Chor im Gespräch FOLGE 73
Chor im Gespräch (c) Walter Dohr - alle Rechte vorbehalten; Vervielfältigung oder auszugsweise Wiedergabe nur nach Autorisierung des Autors gestattet
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1 CHOR IM GESPRÄCH<br />
CHOR IM GESPRÄCH<br />
Jugendkammerchor Schedrik-<strong>Chor</strong> (Foto: privat)<br />
<strong>73</strong>. Folge
2 CHOR IM GESPRÄCH<br />
VORWORT<br />
Diese Betrachtung soll ein Bekenntnis zum hiesigen<br />
<strong>Chor</strong>gesang sein, der nicht nur die Menschen <strong>im</strong>mer<br />
wieder erfreut, sondern auch ein Stück gelebte He<strong>im</strong>at<br />
ist. Das zeigt nicht nur die Tradition der Chöre<br />
und <strong>Chor</strong>gemeinschaften, sondern auch die vielfältigen<br />
Aktivitäten, die sich zwangsläufig aus dem <strong>Chor</strong>und<br />
Vereinsleben ergeben. Das gilt für die zahlreichen<br />
Auftritte, Konzerte und anderweitigen Veranstaltungen.<br />
Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass das Singen<br />
auch den Sängerinnen und Sängern viel Spaß bereitet.<br />
Dass das Singen zudem eine gesellige und soziale<br />
Komponente hat, müsste eigentlich allen Menschen<br />
bekannt sein! Darum liegt es eigentlich auf der Hand,<br />
dass man sich für dieses Metier wirklich interessieren<br />
sollte. Das ganze Umfeld soll deshalb einmal intensiv<br />
betrachtet und auch denen nähergebracht werden,<br />
die sich eigentlich dessen nicht so bewusst sind. Außer-dem<br />
hat es für den Verfasser den weiteren Grund,<br />
dass sich damit für ihn ein stiller Wunsch erfüllt. Es<br />
ist für ihn interessant, das vielfältige Geschehen zu<br />
erleben und zu dokumentieren. Nicht nur der hiesige<br />
<strong>Chor</strong>gesang erlebt eine Zeit, in der die Sängerinnen<br />
und Sänger nachhaltig beweisen können und müssen,<br />
was ihnen das musikalische Erbe wert ist, das es zu<br />
bewahren gilt. Wir sollten uns nicht nur bei Jubiläumsfeiern<br />
daran erinnern. Doch ist leichter gesagt als<br />
getan. Denn es verlangt einen ausgeprägten Gemeinsinn<br />
und die überzeugte Freude am Singen!<br />
Walter Dohr<br />
INHALTSVERZEICHNIS<br />
02 Vorwort<br />
03 Für eine gute Sache musiziert<br />
05 Viele schöne Singst<strong>im</strong>men<br />
07 Vom Sinn des Singens<br />
09 Eine wahre Sängerfamilie<br />
11 Bewegende Messe aufgeführt<br />
13 Ein <strong>Chor</strong> voller Esprit<br />
15 Benefizkonzert für Troisdorfer Hospiz<br />
17 Schönes Jahreskonzert in Honrath<br />
19 Den Frieden mit Tönen beschwört<br />
21 Abschiedskonzert in Troisdorf<br />
23 <strong>Chor</strong>seminar in der Eifel<br />
25 Ambitioniertes <strong>Chor</strong>jubiläum<br />
27 Schöne <strong>Chor</strong>fahrt in die Oberpfalz<br />
29 Euphorischer Musikabend in Siegburg<br />
33 Konzert in der Auferstehungskirche Siegburg<br />
35 Lupenreiner <strong>Chor</strong>klang<br />
37 Sound of Christmas<br />
38 Gesungene Freude<br />
40 <strong>Chor</strong>jubiläen in Niederkassel-Rheidt<br />
*<br />
Musik ist die Kunst, die Seele zu berühren.<br />
Voltaire<br />
ZITAT<br />
Musik kann man durch nichts aufwiegen,<br />
da man durch sie tief berührt wird.<br />
Paavo Järvi<br />
*<br />
HINWEIS<br />
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen<br />
die männliche Form verwendet.<br />
Entsprechende Begriffe gelten <strong>im</strong> Sinne der Gleichbehandlung<br />
für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform<br />
hat nur redaktionelle Gründe.<br />
*<br />
LINKAGES<br />
https://www.yumpu.com/kiosk/chor<strong>im</strong>gespraech<br />
https://1drv.ms/f/s!As9AmXn5yL0pjJwgJCBtOsIpkS1aoA?e=onO<strong>73</strong>t<br />
*<br />
IMPRESSUM<br />
Autor und Herausgeber:<br />
Walter Dohr<br />
Assistenz: Erik Breidenbach<br />
Redaktion: walterdohr@musik-kompendium.de
3 CHOR IM GESPRÄCH<br />
EINE GUTE SACHE
4 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der die engagierten Sängerinnen des Frauenchores<br />
„Sing Swing“ <strong>im</strong> Männer-Gesang-Verein Rheidt (Stadt<br />
Niederkasssel) beteiligten sich <strong>im</strong> Jahre 2024 in der<br />
Alten Schule in Niederkassel-Uckendorf unter der<br />
künstlerischen Leitung von Anselm Fritzsche an einem<br />
Benefizkonzert. Der Erlös dieser gelungenen<br />
musikalischen und geselligen Veranstaltung, an der<br />
auch drei Band mitwirkten und dafür sorgten, dass<br />
man dem Publikum en abwechslungsreiches Programm<br />
bieten konnte, hat be<strong>im</strong> Niederkasseler Verein<br />
„Kölner Kreidekreis“, ein Träger der freien Jugendhilfe,<br />
Kindern in der Region ermöglichen, die in<br />
He<strong>im</strong>en leben und keinen oder nur sehr geringen Kontakt<br />
zu ihren Familien haben, zurecht viel Freude ausgelöst.<br />
Auf einer der <strong>Chor</strong>proben des respektablen<br />
Frauenchores überreichte man dem Vereinsvorstand<br />
Thomas Preuß und der Geschäftsführerin Ute Wiedermeyer<br />
<strong>im</strong> Roncalli-Haus in Niederkassel den stolzen<br />
Betrag von sage und schreibe 3786,25 Euro! Unter<br />
dem Motto „Keine Kinder allein“ vermittelt der „Kölner<br />
Kreidekreis“ Patinnen und Paten für die sogenannten<br />
„Careleaver“, die mit dem Erreichen der Volljährigkeit<br />
die Kinder- und Jugendhilfe verlassen müssen. Fazit:<br />
Ein schönes Beispiel für Nächstenliebe!
5 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SCHÖNE SINGSTIMMEN
6 CHOR IM GESPRÄCH<br />
an der Internationalen Schule in Bonn behe<strong>im</strong>atet<br />
und stellt in der Musik- und <strong>Chor</strong>szene über die Bundesstadt<br />
hinaus, eine echte musikalische und gesellschaftliche<br />
Bereicherung dar. Darüber hinaus leistet<br />
man einen wertvollen und permanenten Beitrag zur<br />
Völkerverständigung und apostrophiert das hiesige<br />
Musik- und Konzertleben mit internationalem Liedund<br />
Kulturgut! Der <strong>Chor</strong> wurde <strong>im</strong> Jahre 2010 von<br />
Der respektable und recht ambitionierte „International<br />
Voices Choir Bonn“, der sich aus musikbegeisterten<br />
Sängerinnen und Sänger aus mehr als 20 Ländern<br />
rekrutiert und von Hannes Kindhäuser dirigiert wird,<br />
veranstaltete <strong>im</strong> Jahre 2024 in Bonner Pantheon-Theater<br />
vor 400 Hörern und Hörerinnen ein glamouröses<br />
Konzert mit Melodien aus den weltberühmten New<br />
Yorker Broadway-Musicals, die vom ersten Augenblick<br />
an, das Nerv des Publikums traf. Der <strong>Chor</strong> ist<br />
Tanya Talbot gegründet, deren Leidenschaft es ist,<br />
die Menschen vieler Nationen zum Singen zu bringen.<br />
Inzwischen hat man u. a. <strong>im</strong> Kölner Dom, <strong>im</strong> Bonner<br />
Münster, <strong>im</strong> Petersberg Hotel (Königswinter) and der<br />
„Redoute“ (Bad Godesberg) sowie auf Weihnachtsmärkten<br />
in der Region <strong>im</strong>mer wieder seine musikalische<br />
Visitenkarte präsentiert und den Menschen viele<br />
Freude bereitet! Der inspirierte und inspirierende<br />
<strong>Chor</strong>leiter Hannes Kindhäuser dirigiert den <strong>Chor</strong> seit<br />
dem Jahre 2022, der wie die begeisternden St<strong>im</strong>men<br />
erleichtert ist, die Corona-Krise bewältigt zu haben.
