine 4:5-Niederlage. Allerdings wäre aufgrund<br />
der knappen Ergebnisse ein Sieg durchaus<br />
denkbar gewesen. Im Spitzenspiel bezwang<br />
Ekshibarova die Schwedin Sandra Roma mit 7:6,<br />
6:2. Laura Kemkes und Constanze Lotz holten<br />
zwei weitere Punkte. Das Doppel Richter/Wellnitz<br />
steuerte noch den vierten Zähler bei. Nach<br />
der 1:8-Niederlage beim LTTC “Rot-Weiβ” ging es<br />
anschließend nach Moers, wo die Trauben ebenfalls<br />
zu hoch hingen. Ekshibarova holte beim<br />
6:3, 1:6, 10:6 gegen Marina Melnikova (Russland)<br />
den einzigen Einzelpunkt. Hinzu kam noch<br />
ein kampflos gewonnenes Doppel zum 2:7-Endstand.<br />
Den Schlusspunkt<br />
setzte die Heimbegegnung<br />
gegen Union Münster. Zwar<br />
lagen die Südberlinerinnen<br />
nach den Einzeln mit 2:4 hinten.<br />
Doch Laura Kemkes vergab<br />
im Match-Tie-Break einige<br />
Matchbälle, sodass ein<br />
3:3 durchaus möglich gewesen<br />
wäre. Die Punkte sicherten<br />
Valda Ekshibarova (6:3,<br />
6:2 gegen Franziska Etzel)<br />
und Nina Wellnitz. Anschließend<br />
gab es noch Doppelpunkte<br />
durch Ekshibarova/<br />
Lotz (allerdings kampflos)<br />
und Kemkes/Wellnitz. Das 4:5 am Ende zeigte<br />
erneut, dass sich die Wespen-Damen vor der<br />
Konkurrenz nicht zu verstecken brauchten. „Die<br />
Saison verlief trotz des Abstiegs für uns durchaus<br />
positiv. Unsere Mannschaft hat sich gut verkauft“,<br />
kommentierte Wespen-Sportchef Stephan<br />
Schulte das Abschneiden seines Team.<br />
Besonderes Lob zollte er der neuen Nummer<br />
eins Vlada Ekshibarova. „Sowohl spielerisch als<br />
auch menschlich ist sie eine Bereicherung für<br />
das Team. Sie hat sich bei uns sehr wohl gefühlt<br />
und möchte auch im nächsten Jahr für uns antreten“,<br />
so Schulte. Mit drei Siegen in sechs Spielen<br />
wies die Israelin, die bis 2009 noch für Usbekistan<br />
im FedCup gespielt hatte, die beste Bilanz<br />
auf. Für die kommende Regionalliga-Saison soll<br />
die Mannschaft möglichst so bestehen bleiben.<br />
„Wir wollen wieder vorne mitspielen. Der Wiederaufstieg<br />
ist natürlich keine Pflicht. Sollte er<br />
jedoch gelingen, so würden wir dies gerne mitnehmen“,<br />
meint Schulte zu den Zukunftsaussichten.<br />
In jedem Fall kann die junge Wespen-<br />
Mannschaft viele nützliche Erfahrungen in die<br />
Regionalliga Nordost mitnehmen, die helfen<br />
sollten, dass die Zehlendorferinnen 2018 durchaus<br />
um den Wiederaufstieg mitspielen können.<br />
Michael Matthess<br />
Schlusstabelle:<br />
1. DTV Hannover 12:0/48:6<br />
2. Marienburger SC 10:2/39:15<br />
3. LTTC Rot-Weiβ Berlin 8:4/30:24<br />
4. TC DD Daumann 08 Moers 6:6/29:25<br />
5. TC Union Münster 4:8/22:32<br />
6. THC von Horn und Hamm 2:10/10:44<br />
7. SV Zehlendorfer Wespen 0:12/11:43<br />
28<br />
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Tennis national<br />
Die 1.Herren 40 vom SCC<br />
Rückblick Regionalliga Nordost <strong>2017</strong>:<br />
Erfolge von 2015 wiederholt<br />
Im vergangenen Jahr war die Bilanz<br />
des TVBB mit sechs Titeln in der Regionalliga<br />
Nordost so gut wie noch<br />
nie. Dass in dieser Saison daran nicht<br />
ganz angeknüpft werden konnte,<br />
war aufgrund des Aufstiegs der<br />
Damen und Herren des LTTC “Rot-<br />
Weiβ” sowie der Damen der Zehlendorfer<br />
Wespen in die 2. Bundesliga<br />
Nord keine Überraschung. Doch drei<br />
erfolgreiche Titelverteidigungen sowie<br />
ein nach einjähriger Pause wieder<br />
zurückgewonnener Gesamtsieg<br />
unterstreichen die Leistungsstärke<br />
der TVBB-Mannschaften.<br />
Die Damenkonkurrenzen<br />
Herausragendes boten die Damen des TC SCC<br />
mit der Kanadierin Petra Januskova und Linda<br />
Fritschken an der Spitze. Mit vier Siegen und einer<br />
Niederlage belegten die Charlottenburgerinnen<br />
den hervorragenden zweiten Platz und<br />
Foto: TC SCC<br />
hätten fast noch den Aufstieg in die 2. Bundesliga<br />
Nord geschafft. Denn gegen Zweitligaaufsteiger<br />
Groβflottbeker THGC unterlagen die SC-<br />
Cerinnen nach einem 3:3 nach den Einzeln am<br />
Ende nur mit 4:5.<br />
Die zweite Mannschaft des TC Blau-Weiss kam<br />
mit drei Erfolgen auf Rang drei und den Damen<br />
der Berliner Bären genügte ein Sieg zum<br />
Klassenverbleib. Bitter wurde es für den BSV<br />
92, denn das Team musste unmittelbar vor Beginn<br />
der ersten Partie zurückgezogen werden,<br />
da zwei polnische Gastspielerinnen kurzfristig<br />
ihre Teilnahme an den Verbandsspielen absagten.<br />
Dadurch waren die BSVerinnen nicht mehr<br />
in der Lage, vollständig antreten zu können.<br />
Eine solide Leistung zeigten die Damen 30 des<br />
SC Brandenburg, die mit drei Siegen und drei<br />
Niederlagen Rang drei erreichten. Schlechter<br />
lief es für den TC SCC, der mit nur einem Erfolgserlebnis<br />
in die Ostliga absteigen muss. Im<br />
letzten Jahr mussten die Damen 40 der Zehlendorfer<br />
Wespen den Titel an den DTV Hannover<br />
abgeben. Diesmal revanchierten sich die von<br />
Anne Kröger angeführten Südberlinerinnen eindrucksvoll<br />
und feierten neben vier klaren Siegen<br />
auch ein sicheres 7:2 gegen Hannover zum erneuten<br />
Titelgewinn. Die Berliner Bären und der<br />
BTC Grün-Gold kamen auf die Plätze vier und<br />
fünf. Bei den Damen 50 setzte sich im entscheidenden<br />
Spiel um den Gesamtsieg der Vorjahresgewinner<br />
TC 1899 Blau-Weiss mit Susanne Boesser<br />
an Nummer eins gegen die Zehlendorfer<br />
Wespen mit 6:3 durch. Rang vier mit 4:6-Punkten<br />
belegte der TC Weiβ-Gelb Lichtenrade. Und<br />
auch die Damen 60 des TC 1899 Blau-Weiss mit<br />
Spitzenspielerin Katrin Dippner gaben sich keine<br />
Blöβe und wiederholten trotz zweier Unentschieden<br />
bei vier Siegen den Erfolg vom letzten<br />
Jahr . Grün-Weiβ Nikolassee gewann zwei Partien<br />
und spielte viermal unentschieden, was am<br />
Ende für den zweiten Schlussrang reichte.<br />
Die Herrenkonkurrenzen<br />
Wie die Damen so wiesen auch die Herren des<br />
TC SCC mit dem Schweden Markus Eriksson auf<br />
Position eins als einziger TVBB-Teilnehmer mit<br />
fünf Siegen in sieben Spielen eine beeindruckende<br />
Bilanz auf. Zu Rang zwei fehlte lediglich<br />
ein Matchpunkt und gegen den Aufsteiger zur<br />
2. Bundesliga Nord, den Bremer TC, unterlagen<br />
die SCCer auch nur knapp mit 4:5.<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
29
Tennis national<br />
Mit jeweils 3:3-Siegen schlossen die Herren<br />
30 des TC 1899 Blau-Weiss als Dritter und der<br />
Hermsdorfer SC als Fünfter die Spielzeit ab. Dem<br />
LTTC “Rot-Weiβ” hingegen reichten zwei Siege<br />
nicht zum Klassenerhalt. Die in den letzten beiden<br />
Jahren unangefochtenen Herren 40 des TC<br />
SCC hatten diesmal im Wangerooger TSC einen<br />
sehr ernsthaften Gegner, den sie am Ende dank<br />
nahezu Bestbesetzung mit dem Schweden Thomas<br />
Enqvist und Axel Finnberg auf den beiden<br />
vorderen Positionen mit 6:3 niederringen konnten.<br />
Die übrigen fünf Matches waren hingegen<br />
eher Formsache, sodass die Männer vom Eichkamp<br />
nun schon zum dritten Mal in Folge den<br />
Regionalliga-Titel einfahren konnten.<br />
Sehr unglücklich lief es hingegen für Grün-Weiβ<br />
Lankwitz und den TC Tiergarten, die trotz jeweils<br />
zwei Siegen und Punktgleichheit mit drei(!) anderen<br />
Teams aufgrund zu wenig gewonnener<br />
Matches absteigen müssen.<br />
Knapp am ersten Platz vorbei schrammten die<br />
Herren 50 der Zehlendorfer Wespen, die das<br />
entscheidende Spiel am letzten Spieltag gegen<br />
die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Hamburger<br />
vom Club an der Alster mit 3:6 verloren.<br />
Der LTTC “Rot-Weiβ” kam mit ausgeglichener Bilanz<br />
auf Rang drei.<br />
Im Herren 55er-Wettbewerb genügten der<br />
Fachvereinigung Tennis zwei Erfolge zu Rang<br />
vier. Grün-Weiβ Nikolassee konnte durch ein 5:4<br />
gegen Absteiger Stader TC den Klassenverbleib<br />
gerade noch sichern. Mit drei Siegen aus sechs<br />
Spielen belegten die Herren 60 von Grün-Weiβ<br />
Nikolassee den dritten Platz, während Aufsteiger<br />
Fachvereinigung Tennis ohne Erfolgserlebnis<br />
die Klasse wieder verlassen muss. Ähnlich<br />
verlief es bei den Herren 65, denn Grün-Weiβ<br />
Lankwitz schaffte es mit 6:6-Punkten auf Rang<br />
drei während der TC Schwarz-Gold sieglos blieb<br />
und absteigt.<br />
Vizemeister wurden diesmal die Herren 70 des<br />
Titelverteidigers TC 1899 Blau-Weiss während<br />
die Berliner Bären im kommenden Jahr eine<br />
Klasse tiefer spielen müssen. Und schließlich<br />
sicherten sich die 75-er Herren des LTTC “Rot-<br />
Weiβ” mit 8:2-Zählern und nur vier Matchpunkten<br />
weniger als der Erstplatzierte Hildesheimer<br />
TC Rang drei, die zweite Mannschaft der Rot-<br />
Weiβen konnte hingegen kein Spiel gewinnen.<br />
Fazit<br />
In der Endabrechnung behaupteten die Mannschaften<br />
des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg<br />
mit vier Regionalliga-Titeln erneut ihre gute<br />
Stellung. Bei den Damen sowie Herren 50 und<br />
75 wurde der erste Platz zudem nur knapp verpasst.<br />
Zwar müssen wie schon 2015 neun Teams<br />
die Regionalliga Nordost verlassen, doch sollten<br />
diese in den Aufstiegsspielen am 9. September<br />
durch eine entsprechende Zahl von Aufsteigern<br />
ersetzt werden können, sodass der TVBB auch<br />
in der kommenden Spielzeit wieder mit einem<br />
starken Kontingent ins Rennen um Titel und gute<br />
Platzierungen gehen dürfte.<br />
Michael Matthess<br />
Rückblick: Ostliga <strong>2017</strong><br />
Vier von acht Herren-Titeln für die neuen Bundesländer<br />
In der Ostliga gewann der TVBB zwar acht von zwölf Titeln, jedoch konnten<br />
die anderen Landesverbände insbesondere in der Herren-Konkurrenzen<br />
punkten: Bei den Herren (STV) und den Herren 40 (STV, TTV) stellen sie<br />
Meister und Vizemeister, bei den Herren 30 (TSA) und bei den Herren 55<br />
(STV) die Meister. Die Damen-Konkurrenzen hingegen waren fest in Berliner<br />
Hand (siehe Übersicht).<br />
Nach den Regeln sind in der Saison <strong>2017</strong> insgesamt<br />
26 Mannschaften aus der Ostliga in die<br />
jeweils höchsten Verbandsklassen abgestiegen:<br />
17 vom TVBB, fünf aus Sachsen, je zwei<br />
aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aus der Regionalliga<br />
Nordost sind <strong>2017</strong> acht TVBB-Mannschaften<br />
in die Ostliga zurückgekehrt und schlagen<br />
2018 in der Ostliga auf (siehe Übersicht,<br />
Spalte 2).<br />
Wie viele Ostliga-Mannschaften sich in den<br />
Aufstiegsspielen <strong>2017</strong> zur Regionalliga Nordost<br />
durchsetzen, bzw. ihr Aufstiegsrecht in die<br />
Regionalliga Südost wahrnehmen werden, ist<br />
ebenso offen wie die Frage, welche Vereine der<br />
fünf beteiligten Landesverbände sich an den<br />
Aufstiegsspielen zur Ostliga beteiligen werden<br />
(Spalte 4 in der Übersicht zeigt die dafür sportlich<br />
qualifizierten Vereine).<br />
Schließlich sorgt auch der Ostliga-Spielausschuss<br />
unter Bezug auf §21 des Ostligastatuts<br />
immer wieder für Überraschungen.<br />
Herrenkonkurrenzen:<br />
Leipziger Teams dominieren<br />
An Überraschungen hat es <strong>2017</strong> vor allem in<br />
der Konkurrenz der Herren nicht gefehlt. Zum<br />
einen kämpften <strong>2017</strong> je fünf TVBB- und STV-<br />
Mannschaften um den Titel, also zwei mehr als<br />
der Regelstärke (gem. Ostligastatut) entspricht -<br />
Folge von Inkonsequenzen in der Handhabung<br />
der Abstiegsregelungen durch den Spielausschuss<br />
(siehe nebenstehende Kolumne). Zum<br />
anderen traten die STV-Mannschaften - mit Ausnahme<br />
des Leipziger TC 1990, der nur deutsche<br />
Spieler einsetzte - mit einem ungewöhnlich hohen<br />
internationalen Aufgebot an: In ihren Reihen<br />
spielten vier (TC RC), sechs (Freiberger TC,<br />
Dresden Blasewitz) bzw. sieben ausländische<br />
Gastspieler (SV DD Mitte), während die Berliner<br />
Spitzenteams in ihren Reihen keine (Friedrichshagen),<br />
einen (Wespen, BSV) oder zwei (Nikolassee)<br />
aufboten.<br />
Groteske Folge: In der 4. Spielklasse unterhalb<br />
der Bundesliga trat im Spiel von SV DD Mitte<br />
vs. Freiberger TC in den Einzeln nur je ein deutscher<br />
Spieler an. Schließlich wurde das Spielgeschehen<br />
auch dadurch beeinträchtigt, dass am<br />
drittletzten Spieltag Dresden Blasewitz gegen<br />
den Ortsrivalen SV DD Mitte nur mit zwei Spielern<br />
pünktlich antrat und der Ostliga-Spielausschuss<br />
sich zu einer zeitnahen regelgerechten<br />
Entscheidung über diesen Verstoß gegen das<br />
Ostliga-Statut nicht in der Lage sah.<br />
In diesem Umfeld fanden sich die zu den stärksten<br />
Berliner Mannschaften zählenden Teams,<br />
die Zehlendorfer Wespen und Friedrichshagen,<br />
nach fünf Spieltagen am Tabellenende wieder!<br />
In einem gewaltigen Endspurt mit vier hohen<br />
Siegen erreichten die Wespen am Ende noch<br />
Rang 4.<br />
Für Friedrichshagen aber, dass seinen Spitzenspieler<br />
Lucas Gerch erst in der zweiten Saisonhälfte<br />
einsetzen konnte, wogen die anfänglichen,<br />
z.T. knappen Niederlagen gegen vier der<br />
sächsischen Vereine und Frohnau schwerer als<br />
die spätere Steigerung gegen Nikolassee und<br />
Dresden Blasewitz. Friedrichshagen bewies seine<br />
Klasse, als es als einzige Mannschaft den späteren<br />
Ostligameister TC RC Leipzig an den Rand<br />
einer Niederlage brachte (4:5 durch Match-Tie-<br />
Break im dritten Doppel), konnte aber einen Abstieg<br />
nicht mehr vermeiden.<br />
Grün-Weiß Nikolassee mit vier Nachwuchsspielern<br />
um Trainer Nicolas Bruns, Robert Belak<br />
(HUN) und Jedrzej Zarski (POL) gelang als einzigem<br />
Berliner Verein ein Sieg über einen der<br />
beiden starken Leipziger Vereine (LTC 1990).<br />
Ein etwas glücklicher, durch gegnerische Verletzungen<br />
begünstigter Kantersieg (8:1) über die<br />
Zehlendorfer Wespen, sowie klare Siege über<br />
Frohnau, den SV DD Mitte und den BSV 1892<br />
bedeuteten für Nikolassee als erfolgreichsten<br />
TVBB-Verein Rang drei.<br />
Die Absteiger des Vorjahres, der 1. TC Magdeburg<br />
und die Zehlendorfer Wespen, beherrschten<br />
das Feld bei den Herren 30. Die Entscheidung<br />
fiel am letzten Spieltag mit 5:4 zugunsten<br />
des Gastgebers Magdeburg im Match-Tie-Break<br />
des dritten Doppels.<br />
Ungeschlagene Gruppensieger in der zweigleisigen<br />
Herren 40-Konkurrenz wurden mit Weißer<br />
Hirsch Dresden und dem TC Apolda zwei ost-<br />
30<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis national<br />
Übersicht über die Ostliga-Meister, Vizemeister und Absteiger<br />
AK<br />
Ostliga-Meister<br />
Vizemeister<br />
Platzierte für RL-Aufstieg*<br />
Absteiger aus<br />
RLNO -> OstL (B)<br />
OstL -> Verbandsligen (C)<br />
Für die Austiegsspiele zur Ostliga qualifiziert<br />
Da<br />
1. TC Grün-Weiß Nikolassee<br />
2. SC Brandenburg<br />
4. Bad W. Hirsch Dresden (STV)<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
Berliner SV 1892 (B)<br />
Leipziger SC 1901 (STV) (C)<br />
Hermsdorfer SC (C)<br />
Grunewald TC, TK Blau-Gold Steglitz;<br />
TC RC Sport Leipzig; Erfurter TC RW,<br />
1. TC Magdeburg, TC RW Brandenburg<br />
Da 30<br />
1. TC 1899 Blau-Weiss<br />
2. Hermsdorfer SC<br />
4. Leipziger SC 1901 (STV)<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
TC SCC (B)<br />
Berliner Hockey-Club (C),TC Tiergarten (C),<br />
TV Frohnau (C)<br />
SV Reinickendorf, Weiß-Rot Neuköll ;<br />
Leipziger TC 1900, TC BW Rostock<br />
Da 40<br />
1. TC 1899 Blau-Weiss<br />
2. Berliner SV 1892<br />
4. Bad W. Hirsch Dresden (STV)<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
USV Jena (TTV) (C)<br />
TC RC Sport Leipzig (STV) (C)<br />
TC Wilmersdorf, TV TeBe; BW Dresden Blasewitz;<br />
TC 1990 Apolda, HTC Peißnitz, TC BW Rostock<br />
Da 50<br />
1. TC Lichtenrade Weiß-Gelb II<br />
2. Erfurter TC Rot-Weiß (TTV)<br />
3.NTC Die Känguruhs<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
RLNO<br />
Grunewald TC (C)<br />
TC Grün-Weiß Nikolassee (C)<br />
Pro Sport Gatow, TK Blau-Gold Stelitz;<br />
Leipziger TC 1990, TC RW Rudolstadt, TC Pinnow<br />
He<br />
1. TC RC Sport Leipzig (STV)<br />
2. Leipziger TC 1901(STV)<br />
3. TC Grün-Weiß Nikolassee<br />
4. SV Zehlendorfer Wespen<br />
RLSO<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
TC OW Friedrichshagen (C)<br />
SV Dresden Mitte 1990 (STV) (C)<br />
Berliner SV 1892 (C)<br />
TC 1899 Blau-Weiss II, LTTC Rot-Weiß II<br />
CTC Küchwald,I; SG Ruhla-Tabarz, SG Einheit<br />
Stendal, TC BW 07 Stralsund<br />
He 30<br />
1. TC Magdeburg (TSA)<br />
2. SV Zehlendorfer Wespen<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
LTTC „Rot-Weiß“ (B), TC Rot-Weiß Naunhof<br />
(STV) (C),TV Frohnau (C)<br />
BSV 92, Grunewald TC; BW Rostock, TC Chemnitz-.<br />
Alt., TC Weimar, HTC Peißnitz<br />
He 40<br />
A/B<br />
1. Bad Weißer Hirsch Dresden (STV)<br />
1. TC Apolda 1990 (TTV)<br />
2. Grunewald TC<br />
3. Zehlendorfer Wespen/TV Preussen<br />
RLSO<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
TC Grün-Weiß Lankwitz (B)<br />
TC Tiergarten (B)<br />
TC Schleiz 1949 (TTV) (C)<br />
TC Weiß-Rot Neukölln (C)<br />
SV Reinickendorf, LTTC Rot-Weiß; CTC Küchwald,<br />
Erfurter TC RW, HTC Peißnitz, TC WR Wismar<br />
He 50<br />
A/B<br />
1. TC SCC<br />
1. Grunewald TC<br />
2. TV Grün-Weiß Görlitz (STV)<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
BSV Chemie Radebeul (STV) (C)<br />
TC 1899 Blau-Weiss (C)<br />
SV Reinickendorf, LTTC Rot-Weiß; CTC Küchwald,<br />
Erfurter TC RW, HTC Peißnitz, TC WR Wismar<br />
He 55<br />
1. TC Waldheim (STV)<br />
2. TC 1899 Blau-Weiss<br />
3. Grunewald TC<br />
RLSO<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
SV Berliner Bären (C)<br />
TC Mariendorf (C)<br />
TC Tiergarten, BSV 1892 ;Bad Weißer Hirsch<br />
Dresden,TC 90 Gera, TC RW Dessau, Binzer TV<br />
(o.Schweriner TC)<br />
He 60<br />
A/B<br />
1. Berliner SV 1892<br />
1. Reinickendorfer Füchse<br />
2.TG Stadtpark Chemnitz<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
Fachvereinigung Tennis (B)<br />
SV Zehlendorfer Wespen (C)<br />
TC Sandanger Halle (TSA) (C)<br />
Treptower Teufel, TC Kleinmachnow; TC Erfurt 93<br />
He 65 1. SUTOS 1917<br />
2. BTTC Grün-Weiß<br />
4. TC Waldheim (STV)<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
RLSO<br />
TC Schwarz-Gold (B)<br />
TC Heiligensee (C)<br />
Zehlendorfer TuS v.1888 (C)<br />
TC 1899 Blau-Weiss, TV TeBe; Meißner TC, USV<br />
Jena, Blankenburger TC, TC BW Warnemünde<br />
He 70<br />
1. TC Weiße Bären Wannsee<br />
2. TV Frohnau<br />
RLNO<br />
RLNO<br />
SV Berliner Bären (B), SUTOS 1917 (C)<br />
MZC Germania 1926 (TSA) (C)<br />
Grunewald TC, FV Tennis; Bad Weißer Hirsch<br />
Dresden, USV Jena,TC Pinnow<br />
*RLNO = Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur RLNO RLSO =Teilnahmerecht an der RLSO<br />
deutsche Vereine. Weil die Thüringer aber zum<br />
Endspiel nicht antraten, ging der Titel kampflos<br />
an die Dresdner.<br />
Die Gruppensieger bei den Herren 50 waren der<br />
TC SCC und Grunewald TC (Endspiel 7:2). Der TC<br />
Grün-Weiß Görlitz, der in einem Krimi mit insgesamt<br />
fünf Match-Tie-Break-Entscheidungen<br />
mit 4:5 nur knapp gegen die Grunewalder verlor,<br />
qualifizierte sich damit für die Regionalliga<br />
Südost.<br />
Ohne Niederlage blieb bei den Herren 55 der 1.<br />
TC Waldheim, der es fertig brachte, vier Berliner<br />
Vereine (1899 Blau-Weiss, Grunewald, Berliner<br />
Bären und Friedrichshagen) jeweils knapp mit<br />
5:4 zu schlagen.<br />
Meister der Herren 60 wurde in einem engen<br />
Gruppensieger-Endspiel (5:4) der BSV 1892 gegen<br />
die Füchse Reinickendorf, in den beiden älteren<br />
Altersklassen setzten sich SUTOS 17 und<br />
die Weißen Bären Wannsee überlegen durch.<br />
Nikolasseer Damen nicht zu stoppen<br />
Das 7er-Feld der Damen war insgesamt etwas<br />
schwächer besetzt als das der Herren.<br />
Beim TC Grün-Weiß Nikolassee schaarten sich<br />
um die beiden erfahrenen Polinnen Lesniak und<br />
Kolat vier ehrgeizige junge Nachwuchsspielerinnen,<br />
die sich den Titel ohne Niederlage holten.<br />
Da auch die Damen des SC Brandenburg<br />
sehr erfolgreich aufspielten, kam es am vorletzten<br />
Spieltag zur entscheidenden Begegnung<br />
zwischen diesen beiden Vereinen. Nach den Einzeln<br />
stand es nicht ganz erwartungsgemäß 3:3.<br />
Afandieva verpasste mit einer 4:6, 7:5, 5:10-Niederlage<br />
gegen Nicole Fitzner eine 4:2-Führung<br />
der Süd-Berliner knapp. Afandieva (mit Lesniak)<br />
und Fitzner (mit Diana Rust) gewannen anschließend<br />
in den Doppeln, den Siegpunkt erkämpften<br />
Meier/Müller gegen Annika Schmidt/<br />
Sophia Göttert mit 6:4, 6:2.<br />
Die Konkurrenzen der Damen 30 und der Damen<br />
40 sahen den TC 1899 Blau-Weiss vorn. Bei<br />
den 30ern siegten die Blau-Weissen nach Belieben<br />
und gaben in keiner Begegnung mehr als<br />
zwei Matchpunkte ab. Anders bei den 40ern:<br />
Hier erlitt der TC 1899 eine 2:7-Niederlage gegen<br />
den späteren Vizemeister BSV 1892 und<br />
konnte am letzten Spieltag beim RC Sport Leipzig<br />
zum Glück mit drei Match-Tie-Break-Siegen<br />
einen 5:4-Sieg erkämpfen. Der BSV seinerseits<br />
vergab seine Meisterschaftschancen durch zwei<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
31
Tennis national<br />
Die 1. Damen des TC Grün-Weiß Nikolassee (v.l.): Anne Katrin Abeln, Nicole Müller, Nadja Meier, Sofiya Afandieva, Marta Lesniak und Natalia Kolat (mit Trainer Nicolas<br />
Bruns und Betreuer Dr. Wolfgang Schmiedel) <br />
© TC Grün-Weiß Nikolassee<br />
Niederlagen (gegen TC RC Sport und den Aufsteiger<br />
Zehlendorfer TuS von 1888).<br />
Bei den Damen 50 siegten die 2016 auf den<br />
Rängen 3 und 4 platzierten Mannschaften Lichtenrade<br />
II und Erfurter TC Rot-Weiß in dieser<br />
Reihenfolge.<br />
<strong>matchball</strong> kommentiert:<br />
Ostliga Herren-Konkurrenz mit<br />
10 Mannschaften - warum?<br />
Die bestplatzierten TVBB-Teams spielen nun<br />
am 9. September um den Aufstieg in die Regionalliga<br />
Nordost. Spielten bisher die jeweiligen<br />
Sieger der Nord- bzw. Ostliga mit Heimrecht<br />
gegen den jeweils Zweitplatzierten über<br />
Kreuz, so führte die in der Nordliga eingeführte<br />
Zweigleisigkeit zu der nicht ganz gleichwertigen<br />
Regelung, das Heimrecht zwischen den<br />
beiden Gruppensiegern der Nordliga auszulosen.<br />
Mit anderen Worten: In der Nordliga wird<br />
ein Nordliga-Meister nicht mehr ausgespielt, in<br />
den Austiegsspielen können also durchaus die<br />
spielstärksten Mannschaften beider Ligen aufeinander<br />
treffen oder die weniger spielstarken<br />
Mannschaften können das Heimrecht haben.<br />
Dr. Dieter Rewicki<br />
Anzeige<br />
Im Ostligastatut heißt es dazu: "Die Zahl der<br />
Mannschaften in einer Gruppe beträgt höchstens<br />
8". Und in den Durchführungsbestimmungen:<br />
"Wird die Regelstärke der Gruppen von 8 überschritten<br />
bzw. unterschritten, steigen mehr Mannschaften<br />
aus der Ostliga ab bzw. aus den Verbandsligen<br />
auf". Hätte man sich daran gehalten<br />
- wie in den Jahren 2012 bis 2015 - dann wäre es<br />
zu einer 10er-Gruppe nicht gekommen.<br />
In der Saison 2016 spielte in der Ostliga 9 Mannschaften.<br />
Der Grund dafür: Zwar stiegen zwei Mannschaften<br />
(Leipziger TC 1990, TC SCC) 2015 in die Regionalligen<br />
auf, von dort aber stiegen zugleich vier<br />
Mannschaften (Zehlendorfer Wespen, BSV 1892, TC<br />
GW Nikolassee und der Freiberger HTC) in die Ostliga<br />
ab. Es hätten also (bei zwei Aufsteigern aus den<br />
Verbandsligen) insgesamt fünf Mannschaften absteigen<br />
müssen. Der TC Apolda zog damals seine<br />
Mannschaft zurück. Statt vier Mannschaften stiegen<br />
aber nur drei ab, der Freiberger HTC wurde verschont.<br />
Für die Ostliga <strong>2017</strong> waren zwei Dinge entscheidend:<br />
Von den drei Spitzenvereinen der Ostliga<br />
2016 (TC RC Leipzig, Zehlendorfer Wespen, Friedrichshagen)<br />
lehnte ersterer eine Aufstieg in die<br />
RLSO ab, die beiden anderen unterlagen in den<br />
Aufstiegsspielen. Zweitens zogen, jeweils auf Nichtabstiegsplätzen<br />
stehend, der TC Blau-Weiß Dresden<br />
seine Mannschaft aus der 2. Bundesliga und der TC<br />
Leipzig 1990 die seinige aus der RLSO zurück. Beide<br />
wurden in die Ostliga eingeordnet. Das bedeutete<br />
<strong>2017</strong> (bei drei Absteigern in 2016 und zwei Aufsteigern<br />
aus den Verbandsligen) einen weiteren Zuwachs<br />
auf 10 Mannschaften.<br />
Für <strong>2017</strong> sind bei den Herren aus der Regionalligen<br />
keine Absteiger in die Ostliga zu erwarten. Aber<br />
höchstens wohl ein bis zwei Aufsteiger dorthin: Die<br />
beiden so überzeugenden Leipziger Gewinner der<br />
Ostliga-Konkurrenz haben schon erklärt, nicht in<br />
die RLSO aufsteigen zu wollen, dazu ist wohl nur<br />
der gerade erst von dort abgestiegene Freiburger<br />
HTC (mit Platz 5) bereit. Die beiden Berliner Vertreter<br />
in den Aufstiegsspielen haben schwere Gegner<br />
aus der Nordliga. Geht man also von insgesamt von<br />
zwei Aufsteigern in die Regionalligen aus, so könnte<br />
der Kelch des Abstiegs an den Friedrichhagenern<br />
gerade noch vorübergehen und trotzdem die Regelstärke<br />
von acht Mannschaften wieder erreicht<br />
werden.<br />
Dr. Dieter Rewicki<br />
32<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis national<br />
Die TVBB-U15-Auswahl mit Verbandstrainer Michael Lingner (l.), Jugendwart Roland Goering, Christin Laabs, Lennart Kleeberg, Santa Strombach, Benito Jaron<br />
Sanchez Martinez, Sofiya Afandieva, Niclas Albrecht, Sebastian Rieschick<br />
Foto: TC Schießgraben Augsburg<br />
TC Schießgraben Augsburg: Große Henner-Henkel- und Cilly-Aussem-Spiele (U15)<br />
Dritter Platz für TVBB-Junioren<br />
Jedes Jahr spielen die 18 DTB-<br />
Landesverbände bei den Großen<br />
Henner-Henkel- und Cilly-Aussem-Spielen<br />
den Deutschen Jugend-Mannschaftsmeister<br />
der Altersklasse<br />
U15 aus. In Augsburg (27.<br />
bis 30. April) schlugen 93 Juniorinnen<br />
und Junioren auf, darunter jeweils<br />
acht der Top-10 der deutschen<br />
Ranglisten.<br />
Für Berlin-Brandenburg traten an: Santa Strombach<br />
(LTTC “Rot-Weiß”), Sofiya Afandieva (TC<br />
Grün-Weiß Nikolassee), Christin Laabs (TTC<br />
SportForum Bernau), Benito Jaron Sanchez Martinez<br />
(TC SCC), Lennart Kleeberg (Berliner SV)<br />
und Niclas Albrecht (SV Zehlendorfer Wespen).<br />
Als Betreuer in Augsburg dabei waren Verbandstrainer<br />
Michael Lingner, Sebastian Rieschick<br />
(LTTC “Rot-Weiß”) und TVBB-Jugendwart Roland<br />
Goering.<br />
Das Wetter an den ersten beiden Tage war denkbar<br />
schlecht. Temperaturen knapp über dem<br />
Gefrierpunkt und Dauerregen erzwangen von<br />
der Turnierleitung organisatorische Meisterleistungen,<br />
um die Matches in fünf verschiedenen<br />
Hallen in Augsburg und Umgebung<br />
durchzuführen.<br />
Juniorinnen: Westfalen verhindert<br />
Einzug ins Halbfinale<br />
Die Auslosung bei den Juniorinnen bescherte<br />
uns eine Dreiergruppe und somit einen spielfreien<br />
ersten Tag. Zum Auftakt ging es dann<br />
gegen Thüringen, einen sonst eher leichter<br />
eingeschätzten Gegner. Doch in diesem Jahr<br />
hatten die Thüringer eine sehr konkurrenzfähige<br />
Mannschaft am Start, die unseren Juniorinnen<br />
volle Konzentration abforderten. Die sonst<br />
für diese Spiele gültige Regel, zuerst das Doppel<br />
und anschließend die beiden Einzel auszutragen,<br />
konnte aufgrund der Hallensituation nicht<br />
eingehalten werden. So traten zuerst Santa und<br />
Sofiya in den Einzeln an. Santa schlug Stella Wiesemann,<br />
die Nummer 16 der deutschen Rangliste,<br />
knapp mit 6:4, 2:6, 10:8. Auf dem Nebenplatz<br />
verlor Sofiya ihr Match äußerst knapp mit<br />
6:7, 6:7, das Doppel musste entscheiden. Hier<br />
machten Strombach/Laabs kurzen Prozess und<br />
gewannen 6:0, 6:0.<br />
Am zweiten Tag ging es auf den Freiplätzen –<br />
endlich bei Sonnenschein – um den Gruppensieg<br />
gegen Westfalen. Strombach/Laabs überzeugten<br />
wieder im Doppel und gewannen mit<br />
6:3, 6:4. In den Einzeln lief es dann jedoch nicht<br />
mehr nach Plan. Christin verlor mit 4:6, 0:6 gegen<br />
Muratovic, und auch Santa vergab den ersten<br />
Satz gegen Hirt schnell mit 2:6. In Durchgang<br />
zwei lag sie auch schon mit 2:5 hinten,<br />
kämpfte sich jedoch noch einmal ins Match zurück,<br />
musste sich aber am Ende dennoch mit 6:7<br />
geschlagen geben. Damit gelang Westfalen mit<br />
2:1 der Einzug ins Halbfinale und für unsere Juniorinnen<br />
war das Turnier beendet. Die Deutsche<br />
Mannschaftsmeisterschaft der Juniorinnen<br />
ging an Baden, das im Finale gegen die Vertretung<br />
Niedersachsens mit 2:1 siegte.<br />
Junioren: Finale knapp verpasst<br />
Die Junioren hatten drei Gruppenspiele zu bestreiten.<br />
Zunächst wurde Schleswig-Holstein<br />
in der Halle mit 2:1 besiegt. Sanchez Martinez/<br />
Kleeberg machten im Doppel kurzen Prozess<br />
(6:1 6:1). Benito, unsere Nummer eins, wurde<br />
dann im Einzel geschont. Im Spitzen-Einzel unterlag<br />
Lennart knapp mit 4:6, 6:3, 8:10. Für den<br />
Gesamtsieg sorgte Niclas Albrecht mit einem<br />
souveränen 6:0, 6:0-Erfolg.<br />
Im zweiten Gruppenspiel - ebenfalls in der Halle<br />
- ging es gegen Sachsen. Hier wurden - wie bei<br />
den Juniorinnen - zuerst die Einzel gespielt. Benito<br />
absolvierte nur ein Kurzprogramm, da sein<br />
Gegner beim Stande von 4:0 aufgab. Albrecht<br />
gewann schnell mit 6:1, 6:1. Im Doppel traten<br />
die Sachsen nicht mehr an – 3:0 Sieg.<br />
Im entscheidenden Gruppenspiel - nun wieder<br />
draußen - ging es gegen Niedersachsen um den<br />
Halbfinaleinzug. Sanchez Martinez/Kleeberg<br />
überzeugten erneut im Doppel und gewannen<br />
sicher mit 6:2, 6:2, trotz vieler enger Spiele. Beide<br />
traten dann auch in den Einzeln an. Lennart<br />
kämpfte sich nach einem Rückstand zurück in<br />
den ersten Satz und gewann am Ende mit 7:5,<br />
6:2. Benitos Sieg mit 6:4, 6:0 war härter umkämpft<br />
als es das Ergebnis aussagt. Allein der<br />
erste Satz dauerte länger als eine Stunde.<br />
Nach diesem 3:0 gegen Niedersachsen blieb<br />
nicht viel Zeit, denn nur 90 Minuten danach<br />
startete schon das Halbfinal-Doppel gegen<br />
Württemberg. Wieder trat unser eingespieltes<br />
Paar Sanchez Martinez/Kleeberg an, doch gegen<br />
das starke württemberger Doppel Rief/Walser<br />
(Nr. 6 und 11 in Deutschland) war nichts zu<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
33
Tennis national<br />
holen. Bei der 1:6, 2:6-Niederlage merkte man<br />
