Sie ist verheiratet, Agraringenieurin, Mutter von sieben Kindern ...

lebendige.gemeinde.de

Sie ist verheiratet, Agraringenieurin, Mutter von sieben Kindern ...

Glaube

im Alltag

„Mein Montag kommt in der Gemeinde nicht vor!“

Software-Entwickler

LZ DER ERDE.

Matthäus 5,13

ürlich Christ SEIN 2012.

Plattform. Lernprozess. Erfahrungsaustausch.

Bewusstseinsbildung. Aktionsgemeinschaft.

Ein Projekt ab Montag, 2. Januar 2012 ++

Natürlich Christ SEIN 2012 ++

Magazin der ChristusBewegung 1|2012

Christusbewegte Zeiten

Willow Creek – ein Kommentar

„Nicht was groß ist...“


Termine

April

14.-15.4. Jahreskonferenz Missionsbund

Licht im Osten, Korntal

21.4. Informations- und Gebetstag, Evan-

gelische Karmelmission, Schorndorf

22.4. Jahresfest der Deutschen Missionsgemeinschaft,

Sinsheim

27.4. Süddeutsche Israelkonferenz,

Bad Liebenzell

Mai

1.5. Saronstag, Wildberg

5.5. Stadtbeweger Aktionstag, Stuttgart

5.-12.5. 24/7-Gebet für Stuttgart

12.5. Miteinander für Europa, Stuttgart u.a.

11.-13.5. dynamis Jugendtreffen, Friolzheim

11.-13.5. Landesmissionsfest im

Kirchenbezirk Neuenstadt

13.5. Familien- und Freundestag,

CVJM Walddorf

13.5. Kindermissionsfest I, Bad Liebenzell

17.5. Kindermissionfest II, Bad Liebenzell

17.5. Stuttgarter Konferenz für Weltmission,

Hilfe für Brüder/Christliche

Fachkräfte/CoWorkers international

17.5. Jahresfest Evangeliumsdienst für Israel,

Leinfelden

18.5. Teenager-Missions-Treffen,

Bad Liebenzell-Monbachtal

INHALT

4 Den Glauben im Alltag leben

Hanspeter Wolfsberger

10 Christusbewegte Zeiten

Ralf Albrecht

14 Wie Glaube meinen Alltag prägt

Interview mit Andrea Bleher

16 Willow Creek – ein kritischer Kommentar

Thomas Binder

19 „Nicht was groß ist...“

Hans-Jörg Gabler

22 Wechsel bei Zuversicht und Stärke

23 Lebendige Gemeinde-Reisen

26.-28.5. Pfingstjugendtreffen, Aidlingen

27.5. Pfingstmissionsfest, Bad Liebenzell

28.5. Gemeinschaftstag Liebenzeller

Gemeinschaftsverband, Bad Liebenzell

Juni

7.6. Christustag in 19 Städten

in Baden-Württemberg

17.6. Jahresfest Evangelische Karmelmission,

Schorndorf

17.6. Jahresfest Sahel Life (ehem. VKTM),

Kirchheim unter Teck-Nabern

17.6. Jahresfest Missionsschule Unterweissach

18.-19.6. Theologische Konferenz, Unterweissach

22.-24.6. Jugend- und Familientreffen, SWD-EC,

Dobel

Juli

5.7.-7.7. Tagung der Landessynode, Balingen

13.-15.7. Landesjugendtreffen „Die Apis“,

Schönblick

14.7. Bezirksverantwortlichentreffen Christus-

Bewegung „Lebendige Gemeinde“, Korntal

14.7. Jesus-Netz, Korntal

15.7. Familien- und Freundestag,

CVJM Walddorf

IMPRESSUM

Herausgeber und Bezugsadresse

Herausgeber und Bezugsadresse:

ChristusBewegung »Lebendige Gemeinde«

Ludwig-Hofacker-Kreis e.V.

Saalstr. 6, 70825 Korntal-Münchingen

Tel. 0711/83 46 99, Fax 0711/8 38 80 86

info@lebendige-gemeinde.de

facebook.com/lebendige-gemeinde twitter.com/lebendigemeinde

Weitere Exemplare können nachbestellt werden.

Erscheinungsweise: vierteljährlich

Bankverbindungen

Ludwig-Hofacker-Kreis e. V.

Postbank Stuttgart 81149 706 (BLZ 600 100 70) und

BW-Bank 2 356 075 (BLZ 600 501 01)

Wir danken allen, die durch ihre Spende die kostenlose Verteilung

dieses Magazins ermöglichen. Wir bitten um vollständige und deutliche

Angabe der Anschrift bei Überweisungen, damit wir Spendenquittungen

übersenden können. Wir sind ganz auf die Gaben der Freunde

angewiesen.

Redaktion

Ralf Albrecht, Thomas Binder, Erwin Damson, Rainer Holweger,

Traugott Messner, Claudius Schillinger

Gesamtgestaltung agentur krauss, 71083 Herrenberg

Druck und Postzeitungvertrieb Henkel Druckerei, 70499 Stuttgart

Bildnachweis Titel: TimToppik / photocase.de

Liebe Leserinnen und Leser,

Editorial

Wie gestalten wir unseren Glauben im Alltag? Darum geht es in unserer ersten

Ausgabe des Maganzins „Lebendige Gemeinde“ im Jahr 2012. Manche kennen

vielleicht auch die Aktion „Glaube am Montag“, die von verschiedenen Kooperationspartnern

getragen wird, zu denen auch wir gehören.

Der Glaube am Sonntag ist die entscheidende Voraussetzung für den Glauben am

Montag, aber es sollte eben nicht beim Sonntagsglauben bleiben. Der Glaube vom

Sonntag gehört zum Montag und zu allen anderen Tagen. Der Glaube vom Sonntag

will sich in der Woche zeigen und auswirken, im konkreten Leben, mitten im Alltag,

in der Familie, im Beruf, bei allem, was wir Christen tun und lassen.

Wertvolle Impuls dazu können Sie in diesem Heft von Hanspeter Wolfsberger lesen.

In seinem Referat, das er auf der Jahrestagung der Christusbewegung in Korntal

gehalten hat, geht er dem nach, wie der Glaube in unserem Alltag lebendig werden

kann.

Dass wir in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen und Umbrüchen leben,

ist für uns alle erkennbar. Wo wir auch hinschauen, haben wir den Eindruck: Es

bleibt nichts mehr, wie es ist. Was das für uns als Kirche und als Christusbewegung

in der Kirche heißt, dem geht der Vorsitzende der Christusbewegung Ralf Albrecht

in seinem Artikel „Christusbewegte Zeiten“ nach.

Die Synodale der Lebendigen Gemeinde Andrea Bleher berichtet, wie sich in ihrem

Alltag als vielbeschäftigte Frau der Glaube auswirkt und das Leben auch unter der

Woche prägt.

Redaktionsmitglied Thomas Binder war im Januar auf dem Willow Creek Kongress

in Stuttgart und war begeistert über die Impulse, die er dort bekam, wie wir in

unseren Gemeinden auf die 35% Konfessionslosen unserer Gesellschaft zugehen

können. Allerdings sehen das manche anders, wie Sie es in seinem kritischen Kommentar

lesen können.

Nach 20 Jahren Mitarbeit im Redaktionsteam der „Lebendigen Gemeinde“, zeitweise

auch als Schriftleiter, verabschiedet sich Hans-Jörg Gabler leider aus unserem

Team. Seine wertvolle und konstruktive Mitarbeit und auch seinen Mut zum

Querdenken werden wir sehr vermissen. Wir danken ihm herzlich für seinen großen

und langjährigen Einsatz und wünschen ihm weiterhin Gottes Segen. Christian

Lehmann, der neue Schriftleiter der Predigthilfe „Zuversicht und Stärke“ stellt sich

Ihnen in diesem Heft vor.

