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Vitalstoffe 3/2024

Vitalstoffe ist die erste Zeitschrift in deutscher Sprache, die sich zum Ziel setzt, umfassend über die Roh- und Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sowie über deren Darreichungsformen zu berichten. Im Mittelpunkt stehen die Produktion und Mischung von Rohstoffen und deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit. Wissenschaftlich fundierte Informationen und Studien bieten die Möglichkeit der Aufklärung, die durch die Health Claims Verordnung immer schwieriger geworden ist. Leser sind Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Vermarkter, Lohnhersteller und Rohstoffhersteller bis hin zum Point of Sales sowie Ärzte, Ernährungsspezialisten und Apotheker.

Vitalstoffe ist die erste Zeitschrift in deutscher Sprache, die sich zum Ziel setzt, umfassend über die Roh- und Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sowie über deren Darreichungsformen zu berichten. Im Mittelpunkt stehen die Produktion und Mischung von Rohstoffen und deren Wirkung auf die menschliche Gesundheit. Wissenschaftlich fundierte Informationen und Studien bieten die Möglichkeit der Aufklärung, die durch die Health Claims Verordnung immer schwieriger geworden ist. Leser sind Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Vermarkter, Lohnhersteller und Rohstoffhersteller bis hin zum Point of Sales sowie Ärzte, Ernährungsspezialisten und Apotheker.

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Ausgabe 3/2024 14. Jahrgang ISSN 2192-2632 8,90 €

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Das Magazin für Mikronährstoffe und deren Wirkungen

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Editorial

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24. – 26.09.2024

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Cranberry und Mannose

Benno Keller

In diesem Heft stehen die Cranberrys im Vordergrund, besonders im Hinblick auf die

Wirkung auf das Darm-Mikrobiom und Harnwegsinfektionen bei Frauen. Cranberrys

besitzen ein starkes antioxidatives Potential. Spezielle Flavonoide sorgen dafür, das

Anhaften von Escherichia-coli-Bakterien an den Schleimhäuten der Harnwege zu verhindern.

Ellagsäure und Quercetin haben entzündungshemmende Eigenschaften und

können auch die Herzgesundheit unterstützen.

Interessant ist auch die Verbindung mit dem Einfachzucker Mannose. Bakterien in

der Blasenwand und auch der Prostata binden sich an die Zuckermoleküle. Dadurch

werden sie aus den Schleimhäuten entfernt und ausgeschwemmt. Zusammen mit den

Antioxidantien der Cranberry werden gute Ergebnisse erzielt. Dies spricht für diese

Form der Nahrungsergänzung, da ähnliche Wirkungen durch reguläre Ernährung

kaum zu erzielen ist.

Es grüßt Sie herzlich

Benno Keller

Herausgeber

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Die „Vitalstoffe“ kann abonniert www.prodima.ch werden. Das Abonnement besteht immer aus

4 Ausgaben – z. B. Ausgabe info@prodima.ch

4 / 2024 – 3 / 2025. Der Jahresbezugspreis beträgt in

Deutschland € 40,00 inkl. MwSt und Versandkosten, im Ausland € 48,00.

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September 2024

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3


V italstoffe

Titel: Cranberry

Cranberrys (Vaccinium macrocarpon) werden als

Backzutat, in Joghurts und Müsliriegeln und als Saft

verwendet. Sie haben aber auch stark entzündungshemmende

Eigenschaften, z. B. für den Darm, den

Urogenitaltrakt und den Mundraum.

© Joanna Kosinska – unsplash.com

© Almix – shutterstock.com

Titelbeitäge ab Seite 42 und Seite 50

Inhalt

6 Aktuelle Studien

6 Zinkmangel

8 Rote Bete

10 Kakao-Flavanole und rote Beeren

13 Hormonaktive Substanzen

14 Protein

14 Snack-Riegel

18 Darm-Mikrobiom

18 Konjak-Glucomannan

50 Cranberry

18 Pflanzenextrakte

18 Konjak-Glucomannan

30 Artemisia annua

33 Ceramide

33 Beauty from within

36 Venengesundheit

36 Gesunde Venen und schöne Beine

mit Pycnogenol ®

42 Harnwegsgesundheit

42 Cranberryextrakt

46 Hautgesundheit

46 Nutri- und Dermokosmetik

50 Darm-Mikrobiom

50 Cranberry-Wirkstoffe

36 Pycnogenol®

42, 50 Cranberry

26 Mineralstoffe

26 Magnesium

4


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V italstoffe

Aktuelle Studien

Unsere Studienredaktion unter der Leitung von Dr. Stefan Siebrecht, Carola Weise und Laura Ingenlath

wertet für jede Ausgabe der Vitalstoffe aktuelle Studien zur Präsentation aus.

Zinkmangel – ein weltweites Problem

Zink gehört zu den lebensnotwendigen Mikronährstoffen. Das

Spurenelement kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden,

muss also über die Nahrung aufgenommen werden, und

zwar täglich, denn der Mensch besitzt keine Speicherkapazitäten

für Zink.

Für viele Körperfunktionen ist eine ausreichende Zinkversorgung

unerlässlich: Es fördert u.a. die Zellbildung und

-gesundheit, ist wichtig für die Wundheilung, unterstützt das

Immunsystem und ist unverzichtbar für den Carotinoid-Stoffwechsel

– das bedeutet, dass bei einem Zinkmangel z. B. die

Aufnahme von Vitamin A nur unzureichend funktioniert. Darüber

hinaus ist Zink essentiell für die Gehirnfunktion und unentbehrlich

für die Augengesundheit. Es besitzt im Zusammenspiel

mit weiteren Mikronährstoffen antioxidatives Potential,

wirkt wachstumsfördernd, entzündungshemmend und spielt

eine wichtige Rolle bei der Fruchtbarkeit.

Zu den besten Zinkquellen zählen Lebensmittel tierischen

Ursprungs wie Milchprodukte und Fleisch, es ist aber auch

in Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten zu finden.

Allerdings ist Zink aus tierischen Nahrungsmitteln besser bioverfügbar.

Leider erreichen nicht alle Menschen die für gesunde Erwachsene

empfohlene tägliche Zufuhrmenge an Zink (ca.

14 mg/Männer, ca. 8 mg/Frauen, 9 bis 11 mg/Schwangere und

Stillende), und diese Problematik ist weltweit anzutreffen.

Schätzungen zufolge sind ca. 17% der Weltbevölkerung nur

unzureichend mit Zink versorgt. Dafür gibt es unterschiedliche

Ursachen: Einerseits sind die Preise für hochwertige Lebensmittel

in den vergangenen Jahren stark angestiegen, aber

auch die sich rasant verändernden Umweltbedingungen nehmen

beispielsweise beim Getreideanbau auf den Nährstoffgehalt

und das Pflanzenwachstum Einfluss. Inwieweit sich die

Situation zum Negativen entwickelt, lässt sich schwer prognostizieren.

Ein Wissenschaftlerteam aus den Vereinigten Staaten und

Großbritannien bezeichnet den globalen Zinkmangel sogar als

besonders heimtückisch – für das Team der wichtigste Grund,

die Ergebnisse seiner Analysen zusammenzutragen und im

Rahmen eines Berichts in der Zeitschrift Advances of Nutrition

zu veröffentlichen. Dessen Ziel war es, die jüngsten Entwicklungen

mit der Rolle von Zink für die Gesundheit in Einklang

zu bringen und zu verstehen, die Auswirkungen des Klimawandels,

vielversprechende neue funktionelle Biomarker und Lösungen

zur Verbesserung der Zinkzufuhr in der Bevölkerung

zu erläutern.

Nicola Lowe, Professorin für Ernährungswissenschaften an der

University of Central Lancashire und Hauptautorin, befürchtet,

dass aufgrund der stark gestiegenen Lebensmittelpreise Zinkmangel

weltweit immer häufiger auftritt.

„Die Möglichkeiten, qualitativ hochwertige Lebensmittel zu

kaufen, sind begrenzt, und immer mehr Menschen sind auf die

Versorgung durch Tafeln und energiereiche, aber nährstoffarme

Lebensmittel angewiesen. Dies kann zu dem führen, was wir

„versteckten Hunger“ nennen, d. h. die Menschen sehen zwar

satt aus, sind aber aufgrund der Abhängigkeit von minderwertigen

Lebensmitteln versteckt mangelernährt.“

Die vielfältigen gesundheitsfördernden

Wirkungen von Zink im Detail

Bei Kindern gehören kognitive Beeinträchtigungen, wiederkehrende

Infektionen und Durchfall sowie eine verzögerte

Wundheilung zu den Charakteristika eines gravierenden Zinkmangels,

während bei Jugendlichen und Erwachsenen eine

Zink-Unterversorgung die Fortpflanzung beeinträchtigt und zu

einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Störungen führt.

Das Spurenelement spielt eine wichtige Rolle bei der Insulinsekretion

und der Glukosehomöostase, und ein niedriger

Zinkstatus korreliert mit schwereren Verläufen bei einem Typ-

2-Diabetes mellitus. Er beeinflusst den Lipidstoffwechsel, einschließlich

der Absorption, der Synthese und des Metabolismus

von Fettsäuren, was sich auf die zirkulierenden Lipidprofile

auswirkt und die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen

kann.

6


Aktuelle Studien

Kategorie

Die Auswirkungen von Zink auf die Immungesundheit sind

vielschichtig. So besteht beispielsweise ein Zusammenhang mit

der Aktivierung der T-Zellen – eine Schlüsselaktion bei der Immunantwort,

die für die Zerstörung von virusinfizierten Zellen

und Neoplasmen erforderlich ist.

Zink wird für die Bildung von Säuren und die Bündelung toxischer

Zinkkonzentrationen benötigt, um pathogene Bakterien

abzutöten, für die katalytische Aktivität von Proteasen, die von

Krankheitserregern stammende Proteine abbauen, und um die

Dismutation zytotoxischer Superoxidanionen zu katalysieren,

die bei der Wirtsabwehr entstehen.

Es hat zahlreiche wichtige Funktionen für die Gesundheit des

Stoffwechsels, da es mithilfe der β-Zellen der Bauchspeicheldrüse

eine übermäßige Insulinfreisetzung unterbindet und die

zinkabhängige Regulierung der Phosphorylierung die Empfindlichkeit

des Insulinrezeptors erhöht.

Der Stoffwechsel essentieller Fettsäuren, der für die Regulierung

von Entzündungen wichtig ist, reagiert ebenfalls sensibel

auf Veränderungen in der Zinkzufuhr. Zink ist ein Schlüsselelement

bei der Reaktion auf oxidativen Stress, zum Teil durch

seine katalytische Rolle in der Superoxiddismutase und die Signalisierung

der zellulären Reaktion auf oxidativen Stress.

Biomarker – wichtig für die Ermittlung

des Zinkstatus

Der am häufigsten verwendete Biomarker für den Zinkstatus ist

die Plasmazinkkonzentration (PZC), die jedoch bei einer Person

im Laufe des Tages um 20 % schwankt und von der Länge

des nächtlichen Fastens, der Größe und Zusammensetzung der

vorangegangenen Mahlzeit sowie von möglichen Entzündungen

beeinflusst wird. Selbst wenn diese Faktoren einer Kontrolle

unterliegen, kann es bei der Analyse zu einer Variabilität

kommen.

Mittlerweile kommen jedoch verstärkt funktionelle Biomarker

für Zink zum Einsatz – z. B. die Entsättigung essenzieller Fettsäuren,

DNA-Schäden und die Genexpression von Zinktransportern.

Diese bieten den Vorteil, dass sie empfindlicher als

PZC auf Veränderungen in der Zinkaufnahme reagieren.

Daten aus Tiermodellen deuten darüber hinaus darauf hin, dass

Veränderungen in der Darm-Mikrobiota für die Bewertung des

Zinkstatus genutzt werden können.

Umwelteinflüsse – welche Rolle

spielen sie für den Zinkgehalt von

Nahrungsmitteln?

Experimente haben ergeben, dass beim Anbau von Pflanzen

mit erhöhtem CO 2 -Gehalt in der Atmosphäre – wie er für 2050

September 2024

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V italstoffe

prognostiziert wird – die Zinkkonzentration in den Körnern

vieler Getreidesorten, die Grundnahrungsmittel liefern, sinkt.

Dieser Trend wird die weltweite Verfügbarkeit von Zink in der

Nahrung bis 2050 voraussichtlich um 14,6% (und 13,6% bei

Eisen) verringern.

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass zur Steigerung der

Bioverfügbarkeit von Zink aus der Nahrung unbedingt Strategien

entwickelt werden müssen, um die Nettoaufnahme und

Verwertung von Zink zu verbessern.

Der Bericht thematisierte die groß angelegte Anreicherung mit

Zink durch Biofortifikation, bevor die Ernte der Pflanzen erfolgt.

Dabei geht es im Wesentlichen darum, die Auswahl von

Pflanzensorten auf der Grundlage ihrer Fähigkeit, den Nährstoffgehalt

zu maximieren, zu fördern – als risikoarmen und

kosteneffizienten Ansatz für industriell hergestellte Grundnahrungsmittel

und Gewürze.

Zink als Nahrungsergänzungsmittel –

eine gute Alternative?

Die chemische Form von Zink, die in Nahrungsergänzungsmitteln

verwendet wird, kann anorganisch (z. B. Sulfat, Oxid oder

Citrat), organisch (z. B. Gluconat oder Malat) oder an Aminosäuren

(z. B. Histidin oder Lysin) gebundenes Zink sein.

Systematische Übersichten und Meta-Analysen zur Zinksupplementierung

bei Kindern und Erwachsenen haben die Wirksamkeit

dieses Ansatzes bei der Erhöhung der PZC bei Erwachsenen

und der funktionellen Ergebnisse bei Kindern bis zu fünf

Jahren, einschließlich Größe, Gewicht und alters- und körperlängenbezogenem

Gewicht belegen können.

Ganz unproblematisch ist die Supplementierung allerdings

nicht. Die chemische Form von Zink beeinflusst die Löslichkeit

und Absorption, und der Verzehr bestimmter Lebensmittel

und Getränke vor, während und nach der Supplementierung hat

ebenfalls Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit. Diese wird

beispielsweise auch durch Phytinsäure (PA), einer Substanz,

die in vielen Pflanzensamen vorkommt, beeinträchtigt.

Die Wissenschaftler vertraten allerdings die Ansicht, dass eine

präventive Supplementierung „in den meisten LMICs (Low or

Middle Income Countries) weder wirtschaftlich noch logistisch

machbar ist“. Dies zeige sich an den mangelnden Fortschritten

bei der Skalierung der hochwirksamen gemeinsamen Leitlinie

der Weltgesundheitsorganisation und des Kinderhilfswerks der

Vereinigten Staaten für die Supplementierung zur Behandlung

von Durchfallerkrankungen und an der begrenzten Wirksamkeit

von Strategien zur Eisenergänzung bei Kindern und Frauen

im gebärfähigen Alter.

„Die Erhöhung der Zinkaufnahme und die Bekämpfung des

weltweiten Zinkmangels erfordern kontextspezifische Strategien

und eine Kombination sich ergänzender, evidenzbasierter

Interventionen, einschließlich Nahrungsergänzung, Nahrungsmittelanreicherung

und Lösungen für Lebensmittel und Landwirtschaft

wie Biofortifikation, neben Bemühungen zur Verbesserung

der Bioverfügbarkeit von Zink“, so das Forscherteam.

„Die Verbesserung des Zinkgehalts und der Bioverfügbarkeit

in der Nahrung durch die Bioanreicherung von Zink ist eine

integrative Ernährungslösung, die den am stärksten gefährdeten

Personen und Bevölkerungsgruppen, die von unzureichender

Ernährung betroffen sind, am meisten zugutekommen kann.“

Quelle: Advances in Nutrition

“Preventing and Controlling Zinc Deficiency Across the Life

Course: A Call to Action”, January 2024

Autoren: N.M. Lowe et al.

doi: 10.1016/j.advnut.2024.100181

Rote Bete – Booster für Gedächtnis und kognitive Leistung

Schon seit längerem ist die Rote Bete (Beta vulgaris) als Lieferant

gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe bei Ernährungsexperten

in den Fokus geraten. Ihr Nitratgehalt wurde mit potenziellen

Vorteilen im Bereich der kardiovaskulären Gesundheit

in Zusammenhang gebracht. In Studien wurde wiederholt die

Bedeutung von Nitrat bei unterschiedlichen biologischen Prozessen

untersucht, vor allem im Hinblick auf die Regulierung

des Blutflusses, den Blutdruck, die zelluläre Signalübertragung,

die Glukosehomöostase und die Reaktion des Gewebes

auf einen niedrigen Sauerstoffgehalt (Hypoxie).

Die Erkenntnisse zu den Wirkungen von Nitrat fanden auch

im Leistungssport Beachtung, da es als leistungsfördernd eingestuft

wird, ohne einen Doping-ähnlichen Effekt zu besitzen.

Diese These wird auch von World Athletics, dem Dachverband

aller nationalen Sportverbände, unterstützt, und es gibt Berichte

über Sportmannschaften in aller Welt, die Rote-Bete-Saft als

Teil ihrer Ernährungsstrategien einsetzen.

In einer neuen Studie unter Beteiligung von Wissenschaftlern

mehrerer Universitäten (Universität Magna Graecia (Italien),

Université Libre de Bruxelles (Belgien), Universität von

8


Aktuelle Studien

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Kategorie

TM

Kalabrien (Italien) und DBSS International (Kolumbien)) sollte

nun die gesundheitsfördernde Wirkung von Roter Bete unter

dem Aspekt der Gehirngesundheit untersucht werden. Gegenstand

der Studie, die von einem amerikanischen Hersteller gesponsert

wurde, war, inwieweit das in der Rote Bete enthaltene

NO3- zur Verbesserung der Gedächtnisleistung und der geistigen

Flexibilität bei jungen, gesunden Frauen und Männern beitragen

kann. Die Resultate wurden in der Zeitschrift European

Journal of Nutrition publiziert.

Rote Bete als Supplement – Details der

Studie

Im Allgemeinen wird die Rote Bete in Form von Saft konsumiert.

Allerdings ist der Geschmack nicht jedermanns Sache. So

lag es nahe, den nitratreichen Rote-Bete-Wirkstoff für die Studie

in Form angenehm schmeckender Tabletten anzubieten, was einen

gleichmäßigen Nährstoffgehalt garantierte. Hierzu wurden

Kautabletten mit einem Gehalt von 3 g Beta-vulgaris-Extrakt

verwendet, was einer Dosis von 4 Tabletten täglich entsprach.

Die Forscher rekrutierten 44 junge gesunde Männer und Frauen

(Durchschnittsalter 32,7 Jahre), die an ihrer randomisierten,

doppelblinden, Placebo-kontrollierten klinischen Crossover-

Studie über zwei unterschiedliche Zeiträume teilnahmen. Die

Mitwirkenden wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen

eingeteilt und erhielten entweder vier Kautabletten auf

Rote-Bete-Basis (BR-CT) oder vier Placebo-Tabletten (Maltodextrin).

Danach folgte eine viertägige Auswaschphase, im Anschluss

wechselten die Probanden zur jeweils anderen Intervention.

Die Gehirntests wurden 90 Minuten nach der Einnahme

der Interventionen durchgeführt.

Resultate der Untersuchung

Die Ergebnisse zeigten, dass die Rote-Bete-Supplementierung

neben den signifikanten Verbesserungen bei der unmittelbaren

und verzögerten Erinnerung auch mit signifikanten Steigerungen

der Frontallappenfunktionen und der kognitiven Flexibilität

im Vergleich zu Placebo verbunden war.

„Die akute Verabreichung eines kaubaren Nahrungsergänzungsmittels

auf der Basis von Roter Bete verbessert bestimmte

Aspekte der kognitiven Funktion bei gesunden Frauen und

Männern, insbesondere die Gedächtniskapazität und die frontalen

Fähigkeiten“, zu diesem Fazit gelangten die Forscher nach

Abschluss der Analyse.

Die Einnahme des Rote-Bete-Extrakts führte im Vergleich zu

Placebo zu einem 21%igen Anstieg der unmittelbaren Gedächtnisleistung

und einer 12%igen Verbesserung der verzögerten

Gedächtnisleistung. Darüber hinaus konnte eine Verbesserung

der Frontallappenfunktionen um 3% und eine Steigerung der

kognitiven Flexibilität um 11% festgestellt werden.

September 2024

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V italstoffe

Im Hinblick auf das verbale Kurzzeitgedächtnis, das Arbeitsgedächtnis

und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit

konnten keine signifikanten Vorteile ermittelt werden. Bei der

Stimmung und möglichen Angstzuständen wurde über gemischte

Resultate berichtet.

„Die Ergebnisse dieser Studie tragen zu den Erkenntnissen bei,

die sich auf die Auswirkungen einer NO3-Supplementierung

auf die kognitive Leistung konzentrieren“, erläuterten die Wissenschaftler

ihre Beobachtungen. „Die Verbesserungen der

frontalen Fähigkeiten sowie der lexikalischen und Gedächtniskapazität

sind Elemente, die eine Verbesserung der allgemeinen

kognitiven Kapazität bestätigen. Darüber hinaus wurde die in

dieser Studie verwendete BR-CT-Ergänzung gut vertragen (sie

zeigte keinerlei unerwünschte oder nachteilige Wirkung) und

auch die Schmackhaftigkeit wurde geschätzt. Dieser letztgenannte

Aspekt sollte nicht unterschätzt werden, nicht nur wegen

der Compliance bei der Einnahme, sondern auch, weil dies

eine längere Verweildauer im Mund und damit eine größere

Exposition gegenüber der Speichel-Mikrobiota ermöglicht hat,

mit der Folge einer möglicherweise größeren Umwandlung von

NO3- in NO2- und der Aufnahme in den Plasmakreislauf.“

„Es könnte möglich sein, dass der Anstieg des zerebralen Blutflusses

und damit die höhere Nährstoffzufuhr nach der Supplementierung

mit dem kaubaren NO3-reichen Produkt auf BR-

Basis die kognitive Leistung beeinflusst haben könnte,“ so der

abschließende Kommentar der Forscher.

