Chor im Gespräch FOLGE 72
Chor im Gespräch (c) Walter Dohr - alle Rechte vorbehalten; Vervielfältigung oder auszugsweise Wiedergabe nur nach Autorisierung des Autors gestattet
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1 CHOR IM GESPRÄCH<br />
CHOR IM GESPRÄCH<br />
Gem. <strong>Chor</strong> „Grenzenlos“ Overath (Foto: privat)<br />
<strong>72</strong>. Folge
2 CHOR IM GESPRÄCH<br />
VORWORT<br />
Diese Betrachtung soll ein Bekenntnis zum hiesigen<br />
<strong>Chor</strong>gesang sein, der nicht nur die Menschen <strong>im</strong>mer<br />
wieder erfreut, sondern auch ein Stück gelebte He<strong>im</strong>at<br />
ist. Das zeigt nicht nur die Tradition der Chöre<br />
und <strong>Chor</strong>gemeinschaften, sondern auch die vielfältigen<br />
Aktivitäten, die sich zwangsläufig aus dem <strong>Chor</strong>und<br />
Vereinsleben ergeben. Das gilt für die zahlreichen<br />
Auftritte, Konzerte und anderweitigen Veranstaltungen.<br />
Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass das Singen<br />
auch den Sängerinnen und Sängern viel Spaß bereitet.<br />
Dass das Singen zudem eine gesellige und soziale<br />
Komponente hat, müsste eigentlich allen Menschen<br />
bekannt sein! Darum liegt es eigentlich auf der Hand,<br />
dass man sich für dieses Metier wirklich interessieren<br />
sollte. Das ganze Umfeld soll deshalb einmal intensiv<br />
betrachtet und auch denen nähergebracht werden,<br />
die sich eigentlich dessen nicht so bewusst sind. Außer-dem<br />
hat es für den Verfasser den weiteren Grund,<br />
dass sich damit für ihn ein stiller Wunsch erfüllt. Es<br />
ist für ihn interessant, das vielfältige Geschehen zu<br />
erleben und zu dokumentieren. Nicht nur der hiesige<br />
<strong>Chor</strong>gesang erlebt eine Zeit, in der die Sängerinnen<br />
und Sänger nachhaltig beweisen können und müssen,<br />
was ihnen das musikalische Erbe wert ist, das es zu<br />
bewahren gilt. Wir sollten uns nicht nur bei Jubiläumsfeiern<br />
daran erinnern. Doch ist leichter gesagt als<br />
getan. Denn es verlangt einen ausgeprägten Gemeinsinn<br />
und die überzeugte Freude am Singen!<br />
Walter Dohr<br />
INHALTSVERZEICHNIS<br />
02 Vorwort<br />
03 Friedenskonzert in der Kölner Philharmonie<br />
07 Ein reges <strong>Chor</strong>leben<br />
09 Musikalisches Erfolgserlebnis<br />
11 Helle Kinderst<strong>im</strong>men in Marialinden<br />
13 Auftritt <strong>im</strong> Siegburger Stadtmuseum<br />
15 Dirigent auf neuen Wegen<br />
18 Ein schöner Tag in Thomasberg<br />
19 Vom Dunkel ins Licht<br />
22 Singen mit Freunden<br />
24 Musikalischer Erfolg<br />
26 Auftritte in der Wallfahrtskirche<br />
27 Aufbruchst<strong>im</strong>mung mit neuer <strong>Chor</strong>leiterin<br />
28 Jahreskonzert in Neuhonrath<br />
29 Nachromantische Glanzlichter<br />
31 Oktoberfest <strong>im</strong> Siebengebirge<br />
32 Rege <strong>Chor</strong>freundschaft<br />
34 Das St<strong>im</strong>mregister<br />
36 Singen mit Freude<br />
39 Singen macht glücklich<br />
40 Gelungenes <strong>Chor</strong>seminar in Aachen<br />
Musik ist Magie!<br />
ZITAT<br />
Musik kann man durch nichts aufwiegen,<br />
da man durch sie tief berührt wird.<br />
Paavo Järvi<br />
*<br />
HINWEIS<br />
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen<br />
die männliche Form verwendet.<br />
Entsprechende Begriffe gelten <strong>im</strong> Sinne der Gleichbehandlung<br />
für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform<br />
hat nur redaktionelle Gründe.<br />
*<br />
LINKAGES<br />
https://www.yumpu.com/kiosk/chor<strong>im</strong>gespraech<br />
https://1drv.ms/f/s!As9AmXn5yL0pjJwgJCBtOsIpkS1aoA?e=onO73t<br />
*<br />
IMPRESSUM<br />
Autor und Herausgeber:<br />
Walter Dohr<br />
Assistenz: Erik Breidenbach<br />
Redaktion: walterdohr@musik-kompendium.de
3 CHOR IM GESPRÄCH<br />
FRIEDENSKONZERT
4 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Ein bewegendes Konzert erlebte das Publikum <strong>im</strong><br />
Jahre 2024 in der Kölner Philharmonie, Sie erlebten<br />
unter der künstlerischen Gesamtleitung von Michael<br />
Reif 150 <strong>Chor</strong>sängerinnen und <strong>Chor</strong>sänger, Solistinnen<br />
und Solisten sowie Musikerinnen und Musiker aus<br />
Estland, Köln und Osnabrück, die sich einem recht<br />
ambitionierten Friedenskonzert verschrieben hatten,<br />
das mit „In terra pax“ apostrophiert war! An dieser<br />
Stelle gebührt allen Mitwirkenden und Kooperationspartnern<br />
ein großes Kompl<strong>im</strong>ent für den Mut und das<br />
Engagement in dieses exponierte Projekt. Das gilt in<br />
besonderer Weise für das „Netzwerk Kölner Chöre“,<br />
das sich mit allen Kräften eingebracht hatte. Der verdiente<br />
Lohn waren zurecht Standing Ovations für die<br />
Europäischer Kammerchor Köln<br />
einzigartige Friedensbotschaft. Das beeindruckende<br />
Oratorium „In terra pax“ des Schweizer Komponisten<br />
Frank Martin, dessen 50. Todestag <strong>im</strong> Jahre begangen<br />
wurde und der selbst jahrelang an der Kölner Musikhochschule<br />
gelehrt hatte, hätte sich über die kompetente<br />
Aufführung seines Friedensoratoriums gefreut.
