DAS ECHO - Ferrostaal

ferrostaal

DAS ECHO - Ferrostaal

DAS ECHO

DAS MAGAZIN DER MAN FERROSTAAL GRUPPE

AUGUST 2007

SPANIEN

Neues Solarkraftwerk im Testbetrieb

TRINIDAD

Rekordinvestition in der Petrochemie

VENEZUELA

Mehr Power für die Energieversorung


Methanolanlage auf Trinidad

DAS ECHO August 2007

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

der wissenschaftliche Beirat der Deutschen Bundesregierung

schätzt, dass der weltweite Energiebedarf bis zum

Ende des Jahrhunderts hauptsächlich mit Solarkraftwerken

gedeckt werden wird. Solarstrom: ein Zukunftsmarkt. In

dieser Wachstumsbranche bringen wir uns derzeit mit

Schlüsselprojekten in die Pole Position. Ebenso wie in den

Märkten für Biokraftstoffe und für Petrochemie: Wir gehen

enge Partnerschaften mit Technologiegebern ein und schaffen

durch unsere Leistungen Mehrwert für unsere Kunden.

Bestens bekannt ist unsere Stärke bei Methanolanlagen, die

wir zusammen mit langjährigen Partnern errichten. Methanol

ist nicht nur ein chemischer Grundstoff, sondern

auch ein Energieträger der Zukunft. Ergänzen können wir

diese Stärke mittlerweile durch zwei Großprojekte für die

Produktion von Düngemitteln. Diese spielen eine außerordentlich

wichtige Rolle, um die weltweit steigende Nachfrage

nach Nahrungsmitteln decken zu können.

Diese Projekte verdeutlichen exemplarisch unsere Fokussierung

auf Energie, Kraftstoffe und Petrochemie, die wir

in unserer Sparte „Projects“ vor einiger Zeit begonnen haben.

Als Generalunternehmer mit einer ausgeprägten Stärke

im Project-Development entwickeln und realisieren wir

Großanlagen. Dabei stärken wir im Interesse unserer Kunden

unsere technologische Kompetenz. Aktuelle Beispiele

dafür sind ein Joint Venture mit Solar Millennium, die

Übernahme von Anteilen der Solar Power Group und die

Übernahme von Eurotecnica: allesamt Technologieführer

in ihren Bereichen. Gleichzeitig verstärken wir permanent

Dr.-Ing. Wolfgang Knothe, Mitglied des Vorstands MAN Ferrostaal

unsere Abwicklungskompetenz. Nicht nur indem unsere

eigenen Mitarbeiter gezielt ihr Wissen und ihre Fähigkeiten

ausbauen, sondern auch indem wir extern wachsen. So

haben wir vor kurzem Koch de Portugal übernommen, einen

ausgewiesenen Spezialisten im EPC-Geschäft für den

Kraftwerksbau. Alle diese strategischen Schritte erhöhen

unseren Wertbeitrag in unseren Projekten und sichern uns

langfristig einen Wettbewerbsvorteil.

Bei aller Fokussierung auf Zukunftstechnologien vernachlässigen

wir nicht unser klassisches Geschäft. Auch hier

steht das Thema Energie im Vordergrund. Aktuelle Beispiele

für Kraftwerksprojekte und Kompressorstationen finden

Sie in diesem Heft. Im klassischen Geschäft konzentrieren

wir uns auf Projekte in „unseren“ Ländern wie beispielsweise

Venezuela oder der Middle East North Africa (MENA) Region.

Diese Länder gelten anderen als schwierige Märkte.

Hier können wir vor allem mit exzellenten Kundenkontakten

und mit professionellem Projektmanagement punkten.

Mit unserer Stärke in diesen Ländern wollen wir auch die

anderen Konzerngesellschaften bei ihrer Internationalisierung

unterstützen. Deshalb übernehmen wir derzeit die

Führung bei der Gründung einer Reihe von MAN Häusern,

die das Geschäft aller MAN Teilkonzerne bündeln.

Viel Spaß beim Lesen dieses Echos, das zu allen diesen Themen

interessante Beiträge enthält.

Ihr Wolfgang Knothe

3


4 DAS ECHO August 2007

5

INHALT

24 14 22

24

38

38

PROJECTS

TRINIDAD: Rekordinvestition in der

Petrochemie

Auf der Karibikinsel entsteht ein neuer Anlagenkomplex

zur Herstellung von Düngemitteln und

Melamin. Sieben Einzelanlagen und ein Investitionsvolumen

von 1,5 Milliarden US-Dollar bedeuten

die bisher größte rein private Einzelinvestition

auf der Insel.

PROJECTS

SPANIEN: Neues Solarkraftwerk im Testbetrieb

Auf der Plataforma de Solar in Almería startete im

Juli ein neues Solarkraftwerk den Testbetrieb. Die

innovative Technologie verspricht hohe Wirtschaftlichkeit

und soll in zwei Jahren marktreif sein.

6

14

18

20

22

MELDUNGEN

Rund um den Globus: Projektneuigkeiten aus dem

Leistungsspektrum

FORUM

MAN Ferrostaal übernimmt Anlagenbauer

Koch de Portugal

Verstärkung der Kompetenzen im Kraftwerksbau, vor

allem bei den boomenden Renewables

DREHSCHEIBE MAN

One Face to the Market

Global denken – lokal handeln: Die Internationalisierungsstrategie

der MAN Gruppe vereint die Teilkonzerne

an vielen Orten der Welt unter einem Dach.

„Wir haben einen guten Ruf in der Region“

Das MAN Haus Dubai – von hier aus werden 16

wichtige Länder bedient.

Mehr als hundert Jahre MAN Tradition in China

Zentrale Anlaufstelle in einem schnell wachsenden

Markt: das MAN Haus in Peking.

50 54

58

18 56

44

46

48

50

54

56

PROJECTS

Experteninterview

Prof. Robert Pitz-Paal, Leiter Solarforschung des

Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, über

wirtschaftlichen Sonnenstrom und Stromimporte

aus Afrika

Solarmillennium und MAN Ferrostaal gründen

Joint Venture

Beide Unternehmen bündeln ihre Kräfte zum Bau solarthermischer

Großkraftwerke mit dem Ziel, weltweit

der führende Anbieter in diesem Bereich zu werden.

Beteiligung an Solar Power Group

Weitere strategische Allianz im Bereich Solarenergie:

MAN Ferrostaal übernimmt 25 Prozent der Geschäftsanteile.

„Ein Meilenstein im venezolanischen Energiesektor“

Staatsoberhaupt Hugo Chávez eröffnet das von

MAN Ferrostaal erweiterte Gas- und Dampfturbinen-

Kraftwerk Termozulia I.

SERVICES

Rekordverkäufe im Metallverarbeitungsbereich

Erfolge in Brasilien, Pakistan und China

Gaspipeline für LUOC in Usbekistan

Der zukünftige Reichtum des Landes liegt im Öl- und

Gasgeschäft.

64

58

62

64

66

3

4

68

71

„Marktführerschaft durch Qualitätsführerschaft“

Dr. Ralf Becker, Geschäftsführer der MAN Ferrostaal

Automotive, über wesentliche Erfolgsfaktoren und Zukunftsmärkte

LAND UND LEUTE

Leben und Arbeiten in fremden Kulturen

Ein Porträt des Geschäftsführers der

MAN Ferrostaal Perú Reinhard Hönsch

Mit Beethoven gegen soziale Not

In Venezuela werden seit 30 Jahren Kinder aus

armen Familien kostenlos zu Orchestermusikern

ausgebildet.

„Man muss Kunden und Mitarbeiter fair

behandeln“

Vorgestellt: Bernd Ahlmann, Leiter der Business Unit

Equipment Solutions

STANDARDS

Editorial

Inhalt

Messekalender

Impressum

62


6 DAS ECHO August 2007

MELDUNGEN

Argentiniens Marine setzt auf MAN Technologie

Eisenbahn-Krane für Indonesien

Im Rahmen des von der Kreditanstalt

für Wiederaufbau finanzierten „Sektorenprogramms

Eisenbahn“ lieferte die

MAN Ferrostaal AG zwischen 2004

und 2005 rund 54 430 Meter Schienen

und zwei Eisenbahnkrane der Marke

KIROW an das indonesische Transportministerium.

Nach Ablauf einer zweijährigen

Gewährleistungsperiode über-

gab das Unternehmen die Krane An-

fang 2007 endgültig an den Auftraggeber

in Jakarta. Seit ihrer Lieferung im

Jahr 2005 wurden die Krane immer

wieder von der indonesischen Staatsbahn

für die Instandhaltung des Gleisnetzes,

aber auch für Bergungs-

arbeiten nach Eisenbahnunglücken

eingesetzt. Dank der Krane lässt sich

die Dauer von Gleis-, Umbau-, und Bergungsarbeiten

auf den zumeist noch

Argentinisches Schulschiff

mit neuem Antriebssystem

Bereits achtmal gewann die „A.R.A. Libertad“ die Boston

Teapot Trophy. Das Segelschulschiff der argentinischen

Marine stellte außerdem 1996 einen bis heute gültigen

Geschwindigkeitsrekord für die Transatlantik-Überfahrt

zwischen Cape Race (Kanada) und Dursey Island (Irland)

auf. Damit die Fregatte auch bei Flaute noch flott unterwegs

ist, hat MAN Diesel sie mit einem komplett neuen

Antriebssystem ausgestattet. Dieses beinhaltet neben dem

Kontrollsystem, der Schiffsschraube und einem Stromgenerator

auch zwei neue Dieselmotoren. Den Vertrag über

die Lieferung unterzeichnete MAN Ferrostaal 2004 mit der

argentinischen Marine. Die beiden L23/30-A-Motoren wurden

Ende 2006 übergeben. Sie überzeugen durch eine Leistung

von jeweils 960 Kilowatt, sind sehr zuverlässig und

leicht instand zu halten. Die argentinische Marine entschied

sich für das MAN System aufgrund der außergewöhnlichen

Eigenschaften der Maschinen, welche sich besonders

gut für Segelschiffe eignen. Ähnliche Maschinen

werden auf den Segelschulschiffen der chilenischen und

kolumbianischen Marine genutzt. Mit den neuen Motoren

kann die Libertad eine Geschwindigkeit von beinahe 14

Knoten erreichen.

eingleisigen Strecken in Indonesien

stark verkürzen. So kann der Zugbetrieb

in der Regel bald wieder aufgenommen

werden.

Das „Sektorenprogramm Eisenbahn“

leistet einen wichtigen Beitrag zur

wirtschaftlichen Erholung des Landes,

da es die Mobilität von Menschen und

Technik sicherstellt.

Ausbau der

Kroatischen Eisenbahn

MAN Ferrostaal unterstützt die Republik

Kroatien beim Ausbau des pan-

europäischen Eisenbahnnetzes als Beitrag

zur Entwicklung der kroatischen

Infrastruktur und damit zur Grundlage

wirtschaftlichen Wachstums in

Südosteuropa. Durch die Vermittlung

von MAN Ferrostaal finanziert die Kreditanstalt

für Wiederaufbau (KfW) in

Frankfurt die Modernisierung der kroatischen

Eisenbahn auf der Strecke

zwischen Zagreb und Split. Die KfW

hat dem kroatischen Staat zum Ausbau

seines Eisenbahnnetzes seit 2003

Finanzkredite im Gesamtwert von circa

180 Millionen Euro gewährt.

Ein Großteil dieser Kredite für die Modernisierung

der Strecke zwischen Ostarije

und Split, der sogenannten

„Lika-Line“, war an Lieferungen der

Strom für Leticia

Trieste

Im äußersten Süden Kolumbiens, umgeben von Regenwald,

liegt Leticia, eine Stadt mit 28 000 Einwohnern. Aufgrund

ihrer exponierten Lage gestaltet sich die Energieversorgung

schwierig. Abhilfe soll jetzt ein neuer Generator von

MAN Diesel schaffen. Der Motor kommt auf eine Leistung

von 3 122 Kilowatt, die er an einen Generator abgibt. Den

Transport vom dänischen Frederikshavn über den Atlantik

und anschließend durch den Amazonas organisierte

MAN Ferrostaal. Im April erreichte die Maschine schließlich

Leticia und soll nun im dortigen Kraftwerk durch Spezialisten

von MAN Diesel installiert werden.

Ljubljana

Adria

Oštarije

MAN Ferrostaal gebunden. Im Gesamt-

rahmen von 130 Millionen Euro, aufgeteilt

auf drei einzelne Lieferphasen,

hat MAN Ferrostaal mit der Kroatischen

Eisenbahn Verträge über Lieferungen

von Oberbaumaterial, signaltechnischen

Einrichtungen und weiteren

Investitionsgütern geschlossen.

Die ersten beiden Lieferphasen über

Zagreb

Split

KROATIEN

40 Millionen Euro und 60 Millionen

Euro wurden zwischenzeitlich erfolgreich

abgewickelt. Die dritte und letzte

Lieferphase über 30 Millionen Euro

konnte Anfang Februar 2007 in Kraft

gesetzt werden. Die Abwicklung dieser

Phase wird circa 18 Monate dauern.

7

Sarajevo


8 DAS ECHO August 2007

9

MELDUNGEN

Deutschlands stärkster Schlepper

MAN Ferrostaal hat als Generalunternehmer Verträge

über den Neubau einer Serie von Hochseeschleppern

abgeschlossen, die bei der Mützelfeldtwerft GmbH in Cuxhaven

gebaut werden. Die Neubauten werden sowohl im

Offshorebereich für Verschleppungen von Ölplattformen

als auch zum anchorhandling eingesetzt. Im April wurde

die „Taurus“ in Cuxhaven getauft, an die Einschiffsgesellschaft

Harms Offshore AHT „Taurus“ GmbH & Co. KG übergeben

und in Dienst gestellt. Wenig später trat die Taurus

in Aberdeen die Charter bei BP in der Nordsee an. Das

58 Meter lange und 14 Meter breite Schiff verfügt über eine

Auf der richtigen Wellenlänge

Chile modernisiert seine Flotte. Zwischen

2006 und 2008 sollen sieben

gebrauchte Fregatten niederländischer

und britischer Herkunft in Dienst

gestellt werden. Um die Schiffe von

Land aus mit dem nötigen Strom zu

versorgen, sind einige Anpassungen

nötig. Die vier Schiffe der Typen Karel

Doormann und Jacob van Heemskerck

sowie die drei britischen Schiffe vom

Typ 23, verfügen über Generatoren mit

einer Frequenz von 60 Hertz. Das chilenische

Stromnetz dagegen wird mit

50 Hertz gespeist. Folglich mussten die

Fregatten bisher auch in ihren Basen

über die Bordgeneratoren versorgt werden,

was einen hohen Dieselverbrauch

und enorme Kosten verursachte. Ein

modernes System mit rotierenden Frequenzumformern

soll zu niedrigen

Brennstoffkapazität von 1 000 Tonnen Schweröl. Mit einem

Trossenzug von 219 Tonnen ist die Taurus zurzeit der stärkste

deutsche Schlepper. Der Hauptantrieb besteht aus zwei

MAN Dieselmotoren des Typs 14V32/40 mit einer Gesamtleistung

von 14 000 Kilowatt. Die Verstellpropelleranlage

stammt ebenfalls von MAN Diesel. Mit den Schiffen „Janus“

und „Ursus“ folgen in diesem Jahr zwei weitere Schlepper

mit jeweils 220 Tonnen Trossenzug. 2008 sollen zwei noch

stärkere Schlepper, die „Uranus“ und die „Orcus“, mit jeweils

280 Tonnen Trossenzug an die entsprechenden Einschiffsgesellschaften

geliefert werden.

Kosten führen. Das Projekt wird von

MAN Ferrostaal Chile in Zusammenarbeit

mit der deutschen Firma Piller Power

Systems und der chilenischen

Emelta S.A. durchgeführt. Zwei Umformer

sind bereits in der Marinebasis von

Valparaiso in Betrieb. In der Marinebasis

Talcahuano soll Ende 2007 ein weiterer

Umformer mit 1 250 Kilovoltamper

angeschlossen werden.

In Lateinamerika werden jährlich etwa fünf Millionen Tonnen Düngemittel verbraucht.

Neuer Finanzvorstand

Die MAN Ferrostaal AG hat seit Januar 2007 ein neues Vorstandsmitglied.

Michael Beck ersetzt den in den Ruhestand

gegangenen Jens Gesinn. Der 43-jährige Diplomkaufmann

Beck, der zuvor in verschiedenen führenden Positionen bei

MAN Nutzfahrzeuge tätig war, ist verantwortlich für den Bereich

Finance, Accounting, Controlling, Tax und IT.

Großauftrag in

Venezuela

Die venezolanische Regierung

möchte ihr Land zu einem der

führenden Düngemittelproduzenten

Lateinamerikas machen. Aus diesem

Grund soll eine von der staatlichen Gesellschaft

PEQUIVEN betriebene alte

Düngemittelfabrik in der Karibikstadt

Morón durch eine moderne und effiziente

Anlage ersetzt werden. Bei der

öffentlichen Ausschreibung des Projekts

setzte sich das Konsortium

MAN Ferrostaal, Toyo Engineering und

VEC gegen eine Reihe von Mitbewerbern

durch und erhielt den Zuschlag.

Der Auftragswert liegt bei einer

Milliarde Euro. Der Lieferanteil der

MAN Ferrostaal besteht aus der Errichtung

der zum Komplex gehörenden

Ammoniakanlage. In diesem Bereich

verfügt das Unternehmen bereits

durch den Bau der Ammoniakanlagen

auf Trinidad über tiefgreifendes Knowhow

und viel Erfahrung. Ein ausführlicher

Bericht über dieses petrochemische

Projekt folgt in der nächsten Ausgabe

DAS ECHO.


10 DAS ECHO August 2007

11

MELDUNGEN

Die Industriehäfen der Niederlande sind Hot Spots in der Weltwirtschaft.

Biodieselanlage in Amsterdam

MAN Ferrostaal baut für die J&S

Bio Energy B.V. eine Biodieselanlage

mit einer Jahreskapazität von

200 000 Tonnen im Hafen von Amsterdam.

Der Prozess basiert auf dem

international bekannten „Connemann-

Verfahren“ für das MAN Ferrostaal die

weltweiten Patentrechte besitzt. Bei

diesem Anwendungsprozess wird

pflanzliches Öl in Fettsäuremethylester

umgewandelt und das Endprodukt

Biodiesel erfüllt die europäische

Qualitätsnorm EN 14214. Das „Connemann-Verfahren“

ist eine in der Praxis

seit vielen Jahren erprobte Technologie,

die sich durch gute Produktqualität,

günstigen Verbrauch und hohe

Zuverlässigkeit auszeichnet. Die in

Utrecht/Niederlande ansässige J&S

Bio Energy B.V. ist eine Tochtergesellschaft

der internationalen Öl- und

Gasunternehmensgruppe J&S Energy

S.A. in Warschau/Polen.

