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Chor im Gespräch FOLGE 70

Chor im Gespräch (c) Walter Dohr - alle Rechte vorbehalten; Vervielfältigung oder auszugsweise Wiedergabe nur nach Autorisierung des Autors gestattet

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1 CHOR IM GESPRÄCH<br />

CHOR IM GESPRÄCH<br />

Frauenchor Erftstadt-Lechenich (Foto: privat)<br />

<strong>70</strong>. Folge


2 CHOR IM GESPRÄCH<br />

VORWORT<br />

Diese Betrachtung soll ein Bekenntnis zum hiesigen<br />

<strong>Chor</strong>gesang sein, der nicht nur die Menschen <strong>im</strong>mer<br />

wieder erfreut, sondern auch ein Stück gelebte He<strong>im</strong>at<br />

ist. Das zeigt nicht nur die Tradition der Chöre<br />

und <strong>Chor</strong>gemeinschaften, sondern auch die vielfältigen<br />

Aktivitäten, die sich zwangsläufig aus dem <strong>Chor</strong>und<br />

Vereinsleben ergeben. Das gilt für die zahlreichen<br />

Auftritte, Konzerte und anderweitigen Veranstaltungen.<br />

Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass das Singen<br />

auch den Sängerinnen und Sängern viel Spaß bereitet.<br />

Dass das Singen zudem eine gesellige und soziale<br />

Komponente hat, müsste eigentlich allen Menschen<br />

bekannt sein! Darum liegt es eigentlich auf der Hand,<br />

dass man sich für dieses Metier wirklich interessieren<br />

sollte. Das ganze Umfeld soll deshalb einmal intensiv<br />

betrachtet und auch denen nähergebracht werden,<br />

die sich eigentlich dessen nicht so bewusst sind. Außer-dem<br />

hat es für den Verfasser den weiteren Grund,<br />

dass sich damit für ihn ein stiller Wunsch erfüllt. Es<br />

ist für ihn interessant, das vielfältige Geschehen zu<br />

erleben und zu dokumentieren. Nicht nur der hiesige<br />

<strong>Chor</strong>gesang erlebt eine Zeit, in der die Sängerinnen<br />

und Sänger nachhaltig beweisen können und müssen,<br />

was ihnen das musikalische Erbe wert ist, das es zu<br />

bewahren gilt. Wir sollten uns nicht nur bei Jubiläumsfeiern<br />

daran erinnern. Doch ist leichter gesagt als<br />

getan. Denn es verlangt einen ausgeprägten Gemeinsinn<br />

und die überzeugte Freude am Singen!<br />

Walter Dohr<br />

INHALTSVERZEICHNIS<br />

02 Vorwort<br />

03 Weihnachtskonzert in Lülsdorf<br />

05 <strong>Chor</strong>seminar in der Eifel<br />

08 Benefizkonzert in Hennef<br />

10 Gelungenes Debütkonzert<br />

12 <strong>Chor</strong>jubiläum in Leverkusen<br />

18 Zeitzeuge an der Orgel<br />

19 Ein vorzüglicher <strong>Chor</strong><br />

21 <strong>Chor</strong>gemeinschaft hat sich aufgelöst<br />

22 <strong>Chor</strong>ausflug nach Koblenz<br />

24 Ein fideles Geburtstagskind<br />

25 <strong>Chor</strong>fahrt in die Kaiserstadt<br />

27 Vom Zauber des Singens<br />

30 Gemeinsame Konzerte in Merten und Uckerath<br />

32 Der Musik verschrieben<br />

34 Schnupperprobe in Lohmar<br />

35 Respektabler Männerchor in Opladen<br />

36 Eine besondere Tradition<br />

39 Mit neuem Schwung<br />

40 Viel Musik und Spass<br />

Eine gute Sache an Musik ist,<br />

dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.<br />

Bob Marley<br />

ZITAT<br />

Musik kann man durch nichts aufwiegen,<br />

da man durch sie tief berührt wird.<br />

Paavo Järvi<br />

*<br />

HINWEIS<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen<br />

die männliche Form verwendet.<br />

Entsprechende Begriffe gelten <strong>im</strong> Sinne der Gleichbehandlung<br />

für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform<br />

hat nur redaktionelle Gründe.<br />

*<br />

LINKAGES<br />

https://www.yumpu.com/kiosk/chor<strong>im</strong>gespraech<br />

https://1drv.ms/f/s!As9AmXn5yL0pjJwgJCBtOsIpkS1aoA?e=onO73t<br />

*<br />

IMPRESSUM<br />

Autor und Herausgeber:<br />

Walter Dohr<br />

Assistenz: Erik Breidenbach<br />

Redaktion: walterdohr@musik-kompendium.de


3 CHOR IM GESPRÄCH<br />

WEIHNACHTSKONZERT


4 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Im Jahre 2022 erhielten die Sängerinnen und Sänger<br />

des MGV Evonik Lülsdorf (Stadt Niederkassel) sowie<br />

der engagierte <strong>Chor</strong>leiter Pavel Brochin be<strong>im</strong> gelungenen<br />

Weihnachtskonzert in der evangelischen Emmaus-Kirche<br />

in Niederkassel viel Lob und Zust<strong>im</strong>mung.<br />

Inzwischen hat traditionsreiche Männerchor<br />

einen Gemischten <strong>Chor</strong> ins Leben gerufen, um die<br />

sängerische Tradition auch in Zukunft fortsetzen zu<br />

können. Die se Lösung hat sich in der hiesigen <strong>Chor</strong>landschaft<br />

diesseits und jenseits des Rheins notgedrungen<br />

eingebürgert, um dem Singen eine zukunftsträchtige<br />

Möglichkeit zu bieten, die den Singst<strong>im</strong>men<br />

und dem Publikum entgegenkommt. Die Zuhörer ließen<br />

sich gerne von den weihnachtlichen Liedern<br />

verzaubern und die <strong>Chor</strong>mitglieder freuten sich von<br />

ganzem Herzen, ihr erstes <strong>Chor</strong>konzert in der neuen<br />

Formation als Gemischter <strong>Chor</strong> zu präsentieren. Pavel<br />

Brochin, der auch als <strong>Chor</strong>begleiter in die Tasten griff,<br />

hatte dafür gesorgt, dass ein vielfältiges Programm<br />

zu Gehör gebracht wurde. Das gehörten u.a. die<br />

Liedsätze „O freudenreicher Tag“ aus Franken, „Still,<br />

still, still“ aus Salzburg, „Lieb´ Nachtigall wach´ auf“<br />

au dem Bamberger Gesangbuch das englische Carol<br />

„First nowell, „Hillig ovend bin ich dohe<strong>im</strong>“, das die<br />

Kölner Kultband „Höhner“ zur Melodie von „Scarborough<br />

Fair“ adaptiert haben sowie „Sailing“, das die<br />

Sehnsucht nach der He<strong>im</strong>kehr zum Ausdruck bringt.<br />

Darüber hinaus st<strong>im</strong>mte der Debüt-<strong>Chor</strong> die Spirituals<br />

„Bei Tag und Nacht“ (All night, all day) und „Ich singe,<br />

Herr“ (I´m gonna sing) sowie aparte Lied „Weihnachtsfriede“<br />

von René Kollo an, das man ebenfalls<br />

sehr gut meisterte! Als Zugabe intonierte man den<br />

karibischen Liedsatz „Jamaican Noel“ (Weihnacht auf<br />

Jamaika), der viel Freude und Lebenslust am Feiern<br />

des Weihnachtsfestes ausdrückt. Das Publikum erfreute<br />

sich an den mitgesungenen Weihnachtsliedern<br />

„Tochter Zion“ und „Macht hoch die Tür“. Nachdem<br />

der letzte Applaus verklungen war, überreichte <strong>Chor</strong>vorsitzender<br />

Rüdiger Wagner dem langjährigen <strong>Chor</strong>mitglied<br />

Josef Riethmüller für dessen 40-jährige Mitgliedschaft<br />

eine Ehrenurkunde. Für den <strong>Chor</strong>vorsitzenden<br />

war dieses Konzert für etwas Besonderes. Da<br />

das Singen verbinde, lud er alle Interessierten ein,<br />

dem <strong>Chor</strong> beizutreten! Ein besonderes Lob gebührt<br />

dem <strong>Chor</strong>leiter, der auch als Moderator fungierte.