5 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Kölner Kurrende
6 CHOR IM GESPRÄCH<br />
PROGRAMM<br />
Frank Martin: In Terra Pax (Oratorio breve für Soli,<br />
zwei gemischte Chöre und Orchester)<br />
Riho Esko Ma<strong>im</strong>ets: Da Pacem (Kantate für <strong>Chor</strong> und<br />
Streicher)<br />
Felix Mendelssohn Bartholdy: Verleih uns Frieden<br />
(<strong>Chor</strong>alkantate für <strong>Chor</strong> und Orchester)<br />
*<br />
Dorothea Brandt, Sopran<br />
Bettina Schaeffer, Alt<br />
Johannes Mayer, Tenor<br />
Thomas Laske, Bariton<br />
Estonian Mixed Youth Choir<br />
Das Werk „Da pacem“ des estnisch-kanadischen<br />
Komponisent Riho Esko Ma<strong>im</strong>ets (1998) erlebte in der<br />
Philharmonie seine Uraufführung. Zu dieser Komposition<br />
schreibt Ma<strong>im</strong>ets selbst, dass Krieg, Massaker,<br />
Hunger, Terror und Brutalität neben Narzissmus, Eitelkeit,<br />
Gier und Ehrgeiz Realitäten in unserer Welt<br />
wären, die er unerträglich finde. Der krasse Gegensatz<br />
zwischen diesen Extremen der menschlichen<br />
Existenz beunruhige ihn zutiefst. Ein Werk zu schaffen,<br />
das für den Frieden bete, schien ihm eine offensichtliche<br />
Reaktion auf eine so verstörende und<br />
schizophrene Welt zu sein. Konzertdirigent Michael<br />
Reif zeigt sich der Kantate gefesselt wie das Publikum<br />
in der Domstadt, die die Wirrungen unserer Zeit in der<br />
Musik von Riho Esko Ma<strong>im</strong>ets ihre Spuren hinterlassen<br />
hätten. Trotzdem gebe es am Ende des Werks<br />
Zeichen der Menschlichkeit und des unbeirrbaren<br />
Wunsches nach Versöhnung, bei dem noch die St<strong>im</strong>men<br />
des <strong>Chor</strong>es erklingen und als Litanei um Frieden<br />
bitten würden. Das besagte Oratorium von Frank Martin<br />
(1890-1974) war ein Auftragswerk und wurde<br />
nach Ende der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs<br />
am 7. Mai 1945 in Genf übertragen. Komponist<br />
Lucas Singer, Bass<br />
Estonian Mixed Youth Choir (Silja Uhs, Einstudierung)<br />
Jugendkantorei St. Marien Osnabrück (Majka Wiechelt,<br />
Einstudierung)<br />
Europäischer Kammerchor<br />
Kölner Kurrende<br />
Mitglieder aus Chören des Netzwerks Kölner Chöre<br />
Osnabrücker Symphonieorchester<br />
Gesamtleitung: Michael Reif
7 CHOR IM GESPRÄCH<br />
REGES CHORLEBEN<br />
Fotos: privat
8 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass zum Singen in einem<br />
<strong>Chor</strong> auch die Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten<br />
gehören! Das ist auch in der idyllischen Siebengebirgsregion<br />
Oberhau nicht anders. In diesem<br />
Zusammenhang berichtete <strong>Chor</strong>sänger Josef Göbel,<br />
der viele Jahre als <strong>Chor</strong>vorsitzender des „Männerchores<br />
Quirrenbach“ (Stadt Königswinter) fungiert hat,<br />
von einer Wanderung der Sängerinnen und Sänger<br />
und Dirigenten der „Oberhauer <strong>Chor</strong>klänge“, Pavel<br />
Brochin, von einer gelungenen Wanderung, die am<br />
„Tag des Deutschen Einheit“ <strong>im</strong> Jahre 2024 um die<br />
herrliche Landschaft des Oberhau führte. Wanderwart<br />
Peter Ströbele hatte dazu eine abwechslungsreiche<br />
Wanderstrecke ausgesucht, die durch Wald und Flur<br />
zur Quirrenbacher Mühle führte. Da gab es einige Erläuterungen<br />
zu deren langen Historie, Im 15. Jahrhundert<br />
wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, wobei<br />
das erhaltene Fachwerkhaus zu Beginn des 19.<br />
Jahrhunderts errichtet worden ist. Bis zum Jahre 1958<br />
wurde zuletzt vornehmlich Roggenschrot gemahlen,<br />
ehe der letzte Müllermeister den Ruhestand antrat.<br />
Der kundige Wanderführer Peter Ströbele erläuterte<br />
unterwegs Interessantes zur ehemaligen Bröltalbahn<br />
(volkstümlich: Et Bröltalbähnche). Diese verkehrte<br />
bis in die fünfziger Jahre von Siegburg bis zum Ort<br />
Rostingen, der um Königswinterer Stadtteil Eudenbach<br />
gehört. Wie Göbel weite berichtet, waren in der<br />
Wandergruppe auch einige passionierte Pilzsucher,<br />
die die Pilze am Wegesrand entdecken und an Ort und<br />
Stelle identifizierten. Im katholischen Pfarrhe<strong>im</strong> in<br />
Eudenbach warteten inzwischen zwei Kaffeetafeln,<br />
Bröltabahn<br />
die herbstlich dekoriert waren und ein ansehnliches<br />
Sort<strong>im</strong>ent an Kuchen und Gebäck aufboten. Zuvor<br />
hatte Sabine Schiller, 2. Vorsitzende der „Oberhauer<br />
Klänge“, die hungrigen Wanderfreunde begrüßt und<br />
sich be<strong>im</strong> Wanderwart und den Kuchenbäckerinnen<br />
bedankt! Die muntere Wanderung in der unmittelbaren<br />
He<strong>im</strong>at ist ein schönes Exempel dafür, dass man<br />
nicht <strong>im</strong>mer wieder in die Ferne schweifen muss, um<br />
sich <strong>im</strong> Kreise Gleichgesinnter erfreuen und vergnügen<br />
kann!
9 CHOR IM GESPRÄCH<br />
ERFOLGSERLEBNIS
10 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Im Jahre 2024 konnte der traditionsreiche Quartettverein<br />
„He<strong>im</strong>atklänge“ Nussbaum (Bergisch Gladbach)<br />
unter der bewährten Leitung von Musikdirektor<br />
FDB Rolf Pohle bereits zum siebten Mal den begehrten<br />
Titel eines Meisterchorchores des <strong>Chor</strong>verbandes<br />
NRW erringen, wozu „<strong>Chor</strong> <strong>im</strong> <strong>Gespräch</strong>“ an dieser<br />
Stelle besonders herzlich gratuliert! Damit hat sich<br />
die kompetente und erfolgreiche chorpädagogische<br />
Arbeit des verdienten <strong>Chor</strong>strategen einmal mehr<br />
ausgezahlt! Kein Wunder, dass nach dem musikalischen<br />
Husarenstück in Dortmund großer Jubel <strong>im</strong><br />
rheinisch-bergischen Nussbaum eine echte Jubelst<strong>im</strong>mung<br />
herrschte. Für den Dirigenten selbst ist es mit<br />
dem Quartettverein der 5. Meisterchortitel. Dabei ist<br />
Zu erwähnen, dass man in allen vier Kategorien die<br />
Traumnoten „sehr gut“, was in der mehr als 100-jährigen<br />
<strong>Chor</strong>geschichte ein Novum darstellt! Wie berichtet<br />
worden ist, war der Weg dieser musikalischen Erfolgsgeschichte<br />
keinesfalls so selbstverständlich.<br />
Nach den coronabedingten Einschränkungen und<br />
ohne regelmäßige <strong>Chor</strong>proben und Auftritte mussten<br />
sich die Sänger erst wieder aufeinander einst<strong>im</strong>men.<br />
Zudem integrierte der <strong>Chor</strong> mehrere neue Mitglieder,<br />
was eine weitere Herausforderung mit sich brachte!<br />
Nachdem der Titel ein Jahr zuvor <strong>im</strong> vergangenen<br />
Jahr in Witten/Ruhr verpasst wurde, hätte sich der<br />
<strong>Chor</strong> in Dortmund <strong>im</strong> Jahre 2024 in Topform gezeigt<br />
und die Jury unter der Leitung von Landeschorleiter<br />
Helmut Pieper auf der ganzen Linie überzeugt. An den<br />
beiden Veranstaltungstagen traten 23 Chöre <strong>im</strong> Meister-,<br />
Konzert- und Leistungschorsingen an. Natürlich<br />
sei Rolf Pohle von den Nussbaumer Sängern überwältigt<br />
gewesen und hätte über alle vier Backen gestrahlt!<br />
Jeder einzelne Sänger habe Großartiges geleistet.<br />
Wobei das auch auf den erfolgsverwöhnten<br />
<strong>Chor</strong>leiter in besonderem Maße zutrifft! Das Ganze<br />
dürfte dem Quartettverein enormen Rückenwind geben<br />
und den Zusammenhalt noch weiter stärken. Zur<br />
Aufführung gelangten „Ein Mädchen ging spazieren“<br />
(Robert Pappert), 'Das „Kirmesleed' (Oswald Gilles),<br />
„Das Buch des Lebens“ (Alfred Köppen) und „Wir lieben<br />
sehr <strong>im</strong> Herzen“ (Daniel Friderici). Der Quartettverein<br />
zählt 50 aktive Sänger. Das Repertoire reicht<br />
von sakraler und klassischer <strong>Chor</strong>musik bis zu modernen<br />
Stücken.