7 CHOR IM GESPRÄCH<br />
VOM SINN DES SINGENS<br />
die Hektik <strong>im</strong>mer mehr um sich greift, ist das Singen<br />
ein wahrer Anker, der Körper und Geist und vor allem<br />
die Seele sehr positiv beeinflusst. Musikwissenschaftliche<br />
und musiktherapeutische Untersuchungen und<br />
Publikationen loben das Singen als ein Phänomen,<br />
dass es die singenden Menschen glücklicher macht,<br />
weil Gefühle geweckt und Aggressionen abbaut werden.<br />
Außerdem werden be<strong>im</strong> Singen das Selbstbewusstsein,<br />
das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit<br />
gesteigert. Zudem erlebt man be<strong>im</strong> gemeinsamen<br />
Singen ein besonderes Gefühl der Verbundenheit<br />
und Akzeptanz, das ebenfalls den Stress reduziert.<br />
Das Gleiche gilt auch für die soziale Bindung,<br />
indem Singen Menschen mit gleichen Interessen<br />
Fotos: privat - Gospelchor ´n Joy Bad Honnef<br />
Nicht nur die eingefleischten <strong>Chor</strong>kenner und diejenigen,<br />
die selbst nach Herzenslust singen, sondern<br />
auch die Experten sind nicht einmütig einig, dass das<br />
Singen eine kreative Freizeitbeschäftigung und zudem<br />
eine wirksame Methode ist, das eigene Wohlbefinden<br />
zu verstärken! Studien haben längst gezeigt<br />
und bewiesen, dass das Singen in der Tat, wie ein<br />
Antidepressivum wirkt. In der heutigen Zeit, in der
8 CHOR IM GESPRÄCH<br />
emotionalen Blockaden lösen kann. Be<strong>im</strong> Singen fühlt<br />
man sich freier, ausgeglichener und zufriedener. Der<br />
prominente Gesangsforschers Adamek hat eindeutig<br />
belegt, dass Singen ein wirksames Mittel zur Regulierung<br />
und Bewältigung von Emotionen sein kann. Er<br />
fand bei Menschen, die regelmäßig singen, eine deutliche<br />
höhere emotionale Stabilität und Gelassenheit,<br />
wie auch eine geringere emotionale Erregbarkeit heraus.<br />
Mit anderen Worten: Menschen, die singen,<br />
zusammenbringt. Singen kann aber auch eine meditative<br />
Erfahrung sein und hilft bei der Wahrnehmung<br />
und der Bewältigung von Gefühlen. Musik spricht mit<br />
unglaublicher Intensität die Gefühle an und hilft so,<br />
diese besser wahrzunehmen und auszudrücken. Es ist<br />
ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, das Singen die seelische Balance<br />
in positiver Weise beeinflusst und stabilisiert.<br />
Die Menschen werden <strong>im</strong>merzu mit vielen Situationen<br />
Adventskonzert des MGV Seelscheid<br />
<strong>im</strong> Alltag konfrontiert und herausgefordert, die das<br />
seelische Gleichgewicht <strong>im</strong>mer wieder gefährden. Das<br />
gesellschaftliche Rollenspiel bringt es mit sich, dass<br />
Gefühle verdrängt werden, wenn sie nicht in den sozialen<br />
Zusammenhang passen. Das Singen sorgt, die<br />
besagte Balance zu finden, da es innere und<br />
können besser mit Konfliktsituationen umgehen und<br />
finden leichter zum emotionalen Gleichgewicht zurück.<br />
Das Singen ermöglicht Gefühle auszudrücken<br />
und St<strong>im</strong>mungen zu steuern.<br />
"Ich mag Lieder, in deren Melodie man das Herz singen<br />
hört." - Henri Barbusse
9 CHOR IM GESPRÄCH<br />
EINE SÄNGERFAMILIE
10 CHOR IM GESPRÄCH<br />
<strong>Chor</strong>foto/Foto-Collage: privat<br />
Die traditionsreiche <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“<br />
Siegburg hat sich schon <strong>im</strong>mer als eine große Sängerfamilie<br />
verstanden. Das ist heute noch aus den<br />
Grußworten und Ansprachen des Ehrenvorsitzenden<br />
Hans-Josef Bargon und des <strong>Chor</strong>präsidenten Franz<br />
Huhn herauszuhören. Vor allem der frühere Siegburger<br />
Bürgermeister, der so gerne von seinen Troubadouren<br />
spricht, fühlt sich in den Reihen der engagierten<br />
Sängerinnen und Sänger pudelwohl, obwohl er<br />
selbst nicht in der <strong>Chor</strong>gemeinschaft mitsingt. Er<br />
referiert <strong>im</strong>mer wieder darüber, dass die <strong>Chor</strong>gemeinschaft,<br />
die er schon aus Überzeugung viele Jahre<br />
mit Rat und Tat begleitet, He<strong>im</strong>at und Lebensgefühl<br />
ist. Für ihn ist seine solche Gemeinschaft, wie er sie<br />
in der „Germania“ schon <strong>im</strong>mer erlebt hat, von einem<br />
unschätzbaren Wert, da sie als eine große Sängerfamilie<br />
eine mitmenschliche Ausstrahlung hat, die man<br />
nicht unterschätzen sollte! Die <strong>im</strong> Jahre 2015 als Projektchor<br />
ins Leben gerufene „Swingphonie“, die inzwischen<br />
in die <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“ Siegburg“<br />
eingegliedert ist und ebenfalls von Musikdirektor FDB<br />
Stefan Wurm dirigiert wird, hat sich den vorbildlichen<br />
Gemeinschaftssinn und ausgeprägten Korpsgeist<br />
selbstverständlich auch auf die Fahne geschrieben<br />
und zu eigen gemacht. Und das ist gut so! Angela Recino,<br />
die amtierende <strong>Chor</strong>vorsitzende und Pressereferentin,<br />
fördert <strong>im</strong>mer wieder diesen Spirit einer großen<br />
Sängerfamilie in jeder erdenklichen Weise. Auch<br />
die Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre, Männerchor<br />
und Swingphonie, tun alles, dass sich die<br />
Harmonie nicht nur in den Tönen äußert, die bekanntlich<br />
vom gemeinsamen Tun lebt und gedeiht! Das ist<br />
eigentlich eine Binsenweisheit! Recino hat herausgefunden,<br />
dass in der <strong>Chor</strong>gemeinschaft ein wahres Geflecht<br />
an verwandtschaftlichen Beziehungen existiert,<br />
wie es die Foto-Collage zum Ausdruck bringt. Das ist<br />
die eigentliche Ke<strong>im</strong>zelle einer funktionierenden Sängerfamilie.<br />
Was ebenfalls gut ist! Im Frühjahr veranstaltete<br />
die <strong>Chor</strong>gemeinschaft ein besonderes Konzert<br />
für die Fördermitglieder, die natürlich auch zur Sängerfamilie<br />
gehören!<br />
Walter Dohr
11 CHOR IM GESPRÄCH<br />
BEWEGENDE MESSE
12 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Eine bewegende Messe für den Frieden, den die Welt<br />
<strong>im</strong>mer dringender herbeiseht, präsentierte der renommierte<br />
„Gürzenich-<strong>Chor</strong> Köln“ <strong>im</strong> Jahre 2024 in<br />
der Kölner Trinitatiskirche. Auf dem Programm stand<br />
dabei die Messe „The Armed Man“ des Waliser Komponisten<br />
Karl Jenkins (geb. 1944). Dieser schrieb das<br />
beeindruckende Werk für Gemischten <strong>Chor</strong>, Soli und<br />
Orchester <strong>im</strong> Jahre 1999 anlässlich der Jahrtausendfeier.<br />
Die vielbeachtete Uraufführung erfolgte am<br />
25. April 2000 in der Royal Albert Hall in London. Nahezu<br />
25 Jahre danach ist die ausdrucksvolle Komposition<br />