unserem Duo die Anstrengungen der vorherigen<br />
Begegnung deutlich an.<br />
Im Spitzen-Einzel musste dann Benito sein viertes<br />
Match an diesem Tag absolvieren. Moralisch<br />
von seinem Teamkameraden Niclas wieder aufgebaut,<br />
startete er gut gegen Tobias Rief und<br />
gewann den ersten Satz mit 6:3. Dann jedoch<br />
plagten Benito Krämpfe und er musste den<br />
zweiten Satz gegen einen weiterhin stark spielenden<br />
Gegner mit 0:6 abgeben. Im Match-Tie-<br />
Break mobilisierte Benito dann seine letzten Reserven,<br />
beide Spieler zeigten starke Ballwechsel,<br />
zunächst jedoch zu oft mit dem besseren Ende<br />
für Rief. 1:4 und 3:6 lag Benito hinten, kämpfte<br />
weiter und konnte am Ende mit 10:8 gewinnen.<br />
Damit stand es 1:1 und das parallel laufende<br />
Einzel Albrecht vs. Walser musste die Entscheidung<br />
bringen. Als Benito den Match-Tie-Break<br />
zu seinen Gunsten entschieden hatte, kämpfte<br />
Niclas noch beim Stande von 2:6, 5:5 noch um<br />
den Satzausgleich. Nach mehrmals Einstand<br />
kassierte er das 5:6 und lag danach schnell mit<br />
0:40 hinten. Nach der Abwehr von drei Matchbällen<br />
ab, musste er sich am Ende doch geschlagen<br />
geben.<br />
Im Finale setzte sich Bayern gegen Württemberg<br />
in ebenfalls engen Matches mit 3:0 durch.<br />
Trotz ihrer Enttäuschung über die knappe<br />
1:2-Niederlage können unsere Junioren sehr<br />
stolz darauf sein, das Halbfinale der besten Verbands-Teams<br />
in Deutschland erreicht zu haben.<br />
Die Betreuer waren mit den gezeigten Leistungen<br />
und vor allem mit dem Team-Spirit sehr<br />
zufrieden.<br />
Roland Goering, Verbandsjugendwart<br />
TC Glashütte, Norderstedt/SLH: Norddeutsche Jugendmeisterschaften (AK11, 12, 14)<br />
TVBB gewinnt drei Titel<br />
Bei den diesjährigen Norddeutschen Jugendmeisterschaften, wie gewohnt<br />
Pfingsten (2. bis 4. Juni) auf der idyllischen Anlage des TC Glashütte ausgetragen,<br />
waren die TVBB-Junioren sehr erfolgreich. Sie sicherten sich drei<br />
von sechs möglichen Titeln (Einzel und Doppel der Junioren U14, Doppel<br />
der Junioren U12). Die Junioren der AK11 und die Juniorinnen erreichten<br />
die Titelränge nicht.<br />
Arthur Ivanenko (TK Blau-Gold Steglitz) wurde<br />
Norddeutscher Meister der AK U14<br />
U14: Spitzenpositionen für<br />
Ivanenko und Vasquez-Gehrke<br />
Artur Ivanenko (TK Blau-Gold Steglitz), an Position<br />
eins gesetzt, spielte sich mit glatten Siegen<br />
über Sean Marcel Saal (SLH, 6:2, 6:2) und<br />
über seinen Verbandsfreund Markus Malaszszak<br />
(SV Berliner Bären) - zuvor mit 6:3, 6:2 erfolgreich<br />
gegen Louis Frowein (NTV) - mit 6:1, 6:2 ins<br />
Halbfinale. Dort bekam er es mit Julian Herzog<br />
(HAM) zu tun, der in der zweiten Runde den an<br />
drei gesetzten Alessio Vasquez-Gehrke (BTTC)<br />
ausgeschaltet hatte. Mit einem hart umkämpften<br />
7:6, 3:6, 6:4 zog Ivanenko ins Finale ein, wo<br />
er sich mit einem 6:0, 7:5-Erfolg über Armin<br />
Trklja (NTV) den Titel holte.<br />
Bei den U14-Doppeln spielte sich Vasquez-<br />
Gehrke an der Seite von Tarek Erlewein (NWE)<br />
ins Finale. In ihrem ersten Match bezwangen sie<br />
die Zufallspaarung Malaszszak(TVBB)/ Herzog<br />
(HAM) mit 4:6, 6:4, 10:8 und danach Jannik Oelschlägel/Benedikt<br />
Rake (HAM) mit 6:0, 6:3. Im Finale<br />
schlugen sie die niedersächsische Paarung<br />
Trklja/Louis Frohwein mit 6:2, 6:0.<br />
Bei den Juniorinnen U14 verlor Svetlana Samardzic<br />
(TK Blau-Gold Steglitz), mit einer Wild<br />
Card ausgestattete einzige TVBB-Vertreterin, in<br />
der ersten Runde gegen die drittgesetzten Tiziana-Marie<br />
Schomburg (NTV) mit 1:6, 1:6. Auch<br />
im Doppel schied sie in der ersten Runde an der<br />
Seite von Kia Bu (NWE) gegen die an Nummer<br />
2 gesetzte Paarung Noha Akugue/Pataki (SLH/<br />
HAM) mit 1:6, 2:6 aus.<br />
Wehrte im Einzel-Halbfinale der U12 zehn<br />
Matchbälle ab, verlor aber das Match: Carl Labitzke<br />
(Hermsdorfer Sportclub)<br />
U12: Carl Labitzke wehrt im<br />
Halbfinale zehn Matchbälle ab<br />
Der an Position zwei gesetzte Carl Labitzke<br />
(Hermsdorfer SC) spielte sich mit klaren Zwei-<br />
Satz-Erfolgen über Lasse Buschmann (NTV)<br />
und Tjark Kunkel (NTV) ins Halbfinale. Dort erwartete<br />
ihn mit Bon Lou Karstens (SLH, Nr. 3)<br />
ein schwerer Gegner. Nach einem 0:6, 0:5-Rückstand<br />
erkämpfte er nach der erfolgreichen Abwehr<br />
von zehn Matchbällen noch einen 7:5-Erfolg<br />
im zweiten Satz. Leider aber konnte er dann<br />
zu Beginn des dritten Durchgangs seine Chancen<br />
nicht nutzen (1:6). Michael Hagen (TC 1899<br />
Blau-Weiss) verlor in der ersten Runde gegen<br />
Karl Nagel-Heyer (HAM) mit 6:7, 4:6, wie auch<br />
Paolo Vasquez-Gehrke (BTTC), der gegen Richard<br />
Antoni (SLH) mit 3:6, 5:7 den Kürzeren<br />
zog.<br />
Im Doppel der U12 spielte sich Carl Labitzke mit<br />
seinem Partner Georg Israelan (SLH) als Turnierfavoriten<br />
mit zwei glatten Siegen ins Finale, wo<br />
sie gegen die Paarung Weißmann/Dutine (WTV)<br />
mit 6:0, 6:3 souverän den Titel holten. Michael<br />
Hagen und Alessio Vasquez-Gehrke überstanden<br />
mit ihren jeweiligen Partnern aus anderen<br />
Verbänden die erste Doppelrunde nicht.<br />
34<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis national<br />
mussten sich anschließend aber Volkov/Abdou<br />
(WTV) mit 3:6, 4:6 geschlagen geben.<br />
Carl Labitzke, (r., Hermsdorfer SC)/ Georg Israelan, (2.v.r.) (SLH) holten sich den Meistertitel im Doppel der AK U12<br />
TVBB-Juniorinnen scheitern in Runde zwei<br />
Bei den Juniorinnen U12 schieden Helena Buchwald<br />
(TC Grün-Weiß Lankwitz) und Julia Zhu<br />
(Verein für Körperkultur) im Einzel in Runde<br />
zwei aus. Nach einem Sieg über Marie Gerdel<br />
(NTV; 6:2, 6:2), unterlag Helena der an eins gesetzten<br />
Ada Gergec (NTV) mit 4:6, 1:6. Zuh bezwang<br />
in der ersten Runde Alexa Volkov (WTV)<br />
mit 1:6, 6:3, 6:2, verlor aber das folgende Spiel<br />
gegen die Nummer zwei der Setzliste, Evelyn<br />
Warkentin (NTV), mit 0:6; 4:6.<br />
Im Doppel trafen Buchwald und Zhu - jeweils<br />
mit Partnern aus anderen Landesverbänden -<br />
gleich in der ersten Runde aufeinander. Buchwald<br />
gewann mit Ella Seidel (HAM) 6:2, 6:4, sie<br />
U11: Mateo Kelch erreicht das Halbfinale<br />
Bei dem parallel zu den Norddeutschen Jugendmeisterschaften<br />
ausgetragenen U11-<br />
Einladungsturnier erreichte Mateo Kelch (TC<br />
Grün-Weiß Bergfelde) mit Siegen über Malte<br />
Hansmann (HAM; 6:2, 0:6, 6:3) und Leonard<br />
von Bismarck (HAM; 6:2, 6:0) das Halbfinale. In<br />
seinem dritten Match zog er dann gegen Mika<br />
Petkovic (SLH) mit 2:6, 0:6 den kürzeren. Simon<br />
Neigenfink (BSV 1892) musste sich nach einem<br />
glatten 1:6 und einem umkämpften 5:7 im zweiten<br />
Durchgang Eric Lennox Drathen (WTV) beugen.<br />
Im Doppel unterlagen Kelch/Neigenfink in<br />
der ersten Runde der niedersächsischen Paarung<br />
Walter/Potgeter knapp im Match-Tie-Break<br />
mit 1:6, 6:4, 10:12.<br />
Bei den U11-Juniorinnen schieden Jolina Meyer<br />
(SV Zehlendorfer Wespen) in der ersten Runde<br />
gegen Marie Poetzing (SLH; 4:6, 4:6) und Friederike<br />
Egner (BSV 1892) - nach einem Auftaktsieg<br />
gegen Minou Erlewein (NWE; 2:6, 6:4, 6:2) - gegen<br />
die an zwei gesetzte Hannah Eifert (WTV;<br />
1:6, 0:6) aus. Im Doppel verloren Meyer/Egner<br />
leider gleich gegen Thieking/Daems (NTV) mit<br />
3:6, 1:6.<br />
Text und Fotos: Bernd Süßbier, Landestrainer<br />
TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 1. Berlin ITF Seniors Open<br />
Gelungene Premiere mit Ausbaupotenzial<br />
Die Anfang Mai ausgetragene Premiere der 1. Berlin ITF Seniors Open (30.<br />
April bis 7.Mai) illustrierte das auf durchaus bemerkenswerte Weise. Unterm<br />
Strich war nach der Woche festzuhalten, dass die Uraufführung des<br />
Stücks „Senior Open“ in Friedrichshagen viel wohlwollenden Beifall von<br />
denen erhielt, die das wichtigste bei einer solchen Darbietung sind - den<br />
Akteuren. „Wir sind zufrieden, für das erste Mal war das sehr gute Werbung<br />
für Fortsetzungen“, resümierte Turnierdirektor Herbert Jacobs aus Mönchengladbach.<br />
Im Triumvirat mit TVBB-Seniorenreferent Uwe Kroedler und<br />
Olaf Zachrau, Vorsitzender des TC Orange-Weiß und Inhaber des Tennis-<br />
Fachgeschäfts Berlin Open Tennis (BOT), der alle Teilnehmer mit 60-Euro-<br />
Warengutscheinen willkommen hieß, sorgten die drei für ein funktionierendes<br />
Umfeld.<br />
Nicht alles, was die Ausschreibung versprach,<br />
konnte umgesetzt werden. Mangels Masse blieben<br />
einige der Konkurrenzen aus der Turnierordnung<br />
(je 9 Damen-Einzel und -Doppel, je<br />
10 Herren-Einzel und -Doppel, 9 Mixed) auf der<br />
Strecke. Übrig blieb dennoch ein umfangreiches<br />
Programm mit neun Herren- und fünf Damen-<br />
Einzel-Konkurrenzen sowie drei Herren- und einem<br />
Damen-Doppel. In diesen Wettbewerben<br />
waren insgesamt 164 Aktive, von denen viele<br />
für deutsche und Berliner Vereine aktiv sind,<br />
aus 20 Ländern gemeldet. Nimmt man die 14<br />
Hauptkonkurrenzen und setzt sie ins Verhältnis<br />
zur Teilnehmerzahl, dann sieht man, dass es natürlich<br />
quantitativ noch Ausbaupotenzial gibt.<br />
Deutlich war auch die Differenz in der Resonanz<br />
bei Damen und Herren – man kennt das<br />
einstweilen als Standard bei den meisten Turnieren<br />
hierzulande. Gab es beim „starken Geschlecht“<br />
fast durchgängig zweistellige Felder<br />
(bis auf H60/9 und H75/6) mit Spitzen bei<br />
den 50ern (27), 65ern (18) und 55ern (16), so<br />
mussten sich bei den Damen sechs (D35), sieben<br />
(D45), fünf (D50), drei (D55) und fünf (D60)<br />
Spielerinnen per Qualifikation und Round Robin<br />
mit der Bestenermittlung bescheiden. Dennoch<br />
Dean Grube aus Elmshorn/SLH siegte in der AK 50<br />
war Turnier-Chef Jacobs nicht unzufrieden. „Für<br />
den Anfang war das für ein Turnier, das erst bekannt<br />
werden muss, nicht schlecht. Ich bin davon<br />
überzeugt, dass wir im nächsten Jahr die<br />
Teilnahme schon um 50 Prozent steigern und<br />
an die 300 Meldungen haben werden“, sagt der<br />
staatlich geprüfte Tennislehrer, der mit den In-<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
35
Tennis national<br />
Timur Fedorov dominierte die AK 35 © Bernd Prawitz<br />
Jens Thron (TC SCC) bewies in der AK 45 erneut sein Können <br />
© Bernd Prawitz<br />
door Senior Open in Essen eines der größten<br />
Turniere weltweit veranstaltet. Ihn habe „die Liebe<br />
zu Berlin“ auf die Idee für die Veranstaltung<br />
in Friedrichshagen gebracht, bekundet er und<br />
mit dem TC Orange-Weiß und dem TVBB habe<br />
er „hervorragende Partner in Engagement, Zuverlässigkeit<br />
und Qualität“ gefunden.<br />
Für 175 Dollar Gebühr fand das Turnier Aufnahme<br />
in den Kalender der ITF Seniors Open, deren<br />
125-seitiges Regelwerk allein schon belegt, dass<br />
es sich hierbei um eine Serie von einiger Bedeutung<br />
handelt. Über 380 Turniere in 72 Ländern<br />
auf allen Kontinenten mit fast 25 000 Aktiven<br />
in Aktion werden jährlich gespielt – Friedrichshagen<br />
gehört nun dazu. Graduiert sind sie von<br />
Level A bis 5, wobei A der höchste, 5 der niedrigste<br />
ist. Auf dieser Stufe fingen auch die 1. Berlin<br />
ITF Seniors Open in Friedrichshagen an. Nach<br />
der als erfolgreich bewerteten Premiere soll nun<br />
die Beförderung auf Grade 4 beantragt werden.<br />
Die Zusammenarbeit in der Turnierleitung und<br />
mit Oberschiedsrichter Tobias Fuchs wurde als<br />
sehr gut bewertet. „Das war Teamwork auf der<br />
Basis von Vertrauen“, resümierte Jacobs. Auch<br />
ein Datum fürs kommende Jahr wurde bereits<br />
gefunden – die 2. Berlin ITF Seniors Open sollen<br />
vom 28. April bis 4. Mai stattfinden.<br />
Dann wird, so Jacobs, Kroedler und Zachrau<br />
unisono, mit gesteigerter Teilnahme auch das<br />
sportliche Niveau weiter wachsen. Diesmal war<br />
es, im Zusammenhang mit der Größe der Felder<br />
noch ziemlich unterschiedlich, teilweise aber<br />
auch schon sehr ansprechend.<br />
Es gab es mehrere ausländische Sieger, die in<br />
der Regel bei deutschen Vereinen aktiv sind<br />
und ihren Lebensmittelpunkt hierzulande haben.<br />
Mit Pierre Quaglia (Grunewald TC/Herren<br />
55) und Rolf Spitzer (GW Emmendingen/H 65)<br />
gewannen gleich zwei Schweizer, mit Hans-<br />
E. Weber bei den Herren 75 ein für den LTTC<br />
“Rot-Weiß” aktiver Deutsch-Amerikaner, der ein<br />
durchaus besonderes Finale spielte. Denn sein<br />
Gegner beim 4:6, 6:4, 6:2-Sieg war mit Dr. Thomas<br />
Köhler (SG Bergmann-Borsig) ein einstiger<br />
zweifacher Rodel-Olympiasieger (1964 Einzel,<br />
1968 Doppel), der Tennis als Ausgleich betrieb,<br />
und späterer Vizepräsident des Deutschen Turnund<br />
Sportbundes der DDR.<br />
Quaglia, bei Turnieren im TVBB in jüngster Vergangenheit<br />
mehrfach erfolgreich, ließ Martin<br />
Groeger (TC Tiergarten) beim 6:0, 6:0 ohne jede<br />
Chance. Spitzer mußte beim knappen 7:5,<br />
6:4 gegen Teja Grzeskowiak von Rot-Weiß Großbeeren<br />
deutlich mehr investieren, um am Ende<br />
Premieren-Sieger der Herren 65 zu werden. Sein<br />
Kommentar danach: „Die Organisatoren haben<br />
Der Deutsch-Amerikaner Hans-E. Weber - Sieger in<br />
der AK 75<br />
Die Finals im Überblick<br />
AK Spieler Ergebnis<br />
35 Christiane Rüdiger (Hermsdorfer SC) - Katinka Trabandt (Reinickendorf 1896)<br />
Timur Fedorov (Thyrnau-Kellberg) – Patrick Kraft (TC Tierg.)<br />
40 Benjamin Bröder (RW Großbeeren) – Sascha Schoenheit (SCC) o.Sp.<br />
45 Ulrike Lange (NTC Die Känguruhs) – Annette Dölker (HH-Rissen)<br />
Jens Thron (SCC) – Justin Reizes (TC Kaunitz)<br />
50 1. Anna Konrad (Reinickendorf 1896), 2. Corinna Kuhr-Korolev (SCC)<br />
Dean Grube (Elmshorn) – Andreas Blanck (Zehl. TuS von 1888)<br />
55 1. Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiß), 2. Brigitta Varadinek (Grün-Gold)<br />
Pierre Quaglia (Schweiz/Grunewald TC) – Martin Groeger (TC Tierg.)<br />
60 1. Ute Mattausch, 2. Bärbel Kühnast (beide GW Nikolass.)<br />
Michael Buchmann (TC OW) – Ulrich Scherf-Niestendiedrich (TC Bad Homburg)<br />
6:4, 7:6 (7)<br />
6:1, 6:3<br />
6:4, 6:2<br />
6:3, 6:1<br />
RR<br />
6:3, 6:3<br />
RR<br />
6:0, 6:0<br />
RR<br />
6:1, 6:0<br />
65 Rolf Spitzer (Schweiz/GW Emmendingen) – Teja Grzeskowiak (RW Großbeeren) 7:5, 6:4<br />
70 Michael Wlodasch (Schwarz-Gold) – Burghard Müller (Treptower Teufel) 6:2, 6:2<br />
75 Hans-E. Weber (USA - RW Berlin) - Dr. Thomas Köhler (SG Bergmann-Borsig) 4:6, 6:4, 6:2<br />
He 40 Doppel Kiemona/Tomala (Polen) – Müller/Schlüter (TC OW) 6:2, 6:2<br />
He 65 Doppel Pfeiffer/Braun (TC Tier.) - Hopfmann/Garcia Arranz (TC OW) 6:1, 6:0<br />
Mix 35<br />
Mix 50<br />
Trabandt/Pleßow (Rein.1896/BSC Rehberge) – Liebe/Stein (TV Preussen)<br />
Konrad/Tomalczik (Polen - Rein. 1896/GW Falkensee) –<br />
Mattausch/Dr. Landgraf (GW Nikolass/1899 Blau-Weiß)<br />
6:2, 6:3<br />
6:4, 6:2<br />
36<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis national<br />
Ute Mattausch (TC Grün-Weiß Nikolassee) gewann<br />
die AK 60<br />
sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, mein Kompliment.<br />
Für mich war es nach sieben Monaten<br />
Verletzung ein fast perfekter Wiedereinstieg. Ich<br />
komme gern wieder.“ Erwartet souverän fielen<br />
trotz guter Gegenwehr die Favoritensiege von<br />
Jens Thron (SCC/H45) gegen Justin Reizes (TC<br />
Kaunitz/NRW) mit 6:3 und 6:1 sowie Dean Grube<br />
(Elmshorn/SLH, H50) gegen Andreas Blanck<br />
Anna Konrad (Reinickendorf 1896) setzte sich in der AK<br />
50 sicher durch<br />
Christiane Rüdiger (HSC) war in der AK 35 mit<br />
druckvollem Spiel erfolgreich<br />
(Zehl. TuS von 1888) mit 6 :3, 6:3 aus, wobei die<br />
Gewinner wohl das beste Tennis der Turniertage<br />
zeigten.<br />
Auch einen Heimsieg gab es bei den Open zu<br />
feiern: OW-Lokalmatador Michael Buchmann,<br />
engagierter Organisations-Mithelfer und langjähriger<br />
Sportwart des Clubs, war auch auf dem<br />
Platz Spitze und holte sich mit 6:1, 6:0 den Herren<br />
60-Erfolg gegen Ulf Scherf-Niestendiedrich<br />
(Bad Homburg/Hessen). Und der Gewinner bei<br />
den Herren 70, Michael Wlodasch (TC Schwarz-<br />
Gold) freute sich kindisch, dass er auf dem Weg<br />
zum Sieg erstmals die Blau-Weiss-Ikone Klaus<br />
Müller-Boesser mit 7:5, 3:6, 6:2 geschlagen hat.<br />
“Unglaublich!”, fand er das.<br />
Klaus Weise, Fotos: Andreas Springer<br />
15. Grün-Weiss Nikolassee-Seniorenturnier <strong>2017</strong><br />
Aller guten Dinge sind vier: Pfingsten, Sonne,<br />
Top-Sport und Grün-Weiß Nikolassee<br />
Zum 15. Mal war Pfingsten <strong>2017</strong> das Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier<br />
(31. Mai bis 5. Juni) zu erleben. Überwiegend Wetter vom Feinsten, eine<br />
in Masse und Klasse starke Besetzung, Top-Sport auf den Plätzen, ein<br />
Beiprogramm für Aktive (Spieler-Abend) und Zuschauer (Pfingstmontag-<br />
Konzert), das allen Spaß machte – Herz, was willste mehr?<br />
Dieses Event ist schlichtweg „unkaputtbar“. Und<br />
immer, wenn nach einem Turnier die Frage gestellt<br />
wird, wie geht's weiter, heißt die Antwort:<br />
wie immer, vorwärts! Dank der über die Jahre<br />
hinweg nicht nachlassenden Leidenschaft und<br />
Energie der Organisatoren, dank vieler Helfer<br />
Jens Thron (TC SCC) besiegte im Finale Jörgen Aberg (HSC)<br />
Björn Maas (TC Grün-Weiß Lankwitz) gewann die AK 40 im Match-Tie-Break<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
37
Tennis national<br />
Guido Schiller (TC Grün-Weiß Lankwitz) wurde Sieger der AK 50<br />
Pierre Quaglia (Grunewald TC) gewann bei den Herren 55<br />
Joachim Zölle (TC Babcock 1975) ist Sieger der Herren 65<br />
Ernst Huber gewann das Finale der Herren 60 knapp im Match-Tie-Break<br />
und immer neuer Ideen hat sich das „Niko“-Turnier<br />
einen Ruf erarbeitet, der in ganz Deutschland<br />
einen guten Klang hat.<br />
Auf die „Niko“-Meldefelder können die meisten<br />
zu etwa gleicher Zeit im TVBB-Bereich stattfindenden<br />
Turniere nur mit Neid blicken, auf die<br />
Zahl der damit möglichen gespielten Wettbewerbe<br />
auch. Acht Herrenkonkurrenzen standen<br />
auf dem Programm, dazu sechs Nebenrunden,<br />
in sechs Altersklassen (plus drei Nebenrunden)<br />
schwangen die Damen die Rackets. Und mit was<br />
für opulenten Feldern wurde das garniert! 35<br />
Männer waren bei den 50ern gemeldet, 25 bei<br />
den 55ern, 24 bei den 60ern, 31 in der AK 65 und<br />
immer noch 12 bei den 75ern!<br />
Bei den Damen sah es gewohntermaßen zwar<br />
etwas „dünner“ aus, aber im Vergleich zu anderen<br />
Veranstaltungen, sind 18 Meldungen<br />
bei den 45ern und<br />
13 bei den 50ern<br />
schon ein regelrechter<br />
Ansturm.<br />
Club-Manager<br />
Marco Reichelt,<br />
von Beginn an Turnierleiter<br />
und in<br />
den meisten Jahren<br />
auch als Spieler<br />
auf dem Platz, freute<br />
sich: „Das Ganze<br />
ist inzwischen gewissermaßen<br />
zum<br />
Selbstläufer geworden<br />
– wir machen<br />
kaum Werbung,<br />
aber die Westdeut-<br />
Die Finalergebnisse im Überblick<br />
AK Spieler Ergebnis<br />
40 Inken Kröger (Zehlendorfer Wespen) – Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
Björn Maas (GW Lankwitz) – Christoph Loddenkemper (Zehlendorfer Wespen)<br />
45 Anne Kröger (Zehlendorfer Wespen) – Antje Köppe (Zehlendorfer TuS v. 1888)<br />
Jens Thron (SCC) – Jörgen Aberg (Hermsdorfer SC)<br />
50 Angela Duis-Rosendahl (DTV Hannover) – Karin Linsen (TC Colonius Köln)<br />
Guido Schiller (GW Lankwitz) – K.-P. Elsmann (Oldenburger TeV))<br />
55 Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) – Andrea Schmitz (RW Hangelar)<br />
Pierre Quaglia (Grunewald TC) – Horst Kühlkamp (HTC SW Neuss)<br />
60 Katrin Dippner (TC 1899 Blau-Weiss) – Ute Mattausch (GW Nikolassee)<br />
Ernst Huber (WG Lichtenrade) - Detlef Kaczinski (TC Babcock 1975)<br />
6:2, 6:3<br />
2:6, 6:4,10:7<br />
6:0, 6:1<br />
2:6, 6:2,10:5<br />
6:3, 6:1<br />
6:7, 7:5,10:5<br />
6:2, 6:2<br />
4:6, 6:3,10:5<br />
6:3, 6:3<br />
6:0,4:6,10:8<br />
65 1. Irene Smutny (Bonner THV) 6:0 Matchpunkte (RR)<br />
Joachim Zöller (TC Babcock 1975) – Niels Auhagen (TV Frohnau) 7:5, 6:3<br />
70 Jörgen Jacobs (TC 1899 Blau-Weiss) – Heinz Wagner (DSD Düsseldorf) 6:3,6:0<br />
75 H.-J. Singhoff (TC Stadtwald Hilden) – Wolfgang Bade (Hildesheimer TC RW) 6:1, 6:1<br />
Angela Duis-Rosendahl (DTV Hannover) beherrschte die AK 50<br />
Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) gewann in der AK 55<br />
38<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis national<br />
Kathrin Dippner (l., TC 1899 Blau-Weiss) gewinnt das Final der AK 60 gegen Ute Mattausch (TC Grün-Weiß Nikolassee, Foto r.)<br />
schen sind Pfingsten garantiert bei uns in Zehlendorf“.<br />
Rund 230 Teilnehmer hatte man anno<br />
<strong>2017</strong> insgesamt. Darunter viele deutsche<br />
Ranglistenspieler und auch Top 10-Akteure aus<br />
der Weltrangliste wie Susanne Boesser, Jörgen<br />
Aberg, Jörgen Jacobs oder Lutz Groeger.<br />
Viele Finals erst im Tie-Break entschieden<br />
Sportlich bot das Grün-Weiß-Seniorenturnier<br />
eine Reihe von Finals, die einen hohen Spannungsgehalt<br />
hatten. Von den acht Herren-<br />
Endspielen wurden gleich fünf erst im Match-<br />
Tie-Break entschieden. Darunter auch das mit<br />
Spannung erwartete bei den Herren 45 zwischen<br />
den seit Wochen in starker Form spielenden<br />
Jens Thron (SCC/Nr. 1 der Setzliste) und<br />
dem Europameister der Altersklasse Jörgen<br />
Aberg (Hermsdorfer SC/Nr. 2). Der Schwede gewann<br />
Satz eins klar mit 6:2, Thron den zweiten<br />
Durchgang ebenso deutlich. Im dritten Spielabschnitt<br />
hatte der SCCer von allem „ein bisschen<br />
mehr“ - mehr Härte, mehr Präzision, mehr Winner-Bälle<br />
– und gewann mit 10:5.<br />
Bei den 40ern ging das Match nach 10:7 im<br />
Match-Tie-Break an den topgesetzten Björn<br />
Maas (TC Grün-Weiß Lankwitz), der den überraschenden<br />
Christoph Loddenkemper (SV Zehlendorfer<br />
Wespen) niederkämpfte.<br />
Bester 50er wurde Guido Schiller (TC Grün-Weiß<br />
Lankwitz), der seinen Oldenburger Kontrahenten<br />
Dr. Klaus-Peter Elsmann im Entscheidungssatz<br />
mit 10:5 niederhielt. Das war auch das<br />
Match-Tie-Break-Ergebnis im 55er Herren-Finale<br />
für den beim Grunewald TC spielenden Schweizer<br />
Pierre Quaglia, der sich zuvor gegen Horst<br />
Kühlkamp die Satzerfolge geteilt hatte.<br />
Und schließlich machte auch der ungesetzte<br />
Ernst Huber vom TC Weiß-Gelb Lichtenrade<br />
seinen Sensationsauftritt mit Siegen gegen<br />
die Nummern vier (Bernd Schorer/Neumünster),<br />
sechs (Rainer Rummelhagen/Grün-Weiß Nikolassee)<br />
und zwei (Hans-Otto Drucks/Oespel<br />
Kley) durch ein 10:8 im “Elfmeterschießen” und<br />
gegen die Nummer eins des Turniers seiner Altersklasse<br />
Detlef Kaczinski (TC Babcock) perfekt.<br />
Dies waren bei weitem nicht die einzigen Überraschungen<br />
in den einzelnen Altersklassen bei<br />
den Damen - mit allerdings in der Regel ungefährdeten<br />
Favoritinnen - und Herren (siehe Finalergenisse<br />
im Überblick).<br />
Einen Gastgebersieg für Grün-Weiß Nikolassee<br />
gab es diesmal nicht. Am weitesten brachte es<br />
Ute Mattausch bei den Damen 60, die mit einem<br />
6:2, 6:2 gegen die Nummer zwei, Gisela Wittkampf<br />
(Siegen), ins Finale gegen Katrin Dippner<br />
(TC 1899 Blau-Weiß) eingezogen war, dort aber<br />
mit zweimal 3:6 verlor.<br />
Alle Teilnehmer freuen sich schon auf die Nikolasseer<br />
Tennisfesttage im nächsten Jahr.<br />
Klaus Weise, Fotos: Claudio Gärtner<br />
Hamburg: Der Club an der Alster<br />
DTB plant langfristige Nutzung<br />
Der Club an der Alster Hamburg hat<br />
Umbaupläne seiner Tennisanlage<br />
vorgestellt. Gemeinsam mit dem<br />
neuen Kooperationspartner, dem<br />
Münchner Versicherungskonzern<br />
Allianz, soll 2019 der Spatenstich für<br />
die neue 7 500 Zuschauer fassende<br />
Multifunktionsarena erfolgen. Um<br />
die Modernisierung der Anlage zu<br />
realisieren, unterzeichnete der Club<br />
einen Zehn-Jahres-Vertrag mit dem<br />
Versicherungsunternehmen.<br />
Dagegen plant der DTB die langfristige Nutzung<br />
des Stadions am Hamburger Rothenbaum. Der<br />
Deutsche Tennis Bund (DTB) wird auch künftig<br />
von seinem Nutzungsrecht für das Tennisstadion<br />
am Hamburger Rothenbaum Gebrauch Tennisstadion am Hamburger Rothenbaum © GEPA<br />
40<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
machen. Die in den vergangenen Wochen erneut<br />
öffentlich diskutierten Umbaupläne des<br />
Der Club an der Alster wären nur dann umsetzbar,<br />
wenn gleichzeitig sämtliche Interessen des<br />
DTB gewahrt würden. Dies wäre nach den bisher<br />
veröffentlichten Planungen jedoch nicht der<br />
Fall. Der DTB geht deshalb von einer langfristigen<br />
Nutzung des Stadions und der Büroräume<br />
an der Hallerstraße aus – nach dem derzeitigen<br />
Stand bis zum Jahr 2049.<br />
Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis<br />
Bundes: “Der Deutsche Tennis Bund verfügt über<br />
die Nutzungsrechte für das Stadion in Hamburg<br />
bis Ende 2049. Diese stellen neben den<br />
infrastrukturellen Anforderungen für die Ausrichtung<br />
eines ATP 500er-Events einen wesentlichen<br />
Teil der DTB-Interessen auf der Anlage am<br />
Rothenbaum dar. Die kostenfreie Nutzung der<br />
Büroräume für die Geschäftsstelle sowie Einnahmen<br />
durch Vermietungen sind für den Verband<br />
essenziell.“ Grundsätzlich steht der Deutsche<br />
Tennis Bund Neuerungen auf der Anlage<br />
Tennis national<br />
am Hamburger Rothenbaum nach wie vor positiv<br />
gegenüber. “Wir sind bereit, mit dem Club<br />
an der Alster dazu partnerschaftlich Lösungen<br />
zu erörtern. Bei der Umsetzung müssen jedoch<br />
sämtliche Interessen des Verbandes gewahrt<br />
werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass<br />
etwaige Veränderungen den DTB weder wirtschaftlich<br />
noch organisatorisch schlechter dastehen<br />
lassen als in der aktuellen Situation. Klar<br />
ist: Ohne die Zustimmung des Deutschen Tennis<br />
Bundes wird es keinen Abriss des Stadions geben“,<br />
so Ulrich Klaus.<br />
Der DTB-Präsident informierte, dass es derzeit<br />
vertrauliche Gespräche mit vier Interessenten<br />
gibt, die über 2018 hinaus das ATP-500-Turnier<br />
am Rothenbaum veranstalten. Darunter ist auch<br />
die Firma HSE von Turnierdirektor Michael Stich.<br />
Dirk Hordorff, DTB-Vizepräsident, hat im Ringen<br />
um die Zukunft der German Open am Rothenbaum<br />
die Stadt Hamburg in die Pflicht genommen.<br />
Die Hanseaten müssten sich "bewegen. Da<br />
haken wir", sagte Hordorff. Er erwartet finanzielle<br />
Unterstützung bei der Renovierung des maroden<br />
Daches auf dem Center Court.<br />
DTB will mehr Geld für Turnierlizenz<br />
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) will künftig<br />
auch mehr Geld für sein Vorzeigeturnier am<br />
Hamburger Rothenbaum. "Wir sind auch offen<br />
für einen Wechsel", sagte DTB-Vize Dirk Hordorff.<br />
Das "richtige Turnier" weiterzuentwickeln, sei für<br />
den Verband eine "wichtige wirtschaftliche und<br />
strategische Frage", ergänzte Hordorff. Künftig<br />
wolle der DTB "stärker involviert sein und sich<br />
auf der Anlage besser repräsentieren." Turnierdirektor<br />
Stich: “Dass der DTB dies zukünftig stärker<br />
für sich nutzen möchte, können wir nachvollziehen.<br />
Wir haben dazu Ideen vorgestellt, die beim<br />
DTB gut angekommen sind." Da die Lizenzgebühren<br />
für ATP-Turniere in den letzten zehn Jahren<br />
enorm gestiegen sind, ist es für den Ex-Wimbledons-Sieger<br />
verständlich, “dass der DTB als<br />
Lizenzinhaber davon profitieren möchte.”<br />
DTB<br />
Nachrichten<br />
Davis Cup: Relegation Portugal vs Deutschland<br />
Alexander Zverev tritt an<br />
Alexander Zverev (Hamburg) will der deutschen<br />
Davis-Cup-Mannschaft beim Kampf gegen den<br />
Abstieg aus der Weltgruppe auf jeden Fall zur<br />
Verfügung stehen.<br />
"Ich spiele in Portugal", seine Teilnahme sei sicher,<br />
bestätigte der 20-Jährige. Das Duell findet<br />
vom 15. bis 17. September statt. Die Portugiesen<br />
haben einen Sandplatz gewählt, Austragungsstätte<br />
ist der Clube de Ténis do Jamor. Der Center<br />
Court hat ein Fassungsvermögen von 2 100<br />
Zuschauern. Deutschland hatte im Februar die<br />
Erstrundenpartie in Frankfurt/M. gegen Belgien<br />
1:4 verloren und muss um den Klassenerhalt<br />
bangen.<br />
Initiator Prof. Dr. Alexander Ferrauti, Preisträgerin Danielle<br />
Gescheit Und DTB-Vizepräsidentin Dr. Eva-Maria Schneider © ECSS<br />
DTB<br />
Nachwuchsforscherpreis verliehen<br />
Der Deutsche Tennis Bund hat zum dritten Mal<br />
seinen Nachwuchsforscher-Preis vergeben.<br />
Diesjährige Siegerin ist die Australierin Danielle<br />
Gescheit. Wettbewerb und Verleihung fanden<br />
beim Kongress European College of Sport Science<br />
(ECSS) vom in Essen statt. Das jährlich an<br />
wechselnden Veranstaltungsorten ausgerichtete<br />
Großevent mit mehr als 3.000 Teilnehmern<br />
wurde zuletzt 2001 in Deutschland ausgetragen,<br />
damals in Köln.<br />
„Es ist etwas sehr Besonderes, dass unser Preis<br />
im Kontext eines großen und renommierten<br />
Kongresses verliehen wurde. Durch diese Verquickung<br />
kommen wir unserem Ziel näher, internationale<br />
Netzwerke zu schaffen und den<br />
sportwissenschaftlichen Wissensstand insgesamt<br />
zu erhöhen“, so Prof. Dr. Ferrauti, der auch<br />
als DTB-Referent für Sportwissenschaft tätig ist.<br />
Meden-/Poensgen-Spiele:<br />
Das TVBB-Aufgebot<br />
Sportwart Bernd Wacker hat die TVBB-Aufgebote<br />
für die Meden- und Poensgen-Spiele, die<br />
vom 31. August bis 3. September in Arnsberg-<br />
Neheim (Hochsauerlandkreis/NRW) stattfinden,<br />
berufen.<br />
Bei den Damen werden Vivian Heisen, Franziska<br />
Sziedat (beide TC 1899 Blau-Weiss), Santa<br />
Strombach (LTTC “Rot-Weiss”) und Linda Fritschken<br />
(TC SCC) spielen.<br />
Bei den Herren sind Laslo Urrutia, Friedrich Klasen<br />
(beide TC 1899 Blau-Weiss), TVBB-Meister<br />
Alex Betz (SV Zehlendorfer Wespen) und Robert<br />
Strombach (LTTC “Rot-Weiß”) aufgeboten.<br />
ATP<br />
Supercoach für Zverev<br />
Wie spanische Medien berichten, wird Alexander<br />
Zverev den US-Hartplatzsommer mit Juan<br />
Carlos Ferrero an seiner Seite verbringen. Vereinbart<br />
sei eine Zusammenarbeit bis zum Ende<br />
der US Open. "Zverev ist ein besonderer Spieler,<br />
er hat das Zeug, ein Champion zu werden. Es<br />
ist eine Herausforderung, die mich mit Begeisterung<br />
erfüllt und den Wunsch hervorruft, das<br />
Beste zu tun", wird Ferrero zitiert.<br />