11 CHOR IM GESPRÄCH<br />
HELLE KINDERSTIMMEN
12 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der Frauenchor “Harmonie” Honrath (Lohmar), der<br />
eigentlich in der evangelischen Kirche in Honrath<br />
seine Konzerte veranstaltet (Foto), gab <strong>im</strong> Jahre 2024<br />
ein Konzert in der doppeltürmigen Wallfahrtskirche<br />
St. Mariä He<strong>im</strong>suchung in Marialinden (Overath), das<br />
weiteres Konzert.<br />
zurecht auf eine positive Resonanz der Hörer traf. Die<br />
Sängerinnen und Sänger des Frauenchores aus dem<br />
Aggertal waren dabei durch einen Projektchor verstärkt,<br />
wobei Dirigentin Joséphine Pilars de Pilar die<br />
künstlerische Gesamtleitung übernommen hatte. Des<br />
Weiteren wirkten die hellen St<strong>im</strong>men des Kinderchores<br />
Overath unter der Leitung Claus Schürkämper<br />
mit, der auch auf der Orgel spielte, und der Pianist<br />
Jan Weigelt mit, die allesamt dafür sorgten, dass das<br />
mit „Save this wunderful world“ überschriebene Konzert<br />
zu einem musikalischen Leckerbissen geriet! Der<br />
Frauenchor bot dem Publikum damit ein Programm,<br />
das bewusst einen musikalischen Impuls setzen und<br />
dem Erhalt unserer Erde eine größere Aufmerksamkeit<br />
schenken sollte. Das sinnvolle und sinnfällige Musikkonzept<br />
wurde dabei durch die Mitwirkung des Kinderchores<br />
ergänzt und bereichert. Denn insbesondere<br />
für die Kinder sollte unsere Welt lebenswert bewahrt<br />
werden. Fürwahr eine gute Idee! Die Sopranistin Joséphine<br />
Pilars de Pilar absolvierte ihre musikalische<br />
Ausbildung in Instrumentalpädagogik an der Musikhochschule<br />
in Graz und durch ein Studium <strong>im</strong> Bereich<br />
Operngesang an der Universität für Musik und darstellende<br />
Kunst in Wien. Ihre künstlerischen Fähigkeiten<br />
werden durch Fortbildungen in Flamencotanz,<br />
Yoga und Popgesang bereichert. Ihre Engagements<br />
führten sie zu bedeutenden Auftritten in der zeitgenössischen<br />
Musik, u.a. <strong>im</strong> Rahmen des Steirischen<br />
Herbstes in Graz sowie am Volkstheater Wien. Bei<br />
Tourneetheatern und Festivals, u.a den Schönbrunner<br />
Schlossfestspielen, interpretierte sie bedeutende Rollen,<br />
darunter Adele in "Die Fledermaus" oder die Zauberin<br />
und Belinda in Dido & Aeneas". Bis zum Jahre<br />
2010 war sie Mitglied des <strong>Chor</strong>es der Bamberger<br />
Symphoniker, durch den sie tiefgehende Erfahrungen<br />
mit zeitgenössischer Musik sammelte.
13 CHOR IM GESPRÄCH<br />
WIEDERBEGEGNUNG
14 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat / Foto-Collage: Walter Dohr<br />
Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Siegburg feierte<br />
<strong>im</strong> Jahre 2024 ihren 30. Geburtstag. Dazu hatte man<br />
zu zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen (u.a.<br />
K<strong>im</strong>ono-Workshop und Taiko-Konzert) zur einer<br />
Deutsch-Japanischen Woche aufgerufen. Die Sängerinnen<br />
und Sänger der <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“<br />
Siegburg präsentierten sich wie zum 25-jährigen Jubiläum<br />
2019 der Deutsch-Japanischen Gesellschaft<br />
Siegburg <strong>im</strong> Siegburger Stadtmuseum unter der bewährten<br />
Leitung von Musikdirektor FDB Stefan Wurm.<br />
Sie taten das einmal mehr mit st<strong>im</strong>mlicher Präsenz<br />
und ohne Notenblatt! Solche kulturellen und musikalischen<br />
Begegnungen kann nicht hoch genug einschätzen.<br />
Besonders da die Menschen in einer ver-<br />
wirrenden Zeitenwende leben! Solche Beziehungen<br />
über die Ländergrenzen hinweg, hat der Männerchor<br />
„Germania“ schon früh unter den <strong>Chor</strong>leitern Theo<br />
Breuer und Stefan Wurm in beispielhafter Weise gehegt<br />
und gepflegt. Die unvergessenen Konzertreisen<br />
über den Globus und die renommierten Konzerte in<br />
Siegburg, bei denen auch die „Liedertafel“ Tokio gastierte,<br />
haben zur Völkerverständigung beigetragen!
15 CHOR IM GESPRÄCH<br />
ABSCHIEDSKONZERT
16 CHOR IM GESPRÄCH<br />
habe Ahlborn die <strong>Chor</strong>gemeinschaft mit unermüdlichem<br />
Eifer zu unvergessenen musikalischen Höhenflügen<br />
geführt und die Sängerinnen und Sänger mit<br />
seiner inspirierenden Art begleitet. Daher gebühre<br />
ihm von ganzem Herzen ein besonderer Dank für sein<br />
aufopferungsvolles Wirken, das dem <strong>Chor</strong> zurecht einen<br />
guten Ruf eingebracht hat! Das dokumentieren<br />
die zahlreichen gemeinsamen Konzerte und Auftritte<br />
in den zurückliegenden Jahren. Dabei habe er <strong>im</strong>mer<br />
Fotos: privat<br />
<strong>Chor</strong>leiter, St<strong>im</strong>mbildner und Solosänger Mario Ahlborn<br />
leitete nach erfolgreicher und vorbildlicher <strong>Chor</strong>arbeit<br />
das Weihnachtskonzert 2024 der „<strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />
Lindlar“ (Oberbergischer Kreis), ehe er<br />
nun andere musikalische Wege geht. Die engagierten<br />
Sängerinnen und Sänger haben ihm, der 18 Jahre<br />
lange die richtigen Töne in Lindlar angegeben hat,<br />
wirklich viel zu verdanken! Wie der <strong>Chor</strong> berichtet,
17 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Den Mittelweg zwischen musikalischem Perfektionismus<br />
und realen Anforderungen und Möglichkeiten zu<br />
finden – ihm ist es gelungen.<br />
Seine Einsatzbereitschaft bei den wöchentlichen Proben,<br />
die nicht nur unsere St<strong>im</strong>mbänder, sondern auch<br />
unser Zwerchfell zu absoluten Höchstleistungen angespornt<br />
haben, wird unvergesslich bleiben. Denn der<br />
Spaß blieb trotz intensiven Übens bei ihm nie auf der<br />
Strecke.<br />
Wieder unterschiedliche musikalische Wege gesucht<br />
und gefunden, um der <strong>Chor</strong>gemeinschaft und dem<br />
Publikum viel Freude zu bereiten und damit die Begeisterung<br />
am <strong>Chor</strong>gesang zu fördern. Das tut gut in<br />
einer Welt, die von Unverstand und Wirrnis geprägt,<br />
bei der die Musik ein unverbrüchlicher Anker ist! Die<br />
Herausforderungen, die der <strong>Chor</strong>leiterwechsel mit<br />
sich bringe, gehe die <strong>Chor</strong>gemeinschaft opt<strong>im</strong>istisch<br />
und tatkräftig an und handelt so <strong>im</strong> Sinn des Dirigenten,<br />
der seine musikalischen Spuren für <strong>im</strong>merdar in<br />
Lindlar und auch darüber hinaus hinterlassen hat.<br />
Mario Ahlborn übernahm <strong>im</strong> Jahre 2006 die musikalische<br />
Leitung der <strong>Chor</strong>gemeinschaft Der vielseitig ausgebildete<br />
Musiker schloss seine <strong>Chor</strong>leiterausbildung<br />
an der <strong>Chor</strong>leiterschule Marburg /Lahn mit Abschluss<br />
„A“ ab. Mit bestandener Prüfung zum „Kinderchorleiter“<br />
an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung<br />
in Trossingen sowie zahlreichen Weiterbildungen<br />
erweiterte er sein kompetentes Fachwissen.Sein<br />
gesanglicher Weg führte ihn ausgehend von musikalisch-nordhessischen<br />
Wurzeln des Ederberglandes an<br />
zahlreiche nationale und internationale Konzert- und<br />
Opernbühnen. Der Tenor studierte Gesang am „Bergischen<br />
Gesangsinstitut“ in Gummersbach und bei<br />
Gemma Visser (Niederlande). Er entwickelte sich zum<br />
gefragten Solisten für Oper, Operette und Oratorium.<br />
Internationale Höhepunkte bildeten Konzertreisen<br />
nach Korea und Indonesien. Seiner st<strong>im</strong>mbildnerischen<br />
Arbeit vertrauen Chöre über die Grenzen Nordrhein-Westfalens<br />
hinaus, denn die Begleitung und<br />
Förderung von singenden Menschen liegt ihm besonders<br />
am Herzen. Viel Freude bereitete ihm die Tätigkeit<br />
am „<strong>Chor</strong>atelier“ in Balve-Garbeck <strong>im</strong> Sauerland.<br />
Für das Singförderprojekt „TONI SINGT“ des <strong>Chor</strong>verbandes<br />
NRW ist er als St<strong>im</strong>mbildner und Dozent für<br />
Schulungen tätig. Seine Tätigkeit als Juror bei Gesangswettbewerben<br />
(z.B. „Jugend musiziert“) gehört<br />
ebenfalls zum vielfältigen musikalischen Engagement<br />
von Mario Ahlborn, dem die „<strong>Chor</strong>gemeinschaft Lindlar“<br />
weiterhin viel beruflichen und musikalischen Erfolg<br />
wünscht!