angesichts der weltweiten Kriege und schrecklichen<br />
Revolten aktueller denn je. Man kann an dieser<br />
Stelle sogar konstatieren, dass die Friedensmesse<br />
ewig aktuell bleiben wird, da sich die Menschen zwar<br />
nach Frieden sehnen, aber die Machthaber das <strong>im</strong>mer<br />
wieder vereiteln. Das war schon <strong>im</strong>mer so und wird<br />
auch mit großer Wahrscheinlichkeit so bleiben! Ursprünglich<br />
war das Werk den Opfern des Kosovokrieges<br />
des Jahres 1999 gewidmet. Daher verarbeitete<br />
Karl Jenkins Themen und Texte verschiedener Religionen<br />
und schuf damit ein universelles Antikriegsstück,<br />
das außerdem ein Zeichen der Versöhnung unterschiedlicher<br />
Religionen und Nationen sein will. „The<br />
Armed Man“ steht damit in der gleichen Tradition wie<br />
das berühmte „War Requiem“ von Benjamin Britten.<br />
Christian Jeub, der Dirigent des Gürzenich-<strong>Chor</strong>es<br />
Köln. Jeub gehört wohl, der den <strong>Chor</strong> seit dem Jahre<br />
2011 mit viel Erfolg leitet und mit ausgesuchten und<br />
exponierten Werken <strong>im</strong>mer wieder über die Domstadt<br />
hinaus für Furore sorgt! Als Mitglied des Netzwerks<br />
Kölner Chöre tritt man regelmäßig in der Trinitatiskirche<br />
auf. Die Geschichte des Gürzenich-<strong>Chor</strong>es geht<br />
auf das Jahr 1827 zurück. Damals firmierte man noch<br />
unter dem Namen „Cölner Concertgesellschaft“ und<br />
blickt inzwischen eine nahezu 200-jährige <strong>Chor</strong>tradition<br />
zurück. Christian Jeub studierte an der Musikhochschule<br />
in Köln und der Folkwang-Hochschule in<br />
Essen und erweiterte seine Musikstudien durch Meisterkurse<br />
bei Eric Ericson, Frieder Bernius, S<strong>im</strong>on Carrington,<br />
Tönu Kaljuste und Helmut Rilling. Nach verschiedenen<br />
Engagements bei Rundfunk und Opernchören<br />
sowie internationalen Konzertverpflichtungen<br />
leitet er seit dem Jahre 2016 die Universitätsmusik in<br />
Koblenz. Mitwirkende der Aufführung der Friedensmesse<br />
waren der Gürzenich-<strong>Chor</strong> Köln, das Neue<br />
Rheinische Kammerorchester Köln, Valerie Haunz<br />
(Sopran), Génesis López da Silva (Mezzosopran),<br />
Maurin Biertz (Tenor) und Benjamin Hewat-Craw (Bariton),<br />
die sich allesamt mit musikalischer Bravour<br />
präsentierten!
13 CHOR IM GESPRÄCH<br />
EIN CHOR VOLLER ESPRIT<br />
Der „Erste Kölner Barbershop <strong>Chor</strong>“ wurde <strong>im</strong> Jahre<br />
1987 als erster deutscher Barbershop-Männerchor<br />
von Kurt Gerhardt gegründet und von ihm ein Jahrzehnt<br />
erfolgreich dirigiert. In dieser Zeit waren auch<br />
die "Wise Guys" für Mitglied des Ensembles. Doch die<br />
zunehmende Zahl an Auftritten brachte es leider mit<br />
Fotos: privat<br />
sich, dass sie nicht weiter mitsingen konnten und dem<br />
<strong>Chor</strong> mit einer Abschiedskomposition alles Gute für<br />
die Zukunft wünschten. In den Jahren 1997 bis 2007<br />
stand der <strong>Chor</strong> unter der gemeinsamen Regie von<br />
Matthias Neuburger und Leo Freitag, wie der <strong>Chor</strong> berichtet.<br />
Die nachfolgenden drei Jahre dirigierte zunächst<br />
Leo Freitag den <strong>Chor</strong>, ehe in den Jahren 2010<br />
bis 2022 Matthias Neuburger die Leitung des <strong>Chor</strong>es
14 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Sänger und das Publikum so innig lieben! Das Repertoire<br />
enthält den traditionelle Barbershop-Songs, Balladen,<br />
Popstücke und eigene Arrangements. Im Laufe<br />
der Zeit trat nicht nur in der he<strong>im</strong>ischen Domstadt<br />
und Deutschland auf, sondern absolvierte auch Auftritte<br />
in Großbritannien, Belgien, in den Niederlanden<br />
und den Vereinigten Staaten. Auch bei nationalen und<br />
internationalen <strong>Chor</strong>wettbewerben konnte man beachtliche<br />
Erfolgen verbuchen!<br />
Zweiter Platz in der Kategorie „Jazz Vocal et cetera“<br />
be<strong>im</strong> NRW-<strong>Chor</strong>wettbewerb 1993<br />
Teilnahme am Bundeschorwettbewerb des Deutschen<br />
Musikrates <strong>im</strong> Jahrei 1994 in Fulda<br />
Titel als bester deutscher Barbershop-Männerchor<br />
be<strong>im</strong> 6. Deutschen Barbershop-Wettbewerb 2002 in<br />
Bremen, sowie bei den Festivals in den Jahren 2004<br />
und 2006 in Dortmund<br />
Teilnahme an der European Barbershop Convention<br />
2005 in Brighton/England<br />
Teilnahme am WDR-Wettbewerb „Bester <strong>Chor</strong> <strong>im</strong><br />
Westen“ 2016 als einer der drei Finalisten<br />
übernahm. Im Jahre 2023 hat Andrea Figallo die<br />
künstlerische Leitung des Ensembles übernommen.<br />
Inzwischen hat man das musikalische Können auf<br />
mehrere CD-Aufnahmen dokumentiert und ist auf vielen<br />
Kölner Bühnen aufgetreten. So in der Kölner Musikhochschule,<br />
in der Kölner Philharmonie, in der<br />
Kölner Oper, der Lanxess Arena, <strong>im</strong> Gürzenich oder<br />
<strong>im</strong> Senftöpfchen. Bei den offenen <strong>Chor</strong>proben bieten<br />
man Gelegenheit, die einzigartige Atmosphäre und<br />
den Gemeinschaftsgeist des <strong>Chor</strong>es hautnah zu erleben.<br />
Vielleicht wird dadurch die Leidenschaft zum<br />
Barbershop-Gesang geweckt, den die engagierten<br />
Teilnahme am Barbershop Musikfestival 2018 in München,<br />
4. Platz unter den deutschen Barbershop-Chören<br />
und bester deutscher Barbershop-Männerchor<br />
Teilnahme am Festival „Sing & Swing“ 2018 des <strong>Chor</strong>verbandes<br />
NRW und Meisterchor-Titel
15 CHOR IM GESPRÄCH<br />
KONZERT FÜR HOSPIZ
16 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der von Claus Schürkämper erfolgreich dirigierte<br />
<strong>Chor</strong> „Grenzenlos“ Overath (Rheinisch-Bergischer<br />
Kreis), dem 90 engagierten Sängerinnen und Sänger<br />
angehören, weilte <strong>im</strong> Jahre 2024 zu einem Benefizkonzert<br />
in der katholischen Pfarrkirche St. Hippolytus<br />
St. Hippolytus in Troisdorf zugunsten des Hospizes St.<br />
Klara in Troisdorf. Dies war wiederum ein Indiz für die<br />
Solidarität, die auch die Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften<br />
diesseits und jenseits des Rheins <strong>im</strong>mer wieder<br />
praktizieren. Der sympathische <strong>Chor</strong> hat vor der<br />
Corona-Krise, die er heil überstanden hat, auch überregional<br />
einen Namen gemacht! Im Jahre 2017 feierte<br />
man das 10-jährige <strong>Chor</strong>jubiläum und überraiehte<br />
außerdem mit einem zweiten Platz be<strong>im</strong> beleibten<br />
WDR-<strong>Chor</strong>wettbewerb „Bester <strong>Chor</strong> <strong>im</strong> Westen“<br />
(siehe Foto)!