Viel Freude beim Lesen der „Lebendigen Gemeinde“,

Ihr

2


Den Glauben

im Alltag leben

Hanspeter

Wolfsberger,

Buggingen

Bibelarbeit bei der Jahrestagung

am 4. Februar 2012

zu Haggai 1,1-10

BILD: Gail Johnson / shutterstock

1. „Achtet doch darauf, wie es

euch geht!“ (Haggai 1,5b)

Lebensbilanzen ist eines der Themen, das

fast immer kommt, wenn Menschen sich

Zeit nehmen auf dem Betberg. Was ist

denn jetzt gewesen in den letzten Jahren

und Jahrzehnten? Was haben wir

gemacht? Was ist aus mir geworden? Wo

will ich noch hin? So eine Lebensbilanz ist

nicht immer eine angenehme Sache.

Was haben wir eigentlich gemacht in all

der Zeit? Und war das jetzt substantiell

wichtig und wertvoll? Manche fragen sich

das ja in ihrem eigenen Leben auch: Meine

Güte, wir haben in den letzten Jahren

viel gearbeitet. Wir haben unseren eigenen

Kindern und Enkeln gesagt: Ihr sollt es

einmal besser haben als wir, die wir nach

dem Krieg groß geworden sind. Und darüber

haben wir Zeit verbracht, unendlich

Zeit und Kraft – manchmal auch verplempert

– und was ist daraus geworden?

Manche fragen sich das auch im Blick auf

ihre eigene Gemeindearbeit: Meine Güte,

was haben wir gemacht in den vergangenen

Jahren? Wir haben unglaublich viel

probiert. Wir haben versucht, das Beste

rauszuholen, was es aktuell jeweils gegeben

hat.

Ist es nicht so, dass wir uns reichlich verausgabt

haben, aber die Bilanz erschreckt

uns dann doch immer wieder? Was ist

daraus geworden? Und hätten wir es anders

und besser machen können? Und wie

verwalten wir die Zeit, die Gott uns noch

lässt?

Manche sagen: Es nützt nichts, eine Rückschau

zu machen und ins Bedauern zu

verfallen. Da sind ja nun auch gute Dinge

geworden. Das will ich auch gar nicht in

Abrede stellen. Aber manchmal erwischt

es mich auch. Neulich habe ich ein Video

gesehen von einem Gottesdienst in Australien.

Da standen gestandene Männer in

den mittleren Jahren, so wie ich nur ganz

wenige in meiner Gemeinde habe, gestandene

Männer in der Blüte ihrer Kraft, die

haben mit einer persönlichen Inbrunst

Gott gelobt. Und da sind mir die Tränen

gekommen: So wünschte ich mir das auch!

Ich kann mir die Erklärungen und Beschwichtigungen

alle ganz von alleine sagen:

Das ist eine andere Kultur und überhaupt

nicht vergleichbar… Und doch: Ist

das, was wir alles nicht haben, wirklich

besser?

„Achtet doch darauf, wie es euch ergeht!

Ihr habt 20 Sack Korn erhofft und nur

10 bekommen. Ihr habt 50 Krüge Wein

erwartet und nur 20 bekommen. Ich hab

euch manche Schwierigkeiten gegeben.“

Und dann kommt der schwer wiegende

Satz: „Aber keinen von euch hat es zu mir

getrieben. Und es ist kein Raum für Gott

entstanden.“ Das ist die Ausgangssituation.

2. Wo klemmt’s?

In der Christenheit war es eigentlich klar,

wie es geht. Gott ist da und wenn Gott

will und wann Gott will, dann redet er zu

Menschen. Und wenn ein Mensch den Ruf

Gottes hört, wird er instandgesetzt diesem

Ruf Gottes zu folgen. Wenn Gott nicht redet,

hat der Mensch keine Chance. Das ist

wie bei Lazarus im Grab. Dem Lazarus im

Grab kann man Lieder singen, Traktate

geben und auch einen Glaubenskurs hinlegen,

es bringt nichts. Aber wenn der Christus

ihn ruft, entsteht in diesem Moment

für ihn die Möglichkeit, von den Toten

aufzustehen und das Grab zu verlassen.

Der Ruf von Gott selber ist unersetzbar.

So hat man es immer gedacht. Ein Mensch

wird nicht Christ, weil er ein bestimmtes

Gebäude besucht, auch nicht, weil er bestimmte

Lieder singt, auch nicht, wenn er

einfach irgendwo mitmacht, sondern der

Geist Gottes ist es und sein Evangelium.

Und dann, wenn er das Evangelium gehört

hat, beginnt für ihn ein Leben, eine Nachfolge

hinter diesem Christus her.

4

5


„Das persönliche Ja zu Christus

kann keinem Menschen abgenommen

werden.“

Lebensordnung der

Badischen Landeskirche

Was ist in meinem Leben aus dem Anfang

mit Christus gefolgt? Wie lebe ich meinen

Glauben? Wie leben Sie ihren Glauben?

Was an ihrem gegenwärtigen Leben entspricht

ihrem Glaubensverhältnis zum

dreieinigen Gott?

Man kann bei Jesus schon fragen: Wie hat

Jesus seinen Glauben gelebt? Er hat sich

immer wieder rausgezogen in die Stille.

Das war ihm unentbehrlich, dann war er

unauffindbar, dann hat er nicht geheilt,

nicht evangelisiert, dann war ihm das Verhältnis

zu seinem Vater unersetzlich. Jesus

hat gebetet. Jesus hat das Alte Testament

gelesen und teilweise auswendig gelernt.

Nur was er auswendig gelernt hatte, hat

ihn am Kreuz dann auch halten können.

Und er hat den Gottesdienst besucht, den

regelmäßigen, zur sechsten Stunde, zur

neunten Stunde. Das heißt: alle paar Stunden

haben die das getan, was heute ins

Tagzeitengebet eingegangen ist. Sie haben

ihre Arbeit niedergelegt und eine Zeit gehabt

für Gott.

Das war bei Jesus schon so.

BILD: mattjeacock / istockphoto

Die Urgemeinde hat auf die Frage „Wie

lebst du deinen Glauben?“ geantwortet

mit Apg 2,42: Sie blieben beständig in der

Apostel Lehre, Brotbrechen, Gebet, Gemeinschaft.

In der Alten Kirche hat man dann das Fasten

und das Schweigen noch dazu genommen.

Und als die Reformation gekommen ist,

hat man gesagt: Also das mit der Beichte,

das wollen wir – katholisch hin oder her –

aber auch nicht aufgeben. Und der recursus

ad baptismum (die Rückkehr zur Taufe)

ist uns auch wichtig. Und Luther hat die

Hausandacht noch dazu genommen. Und

bei der Frage „Wie lebst du deinen Glauben?“

konnte das aufgezählt werden: Das

ist Gottesdienst, das ist Beten, das ist Bibellese,

das ist die Gemeinschaft, das Fasten,

die Beichte …

Die Frage: „Wie lebst du deinen Glauben?“,

ist eine uralte Frage. Dass einer sein christliches

Bürgerverhalten hat, seine verborgenen

Übungen der Frömmigkeit und des

Gebets, wo keiner hinsieht, das ist seit lan-

ger Zeit in der Kirche daheim.

Wie mache ich das mit meiner Ausrichtung

auf Jesus? Wie mache ich das mit dem Hören

auf ihn und dem Empfangen von ihm?

3. Und wie machen wir es heute?

Die jetzt real existierende Christenheit

sind die, die das Evangelium an die nächste

Generation weitersagen. Oder aber der

nächsten Generation fällt ein Bindeglied

aus. Wir sind vermutlich zum Glauben

gekommen, weil vor uns Leute waren, die

haben uns den Glauben erzählt. Und die

haben mit ihrer Art vom christlichen Glauben

etwas lanciert in unser Leben – mit

Gottes Hilfe – und wir dürfen weitermachen.

Wie wird das künftig sein?

Wie mache ich das mit meinem Christusverhältnis?

Und was trägt das aus für ein

praktisches und glaubwürdiges Leben? Wir

kommen an diese Fragen nicht ran, bis uns

das Leben ein paar bohrende Fragen stellt.