Quelle: European Journal of Nutrition

“Acute effects of a chewable beetroot-based supplement on

cognitive performance: a double-blind randomized placebo-controlled

crossover clinical trial”, October 2023

Autoren: Maria Grazia Vaccaro, et al.

doi: 10.1007/s00394-023-03265-y

Kakao-Flavanole und Anthocyane für die kardiovaskuläre Gesundheit

Sowohl Kakao als auch dunkle Beeren sind reich an sekundären

Pflanzenstoffen, die die Gesundheit auf sehr angenehme

Art und Weise unterstützen können. Die Flavonoide, die zur

Gruppe der Polyphenole gehören, besitzen eine unterschiedliche

Struktur, verfügen aber beide über ein bemerkenswertes

antioxidatives Potential, insbesondere, wenn sie regelmäßig

konsumiert werden.

Kakao und dunkle Beeren –

Inhaltsstoffe und Wirkungen

Im Kakao sind es vor allem die Flavanole, die ein natürlicher

Bestandteil von Kakaobohnen sind und deren gesundheitsfördernde

Eigenschaften im Hinblick auf das Herz-Kreislauf-

System schon in mehreren Studien belegt werden konnten. Im

Vordergrund stand dabei die Gefäßgesundheit, die im Laufe des

Alterungsprozesses fortschreitende Beeinträchtigungen erfährt.

Die Gefäße, die für den reibungslosen Bluttransport benötigt

werden, werden mit zunehmendem Alter weniger beweglich

und dehnungsfähig und können versteifen, was das Risiko von

kardiovaskulären Erkrankungen, aber auch von Schlaganfällen

steigen lässt. Genau hier setzt die Wirkung der Kakao-Flavanole

an: Sie sind imstande, die kontinuierlichen Gefäßversteifungen

abzumildern und unterstützen das Gefäßsystem dabei,

flexibel und elastisch zu bleiben.

Über die heilsamen Effekte der Anthocyane gibt es ebenfalls

umfangreiche Untersuchungen. Es handelt sich dabei um Farbstoffe,

die vor allem in dunklen Früchten und Gemüsearten

zu finden sind. Hier stehen dunkle Beeren wie Heidelbeeren,

Himbeeren und Brombeeren an erster Stelle. Sie verfügen über

ein ausgezeichnetes antioxidatives Potential, was sie ebenfalls

zu einem starken Verbündeten in Sachen Herzgesundheit

macht.

Ansätze der Studie

Was liegt näher, als diese beiden Polyphenole miteinander zu

kombinieren, um ihre gefäßschützenden Fähigkeiten im Dienste

der kardiovaskulären Gesundheit zu optimieren?

Dieser Aufgabe stellte sich ein spanisches Forscherteam, das

im vergangenen Jahr eine Studie zu diesem Thema durchführte.

Darüber hinaus sollte erforscht werden, ob ein Zusammenhang

zwischen dem regelmäßigen Verzehr von Flavanolen und

Anthocyanen im Hinblick auf die Modulation des Mikrobiota-

Stoffwechsels besteht.

Die von der Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung des Instituts

für Lebensmittelwissenschaft und -technologie und Ernährung

(ICTAN-CSIC) in Madrid geleitete Analyse wurde von

der spanischen Forschungsagentur im Rahmen des Nationalen

Programms für Forschung zur Bewältigung der gesellschaftlichen

Herausforderungen (RETOS) finanziert, die Testprodukte

wurden von einem in Barcelona ansässigen Unternehmen zur

Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der

Zeitschrift Nutrients veröffentlicht.

„Unsere Studie zeigte eine positive Modulation des Mikrobiota-Stoffwechsels

nach regelmäßigem Verzehr von

10


Aktuelle Studien

Kakao-Flavanolen und Anthocyanen aus roten Beeren, was zu

einer Verbesserung der kardiovaskulären Funktion führte, insbesondere

in der Gruppe, die Kakao konsumierte“, kommentierten

die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler

ihren Ansatz.

Eine gute Kombination mit

ausgezeichneter Wirksamkeit

Im Laufe des Alterungsprozesses kommt es zu einer Dysfunktion

des Gefäßendothels sowie zu einer zunehmenden Verdickung

und Steifheit der Arterien, was ein erhöhtes Risiko für

Bluthochdruck, Arteriosklerose und Herzinfarkt zur Folge hat.

Der regelmäßige Verzehr von Kakao-Flavanolen und Beerenanthocyanen

kann dabei helfen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken

und kann daher als präventive Strategie zur Unterstützung

des Gefäßsystems eingesetzt werden, da die Polyphenole

entzündliche und ROS-abhängige Signalwege regulieren, die

mit der Seneszenz, einer Einschränkung im Zellbildungsvorgang,

in Verbindung stehen.

Die Studie ergab, dass der Verzehr von polyphenolreichem Kakao

und Beeren nachweislich die Auswirkungen des Alterns

mildern kann, sowohl in Bezug auf den kognitiven Abbau als

auch auf die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eigene Forschungsarbeiten des Teams hatten zuvor gezeigt,

dass der regelmäßige Verzehr von roten Beeren, Kakao und einer

Mischung aus beidem die exekutiven Funktionen gesunder

Erwachsener verbessert.

Die Wissenschaftler erklärten dazu: „Ziel der vorliegenden

Studie war es, die Auswirkungen von Kakao-Flavanolen und

Anthocyanen aus roten Beeren auf kardiovaskuläre Biomarker

wie Homocystein, Angiotensin-konvertierendes Enzym

(ACE), Stickstoffmonoxid (NO), flussvermittelte Vasodilatation

(FMD), Blutdruck und Lipidprofil zu analysieren. Darüber

hinaus wollten wir ihre möglichen Wechselwirkungen mit Mikrobiota-bezogenen

Metaboliten wie sekundären Gallensäuren

(SBA), kurzkettigen Fettsäuren (SCFA) und Trimethylamin-N-

Oxid (TMAO) untersuchen.“

Details der Studie

Für die randomisierte Parallelgruppenstudie wurden 60 gesunde

Männer und Frauen im Alter zwischen 45 und 85 Jahren rekrutiert

und nach dem Zufallsprinzip einer von drei Gruppen

September 2024

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V italstoffe

zugeteilt. Die Probanden nahmen über einen Zeitraum von 12

Wochen täglich entweder 2,5 g Kakaopulver (9,59 mg/Tag an

Gesamtflavanolen), 5 g rote Beerenmischung (13,9 mg/Tag an

Gesamtanthocyanen) oder 7,5 g einer Kombination aus beiden

zu sich.

„Die Gruppe, die Kakao konsumiert hatte, zeigte eine signifikante

Senkung der TMAO- und Harnsäurewerte im Serum,

begleitet von einem Anstieg der FMD-Werte und der Gesamtpolyphenole“,

so die Wissenschaftler zu den Ergebnissen. „Außerdem

beobachteten wir in den Gruppen, die Kakao und rote

Beeren konsumiert hatten, zwischen dem Beginn und dem Ende

der Intervention einen Anstieg der Kohlenhydratfermentation“.

Dieser Anstieg der Kohlenhydratfermentierung (und damit der

SCFA-Synthese) hatte eine Senkung des systolischen und diastolischen

Blutdrucks sowie einen Rückgang des Verhältnisses

von HDL zu Gesamtcholesterin in Verbindung zur Folge.

Nicht stichhaltig geklärt werden konnte die fehlende Wirkung

der Kakao-Rote-Beeren-Mischung auf die untersuchten kardiovaskulären

Biomarker. Die Forscher vermuten, dass dies auf

eine bisher nicht bekannte antagonistische Interaktion zwischen

Anthocyanen aus roten Beeren und Kakao-Flavanolen zurückzuführen

sein könnte. Als Ursache nehmen sie an, dass die dimeren

Strukturen beider die Darmbarriere zwar überwinden

können, aber nicht so effizient wie die isolierten Verbindungen.

Abschließend stellte das Forscherteam fest, dass längerfristige,

Placebo-kontrollierte Studien notwendig seien, um die Auswirkungen

der Verbindungen auf SCFAs, SBAs und andere kardiovaskuläre

Parameter wie die ACE-Aktivität und NO-Konzentration

zu klären.

Quelle: Nutrients

“Regular Consumption of Cocoa and Red Berries as a Strategy

to Improve Cardiovascular Biomarkers via Modulation of

Microbiota Metabolism in Healthy Aging Adults”, May 2023

Autoren: Joaquín García-Cordero et al.

doi.org/10.3390/nu15102299

Unsichtbare Gefahr aus Alltagsprodukten

In einer kürzlich erschienenen Pressemitteilung nahm die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie

(DGE) zu hormonaktiven Substanzen Stellung.

Hormonaktive Substanzen, auch bekannt

als endokrine Disruptoren (ED), finden

sich überall – von Plastik und Kosmetika

über Nahrung und Trinkwasser bis hin

zu Alltagsgegenständen und Spielzeug.

„Unsere Umwelt ist mit diesen Schadstoffen

regelrecht durchtränkt“, warnt

Professor Dr. rer. nat. Köhrle, Experte

der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie

(DGE). ED stellen eine ernsthafte

Bedrohung für die Gesundheit dar und

können die Entwicklung und Gesundheit

von Ungeborenen beeinträchtigen. Daher

fordert die DGE bereits seit Jahren,

die betreffenden Substanzen aus dem

Verkehr zu ziehen.

Die Plastikproduktion hat sich in den

letzten 70 Jahren 200-fach erhöht und

übertrifft mittlerweile die gesamte Masse

aller tierischen Lebewesen auf unserem

Planeten. „Diese Plastikwelle ist

nicht nur ein Umweltproblem, sondern

auch eine erhebliche Gesundheitsgefahr:

Hormonaktive Substanzen, die in Mikroplastik,

Kosmetika und vielen anderen

Produkten enthalten sind, können hormonelle

Prozesse im Körper erheblich

stören“, erklärt Professor Dr. rer. nat.

Josef Köhrle, ehemaliger Direktor des

Instituts für Experimentelle Endokrinologie

an der Charité-Universitätsmedizin

Berlin. „Wir beobachten beispielsweise,

dass Jugendliche früher in die Pubertät

kommen. Auch Übergewicht, Diabetes

und Entwicklungsstörungen nehmen bei

Kindern zu.“

Gefährliche Belastung

während der

Schwangerschaft

Besonders besorgniserregend ist die Belastung

während der Schwangerschaft.

Per- und polyfluorierte Verbindungen

sowie langlebige organische Chemikalien

finden sich in hohen Konzentrationen

im Fruchtwasser und in der Follikelflüssigkeit

der Eierstöcke. „Ungeborene

Kinder baden förmlich in einem Mix aus

Schadstoffen“, so Köhrle. Diese Substanzen

können die Entwicklung des Fötus

schwer beeinträchtigen, insbesondere

die Gehirnentwicklung. Kinder von Müttern

mit hoher ED-Belastung haben ein

dreifach höheres Risiko für einen verzögerten

Spracherwerb.

Auswirkungen auf

die Schilddrüse und

Autoimmunerkrankungen

ED wie die für die Plastikproduktion

verwendeten Bisphenole (BPA) und

Phthalate, die Weichmacher für Plastikprodukte,

können das Schilddrüsenhormonsystem

verändern, was zu

12


Aktuelle Studien

ernsthaften Entwicklungsproblemen

führen kann. „Eine ausreichende Versorgung

mit dem für die Schilddrüsenhormonbildung

lebenswichtigen Spurenelement

Jod ist bereits ein globales

Problem, und die zusätzliche Belastung

durch EDs verschärft die Situation erheblich,

weil sie die Synthese, den Transport

und die Schilddrüsenhormonwirkung

beeinträchtigen können“, erklärt Köhrle.

Zudem können diese Chemikalien das

Risiko für Autoimmunerkrankungen wie

Hashimoto und sogar Schilddrüsentumoren

erhöhen.

ihre Unbedenklichkeit zu prüfen, bevor

sie in großem Maßstab produziert und in

Umlauf gebracht würden, so Köhrle. Insbesondere

sei es nicht sinnvoll, bekannte

endokrine Disruptoren durch verwandte,

aber noch wenig untersuchte Verbindungen

zu ersetzen.

Literatur:

(1) Reincke M, Arlt W, Damdimopoulou

P, Köhrle J, Bertherat J. Endocrine

disrupting chemicals are a threat to

hormone health: a commentary on

behalf of the ESE” Nat Rev Endocrinol.

2024 Apr;20(4):187-188. doi: 10.1038/

s41574-024-00958-0.

Was man für seine

Hormongesundheit tun

kann

Köhrle weist darauf hin, dass wir auch

individuell unseren Konsum hinsichtlich

bestimmter Gefahrstoffe überprüfen

können und sollen. „Etwa die Hälfte der

aktuellen ED-Belastung kann auf individuelles

Konsumverhalten zurückgeführt

werden. Jeder Mensch kann durch bewusste

Produkt-Entscheidungen seinen

Beitrag leisten“, sagt Köhrle. Doch um

die unfreiwillige Exposition zu senken,

müssen Produktion und Vertrieb von

identifizierten ED strikt reguliert und

gestoppt werden. „Von den rund 100.000

weltweit verwendeten Chemikalien sind

etwa 50 als endokrine Disruptoren klassifiziert

und gehören damit zur gleichen

Gefahrenklasse wie krebserregende Substanzen“,

warnt der Biochemiker und

Hormonexperte. „Es ist an der Zeit, diese

stille Bedrohung ernst zu nehmen und

sofort zu handeln.“

Dringende Maßnahmen

gefordert

Die DGE fordert ein sofortiges Handeln:

„Die Belastung mit ED muss reduziert

werden. Wir brauchen strengere Regulierungen

und ein Verbot der Herstellung

und Nutzung dieser gefährlichen

Chemikalien“, betont Köhrle. Besonders

für Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere

und Kinder muss die Jodversorgung

verbessert werden. Wichtig sei jedoch

auch, neue chemische Substanzen auf

Ein bewährter Weg zu einem gesünderen Herzen.

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Wir bei BENEO wissen, dass Verbraucherinnen und Verbrauchern eine gesunde Ernährung

am Herzen liegt. Auch herkömmliche Lebensmittel können die Herzgesundheit fördern –

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mit einem Ballaststoffgehalt von 40 % und 20 % Beta-Glucanen. Die Zutat senkt nachweislich

das LDL-Cholesterin und damit signifikant das Risiko für koronare Herzerkrankungen.

Deshalb sind von der EFSA und FDA zugelassene gesundheitsbezogene Angaben möglich.

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13


V italstoffe

Oliver Wolf

Der ideale Riegel: Textur und Nährwert neu definiert

Proteinreich, zuckerreduziert und angenehm weich dank OPTIBAR®

© GELITA

Das Marktsegment „Snacking On-The-

Go” ohne Riegel? Undenkbar, denn

längst erfreuen sich viele Verbraucherinnen

und Verbraucher an Produkten, die

genau ihren Bedürfnissen entsprechen:

Ob es der kleine Hunger ist, den sie stillen

wollen, oder der Energiehaushalt,

der nach einer intensiven Sporteinheit

schnell wieder aufgefüllt werden soll.

Riegel sind praktisch – nicht nur für

Konsumentinnen und Konsumenten,

sondern auch für Hersteller.

Die Gestaltungsfreiheit von Formulierungen

ist scheinbar grenzenlos, wodurch

die Produzenten auch besonders

gut auf aktuelle Trends reagieren können.

Um jedoch den Erwartungen nach

gesünderen und sensorisch hervorragenden

Produkten gerecht zu werden, sind

innovative Inhaltsstoffe gefragt.

Eine der größten Hürden bei der Entwicklung

von Sportriegeln mit hohem Eiweißgehalt

ist die Textur und das Mundgefühl:

Ein hoher Anteil an Protein kann

zu trockenen, harten Riegeln führen, die

ein unangenehm sandiges Mundgefühl

hinterlassen. Bei Müsliriegeln wiederum

treiben herkömmliche Bindemittel

wie Sirup den Zuckergehalt in die

Höhe – das kann die Kaufentscheidung

negativ beeinflussen, da die Nachfrage

nach zuckerarmen Produkten steigt. Hier

kommt OPTIBAR ® ins Spiel, ein neues

Ingredient von GELITA, das gleich zwei

Lösungen bietet: Mit diesem Inhaltsstoff

lassen sich Proteinriegel mit einem sehr

hohen Eiweißgehalt von bis zu 60% und

höher produzieren. Die Textur bleibt dabei

weich und über die gesamte Haltbarkeitsdauer

hinweg stabil. Zudem können

Hersteller mit OPTIBAR ® zuckerfreie

Bindemittel für Müsliriegel fertigen, die

nicht nur den Zuckergehalt im Endprodukt

reduzieren, sondern auch herzhafte

Produktkreationen ermöglichen.

Wachstumschancen:

Funktionelle Snacks mit

mehr Protein

Innerhalb des weltweit steigenden Marktes

für Sportnahrung mit einer jährlichen

Wachstumsrate (CAGR) von rund fünf

Prozent haben sich Proteinriegel aufgrund

ihrer Funktionalität und breiten

Akzeptanz einen festen Platz gesichert

(1): Einst nur in Fitnessstudios oder speziellen

Geschäften erhältlich, sind sie

heute im Alltag der Menschen angekommen,

wo die breite Produktvielfalt für

volle Supermarktregale sorgt.

14


Protein

Eine Analyse von Innova Market Insights

zeigt, dass 17% der Konsumentinnen

und Konsumenten von Sportriegeln

diese viermal oder öfter pro Woche

verzehren. Sieben Prozent essen diese

sogar täglich. Trotz dieser beachtlichen

Zahlen bleiben die Konsumraten hinter

denen von Sportpulvern zurück, die von

27% der Nutzerinnen und Nutzer vierbis

sechsmal pro Woche und von 12%

täglich konsumiert werden (1). Natalie

Leuwer, Category Manager Food Specialties

bei GELITA, betont jedoch:

„Statt Pulver oder Kapseln bevorzugen

es viele Verbraucherinnen und Verbraucher,

ihren Nährstoffbedarf über angereicherte

Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel

in Snackformaten zu

sich zu nehmen. Eiweißreiche Riegel

haben daher ein enormes Potenzial, allerdings

nur, wenn die Endprodukte sensorisch

überzeugen.”

Bislang sind Produzenten immer wieder

an der Aufgabe gescheitert, Proteinriegel

mit sehr hohem Proteinanteil herzustellen,

die Funktionalität und Genuss

vereinen. Doch durch eine geschickte

Kombination verschiedener Eiweißquellen

lässt sich diese Herausforderung

meistern.

Weiche Riegel, auch bei

60 Prozent Proteingehalt

Herkömmliche Proteinriegel beispielsweise

auf Soja- oder Molkenbasis neigen

dazu, eine feste Textur zu entwickeln,

sobald sie einen bestimmten Eiweißanteil

überschreiten. Dies führt oft zu einer

harten, trockenen und bröseligen Konsistenz

mit potenziell unangenehmen Aromen.

Durch OPTIBAR ® bleibt die Textur

von Riegeln während ihrer gesamten

Haltbarkeit angenehm weich und bewahrt

dabei den Geschmack – selbst bei

einem Proteingehalt von mehr als 60%.

Die Löslichkeit einer Proteinquelle ist

entscheidend für die Rezeptentwicklung.

Während Milchproteine und viele Pflanzenproteine

nur teilweise löslich sind,

zeichnen sich Kollagenpeptide aufgrund

ihrer einzigartigen Struktur durch eine

außergewöhnlich hohe Löslichkeit aus.

Dies ermöglicht es Produzenten, überdurchschnittliche

Mengen an Eiweiß in

ihren Riegeln unterzubringen und dabei

die gewünschte weiche und angenehme

Textur beizubehalten.

Bei ausschließlicher Verwendung von

Molken- oder Pflanzenproteinen können

krümelige Riegel das Resultat sein,

während die alleinige Verwendung von

Kollagenpeptiden dazu führen könnte,

dass die Riegel zu weich werden. Daher

empfiehlt GELITA eine Kombination,

um optimale Ergebnisse zu erzielen:

Molken- und Pflanzenproteine verleihen

Struktur, während die Kollagenpeptide

von OPTIBAR ® für Homogenität, einen

angenehmen Biss und langanhaltende

Weichheit sorgen. Durch die Integration

von OPTIBAR ® in Riegelformulierungen

können Hersteller den steigenden

Anforderungen der Verbraucherinnen

und Verbraucher gerecht werden und

sich auf dem Markt hervorheben. Bei

einem Proteingehalt um die 40% kann

OPTIBAR ® zur Optimierung der Textur

eingesetzt werden. Liegt dieser zwischen

40 und 60%, gewährleistet es eine

langanhaltend weiche und genussvolle

Textur. Riegel mit mehr als 60% Eiweiß

werden durch OPTIBAR ® überhaupt erst

ermöglicht.

Weniger Zucker liegt im

Trend

Doch nicht nur proteinreiche Riegel sind

aktuell sehr beliebt auf dem Markt, die

Nachfrage nach zuckerarmen Riegeln ist

© GELITA

Abb. 1: OPTIBAR ® kann für Bindemittel in Müsliriegeln fungieren und damit den Zuckergehalt reduzieren.

September 2024

15


V italstoffe

aktuell höher als das Angebot in diesem

Marktsektor: Innova Market Insights

stellte fest, dass 26% der Konsumentinnen

und Konsumenten von Sportnahrung

durch zuckerarme Produktversprechen

beeinflusst werden. Allerdings weisen

nur 11 bis 16% der jüngsten Einführungen

dieses Merkmal auf (1), was unbefriedigte

Bedürfnisse und Raum für Innovationen

aufzeigt.