17 CHOR IM GESPRÄCH<br />
KONZERT IN HONRATH<br />
Fotos: privat<br />
Die <strong>Chor</strong>gemeinschaft Honrath-Overath hatte vor<br />
dem Jahreskonzert <strong>im</strong> Jahre 2024 zu einem offenen<br />
Singen unter der Leitung von Musikdirektor FDB Rolf<br />
in die alte Schule in Honrath eigeladen. Man fand wieder<br />
der einmal die Zeit gekommen, um in froher und<br />
gemütlicher Runde dem Gesang zu frönen. Dieses<br />
Singen der <strong>Chor</strong>gemeinschaft, der Volkslieder, Schlager,<br />
Kölsche Lieder, Folklorelieder aus aller Welt, Gospels,<br />
weltliche und kirchliche <strong>Chor</strong>werke sowie Lieder<br />
aus Opern, Operetten und Musicals <strong>im</strong> Repertoire hat,<br />
finden regelmäßig statt und bieten die Gelegenheit,<br />
gemeinsam zu singen und die Atmosphäre be<strong>im</strong> Sin-<br />
gen zu genießen und miteinander ins <strong>Gespräch</strong> zu<br />
kommen. Gesungen wird dabei aus purer Freude an<br />
der Musik und die Lust am Singen mit Gleichgesinnten.<br />
Es muss dabei nicht vorgesungen werden und<br />
besondere Notenkenntnisse sind ebenfalls nicht erforderlich.<br />
Es ist für die Teilnehmer sicher eine neue Erfahrung<br />
in der Gemeinschaft zu singen. Die Chöre, die<br />
in der evangelischen Kirche in Honrath (Stadt<br />
Lohmar) musizieren, sind eigentlich wegen der gepriesenen<br />
Akustik zu beneiden! Die sorgt <strong>im</strong>mer wieder<br />
dafür, dass die Töne und St<strong>im</strong>men getragen werden<br />
und das Singen für die Sängerinnen und Sänger<br />
sowie das Publikum zu einer wahren Freude werden.<br />
Das war gewiss auch be<strong>im</strong> Jahreskonzert 2024 so,
18 CHOR IM GESPRÄCH<br />
das von der <strong>Chor</strong>gemeinschaft Honrath-Overath veranstaltet<br />
wurde und einen wunderschönen Einblick in<br />
das Repertoire der Sängerinnen und Sänger gestattete!<br />
Wobei die <strong>Chor</strong>gemeinschaft Honrath-Overath sowie<br />
der MGV „Frohsinn“ Höffen unter der Leitung von Musikdirektor<br />
FDB Rolf Pohle, der Frauenchor „Harmonie“<br />
Honrath unter dem Dirigat von Joséphine Pilars<br />
de Pilar, die Sopranistin Birgit Müller und der Pianist<br />
Edgar Zens st<strong>im</strong>mlich und musikalisch alles dafür<br />
taten, dem Publikum in der evangelischen Kirche in<br />
Honrath ein besonderes musikalisches Vergnügen zu<br />
bereiten! Das abwechslungsreiche Konzertprogramm,<br />
das mit dem Mundart-Motto „Jede Daach is a Jeschenk“<br />
überschrieben war, enthielt beliebte Melodien<br />
aus Musicals und Operetten, Lieder in he<strong>im</strong>ischer<br />
Frauenchor „Harmonie“ Honrath<br />
Mundart, unvergessenen Evergreens, unsterblichen<br />
Schlagermelodien sowie klassischen <strong>Chor</strong>sätzen, die<br />
einfühlsam und beschwingt die Akzente setzten! Die<br />
motivierten Akteure belohnt e man mit viel Beifall!
19 CHOR IM GESPRÄCH<br />
FRIEDEN BESCHWOREN
20 CHOR IM GESPRÄCH<br />
eine lange und liebenswerte Tradition für die Chöre<br />
und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und jenseits des<br />
Rheines Weihnachts- und Adventskonzerte und weihnachtlichen<br />
Singen zu gestalten, wozu auch die Auftritte<br />
in Seniorenhe<strong>im</strong>en und sozialen Einrichtungen<br />
gehören! Der von Dr. Benedikt Holtbernd geleitete<br />
Fotos: privat<br />
Der Pfarr-Cäcilien-<strong>Chor</strong> trat <strong>im</strong> Jahre 2023 auf dem<br />
Mondorfer Weihnachtsmarkt auf, der vom Vorsitzenden<br />
des Mondorfer Ortsringes, Peter Müller, und dem<br />
Niederkasseler Bürgermeister Stephan Vehreschild<br />
auf dem Adenauerplatz offiziell eröffnet wurde. Die<br />
frohgest<strong>im</strong>mten Sängerinnen und Sänger des traditionsreichen<br />
Kirchenchores, die an der katholischen<br />
Pfarrkirche St- Laurentius in Mondorf ihre musikalische<br />
He<strong>im</strong>at haben, freuten sich dabei ebenso auf den<br />
Auftritt, der Jung und Alt auf den Weihnachtsmarkt<br />
gelockt hatte, wozu auch der Nikolaus gehörte. Es ist<br />
Pfarr-Cäcilien-<strong>Chor</strong> Mondorf (Stadt Niederkassel)<br />
macht da keine Ausnahme. Und ist gut so! Im Jahre<br />
2024 gestaltete der Kirchenchor musikalisch einen<br />
Gottesdienst in der St. Laurentius-Kirche und sangen<br />
mit der Gemeinde für Frieden, Toleranz und demokratisches<br />
Handeln.