Wahrscheinlich muss sich einer in seinem

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Lebensvollzug ein paar Frustrationen einhandeln

oder sich die Nase verklemmen

oder gegen die Wand laufen, bevor er sich

die Frage stellt: Was ist eigentlich im Leben

wirklich wichtig?

Wir haben diese Frage nie in der Schule

behandelt. Ich wette, Sie auch nicht! Wir

haben viele entscheidende Fragen in der

Schule nie gehabt. Wir haben auch nie die

Frage thematisiert: Wie lebt man eine gelingende

Ehe? Das kann ja jeder, oder? Was

ist wirklich wichtig im Leben?

Noch so ein paar Fragen: Was nährt Ihr Leben?

Aus welchen Wurzeln leben Sie? Was

gibt Ihrem Leben einen wirklichen Halt?

Was darf nicht fehlen, ohne dass Sie ins

Fallen kommen? Und sagen Sie ja nicht zu

schnell, das sei alles der Herr Jesus. Fragen

Sie Ihren Ehepartner, ob der das so sieht:

Das Entscheidende, an was du hängst, ist

der Herr Jesus.

Wir werden an die entscheidenden Fragen

nach der Glaubenspraxis in unserem Leben

nicht eher kommen, bevor wir nicht

lernen, ein paar Signale unseres eigenen

Lebens wieder zu beachten, bevor wir

nicht an eine Lebensbilanz kommen und

fragen: „War’s das jetzt eigentlich? War’s

das, wozu mich Gott auf die Bahn geschickt

hat? Was soll ich machen, dass in meinem

Leben Raum ist für Gott?“ Und ist die Frage

damit beantwortet, dass ich sage: „Ich

geh gelegentlich zum Gottesdienst?“

4. Das hat mir gut getan –

ein paar praktische Tipps

Ich habe viele Jahre meines Lebens nicht

gewusst, dass ich meinem Leben etwas

Gutes tue, indem ich meinem Tag einen

Rhythmus gebe. Nach einer schweren Erkrankung

1995, als ich meinte, sterben

zu müssen, sind bei mir ein paar Bausteine

umgebrochen. Und die Freundlichkeit

Gottes hat mich hingewiesen auf eine andere

Form von Leben, die auch möglich ist,

nämlich den Tag zu gliedern in bestimmte

Einheiten. Wir gehen in unserem Haus

der Stille um 8 Uhr, um 12 Uhr und um

19 Uhr zu einer kurzen Gebetszeit. Da ereignen

sich keine geistlichen Höhenflüge,

keine Eruptionen. Aber die Summe dieser

Unterbrechungen des täglichen Arbeitens

und Lebens macht spürbar was mit uns.

Wir sind alle langsamer geworden, und wir

sprechen auch ein bisschen weniger. Und

es ist, wie wenn etwas in Ordnung kommt

im Tagesablauf.

Die Gebete der Kirche sind wieder wichtig

geworden. Was bin ich froh, dass ich jetzt

durch das tägliche Üben Luthers Morgen-

und Abendsegen sprechen kann und manche

Psalmen auswendig kenne und das

Vaterunser anders spreche als bisher. Wir

sprechen noch einmal deutlicher „Vater

unser im Himmel …“, damit die Seele auch

mitkommt.

Was haben die Lieder wieder für eine Bedeutung

gewonnen.

Noch etwas: Bei Bruder Lorenz, einem

französischen Mönch im 17. Jahrhundert,

habe ich gelesen: Beten, das ist doch nicht

ein angestrengtes Mühen, dass man eine

bestimmte Menge von Worten machen

kann oder bestimmte Zeiten einhält oder

bestimmte Gestik macht, Beten ist die Praxis

der Gegenwart Gottes. Es geht darum,

ein Bewusstsein und ein Gespür für die

Gegenwart des Gottes zu entwickeln, der

da ist, wenn man ihn anruft.

Beten heißt, ein Bewusstsein und

ein Gespür für die Gegenwart des

Gottes zu entwickeln, der da ist,

wenn man ihn anruft.

Bruder Lorenz

Früher habe ich gemeint: Das ständig

neue, tägliche Bibellesen sei das Nonplusultra.

So bin ich aufgewachsen. So habe

ich es auch anderen empfohlen und habe

so wie andere auch eine Menge Zeit über

der aufgeschlagenen Bibel verbracht – und

es ist nichts mehr gesickert, weil man alles

schon kannte oder weil man zu müde war,

zu lesen…

Ignatius hat gesagt hat: „Nicht das viele

Wissen sättigt die Seele, sondern das

Verkosten der Dinge von innen her“ und

damit meint er die biblischen Dinge, was

dazu beiträgt, den Glauben in den Alltag

hinein zu ziehen und dort etwas zu leben.

In der letzten Zeit fällt mir ein Thema auf,

das ich vielleicht einfach liegen ließ. Ich

habe das Wort von der Jüngerschaft lange

Zeit nicht mehr ernstlich bedacht (Markus

3). Die Grundbewegung der Christenheit

und der Jünger Jesu in dieser Welt ist: Er

ruft sie; wenn sie sich diesem Ruf nicht

versperren, dann kommen sie, er will, dass

sie bei ihm bleiben und dass er sie sendet.

Das Thema „Jüngerschaft“ müssen wir

bei der Frage nach dem Glauben im Alltag

noch einmal neu bedenken. Wie geht denn

das, dass wir unter der Woche den Glauben

aktivieren und zeigen?

Wie endet die Geschichte bei Haggai? Ihr

macht so viel für euch persönlich. Ihr habt

für alles Zeit. Ihr sagt, ihr habt für nichts

anderes Zeit. Das sagen sie damals ausdrücklich:

Es ist jetzt nicht die Zeit, das

Haus Gottes zu bauen. Warum nicht? Ihr

denkt an euch hinten und vorne. Ihr seid

völlig ausgelastet. Nur für Gott bleibt

nicht einmal eine Nische. Kein Raum für

Gott. Bei Haggai heißt es damals: Und wie

der Prophet ihnen das ausrichtet, ist das

eine passiert, was allemal unersetzlich ist.

Da macht Gott die Stimme des Propheten

zu seiner eigenen und sie hörten auf einmal

auf die Stimme von Gott. Da wird auf

einmal aus der Sache ein Anruf von Gott.

Und als sie das machten, hinhörten, als sie

sich ihm hinhielten, als wäre es heute das

erste Mal, kam der Geist Gottes zu ihnen.

Und der Geist Gottes hat dann keine Höhenflüge

gemacht, sondern dann sind

Serubbabel und die andern in den Keller

gegangen, haben die Gummistiefel angezogen

und den Arbeitsschurz und die Äxte

und Sägen geholt und begannen, das Haus

Gottes zu bauen. Und dann sagt Gott am

Schluss von Haggai: „Und ab diesem Tag

will ich euch segnen.“ Und er sagt auch

noch dazu: „Und ab diesem Tag könnt ihr

auch wieder auf eure Erträge schauen, ihr

werdet nicht mehr in einen löchrigen Beutel

sammeln. Ab diesem Tag will ich euch

segnen!“

Den vollständigen Vortrag finden Sie unter

www.lebendige-gemeinde.de

8

9


Christusbewegte Zeiten

Christus-Bewegung – zwei Aspekte

gefallen mir an unserem neuen Namen

ganz besonders:

Christus - Menschen sollen unsere geistlichen

Grundanliegen möglichst schnell

erfassen und sich damit identifizieren

können: Christus steht bei uns in der Mitte,

und zwar als der Gekreuzigte und Auferstandene.

Bewegung – Gemeinde Jesu Christi ist

immer in Bewegung. Sie findet die Kraft,

die Motivation und das Durchhaltevermögen

dafür in der Person des lebendigen

Jesus Christus selbst. Und von da aus

bleibt sie nie stehen, sondern wird bewegt,

verändert sich, nimmt immer wieder neu

den immer gleichen Auftrag an: Liebe und

Wahrheit auszustrahlen und sich auf Jesus

Christus selbst hin zu bewegen.