MAN Ferrostaal tritt für den Liefer-

und Montageteil als Generalunternehmer

auf. Die Anlage soll im Juli

2008 fertiggestellt werden und ist für

eine Kapazität von 600 Tonnen pro

Tag ausgelegt. Das Vorhaben stellt

eine Gesamtinvestition in Höhe von

42 Millionen Euro dar. Zeitgleich befindet

sich für den polnischen Kunden

Lotos Biopaliwa eine Biodieselanlage

mit einer Jahreskapazität von

100 000 Tonnen im Bau. Die Anlage

wird auf dem Gelände von Lotos Biopaliwa

in Czechowice/Polen errichtet.

Die Fertigstellung ist für das 2. Quartal

2008 geplant. Das Gesamtinvestionsvolumen

beläuft sich auf 25 Millionen

Euro.

340 000

2000

450 000

2001

800 000

550 000

2002

1 200 000

2003

1 800 000

2004

Biodiesel-Absatz in Deutschland (in t)

Quelle: Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen

e.V. (UFOP)

2005

Syrische Kraftwerke „atmen“ mit dem Know-how von MAN Ferrostaal

Im Oktober 2004 erhielt MAN Ferrostaal vom Konsortium

Koch/Siemens den Auftrag für die Klimatisierung

und Entrauchung von zwei Kraftwerken im syrischen Zayzoun

und Nasserieh. Betreiber der Kraftwerke ist das „Public

Establishment of Electricity for Generation and Transmission“,

Syriens Stromerzeugungs- und Stromübertragungsgesellschaft.

MAN Ferrostaal konnte ihre Kompetenzen im Kraftwerksbau

voll einsetzen. Planung und Umsetzung von heizungs-,

lüftungs- und kältetechnischen Systemen verliefen reibungslos.

Das Projekt wurde im April 2007 schlüsselfertig

übergeben. Der Auftragswert belief sich auf 3,7 Millionen

Euro.

Der steigende Energiebedarf Syriens macht den Neubau

mehrerer Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) erforderlich.

GuD-Kraftwerke verfügen über einen außerordentlich hohen

Wirkungsgrad. Sie zeichnen sich durch niedrige Investitionen

und CO 2 -Emissionen aus. Die zwei Kraftwerke waren

von „open“ auf „combined cycle“ erweitert worden. Gas-

und Dampfturbinenprozesse sind nun miteinander kombiniert.

Die Erweiterung der Kraftwerke machte auch den Bau neuer

Funktionsgebäude notwendig. Die Arbeit von MAN

Ferrostaal umfasste deshalb sowohl die mechanische als

auch die natürliche Be- und Entlüftung von Technikgebäuden,

die Klimatisierung von Gebäuden und Räumen für

Schaltanlagen, Verwaltung, Lager- und Werkstätten. Der

Auftrag beinhaltete auch die natürliche Entrauchung für

Technikgebäude sowie die mechanische Entrauchung für

alle anderen Bereiche.

Das Heating Ventilation & Air Conditioning-Konzept sowie

die Entrauchung sind mit einer Mess-, Steuer- und Regeleinheit

verbunden, die MAN Ferrostaal ebenfalls lieferte.

Sie ist in die Gebäudeleittechnik integriert. Nur die sicheren

Abläufe von Klimatisierungs- und Entrauchungspro-

Das Maschinenhausdach mit 4 x 135 000 m 3 /h Zuluftanlagen sowie den

Windleitflächenlüftern für Erwärmung und Entrauchung

zessen garantieren eine reibungslose Funktion der Anlage

– und somit ihre Wirtschaftlichkeit.

MAN Ferrostaal überzeugte mit einer kompletten und integrierten

Lösung. Das Know-how der Mitarbeiter und die

Flexibilität des Unternehmens ermöglichte darüber hinaus

die Einhaltung eines äußerst knappen Zeitplans. Die ersten

Lieferungen erfolgten im Dezember 2005, die Fertigstellung

war fristgerecht im April 2007.

Im März 2007 hat MAN Ferrostaal von der Siemens Power

Generation in Wien einen weiteren Auftrag erhalten: die

Klimatisierung eines dritten Kraftwerkes in Syrien.


12 DAS ECHO August 2007

13

MELDUNGEN

Bau einer Kompressorstation in Thailand

Sobald ein neues Fördergebiet für fossile Brennstoffe gefunden

ist, stellt sich die Frage: Wie kommt das Gas zu

den Verbrauchern – und zwar ebenso schnell wie bedarfsgerecht?

Vor diesem Hintergrund beauftragte die zum Teil

staatliche thailändische Öl- und Gasgesellschaft PTT Public

Company Ltd. MAN Ferrostaal mit der Errichtung einer Kompressorstation

in Map Tha Put. Gasturbinen-Kompressoren

sollen Versorgungsengpässe vermeiden; sie haben vor allem

Speicherfunktion.

Termingerechte Fertigstellung der Kompressorstation in Map Tha Put

Die neue Kompressorstation ist Teil des Third Transmission

Pipeline Projects, bei dem zwei neu erschlossene Offshore-

Gasfelder vor der Küste Thailands durch Pipelines mit den

Onshore-Verbrauchern verbunden werden. Nur rund 18 Monate

blieben den Experten der MAN Ferrostaal vom Inkrafttreten

des Vertrages bis zur mechanischen Fertigstellung der

Anlage im Dezember 2006.

Gegenstand des Vertrages waren Ingenieurleistungen und

die Lieferung der Ausrüstungen. Hinzu kamen technische

Dokumentation sowie das Durchführen von Bau-, Montage-

und Inbetriebnahmeleistungen. Über ihre eigens für das Projekt

gegründete „Bangkok Branch“ trat MAN Ferrostaal gemeinsam

mit der lokalen Baufirma IBC als offenes Konsortium

auf. Dabei entfielen 85 Prozent der gesamtschuldnerischen

Haftung auf MAN Ferrostaal und 15 Prozent auf IBC.

Die vertraglichen Verpflichtungen des Konsortialpartners IBC

beinhalteten Bau- und Montagearbeiten sowie die Abrechnung

mit dem Kunden. Die anlagenspezifischen Ingenieursleistungen

erbrachte die in Bangkok ansässige Firma Worley

Parsons Ltd. unter der Projektleitung von MAN Ferrostaal.

Um einen reibungslosen Ablauf des Zeitplans zu garantieren,

wurde die MAN Ferrostaal Project Task Force vollständig

in Thailand stationiert. Sie wechselte immer zu den jeweiligen

Hot Spots des Projektes, also nach Bangkok und später

nach Map Tha Put. So gelang dem Unternehmen und IBC die

punktgenaue Einhaltung des Termins für die mechanische

Fertigstellung. Nach einem anschließenden Leistungstest im

30-tägigen Dauerbetrieb nahm der Kunde die Kompressorstation

komplett ab.

MAN Ferrostaal ist optimistisch, dass aufgrund der erbrachten

Leistungen und der anspruchsvollen konstruktiven Zusammenarbeit

mit dem Kunden PPT eine gute Basis für weitere

gemeinsame Projekte in Thailand geschaffen wurde.

Technische Daten

Durchsatz: 1 200 MMSCFD

Gaseingangsdruck/-temperatur: 42 bar(g) bei +35 °C

Gasausgangsdruck/-temperatur: 86 bar(g) bei < +52 °C

Turbinen/Kompressoren: 3 x 21 MW Gasturbinen RB211

6562 DLE (Rolls-Royce) mit RB45

Zentrifugal-Kompressoren (MAN

TURBO); Turbinen werden mit Gas

aus Import-Pipeline betrieben

Design: 3 Kompressoren (2 in Betrieb,

1 in Stand-by) mit saugseitigen

Gasfiltern und druckseitigen Gaskühlern

sowie separatem Fackelsystem

Energieversorgung: Transformator in bestehender Substation

plus Dieselgenerator für

Notstrom

Kontrollsystem: Digital Control System (DCS)

und Electro Static Discharge (ESD)

mit lokaler Bedienung und Fernsteuerung

vom Kontrollraum

Saubere Luft für eine strahlenfreie Zukunft

Wer Atomkraftwerke still legen

will, sieht sich für lange Zeit mit

einem schwierigen Erbe konfrontiert.

Nach einer Laufzeit von 21 Jahren wurde

der Versuchsreaktor Jülich, einer der

ersten Atomreaktoren Deutschlands,

im Jahr 1988 endgültig abgeschaltet.

Seither erfolgt der schrittweise Rückbau

des Reaktorgeländes zur „Grünen

Wiese“. Eine zentrale Rolle spielt dabei

die eigens gebaute Materialschleuse

am Reaktorgebäude. Sie dient dem sicheren

Einschluss radioaktiv kontaminierter

Anlagenteile, die in der Schleuse

versiegelt werden. Das Lüftungssystem

der Schleuse muss dabei immer

wieder den Fortschritten des Rückbaus

angepasst werden.

Ende 2004 erhielt MAN Ferrostaal von

der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor

Jülich den Auftrag zum Bau neuer

lufttechnischer Anlagen und eines

Abluftkamins mit Aktivitätsüberwachung.

Der Auftragswert belief sich auf

rund 2,5 Millionen Euro. Die Anlagen

wurden termingerecht Ende 2006 an

den Betreiber übergeben.

Die Aufstellung der neuen Be- und Entlüftungsanlagen

erfolgte innerhalb der

Materialschleuse. Hierzu wurde die

Abluft der neuen Lüftungsanlage über

parallele Filtereinheiten mit Vor- und

Schwebstofffilter mit der Abluft der

verbliebenen Anlage zusammengefasst.

Sie entweicht nun über einen neu

errichteten 65 Meter hohen Abluftkamin

in die Atmosphäre.

Bioschild und Wasserhochbehälter; Materialschleuse mit Abluftkamin

Der Kamin selbst verfügt über eine integrierte

Aktivitätsüberwachung. Sie

ermöglicht die isokinetische Probenentnahme

und kann auch zur Messung

des Volumenstromes sowie zur kontinuierlichen

und bilanzierenden Überwachung

der Abluft auf radioaktive

Teilchen wie etwa Tritium oder C14 eingesetzt

werden.

Die Neuinstallation der kompletten

Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

für die lufttechnischen Anlagen erfolgte

ebenfalls durch MAN Ferrostaal. Das

Unternehmen führte alle Arbeiten vor

Ort ausschließlich mit Personen durch,

die über eine besondere Ausbildung im

Bereich Strahlenschutz verfügen.


14

FORUM

MAN Ferrostaal übernimmt

Anlagenbauer Koch de Portugal

DAS ECHO August 2007

Wer im internationalen Wettbewerb bestehen will, muss darauf achten,

seine Kompetenzen beständig zu ergänzen und für gesundes Wachstum zu

sorgen. Mit dem Kauf des renommierten Anlagenbauers Koch de Portugal

Lda. gelang es, nicht nur die Kompetenzen der MAN Ferrostaal in der Sparte

Projects zu stärken, auch Koch de Portugal profitiert als neues Mitglied der

MAN Gruppe. Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens war bis dahin,

neben zwei anderen Eigentümern, die Koch Transporttechnik GmbH. Der

Kaufvertrag wurde am 26. März 2007 unterzeichnet.

Koch de Portugal gilt seit über 25 Jahren als Knowhow-Träger

im Kraftwerksbau und hat einen ausgezeichneten

Ruf in der Branche. Die rund 130 Mitarbeiter

des Unternehmens mit Sitz in Lissabon und einer Niederlassung

in Saarlouis sind auf die Projektierung und Abwicklung

von industriellen Großprojekten spezialisiert.

Koch de Portugal setzt dabei sowohl auf konventionelle als

auch auf alternative Technologien. Gebaut werden Diesel-,

Gas- und Dampfkraftwerke, solarthermische Kraftwerke sowie

Anlagen für petrochemische Produkte und zur Herstellung

von Biokraftstoffen.

Gerade in den letzten drei Bereichen, vor allem bei den boomenden

Renewables, wollen die Portugiesen von der Zusammenarbeit

mit MAN Ferrostaal profitieren. Koch de Portugal

bietet zum Beispiel Engineering- und Bau-Leistungen,

die Lieferung von Abhitzekesseln sowie diversen Haupt-

und Nebenanlagen und sorgt für Montagen und Inbetriebnahmen.

Das Unternehmen ist als hochprofessioneller EPC-

Kontraktor bekannt. Wie MAN Ferrostaal arbeitet Koch de

Portugal in internationalen Konsortien und beteiligt sich

zum Teil auch selbst an der Finanzierung von Projekten.

Synergien in der Arbeitsweise beider Unternehmen sind offensichtlich.

Sie sollen künftig bei der Akquise und Durchführung

von Projekten genutzt werden.

Die Geschäftsführer von Koch de Portugal, Lothar R. Somborn,

Dieter W. Frank und Jean Claude Hecht, berichten

direkt an den Vorstand der MAN Ferrostaal AG. Die Zu-

sammenarbeit mit den einzelnen Business Units der

MAN Ferrostaal erfolgt je nach Bedarf innerhalb der verschiedenen

Projekte. Ein Schwerpunkt soll etwa auf dem Bau

von solarthermischen Kraftwerken liegen; im spanischen

Almería hat MAN Ferrostaal derzeit mit Partnern eine erste

Demonstrationsanlage gebaut, die auf Basis der kostengünstigen

Fresnel-Technologie arbeitet. Bei künftigen Projekten

kann der Essener Konzern nun auf die Unterstützung

von Koch de Portugal zurückgreifen.

15


16

FORUM

Hier ist Koch de Portugal stark: Nigeria, Iran, Jordanien, Mauretanien,

Syrien, Brasilien, Argentinien, Venezuela, Thailand, Malaysia.

Der Zusammengang mit MAN Ferrostaal bietet Koch de Portugal

nicht nur inhaltlich, sondern auch geografisch eine Erweiterung

der Perspektiven. Bislang führte die legendäre

portugiesische Entdeckermentalität das Unternehmen nach

Nigeria, Jordanien, Mauretanien und Syrien. Darüber hinaus

verfügt Koch de Portugal auch über Erfahrungen in Brasilien,

Venezuela, Thailand und Malaysia. Gemeinsam mit

MAN Ferrostaal arbeitet Koch de Portugal derzeit an Projekten

im Iran, in Venezuela und in Argentinien. Aber auch innerhalb

des eigenen Heimatlandes Portugal will das Unternehmen

gemeinsam mit MAN Ferrostaal neue Märkte erobern

– etwa im Bereich der Bioethanolanlagen.

Auf unterschiedlichen Ebenen ergeben sich damit für

beide Unternehmen Win-win-Situationen, in denen sie gegenseitig

vom exzellenten Ruf des anderen profitieren.

Berührungspunkte auf direkter und indirekter Ebene gab

es zwischen Koch de Portugal und MAN Ferrostaal schon

seit Langem.

Koch de Portugal verfügt über ausgezeichnete Referenzen.

So errichtete das Unternehmen Ende der 90er Jahre das erste

Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Portugals. Zu den

jüngsten Prestigeobjekten gehören der Bau und die Inbetriebnahme

des Großkraftwerks Ribatejo. Das Gas- und

Dampfturbinenkraftwerk, 30 Kilometer von Lissabon entfernt,

wurde 2006 fertiggestellt. Es verfügt über eine Leistung

von drei mal 400 Megawatt. Koch de Portugal wickelte

den Auftrag der portugiesischen Elektrizitätsgesellschaft

Termoeléctrica do Ribatejo S.A. im Konsortium mit Siemens

ab. Der Projektumfang betrug rund 500 Millionen Euro, von

denen Koch de Portugal rund die Hälfte als Verantwortung

übernahm.

Qualität und Ergebnis übertrafen bei Ribatejo die Erwartungen

des Auftraggebers bei weitem: Der Leistungstest des

letzten Blocks fand drei Monate vor dem vereinbarten Ter-

min statt. Zudem erhielt das Ribatejo-Team eine Auszeichnung

für zwei Millionen unfallfreie Mannstunden. Passende

Aufgabenverteilungen und optimierte Ablaufgestaltungen

machten die Ausführungsphase zu einem vollen Erfolg.

Das Projekt Ribatejo gibt Einblick in die Leistungsfähigkeit

von Koch de Portugal. Ein ausgesprochener Teamgeist sowie

das Bekenntnis zu Effizienz und Qualität sind sowohl

der MAN Ferrostaal als auch Koch de Portugal eigen.

Flache Hierarchien, kurze Wege und ein differenziertes Qualitätsmanagementsystem

zeichnen beide Unternehmen

aus. Koch de Portugal ist seit Juni 2007 offiziell nach der EN

ISO 9001:2000 zertifiziert. Die eigene Zertifizierung des Unternehmens

war nach der Trennung vom „Mutterhaus“ notwendig

geworden und konnte binnen eines halben Jahres

erlangt werden. Zudem ist Koch de Portugal nach dem Boiler

and Pressure Vessel Code der American Society of Mechanical

Engineers (ASME) zertifiziert. Der „ASME-Code“ gilt

als das führende Regelwerk zu Druckgeräten und Komponenten.

Das Zertifikat erlaubt Koch de Portugal, Kessel auch

auf Montageständen zu bauen. Eine Zertifizierung für den

Safety-Bereich strebt die Geschäftsführung in den kommenden

Monaten an.

Die Mitarbeiter von Koch de Portugal und MAN Ferrostaal

sehen den Zusammengang der Unternehmen äußerst positiv.

Für Koch de Portugal bietet sich die Chance, gemeinsam

mit einem starken Partner das eigene Geschäft auszubauen.

Im Rahmen eines gesunden Wachstums denkt die Geschäftsführung

bereits jetzt über Neueinstellungen nach.

MAN Ferrostaal profitiert nicht nur vom Know-how und Renommee

des portugiesischen Unternehmens, sondern kann

auch seinen Pool hoch qualifizierter Fachkräfte erweitern.

Diese Ergänzung ist gerade vor dem Hintergrund von Engpässen

auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure sehr wertvoll:

Die Erfahrung der Koch de Portugal Mitarbeiter fließt

direkt in das laufende Geschäft der MAN Ferrostaal ein.

DAS ECHO August 2007

Ribatejo – Fahrplan eines Erfolgsprojekts

März 2002 Die Einrichtung der Baustelle beginnt.

Mai 2002 Start der Bauarbeiten am Doppelkühlturm für die ersten beiden Kraftwerk-Blöcke.

Dezember 2002 Gasturbine, Dampfturbine und Kondensator treffen ein – am nahezu vollständig eingekleideten

Maschinenhaus steht der fest installierte 370-Tonnen-Kran für die Montage bereit.

März 2003 Bis zu 1 000 Arbeitskräfte in der Spitze sind an den Gewerken beschäftigt.

Die Vollentsalzungsanlage und die Kühlwasseraufbereitung sind weitestgehend fertiggestellt,

am Kühlturm läuft die Montage des Rieselwerks und der Lüfter. Auch der Abhitzekessel

bekommt sein Innenleben: Insgesamt werden hier am Ende allein innerhalb eines Kessels

40 Kilometer Rohre in eng geschlungenen Windungen verbaut.

Mai 2003 Stück für Stück wächst der Kamin des Abhitzekessels auf seine endgültige Höhe von 75 m.