21 CHOR IM GESPRÄCH<br />
ABSCHIEDSKONZERT<br />
Adventskonzert 2023
22 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Im Jahre 2013 präsentierten sich Kantorei und Jugendkantorei<br />
unter der Leitung von Kantorin und Kirchenmusikdirektor<br />
Brigitte Rauscher mit einem eindrucksvollen<br />
Adventskonzert in der evangelischen Johannes-Stadtkirche<br />
in Troisdorf und bescherten dem<br />
Publikum ein nachhaltiges Musikerlebnis, das bestens<br />
auf das Weihnachtsfest einst<strong>im</strong>mte. Inzwischen<br />
wurde die engagierte, aus Brasilien stammende Kirchenmusikerin<br />
zur Landeskirchenmusikdirektorin der<br />
Brigitte Rauscher dirigiert das <strong>Chor</strong>konzert 2024<br />
Evangelischen Kirche <strong>im</strong> Rheinland ernannt und <strong>im</strong><br />
September 2024 das neue Amt eingeführt. Die 63-<br />
jährige frühere Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde<br />
Troisdorf und Kreiskantorin des Kirchenkreises<br />
An Sieg und Rhein, hat damit die Nachfolge<br />
von Ulrich Cyganek angetreten, der Ende August<br />
2024 in den Ruhestand verabschiedet worden ist.<br />
Nach Kirchenmusikstudien in Curitiba (Brasilien), an<br />
der Kölner Musikhochschule sowie an der Robert-<br />
Schumann-Musikhochschule Düsseldorf, war Brigitte<br />
Rauscher in der Evangelischen Kirchengemeinde<br />
Troisdorf seit dem Jahre 2001 als Kirchenmusikerin<br />
mit dem Schwerpunkt <strong>Chor</strong>leitung tätig und übernahm<br />
zwei Jahre danach auch die Funktion als Kreiskantorin.<br />
Außer ihren umfangreichen <strong>Chor</strong>arbeit und<br />
der Lehrtätigkeit engagierte sie sich als Vorsitzende<br />
des <strong>Chor</strong>verbandes in der Evangelischen Kirche <strong>im</strong><br />
Rheinland, als Vizepräsidentin des <strong>Chor</strong>verbands in<br />
der Evangelischen Kirche in Deutschland, als ständiges<br />
Mitglied <strong>im</strong> Kulturausschuss des Deutschen Evangelischen<br />
Kirchentages und als Mitglied in der Projektleitung<br />
Kirchenmusik be<strong>im</strong> Kirchentag 2025 in Hannover.<br />
Seit dem Jahre 2014 gehört sie dem Prüfungsausschuss<br />
für C-Musikerinnen/-Musiker in der rheinischen<br />
Kirche an. Ihr Blick ist schon auf den Kirchentag<br />
2027 gerichtet. Sie meint dazu, dass das neue Amt<br />
komplex und von Herausforderungen geprägt wäre.<br />
Eine Herausforderung sei dabei, alle Kirchenmusiker/-innen-Generationen<br />
mit ihren unterschiedlichen<br />
Gaben an einen Tisch zu bringen und diese produktiv<br />
für die Rheinische Kirche wirksam werden zu lassen.<br />
Eine Gelegenheit dazu biete für sie der Kirchentag<br />
2027 in Düsseldorf, wobei richtungsweisende und<br />
nachhaltige Projekte einen Raum bekämen. Im November<br />
2024 gab Brigitte Rauscher in Troisdorf ein<br />
beindruckendes Konzert mit den erwähnten Kantoreien,<br />
einem Kölner Orchester und Solost<strong>im</strong>men die<br />
„Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini und die <strong>Chor</strong>alkantate<br />
„Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix<br />
Mendelssohn-Bartholdy zu Gehör brachten.
23 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SEMINAR IN DER EIFEL
24 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Jahren für den richtigen Ton. Es kommt nicht von ungefähr,<br />
dass der begeisternde und st<strong>im</strong>mlich respektable<br />
<strong>Chor</strong> eine lebendige Kulturinstitution in und um<br />
Rheinbach ist und verkörpert! Man hat <strong>im</strong> Jahre 2022<br />
sogar den Titel eines Konzertchores des <strong>Chor</strong>verbandes<br />
erstritten. In der <strong>Chor</strong>gemeinschaft ist ein vorbildlicher<br />
Korpsgeist und ein starker Zusammenhalt<br />
über alle Altersgruppen hinweg zuhause, sind unser<br />
Motto. Den guten Ruf man vielen erfolgreichen Konzerten,<br />
wobei die Motto-Konzerte und <strong>Chor</strong>shows inzwischen<br />
Kult sind und als Alleinstellungsmerkmal<br />
über Rheinbach hinaus anzusehen sind. Im Jahre<br />
2024 hatte man einmal mehr ein <strong>Chor</strong>seminar organisiert,<br />
das in Dahlem-Baasem veranstaltet wurde.<br />
Fotos: privat<br />
Der Gesangverein „Cäcilia“ Rheinbach-Queckenberg<br />
fühlt sich seiner He<strong>im</strong>at seit jeher eng verbunden, wie<br />
er auf Facebook zurecht verkündet! Dies gelte natürlich<br />
auch für die engagierten Sängerinnen und Sänger,<br />
die aus Bonn, Bornhe<strong>im</strong>, Swisttal, Euskirchen,<br />
der Grafschaft oder weiteren Regionen zur <strong>Chor</strong>probe<br />
zur Madbachhalle in Rheinbach kommen. Dort sorgt<br />
der versierte <strong>Chor</strong>leiter Alfons Gehlen seit vielen
25 CHOR IM GESPRÄCH<br />
GELUNGENES JUBILÄUM
26 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der „Kammerchor Oberpleis“ veranstaltete <strong>im</strong> Rahmen<br />
des 50-jährigen <strong>Chor</strong>jubiläums <strong>im</strong> Jahre 2024<br />
in Kooperation mit dem „AUDIENDA-<strong>Chor</strong> Krefeld“<br />
und dem französischen „Orchestre Symphonique du<br />
CRR93“ in Paris und in der katholischen Kirche St. Josef<br />
in Königswinter-Thomasberg, ein ambitioniertes<br />
symphonisches <strong>Chor</strong>konzert mit Werken deutscher<br />
und französischer Komponisten. Das ausgesuchte<br />
Programm enthielt das „Adagio espressivo“ aus der<br />
Sinfonie Nr. 2, op. 61, von Robert Schumann, „Nenie“<br />
für <strong>Chor</strong> und Orchester, op. 10, „Langsamer Satz“ für<br />
Streichquartett von Anton von Webern sowie das „Requiem<br />
in C-Dur“, das Charles Gounod für seinen verstorbenen<br />
Enkel vertont hat. Zwischen dem russischfranzösischen<br />
Dirigenten Alexandre Grandé und dem<br />
musikalischen Leiter des „Kammerchores Oberpleis“<br />
und des „AUDIENDA-<strong>Chor</strong>es Krefeld“, Pavel Brochin,<br />
existiert eine langjährige künstlerisch-freundschaftliche<br />
Beziehung. Es freue Alexandre und ihn, so Pavel<br />
Brochin, sehr, dass man nach der schrecklichen<br />
Corona-Krise eine musikalische Begegnung auf internationaler<br />
Ebene suchen könne. Die gemeinsamen<br />
Proben und Konzerte in Paris, Königswinter und Krefeld,<br />
bei denen die beiden deutschen Chöre nach Paris<br />
reisten, zeigt dabei sehr deutlich, dass man das Jubiläums-<strong>Chor</strong>projekt<br />
hüben wie drüben, ernsthaft und<br />
intensiv angepackt und gestaltet wurde. Es ist also<br />
keine Floskel, dass die Musik die Menschen und die<br />
Völker verbindet! Das sinnfällige Motto der Konzerte<br />
in Königswinter, Krefeld und Paris war mit „Alles ist<br />
vergänglich - Tout est périssable“ apostrophiert und<br />
begeisterte zurecht die Gäste <strong>im</strong> Rheinland und an<br />
der Seine! Dabei betonten die chorsinfonischen<br />
Werke, auf sehr eindrucksvolle Weise Themen Tod<br />
und Totengedenken. Der „Kammerchor Oberpleis“<br />
wurde <strong>im</strong> Jahre 1974 von Kurt B. Wirtz gegründet,<br />
der ihn bis zum Jahre 1995 geleitet hat, ehe Pavel<br />
Brochin sein Nachfolger geworden ist. Der 95-jährige<br />
<strong>Chor</strong>gründer weilte als Ehrengast in der Thomasberger<br />
Kirche. Der <strong>Chor</strong> gehört zu einer wichtigen kulturellen<br />
Einrichtung der Stadt Königswinter. Dieses dokumentiert<br />
auch die traditionellen Konzertreihe "Forum<br />
Musicum", die bis heute fortgeführt wird und zur<br />
festen Institution <strong>im</strong> Kulturkalender der Stadt Königswinter<br />
gehört.