Das hat die Bewegung des Pietismus und

derer, die sich mit seinem Grundanliegen

in unserer Kirche identifizieren, ausgezeichnet.

Sie wollen das Evangelium von

Jesus Christus auf die unterschiedlichste

Art weitergeben und Menschen einladen,

Jesus zu vertrauen.

Doch diese Bewegung ist nicht einfach geschäftiges

Treiben. Wir bewegen uns nicht.

Und erst recht nicht irgendwie, sondern

Christus bewegt. Er bewegt uns: „Welche

der Geist Gottes leitet (treibt, ‚bewegt’),

die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8,14). Das

bewegt. Gerade in den bewegten Zeiten im

Jahr 2012.

Vortrag bei der Jahrestagung

am 4. Februar 2012

Dekan

Ralf Albrecht,

Nagold

BILD: hunta / shutterstock

1. Bewegte Zeiten

a) Die ständige Katastrophisierung

unserer Gesellschaft –

und unsere Antworten

Dieser Trend begann eigentlich bereits mit

dem Erdbeben von Lissabon – 1. November

1755. Hier wurde erstmals die aufklärerische,

fortschrittsgläubige Welt in ihren

sich langsam globalisierten Grundfesten

erschüttert. Die Frage, die aufkam, und

die bis heute höchste Aufmerksamkeit

verdient, ist interessanterweise die Frage

nach der Gerechtigkeit Gottes anlässlich

des Leides in der Welt – die Theodizeefrage.

Diese muss jede und jeder, der missionarisch

sein will, durchdacht haben. Inzwischen

sind die Phasen zwischen solchen

Katastrophen geradezu verschwindend

klein geworden – Japan, EHEC, Ägypten/

Syrien, Eurorettungsschirme, die nicht

weit genug gespannt werden können. Wir

sprechen von Krisenpermanenz. Dazu Vertrauensverluste:

Kopierte Dissertationen

und angenommene Vergünstigungen ...

Ausgelagerte Schrebergartenmentalität

hinein in permanente Protestbewegungen.

Was bleibt? Wer verdient Vertrauen?

Hier sind wir als Christen gefragt.

b) Der demografische Wandel –

und unsere Reaktionen

Auch dies ist alles andere als ein neuer

Trend, sondern er schlägt nun eben voll

durch. Wirtschaftswunder, Antibabypille,

Rollenwandel in der Familie, … - und wir

mitten drin in den Veränderungen, die da

heißen: weniger Kinder und Jugendliche,

aber viel mehr Hochbetagte. Dies ergibt

einige hochbrisante Fragen: Zukunft der

missionarischen Seniorenarbeit, Anfragen

an den Jugendwahn, dazu die gesamte

Wellnessbewegung und die Zukunft der

Medizin – „Transhumanismus“ als kommende

Form menschlichen Lebens: Was

kann man sich so alles als Ersatzteillager

Mensch vorstellen?

c) Die Erosion der geistlichen

und ethischen Substanz –

und unsere Gegenbewegungen

Hier kann man ja viel schnell beklagen:

Der in Frage gestellte Vorrang von Ehe und

Familie. Das Bestreiten der Bibel als der

Grundurkunde unseres Glaubens (stattdessen

wird sie zum Gesprächspartner neben

anderen). Die Intoleranz der Toleranz

– die sagt: Du darfst alles glauben, nur

nicht das, dass es allein an Jesus Christus,

dem für unsere Schuld und Sünde Gekreuzigten

hängt, dass ein Mensch zum

Heil findet. Nun kann es aber ganz schnell

gehen, dass diese ethische Erosion im Innersten

der Kirchen ankommt: sexueller

Missbrauch und der Geldgott Mammon,

der Griff in die Kassen.

Was aber tun in diesen bewegten Zeiten?

Jammern und klagen und beweinen und

ärgern?

Eines ist mir wichtig: dass die Hauptsache

die Hauptsache bleibt. Und dass nicht die

Nebensachen zum Ernstfall erklärt werden.

Herrscht in den wesentlichen Fragen

Einheit, in den nicht-wesentlichen aber

Freiheit, und Liebe in beidem, dann wären

wir in der allerbesten Lage – so benennt es

der Kirchenvater Augustinus.

Dass einem dies aus der Kraft Christi geschenkt

wird – und dies bei aller eigenen

Schwäche immer neu aufleuchtet durch

Gottes Gnade, die genügt, das bringt eine

Bewegung in Bewegung – in die Christus-

Bewegung.

2. Christusbewegt

(„Christus bewegt“)

Und das kann sich dann bewegen – beispielhaft

an drei Dingen, die uns in den

kommenden Jahren 2012, 2013 und 2014

beschäftigen werden:

10

11


a) Pietismusrenaissance

(2011/2012)

Der Pietismus ist und kann ganz neu

eine Bewegung werden, die sich auf neue

Trends einstellt, sie dankbar integriert,

und all das auf dem Boden von Wort und

Gottes und Geist. So ist er einmal entstanden

– nicht als antimodernistische Bewegung,

sondern als postmoderne Bewegung

gegen die traditionelle Verkrustung von

Kirche und Glaube. Auf welche Trends

kann der Pietismus ganz besonders gut

eingehen und reagieren in unserer Postmoderne?

Was sind die ganz neu noch

einmal vor uns stehenden Stärken dieser

Bewegung?

• persönliche Vergewisserung, positives,

überzeugtes Outing und Lebensrelevanz

• Individualisierung: der Einzelne als unendlich

wertvoll, als angesehen und

angenommen, als wertgeschätztes Geschöpf

• die überschaubare Gemeinschaft, die

Gruppe, das Nest, der soziale Familienhalt

– das brauchen Menschen heute.

Und das kann der Pietismus innerhalb

unserer Kirche heute neu bieten. Kleingruppen,

Hauskreise, lebendige Gemeinden.

• einfache, klare Werte. Einfach sagen

können, was einem viel wert ist. Das gibt

Orientierung. Denn was nicht einfach

geht, das geht oft einfach nicht. Im Blick

auf die geistlichen Werte, die auch Kitt in

der Zerbröselung unserer sich über-individualisierenden

Gesellschaft darstellen,

liegen solche klaren Werte ganz neu im

Trend.

• Authentizität – gelebter integriert gesehener

Glaube, der Wort und Tat nicht

auseinander fallen lässt; der endgültig

wegkommt von dem Verdikt der Zwiespältigkeit,

als ob wir zwar das Rechte

vertreten, aber dies nicht durch das, was

wir leben, gedeckt ist; der nicht mehr im

Schaufenster zeigt als im Laden tatsächlich

vorhanden ist.

Und dies verbindet sich mit unseren traditionellen

Grundparametern; dem, was uns

als Pietismus schon immer unüberholbar

wichtig und heilig ist:

• Christus-Bewegung: Jesus, am Kreuz für

unsere Schuld gestorben, allein vergibt.

• Bibel-Bewegung: die unüberholbare Aktualität

der Bibel immer wieder durchbuchstabieren

und ihre Quellenfunktion

betonen: die Bibel als Quelle aller Lebensweisheit

• Missions-Bewegung: eine Berufung, eine

Sendung, eine Überzeugung – aktiv weitergeben

und weiterleben.

Daran arbeiten wir und deshalb wurden

wir und werden wir weiter von „Hofacker“

zur Christus-Bewegung „Lebendige Gemeinde“

2011/2012.

b) Konversionsfreundliche

Kirche (2013)

Wir wagen, das Thema „Bekehrung“ zu

nennen. Menschen brauchen die Lebens-

Umkehr zu Jesus: kein Zwang, sondern

ein „un-verschämtes“ und angstfreies

Klima. Und so wollen wir dies weiter befördern:

Wir wollen anschauliche realistische

Veränderungsprozesse im Leben

von Menschen verbreiten. Wir wollen beziehungsstarke

Gemeinden weiter entwickeln

(„Brückenbauerkapital“ – Kontakte

zu Nichtchristen echt pflegen). Wir wollen

geeignete Veranstaltungen für ein „konversives“,

bekehrungsfreundliches Klima:

niederschwellige Angebote (z.B. Gottesdienste,

Musik- und Sportangebote),

Glaubenskurse, nachbarschaftlich-freundschaftliche

Kontakte; Erlebnisse bereithalten,

um das im Menschen gewachsene

erste Vertrauen zu Christus zu vergewissern

(Freizeiten, Übergabegebete, Beichte,

spezielle Einladungen zum Abendmahl,

Segnungen usw.).