Die Produkteigenschaft „ohne Zuckerzusatz“

nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher

bei Müsliriegeln positiv wahr.

Diese Riegelsorte macht den zweitgrößten

Teil des rund 39 Milliarden Euro großen

globalen Marktes für Cerealien aus.

Während der Gesamtmarkt mit einer

CAGR von etwa drei Prozent wächst,

übertreffen Müsliriegel dies mit einem

Wachstum von rund fünf Prozent. Zwischen

April 2022 und September 2022

trugen sie außerdem zu 36% aller weltweiten

Markteinführungen im Bereich

Müsli bei (2).

Innova prognostiziert, dass zukünftige

marktbestimmende Trends in diesem

Sektor stark auf Gesundheit und

„frei von” Erzeugnissen liegen werden

(2). Verbraucherinnen und Verbraucher

wünschen sich vermehrt Produkte, die

laktosefrei, kalorienarm, ohne Zuckerzusatz

oder zuckerfrei sind und nicht

gentechnisch modifiziert wurden. Diese

Trends folgen dicht auf die heutigen drei

beliebtesten Produktversprechen in diesem

Sektor: „glutenfrei”, „reich an Ballaststoffen”

und „reich an Protein“.

Zuckerfreies Bindemittel:

OPTIBAR ® macht’s

möglich

Die neue innovative Zutat kann auch

das Nährwertprofil in Müsliriegeln verbessern,

indem Hersteller es für zuckerfreie

Bindemittel verwenden: Durch

OPTIBAR ® können Produktentwickler

herkömmliche sirup- und zuckerreiche

Inhaltsstoffe in Bindemitteln ersetzen

und so den Zuckergehalt der Riegel erheblich

minimieren. Gleichzeitig sorgt

OPTIBAR ® als reines Protein dafür,

dass die Produkte einen zusätzlichen

Proteinboost erhalten. Die Kollagenpeptide

zeichnen sich durch einen neutralen

Geschmack aus und sind daher ideal

für die Herstellung sowohl süßer als

auch herzhafter Riegel geeignet. Dank

der technologischen Eigenschaften von

OPTIBAR ® lässt sich damit schnell und

einfach ein Binder herstellen. Im Gegensatz

zu traditionellen Rezepturen, bei

denen Bindemittel wie Zucker und Sirup

zuerst mit Wasser und Fett gekocht

werden, vereinfacht OPTIBAR ® den

Prozess erheblich. Es wird lediglich mit

Wasser und Fett auf 70° C erhitzt und anschließend

mit den Cerealien vermengt

und geformt.

Zusätzlich können Hersteller OPTIBAR ®

nahtlos in ihre bestehenden Produktionslinien

integrieren, ohne zusätzliche

Ausrüstung zu benötigen. Dies bietet

gleich mehrere Vorteile: geringerer

Energiebedarf, reduzierte Verarbeitungskosten,

weniger thermische Belastung

für empfindliche Zutaten und eine

geringere Umweltbelastung. Neben der

Zuckerreduktion und der Erhöhung des

Proteingehalts verbessert OPTIBAR ®

die Struktur der Riegel und sorgt für eine

angenehm knusprige Textur über die gesamte

Haltbarkeitsdauer des Produkts

hinweg. Darüber hinaus ist es vielseitig

einsetzbar und kann mit sämtlichen

Müsliriegelzutaten kombiniert sowie in

verschiedene Formen gebracht werden,

um den aktuellen Verbrauchertrends zu

entsprechen.

© GELITA

Abb. 2: Mit OPTIBAR ® können Hersteller genussvolle Riegel mit einem

Proteingehalt von mehr als 60% entwickeln.

Abb. 3: Dank seiner hervorragenden Löslichkeit lässt sich OPTIBAR ®

leicht verarbeiten, gewährleistet zudem einen hohen Proteingehalt

von über 60% und sorgt für eine langanhaltende weiche Textur in

Sportriegeln.

16


Protein

Ein technischer

Inhaltsstoff für alle Fälle

GELITA hat OPTIBAR ® entwickelt,

um Herstellern dabei zu helfen, sich in

den Märkten für Müsli- und Proteinriegel

optimal zu positionieren und schnell

auf Trends reagieren zu können. Der

vielseitige Inhaltsstoff ist die neueste

Ergänzung im Portfolio an natürlichen

und funktionalen Kollagenpeptiden.

Gewonnen wird OPTIBAR ® durch die

enzymatische Hydrolyse von Kollagen

und ist speziell für den Einsatz in

Riegelanwendungen optimiert. Das Pulver

bietet hervorragende Löslichkeit und

ist in agglomerierter Form erhältlich, was

eine staubfreie Handhabung garantiert.

Außerdem ist es geschmacksneutral, wodurch

es für jegliche Geschmacksrichtung

individuell anwendbar ist – egal ob

süß oder salzig. Ein entscheidender Vorteil

von OPTIBAR ® ist seine leichte Verdaulichkeit

und hohe Bioverfügbarkeit.

Als natürliche Zutat trägt es keine E-

Nummer, was es ideal für die Formulierung

von Clean-Label-Produkten macht.

Außerdem bietet OPTIBAR ® Potenzial

für nährwertbezogene Angaben wie

„Proteinquelle“, „reich an Protein“,

„zuckerreduziert“, „zuckerarm“ oder

„zuckerfrei“ gemäß der EU-Verordnung

1924/2006.

Umfassende

Unterstützung bei

der Anwendung und

Formulierung

Als Pionier im Bereich Kollagen und

Kollagenpeptide sowie als führender

Anbieter von Gelatine für Lebensmittel

und pharmazeutische Produkte steht

GELITA mit Rat und Tat zur Seite und

unterstützt bei der praktischen Anwendung

von OPTIBAR ® . Dabei begleitet

das Expertenteam von GELITA seinen

Kunden in jeder Phase der Entwicklung

und liefert langjährige wissenschaftliche

Expertise und technisches Know-How.

GELITA entwickelt sein Portfolio an

natürlichen Produkten kontinuierlich

weiter, um zukunftsfähige Lösungen für

die Lebensmittelindustrie anzubieten.

Darüber hinaus unterstützen die qualifizierten

Marketing- und Zulassungsteams

des Unternehmens ihre Kunden mit umfassender

Beratung zu Verbraucherinformationen,

Verpackungsangaben und

Marketingstrategien für Produkte, die

auf der ganzen Welt eingeführt werden.

Referenzen:

Innova Market Insights, Category

Insider: Fuelling the World with Sports

Nutrition, 2023.

Innova Market Insights, Category

Review: What’s Trending in Cereal &

Energy Bars – Global, October 2023.

Autor:

Oliver Wolf

Head of B2B Marketing (global),

GELITA AG

Global Marketing & Communication

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17


V italstoffe

Jörg Schreiber

Konjak-Glucomannan als präbiotischer Inhaltsstoff

und die Rolle des Mikrobioms bei Übergewicht

VIVA W8

© wasanajai – shutterstock.com

Übersicht

Kürzlich wurde ein neuer Weg zu einer

trinkbaren Konjak-Glucomannan-Variante

vorgestellt: Neuartige trinkfertige Produkte

auf Basis von Konjak-Glucomannan

für das Gewichtsmanagement, VIVA W8

(Schreiber, Vitalstoffe 4, 30-34, 2023).

Konjak-Glucomannan ist der einzige

Wirkstoff, für den die EFSA eine Indikation

für das Gewichtsmanagement erlaubt.

Das zunehmende Interesse an Präbiotika

(z. B. präbiotische Getränke) wirft

die Frage auf, ob Konjak-Glucomannan

einen Einfluss auf das Mikrobiom

hat und ob es möglich ist, dass die

Veränderungen des Mikrobioms nach

dem Verzehr von Konjak-Glukomannan

für die gesundheitlichen Vorteile

verantwortlich sind.

Taxonomische

Rangstufen

Bei erwachsenen gesunden Menschen

dominieren sechs Bakteriengruppen die

Darmflora: Firmicutes und Bacteroidetes

(90%), Proteobacteria, Actinobacteria,

Fusobacteria und Verrucomicrobia

(Abb. 1), (Woting, 2016).

Nomenklatur der Stämme (Phyla) nach

Rinninella (Rinninella, 2019).

Abb. 1

Quelle: Rinninella, 2019

18


Darm-Mikrobiom

Firmicutes und Bacteroidetes können

zusammen einen Anteil von mehr als

90% erreichen, während der Anteil

der Vertreter der anderen Stämme

zwischen 2% und 10% liegt. Das meiste

Wissen über die Zusammensetzung der

menschlichen Darmflora stammt aus

der Analyse von Fäkalproben (Woting,

2016).

Diese Bakterien sind in verschiedenen

Bereichen des menschlichen Körpers zu

finden (Palade, 2022).

Abb. 2 Quelle: Palade 2022

Entwicklung des menschlichen Darm-Mikrobioms

Das Darm-Mikrobiom des Menschen

entwickelt sich unterschiedlich, was

u.a. durch Ungleichheiten in der Säuglingsernährung

bedingt ist (Abb. 3).

Stillen erhöht die Anzahl der Bifidobakterien

und verringert Clostridien und

Bacteroides. Flaschennahrung erhöht

Clostridium und Bacteroides (Albenberg,

2014).

Abb. 3 Quelle: Albenberg, 2014

Die Rolle der Mikroflora beim Menschen

Darm-Mikrobiom und Adipositas

Schwankungen in der Kohlenhydrat-, Protein- und Fettzufuhr

wirken sich auf die Struktur der mikrobiellen Gemeinschaft aus,

wodurch bestimmte Bakterientypen häufiger vorkommen können

(Murga-Garrido, 2022).

Zwischen dem Darm-Mikrobiom und dem „Säugetierwirt“ gibt

es u.a. eine Wechselwirkung bei Entzündungen und dem Stoffwechsel

(Abb. 4), (Boulangé, 2016)

Abb. 4 Quelle: Boulange, 2016

September 2024

19


V italstoffe

Mikrobiom bei

übergewichtigen oder

fettleibigen Personen

(ältere Studiendaten)

Humanstudien an übergewichtigen gegenüber

normalgewichtigen Frauen

zeigten in einer Studie aus dem Jahr

2010 eine bemerkenswerte Verschiebung

der Bakterien (Abb. 5), (Santacruz,

2010). Die Ergebnisse lassen sich wie

folgt zusammenfassen:

Eine Verringerung von

• Bifidobacterium

• Bacteroides

Eine Zunahme von

• E. coli

• Enterobacteriaceae

• Staphylococcus

Abb. 5 Quelle: Santacruz, 2010

Erhöhung des Verhältnisses

von Firmicutes zu

Bacteroidetes

Der Zusammenhang zwischen dem

Body-Mass-Index und dem Verhältnis

von Firmicutes und Bacteroidetes ist in

Abb. 6 dargestellt (Koliada, 2017). Eine

Steigerung des Body-Mass-Index führt

zu einem Anstieg des Verhältnisses von

Firmicutes zu Bacteroidetes.

Es gibt aber auch Studien, bei denen ein

umgekehrter Trend festgestellt wurde

(Schwiertz, 2010).

Abb. 6 Quelle: Koliada, 2017

Zunehmender

Gewichtsverlust

versus Anteil der

Bacteroidetes bei

Übergewichtigen

Wenn fettleibige Personen Gewicht verlieren,

nimmt der Anteil der Bacteroidetes

zu. (Ley, 2006).

© mi_viri – AdobeStock.com

20


Darm-Mikrobiom

Energiegewinnung durch ein verändertes

Verhältnis von Firmicutes zu

Bacteroidetes

Eine 20-prozentige Zunahme der Firmicutes

(und eine entsprechende 20-prozentige

Abnahme der Bacteroidetes) war

mit einer um 150 kcal/Tag höheren Energieausbeute

verbunden, was im Laufe

der Zeit zu einer Gewichtszunahme führte

(Jumpertz, 2011).

Die Rolle der Ballaststoffe

Die Rolle der Ballaststoffe wird in

Abb. 7 erläutert (Cantu-Jungles, 2023).

Oberes Bild: Ballaststoff A wird von einer

Vielzahl von Bakterien verwertet und

vermehrt sich entsprechend.

Unteres Bild: Der Ballaststoff B wird nur

von wenigen Bakterien verwertet, die

sich entsprechend stark vermehren.

Nach heutigem Stand des Wissens sind

beide Wege vorteilhaft.

Das Mikrobiom von übergewichtigen

Menschen scheint effizienter darin zu

sein, Energie aus der Nahrung zu gewinnen

und als Fett zu speichern (Turnbaugh,

2006).

Ballaststoffe werden

von vielen Bakterien

genutzt

Geringes Wachstum

von vielen Bakterien

Mikrobiom bei

übergewichtigen oder

fettleibigen Personen

(Übersicht über neuere

Studiendaten)

In den letzten Jahren wurden zahlreiche

Studien darüber veröffentlicht, welche

Bakterien bei übergewichtigen oder fettleibigen

Personen vermehrt oder vermindert

vorkommen (Andoh (2016), Chen

(2016), Cheng (2022), Indiani (2018),

Komodromou (2024), (Li, Yue, 2022),

Lindstad (2021), Loftfield (2020), Mathur

(2015), Org (2017), Pinart (2022),

Palmas (2021).

Vermehrt kommen vor:

Bacteroides fragilis, Bacteroides ovatus,

Blautia, Clostridium, Coprococcus, Eubacterium,

Enterobacteriaceae, Escheria

shigella, Eschericha coli, Firmicutes,

Fusobacterium, Lachnospiraceae, Staphylococcus,

Lactobacillus, Lactobacillus

fermentum, Lactobacillus reuteri,

Lactobacillus fermentum, Streptococcus

(usw.).

Abb. 7

Ballaststoff A

Ballaststoffe werden

von wenigen

Bakterien genutzt

Ballaststoff B

Stärkeres

Wachstum von

wenigen Bakterien

Quelle: Cantu-Jungles, 2023

Abb. 7 Quelle: Cantu-Jungles, 2023

Die Rolle des Ballaststoffs Konjak-Glucomannan für

das Darm-Mikrobiom

Die Rolle der Darmbakterien beim

Abbau von Konjak-Glucomannan

Konjak-Glucomannan ist ein aus der

Konjak-Pflanze gewonnener Ballaststoff,

der durch Verdauungsenzyme im

Magen und Dünndarm nicht abgebaut

wird. Stattdessen wird er hauptsächlich

im Dickdarm verdaut und abgebaut.

Die Abbauprodukte von Konjak-Glucomannan

(Abb. 8) haben die gewünschten

Vorteile für die Darmgesundheit, fördern

das Wachstum von Probiotika, adsorbieren

pathogene Bakterien, senken die

Blutfette und fangen freie Radikale.

Verringert kommen vor:

Akkermansia, Bacteroides, Bifidobacterium

longum, Desulfovibrio, Faecalibacterium,

Faecalibacterium prausnitzii,

Lactobacillus plantarum (usw.).

Offensichtlich sind viele Spezies im

Darm an der Entstehung von Fettleibigkeit

beteiligt.

Abb. 8

September 2024

21


V italstoffe

Abb. 9

Präbiotische Wirkung

von Konjak-Glucomannan

oder der Abbauprodukte

von Konjak-Glucomannan

In den letzten Jahren wurde publiziert,

wie sich das Mikrobiom in In-vitro- oder

In-vivo-Studien in Gegenwart von Konjak-Glucomannan

verändert (Al-Ghazzewi

(2012), Ariestanti (2019), Chen

(2008, 2006, 2005), Cui (2021), Jiang

(2018), Lestari (2023), Li (2022), Mao

(2023, 2021), Pallister (2017), Santacruz

(2010), Tan (2024), Yang (2017), Wang

(2023, 2016, 2008), Wen (2024), Yang

(2018)).

Abb. 9 gibt einen Überblick über den

Einfluss der Abbauprodukte von Konjak-

Glucomannan, die das Substrat für die

Fermentation verschiedener Bakterien

sind, und die Vorteile, die sich aus der

Verschiebung der Bakterien ergeben.

Veränderung in der

Anzahl der Bakterien

Wie bereits erwähnt gibt es bei Übergewicht

eine Vielzahl an Bakterien, die im

Vergleich zu Menschen mit Normalgewicht

vermehrt auftreten.

Interessanterweise zeigt die Studienlage

bei Konjak-Glucomannan, dass viele

dieser Bakterien in den In-vitro- oder in

In-vivo-Studien verringert vorkommen.

Wie bereits angeführt gibt es bei Übergewicht

eine Vielzahl an Bakterien, die

im Vergleich zu Menschen mit Normalgewicht

weniger häufig zu finden sind.

Bei Konjak-Glucomannan ergibt sich

hier in den In-vitro-/In-vivo-Studien der

umgekehrte Effekt.

Fazit bezüglich der Daten

in Abb. 9

Menschen, die Konjak-Glucomannan

konsumieren, sollten durch die Verschiebung

von mindestens 19 Bakterienarten

mögliche Vorteile haben, da die entsprechenden

Bakterien (die bei Übergewichtigen

reduziert sind) gefördert werden und

umgekehrt. Ferner ist der Zusammenhang

zwischen dem Vorhandensein/der Abwesenheit

von einigen Bakterien und Übergewicht

aus anderen Studien bekannt.

Visualisierung der

wissenschaftlichen Daten

Die Auswirkungen von Konjak-Glucomannan

auf die verschiedenen Bakterien

bzw. ihre Interaktionen mit anderen

Bakterien und die daraus resultierenden

Vorteile sind komplex und nicht leicht zu

verstehen (Abb. 9).

22


Darm-Mikrobiom

Antioxidative

Wirkungen

B. breve/

B. longum

Reduktion

von

Triglyceriden

Verbesserte

Darm

Schleimhaut

Muzin

Sekretion

Butyrate

Produktion

Bifidobacterium

breve

Fettmassen

Reduzierung

Akkermansia

Faecalibacterium

prausnitzii

Wachstumsförderung

Ballaststoffe

Lactobacillus

plantarum

Gewichtsabnahme

BMI

verringert

Enzündungs

Reduktion

Clostridium

perfringens

Erklärung

Orange: Phänotyp: Welcher Effekt ist in der

Literatur beschrieben?

Rot Positive Korrelation

Grün: Positive Auswirkungen von Konjak

Glucomannan auf Bakterienarten

Blau: Hemmung einer bestimmten Bakterienart

durch eine "grüne" Bakterienart

Abb. 10

Abb. 10

Bifido

Bakterien

Lese-Hinweis: (Mögliche Vorteile):

Konjak-Glucomannan hat einen positiven Einfluss auf das

Wachstum von B. breve

Akkermansia fördert das Wachstum von F. Prausnitzii

F. Prausnitzii reduziert den Body Mass Index (BMI)

Akkermansia fördert die Gewichtsabnahme

B. breve/B. longum fördert den Fettabbau

L. plantarum hemmt das Wachstum von C. perfringens

In Abb. 10 wurde ein Versuch unternommen,

diese Beziehungen zu visualisieren

(unter Berücksichtigung von nur 6 Bakterienarten).

Die wirkliche Zahl der Bakterieninteraktionen

ist natürlich höher.

Mikrobielle Komponente von Übergewicht:

Diese Ergebnisse legen nahe,

dass Übergewicht eine mikrobielle

Komponente hat und die Supplementierung

von Konjak-Glucomannan daher

sinnvoll ist, weil das Mikrobiom vorteilhaft

beeinflusst werden könnte.

Präbiotischer Index

Der präbiotische Index (PI) ist ein quantitatives

Maß zur Bewertung des präbiotischen

Potenzials verschiedener Kohlenhydrate.

Er wird auf der Grundlage

der Veränderungen in wichtigen Bakteriengruppen

wie Bifidobakterien, Laktobazillen,

Clostridien und Bacteroides

durch In-vitro-Fermentationsstudien ermittelt.

Ein höherer PI-Wert zeigt eine

stärkere präbiotische Wirkung. Konjak-

Glucomannan (KGM, 1.26) ist besser

als Inulin (0.97).

Abb. 11 Quelle: Ariestanti, 2019

September 2024

23


V italstoffe

Entwicklung des

präbiotischen Marktes

Der vorgestellte Überblick über die

Wirkung von Konjak-Glucomannan auf

das Mikrobiom öffnet die Tür für neue

präbiotische Getränkekonzepte auf der

Basis von Konjak-Glucomannan, da man

ein Kategorie-Wachstum für probiotische

und präbiotische Getränke erwartet

(Abb. 12).

Insbesondere präbiotische Getränkekonzepte

zur Gewichtsreduktion auf Basis

des Konjak-Glucomannans könnten hier

vorteilhaft sein, da bei Probiotika durch

den Einsatz spezieller Bakterienstämme

die Komplexität auf die Auswirkungen

des Mikrobioms nicht unterschätzt werden

sollte. Abb. 12 Quelle: www.kbvresearch.com

Neuartige trinkfertige Produkte auf Basis von Konjak-Glucomannan

für präbiotische Konzepte

Vivatis entwickelte eine trinkbare Version von Konjak-Glucomannan, VIVA W8 (Abb. 13), die für präbiotische Konzepte

genutzt werden könnte (Schreiber, Vitalstoffe 4, 30-34, 2023).

Abb. 13

© nadianb – AdobeStock.com

24


Darm-Mikrobiom

Abb. 14

Zusammenfassung

Typische Diäten zur Gewichtsreduktion

könnten scheitern, weil die komplexe

Rolle des Mikrobioms unterschätzt wird.

Konjak-Glucomannan hat die Fähigkeit,

das Sättigungsgefühl zu verbessern und

den Cholesterinspiegel zu senken (EFSA

Claim).

Außerdem wurde der Einfluss der Energiereduzierung

als Strategie zur Verringerung

der Fettleibigkeit mit dem

relativen Verhältnis von Firmicutes zu

Bacteroidetes erläutert. Ein Anstieg der

Firmicutes um 20% (und ein entsprechender

20%iger Rückgang bei den

Bacteroidetes) ist mit einem Anstieg der

Energiegewinnung um 150 kcal/Tag verbunden,

was im Laufe der Zeit zu einer

Gewichtszunahme führt.