Ferrero hatte zu seiner aktiven Zeit als größten<br />
Erfolg die French Open im Jahr 2003 gewonnen<br />
und stand Ende des Jahres auf Rang eins der<br />
Welt.<br />
Die Berlinerinnen Mareike Biglmaier und Laura Kemkes <br />
<br />
© Maximilian Hamm<br />
Beach Tennis<br />
"Wespe" Kemkes in WM-Auswahl<br />
Vom 10. bis 16. Juli fanden in Moskau die Team-<br />
Weltmeisterschaften im Beach Tennis statt. Es<br />
nahmen 28 Nationen teil. Für Deutschland warfen<br />
sich die frühere Weltranglistenerste Maraike<br />
Biglmaier (TC SCC) sowie die Brüder Benjamin<br />
und Manuel Ringlstetter (Dachau), Sarah<br />
Bolsmann (Osnabrück) und Laura Kemkes (SV<br />
Zehlendorfer Wespen) in den Sand. “Unser ausgewiesenes<br />
Ziel ist ein Platz unter den besten<br />
Acht“, sagte Deutschlands beste Spielerin Maraike<br />
Biglmaier vor Turnierbeginn. Dieses Ziel haben<br />
sie mit Platz sieben erreicht.<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
41
Tennis national<br />
Vivian Heisen<br />
© Claudio Gärtner<br />
ITF, Wiesbaden: German Masters Series presented<br />
by Tretorn<br />
Heisen siegt im Doppel<br />
Bei dem mit 25.000 US-Dollar dotierten ITF-Turnier<br />
der German Masters Series presented by<br />
Tretorn in Wiesbaden hat die 23-jährige Vivian<br />
Heisen (TC 1899 Blau-Weiss) gemeinsam mit<br />
der Österreicherin Storm Sanders den Doppeltitel<br />
gewonnen. Das Duo bezwang Diana Marcinkevica<br />
aus Lettland und die Schweizerin Rebeka<br />
Masarova, Vorjahresfinalstin bei den Allianz<br />
Kundler German Juniors, im Endspiel knapp mit<br />
7:5, 5:7, 10:8. Für die Neu-Berlinerin ist es in diesem<br />
Jahr bereits der zweite Doppel-Erfolg auf<br />
der ITF-Tour.<br />
Siegerin Katharina Gerlach (l.) und Finalistin Magali Kempen <br />
<br />
© Future Nord<br />
Kaltenkirchen/SLH:<br />
German Masters Series presented by Tretorn<br />
Gerlach triumphiert<br />
Katharina Gerlach aus dem Porsche Talent Team<br />
Deutschland hat das Future Nord gewonnen. Im<br />
Finale der Sandplatzveranstaltung in Kaltenkirchen<br />
schlug sie die Belgierin Magali Kempen<br />
mit 6:4, 7:6(2). Dafür durfte sich die 19-Jährige<br />
über 12 Weltranglistenpunkte und 2 352 US-<br />
Dollar Siegprämie freuen. Auf ihrem Weg zum<br />
Titel hatte die von DTB-Honorar-Bundestrainerin<br />
Ute Strakerjahn betreute Gerlach zunächst<br />
die Tschechin Tereza Prochazkova, Iuliia Sokolovskaia<br />
aus Russland und Maria Camila Osorio<br />
Serrano aus dem Weg geräumt, ehe sie im Halbfinale<br />
mit einem 6:0, 6:1 gegen ihre Landsfrau<br />
Eva Marie Voracek den Einzug ins Finale schaffte.<br />
ATP Challenger, Schymkent/Kasachstan<br />
Hanfmann in Top 200<br />
Großer Erfolg für Yannick Hanfmann: Beim<br />
Sandplatzwettbewerb in der kasachischen<br />
Stadt Schymkent hat der 25-Jährige erstmals<br />
das Finale eines ATP-Challengers erreicht. Zwar<br />
musste er sich im Endspiel dem Litauer Ricardas<br />
Berankis mit 3:6, 2:6 geschlagen geben, dennoch<br />
durfte sich der Deutsche über den Einzug<br />
in die Top 200 der ATP-Weltrangliste freuen.<br />
Hanfmann wird dort aktuell an Position 191 geführt<br />
und hat somit innerhalb einer Woche fast<br />
30 Plätze gut gemacht.<br />
Posen: Rollstuhltennis<br />
Sommerfeld unterliegt im Finale<br />
Steffen Sommerfeld (SV Zehlendorfer Wespen)<br />
konnte an seine starken Leistungen der letzten<br />
Woche anknüpfen und sich beim internationalen<br />
Rollstuhltennisturnier im polnischen Posen<br />
bis ins Finale spielen. Dass es für Deutschlands<br />
besten Rollstuhltennisspieler auch im vierten<br />
Anlauf nicht zum ersten Einzeltitel in diesem<br />
Jahr reichte, dafür sorgte Lokalmatador Kamil<br />
Fabisiak, dem der Berliner mit 2:6, 4:6 unterlag.<br />
Auch im Doppel blieb Sommerfeld der Triumph<br />
verwehrt. Zusammen mit dem Russen Leonid<br />
Shevchik verlor er gegen Fabisiak und dessen<br />
Landsmann Jerzy Kulik mit 4:6, 5:7.<br />
ITF Daegu/Südkorea, Rollstuhltennis<br />
Katharina Krüger im Halbfinale<br />
Beim ITF-Turnier der Kategorie eins in Daegu/<br />
Südkorea hat sich Rollstuhltennisspielerin Katharina<br />
Krüger (SV Zehlendorfer Wespen) bis<br />
ins Halbfinale gespielt. Erst dort musste sie<br />
sich der an zwei gesetzten Spielerin Lucy Shuker<br />
aus Großbritannien mit 4:6, 2:6 geschlagen<br />
geben. Bei den 28th German Open 2016 in<br />
Berlin hatte sie Shuker noch bezwungen. Außerdem<br />
erreichte Krüger das Finale der Doppelkonkurrenz.<br />
Zusammen mit ihrer Partnerin<br />
Kqothatso Montjane aus Südafrika bezwangen<br />
sie die Lokalmatadorin Myung-Hee Hwang und<br />
Saki Takamuro aus Japan mit 6:2, 6:1 in der<br />
Vorschlussrunde.<br />
WTA<br />
Lisicki trainiert wieder beim Vater<br />
“Back to the roots!” Die Wimbledon-Finalistin<br />
von 2013 wird wieder von ihrem Vater, dem promovierten<br />
Sportwissensschaftler Richard Lisicki<br />
betreut. "Ich war so lange raus und wusste auch<br />
nicht, wann ich zurückkommen kann. Ich glaube,<br />
dass ich deshalb einfach zu dem zurückkehren<br />
wollte, was funktioniert hat, einfach 'back<br />
to the roots', erklärte die 27-Jährige dem Tennis<br />
Magazin. Die frühere Weltranglistenzwölfte war<br />
nach dem verlorenen Wimbledon-Finale sportlich<br />
abgestürzt und wurde von vielen langwierigen<br />
Verletzungen geplagt. "Ich weiß, mein Vater<br />
will das Beste für mich. Er hat gesehen, wie sehr<br />
ich gelitten habe, als ich mit Verletzungen gespielt<br />
habe, weil ich zu früh zurückgekommen<br />
war", sagte sie.<br />
Jugend trainiert für Olympia<br />
Siegemund neue Patin<br />
Das Projekt „Jugend trainiert für Olympia“ hat<br />
eine neue Tennis-Patin: Laura Siegemund. Die<br />
29-jährige Schwäbin wird fortan neben Anna-<br />
Lena Grönefeld und Rainer Schüttler die dritte<br />
Patin für den Schulsportwettbewerb sein.<br />
"Wichtig ist, dass für die Kinder und Jugendlichen<br />
in den Schulen und Vereinen die Möglichkeiten<br />
geschaffen werden, sich sportlich zu engagieren.<br />
Bei ‚Jugend trainiert für Olympia‘ wird<br />
dieses Ziel umgesetzt.”<br />
Verband Deutscher Tennislehrer<br />
VDT-Präsidium bestätigt<br />
In Essen fand Anfang April die Jahreshauptversammlung<br />
des Verbandes Deutscher Tennislehrer<br />
(VDT) statt. Das neu gewählte Präsidium<br />
besteht aus dem einstimmig wiedergewählten<br />
Präsidenten Peter Schuster sowie den ebenso<br />
wiedergewählten Vizepräsidenten Hans Eckner<br />
(Lehre und Ausbildung) und Dr. Klaus Peter Walter<br />
(Finanzen) und dem neu ins Präsidium gekommenen<br />
Carsten Lemke (Sport, Marketing<br />
und Werbung).<br />
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TVBB Sport<br />
Robert Strombach (LTTC "Rot-Weiß") trug sich in die Siegechronik ein<br />
13. B1 Sport und Freizeit Neuenhagen Open<br />
Die 13 war eine Glückszahl,<br />
nicht nur für würdige Sieger<br />
Die 13 wird von vielen als Unglückszahl, von anderen als Glückszahl angesehen.<br />
Den diesjährigen Open des Neuenhagener Tennisclubs 93 in der<br />
grünen Gartenstadt vor den Toren Berlins brachte sie - bis auf einen verregneten<br />
und aus finsterem Himmel fingernagelgroße Hagelkörner verstreuenden<br />
Tag - nur Glück: Ansprechende Teilnehmerfelder mit 53 Herren und<br />
34 Damen. Sehr gutes Tennis mit spannenden Matches unter strahlender<br />
Sonne. Eine perfekte Organisation, auch ermöglicht durch viele fleißige<br />
Clubmitglieder, die immer wieder für das besondere Flair in Neuenhagen<br />
sorgen.<br />
Die diesjährigen Neuenhagen Open, mit 4 000<br />
Euro Preisgeld (A 4) dotiert waren vor allem ein<br />
Treff des Berliner Nachwuchses. Spieler aus anderen<br />
DTB-Landesverbänden wurden bis auf<br />
fünf Ausnahmen <strong>2017</strong> vermisst.<br />
Bei den Herren schlugen fünf Teilnehmer auf,<br />
die zu den besten 200 der Deutschen Rangliste<br />
gehören. Topfavorit Robert Strombach (LTTC<br />
“Rot-Weiß”) wird dort auf Position 121 geführt.<br />
In der Damenkonkurrenz war mit der Serbin<br />
und Vorjahressiegerin Barbara Bonic (DR 66 A),<br />
die im Sommer einige Wochen für die TV Frohnau<br />
antritt, eine Top-100-Spielerin dabei. Mit<br />
Santa Strombach (DR 144), Mitglied des 2. Bundesliga-Teams<br />
des LTTC “Rot-Weiß”, ihrer Clubkameradin<br />
Adelina Krüger (DR 156) und Janina<br />
Braun (DR 159, TC SCC) folgten Spielerinnen, die<br />
zu den 200 besten in Deutschland gehören.<br />
Originelles Schmuckstück auf der gepflegten Anlage<br />
des NTC 93<br />
Strombach erfüllt Favoritenrolle<br />
Der frisch gekürte Abiturient Robert Strombach<br />
verzichtete sogar auf seine Abschlussfeier<br />
an der Schule, um als Topgesetzter fit im Finale<br />
anzutreten.<br />
Er hatte sich nach einer Rast mit glatten Siegen<br />
über den erst 14-jährigen Lukas Maskow<br />
(TC Grün-Weiß Nikolassee, 6:1, 6:1), den 45-jährigen<br />
Aktiven-”Oldie” Jan Stabenow (TC Orange-Weiß<br />
Friedrichshagen, 2:0 zgz.) und gegen<br />
den gebürtigen Chilenen Alonso Renard (Nr. 7,<br />
TV Frohnau, 6:0, 4:6, 10:3) durchgesetzt. Es war<br />
Strombachs einziger Satzverlust.<br />
Das Halbfinale gegen Timo Stodder (Nr. 6), der<br />
derzeit für den in der 2. Bundesliga spielenden<br />
TeV Oldenburg (NTV) aufschlägt, war vom Spielniveau<br />
her das eigentliche Finale. Robert, der in<br />
den vergangenen Jahren nach eigener Aussage<br />
“oft den Kürzeren gegen den ehemaligen SCCer<br />
zog”, bestimmte mit harten Grundschlägen,<br />
dem ideenreicheren Spiel und weniger Fehlern<br />
dieses sehr gute Semifinale. Auch seine kraftvollen,<br />
pfeilschnellen und variablen Aufschläge<br />
(bisher gemessener Spitzenwert 204 km/h), darunter<br />
sehenswerte Asse, waren oft Winner gegen<br />
den College-Tennis an der University of Tennessee<br />
spielenden Stodder beim 6:4, 6:3-Erfolg<br />
– Strombach im Finale.<br />
Dort traf er auf den Jura-Studenten Tristan Wolke<br />
(Nr. 4, TC SCC). Dessen gefürchtete, schwer<br />
zu erlaufenden Stops reichten aber nicht, um<br />
Strombach beim glatten 6:1, 6:1 in Schwierig-<br />
44<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TVBB Sport<br />
Die Plätze nach einem Unwetter<br />
keiten zu bringen. Er war der dominante Spieler<br />
des Matchs, dem bei seiner vierten Teilnahme<br />
der erste Sieg in Neuenhagen gelang. Im Siegerinterview<br />
verriet Robert, dass er nach Abschluss<br />
der 2. Bundesliga-Spiele sein Glück auf der Profi-<br />
Tour versuchen will. Das Preisgeld von 1 200 Euro<br />
spart er für seinen Führerschein.<br />
Bonic souverän, Santa<br />
Strombach erfüllt<br />
die Erwartungen<br />
Auch seine Schwester<br />
Santa schaffte es als<br />
Nummer zwei der Setzliste<br />
ins Endspiel. Dorthin<br />
hatte sie einige<br />
Klippen zu umschiffen.<br />
Gegen Diane Baumgartner<br />
(Nr. 5, TK Blau-<br />
Gold Steglitz) musste<br />
sie beim 7:5, 6:2 im<br />
ersten Satz allerdings<br />
gehörig kämpfen. Im<br />
Barbara Bonic gewann die Damen-Konkurrenz<br />
Halbfinale gegen ihre 2. Bundesliga-Mannschaftskameradin<br />
Adelina Krüger verschlief<br />
Santa - nicht zum ersten Mal - Durchgang eins.<br />
Das ernüchternde 1:6 war die Quittung. Doch<br />
dann kam Santa Strombach ins Match, sicherte<br />
sich mit ihrem variablen Spiel clever die Sätze<br />
zwei und drei sicher mit 6:1, 6:2 – Finale.<br />
Dort erwartete sie die sehr erfahrene Topfavoritin,<br />
die Serbin Barbara Bonic, die für die TV Frohnau<br />
aufschlägt. Die Serbin, die wann immer es<br />
geht, aus allen “Rohren schießt”, war 2014 im<br />
WTA-Ranking auf Position 271 notiert, ist indessen<br />
aber auf Platz 788 abgerutscht.<br />
Sie hatte sich mühelos gegen Svetlana Samardzic<br />
(TK Blau-Gold Steglitz, 6:0, 6:1) und Manya<br />
Pollak (BSV 92, 6:2, 6:1) durchgesetzt. Erstaunlich<br />
die geringe Gegenwehr von Alexandra Livadaru<br />
(Nr. 6, Grunewald TC) im Viertelfinale, der<br />
sie in zwei Sätzen nur ein Spiel abgab. Auch die<br />
Siegerehrung der Herren mit Ballkindern, Organnisatoren, Bürgermeister und TVBB-Präsident Dr. Walter (r.)<br />
Die Finals im Überblick<br />
Barbara Bonic (TV Frohnau) -<br />
Santa Strombach (LTTC “Rot-Weiß) 6:1, 6:2<br />
Robert Strombach (LTTC “Rot-Weiß”) -<br />
Tristan Wolke (SCC) 6:1, 6:1<br />
College-Tennis in Tennessee spielende Janina<br />
Braun (TC SCC) war beim 6:1, 6:2-Sieg von Bonic<br />
in der Vorschlussrunde chancenlos.<br />
Im Endspiel war die erst 15-jährige Santa Strombach<br />
dem Dauerdruck der zehn Jahre älteren<br />
Bonic nicht gewachsen. Sie spielte phasenweise<br />
gut mit, zeigte in einigen Situationen, so bei<br />
Stops und Gegenstops, ihr großes Talent. Manches<br />
Spiel war umkämpfter als es das nackte<br />
Resultat bezeugt. Santa Strombach sagte nach<br />
dem 1:6, 2:6 nicht unzufrieden: „Es war ein angenehmes<br />
Turnier auf einer sehr schönen Anlage.“<br />
Text und Fotos: Bernd Prawitz<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 45
TVBB Sport<br />
Marta Lesniak, die seit Jahren für den TC Grün-Weiß Nikolassee aufschlagende Polin, gewann souverän das Turnier<br />
TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 63. Friedrichshagen Open <strong>2017</strong><br />
Souveräne Sieger im Kurpark<br />
Die Turnierleiter Tim Fritzges und<br />
Jan Stabenow freuten sich: Dank<br />
neuer Sponsoren konnte die Herrenkonkurrenz<br />
der 63. Friedrichshagen<br />
Open (13. bis 16. Juli) erstmals mit<br />
5 000 Euro Preisgeld als Turnier der<br />
Kategorie A-3 ausgerichtet werden.<br />
Damit ist es das am höchsten dotierte<br />
im TVBB. Es meldeten 64 Herren<br />
- nicht die Normalität in Berlin.<br />
Auch 25 Damen (A-6) schlugen auf.<br />
In beiden Feldern war klasse Tennis<br />
auf den acht Plätzen im Kurpark zu<br />
bestaunen und es gab souveräne<br />
Sieger.<br />
Ungesetzte gewinnt bei den Damen<br />
Bei den Damen entführte Marta Lesniak den<br />
Siegerpokal. Die sympathische Polin, die in<br />
Breslau lebt, schlägt schon seit Jahren für den<br />
TC Grün-Weiß Nikolassee auf. Im Juniorenalter<br />
zählte sie zu den internationalen Talenten. Sie<br />
hatte damals auch die spätere Australian Open-<br />
Finalistin von 2014 und Weltmeisterin von 2016,<br />
die Slowakin Dominika Cibulkova (heute ATP<br />
11), besiegt. Doch die ganz große Karriere erfüllte<br />
sich nicht.<br />
Warum Lesniak im Kurpark nicht gesetzt war,<br />
bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Zwar wird<br />
die 29-Jährige nicht in der Deutschen Rangliste<br />
geführt, aber im aktuellen WTA-Ranking ist sie<br />
auf Position 806 gelistet. Laut Ausschreibung<br />
hätte das berücksichtigt werden können.<br />
So aber hatte die 17-jährige Franziska Sziedat<br />
(DR 63, TC 1899 Blau-Weiss) die Pole Position<br />
der Setzliste inne. In ihrem zweiten Match,<br />
im Viertelfinale, traf die Vorjahressiegerin von<br />
Friedrichshagen, auf die Polin, die als Geheimfavoritin<br />
angesehen wurde. Diesem Ruf wurde<br />
sie auch vollauf gerecht, denn sie marschierte<br />
scheinbar mühelos durch das Turnier. Sziedat<br />
wirkte durch den Druck der Polin überfordert.<br />
Sie rettete sich in Bedrängnis - wie oft in jüngster<br />
Zeit - in hohe Bälle, die vielfach zu kurz gerieten<br />
und deshalb eine sichere Beute von Lesniak<br />
wurden. Ohne erkennbare Gegenwehr kassierte<br />
Franzi Sziedat ein klares 2:6, 2:6.<br />
Noch schlimmer erging es Tina Golaszewski<br />
(Grunewald Tennis-Club) im Semifinale - 6:0, 6:0.<br />
Sie hatte eine Runde zuvor überraschend die<br />
Nummer drei des Turniers, Diana Baumgartnere<br />
(DR 172/A), TK Blau-Gold Steglitz) mit einem<br />
glatten 6:3, 6:3 nach Hause geschickt. Überraschend<br />
auch das Ausscheiden von Friedrichshagens<br />
Spitzenspielerin Leony Deutschmann (Nr.<br />
5) gegen die beim 6:1, 6:4 stark aufspielende Sofiya<br />
Afandieva (TC Grün-Weiss Nikolassee).<br />
Marta Lesniak traf im Finale auf ihre Nikolasseeer<br />
Clubkameradin Nadja Meier (DR 97), die sich<br />
zuvor mit 6:2, 0:6, 6:2 in der Runde der letzten<br />
acht gegen Vanessa Reinicke (DR 332, TC 1899<br />
Blau-Weiss) und im Halbfinale mit 7:5, 4:3 (Aufgabe<br />
wegen Rückenproblemen) gegen Alexan-<br />
Finalistin und Clubkameradin Nadja Meier<br />
Nach dem Finale: Umarmung von Sportsfreundinnen<br />
46<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TVBB Sport<br />
Michal Schmid (TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz) setzte sich im gutklassigen Finale gegen Timo Stodder (TeV Oldenburg) durch<br />
dra Livadaru (DR 200, Grunewald TC) behauptet<br />
hatte.<br />
Das Finale der beiden Damen aus Nikolassee<br />
war recht einseitig. Obwohl Nadja Meier in mancher<br />
Matchsituation erneut ihr Talent bewies,<br />
war sie dem Dauerdruck der weitaus erfahreneren,<br />
13 Jahre älteren Marta Lesniak nicht gewachsen.<br />
Das Resultat: Lesniak siegt 6:1, 6:1.<br />
Nach dem Matchball boten beide Finalistinnen<br />
den Zuschauern eins der schönsten Bilder des<br />
Turniers: Sie lagen sich lange in den Armen. Ein<br />
Symbol gelebter Sportfreundschaft von Spielerinnen,<br />
die sich achten.<br />
Der Dominator aus Dresden<br />
Bei den Herren siegte der Favorit, der an eins gesetzte<br />
ehemalige 2. Bundesliga-Spieler Michal<br />
Schmid, ein Tscheche, der seit Jahren für Blau-<br />
Weiß Dresden-Blasewitz aufschlägt. Der 28-Jährige<br />
ist in der Deutschen Rangliste auf Position<br />
61 zu finden, in der ATP Weltrangliste auf Platz<br />
680.<br />
Er war der dominierende Akteur im Friedrichshagener<br />
Kurpark. Der Linkshänder verfügt über<br />
einen schnellen, starken Schlagarm und gab<br />
im Turnierverlauf keinen Satz ab. Bis zum Sieg<br />
konnten seine Kontrahenten in sechs Matches<br />
lediglich 24 Spiele für sich verbuchen.<br />
Nach leichten Auftaktsiegen gegen Patrick Rother<br />
(TK Blau-Gold Steglitz, 6:0, 6:1), Yannick<br />
Seutz (TC Grün-Weiß Lankwitz, 6:1, 6:3) und Jan-<br />
Henrik Paul (LTTC “Rot-Weiß”, 6:1, 6:2) hielt Nino<br />
Ehrenschneider (LTTC “Rot-Weiß”) anfangs<br />
recht gut mit, lieferte sich mit dem Favoriten<br />
spannende Ballwechsel in teilweise langen Rallyes.<br />
Ehrenschneider verbuchte im ersten Satz<br />
vier Spielgewinne - beachtlich. Doch dann war<br />
sein Pulver verschossen. Satz zwei endete 6:0 für<br />
Schmid.<br />
Kämpfte und überzeugte: Timo Stodder<br />
Im Halbfinale traf er auf seinen Landsmann und<br />
Dresdner Clubkameraden Lubomir Majsajdr, der<br />
zuvor im Viertelfinale Osman Torski (DR 188, TC<br />
Grün-Weiß Nikolassee) klar mit zweimal 6:1 aus<br />
dem Turnier geworfen hatte. Er wusste wohl,<br />
dass er gegen Schmid nichts ausrichten kann<br />
- 2:6,1:6.<br />
Im Finale wartete Schmid auf Timo Stodder (DR<br />
208, TeV Oldenburg/NTV), einen “Ferien-Gastarbeiter”<br />
vom College in Tennessee/USA, der dort<br />
“auch menschlich gereift” sei, wie Turnierleiter<br />
Tim Fritzges ihm bestätigte.<br />
Stodder besiegte auf seinem Weg ins Endspiel<br />
Maximilian Kaiser (TC Grün-Weiß Lankwitz, 6.4,<br />
6:3), Francesco Iaccarino (Siemens TK Blau-Gold,<br />
6:2, 6:3), danach im Viertelfinale den Stop-Spezialisten<br />
Tristan Wolke (TC SCC) 6:3, 7:5.<br />
Das Semifinale gegen Lokalmatador Lucas<br />
Gerch, der ebenfalls in den USA Collegetennis<br />
spielt und jetzt das letzte Semester seines Bachelor-Studiums<br />
der Wirtschaftsingenieurswissenschaften<br />
in Angriff nimmt, war gutklassig<br />
und eins der spannendsten Spiele des Turniers.<br />
Stodder gewann 6:2, 5:7, 7:5. Er spielte druckvoller,<br />
konterte durch geschicktes Nachrücken die<br />
oft monotonen und zu kurzen Topspin-Schläge<br />
Gerchs mit gelungenen Angriffen. Ihm gelangen<br />
durch gerade, harte Schläge einige Winner<br />
mehr.<br />
In Satz eins des Finals führte Schmid durch<br />
zwei Breaks schnell 4:0. Dann fand Stodder ins<br />
Match, er schlug bei seiner Aufholjagd präzise<br />
Longline- und Crossbälle zum 4:4. Doch zum<br />
richtigen Zeitpunkt nahm der Dresdner Stodder<br />
den Aufschlag zum 5:4 ab, servierte zum<br />
6:4-Satzgewinn.<br />
Auch Durchgang zwei begann mit Breaks. Bei<br />
4:4 hatte Stodder nach umkämpftem Spielverlauf<br />
mit mehrmaligem Einstand und Vorteil einen<br />
weiteren Breakball zur 5:4-Führung - vergeben.<br />
Stattdessen glich Schmid zum 5:5 aus.<br />
Das zerrte an Timo Stodders Nerven. Seinen<br />
Aufschlag beendete er mit einem Doppelfehler<br />
- 6:5 für Schmid. Die Vorentscheidung. Denn<br />
sein Service brachte er mit einiger Mühe durch<br />
und verwandelte seinen ersten Matchball zum<br />
7:5 - Turniersieg. Er freute sich über 1 600 Euro<br />
Preisgeld.<br />
Friedrichshagens Coach und Turnierleiter Tim<br />
Fritzges: “Es war ein hochklassiges Turnier mit<br />
fairen Matches und würdigen Siegern.” Für ihn<br />
gab es nur einen Wermutstropfen: “Es ist bedauerlich,<br />
dass kein TVBB-Präsidiumsmitglied das<br />
Turnier besuchte.”<br />
Text und Fotos: Bernd Prawitz<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 47
TVBB Sport<br />
Alexandra Livadaru (Grunewald TC) war die überlegene Spielerin<br />
Lenard Soha gewann die Herrenkonkurrenz<br />
TC Weiß-Rot Neukölln: Turnier Meisterschaftsklasse und Verbandsligen<br />
Livadaru und Soha souverän<br />
Das Turnier der Meisterschaftsklassen<br />
und Verbandsligen wurde in der<br />
zweiten Auflage vom 12. bis 17. Juni<br />
auf der idyllischen Anlage des TC<br />
Weiß-Rot Neukölln ausgetragen.<br />
Bei den Herren kam ein hochklassiges<br />
64-er Feld mit Warteliste zustande<br />
und bei den Damen ein nicht<br />
minder gutes 32-er Feld. Bei tollem<br />
Tenniswetter und spektakulären<br />
Ballwechseln, wurde das Tennisherz<br />
verwöhnt.<br />
Bei den Herren war sehr schnell klar, dass es viele<br />
Anwärter gab, die um den Sieg mitspielen<br />
konnten. Im Finale standen sich dann Lenard<br />
Soha (Nr. 6 der Setzliste) vom LTTC „Rot-Weiß“<br />
und sein Klubkamerad und Doppelpartner Jan-<br />
Hendrik Paul (Nr. 15) gegenüber.<br />
Lenard Soha hatte sich mit glatten Siegen bis ins<br />
Viertelfinale gespielt, wo er dann auf den Topgesetzten<br />
Jonah Pristat (BTC Grün-Gold) traf.<br />
Jonah kam an diesem Tag schwer ins Spiel und<br />
musste sich Lenards harten Schlägen mit 3:6,<br />
2:6 geschlagen geben. Im Halbfinale bekam<br />
Lenard Soha es mit einem weiteren Clubkameraden,<br />
Giuliano Paolella, zu tun. Der wiederum<br />
hatte mit seinen „Bringer-Qualitäten“ und strategisch<br />
gut platzierten Schlägen Niclas Fleischhauer<br />
(Nr. 5 der Setzliste, Siemens TK Blau-Gold)<br />
aus dem Turnier genommen. Paolella konnte<br />
seine Pause im Viertelfinale durch die Absage<br />
von Arthur Ivanenko (TK Blau-Gold Steglitz)<br />
nicht nutzen. Somit zog Lenard Soha mit einem<br />
6:2, 6:1 ins Finale ein.<br />
Jan-Hendrik Paul traf in der zweiten Runde<br />
auf den 38-jährigen Dan Ehmer (TC Weiß-Gelb<br />
Lichtenrade). Puh…, war das ein tolles Spiel!<br />
Manchmal wünscht man sich, dass es beim Tennis<br />
auch ein Unentschieden geben würde. Beide<br />
gingen an Ihre Leistungsgrenze, letztlich setzte<br />
sich die Jugend mit 6:7, 6:4, 7:5 durch. Die<br />
nächsten Spiele gegen Alessio Vasquez-Gehrke<br />
(BTTC Grün-Weiß) und Jakob Poensgen(BTC<br />
Grün-Gold 1904) gingen für Jan-Hendrik Paul<br />
glatter aus, wobei Jakob Poensgen nicht seinen<br />
besten Tag erwischt hatte. Im Halbfinale bekam<br />
es Paul dann mit Dawid Klorek (BTC Grün-Gold)<br />
zu tun, der leider aufgeben musste.<br />
Im Finale führte Jan-Hendrik Paul im ersten Satz<br />
mit 6:5, konnte den Vorsprung aber nicht halten.<br />
Er verlor den Durchgang noch mit 6:7. Im zweiten<br />
Satz ließ Lenard Soha nichts mehr anbrennen<br />
und gewann mit 6:0.<br />
Alexandra Livadaru (Grunewald TC) führte die<br />
Damenkonkurrenz an, wurde ihrer Favoritenrolle<br />
gerecht. Sie zog mit Siegen über Diana Niedens<br />
(LTTC „Rot-Weiß“), Michele Adamczweska<br />
(Sutos 1917) und der Nummer 3 der Setzliste,<br />
Christin Laabs (TTC SportForum Bernau) ins Finale<br />
ein. Die erfahrene Marie Höpfner (Nr. 4, SV<br />
Zehlendorfer Wespen) musste ihr ganzes Können<br />
gegen Julia Zhu (Verein für Körperkultur)<br />
aufbringen, um mit 1:6, 6:4, 6:3 ins Halbfinale<br />
einzuziehen um dort auf Tina Golaszewski (NTC<br />
Die Känguruhs) zu treffen, die wiederum Sabrina<br />
Ehrenfort (TC Weiße Bären Wannsee) mit<br />
7:6, 6:4 aus dem Turnier nahm. Tina Golaszewski<br />
hatte wahrscheinlich noch das Viertelfinal-<br />
Match in den Beinen und somit zog Marie Höpfner<br />
mit einem 7:6, 6:2 ins Finale ein.<br />
In diesem ließ Alexandra Livadaru mit Ihren<br />
wuchtigen und präzisen Schlägen Höpfner keine<br />
Chance und gewann mit 6:2 6:1.<br />
Im Herren-Doppel Finale standen sich die Topgesetzten<br />
J. Pristat / J. Poensgen (BTC Grün-<br />
Gold) und L. Soha/J.-H. Paul (LTTC „Rot-Weiß“)<br />
gegenüber. Die Zuschauer sahen spektakuläre<br />
Ballwechsel, so wie man es sich im Doppel<br />
wünscht. Unter lautstarkem Applaus gewannen<br />
L. Soha/J.-H. Paul mit 6:2, 6:3.<br />
Fazit: Tolle Atmosphäre, faire Spielerinnen und<br />
Spieler, hervorragendes Tennis und super Wetter…<br />
wir freuen uns jetzt schon auf das Turnier<br />
der Meisterschaftsklassen und Verbandsligen<br />
2018!<br />
Nelli Beder, Fotos: Andreas Springer<br />
48<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TVBB Sport<br />
Yaroslav Shyla (TC SCC) siegte mit sehr solider Leistung<br />
Nach einer Tennispause wieder erfolgreich: Jeniffer Witthöft aus Hamburg<br />
BFC Alemannia 1890: 2. Turnier Dunlop Cup Ost<br />
Neues Turnier lockt starke Gäste an<br />
Vom 23. bis 25. Juni war die schöne<br />
Anlage im Kienhorstpark zum ersten<br />
Mal Austragungsort für das zweite<br />
Turnier der Dunlop Cup Ost-Turnierserie<br />
<strong>2017</strong>.<br />
Die Resonanz bei den Spielern war groß, aber<br />
die zwei vollbesetzten 32er Hauptfelder mit Nebenrunden<br />
waren in den drei Turniertagen eine<br />
echte Herausforderung für die Turnierleitung.<br />
Unterstützung kam aber durch den Verein Tennis-Union<br />
Grün-Weiss in Reinickendorf, der Plätze<br />
für Vorrundenmatches zur Verfügung stellte.<br />
Topfinale bei den Herren<br />
In der Herrenkonkurrenz erreichten fast alle gesetzten<br />
Spieler das Viertelfinale. Der topgesetzte<br />
Weißrusse Yaroslav Shyla (TC SCC) zeigte eine<br />
solide Leistung bis ins Finale und bezwang<br />
auf dem Weg dorthin u.a. im Viertelfinale Nino<br />
Finalist Delf Gohlke (LTTC "Rot-Weiß") machte einige<br />
Fehler zu viel<br />
Ehrenschneider (Nr. 7, LTTC “Rot-Weiß”) und im<br />
Halbfinale seinen Klubkameraden Finn Stodder<br />
(8) klar mit 6:1, 6:3. Damit stand er im Finale und<br />
traf dort auf den zweitgesetzten Delf Gohlke<br />
(LTTC “Rot-Weiß”), dessen Weg dorthin wesentlich<br />
steiniger war. Er profitierte lediglich in der<br />
zweiten Runde von der Aufgabe des diesjährigen<br />
‚Berlins Next Tennis Talent’ Lennart Kleeberg<br />
(BSV 1892) und musste sich seinen Finaleinzug<br />
durch harte Drei-Satz-Matches erkämpfen.<br />
Im ersten Satz gestaltete sich das Finale eher<br />
ausgeglichen und beiden Spielern gelang es zunächst,<br />
das Spiel offen zu halten. Allerdings leistete<br />
sich Gohlke doch ein paar unnötige Fehler<br />
zuviel und der Satz ging mit 6:4 an Shyla. Delf<br />
Gohlke fand im zweiten Satz dann deutlich besser<br />
ins Spiel, konnte seine 3:0-Führung mit Netzangriffen<br />
und Volley-Stopps auf 4:1 ausbauen.<br />
Aber Yaroslav Shyla konterte bei immer stärkerem<br />
Regen mit einem offensiveren Spiel, ließ<br />
durch schnelle und platzierte Returns kein einziges<br />
Gegenspiel mehr zu und holte sich den Sieg<br />
mit 6:4, 6:4.<br />
Jennifer Witthöft (l., Der Club an der Alster/HAM)<br />
zeigt stolz den Siegerscheck. Auch Finalistin<br />
Franziska Sziedat (TC 1899 Blau-Weiss) freut sich<br />
Überzeugende Gäste bei den Damen<br />
Die topgesetzte Franziska Sziedat (TC 1899<br />
Blau-Weiss) wurde ihrer Favoritenrolle zunächst<br />
voll gerecht und gab bis ins Finale nur wenige<br />
Spiele ab, wie auch beim überzeugenden 6:1,<br />
6:2 im Halbfinale gegen Nadja Lask (LTTC “Rot-<br />
Weiß”). Auf der anderen Seite spielte die ungesetzte<br />
Jennifer Witthöft (Der Club an der Alster<br />
Hamburg) überzeugend, und hatte schon im<br />
Achtelfinale die Nummer zwei Adelina Krüger<br />
(LTTC “Rot-Weiß”) 6:2, 6:0 deklassiert. Sie wurde<br />
erst im Halbfinale von Jantje Tilbuerger (TC<br />
Lilienthal) richtig gefordert. Witthöft agierte zunächst<br />
zu passiv und verlor den ersten Satz 3:6.<br />
Danach wurde ihr Spiel druckvoller und effektiver.<br />
Sie konnte das Match mit 3:6, 6:4, 6:1 für<br />
sich entscheiden.<br />
Im Finale hatte Franziska Sziedat den besseren<br />
Start. Sie spielte offensiv, punktete mit gut<br />
platzierten Gewinnschlägen und ging zunächst<br />
in Führung. Allerdings konnte sie diesen Vorsprung<br />
nicht lange halten, geriet zunehmend<br />
unter Druck durch ihre Gegnerin, die jetzt agressiver<br />
agierte, öfter vorrückte, die Bälle früher<br />
nahm und so das Spiel deutlich schneller machte.<br />
Nach gewonnenem ersten Satz bestimmte<br />
Witthöft zunehmend das Spiel, profitierte auch<br />
von unerzwungenen Fehlern ihrer Gegnerin.<br />
Witthöft gewann schließlich mit 6:3, 6:2 und<br />
konnte den Siegerscheck über 1 000 Euro entgegennehmen,<br />
gesponsert von Laatzig Automobile<br />
und der Harry Oliver KG von Vereins-Ehrenmitglied<br />
Jörg Pettka.<br />
Jennifer Witthöft, die gerade eine zweijährige<br />
Tennis-Pause zum Abschluss ihres Studiums<br />
hinter sich hat, äußerte sich erfreut über die<br />
sehr gute Organisation von Turnierleiter Jürgen<br />
Obenauf und Oberschiedsrichterin Sarah von<br />
Westarp.<br />
Fazit: Ein überaus gelungenes Turnier, das eine<br />
Fortsetzung verdient.<br />
Text und Fotos: Andreas Wüst<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 49
TVBB Sport<br />
TV Zinnowitz/Karlshagen:<br />
11. Usedom Senior Open <strong>2017</strong><br />
TVBB-Senioren erkämpfen acht Siege,<br />
stellen weitere sechs Finalisten<br />
Die gepflegte Anlage des TV Zinnowitz auf Usedom<br />
Die Usedom Senior Open in Zinnowitz zählen zu den am meisten besuchten<br />
“Oldie”-Turnieren in Deutschland. 10 000 Euro Preisgeld waren zu gewinnen.<br />
Als der ehemalige Tennisprofi Hendrik Dreekmann, 1996 in der<br />
ATP-Weltrangliste auf Platz 39 geführt, das Turnier ins Leben rief, konnte er<br />
damit nicht rechnen. 2007 hatten 70 Teilnehmer gemeldet. In diesem Jahr<br />
(7. bis 16. Juli) standen 320 - fast die fünffache Anzahl - auf den Plätzen in<br />
Zinnowitz und Karlshagen. Und das Turnier soll weiter wachsen. Mitveranstalter<br />
Peter Schmidt denkt darüber nach, das S-2-Turnier um eine Woche<br />