Auch immer einmal wieder große Evangelisationsvorhaben

wagen – das Großereignis,

das „Event“, ist nirgends am Ende,

so auch nicht im Bereich der Evangelisation.

Es vernetzt sich nur mit einer Menge

weiterer Strategien und Wege. Die Pluralität

der Wege mit dem Evangelium zu den

Menschen ist unter postmodernen Vorzeichen

wichtig. Und deshalb unterstützen

wir ProChrist 2013 nachhaltig und bitten

alle Gemeinden und Gemeinschaften: Seid

im März 2013 dabei! Nutzt diese besondere

Chance für die Region Stuttgart. Arbeitet

vor Ort mit.

c) Ein großes Zeichen setzen

(2014)

Wir haben einen einzigartigen, einen großen

Herrn. Und das lässt in uns den Mut

wachsen. Den Mut zu einem großen Tag:

Glaube an DEN großen Retter, große Hoffnung,

große Allianzen, große Einheit, große

Impulse, großes Programm – auch für

die Kleinen, große Gesten, großer Bahnhof,

großer Aufwand, großer Zuspruch,

große Zahl, große Musik, große Aufmerksamkeit,

große Einladeaktionen, großer

Einzugsbereich, große Erkenntnisse, große

Wirkung, große Öffentlichkeit, große

Resonanz, ein großes Zeichen auf lange

Sicht nach vorne – und vor allem letztlich

SEIN großes Wort.

Dieser Tag kann ein Tag werden, der die

Größe unseres Herrn Jesus Christus in die

Mitte stellt. Und der ein großes Zeichen

setzt, „un-verschämt“ (Römer 1,16.17)

das Evangelium allen weiter zu sagen – in

Form und Stil einem solchen absoluten

Großereignis angemessen.

Solche Tage gab es schon immer wieder –

und nun sollen sie eine einmalige Neuauflage

erleben. Keine neue Tradition muss

dadurch begründet werden – sondern einfach

ein Tag miteinander erlebt. Am Fronleichnam

2014, am Donnerstag, den 19.

Juni 2014 soll es so weit sein. Wir beabsichtigen

dies in der Mercedes-Benz-Arena

zu veranstalten.

Wir wollen mit solch einem Tag Jesus groß

machen: Christus-Tag. Christus-Feier.

Christus-Bekenntnis. Christus-Bewegung.

Gemeinsame Christus-Erfahrung.

Freuen Sie sich schon mit drauf! Unterstützen

Sie es schon jetzt mit. Geben Sie

dieser Idee dieses eine Stück Ihres ganz

persönlichen Rückenwinds, das uns ermutigt

daran weiter zu denken und die richtigen

Fragen mit zu bedenken.

ChristusBewegte Zeiten. Damit knüpfen

wir an nichts anderem an als an einem

meiner Lieblingszitate aus dem Pietismus

– Philipp Jakob Speners fromme Wünsche

aus 1675 und die entscheidende Einleitung:

„Sehen wir in die Heilige Schrift,

so haben wir nicht zu zweifeln,

dass Gott noch einen besseren

Zustand seiner Kirchen hier auf

Erden versprochen hat.“

Das bewegt uns. Das spornt uns an. Oder,

um es mit 2. Korinther 5 zu sagen:

„Die Liebe Christi drängt (treibt,

„bewegt“) uns, zumal wir überzeugt

sind, dass, wenn einer für

alle gestorben sind, dann sind sie

alle gestorben. Und ER ist darum

für alle gestorben, damit, die da leben,

hinfort nicht sich selbst leben,

sondern dem, der für sie gestorben

und auferstanden ist.

(2. Korinther 5,14.15)

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Wie Glaube

meinen Alltag

prägt

Interview mit der Synodalen Andrea Bleher (Untermünkheim).

Sie ist verheiratet, Agraringenieurin, Mutter von sieben

Kindern, Kirchengemeinderätin und Mitglied im Leitungskreis

des synodalen Gesprächskreises „Lebendige Gemeinde“.

Die Fragen stellte Rainer Holweger.

RH: Andrea, was heißt für dich, den Glauben

im Alltag zu leben?

AB: Glaube ist leicht, wenn man mit Glaubensgeschwistern

zusammen ist, sich gegenseitig

stärkt oder gerade eine ansprechende

Bibelauslegung gehört hat. Man

fühlt sich Gott nahe. Aber die Herausforderung

für mich beginnt am Montag, im

Alltag, dann, wenn ich wieder in meinem

Kontext gefragt bin. Wenn ich als Andrea

durch den Tag gehe, mit allen Aufgaben

und anliegenden Entscheidungen. Wenn

es morgens damit beginnt, Menschen zu

begegnen, zuerst denen in der Familie und

dann den vielen anderen, mit dem man es

tagtäglich zu tun hat: in der Gemeinde, bei

der Arbeit, beim Einkaufen, Tanken, …..

RH: Worin besteht für dich konkret die

Herausforderung?

AB: Die Herausforderung besteht für mich

darin, in allem, was ich tue, Gott nicht zu

vergessen, mich leiten zu lassen von seinem

Geist, auf ihn zu hören. Das heißt für

mich auch, mit seinen Möglichkeiten zu

rechnen - das ist manchmal das Schwerste.

Denn Glaube soll sich auswirken. Es soll

deutlich sein: Jesus ist mein Herr. Mein

Handeln soll von echter Liebe bestimmt

sein. Ich möchte Entscheidungen so treffen,

wie die Bibel sagt, wie Gottes Kinder

leben sollen.

RH: Was hilft dir dabei?

AB: Es sind überwiegend die „Klassiker“,

die mich begleiten: Beten, und wissen,

dass andere für mich beten, Bibel lesen,

den Gottesdienst besuchen, Lieder und

Predigten, die mich prägen, mich mit anderen

gemeinsam auseinanderzusetzen...

Im Tagesablauf ist mir die gemeinsame

Zeit mit meinem Mann beim Frühstück

besonders wertvoll. Wir lesen die Losung

und den Neukirchner Kalender und beten.

Aber am meisten hilft mir, dass ich das als

wirkliche Zusage nehme: „Ich bin bei euch

alle Tage…“ (Matthäus 28,20) Für mich ist

diese Zusage Jesu die Grundlage. Wichtig

ist mir dieser Satz beispielsweise morgens,

beim Aufwachen, wenn der vor mir liegende

Tag unüberschaubar ist. Dann kommt

als nächster Gedanke: „Lieber Vater, bitte

hilf mir. Ich allein bin zu schwach, hilf mir

durch diesen Tag, mit allen seinen Herausforderungen.“

RH: Ihr habt eine große Familie und du

bist in etlichen Ehrenämtern aktiv. Wie

schaffst du dir Freiräume für den Glauben?

AB: Eines war und ist mir schon immer

wichtig, dass ich mich als Christ auch außerhalb

der Gemeinde einsetze. Das gehört

für mich auch zum Glauben im Alltag

dazu. Als die Kinder noch kleiner waren,

da gab es viele solcher Tage, an denen ich

schon müde aufgewacht bin und ein anstrengender

Tag vor mir lag und ich wusste,

da musst du jetzt durch. Deshalb sind

mir die Gottesdienste immer bedeutsamer

geworden, Frauenfrühstück, Hauskreis,

alles Gelegenheiten, sich Zeit zu nehmen,

um mehr aus der Bibel zu erfahren. In gedrängten

Zeiten finde ich es wichtig, die

sich bietenden Gelegenheiten auch ganz

bewusst anzunehmen.

RH: Wie „entdeckst“ du solche Gelegenheiten?

