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matchball 3-2017

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August <strong>2017</strong><br />

<strong>matchball</strong><br />

Offizielles Magazin Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V.<br />

3 / <strong>2017</strong><br />

TVBB-Meisterschaft<br />

Betz und Stabel siegen<br />

TC Orange-Weiß<br />

Guter ITF-Auftakt<br />

für Senioren<br />

27. German Open<br />

Japaner-Sieg bei den Rollis<br />

Rückblicke<br />

Saisonbilanz der<br />

höchsten Ligen<br />

Wimbledon<br />

Rekord für Federer<br />

<br />

Mit Becker-Faust: Rudolf Molleker,<br />

Sieger der German Juniors<br />

© Patrick Becher/tennisphoto.de<br />

Wieder TVBB-Meister:<br />

Alexander Betz,<br />

(SV Zehlendorfer Wespen)<br />

© Andreas Wüst


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Editorial<br />

Liebe Tennisfreunde in<br />

Berlin und Brandenburg,<br />

Dr. Klaus-Peter Walter<br />

DTB-Präsident Ulrich Klaus war sichtlich angetan von der<br />

großartigen Zuschauerkulisse bei den beiden Endspielen<br />

im „Steffi-Graf-Stadion“ des LTTC „Rot-Weiß“ bei den Allianz<br />

Kundler German Juniors <strong>2017</strong> supported by OPTIMAL SYS-<br />

TEMS. Und zugegeben, auch mich erfreuten die geschätzten<br />

1 000 begeisterten Tennisfans, die hochklassiges Tennis der<br />

nachwachsenden Spielergeneration erleben konnten. Zeichnete<br />

sich schon in den ersten Runden der Turnierwoche ab,<br />

dass Deutschlands Nachwuchsförderung international gut<br />

bestehen kann, waren die beiden Sieger, Jule Niemeier aus<br />

Dortmund bei den Juniorinnen und Rudolf Molleker aus Berlin<br />

bei den Junioren, das Maß der gegenwärtigen internationalen<br />

Tennishoffnung.<br />

Beiden Siegern war der unbändige Wille anzusehen, gewinnen<br />

zu wollen. Diszipliniert und professionell ertrugen sie gelegentliche<br />

eigenverursachte Unzulänglichkeiten, haderten<br />

nicht mit sich und der Welt, sondern besannen sich auf ihre<br />

Stärken, die sie bis zum Matchball und Sieg konsequent ausspielten.<br />

Unseren Lokalmatador Rudolf Molleker erwischte so<br />

ein selbstverschuldeter Hänger im zweiten Satz seines ersten<br />

Aufschlagsspiels, der seinem Endspielgegner Stefano Palosi<br />

aus Rumänien unverhofft zu einem Break verhalf. Erst mit Humor,<br />

dann mit Ärger wanderte Rudolf Mollekers hilfesuchender<br />

Blick zur Familie, die aber mit unbewegtem Gesichtsausdruck<br />

ihren Filius in die Eigenverantwortung zurücklenkte.<br />

Auf sich gestellt, besann sich Rudi auf seine starken Grundschläge,<br />

die die Grundlage für seinen Titelgewinn waren.<br />

Bei Jule Niemeier war es nicht nur ein Hänger, sie lag nach<br />

souverän gewonnenem ersten Satz wegen vielen unerzwungenen<br />

Fehlern mit 1:5 im zweiten Satz zurück. Doch selbst<br />

die 5:2, 40:0-Führung ihrer Gegnerin Anna Laguza aus der<br />

Ukraine brachte Jule Niemeier nicht aus der Fassung. Punkt<br />

für Punkt eroberte sie sich das Spielgeschehen zurück und<br />

gewann den zweiten Satz mit 7:5, womit sie sich den Berliner<br />

Porzellan Bären der KPM nebst Titel sicherte. Ihre wuchtigen<br />

Gegencross-Vorhandschläge, ihre knallharten Aufschläge<br />

mit Assen wenn es erforderlich war und satt getroffene<br />

Schmetterbälle verkörpern für mich den erfrischenden Spielertyp,<br />

der nicht nur auf die Fehler des anderen wartet, sondern<br />

selbst Herr des Geschehens sein will. Wie in den vielen<br />

Vorworten des Programmheftes angemerkt, können wir gespannt<br />

sein, ob erneut ein späterer Champion oder Grand-<br />

Slam-Sieger gesiegt hatte.<br />

So beeindruckend diese beiden Spitzenleistungen für uns<br />

im TVBB auch sind, so deutlich wird für all die, die unsere Jugendlichen<br />

an den Tennissport heranführen, dass es sich immer<br />

wieder lohnt, die Begeisterung für den Tennissport zu<br />

wecken.<br />

Im Blick haben sollten wir aber nicht nur die, die als Selbstläufer<br />

erfolgreich und Leistungsträger ihrer Generation sind.<br />

Einzubinden sind auch alle, die aus reiner Freude mitmachen<br />

wollen. Gut 11 000 Jugendliche in unserem Verbandsgebiet<br />

sind als Sportler dabei, nicht nur um Vor- und Rückhand zu<br />

erlernen, sondern ebenso respektvolles und faires Verhalten<br />

kennenzulernen, einzuüben und zu leben. Ausgerichtet sind<br />

diese Bemühungen an der DTB Fair-Play-Kampagne: Verhalte<br />

dich immer respektvoll, kenne und befolge die Regeln, respektiere<br />

die Anweisung von Turnieroffiziellen sowie die Privatsphäre<br />

von anderen, benimm dich auf dem Platz und auf<br />

der Anlage! Diese Merksätze stehen dann nicht nur auf dem<br />

Papier, sie können in unserer unübersichtlichen Zeit Selbstvertrauen<br />

und Selbstgewissheit zur eigenen Entwicklung<br />

schaffen.<br />

Gelegentlich habe ich das Gefühl, dass auch weit ältere Generationen<br />

von der Fair-Play-Kampagne profitieren könnten.<br />

Von daher wünsche ich allen Tennissportlern einen kommunikativ<br />

respektvollen Umgang mit ihren Kontrahenten<br />

und Mitstreitern, ob auf dem eigenen Court oder auf dem<br />

Nachbarplatz.<br />

Ihr Klaus-Peter Walter<br />

Präsident des TVBB<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 3


Inhalt<br />

Erste Versuche mit Schläger und Ball beim TC<br />

Schwarz-Gold während der DTB-Aktion<br />

“Deutschland spielt Tennis” <strong>2017</strong><br />

<br />

© Bernd Prawitz<br />

DTB: Deutschland spielt Tennis<br />

12 500 neue Mitglieder<br />

gewonnen<br />

Seit mehr als zehn Jahren bildet die bundesweite<br />

DTB-Aktion „Deutschland spielt Tennis!“<br />

den Auftakt für die schönste Zeit des<br />

Tennisjahres. In diesem Jahr wurde der Saisonstart<br />

erstmals nicht nur an einem Wochenende,<br />

sondern über einen ganzen Monat<br />

(22. April bis zum 21. Mai ) vollzogen.<br />

2 096 Vereine, zum sechsten Mal in Folge<br />

mehr als 2 000, hatten in dieser Zeit ihre Türen<br />

für etwa 84 000 interessierte Besucher<br />

geöffnet. Dabei wurden rund 12 500 neue<br />

Mitglieder für die Tennisvereine gewonnen.<br />

Mehr teilnehmende Vereine als im Vorjahr<br />

gab es in den Landesverbänden Hamburg,<br />

Niedersachsen, Nordwest, Rheinland-Pfalz,<br />

Schleswig-Holstein und Westfalen.<br />

Populärste Angebote im Rahmen der Aktionstage<br />

waren Schnuppertraining, Schleifchenturniere<br />

und talentinos- oder Fast<br />

Learning-Kindertraining.<br />

Von neuen Mitgliedern waren kostenloses<br />

Schnuppertraining, ein vergünstigtes Familienangebot<br />

und die Verringerung bzw.<br />

der Erlass des Vereinsbeitrags für einen bestimmten<br />

Zeitraum sehr gefragt.<br />

DTB<br />

Nach Redaktionsschluss<br />

Vierter Saison-Titel für Zverev<br />

Imponierend, wie Alexander Zverev (Hamburg)<br />

sich beim ATP 500-Turnier in Washington<br />

D.C. durchsetzte. Der Südafrikaner Kevin<br />

Anderson hatte im Endspiel (4:6, 4:6) genauso<br />

wenig eine Siegchance wie zuvor der Japaner<br />

Kei Nishikori im Halbfinale(3:6, 4:6).<br />

TOP-EREIGNISSE<br />

ITF: Allianz Kundler German Juniors supported by OPTIMAL SYSTEMS<br />

Rudi Molleker erfüllt sich seinen großen Wunsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6<br />

ITF: 25th International Junior Tournament of Offenbach, Grade 1<br />

Molleker wiederholt Vorjahressieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11<br />

SV Zehlendorfer Wespen: 29th German Open <strong>2017</strong> UNIQLO Wheelchair Tennis Tour - ITF<br />

Spitzentennis trotz heftiger Wetterkapriolen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12<br />

SV Zehlendorfer Wespen: TVBB-Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren <strong>2017</strong><br />

Sechs Matchbälle abgewehrt - Betz ist Meister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15<br />

TK Blau-Gold Steglitz: TVBB-Jugend-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />

“Wir brauchen uns vor anderen Verbänden nicht zu verstecken!” . . . . . . . . . . . . . . . 18<br />

DTB: Deutsche Meisterschaften Juniorinnen/Junioren <strong>2017</strong> (U13/U14/U16)<br />

Erfolgreicher Auftritt der TVBB-Talente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22<br />

ITF: Fed Cup-Relegation Deutschland - Ukraine 3:2<br />

Julia Görges bezwingt die Ukraine fast alleine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24<br />

TENNIS NATIONAL<br />

Rückblick 1. Bundesliga der Damen:<br />

TC 1899 Blau-Weiss kann Abstieg nicht verhindern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />

Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen:<br />

LTTC “Rot-Weiβ” stark, Zehlendorfer Wespen trotz Abstieg zufrieden . . . . . . . . . . . . . 27<br />

Rückblick Regionalliga Nordost <strong>2017</strong>:<br />

Erfolge von 2015 wiederholt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29<br />

Rückblick: Ostliga <strong>2017</strong><br />

Vier von acht Herren-Titeln für die neuen Bundesländer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

TC Schießgraben Augsburg: Große Henner-Henkel- und Cilly-Aussem-Spiele (U15)<br />

Dritter Platz für TVBB-Junioren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33<br />

TC Glashütte, Norderstedt/SLH: Norddeutsche Jugendmeisterschaften (AK11, 12, 14)<br />

TVBB gewinnt drei Titel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />

TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 1. Berlin ITF Seniors Open<br />

Gelungene Premiere mit Ausbaupotenzial. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35<br />

15. Grün-Weiss Nikolassee-Seniorenturnier <strong>2017</strong><br />

Aller guten Dinge sind vier: Pfingsten, Sonne, Top-Sport und Grün-Weiß Nikolassee . . . . 37<br />

Hamburg: Der Club an der Alster<br />

DTB plant langfristige Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40<br />

Nachrichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41<br />

TVBB SPORT<br />

13. B1 Sport und Freizeit Neuenhagen Open<br />

Die 13 war eine Glückszahl, nicht nur für würdige Sieger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44<br />

TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 63. Friedrichshagen Open <strong>2017</strong><br />

Souveräne Sieger im Kurpark . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46<br />

TC Weiß-Rot Neukölln: Turnier Meisterschaftsklasse und Verbandsligen<br />

Livadaru und Soha souverän . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />

BFC Alemannia 1890: 2. Turnier Dunlop Cup Ost<br />

Neues Turnier lockt starke Gäste an . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49<br />

TV Zinnowitz/Karlshagen: 11. Usedom Senior Open <strong>2017</strong><br />

TVBB-Senioren erkämpfen acht Siege, stellen weitere sechs Finalisten . . . . . . . . . . . . 50<br />

NTC Die Känguruhs: 3. Känguruhs Senior Open<br />

Volles und tolles Programm mit 19 Konkurrenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52<br />

1. Neuenhagen Senior Open<br />

Eine wertvolle Bereicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54<br />

4<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Inhalt<br />

TC Sutos 1917: 5. Sutos Senior Open<br />

Der andere Blick auf ein Turnier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56<br />

TV Frohnau: Jugend-Nordpokal <strong>2017</strong><br />

Favoritensiege und Überraschungsfinalisten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57<br />

BTC Gropiusstadt: Midcourt-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />

Zhenikhova und Oeltermann gewinnen die begehrten Titel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59<br />

TC Lichterfelde 77:<br />

32. Jüngstenturnier – Verbandsmeisterschaft des TVBB in den AK U9, U10 und U10 auf Großfeld<br />

Nesterovic siegt erneut, Radtke zurück auf dem Thron. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60<br />

LTTC “Rot-Weiß”, Kids Cup <strong>2017</strong><br />

Punkten für das Masters . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61<br />

TC Lichtenrade. 1. TCL-Junior-Cup<br />

Starke Resonanz, guter Sport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63<br />

Nord-Brandenburg, TC BSC Süd 05 Brandenburg: Jugend-Regionalmeisterschaften<br />

Schönes Turnier mit einem Wermutstropfen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64<br />

Süd-Brandenburg, Sportpark Lübben: Jugend-Regionalmeisterschaften <strong>2017</strong><br />

Große Kämpfe mit vielen Match-Tie-Breaks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65<br />

Nachrichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66<br />

TVBB INTERN<br />

Jubiläum: 100 Jahre Sutos<br />

Zeitgeist trifft auf Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68<br />

Harry Gerlach Tennis-Stipendium <strong>2017</strong><br />

Die optimale Entwicklung eines Tennisspielers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69<br />

Nachrichten aus Verband und Vereinen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70<br />

BSV 92: Trainer-Porträt Peter Zorn<br />

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71<br />

Turnierkalender <strong>2017</strong> . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72<br />

TENNIS INTERNATIONAL<br />

Roland Garros, Paris: French Open<br />

Nadal in Super-Form zum “La Decima”, ein neuer Damen-Star wird entdeckt. . . . . . . . . 73<br />

Wimbledon: The Championships <strong>2017</strong><br />

Federer krönt sich zum Rekord-Champion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75<br />

Halle/Westfalen: 25. Gerry Weber Open<br />

“Du hättest ruhig ein bisschen netter zu mir sein können!” . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77<br />

Rom, ATP, Masters 1000<br />

Zverev, der “Kaiser von Rom”. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78<br />

Turnier-Kurzberichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79<br />

VORSCHAU<br />

In Heft 4-<strong>2017</strong> lesen Sie:<br />

• Wer sind die neuen<br />

TVBB-Senioren-Meister?<br />

• Die Sieger von Tempelhof und vom City-Turnier<br />

• Große Spiele der Verbände - so schnitt der TVBB ab<br />

• Turnierpremiere im Spreewald<br />

Offizielles Magazin Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V.<br />

Herausgeber:<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V.<br />

Hüttenweg 45, 14195 Berlin<br />

Telefon 030 - 89 72 87 30 · Telefax 030 - 89 72 87 01<br />

E-Mail: info@tvbb.de<br />

Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter<br />

Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken<br />

Redaktion: Dr. Dieter Rewicki, Bernd Prawitz<br />

Verantwortlicher Redakteur: Bernd Prawitz<br />

Bitte Beiträge, Leserbriefe usw. bitte an den TVBB oder<br />

per E-Mail an<br />

<strong>matchball</strong>.magazin@t-online.de oder<br />

d.rewicki@gmail.com schicken<br />

Projektleitung:<br />

Felix Rewicki, Geschäftsführer TVBB<br />

Produktion, Layout und Satz:<br />

maasgestaltet, Berlin<br />

Anzeigen:<br />

TVBB, Telefon: 030-89728730<br />

<strong>matchball</strong>.magazin@t-online.de<br />

RIV GmbH<br />

Wilhelmstraße 4, 14624 Dallgow-Döberitz<br />

Telefon 03322 – 22 166 · Telefax 03322 – 24 45 88<br />

E-Mail <strong>matchball</strong>@RIV-media.de<br />

Vertrieb<br />

TVBB, Telefon: 030-89728730<br />

Druck:<br />

LASERLINE<br />

Druckzentrum Bucec & Co. Berlin KG<br />

Scheringstraße 1, 13355 Berlin<br />

Tel.: 030 46 70 96 - 0<br />

Internet: www.laser-line.de<br />

Beiträge<br />

DTB, Bernd Prawitz, Linda Fritschken, Bernd Süßbier,<br />

tennisnet, SID, Michael Matthess, Dr. Dieter Rewicki,<br />

Roland Goering, Klaus Weise, Nelli Beder, Andreas<br />

Wüst, Cathrin Büsse-Krienitz, Sarah von Westarp, Fabian<br />

Schimmelpfennig, Dirk Struck, Ute Winkelmann,<br />

Andy Gerth, Werner Ludwig, Andrea Kossack, PI GWO<br />

Fotos:<br />

Andreas Wüst, Bernd Prawitz, DTB, Patrick Becher/<br />

tennisphoto.de, Claudio Gärtner, Andreas Springer,<br />

Daniel Schulz, DTB/Paul Zimmer, TC SCC, TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee, TC Schießgraben Augsburg, Bernd Süßbier,<br />

GEPA, ECSS, Maximilian Hamm, Future Nord, TV Zinnowitz,<br />

Sutos 1917, Dirk Struck, Ute Winkelmann, Andy<br />

Gerth, Barbara Labitzke, NTC 93, Werner Ludwig, Jürgen<br />

Hasenkopf, Gerry Weber Open/Ket, Getty Images,<br />

Getty Images/BMW Open by FWU<br />

„<strong>matchball</strong>“, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal jährlich in den<br />

Monaten Februar, Mai, August und November.Das Abonnement kostet 15,– €<br />

pro Jahr (einschl. MwSt. und Versand). Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden,<br />

des durchführenden Vertriebs oder infolge höherer Gewalt bzw. Störung<br />

des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen den durchführenden Vetrieb.<br />

Für unverlangt eingesandte Fotos und Manuskripte wird keine Haftung<br />

übernommen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />

des Herausgebers und Quellenangabe.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Autors<br />

wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers und der Redaktion<br />

übereinstimmen.<br />

… und vieles mehr<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

5


Top-Ereignisse<br />

ITF: Allianz Kundler German Juniors<br />

supported by OPTIMAL SYSTEMS<br />

Rudi Molleker<br />

erfüllt sich seinen<br />

großen Wunsch<br />

Er streckte seine geballten Fäuste in den blauen Sommerhimmel. Grenzenlose Freude erfüllte<br />

den 16-Jährigen über seinen souveränen Heimsieg bei den 41. Internationalen<br />

Deutschen Jugendmeisterschaften <strong>2017</strong> (Grade 1, 18. bis 25. Juni). Mehr als 1 000 Zuschauer<br />

im Steffi-Graf-Stadion des LTTC "Rot-Weiß", unter ihnen DTB-Präsident Ulrich<br />

Klaus, jubelten dem strahlenden Sieger zu. Zum Auftakt des Finaltages hatte sich<br />

schon die Dortmunderin Jule Niemeier in der Juniorinnen-Konkurrenz der "Weltstars<br />

von morgen" sensationell durchgesetzt. <strong>matchball</strong> hat Turniertagebuch geführt.<br />

Sonntag, 1. Tag:<br />

Zahlen, die sich sehen lassen können<br />

Turnierdirektor Bernd Warneck, seit vielen Jahren<br />

überaus kompetenter Organisator des<br />

Events, freute sich über mehr als 500 Meldungen<br />

aus 40 Ländern. Fast 200 wurden nach der<br />

ITF-Rangliste für die German Juniors zugelassen,<br />

darunter bei den Juniorinnen 14 aus den<br />

Top 100, bei den Junioren 12 - Felder also, die<br />

sich sehen lassen konnten.<br />

Die Teilnehmer stürmten am Anreisetag das<br />

First Class 4 Sterne Superior SANA-Hotel in Kudamm-Nähe.<br />

Schwerstarbeit und Nerventest für<br />

Claudio Gärtner (Organisationsstab) wegen der<br />

Zimmerknappheit in der Hauptstadt. Die Qualifikation<br />

für die 64-er Hauptfelder der Juniorinnen<br />

und Junioren konnte beginnen.<br />

Montag, 2. Tag:<br />

Gutes Tennis schon in der Qualifikation<br />

Dort wurde bereits brillantes U18-Tennis gespielt.<br />

Jeweils acht Juniorinnen und Junioren<br />

schafften den Sprung ins Hauptfeld, das in<br />

beiden Konkurrenzen mit jeweils ebenso vielen<br />

Wild Cards und drei Lucky Losern aufgefüllt<br />

wurde.<br />

Von den Wild Cards profitierten auch junge<br />

TVBB-Aktive. So Vorjahres-Viertelfinalistin Anica<br />

Stabel (ITF 794, LTTC “Rot-Weiß”), ihre erst<br />

15-jährige Clubkameradin Santa Strombach (ITF<br />

895) und Franziska Sziedat (TC 1899 Blau-Weiss),<br />

die in der Juniorinnen-Weltrangliste noch nicht<br />

platziert ist. Bei den Junioren bekamen Robert<br />

Strombach (ITF 515, LTTC “Rot-Weiß”), sowie seine<br />

Vereinskameraden Lenard Soha (ITF 838) und<br />

Nino Ehrenschneider die Chance, sich mit herausragenden<br />

Alterskameraden zu messen.<br />

Dienstag, 3. Tag: Alle Stars am Start,<br />

Top-Gesetzte Juniorinnen scheitern<br />

An diesem Tag ging es richtig los. Bei Sonnenschein<br />

herrschte Hochbetrieb auf allen Plätzen.<br />

96 Matches in Einzeln und Doppeln waren zu<br />

bewältigen und reibungslos über die Bühne zu<br />

bringen, darunter die Auftaktbegegnungen der<br />

6<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Top-Ereignisse<br />

Erwies sich als große Kämpferin:<br />

Jule Niemeier<br />

jeweils elf deutschen Juniorinnen und Junioren<br />

sowie auch aller Favoriten.<br />

Anica Stabel zog mit der US-Amerikanerin Victoria<br />

Flores (ITF 92, Nr. 12), der Siegerin des Grade<br />

1-ITF-Turniers von Offenbach in der Vorwoche,<br />

gleich ein schweres Los. Sie schaffte jedoch mit<br />

klugem, temporeichen Spiel gegen die 700 ITF-<br />

Plätze besser platzierte Konkurrentin die Sensation:<br />

6:2,1:6, 6:1. Auch Santa Strombach erreichte<br />

nach verschlafenem ersten und umkämpftem<br />

zweiten Satz am Ende mit einem 2:6, 7:6(8), 6:3-<br />

Erfolg über die Qualifikantin Ana Lantigua de la<br />

Nuez (ESP) Runde zwei. Prima Auftakt.<br />

Weiter im Rennen blieben aus deutscher Sicht<br />

auch Porsche Talent Team-Spielerin Irina Cantos<br />

Siemers, Mina Hodzic, Julia Middendorf, Lena<br />

Greiner und Jule Niemeier.<br />

Dagegen wurde für die Top-Gesetzten dieser<br />

Spieltag zum Desaster. Die Turnierfavoritin Xiyu<br />

Wang (CHN, Nr. 1) unterlag der Schwedin Melis<br />

Yasar 4:6, 4:6. Mitfavoritin En Shuo Liang (TWN,<br />

Nr. 2) verabschiedete sich mit 6:4, 5:7, 2:6 vorzeitig<br />

gegen Baijing Lin (AUS). Laute Paukenschläge<br />

im Turnierorchester!<br />

Bei den Junioren verpasste Mitfavorit Rudi Molleker<br />

(ITF 42, Nr. 2) vom LTTC “Rot- Weiß” im Auftakt-Match<br />

George Loffhagen (GBR) mit 6:0,<br />

6:0 die “Brille”. Doch der Wahrheit die Ehre: Das<br />

nackte Ergebnis täuscht über einige stark umkämpfte<br />

Spiele hinweg, die Molleker mit harten,<br />

präzisen Schlägen nervenstark meisterte.<br />

Erfreulich für den TVBB-Nachwuchs: Robert<br />

Strombach schlug seinen Clubkameraden, den<br />

Ungarn Lenard Soha mit 6:2, 6:3. Viel Freude hatten<br />

die Berliner Tennisfans auch an Benito Sanchez<br />

Martinez (TC SCC). Mit seinem intelligenten,<br />

technisch guten Spiel ließ er Christian Didier<br />

Chin (MAL, Nr. 15) beim 7:6(4), 6:3 letztlich keine<br />

Chance. Von den deutschen Akteuren kamen<br />

Kai Lemstra, Leopold Zima und Justin Schlageter<br />

ebenfalls weiter. Das Turnier-Aus kam dagegen<br />

trotz aufopferungsvollen Kampfes für Nino<br />

Ehrenschneider (“LTTC “Rot-Weiß”) beim 1:6,<br />

7:6(3), 4:6 gegen den starken Schweizer Henry<br />

von der Schulenburg (ITF 217). Der topgesetzte<br />

Franzose Constantin Bittoun Kouzmine (FRA, ITF<br />

25) bezwang den starken Qualifikanten Simen<br />

Sunde Bratholm (NOR) nach anfänglich ausgeglichenem<br />

Spiel mit 7:6(1), 6:0.<br />

Mittwoch, 4. Tag: Molleker weiter<br />

top, Anica Stabel ausgeschieden<br />

Anica Stabel war gegen die temperamentvolle<br />

Italienerin Elisabetta Cocciaretto chancenlos<br />

(0:6, 3:6). Stabel hatte sich wohl mehr erhofft,<br />

war aber nicht die einzige Deutsche, die es an<br />

diesem Tag “erwischte”: Auch Cantos Siemers,<br />

Hodzic, Middendorf, Greiner und Santa Strombach<br />

schieden aus. Allein Jule Niemeier (ITF 73,<br />

Nr. 8), die an der Schüttler/Waske University in<br />

Offenbach trainiert, blieb mit einem 4:6, 6:4, 6:4<br />

Sieg über Viktoria Dema (ITF 129, UKR) in der<br />

Erfolgsspur.<br />

Bei den Junioren sah es insgesamt besser aus.<br />

Neben Lokalmatador Molleker (6:3, 6:4- Sieger<br />

über den Bulgaren Adrian Andreev (ITF 186) -<br />

schafften auch Kai Lemstra und Justin Schlageter<br />

den Einzug ins Achtelfinale.<br />

Bundestrainer Dirk Dier war zufrieden: “Die sehr<br />

jungen DTB-Spielerinnen dürfen nicht nur an<br />

den Ergebnissen gemessen werden. Solche Turniere<br />

brauchen sie an der Schnittstelle zum internationalen<br />

Damentennis.” Auch Davis Cup-<br />

Kapitän Michael Kohlmann, bekräftigt den Wert<br />

solcher Turniere: “Unser Schulsystem erlaubt ja<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

7


Top-Ereignisse<br />

Stefan Palosi (ROU) erreichte überraschend das Finale<br />

Finalistin Anna Laguza aus der Ukraine<br />

nicht viele Reisen. Deshalb sind Vergleiche mit<br />

internationalen Spitzenspielern bei einheimischen<br />

Turnieren so wichtig.”<br />

Die Überraschung des Tages war das Ausscheiden<br />

des Turnierfavoriten Constantin Bittoun<br />

Kouzmine. Er unterlag unerwartet dem kampfstarken<br />

Rumänen Stefan Palosi mit 2:6, 6:4, 3:6.<br />

Auch andere Gesetzte teilten dieses Schicksal,<br />

so dass nur vier von 16 gesetzten Junioren in die<br />

dritte Runde einzogen. Bei den Juniorinnen waren<br />

es immerhin neun.<br />

Donnerstag, 5. Tag:<br />

Niemeier und Molleker im Viertelfinale<br />

Ging bei Jule Niemeier noch etwas? Gegen<br />

die starke Oona Orpana (ITF 83, FIN), nur zehn<br />

Plätze im ITF Ranking hinter Niemeier gelistet,<br />

musste die letzte Deutsche im Feld schwer<br />

kämpfen. Doch mit ihren starken Aufschlägen<br />

und einigen gelungene Stops erspielte sich die<br />

Dortmunderin die siegbringenden Punkte zum<br />

6:3, 4:6, 6:3 - Einzug ins Viertelfinale.<br />

Rudolf Molleker hatte gegen den Kroaten Karlo<br />

Kranic wieder den Turbo eingeschaltet. Nur<br />

Minuten nach seinem verwandelten Matchball<br />

zum 6:1, 6:0-Sieg entlud sich über der Anlage<br />

am Hundekehlesee ein heftiges Unwetter. Die<br />

stundenlange Spielunterbrechung nach Starkregen<br />

bekam den beiden weiteren Deutschen,<br />

Justin Schlageter und Kai Lemstra, nicht. Lemstra<br />

unterlag dem Qualifikanten Jeffrey von der<br />

Schulenburg aus der Schweiz in einem spannenden<br />

Drei-Satz-Match mit 4:6, 6:2, 4:6. Auch<br />

Schlageter musste passen: klares 2:6, 3:6 gegen<br />

den Italiener Giulo Zeppieri (ITF 196).<br />

Der Brite Aidan McHugh erwies sich als beeindruckender Kämpfer<br />

Freitag, 6. Tag: Deutsche Top-Talente<br />

marschieren in die Halbfinals<br />

Manchmal lohnt ein Blick hinter die Turnierkulissen.<br />

Er bringt Erstaunliches zutage. So gingen<br />

an den ersten beiden Tagen jeweils 430 Essensportionen<br />

über den Tresen des Clubrestaurants<br />

“Grand Slam”. 20 Ballkinder mussten geschult<br />

werden, damit sie ab den Halbfinals den Spielern<br />

hilfreich sein können. Ebenso viele Schiedsrichter<br />

sind bei den Matches eingesetzt. Bei Tennis<br />

Point werden vier Kilometer neue Saiten auf<br />

die Schläger gezogen.<br />

8<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

Der einheimische Robert Strombach überstand nur eine Runde<br />

Für den Deutschen Kai Lemstra kam das Aus im Achtelfinale<br />

Sportlich blieben die beiden im Turnier verbliebenen<br />

Deutschen weiter auf Erfolgskurs.<br />

Jule Niemeier bezwang die Französin Clara Burel<br />

problemlos 6:2, 6:4. Sie steht im Halbfinale.<br />

Davon hatte sie nicht mal geträumt.<br />

Schwerer hatte es Rudi Molleker. Simon Carr<br />

aus Irland lieferte dem „Rot-Weißen“ ein hartes<br />

Match, gab sich nur knapp 3:6, 5:7 geschlagen.<br />

Rudi hatte viel Widerstand zu brechen, wiederholte<br />

sein Vorjahresergebnis - Einzug ins Semifinale.<br />

Er will aber mehr - sein “Heimturnier” gewinnen.<br />

Unbedingt.<br />

Helfen möchte ihm dabei ein Mann, Mittfünfziger,<br />

der mit ernstem, aber freundlichem Gesicht<br />

an der verlängerten Grundlinie sitzt: Jan<br />

Veldhuis, der neue Trainer von Molleker. Er war<br />

ein erfahrener Coach auf der ATP-Tour (betreute<br />

Melzer, Julian Reister, Lajovic u.a.), kümmert sich<br />

jetzt als Bundestrainer an der Tennisbase Hannover<br />

um den männlichen Nachwuchs.<br />

Sonnabend, 7. Tag:<br />

Nur noch ein Schritt vom Sieg entfernt<br />

Jule Niemeiers Gegnerin im Halbfinale war die<br />

erst 14 Jahre alte Chinesin Qinwen Zheng (Nr. 15<br />

der Setzliste, ITF 107), die weit gekommen war.<br />

Niemeier diktierte im Steffi Graf-Stadion mit ih-<br />

Porsche Talent Team-Spielerin Cantos Siemers überstand Runde zwei nicht<br />

Anica Stabel (LTTC "Rot-Weiß") konnte nicht an ihre Vorjahresleistung anknüpfen<br />

als sie das Viertelfinale erreichte<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

9


Top-Ereignisse<br />

Siegerehrung der Junioren mit Sponsoren, Ausrichtern und Ballkindern<br />

DTB-Präsident Ulrich Klaus überreicht Siegerin Jule<br />

Niemeier den Pokal<br />

ren harten Schlägen das Match. Sie gewann Satz<br />

eins 6:1. Beim 4:1 in Durchgang zwei gab die<br />

Chinesin wegen Schulterproblemen auf.<br />

Das zweite Halbfinale bestritten Anna Laguza<br />

(Nr. 10, ITF 82, Ukraine) und die ungesetzte Elisabetta<br />

Concciaretto (ITF 148) aus Italien. Laguza<br />

war die variabler und mit mehr Druck spielende<br />

Akteurin - 6:2, 6:3.<br />

Rudi Molleker hatte es mit dem britischen Linkshänder<br />

Jack Draper zu tun, der 40 Plätze im ITF-<br />

Ranking hinter dem Berliner liegt. Er nahm Molleker<br />

gleich das erste Aufschlagspiel ab. Bahnte<br />

sich eine Sensation an? Dann kam Molleker besser<br />

ins Match, gewann Satz eins mit Kampfgeist<br />

und technischem Können noch 6:4. Auch Durchgang<br />

zwei blieb spannend. Eine Schlüsselszene:<br />

Draper setzt einen gefühlvollen Stop kurz hinters<br />

Netz. Doch Molleker kommt wieselflink an<br />

den Ball, bringt den Briten mit seinem Return in<br />

Bedrängnis. Draper kann nur einen zu flachen<br />

Lob zurückspielen. Eine sichere Beute für Rudi,<br />

der ein Break zum 5:3 schafft. Mit eigenem Aufschlag<br />

macht er den Finaleinzug mit 6:3 klar.<br />

Das zweite Semifinale gegen den ebenfalls aus<br />

Großbritannien kommenden Aidan McHugh<br />

(Nr. 13, ITF 109) gewann überraschend der ungesetzte,<br />

aber stark auftrumpfende Rumäne<br />

Stefan Palosi 6:2, 6:1. Eine Warnung an Molleker<br />

fürs Finale.<br />

Auch die ersten Sieger wurden ermittelt. Im<br />

Juniorinnen-Doppel siegte das russisch-chinesische<br />

Duo Anastasia Kulikova/Xiyu Wang<br />

haushoch überlegen mit 6:0, 6:0 gegen die Französinnen<br />

Clara Burel/Yasmine Mansouri.<br />

Weitaus spannender ging es bei den Junioren<br />

zwischen der französisch-japanischen Paarung<br />

Constantin Bittoun Kouzmine/ Naoki Tajima und<br />

den US-Amerikanern Ryan Goetz/ Axel Nefve<br />

zu. Es war ein Match auf Augenhöhe mit herrlichen<br />

Volley-Duellen. Stops und Gegenstops und<br />

gekonnten Passierschlägen, mal Longline, mal<br />

cross. Satz eins endete im Tie-Break 11:9 für für<br />

Bittoun Kouzmine/ Naoki Tajima. Den nächsten<br />

holten sich die US-Boys 6:3. Entscheidung im<br />

Match-Tie-Break. In dem waren die Amerikaner<br />

cleverer - 10:5-Sieg.<br />

Sonntag, 8. Tag:<br />

Viel Applaus für zwei deutsche Siege<br />

Die 41. Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften<br />

wurden mit zwei Klasse-Finals<br />

gekrönt.<br />

Mit Jule Niemeier und Anna Laguza standen<br />

sich zwei ähnliche Spielertypen gegenüber.<br />

Beide bevorzugen dynamisches, kraftvolles<br />

Tennis von der Grundlinie, haben einen guten<br />

Aufschlag. Und beide kommen oft schwer ins<br />

Match. Diesmal traf es die Deutsche, die sich<br />

gleich den Aufschlag abnehmen ließ. Doch mit<br />

einem Vorhandkracher holte sie sich sofort das<br />

Rebreak. Mit ihrem sicheren Vorhandspiel, immer<br />

besser werdenden Aufschlägen und einigen<br />

unerreichbaren Stops dominierte sie dann<br />

das Spiel, gewann Satz eins 6:1. Laguza verschwand<br />

in den Katakomben des Steffi Graf-Stadions.<br />

Nach der Rückkehr wirkte sie wie verwandelt.<br />

Niemeier unterliefen jetzt viele Fehler, sie<br />

wirkte verunsichert. Laguza ging 5:1 in Führung.<br />

Alles sah nach einem dritten Satz aus. Doch den<br />

wollte Niemeier auf keinen Fall. Deshalb startete<br />

sie eine furiose Aufholjagd. Und dabei gelang<br />

ihr alles: Passierbälle, kraftvolle Longlineschläge,<br />

Asse, Breaks. Jule glich zum 5:5 aus. Laguza<br />

beendete dann ihr Service mit einem Doppelfehler<br />

- 6:5- Führung für Niemeier. Die Ukrainerin<br />

nimmt eine Medical Time. Danach verwandelt<br />

Niemeier ihren ersten Matchball zum<br />

siegbringenden 7:5.<br />

Molleker und Palosi, die beiden Junioren-Finalisten,<br />

sind kraftvoll spielende Athleten, die sich<br />

nichts schenkten, um jeden Ball kämpften. Bis<br />

4:4 gewann jeder seinen Aufschlag. Dann gelang<br />

Molleker mit gut gesetzten, variablen Aufschlägen<br />

die 5:4-Führung. Danach nahm er dem<br />

Rumänen mit punktbringenden Returns zum<br />

richtigen Moment dessen Aufschlag ab - Satzgewinn<br />

mit 6:4.<br />

Zu Beginn des zweiten Satzes drohte das Match<br />

zu kippen. Aufschlagverlust des Deutschen, Palosi<br />

zieht auf 2:0 davon. Doch der reifer gewordene<br />

Molleker bewahrt kühlen Kopf. Ausgleich<br />

2:2 und erstmalige Führung mit 3:2. Diese baute<br />

er er ständig aus, punktete mehrmals mit Assen<br />

und Schlägen gegen den Lauf des Rumänen<br />

zum 5:2. Und dann folgt ein Break Mollekers<br />

zum 6:2 - Turniersieg.<br />

“Stefan hat es mir schwer gemacht, er ist ein<br />

sehr guter Spieler. Ich bin glücklich, mein Heimturnier<br />

gewonnen zu haben. Damit hat sich ein<br />

großer Wunsch erfüllt”, sagte ein zufriedener<br />

Rudi Molleker.<br />

1 000 Zuschauer applaudierten minutenlang<br />

dem ersten Internationalen Deutschen Jugendmeister<br />

seit 2003, der wieder aus Berlin kommt.<br />

Bernd Prawitz, Fotos: Patrick Becher/<br />

tennisphoto.de, Claudio Gärtner<br />

10<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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ITF: 25th International Junior Tournament of Offenbach, Grade 1<br />

Molleker wiederholt Vorjahressieg<br />

Mit 12 Teilnehmern der Top 100 der U18-Junioren-Weltrangliste war<br />

das zum 25. Mal veranstaltete Grade 1-Turnier auf der Offenbacher<br />

Rosenhöhe sehr stark besetzt. Vorjahressieger Rudolf Molleker (LTTC<br />

“Rot-Weiß”) führte als 14. dieser Rangliste das Feld vor dem Franzosen<br />

Constantin Bittoun Kouzmine und dem Hamburger Marvin Möller an.<br />

Wie 2016 gab es ein deutsch-deutsches Finale, in dem der Berliner<br />

seinen Vorjahressieg gegen Möller (Rahlstedter HTC/HAM) mit<br />

6:4, 4:3 wiederholte. Möller musste bei diesem Spielstand wegen<br />

einer schmerzhaften Bauchmuskelzerrung aufgeben: „Dadurch<br />

konnte ich nicht so druckvoll wie gewohnt spielen.“<br />

Für den 16-jährigen Molleker, der bevorzugt<br />

Herren-Turniere spielt, war es der erste ITF-Junioren-Titel<br />

des Jahres.<br />

Seinen Weg ins Finale ebnete er sich als Nummer<br />

eins der Setzliste mit Siegen über Valentin<br />

Royer (ITF 183, FRA, 6:3, 7:5) und Alexander<br />

Zgirovsky (ITF 107, BLR, 6:3, 6:3). Im Viertelfinale<br />

traf der Berliner auf den sechstgesetzten Naoki<br />

Tajima (ITF 42, JPN), der Molleker besonders im<br />

ersten Satz das Leben schwer machte. Bis zum<br />

6:6 gab keiner seinen Aufschlag ab. Dann schaffte<br />

Molleker das Break, gewann den Satz 7:5. Im<br />

zweiten Durchgang jedoch hatte der Japaner<br />

sein Schrot verschossen. Molleker gelang es, seinem<br />

Kontrahenten Aufschlagspiele abzunehmen.<br />

Er returnierte sehr gut, schaffte mit einem<br />

klaren 6:3 den Matchgewinn - Halbfinale. Dort<br />

wartete Dan Added (ITF 41, FRA). Molleker bezwang<br />

ihn mit präzisem und druckvollem Spiel<br />

klar 6:3, 6:0 und zog ins Finale ein.<br />

Mollekers Heimtrainer Benjamin Thiele: “Nachdem<br />

die ersten beiden Runden noch ziemlich<br />

zäh verliefen, kam Rudi immer besser ins Turnier.<br />

Im Halbfinale gegen den Franzosen Added<br />

6:3 6:0 zeigte er seine beste<br />

Turnierleistung.”<br />

Sein Kontrahent im Finale war sein<br />

Dauerrivale, der zwei Jahre ältere Hamburger<br />

Marvin Möller (ITF 54, Nummer<br />

sieben der Setzliste). Er besiegte Guido<br />

Marson (ITF 151, ITA, 6:1, 6:3), danach<br />

den Qualifikanten Ryan Götz (ITF 207,<br />

USA, 6:3, 6:4). Auch im Viertelfinale<br />

gelang ihm ein müheloser Sieg<br />

gegen Thomas Bosancic (ITF 120,<br />

AUS, 6:1, 6:0).<br />

Das Finale der beiden deutschen<br />

Junioren war in Satz eins ausgeglichen.<br />

Ein Break Mollekers entschied den Satzgewinn<br />

mit 6:4. Auch in Durchgang zwei war es bis<br />

zur Aufgabe Möllers bei 3:4 wegen einer Bauchmuskelverletzung<br />

ein Match auf Augenhöhe.<br />

„Ich konnte nicht so druckvoll wie gewohnt<br />

spielen”, sagte Möller.<br />

Die Freude von Rudolf Molleker über den erneuten<br />

Sieg in Offenbach war leicht getrübt: „Schade,<br />

dass ein Finale so endet. Natürlich freue ich<br />

mich über die Titelverteidigung, doch noch<br />

Top-Ereignisse<br />

Wiederholte seinen Vorjahressieg:<br />

der Berliner Rudi Molleker<br />

<br />

© Bernd Prawitz<br />

schöner wäre ein normaler<br />

Sieg gewesen.“<br />

Bei den Juniorinnen<br />

behauptete sich im<br />

Finale die an Nummer<br />

zehn gesetzte Victoria<br />

Flores (USA) mit<br />

3:6, 6:2, 6:1 gegen<br />

Qinwen Zheng aus<br />

China. Die Amerikanerin schlug auch im Doppel<br />

zu, dort an der Seite der Brasilianerin Thaisa Grana<br />

Pedretti. Bei den Junioren heißen die Sieger<br />

im Doppel Marvin Möller und Constantin Bittoun<br />

Kouzmine aus Frankreich. Sie besiegten Rudi<br />

Molleker/Tomas Machac (CZE).<br />

Turnierdirektorin Uta Tschepe: „Fast 400 Zuschauer<br />

am Finaltag. Alle haben großartiges Jugendtennis<br />

gesehen.”<br />

Bernd Prawitz<br />

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Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

11


Top-Ereignisse<br />

Die Weltranglistenerste Yui Kamiji aus Japan zeigte<br />

sich beim Sieg in Berlin in Bestform<br />

SV Zehlendorfer Wespen: 29th German Open <strong>2017</strong> UNIQLO<br />

Wheelchair Tennis Tour - ITF<br />

Spitzentennis trotz heftiger<br />

Wetterkapriolen<br />

Ausrichter der siebten Auflage der German Open im Rollstuhltennis in Berlin<br />

(19. bis 23. Juli), einem Grade 2-Turnier der ITF, war der SV Zehlendorfer<br />

Wespen, der sich jährlich mit dem BTTC Grün-Weiß bei der Austragung abwechselt.<br />

Auf der sehr schönen und gepflegten Anlage im Süden Berlins bekamen<br />

die Zuschauer hochklassige Matches bei teils strahlendem Sonnenschein<br />

zu sehen. Dann spielte das Wetter jedoch nicht mehr mit, es regnete<br />

wie aus vollen Kannen. Die Spiele mussten in die Halle des BTTC Grün-Weiß<br />

verlegt werden. Aber das tat der Qualität und Spannung keinen Abbruch.<br />

Zwei Titel – ein Name<br />

Bei den Damen wurde das Feld von der<br />

Weltranglistenersten Yui Kamiji angeführt. Die<br />

topgesetzte Japanerin, die zum ersten Mal in<br />

Deutschland war und sich in Berlin in bestechender<br />

Form präsentierte, gab bis zum Halbfinale<br />

kein einziges Spiel ab. In der Vorschlussrunde<br />

musste sie dann allerdings über die volle<br />

Distanz gehen bis der 6:2, 4:6, 6:4-Erfolg gegen<br />

Nach ihrem Vorjahressieg schaffte es Katharina<br />

Krüger <strong>2017</strong> wieder ins Finale<br />

die Nummer drei der Setzliste, Kgothatso Montjane<br />

aus Südafrika, feststand.<br />

„Kgothatso hat mich richtig gefordert, ich bin<br />

jetzt ziemlich müde,“ bekannte Kamiji.<br />

Durch den anhaltenden Regen konnte die Partie<br />

erst am Sonntagmorgen stattfinden und die Japanerin<br />

musste sich in weniger als zwei Stunden<br />

wieder für das Endspiel fit machen. Dort traf Kamiji,<br />

sehr zur Freude der Zuschauer, auf die sympathische<br />

Lokalmatadorin und Nummer vier der<br />

Setzliste, Vorjahressiegerin Katharina Krüger.<br />

Der Weg der „Wespe“ bis ins Finale war allerdings<br />

alles andere als einfach. Gleich in ihrem<br />

ersten Match wurde Krüger von der Italienerin<br />

Giulia Capocci alles abverlangt, bevor ihr mit einem<br />

1:6, 7:6 (5), 6:0 der Einzug ins Viertelfinale<br />

gelang. Dort setzte sich die Berlinerin dann<br />

souverän gegen die Japanerin Manami Tanaka<br />

mit 6:2, 6:1 durch. Somit kam es im Halbfinale<br />

zum deutschen Duell gegen die Nummer zwei<br />

der Setzliste, der Gymnasiallehrerin Sabine Ellerbrock<br />

aus Bielefeld/NRW. Sehr zum Bedauern<br />

der Zuschauer musste die ehemalige Weltranglistenerste<br />

in Durchgang eins beim Stand von<br />

4:4 verletzt aufgeben.<br />

12<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

13


Top-Ereignisse<br />

Der Japaner Takashi Sanada gewann nach packenden Matches die Herrenkonkurrenz<br />

Favorit David Wgner aus den USA wiederholte im Quad seinen<br />

Vorjahressieg<br />

Im Finale war Krüger, die ihren Titel aus dem<br />

Vorjahr verteidigen wollte, dann aber chancenlos.<br />

Sie musste sich der favorisierten Kamiji, bei<br />

der von Müdigkeit nichts zu sehen war, mit 0:6,<br />

1:6 geschlagen geben. Besonders der schnelle<br />

Hallenboden kam der Japanerin zugute, weil sie<br />

die Ballwechsel kurz halten konnte.<br />

Auch den Doppeltitel sicherte sich Kamiji zusammen<br />

mit ihrer italienischen Partnerin Giulia<br />

Capocc, die im Endspiel der topgesetzten Paarung<br />

Charlotte Famin aus Frankreich und Dana<br />

Mathewson aus den USA nicht den Hauch einer<br />

Chance ließen und mit 6:0, 6:0 das Finale zu einer<br />

sehr kurzen Angelegenheit machten.<br />

Japanischer Doppelerfolg<br />

Den japanischen Doppelerfolg perfekt machte<br />

Takashi Sanada. Der an Position drei Gesetzte<br />

wurde im Halbfinale jedoch von Kamil Fabisiak<br />

aus Polen mächtig gefordert,<br />

bevor der 6:4, 4:6, 6:2-Erfolg<br />

feststand. Im Halbfinale besiegte<br />

Sanada seinen Landsmann<br />

Takuya Miki ebenfalls<br />

nach hartem Kampf mit 6:3, 7:6<br />

(3). In der oberen Tableauhälfte<br />

setzte sich der topgesetzte<br />

Maikel Scheffers aus den Niederlanden<br />

bis zum Finale jeweils<br />

in zwei Sätzen durch. Allerdings<br />

ließ Scheffers beim 7:6<br />

(4), 6:1 gegen den Österreicher Nico Langmann<br />

und dem 6:2, 7:5-Sieg über Evans Maripa aus<br />

Südafrika viel Kraft. Das machte sich dann im<br />

Finale bemerkbar, das in der Halle ausgetragen<br />

wurde. Sanada setzte sich mit 6:3, 7:5 durch.<br />

Das Schlussmatch des Turniers war das Doppel-Endspiel<br />

der Herren, in dem Scheffers dann<br />

der Titelgewinn mit seinem Landsmann Ruben<br />

Spaargaren gegen den deutschen Lokalmatador<br />

Steffen Sommerfeld und seinen Partner<br />

Evans Maripa, dem 12. der Einzel-Weltrangliste<br />

aus Südafrika, durch einen 6:4, 6:1-Erfolg gelang.<br />

Dennoch war der Finaleinzug ein toller Erfolg<br />

für Sommerfeld, dem besten Deutschen<br />

im Weltranking auf Position 28. „Mit meinem<br />

Doppelpartner und Freund Evans hat es einfach<br />

Spaß gemacht zu spielen. Durch den Belagwechsel<br />

wurde das Spiel sehr schnell und wir<br />

hatten das Nachsehen“, sagte er nach der Partie.<br />

Doppelte Titelverteidigung<br />

in der Quad-Klasse<br />

In der Quad-Klasse der Herren, in der Sportler<br />

antreten, die ihre Arme nur eingeschränkt<br />

bewegen können, gab es eine doppelte<br />

Titelverteidigung.<br />

Der topgesetzte und erfahrene David Wagner<br />

aus den USA wiederholte seinen Sieg aus dem<br />

Vorjahr im Einzel mit einem 6:3, 2:6, 6:2 gegen<br />

den erst 18-jährigen und an Nummer vier gesetzten<br />

Niederländer Sam Schröder, der während<br />

des gesamten Turniers grandios aufspielte.<br />

Mit ihm ist in den nächsten Jahren mit Sicherheit<br />

zu rechnen.<br />

Auch das Doppelfinale gewann Wagner wie<br />

schon 2016 mit seinem Landsmann Bryan Barten,<br />

dieses Mal mit einem umkämpften 7:6 (5),<br />

3:6, 10:3 gegen die australisch-niederländische<br />

Paarung Heath/Sam Schröder.<br />

Turnierdirektor Martin Melchior war mit dem<br />

Turnierverlauf sehr zufrieden: „Wir hatten Aktive<br />

aus 23 Ländern aller Kontinente, von denen<br />

30 Athleten aus den Top 50 der jeweiligen<br />

Weltranglisten an den Start gegangen<br />

sind. Es war eine Woche voller hochklassigem<br />

und beeindruckendem Leistungstennis der<br />

Rollstuhl-Tennisspieler.“<br />

Linda Fritschken<br />

Fotos: Claudio Gärtner<br />

14<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

TVBB-Meisterin Anica Stabel (LTTC "Rot-Weiß") bei einem Volley<br />

© Andreas Wüst<br />

SV Zehlendorfer Wespen: TVBB-Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren <strong>2017</strong><br />

Sechs Matchbälle abgewehrt - Betz ist Meister<br />

Regen, Regen, Regen - in weniger als 24 Stunden fiel in Berlin stellenweise<br />

mehr als doppelt so viel Niederschlag wie sonst im ganzen Monat Juni.<br />

Das war das Einzige, das beim Saisonhöhepunkt der Damen und Herren<br />

(28. Juni bis 3. Juli) störte und sogar zu verspäteten Finals führte, die erst<br />

am Montag gespielt werden konnten. Ansonsten verdienten sich der schon<br />

traditionelle Ausrichter SV Zehlendorfer Wespen um Stephan Schulte, die<br />

umsichtige Platzmeister-Crew und Blau-Weiss-Sportwartin Dr. Sylvia Freimuth,<br />

die Plätze ihres Clubs als Ausweich-Spielstätte zur Verfügung stellte,<br />

Bestnoten bei diesem Verbands-Championat.<br />

Für das Prädikat “Extra-Klasse” sorgten vor allem<br />

nicht wenige Aktive. TVBB-Präsident Dr. Klaus-<br />

Peter Walter sparte nicht mit Lob für ihre Leistungen:<br />

“Diese Meisterschaften waren ein Aushängeschild<br />

für den Tennissport, phantastisch<br />

für unseren Verband. Die Zuschauer haben lange<br />

nicht Tennis auf diesem Niveau erlebt. Wir<br />

haben viele tolle Matches gesehen.”<br />

Gespielt wurde nach bewährtem Modus: 32-er<br />

Hauptfelder mit 20 Direktannahmen nach DTB-<br />

Ranglistenposition, zu denen sich jeweils acht<br />

Qualifikanten gesellten, die sich beim BFC Alemannia<br />

zuvor ins Hauptfeld gespielt hatten.<br />

Bei den Herren wurden außerdem vier Wild<br />

Cards vergeben, bei den Damen nur eine.<br />

Damen: Stabel entthront<br />

Vorjahressiegerin Klasen<br />

Nicht mit dabei war Anna Klasen (TC 1890 Blau-<br />

Weiss), die sich nach einem Kreuzbandriss in der<br />

Rehabilitation befand. Die Setzliste führten ihre<br />

Schwester und Vorjahresmeisterin Charlotte<br />

Klasen (DR 28, TC 1890 Blau-Weiss) als Topgesetzte<br />

und Anica Stabel (DR 57, LTTC “Rot-Weiß)<br />

als Nummer zwei an. Beide Spielerinnen gaben<br />

bis zum Finale nur einen Satz ab.<br />

Vizemeisterin Charlotte Klasen (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