18 CHOR IM GESPRÄCH<br />
EIN SCHÖNER TAG<br />
Sängerinnen zum geselligen Beisammensein <strong>im</strong><br />
Franz-Unterstell-Saal. Dazu waren auch die Kirchen-<br />
Mundartlied „Schön, dat me noch zosamme sin“ eröffnete<br />
man das gemütliche Beisammensein ein,<br />
Fotos: privat<br />
Nach der musikalischen Gestaltung der Jubiläumsmesse<br />
unter Mitwirkung des befreundeten Kirchenchores<br />
St. Johannes Lohmar anlässlich des 60-jährigen<br />
Bestehens des Kirchenchores St. Joseph Thomasberg<br />
(Stadt Königswinter) trafen sich die Sänger und<br />
besucher eingeladen, um ebenfalls dem Jubelchor die<br />
Glückwünsche auszusprechen. Dabei rückte Dirigent<br />
Edgar Zens in den Mittelpunkt, der für sein 30-jähriges<br />
Wirken als <strong>Chor</strong>leiter in Thomasberg von Pfarrer<br />
W<strong>im</strong>mersdorf eine Urkunde und die Jubiläumsnadel<br />
des Diözesan-Cäcilienverbandes. Mit dem Kanon<br />
„H<strong>im</strong>mel und Erde müssen vergehn“ und dem<br />
Foto: v. l. Edgar Zens und Pfarrer W<strong>im</strong>mersdorf<br />
wobei das Bläserquintett „One Moment“ die Gäste erfeute,<br />
die sich überdies in einer Bilderserie über<br />
60jährige <strong>Chor</strong>geschichte informieren konnten. Darüber<br />
hinaus erinnerte man sich an frühere und unvergessene<br />
Zeiten. Ein wunderschöner Tag!
19 CHOR IM GESPRÄCH<br />
CHOR UND AKKORDEON
20 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der „Europäische Kammerchor Köln“ präsentierte <strong>im</strong><br />
Jahre 2024 unter der künstlerischen Gesamtleitung<br />
von Michael Reif in der katholischen Pfarrkirche St.<br />
Severin in Lindlar (Oberbergischer Kreis) ein nicht alltägliches<br />
Konzert, das mit dem Motto „Aus dem Dunkel<br />
ins Licht“ überschrieben war. Das inspirierte und<br />
inspirierende Konzert war dabei als Dialog für <strong>Chor</strong><br />
und Akkordeon gestaltet und beschwor in ausgesuchten<br />
Kompositionen sehr berührende und facettenreiche<br />
Momente, die das Publikum bis zum letzten Augenblick<br />
fesselten. Für das einmalige musikalische Ereignis,<br />
bei dem der faszinierenge junge Akkordeonkünstler<br />
Nepomuk Golding unglaubliche klangliche<br />
Akzente setzte, hatte die „<strong>Chor</strong>gemeinschaft Lindlar“<br />
gesorgt und damit einen Volltreffer gelandet! Zu Gehör<br />
kamen „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“<br />
von Joh. S. Bach, Auszüge aus dem „Stabat Mater“<br />
von Franz Wüllner, „Canticum Calamitatis“ von<br />
Jaakko Mäntyjärvi und „Dubito“ von Emil Raberg. Allen<br />
Komponisten und Dichtern haben sich dabei von<br />
dem Willen leiten lassen, sich der Wirklichkeit des<br />
Menschen mit allen seinen Schattierungen auf sehr
21 CHOR IM GESPRÄCH<br />
eindrucksvolle Weise einzulassen! Mit anderen Worten:<br />
das Dunkel zu bekunden und auch das Licht und<br />
dessen beseelte Kraft zu besingen. Der „Europäische<br />
Kammerchor Köln“ wurde <strong>im</strong> Jahre 2004 gegründet<br />
und widmet sich unter der künstlerischen Leitung von<br />
Michael Reif anspruchsvoller a-cappella-<strong>Chor</strong>literatur.<br />
Thematische Programme, Spannungsfelder zwischen<br />
alter und neuer Musik, Neugier auf romantische <strong>Chor</strong>werke<br />
und das Aufspüren von vergessenen Werken<br />
der <strong>Chor</strong>literatur sind <strong>im</strong> Laufe der Zeit zum originären<br />
Markenzeichen des ambitionierten Kammerchores<br />
geworden. Die Kooperation mit Komponisten prägen<br />
dabei von jeher das Selbstverständnis des <strong>Chor</strong>es,<br />
der erfolgreich als Vermittler zwischen Musik und<br />
Publikum wirkt. Namhafte Komponisten iwe Michael<br />
Ostrzyga, Harald Weiss, Michael Villmow, Wulfin<br />
Lieske haben dem Dirigenten und dem Kammerchordaher<br />
<strong>im</strong>mer wieder Uraufführungen anvertraut.<br />
Die Zusammenarbeit mit Instrumentalisten, Ensembles<br />
und Orchestern bereichert die musikalische Ausdruckspalette<br />
bis hin zu <strong>Chor</strong>sinfonik. Der ausgezeichnete<br />
Ruf des Kammerchores führte zu einer Vielzahl<br />
von Konzerteinladungen. Weit beachtete Konzerte<br />
in der Kölner Philharmonie, be<strong>im</strong> WDR und bei<br />
Festivals <strong>im</strong> In- und Ausland, sind das Ergebnis der<br />
intensiven <strong>Chor</strong>arbeit. Unverwechselbarer Sound,<br />
höchste Qualität, lebendige Interpretation und große<br />
Intensität haben Publikum und Presse gleichermaßen<br />
begeistert. Zuletzt hat der Kammerchor mit seiner<br />
beeindruckenden Interpretation von Alfred Schnittkes<br />
Requiem be<strong>im</strong> Festival ACHT BRÜCKEN in Köln auch<br />
international für Aufsehen gesorgt! Michael Reif ist<br />
Gründer und Leiter des Europäischen Kammerchores.<br />
Er geht einer regen internationalen Konzert- und<br />
Lehrtätigkeit nach. Er hat sich intensiv mit historischer<br />
Aufführungspraxis beschäftigt und pflegt ein<br />
breites Repertoire, das die Grenzen der <strong>Chor</strong>musik bis<br />
hin zum Jazz <strong>im</strong>mer wieder auslotet. Seit seinem Debüt<br />
mit dem Zyklus „Trionfi“ von Carl Orff ist er regelmäßig<br />
in der Kölner Philharmonie und vielen Konzertsälen<br />
in Europa und den USA zu Gast.