zu verlängern.<br />
„Wir könnten dann die Spiele der älteren Semester<br />
weiter nach hinten legen und die jüngeren<br />
bis zum Wochenende spielen lassen. Die älteren<br />
Teilnehmer hätten mehr Zeit, um auf Usedom<br />
zu bleiben. Es sei denkbar, die Teilnehmerzahl<br />
auf gut 400 zu erhöhen“, meint Schmidt. Das<br />
würde sicher mehr Sponsoren anziehen und zu<br />
höheren Preisgeldern führen.<br />
Doch die Usedom Senior Open zeichnen sich<br />
nicht nur durch Masse, sondern auch Klasse aus.<br />
Daran hatten auch die 26 Damen und 55 Herren<br />
aus dem TVBB wieder ihren Anteil.<br />
AK 40: Pfarr-Kröger springt in die Bresche<br />
Als ungesetzte Spielerin stieß Heide Maaß (TC<br />
1899 Blau-Weiss) ins Finale gegen die an drei<br />
gesetzte Iris Brembt-Liesenberg (NTV) vor. Das<br />
wurde nach einem 6:0, 4:6 Satzausgleich erst<br />
im Match-Tie-Break entschieden. Den gewann<br />
Brembt-Liesenberg mit 10:5.<br />
Als Top-Gesetzter ging Björn Maas (TC Grün-<br />
Weiß Lankwitz) ins Turnier. Er wurde seiner Favoritenrolle<br />
auch gerecht, erreichte das Endspiel.<br />
Das allerdings verlor er gegen die Numme<br />
zwei, Christian Schäffkes (SC Rot-Weiß Remscheid<br />
(TVN), glatt mit 2:6, 1:6.<br />
Die an eins gesetzten Anne Kröger/Beate Pfeiffer<br />
(SV Zehlendorfer Wespen) traten zum ersten<br />
Match nicht an.<br />
So trugen Angela Duis-Rosendahl (NTV)/Martina<br />
Parr-Kröger (TC 1899 Blau-Weiss) die Bürde<br />
der Favoriten. Sie wurden ihr gerecht, auch<br />
wenn es im Halbfinale in einem TVBB-internen<br />
Match gegen Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss)/<br />
Miriam Binnenbruck (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />
beim 2:6, 6:3, 10:7 im Match-Tie-Break eng zuging.<br />
Dafür war das Finale recht einseitig. Parr-<br />
Kröger und Partnerin siegten überlegen 6:0, 6:3<br />
gegen Sabine Schmidt-Wetzel (STV)/Ina Findeklee<br />
(FV Tennis).<br />
AK 50: Zwei Berliner im Herren-Finale<br />
Bei den Damen erreichte erwartungsgemäß die<br />
an vier gesetzte Martina Martina Parr-Kröger (TC<br />
1899 Blau-Weiss) das Halbfinale. Dort musste sie<br />
sich allerdings der Favoritin und späteren Siegerin<br />
Olga Shaposhnikowa (TC Blau-Weiss Weiher/<br />
BAD) mit 1:6, 1:6 klar geschlagen geben.<br />
Ein Finale zwischen Guido Schiller (TC Grün-<br />
Weiß Lankwitz) und Guido Schulz (LTTC “Rot-<br />
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50<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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TVBB Sport<br />
Weiß”) war nach der Setzliste erwartet worden.<br />
Doch im Halbfinale durchkreuzte der ungesetzte<br />
Stefan Kießig (SV Berliner Bären) die Pläne<br />
des Mannes aus dem Grunewald. Er besiegte<br />
Schulz überraschend klar 6.2, 6:3 - Endspiel.<br />
Zum Finale konnte Kießig wegen einer Verletzung<br />
leider nicht antreten. Dadurch holte sich<br />
Schiller kampflos die “Usedom-Krone”.<br />
Im Finale des Doppels standen sich zwei TVBB-<br />
Senioren gegenüber: Martin Graw (FV Tennis)<br />
und sein Bruder Karsten, der für den TC Weimar<br />
antrat, spielten gegen Jost Kluttig (TC Blau-Weiß<br />
Guben/Matthias Roth (TTV) um den Sieg. Es war<br />
ein spannendes Match, das die Graw-Brüder<br />
knapp mit 7:5, 6:4 für sich entschieden.<br />
AK 55: Konieczka und Leese gewinnen<br />
Das Finale bestritten zwei Berlinerinnen - Heike<br />
Leese (TC Weiß-Gelb Lichtenrade) und die Nummer<br />
drei, Christiane Konieczka (TC 1899 Blau-<br />
Weiss). Konieczka warf Irmgard Kramel (SG Post<br />
Süd Regensburg/BV, 6:4, 6:1), danach Katrin<br />
Lenk (MTC Germania/TSA, mit zweimal 6:3 aus<br />
dem Rennen.<br />
Leese, an Nummer vier gesetzt, sorgte für eine<br />
Überraschung. Im kampfstarken, spannenden<br />
Halbfinale schickte sie die Favoritin Gudrun<br />
Köppen-Castrop (Hildesheimer TV/NTV) vorzeitig<br />
nach Hause - 6:4, 3:6, 10:7.<br />
Im Finale bestimmte die Blau-Weisse anfangs<br />
das Geschehen, holte sich Satz eins überzeugend<br />
mit 6:1. In Durchgang zwei wurde es enger.<br />
Bei wechselnder Führung wurde er erst im<br />
Tie-Break mit 7:6 für Konieczka entschieden.<br />
Im Damen-Doppel war Heike Leese mit ihrer<br />
sächsischen Partnerin Ulrike Schwerdtner an<br />
zwei gesetzt. Sie besiegten die Mecklenburgerinnen<br />
Sabine John/Heike Stecher (6:0, 6:3). Im<br />
Semifinale trafen sie auf Irmgard Kramel (BTV)/<br />
Karin Kohler (WTB). Auch dieses Match gewannen<br />
sie sicher mit 6:4, 6:3 - Finale. Dort waren<br />
die Turnierfavoriten aus Niedersachsen, Gudrun<br />
Köppen-Castrop/Hildegard Cremers, ihre<br />
Konkurrenten. Doch mit 6:2, 6:2 fiel der Sieg von<br />
Leese/Schwerdtner sehr deutlich aus.<br />
Ak 60: Huber souverän<br />
Spannend machte es auch Ute Mattausch (TV<br />
Strauß Strausberg), die es bis ins Finale gegen<br />
die Dresdnerin Ulrike Schwerdtner (TC Bad Weißer<br />
Hirsch) schaffte. Nach einem “Feuerwehr”-<br />
Start mit 6:0 musste sie den Satzausgleich<br />
mit 1:6 hinnehmen. Der Match-Tie-Break ging<br />
knapp mit 10:8 an Schwerdtner.<br />
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Sieger Guido Schulz (l., TC Grün-Weiß Lankwitz) und der eigentliche Finalist Stefan Kießig (SV Berliner Bären),<br />
der nicht antreten konnte<br />
Ein glücklicheres Händchen hatte Ernst Huber<br />
(TC Weiß-Gelb Lichtenrade), der in der Runde<br />
der letzten acht auch Mitfavorit Gerd Hekele<br />
(BSV92) glatt 6:0, 6:1 an den Strand schickte.<br />
Nicht auf der Setzliste verzeichnet, besiegte Huber<br />
im Endspiel Jörg-Uwe Damm (Nr. 4, SV Großburgwedel/NTV)<br />
7:6, 6:1.<br />
Die Berliner Paarung Hubertus Graf Strachwitz<br />
(TC Kleinmachnow)/Bernhard Nothnagel (TC<br />
Berolina Biesdorf) griffen nach einer Rast als<br />
an fünf Gesetzte und einer Runde ohne Gegner<br />
erst im Viertelfinale ins Turnier ein. Dort mussten<br />
sie aber gegen die Mitfavoriten Rolf Kluge<br />
(NTV)/Johann Zellner (TVN) hart kämpfen. Nach<br />
einem 6:3, 3:6 sicherten sie sich erst im Match-<br />
Tie-Break mit 10:6 das Weiterkommen. Im Finale<br />
besiegten sie Peter Crossman (HTV)/Thomas<br />
Fränkel (TSA) sicher 6.4, 6:3.<br />
AK 65: Sieg im Doppel und in Finals<br />
In dieser Altersklasse schaffte es Christina Gehrke<br />
((TC Weiß-Gelb Lichtenrade) bis ins Endspiel.<br />
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Dort musste sie jedoch beim 1:6, 2:6 die Überlegenheit<br />
ihrer Konkurrentin Heidemarie Oehlsen<br />
(TC Rot-Weiß Barsinghausen/NTV) anerkennen.<br />
Auch der ungesetzte Norbert Walter (TC Grün-<br />
Weiß Nikolassee) schlug einigen Konkurrenten<br />
ein Schnippchen, spielte sich bis ins Finale.<br />
Erst dort musste er sich der Nummer zwei, Paul<br />
Schorn (THC von Horn und Hamm/HAM) mit<br />
2:6, 1:6 beugen.<br />
Im Doppel gab es einen weiteren Sieg für den<br />
TVBB. Nachdem sich die Paarung Dr. Brigitte<br />
Hoffmann (TV Frohnau)/Burga Becker (NTV)<br />
dem Duo Monika Richter (TSA)/Christa Braun<br />
(SPOK) geschlagen geben musste, waren sie im<br />
Endspiel Gerda Ahrens (NTV)/Barbara Scheibner<br />
(STV) mit 6:1, 6:3 überlegen.<br />
TVBB-Seniorenreferent Uwe Kroedler, der Augenzeuge<br />
vor Ort war: “Die Aktiven unseres Verbandes<br />
boten teilweise grandiose Leistungen!”<br />
Bernd Prawitz, Fotos: Veranstalter<br />
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Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 51
TVBB Sport<br />
Anna Konrad (TC Grün-Weiß Falkensee): erfolgreich bei den 50-ern Anne Kröger (SV Zehlendorfer Wespen) gewinnt die AK 40<br />
NTC Die Känguruhs: 3. Känguruhs Senior Open<br />
Volles und tolles Programm mit 19 Konkurrenzen<br />
Wer sich ein wenig auskennt mit der<br />
Organisation von Tennis-Seniorenturnieren,<br />
der Vielzahl ihrer Altersklassen<br />
und der logistischen Kombination<br />
der daraus erwachsenden<br />
individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer,<br />
der kann nur den Hut ziehen<br />
vor dem, was die „Macher“ vom<br />
NTC Die Känguruhs bei ihren zum<br />
dritten Mal veranstalteten Senior<br />
Open (21. bis 30. April) auf die Beine<br />
gestellt haben.<br />
Das Turnier mit DTB-Ranglisten- und LK-Wertung<br />
(Kategorie S-4 und damit gibt es mehr als<br />
400 Ranglistenpunkte für den Sieger) war zu Beginn<br />
der Sommersaison nicht nur das erste, sondern<br />
auch ein echtes Highlight für alle Senioren-Turnierspieler<br />
aus der Region und darüber<br />
hinaus.<br />
Acht Herrenkonkurrenzen von den 30ern bis<br />
zu den 70ern, von den sieben auch noch eine<br />
Nebenrunde für die Auftaktverlierer und zwei<br />
Damen-Wettbewerben mit Haupt- und Nebenrunde<br />
bei den 40er und 50er Amazonen<br />
summierten sich zu 19 (!) Feldern, die es in der<br />
verlängerten Turnierwoche zu bewältigen galt.<br />
Wie das auf der Anlage an der Spanischen Allee<br />
in Nikolassee geschah, verdiente Respekt<br />
und Anerkennung durch die Akteure. Die waren<br />
sichtbar und in ihren Aussagen hörbar animiert<br />
durch Umfeld und Turnieratmasphäre und<br />
zeigten guten, inspirierten und motivierten Tennissport.<br />
Turnierchef Otfried Richter, Sportwart<br />
des NTC, freute sich über 205 Meldungen, die<br />
auch quantitativ für gut besetzte Felder sorgten.<br />
Der Zuspruch zu den Open ist seit der Premiere<br />
Jahr für Jahr gewachsen. Bei der Premiere 2015<br />
waren 95 Racket-Senioren in Aktion, im Jahr darauf<br />
175, nun fiel die 200-er-Marke.<br />
Dass das Turnier von den rund 480 aktiven und<br />
passiven Mitgliedern (davon 180 Jugendliche)<br />
des Vereins getragen wird, die in der Woche<br />
schließlich ihre Anlage von 10 bis 20 Uhr und an<br />
den Wochenenden von 13 bis 20 Uhr zur Verfügung<br />
stellten, sieht Richter als Zeichen, „dass es<br />
nicht irgendeine aufgesetzte Pflicht-Veranstaltung<br />
ist, sondern es 'unsere' Open sind“.<br />
Neun Außenplätze und eine feste Halle stehen<br />
bei den Känguruhs zur Verfügung. Im April sei<br />
das Turnier das größte im TVBB und habe sich<br />
in der Öffentlichkeit trotz der noch kurzen Geschichte<br />
bereits einen Namen gemacht, sagt<br />
Richter nicht ohne Stolz: „Zu uns kommen Leute<br />
auch von weit her, der Zuspruch ist wirklich bemerkenswert.“<br />
Die Teilnehmer seien begeistert<br />
vom Zustand der Plätze. Auch mit dem Wetter,<br />
in der Veranstaltungsdramaturgie das größte Risiko,<br />
hatte man in diesem Jahr Glück. Nur zwei<br />
Partien wurden angesichts empfindlicher Kühle<br />
auf individuellen Wunsch der Spieler in die Halle<br />
verlegt, alle anderen gingen draußen vonstatten.<br />
So viele Pluspunkte sind echte Mutmacher<br />
– es soll der Antrag beim DTB auf Höherstufung<br />
des Turniers gestellt werden.<br />
Die Sieger der Open <strong>2017</strong> leisteten mit Racket<br />
und Filzball dafür einen starken Beitrag und<br />
zählen mehrheitlich zur Prominenz der Seniorenspieler<br />
des TVBB. Die Finals in den neun<br />
Hauptwettbewerben gingen bis auf eine Ausnahme<br />
– Anna Konrad vom Randberliner, aber<br />
territorial exakt Brandenburger Verein Gelb-<br />
Weiß Falkensee gewann bei den Damen 50 das<br />
wohl spannendste Endspiel gegen die Zehlendorfer<br />
Wespe mit den drei „S“ - Susanne Schäpperle-Schneidereit<br />
nach verlorenen 4:6-Auftakt<br />
noch mit 6:1 und 10:8. Die Polin, immerhin zu<br />
den Top 150 des Rankings der Altersklasse zählend,<br />
machte in einem über weite Strecken ausgeglichenen<br />
Match auf Augenhöhe die zwei,<br />
drei Fehler weniger, die den Ausschlag gaben.<br />
52<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TVBB Sport<br />
Bester der AK 30: Nicolas Bruns (l., TC Grün-Weiß Nikolassee). Jens Thron siegt bei den Herren 45 (r.)<br />
Ganz ohne Sieg blieben die Wespen in den beiden<br />
Frauen-Konkurrenzen aber nicht. Denn Anne<br />
Kröger war genau beim gerade monierten<br />
Defizit ihrer Klubkameradin voll auf der Höhe<br />
und machte im 40er-Endspiel gegen Christiane<br />
Rüdiger (Hermsdorfer SC) beim 6:1, 6:2 fast keine<br />
Fehler, spielte präzise, hart und konzentriert,<br />
sodass ihr Erfolg nie gefährdet war.<br />
Generell gab es durchweg ansprechendes, mitunter<br />
sogar gehobenes Tennissenioren-Niveau<br />
zu erleben. Dass der 6:1,6:1-Sieg von Nicolas<br />
Bruns (TC Grün-Weiß Nikolassee) bei den Herren<br />
30 gegen Patrick Kraft vom TC Tiergarten dazu<br />
zählte, überraschte ebenso wenig wie das 7:5,<br />
6:1 von Jens Throns (TC SCC) gegen Martin Melchior<br />
(BTTC Grün-Weiß) bei den 45ern. Thron,<br />
Seriensieger in den Frühsommer-Turnieren bei<br />
TVBB-Vereinen, brauchte zwar wieder einmal einen<br />
Satz, um richtig in Fahrt zu kommen, aber<br />
Die Finals im Überblick<br />
AK Spieler Ergebnis<br />
30 Nicolas Bruns (GW Nikolass.) - Patrick Kraft (TC Tiergarten) 6:1, 6:1<br />
40 Anne Kröger (Zehlendorfer Wespen) – Christiane Rüdiger (Hermsdorfer SC)<br />
Sascha Schoenheit (SCC) – Christian Stecher (TV Frohnau)<br />
dann gab es kein Halten mehr. Je länger, je besser,<br />
je härter, umso präziser, je schwerer erarbeitet,<br />
desto wirkungsvoller für den Gegner – das<br />
scheint das Rezept des seit Wochen in Topform<br />
agierenden SCCers.<br />
Starkes Tennis gab es auch vom ungesetzten<br />
Ernst Huber (TC Weiß-Gelb Lichtenrade) bei<br />
den 60er Herren zu sehen, der nicht nur in Runde<br />
eins sofort den topgesetzten Gerd Hekele<br />
(BSV 1892) mit 6:1,6:2 ausschaltete, sondern<br />
dieses Niveau auch bis zum Finale gegen Rainer<br />
Rummelhagen (TC Grün-W Nikolassee, 6:3, 6:4)<br />
durchhielt. So verwunderlich das manchem mit<br />
bloßem Blick auf die Setzlisten erschien, war es<br />
freilich bei weitem nicht. Denn der am 19. Mai<br />
60 Jahre alt gewordene Österreicher, seit dem<br />
Vorjahr Neumitglied bei „Lira“, ist aktuell Nummer<br />
130 der Juli-Weltrangliste und war in früheren<br />
Jahren sogar schon mal auf 60 notiert. Top-<br />
Tennis ist da eher eine<br />
6:1,6:2<br />
6:0, 6:4<br />
45 Jens Thron (SCC) – Martin Melchior (BTTC Grün-Weiß) 7:5, 6:1<br />
50 Anna Konrad (GW Falkensee) –<br />
Susanne Schäpperle-Schneidereit (Zehlend. Wespen)<br />
Andreas Blanck (Zehl. TuS von 1888) – Frank Segerath (SCC)<br />
4:6, 6:1, 10:8<br />
o.Sp.<br />
60 Ernst Huber (WG Lichtenr.) – Rainer Rummelhagen (GW Niko.) 6:3, 6:4<br />
65 Georg Reiners (Zehlendorfer Wespen) – Niels Auhagen (TV Frohnau) 6:0, 4:6, 10:7<br />
70 Jörgen Jacobs (1899 BW) – Ulrich Sand (TV Frohnau) 6:3, 6:4<br />
Selbstverständlichkeit,<br />
als Überraschung. Wie<br />
auch bei Jörgen Jacobs<br />
(TC 1899 Blau-Weiss),<br />
der beim 6:3, 6:4 gegen<br />
den gewohnt einsatzund<br />
kampfstarken Uli<br />
Sand (TV Frohnau) im<br />
70er Endspiel begeisternd<br />
nachwies: Alter<br />
schützt vor Klasse nicht.<br />
Klaus Weise<br />
Fotos: Claudio Gärtner<br />
Ernst Huber (TC Weiß-Gelb Lichtenrade) siegt in der<br />
AK 60<br />
Jörgen Jacobs (TC 1899 Balu-Weiss) souverän in der<br />
AK 70<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 53
TVBB Sport<br />
Traugott Vogel (TC Weiße Bären Wannsee) zeigte bei seinem Sieg in der<br />
AK 70 "Tennis der alten Schule"<br />
1. Neuenhagen Senior Open<br />
Eine wertvolle Bereicherung<br />
Der rührige Neuenhagener Tennis<br />
Club 93 “ erweitert sein Turnierprogramm.<br />
Unmittelbar vor den 13.<br />
B1 Sport und Freizeit Neuenhagen<br />
Open lud er erstmals zu den Neuenhagen<br />
Senior Open (29. Juni bis<br />
4. Juli) auf seine schöne Anlage ein.<br />
Der Neuling war mit einem Preisgeld<br />
von stattlichen 6 500 Euro dotiert.<br />
Club-Chef Martin Eichhorst: “Der<br />
größten Gruppe im Tennisverband<br />
Berlin-Brandenburg, den Senioren,<br />
wollten wir mit dem Turnier eine<br />
weitere Möglichkeit bieten, sich mit<br />
Gleichaltrigen in verschiedenen Altersklassen<br />
zu messen.”<br />
Sie wurde dankbar angenommen. Für das das<br />
erste Seniorenturnier meldeten 52 Herren und<br />
Die Finals im Überblick<br />
AK Spieler Ergebnis<br />
30 Veronika Höpfner (Dahlemer TC) -<br />
Luise Tscharntke (NTC 93)<br />
Roman Tennert (TC SCC) -<br />
Jonathan Quaas (BTC Grün-Gold)<br />
35 Benjamin Stroh (Zehlendorfer TuS von 1888) -<br />
Michael Rohleder (TC OW Friedrichshagen)<br />
40 1. Ronald Korsch (SCC) 6:0 Pkt.,<br />
2. Mario Melzer (Treptower Teufel) 4:2 Pkt.<br />
50 Kai-Helmut Riese (TC Wilmersdorf) -<br />
Jorge Binia (TC GW Rahnsdorf)<br />
55 Martin Groeger (TC Tiergarten) -<br />
Gregor Kluck (NTC 93)<br />
60 1. Monika Karg (TC Schwaben Augsburg) 8:0 Pkt.,<br />
2. Elvira Hermans (NTC 93) 6:2 Pkt.<br />
65 Teja Grzeskowiak ( TC RW Großbeeren) -<br />
Michael Ziege (Zehlendorfer Wespen)<br />
70 Traugott Vogel (Weiße Bären Wannsee) -<br />
Ulrich Lindau (Steglitzer TK 1913)<br />
6:3, 6:4<br />
6:1, 6:0<br />
7:5, 6:4<br />
RR<br />
6:4, 5:7, 10:5<br />
6:1, 6:1<br />
RR<br />
o. Sp.<br />
6:4, 6:2<br />
Der routinierte Jungsenior Roman Tennert (TC SCC) besiegte im Finale der AK 30 Jonathan<br />
Quaas (BTC Grün-Gold)<br />
16 Damen in neun Altersklasssen. Ihre gute<br />
Stimmung ließen sie sich auch durch einige<br />
Regenunterbrechungen nicht nehmen. “Ein<br />
guter Anfang. Das Turnier muss sich erst rumsprechen,<br />
dann kommen bestimmt mehr Meldungen”,<br />
meint ein mit dem Turnierstart zufriedener<br />
Martin Eichhorst.<br />
Gutes Tennis von vielen<br />
Dazu gehört das Spiel von Roman Tennert (DR<br />
He 472, TC SCC) bei den “Youngstern” unter den<br />
Senioren. In seinen drei Spielen in der AK 30 gab<br />
er keinen Satz ab. Er überzeugte durch gute Athletik,<br />
war flink auf den Füßen und beherrscht<br />
technisch ein ansprechendes Repertoir. Tennert<br />
schickte Philipp Scholz (SV Reinickendorf und<br />
Björn Busse FVT Heilandsweide, 6:0, 6:2) nach<br />
Hause. Im Finale war er Jonathan Quass (BTC<br />
Grün-Gold) beim 6:1, 6:0 klar überlegen. Das<br />
Tenniskönnen des Siegers zeigt sich auch darin,<br />
dass er bei den anschließenden Neuenhagen<br />
Open im Viertelfinale wider Erwarten das um<br />
gut 280 Plätze besser in der Deutschen Rangliste<br />
platzierte 16-jährige Berliner Talent<br />
Osman Torski aus dem Turnier nahm.<br />
Erst der stark aufspielende Timo Stodder,<br />
Sommer-”Gastarbeiter” aus den USA,<br />
stoppte ihn.<br />
Auch Spiele der Herren 50 waren ansehenswert.<br />
So das kampfbetonte Auftaktmatch<br />
zwischen dem Favoriten Jorge Binio<br />
(TC Grün-Weiß Rahnsdorf) und dem<br />
eine technisch “feine Klinge” schlagenden<br />
Maik Günzel (TC Orange-Weiß Friedrichshagen).<br />
Günzel gewann Satz eins<br />
dank seiner Spielübersicht klar mit 6:3.<br />
Doch der Rahnsdorfer konterte, gestaltete<br />
Satz zwei lange ausgeglichen, bis<br />
ihm ein Break gelang und er den Durchgang<br />
mit 7:5 für sich entschied. Entscheidung<br />
im Match-Tie-Break. Binia hatte<br />
das glücklichere Händchen - 10:5. Mit<br />
einem klaren 6:2, 6:3 über Andreas Lukasczyk<br />
(TTC SportForum Bernau) zog<br />
er ins Finale. Sein Gegner dort war Karl<br />
Riese (TC Wilmersdorf). Es entwickelte sich ein<br />
spannendes Match mit mancher Finesse. Nachdem<br />
jeder einen Satz gewonnen hatte ging es<br />
in de Match-Tie-Break. Riese war nervenstärker,<br />
gewann ihn 10:5. Die Nummer zwei der Setzliste<br />
hatte den Favoriten besiegt.<br />
Die Turnierveranstalter hatten bei den Herren<br />
55 auf einen Turniersieg gehofft, nachdem<br />
der ungesetzte Gregor Kluck, engagierter Trainer<br />
im NTC 93, mit einem knappen 6:2, 5:7, 10:8<br />
glücklich ins Endspiel eingezogen war. Doch<br />
Favorit Martin Groeger (TC Tiergarten) zerstörte<br />
mit einem klaren 6:1, 6:1 die Neuenhagener<br />
Siegträume.<br />
Den Beifall der Zuschauer hatten sich auch Traugott<br />
Vogel (TC Weiße Bären Wannsee) und Ulrich<br />
Lindau (Steglitzer TK 1913) im Finale der<br />
Herren 70 verdient. Sie zeigten gutes Tennis der<br />
alten Schule. Bei dem erwies sich Vogel mit seiner<br />
Treffsicherheit und weniger Fehlern beim<br />
6:4, 6:2 als der bessere Spieler.<br />
Die Felder der Damen in den Altersklassen 30<br />
und 60 waren nur klein. In der Klasse der jüngeren<br />
Damen wurde das Hauptfeld in einer Qualirunde<br />
ausgespielt. Aus zwei Gruppen, in denen<br />
jeder gegen jeden antrat, wurden vier Teilnehmerinnen<br />
des Hauptfeldes gesucht. Das erste<br />
Halbfinale bestritten Maxi Karge (Polizei SV), die<br />
Veronika Hoepfner (Dahlemer TC) 1:6, 6:2, 10:6<br />
unterlag. Partie Nummer zwei gewann Lokalmatadorin<br />
Luise Tscharntke (NTC 93) gegen Tanja<br />
Piechoki (Grunewald TC) in einem spannenden<br />
Drei-Satz-Match mit 6:4, 0:6, 10:4.<br />
Bei den Damen 60, die im Round Robin-Modus<br />
antraten, erwies sich Monika Karg (TC Schwaben<br />
Augsburg/BTV) mit 8:0 Matchpunkten als<br />
beste Spielerin. Mit 6:2 Matchpunkten folgte ihr<br />
die einheimische Elvira Hermans.<br />
NTC 93-Vorsitzender Martin Eichhorst: “Wir sind<br />
sicher, dass sich die Neuenhagen Senior Open<br />
einen festen Platz im Turnierkalender erobern<br />
werden. Die Premiere ist jedenfalls gelungen.<br />
Das stimmt uns hoffnungsvoll.”<br />
Text und Fotos: Bernd Prawitz<br />
54<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
IM<br />
Ranglisten- & LK-Turnier des DTB<br />
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TVBB Sport<br />
TC Sutos 1917:<br />
5. Sutos Senior Open<br />
Der andere Blick<br />
auf ein Turnier<br />
Wir hatten es mit dem Knie, Rücken<br />
und Kreislauf, wie es sich für Teilnehmer<br />
eines Seniorenturniers gehört.<br />
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb,<br />
haben wir viele hochklassige<br />
Matches gesehen. Toll, wie jung wir<br />
doch noch sind! Mittlerweile finden<br />
sich immer mehr überzeugte Wiederholungstäter<br />
auf der nahe der<br />
Havel gelegenen Tennisanlage vom<br />
Sutos ein, weil´s einfach gefällt. Alles<br />
stimmt, bis hin zum Essen. Mal<br />
ganz davon abgesehen, dass der<br />
Berliner Tenniszirkus so groß ist,<br />
dass er sowieso unter sich bleibt.<br />
Man kennt sich halt …<br />
Aber, und auch das ist besonders, einige Spieler<br />
reisten dieses Jahr sogar aus Sachsen an und<br />
nutzten die Gelegenheit, auf der neu angelegten<br />
Liegewiese des Vereins, einen Kurzurlaub im<br />
Zelt zu machen. Die Warnung, die Wiese sei so<br />
schön, weil Wildschweine im Frühjahr ihr Unwesen<br />
getrieben und eine komplette Rasensanierung<br />
erforderlich gemacht hatten, wurde als „I-<br />
Tüpfelchen“ belobt.<br />
Das Wetter war sehr gut, die paar Tröpfchen die<br />
fielen, waren nur erfrischend. Die Verlängerung<br />
der Austragungszeit auf eine Woche hat das Turniergeschehen<br />
zusehends entspannt und die<br />
Terminvergabe für Berufstätige vereinfacht. Vor<br />
Ort wurde eine Turniertafel von Hand geschrieben,<br />
„wie in Paris“ und vor allem ohne Brille zu<br />
lesen! Die Stimmung konnte nur gut und das<br />
Miteinander harmonisch sein.<br />
Offensichtlich hat auch das letztjährige Upgrade<br />
in die Turnierkategorie S-5 die Attraktivität des<br />
Turniers so gesteigert, dass fast 30 Prozent der<br />
Meldungen einstellige LK´s hatten. Das Teilnehmerfeld<br />
der Damen mit Katinka Trabandt<br />
(Nr. 1) und Susanne Boesser (Nr. 3) entlockte<br />
der ein oder anderen Sutonin ein „pffff“ , aber<br />
andere starke Spielerinnen frohlockten, die eigene<br />
Spielstärke auf hohem Niveau prüfen zu<br />
können.<br />
Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) gewann<br />
dann auch überlegen gegen die im Finale angeschlagene<br />
Turnierüberraschung Silke Lipecky<br />
(TC Treptower Teufel) mit 6:1, 3:0 wegen Aufgabe.<br />
Nils Oster (Nr. 2) von der Fachvereinigung<br />
stand im Finale der Herren 55+ Gunther Raab<br />
(Nr. 4, SV Berliner Bären) gegenüber, das er mit<br />
6:1, 6:0 gewann. Bei den Herren 50+ setzte sich<br />
Herren 50: Kai Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß“) feiert<br />
seinen Sieg<br />
Kai Ehrenschneider (Nr. 6) vom LTTC “Rot-Weiß”<br />
gegen Tony Morgan (Nr. 3, Hallescher TC Peißnitz)<br />
mit 6:1, 7:5 durch.<br />
Hier sei ein kurzer, heimlicher Blick hinter die<br />
Kulissen der SUTOS-Seele gestattet:<br />
Das teilnehmerstärkste Feld der Herren 50+<br />
bestritten wir mit 7 Sutonen, der Letzte musste<br />
sich im Viertelfinale dem an Nr. 1 gesetzten<br />
Andreas Blanck geschlagen geben. „Jetzt hat er<br />
fast alle von uns durch“… war der Tenor nach einem<br />
spannenden Match und die stille Bewunderung<br />
über dieses unspektakuläre, aber sehr<br />
passgenaue und laufstarke Spiel des Siegers<br />
war nicht zu überhören. Leider musste Andreas<br />
Blanck sein Halbfinalspiel wegen einer Verletzung<br />
absagen.<br />
Die Konkurrenz der Herren 40+ gewann Michael<br />
Buttkus (Nr. 2) vom BTC Grün-Gold 1904 gegen<br />
Mario Matalla (Nr. 4) vom TC Rot-Weiß Großbeeren<br />
mit 5:7 6:1 10:5 nach einem nervenaufreibenden<br />
und spannendem Match.<br />
Motivation und Selbstanalyse wie „Come on“,<br />
„uaaaahhh, seit 10 Jahren ist diese Vorhand<br />
weg, wieso tue ich mir das immer wieder an “,<br />
„da melde ich mich extra bei nem Seniorenturnier<br />
an und da kommt wieder so´n Knaller“<br />
(der Aufschlag des Gegners hatte gefühlte 230<br />
km/h) und „ geh in die Knie“ waren fester Bestandteil<br />
der gesamten Turnierwoche und sorgten<br />
für die beliebten Tennisemotionen.<br />
Dies und vieles andere zeigt, wie kreativ Tennis<br />
ist. Jeder Spieler hat seinen eigenen Spielstil<br />
und Modetick. Wir beobachteten die kuriosesten<br />
Aufschlagzeremonien und filmreife (oft<br />
lautstarke) Beruhigungsrituale, staunten über<br />
Vereins-Chef Thorsten Kusch (Mitte) ehrt die<br />
Finalisten Raab und Oster der Herren 55<br />
Siegerin Susanne Boesser (l., TC 1899 Blau-Weiss),<br />
Finalistin Silke Lipecky (TC Treptower Teufel) und<br />
Oberschiedsrichter Hennin Magens<br />
Elektrolyt-Cocktails in den schillerndsten Farben<br />
und Seltsames zum Naschen.<br />
Dieses Turnier hat wieder gezeigt, LK´s sind<br />
Schall und Rauch, Gesetzte werden geschlagen<br />
und Spieler mit hohen Leistungsklassen<br />
triumphieren plötzlich überraschend. Die Vielfalt<br />
der Spielercharaktere ist das Spannende,<br />
der Wunsch nach Bewegung und die Leidenschaft,<br />
die gelbe Filzkugel zu beherrschen, das<br />
Verbindende.<br />
Wir freuen uns auf 2018!<br />
Cathrin Büsse-Krienitz, SUTOS; Fotos: © Sutos 1917<br />
56<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TV Frohnau: Jugend-Nordpokal <strong>2017</strong><br />
Favoritensiege und<br />
Überraschungsfinalisten<br />
TVBB Sport<br />
Ewa Samberger (LTTC<br />
"Rot-Weiß) besiegt im<br />
Finale der U16 Christina<br />
Abeln (TC Grün-Weiß<br />
Nikolassee)<br />
Das traditionelle Pfingstturnier fand<br />
vom 1. bis 5. Juni auf der Anlage der<br />
TV Frohnau statt. Gespielt wurde in<br />
den Konkurrenzen U12 bis U18. Mit<br />
mehr als 150 SpielerInnen war die<br />
Veranstaltung im Norden Berlins<br />
wieder sehr gut besetzt. Bei teilweise<br />
turbulentem Wetter gab es viele<br />
spannende und hochklassige Matches.<br />
Pünktlich zum Finaltag am<br />
Pfingstmontag zeigte sich wieder<br />
die Sonne und so konnten standesgemäß<br />
die Sieger gekürt werden.<br />
Gesetzte sichern sich Titel<br />
Die Juniorinnen-Konkurrenz U12 wurde von<br />
Karla Liegle angeführt, die ihrer Favoritenrolle<br />
gerecht wurde und ins Finale einzog. Auf ihrem<br />
Weg dorthin musste die “Rot-Weiße” im Halbfinale<br />
allerdings hart gegen ihre stark aufspielende<br />
Vereinskameradin Natalie De L´or kämpfen,<br />
bevor der 6:4, 7:5-Erfolg feststand. In der unteren<br />
Tableauhälfte schied die an Position zwei<br />
gesetzte Maria Fijalkowska (Grunewald TC) bereits<br />
im Viertelfinale gegen die Ungesetzte Corinna<br />
Rietmann (Dahlemer Tennis-Club) nach<br />
drei hart umkämpften Sätzen mit 6:2, 2:6, 5:10<br />
aus. Marias Schwester, Anna Fijalkowska (ebenfalls<br />
Grunewald TC), konnte sich im Halbfinale<br />
dann aber mit 7:5, 6:4 gegen Rietmann durchsetzen.<br />
Das Finale wurde eine sehr deutliche<br />
Angelegenheit für Liegle, die mit 6:1, 6:0 klar<br />
siegte.<br />
Bei den gleichaltrigen Jungen kam es im Endspiel<br />
zum Aufeinandertreffen der beiden topgesetzten<br />
Mariano Dedura-Palomero (BFC Alemannia)<br />
und Phillipp-Maximilian Hübert (TC<br />
Schwarz-Gold). Favorit Dedura-Palomero gab<br />
bis zum Halbfinale lediglich ein Spiel ab und war<br />
auch in diesem gegen seinen Vereinskameraden<br />
Daniel Podoprygora, der Nummer vier der<br />
Setzung, mit 6:1, 6:2 überlegen. Auch Hüberts<br />
Weg ins Finale verlief ungefährdet. Selbst dem<br />
an drei gesetzten Max Heidolf (SV Zehlendorfer<br />
Wespen) ließ Hübert mit 6:1, 6:0 keine Chance.<br />
Somit konnte man also auf ein ausgeglichenes<br />
Finale hoffen. Das hielt nicht, was es versprach.<br />
Dedura-Palomero bestimmte das Match, siegte<br />
klar 6:0, 6:3.<br />
Niedens besiegt “Favoritenschreck”<br />
Im Tableau der Juniorinnen U14 spielte sich die<br />
Favoritin Diana Niedens vom LTTC “Rot-Weiß”<br />
ebenfalls problemlos bis ins Finale. Selbst die<br />
an Position drei eingestufte Lisa Nogossek (SV<br />
Zehlendorfer Wespen) bereitete<br />
Niedens beim 6:2, 6:2-Sieg keine<br />
Schwierigkeiten. Im Endspiel traf Niedens<br />
dann auf Lokalmatadorin und „Favoritenschreck“<br />
Hannah Pieper (TV Frohnau).<br />
Sie bezwang im Viertelfinale erst in einem<br />
an Spannung kaum zu überbietendem engen<br />
Spiel die Nummer zwei gesetzte Emily<br />
Roß (SV Zehlendorfer Wespen) mit 4:6,<br />
6:4, 11:9, bevor Pieper dann in der Vorschlussrunde<br />
mit Anastasia Rutz (Tennis-Club<br />
Heiligensee) die nächste Gesetzte<br />
mit 6:0, 6:3 verabschiedete. Im<br />
Finale erwies sich die topgesetzte<br />
Niedens mit harten Powerschlägen<br />
doch zu stark für Pieper und<br />
beendete mit 6:3, 6:2 den Lauf der<br />
Frohnauerin.<br />
Im 64-er Feld der Junioren spielte sich der an<br />
zwei gesetzte Yannick Heitzeberg (TC 1899<br />
Blau-Weiss) mühelos nach Siegen gegen Malte<br />
Schmidt (TV Frohnau), Jakob Schulz (SV<br />
Zehlendorfer Wespen), Bela Maleu (Hermsdorfer<br />
Sport-Club) und Julius Wolter (TC<br />
1899 Blau-Weiss) ins Finale. Dort traf Heitzeberg<br />
auf seinen an Position drei gesetzten<br />
Vereinskameraden Julius van der Linden. Dessen<br />
Weg ins Finale führte über Siege gegen<br />
Lukas Schenkel (DJK Wittibreut/BTV), Jonas<br />
Fattah und Jill Geelhaar (beide TC Grün-Weiß-<br />
Gold 1919 Tegel), sowie kampflos über Leonhard<br />
Stoll (TC Tiergarten). Im Endspiel erwies<br />
sich Heitzeberg als der konstantere Akteur,<br />
siegte ungefährdet 6:3, 6:2.<br />