15


Top-Ereignisse<br />

Vizemeister Niclas Braun (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

konnte sechs Matchbälle nicht verwandeln<br />

unterlag dann der 21-jährigen Favoritin Charlotte<br />

Klasen klar 0:6, 3:6. Ihre nächste Konkurrentin<br />

war die achtgesetzte, erst 15 Jahre alte Santa<br />

Strombach (DR 144, LTTC “Rot-Weiß). Santa<br />

hatte überraschend Franziska Sziedat (Nr. 4, DR<br />

63, TC 1899 Blau-Weiss) vorzeitig das Turnier-<br />

Aus beschert. Strombach verlor Satz eins 4:6.<br />

Das weckte ihre Kämpferqualitäten. Durchgang<br />

zwei wurde nach spannenden Ballwechseln erst<br />

im Tie-Break entschieden - mit 7:6(3) schaffte<br />

Strombach nervenstark den Ausgleich und hatte<br />

Sziedat den “Zahn gezogen”. Im dritten Satz<br />

wirkte Franzi lustlos, rettete sich in hohe, aber<br />

zu kurz gespielte Returns, die es Santa leicht<br />

machten, zu punkten. Ein souveränes 6:1 brachte<br />

Strombach den Einzug ins Halbfinale gegen<br />

Klasen. Auch das wurde ein enges Match. Klasen<br />

gewann Satz eins durch ein Break mit 6:4. Den<br />

zweiten holte sich Strombach durch ihr offensives<br />

Spiel 6:3. Sie leistete auch im entscheidenden<br />

dritten Satz erbitterten Widerstand, verlor<br />

ihn aber durch einen späten Aufschlagverlust<br />

5:7. Klasen stand im Finale.<br />

Punktete oft von der Grundlinie: TVBB-Meister Alexander Betz (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

Charlotte Klasen besiegte Michelle Kovalenko<br />

(DR 392, Grunewald TC,6:4, 6.0) und Janina<br />

Braun (DR 159, TC SCC, 6:3, 6:1) mühelos. Die<br />

Charlottenburgerin hatte zuvor in Runde zwei<br />

ihre unmittelbare Ranglistennachbarin Adelina<br />

Krüger (DR 156, LTTC “Rot-Weiß”) in einem<br />

Drei-Satz-Match, in dem Braun den ersten Satz<br />

(1:6) “verschlafen” hatte, noch klar mit 6:3, 6:2<br />

besiegt.<br />

Bei normalem Spielverlauf wäre Klasen dann<br />

wahrscheinlich auf Linda Fritschken (Nr. 6, DR<br />

66, TC SCC) getroffen, die im Auftaktmatch Nadja<br />

Lask (DR 459, LTTC “Rot-Weiß”, 0:6, 1:6) ausgeschaltet<br />

hatte. Linda Fritschken führte 5:2 gegen<br />

Constanze Lotz (DR 218, SV Zehlendorfer Wespen).<br />

Jeder, der das Match verfolgte, sah aber,<br />

dass Fritschken keinen Druck bei ihren Grundschlägen<br />

machen konnte. Sie musste wegen<br />

Rückenproblemen aufgeben. Constanze Lotz<br />

Dahin war auch Anica Stabel gelangt. Sie hatte<br />

Sabrina Ehrenfort (DR 309, TC Weiße Bären<br />

Wannsee, 6:0, 6:1) und Emilia Richter (DR 259,<br />

SV Zehlendorfer Wespen, 6:2, 6:4) besiegt, traf<br />

danach auf Nadja Maier (Nr. 7, DR 97, TC Grün-<br />

Weiß Nikolassee). Besonders im ersten Durchgang<br />

zeigte die 16-jährige Meier ihr Talent,<br />

punktete beim 5:7 mehr als Stabel lieb war. Die<br />

beiden nächsten Sätze waren eine klare Angelegenheit<br />

für die erfahrenere Stabel - 6:3, 6:2.<br />

Sie traf dann auf die Serbin Barbara Bonic (DR<br />

66 A, TV Frohnau), die als aktuell 769. des WTA<br />

Rankings bereits Erfahrungen auf der Profi-Tour<br />

sammeln konnte. Bonic hatte zuvor mit 6:4, 4:6,<br />

6:4 Juliane Triebe (BSV 92), die dem Dauerdruck<br />

nicht gewachsen war, aus dem Turnier genommen.<br />

Im Semifinale gegen Stabel gab Bonic<br />

nach 3:6, 1:4 auf, Stabel war im Finale.<br />

Das Damen-Endspiel offenbarte, dass Charlotte<br />

Klasen nicht in der Form von 2016 war. Stabel<br />

gelang mit einem Break die 4:2-Führung in Satz<br />

eins, die sie auf 5:2 erhöhte. Klasen verkürzte<br />

mit einem Ass auf 5:3. Bei Aufschlag zum Satzgewinn<br />

bekam Stabel das berüchtigte “Zitterhändchen”,<br />

machte zu viele Fehler. Die Quittung:<br />

Rebreak Klasens zum 4:5. Doch in dieser Situation<br />

zeigte sich Anica nervenstark, erkämpfte sich<br />

einen Satzball. Charlotte Klasen schlug dann einen<br />

Return ins Seiten-Aus - 6:4 für Stabel.<br />

Durchgang zwei wurde ein Break-Festival. Bei<br />

1:1 verlor Stabel ihr Service, nahm aber anschließend<br />

Klasen ihren Aufschlag auch ab - 2:2.<br />

Bei Vorteil nutzte Klasen durch einen unerreichbaren<br />

Stop die nächste Break-Chance zum 3:2.<br />

Diesen Vorteil machte Stabel mit dem sofortigen<br />

Rebreak zunichte. Sie ging bei eigenem<br />

Aufschlag 4:3 in Führung, Klasen glich dann wieder<br />

aus. Es folgten lange, spannende Rallyes. Mit<br />

einem starken ersten Aufschlag verschaffte sich<br />

die “Rot-Weiße” die 5:4- Führung. Bei 30:40 und<br />

Aufschlag Klasen brachte ein Netzroller Anica<br />

Stabel den Sieg zum ersten TVBB-Damen-Titel<br />

im Sommer.<br />

16<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

Barbara Bonic (TV Frohnau) warf Juliane Triebe (BSV<br />

92) aus dem Turnier © Bernd Prawitz<br />

Santa Strombach (LTTC "Rot-Weiß") besiegte Franziska<br />

Sziedat (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

© Bernd Prawitz<br />

TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter Walter interviewt die<br />

neue Meisterin<br />

TVBB-Sportwart Bernd Wacker: “Obwohl mit<br />

ausreichender Turniererfahrung ausgestattet,<br />

wirkten beide Spielerinnen nervös, was sich<br />

durch unnötige Fehler und Aufschlagverluste<br />

bemerkbar machte. Aber natürlich blitzte bei<br />

Grundlinienduellen und eingestreuten Stopps<br />

auch das vorhandene Können auf. Der Ausgang<br />

war knapp.”<br />

Herren: Nici Braun lässt Siegeschancen liegen<br />

Vorjahresfinalist Laslo Urrutia Fuentes (DR 43,<br />

TC 1899 Blau-Weiss), <strong>2017</strong> wieder top gesetzt,<br />

konnte nur sein Auftaktspiel bestreiten. Das<br />

war gleich eine harte Nuss. Denn sein Rivale war<br />

der 31-jährige Sebastian Rieschick (DR 281, LT-<br />

TC “Rot-Weiß”), den man nie unterschätzen darf.<br />

Nach einem Marathon-Tie-Break von sage und<br />

schreibe 16:14 beim 7:6 und einem knappen 6:4<br />

konnte Urrutia Fuentes dann gegen Julian Heikenfeld<br />

(DR 631, SV Zehlendorfer Wespen) wegen<br />

einer ihn schon länger behindernden Handverletzung<br />

nicht mehr antreten. Heikenfeld<br />

unterlag seinem Vereinskameraden Julian Freudenreich<br />

klar 1:6, 2:6. Dessen nächste Hürde im<br />

Halbfinale: Niclas Braun (DR 130, TC 1899 Blau-<br />

Weiss), Kurzzeit-Ferienimport von der University<br />

Mississippi, wo Nici studiert und Collegetennis<br />

spielt. Braun gewann Satz eins 6:2, stachelte damit<br />

aber Freudenreichs Kampfgeist enorm an,<br />

der sich in der Verlängerung diesen Durchgang<br />

mit 7:6(4) sicherte. Dann verließ ihn gegen den<br />

topfitten Braun die Kraft. Er sicherte sich mit 6:1<br />

die Finalteilnahme.<br />

Aus der unteren Tableauhälfte marschierte Alexander<br />

Betz (Nr. 2, DR 71, SV Zehlendorfer Wespen)<br />

unaufhaltsam nach oben. Er schickte Niclas<br />

Pietsch (DR 387, TC Orange-Weiß Friedrichshagen,<br />

6:4, 6:1), Philipp Eberhard (DR 292, TC 1899<br />

Blau-Weiss, 6:4, 7:5) und im Viertelfinale Delf<br />

Gohlke (Nr. 6, DR 168, LTTC “Rot-Weiß”, 6:3, 6:3)<br />

früher als ihnen lieb war, nach Hause. Auch mit<br />

dem erst 16-jährigen Osman Torski (Nr. 8, DR<br />

188, TC Grün-Weiß Nikolassee, 6:1, 6:2) machte<br />

Betz im Halbfinale kurzen Prozess und erreichte<br />

ungefährdet und wenig gefordert das Endspiel.<br />

Dort verlief der erste Satz zwischen Braun und<br />

Betz etwas monoton. Es trafen zwei Hard-Hitter<br />

mit gutem Service aufeinander, die sich in dieser<br />

Phase die Filzkugeln mit schnellem Armzug und<br />

viel Kraft fast ausschließlich von der Grundlinie<br />

um die Ohren hauten. Betz verschlug mehr Bälle,<br />

Braun gewann den Anfangssatz nach Vorteil<br />

mit einem Halbass 6:2.<br />

Das gleiche Ergebnis in Satz zwei - nur für den<br />

Lokalmatadoren. Nach einem Break führte Betz<br />

schnell 3:0. Er wurde variabler in seinem Spiel,<br />

schlug einige sehenswerte Passier- und Schmetterbälle,<br />

versuchte den einen oder anderen Angriff.<br />

Er überließ Braun nur noch zwei Spiele, gewann<br />

Durchgang zwei 6:2. Satzausgleich. Nicki<br />

Brauns erster Coach, Verbandstrainer Michael<br />

Lingner: “Niclas hat es versäumt, Alexander Betz<br />

mal mit Topspin-Schlägen aus dem Rhythmus<br />

zu bringen, ihn zu Fehlern zu zwingen.”<br />

Teil drei des Matches war nichts für schwache<br />

Nerven. Das Niveau des Finals steigerte sich,<br />

wurde jetzt vielseitiger, deshalb hochklassiges<br />

Spitzentennis. Braun nahm seinem Rivalen<br />

gleich das erste Aufschlagspiel ab. Betz antwortete<br />

mit schnellen Vorhandschüssen, es kam zu<br />

Slice-Duellen. Re-break, 1:1, dann 2:1 mit eigenem<br />

Service. Braun glich mit unerreichbaren<br />

Vorhandbällen und einer cross geschlagenen<br />

Rückhand zum 2:2 aus. Bei 4:4 nutzte Braun eine<br />

Breakchance zum 5:4. Bei eigenem Service erspielte<br />

er sich seine ersten Matchbälle und - ließ<br />

sie liegen. Betz glich aus, ging 6:5 in Führung.<br />

Mit zwei Assen schaffte Nici Braun jedoch das<br />

6:6. Der Meistertitel musste im Tie-Break entschieden<br />

werden.<br />

Braun gelang anfangs fast alles, er zog auf 3:1<br />

davon. Doch auch die Konter von Betz saßen,<br />

er zog mit 3:3 gleich. Die nächsten drei Punkte<br />

machte Braun zum 6:3 - weitere drei Matchbälle.<br />

Er konnte wieder keinen verwandeln.<br />

Ebenso den nächsten bei 8:7 nicht. Der sechste<br />

Siegpunkt, den Braun “liegen ließ”. Stattdessen<br />

das 9:9. Mit eigenem Aufschlag kam Betz zum<br />

Matchball, verwandelte ihn zum 11:9-Sieg.<br />

Dann gab es das schönste Bild des Turniers:<br />

Alexander und Niclas umarmten sich lange. Es<br />

war ein Bild wahrer Sportsfreunde. Auch dafür<br />

klatschten die zahlreichen Besucher lange.<br />

TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter Walter: “Es ist erfreulich,<br />

dass die Meisterschaftsfinals bei bestem<br />

Tenniswetter zu Ende gingen, wir würdigen<br />

Siegern gratulieren konnten.”<br />

Bernd Prawitz<br />

Fotos: Andreas Springer<br />

Julian Freudenreich (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

unterlag Nici Braun<br />

© Bernd Prawitz<br />

Osman Torski (TC Grün-Weiß Nikolassee) schaffte es bis<br />

ins Halbfinale<br />

© Bernd Prawitz<br />

Niclas Braun, Alexander Betz: Nach dem Finale war<br />

die Rivalität vergessen<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

Die Sieger und Finalisten der TVBB-Jugendmeisterschaft mit Jugendwart Roland Goering (l.)<br />

TK Blau-Gold Steglitz: TVBB-Jugend-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />

“Wir brauchen uns vor anderen<br />

Verbänden nicht zu verstecken!”<br />

Diesen Satz sprach TVBB-Jugendwart<br />

Roland Goering bei der Siegerehrung<br />

auf der Terrasse des Blau-<br />

Gold-Klubhauses voller Stolz aus.<br />

Er lobte nicht nur die fairen Spiele<br />

der Juniors (15. bis 19. Juli), sondern<br />

auch das hohe Niveau vieler Matches.<br />

“Damit können wir sehr zufrieden<br />

sein”, so der Jugendwart.<br />

An dem schon traditionell vom TK Blau-Gold<br />

Steglitz auf seiner gepflegten Anlage ausgerichteten<br />

Nachwuchs-Championat traten mehr<br />

als 200 Juniorinnen und Junioren im Kampf um<br />

die diesjährigen Meister-Titel an. Maßgeblich<br />

für die Teilnahme und Setzung in den Altersklassen<br />

U11 (Jg. 2006, 2007), U12 (Jg. 2005), U14 (Jg.<br />

2003, 2004), U16 (Jg. 2001, 2002) und U18 (Jg.<br />

1999, 2000) waren die DTB-Jugendranglisten.<br />

Die Meister der U11: Amelie Warring und Carl Radtke (beide LTTC "Rot-Weiß") © Bernd Prawitz<br />

U11: Zwei “Rot-Weiße” holen die Titel<br />

Bei den Mädchen gab es im Viertelfinale die ersten<br />

Überraschungen.<br />

So bezwang die jahrgangsjüngere Anouk van<br />

Riesen (TC 1899 Blau-Weiss) die an eins gesetzte<br />

Friederike Dobrott (Grunewald TC) 6:1, 7:5.<br />

Im Halbfinale musste sich Anouk dann aber<br />

der stark aufspielenden Amelie Worring, Neuzugang<br />

aus den USA beim LTTC “Rot-Weiß”, klar<br />

mit 3:6, 1:6 beugen.<br />

Im Endspiel musste auch die in jüngeren Altersklassen<br />

sieggewohnte Nastasija Nesterovic(Jg.<br />

2007, Grunewald TC), die mit Corinna Rietmann<br />

vom Gastgeber-Klub auch die Jolina Meyer-Bezwingerin<br />

(Nr.2, SV Zehlendorfer Wespen) aus<br />

dem Turnier geworfen hatte, beim 1:6, 0:6 die<br />

18<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

klare Überlegenheit von Worring anerkennen.<br />

Die kleine “Rot-Weiße” gefiel vor allem durch<br />

Spielwitz und schon gut entwickelte Technik.<br />

Auf seinem Weg ins Finale musste der ungesetzte<br />

Carl Radtke (LTTC “Rot-Weiß”) nur einmal<br />

kämpfen. Gegen den zweitgesetzten Mateo<br />

Kelch (TC Grün-Weiß Bergfelde) war der erste<br />

Satz im Semifinale lange ausgeglichen, bevor<br />

Carl ihn 7:5 siegreich beendete, dann ein klares<br />

6.1 folgen ließ. Mit seinem intelligenten Spiel<br />

war er auch im Finale gegen Felix Felsmann (Nr.<br />

3, BSV 92) mit 6:2, 6:1 erfolgreich. Er gewann die<br />

Meisterschaft ohne Satzverlust.<br />

U12: Favoriten setzen sich durch<br />

Ohne ihre Dauer-Konkurrentin Helena Buchwald,<br />

die in der U14 aufschlug, gab Favoritin Julia<br />

Zhu (VfK) nach einer Rast in ihren drei Spielen<br />

bis zum Meistertitel nur zwei Spiele ab - Ausdruck<br />

großer Überlegenheit. Sie besiegte Katharina<br />

Fricke (LTTC “Rot-Weiß”, 6:0, 6:0) und Maria<br />

Fijalkowska (Grunewald TC, 6:1, 6:0). Im Finale<br />

war Karla Liegle (LTTC “Rot-Weiß”) mit nur einem<br />

Spielgewinn beim sehr einseitigen 1:6, 0:6<br />

ohne Chance gegen Zhu.<br />

Mit Mariano Dedura-Palomero (BFC Alemannia)<br />

setzte sich der Vorjahresmeister auch in der<br />

nächsthöheren Altersklasse durch. Als Nummer<br />

zwei ins Turnier gegangen war er Davki<br />

Braband (TC SCC, 6:0, 6:0), Benjamin Popp (PTC<br />

“Rot-Weiß” Potsdam, 6:1, 6:2) und Max Heidolf<br />

(SV Zehlendorfer Wespen, 6:0, 6:0) drückend<br />

überlegen. Im Finale traf er auf den Top-Favoriten<br />

Michael Hagen (TC 1899 Blau-Weiss). Er hatte<br />

Lennert Jürgensen (LTTC “Rot-Weiß”, 6:3, 6:1),<br />

Paolo Vasquez (BTTC Grün-Weiß, 6:1, 6:4) aus<br />

dem Feld genommen.<br />

Im Finale war Dedura-Palomero derjenige, der<br />

das Match diktierte. Hagen machte zu viele<br />

Fehler, musste sich seinem Kontrahenten in einem<br />

Match mit langen Rallyes 5:7, 3:6 geschlagen<br />

geben. Nach dem Matchball ließ sich Mariano<br />

vor Freude in den roten Sand fallen. Bei<br />

einer herzlichen Umarmung war die Rivalität<br />

vergessen.<br />

U14: Eine Unbekannte und<br />

Lukas Maskow dominieren<br />

An diesen Namen müssen sich Berliner Tennisfreunde<br />

erst gewöhnen: Wiktoria Paul vom TTC<br />

SportForum Bernau, mit einer Wild Card ins Feld<br />

gekommen. “Sie lebt in Polen bei ihrer Mutter,<br />

besucht mich in den großen Ferien”, sagte ihr<br />

Vater. Ins Nachbarland kehrt sie als TVBB-Meisterin<br />

zurück. Der Mädchen-Konkurrenz drückte<br />

sie eindeutig ihren Stempel auf.<br />

Das bekam gleich im ersten Match Diana Niedens<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) zu spüren. Mehr als ein<br />

3:6, 3:6 war gegen Paul nicht zu holen. Canovas<br />

Winkhaus (BSV 92) erging es keinesfalls besser -<br />

6:1, 6:1 für die Polin. Allein die 12-jährige Helena<br />

Buchwald (TC Grün-Weiß Lankwitz) machte Paul<br />

nach einem 3:6 im zweiten Satz Paul das Tennisleben<br />

mit langen, druckvollen Schlägen schwer.<br />

So sehr sie auch kämpfte, für eine Wende des<br />

Matches reichte es nicht. Helena verlor den Tie-<br />

Break des Satzes zwei knapp 6:8.<br />

Die Meisterin der U12: Julia Zhu (VfK) © Bernd Prawitz<br />

Im Finale wartete Saskia Witthaus (Nr. 2, LTTC<br />

“Rot-Weiß”) auf die junge, manchmal noch etwas<br />

unbeherrschte Polin. Saskia hatte sich mit<br />

klaren Siegen über ihre Clubkameradin Tuva<br />

Asplund (6:0, 6:1), Emily Roß (Nr. 5, SV Zehlendorfer<br />

Wespen, 6:1, 6:0) und etwas umkämpfter<br />

gegen Anastasia Nadin Wadi (Nr. 4, TC SCC, 6:2,<br />

7:5) ins Finale gespielt. Witthaus war die einzige<br />

Spielerin, die Wiktoria Paul mit Tempowechseln<br />

und langen Grundschlägen beim knappen 5:7,<br />

5:7 forderte.<br />

Den Turnierfavoriten Lucas Maskow (TC Grün-<br />

Weiß Nikolassee) hatte jeder Zuschauer im Finale<br />

erwartet. Dorthin gelangte der technisch gute<br />

Spieler auch ungefährdet: klare Siege gegen<br />

Julius Wolter (TC 1899 Blau-Weiss, 6:2, 6:1) und<br />

Meister der U12: Mariano Dedura-Palomero (BFC<br />

Alemannia)<br />

Tudior Braicu (TC SCC, 6:0, 6:0). Auch der Vorjahresmeister<br />

der U12, Markus Malaszszak (SV Berliner<br />

Bären), wurde von Maskow mit 6:1, 6:2 im<br />

Halbfinale “abgebügelt”.<br />

Im unteren Tableau gab es einige nicht erwartete<br />

Ergebnisse. So unterlag Yannick Heitzeberg<br />

(Nr. 6, TC 1899 Blau-Weiss) dem ungesetzten<br />

Finn Menneking (TC SCC) klar mit 2:6, 3:6.<br />

Für ihn war dann aber im Viertelfinale mit 1:6,<br />

4:6 gegen den Mitfavoriten Michael Agwi (Nr.<br />

2, TK Blau-Gold Steglitz) Endstation. Der Steglitzer<br />

verlor dann jedoch unerwartet gegen Moritz<br />

Kettner (Nr. 4, TC 1899 Blau-Weiss) mit jeweils<br />

3:6.<br />

Das Finale bot “Einbahnstraßen”-Tennis. Lukas<br />

Maskow machte mit Kettner was er wollte. Seine<br />

in taktischen und technischen Belangen gro-<br />

Die Meister der U16: Wictoria Paul (TTC SportForum Bernau) und Lucas Maskow (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

19


Top-Ereignisse<br />

Benito Jaron Sanchez Martinez (Nr. 1, TC SCC)<br />

galt als sicherer Meisterschaftsanwärter. Bis ins<br />

Endspiel trug er diese Bürde mit großer Fassung.<br />

Er beendete für Yunus Safaltin (TK Blau-Gold<br />

Steglitz, 6:0, 6:4), Pit Malaszszak (Nr. 7, SV Berliner<br />

Bären, 6:1, 2:0 Aufgabe) die Meisterschaft.<br />

Aus der unteren Tableauhälfte galt Jonas Pelle<br />

Hartenstein (Nr. 2, Sutos 1917) als Finale-Aspirant.<br />

Doch er musste schon im ersten Match gegen<br />

Gianluca Russillo (TC 1899 Blau-Weiss) verletzt<br />

aufgeben. So konnte sich Philipp Pavlenko<br />

(Nr. 8, TK Blau-Gold Steglitz), der Russillo 6:1, 6:1<br />

rauswarf, ins Halbfinale spielen. Dort traf er auf<br />

Oliver Olsson (Nr. 4, TC Grün-Weiß Nikolassee).<br />

Olsson erwies sich als zu stark für den Steglitzer<br />

- glattes 6:2, 6:0.<br />

Das Finale nahm zu Beginn den erwarteten Verlauf.<br />

Sanchez Martinez fegte Olsson mit tempohartem,<br />

druckvollen Spiel förmlich vom Platz<br />

- 6:0. Doch dann riss der Spielfaden beim SCCer.<br />

Olsson gewann mehr und mehr Oberwasser,<br />

holte sich Durchgang zwei sicher 6:2. Im entscheidenden<br />

Satz spielte Olsson fast fehlerfrei.<br />

Ihm gelang alles, er diktierte jetzt klar das Spielgeschehen<br />

und gewann mit dem souveränen<br />

6:1 in Satz drei seine erste TVBB-Meisterschaft.<br />

Die Meister der U16: Santa Strombach (LTTC "Rot-Weiß") und Philipp Olsson (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />

ße Überlegenheit demonstrierte er beim 6:1, 6:0<br />

eindrucksvoll.<br />

U16: Strombach erteilt Höchststrafe,<br />

Olsson besiegt Sanchez Martinez<br />

Als jahrgangsjüngere Juniorin war Santa Strombach<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) völlig problemlos ins Finale<br />

gekommen: Siege gegen Svetlana Samardzic<br />

(TK Blau-Gold Steglitz, 6:1, 6:0), gegen die<br />

zwei Jahre jüngere Luca Bohlen (TC 1899 Blau-<br />

Weiss, 6:0, 6:0) und im Halbfinale gegen Christin<br />

Laabs (Nr. 4, TTC SportForum Bernau, 6:2, 6:3)<br />

hatte sie auf ihrem Konto. Finalgegnerin war<br />

überraschend Sofiya Afandieva (Nr. 3, TC Grün-<br />

Weiß Nikolassee) und nicht die dort erwartete<br />

Kim Bohlen (Nr. 2, TC 1899 Blau-Weiss). Sie war<br />

im Halbfinale gegen Afandieva mit 1:6, 6:4, 6:4<br />

ausgeschieden. Das Finale war nicht sehr spannend.<br />

Zu groß war die Überlegenheit von Santa<br />

Strombach, die mit ihrem temporeichen und<br />

druckvollen Spiel ihrer Gegnerin mit 6:0, 6:0 die<br />

“Brille” verpasste.<br />

U18: Stabel siegt ungefährdet,<br />

Soha unerwartet Meister<br />

In der “Königsklasse” kehrte Anica Stabel noch<br />

einmal in den Klub zurück, wo sie das Tennisspielen<br />

gelernt hat. Nach dem Gewinn des Damen-Titels<br />

wollte sie ursprünglich beim Junioren-Championat<br />

gar nicht aufschlagen. Doch<br />

der LTTC “Rot-Weiß” wollte so viele Titel wie<br />

möglich sammeln, um seine gute Nachwuchsarbeit<br />

nachdrücklich zu demonstrieren.<br />

Er tat es bei den jungen Damen eindrucksvoll.<br />

Anica Stabel (Nr. 1) und ihre 2. Bundesliga-Mannschaftskameradin<br />

Adelina Krüger (Nr.<br />

2) bestritten das Endspiel. Auf dem Weg dorthin<br />

hatte Stabel ihre Clubkameradin Nadja Lask<br />

(6:0, 6:3), Emilia Richter (SV Zehlendorfer Wespen,<br />

6:0, 6:4) verabschiedet. Krüger musste gegen<br />

Vanessa Reinicke (TC 1899 Blau-Weiss) beim<br />

7:5, 6:4 mehr kämpfen. Es war ein enges Match.<br />

Im Halbfinale konnte Leony Deutschmann (TC<br />

Orange-Weiß Friedrichshagen) wegen eines unaufschiebbaren<br />

Arzttermins nicht antreten.<br />

Stabel startete furios, ließ Krüger nicht ins Spiel<br />

kommen - 6:0. Dann wendete sich das Match.<br />

Krüger fand besser ins Spiel, bei Stabel schlichen<br />

sich einige vermeidbare Fehler ein. Satz<br />

zwei ging im Tie-Break mit 7:6(4) an die Kämpferin<br />

Adelina Krüger. Doch Stabel besann sich<br />

im entscheidenden Durchgang wieder auf ihre<br />

Stärken. Sie schlug gut auf, drückte aufs Tempo -<br />

6:3 und letzter Jugend-Meistertitel.<br />

Damit hätte niemand gerechnet: Von den vier<br />

gesetzten Junioren in der Königsklasse, Robert<br />

Strombach (Nr. 1, LTTC “Rot-Weiß”), Jakob Hüten<br />

(Nr. 2, TC 1899 Blau-Weiss), Finn Stodder (Nr.<br />

3) und Steve Mundt (Nr. 4, beide TC SCC) wurde<br />

keiner Meister. Der topgesetzte Robert Strombach<br />

erreichte wenigstens das Endspiel, er hatte<br />

Ben Nordemann (USV Potsdam, 6:0, 6:0) und<br />

Tim Uttenhoff (Sutos 1917, 6:0, 6:0) sowie im<br />

Halbfinale seinen Clubkameraden Guiliano Paoella<br />

(6:0, Aufgabe) ausgeschaltet.<br />

Jacob Hütten wehrte sich lange, musste aber<br />

die Überlegenheit von Lenard Soha beim 7:6(2),<br />

6:4 anerkennen. Er bezwang dann im Semifinale<br />

Steve Mundt 6:2, 7:5 - Überraschungsfinalist.<br />

Das Endspiel hatte hohes Niveau: Brillante Aufschläge,<br />

Tempo, Härte und technische Kabinettstückchen<br />

von beiden. Soha punktete oft bei<br />

längeren Rallyes, ebenso mit einigen Volleys. So<br />

kam es im Tie-Break von Satz eins zum 7:6(7).<br />

Satz zwei wurde durch ein spätes Break von<br />

Soha mit 6:4 entschieden - Sieg und verdienter<br />

Meistertitel für ihn.<br />

Die Meister in der U18: Anica Stabel und Lenard Soha (beide LTTC "Rot-Weiß") <br />

Foto r.: © Bernd Prawitz<br />

Der LTTC “Rot-Weiß” war mit fünf Titeln in zehn<br />

Konkurrenzen der mit Abstand beste Club. Danach<br />

folgt Grün-Weiß Nicolassee mit zwei Meisterwürden.<br />

Der Verein für Körperkultur, BFC Alemannia<br />

und TTC SportForum Bernau gewannen<br />

jeweils einen Titel.<br />

Bernd Prawitz, Fotos: Andreas Springer<br />

20<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

DTB: Deutsche Meisterschaften Juniorinnen/<br />

Junioren <strong>2017</strong> (U13/U14/U16)<br />

Erfolgreicher Auftritt der<br />

TVBB-Talente<br />

Erfolgreich in Ludwigshafen:<br />

Santa Strombach (LTTC „Rot-Weiß”)<br />

Luca Bohlen, Nino Ehrenschneider (beide LTTC Rot-Weiß) und Oliver Olsson<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee) erkämpfen in Ludwigshafen in den Einzeln jeweils<br />

Platz 3. In der U16 verteidigte Santa Strombach (LTTC Rot-Weiß) an<br />

der Seite von Alexandra Vecic (WTB) ihren Titel im Juniorinnen-Doppel,<br />

Osman Torski (TC Grün-Weiß Nikolassee) wird zusammen mit Lewie Lane<br />

(SLH) Vizemeister im Junioren-Doppel. Nadja Meier, Lukas Maskow und Oliver<br />

Olsson, alle vom TC Grün-Weiß Nikolassee, scheitern mit ihren jeweiligen<br />

Partnern aus anderen Landesverbänden erst in den Doppel-Halbfinals.<br />

Mit 14 Jugendlichen trat der TVBB bei den vom<br />

6. bis 10. Juni beim BASF Tennisclub Ludwigshafen<br />

ausgetragenen Deutschen Jugendmeisterschaften<br />

<strong>2017</strong> an, schon von der Teilnehmerzahl<br />

her eine beachtliche Tatsache: Denn bis auf<br />

wenige Ausnahmen erfolgt die Aufnahme in die<br />

sechs 32-er Einzelfelder nach der Position in der<br />

Deutschen Rangliste und da lassen wir mit unseren<br />

Talenten doch so manchen der großen<br />

Verbände deutlich hinter uns. Unser Schwerpunkt<br />

lag mit fünf Spielern und vier Spielerinnen<br />

auf der Königsklasse (U16), in der Osman<br />

Torski die Setzliste (mit Nino Ehrenschneider an<br />

Position 7) anführte. Bei den Juniorinnen war<br />

Nadja Meier an Platz vier eingestuft. Oliver Olsson<br />

war in der U13 an Position 1 gesetzt. Und<br />

wenn am Ende auch nicht alle Blütenträume<br />

reiften und der Landesverband Bayern, gefolgt<br />

von Württemberg und Baden, wieder einmal<br />

am erfolgreichsten abschnitt: Die Jugendlichen<br />

unsers Verbandes überzeugten mit hervorragenden<br />

Leistungen, erreichten sehr gute Platzierungen<br />

(drei Halbfinals im Einzel sowie zwei<br />

Doppelfinals) und konnten auch einen Titel mit<br />

nach Hause nehmen - eine schöne Bestätigung<br />

für die Jugendarbeit in unserem Verband.<br />

U16: Hohe Leistungsdichte mit<br />

überraschenden Resultaten<br />

Bei den Juniorinnen erreichten von den acht gesetzten<br />

Spielerinnen nur vier das Viertelfinale.<br />

Zu den vier ungesetzten Viertelfinalisten gehörte<br />

Santa Strombach vom LTTC “Rot-Weiß”, die in<br />

DJM in Ludwigshafen: Meister, Vizemeister, Finalergebnisse<br />

U16<br />

U14<br />

U13<br />

Wiedenhorn, Nic ( WTB) -<br />

Hoffmann, Moritz (BAD)<br />

Pfennig, Isabella (BTV) -<br />

Schmidt, Antonia (WTB)<br />

Rehberg, Max (BTV) -<br />

Lipp, Mika (RPF)<br />

Guth, Mara (HTV) -<br />

Putz, Laura I.( BTV)<br />

Milardovic, Daniel (TVM) -<br />

Karstens, Bon Lou (SLH)<br />

Müller, Sarah (STB) -<br />

Steur, Joëlle (WTV)<br />

6:3, 3:6, 6:3<br />

6:1, 6:2<br />

6:4, 1:6, 6:3<br />

7:5, 6:2<br />

6:2, 3:6, 6:0<br />

6:2, 3:6, 6:1<br />

Santa Strombach (re., LTTC „Rot-Weiß”) und Alexandra<br />

Vecic (WTB) wurden Deutsche Meisterinnen im Doppel<br />

der ersten Runde die an Position 3 gesetzte Selina<br />

Dal (RPF) mit 6:3, 6:3 und anschließend Anne<br />

Elisa Zorn (WTV)mit 6:0, 6:3 ausschalten konnte.<br />

Ihren Einzug ins Halbfinale verhinderte die spätere<br />

Deutsche Meisterin Isabella Pfennig (BTV,<br />

Nr. 7) nach einem umkämpften ersten Satz mit<br />

Hoffmann, Moritz (BAD) / Johann, Lars (STB) -<br />

Torski, Osman (TVBB) / Lane, Lewie STB)<br />

Strombach, Santa (TVBB) / Vecic, Alexandra (WTB) -<br />

Pfennig, Isabella / Knüttel, Anne (beide BTV)<br />

Rehberg, Max ( BTV) / Lipp, Mika (RPF) -<br />

Niethammer, Kim J. (WTB) / Südhoff, Konstantin (BTV)<br />

Lex, Alia / Putz, Laura I.(beide BTV) -<br />

Schunk, Nastasja (BAD) / Heimen, Dana (RPF)<br />

Saal, Sean M. / Israelan, Georg E. (beide SLH) -<br />

Bittner, Tom / Schießl, Erik (beide BTV)<br />

Haas, Theresa S.. (BTV) / Mack, Mia (WTB) -<br />

Steur, Joëlle (WTV) / Müller, Sarah (WTB)<br />

3:6, 7:6, 10:1<br />

6:0, 3:6, 10:6<br />

6:4, 7:5<br />

6:4, 6:4<br />

7:5, 6:3<br />

7:5, 6:3<br />

22<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

Oliver Olsson (TC Grün-Weiß Nikolassee) holte sich die Bronzemedaille in der AK U13<br />

Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß) belegte Platz drei im Einzel der AK U16<br />

4:6, 1:6. Nadja Meier (Grün-Weiß Nikolassee, Nr.<br />

4) verpasste - nach ihrem 6:3, 6:0-Auftaktsieg<br />

gegen Christina Bär (TVM) - den Viertelfinal-<br />

Einzug durch eine knappe 5:7, 3:6-Niederlage<br />

gegen die ungesetzte Antonia Schmidt (WTB).<br />

Diese zog anschließend durch Siege gegen zwei<br />

weitere gesetzte Spielerinnen ins Finale ein, in<br />

dem sie gegen Isabella Pfennig mit 1:6, 2:6 glatt<br />

unterlag. Emma Gevorgyan (LTTC "Rot-Weiß")<br />

und Vivien Sandberg (TC 1899 Blau-Weiss) unterlagen<br />

jeweils in der ersten Runde. Besonderes<br />

Pech für Sandberg, dass ihre Auftaktgegnerin<br />

gleich die Mitfavoritin Julia Victoria Renner<br />

(TVN) war.<br />

Pech auch bei den Junioren: Dem Mitfavoriten<br />

Osman Torski (Grün-Weiß Nikolassee, Nr.<br />

1) wurde in der ersten Runde mit Nic Wiedenhorn<br />

(WTB) der Deutsche U13-Junioren-Hallenmeister<br />

zugelost. Torski verlor dieses Spitzenduell<br />

in zwei Sätzen mit 4:6, 1:6. Auch Jonas<br />

Pelle Hartenstein (SUTOS 1917) traf es mit Moritz<br />

Hoffmann (BAD, Nr. 2) hart: Er unterlag dem<br />

späteren Vizemeister mit 2:6, 4:6. Als jahrgangsjüngere<br />

Spieler waren Lennart Kleeberg (BSV<br />

1892) und Benito Jaron Sanchez Martinez (TC<br />

SCC) dabei. Kleeberg verlor in der ersten Runde<br />

knapp gegen Moritz Stöger (BTV), die deutsche<br />

Nummer 1 seines Jahrgangs (4:6, 6:3, 3:6).<br />

Sanchez Martinez gelang zum Auftakt ein 7:5,<br />

6:2-Sieg gegen den an an Position 5 gesetzten<br />

Lucas Krämer (HTV). In der zweiten Runde kam<br />

es dann zu dem Duell der beiden DTB-Ranglisten-Besten<br />

Sanchez Martinez und Stöger, das<br />

der Berliner knapp mit 6:7, 5:7 verlor.<br />

Von unseren fünf Junioren war Nino Ehrenschneider<br />

(LTTC "Rot-Weiß", Nr. 7) am erfolgreichsten.<br />

Zwar stand er schon in der zweiten<br />

Runde gegen Michael Walser (WTB) beim Stande<br />

von 1:5 im dritten Satz kurz vor dem Aus,<br />

doch gelang ihm am Ende im Tie-Break doch<br />

noch ein 8:6-Sieg. Im Viertelfinale gegen den an<br />

Position 4 gesetzten Milan Welte (STB) setzte er<br />

sich noch mit 6:3, 7:5 durch, doch im Halbfinale<br />

musste er sich - wie Osman Torski in Runde eins<br />

- Nic Wiedenhorn beugen (3:6, 3:6).<br />

U13/U14: Luca Bohlen und Oliver<br />

Olsson im Halbfinale<br />

Bei den U13-Juniorinnen ging vom TVBB Luca<br />

Bohlen (TC 1899 Blau-Weiss, Nr. 7) an den Start.<br />

Sie spielte sich mit glatten Zweisatz-Erfolgen ins<br />

Viertelfinale. Dort traf sie auf die an Position vier<br />

gesetzte Luca Victoria Vocke (BAD) und konnte<br />

in einem spannenden Spiel mit 6:4, 7:6 ins Halbfinale<br />

einziehen. Dort unterlag sie dann der Favoritin<br />

und späteren Deutschen Meisterin Sarah<br />

Müller (STB, Nr. 1) mit 1:6, 3:6. Auf ihren 3.<br />

Platz bei ihren ersten Deutschen Jugendmeisterschaften<br />

kann Luca Bohlen stolz sein.<br />

Bei den U13-Junioren wurde Oliver Olsson<br />

(Grün-Weiß Nikolassee), der DTB U12-Masters-<br />

Sieger 2016, als Nummer 1 der Setzliste seiner<br />

Rolle auch souverän gerecht und erreichte<br />

durch drei Siege das Halbfinale. Leider hatte<br />

sich im Turnierverlauf aber eine Rückenverletzung<br />

bemerkbar gemacht, die sich im Halbfinale<br />

gegen Daniel Milardovic (TVM, Nr. 4) als<br />

auch durch physiotherapeutische Behandlung<br />

nicht behebbares Handicap erwies. So konnte<br />

sich letztlich Miardovic (Mittelrhein) mit 7:6, 6:3<br />

durchsetzen und am Ende auch den Titel gegen<br />

Bon Lou Karstens (SLH) gewinnen.<br />

Bei den ein Jahr älteren Junioren der U14 starteten<br />

Lukas Maskow (Grün-Weiß Nikolassee)<br />

und Alessio Vasquez –Gehrke (BTTC Grün-Weiß)<br />

für den TVBB. Lukas verlor in der ersten Runde<br />

in einem guten Match gegen Luis Dobelmann<br />

(WTB) mit 1:6, 6:7. Alessio hatte das uns bei diesen<br />

Meisterschaften anhaftende Lospech und<br />

musste gleich gegen den Topgesetzten Max<br />

Rehberg (BTV) ran. Alessio hielt gut mit, verlor<br />

jedoch gegen den späteren Deutschen Meister<br />

mit 3:6; 3:6. In der Juniorinnen-Konkurrenz dieser<br />

Altersklasse war der TVBB nicht vertreten.<br />

Doppel-Konkurrenzen<br />

Bei den Deutschen Jugenmeisterschaften absolvieren<br />

die Teilnehmer in allen Konkurrenzen ein<br />

volles Doppelprogramm, d.h. es werden sechs<br />

Doppeltitel jeweils in 16-er Feldern ausgespielt.<br />

Auch hier waren unsere Jugendlichen erfolgreich,<br />

allen voran Santa Strombach mit ihrer<br />

Doppelpartnerin Alexandra Vecic (WTB), die<br />

Deutschen Jugend-Hallenmeister 2016. Ungesetzt<br />

spielten sie sich ins U14-Finale, wo ihnen<br />

die bayerische Paarung Pfennig/Knüttel gegenüber<br />

stand. Nachdem der erste Satz mit 0:6 an<br />

ihnen vorbeigeflogen war, nutzen sie eine Regenpause<br />

zum Reset und holten nun auch den<br />

Freiluft-Titel im Match-Tie-Break mit 0:6, 6:3, 10:7.<br />

Auch Osman Torski erreichte mit seinem Partner<br />

Lewie Lane (SLH) den Einzug ins U16-Doppelfinale.<br />

Bei einer 6:3; 2:1- Führung musste das Finale<br />

unterbrochen und wegen des Regens auf<br />

den nächsten Tag verlegt werden. Dort fanden<br />

Torski/Lane dann leider nicht mehr zu ihrem<br />

Rhythmus vom Vortag und unterlagen der Paarung<br />

Hoffmann/Johann (BAD/STB) unglücklich<br />

mit 6:3, 6:7,1:10.<br />

Weitere Halbfinals in den Doppelkonkurrenzen<br />

erreichten mit ihren Partnern, Nadja Meier, Oliver<br />

Olsson und Lukas Maskow. Den Einzug ins<br />

Viertelfinale schafften die TVBB-Paarung Sanchez/Hartenstein,<br />

sowie Luca Bohlen, Alessio<br />

Vasquez-Gehrke, und Nino Ehrenschneider mit<br />

ihren jeweiligen Partnern.<br />

Bernd Süßbier, Fotos: Daniel Schulz<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

23


Top-Ereignisse<br />

ITF: Fed Cup-Relegation<br />

Deutschland - Ukraine 3:2<br />

Julia Görges bezwingt die<br />

Ukraine fast alleine<br />

Julia Görges aus Bad Oldesloe legte mit zwei Siegen in den Einzeln den Grundstein für den Klassenerhalt<br />

Nach der 0:4-Auftaktpleite gegen<br />

die USA ging es im “Wohnzimmer”<br />

der deutschen Damen, der Stuttgarter<br />

Porsche Arena (21. bis 22. April),<br />

in der Relegation um den Verbleib in<br />

der Bel Etage des Welttennis. Nach<br />

dem bisherigen Saisonverlauf war<br />

trotz der Rückkehr von WTA-Prima<br />

Angelique Kerber ein Sieg keineswegs<br />

selbstverständlich. Wenn er<br />

trotzdem gelang, war das vor allem<br />

einer Spielerin zu verdanken: Julia<br />

Görges. Mit zwei Einzel-Siegen fertigte<br />

die Norddeutsche die Ukraine<br />

fast im Alleingang ab.<br />

1. Tag: Komfortable Führung<br />

Die 28-jährige aus Bad Oldesloe (WTA 46) hatte<br />

wegen ihrer großen Fed Cup-Erfahrung von<br />

Team-Chefin Barbara Rittner den Vorzug gegenüber<br />

der in der Weltrangliste besser platzierten<br />

Lokalmatadorin Laura Siegemund (WTA 37) erhalten.<br />

Das Eröffnungsspiel musste sie gegen<br />

die aufstrebende Elina Svitolina (WTA 13) bestreiten,<br />

die in diesem Jahr schon Siegerin von<br />

Dubai, Taipeh und den Australian Open (Mixed)<br />

geworden war.<br />

Görges, die in Hochform jede Spielerin bezwingen<br />

kann, löste die schwere Aufgabe mit Können<br />

und Bravour. Sie legte einen guten Start<br />

hin (3:1), doch dann riss ihr Spielfaden. Gleich<br />

zweimal führten Doppelfehler zum Aufschlag-<br />

Verlust. Von den anschließenden sechs Spielen<br />

konnte sie nur noch eines gewinnen - Satzverlust<br />

nach 44 Minuten mit 4:6. Doch davon unberührt,<br />

sicherte sich Görges den zweiten Durchgang,<br />

in dem sie schnell 4:0 führte, in nur 33<br />

Minuten mit zwei Assen zum 6:1.<br />

Zu Beginn des dritten Satzes dann die Schrecksekunde:<br />

Görges stürzte und musste vom<br />

Mannschaftsarzt behandelt werden. „Ich war<br />

einige Minuten lang etwas benebelt“, sagte sie<br />

später. Doch sie fand die Konzentration schnell<br />

wieder, spielte weiter aggressiv. Bei 3:3 nahm sie<br />

Svitolina ihren Aufschlag ab, ging 4:3 in Führung<br />

und servierte zum 5:3. Die Führung gab sie nicht<br />

mehr aus der Hand. Nach 2:02 Stunden verwandelte<br />

Görges ihren ersten Matchball zum 4:6,<br />

6:1, 6:4. „Das war ein ganz besonderes Match für<br />

mich”, freute sie sich.<br />

Dann hatte es Angelique Kerber mit Lesia Tsurenko<br />

(WTA 43), die <strong>2017</strong> schon das Turnier von<br />

Acapulco (Mexiko) gewonnen hatte, zu tun. Die<br />

bisherigen zwei Begegnungen hatte Kerber für<br />

24<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Top-Ereignisse<br />

Kerber-Bezwingerin Elina Svitolina<br />

sich entschieden. Auch dieses Mal gab sie sich<br />

keine Blöße, spielte ihre ganze Routine aus und<br />

hatte - ohne Bäume auszureißen - das Match<br />

im Griff. Mit einer erwarteten, soliden Leistung<br />

siegte sie nach 1:09 Stunden mit 6:1, 6:4 - komfortable<br />

2:0-Führung.<br />

Doch Bundestrainerin Barbara Rittner warnte:<br />

"Wir sind erleichtert. Aber noch ist gar nix gewonnen.<br />

Gegen so einen Gegner darfst du nie<br />

leichtsinnig werden."<br />

2 Tag: Happy End in schwarz-rot-gold<br />

Wie recht Barbara Rittner mit ihrer Einschätzung<br />

der Ukrainerinnen (in der FED Cup-Nationenwertung<br />

die Nummer 11) hatte, bekam Angie<br />

Kerber im dritten Einzel zu spüren.<br />

Gegen die 23-jährige ukrainische Frontfrau Svitolina<br />

hatte sie zuletzt dreimal in Folge verloren<br />

(bisherige Bilanz 5:5). Die Ukrainerin ist offenbar<br />

eine Spielerin, die der Kielerin nicht liegt: Kerber<br />

verlor das elfte Match gegen sie klar mit 4:6, 2:6.<br />

Deutschland führte nur noch 2:1, Entscheidung<br />

vertagt.<br />

Angelique Kerbers Bilanz: ein Sieg, eine Niederlage<br />

Kerber musste vor rund 4 000 Zuschauern ein<br />

schnelles Break im ersten Satz hinnehmen, Zwar<br />

kämpfte sie sich die zweimalige Grand Slam-<br />

Siegerin zurück, musste nach 49 Minuten aber<br />

ihren Aufschlag zum Satzverlust erneut abgeben.<br />

Nach einer 2:0-Führung in Satz zwei verlor<br />

sie sechs Spiele in Folge. Zu viele Vorhand-Fehler<br />

wurden ihr zum Verhängnis. Mit ihrem zweiten<br />

Aufschlag bot sie Svitolina sogar die Möglichkeit,<br />

Winner zu schlagen.<br />

Kerber meinte nach dem Spiel, sie hätte nicht<br />

schlecht gespielt, die Kontrahentin sei in den<br />

entscheidenden Momenten jedoch besser gewesen.<br />

Später fügte sie trotzig hinzu: „Ich habe<br />

gestern bewiesen, dass ich gut spielen kann.“<br />

Jedoch kann Tsurenko nicht die Messlatte für die<br />

Nummer eins der Welt sein, die erneute Niederlage<br />

gegen Svitolina war vielmehr eine Klatsche.<br />

Klartext: Kerber sucht noch immer die Topform<br />

ihres großen Jahres 2016. Ihre ernüchternde Bilanz<br />

nach gut einem Viertel der Saison <strong>2017</strong>: Bisher<br />

kein Sieg gegen eine Top 20-Spielerin.<br />

Das folgende Einzel Görges vs Tsurenko (im<br />

WTA-Ranking nur durch drei Plätze getrennt)<br />

war von vorentscheidender Bedeutung: Ein<br />

Sieg von Görges würde Deutschland schon in<br />

der Weltgruppe halten, eine Niederlage dagegen<br />

würde die Entscheidung darüber in das abschließende<br />

Doppel vertagen.<br />

Zu Beginn des Matches sah es ganz nach "Vertagung"<br />

aus, denn Görges lag schnell 0:3 zurück.<br />

Doch sie kam wieder ins Match, sie kämpfte und<br />

entschied den Satz noch mit 6:4 für sich. Auch<br />

im zweien Satz führte die Ukrainerin bereits 4:1.<br />

Doch Görges spielte mutig weiter, riskierte viel.<br />

Mit starken Aufschlägen (bis 180 km/h) brachte<br />

sie sich erneut auf die Siegerstraße: Auch Satz<br />

zwei ging mit 6:4 an die Deutsche, der dritte<br />

Punkt war eingefahren - Klassenerhalt.<br />

Die Experten bescheinigten Görges, die seit<br />

2008 im Fed Cup spielt, eine kämpferische und<br />

spielerische Spitzenleistung. Team-Chefin Barbara<br />

Rittner: „Es war genau so schwierig, wie<br />

wir das alle erwartet hatten, jede einzelne Partie<br />

war offen. Ich bin überglücklich, dass wir den<br />

Klassenerhalt geschafft haben.” Für ihre Leistungen<br />

im traditionsreichen Teamwettbewerb wurde<br />

Julia Görges Anfang Juni der "Fed Cup Heart<br />

Award" der ITF verliehen.<br />

Das von Laura Siegemund/Carina Witthöft bestrittene<br />

Doppel gegen Olga Savchuk (WTA<br />

Doppel 50)/Nadiia Kichenok (64) war für die Relegation<br />

bedeutungslos. Die favorisierten Ukrainerinnen<br />

gewannen es 4:6, 6:4, 6:10. Endergebnis<br />

damit 3:2 für Deutschland..<br />

Julia Görges (l.), Carina Witthöft, Fed Cup-Chefin Barbara Rittner, Angelique Kerber und Laura Siegemund vor<br />

dem Team-Dinner<br />

Die Auslosung des Auftaktgegners im Fed Cup<br />

2018 findet am 20. September statt. Zuvor<br />

entscheidet die Generalversammlung der ITF<br />

noch über eine Aufstockung der Weltgruppe<br />

wie bei den Herren auf 16 Mannschaften mit einem<br />

Final Four-Format an einem noch festzulegenden<br />

Austragungsort.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit Material<br />

von tennisnet, SID), Fotos: DTB/Paul Zimmer<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

25


Tennis national<br />

Die 1. Damenmannschaft des TC 1899 Blau-Weiss <br />

© Claudio Gärtner<br />

Rückblick 1. Bundesliga der Damen:<br />

TC 1899 Blau-Weiss kann Abstieg nicht verhindern<br />

Die durch den Rückzug von Ratingen<br />

im Nachrückverfahren aufgestiegenen<br />

Damen des TC 1899 Blau-<br />

Weiss zeigten in der 1. Bundesliga<br />

eine durchaus ansprechende Leistung.<br />

Am Ende blieb das Team vom<br />

Roseneck jedoch ohne Erfolgserlebnis<br />

und tritt damit im kommenden<br />

Jahr wieder in der 2. Bundesliga<br />

Nord an. Dabei mussten die Blau-<br />

Weissen den Ausfall von Anna Klasen<br />

verkraften, die mit einem Kreuzbandriss<br />

für alle Spiele ausfiel.<br />

Schon das wichtige Auftaktspiel beim Club An<br />

der Alster in Hamburg zeigte, wie schwer es<br />

die Berlinerinnen im Kampf um den Klassenerhalt<br />

haben würden. Nach den Einzeln lagen die<br />

Gastgeber bereits uneinholbar mit 6:0 in Führung,<br />

wobei im Spitzeneinzel Blau-Weiss-Neuzugang<br />

Ekaterina Alexandrova aus Russland<br />

gegen die Belgierin Elise Mertens mit 1:6, 5:7<br />

unterlag. Auch die übrigen Einzel gingen in zwei<br />

Sätzen mehr oder weniger klar verloren. Lediglich<br />

Syna Goellner-Schreiber konnte ihre Partie<br />

gegen Jennifer Witthöft ausgeglichen gestalten<br />

und verlor erst im Match-Tie-Break. Den siegreichen<br />

Doppeln Marcinkevica/Heisen und Alexandrova/Goellner-Schreiber<br />

gelang es noch, das<br />

Endergebnis auf eine erträgliche 2:7-Niederlage<br />

zu verbessern.<br />

Das erste Heimspiel gegen Mitaufsteiger TK<br />

Blau-Weiss Aachen ging dann ebenfalls mit 2:7<br />

verloren. Im Spitzenspiel zog Ekaterina Alexandrova<br />

gegen die Serbin Aleksandra Krunic mit<br />

3:6, 2:6 den kürzeren. Den einzigen Einzelpunkt<br />

sicherte Syna Goellner-Schreiber, die Eva Wacanno<br />

mit 2:6, 6:3, 12:10 niederrang. Auch Vivian<br />

Heisen bot beim 6:7, 6:7 gegen Elyne Boeykens<br />

eine gute Leistung. Die übrigen Einzel<br />

hingegen gingen recht deutlich verloren, sodass<br />

auch in dieser Begegnung nach den Einzeln<br />

beim Stand von 5:1 für Aachen klare Verhältnisse<br />

herrschten. Das Doppel Alexandrova/<br />

Charlotte Klasen erkämpfte noch den zweiten<br />

Zähler für die Blau-Weissen. Schon nach diesen<br />

beiden Partien war klar, dass der erhoffte Klassenverbleib<br />

nur schwer zu realisieren sein würde.<br />

Dennoch ließen sich die Damen von der<br />

Waldmeisterstrasse nicht unterkriegen und gaben<br />

auch in den kommenden Spielen ihr Bestes.<br />

Beim späteren Deutschen Meister Eckert Tennis<br />

Team Regensburg setzte Vivian Heisen mit<br />

einem überraschenden 7:6, 1:6, 10:3-Sieg über<br />

die im vergangenen Jahr im deutschen FedCup-<br />

Team eingesetzte Annika Beck den Glanzpunkt.<br />

Die Begegnung der beiden Topspielerinnen Diana<br />

Marcinkevica von Blau-Weiss und Johanna<br />

Schlusstabelle:<br />

1. Eckert Tennis Team Regensburg 12:0 /42:12<br />

2. TK Blau-Weiss Aachen 10:2 /31:23<br />

3. Club an der Alster Hamburg 6:6 /30:24<br />

4. TEC Waldau Stuttgart 6:6 /25:29<br />

5. TC Rüppurr Karlsruhe 4:8 /28:26<br />

6. Kögel Touristik TC Radolfzell 4:8 /18:36<br />

7. TC 1899 Blau-Weiss Berlin 0:12 /15:39<br />

26<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Larsson für die Gastgeberinnen entschied die<br />