5 CHOR IM GESPRÄCH<br />

SEMINAR IN DER EIFEL<br />

<strong>Chor</strong>leiter und Musikdirektor FDB Stefan Wurm für<br />

aktuelle und künftige Auftritte und Konzerte den<br />

schmunzeln konnte. Als Quartier hatte man sich einmal<br />

für die Jugendherberge <strong>im</strong> besagten Gemünd<br />

entschieden, wo sich die Sänger <strong>im</strong>mer wieder wohlfühlen.<br />

Es ist ja bekannt, dass das Wohlgefühl be<strong>im</strong><br />

Singen und der Geselligkeit eine pr<strong>im</strong>äre Rolle spielt!<br />

Fotos: privat<br />

Seit einigen Jahren reisen die Sänger des traditionsreichen<br />

Männerchores der <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“<br />

Siegburg in die Eifel, um sich mit dem bewährten<br />

letzten musikalischen Schliff zu holen und in vergnügter<br />

Runde nach dem anstrengenden Singen die Seele<br />

baumeln zu lassen. Das taten sie auch <strong>im</strong> Jahre 2024,<br />

wo sie <strong>im</strong> romantischen Gemünd ihre St<strong>im</strong>men erklingen<br />

ließen und alles taten, damit der Dirigent auch<br />

Stefan Wurm hielt am praktizierten Rezept fest und<br />

übernahm eine Gruppe der Sänger, während sich Vizechorleiter<br />

Wilfried Sterzenbach mit der zweiten<br />

Gruppe beschäftigte, ehe alle Sänger gemeinsam unter<br />

der engagierten Leitung von Stefan Wurm in die<br />

ausgesuchten Liedsätze und <strong>Chor</strong>werke vertieften,<br />

um sie möglichst auftrittsreif anzugehen! Es zeigte<br />

sich wieder einmal, dass die Sänger und ihr ausgefuchster<br />

<strong>Chor</strong>dirigent mit dem rechten St<strong>im</strong>mgefühl<br />

operieren und damit die Freude am Singen auf überzeugende<br />

Weise verkörpern. So sollte es auch sein!


6 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Die <strong>Chor</strong>vorsitzende und Pressereferentin der <strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />

„Germania“ Siegburg, war ebenfalls in<br />

die Eifel aufgebrochen, um den Sängern zu zeigen,<br />

dass ihr der Männerchor besonders am Herzen liegt.<br />

Vor einiger Zeit hat sie einen Arbeitskreis gebildet,<br />

um die Zukunftsfähigkeit des Männerchores zu stärken,<br />

was ihr auch zu gelingen scheint! Es war gewiss<br />

nicht die erste und auch nicht die letzte Visite; zumal<br />

sie eine Affinität zum Männerchorgesang hat. Die<br />

Sänger verbinden das besagte <strong>Chor</strong>seminar hin und<br />

wieder mit einem Auftritt vor Ort. So haben sie sich<br />

nicht nur in Gemünd in der Öffentlichkeit präsentiert,<br />

sondern <strong>im</strong> Jahre 2024 auch einen Gottesdienst musikalisch<br />

gestaltet. Wie viele Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften<br />

diesseits und jenseits des Rheins singt man<br />

gern in Kirchen und Kathedralen. Und das nicht nur<br />

der Akustik und Atmosphäre wegen. Davon weiß der<br />

Männerchor wahrlich ein Lied zu singen!


7 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Gemünd ist mit über 3.800 Einwohnern und Einwohnerinnen<br />

der einwohnerstärkste Stadtteil von Schleiden<br />

in der Eifel und ein staatlich anerkannter Kneipp-<br />

Kurort, der östlich der Dreiborner Hochfläche liegt<br />

und das südöstliche Tor zum Nationalpark Eifel bildet.<br />

Die beiden anderen Eifeltore zu dieser Kernzone des<br />

Deutsch-Belgischen Naturparks sind Rurberg <strong>im</strong> Westen<br />

und He<strong>im</strong>bach <strong>im</strong> Nordosten. Urkundlich erwähnt<br />

wird „Gemunde“ zum ersten Mal <strong>im</strong> Jahre 1213. Hermann<br />

von Jünkerath vermachte damals dem Kloster<br />

Steinfeld einen Wald an der geschichtsträchtigen<br />

Blick auf Gemünd (links) – Foto: Wikipedia<br />

Römerstraße, die sich durch die Eifel bis an den Rhein<br />

schlängelt. Der romantisch gelegene Ort am Zusammenfluss<br />

von Olef und Urft hat bis zur Inbesitznahme<br />

des linken Rheinufers durch die französischen Revolutionstruppen<br />

eine bewegte Geschichte. Denn die<br />

linke Urft-Seite gehörte <strong>im</strong> Mittelalter zur Grafschaft<br />

von Harff zu Dreiborn und die rechte Urft-Seite zum<br />

Amt He<strong>im</strong>bach innerhalb des Herzogtums Jülich.<br />

Beide Territorien fielen be<strong>im</strong> Wiener Kongress <strong>im</strong><br />

Sänger Klaus Lüdke jubelt - Fotos: privat<br />

Jahre 1815 an Preußen. Auch kirchlich war diese Teilung<br />

vollzogen worden. Links der Urft war die katholische<br />

Dreiborner Pfarre Olef zuständig und rechts der<br />

Urft die Pfarre He<strong>im</strong>bach, die seit dem Jahre 1521 zur<br />

Abtei Mariawald gehörte und das Protestantentum<br />

duldete. So erklärt es sich, dass Gemünd in der weitestgehend<br />

katholischen Nordeifel schon frühzeitig<br />

eine reformierte Gemeinde hatte. So hat jeder Ort<br />

und jede Gemeinde eine Geschichte!


8 CHOR IM GESPRÄCH<br />

FÜR EINEN GUTEN ZWECK


9 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Der Gemischte <strong>Chor</strong> „Querbeet“ veranstaltete <strong>im</strong><br />

Jahre 2024 ein gelungenes Benefizkonzert in der<br />

Meys Fabrik in Hennef. Die mehr als zwei Dutzend<br />

engagierte Sängerinnen und Sänger des Pop-<strong>Chor</strong>es<br />

präsentierten sich unter der bewährten Leitung von<br />

Ralf Thomas, der das Ensemble in intensiven <strong>Chor</strong>proben<br />

<strong>im</strong> Bödinger Marienhe<strong>im</strong> auf das musikalische<br />

Event sehr sorgfältig und ausdrucksstark vorbereitet<br />

hatte, was sich buchstäblich in klingender Münze auszahlte!<br />

Der <strong>Chor</strong>leiter hatte das Konzert bewusst das<br />

musikalische Leitthema “Wind” gestellt. Und so handelten<br />

die <strong>Chor</strong>stücke von den Gefühlen und den<br />

Sehnsüchten, die man mit dem Wind als Metapher<br />

verknüpfte. Sie sollten dazu ermutigen, die eigenen<br />

Flügel auszubreiten und sich in den Wind zu drehen.<br />

Andere Lieder erzählten von tiefer Freundschaft und<br />

Liebe. Neben neuen Stücken standen auch Repertoirestücke<br />

von „Querbeet“ wie zwei Lieder aus dem<br />

Film “Die Kinder des Monsieur Mathieu” auf dem ausgesuchten<br />

Programm. Ralf Thomas begleitete die motivierten<br />

Sängerinnen und Sänger am E-Piano. Darüber<br />

hinaus setzt Pop- und Jazz-Saxofonist Bert Brendel<br />

(Foto) atemberaubende Akzente mit seinen wahrlich<br />

virtuosen Pop- und Jazzstücke. Der ausgefuchste<br />

Instrumentalist, der offensichtlich mit seinem Instrument<br />

verwachsen ist, war allein das Eintrittsgeld<br />

wert! Wie <strong>im</strong>mer unterstützte der <strong>Chor</strong> mit dem Konzert<br />

eine gemeinnützige Organisation in Hennef.<br />

Diesmal ging der Reinerlös an den Hennefer Hospizverein<br />

Lebenskreis. Mit über 100 ehrenamtlichen Helferinnen<br />

und Helfern unterstützt dieser Verein seit<br />

vielen Jahren schwer und unheilbar kranke Menschen<br />

und ihre Angehörigen dabei, so lange wie möglich zu<br />

Hause bleiben zu können. Schirmherr des Benefizkonzerts<br />

war Bürgermeister Mario Dahm, der ebenfalls in<br />

den verdienten Applaus einst<strong>im</strong>mte, den sich die<br />

musikalischen Akteure wahrlich verdient hatten.<br />

„Querbeet“ wurde <strong>im</strong> Jahre 1996 als privater Singkreis<br />

vom Hennefer Musiker Peter Wedding ins Leben<br />

gerufen und von ihm viele Jahre geleitet. Im Jahre<br />

2014 übernahm Ralf Thomas die <strong>Chor</strong>leitung, der<br />

seitdem viele <strong>Chor</strong>stücke selbst arrangiert. Der musikalische<br />

Fokus des Repertoires liegt auf der Popmusik.<br />

Zudem widmet man sich mit st<strong>im</strong>mlicher Sorgfalt<br />

und viel Präsenz Evergreens, Filmmelodien, Musicalsongs,<br />

Traditionals und Mundartliedern.