Der spezifische Mechanismus, durch den

Konjak-Glucomannan die bioaktive Rolle

gegen Übergewicht oder ganz allgemein

eine präbiotische Wirkung ausübt,

war noch umstritten.

Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen

über die Veränderung des Mikrobioms

bei Fettleibigkeit wurden mit den

wissenschaftlichen Daten über die Wirkung

von Konjak-Glucomannan auf verschiedene

Bakterienarten verglichen.

Mikrobielle Komponente

von Übergewicht beim

Menschen/bei Konsum

von Konjak-Glucomannan

(präbiotische Wirkung):

Die vorgestellten Ergebnisse legen nahe,

dass Übergewicht eine mikrobielle Komponente

hat.

Konjak-Glucomannan kann einen positiven

Einfluss auf das Mikrobiom

haben, da es Bakterien fördert, die das

Körpergewicht, den Body-Mass-Index,

die Triglyceridwerte, stille Entzündungen,

die Darmschleimhaut beeinflussen.

Mögliche positive Wirkungen hängen

sicher auch von der Darreichungsform

(in Kapselform oder trinkfertiges Pulver,

weitere Inhaltsstoffe) und den täglichen

Ernähungsgewohnheiten ab.

Darüber hinaus könnte die Einnahme

von Konjak-Glucomannan die Vielfalt

des Mikrobioms erhöhen. Die Ergebnisse

zeigten, dass es eine komplexe Korrelation

zwischen den Bakterien des Mikrobioms

und dem Phänotyp gibt. Es wurde

versucht, diese Komplexität graphisch zu

veranschaulichen (Abb. 10 und Abb. 14)

Eine trinkfertige Zubereitung auf Basis

von Konjak-Glucomannan ist daher

empfehlenswert (VIVA W8).

Referenzen:

Literatur liegt beim Verfasser vor.

Autor:

Dr. Jörg Schreiber

Business Development Formulation

Vivatis Pharma GmbH

© amawasri – AdobeStock.com

September 2024

25


V italstoffe

Magnesium – ein lebensnotwendiger Mineralstoff

Interview mit Frau Dr. Sonja John, Head of Product & Application Management, und

Frau Katrin Schultz, Manager Business Development, beide tätig bei der MAGNESIA GmbH, Lüneburg.

Einleitung

Magnesium ist ein wesentlicher Bestandteil

der Ernährung. Es ist beteiligt

an zahlreichen Stoffwechselprozessen

und spielt eine wichtige Rolle bei der

physiologischen Funktion von Gehirn,

Herz- und Skelettmuskulatur.

Außerdem ist Magnesium ein Co-Faktor

für Hunderte von Enzymen, die mehrere

biochemische Prozesse regulieren,

einschließlich Energiestoffwechsel, Proteinsynthese,

Muskel- und Nervenfunktion,

Blutzuckerspiegel und Blutdruck.

Magnesium wird vor allem in den Knochen,

Zähnen, Muskeln und Weichteilen

gespeichert. Die Magnesiumhomöostase

wird durch die Sekretion und Rückresorption

in den Nieren geregelt.

Gute Lieferanten für Magnesium sind

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte,

grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen,

sowie Fisch und Meeresfrüchte. Aufgrund

der Verzehrmenge und -häufigkeit

tragen Kartoffeln, Bananen, Fleisch

sowie Milch- und Milchprodukte trotz

geringerer Magnesiumgehalte zur Versorgung

bei.

Mobilisierung aus den Knochen. Dabei

hält unser Körper die Magnesiumkonzentration

im Serum in einem engen

Bereich (0,75 bis 0,96 mml/l) und dieser

Serumspiegel nimmt erst nach langer unzureichender

Versorgung (über mehrere

Wochen, > 80 Tage) ab. Das bedeutet

auch bei chronisch latenter Unterversorgung

bleibt die Serumkonzentration,

i.d.R. stabil.

Da Sie nach dem Bedarf gefragt hatten:

Für Erwachsene im Alter von 19 bis

über 65 Jahre wurde ein Schätzwert von

350 mg/Tag für Männer und 300 mg/Tag

für Frauen abgeleitet.

© ikryannikovgmailcom – iStockphoto.com

Wie schätzen Sie die

Magnesium versorgung weltweit

und in Deutschland ein?

Schultz: Eine bedarfsgerechte Magnesiumversorgung

ist von enormer Wichtigkeit.

Ein Magnesiummangel kann

zu verschiedenen Symptomen führen,

wie neuromuskuläre Dysfunktion, Muskelschwäche

und Muskelkrämpfe. Die

Aufrechterhaltung eines angemessenen

Magnesiumspiegels im Körper ist deshalb

von besonderer Bedeutung für eine

optimale körperliche Leistung und Erholung

nach dem Sport.

Wie hoch ist der tägliche Bedarf an Magnesium bei Erwachsenen

und welche Zufuhrempfehlungen gibt es?

John: Leider weist die Studienlage zur

Bestimmung des durchschnittlichen Magnesiumbedarfs

deutliche Limitationen

auf und insgesamt ist die uns vorliegende

Menge an Studiendaten dünn. Deshalb

kann der Magnesiumbedarf nicht genau

bestimmt werden, um daraus eine

Zufuhrempfehlung abzuleiten. Deshalb

werden nur Schätzwerte angegeben.

Weiterhin existiert derzeit kein geeigneter

Biomarker, um zu bestimmen, wie

gut der Körper mit Magnesium versorgt

ist. Dies rührt daher, dass Magnesium

überwiegend intrazellulär vorliegt und

sich lediglich 1% in der extrazellulären

Flüssigkeit befindet. Es herrscht ein

komplexes Zusammenspiel von Absorption,

Ausscheidung über die Niere und

Ernährungsumfragen und epidemiologische

Studien in den USA und der EU

zeigten, dass die Aufnahme von Magnesium

über die Nahrung im Durchschnitt

niedriger ist als die empfohlene Tagesdosis

(Recommended Daily Allowance

(RDA)) von 320 bis 420 mg Magnesium

pro Tag. Die RDA ist definiert als

die durchschnittliche tägliche Zufuhrmenge,

die ausreicht, um den Nährstoffbedarf

von fast allen gesunden Personen

(97% – 98%) zu decken.

26


Mineralstoffe

Die Magnesiumzufuhr über die Nahrung

unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen

Ländern, wie auch zwischen

verschiedenen Bevölkerungsgruppen

(jung vs. alt, sitzend vs. sportlich). Auf

Grundlage der Studienergebnisse kann

davon ausgegangen werden, dass mehr

als 50% der Normalbevölkerung einen

geringfügigen Magnesiummangel hat.

Laut Nationaler Verzehrsstudie (NVS II)

liegt die mittlere Zufuhr von Magnesium

bei Frauen bei 284 mg und bei Männern

bei 345 mg pro Tag.

John: Neben der normalen, gesunden

Bevölkerung, die sich optimalerweise

mit einer ausgewogenen Vollkost ernährt,

müssen insbesondere chronisch

kranke Personen gesondert betrachtet

werden. Einige Krankheiten und ihre

zugehörige Medikation wirken sich auf

den Mineralstoffhaushalt aus und erhöhen

entweder die Ausscheidung über die

Niere oder vermindern die Resorption

im Magen-Darm-Trakt. Ein prominentes

Beispiel hierfür ist die Einnahme von

Cortison, das bei einer Vielzahl entzündlicher

Erkrankungen Einsatz findet.

Kann der Magnesiumbedarf

durch den Verzehr einer

normalen Vollkost gedeckt

werden?

Schultz: Kerne und Samen wie Mandeln,

Sonnenblumen- und Kürbiskerne,

sowie Leinsamen und Sesam haben

einen hohen Magnesiumgehalt. Hohe

Magnesiumgehalte weisen zudem Getreideprodukte

aus Vollkorn auf. Auch

Kakaopulver und Bitterschokolade enthalten

hohe Mengen an Magnesium.

Weitere Magnesiumquellen sind Hülsenfrüchte

(z. B. Kidneybohnen, Linsen,

Erbsen), grünes Blattgemüse (z. B. Mangold,

Blattspinat), Fisch (z. B. dorschartige

Fische) und Meeresfrüchte (z. B.

Garnelen).

Getränke wie Espresso, Fruchtsäfte

(z. B. schwarzer Johannisbeersaft) und

Wasser liefern ebenfalls Magnesium.

Beim Trinkwasser kommt es auf die

Quelle und den Härtegrad an, härteres

Wasser weist höhere Konzentrationen

auf als weiches.

Eine vielfältige Ernährung kann zu einer

guten Versorgung mit Vitaminen und

Mineralstoffen beitragen, da die oben

aufgeführten Magnesiumquellen sich in

ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden –

ein abwechslungsreicher Speiseplan ist

deshalb sinnvoll (und zwar nicht nur für

die Magnesiumversorgung).

John: Gerade bei pflanzlichen Lebensmitteln

muss neben einem hohen Mineralstoffgehalt

auch die Menge an absorptionshemmenden

Substanzen wie

Phytin, Oxalsäure und Ballaststoffen in

Betracht gezogen werden. Diese können

die Verfügbarkeit für den menschlichen

Organismus erheblich beeinträchtigen.

Auch die Art der Zubereitung der Nahrung

kann ein Verarmen der zubereiteten

Lebensmittel z. B. durch Auslaugen

durch einen zu langen Kochvorgang bedingen.

Einige Studien belegen ebenfalls, dass

die Vitamin- und Mineralstoffgehalte unserer

Lebensmittel über den Zeitverlauf

gesunken sind. Dies ist z. B. auf neue

Züchtungen auf bestimmte Parameter,

wie den Stärkegehalt in Getreide, zurückzuführen

oder auf eine Mineralstoffverarmung

der Böden.

Es müssen also immer die individuellen

Verzehrs-Gewohnheiten mit in Betracht

gezogen werden, wenn die Versorgungssituation

beurteilt werden soll.

Die gezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

kann daher je nach

Ernährungsgewohnheiten, Allgemeinzustand

und Lebensphase eine gute Ergänzung

darstellen.

Welches sind sinnvolle

Darreichungsformen für

Nahrungsergänzungsmittel mit

Magnesium?

Schultz: Magnesium kann in verschiedenen

Formen supplementiert werden,

z. B. als Kapsel oder Tablette, als Pulver

oder Granulat zum Direktverzehr (z. B.

Magnesiumcitrat) oder zum Einrühren

in Wasser. Mittlerweile gibt es auch mit

Magnesium angereicherte Weingummis.

Zu beachten ist hierbei, dass sich nicht

jede Magnesiumverbindung für jede

Darreichungsform eignet. Soll das Magnesiumprodukt

z.B. in Wasser gelöst

werden, ist ein Citrat wunderbar geeignet,

wohingegen sich für die Tablettierung

ein Oxid mit seinem vergleichsweise

hohen Magnesiumanteil anbietet.

Für Bisglycinate würde ich aufgrund

des Geschmacks eher die Verwendung

in Kapseln empfehlen. Sie merken, es

gibt nicht die eine pauschale Antwort.

Die gängigsten Varianten sind allerdings

Kapseln und Tabletten, dicht gefolgt von

Pulver und Brausetabletten.

Das Tolle an den Darreichungsformen

Kapseln und Pulver bzw. Granulat ist,

dass wir hier oftmals ohne Hilfsstoffe

(z.B. Fließmittel) auskommen, sofern

wir die richtige Verbindung wählen –

dadurch können wir sehr einfach ein

cleanes und gleichzeitig hochwirksames,

weil gut bioverfügbares Produkt

herstellen.

Besonders stolz sind wir derzeit auf zwei

neue Produkte in unserem Portfolio:

1. Ein Magnesiumcitrat-Granulat, was

uns die Abfüllung in Kapseln oder

als pures Granulat zum Einrühren in

Wasser erlaubt, denn es gibt kaum

Produkte am Markt, die reines Magnesiumcitrat

enthalten und ohne

Fließmittel auskommen. Und genau

diese Lücken schließen wir mit diesem

Produkt.

2. Weiterhin konnten wir unser Portfolio

um ein säurelösliches Magnesiumoxid

erweitern, das in der Endanwendung

nicht nur gut funktioniert,

sondern auch gut schmeckt. Derlei

Rezepturentwicklungen bringen uns

Spaß und helfen auch Endverbraucherinnen

und -verbrauchern.

September 2024

27


V italstoffe

Inwieweit eignet sich

Magnesium zur Anreicherung

von Lebensmitteln und

Getränken?

John: Magnesiumsalze, die für die Anreicherung

von Lebensmitteln und den

Einsatz in NEM in Europa zugelassen

sind, haben durchaus unterschiedliche

physikalische Eigenschaften.

Die Eigenschaften werden oftmals

durch das Herstellungsverfahren der

Mineralstoffe beeinflusst. So können

sich chemisch identische Produkte mit

gleichen ausgewiesenen Monographien

sehr deutlich je nach Hersteller unterscheiden.

Dies macht die Arbeit von

Produktentwicklern und -entwicklerinnen

zu einem wirklich herausfordernden

Job, insbesondere, wenn bereits im

Markt existierende Produkte nachgebaut

werden sollen.

Neben der allgemeinen Löslichkeit ist es

z. B. auch die Lösungsgeschwindigkeit,

die einen Unterschied ausmacht. Generell

sind die relevanten Parameter auch

auf die Partikelgröße, das Fließverhalten

und das Schüttgewicht auszuweiten.

Diese bestimmen, ob ein Magnesiumsalz

aus rein technologischer Sicht in der

Herstellung von Fertigprodukten eingesetzt

werden kann.

Der Geschmack zählt insbesondere für

den Endkonsumenten zu den wichtigsten

Parametern. Auch wenn es noch immer

heißt: „Wenn es nicht gut schmeckt,

dann hilft es wenigstens“, beeinflusst der

Geschmack das Kaufverhalten und die

Verwendung.

immer einzigartig. Eine individuelle

Betreuung ist bei einer vermeintlich einfachen

Stoffgruppe wie die der Mineralstoffe

daher absolut notwendig und entspricht

der Philosophie der MAGNESIA

GmbH.

Wie unterscheiden sich

Magnesium-Verbindungen und

welches sind ihre Vorteile?

Schultz: Ungefähr 30% des aufgenommenen

Magnesiums wird im Darm absorbiert.

Die Nieren regulieren anschließend

einen homöostatischen Spiegel im

Serum über die Sekretion und Reabsorption

in den Nierenkörpern. Das Ausmaß

der Absorption hängt dabei vom Magnesiumstatus

des Körpers ab. Ein Magnesiummangel

führt zu einer erhöhten

Absorption.

Die Bioverfügbarkeit der verschiedenen

Magnesiumverbindungen (und übrigens

auch vieler anderer Mineralstoffe)

Organische Magnesiumsalze

Magnesiumcitrat

Magnesiumlactat

Magnesiumgluconat

Magnesiumbisglycinat

vorauszusagen, ist jedoch schwierig, da

die Studienlage dünn ist und es weiterhin

nicht immer geeignete Parameter gibt,

über die sich Aussagen zur Bioverfügbarkeit

ableiten lassen.

Nach jetzigem Studienstand lässt sich

vereinfacht sagen: Die Löslichkeit von

Magnesiumverbindungen in verschiedenen

Lösungen kann dazu verwendet

werden, die Bioverfügbarkeit vorherzusagen.

Auch viele weitere Mikronährstoffe,

die derzeit in Form von Nahrungsergänzungsmitteln

auf dem Markt

sind, weisen möglicherweise eine suboptimale

Wirksamkeit aufgrund schlechter

Löslichkeit und/oder Bioverfügbarkeit

auf.

So scheinen organische Magnesiumverbindungen

aufgrund ihrer besseren

Löslichkeit über eine bessere Bioverfügbarkeit

zu verfügen. Organische Stoffe

weisen jedoch oftmals weniger elementares

Magnesium auf als anorganische

Verbindungen.

Anorganische Magnesiumsalze

Magnesiumoxid

Magnesiumchlorid

Magnesiumsulfat

Magnesiumcarbonat

Die unterschiedlichen Magnesiumverbindungen

wirken sich teilweise auch

auf andere in Lebensmitteln oder NEM

enthaltenen Zutaten aus. So können z. B.

freie Mg 2+ -Kationen Proteine koagulieren

lassen. Diese Interkationen treten

aber oft nicht unmittelbar auf, sondern

entstehen über den Lagerungszeitraum

der Haltbarkeitsspanne der Fertigprodukte.

Diese große Variation an Möglichkeiten

macht die Beratung unserer Kunden

Tabelle 1: Beispiele für organische und anorganische Magnesiumverbindungen

John: Die Verträglichkeit oder Unverträglichkeit

von Mineralstoffen und insbesondere

von Magnesiumsalzen hängt

oft vom Anion ab.

Das Anion selber kann neben der Beeinflussung

der Verträglichkeit auch eine

Wirkung haben. Jedoch müsste die Dosierung

des Mineralstoffs für eine Wirkung

des Anions so hoch gewählt werden, dass

das Kation, also die Metallkomponente,

in einem Mineralstoff stark überdosiert

wäre.

Um die Verträglichkeit im Allgemeinen

zu verbessern, bietet sich eine Kombination

unterschiedlicher Magnesiumverbindungen

an.

28


Mineralstoffe

Sie sind beide Ernährungswissenschaftlerinnen

und arbeiten im Bereich

Nahrungsergänzungsmittel –

Forschung trifft also auf

Marktwirtschaft. Hand aufs

Herz, würden Sie selbst

Magnesiumsupplemente

konsumieren und wenn ja,

welche Verbindung würden Sie

wählen?

Schultz: Ich würde nicht nur, ich tue

es. Magnesium hat einfach ein breites

Wirkspektrum und kann nicht nur nach

sportlicher Aktivität den krampfenden

Muskeln vorbeugen, sondern eignet sich

insbesondere auch für Frauen im Rahmen

der Zyklusgesundheit oder für einen

guten Schlaf. Ich persönlich entscheide

mich meistens für ein Magnesiumcitrat

in Kapseln, da hier eine gute Waage zwischen

elementarem Magnesiumgehalt

und Bioverfügbarkeit (zumindest nach

derzeitiger Datenlage) gehalten wird.

Und das Großartige an Magnesiumsupplementen

ist auch, dass man es nicht

unbemerkt überdosieren und dabei unangenehme

Schäden verursachen kann

(wie es z.B. bei Selen der Fall ist). Wer

zu viel Magnesium einnimmt (= über

die empfohlene Tagesdosis hinaus), der

muss halt auf Klo und das war‘s dann

aber auch.

John: Ich verwende ebenfalls Magnesiumsupplemente

und mische gerne organische

Magnesiumverbindungen wie

Magnesium-Lactat und Monomagnesium-Citrat.

Diese Mischung löst sich gut

auf und schmeckt dabei auch noch gut,

ohne dass es weiterer Geschmacksstoffe

bedarf. Diese Mischung gebe ich morgens

in meine große Wasserflasche, die

ich im Tagesverlauf austrinke. Die Zufuhr

kleiner Magnesiumdosen über den

Tag verteilt verbessert die Aufnahme und

verringert die erwähnten Nebenwirkungen.

Ganz nebenbei erwähnt bekommt auch

mein Pferd Magnesium als Supplement.

Magnesium wirkt sich auch beim Tier

positiv auf die mentale Stabilität und natürlich

die Muskulatur und Nerven aus.

Sie sprachen gerade die

Muskelkrämpfe an – ist eine

hohe Dosis von Magnesium

sinnvoll, wenn man zu

Krämpfen neigt? Und falls ja,

wie hoch?

Schultz: Bei gesunden Menschen

können ein höheres Lebensalter,

Schwangerschaft, sportliches Training

oder Elektrolytstörungen Muskelkrämpfe

begünstigen. Da Magnesium auch für

die Muskelfunktion wichtig ist, wird es

oft zur Krampf-Prophylaxe verwendet.

Die Evidenz der Studien hierzu ist jedoch

dünn.

Klar ist: Die Leistung unserer Muskeln

hängt mit der Elektrolytversorgung zusammen.

Magnesium allein ist allerdings

Katrin Schultz

Ernährungswissenschaftlerin (M.Sc.)

Zertifizierte Ernährungsberaterin (DGE)

nicht entscheidend, wenn es um Muskelkrämpfe

geht, auch Kalium und Natrium

scheinen, gemeinsam mit dem Flüssigkeitshaushalt,

eine wichtige Rolle zu

spielen.

Wem eine ausgewogene Ernährung

schwerfällt und wer bei hohen sportlichen

Belastungen sein Wasser aufwerten

möchte, kann gut auf Magnesiumpräparate

zurückgreifen. Auch im Rahmen

der von der nationalen Verzehrsstudie

aufgedeckten Mangelversorgung kann

eine Supplementierung Sinn machen.

Ich persönlich würde aufgrund der unten

genannten Nebenwirkung jedoch nicht

empfehlen, hohe Dosen auf einmal zu

nehmen, sondern lieber mehrere kleine

Dosen über den Tag verteilt (z.B. morgen

und abends).

Wir bedanken uns herzlich für das aufschlussreiche Interview mit

Dr. Sonja John

Ökotrophologin mit dem Schwerpunkt Lebensmitteltechnologie | PTA

Seit über 10 Jahren im Mineralstoffbusiness

September 2024

29


V italstoffe

Laura Ingenlath

Neue Erkenntnisse über Artemisia annua – Potenziale und

Herausforderungen in der Medizin

© Svetkins – shutterstock.com

Artemisia annua, auch bekannt als Einjähriger

Beifuß, ist eine Pflanze mit einer

langen Geschichte in der traditionellen

chinesischen Medizin und Heilkunde.