Schwedin Larsson mit 6:4, 6:2 zu ihren Gunsten.<br />

In den übrigen Einzelpartien gab es nicht viel<br />

zu holen. Der zweite Punkt für Blau-Weiss ging<br />

schließlich auf das Konto des Doppels Charlotte<br />

Klasen/Stephanie Wagner.<br />

Siegeshoffnungen keimten dann im Heimspiel<br />

gegen den TEC Waldau Stuttgart auf, denn nach<br />

wenigen Minuten profitierte die Lettin Diana<br />

Marcinkevica von der verletzungsbedingten<br />

Aufgabe ihrer Kontrahentin Valeria Solovyeva<br />

aus Russland. Und auch Syna Goellner-Schreiber<br />

lag nach verlorenem ersten Satz gegen die frühere<br />

BSVerin Lena Rüffer aussichtsreich im Rennen.<br />

Nach gewonnenem Tie-Break musste der<br />

Match-Tie-Break entscheiden, in dem Goellner-<br />

Schreiber einen Matchball nicht nutzen konnte<br />

und am Ende doch noch mit 9:11 als Verliererin<br />

den Platz verlassen musste. Ähnlich erging es<br />

Vivian Heisen, die gegen Anna Zaja ein großes<br />

Match lieferte, aber am Ende denkbar knapp mit<br />

6:7, 6:4 und 11:13 unterlag. Chancenlos blieb<br />

im Spitzenspiel die erst- und letztmalig eingesetzte<br />

Belgierin Maryna Zanevska, die gegen<br />

Mona Barthel mit 2:6, 2:6 das Nachsehen hatte.<br />

Nach dem 1:5-Rückstand nach den Einzeln wurde<br />

noch ein Doppel kampflos gewonnen sowie<br />

im zweiten Doppel erstmals Doppelspezialistin<br />

Kveta Peschke aufgeboten, die zusammen mit<br />

Maryna Zanevska gegen Barthel/Gabric durch<br />

ein ungefährdetes 6:4, 6:1 für den dritten Punkt<br />

zum 3:6-Endstand sorgte.<br />

Somit kam dem Spiel beim TC Rüppurr Karlsruhe<br />

entscheidende Bedeutung zu, denn nur ein<br />

Sieg hätte die minimale Chance auf den Klassenverbleib<br />

noch am Leben erhalten. Nach den<br />

Einzeln war beim Stand von 4:2 für Karlsruhe<br />

noch nicht alles verloren (Spitzeneinzel Galfi/<br />

Ungarn – Marcinkevica 6:4, 6:1). Stephanie Wagner<br />

und Syna Goellner-Schreiber behielten die<br />

Nerven und siegten beide im Match-Tie-Break.<br />

Doch in den abschließenden Doppeln blieben<br />

die Berlinerinnen ohne Satzgewinn, mussten<br />

mit einem 2:7 die Heimreise antreten und damit<br />

den Abstieg in die 2. Bundesliga Nord akzeptieren.<br />

Am letzten Spieltag gab es dann noch eine<br />

knappe 4:5-Niederlage gegen den Mitabsteiger<br />

Kögel Touristik TC Radolfzell. Hier wäre auch ein<br />

Sieg möglich gewesen, denn Vivian Heisen und<br />

Stephanie Wagner unterlagen erst im Match-<br />

Tie-Break, während Diana Marcinkevica an Position<br />

eins gegen Sesil Karatantcheva aus Bulgarien<br />

mit 6:4, 6:3 die Oberhand behielt und Syna<br />

Goellner-Schreiber die Slowakin Janette Husarova<br />

sicher mit 6:3, 6:0 in Schach hielt. Trotz des<br />

2:4-Rückstands wurde es anschließend nochmal<br />

spannend, denn alle Doppel gingen in den<br />

Match-Tie-Break. Charlotte Klasen/Franziska<br />

Tennis national<br />

Sziedat sowie Diana Marcinkevica/Syna Goellner-Schreiber<br />

siegten, während Vivian Heisen/<br />

Stephanie Wagner verloren.<br />

„Wir konnten in jeder Partie mitspielen und<br />

sind nicht untergegangen. Die Mannschaft hat<br />

sich gut verkauft und besser abgeschnitten, als<br />

ich es erwartet habe. Mehr ist mit unserer Philosophie<br />

einfach nicht drin“, so das Fazit von<br />

Mannschaftscoach Michael Brandt. Mit drei Einzelsiegen<br />

in fünf Begegnungen wies Syna Goellner-Schreiber<br />

die beste Bilanz auf. „Sie hat ihre<br />

Sache sehr gut gemacht“, lobte Brandt das Abschneiden<br />

der 38jährigen. Neuzugang Ekaterina<br />

Alexandrova konnte bei ihren beiden Einsätzen<br />

dagegen nur bedingt überzeugen. Bitter lief es<br />

auch für Charlotte Klasen, die alle Einzel bestritt<br />

und sich nach Kräften wehrte, aber ohne Satzgewinn<br />

blieb.<br />

Trotz des Abstiegs können die Blau-Weiss-Damen<br />

erhobenen Hauptes das Oberhaus verlassen,<br />

denn zum einen stimmte die Einstellung<br />

aller Akteurinnen und zum anderen konnten<br />

aufgrund des eingeschränkten Etats keine Wunderdinge<br />

erwartet werden. Noch unklar ist, wie<br />

es in der 2. Bundesliga Nord weitergehen soll.<br />

Coach Brandt ist jedenfalls bemüht, auch für die<br />

kommende Spielzeit ein schlagkräftiges Team<br />

zusammenzustellen.<br />

Michael Matthess<br />

Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen:<br />

LTTC “Rot-Weiβ” stark, Zehlendorfer Wespen<br />

trotz Abstieg zufrieden<br />

Auf eine gelungene Saison können<br />

die Damen des LTTC “Rot-Weiβ” in<br />

der 2. Bundesliga Nord zurückblicken.<br />

Der dritte Schlussrang darf<br />

zweifellos als Erfolg gewertet werden.<br />

Ebenfalls sehr engagiert ging<br />

das Team von Mitaufsteiger Zehlendorfer<br />

Wespen in die neue Spielzeit.<br />

Trotz tapferer Gegenwehr reichte es<br />

allerdings erwartungsgemäß nicht<br />

zum Klassenverbleib.<br />

Deutlich besser als vor zwei Jahren verkauften<br />

sich diesmal die Damen des LTTC “Rot-<br />

Weiβ” in der 2. Bundesliga Nord. Bereits das<br />

Auftaktmatch beim THC von Horn und Hamm<br />

in Hamburg zeigte, dass die Damen vom Hundekehlesee<br />

diesmal gut gerüstet in die Zweitligaspielzeit<br />

gehen würden. Im Spitzeneinzel<br />

kämpfte Neuzugang Nastja Kolar aus Slowenien<br />

die Italienerin Gaia Sanesi mit 5:7, 6:4 und<br />

10:7 nieder. Die Kroatin Ana Savic, Anica Stabel,<br />

Santa Strombach, Masa Zec-Peskiric und Stefania<br />

Rogozinska-Dzik aus Polen sorgten für eine<br />

überraschend klare 6:0-Führung. Abschließend<br />

wurden auch noch alle drei Doppel gewonnen<br />

und mit dem 9:0-Sieg ein perfekter Saisonstart<br />

hingelegt. Dieser Trend setzte sich im ersten<br />

Heimspiel gegen den TC Union Münster fort,<br />

denn auch hier lagen die Berlinerinnen nach<br />

den Einzeln bereits uneinholbar mit 5:1 vorn.<br />

Nastja Kolar bezwang die Südafrikanerin Chanel<br />

Simmonds mit 7:6, 7:5. Klare Zweisatzsiege<br />

gelangen auch Ana Savic, Anica Stabel, Masa<br />

Zec-Peskiric und Stefania Rogozinska-Dzik. Das<br />

erfolgreiche Doppel Kolar/Zec-Peskiric sorgte<br />

dann für den 6:3-Endstand. Mit diesen beiden<br />

Siegen wurde der Weg zum Klassenerhalt bereits<br />

geebnet. Beim favorisierten Marienburger<br />

SC mussten die “Rot-Weiβ”-Damen im dritten<br />

Spiel mit 0:9 zwar eine klare Niederlage einstecken.<br />

Doch Anica Stabel, Masa Zec-Peskiric und<br />

Emma Gevorgyan unterlagen allesamt erst im<br />

Match-Tie-Break. Das Topspiel verlor Nastja Kolar<br />

gegen die Polin Paula Kania mit 4:6, 2:6. Anschließend<br />

kam es zum Lokalderby gegen die<br />

Zehlendorfer Wespen. Am Ende stand zwar ein<br />

8:1 für die “Rot-Weiβen” auf dem Spielberichtsbogen,<br />

das allerdings härter erkämpft werden<br />

musste, als es das Resultat aussagt. Nastja Kolar<br />

setzte sich an Nummer eins gegen die Israelin<br />

Vlada Ekshibarova sicher mit 6:3, 6:2 durch.<br />

Doch Ana Savic, Anica Stabel und Santa Strombach<br />

konnten ihre jeweiligen Kontrahentinnen<br />

erst im Match-Tie-Break bezwingen. Laura Kemkes/Emilia<br />

Richter sorgten für den Ehrenpunkt<br />

der Wespen. Nach diesem Sieg setzten die “Rot-<br />

Weiβ”-Damen noch eins drauf und besiegten<br />

überraschend das Team von Erstligaabsteiger<br />

TC DD Daumann 08 Moers mit 6:3. Nastja Kolar<br />

gewann an Nummer eins gegen die Russin Marina<br />

Melnikova mit 7:5, 6:3. Anica Stabel, Santa<br />

Strombach, Masa Zec-Peskiric sowie die Doppel<br />

Stabel/Strombach und Savic/Zec-Peskiric holten<br />

die übrigen Punkte für den Traditionsclub.<br />

Am letzten Spieltag gab es noch gegen den<br />

1. Liga-Aufsteiger DTV Hannover eine zu verschmerzende<br />

1:8-Niederlage. Nastja Kolar<br />

leistete der früheren Blau-Weissen Lourdes<br />

Dominguez Lino aus Spanien im zweiten Durchgang<br />

erbitterten Widerstand und verlor mit 1:6,<br />

6:7. Den Ehrenpunkt erkämpfte Camille Gbaguidi,<br />

die Syna Kayser im Match-Tie-Break in<br />

Schach halten konnte. „Wir dürfen mit dem Abschneiden<br />

sehr zufrieden sein“, sagte Sportdi-<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

27


Tennis national<br />

Die 1. Damen des LTTC "Rot-Weiß" (stehend) halten die Klasse. Die Zehlendorfer Wespen (vorn) steigen ab<br />

© Claudio Gärtner<br />

rektor Markus Zoecke zum Verlauf der Zweitligasaison<br />

und fügte hinzu: “Unser Ziel war der<br />

vierte Platz. Dass es am Ende sogar zu Rang drei<br />

gereicht hat, ist umso erfreulicher. Vor allem der<br />

Sieg über Moers war überraschend. Wir haben<br />

das Optimum erreicht“. Auch in der kommenden<br />

Saison wollen die “Rot-Weiβen” eine gute<br />

Rolle spielen. „Das Team soll komplett zusammenbleiben.<br />

Vielleicht verstärken wir uns noch<br />

für die jeweiligen Heimspiele“, sieht Zoecke in<br />

die Zukunft.<br />

Zwar lief es beim zweiten Aufsteiger Zehlendorfer<br />

Wespen nicht so erfolgreich, dennoch zeigte<br />

die junge Mannschaft gute Moral und ließ<br />

sich auch durch den deprimierenden Auftakt<br />

nicht aus der Ruhe bringen. Gegen die übermächtigen<br />

Teams von Marienburg und dem<br />

DTV Hannover gab es zunächst zwei herbe<br />

0:9-Klatschen. Neuzugang und Nummer eins<br />

Vlada Ekshibarova verkaufte sich gegen Marienburg<br />

so teuer wie möglich und unterlag der<br />

Anzeige<br />

Polin Paula Kania mit 3:6, 5:7. Gegen Hannover<br />

war die 28jährige jedoch überfordert und musste<br />

gegen die frühere Weltklassespielerin Patty<br />

Schnyder aus der Schweiz eine 0:6, 1:6-Niederlage<br />

hinnehmen. Nach diesen beiden schweren<br />

Matches standen die Wespen noch ohne Satzgewinn<br />

da. Doch die anschließende Heimpartie<br />

gegen den THC von Horn und Hamm zeigte,<br />

was in der Mannschaft steckt. Zwar gab es am<br />

Ende eine 4:5-Niederlage. Allerdings wäre aufgrund<br />

der knappen Ergebnisse ein Sieg durchaus<br />

denkbar gewesen. Im Spitzenspiel bezwang<br />

Ekshibarova die Schwedin Sandra Roma mit 7:6,<br />

6:2. Laura Kemkes und Constanze Lotz holten<br />

zwei weitere Punkte. Das Doppel Richter/Wellnitz<br />

steuerte noch den vierten Zähler bei. Nach<br />

der 1:8-Niederlage beim LTTC “Rot-Weiβ” ging es<br />

anschließend nach Moers, wo die Trauben ebenfalls<br />

zu hoch hingen. Ekshibarova holte beim<br />

6:3, 1:6, 10:6 gegen Marina Melnikova (Russland)<br />

den einzigen Einzelpunkt. Hinzu kam noch<br />

ein kampflos gewonnenes Doppel zum 2:7-Endstand.<br />

Den Schlusspunkt<br />

setzte die Heimbegegnung<br />

gegen Union Münster. Zwar<br />

lagen die Südberlinerinnen<br />

nach den Einzeln mit 2:4 hinten.<br />

Doch Laura Kemkes vergab<br />

im Match-Tie-Break einige<br />

Matchbälle, sodass ein<br />

3:3 durchaus möglich gewesen<br />

wäre. Die Punkte sicherten<br />

Valda Ekshibarova (6:3,<br />

6:2 gegen Franziska Etzel)<br />

und Nina Wellnitz. Anschließend<br />

gab es noch Doppelpunkte<br />

durch Ekshibarova/<br />

Lotz (allerdings kampflos)<br />

und Kemkes/Wellnitz. Das 4:5 am Ende zeigte<br />

erneut, dass sich die Wespen-Damen vor der<br />

Konkurrenz nicht zu verstecken brauchten. „Die<br />

Saison verlief trotz des Abstiegs für uns durchaus<br />

positiv. Unsere Mannschaft hat sich gut verkauft“,<br />

kommentierte Wespen-Sportchef Stephan<br />

Schulte das Abschneiden seines Team.<br />

Besonderes Lob zollte er der neuen Nummer<br />

eins Vlada Ekshibarova. „Sowohl spielerisch als<br />

auch menschlich ist sie eine Bereicherung für<br />

das Team. Sie hat sich bei uns sehr wohl gefühlt<br />

und möchte auch im nächsten Jahr für uns antreten“,<br />

so Schulte. Mit drei Siegen in sechs Spielen<br />

wies die Israelin, die bis 2009 noch für Usbekistan<br />

im FedCup gespielt hatte, die beste Bilanz<br />

auf. Für die kommende Regionalliga-Saison soll<br />

die Mannschaft möglichst so bestehen bleiben.<br />

„Wir wollen wieder vorne mitspielen. Der Wiederaufstieg<br />

ist natürlich keine Pflicht. Sollte er<br />

jedoch gelingen, so würden wir dies gerne mitnehmen“,<br />

meint Schulte zu den Zukunftsaussichten.<br />

In jedem Fall kann die junge Wespen-<br />

Mannschaft viele nützliche Erfahrungen in die<br />

Regionalliga Nordost mitnehmen, die helfen<br />

sollten, dass die Zehlendorferinnen 2018 durchaus<br />

um den Wiederaufstieg mitspielen können.<br />

Michael Matthess<br />

Schlusstabelle:<br />

1. DTV Hannover 12:0/48:6<br />

2. Marienburger SC 10:2/39:15<br />

3. LTTC Rot-Weiβ Berlin 8:4/30:24<br />

4. TC DD Daumann 08 Moers 6:6/29:25<br />

5. TC Union Münster 4:8/22:32<br />

6. THC von Horn und Hamm 2:10/10:44<br />

7. SV Zehlendorfer Wespen 0:12/11:43<br />

28<br />

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Tennis national<br />

Die 1.Herren 40 vom SCC<br />

Rückblick Regionalliga Nordost <strong>2017</strong>:<br />

Erfolge von 2015 wiederholt<br />

Im vergangenen Jahr war die Bilanz<br />

des TVBB mit sechs Titeln in der Regionalliga<br />

Nordost so gut wie noch<br />

nie. Dass in dieser Saison daran nicht<br />

ganz angeknüpft werden konnte,<br />

war aufgrund des Aufstiegs der<br />

Damen und Herren des LTTC “Rot-<br />

Weiβ” sowie der Damen der Zehlendorfer<br />

Wespen in die 2. Bundesliga<br />

Nord keine Überraschung. Doch drei<br />

erfolgreiche Titelverteidigungen sowie<br />

ein nach einjähriger Pause wieder<br />

zurückgewonnener Gesamtsieg<br />

unterstreichen die Leistungsstärke<br />

der TVBB-Mannschaften.<br />

Die Damenkonkurrenzen<br />

Herausragendes boten die Damen des TC SCC<br />

mit der Kanadierin Petra Januskova und Linda<br />

Fritschken an der Spitze. Mit vier Siegen und einer<br />

Niederlage belegten die Charlottenburgerinnen<br />

den hervorragenden zweiten Platz und<br />

Foto: TC SCC<br />

hätten fast noch den Aufstieg in die 2. Bundesliga<br />

Nord geschafft. Denn gegen Zweitligaaufsteiger<br />

Groβflottbeker THGC unterlagen die SC-<br />

Cerinnen nach einem 3:3 nach den Einzeln am<br />

Ende nur mit 4:5.<br />

Die zweite Mannschaft des TC Blau-Weiss kam<br />

mit drei Erfolgen auf Rang drei und den Damen<br />

der Berliner Bären genügte ein Sieg zum<br />

Klassenverbleib. Bitter wurde es für den BSV<br />

92, denn das Team musste unmittelbar vor Beginn<br />

der ersten Partie zurückgezogen werden,<br />

da zwei polnische Gastspielerinnen kurzfristig<br />

ihre Teilnahme an den Verbandsspielen absagten.<br />

Dadurch waren die BSVerinnen nicht mehr<br />

in der Lage, vollständig antreten zu können.<br />

Eine solide Leistung zeigten die Damen 30 des<br />

SC Brandenburg, die mit drei Siegen und drei<br />

Niederlagen Rang drei erreichten. Schlechter<br />

lief es für den TC SCC, der mit nur einem Erfolgserlebnis<br />

in die Ostliga absteigen muss. Im<br />

letzten Jahr mussten die Damen 40 der Zehlendorfer<br />

Wespen den Titel an den DTV Hannover<br />

abgeben. Diesmal revanchierten sich die von<br />

Anne Kröger angeführten Südberlinerinnen eindrucksvoll<br />

und feierten neben vier klaren Siegen<br />

auch ein sicheres 7:2 gegen Hannover zum erneuten<br />

Titelgewinn. Die Berliner Bären und der<br />

BTC Grün-Gold kamen auf die Plätze vier und<br />

fünf. Bei den Damen 50 setzte sich im entscheidenden<br />

Spiel um den Gesamtsieg der Vorjahresgewinner<br />

TC 1899 Blau-Weiss mit Susanne Boesser<br />

an Nummer eins gegen die Zehlendorfer<br />

Wespen mit 6:3 durch. Rang vier mit 4:6-Punkten<br />

belegte der TC Weiβ-Gelb Lichtenrade. Und<br />

auch die Damen 60 des TC 1899 Blau-Weiss mit<br />

Spitzenspielerin Katrin Dippner gaben sich keine<br />

Blöβe und wiederholten trotz zweier Unentschieden<br />

bei vier Siegen den Erfolg vom letzten<br />

Jahr . Grün-Weiβ Nikolassee gewann zwei Partien<br />

und spielte viermal unentschieden, was am<br />

Ende für den zweiten Schlussrang reichte.<br />

Die Herrenkonkurrenzen<br />

Wie die Damen so wiesen auch die Herren des<br />

TC SCC mit dem Schweden Markus Eriksson auf<br />

Position eins als einziger TVBB-Teilnehmer mit<br />

fünf Siegen in sieben Spielen eine beeindruckende<br />

Bilanz auf. Zu Rang zwei fehlte lediglich<br />

ein Matchpunkt und gegen den Aufsteiger zur<br />

2. Bundesliga Nord, den Bremer TC, unterlagen<br />

die SCCer auch nur knapp mit 4:5.<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

29


Tennis national<br />

Mit jeweils 3:3-Siegen schlossen die Herren<br />

30 des TC 1899 Blau-Weiss als Dritter und der<br />

Hermsdorfer SC als Fünfter die Spielzeit ab. Dem<br />

LTTC “Rot-Weiβ” hingegen reichten zwei Siege<br />

nicht zum Klassenerhalt. Die in den letzten beiden<br />

Jahren unangefochtenen Herren 40 des TC<br />

SCC hatten diesmal im Wangerooger TSC einen<br />

sehr ernsthaften Gegner, den sie am Ende dank<br />

nahezu Bestbesetzung mit dem Schweden Thomas<br />

Enqvist und Axel Finnberg auf den beiden<br />

vorderen Positionen mit 6:3 niederringen konnten.<br />

Die übrigen fünf Matches waren hingegen<br />

eher Formsache, sodass die Männer vom Eichkamp<br />

nun schon zum dritten Mal in Folge den<br />

Regionalliga-Titel einfahren konnten.<br />

Sehr unglücklich lief es hingegen für Grün-Weiβ<br />

Lankwitz und den TC Tiergarten, die trotz jeweils<br />

zwei Siegen und Punktgleichheit mit drei(!) anderen<br />

Teams aufgrund zu wenig gewonnener<br />

Matches absteigen müssen.<br />

Knapp am ersten Platz vorbei schrammten die<br />

Herren 50 der Zehlendorfer Wespen, die das<br />

entscheidende Spiel am letzten Spieltag gegen<br />

die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Hamburger<br />

vom Club an der Alster mit 3:6 verloren.<br />

Der LTTC “Rot-Weiβ” kam mit ausgeglichener Bilanz<br />

auf Rang drei.<br />

Im Herren 55er-Wettbewerb genügten der<br />

Fachvereinigung Tennis zwei Erfolge zu Rang<br />

vier. Grün-Weiβ Nikolassee konnte durch ein 5:4<br />

gegen Absteiger Stader TC den Klassenverbleib<br />

gerade noch sichern. Mit drei Siegen aus sechs<br />

Spielen belegten die Herren 60 von Grün-Weiβ<br />

Nikolassee den dritten Platz, während Aufsteiger<br />

Fachvereinigung Tennis ohne Erfolgserlebnis<br />

die Klasse wieder verlassen muss. Ähnlich<br />

verlief es bei den Herren 65, denn Grün-Weiβ<br />

Lankwitz schaffte es mit 6:6-Punkten auf Rang<br />

drei während der TC Schwarz-Gold sieglos blieb<br />

und absteigt.<br />

Vizemeister wurden diesmal die Herren 70 des<br />

Titelverteidigers TC 1899 Blau-Weiss während<br />

die Berliner Bären im kommenden Jahr eine<br />

Klasse tiefer spielen müssen. Und schließlich<br />

sicherten sich die 75-er Herren des LTTC “Rot-<br />

Weiβ” mit 8:2-Zählern und nur vier Matchpunkten<br />

weniger als der Erstplatzierte Hildesheimer<br />

TC Rang drei, die zweite Mannschaft der Rot-<br />

Weiβen konnte hingegen kein Spiel gewinnen.<br />

Fazit<br />

In der Endabrechnung behaupteten die Mannschaften<br />

des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg<br />

mit vier Regionalliga-Titeln erneut ihre gute<br />

Stellung. Bei den Damen sowie Herren 50 und<br />

75 wurde der erste Platz zudem nur knapp verpasst.<br />

Zwar müssen wie schon 2015 neun Teams<br />

die Regionalliga Nordost verlassen, doch sollten<br />

diese in den Aufstiegsspielen am 9. September<br />

durch eine entsprechende Zahl von Aufsteigern<br />

ersetzt werden können, sodass der TVBB auch<br />

in der kommenden Spielzeit wieder mit einem<br />

starken Kontingent ins Rennen um Titel und gute<br />

Platzierungen gehen dürfte.<br />

Michael Matthess<br />

Rückblick: Ostliga <strong>2017</strong><br />

Vier von acht Herren-Titeln für die neuen Bundesländer<br />

In der Ostliga gewann der TVBB zwar acht von zwölf Titeln, jedoch konnten<br />

die anderen Landesverbände insbesondere in der Herren-Konkurrenzen<br />

punkten: Bei den Herren (STV) und den Herren 40 (STV, TTV) stellen sie<br />

Meister und Vizemeister, bei den Herren 30 (TSA) und bei den Herren 55<br />

(STV) die Meister. Die Damen-Konkurrenzen hingegen waren fest in Berliner<br />

Hand (siehe Übersicht).<br />

Nach den Regeln sind in der Saison <strong>2017</strong> insgesamt<br />

26 Mannschaften aus der Ostliga in die<br />

jeweils höchsten Verbandsklassen abgestiegen:<br />

17 vom TVBB, fünf aus Sachsen, je zwei<br />

aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aus der Regionalliga<br />

Nordost sind <strong>2017</strong> acht TVBB-Mannschaften<br />

in die Ostliga zurückgekehrt und schlagen<br />

2018 in der Ostliga auf (siehe Übersicht,<br />

Spalte 2).<br />

Wie viele Ostliga-Mannschaften sich in den<br />

Aufstiegsspielen <strong>2017</strong> zur Regionalliga Nordost<br />

durchsetzen, bzw. ihr Aufstiegsrecht in die<br />

Regionalliga Südost wahrnehmen werden, ist<br />

ebenso offen wie die Frage, welche Vereine der<br />

fünf beteiligten Landesverbände sich an den<br />

Aufstiegsspielen zur Ostliga beteiligen werden<br />

(Spalte 4 in der Übersicht zeigt die dafür sportlich<br />

qualifizierten Vereine).<br />

Schließlich sorgt auch der Ostliga-Spielausschuss<br />

unter Bezug auf §21 des Ostligastatuts<br />

immer wieder für Überraschungen.<br />

Herrenkonkurrenzen:<br />

Leipziger Teams dominieren<br />

An Überraschungen hat es <strong>2017</strong> vor allem in<br />

der Konkurrenz der Herren nicht gefehlt. Zum<br />

einen kämpften <strong>2017</strong> je fünf TVBB- und STV-<br />

Mannschaften um den Titel, also zwei mehr als<br />

der Regelstärke (gem. Ostligastatut) entspricht -<br />

Folge von Inkonsequenzen in der Handhabung<br />

der Abstiegsregelungen durch den Spielausschuss<br />

(siehe nebenstehende Kolumne). Zum<br />

anderen traten die STV-Mannschaften - mit Ausnahme<br />

des Leipziger TC 1990, der nur deutsche<br />

Spieler einsetzte - mit einem ungewöhnlich hohen<br />

internationalen Aufgebot an: In ihren Reihen<br />

spielten vier (TC RC), sechs (Freiberger TC,<br />

Dresden Blasewitz) bzw. sieben ausländische<br />

Gastspieler (SV DD Mitte), während die Berliner<br />

Spitzenteams in ihren Reihen keine (Friedrichshagen),<br />

einen (Wespen, BSV) oder zwei (Nikolassee)<br />

aufboten.<br />

Groteske Folge: In der 4. Spielklasse unterhalb<br />

der Bundesliga trat im Spiel von SV DD Mitte<br />

vs. Freiberger TC in den Einzeln nur je ein deutscher<br />

Spieler an. Schließlich wurde das Spielgeschehen<br />

auch dadurch beeinträchtigt, dass am<br />

drittletzten Spieltag Dresden Blasewitz gegen<br />

den Ortsrivalen SV DD Mitte nur mit zwei Spielern<br />

pünktlich antrat und der Ostliga-Spielausschuss<br />

sich zu einer zeitnahen regelgerechten<br />

Entscheidung über diesen Verstoß gegen das<br />

Ostliga-Statut nicht in der Lage sah.<br />

In diesem Umfeld fanden sich die zu den stärksten<br />

Berliner Mannschaften zählenden Teams,<br />

die Zehlendorfer Wespen und Friedrichshagen,<br />

nach fünf Spieltagen am Tabellenende wieder!<br />

In einem gewaltigen Endspurt mit vier hohen<br />

Siegen erreichten die Wespen am Ende noch<br />

Rang 4.<br />

Für Friedrichshagen aber, dass seinen Spitzenspieler<br />

Lucas Gerch erst in der zweiten Saisonhälfte<br />

einsetzen konnte, wogen die anfänglichen,<br />

z.T. knappen Niederlagen gegen vier der<br />

sächsischen Vereine und Frohnau schwerer als<br />

die spätere Steigerung gegen Nikolassee und<br />

Dresden Blasewitz. Friedrichshagen bewies seine<br />

Klasse, als es als einzige Mannschaft den späteren<br />

Ostligameister TC RC Leipzig an den Rand<br />

einer Niederlage brachte (4:5 durch Match-Tie-<br />

Break im dritten Doppel), konnte aber einen Abstieg<br />

nicht mehr vermeiden.<br />

Grün-Weiß Nikolassee mit vier Nachwuchsspielern<br />

um Trainer Nicolas Bruns, Robert Belak<br />

(HUN) und Jedrzej Zarski (POL) gelang als einzigem<br />

Berliner Verein ein Sieg über einen der<br />

beiden starken Leipziger Vereine (LTC 1990).<br />

Ein etwas glücklicher, durch gegnerische Verletzungen<br />

begünstigter Kantersieg (8:1) über die<br />

Zehlendorfer Wespen, sowie klare Siege über<br />

Frohnau, den SV DD Mitte und den BSV 1892<br />

bedeuteten für Nikolassee als erfolgreichsten<br />

TVBB-Verein Rang drei.<br />

Die Absteiger des Vorjahres, der 1. TC Magdeburg<br />

und die Zehlendorfer Wespen, beherrschten<br />

das Feld bei den Herren 30. Die Entscheidung<br />

fiel am letzten Spieltag mit 5:4 zugunsten<br />

des Gastgebers Magdeburg im Match-Tie-Break<br />

des dritten Doppels.<br />

Ungeschlagene Gruppensieger in der zweigleisigen<br />

Herren 40-Konkurrenz wurden mit Weißer<br />

Hirsch Dresden und dem TC Apolda zwei ost-<br />

30<br />

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Tennis national<br />

Übersicht über die Ostliga-Meister, Vizemeister und Absteiger<br />

AK<br />

Ostliga-Meister<br />

Vizemeister<br />

Platzierte für RL-Aufstieg*<br />

Absteiger aus<br />

RLNO -> OstL (B)<br />

OstL -> Verbandsligen (C)<br />

Für die Austiegsspiele zur Ostliga qualifiziert<br />

Da<br />

1. TC Grün-Weiß Nikolassee<br />

2. SC Brandenburg<br />

4. Bad W. Hirsch Dresden (STV)<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

Berliner SV 1892 (B)<br />

Leipziger SC 1901 (STV) (C)<br />

Hermsdorfer SC (C)<br />

Grunewald TC, TK Blau-Gold Steglitz;<br />

TC RC Sport Leipzig; Erfurter TC RW,<br />

1. TC Magdeburg, TC RW Brandenburg<br />

Da 30<br />

1. TC 1899 Blau-Weiss<br />

2. Hermsdorfer SC<br />

4. Leipziger SC 1901 (STV)<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

TC SCC (B)<br />

Berliner Hockey-Club (C),TC Tiergarten (C),<br />

TV Frohnau (C)<br />

SV Reinickendorf, Weiß-Rot Neuköll ;<br />

Leipziger TC 1900, TC BW Rostock<br />

Da 40<br />

1. TC 1899 Blau-Weiss<br />

2. Berliner SV 1892<br />

4. Bad W. Hirsch Dresden (STV)<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

USV Jena (TTV) (C)<br />

TC RC Sport Leipzig (STV) (C)<br />

TC Wilmersdorf, TV TeBe; BW Dresden Blasewitz;<br />

TC 1990 Apolda, HTC Peißnitz, TC BW Rostock<br />

Da 50<br />

1. TC Lichtenrade Weiß-Gelb II<br />

2. Erfurter TC Rot-Weiß (TTV)<br />

3.NTC Die Känguruhs<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

RLNO<br />

Grunewald TC (C)<br />

TC Grün-Weiß Nikolassee (C)<br />

Pro Sport Gatow, TK Blau-Gold Stelitz;<br />

Leipziger TC 1990, TC RW Rudolstadt, TC Pinnow<br />

He<br />

1. TC RC Sport Leipzig (STV)<br />

2. Leipziger TC 1901(STV)<br />

3. TC Grün-Weiß Nikolassee<br />

4. SV Zehlendorfer Wespen<br />

RLSO<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

TC OW Friedrichshagen (C)<br />

SV Dresden Mitte 1990 (STV) (C)<br />

Berliner SV 1892 (C)<br />

TC 1899 Blau-Weiss II, LTTC Rot-Weiß II<br />

CTC Küchwald,I; SG Ruhla-Tabarz, SG Einheit<br />

Stendal, TC BW 07 Stralsund<br />

He 30<br />

1. TC Magdeburg (TSA)<br />

2. SV Zehlendorfer Wespen<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

LTTC „Rot-Weiß“ (B), TC Rot-Weiß Naunhof<br />

(STV) (C),TV Frohnau (C)<br />

BSV 92, Grunewald TC; BW Rostock, TC Chemnitz-.<br />

Alt., TC Weimar, HTC Peißnitz<br />

He 40<br />

A/B<br />

1. Bad Weißer Hirsch Dresden (STV)<br />

1. TC Apolda 1990 (TTV)<br />

2. Grunewald TC<br />

3. Zehlendorfer Wespen/TV Preussen<br />

RLSO<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

TC Grün-Weiß Lankwitz (B)<br />

TC Tiergarten (B)<br />

TC Schleiz 1949 (TTV) (C)<br />

TC Weiß-Rot Neukölln (C)<br />

SV Reinickendorf, LTTC Rot-Weiß; CTC Küchwald,<br />

Erfurter TC RW, HTC Peißnitz, TC WR Wismar<br />

He 50<br />

A/B<br />

1. TC SCC<br />

1. Grunewald TC<br />

2. TV Grün-Weiß Görlitz (STV)<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

BSV Chemie Radebeul (STV) (C)<br />

TC 1899 Blau-Weiss (C)<br />

SV Reinickendorf, LTTC Rot-Weiß; CTC Küchwald,<br />

Erfurter TC RW, HTC Peißnitz, TC WR Wismar<br />

He 55<br />

1. TC Waldheim (STV)<br />

2. TC 1899 Blau-Weiss<br />

3. Grunewald TC<br />

RLSO<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

SV Berliner Bären (C)<br />

TC Mariendorf (C)<br />

TC Tiergarten, BSV 1892 ;Bad Weißer Hirsch<br />

Dresden,TC 90 Gera, TC RW Dessau, Binzer TV<br />

(o.Schweriner TC)<br />

He 60<br />

A/B<br />

1. Berliner SV 1892<br />

1. Reinickendorfer Füchse<br />

2.TG Stadtpark Chemnitz<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

Fachvereinigung Tennis (B)<br />

SV Zehlendorfer Wespen (C)<br />

TC Sandanger Halle (TSA) (C)<br />

Treptower Teufel, TC Kleinmachnow; TC Erfurt 93<br />

He 65 1. SUTOS 1917<br />

2. BTTC Grün-Weiß<br />

4. TC Waldheim (STV)<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

RLSO<br />

TC Schwarz-Gold (B)<br />

TC Heiligensee (C)<br />

Zehlendorfer TuS v.1888 (C)<br />

TC 1899 Blau-Weiss, TV TeBe; Meißner TC, USV<br />

Jena, Blankenburger TC, TC BW Warnemünde<br />

He 70<br />

1. TC Weiße Bären Wannsee<br />

2. TV Frohnau<br />

RLNO<br />

RLNO<br />

SV Berliner Bären (B), SUTOS 1917 (C)<br />

MZC Germania 1926 (TSA) (C)<br />

Grunewald TC, FV Tennis; Bad Weißer Hirsch<br />

Dresden, USV Jena,TC Pinnow<br />

*RLNO = Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur RLNO RLSO =Teilnahmerecht an der RLSO<br />

deutsche Vereine. Weil die Thüringer aber zum<br />

Endspiel nicht antraten, ging der Titel kampflos<br />

an die Dresdner.<br />

Die Gruppensieger bei den Herren 50 waren der<br />

TC SCC und Grunewald TC (Endspiel 7:2). Der TC<br />

Grün-Weiß Görlitz, der in einem Krimi mit insgesamt<br />

fünf Match-Tie-Break-Entscheidungen<br />

mit 4:5 nur knapp gegen die Grunewalder verlor,<br />

qualifizierte sich damit für die Regionalliga<br />

Südost.<br />

Ohne Niederlage blieb bei den Herren 55 der 1.<br />

TC Waldheim, der es fertig brachte, vier Berliner<br />

Vereine (1899 Blau-Weiss, Grunewald, Berliner<br />

Bären und Friedrichshagen) jeweils knapp mit<br />

5:4 zu schlagen.<br />

Meister der Herren 60 wurde in einem engen<br />

Gruppensieger-Endspiel (5:4) der BSV 1892 gegen<br />

die Füchse Reinickendorf, in den beiden älteren<br />

Altersklassen setzten sich SUTOS 17 und<br />

die Weißen Bären Wannsee überlegen durch.<br />

Nikolasseer Damen nicht zu stoppen<br />

Das 7er-Feld der Damen war insgesamt etwas<br />

schwächer besetzt als das der Herren.<br />

Beim TC Grün-Weiß Nikolassee schaarten sich<br />

um die beiden erfahrenen Polinnen Lesniak und<br />

Kolat vier ehrgeizige junge Nachwuchsspielerinnen,<br />

die sich den Titel ohne Niederlage holten.<br />

Da auch die Damen des SC Brandenburg<br />

sehr erfolgreich aufspielten, kam es am vorletzten<br />

Spieltag zur entscheidenden Begegnung<br />

zwischen diesen beiden Vereinen. Nach den Einzeln<br />

stand es nicht ganz erwartungsgemäß 3:3.<br />

Afandieva verpasste mit einer 4:6, 7:5, 5:10-Niederlage<br />

gegen Nicole Fitzner eine 4:2-Führung<br />

der Süd-Berliner knapp. Afandieva (mit Lesniak)<br />

und Fitzner (mit Diana Rust) gewannen anschließend<br />

in den Doppeln, den Siegpunkt erkämpften<br />

Meier/Müller gegen Annika Schmidt/<br />

Sophia Göttert mit 6:4, 6:2.<br />

Die Konkurrenzen der Damen 30 und der Damen<br />

40 sahen den TC 1899 Blau-Weiss vorn. Bei<br />

den 30ern siegten die Blau-Weissen nach Belieben<br />

und gaben in keiner Begegnung mehr als<br />

zwei Matchpunkte ab. Anders bei den 40ern:<br />

Hier erlitt der TC 1899 eine 2:7-Niederlage gegen<br />

den späteren Vizemeister BSV 1892 und<br />

konnte am letzten Spieltag beim RC Sport Leipzig<br />

zum Glück mit drei Match-Tie-Break-Siegen<br />

einen 5:4-Sieg erkämpfen. Der BSV seinerseits<br />

vergab seine Meisterschaftschancen durch zwei<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

31


Tennis national<br />

Die 1. Damen des TC Grün-Weiß Nikolassee (v.l.): Anne Katrin Abeln, Nicole Müller, Nadja Meier, Sofiya Afandieva, Marta Lesniak und Natalia Kolat (mit Trainer Nicolas<br />

Bruns und Betreuer Dr. Wolfgang Schmiedel) <br />

© TC Grün-Weiß Nikolassee<br />

Niederlagen (gegen TC RC Sport und den Aufsteiger<br />

Zehlendorfer TuS von 1888).<br />

Bei den Damen 50 siegten die 2016 auf den<br />

Rängen 3 und 4 platzierten Mannschaften Lichtenrade<br />

II und Erfurter TC Rot-Weiß in dieser<br />

Reihenfolge.<br />

<strong>matchball</strong> kommentiert:<br />

Ostliga Herren-Konkurrenz mit<br />

10 Mannschaften - warum?<br />

Die bestplatzierten TVBB-Teams spielen nun<br />

am 9. September um den Aufstieg in die Regionalliga<br />

Nordost. Spielten bisher die jeweiligen<br />

Sieger der Nord- bzw. Ostliga mit Heimrecht<br />

gegen den jeweils Zweitplatzierten über<br />

Kreuz, so führte die in der Nordliga eingeführte<br />

Zweigleisigkeit zu der nicht ganz gleichwertigen<br />

Regelung, das Heimrecht zwischen den<br />

beiden Gruppensiegern der Nordliga auszulosen.<br />

Mit anderen Worten: In der Nordliga wird<br />

ein Nordliga-Meister nicht mehr ausgespielt, in<br />

den Austiegsspielen können also durchaus die<br />

spielstärksten Mannschaften beider Ligen aufeinander<br />

treffen oder die weniger spielstarken<br />

Mannschaften können das Heimrecht haben.<br />

Dr. Dieter Rewicki<br />

Anzeige<br />

Im Ostligastatut heißt es dazu: "Die Zahl der<br />

Mannschaften in einer Gruppe beträgt höchstens<br />

8". Und in den Durchführungsbestimmungen:<br />

"Wird die Regelstärke der Gruppen von 8 überschritten<br />

bzw. unterschritten, steigen mehr Mannschaften<br />

aus der Ostliga ab bzw. aus den Verbandsligen<br />

auf". Hätte man sich daran gehalten<br />

- wie in den Jahren 2012 bis 2015 - dann wäre es<br />

zu einer 10er-Gruppe nicht gekommen.<br />

In der Saison 2016 spielte in der Ostliga 9 Mannschaften.<br />

Der Grund dafür: Zwar stiegen zwei Mannschaften<br />

(Leipziger TC 1990, TC SCC) 2015 in die Regionalligen<br />

auf, von dort aber stiegen zugleich vier<br />

Mannschaften (Zehlendorfer Wespen, BSV 1892, TC<br />

GW Nikolassee und der Freiberger HTC) in die Ostliga<br />

ab. Es hätten also (bei zwei Aufsteigern aus den<br />

Verbandsligen) insgesamt fünf Mannschaften absteigen<br />

müssen. Der TC Apolda zog damals seine<br />

Mannschaft zurück. Statt vier Mannschaften stiegen<br />

aber nur drei ab, der Freiberger HTC wurde verschont.<br />

Für die Ostliga <strong>2017</strong> waren zwei Dinge entscheidend:<br />

Von den drei Spitzenvereinen der Ostliga<br />

2016 (TC RC Leipzig, Zehlendorfer Wespen, Friedrichshagen)<br />

lehnte ersterer eine Aufstieg in die<br />

RLSO ab, die beiden anderen unterlagen in den<br />

Aufstiegsspielen. Zweitens zogen, jeweils auf Nichtabstiegsplätzen<br />

stehend, der TC Blau-Weiß Dresden<br />

seine Mannschaft aus der 2. Bundesliga und der TC<br />

Leipzig 1990 die seinige aus der RLSO zurück. Beide<br />

wurden in die Ostliga eingeordnet. Das bedeutete<br />

<strong>2017</strong> (bei drei Absteigern in 2016 und zwei Aufsteigern<br />

aus den Verbandsligen) einen weiteren Zuwachs<br />

auf 10 Mannschaften.<br />

Für <strong>2017</strong> sind bei den Herren aus der Regionalligen<br />

keine Absteiger in die Ostliga zu erwarten. Aber<br />

höchstens wohl ein bis zwei Aufsteiger dorthin: Die<br />

beiden so überzeugenden Leipziger Gewinner der<br />

Ostliga-Konkurrenz haben schon erklärt, nicht in<br />

die RLSO aufsteigen zu wollen, dazu ist wohl nur<br />

der gerade erst von dort abgestiegene Freiburger<br />

HTC (mit Platz 5) bereit. Die beiden Berliner Vertreter<br />

in den Aufstiegsspielen haben schwere Gegner<br />

aus der Nordliga. Geht man also von insgesamt von<br />

zwei Aufsteigern in die Regionalligen aus, so könnte<br />

der Kelch des Abstiegs an den Friedrichhagenern<br />

gerade noch vorübergehen und trotzdem die Regelstärke<br />

von acht Mannschaften wieder erreicht<br />

werden.<br />

Dr. Dieter Rewicki<br />

32<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Tennis national<br />

Die TVBB-U15-Auswahl mit Verbandstrainer Michael Lingner (l.), Jugendwart Roland Goering, Christin Laabs, Lennart Kleeberg, Santa Strombach, Benito Jaron<br />

Sanchez Martinez, Sofiya Afandieva, Niclas Albrecht, Sebastian Rieschick<br />

Foto: TC Schießgraben Augsburg<br />

TC Schießgraben Augsburg: Große Henner-Henkel- und Cilly-Aussem-Spiele (U15)<br />

Dritter Platz für TVBB-Junioren<br />

Jedes Jahr spielen die 18 DTB-<br />

Landesverbände bei den Großen<br />

Henner-Henkel- und Cilly-Aussem-Spielen<br />

den Deutschen Jugend-Mannschaftsmeister<br />

der Altersklasse<br />

U15 aus. In Augsburg (27.<br />

bis 30. April) schlugen 93 Juniorinnen<br />

und Junioren auf, darunter jeweils<br />

acht der Top-10 der deutschen<br />

Ranglisten.<br />

Für Berlin-Brandenburg traten an: Santa Strombach<br />

(LTTC “Rot-Weiß”), Sofiya Afandieva (TC<br />

Grün-Weiß Nikolassee), Christin Laabs (TTC<br />

SportForum Bernau), Benito Jaron Sanchez Martinez<br />

(TC SCC), Lennart Kleeberg (Berliner SV)<br />

und Niclas Albrecht (SV Zehlendorfer Wespen).<br />

Als Betreuer in Augsburg dabei waren Verbandstrainer<br />

Michael Lingner, Sebastian Rieschick<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) und TVBB-Jugendwart Roland<br />

Goering.<br />

Das Wetter an den ersten beiden Tage war denkbar<br />

schlecht. Temperaturen knapp über dem<br />

Gefrierpunkt und Dauerregen erzwangen von<br />

der Turnierleitung organisatorische Meisterleistungen,<br />

um die Matches in fünf verschiedenen<br />

Hallen in Augsburg und Umgebung<br />

durchzuführen.<br />

Juniorinnen: Westfalen verhindert<br />

Einzug ins Halbfinale<br />

Die Auslosung bei den Juniorinnen bescherte<br />

uns eine Dreiergruppe und somit einen spielfreien<br />

ersten Tag. Zum Auftakt ging es dann<br />

gegen Thüringen, einen sonst eher leichter<br />

eingeschätzten Gegner. Doch in diesem Jahr<br />

hatten die Thüringer eine sehr konkurrenzfähige<br />

Mannschaft am Start, die unseren Juniorinnen<br />

volle Konzentration abforderten. Die sonst<br />

für diese Spiele gültige Regel, zuerst das Doppel<br />

und anschließend die beiden Einzel auszutragen,<br />

konnte aufgrund der Hallensituation nicht<br />

eingehalten werden. So traten zuerst Santa und<br />

Sofiya in den Einzeln an. Santa schlug Stella Wiesemann,<br />

die Nummer 16 der deutschen Rangliste,<br />

knapp mit 6:4, 2:6, 10:8. Auf dem Nebenplatz<br />

verlor Sofiya ihr Match äußerst knapp mit<br />

6:7, 6:7, das Doppel musste entscheiden. Hier<br />

machten Strombach/Laabs kurzen Prozess und<br />

gewannen 6:0, 6:0.<br />

Am zweiten Tag ging es auf den Freiplätzen –<br />

endlich bei Sonnenschein – um den Gruppensieg<br />

gegen Westfalen. Strombach/Laabs überzeugten<br />

wieder im Doppel und gewannen mit<br />

6:3, 6:4. In den Einzeln lief es dann jedoch nicht<br />

mehr nach Plan. Christin verlor mit 4:6, 0:6 gegen<br />

Muratovic, und auch Santa vergab den ersten<br />

Satz gegen Hirt schnell mit 2:6. In Durchgang<br />

zwei lag sie auch schon mit 2:5 hinten,<br />

kämpfte sich jedoch noch einmal ins Match zurück,<br />

musste sich aber am Ende dennoch mit 6:7<br />

geschlagen geben. Damit gelang Westfalen mit<br />

2:1 der Einzug ins Halbfinale und für unsere Juniorinnen<br />

war das Turnier beendet. Die Deutsche<br />

Mannschaftsmeisterschaft der Juniorinnen<br />

ging an Baden, das im Finale gegen die Vertretung<br />

Niedersachsens mit 2:1 siegte.<br />

Junioren: Finale knapp verpasst<br />

Die Junioren hatten drei Gruppenspiele zu bestreiten.<br />

Zunächst wurde Schleswig-Holstein<br />

in der Halle mit 2:1 besiegt. Sanchez Martinez/<br />

Kleeberg machten im Doppel kurzen Prozess<br />

(6:1 6:1). Benito, unsere Nummer eins, wurde<br />

dann im Einzel geschont. Im Spitzen-Einzel unterlag<br />

Lennart knapp mit 4:6, 6:3, 8:10. Für den<br />

Gesamtsieg sorgte Niclas Albrecht mit einem<br />

souveränen 6:0, 6:0-Erfolg.<br />

Im zweiten Gruppenspiel - ebenfalls in der Halle<br />

- ging es gegen Sachsen. Hier wurden - wie bei<br />

den Juniorinnen - zuerst die Einzel gespielt. Benito<br />

absolvierte nur ein Kurzprogramm, da sein<br />

Gegner beim Stande von 4:0 aufgab. Albrecht<br />

gewann schnell mit 6:1, 6:1. Im Doppel traten<br />

die Sachsen nicht mehr an – 3:0 Sieg.<br />

Im entscheidenden Gruppenspiel - nun wieder<br />

draußen - ging es gegen Niedersachsen um den<br />

Halbfinaleinzug. Sanchez Martinez/Kleeberg<br />

überzeugten erneut im Doppel und gewannen<br />

sicher mit 6:2, 6:2, trotz vieler enger Spiele. Beide<br />

traten dann auch in den Einzeln an. Lennart<br />

kämpfte sich nach einem Rückstand zurück in<br />

den ersten Satz und gewann am Ende mit 7:5,<br />

6:2. Benitos Sieg mit 6:4, 6:0 war härter umkämpft<br />

als es das Ergebnis aussagt. Allein der<br />

erste Satz dauerte länger als eine Stunde.<br />

Nach diesem 3:0 gegen Niedersachsen blieb<br />

nicht viel Zeit, denn nur 90 Minuten danach<br />

startete schon das Halbfinal-Doppel gegen<br />

Württemberg. Wieder trat unser eingespieltes<br />

Paar Sanchez Martinez/Kleeberg an, doch gegen<br />

das starke württemberger Doppel Rief/Walser<br />

(Nr. 6 und 11 in Deutschland) war nichts zu<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

33


Tennis national<br />

holen. Bei der 1:6, 2:6-Niederlage merkte man<br />

unserem Duo die Anstrengungen der vorherigen<br />

Begegnung deutlich an.<br />

Im Spitzen-Einzel musste dann Benito sein viertes<br />

Match an diesem Tag absolvieren. Moralisch<br />

von seinem Teamkameraden Niclas wieder aufgebaut,<br />

startete er gut gegen Tobias Rief und<br />

gewann den ersten Satz mit 6:3. Dann jedoch<br />

plagten Benito Krämpfe und er musste den<br />

zweiten Satz gegen einen weiterhin stark spielenden<br />

Gegner mit 0:6 abgeben. Im Match-Tie-<br />

Break mobilisierte Benito dann seine letzten Reserven,<br />

beide Spieler zeigten starke Ballwechsel,<br />

zunächst jedoch zu oft mit dem besseren Ende<br />

für Rief. 1:4 und 3:6 lag Benito hinten, kämpfte<br />

weiter und konnte am Ende mit 10:8 gewinnen.<br />

Damit stand es 1:1 und das parallel laufende<br />

Einzel Albrecht vs. Walser musste die Entscheidung<br />

bringen. Als Benito den Match-Tie-Break<br />

zu seinen Gunsten entschieden hatte, kämpfte<br />

Niclas noch beim Stande von 2:6, 5:5 noch um<br />

den Satzausgleich. Nach mehrmals Einstand<br />

kassierte er das 5:6 und lag danach schnell mit<br />

0:40 hinten. Nach der Abwehr von drei Matchbällen<br />

ab, musste er sich am Ende doch geschlagen<br />

geben.<br />

Im Finale setzte sich Bayern gegen Württemberg<br />

in ebenfalls engen Matches mit 3:0 durch.<br />

Trotz ihrer Enttäuschung über die knappe<br />

1:2-Niederlage können unsere Junioren sehr<br />

stolz darauf sein, das Halbfinale der besten Verbands-Teams<br />

in Deutschland erreicht zu haben.<br />

Die Betreuer waren mit den gezeigten Leistungen<br />

und vor allem mit dem Team-Spirit sehr<br />

zufrieden.<br />

Roland Goering, Verbandsjugendwart<br />

TC Glashütte, Norderstedt/SLH: Norddeutsche Jugendmeisterschaften (AK11, 12, 14)<br />