AB: Ich habe mir angewöhnt, eigentlich

immer in Zwiesprache mit Gott zu sein.

Ihm das zu nennen, was mich beschäftigt,

ihn zu fragen, wie ich mich in verzwickten

Situationen verhalten soll. Und davon gibt

es ziemlich viele. Ein Mitarbeiter sagt zum

Beispiel: „Ich mache mit, aber nicht wenn

der oder die dabei ist.“ Oder: Es ist etwas

gründlich schief gelaufen - wie soll ich jetzt

reagieren?

Die Zusammenhänge in der Gemeinde

und in der Synode sind nicht einfach zu

überschauen. Manchmal sind Folgen einer

Entscheidung nicht eindeutig abzusehen.

Das sind für mich schwierige Situationen.

Und manchmal habe ich auch keine Lust

darauf, auf das Ringen, das einer Entscheidung,

oder einer Entschuldigung, oder der

nächsten Begegnung mit einer Person, mit

der es gerade nicht so gut läuft, voraus-

Die Leitung der Synodalgruppe „Lebendige Gemeinde“:

Andreas Schäffer, Andrea Bleher, Steffen Kern, Siegfried Jahn

geht. Aber da ist Jesus am Werk: Er hilft,

die Dinge in seinem Licht zu sehen.

RH: Und wie gehst du damit um, wenn die

schwierigen Situationen sich nicht auflösen?

AB: Beim Glauben im Alltag begleitet mich

auch mein Konfirmationsspruch: „Mit

meinem Gott kann ich über Mauern springen.“

(Psalm 18,30b) Für mich als noch

nicht mal 14jährige, schüchterne Konfirmandin

war das ein überaus kräftiger Vers,

mit dem ich nicht so viel anfangen konnte.

Etwas später war er Ansporn, dran zu bleiben

an manchen Dingen. Und noch später

wurde mir ein anderer Vers als Gegenüber

genauso wichtig, die diesjährige Jahreslosung:

„Lass dir an meiner Gnade genügen,

denn meine Kraft ist in dem Schwachen

mächtig.“ (2. Korinther 12,9)

Scheitern und Schwäche gehören zum Leben

dazu, auch zu dem eines Christenmenschen

und dann zu wissen, das ist nicht das

Ende, sondern manchmal erst der Anfang

Gottes. Mehr mit seinen Möglichkeiten zu

rechnen. Gelassen sein, denn Gott hat alles

in der Hand. Zwischen diesem beidem,

Kraft und Schwäche bewegt sich mein Leben

- umspannt von der Zusage: „Ich bin

bei euch alle Tage.“

RH: Vielen Dank für das Gespräch!

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„Selbst durch Willow Creek

kann Gott Menschen

zu Jesus Christus führen!“

Thomas Binder,

Miedelsbach

Ein kritischer Kommentar zu den

vielen Kommentaren

„Hat das Willow-Creek-Konzept eine Zukunft?“, so titelte

idea.de einen Bericht zur Willow-Creek-Leitungskonferenz

Ende Januar in Stuttgart. Etwa 10.000 Gemeinden

in 35 Ländern würden nach dem Vorbild der von

US-Pastor Bill Hybels gegründeten und geleiteten Willow-Creek-Gemeinde

im Westen von Chicago arbeiten.

Ihr Anliegen sei es vor allem, durch besondere Gottesdienste

Kirchenferne zu erreichen – so idea.de weiter.

Fotos: Marc Gilgen

Zwei Kirchenleiter kommen darin zu Wort:

Der badische Landesbischof Ulrich Fischer

gehört zu den kritischen Sympathisanten,

der differenziert Willow Creek beurteilt,

weil er sich selbst vor Ort ein Bild gemacht

hat. Ob Joachim Liebig, Kirchenpräsident

der Evangelischen Landeskirche Anhalts

auch aus eigener Anschauung und Erleben

zu seinem Urteil über Willow Creek

gekommen ist, weiß ich nicht. Mit ein

wenig mehr journalistischem Eifer hätte

man nachfragen müssen, wie Menschen

zu ihrem Urteil kommen. Und vor allem

hätte man nachfragen bzw. es journalistisch

aufarbeiten müssen, was überhaupt

hinter Willow Creek steckt, nämlich weniger

ein Konzept als z.B. gelebtes diakonisches

Handeln, das an einer Gemeinde

angedockt ist und nicht an einen Konzern

oder eine verwaltende kirchliche Behörde.

Wenn schon, dann müsste man von einer

„mission“ reden, die der Motor für Willow

ist, die von der Überzeugung getragen ist,

dass die Ortsgemeinde die Hoffnung der

Welt ist. Wir reden im Zuge von Pfarrplänen

und Strukturfragen nur noch von flächendeckender

Präsenz, vergleichbar dem

Händlernetz von Staubsaugervertretern.

Im Kern des Ganzen steckt bei Willow

der Glaube, dass es für jeden Menschen

nichts Besseres gibt als in die Nähe des

Gottes zu kommen, der immer noch Leben

verändern und neu schaffen kann.

Dafür tut Willow alles, hochprofessionell,

mit Leidenschaft, gut gemanagt und vor

allem mit einer spürbaren Liebe. Und von

all dem könnte unsere schwäbische Seele

manches lernen. Ich nenne jetzt keine Beispiele

aus der jüngeren Zeit, in denen man

manche Projekte hätte nicht nur professioneller

managen können…

Aber lieber schauen wir nach den blinden

Flecken der andern, nach möglichen

Schwächen und weisen mit erhobenem

Zeigefinger auf Mr. Gnadenlos, weil Bill

Hybels es gewagt hat, das auszusprechen,

was viele leider nur im Stillen denken

und schweigend hinnehmen, wenn

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortgesetzt

schlechte Stimmung verbreiten, zu

wenig Leistung bringen oder dauerhaft

überfordert sind. Die müssen nämlich bei

Kirchens liebevoll durchgetragen werden –

koste es, was es wolle.

Und um sich jede noch so gute Anregung

(oder gar berechtigte Kritik) vom Leib zu

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halten, wird auf die Unterschiede zwischen

der amerikanischen und der schwäbischen

Seele rekurriert, um es sich anschließend

wieder im Schoß der Mutter Landeskirche

bequem zu machen. „Schließlich können

wir außer Hochdeutsch zwar nicht alles,

aber Kirche schon, und das nicht erst seit

gestern!“ So in einem Kommentar auf

elk-wue.de. Und selbst da habe ich meine

Zweifel.

Vielleicht hätte man z.B. Michael Herbst

auf dem Kongress zuhören sollen, aber ich

befürchte, die meisten Kommentatoren

und die größten Kritiker sind die, die weder

auf dem Kongress waren noch Willow

Creek aus eigener Anschauung kennen.

Die würden allerdings auch nicht mit der

Gemeinde von Michael Herbst am nächsten

Heiligabend um 15.00 Uhr auf dem

Aldi-Parkplatz einen Heiligabendgottesdienst

für und mit den Menschen feiern,

die auch am Heiligabend nicht in unsere

Gottesdienste kommen werden. Wir haben

es lieber kuschelig in der heimeligen

Kirche, in der Tradition einer der höchsten

Werte zu sein scheint. Schließlich wollen

wir auch weiterhin unsere (ich betone: unsere)

Gottesdienste feiern, unsere Orgel

hören (immerhin beträgt der Verkaufsanteil

der Ogelmusik bei CDs aktuell 0,2%,

das muss reichen) und sollte je jemand auf

die Idee kommen, wider Erwarten einen

unserer Gottesdienste aufzusuchen, dann

soll er den gefälligst so mitfeiern, wie wir

es schon seit Jahrhunderten tun.

Ob das liebevoll ist, einladend – wieso

frage ich das überhaupt? Es sagt doch

schon genug, wenn die Umbaupläne einer

Kirchengemeinde auf der Alb (über die

man durchaus unterschiedlicher Meinung

sein kann) kommentiert werden: „Wohlfühlkirche

auf der Alb.“

Nein, also das ist ja wirklich zu viel! Wer

sich wohl fühlen will, der soll bitte woanders

hin, aber auf keinen Fall in eine Kirche!