Ungesetzte überzeugen<br />
Bei den U16-Juniorinnen gab es lediglich acht<br />
Meldungen. Das sagte aber nichts über die<br />
Qualität des Feldes aus. Die Setzliste wurde<br />
gehörig auf den Kopf gestellt, und so kam<br />
es zum Finale zwischen Ewa Samberger (LTTC<br />
“Rot-Weiß” und Christina Abeln (TC Grün-Weiß<br />
Nikolassee). Während Abeln das Endspiel durch<br />
Zwei-Satz-Siege gegen Luisa Knabe (TV Frohnau)<br />
und ihre Vereinskameradin Magdalena<br />
Hübel erreichte, musste sich Samberger deutlich<br />
mehr strecken. Im Viertel- sowie im Halbfinale<br />
musste sie jeweils über die volle Distanz<br />
gehen. Besonders in der Vorschlussrunde gegen<br />
die Topgesetzte und ein Jahr ältere Friderike<br />
Klein (TC Grün-Weiß Lankwitz) kämpfte<br />
Yannick Heitzeberg<br />
(TC 1899 Blau-Weiss)<br />
siegte im<br />
clubinternen Finale<br />
über Julius van der<br />
Linden<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 57
TVBB Sport<br />
Chistin Laabs (TTC SportForum<br />
Bernau) wurde in der U18 ihrer<br />
Favoritenrolle gerecht<br />
Schlug eindrucksvolle Winner:<br />
Philipp Olsson (TC Grün-Weiß<br />
Nikolassee), Sieger der U18<br />
sich die gebürtige Polin<br />
eindrucksvoll nach im<br />
Tie-Break verlorenem ersten<br />
Satz mit 6:0 im zweiten Satz zurück<br />
und behielt im Match-Tie-Break mit<br />
10:6 die Oberhand. Im Finale begegneten<br />
sich beide Spielerinnen auf<br />
Augenhöhe, waren sich mit ihrem<br />
geradlinigen Grundlinienspiel sehr<br />
ähnlich. Nach anfänglicher Führung<br />
in Satz eins musste Abeln diesen<br />
dann aber doch mit 4:6 abgeben.<br />
Und auch im zweiten Satz konnte<br />
die Nikolasseerin die anfängliche<br />
Führung nicht zum Satzausgleich<br />
nutzen. Somit ging<br />
auch dieser Durchgang 6:3 an<br />
Samberger.<br />
Ganz anders die Endspielpaarung<br />
bei den Junioren. Hier<br />
bestätigten die Favoriten Maximilian<br />
Komm (Nummer eins, TC SCC) und der<br />
erst 14-jährige Lukas Maskow (TC Grün-Weiss<br />
Nikolassee) ihre Setzungen. Während Komm bis<br />
zum Semifinale lediglich sieben Spiele abgab<br />
und auch in diesem gegen Andre<br />
Frid (LTTC “Rot-Weiß”) mühelos<br />
mit 6:1, 6:1 siegte, musste<br />
Maskow wesentlich mehr Kräfte<br />
lassen. Besonders im Halbfinale<br />
verlangte ihm der an vier gesetzte<br />
Yannick Seutz (TC Grün-Weiß<br />
Lankwitz) alles ab, ehe der Nikolasseer<br />
mit 6:4, 4:6, 10:8 den Platz als Sieger<br />
verlassen konnte. Diese Strapazen<br />
waren Maskow dann im Finale allerdings<br />
nicht anzumerken. Er setzte er<br />
sich überraschend deutlich mit 6:2, 6:1<br />
gegen den SCC-er durch.<br />
Laabs wird Favoritenrolle gerecht<br />
In der sogenannten Königsklasse<br />
U18 wurde Christin Laabs (TTC<br />
SportForum Bernau) nach Siegen<br />
gegen Sonja Wind (TC<br />
Grün-Weiss Nikolassee) und<br />
Lina Brandt (TC 1899 Blau-<br />
Weiss) ihrer Favoritenrolle<br />
gerecht. Im Endspiel<br />
traf Laabs aber nicht auf<br />
die an Nummer zwei<br />
gesetzte Anne-Kathrin<br />
Abeln (TC Grün-<br />
Weiss Nikolassee),<br />
sondern<br />
auf Malin Oleen (Berliner Sport-Verein 1892),<br />
die Abeln im Auftaktmatch 6:3, 6:3 bezwungen<br />
hatte, und auch im Halbfinale gegen Katrin<br />
Rietmann (TK Blau-Gold Steglitz) mit 6:1, 6:1 die<br />
Oberhand behielt. Das Finale entwickelte sich<br />
dann zu einem ständigen Hin- und Her in dem<br />
beide Kontrahentinnen abwechselnd die Führung<br />
übernahmen. Schließlich gewann Laabs<br />
aber den ersten Satz mit 6:4 und ging danach<br />
4:1 in Führung. Aber Oleen fand mit ihrem ungebremsten<br />
Kampfgeist zurück ins Match, verkürzte<br />
zum 3:3. Danach gelangen Laabs drei<br />
Spielgewinne. Sie sicherte sich verdient mit 6:3<br />
den zweiten Satz - Turniersieg.<br />
Von den Junioren wurden die Zuschauer besonders<br />
im Finale mit spektakulärem und mitreißendem<br />
Tennis belohnt. Gegenüber standen<br />
sich die Vereinskameraden vom TC Grün-Weiss<br />
Nikolassee, Joshua Kugel, und der an zwei gesetzte<br />
Philipp Olsson. In ihren beiden Halbfinalspielen<br />
blieben Kugel und Olsson jeweils ohne<br />
Satzverlust. Kugel schickte mit druckvollem, offensiven<br />
Spiel die Nummer drei der Setzliste,<br />
Lokalmatador Leon Czarnikau, mit 6:4, 6:3 vorzeitig<br />
nach Hause. Olsson bezwang Philipp Pavlenko<br />
(Nummer vier, TK Blau-Gold Steglitz) mit<br />
6:3, 6:1. Im Endspiel zeigten beide Finalisten<br />
dann von Beginn an ihr Können. Die Zuschauer<br />
sahen lange Grundlinienduelle, die meistens zu<br />
Gunsten von Olsson ausgingen. Er gewann Satz<br />
eins überlegen 6:2.<br />
Auch im zweiten Satz sah nach einer schnellen<br />
3:0-Führung alles nach einem klaren Zwei-Satz-<br />
Sieg für den an zwei gesetzten Olsson aus. Besonders<br />
die fünf Spielverluste nacheinander<br />
zerrten an den Nerven von Kugel. Dennoch gab<br />
dieser nicht auf und verkürzte zwischenzeitlich<br />
zum 1:3. Doch gerade als Kugel wieder Morgenluft<br />
schnupperte, antwortete Olsson mit einem<br />
eindrucksvollen Winner auf einen überragend<br />
gespielten Stoppball von Kugel. Olsson schlug<br />
danach seinem Mannschaftskameraden noch<br />
eine krachende Vorhand um die Ohren und<br />
zog wie schon im ersten Satz auf 4:1 davon. Die<br />
langen und kräftezehrenden Ballwechsel hatten<br />
Spuren bei Olsson hinterlassen. Seine rechte<br />
Schlaghand schmerzte. Bei 4:2 musste er eine<br />
Verletzungspause nehmen. Kugel versuchte<br />
zwar das Handicap seines Gegners auszunutzen,<br />
doch Olsson beeindruckte weiter mit seinem<br />
souveränen Auftreten und seinem vorausschauenden<br />
Spiel. Er brachte das Match mit<br />
6:2 nach Hause. „Joshua und ich kennen uns<br />
sehr gut vom Training. Mir ist es besser gelungen,<br />
meine Taktik umzusetzen“, freute sich der<br />
Sieger.<br />
Die Turnierleitung, sie bestand wie im Vorjahr<br />
aus dem Jugendwarte-Team, dankte allen Beteiligten<br />
für die tatkräftige Unterstützung, besonders<br />
für das unermüdliche „Beackern“ und<br />
Trocknen der Plätze. Einhelliges Urteil der Teilnehmer:<br />
Wir freuen uns auf das Turnier 2018.<br />
Linda Fritschken,<br />
Fotos: Andreas Springer<br />
58<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TVBB Sport<br />
Gast Rudi Molleker (l.), Meister Theo Oeltermann (TC Weiße Bären Wannsee), Finalist<br />
Benotto Schmidt (TC Orange-Weiß Friedrichshagen), Dritter Johannis-Vincent Rimkus<br />
(SV Zehlendorfer Wespen), Halbfinalist Ferdinand Witting (TV Frohnau)<br />
Finalist Yannick Worring (l., LTTC “Rot-Weiß), Drittplatzierte Malina Exner (SV<br />
Zehlendorfer Wespen), Meisterin Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) und<br />
Katharina Winkler (TC SCC) freuten sich über die Gratulationen und Preise<br />
BTC Gropiusstadt: Midcourt-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />
Zhenikhova und Oeltermann<br />
gewinnen die begehrten Titel<br />
Die Midcourt-Verbandsmeisterschaften<br />
wurden in ihrer dritten<br />
Auflage am 26. und 27. Mai in der<br />
Altersklasse U9 auf der Anlage des<br />
BTC Gropiusstadt ausgetragen. Am<br />
Finaltag freuten sich die Teilnehmer<br />
über einen besonderen Gast.<br />
49 Kids kämpften im Dreiviertel-Feld mit<br />
orangenen Bällen, die 50 Prozent druckreduziert<br />
sind. Am ersten Turniertag wurde in Gruppen<br />
jeder gegen jeden gespielt. Aber nicht nur<br />
die Gruppensieger und einige Zweite durften<br />
sich über das Erreichen der Endrunde freuen,<br />
auch für alle anderen Teilnehmer ging es am<br />
zweiten Turniertag in zahlreichen Nebenrunden<br />
weiter. So kamen alle auf ihre Kosten und konnten<br />
sich mehrmals mit ähnlich starken Gegnern<br />
messen.<br />
Favoriten siegen<br />
Bei den Mädchen konnten sich die Favoriten<br />
durchsetzen. Alle vier gesetzten Spielerinnen<br />
gewannen in ihrer Gruppe ohne Satzverlust.<br />
Auch die Viertelfinalspiele liefen deutlich für die<br />
Gesetzten, einzig Yannick Worring (LTTC „Rot-<br />
Weiß“) musste gegen Leni Hefer (TC SCC) in den<br />
Match-Tie-Break.<br />
Im kleinen Finale um Platz drei gewann Malina<br />
Exner (SV Zehlendorfer Wespen) gegen Katharina<br />
Winkler (TC SCC). Den Titel sicherte sich<br />
die an eins gesetzte Sonja Zhenikhova (TK Blau-<br />
Gold Steglitz) mit 4:1, 4:1 gegen Yannick Worring<br />
.<br />
Auch bei den Jungen konnte sich der Top-Gesetzte<br />
Theo Oeltermann (TC Weiße Bären Wannsee)<br />
mit 4:1, 5:3 gegen Benotto Schmidt (TC<br />
Orange-Weiß Friedrichshagen) durchsetzen.<br />
Dritter wurde Johannis-Vincent Rimkus (SV Zehlendorfer<br />
Wespen) mit einem 5:3, 5:4(4) gegen<br />
Ferdinand Witting (SV Frohnau). Hier ging es<br />
auch schon in den Runden zuvor spannend zu:<br />
Theo konnte sein Halbfinale gegen Johannis-<br />
Vincent erst im Match-Tie-Break für sich entscheiden<br />
und auch Ferdinand und Johannis-<br />
Vincent hatten sich in ihren Viertelfinalspielen<br />
gegen Cassian Zils (TC SCC) und Felix Triquart<br />
(SV Zehlendorfer Wespen) erst in der „Verlängerung“<br />
den Sieg erkämpft.<br />
Neben den TVBB-Verbandstrainern Barbara Ritter<br />
und Jan Sierleja, die den Nachwuchs beobachteten,<br />
schaute auch die größte deutsche<br />
Tennishoffnung, der 16-jährige Rudolf Molleker<br />
(LTTC „Rot-Weiß“, aktuell Zehnter der U18-<br />
Weltrangliste), am Endspieltag vorbei. Für viele<br />
Kids ist er ein Idol, dem sie nacheifern wollen.<br />
Gemeinsam mit TVBB-Verbandsjugendwart Roland<br />
Goering gratulierte er den Besten bei der<br />
Siegerehrung. Rudi war gerade vom Jugend-<br />
Weltranglisten Turnier aus Mailand zurückgekommen,<br />
um sich in seiner Heimatstadt auf die<br />
Junior-French Open und die großen Weltranglistenturniere<br />
in Offenbach und die Allianz Kundler<br />
German Juniors beim LTTC „Rot-Weiß“ vorzubereiten.<br />
Kids und Eltern freuten sich über den<br />
besonderen Gast am Finaltag.<br />
Auch der TVBB-Kooperationspartner Hauptstadtsport.tv<br />
war vor Ort und produzierte ein<br />
schönes Video vom Turnier. Es ist auf Youtube,<br />
Facebook und der TVBB-Homepage zu sehen.<br />
Turnierleiter Roland Goering dankte den vielen<br />
Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung<br />
beigetragen haben. Neben der gastronomischen<br />
Betreuung waren die meisten davon<br />
am Platzrand als „Stand-by-Schiedsrichter“ im<br />
Einsatz. Neben Spielansetzungen und Ergebniseintragungen<br />
hatten diese selten mit Kindern<br />
zu tun, die sich verzählten oder geschlagene<br />
Bälle falsch beurteilten. Wenn es Probleme und<br />
Diskussionen gab, dann leider meist mit denjenigen,<br />
die eigentlich außer Anfeuerungen und<br />
positiver Unterstützung keinen Job bei den<br />
Spielen der Kids hatten: die Eltern. Wir hoffen,<br />
dass mit zunehmender Turnierroutine auch die<br />
Eltern ihre Aufgabe am Rande des Tennisplatzes<br />
besser verstehen, sich nicht einmischen. Denn<br />
die Kids regeln den Matchablauf schon sehr gut<br />
allein.<br />
Für 2018 hoffen die Veranstalter auf noch mehr<br />
Teilnehmer. Sie ermutigen alle Trainer und Vereine,<br />
ihre Schützlinge zu melden. Auch wenn es<br />
eine Verbandsmeisterschaft ist, durch den Modus<br />
mit Gruppenspielen und vielen Nebenrunden<br />
kommt jeder auf seine Kosten und auch<br />
diejenigen, die (noch) nicht um den Titel mitspielen<br />
können, bekommen viel Matchpraxis.<br />
Text und Fotos: Roland Goering, Verbandsjugendwart<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 59
TVBB Sport<br />
Alle Platzierten v.l.: Theo Oeltermann, Diego Dedura-Palomero, Friedrich Stoll, Carl Radtke, Zora König, Sonja Zhenikova, Nastasija Nesterovic und Malina Exner<br />
TC Lichterfelde 77:<br />
32. Jüngstenturnier – Verbandsmeisterschaft des TVBB in den AK U9, U10 und U10 auf Großfeld<br />
Nesterovic siegt erneut, Radtke zurück auf dem Thron<br />
Das Jüngstenturnier des TVBB wurde auch in diesem Jahr durch das erfahrene<br />
Team um Turnierleiter Bernd Lutz-Dettmer und Oberschiedsrichter<br />
Tobias Fuchs beim TC Lichterfelde 77 ausgetragen. Unter den 119 Teilnehmern<br />
aus 40 Vereinen waren einige Bekannte. In spannenden Spielen wurden<br />
die vier neuen VerbandsmeisterInnen in der U9 und U10 auf Großfeld<br />
mit Stage 1-Bällen ermittelt.<br />
Die sintflutartigen Regenfälle an den Tagen vor<br />
Turnierbeginn erzwangen eine eintägige Verzögerung<br />
des Turnierstarts, die jedoch wieder aufgeholt<br />
werden konnte.<br />
U9: Zhenikhova und Dedura-<br />
Palomero erfolgreich<br />
In der Konkurrenz U9 der Mädchen trafen im Finale<br />
die an eins gesetzte Sonja Zhenikhova (TK<br />
Blau-Gold Steglitz) und die Nummer zwei der<br />
Setzliste Malina Exner (SV Zehlendorfer Wespen)<br />
aufeinander. Sonja, die im Mai Verbandsmeisterin<br />
auf dem Midcourt geworden war, konnte<br />
sich mit einem deutlichen 6:2, 6:2 durchsetzen.<br />
Im vergangenen Jahr noch war sie im Achtelfinale<br />
ausgeschieden. Sonja freute sich über den<br />
Erfolg bei ihrer dritte Teilnahme am Jüngstenturnier.<br />
Es ist ihr erster Titel von Lichterfelde.<br />
2018 will sie wiederkommen, und versuchen,<br />
dann den Erfolg in der U10 zu wiederholen.<br />
Malina Exner, Dritte der Midcourt-Meisterschaft,<br />
schaffte es bei ihrem ersten Jüngstenturnier<br />
gleich ins Finale.<br />
Im Finale der U9 der Jungen trafen Titelverteidiger<br />
Diego Dedura-Palomero (BFC Alemannia<br />
1890) und Midcourtmeister Theo Oeltermann<br />
(TC Weiße Bären Wannsee) aufeinander. Diego<br />
konnte sich mit 6:4, 6:3 durchsetzen und durfte<br />
den Pokal ein zweites Mal mit nach Hause nehmen.<br />
2018 wird er dann in der U10 starten und<br />
hofft auf den „Hattrick“.<br />
U10: König ohne Chance<br />
Bei den Mädchen der U10 trafen zwei alte Bekannte<br />
aufeinander: Nastasija Nesterovic (Grunewald<br />
TC) und Zora König (SV Zehlendorfer<br />
Wespen) bestritten vor einem Jahr ein spannendes<br />
und knappes Finale in der U9. Auch in<br />
diesem Jahr standen sie sich im Endspiel gegenüber.<br />
In Satz eins hielt Zora König beim 4:6<br />
noch gut mit. Im zweiten ging sie dann 0:6 unter.<br />
Nastasija Nesterovic wurde wieder Jüngsten-Verbandsmeisterin.<br />
Carl Radtke (LTTC `Rot-<br />
Weiss`Berlin), der im Vorjahr überraschender<br />
Weise in der U9 nur Zweiter wurde, stand erwartungsgemäß<br />
im Finale der U10 und setzte sich<br />
in drei Sätzen 3:6, 6:2, 6:0 gegen Friedrich Stoll<br />
(TC Tiergarten) durch.<br />
<strong>2017</strong> waren die Setzungen sehr genau. In jedem<br />
Finale trafen die beiden Favoriten aufeinander.<br />
Für die einzige große Überraschung sorgte in<br />
der U10 der Jungen der an drei gesetzte Stefan<br />
Fricke (SC Victoria Pankow). Er schied im Achtelfinale<br />
gegen den an acht gesetzten Andrey<br />
Gorodezki (Grunewald TC) aus, der dann in der<br />
nächsten Runde von dem ungesetzten Maximilian<br />
Holtz (TC Grün-Weiss Nikolassee) mit einem<br />
deutlichen 6:2, 6:1 aus dem Turnier gekegelt<br />
wurde.<br />
Großer Dank gilt den Organisatoren dieses tollen<br />
Turniers Bernd Lutz-Dettmer, Katrin Moritz<br />
und Diana Recknagel vom TC Lichterfelde 77.<br />
Sie umschifften mit Geduld Verbandsspieltermine<br />
und anderweitige Verpflichtungen der Spieler<br />
und Eltern, hielten so den Terminplan des<br />
Turniers strikt ein. Des Weiteren danke ich den<br />
Verbandstrainern Barbara Ritter und Jan Peer<br />
Sierleja, die wieder auf der Suche nach jungen<br />
Talenten, jeden Tag auf der Anlage waren. Nicht<br />
zuletzt gilt ein herzliches Dankeschön ebenso<br />
den Oberschiedsrichtern Hartmut Kneiseler und<br />
Tobias Fuchs. Ihre umfassende Regelkunde ermöglichte<br />
einen exakten Ablauf, so dass die Kinder<br />
sich auch bei diesem Turnier an die vorgeschriebenen<br />
Regularien gewöhnen konnten.<br />
Sarah von Westarp, Jüngstenreferentin des TVBB,<br />
Foto: Andreas Springer<br />
60<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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LTTC “Rot-Weiß”, Kids Cup <strong>2017</strong><br />
Punkten für das Masters<br />
TVBB Sport<br />
Die beiden Turniere im Juni, eingestuft in die Kategorie J-4, auf der Anlage des LTTC “Rot-Weiß” waren mit 82 und<br />
105 Meldungen der jüngsten Turnierspieler wieder gut besucht. Sogar Spieler aus Sachsen und Rheinland-Pfalz<br />
waren angereist. Leider mussten beim ersten Turnier viele Matches wegen Dauerregens in die Halle verlegt werden.<br />
Doch Turnierleiter Jan Wever umschiffte diese Klippe mit viel Übersicht.<br />
Gespielt wird seit diesem Jahr nach einem leicht<br />
geänderten Spielmodus in den Altersklassen<br />
U8, U10, U11 und U12.<br />
So werden die U8 und U10 ausgetragen: Zuerst<br />
gibt es Gruppenspiele, so dass jedes Kind<br />
an mindestens zwei Spielen teilnimmt. Es werden<br />
zwei Gewinnsätze bis vier gespielt, mit der<br />
No Ad Regel (kein Vorteil) und ein eventuell erforderlicher<br />
dritter Satz wird als Match-Tie-Break<br />
ausgetragen, Ad-Regel.<br />
In den AK U11 und U12 wird in 16-er Feldern<br />
(mit Nebenrunden) gekämpft. Es wird um zwei<br />
Gewinnsätze bis 6 gespielt, bei 6:6 wird ein Tie-<br />
Break bis 7 angewendet. Ein dritter Satz wird als<br />
Match-Tie-Break ausgetragen.<br />
1. Turnier (4. und 5. Juni)<br />
U8: Filo Wüst überrascht Kevin Fricke<br />
Neun Jungen und sechs Mädchen griffen zu altersgerechten<br />
Schlägern, spielten die Gruppenbesten<br />
aus. Einige junge Akteure fielen schon<br />
durch recht gute Technik auf, darunter Kevin Fricke<br />
(TC Victoria Pankow) und Filo Wüst (Berliner<br />
Hockey Club). Die beiden machten den Sieg unter<br />
sich aus. Wüst behielt mit 6:0 Matchpunkten<br />
eine weiße Weste. Er besiegte Fricke (4:2 Matchpunkte)<br />
unerwartet klar 4:1, 4:2.<br />
Bei den Mädchen setzte sich Julia Hoffmann<br />
vom Gastgeberclub “LTTC “Rot-Weiß” durch. Allerdings<br />
musste sie gegen Henriette Pollesche<br />
(Zehlendorfer TuS von 1888) hart kämpfen.<br />
Ehe sie sich versah, war Satz eins mit 0:4 vorbei.<br />
Dann drehte sie auf, holte sich mit umgekehrtem<br />
Resultat Durchgang zwei - Entscheidung im<br />
Match-Tie-Break. Die “Rot-Weiße” gewann ihn<br />
sicher mit 10:2 - Turniersieg.<br />
U10: Sieg für älteren Fricke-Bruder<br />
Bei den Mädchen gab es im Finale ein rot-weißes<br />
Club-Duell. In diesem zu Beginn ausgeglichenen,<br />
spannenden Match setzte sich Alissa<br />
Schweikard gegen Yannick Worring mit 4:3, 4:1<br />
verdient durch.<br />
Stefan Fricke (VfK) revanchierte sich im Finale<br />
der Jungen für die Niederlage seines Bruders<br />
in der jüngeren AK - Familienehre gerettet. Im<br />
achtköpfigen Hauptfeld, den Besten der Qualifikationsgruppen,<br />
musste er zuerst gegen Andrey<br />
Gorodezki (Grunewald TC) antreten, warf<br />
ihn mit 4:2, 4:2 aus dem Turnier. Im Halbfinale<br />
setzte er sich gegen Luca Schiller (LTTC “Rot-<br />
Weiß”) dank seiner guten Spielübersicht 4:3, 4:1<br />
durch. Sein Finalkonkurrent: Friedrich Hiebel (TC<br />
Blau-Gelb Bad Lausick/STV), der zuvor in einem<br />
ansehenswerten Match Felix Hingst (LTTC “Rot-<br />
Weiss”) 0:4, 4:3, nach Satzgleichstand im Match-<br />
Tie-Break 10:5 bezwungen hatte. Im Finale traf<br />
er auf Alexander Valle Zarate ((TC Victoria Pankow),<br />
der zuvor Jan-Niklas Buchwald (TC Grün-<br />
Weiß Lankwitz) 4:2, 4:2 ausgeschaltet hatte. Das<br />
Endspiel war kampfbetont, bot beim engen 4:3,<br />
4:3 für Stefan Fricke gutes Tennis.<br />
U11-Sieger Carl Radtke (LTTC "Rot-Weiß") ist ein Kandidat für den Masters-Sieg<br />
U11: Maria Brederlow macht es spannend<br />
Maria Victoria Brederlow (BTTC Grün-Gold) war<br />
mit einem 7:5, 6:2 gegen Zora Moaye Koffi (BSV<br />
92) ins Halbfinale gekommen. Dort gelang ihr<br />
mit 6:0, 6:0 in einer einseitigen Partie das “Idealergebnis”<br />
(auch “Brille” genannt) gegen Katharina<br />
Koopmann (VfK).<br />
Im Endspiel wartete Anouk van Riesen (TC 1899<br />
Blau-Weiss). Sie hatte zuvor nach anfänglicher<br />
Dominanz beim 6:1, 7:5 gegen “Platzherrin” Alice<br />
De L’or zum Schluss noch kämpfen müssen.<br />
Das Finale ging über die volle Distanz bis zum<br />
“Elfmeterschießen”. Van Riesen hatte Satz eins<br />
im Tie-Break 7:6 gewonnen, dann Durchgang<br />
zwei mit 2:6 abgegeben. Im Match-Tie-Break<br />
zeigte sie Nerven, verschlug zu viele Bälle. Die<br />
Quittung: 10:6-Sieg für Brederlow.<br />
Carl Radtke, wer sonst? Diese Frage stellte sich<br />
bei den Jungen. Auf der Setzliste war Carl, der<br />
2007 geboren ist, die Nummer zwei. Als Favorit<br />
galt der ein Jahr ältere Gregor Heinemann (TC<br />
Grün-Weiß Nikolassee). Beide erreichten auch<br />
das Finale. Heinemann nach Siegen über Magnus<br />
Meyer (VfK, 6:3, 6:4) und Marc Weismann<br />
(LTTC “Rot-Weiß”, 6:0, 6:2).<br />
Im Finale war Carl Radtke durch seinen Spielwitz<br />
und Spielintelligenz und seine guten Aufschläge<br />
der dominierende Spieler. Er siegte zu recht<br />
6:3, 6:4, stockte sein Punktekonto für das Masters<br />
weiter auf.<br />
U12: Eine kleine Spielerin trumpft auf<br />
In ihren drei Matches bis zum Sieg gab die kleine<br />
Amelie Warring (LTTC “Rot-Weiß”) nur drei<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 61
TVBB Sport<br />
Spiele ab. Das schaffte keine andere Spielerin,<br />
und bezeugt das Talent von Warring. Sie bezwang<br />
Chiara-Marie Wippert (Grunewald TC,<br />
6:1, 6:0) und im Halbfinale Natella Sardarov (TK<br />
Blau-Gold Steglitz) souverän 6:0, 6:0.<br />
Im Finale wartete Paulina Ulmer (TC SCC). Auf<br />
ihrem Weg ins Endspiel war sie der vom TC Rot-<br />
Weiss Kaiserslautern/Rheinland-Pfalz angereisten<br />
Emilia Zink (6:1, 6:0) und mit einiger Anstrengung<br />
Luysiane Hanna Spengler-Engel mit<br />
6:1, 3:6, 10:4 überlegen. Das Endspiel hatte Warring<br />
immer in der Hand, sie siegte überlegen<br />
6:0, 6:2.<br />
In der Jungenkonkurrenz kam es im Finale<br />
zum Aufeinandertreffen der beiden topgesetzten<br />
Spieler Lennert Jürgensen (Nr. 1, LTTC “Rot-<br />
Weiß”) und Louis Liebenthron (Nr. 2, TC Lichterfelde<br />
77). Jürgensen hatte im Semifinale den<br />
Leipziger Marek Wagner (TC RC Sport Leipzig)<br />
glatt 6:0. 6.2 bezwungen, Liebenthron kam ohne<br />
Spiel weiter, weil Artem Lyapshin (Nr. 3, Grunewald<br />
TC) nicht antreten konnte. Das Finale endete<br />
6:4, 6:0 für den Lichterfelder.<br />
2. Turnier (24. und 25. Juni)<br />
Viele der jungen Spieler hatten hatten es nach<br />
Matchende eilig, um ins Steffi-Graf-Stadion zu<br />
kommen. Dort liefen Halbfinals und Endspiele<br />
der Allianz Kundler German Juniors, bei denen<br />
viele Weltstars von morgen den Schläger<br />
schwangen.<br />
U8: Kevin Fricke - alle Matches zu null<br />
Marie Jolie Persike (TC Rot-Weiß Seeburg) war<br />
ohne Satzverlust ins Hauptfeld eingezogen.<br />
Dort schlug sie Elisabeth Valkozcy (LTTC “Rot-<br />
Weiß”) 4:0, 4:1 und stand im Endspiel. Dort war<br />
Juli Hoffmann (LTTC “Rot-Weiß”) ihr Gegnerin,<br />
die Katharina Reichert (TK Blau-Gold Steglitz)<br />
4:3, 4:1 ausgebootet hatte. Im Finale war Persike<br />
mit 4:0, 4:1 überlegene Siegerin.<br />
Die zu null-Ergebnisse von Kevin Fricke (TC Victoria<br />
Pankow) kamen auch zustande, weil in den<br />
Gruppenspielen zwei seiner Gegner nicht antraten,<br />
er so kampflos zu 4:0 Matchpunkten und<br />
ohne Matches ins Hauptfeld kam. Doch er spielte<br />
weiter zu null - gegen Malte Talasi (LTTC “Rot-<br />
Weiß”) und auch im Finale gegen Luca Bergmann<br />
((SV Zehlendorfer Wespen) hieß es jeweils<br />
zweimal 4:0 für den Youngster. Ihm konnte an<br />
diesen zwei Tagen keiner Paroli bieten.<br />
U10: Zweiter Persike-Sieg<br />
Anna Persike (TC Rot-Weiß Seeburg) wollte ihrer<br />
jüngeren Schwester, die in der U8 erfolgreich<br />
aufschlug, nicht nachstehen. Sie schlug<br />
im Hauptfeld Mila Nerlich (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
deutlich mit 4:0, 4:1. Im Finale war Elisabeth<br />
Radtke (LTTC “Rot-Weiß”), die Schwester von<br />
Carl, ihre Gegnerin. Anna Persike war ihr beim<br />
4:0, 4:0 überlegen - Doppelerfolg der Persikes<br />
über den sich der Vater besonders freute.<br />
Für die Jungen-Konkurrenz hatten 21 Teilnehmer<br />
gemeldet, ein stattliches Feld. In sieben<br />
Gruppen wurde der jeweils beste Spieler für<br />
das Hauptfeld ermittelt. Mit dabei: Stefan Fricke<br />
(TC Victoria Pankow), der sich zum Dauersieger<br />
entwickelt. Er besiegte Karan Misra (LTTC<br />
“Rot-Weiß”) 4:1, 4:0. Frickes Finalgegner Benetto<br />
Schmidt (TC Orange-Weiß Friedrichshagen) hatte<br />
Alexander Valle Zarate (TC Victoria Pankow)<br />
souverän mit 4:2, 4:1 aus dem Turnier genommen.<br />
Auch im Finale bot er viele Proben seines<br />
Talents. Satz eins verlor Schmidt 1:4, holte sich<br />
den zweiten mit gleichem Resultat. Auch der<br />
Match-Tie-Break war eng. Erst zum Ende konnte<br />
Fricke die siegbringenden Winner zum10:7<br />
schlagen.<br />
Joshua Ledermann (TC 1899 Blau-Weiss), Dauerkonkurrent von Carl Radtke, sammele als Finalist auch Punkte<br />
für das Masters<br />
U11: Wieder siegt Carl Radtke<br />
Anouk van Riesen (TC 1899 Blau-Weiss) hatte<br />
sich Siegeschancen ausgerechnet. Doch die<br />
machte Helene Sommer (TV Machern Grün-<br />
Weiß/STV) im Halbfinale zunichte. Die Berlinerin<br />
musste sich mit 2:6, 5:7 geschlagen geben.<br />
Im Finale stand der Juniorin aus Sachsen Andra<br />
Braicu (TC SCC) gegenüber. Sie hatte im Halbfinale<br />
nach einem 4:6, 6:2 erst im Match-Tie-Break<br />
mit 10:7 über Sophia Wolf (SPOK) gesiegt. Auch<br />
das spannende Finale ging in die Verlängerung.<br />
Braicu sicherte sich mit einem umkämpften 6:2,<br />
5:7, 10:8 knapp den Turniersieg.<br />
Bei den Jungen triumphierte unbedrängt Carl<br />
Radtke vom Gastgeber-Club “Rot-Weiß”. Im Semifinale<br />
konnte sein Gegner Gregor Heinemann<br />
(TC Grün-Weiß Nikolassee) wegen einer Verletzung<br />
nicht antreten. Sein Finalgegner: Dauerrivale<br />
Joshua Ledermann (TC 1899 Blau-Weiss).<br />
Er musste beim eindeutigen 1:6, 1:6 die Überlegenheit<br />
von Carl Radtke anerkennen.<br />
U12: Zwei Schwestern in einem Feld<br />
Geschwister sind beim Kids Cup keine Seltenheit.<br />
Aber spielstarke Schwestern in einer Konkurrenz?<br />
Das gibt es selten, vielleicht nur beim<br />
Kids Cup.<br />
Maria und Anna Fijalkowska (beide Grunewald<br />
TC) hatten Chancen, ins Finale zu kommen. Maria<br />
schaffte es auch. Zuvor hatte sie in der Vorschlussrunde<br />
Jolina Meyer (TC BSC Süd 05 Brandenburg,<br />
6:2, 6:0) das Bag packen lassen. Colina<br />
Malazszak (SV Berliner Bären) verwehrte das Anna<br />
Fijalkowska das Endspiel durch ihren schwer<br />
errungenen 5:7, 6:4, 10:3-Erfolg. Endspiel: Maria<br />
Fijalkowska vs Malazszak. Maria siegte sicher<br />
mit 6:2, 6:2.<br />
Bei den Jungen schlug der dritte Spross aus der<br />
Seeburger Persike-Familie auf. Er spielte sich ins<br />
Halbfinale, wo er Gabriel Linovic ((TC Rot-Gold<br />
Rehberge) 4:6, 1:6 unterlag. So kam es zum vereinsinternen<br />
Finale gegen Daniel Podoprigora.<br />
Linovic war der aktivere, spielbestimmende Akteur,<br />
gewann 6:3, 6:2.<br />
Turnierleiter Markus Zoecke: “Wir haben viel gutes<br />
Tennis erlebt. Erstaunlich, wie gut sich manche<br />
Kids entwickeln. Ich rate ihnen, fleißig weiter<br />
zu trainieren und freue mich, die Besten beim<br />
Masters Anfang September wiederzusehen.”<br />
Das Kids Cup Masters findet am 2. und 3. September<br />
beim LTTC “Rot-Weiß” statt.<br />
Bernd Prawitz<br />
Fotos: Claudio Gärtner<br />
62<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
TC Lichtenrade. 1. TCL-Junior-Cup<br />
Starke Resonanz, guter Sport<br />
Vom 22.04.-24.04.<strong>2017</strong> startete<br />
beim TC Lichtenrade der 1. TCL-Junior-Cup<br />
in der Altersklasse U 14. Die<br />
Nachfrage war mit über 80 Anmeldungen<br />
sehr groß. Das die Felder<br />
beim Einzel auf jeweils 18 Spieler/<br />
innen begrenzt waren, konnten jedoch<br />
leider nicht alle Jugendlichen<br />
teilnehmen. Am Samstag erfolgten<br />
die Gruppenspiele und am Sonntag<br />
und Montag die Finalrunden.<br />
Junioren-Einzel : Die Finalisten Moritz Kettner,<br />
Yannick Heitzeberg<br />
Juniorinnen-Einzel : Klara Maciejewska, Heino Henke<br />
(1. Vorsitzender des TC Lichtenrade), Lisa Nogossek<br />
TVBB Sport<br />
Junioren-Doppel: Michael Agwi, Moritz Kettner, Max<br />
Lammers, Maximilan Sperling<br />
Juniorinnen-Doppel: Felicia Strauchmann / Cristina<br />
Schaale und Maria Fijalkowska / Anna Fijalkowska<br />
Trotz sehr wechselhaften Wetters bekamen die<br />
Zuschauer an allen Tagen U14-Spitzentennis geboten.<br />
Bei den Juniorinnen gewann im Einzel<br />
die polnische Spielerin Klara Maciejewska gegen<br />
Lisa Nogossek (Zehlendorfer Wespen) mit<br />
6:0 und 6:4. Beide hatten zuvor im Halbfinale<br />
sehr spannende und hochklassige Spiele absolviert.<br />
Klara Maciejewska siegte hierbei gegen<br />
Julia Zhu (Verein für Körperkultur) und Lisa Nogossek<br />
setzte sich gegen Lykke Bertelsen aus<br />
Dänemark durch.<br />
Bei den U14-Junioren kam es zu einem rein<br />
blau-weißen Berliner Finale. Dabei siegte Yannik<br />
Heitzeberg gegen Moritz Kettner knapp mit<br />
7:6 und 7:5. Beide zeigten ein für diese Altersklasse<br />
starkes Tennisspiel. Im Halbfinale hatten<br />
Michael Agwi (TK Blau-Gold Steglitz) und Julius<br />
van der Linden (TC Blau-Weiss Berlin) das<br />
Nachsehen.<br />
Als momentan einziges Jugend-Ranglistenturnier<br />
in Berlin-Brandenburg boten wir auch<br />
Doppel-Konkurrenzen an. Diese Wettbewerbe<br />
wurden bei der Premiere ebenfalls sehr gut<br />
angenommen.<br />
Bei den Junioren gewannen im Finale Michael<br />
Agwi/Moritz Kettner gegen Maximilian Sperling/Max<br />
Lammers (LTTC Rot-Weiß Berlin). In<br />
den sehr spannenden Halbfinal-Spielen schieden<br />
Yannick Heitzeberg/Julius van der Linden<br />
(TC Blau-Weiß Berlin) und Artur Ivanenko/Felix<br />
Zabel (TK Blau-Gold Steglitz/TC SCC Berlin) aus.<br />
Das Juniorinnen-Finale gewannen Cristina<br />
Schaale/Felicia Strauchmann (TC SCC Berlin) gegen<br />
Anna Fijalkowska/Maria Fijalkowska (Grunewald<br />
TC), die sich zuvor im Halbfinale gegen<br />
Lisa Nogossek/Deborah Vogler (Zehlendorfer<br />
Wespen) bzw. Nathalie Voigt/Anastasia Valle Zarate<br />
(TC Grün-Weiß Lankwitz/Hermsdorfer SC)<br />
durchgesetzt hatten.<br />
Aufgrund der großen Nachfrage und der positiven<br />
Feedbacks sind in der Zukunft weitere Jugendturniere<br />
auch in den Altersklassen U12 und<br />
U16 geplant.<br />
Fabian Schimmelpfennig, Dirk Struck, Turnierleitung,<br />
Fotos: Dirk Struck<br />
Anzeige<br />
Ein gutes Match<br />
hat zwei Gewinner.<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 63
TVBB Sport<br />