TVBB gewinnt drei Titel<br />

Bei den diesjährigen Norddeutschen Jugendmeisterschaften, wie gewohnt<br />

Pfingsten (2. bis 4. Juni) auf der idyllischen Anlage des TC Glashütte ausgetragen,<br />

waren die TVBB-Junioren sehr erfolgreich. Sie sicherten sich drei<br />

von sechs möglichen Titeln (Einzel und Doppel der Junioren U14, Doppel<br />

der Junioren U12). Die Junioren der AK11 und die Juniorinnen erreichten<br />

die Titelränge nicht.<br />

Arthur Ivanenko (TK Blau-Gold Steglitz) wurde<br />

Norddeutscher Meister der AK U14<br />

U14: Spitzenpositionen für<br />

Ivanenko und Vasquez-Gehrke<br />

Artur Ivanenko (TK Blau-Gold Steglitz), an Position<br />

eins gesetzt, spielte sich mit glatten Siegen<br />

über Sean Marcel Saal (SLH, 6:2, 6:2) und<br />

über seinen Verbandsfreund Markus Malaszszak<br />

(SV Berliner Bären) - zuvor mit 6:3, 6:2 erfolgreich<br />

gegen Louis Frowein (NTV) - mit 6:1, 6:2 ins<br />

Halbfinale. Dort bekam er es mit Julian Herzog<br />

(HAM) zu tun, der in der zweiten Runde den an<br />

drei gesetzten Alessio Vasquez-Gehrke (BTTC)<br />

ausgeschaltet hatte. Mit einem hart umkämpften<br />

7:6, 3:6, 6:4 zog Ivanenko ins Finale ein, wo<br />

er sich mit einem 6:0, 7:5-Erfolg über Armin<br />

Trklja (NTV) den Titel holte.<br />

Bei den U14-Doppeln spielte sich Vasquez-<br />

Gehrke an der Seite von Tarek Erlewein (NWE)<br />

ins Finale. In ihrem ersten Match bezwangen sie<br />

die Zufallspaarung Malaszszak(TVBB)/ Herzog<br />

(HAM) mit 4:6, 6:4, 10:8 und danach Jannik Oelschlägel/Benedikt<br />

Rake (HAM) mit 6:0, 6:3. Im Finale<br />

schlugen sie die niedersächsische Paarung<br />

Trklja/Louis Frohwein mit 6:2, 6:0.<br />

Bei den Juniorinnen U14 verlor Svetlana Samardzic<br />

(TK Blau-Gold Steglitz), mit einer Wild<br />

Card ausgestattete einzige TVBB-Vertreterin, in<br />

der ersten Runde gegen die drittgesetzten Tiziana-Marie<br />

Schomburg (NTV) mit 1:6, 1:6. Auch<br />

im Doppel schied sie in der ersten Runde an der<br />

Seite von Kia Bu (NWE) gegen die an Nummer<br />

2 gesetzte Paarung Noha Akugue/Pataki (SLH/<br />

HAM) mit 1:6, 2:6 aus.<br />

Wehrte im Einzel-Halbfinale der U12 zehn<br />

Matchbälle ab, verlor aber das Match: Carl Labitzke<br />

(Hermsdorfer Sportclub)<br />

U12: Carl Labitzke wehrt im<br />

Halbfinale zehn Matchbälle ab<br />

Der an Position zwei gesetzte Carl Labitzke<br />

(Hermsdorfer SC) spielte sich mit klaren Zwei-<br />

Satz-Erfolgen über Lasse Buschmann (NTV)<br />

und Tjark Kunkel (NTV) ins Halbfinale. Dort erwartete<br />

ihn mit Bon Lou Karstens (SLH, Nr. 3)<br />

ein schwerer Gegner. Nach einem 0:6, 0:5-Rückstand<br />

erkämpfte er nach der erfolgreichen Abwehr<br />

von zehn Matchbällen noch einen 7:5-Erfolg<br />

im zweiten Satz. Leider aber konnte er dann<br />

zu Beginn des dritten Durchgangs seine Chancen<br />

nicht nutzen (1:6). Michael Hagen (TC 1899<br />

Blau-Weiss) verlor in der ersten Runde gegen<br />

Karl Nagel-Heyer (HAM) mit 6:7, 4:6, wie auch<br />

Paolo Vasquez-Gehrke (BTTC), der gegen Richard<br />

Antoni (SLH) mit 3:6, 5:7 den Kürzeren<br />

zog.<br />

Im Doppel der U12 spielte sich Carl Labitzke mit<br />

seinem Partner Georg Israelan (SLH) als Turnierfavoriten<br />

mit zwei glatten Siegen ins Finale, wo<br />

sie gegen die Paarung Weißmann/Dutine (WTV)<br />

mit 6:0, 6:3 souverän den Titel holten. Michael<br />

Hagen und Alessio Vasquez-Gehrke überstanden<br />

mit ihren jeweiligen Partnern aus anderen<br />

Verbänden die erste Doppelrunde nicht.<br />

34<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Tennis national<br />

mussten sich anschließend aber Volkov/Abdou<br />

(WTV) mit 3:6, 4:6 geschlagen geben.<br />

Carl Labitzke, (r., Hermsdorfer SC)/ Georg Israelan, (2.v.r.) (SLH) holten sich den Meistertitel im Doppel der AK U12<br />

TVBB-Juniorinnen scheitern in Runde zwei<br />

Bei den Juniorinnen U12 schieden Helena Buchwald<br />

(TC Grün-Weiß Lankwitz) und Julia Zhu<br />

(Verein für Körperkultur) im Einzel in Runde<br />

zwei aus. Nach einem Sieg über Marie Gerdel<br />

(NTV; 6:2, 6:2), unterlag Helena der an eins gesetzten<br />

Ada Gergec (NTV) mit 4:6, 1:6. Zuh bezwang<br />

in der ersten Runde Alexa Volkov (WTV)<br />

mit 1:6, 6:3, 6:2, verlor aber das folgende Spiel<br />

gegen die Nummer zwei der Setzliste, Evelyn<br />

Warkentin (NTV), mit 0:6; 4:6.<br />

Im Doppel trafen Buchwald und Zhu - jeweils<br />

mit Partnern aus anderen Landesverbänden -<br />

gleich in der ersten Runde aufeinander. Buchwald<br />

gewann mit Ella Seidel (HAM) 6:2, 6:4, sie<br />

U11: Mateo Kelch erreicht das Halbfinale<br />

Bei dem parallel zu den Norddeutschen Jugendmeisterschaften<br />

ausgetragenen U11-<br />

Einladungsturnier erreichte Mateo Kelch (TC<br />

Grün-Weiß Bergfelde) mit Siegen über Malte<br />

Hansmann (HAM; 6:2, 0:6, 6:3) und Leonard<br />

von Bismarck (HAM; 6:2, 6:0) das Halbfinale. In<br />

seinem dritten Match zog er dann gegen Mika<br />

Petkovic (SLH) mit 2:6, 0:6 den kürzeren. Simon<br />

Neigenfink (BSV 1892) musste sich nach einem<br />

glatten 1:6 und einem umkämpften 5:7 im zweiten<br />

Durchgang Eric Lennox Drathen (WTV) beugen.<br />

Im Doppel unterlagen Kelch/Neigenfink in<br />

der ersten Runde der niedersächsischen Paarung<br />

Walter/Potgeter knapp im Match-Tie-Break<br />

mit 1:6, 6:4, 10:12.<br />

Bei den U11-Juniorinnen schieden Jolina Meyer<br />

(SV Zehlendorfer Wespen) in der ersten Runde<br />

gegen Marie Poetzing (SLH; 4:6, 4:6) und Friederike<br />

Egner (BSV 1892) - nach einem Auftaktsieg<br />

gegen Minou Erlewein (NWE; 2:6, 6:4, 6:2) - gegen<br />

die an zwei gesetzte Hannah Eifert (WTV;<br />

1:6, 0:6) aus. Im Doppel verloren Meyer/Egner<br />

leider gleich gegen Thieking/Daems (NTV) mit<br />

3:6, 1:6.<br />

Text und Fotos: Bernd Süßbier, Landestrainer<br />

TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 1. Berlin ITF Seniors Open<br />

Gelungene Premiere mit Ausbaupotenzial<br />

Die Anfang Mai ausgetragene Premiere der 1. Berlin ITF Seniors Open (30.<br />

April bis 7.Mai) illustrierte das auf durchaus bemerkenswerte Weise. Unterm<br />

Strich war nach der Woche festzuhalten, dass die Uraufführung des<br />

Stücks „Senior Open“ in Friedrichshagen viel wohlwollenden Beifall von<br />

denen erhielt, die das wichtigste bei einer solchen Darbietung sind - den<br />

Akteuren. „Wir sind zufrieden, für das erste Mal war das sehr gute Werbung<br />

für Fortsetzungen“, resümierte Turnierdirektor Herbert Jacobs aus Mönchengladbach.<br />

Im Triumvirat mit TVBB-Seniorenreferent Uwe Kroedler und<br />

Olaf Zachrau, Vorsitzender des TC Orange-Weiß und Inhaber des Tennis-<br />

Fachgeschäfts Berlin Open Tennis (BOT), der alle Teilnehmer mit 60-Euro-<br />

Warengutscheinen willkommen hieß, sorgten die drei für ein funktionierendes<br />

Umfeld.<br />

Nicht alles, was die Ausschreibung versprach,<br />

konnte umgesetzt werden. Mangels Masse blieben<br />

einige der Konkurrenzen aus der Turnierordnung<br />

(je 9 Damen-Einzel und -Doppel, je<br />

10 Herren-Einzel und -Doppel, 9 Mixed) auf der<br />

Strecke. Übrig blieb dennoch ein umfangreiches<br />

Programm mit neun Herren- und fünf Damen-<br />

Einzel-Konkurrenzen sowie drei Herren- und einem<br />

Damen-Doppel. In diesen Wettbewerben<br />

waren insgesamt 164 Aktive, von denen viele<br />

für deutsche und Berliner Vereine aktiv sind,<br />

aus 20 Ländern gemeldet. Nimmt man die 14<br />

Hauptkonkurrenzen und setzt sie ins Verhältnis<br />

zur Teilnehmerzahl, dann sieht man, dass es natürlich<br />

quantitativ noch Ausbaupotenzial gibt.<br />

Deutlich war auch die Differenz in der Resonanz<br />

bei Damen und Herren – man kennt das<br />

einstweilen als Standard bei den meisten Turnieren<br />

hierzulande. Gab es beim „starken Geschlecht“<br />

fast durchgängig zweistellige Felder<br />

(bis auf H60/9 und H75/6) mit Spitzen bei<br />

den 50ern (27), 65ern (18) und 55ern (16), so<br />

mussten sich bei den Damen sechs (D35), sieben<br />

(D45), fünf (D50), drei (D55) und fünf (D60)<br />

Spielerinnen per Qualifikation und Round Robin<br />

mit der Bestenermittlung bescheiden. Dennoch<br />

Dean Grube aus Elmshorn/SLH siegte in der AK 50<br />

war Turnier-Chef Jacobs nicht unzufrieden. „Für<br />

den Anfang war das für ein Turnier, das erst bekannt<br />

werden muss, nicht schlecht. Ich bin davon<br />

überzeugt, dass wir im nächsten Jahr die<br />

Teilnahme schon um 50 Prozent steigern und<br />

an die 300 Meldungen haben werden“, sagt der<br />

staatlich geprüfte Tennislehrer, der mit den In-<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

35


Tennis national<br />

Timur Fedorov dominierte die AK 35 © Bernd Prawitz<br />

Jens Thron (TC SCC) bewies in der AK 45 erneut sein Können <br />

© Bernd Prawitz<br />

door Senior Open in Essen eines der größten<br />

Turniere weltweit veranstaltet. Ihn habe „die Liebe<br />

zu Berlin“ auf die Idee für die Veranstaltung<br />

in Friedrichshagen gebracht, bekundet er und<br />

mit dem TC Orange-Weiß und dem TVBB habe<br />

er „hervorragende Partner in Engagement, Zuverlässigkeit<br />

und Qualität“ gefunden.<br />

Für 175 Dollar Gebühr fand das Turnier Aufnahme<br />

in den Kalender der ITF Seniors Open, deren<br />

125-seitiges Regelwerk allein schon belegt, dass<br />

es sich hierbei um eine Serie von einiger Bedeutung<br />

handelt. Über 380 Turniere in 72 Ländern<br />

auf allen Kontinenten mit fast 25 000 Aktiven<br />

in Aktion werden jährlich gespielt – Friedrichshagen<br />

gehört nun dazu. Graduiert sind sie von<br />

Level A bis 5, wobei A der höchste, 5 der niedrigste<br />

ist. Auf dieser Stufe fingen auch die 1. Berlin<br />

ITF Seniors Open in Friedrichshagen an. Nach<br />

der als erfolgreich bewerteten Premiere soll nun<br />

die Beförderung auf Grade 4 beantragt werden.<br />

Die Zusammenarbeit in der Turnierleitung und<br />

mit Oberschiedsrichter Tobias Fuchs wurde als<br />

sehr gut bewertet. „Das war Teamwork auf der<br />

Basis von Vertrauen“, resümierte Jacobs. Auch<br />

ein Datum fürs kommende Jahr wurde bereits<br />

gefunden – die 2. Berlin ITF Seniors Open sollen<br />

vom 28. April bis 4. Mai stattfinden.<br />

Dann wird, so Jacobs, Kroedler und Zachrau<br />

unisono, mit gesteigerter Teilnahme auch das<br />

sportliche Niveau weiter wachsen. Diesmal war<br />

es, im Zusammenhang mit der Größe der Felder<br />

noch ziemlich unterschiedlich, teilweise aber<br />

auch schon sehr ansprechend.<br />

Es gab es mehrere ausländische Sieger, die in<br />

der Regel bei deutschen Vereinen aktiv sind<br />

und ihren Lebensmittelpunkt hierzulande haben.<br />

Mit Pierre Quaglia (Grunewald TC/Herren<br />

55) und Rolf Spitzer (GW Emmendingen/H 65)<br />

gewannen gleich zwei Schweizer, mit Hans-<br />

E. Weber bei den Herren 75 ein für den LTTC<br />

“Rot-Weiß” aktiver Deutsch-Amerikaner, der ein<br />

durchaus besonderes Finale spielte. Denn sein<br />

Gegner beim 4:6, 6:4, 6:2-Sieg war mit Dr. Thomas<br />

Köhler (SG Bergmann-Borsig) ein einstiger<br />

zweifacher Rodel-Olympiasieger (1964 Einzel,<br />

1968 Doppel), der Tennis als Ausgleich betrieb,<br />

und späterer Vizepräsident des Deutschen Turnund<br />

Sportbundes der DDR.<br />

Quaglia, bei Turnieren im TVBB in jüngster Vergangenheit<br />

mehrfach erfolgreich, ließ Martin<br />

Groeger (TC Tiergarten) beim 6:0, 6:0 ohne jede<br />

Chance. Spitzer mußte beim knappen 7:5,<br />

6:4 gegen Teja Grzeskowiak von Rot-Weiß Großbeeren<br />

deutlich mehr investieren, um am Ende<br />

Premieren-Sieger der Herren 65 zu werden. Sein<br />

Kommentar danach: „Die Organisatoren haben<br />

Der Deutsch-Amerikaner Hans-E. Weber - Sieger in<br />

der AK 75<br />

Die Finals im Überblick<br />

AK Spieler Ergebnis<br />

35 Christiane Rüdiger (Hermsdorfer SC) - Katinka Trabandt (Reinickendorf 1896)<br />

Timur Fedorov (Thyrnau-Kellberg) – Patrick Kraft (TC Tierg.)<br />

40 Benjamin Bröder (RW Großbeeren) – Sascha Schoenheit (SCC) o.Sp.<br />

45 Ulrike Lange (NTC Die Känguruhs) – Annette Dölker (HH-Rissen)<br />

Jens Thron (SCC) – Justin Reizes (TC Kaunitz)<br />

50 1. Anna Konrad (Reinickendorf 1896), 2. Corinna Kuhr-Korolev (SCC)<br />

Dean Grube (Elmshorn) – Andreas Blanck (Zehl. TuS von 1888)<br />

55 1. Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiß), 2. Brigitta Varadinek (Grün-Gold)<br />

Pierre Quaglia (Schweiz/Grunewald TC) – Martin Groeger (TC Tierg.)<br />

60 1. Ute Mattausch, 2. Bärbel Kühnast (beide GW Nikolass.)<br />

Michael Buchmann (TC OW) – Ulrich Scherf-Niestendiedrich (TC Bad Homburg)<br />

6:4, 7:6 (7)<br />

6:1, 6:3<br />

6:4, 6:2<br />

6:3, 6:1<br />

RR<br />

6:3, 6:3<br />

RR<br />

6:0, 6:0<br />

RR<br />

6:1, 6:0<br />

65 Rolf Spitzer (Schweiz/GW Emmendingen) – Teja Grzeskowiak (RW Großbeeren) 7:5, 6:4<br />

70 Michael Wlodasch (Schwarz-Gold) – Burghard Müller (Treptower Teufel) 6:2, 6:2<br />

75 Hans-E. Weber (USA - RW Berlin) - Dr. Thomas Köhler (SG Bergmann-Borsig) 4:6, 6:4, 6:2<br />

He 40 Doppel Kiemona/Tomala (Polen) – Müller/Schlüter (TC OW) 6:2, 6:2<br />

He 65 Doppel Pfeiffer/Braun (TC Tier.) - Hopfmann/Garcia Arranz (TC OW) 6:1, 6:0<br />

Mix 35<br />

Mix 50<br />

Trabandt/Pleßow (Rein.1896/BSC Rehberge) – Liebe/Stein (TV Preussen)<br />

Konrad/Tomalczik (Polen - Rein. 1896/GW Falkensee) –<br />

Mattausch/Dr. Landgraf (GW Nikolass/1899 Blau-Weiß)<br />

6:2, 6:3<br />

6:4, 6:2<br />

36<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Tennis national<br />

Ute Mattausch (TC Grün-Weiß Nikolassee) gewann<br />

die AK 60<br />

sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, mein Kompliment.<br />

Für mich war es nach sieben Monaten<br />

Verletzung ein fast perfekter Wiedereinstieg. Ich<br />

komme gern wieder.“ Erwartet souverän fielen<br />

trotz guter Gegenwehr die Favoritensiege von<br />

Jens Thron (SCC/H45) gegen Justin Reizes (TC<br />

Kaunitz/NRW) mit 6:3 und 6:1 sowie Dean Grube<br />

(Elmshorn/SLH, H50) gegen Andreas Blanck<br />

Anna Konrad (Reinickendorf 1896) setzte sich in der AK<br />

50 sicher durch<br />

Christiane Rüdiger (HSC) war in der AK 35 mit<br />

druckvollem Spiel erfolgreich<br />

(Zehl. TuS von 1888) mit 6 :3, 6:3 aus, wobei die<br />

Gewinner wohl das beste Tennis der Turniertage<br />

zeigten.<br />

Auch einen Heimsieg gab es bei den Open zu<br />

feiern: OW-Lokalmatador Michael Buchmann,<br />

engagierter Organisations-Mithelfer und langjähriger<br />

Sportwart des Clubs, war auch auf dem<br />

Platz Spitze und holte sich mit 6:1, 6:0 den Herren<br />

60-Erfolg gegen Ulf Scherf-Niestendiedrich<br />

(Bad Homburg/Hessen). Und der Gewinner bei<br />

den Herren 70, Michael Wlodasch (TC Schwarz-<br />

Gold) freute sich kindisch, dass er auf dem Weg<br />

zum Sieg erstmals die Blau-Weiss-Ikone Klaus<br />

Müller-Boesser mit 7:5, 3:6, 6:2 geschlagen hat.<br />

“Unglaublich!”, fand er das.<br />

Klaus Weise, Fotos: Andreas Springer<br />

15. Grün-Weiss Nikolassee-Seniorenturnier <strong>2017</strong><br />

Aller guten Dinge sind vier: Pfingsten, Sonne,<br />

Top-Sport und Grün-Weiß Nikolassee<br />

Zum 15. Mal war Pfingsten <strong>2017</strong> das Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier<br />

(31. Mai bis 5. Juni) zu erleben. Überwiegend Wetter vom Feinsten, eine<br />

in Masse und Klasse starke Besetzung, Top-Sport auf den Plätzen, ein<br />

Beiprogramm für Aktive (Spieler-Abend) und Zuschauer (Pfingstmontag-<br />

Konzert), das allen Spaß machte – Herz, was willste mehr?<br />

Dieses Event ist schlichtweg „unkaputtbar“. Und<br />

immer, wenn nach einem Turnier die Frage gestellt<br />

wird, wie geht's weiter, heißt die Antwort:<br />

wie immer, vorwärts! Dank der über die Jahre<br />

hinweg nicht nachlassenden Leidenschaft und<br />

Energie der Organisatoren, dank vieler Helfer<br />

Jens Thron (TC SCC) besiegte im Finale Jörgen Aberg (HSC)<br />

Björn Maas (TC Grün-Weiß Lankwitz) gewann die AK 40 im Match-Tie-Break<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

37


Tennis national<br />

Guido Schiller (TC Grün-Weiß Lankwitz) wurde Sieger der AK 50<br />

Pierre Quaglia (Grunewald TC) gewann bei den Herren 55<br />

Joachim Zölle (TC Babcock 1975) ist Sieger der Herren 65<br />

Ernst Huber gewann das Finale der Herren 60 knapp im Match-Tie-Break<br />

und immer neuer Ideen hat sich das „Niko“-Turnier<br />

einen Ruf erarbeitet, der in ganz Deutschland<br />

einen guten Klang hat.<br />

Auf die „Niko“-Meldefelder können die meisten<br />

zu etwa gleicher Zeit im TVBB-Bereich stattfindenden<br />

Turniere nur mit Neid blicken, auf die<br />

Zahl der damit möglichen gespielten Wettbewerbe<br />

auch. Acht Herrenkonkurrenzen standen<br />

auf dem Programm, dazu sechs Nebenrunden,<br />

in sechs Altersklassen (plus drei Nebenrunden)<br />

schwangen die Damen die Rackets. Und mit was<br />

für opulenten Feldern wurde das garniert! 35<br />

Männer waren bei den 50ern gemeldet, 25 bei<br />

den 55ern, 24 bei den 60ern, 31 in der AK 65 und<br />

immer noch 12 bei den 75ern!<br />

Bei den Damen sah es gewohntermaßen zwar<br />

etwas „dünner“ aus, aber im Vergleich zu anderen<br />

Veranstaltungen, sind 18 Meldungen<br />

bei den 45ern und<br />

13 bei den 50ern<br />

schon ein regelrechter<br />

Ansturm.<br />

Club-Manager<br />

Marco Reichelt,<br />

von Beginn an Turnierleiter<br />

und in<br />

den meisten Jahren<br />

auch als Spieler<br />

auf dem Platz, freute<br />

sich: „Das Ganze<br />

ist inzwischen gewissermaßen<br />

zum<br />

Selbstläufer geworden<br />

– wir machen<br />

kaum Werbung,<br />

aber die Westdeut-<br />

Die Finalergebnisse im Überblick<br />

AK Spieler Ergebnis<br />

40 Inken Kröger (Zehlendorfer Wespen) – Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

Björn Maas (GW Lankwitz) – Christoph Loddenkemper (Zehlendorfer Wespen)<br />

45 Anne Kröger (Zehlendorfer Wespen) – Antje Köppe (Zehlendorfer TuS v. 1888)<br />

Jens Thron (SCC) – Jörgen Aberg (Hermsdorfer SC)<br />

50 Angela Duis-Rosendahl (DTV Hannover) – Karin Linsen (TC Colonius Köln)<br />

Guido Schiller (GW Lankwitz) – K.-P. Elsmann (Oldenburger TeV))<br />

55 Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) – Andrea Schmitz (RW Hangelar)<br />

Pierre Quaglia (Grunewald TC) – Horst Kühlkamp (HTC SW Neuss)<br />

60 Katrin Dippner (TC 1899 Blau-Weiss) – Ute Mattausch (GW Nikolassee)<br />

Ernst Huber (WG Lichtenrade) - Detlef Kaczinski (TC Babcock 1975)<br />

6:2, 6:3<br />

2:6, 6:4,10:7<br />

6:0, 6:1<br />

2:6, 6:2,10:5<br />

6:3, 6:1<br />

6:7, 7:5,10:5<br />

6:2, 6:2<br />

4:6, 6:3,10:5<br />

6:3, 6:3<br />

6:0,4:6,10:8<br />

65 1. Irene Smutny (Bonner THV) 6:0 Matchpunkte (RR)<br />

Joachim Zöller (TC Babcock 1975) – Niels Auhagen (TV Frohnau) 7:5, 6:3<br />

70 Jörgen Jacobs (TC 1899 Blau-Weiss) – Heinz Wagner (DSD Düsseldorf) 6:3,6:0<br />

75 H.-J. Singhoff (TC Stadtwald Hilden) – Wolfgang Bade (Hildesheimer TC RW) 6:1, 6:1<br />

Angela Duis-Rosendahl (DTV Hannover) beherrschte die AK 50<br />

Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) gewann in der AK 55<br />

38<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Tennis national<br />

Kathrin Dippner (l., TC 1899 Blau-Weiss) gewinnt das Final der AK 60 gegen Ute Mattausch (TC Grün-Weiß Nikolassee, Foto r.)<br />

schen sind Pfingsten garantiert bei uns in Zehlendorf“.<br />

Rund 230 Teilnehmer hatte man anno<br />

<strong>2017</strong> insgesamt. Darunter viele deutsche<br />

Ranglistenspieler und auch Top 10-Akteure aus<br />

der Weltrangliste wie Susanne Boesser, Jörgen<br />

Aberg, Jörgen Jacobs oder Lutz Groeger.<br />

Viele Finals erst im Tie-Break entschieden<br />

Sportlich bot das Grün-Weiß-Seniorenturnier<br />

eine Reihe von Finals, die einen hohen Spannungsgehalt<br />

hatten. Von den acht Herren-<br />

Endspielen wurden gleich fünf erst im Match-<br />

Tie-Break entschieden. Darunter auch das mit<br />

Spannung erwartete bei den Herren 45 zwischen<br />

den seit Wochen in starker Form spielenden<br />

Jens Thron (SCC/Nr. 1 der Setzliste) und<br />

dem Europameister der Altersklasse Jörgen<br />

Aberg (Hermsdorfer SC/Nr. 2). Der Schwede gewann<br />

Satz eins klar mit 6:2, Thron den zweiten<br />

Durchgang ebenso deutlich. Im dritten Spielabschnitt<br />

hatte der SCCer von allem „ein bisschen<br />

mehr“ - mehr Härte, mehr Präzision, mehr Winner-Bälle<br />

– und gewann mit 10:5.<br />

Bei den 40ern ging das Match nach 10:7 im<br />

Match-Tie-Break an den topgesetzten Björn<br />

Maas (TC Grün-Weiß Lankwitz), der den überraschenden<br />

Christoph Loddenkemper (SV Zehlendorfer<br />

Wespen) niederkämpfte.<br />

Bester 50er wurde Guido Schiller (TC Grün-Weiß<br />

Lankwitz), der seinen Oldenburger Kontrahenten<br />

Dr. Klaus-Peter Elsmann im Entscheidungssatz<br />

mit 10:5 niederhielt. Das war auch das<br />

Match-Tie-Break-Ergebnis im 55er Herren-Finale<br />

für den beim Grunewald TC spielenden Schweizer<br />

Pierre Quaglia, der sich zuvor gegen Horst<br />

Kühlkamp die Satzerfolge geteilt hatte.<br />

Und schließlich machte auch der ungesetzte<br />

Ernst Huber vom TC Weiß-Gelb Lichtenrade<br />

seinen Sensationsauftritt mit Siegen gegen<br />

die Nummern vier (Bernd Schorer/Neumünster),<br />

sechs (Rainer Rummelhagen/Grün-Weiß Nikolassee)<br />

und zwei (Hans-Otto Drucks/Oespel<br />

Kley) durch ein 10:8 im “Elfmeterschießen” und<br />

gegen die Nummer eins des Turniers seiner Altersklasse<br />

Detlef Kaczinski (TC Babcock) perfekt.<br />

Dies waren bei weitem nicht die einzigen Überraschungen<br />

in den einzelnen Altersklassen bei<br />

den Damen - mit allerdings in der Regel ungefährdeten<br />

Favoritinnen - und Herren (siehe Finalergenisse<br />

im Überblick).<br />

Einen Gastgebersieg für Grün-Weiß Nikolassee<br />

gab es diesmal nicht. Am weitesten brachte es<br />

Ute Mattausch bei den Damen 60, die mit einem<br />

6:2, 6:2 gegen die Nummer zwei, Gisela Wittkampf<br />

(Siegen), ins Finale gegen Katrin Dippner<br />

(TC 1899 Blau-Weiß) eingezogen war, dort aber<br />

mit zweimal 3:6 verlor.<br />

Alle Teilnehmer freuen sich schon auf die Nikolasseer<br />

Tennisfesttage im nächsten Jahr.<br />

Klaus Weise, Fotos: Claudio Gärtner<br />

Hamburg: Der Club an der Alster<br />

DTB plant langfristige Nutzung<br />

Der Club an der Alster Hamburg hat<br />

Umbaupläne seiner Tennisanlage<br />

vorgestellt. Gemeinsam mit dem<br />

neuen Kooperationspartner, dem<br />

Münchner Versicherungskonzern<br />

Allianz, soll 2019 der Spatenstich für<br />

die neue 7 500 Zuschauer fassende<br />

Multifunktionsarena erfolgen. Um<br />

die Modernisierung der Anlage zu<br />

realisieren, unterzeichnete der Club<br />

einen Zehn-Jahres-Vertrag mit dem<br />

Versicherungsunternehmen.<br />

Dagegen plant der DTB die langfristige Nutzung<br />

des Stadions am Hamburger Rothenbaum. Der<br />

Deutsche Tennis Bund (DTB) wird auch künftig<br />

von seinem Nutzungsrecht für das Tennisstadion<br />

am Hamburger Rothenbaum Gebrauch Tennisstadion am Hamburger Rothenbaum © GEPA<br />

40<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


machen. Die in den vergangenen Wochen erneut<br />

öffentlich diskutierten Umbaupläne des<br />

Der Club an der Alster wären nur dann umsetzbar,<br />

wenn gleichzeitig sämtliche Interessen des<br />

DTB gewahrt würden. Dies wäre nach den bisher<br />

veröffentlichten Planungen jedoch nicht der<br />

Fall. Der DTB geht deshalb von einer langfristigen<br />

Nutzung des Stadions und der Büroräume<br />

an der Hallerstraße aus – nach dem derzeitigen<br />

Stand bis zum Jahr 2049.<br />

Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis<br />

Bundes: “Der Deutsche Tennis Bund verfügt über<br />

die Nutzungsrechte für das Stadion in Hamburg<br />

bis Ende 2049. Diese stellen neben den<br />

infrastrukturellen Anforderungen für die Ausrichtung<br />

eines ATP 500er-Events einen wesentlichen<br />

Teil der DTB-Interessen auf der Anlage am<br />

Rothenbaum dar. Die kostenfreie Nutzung der<br />

Büroräume für die Geschäftsstelle sowie Einnahmen<br />

durch Vermietungen sind für den Verband<br />

essenziell.“ Grundsätzlich steht der Deutsche<br />

Tennis Bund Neuerungen auf der Anlage<br />

Tennis national<br />

am Hamburger Rothenbaum nach wie vor positiv<br />

gegenüber. “Wir sind bereit, mit dem Club<br />

an der Alster dazu partnerschaftlich Lösungen<br />

zu erörtern. Bei der Umsetzung müssen jedoch<br />

sämtliche Interessen des Verbandes gewahrt<br />

werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass<br />

etwaige Veränderungen den DTB weder wirtschaftlich<br />

noch organisatorisch schlechter dastehen<br />

lassen als in der aktuellen Situation. Klar<br />

ist: Ohne die Zustimmung des Deutschen Tennis<br />

Bundes wird es keinen Abriss des Stadions geben“,<br />

so Ulrich Klaus.<br />

Der DTB-Präsident informierte, dass es derzeit<br />

vertrauliche Gespräche mit vier Interessenten<br />

gibt, die über 2018 hinaus das ATP-500-Turnier<br />

am Rothenbaum veranstalten. Darunter ist auch<br />

die Firma HSE von Turnierdirektor Michael Stich.<br />

Dirk Hordorff, DTB-Vizepräsident, hat im Ringen<br />

um die Zukunft der German Open am Rothenbaum<br />

die Stadt Hamburg in die Pflicht genommen.<br />

Die Hanseaten müssten sich "bewegen. Da<br />

haken wir", sagte Hordorff. Er erwartet finanzielle<br />

Unterstützung bei der Renovierung des maroden<br />

Daches auf dem Center Court.<br />

DTB will mehr Geld für Turnierlizenz<br />

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) will künftig<br />

auch mehr Geld für sein Vorzeigeturnier am<br />

Hamburger Rothenbaum. "Wir sind auch offen<br />

für einen Wechsel", sagte DTB-Vize Dirk Hordorff.<br />

Das "richtige Turnier" weiterzuentwickeln, sei für<br />

den Verband eine "wichtige wirtschaftliche und<br />

strategische Frage", ergänzte Hordorff. Künftig<br />

wolle der DTB "stärker involviert sein und sich<br />

auf der Anlage besser repräsentieren." Turnierdirektor<br />

Stich: “Dass der DTB dies zukünftig stärker<br />

für sich nutzen möchte, können wir nachvollziehen.<br />

Wir haben dazu Ideen vorgestellt, die beim<br />

DTB gut angekommen sind." Da die Lizenzgebühren<br />

für ATP-Turniere in den letzten zehn Jahren<br />

enorm gestiegen sind, ist es für den Ex-Wimbledons-Sieger<br />

verständlich, “dass der DTB als<br />

Lizenzinhaber davon profitieren möchte.”<br />

DTB<br />

Nachrichten<br />

Davis Cup: Relegation Portugal vs Deutschland<br />

Alexander Zverev tritt an<br />

Alexander Zverev (Hamburg) will der deutschen<br />

Davis-Cup-Mannschaft beim Kampf gegen den<br />

Abstieg aus der Weltgruppe auf jeden Fall zur<br />

Verfügung stehen.<br />

"Ich spiele in Portugal", seine Teilnahme sei sicher,<br />

bestätigte der 20-Jährige. Das Duell findet<br />

vom 15. bis 17. September statt. Die Portugiesen<br />

haben einen Sandplatz gewählt, Austragungsstätte<br />

ist der Clube de Ténis do Jamor. Der Center<br />

Court hat ein Fassungsvermögen von 2 100<br />

Zuschauern. Deutschland hatte im Februar die<br />

Erstrundenpartie in Frankfurt/M. gegen Belgien<br />

1:4 verloren und muss um den Klassenerhalt<br />

bangen.<br />

Initiator Prof. Dr. Alexander Ferrauti, Preisträgerin Danielle<br />

Gescheit Und DTB-Vizepräsidentin Dr. Eva-Maria Schneider © ECSS<br />

DTB<br />

Nachwuchsforscherpreis verliehen<br />

Der Deutsche Tennis Bund hat zum dritten Mal<br />

seinen Nachwuchsforscher-Preis vergeben.<br />

Diesjährige Siegerin ist die Australierin Danielle<br />

Gescheit. Wettbewerb und Verleihung fanden<br />

beim Kongress European College of Sport Science<br />

(ECSS) vom in Essen statt. Das jährlich an<br />

wechselnden Veranstaltungsorten ausgerichtete<br />

Großevent mit mehr als 3.000 Teilnehmern<br />

wurde zuletzt 2001 in Deutschland ausgetragen,<br />

damals in Köln.<br />

„Es ist etwas sehr Besonderes, dass unser Preis<br />

im Kontext eines großen und renommierten<br />

Kongresses verliehen wurde. Durch diese Verquickung<br />

kommen wir unserem Ziel näher, internationale<br />

Netzwerke zu schaffen und den<br />

sportwissenschaftlichen Wissensstand insgesamt<br />

zu erhöhen“, so Prof. Dr. Ferrauti, der auch<br />

als DTB-Referent für Sportwissenschaft tätig ist.<br />

Meden-/Poensgen-Spiele:<br />

Das TVBB-Aufgebot<br />

Sportwart Bernd Wacker hat die TVBB-Aufgebote<br />

für die Meden- und Poensgen-Spiele, die<br />

vom 31. August bis 3. September in Arnsberg-<br />

Neheim (Hochsauerlandkreis/NRW) stattfinden,<br />

berufen.<br />

Bei den Damen werden Vivian Heisen, Franziska<br />

Sziedat (beide TC 1899 Blau-Weiss), Santa<br />

Strombach (LTTC “Rot-Weiss”) und Linda Fritschken<br />

(TC SCC) spielen.<br />

Bei den Herren sind Laslo Urrutia, Friedrich Klasen<br />

(beide TC 1899 Blau-Weiss), TVBB-Meister<br />

Alex Betz (SV Zehlendorfer Wespen) und Robert<br />

Strombach (LTTC “Rot-Weiß”) aufgeboten.<br />

ATP<br />

Supercoach für Zverev<br />

Wie spanische Medien berichten, wird Alexander<br />

Zverev den US-Hartplatzsommer mit Juan<br />

Carlos Ferrero an seiner Seite verbringen. Vereinbart<br />

sei eine Zusammenarbeit bis zum Ende<br />

der US Open. "Zverev ist ein besonderer Spieler,<br />

er hat das Zeug, ein Champion zu werden. Es<br />

ist eine Herausforderung, die mich mit Begeisterung<br />

erfüllt und den Wunsch hervorruft, das<br />

Beste zu tun", wird Ferrero zitiert.<br />

Ferrero hatte zu seiner aktiven Zeit als größten<br />

Erfolg die French Open im Jahr 2003 gewonnen<br />

und stand Ende des Jahres auf Rang eins der<br />

Welt.<br />

Die Berlinerinnen Mareike Biglmaier und Laura Kemkes <br />

<br />

© Maximilian Hamm<br />

Beach Tennis<br />

"Wespe" Kemkes in WM-Auswahl<br />

Vom 10. bis 16. Juli fanden in Moskau die Team-<br />

Weltmeisterschaften im Beach Tennis statt. Es<br />

nahmen 28 Nationen teil. Für Deutschland warfen<br />

sich die frühere Weltranglistenerste Maraike<br />

Biglmaier (TC SCC) sowie die Brüder Benjamin<br />

und Manuel Ringlstetter (Dachau), Sarah<br />

Bolsmann (Osnabrück) und Laura Kemkes (SV<br />

Zehlendorfer Wespen) in den Sand. “Unser ausgewiesenes<br />

Ziel ist ein Platz unter den besten<br />

Acht“, sagte Deutschlands beste Spielerin Maraike<br />

Biglmaier vor Turnierbeginn. Dieses Ziel haben<br />

sie mit Platz sieben erreicht.<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

41


Tennis national<br />

Vivian Heisen<br />

© Claudio Gärtner<br />

ITF, Wiesbaden: German Masters Series presented<br />

by Tretorn<br />

Heisen siegt im Doppel<br />

Bei dem mit 25.000 US-Dollar dotierten ITF-Turnier<br />

der German Masters Series presented by<br />

Tretorn in Wiesbaden hat die 23-jährige Vivian<br />

Heisen (TC 1899 Blau-Weiss) gemeinsam mit<br />

der Österreicherin Storm Sanders den Doppeltitel<br />

gewonnen. Das Duo bezwang Diana Marcinkevica<br />

aus Lettland und die Schweizerin Rebeka<br />

Masarova, Vorjahresfinalstin bei den Allianz<br />

Kundler German Juniors, im Endspiel knapp mit<br />

7:5, 5:7, 10:8. Für die Neu-Berlinerin ist es in diesem<br />

Jahr bereits der zweite Doppel-Erfolg auf<br />

der ITF-Tour.<br />

Siegerin Katharina Gerlach (l.) und Finalistin Magali Kempen <br />

<br />

© Future Nord<br />

Kaltenkirchen/SLH:<br />

German Masters Series presented by Tretorn<br />

Gerlach triumphiert<br />

Katharina Gerlach aus dem Porsche Talent Team<br />

Deutschland hat das Future Nord gewonnen. Im<br />

Finale der Sandplatzveranstaltung in Kaltenkirchen<br />

schlug sie die Belgierin Magali Kempen<br />

mit 6:4, 7:6(2). Dafür durfte sich die 19-Jährige<br />

über 12 Weltranglistenpunkte und 2 352 US-<br />

Dollar Siegprämie freuen. Auf ihrem Weg zum<br />

Titel hatte die von DTB-Honorar-Bundestrainerin<br />

Ute Strakerjahn betreute Gerlach zunächst<br />

die Tschechin Tereza Prochazkova, Iuliia Sokolovskaia<br />

aus Russland und Maria Camila Osorio<br />

Serrano aus dem Weg geräumt, ehe sie im Halbfinale<br />

mit einem 6:0, 6:1 gegen ihre Landsfrau<br />

Eva Marie Voracek den Einzug ins Finale schaffte.<br />

ATP Challenger, Schymkent/Kasachstan<br />

Hanfmann in Top 200<br />

Großer Erfolg für Yannick Hanfmann: Beim<br />

Sandplatzwettbewerb in der kasachischen<br />

Stadt Schymkent hat der 25-Jährige erstmals<br />

das Finale eines ATP-Challengers erreicht. Zwar<br />

musste er sich im Endspiel dem Litauer Ricardas<br />

Berankis mit 3:6, 2:6 geschlagen geben, dennoch<br />

durfte sich der Deutsche über den Einzug<br />

in die Top 200 der ATP-Weltrangliste freuen.<br />

Hanfmann wird dort aktuell an Position 191 geführt<br />

und hat somit innerhalb einer Woche fast<br />

30 Plätze gut gemacht.<br />

Posen: Rollstuhltennis<br />

Sommerfeld unterliegt im Finale<br />

Steffen Sommerfeld (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

konnte an seine starken Leistungen der letzten<br />

Woche anknüpfen und sich beim internationalen<br />

Rollstuhltennisturnier im polnischen Posen<br />

bis ins Finale spielen. Dass es für Deutschlands<br />

besten Rollstuhltennisspieler auch im vierten<br />

Anlauf nicht zum ersten Einzeltitel in diesem<br />

Jahr reichte, dafür sorgte Lokalmatador Kamil<br />

Fabisiak, dem der Berliner mit 2:6, 4:6 unterlag.<br />

Auch im Doppel blieb Sommerfeld der Triumph<br />

verwehrt. Zusammen mit dem Russen Leonid<br />

Shevchik verlor er gegen Fabisiak und dessen<br />

Landsmann Jerzy Kulik mit 4:6, 5:7.<br />

ITF Daegu/Südkorea, Rollstuhltennis<br />

Katharina Krüger im Halbfinale<br />

Beim ITF-Turnier der Kategorie eins in Daegu/<br />

Südkorea hat sich Rollstuhltennisspielerin Katharina<br />

Krüger (SV Zehlendorfer Wespen) bis<br />

ins Halbfinale gespielt. Erst dort musste sie<br />

sich der an zwei gesetzten Spielerin Lucy Shuker<br />

aus Großbritannien mit 4:6, 2:6 geschlagen<br />

geben. Bei den 28th German Open 2016 in<br />

Berlin hatte sie Shuker noch bezwungen. Außerdem<br />

erreichte Krüger das Finale der Doppelkonkurrenz.<br />

Zusammen mit ihrer Partnerin<br />

Kqothatso Montjane aus Südafrika bezwangen<br />

sie die Lokalmatadorin Myung-Hee Hwang und<br />

Saki Takamuro aus Japan mit 6:2, 6:1 in der<br />

Vorschlussrunde.<br />

WTA<br />

Lisicki trainiert wieder beim Vater<br />

“Back to the roots!” Die Wimbledon-Finalistin<br />

von 2013 wird wieder von ihrem Vater, dem promovierten<br />

Sportwissensschaftler Richard Lisicki<br />

betreut. "Ich war so lange raus und wusste auch<br />

nicht, wann ich zurückkommen kann. Ich glaube,<br />

dass ich deshalb einfach zu dem zurückkehren<br />

wollte, was funktioniert hat, einfach 'back<br />

to the roots', erklärte die 27-Jährige dem Tennis<br />

Magazin. Die frühere Weltranglistenzwölfte war<br />

nach dem verlorenen Wimbledon-Finale sportlich<br />

abgestürzt und wurde von vielen langwierigen<br />

Verletzungen geplagt. "Ich weiß, mein Vater<br />

will das Beste für mich. Er hat gesehen, wie sehr<br />

ich gelitten habe, als ich mit Verletzungen gespielt<br />

habe, weil ich zu früh zurückgekommen<br />

war", sagte sie.<br />

Jugend trainiert für Olympia<br />

Siegemund neue Patin<br />

Das Projekt „Jugend trainiert für Olympia“ hat<br />

eine neue Tennis-Patin: Laura Siegemund. Die<br />

29-jährige Schwäbin wird fortan neben Anna-<br />

Lena Grönefeld und Rainer Schüttler die dritte<br />

Patin für den Schulsportwettbewerb sein.<br />

"Wichtig ist, dass für die Kinder und Jugendlichen<br />

in den Schulen und Vereinen die Möglichkeiten<br />

geschaffen werden, sich sportlich zu engagieren.<br />

Bei ‚Jugend trainiert für Olympia‘ wird<br />

dieses Ziel umgesetzt.”<br />

Verband Deutscher Tennislehrer<br />

VDT-Präsidium bestätigt<br />

In Essen fand Anfang April die Jahreshauptversammlung<br />

des Verbandes Deutscher Tennislehrer<br />

(VDT) statt. Das neu gewählte Präsidium<br />

besteht aus dem einstimmig wiedergewählten<br />

Präsidenten Peter Schuster sowie den ebenso<br />

wiedergewählten Vizepräsidenten Hans Eckner<br />

(Lehre und Ausbildung) und Dr. Klaus Peter Walter<br />

(Finanzen) und dem neu ins Präsidium gekommenen<br />

Carsten Lemke (Sport, Marketing<br />

und Werbung).<br />

Zusammenstellung: Bernd Prawitz<br />

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Altersklassen:<br />

Damen 35 - 75<br />

Herren 35 - 80<br />

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Informationen: info@schmidle-tennissport.de


TVBB Sport<br />

Robert Strombach (LTTC "Rot-Weiß") trug sich in die Siegechronik ein<br />

13. B1 Sport und Freizeit Neuenhagen Open<br />

Die 13 war eine Glückszahl,<br />

nicht nur für würdige Sieger<br />

Die 13 wird von vielen als Unglückszahl, von anderen als Glückszahl angesehen.<br />

Den diesjährigen Open des Neuenhagener Tennisclubs 93 in der<br />

grünen Gartenstadt vor den Toren Berlins brachte sie - bis auf einen verregneten<br />

und aus finsterem Himmel fingernagelgroße Hagelkörner verstreuenden<br />

Tag - nur Glück: Ansprechende Teilnehmerfelder mit 53 Herren und<br />

34 Damen. Sehr gutes Tennis mit spannenden Matches unter strahlender<br />

Sonne. Eine perfekte Organisation, auch ermöglicht durch viele fleißige<br />

Clubmitglieder, die immer wieder für das besondere Flair in Neuenhagen<br />

sorgen.<br />

Die diesjährigen Neuenhagen Open, mit 4 000<br />

Euro Preisgeld (A 4) dotiert waren vor allem ein<br />

Treff des Berliner Nachwuchses. Spieler aus anderen<br />

DTB-Landesverbänden wurden bis auf<br />

fünf Ausnahmen <strong>2017</strong> vermisst.<br />

Bei den Herren schlugen fünf Teilnehmer auf,<br />

die zu den besten 200 der Deutschen Rangliste<br />

gehören. Topfavorit Robert Strombach (LTTC<br />

“Rot-Weiß”) wird dort auf Position 121 geführt.<br />

In der Damenkonkurrenz war mit der Serbin<br />

und Vorjahressiegerin Barbara Bonic (DR 66 A),<br />

die im Sommer einige Wochen für die TV Frohnau<br />

antritt, eine Top-100-Spielerin dabei. Mit<br />

Santa Strombach (DR 144), Mitglied des 2. Bundesliga-Teams<br />

des LTTC “Rot-Weiß”, ihrer Clubkameradin<br />

Adelina Krüger (DR 156) und Janina<br />

Braun (DR 159, TC SCC) folgten Spielerinnen, die<br />

zu den 200 besten in Deutschland gehören.<br />

Originelles Schmuckstück auf der gepflegten Anlage<br />

des NTC 93<br />

Strombach erfüllt Favoritenrolle<br />

Der frisch gekürte Abiturient Robert Strombach<br />

verzichtete sogar auf seine Abschlussfeier<br />

an der Schule, um als Topgesetzter fit im Finale<br />

anzutreten.<br />

Er hatte sich nach einer Rast mit glatten Siegen<br />

über den erst 14-jährigen Lukas Maskow<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee, 6:1, 6:1), den 45-jährigen<br />

Aktiven-”Oldie” Jan Stabenow (TC Orange-Weiß<br />

Friedrichshagen, 2:0 zgz.) und gegen<br />

den gebürtigen Chilenen Alonso Renard (Nr. 7,<br />

TV Frohnau, 6:0, 4:6, 10:3) durchgesetzt. Es war<br />

Strombachs einziger Satzverlust.<br />

Das Halbfinale gegen Timo Stodder (Nr. 6), der<br />

derzeit für den in der 2. Bundesliga spielenden<br />

TeV Oldenburg (NTV) aufschlägt, war vom Spielniveau<br />

her das eigentliche Finale. Robert, der in<br />

den vergangenen Jahren nach eigener Aussage<br />

“oft den Kürzeren gegen den ehemaligen SCCer<br />

zog”, bestimmte mit harten Grundschlägen,<br />

dem ideenreicheren Spiel und weniger Fehlern<br />

dieses sehr gute Semifinale. Auch seine kraftvollen,<br />

pfeilschnellen und variablen Aufschläge<br />

(bisher gemessener Spitzenwert 204 km/h), darunter<br />

sehenswerte Asse, waren oft Winner gegen<br />

den College-Tennis an der University of Tennessee<br />

spielenden Stodder beim 6:4, 6:3-Erfolg<br />

– Strombach im Finale.<br />

Dort traf er auf den Jura-Studenten Tristan Wolke<br />

(Nr. 4, TC SCC). Dessen gefürchtete, schwer<br />

zu erlaufenden Stops reichten aber nicht, um<br />

Strombach beim glatten 6:1, 6:1 in Schwierig-<br />

44<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


TVBB Sport<br />

Die Plätze nach einem Unwetter<br />

keiten zu bringen. Er war der dominante Spieler<br />

des Matchs, dem bei seiner vierten Teilnahme<br />

der erste Sieg in Neuenhagen gelang. Im Siegerinterview<br />

verriet Robert, dass er nach Abschluss<br />

der 2. Bundesliga-Spiele sein Glück auf der Profi-<br />

Tour versuchen will. Das Preisgeld von 1 200 Euro<br />

spart er für seinen Führerschein.<br />

Bonic souverän, Santa<br />

Strombach erfüllt<br />

die Erwartungen<br />

Auch seine Schwester<br />

Santa schaffte es als<br />

Nummer zwei der Setzliste<br />

ins Endspiel. Dorthin<br />

hatte sie einige<br />

Klippen zu umschiffen.<br />

Gegen Diane Baumgartner<br />

(Nr. 5, TK Blau-<br />

Gold Steglitz) musste<br />

sie beim 7:5, 6:2 im<br />

ersten Satz allerdings<br />

gehörig kämpfen. Im<br />

Barbara Bonic gewann die Damen-Konkurrenz<br />

Halbfinale gegen ihre 2. Bundesliga-Mannschaftskameradin<br />

Adelina Krüger verschlief<br />

Santa - nicht zum ersten Mal - Durchgang eins.<br />

Das ernüchternde 1:6 war die Quittung. Doch<br />

dann kam Santa Strombach ins Match, sicherte<br />

sich mit ihrem variablen Spiel clever die Sätze<br />

zwei und drei sicher mit 6:1, 6:2 – Finale.<br />

Dort erwartete sie die sehr erfahrene Topfavoritin,<br />

die Serbin Barbara Bonic, die für die TV Frohnau<br />

aufschlägt. Die Serbin, die wann immer es<br />

geht, aus allen “Rohren schießt”, war 2014 im<br />

WTA-Ranking auf Position 271 notiert, ist indessen<br />

aber auf Platz 788 abgerutscht.<br />

Sie hatte sich mühelos gegen Svetlana Samardzic<br />

(TK Blau-Gold Steglitz, 6:0, 6:1) und Manya<br />

Pollak (BSV 92, 6:2, 6:1) durchgesetzt. Erstaunlich<br />

die geringe Gegenwehr von Alexandra Livadaru<br />

(Nr. 6, Grunewald TC) im Viertelfinale, der<br />

sie in zwei Sätzen nur ein Spiel abgab. Auch die<br />

Siegerehrung der Herren mit Ballkindern, Organnisatoren, Bürgermeister und TVBB-Präsident Dr. Walter (r.)<br />

Die Finals im Überblick<br />

Barbara Bonic (TV Frohnau) -<br />

Santa Strombach (LTTC “Rot-Weiß) 6:1, 6:2<br />

Robert Strombach (LTTC “Rot-Weiß”) -<br />

Tristan Wolke (SCC) 6:1, 6:1<br />

College-Tennis in Tennessee spielende Janina<br />

Braun (TC SCC) war beim 6:1, 6:2-Sieg von Bonic<br />

in der Vorschlussrunde chancenlos.<br />

Im Endspiel war die erst 15-jährige Santa Strombach<br />

dem Dauerdruck der zehn Jahre älteren<br />

Bonic nicht gewachsen. Sie spielte phasenweise<br />

gut mit, zeigte in einigen Situationen, so bei<br />

Stops und Gegenstops, ihr großes Talent. Manches<br />

Spiel war umkämpfter als es das nackte<br />

Resultat bezeugt. Santa Strombach sagte nach<br />

dem 1:6, 2:6 nicht unzufrieden: „Es war ein angenehmes<br />

Turnier auf einer sehr schönen Anlage.“<br />

Text und Fotos: Bernd Prawitz<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 45


TVBB Sport<br />

Marta Lesniak, die seit Jahren für den TC Grün-Weiß Nikolassee aufschlagende Polin, gewann souverän das Turnier<br />

TC Orange-Weiß Friedrichshagen: 63. Friedrichshagen Open <strong>2017</strong><br />