22 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SINGEN MIT FREUNDEN
23 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der <strong>im</strong> Jahre 1905 gegründete Männerchor „Germania“<br />
Opladen (Stadt Leverkusen) hat sich das sinnfällige<br />
Motto „Singen mit Freunden“. Das gilt seit vielen<br />
Jahren auch die die Ländergrenzen hinweg. Und das<br />
ist gut so! Ein schönes Beispiel dafür war die gelungene<br />
Musikreise <strong>im</strong> Jahre 2024 in die Niederlande<br />
Holland und nach Belgien. Der traditionsreiche Männerchor<br />
wurde als Eisenbahnerchor ins Leben gerufen<br />
und wird seit Jahren von Eugen Momot erfolgreich geleitet.<br />
Im holländischen Amersfoort präsentierten sich<br />
die Sänger aus Opladen mit dem „Amersfoort Mannenkoor“<br />
gemeinsam auf der Bühne, der eine ähnliche<br />
Entstehungsgeschichte hat, da er <strong>im</strong> Jahre 1907<br />
von Mitarbeitern der Niederländischen Eisenbahnen<br />
gegründet wurde. Die Sänger aus dem Rheinland begeisterten<br />
das holländische Publikum mit Konzerten<br />
in der Kirche Sint-Jozef-Kerk in Achterveld und der<br />
Fonteinkerk von Amersfoort. Das Schlusslied „Klinge<br />
Lied, lange nach“ wurde von beiden Chören gemeinsam<br />
gesungen. Außerdem gab es vor Ort Zeit zum<br />
Entspannen bei einer Rundfahrt mit dem Touristenzug<br />
durch das historische Amersfoort und einem Mittagessen<br />
in einem schw<strong>im</strong>menden Restaurant. Ehe die<br />
Gäste ihre Rückkehr ins Rheinland antraten, folgte<br />
zum Abschluss noch ein bunter Abend. Im nächsten<br />
Jahr werden die niederländischen Freunde zum Gegenbesuch<br />
in Opladen erwartet. Unterdessen ruhen<br />
sich die Germania-Sänger nicht auf ihren Lorbeeren<br />
aus, sondern hatten sich <strong>im</strong> selben Jahr eine vergnügte<br />
Flusskreuzfahrt mit der MS „Elegante Lady“<br />
unternommen, die nach Nijmegen, Venlo, Maastricht,<br />
Namur, Lüttich und Roermond führte. An jedem dieser<br />
malerischen Städte wurde die Gelegenheit genutzt,<br />
das vielfältige Repertoire präsentieren darzubieten.<br />
Auf der Schiffskreuzfahrt wurde ein weiteres<br />
Konzert mit der „Koninklijke Zangvereniging Venlona“<br />
aufgeführt, bei dem weitere Sangesfreunde kennenlernte<br />
und der zuvor erwähnte Losung einmal mehr<br />
gerecht wurde. Das ist gelebte Völkerverständigung<br />
in einer Zeit, in der man sich danach seht, miteinander<br />
friedlich und verständnisvoll umzugehen. In diesem<br />
Sinne sind ist auch die <strong>Chor</strong>matinee und das<br />
Weihnachtskonzert <strong>im</strong> Jahre 2024 zu interpretieren,<br />
die den engagierten Sängern und ihrem Dirigenten<br />
ebenso viel Freude und Begeisterung bereiteten wie<br />
den Gästen, die sich gerne von den musikalischen<br />
St<strong>im</strong>mungen bezaubern und dabei die Seele baumeln<br />
ließen.
24 CHOR IM GESPRÄCH<br />
MUSIKALISCHER ERFOLG
25 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Das Wochenende vom 7. bis 9. Juni war für den Fo-<br />
Fotos: privat<br />
Im Jahre 2024 präsentierten der Konzertchor und der<br />
Jugendkammerchor des „Schedrik-<strong>Chor</strong>es Königswinter“<br />
das neue Konzertprogramm „There is sweet music<br />
here“ in Bonn und Königswinter-Heisterbach, ehe<br />
Jugendkammerchor zum 8. Kinder- und Jugendchorwettbewerb<br />
nach Erwitte (Sauerland) reiste. Dieser<br />
<strong>Chor</strong>wettbewerb hat sich seit dem Jahre 1996 zu einem<br />
der erfolgreichsten Musikfestivals der deutschen<br />
<strong>Chor</strong>szene entwickelt und wurde dafür vom Deutschen<br />
Musikrat in besonderer Weise gewürdigt. Mit<br />
diesem Wettbewerb verbindet den Schedrik-<strong>Chor</strong><br />
eine besondere Freundschaft, wie er selbst berichtet.<br />
Be<strong>im</strong> ersten Wettbewerb konnte der noch sehr junge<br />
<strong>Chor</strong> unter dem Namen "Sängerjugend am Oelberg<br />
Gymnasium Königswinter" einen seiner ersten großen<br />
Erfolge feiern. Man erhielt der <strong>Chor</strong> den Sonderpreis<br />
Volkslied für seine Interpretation des ukrainischen<br />
Liedes "Schedrik". Nach diesem Erfolg beschlossen<br />
die Sängerinnen und Sänger des <strong>Chor</strong>es ein Jahr später,<br />
den Namen "Schedrik-<strong>Chor</strong>" anzunehmen. Auch<br />
in den Jahren 2003 und 2019 nahm der Schedrik-<br />
<strong>Chor</strong> am Wettbewerb teil, zuletzt mit einem hervorragenden<br />
2. Platz. Im Jahre 2024 wollte auch der Jugendkammerchor<br />
die Herausforderung annehmen<br />
und sich bei der ersten Wettbewerbsteilnahme seiner<br />
Geschichte mit den anderen Jugendchören aus ganz<br />
Deutschland messen. Irina und Pavel Brochin, die sich<br />
seit mehr als 30 Jahren in vorbildlicher Weise die<br />
<strong>Chor</strong>leitung teilen, reisten mit den jungen Sängerinnen<br />
voller Erwartung nach Erwitte, um sich dort dem<br />
strengen Urteil der Fachjury zu stellen. Hochmotiviert<br />
präsentierte der Jugendkammerchor ein viertelstündiges<br />
Programm mit Werken aus fünf Jahrhunderten;<br />
vom englischen Madrigal bis zum amerikanischen Spiritual.<br />
Der der Enthusiasmus der Singst<strong>im</strong>men konnte<br />
nicht alle Besetzungsschwächen wettmachen, und so<br />
beendete man den Wettbewerb auf dem 6. Platz.<br />
Groß war die Begeisterung darüber, dass man den<br />
Sonderpreis für die beste Interpretation eines Volksliedes<br />
erhielt! Das hinreißende Pop-Arrangement des<br />
Volksliedes „Die Gedanken sind frei“ aus der Feder<br />
des deutschen Komponisten und Kirchenmusikers<br />
Matthias Nagel erwies sich als Glücksgriff, und die<br />
Leistung des <strong>Chor</strong>es tat ihr Übriges, dass der Sonderpreis<br />
unter den 16 Chören an den Schedrik-<strong>Chor</strong> vergeben.<br />
Die Auszeichnung brachte eine Urkunde, einen<br />
Geldpreis und einen Auftritt be<strong>im</strong> Preisträgerkonzert<br />
in Erwitte mit sich.
26 CHOR IM GESPRÄCH<br />
WALLFAHRTSWOCHE<br />
Foto: privat<br />
Der Kirchenchor St. Joseph Thomasberg (Stadt Königswinter)<br />
pflegt die Kirchenmusiktradition <strong>im</strong> Siebengebirge<br />
in vorbildlicher Manier. Das verdanken die<br />
engagierten Sängerinnen und Sänger dem pensionierten<br />
Schulrektor, Organist und Pianisten Edgar<br />
Zens, der den Kirchenchor seit vielen Jahren unermüdlich<br />
und vorbildlich leitet. Im Jahre 2024 trat der<br />
Kirchenchor wiederum zur musikalischen Mitwirkung<br />
des traditionellen Wallfahrtswoche in der katholischen<br />
Schwesterkirche St. Judas Thaddäus Heisterbacherrott<br />
(Stadt Königswinter) auf. Für den <strong>Chor</strong> sei das<br />
<strong>im</strong>mer wieder ein besonderes Erlebnis, weiß der Chronist<br />
zu berichten. Man gestaltete den Eröffnungsgottesdienst<br />
zur Wallfahrtswoche (Foto), der vom Geistlichen<br />
Beirat Pastor Markus Hoitz zelebriert worden<br />
war. Einige Wochen zuvor hatte man in der Wallfahrtskirche<br />
das Abendlob gesungen, das in diesem<br />
Gotteshaus sehr lebendig ist und jeweils von Chören<br />
<strong>im</strong> Laufe des Kirchenjahres gestaltet wird.