In den letzten Jahrzehnten hat die Pflanze

wegen ihres Hauptwirkstoffs Artemisinin,

der als revolutionäre Behandlung

gegen Malaria anerkannt wurde,

weltweite Aufmerksamkeit erlangt. Die

Entdeckung von Artemisinin durch die

chinesische Wissenschaftlerin Youyou

Tu, die dafür 2015 den Nobelpreis für

Physiologie oder Medizin erhielt, markierte

einen bedeutenden Durchbruch in

der Infektionsbekämpfung (Wang et al.,

2023; Farmanpour-Kalalagh, Kashkooli,

Babaei, Rezaei & van der Krol,

2022).

In jüngster Zeit hat die Forschung die

vielfältigen potenziellen Anwendungen

von Artemisia annua und ihren Derivaten

über die Malariatherapie hinaus untersucht.

Neueste Studien deuten darauf

hin, dass Artemisia-annua-Extrakt antivirale

Eigenschaften besitzt, die sie zu

einer potenziellen natürlichen Substanz

im Kampf gegen Viruserkrankungen

wie COVID-19 machen könnten (Farmanpour-Kalalagh,

Kashkooli, Babaei,

Rezaei & van der Krol, 2022). Darüber

hinaus zeigen präklinische Untersuchungen

vielversprechende Ergebnisse

im Bereich der Onkologie und deuten

darauf hin, dass Artemisinin und dessen

Derivate möglicherweise das Wachstum

von Krebszellen hemmen können (Farmanpour-Kalalagh,

Kashkooli, Babaei,

Rezaei & van der Krol, 2022).

Diese wachsende wissenschaftliche

Neugier und die vielfältigen therapeutischen

Möglichkeiten machen Artemisia

annua zu einem interessanten, aktuellen

Forschungsgegenstand.

30


Pflanzenextrakte

Botanische Eigenschaften

von Artemisia annua

Artemisia annua ist eine einjährige krautige

Pflanze, die ursprünglich aus den

gemäßigten Zonen Asiens stammt, aber

inzwischen weltweit kultiviert wird. Sie

kann bis zu drei Meter hochwachsen und

zeichnet sich durch ihre zarten Blätter,

die an Federn erinnern, und kleine gelbe

Blüten aus. Die Pflanze gehört zur Familie

der Asteraceae, einer der größten und

vielfältigsten Pflanzenfamilien. Artemisia

annua wächst bevorzugt in sonnigen,

gut durchlässigen Böden und benötigt

wenig Pflege, was sie zu einer robusten

und weit verbreiteten Heilpflanze macht

(Wani et al., 2022).

Pharmakologische

Wirkmechanismen

Artemisinin und seine Derivate

Artemisinin, ein Sesquiterpenlacton

(SLs) mit einer ungewöhnlichen endoperoxidischen

Struktur, ist der Hauptwirkstoff,

der aus den Blättern und

Blüten von Artemisia annua gewonnen

wird. Der Wirkmechanismus von Artemisinin

basiert auf der Aktivierung

durch Häm oder Eisenionen, die in den

Plasmodium-Parasiten vorkommen.

Diese Aktivierung führt zur Bildung von

freien Radikalen, die die Zellmembranen

und essenziellen Proteine des Parasiten

schädigen und somit dessen Abtötung

bewirken. Plasmodium-Parasiten haben

eine große Bedeutung, da die Krankheitserreger

der Malariakrankheit zu dieser

Gattung gehören (Wang et al., 2023;

Farmanpour-Kalalagh, Kashkooli, Babaei,

Rezaei & van der Krol, 2022).

Extrakte aus Artemisia annua die Vermehrung

der Viren beeinflussen. Die Laborversuche

zeigten, dass durch Hemmung

der Virusaufnahme und Blockierung von

Signalwegen die Virusvermehrung reduziert

werden kann. Diese Entdeckungen

der Studie von Farmanpour-Kalalagh,

Kashkooli, Babaei, Rezaei und van der

Krol (2022) sind vielversprechend und

deuten darauf hin, dass Artemisia annua

ein möglicher natürlicher Wirkstoff gegen

Viruserkrankungen sein könnte. Weitere

Forschung zu diesem Thema ist nötig, um

die Sicherheit von Artemisia annua in der

Anwendung gegen Viruserkrankungen zu

gewährleisten.

Onkologische Anwendungen

Die krebshemmenden Eigenschaften

von Artemisinin und seinen Derivaten

wurden in verschiedenen präklinischen

Studien untersucht. Diese Studien deuten

darauf hin, dass Artemisinin das Wachstum

von Tumorzellen hemmen und den

programmierten Zelltod (Apoptose) in

verschiedenen Krebszelllinien induzieren

kann. Die spezifischen Mechanismen

sind noch Gegenstand aktueller Forschung,

aber es wird angenommen, dass

Artemisinin durch die Erzeugung von

reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und

die Störung der mitochondrialen Funktionen

in Krebszellen eine potenzielle

antikanzerogene Wirkung aufweist (Farmanpour-Kalalagh,

Kashkooli, Babaei,

Rezaei & van der Krol, 2022).

Herausforderungen und

Zukunftsaussichten

Produktion und Versorgung

Angesichts der gestiegenen Nachfrage

nach Artemisinin für die Malariatherapie

und den Ausblick auf neue therapeutische

Anwendungen stehen die

Produktionskapazitäten für Artemisiaannua-Präparate

vor erheblichen Herausforderungen.

Traditionelle Anbaumethoden

sind oft nicht ausreichend, um

den globalen Bedarf zu decken. Deshalb

sind biotechnologische Ansätze in der

Entwicklung, um die Herstellung von

Artemisininprodukten zu steigern. Eine

Möglichkeit bietet die gentechnische

Veränderung von Mikroorganismen

wie Hefen und Bakterien, die in großen

Mengen Artemisinin produzieren können

(Farmanpour-Kalalagh, Kashkooli,

Babaei, Rezaei & van der Krol, 2022).

© ElenVik – shutterstock.com

Antivirale Eigenschaften

Eine neue Studie aus dem Jahr 2022 konnte

zeigen, dass Artemisia annua nicht nur

gegen Parasiten wirkt, sondern auch antivirale

Eigenschaften besitzt. Besonders

interessant ist die Wirkung gegen das

SARS-CoV-2-Virus, das COVID-19 verursacht.

Die Forscher untersuchten, wie

September 2024

31


V italstoffe

Nachhaltigkeit und

Umweltfaktoren

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die

nachhaltige Kultivierung von Artemisia

annua. Der Anbau sollte umweltschonend

und ressourceneffizient gestaltet

werden, um langfristig die Versorgung

zu sichern. Forschungsprojekte, die auf

die Verbesserung der Pflanzenresistenz

gegenüber Schädlingen und Krankheiten

abzielen, sowie die Optimierung der

Ernte- und Verarbeitungsmethoden sind

hierbei von entscheidender Bedeutung

(Ding et al. 2020).

Schlussfolgerung

Artemisia annua hat sich von einer traditionellen

Heilpflanze zu einem bedeutenden

Akteur in der modernen Medizin

entwickelt. Die vielfältigen potenziellen

Anwendungsmöglichkeiten, die von der

Malariabehandlung über antivirale Therapien

bis hin zur Krebstherapie reichen,

machen Artemisia annua zu einem wertvollen

Forschungsobjekt. Zukünftige

Studien und innovative Produktionsmethoden

werden entscheidend sein, um das

volle Potenzial dieser bemerkenswerten

Pflanze auszuschöpfen und den globalen

Gesundheitsherausforderungen gerecht

zu werden.

Referenzen:

Ding, F. et al. (2020). Mapping Worldwide

Environmental Suitability for

Artemisia annua L. Sustainability, 12,

1309.

Farmanpour-Kalalagh, K., Kashkooli,

A.B., Babaei, A., Rezaei, A. & van

der Krol, A.R. (2022). Artemisinins

in Combating Viral Infections Like

SARS-CoV-2, Inflammation and Cancers

and Options to Meet Increased Global

Demand. Front. Plant Sci., 07 February,

Volume 13.

Wang, X. et al. (2023). Promoter variations

in DBR2-like affect artemisinin

production in different chemotypes of

Artemisia annua. Horticulture Research,

Volume 10, Issue 9, uhad164.

Wani, K.I. et al. (2022). Artemisia

annua L.: Traditional Uses, Phytochemistry,

and Pharmacological Activities.

In: Devkota, H.P., Aftab, T. (eds) Medicinal

Plants of the Asteraceae Family.

Springer, Singapore. PP. 17-42.

Zhang, N., Yang, H., Han, T., Kim, H.S.

& Marcelis, L.F.M. (2023). Towards

greenhouse cultivation of Artemisia

annua: The application of LEDs in

regulating plant growth and secondary

metabolism. Front. Plant Sci., Vol.

13:1099713.

Autorin:

Laura Ingenlath

MSc Ernährungstherapie

© Orest lyzhechka – shutterstock.com

32


Ceramide

Marie-José Épaule Chauvin

Pflanzliche Inhaltsstoffe für eine schöne Haut:

Die Macht der Ceramide

© Preecha B/ – shutterstock.com

Das Konzept „Beauty from within“ wird

immer beliebter und unterstreicht die Bedeutung

von Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln

zur Optimierung des

äußeren Erscheinungsbildes. Wenn wir

uns von innen heraus um unsere Gesundheit

kümmern, können wir das Aussehen

unserer Haut, unserer Haare und unserer

Nägel verbessern. Dies unterstreicht, wie

wichtig es ist, den Körper mit den richtigen

Nährstoffen zu versorgen, um äußerlich

sichtbare Ergebnisse zu erzielen.

So zeichnen sich die eingenommenen

Ceramide durch ihre positiven Auswirkungen

auf die Gesundheit und Schönheit

der Haut aus.

Ceramide, was ist das?

Ceramide sind körpereigene Sphingolipide.

Sie machen etwa 50% der Lipide

im Stratum corneum, der äußersten

Schicht der Epidermis, aus (1). Ihre

Hauptaufgabe besteht darin, die Hautbarriere

intakt zu halten. Dies ist wichtig,

um den transepidermalen Wasserverlust

oder TEWL (TransEpidermal Water

Loss) zu verhindern und die Haut vor

äußeren Einflüssen zu schützen.

Studien zeigen, dass Ceramide entscheidend

zur Barrierefunktion der Haut beitragen

und so Hautirritationen und ihre

Aggression durch Krankheitserreger

verringern (2). Ein Ceramidmangel kann

mit verschiedenen Hauterkrankungen

einhergehen, darunter atopische Dermatitis,

Ekzeme und Psoriasis, die durch

eine fehlerhafte Barrierefunktion und

einen erhöhten TEWL gekennzeichnet

sind (3).

Ceramide spielen auch eine grundlegende

Rolle bei der Feuchtigkeitsversorgung

der Haut. Durch die Bildung einer kohäsiven

Lipidmatrix helfen sie, Feuchtigkeit

zu binden, Trockenheit vorzubeugen

und die Elastizität beizubehalten. Die

Forschung von Bouwstra u. a. (2003)

hat nachgewiesen, dass Ceramide eine

wasserundurchlässige Barriere schaffen,

September 2024

33


V italstoffe

die für die Vermeidung trockener Haut

und die Erhaltung der Elastizität von

entscheidender Bedeutung ist (4). Mit

zunehmendem Alter nimmt die Produktion

von Ceramiden ab, was zu Feuchtigkeitsverlust,

Falten, Elastizitätsverlust

und einer geschwächten Hautbarriere

führt. Daher ist die Aufrechterhaltung

oder Wiederherstellung des Ceramidspiegels

für die Gesundheit der Haut von

maßgeblicher Wichtigkeit.

Wirkungsmechanismen

von Ceramiden zur

Einnahme

Die Aufnahme von Ceramiden über Nahrungsergänzungsmittel

oder angereicherte

Lebensmittel kann die Barrierefunktion

der Haut von innen heraus verbessern.

Ceramide pflanzlichen Ursprungs, z. B.

aus Weizen, Reis und Süßkartoffeln, haben

sich bei der Stärkung der Hautbarriere

und der Steigerung des Feuchtigkeitsgehalts

als wirksam erwiesen. Guillou

u. a. (2011) haben nachgewiesen, dass

orale Ceramid-Ergänzungen die Hautfeuchtigkeit

deutlich erhöhen und TEWL

reduzieren (6).

Als Antwort auf diese Problematik bietet

Vidya Europe SKINCERA an,

einen natürlichen Extrakt aus Konjac

(Amorpho phallus konjac), der reich an

Ceramiden ist. Dieser patentierte, an

Phytoceramiden standardisierte Wirkstoff

(>5% Glycosylceramide) wurde

mit in vitro- und in vivo-Methoden oral

und topisch objektiviert.

Die enzymatische In-vitro-Studie zeigt

eine Hemmung von Tyrosin, das an der

Melaninproduktion beteiligt ist, was die

Wirksamkeit von SKINCERA bei der

Reduzierung von Pigmentflecken und

der Aufhellung des Teints belegt.

In klinischen Studien zur Einnahme

und topischen Anwendung (5) wurden

mehrere Vorteile nachgewiesen, wie

die Stärkung der Barrierefunktion der

Haut, die Verringerung von Falten, die

Milderung von Pigmentflecken sowie

die Aufhellung und Vereinheitlichung

des Teints.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass

der patentierte Wirkstoff SKINCERA

die Fähigkeit besitzt, die Hautbarriere zu

stärken, den Wasserverlust zu verringern

und die Integrität der epidermalen Zellen

zu erhalten, wodurch er dazu beiträgt,

die Gesundheit und Vitalität aller Hauttypen

zu bewahren.

Die eingenommenen Ceramide wirken

von innen heraus und stärken die Hautbarriere.

Nach dem Verzehr werden

sie im Darm absorbiert und über den

Blutkreislauf zur Haut transportiert.

Dort integrieren sie die Lipidstruktur

der Hornschicht und verbessern so den

Feuchtigkeitsgehalt und die Barrierefunktion

der Haut. Dadurch wird der

transepidermale Wasserverlust (TEWL),

ein Schlüsselindikator für den Feuchtigkeitsgehalt

der Haut, verringert.

© Preecha B – shutterstock.com

34


Ceramide

Ebenso hat Vidya Europe einen öligen

Quinoa-Extrakt Vi-Noa ® entwickelt,

der durch überkritisches CO 2 gewonnen

wird und reich an Ceramiden ist, die

hauptsächlich aus Ceramidvarianten

(d18:1/16:0) bestehen, die auch als N-

Palmitoyl-Sphingosin bekannt sind. Die

Besonderheit der Ceramide (d18:1/16:0)

ist ihre Zusammensetzung aus Sphingosin

(d18:1), das an Palmitinsäure

(16:0) gebunden ist. Es hat verschiedene

gesundheitliche Funktionen, insbesondere

im Zusammenhang mit der Struktur

und Funktion von Zellmembranen, der

Integrität der Barriere, der Hautreparatur

und -heilung, der Zellsignalisierung, der

kardiovaskulären Gesundheit und der

Modulation der Entzündungsreaktion

der Haut und anderer Gewebe, wodurch

es chronische Entzündungszustände beeinflusst.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass Ceramide

für die Gesundheit der Haut und

die biologischen Funktionen des Körpers

von erheblichem Interesse sind.

Das Konzept „Beauty from within“

findet eine perfekte Illustration in den

Vorteilen der eingenommenen Ceramide.

Wissenschaftliche Beweise unterstützen

ihre Wirksamkeit und machen

Ceramide zu einer wertvollen Ergänzung

jeder Hautpflegeroutine. So bieten

die von Vidya Europe angebotenen

ceramidreichen Pflanzenextrakte wie

SKINCERA und Vi-Noa ® einen natürlichen

und effektiven Ansatz, um die

Gesundheit der Haut von innen heraus

zu verbessern. Mit fortschreitender Forschung

verspricht die Anwendung von

Ceramiden in der Hautpflege immer vielfältiger

zu werden und bietet potenzielle

Lösungen für eine Vielzahl von Vorteilen

für Schönheit und Gesundheit.

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The clinical relevance of maintaining

the functional integrity of the stratum

corneum in both healthy and disease-affected

skin. The Journal of Clinical and

Aesthetic Dermatology, 4(9), 22-42.

Autorin:

Marie-José Épaule Chauvin

Leiterin Kosmetik-Aktiva

cosmetics@vidyaeurope.eu

September 2024

35


V italstoffe

Franziska Weichmann

Gesunde Venen und schöne Beine mit Pycnogenol®

© Me dia – shutterstock.com

Die Gesundheit der Venen ist eine wichtige

Voraussetzung, um Blutstauungen

und weitere Schäden in den Beinen zu

vermeiden. Nachdem die Beine lebenswichtigen

Sauerstoff und Nährstoffe

erhalten haben, muss das sauerstoffarme

Blut gegen die Schwerkraft zurück

zum Herzen gepumpt werden (1). Damit

dieser Mechanismus richtig funktioniert,

sind Venenklappen, die ähnlich

wie Rückschlagventile agieren, und

Muskelkontraktion von entscheidender

Bedeutung, um einen Rückfluss und

eine Ansammlung von Blut in den Beinen

und Füßen zu verhindern (1). Wenn

die Venen beschädigt sind oder ein teilweiser

Venenverschluss vorliegt, staut

sich das Blut in den Beinvenen, was zu

hohem Druck in diesen Venen, chronischen

Gefäßentzündungen und einer

Beeinträchtigung der Mikrozirkulation

führt (1). Im Laufe der Zeit und wenn

dieser Zustand unbehandelt bleibt,

kann sich daraus eine chronische Veneninsuffizienz

(CVI) entwickeln, die

Symptome wie Schwellungen (Ödeme),

Juckreiz, Schweregefühl und Hautveränderungen

wie Hautverfärbungen,

Krampfadern oder, schlimmer noch,

Geschwüre aufweist (1).

Eine Venenschädigung kann durch eine

Schädigung der Venenwand entstehen

oder als Folge einer tiefen Venenthrombose

auftreten, die durch ein Blutgerinnsel

in den Venen verursacht wird

(2). Zu den wichtigsten Risikofaktoren

für Veneninsuffizienz und Thrombose

zählen ein Alter über 50 Jahre, Übergewicht,

Venenerkrankungen in der

Familie, Rauchen, Bewegungsmangel,

langes Stehen oder Sitzen sowie

weibliches Geschlecht, kombiniert mit

der Anzahl der Geburten, hormoneller

Verhütung und der Menopause (1).

Krampfadern, Besenreiser oder Teleangiektasien

entstehen durch beschädigte

oberflächliche Kapillargefäße in

der Haut, erscheinen als rote oder blaue

Linien oder hervortretende Schlängelungen

und verursachen selten ein

ernsthaftes Gesundheitsproblem, können

aber zu erheblichen ästhetischen

Unannehmlichkeiten führen (3). Interessanterweise

ergab eine Studie, dass

bei fast einem Viertel der Patienten mit

Besenreisern und Krampfadern Anzeichen

einer Veneninsuffizienz festgestellt

wurden (4).

Weltweit leiden bis zu 17% der Männer

und bis zu 40% der Frauen an chronischer

Veneninsuffizienz, wobei die Zahl

der Fälle, insbesondere in frühen, symptomlosen

Stadien der Krankheit, sehr

hoch ist (1).

36


Pflanzenextrakte

Pycnogenol ® , der Extrakt der französischen

Meereskieferrinde, trägt als Teil

eines gesünderen Lebensstils zur Verbesserung

der Venengesundheit bei. Tatsächlich

war Venengesundheit die erste

und ist seit Jahrzehnten eine der wichtigsten

Anwendungen von Pycnogenol ®

(5). Eine ständig wachsende Zahl klinischer

Studien belegt die Wirksamkeit

von Pycnogenol ® für gesunde Venen und

zeigt positive Effekte insbesondere bei

CVI(Risiko-)-Patienten (5 – 20).

Pycnogenol ® wirkt nachweislich einer

Veneninsuffizienz entgegen und beugt

Thrombosen vor, indem es die Mikrozirkulation

(20 – 25), den Blutfluss (26 –

28) und die Thrombozyten-Funktion (29,

30) verbessert. Darüber hinaus reduzierte

Pycnogenol ® bei Menschen mit oberflächlichen

Krampfadern die Nebenwirkungen

nach der Sklerotherapie, einem

typischen Verfahren zur Behandlung von

Krampfadern (20, 31).

Pycnogenol® beugt

Beinschwellungen vor

Eines der ersten Symptome einer CVI

sind geschwollene Beine und Füße –

Ödeme, die nach längerem Stehen, bei

warmem Wetter oder am Ende des Tages

zunehmen (1). Auch gesunde Menschen

können an heißen Tagen, während der

Schwangerschaft oder nach längerer

eingeschränkter Mobilität, wie z. B.

während eines Flugs, unter geschwollenen

Beinen leiden.

Pycnogenol ® unterstützt nachweislich

die Venengesundheit und beugt Ödemen

bei gesunden Menschen und bei Menschen

mit CVI vor (5 – 20).

Pycnogenol ® reduzierte nach 7- bis

12-stündigen Flügen bei Personen mit

leichtem bis mäßigem Thromboserisiko

die Beinschwellungen im Vergleich zur

Kontrollgruppe. Der Knöchelumfang

nahm in der Kontrollgruppe um 11%

und in der Pycnogenol ® -Gruppe um 6%

zu (6).

Eine ähnliche Langstreckenflug-Studie

mit gesunden Personen und Personen

mit hohem Thromboserisiko konnte nach

Pycnogenol ® -Einnahme einen deutlich

niedrigeren Ödem-Wert, eine geringere

Knöchelschwellung und weniger Beinbeschwerden

zeigen, im Vergleich zu

Kontrollpersonen, die Kompressionsstrümpfe

trugen (7).

Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte

Studie belegte, dass die Einnahme von

Pycnogenol ® über 2 Monate das Schweregefühl

(-54%), Schwellungen (-64%)

und Beschwerden und Unbehagen

(-64%) in den Beinen von CVI-Patienten

im Vergleich zu Placebo (-3%, -7% bzw.