Souveräne Sieger im Kurpark<br />

Die Turnierleiter Tim Fritzges und<br />

Jan Stabenow freuten sich: Dank<br />

neuer Sponsoren konnte die Herrenkonkurrenz<br />

der 63. Friedrichshagen<br />

Open (13. bis 16. Juli) erstmals mit<br />

5 000 Euro Preisgeld als Turnier der<br />

Kategorie A-3 ausgerichtet werden.<br />

Damit ist es das am höchsten dotierte<br />

im TVBB. Es meldeten 64 Herren<br />

- nicht die Normalität in Berlin.<br />

Auch 25 Damen (A-6) schlugen auf.<br />

In beiden Feldern war klasse Tennis<br />

auf den acht Plätzen im Kurpark zu<br />

bestaunen und es gab souveräne<br />

Sieger.<br />

Ungesetzte gewinnt bei den Damen<br />

Bei den Damen entführte Marta Lesniak den<br />

Siegerpokal. Die sympathische Polin, die in<br />

Breslau lebt, schlägt schon seit Jahren für den<br />

TC Grün-Weiß Nikolassee auf. Im Juniorenalter<br />

zählte sie zu den internationalen Talenten. Sie<br />

hatte damals auch die spätere Australian Open-<br />

Finalistin von 2014 und Weltmeisterin von 2016,<br />

die Slowakin Dominika Cibulkova (heute ATP<br />

11), besiegt. Doch die ganz große Karriere erfüllte<br />

sich nicht.<br />

Warum Lesniak im Kurpark nicht gesetzt war,<br />

bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Zwar wird<br />

die 29-Jährige nicht in der Deutschen Rangliste<br />

geführt, aber im aktuellen WTA-Ranking ist sie<br />

auf Position 806 gelistet. Laut Ausschreibung<br />

hätte das berücksichtigt werden können.<br />

So aber hatte die 17-jährige Franziska Sziedat<br />

(DR 63, TC 1899 Blau-Weiss) die Pole Position<br />

der Setzliste inne. In ihrem zweiten Match,<br />

im Viertelfinale, traf die Vorjahressiegerin von<br />

Friedrichshagen, auf die Polin, die als Geheimfavoritin<br />

angesehen wurde. Diesem Ruf wurde<br />

sie auch vollauf gerecht, denn sie marschierte<br />

scheinbar mühelos durch das Turnier. Sziedat<br />

wirkte durch den Druck der Polin überfordert.<br />

Sie rettete sich in Bedrängnis - wie oft in jüngster<br />

Zeit - in hohe Bälle, die vielfach zu kurz gerieten<br />

und deshalb eine sichere Beute von Lesniak<br />

wurden. Ohne erkennbare Gegenwehr kassierte<br />

Franzi Sziedat ein klares 2:6, 2:6.<br />

Noch schlimmer erging es Tina Golaszewski<br />

(Grunewald Tennis-Club) im Semifinale - 6:0, 6:0.<br />

Sie hatte eine Runde zuvor überraschend die<br />

Nummer drei des Turniers, Diana Baumgartnere<br />

(DR 172/A), TK Blau-Gold Steglitz) mit einem<br />

glatten 6:3, 6:3 nach Hause geschickt. Überraschend<br />

auch das Ausscheiden von Friedrichshagens<br />

Spitzenspielerin Leony Deutschmann (Nr.<br />

5) gegen die beim 6:1, 6:4 stark aufspielende Sofiya<br />

Afandieva (TC Grün-Weiss Nikolassee).<br />

Marta Lesniak traf im Finale auf ihre Nikolasseeer<br />

Clubkameradin Nadja Meier (DR 97), die sich<br />

zuvor mit 6:2, 0:6, 6:2 in der Runde der letzten<br />

acht gegen Vanessa Reinicke (DR 332, TC 1899<br />

Blau-Weiss) und im Halbfinale mit 7:5, 4:3 (Aufgabe<br />

wegen Rückenproblemen) gegen Alexan-<br />

Finalistin und Clubkameradin Nadja Meier<br />

Nach dem Finale: Umarmung von Sportsfreundinnen<br />

46<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


TVBB Sport<br />

Michal Schmid (TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz) setzte sich im gutklassigen Finale gegen Timo Stodder (TeV Oldenburg) durch<br />

dra Livadaru (DR 200, Grunewald TC) behauptet<br />

hatte.<br />

Das Finale der beiden Damen aus Nikolassee<br />

war recht einseitig. Obwohl Nadja Meier in mancher<br />

Matchsituation erneut ihr Talent bewies,<br />

war sie dem Dauerdruck der weitaus erfahreneren,<br />

13 Jahre älteren Marta Lesniak nicht gewachsen.<br />

Das Resultat: Lesniak siegt 6:1, 6:1.<br />

Nach dem Matchball boten beide Finalistinnen<br />

den Zuschauern eins der schönsten Bilder des<br />

Turniers: Sie lagen sich lange in den Armen. Ein<br />

Symbol gelebter Sportfreundschaft von Spielerinnen,<br />

die sich achten.<br />

Der Dominator aus Dresden<br />

Bei den Herren siegte der Favorit, der an eins gesetzte<br />

ehemalige 2. Bundesliga-Spieler Michal<br />

Schmid, ein Tscheche, der seit Jahren für Blau-<br />

Weiß Dresden-Blasewitz aufschlägt. Der 28-Jährige<br />

ist in der Deutschen Rangliste auf Position<br />

61 zu finden, in der ATP Weltrangliste auf Platz<br />

680.<br />

Er war der dominierende Akteur im Friedrichshagener<br />

Kurpark. Der Linkshänder verfügt über<br />

einen schnellen, starken Schlagarm und gab<br />

im Turnierverlauf keinen Satz ab. Bis zum Sieg<br />

konnten seine Kontrahenten in sechs Matches<br />

lediglich 24 Spiele für sich verbuchen.<br />

Nach leichten Auftaktsiegen gegen Patrick Rother<br />

(TK Blau-Gold Steglitz, 6:0, 6:1), Yannick<br />

Seutz (TC Grün-Weiß Lankwitz, 6:1, 6:3) und Jan-<br />

Henrik Paul (LTTC “Rot-Weiß”, 6:1, 6:2) hielt Nino<br />

Ehrenschneider (LTTC “Rot-Weiß”) anfangs<br />

recht gut mit, lieferte sich mit dem Favoriten<br />

spannende Ballwechsel in teilweise langen Rallyes.<br />

Ehrenschneider verbuchte im ersten Satz<br />

vier Spielgewinne - beachtlich. Doch dann war<br />

sein Pulver verschossen. Satz zwei endete 6:0 für<br />

Schmid.<br />

Kämpfte und überzeugte: Timo Stodder<br />

Im Halbfinale traf er auf seinen Landsmann und<br />

Dresdner Clubkameraden Lubomir Majsajdr, der<br />

zuvor im Viertelfinale Osman Torski (DR 188, TC<br />

Grün-Weiß Nikolassee) klar mit zweimal 6:1 aus<br />

dem Turnier geworfen hatte. Er wusste wohl,<br />

dass er gegen Schmid nichts ausrichten kann<br />

- 2:6,1:6.<br />

Im Finale wartete Schmid auf Timo Stodder (DR<br />

208, TeV Oldenburg/NTV), einen “Ferien-Gastarbeiter”<br />

vom College in Tennessee/USA, der dort<br />

“auch menschlich gereift” sei, wie Turnierleiter<br />

Tim Fritzges ihm bestätigte.<br />

Stodder besiegte auf seinem Weg ins Endspiel<br />

Maximilian Kaiser (TC Grün-Weiß Lankwitz, 6.4,<br />

6:3), Francesco Iaccarino (Siemens TK Blau-Gold,<br />

6:2, 6:3), danach im Viertelfinale den Stop-Spezialisten<br />

Tristan Wolke (TC SCC) 6:3, 7:5.<br />

Das Semifinale gegen Lokalmatador Lucas<br />

Gerch, der ebenfalls in den USA Collegetennis<br />

spielt und jetzt das letzte Semester seines Bachelor-Studiums<br />

der Wirtschaftsingenieurswissenschaften<br />

in Angriff nimmt, war gutklassig<br />

und eins der spannendsten Spiele des Turniers.<br />

Stodder gewann 6:2, 5:7, 7:5. Er spielte druckvoller,<br />

konterte durch geschicktes Nachrücken die<br />

oft monotonen und zu kurzen Topspin-Schläge<br />

Gerchs mit gelungenen Angriffen. Ihm gelangen<br />

durch gerade, harte Schläge einige Winner<br />

mehr.<br />

In Satz eins des Finals führte Schmid durch<br />

zwei Breaks schnell 4:0. Dann fand Stodder ins<br />

Match, er schlug bei seiner Aufholjagd präzise<br />

Longline- und Crossbälle zum 4:4. Doch zum<br />

richtigen Zeitpunkt nahm der Dresdner Stodder<br />

den Aufschlag zum 5:4 ab, servierte zum<br />

6:4-Satzgewinn.<br />

Auch Durchgang zwei begann mit Breaks. Bei<br />

4:4 hatte Stodder nach umkämpftem Spielverlauf<br />

mit mehrmaligem Einstand und Vorteil einen<br />

weiteren Breakball zur 5:4-Führung - vergeben.<br />

Stattdessen glich Schmid zum 5:5 aus.<br />

Das zerrte an Timo Stodders Nerven. Seinen<br />

Aufschlag beendete er mit einem Doppelfehler<br />

- 6:5 für Schmid. Die Vorentscheidung. Denn<br />

sein Service brachte er mit einiger Mühe durch<br />

und verwandelte seinen ersten Matchball zum<br />

7:5 - Turniersieg. Er freute sich über 1 600 Euro<br />

Preisgeld.<br />

Friedrichshagens Coach und Turnierleiter Tim<br />

Fritzges: “Es war ein hochklassiges Turnier mit<br />

fairen Matches und würdigen Siegern.” Für ihn<br />

gab es nur einen Wermutstropfen: “Es ist bedauerlich,<br />

dass kein TVBB-Präsidiumsmitglied das<br />

Turnier besuchte.”<br />

Text und Fotos: Bernd Prawitz<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 47


TVBB Sport<br />

Alexandra Livadaru (Grunewald TC) war die überlegene Spielerin<br />

Lenard Soha gewann die Herrenkonkurrenz<br />

TC Weiß-Rot Neukölln: Turnier Meisterschaftsklasse und Verbandsligen<br />

Livadaru und Soha souverän<br />

Das Turnier der Meisterschaftsklassen<br />

und Verbandsligen wurde in der<br />

zweiten Auflage vom 12. bis 17. Juni<br />

auf der idyllischen Anlage des TC<br />

Weiß-Rot Neukölln ausgetragen.<br />

Bei den Herren kam ein hochklassiges<br />

64-er Feld mit Warteliste zustande<br />

und bei den Damen ein nicht<br />

minder gutes 32-er Feld. Bei tollem<br />

Tenniswetter und spektakulären<br />

Ballwechseln, wurde das Tennisherz<br />

verwöhnt.<br />

Bei den Herren war sehr schnell klar, dass es viele<br />

Anwärter gab, die um den Sieg mitspielen<br />

konnten. Im Finale standen sich dann Lenard<br />

Soha (Nr. 6 der Setzliste) vom LTTC „Rot-Weiß“<br />

und sein Klubkamerad und Doppelpartner Jan-<br />

Hendrik Paul (Nr. 15) gegenüber.<br />

Lenard Soha hatte sich mit glatten Siegen bis ins<br />

Viertelfinale gespielt, wo er dann auf den Topgesetzten<br />

Jonah Pristat (BTC Grün-Gold) traf.<br />

Jonah kam an diesem Tag schwer ins Spiel und<br />

musste sich Lenards harten Schlägen mit 3:6,<br />

2:6 geschlagen geben. Im Halbfinale bekam<br />

Lenard Soha es mit einem weiteren Clubkameraden,<br />

Giuliano Paolella, zu tun. Der wiederum<br />

hatte mit seinen „Bringer-Qualitäten“ und strategisch<br />

gut platzierten Schlägen Niclas Fleischhauer<br />

(Nr. 5 der Setzliste, Siemens TK Blau-Gold)<br />

aus dem Turnier genommen. Paolella konnte<br />

seine Pause im Viertelfinale durch die Absage<br />

von Arthur Ivanenko (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

nicht nutzen. Somit zog Lenard Soha mit einem<br />

6:2, 6:1 ins Finale ein.<br />

Jan-Hendrik Paul traf in der zweiten Runde<br />

auf den 38-jährigen Dan Ehmer (TC Weiß-Gelb<br />

Lichtenrade). Puh…, war das ein tolles Spiel!<br />

Manchmal wünscht man sich, dass es beim Tennis<br />

auch ein Unentschieden geben würde. Beide<br />

gingen an Ihre Leistungsgrenze, letztlich setzte<br />

sich die Jugend mit 6:7, 6:4, 7:5 durch. Die<br />

nächsten Spiele gegen Alessio Vasquez-Gehrke<br />

(BTTC Grün-Weiß) und Jakob Poensgen(BTC<br />

Grün-Gold 1904) gingen für Jan-Hendrik Paul<br />

glatter aus, wobei Jakob Poensgen nicht seinen<br />

besten Tag erwischt hatte. Im Halbfinale bekam<br />

es Paul dann mit Dawid Klorek (BTC Grün-Gold)<br />

zu tun, der leider aufgeben musste.<br />

Im Finale führte Jan-Hendrik Paul im ersten Satz<br />

mit 6:5, konnte den Vorsprung aber nicht halten.<br />

Er verlor den Durchgang noch mit 6:7. Im zweiten<br />

Satz ließ Lenard Soha nichts mehr anbrennen<br />

und gewann mit 6:0.<br />

Alexandra Livadaru (Grunewald TC) führte die<br />

Damenkonkurrenz an, wurde ihrer Favoritenrolle<br />

gerecht. Sie zog mit Siegen über Diana Niedens<br />

(LTTC „Rot-Weiß“), Michele Adamczweska<br />

(Sutos 1917) und der Nummer 3 der Setzliste,<br />

Christin Laabs (TTC SportForum Bernau) ins Finale<br />

ein. Die erfahrene Marie Höpfner (Nr. 4, SV<br />

Zehlendorfer Wespen) musste ihr ganzes Können<br />

gegen Julia Zhu (Verein für Körperkultur)<br />

aufbringen, um mit 1:6, 6:4, 6:3 ins Halbfinale<br />

einzuziehen um dort auf Tina Golaszewski (NTC<br />

Die Känguruhs) zu treffen, die wiederum Sabrina<br />

Ehrenfort (TC Weiße Bären Wannsee) mit<br />

7:6, 6:4 aus dem Turnier nahm. Tina Golaszewski<br />

hatte wahrscheinlich noch das Viertelfinal-<br />

Match in den Beinen und somit zog Marie Höpfner<br />

mit einem 7:6, 6:2 ins Finale ein.<br />

In diesem ließ Alexandra Livadaru mit Ihren<br />

wuchtigen und präzisen Schlägen Höpfner keine<br />

Chance und gewann mit 6:2 6:1.<br />

Im Herren-Doppel Finale standen sich die Topgesetzten<br />

J. Pristat / J. Poensgen (BTC Grün-<br />

Gold) und L. Soha/J.-H. Paul (LTTC „Rot-Weiß“)<br />

gegenüber. Die Zuschauer sahen spektakuläre<br />

Ballwechsel, so wie man es sich im Doppel<br />

wünscht. Unter lautstarkem Applaus gewannen<br />

L. Soha/J.-H. Paul mit 6:2, 6:3.<br />

Fazit: Tolle Atmosphäre, faire Spielerinnen und<br />

Spieler, hervorragendes Tennis und super Wetter…<br />

wir freuen uns jetzt schon auf das Turnier<br />

der Meisterschaftsklassen und Verbandsligen<br />

2018!<br />

Nelli Beder, Fotos: Andreas Springer<br />

48<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


TVBB Sport<br />

Yaroslav Shyla (TC SCC) siegte mit sehr solider Leistung<br />

Nach einer Tennispause wieder erfolgreich: Jeniffer Witthöft aus Hamburg<br />

BFC Alemannia 1890: 2. Turnier Dunlop Cup Ost<br />

Neues Turnier lockt starke Gäste an<br />

Vom 23. bis 25. Juni war die schöne<br />

Anlage im Kienhorstpark zum ersten<br />

Mal Austragungsort für das zweite<br />

Turnier der Dunlop Cup Ost-Turnierserie<br />

<strong>2017</strong>.<br />

Die Resonanz bei den Spielern war groß, aber<br />

die zwei vollbesetzten 32er Hauptfelder mit Nebenrunden<br />

waren in den drei Turniertagen eine<br />

echte Herausforderung für die Turnierleitung.<br />

Unterstützung kam aber durch den Verein Tennis-Union<br />

Grün-Weiss in Reinickendorf, der Plätze<br />

für Vorrundenmatches zur Verfügung stellte.<br />

Topfinale bei den Herren<br />

In der Herrenkonkurrenz erreichten fast alle gesetzten<br />

Spieler das Viertelfinale. Der topgesetzte<br />

Weißrusse Yaroslav Shyla (TC SCC) zeigte eine<br />

solide Leistung bis ins Finale und bezwang<br />

auf dem Weg dorthin u.a. im Viertelfinale Nino<br />

Finalist Delf Gohlke (LTTC "Rot-Weiß") machte einige<br />

Fehler zu viel<br />

Ehrenschneider (Nr. 7, LTTC “Rot-Weiß”) und im<br />

Halbfinale seinen Klubkameraden Finn Stodder<br />

(8) klar mit 6:1, 6:3. Damit stand er im Finale und<br />

traf dort auf den zweitgesetzten Delf Gohlke<br />

(LTTC “Rot-Weiß”), dessen Weg dorthin wesentlich<br />

steiniger war. Er profitierte lediglich in der<br />

zweiten Runde von der Aufgabe des diesjährigen<br />

‚Berlins Next Tennis Talent’ Lennart Kleeberg<br />

(BSV 1892) und musste sich seinen Finaleinzug<br />

durch harte Drei-Satz-Matches erkämpfen.<br />

Im ersten Satz gestaltete sich das Finale eher<br />

ausgeglichen und beiden Spielern gelang es zunächst,<br />

das Spiel offen zu halten. Allerdings leistete<br />

sich Gohlke doch ein paar unnötige Fehler<br />

zuviel und der Satz ging mit 6:4 an Shyla. Delf<br />

Gohlke fand im zweiten Satz dann deutlich besser<br />

ins Spiel, konnte seine 3:0-Führung mit Netzangriffen<br />

und Volley-Stopps auf 4:1 ausbauen.<br />

Aber Yaroslav Shyla konterte bei immer stärkerem<br />

Regen mit einem offensiveren Spiel, ließ<br />

durch schnelle und platzierte Returns kein einziges<br />

Gegenspiel mehr zu und holte sich den Sieg<br />

mit 6:4, 6:4.<br />

Jennifer Witthöft (l., Der Club an der Alster/HAM)<br />

zeigt stolz den Siegerscheck. Auch Finalistin<br />

Franziska Sziedat (TC 1899 Blau-Weiss) freut sich<br />

Überzeugende Gäste bei den Damen<br />

Die topgesetzte Franziska Sziedat (TC 1899<br />

Blau-Weiss) wurde ihrer Favoritenrolle zunächst<br />

voll gerecht und gab bis ins Finale nur wenige<br />

Spiele ab, wie auch beim überzeugenden 6:1,<br />

6:2 im Halbfinale gegen Nadja Lask (LTTC “Rot-<br />

Weiß”). Auf der anderen Seite spielte die ungesetzte<br />

Jennifer Witthöft (Der Club an der Alster<br />

Hamburg) überzeugend, und hatte schon im<br />

Achtelfinale die Nummer zwei Adelina Krüger<br />

(LTTC “Rot-Weiß”) 6:2, 6:0 deklassiert. Sie wurde<br />

erst im Halbfinale von Jantje Tilbuerger (TC<br />

Lilienthal) richtig gefordert. Witthöft agierte zunächst<br />

zu passiv und verlor den ersten Satz 3:6.<br />

Danach wurde ihr Spiel druckvoller und effektiver.<br />

Sie konnte das Match mit 3:6, 6:4, 6:1 für<br />

sich entscheiden.<br />

Im Finale hatte Franziska Sziedat den besseren<br />

Start. Sie spielte offensiv, punktete mit gut<br />

platzierten Gewinnschlägen und ging zunächst<br />

in Führung. Allerdings konnte sie diesen Vorsprung<br />

nicht lange halten, geriet zunehmend<br />

unter Druck durch ihre Gegnerin, die jetzt agressiver<br />

agierte, öfter vorrückte, die Bälle früher<br />

nahm und so das Spiel deutlich schneller machte.<br />

Nach gewonnenem ersten Satz bestimmte<br />

Witthöft zunehmend das Spiel, profitierte auch<br />

von unerzwungenen Fehlern ihrer Gegnerin.<br />

Witthöft gewann schließlich mit 6:3, 6:2 und<br />

konnte den Siegerscheck über 1 000 Euro entgegennehmen,<br />

gesponsert von Laatzig Automobile<br />

und der Harry Oliver KG von Vereins-Ehrenmitglied<br />

Jörg Pettka.<br />

Jennifer Witthöft, die gerade eine zweijährige<br />

Tennis-Pause zum Abschluss ihres Studiums<br />

hinter sich hat, äußerte sich erfreut über die<br />

sehr gute Organisation von Turnierleiter Jürgen<br />

Obenauf und Oberschiedsrichterin Sarah von<br />

Westarp.<br />

Fazit: Ein überaus gelungenes Turnier, das eine<br />

Fortsetzung verdient.<br />

Text und Fotos: Andreas Wüst<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 49


TVBB Sport<br />

TV Zinnowitz/Karlshagen:<br />

11. Usedom Senior Open <strong>2017</strong><br />

TVBB-Senioren erkämpfen acht Siege,<br />

stellen weitere sechs Finalisten<br />

Die gepflegte Anlage des TV Zinnowitz auf Usedom<br />

Die Usedom Senior Open in Zinnowitz zählen zu den am meisten besuchten<br />

“Oldie”-Turnieren in Deutschland. 10 000 Euro Preisgeld waren zu gewinnen.<br />

Als der ehemalige Tennisprofi Hendrik Dreekmann, 1996 in der<br />

ATP-Weltrangliste auf Platz 39 geführt, das Turnier ins Leben rief, konnte er<br />

damit nicht rechnen. 2007 hatten 70 Teilnehmer gemeldet. In diesem Jahr<br />

(7. bis 16. Juli) standen 320 - fast die fünffache Anzahl - auf den Plätzen in<br />

Zinnowitz und Karlshagen. Und das Turnier soll weiter wachsen. Mitveranstalter<br />

Peter Schmidt denkt darüber nach, das S-2-Turnier um eine Woche<br />

zu verlängern.<br />

„Wir könnten dann die Spiele der älteren Semester<br />

weiter nach hinten legen und die jüngeren<br />

bis zum Wochenende spielen lassen. Die älteren<br />

Teilnehmer hätten mehr Zeit, um auf Usedom<br />

zu bleiben. Es sei denkbar, die Teilnehmerzahl<br />

auf gut 400 zu erhöhen“, meint Schmidt. Das<br />

würde sicher mehr Sponsoren anziehen und zu<br />

höheren Preisgeldern führen.<br />

Doch die Usedom Senior Open zeichnen sich<br />

nicht nur durch Masse, sondern auch Klasse aus.<br />

Daran hatten auch die 26 Damen und 55 Herren<br />

aus dem TVBB wieder ihren Anteil.<br />

AK 40: Pfarr-Kröger springt in die Bresche<br />

Als ungesetzte Spielerin stieß Heide Maaß (TC<br />

1899 Blau-Weiss) ins Finale gegen die an drei<br />

gesetzte Iris Brembt-Liesenberg (NTV) vor. Das<br />

wurde nach einem 6:0, 4:6 Satzausgleich erst<br />

im Match-Tie-Break entschieden. Den gewann<br />

Brembt-Liesenberg mit 10:5.<br />

Als Top-Gesetzter ging Björn Maas (TC Grün-<br />

Weiß Lankwitz) ins Turnier. Er wurde seiner Favoritenrolle<br />

auch gerecht, erreichte das Endspiel.<br />

Das allerdings verlor er gegen die Numme<br />

zwei, Christian Schäffkes (SC Rot-Weiß Remscheid<br />

(TVN), glatt mit 2:6, 1:6.<br />

Die an eins gesetzten Anne Kröger/Beate Pfeiffer<br />

(SV Zehlendorfer Wespen) traten zum ersten<br />

Match nicht an.<br />

So trugen Angela Duis-Rosendahl (NTV)/Martina<br />

Parr-Kröger (TC 1899 Blau-Weiss) die Bürde<br />

der Favoriten. Sie wurden ihr gerecht, auch<br />

wenn es im Halbfinale in einem TVBB-internen<br />

Match gegen Heide Maaß (TC 1899 Blau-Weiss)/<br />

Miriam Binnenbruck (TC Grün-Weiß Nikolassee)<br />

beim 2:6, 6:3, 10:7 im Match-Tie-Break eng zuging.<br />

Dafür war das Finale recht einseitig. Parr-<br />

Kröger und Partnerin siegten überlegen 6:0, 6:3<br />

gegen Sabine Schmidt-Wetzel (STV)/Ina Findeklee<br />

(FV Tennis).<br />

AK 50: Zwei Berliner im Herren-Finale<br />

Bei den Damen erreichte erwartungsgemäß die<br />

an vier gesetzte Martina Martina Parr-Kröger (TC<br />

1899 Blau-Weiss) das Halbfinale. Dort musste sie<br />

sich allerdings der Favoritin und späteren Siegerin<br />

Olga Shaposhnikowa (TC Blau-Weiss Weiher/<br />

BAD) mit 1:6, 1:6 klar geschlagen geben.<br />

Ein Finale zwischen Guido Schiller (TC Grün-<br />

Weiß Lankwitz) und Guido Schulz (LTTC “Rot-<br />

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50<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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TVBB Sport<br />

Weiß”) war nach der Setzliste erwartet worden.<br />

Doch im Halbfinale durchkreuzte der ungesetzte<br />

Stefan Kießig (SV Berliner Bären) die Pläne<br />

des Mannes aus dem Grunewald. Er besiegte<br />

Schulz überraschend klar 6.2, 6:3 - Endspiel.<br />

Zum Finale konnte Kießig wegen einer Verletzung<br />

leider nicht antreten. Dadurch holte sich<br />

Schiller kampflos die “Usedom-Krone”.<br />

Im Finale des Doppels standen sich zwei TVBB-<br />

Senioren gegenüber: Martin Graw (FV Tennis)<br />

und sein Bruder Karsten, der für den TC Weimar<br />

antrat, spielten gegen Jost Kluttig (TC Blau-Weiß<br />

Guben/Matthias Roth (TTV) um den Sieg. Es war<br />

ein spannendes Match, das die Graw-Brüder<br />

knapp mit 7:5, 6:4 für sich entschieden.<br />

AK 55: Konieczka und Leese gewinnen<br />

Das Finale bestritten zwei Berlinerinnen - Heike<br />

Leese (TC Weiß-Gelb Lichtenrade) und die Nummer<br />

drei, Christiane Konieczka (TC 1899 Blau-<br />

Weiss). Konieczka warf Irmgard Kramel (SG Post<br />

Süd Regensburg/BV, 6:4, 6:1), danach Katrin<br />

Lenk (MTC Germania/TSA, mit zweimal 6:3 aus<br />

dem Rennen.<br />

Leese, an Nummer vier gesetzt, sorgte für eine<br />

Überraschung. Im kampfstarken, spannenden<br />

Halbfinale schickte sie die Favoritin Gudrun<br />

Köppen-Castrop (Hildesheimer TV/NTV) vorzeitig<br />

nach Hause - 6:4, 3:6, 10:7.<br />

Im Finale bestimmte die Blau-Weisse anfangs<br />

das Geschehen, holte sich Satz eins überzeugend<br />

mit 6:1. In Durchgang zwei wurde es enger.<br />

Bei wechselnder Führung wurde er erst im<br />

Tie-Break mit 7:6 für Konieczka entschieden.<br />

Im Damen-Doppel war Heike Leese mit ihrer<br />

sächsischen Partnerin Ulrike Schwerdtner an<br />

zwei gesetzt. Sie besiegten die Mecklenburgerinnen<br />

Sabine John/Heike Stecher (6:0, 6:3). Im<br />

Semifinale trafen sie auf Irmgard Kramel (BTV)/<br />

Karin Kohler (WTB). Auch dieses Match gewannen<br />

sie sicher mit 6:4, 6:3 - Finale. Dort waren<br />

die Turnierfavoriten aus Niedersachsen, Gudrun<br />

Köppen-Castrop/Hildegard Cremers, ihre<br />

Konkurrenten. Doch mit 6:2, 6:2 fiel der Sieg von<br />

Leese/Schwerdtner sehr deutlich aus.<br />

Ak 60: Huber souverän<br />

Spannend machte es auch Ute Mattausch (TV<br />

Strauß Strausberg), die es bis ins Finale gegen<br />

die Dresdnerin Ulrike Schwerdtner (TC Bad Weißer<br />

Hirsch) schaffte. Nach einem “Feuerwehr”-<br />

Start mit 6:0 musste sie den Satzausgleich<br />

mit 1:6 hinnehmen. Der Match-Tie-Break ging<br />

knapp mit 10:8 an Schwerdtner.<br />

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Sieger Guido Schulz (l., TC Grün-Weiß Lankwitz) und der eigentliche Finalist Stefan Kießig (SV Berliner Bären),<br />

der nicht antreten konnte<br />

Ein glücklicheres Händchen hatte Ernst Huber<br />

(TC Weiß-Gelb Lichtenrade), der in der Runde<br />

der letzten acht auch Mitfavorit Gerd Hekele<br />

(BSV92) glatt 6:0, 6:1 an den Strand schickte.<br />

Nicht auf der Setzliste verzeichnet, besiegte Huber<br />

im Endspiel Jörg-Uwe Damm (Nr. 4, SV Großburgwedel/NTV)<br />

7:6, 6:1.<br />

Die Berliner Paarung Hubertus Graf Strachwitz<br />

(TC Kleinmachnow)/Bernhard Nothnagel (TC<br />

Berolina Biesdorf) griffen nach einer Rast als<br />

an fünf Gesetzte und einer Runde ohne Gegner<br />

erst im Viertelfinale ins Turnier ein. Dort mussten<br />

sie aber gegen die Mitfavoriten Rolf Kluge<br />

(NTV)/Johann Zellner (TVN) hart kämpfen. Nach<br />

einem 6:3, 3:6 sicherten sie sich erst im Match-<br />

Tie-Break mit 10:6 das Weiterkommen. Im Finale<br />

besiegten sie Peter Crossman (HTV)/Thomas<br />

Fränkel (TSA) sicher 6.4, 6:3.<br />

AK 65: Sieg im Doppel und in Finals<br />

In dieser Altersklasse schaffte es Christina Gehrke<br />

((TC Weiß-Gelb Lichtenrade) bis ins Endspiel.<br />

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Dort musste sie jedoch beim 1:6, 2:6 die Überlegenheit<br />

ihrer Konkurrentin Heidemarie Oehlsen<br />

(TC Rot-Weiß Barsinghausen/NTV) anerkennen.<br />

Auch der ungesetzte Norbert Walter (TC Grün-<br />

Weiß Nikolassee) schlug einigen Konkurrenten<br />

ein Schnippchen, spielte sich bis ins Finale.<br />

Erst dort musste er sich der Nummer zwei, Paul<br />

Schorn (THC von Horn und Hamm/HAM) mit<br />

2:6, 1:6 beugen.<br />

Im Doppel gab es einen weiteren Sieg für den<br />

TVBB. Nachdem sich die Paarung Dr. Brigitte<br />

Hoffmann (TV Frohnau)/Burga Becker (NTV)<br />

dem Duo Monika Richter (TSA)/Christa Braun<br />

(SPOK) geschlagen geben musste, waren sie im<br />

Endspiel Gerda Ahrens (NTV)/Barbara Scheibner<br />

(STV) mit 6:1, 6:3 überlegen.<br />

TVBB-Seniorenreferent Uwe Kroedler, der Augenzeuge<br />

vor Ort war: “Die Aktiven unseres Verbandes<br />

boten teilweise grandiose Leistungen!”<br />

Bernd Prawitz, Fotos: Veranstalter<br />

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Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 51


TVBB Sport<br />

Anna Konrad (TC Grün-Weiß Falkensee): erfolgreich bei den 50-ern Anne Kröger (SV Zehlendorfer Wespen) gewinnt die AK 40<br />

NTC Die Känguruhs: 3. Känguruhs Senior Open<br />

Volles und tolles Programm mit 19 Konkurrenzen<br />

Wer sich ein wenig auskennt mit der<br />

Organisation von Tennis-Seniorenturnieren,<br />

der Vielzahl ihrer Altersklassen<br />

und der logistischen Kombination<br />

der daraus erwachsenden<br />

individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer,<br />

der kann nur den Hut ziehen<br />

vor dem, was die „Macher“ vom<br />

NTC Die Känguruhs bei ihren zum<br />

dritten Mal veranstalteten Senior<br />

Open (21. bis 30. April) auf die Beine<br />

gestellt haben.<br />

Das Turnier mit DTB-Ranglisten- und LK-Wertung<br />

(Kategorie S-4 und damit gibt es mehr als<br />

400 Ranglistenpunkte für den Sieger) war zu Beginn<br />

der Sommersaison nicht nur das erste, sondern<br />

auch ein echtes Highlight für alle Senioren-Turnierspieler<br />

aus der Region und darüber<br />

hinaus.<br />

Acht Herrenkonkurrenzen von den 30ern bis<br />

zu den 70ern, von den sieben auch noch eine<br />

Nebenrunde für die Auftaktverlierer und zwei<br />

Damen-Wettbewerben mit Haupt- und Nebenrunde<br />

bei den 40er und 50er Amazonen<br />

summierten sich zu 19 (!) Feldern, die es in der<br />

verlängerten Turnierwoche zu bewältigen galt.<br />

Wie das auf der Anlage an der Spanischen Allee<br />

in Nikolassee geschah, verdiente Respekt<br />

und Anerkennung durch die Akteure. Die waren<br />

sichtbar und in ihren Aussagen hörbar animiert<br />

durch Umfeld und Turnieratmasphäre und<br />

zeigten guten, inspirierten und motivierten Tennissport.<br />

Turnierchef Otfried Richter, Sportwart<br />

des NTC, freute sich über 205 Meldungen, die<br />

auch quantitativ für gut besetzte Felder sorgten.<br />

Der Zuspruch zu den Open ist seit der Premiere<br />

Jahr für Jahr gewachsen. Bei der Premiere 2015<br />

waren 95 Racket-Senioren in Aktion, im Jahr darauf<br />

175, nun fiel die 200-er-Marke.<br />

Dass das Turnier von den rund 480 aktiven und<br />

passiven Mitgliedern (davon 180 Jugendliche)<br />

des Vereins getragen wird, die in der Woche<br />

schließlich ihre Anlage von 10 bis 20 Uhr und an<br />

den Wochenenden von 13 bis 20 Uhr zur Verfügung<br />

stellten, sieht Richter als Zeichen, „dass es<br />

nicht irgendeine aufgesetzte Pflicht-Veranstaltung<br />

ist, sondern es 'unsere' Open sind“.<br />

Neun Außenplätze und eine feste Halle stehen<br />

bei den Känguruhs zur Verfügung. Im April sei<br />

das Turnier das größte im TVBB und habe sich<br />

in der Öffentlichkeit trotz der noch kurzen Geschichte<br />

bereits einen Namen gemacht, sagt<br />

Richter nicht ohne Stolz: „Zu uns kommen Leute<br />

auch von weit her, der Zuspruch ist wirklich bemerkenswert.“<br />

Die Teilnehmer seien begeistert<br />

vom Zustand der Plätze. Auch mit dem Wetter,<br />

in der Veranstaltungsdramaturgie das größte Risiko,<br />

hatte man in diesem Jahr Glück. Nur zwei<br />

Partien wurden angesichts empfindlicher Kühle<br />

auf individuellen Wunsch der Spieler in die Halle<br />

verlegt, alle anderen gingen draußen vonstatten.<br />

So viele Pluspunkte sind echte Mutmacher<br />

– es soll der Antrag beim DTB auf Höherstufung<br />

des Turniers gestellt werden.<br />

Die Sieger der Open <strong>2017</strong> leisteten mit Racket<br />

und Filzball dafür einen starken Beitrag und<br />

zählen mehrheitlich zur Prominenz der Seniorenspieler<br />

des TVBB. Die Finals in den neun<br />

Hauptwettbewerben gingen bis auf eine Ausnahme<br />

– Anna Konrad vom Randberliner, aber<br />

territorial exakt Brandenburger Verein Gelb-<br />

Weiß Falkensee gewann bei den Damen 50 das<br />

wohl spannendste Endspiel gegen die Zehlendorfer<br />

Wespe mit den drei „S“ - Susanne Schäpperle-Schneidereit<br />

nach verlorenen 4:6-Auftakt<br />

noch mit 6:1 und 10:8. Die Polin, immerhin zu<br />

den Top 150 des Rankings der Altersklasse zählend,<br />

machte in einem über weite Strecken ausgeglichenen<br />

Match auf Augenhöhe die zwei,<br />

drei Fehler weniger, die den Ausschlag gaben.<br />

52<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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TVBB Sport<br />

Bester der AK 30: Nicolas Bruns (l., TC Grün-Weiß Nikolassee). Jens Thron siegt bei den Herren 45 (r.)<br />

Ganz ohne Sieg blieben die Wespen in den beiden<br />

Frauen-Konkurrenzen aber nicht. Denn Anne<br />

Kröger war genau beim gerade monierten<br />

Defizit ihrer Klubkameradin voll auf der Höhe<br />

und machte im 40er-Endspiel gegen Christiane<br />

Rüdiger (Hermsdorfer SC) beim 6:1, 6:2 fast keine<br />

Fehler, spielte präzise, hart und konzentriert,<br />

sodass ihr Erfolg nie gefährdet war.<br />

Generell gab es durchweg ansprechendes, mitunter<br />

sogar gehobenes Tennissenioren-Niveau<br />

zu erleben. Dass der 6:1,6:1-Sieg von Nicolas<br />

Bruns (TC Grün-Weiß Nikolassee) bei den Herren<br />

30 gegen Patrick Kraft vom TC Tiergarten dazu<br />

zählte, überraschte ebenso wenig wie das 7:5,<br />

6:1 von Jens Throns (TC SCC) gegen Martin Melchior<br />

(BTTC Grün-Weiß) bei den 45ern. Thron,<br />

Seriensieger in den Frühsommer-Turnieren bei<br />

TVBB-Vereinen, brauchte zwar wieder einmal einen<br />

Satz, um richtig in Fahrt zu kommen, aber<br />

Die Finals im Überblick<br />

AK Spieler Ergebnis<br />

30 Nicolas Bruns (GW Nikolass.) - Patrick Kraft (TC Tiergarten) 6:1, 6:1<br />

40 Anne Kröger (Zehlendorfer Wespen) – Christiane Rüdiger (Hermsdorfer SC)<br />

Sascha Schoenheit (SCC) – Christian Stecher (TV Frohnau)<br />

dann gab es kein Halten mehr. Je länger, je besser,<br />

je härter, umso präziser, je schwerer erarbeitet,<br />

desto wirkungsvoller für den Gegner – das<br />

scheint das Rezept des seit Wochen in Topform<br />

agierenden SCCers.<br />

Starkes Tennis gab es auch vom ungesetzten<br />

Ernst Huber (TC Weiß-Gelb Lichtenrade) bei<br />

den 60er Herren zu sehen, der nicht nur in Runde<br />

eins sofort den topgesetzten Gerd Hekele<br />

(BSV 1892) mit 6:1,6:2 ausschaltete, sondern<br />

dieses Niveau auch bis zum Finale gegen Rainer<br />

Rummelhagen (TC Grün-W Nikolassee, 6:3, 6:4)<br />

durchhielt. So verwunderlich das manchem mit<br />

bloßem Blick auf die Setzlisten erschien, war es<br />

freilich bei weitem nicht. Denn der am 19. Mai<br />

60 Jahre alt gewordene Österreicher, seit dem<br />

Vorjahr Neumitglied bei „Lira“, ist aktuell Nummer<br />

130 der Juli-Weltrangliste und war in früheren<br />

Jahren sogar schon mal auf 60 notiert. Top-<br />

Tennis ist da eher eine<br />

6:1,6:2<br />

6:0, 6:4<br />

45 Jens Thron (SCC) – Martin Melchior (BTTC Grün-Weiß) 7:5, 6:1<br />

50 Anna Konrad (GW Falkensee) –<br />

Susanne Schäpperle-Schneidereit (Zehlend. Wespen)<br />

Andreas Blanck (Zehl. TuS von 1888) – Frank Segerath (SCC)<br />

4:6, 6:1, 10:8<br />

o.Sp.<br />

60 Ernst Huber (WG Lichtenr.) – Rainer Rummelhagen (GW Niko.) 6:3, 6:4<br />

65 Georg Reiners (Zehlendorfer Wespen) – Niels Auhagen (TV Frohnau) 6:0, 4:6, 10:7<br />

70 Jörgen Jacobs (1899 BW) – Ulrich Sand (TV Frohnau) 6:3, 6:4<br />

Selbstverständlichkeit,<br />

als Überraschung. Wie<br />

auch bei Jörgen Jacobs<br />

(TC 1899 Blau-Weiss),<br />

der beim 6:3, 6:4 gegen<br />

den gewohnt einsatzund<br />

kampfstarken Uli<br />

Sand (TV Frohnau) im<br />

70er Endspiel begeisternd<br />

nachwies: Alter<br />

schützt vor Klasse nicht.<br />

Klaus Weise<br />

Fotos: Claudio Gärtner<br />

Ernst Huber (TC Weiß-Gelb Lichtenrade) siegt in der<br />

AK 60<br />

Jörgen Jacobs (TC 1899 Balu-Weiss) souverän in der<br />

AK 70<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 53


TVBB Sport<br />

Traugott Vogel (TC Weiße Bären Wannsee) zeigte bei seinem Sieg in der<br />

AK 70 "Tennis der alten Schule"<br />

1. Neuenhagen Senior Open<br />

Eine wertvolle Bereicherung<br />

Der rührige Neuenhagener Tennis<br />

Club 93 “ erweitert sein Turnierprogramm.<br />

Unmittelbar vor den 13.<br />

B1 Sport und Freizeit Neuenhagen<br />

Open lud er erstmals zu den Neuenhagen<br />

Senior Open (29. Juni bis<br />

4. Juli) auf seine schöne Anlage ein.<br />

Der Neuling war mit einem Preisgeld<br />

von stattlichen 6 500 Euro dotiert.<br />

Club-Chef Martin Eichhorst: “Der<br />

größten Gruppe im Tennisverband<br />

Berlin-Brandenburg, den Senioren,<br />

wollten wir mit dem Turnier eine<br />

weitere Möglichkeit bieten, sich mit<br />

Gleichaltrigen in verschiedenen Altersklassen<br />

zu messen.”<br />

Sie wurde dankbar angenommen. Für das das<br />

erste Seniorenturnier meldeten 52 Herren und<br />

Die Finals im Überblick<br />

AK Spieler Ergebnis<br />

30 Veronika Höpfner (Dahlemer TC) -<br />

Luise Tscharntke (NTC 93)<br />

Roman Tennert (TC SCC) -<br />

Jonathan Quaas (BTC Grün-Gold)<br />

35 Benjamin Stroh (Zehlendorfer TuS von 1888) -<br />

Michael Rohleder (TC OW Friedrichshagen)<br />

40 1. Ronald Korsch (SCC) 6:0 Pkt.,<br />

2. Mario Melzer (Treptower Teufel) 4:2 Pkt.<br />

50 Kai-Helmut Riese (TC Wilmersdorf) -<br />

Jorge Binia (TC GW Rahnsdorf)<br />

55 Martin Groeger (TC Tiergarten) -<br />

Gregor Kluck (NTC 93)<br />

60 1. Monika Karg (TC Schwaben Augsburg) 8:0 Pkt.,<br />

2. Elvira Hermans (NTC 93) 6:2 Pkt.<br />

65 Teja Grzeskowiak ( TC RW Großbeeren) -<br />

Michael Ziege (Zehlendorfer Wespen)<br />

70 Traugott Vogel (Weiße Bären Wannsee) -<br />

Ulrich Lindau (Steglitzer TK 1913)<br />

6:3, 6:4<br />

6:1, 6:0<br />

7:5, 6:4<br />

RR<br />

6:4, 5:7, 10:5<br />

6:1, 6:1<br />

RR<br />

o. Sp.<br />

6:4, 6:2<br />

Der routinierte Jungsenior Roman Tennert (TC SCC) besiegte im Finale der AK 30 Jonathan<br />

Quaas (BTC Grün-Gold)<br />

16 Damen in neun Altersklasssen. Ihre gute<br />

Stimmung ließen sie sich auch durch einige<br />

Regenunterbrechungen nicht nehmen. “Ein<br />

guter Anfang. Das Turnier muss sich erst rumsprechen,<br />

dann kommen bestimmt mehr Meldungen”,<br />

meint ein mit dem Turnierstart zufriedener<br />

Martin Eichhorst.<br />

Gutes Tennis von vielen<br />

Dazu gehört das Spiel von Roman Tennert (DR<br />

He 472, TC SCC) bei den “Youngstern” unter den<br />

Senioren. In seinen drei Spielen in der AK 30 gab<br />

er keinen Satz ab. Er überzeugte durch gute Athletik,<br />

war flink auf den Füßen und beherrscht<br />

technisch ein ansprechendes Repertoir. Tennert<br />

schickte Philipp Scholz (SV Reinickendorf und<br />

Björn Busse FVT Heilandsweide, 6:0, 6:2) nach<br />

Hause. Im Finale war er Jonathan Quass (BTC<br />

Grün-Gold) beim 6:1, 6:0 klar überlegen. Das<br />

Tenniskönnen des Siegers zeigt sich auch darin,<br />

dass er bei den anschließenden Neuenhagen<br />

Open im Viertelfinale wider Erwarten das um<br />

gut 280 Plätze besser in der Deutschen Rangliste<br />

platzierte 16-jährige Berliner Talent<br />

Osman Torski aus dem Turnier nahm.<br />

Erst der stark aufspielende Timo Stodder,<br />

Sommer-”Gastarbeiter” aus den USA,<br />

stoppte ihn.<br />

Auch Spiele der Herren 50 waren ansehenswert.<br />

So das kampfbetonte Auftaktmatch<br />

zwischen dem Favoriten Jorge Binio<br />

(TC Grün-Weiß Rahnsdorf) und dem<br />

eine technisch “feine Klinge” schlagenden<br />

Maik Günzel (TC Orange-Weiß Friedrichshagen).<br />

Günzel gewann Satz eins<br />

dank seiner Spielübersicht klar mit 6:3.<br />

Doch der Rahnsdorfer konterte, gestaltete<br />

Satz zwei lange ausgeglichen, bis<br />

ihm ein Break gelang und er den Durchgang<br />

mit 7:5 für sich entschied. Entscheidung<br />

im Match-Tie-Break. Binia hatte<br />

das glücklichere Händchen - 10:5. Mit<br />

einem klaren 6:2, 6:3 über Andreas Lukasczyk<br />

(TTC SportForum Bernau) zog<br />

er ins Finale. Sein Gegner dort war Karl<br />

Riese (TC Wilmersdorf). Es entwickelte sich ein<br />

spannendes Match mit mancher Finesse. Nachdem<br />

jeder einen Satz gewonnen hatte ging es<br />

in de Match-Tie-Break. Riese war nervenstärker,<br />

gewann ihn 10:5. Die Nummer zwei der Setzliste<br />

hatte den Favoriten besiegt.<br />

Die Turnierveranstalter hatten bei den Herren<br />

55 auf einen Turniersieg gehofft, nachdem<br />

der ungesetzte Gregor Kluck, engagierter Trainer<br />

im NTC 93, mit einem knappen 6:2, 5:7, 10:8<br />

glücklich ins Endspiel eingezogen war. Doch<br />

Favorit Martin Groeger (TC Tiergarten) zerstörte<br />

mit einem klaren 6:1, 6:1 die Neuenhagener<br />

Siegträume.<br />

Den Beifall der Zuschauer hatten sich auch Traugott<br />

Vogel (TC Weiße Bären Wannsee) und Ulrich<br />

Lindau (Steglitzer TK 1913) im Finale der<br />

Herren 70 verdient. Sie zeigten gutes Tennis der<br />

alten Schule. Bei dem erwies sich Vogel mit seiner<br />

Treffsicherheit und weniger Fehlern beim<br />

6:4, 6:2 als der bessere Spieler.<br />

Die Felder der Damen in den Altersklassen 30<br />

und 60 waren nur klein. In der Klasse der jüngeren<br />

Damen wurde das Hauptfeld in einer Qualirunde<br />

ausgespielt. Aus zwei Gruppen, in denen<br />

jeder gegen jeden antrat, wurden vier Teilnehmerinnen<br />

des Hauptfeldes gesucht. Das erste<br />

Halbfinale bestritten Maxi Karge (Polizei SV), die<br />

Veronika Hoepfner (Dahlemer TC) 1:6, 6:2, 10:6<br />

unterlag. Partie Nummer zwei gewann Lokalmatadorin<br />

Luise Tscharntke (NTC 93) gegen Tanja<br />

Piechoki (Grunewald TC) in einem spannenden<br />

Drei-Satz-Match mit 6:4, 0:6, 10:4.<br />

Bei den Damen 60, die im Round Robin-Modus<br />

antraten, erwies sich Monika Karg (TC Schwaben<br />

Augsburg/BTV) mit 8:0 Matchpunkten als<br />

beste Spielerin. Mit 6:2 Matchpunkten folgte ihr<br />

die einheimische Elvira Hermans.<br />

NTC 93-Vorsitzender Martin Eichhorst: “Wir sind<br />

sicher, dass sich die Neuenhagen Senior Open<br />

einen festen Platz im Turnierkalender erobern<br />

werden. Die Premiere ist jedenfalls gelungen.<br />

Das stimmt uns hoffnungsvoll.”<br />

Text und Fotos: Bernd Prawitz<br />

54<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


IM<br />

Ranglisten- & LK-Turnier des DTB<br />

ERSTMALIG IN LÜBBEN:<br />

SENIORS-SPREEWALD-OPEN<br />

vom 04. bis 09.<br />

<strong>2017</strong>!<br />

September<br />

TLÜB<br />

Gleich anmelden, unter www.tvpro-online.de<br />

Ten<br />

LÜBBEN /<br />

IM AKT<br />

Die Tennisabteilung des Aktiv e.V.<br />

freut sich in Kooperation mit dem<br />

Sportpark Lübben auf zahlreiche<br />

Teilnehmer/innen in folgenden<br />

Kategorien:<br />

Damen 50+, 55+, 60+, 65+ und<br />

Herren 50+, 55+, 60+, 65+ und 70+.<br />

Die jeweiligen Kategorien ab 60+ spielen von Montag<br />

bis Mittwoch (04.-06.09.) und die Kategorien 50+ und<br />

55+ von Donnerstag bis Samstag (07.-09.09).<br />

Der Anmeldegebühr von nur 40 €<br />

zzgl. 8 € DTB-Turniergebühr stehen<br />

Preisgelder im Gesamtwert von<br />

3.000 €, sowie hochwertige, regionale<br />

Sachpreise gegenüber.<br />

Anmeldeschluss ist der 27.08.<strong>2017</strong><br />

um 12 Uhr. Mehr Infos erhalten Sie<br />

unter: www.tvpro-online.de.<br />

Unser Veranstaltungsort, der Sportpark Lübben, liegt mit<br />

seinen 6 Sandplätzen, 2 Hallenplätzen, Physiotherapie,<br />

modernem Fitnesskomplex, niveauvollem Saunabereich<br />

und 4 Kegelbahnen idyllisch im Herzen des Spreewaldes<br />

und bietet optimale Wettkampf- & Freizeitbedingungen.<br />

Ein besonderes Highlight in der Turnierwoche ist die<br />

„Playersnight“ im Spreewald Parkhotel Van der Valk,<br />

unserem Turnierpartner für perfekte Gastlichkeit in Lübben.<br />

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Sind Sie dabei? Melden Sie sich noch heute an, unter<br />

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Mit freundlicher Unterstützung von<br />