27 CHOR IM GESPRÄCH<br />
FAHRT IN DIE OBERPFALZ
28 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
„Von Regensburg bis ins Schlaraffenland“ lautete das<br />
sinnfällige Motto eines Konzertes, das den amtierenden<br />
mehrmaligen Meisterchor des <strong>Chor</strong>verbandes<br />
NRW „und damit die ambitionierten Sängerinnen des<br />
renommierten Frauenchores „Cantus Cantabilis Rhein<br />
Sieg“, der in Königswinter-Niederdollendorf seine<br />
musikalische He<strong>im</strong>at hat, <strong>im</strong> Jahre 2024 nach Regensburg<br />
und in die schöne Oberpfalz nach Beratzhausen<br />
führte. Dabei habe man bei schönstem<br />
Herbstwetter ein traumhaftes und unvergessliches<br />
Wochenende erlebt, das mit dem Konzert in der barocken<br />
Kirche St. Peter und Paul in Beratzhausen gekrönt<br />
worden sei! Unter der bewährten Leitung von<br />
Artur Rivo präsentierte der Frauenchor einen<br />
Querschnitt geistlicher und profaner <strong>Chor</strong>musik in unterschiedlichen<br />
Sprachen, aus verschiedenen Musikepochen<br />
und diversen Genres. Dazu gehörten das<br />
„Abendlied“ von Joseph Rheinberger und „Da pacem“<br />
von Charles Gounod wie auch zeitgenössische <strong>Chor</strong>werke,<br />
die bei der hervorragenden Akustik des historischen<br />
Gotteshauses bestens zur Wirkung kamen<br />
und auf den Beifall der Kirchbesucher trafen. So auch<br />
die Volkslieder „Adlig Fräulein Kunigund“ und „Jetzt<br />
fahrn wir übern See“ sowie das achtst<strong>im</strong>migen <strong>Chor</strong>arrangement<br />
„Vom Schlaraffenland“ von Oliver Gies<br />
oder Stücke von Mariah Carey oder den Beatles, die<br />
das vielfältige musikalische Können des Frauenchores<br />
einmal mehr unter Beweis stellten! die Vielfalt unseres<br />
<strong>Chor</strong>es. Einige Werke wurden dabei choreografisch<br />
begleitet und auf diese Weise etwas Augen und<br />
Ohren dargeboten, wie die die <strong>Chor</strong>chronisten berichtet<br />
hat. Mit anderen Worten: Ein facettenreiches Konzert,<br />
das vom begeisterten Publikum mit viel Applaus<br />
belohnt wurde. Neben den obligaten <strong>Chor</strong>proben und<br />
Konzert blieb noch genügend Zeit für den Besuch der<br />
sehenswerten Reichs- und Domstadt Regensburg mit<br />
Stadtführung und einer Besichtigung des Domes. Die<br />
Geselligkeit kam ebenfalls auf ihre Kosten. Denn es<br />
wurde kreativ gespielt, gelacht und gesungen. Auf der<br />
Rückfahrt machte man noch eine Visite in Werthe<strong>im</strong><br />
und besichtigte dort die pittoreske Altstadt. Werthe<strong>im</strong><br />
ist die nördlichste Stadt Baden-Württembergs und<br />
liegt an der Mündung der Tauber in den Main, an den<br />
Ausläufern des Odenwaldes bzw. des Spessarts jenseits<br />
des Mains.
29 CHOR IM GESPRÄCH<br />
ESPRIT UND EUPHORIE<br />
fand das „Liebeskonzert“ wiederum den ungeteilten<br />
Beifall des Publikums in der ehemaligen Musik-Hoch-<br />
burg, die fantasievoll ausgeschmückt war und ebenso<br />
die Herzen erfreute wie die beiden charmant moderierenden<br />
<strong>Chor</strong>vorsitzenden Angela Recino und Frank<br />
Lange. Inzwischen hat sich mit dem Anno-Gymnasium<br />
eine musikalische Kooperation angebahnt, die<br />
vor zwei Jahren mit einem gemeinsamen Konzert in<br />
der Aula des besagten Gymnasiums ihren Anfang genommen<br />
hat. Und das ist gut so! Die Kinderst<strong>im</strong>men<br />
brauchen die Bühne, um sich an deren besonders Atmosphäre<br />
zu gewöhnen. Nicht mehr, aber auch nicht<br />
weniger. Doch die <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“<br />
Foto: privat<br />
Be<strong>im</strong> glamourösen Jahreskonzert 2024 der <strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />
„Germania“ Siegburg in der Siegburger<br />
Stadthalle waren nachdrücklich Esprit und Euphorie<br />
gefragt! Denn das sinnfällige Motto „Liebe ist“ hatte<br />
es wahrlich in sich, zumal eine verblüffende Vielfalt<br />
an St<strong>im</strong>mungen und Gefühlsausbrüchen gefragt waren!<br />
Musikdirektor FDB Stefan Wurm hatten nach<br />
dem überwältigenden Vorjahreskonzert in der St.<br />
Hedwig-Kirche Siegburg-Zange, be<strong>im</strong> dem man sich<br />
auf die Max<strong>im</strong>e „Wir feiern das Leben!“ kapriziert, so
30 CHOR IM GESPRÄCH
31 CHOR IM GESPRÄCH<br />
„Happy“ (Pharrell Williams) und dem unverwüstlichen<br />
Evergreen „Califorina Deamin´” (Mamas &Papas) vorbildliche<br />
und überzeugende Singfreude, die das A und<br />
O be<strong>im</strong> Singen ist! Dreh- und Angelpunkt des musikalischen<br />
Geschehens war einmal mehr <strong>Chor</strong>leiter<br />
Stefan Wurm, der die beiden Chöre der <strong>Chor</strong>gemein-<br />
und der aktive Ehrenvorsitzende Hans-Josef Bargon<br />
sind da bekanntlich <strong>im</strong>mer mit gutem Beispiel vorangegangen,<br />
wie beispielsweise das „Toni-Singförderprojekt“<br />
des <strong>Chor</strong>verbandes NRW auf vorbildliche und<br />
nachhaltige Weise dokumentieren. Doch nicht für die<br />
hellen Kinderst<strong>im</strong>men sind solche Konzerte wie in der<br />
Stadthalle von unschätzbarem Wert, auch für die<br />
Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaft selbst und für das Publikum<br />
auch, weil durch junge Chöre fröhliche Glanz-<br />
die Programme aufhellen und sogar zum Funkeln<br />
bringen, wie dies auch die Sängerinnen und Sänger<br />
der <strong>Chor</strong>gemeinschaft nach Herzenslust taten und dabei<br />
vom gemeinsamen Dirigenten Stefan Wurm mit<br />
wachen Augen und Gesten präsentiert wurden, dass<br />
eine wahre Zier war! Der Unterstufenchor des Siegburger<br />
Anno-Gymnasiums, der bei den Musikpädagogen<br />
Anne Ditsche und Werner Killmeier in den allerbesten<br />
musikalischen Händen ist, zeigte be<strong>im</strong> Song<br />
schaft „Germania“ Siegbung, Swingphonie und Männerchor,<br />
akribisch für das überwältigende Konzert<br />
punktgenau präpariert hatte! An dieser Stelle gehührt<br />
ihm ein besonderes Lob, da er die musikalische Verantwortung<br />
trägt und dafür sorgen muss, dass alles<br />
st<strong>im</strong>mlich in den rechten Bahnen verläuft! Doch da<br />
konnten sich die motivierten Sängerinnen und Sänger<br />
sowie das hellauf begeisterte Publikum wirklich verlassen.<br />
Die „Swingphonie“ knüpfte deshalb nahtlos an<br />
die erfolgreichen vergangenen Konzerte an und
32 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Musikalischer Volltreffer: Lucy James<br />
bereiteten auch der übergücklichen <strong>Chor</strong>vorsitzenden<br />
Angela Recino einen besonderen Musikabend. Die<br />
„Swingphonie“ setzte bei „Africa“ (Toto), „Liebe gewinnt“<br />
(Brings), „Strangers in the night“ (Frank<br />
Sinatra), „What a wonderful world“ (Louis Armstrong)<br />
oder der Hommage für legendären Freddy Mercury<br />
und dessen Band „Queen“ in überzeugender Weise<br />