September 2003 Alle Bauarbeiten an Kühlturm, Abhitzekessel, Maschinenhaus, der Kühlwasser-Aufbereitung

und sonstigen Gewerken für Block 1 sind abgeschlossen. Am 5. September wird die

Gasturbine gezündet, eine Woche später gehen die ersten 16 Megawatt Strom ins Netz.

Die Inbetriebnahme der Dampfturbine erfolgt ebenso reibungslos.

Dezember 2003 Block 1 des Kraftwerks Ribatejo läuft auf voller Leistung.

Block 2 ist kurz vor der Fertigstellung.

März 2004 Die aktuelle Betreibergesellschaft Companhia Portugesa de Produçã de Electricidade, S.A.

(CPPE) zieht die Option auf den 3. Block. Ziel ist eine Fertigstellung bis Ende Februar 2006.

April 2004 Am 20. April übergibt der portugiesische Premierminister Dr. José Manuel Durão Barroso

den ersten der drei Kraftwerksblöcke feierlich seiner Bestimmung.

Oktober 2004 Block 2 des Kraftwerks geht reibungslos in den kommerziellen Betrieb.

Juli 2005 Am 18. Juli wird die Gasturbine des 3. Blocks gezündet, die Warminbetriebnahme beginnt.

Bereits im August werden während des Ausblasens der Dampfleitungen die ersten 80

Megawatt ins Netz geleitet.

September 2005 Block 3 ist mit voller Leistung am Netz.

Das Kraftwerk Ribatejo wurde vom POWERmagazin als eine der „Top Plants

2004“ weltweit nominiert (Ausgabe Juli/August).

17


18 DAS ECHO August 2007

19

DREHSCHEIBE MAN

One Face to the Market

One face to the market – so lautet das Motto der neuen Internationalisierungsstrategie

von MAN. In sogenannten MAN Häusern sollen zukünftig

die Landesvertretungen aller Teilkonzerne unter einem Dach vereint werden.

In Lateinamerika, dem Nahen- und Mittleren Osten, Afrika sowie Südostasien

sind 19 solcher zentralen Anlaufstellen des Konzerns geplant. Die

MAN Häuser sind gelebte Globalisierung für internationale Kunden und

Partner. Im Rahmen dieses Internationalisierungsprozesses nimmt die

MAN Ferrostaal als Vermittler, Organisator und Ansprechpartner eine führende

Rolle ein.

Die MAN Gruppe will in Zukunft in Wachstumsmärkten

ihre Kräfte bündeln und Synergien nutzen. Wo

bisher die einzelnen Teilkonzerne separat agierten,

sollen zentrale Adressen entstehen, die alle Teilkonzerne in

einem Haus versammeln. „Die MAN Häuser sind ein sichtbares

Zeichen der Stärke unseres Konzerns und die Tür in

die Produktwelt der gesamten Gruppe“, sagt Martin Everding,

bei MAN Ferrostaal verantwortlich für die neue MAN

Sales and Service Platform. Vorreiter diese Konzepts sind,

neben dem MAN HAUS Mexiko, die im Juni dieses Jahres

eröffneten MAN Häuser in Dubai und Peking. Die MAN

Häuser bieten innovative, ganzheitliche Konzepte aus einer

Hand und erhöhen damit die Dienstleistungstiefe für

den Kunden. An der Homebase ist MAN Beratungspartner,

nicht bloß Verkäufer von Produkten und Industriedienstleistungen.

Dadurch generiert der Konzern einen Mehrwert

für den Kunden.

Mehr als ein neues Büro

Die MAN Middle East FZCO hat in Dubai eine Etage eines

modernen Bürokomplexes angemietet. Diese neuen Räumlichkeiten

sind weit mehr als nur ein neues Büro – sie bil-

den das MAN Haus Dubai. Es soll zu einem Vertriebsknotenpunkt

für MAN Nutzfahrzeuge in der Region werden.

Während MAN Nutzfahrzeuge sich um die Lieferung von

Bussen und LKWs kümmert, wird MAN Ferrostaal deren

Vertrieb und Service regeln. Auch die regionalen Vertretungen

MAN TURBO und MAN Diesel sind bereits in das MAN

Haus Dubai eingezogen.

Kunden aus dem Oman bei der Eröffnungsfeier

Grundsteinlegung für ein neues Aluminiumfolienwalzwerk:

Thomas Buschmann, Leiter des MAN Hauses Peking, und Hu Jun, Präsident von Kunshan Aluminium

Zentrale Adresse in China

In China kann die MAN Gruppe auf eine mehr als hundertjährige

Tradition zurückblicken. In der Hauptstadt Peking

sind alle vier Teilkonzerne in ein gemeinsames Gebäude gezogen.

Das MAN Haus Peking ist die zentrale Adresse für die

geschäftlichen Aktivitäten von MAN im Reich der Mitte. Zurzeit

baut MAN TURBO in Changchou, 150 Kilometer südlich

von Shanghai, eine Servicewerkstatt für Turbomaschinen,

in der bis zu 300 Arbeitsplätze entstehen werden. MAN

Nutzfahrzeuge betreibt ein Trucknology Center in Peking.

MAN Ferrostaal als Wegbereiter

Mit ihren internationalen Netzwerken und interkulturellen

Erfahrungen dient die MAN Ferrostaal als Wegbereiter für

die anderen MAN Teilkonzerne im Ausland. „Mit unseren

Strukturen, Einrichtungen und Kenntnissen schaffen wir

die Grundlage für wichtige Geschäfte. Will beispielsweise

MAN Diesel einen Mitarbeiter nach Argentinien entsenden,

so kümmern wir uns um alle organisatorischen Dinge“, sagt

Martin Everding. Das Internationalisierungskonzept verspricht

eine eindeutige Markendarstellung und nachhaltige

Verbesserung der Marktpräsenz von MAN als Gruppe.

„Durch die Arbeit der MAN Häuser wird der gesamte Konzern

im Ausland besser wahrgenommen“, so Everding. Das

erste MAN Haus eröffnete 2006 in Mexiko-Stadt. Die Eröffnungen

der Häuser in Peking und Dubai stellen zwei wichtige

Meilensteine in der Internationalisierungsstrategie der

MAN dar. Drei weitere Ereignisse stehen Ende 2007 an.

Dann nämlich sollen die MAN Häuser in Lima, Kuala Lumpur

und Jakarta offiziell ihre Pforten öffnen, bevor Anfang

2008 Teheran und Moskau folgen. Bis Ende 2008 ist die Eröffnung

einer Reihe von weiteren MAN Häusern unter der

koordinierenden Führung von MAN Ferrostaal geplant.


20

DREHSCHEIBE MAN

„Wir haben einen guten

Ruf in der Region“

Die MAN AG bündelt die Kompetenzen ihrer Teilkonzerne in Middle East

und nutzt somit Synergien in einem prosperierenden Wirtschaftsraum.

Das neue Haus in Dubai bedient 16 wichtige Länder und ist für jeden Geschäftspartner

im Mittleren Osten eine wertvolle zentrale Anlaufstelle.

die nächsten Jahre sind wir voll ausgelastet. Wir

arbeiten im Moment an diversen lukrativen Pro-

„Für

jekten in Ländern wie Oman, Saudi-Arabien oder

Katar. Schon bald werden sicherlich noch einige mehr folgen.

Unsere diversifizierte Produktpalette passt sehr gut in die arabische

Region“, berichtet Alexander Smola, General Manager

der MAN Middle East Freezone Company (FZCO) und Leiter

des MAN Hauses in Dubai. Die 53 Mitarbeiter in der Boomstadt

der Vereinigten Arabischen Emirate bedienen einige der

wichtigsten Wachstumsmärkte der MAN AG im Nahen- und

Mittleren Osten. Die neuen Räumlichkeiten am Dubaier Flughafen

sind somit mehr als nur ein neues Bürogebäude für die

2006 von MAN Nutzfahrzeuge und MAN Ferrostaal gegründete

MAN Middle East FZCO. Das neue MAN Haus schafft Synergien

für den gesamten Konzern. Anstatt wie bisher in der

Region separat zu agieren, können die MAN Teilkonzerne ihre

Kräfte nun besser bündeln.

Hochprofessionelle Partner vor Ort

Aufgrund des hohen Investitionsvolumens ist der Mittlere

Sitz des MAN Hauses in Dubai

DAS ECHO August 2007

Osten für die MAN Gruppe besonders attraktiv. Auch die Zusammenarbeit

vor Ort funktioniert sehr gut, wie Alexander

Smola berichtet: „Unsere Partner im arabischen Raum sind

sehr ganzheitlich aufgestellt und arbeiten hochprofessionell.

Mit dem bisher Erreichten haben wir uns in der Region

einen guten Ruf erworben. So ist MAN beispielsweise in vielen

Märkten der führende LKW-Hersteller geworden.“ Zur

Qualifizierung der Mitarbeiter gibt es Schulungen in Dubai,

Speziallehrgänge in Deutschland und sogar einen mobilen

Schulungs-LKW.

Größte Einzelinvestition auf der arabischen Halbinsel

Unter den MAN Ferrostaal Aktivitäten in der Region zählt der

Bau der Methanolanlage MO3000 in Oman momentan zu

den prestigeträchtigsten Projekten. Die Anlage mit einem Investitionsvolumen

von rund 400 Millionen US-Dollar ist derzeit

die größte Einzelinvestition auf der arabischen Halbinsel

und soll jährlich über eine Million Tonnen Methanol produzieren.

Die Fertigstellung ist für das 3. Quartal 2007 geplant.

Kunde ist die Oman Methanol Company LLC (OMC).

Neustrukturierung des Dubaier Nahverkehrs

Darüber hinaus bietet MAN Middle East nahezu die komplette

MAN Nutzfahrzeuge Palette an, darunter auch Sonderfahrzeuge

wie Flughafenbusse und Feuerwehrfahrzeuge

sowie Cateringfahrzeuge. MAN profitiert von der kompletten

Neustrukturierung des öffentlichen Nahverkehrs der expandierenden

2,6-Millionenmetropole Dubai: Die Stadt hat

400 Busse der Marke Neoplan geordert, die größtenteils

2008 ausgeliefert werden sollen. Das Auftragsvolumen bewegt

sich im dreistelligen Millionenbereich. Dubai deckt außerdem

die gesamte Spanne der MAN Ferrostaal Aktivitäten

in der Region ab. Insgesamt werden die MAN Aktivitäten für

16 schnell wachsende Märkte von Dubai aus gesteuert.

Moving Middle East

Die feierliche Eröffnung des von MAN Ferrostaal geleiteten

MAN Hauses fand am 17. Juni unter dem Motto „Moving

Middle East“ statt. Die neue Konzernvertretung in Dubai befindet

sich in der Dubai Airport Freezone. Zurzeit gibt es in

Dubai drei verschiedene Freihandelszonen: Die Jebel Ali

Freezone, die Dubai Airport Freezone sowie die Dubai Technology,

Electronic Commerce & Media Freezone. Die Niederlassung

in einer solchen Zone bietet ausländischen Investoren

die Gelegenheit, eine eigene Niederlassung ohne die

sonst in den Vereinigten Arabischen Emiraten übliche lokale

Beteiligung zu gründen. Eine FZCO gilt in den Vereinigten

Arabischen Emiraten, im Gegensatz zu einer Zweigniederlassung,

als juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit

und ist mit einer GmbH vergleichbar. Die MAN Middle

East FZCO sieht sich primär für die arabische Halbinsel zuständig.

Hinzu kommen noch vereinzelte Staaten benachbarter

Regionen wie beispielsweise nord- und ostafrikanische

Länder sowie die kaspische Region.

Weitere Informationen zum MAN Haus Dubai unter

www.man-middleeast.com

21


22

DREHSCHEIBE MAN

Mehr als hundert Jahre

MAN Tradition in China

Kaum ein Land der Erde wächst wirtschaftlich schneller

als China: 10,6 Prozent betrug der Zuwachs des

Bruttoinlandsprodukts 2006. Für 2007 sind ähnliche

Zahlen zu erwarten. Der MAN Konzern möchte dieses

enorme Potenzial nutzen und sich auf dem chinesischen

Markt besser positionieren. Daher wurde im Juni unter dem

Motto „We are committed to China“ das neue MAN Haus in

der Hauptstadt Peking eröffnet.

Im Reich der Mitte blickt der MAN Konzern auf eine lange

Tradition zurück. Die Unternehmensgruppe beliefert seit

mehr als 100 Jahren die chinesische Industrie mit hochwertigen

technischen Produkten und Dienstleistungen. Dieses

Geschäft soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. Thomas

Buschmann, Sprecher des neuen MAN Hauses und Leiter

der MAN Ferrostaal in Peking, hat große Erwartungen an

die Einrichtung: „Ich hoffe, wir können uns durch regelmäßigen

Informationsaustausch und ein gemeinsames Vorgehen

weitere Geschäftspotenziale erschließen, und den

Kontakt zu Kunden und Partnern intensivieren.“

Symbolische Schlüsselübergabe

Bei der Eröffnungsfeier am 7. Juni übergab der MAN Vorstand

und MAN Ferrostaal Vorstandsvorsitzende, Dr. Mitscherlich,

den symbolischen Schlüssel an Thomas Buschmann.

Mehr als 200 Gäste besuchten die Zeremonie und

feierten das neue Pekinger MAN Haus. Auch die chinesische

Presse zeigte großes Interesse an dem Event.

Neues Trucknology Center

Tatsächlich bieten sich auf dem chinesischen Markt gute

Chancen für den Konzern: Erst im vergangenen Jahr stärkte

MAN das Nutzfahrzeug-Geschäft durch die Eröffnung eines

Trucknology Centers in der Nähe des Pekinger Flughafens.

Hochmodern: das neue MAN Haus in Peking

DAS ECHO August 2007

Bei der Eröffnungsfeier am 7. Juni hielt der Vorstandsvorsitzende der MAN Ferrostaal, Dr. Matthias Mitscherlich, die Eröffnungsrede vor mehr als 200 Gästen.

Dieses Servicezentrum für Nutzfahrzeuge ist nach modernsten

internationalen Standards konzipiert und setzt

neue Maßstäbe für ähnliche Einrichtungen im asiatischen

Raum. Anfang 2007 wurden überdies die Lizenzvereinbarungen

für den Bau von MAN Diesel Zweitaktmotoren mit

lokalen Partnern verlängert sowie eine zusätzliche Lizenzvereinbarung

abgeschlossen. Und in Changzhou in der

Provinz Jiangsu errichtet die MAN TURBO ein Werk für Produktion

und Service.

Spezialisten vor Ort

Das neue MAN Haus in Peking trägt dazu bei, die Arbeit des

Konzerns in China erheblich zu erleichtern, sagt Thomas

Buschmann: „Wer erstmals auf uns aufmerksam wird oder

seine bereits bestehenden Geschäftskontakte zu uns in andere

Unternehmensbereiche ausdehnen möchte, braucht

sich nur an eine zentrale Stelle zu wenden. Wer zu uns kommt,

wird qualifiziert über die verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten

informiert. Wenn es ins Detail geht, übernehmen

die Spezialisten aus den verschiedenen Teilkonzernen.“

„We are committed to China“ lautete das Motto der Eröffnungsfeier:

Seit mehr als 100 Jahren beliefert MAN die chinesische Industrie.

MAN Ferrostaal bringt Partner aus China und dem Ausland

zusammen und kooperiert in Richtung Verkauf nach China

seit vielen Jahren mit hochkarätigen Maschinenbauern wie

Achenbach Buschhütten, Schuler und der Schweizer ERNST

GROB AG. Angesichts greifbarer Qualitätssteigerungen soll die

Zusammenarbeit mit chinesischen Lieferanten und Dienstleistern

verschiedener Industriezweige für die Versorgung anderer

MAN Ferrostaal Märkte in Zukunft stark wachsen.

Zur Homepage des MAN Hauses Peking gelangen Sie über:

www.man-china.com

23


24 DAS ECHO August 2007 25

PROJECTS

Rekord-Investition auf Trinidad


26 DAS ECHO JULI/2007 August 2007

27

PROJECTS

Wirtschaftsboom

im Inselstaat

Einen Milliardenauftrag führt MAN Ferrostaal derzeit für die Methanol

Holdings Trinidad (MHTL) aus. Auf der Karibikinsel errichtet das Unternehmen

einen Anlagenkomplex zur Herstellung von Düngemitteln und

Melamin. Er besteht aus sieben einzelnen Anlagen und stellt ein Investitionsvolumen

von 1,5 Milliarden US-Dollar dar – die bisher größte rein

private Einzelinvestition auf der Insel.

Ab 2009 sollen in dem neuen petrochemischen Komplex

auf Trinidad täglich 4 300 Tonnen Flüssigdünger

und 180 Tonnen Melamin hergestellt werden.

Über zwei nahegelegene Häfen werden die beiden Produkte

in Tank- beziehungsweise Containerschiffe verladen und

exportiert – hauptsächlich in die USA und nach Europa. Der

Ausgangsstoff Erdgas, mit dem die Anlagen versorgt werden,

liegt in großen Vorkommen vor der Küste Trinidads.

Eine Reihe privater und staatlicher Unternehmen fördern

das Gas und stellen es für die petrochemische Industrie, die

Gasverfl üssigung, die Stahlindustrie und die Energieerzeugung

der Insel zur Verfügung. Auf Basis des heutigen Gesamtverbrauchs

reichen die nachgewiesenen und vermessenen

Lagerstätten für rund 50 Jahre – neu entdeckte und

vermutete Gasfelder noch nicht mit eingerechnet.

Bei dem neuen petrochemischen Komplex ist MAN

Ferrostaal verantwortlich für die komplette Errichtung der

sieben Anlagen, also für Engineering, Lieferung aller Komponenten

und den Bau. Das Unternehmen übernimmt die

Garantie für die fristgerechte Fertigstellung und die Einhaltung

der Kosten. Nachdem alle Anlagen, die MAN Ferrostaal

bislang auf Trinidad gebaut hat, innerhalb des Zeit- und

Kostenplans – und zum Teil noch vor der Zeit – fertig wurden,

sind die Aussichten für einen erfolgreichen Projektverlauf

gut.

Die Bauzeit des Industriekomplexes ist auf 34 Monate angesetzt.

Der erste Teil der Anlagen, in dem Ammoniak hergestellt

wird, soll schon nach 28 Monaten fertig sein und

die Produktion aufnehmen. Der zweite Teil des Anlagenkomplexes,

die Anlage zur Herstellung von AHL (Ammoniak-Harnstoff-Lösung)

und zwei Melaminanlagen, werden

im Anschluss bis 2009 errichtet. Melamin ist ein Pulver,

das zu Melaminharzen weiterverarbeitet wird. Eingesetzt

werden diese Harze vor allem bei der Oberfl ächenveredelung

in der Automobil- und Möbelindustrie und als Klebstoff

in der Holzindustrie.