+++ Der Sportpark Lübben sucht engagierte/n Tennislehrer/in zum Aufbau<br />

einer Tennisschule +++ Kontakt unter: info@sportpark-luebben.de +++


TVBB Sport<br />

TC Sutos 1917:<br />

5. Sutos Senior Open<br />

Der andere Blick<br />

auf ein Turnier<br />

Wir hatten es mit dem Knie, Rücken<br />

und Kreislauf, wie es sich für Teilnehmer<br />

eines Seniorenturniers gehört.<br />

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb,<br />

haben wir viele hochklassige<br />

Matches gesehen. Toll, wie jung wir<br />

doch noch sind! Mittlerweile finden<br />

sich immer mehr überzeugte Wiederholungstäter<br />

auf der nahe der<br />

Havel gelegenen Tennisanlage vom<br />

Sutos ein, weil´s einfach gefällt. Alles<br />

stimmt, bis hin zum Essen. Mal<br />

ganz davon abgesehen, dass der<br />

Berliner Tenniszirkus so groß ist,<br />

dass er sowieso unter sich bleibt.<br />

Man kennt sich halt …<br />

Aber, und auch das ist besonders, einige Spieler<br />

reisten dieses Jahr sogar aus Sachsen an und<br />

nutzten die Gelegenheit, auf der neu angelegten<br />

Liegewiese des Vereins, einen Kurzurlaub im<br />

Zelt zu machen. Die Warnung, die Wiese sei so<br />

schön, weil Wildschweine im Frühjahr ihr Unwesen<br />

getrieben und eine komplette Rasensanierung<br />

erforderlich gemacht hatten, wurde als „I-<br />

Tüpfelchen“ belobt.<br />

Das Wetter war sehr gut, die paar Tröpfchen die<br />

fielen, waren nur erfrischend. Die Verlängerung<br />

der Austragungszeit auf eine Woche hat das Turniergeschehen<br />

zusehends entspannt und die<br />

Terminvergabe für Berufstätige vereinfacht. Vor<br />

Ort wurde eine Turniertafel von Hand geschrieben,<br />

„wie in Paris“ und vor allem ohne Brille zu<br />

lesen! Die Stimmung konnte nur gut und das<br />

Miteinander harmonisch sein.<br />

Offensichtlich hat auch das letztjährige Upgrade<br />

in die Turnierkategorie S-5 die Attraktivität des<br />

Turniers so gesteigert, dass fast 30 Prozent der<br />

Meldungen einstellige LK´s hatten. Das Teilnehmerfeld<br />

der Damen mit Katinka Trabandt<br />

(Nr. 1) und Susanne Boesser (Nr. 3) entlockte<br />

der ein oder anderen Sutonin ein „pffff“ , aber<br />

andere starke Spielerinnen frohlockten, die eigene<br />

Spielstärke auf hohem Niveau prüfen zu<br />

können.<br />

Susanne Boesser (TC 1899 Blau-Weiss) gewann<br />

dann auch überlegen gegen die im Finale angeschlagene<br />

Turnierüberraschung Silke Lipecky<br />

(TC Treptower Teufel) mit 6:1, 3:0 wegen Aufgabe.<br />

Nils Oster (Nr. 2) von der Fachvereinigung<br />

stand im Finale der Herren 55+ Gunther Raab<br />

(Nr. 4, SV Berliner Bären) gegenüber, das er mit<br />

6:1, 6:0 gewann. Bei den Herren 50+ setzte sich<br />

Herren 50: Kai Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß“) feiert<br />

seinen Sieg<br />

Kai Ehrenschneider (Nr. 6) vom LTTC “Rot-Weiß”<br />

gegen Tony Morgan (Nr. 3, Hallescher TC Peißnitz)<br />

mit 6:1, 7:5 durch.<br />

Hier sei ein kurzer, heimlicher Blick hinter die<br />

Kulissen der SUTOS-Seele gestattet:<br />

Das teilnehmerstärkste Feld der Herren 50+<br />

bestritten wir mit 7 Sutonen, der Letzte musste<br />

sich im Viertelfinale dem an Nr. 1 gesetzten<br />

Andreas Blanck geschlagen geben. „Jetzt hat er<br />

fast alle von uns durch“… war der Tenor nach einem<br />

spannenden Match und die stille Bewunderung<br />

über dieses unspektakuläre, aber sehr<br />

passgenaue und laufstarke Spiel des Siegers<br />

war nicht zu überhören. Leider musste Andreas<br />

Blanck sein Halbfinalspiel wegen einer Verletzung<br />

absagen.<br />

Die Konkurrenz der Herren 40+ gewann Michael<br />

Buttkus (Nr. 2) vom BTC Grün-Gold 1904 gegen<br />

Mario Matalla (Nr. 4) vom TC Rot-Weiß Großbeeren<br />

mit 5:7 6:1 10:5 nach einem nervenaufreibenden<br />

und spannendem Match.<br />

Motivation und Selbstanalyse wie „Come on“,<br />

„uaaaahhh, seit 10 Jahren ist diese Vorhand<br />

weg, wieso tue ich mir das immer wieder an “,<br />

„da melde ich mich extra bei nem Seniorenturnier<br />

an und da kommt wieder so´n Knaller“<br />

(der Aufschlag des Gegners hatte gefühlte 230<br />

km/h) und „ geh in die Knie“ waren fester Bestandteil<br />

der gesamten Turnierwoche und sorgten<br />

für die beliebten Tennisemotionen.<br />

Dies und vieles andere zeigt, wie kreativ Tennis<br />

ist. Jeder Spieler hat seinen eigenen Spielstil<br />

und Modetick. Wir beobachteten die kuriosesten<br />

Aufschlagzeremonien und filmreife (oft<br />

lautstarke) Beruhigungsrituale, staunten über<br />

Vereins-Chef Thorsten Kusch (Mitte) ehrt die<br />

Finalisten Raab und Oster der Herren 55<br />

Siegerin Susanne Boesser (l., TC 1899 Blau-Weiss),<br />

Finalistin Silke Lipecky (TC Treptower Teufel) und<br />

Oberschiedsrichter Hennin Magens<br />

Elektrolyt-Cocktails in den schillerndsten Farben<br />

und Seltsames zum Naschen.<br />

Dieses Turnier hat wieder gezeigt, LK´s sind<br />

Schall und Rauch, Gesetzte werden geschlagen<br />

und Spieler mit hohen Leistungsklassen<br />

triumphieren plötzlich überraschend. Die Vielfalt<br />

der Spielercharaktere ist das Spannende,<br />

der Wunsch nach Bewegung und die Leidenschaft,<br />

die gelbe Filzkugel zu beherrschen, das<br />

Verbindende.<br />

Wir freuen uns auf 2018!<br />

Cathrin Büsse-Krienitz, SUTOS; Fotos: © Sutos 1917<br />

56<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


TV Frohnau: Jugend-Nordpokal <strong>2017</strong><br />

Favoritensiege und<br />

Überraschungsfinalisten<br />

TVBB Sport<br />

Ewa Samberger (LTTC<br />

"Rot-Weiß) besiegt im<br />

Finale der U16 Christina<br />

Abeln (TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee)<br />

Das traditionelle Pfingstturnier fand<br />

vom 1. bis 5. Juni auf der Anlage der<br />

TV Frohnau statt. Gespielt wurde in<br />

den Konkurrenzen U12 bis U18. Mit<br />

mehr als 150 SpielerInnen war die<br />

Veranstaltung im Norden Berlins<br />

wieder sehr gut besetzt. Bei teilweise<br />

turbulentem Wetter gab es viele<br />

spannende und hochklassige Matches.<br />

Pünktlich zum Finaltag am<br />

Pfingstmontag zeigte sich wieder<br />

die Sonne und so konnten standesgemäß<br />

die Sieger gekürt werden.<br />

Gesetzte sichern sich Titel<br />

Die Juniorinnen-Konkurrenz U12 wurde von<br />

Karla Liegle angeführt, die ihrer Favoritenrolle<br />

gerecht wurde und ins Finale einzog. Auf ihrem<br />

Weg dorthin musste die “Rot-Weiße” im Halbfinale<br />

allerdings hart gegen ihre stark aufspielende<br />

Vereinskameradin Natalie De L´or kämpfen,<br />

bevor der 6:4, 7:5-Erfolg feststand. In der unteren<br />

Tableauhälfte schied die an Position zwei<br />

gesetzte Maria Fijalkowska (Grunewald TC) bereits<br />

im Viertelfinale gegen die Ungesetzte Corinna<br />

Rietmann (Dahlemer Tennis-Club) nach<br />

drei hart umkämpften Sätzen mit 6:2, 2:6, 5:10<br />

aus. Marias Schwester, Anna Fijalkowska (ebenfalls<br />

Grunewald TC), konnte sich im Halbfinale<br />

dann aber mit 7:5, 6:4 gegen Rietmann durchsetzen.<br />

Das Finale wurde eine sehr deutliche<br />

Angelegenheit für Liegle, die mit 6:1, 6:0 klar<br />

siegte.<br />

Bei den gleichaltrigen Jungen kam es im Endspiel<br />

zum Aufeinandertreffen der beiden topgesetzten<br />

Mariano Dedura-Palomero (BFC Alemannia)<br />

und Phillipp-Maximilian Hübert (TC<br />

Schwarz-Gold). Favorit Dedura-Palomero gab<br />

bis zum Halbfinale lediglich ein Spiel ab und war<br />

auch in diesem gegen seinen Vereinskameraden<br />

Daniel Podoprygora, der Nummer vier der<br />

Setzung, mit 6:1, 6:2 überlegen. Auch Hüberts<br />

Weg ins Finale verlief ungefährdet. Selbst dem<br />

an drei gesetzten Max Heidolf (SV Zehlendorfer<br />

Wespen) ließ Hübert mit 6:1, 6:0 keine Chance.<br />

Somit konnte man also auf ein ausgeglichenes<br />

Finale hoffen. Das hielt nicht, was es versprach.<br />

Dedura-Palomero bestimmte das Match, siegte<br />

klar 6:0, 6:3.<br />

Niedens besiegt “Favoritenschreck”<br />

Im Tableau der Juniorinnen U14 spielte sich die<br />

Favoritin Diana Niedens vom LTTC “Rot-Weiß”<br />

ebenfalls problemlos bis ins Finale. Selbst die<br />

an Position drei eingestufte Lisa Nogossek (SV<br />

Zehlendorfer Wespen) bereitete<br />

Niedens beim 6:2, 6:2-Sieg keine<br />

Schwierigkeiten. Im Endspiel traf Niedens<br />

dann auf Lokalmatadorin und „Favoritenschreck“<br />

Hannah Pieper (TV Frohnau).<br />

Sie bezwang im Viertelfinale erst in einem<br />

an Spannung kaum zu überbietendem engen<br />

Spiel die Nummer zwei gesetzte Emily<br />

Roß (SV Zehlendorfer Wespen) mit 4:6,<br />

6:4, 11:9, bevor Pieper dann in der Vorschlussrunde<br />

mit Anastasia Rutz (Tennis-Club<br />

Heiligensee) die nächste Gesetzte<br />

mit 6:0, 6:3 verabschiedete. Im<br />

Finale erwies sich die topgesetzte<br />

Niedens mit harten Powerschlägen<br />

doch zu stark für Pieper und<br />

beendete mit 6:3, 6:2 den Lauf der<br />

Frohnauerin.<br />

Im 64-er Feld der Junioren spielte sich der an<br />

zwei gesetzte Yannick Heitzeberg (TC 1899<br />

Blau-Weiss) mühelos nach Siegen gegen Malte<br />

Schmidt (TV Frohnau), Jakob Schulz (SV<br />

Zehlendorfer Wespen), Bela Maleu (Hermsdorfer<br />

Sport-Club) und Julius Wolter (TC<br />

1899 Blau-Weiss) ins Finale. Dort traf Heitzeberg<br />

auf seinen an Position drei gesetzten<br />

Vereinskameraden Julius van der Linden. Dessen<br />

Weg ins Finale führte über Siege gegen<br />

Lukas Schenkel (DJK Wittibreut/BTV), Jonas<br />

Fattah und Jill Geelhaar (beide TC Grün-Weiß-<br />

Gold 1919 Tegel), sowie kampflos über Leonhard<br />

Stoll (TC Tiergarten). Im Endspiel erwies<br />

sich Heitzeberg als der konstantere Akteur,<br />

siegte ungefährdet 6:3, 6:2.<br />

Ungesetzte überzeugen<br />

Bei den U16-Juniorinnen gab es lediglich acht<br />

Meldungen. Das sagte aber nichts über die<br />

Qualität des Feldes aus. Die Setzliste wurde<br />

gehörig auf den Kopf gestellt, und so kam<br />

es zum Finale zwischen Ewa Samberger (LTTC<br />

“Rot-Weiß” und Christina Abeln (TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee). Während Abeln das Endspiel durch<br />

Zwei-Satz-Siege gegen Luisa Knabe (TV Frohnau)<br />

und ihre Vereinskameradin Magdalena<br />

Hübel erreichte, musste sich Samberger deutlich<br />

mehr strecken. Im Viertel- sowie im Halbfinale<br />

musste sie jeweils über die volle Distanz<br />

gehen. Besonders in der Vorschlussrunde gegen<br />

die Topgesetzte und ein Jahr ältere Friderike<br />

Klein (TC Grün-Weiß Lankwitz) kämpfte<br />

Yannick Heitzeberg<br />

(TC 1899 Blau-Weiss)<br />

siegte im<br />

clubinternen Finale<br />

über Julius van der<br />

Linden<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 57


TVBB Sport<br />

Chistin Laabs (TTC SportForum<br />

Bernau) wurde in der U18 ihrer<br />

Favoritenrolle gerecht<br />

Schlug eindrucksvolle Winner:<br />

Philipp Olsson (TC Grün-Weiß<br />

Nikolassee), Sieger der U18<br />

sich die gebürtige Polin<br />

eindrucksvoll nach im<br />

Tie-Break verlorenem ersten<br />

Satz mit 6:0 im zweiten Satz zurück<br />

und behielt im Match-Tie-Break mit<br />

10:6 die Oberhand. Im Finale begegneten<br />

sich beide Spielerinnen auf<br />

Augenhöhe, waren sich mit ihrem<br />

geradlinigen Grundlinienspiel sehr<br />

ähnlich. Nach anfänglicher Führung<br />

in Satz eins musste Abeln diesen<br />

dann aber doch mit 4:6 abgeben.<br />

Und auch im zweiten Satz konnte<br />

die Nikolasseerin die anfängliche<br />

Führung nicht zum Satzausgleich<br />

nutzen. Somit ging<br />

auch dieser Durchgang 6:3 an<br />

Samberger.<br />

Ganz anders die Endspielpaarung<br />

bei den Junioren. Hier<br />

bestätigten die Favoriten Maximilian<br />

Komm (Nummer eins, TC SCC) und der<br />

erst 14-jährige Lukas Maskow (TC Grün-Weiss<br />

Nikolassee) ihre Setzungen. Während Komm bis<br />

zum Semifinale lediglich sieben Spiele abgab<br />

und auch in diesem gegen Andre<br />

Frid (LTTC “Rot-Weiß”) mühelos<br />

mit 6:1, 6:1 siegte, musste<br />

Maskow wesentlich mehr Kräfte<br />

lassen. Besonders im Halbfinale<br />

verlangte ihm der an vier gesetzte<br />

Yannick Seutz (TC Grün-Weiß<br />

Lankwitz) alles ab, ehe der Nikolasseer<br />

mit 6:4, 4:6, 10:8 den Platz als Sieger<br />

verlassen konnte. Diese Strapazen<br />

waren Maskow dann im Finale allerdings<br />

nicht anzumerken. Er setzte er<br />

sich überraschend deutlich mit 6:2, 6:1<br />

gegen den SCC-er durch.<br />

Laabs wird Favoritenrolle gerecht<br />

In der sogenannten Königsklasse<br />

U18 wurde Christin Laabs (TTC<br />

SportForum Bernau) nach Siegen<br />

gegen Sonja Wind (TC<br />

Grün-Weiss Nikolassee) und<br />

Lina Brandt (TC 1899 Blau-<br />

Weiss) ihrer Favoritenrolle<br />

gerecht. Im Endspiel<br />

traf Laabs aber nicht auf<br />

die an Nummer zwei<br />

gesetzte Anne-Kathrin<br />

Abeln (TC Grün-<br />

Weiss Nikolassee),<br />

sondern<br />

auf Malin Oleen (Berliner Sport-Verein 1892),<br />

die Abeln im Auftaktmatch 6:3, 6:3 bezwungen<br />

hatte, und auch im Halbfinale gegen Katrin<br />

Rietmann (TK Blau-Gold Steglitz) mit 6:1, 6:1 die<br />

Oberhand behielt. Das Finale entwickelte sich<br />

dann zu einem ständigen Hin- und Her in dem<br />

beide Kontrahentinnen abwechselnd die Führung<br />

übernahmen. Schließlich gewann Laabs<br />

aber den ersten Satz mit 6:4 und ging danach<br />

4:1 in Führung. Aber Oleen fand mit ihrem ungebremsten<br />

Kampfgeist zurück ins Match, verkürzte<br />

zum 3:3. Danach gelangen Laabs drei<br />

Spielgewinne. Sie sicherte sich verdient mit 6:3<br />

den zweiten Satz - Turniersieg.<br />

Von den Junioren wurden die Zuschauer besonders<br />

im Finale mit spektakulärem und mitreißendem<br />

Tennis belohnt. Gegenüber standen<br />

sich die Vereinskameraden vom TC Grün-Weiss<br />

Nikolassee, Joshua Kugel, und der an zwei gesetzte<br />

Philipp Olsson. In ihren beiden Halbfinalspielen<br />

blieben Kugel und Olsson jeweils ohne<br />

Satzverlust. Kugel schickte mit druckvollem, offensiven<br />

Spiel die Nummer drei der Setzliste,<br />

Lokalmatador Leon Czarnikau, mit 6:4, 6:3 vorzeitig<br />

nach Hause. Olsson bezwang Philipp Pavlenko<br />

(Nummer vier, TK Blau-Gold Steglitz) mit<br />

6:3, 6:1. Im Endspiel zeigten beide Finalisten<br />

dann von Beginn an ihr Können. Die Zuschauer<br />

sahen lange Grundlinienduelle, die meistens zu<br />

Gunsten von Olsson ausgingen. Er gewann Satz<br />

eins überlegen 6:2.<br />

Auch im zweiten Satz sah nach einer schnellen<br />

3:0-Führung alles nach einem klaren Zwei-Satz-<br />

Sieg für den an zwei gesetzten Olsson aus. Besonders<br />

die fünf Spielverluste nacheinander<br />

zerrten an den Nerven von Kugel. Dennoch gab<br />

dieser nicht auf und verkürzte zwischenzeitlich<br />

zum 1:3. Doch gerade als Kugel wieder Morgenluft<br />

schnupperte, antwortete Olsson mit einem<br />

eindrucksvollen Winner auf einen überragend<br />

gespielten Stoppball von Kugel. Olsson schlug<br />

danach seinem Mannschaftskameraden noch<br />

eine krachende Vorhand um die Ohren und<br />

zog wie schon im ersten Satz auf 4:1 davon. Die<br />

langen und kräftezehrenden Ballwechsel hatten<br />

Spuren bei Olsson hinterlassen. Seine rechte<br />

Schlaghand schmerzte. Bei 4:2 musste er eine<br />

Verletzungspause nehmen. Kugel versuchte<br />

zwar das Handicap seines Gegners auszunutzen,<br />

doch Olsson beeindruckte weiter mit seinem<br />

souveränen Auftreten und seinem vorausschauenden<br />

Spiel. Er brachte das Match mit<br />

6:2 nach Hause. „Joshua und ich kennen uns<br />

sehr gut vom Training. Mir ist es besser gelungen,<br />

meine Taktik umzusetzen“, freute sich der<br />

Sieger.<br />

Die Turnierleitung, sie bestand wie im Vorjahr<br />

aus dem Jugendwarte-Team, dankte allen Beteiligten<br />

für die tatkräftige Unterstützung, besonders<br />

für das unermüdliche „Beackern“ und<br />

Trocknen der Plätze. Einhelliges Urteil der Teilnehmer:<br />

Wir freuen uns auf das Turnier 2018.<br />

Linda Fritschken,<br />

Fotos: Andreas Springer<br />

58<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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TVBB Sport<br />

Gast Rudi Molleker (l.), Meister Theo Oeltermann (TC Weiße Bären Wannsee), Finalist<br />

Benotto Schmidt (TC Orange-Weiß Friedrichshagen), Dritter Johannis-Vincent Rimkus<br />

(SV Zehlendorfer Wespen), Halbfinalist Ferdinand Witting (TV Frohnau)<br />

Finalist Yannick Worring (l., LTTC “Rot-Weiß), Drittplatzierte Malina Exner (SV<br />

Zehlendorfer Wespen), Meisterin Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) und<br />

Katharina Winkler (TC SCC) freuten sich über die Gratulationen und Preise<br />

BTC Gropiusstadt: Midcourt-Verbandsmeisterschaften <strong>2017</strong><br />

Zhenikhova und Oeltermann<br />

gewinnen die begehrten Titel<br />

Die Midcourt-Verbandsmeisterschaften<br />

wurden in ihrer dritten<br />

Auflage am 26. und 27. Mai in der<br />

Altersklasse U9 auf der Anlage des<br />

BTC Gropiusstadt ausgetragen. Am<br />

Finaltag freuten sich die Teilnehmer<br />

über einen besonderen Gast.<br />

49 Kids kämpften im Dreiviertel-Feld mit<br />

orangenen Bällen, die 50 Prozent druckreduziert<br />

sind. Am ersten Turniertag wurde in Gruppen<br />

jeder gegen jeden gespielt. Aber nicht nur<br />

die Gruppensieger und einige Zweite durften<br />

sich über das Erreichen der Endrunde freuen,<br />

auch für alle anderen Teilnehmer ging es am<br />

zweiten Turniertag in zahlreichen Nebenrunden<br />

weiter. So kamen alle auf ihre Kosten und konnten<br />

sich mehrmals mit ähnlich starken Gegnern<br />

messen.<br />

Favoriten siegen<br />

Bei den Mädchen konnten sich die Favoriten<br />

durchsetzen. Alle vier gesetzten Spielerinnen<br />

gewannen in ihrer Gruppe ohne Satzverlust.<br />

Auch die Viertelfinalspiele liefen deutlich für die<br />

Gesetzten, einzig Yannick Worring (LTTC „Rot-<br />

Weiß“) musste gegen Leni Hefer (TC SCC) in den<br />

Match-Tie-Break.<br />

Im kleinen Finale um Platz drei gewann Malina<br />

Exner (SV Zehlendorfer Wespen) gegen Katharina<br />

Winkler (TC SCC). Den Titel sicherte sich<br />

die an eins gesetzte Sonja Zhenikhova (TK Blau-<br />

Gold Steglitz) mit 4:1, 4:1 gegen Yannick Worring<br />

.<br />

Auch bei den Jungen konnte sich der Top-Gesetzte<br />

Theo Oeltermann (TC Weiße Bären Wannsee)<br />

mit 4:1, 5:3 gegen Benotto Schmidt (TC<br />

Orange-Weiß Friedrichshagen) durchsetzen.<br />

Dritter wurde Johannis-Vincent Rimkus (SV Zehlendorfer<br />

Wespen) mit einem 5:3, 5:4(4) gegen<br />

Ferdinand Witting (SV Frohnau). Hier ging es<br />

auch schon in den Runden zuvor spannend zu:<br />

Theo konnte sein Halbfinale gegen Johannis-<br />

Vincent erst im Match-Tie-Break für sich entscheiden<br />

und auch Ferdinand und Johannis-<br />

Vincent hatten sich in ihren Viertelfinalspielen<br />

gegen Cassian Zils (TC SCC) und Felix Triquart<br />

(SV Zehlendorfer Wespen) erst in der „Verlängerung“<br />

den Sieg erkämpft.<br />

Neben den TVBB-Verbandstrainern Barbara Ritter<br />

und Jan Sierleja, die den Nachwuchs beobachteten,<br />

schaute auch die größte deutsche<br />

Tennishoffnung, der 16-jährige Rudolf Molleker<br />

(LTTC „Rot-Weiß“, aktuell Zehnter der U18-<br />

Weltrangliste), am Endspieltag vorbei. Für viele<br />

Kids ist er ein Idol, dem sie nacheifern wollen.<br />

Gemeinsam mit TVBB-Verbandsjugendwart Roland<br />

Goering gratulierte er den Besten bei der<br />

Siegerehrung. Rudi war gerade vom Jugend-<br />

Weltranglisten Turnier aus Mailand zurückgekommen,<br />

um sich in seiner Heimatstadt auf die<br />

Junior-French Open und die großen Weltranglistenturniere<br />

in Offenbach und die Allianz Kundler<br />

German Juniors beim LTTC „Rot-Weiß“ vorzubereiten.<br />

Kids und Eltern freuten sich über den<br />

besonderen Gast am Finaltag.<br />

Auch der TVBB-Kooperationspartner Hauptstadtsport.tv<br />

war vor Ort und produzierte ein<br />

schönes Video vom Turnier. Es ist auf Youtube,<br />

Facebook und der TVBB-Homepage zu sehen.<br />

Turnierleiter Roland Goering dankte den vielen<br />

Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung<br />

beigetragen haben. Neben der gastronomischen<br />

Betreuung waren die meisten davon<br />

am Platzrand als „Stand-by-Schiedsrichter“ im<br />

Einsatz. Neben Spielansetzungen und Ergebniseintragungen<br />

hatten diese selten mit Kindern<br />

zu tun, die sich verzählten oder geschlagene<br />

Bälle falsch beurteilten. Wenn es Probleme und<br />

Diskussionen gab, dann leider meist mit denjenigen,<br />

die eigentlich außer Anfeuerungen und<br />

positiver Unterstützung keinen Job bei den<br />

Spielen der Kids hatten: die Eltern. Wir hoffen,<br />

dass mit zunehmender Turnierroutine auch die<br />

Eltern ihre Aufgabe am Rande des Tennisplatzes<br />

besser verstehen, sich nicht einmischen. Denn<br />

die Kids regeln den Matchablauf schon sehr gut<br />

allein.<br />

Für 2018 hoffen die Veranstalter auf noch mehr<br />

Teilnehmer. Sie ermutigen alle Trainer und Vereine,<br />

ihre Schützlinge zu melden. Auch wenn es<br />

eine Verbandsmeisterschaft ist, durch den Modus<br />

mit Gruppenspielen und vielen Nebenrunden<br />

kommt jeder auf seine Kosten und auch<br />

diejenigen, die (noch) nicht um den Titel mitspielen<br />

können, bekommen viel Matchpraxis.<br />

Text und Fotos: Roland Goering, Verbandsjugendwart<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 59


TVBB Sport<br />

Alle Platzierten v.l.: Theo Oeltermann, Diego Dedura-Palomero, Friedrich Stoll, Carl Radtke, Zora König, Sonja Zhenikova, Nastasija Nesterovic und Malina Exner<br />

TC Lichterfelde 77:<br />

32. Jüngstenturnier – Verbandsmeisterschaft des TVBB in den AK U9, U10 und U10 auf Großfeld<br />

Nesterovic siegt erneut, Radtke zurück auf dem Thron<br />

Das Jüngstenturnier des TVBB wurde auch in diesem Jahr durch das erfahrene<br />

Team um Turnierleiter Bernd Lutz-Dettmer und Oberschiedsrichter<br />

Tobias Fuchs beim TC Lichterfelde 77 ausgetragen. Unter den 119 Teilnehmern<br />

aus 40 Vereinen waren einige Bekannte. In spannenden Spielen wurden<br />

die vier neuen VerbandsmeisterInnen in der U9 und U10 auf Großfeld<br />

mit Stage 1-Bällen ermittelt.<br />

Die sintflutartigen Regenfälle an den Tagen vor<br />

Turnierbeginn erzwangen eine eintägige Verzögerung<br />

des Turnierstarts, die jedoch wieder aufgeholt<br />

werden konnte.<br />

U9: Zhenikhova und Dedura-<br />

Palomero erfolgreich<br />

In der Konkurrenz U9 der Mädchen trafen im Finale<br />

die an eins gesetzte Sonja Zhenikhova (TK<br />

Blau-Gold Steglitz) und die Nummer zwei der<br />

Setzliste Malina Exner (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

aufeinander. Sonja, die im Mai Verbandsmeisterin<br />

auf dem Midcourt geworden war, konnte<br />

sich mit einem deutlichen 6:2, 6:2 durchsetzen.<br />

Im vergangenen Jahr noch war sie im Achtelfinale<br />

ausgeschieden. Sonja freute sich über den<br />

Erfolg bei ihrer dritte Teilnahme am Jüngstenturnier.<br />

Es ist ihr erster Titel von Lichterfelde.<br />

2018 will sie wiederkommen, und versuchen,<br />

dann den Erfolg in der U10 zu wiederholen.<br />

Malina Exner, Dritte der Midcourt-Meisterschaft,<br />

schaffte es bei ihrem ersten Jüngstenturnier<br />

gleich ins Finale.<br />

Im Finale der U9 der Jungen trafen Titelverteidiger<br />

Diego Dedura-Palomero (BFC Alemannia<br />

1890) und Midcourtmeister Theo Oeltermann<br />

(TC Weiße Bären Wannsee) aufeinander. Diego<br />

konnte sich mit 6:4, 6:3 durchsetzen und durfte<br />

den Pokal ein zweites Mal mit nach Hause nehmen.<br />

2018 wird er dann in der U10 starten und<br />

hofft auf den „Hattrick“.<br />

U10: König ohne Chance<br />

Bei den Mädchen der U10 trafen zwei alte Bekannte<br />

aufeinander: Nastasija Nesterovic (Grunewald<br />

TC) und Zora König (SV Zehlendorfer<br />

Wespen) bestritten vor einem Jahr ein spannendes<br />

und knappes Finale in der U9. Auch in<br />

diesem Jahr standen sie sich im Endspiel gegenüber.<br />

In Satz eins hielt Zora König beim 4:6<br />

noch gut mit. Im zweiten ging sie dann 0:6 unter.<br />

Nastasija Nesterovic wurde wieder Jüngsten-Verbandsmeisterin.<br />

Carl Radtke (LTTC `Rot-<br />

Weiss`Berlin), der im Vorjahr überraschender<br />

Weise in der U9 nur Zweiter wurde, stand erwartungsgemäß<br />

im Finale der U10 und setzte sich<br />

in drei Sätzen 3:6, 6:2, 6:0 gegen Friedrich Stoll<br />

(TC Tiergarten) durch.<br />

<strong>2017</strong> waren die Setzungen sehr genau. In jedem<br />

Finale trafen die beiden Favoriten aufeinander.<br />

Für die einzige große Überraschung sorgte in<br />

der U10 der Jungen der an drei gesetzte Stefan<br />

Fricke (SC Victoria Pankow). Er schied im Achtelfinale<br />

gegen den an acht gesetzten Andrey<br />

Gorodezki (Grunewald TC) aus, der dann in der<br />

nächsten Runde von dem ungesetzten Maximilian<br />

Holtz (TC Grün-Weiss Nikolassee) mit einem<br />

deutlichen 6:2, 6:1 aus dem Turnier gekegelt<br />

wurde.<br />

Großer Dank gilt den Organisatoren dieses tollen<br />

Turniers Bernd Lutz-Dettmer, Katrin Moritz<br />

und Diana Recknagel vom TC Lichterfelde 77.<br />

Sie umschifften mit Geduld Verbandsspieltermine<br />

und anderweitige Verpflichtungen der Spieler<br />

und Eltern, hielten so den Terminplan des<br />

Turniers strikt ein. Des Weiteren danke ich den<br />

Verbandstrainern Barbara Ritter und Jan Peer<br />

Sierleja, die wieder auf der Suche nach jungen<br />

Talenten, jeden Tag auf der Anlage waren. Nicht<br />

zuletzt gilt ein herzliches Dankeschön ebenso<br />

den Oberschiedsrichtern Hartmut Kneiseler und<br />

Tobias Fuchs. Ihre umfassende Regelkunde ermöglichte<br />

einen exakten Ablauf, so dass die Kinder<br />

sich auch bei diesem Turnier an die vorgeschriebenen<br />

Regularien gewöhnen konnten.<br />

Sarah von Westarp, Jüngstenreferentin des TVBB,<br />

Foto: Andreas Springer<br />

60<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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LTTC “Rot-Weiß”, Kids Cup <strong>2017</strong><br />

Punkten für das Masters<br />

TVBB Sport<br />

Die beiden Turniere im Juni, eingestuft in die Kategorie J-4, auf der Anlage des LTTC “Rot-Weiß” waren mit 82 und<br />

105 Meldungen der jüngsten Turnierspieler wieder gut besucht. Sogar Spieler aus Sachsen und Rheinland-Pfalz<br />

waren angereist. Leider mussten beim ersten Turnier viele Matches wegen Dauerregens in die Halle verlegt werden.<br />

Doch Turnierleiter Jan Wever umschiffte diese Klippe mit viel Übersicht.<br />

Gespielt wird seit diesem Jahr nach einem leicht<br />

geänderten Spielmodus in den Altersklassen<br />

U8, U10, U11 und U12.<br />

So werden die U8 und U10 ausgetragen: Zuerst<br />

gibt es Gruppenspiele, so dass jedes Kind<br />

an mindestens zwei Spielen teilnimmt. Es werden<br />

zwei Gewinnsätze bis vier gespielt, mit der<br />

No Ad Regel (kein Vorteil) und ein eventuell erforderlicher<br />

dritter Satz wird als Match-Tie-Break<br />

ausgetragen, Ad-Regel.<br />

In den AK U11 und U12 wird in 16-er Feldern<br />

(mit Nebenrunden) gekämpft. Es wird um zwei<br />

Gewinnsätze bis 6 gespielt, bei 6:6 wird ein Tie-<br />

Break bis 7 angewendet. Ein dritter Satz wird als<br />

Match-Tie-Break ausgetragen.<br />

1. Turnier (4. und 5. Juni)<br />

U8: Filo Wüst überrascht Kevin Fricke<br />

Neun Jungen und sechs Mädchen griffen zu altersgerechten<br />

Schlägern, spielten die Gruppenbesten<br />

aus. Einige junge Akteure fielen schon<br />

durch recht gute Technik auf, darunter Kevin Fricke<br />

(TC Victoria Pankow) und Filo Wüst (Berliner<br />

Hockey Club). Die beiden machten den Sieg unter<br />

sich aus. Wüst behielt mit 6:0 Matchpunkten<br />

eine weiße Weste. Er besiegte Fricke (4:2 Matchpunkte)<br />

unerwartet klar 4:1, 4:2.<br />

Bei den Mädchen setzte sich Julia Hoffmann<br />

vom Gastgeberclub “LTTC “Rot-Weiß” durch. Allerdings<br />

musste sie gegen Henriette Pollesche<br />

(Zehlendorfer TuS von 1888) hart kämpfen.<br />

Ehe sie sich versah, war Satz eins mit 0:4 vorbei.<br />

Dann drehte sie auf, holte sich mit umgekehrtem<br />

Resultat Durchgang zwei - Entscheidung im<br />

Match-Tie-Break. Die “Rot-Weiße” gewann ihn<br />

sicher mit 10:2 - Turniersieg.<br />

U10: Sieg für älteren Fricke-Bruder<br />

Bei den Mädchen gab es im Finale ein rot-weißes<br />

Club-Duell. In diesem zu Beginn ausgeglichenen,<br />

spannenden Match setzte sich Alissa<br />

Schweikard gegen Yannick Worring mit 4:3, 4:1<br />

verdient durch.<br />

Stefan Fricke (VfK) revanchierte sich im Finale<br />

der Jungen für die Niederlage seines Bruders<br />

in der jüngeren AK - Familienehre gerettet. Im<br />

achtköpfigen Hauptfeld, den Besten der Qualifikationsgruppen,<br />

musste er zuerst gegen Andrey<br />

Gorodezki (Grunewald TC) antreten, warf<br />

ihn mit 4:2, 4:2 aus dem Turnier. Im Halbfinale<br />

setzte er sich gegen Luca Schiller (LTTC “Rot-<br />

Weiß”) dank seiner guten Spielübersicht 4:3, 4:1<br />

durch. Sein Finalkonkurrent: Friedrich Hiebel (TC<br />

Blau-Gelb Bad Lausick/STV), der zuvor in einem<br />

ansehenswerten Match Felix Hingst (LTTC “Rot-<br />

Weiss”) 0:4, 4:3, nach Satzgleichstand im Match-<br />

Tie-Break 10:5 bezwungen hatte. Im Finale traf<br />

er auf Alexander Valle Zarate ((TC Victoria Pankow),<br />

der zuvor Jan-Niklas Buchwald (TC Grün-<br />

Weiß Lankwitz) 4:2, 4:2 ausgeschaltet hatte. Das<br />

Endspiel war kampfbetont, bot beim engen 4:3,<br />

4:3 für Stefan Fricke gutes Tennis.<br />

U11-Sieger Carl Radtke (LTTC "Rot-Weiß") ist ein Kandidat für den Masters-Sieg<br />

U11: Maria Brederlow macht es spannend<br />

Maria Victoria Brederlow (BTTC Grün-Gold) war<br />

mit einem 7:5, 6:2 gegen Zora Moaye Koffi (BSV<br />

92) ins Halbfinale gekommen. Dort gelang ihr<br />

mit 6:0, 6:0 in einer einseitigen Partie das “Idealergebnis”<br />

(auch “Brille” genannt) gegen Katharina<br />

Koopmann (VfK).<br />

Im Endspiel wartete Anouk van Riesen (TC 1899<br />

Blau-Weiss). Sie hatte zuvor nach anfänglicher<br />

Dominanz beim 6:1, 7:5 gegen “Platzherrin” Alice<br />

De L’or zum Schluss noch kämpfen müssen.<br />

Das Finale ging über die volle Distanz bis zum<br />

“Elfmeterschießen”. Van Riesen hatte Satz eins<br />

im Tie-Break 7:6 gewonnen, dann Durchgang<br />

zwei mit 2:6 abgegeben. Im Match-Tie-Break<br />

zeigte sie Nerven, verschlug zu viele Bälle. Die<br />

Quittung: 10:6-Sieg für Brederlow.<br />

Carl Radtke, wer sonst? Diese Frage stellte sich<br />

bei den Jungen. Auf der Setzliste war Carl, der<br />

2007 geboren ist, die Nummer zwei. Als Favorit<br />

galt der ein Jahr ältere Gregor Heinemann (TC<br />

Grün-Weiß Nikolassee). Beide erreichten auch<br />

das Finale. Heinemann nach Siegen über Magnus<br />

Meyer (VfK, 6:3, 6:4) und Marc Weismann<br />

(LTTC “Rot-Weiß”, 6:0, 6:2).<br />

Im Finale war Carl Radtke durch seinen Spielwitz<br />

und Spielintelligenz und seine guten Aufschläge<br />

der dominierende Spieler. Er siegte zu recht<br />

6:3, 6:4, stockte sein Punktekonto für das Masters<br />

weiter auf.<br />

U12: Eine kleine Spielerin trumpft auf<br />

In ihren drei Matches bis zum Sieg gab die kleine<br />

Amelie Warring (LTTC “Rot-Weiß”) nur drei<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 61


TVBB Sport<br />

Spiele ab. Das schaffte keine andere Spielerin,<br />

und bezeugt das Talent von Warring. Sie bezwang<br />

Chiara-Marie Wippert (Grunewald TC,<br />

6:1, 6:0) und im Halbfinale Natella Sardarov (TK<br />

Blau-Gold Steglitz) souverän 6:0, 6:0.<br />

Im Finale wartete Paulina Ulmer (TC SCC). Auf<br />

ihrem Weg ins Endspiel war sie der vom TC Rot-<br />

Weiss Kaiserslautern/Rheinland-Pfalz angereisten<br />

Emilia Zink (6:1, 6:0) und mit einiger Anstrengung<br />

Luysiane Hanna Spengler-Engel mit<br />

6:1, 3:6, 10:4 überlegen. Das Endspiel hatte Warring<br />

immer in der Hand, sie siegte überlegen<br />

6:0, 6:2.<br />

In der Jungenkonkurrenz kam es im Finale<br />

zum Aufeinandertreffen der beiden topgesetzten<br />

Spieler Lennert Jürgensen (Nr. 1, LTTC “Rot-<br />

Weiß”) und Louis Liebenthron (Nr. 2, TC Lichterfelde<br />

77). Jürgensen hatte im Semifinale den<br />

Leipziger Marek Wagner (TC RC Sport Leipzig)<br />

glatt 6:0. 6.2 bezwungen, Liebenthron kam ohne<br />

Spiel weiter, weil Artem Lyapshin (Nr. 3, Grunewald<br />

TC) nicht antreten konnte. Das Finale endete<br />

6:4, 6:0 für den Lichterfelder.<br />

2. Turnier (24. und 25. Juni)<br />

Viele der jungen Spieler hatten hatten es nach<br />

Matchende eilig, um ins Steffi-Graf-Stadion zu<br />

kommen. Dort liefen Halbfinals und Endspiele<br />

der Allianz Kundler German Juniors, bei denen<br />

viele Weltstars von morgen den Schläger<br />

schwangen.<br />

U8: Kevin Fricke - alle Matches zu null<br />

Marie Jolie Persike (TC Rot-Weiß Seeburg) war<br />

ohne Satzverlust ins Hauptfeld eingezogen.<br />

Dort schlug sie Elisabeth Valkozcy (LTTC “Rot-<br />

Weiß”) 4:0, 4:1 und stand im Endspiel. Dort war<br />

Juli Hoffmann (LTTC “Rot-Weiß”) ihr Gegnerin,<br />

die Katharina Reichert (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

4:3, 4:1 ausgebootet hatte. Im Finale war Persike<br />

mit 4:0, 4:1 überlegene Siegerin.<br />

Die zu null-Ergebnisse von Kevin Fricke (TC Victoria<br />

Pankow) kamen auch zustande, weil in den<br />

Gruppenspielen zwei seiner Gegner nicht antraten,<br />

er so kampflos zu 4:0 Matchpunkten und<br />

ohne Matches ins Hauptfeld kam. Doch er spielte<br />

weiter zu null - gegen Malte Talasi (LTTC “Rot-<br />

Weiß”) und auch im Finale gegen Luca Bergmann<br />

((SV Zehlendorfer Wespen) hieß es jeweils<br />

zweimal 4:0 für den Youngster. Ihm konnte an<br />

diesen zwei Tagen keiner Paroli bieten.<br />

U10: Zweiter Persike-Sieg<br />

Anna Persike (TC Rot-Weiß Seeburg) wollte ihrer<br />

jüngeren Schwester, die in der U8 erfolgreich<br />

aufschlug, nicht nachstehen. Sie schlug<br />

im Hauptfeld Mila Nerlich (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

deutlich mit 4:0, 4:1. Im Finale war Elisabeth<br />

Radtke (LTTC “Rot-Weiß”), die Schwester von<br />

Carl, ihre Gegnerin. Anna Persike war ihr beim<br />

4:0, 4:0 überlegen - Doppelerfolg der Persikes<br />

über den sich der Vater besonders freute.<br />

Für die Jungen-Konkurrenz hatten 21 Teilnehmer<br />

gemeldet, ein stattliches Feld. In sieben<br />

Gruppen wurde der jeweils beste Spieler für<br />

das Hauptfeld ermittelt. Mit dabei: Stefan Fricke<br />

(TC Victoria Pankow), der sich zum Dauersieger<br />

entwickelt. Er besiegte Karan Misra (LTTC<br />

“Rot-Weiß”) 4:1, 4:0. Frickes Finalgegner Benetto<br />

Schmidt (TC Orange-Weiß Friedrichshagen) hatte<br />

Alexander Valle Zarate (TC Victoria Pankow)<br />

souverän mit 4:2, 4:1 aus dem Turnier genommen.<br />

Auch im Finale bot er viele Proben seines<br />

Talents. Satz eins verlor Schmidt 1:4, holte sich<br />

den zweiten mit gleichem Resultat. Auch der<br />

Match-Tie-Break war eng. Erst zum Ende konnte<br />

Fricke die siegbringenden Winner zum10:7<br />

schlagen.<br />

Joshua Ledermann (TC 1899 Blau-Weiss), Dauerkonkurrent von Carl Radtke, sammele als Finalist auch Punkte<br />

für das Masters<br />

U11: Wieder siegt Carl Radtke<br />

Anouk van Riesen (TC 1899 Blau-Weiss) hatte<br />

sich Siegeschancen ausgerechnet. Doch die<br />

machte Helene Sommer (TV Machern Grün-<br />

Weiß/STV) im Halbfinale zunichte. Die Berlinerin<br />

musste sich mit 2:6, 5:7 geschlagen geben.<br />

Im Finale stand der Juniorin aus Sachsen Andra<br />

Braicu (TC SCC) gegenüber. Sie hatte im Halbfinale<br />

nach einem 4:6, 6:2 erst im Match-Tie-Break<br />

mit 10:7 über Sophia Wolf (SPOK) gesiegt. Auch<br />

das spannende Finale ging in die Verlängerung.<br />

Braicu sicherte sich mit einem umkämpften 6:2,<br />

5:7, 10:8 knapp den Turniersieg.<br />

Bei den Jungen triumphierte unbedrängt Carl<br />

Radtke vom Gastgeber-Club “Rot-Weiß”. Im Semifinale<br />

konnte sein Gegner Gregor Heinemann<br />

(TC Grün-Weiß Nikolassee) wegen einer Verletzung<br />

nicht antreten. Sein Finalgegner: Dauerrivale<br />

Joshua Ledermann (TC 1899 Blau-Weiss).<br />

Er musste beim eindeutigen 1:6, 1:6 die Überlegenheit<br />

von Carl Radtke anerkennen.<br />

U12: Zwei Schwestern in einem Feld<br />

Geschwister sind beim Kids Cup keine Seltenheit.<br />

Aber spielstarke Schwestern in einer Konkurrenz?<br />

Das gibt es selten, vielleicht nur beim<br />

Kids Cup.<br />

Maria und Anna Fijalkowska (beide Grunewald<br />

TC) hatten Chancen, ins Finale zu kommen. Maria<br />

schaffte es auch. Zuvor hatte sie in der Vorschlussrunde<br />

Jolina Meyer (TC BSC Süd 05 Brandenburg,<br />

6:2, 6:0) das Bag packen lassen. Colina<br />

Malazszak (SV Berliner Bären) verwehrte das Anna<br />

Fijalkowska das Endspiel durch ihren schwer<br />

errungenen 5:7, 6:4, 10:3-Erfolg. Endspiel: Maria<br />

Fijalkowska vs Malazszak. Maria siegte sicher<br />

mit 6:2, 6:2.<br />

Bei den Jungen schlug der dritte Spross aus der<br />

Seeburger Persike-Familie auf. Er spielte sich ins<br />

Halbfinale, wo er Gabriel Linovic ((TC Rot-Gold<br />

Rehberge) 4:6, 1:6 unterlag. So kam es zum vereinsinternen<br />

Finale gegen Daniel Podoprigora.<br />

Linovic war der aktivere, spielbestimmende Akteur,<br />

gewann 6:3, 6:2.<br />

Turnierleiter Markus Zoecke: “Wir haben viel gutes<br />

Tennis erlebt. Erstaunlich, wie gut sich manche<br />

Kids entwickeln. Ich rate ihnen, fleißig weiter<br />

zu trainieren und freue mich, die Besten beim<br />

Masters Anfang September wiederzusehen.”<br />

Das Kids Cup Masters findet am 2. und 3. September<br />

beim LTTC “Rot-Weiß” statt.<br />

Bernd Prawitz<br />

Fotos: Claudio Gärtner<br />

62<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


TC Lichtenrade. 1. TCL-Junior-Cup<br />

Starke Resonanz, guter Sport<br />

Vom 22.04.-24.04.<strong>2017</strong> startete<br />

beim TC Lichtenrade der 1. TCL-Junior-Cup<br />

in der Altersklasse U 14. Die<br />

Nachfrage war mit über 80 Anmeldungen<br />

sehr groß. Das die Felder<br />

beim Einzel auf jeweils 18 Spieler/<br />

innen begrenzt waren, konnten jedoch<br />

leider nicht alle Jugendlichen<br />

teilnehmen. Am Samstag erfolgten<br />

die Gruppenspiele und am Sonntag<br />

und Montag die Finalrunden.<br />

Junioren-Einzel : Die Finalisten Moritz Kettner,<br />

Yannick Heitzeberg<br />

Juniorinnen-Einzel : Klara Maciejewska, Heino Henke<br />

(1. Vorsitzender des TC Lichtenrade), Lisa Nogossek<br />

TVBB Sport<br />

Junioren-Doppel: Michael Agwi, Moritz Kettner, Max<br />

Lammers, Maximilan Sperling<br />

Juniorinnen-Doppel: Felicia Strauchmann / Cristina<br />

Schaale und Maria Fijalkowska / Anna Fijalkowska<br />

Trotz sehr wechselhaften Wetters bekamen die<br />

Zuschauer an allen Tagen U14-Spitzentennis geboten.<br />

Bei den Juniorinnen gewann im Einzel<br />

die polnische Spielerin Klara Maciejewska gegen<br />

Lisa Nogossek (Zehlendorfer Wespen) mit<br />

6:0 und 6:4. Beide hatten zuvor im Halbfinale<br />

sehr spannende und hochklassige Spiele absolviert.<br />

Klara Maciejewska siegte hierbei gegen<br />

Julia Zhu (Verein für Körperkultur) und Lisa Nogossek<br />

setzte sich gegen Lykke Bertelsen aus<br />

Dänemark durch.<br />

Bei den U14-Junioren kam es zu einem rein<br />

blau-weißen Berliner Finale. Dabei siegte Yannik<br />

Heitzeberg gegen Moritz Kettner knapp mit<br />

7:6 und 7:5. Beide zeigten ein für diese Altersklasse<br />

starkes Tennisspiel. Im Halbfinale hatten<br />

Michael Agwi (TK Blau-Gold Steglitz) und Julius<br />

van der Linden (TC Blau-Weiss Berlin) das<br />

Nachsehen.<br />

Als momentan einziges Jugend-Ranglistenturnier<br />

in Berlin-Brandenburg boten wir auch<br />

Doppel-Konkurrenzen an. Diese Wettbewerbe<br />

wurden bei der Premiere ebenfalls sehr gut<br />

angenommen.<br />

Bei den Junioren gewannen im Finale Michael<br />

Agwi/Moritz Kettner gegen Maximilian Sperling/Max<br />

Lammers (LTTC Rot-Weiß Berlin). In<br />

den sehr spannenden Halbfinal-Spielen schieden<br />

Yannick Heitzeberg/Julius van der Linden<br />

(TC Blau-Weiß Berlin) und Artur Ivanenko/Felix<br />

Zabel (TK Blau-Gold Steglitz/TC SCC Berlin) aus.<br />

Das Juniorinnen-Finale gewannen Cristina<br />

Schaale/Felicia Strauchmann (TC SCC Berlin) gegen<br />

Anna Fijalkowska/Maria Fijalkowska (Grunewald<br />

TC), die sich zuvor im Halbfinale gegen<br />

Lisa Nogossek/Deborah Vogler (Zehlendorfer<br />

Wespen) bzw. Nathalie Voigt/Anastasia Valle Zarate<br />

(TC Grün-Weiß Lankwitz/Hermsdorfer SC)<br />

durchgesetzt hatten.<br />

Aufgrund der großen Nachfrage und der positiven<br />

Feedbacks sind in der Zukunft weitere Jugendturniere<br />

auch in den Altersklassen U12 und<br />

U16 geplant.<br />

Fabian Schimmelpfennig, Dirk Struck, Turnierleitung,<br />

Fotos: Dirk Struck<br />

Anzeige<br />

Ein gutes Match<br />

hat zwei Gewinner.<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 63


TVBB Sport<br />

U10: Jamie Stimming (l.), Benjamin Rosen, Florian Demnick, Johann Wenslau,<br />

Jannis Wennrich<br />

U14: Nils Bohnsack (l.), Tommy-Lee Bresch, Sebastian Manz, Felix Pogodda,<br />

Dominick Maaß<br />

Nord-Brandenburg, TC BSC Süd 05 Brandenburg: Jugend-Regionalmeisterschaften<br />

Schönes Turnier mit einem Wermutstropfen<br />

Wie in den Vorjahren war der TC BSC<br />

Süd 05 Brandenburg Gastgeber für<br />

die Kinder und Jugendlichen der<br />

Region Nord-Brandenburg zur Ermittlung<br />

ihrer Meister. Da vorab<br />

versäumt wurde, rechtzeitig den<br />

Termin für die Regionalmeisterschaften<br />

zu blocken, war wegen<br />

zeitgleicher Verbandsspiele die Beteiligung<br />

aus den 21 Vereinen leider<br />

mehr als übersichtlich. Mit wenigen<br />

kurzen Regen-Unterbrechungen<br />

konnten die Spiele um die begehrten<br />

Pokale zügig absolviert werden.<br />

U10: Jannis ist Midcourt-Meister<br />

Die Jungen der U10 ermittelten ihre Sieger und<br />

Platzierten im Midcourt. Nachdem in zwei Gruppen<br />

in einer Vorrunde gespielt wurde, ging es in<br />

die Spiele um die Platzierungen.<br />

Für das Finale hatten sich Jannis Wennrich und<br />

Johann Wenslau vom gastgebenden TC BSC Süd<br />

05 qualifiziert. Jannis agierte im ersten Satz nahezu<br />

fehlerfrei und konnte diesen 4:0 für sich<br />

entscheiden. Im zweiten Satz fand Johann deutlich<br />

besser in sein Spiel und konnte diesen 4:3<br />

gewinnen. Also musste der Match-Tie-Break<br />

über Sieg oder Niederlage entscheiden. Am Ende<br />

hatte Jannis das Quäntchen Glück auf seiner<br />

Seite und konnte mit 10:8 Punkten den Sieg für<br />

sich verbuchen.<br />

Im Spiel um Platz drei und vier standen sich Florian<br />

Demnick vom Gastgeber und Benjamin Rosen<br />

vom Brandenburger Tennisverein BSRK gegenüber.<br />

Auch hier konnte jeder Spieler einen<br />

Satz für sich entscheiden, so dass wiederum<br />

der Match-Tie-Break die Entscheidung bringen<br />

musste. Das bessere Ende hatte Florian Demnick<br />

mit 10:5 Punkten und durfte sich somit über<br />

den Bronzepokal freuen.<br />

U12: Bei den Jungen dominierte<br />

der Gastgeber<br />

Bei den Mädchen der U12 konnte Lana Reinicke<br />

vom TV Rathenow ihrer Favoritenrolle diesmal<br />

nicht gerecht werden. Nele Pogodda vom<br />

TC Wusterhausen konnte sie mit 6:4 und 6:4<br />

im Halbfinale besiegen. Im zweiten Halbfinale<br />

sorgte Josephine Bunk vom TC BSC Süd 05 für<br />

die zweite Überraschung mit ihrem deutlichen<br />

Sieg von 6:3 und 6:1 über Laurena Maaß vom TV<br />

Rathenow. In einem spannenden Finale konnte<br />

zunächst Nele mit druckvollen Bällen Josephine<br />

in Bedrängnis bringen und in Führung gehen.<br />

Doch Josephine fand immer besser in ihr<br />

Spiel und konnte Satz eins noch 7:5 für sich entscheiden.<br />

Auch Satz zwei war eng umkämpft<br />

mit dem besseren Ende mit 6:3 zugunsten von<br />

Josephine. Verdient durfte diese sich über ihren<br />

ersten Meistertitel freuen. Im Kleinen Finale<br />

standen sich dann die Vereinskameradinnen<br />

Laurena Maaß und Lana Reinicke aus Rathenow<br />

gegenüber. Als Siegerin ging Laurena mit<br />

einem Ergebnis von 6:3 und 6:3 aus diesem Duell<br />

hervor.<br />

Die Spiele der Jungen der U12 standen ganz im<br />

Zeichen des gastgebenden Vereins. Alle drei Pokale<br />

blieben am heimischen Turnerheim. Über<br />

den Gesamtsieg durfte sich ein weiteres Mal<br />

Fritz Schneider freuen, der sein Finale gegen<br />

Justin Ritschel mit 6:4 und 6:4 für sich entscheiden<br />

konnte. Im Kampf um den Bronzepokal<br />

konnte sich Maik Klose dann recht deutlich mit<br />

6:1 und 6:1 gegen Vereinskamerad Jordan Kaiser<br />

durchsetzen.<br />

U14: Bohnsack und Kramm souverän<br />

Der Titel der Jungen U14 ging an Nils Bohnsack<br />

vom TC Wusterhausen, der dem Finale gegen<br />

seinen Vereinsfreund Tommy-Lee Bresch mit 6:1<br />

und 6:0 seinen Stempel aufdrückte. Im Spiel um<br />

den Bronzepokal konnte sich Sebastian Menz<br />

vom TC BSC Süd 05 gegen Felix Pogodda vom TC<br />

Wusterhausen siegreich durchsetzen.<br />

Der Titel der Mädchen in der U14 ging an den<br />

gastgebenden Verein. Johanna Kramm ließ ihren<br />

Gegnerinnen nicht die Spur einer Chance<br />

und durfte sich verdient über den Siegerpokal<br />

freuen. Platz zwei sicherte sich Julia Stugk vor<br />

Alina Schulze (beide TC BSC Süd 05).<br />

U18: Verletzungen verhindern Start<br />

Die U18 der Junioren standen unter keinem<br />

glücklichen Stern. Nachdem wenige Tage zuvor<br />

Jan-Eric Hellenberg aus Rathenow seine Teilnahme<br />

wegen einer Meniskusverletzung absagen<br />

musste, fiel am Turniertag Leonhard Bloche<br />

vom TC Wusterhausen krankheitsbedingt auch<br />

noch aus. In einem äußerst eng umkämpften<br />

Spiel sicherte sich Martin Kuska vom TC Wusterhausen<br />

den Endspielsieg mit 6:4, 6:4 gegen Aaron<br />

Huyoff vom TV Rathenow.<br />

U18: Martin Kuska (l) und Aaron Huyoff nach dem Finale<br />

Die Veranstalter vom Turnerheim konnten sich<br />

über ein gelungenes Turnier mit sehr emotionalen,<br />

aber fairen Begegnungen freuen. Ein Wermutstropfen<br />

war allerdings die zu geringe Beteiligung<br />

der startberechtigten Vereine.<br />

Text und Fotos: Ute Winkelmann<br />

64<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Süd-Brandenburg, Sportpark Lübben: Jugend-Regionalmeisterschaften <strong>2017</strong><br />