10 CHOR IM GESPRÄCH<br />

GELUNGENES DEBÜT


11 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Im Jahre 2024 die <strong>Chor</strong>gemeinschaft MGV Herweg<br />

und Quartettverein Dürscheid unter musikalischer<br />

Leitung von Johannes Wust ihr gemeinsames Debüt<br />

in der katholischen Kirche St. Nikolaus in Dürscheid<br />

(Rheinisch-Bergischer Kreis), bei dem viele Musikbegeisterte<br />

und <strong>Chor</strong>freunde anwesend waren, um sich<br />

in die zauberhaften Gefilde der Musik entführen zu<br />

lassen und dabei eine gelungene Premiere der<br />

<strong>Chor</strong>gemeinschaft erlebten. Der Besuch des Konzertes<br />

habe sich tatsächlich gelohnt, da es sehr schön<br />

gewesen wäre, so konnte man es allenthalben <strong>im</strong><br />

Publikum hören, das von der St<strong>im</strong>mung noch völlig<br />

eingenommen war. So ein Live-Konzert sei eben <strong>im</strong>mer<br />

wieder etwas Besonderes; zumal die <strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />

einige Musikerinnen und Musiker des<br />

Blasorchester Dürscheid (linkes Foto) zum Mitmachen<br />

eingeladen hatten. Auf dem Programm standen u.a.<br />

die urwüchsigen Kölner Weihnachtslieder, „Mer<br />

kumme us dem Morjenland“ und „Ihr Jlocke am<br />

Rhing“ sowie das beliebte „Stääne“ der Kölner Band<br />

„Klüngelköpp“, das man als gemeinsame Zugabe von<br />

der <strong>Chor</strong>gemeinschaft und dem vorzüglich agierenden<br />

Blasensemble hörte. Das Debütkonzert konnte<br />

man zudem in der katholischen Kirche St. Johann<br />

Baptist in Kürten erleben. Der humorige und versierte<br />

<strong>Chor</strong>leiter Johannes Wust verfügt über viel Erfahrung<br />

als <strong>Chor</strong>leiter, Bandleader, Alleinunterhalter und Leiter<br />

einer Musikschule „On Tour“ in Overath/Vilkerath.<br />

Sein abwechslungsreiches Musikleben umfasst mehr<br />

als eine mehr als 30-jährige Mitwirkung in diversen<br />

und als musikalischer landesweiter Alleinunterhalter.<br />

Im Jahre 1997 gründete er eine Musikschule für Tasteninstrumente<br />

und wurde er <strong>im</strong> Jahre 2001 durch<br />

den Regierungspräsidenten Köln zertifiziert. In den<br />

Jahren 2008 bis 2014 fungierte Johannes Wust als<br />

Kreisjugendchorleiter <strong>im</strong> Rheinisch-Bergischen Sängerkreis.<br />

Er leitet zudem Chöre <strong>im</strong> Rheinisch-Bergischen<br />

<strong>Chor</strong>verband, <strong>im</strong> <strong>Chor</strong>verband Rhein-Sieg und<br />

in der Kreis-<strong>Chor</strong> Vereinigung Köln.


12 CHOR IM GESPRÄCH<br />

CHORJUBILÄUM


13 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Der „Städtische <strong>Chor</strong> Leverkusen“ ist <strong>im</strong> Jahre 1921<br />

als „Konzertchor Wiesdorf“ aus der Taufe gehoben<br />

worden. Im selben Jahr gab man gemeinsam mit dem<br />

„Streichorchester der Bayerwerke Leverkusen“ <strong>im</strong> Erholungshaus<br />

der Bayerwerke ein bemerkenswertes<br />

Gründungskonzert, das natürlich in die Vereinschronik<br />

als erster musikalischer Meilenstein eingegangen<br />

ist! Eigentlich sollte das 100-jährige Jubiläum <strong>im</strong><br />

2021 seine musikalische und gesellschaftliche Würdigung<br />

finden. Doch die schreckliche Corona-Pandemie,<br />

die allen Chören und <strong>Chor</strong>gemeinschaft diesseits und<br />

jenseits des Rheins so stark zugesetzt hat, brachte es<br />

mit sich, dass man das festliche und großartige Jubiläumskonzert<br />

erst <strong>im</strong> Jahre 2022 <strong>im</strong> Forum Leverkusen<br />

gebührend absolvieren konnte! Unter der<br />

künstlerischen und kompetenten Leitung von Michael<br />

Utz tat das der engagierte Jubiläumschor u.a. mit<br />

ausgesuchten Werken von Felix Mendelssohn<br />

Bartholdy und Karl Jenkins. Inzwischen wurde man<br />

mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet. Sie bestätigt,<br />

dass der <strong>Chor</strong> ein Jahrhundert ununterbrochen musikalisch<br />

wirken und sich besondere Verdienste um die<br />

Pflege der <strong>Chor</strong>musik und um die Förderung des kulturellen<br />

Lebens erworben haben. Die Zelter-Plakette<br />

wurde <strong>im</strong> Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter<br />

Steinmeier den beiden <strong>Chor</strong>vorsitzenden Ra<strong>im</strong>und<br />

Brunberg und Klaus-Dieter Fritz in einem Festakt in<br />

der Philharmonie Essen überreicht. Schaut man zurück<br />

auf die hundertjährige <strong>Chor</strong>geschichte, so hat es<br />

schwierige Zeiten wie diese der erwähnten Corona-<br />

Krise bereits mehrmals gegeben. Nach der <strong>Chor</strong>gründung<br />

<strong>im</strong> Jahre 1921 waren die Folgejahre durch finanzielle<br />

Schwierigkeiten und eine galoppierende Inflation<br />

geprägt. So kostete beispielweise der Eintritt<br />

des <strong>im</strong> Jahre 1923 veranstalteten zweiten Konzertes<br />

sage und schreibe 100 Millionen Mark (!). An der<br />

Abendkasse musste noch ein zusätzliches Eintrittsgeld<br />

erhoben werden, um die Reisekosten der Solisten<br />

zu decken. Auch die folgenden Konzerte brachten<br />

erhebliche Defizite mit sich, die durch freiwillige<br />

Spenden der <strong>Chor</strong>mitglieder gedeckt worden sind.<br />

Doch das war nicht das einzige historische Malheur!


14 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Im Jahre 1933 wurde die Kultur in zunehmendem<br />

Maße politisiert, wovon auch der <strong>Chor</strong> nicht verschont<br />

blieb. Dieses hatte beispielsweise zur Folge, dass sich<br />

die damals politisch korrekte Programmgestaltung<br />

als schwierig erwies. Dennoch schaffte man es <strong>im</strong><br />

Jahre 1937 gegen massive Widerstände die “Matthäuspassion”<br />

von Johann Sebastian Bach aufzuführen.<br />

Mit einer Aufführung desselbigen Werkes <strong>im</strong> Jahre<br />

1944 musste man das musikalische Tun vorübergehend<br />

einstellen, da die Auswirkungen des 2. Weltkrieges<br />

dies nicht mehr zuließen. Unmittelbar nach<br />

Kriegsende nahmen die unentwegten Sängerinnen<br />

Sänger die <strong>Chor</strong>arbeit unter schwierigsten Umständen<br />

auf und führten bereits <strong>im</strong> 25. November 1945<br />

als eine der ersten kulturellen Nachkriegsveranstaltungen<br />

in Leverkusen das „Deutsche Requiem” von<br />

Johannes Brahms unter der n<strong>im</strong>mermüden und vorbildlichen<br />

Leitung von Hubert Havenith auf, der bis<br />

zur Pensionierung <strong>im</strong> Jahre 1952 den Konzertchor erfolgreich<br />

betreute und darüber hinaus eine Singschule<br />

für Kinder, eine <strong>Chor</strong>schule und eine Instrumentalgruppe<br />

als Vorläufer der heutigen Musikschule der<br />

Stadt Leverkusen einrichtete. Nachfolger Paul Nitsche<br />

pflegte ebenfalls das klassische Oratorienprogramm.