Höhere Wertschöpfung im Land

Der neue Anlagenkomplex hat eine hohe Bedeutung für

die Betreibergesellschaft MHTL, denn das Unternehmen

erweitert dadurch sein Produktspektrum. Waren die Aktivitäten

bislang auf die Produktion von Methanol konzentriert,

stellen Melamin und AHL eine weitaus höhere Veredelungsstufe

des Ausgangsstoffes Erdgas dar, die eine größere

Wertschöpfung beinhaltet. Dies ist nicht nur gut für

das Unternehmen, sondern auch für das Land, denn mit

der steigenden Wertschöpfung entstehen auch zusätzliche

Arbeitsplätze.

Der neue Anlagenkomplex ist ein wichtiger Schritt auf Trinidads

Weg, eine Industrienation zu werden. Diesen Status

will Trinidad & Tobago bis 2020 offi ziell erreichen. Während

das Land in den 70er Jahren insbesondere die

Upstream-Industrie (die sich auf die Förderung von Erdöl

NH 3

NA

Urea

UAN

Downstream-Kompetenz

H 2

AN

Melamine

AUM

MEOH

Formaldehyde

DME

MTO

M to Power

und Erdgas konzentriert) unterstützt hat, steht jetzt die

Downstream-Industrie (in der das Erdgas verarbeitet und

veredelt wird) im Fokus, denn hiervon profi tiert das Land

noch deutlich mehr.

Auch MAN Ferrostaal erweitert mit dem Anlagenkomplex

ihr Produktspektrum. Baute das Unternehmen im Bereich

Petrochemie in der Vergangenheit hauptsächlich Anlagen

zur Herstellung von Ammoniak, Methanol, Kraftstoffen

und Basischemikalien, so kommen jetzt mit Dünger und

Melamin noch zwei weitere Grundstoffe hinzu. Um diesen

Schritt realisieren zu können, hatte MAN Ferrostaal 2006

die italienisch-luxemburgische Eurotecnica übernommen,

ein Unternehmen, das über die einzige zurzeit freie Lizenz

für die Produktion von Melamin verfügt.

Natural Gas

GTL

Acetic Acid

MTG

Fuel Cell

(nur C 2 -Ethane)

LNG Ethylene

Polyethylene


28

PROJECTS

Erdgas

AUM-Ammoniakanlage

1850 tato NH3 und 2 270 tato CO2

839 tato NH3

903 NH3 und

1306 CO2

426 tato NH3

Harnstoff-Lösung-

anlage

2 076 tato Harnstoff als

70%ige Lösung

106 tato NH3 und 8 tato CO2

Der neue Anlagenkomplex im Aufbau

Der Aufbau des Anlagenkomplexes folgt der Intensität der

Wertschöpfung. Sein Bau erfolgt nach den modernsten umwelt-

und sicherheitstechnischen Richtlinien. Aus dem Rohstoff

Erdgas wird zunächst Ammoniak (NH 3) gewonnen, das

zusammen mit dem dabei entstehenden Kohlendioxid (CO 2)

anschließend in Harnstoff-Lösung ((NH2)2CO) umgewandelt

wird. Harnstoff ist Ausgangsstoff sowohl für Düngemittel als

auch für Melamin. In der AHL-Anlage wird zuerst aus Ammoniak

und dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft Salpetersäure

(HNO3) erzeugt, welche in einem zweiten Verfah-

Salpetersäureanlage

1500 tato (100%)

2500 tato (60%)

413 tato NH3

rückgeführte Lösung,

äquivalent zu 280 tato NH3,

230 tato CO2 und

Rest Wasser

576 tato Harnstoff

als 70%ige Lösung

1500 tato

Salpetersäure

als 60%ige Lösung

AHL Anlage

1500 tato Harnstoff als 70%ige Lösung

Melaminanlage 1

90 tato Melamin

Ammonium-Nitrat-

Lösunganlage

1905 tato (100%)

Melaminanlage 2

90 tato Melamin

rensschritt mit Ammoniak neutralisiert wird, wobei Ammoniumnitrat

(NH4NO 3) entsteht. Dieses wird abschließend

mit der Harnstoff-Lösung zu AHL als eines der Hauptprodukte

des Anlagenkomplexes abgemischt. AHL zeichnet

sich durch einen hohen Stickstoffanteil (typisch 32 Gewichtsprozent)

aus.

Der zweite Anlagenteil dient der Herstellung von Melamin.

Melamin ist chemisch gesehen relativ einfach aufgebaut.

Hier reagiert „nur“ reiner Harnstoff, gewonnen aus der ein-

1905 tato AN

als 91%ige

Lösung

DAS ECHO August 2007

AHL-Misch-Tank

4274 tato (AHL 32)

AHL-32-Lösung

Melaminpulver

fl üssiges Ammoniak

Normal 4 274 tato

Design 4 300 tato

Normal 180 tato

Design 180 tato

Normal 0 tato

Design 1 850 tato

gedickten Harnstoff-Lösung aus der Harnstoff-Anlage, unter

Druck und Temperatur zu Melamin. Ammoniak und Kohlendioxid

werden dem Prozess nur in geringen Mengen zur

Regulierung des chemischen Gleichgewichtes und zur Reinigung

des Reaktionsproduktes zugesetzt. Den Melamin-

Prozess von Eurotecnica zeichnet aus, dass sämtliche bei der

Reaktion entstehenden und auch dem Prozess zugesetzten

Ammoniak- und Kohlendioxid-Mengen wieder dem Harnstoffprozess

als Einsatzstoff zugeführt werden. Der technische

Prozess dahinter ist jedoch sehr komplex.

29

Chemische Herstellungsprozesse

AMMONIAK-HERSTELLUNG

KAAP-Pocess (KBR, USA)

(Druck = 90 barg und Temperatur = 400°C)

3 H 2 + N 2 2 NH 3 + Reaktionswärme

HARNSTOFF-HERSTELLUNG

ACES21 Process (Toyo Engineering Corporation, Japan)

(Druck = 150 barg und Temperatur = 180°C)

2NH 3 + CO 2 (NH 2 ) 2 CO + H 2 O - Reaktionswärme

AHL-HERSTELLUNG

A) SALPETERSÄURE-HERSTELLUNG

Dual Pressure Process (Uhde GmbH, Deutschland)

(Druck = 4–6 / 10–12 barg und Temperatur = 890°C)

(I) 4 NH 3 + 5 O 2 4 NO + 6 H 2 O

(II) 2 NO + O 2 2 NO 2

(III) 3 NO 2 + H 2 O 2 HNO 3 + NO

B) AMMONIUMNITRAT-HERSTELLUNG

Vacuum Neutralisation (Uhde GmbH, Deutschland)

(Druck = 0,35 bar abs. und maximale Temperatur = 145°C)

NH 3 (Gas) + HNO 3 (wässrig)

NH 4 NO 3(wässrig) + Reaktionswärme

C) AMMONIUMNITRAT-HARNSTOFF-LÖSUNG (AHL)

Mixing Unit (Uhde GmbH, Deutschland)

H

N + N +

H H

H

Ammoniumnitrat-Lösung + Harnstoff-Lösung AHL

MELAMIN-HERSTELLUNG

Non Catalytic Process (Eurotecnica, Italien)

(Druck = 80 barg und Temperatur = 380°C)

NH 2

6 (NH ) CO C H N (Melamin) + 3 CO + 6 NH - Reaktions-

2 2 3 6 6 2 3

wärme (Rückführung von NH und CO zur Harnstoff-Anlage)

3 2

H H

N

O

C

H

H2 N NH

2 N NH2 O

N + N +

- O OH

+ O -

N

N

O O

2HN-C C-NH HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C HN-C C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH C-NH

2 2

HN-C C-NH HN-C C-NH C-NH2

N N

C


30 DAS ECHO August 2007

31

PROJECTS

Produkte und Märkte

Destillationskolben einer Methanolanlage

Die Nachfrage nach Düngemitteln entwickelt sich überproportional

zum Bevölkerungswachstum: Je stärker die Bevölkerung

wächst (derzeit mit circa 1% pro Jahr), umso mehr

Lebensmittel werden nachgefragt und müssen angebaut

werden. Hinzu kommt der steigende Wohlstand, der in vielen

Ländern zu einem erhöhten Verzehr von Fleisch und damit

zu einem intensiveren Anbau von Futterpflanzen führt.

Die Faustformel hierzu lautet, dass der Genuss von Fleisch

zehnmal so viele Pflanzen für die Fütterung der Tiere erfordert

wie der Verzehr pflanzlicher Nahrung. Aus diesen beiden

Entwicklungen ergibt sich eine deutlich steigende Nachfrage

nach Düngemitteln. Auch die in vielen Ländern staatlich

geförderte Produktion von Biokraftstoffen wie Biodiesel

und Bioethanol wirkt sich nachfrageverstärkend auf den

Düngemittelmarkt aus.

AHL hat derzeit einen Anteil von rund 15 Prozent am Markt

der Stickstoffdünger. Dass der Anteil noch relativ gering ist,

liegt daran, dass AHL flüssig ist und deshalb vorwiegend nur

dort ausgebracht wird, wo ohnehin schon Anlagen zur Bewässerung

vorhanden sind. Harnstoff, ein Zwischenprodukt

der Anlage und ebenfalls ein Düngemittel, ist demgegenüber

fest und kann auch ohne Bewässerungsanlage ausgebracht

werden. Langfristig ist zu erwarten, dass der Marktanteil

von AHL mit zunehmender Modernisierung der landwirtschaftlichen

Produktionsprozesse auch in Schwellen-

und Entwicklungsländern wächst, denn Flüssigdünger kann

mit anderen Stoffen, zum Beispiel Pflanzenschutzmitteln

vermengt werden, was die Zahl der Ausbringungsvorgänge

verringert. Der Klimawandel führt ebenfalls dazu, dass vermehrt

Bewässerungsanlagen eingesetzt werden, weil viele

Gegenden im Sommer unter einer zunehmenden Regenknappheit

leiden.

Über drei Viertel der weltweiten Produktion von AHL

(16 Millionen Tonnen pro Jahr) werden in den USA und

Frankreich abgesetzt. Größter Abnehmer sind die USA. Doch

die Nachfrage aus Australien und Argentinien wächst, wenn

auch von kleinem Niveau aus, derzeit sehr stark. Größter Exporteur

von AHL ist Russland. Dort ist der Gaspreis bisher

vergleichsweise niedrig und die Herstellung von AHL deshalb

günstig. In den USA selbst ist in den kommenden Jahren

mit einem sinkenden Angebot zu rechnen. Einige der

Produktionsanlagen werden altersbedingt geschlossen und

der Bau neuer Anlagen ist aufgrund eines hohen Gaspreises

wenig wahrscheinlich. Diese Lücke soll die neue Anlage

auf Trinidad zum Teil schließen.

PROJECTS

Vielseitig einsetzbar

Melaminharze sind UV-beständig, feuer-, wasser-, schlag-

und kratzfest und eignen sich daher für ein breites Spektrum

von Oberflächenveredelungen. Wichtig sind Melaminharze

für die Holz- und Möbelindustrie. Bei der Produktion

von Laminatböden beispielsweise stellt Melaminharz die

eigentliche Oberfläche des Bodens dar. Häufig wird es auch

in der Holzindustrie als Klebstoff verwendet. Daneben haben

Melaminharze auch einen hohen elektrischen Widerstandswert

und werden deshalb als Isolierelemente in der

Elektroindustrie eingesetzt. Auch die Textilindustrie greift

auf Melaminharze zurück, weil Textilien damit wasser- und

knitterfest gemacht werden können. In der Automobilindustrie

wird die Wasser-, Kratz- und Schlagfestigkeit von

Melamin geschätzt, vor allem im Bereich der Lacke.

Melamin wird zur Veredelung von Oberflächen verwendet.

Die Nachfrage nach Melamin liegt aktuell bei etwas über

einer Million Tonnen pro Jahr und steigt durchschnittlich

mit einer jährlichen Rate von rund sechs Prozent. Vor diesem

Hintergrund ist mit einer Verdopplung der Nachfrage

bis 2020 zu rechnen. Die Anlage auf Trinidad soll sowohl

den US-amerikanischen Markt als auch den europäischen

Markt bedienen. Für den US-Markt ist Melamin aus Trinidad

attraktiv, weil US-Produktionsanlagen aufgrund des

hohen Erdgaspreises stillgelegt werden mussten. Die niedrigen

Herstellungskosten auf Trinidad machen das Produkt

auch für den europäischen Markt interessant. Daran ändert

auch der Bau neuer Melaminanlagen in China – einige

davon auf Basis einer Lizenz von Eurotecnica –, den Vereinigten

Arabischen Emiraten oder Katar wenig. Zwar sind

auch dort die Gaspreise niedrig, aber der Export aus Asien

oder dem Nahen Osten ist wegen der hohen Transportkosten

weniger attraktiv.


32 DAS ECHO August 2007

33

PROJECTS

Harnstoff

Ammoniak

Gas

Wärme

Abgaskondensat

Reaktor Kühlung CO2-

Wäsche

Hydrolyse

Brenner

Kondensator

Frischwasser

Die Melamin-Technologie

Das Verfahren zur Produktion von Melamin,

das in der neuen Anlage auf Trinidad

zum Einsatz kommt, stammt von

Eurotecnica, einem Unternehmen mit

Sitz in Luxemburg und Mailand. Insgesamt

basiert rund ein Drittel der Weltproduktion

von Melamin auf Eurotec-

Reinigung Kristallisator Melamintrennung

Ammoniak

Amminiakkolonne

nica-Lizenzen. Dieses einstufi ge Verfahren,

das ohne Katalysatoren auskommt,

zeichnet sich durch eine hohe

Zuverlässigkeit aus. Eurotecnica hat in

den 70er Jahren eine Lizenz des amerikanischen

Unternehmens Allied Signal

genutzt, um seine erste Melaminanla-

Wasserstrom

Nebenprodukttrennung

Melamintrocknung

Wasserbehandlung

Melamin

Abwasser

ge zu errichten. Nach Übernahme der

Patentrechte von Allied Signal hat Eurotecnica

das Verfahren erweitert und

verbessert. 2006 hat MAN Ferrostaal

Eurotecnica übernommen und in ihre

Aktivitäten integriert.

Teile einer Methanolanlage auf Trinidad

Zusammenarbeit mit Partnern

Seit der Fertigstellung der ersten Methanolanlage im Jahr

1993 hat MAN Ferrostaal bis dato fünf weitere Ammoniak-

und Methanolanlagen auf Trinidad errichtet. 2009, wenn

der neue Anlagenkomplex fertig sein soll, wächst die Zahl

der von MAN Ferrostaal auf Trinidad gebauten Anlagen auf

13 an – innerhalb von 16 Jahren.

Mit dem neuen Anlagenkomplex setzt MAN Ferrostaal

eine enge Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern fort.

Die Bau- und Montagearbeiten übernimmt die Proman AG,

ein auf Trinidad ansässiges Unternehmen. Die wichtigsten

Partner für das Engineering sind Uhde, Toyo, Eurotecnica

und KBR, die auch Technologiegeber für wichtige Anlagenteile

sind. Die Finanzierung kommt mit Hilfe der KfW und

Hermes zustande. Ebenfalls ein wichtiger Partner ist die

National Gas Company (NGC) auf Trinidad, die das Gas zur

Verfügung stellt. Zwischen der NGC und der MHTL bestehen

langfristige Lieferverträge, so dass die Betriebskosten

des Anlagenkomplexes, deren größter Block das Gas darstellt,

gut kalkulierbar sind. Wie bei Vorgängerprojekten

gibt es eine Kopplung zwischen dem Erdgaspreis und dem

Preis für die Endprodukte, die dafür sorgt, dass die NGC

von sehr hohen Preisen der Endprodukte profi tiert. Den

Betrieb der Anlagen übernimmt das trinidadsche Unternehmen

IPSL (Industrial Plant Services Ltd.), während die

deutsche Helm AG die Vermarktung der Produkte in den

USA und Europa sicherstellt.

Finanzierung

Mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar

stellt der neue Anlagenkomplex die größte Privatinvestition

des Landes dar. Durch Export-Kreditversicherungen

abgedeckt sind davon circa 990 Millionen US-Dollar, der

Auftragswert für MAN Ferrostaal beträgt 1 Milliarde US-Dollar.

Die Finanzierung des Komplexes basiert aufgrund des

hohen Volumens auf einer Kombination von Elementen

der Project- und des Corporate-Financings.

Bei der ersten Anlage, die MAN Ferrostaal für die MHTL bzw.

deren rechtlichen Vorgänger, die CMC (Caribbean Methanol

Corporation), baute, konnten den Kreditgebern noch

keine Sicherheiten Dritter angeboten werden. Deshalb

musste das Unternehmen ein sehr spezifi sches Finanzierungsmodell

entwickeln. Dies zu realisieren, setzte Finanzierungs-Partner

voraus, die Risiken und Chancen des Projektes

sorgfältig analysierten und bewerteten – schließlich

stützte sich die Finanzierung weitestgehend auf erst noch

zu schaffende Vermögenswerte und einen künftig zu erwartenden

Cashfl ow aus dem Betrieb der Anlage.

Die Grundlagen auf Trinidad stimmten: ein niedriger Erdgaspreis,

eine geographisch günstige Lage zur Versorgung

der großen Märkte Europa und USA, niedrige Steuern, nicht

existierende Zollbarrieren sowie qualifi zierte Arbeitskräfte

vor Ort. So sind seit der ersten Anlage der MAN Ferrostaal

auf Trinidad die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und

Hermes als Kreditversicherer mit an Bord. Seit 1993 läuft

die erste Methanolanlage, und zwar wie alle Folgeprojekte,

mit Gewinn.

MAN Ferrostaal ist über eine Beteiligung an der Betreibergesellschaft

auch Investor und hat deshalb ein hohes Interesse

an der zuverlässigen und wirtschaftlichen Performance

der Anlage. Mit diesem Geschäftsmodell, bei dem der Generalunternehmer

zum Partner wird, unterscheidet sich MAN

Ferrostaal deutlich von den meisten Wettbewerbern.


34

PROJECTS

fl üssiges Erdgas 56%

Methanol 15%

Erdgasverwendung in Trinidad und Tobago 2006

Ammoniak 15%

Weiterer Handel &

Industrie 9%

Stromerzeugung 5%

Erdgas – das Gold der Karibik

Erdgas ist ein äußerst vielseitig verwendbarer Stoff, der

über die Zwischenprodukte Ammoniak, Methanol und

Ethylen zu Hunderten von verschiedenen Endprodukten

weiterverarbeitet werden kann.

Als Flüssiggas wird es häufi g in andere Regionen transportiert,

um dort wieder in Gas zurückgewandelt und dann als

Brennstoff oder als Ausgangsstoff für die dortige

Energie 39,8

BIP Entstehung Trinidad (2005)

Downstream-Industrie eingesetzt zu werden. Auf Trinidad

wird das Erdgas heute überwiegend für die Verfl üssigung

und den anschließenden Export genutzt. Doch hierbei

wird der Wert des Erdgases für das Land nur zu einem weit

geringeren Teil genutzt, als dies der Fall sein könnte.

