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Chor im Gespräch FOLGE 71

Chor im Gespräch (c) Walter Dohr - alle Rechte vorbehalten; Vervielfältigung oder auszugsweise Wiedergabe nur nach Autorisierung des Autors gestattet

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1 CHOR IM GESPRÄCH<br />

CHOR IM GESPRÄCH<br />

Gem. <strong>Chor</strong> „Querbeet“ Hennef (Foto: privat)<br />

<strong>71</strong>. Folge


2 CHOR IM GESPRÄCH<br />

VORWORT<br />

Diese Betrachtung soll ein Bekenntnis zum hiesigen<br />

<strong>Chor</strong>gesang sein, der nicht nur die Menschen <strong>im</strong>mer<br />

wieder erfreut, sondern auch ein Stück gelebte He<strong>im</strong>at<br />

ist. Das zeigt nicht nur die Tradition der Chöre<br />

und <strong>Chor</strong>gemeinschaften, sondern auch die vielfältigen<br />

Aktivitäten, die sich zwangsläufig aus dem <strong>Chor</strong>und<br />

Vereinsleben ergeben. Das gilt für die zahlreichen<br />

Auftritte, Konzerte und anderweitigen Veranstaltungen.<br />

Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass das Singen<br />

auch den Sängerinnen und Sängern viel Spaß bereitet.<br />

Dass das Singen zudem eine gesellige und soziale<br />

Komponente hat, müsste eigentlich allen Menschen<br />

bekannt sein! Darum liegt es eigentlich auf der Hand,<br />

dass man sich für dieses Metier wirklich interessieren<br />

sollte. Das ganze Umfeld soll deshalb einmal intensiv<br />

betrachtet und auch denen nähergebracht werden,<br />

die sich eigentlich dessen nicht so bewusst sind. Außer-dem<br />

hat es für den Verfasser den weiteren Grund,<br />

dass sich damit für ihn ein stiller Wunsch erfüllt. Es<br />

ist für ihn interessant, das vielfältige Geschehen zu<br />

erleben und zu dokumentieren. Nicht nur der hiesige<br />

<strong>Chor</strong>gesang erlebt eine Zeit, in der die Sängerinnen<br />

und Sänger nachhaltig beweisen können und müssen,<br />

was ihnen das musikalische Erbe wert ist, das es zu<br />

bewahren gilt. Wir sollten uns nicht nur bei Jubiläumsfeiern<br />

daran erinnern. Doch ist leichter gesagt als<br />

getan. Denn es verlangt einen ausgeprägten Gemeinsinn<br />

und die überzeugte Freude am Singen!<br />

Walter Dohr<br />

INHALTSVERZEICHNIS<br />

02 Vorwort<br />

03 Liebe ist viel mehr als ein Wort<br />

05 Anspruchsvolle Werke aufgeführt<br />

08 Benefizkonzert in Wermelskirchen<br />

10 Reine Männersache<br />

12 Neues Instrument in Bielstein<br />

14 Ausgesuchte Musik aufgeführt<br />

16 Offene <strong>Chor</strong>probe in Wermelskirchen<br />

18 Classic meets Pop<br />

20 Der Name ist Programm<br />

22 Lebensfrohe Botschaft<br />

25 Was für ein Konzert<br />

28 Ausgesuchte Werke aufgeführt<br />

30 Singen <strong>im</strong> Alter<br />

31 Exponierte Musikliteratur<br />

33 Singen macht viel Freude<br />

34 Love & Peace<br />

35 Vom Dunkel ans Licht<br />

36 Stiftungsfest in Lohmar-Höffen<br />

37 Requiem aufgeführt<br />

39 Lieblingsstücke präsentiert<br />

*<br />

Singen ist Balsam für Leib und Seele!<br />

ZITAT<br />

Musik kann man durch nichts aufwiegen,<br />

da man durch sie tief berührt wird.<br />

Paavo Järvi<br />

*<br />

HINWEIS<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen<br />

die männliche Form verwendet.<br />

Entsprechende Begriffe gelten <strong>im</strong> Sinne der Gleichbehandlung<br />

für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform<br />

hat nur redaktionelle Gründe.<br />

*<br />

LINKAGES<br />

https://www.yumpu.com/kiosk/chor<strong>im</strong>gespraech<br />

https://1drv.ms/f/s!As9AmXn5yL0pjJwgJCBtOsIpkS1aoA?e=onO73t<br />

*<br />

IMPRESSUM<br />

Autor und Herausgeber:<br />

Walter Dohr<br />

Assistenz: Erik Breidenbach<br />

Redaktion: walterdohr@musik-kompendium.de


3 CHOR IM GESPRÄCH<br />

LIEBE IST VIEL MEHR


4 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Die engagierten Sängerinnen und Sänger der traditionsreichen<br />

<strong>Chor</strong>gemeinschaft „Eintracht“ Volmershoven-Heidgen<br />

(Gemeinde Alfter) und ihr langjähriger<br />

und kompetenter <strong>Chor</strong>leiter Alfons Gehlen hatten<br />

für das Konzert <strong>im</strong> Jahre 2024 die musikalische Losung<br />

„"Liebe ist viel mehr als nur ein Wort" ausgegeben.<br />

Damit wollten sie weiteres Mal be<strong>im</strong> he<strong>im</strong>ischen<br />

Publikum punkten, was ihnen auch in überzeugender<br />

und vorbildlicher Weise gelang! Die Liebe in ihren<br />

vielen gefühlvollen Facetten und Nuancen bietet stets<br />

die Möglichkeit in die Welt der Gefühle einzutauchen<br />

und die vielfältigen Emotionen zum Ausdruck zu bringen.<br />

Da machte die <strong>Chor</strong>gemeinschaft, die <strong>im</strong> Vorgebirge<br />

ihre musikalische He<strong>im</strong>at hat, wahrlich keine<br />

Ausnahme und lebte in den Tönen so richtig die Liebe<br />

zur Musik und zur Liebe selbst aus! Zudem präsentierte<br />

man sich <strong>im</strong> Jahre 2024 be<strong>im</strong> Seniorentag auf<br />

dem Dorfplatz Volmershoven-Heidgen, um den älteren<br />

Menschen einen Liederstrauß darzubieten und mit<br />

ihnen auch gemeinsam zu singen. Solche Auftritte<br />

bereiten den Sängerinnen und Sänger und dem Publikum<br />

<strong>im</strong>mer eine besondere Freude und machen richtig<br />

Spaß. Darüber gab es <strong>im</strong> selben Jahr einen weiteren<br />

Auftritt be<strong>im</strong> offiziellen Empfang anlässlich des<br />

Besuches der Städtepartnerschaft aus dem französischen<br />

Châteauneuf-sur-Charente (nahe der bekannten<br />

Stadt Cognac) <strong>im</strong> Oedekovener Rathaus. Nicht zu<br />

vergessen das traditionelle Maiansingen auf dem erwähnten<br />

Dorfplatz, wo man einmal mehr musikalisch<br />

in Erscheinung trat, und die Gelegenheit nutzte, mit<br />

der Dorfgemeinschaft in zünftiger Manier den Mai zu<br />

begrüßen. Die <strong>Chor</strong>gemeinschaft ist entstanden aus<br />

dem traditionsreichen Männergesangverein „Eintracht“<br />

Volmershoven-Heidgen <strong>im</strong> Jahre 1897 von<br />

sangesfreudigen Männern der Nachbargemeinden<br />

Volmershoven und Heidgen ins Leben gerufen worden.<br />

Die Festschrift zum 100jährigen Vereinsjubiläum<br />

<strong>im</strong> Jahre 1997 berichtet in detaillierter und interessanterweise<br />

über die wechselvolle <strong>Chor</strong>geschichte.<br />

Nach der Jahrhundertwende kämpfte man buchstäblich<br />

ums Überleben. Wollte man zukünftig weiter singen,<br />

so mussten neue Wege gegangen werden. <strong>Chor</strong>vorsitzender<br />

Andreas Schwalb und <strong>Chor</strong>leiter Alfons<br />

Gehlen entschlossen sich, die Chancen für einen Gemischten<br />

<strong>Chor</strong> auszuloten. So bildete sich <strong>im</strong> Jahre<br />

2008 ein Projektchor, bei dem auch Frauen zum Mitsingen<br />

gewonnen wurden. Nach mehrmonatiger Probezeit<br />

gab man noch <strong>im</strong> selben Jahr das erste Konzert.<br />

Mit Begeisterung und Freude sang man vor Heiligabend<br />

ein Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St.<br />

Maria Hilf in Volmershoven-Heidgen.