15 CHOR IM GESPRÄCH


16 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Aufführung der „Tangomesse“ von Martin Palmeri<br />

Er förderte zudem die <strong>Chor</strong>musik der Gegenwart und<br />

schaffte es, den <strong>Chor</strong> zu verjüngen und aus dem Oratorienchor<br />

der Vergangenheit eine <strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />

mit kammermusikalischer Elastizität zu bilden. Er leitete<br />

den <strong>Chor</strong> bis 1985 und gab ihm sein heutiges,<br />

zeitgemäßes Gepräge. Nach einem kurzen Intermezzo<br />

mit verschiedenen <strong>Chor</strong>leitern übernahm 1988<br />

schließlich Helmut Breidenstein, ein sehr erfahrener<br />

Konzert- und Operndirigent, die Leitung des <strong>Chor</strong>es.<br />

Neben bekannten klassischen Werken von Bach, Händel,<br />

Mozart oder Verdi kamen auch weniger bekannte<br />

oder moderne <strong>Chor</strong>werke von Rossini, Pfitzner, Boulanger<br />

oder Janácek zur Aufführung, die teilweise gemeinsam<br />

mit befreundeten Chören in Gemeinschaftskonzerten<br />

zu Gehör gebracht wurden. Einer der Höhepunkte<br />

des <strong>Chor</strong>lebens war zweifellos eine Konzerttournee<br />

in die Normandie mit Rossinis „Petite Messe<br />

Solenelle“. Bis in die neunziger Jahre wurde der <strong>Chor</strong><br />

von der Stadt Leverkusen unterstützt, das die Aufführung<br />

zwei großer Konzerte pro Jahr ermöglichte.<br />

Diese schon zur Gewohnheit gewordene Praxis änderte<br />

sich dann jedoch rasch durch massive finanzielle<br />

Engpässe auf städtischer Seite. Es galt nun Werke<br />

zu finden, deren Aufführung mit moderatem finanziellem<br />

Aufwand zu stemmen waren und auch bekannt<br />

genug waren, um viele interessierte Zuhörer zu gewinnen.<br />

Doch selbst bei gut besuchten Konzerten<br />

bliebt jedes große <strong>Chor</strong>konzert meist ein Zuschussgeschäft.<br />

Eine langfristige Konzertplanung war in diesen<br />

Zeiten kaum möglich. Helmut Breidenstein war es zu<br />

verdanken, dass trotz der schwierigen Situation einbis<br />

zwe<strong>im</strong>al <strong>im</strong> Jahr ein Konzert kostendeckend stattfinden<br />

konnte. Im Jahre 2009 übernahm der derzeitige<br />

Dirigent Michael Utz, Kantor der Abteikirche<br />

Brauweiler, Michael Utz, die <strong>Chor</strong>leitung. Dieser versuchte<br />

von Anfang an, die Kontakte zur Leverkusener<br />

Kulturszene zu intensivieren und Möglichkeiten von<br />

Kooperationen auszuloten und weitere Interessenten<br />

für den oratorischen <strong>Chor</strong>gesang zu gewinnen. So gelang<br />

es ihm, eine große Zahl von Musikern unterschiedlicher<br />

Instrumentalensembles der Musikschule,<br />

des Städtischen <strong>Chor</strong>es und weiterer kleinerer Chöre<br />

zu einem großen harmonischen Ganzen zu vereinen,<br />

was in einer fantastischen Aufführung von Orffs Carmina<br />

Burana <strong>im</strong> Jahre 2010 <strong>im</strong> ausverkauften Forum<br />

Leverkusen mündete. Mit viel Fantasie und Kreativität<br />

gelang es Michael Utz in den folgenden Jahren anspruchsvolle<br />

Konzertprogramme auf die Beine zu


17 CHOR IM GESPRÄCH<br />

<strong>Chor</strong>leiter Michael Utz<br />

stellen. Sie enthielten und enthalten außer den Standardwerken<br />

auch neue, moderne Werke. Dabei findet<br />

der <strong>Chor</strong>leiter <strong>im</strong>mer wieder Möglichkeiten, die enger<br />

gewordenen und werdenden finanziellen Spielräume<br />

berücksichtigen. Die Corona-Pandemie hat wie viele<br />

Kulturschaffende stark getroffen, so auch den Städtischen<br />

<strong>Chor</strong> Leverkusen. Eine geraume Zeit waren die<br />

Präsenzproben nur unter großen Einschränkungen<br />

Um den <strong>Chor</strong> zusammenzuhalten, hat man virtuelle<br />

Zoom-Proben abgehalten, die dem <strong>Chor</strong>leiter zwar einiges<br />

an zusätzlichem Aufwand bescherten, aber zumindest<br />

das Erlernen der eigenen <strong>Chor</strong>st<strong>im</strong>me ermöglichten.<br />

Inzwischen haben die Präsenzproben<br />

wieder begonnen, allerdings hat die Pandemie ihre<br />

Spuren hinterlassen. Manche <strong>Chor</strong>mitglieder sind abgesprungen,<br />

andere waren zögerlich. Doch man hat<br />

die musikalischen Herausforderungen angenommen.<br />

Das haben das haben in beeindruckender Weise das<br />

erwähnte Jubiläumskonzert und die Aufführung der<br />

„Tangomesse“ des zeitgenössischen argentinischen<br />

Komponisten Martin Palmeri gezeigt! Michael Utz war<br />

Kirchenmusiker und Lehrbeauftragter für Korrepetition<br />

in Berlin. Zudem fungierte er als Mitarbeiter des<br />

Berliner Domchores. bevor er <strong>im</strong> Jahre 2003 Kantor<br />

an der Abteikirche Brauweiler wurde. Mit dem Abtei<strong>Chor</strong><br />

St. Nikolaus und dem Städtischen <strong>Chor</strong> Leverkusen<br />

hat er in der Abtei Brauweiler und <strong>im</strong> Forum<br />

Leverkusen große Oratorien und <strong>Chor</strong>konzerte<br />

Haydn, Mozart, Bach, Mendelssohn-Bartholdy,<br />

Dvořák, Rutter, Schubert, Orff und Brubeck aufgeführt.<br />

Als Organist spielte er diverse Uraufführungen<br />

und deutsche Erstaufführungen; als Dirigent war er<br />

verantwortlich für die Uraufführung von Harald K<strong>im</strong>migs<br />

„Sei: Stille“ und dirigierte <strong>im</strong> Jahre 2016 die Uraufführung<br />

der „Nordlicht-Suite“ von Michael Villmow.<br />

Michael Utz ist auch künstlerischer Leiter des Musikfestivals<br />

„Classic Nights“ der Abtei Brauweiler und war<br />

<strong>im</strong> Jahre 2015 Mitglied der international besetzten<br />

Jury des Kompositionswettbewerbs „Musica Sacra<br />

Nova“ unter der Schirmherrschaft des Päpstlichen Instituts<br />

für Kirchenmusik <strong>im</strong> Vatikan. Zudem arbeitet<br />

Utz als Korrepetitor und wirkt als Organist, Cembalist<br />

und Pianist bei Produktionen des WDR Köln mit. Als<br />

Konzertorganist tritt er in Deutschland und bei internationalen<br />

Kirchenmusik-Festivals auf. Im Jahre erhielt<br />

er für sein künstlerisches Wirken Kulturpreis<br />

2020 des Rhein-Erft-Kreises.


18 CHOR IM GESPRÄCH<br />

ZEITZEUGE AN DER ORGEL<br />

Foto: Bewegte Kommunikation St. Augustin<br />

Der traditionsreiche Männerchor der <strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />

„Germania“ Siegburg reiste auch <strong>im</strong> Jahre<br />

2024 zu einem <strong>Chor</strong>seminar in Gemünd (Kreis Euskirchen).<br />

<strong>Chor</strong>leiter und Musikdirektor Stefan Wurm<br />

und seine Sänger nutzten dabei die Gelegenheit in der<br />

St. Nikolaus-Kirche in Gemünd zu singen. Die Sänger<br />

postierten sich auf der Orgelbühne, wobei sich der<br />

<strong>Chor</strong>leiter auch auf die Orgelbank setzte, um auf der<br />

We<strong>im</strong>bs-Orgel seine gekonnten Spielmanieren zu<br />

präsentieren, wovon <strong>Chor</strong>vorsitzende und Pressereferentin<br />

Angela Recino so begeistert ist. Stefan Wurm<br />

wurde damit die besondere Ehre zuteil, auf einer Orgel<br />

zu spielen, die durch die Jahrhundertflut <strong>im</strong> Juli<br />

2021 stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.<br />

Der geschätzte und beliebte <strong>Chor</strong>dirigent wurde mit<br />

seinem Orgelauftritt sozusagen zu einem Zeitzeugen!<br />

Während der Flutkatastrophe verzeichnete man in der<br />

Kirche St. Nikolaus einen Pegelstand von mehr als<br />

zwei Metern. Eine längere tropische Feuchte <strong>im</strong> Kirchenraum<br />

sorgte dafür, die die Orgel wegen Sch<strong>im</strong>melbefall<br />

vollständig demontiert und gereinigt werden<br />

musste. Im Jahre 2024 konnte man die restaurierte<br />

Kirche und mit ihr die Orgel wieder für den Gottesdienst<br />

zugelassen werden. Im Jahre 1973 wurde<br />

die derzeitige Orgel der Fa. We<strong>im</strong>bs eingeweiht, die<br />

in Hellenthal an der Urft-Talsperre behe<strong>im</strong>atet ist. Die<br />

Orgel verfügt über 36 Register, eine mechanische<br />

Spiel- und elektrische Registertraktur, 2.820 klingende<br />

Orgelpfeifen und drei Manuale. Kantor Andreas<br />

Warler hat eine Orgelchronik über die Gemünder Orgel<br />

verfasst und dürfte gewiss erleichtert sein, dass<br />

das königliche Instrument wieder sein Herz und die<br />

Herzen der Gemeinde erfreut. Der Männerchor hat<br />

wie viele Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaft diesseits und<br />

