22.11.2024 Aufrufe

dihw MAGAZIN 4/2024

Die Fachpublikation dihw MAGAZIN berichtet in vierteljährlichem Turnus über Werkzeuge und Prozesse zur Bearbeitung von Metallen, Metalllegierungen, Verbundwerkstoffen, Naturstein, Beton, Holz- und Holzprodukten, Glas sowie von sonstigen Produkten. Was lesen Sie im dihw MAGAZIN? Branchenübergreifende Berichte im Sinne der spezifischen Nutzung und Anwendung von Werkzeugen mit superharten Schneid-stoffen aus Diamant, PKD, CVD, CBN, oder aus Werkstoffen wie Keramik und Hartmetall. Ergänzt um fundierte Fachartikel aus Wissenschaft, Forschung und Industrie. Wer liest das dihw MAGAZIN? Entscheidungsträger im Einsatzbereich der Industriediamanten, Leser aus der internationalen Automobilindustrie sowie aus hochspezialisierten Zulieferunternehmen für die innovative Luft- und Raumfahrt. Ebenso Spezialisten aus dem Getriebebau, aus der holzverarbeitenden Industrie und Anwender von Hochleistungswerkzeugen in der Metallverarbeitung, bei der Bearbeitung von Naturstein, Beton und Glas sowie in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie.

Die Fachpublikation dihw MAGAZIN berichtet in vierteljährlichem Turnus über Werkzeuge und Prozesse zur Bearbeitung von Metallen, Metalllegierungen, Verbundwerkstoffen, Naturstein, Beton, Holz- und Holzprodukten, Glas sowie von sonstigen Produkten. Was lesen Sie im dihw MAGAZIN? Branchenübergreifende Berichte im Sinne der spezifischen Nutzung und Anwendung von Werkzeugen mit superharten Schneid-stoffen aus Diamant, PKD, CVD, CBN, oder aus Werkstoffen wie Keramik und Hartmetall. Ergänzt um fundierte Fachartikel aus Wissenschaft, Forschung und Industrie. Wer liest das dihw MAGAZIN? Entscheidungsträger im Einsatzbereich der Industriediamanten, Leser aus der internationalen Automobilindustrie sowie aus hochspezialisierten Zulieferunternehmen für die innovative Luft- und Raumfahrt. Ebenso Spezialisten aus dem Getriebebau, aus der holzverarbeitenden Industrie und Anwender von Hochleistungswerkzeugen in der Metallverarbeitung, bei der Bearbeitung von Naturstein, Beton und Glas sowie in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie.

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Ausgabe 4 · 2024

ZKZ 30498

Diamant, PKD, PVD, CVD, CBN, Keramik, Hartmetall

HOCHLEISTUNGSWERKZEUGE & BEARBEITUNGSPROZESSE

Der Superman

unter den

Entgratwerkzeugen

Das Back-Burr Cutter & Path

Entgratsystem


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25. März zur DST / Moulding Expo

20. Mai zur LIGNA

16. September zur EMO

21. Oktober EMO Nachbericht

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18. März

29. April

09. September vor EMO/Parts Finishing

14. Oktober EMO Nachbericht

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Dr. 2 Harnisch dihw 16 4· Verlags 2024 GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


Eric Schäfer

Redakteur

Der Schein trügt …

… oder täuscht das? Auf diesen Gedanken

konnte man nach dem Besuch der großen

Branchenmessen in diesem Herbst kommen.

Denn entgegen den allgemein verbreiteten

wirtschaftlichen Negativszenarien

– bedingt durch Schwächephasen in den

wichtigen Exportmärkten USA und China,

rückläufige Auftragseingänge, den unklaren

wirtschaftspolitischen Kurs in der EU und

eine schwächelnde Automobilindustrie –

verzeichneten die AMB in Stuttgart, die IMTS

in Chicago und die JIMTOF in Tokio ein überaus

reges Besucherinteresse. Deutlich spürbar

schien bei vielen die Neugier auf neue

Lösungen und Entwicklungen rund um die

Metallbearbeitung. Aktuelle Technologien

und Trendthemen zeigten nicht nur das

Potenzial der Metallbearbeitung, sondern

machten zugleich auch Lust auf die

Zukunft. Automation, additive Fertigung

und Digitalisierung geben der Branche

neue Impulse.

Bearbeitungsprozesse, um Hightech-Werkstoffe

und ihre effiziente Bearbeitung

mit neuen Schneidstoffen und Hochleistungswerkzeugen.

Wir berichten wie eine

präzise Knochenschraube entsteht, über

einen Bodyguard für die Bohrbearbeitung

und lüften das Geheimnis der Keramikbearbeitung.

Ein Bericht aus der Forschung

widmet sich der Herstellung von PKD/CVD-

Werkzeugen mittels Drahterodierverfahren.

Außerdem werfen wir einen Blick auf die neuesten

Entwicklungen in der Spanntechnik.

Man darf gespannt sein, ob die erfolgreichen

Messen dazu beitragen können, die

leeren Seiten in vielen Auftragsbüchern

zu füllen. Das werden die kommenden

Monate zeigen. Für 2025 und 2026 erwarten

Branchen-Verbände zumindest eine erste

langsame Erholung – sofern der Schein

nicht trügt.

Wer nicht dabei sein konnte, kann einiges

davon nachlesen. Unsere Ausgabe befasst

sich intensiv mit dem, was Präzisionswerkzeuge

zu bieten haben. Es geht um innovative

Werkzeugkonzepte für vielfältige

Eric Schäfer


5

Titelstory

6 Der Superman unter den Entgratwerkzeugen KEMPF GMBH

8 News & Facts

8 Das aktuelle Interview

10 Markt/Personalien

15 Veranstaltungen/Messen

19 Werkstoffe & Werkzeuge

20 Diamantbeschichtungen machen den Unterschied

24 Innovative Werkzeugkonzepte und abgestimmte Schneidstoffe für mehr Leistung

26 Wie Super-Abrasives begannen, unsere Welt zu gestalten

34 Drei neue „crazy“ Hochleistungswerkzeuge

44 Bearbeitungsprozesse

46 Keramik-Bearbeitung: Das Geheimnis der Keramik-Bearbeitung

48 Drahterodieren: Herstellung von PKD/CVD-Werkzeugen mittels Drahterodierverfahren

53 Komponenten & Zubehör

53 Motion-Control-Plattform mit anpassbarer CNC-Benutzeroberfläche

54 Rauheit messen in der Bearbeitungsmaschine

56 Drei weitere Schritte in die Zukunft

4 dihw 16 4· 2024


Titelstory

Der Superman unter den Entgratwerkzeugen

Wie das Back-Burr Cutter & Path Entgratsystem Entgrataufgaben meistert, bei denen andere Werkzeuge aufgeben

Als das Back-Burr Cutter & Path Entgratsystem im Oktober 2016 dem Markt

vorgestellt wurde, ahnten selbst dessen Entwickler noch nicht, welche Erfolgsstory

sich dahinter verbergen würde. Das perfekt aufeinander abgestimmte System, bestehend

aus Entgratfräser und einem für die Anwendung generierten NC-Datensatz,

ermöglicht hochpräzises CNC-Entgraten von kompliziertesten Konturen und verspricht

durch die innovative Synergie darüber hinaus immense Standzeiten. Bedingt durch die

Neueinführung, mussten zu Beginn noch viele Anwendungsdaten gesammelt werden,

sodass das Auslegen der Werkzeuge für die entsprechende Anwendung kompliziert und

langwierig war. Heute werden die programmierten Pfade in der Regel direkt mit dem

Werkzeug ausgeliefert, sodass das Werkzeugsystem beim Kunden unkompliziert und

schnell, ohne eigene Programmiertätigkeiten, in der Maschine eingesetzt werden kann.

Das Entgratsystem setzt sich dabei aus

einem sphärischen Entgratfräser (Back-

Burr Cutter) und einem NC-Datensatz (Path)

zusammen. Beide Komponenten sind dabei

so perfekt aufeinander abgestimmt, dass

sich synergetische Effekte ergeben, die auf

dem Markt immer noch einzigartig sind.

Der Entgratfräser besteht dabei aus einem

Micro-Grain Hartmetall mit hoch-hitzebeständiger

AlTiCrN-Beschichtung und

spiralförmigen Schneiden mit für die

Entgratbearbeitung optimierter Geometrie.

Entsprechend der zu bearbeitenden

Bohrungskontur (Größe und Form) wird zum

Fräser ein kundenspezifischer NC-Datensatz

(Path) erstellt. Gegenüber anderen auf dem

Markt erhältlichen Entgratwerkzeugen, die

insbesondere bei extremen Verhältnissen

an ihre Grenzen stoßen, kann der Back-Burr

Cutter durch den NC-Datensatz nahezu jede

beliebige Kontur, ohne Sekundärgrat zu

erzeugen, entgraten.

Ein Werkzeug für mehrere

Bohrungsdurchmesser und

Anwendungen

Bauteile werden immer komplexer, sodass

auch die Entgratbearbeitungen immer

diffiziler zu bewerkstelligen sind und

immer neue Herausforderungen entstehen.

Für das CNC-Entgraten werden auf

dem Markt im Grunde nur zwei Arten

von Werkzeuglösungen angeboten. Zum

Großteil sind dies Werkzeuge, die lineare

Bewegungen ausführen und dabei rotieren.

Eine effektivere Variante ist die konturparallele

Bearbeitung mit dem Back-Burr

Cutter, der sich somit viel flexibler einsetzen

lässt.

Dank des Werkzeugpfads (NC Datensatz),

der für jede Anwendung generiert und

zusammen mit dem Werkzeug ausgeliefert

wird, ist dies beim Back-Burr Cutter

möglich. Aus diesem Grund kann ein

Typ des Back-Burr Cutters für sämtliche

Entgratungsanforderungen verwendet werden,

unabhängig von Größe und Form der

Kontur. Das Entgratsystem ist deshalb in

der Lage, nicht nur einfache orthogonale

Querbohrungen sondern auch komplizierte

Konturen wie außermittige Bohrungen,

Bohrungen in Winkellage, unterbrochene

Bohrungen, Langlöcher, Gewindeaustritte

und sogar 3D gekrümmte Konturen effizient

zu bearbeiten. Während bei der konventionellen

Bearbeitung beispielsweise

für verschiedene Bohrungsdurchmesser

mehrere Werkzeuge benötigt werden,

genügt bei diesem Entgratsystem bereits

eine Fräservariante für verschiedenste

Durchmesser. Um den Back-Burr Cutter noch

variabler einsetzen zu können, wurde das

Portolio an Fräsern nach und nach um weitere

Varianten ergänzt, sodass mittlerweile

vier verschiedene „Typen“ (siehe Bild 6) für

die Bearbeitungen von Nichteisenmetallen,

Kunststoffen, Composite-Materialien bis hin

zu Superlegierungen angeboten werden.

Beste Ergebnisse und

immense Standzeiten durch

Schnittwinkeloptimierung und

Fräserversatz

Da die Bewegung des Fräsers simultan

in 3-Achsen gesteuert wird, ist im

Regelfall nur ein einziger Durchgang

(Ausnahme Gewindeaustritte) nötig, um

die Entgratbearbeitung (unabhängig vom

Material) in Perfektion abzuschließen.

Bild 6: Die verschiedenen Typen des Back-

Burr Cutters in der Übersicht: vlnr. Typ A

mit AlTiCrN-Beschichtung und abgesetztem

Schaft für mehr Stabilität, erhältlich ab

0,8 mm bis zu 9,8 mm Durchmesser. Dann der

unbeschichtete Typ A-N mit extrem scharfer

Schnittgeometrie und daher ideal für den

Einsatz in Nichteisenmetallen, Kunststoffen

und Composite-Materialien, ebenfalls ab

0,8 mm bis zu 9,8 mm Durchmesser verfügbar.

Daneben der neu entwickelte dreischneidige

Entgratfräser für den „Allround-Einsatz“ und

einer noch höheren Lebensdauer. Dieser Fräser

ist ebenfalls bereits ab 0,8 mm bis zu 5,8 mm

Durchmesser erhältlich. Ganz rechts der Back-

Burr Cutter Typ B mit durchgehendem Schaft

für Entgrataufgaben an schwer zugänglichen

Stellen.

dihw 16 4 · 2024 5


Titelstory

Bild 1: Im Grunde eine unmögliche Entgratung

mit herkömmlichen, sich rotierenden Entgratwerkzeugen.

Nur im Zusammenspiel von

Entgratfräser und CNC-Programm lässt sich

eine solche asymmetrische Kontur am unebenen

Bohrungsaustritt prozesssicher entgraten.

Obwohl das Aluminiumgussteil eine definierte

Entgratung erschwert, war der Kunde begeistert.

Bild 3: Die Oberseite des Actuator-Housings

in der Nahaufnahme. Das Bauteil aus

Magnesium-Guss besitzt viele Bohrungen und

daraus entstehende Konturen, die entgratet

werden müssen. Durch diese Komplexität wurde

zu Beginn der Produktion vieles per Hand

entgratet. Erst durch den Einsatz des Back-

Burr Cutter & Path Entgratsystems konnten mit

dem Kugelfräser-Typ BXC-33-A und dem Typ

BXC-48-A die Innenkonturen maschinell bearbeitet

und komplett entgratet werden.

Bild 4: Ausschnitt des optischen Sensorbauteils

– gut zu erkennen ist die mit dem Back-

Burr Cutter & Path Entgratsystem entgratete

Innenkontur der Hauptbohrung.

Um die perfekte Synergie aus Fräser und

NC-Datensatz zu garantieren, wird die

Erstellung des NC-Datensatzes standardmäßig

vom Entgratspezialisten KEMPF aus

Reichenbach-Fils übernommen. Für komplexe

Anwendungen erstellt KEMPF sogar

Sonderpfade. Diese Pfade haben mehrere

Vorteile, die die Anwendung mit dem Back-

Burr Cutter immer noch einzigartig machen.

Bei Werkzeugen, die durch ihre lineare

Bewegung und durch Drehbewegung

funktionieren, besteht stets die Gefahr,

dass ungleichmäßige Kantenfasen

erzeugt oder Grate nicht vollständig entfernt

werden. Hauptsächlich kommt es

hierbei auf den Bearbeitungswinkel der

Schneide an, der bei herkömmlichen

Entgratanwendungen nicht oder nur sehr

begrenzt verändert werden kann. Der optimale

Schnittwinkel wird beim Back-Burr

Cutter durch den erstellten NC-Datensatz

für jeden einzelnen Koordinatenpunkt

schon im Vorfeld berechnet, sodass kein

Sekundärgrat entsteht. Zum anderen

wird, als einzige Werkzeuglösung auf dem

Markt, der Eingriffspunkt an der Schneide

des Fräsers während der Bearbeitung versetzt,

sodass die gesamte Kante ausgenutzt

und nicht punktuell abgenutzt wird.

Diese Optimierung verhindert den vorzeitigen

Werkzeugverschleiß und verlängert

die Lebensdauer des Fräsers

erheblich. So wurden bei Kundenprojekten

der Firma KEMPF bei der vorder- und rückseitigen

Entgratung eines Aluminiumbauteils

mit niedrigem Siliziumgehalt Standzeiten

von bis zu 50.000 Bohrungen erzielt.

In C45 Stahl bei Bohrungsdurchmesser

4 mm und dem Back-Burr Cutter Typ A

mit 3,3 mm Durchmesser, wurden ganze

3.600 Bohrungen an Vorder- und Rückseite

sekundärgratfrei entgratet.

Auch die Geschwindigkeit des Entgratvorgangs

ist bemerkenswert, wodurch

beim Austausch des vorhandenen

Entgratwerkzeugs und mit Einsatz des

Back-Burr Cutters so gut wie immer erhebliche

Produktivitätsvorteile entstehen. So

konnten die Bearbeitungsschritte zum

Entgraten von Querbohrungen an einer

Ventil-Welle von drei Schritten auf einen

einzigen Bearbeitungsschritt mit dem

Back-Burr Cutter Typ A reduziert und die

Entgratzeit pro Bohrung um neun Sekunden

verkürzt werden. Bei einem komplexeren

Roboterbauteil aus Edelstahl wurde die bisherige

manuelle Entgrattätigkeit komplett

eliminiert und die gesamte Engratzeit von

120 Sekunden auf nur noch 40 Sekunden

reduziert.

Stetig wachsende Anzahl an Pfaden

seit Markteinführung und viele positive

Rückmeldungen

Seit Markteinführung im Oktober 2017, setzt

sich das Entgratsystem mehr und mehr

durch und ist ein echter Problemlöser vor

allem bei diffizilen Entgratungen, bei denen

andere Werkzeugsysteme aufgeben. Von

Kunden kommen deshalb oft begeisterte

Rückmeldungen.

Steffen Hedrich, Geschäftsführer der

KEMPF GmbH, berichtet über eine Beispielanwendung,

bei der ein echter Mehrwert

für den Kunden generiert werden konnte.

„Für ein komplexes Automobilbauteil aus

Aluminium-Guss (siehe Bild 1) , das in einer

mittelgroßen Serie von etwa 400.000 Stück

über sieben Jahre hinweg produziert werden

sollte, fehlte für die endgültige Freigabe

die geforderte definierte Entgratung von

zwei innenliegenden Querbohrungen, die

eine asymmetrische Kontur aufwiesen“,

so Steffen Hedrich. „Aufgrund der hohen

Stückzahl sollte die Entgratung zudem vollautomatisch

direkt in der Maschine erfolgen.

Trotz einer Vielzahl von Tests mit

unterschiedlichen Werkzeugen auf dem

Markt, konnte kein anderes Werkzeug den

Anforderungen gerecht werden“, führt er

weiter aus. Die Problemlösung war das Back-

Burr Cutter & Path Entgratsystem, welches

jegliche Erwartungshaltung beim Kunden

übertraf. Die gewünschten Bearbeitungen

konnten prozesssicher und mit gleichbleibender

Qualität über viele tausend Bauteile

hinweg bewerkstelligt und die Gesamtzeit

Bild 5: Die Synergie aus Kugelfräser des Typs

BXC-98-A mit 9,8 mm Durchmesser und dem

programmierten NC-Datensatz garantiert

bei Extrudermaschinen aus Aluguss für die

Kunststoffverarbeitung die exakt reproduzierbare

Entgratung der definierten Innenkontur

an der Kreuzbohrung. Durch die einzigartige

Eigenschaft, den Eingriffspunkt zum

Werkstück während der Bearbeitung zu versetzen,

können bei jeder Bearbeitung sehr lange

Standzeiten erreicht werden.

6 dihw 16 4· 2024


Titelstory

der Bauteilbearbeitung signifikant verbessert

werden. „Der maschinelle Zeiteinsatz

stieg zwar von 1:00 min auf 1:24 min, wurde

jedoch durch den Wegfall sämtlicher

manueller Tätigkeiten (zur Entgratung und

zur Prüfung) mehr als kompensiert“, ergänzt

Steffen Hedrich. Auf Grund der technischen

Entgratlösung konnte der gesamte lösbare

Grat ohne zeitintensive Zwischenschritte

in der Maschine entfernt werden, was einen

immensen Kostenvorteil brachte.

Für die Bearbeitung eines Actuator-Housings

(Lenkgetriebegehäuse) aus Magnesium (siehe

Bild 3) für den Automobilbereich war

die maschinelle Entgratung sogar Wunsch

des Endkunden. Mit einer Auflage von

200.000 Stück pro Jahr war dies für den

Produzenten keine leichte Aufgabe, denn

die dafür benötigten Werkzeuglösungen

waren schlichtweg (noch) nicht vorhanden.

Die Hauptschwierigkeit stellte dabei

die Entgratung einer annähernd elliptischen

Innenkontur dar, deren Bearbeitung mit

handelsüblichen Entgratwerkzeugen nicht

umsetzbar war. Der zuständige Außendienst

des Entgratspezialisten KEMPF, Dominik

Wiesner, verwies auch hierfür auf das

Entgratsystem, welches die zuvor unlösbar

scheinende Entgrataufgabe ohne Probleme

meisterte und bei dem Magnesium-Bauteil

eine Standzeit von ca. 20.000 Teile pro

Kugelfräser erreichte.

Bild 7: Der Pfad macht den Unterschied. Im Gegensatz zu Standard- bzw. selbst erstellten

NC-Programmen bietet der von KEMPF erstellte Pfad (NC-Datensatz) viele Vorteile, die den großen

Unterschied ausmachen. So wird hierbei nicht nur der Schnittwinkel für jeden einzelnen

Koordinatenpunkt schon im Vorfeld so berechnet, dass kein Sekundärgrat entstet, sondern auch

(als einzige Werkzeuglösung auf dem Markt) der Eingriffspunkt an der Schneide des Fräsers wird

während der Bearbeitung so versetzt, dass die gesamte Schneidkante ausgenutzt wird und nicht

nur punktuell verschließt – einzigartig am Markt. So sind immense Standzeiten selbst in schwer

zerspanbaren Materialien möglich.

Auch bei Satelliten-Komponenten im

Einsatz

Bild 5_1: Ausschnitt der Bohrungs- sowie

der Kreuzbohrungskonturen im Inneren des

Bauteils – oben vor der Bearbeitung und

unten nach der Bearbeitung mit dem Back-

Burr Cutter & Path Entgratsystem. Durch den

NC-Datensatz kann der Kugelfräser auch diese

3D-Kontur sekundärgratfrei über alle Bauteile

hinweg entgraten.

Spannend war auch die Aufgabe, Prototypen

für hochkomplexe optische Sensorbauteile,

die in Satelliten zum Einsatz kommen, zu

entgraten (siehe Bild 4). Da hierbei höchste

Präzision und Fertigungsqualität die

Voraussetzungen sind, war die komplett

maschinelle und gratfreie Herstellung obligatorisch.

Doch gerade bei der maschinellen

Entgratung der vielen Bohrungen mit

teilweise asymmetrischen und gewölbten

Konturen, war der Produzent auf entsprechende

Werkzeuglösungen angewiesen,

auf die bis dato noch nicht zurückgegriffen

werden konnte. Da die Anwendung

so komplex war, wurde von KEMPF hierfür

eigens ein Sonderpfad programmiert

und der Back-Burr Cutter mit Durchmesser

3,8 mm verwendet. Der schlanke Schaft

sorgte dabei für den nötigen Zugang, um

die gesamte Kontur abfahren und bearbeiten

zu können. Um das perfekte gratfreie

Ergebnis an allen Konturen zu erreichen,

wurden bei diesem Bauteil in Summe fünf

Entgratwerkzeuge eingesetzt, sodass die

hohen Qualitätsanforderungen ohne jegliche

manuelle Nachbearbeitung erreicht

wurden.

KEMPF als Lieferant für eine Vielzahl von

Entgratwerkzeugen, setzt den Back-Burr

Cutter vor allem dann ein, wenn mit herkömmlichen

Standardwerkzeugen keine

brauchbaren Ergebnisse erzielt werden

können. Denn abseits der zum Großteil

„einfachen“ Anwendungen gibt es dennoch

immer wieder Anfragen von Kunden,

die auf Grund von fast nicht zugänglichen

Bohrungsüberschneidungen oder

komplexen Konturen auf kein Standardwerkzeug

zurückgreifen können oder

die bisherigen Werkzeuglösungen einfach

kein prozesssicheres, definiertes und

vor allem sekundärgratfreies Ergebnis liefern.

KEMPF ist hierbei gerne der kompetente

Lösungsfinder auch abseits des

Standardportfolios und kann auch bei

schwierigen Voraussetzungen zum gratfreien

Bauteil direkt von der Maschine

verhelfen.

weitere Infos:

www.kempf-tools.de

dihw 16 4 · 2024 7


News & Facts

Das aktuelle Interview zum Thema:

Effiziente Späne

mit Norbert Seifermann, Vorstand der SIMTEK AG

in Mössingen

Der Hersteller von Präzisionswerkzeugen SIMTEK wagt sich mit

dem Laser ans Hartmetall. Gelaserte Spanformgeometrien sind

eine kleine Revolution für die Herstellung von Werkzeugen für

die Zerspanung. Was bislang unmöglich erschien, hat sich inzwischen

in zahlreichen Projekten bewährt.

Seit wann spielt die Spanabfuhr in der Metallzerspanung

eine so wichtige Rolle?

Norbert Seifermann: Seitdem überhaupt Metall maschinell zerspant

wird, liegt der Fokus auf einer optimalen Spanabfuhr. In unserer

Lehrwerkstatt ist das sicher noch nicht so relevant, wo unsere

Azubis mit Feile und Windeisen zunächst einmal das Gefühl für

den Span bekommen sollen. Da kehren oder blasen sie ihre paar

Späne dann mit dem Besen bzw. mit Pressluft weg. Sobald es dann

an die CNC-Maschine geht, ändert sich das. In der maschinellen

Zerspanung erzielt derjenige bessere Fertigungsergebnisse, der

den Span am besten bricht und unter Kontrolle bringt. Das zahlt sich

am Ende für den Anwender in vielfältiger Weise aus durch erhöhte

Prozesssicherheit, höhere Taktraten, eine längere Werkzeugstandzeit

und letztlich durch Kostensenkung.

Warum sind kurze Späne so wichtig für die

Metallbearbeitung?

Norbert Seifermann: Die Anwender unserer Präzisionswerkzeuge

mögen kurze Späne, die sie kontrolliert aus dem Zerspanungsprozess

herausbringen können. Auch ist eine automatisierte Bearbeitung beispielsweise

mit Wirrspänen kaum realisierbar – die Prozesssicherheit

können wir dann kaum noch gewährleisten. Der Schlüssel zu hoher

Prozesssicherheit und langen Werkzeugstandzeiten ist dementsprechend

eine optimale Spankontrolle.

Wo kommt man Ihrer Erfahrung nach mit dem Schleifen der

Spanformgeometrien nicht weiter?

Norbert Seifermann: Bei Formwerkzeugen oder Ausdrehwerkzeugen

für kleine Durchmesser ist Schleifen oft nicht mehr

praktikabel. Da stoßen wir erfahrungsgemäß bei bestimmten

Geometriedetails an Grenzen. Zum Beispiel führen Facettenschliffe

oder Freischliffe bei den kleinen Werkzeugdurchmessern nicht

immer zu dem gewünschten Ergebnis. Wir sind mit unseren

Werkzeugen hauptsächlich in der Kleinteilebearbeitung unterwegs,

unsere kleinsten Werkzeuge sind für Durchmesser von 0,3 mm

geeignet. Hier sind bereits Grenzen beim Schleifen gesetzt, vor

allem dann, wenn die Spangeometrie komplexer ist.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen?

Norbert Seifermann: Ja, sicher. Wenn wir etwa bei einer

Nutenbearbeitung beim Einstechen in X-Achsenrichtung einen

kurzen Span wollen, beim Längsdrehen entlang der Z-Achse

aber einen gelockten Span wollen, der kontrolliert aus dem

Bearbeitungsprozess gelenkt wird, stößt man mit dem Schleifen an

Grenzen. Diese Spangeometrie hat man geschliffen nicht auf ein

Werkzeug bringen können und es mussten zwei Werkzeuge dafür

zum Einsatz kommen.

Weshalb dann nicht Sintern als bewährte Technologie?

Norbert Seifermann: Sintern hat sich vor allem am Massenmarkt

bewährt. Das Herstellen von Presswerkzeugen für das Sintern lohnt

sich nur im Massenmarkt der Wendeschneidplatten zum Beispiel und

bei größeren Werkzeugstückzahlen. In unserem Werkzeugsegment

mit einer sehr hohen Varianz kommt Sintern nur bedingt in Betracht.

Schließlich können wir nicht für jedes Werkzeug ein Presswerkzeug

fertigen, das wäre viel zu kostspielig und unwirtschaftlich.

Und wie wollten Sie dieses Problem dann lösen?

Norbert Seifermann: Uns schwebte bereits seit geraumer Zeit

die Idee im Kopf, das Lasern dafür nutzbar zu machen. Uns war

bewusst, dass es bei Hartmetall nicht einfach wird, denn andere

Hersteller haben sich schon daran versucht und teilweise für größere

Werkzeuge auch umgesetzt. Doch diese Idee von flexiblen

Kombinationswerkzeugen mit individuellen Spangeometrien war

verlockend und ließ mich nie los.

Wie konnten Sie diese Herausforderung schließlich meistern?

Norbert Seifermann: Nach mehreren Jahren Tests und vielen

Fehlversuchen, wie auch manchen Rückschlägen haben wir

dann eine Möglichkeit gefunden. Wir sind jetzt in der Lage bei

Standard- und Sonderwerkzeugen die erforderliche Spangeometrie

ins Hartmetall zu lasern. Mit dem 3D-Laser lassen sich definierte

Geometrien individuell für jeden Anwendungsfall konzipieren.

Was macht das Lasern von Hartmetall so herausfordernd?

Norbert Seifermann: Das Lasern von Hartmetall ist nicht leicht, das

haben auch andere bereits feststellen müssen. Hartmetall besteht

ja im Wesentlichen aus Wolframcarbid und einem Kobaltanteil.

Die zwei Bestandteile haben unterschiedliche Verdampfungs- und

Schmelzpunkte, was die Bearbeitung mithilfe des Lasers knifflig

macht. Wir mussten eine Methode finden, um die Spangeometrie

direkt lasern zu können.

8 dihw 16 4· 2024


News & Facts

Welche Vorteile bietet das Lasern gegenüber anderen

Verfahren?

Norbert Seifermann: Durch das Lasern lassen sich, wie

schon erwähnt, die Spangeometrien optimal für die jeweilige

Zerspanungsaufgabe in das Werkzeug einbringen. Durch das Lasern

können wir optimale Spanwinkel auf die Schneiden bringen, und

das mit einer Schneidenverrundung von nur 5 µm. Und wir können

quasi Kombinationswerkzeuge herstellen und somit den Trend

zur Komplettbearbeitung eines Bauteils unterstützen. Gerade mit

Sonderwerkzeugen wird dann manches zusätzliche Werkzeug überflüssig,

auch die Werkzeugvielfalt reduziert sich bei den Kunden.

Wie hat sich die Lasertechnologie in der Praxis bewährt?

Norbert Seifermann: In zahlreichen Anwendungen über vier Jahre

hinweg haben wir die Lasertechnologie soweit optimiert, dass wir

nun prozesssicher in den breiten Markt gehen können. Unser Ziel ist

es, den Span auch unter den herausforderndsten Bedingungen zu

kontrollieren und Prozesssicherheit zur erhalten und zu erhöhen.

Wie stehen Ihre Kunden zu dieser neuen Technologie?

Norbert Seifermann: Unsere Kunden haben das Lasern gut angenommen.

Beispielsweise haben wir einen Kunden, der immer wieder

Probleme mit dem Spanbruch hatte. Nach der Umstellung auf

ein gelasertes Werkzeug konnte das Problem vollständig gelöst werden.

Dieser Kunde bestellt das Werkzeug seit inzwischen vier Jahren

nach.

Welche weiteren Entwicklungen planen Sie?

Norbert Seifermann: Zunächst haben wir ausschließlich kundenindividuelle

Sonderwerkzeuge gelasert. Nun folgen sukzessive

auch Standardwerkzeuge. Zur AMB in Stuttgart sind die ersten

gelaserten Standardwerkzeuge zu sehen, überwiegend für kleine

Durchmesserbereiche für das Stechen, Längsdrehen oder auch

Ausdrehwerkzeuge.

Wie sehen Sie die Zukunft des Laserns in der

Werkzeugherstellung?

Norbert Seifermann: Ich bin davon überzeugt, dass sich Lasern zu

einer Schlüsseltechnologie entwickeln wird. Selbst wenn wir nicht

für jeden Anwendungsfall eine solche Lösung finden konnten,

ist dies für 80 bis 90 Prozent der Fälle durchaus realistisch. Andere

Werkzeughersteller werden diese Technologie adaptieren, um das

kostenintensivere Sintern zu ersetzen. Die Lasertechnik wird die

Herstellung von Spangeometrien in der Metallbearbeitung revolutionieren

und in der Zukunft kaum noch wegzudenken sein.

weitere Infos: www.simtek.com

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dihw 16 4 · 2024 9


News & Facts

Geschäftsführung neu geordnet

Die LMT Group hat Joachim Dittrich, CEO

von Fette Compacting, zum CEO der LMT

Tools berufen.