U10: Jamie Stimming (l.), Benjamin Rosen, Florian Demnick, Johann Wenslau,<br />
Jannis Wennrich<br />
U14: Nils Bohnsack (l.), Tommy-Lee Bresch, Sebastian Manz, Felix Pogodda,<br />
Dominick Maaß<br />
Nord-Brandenburg, TC BSC Süd 05 Brandenburg: Jugend-Regionalmeisterschaften<br />
Schönes Turnier mit einem Wermutstropfen<br />
Wie in den Vorjahren war der TC BSC<br />
Süd 05 Brandenburg Gastgeber für<br />
die Kinder und Jugendlichen der<br />
Region Nord-Brandenburg zur Ermittlung<br />
ihrer Meister. Da vorab<br />
versäumt wurde, rechtzeitig den<br />
Termin für die Regionalmeisterschaften<br />
zu blocken, war wegen<br />
zeitgleicher Verbandsspiele die Beteiligung<br />
aus den 21 Vereinen leider<br />
mehr als übersichtlich. Mit wenigen<br />
kurzen Regen-Unterbrechungen<br />
konnten die Spiele um die begehrten<br />
Pokale zügig absolviert werden.<br />
U10: Jannis ist Midcourt-Meister<br />
Die Jungen der U10 ermittelten ihre Sieger und<br />
Platzierten im Midcourt. Nachdem in zwei Gruppen<br />
in einer Vorrunde gespielt wurde, ging es in<br />
die Spiele um die Platzierungen.<br />
Für das Finale hatten sich Jannis Wennrich und<br />
Johann Wenslau vom gastgebenden TC BSC Süd<br />
05 qualifiziert. Jannis agierte im ersten Satz nahezu<br />
fehlerfrei und konnte diesen 4:0 für sich<br />
entscheiden. Im zweiten Satz fand Johann deutlich<br />
besser in sein Spiel und konnte diesen 4:3<br />
gewinnen. Also musste der Match-Tie-Break<br />
über Sieg oder Niederlage entscheiden. Am Ende<br />
hatte Jannis das Quäntchen Glück auf seiner<br />
Seite und konnte mit 10:8 Punkten den Sieg für<br />
sich verbuchen.<br />
Im Spiel um Platz drei und vier standen sich Florian<br />
Demnick vom Gastgeber und Benjamin Rosen<br />
vom Brandenburger Tennisverein BSRK gegenüber.<br />
Auch hier konnte jeder Spieler einen<br />
Satz für sich entscheiden, so dass wiederum<br />
der Match-Tie-Break die Entscheidung bringen<br />
musste. Das bessere Ende hatte Florian Demnick<br />
mit 10:5 Punkten und durfte sich somit über<br />
den Bronzepokal freuen.<br />
U12: Bei den Jungen dominierte<br />
der Gastgeber<br />
Bei den Mädchen der U12 konnte Lana Reinicke<br />
vom TV Rathenow ihrer Favoritenrolle diesmal<br />
nicht gerecht werden. Nele Pogodda vom<br />
TC Wusterhausen konnte sie mit 6:4 und 6:4<br />
im Halbfinale besiegen. Im zweiten Halbfinale<br />
sorgte Josephine Bunk vom TC BSC Süd 05 für<br />
die zweite Überraschung mit ihrem deutlichen<br />
Sieg von 6:3 und 6:1 über Laurena Maaß vom TV<br />
Rathenow. In einem spannenden Finale konnte<br />
zunächst Nele mit druckvollen Bällen Josephine<br />
in Bedrängnis bringen und in Führung gehen.<br />
Doch Josephine fand immer besser in ihr<br />
Spiel und konnte Satz eins noch 7:5 für sich entscheiden.<br />
Auch Satz zwei war eng umkämpft<br />
mit dem besseren Ende mit 6:3 zugunsten von<br />
Josephine. Verdient durfte diese sich über ihren<br />
ersten Meistertitel freuen. Im Kleinen Finale<br />
standen sich dann die Vereinskameradinnen<br />
Laurena Maaß und Lana Reinicke aus Rathenow<br />
gegenüber. Als Siegerin ging Laurena mit<br />
einem Ergebnis von 6:3 und 6:3 aus diesem Duell<br />
hervor.<br />
Die Spiele der Jungen der U12 standen ganz im<br />
Zeichen des gastgebenden Vereins. Alle drei Pokale<br />
blieben am heimischen Turnerheim. Über<br />
den Gesamtsieg durfte sich ein weiteres Mal<br />
Fritz Schneider freuen, der sein Finale gegen<br />
Justin Ritschel mit 6:4 und 6:4 für sich entscheiden<br />
konnte. Im Kampf um den Bronzepokal<br />
konnte sich Maik Klose dann recht deutlich mit<br />
6:1 und 6:1 gegen Vereinskamerad Jordan Kaiser<br />
durchsetzen.<br />
U14: Bohnsack und Kramm souverän<br />
Der Titel der Jungen U14 ging an Nils Bohnsack<br />
vom TC Wusterhausen, der dem Finale gegen<br />
seinen Vereinsfreund Tommy-Lee Bresch mit 6:1<br />
und 6:0 seinen Stempel aufdrückte. Im Spiel um<br />
den Bronzepokal konnte sich Sebastian Menz<br />
vom TC BSC Süd 05 gegen Felix Pogodda vom TC<br />
Wusterhausen siegreich durchsetzen.<br />
Der Titel der Mädchen in der U14 ging an den<br />
gastgebenden Verein. Johanna Kramm ließ ihren<br />
Gegnerinnen nicht die Spur einer Chance<br />
und durfte sich verdient über den Siegerpokal<br />
freuen. Platz zwei sicherte sich Julia Stugk vor<br />
Alina Schulze (beide TC BSC Süd 05).<br />
U18: Verletzungen verhindern Start<br />
Die U18 der Junioren standen unter keinem<br />
glücklichen Stern. Nachdem wenige Tage zuvor<br />
Jan-Eric Hellenberg aus Rathenow seine Teilnahme<br />
wegen einer Meniskusverletzung absagen<br />
musste, fiel am Turniertag Leonhard Bloche<br />
vom TC Wusterhausen krankheitsbedingt auch<br />
noch aus. In einem äußerst eng umkämpften<br />
Spiel sicherte sich Martin Kuska vom TC Wusterhausen<br />
den Endspielsieg mit 6:4, 6:4 gegen Aaron<br />
Huyoff vom TV Rathenow.<br />
U18: Martin Kuska (l) und Aaron Huyoff nach dem Finale<br />
Die Veranstalter vom Turnerheim konnten sich<br />
über ein gelungenes Turnier mit sehr emotionalen,<br />
aber fairen Begegnungen freuen. Ein Wermutstropfen<br />
war allerdings die zu geringe Beteiligung<br />
der startberechtigten Vereine.<br />
Text und Fotos: Ute Winkelmann<br />
64<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Süd-Brandenburg, Sportpark Lübben: Jugend-Regionalmeisterschaften <strong>2017</strong><br />
Große Kämpfe mit vielen Match-Tie-Breaks<br />
Die diesjährigen Jugend-Regionalmeisterschaften<br />
fanden nach 2014<br />
wieder im Sportpark Lübben (27.<br />
bis 28. Mai) statt. 45 Teilnehmer aus<br />
neun Vereinen hatten gemeldet, um<br />
die Meister in vier Altersklassen zu<br />
ermitteln. Zur Freude der Juniors<br />
entschloss sich die Turnierleitung,<br />
zusätzlich eine Doppel- und eine<br />
Mixed-Konkurrenz auszutragen.<br />
In das Finale der Altersklasse U12 der Mädchen<br />
spielten sich Anna Lena Noack und Linda<br />
Michling. Beide Spielerinnen stammen aus<br />
der stark aufspielenden Spiel- und Trainingsgemeinschaft<br />
TC Sängerstadt-Finsterwalde/TLV<br />
Doberlug-Kirchhain. Zuvor konnten sich Anna<br />
Lena über eine Vorrunde und danach im Halbfinale<br />
gegen Selin Miry (TV Dahme-Spreewald)<br />
mit 6:1, 6:0 und Linda gegen Priya Anjali Wagner<br />
(Herzberger TC) mit 6:3, 6:3 durchsetzen. Das<br />
Finale gestaltete Anna Lena Noack für ihr Alter<br />
überraschend souverän mit 6:1, 6:0. Bronze ging<br />
an Selin Miry und Priya Anjali Wagner.<br />
Die Besten der U12: Konrad Priebe (l.), Maik<br />
Hauwetter, Franz Priebe, Shawn Luca Wenda<br />
Bei den gleichaltrigen Jungs wurde eine Vierer-<br />
Final-Gruppe ausgespielt, in der jeder gegen jeden<br />
antrat. Nach spannenden Spielen stand am<br />
Ende Shawn-Luca Wenda (TC Frankfurt/O.) als<br />
neuer Meister fest. Er blieb als einziger Spieler<br />
ungeschlagen. Shawn-Luca setzte sich, mit großem<br />
Kämpferherz und guten Nerven ausgestattet,<br />
gleich zweimal im Match-Tie-Break gegen<br />
die Konkurrenz durch. Auf die folgenden Plätze<br />
spielten sich Franz Priebe (TC Frankfurt/O.), Maik<br />
Hauwetter (BSG Stahl Eisenhüttenstadt) und<br />
Konrad Priebe (TC Frankfurt/O.)<br />
Lausitzer TC dominiert die U14<br />
In der U14 sicherten sich zwei Spieler vom Lausitzer<br />
TC Cottbus die Titel. Die Mädchen-Konkurrenz<br />
stand im Zeichen von Lara Sophie<br />
Mudra. Sie konnte sich im Halbfinale mit kraftvollen<br />
Grundschlägen sicher gegen Wanda<br />
Brankatschk (TC Sängerstadt Finsterwalde) mit<br />
6:1, 6:1 behaupten. Um sich auch den „Sommer-Titel”zu<br />
sichern, musste Lara Sophie Mudra<br />
jedoch im Finale gegen Johanna Göldner<br />
(Cottbuser TV 92) taktisch und läuferisch einiges<br />
draufpacken. Erst nach zwei Stunden, die von<br />
einem ständigen auf und ab der Emotionen und<br />
Leistungen beider Spielerinnen geprägt waren,<br />
stand der Turniersieg mit 7:6, 6:2 für Mudra fest.<br />
Auf Platz drei: Vivien Just (TC Sängerstadt Finsterwalde)<br />
und Wanda Brankatschk.<br />
In der U14 dominierten Marc Schöler (l.), Paul<br />
Michelchen, Eddy Ewald, Tommi Eckstein<br />
TVBB Sport<br />
Paul Michelchen war Titelverteidiger und Favorit<br />
bei den Jungen. Dieses Jahr musste er sich allerdings<br />
mehr strecken als ihm recht war. Im Halbfinale<br />
konnte er sich gegen Marc Schöler (TC<br />
Frankfurt/O.) in einem anfangs knappen Match<br />
mit 7:5, 6:3 durchkämpfen. Das Finalspiel gegen<br />
Schölers Vereinskamerad Eddy Ewald sollte für<br />
die Zuschauer aber noch spannender werden.<br />
Nach zwei hitzigen Sätzen, von denen jeder einen<br />
gewann (1:6, 6:4) musste der Match-Tie-<br />
Break entscheiden. In dieser Phase spielte Paul<br />
Michelchen sein bestes Tennis und war nach<br />
dem 10:6 sichtlich erleichtert. Dritte Plätze gingen<br />
an Tommi Eckstein (TV Dahme-Spreewald)<br />
und Marc Schöler.<br />
Bei den U16 Juniorinnen stellte der TV Dahme-<br />
Spreewald mit Pia Pleuse und die SG Einheit Spremberg<br />
mit Eileen Kobus die Finalistinnen. Pia<br />
Pleuse setzte sich in der Vorschlussrunde gegen<br />
Anna Maria Schulze (TC Sängerstadt Finsterwalde)<br />
mit 3:6, 6:3 und 10:8 durch und Eileen Kobus<br />
konnte die aktuelle Hallenmeisterin Luca Sophie<br />
Babbe (TC Sängerstadt Finsterwalde) mit 6:3,<br />
6:1 bezwingen. Das Finale entschied die selbstbewusste<br />
Sprembergerin deutlich mit 6:1, 6:0<br />
für sich.<br />
In Abwesenheit von zwei Rivalen, Fabrice Batard<br />
Ruiz (TC Fürstenwalde 2013) und Lennard<br />
Sonnenberg (TC Dahme-Spreewald)) schien<br />
der Weg zum Titel für Tim Striedinger (Herzberger<br />
TC) frei. Während Striedinger sein Halbfinale<br />
erwartet sicher gegen Lokalmatador Paul Lucius<br />
(Aktiv Sport für Generationen) mit 6:0, 6:0<br />
gewann, spielte sich im unteren Tableau Finn<br />
Neundorf (TC Sängerstadt Finsterwalde) über<br />
das Viertelfinale gegen Noah Reißner (Lausitzer<br />
TC Cottbus, 6:4, 6:0) in das Halbfinale gegen<br />
Alexander Waschek (Stahl Eisenhüttenstadt, 1:6,<br />
6:3, 10:7) - Finale. Hoch motiviert wurde Finn<br />
Neundorf zu einem ebenbürtigen Gegner. Erst<br />
nach mehr als zweieinhalb Stunden Spielzeit<br />
mit unendlich langen Ballwechseln und dem Ergebnis<br />
von 3:6, 6:3, 10:7 stand Tim Striedinger<br />
als neuer Meister fest.<br />
“Königsklasse” geht an Dahme-Spreewald<br />
In beiden U18-Wettbewerben setzten sich, wie<br />
in den vergangenen vier Jahren, die Topgesetzten<br />
vom TV Dahme-Spreewald aus Königs Wusterhausen<br />
durch.<br />
Celina Schmidt (U18-Siegerin im Einzel, Doppel, Mixed)<br />
In den Halbfinals der jungen Damen war im oberen<br />
Tableau Celina Schmidt (TV Dahme-Spreewald)<br />
gegen Lena Träger (Cottbuser TV´92) mit<br />
6:0, 6:0 und in der unteren Hälfte Luisa Bandmann<br />
(Lausitzer TC Cottbus) gegen Jasmin<br />
Schöler (TC Frankfurt/O.) mit 6:1, 6:4 erfolgreich.<br />
Dauersieger Tamino Gerth (U18)<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 65
TVBB Sport<br />
Das Finale, eine Neuauflage von 2016, entschied<br />
Celina Schmidt sicher mit 6:1, 6:2 für sich.<br />
Am Finaltag der jungen Herren spielten sich zu<br />
einem Titelverteidiger Tamino Gerth (TV Dahme-Spreewald)<br />
über Wilhelm Kellner (SG Einheit<br />
Spremberg) mit 3:6, 6:2 und 10:7 und zum<br />
anderen Konstantin Zehnter (TV Dahme-Spreewald)<br />
gegen Benjamin Fritzsch (TC Frankfurt/O.)<br />
mit 2:6, 6:3, 10:6 in das Endspiel. Im vereinsinternen<br />
Finalduell kontrollierte der am Handgelenk<br />
stark gehandicapte Tamino Gerth routiniert das<br />
Spielgeschehen und wurde mit einem souveränen<br />
6:0, 6:0 abermals Meister.<br />
zwei weiteren Meistertiteln ihre „Goldenen<br />
Regionalmeisterschaften“.<br />
Nachdem sie an der Seite von Pia Pleuse das<br />
spannende Finale in der offenen Juniorinnen-<br />
Doppelkonkurrenz mit 7:6, 4:6, 10:7 gegen Luisa<br />
Bandmann/ Annabell Heinrich (beide Lausitzer<br />
TC Cottbus) gewonnen hatte, qualifizierte<br />
sie sich auch für das offenen Mixed-Finale. Zusammen<br />
mit ihrem Vereinskameraden Konstantin<br />
Zehnter erkämpfte sie sich gegen Annabell<br />
Heinrich/ Alexander Waschek mit 7:6, 6:4 auch<br />
diesen Titel .<br />
Wenn die acht Einzel-Regionalmeister aus sechs<br />
verschiedenen Vereinen kommen, ist das ein<br />
positives Signal und Resultat der verbesserten<br />
Kinder-und Jugendarbeit in einigen Vereinen.<br />
Finalistinnen im Doppel: Luisa Bandmann (l.),<br />
Annabell Heinrich, Celina Schmidt, Pia Pleuse<br />
Alexander Waschek (l.), Annabell Heinrich,<br />
Konstantin Zehnter und Celina Schmidt bestritten<br />
das Mixedfinale<br />
Während das U12/U14 Junioren-Doppelturnier<br />
souverän von der Kombination Franz Priebe/<br />
Marc Schöler (beide TC Frankfurt/O.) gewonnen<br />
wurde, krönte die erst 15-jährige<br />
Celina Schmidt (TV Dahme-Spreewald) mit<br />
Neben den Siegerpokalen für die Toplatzierten<br />
übereichte der Turnierleiter auch an alle Teilnehmer<br />
wertvolle Sachpreise von Tennis Point Berlin,<br />
vom Sportpark Lübben und der Tennisschule<br />
Gerth.<br />
Nach fünf schönen Jahren mit zehn aufregenden<br />
Regionalmeisterschaften scheide ich als Bezirksjugendwart<br />
aus. Ich freue mich, dass ich die<br />
jungen Spieler aus Süd-Brandenburg unterstützen<br />
durfte und danke den Turnierleitungen, Vereinsfunktionären,<br />
Eltern und Sponsoren für ihre<br />
Hilfe.<br />
Text und Fotos: Andy Gerth,<br />
Bezirksjugendwart Süd-Brandenburg<br />
Nachrichten<br />
TVBB: Jugend-Bezirksmeisterschaften Berlin <strong>2017</strong><br />
Rege Beteiligung, gutes Tennis<br />
An den Jugend-Bezirksmeisterschaften von Berlin,<br />
die vom 26. bis 31. Mai von acht Vereinen<br />
und Clubs durchgeführt wurden, beteiligten<br />
sich 131 Juniorinnen und 229 Junioren, insgesamt<br />
also 360 junge Aktive.<br />
Die Bezirksmeister <strong>2017</strong> von Berlin<br />
AK Berlin-Nord Berlin-Süd<br />
U11<br />
Worring, Amelie (LTTC “Rot-Weiß”)<br />
Kelch, Matteo (Grün-Weiß Bergfelde)<br />
Radtke, Carl (LTTC “Rot-Weiß”)<br />
U12 Zhu, Julia (Verein für Körperkultur) Fijalkowska, Maria (Grunewald TC)<br />
Dedura-Palomero, Mariano (BFC Alemannia 1890)<br />
Hagen, Michael (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
U14 Paul, Wiktoria (TTC SportForum Bernau) Samardzic, Anastasija (TC Grün-Weiß Lankwitz)<br />
Labitzke, Carl (Hermsdorfer Sport-Club)<br />
Heitzeberg, Yannick (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
U16 Kintscher, Oona (TC SCC) Loddenkemper, Gemma (SV Zehlendorfer Wespen)<br />
Hallberg, Lenny (TC SCC)<br />
Agwi, Michael (TK Blau-Gold Steglitz)<br />
U18 Grodzki, Milena (TV Frohnau)<br />
Fleischhauer, Niclas (Siemens TK Blau-Gold)<br />
Pavlenko, Philipp (TK Blau-Gold Steglitz)<br />
In den Siegerlisten (siehe Tabelle) tauchen bekannte,<br />
aber auch neue Namen wie Amelie Worring<br />
(U11, LTTC “Rot-Weiß) und Wiktoria Paul<br />
(TTC SportForum Bernau) auf.<br />
Freute sich über ihren ersten Bezirksmeister-Titel:<br />
Amelie Worring (LTTC “Rot-Weiß”)<br />
© Andreas Wüst<br />
Philipp Pavlenko (TK Blau-Gold Steglitz)<br />
bewies erneut sein Talent<br />
© Andreas Wüst<br />
Das Präsidium des TVBB dankt dem TC Weiße<br />
Bären Wannsee, der SV Reinickendorf, dem BFC<br />
Alemannia 1890 sowie dem Steglitzer TK, dem<br />
Grunewald TC, dem Potsdamer TC Rot-Weiß und<br />
dem TC Weiß-Rot Neukölln für die gute Turnierorganisation<br />
und Bereitstellung der Plätze für<br />
diese große Verbandsveranstaltung, bei der es<br />
viele spannende Matches gab.<br />
66<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Süd-Brandenburg, TC Lauchhammer<br />
Trauer um Ernst Jacob<br />
Eine Tennis-Legende aus der Westlausitz hat am<br />
1. April den TC Lauchhammer für immer verlassen.<br />
Im Jahre 1949 begann Ernst Jacob in Schwarzheide mit dem Tennisspielen.<br />
Bis zu seinem 89. Lebensjahr betrieb er sein Lieblingshobby.<br />
Wer Ernst Jacob suchte, musste zur Tennisanlage des TC Lauchhammer<br />
gehen.<br />
Hier trainierte er mit Freunden und Jugendlichen des Vereins. Über<br />
Jahrzehnte war er Stammspieler des TC Lauchhammer und dem TC<br />
Schwarzheide, wurde auch Bezirksmeister im Doppel der Senioren.<br />
Die Lausitzer Tennisspieler trauen um einen vorbildlichen<br />
Sportsmann.<br />
Werner Ludwig<br />
Ernst Jacob † <br />
TVBB Sport<br />
© Werner Ludwig<br />
Hradek/Rakovnik: Tschechien: Euroregion Nisa Cup<br />
Labitzke gewinnt erstes TE-Turnier<br />
Carl Labitzke (Hermsdorfer Sportclub) gewinnt<br />
sein erstes internationales Turnier in Hradek<br />
(Tschechien): Nach bereits fünf siegreichen Matches<br />
im Turnierverlauf der AK U12 setzt sich Carl<br />
auch im Finale des Euroregion Nisa Cup durch.<br />
In einem fast fehlerfreien, kopf- und kampfstarken<br />
Match gegen die polnische Nummer eins,<br />
Fryderyk Lechno-Wasiutynski, gewinnt er souverän<br />
mit 6:4, 6:1. Zwei Wochen später holt er<br />
die nächsten Siege in Rakovnik: Dritter Platz im<br />
Einzel und zum vierten Mal in Folge Finalsieger<br />
mit seinem treuen Doppelpartner Georg Israelan<br />
aus Lübeck. Herzlichen Glückwunsch!<br />
Sieger Carl Labitzke mit Trainerin Marielle Greschik<br />
<br />
© Barbara Labitzke<br />
TC Bad Weißer Hirsch, Dresden: 2. DTB Hirsche Open<br />
der Junioren<br />
Berliner Nachwuchs sichert sich zwei von<br />
drei Titeln<br />
In diesem Jahr wurde das Turnier in den Altersklassen<br />
U14 und U18 ausgetragen. Der Berliner<br />
Nachwuchs entführte zwei von drei möglichen<br />
Titeln in die Hauptstadt. Bei den Jungen der U18<br />
gelang ihnen sogar ein Dreifacherfolg. Es siegte<br />
Lamin Lourenzo da Silva (LTTC „Rot-Weiß“)<br />
im Finale gegen Niklas Rosseck (TC 1899 Blau-<br />
Weiss). Dritter wurde David Rathay (TC SCC Berlin).<br />
Bei den Jungen der U14 triumphierte Felix<br />
Zabel (TC SCC Berlin) nach vier glatten Siegen<br />
verdient. Bei den gleichaltrigen Mädchen wurde<br />
Elena Canovas Winkhaus (BSV 92) Dritte.<br />
Süd-Brandenburg, Lausitzer Tennsiclub: Regionalmeisterschaft<br />
Herren 30+<br />
Nur elf Teilnehmer in sechs Altersklassen<br />
Die Regionalmeisterschaften von Süd-Brandenburg<br />
waren für die Altersklassen 30, 40, 50, 60,<br />
65 und 70 ausgeschrieben. Aber nur elf Herren<br />
hatten für die Wettkämpfe im Cottbuser Eichenpark<br />
gemeldet - unrühmlicher Minusrekord.<br />
Selbst die Senioren-Hochburg Elsterwerda<br />
glänzte durch Abwesenheit. In einer Art Notlösung<br />
kämpfte der bescheidene Teilnehmerkreis<br />
- aus 5 Altersklassen zusammengefasst - um den<br />
Titel Herren 30+.<br />
So qualifizierte sich schließlich der 38-jährige<br />
Meik Blume vom TC Frankfurt/Oder, der den<br />
an eins gesetzten 56-jährigen Jost Kluttig (LTC<br />
Cottbus) mit 6:4, 6:0 aus dem Rennen geworfen<br />
hatte, mit 6:1, 6:2 über Piotr Greda (49 J.) vom<br />
Cottbuser TV 92 für die Endrunde. Sein Finalgegner<br />
wurde Christian Jähne (46 J.) vom CTV<br />
92, der über Sebastian Schwietzer (38 J.) vom<br />
LTC Cottbus mit 6:2, 6:1 und über Markus Crüger<br />
(42 J.) vom CTV 92 mit 6:1, 6:2 erfolgreich<br />
war. Nach einem glatten 6:0 und einem schwer<br />
erkämpften 6:4 im zweiten Satz über Christian<br />
Jähne ging der Frankfurter Meik Blume als Sieger<br />
hervor. Platz drei teilten sich Piotr Greda und<br />
Markus Krüger (beide CTV 92).<br />
Den Titel im Herren-Doppel gewann die Kombination<br />
Jürgen Meyer (TC Frankfurt/Oder)/<br />
Sebastian Schwietzer (LTC Cottbus) mit 6:3, 1:6,<br />
6:4 gegen Jens Kreuzenbeck (TC Jüterbog)/Matthias<br />
Dümke (Aktiv Lübben). Platz drei ging an<br />
Jost Kluttig (LTC Cottbus)/Christian Jähne (CTV<br />
92). Die Konkurrenz der Damen fiel mangels Beteiligung<br />
aus.<br />
Werner Ludwig<br />
Süd-Brandenburg: “Deutschland spielt Tennis<br />
Siebenjähriger verblüfft<br />
Sowohl mit Schnupper-Tennis als auch mit vereinsinternen<br />
Turnieren eröffneten beide Cottbuser<br />
Clubs am letzten April-Wochenende die<br />
Sommersaison <strong>2017</strong>. Bemerkenswert, dass sowohl<br />
der Cottbuser TV 92 als auch der Lausitzer<br />
TC jeweils mit 30 Teilnehmern - vom Nachwuchs<br />
bis zu den Senioren - dabei waren.<br />
Übungsstunden bei LTC-Vereinstrainer Stefan<br />
Saretz nahmen die Kinder und Jugendlichen in<br />
der DTB-Aktion "Deutschland spielt Tennis" gern<br />
wahr. Mit dem siebenjährigen Lukas Krautzig,<br />
der auf sage und schreibe 22 Ballwechsel mit<br />
seinem Übungsleiter kam, fiel das jüngste Talent<br />
vom Lausitzer Tennisclub besonders auf. Kein<br />
Wunder, den Tennisschläger hat Lukas mit Sicherheit<br />
von seiner Mutter Doreen Krautzig (geborene<br />
Kriese) in die Wiege gelegt bekommen,<br />
die seit 26 Jahren im Brandenburger Damen-<br />
Tennis spielbestimmend ist. Werner Ludwig<br />
Neuenhagener Tennis Club 93<br />
Neuenhagener Schüler gewinnen<br />
Landesfinale<br />
Die männlichen Teilnehmer am Landesfinale im NTC 93 © NTC 93<br />
Am 15. Juni war es wieder soweit. Das Tennis<br />
Landesfinale Brandenburg des Wettbewerbs<br />
„Jugend trainiert für Olympia“ wurde wieder<br />
auf der Anlage des NTC 93 ausgetragen. In der<br />
Wettkampfklasse III (männlich) setzte sich das<br />
Einstein-Gymnasium Neuenhagen gegen harte<br />
Konkurrenz aus Herzberg und Jüterbog durch.<br />
Das Korsett des Einstein Teams bestand aus Jugendlichen<br />
des NTC 93. Die Gäste fühlten sich<br />
wohl in Neuenhagen. Alle wurden mit schicken<br />
Shirts belohnt und mit aufwändigen Medaillen<br />
geehrt.<br />
Zusammenstellung: Bernd Prawitz<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 67
TVBB intern<br />
Alle Sutonen bei der Jubiläumsfeier versammelt<br />
Jubiläum: 100 Jahre Sutos<br />
Zeitgeist trifft auf Tradition<br />
Obwohl Spandau schon seit 1920 zu<br />
Berlin gehört, fahren viele Spandauer<br />
noch „nach Berlin“, wenn sie die<br />
Grenzen der Havelstadt in Richtung<br />
Ku`Damm verlassen. Und ganz im<br />
Norden dieses doch etwas besonderen<br />
Berliner Bezirkes liegt in Hakenfelde<br />
der Sport- und Tennisverein<br />
Olympia Spandau 1917 e.V., der am<br />
27. März seinen 100. Geburtstag feiern<br />
durfte. Idyllisch im Grünen gelegen<br />
mit einem besonderen familiären<br />
Flair – ein Wohlfühlverein.<br />
Gegründet wurde der Sutos<br />
mitten in Kriegszeiten<br />
als ein Schulsportverein,<br />
um der schon<br />
damals vorhandenen Bewegungsarmut<br />
der Schüler<br />
entgegen zu wirken.<br />
Leichtathletik war die<br />
Hauptsportart, etwas<br />
später kamen Hand- und<br />
Fußball dazu, erst 1922<br />
Tennis.<br />
Clubhaus<br />
1959 und<br />
1968<br />
Wie viele andere Vereine dieser Zeit<br />
hat auch der Sutos eine sehr wechselvolle<br />
und nicht immer einfache Geschichte. So<br />
wurde zu Beginn auf Tennisplätzen an der Zitadelle<br />
gespielt, doch bis zum Bezug der heutigen<br />
Anlage in der Wichernstraße im Jahr 1957 musste<br />
noch mehrfach das Domizil gewechselt werden.<br />
Aber es ging stets in die richtige Richtung,<br />
immer aufwärts, den Blick in die Zukunft gerichtet.<br />
So wurden aus drei Plätzen bald sechs, 1968<br />
entstand das Clubhaus und 1986 wurde gar eine<br />
feste Zwei-Feld-Halle errichtet.<br />
Diese Errungenschaften waren natürlich keine<br />
„Selbstläufer“. Es standen immer Menschen hinter<br />
jedem einzelnen Projekt, die mit viel Herzblut<br />
und Engagement ihren Verein vorangebracht<br />
haben. Welch glücklicher Umstand, dass<br />
es diese Menschen gab – ohne sie hätte der Sutos<br />
wahrscheinlich nicht 100 Jahre überlebt.<br />
Und auch heute noch gibt es sie bei uns, die Ehrenamtlichen,<br />
ohne die es einfach nicht geht.<br />
Mit Thorsten Kusch hat der Sutos einen engagierten<br />
und kompetenten Vorsitzenden gefunden,<br />
der es versteht, seine Mannschaft zu motivieren<br />
und immer wieder neue Talente für die<br />
Vereinsarbeit zu akquirieren.<br />
Daneben haben wir mit Benjamin<br />
Thiele einen hauptamtlichen<br />
Clubmanager, der<br />
geballte Tenniskompetenz<br />
sowohl als Trainer als auch<br />
im organisatorischen Bereich<br />
in die Waagschale<br />
wirft und ein nicht<br />
mehr wegzudenkendes<br />
Mitglied<br />
der Sutos-Familie<br />
geworden ist.<br />
Ein engagiertes<br />
Trainerteam kümmert<br />
sich um den Nachwuchs. Angefangen bei<br />
den Jüngsten im Drachenclub über das Jugendbis<br />
zum Mannschaftstraining aller Altersklassen.<br />
Die Feste werden gefeiert wie sie fallen. Ein Vergnügungsausschuss,<br />
der vor Ideen sprüht, sorgt<br />
nicht nur mit den beliebten Motto-Partys für<br />
Abwechslung im Veranstaltungskalender. Unser<br />
Wirt Marcus Kausch konnte in diesem Jahr sein<br />
20(!)-jähriges Jubiläum feiern. Es bedarf hier keiner<br />
weiteren Worte um seine Beliebtheit bei den<br />
Mitgliedern zu beschreiben. Die wunderschöne<br />
Anlage wird ständig gepflegt und Investitionen<br />
werden nicht gescheut um den Mitgliedern ein<br />
Ambiente zum Wohlfühlen zu bieten.<br />
Die zweimal jährlich erscheinende Vereinszeitschrift<br />
wird schon immer mit Ungeduld erwartet<br />
und von allen gern gelesen.<br />
Seit einiger Zeit sind sogar die Mitgliederzahlen<br />
wieder steigend. Das können nicht sehr viele<br />
andere Vereine von sich behaupten.<br />
Aus dieser positiven Stimmung heraus wurde<br />
das Jubiläum mit einem großen Ball am 1. April<br />
begangen. Vom Festkomitee lange Zeit geplant<br />
und akribisch mit viel Liebe vorbereitet,<br />
trafen sich sage und schreibe 240 Sutonen und<br />
feierten sich und ihren Club in wundervollem<br />
Ambiente im Festsaal des Johannesstiftes. Dabei<br />
waren – wie es bei einer Familienfeier üblich<br />
ist – alle Altersklassen von 15 bis 90 Jahren<br />
vertreten und tanzten Seite an Seite harmonisch<br />
durch die Nacht.<br />
Besonders gefreut hat uns, dass TVBB-Präsident<br />
Dr. Klaus-Peter Walter mit seiner Gattin der Einladung<br />
unseres Vorsitzenden gefolgt war und<br />
gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister von<br />
Spandau Helmut Kleebank zu den Ehrengästen<br />
des Balles gehörte.<br />
Auch wenn für die Berliner mindestens eine<br />
Brücke zu überqueren ist um in die Havelstadt<br />
Spandau zu gelangen: Vielleicht kommen Sie<br />
uns ja einmal besuchen, und überzeugen sich<br />
selbst von unserer besonderen Atmosphäre. Wir<br />
würden uns freuen.<br />
Andrea Kossack<br />
Fotos: Sutos<br />
68<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Harry Gerlach Tennis-Stipendium <strong>2017</strong><br />
Die optimale Entwicklung<br />
eines Tennisspielers<br />
In Zusammenarbeit mit der Harry Gerlach Wohnungsunternehmen<br />
GmbH und HEAD Deutschland hat die clubcourt<br />
Tennis Academy im Jahr 2016 ein besonderes Projekt<br />
ins Leben gerufen: das Harry Gerlach Tennis Stipendium.<br />
Wie schon im vergangenen Jahr berichten wir hier von<br />
neuen Entwicklungen rund um dieses Konzept.<br />
Nachdem 2016,<br />
im ersten erfolgreichen<br />
Jahr das<br />
Tennis-Stipendium<br />
stärker auf<br />
einzelne Kinder<br />
und den Breitensport<br />
ausgerichtet<br />
war,<br />
gab es nun in<br />
enger Absprache<br />
zwischen<br />
den clubcourt-Verantwortlichen<br />
und Familie<br />
Gerlach eine<br />
leichte Neuorientierung:<br />
Die Gründung der leistungsorientierten<br />
clubcourt Academy Pro mit vereinsunabhängigem<br />
Stützpunkttraining, bei dem neben<br />
Technik, Motorik und Athletik vor allem auch<br />
Fair-Play, Respekt und Teamgeist starke Berücksichtigung<br />
finden. Sparring, Match- und Videoanalysen,<br />
Leistungsdiagnostik und Turnierbetreuung<br />
runden das Komplettangebot ab.<br />
Besonders klasse: Das Training wird sowohl<br />
durch clubcourt als auch durch die Harry Gerlach<br />
Wohnungsunternehmen GmbH erheblich<br />
subventioniert. Dabei spielen sowohl spielerische,<br />
als auch soziale Aspekte entscheidende<br />
Rollen.<br />
Das im Mai dieses Jahres gestartete Projekt umfasst<br />
bereits nach zwei Monaten (Stand Juni<br />
<strong>2017</strong>) mehr als 20 Kinder, die auf der Anlage des<br />
NTC „Die Känguruhs“ in Blöcken von Benjamin<br />
Potsch (DTB A-Lizenz), Zorica Zasova (DTB B-Lizenz),<br />
Sven Pusback (Atletik Pro-Coach) und Dr.<br />
Rudolf Lassel (Sportwissenschaftler und Orthopäde)<br />
begleitet werden.<br />
Eines dieser Talente, die durch die Gerlachs,<br />
clubcourt und seinem Heimatverein, dem<br />
Tennis-Club SCC gefördert werden, ist Lenny<br />
Hallberg.<br />
Kurze Tennis-Vita von Lenny: Seitdem er im Jahr<br />
2011 zum SCC gewechselt ist, hat er durch gezielte<br />
Förderung eine spannende Entwicklung<br />
vollzogen. Mit 12 Jahren wurde er bereits Berliner<br />
Meister und hat inzwischen auch in Schweden<br />
ein hohes Ranking. Aus seinem Team im<br />
SCC ist er sowohl spielerisch<br />
als auch menschlich<br />
kaum wegzudenken.<br />
Lenny hat mit den SCC-<br />
Trainern Philipp Blank,<br />
Mats Oleen und Alexander<br />
Dersch in sechs Jahren<br />
seine Schläge, seine<br />
Schnelligkeit und auch<br />
seine Psyche stark entwickelt<br />
und ist kürzlich Berliner<br />
Bezirksmeister U16<br />
geworden.<br />
Es gibt zwischen Trainern<br />
und Spieler ein wertvolles<br />
Geben und Nehmen.<br />
Dabei spielt vor allem<br />
Philipp Blank eine wichtige<br />
Rolle - auf und neben<br />
dem Tennisplatz. Dieser<br />
Einsatz für den Spieler,<br />
der Glaube an ihn, ist besonders<br />
wertvoll. Der junge<br />
Spieler erkennt plötzlich<br />
die eigenen Möglichkeiten, da es ein paar<br />
freundliche Augen gibt, die ihn beobachten, sowohl<br />
beim Training als auch bei den Matches.<br />
Dabei steht vor allem das „Winning strong“ im<br />
Fokus, nicht das „Winning ugly“. Was auf dem<br />
Platz stattfindet wird notiert und analysiert. Es<br />
ist das alte Verhältnis von Meister und Lehrling.<br />
Philipp Blanck hat ganz nebenbei Lenny als „Co-<br />
Trainer“ geschult. Ein ganz wichtiger Aspekt<br />
für Lennys Entwicklung, auch einmal die andere<br />
Seite des Trainingsplatzes zu sehen und zu<br />
verstehen.<br />
Da das Training im Tennis-Club SCC aus Kapazitätsgründen<br />
an seine Grenzen stößt war das<br />
Zusatzangebot durch clubcourt und das Harry<br />
Gerlach Tennis-Stipendium ein Glücksfall für<br />
Lenny und seine Familie, die sich ohne diese Unterstützung<br />
diese Tennisausbildung nicht leisten<br />
könnten.<br />
Benny Potsch, Sven Pusback und Dr. Rudi Lassel<br />
arbeiten selbstverständlich ganz eng mit<br />
Philipp Blank zusammen, um dann auch gemeinsam<br />
wertvolle Hinweise an Lenny weiterzugeben.<br />
Es wird kein „Ausspielen“ der Trainer<br />
gegeneinander stattfinden. Jeder kann hier von<br />
jedem profitieren.<br />
TVBB intern<br />
Jetzt geht Lenny<br />
für ein Jahr<br />
an die schwedische<br />