jenseits des Rheines <strong>im</strong>mer wieder gern in Kirchen<br />

und Kathedralen <strong>im</strong> In- und Ausland zur Ehre Gottes<br />

und zur Erbauung der Gläubigen gesungen und tat<br />

dies auch in Gemünd mit konzentrierter und sinnfälliger<br />

Musikhaltung!<br />

Ein gutes Lied wächst mit dem Singen.<br />

Norman H. Russel


19 CHOR IM GESPRÄCH<br />

EIN VORZÜGLICHER CHOR


20 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Auch wenn es sich aus Zeitdokumenten nicht mehr<br />

lückenlos nachweisen lässt, so der „Gemischte <strong>Chor</strong><br />

Schlebusch, habe man seine historischen Wurzeln in<br />

der Mitte des 19. Jahrhunderts, wo sich in Schlebusch<br />

Textilarbeiterchöre gründeten. Vor dem 2. Weltkrieg<br />

F<br />

Fotos: privat – <strong>Chor</strong>leiterin Martina Niemeyer<br />

nannte sich der <strong>Chor</strong> „Arbeitergesangverein „Harmonie“<br />

Schlebusch, ehe er seit dem Jahre 1945 unter<br />

dem jetzigen Namen existiert. Nach der Corona-Krise<br />

hat man <strong>im</strong> Jahre 2023 das 75-jährige <strong>Chor</strong>jubiläum<br />

gefeiert. <strong>Chor</strong>leiterin Martina Niemeyer studierte in<br />

Köln Musik auf Lehramt mit dem Hauptfach Gesang<br />

und den Nebenfächern Klavier und Gitarre und absolvierte<br />

sie eine weitere Ausbildung in <strong>Chor</strong>leitung, Kirchenmusik<br />

und als St<strong>im</strong>mtherapeutin und ist als freischaffende<br />

Sopranistin tätig. Zudem arbeitet sie auch<br />

Pianist Oliver Drechsel (links)<br />

als <strong>Chor</strong>dirigentin, wobei sie den Gemischten <strong>Chor</strong><br />

Schlebusch seit dem Jahre 1997 erfolgreich leitet. Als<br />

dynamische <strong>Chor</strong>leiterin und <strong>Chor</strong>pädagogin gibt sie<br />

dem <strong>Chor</strong> Gesicht und erfüllt alle Kriterien einer modernen<br />

<strong>Chor</strong>leitung, so die Einschätzung des <strong>Chor</strong>es.<br />

Mit Leichtigkeit, Humor und Energie arbeitet sie intensiv<br />

und u.a. zielstrebig und nachhaltig am Rhythmus,<br />

dem St<strong>im</strong>msitz und der Klangfarbe. Auf diese<br />

Weise führt sie den <strong>Chor</strong> zu einer hohen Ausdruckskraft<br />

und musikalischer Intensität. Das zeigte in beeindruckender<br />

Manier das mit „Enjoy the monent“<br />

(Genieße den Augenblick) in der Friedenskirche in<br />

Schlebusch, wo sie den Gemischten <strong>Chor</strong> Schlebusch<br />

als großer und kleiner <strong>Chor</strong> präsentierte. Dabei<br />

brachte man u. a. „Auf das was da noch kommt“,<br />

„Only T<strong>im</strong>e“, „Für Frauen ist das kein Problem, „Oh<br />

Champs Élisée“, „You’ve got a friend“. „Solsbury hill“,<br />

„Human“, „A million dreams”, „Perfect“, „You raise me<br />

up”, “Bring me little water”, “Träume sind starker”,<br />

“You’re the voice” sowie „Enjoy the moment“ zu<br />

Gehör. Ein großes Lob verdiente sich auch Oliver<br />

Drechsel. Dieser erhielt den ersten Klavierunterricht<br />

bei der Mutter, der Konzertpianistin Ruth Drechsel-<br />

Püster, ehe er an der Hochschule für Musik Köln bei<br />

Roswitha Gediga-Glombitza und Pavel Gililov ein Klavierstudium<br />

absolvierte. Meisterkurse bei Peter<br />

Feuchtwanger, Karl-Heinz Kämmerling und dem Alban-Berg-Quartett,<br />

ergänzten die Ausbildung, die er<br />

<strong>im</strong> Jahre 1998 mit dem Konzertexamen abschloss. Im<br />

gleichen Jahr veröffentlichte er seine Debüt-CD „Jürg<br />

Baur – Das Klavierwerk“ und erhielt dafür den Kulturpreis<br />

der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland. Für<br />

seine Kompositionen erhielt er u. a. den 1. Preis des<br />

Siegburger Kompositionswettbewerbs 2007. Drechsel<br />

widmet sich besonders der Wiedergabe von Klaviermusik<br />

des 18. und 19. Jahrhunderts auf historischen<br />

Instrumenten. Neben Auftritten <strong>im</strong> In- und Ausland<br />

(u. a. in der Reihe „Best of NRW“) sowie Rundfunk-<br />

Mitschnitten und CD-Produktionen, konzertiert er <strong>im</strong><br />

„Klaviertrio Köln-We<strong>im</strong>ar“ konzertiert. Im Jahre 2003<br />

fungierte er als „Artist in residence“ be<strong>im</strong> Rinck-Fest<br />

Köln. Drechsel unterrichtet Musik und Mathematik am<br />

Otto-Hahn-Gymnasium in Monhe<strong>im</strong> sowie Klavier an<br />

der Hochschule für Musik Köln.


21 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

CHOR IST AUFGELÖST<br />

Im Jahre 2022 hat sich die „Opladener <strong>Chor</strong>gemeinschaft“<br />

und damit einer der ältesten Leverkusener<br />

Chöre aufgelöst. Der „Opladener Frauenchor“ war <strong>im</strong><br />

Jahre 1962 ins Leben gerufen, nachdem sich <strong>im</strong> Jahre<br />

1890 bereits der „Opladener Männergesangverein gegründet<br />

hatte. Beide Chöre besiegelten <strong>im</strong> Jahre 1999<br />

die „Opladener <strong>Chor</strong>gemeinschaft“. Bis der Schritt der<br />

Auflösung offiziell vollzogen und die „Opladener <strong>Chor</strong>gemeinschaft“<br />

be<strong>im</strong> Amtsgericht Leverkusen endgültig<br />

aus dem Vereinsregister gelöscht worden, verging<br />

Noch ein weiteres Jahr. Bereits be<strong>im</strong> 50-jährigen Bestehen<br />

des Frauenchores <strong>im</strong> Jahre 2012 beklagte man<br />

den eklatanten Nachwuchsmangel. Drei Jahre später<br />

feierte der Männergesangverein sein 125-jähriges Jubiläum,<br />

wobei sich die Situation neide Chöre nicht<br />

verbessert hatte. Die schl<strong>im</strong>me Corona-Pamdemie<br />

hat dann jegliche Hoffnung auf einen Fortbestand der<br />

„Opladener <strong>Chor</strong>gemeinschaft“ zunichte gemacht!<br />

Unter dem Dirigat des letzten <strong>Chor</strong>leiters Ansgar<br />

Faust hatte sich musikalisch neu ausgerichtet, der<br />

nun verstärkt englischsprachige Liedtitel intonierte.<br />

Dazu gehörten u.a. „You raise me up“ (Josh Groban)<br />

oder „Blowin‘ in the wind“ (Bob Dylan). Doch es<br />

nutzte nichts. Denn nicht nur der <strong>Chor</strong> wurde <strong>im</strong>mer<br />

älter, auch das Publikum blieb allmählich aus. Deshalb<br />

wurden die <strong>Chor</strong>auftritte von der Festhalle am<br />

Markt in die Aula der Marienschule in Opladen verlegt.<br />

Niemand hätte gedacht, dass dem erfolgreichen<br />

Weihnachtskonzert <strong>im</strong> Jahre 2019 kein Auftritt mehr<br />

folgen würde, stellt Margit Maxeiner (linkes Foto) bedauernd<br />

fest, die ein Jahrzehnt als erste Vorsitzende<br />

fungiert hat! Sie kann es <strong>im</strong> Grunde <strong>im</strong>mer noch nicht<br />

so recht glauben, dass der <strong>Chor</strong> nicht mehr existiert.<br />

Be<strong>im</strong> Rückblick gerät sie ins Schwärmen. Man habe<br />

viele erfolgreiche Konzerte <strong>im</strong> In- und Ausland gestaltet.<br />

Besonders der Auftritt am Petersdom in Rom und<br />

das Zusammentreffen mit dem Papst <strong>im</strong> Jahr 1992 sei<br />

einer der bewegendsten Momente gewesen.