5 CHOR IM GESPRÄCH<br />

ANSPRUCHSVOLLE WERKE


6 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Auch in der „Kantorei Wermelskirchen“ (Rheinisch-<br />

Bergischer Kreis) begegnen sich seit Jahren Menschen<br />

verschiedener Generationen mit ausgeprägter<br />

Freude und Begeisterung am Musizieren. Zum Repertoire<br />

des zurzeit aus 50 Mitgliedern und weiteren<br />

Gastsängerinnen und Gastsängern des respektablen<br />

<strong>Chor</strong>es zählen ausgesuchte Werke aus alter und<br />

neuer Zeit, vom einfachen Lied bis zu Meisterwerken<br />

wie beispielsweise das beliebte Oratorium “Die Jahreszeiten”<br />

von Joseph Haydn, das <strong>im</strong> Jahre 2023 zu<br />

Gehör gebracht worden ist. Die eigentliche Hauptaufgabe<br />

sieht man in der musikalischen Mitwirkung unter<br />

der künstlerischen Leitung von Kirchenmusiker Andreas<br />

Pumpa bei Gottesdiensten und Veranstaltungen<br />

der evangelischen Kirchengemeinde in der evangelische<br />

Stadtkirche Wermelskirchen. Die musikalische<br />

Programmgestaltung orientieret sich dabei an der<br />

anspruchsvollen <strong>Chor</strong>literatur. Daher umfasst die gottesdienstliche<br />

Mitwirkung stets auch Motetten, Kantaten,<br />

Messen und Oratorien. So ist es <strong>im</strong> kirchlichen<br />

Leitbild der evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen<br />

ausdrücklich verankert ist. Darüber hinaus<br />

pflegt man das Kulturgut der geistlichen und weltlichen<br />

Musik in Konzerten und trägt auf diese Weise<br />

zur Gestaltung des kulturellen Lebens in der Stadt<br />

Wermelskirchen und ganzen Region des Bergischen<br />

Landes bei. Regelmäßig arbeitet man zudem mit anderen<br />

Chören zusammen, um die Kontakte und Vernetzung<br />

zu fördern und zu festigen! So unterhält beispielsweise<br />

aktive Beziehungen zu befreundeten Chören<br />

in Thüringen. Neben <strong>Chor</strong>reisen gehören intensive<br />

Probenwochenenden vor Konzerten zum <strong>Chor</strong>leben.<br />

Im Jahre 2024 führte die Kantorei die Messa da<br />

Requiem (Verdi-Requiem) von Giuseppe Verdi auf. Es<br />

liegt auf der Hand, dass die gesungene Literatur eine<br />

sicher beherrschte Intonation erfordert. Deshalb gehören<br />

Einzel- und Gruppenst<strong>im</strong>mbildung zum festen<br />

Bestandteil der <strong>Chor</strong>arbeit. Die angestrebten Ziele<br />

der zielorientierten Arbeit bringen es mit sich, dass<br />

die Musikstücke zuhause nachgearbeitet werden.<br />

Hierfür stehen Übe-Medien zur Verfügung. Man freut<br />

sich besonders über eine wachsende Bedeutung der<br />

Kirchenmusik in der Kirchengemeinde. Chöre und Instrumentalmusik<br />

bereichern die Gottesdienste <strong>im</strong>mer<br />

häufiger, wobei die großen Konzerte in der Stadtkirche<br />

für sich sprechen! Die Aufführungen der Rossini-<br />

Messe und des Brahms-Requiems sind wahrlich ein<br />

beredtes Zeugnis hierfür.


7 CHOR IM GESPRÄCH


8 CHOR IM GESPRÄCH<br />

FÜR EINE GUTE SACHE


9 CHOR IM GESPRÄCH<br />

auch psychologisch betreut, um traumatische Erlebnisse<br />

aus dem Kriegsgebiet zu behandeln. Unter der<br />

Leitung von Daniela Bornefeld singt man u.a. neue<br />

geistliche Lieder, Gesänge aus Taizé, Gospels, Spirituals.<br />

Worship-Songs sowie klassische und moderne<br />

<strong>Chor</strong>stücke. Die jungen Singst<strong>im</strong>men wirken Wir singen<br />

regelmäßig musikalisch in Gottesdiensten mit<br />

und erarbeiten <strong>im</strong>mer wieder größere Werke und Musicals.<br />

Zu erwähnen ist auch die Zusammenarbeit mit<br />

anderen Chören und die Teilnahme an Veranstaltungen<br />

der Kölner Diözese.<br />

Fotos: privat<br />

Der Junge <strong>Chor</strong> MiCaDo Wermelskirchen hat in der<br />

katholischen Kirchengemeinde St. Michael und Apollinaris<br />

Wermelskirchen seine musikalische He<strong>im</strong>at.<br />

Sein Name steht dabei für „Michael Cantat Domino“ –<br />

St. Michael singt dem Herrn. Das Zusammenwirken<br />

der jungen und begeisterten Sängerinnen und Sänger,<br />

die sich mehrheitlich aus der rheinisch-bergischen<br />

Pfarrgemeinde rekrutieren, verbindet man<br />

zudem mit den bunten Mikado-Stäbchen. Deren Spiel<br />

bereitet allen Generationen <strong>im</strong>mer wieder viel Freude.<br />

Im Jahre 2022 veranstaltete der singfreudige Jugendchor<br />

ein Konzert, dessen Erlös von 1085 Euro für die<br />

die Ukraine-Hilfe der Caritas gespendet wurde. Die<br />

Caritas engagiert sich vor Ort für die humanitäre<br />

Hilfe. Dazu zählen auch Zufluchtsorte, wo Kinder unterstützt<br />

werden. So können diese für eine Weile unbeschwert<br />

verbringen. Außerdem werden die Kinder


10 CHOR IM GESPRÄCH<br />

REINE MÄNNERSACHE<br />

Das renommierte Vokal-Quintett „Die Kellner“ aus<br />

Lohmar veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite,<br />

dass sie es genossen hätten, <strong>im</strong> Jahre 2024 in der<br />

Hennefer Meys Fabrik Teil des gelungenen Konzertes<br />

"Reine Männersache" gewesen wären, bei dem sie als<br />

besondere Gäste auftreten sind. Das musikalisch vergnügliche<br />

Event war einmal mehr vom „Stadtverband<br />

Hennefer Chöre“ organisiert worden und bot ein vielfältiges<br />

Programm mit schwungvollen und besinnlichen<br />

Beiträgen des Männerchores „Constantia“ Weingartsgasse,<br />

den Hennefer SIEGfonikern und des MGV<br />

Merten/Sieg, die allesamt unter der bewährten Leitung<br />

von Karsten Rentzsch stehen. Der vielseitige und<br />

versierte <strong>Chor</strong>dirigent hatte zudem die Moderation<br />

übernommen, was ihm vorbildlich gelang! Ihr größter<br />

Coup in der besagten Meys Fabrik sei die Präsentation<br />

des legendären Ohrwurms „Hotel California“ der USamerikanischen<br />

Country-Rock-Band „Eagles“ aus<br />

dem Jahr 1976 gewesen. Das wäre für die Lohmarer<br />

Vokalakrobaten <strong>im</strong>mer wieder ein Heidenspaß, die Atmosphäre<br />

dieses Songs einzufangen und die Zuhörer<br />

in den Bann jede, der bekannten Kapriolen zu ziehen.<br />

So sei denn auch die Resonanz nach dem Schlusston<br />

in Hennefs guter Stube überwältigend gewesen, wobei<br />

sie, „Die Kellner“, von der positiven Energie <strong>im</strong><br />

Saal einfach begeistert war. Für sie es ein besonderer<br />

Abend gewesen, der von den beteiligten Chören und<br />

dem Publikum noch lange in Erinnerung bleiben<br />

werde.