Auf Trinidad konkurrieren Gasverfl üssigungsanlagen (LNG

– Liquid Natural Gas) mit petrochemischen Anlagen. Rampersad

Motilal, Vorstandsvorsitzender der MHTL, befürchtet,

dass die Verfl üssigung von Gas und der anschließende

Verkauf als LNG die Verfügbarkeit von Erdgas für die petrochemische

Industrie auf Trinidad einschränken könnte.

Er stellt zwar nicht in Frage, dass die Gasverfl üssigung

gut für das Land ist, glaubt aber, dass eine starke petrochemische

Industrie die lokale Wirtschaft langfristig weiter

bringt: „Wir meinen, dass der Ertrag aus petrochemischen

Anlagen deutlich vorteilhafter ist als der aus LNG-Anlagen,

vor allem wenn man sich die Auswirkungen in der gesamten

Wertschöpfungskette anschaut.“

In der Tat sprechen die Analysen eine deutliche Sprache.

Eine LNG-Anlage erfordert eine ähnlich hohe Investition

wie ein Düngemittel-/Melaminkomplex, verbraucht aber

zehnmal soviel Erdgas. Umgekehrt ist der Erlös, der sich

Erdgastanks

Land- und Forstwirtschaft 0,7

Baugewerbe 7,6

verarbeitende Industrie 5,6

sonstige Dienstleistungen 10,2

Handel 12

Finanzdienstleistungen,

Immobilien 11,5

DAS ECHO August 2007

Arbeitsplätze

indirekte Jobs

Festangestellte

Verkaufspreis

in USD/MT

0

70

280

260

208

200 400 600 800 1000 1200

Flüssiges Erdgas im Vergleich mit der Ammoniakkette

MAN Ferrostaal hat mit ihren Investitionen maßgeblich zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beigetragen.

1050

1000+

beispielsweise aus AHL erzielen lässt, bei der gleichen Menge

von verbrauchtem Erdgas um ein Mehrfaches höher als

der von Flüssiggas. Hinzu kommt die Arbeitsplatzsituation:

In einem petrochemischen Komplex wie der neuen

AHL/Melamin-Anlage finden rund dreimal so viele Men-

Wertschöpfung

in USD/mmBTU

Verwendung

fl üssigen Erdgases

in mmBTU/MT

Ammoniak + Harnstoff + Melamin Flüssiges Erdgas

0

0*

4

13,5

*Keine zusätzliche Verwendung von Gas, Berechnung des Flüssiggasverbrauchs aufgrund

des Produktmixes nicht möglich

schen Arbeit wie in einer LNG-Anlage. Die indirekt entstehenden

Arbeitsplätze sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Die Nachhaltigkeit des neuen Anlagenkomplexes

für die trinidadsche Wirtschaft ist unter dem Strich

denkbar positiv.

52

10 20 30 40 50 60

35


BAHAMAS

36 DAS ECHO August 2007

37

PROJECTS

Trinidad – Land und Leute

Die Inseln Trinidad und Tobago bilden den gleichnamigen

Inselstaat in der Karibik. Das Klima ist tropisch, mit Durchschnittstemperaturen

um die 30 Grad. Anders als die meisten

Karibkinseln liegen Trinidad und Tobago südlich der

Hurricane-Zone. Nahezu jeder Einwohner spricht Englisch;

als Zweitsprache ist Spanisch weit verbreitet. Trinidad gilt

als die am meisten industrialisierte Insel der Karibik, was

vor allem auf die Erdölförderung zurückzuführen ist. Weitere

wichtige Industriezweige sind die Nahrungsmittel- und

Leichtindustrie für den lokalen Bedarf und die Versorgung

der Nachbarinseln. Den Dienstleistungssektor prägen Finanzdienstleister

wie Banken und Versicherungen. Der Nationalsport

der beiden Inseln ist Cricket. Trinidad ist auch

für seinen Karneval bekannt, der in seiner Größe und Farbenpracht

mit dem in Rio de Janeiro vergleichbar ist. Das

nationale Musikinstrument ist die Steeldrum.

14 000

12 000

10 000

8 000

6 000

4 000

2 000

3 487

3 123

BIP pro Kopf (in USD)

2 656

2 164

3 654

4 789

2004 2005

5 427

4 354

10 509

12 625

Kuba Kolumbien Brasilien Venezuela Trinidad

Geschichte

KUBA

JAMAIKA

Ursprünglich von Spanien kolonialisiert, gerieten die Inseln

Anfang des 19. Jahrhunderts unter britische Kontrolle. Die

Zuckerindustrie auf den Inseln wurde durch die Befreiung

der Sklaven im Jahr 1834 schwer getroffen. Zwischen 1845

und 1917 wurden diese durch Vertragsarbeiter aus Indien

ersetzt, wodurch sowohl die Zuckerproduktion als auch die

Kakaoindustrie einen Aufschwung erlebten. Mit der Entdeckung

von Öl auf Trinidad im Jahr 1910 kam ein weiterer

wichtiger Exportartikel hinzu. Trinidad erlangte seine Unabhängigkeit

im Jahr 1962. In erster Linie dank der Erdöl-

und Erdgasproduktion und –verarbeitung gehört das Land

zu den wohlhabendsten karibischen Staaten. Der überwiegend

auf Tobago konzentrierte Tourismus ist auf Expansion

angelegt und wächst weiter.

FLÄCHE: 5 100 km 2

EINWOHNER: 1,3 Millionen

POLITIK: Parlamentarische Demokratie

PREMIERMINISTER: Patrick Manning

REGIERUNGSPARTEI: People’s National Movement

Die Außenbeziehungen des Landes sind stabil

AMTSSPRACHE: Englisch

WIRTSCHAFT: Öl- und Gasindustrie

(Haupteinnahmequelle), Nahrungsmittelindustrie,

Dienstleistungen

JÄHRLICHE WACHSTUMSRATE: 7,5% im Schnitt

der letzten 5 Jahre

ERDGASRESSOURCEN: Rund 19 Billionen Kubikfuß

sind gesichert; hinzu kommen rund

14 Billionen Kubikfuß an identifi zierten

und vermuteten Reserven

HAITI

Golf von Paria

VENEZUELA

DOM. REPUBLIK

Karibik

VENEZUELA

Karibisches Meer

Port-of-Spain

San Fernando

PUERTO RICO

Arima

Point Lisas

BERMUDA

ANTIGUA

TOBAGO

TRINIDAD

GUADELOUPE

MARTINIQUE

TOBAGO

Der Karneval auf Trinidad ist ebenso legendär wie der in Rio de Janeiro.

TRINIDAD

Atlantischer Ozean


38

PROJECTS

Plataforma Solar de Almería, Parabolrinnenverfahren im Hintergrund und die Fresnel-Technologie im Vordergrund

DAS ECHO August 2007

Die Sonne einfangen

39


40

PROJECTS

Sonnige Zeiten im Feldversuch

Fossile Rohstoffe zur Stromerzeugung gehen langsam zur Neige. In Zukunft

brauchen wir erneuerbare Energien. Theoretisch kann allein die Sonne die

ganze Erde mit Energie versorgen. Nur ein Prozent der Fläche der Wüsten,

genutzt durch solarthermische Kraftwerke, würde ausreichen, den Elektrizitätsbedarf

der Menschheit zu decken. Im südspanischen Almería nahm

MAN Ferrostaal im Juli ein neues Solarkraftwerk in den Testbetrieb. Die

neue Technologie verspricht hohe Wirtschaftlichkeit. Und soll in zwei Jahren

marktreif sein.

Flachspiegel – die neue Generation solarthermischer Kraftwerke

DAS ECHO August 2007

Der Energiemarkt ist im Umbruch. Wind, Wasser und

Sonne sind die Shooting-Stars. Laut einer Studie des

Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

kann Europa Mitte dieses Jahrhunderts 80 Prozent seines

Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen und die durch

Stromerzeugung produzierten Kohlendioxid-Emissionen

um 70 Prozent senken. Eine strahlende Zukunft leuchtet vor

allem solarthermischen Kraftwerken. „Sie könnten im Mittelmeerraum

doppelt so viel Energie liefern wie Wind, Photovoltaik,

Biomasse und Geothermie zusammen“, sagt Jürgen

Beigel, bei MAN Ferrostaal zuständig für Solar Thermal

Power Projects. Die Bank Sarasin, eine der führenden Privatbanken

der Schweiz, prognostiziert einen rasanten Ausbau:

Derzeit sind weltweit circa 50 Solarkraftwerke in Betrieb, in

den kommenden zehn Jahren sollen es schon über 2 000

sein. Staatliche Umwelt- und Energieprogramme fördern

vermehrt Sonnenstrom – deshalb wird auch für die Folgejahre

schnelles Wachstum erwartet. MAN Ferrostaal will dieses

gewaltige Potenzial nutzen. Als Anlagenbauer ist das

Unternehmen in einer guten Position, die Entwicklung dieses

Markts maßgeblich mitzugestalten: MAN Ferrostaal ist

nicht an spezifische Technologien gebunden und verfügt

über alle Kompetenzen, die für den Bau von Solarkraftwerken

notwendig sind.

Neue Technik preiswert auf Sonnenfang

Ein Problem bei der Gewinnung großer Elektrizitätsmengen

aus Sonnenenergie: Die herkömmlichen Technologien sind

sehr aufwändig. Mit Parabolspiegeln oder sogenannten Sonnentürmen

lässt sich bei den derzeitigen Marktpreisen ohne

Subventionen kaum wirtschaftlich Elektrizität erzeugen. Solarthermisch

erzeugter Strom ist momentan pro Kilowattstunde

noch etwa 10 bis 15 Eurocent teurer als fossil erzeugter

Strom. Die auf Häuserdächern beliebte Photovoltaik ist

für große Anlagen zur Elektrizitätsgewinnung ungeeignet.

MAN Ferrostaal setzt deshalb auf eine neue Technik: In Almería,

der sonnenreichsten Stadt Spaniens, läuft seit Mitte

Juli das erste solarthermische Kraftwerk mit Fresnel-Spiegeln

im Testbetrieb. Die Demonstrationsanlage ist 100 Meter

lang und 25 Meter breit – so groß wie ein kraftwerkstypisches

Kollektormodul. Sie soll auf einer Spiegelfläche von

rund 1 500 m² ein Megawatt thermische Leistung erbringen.

Die Fresnel-Technologie, die in Almería ihre Alltagstauglichkeit

unter Beweis stellen soll, zeichnet sich durch besonders

niedrige Herstellungskosten aus, weil sie mit flachen Spiegeln

arbeitet, anstatt mit gewölbten oder als Parabol gefertigten

Kollektoren. Die Bauteile sind überwiegend kostengünstige

Standardkomponenten, die zudem weltweit verfügbar

sind. Auch der Betrieb ist vergleichsweise günstig.

Deshalb erwartet MAN Ferrostaal als Ergebnis des auf anderthalb

Jahre angelegten Demonstrationsbetriebs eine hohe

Wirtschaftlichkeit. Ziel der Anlage ist der Nachweis günstiger

Stromentstehungskosten und die Kommerzialisierung

der Fresnel-Technik ab 2009.

Mit Partnern zum Erfolg

MAN Ferrostaal bringt wesentliche Erfahrungen bei Aufbau

und Betrieb unterschiedlichster Kraftwerksanlagen in das

Projekt ein und reduziert dadurch das Risiko einer Fehlentwicklung.

Die Demo-Anlage auf dem Gelände des Forschungszentrums

Plataforma Solar de Almería wurde gemeinsam

mit der deutschen Solar Power Group (SPG) errichtet,

an der MAN Ferrostaal eine Beteiligung von 25 Prozent

hält. Das Fresnel-Konzept der SPG zeigte sich in zwei

bisherigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten als

fortschrittliche und wirtschaftlich interessante Option für

den Einsatz in solarthermischen Kraftwerken. Auf einer

Fresnel-Pilotanlage in Belgien sammelte das Unternehmen

wertvolle Erfahrungen: ein 2 500 m² großes Spiegelfeld

wurde aufgebaut, seine Konstruktion über mehrere Jahre

kontinuierlich verbessert. Anteile an der SPG sichern MAN

Ferrostaal den Zugang zu einer der innovativsten Stromgewinnungstechniken,

die derzeit verfügbar sind. Beide Firmen

verfolgen nun gemeinsam das Ziel, den Fresnel-Kollektor

für den Einsatz in kommerziellen Dampfkraftwerken

nutzbar zu machen. Das Investitionsvolumen für das Pilotkraftwerk

liegt bei circa 2,6 Millionen Euro. MAN Ferrostaal

unterstützt den Bau und Betrieb der Anlage gleichzeitig als

Investor und als Projektmanager.

Per Feldversuch zum Beweis

Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotbetriebs übernehmen

führende Forschungseinrichtungen: das Fraunhofer

Institut für Solare Energiesysteme und das Deutsche Zen-

41


42

PROJECTS

trum für Luft- und Raumfahrt. So kann eine experimentelle

Validierung des Fresnel-Konzepts erfolgen. Belastbare

Zahlen und Daten sind Voraussetzung, um die viel versprechenden

Aussichten zu überprüfen und damit bei zukünftigen

Investoren Vertrauen in die neue Technologie zu schaffen.

Auf Basis der Messungen an der Demo-Anlage soll die

Fresnel-Technik weiter optimiert werden. Damit sie möglichst

schnell in großtechnischen Anlagen genutzt werden

kann. Verschiedene Länder aus der Mittelmeerregion haben

Feierliche Eröffnung der Demonstrationsanlage im spanischen Almería im Juli 2007

bereits Interesse signalisiert. MAN Ferrostaal will dieses Geschäftsfeld

sukzessive weiter entwickeln. Für Jürgen Beigel,

Executive Director Solar bei MAN Ferrostaal, spielen aber

auch andere Werte eine Rolle: „Solarkraftwerke entlang der

nordafrikanischen Küste können Strom für ganz Europa erzeugen

und für die Bewohner Afrikas bessere Lebensbedingungen

schaffen“, beschreibt er seine Vision. „Zudem bringt

umweltfreundliche Stromerzeugung auch den Klimaschutz

voran – gut für uns alle.“

DAS ECHO August 2007

Eignung für solarthermische Kraftwerke: ■ hervorragend ■ gut ■ geeignet ■ ungeeignet

„Solarkraftwerke entlang der nordafrikanischen Küste können Strom für ganz Europa erzeugen“, sagt Jürgen Beigel, MAN Ferrostaal Executive Director Solar

Solarstrom aus dem Fresnel-Kollektor

Die Fresnel-Technologie, die jetzt erstmals unter realen Bedingungen

getestet wird, ist vergleichsweise einfach in der

Produktion, im Bau und im Betrieb. Die Spiegel, die die Sonnenstrahlung

einfangen und konzentrieren, sind fl ach. Linear

aneinandergereiht bilden sie lange, bewegliche Spiegelstränge.

Parallel angeordnet lenken diese die Strahlungsenergie

der Sonne auf ein Rohr, das sich in acht Metern Höhe

über den Spiegeln befi ndet. In diesem Absorberrohr befi ndet

sich Wasser, das auf Temperaturen bis 450 Grad Celsius

erhitzt wird. Dabei entsteht Dampf, der über eine Dampfturbine

in elektrische Energie umgewandelt wird – ziemlich genau

so wie in einem konventionellen Kraftwerk. Fresnel-Kollektoren

sind in vielerlei Hinsicht fortschrittlich: sie sind unempfi

ndlich gegen Wind und erfordern weniger Landfl äche

als bisherige Solarkollektoren. Für eine Demonstration dieser

Technik bietet das südspanische Almería beste Voraussetzungen

– hier scheint 3 000 Stunden im Jahr die Sonne.

Funktionsprinzip der Fresnel-Technologie

Sonnenstrahlen

43

zweiter Refl ektor

primärer

Fresnel-Refl ektor

Absorberrohr


44

PROJECTS

„Solarstrom wird

deutlich günstiger“

Professor Robert Pitz-Paal, Leiter Solarforschung des Deutschen Zentrums

für Luft- und Raumfahrt, über wirtschaftlichen Sonnenstrom und Stromimporte

aus Afrika

Herr Pitz-Paal, Sie prophezeien eine leuchtende Zukunft

für „Concentrating Solar Power Technologie“. Was ist das

eigentlich?

Halten Sie eine Lupe zwischen die Sonne und ein Blatt Papier

– so können Sie Feuer machen. So ähnlich funktioniert

Concentrating Solar Power Technologie: Sonnenstrahlung

wird konzentriert, man erzeugt mit Spiegeltechnik so hohe

Temperaturen in einem Brennfl eck, dass man mit der Wärme

beispielsweise ein ganz konventionelles Dampfturbinenkraftwerk

antreiben kann.

Welche Technologien dafür gibt es schon? Wie unterscheiden

sie sich?

Bei Parabolrinnenkollektoren ist der Konzentrator eine parabolförmig

ausgeprägte Rinne, in deren Brennlinie sich ein

Rohr erhitzt. Verwandt damit sind die neuen linearen Fresnel-Systeme.

Sie stellen einen vereinfachten Ansatz dar –

die Parabolrinne ist sozusagen in Scheiben geschnitten und

in einer Ebene angeordnet. Dann gibt es noch die sogenannten

Turmkraftwerke mit zentralen Receivern – da werden

Spiegel der Sonne nachgeführt und konzentrieren die Strahlung

auf die Spitze eines Turmes, wo sich ein Wärmetauscher

befi ndet. Und es gibt ein System mit Parabolschüsseln,

in deren Brennfl eck ist ein Strahlungsempfänger, die

Sonnenenergie wird direkt an einen angekoppelten Motor

gegeben. So ein Kollektor kann aber nur einige zehn Kilowatt

an Strom erzeugen.

Das ist wenig. Welche Technologien taugen denn für

Großkraftwerke?

Schon relativ etabliert sind Parabolrinnenkollektoren. Sie

werden seit Mitte der 80er Jahre kommerziell in den USA

eingesetzt. Anfang diesen Jahres ist ein erstes kommerzielles

Turmkraftwerk in Betrieb gegangen, eine 10-Megawatt-

Anlage in Sevilla. Alle anderen Technologien sind eher in der

Demonstrationsphase – da kann man noch nicht wirklich

von kommerzieller Anwendung sprechen.

Wovon hängt die Wirtschaftlichkeit solarthermischer

Kraftwerke ab?

DAS ECHO August 2007

Ein wesentlicher Faktor ist der Standort – die Sonneneinstrahlung,

die dort herrscht. Je mehr Strahlung, desto günstiger.

Die Unterschiede sind groß. In Deutschland ist die Einstrahlung

nicht mal halb so groß wie in Südspanien. In der

Wüste Kaliforniens sind es noch mal dreißig, vierzig Prozent

mehr – also drei Mal so viel wie in Deutschland. Das macht

die Stromerzeugung deutlich billiger. Wichtig ist zudem die

Größe des Solarkraftwerks. Je größer, desto wirtschaftlicher.