22 CHOR IM GESPRÄCH<br />

AUSFLUG NACH KOBLENZ<br />

Fotos: privat


23 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Im Stammhaus Deinhard in Koblenz konnten sich die<br />

Sängerinnen und Sänger des Gemischten <strong>Chor</strong> „Oberhauer<br />

Klänge“ (Stadt Königswinter) be<strong>im</strong> Ausflug <strong>im</strong><br />

Jahre 2024 bei einem kühlen und leckeren Glas Sekt<br />

aus dem Hause Deinhard („Dein Sekt sei Deinhard“)<br />

erfrischen und genießen. So berichtet <strong>Chor</strong>mitglied<br />

Josef Göbel über den gelungenen <strong>Chor</strong>ausflug, bei<br />

dem die Sonne vom H<strong>im</strong>melszelt strahlte! Die Führung<br />

mit vielen aufschlussreichen Erläuterungen über<br />

den Anbau und Ausbau von Wein und Sekt <strong>im</strong> Kellermuseum<br />

unter dem „Deinhard-Stammhaus“ sei richtig<br />

gut gewesen, meint denn auch Göbel! Angesichts<br />

der dunklen Gewölbe habe der mundartliche Liedsatz<br />

“Loss de Sonn eren” (Lass die Sonne herein) atmosphärisch<br />

gut gepasst, der von Willi Winterscheid in<br />

Abwesenheit des regulären <strong>Chor</strong>leiters Pavel Brochin<br />

dirigiert. Dafür gab es viel Applaus der Mitreisenden.<br />

Zuvor hatte die Visite der historischen Festung Ehrenbreitstein<br />

auf dem Programm. In die Rolle von John<br />

Humble Humfrey, einem königlich englischen Ingenieursoffizier<br />

und Fachmann für die wechselvolle Geschichte<br />

der Festung, sei der Gästeführer in die geschichtsträchtigen<br />

Kleider geschlüpft und habe die Ereignisse<br />

bis zum Jahre 1836 auf authentische Weise<br />

in zahlreichen interessanten Anekdoten und Geschichten<br />

ausgebreitet. Ein wahrer, kundiger und humoriger<br />

Meister, der sich in seinem Metier bestens<br />

auskennen würde! Während der Fahrt mit der Seilbahn,<br />

die bekanntlich zur Bundesgartenschau 2011<br />

gebaut worden ist, hatte man talwärts einen malerischen<br />

Blick aus der Gondel über dem Rhein bis hin<br />

zum „Deutschen Eck“. Als man wieder festen Boden<br />

unter den Füßen hatte, speiste man <strong>im</strong> zünftigen Restaurant<br />

“Max<strong>im</strong>ilians Altes Kaufhaus” mit einer großzügigen<br />

Außenterrasse, das unmittelbar an der Mosel<br />

liegt. Bei Kowelenzer Spießbraten, Brauereigulasch<br />

oder Mälzerteller und einem erfrischenden Bier ließ<br />

man den Herrgott einen guten Mann sein! Danach<br />

schlenderte man in die schöne Koblenzer Altstadt und<br />

besuchte herrliche romanische Basilika St. Kastor. Auf<br />

der Rückfahrt intonierte man Wander- und Volkslieder,<br />

wobei sich der Vorsitzende Dietmar Lange Reiseleiter<br />

und Organisator Peter Ströbele bedankte!


24 CHOR IM GESPRÄCH<br />

EIN GEBURTSTAGSKIND<br />

Anfang an <strong>im</strong> Kirchenchor gesungen hat, der <strong>im</strong> Jahre<br />

2024 das 60-jährige <strong>Chor</strong>jubiläum feiert. Das fidele<br />

Fotos: privat<br />

Der von Edgar Zens seit vielen Jahren dirigierte Kirchenchor<br />

St. Joseph Thomasberg (Stadt Königswinter)<br />

berichtet darüber, dass Anneliese Otzipka von<br />

Geburtstagkind, die <strong>im</strong> Jahre 2024 ihren stolzen 90.<br />

Geburtstag (!) erlebte, hat sich stets dem he<strong>im</strong>ischen<br />

<strong>Chor</strong>gesang verschrieben. Und das ist gut so! die hat<br />

damit eine Vorbildfunktion übernommen, die man<br />

nicht hoch genug einschätzen kann. Dabei sollte noch<br />

erwähnt werden, dass sie außer dem besonderen Lebensjahr,<br />

auch noch das 60-jährige Jubiläum für vorbildliche<br />

Treue zum <strong>Chor</strong>gesang begeht. Der Kirchenchor<br />

sei froh darüber und stolz darauf, das einzige<br />

noch verbliebene aktive Gründungsmitglied in der<br />

<strong>Chor</strong>gemeinschaft zu haben. Man gratuliere ganz<br />

herzlich und wünsche sich, dass das Geburtstagskind<br />

noch lange gesund und munter mitsinge!


25 CHOR IM GESPRÄCH<br />

FAHRT ZUR KAISERSTADT


26 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Wandertag des Kirchenchores 2024 - Fotos: privat<br />

Im Jahre 2024 unternahm der Kirchenchor „Cäcilia“<br />

Neuhonrath (Stadt Lohmar) eine mehrtägige <strong>Chor</strong>fahrt<br />

in die historische Kaiser- und Krönungsstadt<br />

Aachen, die <strong>im</strong>mer wieder einen Besuch wert ist! Darüber<br />

hinaus besuchte man die belgische Stadt Leuven,<br />

wo man wie in Aachen eine Stadtführung absolvierte.<br />

Außerdem nahm man an einem abwechslungsreichen<br />

Abendprogramm auf Burg Wilhelmstein in<br />

Würselen teil, ehe man am Sonntagmorgen einen unvergesslichen<br />

Auftritt <strong>im</strong> ehrwürdigen und beeindruckenden<br />

Aachener Dom, der wahrlich Geschichte geschrieben<br />

hat! Dort gestalteten die engagierten Sängerinnen<br />

und Sänger unter der bewährten Leitung<br />

von Stephan Kümmeler musikalisch den Gottesdienst<br />

mit <strong>Chor</strong>stücken aus der „Missa super dixit Maria“ von<br />

Hans Leo Hassler (1594–1612) und dem „Ave Maria“<br />

von Jakob Arcadelt (1507-1568). Der Kirchenchor<br />

popstierte sich dazu auf der Orgelempore in unmittelbarer<br />

Nähe des Throns Karls d. Gr., wo man die erwähnten<br />

Werke a-cappella intonierte. Welch ein Privileg<br />

und erhebendes Gefühl in der geschichtsträchtigen<br />

Umgebung zu singen. Auf der Rückfahrt der gelungenen<br />

<strong>Chor</strong>reise macht man noch einem Abstecher<br />

nach Brühl, wo man das Renaissance-Schloss besichtigte,<br />

die bekanntlich die Residenz des früheren Kölner<br />

Erzbischofs Clemens August gewesen ist.


27 CHOR IM GESPRÄCH<br />

VOM ZAUBER DES SINGENS


28 CHOR IM GESPRÄCH<br />

selbst und in unser Innerste führt, die Seele beflügelt,<br />

Freude und Glück bechert und Gram und Bosheit verjagt!<br />

Das Singen muss gefühlt werden, a es zum Bedürfnis<br />

des Menschen gehört. Wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

haben den Beweis erbracht, was schon<br />

unsere Vorfahren gewusst haben. Nämlich das Singen<br />

glücklich macht! Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass<br />

das Singen die schönsten Gefühle hervorruft! Damit<br />

wird das Singen zum Zauberspiegel der Seele, was<br />

gleichermaßen für die musikalischen Akteure sowie<br />

“Wo man singt, da lass Dich nieder, böse Menschen<br />

kennen keine Lieder”. Dieses Bekenntnis begleitet die<br />

Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und jenseits<br />

des Rheins. Dazu gehört auch die <strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />

„Germania“ Siegburg, die vom unermüdlichen und<br />

versierten Dirigenten und Musikdirektor FDB Stefan<br />

Fotos: Bewegte Kommunikation St. Augustin<br />

mit Erfolg geleitet wird. Mit dem Zitat hat Johann<br />

Gottfried Seume vor vielen Jahren den wahren Zauber<br />

des Singens auf den berühmten Punkt gebracht!<br />

Denn es pfeifen die Spatzen schon seit jeher von den<br />

Dächern, dass das Singen He<strong>im</strong>at verkörpert, zu uns<br />

sowie die Zuhörer gelten soll. Wer kennt nicht das<br />

Gefühl, das eine und faszinierende Symbiose zwischen<br />

Singenden und Hörenden schafft. Je nach dem<br />

St<strong>im</strong>mungsgehalt der Lieder werden die Gefühle von<br />

Erfüllung und Befreiung, von Leichtigkeit und Energie,<br />

von Glück und Besinnlichkeit beschworen.