27 CHOR IM GESPRÄCH<br />
AUFBRUCHSTIMMUNG<br />
Foto: privat<br />
Der <strong>im</strong> Jahre 1991 gegründete Gospelchor „Jubilate-<br />
Singers der evangelischen Kirchengemeinde Lindlar<br />
(Oberbergischer Kreis) wird seit dem Jahre 2024 von<br />
Laia Genc geleitet. Sie tritt damit das musikalische<br />
Erbe der langjährigen und verdienten <strong>Chor</strong>leiterin<br />
Sigrid Locker an, der die zwei Dutzend Sängerinnen<br />
und Sänger viel zu verdanken haben! Das sorgt bei<br />
den<br />
Den „Jubilate-Singers“ für eine Aufbruchst<strong>im</strong>mung<br />
und viel Enthusiasmus für die Zukunft. Der Gospelchor<br />
singt Gospel-, Pop- und Jazzarrangements und<br />
ist mit Seele musikalisch bei der Sache. Die neue türkischstämmigen<br />
Dirigentin ist in Berlin aufgewachsen<br />
und studierte an der Kölner Musikhochschule Jazzpiano<br />
bei Hubert Nuss und John Taylor. Während des<br />
Studiums war sie Mitglied <strong>im</strong> Bundesjazzorchester sowie<br />
<strong>im</strong> Jugendjazzorchester NRW und spielte mit dem<br />
Jazzquartett „Nurse Or Nuc“ und dem „Terrence<br />
Ngassa Sextett“, bevor sie eine eigene Band gründete.<br />
Darüber hinaus neben arbeitet sie mit Annette<br />
Maye <strong>im</strong> „PyromanDuo“, das sich einer Synthese von<br />
Modern Jazz, Balkanmusik und neuer Improvisationsmusik<br />
widmet. Außerdem ist sie <strong>im</strong> Trio mit Ulla Oster<br />
und Angelika Niescier, mit S<strong>im</strong>in Tander, mit dem<br />
United Women’s Orchestra und auch in Georg Rubys<br />
Blue Art Orchestra und in der Miss Jones Bigband aufgetreten,<br />
die die Tradition der Frauenbigbands der<br />
Swing-Ära praktiziert. Laia Genc gehört ebenfalls zu<br />
den Mitbegründerinnen des Weltmusik-Jazz-Trios<br />
„Kal<strong>im</strong>a“ und führt mit Ta Lyrika Kompositionen von<br />
Mikis Theodorakis auf. Mit einem Stipendium der<br />
NRW-Kulturstiftung verbrachte sie einige Monate in<br />
Istanbul, um dort ihr Projekt Istanbul Composers Orchestra<br />
voranzubringen. Inzwischen gastierte sie auf<br />
Einladung des Goethe-Instituts <strong>im</strong> südostasiatischen<br />
Yangon (Myanmar). Als Pianistin ist sie auch Mitglied<br />
von Caroline Thons Big Band Thoneline Orchestra, mit<br />
dem sie <strong>im</strong> Jahre 2015 bei Enja/Yellowbird be<strong>im</strong> Album<br />
„Black & White Swan“ mit von der Partie war. Sie<br />
ist zudem auf diversen Festivals wie der „Jazzrally<br />
Düsseldorf“ und be<strong>im</strong> „Jazz Festival Viersen“ aufgetreten<br />
und war auf Musiktournee in Südkorea und Marokko.<br />
Ihr Trio wurde mit dem „Biberacher Jazzpreis“<br />
ausgezeichnet. Mit Annette Maye erhielt sie 2006 bei<br />
dem italienischen Wettbewerb „Torneo Internationale<br />
Della Musica“ in der Kategorie Jazz den 1. Platz.
28 CHOR IM GESPRÄCH<br />
JAHRESKONZERT<br />
des traditionsreichen Kirchenchores „Cäcilia“ Neuhonrath<br />
in der katholischen Pfarrkirche St. Mariä H<strong>im</strong>mel-<br />
Jahrhunderten. Der erfahrene Kirchenmusiker und<br />
<strong>Chor</strong>leiter hat in vielen Jahren mit Umsicht und Kompetenz<br />
dafür gesorgt, dass <strong>im</strong> Aggertal nicht nur das<br />
Gotteslob in den schönsten Tönen erklingt. Dabei<br />
überzeugen er und seine musikalischen Mitstreiter,<br />
die sich <strong>im</strong>mer wieder der Geselligkeit verschreiben,<br />
dem weltlichen und geistlichen <strong>Chor</strong>gesang mit ganzer<br />
Seele und offerieren dabei ein vielfältiges Repertoire<br />
mit recht ansprechenden Programmen. Das<br />
dürfte wohl der eigentliche Grund dafür sein, dass der<br />
Kirchenchor über viele Jahre hinweg einen ausgezeichneten<br />
Ruf genießt! Der auffallend homogene<br />
<strong>Chor</strong>klang, den man nicht <strong>im</strong>mer bei den Chören und<br />
<strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und jenseits des<br />
Rheins antrifft, ist auch den zahlreichen Männerst<strong>im</strong>men<br />
geschuldet.<br />
Foto: privat<br />
Der „Förderverein für Kirchenmusik Neuhonrath“ veranstaltete<br />
<strong>im</strong> Jahre 2024 ein weiteres Jahreskonzert<br />
unter dem Motto „Cäcilia goes a Capella“, Dabei präsentierten<br />
die engagierten Sängerinnen und Sänger<br />
Kirchenchor „Cäcilia“ Neuhonrath<br />
fahrt unter der bewährten Leitung von Kantor Stephan<br />
Kümmeler und der Mitwirkung von Viviane<br />
Frielingsdorf (Querflöte) und Susanne Siller (Sopran)<br />
begleitete und unbegleitete Kompositionen aus fünf<br />
Die Kirche St. Mariä H<strong>im</strong>melfahrt ist eine späte katholische<br />
Gründung innerhalb der evangelischen Pfarrei<br />
Honrath. Dass sich die beiden Pfarrkirchen hier rechts<br />
und links des Aggertals fast gegenüberstehen, versinnbildlicht<br />
das Ende einer langen Epoche der Auseinandersetzungen<br />
beider Bekenntnisse in der Lohmarer<br />
Gemeinde. Das Gotteshaus wurde <strong>im</strong> Jahre 1738<br />
von den katholischen Bewohnern der Gemeinde Honrath<br />
erbaut, nachdem die Pfarrei während der Reformation<br />
<strong>im</strong> 16. Jahrhundert zum protestantischen Bekenntnis<br />
übergegangen war. Zuvor hatten sich die<br />
Bewohner aus Honrath und Umgebung zum Gottesdienst<br />
in den Hauskapellen von Haus Honsbach und<br />
Schloss Auel getroffen.
29 CHOR IM GESPRÄCH<br />
GLANZLICHTER
30 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Am Volkstrauertag 2024 veranstaltete der „<strong>Chor</strong> des<br />
Bach-Vereins Köln“ in Zusammenarbeit mit „Netzwerke<br />
Kölner Chöre“ und „<strong>Chor</strong>konzerte EXTRA“ unter<br />
der künstlerischen Leitung von Christoph Siebert in<br />
der Kölner Trinitatiskirche ein exponiertes Konzert,<br />
das mit „Glanzlichter nachromantischer Messvertonungen“<br />
apostrophiert war. Dabei brachte man die<br />
Messe für Doppelchor a cappella von Frank Martin,<br />
Glanzlichter nachromantischer Messvertonungen<br />
GIACOMO PUCCINI<br />
Requiem für <strong>Chor</strong>, Viola und Orgel<br />
Pière op. 158 für Viola und Orgel von Camille Saint-<br />
Saens und die Messa di Requiem für <strong>Chor</strong> a cappella<br />
von Ildebrando Pizzetti und das Requiem für <strong>Chor</strong>, Viola<br />
und Orgel von Giacomo Puccini zu Gehör und bereitete<br />
dem Publikum damit ein besonderes musikalisches<br />
Erlebnis. Außer den ambitionierten Sängerinnen<br />
und Sänger des renommierten <strong>Chor</strong>es wirkten<br />
Dmitry Hahalin (Viola) und Gregor Knop (Orgel) mit.<br />
Martins doppelchörige Messe und Pizzettis Requiem<br />
sind <strong>im</strong> Jahre 1922 komponiert worden und gehören<br />
wohl zu den bemerkenswertesten und eindringlichsten<br />
Messvertonungen des 20. Jahrhunderts. Eine Sache<br />
zwischen Gott und mir, so titulierte der Schweizer<br />
Komponist Frank Martin seine einzige liturgische<br />
Komposition, die er für viele Jahre in der Schublade<br />
bewahrte. Erst <strong>im</strong> Jahre 1963 erlebte die Messe ihre<br />
Uraufführung und wurde zu einem der beliebtesten<br />
geistlichen a cappella-<strong>Chor</strong>werke des 20. Jahrhunderts.<br />
In diese Riege darf sich auch Pizzettis Requiem<br />
einreihen. Der italienische Komponist Mario Castelnuovo-Tedesco<br />
benannte Pizzetti als den zweifelsohne<br />
größten Vokalpolyphonisten, den Italien seit<br />
dem ruhmreichen 16. Jahrhundert besessen habe.<br />
Sein Werk atmet auch sein hörbar dem gregorianischen<br />
<strong>Chor</strong>al verpflichtetes Requiem jene klare satztechnische<br />
Transparenz, wie sie für die altklassische<br />
Vokalpolyphonie so charakteristisch ist. Mit dem aufgeführten<br />
Requiem erwies Puccini dem Komponistenkollegen<br />
Giuseppe Verdi zu dessen viertem Todestag<br />
seine musikalische Ehrerbietung. Trotz seiner auffälligen<br />
Kürze schuf Puccini eine innige und ausdrucksvolle<br />
Trauermusik, die völlig zu Unrecht nur selten<br />
aufgeführt wird. Fazit: Das mit „Lumen de lumine“<br />
überschriebene Konzert zeigte einmal mehr, dass das<br />
Kölner Konzertleben <strong>im</strong>mer wieder seine beispielhaften<br />
musikalischen Früchte trägt und damit die<br />
Domstadt zu einer markantesten deutschen Kulturund<br />
Musikstädte macht. Das zeigen seit vielen Jahren<br />
u.a. die sehr anspruchsvollen Konzerte!