Und wenn dann noch jemand mit Veränderungen

kommt, mit Reformen oder gar

Impulspapieren, wenn es darum geht, wie

wir Kirche, Gemeinde mit Zukunft 2020

oder 2030 sein wollen – völlig unabhängig

von irgendwelchen Zahlen, wenn es um

neue Modelle von Kirche und Gemeinde

geht, dann wird reflexartig Luther aus der

Abstellkammer geholt, in der er sonst sein

Dasein fristet und sein „Wir sind es nicht,

die da die Kirche erhalten könnten…“ wird

wie ein Mantra rauf und runter gebetet.

Wir schrumpfen uns lieber stolz und mangels

fehlender Selbstkritik klein, taumeln

von Pfarrplan zu Pfarrplan, geben unsinnige

Millionen für „Wirtschaftliches Handeln“

aus und haben dann kein Geld mehr

und vor allem keine Vision, um auch nur

einen Gedanken an die zunehmende Zahl

der Konfessionslosen (zur Zeit schon über

35%) und von ihren Kirchen Enttäuschten

zu verschwenden.

War es auch Michael Herbst oder ein anderer

Referent? Egal, das Zitat stimmt: „Wer

will, dass die Kirche bleibt wie sie ist, will

nicht dass sie bleibt.“

Dass in so einer Kirche Gott Menschen

zu Jesus Christus führt, halte ich für ein

Wunder. Zumindest darin unterscheiden

wir uns nicht von dieser nordamerikanischen

Gemeinde. Die halten das nämlich

auch für ein Wunder, dass Gott in ihrer

Kirche Menschen zu Jesus Christus führt

– und das wird regelmäßig bei ihnen gefeiert.

Aber vermutlich darf man das bei uns

auch nicht.

BILD: kallejipp / photocase

„Nicht was groß ist

vor der Welt, sondern

unscheinbar und klein,

das hat Gott erwählt,

sein Diener zu sein.“

Hans-Jörg

Gabler,

Backnang

Diese Liedstrophe begleitet mich seit geraumer

Zeit und ist mir zu einem wichtigen

Maßstab geworden. Sie entspricht

einer tragenden biblischen Grundlinie:

„Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt,

damit er die Weisen zuschanden mache; und was

schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt,

damit er zuschanden mache, was stark ist; und das

Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott

erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache,

was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott

rühme.“ (1. Korinther 1,27-29)

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Diese Wahrheit bestätigen viele biblische

Leitfiguren mit ihrem Leben: Mose, Propheten

im Ringen um ihre Berufung und

Eignung, oder Maria mit ihrem Lobgesang:

„Er stößt die Gewaltigen vom Thron

und erhebt die Niedrigen.“ Auch der Apostel

Petrus und andere Jesusjünger werden

mit ihren Defiziten dargestellt, wenigstens

nach menschlichen Maßstäben geurteilt.

Wir kennen die Geschichten. Und doch

schleicht sich zuweilen so ein Gefühl ein,

dass sich mit der Berufung und Nachfolge

bei diesen Menschen alles grundlegend

geändert habe. Bis heute möchte man zu

den geistlichen Leitern aufschauen, sucht

Leitungsfiguren, die fesseln und mitreißen.

Und haben wir an uns selbst nicht

auch hohe Ansprüche, an Professionalität,

Seriosität, Integrität?

Paulus selbst spießt diese Haltung ironisch,

mit beißendem Spott auf: „Wir sind

Narren um Christi willen, ihr aber seid

klug in Christus; wir schwach, ihr aber

stark“ (1. Korinther 4,10).

Gott erwählt das Unscheinbare und Kleine

vor der Welt – und: nach der Erwählung

wird es nicht groß und mächtig vor der

Welt, sondern oft bleibt es unscheinbar!

Das ist kein Unfall der Geschichte, sondern

Gottes Absicht, in den Schwachen

mächtig zu sein. Vielleicht könnte das ein

Schlüsselwort für uns Christen heute sein,

damit wir den Blick dafür nicht verlieren.

Auch im „Reich Gottes“ gelten

plötzlich die Gesetze aus

Werbung und Marketing.

Wir haben die Regeln innerhalb unserer

christlichen Gemeinden, Bewegungen,

Gruppen und Kreise unbemerkt und ganz

unkritisch einem aktuellen Trend in Wirtschaft

und Gesellschaft angepasst. Auch

bei uns zählen materielle Werte, Effizienz

und Erfolg. Auch im „Reich Gottes“ gelten

plötzlich die Gesetze aus Werbung

und Marketing. Auch freie Werke suchen

statt in der Bibel in den Rezeptbüchern

von Beratern aus der freien Wirtschaft:

„Ziele suchen, Wege finden, Erfolg haben.“

Wir jüngeren und mittleren Generationen

sind schon ganz selbstverständlich mit

der Lebensregel „bigger, better, faster,

more“ (stärker, besser, schneller, mehr)

aufgewachsen, dass wir uns fast nichts

anderes mehr vorstellen können. Kann

es sein, dass wir dabei sind zu verlernen,

dass der Zweck nicht die Mittel heiligt,

dass das christliche Zeugnis nicht nur eine

fremde Botschaft für die Welt ist, sondern

sich auch nach eigenen Regeln verbreitet?

Mit den unscheinbaren, unbedeutenden

Figuren, die Jesus bis heute beruft, kann

man im modernen Marketing schlecht

punkten, wenn man keine fragwürdigen

Kompromisse eingehen will. Christen haben

nicht nur einen besonderen Inhalt. Sie

folgen auch anderen Regeln als „die Welt“.

Als Redaktionsmitglied der wohl am weitesten

verbreiteten christlichen Quartalsschrift

in Württemberg weiß ich, wie

schön Erfolg auch persönlich ist: Natürlich

wollen wir größer und besser sein als die

Mitbewerber. Natürlich wollen wir die Autoren

und Themen haben, die am besten

„ziehen“, unsere Aufmachung, Layout und

Design sollen lieber Maßstäbe setzen als

Mittelmaß sein.

Und klar, es schmeichelt, wenn man auf

einen Artikel in den verschiedensten Regionen

Württembergs angesprochen wird.

Man dient im Reich Gottes an einer Stelle,

wo’s jeder sehen kann. Das ist kein

schlechter Platz. Aber er ist gefährdet,

die wichtigen und die unwichtigen Dinge

durcheinander zu bringen. Ich glaube,

Gott sucht nicht unsere Erfolge, sondern

unsere Hingabe.

BILD: Monia33 / istockphoto

Immer wieder begegnet man Menschen,

die einfach Hingabe leben und nicht auf

die Inszenierung einer Rolle achten. Ja,

oft sind es Menschen, die nach den Maßstäben

der Welt eher unbedeutend oder

unauffällig sind. Sie sind wahre Vorbilder,

„Wegzeiger“ zur christlichen Lebensführung.

Mir war Friedrich Stahringer so ein Wegzeiger.

Er lebte seinen Glauben in einem

kleinen Dorf, wo man nicht an dem gemessen

wird, was man sagt, sondern wie man

lebt. Er sprach mit allen im Flecken so, dass

sich die Leute ernst genommen fühlten,

egal ob sie angesehen oder „gescheitert“

waren. Die Bedürfnisse anderer hat er oft

über die eigenen Interessen gestellt. Für

seinen Ruf hat er nicht viel getan, er war

in keinem Verein, nicht im Gemeinderat.

Aber ich werde nie seine Beerdigung vergessen.

Der ganze Ort war zur Trauerfeier

gekommen, Menschen aller Generationen,

aller Schichten, die Kirche brechend voll

wie zu Weihnachten. Es weinten Leute, die

sonst nie in der Kirche waren. Und sie hörten,

was er seinem Schwager noch auf dem

Sterbebett aufgetragen hatte: „Sag‘s allen,

dass sie ihr Sach mit Jesus klarmachen“.