Joachim Dittrich übernimmt vorübergehend

die Aufgabenbereiche von Daniel Ehmans,

der das Unternehmen Ende September 2024

verlassen hat. Diese Position wird Dittrich

bekleiden, bis ein Nachfolger bestimmt

wird.

Joachim Dittrich ist Maschinenbauingenieur

und verfügt über langjährige

Erfahrungen im Produktionsumfeld und

Spezialmaschinenbau. Seine Aufgaben

als CEO von Fette Compacting und als

Geschäftsführer der LMT Group bleiben

unverändert. Der gebürtige Hamburger hatte

2020 die Führung von Fette Compacting

übernommen und maßgeblich die strategische

Neuausrichtung des Unternehmens

vorangetrieben. Dittrich übernimmt die

Führung von LMT Tools in einer Phase, in

der das Unternehmen vor besonderen

Herausforderungen steht.

„Zusammen mit meinen Kollegen Roland

Benter, CFO LMT Tools, und Oliver

Thomas, Geschäftsführer LMT Fette

Werkzeugtechnik und LMT Kieninger, wollen

wir die LMT Tools strategisch neu aufstellen“,

erklärt Dittrich.

weitere Infos:

www.lmt-tools.com

Weiterentwicklung im Erfolg - Fortführung im Wandel

Mit Wirkung zum 1. September 2024

setzt sich der Vorstand der LEUCO AG

neu zusammen. Mit Daniel Schrenk, Frank

Seifert und Roland Günther setzt LEUCO

dabei auf die langjährige Expertise im

Unternehmen und in der Branche der holzverarbeitenden

Industrie.

Nach über 18 Jahren im Aufsichtsrat

der LEUCO AG, davon viele Jahre als

Aufsichtsratsvorsitzender und nach über

zwölf Jahren als Vorstandsvorsitzender,

wird sich Frank Diez in den Ruhestand

verabschieden.

Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Jürgen

Döringer: „In seiner Ära wurde LEUCO organisatorisch

neu aufgestellt, in allen wesentlichen

Kennzahlen massiv verbessert und

zum technologischen Schrittmacher in

Produkt und Produktionstechnologie“.

Im neu formierten Vorstand zeichnet sich

der Diplom-Ingenieur Daniel Schrenk

als Sprecher für die Bereiche Vertrieb,

Marketing und Personal verantwortlich und

kann dabei auf die langjährige Erfahrung als

LEUCO Geschäftsführer aufbauen.

Diplom-Betriebswirt Frank Seifert wird

als Vorstand die Bereiche Finanzen und

Controlling, Materialwirtschaft und IT leiten

und kann dabei auf seine jahrzehntelange

Frank Diez (zweiter v.l.), bisheriger Vorstandsvorsitzender der LEUCO AG, tritt am 1. September

2024 in den Ruhestand. Die Verantwortung im Vorstand übernehmen ab diesem Zeitpunkt Daniel

Schrenk (links) Frank Seifert (rechts) und Roland Günther (zweiter v.r.) © LEUCO AG

Erfahrung und ausgezeichnete Vernetzung

als CFO der LEUCO Gruppe aufbauen.

Roland Günther, seines Zeichens

Maschinenbautechniker und Betriebsleiter

und bislang verantwortlich für

Produktion und Service der deutschen

Muttergesellschaft der LEUCO Gruppe

wird zukünftig als Vorstand die Bereiche

Produktion, Service und Technik verantworten

und die Technologieentwicklung auf

Gruppenebene forcieren.

Hans-Jürgen Döringer: „Mit diesem Vorstand

ist die LEUCO Gruppe bestens aufgestellt

und wird auf die globalen wirtschaftlichen

und geopolitischen Herausforderungen die

richtigen Antworten finden“

weitere Infos:

www.leuco.com

10 dihw 16 4· 2024


News & Facts

Zerspanungsaktivitäten von CeramTec

mit neuer Identität

Die CeramTec GmbH bündelt ihre Tätigkeiten rund um das

Anwendungsgebiet Zerspanung unter der Marke SPK by CeramTec.

Mit dem Relaunch von SPK betont das Unternehmen zugleich den

Ausbau seiner Zerspanungsaktivitäten.

CeramTec steht mit seinen Zerspanungsaktivitäten seit vielen

Jahren für eine leistungsfähige und effiziente Gestaltung von

Zerspanungswprozessen. Jetzt bündelt das Unternehmen alle

Leistungen in diesem Bereich unter einem Dach – der Marke SPK

by CeramTec. Die über siebzigjährige Traditionsmarke SPK steht seit

jeher nicht nur für das bewährte Sortiment an Werkzeugen, sondern

betont die langjährige Erfahrung des Unternehmens in diesem

Bereich und seine Rolle als Prozesslieferant. „SPK steht für eine ganzheitliche

Betrachtung von Zerspanungsprozessen – wir sind kein

reiner Teilelieferant“, betont Christian Strüver, Vice Präsident SPK

Cutting Tools.

SPK by CeramTec: Stark in der Zerspanung

Mit der Marke SPK unterstreicht CeramTec die strategische

Bedeutung und den weiteren Ausbau ihrer Zerspanungsaktivitäten.

Zu der Bearbeitung von Gusseisenwerkstoffen bietet SPK by

CeramTec nun auch umfassende Zerspanungslösungen für hitzebeständige

Superlegierungen und harte Werkstoffe an.

CeramTec bietet unter der neuen Marke SPK ein Sortiment an

Wendeschneidplatten aus keramischen Schneidstoffen, polykristallinem

kubischem Bornitrid (CBN) und SiC-Whisker verstärkte

keramische Schneidstoffe für die Bearbeitungsverfahren

Drehen, Hartdrehen, Einstechen, Fräsen und Aufbohren. Mit diesem

Schneidstoffangebot lassen sich Werkstoffe aus Gusseisen, hitzebeständige

Superlegierungen und harte Werkstoffe wie gehärtete

Stähle oder Sintermetalle wirtschaftlich und prozesssicher

bearbeiten.

Komplettiert wird das Schneidstoffangebot durch ein umfangreiches

Portfolio von Werkzeugen und Werkzeugsystemen. Hinzu

kommen die Engineering Leistungen. „Wir möchte mit SPK unseren

Kunden einen größtmöglichen Mehrwert bieten. Deshalb bieten

wir nicht nur exzellente Zerspanungswerkzeuge, sondern auch

Expertise – nämlich das Verständnis für den Zerspanungsprozess und

dessen Optimierung. Mit SPK Engineering Leistungen entstehen bei

unseren Kunden hochproduktive und sichere Zerspanungsprozesse,

die zu qualitativ hochwertigen Zerspanungsergebnissen – und dem

entscheidenden Produktivitätsfortschritt – führen,“ betont Strüver.

weitere Infos:

www.ceramtec-group.com

FDWF erhält Förderzuschlag

für erstes Forschungsprojekt

TRUST IN

TECHNOLOGY

Die 2021 gegründete Forschungsgemeinschaft Deutscher

Werkzeug- und Formenbauer (FDWF) kann die Bewilligung des ersten

Projekts verzeichnen. Der Bund wird dafür insgesamt über eine

halbe Million Euro Fördermittel zur Verfügung stellen.

«Jetzt wird es endlich konkret!», berichtet FDWF-Präsident Prof.

Thomas Seul hocherfreut. «Wir haben das erste Forschungsprojekt

genehmigt bekommen.» Dem erklärten Ziel der FDWF, die

Unternehmen der Branche zu unterstützen und über gemeinsame

vorwettbewerbliche Forschung und Entwicklung die

Innovationskraft und die internationale Konkurrenzfähigkeit des

Werkzeug- und Formenbaus in Deutschland zu sichern, komme

man so ein ganzes Stück näher.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz

(BMWK) hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

das Forschungsprojekt «Extrusionswerkzeuge auf Basis von Additive

Manufacturing» bewilligt.

weitere Infos:

www.fdwf.de

60 %

Verbesserung der

Rauheit mit innovativer

KAPP NILES

Schleiftechnologie

QR Code scannen

und mehr erfahren.

dihw 16 4 · 2024 11


News & Facts

Berufsbegleitender Master-Studiengang

„Precision Manufacturing and Management (PMM)“

In einer Fertigungswelt, in der die

Technik und Digitalisierung immer komplexer

wird, steigt der Bedarf an Expertinnen

und Experten, die an der Schnittstelle zwischen

intelligenten Maschinen/Anlagen

und Fertigungstechnologien arbeiten.

Um diesen Bedarf zu decken, bietet die

Hochschule Furtwangen einen berufsbegleitenden

Master-Studiengang „Precision

Manufacturing and Management (PMM)“ mit

einer Regelstudienzeit von 3 Semestern an.

Die Vorlesungen finden nur an einem

Arbeitstag je Woche (Freitag) und ggf.

zusätzlich samstags statt; eine online-Teilnahme

ist grundsätzlich möglich. Dieser

Studiengang wurde vor allem für Personen

konzipiert, die bereits im Berufsleben stehen

und die das Studium parallel zu ihrer

Tätigkeit in Unternehmen absolvieren und

lässt sich optimal mit beruflichen Tätigkeiten

vereinbaren. Darüber hinaus werden fast

60 Prozent der Studienleistungen durch

Forschungsprojekte, die entweder direkt im

Unternehmen oder am KSF, einem Institut

der Hochschule Furtwangen, durchgeführt

werden können, erbracht. Die vorgesehenen

Managementmodule bereiten

die Studierenden für zukünftige Leitungspositionen

in der Industrie vor.

Zugangsvoraussetzung ist ein Bachelor-

Abschluss im ingenieurwissenschaftlichen

Bereich (insbesondere Maschinenbau /

Mechatronik). Bewerbungsschluss für das

Sommersemester 2025 ist der 15. Januar

2025. Die Studiengebühren belaufen sich auf

2.600,- Euro pro Semester zzgl. Verwaltungsgebühren.

Da die Anzahl der Studienplätze begrenzt

ist, ist eine frühzeitige Rückmeldung/

Bewerbung empfehlenswert.

weitere Infos: www.hs-furtwangen.de

Werkzeugschleiferei Krämer gewinnt ANCA Tool of the Year

Bei der Preisverleihung zum 7. ANCA Tool

of the Year Award wurden im Rahmen der

IMTS in Chicago herausragende Leistungen

in der Zerspanungswerkzeugbranche

gewürdigt. Die diesjährige Ausgabe des

Wettbewerbs, die mit dem 50-jährigen

Bestehen von ANCA zusammenfiel, boten

wieder einmal Einblick in die herausragenden

kreativen und handwerklichen

Fähigkeiten der Branche, die die Juroren der

prestigeträchtigen ANCA-Auszeichnungen

immer wieder beeindrucken.

Lüneburg eine sehr hohe Maßhaltigkeit und

Oberflächengüte, die durch Messungen vor

Ort belegt wurden. Die Sieger dürfen sich

über einen ANCA Warengutschein und eine

Reise zum ANCA Hauptsitz nach Australien

freuen.

weitere Infos:

www.anca.com

Thorsten Mende von der Werkzeugschleiferei

Krämer erhält die Auszeichnung aus den

Händen von ANCA CEO Martin Ripple.

Die Werkzeugschleiferei Krämer GmbH

sicherte sich mit einem funktional beeindruckenden

und hochpräzisen Werkzeug den

ersten Platz. Das innovative Design zeugt

von hoher Softwarekompetenz bei der

Nutzung der iGrind-Operationen und fortschrittlichen

Profilsoftware-Funktionen wie

Ebenen, Pivot-Editor und 3D-Kompensation.

In der Umsetzung erzielten die Schleifer aus

Das Sieger-Werkzeug

2024

12 dihw 16 4· 2024


News & Facts

Digitale Services verzahnt

Mit dem Ziel, am Markt digitale Services noch schneller und fokussierter

anbieten zu können, gliedert MAPAL zum 1. Januar 2025 die

Geschäftstätigkeiten des Tochterunternehmens c-Com GmbH in die

Unternehmensstruktur ein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

von c-Com werden übernommen.

Franz Plasonig, Vice President Automation, und CEO Norbert

Jungreithmayr freuen sich über die Verschmelzung von FRAI in die WFL.

Alles aus einer Hand

Für eine zukünftig noch effizientere und raschere Zusammenarbeit

und um den Turn-Key-Anspruch zu stärken wurde mit

1. Oktober 2024 die FRAI Elektromaschinenbau GmbH in die

WFL Millturn Technologies GmbH & Co. KG verschmolzen.

Kunden von WFL profitieren in mehrfacher Hinsicht von dieser

Integration. Sie erhalten nicht nur Zugang zu einer breiteren

Palette von Lösungen, sondern können auch von einer nahtloseren

Integration von Maschinen und Automatisierung profitieren.

Gestärkt durch den Zusammenschluss, wird der Bereich

WFL Automation Technologies weiterhin Lösungen für die

Automatisierung verschiedenster Werkzeugmaschinen und unterschiedlichster

Prozesse anbieten. Kurzum ein Ansprechpartner für

alle Belange.

Automatisierungslösungen waren und sind ständiger Begleiter

beim Kauf von MILLTURN Komplettbearbeitungszentren. „Die

Integration ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem

umfassenden Turn-Key-Anbieter und ein starkes Signal unser

Bestreben der Technologieführerschaft weiter auszubauen. WFL

hat sich das Ziel gesetzt, die Zukunft der Fertigung aktiv mitzugestalten,

indem sie intelligente, vernetzte und effiziente KI-basierte

Lösungen entwickelt. Diese Verschmelzung ist ein wichtiger

Baustein in dieser Strategie und ein Beweis für das Engagement

von WFL, Innovationen voranzutreiben und ihren Kunden stets

die besten Lösungen zu bieten“, ist sich die Geschäftsführung mit

CEO Norbert Jungreithmayr, CTO Günther Mayr, CFO Stefan Hackl

und COO Franz Schön einig.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1984 hat sich FRAI als innovativer

Anbieter in der Automatisierungsbranche etabliert. Die Integration

in WFL ermöglicht es FRAI, ihre Technologien einem breiteren

Markt zur Verfügung und sich neuen Herausforderungen zu

stellen. WFL bringt jahrzehntelange Expertise im Bereich des

Maschinenbaus und der Zerspanungstechnik mit, während

FRAI modernste Automatisierungslösungen liefert. Mit vereinten

Kräften sind die Unternehmen gemeinsam in der Lage, umfassende

und maßgeschneiderte Lösungen für ihre Kunden anzubieten,

die den Anforderungen der Industrie 4.0 gerecht werden.

Beide Unternehmen stehen für herausragende Technologie,

Zuverlässigkeit und Qualität.

weitere Infos: www.wfl.at

Die 2017 gegründete MAPAL Tochter c-Com GmbH treibt durch

innovative digitale Lösungen die Modernisierung, Vernetzung

und Automatisierung in der metallbearbeitenden Industrie

voran. Mit der Open Cloud Plattform c-Com und begleitenden

Dienstleistungen zur Digitalisierung von Werkzeug- und

Bearbeitungsprozessen leistet das Unternehmen einen wichtigen

Beitrag zur Produktivitätssteigerung seiner Kunden.

Von Anfang an ergab sich eine enge Zusammenarbeit mit

MAPAL, indem Produkte und Dienstleistungen von c-Com im

Bereich Einstellgeräte und Ausgabesysteme und vor allem in der

Projektierung und Abwicklung von Toolmanagementprojekten integriert

wurden. Das „digitale Toolmanagement“ von c-Com macht

dabei Bestände, Performance und Anwendungsinformationen zu

Zerspanungsprozessen transparent und ist heute ein wichtiger

Bestandteil der Toolmanagementlösungen von MAPAL.

KINGFISHER

SERIE

MIT INNEN- UND

SCHAFTKÜHLUNG

Die neue Serie 455 des

VHM-Fräsers mit Innenund

Schaftkühlung meistert

standfest und präzise ihre

Herausforderungen bei schwer

zerspanbaren Materialien.

weitere Infos:

www.mapal.com

außergewöhnlich.

COOL.

www.zecha.de

dihw 16 4 · 2024 13


News & Facts

Erstes Forschungszentrum kurz vor der Eröffnung

Entwicklungskompetenz „Made in Germany“

DN Solutions setzt weiterhin auf

Innovationskraft und technologische

Weiterentwicklung. Rund ein Jahr nach der

Ankündigung auf der EMO 2023 stehen die

Eröffnungen zweier hochmoderner europäischer

Forschungs- und Entwicklungszentren

kurz bevor – an den Standorten Bielefeld

und Seeg. Ein Team aus hochqualifizierten

deutschen Ingenieuren wird sich dort auf die

Entwicklung von Spitzentechnologien wie

5-Achs-Maschinen, innovativen Softwarezyklen

sowie maßgeschneiderten Lösungen

für Siemens- und Heidenhain-Steuerungen

konzentrieren.

Mit den neuen F&E-Zentren in Bielefeld

und Seeg eröffnet das Unternehmen erstmals

Niederlassungen dieser Art in Europa.

Das Zentrum in Deutschland wird sich

auf neue Lösungen für die Werkzeugmaschinenindustrie

sowie die Entwicklung von

Maschinen mit Heidenhain- und Siemens-

Steuerungen fokussieren. Dabei möchte

DN Solutions seinen Kunden maßgeschneiderte

Lösungen anbieten, die die Effizienz im

Engineering und in der Automatisierung steigern.

Der Werkzeugmaschinenhersteller hat

sich bewusst für den Standort Deutschland

entschieden, um auf das Know-how führender

Experten im Maschinenbau und in der

Softwareentwicklung zurückzugreifen.

Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum

wird sich auf die kontinuierliche

Weiterentwicklung der eigenen Technologien

konzentrieren. Ziel ist es, langfristig

neue Lösungen in den Bereichen

Steuerungstechnik, Automatisierung und

Endanwender-Applikationen zu schaffen

und dabei aktuelle Themen wie den Cyber

Resilience Act zu berücksichtigen. R&D von

DN Solutions.

weitere Infos: www.dn-solutions.com

Produktionseinheiten veräußert

Die DVS TECHNOLOGY AG gibt den erfolgreichen

Verkauf ihrer Tochtergesellschaften

DVS Production GmbH und DVS Production

South GmbH an die Accursia Capital GmbH

bekannt. Der Verkauf markiert einen wichtigen

Meilenstein in der strategischen

Neuausrichtung der DVS TECHNOLOGY

GROUP, die sich zukünftig auf ihr definiertes

Kerngeschäft im Bereich Maschinenbau

sowie die Geschäftsbereiche Tools und

Services konzentrieren wird.

Das Kerngeschäft der DVS TECHNOLOGY

AG umfasst den Bereich Maschinenbau

mit den Unternehmen PRÄWEMA

Antriebstechnik GmbH, PITTLER T&S GmbH

und BUDERUS Schleiftechnik GmbH, die

auf hochpräzise Werkzeugmaschinen

und Automatisierungslösungen spezialisiert

sind. Darüber hinaus werden die

Geschäftsbereiche Tools und Services

weiter gestärkt, um den wachsenden

Anforderungen der Kunden in der digitalen

und automatisierten Fertigung gerecht

zu werden.

weitere Infos:

www.dvs-technology.com

14 dihw 16 4· 2024


News & Facts

Die VDWF-Termine 2025 im Überblick

Netzwerken,

weiterbilden

– „andere Zeit“

genießen

Gipfeltreffen der Automatisierer

Die SPS – Smart Production Solutions 2024,

die 33. Ausgabe der Fachmesse für smarte

und digitale Automation begeisterte erneut

alle Beteiligten mit einem breitgefächerten

Angebot rund um die Schlüsseltechnologie

für die Produktion in der Industrie.

war die Messe auch in diesem Jahr wieder

ein voller Erfolg. Intensive Fachgespräche

zu neuen Produkten und aktuellen

Markteinführungen sowie Ausblicke in die

Automatisierung und Digitalisierung der

Industrie prägten das Messegeschehen.

Auch im kommenden Jahr hat der

VDWF wieder zahlreiche spannende Veranstaltungen

geplant, von Messeauftritten

über neue „voll wild“-Ausgaben bis

hin zum obligatorischen Grillfest. Alle

wichtigen Termine für 2025 sind hier

zusammengefasst.

Schon im Januar 2025 startet der VDWF mit

einem weiteren Event der „voll wild“-Reihe

ins neue Jahr. Auf dem Programm stehen

dabei in und um Eisenach Besuche bei

DMG Mori, im Gradierwerk Bad Salzungen,

bei Vario-Metall und schließlich im

Erlebnisbergwerk Merkers. Den Abschluss

bildet eine Abendveranstaltung bei RSB

Stahl.

Besucher aus aller Welt nutzten die

Plattform, um sich in Fachgesprächen mit

den Ausstellern, bei Podiumsdiskussionen,

Produktvorstellungen und auf Sonderschauflächen

über die neusten Trends zu

informieren und um die Weichen für das

Geschäftsjahr 2025 zu stellen. Mit 1.114

Ausstellern und rund 51.300 Besuchern

Umrahmt wurden die drei Messetage von

einem fokussierten und hochqualifizierten

Vortragsprogramm mit Fokusthemen

wie zum Beispiel KI in der Automation oder

Digitale Transformation.

weitere Infos: www.mesago.com

Anfang April geht „voll wild“ wieder auf

Tour nach Portugal, und Ende September

findet in der Region Heilbronn in

Bretzfeld beim Modell- und Formenbau-

Unternehmen Wolpert eine weitere heimische

Veranstaltung des Formats statt, das

sich an Inhaber, Geschäftsführer, leitende

Mitarbeiter und Entscheidungsträger bzw.

deren Assistenten richtet.

Eine weitere stets gut besuchte

Veranstaltungsreihe setzt der VDWF

2025 ebenfalls fort: Das Praxisforum

Kunststofftechnik findet im März in seiner

Online-Ausgabe statt. Im Juni gastiert

das Praxisforum Additive Fertigung am

Fraunhofer IPK in Berlin und im September

gibt’s für die Branche die neue Auflage des

VDWF-WBA-Praxisforums Werkzeugbau.

Eine vollständige Übersicht der Termine

findet sich auf der VDWF-Website

(www.vdwf.de/des-vdwf), wo auch gezielt

nach einzelnen Events und Veranstaltungsreihen

gesucht werden kann.

weitere Infos:

www.vdwf.de

dihw 16 4 · 2024 15


News & Facts

15. Seminar „Moderne Schleiftechnologie und Feinstbearbeitung“

Am 9. April 2025 findet das

15. Seminar „Moderne Schleiftechnologie

und Feinstbearbeitung“ im „Haus der

Wirtschaft“ in Stuttgart statt.

Veranstalter des Seminars ist das Kompetenzzentrum

für Spanende Fertigung (KSF),

ein Institut der Hochschule Furtwangen.

In drei parallel laufenden Foren geben

mehr als 25 hochqualifizierte Referenten –

überwiegend aus der Industrie – wertvolle

Einblicke in die neuesten Entwicklungen

und Trends der Schleiftechnologie und

Feinstbearbeitung.

Schwerpunkte sind dabei:

• Neueste Erkenntnisse in der Schleiftechnologie

und Feinstbearbeitung

(Honen, Läppen, Doppelseitenschleifen)

• Innovationen bei Schleif- und

Abrichtwerkzeugen

• Fortschritte in der Messtechnik und

Prozessautomatisierung

• Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der

Schleiftechnologie

• Optimierung von Maschinen und

Prozessen

• Effiziente Nutzung von Hilfsmitteln

(Kühlschmierung und Spannsysteme)

Teilnehmer am Forum haben zudem

die Möglichkeit, eigene Produkte und

Dienstleistungen auszustellen und/oder

am Vorabend des Seminars an einem „get

together“ im Hotel Maritim in Stuttgart

teilzunehmen.

Das aktuelle Programm und

ein Anmeldeformular finden Sie unter:

https://ksf-hfu.de/seminarschleiftechnologie/

Großes Interesse an DST Südwest 2025

Wissenstransfer und neue Impulse im Herzen der Technologieregion Schwarzwald-Baar-Heuberg

Das Interesse an der Fachmesse

DST Dreh- und Spantage Südwest, die vom

9. bis 11. April 2025 auf dem Messegelände

Villingen-Schwenningen stattfindet, ist

weiterhin groß. „Die fünf Messehallen sind

schon sehr gut gefüllt. Wir haben nur noch

wenige Restflächen zu vermieten.

Sogar die neue, zusätzliche Halle E ist schon

voll“, verrät Messechef Jan Goschmann. „Das

zeigt, wie wichtig diese Messe für die Region

ist! Sie bietet Entscheidern und Praktikern

eine Plattform für Innovationen und fachlichen

Austausch direkt vor der Haustür.“

Rund 30 Prozent der bisher angemeldeten

Aussteller sind zum ersten Mal auf der DST

Südwest vertreten.

Das Angebotsspektrum der dreitägigen

DST Dreh- und Spantage Südwest

reicht von Werkzeugmaschinen, peripheren

Anlagen und Einrichtungen,

Präzisionswerkzeugen, Robotik, Automation,

Materialien und Betriebsstoffen bis

hin zu Qualitätssicherung, Werkzeugen,

Zubehör und ganzen Prozessketten.

„Rund um den Heuberg sind etwa 800

Unternehmen in der Zerspanungstechnik

aktiv. Im Raum Tuttlingen ist zudem der

Bereich Medizintechnik stark vertreten.

Die DST Südwest bietet hier als regionaler

Branchentreffpunkt aktuelle Trends,

gebündeltes Know-how und intensive

Geschäftskontakte – zeitsparend und

auf kurzen Wegen“, so Goschmann. Im

begleitenden Fach-Forum diskutieren

Aussteller und Fachbesucher über Best-

Practice-Beispiele, verbesserte Techniken,

Lösungsansätze und Optimierung von

Workflows.

weitere Infos:

www.DSTSuedwest.de

16 dihw 16 4· 2024


News & Facts

Lebhafte Nachfrage für die EMO Hannover 2025

Über 1.100 Aussteller aus aller Welt haben

sich zum Ende der Frühbucherphase am 15.

Oktober 2024 bereits zur EMO Hannover

für das kommende Jahr angemeldet. Das

sind gut 10 Prozent mehr als zum gleichen

Zeitpunkt im Vorfeld der EMO 2023. „Unser

attraktives Angebot für Aussteller, die sich

frühzeitig zur Teilnahme entschließen,

hat die Unternehmen trotz der schwierigen

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

motiviert, sich zu registrieren“, freut sich

Dr. Markus Heering, Geschäftsführer

beim EMO-Veranstalter VDW (Verein

Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken).

Insbesondere die zahlreichen Serviceleistungen,

die im Preis inkludiert sind, üben

große Anziehungskraft für Aussteller aus, ist

er überzeugt.

Aktuell repräsentieren die Aussteller 27

Länder. Die größte Gruppe mit mehr als

einem Viertel kommt aus dem Heimatmarkt

Deutschland. Mit dabei sind schon jetzt führende

Hersteller wie Grob, Spinner, Index,

Liebherr Verzahntechnik, DMG Mori, Paul

Horn, Hermle und viele mehr. „Auf der EMO

im September kommenden Jahres erwarten

wir natürlich wieder das komplette

Die EMO Hannover, die Weltleitmesse der Produktionstechnologie, ist Anzie- hungspunkt für die

Fertigungsexperten aus der ganzen Welt. Quelle: VDW

Who is who der internationalen Hersteller“,

berichtet Heering. Auf Deutschland folgen

China, Taiwan, Italien und die Schweiz

im Ranking der größten Ausstellerländer.

Zu nennen sind namhafte Firmen wie Anca

aus Australien, Ficep aus Italien, Mazak aus

Japan oder Georg Fischer und Starrag aus

der Schweiz.

weitere Infos:

www.emo-hannover.de

dihw 16 4 · 2024 17


News & Facts

AMB 2024 zeigt Potenzial und Zukunft der Metallbearbeitung

Impulsgeber für Metallbranche im digitalen Wandel

vielen ausstellenden Unternehmen wurde

die Qualität der Gespräche an den Ständen

und in den Networking-Bereichen gelobt.

Sie zeigten sich erfreut von der hohen Zahl

der Entscheider und dem Potenzial, das mit

nachgelagerten Geschäften verbunden ist.

Künstliche Intelligenz und vernetzte

Maschinen

Wichtige Updates aus der Branche,

zahlreiche Veranstaltungen und intensive

Gespräche: 65.584 Fachbesucherinnen

und -besucher aus 78 Ländern nutzten die

AMB, um sich zu aktuellen Technologien

und Trendthemen zu informieren und

Geschäftsbeziehungen zu knüpfen

oder auszubauen. Damit verzeichnete

die AMB 2024 gegenüber 2022 einen

Zuwachs. Die internationale Ausstellung für

Metallbearbeitung, die ungeachtet des aktuell

schwierigen wirtschaftlichen Umfelds

voll belegt war, wurde am 10. September

von Roland Bleinroth, Geschäftsführer der

Messe Stuttgart, und Dr. Florian Stegmann,

Staatsminister und Chef der Staatskanzlei

Baden-Württemberg, eröffnet. Nach fünf

erfolgreichen Messetagen schloss sie am 14.

September ihre Tore.

„Seit 42 Jahren beweist die AMB jedes Jahr

aufs Neue, wie wichtig diese Plattform

für den internationalen Austausch der

Metallbearbeitungsbranche ist, gerade in

wirtschaftlich herausfordernden Zeiten

wie diesen“, resümiert Roland Bleinroth.

„Ein großer Erfolg in diesem Jahr war die

International Gallery. Viele Interessierte

kamen, um Kontakte zu knüpfen und ihre

Unternehmen global zu positionieren.

Auch eine Delegation aus Indien durften wir

begrüßen – ein wichtiger Markt, auf dem die

Messe Stuttgart seit letztem Jahr mit einer

eigenen Tochtergesellschaft vertreten ist.“

1.244 Aussteller aus 28 Ländern, davon

30 Prozent aus dem Ausland, präsentierten

ihre Innovationen, Produkte,

Dienstleistungen und Konzepte in insgesamt

zehn Messehallen. Vertreten waren

sowohl die großen Hersteller spanabhebender

Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge

als auch führende mittelständische

Unternehmen und innovative Startups.

Die AMB ist gleichzeitig Marktplatz

und zentrale Drehscheibe für Kontakte und

Ideen in der Metallbearbeitungsindustrie.

Deshalb legt die Messe Stuttgart großen

Wert auf die laufende Weiterentwicklung

attraktiver Networking-Angebote der AMB.

Hohe Relevanz und fachliche

Qualität

Die Bedeutung der AMB geht weit über den

Technologiestandort Baden-Württemberg

hinaus, das bewies die Messe auch in diesem

Jahr. Die Fachbesucherinnen und

-besucher kamen zu rund 20 Prozent aus

dem Ausland, die am stärksten vertretenen

Nationen waren die Schweiz, Österreich,

Italien, Niederlande, Schweden, Tschechien,

Frankreich und die Türkei. Ein großer Teil der

außereuropäischen Gäste reiste aus Indien

an. Die Messegäste der AMB sind überwiegend

im Maschinenbau tätig (36 Prozent),

darüber hinaus in der metallbe- und -verarbeitenden

Industrie, in Automobilindustrie

und Fahrzeugbau, in Metallbaubetrieben

sowie im Werkzeug- und Formenbau. Von

Stark geprägt war die AMB 2024 vom Thema

Industrie 4.0. An vielen Messeständen sowie

bei der Sonderschau der Initiative umati

(universal machine technology interface)

konnten sich Interessierte zu intelligenten

Netzwerken, Schnittstellen, kollaborativer

Robotik und KI informieren. Auf einer

100 Quadratmeter großen Sonderfläche

im Eingangsbereich Ost erlebten die

Messegäste bei der SmartFactory hautnah,

wie Maschinen miteinander kommunizieren.