31 CHOR IM GESPRÄCH<br />
OKTOBERFEST<br />
Fotos: privat<br />
Be<strong>im</strong> „Oktoberfest zu Erntedank“ des „Bürgervereins<br />
Oberhau“ (Stadt Königswinter) <strong>im</strong> Jahre 2024 kürte<br />
man den Vorsitzenden des <strong>Chor</strong>vereins „Oberhauer<br />
Klänge“, Dr. Dietmar Lange und seine Gattin Valerie<br />
zum Oberhauer Erntekönigspaares, Sie erhielten von<br />
der Vorsitzenden des „Bürgervereins Oberhau“,<br />
Sandra Nikolai, die Insignien, was mit anhaltendem<br />
Beifall der Gäste quittiert wurde, ehe das tanzbegeisterte<br />
Erntekönigspaar einen Walzer aufs Parkett<br />
legte. Inzwischen hat der traditionelle be<strong>im</strong> Erntekönigspaare<br />
stattgefunden und die Erntekrone untergebracht,<br />
nachdem man in der Eudenbacher Pfarrkirche<br />
gemeinsam den Erntegottesdienst absolviert hatte!<br />
Zuvor hatte <strong>Chor</strong>sänger Hans-Theo Hombeuel seinen<br />
Abschied ausgerufen, wobei er bekundete, dass nun<br />
sein Abschied gekommen sei! Zunächst herrschte wegen<br />
der überraschenden Mitteilung ein betretenes<br />
Schweigen, ehe sich Applaus ausbreitete. Der verdiente<br />
Sänger zog für sich das Resümee nach mehr<br />
als 70 Jahren als aktives <strong>Chor</strong>mitglied. Dabei zog er<br />
das Fazit, dass ihm das Singen <strong>im</strong>mer viel Spaß bereitet<br />
habe. Ein großes Kompl<strong>im</strong>ent Lob galt dem Dirigenten<br />
Pavel Brochin, der ihm von allen Dirigenten<br />
nach dem 2. Weltkrieg am besten gefallen hätte. Als<br />
Abschiedslied wünschte sich Hans-Theo Hombeuel<br />
den munteren <strong>Chor</strong>satz „Loss de Sonn eren“, der in<br />
gewisser Weise die Attitüde des scheidenden Sängers<br />
charakterisiert. Im Jahre 1953 war dieser als Jugendlicher<br />
dem „Männerchor Quirrenbach“ beigetreten,<br />
was er nicht bereut und dabei kaum eine <strong>Chor</strong>probe<br />
verpasst habe. Sein Großvater, Johann Hombeuel,<br />
wäre der Gründungsdirigent des „Männerchores Quirrenbach“<br />
gewesen. Zeitweilig hätten drei Generationen<br />
mitgesungen. Er, sein Vater Theodor Hombeuel<br />
und sein Sohn Jürgen Hombeuel. Für seine Verdienste<br />
un sein vorbildliches Wirken, ernannte man Hans-<br />
Theo Hombeuel <strong>im</strong> Jahre 2010 zum Ehrenmitglied;<br />
und das zurecht! Hatte er doch stets sein großes Engagement<br />
bei Festen und Konzerten an den Tag gelegt<br />
und darüber hinaus 20 Jahre Vorstandsarbeit geleistet.<br />
An dieser Steele kann man ihm nur von Herzen<br />
beste Gesundheit und einen weiteren erfüllten Lebensabend<br />
wünschen!
32 CHOR IM GESPRÄCH<br />
REGE FREUNDSCHAFT
33 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Die traditionsreiche „Brühler <strong>Chor</strong>vereinigung“, die<br />
viele Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften diesseits und<br />
jenseits des Rheins händeringend um weitere Männerst<strong>im</strong>men<br />
sucht, hat <strong>im</strong> Jahre 2023 unter Leitung<br />
der engagierten <strong>Chor</strong>leiterin und Sängerin Katrin<br />
Smith einen Mitsingabend veranstaltet. Dass hat den<br />
<strong>Chor</strong> ermutigt, sich <strong>im</strong> Jahre 2024 der Aktion „Ab in<br />
den <strong>Chor</strong>“ des Deutschen <strong>Chor</strong>verbandes anzuschließen<br />
und eine offene <strong>Chor</strong>probe abgehalten. Das alles<br />
geschieht nach dem biblischen Motto: „Wenn der Prophet<br />
nicht zum Berg kommt, so kommt der Berg zum<br />
Propheten!“ In der hiesigen <strong>Chor</strong>landschaft haben<br />
sich inzwischen einige Chöre der Werbeaktion ver-<br />
schrieben und hoffen, dass sie auf diese Weise das<br />
eine andere Mitglied zum Mitsingen bewegen können.<br />
Die <strong>Chor</strong>vereinigung pflegt seit vielen Jahre eine enge<br />
<strong>Chor</strong>freundschaft zum Stadtchor Weißwasser in der<br />
Oberlausitz. Das hat es nach der Wende mit sich gebracht,<br />
dass ein Dutzend (!) gegenseitige <strong>Chor</strong>begegnungen<br />
zwischen den Chören stattgefunden haben.