-18%) signifikant linderte (8).

Bei Patienten mit schwerer venöser

Hypertonie und einer Vorgeschichte

von venösen Ulzerationen zeigten sich

nach der regelmäßigen Einnahme von

Pycnogenol ® über 8 Wochen signifikante

Verbesserungen hinsichtlich Ödemen,

Restless-Leg-Syndrom, Unbehagen,

Schwellungen und Hautverfärbungen

(9).

Die Wirksamkeit von Pycnogenol ® gegen

Symptome von schwerer, langanhaltender

Veneninsuffizienz wurde in einer

8-wöchigen Sommerstudie untersucht

(10). Die Studie konnte nachweisen,

dass Pycnogenol ® Knöchelschwellungen

wirksamer linderte als das Tragen

von Kompressionsstrümpfen und die

mikrozirkulatorische Durchblutung

deutlich verbessert war. Die Kombination

aus Kompressionsstrümpfen und

Pycnogenol ® war am wirksamsten gegen

die Symptome von Venenerkrankungen

und führte zu einer Verringerung der

Knöchelschwellungen um 38% und einer

Verbesserung der Mikrozirkulation

um 61%.

In einer anderen ähnlichen Studie erwies

sich Pycnogenol ® als wirksamer als

Kompressionsstrümpfe und verringerte

die Ödeme der Teilnehmer statistisch um

35%, während Kompressionsstrümpfe

die Schwellungen in einer vergleichbaren

Kontrollgruppe um nur 13% verminderten

(11).

September 2024

37


V italstoffe

Eine neuere Zwei-Jahres-Studie belegte,

dass Pycnogenol ® das Fortschreiten von

Venenerkrankungen bei Frauen vor der

Menopause reduzierte und die Symptome

von CVI im Vergleich zum Tragen

von Kompressionsstrümpfen deutlich

linderte (12).

Des Weiteren haben vier vergleichende

Untersuchungen gezeigt, dass

Pycnogenol ® für die Linderung von

CVI-Symptomen wirksamer ist als andere

Produkte oder die Wirksamkeit

in Kombination mit diesen Produkten

verstärkt ist (13 – 16). So erwies sich

Pycnogenol ® bei der Verringerung von

Knöchelschwellungen und Ödemen sowie

der Verbesserung der Mikrozirkulation

als wirksamer als ähnliche Produkte

auf dem Markt.

Eine sehr häufige Erkrankung, die während

der Schwangerschaft auftritt, sind

Krampfadern, die durch geschwächte

oder beschädigte Venenwände entstehen

können. In einer 12-monatigen Studie mit

Frauen, die nach ihrer zweiten Schwangerschaft

Krampfadern bekommen hatten,

wurde die Verwendung von Kompressionsstrümpfen

allein oder in Kombination

mit Pycnogenol ® verglichen (18). Symptome

wie schwere Beine, Beschwerden

beim Stehen, Restless-Leg-Syndrom und

Blutergüsse wurden bei gleichzeitiger

Einnahme von Pycnogenol ® im Vergleich

zur alleinigen Verwendung von Kompressionsstrümpfen

deutlich verringert.

Diabetes oder chronischer Veneninsuffizienz.

(17, 20 – 25).

Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte

Studie zeigt, dass Pycnogenol ® positive

Auswirkungen auf die Mikrozirkulation

und die klinischen Symptome bei Frauen

mit CVI nach Sklerotherapie hat (20).

Nach einer Sklerotherapie nahmen 50

Frauen mit CVI drei Monate lang entweder

Pycnogenol ® oder ein Placebo ein.

Zusätzlich trugen sie nach der Intervention

30 Tage lang Kompressionsstrümpfe.

Die Einnahme von Pycnogenol ®

verbesserte die Lebensqualität erheblich

und verringerte den klinischen Schweregrad

der Symptome und den Grad der

Beschwerden im Vergleich zu Placebo.

Mithilfe eines transkutanen Mikroskops

maßen die Forscher die Mikrozirkulationsparameter

der Patienten und beurteilten

Gesundheit und Funktionalität der

kleinen Kapillaren direkt unter der Haut,

die für die Versorgung mit Sauerstoff und

Nährstoffen verantwortlich sind. Nach 3

Monaten Pycnogenol ® -Einnahme wurden

in den Beinen der CVI-Patienten

deutlich mehr funktionsfähige Kapillaren

gefunden als vor der Studie. Darüber

hinaus wurden im Vergleich zum Ausgangswert

deutlich weniger veränderte

oder nicht funktionsfähige Mikrogefäße

festgestellt und die Studienteilnehmer in

der Pycnogenol ® -Gruppe hatten deutlich

weniger Beinödeme (-26%) als in der Placebogruppe

(-10%).

Die Auswirkungen von Pycnogenol ® auf

die Mikrozirkulation wurden in einer

weiteren Studie bei Patienten untersucht,

die an einer koronaren Herzkrankheit

litten (21). Die Erweiterung der Mikrogefäße

an den Fingerspitzen war bei

Patienten, die Pycnogenol ® einnahmen,

viel größer als bei der entsprechenden

Kontrollgruppe.

In einer anderen Studie hatten Patienten

mit diabetischer Mikroangiopathie, die 6

Wochen lang Pycnogenol ® konsumierten,

eine bessere Sauerstoffversorgung

der Gewebe, während der Kohlendioxidspiegel

im Vergleich zu den Kontrollpatienten

abnahm. (22).

Des Weiteren zeigte sich, dass eine

Pycnogenol ® -Einnahme in Kombination

mit lokaler äußerlicher Anwendung die

Mikrozirkulation und die Heilung von

venösen Geschwüren bei CVI-Patienten

unterstützt (23). Sauerstoffversorgung,

Entgiftung und Nährstoffversorgung

verbesserten sich nach der Einnahme

von Pycnogenol ® , was innerhalb von

6 Wochen zu einem Rückgang der Geschwürgröße

um 88% führte, im Vergleich

zu einer Verringerung von 69%

bei Kontrollpatienten.

Eine gestörte Mikrozirkulation ist eng

mit der Gefäßdurchlässigkeit und der

Kapillarfiltration verbunden. In einer

klinischen Studie mit diabetischen

Verbesserte

Mikrozirkulation mit

Pycnogenol ®

Beschädigte Venenklappen in den Bein-

Venen von CVI-Patienten verursachen

Venenstauungen, die zu hohem Venendruck

führen. Kleine Kapillaren können

hohen hydrostatischen Druck nicht vertragen

und die daraus resultierende gestörte

Mikrozirkulation kann Gewebeschäden,

Ödemen und schließlich Geschwürbildung

bewirken. (1, 32). Pycnogenol ® verbessert

nachweislich das mikrozirkulatorische

Durchblutungssystem bei Patienten

mit Mikroangiopathie (Mikrozirkulationsstörung)

infolge von Arteriosklerose,

38


Pflanzenextrakte

Patienten, die an Retinopathie leiden,

wurde gezeigt, dass Pycnogenol ® die

Mikrozirkulation der Netzhaut verbessert

und die Kapillarfiltration und das daraus

resultierende Ödem reduziert (24).

Das durch Messung der Netzhautdicke

festgestellte Netzhautödem war bei Patienten,

die Pycnogenol ® einnahmen,

deutlich verkleinert. Diese Studie deutete

darauf hin, dass Pycnogenol ® durch

Verbesserung der Mikrozirkulation verstärkten

Kapillarfiltrationslecks entgegenwirken

kann.

Ein weiteres Maß für Kapillarlecks ist die

Häufigkeit von Knöchelschwellungen,

die nach der Einnahme von Pycnogenol ®

bei diabetischen Patienten mit Mikroangiopathie

deutlich zurückging (25).

Darüber hinaus zeigte eine 12-monatige

Vergleichsstudie, dass Pycnogenol ® die

Mikrozirkulation um 43% signifikant

verbesserte, den Ödem-Wert um 53%

senkte und den Sauerstoff- (+13%) und

Kohlendioxidspiegel (-10%) bei Patienten

mit mittelschweren bis schweren

Symptomen einer CVI verbesserte und

damit die Wirkungen von sieben anderen

veno-aktiven Produkten übertraf (17).

Eine kürzlich veröffentlichte Studie bestätigte

diese Ergebnisse und wies nach,

dass Pycnogenol ® die Wasser- und Flüssigkeitsansammlung

in CVI-Gliedmaßen

reduzierte, was sich in einer signifikanten

Verringerung des Gliedmaßen-Volumens

durch Verbesserung der Mikrozirkulationsparameter

wie transkutaner Sauerstoff-

und Kohlendioxidwerte dokumentierte

(19).

Normalisierte

Thrombozyten-Aktivität

und Verringerung

thrombotischer

Komplikationen

Eines der größten Risiken für die Entwicklung

einer CVI ist die Thrombose.

Die Aggregation von Blutplättchen kann

zur Bildung von Blutgerinnseln und

möglicherweise zu einer tiefen Venenthrombose

führen.

In einer sechsjährigen Beobachtungsstudie

mit Patienten nach einer tiefen

Venenthrombose wurden verschiedene

Behandlungsmethoden hinsichtlich der

Entwicklung eines postthrombotischen

Syndroms und einer wiederkehrenden

tiefen Venenthrombose untersucht

(26). Das postthrombotische Syndrom

ist eine mögliche Langzeitkomplikation

einer tiefen Venenthrombose

mit Symptomen einer Veneninsuffizienz

wie Unbehagen oder Schweregefühl

in den Beinen, Schwellungen der

Gliedmaßen, Geschwüren oder Hautverfärbungen

(33). Die Wirkungen

von Pycnogenol ® in Kombination mit

elastischer Kompression wurden mit

Kompression allein und Kompression

in Kombination mit Aspirin-Einnahme

verglichen. Pycnogenol ® zeigte die sichersten

und wirksamsten Ergebnisse,

insbesondere beim postthrombotischen

Syndrom. Darüber hinaus führte eine

Pycnogenol ® -Einnahme nach sechs Jahren

zu einer signifikanten Verringerung

des Auftretens wiederkehrender tiefer

Venenthrombosen um 66%.

Eine weitere einjährige Studie zum postthrombotischen

Syndrom untersuchte die

Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen

Pycnogenol ® und Kompressionsstrümpfen

bei Personen, die eine einzelne

Episode einer tiefen Venenthrombose

erlitten hatten (27). Bei diesen Patienten

verringerte sich der Venendruck nach

einjähriger Pycnogenol ® -Einnahme um

8,6%, verglichen mit einer Verringerung

von 6,8% bei alleiniger Kompression.

Die Kombination von Pycnogenol ®

und Kompressionsstrümpfen über ein

Jahr führte zu einer Verringerung des

Venendrucks um 12,8%. Bezüglich der

mit Ödemen und Thrombose verbundenen

Symptome (Unbehagen in den

Beinen, Restless-Leg-Syndrom, subjektive

Schwellungen, Hautveränderungen)

zeigte sich, dass Pycnogenol ® eine größere

Linderung verschaffte als Kompressionsstrümpfe.

Die Ergebnisse weisen

erneut auf eine zusätzliche Verbesserung

der Symptomlinderung hin, wenn Kompressionsstrümpfe

mit der Einnahme von

Pycnogenol ® kombiniert werden.

Eine zwölfmonatige Studie über Netzhautvenenthrombosen

konnte zeigen,

dass die Einnahme von Pycnogenol ® das

Auftreten von Netzhautödemen und die

Inzidenz neuer Netzhautvenenthrombosen

deutlicher verringerte als Aspirin

(28).

Zwei klinische Studien haben gezeigt,

dass Pycnogenol ® die Thrombozytenaggregation

hemmen kann, wenn diese

induziert wurde (29, 30). Bei gesunden

Rauchern, die eine pathologisch

erhöhte Blutplättchen-Aktivität aufweisen,

konnte nachgewiesen werden,

dass Pycnogenol ® die Aggregation der

Blutplättchen nach einer 2-monatigen

September 2024

39


V italstoffe

Pycnogenol ® -Einnahme auf das Niveau

von Nichtrauchern reduziert (29). Bei

gesunden Nichtrauchern kam es jedoch

nicht zu einer Verringerung der normalen

Thrombozyten-Funktion.

In einer anderen Studie verhinderte

Pycnogenol ® eine Thrombozyten-

Hyperaktivität bei starken Rauchern, beeinflusste

jedoch die Blutungszeit nicht

(30). Im Vergleich dazu erhöhte sich die

Blutungszeit bei einer Gruppe, die Aspirin

einnahm, signifikant von 167 auf 236

Sekunden.

Pycnogenol® kontrolliert

Entzündungen

Chronische Veneninsuffizienz und

thrombotische Ereignisse stehen in engem

Zusammenhang mit Entzündungsprozessen

(34). Entzündungshemmende

Mittel werden teilweise eingesetzt, um

das Risiko von Thrombosen und CVI-

Entstehung zu verringern (34).

In mehreren Studien kam man zu dem

Ergebnis, dass Pycnogenol ® starke entzündungshemmende

Wirkungen hat

(35 – 37). Bereits nach fünf Tagen täglicher

Einnahme wurde in einer Studie

berichtet, dass Pycnogenol ® die Hochregulation

der entzündungsfördernden

Enzyme 5-LOX und COX-2 signifikant

verringerte (35). In einer weiteren Exvivo-Studie

zeigten Plasmaproben von

Freiwilligen nach der Einnahme von

Pycnogenol ® eine statistisch signifikante

Hemmung eines wichtigen Regulators

im Entzündungsprozess, NF-κB, um

15,5% (36). In einer ähnlichen Studie

wurde nach Einnahme einer Einzeldosis

Pycnogenol ® eine statistisch signifikante

Hemmung der Entzündungsmoleküle

COX-1 und COX-2 beobachtet (37).

Die Freisetzung von Matrix-Metalloproteinase

9 (MMP-9), einem Entzündungsmarker,

wurde um 25% reduziert (36).

MMPs sind Enzyme, die Matrixproteine

wie Kollagen und Elastin abbauen. Die

Einnahme von Pycnogenol ® verringerte

die Menge mehrerer MMPs im Blut und

schützte Elastin und Kollagen – die auch

ein wichtiger Bestandteil der Venenwände

sind – vor dem Abbau (38). In einer

Studie mit CVI-Patienten wurde gezeigt,

dass Pycnogenol ® die Venenelastizität

verbessert, was teilweise durch den

indirekten Schutz von Elastin durch

Pycnogenol ® in den Venen erklärt werden

kann (39).

Neu veröffentlichte

Studie zeigt die

Wirksamkeit von

Pycnogenol® bei

Nebenwirkungen nach

der Behandlung von

Krampfadern

Eine kürzlich veröffentlichte Studie ergab,

dass Pycnogenol ® das Auftreten

und die Intensität von Hautverfärbungen

nach der Sklerotherapie reduzierte (31).

Die Sklerotherapie ist eine minimalinvasive

kosmetische Behandlung oberflächlicher

Venen wie Besenreiser oder

Krampfadern, bei der eine chemische

Lösung in die Venen gespritzt wird, die

den Blutfluss stoppt und zum Verblassen

der Venen führt. Diese Behandlung

kann Hautverfärbungen sowie Blutergüsse

oder Schwellungen um die Injektionsstelle

verursachen. Für die Studie

unterzogen sich 161 Frauen in ihren

Vierzigern einer Sklerotherapie gegen

Krampfadern (31). Alle trugen nach dem

Eingriff mindestens drei Wochen lang

Kompressionsstrümpfe, um Thrombosen

vorzubeugen. Ein Teil von ihnen nahm

ab dem Tag vor der Sklerotherapie drei

Monate lang Pycnogenol ® ein, die verbleibende

Gruppe erhielt die Standardbehandlung.

Am Ende der Studie hatten

die Frauen in der Pycnogenol ® -Gruppe

einen signifikant niedrigeren Hautverfärbungswert

von 0,4 als die Kontrollgruppe

mit einem Wert von 2,1 auf einer Skala

von 0 (keine Verfärbung) bis 3 (sichtbare

Verfärbung auf über 1 cm2 Hautfläche).

Darüber hinaus war die Anzahl der Hautverfärbungen

pro Injektionsstelle in der

Pycnogenol ® -Gruppe (3,81% der Injektionsstellen)

im Vergleich zur Kontrollgruppe

(8,58%) deutlich geringer.

40


Pflanzenextrakte

Die Ansammlung von Hämosiderin ist

die wahrscheinlichste Ursache für Hautverfärbungen

bei CVI und anderen Gefäßerkrankungen

(40). Hämosiderin ist

ein Pigment, das in der Dermis vorkommt

und durch das Austreten von roten Blutkörperchen

nach Gefäß-Sklerosierung

oder CVI sowie Entzündungsreaktionen

aufgrund von Eisenüberschuss und Bildung

freier Radikale entsteht.

Die Ergebnisse einer In-vitro-Studie

deuten auf einen möglichen Wirkmechanismus

von Pycnogenol ® auf Hämosiderin-Ablagerungen

in der Haut in

Kombination mit seinen entzündungshemmenden

Effekten hin (41).

Pycnogenol ® , der Extrakt der französischen

Meereskieferrinde, ist eine sichere,

natürliche und evidenzbasierte

Lösung zur effizienten Unterstützung

der Venengesundheit. Pycnogenol ®

hilft, Beinschwellungen zu reduzieren,

verbessert Durchblutung und Mikrozirkulation,

normalisiert die Thrombozytenaktivität

und hat eine starke entzündungshemmende

Wirkung. Dank dieser

Eigenschaften bekämpft Pycnogenol ®

effektiv die komplexe Pathophysiologie

der chronischen Veneninsuffizienz

(CVI) und verwandter Venenerkrankungen.

Nach der Sklerotherapie reduziert

die Einnahme von Pycnogenol ® die

Nebenwirkungen und fördert die Heilung.

Weitere Informationen dazu, wie

Pycnogenol ® die Venengesundheit unterstützt

und vieles mehr, finden Sie unter

www.pycnogenol.com.

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(41) Mello Netto BAS, et al. Surg Cosmet

Dermatol. 2019;11(2):121-5.

Autorin:

Dr. Franziska Weichmann,

Manager für Wissenschaftliche

Kommunikation und

Produktentwicklung bei

Horphag Research

September 2024

41


V italstoffe

Mieke Acda

Cranberry – Ein natürlicher Weg zu gesunden Harnwegen

PACRAN ® unterstützt die Harnwegsgesundheit bei Frauen jeden Alters.

© SkazovD – shutterstock.com

In Europa hatten mehr als 6 von 10

Frauen in den letzten drei Jahren eine

Harnwegsinfektion (HWI). Davon geben

zwei Drittel an, die Symptome seien

so schwer gewesen, dass sie einen Arzt

aufsuchen mussten (1). Noch besorgniserregender

ist, dass über ein Viertel

dieser Frauen immer wieder unter HWI

leidet (1). HWI können bei Frauen jeder

Altersgruppe vorkommen, wobei sie mit

zunehmendem Alter tendenziell häufiger

auftreten. Abgesehen von körperlichen

Beschwerden lösen diese Infektionen bei

den betroffenen Frauen häufig Ängstlichkeit

und Bedrücktheit aus, sodass sie

sich sogar auf der Arbeit krankmelden.

Es dürfte also kaum überraschen, dass

dies natürlich auch ihre Fähigkeit, das

Leben in vollen Zügen zu genießen, erheblich

einschränkt. Die gute Nachricht

ist, dass Aussichten auf Abhilfe bestehen.

Oft ist der Arzt die erste Anlaufstelle

für die Behandlung von HWI, doch natürliche

Lösungen, die auf allgemein

bekannten pflanzlichen Inhaltsstoffen

mit Wiedererkennungswert basieren,

erfreuen sich in allen Bereichen des

Gesundheitswesens und der Wellnessbranche

zunehmender Beliebtheit. Diese

verstärkte Vorliebe für klinisch erprobte

Lösungen aus pflanzlichen Inhaltsstoffen

stellt auf dem europäischen Markt

für HWI-Gesundheitssupplements eine

große Chance dar: Zwar verwenden

derzeit nur 15% der Frauen derartige

Supplements, doch ganze 88% der Frauen,

die bereits eine HWI hatten, wären

bereit, sie auszuprobieren (1). Darüber

hinaus sind klinischen Studien unterzogene

Markeninhaltsstoffe, die sich auf

zugelassene Health Claims stützen, bei

den Verbraucherinnen besonders beliebt,

da sie von ihnen als höherwertig,

vertrauenswürdiger und wirksamer eingestuft

werden (2). Das verdeutlicht das

bestehende enorme Potenzial, den Markt

für wirksame, markengeschützte, pflanzliche

Lösungen auszuweiten.

Harnwegsinfektionen:

Ursachen, Symptome und

Lösungen

HWI entstehen, wenn Bakterien wie

E. coli in die Harnwege gelangen. Diese

Bakterien können sich an der Auskleidung

der Harnwege festsetzen und eine

als Biofilm bezeichnete Schleimschicht

bilden. In dieser Umgebung können sie

sich schnell vermehren und plötzliche,

schmerzhafte Infektionen auslösen. HWI

rufen verschiedene unangenehme Symptome

hervor, darunter häufige, schmerzhafte

Blasenentleerung, ein brennendes

42


Pflanzenextrakte

Gefühl beim Harnlassen, häufiges Absetzen

kleiner Urinmengen, stark riechender

oder trüber Urin und Unterleibsschmerzen.

Unsere eigenen Untersuchungen ergaben,

dass über 60% aller Frauen in Europa

in den letzten drei Jahren an einer

HWI erkrankt sind, wobei zwei Drittel

von ihnen ärztliche Hilfe in Anspruch

nehmen mussten (1). Darüber hinaus leiden

20 – 40% der Frauen immer wieder

an HWI (1). Eine in fünf europäischen

Ländern durchgeführte Umfrage bestätigte,

dass diese wiederkehrenden Infektionen

die Lebensqualität der Frauen

erheblich beeinträchtigen (3).