Und dann ist natürlich auch die Technologie entscheidend

– die möglichst unaufwändig und trotzdem effi zient sein

muss. Wenn es gelingt, mit weniger Aufwand höhere Temperaturen

zu erzielen, kann man die Wirtschaftlichkeit steigern.

Genau das ist auch das Ziel der Fresnel-Technologie.

Wie realistisch sind Solarkraftwerke in Afrika? Da scheint

die Sonne sehr verlässlich.

Es hat bereits Ausschreibungen gegeben in verschiedenen

afrikanischen Staaten. In Algerien läuft der erste Kraftwerksbau

gerade an. Marokko und Ägypten werden wahrscheinlich

noch dieses Jahr Verträge abschließen. Das Potenzial in

Nordafrika ist enorm. Es gibt dort wirklich große freie Flächen,

mit sehr viel Einstrahlung. Und einen stark wachsenden

Energiebedarf. Gerade für Afrika ist es wichtig, dass die

Solartechnologie schnell weiter entwickelt und wettbewerbsfähig

wird, denn dort gibt es für regenerative Energien

kaum Subventionen wie bei uns.

Wenn wir die Solarstromerzeugung für Europa dort bündeln

– machen wir uns dann künftig abhängig von den

Sonnenländern Afrikas, so wie wir es jetzt von den Ölstaaten

sind?

Nein. Das DLR hat eine Reihe von Studien durchgeführt. Die

Szenarien gehen davon aus, dass bis 2050 etwa 15 Prozent unseres

Energiebedarfs durch Solar-Importe aus Afrika gedeckt

werden können. Und dass der Rest größtenteils direkt in Europa

durch eigene erneuerbare Ressourcen erzeugt wird.

Heute sind wir noch zu 60 Prozent von Importen abhängig.

Aber noch sind erneuerbare Energien relativ teuer in der

Gewinnung und daher wenig gefragt. Laut Prognose des

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung schätzt, dass der

Energiebedarf bis zum Ende des Jahrhunderts hauptsächlich mit solarthermischen

Kraftwerken gedeckt wird.

DLR sollen sich bis zum Jahr 2020 die Produktionskosten

in solarthermischen Kraftwerken halbieren. Wie das?

Durch Massenfertigung der Komponenten, durch den Bau

sehr großer Anlagen, durch das Erreichen eines besseren

Wirkungsgrads mittels höherer Temperaturen – zum Beispiel

durch Direktverdampfung bei der Fresnel-Technologie,

und durch den Einbau großer thermischer Energiespeicher.

All das ist schon machbar. Aber bis man so weit ist, sind wir

auf subventionierte Märkte angewiesen.

Müssen Firmen, die jetzt schon investieren, erst mal mit

Verlusten rechnen?

Das glaube ich nicht. Denn es gibt ja erfreulicherweise die

Einspeisevergütungen und andere Anreize. Die Markteinführung

von Solartechnologie ist politisch gewollt, die Zusatzkosten

für erneuerbare Energien werden beispielsweise

in Spanien und Deutschland auf alle Stromnutzer umgelegt

– ein notwendiger Mechanismus, der den einzelnen Bürger

sehr wenig kostet und von dem die Volkswirtschaft langfristig

profi tieren wird, weil die Preise für fossile Energieträger

steigen.

Exemplarischer globaler Energiemix

im Jahre 2100

Primärenergieeinsatz (Exa Joule pro Jahr)

1600

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

Geothermie

Andere Erneuerbare

Solarkollektoren

Solarthermische Kraftwerke

und Photovoltaik

Wind

Biomasse (modern)

Biomasse (traditionell)

Wasserkraft

Gas

Kohle

(Quelle: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen 2003)

Öl

45


46 DAS ECHO August 2007

47

PROJECTS

Solar Millennium und

MAN Ferrostaal gründen

Joint Venture

Die MAN Ferrostaal und die Erlangener Solar Millennium AG bündeln ihre

Kräfte zum Bau solarthermischer Kraftwerke. MAN Solar Millennium heißt

das im Mai gegründete Gemeinschaftsunternehmen zum Bau solarthermischer

Kraftwerke, an dem beide Unternehmen jeweils 50 Prozent halten.

Ziel ist es, das Joint Venture als weltweit führenden Anbieter von solarthermischen

Kraftwerken zu etablieren.

Solar Millennium verfügt als Projektentwickler und

Technologiegeber über eine schon kommerziell genutzte

Technologie sowie langjährige Erfahrung in

der Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken. MAN

Ferrostaal ist als Anlagenbauer und Generalunternehmer

mit Finanzierungskompetenz in der Lage, große Kraftwerksprojekte

zu realisieren. Solar Millennium und MAN

Ferrostaal bündeln im gemeinsamen Unternehmen ihre

Kompetenzen für Entwicklung und Bau von solaren Großkraftwerken.

Solar Millennium hat in Spanien die ersten Parabolrinnen-

Kraftwerke Europas entwickelt, von denen sich zwei Anlagen

bereits im Bau befi nden. Weitere Projekte mit einer

Leistung von mehreren Hundert Megawatt befi nden sich

weltweit in Planung. Solar Millennium sieht in dem gemeinsamen

Unternehmen die Fortführung seiner Strategie,

durch Kooperation mit starken Partnern in den jewei-

ligen Geschäftsfeldern die Marktpotenziale optimal zu nutzen.

Mit dem Joint Venture baut Solar Millennium ein zusätzliches

Geschäftsfeld entlang der Wertschöpfungskette

solarthermischer Kraftwerke auf und dehnt dadurch die

Kompetenzen auf Bau und Lieferung der Kraftwerke aus.

MAN Ferrostaal bringt wertvolle Erfahrung als Generalunternehmer

und Anlagenbauer mit der notwendigen fi nanziellen

Stärke im internationalen Geschäft mit ein.

MAN Ferrostaal bewertet die Gründung als wichtigen

Schritt für die strategische Neuausrichtung seines Unternehmens.

Innerhalb des Anlagenbaus konzentriert sich das

Unternehmen auf die Bereiche Kraftstoffe und Energie. Die

solarthermische Stromerzeugung spielt in dieser Strategie

eine wichtige Rolle, denn sie stellt zukünftig einen stark

wachsenden Markt dar. Mit Hilfe von Solar Millennium

kann MAN Ferrostaal die Zeit, sich im Solarmarkt zu etablieren,

erheblich verkürzen.

Kursentwicklung seit Börsengang

Jul Sep Nov Jan

2006

Parabolrinnenkraftwerk in Kalifornien

Mär Mai Jul Sep Nov Jan

2007

Mär Mai Jul

Solarthermische Kraftwerke haben das Potenzial, in Zukunft

einen relevanten Anteil zur weltweiten Energieversorgung

beizutragen. Studien bestätigen das sehr große

Marktpotenzial. So rechnet das Deutsche Zentrum für Luft-

und Raumfahrt (DLR) in einer vom Bundesministerium für

Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Auftrag gegebenen

Studie damit, dass solarthermische Kraftwerke im

Mittelmeerraum im Jahr 2050 doppelt soviel Energie liefern

können wie Wind, Photovoltaik, Biomasse und Geothermie

zusammen. MAN Solar Millennium begegnet somit

bereits den Herausforderungen der zukünftigen Energieversorgung.

40

35

30

25

20

15

10

Solarfeld Dampfturbine

Speicher

Funktionsprinzip Parabolrinnenkraftwerk

Solarer

Dampferzeuger

Kondensator


48

Das Know-how der Solar Power Group: Fresnel-Kollektor mit Direktverdampfung

Beteiligung an

Solar Power Group

MAN Ferrostaal baut das Solargeschäft weiter aus.

Nach der Gründung des Joint Ventures mit der Solar

Millennium AG hat das Unternehmen 25 Prozent der Geschäftsanteile

der Solar Power Group GmbH (SPG) übernommen.

Die auf die Technologieentwicklung und das Engineering

von solarthermischen Kraftwerken auf Basis der

Fresnel-Technik spezialisierte SPG ist der Partner für eine

neue Demonstrationsanlage in Almería, die am 9. Juli 2007

offiziell vorgestellt wurde. Die Fresnel-Technik ist die in

der Herstellung günstigste von vier heute zur Verfügung

stehenden solarthermischen Technologien und soll ab

2008 erstmals auch kommerziell in Großanlagen eingesetzt

werden.

SPG hat bislang zwei Fresnel-Versuchsanlagen aufgebaut

und betrieben und die Technik in den vergangenen Jahren

einen großen Schritt vorangebracht. Dr. Wolfgang Knothe,

Vorstand der MAN Ferrostaal und verantwortlich für das

Anlagenbau-Geschäft des Unternehmens, bewertet die Beteiligung

als logischen Schritt für den Ausbau dieses Geschäfts:

„Wir gehen davon aus, dass die Solarbranche in den

kommenden Jahren einen erheblichen Wachstumsschub

erleben wird. Deshalb gehen wir strategische Allianzen mit

Technologieführern im Bereich Solarenergie ein und positionieren

uns so als Projektentwickler und Generalunternehmer

für den Bau solarthermischer Anlagen.“ Auf der

Basis ihrer weltweiten Organisation und der bestehenden

Technologiepartnerschaften plant MAN Ferrostaal solche

Kraftwerke in Süd-Europa, dem Nahen Osten, Afrika, Asien

und Amerika anzubieten.

In der Unternehmensstrategie der MAN Ferrostaal spielen

regenerative Energien und Kraftstoffe eine große Rolle. Das

Unternehmen gehört zu den ersten global agierenden Anlagenbauern,

die systematisch Kraftwerke für die Erzeugung

von Solarstrom und Anlagen für die Herstellung von

Biokraftstoffen entwickeln und bauen. Wie in anderen Feldern

des Anlagenbaus entwickelt das Unternehmen die

notwendigen Technologien nicht selbst, sondern arbeitet

mit führenden Technologiepartnern zusammen, um gemeinsam

mit ihnen Projekte zu realisieren.

DAS ECHO August 2007

Die Testanlage liegt im Sonnengürtel Europas.

49


50

PROJECTS

Das erweiterte Kraftwerk Termozulia I

DAS ECHO August 2007

„Ein Meilenstein im

venezolanischen Energiesektor“

Venezuelas Staatspräsident Chávez eröffnete am 16. Juni das von MAN

Ferrostaal erweiterte Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Termozulia I

in der Nähe von Maracaibo. Für den staatlichen Kunden ENELVEN, Betreiber

der Anlage, stellt das Kraftwerk einen strategischen Meilenstein

in der Energieversorgung des Landes dar.

Der prominente Gast kam von oben. Präsident Hugo

Chávez’ Hubschrauber schwebte auf dem speziell

für die offizielle Inbetriebnahme des Gaskraftwerks

in Termozulia errichteten Heliport ein. Die überdimensionale

Flagge Venezuelas über der Anlage konnte er schon von

Weitem erkennen. Am Boden wartete auf Chávez bereits ein

rotes Meer von eigens zu diesem Anlass angereisten Anhängern.

Bei einem ausführlichen Rundgang ließ sich das Staatsoberhaupt

die Anlage vom Kunden, der staatlichen ENEL-

VEN (Energía Electrica de Venezuela), erklären. Von deren

Komplexität zeigte er sich sichtlich beeindruckt. Für die Eröffnungsrede

nahm sich der Präsident ganze dreieinhalb

Stunden Zeit und würdigte die Anlage als „einen Meilenstein

im venezolanischen Energiesektor“. Das Land verstärke

damit nicht nur die Unabhängigkeit von bisherigen, nicht

immer zuverlässig funktionierenden Energiequellen wie

dem Wasserkraftwerk am Guri-Stausee, sondern setze auch

technologisch neue Maßstäbe.

Hoher Besuch: Venezuelas Präsident Hugo Chávez bei der Ankunft. Das

Staatsoberhaupt hielt eine dreieinhalbstündige Rede und lobte Termozulia I

als einen „Meilenstein im venezolanischen Energiesektor“.

51


Karibisches Meer

PANAMA

Panama

ECUADOR

Bogota

Maracaibo

KOLUMBIEN

San Cristobal

Caracas

BRASILIEN

VENEZUELA

Puerto Ayscucho

Tatsächlich wurde mit dem Kraftwerk Termozulia erstmals

in Venezuela ein Open-Cycle- zu einem Combined-Cycle-

Kraftwerk umgerüstet, welches, ohne zusätzliche Brenn-

PERU

stoffressourcen, einen deutlich höheren Stromoutput erreicht.

Bei Combined-Cycle-Anlagen werden der Gasturbinen-

und der Dampfturbinenprozess miteinander kombiniert.

Die fertige Anlage speist etwa 500 Megawatt, statt der

bisherigen 320 Megawatt in das venezolanische Stromnetz

ein. Die Projektlaufzeit beträgt insgesamt 30 Monate. Bis zu

1 300 Arbeitskräfte waren auf der Baustelle beschäftigt, davon

90 Prozent aus der ölreichen Region La Cañada. Der lokale

Anteil der Wertschöpfung beim Kraftwerk Termozulia

stützt sich auf 1 300 Tonnen Stahlbau, 470 Tonnen Rohrmaterial

und eine Gesamtmontage von 15 000 Tonnen Material.

Die Komponenten kamen unter anderem aus Japan,

Brasilien und den Niederlanden.

Der Kunde ENELVEN soll in dem durch Energieminister

Rafael Ramirez vorgestellten nationalen Energiekonzept

eine Schlüsselrolle spielen. Das Ziel ist eine effi zientere und

stabilere Stromversorgung für Venezuela. Noch muss die

Bevölkerung des lateinamerikanischen Landes mit Engpässen

leben. Die Regierung möchte dies jedoch so schnell wie

möglich verbessern. Die Erweiterung von Termozulia ist ein

Schritt in diese Richtung. So verließ Chávez gegen Abend

unter dem Jubel der Gäste die Festhalle und bedankte sich

bei den Projektverantwortlichen.

MAN Ferrostaal arbeitet in Venezuela auch an sozialen

Projekten und trägt somit zu einer Verbesserung des

Lebensstandards bei. So stattete das Unternehmen drei

Schulen in strukturschwachen Gebieten mit PCs und einem

kompletten Internetzubehör aus, um den Kindern eine Erweiterung

ihres Horizonts zu ermöglichen. Zurzeit organisiert

MAN Ferrostaal eine Lehrwerkstatt, die Jugendlichen

einen Zugang zu einer strukturierten Ausbildung ermöglichen

soll.

Das erweiterte Kraftwerk Termozulia I speist

500 Megawatt in das nationale Stromnetz ein.

Tucupita

GUYANA

Georgetown

Atlantischer Ozean

Paramaribo

SURINAM FRANZ.

GUYANA

Cayenne

DAS ECHO August 2007

53


54 DAS ECHO August 2007

55

SERVICES

Rekordverkäufe im

Metallverarbeitungsbereich

MAN Ferrostaal freut sich über gute Ergebnisse in den Bereichen Werkzeugmaschinen

und in der Metallumformung. So liefert das Unternehmen mehrere

CNC-Dreh- und Fräszentren für die Herstellung von Komponenten mit

höchsten Genauigkeitsansprüchen. Unter anderem werden zwei CNC-Fräsmaschinen

für die Herstellung von Zahnrädern bis 2 500 mm Werkstückdurchmesser,

welche im Schiffsbau eingesetzt werden, zu einem Lizenznehmer für

Dieselmotoren der Konzernschwester MAN Diesel nach China geliefert.

MAN Ferrostaal hat Maschinen für die Flugzeug-

industrie nach Brasilien und Pakistan verkauft.

Das Unternehmen hat neue, langfristige Vereinbarungen

zur Wartung und Instandhaltung von CNC-Maschinen

mit den Firmen GROB aus der Schweiz und WFL aus Österreich

unterzeichnet, was zu einer Verbesserung des Services

in Brasilien und China beiträgt. Für die Getriebe-Hersteller

SEW und ADDN hat MAN Ferrostaal mit dem deutschen

Geschäftspartner HÖFLER zwei Verträge für die Lieferung

von CNC-Zahnradschleifmaschinen abgeschlossen.

Ein Rekord rundet die gute Lage im Werkzeugmaschinengeschäft

ab: 2006 verkaufte MAN Ferrostaal in Brasilien 16

CNC-Laserschneidemaschinen für die Schweizer Firma BY-

STRONIC. 2007 konnten bereits sieben Modelle BYVENTION

verkauft werden. Die Gesamtzahl der in Brasilien verkauften

Maschinen überschritt deutlich die 100-Stück-Marke.

In China ist MAN Ferrostaal im Verkauf von Maschinen für

die Metallumformung sehr erfolgreich. Insbesondere Aluminium-Folien-Walzwerke,

inklusive neuer Separatoren-

und Dopplertechnik des Lieferanten Achenbach Buschhütten

erzielen in der Volksrepublik große Gewinne.

Auch die Nachfrage nach Münzprägemaschinen ist derzeit

hoch. Einen Schwerpunkt bildet ebenfalls der chinesische

Markt. Dort gibt es aufgrund der bevorstehenden Olympiade

eine verstärkte Investitionstätigkeit der Münzhersteller,

speziell für Maschinen zur Herstellung und Bearbeitung

von Sammlermünzen und Medaillen. In Lateinamerika ist

dieses Geschäft gleichermaßen stark; vor allem in Kolumbien

konnte das Unternehmen ein solides Geschäft im Münzensegment

aufbauen. Die Kooperation mit namhaften Maschinenherstellern

erlaubt MAN Ferrostaal, nahezu das gesamte

Spektrum des Maschinenbedarfs für die verschiedenen

Arbeitsprozesse der Münzfertigung anzubieten.

Alufolienwalzwerk von Achenbach Buschhütten in China


56

SERVICES

Gaspipeline für

LUOC in Usbekistan

Pipelines auf dem Weg nach Usbekistan:

Umladung von Rohren im Hafen Kleipeda

vom Schiff auf Eisenbahnwaggons

DAS ECHO August 2007

Kaspisches Meer

IRAN

Bei Usbekistan denken die meisten an ein Land irgendwo

in Zentralasien und die Seidenstraße mit Städten

wie Samarkand und Buchara. Heute ist Usbekistan

eines der weltweit führenden Länder in der Produktion von

Baumwolle. Doch der zukünftige Reichtum des Landes liegt

im Öl- und Gasgeschäft. Während sich Aserbeidschan und

Kasachstan sehr bald nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion

für internationale Öl- und Gasfirmen öffneten, entschied

sich der usbekische Präsident Islam Karimov zunächst

für einen Sonderweg. Jetzt, wo die Wirtschaften der

Nachbarstaaten rapide wachsen, steht auch in Usbekistan

die Tür für ausländische Unternehmen offen.