34 CHOR IM GESPRÄCH<br />
DAS STIMMREGISTER
35 CHOR IM GESPRÄCH<br />
wir be<strong>im</strong> Singen <strong>im</strong>mer bemüht sein, die Ausdrucksvielfalt<br />
auszuloten und in die rechten musikalischen<br />
Bahnen zu lenken. Dabei kommt der <strong>Chor</strong>leitung die<br />
entscheidende Rolle zu! Das St<strong>im</strong>mregister ist der<br />
Schlüssel zur dynamischen Gestaltung und sorgt für<br />
die richtige Balance zwischen Brust- und Kopfst<strong>im</strong>me<br />
sowie die Spannung der St<strong>im</strong>mmuskulatur. Gute<br />
<strong>Chor</strong>leiter Tono Wissing<br />
Fotos: privat<br />
Die Lautstärkenwechsel sind das Salz in der Suppe<br />
be<strong>im</strong> Singen! Wenn jemand be<strong>im</strong> Sprechen <strong>im</strong>mer in<br />
derselben Lautstärke verharrt, führt das unweigerlich<br />
zur Langeweile. So verhält es sich auch be<strong>im</strong> Singen!<br />
Auch in diesem Fall langweilt sich der Zuhörer und<br />
das zurecht! Mit anderen Worten: Wir brauchen laute<br />
und leise Töne, und alles, was st<strong>im</strong>mlich dazwischen<br />
liegt. Denn das macht die eigentliche Dynamik be<strong>im</strong><br />
Gemischter A Cappella <strong>Chor</strong> „BonnVoice“<br />
Singen aus! Die dynamischen klanglichen Nuancen<br />
und Facetten, die wir in der Musik und <strong>im</strong> Gesang hören<br />
wollen, spiegeln in authentischer Weise den Puls<br />
und den Atem des Lebens wider. In den besagten<br />
Lautstärkewechseln hört man das ständige Auf und<br />
Ab von bewegten Momenten, Gefühlen und Leidenschaften.<br />
Dabei reicht die Interpretation der <strong>Chor</strong>lieder<br />
bis hin zum Flüstern. Anders als <strong>im</strong> Leben müssen<br />
Singst<strong>im</strong>men können die St<strong>im</strong>me auch bei leisen Tönen<br />
einen intensiven und ausdrucksstarken Klang<br />
verleihen, der dem Publikum unter die Haut geht.<br />
Eine wichtige Rolle spielt auch das An- und Abschwellen<br />
von Tönen, die Gefühlswallungen zum Ausdruck<br />
bringen. Es gehört daher zur Königsdisziplin be<strong>im</strong> Singen.<br />
Viele Sängerinnen und Sänger neigen dazu, bei<br />
leisen Tönen ihre Atmung zu lockern. Auch be<strong>im</strong> Piano<br />
ist die Atemstütze besonders gefragt. -Walter Dohr
36 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SINGEN MIT FREUDE
37 CHOR IM GESPRÄCH<br />
dass die Gäste einige schöne Stunden inspirierte Musik<br />
erlebten. „Be inspired!“ heißt die Losung des sympathischen<br />
Gospelchores und dessen engagierter<br />
<strong>Chor</strong>leiterin. Diese Auffassung gilt wohl für <strong>Chor</strong> und<br />
Publikum gleichermaßen! Beide Konzerte lieferten<br />
denn auch Kostproben eines abwechslungsreichen<br />
Fotos: privat<br />
Der von Kantorin Barbara Dünne dirigierte Gospelchor<br />
„Gospel Inspiration“ der evangelischen Kirchengemeinde<br />
St. Augustin-Niederpleis und St. Augustin-<br />
Mülldorf singen mit viel Freude und wecken damit die<br />
Begeisterung be<strong>im</strong> Publikum. Das zeigten die beiden<br />
gelungenen Gospelkonzerte <strong>im</strong> Jahre 2024 <strong>im</strong> Dietrich-Bonhoeffer-Haus<br />
in St. Augustin-Mülldorf, denen<br />
sich die Dirigentin und die engagierten Sängerinnen<br />
und Sänger widmeten! Dafür hatten die mehr als zwei<br />
Dutzend Singst<strong>im</strong>men eifrig geprobt und alles getan,<br />
Repertoires, bei dem beschwingte Rhythmen mit Balladen<br />
abwechselten. Dabei wurde das Publikum<br />
wurde dazu an<strong>im</strong>iert, einige klassische Gospelsongs<br />
mitzusingen, was auch in überzeugender Weise gelang.<br />
Die erfahrenen Musiker Boris Becker (Schlagzeug),<br />
Niclas Floer (E-Piano) sowie Markus Koch (Gitarre)<br />
gefielen dabei als hervorragende Begleiter. Ein<br />
Lob gebührt auch <strong>Chor</strong>mitglied und Solosängerin Astrid<br />
Prange. Es ist <strong>im</strong>mer wieder zu spüren, dass es<br />
dem Gospelchor eine besondere Freude macht, die<br />
einstudierten Songs einem interessierten und begeisterten<br />
Publikum zu präsentieren.
38 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Einstudierung eines neuen Songs, ehe er bei zwei vertrauten<br />
Songs wertvolle Tipps gab. Es war erstaunlich,<br />
was man st<strong>im</strong>mlich noch verbessern und opt<strong>im</strong>ieren<br />
kann! Davon waren nicht nur die motivierten<br />
Sängerinnen und Sänger sehr angetan, sondern auch<br />
die <strong>Chor</strong>leiterin des Gospelchores. Die Zeit verflog <strong>im</strong><br />
Nu, ehe man sich noch zu einer gemütlichen Runde<br />
traf und das gelungene Coaching mit eigenen Speisen<br />
ausklingen ließ. Ein Jahr zuvor hatte ebenfalls ein<br />
Im Jahre 2024 gestaltete der versierte Vokalcoach<br />
und Musikprofessor Erik Sohn, der an der Kölner Musikhochschule<br />
lehrt, einen interessanten und instruktiven<br />
Workshop mit „Gospel Inspiration“, wobei er<br />
mehrere Stunden intensiv mit den <strong>Chor</strong>st<strong>im</strong>men <strong>im</strong><br />
Dietrich-Bonhoeffer-Haus gearbeitet hat und dabei<br />
einiges über die Wahrnehmung be<strong>im</strong> Atmen nähergebracht.<br />
Denn diese ist bekanntlich das A und O des<br />
Singens! Zudem machte der Musikprofessor anhand<br />
von gezielten St<strong>im</strong>mübungen plausibel zu machen,<br />
wie unterschiedlich es sein kann, dem Singen mehr<br />
Ausdruckskraft zu verleihen. Erik Sohn tat das bei der<br />
St<strong>im</strong>mtraining <strong>im</strong> Paul-Gerhardt-Haus in St. Augustin-Niederpleis<br />
stattgefunden, an dem sich nicht nur<br />
„Gospel Inspiration“, sondern auch Sängerinnen und<br />
Sänger weiterer Gospelchöre aus der unmittelbaren<br />
Region beteiligten.
39 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SINGEN IST GLÜCK<br />
Foto: privat<br />
Der von <strong>Chor</strong>leiter und Solosänger Wolfram Kastorp<br />
seit vielen Jahren dirigierte Troisdorfer Frauenchor<br />
„Furore“ beteiligte sich <strong>im</strong> Jahre 2024 an der bundesweiten<br />
„Woche der offenen Chöre“, die der Deutsche<br />
<strong>Chor</strong>verband ins Leben gerufen hat, um die Chöre zu<br />
unterstützen. Mit dieser Aktion soll interessierten<br />
<strong>Chor</strong>sängerinnen und <strong>Chor</strong>sängern die Gelegenheit<br />
geboten werden, musikalisch Kontakte zu knüpfen.<br />
Auch der Frauenchor „Furore“, der <strong>im</strong> Jahre 2023 das<br />
75-jährige Jubiläum feierte, will sich mit der Aktion<br />
als eine verschworene Gemeinschaft unter dem sinnfälligen<br />
Motto „Singen macht glücklich“ präsentieren.<br />
Der Präsident des Deutschen <strong>Chor</strong>verbandes, Christian<br />
Wulff ist davon überzeugt, dass man nichts Besseres<br />
für Körper, Geist und Seele tun kann, als miteinander<br />
zu singen. Wie recht er hat!
40 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SEMINAR IN AACHEN<br />
Foto: privat<br />
Der Bonner A Cappella Rock- und Pop-<strong>Chor</strong> „Right<br />
Here“, der Vera Georgieva recht zielstrebig und erfolgreich<br />
dirigiert wird, hatte sein <strong>Chor</strong>seminar <strong>im</strong><br />
Jahre 2024 in die schöne und historische Kaiserstadt<br />
Aachen verlegt. Dabei haben die Dirigentin und ihre<br />
engagierten Sängerinnen und Sänger intensiv an<br />
neuen und einstudierten <strong>Chor</strong>stücken gearbeitet. Das<br />
heißt aber nicht, dass die Lachmuskeln geschont worden<br />
sind! Es ist eine Binsenweisheit, dass zum Singen<br />
auch das Lachen gehört! Die <strong>Chor</strong>leiterin Vera ist freiberufliche<br />
Musiklehrerin und <strong>Chor</strong>leiterin und seit der<br />
<strong>Chor</strong>gründung <strong>im</strong> Jahre 2015 die Garantin für ebenso<br />
unterhaltsame wie effiziente <strong>Chor</strong>proben, so berichtet<br />
der <strong>Chor</strong>. Sie ist in Bulgarien aufgewachsen und hat<br />
dort ihre musikalische Ausbildung begonnen, bevor<br />
sie in Deutschland Musik studiert hat.