Tennis-<br />
Akademie in<br />
Båstad, wo er<br />
mit dem assistierenden<br />
Davis Cup-<br />
Kapitän Jonas<br />
Svensson,<br />
einem<br />
der innovativsten<br />
Trainer Schwedens<br />
und dem renommierten ehemaligen Weltranglistenspieler<br />
Henrik Holm (1993 ATP Nr. 17) trainieren<br />
wird.<br />
Die clubcourt Academy Pro und der TC SCC wünschen<br />
ihm dabei viel Erfolg. Vor allem sind wir<br />
natürlich gespannt auf seine weitere Entwicklung<br />
und auf die Erfahrungen, die er auch den<br />
jugendlichen Spielern dann weitergeben kann.<br />
Alle Infos zur clubcourt Tennis Academy Pro<br />
und dem Harry Gerlach Tennis-Stipendium<br />
finden Sie unter www.clubcourt.de<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
69
TVBB intern<br />
Nachrichten aus Verband und Vereinen<br />
Personalien<br />
Reinhard Schadenberg, langjähriger Jugendsportwart<br />
und neu ernannter Kinderschutzbeauftragter<br />
des TVBB, hat sich in einem Brief an<br />
alle Jugenwarte der Mitgliedsvereine gewandt,<br />
um sie für das Kinderschutz-Projekt “Kleine Helden”<br />
zu gewinnen. Es wird vom ehemaligen Präventionsbeauftragten<br />
der Berliner Polizei Jascha<br />
Wozniak geleitet, der große Erfahrungen<br />
auf dem Gebiet hat. Er hat sich darauf spezialisiert,<br />
den Kindern praxisnah zu vermitteln, wie<br />
sie sich in einzelnen Gefahrensituationen richtig<br />
verhalten. Und dieses „Gefahren-Training“ hat<br />
bereits nachweisbare Erfolge erzielt. Schadenberg:<br />
“Ich bin der Auffassung, dieses Training<br />
sollte flächendeckend in den Vereinen des TVBB<br />
durchgeführt werden.”<br />
Linda Fritschken, TVBB-Präsidiumsmitglied für<br />
Medien und Öffentlichkeitsarbeit, hat eine Kommission<br />
berufen, die sie in ihrer Arbeit unterstützen<br />
soll. Ihr gehören der Journalist Claudio<br />
Gärtner, Mediengestalter Oliver Maas, <strong>matchball</strong>-Redakteur<br />
Bernd Prawitz und Linda Fritschken<br />
selbst an. Die Kommission will sich zuerst<br />
der verstärkten Nutzung von Social Media annehmen,<br />
auch eine App entwickeln, in der alle<br />
TVBB-Aktivitäten gebündelt zugänglich sind.<br />
Alexander Klimke, bisher im TVBB-Präsidium für<br />
Sportentwicklung zuständig, ist Mitte Mai “aus<br />
persönlichen Gründen” zurückgetreten.<br />
Jürgen Faßbender, Ex-Davis Cup-Spieler, und<br />
der TC 1899 Blau-Weiss haben in gegenseitigem<br />
Einverständnis den bis 2018 geltenden Vertrag<br />
mit Faßbender als Sportdirektor des Traditionsclubs<br />
zum 30. September <strong>2017</strong> aufgelöst. Faßbender<br />
wurde im April mit sofortiger Wirkung<br />
freigestellt. Die Position des Sportdirektors ist<br />
im Konzept des neuen Vorstands nicht mehr<br />
vorgesehen.<br />
Abi <strong>2017</strong>, Robert Strombach (LTTC “Rot-Weiß”)<br />
und Jesper Tull Freimuth (TC 1899 Blau-Weiss)<br />
haben ihr Abitur mit dem Prädikat “Gut” bestanden.<br />
Herzlichen Glückwunsch!<br />
Charlotte Klasen, TVBB-Meisterin von 2016 und<br />
Bundesliga-Spielerin des TC 1899 Blau-Weiss,<br />
studiert seit Beginn des Frühjahrssemesters an<br />
der Barry-University in Miami (USA) und spielt<br />
dort College-Tennis.<br />
Leony Deutschmann, Spitzenspielerin des TC<br />
Orange-Weiß Friedrichshagen, geht im Schüleraustausch<br />
ab September für ein Schuljahr nach<br />
Barcelona/Spanien.<br />
Ute Mattausch, Mitglied des TC Strauß Strausberg,<br />
verstärkt seit Mai die Seniorinnenmannschaft<br />
AK 60 des TC Grün-Weiß Nikolassee.<br />
Katinka Trabandt, bisher TC SCC, ist zur SV Reinickendorf<br />
gewechselt.<br />
Benjamin Popp, der bisher beim TC BSC Süd 05<br />
Brandenburg aufschlug, hat sich dem PTC Rot-<br />
Weiß Potsdam angeschlossen.<br />
Anne Klaus, Doktorandin der Sportwissenschaften,<br />
wurde nach einem Studienaufenthalt in<br />
Australien Mitglied des Trainerteams vom NTC<br />
Die Känguruhs. Sie wird sich vor allem um den<br />
Nachwuchs kümmern.<br />
TC Schwarz-Gold in der Roedernstraße veranstaltet<br />
am 14. September, 18 Uhr, seinen dritten<br />
„Talk im Club“. Das Thema: Vereinssport und<br />
Top-Events in Berlin - Leichtathletik-EM 2018.<br />
Moderator Christian Schenk, Zehnkampf-<br />
Olympiasieger, freut sich auf diese Gäste: Heike<br />
Drechsler, zweifache Olympia-Siegerin im Weitsprung,<br />
Box-Weltmeister Arthur Abraham, den<br />
CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Pätzold<br />
u.a.<br />
Nachwuchsförderung<br />
Drei TVBB-Junioren im DTB-Kader<br />
Robert Strombach (Jg.1999), Rudolf Molleker<br />
(Jg. 2000, beide LTTC “Rot-Weiß”) sowie Franziska<br />
Sziedat (Jg. 2000, TC 1899 Blau-Weiss) gehören<br />
dem C-Kader des Deutschen Tennis Bund<br />
an, werden durch den Dachverband gefördert.<br />
Winterrunde <strong>2017</strong>/2018<br />
AK 70 der Herren geplant<br />
Bei ausreichend großem Interesse an einer AK<br />
70-Winterrunde der Herren wird der TVBB diese<br />
Altersklasse einführen. Die Vereine werden<br />
gebeten, per E-Mail an info@tvbb.de ihre Mannschaften<br />
zu melden.<br />
BSV 92<br />
Großes Fest zum 125.<br />
Am 8. Juli feierte der BSV 1892 sein 125-jähriges<br />
Vereinsjubiläum auf dem Gelände des Stadions<br />
Wilmersdorf und des Horst Dohm-Eisstadions.<br />
Zahlreiche Sportarten wie Rugby, Handball,<br />
Schwimmen, Leichtathletik, Eiskunstlauf, Fußball<br />
und natürlich Tennis präsentierten sich den<br />
mehr als 800 Besuchern. Stundenlang herrschte<br />
auf den vier Kleinfeldplätzen reges Tennis-Treiben.<br />
Maria Poliak und Michael Lingner organisierten<br />
das Training so, dass jeder Tennisinteressierte<br />
auf seine Kosten kam. Am Abend fand<br />
für die zahlreichen geladenen Gäste - unter ihnen<br />
auch der Präsident des TVBB, Dr. Klaus-Peter<br />
Walter, - ein stimmungsvolles Fest mit phantastischem<br />
Feuerwerk statt.<br />
Michael Lingner<br />
NTC Die Känguruhs<br />
Mehr als 500 Mitglieder<br />
Der NTC Die Känguruhs wächst: Juli waren mehr<br />
als 500 Mitglieder im Club eingeschrieben. Darunter<br />
etwa 180 Kinder, die regelmäßig trainieren.<br />
“Das ist ein großartiger Erfolg der Zusammenarbeit<br />
auch mit unserem Trainerteam von<br />
clubcourt. Dafür möchten wir uns bedanken”,<br />
sagte Thomas Czaja, 1. Vorsitzender des Clubs.<br />
Zusammenstellung: Bernd Prawitz<br />
Wortmeldung<br />
Spielverlegung fadenscheinig abgelehnt - beginnt da die Unsportlichkeit?<br />
Jürgen Dechsling, Mannschaftsführer der Herren<br />
65 des Neuruppiner TC Grün-Weiß, macht seinem<br />
Ärger in <strong>matchball</strong> Luft. Weshalb? Er findet das Verhalten<br />
der gleichaltrigen Herren des BFC Alemannia<br />
unsportlich, weil sie einer rechtzeitig beantragten<br />
Verlegung eines Punktspiels nicht zustimmten.<br />
Er fragt: Beginnt da die Unsportlichkeit?<br />
Wie in vielen kleineren Vereinen treten auch in Neuruppin<br />
Senioren oft in zwei Altersklassen zu den Verbandsspielen<br />
an. Am Sonntag wird bei den 60-ern<br />
aufgeschlagen, um dann am Mittwochvormittag bei<br />
den 65-ern anzutreten.<br />
Bei einem Spiel am Wochenende verletzten sich zwei<br />
Neuruppiner Spieler. Am Abend des Spieltages informierten<br />
sie ihre Mannschaftsführer Jürgen Dechsling,<br />
dass ein Einsatz am Mittwoch nicht möglich sei.<br />
Dechsling: “Da ohnehin das Lazarett der 65-er schon<br />
voll randvoll belegt und es klar war, dass wir keine<br />
Mannschaft zusammen bekommen würden, kontaktierte<br />
ich gleich am Montagmorgen den Mannschaftsführer<br />
von Alemannia, bei denen wir am Mittwoch<br />
anzutreten hatten, bat um Verlegung des Spiels.<br />
Die Antwort: “Eine Verlegung käme nicht in Frage,<br />
man hätte keine Termine frei”. Auch sein Einwand,<br />
was die Alemannen denn machen würden, wenn<br />
ein Spieltermin verregnen würde, zog nicht. Der Umstand,<br />
dass Senioren über 65 nun eigentlich fast jeden<br />
Tag in der Woche spielen könnten, und man<br />
notfalls auch einen Termin nach den Sommerferien<br />
genehmigt bekäme, traf auf kein Verständnis.<br />
Sein Fazit: “Für meine Mannschaften und mich stand<br />
immer der sportliche Wettkampf an vorderster Stelle.<br />
Wir Neuruppiner haben in der Vergangenheit allen<br />
Änderungswünschen unserer ΄Gegner΄ stets zugestimmt.<br />
Unsere Gäste können es bestätigen. Wir<br />
sind sind schockiert, dass Alemannia sich so unsportlich<br />
verhielt.”<br />
Dechsling bat den Mannschaftsführer dann noch, bitte<br />
in den Spielbericht zu schreiben, dass Neuruppin<br />
den angesetzten Spieltag rechtzeitig abgesagt und<br />
um Verlegung gebeten habe, Alemannia diese Verlegung<br />
aber abgelehnt habe. “Dieser Eintrag erfolgte<br />
nicht” schreibt Mannschaftsführer Dechsling.<br />
Er möchte damit eine Diskussion unter Mannschaftsführern,<br />
Sportwarten, Schieds- und Oberschiedsrichtern<br />
anregen: Ist das Verhalten von Alemannia unsportlich?<br />
<strong>matchball</strong> freut sich über weitere Wortmeldungen zu<br />
diesem Thema. Diese senden Sie bitte per E-Mail an<br />
<strong>matchball</strong>.magazin@t-online.de<br />
70<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
BSV 92: Trainer-Porträt Peter Zorn<br />
„Ich habe mein Hobby<br />
zum Beruf gemacht.“<br />
TVBB intern<br />
Peter Zorn ist seit knapp 41 Jahren<br />
hauptberuflich als Tennistrainer tätig,<br />
15 Jahre davon nun schon beim<br />
BSV 92. Damit zählt er zu einem der<br />
Urgesteine im Berliner Tennissport.<br />
Sein Weg dorthin beruhte allerdings,<br />
wie er selbst sagt, größtenteils<br />
auf „Glück und Zufall.“<br />
Vom Balljungen zu den 1. Herren<br />
Angefangen hat Peter Zorns sportlicher Werdegang<br />
beim TV Preussen. Damals ist er täglich<br />
nach der Schule auf die Tennisanlage gekommen,<br />
um Bälle zu sammeln. Am Wochenende<br />
teilweise bis zu 12 Stunden lang. Von diesem<br />
Engagement angetan, bekam er dann mit zehn<br />
Jahren seinen ersten eigenen Tennisschläger<br />
geschenkt. Es sollte nicht sein letzter sein.<br />
Der erste, der Peter Zorns Talent für die gelbe<br />
Filzkugel erkannte, war der damalige Jugendwart<br />
beim TV Preussen, Kurt Lück. Er förderte<br />
ihn. Zorn spielte sich von den Jugendmannschaften<br />
bis in das 1. Herren-Team, blieb seinem<br />
Heimatverein 18 Jahre treu.<br />
Peter Zorn kümmert sich vorrangig um den Breitensport<br />
„Das Hobby zum Beruf machen“<br />
Nach dem mittleren Schulabschluss machte Peter<br />
Zorn eine dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann,<br />
die er 1973 abschloss. Danach<br />
arbeitete er auch für den damaligen Elektrotechnik-Hersteller<br />
SEL. An den<br />
Wochenenden spielte Peter<br />
Zorn weiter regelmäßig Tennis,<br />
war aus der 1. Herrenmannschaft<br />
nicht wegzudenken.<br />
Doch so ganz konnte sich Peter<br />
Zorn nicht mit der täglichen,<br />
sterilen Büroarbeit anfreunden.<br />
Er wurde hellhörig, als ihm ein<br />
damaliger Tennislehrer vom<br />
TV Preussen vorschlug, doch<br />
hauptberuflich Trainer zu werden.<br />
Diese Idee gefiel ihm. Er<br />
meldete sich beim Anwärterkurs<br />
zum Tennistrainer an. Damals<br />
gab es nur an der TU in<br />
München die Möglichkeit, sich<br />
zum staatlich geprüften Tennislehrer ausbilden<br />
zu lassen.<br />
Nach bestandener Aufnahmeprüfung musste<br />
Peter Zorn während der zweijährigen Ausbildung<br />
dann alle halbe Jahre für mehrere Tage<br />
nach München fahren, um sich dort Wissen<br />
in Bereichen wie Sportmethodik, Didaktik oder<br />
auch Biologie anzueignen.<br />
Als er sein Zertifikat in den Händen hielt, bekam<br />
Peter Zorn gleich seine erste große Aufgabe als<br />
Cheftrainer beim BTTC Grün-Weiß. Mehr als 40<br />
Stunden stand er damals Woche für Woche auf<br />
dem Platz: „Das war ein absoluter Glücksfall und<br />
ein toller Einstieg für mich. Ich bin an dieser Aufgabe<br />
sehr gewachsen.“<br />
Weitere Stationen danach waren dann der<br />
TC Weiß-Gold Lichtenrade und der Steglitzer<br />
Tennis-Klub. Dann zog es ihn zum BSV<br />
92.<br />
BSV-Trainer Peter Zorn<br />
Peter Zorn und der BSV<br />
Dort kümmert sich Peter Zorn um den<br />
Breitensport und trainiert sowohl Jugendliche<br />
als auch Erwachsene. Er sagt, dass<br />
„er von 7 bis 77 Jahren jeden unterrichtet.“<br />
Zudem betreut er auch ausgewählte<br />
Mannschaften bei den Verbandsspielen,<br />
so die 2. Damenmannschaft 50. Darüber<br />
hinaus organisiert Peter Zorn nun schon<br />
seit 2008 jedes Jahr für die Aktiven Tennisreisen<br />
zur Saisonvorbereitung. Sein Lieblingsort<br />
ist Side in der Türkei.<br />
Auch mit 64 Jahren greift Peter Zorn selbst<br />
noch zum Tennisschläger. So spielt er bei<br />
den Herren 50 mit, die aktuell in der Meisterschaftsklasse<br />
aufschlagen, nachdem<br />
sie in der vorangegangenen Saison nur<br />
knapp den Aufstieg in die Ostliga verpasst<br />
hatten. Zu seinen Mannschaftskameraden<br />
gehören Rüdiger John, Michael Lingner,<br />
Uwe Glomb und Stefan Kürbis.<br />
Allerdings spielt Peter Zorn meist nur noch Doppel.<br />
Der Grund: 2015 wurde bei ihm im linken<br />
Knie Arthrose im Endstadium festgestellt. Er bekam<br />
ein künstliches Kniegelenk. Dadurch fiel er<br />
mehrere Monate aus. Von diesem Eingriff erholte<br />
er sich gut. Peter Zorn wollte aber kein Risiko<br />
eingehen, konzentrierte sich daher vor allem<br />
auf die Doppel wenn er gebraucht wird. Und<br />
das wird er. Nicht zuletzt durch seine guten Aufschläge,<br />
für die er mit einer Körpergröße von<br />
stolzen 1,92 Metern beste Voraussetzungen hat.<br />
Und seinem guten Auge und dem feinen Händchen.<br />
„Das verlernt man zum Glück auch nicht<br />
durch ein neues Kniegelenk“, sagt Peter Zorn<br />
und schmunzelt.<br />
Seine Trainerphilosophie<br />
Er sagt über sich selbst, dass er sehr technikorientiert<br />
sei und es ihm wichtig ist, dass seine<br />
Handschrift als Trainer deutlich zu erkennen ist.<br />
Wie leidenschaftlich er als Trainer ist und wieviel<br />
Spaß ihm die Arbeit macht, ist aus jedem Satz zu<br />
hören. Auch nach mehr als 40 Trainerjahren liebt<br />
er es immer noch, über Tennis zu reden. Und jeder<br />
glaubt ihm, dass er „von 7-21 Uhr zum Training<br />
abrufbereit” sei.<br />
Würde er in seiner Trainerkarriere alles<br />
noch einmal genauso machen?<br />
„Nein. Wenn ich noch mal jung wäre, dann würde<br />
ich auch den A-Schein machen. Denn ich habe<br />
über die Jahre gemerkt, dass dieser doch einen<br />
hohen Stellenwert hat.“<br />
Aber auch ohne den ist Peter Zorn stolz auf das,<br />
was er sich als Trainer erarbeitet hat. Er hofft,<br />
dass er noch lange auf dem Platz stehen kann.<br />
„Ich bin einfach Tennistrainer mit Leib und Seele.<br />
In jeder meiner Stunden gebe ich immer 100<br />
Prozent.“ Wer kann das schon von sich sagen ...<br />
Linda Fritschken<br />
Fotos: Andreas Springer<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
71
TVBB intern<br />
Turnierkalender <strong>2017</strong><br />
Aktive<br />
19.08. - 23.08. A-7 Südturnier<br />
TC Weiß-Rot Neukölln, Blau-Weiß Britz, BTC<br />
Gropiusstadt<br />
Da/He<br />
20.08. - 27.08.<br />
Braunschweig Women's Open <strong>2017</strong>,German Masters Series presented<br />
by Tretorn (ITF Women's Circuit)<br />
19 794 $<br />
Da (E,D)<br />
Braunschweiger THC<br />
26.08. - 27.08. Regionalmeisterschaften der Aktiven Brandenburg-Süd TV Elsterwerda Da/He<br />
24.08. - 27.08. A-7 17. Offene Barnimer Meisterschaften TTC Bernau Da/He<br />
31.08. - 03.09. Große Meden/Poensgen-Spiele Da/He<br />
03.09. 7. Charity Cup “Berlins Next Tennis Talent”, Lennart Kleeberg International Club Berlin<br />
09.09. - 15.09. A-7 Weiß-Rot Cup TC Weiß-Rot Neukölln Da/He<br />
09.09. - 17.09. A-7 3. Grunewald Open <strong>2017</strong> Grunewald TC Da/He<br />
06.10. - 08.10. - SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #4 Schwapp Tenniscenter, Fürstenwalde Da/He<br />
10.11. - 12.11. - SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #5 Schwapp Tenniscenter, Fürstenwalde Da/He<br />
17.11. - 19.11. - ROBINSON CLUB FLEESENSEE TENNIS CHALLENGE <strong>2017</strong><br />
Golf & Country Club Fleesensee,<br />
17213 Göhren-Lebbin<br />
Da/He<br />
08.12.- 10.12. - SCHWAPP TENNIS MASTERS <strong>2017</strong> Schwapp Tenniscenter, Fürstenwalde Da/He<br />
15.12. - 18.12. - 1. DSR Aktiven Weihnachtscup Bernau-Waldsiedlung Da/He<br />
Senioren<br />
12.08. - 19.08. T-3 69. Verbandsmeisterschaften der SeniorInnen des TVBB BSV 1892 W 30 - 60, M 30 - 75<br />
17.08. - 20.08. 45. Lothar Kluge-Lok-Seniorenturnier TV Elsterwerda<br />
19.08 - 23.08. S-4 Südturnier<br />
TC Weiß-Rot Neukölln, Blau-Weiß Britz, BTC<br />
Gropiusstadt<br />
W/M 30, 40, 50 M 60<br />
24.08. - 27.08. S-6 17. Offene Barnimer Meisterschaften TTC Bernau W/M 40, 50 M 30, 60<br />
26.08. - 27.08. S-7 Große Spiele der Verbände W/M 30, 40, 50, 60, 70<br />
02.09. - 03.09. S-7 Endrunde Deutsche Vereinsmeisterschaften<br />
28.08. - 03.09. S-3<br />
XXIV. SCHWERINER INTERNATIONAL SENIORS OPEN - DUNLOP SE-<br />
NIOR TOUR<br />
Schweriner TC 1908 W/M 40-75, M 80<br />
02.09. - 10.09. 6. SeniorInnen LK-Turnier VfL Tegel W 50, M 65<br />
04.09. - 09.09. S-7 1. Spreewald Senioren-Open Lübben-Spreewald, Majoransheide W 50-65/M 50-70<br />
07.09. - 10.09. S-3 Internat. Sächsische Seniorenmeisterschaft <strong>2017</strong> TC RC Sport Leipzig W/M 30 - 75<br />
09.09. - 15.09. S-7 Weiß-Rot Cup TC Weiß-Rot Neukölln W/M 30, 40, 50, 60<br />
09.09. - 17.09. S-4 3. Grunewald Open Seniors Grunewald TC W/M 30,40,50 M 60 65<br />
26.11. - 03.12. S-5 2. ITF Berlin Senior Open TTC Bernau W/M 35 - 70, M 75 D,Mix<br />
Jugend<br />
10.08. - 13.08. J-3 SCC Junior Open <strong>2017</strong> TC SCC M/W 12, 14, 16, M 18<br />
18.08. - 18.08. 2. Berliner Bären Kids-Cup <strong>2017</strong> SV Berliner Bären<br />
18.08. - 18.08. Pokal der Sparkasse Spree-Neisse Lausitzer Tennisclub Cottbus W/M12, 14, 16, 18<br />
21.08. - 24.08. J-3 Südturnier<br />
TC Weiß-Rot Neukölln, Blau-Weiß Britz, BTC<br />
Gropiusstadt<br />
M/W 11, 12, 14, 16, 18<br />
24.08. - 27.08. J-3 17. Offene Barnimer Meisterschaften TTC Bernau M/W 12, 14, 18<br />
26.08. - 01.09. J-2 3. Internationale Spandauer Jugendmeisterschaften <strong>2017</strong> Siemens TK Blau-Gold M/W 12, 14, 16, 18<br />
02.09. - 03.09. J-3 LTTC “Rot Weiß” Kids Cup Masters LTTC Rot-Weiß M/W U8, 10, 11, 12<br />
02.09. - 09.09. J-2 17. Cujic Cup (Teil der Dunlop Bären-Serie des TVBB U10/11 TV Preussen M/W 10, 12, 14, 16, 18<br />
01.09. - 03.09. 3. Cujic Midcourt Turnier <strong>2017</strong> BSV ‘92 M/W 10<br />
03.09. 8. Cujic Mini-Cup BSV ‘92 M+W U8, U10<br />
08.09. - 10.09. J-2 Offene Ostdeutsche Jugendmeisterschaften <strong>2017</strong> TC BW Dresden Blasewitz M/W 12, 14, 16<br />
09.09. - 09.09. 3. Berliner Bären Kids-Cup <strong>2017</strong> SV Berliner Bären W/M 8, 10<br />
16.09. -18.09. J-4 2. TCL Junior-Cup TC Lichtenrade Weiß-Gelb M/W 12 (E, Do)<br />
23.09. - 24.09. 5. TCL-Mini-Cup TC Lichtenrade Weiß-Gelb<br />
23.09. - 24.09. J-1 Masters der U11 (Turnierserie der Nordverbände U11) LTTC "Rot-Weiß" M/W U11<br />
05.10. - 08.10. 10. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />
06.10. - 08.10. J-4 SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #4 Schwapp T-Center, Fürstenwalde M/W U10, 12, 14, 16<br />
19.10. - 22.10. 11. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />
02.11. - 05.11. 12. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />
10.11. - 12.11. J-4 SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #5 Schwapp T-Center, Fürstenwalde M/W U10, 12, 14, 16<br />
16.11. - 19.11. 13. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />
17.11. - 19.11. J-4 ROBINSON CLUB FLEESENSEE TENNIS CHALLENGE <strong>2017</strong> Golf & Country Club Fleesensee, M/W U10, 12, 14, 16<br />
30.11. - 03.12. 14. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />
08.12.- 10.12. J-4 SCHWAPP TENNIS MASTERS <strong>2017</strong> Schwapp T-Center, Fürstenwalde M/W U10, 12, 14, 16<br />
14.12.- 17.12. 15. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />
Dieser Turnier/Veranstaltungskalender (Stand Juli <strong>2017</strong>) wird in den folgenden Ausgaben fortgeschrieben.<br />
Vollständige Angaben zu den Turnieren/Veranstaltungen siehe unter www.dtb-tennis.de / mybigpoint bzw. www.tvbb.de.<br />
72<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis international<br />
Linkshänder Rafael Nadal ließ im Finale Stan Wawrinka keine Chance © Jürgen Hasenkopf<br />
Roland Garros, Paris: French Open<br />
Nadal in Super-Form zum<br />
“La Decima”, ein neuer<br />
Damen-Star wird entdeckt<br />
Das schaffte keiner vor ihm bei einem Grand<br />
Slam-Turnier: Rafael Nadal gewinnt seinen zehnten<br />
Titel in Paris <br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
Er war schon jahrelang der Sandplatzkönig.<br />
Doch nach seinem zehnten<br />
Paris-Titel, die gleiche Anzahl<br />
errang er schon in Monte Carlo und<br />
Barcelona, wird der 31-jährige Mallorciner<br />
Rafael Nadal zum Gott auf<br />
der roten Asche erhoben. Im Stade<br />
Roland Garros soll ihm zu Ehren sogar<br />
eine Statue errichtet werden.<br />
Am Tag nach dem historischen Triumph vom<br />
11. Juni anno <strong>2017</strong>, als er den Schweizer Stan<br />
Wawrinka im Finale 6:2, 6:3, 6:1 vom Platz gefegt<br />
hatte, erschien die spanische Zeitung "Le<br />
Mundo" mit der schlichten Schlagzeile "Roland<br />
Nadal!" Roland Garros und Nadal sind unzertrennlich<br />
verbunden.<br />
In seinen sieben Begegnungen bis ins Endspiel<br />
gab die Nummer vier der Setzliste keinen Satz<br />
ab, wie schon 2008 und 2010. Nadal gewann<br />
116 Spiele, gönnte seinen Gegnern nur 35. Je<br />
Match sind das gerade mal fünf. Manch früherer<br />
Gegner verneigte sich vor Nadal. So wie der US-<br />
Amerikaner Andy Roddick: "Zehn, zehn, zehn.<br />
Du kannst es noch so oft wiederholen, es ist<br />
so unnormal.” “Nur die wenigsten, können sich<br />
überhaupt vorstellen, was es bedeutet, zehn<br />
Mal die French Open zu gewinnen”, befand der<br />
39-jährige deutsche “Tennis-Veteran” Tommy<br />
Haas.<br />
Der Weg Nadals zum großen Triumph führte<br />
über Benoit Paire (FRA, 6:1, 6:4, 6:1), Robin Haase<br />
(NED, 6:1, 6:4, 6:3), Nikoloz Basilashvili (GEO,<br />
6:0, 6:1, 6:0), Roberto Bautista Agut (ESP, 6:1, 6:2,<br />
6:2), seinen Landsmann und Raonic-Bezwinger<br />
Pablo Carreno Busta (6:3, 2:0 Aufg.). Im Semi-<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
73
Tennis international<br />
finale machte der Mallorciner<br />
auch mit dem Aufsteiger aus<br />
Österreich, Dominic Thiem (Nr.<br />
6, 6:3, 6:4, 6:0) kurzen Prozess<br />
und stand im Finale. Thiem hatte<br />
im Viertelfinale überraschend<br />
Ex-Branchenprimus Novak Djokovic<br />
ausgeschaltet. Der Serbe<br />
war ausgerutscht, hatte sein<br />
Racket weggeworfen, lag hilflos<br />
am Boden. Das symbolische<br />
Bild einer Demütigung. "Das tut<br />
mir jetzt ein bisschen weh. Das<br />
ist kein schönes Bild dieser Legende",<br />
sagte sein Ex-Trainer<br />
Boris Becker über die Endphase<br />
der 6:7 (5:7), 3:6, 0:6-Pleite<br />
seines ehemaligen Schützlings,<br />
der erstmals seit sieben Jahren<br />
nicht im Halbfinale stand.<br />
Damit war auch das von vielen<br />
ersehnte Giganten-Duell Djokovic<br />
vs Nadal in der Vorschlussrunde<br />
geplatzt.<br />
Tennis fast von einem anderen<br />
Stern zeigte bisher Stan<br />
Wawrinka (Nr. 3). Im Viertelfinale<br />
zerpflückte er Marin Cilic gnadenlos<br />
6:3, 6:3, 6:1. «Es war ein<br />
perfektes Match», meinte er.<br />
In der Vorschlussrunde wartete<br />
wie schon im Vorjahr der Brite<br />
Andy Murray. Gegen die Nummer<br />
1 der Welt war Wawrinka jedoch in aussichtsreicher<br />
Position. Selbstvertrauen, körperliche<br />
Frische und Topform sprachen für ihn. Er<br />
rechtfertigte seine Favoritenrolle mit einem umkämpften<br />
6:7, 6:3, 5:7, 7:6, 6:1-Erfolg, der ihn ins<br />
Finale brachte. Experten nach war es das beste<br />
Match des Turniers.<br />
Mit Power-Tennis zum Sieg: Jelena Ostapenko, ein neues Gesicht im<br />
Damen-Tennis <br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
Nadal bestimmte das Finale<br />
Nadal hielt Wawrinka auf Court Philippe-Chatrier<br />
in Schach. Der Schweizer fand lange nicht<br />
in die Partie, leistete sich zu viele Fehler. Nadal<br />
nutzte das zu zwei Breaks, die ihm nach 42 Minuten<br />
mit 6:2 die Satzführung bescherten.<br />
Wawrinka gelang wenig, zeitweilig war er völlig<br />
von der Rolle. Nadal zog derweil sein Power-Spiel<br />
gnadenlos durch. Der zweite Satz war<br />
ganze 12 Minuten alt, da führte der Mallorciner<br />
schon wieder mit 3:0. Im neunten Spiel ließ<br />
Wawrinka seinem Frust dann freien Lauf und<br />
zertrümmerte sein Racket. Wenige Sekunden<br />
später war der zweite Durchgang mit 3:6 weg.<br />
Satz drei - ein Schnelldurchlauf mit 6:1. Denn<br />
Nadal ließ keinen Deut nach, gab Wawrinka<br />
nicht die kleinste Chance, ins Match zurückzufinden.<br />
Der Sandkönig spielte im dritten Satz nahe<br />
an der Perfektion. Tennis-Legende Boris Becker<br />
war begeistert: "Weltklasse. Einmalig. Legende."<br />
Nadal hatte mit “La Decima” Geschichte geschrieben,<br />
seit 2005 den zehnten Titel in Paris<br />
gewonnen. Eine Leistung, die es in der Open-<br />
Ära noch nie gab. “Die French Open sind das<br />
wichtigste Turnier meiner Karriere", sagte Nadal.<br />
"Es war etwas ganz besonderes, gegen Rafa<br />
in so einem Finale zu stehen. Glückwunsch",<br />
so Wawrinka.<br />
Halep unterliegt einer Lettin<br />
Bei den Damen stand seit 1933 erstmals wieder<br />
eine ungesetzte Spielerin im Finale, die 20-jährige<br />
Lettin Jelena Ostapenko. Eine zierliche Power-Frau,<br />
die mehrere Sprachen beherrscht,<br />
Turniertänzerin war. In Paris jagte sie ihre Vorhand<br />
im Schnitt (122,3 km/h) schneller als der<br />
Weltranglistenerste Murray (117,5 km/h) über<br />
das Feld.<br />
Ostapenko, 2014 schon Juniorinnen-Siegerin in<br />
Wimbledon, ging mutig und offensiv in ihr erstes<br />
Grand Slam-Finale. sie schaffte ein frühes<br />
Break zum 1:0. Favoritin Halep antwortete mit<br />
einem Rebreak und nahm ihrer Kontrahentin im<br />
zehnten Spiel das Service zum Satzgewinn mit<br />
6:4 ab.<br />
Die Rumänin schien bei einer 3:0-Führung im<br />
zweiten Satz auf der Siegerstraße zu sein. Doch<br />
Ostapenko gab nicht auf. Sie holte sich vier Spiele<br />
in Folge zur 4:3-Führung, ehe sie den Satzausgleich<br />
mit 6:4 schaffte. Im entscheidenden Satz<br />
hatte Halep bei einer 3:1-Führung zunächst die<br />
besseren Karten. Doch wieder gelang Ostapenko<br />
der Ausgleich zum 3:3. Boris Becker: “Beide<br />
Spielerinnen gehen voll an ihr Limit, das ist<br />
Weltklasse-Tennis."<br />
Im neunten Spiel war es dann soweit: Ostapenko<br />
nutzte bei Aufschlag Halep mit einem Winner<br />
ihren ersten Matchball und schaffte nach einer<br />
Stunde und 59 Minuten mit einem krachenden<br />
Rückhand-Volltreffer die Sensation zum 4:6, 6:4,<br />
Die ungesetzte Lettin Jelena Ostapenko gewann<br />
überraschend in Roland Garros © Jürgen Hasenkopf<br />
6:3-Erfolg. "Es ist unbegreiflich. Ich bin erst 20<br />
- und schon French-Open-Siegerin", sagte die<br />
kleine Flitzerin.<br />
"Ein neuer Star ist geboren", befand US- Tennislegende<br />
Chris Evert.<br />
Im WTA-Ranking kletterte die Lettin um 35 Plätze<br />
auf Rang 12, kassierte 2,1 Millionen Euro<br />
Preisgeld. Dagegen verpasste Halep die Chance,<br />
Nummer eins zu werden.<br />
Deutsche schlecht wie lange nicht<br />
13 deutsche Tennisprofis, sieben Damen und<br />
sechs Herren, waren unterm Eiffelturm am Start.<br />
Sie enttäuschten fast alle, denn elf schieden in<br />
Runde eins aus. Auch Alexander Zverev kassierte<br />
mit 4:6, 6:3, 4:6, 2:6 eine Erstrunden-Niederlage<br />
gegen den spanischen Veteranen Fernando<br />
Verdasco. Kerber schied, wie schon 2016, bei<br />
ihrem Auftaktmatch gegen Ekaterina Makarova<br />
(RUS, 2:6, 2:6) sang- und klanglos aus, setzte ihre<br />
Talfahrt fort. Kleiner Lichtblick: Carina Witthöft<br />
schaffte es in Runde drei. Es war das schlechteste<br />
Abschneiden der Deutschen bei einem Grand<br />
Slam-Turnier seit 2008.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit<br />
Material von SID, DTB, tennisnet)<br />
74<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis international<br />
Wimbledon: The Championships <strong>2017</strong><br />
Federer krönt sich zum Rekord-Champion<br />
Vom ersten Aufschlag<br />
bis zum<br />
letzten Matchball<br />
- Wimbledon <strong>2017</strong> war vor allem<br />
die große Show eines Mannes, des<br />
35-jährigen Schweizers “Tennis-<br />
Oldies” Roger Federer. Im vergangenen<br />
Jahr von vielen schon abgeschrieben,<br />
startete er offiziell als<br />
Drittgesetzter, war aber der “Geheimfavorit”.<br />
Der Maestro erfüllte<br />
alle Erwartungen. Er krönte sich in<br />
seinem 102. Match auf dem “Heiligen<br />
Rasen”mit dem achten Titel zum<br />
alleinigen Wimbledon-Rekordhalter.<br />
Er besiegte im Finale den Kroaten<br />
Marin Cilic überlegen 6:3, 6:1,<br />
6:4 - sein 19. Grand Slam-Titel.<br />
Auch Spanien hat eine neue Wimbledon-Prinzessin.<br />
Nach den French Open 2016 siegte Garbiñe<br />
Muguruza nun auch beim Rasen-Grand<br />
Slam. Im Finale hatte Venus Williams 7:5, 6:0 das<br />
Nachsehen.<br />
Ohne Satzverlust ins Finale<br />
Federer, der 2003 zum ersten Mal in Wimbledon<br />
gewonnen hatte, marschierte durch das<br />
Feld, wie er wollte. Der “Rasenflüsterer” gab im<br />
Turnierverlauf gegen Dolgopolov (UKR, 6:3,<br />
3:0 Aufg.), Dusan Lajovic (SRB, 7:6(0), 6:3, 6:2),<br />
Deutschlands Nummer zwei Mischa Zverev<br />
(7:6(3), 6:4, 6:4), Grigor Dimitrov (BUL, 6:4, 6:2,<br />
6:4) und gegen Milos Raonic (CAN, 6:4, 6:2,<br />
7:6(4) keinen Satz ab. Federer ist mit diesem<br />
Sieg und dem Einzug ins Halbfinale im Alter von<br />
35 Jahren und elf Monaten der älteste Spieler<br />
seit Rosewall im Jahr 1974. Im Semifinale leistete<br />
Tomas Berdych (CZE, 7:6(4), 7:6(4), 6:4) etwas<br />
mehr Widerstand. Aber immer, wenn es nötig<br />
war, konnte der Schweizer scheinbar mühelos in<br />
den nächsten Gang schalten.<br />
Marin Cilic, die Nummer sieben des Turniers,<br />
schickte in Runde eins Philipp Kohlschreiber unangefochten<br />
mit 6:4, 6:2, 6:3 nach Hause. Auch<br />
im nächsten Match traf er auf einen Deutschen,<br />
Florian Mayer, besiegte ihn 7:6(2), 6:4, 7:5. Seine<br />
nächsten “Opfer”: Steve Johnson (USA, 6:4,<br />
7:6(3), 6:4, Roberto Bautista Agut (ESP, 6:2, 6.2,<br />
6:2). Erst im Viertelfinale wurde seine bis dato<br />
weiße Weste in Sachen Satzverlust befleckt:<br />
3:6, 7:6(6)7:5, 5:7, 6:1 gegen Gilles Müller (LUX),<br />
der zuvor die Träume von Rafael Nadal (ESP) in<br />