Antibiotika sind zwar das übliche Mittel

zur Behandlung von HWI, doch können

diese auch Nachteile haben. Mit der Zeit

entwickeln Bakterien gegebenenfalls

Resistenzen gegen Antibiotika, was die

Behandlung von Infektionen erschwert.

Zudem können Antibiotika Nebenwirkungen

wie Durchfall und vaginale Candida

hervorrufen. Auch kann es für viele

Frauen problematisch sein, die Behandlungsvorgaben

einzuhalten. Dieses zunehmende

Bewusstsein und der Wunsch

vieler Frauen, ihre Gesundheit und ihr

Wohlbefinden mit pflanzlichen Lösungen

proaktiv zu steigern, treiben die Suche

nach natürlichen Alternativen voran.

Cranberry: eine

bewährte, natürliche

Variante

Die Cranberry ist ein bekannter, bewährter

Inhaltsstoff, der seit Jahrhunderten

zur Stärkung eines gesunden Harntrakts

verwendet wird. Aktuelle Forschungsergebnisse

belegen, dass sie das Anhaften

von E. coli an den Harnwegswänden verhindern

kann.

Dass 38% der Frauen aktiv HWI vorbeugen,

indem sie Cranberrysaft trinken,

belegt, dass diese Frucht bereits eine

beliebte Wahl ist (1). Allerdings bereitet

die Dosierung noch Schwierigkeiten:

Vorsorglich täglich 250 ml Cranberrysaft

zu trinken, ist für viele schwierig.

Außerdem schrecken der säuerliche

Geschmack und der hohe Zuckergehalt

einige Menschen ab. Daher ist die Nachfrage

nach bequemeren, wirksameren

Lösungen groß, beispielsweise nach

Nahrungsergänzungsmitteln auf Cranberry-Basis.

Cranberrys dienen dank der darin

enthaltenen spezifischen sekundären

Pflanzenstoffe, den Proanthocyanidinen

(PAC), der Prävention von HWI.

Zunächst ging man davon aus, ihre

präventiven Eigenschaften seien vor allem

auf die PAC zurückzuführen. Doch

haben Studien der letzten 15 Jahre gezeigt,

dass die gesamte Cranberry – und

nicht nur ihr PAC-Gehalt – eine wichtige

Rolle für ihren gesundheitlichen

Nutzen spielt. Denn die pflanzlichen

Inhaltsstoffe bilden eine komplexe Matrix,

und häufig besteht eine Wechselwirkung

zwischen ihnen. Cranberrys

enthalten Antioxidantien, darunter Polyphenole

mit antibakterieller und entzündungshemmender

Wirkung. Ganze

Cranberrys verfügen über diese kombinierte

Wirksamkeit. Verbraucherseits

profitiert man so vom vollen Nutzen der

natürlichen Komplexität der Frucht.

PACRAN® – Givaudans

wissenschaftlich

fundierte Vollwert-

Cranberry-Lösung stellt

sich vor

PACRAN ® ist eine eigens entwickelte,

wissenschaftlich dokumentierte Lösung,

die das Risiko eines erneuten Auftretens

von HWI deutlich reduziert. Klinische

Forschungsprojekte belegen, dass

PACRAN ® die Gefahr einer neuerlichen

Erkrankung um 58% verringert, den

Zeitraum bis zum erstmaligen Auftreten

einer HWI verlängert und die durchschnittliche

Anzahl der HWI bei Frauen

reduzieren kann.

© GSDesign – shutterstock.com

September 2024

43


V italstoffe

Diese beeindruckende Wirksamkeit

stützt sich auf solide Ergebnisse aus sieben

klinischen Studien, die über einen

Zeitraum von 15 Jahren veröffentlicht

wurden, darunter zwei von Experten begutachtete

Studien, und wird zudem von

einer noch ausstehenden EU-Veröffentlichung

untermauert. Diese streng wissenschaftliche

Prüfung hat belegt, dass

500 mg PACRAN ® einen starken Effekt

und klinische Wirksamkeit aufweist. Darüber

hinaus haben sich externe Regierungsstellen

vier verschiedener Länder

(USA, Kanada, Kolumbien und Südkorea)

mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen

befasst und einhellig festgestellt,

dass man mit PACRAN ® HWI effektiv

vorbeugen kann (4567891011121314).

Eine wesentliche Eigenschaft von

PACRAN ® ist die geringe, aber dennoch

wirksame Tagesdosis von nur 500 mg.

Diese niedrige Dosierung reicht aus,

weil die gesamte Cranberry verwendet

wird, anstelle von isolierten Bestandteilen

wie PAC. Indem PACRAN ® das

komplette Spektrum der Gesundheitsvorteile

der gesamten Frucht nutzt, bietet

es einen umfassenden Ansatz für die

Harnwegsgesundheit und ist somit eine

kosteneffektive Lösung sowohl für die

Erwerbenden als auch für Hersteller.

Darüber hinaus ist PACRAN ® äußerst

vielseitig und kann in diverse Produkte

wie Pillen, Tabletten und Kapseln eingearbeitet

werden. Außerdem eignet es

sich hervorragend für besondere Darreichungsformen,

die sich zunehmender

Beliebtheit erfreuen, darunter Gummibärchen.

Diese Vielseitigkeit kommt

nicht nur den Wünschen der Verbraucherinnen

entgegen, sondern erhöht auch

die Attraktivität der Produkte auf dem

Markt. Dank dieser Flexibilität können

die Hersteller innovativ sein und eine

Palette attraktiver Produkte schaffen, die

unterschiedliche Verbraucherbedürfnisse

abdecken.

Ein erstklassiges Beispiel dafür, wie

PACRAN ® seine Wirkung entfaltet, ist

die Cranberr‘Ease-Kautablette. So können

Frauen auf angenehme und bequeme

Weise ihre Harnwegsgesundheit fördern

und profitieren bei jeder Kautablette

von der Wirkung der ganzen Cranberry.

Durch diese innovative Darreichungsform

können die Kundinnen PACRAN ®

leicht in ihre täglichen Gewohnheiten

einbauen, was zur regelmäßigen Einnahme

ermutigt und langfristig den Umgang

mit HWI verbessert.

Von Seiten der Verbraucher wird heute

zunehmend auf die Herkunft der Produkte

geachtet. PACRAN ® wird aus natürlich

und nachhaltig gewonnenen nordamerikanischen

Cranberrys hergestellt

und entspricht damit der zunehmenden

Nachfrage nach umweltfreundlichen Lösungen.

Die für PACRAN ® verwendeten

Cranberrys sind bis zum Feld vollständig

rückverfolgbar. Dies fördert nicht nur

die Transparenz, sondern schafft auch

Vertrauen bei den Verbraucherinnen, die

bei ihren Kaufentscheidungen Wert auf

Nachhaltigkeit legen.

Die an der Produktion von PACRAN ®

beteiligten Cranberry-Erzeuger sind in

Verbänden und Genossenschaften organisiert,

die sich um Wassernutzung und

-recycling kümmern und den Pestizidkontakt

mit Grund- und Oberflächenwasser

minimieren. Das Wasser spielt

beim Cranberry-Anbau eine zentrale

Rolle, da die Landwirte große Wassermengen

für die Bewässerung, die Schädlingsbekämpfung

und die einzigartige

Nassernte verwenden. Darüber hinaus

ist ein Großteil der Landwirte, die die

Cranberrys anbauen, an so genannten

FSA-Inititaiven beteiligt. Diese widmen

sich der Bewertung einer nachhaltigen

Landwirtschaft. Mit der Entscheidung

für PACRAN ® investieren die Verbraucherinnen

nicht nur in ihre Gesundheit,

sondern unterstützen auch ein System,

das nachhaltige landwirtschaftliche

Praktiken fördert.

Was Frauen wollen:

Erkenntnisse unserer

Forschung

Unsere firmeneigene Verbraucherstudie,

an der über 450 Frauen aus dem

Vereinigten Königreich, Frankreich

und Deutschland beteiligt waren, lieferte

wichtige Erkenntnisse darüber, was

Frauen von einer Lösung für die Harnwegsgesundheit

erwarten.

Frauen in einem

erfüllten, aktiven Leben

unterstützen

Givaudan ist bemüht, gründlich zu verstehen,

wie PACRAN ® die Lebensqualität

von Frauen verbessern kann. Das

Unternehmen verfügt über umfangreiche,

bereits veröffentlichte Forschungsergebnisse,

die die zahlreichen Vorteile

von PACRAN ® belegen. Sein Engagement,

die wissenschaftliche Forschung

voranzutreiben, wird fortgesetzt. In

Kürze wird Givaudan die Ergebnisse

einer bevorstehenden klinischen Studie

zu PACRAN ® in einer der angesehensten

wissenschaftlichen Fachzeitschriften

auf dem Gebiet der Harnwegsgesundheit

veröffentlichen.

Die Ergebnisse sind eindeutig:

PACRAN ® ist eine rein natürliche, durch

klinische Studien untermauerte Lösung,

die Frauen dabei unterstützt, ihrem aktiven

Leben mehr Zeit widmen zu können.

Weitere Informationen zu PACRAN ®

und Givaudans anderen Markeninhaltsstoffen

sowie zu Vitaminen, pflanzlichen

Stoffen und anderen Inhaltsstoffen finden

Sie im Givaudan Health and Nutrition

Hub.

Referenzen:

(1) Daten liegen vor (2022) Givaudan

consumer survey. Women’s health: Urinary

tract study.

(2) Daten liegen vor (2024) Givaudan

2024 Branded Ingredients Research.

Umfrage mit 2060 Verbraucherinnen in

Brasilien, Frankreich, Deutschland, den

Niederlanden, dem Vereinigten Königreich

und den USA.

(3) Wagenlehner et al., 2018.

(4) Daten liegen vor. Howell A. et

44


Pflanzenextrakte

al. (2013) „Assessment of bacterial

anti-adhesion activity of Pacran® in

human urine against P-type uropathogenic

Escherichia coli.”

(9) Daten liegen vor. Howell A. et al.

(2009) „Bacterial Anti-Adhesion Activity

of Human Urine: PACran Capsule vs.

Theracran Capsule Consumption.“

(5) Von der l’Agence française de

sécurité sanitaire des aliments (Französischen

Agentur für Lebensmittelsicherheit)

zur Bewertung der Nachweise

für den Claim „contribue à diminuer la

fixation de certaines bactéries E.coli sur

les parois urinaires“ pour un nectar/

cocktail de jus de cranberry / canneberge.

Afssa – Saisine n° 2004-SA-214.

1. Abrufbar unter: https://www.anses.fr/

en/system/files/NUT2006sa0256.pdf (am

6. Februar 2024 bewertet).

(6) Daten liegen vor. Howell A. et

al. (2013) „Assessment of bacterial

anti-adhesion activity of Pacran ® in

human urine against P-type uropathogenic

Escherichia coli. A randomized,

placebo-controlled, ex vivo, double-blind,

crossover trial.“

(7) Daten liegen vor. Howell A. et al.

(2009) „Bacterial Anti-Adhesion Activity

of Human Urine: Pacran Capsule vs.

Theracran Capsule Consumption.“

(8) Daten liegen vor. Howell A. et

al.(2009) „Bacterial Antiadhesion Activity

of Human Urine Following 27%

Cranberry Juice Cocktail vs. Pacran

Capsule Consumption.“

(10) Vostalova J. et al. (2015) „Are

High Proanthocyanidins Key to Cranberry

Efficacy in the Prevention of

Recurrent Urinary Tract Infection?“,

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(11) S. Korea Food and Drug Administration.

Claim-Wortlaut: Kann durch

Vorbeugung vor Harnwegsinfektionen

dazu beitragen, die Harnwegsgesundheit

zu erhalten. 3. November 2019.

(12) Health Canada Natural Product

Number 80053151. Claim-Wortlaut:

Trägt zur Vorbeugung wiederkehrender

Harnwegsinfektionen bei Frauen bei

oder wird in der Pflanzenheilkunde

eingesetzt, um zur Prävention von

wiederkehrenden Harnwegsinfektionen

beizutragen. 15. August 2014.

(13) Colombia (INVIMA). Claim-

Wortlaut: Unterstützt die Behandlung

rezidivierender Harnwegsinfektionen.

18. November 2015.

(14) US (FDA). 21. Juli 2020.

Autorin:

Mieke Acda

Product Manager Nutritional Ingredients

Taste & Wellbeing

© Irina Gutyryak – shutterstock.com

September 2024

45


V italstoffe

Dermoceutic: ein neues Konzept am Scheideweg

© Lyubov Levitskaya – shutterstock.com

Die Erwartungen der Verbraucher im

Hinblick auf die Schönheit sind vielfältig,

aber bestimmte Trends beherrschen

das Bild nach wie vor, insbesondere seit

der Pandemiekrise: Natürlichkeit, Clean

Label und Nachhaltigkeit, Wirksamkeit

und personalisierte Lösungen. Auch die

Ernährung zur Förderung der Schönheit

spielt eine immer wichtigere Rolle. Die

Verbraucher erkennen, dass die Ernährung

einen erheblichen Einfluss auf die

Schönheit ihrer Haut, Haare und Nägel

haben kann. Nahrungsergänzungsmittel

und insbesondere Nutricosmetics – mit

durchschnittlichen Wachstumsraten

von 9,4% bis 2030 (01) – tragen dazu

bei, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Aber

könnten wir noch weitergehen und

die zu Atopie oder Psoriasis neigende

Haut unterstützen, indem wir die

Hautbeschwerden (Juckreiz, Trockenheit,

Läsionen), aber auch die damit

verbundenen Unannehmlichkeiten reduzieren?

Nehmen wir das Beispiel der atopischen

Dermatitis, besser bekannt als

Ekzem, einer multifaktoriellen chronisch-entzündlichen

Hauterkrankung

(1), von der im Jahr 2022 weltweit mehr

als 223 Millionen Menschen betroffen

waren (2) und die ihr physisches und

psychisches Wohlbefinden und ihre

Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Heutzutage werden hauptsächlich

symptomatische Behandlungsstrategien

angewandt, die darin bestehen, das

Hautmikrobiom zu modulieren, das angeborene

und adaptive Immunsystem

zu beeinflussen, den Juckreiz zu lindern

oder die Entzündungsreaktion zu hemmen

(2). Diese Behandlungen, die in

der Regel auf dem Einsatz von Dermokortikoiden

oder Antihistaminika beruhen,

sind kurzfristig effektiv, aber es

bleibt die Frage nach ihrer langfristigen

Wirksamkeit.

Menschen mit atopischer Dermatitis leiden

unter trockener bis sehr trockener

und empfindlicher Haut, lokal auftretenden

roten und schuppigen Flecken,

starkem und anhaltendem Juckreiz und

Hautläsionen, die Schmerzen und Unwohlsein

verursachen (3). Atopische

Dermatitis kann auch erhebliche psychische

Auswirkungen haben und zu

Schlafstörungen, Reizbarkeit und sogar

Depressionen führen.

46


Hautgesundheit

Obwohl die Ursachen noch nicht vollständig

geklärt sind, spielen zahlreiche

Faktoren und Auslöser, sowohl endogene

als auch umweltbedingte (Allergene,

Umweltverschmutzung, Reizstoffe,

klimatische Bedingungen usw.), eine

Schlüsselrolle bei dieser Pathologie.

Zu den endogenen Faktoren gehören

genetische Mutationen (insbesondere

Filaggrin), die zu einer Dysfunktion

der Hautbarriere führen, Anomalien

des Hautmikrobioms (in Bezug auf Abundanz

und Diversität), Dysregulation

des Immunsystems und hormonelle

Veränderungen. Das komplexe Zusammenspiel

dieser Veränderungen macht

die Haut besonders empfindlich und

reaktiv.

Neben den oben genannten Faktoren,

die nicht kontrolliert werden können,

ist es möglich, einige von ihnen einzuschränken,

wie z. B. Stress, von dem

man annimmt, dass er die Symptome der

atopischen Dermatitis auslöst oder verschlimmert.

Stress ist eine allgemeine Reaktion des

Körpers auf interne oder externe Einflüsse,

die sowohl psychologische als

auch physiologische Ressourcen einbezieht.

Stress aktiviert die Hypothalamus-Hypophysen-Achse

(HPA), die

über neuroendokrine Faktoren und das

sympathische Nervensystem die Immunantwort

steuert. Die Haut, deren

Zellen eine funktionelle Entsprechung

der HPA-Achse haben, reagiert aktiv

auf Stress, wobei kutane Immunzellen,

Hormone und Neurotransmitter beteiligt

sind (4 – 5). Zu den stressbedingten Reaktionen

der Haut gehören die Sekretion

von entzündungsfördernden Zytokinen

(IL-6, IL-1, IFN-γ), die Freisetzung von

peripheren neuroendokrinen Faktoren

(CRH, ACTH) und die Produktion von

Kortikosteroiden (6 – 7).

Zahlreiche Studien deuten darauf hin,

dass Stress und neuroendokrine Faktoren

an der Entstehung, dem Wiederauftreten

oder der Verschlimmerung von dermatologischen

Erkrankungen wie Psoriasis,

Akne, Rosazea, Vitiligo oder atopischer

Dermatitis beteiligt sind (8 – 10). So

können beispielsweise bestimmte Stressfaktoren

wie Ohnmachtsgefühle oder

Sorgen eine Rolle bei der Verschlimmerung

des Juckreizes bei Patienten mit

Hauterkrankungen spielen (11). In vielen

klinischen Studien haben Menschen mit

Hautkrankheiten über Stress berichtet,

oder Stress wurde als ein Faktor identifiziert,

der zu Hautreizungen oder zum

Syndrom der empfindlichen Haut beitragen

kann (12 – 15). Ebenso reagierten

Menschen, die sich selbst als Personen

mit empfindlicher oder sehr empfindlicher

Haut bezeichneten, stärker auf Emotionen

als Menschen mit leicht empfindlicher

oder nicht empfindlicher Haut und hatten

eine schlechtere Lebensqualität (16 – 17).

Die Reaktion des Körpers auf Stress

kann sich negativ auf die Funktion der

Hautbarriere auswirken und die Immunreaktion

beeinflussen (18). Chronischer

Stress kann auch zu einer erhöhten Anfälligkeit

für Infektionen und damit zu

einer Verschlimmerung von Hautläsionen

führen. Darüber hinaus wurde kürzlich

gezeigt, dass das Mikrobiom des

Darms und der Haut Faktoren sind, die

die Wechselwirkungen zwischen Haut

und Gehirn beeinflussen (19).

Auf der Grundlage dieser Beobachtung

und der jüngsten Forschung über die

Wirkungen und Mechanismen natürlicher

mariner Wirkstoffe auf die Schönheit

und den Stress der Haut bringt

Abyss Ingredients ein neues Konzept auf

den Markt: Dermoceutics. Auf halbem

Weg zwischen Dermokosmetik und Nutraceuticals

zielt diese neue Palette von

Wirkstoffen darauf ab, das Wohlbefinden

und das Aussehen der Haut mit dermatologischen

Problemen sowie die Lebensqualität

der Betroffenen zu verbessern.

Dermatidyss ® , das erste aus diesem

Konzept hervorgegangene Produkt, ist

ein natürlicher Meereswirkstoff, der

Anti-Stress- und Kollagenpeptide sowie

Glykosaminoglykane (GAGs) wie

Chondroitin, Glucosamin und Hyaluronsäure

kombiniert.

Mehrere Studien haben die Wirkung dieser

Komponenten nicht nur auf Stress,

sondern auch auf die Hydratation der

Haut und eine schnellere Heilung nachgewiesen.

Durch die Modulation der

Expression von Genen, die an der Stressreaktion

beteiligt sind, und die Verhinderung

der Deregulierung von stressinduzierten

Proteinen unterbinden marine

Peptide die negativen Auswirkungen von

Stress, auch auf unsere Haut (20 – 21).

© Abyss

Kollagenpeptide und GAGs haben ihren

Nutzen für die Haut unter Beweis

September 2024

47


V italstoffe

gestellt. Durch die Stimulierung der

Synthese von Hyaluronsäure (22), die

eine Schlüsselrolle bei der Hydratation

des Gewebes spielt (23 – 24), tragen diese

Verbindungen zur Aufrechterhaltung

der tiefen Hautfeuchtigkeit bei, was sie

zu einem wirksamen Verbündeten gegen

die Trockenheit der atopischen Haut

machen könnte. Sie beschleunigen auch

die Gewebereparatur, indem sie die Produktion

von TGF-β fördern, einem entzündungshemmenden

Zytokin, das eine

Signalfunktion bei der Hemmung der

Enzyme hat, die für den Abbau der Kollagenmatrix

(Metalloproteinasen) und

die Proliferation von Hautzellen verantwortlich

sind (25).

Ein Wirkstoff, der diese Komponenten

kombiniert, wäre eine natürliche Lösung

zur Verbesserung des Hautkomforts und

zur Reduzierung von Stress bei Menschen

mit empfindlicher und/oder zu

Atopien neigender Haut.

Studie zu den

positiven Effekten von

Dermatidyss®

Eine Verbraucherstudie hat den Nutzen

von Dermatidyss ® auf die mit atopischer

Haut verbundenen Dysfunktionen der

Haut und auf das allgemeine Wohlbefinden

untersucht und bestätigt diese Hypothese.

Dieser Test, der unter dermatologischer

ärztlicher Beratung durchgeführt

wurde, zeigte, dass Dermatidyss ® die

Intensität der atopischen Hautsymptome

und die Menge der zur Behandlung

notwendigen Medikamente verringern

kann.

Nach ihren Erwartungen befragt, wollten

die an der Studie teilnehmenden Frauen

in erster Linie ihre trockene Haut verbessern

(76%), die das häufigste Symptom

darstellt. 66% von ihnen wollten das

Wohlgefühl und die Schönheit ihrer Haut

verbessern, und 64% wollten, dass ihre

Haut weicher wird. 86% der Teilnehmerinnen

würden sich für ein wirksames

Nahrungsergänzungsmittel entscheiden,

das von Verbrauchern getestet wurde

(34%) oder das Gegenstand klinischer

Studien war (30%).