auf Inspiration, Motivation und Enthusiasmus und<br />
brachte damit nicht nur die Augen des Dirigenten zum<br />
Strahlen. Dieser konnte nicht mit der überaus präsenten<br />
„Swingphonie“, sondern auch mit deren Solistinnen,<br />
dem Männerchor und einem Sextett aus Germania-Sängern<br />
hochzufrieden ein! Das Duett Rabea<br />
Steffen und Heike Esser brillierten mit ihren<br />
bezaubernden Altst<strong>im</strong>men mit dem gefühlvollen Song<br />
„I know h<strong>im</strong> so well“ aus dem Musical „Chess“, während<br />
die Altistin Lucy James mit dem unsterblichen<br />
„Feyer“ (Peggy Lee) sowie Stairway to heaven“ (Led<br />
Zeppelin) zwei musikalische Volltreffer landete! Ein<br />
echtes Energiebündel wie es <strong>im</strong> Buche steht! Hans-<br />
Peter Herkenhöhner, Siegbuger Pianist, Keyboarder<br />
und Leiter der Engelbert Humperdinck-Musikschule,<br />
erwies sich <strong>im</strong> bravourösen und kongenialen Zusammenspiel<br />
mit den seinen überaus versierten Kollegen<br />
Thomas Bungert (Schlagzeug), Marius Lange (E-Gitarre)<br />
und Wendel Biskup (Bass) als ein Quartett,<br />
dass sein musikalisches Handwerk bis auf das letzte<br />
i-Tüpfelchen versteht und dadurch in den anhaltenden<br />
Applaus wahrlich einzubinden ist! Berechtigten<br />
Beifall verdienten sich ebenfalls die Germania Sänger<br />
mit dem vertrauten und gefühlsseligen „Ming eetste<br />
Fründin (Bläck Fööss), dem burschikosen Schlager<br />
„Die kleine Kneipe“ (Peter Alexander) und dem nostalgischen<br />
Titel „Ich war noch niemals in New York“<br />
(Udo Jürgens). Außerdems hatten die Sänger noch<br />
eine echte Überraschung parat! Hans-Peter Herkenhöhner,<br />
seit geraumer Zeit ein überzeugender Musikpartner<br />
und Berater der <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“,<br />
hatte die grandiose Idee, für das aus Johann<br />
Bönsch, Udo Breuer, Rainer Lampert, Gustel<br />
Houtrouw, Klaus Lüdke und Heinz Röger bestehende<br />
Ensemble Udo Lindenbergs „N<strong>im</strong>m die das Leben, und<br />
lass es nicht mehr los“ <strong>im</strong> Tonstudio aufzunehmen,<br />
von er sich selbst begeistert zeigte. Wie das Publikum<br />
auch!<br />
- Walter Dohr
33 CHOR IM GESPRÄCH<br />
GEDENKKONZERT
34 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat / WIKIPEDIA<br />
Im Jahre 2024 führte die „Evangelische Kantorei<br />
Siegburg“ in der evangelischen Auferstehungskirche<br />
ein ambitioniertes Gedenkkonzert für <strong>Chor</strong>, Solisten<br />
und Orchester auf, be<strong>im</strong> die Gesamtleitung in den bewährten<br />
Händen von Kantorin Katrin Wissemann lag.<br />
Zur Aufführung gelangten dabei die Motette "Wie liegt<br />
die Stadt so wüst" von Rudolf Mauersberger, das<br />
„Adagio for strings“ und als ausdrucksvolles Hauptwerk,<br />
das „Requiem“ (Fassung: Franz Süßmayr) von<br />
Mozart. Außer der Kantorei wirkten Elisabeth Menke<br />
(Sopran), Silke Weisheit (Alt), Johannes Klüser (Tenor),<br />
Christian (Bass) und ein Orchester mit, die den<br />
Hörern ein nachhaltiges Musikerlebnis bescherten!<br />
Das Konzert sollte bewusst daran erinnern, die Siegburger<br />
Synagoge am 9. November 1938 in der sogenannten<br />
Progrom- oder Kristallnacht durch einen<br />
schrecklichen Brand zerstört worden ist. Nach dem<br />
Konzert fand ein „Gang des Gedenkens“ statt, der<br />
sich vom Brunnen am „Platz der Synagoge“ (linkes<br />
Foto) ausging! Die Siegburger Synagoge wurde <strong>im</strong><br />
Jahre 1841 eingeweiht, wobei die ihre Ruine wurde<br />
vor dem Jahre 1945 abgetragen wurde. Eine jüdische<br />
Gemeinde ist in der Kreisstadt bereits <strong>im</strong> Mittelalter<br />
belegt.
35 CHOR IM GESPRÄCH<br />
LUPENREINER KLANG
36 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der <strong>im</strong> Jahre 2015 gegründete „Junge Kammerchor<br />
Köln“ ist ein Ensemble, das sich der der A-Cappella-<br />
<strong>Chor</strong>musik aller Stilepochen mit einem lupenreinen<br />
<strong>Chor</strong>klang und faszinierender Phrasierung widmet.<br />
Mit vielseitigen und anspruchsvollen Programmen bewegt<br />
sich der von Alexander Lüken dirigierte Kammerchor<br />
in einem Raum, der für die Musik als auch<br />
für außermusikalische Themen offen ist. Der ambitionierte<br />
<strong>Chor</strong> hat auch schon Konzerte für Betroffene<br />
der schl<strong>im</strong>men Flüchtlingskrise und des schrecklichen<br />
Ukraine-Kriegs veranstaltet. Es ist dem inspirierten<br />
Dirigenten ein besonderes Anliegen weniger bekannten<br />
<strong>Chor</strong>werken und der neuen <strong>Chor</strong>musik ein Gehör<br />
zu verschaffen. Man führt daher auch Werke von<br />
Frauen und Uraufführungen neuer <strong>Chor</strong>werke auf.<br />
Der Kammerchor ist Mitglied <strong>im</strong> „Verband Deutscher<br />
Konzertchöre“ und gewann <strong>im</strong> Jahre 2022 den Landeschorwettbewerb<br />
NRW sowie <strong>im</strong> Jahre 2023 den 3.<br />
Preis be<strong>im</strong> „Deutschen <strong>Chor</strong>wettbewerb“. Im Jahre<br />
2024 gestaltete man unter Alexander Lüken in der<br />
Kölner Kartäuserkirche und in der Kölner Kirche St.<br />
Joseph ein sehr anspruchsvolles Konzert, dem man<br />
den Titel „In neuem Licht“ gegeben hatte. Zur Aufführung<br />
gelangten dabei ausgesuchte <strong>Chor</strong>kompositionen<br />
von Sven-David Sandström (1942-2019), Johannes<br />
Brahms (1833-1897), Ingvar Lidholm (1921-<br />
2017), Sergej Rachmaninoff (18<strong>73</strong>-1943), Julia Bingham<br />
(*1952), Galina Grigorjeva (*1962) und Arne<br />
Mellnäs (1933-2002). Lüken ist Preisträger des renommierten<br />
Eric Ericson Awards 2024 und arbeitet<br />
seit 2025 mit vielen europäischen Rundfunkchören<br />
zusammen. Er ist Assistent des WDR-Rundfunkchores,<br />
künstlerischer Leiter der Kantorei Barmen-Gemarke<br />
und kooperierte mit <strong>Chor</strong>Werk Ruhr zusammen,<br />
leitete Einstudierungen für die Dirigenten Kent<br />
Nagano, Àdàm Fischer, Iván Fischer und George Benjamin<br />
und arbeitete mit dem RIAS-Kammerchor, dem<br />
Det Norske Solistkor, dem Sinfonieorchester Wuppertal<br />
und der AUDI Jugendchor Akademie zusammen.<br />
Als Sänger ist Lüken außerdem bei <strong>Chor</strong>Werk Ruhr,<br />
be<strong>im</strong> Det Norske Solistkor be<strong>im</strong> RIAS-Kammerchor<br />
und be<strong>im</strong> SWR-Vokalensemble tätig. Er dirigierte<br />
auch die Ersteinspielung der wiederentdeckten<br />
“Christus-Trilogie” von Friedrich Schneider, deren<br />
erster Teil in zwei Kategorien für den Opus Klassik<br />
nominiert war. Alexander Lüken studierte <strong>Chor</strong>- und<br />
Orchesterleitung an den Musikhochschulen Köln und<br />
We<strong>im</strong>ar sowie Latein an der Kölner Universität. Zudem<br />
absolvierte er Kurse bei Florian Helgath, Grete<br />
Pedersen, Anders Eby, Volker Hempfling, Morten<br />
Schuldt-Jensen und Alois Glaßner.