Mehrere Firmen demonstrierten

dort anhand der Live-Produktion eines

Multi-Tools, wie Systeme über Schnittstellen

zusammenspielen. Wie sehr das Thema

KI die Branche beschäftigt, zeigte sich

auch auf der AMB Stage im Rahmen des

„Expertentalks KI in der Fertigungsindustrie“

mit anschließendem Meet the Experts.

Premiere für den AMB Award

Ein Highlight war der erstmals verliehene

AMB Award, mit dem herausragende

Neu- und Weiterentwicklungen im Bereich

Metallbearbeitung ausgezeichnet wurden.

In der Kategorie Software und Digitalisierung

ging der Award an die goCAD GmbH, bei

Bauteilen, Baugruppen und Betriebsstoffen

an die Liquidtool Systems AG und in der

Messtechnik und Qualitätssicherung an

die Mahr GmbH. Den AMB Award in der

Kategorie Präzisionswerkzeuge gewann die

HAINBUCH GmbH, bei Werkzeugmaschinen

und Fertigungsanlagen überzeugte

die Sodick Deutschland GmbH die Jury

und im Bereich Automatisierung und

Handhabungstechnik erhielt die exoIQ

GmbH den AMB Award. Der Sonderpreis

Nachhaltigkeit ging an die VITO AG und

CERATIZIT S.A.

weitere Infos:

www.amb-messe.de

18 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Einstechen und Stechdrehen in gehärteten Materialien

INGERSOLL stellt die neuen TClampUltra+ CBN-Stechplatten

zum Einstechen und Stechdrehen in harten Materialien vor. Die

TClampUltra+ CBN-Wendeplatten von INGERSOLL in der Qualität

TB2015 erzielen sowohl bei der kontinuierlichen als auch bei der

unterbrochenen Bearbeitung von harten Werkstoffen hervorragende

Ergebnisse. Die aktuelle Produktlinie der TSG-HF-Platten

für Drehbearbeitungen mit Hochvorschub, wurden um TSG-

Wendeschneidplatten zum Einstechen und Stechdrehen ergänzt,

um weitere Bearbeitungslösungen für harte Materialien zu bieten.

TClampUltra+ CBN-Stechplatten ermöglichen dem Anwender viele

Vorteile:

– CBN-Stech- und Stechdrehplatten zum Einstechen und Profilstechdrehen

in hartem Material

– Verwendbar in TClampUltra+ Haltern für einen großen

Anwendungsbereich

– Hervorragende Oberflächenqualität

– In Qualität TB2015:

• CBN Qualität mit hoher Verschleißfestigkeit und bester Zähigkeit

• Geeignet für unterbrochene und kontinuierliche Bearbeitung

von Hartmaterial Schneidkante

TClampUltra+ CBN-Platten zum Einstechen und Profildrehen in hartem

Material

weitere Infos: www.ingersoll-imc.de

Innovative Werkzeugsysteme

für die Präzisionsbearbeitung

BIG DAISHOWA stellte auf der AMB 2024 seine neuesten

Innovationen vor.

Im Mittelpunkt fortschrittliche Werkzeugsysteme, darunter

die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Schneid- und

Präzisionsbohrwerkzeuge, Werkzeughalter und Dämpfungssysteme,

die optimal auf anspruchsvolle Fertigungsanforderungen zugeschnitten

sind.

Leichtbau-Winkelköpfe für maximale Flexibilität

Ein Highlight der Messe sind die neuen ultraleichten Winkelköpfe

von BIG DAISHOWA, die eine Komplettbearbeitung schwer zugänglicher

Werkstückbereiche ohne mehrmaliges Umspannen ermöglichen.

Dadurch sinken die Produktionskosten, und die Flexibilität in

der Fertigung wird gesteigert. Mit weniger als 2 kg Gewicht eignen

sich diese Winkelköpfe ideal für Maschinen wie FANUC und Brother,

die schnelle Werkzeugwechsel erfordern.

Effizientes Fräsen ohne Vibrationen

Ein weiteres innovatives Produkt ist der Fullcut Mill FCR-

Wendeplattenfräser im Monoblock-Design. Dieser minimiert

Vibrationen, erhöht die Steifigkeit des Systems und sorgt für konstante,

sichere Bearbeitung. Der FCR ist in Durchmessern von

16 bis 32 mm erhältlich und bietet hohe Produktivität bei geringeren

Kosten als herkömmliche Vollhartmetallfräser.

weitere Infos: www.big-daishowa.de

dihw 16 4 · 2024 19


Werkzeuge & Werkstoffe

Diamantbeschichtungen machen den Unterschied

Die steigende Nachfrage nach leichteren

und zugleich robusten Werkstoffen

führt zu einem wachsenden Bedarf an

Werkzeugen, die diese Werkstoffe bearbeiten

können. Die effiziente Zerspanung

von Materialien wie CFK, Keramik, Graphit

und Aluminiumverbindungen, erfordert

dennoch hohe Standzeiten und

Prozesssicherheit. Für diese Werkstoffe bieten

Diamantbeschichtungen eine ideale

Lösung. Ihr Herstellungsprozess ist durchaus

komplex und zeitintensiv, sie reduzieren

jedoch den hochabrasiven Verschleiß

und steigern die Produktivität signifikant.

Besonders in Branchen wie der Automobilund

Luftfahrtindustrie, dem Werkzeug- und

Formenbau sowie der Medizintechnik sind

extrem harte und verschleißbeständige

Diamantschichten deshalb unverzichtbar.

Im Vergleich zu PVD-Beschichtungen

(ca. 40 GPa), sind PACVD-/CVD-Diamantbeschichtungen

dank ihrer unübertroffenen

Härte (ca. 80-100 GPa) nicht nur widerstandsfähiger

gegen Verschleiß, sie besitzen

auch eine hohe Wärmeleitfähigkeit

und sind chemisch nahezu inert. Sie

ermöglichen die Bearbeitung von

anspruchsvollen Werkstoffen. In der

Zahnprothetik und dem Flugzeugbau

senken Diamantbeschichtungen die

Herstellungskosten erheblich, wie zwei

Beispiele eindrücklich zeigen.

Zirkonoxid im Fokus: Diamant

bringt den perfekten Schliff in die

Dentaltechnik

Die Zerspanung von Zirkonoxid in der

Dentaltechnik stellt eine herausfordernde

Aufgabe dar, insbesondere aufgrund

der Verwendung von Mikrofräsern mit

Durchmessern von 0,1 bis 1 Millimeter und

minimalen Fertigungstoleranzen. Durch

hochentwickelte Diamantbeschichtungen

aus dem BALDIA-Portfolio von Oerlikon

Balzers können Dentallabore den

Werkzeugverschleiß und die damit verbundenen

Produktionskosten signifikant

reduzieren. Diese Beschichtungen ermöglichen

präzise Fertigungstoleranzen bei

Werkzeugdurchmesser und Schichtdicke,

was entscheidend für die Bearbeitung hochabrasiver

Werkstoffe wie Zirkonoxid ist. Die

extreme Härte der BALDIA-Schichten verlängert

die Standzeit der Werkzeuge erheblich

und reduziert gleichzeitig Reibung und

Kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK) ist leicht und robust, doch seine effiziente Bearbeitung

stellt eine große Herausforderung dar. Diamantbeschichtungen bieten hier eine ideale Lösung.

Sie müssen jedoch je nach Anwendung sehr enge Bohrtoleranzen einhalten, die im Labor genau

unter die Lupe genommen werden. Bild: Oerlikon Balzers

Hitzeeintrag. Dies ermöglichte einem Labor

für Dentaltechnik im Raum Ulm, sogar bei

höheren Schnittgeschwindigkeiten eine

exzellente Oberflächenqualität zu erzielen

und damit eine optimale Zahnversorgung

für Patienten sicherzustellen.

CFK macht Flugzeuge leichter, aber

nicht die Zerspanung

Faserverbundwerkstoffe wie CFK revolutionieren

den Flugzeugbau durch

ihre Leichtbauweise, aber stellen hohe

Anforderungen an die Zerspanung.

Zwei Modelle der bekanntesten

Flugzeughersteller nutzen CFK bereits in

einem Anteil von 30 bis 50 Prozent, was

die wirtschaftliche Fertigung von kohlenstofffaserverstärktem

Kunststoff zu einer

zentralen Herausforderung macht. Für die

Präzisionsbohrungen in CFK, die durch 11 bis

25 Millimeter dicke Materialien mit engen

Toleranzen von wenigen zehn Mikrometern

führen müssen, sind spezielle Werkzeuge

unerlässlich.

C6 Composite Tooling aus Baden-

Württemberg bietet maßgeschneiderte

Lösungen für solche Anforderungen in

der Luftfahrtindustrie. In Zusammenarbeit

Viele Zahnärzte und Dentallabore greifen bei der Herstellung von Zahnimplantaten auf

Diamantschichten zurück. Die BALDIA® -Diamantschicht erwies sich in diesem Beispiel als bevorzugte

Lösung beim Fräsen von Zirkonoxid. Sie erhöhte die Standzeit der Werkzeuge eines spanischen

Dentallabors um 30 Prozent. Bild: Oerlikon Balzers

20 dihw 16 4· 2024


Von 80 auf 250 Bohrungen: Eine BALDIA-

Diamantschicht ermöglichte eine signifikante

Verbesserung der Standzeit eines

One-Shot-Bohrers beim Bearbeiten von CFK

im Flugzeugbau und reduzierte damit die

Werkzeugkosten um mehr als die Hälfte.

Bild: FACC

mit Oerlikon Balzers wurde der

Zerspanungsprozess optimiert und der

Einsatz einer BALDIA-Diamantschicht

ermöglichte eine signifikante Verbesserung

der Standzeit des One-Shot-Bohrers von

80 auf über 250 Bohrungen. Diese Lösung

reduzierte die Werkzeugkosten um mehr als

die Hälfte und erhöhte die Wirtschaftlichkeit

der Bohranwendung erheblich.

Eine BALDIA-Diamantschicht unter dem

Raster-Elektronenmikroskop (SEM): Die

Schnittkante des Zerspanungswerkzeugs zeigt

die gleichmäßige Schichtdickenverteilung. Auf

sie kommt es an, wenn minimale Toleranzen

und optimale Performance gefordert sind.

Bild: Oerlikon Balzers

Den Erfolg bestätigt Andreas Mayer,

Engineer Automation Technology

des Endkunden FACC: „Werkzeug und

Beschichtung funktionieren in allen

Applikationen, auf halbautomatischen

Bohrvorschubeinheiten sowie auf CNC-

Maschinen. Besonders erfreut sind wir natürlich

über die hohe Wirtschaftlichkeit der

Bohranwendung, über geringere Werkzeugwechsel-

und Nebenzeiten. Dies unterstützt

unsere zentralen Ziele.“

So präzise wie die Schweizer Uhr

In der anspruchsvollen Welt der

Uhrmacherkunst stellt die Bearbeitung

von Platin-Legierungen eine besondere

Herausforderung dar, die höchste Präzision

erfordert. Oerlikon Balzers liefert hierfür

maßgeschneiderte Diamantschichten.

Diese Beschichtungen ermöglichen nicht

nur eine präzise Zerspanung mit engen

Toleranzen, sondern gewährleisten auch

eine lange Werkzeugstandzeit und optimale

Prozesssicherheit.

Diamant-Beschichtungsprozess:

komplex und zeitintensiv

Der Prozess zur Herstellung von Diamant-

Beschichtungen ist komplex und zeitaufwendig.

Er erfordert Präzision in mehreren

Phasen, um optimale Ergebnisse zu

erzielen. Im ersten Schritt müssen die

Werkzeugoberflächen (Substrate) gründlich

gereinigt und analysiert werden, bevor

die chemische Vorbehandlung erfolgt. Die

nächste Phase, entwickelt von Oerlikon

Balzers, ist die entscheidende und legt die

Grundlage für das erfolgreiche Wachstum

der Diamantkristalle.

„Durch gezielte Unterbrechungen im

Wachstumsprozess können wir die Größe

der Kristalle steuern, um entweder mikrooder

nanokristalline Strukturen zu erzeugen,

die den spezifischen Anforderungen

jeder Anwendung gerecht werden“, erklärt

Matthieu Guillon, Produkt Manager für

Diamantbeschichtungen bei Oerlikon, und

betont die kontinuierliche Entwicklung maßgeschneiderter

Kohlenstoffbeschichtungen:

„Die enge Zusammenarbeit und das

langjährige Spezialwissen von Balzers

und D-Coat hat es ermöglicht, innovative

Schichtlösungen konsequent weiterzuentwickeln,

die speziell für anspruchsvolle

Zerspanung ausgelegt sind. Sie sorgen

für eine wirtschaftliche Bearbeitung

hochabrasiver Sonderwerkstoffe und

verlängern signifikant die Standzeiten

der Zerspanungswerkzeuge unserer

Kunden. Die Produktionsphasen unserer

Diamantbeschichtungen sind zwar zeitaufwendig

und komplex, aber für uns steht

Qualität an erster Stelle.“

weitere Infos: www.oerlikon.com

Oberflächenbeschichter

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dihw 16 4 · 2024 21

Karriere

85 Jahre Präzision und Qualität.


Werkzeuge & Werkstoffe

Titan: Hightech-Werkstoff mit enormem Potenzial

– Abgestimmte Premium-Werkzeuge für effiziente

Zerspanung

konnte erst ab 1944 in größerem Maßstab

hergestellt werden. Seitdem hat es den

Siegeszug um die Welt angetreten. Vor

20 Jahren wurden weltweit etwa 60.000 t

metallisches Titan verarbeitet, vor zehn

Jahren waren es schon 143.000 t und heute

schätzt man die Verbrauchsmenge auf

knapp 300.000 t. Darüber hinaus ist Titan

kein seltenes Metall: Es ist mit einem

Anteil von 0,565 Prozent das neunthäufigste

Element in der Erdkruste. Damit ist

es grundsätzlich gut verfügbar.

Energieintensive Herstellung

Aufgrund des günstigen Verhältnisses von Festigkeit zu spezifischem Gewicht werden

Titanlegierungen oft für Leichtbaukonstruktionen in der Luftfahrt eingesetzt.

War es anfangs Triebwerken

und Airframes militärischer

Aufklärungsflugzeuge vorbehalten, so ist

Titan heute dank seiner herausragenden

Eigenschaften längst fester Bestandteil

unseres Alltags. Eingesetzt wird es vor

allem in Hightech-Anwendungen und

Luxusprodukten – von Bauteilen in zivilen

Luftfahrzeugen über Smartphoneund

Laptopgehäuse, Sportgeräte wie

Golfschläger sowie Uhren und Schmuck

bis hin zu medizinischen Implantaten.

Die Bearbeitung des Leichtmetalls hat

allerdings ihre Tücken. Mit den richtigen

Bearbeitungsstrategien und abgestimmten

Zerspanwerkzeugen sind jedoch auch

hier wirtschaftliche Prozesse möglich.

„Titan ist eine Art ‚Superwerkstoff‘“,

so Prof. Dr.-Ing. Jan Dege, Professor

für Produktionstechnik am Institut für

Produktionsmanagement und -technik

(IPMT) der Technischen Universität

Hamburg (TUHH), wo u. a. innovative

Prozesse zur spanenden Bearbeitung

moderner industrieller Werkstoffe, wie beispielsweise

CFK und Titan, erforscht werden.

„Gerade bei Leichtbaukonstruktionen

wie Strukturbauteilen in der Luftfahrt stehen

Titanlegierungen wegen des günstigen

Verhältnisses von Festigkeit zu spezifischem

Gewicht hoch im Kurs. Das

Leichtmetall ist fast so fest wie vergüteter

Stahl, dabei aber über 40 Prozent leichter.

Zudem ist Titan hochwarmfest und sehr

korrosionsbeständig. Eine Oxidschicht

passiviert das Metall und verleiht ihm

so die hohe Korrosionsbeständigkeit

gegenüber aggressiven Medien wie

chlorhaltigen Gasen, Meerwasser,

Alkalilaugen, Alkohol und kalten Säuren.

Ein weiterer unschätzbarer Vorteil ist

die Biokompatibilität. Implantate aus

Titan lösen in der Regel keine immunologischen

Abstoßungsreaktionen

aus“, so der Inhaber des Lehrstuhls für

Produktionstechnik und Vorstand des

Manufacturing Innovations Network

(MIN) sowie Gutachter für die Deutsche

Forschungsgemeinschaft (DFG) und die

Industrielle Gemeinschaftsforschung

(IGF).

Dabei ist Titan ein noch relativ junger

Werkstoff. Es wurde 1791 von dem

Engländer William Gregor entdeckt und

Warum wird es dann oft nur bei Hightechund

Luxus-Anwendungen eingesetzt? „Titan

ist sehr teuer. Das liegt an dem aufwendigen

Herstellungsprozess“, erklärt Jan Dege. „Der

Werkstoff kommt kaum in reiner, metallischer

Form vor. Er muss aus den Mineralien

Ilmenit oder Rutil mit Hilfe des energieintensiven

Kroll-Prozesses gewonnen und durch

mehrmaliges Umschmelzen zu einem technisch

verwertbaren Metall weiterverarbeitet

werden. Dadurch erfordert die Herstellung

der Titanlegierung Ti-6Al-4V pro kg zirka 108

kWh. Das ist sechsmal so viel Energie wie bei

der Herstellung von Aluminiumlegierungen

(17 kWh/kg). Dementsprechend hoch ist

nicht nur der Rohstoffpreis, sondern auch

der CO2-Fußabdruck von Titan.“

Titan ist heute ein fester Bestandteil

in unserem Alltag, beispielsweise

in der Medizin- und Dentaltechnik.

Die Zerspanung ist jedoch

alles andere als einfach

und erfordert abgestimmte

Premium-Werkzeuge.

22 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Damit ist das Recycling von Titan wirtschaftlich und ökologisch

ausgesprochen sinnvoll. Hier gibt es jedoch Probleme:

Zahlreiche Titanbauteile werden heute aus Plattenmaterial oder

Freiformschmiedehalbzeugen gefräst, besonders in der Luftund

Raumfahrtindustrie. Oxidation, Kühlschmierstoffrückstände,

Fremdmetalle und Werkzeugpartikel verunreinigen beim

Zerspanprozess die Titanspäne stark, was das Recycling erschwert.

Deswegen gelangen die Späne oft als Zuschlagsstoff in die

Stahlherstellung, statt hochwertig recycelt zu werden. Sortenreines

Titan wiederum kann wieder vollständig dem Wertstoffkreislauf

zugeführt werden. Das Recycling erfolgt durch Umschmelzen, oft

zusammen mit originärem Titan aus dem Kroll-Prozess.

Anspruchsvolle Zerspanung

Ein weiterer Grund für den begrenzten Einsatz von Titan liegt in

der herausfordernden Bearbeitung: Titan gehört zu den schwer

zerspanbaren Werkstoffen. Die erste Hürde bei der Zerspanung

ist eine Kombination aus hoher Zugfestigkeit und geringer

Wärmeleitfähigkeit. Erstere führt zu hohen mechanischen

Spannungen an der Werkzeugschneide, das Zweite zu einer ausgeprägten

thermischen Belastung des Werkzeuges. Denn anders

als bei Stahl wird die Wärme nur wenig über Werkstück und

Späne abgeführt. Bei gleichen Schnittgeschwindigkeiten sind die

Temperaturen beim Bearbeiten von Titan teils doppelt so hoch

wie beim Zerspanen von Stahl. „Um die thermische Belastung des

Schneidkeils zu reduzieren, werden die Schnittgeschwindigkeiten

meist auf vc = 60 – 90 m/min reduziert. Darüber hinaus führt der

relativ geringe Elastizitätsmodul zu einer Rückfederung an der

Freifläche und so zu zusätzlicher Reibungswärme. Dies schränkt die

Produktivität der Zerspanprozesse deutlich ein“, so Jan Dege.

Der Beschichtung als „Schutzhülle“ des Zerspanwerkzeugs

kommt hier besondere Bedeutung zu. Gerade siliziumhaltige

Beschichtungen heben sich bei der Bearbeitung von Titan von anderen

Lösungen ab. Ein Beispiel sind Beschichtungen auf der Basis

des HiPIMS-Schichtwerkstoffs SteelCon®. Dazu Manfred Weigand:

„SteelCon® isoliert hervorragend gegen Hitze, lässt kaum Wärme

ins Werkzeug. Das ist gerade bei Materialien von Vorteil, die selbst

sehr schlechte Wärmeleiter sind, wie beispielsweise Titan. Ohne

SteelCon® würden die hohen Temperaturen, die beim Bearbeiten

der harten Werkstoffe unweigerlich entstehen, das Hartmetall verspröden

und somit das Werkzeug schädigen.“

Ausblick: Fertigung optimieren

Um den CO2-Fußabdruck bei der Herstellung von Titanbauteilen zu

verkleinern, Ressourcen zu schonen und wirtschaftlicher zu produzieren,

setzt gerade die Luft- und Raumfahrt heutzutage vermehrt

endkonturnahe Halbzeuge ein. Dabei handelt es sich sowohl um

Präzisionsschmiedeteile als auch vermehrt um additiv gefertigte

Halbzeuge.

weitere Infos:

www.cemecon.de

Manfred Weigand, Produktmanager Round Tools bei CemeCon,

ergänzt: „Die Neigung von Titan zu Adhäsionen insbesondere

bei hohen Temperaturen erschwert die Zerspanung weiter.

Kaltaufschweißungen von Titan haften an den Werkzeugschneiden.

Werden sie mit dem nächsten Span heruntergerissen, löst sich nicht

nur die Adhäsion, sondern ggf. auch ein Stück der Beschichtung

und des Substrats. So kommt es zu Mikroausbrüchen an der

Schneidkante, die im schlimmsten Fall zum Werkzeugausfall führen,

aber zumindest erhöhten Verschleiß bedeuten.“

Zudem ist Titan nicht gleich Titan: In der Luft- und Raumfahrt

kommen neben der weit verbreiteten α-β-Legierung Ti-6Al-4V

auch verstärkt near-β-Legierungen wie Ti-5Al-5Mo-5V-3Cr oder

Ti-10V-2Fe-3Al zum Einsatz. Diese führen aufgrund ihrer hohen

Festigkeit und Warmhärte im Vergleich zu Ti-6Al-4V zu noch höherem

Werkzeugverschleiß und bedingen eine weitere Reduzierung

von Schnittgeschwindigkeit und Vorschub. Und beispielsweise

in der Medizintechnik und Implantologie werden wieder andere

Titanlegierungen verwendet.

Alle Parameter genau abstimmen

„In der Summe klingen die großen Herausforderungen bei der

Zerspanung von Titan erst einmal abschreckend. Wer jedoch alle

Parameter kennt, hat enorme Vorteile. Die feine Abstimmung

von Hartmetallsubstrat, Werkzeuggeometrie, Beschichtung und

CNC-Prozessauslegung auf die eingesetzte Legierung und die

Werkzeugmaschine sorgt für wirtschaftliche Bearbeitungsprozesse“,

weiß Jan Dege.

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dihw 16 4 · 2024 23


Werkzeuge & Werkstoffe

Von Hartmetall bis CBN – alle Schneidstoffe aus einer Hand

1+1>2: Innovative Werkzeugkonzepte und abgestimmte

Schneidstoffe für mehr Leistung

„Mit uns ist die Wahl des richtigen

Schneidstoffs kein Glücksspiel!“ Unter diesem

Motto präsentierte sich Tungaloy-NTK

Germany auf der AMB 2024 und zeigte, dass

die Wahl des richtigen Schneidstoffs eine

präzise Entscheidung für die Effizienz in der

Fertigung und die Qualität des Endprodukts

ist. Zufall und Glücksspiel gibt es dabei mit

Tungaloy-NTK nicht.

Tungaloy-NTK entwickelt und produziert

als einer der wenigen Hersteller sein komplettes

Schneidstoff-Sortiment selbst.

Dadurch bieten die Werkzeugexperten

nicht nur maßgeschneiderte Lösungen für

jede Anwendung und jeden Werkstoff, sondern

sie sind auch in der Lage, Schneidstoffe

und Werkzeuglösungen kontinuierlich und

gezielt auf die aktuellen und künftigen

Anforderungen des Marktes anzupassen.

„Unsere Schneidstoffe sind das Ergebnis

intensiver Forschung und Entwicklung. Wir

haben für jede Zerspanungsaufgabe die

passende Lösung – das ist unsere Stärke“,

erklärt Jochen Daumen, Geschäftsführer

von Tungaloy-NTK Germany.

Von PVD- und CVD-beschichtetem

Hartmetall über Cermet und Keramik bis hin

zu CBN und PKD deckt Tungaloy-NTK sämtliche

Bearbeitungsanforderungen ab. Diese

Vielfalt der Schneidstoffe ermöglicht es, für

jede Aufgabe die optimale Kombination zu

finden und so die Effizienz in der Fertigung

deutlich zu steigern. „Ohne den passenden

Schneidstoff können auch die besten

Werkzeugkonzepte nur unzureichen-

Von PVD- und CVD-beschichtetem Hartmetall über Cermet und Keramik bis hin zu CBN und

PKD – Tungaloy-NTK entwickelt und produziert als einer der wenigen Hersteller sein komplettes

Schneidstoff-Sortiment selbst.

de Ergebnisse bringen. Genau aufeinander

und die Anforderungen abgestimmt ist 1+1

mehr als 2: Produktionskosten sinken, die

Prozesssicherheit steigt, und die Qualität

der bearbeiteten Oberflächen wird verbessert.

Das beweisen unsere Zerspanlösungen

jeden Tag aufs Neue“, betont Jochen

Daumen.

Das Multitalent mit vielschichtigem

CVD-Addon

Der FrontMax ermöglicht maximale Schnitttiefen, zuverlässige Spankontrolle und hochwertige

Oberflächengüten beim Plandrehen von hitzebeständigen Legierungen und Titanlegierungen.

Ein gutes Bespiel, wie Lösungen von

Tungaloy-NTK Germany die Zerspanung

auf das nächste Level heben, ist die

Kombination aus AddMultiTurn und

den CVD-Schneidstoffen der T9200-

Serie. Add MultiTurn von Tungaloy vereint

Vorwärtsdrehen, Rückwärtsdrehen,

Profilieren und Plandrehen in einem einzigen

Werkzeug und wird so zum echten

Multitalent. Dank des einzigartigen

Y-PRISM-Safe-Lock-Systems und innovativer

Wendeplatten-Geometrien bietet

AddMultiTurn maximale Vielseitigkeit.

In Kombination mit den „vielschichtigen“

CVD-Erfolgsrezepten der T9200-

Serie ist das Werkzeug bei der allgemeinen

Stahlbearbeitung kaum noch zu toppen.

Plan A für harte Einsätze: FrontMax +

PVD-Sorte DM4

Wer maximale Schnitttiefen, zuverlässige

Spankontrolle und hochwertige

Oberflächengüten beim Plandrehen

von hitzebeständigen Legierungen und

Titanlegierungen sucht, findet die ideale

Lösung im NTK Sortiment: FrontMax

zusammen mit der PVD-Schneidstoffsorte

DM4 ermöglichen eine außergewöhnlich

stabile Bearbeitung selbst bei hohen

Temperaturen. „Diese Kombination bedeutet

maximale Power. Mit Schnitttiefen bis

zu 5 mm lassen sich die Taktzeiten erheblich

verkürzen. Dabei ermöglicht das innovative

Wendeplattendesign eine ausgezeichnete

Spankontrolle und sorgt für

hohe Kantenstabilität sowie exzellente

Oberflächengüten – sowohl bei hohem als

auch bei niedrigem Vorschub.“, so Jochen

Daumen.

24 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

In kleinen Dimensionen ganz groß: Der MiniForceTurn ist die Lösung für

eine produktive Miniaturbearbeitung.

Mit der Kraft von zehn Schneiden sorgt der DoPent-Planfräser für eine

hocheffiziente Fertigung.

Kleine Werkzeuge, große Leistung –

CBN und MiniForceTurn

Klein, kleiner, mini – der Größentrend

geht bergab. Mit den MiniForceTurn-

Wendeschneidplatten hat Tungaloy

eine innovative Lösung für die

Miniaturbearbeitung entwickelt. Die stabile

„Schwalbenschwanz“-Klemmung reduziert

die Mikrovibrationen an der Schneide deutlich.

Zusammen mit der CBN-Sorte BXA20

sind im kontinuierlichen als auch stark unterbrochenen

Schnitt beste Oberflächengüten

möglich. Exzellenter Verschleißschutz lässt

zudem die Standzeiten in die Höhe schnellen.

„Unsere MiniForce-Turn-Werkzeuge sind

kleine Kraftpakete, die selbst die höchsten

Anforderungen der Miniaturbearbeitung

erfüllen“, hebt Jochen Daumen hervor.

Cermet und die Kraft der zehn

Schneiden

Für die Hochleistungszerspanung von

Stählen und Gusseisen stellt Tungaloy

die DoPent-Planfräser kombiniert mit

der Cermet-Schneidstoffsorte NS740

vor. Die doppelseitigen, fünfeckigen

Wendeschneidplatten sind sowohl für

rechts- als auch linkslaufende Fräser einsetzbar,

was DoPent zur idealen Wahl für Duplex-

Fräsanwendungen macht, bei denen das

Werkstück simultan mit zwei Spindeln bearbeitet

wird. Das stabile Klemmsystem sorgt

für höchste Zuverlässigkeit und exzellente

Bearbeitungsergebnisse. Dazu Jochen

Daumen: „Mit dieser Kombination kommen

Zerspaner dem Ziel einer hocheffizienten

Fertigung einen großen Schritt näher.

Sie bietet eine überlegene Effizienz bei

Zeitspanvolumen und Kosten im Vergleich

zu Wettbewerbern.“

Ein kleiner Abstecher Richtung

Präzision mit PKD

Robuste, scharfe Wendeschneidplatten

und zuverlässige Halter mit stabiler

drei Punkt-Klemmung – das ist der

DuoJustCut. Die clever konzipierten

und hochwertig gefertigten Werkzeuge

machen sich in sämtlichen Abstech-

Operationen bis zu einem Durchmesser

von maximal 10,5 mm bezahlt. Zusammen

mit der extrem verschleißfesten PKD-

Sorte DX110 sind beste Oberflächengüten

und Standzeiten beim Bearbeiten von

Aluminium und Kupferlegierungen

garantiert.

Keramik und RNIW-Rundplattenfräser

für die ganz harten Fälle

„Inconell, Rene, MAR, Waspelloy – beim

Fräsen von hochwarmfesten Nickel-

Basis Legierungen beißen sich viele

Werkzeuge die Zähne aus. Unsere RNIW-

Rundplattenfräser in Kombination mit

unserem Keramik-Schneidstoff SX7 bringen

hingegen Bestleitungen unter diesen

anspruchsvollen Einsatzbedingungen“,

so Jochen Daumen. Warum? Die negativen

Wendeschneidplatten sorgen für

maximale Leistung und Präzision beim

Schruppen und Schlichten in einem einzigen

Durchgang. Das steigert die Effizienz in

der Fertigung signifikant. Dabei bietet der

Sialon-Keramik-Schneidstoff eine herausragende

Kerbfestigkeit und verbessert die

Widerstandsfähigkeit gegen Kerbverschleiß

und Brüche im Vergleich zu Whisker-

Keramiken. Dank seiner hervorragenden

Freiflächenverschleißfestigkeit ist SX7

besonders geeignet für das Vorschlichten

von hochwarmfesten Legierungen.

Fazit: Kein Glücksspiel, sondern eine

präzise Entscheidung

Mit innovativen Schneidstoffen und

Werkzeuglösungen hat Tungaloy-NTK

Germany auf der AMB 2024 eindrucksvoll

gezeigt, dass die Wahl des richtigen

Schneidstoffs kein Glücksspiel ist.