Große Kämpfe mit vielen Match-Tie-Breaks<br />

Die diesjährigen Jugend-Regionalmeisterschaften<br />

fanden nach 2014<br />

wieder im Sportpark Lübben (27.<br />

bis 28. Mai) statt. 45 Teilnehmer aus<br />

neun Vereinen hatten gemeldet, um<br />

die Meister in vier Altersklassen zu<br />

ermitteln. Zur Freude der Juniors<br />

entschloss sich die Turnierleitung,<br />

zusätzlich eine Doppel- und eine<br />

Mixed-Konkurrenz auszutragen.<br />

In das Finale der Altersklasse U12 der Mädchen<br />

spielten sich Anna Lena Noack und Linda<br />

Michling. Beide Spielerinnen stammen aus<br />

der stark aufspielenden Spiel- und Trainingsgemeinschaft<br />

TC Sängerstadt-Finsterwalde/TLV<br />

Doberlug-Kirchhain. Zuvor konnten sich Anna<br />

Lena über eine Vorrunde und danach im Halbfinale<br />

gegen Selin Miry (TV Dahme-Spreewald)<br />

mit 6:1, 6:0 und Linda gegen Priya Anjali Wagner<br />

(Herzberger TC) mit 6:3, 6:3 durchsetzen. Das<br />

Finale gestaltete Anna Lena Noack für ihr Alter<br />

überraschend souverän mit 6:1, 6:0. Bronze ging<br />

an Selin Miry und Priya Anjali Wagner.<br />

Die Besten der U12: Konrad Priebe (l.), Maik<br />

Hauwetter, Franz Priebe, Shawn Luca Wenda<br />

Bei den gleichaltrigen Jungs wurde eine Vierer-<br />

Final-Gruppe ausgespielt, in der jeder gegen jeden<br />

antrat. Nach spannenden Spielen stand am<br />

Ende Shawn-Luca Wenda (TC Frankfurt/O.) als<br />

neuer Meister fest. Er blieb als einziger Spieler<br />

ungeschlagen. Shawn-Luca setzte sich, mit großem<br />

Kämpferherz und guten Nerven ausgestattet,<br />

gleich zweimal im Match-Tie-Break gegen<br />

die Konkurrenz durch. Auf die folgenden Plätze<br />

spielten sich Franz Priebe (TC Frankfurt/O.), Maik<br />

Hauwetter (BSG Stahl Eisenhüttenstadt) und<br />

Konrad Priebe (TC Frankfurt/O.)<br />

Lausitzer TC dominiert die U14<br />

In der U14 sicherten sich zwei Spieler vom Lausitzer<br />

TC Cottbus die Titel. Die Mädchen-Konkurrenz<br />

stand im Zeichen von Lara Sophie<br />

Mudra. Sie konnte sich im Halbfinale mit kraftvollen<br />

Grundschlägen sicher gegen Wanda<br />

Brankatschk (TC Sängerstadt Finsterwalde) mit<br />

6:1, 6:1 behaupten. Um sich auch den „Sommer-Titel”zu<br />

sichern, musste Lara Sophie Mudra<br />

jedoch im Finale gegen Johanna Göldner<br />

(Cottbuser TV 92) taktisch und läuferisch einiges<br />

draufpacken. Erst nach zwei Stunden, die von<br />

einem ständigen auf und ab der Emotionen und<br />

Leistungen beider Spielerinnen geprägt waren,<br />

stand der Turniersieg mit 7:6, 6:2 für Mudra fest.<br />

Auf Platz drei: Vivien Just (TC Sängerstadt Finsterwalde)<br />

und Wanda Brankatschk.<br />

In der U14 dominierten Marc Schöler (l.), Paul<br />

Michelchen, Eddy Ewald, Tommi Eckstein<br />

TVBB Sport<br />

Paul Michelchen war Titelverteidiger und Favorit<br />

bei den Jungen. Dieses Jahr musste er sich allerdings<br />

mehr strecken als ihm recht war. Im Halbfinale<br />

konnte er sich gegen Marc Schöler (TC<br />

Frankfurt/O.) in einem anfangs knappen Match<br />

mit 7:5, 6:3 durchkämpfen. Das Finalspiel gegen<br />

Schölers Vereinskamerad Eddy Ewald sollte für<br />

die Zuschauer aber noch spannender werden.<br />

Nach zwei hitzigen Sätzen, von denen jeder einen<br />

gewann (1:6, 6:4) musste der Match-Tie-<br />

Break entscheiden. In dieser Phase spielte Paul<br />

Michelchen sein bestes Tennis und war nach<br />

dem 10:6 sichtlich erleichtert. Dritte Plätze gingen<br />

an Tommi Eckstein (TV Dahme-Spreewald)<br />

und Marc Schöler.<br />

Bei den U16 Juniorinnen stellte der TV Dahme-<br />

Spreewald mit Pia Pleuse und die SG Einheit Spremberg<br />

mit Eileen Kobus die Finalistinnen. Pia<br />

Pleuse setzte sich in der Vorschlussrunde gegen<br />

Anna Maria Schulze (TC Sängerstadt Finsterwalde)<br />

mit 3:6, 6:3 und 10:8 durch und Eileen Kobus<br />

konnte die aktuelle Hallenmeisterin Luca Sophie<br />

Babbe (TC Sängerstadt Finsterwalde) mit 6:3,<br />

6:1 bezwingen. Das Finale entschied die selbstbewusste<br />

Sprembergerin deutlich mit 6:1, 6:0<br />

für sich.<br />

In Abwesenheit von zwei Rivalen, Fabrice Batard<br />

Ruiz (TC Fürstenwalde 2013) und Lennard<br />

Sonnenberg (TC Dahme-Spreewald)) schien<br />

der Weg zum Titel für Tim Striedinger (Herzberger<br />

TC) frei. Während Striedinger sein Halbfinale<br />

erwartet sicher gegen Lokalmatador Paul Lucius<br />

(Aktiv Sport für Generationen) mit 6:0, 6:0<br />

gewann, spielte sich im unteren Tableau Finn<br />

Neundorf (TC Sängerstadt Finsterwalde) über<br />

das Viertelfinale gegen Noah Reißner (Lausitzer<br />

TC Cottbus, 6:4, 6:0) in das Halbfinale gegen<br />

Alexander Waschek (Stahl Eisenhüttenstadt, 1:6,<br />

6:3, 10:7) - Finale. Hoch motiviert wurde Finn<br />

Neundorf zu einem ebenbürtigen Gegner. Erst<br />

nach mehr als zweieinhalb Stunden Spielzeit<br />

mit unendlich langen Ballwechseln und dem Ergebnis<br />

von 3:6, 6:3, 10:7 stand Tim Striedinger<br />

als neuer Meister fest.<br />

“Königsklasse” geht an Dahme-Spreewald<br />

In beiden U18-Wettbewerben setzten sich, wie<br />

in den vergangenen vier Jahren, die Topgesetzten<br />

vom TV Dahme-Spreewald aus Königs Wusterhausen<br />

durch.<br />

Celina Schmidt (U18-Siegerin im Einzel, Doppel, Mixed)<br />

In den Halbfinals der jungen Damen war im oberen<br />

Tableau Celina Schmidt (TV Dahme-Spreewald)<br />

gegen Lena Träger (Cottbuser TV´92) mit<br />

6:0, 6:0 und in der unteren Hälfte Luisa Bandmann<br />

(Lausitzer TC Cottbus) gegen Jasmin<br />

Schöler (TC Frankfurt/O.) mit 6:1, 6:4 erfolgreich.<br />

Dauersieger Tamino Gerth (U18)<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 65


TVBB Sport<br />

Das Finale, eine Neuauflage von 2016, entschied<br />

Celina Schmidt sicher mit 6:1, 6:2 für sich.<br />

Am Finaltag der jungen Herren spielten sich zu<br />

einem Titelverteidiger Tamino Gerth (TV Dahme-Spreewald)<br />

über Wilhelm Kellner (SG Einheit<br />

Spremberg) mit 3:6, 6:2 und 10:7 und zum<br />

anderen Konstantin Zehnter (TV Dahme-Spreewald)<br />

gegen Benjamin Fritzsch (TC Frankfurt/O.)<br />

mit 2:6, 6:3, 10:6 in das Endspiel. Im vereinsinternen<br />

Finalduell kontrollierte der am Handgelenk<br />

stark gehandicapte Tamino Gerth routiniert das<br />

Spielgeschehen und wurde mit einem souveränen<br />

6:0, 6:0 abermals Meister.<br />

zwei weiteren Meistertiteln ihre „Goldenen<br />

Regionalmeisterschaften“.<br />

Nachdem sie an der Seite von Pia Pleuse das<br />

spannende Finale in der offenen Juniorinnen-<br />

Doppelkonkurrenz mit 7:6, 4:6, 10:7 gegen Luisa<br />

Bandmann/ Annabell Heinrich (beide Lausitzer<br />

TC Cottbus) gewonnen hatte, qualifizierte<br />

sie sich auch für das offenen Mixed-Finale. Zusammen<br />

mit ihrem Vereinskameraden Konstantin<br />

Zehnter erkämpfte sie sich gegen Annabell<br />

Heinrich/ Alexander Waschek mit 7:6, 6:4 auch<br />

diesen Titel .<br />

Wenn die acht Einzel-Regionalmeister aus sechs<br />

verschiedenen Vereinen kommen, ist das ein<br />

positives Signal und Resultat der verbesserten<br />

Kinder-und Jugendarbeit in einigen Vereinen.<br />

Finalistinnen im Doppel: Luisa Bandmann (l.),<br />

Annabell Heinrich, Celina Schmidt, Pia Pleuse<br />

Alexander Waschek (l.), Annabell Heinrich,<br />

Konstantin Zehnter und Celina Schmidt bestritten<br />

das Mixedfinale<br />

Während das U12/U14 Junioren-Doppelturnier<br />

souverän von der Kombination Franz Priebe/<br />

Marc Schöler (beide TC Frankfurt/O.) gewonnen<br />

wurde, krönte die erst 15-jährige<br />

Celina Schmidt (TV Dahme-Spreewald) mit<br />

Neben den Siegerpokalen für die Toplatzierten<br />

übereichte der Turnierleiter auch an alle Teilnehmer<br />

wertvolle Sachpreise von Tennis Point Berlin,<br />

vom Sportpark Lübben und der Tennisschule<br />

Gerth.<br />

Nach fünf schönen Jahren mit zehn aufregenden<br />

Regionalmeisterschaften scheide ich als Bezirksjugendwart<br />

aus. Ich freue mich, dass ich die<br />

jungen Spieler aus Süd-Brandenburg unterstützen<br />

durfte und danke den Turnierleitungen, Vereinsfunktionären,<br />

Eltern und Sponsoren für ihre<br />

Hilfe.<br />

Text und Fotos: Andy Gerth,<br />

Bezirksjugendwart Süd-Brandenburg<br />

Nachrichten<br />

TVBB: Jugend-Bezirksmeisterschaften Berlin <strong>2017</strong><br />

Rege Beteiligung, gutes Tennis<br />

An den Jugend-Bezirksmeisterschaften von Berlin,<br />

die vom 26. bis 31. Mai von acht Vereinen<br />

und Clubs durchgeführt wurden, beteiligten<br />

sich 131 Juniorinnen und 229 Junioren, insgesamt<br />

also 360 junge Aktive.<br />

Die Bezirksmeister <strong>2017</strong> von Berlin<br />

AK Berlin-Nord Berlin-Süd<br />

U11<br />

Worring, Amelie (LTTC “Rot-Weiß”)<br />

Kelch, Matteo (Grün-Weiß Bergfelde)<br />

Radtke, Carl (LTTC “Rot-Weiß”)<br />

U12 Zhu, Julia (Verein für Körperkultur) Fijalkowska, Maria (Grunewald TC)<br />

Dedura-Palomero, Mariano (BFC Alemannia 1890)<br />

Hagen, Michael (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

U14 Paul, Wiktoria (TTC SportForum Bernau) Samardzic, Anastasija (TC Grün-Weiß Lankwitz)<br />

Labitzke, Carl (Hermsdorfer Sport-Club)<br />

Heitzeberg, Yannick (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

U16 Kintscher, Oona (TC SCC) Loddenkemper, Gemma (SV Zehlendorfer Wespen)<br />

Hallberg, Lenny (TC SCC)<br />

Agwi, Michael (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

U18 Grodzki, Milena (TV Frohnau)<br />

Fleischhauer, Niclas (Siemens TK Blau-Gold)<br />

Pavlenko, Philipp (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

In den Siegerlisten (siehe Tabelle) tauchen bekannte,<br />

aber auch neue Namen wie Amelie Worring<br />

(U11, LTTC “Rot-Weiß) und Wiktoria Paul<br />

(TTC SportForum Bernau) auf.<br />

Freute sich über ihren ersten Bezirksmeister-Titel:<br />

Amelie Worring (LTTC “Rot-Weiß”)<br />

© Andreas Wüst<br />

Philipp Pavlenko (TK Blau-Gold Steglitz)<br />

bewies erneut sein Talent<br />

© Andreas Wüst<br />

Das Präsidium des TVBB dankt dem TC Weiße<br />

Bären Wannsee, der SV Reinickendorf, dem BFC<br />

Alemannia 1890 sowie dem Steglitzer TK, dem<br />

Grunewald TC, dem Potsdamer TC Rot-Weiß und<br />

dem TC Weiß-Rot Neukölln für die gute Turnierorganisation<br />

und Bereitstellung der Plätze für<br />

diese große Verbandsveranstaltung, bei der es<br />

viele spannende Matches gab.<br />

66<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Süd-Brandenburg, TC Lauchhammer<br />

Trauer um Ernst Jacob<br />

Eine Tennis-Legende aus der Westlausitz hat am<br />

1. April den TC Lauchhammer für immer verlassen.<br />

Im Jahre 1949 begann Ernst Jacob in Schwarzheide mit dem Tennisspielen.<br />

Bis zu seinem 89. Lebensjahr betrieb er sein Lieblingshobby.<br />

Wer Ernst Jacob suchte, musste zur Tennisanlage des TC Lauchhammer<br />

gehen.<br />

Hier trainierte er mit Freunden und Jugendlichen des Vereins. Über<br />

Jahrzehnte war er Stammspieler des TC Lauchhammer und dem TC<br />

Schwarzheide, wurde auch Bezirksmeister im Doppel der Senioren.<br />

Die Lausitzer Tennisspieler trauen um einen vorbildlichen<br />

Sportsmann.<br />

Werner Ludwig<br />

Ernst Jacob † <br />

TVBB Sport<br />

© Werner Ludwig<br />

Hradek/Rakovnik: Tschechien: Euroregion Nisa Cup<br />

Labitzke gewinnt erstes TE-Turnier<br />

Carl Labitzke (Hermsdorfer Sportclub) gewinnt<br />

sein erstes internationales Turnier in Hradek<br />

(Tschechien): Nach bereits fünf siegreichen Matches<br />

im Turnierverlauf der AK U12 setzt sich Carl<br />

auch im Finale des Euroregion Nisa Cup durch.<br />

In einem fast fehlerfreien, kopf- und kampfstarken<br />

Match gegen die polnische Nummer eins,<br />

Fryderyk Lechno-Wasiutynski, gewinnt er souverän<br />

mit 6:4, 6:1. Zwei Wochen später holt er<br />

die nächsten Siege in Rakovnik: Dritter Platz im<br />

Einzel und zum vierten Mal in Folge Finalsieger<br />

mit seinem treuen Doppelpartner Georg Israelan<br />

aus Lübeck. Herzlichen Glückwunsch!<br />

Sieger Carl Labitzke mit Trainerin Marielle Greschik<br />

<br />

© Barbara Labitzke<br />

TC Bad Weißer Hirsch, Dresden: 2. DTB Hirsche Open<br />

der Junioren<br />

Berliner Nachwuchs sichert sich zwei von<br />

drei Titeln<br />

In diesem Jahr wurde das Turnier in den Altersklassen<br />

U14 und U18 ausgetragen. Der Berliner<br />

Nachwuchs entführte zwei von drei möglichen<br />

Titeln in die Hauptstadt. Bei den Jungen der U18<br />

gelang ihnen sogar ein Dreifacherfolg. Es siegte<br />

Lamin Lourenzo da Silva (LTTC „Rot-Weiß“)<br />

im Finale gegen Niklas Rosseck (TC 1899 Blau-<br />

Weiss). Dritter wurde David Rathay (TC SCC Berlin).<br />

Bei den Jungen der U14 triumphierte Felix<br />

Zabel (TC SCC Berlin) nach vier glatten Siegen<br />

verdient. Bei den gleichaltrigen Mädchen wurde<br />

Elena Canovas Winkhaus (BSV 92) Dritte.<br />

Süd-Brandenburg, Lausitzer Tennsiclub: Regionalmeisterschaft<br />

Herren 30+<br />

Nur elf Teilnehmer in sechs Altersklassen<br />

Die Regionalmeisterschaften von Süd-Brandenburg<br />

waren für die Altersklassen 30, 40, 50, 60,<br />

65 und 70 ausgeschrieben. Aber nur elf Herren<br />

hatten für die Wettkämpfe im Cottbuser Eichenpark<br />

gemeldet - unrühmlicher Minusrekord.<br />

Selbst die Senioren-Hochburg Elsterwerda<br />

glänzte durch Abwesenheit. In einer Art Notlösung<br />

kämpfte der bescheidene Teilnehmerkreis<br />

- aus 5 Altersklassen zusammengefasst - um den<br />

Titel Herren 30+.<br />

So qualifizierte sich schließlich der 38-jährige<br />

Meik Blume vom TC Frankfurt/Oder, der den<br />

an eins gesetzten 56-jährigen Jost Kluttig (LTC<br />

Cottbus) mit 6:4, 6:0 aus dem Rennen geworfen<br />

hatte, mit 6:1, 6:2 über Piotr Greda (49 J.) vom<br />

Cottbuser TV 92 für die Endrunde. Sein Finalgegner<br />

wurde Christian Jähne (46 J.) vom CTV<br />

92, der über Sebastian Schwietzer (38 J.) vom<br />

LTC Cottbus mit 6:2, 6:1 und über Markus Crüger<br />

(42 J.) vom CTV 92 mit 6:1, 6:2 erfolgreich<br />

war. Nach einem glatten 6:0 und einem schwer<br />

erkämpften 6:4 im zweiten Satz über Christian<br />

Jähne ging der Frankfurter Meik Blume als Sieger<br />

hervor. Platz drei teilten sich Piotr Greda und<br />

Markus Krüger (beide CTV 92).<br />

Den Titel im Herren-Doppel gewann die Kombination<br />

Jürgen Meyer (TC Frankfurt/Oder)/<br />

Sebastian Schwietzer (LTC Cottbus) mit 6:3, 1:6,<br />

6:4 gegen Jens Kreuzenbeck (TC Jüterbog)/Matthias<br />

Dümke (Aktiv Lübben). Platz drei ging an<br />

Jost Kluttig (LTC Cottbus)/Christian Jähne (CTV<br />

92). Die Konkurrenz der Damen fiel mangels Beteiligung<br />

aus.<br />

Werner Ludwig<br />

Süd-Brandenburg: “Deutschland spielt Tennis<br />

Siebenjähriger verblüfft<br />

Sowohl mit Schnupper-Tennis als auch mit vereinsinternen<br />

Turnieren eröffneten beide Cottbuser<br />

Clubs am letzten April-Wochenende die<br />

Sommersaison <strong>2017</strong>. Bemerkenswert, dass sowohl<br />

der Cottbuser TV 92 als auch der Lausitzer<br />

TC jeweils mit 30 Teilnehmern - vom Nachwuchs<br />

bis zu den Senioren - dabei waren.<br />

Übungsstunden bei LTC-Vereinstrainer Stefan<br />

Saretz nahmen die Kinder und Jugendlichen in<br />

der DTB-Aktion "Deutschland spielt Tennis" gern<br />

wahr. Mit dem siebenjährigen Lukas Krautzig,<br />

der auf sage und schreibe 22 Ballwechsel mit<br />

seinem Übungsleiter kam, fiel das jüngste Talent<br />

vom Lausitzer Tennisclub besonders auf. Kein<br />

Wunder, den Tennisschläger hat Lukas mit Sicherheit<br />

von seiner Mutter Doreen Krautzig (geborene<br />

Kriese) in die Wiege gelegt bekommen,<br />

die seit 26 Jahren im Brandenburger Damen-<br />

Tennis spielbestimmend ist. Werner Ludwig<br />

Neuenhagener Tennis Club 93<br />

Neuenhagener Schüler gewinnen<br />

Landesfinale<br />

Die männlichen Teilnehmer am Landesfinale im NTC 93 © NTC 93<br />

Am 15. Juni war es wieder soweit. Das Tennis<br />

Landesfinale Brandenburg des Wettbewerbs<br />

„Jugend trainiert für Olympia“ wurde wieder<br />

auf der Anlage des NTC 93 ausgetragen. In der<br />

Wettkampfklasse III (männlich) setzte sich das<br />

Einstein-Gymnasium Neuenhagen gegen harte<br />

Konkurrenz aus Herzberg und Jüterbog durch.<br />

Das Korsett des Einstein Teams bestand aus Jugendlichen<br />

des NTC 93. Die Gäste fühlten sich<br />

wohl in Neuenhagen. Alle wurden mit schicken<br />

Shirts belohnt und mit aufwändigen Medaillen<br />

geehrt.<br />

Zusammenstellung: Bernd Prawitz<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong> 67


TVBB intern<br />

Alle Sutonen bei der Jubiläumsfeier versammelt<br />

Jubiläum: 100 Jahre Sutos<br />

Zeitgeist trifft auf Tradition<br />

Obwohl Spandau schon seit 1920 zu<br />

Berlin gehört, fahren viele Spandauer<br />

noch „nach Berlin“, wenn sie die<br />

Grenzen der Havelstadt in Richtung<br />

Ku`Damm verlassen. Und ganz im<br />

Norden dieses doch etwas besonderen<br />

Berliner Bezirkes liegt in Hakenfelde<br />

der Sport- und Tennisverein<br />

Olympia Spandau 1917 e.V., der am<br />

27. März seinen 100. Geburtstag feiern<br />

durfte. Idyllisch im Grünen gelegen<br />

mit einem besonderen familiären<br />

Flair – ein Wohlfühlverein.<br />

Gegründet wurde der Sutos<br />

mitten in Kriegszeiten<br />

als ein Schulsportverein,<br />

um der schon<br />

damals vorhandenen Bewegungsarmut<br />

der Schüler<br />

entgegen zu wirken.<br />

Leichtathletik war die<br />

Hauptsportart, etwas<br />

später kamen Hand- und<br />

Fußball dazu, erst 1922<br />

Tennis.<br />

Clubhaus<br />

1959 und<br />

1968<br />

Wie viele andere Vereine dieser Zeit<br />

hat auch der Sutos eine sehr wechselvolle<br />

und nicht immer einfache Geschichte. So<br />

wurde zu Beginn auf Tennisplätzen an der Zitadelle<br />

gespielt, doch bis zum Bezug der heutigen<br />

Anlage in der Wichernstraße im Jahr 1957 musste<br />

noch mehrfach das Domizil gewechselt werden.<br />

Aber es ging stets in die richtige Richtung,<br />

immer aufwärts, den Blick in die Zukunft gerichtet.<br />

So wurden aus drei Plätzen bald sechs, 1968<br />

entstand das Clubhaus und 1986 wurde gar eine<br />

feste Zwei-Feld-Halle errichtet.<br />

Diese Errungenschaften waren natürlich keine<br />

„Selbstläufer“. Es standen immer Menschen hinter<br />

jedem einzelnen Projekt, die mit viel Herzblut<br />

und Engagement ihren Verein vorangebracht<br />

haben. Welch glücklicher Umstand, dass<br />

es diese Menschen gab – ohne sie hätte der Sutos<br />

wahrscheinlich nicht 100 Jahre überlebt.<br />

Und auch heute noch gibt es sie bei uns, die Ehrenamtlichen,<br />

ohne die es einfach nicht geht.<br />

Mit Thorsten Kusch hat der Sutos einen engagierten<br />

und kompetenten Vorsitzenden gefunden,<br />

der es versteht, seine Mannschaft zu motivieren<br />

und immer wieder neue Talente für die<br />

Vereinsarbeit zu akquirieren.<br />

Daneben haben wir mit Benjamin<br />

Thiele einen hauptamtlichen<br />

Clubmanager, der<br />

geballte Tenniskompetenz<br />

sowohl als Trainer als auch<br />

im organisatorischen Bereich<br />

in die Waagschale<br />

wirft und ein nicht<br />

mehr wegzudenkendes<br />

Mitglied<br />

der Sutos-Familie<br />

geworden ist.<br />

Ein engagiertes<br />

Trainerteam kümmert<br />

sich um den Nachwuchs. Angefangen bei<br />

den Jüngsten im Drachenclub über das Jugendbis<br />

zum Mannschaftstraining aller Altersklassen.<br />

Die Feste werden gefeiert wie sie fallen. Ein Vergnügungsausschuss,<br />

der vor Ideen sprüht, sorgt<br />

nicht nur mit den beliebten Motto-Partys für<br />

Abwechslung im Veranstaltungskalender. Unser<br />

Wirt Marcus Kausch konnte in diesem Jahr sein<br />

20(!)-jähriges Jubiläum feiern. Es bedarf hier keiner<br />

weiteren Worte um seine Beliebtheit bei den<br />

Mitgliedern zu beschreiben. Die wunderschöne<br />

Anlage wird ständig gepflegt und Investitionen<br />

werden nicht gescheut um den Mitgliedern ein<br />

Ambiente zum Wohlfühlen zu bieten.<br />

Die zweimal jährlich erscheinende Vereinszeitschrift<br />

wird schon immer mit Ungeduld erwartet<br />

und von allen gern gelesen.<br />

Seit einiger Zeit sind sogar die Mitgliederzahlen<br />

wieder steigend. Das können nicht sehr viele<br />

andere Vereine von sich behaupten.<br />

Aus dieser positiven Stimmung heraus wurde<br />

das Jubiläum mit einem großen Ball am 1. April<br />

begangen. Vom Festkomitee lange Zeit geplant<br />

und akribisch mit viel Liebe vorbereitet,<br />

trafen sich sage und schreibe 240 Sutonen und<br />

feierten sich und ihren Club in wundervollem<br />

Ambiente im Festsaal des Johannesstiftes. Dabei<br />

waren – wie es bei einer Familienfeier üblich<br />

ist – alle Altersklassen von 15 bis 90 Jahren<br />

vertreten und tanzten Seite an Seite harmonisch<br />

durch die Nacht.<br />

Besonders gefreut hat uns, dass TVBB-Präsident<br />

Dr. Klaus-Peter Walter mit seiner Gattin der Einladung<br />

unseres Vorsitzenden gefolgt war und<br />

gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister von<br />

Spandau Helmut Kleebank zu den Ehrengästen<br />

des Balles gehörte.<br />

Auch wenn für die Berliner mindestens eine<br />

Brücke zu überqueren ist um in die Havelstadt<br />

Spandau zu gelangen: Vielleicht kommen Sie<br />

uns ja einmal besuchen, und überzeugen sich<br />

selbst von unserer besonderen Atmosphäre. Wir<br />

würden uns freuen.<br />

Andrea Kossack<br />

Fotos: Sutos<br />

68<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Harry Gerlach Tennis-Stipendium <strong>2017</strong><br />

Die optimale Entwicklung<br />

eines Tennisspielers<br />

In Zusammenarbeit mit der Harry Gerlach Wohnungsunternehmen<br />

GmbH und HEAD Deutschland hat die clubcourt<br />

Tennis Academy im Jahr 2016 ein besonderes Projekt<br />

ins Leben gerufen: das Harry Gerlach Tennis Stipendium.<br />

Wie schon im vergangenen Jahr berichten wir hier von<br />

neuen Entwicklungen rund um dieses Konzept.<br />

Nachdem 2016,<br />

im ersten erfolgreichen<br />

Jahr das<br />

Tennis-Stipendium<br />

stärker auf<br />

einzelne Kinder<br />

und den Breitensport<br />

ausgerichtet<br />

war,<br />

gab es nun in<br />

enger Absprache<br />

zwischen<br />

den clubcourt-Verantwortlichen<br />

und Familie<br />

Gerlach eine<br />

leichte Neuorientierung:<br />

Die Gründung der leistungsorientierten<br />

clubcourt Academy Pro mit vereinsunabhängigem<br />

Stützpunkttraining, bei dem neben<br />

Technik, Motorik und Athletik vor allem auch<br />

Fair-Play, Respekt und Teamgeist starke Berücksichtigung<br />

finden. Sparring, Match- und Videoanalysen,<br />

Leistungsdiagnostik und Turnierbetreuung<br />

runden das Komplettangebot ab.<br />

Besonders klasse: Das Training wird sowohl<br />

durch clubcourt als auch durch die Harry Gerlach<br />

Wohnungsunternehmen GmbH erheblich<br />

subventioniert. Dabei spielen sowohl spielerische,<br />

als auch soziale Aspekte entscheidende<br />

Rollen.<br />

Das im Mai dieses Jahres gestartete Projekt umfasst<br />

bereits nach zwei Monaten (Stand Juni<br />

<strong>2017</strong>) mehr als 20 Kinder, die auf der Anlage des<br />

NTC „Die Känguruhs“ in Blöcken von Benjamin<br />

Potsch (DTB A-Lizenz), Zorica Zasova (DTB B-Lizenz),<br />

Sven Pusback (Atletik Pro-Coach) und Dr.<br />

Rudolf Lassel (Sportwissenschaftler und Orthopäde)<br />

begleitet werden.<br />

Eines dieser Talente, die durch die Gerlachs,<br />

clubcourt und seinem Heimatverein, dem<br />

Tennis-Club SCC gefördert werden, ist Lenny<br />

Hallberg.<br />

Kurze Tennis-Vita von Lenny: Seitdem er im Jahr<br />

2011 zum SCC gewechselt ist, hat er durch gezielte<br />

Förderung eine spannende Entwicklung<br />

vollzogen. Mit 12 Jahren wurde er bereits Berliner<br />

Meister und hat inzwischen auch in Schweden<br />

ein hohes Ranking. Aus seinem Team im<br />

SCC ist er sowohl spielerisch<br />

als auch menschlich<br />

kaum wegzudenken.<br />

Lenny hat mit den SCC-<br />

Trainern Philipp Blank,<br />

Mats Oleen und Alexander<br />

Dersch in sechs Jahren<br />

seine Schläge, seine<br />

Schnelligkeit und auch<br />

seine Psyche stark entwickelt<br />

und ist kürzlich Berliner<br />

Bezirksmeister U16<br />

geworden.<br />

Es gibt zwischen Trainern<br />

und Spieler ein wertvolles<br />

Geben und Nehmen.<br />

Dabei spielt vor allem<br />

Philipp Blank eine wichtige<br />

Rolle - auf und neben<br />

dem Tennisplatz. Dieser<br />

Einsatz für den Spieler,<br />

der Glaube an ihn, ist besonders<br />

wertvoll. Der junge<br />

Spieler erkennt plötzlich<br />

die eigenen Möglichkeiten, da es ein paar<br />

freundliche Augen gibt, die ihn beobachten, sowohl<br />

beim Training als auch bei den Matches.<br />

Dabei steht vor allem das „Winning strong“ im<br />

Fokus, nicht das „Winning ugly“. Was auf dem<br />

Platz stattfindet wird notiert und analysiert. Es<br />

ist das alte Verhältnis von Meister und Lehrling.<br />

Philipp Blanck hat ganz nebenbei Lenny als „Co-<br />

Trainer“ geschult. Ein ganz wichtiger Aspekt<br />

für Lennys Entwicklung, auch einmal die andere<br />

Seite des Trainingsplatzes zu sehen und zu<br />

verstehen.<br />

Da das Training im Tennis-Club SCC aus Kapazitätsgründen<br />

an seine Grenzen stößt war das<br />

Zusatzangebot durch clubcourt und das Harry<br />

Gerlach Tennis-Stipendium ein Glücksfall für<br />

Lenny und seine Familie, die sich ohne diese Unterstützung<br />

diese Tennisausbildung nicht leisten<br />

könnten.<br />

Benny Potsch, Sven Pusback und Dr. Rudi Lassel<br />

arbeiten selbstverständlich ganz eng mit<br />

Philipp Blank zusammen, um dann auch gemeinsam<br />

wertvolle Hinweise an Lenny weiterzugeben.<br />

Es wird kein „Ausspielen“ der Trainer<br />

gegeneinander stattfinden. Jeder kann hier von<br />

jedem profitieren.<br />

TVBB intern<br />

Jetzt geht Lenny<br />

für ein Jahr<br />

an die schwedische<br />

Tennis-<br />

Akademie in<br />

Båstad, wo er<br />

mit dem assistierenden<br />

Davis Cup-<br />

Kapitän Jonas<br />

Svensson,<br />

einem<br />

der innovativsten<br />

Trainer Schwedens<br />

und dem renommierten ehemaligen Weltranglistenspieler<br />

Henrik Holm (1993 ATP Nr. 17) trainieren<br />

wird.<br />

Die clubcourt Academy Pro und der TC SCC wünschen<br />

ihm dabei viel Erfolg. Vor allem sind wir<br />

natürlich gespannt auf seine weitere Entwicklung<br />

und auf die Erfahrungen, die er auch den<br />

jugendlichen Spielern dann weitergeben kann.<br />

Alle Infos zur clubcourt Tennis Academy Pro<br />

und dem Harry Gerlach Tennis-Stipendium<br />

finden Sie unter www.clubcourt.de<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

69


TVBB intern<br />

Nachrichten aus Verband und Vereinen<br />

Personalien<br />

Reinhard Schadenberg, langjähriger Jugendsportwart<br />

und neu ernannter Kinderschutzbeauftragter<br />

des TVBB, hat sich in einem Brief an<br />

alle Jugenwarte der Mitgliedsvereine gewandt,<br />

um sie für das Kinderschutz-Projekt “Kleine Helden”<br />

zu gewinnen. Es wird vom ehemaligen Präventionsbeauftragten<br />

der Berliner Polizei Jascha<br />

Wozniak geleitet, der große Erfahrungen<br />

auf dem Gebiet hat. Er hat sich darauf spezialisiert,<br />

den Kindern praxisnah zu vermitteln, wie<br />

sie sich in einzelnen Gefahrensituationen richtig<br />

verhalten. Und dieses „Gefahren-Training“ hat<br />

bereits nachweisbare Erfolge erzielt. Schadenberg:<br />

“Ich bin der Auffassung, dieses Training<br />

sollte flächendeckend in den Vereinen des TVBB<br />

durchgeführt werden.”<br />

Linda Fritschken, TVBB-Präsidiumsmitglied für<br />

Medien und Öffentlichkeitsarbeit, hat eine Kommission<br />

berufen, die sie in ihrer Arbeit unterstützen<br />

soll. Ihr gehören der Journalist Claudio<br />

Gärtner, Mediengestalter Oliver Maas, <strong>matchball</strong>-Redakteur<br />

Bernd Prawitz und Linda Fritschken<br />

selbst an. Die Kommission will sich zuerst<br />

der verstärkten Nutzung von Social Media annehmen,<br />

auch eine App entwickeln, in der alle<br />

TVBB-Aktivitäten gebündelt zugänglich sind.<br />

Alexander Klimke, bisher im TVBB-Präsidium für<br />

Sportentwicklung zuständig, ist Mitte Mai “aus<br />

persönlichen Gründen” zurückgetreten.<br />

Jürgen Faßbender, Ex-Davis Cup-Spieler, und<br />

der TC 1899 Blau-Weiss haben in gegenseitigem<br />

Einverständnis den bis 2018 geltenden Vertrag<br />

mit Faßbender als Sportdirektor des Traditionsclubs<br />

zum 30. September <strong>2017</strong> aufgelöst. Faßbender<br />

wurde im April mit sofortiger Wirkung<br />

freigestellt. Die Position des Sportdirektors ist<br />

im Konzept des neuen Vorstands nicht mehr<br />

vorgesehen.<br />

Abi <strong>2017</strong>, Robert Strombach (LTTC “Rot-Weiß”)<br />

und Jesper Tull Freimuth (TC 1899 Blau-Weiss)<br />

haben ihr Abitur mit dem Prädikat “Gut” bestanden.<br />

Herzlichen Glückwunsch!<br />

Charlotte Klasen, TVBB-Meisterin von 2016 und<br />

Bundesliga-Spielerin des TC 1899 Blau-Weiss,<br />

studiert seit Beginn des Frühjahrssemesters an<br />

der Barry-University in Miami (USA) und spielt<br />

dort College-Tennis.<br />

Leony Deutschmann, Spitzenspielerin des TC<br />

Orange-Weiß Friedrichshagen, geht im Schüleraustausch<br />

ab September für ein Schuljahr nach<br />

Barcelona/Spanien.<br />

Ute Mattausch, Mitglied des TC Strauß Strausberg,<br />

verstärkt seit Mai die Seniorinnenmannschaft<br />

AK 60 des TC Grün-Weiß Nikolassee.<br />

Katinka Trabandt, bisher TC SCC, ist zur SV Reinickendorf<br />

gewechselt.<br />

Benjamin Popp, der bisher beim TC BSC Süd 05<br />

Brandenburg aufschlug, hat sich dem PTC Rot-<br />

Weiß Potsdam angeschlossen.<br />

Anne Klaus, Doktorandin der Sportwissenschaften,<br />

wurde nach einem Studienaufenthalt in<br />

Australien Mitglied des Trainerteams vom NTC<br />

Die Känguruhs. Sie wird sich vor allem um den<br />

Nachwuchs kümmern.<br />

TC Schwarz-Gold in der Roedernstraße veranstaltet<br />

am 14. September, 18 Uhr, seinen dritten<br />

„Talk im Club“. Das Thema: Vereinssport und<br />

Top-Events in Berlin - Leichtathletik-EM 2018.<br />

Moderator Christian Schenk, Zehnkampf-<br />

Olympiasieger, freut sich auf diese Gäste: Heike<br />

Drechsler, zweifache Olympia-Siegerin im Weitsprung,<br />

Box-Weltmeister Arthur Abraham, den<br />

CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Pätzold<br />

u.a.<br />

Nachwuchsförderung<br />

Drei TVBB-Junioren im DTB-Kader<br />

Robert Strombach (Jg.1999), Rudolf Molleker<br />

(Jg. 2000, beide LTTC “Rot-Weiß”) sowie Franziska<br />

Sziedat (Jg. 2000, TC 1899 Blau-Weiss) gehören<br />

dem C-Kader des Deutschen Tennis Bund<br />

an, werden durch den Dachverband gefördert.<br />

Winterrunde <strong>2017</strong>/2018<br />

AK 70 der Herren geplant<br />

Bei ausreichend großem Interesse an einer AK<br />

70-Winterrunde der Herren wird der TVBB diese<br />

Altersklasse einführen. Die Vereine werden<br />

gebeten, per E-Mail an info@tvbb.de ihre Mannschaften<br />

zu melden.<br />

BSV 92<br />

Großes Fest zum 125.<br />

Am 8. Juli feierte der BSV 1892 sein 125-jähriges<br />

Vereinsjubiläum auf dem Gelände des Stadions<br />

Wilmersdorf und des Horst Dohm-Eisstadions.<br />

Zahlreiche Sportarten wie Rugby, Handball,<br />

Schwimmen, Leichtathletik, Eiskunstlauf, Fußball<br />

und natürlich Tennis präsentierten sich den<br />

mehr als 800 Besuchern. Stundenlang herrschte<br />

auf den vier Kleinfeldplätzen reges Tennis-Treiben.<br />

Maria Poliak und Michael Lingner organisierten<br />

das Training so, dass jeder Tennisinteressierte<br />

auf seine Kosten kam. Am Abend fand<br />

für die zahlreichen geladenen Gäste - unter ihnen<br />

auch der Präsident des TVBB, Dr. Klaus-Peter<br />

Walter, - ein stimmungsvolles Fest mit phantastischem<br />

Feuerwerk statt.<br />

Michael Lingner<br />

NTC Die Känguruhs<br />

Mehr als 500 Mitglieder<br />

Der NTC Die Känguruhs wächst: Juli waren mehr<br />

als 500 Mitglieder im Club eingeschrieben. Darunter<br />

etwa 180 Kinder, die regelmäßig trainieren.<br />

“Das ist ein großartiger Erfolg der Zusammenarbeit<br />

auch mit unserem Trainerteam von<br />

clubcourt. Dafür möchten wir uns bedanken”,<br />

sagte Thomas Czaja, 1. Vorsitzender des Clubs.<br />

Zusammenstellung: Bernd Prawitz<br />

Wortmeldung<br />

Spielverlegung fadenscheinig abgelehnt - beginnt da die Unsportlichkeit?<br />

Jürgen Dechsling, Mannschaftsführer der Herren<br />

65 des Neuruppiner TC Grün-Weiß, macht seinem<br />

Ärger in <strong>matchball</strong> Luft. Weshalb? Er findet das Verhalten<br />

der gleichaltrigen Herren des BFC Alemannia<br />

unsportlich, weil sie einer rechtzeitig beantragten<br />

Verlegung eines Punktspiels nicht zustimmten.<br />

Er fragt: Beginnt da die Unsportlichkeit?<br />

Wie in vielen kleineren Vereinen treten auch in Neuruppin<br />

Senioren oft in zwei Altersklassen zu den Verbandsspielen<br />

an. Am Sonntag wird bei den 60-ern<br />

aufgeschlagen, um dann am Mittwochvormittag bei<br />

den 65-ern anzutreten.<br />

Bei einem Spiel am Wochenende verletzten sich zwei<br />

Neuruppiner Spieler. Am Abend des Spieltages informierten<br />

sie ihre Mannschaftsführer Jürgen Dechsling,<br />

dass ein Einsatz am Mittwoch nicht möglich sei.<br />

Dechsling: “Da ohnehin das Lazarett der 65-er schon<br />

voll randvoll belegt und es klar war, dass wir keine<br />

Mannschaft zusammen bekommen würden, kontaktierte<br />

ich gleich am Montagmorgen den Mannschaftsführer<br />

von Alemannia, bei denen wir am Mittwoch<br />

anzutreten hatten, bat um Verlegung des Spiels.<br />

Die Antwort: “Eine Verlegung käme nicht in Frage,<br />

man hätte keine Termine frei”. Auch sein Einwand,<br />

was die Alemannen denn machen würden, wenn<br />

ein Spieltermin verregnen würde, zog nicht. Der Umstand,<br />

dass Senioren über 65 nun eigentlich fast jeden<br />

Tag in der Woche spielen könnten, und man<br />

notfalls auch einen Termin nach den Sommerferien<br />

genehmigt bekäme, traf auf kein Verständnis.<br />

Sein Fazit: “Für meine Mannschaften und mich stand<br />

immer der sportliche Wettkampf an vorderster Stelle.<br />

Wir Neuruppiner haben in der Vergangenheit allen<br />

Änderungswünschen unserer ΄Gegner΄ stets zugestimmt.<br />

Unsere Gäste können es bestätigen. Wir<br />

sind sind schockiert, dass Alemannia sich so unsportlich<br />

verhielt.”<br />

Dechsling bat den Mannschaftsführer dann noch, bitte<br />

in den Spielbericht zu schreiben, dass Neuruppin<br />

den angesetzten Spieltag rechtzeitig abgesagt und<br />

um Verlegung gebeten habe, Alemannia diese Verlegung<br />

aber abgelehnt habe. “Dieser Eintrag erfolgte<br />

nicht” schreibt Mannschaftsführer Dechsling.<br />

Er möchte damit eine Diskussion unter Mannschaftsführern,<br />

Sportwarten, Schieds- und Oberschiedsrichtern<br />

anregen: Ist das Verhalten von Alemannia unsportlich?<br />

<strong>matchball</strong> freut sich über weitere Wortmeldungen zu<br />

diesem Thema. Diese senden Sie bitte per E-Mail an<br />

<strong>matchball</strong>.magazin@t-online.de<br />

70<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


BSV 92: Trainer-Porträt Peter Zorn<br />

„Ich habe mein Hobby<br />

zum Beruf gemacht.“<br />

TVBB intern<br />

Peter Zorn ist seit knapp 41 Jahren<br />

hauptberuflich als Tennistrainer tätig,<br />

15 Jahre davon nun schon beim<br />

BSV 92. Damit zählt er zu einem der<br />

Urgesteine im Berliner Tennissport.<br />

Sein Weg dorthin beruhte allerdings,<br />

wie er selbst sagt, größtenteils<br />

auf „Glück und Zufall.“<br />

Vom Balljungen zu den 1. Herren<br />

Angefangen hat Peter Zorns sportlicher Werdegang<br />

beim TV Preussen. Damals ist er täglich<br />

nach der Schule auf die Tennisanlage gekommen,<br />

um Bälle zu sammeln. Am Wochenende<br />

teilweise bis zu 12 Stunden lang. Von diesem<br />

Engagement angetan, bekam er dann mit zehn<br />

Jahren seinen ersten eigenen Tennisschläger<br />

geschenkt. Es sollte nicht sein letzter sein.<br />

Der erste, der Peter Zorns Talent für die gelbe<br />

Filzkugel erkannte, war der damalige Jugendwart<br />

beim TV Preussen, Kurt Lück. Er förderte<br />

ihn. Zorn spielte sich von den Jugendmannschaften<br />

bis in das 1. Herren-Team, blieb seinem<br />

Heimatverein 18 Jahre treu.<br />

Peter Zorn kümmert sich vorrangig um den Breitensport<br />

„Das Hobby zum Beruf machen“<br />

Nach dem mittleren Schulabschluss machte Peter<br />

Zorn eine dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann,<br />

die er 1973 abschloss. Danach<br />

arbeitete er auch für den damaligen Elektrotechnik-Hersteller<br />

SEL. An den<br />

Wochenenden spielte Peter<br />

Zorn weiter regelmäßig Tennis,<br />

war aus der 1. Herrenmannschaft<br />

nicht wegzudenken.<br />

Doch so ganz konnte sich Peter<br />

Zorn nicht mit der täglichen,<br />

sterilen Büroarbeit anfreunden.<br />

Er wurde hellhörig, als ihm ein<br />

damaliger Tennislehrer vom<br />

TV Preussen vorschlug, doch<br />

hauptberuflich Trainer zu werden.<br />

Diese Idee gefiel ihm. Er<br />

meldete sich beim Anwärterkurs<br />

zum Tennistrainer an. Damals<br />

gab es nur an der TU in<br />

München die Möglichkeit, sich<br />

zum staatlich geprüften Tennislehrer ausbilden<br />

zu lassen.<br />

Nach bestandener Aufnahmeprüfung musste<br />

Peter Zorn während der zweijährigen Ausbildung<br />

dann alle halbe Jahre für mehrere Tage<br />

nach München fahren, um sich dort Wissen<br />

in Bereichen wie Sportmethodik, Didaktik oder<br />

auch Biologie anzueignen.<br />

Als er sein Zertifikat in den Händen hielt, bekam<br />

Peter Zorn gleich seine erste große Aufgabe als<br />

Cheftrainer beim BTTC Grün-Weiß. Mehr als 40<br />

Stunden stand er damals Woche für Woche auf<br />

dem Platz: „Das war ein absoluter Glücksfall und<br />

ein toller Einstieg für mich. Ich bin an dieser Aufgabe<br />

sehr gewachsen.“<br />

Weitere Stationen danach waren dann der<br />

TC Weiß-Gold Lichtenrade und der Steglitzer<br />

Tennis-Klub. Dann zog es ihn zum BSV<br />

92.<br />

BSV-Trainer Peter Zorn<br />

Peter Zorn und der BSV<br />

Dort kümmert sich Peter Zorn um den<br />

Breitensport und trainiert sowohl Jugendliche<br />

als auch Erwachsene. Er sagt, dass<br />

„er von 7 bis 77 Jahren jeden unterrichtet.“<br />

Zudem betreut er auch ausgewählte<br />

Mannschaften bei den Verbandsspielen,<br />

so die 2. Damenmannschaft 50. Darüber<br />

hinaus organisiert Peter Zorn nun schon<br />

seit 2008 jedes Jahr für die Aktiven Tennisreisen<br />

zur Saisonvorbereitung. Sein Lieblingsort<br />

ist Side in der Türkei.<br />

Auch mit 64 Jahren greift Peter Zorn selbst<br />

noch zum Tennisschläger. So spielt er bei<br />

den Herren 50 mit, die aktuell in der Meisterschaftsklasse<br />

aufschlagen, nachdem<br />

sie in der vorangegangenen Saison nur<br />

knapp den Aufstieg in die Ostliga verpasst<br />

hatten. Zu seinen Mannschaftskameraden<br />

gehören Rüdiger John, Michael Lingner,<br />

Uwe Glomb und Stefan Kürbis.<br />

Allerdings spielt Peter Zorn meist nur noch Doppel.<br />

Der Grund: 2015 wurde bei ihm im linken<br />

Knie Arthrose im Endstadium festgestellt. Er bekam<br />

ein künstliches Kniegelenk. Dadurch fiel er<br />

mehrere Monate aus. Von diesem Eingriff erholte<br />

er sich gut. Peter Zorn wollte aber kein Risiko<br />

eingehen, konzentrierte sich daher vor allem<br />

auf die Doppel wenn er gebraucht wird. Und<br />

das wird er. Nicht zuletzt durch seine guten Aufschläge,<br />

für die er mit einer Körpergröße von<br />

stolzen 1,92 Metern beste Voraussetzungen hat.<br />

Und seinem guten Auge und dem feinen Händchen.<br />

„Das verlernt man zum Glück auch nicht<br />

durch ein neues Kniegelenk“, sagt Peter Zorn<br />

und schmunzelt.<br />

Seine Trainerphilosophie<br />

Er sagt über sich selbst, dass er sehr technikorientiert<br />

sei und es ihm wichtig ist, dass seine<br />

Handschrift als Trainer deutlich zu erkennen ist.<br />

Wie leidenschaftlich er als Trainer ist und wieviel<br />

Spaß ihm die Arbeit macht, ist aus jedem Satz zu<br />

hören. Auch nach mehr als 40 Trainerjahren liebt<br />

er es immer noch, über Tennis zu reden. Und jeder<br />

glaubt ihm, dass er „von 7-21 Uhr zum Training<br />

abrufbereit” sei.<br />

Würde er in seiner Trainerkarriere alles<br />

noch einmal genauso machen?<br />

„Nein. Wenn ich noch mal jung wäre, dann würde<br />

ich auch den A-Schein machen. Denn ich habe<br />

über die Jahre gemerkt, dass dieser doch einen<br />

hohen Stellenwert hat.“<br />

Aber auch ohne den ist Peter Zorn stolz auf das,<br />

was er sich als Trainer erarbeitet hat. Er hofft,<br />

dass er noch lange auf dem Platz stehen kann.<br />

„Ich bin einfach Tennistrainer mit Leib und Seele.<br />

In jeder meiner Stunden gebe ich immer 100<br />

Prozent.“ Wer kann das schon von sich sagen ...<br />

Linda Fritschken<br />

Fotos: Andreas Springer<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

71


TVBB intern<br />

Turnierkalender <strong>2017</strong><br />

Aktive<br />

19.08. - 23.08. A-7 Südturnier<br />

TC Weiß-Rot Neukölln, Blau-Weiß Britz, BTC<br />

Gropiusstadt<br />

Da/He<br />

20.08. - 27.08.<br />

Braunschweig Women's Open <strong>2017</strong>,German Masters Series presented<br />

by Tretorn (ITF Women's Circuit)<br />

19 794 $<br />

Da (E,D)<br />

Braunschweiger THC<br />

26.08. - 27.08. Regionalmeisterschaften der Aktiven Brandenburg-Süd TV Elsterwerda Da/He<br />

24.08. - 27.08. A-7 17. Offene Barnimer Meisterschaften TTC Bernau Da/He<br />

31.08. - 03.09. Große Meden/Poensgen-Spiele Da/He<br />

03.09. 7. Charity Cup “Berlins Next Tennis Talent”, Lennart Kleeberg International Club Berlin<br />

09.09. - 15.09. A-7 Weiß-Rot Cup TC Weiß-Rot Neukölln Da/He<br />

09.09. - 17.09. A-7 3. Grunewald Open <strong>2017</strong> Grunewald TC Da/He<br />

06.10. - 08.10. - SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #4 Schwapp Tenniscenter, Fürstenwalde Da/He<br />

10.11. - 12.11. - SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #5 Schwapp Tenniscenter, Fürstenwalde Da/He<br />

17.11. - 19.11. - ROBINSON CLUB FLEESENSEE TENNIS CHALLENGE <strong>2017</strong><br />

Golf & Country Club Fleesensee,<br />

17213 Göhren-Lebbin<br />

Da/He<br />

08.12.- 10.12. - SCHWAPP TENNIS MASTERS <strong>2017</strong> Schwapp Tenniscenter, Fürstenwalde Da/He<br />

15.12. - 18.12. - 1. DSR Aktiven Weihnachtscup Bernau-Waldsiedlung Da/He<br />

Senioren<br />

12.08. - 19.08. T-3 69. Verbandsmeisterschaften der SeniorInnen des TVBB BSV 1892 W 30 - 60, M 30 - 75<br />

17.08. - 20.08. 45. Lothar Kluge-Lok-Seniorenturnier TV Elsterwerda<br />

19.08 - 23.08. S-4 Südturnier<br />

TC Weiß-Rot Neukölln, Blau-Weiß Britz, BTC<br />

Gropiusstadt<br />

W/M 30, 40, 50 M 60<br />

24.08. - 27.08. S-6 17. Offene Barnimer Meisterschaften TTC Bernau W/M 40, 50 M 30, 60<br />

26.08. - 27.08. S-7 Große Spiele der Verbände W/M 30, 40, 50, 60, 70<br />

02.09. - 03.09. S-7 Endrunde Deutsche Vereinsmeisterschaften<br />

28.08. - 03.09. S-3<br />

XXIV. SCHWERINER INTERNATIONAL SENIORS OPEN - DUNLOP SE-<br />

NIOR TOUR<br />

Schweriner TC 1908 W/M 40-75, M 80<br />

02.09. - 10.09. 6. SeniorInnen LK-Turnier VfL Tegel W 50, M 65<br />

04.09. - 09.09. S-7 1. Spreewald Senioren-Open Lübben-Spreewald, Majoransheide W 50-65/M 50-70<br />

07.09. - 10.09. S-3 Internat. Sächsische Seniorenmeisterschaft <strong>2017</strong> TC RC Sport Leipzig W/M 30 - 75<br />

09.09. - 15.09. S-7 Weiß-Rot Cup TC Weiß-Rot Neukölln W/M 30, 40, 50, 60<br />

09.09. - 17.09. S-4 3. Grunewald Open Seniors Grunewald TC W/M 30,40,50 M 60 65<br />

26.11. - 03.12. S-5 2. ITF Berlin Senior Open TTC Bernau W/M 35 - 70, M 75 D,Mix<br />

Jugend<br />

10.08. - 13.08. J-3 SCC Junior Open <strong>2017</strong> TC SCC M/W 12, 14, 16, M 18<br />

18.08. - 18.08. 2. Berliner Bären Kids-Cup <strong>2017</strong> SV Berliner Bären<br />

18.08. - 18.08. Pokal der Sparkasse Spree-Neisse Lausitzer Tennisclub Cottbus W/M12, 14, 16, 18<br />