37 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SOUND OF CHRISTMAS<br />
Foto: privat<br />
Der Kölner Gospelchor „FortySevenEleven“ ist eine<br />
verschworene Truppe, die das Singen liebt und mit<br />
den Auftritten und Konzerten in und um die Domstadt<br />
die Herzen höherschlagen und <strong>im</strong>mer wieder dafür<br />
sorgt, dass die Seelen schwingen lässt. Die begeisternden<br />
und inspirierten Konzerte in der Kölner Lutherkirche<br />
sind ein deutlicher Beweis dafür! Der engagierte<br />
Gospelchor bietet stets mitreißenden musikalischen<br />
Genuss für Ohren und Augen und praktiziert<br />
die Musik so, dass diese berührt und bewegt. Das<br />
lässt sich hier live erleben. Strahlende Augen, funkelnder<br />
Klang und knisternde Stille sind die Garanten<br />
dafür, dass man sich in der musikalischen Nähe der<br />
hellwach agierenden Sängerinnen und Sänger pudelwohl<br />
fühlt. Das ist offenkundig die Max<strong>im</strong>e des erstklassige<br />
Leitungstrio. Dieses besteht aus <strong>Chor</strong>leitern<br />
Thorsten und Volker Gericke sowie der Pianistin Anna.<br />
Sie begleiten den Gospelchor seit einer geraumen Zeit<br />
mit Schwung und Hingabe, ohne die das Singen nicht<br />
auskommt! Das Repertoire besteht aus Gospels, Spirituals<br />
und modernen Arrangements mit Anleihen aus<br />
Pop und Jazz. Dabei ist die musikalische Botschaft<br />
nicht nur bei den Gospelgesängen universell, da sie<br />
kommt aus der Seele kommt und ins Herz geht!
38 CHOR IM GESPRÄCH<br />
GESUNGENE FREUDE
39 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Der respektable und begeisternde Kölner Gospelchor<br />
„Great Joy“, der sich <strong>im</strong> Jahre 2013 in der Domstadt<br />
gegründet hat, ist inzwischen in Köln und darüber hinaus<br />
bereits etabliert und hat sich zurecht einen sehr<br />
guten Ruf erworben! Die ambitionierten Sängerinnen<br />
und Sänger haben sich unter der künstlerischen Leitung<br />
Natalia Antczak und Martin Drazek (künstlerischer<br />
Direktor) zu einem Ensemble entwickelt, dass<br />
auch überregionale Konzertauftritte für sich verbuchen<br />
kann und das Publikum <strong>im</strong>mer wieder mit eine<br />
„große Freude“ macht. Mit anderen Worten: Der<br />
Name ist buchstäblich Programm! Die Gospelkonzerte<br />
in der Garnisonskirche in Köln-Marienburg <strong>im</strong> Jahre<br />
2024 sowie in der Kölner Trinitatiskirche <strong>im</strong> Jahre<br />
2025 sind eindeutige und überzeugende Indizien für<br />
eine herausragende Musikalität und eine vorbildliche<br />
und zielgerichtete <strong>Chor</strong>arbeit, an der die ausgezeichneten<br />
Singst<strong>im</strong>men ihre helle Freude haben, wie das<br />
Publikum auch! Außer den regelmäßigen intensiven<br />
<strong>Chor</strong>proben gehören auch Workshops in St<strong>im</strong>mbildung.<br />
Atemtechnik und Körperarbeit ergänzen in vielfältiger<br />
Weise die Probenarbeit. Geprobt wird in der<br />
Garnisonskirche in Köln-Marienburg. Eine große Faszination<br />
der Gospel-Musik besteht in ihrer unendlichen<br />
musikalischen Vielfalt und tiefen Ausdruckskraft,<br />
wobei man stets ein bunt gemischtes Repertoire<br />
präsentiert, das Contemporary Black Gospels, Praise<br />
& Worshipsongs von Kirk Franklin, Israel Houghton,<br />
Richard Smallwood u.a. enthält. Ausgewählte Popsongs<br />
zählen ebenfalls zum musikalischen Repertoire.<br />
Fotos: privat
40 CHOR IM GESPRÄCH<br />
CHORJUBILÄEN IN RHEIDT<br />
unter der Leitung von S<strong>im</strong>on Botschen zum Ausdruck,<br />
ehe man einem Festumzug und einem Jubiläumsfest<br />
Fahnenabordnungen der Ortsvereine präsent. Das gilt<br />
auch für den Bläserkreis St. Dionysius Rheidt, der sein<br />
Können in der Festmesse gleichwohl unter Beweis<br />
stellte! Der Domkapitular betonte in der Festpredigt,<br />
dass die Liebe und Aufopferung der Sängerinnen und<br />
Sänger für den <strong>Chor</strong>gesang und damit auch für ihre<br />
Mitmenschen zurecht seine ausdrückliche Wertschät-<br />
Fotos: privat<br />
Im Jahre 2024 feierte der Pfarr-Cäcilien-<strong>Chor</strong> Rheidt<br />
(Stadt Niederkassel) das 175-jährige Jubiläum (!).<br />
Zur Gründungszeit herrschte auch am Rhein das Königreich<br />
Preußen unter dem Monarchen Friedrich Wilhelm<br />
IV. Die Sängerinnen und Sänger brachten das<br />
durch die musikalische Gestaltung einer Festmesse in<br />
der katholischen Pfarrkirche St. Dionysius in Rheidt<br />
am Pfarrhe<strong>im</strong> das seltene Ereignis gebührend feierte.<br />
gebührend gefeiert. Dasselbe Jubiläum begingen<br />
auch die Sänger des MGV Rheidt, die ebenfalls in der<br />
von Pastor Rene Stockhausen und Domkapitular Monsignore<br />
Markus Bosbach zelebrierten Jubiläumsmesse<br />
gesanglich mitwirkten und sich ebenso am Festumzug<br />
und be<strong>im</strong> Jubiläumsfest beteiligten Als besonderes<br />
Zeichen der Anerkennung der Chöre waren die<br />
zung hätte. Der Jubiläumsumzug wurde von Musikerinnen<br />
und Musikern des Tambourcorps „Germania“<br />
Müllekoven und des Bläserkreis St. Dionysius unter<br />
der Leitung von Hans Georg Geus musikalisch begleitet.<br />
Im örtlichen Pfarrhe<strong>im</strong> wurde bei bestem Wetter<br />
ein geselliges Beisammensein veranstaltet. Unter den<br />
vielen Gästen weilte auch Bürgermeister Matthias<br />
Großgarten, der die Schirmherschafft über das Jubiläumsfest<br />
übernommen hatte.