Jochen Daumen fasst es treffend zusammen:

„Durch die Kombination unserer

Schneidstoffe mit unseren leistungsstarken

Werkzeuglösungen entstehen echte

‚Kraftpakete‘ für die unterschiedlichsten

Anwendungen und Anforderungen. So bieten

wir unseren Kunden maßgeschneiderte

Lösungen, die ihre Fertigungsprozesse auf

das nächste Level heben – individuell, effizient

und immer auf den Punkt.“

weitere Infos:

www.tungaloy-ntk.de

Präzise und wirtschaftliche Abstech-

Operationen bis zu einem Durchmesser

von maximal 10,5 mm – Das ist die Welt des

DuoJustCut.

dihw 16 4 · 2024 25


Werkzeuge & Werkstoffe

Horst Lach, Protagonist der Entwicklung und des Einsatzes

von Super-Abrasives feierte am 1. Oktober 2024 sein

64. Dienstjubiläum bei der Firma Lach-Diamant.

Horst Lach ist über sechs Jahrzehnte als Vordenker für die Entwicklung von

Diamant- Werkzeugen für die Industrie bekannt und gilt absolut als Pionier.

Auch heute noch im 85. Lebensjahr ist er tagtäglich für sein Unternehmen

LACH DIAMANT tätig.

Als hochgeschätzter Autor unserer Zeitschriften „dihw“ und „hp tooling“

hat Horst Lach zwei Serien geschaffen, „Poly-poly“ und „100 Jahre Lach Diamant“.

Darin beschreibt er die Wege in eine neue Zeit der Materialbearbeitung mit PKD, CBN

usw. bis hin zu den aktuellsten Anwendungen.

Wir gratulieren unserem Autor herzlich und blicken mit ihm noch einmal

auf seinen Einstieg im väterlichen Unternehmen zurück.

Horst Lach, Jahrgang 1940, leitet

gemeinsam mit seinem Sohn

Dipl.-Ing. Robert Lach das 1922 von

Jakob Lach gegründete Unternehmen

LACH DIAMANT.

Wie Super-Abrasives begannen, unsere Welt zu gestalten

Präsentiert LACH DIAMANT

116 Jahre Know-how?

Eigentlich sind seit Gründung des

Unternehmens 1922 bis heute erst 102 Jahre

vergangen, „doch die Know-how-Findung

hatte ja bereits 1908 mit der Ausbildung des

Firmengründers Jakob Lach zum Diamant-

Schleifer begonnen“, rechnet Horst Lach,

Sohn des Firmengründers, salopp aus.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die

Währungsreform mit starker DM das

Lohnschleifen unattraktiv machte – erinnerte

sich Jakob Lach an sein in den 1930er

Jahren gegründetes zweites Unternehmen

„Deutscher Industriediamanten-Vertrieb

Jakob Lach“, das seinerzeit mit dem Verkauf

von Industriediamanten im Maschinenbau-

Dreieck Magdeburg – Leipzig – Chemnitz

und auch bei Automobilherstellern wie Opel

in Rüsselsheim erfolgreich war.

Damit begann eine neue Ära für das

Unternehmen Jakob Lach – der Name

LACH DIAMANT® war geboren. Abrichten

und Profilieren von Schleifscheiben mit

Industriediamanten – gefasst oder auch als

Rohware aus eigenen Importen – war somit

in den 1950er Jahren das Primärangebot von

LACH DIAMANT.

Erster Betriebsausflug 1924 der Diamant-Schleiferei Jakob Lach – im Vordergrund ganz rechts

sitzend der Firmengründer.

Schleifmittel einer neuen Zeit

Nach dem Eintritt von Horst Lach am

1. Oktober 1960 ins Unternehmen

nahm LACH DIAMANT 1963/64 die

Fertigung metall- und kunststoffgebundener

Diamant-Schleifscheiben für das

Schleifen von Hartmetall und Keramiken

auf. „Die Entwicklung metall-überzogener

Diamant-Körnungen durch DeBeers

(Beispiel Körnung-Type RDA-MC) war

schlussfolgernd nicht nur verantwortlich

für den Erfolg kunststoffgebundener

Diamant-Schleifscheiben für die Hartmetallbearbeitung

(zum Beispiel die

LACH DIAMANT-Schleifscheibe K-MC), sondern

für die Entwicklung des Hartmetall-

Werkzeuges schlechthin“, erinnert sich

Horst Lach. „Für Werkzeughersteller, wie

Leitz, Leuco, Sandvik, Widia etc. oder

Schleifmaschinenhersteller wie Vollmer

– Dornhan oder Biberach, Walter, Stehle

etc. war dies der Start zum eigentlichen

Unternehmenserfolg.“

26 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

1973 – General Electric bietet erstmals polykristalline

Diamanten der Werkzeugfertigung an.

1977 – productronica, München, weltweit erste Vorführung von PKD-Fräsern, -Sägen und -Ritzern

für die Zerspanung von abrasiven Kunststoffen.

Mit BorazonTM, dem Schleifmittel einer

neuen Zeit – Bornitrid – CBN – setzte der

Superabrasive-Hersteller General Electric

(GE) 1969 noch einen weiteren Meilenstein.

„Endlich war es einem Werkzeugschleifer

möglich, beispielsweise einen HSS-Fräser

auf einer Deckel-Schleifmaschine in

einem Arbeitsgang präzise rund zu schleifen

– ohne mit der bis dato verfügbaren

Korund-Schleifscheibe immer wieder neue

Messpunkte suchen zu müssen.“

Die höhere Temperaturbeständigkeit des

neuen Schleifmittels Borazon/CBN mit

bis zu 1500 °C gegenüber Diamant (maximal

720 °C) macht es trotz geringerer Härte

möglich. Der schleifenden Industrie wurde

ein neues Medium geschenkt, dessen

Entwicklung, Verarbeitung und Einsatz in der

Industrie nach wie vor nicht abgeschlossen

ist, wie die Präsentationen auf der GrindTec

belegen. So stellt LACH DIAMANT dort die

neue Super-Grind-Power-Schleifscheibe

und die Weltneuheit »drebojet®-plus« vor.

„Friede, Freude, Eierkuchen“ herrschte

Anfang der 1970er Jahre bei den

Werkzeugherstellern, so erinnert sich Horst

Lach, bevor zwei Produktvorstellungen von

GE zunächst die vorherrschende Euphorie

ins Wanken brachten. Die Rede ist von PKD –

der polykristalline synthetische Schneidstoff

wird 1973 erstmals angeboten. Gefolgt

1974 vom poly-kristallinen synthetischen

Schneidstoff CBN bzw. PKBn.

Geschichtlich interessant: Bei der Suche nach

der Diamant-Synthese stießen die Forscher

von GE schon früh auf kubisch kristallines

Bornitrid (CBN), wussten allerdings seinerzeit

nichts mit dem an Härte dem Diamant

unterlegenen Material anzufangen.

Horst Lach erinnert sich, dass bereits

Ende der 1960er Jahre beim damaligen

GE-Unternehmen Carboloy in Frankfurt

CBN-Vollplatten lagerten, die später unter

dem Begriff BZN-Platten dem Markt angeboten

wurden.

LACH DIAMANT schlüpfte auch hier von

Anfang an in die Rolle des Pioniers, wie

bereits bei der Entwicklung und Herstellung

und Vermarktung der Borazon-CBN-

Schleifscheibe schlechthin. „Wir zeigten auf

der Hannover Messe 1973 das Überdrehen

von Aluminium mit unterbrochenem

Schnitt mit dem neuen Schneidstoff PKD,

den wir fortan mit dreborid® kennzeichneten.

Die erstmals 1973 von General Electric

angebotenen polykristallinen synthetischen

Diamant-Segmente von 60 °- und 90 °-Winkel

mussten aus Ronden von anfangs nur ca.

3,4 mm ø mühsam herausgetrennt werden,

entsprechend begrenzt war die mögliche

Schneidenlänge.“

Biestiges Material

1973 – der Beginn der ersten Erfolgsstory durch PKD – wirtschaftlichere Kupfer-Kollektoren-

Bearbeitung.

Auch das Schleifen dieses polykristallinen

Materials warf Probleme auf; herangezogene

Natur-Diamantschleifer sprachen

von einem „biestigen“ Material ohne

jeden Wuchs und kapitulierten. Obwohl

seinerzeit nur erst wenige Tage im Haus,

gelang es LACH DIAMANT auf einer vorhandenen

Simon-Stähleschleifmaschine

mit einer K-MC kunstharzgebundenen

dihw 16 4 · 2024 27


Werkzeuge & Werkstoffe

Diamant-Topfschleifscheibe (125 x 12,5)

innerhalb von zwei bis drei Arbeitstagen,

noch gerade rechtzeitig vor dem Beginn

der Hannover Frühjahrsmesse 1973 den ersten

PKD-Seiten-Drehstahl an die wartende

Messemannschaft zu überbringen.

„Eine Weiler-Drehmaschine mit aufgespanntem

Aluminium-Rundteil, durch und durch

mit Bohrungen versehen, im unterbrochenen

Schnitt zu simulieren, stand für die

nun folgenden Demos zur Verfügung. In

Unkenntnis zu erwartender Standzeit hatten

wir pro Messetag (seinerzeit waren es deren

zehn!) je ein Ersatzwerkzeug in der Hanauer

Fertigung geordert.

Nach drei Tagen bereits ließen wir den für

den Transport nach Hannover eigens beauftragten

Fahrer zu Hause; die PKD-Schneide

hielt und hielt und war nach damaligem

Glauben nicht klein zu kriegen – das

schafften wir erst am letzten Messetag,

als wir übermütig eine Flasche „Piccolo“

in die Maschine aufnahmen ... Der Mythos

PKD bei LACH DIAMANT auch unter dem

geschützten Namen dreborid® war geboren“,

schildert Horst Lach schmunzelnd diese

Messetage in Hannover.

Aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung in

Fertigung und Service von Natur-Diamant-

Werkzeugen für die Hersteller von Kupfer-

Kollektoren für die Elektro-Industrie, wie die

Kunden Bosch, Siemens, AEG, konzentrierte

sich LACH DIAMANT anfangs besonders auf

diese Industrie – was sich als Glückstreffer

erweisen sollte.

„Konnten bis dato mit einem Natur-

Kollektor Diamant-Werkzeug nur zwischen

100 und max. 120.000 Kollektoren einwandfrei

überdreht werden, so stellte fortan

der PKD-dreborid®-Stahl das Ergebnis

auf eine wirtschaftlich zuverlässige Basis –

je nach Kollektorgröße und -schnitt können

heute bis zu 220.000 Kollektoren mit

einem Werkzeug gefertigt werden.“ Doch

wirklich elektrisierend war das Ergebnis

erster PKD-dreborid®-Einsätze bei einem

Hersteller von Roh-Kollektoren – der Firma

Kautt & Bux. Mussten bis dahin die Roh-

Kollektoren zeitaufwendig geschliffen werden,

konnte dieser Arbeitsgang jetzt durch

1974 LACH DIAMANT demonstriert auf der Hannover Frühjahrsmesse erstmals

das Fräsen mit PKD von Kunststoffen und Aluminium (im Bild Zerspanung von GFK).

1977 – productronica, München, weltweit erste Vorführung von PKD-Fräsern, -Sägen und -Ritzern

für die Zerspanung von abrasiven Kunststoffen.

Drehen (anstatt minutenlangen Schleifens)

auf wenige Sekunden reduziert werden. Für

LACH DIAMANT hieß das, von Anfang an

einen Großkunden gewonnen zu haben, auf

den der Geschäftszweig PKD-Fertigung und

Service aufgebaut werden konnte.

Alternativen auf dem

Schleifmaschinenmarkt

Nachdem bereits Natur-Diamant-

Schleifer vor dem „biestigen“ polykristallinen

Schneidstoff PKD kapituliert hatten,

mussten neue Verfahren entwickelt oder

zumindest (erste) Alternativen auf dem

Schleifmaschinenmarkt gefunden werden.

„Die sich von der ersten Stunde an aufzeigenden

potenziellen Anwender von PKD,

zu denen sich auch die Bearbeiter von

Aluminium, Hart- und Weich-Kunststoffen,

Holzwerkstoffen, Grünkeramiken u. a. m.

gesellten, erforderten rasche Entscheidungen;

die gezielte Schleifmimik sollte ja

nicht nur die gerade Schneidkante, sondern

auch Schneidenwinkel und Radius

schleifen können. Die Wahl fiel seinerzeit

auf die eher „grazile“, dafür aber hochpräzise

Werkzeugschleifmaschine, die

Kelch SZ34.“ In enger Zusammenarbeit mit

LACH DIAMANT und dem süddeutschen

Hersteller wurde diese Maschine mehr und

mehr der geforderten Steifigkeit beim PKD-

Schleifen angepasst. Nach Übernahme der

Fertigungslizenz wird diese Maschine unter

der Bezeichnung »pcd-100« (Ausrüstung

mit Wippe) bzw. »pcd-300« (Ausrüstung

mit optional verstellbarem Kugelkopf) vom

Maschinenbau im Hause LACH DIAMANT

28 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

weitergebaut. Die Forderung, umlaufende

Werkzeuge wie Fräser, Ritzer und Sägen PKDbestückt

herzustellen, wurde erstmals für

die Messe productronica 1977 in München

praktiziert. LACH DIAMANT hatte sich das

extrem schwierig zu bearbeitende Material

GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff), das für

die Leiterplattenfertigung als Basismaterial

(PCB) eingesetzt wird, für diesen „Probelauf

umlaufend bestückter PKD-Werkzeuge“

ausgesucht. Die sich dabei ergebenden

35 Stunden Schleifzeit für zwölf Zähne auf

dem PKD-Ritzer nahm man in Kauf in der

damals irrigen Hoffnung, „es werde uns

schon was Besseres einfallen. Mitnichten.

Mit der damaligen Schleiftechnologie war

keine Reduzierung möglich. Die anfängliche

Begeisterung der Messebesucher aus

der Leiterplattenfertigung verflog schnell

und es gab Ärger. Und nicht nur das – einige

potenzielle Kunden warfen uns noch

lange vor, ihnen diese kostensenkenden

Wunderwerkzeuge vorenthalten zu haben.“

Einstieg in die

Composite-Bearbeitung

Doch dieser Ärger war nach eineinhalb

Jahren – im Jahre 1978 – der Auslöser, dass

sich Horst Lach an die Worte seines Vaters

erinnerte, „beim Schleifen von Diamanten

1978 – die Entdeckung der Funkenerosion

durch Horst Lach machte es möglich – Beispiel:

Mehrfachfertigung von DiaSägen auf der

LACH DIAMANT-Universal-Schärfmaschine

»Dia-2200-mini«.

(er meinte Natur-Diamant) ist Elektrizität

im Spiel.“ Gleichsam zündend schreckte ihn

eines Tages eine Anzeige der damaligen

Firma Matra auf, die für Erodiermaschinen

von Fanuc warb.

„Dazu muss der Leser wissen, dass das

Aufschneiden der PKD-Ronde seitens

General Electric und des neu hinzugekommenen

Anbieters DeBeers nach wie

vor mit galvanisch besetzten Diamant-

Trennscheiben durchgeführt wurde:

Zunächst Anritzen auf der Rückseite des

Hartmetalls der inzwischen bis zu 6,4 mm

runden PKD-Platte, anschließend brechen

– denn die funkenerosive Bearbeitung von

PKD war bis dato noch nicht entdeckt.“ Das

Interesse war geweckt.

Der sich anschließende Besuch bei Matra

sollte fortan die Welt der Zerspanung verändern.

Nach dem weltweit ersten erfolgreichen

Versuch, das „elektrisch“ leitende PKD

funkenerosiv zu bearbeiten und zu formen,

stand diesem Schneidstoff die gleiche Welt

der Zerspanung offen, die sich Hartmetall

bis dahin „mühsam“ gegen HSS und Keramik

erkämpft hatte. LACH DIAMANT stieg in die

Welt der Holz- und Composite-Bearbeitung

mit der Gründung der LACH-SPEZIAL-

WERKZEUGE GMBH ein, die ihrerseits 1981

das Unternehmen LACH DIAMOND INC. für

den amerikanischen und kanadischen Markt

gründete.

„Blick in den schwarzen Tunnel“

Die nunmehr gegenüber hartmetallbestückten

Holz-Werkzeugen bis zu 250 – 300

Mal überlegenen PKD-Diamant-Werkzeuge

schufen die Voraussetzung dafür, die gerade

in Gang gekommene automatische

NC-Fertigungstechnik zur CNC-Technologie

mit entsprechend mehrachsigen Maschinen

schneller weiterzuentwickeln. „Wobei wir

heute wissen, dass diese Technologie nicht

vor der Metallbearbeitung halt machte. Alle

Errungenschaften der heutigen Automobilund

Flugzeug-Technik, Energiewirtschaft

– Beispiel Windenergie mit CFK-Flügeln

–, Medizin- und Sportartikel-Industrie,

um nur einige zu nennen, wären ohne

Diamant, ohne polykristalline synthetische

Schneidstoffe, zu denen heute noch beispielsweise

sogenannte Mono-Diamanten

und CVD (Chemical Vapor Deposition)

gezählt werden, undenkbar.“ Nach der

Entwicklung der Funken-/Elektroerosion

durch Horst Lach erhielt er eines der ersten

Europa-Patente hierfür zugesprochen,

zog dies jedoch nach einem Einspruch eines

2016 – GrindTec, Augsburg: Die Vorstellung

von drebojet®-plus als Symbol für nicht nachlassende

Innovation. Das bahngesteuerte

Abrichten konventioneller Schleifscheiben auf

dem LACH DIAMANT-Stand.

Bildnachweis LACH DIAMANT

schwedischen Werkzeugherstellers freiwillig

zurück. Für das Unternehmen LACH

DIAMANT bzw. LACH-SPEZIAL glich diese

Entdeckung einem „Blick in einen schwarzen

Tunnel“, wie die bis heute andauernden

Innovationen beweisen. Die Technologie

der von LACH DIAMANT aus der Taufe gehobenen

Erodier-Technik kann am Beispiel

der ausgereiften Funkenschleifmaschine

»Dia-2200-mini« bei der Bearbeitung von

Diamant-Werkzeugen für die Holz- und

Kunststoff-Industrie besichtigt werden. Und

rundum natürlich auch alles aus dem Hause

LACH DIAMANT, was heute und in Zukunft

zum Stand der Technik (Future for Today)

zum Schleifen und zur Zerspanung zählen

sollte.

Horst Lach

weitere Infos:

www.lach-diamant.de

dihw 16 4 · 2024 29


Werkzeuge & Werkstoffe

Leistungsstark Fräsen – aber bitte nachhaltiger!

Ein Fräser, der gleichzeitig aus nachhaltigerem

Hartmetall hergestellt, universell einsetzbar

und enorm leistungsstark ist, klingt

unmöglich? Mit dem ProACT-Mill UNI und

UNImax von CERATIZIT gibt es nun eine

Werkzeug-Serie, die dank neuester Geometrieund

Beschichtungstechnologien und der derzeit

nachhaltigsten Hartmetallsorte CT-GS20Y

von CERATIZIT alle Bedingungen locker erfüllt.

Unterschiedlichste Werkstoffe zu zerspanen,

bedeutet sich dauernd auf neue

Herausforderungen einzustellen. Die

Lösung sind universell einsetzbare Fräser,

die es mit Stählen, Edelstählen oder

Gusswerkstoffen gleichermaßen aufnehmen

können. Zunehmend rückt neben die

angestrebte Effizienz der Prozesse aber

auch der Nachhaltigkeitsaspekt in den

Vordergrund. Wie man beides in Einklang

bringen kann, zeigt CERATIZIT mit der universellen

VHM-Fräser-Serie ProACT-Mill. Die

Fräser werden aus einem besonders nachhaltigen

Hartmetall hergestellt, das bei

CERATIZIT als upGRADE bezeichnet wird.

Volle Leistung aus 99 Prozent

wiederaufbereiteten Rohstoffen

Die upGRADE-Sorte CT-GS20Y ist die optimale

Wahl für sehr viele Einsatzbereiche.

„Das Besondere daran: Bei der Herstellung

wird ein deutlich kleinerer CO2-Fußabdruck

erzeugt als bei Hartmetallen aus konventioneller

Fertigung. Das erreichen wir,

indem wir 99 Prozent wiederaufbereitete

Rohstoffe aus Hartmetall verwenden“,

erläutert Michael Wucher, Global Technical

Product Manager bei CERATIZIT. Kunden

profitieren damit sowohl vom ökonomischen

wie ökologischen Vorteil und erhalten

für jeden ProACT-Mill den spezifischen

Product Carbon Footprint (PCF).

Die Testergebnisse der neuen Serie zeugen

von ihrem Potenzial: Verglichen mit anderen

Universalwerkzeugen erreichen die

ProACT-Mill-Fräser eine bis zu 30 % höhere

Leistung. Dazu trägt auch die neu entwickelte

Beschichtung bei, die für zusätzliche

Leistungs- und Standzeit-Reserven sorgt.

Die neuen Powerfräser ProACT-Mill UNI

und UNImax

Die neuen Performance VHM-Fräser ProACT-Mill UNI und UNImax sind aus der bisher nachhaltigsten

Hartmetall-Sorte CT-GS20Y von CERATIZIT gefertigt. Dank ihrer hervorragenden Leistungen

können Anwender sowohl ihre Produktivität steigern als auch wertvolle Primärressourcen

schonen.

„Mit dem ProACT-Mill UNI haben wir ein leistungsstärkeres

Werkzeug für die universelle

Fräsbearbeitung entwickelt. Reingepackt

haben wir dazu alles, was moderne Fräser

brauchen – inklusive unserer bisher nachhaltigsten

Hartmetallsorte CT-GS20Y“, so

Michael Wucher, Global Technical Product

Manager bei CERATIZIT. So sorgt die variable

Drallsteigung für höchste Laufruhe

und optimalen Späneabtransport. Für

die perfekte Kraftübertragung erhält der

ProACT-Mill UNI einen HB-Schaft, während

der verstärkte Werkzeugkern die gleichmäßige

Kräfteverteilung im Fräsprozess

gewährleistet.

Um für maximale Schneidkantenstabilität

zu sorgen, bekam der Fräser einen radialen

Hinterschliff. Beste Oberflächengüten

bei der Bodenbearbeitung verspricht

die Stirnschlichtfase und ungleichgeteilte

Schneiden unterdrücken gezielt

Vibrationen. Rampen- und Helixfräsen ist bis

zu einem Winkel von 30 ° möglich. Damit es

im Maschinenraum nicht zu laut wird, punktet

der ProACT-Mill UNI mit ausgezeichneter

Fräsakustik sogar bei hohen Zustellwerten

und im Vollschnitt.

Der ProACT-Mill UNI mit der Schneidenlänge

3xDC eignet sich besonders für

die Serienfertigung und zur trochoidalen

Bearbeitung. Neuartige, radial ausgebildete

Spanbrecher sorgen für höchste

Lebendauer und brechen die Späne auf

1xD Länge, die dann dank der speziellen

Spanraumform homogen und gleichmäßig

abgeführt werden. Durch den minimal konischen

Werkzeugkern bleibt der 5-Schneider

auch bei hoher seitlicher Zustellung sehr

laufruhig.

Der ProACT-Mill UNImax ist die Lösung,

wenn es um maximales Zeitspanvolumen

geht. Dazu wurde eine spezielle

Geometrieauslegung gewählt, die perfekt

geeignet für Zustelltiefen bis 2xDC ist.

Das Werkzeug ist mit HA- und HB-Schaft

für bestmögliche Kraftübertragung und

Wuchtgüten erhältlich. Beim variablen

Werkzeugkern stand der Fokus auf der optimalen

Kräfteverteilung.

Data Matrix Code hat es in sich

Alle Werkzeuge der Serie sind mit einem

aufgelaserten Data Matrix Code (DMC) ausgestattet,

über den sich die Daten des „digitalen

Zwillings“ abrufen lassen. „Dieser DMC

hat es wirklich in sich: Wird er gescannt,

lässt sich das Werkzeug korrekt identifizieren

und seine relevanten technischen Daten

werden angezeigt. Außerdem kann der

Kunde ablesen, ob das Werkzeug neu oder

aufbereitet ist und wie oft es bereits zum

Nachschleifen bei uns war. Zur einfachen

Nachbestellung darf natürlich der Link zum

Onlineshop nicht fehlen. In Zukunft werden

wir die Funktionen des DMC noch erweitern

– für noch umfangreicheren Service“, verrät

Michael Wucher.

weitere Infos:

www.ceratizit.com

30 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Universelle Spiralbohrer in weiterer Länge

Die Varianten der EMUGE-Spiralbohrer

BasicDrill werden sukzessive erweitert, jetzt

mit der Länge 8 x D. Nach den Längen 5 x D

und 3 x D sind die BasicDrill jetzt auch

in der Länge 8 x D erhältlich. Mit dem

Durchmesserbereich 3 bis 24,5 mm bei den

3 x D und 5 x D Ausführungen und 3 bis

16 mm in der 8 x D Ausführung decken die

universell einsetzbaren Bohrer die wichtigsten

Bohrdurchmesser ab.

Die Spiralbohrer-Produktlinie BasicDrill

zielt auf den universellen Einsatz in vielen

Materialien, wobei Stahlwerkstoffe im Fokus

der Werkzeugauslegung stehen. Die Preisund

Leistungsanforderungen von Kunden,

die viele unterschiedliche Materialien mit

demselben Werkzeug bearbeiten, bestimmten

die Produktentwicklung ebenso wie

der Anspruch, hohe Vorschübe bei gleichzeitig

hoher Standzeit realisieren zu können.

Das Hartmetall, die Beschichtung und

die Schneidenform wurden auf universellen

Einsatz optimiert. So erzeugt die gebogene

Schneide sehr kurze Späne und formt

den Span so, dass dieser leicht durch die

speziell geformte Nut aus der Bohrung

abgeführt werden kann. Eine besondere

Kantenpräparation sorgt für präzise

Bohrungen und hohe Standzeiten. Die 8xD

Variante zeichnet sich insbesondere durch

erstklassiges Zentrierverhalten aus, wodurch

Pilotieren, Anzentrieren oder Pecking vermieden

werden kann.

Für perfekten Halt und Präzision sorgen

die Futter aus dem EMUGE-

Produktprogramm, beispielsweise das

Whistle-Notch Spannfutter für HE-Schäfte

oder Hydrodehnspannfutter für zylindrische

Schäfte. Auch an den Service wurde bei der

Produktentwicklung gedacht - die Geometrie

ermöglicht einfaches und zuverlässiges

Nachschleifen.

Unterschiedliche Längen decken die wichtigsten

Durchmesser ab.

weitere Infos:

www.emuge-franken.com

Warum es mit dem Dreieckigen rund läuft

Mit VICTOGRAIN präsentiert PFERD ein

Schleifkorn, das durch seine dreieckige Form

eine außergewöhnlich hohe Schleifleistung

bietet - Anwendende profitieren gleich

mehrfach

In der Bearbeitung von Oberflächen sind

präzise und effiziente Schleifprozesse entscheidend,

um hochwertige Ergebnisse

zu erzielen. Doch viele herkömmliche

Schleifmittel stoßen an ihre Grenzen, insbesondere

wenn es um die Kombination

aus hoher Zerspanungsleistung und langer

Standzeit geht. Werkerinnen und Werker

stehen außerdem vor dem Problem der

erhöhten Wärmeentwicklung bei intensiven

Schleifprozessen. Dies kann zu

Materialveränderungen und schadhaften

Oberflächen führen. Das innovative

Schleifkorn VICTOGRAIN von PFERD setzt

genau bei diesen Problemen an.

Aus Prinzip besser: Höchste

Schleifleistung durch VICTOGRAIN

VICTOGRAIN-Produkte von PFERD verfügen

über ein dreieckiges, präzisionsgeformtes

Schleifkorn, das eine einzigartig

hohe Schleifleistung erreicht. Die

Schleifkornschneiden der form- und größengleichen

Dreiecke des VICTOGRAIN-

Schleifkorns treffen mit einem optimalen

Winkel auf das Werkstück. Somit benötigt

das einzelne Schleifkorn nur wenig Energie,

um in das Werkstück einzudringen. Für die

Anwenderinnen und Anwender macht sich

das sehr positiv bemerkbar. Durch schnellen

Arbeitsfortschritt bei hoher Standzeit und

wenig Wärmeeinbringung in das Werkstück

profitieren sie von einem äußerst effizienten

Zerspanprozess. „Leistungsmäßig

übertrifft VICTOGRAIN andere, etablierte

Lösungen um bis zu 30 %, beispielsweise im

Materialabtrag auf Stahl - und das bei gleichbleibend

hoher Aggressivität. Zudem gibt

es VICTOGRAIN neben der Korngröße 36

jetzt auch in den Körnungen 60 und 80,

für ein noch umfassenderes Spektrum

an Anwendungen“, so Ralf Heimann,

Produktmanager bei PFERD. Das überzeuge

im Einsatz.

Funktionsweise von VICTOGRAIN

Die VICTOGRAIN-Schleifkörner sind mit

einer Seite des Dreiecks auf dem Träger

fixiert. Über diese lange Kante sind sie

im Vergleich zu einem herkömmlichen

Schleifkorn, das eher punktuell befestigt

ist, besonders fest eingebunden und

bieten in Verbindung mit der schlanken

Form einen extrem großen Spanraum,

wodurch der Zerspanprozess durch die

bessere Spanabfuhr nochmals schneller

wird. Zudem erlaubt der strukturelle

Aufbau des VICTOGRAIN-Schleifkorns

ein sehr feinteiliges Brechen der Kristalle

innerhalb des Dreiecks, was zu einem optimalen

Verschleißverhalten und hohen

Standzeiten führt.

weitere Infos:

www.pferd.com

Dreieckiges, präzisionsgeformtes Format - das

Hochleistungsschleifmittel VICTOGRAIN von

PFERD /Bild August Rüggeberg GmbH & Co. KG

dihw 16 4 · 2024 31


Werkzeuge & Werkstoffe

Prozesssicher hoch produktiv trochoidal fräsen

Zum trochoidalen Fräsen stellte

HB microtec die Reihe Vollhartmetall-

Schaftfräser ACTIONMILL® Trochoid cooled

und ACTIONMILL® Trochoid XL erstmals

zur Messe AMB 2024 vor. Bei diesen

Fräswerkzeugen haben die Schneiden

eine ungleiche Teilung. Die Drallwinkel

variieren über der Schneidenlänge. Die

Schneidkanten sind speziell verrundet.

Diese Merkmale sorgen dafür, dass die

Fräser selbst bei hohen Vorschub- und

Schnittgeschwindigkeiten nicht vibrieren.

Jüngst entwickelte Spanteiler tragen

wesentlich dazu bei, dass man mit den

Fräswerkzeugen prozesssicher hochproduktiv

bearbeiten kann. Zum einen vermindern

sie die axiale Auszugskraft auf das

Fräswerkzeug. Zum anderen sorgen sie

für kurz brechende Späne. Das vermeidet,

dass sich Späne im Bereich der Schneiden

ansammeln und vorzeitigen Verschleiß

und Kantenausbrüche an den Schneiden

verursachen. Dank der integrierten

Kühlmittelkanäle für IKZ können die Späne

wahlweise mit Luft, Öl oder Kühlemulsion

problemlos ausgetragen werden. Mit diesen

herausragenden Eigenschaften eignen sich

die VHM-Schaftfräser vor allem zum hochproduktiven

Schruppfräsen.

Zwei Varianten mit Schneidenlängen 2xD

und 4xD stehen zur Verfügung. Bei den kurzen

Fräsern gelangen die innen zugeführten

Kühlschmiermittel radial an die Schneiden.

Die Fräser mit 4xD langen Schneiden sind

mit ungleicher Teilung und ungleichen

Drallwinkeln der Schneiden ausgeführt.

Je nach zu bearbeitenden Werkstoffen

können die Fräswerkzeuge mit drei unterschiedlichen

Beschichtungen versehen

werden.

Die Beschichtung α-INOX ist bevorzugt

zum Bearbeiten rostfreie, ferritischer, martensitischer,

austenitischer und hoch wärmebeständiger

Stähle, Titanlegierungen

und Chrom-Kobalt-Legierungen (CrCo)

ausgelegt.