Zu Beginn der Studie fühlten sich 62%

der ausgewählten Frauen aufgrund ihrer

atopischen Haut tatsächlich und in

erheblichem Maße unwohl. Bei den

hautbezogenen Symptomen gaben die

Teilnehmerinnen einen hohen Grad an

Unbehagen aufgrund ihrer trockenen

Haut, Juckreiz, Spannungsgefühl, Trockenheitsschüben,

Reizungen und Rötungen

sowie unschöne, empfindliche

und raue Haut an. Sie berichteten auch

über ein hohes Maß an Stress und Nervosität

– im Durchschnitt mit 7,2/10 bewertet,

wobei 10 einen sehr hohen Wert

darstellt –, begleitet von Müdigkeit,

Angst, Unruhe und Schlafproblemen.

Insgesamt hatte die atopische Haut einen

starken und negativen Einfluss auf ihre

Lebensqualität (6,1/10) und ihr Wohlbefinden

(6,2/10).

In weniger als 30 Tagen erfüllte

Dermatidyss ® die Erwartungen von 8

von 10 Frauen, die eine deutliche Verbesserung

bei fast allen diesen Symptomen

feststellten. Am Ende der Studie,

d.h. nach 3-monatiger Einnahme, verzeichneten

fast 7 von 10 Frauen eine

Verringerung von Hauttrockenheit, Trockenheitsschüben,

Juckreiz, Empfindlichkeit

und Rauheit. Mehr als 6 von 10

Frauen bemerkten eine Verringerung der

Spannungsgefühle, Rötungen, Unwohlsein

und Hautreizungen.

Darüber hinaus beobachteten am Ende

der Studie 68% der Teilnehmerinnen eine

Verbesserung ihres Stressempfindens,

70% ihrer Ängste, 68% ihres Schlafs und

64% ihres Müdigkeitsgefühls, wobei die

Häufigkeit der Beschwerden bei jeder

von ihnen nach 30 Tagen Supplementierung

abnahm. Die Auswirkungen der

atopischen Haut auf die Lebensqualität

der Frauen, die an der Studie teilgenommen

haben, haben sich in der Tat verringert,

und fast 6 von 10 Frauen hatten

das Gefühl, dass sich ihre Lebensqualität

und ihr Wohlbefinden verbessert haben.

Das allgemeine Unbehagen, das mit der

atopischen Haut verbunden ist, hat sich

bei mehr als 6 von 10 Frauen verringert.

Am Ende der Behandlung spüren

fast 9 von 10 Frauen die Vorteile von

Dermatidyss ® auf ihrer atopischen Haut

und bestätigen seine Wirksamkeit. Ihr

Feedback, das sie uns geliefert haben,

spricht für sich selbst.

Mit den ersten Effekten, die innerhalb

von weniger als 3 Wochen beobachtet

wurden, scheint Dermatidyss ® eine

natürliche Lösung für ein angenehmes

Hautgefühl und Wohlbefinden zu sein,

die für atopisch veranlagte Haut geeignet

ist. In diesem Zusammenhang könnten

die Vorteile von Dermatidyss ® dazu

beitragen, die Intensität der Schübe zu

verringern oder sogar die Notwendigkeit

von Medikamenten zu reduzieren. Diese

vielversprechenden Ergebnisse bestärken

uns in unserer Absicht, die Wirksamkeit

von Dermatidyss ® bei zur Atopie

neigender Haut nachzuweisen, bevor

wir die Entwicklung der Dermoceutika-

Reihe fortsetzen.

Ende Oktober 2024 erwarten wir weitere

Ergebnisse klinischer Untersuchungen.

Abyss Ingredients

Abyss Ingredients wurde 2004 von ortsansässigen

Fischern aus der Bretagne

gegründet, die Meeresnebenprodukte

durch die Kombination von Innovation,

lokaler Upcycling-Wirtschaft und

Nachhaltigkeit aufwerten wollten, um

die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung

mit natürlichen Inhaltsstoffen für

den Nutraceutical- und Nutricosmetics-

Markt zu erfüllen.

Ende 2018 stieg GO Capital in den Innovationsprozess

von Abyss ein und

ermöglichte es dem bretonischen Unternehmen,

stark in Forschung und Entwicklung

zu investieren: Gemeinsame

Projekte (Alg4Health, BrainBooster,

VIPP, eCabyss) und eigene wissenschaftliche

Wirksamkeitsnachweise –

die Wissenschaft ist die neue Arena für

Abyss.

Referenzen:

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Brainy Insights, Juin2022 ; Nutricosmetics

Market Report, Brand Essence

Research, Nov. 2022

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September 2024

49


V italstoffe

Noëmie Daniel

Cranberry-Wirkstoffe für das Darm-Mikrobiom

© Elenkina – shutterstock.com

Es ist hinreichend anerkannt, dass die

Ernährung die Gesundheit bestimmt und

wesentlichen Einfluss auf die Beziehung

zwischen Wirt und Mikrobiom hat. Die

Darmflora trägt nämlich zum energetischen

Gleichgewicht bei und produziert

Metaboliten, die auf unterschiedliche

Stimuli hin, wie beispielsweise die Ernährung,

Stoffwechsel- und Entzündungsreaktionen

auslösen (1).

In einem gesunden Organismus bilden

die Epithelzellen eine solide, von einer

Mucus-Schicht geschützte Barriere, die

residente Bakterien abwehrt, während

bestimmte Symbionten durch Wechselwirkungen

mit dem Epithel des Wirts

die Ausbildung des Immunsystems der

Schleimhaut begünstigen (1). Wissenschaftliche

Erkenntnisse weisen vermehrt

darauf hin, dass die Ernährung in

den westlichen Ländern mit ihrem hohen

Anteil an Zucker und Fett und einem

niedrigen Anteil an Ballaststoffen im

Zuge eines Dysbiose genannten Phänomens

zur Entstehung chronischer entzündlicher

Erkrankungen beiträgt und

die Darmflora schädigt, was wiederum

negative Auswirkungen auf die Darmbarriere

und das Immunsystem hat. Dies

wiederum führt zu einem als „Leaky

Gut“ (durchlässiger Darm) bezeichneten

Phänomen, d.h. zu einer Beeinträchtigung

der Darmbarriere in Verbindung

mit Schädigungen der Darmflora, einer

Beeinträchtigung der Dicke und der

Konsistenz der Schleimhaut und somit

zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber

Bakterieninvasionen, zu einer

Schädigung des Schleusensystems, einer

erhöhten Durchlässigkeit und somit

zur Translokation von Pathogenen und

verbundenen Molekülen (Endotoxämie)

sowie Entzündungen (1, 2).

Glücklicherweise bieten sich bestimmte

Nahrungsbestandteile wie Polyphenole

als mögliche ernährungstechnische

Lösungen an, die sich positiv auf die

Gesundheit auswirken. Der Verzehr von

Fruchtpolyphenolen führt zu einer Minderung

des Riskos chronischer Pathologien

wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen

oder des metabolischen Syndroms (3 –

5). Diese bioaktiven Metaboliten werden

im Dünndarm nur wenig absorbiert

und erreichen den Dickdarm, wo sie auf

die Darmflora einwirken und eine präbiotische

Wirkung entfalten, die wiederum

positive Auswirkungen auf die

Stoffwechsel- und Darmgesundheit hat

(3 – 5). (Ein Präbiotikum ist eine Substanz,

die von den Mikroorganismen des

Wirts gezielt genutzt wird und gesundheitsfördernd

wirkt (6))

50


Pflanzenextrakte

© Nataly Studio – shutterstock.com

Phenobio+ –

Ein fünfjähriges

Forschungsprogramm

Im Jahr 2018 finanzierte Symrise in Zusammenarbeit

mit dem Institute of Nutrition

and Functional Foods (INAF) und

dem Natural Science and Engineering

Research Council of Canada (CRSNG)

die Gründung eines Phenobio+ genannten

fünfjährigen Lehrstuhls. Unter der

Leitung von Professor Yves Desjardins

zielte dieser darauf ab, die mögliche präbiotische

Wirkung von Frucht-Polyphenolen

und dabei insbesondere von Cranberry-Polyphenolen

zu untersuchen.

Die Ergebnisse dieses vollkommen neuartigen

Spitzenforschungsprogramms

sind talentierten Studenten unter der Leitung

von Professor Yves Desjardins sowie

weiteren hervorragenden Forschern

des Lehrstuhls (den Forschern André

Marette, Denis Roy, Alain Veilleux und

Emile Levy) zu verdanken.

Symrise und Cranberry:

eine lange Geschichte

Prebiocran - Eine

neuartige Lösung

zur Förderung der

Darmgesundheit

Dank ihres hohen Polyphenolgehalts

zeichnen sich Cranberrys durch antioxidative

Eigenschaften aus und bieten

eine Vielfalt von Vorteilen, insbesondere

für die Gesundheit des Harntrakts

und des kardiometabolischen Systems.

Prebiocran ist ein natürlicher, durch

die Extraktion von Phenolverbindungen

aus Cranberrys gewonnener Inhaltsstoff.

Seine alle Polyphenolsorten der Frucht

enthaltende Rezeptur ist standardisiert,

um einen Gesamtgehalt von mindestens

30% Polyphenolen zu gewährleisten

(Folin-Ciocalteu-Methode). Dank seiner

geringen Dosierung von 480 mg eignet

sich Prebiocran ideal als Nahrungsergänzung,

was mit traditionellen Präbiotika

wie Ballaststoffen nicht umsetzbar ist.

Im Rahmen des auf einer Industriepartnerschaft

beruhenden Lehrstuhls

verfolgte Symrise das Ziel, das mögliche

präbiotische Wirkspektrum von

Prebiocran auf die Funktion der

Darmbarriere sowie den Nutzen des

Produkts für die Stoffwechselgesundheit

zu untersuchen. Der dabei verwendete

systemische Ansatz beinhaltete eine

klinische Studie, spezifische Tiermodelle

für Stoffwechselstörungen, Zelllinienexperimente

sowie fortschrittliche

In-vitro-Modelle, wie Darm-Organoide

und M-SHIME ® , eines der seltenen

Darm-Modelle, das den gesamten Gastrointestinaltrakt

künstlich nachbildet.

Die Ergebnisse haben gezeigt, dass

Prebiocran die Zusammensetzung und

die Funktion des Darm-Mikrobioms moduliert,

was mit einer Verbesserung der

Stoffwechselgesundheit in Verbindung

gebracht wird.

Prebiocran moduliert

die Beta-Diversität des

Darm-Mikrobioms

In einer klinischen Kurzzeitstude nahmen

39 gesunde Probanden über einen

Zeitraum von 4 Tagen täglich 480 mg

Prebiocran ein. Während eines der

Behandlung vorausgehenden Zeitraums

von 7 Tagen wurde die Zufuhr von polyphenolhaltigen

Nahrungsmitteln auf ein

Mindestmaß beschränkt. Vor und nach

der Behandlung wurden biologische Proben

genommen und es wurde die fäkale

DNA sequenziert, um die Entwicklung

des Darm-Mikrobioms zu untersuchen.

Die Cranberry (Vaccinium macrocarpon)

ist eine aus Nordamerika stammende

Frucht mit einem hohen Polyphenolgehalt,

die bereits von den

amerikanischen Ureinwohnern zur Behandlung

verschiedener Leiden eingesetzt

wurde.

Die Erfahrung von Symrise bei der

Verarbeitung und Extraktion von Cranberry-Polyphenolen

geht auf das Jahr

2008 zurück. Das Unternehmen verfügt

dank seines Extraktionsstandorts

mitten im Cranberry-Anbaugebiet in

der kanadischen Provinz Quebec über

privilegierte Kontakte zu den örtlichen

Produzenten und wählt sorgfältig die

Sorten mit der höchsten Polyphenolkonzentration

aus.

Abbildung: Die Verabreichung von Prebiocran moduliert das menschliche Mikrobiom in einer

klinischen Studie (Lessard-Lord et al., Daten nicht veröffentlicht). Jeder Punkt steht für ein einziges

menschliches Mikrobiom, das durch Sequenzierung des amplifizierten Gens rRNA 16S vor

(blau) und nach (violett) der Behandlung analysiert wird. Die distanzbasierte Redundanzanalyse

zeigt deutlich, dass Prebiocran das Darm-Mikrobiom nach 4-tägiger Verabreichung verändert.

September 2024

51


V italstoffe

Die Ergebnisse dieser klinischen Prüfung

haben gezeigt, dass eine kurzzeitige

Verabreichung von Prebiocran

ausreichend ist, um die Betadiversität

des menschlichen Darm-Mikrobioms zu

modulieren und insbesondere eine Verbreitung

von Bifidobacterium, einer der

Darmgesundheit förderlichen Bakterie,

zu begünstigen (7, 8).

Diese Modulierung des Darm-Mikrobioms

wurde auch im M-SHIME ® , einem

komplexen In-Vitro-Modell beobachtet.

Das Reaktorsystem zur Simulation

des menschlichen Magen-Darm-Trakts

(SHIME ® ) ist eines der seltenen Darmmodelle,

das den gesamten Gastrointestinaltrakt

nachbildet. Dabei handelt es

sich um ein semidynamisches Modell

bestehend aus mehrstufigen Komponenten,

von denen ein jedes in Abhängigkeit

von der von ihm dargestellten Darmregion

genau spezifizierte Bedingungen

(pH-Wert, Kulturlösung, usw.) aufweist

und das längsachsig angeordnet ist. Das

Modell M-SHIME ® (M für Mucus) bildet

eine Erweiterung dieses Modells, da

es gleichzeitig das Mikrobiom der Darmschleimhaut

simuliert, indem mit Muzin

bedeckte Mikrokosmen miteinbezogen

werden, was wiederum ein besseres Verständnis

der Wirt-/Keim-Interaktionen

nach einer transversalen Achse ermöglicht

(9, 10).

In dieser Studie haben die Forscher das

M-SHIME ® -System mit Fäzes von sechs

gesunden Probanden inokuliert. Nach einem

angemessenen Anpassungszeitraum

haben sie während einer Zeitspanne von

zwei Wochen 480 mg Prebiocran inokuliert

und danach die Zusammensetzung

des Darm-Mikrobioms analysiert

(11). In Übereinstimmung mit der klinischen

Prüfung haben die Ergebnisse

gezeigt, dass Prebiocran die Zusammensetzung

des Mikrobioms in allen

Darm-Kompartimenten signifikant modulierte

(Lumen und Mucus des aufsteigenden

Dickdarms und des Querdarms).

Insbesondere konnte belegt werden, dass

Prebiocran in den Kompartimenten des

Lumens und des Muzins des Querdarms

das Wachstum von Bakterien fördert,

die bekanntermaßen Proanthocyanidine

(PACs) in kleinere bioaktive Metaboliten

(wie Eggerthella, Flavonifactor und

Lactiplantibacillus) (12, 13), aber auch

in für den Schutz der Darmbarriere verantwortliche

und gesundheitsförderliche

Bakterien wie Akkermansia und Faecalibacterium

(14, 15) metabolisieren.

Diese Ergebnisse wurden auch in Invivo-Langzeitmodellen

bestätigt. Die

meisten dieser vorklinischen Studien

wurden mit Hilfe von Mausmodellen

mit ernährungsbedingter Fettleibigkeit

und Diabetes Typ 2 durchgeführt. Die

Mäuse erhielten während eines Zeitraums

von 14 bis 19 Wochen entweder

eine Kontrolldiät oder eine Diät mit

hohem Fett- und Zuckeranteil (HFHS)

oder die gleiche Diät mit hohem Zuckerund

Fettanteil, ergänzt mit Prebiocran

(16, 17). Es ist interessant festzustellen,

dass alle Tierstudien mit den klinischen

Prüfungen und der M-SHIME ® -Studie

übereinstimmen und mehrmals gezeigt

werden konnte, dass Prebiocran das

Darm-Mikrobiom von Mäusen modulierte.

Dieses Phänomen ging häufig mit

einem Anstieg der Gattung Akkermansia

einher.

Prebiocran und einige

Cranberry-Fraktionen

unterstützen die Funktion

der Darmbarriere

Gleichzeitig mit diesen Forschungsarbeiten

untersuchten die Forscher an

mehreren Modellen die Fähigkeit der

Cranberry-Extrakte, die Funktion der

Darmbarriere zu unterstützen.

Um die zugrundeliegenden Mechanismen

und die zum Tragen kommenden

Funktionen besser zu verstehen, zeigten

tiefgreifende Untersuchungen am

M-SHIME®-Modell, dass Prebiocran

nicht nur die Anzahl bestimmter individueller

Bakterien erhöhte, sondern auch

die Größe eines Bakterienkonsortiums

oder einer Bakteriengemeinschaft. Dies

wurde mit gesundheitlichen Vorteilen in

Zusammenhang gebracht, da hierdurch

ein Ökosystem geschaffen wurde, das

die Produktion von gesundheitsrelevanten

Metaboliten wie Butyrat und einigen

Gallensäuren förderte (11) (Cattero und

Lessard-Lord et al., Daten nicht veröffentlicht).

Außerdem wurden Mausorganoide verwendet,

um einen Minidarm in Form

eines komplexen multizellularen Systems

in vitro nachzubilden. Die Forscher

haben das von O‘Rourke et al. (18) veröffentlichte

Modell reproduziert, das die

wichtigsten Zelltypen der Darmbarriere

(d.h. Paneth-Zellen, Enterozyten, Becherzellen

und enteroendokrine Zellen)

abbildet. Die Ergebnisse haben gezeigt,

dass eine proanthocyanidinbereinigte

Fraktion Prebiocran (PACs) – in Abhängigkeit

von der Zeit und der Dosierung

– die Muc2 und Klf4 Genexpression,

d.h. die Expression der wichtigen

Biomarker der Darmstärkung, die zur

Differenzierung der Becherzellen und

zur Muzinproduktion beitragen, erhöht

(Tinoco-Mar et al., nicht veröffentlichte

Daten).

Weitere Ergebnisse der oben genannten

Tierversuche zur Fettleibigkeit und Diabetes

Typ 2 zeigten, dass Prebiocran

die Fähigkeit besitzt, die Funktion der

Darmbarriere und die Stoffwechselgesundheit

zu verbessern, was wiederum

einen Hinweis auf das präbiotische Potential

von Prebiocran darstellt. Anhê

et al. haben in der Tat beobachtet, dass

der Cranberry-Extrakt Endotoxämie

(d.h. hohe Lipopolysaccharid-Spiegel im

Blutkreislauf – ebenfalls Marker für die

Darmdurchlässigkeit) und der Entstehung

mehrerer Entzündungsmarker des

Leerdarms wie der Erhöhung der Cox2,

TNFα oder NF-κB (16) Genexpression

vorbeugt. Medina-Larqué et al. haben außerdem

nachgewiesen, dass Prebiocran

den schädlichen Auswirkungen der

HFHS-Diät auf die Widerstandsfähigkeit

der Darmbarriere vorbeugt, indem es der

Verringerung der Tiefe der Krypten und

der Anzahl der Becherzellen (Muzinproduzenten)

entgegenwirkt und die Schädigung

der Darmschleimhaut verhindert

(19). In einem Modell, in dem die Mäuse

nach einer 13-wöchigen HFHS-Diät bereits

unter Fettleibigkeit litten, förderte

Prebiocran die Wiederherstellung der

in den Fäces festgestellten Mucusmenge

(20).

52


Pflanzenextrakte

Prebiocran trägt zur

Stoffwechselgesundheit

bei

In einem klassischen Caco-2/15 Darmzellenmodell

untersuchten die Forscher

die positiven Auswirkungen einer Cranberry-Fraktion

mit hohem PAC-Anteil

auf die Entzündung, die Oxidierung,

die Fette und die Homöostase der Glukose.

Es wurde beobachtet, dass diese

Prebiocran-Fraktion die Verringerung

der Abwehrmarker von Oxidation

(SOD2) und oxidativem Stress (COX2)

in den Darmzellen wirksam bekämpft.

Der Extrakt zeigte auch eine vorbeugende

Wirkung des Extrakts auf der

Ebene mehrerer Marker der Lipogenese

(SREBP-1C), der Neoglukogenese

(G6P) und der Insulinsignalisierung

(pAkt).

Und schließlich testeten die Forscher in

den Mausmodellen die potentiellen positiven

vorbeugenden Wirkungen von

Prebiocran gegen die mit Fettleibigkeit

einhergehenden Erkrankungen wie

Diabetes Typ 2 und Fettleber. Anhê et

al. sowie Daoust et al. haben beobachtet,

dass Cranberry-Extrakt den durch

die HFHS-Diät bewirkten Stoffwechselschäden

entgegenwirkt: Hierzu zählen

insbesondere die Zunahme des Gewichts

der Leber und die Ansammlung von

Fetten in der Leber, sowie Hyperinsulinämie

und die Erhöhung des HOMA-IR

Indexes (homöostatisches Modell zur

Bewertung der Insulinresistenz) (16, 17).

So zeigten alle Ergebnisse der Forschungspartnerschaft

zwischen Symrise

und INAF die Funktion und den Nutzen

von Prebiocran im Bereich der Darmund

der Stoffwechselgesundheit bei einer

geringen Dosierung von 480 mg.

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Autorin:

Dr. Noëmie Daniel ist Diplom-Ingenieurin

für Lebensmittel und Gesundheit

(Frankreich) und erwarb ihren MSc- und

PhD-Abschluss in Ernährungswissenschaften

an der Universität Laval (Kanada),

wo sie die zentrale Rolle der Darm-

Mikrobiota bei den kardiometabolischen

Auswirkungen von Ernährungsmaßnahmen

untersuchte. Sie ist jetzt Projektmanagerin

für Darm- und Immungesundheit

in der globalen Plattform Health

Active Solutions bei Symrise.

© Henk van der Steege – unsplash.com

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