11 CHOR IM GESPRÄCH<br />

allerbeste musikalische St<strong>im</strong>mung und vorzügliches<br />

Entertainment. Das gilt u.a. für das sinnenfrohe „Hallelujah“<br />

von Leonard Cohen und die hervorragenden<br />

St<strong>im</strong>mungsaufheller „Ice in the sunshine“ und „Bohemian<br />

Rhapsody“. Seit mehr als 25 Jahren begeistert<br />

man eine <strong>im</strong>mer noch wachsende Fangemeinde. „Die<br />

Kellner“ rekrutieren sich aus Jens Wölken, Daniel Hürter,<br />

Christoph, Johannes und Gregor Wingenfeld. Die<br />

authentische, dynamische und sogar international<br />

ausgezeichnete A cappella-Formation hat sich von<br />

Anfang an dem Vokal-Pop mit viel Erfolg und viel<br />

Herzblut verschrieben.<br />

Fotos: privat<br />

Man freue sich schon auf weitere Auftritte und darauf,<br />

erneut für solche magischen Momente zu sorgen. „Die<br />

Kellner“ versuchen mit markanten St<strong>im</strong>men und einem<br />

stilsicheren Sound sowie durch eine pointenreiche<br />

Moderation und charmante Performance zu überzeugen.<br />

Das unerschöpfliche Repertoire lässt nicht<br />

nur bei der zweistündigen Show „Just a cappella“ keinerlei<br />

Langeweile aufkommen. So charakterisieren<br />

sich die „Wise Guys“ aus dem Aggertal, die überall für


12 CHOR IM GESPRÄCH<br />

NEUES INSTRUMENT


13 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Nach der schrecklichen Corona-Pandemie hat sich der<br />

traditionsreiche „Bielsteiner Männerchor“ (Oberbergischer<br />

Kreis) einen neuen Flügel angeschafft. Inzwischen<br />

hat man das neue Instrument, das bei vielen<br />

Auftritten, Konzerten und <strong>Chor</strong>proben wie von selbst<br />

in den musikalischen Fokus rückt, offiziell vorgestellt<br />

und damit sozusagen eingeweiht! Bei der Präsentation<br />

waren auch die Sponsoren anwesend, um dem<br />

Klavierklang zu lauschen. Der neue Flügel ist seit den<br />

siebziger Jahren der Dritte seiner Art, der nicht nur<br />

dem „Bielsteiner Männerchor“ gute Dienste geleistet<br />

hat. Außer der Sparkasse Gummersbach, die etwa die<br />

Hälfte der Finanzierung beisteuerte, beteiligten sich<br />

die Erzquell-Brauerei Bielstein, die Bürgerstiftung<br />

Wiehler Kulturgüter, das Ensemble „Cantabile Wiehl“,<br />

der „Frauenchor Oberbantenberg“ (Stadt Wiehl) und<br />

selbstredend die Sänger des Männerchors bei. <strong>Chor</strong>-<br />

vorsitzender Herbert Müller begrüßte die Gäste <strong>im</strong><br />

Bielsteiner Vereinsraum <strong>im</strong> Schulzentrum und präsentierte<br />

das neue Musikinstrument den Anwesenden<br />

und der Öffentlichkeit, wobei der „Bielsteiner Männerchor“<br />

unter der bewährten und präsenten Leitung von<br />

Karsten Rentzsch einige Liedvorträge zu Gehör<br />

brachte. Gleich drei Pianisten spielten vor und begleiteten<br />

den „Bielsteiner Männerchor“, der den Gästen<br />

gleichzeitig einen vorzüglichen Einblick in ihr Repertoire<br />

bot. Neben den drei erwähnten Chören nutzt<br />

auch die Musikschule der Homburgischen Gemeinden<br />

den Vereinsraum für den Musikunterricht und der<br />

Kreis-<strong>Chor</strong>verband für St<strong>im</strong>mübungen. Eingerichtet<br />

wurde der Vereinsraum vor mehr als 40 Jahren durch<br />

den „Bielsteiner Männerchor“, nachdem dieser von<br />

der Stadt Wiehl zur Verfügung gestellt worden war.<br />

Im Jahre 2025 feiert der „Bielsteiner Männerchor“ das<br />

125-jährige Bestehen mit einem großen <strong>Chor</strong>fest in<br />

Zusammenarbeit mit dem "Bergisches <strong>Chor</strong>fest e.V."<br />

auf vier Bühnen in Bielstein. Zudem steht ein Festkonzert<br />

auf dem Jubiläumsprogramm, das gemeinsam<br />

mit dem seit vielen Jahren befreundeten MGV<br />

Schlanders aus Südtirol und dem vielfachen Meisterchor<br />

des <strong>Chor</strong>verbandes NRW, dem Frauenchor<br />

Oberbantenberg, gestaltet wird und das gewiss zu einem<br />

musikalischen Leckerbissen avancieren wird!<br />

Der Ton macht die Musik.<br />

Der Resonanzboden muss das Herz sein.<br />

Heinz Rühmann


14 CHOR IM GESPRÄCH<br />

AUSGESUCHTE MUSIK


15 CHOR IM GESPRÄCH<br />

die prächtige Arie „Comfort ye“. Diese handelt von der<br />

Ankündigung des Messias und der Geburt Jesu und<br />

erzählt in nahezu h<strong>im</strong>mlischer Weise die hehren und<br />

berührenden Worte des Alten Testaments. Wie auch<br />

die <strong>Chor</strong>sätze „And the glory of the Lord“, “For unto<br />

us a child is born”, “And He shall purify” sowie das<br />

tröstliche “His yoke is easy”. Das trifft ebenso auf die<br />

beschwörenden und atemvollen Arien „But who may<br />

abide the day of His coming“, „The people that walked<br />

in darkness have seen a great light“ und Rejoice<br />

greatly“ zu. Natürlich durfte als berauschendes Gipfelstück<br />

Hallelujah-<strong>Chor</strong> nicht fehlen, mit dem sich<br />

Händel für alle Ewigkeit in die Musikgeschichte eingeschrieben<br />

hat! Die Wurzel der englischen Kathedralmusik<br />

liegt in der benediktinischen Tradition.<br />

Fotos: privat<br />

Der ambitionierte Kammerchor der evangelischen<br />

Kirchengemeinde Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer<br />

Kreis) führte <strong>im</strong> Adventskonzert 2023 in der<br />

Stadtkirche in Wermelskirchen unter der bewährten<br />

Leitung von Kantor Andreas Pumpa Auszüge des unsterblichen<br />

Messias-Oratoriums von Georg Friedrich<br />

Händel und ausgesuchte englische Kathedralmusik<br />

aus fünf Jahrhunderten auf. Außer den engagierten<br />

Sängerinnen und Sänger des Kammerchores wirkten<br />

den versierten und stilverständigen Musikerinnen und<br />

Musikern des „Consortium Musica Sacra Köln“, die<br />

Sopranistin Veronika Madler, die Altistin Henriette<br />

Gödde, der Tenorsolist Martin Logar, der Bassbariton<br />

Thilo Dahlannn und die Organistin Tzetanka Spruck<br />

mit. Vor dem eigentlichen Konzert verwies Pfarrer<br />

Volker Lubinetzki in der Begrüßung auf die Zeit Händels<br />

und auf die Zeitlosigkeit und Frische seines Oratoriums<br />

hin. Diese Musik verstehe es auch nach 300<br />

Jahren, den Zuhörer zu ergreifen und emotional tief<br />

zu berühren. Ein beredtes Indiz dafür war sicherlich<br />

Nach der Loslösung der Kirche Englands von Rom <strong>im</strong><br />

Jahr 1534 durch König Heinrich VIII. und der Aufhebung<br />

sämtlicher Abteien und Klöster innerhalb des<br />

Königreiches gründete die „Church of England“ viele<br />

Kathedralchöre, die das Offizium der Mönche und<br />

Nonnen übernahmen. In fünf Jahrhunderten entwickelte<br />

sich in England eine weltweit einzigartige kirchenmusikalische<br />

Tradition, die zahlreiche englische<br />

Komponisten und Kirchenmusiker bis in die Gegenwart<br />

hervorgebracht hat. Die Einmaligkeit der Kathedralchöre<br />

aus Knaben- und Männerst<strong>im</strong>men besteht<br />

in der täglichen Praxis und der hohen musikalischen<br />

Qualität. Die <strong>Chor</strong>ister leben in Kathedralschulen,<br />

deren Existenz der Ausbildung und Förderung<br />

musikalischer Talente liegt.