einem Endlos-Krimi über mehr als viereinhalb<br />
Stunden mit 6:3, 6:4, 3:6, 4:6 und 15:13 platzen<br />
ließ. Nach einem 6:7(6),6:4, 7:6(3), 7:5 über Sam<br />
Querrey (USA) stand Cilic ebenso im Finale. Der<br />
Roger Federer mit seinem achten Wimbledon-Pokal <br />
<br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
Federer punktete auch mit seiner einhändigen<br />
Rückhand <br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
Amerikaner hatte auch den an der Hüfte lädierten<br />
Titelverteidiger Andy Murray (Nr. 1, GBR),<br />
3:6, 6:4, 6:7(4), 6:1, 6:1) ausgebootet.<br />
Alexander Zverev (Nr. 10), der letzte von neun<br />
im Turnier verbliebenen DTB-Aktiven, schaffte<br />
es bis ins Achtelfinale. Dort stoppte ihn der Kanadier<br />
Milos Raonic (Nr. 6) in einem lange umkämpften<br />
Match mit 4:6, 7:5, 4:6, 7:5, 6:1.<br />
Federer dominiert das Endspiel<br />
Im ersten Satz schwächelte Cilic beim Aufschlag,<br />
sonst eine seiner gefährlichsten Waffen. Beim<br />
Stand von 2:1 erspielte sich die Nummer sechs<br />
der Welt zwar den ersten Breakball des Matches.<br />
Doch Federer antwortete wie so oft: In brenzligen<br />
Situationen zeigt er sein bestes Tennis.<br />
Nachdem er Cilic' Breakchance abgewehrt hatte,<br />
gelangen ihm sechs Punkte in Serie. So nahm<br />
der 35-Jährige dem Kroaten mit seiner dritten<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
75
Tennis international<br />
Marin Cilic war im Finale chancenlos <br />
<br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
Möglichkeit das Aufschlagspiel zum 3:2 ab. Damit<br />
war der erste Satz entschieden.<br />
Der fast zwei Meter-Mann Cilic saß beim Spielstand<br />
von 3:6, 0:3 auf seinem Stuhl, um sich<br />
herum Physiotherapeuten und ein Arzt. Seine<br />
Tränen verbarg er unter einem Handtuch. Eine<br />
entzündete Blase am Fuß machte ihm schwer zu<br />
schaffen. Er spielte zwar weiter, doch man merkte<br />
ihm seine Verunsicherung an. Der Schweizer<br />
spielte derart dominant, dass ein Klassenunterschied<br />
auszumachen war. Bei eigenem Aufschlag<br />
ließ Federer im zweiten Satz lediglich<br />
zwei Punkte seines Gegners zu - 6:1.<br />
In Durchgang drei suchte Federer desöfteren<br />
den Weg ans Netz. Auch in Grundlinienrallyes<br />
stellte er seine Klasse unter Beweis und machte<br />
zahlreiche Punkte durch sein präzises und variantenreiches<br />
Spiel. Insgesamt unterliefen ihm<br />
während der gesamten Partie nur acht vermeidbare<br />
Fehler, Cilic hingegen 23. Nach 1:41 Stunden<br />
verwandelte der Rechtshänder aus der<br />
Schweiz dann seinen zweiten Matchball. Neben<br />
Björn Borg (1976) ist Federer damit der einzige<br />
Spieler, der bei einem Wimbledon-Triumph keinen<br />
einzigen Satz abgeben musste.<br />
Cilic nach dem Match: "Ich war einfach sehr enttäuscht,<br />
dass ich nicht mein Bestes geben konnte<br />
in so einem wichtigen Match. Die Schmerzen<br />
waren nicht so groß, dass sie mich zu<br />
Tränen getrieben haben. Es war einfach nur die<br />
Enttäuschung."<br />
Dagegen der Rekord-Champion: „Es macht mich<br />
wirklich glücklich, in Wimbledon Geschichte<br />
zu schreiben. Das ist eine große Sache. Ich liebe<br />
dieses Turnier. Alle meine Träume als Spieler<br />
sind hier Wirklichkeit geworden.“<br />
Neue spanische Tennisprinzessin: Garbiñe Muguruza <br />
<br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
Muguruza - eine Dame mit Zukunft<br />
Bei den Damen war Angelique Kerber aufgrund<br />
ihrer Weltranglistenposition und der wegen ihrer<br />
Schwangerschaft fehlenden Serena Williams<br />
an Nummer eins gesetzt. Favoritin war<br />
sie jedoch nicht, denn sie steckte seit Monaten<br />
im Formtief. Nach Siegen über Kirsten Flipkens<br />
(BEL, 7:5, 7:5) und Shelby Rogers (USA, 4:6,<br />
7:6(2), 6:4) traf sie im Achtelfinale auf die spätere<br />
Siegerin Garbine Murguza (Nr. 14). Die Kielerin<br />
unterlag 4:6, 6:4, 6:4. Experten sprachen von<br />
“Weltklassetennis”, das beide zeigten, und dem<br />
“besten Match des Turniers”.<br />
Ein Lichtblick. Ebenso bei Carina Witthöft, die<br />
es bis in Runde drei schaffte. Die anderen sechs<br />
schieden in Runde eins oder zwei (Tatjana Maria)<br />
aus.<br />
Die quirlige Muguruza, die venezolanische Wurzeln<br />
hat, bezwang dann noch Svetlana Kuznetzova<br />
(Nr. 7,RUS, 6:3, 6:4) und im Semifinale die<br />
ungesetze Magdalena Rybarikova (SVK, 6:1,<br />
6:1) - Finale erreicht. Dort war Venus Williams,<br />
die fünffache Wimbledon-Championesse, ihre<br />
Gegnerin.<br />
Es hatte schon spannendere Damen-Finals gegeben.<br />
Das der 131. Auflage war in 77 Minuten<br />
vorbei. Zu groß war nach dem ersten ausgeglichenen,<br />
nur durch ein Break entschiedenen Satz<br />
Garbiñe Muguruza hat nach Paris 2016 auch<br />
Wimbledon gewonnen <br />
© Jürgen Hasenkopf<br />
die Überlegenheit der 1.82 Meter großen Frau,<br />
die schon 2015 ein Finale gegen Serena bestritten<br />
hatte, bei ihrem 7:5, 6:0-Erfolg gegen die ältere<br />
der Williams-Sisters. Die Spanierin ist eine<br />
Spielerin für die Zukunft auf der WTA- Tour, für<br />
die Zeit nach den Williams, Kerber und Co.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit<br />
Material von tennisnet, SID)<br />
76<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Tennis international<br />
Neunfacher Sieger in Halle: Maestro Roger Federer<br />
Halle/Westfalen: 25. Gerry Weber Open<br />
“Du hättest ruhig ein bisschen netter zu mir sein können!”<br />
Der Frust des deutschen Youngsters<br />
Alexander Zverev (20 J.) war schnell<br />
verflogen, nachdem ihm “Altmeister”<br />
Roger Federer (35 J.) mit 6:1,<br />
6:3 im Finale der Gerry Weber Open<br />
(17. bis 25. Juni) bei seinem neunten<br />
Turniersieg in Halle/Westfalen in gerade<br />
mal 52 Minuten eine Lehrstunde<br />
erteilt hatte. Der Hamburger erkannte<br />
die Leistung des Schweizers<br />
an: "Was Du machst, werden wir auf<br />
dem Tennisplatz künftig nicht mehr<br />
sehen. Es ist immer eine Freude,<br />
Dich spielen zu sehen." Und fügte,<br />
schon wieder lächelnd, hinzu: "Aber<br />
heute hättest Du etwas netter zu mir<br />
sein können!"<br />
Zverev hatte noch das Semifinal-Spiel gegen<br />
den Franzosen Richard Gasquet in Kopf und Beinen,<br />
den er in 1:52 Stunden dank seiner guten<br />
Nerven 4:6, 6:4, 6:4 im Zaum hielt. Anschließend<br />
spielte er noch mit Bruder Mischa Doppel, verhinderte<br />
den Titel-Hattrick von Raven Klaasen<br />
(Südafrika)/Rajeev Ram (USA) durch ein 6:3, 6:3.<br />
Halle-Rekordsieger Federer brauchte für seinen<br />
6:4, 7:6(5) Vorschlussrunden-Sieg gegen den<br />
Russen nur 1:25 Stunden.<br />
Es war das „Traumfinale“ zwischen Publikumsliebling<br />
Federer und Zverev, der es bei seinem<br />
zweiten Finaleinzug in Ostwestfalen auch geschafft<br />
hat, die Herzen der Fans zu erobern.<br />
“Ihm gehört die Zukunft, er ist ein toller Typ“, lobte Federer Zverev <br />
<br />
© Gerry Weber Open/Ket<br />
Bis auf den letzten Platz besetzt: Gerry Weber-Stadion beim Finale Federer vs Zverev<br />
Mit drei Breaks dominiert Federer Satz eins. 6:1<br />
nach 22 Minuten. Der 20-Jährige ließ den Kopf<br />
hängen.<br />
Die deutsche Nummer eins fand in Satz zwei<br />
besser in die Partie: Erst ein kraftvoller Ball ins<br />
Feld, dann ein Ass, gefolgt von einem Aufschlag,<br />
den Federer nicht zurück ins Feld bringen konnte.<br />
Zverevs zweites gewonnenes Aufschlagspiel<br />
brachte ihm das 1:1.<br />
Aber Federer ließ sich nicht bremsen: Ein Stoppball<br />
sicherte dem Schweizer das 2:1. Konkurrent<br />
Zverev konnte ihn nur erreichen, indem er sich<br />
ins Netz warf und kurz liegen blieb. Der 20-Jährige<br />
glich dann mit eigenem Aufschlag aus (2:2).<br />
Federer spielte jedoch erneut seine Übersicht<br />
aus (3:2), brachte Zverev mit dem nächsten Stop<br />
zur Verzweiflung - 4:2.<br />
Mit Wut feuerte sich Zverev im nächsten Aufschlagspiel<br />
(zu Null) zum 3:5 , aber Federer ließ<br />
seinen Gegner weiter laufen. Der erste Matchball<br />
brachte ihm nach 52 Minuten das 6:3 und<br />
den neunten Titel in Halle.<br />
Für seinen Gegner fand er lobende Worte: „Man<br />
sieht, wie er sich weiterentwickelt hat. Ihm gehört<br />
die Zukunft, er ist ein toller Typ.“<br />
PI GWO, prawi<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
77
Tennis international<br />
Rom, ATP, Masters 1000<br />
Zverev, der “Kaiser von Rom”<br />
Die große deutsche Tennishoffnung<br />
Alexander Zverev gewinnt in der<br />
Ewigen Stadt erstmals ein ATP Masters<br />
1000-Turnier und rückt mit diesem<br />
Erfolg in die Bel Etage des ATP-<br />
Rankings vor. Er ist mit 20 Jahren<br />
der jüngste Spieler, der seit 2007 bei<br />
einem Turnier dieser Kategorie siegte.<br />
Zuvor wurde Ende Oktober 2007<br />
das letzte Mal eine Weltrangliste mit<br />
einem deutschen Top-Ten-Spieler<br />
veröffentlicht. Damals war Tommy<br />
Haas die Nummer zehn.<br />
"Fantastisch" nannte Endspielgegner Novak<br />
Djokovic den Finalvortrag des Deutschen: "Er<br />
hat Großes vor sich. Er ist auf dem Weg zu einem<br />
Champion."<br />
Und wie reagierte der Sieger? "Es ist ein unglaubliches<br />
Erlebnis, ein unglaublicher Sieg. Ein<br />
Tag, den ich nie vergessen werde", sagte Zverev<br />
nach seinem 6:4, 6:3-Sieg gegen Ex-Frontmann<br />
Djokovic. Nicht allein der Sieg des Hamburgers<br />
war eine Überraschung, sondern mehr noch<br />
der nervenstarke, zupackende Auftritt im ersten<br />
größeren Endspiel seiner Laufbahn. Als ihm<br />
Rod Laver, der zweimalige Gewinner des echten<br />
Grand Slam, den Cup überreichte, konnte<br />
Zverev Tränen nicht mehr verbergen: "Ich bin<br />
überwältigt!"<br />
Bisher beherrschten die “Großen Vier” - Roger<br />
Federer, Rafael Nadal, Andy Murray und Novak<br />
Djokovic - auch die Masters-Wettbewerbe. Djokovic<br />
und Nadal teilten sich sogar elf der vorangegangenen<br />
zwölf Rom-Titel untereinander.<br />
Der Serbe unternahm <strong>2017</strong> in Rom den Versuch,<br />
Nach dem Sieg in Champganerlaune: Alexander Zverev <br />
© Getty Images<br />
den 31. Rekordtitel dieser Elitewettbewerbe<br />
zu gewinnen.<br />
Zverev macht ihm einen<br />
dicken Strich durch diese<br />
Rechnung. “Zverev strahlte<br />
eine Zuversicht aus, die fast<br />
schon irritierend war”, erklärte<br />
Patrick McEnroe, Ex-Davis<br />
Cup-Boss der USA.<br />
Wäre es nach der Setzliste<br />
gegangen, hätte Zverev<br />
in der Runde der letzten 16<br />
auf Branchenprimus Andy<br />
Murray (GBR) treffen können.<br />
Gegenüber stand ihm<br />
aber Fabio Fognini (ITA), der<br />
den formschwachen Briten<br />
in dessen erstem Match 6:2, 6:4 schon aus dem<br />
Foro Italico Turnier verabschiedet hatte. Doch<br />
Zverev bezwang den Einheimischen unangefochten<br />
6:3, 6:3. Im Viertelfinale wartete der<br />
Wimbledon-Finalist von 2016, der Kanadier Milos<br />
Raonic. Es war das dritte Aufeinandertreffen<br />
der beiden. Ihre Matchbilanz: 1:1. Raonic forderte<br />
den deutschen Youngster im ersten Satz, der<br />
erst im Tie-Break mit 7:6(4) entschieden war.<br />
John Isner (USA) war der nächste Rivale des<br />
Deutschen. Reichte zum Gewinn von Satz eins<br />
ein Break zum 6:4, verlor Zverev Durchgang<br />
zwei nach hochkarätigen Spielen im Tie-Break<br />
6:7(5) knapp. Dadurch angestachelt, drehte er<br />
im Entscheidungssatz noch mal auf, gewann ihn<br />
mit 6:1 - Finale erreicht.<br />
Sein Gegner Djokovic hatte am Tag zuvor im<br />
Halbfinale Österreichs Shootingstar Dominic<br />
Thiem kräftig abgewatscht. Doch gegen Zverev<br />
war er von Anfang an in der Defensive, wirkte<br />
wie ein Getriebener. Bis zum Ende des Matches<br />
musste Zverev keinen einzigen Breakball abwehren.<br />
Djokovic hatte nicht den Hauch einer<br />
Chance. Jede sich andeutende kritische Situation<br />
parierte er mit ausgeprägter Coolness. Sascha<br />
Zverev bezwang den Serben souverän 6:4,<br />
6:3. “Es war eines der besten Matches, die ich jemals<br />
gespielt habe, und das ausgerechnet im Finale<br />
eines Masters-Turniers”, freute sich Zverev<br />
über seinen bislang größten Erfolg.<br />
Beim zeitgleich ausgetragenen Damenturnier<br />
siegte die 22-jährige Ukrainerin Elina Svitolina.<br />
Im Finale setzte sie sich gegen die Rumänin Simona<br />
Halep 4:6, 7:5, 6:1 durch und übernahm<br />
mit dem vierten Turniersieg <strong>2017</strong> auch die Führung<br />
in der Jahres-Weltrangliste.<br />
Angelique Kerber (Kiel) verpasste den Einzug ins<br />
Achtelfinale. Nach einem Freilos verlor die seit<br />
Wochen formschwache damalige Weltranglistenerste<br />
ihr Auftaktmatch - gegen Qualifikantin<br />
Anett Kontaveit (WTA 68) aus Estland deutlich<br />
4:6, 0:6.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit<br />
Material von SID, tennisnet)<br />
78<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Turnier-Kurzberichte<br />
Tennis international<br />
Stuttgart: Porsche Tennis Grand Prix <strong>2017</strong><br />
Die Frau, mit der keiner rechnete<br />
Im vergangenen Jahr stand sie als Qualifikantin<br />
im Finale gegen Kerber. <strong>2017</strong> kam<br />
Laura Siegemund (WTA 49, Metzingen) mit<br />
einer Wild Card in ihr Heimturnier (25. bis<br />
30. April), besiegte dort drei Top Ten-Spielerinnen.<br />
Und im Finale die Französin Kristina<br />
Mladenovic. Für die 29-jährige Siegemund<br />
ist es der zweite Sieg auf der WTA-Tour. Damit<br />
hatte keiner gerechnet. Aber gerade sie<br />
ist mit ihrem unorthodoxen Spiel immer für<br />
Überraschungen gut.<br />
Doch an den ersten zwei Tagen gab es andere<br />
Gesprächsthemen als Siegemund. Dazu zählte<br />
das frühe Aus von Kerber gegen Kristina Mladenovic<br />
(WTA 19, FRA). Nach dem 2:6, 5:7 verließ<br />
sie mit hängendem Kopf die Halle. Kerbers<br />
Formkrise hält an. Es war bereits die dritte Auftaktniederlagedes<br />
Jahres. Sie war nicht die einzige<br />
Top-Spielerin, die zeitig die Segel streichen<br />
musste. Dieses Schicksal teilten auch Johanna<br />
Konta (Nr. 6, GBR), French Open-Siegerin Garbine<br />
Muguruza (Nr. 5, ESP), Agnieszka Radwanska<br />
(Nr. 7, POL) und Swetlana Kusnezowa (Nr. 8,<br />
RUS), die sich Vorjahresfinalistin Laura Siegemund<br />
(Metzingen) mit 4:6, 3:6 beugen musste.<br />
Dabei war Laura Siegemund drauf und dran, ihren<br />
komfortablen 6:4, 4:0- und 5:2-Vorsprung<br />
gegen die Russin in Satz zwei noch zu verspielen.<br />
Kuznetsova hatte Breakball zum 4:5, spielte<br />
einen starken Stopp, den Siegemund noch<br />
irgendwie erreichte und als Gegenstop übers<br />
Netz bugsierte. Wenig später der Matchgewinn<br />
mit 6:4, 6:3. Viele Stops gegen den Lauf, ab und<br />
zu der Slice, Netzangriffe. Alles klappte. Nächste<br />
Gegnerin war die an zwei gesetzte Karolina<br />
Pliskova (CZE), die Coco Vandeweghe (USA) mit<br />
7:6(2), 6:4 knapp bezwungen hatte. Das Viertelfinale<br />
gegen die Top Ten-Spielerin “war sicherlich<br />
eines der besten Matches meiner Karriere”,<br />
so Siegemund. “Es war für mich eine wichtige<br />
Erfahrung, dass ich eine absolute ‘Harthitterin’<br />
unter Druck setzen und in die Bredouille bringen<br />
kann”. Das tat die wieder sehr variabel spielende<br />
Siegemund beim lange umkämpften 7:5,<br />
6:7, 6:3-Erfolg mit Bravour. Im Halbfinale rang<br />
Außer Rand und Band: Siegerin Laura Siegemund, die<br />
häufig mit ihrer starken Vorhand punktete<br />
sie Simona Halep (ROU) durch jeweils ein Break<br />
6:4, 7:5 nieder.<br />
Im Finale gegen Mladenovic, die Maria Sharapovas<br />
Comback nach der Dopingsperre im Semifinale<br />
(3:6, 7:5, 6:4) stoppte, war Siegemund<br />
in Satz eins die dominierende Spielerin - 6:1.<br />
Durchgang zwei holte sich die Französin souverän<br />
mit 6:2. In Durchgang drei war Feuer im<br />
Match. Siegemund führte 5:4. Bei 15:30 wurdedie<br />
Deutsche, die vorher schon verwarnt wurde,<br />
von der Stuhlschiedsrichterin wegen Zeitüberschreitung<br />
zwischen den Aufschlägen ein<br />
Punkt abgezogen. Doch sie steckte die nervenaufreibende<br />
Entscheidung eiskalt weg. Den<br />
Tie-Break gewann Siegemund 7:6(5) - zweiter<br />
WTA-Turniersieg.<br />
Im Doppel siegten Raquel Atawo (USA)/Jelena<br />
Ostapenko (LAT) gegen Abigall Spears (USA)/<br />
Katarina Srebotnik (SLO) mit 6:4, 6:4.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz<br />
(mit Material von SID, tennisnet), Fotos: Porsche AG<br />
ATP: 102. BMW Open by FWU<br />
Heimtitel für Zverev<br />
Kurz nach seinem 20. Geburtstag bestritt<br />
Alexander Zverev bei den BMW Open in<br />
München (1. bis 7. Mai) sein fünftes ATP-Finale<br />
und errang den dritten Titel. Es war der<br />
erste vor heimischer Kulisse.<br />
Der an drei gesetzte Zverev (ATP 20) bezwang<br />
nach einer Rast im Achtelfinale Jeremy Chardy<br />
(FRA) mit 6:4, 6:4. In dieser Runde schied Philipp<br />
Kohlschreiber (ATP 39) mit 6:7(5), 4:6 gegen Horacio<br />
Zeballos (ATP 63, ARG) aus.<br />
Anschließend traf Zverev auf seinen Davis Cup-<br />
Teamkameraden Jan-Lennard Struff (ATP 48),<br />
der sich als harter Brocken erwies. Der hellwache<br />
Struff, der zuvor Tommy Haas verabschiedet<br />
hatte, holte sich mit 6:3 Satz eins. Auch in Durchgang<br />
zwei machte er kaum Fehler.<br />
Doch Zverev steigerte sich, bekam Oberwasser.<br />
Beide schlugen stark auf, ließen kaum Breakchancen<br />
zu. Es kam zum Tie-Break. In dem hat-<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
79
Tennis international<br />
te Zverev die besseren Nerven, gewann ihn mit<br />
7:3.<br />
Im dritten Satz gelang Zverev ein Break zum<br />
zum 3:2. Doch Struff ließ sich nicht abschütteln,<br />
es ging wieder in den Tie-Break. Nach 2:13<br />
Stunden flog ein Ball Struffs ins Aus. Es war<br />
ein schwer erkämpfter 6:3, 6:7 (3), 6:7(5)-Sieg<br />
- Halbfinale.<br />
Das Halbfinale gegen den Spanier Roberto Bautista<br />
Agut wurde auch wieder ein eng: 7:5, 7:5,<br />
entschieden durch jeweils ein Break von Zverev.<br />
Er punktete oft mit seiner beidhändigen Rückhand,<br />
der besten auf der Tour, wie Experten<br />
meinen.<br />
Im Endspiel gegen den Qualifikanten Guido Pella<br />
(ATP 154) aus Argentinien hatte Zverev zunächst<br />
2:4 und 15:40 zurück gelegen, drehte<br />
dann aber die Partie eindrucksvoll. Nach 72 Minuten<br />
brachte der erste Matchball die Entscheidung<br />
zum 6:4, 6:3.<br />
Für seinen dritten Turniersieg nach St. Petersburg<br />
2016 und Montpellier im Februar <strong>2017</strong> erhielt<br />
Zverev ein Preisgeld von 85 945 Euro, einen<br />
BMW-Sportwagen im Wert von etwa 140 000<br />
Euro und - eine Lederhose.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz<br />
Alexander Zverev mit BMW-Produktionsvorstand Oliver Zipse, dem Siegerpokal, zünftiger Lederhose und dem<br />
flotten BMW i8<br />
© Getty Images/BMW Open by FWU<br />
ATP, Monte Carlo Rolex Masters<br />
Der erste Zehner Titel für Nadal<br />
Es ist das erste “La Decima” auf der Tour. Vor<br />
dem Mallorciner war es noch keinem Spieler<br />
gelungen, ein Turnier zehnmal zu gewinnen.<br />
Doch Rafael Nadal verteidigte seinen<br />
Vorjahrestitel beim ATP Masters 1000-Turnier<br />
in Monte Carlo (16. bis 23. April), das<br />
er schon neunmal gewonnen hatte. Albert<br />
Ramos-Vinolas war beim 6:1, 6:3 im Finale<br />
chancenlos.<br />
Im Halbfinale hatte Nadal den Belgier David<br />
Goffin 6:3, 6:1 besiegt. Goffin, der zuvor im Viertelfinale<br />
den langjährigen Branchenprimus Novak<br />
Djokovic (Serbien) und den hoch gehandelten<br />
Dominic Thiem (Österreich) ausgeschaltet<br />
hatte, ließ sich von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung<br />
beim Stand von 3:2 im ersten<br />
Satz vollkommen aus dem Konzept bringen.<br />
In der Folge gewann der 26-Jährige nur noch ein<br />
Spiel. Bei Vorteil Goffin hatte der Schiedsrichter<br />
einen vermeintlich zu langen Ball von Nadal im<br />
Feld gesehen, was das 4:2 für den Belgier verhinderte.<br />
Nach dem Vorfall hatte Nadal, besonders<br />
im zweiten Durchgang keine Mühe mehr.<br />
Den Unmut der Zuschauer hatte Nadal nach der<br />
Szene jedoch auf seiner Seite, manche bedachten<br />
ihn mit Buhrufen und Pfiffen. "Das macht<br />
mich traurig, besonders an einem Ort, an dem<br />
ich so viele Erfolge gefeiert habe. Aber das passiert<br />
manchmal." Ferner erachtet Nadal die Kritik<br />
als unverhältnismäßig: "Wenn der Schiedsrichter<br />
den Ball gut gibt, was soll ich dann sagen?<br />
Dass der Ball im Aus ist? Deswegen gibt es einen<br />
Schiedsrichter." Seriensieger bei seinem Heimturnier: Rafael Nadal © Jürgen Hasenkopf<br />
80<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de
Auf dem Weg zu seinem Sieg hatte Nadal im<br />
Achtelfinale auch den deutschen Hoffnungsträger<br />
Alexander Zverev ausgeschaltet - und das<br />
an dessen 20. Geburtstag. Der Sandplatzkönig<br />
erteilte dem jungen Deutschen eine Lehrstunde<br />
- 1:6, 1:6. Nach nur 68 Minuten war die einseitige<br />
Partie beendet - und Zverev um eine Erfahrung<br />
reicher. Im dritten Aufeinandertreffen<br />
mit dem Spanier kassierte Zverev seine dritte<br />
Niederlage, die er selbst mit einem Doppelfehler<br />
besiegelte. Noch bei den Australian Open im<br />
Januar hatte er Nadal in den fünften Satz und<br />
an den Rand einer Niederlage gezwungen. Auf<br />
Sand fehlten ihm allerdings die Mittel, um den<br />
Spanier auch nur annähernd zu gefährden. Zudem<br />
unterliefen Zverev an der Grundlinie ungewohnt<br />
viele einfache Fehler.<br />
Immer wieder blickte Zverev ratlos in seine Box.<br />
Als er im zweiten Satz seinen Aufschlag zum 0:3<br />
abgab, ließ er seinem Frust freien Lauf und hämmerte<br />
seinen Schläger so hart in den Sand, dass<br />
dieser in zwei Teile zerbrach. Die Fans im Fürstentum<br />
quittierten Zverevs Wutausbruch mit<br />
Pfiffen.<br />
Tennis international<br />
In der gleichen Runde kam auch für Andy Murray<br />
das Aus. Er unterlag dem Spanier Albert Ramos<br />
6:2, 2:6, 5:7. Ein frühes Achtelfinal-Aus ereilte<br />
auch den Schweizer Stanislas Wawrinka. Der<br />
dreifache Grand-Slam-Turniersieger verlor gegen<br />
den Uruguayer Pablo Cuevas 4:6, 4:6.<br />
Nur kurze Zeit nach Zverev schied auch der fünfte<br />
und letzte deutsche Teilnehmer aus. Davis<br />
Cup-Spieler Jan-Lennard Struff stand beim 3:6,<br />
0:6 gegen den Argentinier Diego Schwartzman<br />
auf verlorenem Posten.<br />
prawi<br />
ATP: Barcelona Open Banc Sabadell<br />
Souveräner Nadal gewinnt Jubiläums-Titel<br />
Rafael Nadal hat seinen Titel als Sandplatzkönig<br />
eindrucksvoll bestätigt und auch das<br />
ATP-Turnier in Barcelona (24. bis 30. April)<br />
gewonnen - zum zehnten Mal. Der 30 Jahre<br />
alte Mallorciner triumphierte im Finale<br />
über den Österreicher Dominic Thiem klar<br />
6:4, 6:1. Er sprach von einem "Traumstart<br />
auf Sand. Es bedeutet mir so viel, die Nummer<br />
10 hier in Barcelona erreicht zu haben,<br />
vor den Augen der Leute aus meinem Klub.<br />
Ich bin sehr glücklich", sagte Nadal auf dem<br />
Court, der nach ihm benannt ist.<br />
Der “Stier von Manacor” war vor dem Endspiel<br />
gewarnt: Youngster Thiem hatte in der Vorschlussrunde<br />
erstmals in seiner Karriere eine<br />
Nummer eins der Welt geschlagen. 6:2, 3:6, 6:4<br />
hieß es gegen Murray.<br />
Nadal dominierte das Duell mit Thiem (23 ) über<br />
weite Strecken. Nach ausgeglichenem Beginn<br />
gelang ihm das entscheidende Break im ersten<br />
Durchgang zum Satzgewinn.<br />
Im zweiten Satz setzte Nadal den Wiener von<br />
Beginn an unter Druck und nahm Thiem den<br />
Aufschlag zum 3:1 ab. Wenig später verwandelte<br />
er seinen zweiten Matchball zum dritten Erfolg<br />
im vierten Duell mit Thiem. Nadal hat nun<br />
71 Turniersiege zu Buche stehen - 51 davon auf<br />
Sand erstritten.<br />
"Der erste Satz war sehr wichtig, ich hatte ein<br />
paar Chancen mehr als er, aber es war sehr ausgeglichen.<br />
Darum habe ich am Ende mit so viel<br />
Energie den Sieg gefeiert", sagte Nadal.<br />
Die deutschen Tennisprofis hatten in Barcelona<br />
enttäuscht. Nacheinander waren Philipp Kohlschreiber<br />
(Nr. 12, Augsburg) und Alexander<br />
Zverev (Nr. 8,Hamburg) am 20 Jahre alten Qalifikanten<br />
Chung Hyeon aus Südkorea gescheitert.<br />
Dessen Siegeszug stoppte Nadal im Viertelfinale<br />
. Das Aus in ihren Auftaktmatches ereilte auch<br />
Mischa Zverev (Nr. 14, Hamburg) und Dustin<br />
Brown (Winsen/Aller). Jan-Lennard Struff (Warstein)<br />
gewann immerhin ein Spiel.<br />
Im Kampf um den Doppel-Titel trafen der<br />
33-jährige Petzschner und der drei Jahre ältere<br />
Peya im Endspiel auf Florin Mergea aus Rumänien<br />
und den Pakistaner Aisam-Ul-Haq Qureshi.<br />
Die deutsch-österreichische Kombination musste<br />
sich mit 4:6, 3:6 geschlagen geben.<br />
Zusammenfassung: Bernd Prawitz<br />
(mit Material von SID, tennisnet), Fotos: Getty Images<br />
Stuttgart: MercedesCup <strong>2017</strong><br />
Lucas Pouille - mit einer Wild Card zum Sieg<br />
Der große Triumphator beim MercedesCup<br />
<strong>2017</strong> (12. bis 18. Juni) heißt Lucas Pouille<br />
(ATP 16). Der als Nummer vier gesetzte Franzose<br />
setzte sich im Endspiel des mit 701 975<br />
Euro dotierten ATP-Rasenturniers auf dem<br />
Stuttgarter Weissenhof gegen den 35-jährigen<br />
Spanier Feliciano Lopez in 2:05 Stunden<br />
mit 4:6, 7:6 (7:5), 6:4 durch. Für seinen<br />
dritten ATP-Titel wurde er mit einem Siegerscheck<br />
über 112 460 Euro sowie einem E 400<br />
4MATIC Cabriolet belohnt.<br />
Pouille hatte nach seinem Drittrunden-Aus bei<br />
den French Open bei Turnierdirektor Edwin<br />
Weindorfer um eine Wild Card gebeten und diese<br />
auch erhalten. „Dafür möchte ich mich sehr<br />
herzlich bedanken, denn wenn ich die Wild Card<br />
nicht bekommen hätte, würde ich jetzt nicht<br />
hier stehen“, meinte der 23-Jährige bei der Siegerehrung.<br />
Mit dem 29. Ass verwertete Pouille<br />
seinen dritten Matchball, nachdem ihm bei der<br />
ersten Chance auf den Sieg noch ein Doppelfehler<br />
unterlaufen war.<br />
Ein Schlüssel zum Erfolg war auch, dass er in<br />
brenzligen Situationen die Nerven behielt.<br />
So musste Pouille im ersten Satz zwar seinen<br />
Aufschlag zum 1:2 abgeben, vereitelte aber<br />
im weiteren Verlauf der Partie sechs weitere<br />
Breakchancen seines Gegners. Der Franzose seinerseits<br />
nutzte gleich seine erste Breakmöglichkeit,<br />
um im dritten Durchgang vorentscheidend<br />
mit 3:2 in Führung zu gehen. „Auch im Tie-Break<br />
des zweiten Satzes war es sehr wichtig, dass ich<br />
mein Service halten konnte. Das war ein sehr<br />
Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
81
Tennis international<br />
entscheidender Moment“, bilanzierte Pouille,<br />
der bei seinem Auftaktmatch knapp vor dem<br />
Aus stand, als er gegen Jan-Lennard Struff einen<br />
Matchball des Deutschen mit einer akrobatischen<br />
Reaktion am Netz gerade noch abwehren<br />
konnte.<br />
Sein Finalgegner Lopez hatte im Halbfinale von<br />
Stuttgart die deutsche Nummer zwei Mischa<br />
Zverev (Nr. 6, Hamburg) bezwungen. Teilzeit-<br />
Profi Tommy Haas war auf seiner Abschiedstournee<br />
im Viertelfinale an Zverev gescheitert,<br />
nachdem er zuvor im Achtelfinale überraschend<br />
Grand Slam-Rekordsieger Roger Federer (Nr.<br />
1,Schweiz) die Rückkehr nach zweimonatiger<br />
Ruhepause verdorben hatte.<br />
Feliciano Lopez stand erstmals im Endspiel des<br />
MercedesCup, nachdem er 2003 und 2007 am<br />
Weissenhof, damals noch auf Sand, das Halbfinale<br />
erreicht hatte. „Natürlich ist es hart, ein Finale<br />
zu verlieren, aber ich habe in dieser Woche<br />
sehr gutes Tennis gespielt. Ich kenne das Turnier<br />
nun schon sehr lange, aber mit der Umstellung<br />
auf Rasen hat es sich großartig entwickelt“, sagte<br />
der Spanier.<br />
Der Doppeltitel ging an das britisch-brasilianische<br />
Duo Jamie Murray/Bruno Soares, das die<br />
österreichisch-kroatische Paarung Oliver Marach/Mate<br />
Pavic mit 6:7 (4:7), 7:5 und 10:5 im<br />
Match-Tie-Break in die Schranken wies. Für Murray<br />
und Soares, die in der vergangenen Saison<br />
bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne<br />
Lucas Pouille - Überraschungssieger beim MercesCup in Stuttgart<br />
und New York triumphiert hatten, war es der<br />
fünfte gemeinsame Turniersieg und der zweite<br />
in diesem Jahr nach Acapulco.<br />
Ein zufriedener Turnierdirektor Edwin Weindorfer:<br />
„Wir freuen uns, dass in den neun Turniertagen<br />
mehr als 61 000 Besucher zum MercedesCup<br />
auf den Weissenhof gekommen sind.<br />
Das ist ein Rekordwert, seit wir das Turnier im<br />
Jahr 2007 erstmals veranstaltet haben.“<br />
PI MercedesCup, Foto: MercedesCup/Paul Zimmer<br />
ATP: Mutua Madrid Open, Masters1000 · WTA: Premier Mandatory-Turnier, Madrid<br />
Nadal und Halep gewinnen<br />
Rafael Nadal (ATP 4) konnte beim Madrider<br />
Masters 1000-Turnier seinen fünften<br />
Sieg in der spanischen Hauptstadt feiern.<br />
Er besiegte im Finale den an Nummer acht<br />
gesetzten Österreicher Dominic Thiem (ATP<br />
7) mit 7:6 (8), 6:4 und zog mit seinem Jubiläumssieg<br />
mit Rekordhalter und Vorjahressieger<br />
Novak Djokovic (ATP 2, SRB) gleich,<br />
den er im Halbfinale ausgeschaltet hatte.<br />
Simona Halep (ROU, WTA 4) verteidigte ihren<br />
Titel erfolgreich. Sie besiegte in einem<br />
hochklassigen Finale die Französin Kristina<br />
Mladenovic (WTA 17) mit 7:5, 6:7(5), 6:2 und<br />
holte sich damit ihren 15. Titel auf der Tour.<br />
Anzeige<br />
Sieger von Madrid: Rafael Nadal Getty Images<br />
Von den deutschen Herren konnte nur Alexander<br />
Zverev (ATP 17) überzeugen, der mit Siegen<br />
über Fernando Verdasco (ATP 37, ESP), Marin<br />
Cilic (ATP 8, CRO) und Thomas Berdych (ATP<br />
11, CZE) zum zweiten Mal ins Viertelfinale eines<br />
ATP-Masters einzog. Philipp Kohlschreiber (ATP<br />
38) und Tommy Haas scheiterten in Runde eins.<br />
Von den deutschen Damen schied die top gesetzte<br />
Angelique Kerber (WTA 2) in Runde drei<br />
gegen Eugenie Bouchard (WTA 60, CAN) beim<br />
Verteidigte Vorjahrestitel: Simona Halep Getty Images<br />
Stande von 3:6, 0:5 verletzt aus. Gegen ihre Konkurrentinnen<br />
aus den Top 20 gewann Kerber<br />
<strong>2017</strong> noch kein einziges Match, kassierte aber<br />
sieben Niederlagen. Andrea Petkovic (WTA 75)<br />
und Julia Görges (WTA 47) verloren jeweils ihre<br />
Erstrunden-Spiele. Laura Siegemund (WTA 35)<br />
schied nach einem beachtlichen Erfolg über Johanna<br />
Konta (WTA 6; 3:6, 7:5, 6:4, GBR) in Runde<br />
zwei gegen Coco Vandeweghe (WTA 20, USA)<br />
mit 6:2, 4:6, 3:6 aus.<br />
DR<br />
82<br />
<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />
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