Sein Herr hat ihm einen schönen Eckplatz

Das christliche Zeugnis ist nicht

nur eine fremde Botschaft für die

Welt, sondern verbreitet sich auch

nach eigenen Regeln.

auf dem Friedhof zugewiesen. Seither

kommt keiner zur Aussegnungshalle, ohne

auf Friedrich Stahringers Grabstein zu lesen:

„Jesus Christus spricht: Ich lebe, und

ihr sollt auch leben.“

„Nicht was groß ist vor der Welt, sondern

unscheinbar und klein, das hat Gott erwählt,

sein Diener zu sein.“ Ich habe gute Erfahrungen

gemacht mit Leuten, die hinter

eine Aufgabe, die sie von Gott erhielten,

auch wieder zurücktreten konnten.

Persönlich fällt mir der Abschied aus der

Redaktion schwer, ich habe die Arbeit geliebt.

Aber ich denke: Es ist an der Zeit, einen

Schritt zurückzutreten. Das macht ein

Stück unabhängiger vom vermeintlich Eigenen

und ein Stück abhängiger von Gottes

Führung. Ich hoffe, es lenkt den Blick

auf das Wesentliche.

Vorne schreibt es Hanspeter Wolfsberger

so: Wir können uns Gott hinhalten, wie

wir sind. Wir müssen weder an unserer

Unfähigkeit verzweifeln noch von unseren

Fähigkeiten alles erwarten, sondern dürfen

alles Gott anvertrauen.

Übrigens – der Verfasser der eingangs zitierten

bedeutsamen Liedstrophe ist als

Dichter und Liedermacher bis jetzt völlig

unbedeutend geblieben ...

20

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Christian Lehmann hat im vergangenen Jahr

die Schriftleitung unserer Predigthilfe „Zuversicht

und Stärke“ von Ralf und Christa

Albrecht übernommen. Mit den folgenden

Zeilen stellt er sich Ihnen vor.

Grüß Gott! Ich heiße Christian Lehmann,

bin verheiratet mit Marisol, Vater von drei

wunderbar-willenstarken Jungen und Gemeindepfarrer

in Walheim am Neckar.

Und ich bin der festen Überzeugung: Die

Predigt ist das Zentrum des Gottesdienstes!

Die Predigt ist das Zentrum

des Gottesdienstes

Das mag man theologisch hinterfragen;

Umfragen und die Erfahrung bestätigen

es jedoch: Wer in einen evangelischen Gottesdienst

geht, spitzt bei der Predigt besonders

die Ohren! Und wenn es eine konkrete

Rückmeldung gibt, dann zur Predigt.

Das motiviert mich, nicht nur mit Leidenschaft

auf die eigene Kanzel zu steigen,

sondern auch andere Verkündigerinnen

und Verkündiger zu unterstützen. Genau

darum habe ich die Schriftleitung der Predigthilfe

„Zuversicht und Stärke“ von Ralf

und Christa Albrecht übernommen. Das

Wechsel bei Zuversicht

und Stärke – Vorgestellt:

Christian Lehmann

Vertrauen, das mir mit der Übertragung

dieser Aufgabe entgegen gebracht wird,

spornt mich zusätzlich an.

Wird mit mir alles anders? Oder bleibt alles

beim Alten? Das soll nicht von mir abhängen.

Ich bin gespannt, die Wünsche und

Anregungen meiner „Mitdiener am Wort“

mitzubekommen. Dabei geht es vor allem

um die Frage: Was hilft mir, Gottes Wort „lebendig,

kräftig und scharf “, biblisch, leidenschaftlich

und lebensnah weiterzugeben?

Bei allen möglichen Ideen ist mir eines

unaufgebbar wichtig. Ich sage das gewissermaßen

als Bekenntnis: Unsere Verkündigung

profitiert vor allem und am meisten

aus einer geistlich tiefen und theologisch

gründlichen Auslegung der Bibel! Der Erweckungsprediger

Ludwig Harms packt diese

Erkennentnis in einen, wie ich finde, genialen

Satz: „Indem ich der Bibel so treu wie

möglich zu folgen suche, wird jede Predigt

von selbst speziell und trifft.“

Wahrscheinlich gehört auch eine Portion

Demut dazu, „Zuversicht und Stärke“ zu

abonnieren. Immerhin gestehe ich damit

ein: Ich kann die Hilfe, die Kreativität und

die Einsichten von anderen Glaubensgeschwistern

in meinem Dienst gut gebrauchen!

Aber das ist gerade keine Schwäche,

sondern ein Anlass für unseren Herrn und

Gott, seinen Segen zu geben. Denn er „widersteht

den Hochmütigen, aber den Demütigen

gibt er Gnade.“

In diesem Sinne wünsche ich mir eine große

Verbreitung und eine rege Lektüre von

Zuversicht und Stärke.

Herzlichst, Ihr Christian Lehmann

VENEDIG KORFU KANAL VON KORINTH PIRÄUS/ATHEN KUSADASI/EPHESUS

FETYJE/MYRA ANTALYA LIMASSOL/ZYPERN HAIFA/GALILÄA ASHDOD/

JERUSALEM HERAKLION/KRETA KANAL VON KORINTH KORINTH VENEDIG

Wort an Bord: Pfarrer Hanspeter Wolfsberger, Pastor Dr. Hansjörg Bräumer,

Erwin Damson

Musik an Bord: Beate Ling, Michael Schlierf, Gerhard Schnitter,

KMD Hans-Ulrich Nonnenmann, Leiter des Bordposaunenchors

31. Mai bis 7. Juni 2012

Auf der „schönen blauen Donau“

zwischen Passau und Budapest

Flusskreuzfahrt mit MS CLASSICA – exklusiv gechartert

Musik an Bord: Die Black-Forest Brassband, Altensteig

Mit an Bord auf beiden Flusskreuzfahrten:

Pfarrer Winrich & Beate Scheffbuch

14. bis 21. Juli 2012

Auf Flüssen und Kanälen

durch Holland und Flandern

Flusskreuzfahrt mit MS SWISS RUBY –

exklusiv gechartert

Musik an Bord:

Alexandra Baumbusch,

klassische Sängerin

Johanna Krell, Pianistin

Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt.

18. bis 31. August 2012

Große Sommer Kreuzfahrt im Mittelmeer

Auf biblischen Spuren bis ins Heilige Land

Mit dem ehemaligen ZDF-Traumschiff MS FTI BERLIN – exklusiv gechartert

Heiner Zahn GmbH . Postfach 65 . 72222 Ebhausen

Tel. 07458 / 99 99-0 . Fax 07458 / 99 99-18

info@handinhandtours.de www.handinhandtours.de

Kreuzfahrten &

Reisen 2012 Reisen 2012

Israelreise

in Zusammenarbeit mit

Lebendige Gemeinde

ChristusBewegung

in Württemberg

und mit Erwin Damson,

Geschäftsführer i. R. der

Lebendigen Gemeinde

20. bis 29. Oktober 2012

mit Evang.

Kirchengemeinde

Hellershof und

Pfarrer Eberhard Bauer

Frühbucher-Rabatt

bis 30.04.2012

50,–

Außerdem bei hand in hand tours:

Karibik / Chagall-Reise / Masurische Seen / Nordkap und Spitzbergen

Rhein / Rhône / westl. Mittelmeer / Wolga / Israel


Lebendige Gemeinde - ChristusBewegung - Saalstr. 6 - 70825 Korntal-Münchingen

CHRISTUS

TAG

56. Ludwig-Hofacker-Konferenz

Jesus

unverändert

An 19 Orten in Baden-Württemberg:

7. Juni 2012

Bad Liebenzell · Balingen · Blaufelden · Friedrichstal · Gochsheim · Heilbronn ·

Herrenberg · Langensteinbacher Höhe · Leinfelden · Ludwigsburg · Mannheim ·

Müllheim · Reutlingen · Schwäbisch Gmünd · Schwäbisch Hall · Stuttgart ·

Ulm · Weingarten · Wertheim + für junge Erwachsene: CVJM-Haus Stuttgart

www.christustag.de

istockphoto.com/CathyKeifer

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