16 CHOR IM GESPRÄCH<br />

AB IN DEN CHOR!


17 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Foto/Plakat: Privat/Deutscher <strong>Chor</strong>verband<br />

Anlässlich der bundesweiten Aktion der „Woche der<br />

offenen Chöre“ des Deutschen <strong>Chor</strong>verbands unter<br />

dem Slogan „Ab in den <strong>Chor</strong>“, hatten Wermelskirchener<br />

Chöre <strong>im</strong> Jahre 2023 zur unverbindlichen Teilnahme<br />

an einer Schnupperprobe eingeladen. Vielleicht<br />

könne man Interessierte für ein neues Hobby<br />

begeistern, meinte Renate Chlosta, Vorsitzende des<br />

Frauenchors „Bella Melodica“ das Ziel der Aktion. Man<br />

wolle den Interessierten einen Einblick in die Probenarbeit<br />

und das Repertoire geben. Jeder sei willkommen:<br />

Egal ob jung oder alt, ob Anfänger oder erfahrener<br />

<strong>Chor</strong>sänger. Gemeinsam in einem <strong>Chor</strong> zu singen,<br />

sei schon ein großartiges Erlebnis. Das hätten<br />

einige Chöre in Wermelskirchen mit ihrem ersten Gemeinschaftskonzert<br />

aus Anlass des Jubiläumsjahres<br />

„150 Jahre Stadtrechte Wermelskirchen“ <strong>im</strong> Jahre<br />

2023 schwärmt Renate Chlosta. An den instruktiven<br />

Schnupperproben beteiligten sich der MGV Liedertafel<br />

Dhünn, der MGV Niederwermelskirchen, der Gemischte<br />

<strong>Chor</strong> „Reharmonie“ Wermelskirchen und der<br />

Frauenchor „Bela Melodica“ Wermelskirchen. Man<br />

kämpfe gerade in der heutigen Zeit um neue aktive<br />

<strong>Chor</strong>mitglieder. Schließlich wären die Zeiten für Chöre<br />

und <strong>Chor</strong>gemeinschicht gewiss kein Zuckerschlecken,<br />

so Renate Chlosta. Bundesweit habe die Corona-Pandemie<br />

dem <strong>Chor</strong>gesang einen weiteren Schlag verpasst<br />

und das <strong>Chor</strong>sterben noch beschleunigt. Der<br />

Frauenchor „Bella Melodica“ hätte sich stabil gehalten.<br />

Vier Damen hätten sich aus Alters- oder Gesundheitsgründen<br />

verabschiedet. Dafür habe man vier<br />

neue Sängerinnen begrüßen können.


18 CHOR IM GESPRÄCH<br />

CLASSIC MEETS POP


19 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Be<strong>im</strong> Gemischten <strong>Chor</strong> „Good News Singers“ Wermelskirchen<br />

(Rheinisch-Bergischer Kreis) ist der<br />

Name selbstredend Programm. Die engagierten Sängerinnen<br />

und Sänger haben sich vor allem dem<br />

Gospelgesang mit Leib und Seele verschrieben. Die<br />

Corona-Pandemie hat auch diesen <strong>Chor</strong> nicht verschont,<br />

der alles dafür getan hat, dass man <strong>im</strong> Jahre<br />

2023 ein großartiges Doppelkonzert in der Stadtkirche<br />

in Wermelskirchen veranstalten und damit viele<br />

Hörer damit begeistern konnte. Die Pandemie habe<br />

dem <strong>Chor</strong> schon weh getan, erinnert sich <strong>Chor</strong>leiterin<br />

Silke Vogel, da zwei Jahre lang keine Proben stattgefunden<br />

hätten. Einige <strong>Chor</strong>mitglieder kehrten danach<br />

nicht wieder zurück. Zudem hätte man auch zwei Todesfälle<br />

zu beklagen gehabt. Daher war die versierte<br />

<strong>Chor</strong>leiterin umso glücklicher, dass man unter dem<br />

musikalischen Motto „Classic meets Pop“ das besagte<br />

Doppelkonzert präsentieren konnte. Den Singst<strong>im</strong>men<br />

sei dabei wichtig gewesen, erst einmal wieder als<br />

<strong>Chor</strong> auf die Beine zu kommen, was dann auch<br />

gelungen ist, zeigte das Doppelkonzert. Das habe mit<br />

der besonderen Gemeinschaft <strong>im</strong> Ensemble und mit<br />

der Kraft der Musik zu tun, so die <strong>Chor</strong>leiterin! Es hätten<br />

sich auch neue <strong>Chor</strong>mitglieder gefunden, die motiviert<br />

an den wöchentlichen <strong>Chor</strong>proben und den großen<br />

Probentagen für die Konzerte vorbildlich mitgewirkt<br />

hätten. Sie spüre, wie verbunden und verwurzelt<br />

viele in diesem <strong>Chor</strong> wären, weiß Silke Vogel. Für<br />

diejenigen, die noch nicht so lange dabei wären, seien<br />

die langen Samstagsproben eine schöne neue Erfahrung<br />

gewesen. Be<strong>im</strong> Doppelkonzert waren auch die<br />

Musiker der Band mit von der Partie, die schon vor<br />

der Pandemie für musikalische Rückendeckung sorgten.<br />

Auf dem Programm standen viele vertraute Lieder,<br />

die der Gospelchor „Good News Singers“ schon<br />

in ihren Anfängen gesungen haben. Manche dieser<br />

Lieder haben wir noch mal neu gelernt, erzählt Silke<br />

Vogel. Andere Lieder seien noch dazugekommen, wie<br />

beispielsweise „Africa“ von Toto. Der <strong>Chor</strong> probt einmal<br />

in der Woche <strong>im</strong> Gemeindehaus am Markt in Wermelskirchen,<br />

wobei in jeweils zwei Stunden, Repertoirestücke<br />

verfeinert und neue Gospelgesänge und<br />

Spirituals einstudiert werden. Den <strong>Chor</strong> leitet außer<br />

Silke Vogel auch Horst Berger, die alles dafür tun,<br />

dass die <strong>Chor</strong>arbeit ihre musikalischen Früchte trägt!<br />

Die Geselligkeit und der Gemeinschaftssinn gehören<br />

ebenfalls dazu.<br />

Musik berührt uns emotional,<br />

wo Worte allein nicht ausreichen.<br />

Johnny Depp


20 CHOR IM GESPRÄCH<br />

GRENZENLOS


21 CHOR IM GESPRÄCH<br />

„grenzenloser“ Empathie, für die man dem <strong>Chor</strong> und<br />

seinem Dirigenten wirklich ein großes Lob zollen<br />

muss! Auch bei diesem gelungenen Konzert, das unter<br />

dem sinnfälligen musikalischen Motto „Viva la<br />

Vida“ (Besingt das Leben) firmierte, zeigte der <strong>Chor</strong><br />

sein bemerkenswertes Repertoire. So singt man u.a.<br />

Fotos: privat<br />

Im Jahre 2023 veranstaltete der Gemischte <strong>Chor</strong><br />

„Grenzenlos“ Overath (Rheinisch-Bergischer Kreis)<br />

unter der bewährten Leitung von David Hubert in der<br />

katholischen Pfarrkirche St. Walburga in Overath ein<br />

weiteres Konzert, von dem das Publikum von der<br />

Demo gegen Rassismus am Kulturbahnhof in<br />

Overath, bei der „Grenzenlos“ mit von der Partie war<br />

von der ersten Minute an zurecht hellauf begeistert<br />

war! Dabei präsentierte sich der respektable und engagierte<br />

<strong>Chor</strong> mit seinen vielen Sängerinnen und Sängern<br />

in hervorragender st<strong>im</strong>mlicher Verfassung und<br />

neuen geistliche Lieder, Taizé-Lieder, <strong>Chor</strong>arrangements<br />

von Popstücken und Musicalsongs und <strong>Chor</strong>werken<br />

wie Rheinbergers „Abendlied“. Grenzenlos<br />

sind auch die <strong>Chor</strong>auftritte bei Taizé-Andachten,<br />

Christmetten, Osternächten, Erstkommunionen und<br />

Sonntagsmessen sowie auf dem Overather Weihnachtsmarkt,<br />

auf der Adventsfeier <strong>im</strong> Altenhe<strong>im</strong> oder<br />

bei der Altenberger Gospelnacht. Highlights waren<br />

der WDR-Wettbewerb "Bester <strong>Chor</strong> <strong>im</strong> Westen" und<br />

das Deutsch-Französisches Konzert in Pérenchies.


22 CHOR IM GESPRÄCH<br />

FROHE BOTSCHAFT


23 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Nach der glücklich überstandenen Corona-Pandemie<br />

veranstaltete der „Gospelchor Gummershach“ (Oberbergischer<br />

Kreis) in der evangelischen Kirche in Gummersbach<br />

ein Konzert, das mit dem sinnfälligen Motto<br />

„Together again for Christmas" überschrieben war.<br />

Das musikalische Event war von der Diakonie des Kirchenkreises<br />

An der Agger gefördert worden. Ja, wieder<br />

zusammen zu Weihnachten, das war das die<br />

mehrdeutige Losung des ersten großen Konzertes,<br />

das der Gospelchor der evangelischen Kirchengemeinde<br />

Gummersbach zusammen mit der Begleitband<br />

unter der Leitung von Kantorin Annette Giebeler<br />

zu Gehör brachte. Nach der Corona bedingten Ausfallzeit<br />

freuten sich die Sängerinnen und Sänger und<br />

das Publikum auf das musikalische Zusammensein <strong>im</strong><br />

oberbergischen Dom. Und das zurecht! Kein Wunder,<br />

dass das Gotteshaus in der Stadtmitte bis auf den<br />

letzten Platz ausgebucht war. Zur Aufführung gelangte<br />

ein abwechslungsreiches Konzert mit st<strong>im</strong>mungsvollen<br />

Lichtarrangements und Projektionen auf<br />

zwei Videoleinwänden, so dass man auch in den Seitenschiffen<br />

das Konzert visuell gut verfolgen konnte.<br />

Die technische Leitung verstand es dabei gut, die jeweiligen<br />

Vokal- und Instrumentalsolistinnen und -solisten<br />

sowie den <strong>Chor</strong> in Nahaufnahmen in Szene zu<br />

setzen. Die Kantorin begründete das Ganze damit,<br />

dass dieses Zusammensein sowie das Leben selbst<br />

am besten mit Singen gestaltet werden könne lieferte<br />

so eine weitere Deutung des Konzertthemas. Dass<br />

der <strong>Chor</strong> nach der Corona-Auszeit sich wieder zusammengefunden<br />

habe und dieses Konzert auf die Beine<br />

gestellt habe, sei sehr anerkennenswert. Dem<br />

Gospelchor stand dabei die Band, bestehend aus Marc<br />

Spies (E-Gitarre), Ivan Golubic (Gitarre), Maik Rittinghaus<br />

(Bass), Nico Rittinghaus (Drums), Heike<br />

Skorczyk (Violine), Katja Stemmler (Flöten), Helga<br />

Radigk (Dudelsack) und Annette Giebeler (Keyboard<br />

und Leitung) musikalisch zur Seite. Bei einigen Stücke<br />

präsentierten sich zudem Katja Stemmler und<br />

Heike Skorczyk sowie Helga Radigk als Solistinnen.<br />

Besonders der Einsatz eines Dudelsacks war gewiss<br />

ein Novum. Doch der einzigartige Klang des rustikalen<br />

Instruments passte vorzüglich zum Motto des Konzertes,<br />

das grenzüberschreitend für Frieden und Freundschaft<br />

bewusst apostrophieren sollte! Das zeigte auf<br />

vorbildliche Weise Stück „Freedom is a voice“ mit dem<br />

Fazit „Freedom is the courage to take another hand“.<br />

Dieses Musik Stück hat Bobby McFerrin in besonders


24 CHOR IM GESPRÄCH<br />

kunstvoller Manier vertont hat. Es begann in einem<br />

afrikanischen Dialekt (Solo: Florian Giebeler) und<br />

wurde mit dem schottischen Traditional „Amazing<br />

grace“ (Solo: Claudia Lemmer), wobei die volkstümlichen<br />

Töne des Dudelsacks nicht fehlten. Dieser war<br />

auch <strong>im</strong> Stück „You’ve got a friend in me“ von der<br />

Kanzel ertönte. Das Programm enthielt Songs aus den<br />

Genres Gospel, Soul und Pop. Im unsterblichen Händel-<strong>Chor</strong><br />

„Joy to the world“ zeigte die Solistin Gabi<br />

Leopold, dass sie sich mit der frohen Botschaft ganz<br />

und gar identifizierte. Das Dargebotene beschäftigte<br />

sich intensiv Frieden und Freude, Freiheit und Liebe,<br />

Freundschaft und Segen. Der Gospelchor zeigte viel<br />

Singfreude und präsentierte alle Texte auswendig und<br />

mit ausdrucksvollen Gesten. Die <strong>Chor</strong>mitglieder<br />

Derya Moog und Noah Fritsche sorgten für die Moderation<br />

und Florian Giebeler und Claudia Lemmer rezitierten<br />

besinnliche Texte dazu.


25 CHOR IM GESPRÄCH<br />

WAS FÜR EIN KONZERT


26 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Mik und Peter Henn haben sich noch einmal mit dem<br />

erfolgreichen Kammerchor auf die Bühne gestellt und<br />

ihre Lieblingsstücke dirigiert. Der vierte „Gastdirigent“<br />

Philipp Ahmann war leider erkrankt. Eingerahmt<br />

das bravouröse Jubiläumskonzert durch die charmante<br />

Moderation des heutigen Dirigenten Georg<br />

Hage. Er führte mit humorvollen Anekdoten durch<br />

Fotos: privat - <strong>Chor</strong>leiter Georg Hage<br />

Zum Finale intonierte das Publikum unter der Leitung<br />

von <strong>Chor</strong>leiter Georg Hage das Abendlied „Der<br />

Mond ist aufgegangen“ mit dem Kammerchor<br />

Das unvergessliche Festkonzert des „Bonner Kammerchores“<br />

<strong>im</strong> Jahre 2023 anlässlich des 50-jährigen<br />

Bestehens in der vollbesetzten evangelischen Erlöser-<br />

kirche in Bad Godesberg wird wohl zurecht in die Annalen<br />

des renommierten und ambitionierten <strong>Chor</strong>es<br />

eingehen, mit dem sich die Sängerinnen und Sänger<br />

und gleich vier Dirigenten sich und dem Publikum ein<br />

einzigartiges Geschenk gemacht haben! Drei der vier<br />

ehemaligen <strong>Chor</strong>leiter Günther Cellarius, Walter L.<br />

Das reichhaltige Programm ausgesuchter Lieblingsstücke<br />

und Highlights aus der aktuellen Epoche mit<br />

<strong>Chor</strong>leiter Georg Hage. Ein weiteres Highlight war die<br />

Uraufführung einer neuen <strong>Chor</strong>bearbeitung des Schumann-Liedes<br />

"Aus alten Märchen" als Auftragskomposition<br />

von David Graham zum <strong>Chor</strong>jubiläums. Der<br />

überwältigte Jubiläumschor bedankt sich allen Mitwirkenden<br />

für ihr Engagement Oberbürgermeisterin<br />

Katja Dörner für die Schirmherrschaft.