29 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Depressionen und Angst. Dabei helfen die Glückshormone<br />

gegen Depressionen und rufen Glücksgefühle<br />

hervor. Diese machen weniger stressanfällig und aggressiv.<br />

Wer dies noch nicht aus eigener Erfahrung<br />

kennt, der sollte singen!<br />

Walter Dohr<br />

Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass in jedem Lied eine<br />

Seele innewohnt, sonst würde es nicht komponiert<br />

worden sein! Das muss man sich <strong>im</strong>mer vor Augen<br />

halten. Das beste Beispiel hierfür ist der unsterbliche<br />

Ohrwurm „What a wonderful world“, dies die engagierten<br />

Sängerinnen und Sänger der „Swingphonie“<br />

(<strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“ Siegburg) so gerne<br />

und voller schwärmerischer Hingabe singen! Und das<br />

ist auch gut so, da Singen die schönen Gefühle in unserer<br />

Seele weckt und diese wie von Zauberhand zum<br />

Leben und Leuchten bringt. Singen macht uns bekanntlich<br />

glücklich und hilft gegen Stress,<br />

Wo man singet, lass dich ruhig nieder,<br />

Ohne Furcht, was man <strong>im</strong> Lande glaubt;<br />

Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;<br />

Bösewichter haben keine Lieder.<br />

Johann Gottfried Seume


30 CHOR IM GESPRÄCH<br />

GEMEINSAME KONZERTE


31 CHOR IM GESPRÄCH<br />

<strong>Chor</strong>austausch und die gegenseitige musikalische und<br />

menschliche Begegnung von unschätzbarem Wert<br />

und auch die Programme werden durch die musikalischen<br />

und menschlichen Gemeinsamkeiten vielfältiger<br />

und interessanter. Ein ausgezeichnetes Beispiel<br />

hierfür sind die <strong>Chor</strong>feste, die der MGV „Eintracht“<br />

Hennef-Stossdorf <strong>im</strong> he<strong>im</strong>ischen Bürgerhaus gibt.<br />

Fotos: privat<br />

Der etablierte und von <strong>Chor</strong>leiter Karsten Rentzsch<br />

dirigierte und gegründete Pop- und Gospelchor<br />

„Living Colours“ Hennef-Uckerath veranstaltete <strong>im</strong><br />

Jahre 2024 ein weiteres Benefizkonzert in der evangelischen<br />

Stephanuskirche in Uckerath. Diesmal stiftete<br />

man den Erlös der Hennefer Tafel, die über diese<br />

großzügige Geste gewiss besonders erfreut war! Die<br />

engagierten Sängerinnen und Sänger konnten sich<br />

einmal mehr über die Mitwirkung des traditionsreichen<br />

MGV Merten (Stadt Eitorf) freuen, der ebenfalls<br />

von Rentzsch geleitet wird, der vor einiger Zeit mit<br />

den Sängern aus dem Siegtal das 100-jährige <strong>Chor</strong>jubiläum<br />

gefeiert hat! Solche gegenseitige musikalische<br />

Unterstützung ist eine positive Angelegenheit;<br />

zumal die Sängerfeste und <strong>Chor</strong>treffen in den Chören<br />

und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und jenseits des<br />

Rheins leider viel seltener geworden sind. Zudem ist<br />

Ein Jahr zuvor weilte „Living Colours“ be<strong>im</strong> Konzert<br />

des MGV Merten, dass der Männerchor unter der Leitung<br />

von Karsten Rentzsch in der katholischen Pfarrkirche<br />

St. Agnes in Eitorf-Merten veranstaltete.<br />

*<br />

Die Musik spricht für sich allein.<br />

Vorausgesetzt wir geben ihr eine Chance.<br />

Yehudi Menuhin


32 CHOR IM GESPRÄCH<br />

FÜR DIE MUSIK


33 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Der Gemischte <strong>Chor</strong> „Pro Musica“ Ronsdorf (Stadt<br />

Wuppertal), der <strong>im</strong> Jahre 2022 das 75-jährige Bestehen<br />

feierte, hatte das Jubiläumskonzert (obiges Foto)<br />

unter das sinnfällige Motto „Auf den Pfaden der Zuversicht“<br />

gestellt. Die Zuversicht und der das Selbstverständnis,<br />

die <strong>Chor</strong>musik <strong>im</strong>mer wieder in den Fokus<br />

(pro musica) zu rücken, haben sich die engagierten<br />

Sängerinnen und Sänger von der ersten Stunde<br />

an zu Herzen genommen und sich und dem Publikum<br />

so <strong>im</strong>mer wieder eine besondere Freude bereitet. Die<br />

<strong>Chor</strong>leiterin Renate Schlomski, die den <strong>Chor</strong> seit dem<br />

Jahre 2002 unter ihre musikalischen Fittiche genommen<br />

hat, kann sich mit dem respektablen Ensemble,<br />

das in den Männerst<strong>im</strong>men erstaunlich gut besetzt ist,<br />

hören und sehen lassen. Das ist auf die vorbildliche<br />

<strong>Chor</strong>arbeit der ambitionierten Dirigentin zurückzuführen,<br />

die sehr zielstrebig und erfolgreich die St<strong>im</strong>mbildung<br />

betreibt. Das zahlt sich in den Auftritten und<br />

Konzerten stets in klingender Münze aus! Renate<br />

Schlomski erhielt bereits mit 7 Jahren Klavierunter-<br />

richt in der Jugendmusikschule Wuppertal (heute:<br />

Bergische Musikschule) und nahm <strong>im</strong> Jahre 1976 <strong>im</strong><br />

das Instrumentalpädagogik-Studium (Hauptfach Klavier)<br />

auf, das sie <strong>im</strong> Jahre 1981 abschloss. Danach<br />

setzte sie das Studium zur Erlangung der künstlerischen<br />

Abschlussprüfung, dieses sie <strong>im</strong> Jahre 1985 abschloss.<br />

Im Jahr 1981 hatte sie einen Lehrauftrag an<br />

der Bergischen Musikschule als Klavierlehrerin erhalten,<br />

absolvierte zahlreiche Auftritte als Kammermusikerin<br />

und übernahm als Pianistin vielfältige <strong>Chor</strong>begleitungen<br />

und bildete sich auch als <strong>Chor</strong>leiterin aus.


34 CHOR IM GESPRÄCH<br />

SCHNUPPERPROBE<br />

Singen <strong>im</strong> <strong>Chor</strong> zu werden. Der Eitorfer Gesangverein<br />

macht das regelmäßig mehrmals <strong>im</strong> Jahre und freut<br />

Sebastian Sottong, der die Sängerschar <strong>im</strong> Pfarrhe<strong>im</strong><br />

St. Johannes Lohmar vom E-Piano aus leitete und<br />

Foto: privat<br />

Die Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und jenseits<br />

des Rheins unternehmen Ausflüge, veranstalten<br />

<strong>Chor</strong>seminare und bieten offene <strong>Chor</strong>proben an. Das<br />

dient dazu den <strong>Chor</strong>gesang zu verbessern und für das<br />

sich <strong>im</strong>mer wieder darüber <strong>im</strong> Eitorfer Sängerhe<strong>im</strong><br />

(„Gasthaus der Chöre“) interessierte Sängerinnen<br />

und Sänger begrüßen zu können! Das taten auch die<br />

aktiven Mitglieder des Gemischten <strong>Chor</strong>es „Da Capo“<br />

Lohmar (Foto) unter der Leitung des Dirigenten<br />

nachhaltig dafür sorgte, dass das die Veranstaltung<br />

zu einem musikalischen Erlebnis wurde. Inzwischen<br />

sind „Da Capo“ und der neue <strong>Chor</strong>leiter ein Herz und<br />

eine Seele, was das Jubiläumskonzert <strong>im</strong> Jahre 2024<br />

in der Jabach-Halle in Lohmar deutlich gezeigt hat!


35 CHOR IM GESPRÄCH<br />

RESPEKTABLER CHOR<br />

für Musik in Charkow und absolvierte das Staatexamen.<br />

Als Musiklehrer und Konzertmeister der Musik-<br />

mehrere Chöre <strong>im</strong> Sauerland und <strong>im</strong> Rheinland, der<br />

<strong>im</strong> Jahre den Titel <strong>Chor</strong>direktor (FDB) erhielt und <strong>im</strong><br />

Fotos: privat<br />

Der aus dem ukrainischen Charkow stammende Eugen<br />

Momot hat die Musik in die Wiege gelegt bekommen.<br />

Dessen Vater und seine Brüder waren bzw. sind<br />

Musiker. Nach dem Besuch der Musikschule in Charkow<br />

Charkow studierte Momot an der Fachhochschule<br />

schule in Volzskij (Ukraine), aber auch als Pianist, Orgel-<br />

und Keyboardspieler bestritt sein Musikleben. Im<br />

Jahre 1991 emigrierte er mit seiner Familie nach<br />

Deutschland. Konzerte als Klassik und als Jazzmusiker<br />

in Deutschland und <strong>im</strong> benachbarten Ausland.<br />

Seit dem Jahre 1993 ist er als Musiklehrer an der Musikschule<br />

in Iserlohn (Sauerland) tätig. Er leitet<br />

Jahre 2000 die Leitung des <strong>im</strong> Jahre 1905 gegründeten<br />

Männerchores „Germania“ Opladen (Stadt Leverkusen),<br />

und übernahm das musikalische Erbe des unvergessenen<br />

<strong>Chor</strong>direktors (ADC), Theo Breuer. Eugen<br />

Momot ist ein begnadeter <strong>Chor</strong>dirigent und <strong>Chor</strong>pädagoge,<br />

der dafür sorgt, dass sich man sich <strong>im</strong>mer<br />

wieder als respektabler Männerchor präsentiert!