21.08. - 24.08. J-3 Südturnier<br />

TC Weiß-Rot Neukölln, Blau-Weiß Britz, BTC<br />

Gropiusstadt<br />

M/W 11, 12, 14, 16, 18<br />

24.08. - 27.08. J-3 17. Offene Barnimer Meisterschaften TTC Bernau M/W 12, 14, 18<br />

26.08. - 01.09. J-2 3. Internationale Spandauer Jugendmeisterschaften <strong>2017</strong> Siemens TK Blau-Gold M/W 12, 14, 16, 18<br />

02.09. - 03.09. J-3 LTTC “Rot Weiß” Kids Cup Masters LTTC Rot-Weiß M/W U8, 10, 11, 12<br />

02.09. - 09.09. J-2 17. Cujic Cup (Teil der Dunlop Bären-Serie des TVBB U10/11 TV Preussen M/W 10, 12, 14, 16, 18<br />

01.09. - 03.09. 3. Cujic Midcourt Turnier <strong>2017</strong> BSV ‘92 M/W 10<br />

03.09. 8. Cujic Mini-Cup BSV ‘92 M+W U8, U10<br />

08.09. - 10.09. J-2 Offene Ostdeutsche Jugendmeisterschaften <strong>2017</strong> TC BW Dresden Blasewitz M/W 12, 14, 16<br />

09.09. - 09.09. 3. Berliner Bären Kids-Cup <strong>2017</strong> SV Berliner Bären W/M 8, 10<br />

16.09. -18.09. J-4 2. TCL Junior-Cup TC Lichtenrade Weiß-Gelb M/W 12 (E, Do)<br />

23.09. - 24.09. 5. TCL-Mini-Cup TC Lichtenrade Weiß-Gelb<br />

23.09. - 24.09. J-1 Masters der U11 (Turnierserie der Nordverbände U11) LTTC "Rot-Weiß" M/W U11<br />

05.10. - 08.10. 10. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />

06.10. - 08.10. J-4 SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #4 Schwapp T-Center, Fürstenwalde M/W U10, 12, 14, 16<br />

19.10. - 22.10. 11. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />

02.11. - 05.11. 12. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />

10.11. - 12.11. J-4 SCHWAPP TENNIS SERIES <strong>2017</strong> #5 Schwapp T-Center, Fürstenwalde M/W U10, 12, 14, 16<br />

16.11. - 19.11. 13. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />

17.11. - 19.11. J-4 ROBINSON CLUB FLEESENSEE TENNIS CHALLENGE <strong>2017</strong> Golf & Country Club Fleesensee, M/W U10, 12, 14, 16<br />

30.11. - 03.12. 14. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />

08.12.- 10.12. J-4 SCHWAPP TENNIS MASTERS <strong>2017</strong> Schwapp T-Center, Fürstenwalde M/W U10, 12, 14, 16<br />

14.12.- 17.12. 15. DSR Jugend Cup <strong>2017</strong> Bernau Waldsiedlung W/M10,12,14,16, 18<br />

Dieser Turnier/Veranstaltungskalender (Stand Juli <strong>2017</strong>) wird in den folgenden Ausgaben fortgeschrieben.<br />

Vollständige Angaben zu den Turnieren/Veranstaltungen siehe unter www.dtb-tennis.de / mybigpoint bzw. www.tvbb.de.<br />

72<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Tennis international<br />

Linkshänder Rafael Nadal ließ im Finale Stan Wawrinka keine Chance © Jürgen Hasenkopf<br />

Roland Garros, Paris: French Open<br />

Nadal in Super-Form zum<br />

“La Decima”, ein neuer<br />

Damen-Star wird entdeckt<br />

Das schaffte keiner vor ihm bei einem Grand<br />

Slam-Turnier: Rafael Nadal gewinnt seinen zehnten<br />

Titel in Paris <br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

Er war schon jahrelang der Sandplatzkönig.<br />

Doch nach seinem zehnten<br />

Paris-Titel, die gleiche Anzahl<br />

errang er schon in Monte Carlo und<br />

Barcelona, wird der 31-jährige Mallorciner<br />

Rafael Nadal zum Gott auf<br />

der roten Asche erhoben. Im Stade<br />

Roland Garros soll ihm zu Ehren sogar<br />

eine Statue errichtet werden.<br />

Am Tag nach dem historischen Triumph vom<br />

11. Juni anno <strong>2017</strong>, als er den Schweizer Stan<br />

Wawrinka im Finale 6:2, 6:3, 6:1 vom Platz gefegt<br />

hatte, erschien die spanische Zeitung "Le<br />

Mundo" mit der schlichten Schlagzeile "Roland<br />

Nadal!" Roland Garros und Nadal sind unzertrennlich<br />

verbunden.<br />

In seinen sieben Begegnungen bis ins Endspiel<br />

gab die Nummer vier der Setzliste keinen Satz<br />

ab, wie schon 2008 und 2010. Nadal gewann<br />

116 Spiele, gönnte seinen Gegnern nur 35. Je<br />

Match sind das gerade mal fünf. Manch früherer<br />

Gegner verneigte sich vor Nadal. So wie der US-<br />

Amerikaner Andy Roddick: "Zehn, zehn, zehn.<br />

Du kannst es noch so oft wiederholen, es ist<br />

so unnormal.” “Nur die wenigsten, können sich<br />

überhaupt vorstellen, was es bedeutet, zehn<br />

Mal die French Open zu gewinnen”, befand der<br />

39-jährige deutsche “Tennis-Veteran” Tommy<br />

Haas.<br />

Der Weg Nadals zum großen Triumph führte<br />

über Benoit Paire (FRA, 6:1, 6:4, 6:1), Robin Haase<br />

(NED, 6:1, 6:4, 6:3), Nikoloz Basilashvili (GEO,<br />

6:0, 6:1, 6:0), Roberto Bautista Agut (ESP, 6:1, 6:2,<br />

6:2), seinen Landsmann und Raonic-Bezwinger<br />

Pablo Carreno Busta (6:3, 2:0 Aufg.). Im Semi-<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

73


Tennis international<br />

finale machte der Mallorciner<br />

auch mit dem Aufsteiger aus<br />

Österreich, Dominic Thiem (Nr.<br />

6, 6:3, 6:4, 6:0) kurzen Prozess<br />

und stand im Finale. Thiem hatte<br />

im Viertelfinale überraschend<br />

Ex-Branchenprimus Novak Djokovic<br />

ausgeschaltet. Der Serbe<br />

war ausgerutscht, hatte sein<br />

Racket weggeworfen, lag hilflos<br />

am Boden. Das symbolische<br />

Bild einer Demütigung. "Das tut<br />

mir jetzt ein bisschen weh. Das<br />

ist kein schönes Bild dieser Legende",<br />

sagte sein Ex-Trainer<br />

Boris Becker über die Endphase<br />

der 6:7 (5:7), 3:6, 0:6-Pleite<br />

seines ehemaligen Schützlings,<br />

der erstmals seit sieben Jahren<br />

nicht im Halbfinale stand.<br />

Damit war auch das von vielen<br />

ersehnte Giganten-Duell Djokovic<br />

vs Nadal in der Vorschlussrunde<br />

geplatzt.<br />

Tennis fast von einem anderen<br />

Stern zeigte bisher Stan<br />

Wawrinka (Nr. 3). Im Viertelfinale<br />

zerpflückte er Marin Cilic gnadenlos<br />

6:3, 6:3, 6:1. «Es war ein<br />

perfektes Match», meinte er.<br />

In der Vorschlussrunde wartete<br />

wie schon im Vorjahr der Brite<br />

Andy Murray. Gegen die Nummer<br />

1 der Welt war Wawrinka jedoch in aussichtsreicher<br />

Position. Selbstvertrauen, körperliche<br />

Frische und Topform sprachen für ihn. Er<br />

rechtfertigte seine Favoritenrolle mit einem umkämpften<br />

6:7, 6:3, 5:7, 7:6, 6:1-Erfolg, der ihn ins<br />

Finale brachte. Experten nach war es das beste<br />

Match des Turniers.<br />

Mit Power-Tennis zum Sieg: Jelena Ostapenko, ein neues Gesicht im<br />

Damen-Tennis <br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

Nadal bestimmte das Finale<br />

Nadal hielt Wawrinka auf Court Philippe-Chatrier<br />

in Schach. Der Schweizer fand lange nicht<br />

in die Partie, leistete sich zu viele Fehler. Nadal<br />

nutzte das zu zwei Breaks, die ihm nach 42 Minuten<br />

mit 6:2 die Satzführung bescherten.<br />

Wawrinka gelang wenig, zeitweilig war er völlig<br />

von der Rolle. Nadal zog derweil sein Power-Spiel<br />

gnadenlos durch. Der zweite Satz war<br />

ganze 12 Minuten alt, da führte der Mallorciner<br />

schon wieder mit 3:0. Im neunten Spiel ließ<br />

Wawrinka seinem Frust dann freien Lauf und<br />

zertrümmerte sein Racket. Wenige Sekunden<br />

später war der zweite Durchgang mit 3:6 weg.<br />

Satz drei - ein Schnelldurchlauf mit 6:1. Denn<br />

Nadal ließ keinen Deut nach, gab Wawrinka<br />

nicht die kleinste Chance, ins Match zurückzufinden.<br />

Der Sandkönig spielte im dritten Satz nahe<br />

an der Perfektion. Tennis-Legende Boris Becker<br />

war begeistert: "Weltklasse. Einmalig. Legende."<br />

Nadal hatte mit “La Decima” Geschichte geschrieben,<br />

seit 2005 den zehnten Titel in Paris<br />

gewonnen. Eine Leistung, die es in der Open-<br />

Ära noch nie gab. “Die French Open sind das<br />

wichtigste Turnier meiner Karriere", sagte Nadal.<br />

"Es war etwas ganz besonderes, gegen Rafa<br />

in so einem Finale zu stehen. Glückwunsch",<br />

so Wawrinka.<br />

Halep unterliegt einer Lettin<br />

Bei den Damen stand seit 1933 erstmals wieder<br />

eine ungesetzte Spielerin im Finale, die 20-jährige<br />

Lettin Jelena Ostapenko. Eine zierliche Power-Frau,<br />

die mehrere Sprachen beherrscht,<br />

Turniertänzerin war. In Paris jagte sie ihre Vorhand<br />

im Schnitt (122,3 km/h) schneller als der<br />

Weltranglistenerste Murray (117,5 km/h) über<br />

das Feld.<br />

Ostapenko, 2014 schon Juniorinnen-Siegerin in<br />

Wimbledon, ging mutig und offensiv in ihr erstes<br />

Grand Slam-Finale. sie schaffte ein frühes<br />

Break zum 1:0. Favoritin Halep antwortete mit<br />

einem Rebreak und nahm ihrer Kontrahentin im<br />

zehnten Spiel das Service zum Satzgewinn mit<br />

6:4 ab.<br />

Die Rumänin schien bei einer 3:0-Führung im<br />

zweiten Satz auf der Siegerstraße zu sein. Doch<br />

Ostapenko gab nicht auf. Sie holte sich vier Spiele<br />

in Folge zur 4:3-Führung, ehe sie den Satzausgleich<br />

mit 6:4 schaffte. Im entscheidenden Satz<br />

hatte Halep bei einer 3:1-Führung zunächst die<br />

besseren Karten. Doch wieder gelang Ostapenko<br />

der Ausgleich zum 3:3. Boris Becker: “Beide<br />

Spielerinnen gehen voll an ihr Limit, das ist<br />

Weltklasse-Tennis."<br />

Im neunten Spiel war es dann soweit: Ostapenko<br />

nutzte bei Aufschlag Halep mit einem Winner<br />

ihren ersten Matchball und schaffte nach einer<br />

Stunde und 59 Minuten mit einem krachenden<br />

Rückhand-Volltreffer die Sensation zum 4:6, 6:4,<br />

Die ungesetzte Lettin Jelena Ostapenko gewann<br />

überraschend in Roland Garros © Jürgen Hasenkopf<br />

6:3-Erfolg. "Es ist unbegreiflich. Ich bin erst 20<br />

- und schon French-Open-Siegerin", sagte die<br />

kleine Flitzerin.<br />

"Ein neuer Star ist geboren", befand US- Tennislegende<br />

Chris Evert.<br />

Im WTA-Ranking kletterte die Lettin um 35 Plätze<br />

auf Rang 12, kassierte 2,1 Millionen Euro<br />

Preisgeld. Dagegen verpasste Halep die Chance,<br />

Nummer eins zu werden.<br />

Deutsche schlecht wie lange nicht<br />

13 deutsche Tennisprofis, sieben Damen und<br />

sechs Herren, waren unterm Eiffelturm am Start.<br />

Sie enttäuschten fast alle, denn elf schieden in<br />

Runde eins aus. Auch Alexander Zverev kassierte<br />

mit 4:6, 6:3, 4:6, 2:6 eine Erstrunden-Niederlage<br />

gegen den spanischen Veteranen Fernando<br />

Verdasco. Kerber schied, wie schon 2016, bei<br />

ihrem Auftaktmatch gegen Ekaterina Makarova<br />

(RUS, 2:6, 2:6) sang- und klanglos aus, setzte ihre<br />

Talfahrt fort. Kleiner Lichtblick: Carina Witthöft<br />

schaffte es in Runde drei. Es war das schlechteste<br />

Abschneiden der Deutschen bei einem Grand<br />

Slam-Turnier seit 2008.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit<br />

Material von SID, DTB, tennisnet)<br />

74<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Tennis international<br />

Wimbledon: The Championships <strong>2017</strong><br />

Federer krönt sich zum Rekord-Champion<br />

Vom ersten Aufschlag<br />

bis zum<br />

letzten Matchball<br />

- Wimbledon <strong>2017</strong> war vor allem<br />

die große Show eines Mannes, des<br />

35-jährigen Schweizers “Tennis-<br />

Oldies” Roger Federer. Im vergangenen<br />

Jahr von vielen schon abgeschrieben,<br />

startete er offiziell als<br />

Drittgesetzter, war aber der “Geheimfavorit”.<br />

Der Maestro erfüllte<br />

alle Erwartungen. Er krönte sich in<br />

seinem 102. Match auf dem “Heiligen<br />

Rasen”mit dem achten Titel zum<br />

alleinigen Wimbledon-Rekordhalter.<br />

Er besiegte im Finale den Kroaten<br />

Marin Cilic überlegen 6:3, 6:1,<br />

6:4 - sein 19. Grand Slam-Titel.<br />

Auch Spanien hat eine neue Wimbledon-Prinzessin.<br />

Nach den French Open 2016 siegte Garbiñe<br />

Muguruza nun auch beim Rasen-Grand<br />

Slam. Im Finale hatte Venus Williams 7:5, 6:0 das<br />

Nachsehen.<br />

Ohne Satzverlust ins Finale<br />

Federer, der 2003 zum ersten Mal in Wimbledon<br />

gewonnen hatte, marschierte durch das<br />

Feld, wie er wollte. Der “Rasenflüsterer” gab im<br />

Turnierverlauf gegen Dolgopolov (UKR, 6:3,<br />

3:0 Aufg.), Dusan Lajovic (SRB, 7:6(0), 6:3, 6:2),<br />

Deutschlands Nummer zwei Mischa Zverev<br />

(7:6(3), 6:4, 6:4), Grigor Dimitrov (BUL, 6:4, 6:2,<br />

6:4) und gegen Milos Raonic (CAN, 6:4, 6:2,<br />

7:6(4) keinen Satz ab. Federer ist mit diesem<br />

Sieg und dem Einzug ins Halbfinale im Alter von<br />

35 Jahren und elf Monaten der älteste Spieler<br />

seit Rosewall im Jahr 1974. Im Semifinale leistete<br />

Tomas Berdych (CZE, 7:6(4), 7:6(4), 6:4) etwas<br />

mehr Widerstand. Aber immer, wenn es nötig<br />

war, konnte der Schweizer scheinbar mühelos in<br />

den nächsten Gang schalten.<br />

Marin Cilic, die Nummer sieben des Turniers,<br />

schickte in Runde eins Philipp Kohlschreiber unangefochten<br />

mit 6:4, 6:2, 6:3 nach Hause. Auch<br />

im nächsten Match traf er auf einen Deutschen,<br />

Florian Mayer, besiegte ihn 7:6(2), 6:4, 7:5. Seine<br />

nächsten “Opfer”: Steve Johnson (USA, 6:4,<br />

7:6(3), 6:4, Roberto Bautista Agut (ESP, 6:2, 6.2,<br />

6:2). Erst im Viertelfinale wurde seine bis dato<br />

weiße Weste in Sachen Satzverlust befleckt:<br />

3:6, 7:6(6)7:5, 5:7, 6:1 gegen Gilles Müller (LUX),<br />

der zuvor die Träume von Rafael Nadal (ESP) in<br />

einem Endlos-Krimi über mehr als viereinhalb<br />

Stunden mit 6:3, 6:4, 3:6, 4:6 und 15:13 platzen<br />

ließ. Nach einem 6:7(6),6:4, 7:6(3), 7:5 über Sam<br />

Querrey (USA) stand Cilic ebenso im Finale. Der<br />

Roger Federer mit seinem achten Wimbledon-Pokal <br />

<br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

Federer punktete auch mit seiner einhändigen<br />

Rückhand <br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

Amerikaner hatte auch den an der Hüfte lädierten<br />

Titelverteidiger Andy Murray (Nr. 1, GBR),<br />

3:6, 6:4, 6:7(4), 6:1, 6:1) ausgebootet.<br />

Alexander Zverev (Nr. 10), der letzte von neun<br />

im Turnier verbliebenen DTB-Aktiven, schaffte<br />

es bis ins Achtelfinale. Dort stoppte ihn der Kanadier<br />

Milos Raonic (Nr. 6) in einem lange umkämpften<br />

Match mit 4:6, 7:5, 4:6, 7:5, 6:1.<br />

Federer dominiert das Endspiel<br />

Im ersten Satz schwächelte Cilic beim Aufschlag,<br />

sonst eine seiner gefährlichsten Waffen. Beim<br />

Stand von 2:1 erspielte sich die Nummer sechs<br />

der Welt zwar den ersten Breakball des Matches.<br />

Doch Federer antwortete wie so oft: In brenzligen<br />

Situationen zeigt er sein bestes Tennis.<br />

Nachdem er Cilic' Breakchance abgewehrt hatte,<br />

gelangen ihm sechs Punkte in Serie. So nahm<br />

der 35-Jährige dem Kroaten mit seiner dritten<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

75


Tennis international<br />

Marin Cilic war im Finale chancenlos <br />

<br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

Möglichkeit das Aufschlagspiel zum 3:2 ab. Damit<br />

war der erste Satz entschieden.<br />

Der fast zwei Meter-Mann Cilic saß beim Spielstand<br />

von 3:6, 0:3 auf seinem Stuhl, um sich<br />

herum Physiotherapeuten und ein Arzt. Seine<br />

Tränen verbarg er unter einem Handtuch. Eine<br />

entzündete Blase am Fuß machte ihm schwer zu<br />

schaffen. Er spielte zwar weiter, doch man merkte<br />

ihm seine Verunsicherung an. Der Schweizer<br />

spielte derart dominant, dass ein Klassenunterschied<br />

auszumachen war. Bei eigenem Aufschlag<br />

ließ Federer im zweiten Satz lediglich<br />

zwei Punkte seines Gegners zu - 6:1.<br />

In Durchgang drei suchte Federer desöfteren<br />

den Weg ans Netz. Auch in Grundlinienrallyes<br />

stellte er seine Klasse unter Beweis und machte<br />

zahlreiche Punkte durch sein präzises und variantenreiches<br />

Spiel. Insgesamt unterliefen ihm<br />

während der gesamten Partie nur acht vermeidbare<br />

Fehler, Cilic hingegen 23. Nach 1:41 Stunden<br />

verwandelte der Rechtshänder aus der<br />

Schweiz dann seinen zweiten Matchball. Neben<br />

Björn Borg (1976) ist Federer damit der einzige<br />

Spieler, der bei einem Wimbledon-Triumph keinen<br />

einzigen Satz abgeben musste.<br />

Cilic nach dem Match: "Ich war einfach sehr enttäuscht,<br />

dass ich nicht mein Bestes geben konnte<br />

in so einem wichtigen Match. Die Schmerzen<br />

waren nicht so groß, dass sie mich zu<br />

Tränen getrieben haben. Es war einfach nur die<br />

Enttäuschung."<br />

Dagegen der Rekord-Champion: „Es macht mich<br />

wirklich glücklich, in Wimbledon Geschichte<br />

zu schreiben. Das ist eine große Sache. Ich liebe<br />

dieses Turnier. Alle meine Träume als Spieler<br />

sind hier Wirklichkeit geworden.“<br />

Neue spanische Tennisprinzessin: Garbiñe Muguruza <br />

<br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

Muguruza - eine Dame mit Zukunft<br />

Bei den Damen war Angelique Kerber aufgrund<br />

ihrer Weltranglistenposition und der wegen ihrer<br />

Schwangerschaft fehlenden Serena Williams<br />

an Nummer eins gesetzt. Favoritin war<br />

sie jedoch nicht, denn sie steckte seit Monaten<br />

im Formtief. Nach Siegen über Kirsten Flipkens<br />

(BEL, 7:5, 7:5) und Shelby Rogers (USA, 4:6,<br />

7:6(2), 6:4) traf sie im Achtelfinale auf die spätere<br />

Siegerin Garbine Murguza (Nr. 14). Die Kielerin<br />

unterlag 4:6, 6:4, 6:4. Experten sprachen von<br />

“Weltklassetennis”, das beide zeigten, und dem<br />

“besten Match des Turniers”.<br />

Ein Lichtblick. Ebenso bei Carina Witthöft, die<br />

es bis in Runde drei schaffte. Die anderen sechs<br />

schieden in Runde eins oder zwei (Tatjana Maria)<br />

aus.<br />

Die quirlige Muguruza, die venezolanische Wurzeln<br />

hat, bezwang dann noch Svetlana Kuznetzova<br />

(Nr. 7,RUS, 6:3, 6:4) und im Semifinale die<br />

ungesetze Magdalena Rybarikova (SVK, 6:1,<br />

6:1) - Finale erreicht. Dort war Venus Williams,<br />

die fünffache Wimbledon-Championesse, ihre<br />

Gegnerin.<br />

Es hatte schon spannendere Damen-Finals gegeben.<br />

Das der 131. Auflage war in 77 Minuten<br />

vorbei. Zu groß war nach dem ersten ausgeglichenen,<br />

nur durch ein Break entschiedenen Satz<br />

Garbiñe Muguruza hat nach Paris 2016 auch<br />

Wimbledon gewonnen <br />

© Jürgen Hasenkopf<br />

die Überlegenheit der 1.82 Meter großen Frau,<br />

die schon 2015 ein Finale gegen Serena bestritten<br />

hatte, bei ihrem 7:5, 6:0-Erfolg gegen die ältere<br />

der Williams-Sisters. Die Spanierin ist eine<br />

Spielerin für die Zukunft auf der WTA- Tour, für<br />

die Zeit nach den Williams, Kerber und Co.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit<br />

Material von tennisnet, SID)<br />

76<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

www.tvbb-<strong>matchball</strong>.de


Tennis international<br />

Neunfacher Sieger in Halle: Maestro Roger Federer<br />

Halle/Westfalen: 25. Gerry Weber Open<br />

“Du hättest ruhig ein bisschen netter zu mir sein können!”<br />

Der Frust des deutschen Youngsters<br />

Alexander Zverev (20 J.) war schnell<br />

verflogen, nachdem ihm “Altmeister”<br />

Roger Federer (35 J.) mit 6:1,<br />

6:3 im Finale der Gerry Weber Open<br />

(17. bis 25. Juni) bei seinem neunten<br />

Turniersieg in Halle/Westfalen in gerade<br />

mal 52 Minuten eine Lehrstunde<br />

erteilt hatte. Der Hamburger erkannte<br />

die Leistung des Schweizers<br />

an: "Was Du machst, werden wir auf<br />

dem Tennisplatz künftig nicht mehr<br />

sehen. Es ist immer eine Freude,<br />

Dich spielen zu sehen." Und fügte,<br />

schon wieder lächelnd, hinzu: "Aber<br />

heute hättest Du etwas netter zu mir<br />

sein können!"<br />

Zverev hatte noch das Semifinal-Spiel gegen<br />

den Franzosen Richard Gasquet in Kopf und Beinen,<br />

den er in 1:52 Stunden dank seiner guten<br />

Nerven 4:6, 6:4, 6:4 im Zaum hielt. Anschließend<br />

spielte er noch mit Bruder Mischa Doppel, verhinderte<br />

den Titel-Hattrick von Raven Klaasen<br />

(Südafrika)/Rajeev Ram (USA) durch ein 6:3, 6:3.<br />

Halle-Rekordsieger Federer brauchte für seinen<br />

6:4, 7:6(5) Vorschlussrunden-Sieg gegen den<br />

Russen nur 1:25 Stunden.<br />

Es war das „Traumfinale“ zwischen Publikumsliebling<br />

Federer und Zverev, der es bei seinem<br />

zweiten Finaleinzug in Ostwestfalen auch geschafft<br />

hat, die Herzen der Fans zu erobern.<br />

“Ihm gehört die Zukunft, er ist ein toller Typ“, lobte Federer Zverev <br />

<br />

© Gerry Weber Open/Ket<br />

Bis auf den letzten Platz besetzt: Gerry Weber-Stadion beim Finale Federer vs Zverev<br />

Mit drei Breaks dominiert Federer Satz eins. 6:1<br />

nach 22 Minuten. Der 20-Jährige ließ den Kopf<br />

hängen.<br />

Die deutsche Nummer eins fand in Satz zwei<br />

besser in die Partie: Erst ein kraftvoller Ball ins<br />

Feld, dann ein Ass, gefolgt von einem Aufschlag,<br />

den Federer nicht zurück ins Feld bringen konnte.<br />

Zverevs zweites gewonnenes Aufschlagspiel<br />

brachte ihm das 1:1.<br />

Aber Federer ließ sich nicht bremsen: Ein Stoppball<br />

sicherte dem Schweizer das 2:1. Konkurrent<br />

Zverev konnte ihn nur erreichen, indem er sich<br />

ins Netz warf und kurz liegen blieb. Der 20-Jährige<br />

glich dann mit eigenem Aufschlag aus (2:2).<br />

Federer spielte jedoch erneut seine Übersicht<br />

aus (3:2), brachte Zverev mit dem nächsten Stop<br />

zur Verzweiflung - 4:2.<br />

Mit Wut feuerte sich Zverev im nächsten Aufschlagspiel<br />

(zu Null) zum 3:5 , aber Federer ließ<br />

seinen Gegner weiter laufen. Der erste Matchball<br />

brachte ihm nach 52 Minuten das 6:3 und<br />

den neunten Titel in Halle.<br />

Für seinen Gegner fand er lobende Worte: „Man<br />

sieht, wie er sich weiterentwickelt hat. Ihm gehört<br />

die Zukunft, er ist ein toller Typ.“<br />

PI GWO, prawi<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

77


Tennis international<br />

Rom, ATP, Masters 1000<br />

Zverev, der “Kaiser von Rom”<br />

Die große deutsche Tennishoffnung<br />

Alexander Zverev gewinnt in der<br />

Ewigen Stadt erstmals ein ATP Masters<br />

1000-Turnier und rückt mit diesem<br />

Erfolg in die Bel Etage des ATP-<br />

Rankings vor. Er ist mit 20 Jahren<br />

der jüngste Spieler, der seit 2007 bei<br />

einem Turnier dieser Kategorie siegte.<br />

Zuvor wurde Ende Oktober 2007<br />

das letzte Mal eine Weltrangliste mit<br />

einem deutschen Top-Ten-Spieler<br />

veröffentlicht. Damals war Tommy<br />

Haas die Nummer zehn.<br />

"Fantastisch" nannte Endspielgegner Novak<br />

Djokovic den Finalvortrag des Deutschen: "Er<br />

hat Großes vor sich. Er ist auf dem Weg zu einem<br />

Champion."<br />

Und wie reagierte der Sieger? "Es ist ein unglaubliches<br />

Erlebnis, ein unglaublicher Sieg. Ein<br />

Tag, den ich nie vergessen werde", sagte Zverev<br />

nach seinem 6:4, 6:3-Sieg gegen Ex-Frontmann<br />

Djokovic. Nicht allein der Sieg des Hamburgers<br />

war eine Überraschung, sondern mehr noch<br />

der nervenstarke, zupackende Auftritt im ersten<br />

größeren Endspiel seiner Laufbahn. Als ihm<br />

Rod Laver, der zweimalige Gewinner des echten<br />

Grand Slam, den Cup überreichte, konnte<br />

Zverev Tränen nicht mehr verbergen: "Ich bin<br />

überwältigt!"<br />

Bisher beherrschten die “Großen Vier” - Roger<br />

Federer, Rafael Nadal, Andy Murray und Novak<br />

Djokovic - auch die Masters-Wettbewerbe. Djokovic<br />

und Nadal teilten sich sogar elf der vorangegangenen<br />

zwölf Rom-Titel untereinander.<br />

Der Serbe unternahm <strong>2017</strong> in Rom den Versuch,<br />

Nach dem Sieg in Champganerlaune: Alexander Zverev <br />

© Getty Images<br />

den 31. Rekordtitel dieser Elitewettbewerbe<br />

zu gewinnen.<br />

Zverev macht ihm einen<br />

dicken Strich durch diese<br />

Rechnung. “Zverev strahlte<br />

eine Zuversicht aus, die fast<br />

schon irritierend war”, erklärte<br />

Patrick McEnroe, Ex-Davis<br />

Cup-Boss der USA.<br />

Wäre es nach der Setzliste<br />

gegangen, hätte Zverev<br />

in der Runde der letzten 16<br />

auf Branchenprimus Andy<br />

Murray (GBR) treffen können.<br />

Gegenüber stand ihm<br />

aber Fabio Fognini (ITA), der<br />

den formschwachen Briten<br />

in dessen erstem Match 6:2, 6:4 schon aus dem<br />

Foro Italico Turnier verabschiedet hatte. Doch<br />

Zverev bezwang den Einheimischen unangefochten<br />

6:3, 6:3. Im Viertelfinale wartete der<br />

Wimbledon-Finalist von 2016, der Kanadier Milos<br />

Raonic. Es war das dritte Aufeinandertreffen<br />

der beiden. Ihre Matchbilanz: 1:1. Raonic forderte<br />

den deutschen Youngster im ersten Satz, der<br />

erst im Tie-Break mit 7:6(4) entschieden war.<br />

John Isner (USA) war der nächste Rivale des<br />

Deutschen. Reichte zum Gewinn von Satz eins<br />

ein Break zum 6:4, verlor Zverev Durchgang<br />

zwei nach hochkarätigen Spielen im Tie-Break<br />

6:7(5) knapp. Dadurch angestachelt, drehte er<br />

im Entscheidungssatz noch mal auf, gewann ihn<br />

mit 6:1 - Finale erreicht.<br />

Sein Gegner Djokovic hatte am Tag zuvor im<br />

Halbfinale Österreichs Shootingstar Dominic<br />

Thiem kräftig abgewatscht. Doch gegen Zverev<br />

war er von Anfang an in der Defensive, wirkte<br />

wie ein Getriebener. Bis zum Ende des Matches<br />

musste Zverev keinen einzigen Breakball abwehren.<br />

Djokovic hatte nicht den Hauch einer<br />

Chance. Jede sich andeutende kritische Situation<br />

parierte er mit ausgeprägter Coolness. Sascha<br />

Zverev bezwang den Serben souverän 6:4,<br />

6:3. “Es war eines der besten Matches, die ich jemals<br />

gespielt habe, und das ausgerechnet im Finale<br />

eines Masters-Turniers”, freute sich Zverev<br />

über seinen bislang größten Erfolg.<br />

Beim zeitgleich ausgetragenen Damenturnier<br />

siegte die 22-jährige Ukrainerin Elina Svitolina.<br />

Im Finale setzte sie sich gegen die Rumänin Simona<br />

Halep 4:6, 7:5, 6:1 durch und übernahm<br />

mit dem vierten Turniersieg <strong>2017</strong> auch die Führung<br />

in der Jahres-Weltrangliste.<br />

Angelique Kerber (Kiel) verpasste den Einzug ins<br />

Achtelfinale. Nach einem Freilos verlor die seit<br />

Wochen formschwache damalige Weltranglistenerste<br />

ihr Auftaktmatch - gegen Qualifikantin<br />

Anett Kontaveit (WTA 68) aus Estland deutlich<br />

4:6, 0:6.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz (mit<br />

Material von SID, tennisnet)<br />

78<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Turnier-Kurzberichte<br />

Tennis international<br />

Stuttgart: Porsche Tennis Grand Prix <strong>2017</strong><br />

Die Frau, mit der keiner rechnete<br />

Im vergangenen Jahr stand sie als Qualifikantin<br />

im Finale gegen Kerber. <strong>2017</strong> kam<br />

Laura Siegemund (WTA 49, Metzingen) mit<br />

einer Wild Card in ihr Heimturnier (25. bis<br />

30. April), besiegte dort drei Top Ten-Spielerinnen.<br />

Und im Finale die Französin Kristina<br />

Mladenovic. Für die 29-jährige Siegemund<br />

ist es der zweite Sieg auf der WTA-Tour. Damit<br />

hatte keiner gerechnet. Aber gerade sie<br />

ist mit ihrem unorthodoxen Spiel immer für<br />

Überraschungen gut.<br />

Doch an den ersten zwei Tagen gab es andere<br />

Gesprächsthemen als Siegemund. Dazu zählte<br />

das frühe Aus von Kerber gegen Kristina Mladenovic<br />

(WTA 19, FRA). Nach dem 2:6, 5:7 verließ<br />

sie mit hängendem Kopf die Halle. Kerbers<br />

Formkrise hält an. Es war bereits die dritte Auftaktniederlagedes<br />

Jahres. Sie war nicht die einzige<br />

Top-Spielerin, die zeitig die Segel streichen<br />

musste. Dieses Schicksal teilten auch Johanna<br />

Konta (Nr. 6, GBR), French Open-Siegerin Garbine<br />

Muguruza (Nr. 5, ESP), Agnieszka Radwanska<br />

(Nr. 7, POL) und Swetlana Kusnezowa (Nr. 8,<br />

RUS), die sich Vorjahresfinalistin Laura Siegemund<br />

(Metzingen) mit 4:6, 3:6 beugen musste.<br />

Dabei war Laura Siegemund drauf und dran, ihren<br />

komfortablen 6:4, 4:0- und 5:2-Vorsprung<br />

gegen die Russin in Satz zwei noch zu verspielen.<br />

Kuznetsova hatte Breakball zum 4:5, spielte<br />

einen starken Stopp, den Siegemund noch<br />

irgendwie erreichte und als Gegenstop übers<br />

Netz bugsierte. Wenig später der Matchgewinn<br />

mit 6:4, 6:3. Viele Stops gegen den Lauf, ab und<br />

zu der Slice, Netzangriffe. Alles klappte. Nächste<br />

Gegnerin war die an zwei gesetzte Karolina<br />

Pliskova (CZE), die Coco Vandeweghe (USA) mit<br />

7:6(2), 6:4 knapp bezwungen hatte. Das Viertelfinale<br />

gegen die Top Ten-Spielerin “war sicherlich<br />

eines der besten Matches meiner Karriere”,<br />

so Siegemund. “Es war für mich eine wichtige<br />

Erfahrung, dass ich eine absolute ‘Harthitterin’<br />

unter Druck setzen und in die Bredouille bringen<br />

kann”. Das tat die wieder sehr variabel spielende<br />

Siegemund beim lange umkämpften 7:5,<br />

6:7, 6:3-Erfolg mit Bravour. Im Halbfinale rang<br />

Außer Rand und Band: Siegerin Laura Siegemund, die<br />

häufig mit ihrer starken Vorhand punktete<br />

sie Simona Halep (ROU) durch jeweils ein Break<br />

6:4, 7:5 nieder.<br />

Im Finale gegen Mladenovic, die Maria Sharapovas<br />

Comback nach der Dopingsperre im Semifinale<br />

(3:6, 7:5, 6:4) stoppte, war Siegemund<br />

in Satz eins die dominierende Spielerin - 6:1.<br />

Durchgang zwei holte sich die Französin souverän<br />

mit 6:2. In Durchgang drei war Feuer im<br />

Match. Siegemund führte 5:4. Bei 15:30 wurdedie<br />

Deutsche, die vorher schon verwarnt wurde,<br />

von der Stuhlschiedsrichterin wegen Zeitüberschreitung<br />

zwischen den Aufschlägen ein<br />

Punkt abgezogen. Doch sie steckte die nervenaufreibende<br />

Entscheidung eiskalt weg. Den<br />

Tie-Break gewann Siegemund 7:6(5) - zweiter<br />

WTA-Turniersieg.<br />

Im Doppel siegten Raquel Atawo (USA)/Jelena<br />

Ostapenko (LAT) gegen Abigall Spears (USA)/<br />

Katarina Srebotnik (SLO) mit 6:4, 6:4.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz<br />

(mit Material von SID, tennisnet), Fotos: Porsche AG<br />

ATP: 102. BMW Open by FWU<br />

Heimtitel für Zverev<br />

Kurz nach seinem 20. Geburtstag bestritt<br />

Alexander Zverev bei den BMW Open in<br />

München (1. bis 7. Mai) sein fünftes ATP-Finale<br />

und errang den dritten Titel. Es war der<br />

erste vor heimischer Kulisse.<br />

Der an drei gesetzte Zverev (ATP 20) bezwang<br />

nach einer Rast im Achtelfinale Jeremy Chardy<br />

(FRA) mit 6:4, 6:4. In dieser Runde schied Philipp<br />

Kohlschreiber (ATP 39) mit 6:7(5), 4:6 gegen Horacio<br />

Zeballos (ATP 63, ARG) aus.<br />

Anschließend traf Zverev auf seinen Davis Cup-<br />

Teamkameraden Jan-Lennard Struff (ATP 48),<br />

der sich als harter Brocken erwies. Der hellwache<br />

Struff, der zuvor Tommy Haas verabschiedet<br />

hatte, holte sich mit 6:3 Satz eins. Auch in Durchgang<br />

zwei machte er kaum Fehler.<br />

Doch Zverev steigerte sich, bekam Oberwasser.<br />

Beide schlugen stark auf, ließen kaum Breakchancen<br />

zu. Es kam zum Tie-Break. In dem hat-<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

79


Tennis international<br />

te Zverev die besseren Nerven, gewann ihn mit<br />

7:3.<br />

Im dritten Satz gelang Zverev ein Break zum<br />

zum 3:2. Doch Struff ließ sich nicht abschütteln,<br />

es ging wieder in den Tie-Break. Nach 2:13<br />

Stunden flog ein Ball Struffs ins Aus. Es war<br />

ein schwer erkämpfter 6:3, 6:7 (3), 6:7(5)-Sieg<br />

- Halbfinale.<br />

Das Halbfinale gegen den Spanier Roberto Bautista<br />

Agut wurde auch wieder ein eng: 7:5, 7:5,<br />

entschieden durch jeweils ein Break von Zverev.<br />

Er punktete oft mit seiner beidhändigen Rückhand,<br />

der besten auf der Tour, wie Experten<br />

meinen.<br />

Im Endspiel gegen den Qualifikanten Guido Pella<br />

(ATP 154) aus Argentinien hatte Zverev zunächst<br />

2:4 und 15:40 zurück gelegen, drehte<br />

dann aber die Partie eindrucksvoll. Nach 72 Minuten<br />

brachte der erste Matchball die Entscheidung<br />

zum 6:4, 6:3.<br />

Für seinen dritten Turniersieg nach St. Petersburg<br />

2016 und Montpellier im Februar <strong>2017</strong> erhielt<br />

Zverev ein Preisgeld von 85 945 Euro, einen<br />

BMW-Sportwagen im Wert von etwa 140 000<br />

Euro und - eine Lederhose.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz<br />

Alexander Zverev mit BMW-Produktionsvorstand Oliver Zipse, dem Siegerpokal, zünftiger Lederhose und dem<br />

flotten BMW i8<br />

© Getty Images/BMW Open by FWU<br />

ATP, Monte Carlo Rolex Masters<br />

Der erste Zehner Titel für Nadal<br />

Es ist das erste “La Decima” auf der Tour. Vor<br />

dem Mallorciner war es noch keinem Spieler<br />

gelungen, ein Turnier zehnmal zu gewinnen.<br />

Doch Rafael Nadal verteidigte seinen<br />

Vorjahrestitel beim ATP Masters 1000-Turnier<br />

in Monte Carlo (16. bis 23. April), das<br />

er schon neunmal gewonnen hatte. Albert<br />

Ramos-Vinolas war beim 6:1, 6:3 im Finale<br />

chancenlos.<br />

Im Halbfinale hatte Nadal den Belgier David<br />

Goffin 6:3, 6:1 besiegt. Goffin, der zuvor im Viertelfinale<br />

den langjährigen Branchenprimus Novak<br />

Djokovic (Serbien) und den hoch gehandelten<br />

Dominic Thiem (Österreich) ausgeschaltet<br />

hatte, ließ sich von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung<br />

beim Stand von 3:2 im ersten<br />

Satz vollkommen aus dem Konzept bringen.<br />

In der Folge gewann der 26-Jährige nur noch ein<br />

Spiel. Bei Vorteil Goffin hatte der Schiedsrichter<br />

einen vermeintlich zu langen Ball von Nadal im<br />

Feld gesehen, was das 4:2 für den Belgier verhinderte.<br />

Nach dem Vorfall hatte Nadal, besonders<br />

im zweiten Durchgang keine Mühe mehr.<br />

Den Unmut der Zuschauer hatte Nadal nach der<br />

Szene jedoch auf seiner Seite, manche bedachten<br />

ihn mit Buhrufen und Pfiffen. "Das macht<br />

mich traurig, besonders an einem Ort, an dem<br />

ich so viele Erfolge gefeiert habe. Aber das passiert<br />

manchmal." Ferner erachtet Nadal die Kritik<br />

als unverhältnismäßig: "Wenn der Schiedsrichter<br />

den Ball gut gibt, was soll ich dann sagen?<br />

Dass der Ball im Aus ist? Deswegen gibt es einen<br />

Schiedsrichter." Seriensieger bei seinem Heimturnier: Rafael Nadal © Jürgen Hasenkopf<br />

80<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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Auf dem Weg zu seinem Sieg hatte Nadal im<br />

Achtelfinale auch den deutschen Hoffnungsträger<br />

Alexander Zverev ausgeschaltet - und das<br />

an dessen 20. Geburtstag. Der Sandplatzkönig<br />

erteilte dem jungen Deutschen eine Lehrstunde<br />

- 1:6, 1:6. Nach nur 68 Minuten war die einseitige<br />

Partie beendet - und Zverev um eine Erfahrung<br />

reicher. Im dritten Aufeinandertreffen<br />

mit dem Spanier kassierte Zverev seine dritte<br />

Niederlage, die er selbst mit einem Doppelfehler<br />

besiegelte. Noch bei den Australian Open im<br />

Januar hatte er Nadal in den fünften Satz und<br />

an den Rand einer Niederlage gezwungen. Auf<br />

Sand fehlten ihm allerdings die Mittel, um den<br />

Spanier auch nur annähernd zu gefährden. Zudem<br />

unterliefen Zverev an der Grundlinie ungewohnt<br />

viele einfache Fehler.<br />

Immer wieder blickte Zverev ratlos in seine Box.<br />

Als er im zweiten Satz seinen Aufschlag zum 0:3<br />

abgab, ließ er seinem Frust freien Lauf und hämmerte<br />

seinen Schläger so hart in den Sand, dass<br />

dieser in zwei Teile zerbrach. Die Fans im Fürstentum<br />

quittierten Zverevs Wutausbruch mit<br />

Pfiffen.<br />

Tennis international<br />

In der gleichen Runde kam auch für Andy Murray<br />

das Aus. Er unterlag dem Spanier Albert Ramos<br />

6:2, 2:6, 5:7. Ein frühes Achtelfinal-Aus ereilte<br />

auch den Schweizer Stanislas Wawrinka. Der<br />

dreifache Grand-Slam-Turniersieger verlor gegen<br />

den Uruguayer Pablo Cuevas 4:6, 4:6.<br />

Nur kurze Zeit nach Zverev schied auch der fünfte<br />

und letzte deutsche Teilnehmer aus. Davis<br />

Cup-Spieler Jan-Lennard Struff stand beim 3:6,<br />

0:6 gegen den Argentinier Diego Schwartzman<br />

auf verlorenem Posten.<br />

prawi<br />

ATP: Barcelona Open Banc Sabadell<br />

Souveräner Nadal gewinnt Jubiläums-Titel<br />

Rafael Nadal hat seinen Titel als Sandplatzkönig<br />

eindrucksvoll bestätigt und auch das<br />

ATP-Turnier in Barcelona (24. bis 30. April)<br />

gewonnen - zum zehnten Mal. Der 30 Jahre<br />

alte Mallorciner triumphierte im Finale<br />

über den Österreicher Dominic Thiem klar<br />

6:4, 6:1. Er sprach von einem "Traumstart<br />

auf Sand. Es bedeutet mir so viel, die Nummer<br />

10 hier in Barcelona erreicht zu haben,<br />

vor den Augen der Leute aus meinem Klub.<br />

Ich bin sehr glücklich", sagte Nadal auf dem<br />

Court, der nach ihm benannt ist.<br />

Der “Stier von Manacor” war vor dem Endspiel<br />

gewarnt: Youngster Thiem hatte in der Vorschlussrunde<br />

erstmals in seiner Karriere eine<br />

Nummer eins der Welt geschlagen. 6:2, 3:6, 6:4<br />

hieß es gegen Murray.<br />

Nadal dominierte das Duell mit Thiem (23 ) über<br />

weite Strecken. Nach ausgeglichenem Beginn<br />

gelang ihm das entscheidende Break im ersten<br />

Durchgang zum Satzgewinn.<br />

Im zweiten Satz setzte Nadal den Wiener von<br />

Beginn an unter Druck und nahm Thiem den<br />

Aufschlag zum 3:1 ab. Wenig später verwandelte<br />

er seinen zweiten Matchball zum dritten Erfolg<br />

im vierten Duell mit Thiem. Nadal hat nun<br />

71 Turniersiege zu Buche stehen - 51 davon auf<br />

Sand erstritten.<br />

"Der erste Satz war sehr wichtig, ich hatte ein<br />

paar Chancen mehr als er, aber es war sehr ausgeglichen.<br />

Darum habe ich am Ende mit so viel<br />

Energie den Sieg gefeiert", sagte Nadal.<br />

Die deutschen Tennisprofis hatten in Barcelona<br />

enttäuscht. Nacheinander waren Philipp Kohlschreiber<br />

(Nr. 12, Augsburg) und Alexander<br />

Zverev (Nr. 8,Hamburg) am 20 Jahre alten Qalifikanten<br />

Chung Hyeon aus Südkorea gescheitert.<br />

Dessen Siegeszug stoppte Nadal im Viertelfinale<br />

. Das Aus in ihren Auftaktmatches ereilte auch<br />

Mischa Zverev (Nr. 14, Hamburg) und Dustin<br />

Brown (Winsen/Aller). Jan-Lennard Struff (Warstein)<br />

gewann immerhin ein Spiel.<br />

Im Kampf um den Doppel-Titel trafen der<br />

33-jährige Petzschner und der drei Jahre ältere<br />

Peya im Endspiel auf Florin Mergea aus Rumänien<br />

und den Pakistaner Aisam-Ul-Haq Qureshi.<br />

Die deutsch-österreichische Kombination musste<br />

sich mit 4:6, 3:6 geschlagen geben.<br />

Zusammenfassung: Bernd Prawitz<br />

(mit Material von SID, tennisnet), Fotos: Getty Images<br />

Stuttgart: MercedesCup <strong>2017</strong><br />

Lucas Pouille - mit einer Wild Card zum Sieg<br />

Der große Triumphator beim MercedesCup<br />

<strong>2017</strong> (12. bis 18. Juni) heißt Lucas Pouille<br />

(ATP 16). Der als Nummer vier gesetzte Franzose<br />

setzte sich im Endspiel des mit 701 975<br />

Euro dotierten ATP-Rasenturniers auf dem<br />

Stuttgarter Weissenhof gegen den 35-jährigen<br />

Spanier Feliciano Lopez in 2:05 Stunden<br />

mit 4:6, 7:6 (7:5), 6:4 durch. Für seinen<br />

dritten ATP-Titel wurde er mit einem Siegerscheck<br />

über 112 460 Euro sowie einem E 400<br />

4MATIC Cabriolet belohnt.<br />

Pouille hatte nach seinem Drittrunden-Aus bei<br />

den French Open bei Turnierdirektor Edwin<br />

Weindorfer um eine Wild Card gebeten und diese<br />

auch erhalten. „Dafür möchte ich mich sehr<br />

herzlich bedanken, denn wenn ich die Wild Card<br />

nicht bekommen hätte, würde ich jetzt nicht<br />

hier stehen“, meinte der 23-Jährige bei der Siegerehrung.<br />

Mit dem 29. Ass verwertete Pouille<br />

seinen dritten Matchball, nachdem ihm bei der<br />

ersten Chance auf den Sieg noch ein Doppelfehler<br />

unterlaufen war.<br />

Ein Schlüssel zum Erfolg war auch, dass er in<br />

brenzligen Situationen die Nerven behielt.<br />

So musste Pouille im ersten Satz zwar seinen<br />

Aufschlag zum 1:2 abgeben, vereitelte aber<br />

im weiteren Verlauf der Partie sechs weitere<br />

Breakchancen seines Gegners. Der Franzose seinerseits<br />

nutzte gleich seine erste Breakmöglichkeit,<br />

um im dritten Durchgang vorentscheidend<br />

mit 3:2 in Führung zu gehen. „Auch im Tie-Break<br />

des zweiten Satzes war es sehr wichtig, dass ich<br />

mein Service halten konnte. Das war ein sehr<br />

Tennis-Verband Berlin-Brandenburg e.V. <strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

81


Tennis international<br />

entscheidender Moment“, bilanzierte Pouille,<br />

der bei seinem Auftaktmatch knapp vor dem<br />

Aus stand, als er gegen Jan-Lennard Struff einen<br />

Matchball des Deutschen mit einer akrobatischen<br />

Reaktion am Netz gerade noch abwehren<br />

konnte.<br />

Sein Finalgegner Lopez hatte im Halbfinale von<br />

Stuttgart die deutsche Nummer zwei Mischa<br />

Zverev (Nr. 6, Hamburg) bezwungen. Teilzeit-<br />

Profi Tommy Haas war auf seiner Abschiedstournee<br />

im Viertelfinale an Zverev gescheitert,<br />

nachdem er zuvor im Achtelfinale überraschend<br />

Grand Slam-Rekordsieger Roger Federer (Nr.<br />

1,Schweiz) die Rückkehr nach zweimonatiger<br />

Ruhepause verdorben hatte.<br />

Feliciano Lopez stand erstmals im Endspiel des<br />

MercedesCup, nachdem er 2003 und 2007 am<br />

Weissenhof, damals noch auf Sand, das Halbfinale<br />

erreicht hatte. „Natürlich ist es hart, ein Finale<br />

zu verlieren, aber ich habe in dieser Woche<br />

sehr gutes Tennis gespielt. Ich kenne das Turnier<br />

nun schon sehr lange, aber mit der Umstellung<br />

auf Rasen hat es sich großartig entwickelt“, sagte<br />

der Spanier.<br />

Der Doppeltitel ging an das britisch-brasilianische<br />

Duo Jamie Murray/Bruno Soares, das die<br />

österreichisch-kroatische Paarung Oliver Marach/Mate<br />

Pavic mit 6:7 (4:7), 7:5 und 10:5 im<br />

Match-Tie-Break in die Schranken wies. Für Murray<br />

und Soares, die in der vergangenen Saison<br />

bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne<br />

Lucas Pouille - Überraschungssieger beim MercesCup in Stuttgart<br />

und New York triumphiert hatten, war es der<br />

fünfte gemeinsame Turniersieg und der zweite<br />

in diesem Jahr nach Acapulco.<br />

Ein zufriedener Turnierdirektor Edwin Weindorfer:<br />

„Wir freuen uns, dass in den neun Turniertagen<br />

mehr als 61 000 Besucher zum Merce​desCup<br />

auf den Weissenhof gekommen sind.<br />

Das ist ein Rekordwert, seit wir das Turnier im<br />

Jahr 2007 erstmals veranstaltet haben.“<br />

PI MercedesCup, Foto: MercedesCup/Paul Zimmer<br />

ATP: Mutua Madrid Open, Masters1000 · WTA: Premier Mandatory-Turnier, Madrid<br />

Nadal und Halep gewinnen<br />

Rafael Nadal (ATP 4) konnte beim Madrider<br />

Masters 1000-Turnier seinen fünften<br />

Sieg in der spanischen Hauptstadt feiern.<br />

Er besiegte im Finale den an Nummer acht<br />

gesetzten Österreicher Dominic Thiem (ATP<br />

7) mit 7:6 (8), 6:4 und zog mit seinem Jubiläumssieg<br />

mit Rekordhalter und Vorjahressieger<br />

Novak Djokovic (ATP 2, SRB) gleich,<br />

den er im Halbfinale ausgeschaltet hatte.<br />

Simona Halep (ROU, WTA 4) verteidigte ihren<br />

Titel erfolgreich. Sie besiegte in einem<br />

hochklassigen Finale die Französin Kristina<br />

Mladenovic (WTA 17) mit 7:5, 6:7(5), 6:2 und<br />

holte sich damit ihren 15. Titel auf der Tour.<br />

Anzeige<br />

Sieger von Madrid: Rafael Nadal Getty Images<br />

Von den deutschen Herren konnte nur Alexander<br />

Zverev (ATP 17) überzeugen, der mit Siegen<br />

über Fernando Verdasco (ATP 37, ESP), Marin<br />

Cilic (ATP 8, CRO) und Thomas Berdych (ATP<br />

11, CZE) zum zweiten Mal ins Viertelfinale eines<br />

ATP-Masters einzog. Philipp Kohlschreiber (ATP<br />

38) und Tommy Haas scheiterten in Runde eins.<br />

Von den deutschen Damen schied die top gesetzte<br />

Angelique Kerber (WTA 2) in Runde drei<br />

gegen Eugenie Bouchard (WTA 60, CAN) beim<br />

Verteidigte Vorjahrestitel: Simona Halep Getty Images<br />

Stande von 3:6, 0:5 verletzt aus. Gegen ihre Konkurrentinnen<br />

aus den Top 20 gewann Kerber<br />

<strong>2017</strong> noch kein einziges Match, kassierte aber<br />

sieben Niederlagen. Andrea Petkovic (WTA 75)<br />

und Julia Görges (WTA 47) verloren jeweils ihre<br />

Erstrunden-Spiele. Laura Siegemund (WTA 35)<br />

schied nach einem beachtlichen Erfolg über Johanna<br />

Konta (WTA 6; 3:6, 7:5, 6:4, GBR) in Runde<br />

zwei gegen Coco Vandeweghe (WTA 20, USA)<br />

mit 6:2, 4:6, 3:6 aus.<br />

DR<br />

82<br />

<strong>matchball</strong> ı August <strong>2017</strong><br />

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