27 CHOR IM GESPRÄCH<br />

von links: Peter Henn, Georg Hage, Walter L. Mik<br />

und Günther Cellarius<br />

Zur Aufführung gelangte das folgende Programm, das<br />

man durchaus als inspiriert und exponiert titulieren<br />

kann.<br />

Leitung Georg Hage<br />

Robert Pearsall: Kyrie<br />

Wolfram Buchenberg: Als vil in gote, als vil in fride<br />

*<br />

Leitung Günther Cellarius<br />

Johannes Brahms: Abendständchen „Hör, es klagt die<br />

Flöte wieder“ und Nachtwache II "Ruhn sie?"<br />

Leitung Walter L. Mik<br />

J. S. Bach: Sätze aus „Jesu, meine Freude“<br />

Leitung Peter Henn<br />

Melchior Franck: Du bist aller Dinge schön<br />

Felix Mendelssohn Bartholdy: Abschied vom Walde<br />

Leitung Philipp Ahmann<br />

(Vertretung: Georg Hage)<br />

Eric Whitacre: Lux Aurumque<br />

Josef Gabriel Rheinberger: Abendlied<br />

Leitung Georg Hage<br />

Ludwig van Beethoven: Erlkönig (<strong>Chor</strong>bearbeitung:<br />

Jaakko Mäntyjärvi)<br />

Robert Schumann: Im Rhein, <strong>im</strong> heiligen Strome; Aus<br />

alten Märchen (Uraufführung) und Die alten, bösen<br />

Lieder (<strong>Chor</strong>bearbeitung: David P. Graham)<br />

Max Reger: Das Sternlein, Liebchens Bote und Ich<br />

hab´ die Nacht geträumet<br />

Knut Nystedt: Praise the Lord<br />

Max Reger: "Der Mond ist aufgegangen" (mit dem<br />

Publikum)<br />

*<br />

Was für ein Jubiläum! Es war unbeschreiblich schön,<br />

Teil dieser Feier zu sein und von alten Weggefährten<br />

und neuen <strong>Chor</strong>sängern in so hohem Maße wertgeschätzt<br />

zu werden. Natürlich ist euer <strong>Chor</strong>gesang von<br />

einer besonders erlesenen Raffinesse, Reinheit,<br />

Durchschlagskraft, Flexibilität. Aber auch bei der<br />

Feier kam so viel Sympathie, Interesse und Emotion<br />

rüber - das war auch wirklich beeindruckend.<br />

Günther Cellarius<br />

Wieder habt ihr euch in Topform präsentiert und alle<br />

Herzen gewonnen. Ein packendes Programm (mit Einbeziehung<br />

von uns Oldies), eine familiäre Atmosphäre,<br />

die <strong>im</strong> Publikumsgesang des Abendliedes<br />

mündete. Hinterher <strong>im</strong> historischen Gemeindesaal<br />

habt ihr gezeigt, dass der Bonner Kammerchor sich<br />

wie kein zweiter <strong>Chor</strong> auf das Feiern versteht. Das<br />

Wiedersehen mit so vielen Freunden tat einfach gut.<br />

Peter Henn


28 CHOR IM GESPRÄCH<br />

AUSGESUCHTE WERKE


29 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Im Jahre führte die „Domkantorei Altenberg“ (Rheinisch-Bergischer<br />

Kreis) <strong>im</strong> Altenberger Dom unter der<br />

Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Meisner<br />

zwei ausgesuchte Werke auf, die sich längst in die<br />

Herzen der Hörer gesungen haben! Dabei handelte es<br />

sich um das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph<br />

Haydn und das „Weihnachtsoratorium“ von Johann<br />

Sebastian Bach, von dem alle sechs Kantaten unter<br />

der Begleitung von historischen Instrumenten zu Ge-<br />

hör gebracht worden sind. Beide meisterlichen Kompositionen<br />

sind für die Ewigkeit ausgelegt und erfreuen<br />

sich daher auch heutzutage bei den Chören<br />

und <strong>Chor</strong>gemeinschaften und dem Publikum einer<br />

großen Beliebtheit. Die „Domkantorei Altenberg“ ist<br />

der <strong>Chor</strong> der evangelischen Kirchengemeinde Altenberg/Schildgen,<br />

deren Anfänge auf das Jahr 1954 zurückgehen.<br />

Seit dem Jahre 1998 steht sie unter der<br />

künstlerischen Leitung von Domorganist und Kirchenmusikdirektor<br />

Andreas Meisner, wobei die engagierten<br />

Sängerinnen und Sänger die ausgeprägte Freude<br />

am Singen an anspruchsvoller <strong>Chor</strong>musik verbindet.<br />

Die originäre Aufgabe besteht in der musikalischen<br />

Gestaltung von Gottesdiensten <strong>im</strong> Altenberger Dom<br />

und in der Andreaskirche Schildgen. Zudem wirkt<br />

man bei besonderen Gelegenheiten mit, die der <strong>Chor</strong><br />

durch Gesang bereichert. In der Regel werden jährlich<br />

zwei Konzerte mit anspruchsvollen geistlichen Werken<br />

erarbeitet, wovon eines das „Weihnachtsoratorium“<br />

von Johann Sebastian Bach ist. Konzertreisen<br />

führten nach Belgien, England, Frankreich, Holland,<br />

Polen, Rumänien und Ungarn.


30 CHOR IM GESPRÄCH<br />

SINGEN IM ALTER<br />

Fotos: privat<br />

Die Kirchenmusikerin Dascha Korn (Foto) hat in der<br />

evangelischen Kirchengemeinde Rheinbach eine Kantorei<br />

für ältere St<strong>im</strong>men ins Leben gerufen, in der eine<br />

stattliche Schar von Sängerinnen und Sänger vormittags<br />

<strong>im</strong> evangelischen Gemeindezentrum in Rheinbach<br />

mit Leib und Seele in entspannter Atmosphäre.<br />

Singen. Man erarbeitet mehrst<strong>im</strong>mige kirchenmusikalische<br />

<strong>Chor</strong>musik für Gottesdienste und Konzerte.<br />

Die <strong>Chor</strong>stücke sind hinsichtlich des Tonumfanges<br />

ünd des Schwierigkeitsgrades so ausgewählt, dass sie<br />

für alle Beteiligten gut zu meistern sind. Man muss<br />

der <strong>Chor</strong>leiterin, die auch die Kantorei der evangelischen<br />

Kirchengemeinde Rheinbach dirigiert, an dieser<br />

Stelle für ihr chorpädagogisches Wirken ein großes<br />

zolle Zudem sollte noch erwähnt werden, dass der gesellige<br />

Aspekt nicht ins Hintertreffen gerät! Jüngere<br />

Sängerinnen und Sänger, die die Probenzeit am Vormittag<br />

schätzen, sind auch zum Singen eingeladen.


31 CHOR IM GESPRÄCH<br />

EXPONIERTE MUSIK<br />

Fotos: privat<br />

Am „Tag der deutschen Wiedervereinigung“ 2024<br />

veranstaltete der von Wolfgang Siegenbrink dirigierte<br />

„Rheinische Kammerchor Köln“ in der Kölner Kirche<br />

St. Maria <strong>im</strong> Kapitol ein hochkarätiges Konzert mit exponierter<br />

Musik aus verschiedenen Stilepochen. Zur<br />

Freude der Hörer brachte man dabei das „Te Deum“<br />

von Marc-Antoine Charpentier, das Schicksalslied op.<br />

54 von Johannes Brahms sowie die Kantate „Herz und<br />

Mund und Tat und Leben“ (BWV 147) von Johann Sebastian<br />

Bach zu Gehör. Außer dem Kammerchor wirkten<br />

bei dem großartigen Konzert Karola Sophia<br />

Schmid (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), Fabian<br />

Strotmann (Tenor), Ferdinand Krumbügel (Baß) und<br />

das „Neue Rheinische Kammerorchester“ mit. Das „Te<br />

Deum“ von Marc-Antoine Charpentier ist das bekannteste<br />

Werk des französischen Komponisten und ist<br />

eine besondere Form der Motette für Soli, <strong>Chor</strong> und<br />

Orchester, die am Hof des französischen Monarchen<br />

Ludwig XIV. entwickelt wurde. Charpentier komponierte<br />

das Werk gegen Ende des 17. Jahrhunderts, als<br />

er Kapellmeister an der Jesuiten-Kirche Saint-Louis


32 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Neues Rheinisches Kammerorchester<br />

in Paris war. Er hat es vermutlich zur Feier der<br />

Schlacht bei Steenkerke in Westflandern <strong>im</strong> Jahre<br />

1692 vertont. Seine Popularität verdankt die Komposition<br />

der Tatsache, dass die ersten acht Takte des<br />

Präludiums als Erkennungsmelodie der Eurovision<br />

verwendet werden. Das Schicksalslied op. 54 von<br />

Johannes Brahms ist ein Werk, in dem das gleichnamige<br />

Gedicht von Friedrich Hölderlin vertont worden<br />

ist. Seine Uraufführung <strong>im</strong> Jahre 18<strong>71</strong> in Karlsruhe <strong>im</strong><br />

ersten Mittwochskonzert des Philharmonischen Vereins.<br />

Dabei dirigierte Hermann Levi, während Brahms<br />

das Dirigat seines Schicksalsliedes selbst übernahm.<br />

Im damaligen Konzertprogramm standen zudem Szenen<br />

aus Goethes Faust von Robert Schumann sowie<br />

zwei von Brahms orchestrierte Lieder von Franz Schubert.<br />

Das „Schicksalslied“ Das Schicksalslied hinterließ<br />

be<strong>im</strong> Karlsruher Publikum einen tiefen Eindruck.<br />

Schon bald danach folgten weitere Aufführungen in<br />

Bremen, Breslau, Frankfurt und Wien. Die Bach-Kantate<br />

komponierte Johann Sebastian Bach ursprünglich<br />

in We<strong>im</strong>ar 4. Advent 1<strong>71</strong>6 (BWV 147a) und erweiterte<br />

sie <strong>im</strong> Jahre 1723 in Leipzig für das Fest Mariä He<strong>im</strong>suchung<br />

(BWV 147). Der „Rheinische Kammerchor<br />

Köln“, Mitglied <strong>im</strong> Verband deutscher Konzert-Chöre<br />

und <strong>im</strong> Netzwerk Kölner Chöre, ist seit mehr als einem<br />

halben Jahrhundert ein renommierter Bestandteil<br />

des Kölner Musiklebens. Gegründet wurde der<br />

<strong>Chor</strong> <strong>im</strong> Jahr 1962 vom Kölner Musikprofessor und<br />

Komponisten Hermann Schroeder, der den <strong>Chor</strong> bis<br />

zum Jahre 1969 leitete. Ihm folgte der Kölner Studiendirektor<br />

und Komponist Ferdinand Henkemeyer,<br />

ehe der jetzige Dirigent Wolfgang Siegenbrink <strong>im</strong><br />

Jahre 1995 die künstlerische Leitung des renommierten<br />

Kammerchores übernahm. Er hat sein Kantorenund<br />

Kapellmeister-Examen an der Musikhochschule in<br />

Köln abgelegt und war Meisterschüler bei Prof. Helmuth<br />

Rilling und bei Prof. Christoph Biller, Stipendiat<br />

der Internationalen Bach-Akademie in Stuttgart, bei<br />

den Bayreuther Festspielen und bei Prof. Leopold Hager<br />

am Musikkonservatorium in Wien. Der <strong>Chor</strong> fühlt<br />

sich der klassischen <strong>Chor</strong>musik des 18. und 19. Jahrhunderts<br />

verpflichtet, pflegt aber auch die moderne<br />

Musik. Man hat 70 Mitglieder, und es gelingt <strong>im</strong>mer<br />

wieder, Sängerinnen und Sänger für das vielfältiges<br />

und ausgesuchte Repertoire zu begeistern.


33 CHOR IM GESPRÄCH<br />

SINGEN MACHT FREUDE<br />

Fotos: privat<br />

Im Jahre 2024 feierte der Gemischte <strong>Chor</strong> „Da Capo“<br />

Lohmar das 50-jährige <strong>Chor</strong>jubiläum mit einem großartigen<br />

Jubiläumskonzert unter der künstlerischen<br />

und umsichtigen Leitung von Sebastian Sottong in der<br />

Lohmarer Jabachhalle, das gewiss in den Annalen des<br />

engagierten <strong>Chor</strong>es eingehen wird! Doch man ruhte<br />

sich nicht auf den musikalischen Lorbeeren aus und<br />

veranstaltete schon bald ein offenes Singen, wie das<br />

viele Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und<br />

jenseits des Rheins tun. Sie werben mit solchen Veranstaltungen<br />

gezielt um weitere Sängerinnen und<br />

Sänger, um die musikalischen Herausforderungen<br />

auch in der Zukunft bewältigen zu können. Im selben<br />

Jahr präsentierte „Da Capo“ ein Benefizkonzert unter<br />

dem sinnfälligen Motto „Viva la Vida – Das Leben feiern<br />

und Gutes tun“ in der katholischen Pfarrkirche<br />

St. Johannes Lohmar. Dabei war das Bläserquintett<br />

„Die Halunken“ mit von der Partie, was dem Konzert<br />

einen besonderen musikalischen Reiz gab. Das Programm<br />

enthielt u. a. die wunderschönen Liedtitel<br />

„The Rose“ (Bette Midler), „Dust in the wind“ (Kansas),<br />

„Viva la vida“ (Coldplay) und „Ich glaube“ (Udo<br />

Jürgens). Die Spenden wurden für bedürftige Kindern<br />

und Jugendliche in Lohmar gestiftet. An dieser Stelle<br />

gilt dem <strong>Chor</strong> ein besonderes Lob, der wie viele he<strong>im</strong>ische<br />

Chöre <strong>im</strong>mer wieder für die gute Sache eintreten!<br />

Dazu gehören auch die Auftritte in den hiesigen<br />

Krankenhäusern und Seniorenhe<strong>im</strong>en.