36 CHOR IM GESPRÄCH<br />

BESONDERE TRADITION


37 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Fotos: privat<br />

Der <strong>im</strong> Jahre 1989 ins Leben gerufene Frauenchor<br />

„Harmonie“ Honrath (Stadt Lohmar) wird seit dem<br />

Jahre 2013 von der renommierten St<strong>im</strong>mbildnerin,<br />

Musikreferentin, Gesangspädagogin und Sängerin Joséphine<br />

Pilars de Pilar geleitet wird, führt eine Tradition<br />

fort, die mit ihr bis auf den heutigen Tag besteht.<br />

Als erste <strong>Chor</strong>leiterin Eva Thomas fungierte, ehe<br />

Wolfgang Reisert in den Jahren 1994 bis 1996 die musikalische<br />

Leitung des engagierten Frauenchores<br />

übernahm. Dessen musikalisches Erbe <strong>im</strong> Jahre 2003<br />

<strong>Chor</strong>direktorin Marion G. Fuchs, ehe ihr nach 16 Jahren<br />

erfolgreichen musikalischen Wirkens die heutige<br />

<strong>Chor</strong>leiterin folgte und mit dem Frauenchor ihre musikalische<br />

Handschrift mit innovativen Konzerten und<br />

Auftritten in klingende Münze umsetzte! Man hatte<br />

Joséphine Pilars de Pilar anlässlich eines eigenen Konzertes<br />

als überzeugende Solistin kennengelernt und<br />

sich dafür entschieden, sie als <strong>Chor</strong>leiterin zu verpflichten.<br />

Die jetzige <strong>Chor</strong>leiterin studierte Lied- und<br />

Konzertgesang an der Hochschule für Musik und darstellende<br />

Kunst in Graz. Die Bühnenreifeprüfung für<br />

Operngesang bestand sie mit Auszeichnung in Wien.


38 CHOR IM GESPRÄCH<br />

Danach absolvierte sie Meisterkurse in Zürich bei<br />

Prof. Ernst Haefliger sowie an der Bachakademie<br />

Stuttgart bei Prof. Anna Reynolds und Prof. Patricia<br />

Wise in Salzburg. Sie erhielt Engagements für zeitge-<br />

nössische Musik <strong>im</strong> Rahmen des "Steirischen Herbstes"<br />

in Graz, sowie am Volkstheater Wien. Eine ständige<br />

musikalische Weiterbildung ihrer St<strong>im</strong>me sowie<br />

in Schauspiel, Improvisation und spanischem Tanz ist<br />

für Joséphine Pilars de Pilar selbstverständlich. Sie<br />

zeichnet sich nicht nur durch eine rege Konzerttätigkeit<br />

<strong>im</strong> Raum NRW aus, sondern begeistert auch mit<br />

ausgefallenen Musikprogrammen gastiert sie in ganz<br />

Deutschland, wobei stilistische Vielfalt ihr eigentliches<br />

musikalisches Markenzeichen ist!


39 CHOR IM GESPRÄCH<br />

MIT NEUEM SCHWUNG<br />

Foto: privat<br />

Die Sängerinnen und Sänger des Gemischten <strong>Chor</strong>es<br />

„Color“ Leichlingen (Rheinisch-Bergischer Kreis) sehen<br />

nach der schrecklichen Corona-Zeit voller Hoffnung<br />

in die Zukunft! Das hat man <strong>im</strong> Jahre 2023 mit<br />

einem st<strong>im</strong>mungsvollen Adventskonzert bei Kerzenschein<br />

in der evangelischen Kirche in Witzhelden<br />

getan.<br />

getan, wo man in der Vorweihnachtszeit aufgetreten<br />

ist. Der <strong>Chor</strong> ist mit frischem Elan in das erste Jahr<br />

unter der neuen Leitung von Ansgar Faust gegangen,<br />

der <strong>im</strong> Jahre 2023 als neuer <strong>Chor</strong>dirigent in Leichlingen<br />

fungiert. Der professionelle Musiker bringt dafür<br />

Erfahrung und gute Laune mit. Im Jahre 2022 hatte<br />

der <strong>Chor</strong> das 20-jährige Jubiläum gefeiert, das in der<br />

geschmückten Scheunenhalle auf dem Bauernhof<br />

Meuthen in Leichlingen als großes Jubiläums- und Familienfest<br />

stattfand. In Zusammenarbeit mit den Bläsern<br />

der "Hofkapelle" Leichlingen unter der Leitung<br />

von Bernhard Losacker hatte die langjährige und unermüdliche<br />

<strong>Chor</strong>leiterin Gaby Mühlbauer ein wundervolles<br />

Programm als eine bunte Reise durch die 20-<br />

jährige <strong>Chor</strong>geschichte zusammengestellt. Darunter<br />

Joh. S. Bachs Bourrée, <strong>Chor</strong>werken von John Rutter<br />

sowie beschwingen Swing- und Jazzstücken wie "Bei<br />

mir bist du schön" oder "Shoo-Shoo-Baby", die von<br />

der versierten Solistin Andrea Beils aus Leichlingen<br />

begleitet wurden. Darüber hinaus intonierte man Musicalmelodien,<br />

Ohrwürmer von James Taylor, Stevie<br />

Wonder und Michael Jackson sowie den südafrikanischen<br />

Afro-Pop Dance-Song „Pata, Pata", der von<br />

Bernhard Losacker und der amerikanischen Sängerin<br />

Linda Fischer gekonnt zu Gehör gebracht wurden.<br />

Viele ehemalige <strong>Chor</strong>isten waren der Einladung gefolgt,<br />

und es war eine große Freude für alle Sängerinnen<br />

und Sänger, um bei herrlichem Sonnenschein<br />

und tollem Publikum wieder miteinander zu singen,<br />

zu musizieren und viele schöne Anekdoten auszutauschen.<br />

Dabei überraschte man die <strong>Chor</strong>leiterin mit einer<br />

Moritat, die die <strong>Chor</strong>geschichte musikalisch erzählt.<br />

Zudem hatte man ein "<strong>Chor</strong> Color Extrablatt"<br />

unter der Federführung von <strong>Chor</strong>sängerin Anja Hysky<br />

herausgebracht, bei der die Höhepunkte des <strong>Chor</strong>lebens<br />

zusammengetragen waren!


40 CHOR IM GESPRÄCH<br />

VIEL MUSIK UND SPASS<br />

Klassik, NGL und Taizé über Lobpreis/Worship/Gospel<br />

bis hin zu Rock, Pop, Musical- und Filmhits. Dabei<br />

überwieg<br />

Thema aus unterschiedlichen Facetten und regen zum<br />

Weiterdenken an. Dazu gibt es ein Freizeitprogramm<br />

Foto: privat<br />

Im Jahre 2024 waren 30 junge Sängerinnen und Sänger<br />

des renommierten Jugendchores „Young Hope“<br />

und Band Eitorf zu Gast in Altenberg, um an der Veranstaltung<br />

„Music is the key" teilzunehmen, wobei<br />

man viel Musik und jede Menge Spaß erlebte. Im<br />

Zentrum stand wiederum das gemeinsame Singen <strong>im</strong><br />

<strong>Chor</strong>, wobei Jugendliche von 12 bis 27 Jahren aus<br />

dem Kölner Erzbistum zusammenkommen. Gesungen<br />

wurde Musik aus allen erdenklichen Genres, von<br />

Intonierte man nicht nur sakrale <strong>Chor</strong>literatur. Die Literatur<br />

ist stets so ausgesucht, dass sie be<strong>im</strong> Singen<br />

wie be<strong>im</strong> Hören viel Wirkung entfalten; und dass auch<br />

in verschiedenen Kontexten und Besetzungen. Man<br />

kann sich also bei „Music is the key“ musikalisch bestens<br />

für die <strong>Chor</strong>arbeit inspirieren lassen. Das jeweilige<br />

Wochenende steht unter einem jährlich wechselnden<br />

spirituellen Thema. Im Jahre 2024 lautet es<br />

„Eternal beauty“. Gebetszeiten und Impulse strukturieren<br />

das vielfältige Geschehen, behandeln so das<br />

mit gestalteten oder offenen Abenden sowie Workshops.<br />

Ein wichtiger Aspekt der Veranstaltung sind<br />

der Austausch und der Vernetzung. Das bedeutet,<br />

dass Jugendliche mit Gleichgesinnten aus dem Bistums<br />

zusammenkommen und Freundschaften entstehen.<br />

Jugendchorleitungen lernen andere Chöre und<br />

andere <strong>Chor</strong>leitungen kennen. Dies hat schon zu<br />

mancher Kooperation und zu Gemeinschaftsprojekten<br />

geführt. Die Eitorfer Sängerinnen und Sänger waren<br />

von alledem sehr angetan!

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