Die größte russische und zweitgrößte Ölfirma weltweit,

Lukoil, baut das Öl- und Gasgeschäft in Usbekistan aus. Zu

diesem Zweck gründeten die Russen das Tochterunternehmen

Lukoil Uzbekistan Operating Company (LUOC). Der

Ort für die ersten LUOC-Aktivitäten ist die Region von

Buchara, im Südwesten Usbekistans. Zusammen mit dem

lokalen Joint-Venture-Partner Uzbekneftegaz hat das Unternehmen

mit der Erschließung der Dengizkul- und Kandymsk-Gasfelder

begonnen. Die Khamzak- und Shady-Blöcke

innerhalb des Kandymsk-Feldes sollen in einer ersten

Phase auf eine jährliche Produktions- und Transportkapazität

von vier Milliarden Kubikmetern Erdgas kommen.

Darüber hinaus hat LUOC zusammen mit CNPC aus China,

PETRONAS aus Malaysia und der koreanischen KNOC

neue Investitionen in die Wege geleitet. In den nächsten

zehn Jahren wird das Öl- und Gasgeschäft deshalb absehbar

stark wachsen, nachdem sich auch GAZPROM entschieden

hat in diesen Markt einzusteigen.

LUOC hat bereits mit dem Bau einer Gas-Förderungsstation

begonnen und wird als Nächstes die nötigen Pipelines

zum Mubarek-Gas-Raffinerie-Komplex errichten. Dort wird

Aralsee

TURKMENISTAN

Nukus

Registan, Samarkand

USBEKISTAN

Urganch

Taschkent

Buchara

KASACHSTAN

TADSCHIKISTAN

in Kürze eine Gasreinigungsanlage errichtet, da das Erdgas

dort einen hohen Schwefelanteil hat. Wegen dieses

Schwefelproblems hat LUOC beschlossen, nicht mit russischen

oder ukrainischen Herstellern zu kooperieren, sondern

dem Weg des „Western Technology Pipings“ zu folgen,

den MAN Ferrostaal für solche hohen technischen Ansprüche

eingeführt hat. Dieses Label steht für qualitativ hochwertige

Technik aus Westeuropa. MAN Ferrostaal wurde

Partner von LUOC. Zurzeit werden Großrohre, mit einem

Durchmesser von 711 und einer Stärke von 20 Millimetern,

die entsprechenden Kugelhähne, Rohrbiegungen, Fittings

sowie Molchstationen geliefert. Das gesamte Rohrmaterial

hat das Kandymsk-Feld erreicht und wird zu einer Pipeline

montiert.

Der Auftrag hat ein Volumen von über 30 Millionen Euro;

den Großteil machen die Rohre aus. Der Stahl der Rohre ist

in der Lage, dem hohen H 2 S-Gehalt standzuhalten. Die

Pipeline hat eine Länge von 46 Kilometern und das Gesamtgewicht

der Rohre beträgt – inklusive der Polyethylen-Außenbeschichtung

– etwa 17 000 Tonnen. LUOC hat

MAN Ferrostaal aufgrund ihrer Erfahrungen mit ähnlichen

Pipelines in Turkmenistan, und wegen ihres guten Rufs für

„Western Technology Piping“ ausgesucht.

Namangan

Balchaschsee

KIRGISISTAN

CHINA

PAKISTAN


58 DAS ECHO August 2007

59

SERVICES

„Marktführerschaft durch

Qualitätsführerschaft“

Seit neun Jahren leitet Dr. Ralf Becker zusammen mit Detlef Castro das

Unternehmen MAN Ferrostaal Automotive. Die tägliche Top-Performance

ist für den 46-jährigen Ingenieur die Basis seines Geschäfts.

Seit wann gibt es den Bereich Automotive und wie hat er

sich seitdem entwickelt?

Seit 1983 betreiben wir erfolgreich Stahlmagazine für verschiedene

Automobilhersteller (OEMs); 1996 haben wir mit

der sogenannten Systemlogistik begonnen. Das heißt, wir liefern

außer Stahl weitere Materialien just-in-time und sogar

in Sequenz montierte Systeme an unsere Kunden. Die Unternehmensentwicklung

lässt sich gut an der Entwicklung des

Personalstands aufzeigen. Als ich 1998 bei MAN Ferrostaal

anfing, beschäftigten wir in unserem Bereich etwa 220 Mitarbeiter,

heute haben wir mehr als 2 700 – inklusive Leiharbeiter.

Genauso wie der Personalstand hat sich auch der Umsatz

entwickelt: stetig und konsequent steigend.

Wie hat sich die Automobilindustrie verändert und wie

hat sich MAN Ferrostaal diesen Veränderungen angepasst?

Die Automobilindustrie hat sich in den letzen zehn Jahren

enorm verändert. Die klassischen Fahrzeuge, bei denen ein

Fahrzeugtyp wie der Opel Astra oder der VW Golf mehr als

600 000 Mal pro Jahr verkauft wurde, gibt es nicht mehr.

Heute muss die Automobilmobilindustrie eine Mehr-Modell-Politik

(3-, 4-, 5-Türer, Kombi, Coupé, Cabrio usw.) betreiben,

um das gewohnte Absatzniveau zu halten. Dazu

wird jedes Modell auch noch in unterschiedlichsten Varianten

angeboten, denn jeder Kunde möchte sein individuelles

Fahrzeug haben. So müssen wir in der Lage sein, grundverschiedene

Fahrzeuge zu montieren sowie bei den Anbauteilen

entsprechende Varianten. Das muss beherrscht werden,

um an der Einbaustelle die Komplexität so gering wie

möglich zu halten. Genau hier greifen unsere Konzepte.

Was sind Ihre wesentlichen Erfolgsfaktoren? Auf welche

Kompetenzbereiche haben Sie sich spezialisiert?

Wichtig für uns ist, dass wir wirklich verstehen wie die Automobilindustrie

funktioniert. Also: Warum gibt es bestimmte

Erfordernisse, welche Einrichtungen sind notwendig

etc. Dazu gehört auch die IT als wesentliche Komponente.

Nur so kann man den Bedürfnissen des Kunden gerecht

werden. Man muss ticken wie der OEM. Wir passen uns an

die permanenten Veränderungen an, denen der OEM ausgesetzt

ist, indem wir neue Konzepte entwickeln und mit

unseren Ideen zum Erfolg der Automobilindustrie beitragen.

Wir sind darauf spezialisiert, entlang der Supply-Chain

eine entsprechende Wertschöpfung anzubieten. Dies erstreckt

sich von der Materialfluss- und Montageplanung bis

Sales Center für Opel in Rüsselsheim

hin zur gesamten Fabrikplanung, der Entwicklung spezialisierter

Transportkonzepte und der Entwicklung und dem

Betrieb entsprechender IT-Systeme – immer mit dem Ziel,

diese Operationen langfristig zu betreiben. Ganz wichtig ist

für uns dabei die Qualität: Alles was wir übernehmen, muss

einhundertprozentig in Ordnung sein.

Wie halten Sie das Wissen Ihrer Mitarbeiter auf dem neuesten

Stand und bilden sie zu Experten aus?

Wir haben erstens sehr gute Leute mit einer ausgesprochenen

Affinität zu Fahrzeugen und der Automobilindustrie.

Sie kennen die Erfordernisse des OEM also genau. Doch unser

Anspruch ist: Man muss es noch ein bisschen besser machen

als die anderen. Das heißt, wir müssen unseren Leuten

permanent die relevanten Trends und Entwicklungen vermitteln,

damit wir neue, bedarfsgerechte Konzepte entwickeln

können. Bei unserem Wachstum bedeutet das, dass

wir Leute entwickeln, trainieren und coachen müssen. Neue

Leute dürfen sofort zusammen mit erfahrenen Mitarbeitern

an Projekten an den operativen Standorten arbeiten.

Denn Erfahrung bekommt man nur durch Erfahrungen.

Was würden Sie einem potenziellen Kunden sagen, warum

er gerade Ihre Leistungen und nicht die eines Konkurrenten

in Anspruch nehmen soll?

Unser Motto lautet: Marktführerschaft durch Qualitätsführerschaft.

Entscheidend ist, dass das Montageband des Kunden

nicht gestoppt wird, es keine Störungen in seiner Produktion

gibt und die Teile und Systeme, die man anliefert,

einhundert Prozent in Ordnung sind. Das ist die Messgröße

für den unmittelbaren operativen Erfolg. Deshalb schreiben

wir Qualitätssicherung im Vorfeld auch ganz groß. Wir sind

nach den neuesten Normen zertifiziert. Zum Teil werden die

zertifizierten Systeme noch einmal durch den Kunden abgenommen.

Bei Ford beispielsweise sind die Standorte

durch den Ford Q1 Award ausgezeichnet. Doch Qualitätssysteme

auf dem Papier sind natürlich nicht ausreichend.

Wichtig ist, dass die Qualitätssicherung gelebt wird. Daher

lautet diesbezüglich unsere Devise: So wenig wie möglich,

soviel wie nötig. Aber alles das, was man festschreibt, muss

auch zu einhundert Prozent gelebt werden. Es muss jederzeit

unvorbereitet ein Audit bestanden werden. Nur so kann

man kontinuierliche Qualität liefern und sehr effektiv und

zuverlässig arbeiten. Das ist unser Anspruch und auch ein

Wettbewerbsvorteil.


60 DAS ECHO August 2007

61

SERVICES

Was war die bisher herausfordernste Aufgabe?

Das war im Jahre 2000. Fast zeitgleich erhielten wir damals

zwei große Zuschläge: das SILS Center für Opel in Rüsselsheim

und die PonyPack-Montage für Ford in Köln. Zwei Riesenprojekte

also, beide Standorte zusammen mit über 40

Millionen Euro Invest. In Rüsselsheim galt es, eine komplette

Infrastruktur zu errichten, heute 33 000 Quadratmeter.

Wir durften unsere gesamte Planung mit den Kollegen von

Opel umsetzen und haben hier einen ordentlichen Anlauf

hingekriegt. In Köln handelte es sich ebenfalls um den Start

eines Projektes auf der grünen Wiese. Bei beiden Projekten

haben wir umfangreiche Montagen übernommen. Wenn

man über Nacht pro Standort 300 Leute beschäftigen und

qualifizieren muss, so ist das schon eine enorme Herausforderung.

Denn man benötigt auch entsprechende Managementkapazitäten,

die so etwas begleiten können. Das kann

nur eine begrenzte Anzahl von Leuten. Aber wir haben das

an beiden Standorten erfolgreich gemeistert.

Ganz allgemein gesprochen, was hat ein Unternehmen

der Automobilbranche bei der Auswahl eines Dienstleisters

zu beachten?

Ganz wichtig ist, dass alles, was in Papierform festgeschrieben

wurde, auch nachweisbar ist. Denn es gibt ganz gravierende

Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. Alle Projekte

– das können wir mit Stolz sagen – haben wir sehr erfolgreich

umgesetzt. Das heißt, ohne Einschränkung des

Kunden und unter extremster Zeitknappheit. Der Kunde

sollte also nach Referenzen fragen, denn das sind entscheidende

Nachweise, und nicht nur auf die Kosten schauen, die

er auf den ersten Blick in einem Angebot erfassen kann.

MAN Ferrostaal ist im Schwerpunkt als Generalunternehmer

für Industrieanlagen bekannt. Wie passt denn

der Bereich Automotive ins Unternehmen?

Sehr gut, denn MAN Ferrostaal ist ein weltweiter Dienstleister

und da sind wir mit unseren Services im Bereich Automotive

ganz vorn. Außerdem kann man uns durchaus mit

dem Anlagenbau vergleichen: Wenn wir Verträge über einen

gewissen Montageumfang abschließen, bei denen es

um die Errichtung der gesamten Infrastruktur geht, wir das

Gebäude erstellen, die Investitionen dafür tätigen, im Gebäude

die kompletten Montageeinrichtungen installieren,

Schraubtechnik, sämtliche Transfersysteme und Steuersysteme,

dann kann man das als kleine Fabrik sehen. Hier geht

es also um Projektmanagement wie im Anlagenbau. Auch

im Bereich Automotive sind wir Generalunternehmer. Auch

hier zeigen wir unseren Kunden neue Geschäftsmodelle und

entsprechende Wege auf, um ihren vielfältigen Aufgaben

und Herausforderungen gerecht zu werden, betreiben also

auch hier Projektentwicklung.

Wo liegen Ihre Zukunftsmärkte?

Wenn man über Zukunftsstrategien nachdenkt, muss man

mehrere Aspekte im Auge behalten. Erstens gehe ich davon

aus, dass es in Deutschland oder Westeuropa auch zukünf-

tig ein ordentliches Volumen an produzierten Fahrzeugen

gibt. Dafür müssen intelligente Konzepte gefunden werden,

um hier die Arbeitskosten und die Produktionsstunden pro

Fahrzeug wettbewerbsfähig zu machen beziehungsweise zu

halten. Da glaube ich, können wir mit unseren Konzepten

einen wichtigen Beitrag leisten. Darüber hinaus gibt es natürlich

– wenn man sich die Prognosen bis 2015 oder 2020

ansieht – eine deutliche Veränderung in der Welt. Aber selbst

Europa hat dann sicher noch einen Zuwachs. Die neuen

Märkte Indien und China sind die Märkte mit den größten

Wachstumsraten. Wenn man sich aber einmal die heutige

Gesamtwertschöpfung anguckt, sind es doch relativ kleine

Märkte. Osteuropa ist mit Sicherheit einer der größten

Wachstumsmärkte. Nicht nur prozentual, sondern auch absolut.

Für uns sind auch die USA von größtem Interesse, weil

dort die Wertschöpfungsprozesse noch nicht so fortgeschritten

sind wie in Europa. Hier sehen wir für uns ein Riesenpotenzial.

Zusammengefasst bedeutet die strategische

Ausrichtung für unseren Unternehmensbereich: Bestandsicherung

in Westeuropa, Ausbau in Osteuropa insbesondere

in den Märkten in Polen und Russland und eine Neuausrichtung

im Hinblick auf die USA.

Da steckt ja die Automobilindustrie in der Krise…

In jeder Krise steckt natürlich eine Chance. Wenn man sich

einmal in den USA anschaut, welche Fahrzeuge dort auf den

Straßen zu finden sind, so wird einem sehr schnell klar, dass

vor dem Hintergrund der Diskussionen um steigende Energiekosten

und einer notwendigen Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes

mit Sicherheit ein Wachstum im Segment der kleineren

Fahrzeuge möglich ist. Auf der anderen Seite nimmt

auch insgesamt die Bevölkerung und damit die Nachfrage

nach Fahrzeugen zu. Es zeichnen sich also für den US-amerikanischen

Markt zwei Tendenzen ab: Erstens, ein absolutes

Wachstum und zweitens die Tendenz zu anderen Fahrzeugmodellen,

die einen geringen Verbrauch haben und damit

umweltverträglicher sind. Hinzu kommt, dass eine

wichtige Kenngröße der Wirtschaftlichkeit in der Automobilindustrie,

die Arbeitszeit pro Fahrzeug in der Endmontage,

noch erhebliche Verbesserungspotenziale beinhaltet.

Also ein großes Betätigungsfeld für uns.

Da sind die Europäer den Amerikanern voraus?

Ja, einige Europäer sind den Amerikanern schon voraus. Natürlich

jedes neue, auf der grünen Wiese gebaute Werk hat

den Vorteil, über bessere Strukturen zu verfügen. Aber ich

glaube, dass man auch in gewachsenen Strukturen durch

intelligente Versorgungskonzepte besser werden kann und

hier setzen wir an. In Europa sind wir mit unseren Montagedienstleistungen

in einer führenden Position als lieferantenneutraler

Dienstleister. Uns ist es eigentlich egal, wer die

Komponenten liefert, wichtig ist, dass die Komponenten in

der richtigen Qualität geliefert werden. Unsere Dienstleistungsmodelle

kann man an jedem Automobilstandort einbringen.

Wir schaffen Strukturen, die die Fertigungszeiten

der Endmontage geringer werden lassen.

Wird es einen Ausbau der Services von Ihrer Seite geben?

Die Dienstleistung, die wir anbieten, unterliegt einem kontinuierlichen

Verbesserungsprozess, das heißt, wir überprüfen

permanent, ob das, was wir machen, „state of the art“ ist.

Wir arbeiten ständig an neuen Konzepten, damit wir einen

Vorsprung vor Nachahmern haben. Stahlmagazine können

adaptiert werden, verschiedene Sequenzoperationen können

kopiert werden. Also müssen wir jetzt überlegen, wie

der Markt morgen aussieht, damit wir zusätzliche Dienstleistungen

anbieten und unseren Wettbewerbsvorsprung

halten können.


62 DAS ECHO August 2007

63

LAND UND LEUTE

Leben und Arbeiten

in fremden Kulturen

Reinhart Hönsch: Geschäftsführer der MAN Ferrostaal Perú

Wir schreiben das Jahr 1973. Der damals 30-jährige

Reinhart Hönsch hatte nach seiner Ausbildung

zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei

MAN Ferrostaal seine erste Auslandsreise nach Marokko gemacht,

wo er eine Studie über diesen neu zu entwickelnden

Markt erstellen sollte. Damit war der Weg nach Afrika vorherbestimmt.

Hönsch wurde in die damalige Abteilung

F-Afrika übernommen. Seine Aufgabe: die Restabwicklung

eines Auftrages über die Lieferung von 250 Erztransportwagen

in den Kongo (damals Zaire).

So befand er sich also schon bald auf seiner ersten Tour

durch den afrikanischen Dschungel. Nach einem langen,

äußerst anstrengendem Fußmarsch kamen er und seine

Kollegen in ein Dorf, wo der Häuptling vor seiner Hütte saß

und sich in der Hitze seine Füße in einer Wanne mit kaltem

Wasser kühlte. Als Ehrengäste wurden die Reisenden zu

einem kühlen Bierchen eingeladen – eine willkommene Erfrischung.

Doch Hönsch wollte seinen Augen kaum trauen,

als er sah, dass die eilig für sie geholten Gläser in der gleichen

Wanne gespült wurden, in der der Dorfchef gerade

seine Füße badete. Beim ersten Schluck musste er sich sehr

überwinden – doch Höflichkeit und Hitze...

Im Jahre 1975 erfolgte dann die Entsendung nach Nigeria,

wo der weitere Ausbau der Zementfabrik Sokoto kaufmännisch

zu begleiten war. Bis 1978 hat Hönsch die Geschicke

der Büros in Lagos und Kaduna geleitet, in dieser Zeit wurden

die Grundsteine für die Aufträge einer Bahnlinie für

den Erztransport sowie für das Stahlwerk Ajaokuta gelegt.

Das Arbeitsumfeld war nicht einfach – bei stundenlangen

Stromausfällen, Benzinknappheit und einer täglich nur für

zwei bis drei Stunden verfügbaren Telexleitung nach

Deutschland, aber Hönsch stellte sich darauf ein, und

schloss erfolgreiche Geschäfte ab.

Es sind wohl diese besonderen Erlebnisse und Erfahrungen,

die Menschen befähigen, mit anderen Menschen aus verschiedenen

Kulturen und Lebenswelten zurecht zu kommen

– mehr noch: in unterschiedlichsten Ländern zu leben

und dort eine Existenz aufzubauen.