34 CHOR IM GESPRÄCH<br />

LOVE & PEACE<br />

Foto: privat<br />

Der Frauenchor des Pulhe<strong>im</strong>er Kinder- und Jugendchores<br />

„We are Familiy“ veranstaltete <strong>im</strong> Jahre 2024<br />

ein weiteres Konzert <strong>im</strong> Kultur- und Medienzentrum<br />

Pulhe<strong>im</strong>, das man dem Motto „Love & Peace“ überschrieben<br />

hatte. Die engagierten Sängerinnen und<br />

eine Live-Band prästierten dabei unter der Leitung<br />

von Alexander Teschner beliebte Songs und Lieder,<br />

die eine friedliche Welt in unruhigen Zeiten beschwor.<br />

Dat tat auf überzeugende und authentische Weise beliebte<br />

Love-Songs wie „All for love“ (Brian Adams),<br />

„Caravan of love“ (Chris Jasper), „You`re the voice“<br />

(John Farnham) „Wir ziehen in den Frieden“ (Udo Lindenberg).<br />

Die Songs hatten die klare Botschaft, dass<br />

alle zusammenstehen und Haltung gegen Unrecht,<br />

Hass und Gewalt zeigen sollen. Freundschaft, Respekt<br />

und Liebe sollte mehr in den Mittelpunkt rücken und<br />

die Menschen verbinden, so <strong>Chor</strong>leiter Alexander Teschner.<br />

Seit der Gründung des Frauenchores <strong>im</strong> Jahre<br />

2010 ist Teschner der musikalischen Leiter. Zunächst<br />

als Ehemaligenchor des Pulhe<strong>im</strong>er Kinder- und Jugendchores<br />

ins Leben gerufen, wurde das Ensemble<br />

ein Jahr später zum offenen Frauenchor erweitert.<br />

Das Repertoire reicht von Pop-, Rock- und Soulstücken<br />

bis zu traditionellem Liedgut. Auch bei diesem<br />

<strong>Chor</strong> stehen Spaß und Freude am Gesang <strong>im</strong> Fokus<br />

des musikalischen Tuns. Begleitet wird der <strong>Chor</strong> von<br />

einer Live-Band, die sich aus ehemaligen Bandmitgliedern<br />

des Pulhe<strong>im</strong>er Kinder- und Jugendchores zusammensetzt.


35 CHOR IM GESPRÄCH<br />

VOM DUNKEL ANS LICHT<br />

Foto: privat<br />

Der Gemischte <strong>Chor</strong> „La Voce“ Honrath (Stadt<br />

Lohmar) veranstaltete <strong>im</strong> Jahre 2024 in der evangelischen<br />

Kirche in Honrath einen musikalischen Streifzug<br />

durch die Jahrhunderte. Unter dem Titel „Vom<br />

Dunkel ans Licht“ präsentierten die engagierten und<br />

ambitionierten Sängerinnen und Sänger unter der<br />

künstlerischen Leitung von Yuting Huang, die an der<br />

Kölner Musikhochschule studiert, ausgesuchte und<br />

exponierte Werke von zeitgenössischen und klassischen<br />

Komponisten, die sich mit den Themen Trost,<br />

Hoffnung und Freude auf intensive musikalische<br />

Weise auseinandersetzen. Bei diesem Konzert wirkten<br />

zudem die Sängerinnen und Sänger des <strong>Chor</strong>es „Bon<br />

Canto“ sowie ein Streichorchester der Kölner Musikhochschule<br />

mit und sorgten damit für ein abwechslungsreiches<br />

Konzert.


36 CHOR IM GESPRÄCH<br />

STIFTUNGSFEST<br />

Foto: privat<br />

Auf den idyllischen Aggerhöhen gründete sich <strong>im</strong><br />

Jahre 1913 der MGV „Frohsinn“ in Höffen (Stadt<br />

Lohmar), der inzwischen von Musikdirektor FDB Rolf<br />

Pohle dirigiert wird. Der Höhenrücken zwischen Agger<br />

und Naafbach ist <strong>im</strong>mer noch die musikalische He<strong>im</strong>at<br />

der frohen Sänger, die seit der <strong>Chor</strong>gründung in der<br />

Gasttstätte „Auf dem Berge“ ihr Domizil haben. Damals<br />

trafen sich die Hofgemeinschaften zum abendlichen<br />

Singen. Hieraus entwickelte sich der Gedanke,<br />

einen Gesangverein ins Leben zu rufen. Die Leitung<br />

wurde dabei von den Dorfschullehrern wahrgenommen.<br />

So entwickelte sich aus den Anfängen ein singender<br />

und brauchtumspflegender Verein, der heute<br />

in der Stadt Lohmar seinen festen kulturellen Platz<br />

eingenommen hat. Im Jahre 2024 feierte man das<br />

111. Stiftungsfest (!) <strong>im</strong> Kreise der Sängerfamilie.


37 CHOR IM GESPRÄCH<br />

REQUIEM AUFGEFÜHRT


38 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Kartäuserkantorei Köln<br />

Fotos: privat<br />

Der „Philharmonische <strong>Chor</strong> der Stadt Bonn und die<br />

„Kartäuserkantorei Köln“ führten <strong>im</strong> Jahre 2024 in<br />

Kooperation mit dem „Netzwerk Kölner Chöre und<br />

KölnMusik“ in der Kölner Philharmonie unter der<br />

künstlerischen Gesamtleitung von Paul Krämer das<br />

Requiem für Soli, <strong>Chor</strong> und Orchester (op.63) des irischen<br />

Komponisten Charles Villiers Stanford (1852-<br />

1924) auf. Außer den beiden renommierten und ambitionierten<br />

Chören wirkten Anja Petersen (Sopran),<br />

Ulrike Malotta (Alt), Patrick Grahl (Tenor), Daniel<br />

Ochoa (Bass) sowie das vorzügliche Kölner Kammerorchester<br />

mit und bescherten dem Publikum einen<br />

wahren Hörgenuss. Seine Uraufführung erlebte das<br />

Requiem auf dem Musikfest in Birmingham <strong>im</strong> Jahre<br />

1897 unter der Leitung des Komponisten. Ein Rezensent<br />

schrieb damals, dass der Komponist nicht vor<br />

dieser Herausforderung Aufgabe zurückgescheut<br />

hätte. Das Requiem reflektiere auf wunderbare Weise<br />

den religiösen Geist und das Gefühl des römisch-katholischen<br />

Zeremoniells. Höre man dieses grandiose<br />

Werk, so könnte man denken, dass der Komponist<br />

sein ganzes Leben lang nur Kirchenmusik für die sensiblen<br />

und leidenschaftlichen Katholiken vertont<br />

habe. Das Requiem sei aufrichtig, sonst würde es<br />

nicht überzeugen. Stanfords Kollege Hubert Parry war<br />

überrascht über die Wandlung in Stanfords Musiksprache<br />

<strong>im</strong> Vergleich zu den früheren Oratorien. Das<br />

Requiem des Jubiläumskomponisten war die letzte<br />

Auftragskomposition für das Musikfest.


39 CHOR IM GESPRÄCH<br />

LIEBLINGSSTÜCKE


40 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Der Gospelchor "Rising Voices", der in der evangelischen<br />

Kirchengemeinde Siegburg seine musikalische<br />

He<strong>im</strong>at hat, feierte <strong>im</strong> Jahre 2024 unter der Leitung<br />

der Katorin Katrin Wissemann das 25-jährige Jubiläum.<br />

Die engagierte Kantorin hat das Ensemble <strong>im</strong><br />

Jahre 1999 ins Leben gerufen. Der Name „Rising<br />

Voices“ bedeutet "sich erhebende St<strong>im</strong>men". Das ist<br />

eine Umschreibung des gemeinsamen Singens und<br />

auch ein Bild für die Zugehörigkeit zur evangelischen<br />

Auferstehungskirche in Siegburg. "To rise" heißt aber<br />

auch "auferstehen". Die <strong>Chor</strong>besetzung ist ökumenisch<br />

und die Altersstruktur der engagierten Sängerinnen<br />

und Sänger ist so, wie sie auch in den meisten<br />

Chören und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und jenseits<br />

des Rheins anzutreffen ist: Es singt Jung und Alt<br />

in harmonischer Eintracht miteinander, was von der<br />

<strong>Chor</strong>leiterin gefördert wird. Be<strong>im</strong> gelungenen Jubel-<br />

konzert in der Auferstehungskirche präsentierte man<br />

so manches der Lieblingsstücke, die den <strong>Chor</strong> und die<br />

Gemeinde in 25 Jahren begleitet haben, wozu u.a.<br />

die Mitwirkung be<strong>im</strong> Luther-Oratorium (Foto), be<strong>im</strong><br />

Fernseh-Gottesdienst und be<strong>im</strong> 950-jährigen Jubiläum<br />

der Stadt Siegburg gehören. Der Gospelchor<br />

singt regelmäßig in den in den Gottesdiensten und<br />

veranstaltet jährlich ein Konzert oder singt einen<br />

Gospelgottesdienst.

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