Mit der Beschichtung β-Titan eignen sich

die Fräswerkzeuge der Reihe ACTIONMILL®

Trochoid speziell zum Bearbeiten von

Nichteisenmetallen und Titan. Werkstücke

aus hochfesten Stählen (Zugfestigkeit Rm

bis 1200 N/mm²) und aus Gusseisen lassen

sich vorteilhaft mit Fräsern fertigen, die mit

der Beschichtung γ-Steel versehen sind.

weitere Infos:

www.hb-microtec.de

Die speziell zum hochproduktiven trochoidalen

Schruppfräsen konzipierten VHM-

Schaftfräser ACTIONMILL® Trochoid mit spezifisch

angepassten Beschichtungen stehen in

zwei Varianten mit 2xD und 4xD langen nutzbaren

Schneidenlängen zur Verfügung.

Neue Leistungsklasse für zweischneidige

Vollhartmetallbohrer

Die Hoffmann Group hat mit ihrem neuen

zweischneidigen GARANT Master Steel

Vollhartmetallbohrer eine neue Leistungsklasse

in der Hochleistungszerspanung

von Stahl eröffnet. Mit seiner charakteristischen

konvexen Schneidengeometrie

(S-Schneide) erzielte das Universal-

Werkzeug in einem Produkttest bis zu 30

Prozent mehr Zeitspanvolumen und bis zu

doppelt so lange Standzeiten wie vergleichbare

GARANT- und Wettbewerbsprodukte.

Auch der GARANT Master Steel SPEED, der

im Jahr 2016 zusammen mit dem GARANT

Master Steel FEED einen Rekord hinsichtlich

Zeitspanvolumen und Standzeit aufstellte,

wurde übertroffen. Der GARANT Master

Steel SPEED bleibt jedoch das Werkzeug

der Wahl, wenn mit möglichst geringeren

Schnittkräften und deutlich höherer

Schnittgeschwindigkeit ein maximales

Zeitspanvolumen erreicht werden soll.

Der robuste Garant Master Steel VHM-Bohrer

verdankt seine besondere Leistungsstärke

einer konvexen Schneidengeometrie mit

optimierter Spezialausspitzung, die selbst

bei erhöhten Vorschubwerten für eine

bestmögliche Spanformung und sicheren

Spanbruch sorgt. Die Hauptschneide

wird zusätzlich durch eine weiterentwickelte

Mikrogeometrie und einen

Kegelmantelschliff stabilisiert. Dank einer

optimierten Spannutgeometrie werden die

Späne schnell und prozesssicher abtransportiert

– dies gilt sowohl für ein breites

Spektrum unterschiedlicher Stahlwerkstoffe

als auch für Guss. Unterstützt wird der

Spanfluss durch eine ultraglatte TiAlN-

Hochleistungsbeschichtung der neuesten

Generation, die den Bohrer zusätzlich effektiv

vor Prozesshitze schützt.

Der GARANT Master Steel VHM-Bohrer ist

standardmäßig im Durchmesserbereich von

3 bis 20 Millimeter in den Ausführungen 4xD

mit und ohne Innenkühlung, sowie 6xD mit

Innenkühlung erhältlich. Für Bohrungen mit

Durchmessern von 0,8 bis 3 Millimetern emp-

fiehlt die Hoffmann Group den Einsatz des

GARANT Master Steel MICRO Vollhartmetall-

Mikrobohrers. Für Maschinen, die geringere

Schnittkräfte erfordern, stellt der GARANT

Master Steel SPEED eine gute Alternative dar,

um durch hohe Schnittgeschwindigkeiten

hohe Zeitspanvolumina zu erreichen. Das

absolut höchste Zeitspanvolumen lässt sich

mit dem GARANT Master Steel FEED erzielen,

der durch die dritte Schneide zudem

ein deutliches Plus hinsichtlich Standzeit

aufweist.

weitere Infos:

www.hoffmann-group.com

Die Hoffmann Group hat mit GARANT

Master Steel eine neue Leistungsklasse für

Vollhartmetallbohrer in der Stahlzerspanung

eröffnet. Der neue GARANT Master Steel VHM-

Bohrer ist universell in verschiedenen Stahlund

Gusswerkstoffen einsetzbar.

32 dihw 16 4· 2024


PKD-Fräsprogramm für die Aluminiumzerspanung

Werkzeuge & Werkstoffe

Mit über 30 Jahren Erfahrung in

Entwicklung und Produktion von Präzisionswerkzeugen

mit hochharten Schneidstoffen

präsentierte die Paul Horn GmbH

in Tübingen zur AMB 2024 in Stuttgart ein

umfangreiches PKD-Fräsprogramm für die

produktive Aluminiumzerspanung. In dieser

Zeit hat sich Horn in zahlreichen Branchen

bewiesen – und ist so zum wichtigen

Partner im Bereich PKD-Werkzeuge geworden.

Das neue PKD-Fräsprogramm reiht sich

in diese langjährige Weiterentwicklung ein

und ergänzt das Portfolio.

Auf Basis der Markterfahrung sowie

der Kundenanforderungen entwickelte

Horn zielgerichtet ein komplettes

Standardprogramm an Fräswerkzeugen.

Das Standardprogramm der Baureihe

DM 20 bis DM 90 steht in seiner Vielfalt

für das prozesssichere Zerspanen von

Aluminium, NE-Metallen sowie technischen

Kunststoffen. Mit dem Fokus auf

Ressourcenschonung, abgestimmten

Schneidlängen und Werkzeugdesigns sind

die Werkzeuge ab Lager verfügbar.

Das neue Horn Fräsprogramm bietet Sonder- und Standardwerkzeuge vom einfachen PKD-

Schaftfräser bis hin zum komplexen und modularen Kombinationswerkzeug.

Mit diesem Produktprogramm bietet Horn

eine hohe Bandbreite an Standard- und

Sonderwerkzeugen vom einfachen PKD-

Schaftfräser bis hin zum komplexen und

modularen Kombinationswerkzeug. Als

treibende Kraft liegt der Fokus auf wirtschaftlich

durchdachten Lösungen bei

hoher Produktivität, kombiniert mit Horn-

Technologie, einer hohen Flexibilität sowie

Zuverlässigkeit. Der Horn-Hochleistungs-

PKD-Schneidstoff setzt sich aus einer ausgefeilten

Mixtur unterschiedlich großer

Diamantkörner zusammen. Der

Volumenanteil von Diamant steigt,

Wirkhärte, Zähigkeit und Schneidenqualität

ebenso. Strenge Qualitätsstandards und

deren Kontrolle sind selbstverständlich und

sorgen für eine starke Leistung.

Zerspanen von Aluminium

Die Zugfestigkeit, Dehnung, Härte und

Festigkeit von Aluminium lässt sich

durch Legierungselemente wie Silizium,

Magnesium, Kupfer, Zink und Mangan

beeinflussen. Der Werkstoff kann beim

Zerspanen durch die Wärmeentwicklung

weich werden, das Schneidwerkzeug

verkleben und durch den gestörten

Spänefluss auch zerstören. Wichtig ist deshalb

die fachgerechte Abstimmung zwischen

Werkstoff und Schnittparametern.

Sie ist abhängig von der Aluminium-

Legierung, dem Schneidwerkzeug,

der Vorschubgeschwindigkeit und

Drehzahl sowie Art und Menge des

Kühlschmiermittels.

Aluminium – ein vielseitiger Werkstoff, der in

allen Wirtschaftsbereichen zur Anwendung

kommt. Ergänzt durch das neue PKD-

Fräsprogramm bietet Horn ein breites

Portfolio an optimierten Werkzeugen

für die wirtschaftliche Zerspanung des

Leichtmetalls.

Der Horn-Hochleistungs-PKD-Schneidstoff setzt sich aus einer ausgefeilten Mixtur unterschiedlich

großer Diamantkörner zusammen.

weitere Infos:

www.horn-group.com

dihw 16 4 · 2024 33


Werkzeuge & Werkstoffe

Drei neue «crazy» Hochleistungswerkzeuge

Mikron Tool – weltweit führend in der

Bearbeitung von schwer zerspanbaren

Materialien im Mikro-Bereich präsentierte

zur AMB 2024 drei neue Vollhartmetall-

Werkzeuge: Einen Hochleistungsbohrer

für alle Titansorten und zwei effizienteste

Präzisionsfräser, die auf filigrane

Komponenten zugeschnitten

sind. Mikron Tool setzt mit den drei

Neuentwicklungen Benchmarks in der

Hochleistungs-Mikrozerspanung.

Die «Verrückten von Agno» haben wieder

Vollgas gegeben: CrazyDrill Titanium TN/

TK, CrazyMill Cool CF und CrazyMill Cool

SF heißen die jüngsten Hochleistungs-

Mikrowerkzeuge der Tessiner Werkzeugschmiede

Mikron Tool, die in den letzten

25 Jahren in der Zerspanung diffiziler

Werkstoffe Benchmarks gesetzt und mehrere

Industrie-Preise für ihre «Crazy Tools»

gewonnen hat.

Titan, Chrom-Nickelstähle, Cobalt-

Chrom, Inconel & Co

Die Tessiner Werkzeugspezialisten setzen

konsequent auf zwei wesentliche

Der Mikrobohrer CrazyDrill Titanium TN / TK

zum Bohren aller Titan-Legierungen inklusive

Reintitan (!) für den Durchmesserbereich von

0,2 bis 2 Millimeter und für Bohrtiefen von 3 x d

und 6 x d; speziell für Fertigungsbedingungen,

die ohne Hochdruck-Kühlschmierstoff-

Systemen ausgelegt sind.

Faktoren im Rahmen ihrer Werkzeug-

Neuentwicklungen: Erstens höchste

Produktivität bei – zweitens – sehr hohen

Standzeiten, fokussiert auf den Mikro-

Fertigungsbereich im Bearbeiten von komplexen

Materialien wie Titan, Chrom-

Nickelstählen, Cobalt-Chrom oder hochwarmfeste

Legierungen wie Inconel.

Werkstoffe, die typischerweise in der

Medizintechnik, Uhrenindustrie bis hin zur

Luftfahrt, Automobilindustrie und der chemischen

Industrie Einsatz finden.

Darüber hinaus stehen Aspekte wie geforderte

Oberflächengüte und Präzision am

Bauteil über die gesamte Lebensdauer

der Werkzeuge im Fokus. Apropos

Oberflächengüte: Hier wird den beiden

Hochleistungsfräsern CrazyMill Cool

CF (Chatterfree) und CrazyMill Cool SF

(Super Finishing) eine besonders hohe

Aufmerksamkeit geschenkt. Und die Spanne

der möglichen Werkstoffe, die mit den neuen

Fräsern bearbeitet werden können, vergrößert

sich erheblich; mehr dazu weiter

unten.

CrazyDrill Titanium TN/TK –

Hochleistungs-Mikrobohrer für Titan

Der Mikrobohrer CrazyDrill Titanium TN/

TK wurde speziell entwickelt zum Bohren

aller Titan-Legierungen (!) und Reintitan (!)

für den Durchmesserbereich von 0,2 bis 2

Millimeter und für Bohrtiefen von 3 x d und

6 x d. Die Version TK ist bereits ab 15 bar

Innenkühlung einsetzbar, ein Hochdruck-

Kühlschmierstoff-System ist so nicht zwingend

notwendig.

Alberto Gotti (Entwicklungsleiter,

Mikron Tool): „Wir haben die Mikro- als

auch Makrogeometrien beim CrazyDrill

Titanium TN/TK in der Art ausgelegt,

dass er für alle Titanwerkstoffe eine hohe

Performance generiert. Das ist alles andere

als trivial, da das Zerspanungsverhalten

der Titansorten sich untereinander relativ

stark unterscheidet. Gleichwohl gibt

es aber auch Gemeinsamkeiten beim

Zerspanungsverhalten. Genau hier haben

wir bei der Entwicklung des CrazyDrill

Titanium TN/TK angesetzt.“

34 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Zerspanungszone an den Hauptschneiden

führt. Späne können dadurch nur ungenügend

abgeführt werden. Hintergrund ist die

schlechte Wärmeleitfähigkeit von Titan. Zu

hohe Temperaturen an den Schneiden führen

zu Mikroausbrüchen und schnellerem

Verschleiß der Werkzeuge.

Hier heißt es Kühlen, Kühlen, Kühlen, und/

oder Hartmetall-Substrate nutzen, die

eine hohe Warmfestigkeit haben. Darüber

hinaus ist es ausschlaggebend, eine

Hochleistungsbeschichtung zu wählen,

die das Hartmetallsubstrat vor zu hohen

Wärmeeinträgen schützt.

Betreffend Kühlung setzt Mikron Tool

auf ihr patentiertes im Schaft integriertes

Kühlsystem, dessen nierenförmige

Kühlkanäle bereits ab 15 bar KSS-Druck

hoch effizient und zielgerichtet kühlen

und für eine sichere Späneabfuhr sorgen.

Die oben genannten Aspekte wurden bei

der Auslegung des Mikrobohrers CrazyDrill

Titanium TN/TK umfassend berücksichtigt.

Folgende konstruktiven Merkmale zeichnen

die neuen Mikrobohrer CrazyDrill Titanium

TN/TK aus:

Der Hochleistungs-Mikrofräser CrazyMill

Cool CF ist ausgelegt auf ein sehr hohes

Zeitspanvolumen, dessen Leistungen auch bei

filigranen Bauteilstrukturen abgerufen werden

kann.

Kritisches Zerspanungsverhalten von

Titan

Ein Beispiel: Kritisch beim Bohren von Titan

ist, dass sich beim Zerspanen die Randzonen

im Zerspanungsbereich elastisch verformen,

sozusagen der Werkzeugschneide

ausweichen. Dadurch wird der Durchmesser

während des Bohrvorgangs wieder verjüngt,

was typischerweise zu einer

Drehmomenterhöhung und im Worstcase

zum Bruch des Bohrers führen kann. Alberto

Gotti: „Dieses Wissen ist matchentscheidend

bei der Entwicklung der Mikro- und

Makrogeometrien der Bohrer, die auf dieses

Werkstoffverhalten zugeschnitten sein müssen,

damit die Bohrungen prozesssicher realisiert

werden können.“

Titanzerspanung: Hoher Energie- und

Wärmeeintrag

Eine weitere Gemeinsamkeit aller Titansorten

ist der notwendig hohe Energieeintrag

zum Zerspanen von Titan, was letztlich

zu einer hohen Wärmeentwicklung in der

• Eine auf Titan zugeschnittene

Spitzengeometrie.

• Ein spezifisch für Titanbohren ausgelegtes

Bohreraußenprofil.

• Polierte Nuten für einen sicheren

Spänetransport.

• Eine speziell auf Titanwerkstoffe und

Bohren ausgelegte Beschichtung.

Damit ist der Hochleistungsbohrer

CrazyDrill Titanium TN/TK in der Lage,

alle Titanlegierungen als auch Reintitan

prozesssicher zu bohren. Der CrazyDrill

Titanium TN/TK bringt maximale

Vorschubgeschwindigkeiten, sehr hohe

Standzeiten, beste Prozesssicherzeit und

letztlich eine sehr hohe Bohrpräzision.

Er erweitert die im letzten Jahr lancierte

Titanbohrerserie CrazyDrill Cool Titanium

ATC/PTC.

Hochleistungsfräsen mit

herausragenden Oberflächengüten bis

Schleifqualität

Im Bereich Fräsen wurden zwei neue

Hochleistungsfräser entwickelt. Zum einen

der CrazyMill Cool CF Chatterfree und

Mit dem CrazyMill Cool SF wurde ein

Superfinishing-Fräser entwickelt, der Fräsoberflächen

auf ein Schleif- bzw. Polier-

Qualitätsniveau bringt.

dihw 16 4 · 2024 35


Werkzeuge & Werkstoffe

CrazyMill Cool CF: Vermeidung von Resonanzfrequenzen

Durch den flachen Drallwinkel des CrazyMill

Cool SF werden die radialen Schneidkräfte

erheblich reduziert. Die axialen Schneidkräfte

nehmen dagegen zu, was sich vorteilhaft auf

die resultierenden Zerspanungskräfte auswirkt

und zu einem extrem sanften Schnitt

und exzellenten Oberflächen führt.

zum anderen der Super Finishing-Fräser

CrazyMill Cool SF. Ein Hauptziel bei der

Entwicklung dieser Fräser war es, bei filigranen

Bauteilen die gefräste Oberflächengüte

in extrem hoher Qualität zu fräsen.

Anwendungen solcher Bauteile sind

im Bereich der Medizin-, Luftfahrt- und

Uhrenfertigung an der Tagesordnung,

Beide Fräser wurden mit spezifisch ausgelegten

Makro- und Mikrogeometrien

konzipiert, die Schwingungen im

Fertigungsprozess konsequent unterdrücken.

Die Hauptschneiden wurden in der Art

ausgelegt, dass sie über einen extrem weichen

Schnitt verfügen. Doch das ist noch

nicht alles. Um Resonanzfrequenzen im

Fräsprozess konsequent zu vermeiden, verfügen

beide Hochleistungsfräser CrazyMill

Cool CF und SF über ungleiche Zahnteilung.

Hinzu kommen unterschiedliche Drallwinkel

der einzelnen Schneiden.

Alberto Gotti: „Bei filigranen Bauteilen wie

Knochenplatten, Uhrenkomponenten oder

Luftfahrtbauteilen mit schmalen, auskragenden

Stegen können Resonanzfrequenzen

während des Fräsprozesse entstehen.

Dadurch wird der Fräsprozess massiv behindert.

Um das beim Fräsprozess zu vermeiden,

müssen wir eine Asymmetrie

in die Fräsergeometrie integrieren, die

Resonanzen unterbindet. Hierfür wenden

wir mathematische Modelle an, mit denen

wir die idealen Teilungswinkel und die variablen

Drallwinkel der Schneiden bestimmen.

Letztlich muss aber auch unsere Produktion

in der Lage sein, die komplexen Geometrien

in Serie zu Schleifen.“

CrazyMill Cool CF: Hochleistungsfräsen

von filigranen Bauteilen

Beim CrazyMill Cool CF handelt es sich um

einen Hochleistungs-Mikrofräser, ausgelegt

auf ein sehr hohes Zeitspanvolumen.

Dessen Leistungen können auch

bei sehr anspruchsvollen, filigranen

Bauteilstrukturen abgerufen werden, inklusive

der Generierung herausragender

Oberflächen ohne Rattermarken. Um solche

Ergebnisse zu erzielen, arbeitet die

neueste Fräsergeneration mit geringsten

Schnittdrücken und völlig vibrationsfrei.

CrazyDrill Cool TK/TN: Positionsgenauigkeit

Mit seiner spezifischen Schneidgeometrie

und unter Anwendung eines dynamischen

Fräsprozesses ist er der ideale

Fräser für filigrane, dünnwandige Teile

oder für Teile in instabiler Aufspannung.

Insbesondere im Bereich der Medizintechnik

(Knochenplatten) als auch in der Luftfahrt

(Strukturbauteile) sowie der Uhrenindustrie

ist der Bedarf groß. Aber auch Nuten, Taschen

oder andere volumenstarke Bearbeitungen

führt der CrazyMill Cool CF effizienst, präzise

und mit höchster Laufruhe aus. Verfügbar ist

der Fräser ab sofort im Durchmesserbereich

von 1 bis 8 Millimetern in zwei verschiedenen

vollen Schnittlängen (3 x und 4 x d).

CrazyMill Cool SF – Superfinishing bis

Ra 0.2 um

Mit dem CrazyMill Cool SF wurde ein

Superfinishing-Fräser entwickelt der

Fräsoberflächen auf ein Schleif- bzw. Polier-

Qualitätsniveau bringt. Auch der CrazyMill

Cool SF wurde mit den oben beschriebenen

Makro-Geometrien ausgelegt. Darüber

hinaus verfügt er über einen sehr steilen

Drallwinkel.

Alberto Gotti: „Durch den steilen Drallwinkel

werden die radialen Schneidkräfte erheblich

reduziert. Die axialen Schneidkräfte nehmen

dagegen zu. Das wirkt sich vorteilhaft

auf die resultierenden Zerspanungskräfte

aus, die am Werkstück angreifen und sich

darüber hinaus auch auf die Auslenkung

des Fräsers positiv auswirken und zu einem

sanften Schnitt führen. Das Ergebnis ist

ein extrem ruhiger Fräsprozess, praktisch

schwingungsfrei. Wir erzielen Oberflächen

mit einer Rauheit kleiner Ra 0.3, gemessen

parallel und senkrecht zur Fräsrichtung.

Das ist sensationell. Für die Anwender

bedeutet das, dass die nachfolgenden

Finishbearbeitungen, wie Schleifen oder

Polieren, entweder komplett entfallen oder

erheblich geringerem Aufwand bedürfen.“

36 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

CrazyMill Cool CF: Kühlung im Schaft

Der CrazyMill Cool SF ist im Durchmesserbereich

von 1 bis 8 mm und in

zwei vollen Schnittlängen von 3 x d

und 4 x d erhältlich. Dieser neue Super-

Schlichtfräser hat die perfekten Zutaten,

um eine erstaunliche Oberflächenqualität

zu erreichen: das Hartmetallsubstrat, das

hocheffiziente Kühlkonzept, die perfekte

Schneidkantenbehandlung, der variable

Drallwinkel, die ungleiche Zahnteilung, etc.

Extrem ruhiges Fräsverhalten

Aufgrund des extrem ruhigen Fräsverhaltens

der beiden Hochleistungsfräser sind die

Standzeiten gegenüber dem Benchmark

massiv angestiegen. Alberto Gotti: „Beim

CrazyMill Cool CF kann ein sehr hohes

Zeitspanvolumen generiert werden und

gleichzeitig eine exzellente Oberfläche am

Werkstück erzielt werden. Der CrazyMill

Cool SF ist als Schlichtfräser ausgelegt,

hier liegt unser Fokus auf schnellstes

Oberflächenfinishing. Auch hier zeigt

sich aufgrund des extrem ruhigen schwingungsfreien

Fräsverlaufs ein enormer

Standzeitgewinn gegenüber klassisch ausgelegten

Fräsergeometrien.“

Auch für Messing, Kupfer, Cobalt-

Chrom, Inconel

Die ersten Versuche im Technologiezentrum

der Mikron Tool zeigten, dass der CrazyMill

Cool SF auch in Bleifrei-Messing, Kupfer,

Cobalt-Chrom und Inconel ausgezeichnete

Oberflächengüten generiert. Bei allen oben

genannten Materialien konnten mit dem

CrazyMill Cool SF Ra-Werte unterhalb von

0.3 µm erzielt werden.

CrazyDrill Cool TK/TN: Hohe Bohrungspräzision

weitere Infos:

www.mikrontool.com

CrazyDrill Cool TK/TN: Schneidgeometrie

CrazyMill Cool SF: Anwendungen in der Uhrenindustrie

dihw 16 4 · 2024 37


Werkzeuge & Werkstoffe

Mit Highspeed zur präzisen Knochenschraube

Sportverletzungen, Autounfälle oder

Missgeschicke im Haushalt – Knochenbrüche

können schnell und unerwartet auftreten.

Nicht selten sind diese so schwer, dass

eine Operation des Bruches unausweichlich

ist. Je nach Verletzungsmuster entscheidet

der behandelnde Chirurg zwischen

Drähten, verschraubten Platten oder langen

Knochenschrauben, um den Bruch zu fixieren.

Doch kaum ein Patient weiß, dass gerade

die Knochenschrauben medizinische

Hightech-Produkte sind. Das Unternehmen

hg Medical aus dem oberbayrischen

Raisting gilt als einer der marktführenden

Lohnfertiger dieser speziellen Schrauben.

Zur Fertigung der Knochenschrauben setzt

hg Medical auf Langdrehmaschinen von

Traub sowie auf Wirbelwerkzeuge der Paul

Horn GmbH. Neben dem konventionellen

Wirbeln kommt bei hg Medical auch der

Prozess Highspeed-Wirbeln zum Einsatz.

Das Highspeed-Wirbeln ermöglicht einen kontinuierlichen Schnitt durch parallele

Drehbearbeitung. (Quelle: HORN/Sauermann)

Wirbelsäule oder am Oberschenkelknochen.

Zum Fixieren von Knochenfragmenten gibt

es eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen

Schraubenvarianten. Knochen ist nicht

gleich Knochen. Je nach Beschaffenheit

des Knochens wie beispielsweise Härte,

Porosität oder Knochenmark wählt der

Chirurg die passende Schraube aus. Neben

selbstsichernden Schrauben über konische

Gewindegänge oder variablen Steigungen

kommen auch Schrauben mit einer

Durchgangsbohrung zum Einsatz, durch

welche Knochenzement zur Stabilisierung

gespritzt werden kann.

Die Herstellung von Knochenschrauben

muss zwangsläufig über ein zerspanendes

Verfahren erfolgen, da der Werkstoff

für diese Art von Schrauben nicht verdichtet

werden darf, wie es beispielsweise

beim Gewinderollen geschieht. Gerade

der Werkstoff Titan, welcher wegen seiner

hohen Biokompatibilität hauptsächlich im

menschlichen Körper zum Einsatz kommt,

neigt bei zu hoher Materialverdichtung zum

Verbrennen. Als spanabhebendes Verfahren

hat sich der Prozess Gewindewirbeln seit

Jahren etabliert. Das Wirbelverfahren

ist bereits seit 1942 bekannt und unterlag

lange Zeit keinen wesentlichen

Weiterentwicklungen. Das konventionelle

Gewindewirbeln ist ein Verfahren,

das vorwiegend auf Langdrehmaschinen

zur Fertigung von Knochenschrauben

aber auch in größerer Dimension für die

Herstellung von Gewindespindeln eingesetzt

wird. Im Prozess wird der schnell

rotierende Wirbelkopf exzentrisch zur

Werkstückachse vor der Führungsbuchse

des Langdrehers angestellt und das langsam

rotierende Werkstück mit einer axialen

Vorschubbewegung in den Wirbelkopf

geführt.

Konventionelles Wirbeln

„Das Problem beim konventionellen

Wirbelverfahren ist, dass das Wirbeln und

das Vordrehen des Durchmessers immer

in einzelnen Schritten geschehen muss.

Die Schneiden des Wirbelmessers sind

nicht dafür ausgelegt, die teils doch größeren

Außendurchmesser des Rohmaterials

zu zerspanen“, sagt der Prozessentwickler

von hg Medical, Sebastian Schmid. Dies hat

zur Folge, dass das Wirbelmesser, je nach

Länge der Knochenschraube, mehrfach in

den Gewindegängen neu angesetzt werden

muss. Hierbei entstehen sogenannte

Anfahrmarken auf der Oberfläche. Diese

sind zwar biologisch unbedenklich, könnten

aber bei zu hoher Beanspruchung als

Sollbruchstelle der Schraube führen. Des

Weiteren ist eine makellose Oberfläche ein

Qualitätsmerkmal eines jeden Implantates.

Kontinuierlicher Schnitt

Ein wesentlicher Schritt in der Weiterentwicklung

des Wirbelprozesses ist das

Highspeed-Wirbeln. In der Zusammenarbeit

zwischen dem Maschinenhersteller INDEX/

Traub, Horn und einer Hochschule entstand

aus einer Idee dieses weitergedachte

Verfahren. Bei dem Verfahren ist die

Drehzahl so hoch, dass parallel zum Wirbeln

ein Drehprozess erfolgen kann. Das vor dem

Wirbelwerkzeug angestellte Drehwerkzeug

reduziert das Materialvolumen, welches

sonst von dem Wirbelwerkzeug abgetragen

werden müsste. Die eingesetzten

Wirbelköpfe gleichen konventionellen

Wirbelköpfen. Nur die Schneideinsätze

unterscheiden sich in der Geometrie. Die

Herstellung von ein- und mehrgängigen

Gewinden ist mit nur einem Schneidsatz

möglich. Der Vorteil gegenüber dem konventionellen

Wirbeln liegt zum Einen in

einem Zeitvorteil von bis zu 30 Prozent und

zum Anderen in der höheren erreichbaren

Qualität des Werkstücks. „Der Zeitvorteil

hängt immer vom jeweiligen Anwendungsfall

und der Geometrie der Schraube ab. Wir

sehen einen großen Vorteil durch den Entfall

der Anfahrmarken, da sich beim Highspeed-

Wirbeln die Schneiden in einem kontinuirlichen

Schnitt befinden“, erklärt Schmid.

Theoretisch ergibt sich beim Highspeed-

Wirbeln auch ein Vorteil von erhöhten

Standzeiten der eingesetzten Schneiden.

Dieser ergibt sich durch das geringere zu zerspanende

Materialvolumen, welches durch

die vorangegangene Drehbearbeitung

abgetragen ist. „Diesen Vorteil hätte ich

38 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Zum Stechdrehen setzt hg Medical ebenfalls

auf Werkzeugsysteme von Horn.

Quelle: HORN/Sauermann

beispielsweise beim Wirbeln von kurzspanenden

Werkstoffen. Wir verarbeiten

jedoch zu nahezu 100 Prozent langspanende

Titanlegierungen. Der Wirbelkopf dient

beim Highspeed-Wirbeln von Titan zwangsläufig

als Häcksler der langen Späne von

der parallelen Drehbearbeitung“ erklärt

Schmid. Dies macht den Vorteil der längeren

Standzeit in diesem Fall wieder

wett. Im Durchschnitt liegt die zu erreichende

Standzeit auf einem ähnlichen

Niveau wie beim konventionellen Wirbeln.

„Wir drehen, beziehungsweise wechseln

die Schneideinsätze der Wirbelmesser in

einem bestimmten Turnus. Die Qualität der

Knochenschrauben steht immer über der

maximal zu erreichenden Standzeit“ sagt

Schmid.

Hohe Fertigungspräzision

Plan- und Rundlaufgenauigkeit. Gerade

beim Übergang von zwei verschiedenen

Gewinden, oder beim erneuten Ansetzen

ist diese Genauigkeit entscheidend“, erklärt

der Horn-Außendienstmitarbeiter, Stefan

Benz. Horn schleift die Schneiden mit

Längentoleranzen von unter 0,002 mm.

Darüber hinaus sind die Plattensitze des

Wirbelkopfes ebenfalls hochpräzise gefertigt.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist

das Profil der geschliffenen Schneide.

Definierte Innenradien von r = 0,025 mm,

mit Toleranzen von +/- 0,005 mm sind beim

Präzisionsschliff der Wendeschneidplatten

keine Seltenheit. Für die Schneideinsätze

kommt in den Horn-Wirbelwerkzeugen

hauptsächlich die dreischneidige

Wendeschneidplatte des Typs S302 oder

die zweischneidige Platte des Typs S274

zum Einsatz. Alle Wirbelwerkzeuge sind

Sonderausführungen nach Kundenwunsch.

Seit rund zehn Jahren verrichten die Horn-

Werkzeugsystem nun ihren zuverlässigen

Dienst in den Hallen von hg Medical. Neben

den Werkzeugen zum Gewindewirbeln

setzt das Unternehmen auch auf Systeme

zum Stechdrehen und Innenausdrehen von

Horn. „Wir haben bei neuen Wirbelprojekten

teils sehr knifflige Aufgabenstellungen.

Hierzu besteht mittlerweile ein direkter

Draht in die Konstruktion von Horn, um die

Aufgabenstellung gemeinsam zu besprechen

und eine Werkzeuglösung zu entwickeln“,

erzählt Schmid und fährt fort:

„So wie wir selbst sind, erwarten wir von

unseren Lieferanten und Partnern höchste

Flexibilität und Schnelligkeit. Mit Horn

haben wir einen Werkzeugpartner an der

Seite, der diesen Service bietet und immer

für uns erreichbar ist.“

weitere Infos:

www.horn-group.com

Eingesetzte Maschine

zum Highspeed-Wirbeln:

Das Maschinenkonzept des Langdrehautomaten

TRAUB TNL20 wurde

konsequent auf die täglichen

Anforderungen der Anwender abgestimmt.

So ermöglicht die Kinematik des

Langdrehers eine effektive und zeitgleiche

Bearbeitung mit zwei, drei oder vier

Werkzeugen. Der großzügige und senkrecht

gestaltete Arbeitsraum sorgt dabei

für die nötigen Freiheitsgrade sowie für

eine sehr hohe Prozesssicherheit. Den

entscheidenden Produktivitätsvorteil

erzielt der Langdrehautomat mit der

hohen Dynamik. Das neu entwickelte

Maschinenbett aus Grauguß bildet

dabei die Basis für schwingungsdämpfende

Eigenschaften. Die hohe

Steifigkeit und thermische Stabilität

gewährleisten darüber hinaus beim

Langdrehen und Kurzdrehen eine optimale

Werkstückqualität.

Knochenschrauben unterliegen strengen

Kriterien an die Fertigungsqualität.

„Die Fertigungstoleranzen, gerade beim

Kerndurchmesser des Gewindes, sind je

nach Schraube sehr eng“, sagt Schmid.

Des Weiteren ist bei der Produktion

eine absolute Gratfreiheit zu garantieren.

Jeder noch so kleine Grataufwurf

stellt eine potenzielle Gefahr für spätere

Keimstellen dar. „Um diese Qualitäten

und Vorgaben zu erreichen, müssen die

Wirbelwerkzeuge mit den eingesetzten

Schneidplatten sehr präzise gefertigt

sein. Ein großer Fokus liegt hierbei auf der

hg Medical ist ein führender Lohnfertiger

für orthopädische Implantate im Bereich

untere und obere Extremitäten sowie für

den Wirbelsäulenbereich. Die Kunden

des Unternehmens entwickeln Produkte,

die die Lebensqualität vieler Patienten

auf der ganzen Welt verbessern. Mit

dem technischen Know-how setzt das

Unternehmen die Anforderungen seiner

Kunden um.

Die Kinematik des Langdrehers ermöglicht

eine effektive und zeitgleiche Bearbeitung mit

zwei, drei oder vier Werkzeugen.

dihw 16 4 · 2024 39


Werkzeuge & Werkstoffe

Sechs Mal höheres Zeitspanvolumen

Der neue RF 100 AL Mikro von Gühring

bietet eine herausragende Kombination aus

Präzision, Effizienz und Prozesssicherheit,

die ihn zur ersten Wahl für die Bearbeitung

von Aluminium, Kupfer und Messing macht.

Mit seinen innovativen Eigenschaften

und der überlegenen Leistung setzt dieses

Werkzeug neue Maßstäbe in der

Mikrozerspanung.

Die Welt der Zerspanung befindet sich im

Wandel: Während die einen an immer besseren

Elektroantrieben arbeiten, streben

die anderen nach leichteren Bauteilen, um

ihre Effizienz zu steigern. All das führt dazu,

dass die ISO-N-Gruppe aktuell als eine der

am stärksten wachsenden Materialgruppen

in der Zerspanungsindustrie gilt. Auch

im Segment der Mikrozerspanung

steigt die Nachfrage nach spezifischen

Werkzeuglösungen für höchstmögliche

Performance.

Mit dem RF 100 AL Mikro hat Gühring

nun ein absolutes High-End-Werkzeug

für diese Werkstoffe geschaffen. Der

Mikrofräser erfüllt mit seiner Performance,

der Prozesssicherheit, Gratfreiheit und

Schlichtoberflächen-Qualität auf höchstem

Niveau alle relevanten Anforderungen.

Dabei erzielt er bei Schruppbearbeitungen

bis zu sechsmal höhere Zeitspanvolumen als

die Marktbegleiter.

Schluss mit Aufbauschneiden

Der RF 100 AL Mikro wurde speziell

für die hohen Anforderungen bei

der Zerspanung von ISO-N-Werkstoffen

entwickelt und bietet darin außergewöhnliche

Leistungsfähigkeit und

Zuverlässigkeit. So gelingt dem Mikrofräser

der Spagat zwischen weichen, klebenden

Aluminiumwerkstoffen und hochfesten

Legierungen. Das Werkzeug besteht aus

einem ultrafeinen Hartmetallsubstrat, welches

für diese Werkstoffgruppe das optimale

Verhältnis von Härte und Zähigkeit bietet.

Zusätzlich sorgt die spezielle, ultradünne

Carbo+ Beschichtung für eine deutliche

Leistungssteigerung und verhindert im

Zusammenspiel mit der exklusiven GühroJet

Innenkühlung Materialanhaftungen

und Aufbauschneiden, aufgrund einer

erheblich verbesserten Spanabfuhr. Der

Anwender profitiert somit von höheren

Einsatzparametern, einer längeren

Werkzeugstandzeit und einer verbesserten

Oberflächenqualität. Die speziell entwickelte

Geometrie des Fräsers mit dynamischem

Nutprofil bietet ein Optimum aus

Stabilität und maximalem Spanraum, was

die Effizienz bei der Bearbeitung ebenfalls

erhöht.

Tests zeigen beeindruckende

Ergebnisse

In umfangreichen Tests und Anwendungen

hat der RF 100 AL Mikro beeindruckende

Ergebnisse gezeigt. Beim Fräsen weicher

(3.3206 / AlMgSi0,5) und auch hochfester

Aluminiumlegierungen (3.4365

/ AlZn5,5MgCu) konnte das Werkzeug

ein prozesssicheres Zeitspanvolumen

von bis zu 81,6 cm³ erreichen, während

Wettbewerbsprodukte lediglich 13,5 cm³

erzielten. Dies entspricht einem bis zu

sechs Mal höherem Zeitspanvolumen, was

die Effizienz in der Produktion erheblich

steigert.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt

lag auf der hohen Laufruhe. Weder beim

Schruppen noch beim Schlichten neigt das

Werkzeug zum Aufschwingen. Auf diese

Weise werden hervorragende, schlierenfreie

Oberflächen mit gratfreien Übergängen am

Bauteil erzeugt. Beim Schlichten mit einer

seitlichen Zustellung von unter 5 Prozent des

Durchmessers, sind Ra Werte von 0,15 µm

und besser zu erwarten, je nach Material,

Zahnvorschub und Werkzeugdurchmesser.

Die Einsatzgebiete reichen von der

Elektronikbranche mit der Fertigung von

Platinen, Sensorenträgern, Kühlkörpern

bis hin zu Feinmechanik, Gelenkkörpern,

Schienen- und Schiebetechnik, sowie

Verbindungselemente oder Endkappen.

Diese Vielseitigkeit macht den RF 100

AL Mikro zu einem unverzichtbaren

Werkzeug für Unternehmen, die in der

Mikrobearbeitung von ISO-N-Werkstoffen

tätig sind.

Breites Portfolio

Das Portfolio des RF 100 AL Mikro

umfasst vier Hauptsorten über einen

Durchmesserbereich von 0,50 bis

3,00 mm. Die Artikel unterscheiden sich

in Eckradius und Eckfase, sowie den

Längenausführungen 2,5 x D und 5,0 x D

Schneidenlänge. Die Vielfalt an verfügbaren

Durchmesser-, Längen- und Eckradiusbzw.

Eckfasen-Kombinationen ermöglicht

es dem Anwender für seine spezifischen

Anforderungen stets das am besten geeignete

Werkzeug auswählen zu können.

weitere Infos:

www. guehring.com

40 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Das Bessere ist der Feind des Guten!

Schon seit Jahren ist der Schleifmittelhersteller

Tyrolit international

erfolgreich mit seinen Schleiflösungen

zur Bearbeitung der besonders harten

Schneidplatten aus PKD und PCBN.

Die Produktlinien SKYTEC BASIC+ und

SKYTEC XD-1 haben sich über Jahre

bewährt und sind aus der Fertigung

von Wendeschneidplatten vieler

Hersteller nicht mehr wegzudenken.

Schließlich sorgen Sie für besonders

scharfe Schneidkanten und beste

Oberflächengüten, was die Spanabfuhr

unterstützt und letztlich lange Standzeiten

und optimale Qualität der bearbeiteten

Bauteile gewährleistet.

Die Entwickler bei Tyrolit haben sich aber

nicht auf diesem Erfolg ausgeruht, sondern

in enger Zusammenarbeit mit den Kunden

immer wieder neue Diamantqualitäten,

Bindersysteme und Fertigungsschritte

auf den Prüfstand gestellt. Dabei werden

auch systematisch Anleihen bei anderen

Schleifmittelentwicklungen gemacht. Dies

führte zu Synergieeffekten, die nun auch

bei der neuen Linie SKYTEC XD-2 Einzug

halten.

Neues Bindersystem sorgt für besten

Halt

Der Binder überträgt hohe Schneidkräfte

und hält die schneidenden Diamanten

lange im Verbund. Das bedeutet lange

Standzeiten. Erreicht wird das durch eine

geschickte Kombination neuer Rohstoffe

des Bindermaterials, sowie einer angepassten

Brandführung im Herstellprozess. Dabei

werden die temperaturempfindlichen

Diamanten optimal ummantelt und sehr fest

eingebunden.

Die gezielt abgestimmte Porosität

des Schleifkörpers der Serie SKYTEC

XD-2 bringt viel Kühlmittel an die

Bearbeitungsoberfläche. Das sorgt nicht

nur für kühlen Schnitt, sondern bietet

auch reichlich Raum für die Spanabfuhr.

Die beim Abtrag zwangsläufig entstehende

Hitze wird schnell abgeführt. Dadurch

können die im Schleifprozess auftretenden

Temperaturen trotz hoher Schleifleistung

niedrig gehalten werden, was einerseits die

schneidenden Diamanten schont und andererseits

eine thermische Überlastung des

Werkstückmaterials vermeidet.

Die eingesetzten Diamantsorten

zeichnen sich durch eine besondere

Kornform aus, die einerseits eine feste

Einbindung in das Bindersystem

gewährleistet. Das hält die

Diamanten lange im Verbund

und begünstigt eine lange

Standzeit der Schleifscheibe.

Andererseits sorgt diese spezielle

Kornform für aggressive

Schneidkanten am

Diamanten und gewährleistet

so einen deutlich erhöhten

Materialabtrag gegenüber

anderen Systemen

im Schleifprozess. Die

Festigkeitskennwerte der

neuen Diamantsorte sind einzigartig

und finden ausschließlich

bei der Bearbeitung von

SuperhartstoffenAnwendung.

Neue Komposition von Binder und

Diamanten

Die Erfahrungen im Umgang mit keramischen

Bindungssystemen aus den zahlreichen

Anwendungen in der Automobilund

Medizinindustrie trugen auch wesentlich

zur Entwicklung eines angepassten

Fertigungsprozesses innerhalb von

Tyrolit bei. Besonderes Augenmerk

lag auf der Herstellung eines homogenen

Mischgutes sowie der exakten

Auslegung der Brandkurve (Temperatur

/ Zeitverlauf) im Herstellungsprozess der

Schleifscheiben. Dies wiederum sorgt für

exakte Reproduzierbarkeit in der Fertigung.

Nicht zuletzt deshalb profitieren die Tyrolit-

Kunden von hohen Standards und verlässlich

gleichbleibender Qualität.

Neue Besen kehren gut

Insgesamt ergibt sich so bei den verbesserten

Schleifscheiben vom Typ SKYTEC

XD-2 eine ganze Reihe wesentlicher Vorteile

für die Anwender. Sie erreichen nicht nur

bessere Schneidkantenqualitäten (geringere

Schartigkeit) sondern auch glattere

Oberflächen und regelmäßigere

Schliffbilder über die gesamte Lebensdauer

der Schleifscheibe. Das gesteigerte

Abtragsvolumen in gleicher Fertigungszeit

spart Schleifzeit je Werkstück und erhöht

die Produktivität und Ausbringung der

Anwender.

Dank dieser neuen Binder-Schneidkorn-

Komposition verlängern sich auch die

Standzeiten je Schleifscheibe erheblich.

Somit sind wesentlich weniger

Abrichtzyklen und Werkzeugwechsel notwendig,

was einen längeren Seriendurchlauf

ohne Werkzeugwechsel ermöglicht. Das verursacht

deutlich weniger Stillstandszeiten

und verringert Abricht- und Wechselbedarf.

Schlussendlich werden die Werkzeugkosten

gesenkt und die Wirtschaftlichkeit der

Fertigung der Kunden verbessert sich

spürbar.

Die Hersteller von PKD/PCBN-Werkzeugen

stehen in scharfem Wettbewerb gegen

eine Vielzahl von Konkurrenten, meist aus

dem asiatischen Raum. Hier wird mit harten

Bandagen und teilweise ruinösen Preisen

gekämpft. Jede Steigerung der eigenen

Wirtschaftlichkeit, bei Beibehaltung oder gar

Verbesserung der eigenen, hohen Qualität,

sollte also mehr als willkommen sein. Daher

lohnen in deren Fertigung meist auch

Wechsel von bisher bewährten Produkten

zu neueren Produkten einer verbesserten

Baureihe. Tyrolit bietet die Schleifwerkzeuge

der neuen Linie SKYTEC XD-2 für die gängigen

Schleifmaschinen ab Lager an.

weitere Infos:

www.tyrolit.group

dihw 16 4 · 2024 41


Werkzeuge & Werkstoffe

Leistungsstarke Dreh- und Frässorten für höchste

Schnittgeschwindigkeit und Werkzeugstandzeit

Mitsubishi Materials hat eine spezielle

CVD-beschichtete Hartmetallsorte entwickelt,

die sich hervorragend für die

Dreh- und Fräsbearbeitung verschiedener

Materialien eignet.

Die neue Sorte verfügt über eine innovative

Beschichtung mit hohem

Aluminiumanteil und setzt damit neue

Maßstäbe bei Schnittgeschwindigkeit und

Werkzeugstandzeit in der Fertigung. Diese

moderne Beschichtung aus Aluminium-

Titan-Nitrid (Al,Ti)N ist ein Verbundwerkstoff,

der aufgrund seiner extrem harten und

hitzebeständigen Eigenschaften weithin

als Beschichtung für moderne

Schneidwerkzeuge eingesetzt wird.

Die Kombination aus Atomen unterschiedlicher

Größe erzeugt eine harte Kristallstruktur.

Die Härte von (Al,Ti)N nimmt mit steigendem

Al-Gehalt zu, aber bei herkömmlicher

Technologie verändert sich die

Kristallstruktur und die Härte von (Al,Ti)

N nimmt ab, wenn der Al-Gehalt 60 %

übersteigt.

Wenn der Al-Anteil über 60 % liegt, bildet

sich eine weichere Kristallphase.

Durch die Entwicklung eines neuen

Beschichtungsverfahrens, das auf der eigenen

Originaltechnologie von Mitsubishi

Materials basiert, wurde eine Methode entwickelt,

bei der sich die Kristallstruktur einer

Al-reichen Beschichtung auch dann nicht

verändert, wenn der Al-Gehalt erhöht wird.

Dadurch kann ein höherer Al-Gehalt mit

einer höheren Härte von (Al,Ti)N erreicht

werden.

Kristallbild der Serie MV1000

Die MV1000-Serie umfasst zwei neue

Sorten, d. h. die MV1020 und die MV1030.

Beide Sorten sind vielseitig einsetzbar,

unter anderem bei der Bearbeitung verschiedener

Legierungen und rostfreier

Stähle sowie bei der Bearbeitung von

Gusseisen mit Kugelgraphit. Die Sorte

MV9005 für Dreharbeiten ist auf die hocheffiziente

Bearbeitung hitzebeständiger

Superlegierungen spezialisiert.

Fräsen

MV1020: Diese Sorte weist sowohl bei der

Trocken- als auch bei der Nassbearbeitung

eine hohe Beständigkeit gegen thermischen

Schock auf. Dadurch ist eine stabile

Bearbeitung ohne thermische Rissbildung

gewährleistet, insbesondere bei der

Bearbeitung verschiedener Legierungen

und rostfreier Stähle sowie von Gusseisen

mit Kugelgraphit. Darüber hinaus werden

extrem hohe Schnittgeschwindigkeiten

erreicht und die Bearbeitungszeit deutlich

reduziert.

MV1030: Diese Sorte weist eine hohe

Oxidationsbeständigkeit und eine ausgezeichnete

Verschleißfestigkeit auf. Dadurch

werden plötzliche Brüche, Absplitterung

und plastische Verformung verhindert.

Insbesondere bei der Nassbearbeitung

von rostfreien Stählen ist eine hohe

Zuverlässigkeit gewährleistet.

Die MV-Wendeschneidplatten sind extrem

vielseitig und für die folgenden Fräser

geeignet: WWX, WSX, WJX, WSF, VPX, AHX

und ASX

Drehen

MV9005: Diese Sorte eignet sich hervorragend

für die Drehbearbeitung von hitzebeständigen

Superlegierungen. Das Sortiment

bietet eine breite Auswahl an negativen und

positiven Wendeschneidplatten sowie fünf

verschiedene Spanbrecher, um ein breiteres

Anwendungsspektrum abzudecken. Es können

Schnittgeschwindigkeiten von bis zu

110 m/min erzielt werden.

weitere Infos:

www.mmc-carbide.com

Wendeschneidplatten für die Fräsbearbeitung

Wendeschneidplatten für die Drehbearbeitung

42 dihw 16 4· 2024


Werkzeuge & Werkstoffe

Innovative Werkzeuglösungen für Drehen,

Fräsen und Spannen

Zweimal jährlich veröffentlicht der Vollsortimenter

ZCC Cutting Tools Europe seinen

Produktneuheitenkatalog, um den sich

weiterentwickelnden Anforderungen der

Märkte in Europa kontinuierlich gerecht zu

werden und besondere Highlights hervorheben

zu können. Zur AMB präsentierte

das Unternehmen drei Produktneuheiten,

die wirtschaftliche, und qualitative

Verbesserungen für unterschiedliche Fertigungsprozesse

bieten.

Neuer Spanbrecher QF für maximale

Kontrolle bei der Präzisionsbearbeitung

Der QF Spanbrecher ist speziell für sehr

geringe bis geringe Schnitttiefen konzipiert

und eignet sich daher ideal für den Einsatz

auf Langdrehautomaten. Die spezifischen

Spanformelemente sorgen für maximale

Spankontrolle bei der Schlichtbearbeitung.

Zur Reduzierung von Schnittkräften und

Vibrationen trägt der positive Spanwinkel

bei, was zu einer besonders guten Spanformung

führt. Mit einer umfangsgeschliffenen

Schneidkante gewährleistet der

QF außerdem eine hohe Präzision in der

Bearbeitung. Bei dünnwandigen Bauteilen

ist die Vibrationsneigung aufgrund der

optimierten Schneidkantenpräparation

gering, was das Risiko von Schäden an der

Oberfläche senkt und für eine hervorragende

Oberflächengüte sorgt.

Zur Markteinführung wird der QF

Spanbrecher mit der Hochleistungs-PVD

Sorte YBG205H angeboten, die besonders

für die Bearbeitung von Stahl und

nichtrostendem Stahl geeignet ist. Der QF

Spanbrecher ist in positiven 7º-Geometrien

erhältlich und umfasst die Plattentypen

CCGT, DCGT und VBGT.

Mit dem neuen QF Spanbrecher in

Kombination mit der PVD Sorte YBG205H

bietet ZCC-CT Europe eine relevante Lösung

für die Präzisionsbearbeitung an, die das

Potenzial hat, die Wirtschaftlichkeit und

Qualität spezifischer Drehbearbeitungen

signifikant zu steigern.

Neuer Scheibenfräser SMP09 für

maximale Präzision

Speziell für anspruchsvolle Fräsanwendungen

entwickelt, ermöglicht SMP09 hohe

Vorschubgeschwindigkeiten mit exzellenten

Rund- und Planlaufeigenschaften, als

eine wichtige Voraussetzung für Premium-

Bearbeitungsaufgaben. Tangential montierte

Wendeschneidplatten und beidseitige

Schneidkanten sind charakteristische

Merkmale dieses Scheibenfräsers.

Dieses konstruktive Detail sorgt für erhöhte

Stabilität und geringere Schnittkräfte, was zu

einer bemerkenswerten Laufruhe und exzellenten

Rund- und Planlaufeigenschaften

führt.

Die Sorten YB9320 und YBM253, die für den

SMP09 aktuell angeboten werden, erzielen

hervorragende Ergebnisse in Stahl,

nichtrostendem Stahl und Guss gleichermaßen.

Diese Variabilität reduziert für

Anwender die Komplexität bei der Auswahl

und der Lagerhaltung unterschiedlicher

Schneidstoffe.

Die vierschneidigen Wendeschneidplatten

sorgen für verbesserte Wirtschaftlichkeit.

Die GM-Spanleitstufe der LNGX-Wendeschneidplatten

gewährleistet eine effiziente

Spanabfuhr und gleichmäßige

Belastung der Schneidkanten, was die

Standzeit des Werkzeugs zusätzlich verlängert.

Durch die hohe Stabilität und Laufruhe

des SMP09 werden außerdem exzellente

Oberflächengüten erzeugt, die auch besonderen

Anforderungen gerecht werden.

Neues Hydrodehnspannfutter zClamp

Hydro

Aufgrund seiner bis zu 2.000 Nm Klemmkaft

bietet die Hydrodehnspanntechnik von

zClamp Hydro eine zuverlässige Spannung

des Werkzeuges. Mit dem Spannkolben

wird das Hydraulik-Medium in das Kammersystem

gepresst. Die Dehnbüchse wölbt sich

gleichmäßig gegen den Werkzeugschaft,

wodurch dieser zuerst zentriert und

anschließend vollflächig gespannt wird.

Um die Klemmkraft zu sichern, werden hierbei

Öl und Staubreste in die Schmutzrille

verdrängt, wodurch die Spannfläche sauber

bleibt. Das mit dem Hydraulik-Medium

gefüllte Kammersystem hat eine dämpfende

Wirkung auf das eingespannte Werkzeug.

Auf diese Weise ist es mittig perfekt

gespannt und hat eine besonders hohe

Rundlaufgenauigkeit (<0,003 mm), so dass

eine optimale Oberflächengüte gewährleistet

werden kann. Die Abnutzung der

Werkzeugschneide verringert sich dadurch

und weil zClamp Hydro zudem für eine

gleichbleibende Werkzeugstabilität

sorgt. Bei der neuen Halterlösung kann

die Spannschraube ohne Drehmomentschlüssel

auf Anschlag gespannt werden.

Ein rascher und reproduzierbar sicherer

Werkzeugwechsel ist somit garantiert.

Insgesamt erhöht sich durch den Einsatz des

Hydrodehnspannfutters die Standzeit um

bis zu 40 Prozent.

weitere Infos: www.zccct-europe.com

dihw 16 4 · 2024 43


Bearbeitungsprozesse

Zerspanung von abrasiven Metallen

Zeit, dass sich was dreht

Die Bearbeitung von bleifreiem

Messing ist anspruchsvoll. Es ist abrasiv

und lässt die Schneide schnell verschleißen.

ISCAR bietet mit Sonderwerkzeugen

Lösungen, die die Standzeiten verlängern,

die Oberflächengüte erhöhen und die

Prozesssicherheit steigern.

Blei (Pb) verleiht anderen Metallen in

Legierungen spezifische Eigenschaften, verbessert

zum Beispiel ihre Zerspanbarkeit

und erhöht die Korrosionsbeständigkeit.

Doch Blei ist giftig. Der Körper nimmt elementares

Blei vor allem in Form von Staub

über die Lunge auf. Die MAK-Kommission

der Deutschen Forschungsgemeinschaft

hat diese Fraktionen von Blei als krebserzeugend

eingestuft. Das Tückische: Blei reichert

sich selbst bei Aufnahme kleinster

Mengen über einen längeren Zeitraum im

Körper an, zum Beispiel in den Knochen,

und wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden.

Es schädigt unter anderem

Blutbildung, Nervensystem und Muskulatur.

Im Extremfall kann eine Bleivergiftung zum

Tod führen.

Aufgrund immer strengerer Verbraucherschutz-Vorschriften

müssen Hersteller den

Anteil des Legierungsele-ments Blei in vielen

Bauteilen auf ein Minimum, im besten Fall

auf null, reduzieren. Die Herausforderung

besteht darin, die gewünschten Eigenschaften

des Materials auch bei Bleifreiheit

sicherzustellen. Denn industriell bedeutende

Zerspanungsmessinge enthalten beispielsweise

zwischen 0,5 und 3,5 Prozent

Blei in kleinen Tröpfchen als Spanbrecher.

Das Blei liegt im Kristallgitter als fein dispergierte

Phase vor. Je mehr Blei enthalten ist,

umso besser lässt sich der Werkstoff zerspanen.

Die anfallenden Späne sind kurz.

Umweltfreundliche Alternative

Klassisches Messing mit einem hohen Bleianteil

lässt sich oftmals durch den Werkstoff

CuZn21Si3P – auch EcoBrass genannt – ersetzen.

Das Silizium-haltige Sondermessing

ist sehr korrosionsbeständig und eignet

sich unter anderem für den Einsatz

in Sanitäranwendungen. Silizium sorgt

für die Entzinkungs- und Spannungsriss-

Korrosionsbeständigkeit. Bei Ecobrass sind

weniger als 0,1 Prozent Blei enthalten – gut

für die Gesundheit, gut für die Umwelt, aber

schwer zu verarbeiten.

Denn bleiarme oder bleifreie Werkstoffe

bereiten Probleme bei der Zerspanung:

Neben hoher Abrasivität und hohem

Verschleiß an der Schneide nimmt die Gratbildung

zu und die Späne werden viel länger.

An dieser Stelle setzt ISCAR mit effektiven

Lösungen zur erfolgreichen Zerspanung

an. Mit optimal an die Aufgabe angepassten

Schneidstoffen und Spangeometrien

verlängern Anwender die Standzeit,

erhöhen die Oberflächengüte, steigern

Zeitspanvolumen sowie Produktivität und

profitieren von mehr Prozesssicherheit.

So meistert beispielsweise die rhombische

Wendeplatte CCGT 09T304 der ISCOTURN-

Reihe das Schruppen beim Drehen. Durch

die scharf geschliffene Schneide und den

positiven Spanwinkel müssen Anwender

nur geringe Schnittkräfte aufwenden und

können in kurzer Zeit viel Material abtragen

– auch von schwer zerspanbarem Ecobrass.

Die positive 35-Grad-Wendeschneidplatte

VCGT 110302 mit 7-Grad-Freiwinkel eignet

sich im Anschluss fürs Schlichten. Und

auch für das Abstechen von Ecobrass bietet

DCGT-VCGTISOTURN-Wendeschneidplatten

zum Drehen von Ecobrass.

ISCAR mit der SLIMGRIP-Platte GFT 1.0J-0.1

ein passendes Werkzeug an. Bei größeren

Durchmessern bewähren sich diamantbeschichtete

Schneiden und Schneidstoffe wie

PKD, CVD-Diamanten und MKD mit höherem

Leistungsprofil.

weitere Infos: www.iscar.de

Durch die Ausführung aus polykristallinem

Diamant können Fachkräfte in kurzer Zeit viel

Material abtragen.

Die Dreh-Wendeschneidplatte CCGT 09T304

eignet sich gut für das Schruppen von Ecobrass.

Rhombische, positive 35-Grad-Wendeschneidplatte

mit 7-Grad-Freiwinkel.

Die Standzeiten lassen sich mit der Dreh-Wendeschneidplatte

CCGT 09T304 deutlich erhöhen.

44 dihw 16 4· 2024


Bearbeitungsprozesse

Bodyguard für die Bohrbearbeitung

Eine automatisierte Diagnose des

Werkzeugzustands im laufenden Prozess?

Ein Feature, das sich jeder Zerspaner

wünscht, um sicher und effizient

Bauteile zu fertigen – ohne vorzeitigen

Werkzeugwechsel oder Bauteilschäden

wegen eines gebrochenen Tools zu riskieren.

Um eine verlässliche und leicht adaptierbare

Werkzeugüberwachung für das

Bohren zu entwickeln, arbeitete CERATIZIT

gemeinsam mit den wissenschaftlichen

Partner Materials Center Leoben (MCL) für

drei Jahre Hand in Hand.

Ein automatisiertes Werkzeugüberwachungssystem

umzusetzen, ist nicht

so leicht, wie es sich anhört. Bereits kleine

Änderungen, wie eine andere Charge

des zu bearbeitenden Werkstoffs oder ein

anderer Maschinentyp können unvorhersehbare

Einflüsse auf die Standzeit haben.

Für Anwender mit eingefahrenen Prozessen

und großen Bauteilstückzahlen bietet

CERATIZIT das Prozessüberwachungssystem

CERAsmart ToolScope, unter anderem zur

Standzeitvorhersage von Werkzeugen

an. Dazu dokumentiert der Kunde via

CERAsmart ToolScope den zeitlichen Verlauf

sowie die Kräfte und Ströme der Werkzeuge.

Sobald sich der Prozess jedoch ändert, muss

dieser Einfahrvorgang wiederholt werden.

Für Kunden, die hauptsächlich kleine

Bauteillose fertigen, ist dieses Feature daher

meist zu umständlich.

Mannlos sicher überwachen

Bereits heute möglich: Standzeitvorhersage von Werkzeugen mit dem Prozessüberwachungssystem

CERAsmart ToolScope von CERATIZIT.

Steigende Anforderungen an Qualität

und Kosteneffizienz sowie zunehmender

Personalmangel zwingen die metallverarbeitende

Industrie, ihre Fertigungsprozesse

zunehmend zu automatisieren. Aktuelle

Werkzeugmaschinengenerationen sind

bereits für die automatisierte Führung von

Zerspanungswerkzeugen auf vorher definierten

Pfaden vorbereitet. Doch selbst

wenn dieser Teil der Fertigung automatisch

abläuft, ist bisher die Aufsicht eines

Bedieners für einen sicheren und produktiven

Prozessablauf erforderlich. Denn

manche Szenarien sind nicht abzusehen:

Wann lässt die Leistung der verwendeten

Werkzeuge in kritischem Maße nach,

wann kommt es sogar zu Ausbrüchen an

deren Schnittkanten oder wann bricht

das Werkzeug komplett? Bleiben solche

Schäden am Werkzeug unbemerkt,

sind die Folgen einerseits deutlich

reduzierte Produktivität und erzeugte

Oberflächenqualität, und andererseits

folgenschwere Schäden durch überhöhte

Kräfte und Biegemomente am Werkzeug

und der Bohrspindel, oder Kollisionen zwischen

Spindel und Werkstück.

Stoppen, bevor etwas kaputt geht

Um in Zukunft das Einfahren von

Werkzeugen zur Prognose von Standzeiten

einzusparen und den Maschinenbediener

zu entlasten, sollten im Rahmen des

„SmartDrilling“-Projektes universell gültige

Modelle und Methoden entwickelt

werden. Dazu wurden in der Zerspanung

besonders gängige Bohrprozesse ausgewertet.

Voraussetzung dafür ist eine

bedeutende Weiterentwicklung im

Informationsaustausch zwischen Mensch

und Werkzeugmaschine. Das Ziel war es,

ein „Tool Condition Monitoring System“

zu entwickeln, dass in der Lage ist, den

Schädigungszustand von Bohrwerkzeugen

bereits im direkten Einsatz anzuzeigen. Die

Basis dafür sollten Sensorsignale sein, die die

Werkzeugmaschine aufzeichnet. Diese werden

dann mit einer eigens entwickelten softwarebasierten

Datenverarbeitungstechnik

segmentiert, um sich in der Analyse lediglich

auf die für den Werkzeugzustand relevanten

Signale konzentrieren zu können.

Der entwickelte Datenanalysealgorithmus

liefert permanent Informationen zum aktuellen

Stand der Werkzeugschädigung, die

während des Bohrvorgangs stets aktualisiert

auf einem Display dargestellt werden. Noch

bevor ein kritischer Schädigungszustand

des Bohrwerkzeuges erreicht ist, ertönt ein

laut hörbarer Alarm. Somit kann ein einzelner

Bediener die prozesssichere Bedienung

mehrerer Werkzeugmaschinen bewerkstelligen

und so sein Management der zeitlichen

Abläufe von manueller Intervention,

Maschinenbestückung und Wartung

optimieren.

Ein Meilenstein in Sachen Effizienz

„Bis zu einem verkaufsfähigen Produkt ist

es noch ein langer Weg. Aber dank der vielen

Erkenntnisse der vergangenen drei Jahre

ist uns mit dem in SmartDrilling realisierten

Tool Condition Monitoring System ein

Meilenstein in Bezug auf die Steigerung der

Effizienz von spanender Fertigung metallischer

Bauteile gelungen. Die bei seinem

Einsatz generierten Kostenvorteile für fertigende

Unternehmen werden entscheidend

zur Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen

Industriebetriebe beitragen. Neben den zu

erwartenden ökonomischen Vorteilen sind

auch große umweltrelevante Einsparungen

durch rechtzeitig nachgeschliffene Bohrer

und vermiedenen Werkstück-Ausschuss zu

erwarten“, sind sich die Projektteilnehmer

Materials Center Leoben (MCL) und

CERATIZIT unisono einig.

weitere Infos: www.ceratizit.com

dihw 16 4 · 2024 45


Bearbeitungsprozesse

Das Geheimnis der Keramik-Bearbeitung

Das μm-genaue Zerspanen von Keramik

ist eine Herausforderung, der sich nur wenige

Unternehmen stellen. LouwersHanique

erledigt solche Aufträge schon jahrzehntelang.

Seit 2023 hat der Präzisionsbearbeiter

die hochpräzise Bearbeitung von spröden

Werkstoffen nochmals auf ein neues

Niveau gehoben. Entscheidend dafür

ist der Einsatz des von Kern entwickelten

duktilen Schnittmodus in Kombination mit

dem Highend-Bearbeitungszentrum Kern

Micro HD.

Im Jahr 2012 haben sich die Inhaber der Firmen

„Louwers Glastechniek“ und „Pulles & Hanique“

entschlossen, ihr Know-how zu bündeln und

gemeinsame Sache als LouwersHanique BV zu

machen. Als Spezialisten für die Bearbeitung

von technischem Glas, Quarz und technischer

Keramik startete die neu gegründete

Gesellschaft mit 70 Mitarbeitern. Inzwischen

beschäftigt das erfolgreiche Unternehmen

rund 185 Fachkräfte und produziert anspruchsvolle

Bauteile für Kunden aus verschiedenen

Branchen.

Jan van Dingenen, leitender Produktionsingenieur bei LouwersHanique, und Programmierer

John Seuntiëns begutachten gemeinsam eine Simulation am Bedienerterminal der

Kern Micro HD.

LouwersHanique wächst seit der Gründung

kontinuierlich. Der leitende Produktionsingenieur

Jan van Dingenen ist

auch für die Zukunft sehr zuversichtlich:

„Wir arbeiten sehr eng mit innovativen

Unternehmen zusammen, die in Hightech-

Märkten wie etwa der Halbleitertechnik

Medizintechnik oder Analytik tätig sind.

Dabei ist vor allem unser umfangreiches

Wissen um die Bearbeitung besonders

anspruchsvoller Materialien gefragt.“

Der Hauptfokus der niederländischen

Produktionsspezialisten liegt auf der

Herstellung mechatronischer High-

End-Baugruppen wie Endeffektoren,

Spiegelblöcke, Isolatoren, Sensoren und

Keramikgehäuse. „Wir sind stolz darauf, so

hochwertige Bauteile herzustellen, die oft

sehr wichtig für den Einsatz in Hightech-

Systemen sind. Das macht uns zu einem

wertvollen Partner für unsere Kunden“,

ergänzt van Dingenen.

Keramik hat als Werkstoff einzigartige

Vorteile

Unterstützung bietet LouwersHanique

seinen Kunden von einer frühen Konzeptund

Entwicklungsphase bis hin zur

Serienfertigung. Entscheidend ist hierbei

neben dem umfangreichen Know-how

auch eine breite Palette an technischer

Ausstattung, die hochautomatisierte und

moderne CNC-Bearbeitungstechnologie

mit fortschrittlicher Prüf-, Mess- und

Reinigungstechnik kombiniert. Nur so

sei es möglich, eine hundertprozentig

gleichbleibende Qualität zu gewährleisten

und dabei neuartige Produkte herzustellen

wie etwa hermetisch dichte

Durchführungen, 3D-gedruckte Bauteile

aus Glas oder mikrobearbeitete Bauteile

aus Siliciumcarbid.

Eine Spezialität von LouwersHanique ist

die Bearbeitung von Keramik. „Die Anlagen

unserer Kunden werden oft in einer

anspruchsvollen Umgebung eingesetzt“,

sagt van Dingenen. Dort können die eingesetzten

Bauteile und Bauteilgruppen

starken Abriebkräften sowie Flüssigkeiten,

Gasen oder Vacuum ausgesetzt sein,

mitunter in Kombination mit hohen

Temperaturen. „Hier haben Keramiken einzigartige

Vorteile gegenüber Metallen

oder Kunststoffen. Siliziumkarbid hält beispielsweise

Temperaturen von mehr als

1.200 Grad Celsius stand, ohne die chemische

Struktur zu verlieren“, erklärt der

Produktionsingenieur. Zudem gasen

Keramikwerkstoffe nur minimal aus, sind

hochsteif und haben einen niedrigen

Wärmeausdehnungskoeffizienten.

Bearbeitung ist extrem

anspruchsvoll

All diesen Vorteilen steht primär ein

Nachteil gegenüber. Die hochpräzise

Bearbeitung von Keramiken und vor allem

von Hartkeramiken ist extrem anspruchsvoll.

Die Gefahr, dass Risse, Abplatzer und

ähnliche Beschädigungen entstehen, ist

hoch. „So etwas wird natürlich von keinem

Kunden akzeptiert“, erklärt van Dingenen.

Gleichzeitig sind die Anforderungen an

Genauigkeit und Oberflächengüte in den

letzten Jahren enorm gestiegen, führt der

Produktionsleiter aus: „Unsere Kunden

geben heute teils Toleranzen von bis zu

1 µm und Ebenheiten für Oberflächen von

unter 2 µm bei einem Durchmesser von

150 mm vor. Gleichzeitig haben wir bei manchen

Keramikteilen eine Rauheit von unter

Ra = 0,2 µm einzuhalten.“

Anforderungen dieser Kategorien

brachte die Produktionsexperten von

LouwersHanique bis vor kurzem noch gehörig

ins Schwitzen. Inzwischen sehen sie diese

Anforderungen etwas gelassener. Denn

Mitte 2023 wandte sich das Team von Jan

46 dihw 16 4· 2024


Bearbeitungsprozesse

van Dingenen an Kern-Vertriebsberater

Didier Gony und John Snijders, von der niederländischen

Kern-Handelsvertretung

Encoma B.V.. „Beide unterstützten uns sofort

mit sehr hilfreichen Informationen“, erzählt

der Produktionsleiter. „Darüber hinaus realisierten

sie bereits kurze Zeit später einen

Besuch bei Kern in Eschenlohe.“

Dort hatten die niederländischen Produktionsexperten

die Gelegenheit, die

Bearbeitung ihrer eigenen Materialien

umfangreich zu testen. Laut dem

Ingenieur übertrafen die Ergebnisse ihre

Erwartungen deutlich: „Als wir sehen

konnten, was mit dem von Kern entwickelten

und patentierten duktilen

Schnittmodus auf der Kern Micro HD möglich

ist, wussten wir, dass wir die perfekte

Lösung für die Anforderungen unserer

Kunden gefunden hatten.“

Perfekte Lösung: Duktiler Schnitt und

Kern Micro HD

Als traditionelle Bearbeitungsprozesse für

Keramik setzte LouwersHanique früher primär

aufs Schleifen und Läppen. Mit dem

duktilen Schnitt lassen sich nun selbst härteste

Keramiken fräsend bearbeiten. Heißt:

Spezielle PKD-Fräswerkzeuge mit geometrisch

bestimmter Schneide erlauben es,

das extrem spröde Material mit fließendem

Span abzutragen. „Wir erreichen damit eine

überragende Oberflächenqualität mit minimaler

Rauheit, so dass auch an kritischen

Stellen keine oder wenig Nacharbeit durch

Polieren erforderlich ist. Damit können wir

produktiv arbeiten und selbst anspruchsvollste

Kunden zufriedenstellen.“

Mit dem duktilen Schnittmodus lässt sich auch bei härtesten Keramikbauteilen ein fließender

Span abtragen. Dadurch werden Oberflächenebenheit im μm-Bereich und Oberflächenrauheit

von Ra=0,2 μm erreicht.

Neben dem von Kern entwickelten duktilen

Schnittmodus ist für die hochpräzise

Bearbeitung der Keramikbauteile

von LouwersHanique eine extrem prozessstabile

Maschine wichtig, die die

geforderten höchsten Genauigkeiten

erzielt. Hohe Steifigkeit und Laufruhe,

eine schnell drehende Spindel und

Beständigkeit gegen Keramikstaub sind

Grundvoraussetzungen. Eigenschaften, die

insbesondere die Kern Micro HD mitbringt

Ihre clevere Achsanordnung schützt die

Mechanik vor dem abrasiven Staub und

die Mikrospalthydrostatik sorgt für höchste

Steifigkeit.

Die 15 kW-starke Hochgeschwindigkeitsspindel

des Highend-Fünfachsfräszentrums

erreicht Drehzahlen bis zu 42.000 min-1, was

es ermöglicht, mit dieser Maschine auch

Koordinatenschleifen zu realisieren. Bei

Bedarf kann also ohne umzuspannen erst

mit Schleifstiften geschliffen und anschließend

mit PKD-Fräswerkzeugen duktil

gefräst werden.

Für den leitenden Produktionsingenieur Jan

van Dingenen ist die Entscheidung in Kern

zu investieren, die absolut richtige gewesen.

Dabei hebt er neben der herausragenden

Technologie auch die gute Zusammenarbeit

mit allen beteiligten Personen hervor, insbesondere

mit Encoma-Inhaber John

Snijders: „Er hat uns während des gesamten

Kaufprozesses unterstützt und war sogar

bei der Inbetriebnahme der Kern Micro HD

dabei. Es hat alles wunderbar geklappt, und

wir freuen uns, jetzt Teil der Kern-Familie

zu sein.“

LouwersHanique BV, Hapert

(Niederlande), ...

gibt es seit über 70 Jahren und gehört

jetzt zur IDEX Corporation (USA). Das

Unternehmen beschäftigt rund 185

Mitarbeiter und produziert anspruchsvolle

Bauteile aus technischem Glas,

Keramik und Kombinationen mit Metall

für Branchen wie die Halbleitertechnik,

Analytik, Medizin- u. Biotechnologie.

weitere Infos:

www.kern-microtechnik.com

dihw 16 4 · 2024 47


Bearbeitungsprozesse

Bahman Azarhoushang 1,2* , Jahangir Khosravi 1,2 , Saeed Behjat 1 , Amir Alinaghizadeh Abiazani 1 , Heike Kitzig-Frank 1

Herstellung von PKD/CVD-Werkzeugen mittels

Drahterodierverfahren

PKD und CVD Diamantwerkzeuge sind für ihre

außergewöhnliche Härte, Verschleißfestigkeit und

thermische Stabilität bekannt und eignen sich ideal

für hochpräzise Bearbeitungsverfahren, insbesondere

bei schwer zu bearbeitenden Materialien.

Konventionelle Produktionsmethoden von PKD/

CVD-Werkzeugen, wie das Schleifen, stellen erhebliche

Herausforderungen dar, darunter übermäßiger

Werkzeugverschleiß, hohe Produktionskosten

und Einschränkungen bei der Erzielung komplexer

Geometrien. Diese Studie untersucht die Vorteile

der Nutzung des Drahterodierens (WEDM) für die

Produktion von PKD/CVD-Schneidwerkzeugen,

einer nicht konventionellen Produktionsmethode.

WEDM bietet hohe Präzision, ermöglicht eine

sehr flexible Fertigung, reduzierte mechanische

Spannungen und die Möglichkeit, komplexe

Werkzeugformen zu erstellen, die mit mechanischen

Zerspanungsprozessen Methoden schwer zu

erreichen sind. Insbesondere werden zwei WEDM-

Ansätze, das Ölbad-WEDM und das Wasserbad-

WEDM, verglichen. Die Analyse umfasst einen

umfassenden Vergleich der mit diesen Methoden

hergestellten Werkzeuge und deren jeweilige

Leistung bei Fräsanwendungen. Darüber hinaus

wird der Vergleich auf Werkzeuge ausgeweitet,

die mittels Laserverfahren hergestellt wurden.

Durch die Bewertung der Verschleißeigenschaften

und der funktionellen Leistung der Werkzeuge,

die durch Wasserbad-WEDM, Ölbad-WEDM und

Laserverfahren hergestellt wurden, werden

Einblicke in die effektivsten Produktionstechniken

zur Optimierung der Werkzeuglebensdauer

und der Bearbeitungseffizienz gegeben. Die

Ergebnisse zeigen, dass WEDM, insbesondere in der

Ölbadkonfiguration, eine effiziente und praktikable

Alternative für die Herstellung fortschrittlicher PKD/

CVD-Schneidwerkzeuge bietet.

Prof. Dr.-lng. Bahman Azarhoushang:

Institutsleiter, Professor an der Hochschule

Furtwangen (HFU)-KSF

M.Sc. Jahangir Khosravi:

Akademischer Mitarbeiter,

Doktorand

M.Sc. Saeed Behjat:

Akademischer Mitarbeiter

Dr.-lng. Amir Alinaghizadeh Abiazani:

Akademischer Mitarbeiter,

Postdoctoral Fellow

Dr.-lng. Heike Kitzig-Frank:

Stellvertretende Institutsleiterin

Einleitung

Viele industrielle Komponenten für

Luft- und Raumfahrt, Automobilbau,

Energieerzeugung und diverse

Maschinenelemente, werden

nach wie vor hauptsächlich mit

Zerspanungsprozessen wie Bohren,

Fräsen, Drehen und Schleifen hergestellt.

Um die Produktivität dieser

Prozesse zu steigern, steigt die

Nachfrage nach fortschrittlichen

Schneidwerkzeugen. Diese ermöglichen

auch die Bearbeitung schwer

zerspanbarer Materialien und fortschrittlicher

Keramiken. PKD- und

CVD-Schneidwerkzeuge sind solche

fortschrittlichen Werkzeuge,

die in den letzten Jahren aufgrund

ihrer positiven Eigenschaften an

Aufmerksamkeit gewonnen haben.

Konventionelle Schneidwerkzeuge

sind zwar deutlich günstiger,

haben aber aufgrund ihrer relativ

geringeren Härte einen höheren

Verschleiß. Folglich müssen diese

Werkzeuge regelmäßig gemessen,

nachbearbeitet oder ausgetauscht

werden, was zusätzliche

Kosten verursacht und die

Fertigungszeit reduziert. PKD und

CVD zeichnen sich durch ihre überlegene

Härte, Verschleißfestigkeit

und thermische Stabilität aus. Eine

Vielzahl von Materialien, einschließlich

Kunststoffen, Leicht- und Buntmetallen,

Titan-Verbundwerkstoffe,

Holz und Keramiken, kann mit diesen

Werkzeugen bearbeitet werden.

Diese fortschrittlichen Schneidwerkzeuge

sind im Vergleich zu konventionellen

Schneidwerkzeugen

jedoch teuer. Zum einen erhöhen

die hohen Materialkosten und

die Schwierigkeiten, homogene

Korngrößen zu erreichen, die

Materialkosten, da sie Rauheiten

und Inhomogenitäten im bearbeiteten

Werkstück verursachen können.

Zum anderen erhöht der komplexe

Produktionsprozess entsprechender

Werkzeuge den

Endpreis. Die derzeit hohen

1

Institute for Advanced Manufacturing - KSF, Hochschule Furtwangen, Tuttlingen, Deutschland.

2

Technische Fakultät, Universität Freiburg, Deutschland.

*

Korrespondenzautor, bahman.azarhoushang@hs-furtwangen.de

48 dihw 16 4· 2024


Bearbeitungsprozesse

Kosten für PKD/CVD-Werkzeuge

machen sie wirtschaftlich unattraktiv,

Potenzial für kostengünstigere

Diamantwerkzeuge ist hingegen

vorhanden. Der Herstellungsprozess

dieser Werkzeuge ist aufgrund der

genannten Eigenschaften von CVD

und PKD herausfordernd. Schleifen

ist eine konventionelle Methode

zur Herstellung der Werkzeuge,

bringt jedoch Probleme wie übermäßigen

Werkzeugverschleiß,

hohe Produktionskosten und

Schwierigkeiten bei der Erzielung

komplexer Geometrien mit sich.

Diese Einschränkungen behindern

die effiziente und wirtschaftliche

Produktion anspruchsvoller

Schneidwerkzeuge, die für moderne

industrielle Anforderungen notwendig

sind. Daher ist es sinnvoll,

produktivere Fertigungsmethoden

für entsprechende Werkzeuge zu

untersuchen.

Eine der unkonventionellen

Fertigungsmethoden zur präzisen

und scharfen Konturbearbeitung

dieser Werkzeuge ist die Laserablation.

Allerdings machen die

hohen Anschaffungskosten für Ultra

Kurzpuls (UKP) Lasermaschinen und

die langen Produktionszeiten entsprechende

Werkzeuge teuer und

schränken ihre Anwendung ein. In

diesem Zusammenhang hat sich

das Drahterodieren als vielversprechende

unkonventionelle Methode

zur Herstellung von PKD / leitfähigen

CVD-Werkzeugen mit geringeren

Kosten bewährt. Drahterodieren

bietet hohe Flexibilität, Präzision,

reduzierte mechanische Spannungen

und die Fähigkeit, komplexe

Werkzeugformen zu erstellen,

die mit traditionellen Methoden

schwer zu erreichen sind.

Normalerweise wird in Universal-

Drahterodiermaschinen Wasser

als Dielektrikum verwendet. Das

Wasser ermöglicht relativ große

Entladungsabstände und hohe

Energieentladungen. Wasser als

Dielektrikum hat jedoch Nachteile

für einige metallische Werkstücke,

wie Oxidation. Für PKD-Material

tritt das als Kobaltauslaugung

bekannte Phänomen auf, wenn mit

Drahterodieren im Wasserbad gearbeitet

wird. Dieses Phänomen führt

dazu, dass PKD seine elektrische

Leitfähigkeit verliert und eine weitere

Bearbeitung mit Drahterodieren

nicht mehr möglich ist. Das Problem

kann durch die Verwendung von

Ölbad-Drahterodiermaschinen gelöst

werden. Zusätzlich ermöglicht

ein kleinerer Spalt zwischen

Draht und Werkstück in

Ölbad-Drahterodiermaschinen

eine höhere Maßgenauigkeit und

Kantenqualität.

Auf dem Markt werden spezielle

CNC Erodiermaschinen zur

Herstellung von Diamantwerkzeugen

angeboten. In diesem Projekt

wurde der Fokus allerdings bewusst

auf die deutlich preisgünstigeren

Universal-Drahterodiermaschinen

gelegt, um die Wirtschaftlichkeit

der Herstellung von Diamantwerkzeugen

deutlich zu verbessern.

Die vorliegende Studie hat das Ziel,

die Möglichkeit der Herstellung

von PKD- und leitfähige CVD-

Fräswerkzeugen mittels Universal

CNC Erodiermaschinen zu untersuchen.

Die Bearbeitung im Ölbad

und im Wasserbad wird verglichen,

und basierend auf den

optimierten Parametern werden

einige Fräswerkzeuge in beiden

Drahterodiermaschinen hergestellt.

Die Funktion der Fräswerkzeuge

wird auch mit einem

Werkzeug verglichen, das im

Laserablationsverfahren hergestellt

wurde. Die Ergebnisse zeigen,

dass der Drahterodier-Ansatz

signifikante technische und wirtschaftliche

Vorteile bietet, indem er

den Bedarf der kostenintensiveren

Laserbearbeitung eliminiert und die

Herstellung von PKD-Werkzeugen

wirtschaftlich rentabel macht.

Zusätzlich wurde die Herstellung

von Mikro-Vollwerkzeugen mit

Durchmessern von weniger als

2 mm untersucht. Die Entwicklung

einzigartiger Werkzeugkonturen

erfolgt durch diagonales Löten

von PKD-Platten auf einen

Hartmetallkern in Zusammenarbeit

mit Firma DTS GmbH, wodurch der

Anwendungsbereich erweitert und

die Bearbeitungsqualität verbessert

wird. Das Ergebnis der Studie sind

Prototyp-Kombinationswerkzeuge,

die marktreif sind und verbesserte

Leistung sowie reduzierte

Herstellungskosten bieten.

Versuchsaufbau

Für die Experimente wurden PKDund

CVD-Platten sowie PKD-Fräswerkzeuge

mit Hartmetallschäften

und Korngrößen von 1 bis 40 µm

der Firma DTS verwendet (Abbildung

1). Die Experimente wurden

auf zwei unterschiedlichen Draht-

Abbildung 1:

Werkzeuggeometrie

und Abmessung

Abbildung 2:

Wasserbad- und

Ölbad-Drahterodiermaschine

dihw 16 4 · 2024 49


Bearbeitungsprozesse

Abbildung 3:

Versuchsaubau

Fräsen zur Bewertung

der PKD-Werkzeuge

Abbildung 4:

Vergleich zwischen

Ölbad und

Wasserbad Drahterodieren

von CVD

erodiermaschinen durchgeführt:

einer Wasserbad-Drahterodiermaschine

(MP2400 Präzisionsserie) und

einer Ölbad-Drahterodiermaschine

(MX600) von Mitsubishi Electric,

die jeweils mit einer zusätzlichen

Drehspindel (ITS Technologies RSI-

55) ausgestattet wurden, die in die

Maschinensteuerung integriert sind.

Diese Maschinen wurden genutzt,

um PKD-Werkzeuge über den

Drahterodierprozess herzustellen.

Die Drahterodierparameter für das

Schneiden von PKD und CVD wurden

in Abhängigkeit vom Materialtyp

optimiert. Der Schneidprozess wurde

mit Messingdrähten von 0,25 mm

und 0,2 mm Durchmesser durchgeführt.

Die Versuchsmaschinen

sind in Abbildung 2 dargestellt.

Die Oberflächentopographie

(3D-Oberflächenparameter) des

erodierten Materials wurde nach

dem Drahterodieren und nach

den Frästests mittels konfokaler

Mikroskopie (μsurf von NanoFocus)

und optischer Mikroskopie

(KEYENCE, VHX 5000) gemessen.

Die mit beiden Drahterodiermaschinen

erodierten Fräswerkzeuge

wurden zur Fräsbearbeitung

von Titan Grade 5 Werkstücken

auf einem fünfachsigen CNC-

Bearbeitungszentrum (GF Mikron

MILL S 400 U) eingesetzt, wie in

Abbildung 3 dargestellt ist. Ein piezoelektrischer

Mehrkomponenten-

Dynamometer (KISTLER Typ 9257B)

wurde auf dem Maschinentisch

installiert, um die Fräskräfte zu

messen. Als Schneidflüssigkeit

wurde ein Emulsionskühlmittel

(Aquatec 7560) mit einem Druck von

7 bar extern aufgebracht.

Ergebnisse

Es wurde zunächst der Einfluss

des Dotierungsgrades von CVDgewachsenen

Diamanten mit Bor

auf deren Bearbeitbarkeit mittels

Funkenerosionsprozess untersucht.

Um einen Funkenerosionsprozess

auf einen CVD-Diamanten anwenden

zu können, müssen die elektrischen

Eigenschaften von

Diamant, z. B. die elektrische

Durchbruchfeldstärke sowie die

Ladungsträgerleitfähigkeiten,

maximiert und präzise definierte

Dotierprofile bei der nDotierung

erreicht werden. Die Versuche mit

CVD (bordotierten EC CVD) der Firma

Element Six wurden sowohl auf ölals

auch auf wasserbasierten WEDM-

Maschinen durchgeführt, wobei

sich zeigte, dass die Bearbeitung

von CVD-Diamanten unter Wasser

sehr bedingt regelbar war. In Öl

hingegen war die Bearbeitung

wesentlich besser. Dabei wurden

die Abtragsrate und -qualität

ermittelt, um den Einfluss des

Dotierungsgrades auf die Bearbeitbarkeit

genauer zu untersuchen.

Während die ersten Ergebnisse

auf eine geringe Abtragsrate aber

eine sehr gute Kantenschärfe hindeuteten,

wurden die Versuche

fortlaufend weitergeführt, um

die Bearbeitung unter von den

Standardparametern abweichenden

Bedingungen zu erforschen. Es

wurde festgestellt, dass im Vergleich

zum wasserbasierten WEDM-

Verfahren beim ölbasierten WEDM-

Verfahren kleinere Eckenradien

und sehr geringe thermische

Schädigungen der Schnittkanten

erreicht werden können (siehe

Abbildung 4). Dies hat Auswirkungen

auf die Bearbeitungspräzision,

Werkzeugqualität und Bauteiltoleranzen.

PKD besteht aus einem metallischen

Matrixkörper mit Diamantkörnern.

Es wurden vier PKD-Sorten untersucht

(Abbildung 5). Das L hinter

9025L steht für die gelaserte

Variante, die als Referenz

(Benchmark) verwendet wurde. Die

gelieferten PKD-Varianten wurden

mit dem optischen Digitalmikroskop

VHX 5000 (Keyence) untersucht.

Die Mikroskopaufnahmen der

Sorte 9022 zeigten eine relativ

50 dihw 16 4· 2024


Bearbeitungsprozesse

Abbildung 5:

PKD Korngrößen

konstante Korngrößenverteilung

von 20-25 µm. PKD 9023, das mit

Korngröße 2 angegeben war, enthält

einige Körner der Größe 30 µm,

wobei eine relativ regelmäßige

Verteilung der feinen Körner zu

beobachten war. PKD 9024, theoretisch

mit einer Korngröße von

1-2 µm, enthält diese als größten

Anteil, allerdings sind einige

ca. 25 µm Körner und einige

Korngrößen dazwischen enthalten,

in einer ungleichmäßigen Mischung.

Die Untersuchung der Kantenverrundung

wurde mit unterschiedlichen

Erodierparametern durchgeführt.

Die Ergebnisse bei geeigneten

Schruppparametern und

Schlichtparametern sind exemplarisch

in Abbildung 6 dargestellt.

Bei dem gelaserten Werkzeug

(Benchmark, durch DTS gelasert)

tritt die schärfste Kante auf. Dabei

ist es beim Lasern egal, wie grob die

PKD-Körner im Bindematerial sind.

Bei den verschiedenen PKD-Sorten

traten keine großen Unterschiede

auf. Per Laser können Diamantkörner

wirklich geschnitten werden (siehe

Abbildung 7, rechts, gestrichelt

umrandet). Durch Erodieren können

Diamantkörner (Abbildung 7, links)

dagegen nicht abgetragen werden,

es wird lediglich die metallische

Bindematrix zurückgesetzt, was ein

Herausfallen der nicht mehr eingeschlossenen

Körner zur Folge hat.

Entsprechend entsteht eine relativ

hohe Kantenschartigkeit. Daraus

resultiert ein größerer Radius. Dieser

ist abhängig von der Korngröße, je

gröber das Korn ist, desto größer ist

der Radius (Abbildung 6).

Unterschiede an den Schneidkanten

zu beobachten waren. Mit den

unterschiedlichen PKD-Werkzeugen

wurden jeweils 2 Kanten nach dem

Fräsen von 6 Durchgängen bzw.

420 mm³ zerspantem Titanvolumen

und nach dem Fräsen von 18

Durchgängen bzw. 1380 mm³ mikroskopisch

untersucht (Abbildung

8). Die gelaserten Werkzeuge zeigten

zwar vor dem Fräsen die deutlich

bessere Kantenqualität und auch

die beste Formgenauigkeit, nach

dem Fräsen von 6 Durchgängen

bzw. 420 mm³ Materialabtrag hat-

ten diese Werkzeuge aber einen

genauso hohen bzw. einen eher

höheren Verschleiß als die erodierten

Werkzeuge und das sogar im

Vergleich mit den im Wasserbad

erodierten Werkzeugen. Nach

18 Durchgängen bzw. 1380 mm³

Materialabtrag, traten bei den gelaserten

Werkzeugen ein vergleichbarer

Verschleiß, Verformung

und Ausbrüche auf, wie bei den

erodierten Werkzeugen. Die

Untersuchungen zeigen, dass

die Kantenpräparationsmethode

kaum einen Einfluss auf den

Abbildung 6:

Vorbereitung von

PKD-Fräswerkzeugen

Schärfe

der Schneidkante

– Mikrotopographie

Für den Vergleich zwischen gelaserten

und erodierten Flächen wurde

die gröbste PKD Sorte (9025,

im Wasserbad erodiert) und als

Referenz das gelaserte 9025L ausgewählt,

da hier die größten

Abbildung 7:

Vergleich zwischen

erodierten und

lasergeschnittenen

Schneiden

dihw 16 4 · 2024 51


Bearbeitungsprozesse

Zusammenfassung

Abbildung 8:

Zusammenfassung

Fräsergebnisse

Werkzeugverschleiß

Schneidkanten

Abbildung 9:

Fräsergebnisse Konfokalmikroskopie

gefräste Oberfläche

Verschleiß haben, zumindest bei

der Bearbeitung von Titan. Die

unterschiedlichen PKD-Sorten

führten zu deutlich größeren

Unterschieden. So zeigt z.B. 9023

mit einer feinen regelmäßigen

Verteilung die besten Ergebnisse

bei den Verschleißmessungen.

Die im Ölbad erodierten Werkzeuge

zeigten wiederum bessere

Ergebnisse, als die im Wasserbad

erodierten Werkzeuge, obwohl in

den Konfokalbildern z.B. der Sorten

9025 und 9024 bzgl. der Kanten und

Oberflächen kaum Unterschiede

zu sehen waren. Der Verschleiß

von 9024 war geringfügig geringer

als bei 9022. Zusätzlich wurde der

Freiflächenverschleiß untersucht.

Die Ergebnisse sind vergleichbar

mit dem Schneidkantenverschleiß:

Wiederum sieht man vor allem den

Einfluss der PKD-Sorten. Die gelaserten

Werkzeuge zeigen einen

geringfügig höheren Verschleiß,

als die erodierten Werkzeuge. Bei

den Freiflächen tritt bei den feinsten

PKD-Sorten der geringste Verschleiß

auf.

Abbildung 9 zeigt die Untersuchungsergebnisse

bzgl. der Oberflächenqualität

der gefrästen Werkstücke.

Auf einigen Werkstücken

wurden beim Fräsvorgang Kreuzstrukturen

erzeugt (keine saubere

Fräsgeometrie). Dieses Phänomen

kann dadurch erklärt werden,

dass die erste und die zweite

Schneide nicht den genau gleichen

Abstand und die gleiche

Höhe zum Mittelpunkt hatten. Für

die Untersuchungen wurden die

Werkzeuge manuell hergestellt.

Aufgrund der begrenzten Anzahl

der Werkzeuge wurden keine automatischen

Spannvorgänge realisiert,

d.h. das Justieren und Spannen

erfolgte manuell (Messuhr). Durch

automatisierte Abläufe und automatische

Spannvorrichtungen

wäre eine deutlich bessere

Präzision zu erreichen. In den

Untersuchungen wiesen vor allem

die im Wasserbad erodierten

Werkzeuge, aber auch die im Ölbad

erodierten Werkzeuge daher eine

nicht so hohe Genauigkeit bei einer

geringen Anzahl der Durchgänge

auf (Markrogenauigkeit). Der

genau gleiche Abstand zwischen

den Schneiden und dem

Mittelpunkt ist entscheidend für

die Präzision der Werkzeuge. Bei

einem geringen Versatz resultieren

Kreuzstrukturen. Der Versatz

war sehr klein (im Mikrobereich), so

dass er nach wenigen Durchgängen

egalisiert wurde. Durch diesen

Verschleiß konnten nach mehreren

Durchgängen gleichmäßige

Oberflächen erzeugt werden.

Danach kann kein Unterschied

mehr zwischen den erodierten und

den gelaserten Werkstücken beobachtet

werden.

In diesem Artikel wurde das Drahterodieren

als alternatives Verfahren

zur Herstellung von PKD- und

CVD-Diamantschneidwerkzeugen

untersucht. Es zeigte sich, dass

die Bearbeitbarkeit von CVDund

PKD-Werkzeugen mit einer

Ölbad-Erodiermaschine hinsichtlich

der erreichbaren Kantenqualität

und der Materialabtragsrate

eine bessere Alternative zum

Wasserbad-Drahterodieren darstellt.

Bei der Untersuchung der

Kantenverrundung mit unterschiedlichen

Erosionsparametern konnten

mit dem öl-basierten Verfahren

kleinere Eckenradien und einer

feineren Rauheit an den Schnittkanten

und -flächen erzielt werden.

Dies führte zu einer höheren

Bearbeitungspräzision und Werkzeugqualität.

Es wurden wesentliche

Unterschiede zwischen den

verschiedenen PKD-Sorten festgestellt,

das Laser-Verfahren erzeugte

die schärfsten Kanten. Nach den

Fräsversuchen mit verschiedenen

PKD-Werkzeugen zeigten die gelaserten

Werkzeuge einen ähnlichen

Verschleiß wie die Drahterodierten

PKD-Werkzeuge mit

derselben Korngröße. Es wurde

weiterhin beobachtet, dass die

Korngröße von PKD einen großen

Einfluss auf das Verschleißverhalten

der PKD-Werkzeuge hat, unabhängig

von der Herstellungsmethode.

Insgesamt erwies sich das Ölbad-

Drahterodieren als vorteilhafte

Methode zur Herstellung von PKD /

leitfähige CVD-Werkzeugen mit

höherer Präzision und geringerem

Werkzeugverschleiß.

Danksagung

Die Untersuchungen wurden

im Rahmen des Forschungs-

Projektes ZIM-KomDia durchgeführt,

unterstützt durch das Zentrale

Innovationsprogramm Mittelstand

(ZIM) und den Projektträger, die

AiF Projekt GmbH. Ihnen gebührt

unser Dank. Ebenso den Firmen

DTS GmbH, GF Machining Solutions

GmbH und Mitsubishi Electric

Europe B.V.

weitere Infos:

www.hs-furtwangen.de

52 dihw 16 4· 2024


Komponenten & Zubehör

Innovative Funktionen auch für Maschinenbauer

Motion-Control-Plattform mit anpassbarer

CNC-Benutzeroberfläche

Die Motion-Control-Experten von

Aerotech haben ihre Bewegungssteuerungsplattform

Automation1 weiter

ausgebaut: Die jüngste Version 2.8

wartet mit einer anpassbaren CNC-

Benutzeroberfläche auf und bietet

laut Hersteller nun noch mehr Flexibilität

und Benutzerfreundlichkeit für

CNC-Anwender.

„Unsere Anwender haben schon mit

Spannung auf dieses Software-Release

gewartet wegen der Unterstützung für

die neue 4-Achsen-Version der XA4-

Steuerungsserie, damit sie ihre (i)XA4-PWM-

Antriebe in einem Gehäuse zusammen steuern

können“, sagt Simon Smith, European

Director bei Aerotech. „Natürlich versuchen

die Softwareentwickler in Pittsburgh immer,

auf aktuelle Kundenanforderungen zu

reagieren und diese in die nächste Version

von Automation1 einfließen zu lassen.“

Eine erweiterte Gleichstromversorgung

(100 VDC) und die E/A- Erweiterungsplatinen

EB1 und EB2 wurden ebenfalls hinzugefügt

und bieten dem Anwender ein deutlich

höheres Maß an Flexibilität. Darüber hinaus

unterstützt die Steuerungsplattform nun die

Setup-Wizard-Integration für Linearportale.

Diese können im Maschinen-Setup flexibel

konfiguriert werden und bieten dem

Anwender damit noch mehr Möglichkeiten

zur individuellen Gestaltung.

Jetzt mit 4-Achsen-Erweiterungskarte für

Automation1 verfügbar: die PWM-Antriebe

XA4 und iXA4

Optimierte Datenerfassung und

Programmoberfläche

In der Motion-Control-Plattform sind jetzt

auch Voreinstellungen zur Datenerfassung

möglich. Diese lassen sich dann als vordefinierte

Konfigurationen in den

Steuergeräten speichern. Das erspart

einerseits Zeit und ermöglicht anderseits

dem Benutzer, schnell und einfach zwischen

den Voreinstellungen zu wechseln.

Auch die diversen Hilfedateien wurden

abermals verbessert und um eine

noch anwenderfreundlicher strukturierte

Oberfläche erweitert. So können die

Nutzer direkt in die hinterlegten Hardware-

Handbücher navigieren sowie in zusätzliche

Abschnitte für die Datenerfassung und

Bewegungsoptimierung.

Neue Tools

für CNC-Maschinenbauer

Für CNC-Maschinenbauer steht eine erweiterte

Auswahl an Tools zur Verfügung, einschließlich

der Möglichkeit, benutzerdefinierte

T-Codes für spezielle Aeroscript-

Routinen zu erstellen. Darüber hinaus

verfügt Automation1 jetzt über Tools zur

Kompensation von Schneidwerkzeugen

und Werkstückabständen. Sie kompensieren

die X-, Y- und Z-Offsets

eines Schneidwerkzeugs oder einer

Programmbewegung relativ zu einem festen

Punkt. Dadurch wird die Präzision und

Qualität bei Schneidvorgängen erheblich

zu verbessert. „Zusammen mit der offiziellen

Freigabe benutzerdefinierter Module,

der Unterstützung von INI-Dateien und

der 3D-Darstellung ist Automation1 nun

besser ausgestattet als je zuvor“, präzisiert

Daniel Hong, Controls Product Manager

bei Aerotech.

Mit der Integration von INI-Dateien können

Maschinen- und Werkzeugpositionen sowie

Prozess-Sollwerte gespeichert und abgerufen

werden, was die Organisation und

Verwaltung von Maschinenparametern verbessert.

Neue Array-Variablen verbessern die

Kommunikation innerhalb von Programmen

und machen die Programmierung flexibler

und effizienter.

Maßgeschneiderte CNC-Schnittstellen

In Automation1 lassen sich CNC-

Schnittstellen individuell anpassen mit

neuen Funktionen wie Feedhold, Retrace

und manueller Vorschubübersteuerung.

CNC-Anwender können zudem eigene

Module mit .NET erstellen und die

Visualisierung der Daten verbessern.

Optimierungen in der Benutzeroberfläche

und den Controller-Funktionen bieten mehr

Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit.

Die erweiterten Hilfeseiten erleichtern den

Zugang zu wichtigen Informationen und

Support-Ressourcen.

Nie den Überblick verlieren

Darüber hinaus können 3D-Datensignale

im Data Visualizer-Modul konfiguriert

und angezeigt werden, was eine detailliertere

Visualisierung und Analyse von

Bewegungsdaten erlaubt. Voreinstellungen

ermöglichen die Datenerfassung für

vordefinierte Konfigurationen für die

Datenerfassung, die in ihrem Steuergerät

gespeichert sind. Dies spart dem Benutzer

Zeit, da er schnell und einfach zwischen den

Voreinstellungen wechseln kann.

Die Hilfedateien von Automation1 werden

durch eine neu strukturierte Homepage

weiter verbessert. Die Homepage wurde

um eine Navigation zu den Hardware-

Handbüchern ergänzt. Außerdem wurde

ein neuer Abschnitt „Datenerfassung

und Reglerstatus“ und „Bewegung“

hinzugefügt, um die große Auswahl

an Tools zur Datenerfassung und

Bewegungsverbesserung von Automation1

abzudecken.

Das Fazit von Controls Product Manager

Daniel Hong: „Automation1 wird immer

flexibler und leistungsfähiger, ohne die

Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen.

Die Version 2.8 bietet den Anwendern wichtige

Werkzeuge für die schnelle und einfache

Entwicklung und Bereitstellung einer

HMI, insbesondere für CNC-Bediener.“

weitere Infos: www.aerotech.com

dihw 16 4 · 2024 53


Komponenten & Zubehör

Lösungen für das Automatisieren und Digitalisieren von

Prozessen

SMW zeigte auf der SPS seine Lösungen

und Technologien aus Sensorik, Mechatronik

und induktiver Energie-/Signal-Übertragung

und wie sich diese mit der Spanntechnik zu

Konzepten für Automationsanwendungen

kombinieren lassen.

Darunter zwei Neuheiten, mit denen sich

die Prozesssicherheit entscheidend erhöhen

lässt. Eines davon ist das Konzept Tool

Monitoring, das eine kontaktlos steuerbare

Sensorik in rotierende Werkzeuge integriert.

Das System ist in der Lage, verschiedene

Kräfte, Vibration, Drehwinkel und

Temperatur zu erfassen. Auf diese Weise realisiert

es eine vorausschauende Wartung,

die Verschleiß oder Werkzeugbruch

deutlich verringert. Die durchgängige

Energieversorgung erfolgt per Induktion,

eine Batterie oder ein Akku sind nicht

erforderlich.

Die Hybrid Rotary Union (HRU) verbindet

die innovative Technologie der induktiven

Koppelsysteme mit der konventionellen

Technik der SMW-Drehzuführung. Die neue

hybride Drehzuführung stellt neben der

Energie- und Signalübertragung auch die

Versorgung mit Luft, Öl oder Kühlmittel her.

Dank der kontaktlosen Anbindung ermöglicht

sie eine endlose Rotation in beide

Richtungen, selbst bei hohen Drehzahlen.

Das Konzept der induktiven Koppelsysteme

überträgt Energie und Signale berührungs-

los zwischen einer stationären und einer sich

bewegenden Einheit. Dadurch lassen sich

Sensorik- und Mechatronikkomponenten

schnell, intelligent und zuverlässig in ein

Automationssystem einbinden.

Automation mit SMW

Wie sich die Sensorik als Schlüssel zur

Automation der Spanntechnik nutzen lässt,

zeigte SMW anhand seiner mechatronischen

Greifsysteme der Reihe MOTIACT. Über ein

integriertes absolutes Positionsmesssystem

sind die Greifer vollständig flexibel steuerbar.

Die Position der MOTIACT-Greifer

kann stufenlos auf das jeweilige Werkstück

angepasst werden, die Greifkraft lässt sich

unabhängig von Greifgeschwindigkeit

und Hub flexibel einstellen. Nach einem

Energieausfall bleiben Position und Kraft zu

100 Prozent erhalten.

Am Stand konnten sich Besucher davon live

anhand einer Automationszelle überzeugen.

Hier zeitgen beide Unternehmen mit mehreren

Komponenten im Zusammenspiel, wie

digitalisierte und automatisierte Fertigung

mit SMW funktionieren kann.

weitere Infos:

www.smw-autoblok.com

Mit dem neuen Konzept Tool Monitoring

integriert SMW eine kontaktlos steuerbare

Sensorik zur Überwachung unterschiedlicher

Werkzeugdaten in rotierenden Einheiten.

Bild: SMW-AUTOBLOK

Die Hybrid Rotary Union (HRU) ist die neue

hybride Drehführung von SMW. Neben der

Energie- und Signalübertragung gewährleistet

sie eine Versorgung mit Luft, Öl oder

Kühlmittel. Bild: SMW-AUTOBLOK

Rauheit messen in der Bearbeitungsmaschine

Mahr bietet jetzt eine innovative automatisierte

Lösung, um Oberflächenrauheiten

an Werkstücken direkt in der CNC-

Fertigungsmaschine zu messen. Dazu wird

das Messgerät MarSurf MC 510 komplett in

die Werkzeugaufnahme integriert, wo es

mittels eines vibrationsbeständigen, taktilen

Freitastsystems misst – normgerecht

und hochgenau bis zu Rz 1 µm.

Das MarSurf MC 510 steht schnell und

komfortabel in der Bearbeitungsmaschine

zur Verfügung: Soll eine Rauheitsmessung

erfolgen, wechselt die Werkzeugmaschine

das Messgerät automatisch wie ein reguläres

Bearbeitungswerkzeug aus dem

Werkzeugmagazin in die Spindel ein.

Als Schnittstelle sind diverse Werkzeugaufnahmen

verfügbar, unter anderem die

Typen SK 40 und HSK-A 63.

Sobald das Messgerät bereit ist, kann der

Bediener es über das softwaregesteuerte,

flexible Drehgelenk leicht ausrichten.

Die Messbewegung erfolgt durch den

integrierten Vorschubantrieb, wobei die

CNC-Maschine das Gerät an der Messstelle

positioniert.

Robust und leistungsfähig

Dank seiner robusten Bauweise ist

das MarSurf MC 510 sicher gegen

Verschmutzungen geschützt. Seine

Stromversorgung erfolgt unabhängig

von der Bearbeitungsmaschine, da es

über einen leistungsfähigen Akku verfügt:

Pro Akkuladung sind bis zu 200

Messungen möglich. Dabei sorgt der automatisierte

Ablauf für schnelles Messen der

Oberflächenkennwerte und exakt reproduzierbare

Messungen ohne Bedienereinfluss.

Zusätzlich ist ein Rückschluss auf den

54 dihw 16 4· 2024


Komponenten & Zubehör

Werkzeugverschleiß möglich, was die

Werkzeugkosten reduziert.

Bestens geeigent für automatiisierte

Fertigungsprozesse

Die Bearbeitungsprozesse in der CNC-

Maschine sind weiterhin flexibel, da das

Messgerät direkt angesteuert wird; die

Messdatenausgabe erfolgt im NC-Code. Mit

dem Edge-PC kommuniziert das MarSurf

MC 510 kabellos via Bluetooth. Zusätzlich

verfügt es über ein OPC UA-Interface und

ist closed-loop-ready. Schließlich erfolgt die

Dokumentation der Oberflächenkennwerte

vollautomatisch und sicher, wobei kein

Expertenwissen notwendig ist

Insgesamt ist das Gerät damit bestens geeignet

für automatisierte Fertigungsprozesse

– und das maschinen- und steuerungsunabhängig.

Denn das MarSurf MC 510 bietet

reproduzierbare Messbedingungen ohne

Bedienereinfluss – prozesssicher, flexibel

und effizient.

weitere Infos:

www.mahr.com

Mit dem MarSurf MC 510 bietet Mahr eine innovative

automatisierte Lösung, um Oberflächenrauheiten

an Werkstücken direkt in der

CNC-Fertigungsmaschine zu messen – normgerecht

und hochgenau. (Foto: Mahr GmbH)

Hydraulische Spannfutter für

Präzisionsanwendungen

Der Werkzeugspezialist Kyocera Unimerco

stellt mit dem Hydro Chuck Uni und dem

Hydro Chuck HD zwei Hochleistungs-

Werkzeugaufnahmen vor, die besonders

präzises Bohren, Fräsen, Gewindeschneiden

und ähnliche Maschinen-Anwendungen

ermöglichen.

Hydraulische Spannfutter nutzen einen hydraulischen

Mechanismus, um Werkzeuge

wie Bohrer, Fräser oder Gewindeschneider

und andere Schneidwerkzeuge sicher zu

spannen. Das unter Druck stehende Öl

sorgt dafür, dass das Werkzeug fest eingespannt

wird, während gleichzeitig störende

Vibrationen minimiert werden. Dadurch

wird ein stabiler und präziser Betrieb

ermöglicht.

Kyocera Unimerco präsentiert zwei hydraulische

Spannfutter, die jeweils für unterschiedliche

Anwendungen optimiert sind:

• Hydro Chuck Uni bietet ein ausgezeichnetes

Preis-Leistungs-Verhältnis, das

hohe Präzision für eine Vielzahl von

Bearbeitungsaufgaben ermöglicht.

• Hydro Chuck HD (Heavy Duty) ist

speziell für Hochleistungszerspanungsanwendungen

(HPC) entwickelt und ist

in der Lage, extremen Drehmomenten

standzuhalten.

Beide Spannfutter sind für Werkzeuge mit

verschiedenen Schafttypen und Durch-

messern von 6 bis 32 mm geeignet, ohne

dass dafür spezielle Hülsen oder Adapter

erforderlich sind. Außerdem ermöglichen

sie einen schnellen Werkzeugwechsel in

wenigen Sekunden mit einem Standard-

Innensechskantschlüssel, wodurch Spezialwerkzeuge

wie z. B. Drehmomentschlüssel

überflüssig werden. Während des Betriebs

bietet der hydraulische Mechanismus eine

außergewöhnliche Schwingungsdämpfung

und gewährleistet eine Rundlaufgenauigkeit

von weniger als 0,003 mm.

Eine Einstellschraube ermöglicht eine einfache

axiale Längeneinstellung.

• Hydro Chuck Uni ist ein vielseitiges

Spannfutter, das eine hervorragende

Bearbeitungsqualität und lange

Werkzeugstandzeiten in einem breiten

Spektrum von Anwendungen

gewährleistet.

Der Hydro Chuck Uni (rechts) bietet

ein besonders gutes Preis-Leistungs-

Verhältnis für hochpräzises Arbeiten.

Der Hydro Chuck HD (Heavy

Duty, links) ist für Hochleistungs-

Anwendungen mit extremen

Drehmomenten entwickelt.

• Hydro Chuck HD ist für Anwendungen

mit hohem Drehmoment wie Fräsen,

Bohren und Gewindeschneiden konzipiert.

Im Vergleich zu Standardlösungen

bietet das Hydro Chuck HD eine bis zu

dreimal längere Werkzeugstandzeit, was

die Effizienz und Produktivität in anspruchsvollen

Umgebungen deutlich

verbessert.

Beide Spannfutter bieten eine Wuchtgüte

von G2.5 bei 25.000 U/min / Umax < 1 gmm,

und die Werkzeugschäfte entsprechen den

h6-Qualitätsstandards.

weitere Infos:

www.kyocera-unimerco.com

dihw 16 4 · 2024 55


Komponenten & Zubehör

Drei weitere Schritte in die Zukunft

Gressel demonstrierte auf der AMB , wie

Werkstückspannlösungen die Effizienz und

Präzision in der Zerspanung massiv steigern

können. Zugleich treibt das Unternehmen

in Zeiten des Fachkräftemangels

sowie des verschärften Kosten- und

Wettbewerbsdrucks die Automatisierung

maßgeblich voran.

Hydraulischer Großhubspanner CLH

Der neue Großhubspanner „CLH“ von Gressel

ist als hydraulischer Zentrischspanner mit einer

Spannkraft von 40 kN und einem Spannbereich

20 bis 345 mm ausgelegt. (Bilder: Gressel)

Als Weltneuheit gehörte zum AMB-

Auftritt von Gressel zuvorderst der

Großhubspanner CLH, der als hydraulischer

Zentrischspanner ausgelegt ist und eine

Spannkraft von 40 kN bietet. Bei einem

Betriebsdruck von 10 bis 230 bar ergibt

sich daraus eine Summenspannkraft von

maximal 80 kN. Der Spannbereich beträgt

20 bis 345 mm mit Standardbacken. Der

CLH steht für hohe Flexibilität dank großem

Spannhub von 110 mm, universeller

Backenschnittstelle und flexibler

Backenverschraubung. Die Hydraulikund

Pneumatikintegration erfolgt individuell

über die seitlichen Anschlüsse oder

die bodenseitige Anbindung. Die bodenseitige

Anschlussplatte ist maschinenoder

unterbauspezifisch ausführbar. Je

nach Kundenwunsch und Anwendungsfall

lässt sich der Großhubspanner mit oder

ohne Wegmesssystem und pneumatischer

Medienübergabe für Sperrluft

(Staudruckabfage) ausstatten. Dabei

ist eine elektrische Sensorabfrage auf

den Schiebern möglich. Eine IO-Link

Schnittstelle ermöglicht das Auslesen

des Wegmesssystems und die einfache

Integration in Automationssysteme.

Ausgehend von diesen Merkmalen, lassen

sich mit dem neuen Großhubspanner

CLH von Gressel individuelle Spannlösungen

umsetzen, egal, ob in der Einzelteilefertigung

oder im automatisierten

Prozess.

Elektrischer 5-Achs-Spanner

grepos-5X-E

Konzipiert als universell einsetzbarer

Großhubspanner, zeichnet sich das neue

mechatronische Werkstückspannsystem

grepos-5X-E von Gressel durch eine Reihe

praxisgerechter Features aus. Dazu gehören

der auf 120 mm stufenlos programmierbare

Spannhub, ein Spannbereich von

5 bis 420 mm (weitere Längen auf Anfrage),

eine anforderungsspezifisch programmierbare,

überwachte Spannkraft sowie die

Selbsthemmung. Bei einer Breite von 125 mm

garantieren die hohen Backen des Spanners

eine sehr gute Zugänglichkeit in der 5-Achs-

Komplett-/Simultanbearbeitung. Zugleich

eignet sich der grepos-5X-E für die flexible

Einzelteil- und die Serienfertigung. Für hohe

Prozesssicherheit bei allen Spannsituationen

sorgen die Abdichtung und Kapselung

nach IP 67 sowie die Überwachung der

Backenposition und der Spannkraft von

maximal 40 kN (Summenspannkraft 80 kN).

Die zu 100 % elektrische Funktion bildet

ein zentrales Element der durchgängigen

Produktionsautomatisierung. Für

die vernetzte Kommunikation verfügt der

5-Achs-Spanner grepos-5X-E, der mit einer

Spannung von 24/48 V versorgt wird, über

eine IO-Link-Schnittstelle.

Hybride Aufspanntürme VERO-S

Gressel hat die neuen Aufspanntürme

VERO-S in Hybridtechnologie aus einem

Mineralgusskern mit Stahlmantel aufgebaut

und so die Vorteile beider Werkstoffe

Der mechatronische 5-Achs-Spanner „grepos-

5X-E“ garantiert eine sehr gute Zugänglichkeit

bei der 5-Achs-Bearbeitung von Einzel- und

Serienteilen.

Aus einem Mineralgusskern mit Stahlmantel

aufgebaut, vereinen die neuen hybriden

Aufspanntürme „VERO-S“ die Vorteile beider

Werkstoffe, zum Beispiel hervorragende

Dämpfungseigenschaften mit hoher

Korrosionsbeständigkeit.

vereint. Mineralguss etwa zeichnet eine

hervorragende Schwingungsdämpfung

und das geringe spezifische Gewicht von

2,3 kg/dm³ aus. Daraus ergibt sich ein vergleichsweise

geringes Eigengewicht,

mit dem deutlich schwerere Werkstücke

gespannt und moderne Tischkonstruktionen

optimal ausgenutzt werden können. Die

Dämpfungseigenschaften, die sechsbis

zehnmal höher als die von Grauguss

sind, ermöglichen darüber hinaus höhere

Zerspanungsgeschwindigkeiten bei geringerem

Werkzeugverschleiß und höherer

Oberflächengüte. Zudem reagieren

die Hybriden Aufspanntürme VERO-S aufgrund

der geringen Wärmeleitfähigkeit nur

langsam auf Temperaturveränderungen.

Die Stahlummantelung schützt die

Aufspanntürme gegen äußere Einflüsse.

So sind sie korrosionsbeständig sowie

beständig gegen aggressive und abrasive

Medien. Die Aufspanntürme sind ab Werk

mit den Schunk Nullpunkt-Spannmodulen

„VERO-S NSE-T3 138-V1“ vorbereitet, sodass

sie schnell mit Spannmitteln aus dem großem

modularen Schunk- und Gressel-Baukasten

bestückt werden können. Bei gleichzeitiger

Verlängerung der Maschinenlaufzeit lassen

sich so die Rüstzeiten drastisch senken.

weitere Infos:

www.gressel.ch

56 dihw 16 4· 2024


Komponenten & Zubehör

Spezialist für individuelle Spannlösungen

Über 60 Prozent seines Umsatzes macht

der der Spann- und Greifmittelspezialist

Röhm aus Sontheim an der Brenz

(Baden-Württemberg) mit individuellen

Spannlösungen, die speziell für seine

Kunden entwickelt werden. Diese Expertise

stellte Röhm nun auch in den Mittelpunkt

seines Auftritts auf der AMB 2024. „Bei

allen unseren Kunden geht es um die

Prozessoptimierung in der Fertigung und

hier spielt die Einsparung der Rüstzeiten die

entscheidende Rolle“, sagt Gerhard Glanz,

CEO der Röhm GmbH.

Dank Röhm: Runter mit den Rüstzeiten

und Teilekosten

„Anwendungsspezifische Mehrfachaufspannung“

lautet eines der Zauberworte

und wie das in der Praxis den Prozess

beschleunigt, zeigte Röhm in Stuttgart unter

anderem anhand von individuellen vierund

sechsfach-Aufspannungen. „Klar: Wenn

unsere Kunden vier oder mehr Werkstücke

ohne Umrüsten bearbeiten können, dann

erhöht das die Produktivität merklich.

Und genau darauf kommt es an. Mit unserem

Know-how im Engineering und in der

Produktion sind wir der Spezialist für individuelle

Spanntechnik“, sagt Hans-Peter Weit,

Vertriebsleiter Deutschland und Österreich

bei Röhm. „Das bedeutet, dass wir kundenspezifische

Spannmittel entwickeln und

produzieren, die nahezu jede noch so komplexe

Spannaufgabe lösen“, so Weit.

Weitere Exponate, wie ein Schwenkfutter

mit Fliehkraftausgleich zur Spannung von

großen Muffen in der Oil & Gas Branche,

ein Quattro-Aufspannturm, ausgerüstet mit

Schraubstöcken, und ein 6-Backenfutter

mit zentrisch ausgleichender Spannung

geben einen weiteren Einblick ins Röhm-

Repertoire an anwendungsspezifischen

Lösungen. Das Gleiche gilt für eine 8-fach

Spannvorrichtung, geeignet für den Einsatz

in der elektrochemischen Metallbearbeitung

(ECM) und einer Planscheibe mit vier sensorisierten

iJaw-Spannbacken zur Messung

der Spann- und Bearbeitungskräfte während

der Bearbeitung.

Hoher Anspruch

Der Anspruch bei Röhm ist klar definiert:

Auch die ungewöhnlichste Lösung beim

Spannen und Greifen von Werkstücken während

der Fertigung muss Wirklichkeit werden

können. „Unsere Technik spannt oder

greift jedes Werkstück, und sei es auch noch

so komplex geformt oder empfindlich. Sie

integriert sich in jeden Fertigungsprozess

und jede Bearbeitungsmaschine – ganz

egal, ob manuell oder voll automatisiert“,

sagt Thomas Roth, Head of Business

Development bei Röhm.

weitere Infos:

www.roehm.biz

Vierfach-Aufspannung auf Spannpyramide

Sechsbackenfutter mit Werkstückanschlag

dihw 16 4 · 2024 57


Terminvorschau (Stand: 19.11.2024)

11.- 14. März 2025, INTEC, Leipzig

Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und

Automatisierungstechnik

weitere Infos: www.messe-intec.de

12. - 13. März 2025, Weiterbildungsseminar für die Industrie, Tuttlingen

Außenrundschleifen

weitere Infos: www.ksf-hfu.de

19. - 20. März 2025, Weiterbildungsseminar für die Industrie Drehtechnologie, Tuttlingen

Kenntnisse im Außen- und Innendrehen, Abstechen und Einstechen sowie im Hartdrehen

weitere Infos: www.ksf-hfu.de

31. März - 4. April 2025, Hannover Messe, Hannover

Energizing a sustainable industry

weitere Infos: www.hannovermesse.de

2. - 3. April 2025, Weiterbildungsseminar für die Industrie Werkzeugschleifen, Tuttlingen

Innovative Abricht- und Schleif-Strategien und Optimierungen

weitere Infos: www.ksf-hfu.de

9. April 2025, Seminar Moderne Schleiftechnologie und Feinstbearbeitung, Stuttgart

Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Trends

weitere Infos: www.ksf-hfu.de/seminarschleiftechnologie/

9. - 11. April 2025, DST Dreh-und Spantage Südwest, Villingen-Schwenningen

Fachmesse rund um die Zerspanung.

weitere Infos: www.dstsuedwest.de

6.- 9. Mai 2025, 37. Control, Stuttgart

Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung

weitere Infos: www.control-messe.de

6. - 9. Mai 2025, MouldingExpo, Stuttgart

Internationale Fachmesse Werkzeug-, Modell- und Formenbau

weitere infos: www.messe-stuttgart.de/moulding-expo/

13 - 15. Mai 2025, Wernesgrüner Werkzeugsymposium, Steinberg/Wernesgrün

Fachtagung für Werkzeugschleifer

weitere Infos: www.werkzeug-symposium.de

26.- 30. Mai 2025, LIGNA, Hannover

Weltleitmesse der Holzbe- und -verarbeitung

weitere Infos: www.ligna.de

Impressum

ISSN 1868-4459

ZKZ 30498

Verlag

Dr. Harnisch Verlags GmbH

Geschäftsleitung

Dr. Claus-Jörg Harnisch

Benno Keller

Eschenstraße 25

90441 Nürnberg

Tel: +49 911 2018-0

Fax: +49 911 2018-100

dihw-info@harnisch.com

www.harnisch.com/dihw

Publisher

Benno Keller

+49 911 2018-200

keller@harnisch.com

Redaktion

Eric Schäfer

+49 911 5049882

eric.schaefer@harnisch.com

Objektleitung

Marta Bletek-Gonzalez

+49 911 2018-225

dihw-info@harnisch.com

Produktion

Christiane Ebner

+49 911 2018-260

ebner@harnisch.com

Mediaberatung (D, A, CH)

Thomas Mlynarik

+49 911 2018-165

+49 9127 902346

Mobil: +49 151 54818181

mlynarik@harnisch.com

Mediaberatung (Europa)

Britta Steinberg

+49 2309 5744740

Mobil: +49 176 47860138

steinberg@harnisch.com

Mediaberatung (USA, Kanada)

Steve Max

+1 215 2848787

steve.max@harnisch.com

Erscheinungsweise

4 x jährlich

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Inland:

50,- Euro + 8,- Euro Versandkosten

(zzgl. 7 % MwSt.).

Ausland:

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Druck

Schleunungdruck GmbH

Eltertstraße 27

97828 Marktheidenfeld

Copyright © 2024

58 dihw 16 4· 2024


Unternehmensverzeichnis

Aerotech 53

ANCA 12

BIG DAISHOWA 19

CemeCon 22

CeramTec GmbH 11

CERATIZIT 30, 49

Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (FDWF) 11

DN Solutions 14

DST Dreh- und Spantage Südwest 16

DVS TECHNOLOGY AG 14

EMUGE 31

Gressel 56

Gühring 40

HB microtec 32

Hoffmann Group 32

INGERSOLL 19

Institute for advanced manufacturing - KSF 12, 16, 48

ISCAR 44

Kern 46

Kyocera Unimerco 55

LACH DIAMANT 26

LEUCO AG 10

LMT Tools 10

Mahr GmbH 54

MAPAL 13

Mesago Messe Frankfurt GmbH 15

Messe Stuttgart 18

Mikron Tool 34

Mitsubishi Materials 42

Oerlikon Balzers 20

Paul Horn GmbH 33, 38

PFERD /August Rüggeberg GmbH & Co. KG 31

Röhm GmbH 57

SIMTEK AG 8

SMW-AUTOBLOK 54

Tungaloy-NTK 24

TYROLIT 41

VDW 17

VDWF 15

WFL Millturn Technologies GmbH & Co. KG 13

ZCC Cutting Tools 43

Inserentenverzeichnis

Diamant-Gesellschaft Tesch GmbH 3

Finzler, Schrock & Kimmel GmbH 21

Günter Effgen GmbH 15

Kapp GmbH & Co. KG 11

KEMPF Gmbh

Titel

LACH DIAMANT 60

MKU®-Chemie GmbH 59

Oerlikon Balzers 17

SPR Abrasives 19

TYROLIT 9

Vollstädt-Diamant GmbH 23

ZECHA Hartmetall-Werkzeugfabrik 13


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