„Mein erster längerer Auslandsaufenthalt

in Nigeria hat mich entscheidend

für mein späteres Berufsleben

geprägt. Diese Erfahrungen sind mir

bei meinen späteren Auslandseinsätzen

zugutegekommen“,

sagt Hönsch. Lediglich zehn Jahre seines Berufslebens verbrachte

er insgesamt in Deutschland. Insofern ist er ein

typischer MAN Ferrostaaler. Einer, der in der ganzen Welt

zu Hause ist. Hönsch lebte für das Unternehmen zwischen

1975 und 1987 in Afrika und Asien. So konnte er auch in

Shanghai und Peking bei der Projektverhandlung und der

Auftragsabwicklung für die Demontage eines Walzwerkes

in Dortmund und dessen Wiederaufbau in China Erfahrungen

sammeln. „In meinen mehrheitlich im Ausland verbrachten

Berufsjahren habe ich gelernt, anderen zuzuhören,

mich auf andere Kulturen einzustellen. Wenn ich versuche,

mein Gegenüber zu verstehen, wenn ich sein Vertrauen

gewinnen kann, werde ich sowohl geschäftlich und

privat erfolgreich sein“, sagt der Weltenkenner.

Reinhart Hönsch, Geschäftsführer der MAN Ferrostaal Perú

Heute ist Peru seine Heimat. Gemeinsam mit seiner peruanischen

Ehefrau und seinen beiden Söhnen lebt er in der

Hauptstadt Lima. 1988 wurde sein Wunsch immer stärker,

das Land seiner Frau kennen zu lernen, und so verließ der

ambitionierte Deutsche MAN Ferrostaal, da das Unternehmen

damals keine Vakanz in seiner Wahlheimat hatte. Er

fand eine neue Arbeitsstelle bei einer peruanisch-schweizerischen

Firma, wo er zwischen 1988 und 2001 als Abteilungsleiter

das Maschinengeschäft aufbaute und so den

peruanischen Markt intensiv kennenlernte.

Diese Erfahrungen führten ihn 2002 wieder zurück zu MAN

Ferrostaal, in ihre älteste südamerikanische Niederlassung.

Seit 2005 ist er dort Geschäftsführer. Wichtige Projekte der

vergangenen Jahre fasst Hönsch zusammen: „Vor allen Dingen

im Fischereisektor mit der Lieferung von MAN Diesel

Motoren haben wir uns einen herausragenden Namen gemacht.

Mit unserer ehemaligen Tochterfirma MAN Takraf

haben wir zwischen 2004 und 2006 die Lieferung, den Bau

und die Inbetriebnahme einer Kupfererz-Bandanlage für die

größte peruanische Kupfermine durchgeführt. Außerdem

nahmen wir an der Entwicklung der Stromerzeugung durch

Wasserkraft mit der Modernisierung des Kraftwerks Callahuanca

und El Platanal teil. Im Bereich der grafischen Industrie

spielen wir ebenfalls eine wichtige Rolle und platzierten

komplette Linien von MAN Roland beispielsweise bei

der größten peruanischen Zeitungsgruppe „El Comercio“.

Mit Genugtuung erhielt Hönsch dann im Februar 2007 die

Nachricht, dass die MAN AG beschlossen hatte, die MAN

Ferrostaal S.A.C. als erstes MAN Haus in Südamerika zu bestätigen.

„Dies ist die Anerkennung der Leistungen meiner

Mitarbeiter sowie der erfolgreichen Arbeit meiner Vorgänger,

die schon früh mit der Vermarktung der Produkte aus

der MAN Gruppe angefangen haben.“

Bei so viel Erfolg wundert es nicht: Zurück nach Deutschland

möchte der heute 64-Jährige nicht mehr. Doch er hat

in Deutschland noch enge Kontakte zu Freunden und ehemaligen

Arbeitskollegen und weiß viele Errungenschaften

seines Heimatlandes zu schätzen. Zum Beispiel das duale

Ausbildungssystem. Diese Ausbildungsform fördert er in

seiner Wahlheimat Peru in Zusammenarbeit mit der Peruanisch-Deutschen

Handelskammer und dem Institut der

Humboldt Schule, einer Berufschule, sowie deutsch-peruanischen

Unternehmen für typische kaufmännische Berufe.

Selbstverständlich beteilige sich auch MAN Ferrostaal Perú:

„Jedes Jahr haben wir zwei Auszubildende, die bei uns die

verschiedenen Abteilungen durchlaufen“, sagt Hönsch.

„Ein Ergebnis dieser Ausbildung: Jeder

Abteilungsleiter hat eine dreisprachige

Kauffrau als Assistentin!“

Die ehrenamtliche Tätigkeit als Vizepräsident der Deutschen

Schule Alexander von Humboldt ist für den Kommunikator

jedoch nur eine von vielen. Als Netzwerker ist er

auch im Direktorium der Handelskammer Lima und der Peruansich-Deutschen

Handelskammer. Hier lernt er viele seiner

peruanischen Kunden kennen, mit denen er bei einem

Pisco Sour, dem peruanischen Nationalgetränk, viel leichter

Konzepte zur Zusammenarbeit besprechen kann, als in

einer sterilen Büroatmosphäre. Glücklicherweise sitzt er dabei

heute in einem klimatisierten Restaurant, in dem die

Gläser lupenrein aus dem Geschirrspüler kommen.


64 DAS ECHO August 2007

65

LAND UND LEUTE

Mit Beethoven

gegen soziale Not

Musik kann ein Ausweg aus der Armut sein. In Venezuela werden seit 30

Jahren Kinder aus sozial schwachen Familien kostenlos zu Orchestermusikern

ausgebildet. Die besten der 240 000 derzeit aktiven Jungmusiker

spielen im renommierten Jugendorchester Simón Bolívar. MAN Ferrostaal

fördert dieses soziale und musikalische Projekt.

Gustavo Dudamel: „Die Energie dieser Musik ist herrlich für junge Musiker.“

Wenn man durch die Straßen von Caracas spaziert,

ist es unmöglich, der Kakophonie aus Reggaeton,

Salsa und den Rufen von CD-Verkäufern zu entgehen.

Man muss schon die Pforten eines unscheinbaren

grünen Gebäudes durchschreiten, um in der Musikschule

Montalbán auf harmonischere Töne zu treffen. Die Einrichtung

ist das Herz der „Fundación del Estado para el Sistema

Nacional de las Orquestas Juveniles e Infantiles de Venezuela“

(FESNOJIV). Diese, vor 30 Jahren von José Antonio

Abreu gegründete Stiftung, vereint soziales Engagement

mit der Förderung klassischer Musik.

FESNOJIV bietet Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen

kostenlosen Musikunterricht und ein neues Selbstvertrauen.

Über 300 000 junge Musiker hat die Stiftung bereits

ausgebildet. Mittlerweile gibt es in ganz Venezuela 125

Jugendorchester. Die leuchtende Spitze dieser Bewegung,

das Jugendorchester Simón Bolívar, zieht weltweit Hörer in

ihren Bann. Unter Führung des 26-jährigen Ausnahmedirigenten

Gustavo Dudamel gaben die elf bis 19 jährigen Virtuosen

Ende September 2006 ein Konzert in der Essener

Philharmonie. Das Orchester begeisterte durch außergewöhnliche

Klangqualität auf höchstem Niveau gepaart mit

südamerikanischem Temperament. Die Zuschauer feierten

die Nachwuchsmusiker mit stehenden Ovationen.

Gustavo Dudamels Karriere begann bereits im Alter von

zwölf Jahren, als er bei einer Probe für einen ausgefallenen

Dirigenten einsprang. Nur fünf Monate später erhielt er einen

Posten als Assistent. Besonders verehrt der 26-Jährige

die Werke Beethovens: „Seine Musik ist wichtig für junge

Leute. Für uns ist es neue Musik, denn wir haben noch keine

fertige Fassung im Kopf. Die Energie dieser Musik ist

herrlich für junge Musiker“, schwärmt Dudamel. Wie die

meisten Mitglieder des Jugendorchesters Simón Bolívar

stammt auch Dirigent Dudamel aus einfachen Verhältnissen

– und ist heute ein gefeierter Star.

Zurzeit sind 240 000 Kinder in die venezolanische Orchesterbewegung

integriert – eine beachtliche Zahl bei 25 Millionen

Einwohnern. Allein in Caracas gibt es elf sogenann-

Gustavo Dudamel, Dirigent des Jugendorchesters Simón Bolivar

te „Nucleos“, Musikschulen von FESNOJIV. Eine Aufnahmeprüfung

ist nicht nötig, denn das Motto der Initiative lautet:

„Jedes Kind hat musikalisches Talent.“ Das vorrangige

Ziel lautet nicht etwa professionelle Musiker heranzubilden,

sondern Kindern eine Perspektive aufzuzeigen. „Armut

bedeutet Einsamkeit, Trauer, Anonymität. Ein Orchester

bedeutet Freude, Motivation, Teamarbeit, Erfolgsstreben“,

so José Antonio Abreu. Die venezolanische Regierung

unterstützt das Orchester-System aufgrund seiner sozialen

Ausrichtung. Stiftungsgründer Abreu wurde 1998 für sein

Engagement geehrt und zum Sonderbotschafter der

UNESCO ernannt. MAN Ferrostaal möchte dieses einmalige

Jugendprojekt, das Kultur und Soziales vereint, fördern

und hat im vergangenen das Jugendorchester Simón Bolívar

mit einer Spende unterstützt. Eine Investition, die nicht nur

dem Orchester selbst zugutekommt, sondern auch noch einem

wohltätigen Zweck dient.

Am 21. August heißt es dann „da capo“, denn das Jugendorchester

Simón Bolívar kehrt zur Saisoneröffnung 2007/2008

für ein weiteres Konzert in die Essener Philarmonie zurück.

Die MAN Ferrostaal AG unterstützt dieses Event mit einer

Spende und lädt zahlreiche Partner und Kunden zu einem

musikalischen Erlebnis der Extraklasse in die europäischen

Kulturhauptstadt 2010 ein. Unter der Leitung von Gustavo

Dudamel werden die Jugendlichen Werke von Leonard

Bernstein, einigen südamerikanischen Komponisten und

– nicht zu vergessen – Beethoven aufführen.


66 DAS ECHO August 2007

67

LAND UND LEUTE

Bernd Ahlmann, Leiter der Business Unit Equipment Solutions

„Man muss Kunden und

Mitarbeiter fair behandeln“

Bei der MAN Ferrostaal ist er ein absoluter Routinier: Seit knapp 30 Jahren

ist Bernd Ahlmann für das Unternehmen tätig. Der Leiter der Business Unit

Equipment Solutions ist kein Freund von Standardlösungen. Lieber setzt der

50-jährige Essener auf Pragmatismus und gute Menschenkenntnis.

sind das Rückgrat der MAN Ferrostaal Außenorganisation.“

Tatsächlich ist kein ande-

„Wir

rer Geschäftsbereich des Unternehmens in

so vielen Ländern vertreten. Kunden in 40 Staaten bedient

die Business Unit Equipment Solutions, schwerpunktmäßig

in der südlichen Hemisphäre. Der umfassende

Service bündelt alle Leistungen, von der Beratung und

Planung bis zur Lieferung. Auch nach der Installation und

der Schulung des Kundenpersonals vor Ort, bietet der Bereich

dem Kunden After-Sales-Service, inklusive Wartung

und Ersatzteillieferungen.

Bernd Ahlmann setzt auf ein eingespieltes Team. Hier gibt

es wenig Fluktuation. Die meisten seiner Mitarbeiter sind

ihrem Chef bereits seit vielen Jahren treu. Seinen Führungsstil

beschreibt Ahlmann als locker und pragmatisch. Den

Grundsatz der MAN Ferrostaal, dass die eigenen Mitarbeiter

das wertvollste Asset sind, nimmt er nicht nur wörtlich,

sondern lebt ihn auch. „Damit wir viel leisten können, ist

ein gutes Betriebsklima nötig“, sagt Ahlmann. „Mit übertrieben

autoritärem Verhalten verdient sich kein Vorgesetzter

den Respekt seiner Mitarbeiter, auf das richtige Teamwork

kommt es an.“ Auch von geschäftlichen Patentrezepten

hält er wenig. „In Südamerika und Asien kann man nicht

nach dem Handbuch Verträge abschließen. Man muss einfach

wissen, was man tut, und die Kunden gut kennen. Ohne

fundierte Kenntnisse der lokalen Märkte ist es sehr schwierig,

dort überhaupt Geschäfte abzuwickeln. Dieses wertvolle

Wissen kann man nirgendwo nachlesen, sondern muss

es sich hart erarbeiten“, erklärt er. Und genau das hat Ahlmann

getan. Seit 27 ist er in seinem Bereich tätig – und dies

mit großem Erfolg.

„Jeder kann sein eigener

Unternehmer sein“

Ahlmanns Karriere begann 1978 mit einer Ausbildung bei

MAN Ferrostaal. Dem gleichen Lehrjahr gehörte damals

Stefan Deuster, heute Leiter von MAN Ferrostaal México,

an. Nach drei Jahren erhielt Ahlmann eine Festanstellung

und überzeugte im Laufe der Zeit durch konstant gute Leistungen

und ein Gespür für seine Kunden. Bernd Ahlmann

ist das beste Beispiel, dass man nicht unbedingt studiert

haben muss, um es beruflich weit zu bringen. „Bei der MAN

Ferrostaal zählt vor allem das unternehmerische Handeln“,

erklärt er. „Klarer Menschenverstand und ein Gespür für

das Geschäftliche sind das A und O.“ An der MAN Ferrostaal

schätzt er die Vielseitigkeit und die sich daraus ergebenden

Geschäftsmöglichkeiten. „Hier kann jeder sein eigener Unternehmer

sein. Für denjenigen, der gute Pläne und ein kontinuierliches

Wachstum in seinem Bereich vorweist, gibt es

praktisch kein Limit.“

Wachstum durch die richtigen

Zukäufe

Das Wachstum des Maschinengeschäfts vollzog sich durch

systematische Akquise. Dabei hatte Ahlmann stets eine

glückliche Hand: „Bei unseren Zukäufen haben wir nie einen

Reinfall erlebt, sondern immer nur diejenigen gekauft,

die auch zu uns passen.“ So blieb sein Geschäft auch in wirtschaftlich

unsicheren Zeiten stabil. Was das Geheimnis seines

Erfolgs ist? „Es ist enorm wichtig Kunden und Mitarbeiter

fair und mit Respekt zu behandeln, ihnen auf Augenhöhe

begegnen.“ Ahlmann ist es stets gelungen, neue Akquisitionen

erfolgreich in die MAN Ferrostaal zu integrieren.

Eins allerdings mag er überhaupt nicht: „Mich stören zögerliche

Typen, die alles solange durchdebattieren müssen,

bis eine gute Gelegenheit verstrichen ist. Ein gutes Geschäft

aus Nachlässigkeit zu versäumen, ist einfach ärgerlich. Man

muss die Risiken rechtzeitig analysieren und sie managen.“

Für die Zukunft wünscht sich Ahlmann einen weiteren Ausbau

des Maschinengeschäfts. Den Grundstein dazu hat er

bereits gelegt.


68

ANHANG

Internationale Messen

August bis Dezember 2007

Giro

Brasilien, Sao Paulo, 15.08.

ANJ

Brasilien, Sao Paulo, 26.08.–28.08.

Marineingenieurtechnik-Design-Symposium

Kolumbien, Cartagena, 29.08.–31.08.

Grafinca

Peru, Lima, 20.09.–23.09.

SINPRODE

Argentinien, Buenos Aires, 26.09.–28.09.

49. Internationale Maschinenbaumesse

Tschechische Republik, Brno, 01.10.–05.10.

K 2007

Deutschland, Düsseldorf, 24.10.–31.10.

Andinapack

Kolumbien, Bogotá, 06.11.–09.11.

Exposorma

Chile, Concepción, 07.11.–10.11.

Expo Pesca

Peru, Lima, 15.11.–17.11.

Power-Gen International

USA, New Orleans, 11.12.–13.12.

FAX +49.0201.818-3525

MAN Ferrostaal AG

Redaktion DAS ECHO

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Deutschland

Absender

Name Vorname

Position Abteilung

Firma

Straße

Postleitzahl Ort

Land

E-Mail

■ Jahresbericht 2006 der MAN Ferrostaal AG ■ deutsche Ausgabe

■ englische Ausgabe

■ spanische Ausgabe

■ Geschäftsbericht 2006 der MAN AG ■ deutsche Ausgabe

■ englische Ausgabe

■ „MANforum“, das Kundenmagazin der MAN AG

DAS ECHO, Ausgabe 02/2006 ■ deutsche Ausgabe

■ englische Ausgabe

■ spanische Ausgabe

■ Broschüren der MAN Ferrostaal AG ■ Countertrade, englisch

■ Oil & Gas, englisch

■ Power Solutions, englisch

■ Pulp and Paper, englisch

Haben Sie Wünsche, Anregungen und Themen-

vorschläge? Wir freuen uns über Ihre E-Mail an:

echo@manferrostaal.com

Das Kundenmagazin der MAN Ferrostaal AG

erscheint halbjährlich.


Bitte nehmen Sie mich in Ihren Verteiler auf und senden Sie

mir kostenfrei weitere Ausgaben bis auf Widerruf zu.


DAS ECHO August 2007

WWW.MANFERROSTAAL.COM IMPRESSUM

Herausgeber:

MAN Ferrostaal AG

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen/Deutschland

Mitglied im Initiativkreis Ruhrgebiet

Verantwortlich für den Inhalt:

Daniel Reinhardt

Redaktion:

Angela Kanders (Leitung)

Oliver Haastert

Kontakt: echo@manferrostaal.com

Weitere Autoren dieser Ausgabe:

Birgit Baltes, Helmut Brand, Alain Chevaillier, Dirk Demtroeder,

Dirk Donges, Jaime Fuentes, Dorian Hernández,

Lars Höbenreich, Kai vom Hoff, Manfred Immink, Katrin

Kasper, Thomas Kaup, Sylwia Krawczynska, Martina

Kreutz, Eduardo Larrinaga, Dietmar Pracht, Marius Silalahi,

Lennart Smend, Manfred Schreier, Thomas Suckut

Bildnachweis:

Armada Argentina (Argentinische Marine): S. 6; AVR Jülich:

S. 13; Jim Connor: S. 24/25; Peter Danford: S. 22/23;

Karsten De Riese: S. 2, 30, 33, 35, 38-44, 48/49; Getty

Images: S. 9, 10, 14/15, 17, 20/21, 31, 34, 36, 37, 60; Michael

Kneffel: S. 64/65; MAN Diesel SE: S.7; Catrin Moritz: S. 59,

61; Andreas Pohlmann: S. 63; Andri Ramos: S. 50-53; Helge

Reinke: S. 18, 20; Solar Millennium AG: S. 47; Transchart

Schiffahrtsges. mbH: S. 56

Gestaltung und Realisation:

BOROS

Druckerei:

Woeste Druck, Essen

Gedruckt auf einer MAN Roland 705

Erscheinungsweise:

halbjährlich

71


WWW.MANFERROSTAAL.COM

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine