Bildung

fit.oev.de

Bildung

Bildung und Sport

M@school –

der Münchner Weg

zur Lern-IT

Abschlussbericht

Projekt „EDV-Ausstattung und

Vernetzung der öffentlichen Schulen

und der städtischen Kindertagesstätten

in der Landeshauptstadt München“


Impressum

Herausgeber

Landeshauptstadt München

Schul- und Kultusreferat

Zentrum für Informationstechnologie

im Bildungsbereich

Nymphenburger Straße 120

80636 München

Oktober 2009

Weiterführende Informationen:

www.zib.musin.de

Gestaltung

QS2M, München

Konzeption und Text

Abteilung ZIB

Petra Pintscher

Druck

Firma Gotteswinter GmbH


Grußwort

Mit dem „Projekt Information / Kommunikation“

hat die Landeshauptstadt bereits vor

zehn Jahren Verantwortung für eine zeitgemäße

Ausstattung aller öffentlichen Münchner

Bildungseinrichtungen mit digitalen Medien

und zugleich für einen chancengleichen

Zugang zu dieser Technologie übernommen.

Dabei ging es von Beginn an um einen ganzheitlichen

Blick auf das Thema. So wurden

die digitalen Medien bei all ihren Potenzialen

weder als Allheilmittel noch als Selbstzweck

betrachtet. Entscheidend war vielmehr die

flächendeckende und nachhaltige Bereitstellung

dieser Infrastruktur, damit sie als

selbstverständliches Unterrichtswerkzeug

eingesetzt werden kann. Die Ausstattung

der Schulen war dabei immer an pädagogische

Ziele geknüpft und musste immer

mit Personal entwicklung für die Lehrenden

gekoppelt werden. Sie ist somit Bestandteil

der Schulentwicklung und Ergebnis des individuellen

medienpädagogischen Profils der

Schulen.

Hinzu kam ein technologisches Konzept, das

durch hohe Standardisierung und Automatisierung

sowie professionelle technische

und organisatorische Unterstützung des

Zentrums für Informationstechnologie im

Bildungs bereich (ZIB) die Lehrerinnen und

Lehrer von technisch-administrativen Aufgaben

entlasten sollte.

Diese Vorgehensweise halte ich nach wie vor

für beispielhaft, auch wenn viele technische

und organisatorische Hürden überwunden

werden mussten und noch einige vor uns

liegen.

Nach Jahren der Projektarbeit ziehen wir zum

formalen Projektabschluss eine stolze Bilanz,

die sich auch in dieser Broschüre wiederfindet.

Nun liegt es an allen Beteiligten, den

Einsatz der digitalen Medien sinnvoll zu gestalten,

um eine nachhaltige Wirkung bei den

Schülerinnen und Schülern unserer Stadt zu

erzielen. Wenn sie durch fundierte Informations-

und Medienkompetenz und gleichzeitig

kritische Reflexion von den digitalen Medien

profitieren, hat sich die Investition der Bildungsstadt

München gelohnt.

Mein Dank gilt heute allen Projektbeteiligten

– den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der

beteiligten Referate und auch den externen

Partnern – für ihr unermüdliches und zielstrebiges

Engagement.

Christine Strobl

2. Bürgermeisterin

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Grußwort

„EDV-Ausstattung und Vernetzung der öffentlichen

Schulen und der städtischen Kindertagesstätten

in der Landeshauptstadt München“:

Unter diesem sperrigen Titel hat sich

das Schul- und Kultusreferat 1999 im Auftrag

des Stadtrats auf den Weg gemacht, eine

zeitgemäße IT-Infrastruktur für die Münchner

öffentlichen Bildungseinrichtungen zu schaffen.

Keiner der damals Beteiligten hat wohl

die Entwicklung der folgenden zehn Jahre

auch nur ansatzweise vorhersehen können.

Hinter uns liegt eine rasante Berg- und Talfahrt,

eine immer wieder anstrengende und

letztlich erfolgreiche Projektarbeit. Derzeit

widmen sich knapp 170 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Zentrums für Informationstechnologie

im Bildungsbereich (ZIB) den

spannenden technischen und organisatorischen

Aufgaben und entwickeln gemeinsam

mit den Bildungseinrichtungen die Lern-IT der

Landeshauptstadt München stetig weiter.

Rückblickend bin ich stolz, dass wir uns dieser

Herausforderung gestellt und sie gemeistert

haben. Für die Zukunft wünsche ich mir,

dass wir die Zuverlässigkeit und Qualität des

Systems, das vor kurzem den Namen

„M@school“ bekommen hat, kontinuierlich

sichern und ausbauen können, um die Akzeptanz

der Kolleginnen und Kollegen und damit

letztlich den Nutzen für die Schülerinnen und

Schüler noch weiter zu steigern.

Digitale Medien haben sich zu einem selbstverständlichen

Medium und Handwerkszeug

für die pädagogischen und die Verwaltungsaufgaben

des Schulreferats und seiner

Einrichtungen entwickelt. Der kompetente

Umgang mit ihnen sowie das Wissen um

ihre Chancen und Grenzen sind uns Herausforderung

und Verpflichtung zugleich. Nur

so können wir einen wichtigen Aspekt des

Lernens der Zukunft aktiv mitgestalten. Mit

unserem „Zentrum für Informationstechnologie

im Bildungsbereich“ haben wir die Experten

für die Unterstützung von Lernprozessen

mit digitalen Medien im eigenen Haus. Erst

die Verbindung von Kompetenzen aus Pädagogik,

Technik und Verwaltung sowie Organisation

lässt für uns passende IT-Lösungen

entstehen.

Für das Geleistete möchte ich allen Beteiligten

meinen herzlichen Dank aussprechen und

ihnen für die kommenden Herausforderungen

viel Kraft und Erfolg wünschen.

Elisabeth Weiß-Söllner

Stadtschulrätin


Grußwort der Projektleitung

Wenn ein großes und komplexes IT-Projekt

nach achtjähriger Dauer erfolgreich beendet

wird, kann die Projektleitung zufrieden und

dankbar sein.

Dieses Projekt ist ein umfassender und

durchschlagender Erfolg geworden, weil die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller beteiligten

Referate referatsübergreifend beispiellos

und zielorientiert zusammengearbeitet

haben. Ohne deren Einsatzbereitschaft, Motivation

und Identifikation mit den Projektzielen

wäre der Projekterfolg nicht möglich gewesen.

Dies ist umso erstaunlicher, weil zum einen

die unterschiedlichen Welten Pädagogik,

(IT-)Technik und Verwaltung / Organisation zu

vereinen waren. Da zum anderen kein Vorbild

bzw. „Best Practise“ existierte, hatten wir

das zweifelhafte Vergnügen, in einer permanenten

Pilotsituation zu sein. Dies bewältigt

zu haben, rechne ich meinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern hoch an und möchte ihnen

hierfür großes Lob aussprechen.

Natürlich war auch die Entscheidung, Kompetenz

und Unterstützung mittels einer

Public Privat Partnership von außen zu

holen, einer der Erfolgsgaranten. Ohne diese

Unterstützung wäre vor allem das Ziel der

Wirtschaftlichkeit durch einen hohen Grad an

Standardisierung und Automatisierung nicht

zu erreichen gewesen. Mit Freude konnte ich

feststellen, dass auch der Partner T-Systems

die Projektziele verinnerlicht hat. Beide Seiten

haben viel gelernt.

Besonders bedanken möchte ich mich bei

Frau Stadtschulrätin Elisabeth Weiß-Söllner,

die uns auch in schwierigen Projektzeiten

Vertrauen und Zuversicht geschenkt hat und

nie Zweifel am Projekterfolg aufkommen ließ.

Ohne diese Führungsunterstützung und klare

Positionierung wären die Projektziele wesentlich

schwieriger zu erreichen gewesen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen,

meines langjährigen Stellvertreters und engagierten

Mitstreiters Gerhard Mayer zu gedenken,

der einen großen Anteil am Projekterfolg

hat und der durch sein plötzliches Ableben

viel zu früh von uns gegangen ist.

Das Zentrum für Informationstechnologie im

Bildungsbereich hat sich während der Projektlaufzeit

zu einem anerkannten Service- und

Supportdienstleister entwickelt und so den

Einrichtungen ermöglicht, ihre medienpädagogischen

Zielsetzungen umzusetzen. Dieser

Aufgabe fühlen sich die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter weiterhin zutiefst verpflichtet und

sehen den neuen Herausforderungen erwartungsvoll

entgegen.

Horst Tahetl-Matheis

Leiter Abteilung ZIB

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Lern-IT in der

Landeshauptstadt

München

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Der Umgang mit dem

PC ist für Kinder und

Jugendliche heute eine

Selbstverständlichkeit.

Sie leben in einer modernen Kommunikationsgesellschaft

und es gehört für sie zum

Alltag, sich im Internet selbstständig Informationen

zu beschaffen, sie natürlich auch

zu bewerten, auszutauschen und in globale

Zusammenhänge einzuordnen, in der Schule

und zuhause. Dass Schulen das Lernen mit

moderner Informationstechnologie unterstützen,

das allerdings ist noch nicht sehr

lange eine Selbstverständlichkeit. Es ist in der

Form, wie es die Landeshauptstadt München

mit dem Vernetzungs- und Ausstattungsprojekt

flächendeckend und nachhaltig anbietet,

beispielhaft. Das Schul- und Kultusreferat

entwickelt die Bildungslandschaft in München

stetig fort.

Im Jahr 2000 begann ein fachübergreifendes

Team damit, ein Konzept „EDV-Ausstattung

und Vernetzung der öffentlichen Schulen und

der städtischen Kindertagesstätten in der

Landeshauptstadt München“ unter Berücksichtigung

der jeweiligen Medienpädagogischen

Entwicklungspläne zu erarbeiten und

umzusetzen. Immer im Fokus: Der Mehrwert

für den Unterricht. In Pionierarbeit entstand

daraus das Zentrum für Informationstechnologie

im Bildungsbereich (ZIB), ein professioneller

IT-Dienstleister, der rund 346 öffentliche

Schulen, 400 städtische Kindertageseinrichtungen

und den Kernbereich des Schulreferates

betreut. Die Zahl der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des ZIB ist innerhalb von acht

Jahren sprunghaft angestiegen. Das Team

musste einem enormen Druck und außergewöhnlichen

Arbeitsanforderungen standhalten.

Das Modellprojekt hat sich in einer ungeahnten

Dimension entwickelt. Ein visionäres,

multidisziplinäres Konzept mit beachtlichem

Finanzvolumen wurde Realität.


Erfolgreiche Lebensgestaltung

Der geübte Umgang mit den neuen Medien

ist längst zu einer elementaren Kulturtechnik

geworden, wie Lesen und Schreiben und

Rechnen, weil dies die Grundvoraussetzung

für eine erfolgreiche Lebensgestaltung ist.

Als in München der Startschuss für das

ehrgeizige Projekt fiel, hinkte das Bildungssystem

noch stark der rasanten Entwicklung

in der Informationstechnik hinterher. Aber der

Stadtrat wollte schon vor zehn Jahren Bildung

in München so gestalten, dass sie den Anforderungen

an eine moderne Informations- und

Kommunikationsgesellschaft gerecht wird

– unter der Berücksichtigung des Wandels

des gesellschaftlichen Lebens und globaler

Prozesse. Die Bemühungen um den Aufbau

einer flächendeckenden IT-Infrastruktur

wurden durch den Grundsatzbeschluss vom

15.12.1999 zur Genehmigung des Konzeptes

„EDV-Ausstattung und Vernetzung der

öffentlichen Schulen und der städtischen

Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt

München“ manifestiert.

Ziele neben der flächendeckenden Ausstattung

waren: ein hohes Maß an Standardisierung

und Automatisierung, eine Entlastung

der allgemeinbildenden und beruflichen

Schulen durch einen zentralen Betrieb, ein

zentraler IT-Dienstleister für Service und Support,

die Sicherung der Nachhaltigkeit durch

regelmäßige Ersatzbeschaffungen (alle fünf

Jahre), die Orientierung der Ausstattung an

medienpädagogischen Zielen, die Förderung

einer kritischen Medienkompetenz und ein

breiter Einsatz der IT im Unterricht als Werkzeug

für moderne Lernkonzepte. Verankert in

dem Beschluss ist auch die politische Willenserklärung,

„dass alle im Bildungssystem

Verantwortlichen aufgefordert sind, die Basisqualifikation

für die künftige Informationsgesellschaft,

für die Märkte und Arbeitsplätze in

unseren Schulen zu vermitteln“. Schließlich

ging und geht es um Bildungsgerechtigkeit

und Chancengleichheit. Ohne umfassende

Computerkenntnisse können viele Berufe gar

nicht mehr ausgeübt werden. Damit war der

Grundstein gelegt für das erste umfassende

Ausstattungs- und Vernetzungskonzept einer

Kommune in Deutschland.

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Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit

Mit der Ausarbeitung und Realisierung dieses

Konzepts wurde im Schul- und Kultusreferat

das Projekt PIK (Projekt Information/

Kommunikation), heute das Zentrum für

Informationstechnologie im Bildungsbereich

(ZIB), beauftragt. Immer unter dem Aspekt

der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit. Einen

Auftrag, den das ZIB-Team sehr ernst genommen

hat: Von den 220 bis zur Endstufe des

Projekts zugesagten Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern sind bisher knapp 170 beschäftigt,

mit den vom Stadtrat zur Verfügung

gestellten Projektmitteln in Höhe von

120 Millionen Euro wurde höchst wirtschaftlich

umgegangen. Unterstützung in Sachen

Wirtschaftlichkeit erhielt das ZIB durch eine

public private partnership mit T-Systems,

einem Partner, der das Pilotprojekt engagiert

mit kompetenter Beratung bei der Standardisierung

und Automatisierung begleitete.

Wertvolle Hilfe leisteten das Baureferat

(Hochbau 6 und 8), vor allem bei den umfangreichen

Baumaßnahmen und der Netzinfrastruktur,

und das Direktorium (Hauptabteilung

3) bei zentralen Diensten im Verwaltungsnetz.

Trotz schwieriger Start- und Rahmenbedingungen,

mangelnder Erfahrungen und

der arbeitsintensiven Zusammenführung

der Kompetenzen aus Pädagogik, Technik,

Verwaltung und Organisation ist das Projekt

ein großer Erfolg geworden. Es blieb weit

unter dem Kostenrahmen und wird in einer

weltweit durchgeführten Studie der Bertelsmann-Stiftung

„IT in Schulregionen“ als

„Best-Practice-Beispiel“ bei der Integration

und Implementierung neuer Medien in den

Schulunterricht aufgeführt. Tatsächlich ist die

Landeshauptstadt München beim systematischen

Einsatz der IT-Ausstattung der Schulen

Vorreiter im Vergleich zu anderen Städten. Im

deutschlandweiten Benchmarking mit ausgewählten

IT-Dienstleistern im Bildungsbereich

wurde das Service- und Supportportfolio des

ZIB als nahezu ideal bewertet. Keine andere

Kommune hat die fachlichen Anforderungen

der Schulen und Kindertagesstätten so umfassend

adaptiert und umgesetzt.


Pädagogische

Konzeption

Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft unserer

Gesellschaft und unseres Wohlergehens. Sie

ist die Grundlage für individuelle Entfaltung

und gelingendes Leben.“ Das ist einer der

Leitsätze des Schul- und Kultusreferats. Ein

kreativer Einsatz der Informationstechnologien

unterstützt diese bildungspolitische

Ausrichtung. Erfahrungsgemäß gibt es an

jeder Schule IT-affine und weniger affine

Lehrkräfte. Dementsprechend lautet der

Grundsatz: Jede Lehrerin, jeder Lehrer soll in

die Lage versetzt werden, den Computer in

den verschiedensten Unterrichtskonzepten

einzusetzen. Die Technik muss ohne tiefere

Experten-Kenntnisse flexibel an die individuellen

Erfordernisse des Unterrichts angepasst

werden können. Das ist in München inzwischen

gelebter Schulalltag.

Die Idee, dass neue Medien Potenzial zur

Lehr-Lern-Maschine haben, ist überholt.

Unterricht mit interaktiven Medien ist nur

so gut wie die Lehrkräfte, die ihn gestalten,

konzipieren, arrangieren und die Schülerinnen

und Schüler motivieren. Deshalb waren

diese auch intensiv beteiligt an der Entwicklung

des Konzeptes „EDV-Ausstattung und

Vernetzung der öffentlichen Schulen und der

städtischen Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt

München“. Denn im Mittelpunkt

des Projekts stand immer die pädagogische

Arbeit, nie sollte IT dem Selbstzweck dienen.

Nicht technische, sondern mediendidaktische

Überlegungen hatten Vorrang bei der interdisziplinären

Zusammenarbeit.

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Auf der Basis der Medienpädagogischen

Entwicklungspläne wurden die Schulen

bedarfsgerecht und dem jeweiligen Standard

entsprechend vernetzt und ausgestattet.

Die Einbindung der Technologie in die Schulentwicklung

gab den Schulen einen großen

Gestaltungsspielraum. Für das ZIB sind die

Medienpädagogischen Entwicklungspläne

ein gutes Mittel zur Weiterentwicklung der

eigenen Dienstleistungen, eine Argumentationsgrundlage

für Steuerungsentscheidungen

und die Garantie für einen wirtschaftlichen

Mitteleinsatz nach Wunsch der Kunden.

Der Fokus lag von Beginn an darauf, die

Handhabung der komplexen IT-Infrastruktur

so anwenderfreundlich wie möglich zu gestalten,

um den selbstverständlichen Einsatz

der digitalen Medien im Unterricht zu fördern.

Ergänzend werden die städtischen Lehrkräfte

am Pädagogischen Institut der Landeshauptstadt

München in den notwendigen

Fertigkeiten qualifiziert und im Berufsalltag

mit Angeboten begleitet. Denn die beste

Technologie ist sinnlos ohne gezielte Personalentwicklung.

Überschaubar und leicht zugänglich

Um die Möglichkeiten der EDV für den Unterricht

optimal zu nutzen und in der Praxis

auch anzuwenden, wurde eine sogenannte

Pädagogische Oberfläche entwickelt. Über

sie werden die bestehenden technischen

Möglichkeiten überschaubar und leicht

zugänglich gemacht, ohne dass vertiefende

EDV-Kenntnisse nötig sind. Es handelt sich

um ein webbasiertes Werkzeug, das eine

Vielzahl an Funktionalitäten zur Verfügung

stellt, die auf dem Schulserver ausgeführt

werden. Im Vordergrund stehen die Möglichkeiten

zur Beeinflussung und Gestaltung der

Lehr- und Lernumgebung für die Schülerinnen

und Schüler, die lernen sollen, verantwortungsbewusst

mit dem Medium umzugehen.

So können Lehrkräfte unter anderem:

_ den Internetzugang aktivieren oder

deaktivieren

_ Klassen oder einzelnen Schülern Peripherie

und Software zuordnen

_ Arbeitsgruppen und Kurse per Mausklick

zusammenstellen

_ Verschiedenste Ressourcen wie Laufwerke,

Accounts oder E-mails frei schalten oder

sperren

_ über einen Prüfungsmodus eine

Schulaufgabe am Rechner realisieren


Multimediale und telekommunikative Technologien

in Schulen können der Lehrmethodik

dienen, sie können selbst Inhalt des Unterrichts

sein und sie können die Kommunikation

in Lehr-Lernprozessen unterstützen. Die

Schülerinnen und Schüler können:

_ Lehrprogramme abrufen

_ im Internet recherchieren

_ Medienkompetenz entwickeln

_ sich in Arbeitsgemeinschaften vernetzen,

um gemeinsam Lehrinhalte zu erarbeiten

_ in vielen Fächern neue Unterrichtsformen

kennenlernen

Die Landeshauptstadt München hat mit

erheblichem Aufwand ihre Schulen mit einem

innovativen Computernetz ausgestattet. Um

diese Investition nachhaltig zu nutzen, wurde

eine Evaluation der Umsetzung der neuen

Technologie im Unterricht in Auftrag gegeben.

Unter wissenschaftlicher Begleitung der

Uni Hannover, Institut für Berufspädagogik,

und der TU München, Lehrstuhl Pädagogik,

wird die didaktische Implementierung empirisch

untersucht und in einer abschließenden

Dokumentation zusammengefasst. Das

Evaluationskonzept wurde zwischenzeitlich

überarbeitet, so dass eine nachhaltige Verankerung

von Evaluationskompetenzen über

gezielte Kooperationen mit Hochschulen und

die zugehörige Personalentwicklung sichergestellt

werden kann. Die erhobenen Daten

und die Ergebnisse werden starken Einfluss

auf das Qualitätsmanagement von ZIB und

die strategische Ausrichtung und Produktentwicklung

nehmen.

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Technische

Konzeption und Umsetzung

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Neue Medien sind integraler Bestandteil der

schulischen Wirklichkeit geworden. Bevor jedoch

die Münchner Schülerinnen und Schüler

das erste virtuelle Schulheft aufschlagen oder

im World Wide Web für die Hausaufgaben

recherchieren konnten, ihre eigene schulische

E-mail-Adresse hatten, oder Lerninhalte

von zuhause aus abrufen und sich in Arbeitsgruppen

vernetzen konnten, musste erst das

Projekt „EDV-Ausstattung“ initiiert werden.

Damit reagierte die Landeshauptstadt auf

die Auswirkungen der Informationstechnik

auf Bildung und Erziehung. Das Lernen der

Zukunft sollte auf drei Säulen basieren: einer

pädagogischen, einer organisatorischen und

einer technischen Konzeption. Das Ziel war

präzise definiert. Prinzipiell sollte jede Lehrkraft

in jedem Fach und in jedem Unterrichtsraum

in der Lage sein, die EDV-Anteile des

Unterrichts umzusetzen, und vor allem erheblich

entlastet und in ihrer pädagogischen

Arbeit unterstützt werden.


Dieser Leitgedanke wurde in der konzeptionellen

Umsetzung berücksichtigt. Priorität

hatten folgende Grundsätze:

_ Anwenderfreundliche Handhabung der komplexen

IT-Infrastruktur für alle Lehrkräfte

_ Zugang zu Informations- und Kommunikationsmedien

im Intranet und Internet und

Beitrag zur kritischen Medienkompetenzerziehung

_ Verfügbarkeit und Performance der Technik

und Applikationen in jedem Unterrichtsraum

und in der Schulverwaltung

_ Entlastung des pädagogischen Personals

von technischen und organisatorischen

Aufgaben

_ Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Die Bandbreite des Leistungsspektrums ist

enorm. Die Philosophie des ZIB lautet: einem

hohen Anspruch gerecht zu werden, sich professionell

zu spezialisieren und der Dienstleistungsqualität

höchste Priorität einzuräumen.

Die Geschäftsprozesse der Kunden gestalten

die IT und nicht andersherum. Wer das ernst

nimmt, muss flexibel und lösungsorientiert

agieren und vor allem die Bedürfnisse der

Kunden verstehen. Dies ist für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des ZIB zugleich

Chance und Herausforderung, der sie sich

jeden Tag stellen.

Als Spezialist für Lern-IT ist ZIB

Ansprechpartner für

_ Ausstattung mit Hard- und Software

_ Gestaltung und Betrieb der Infrastruktur

_ IT-Beratungsleistungen

_ Service und Support

_ sowie für die wissenschaftliche Begleitung

von IT-Projekten

13


14

ITTS 2.3

ITTS 2.2

ITTS 1.4 und 2.1

ITTS 1.3

ZIB

Zentrallager

ITTS 1.1

ITTS 1.6

ITTS 1.2

ITTS 1.5

Schnelle Hilfe

ITTS 2.4

ITTS 2.5

Verteilung der dezentralen Servicestationen

innerhalb des Stadtgebietes Neuanlage eines Trouble-Tickets

Die konsequente Kundenorientierung führt

zu einer zunehmend hohen Akzeptanz. Am

Servicedesk sitzen im Durchschnitt zehn Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter an den Telefonen.

Bei rund 300 Anrufen, Mails und Faxen

am Tag leuchtet das Kontrolllämpchen in der

Zentrale des Servicedesks im Erdgeschoss

der Nymphenburger Straße 120 fast pausenlos

auf. Um bei Problemen oder Störungen

möglichst schnell reagieren zu können, sind

elf dezentrale Servicestationen mit 53 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern strategisch

klug auf die gesamte Stadt verteilt. So sind

die Wege zu den Bildungseinrichtungen kurz.

Die Service- und Supportstruktur sowie zentrale

Dienste wie File- und Datenbankservices

und die Softwareverteilung gewährleisten

eine professionelle Systembetreuung und

einen verlässlichen Netzbetrieb. An jeder

Schule steht ein Anwenderbetreuer aus den

Reihen des Lehr- und Verwaltungspersonals

zur Verfügung, der über dezentrales Fachpersonal

des ZIB unterstützt wird.

Das dreistufige Supportsystem hat sich bewährt.

Der Servicedesk nimmt das Anliegen

per Trouble-Ticket-System (Störungsdokumentationssystem)

zentral entgegen. Dort

gibt es einen Ansprechpartner für alle Anliegen.

Das schafft Transparenz und Komfort.

Kann der Nutzerin oder dem Nutzer nicht

sofort am Telefon geholfen werden, wird das

Problem an Fachpersonal der Abteilung ZIB

weitergeleitet. Störungen, die eine Bearbeitung

vor Ort erfordern, werden durch die

dezentralen Servicestationen gelöst. In der

letzten Stufe werden externe Dienstleister

eingeschaltet.

Wie jeder gute IT-Dienstleister verfügt das

ZIB über einen gut ausgestatteten Warenkorb

für Hard- und Software, um den Wünschen

der Kundinnen und Kunden bestmöglich

entsprechen zu können. Alle Bestellungen

werden einheitlich über dieses Angebot

abgewickelt.


Hardware

Mit derzeit ca. 200 Artikeln bietet der Warenkorb

eine Fülle an Produkten zur Auswahl.

Durch die langjährige Erfahrung bei der Pflege

der Produktpalette kann das ZIB für alle Einsatzzwecke

die passende Hardware in einer

sinnvollen Leistungsklasse anbieten. Der

Warenkorb schränkt also nicht ein, sondern

bereichert die Anwenderinnen und Anwender

sowie die IT-Landschaft des Schulreferats.

Die Bestellung kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt

unkompliziert und schnell durchgeführt

werden. Wartezeiten für die Kunden werden

verringert, weil nicht jede Beschaffung

einzeln angefragt, sondern aus dem Standardsortiment

bedient werden kann. Zu jeder

Hardware ist eine ausführliche Beschreibung

in SAP wie auch im Intranet hinterlegt. Jede

Hardware wurde in der hauseigenen Testumgebung

auf Qualität, Leistungsfähigkeit und

Verträglichkeit bei Einbindung ins Netz mit

bereits vorhandenen Komponenten getestet.

Der Service und Support, mit dem IT-Servicedesk

als Herzstück, kann durch die Homogenität

im Warenkorb schnell eingreifen. Durch

den Abruf von größeren Stückzahlen kann

das ZIB attraktive Preise und Zusatzleistungen

verhandeln. Beispielsweise eine fünfjährige

Haltbarkeitsgarantie mit Reparaturservice,

die Einbindung der Geräte in die unbeaufsichtigte

Installationsroutine und die Softwareversorgung,

das Entsorgen der Verpackung

sowie nach fünf Jahren die fachgerechte

Entsorgung beziehungsweise Verwertung

(mit Erlösbeteiligung der Landeshauptstadt

München). Im Warenkorb können auch passende

Dienstleistungen gebucht werden, wie

zum Beispiel eine Einweisungsschulung in

die Bedienung interaktiver Whiteboards.

Damit das Angebot auch künftig attraktiv

bleibt

_ wird die Befüllung des Warenkorbes

laufend überarbeitet,

_ werden neueste Entwicklungen auf

dem Markt konsequent verfolgt,

_ zeigt das ZIB Präsenz auf den wichtigen

Messen im Bildungsbereich,

_ werden die Kundenwünsche und

Anforderungen aus den Medienpädagogischen

Entwicklungsplänen nach

Möglichkeit berücksichtigt,

_ wird für Auslaufmodelle frühzeitig

Ersatz gesucht,

_ steht das ZIB-Team laufend im Dialog mit

seinen Kundinnen und Kunden.

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Software

Der Kauf von Software wird analog zum Kauf

von Hardware abgewickelt. Trotz frühzeitiger

Standardisierungsbemühungen umfasst das

Softwareportfolio aufgrund des großen Betreuungsbereiches

zwischenzeitlich mehr als

700 Applikationen. Den Hauptanteil an Software

bilden branchenspezifische Programme

für den beruflichen Schulbereich. Hier findet

sich alles von Bildbearbeitung, CAD-Software,

ERP-Lösungen, Steuerungssoftware für

CNC-Produktionsmaschinen, Farbmanagementsoftware

für Drucker und Monitore,

Managementsoftware für Arztpraxen, Steuerkanzleien

oder Handwerksbetriebe bis hin

zu professioneller Übersetzungssoftware,

Anwendungen für dynamische Geometrie

oder Software für Deutsch als Zweitsprache.

Eine solche Vielfalt an Produkten über eine

automatisierte Softwareverteilung anzubieten,

erfordert komplexe Abläufe mit technischen,

kaufmännischen, organisatorischen

und lizenzrechtlichen Schritten. Alle Produkte

müssen unter dem Gesichtspunkt geprüft

werden, ob sie in die vorhandene Infrastruktur

sinnvoll integriert werden können. Die

vorausschauende Pflege des Software-

Warenkorbs erfordert mehr noch als die Hardware

erhebliche personelle und finanzielle

Ressourcen, die auch langfristig bereitgestellt

werden müssen. Denn die beste Hardware

nützt nichts ohne Software, die die Maschinen

erst wertvoll macht.

Die Softwareprodukte werden in einem

technischen Verfahren bereitgestellt

(„Paketierung“) und anschließend automatisiert

verteilt, überwacht von einem

technischen und organisatorischen Lizenzmanagement.

Wünscht eine Schule eine

neue Software, wird sie zunächst zu bestehenden

Lösungen beraten. Kann der Wunsch

nicht abgedeckt werden, gibt es einen entsprechenden

Prozess zur Aufnahme der Software

in den Warenkorb. Ist dies wirtschaftlich

oder technisch nicht sinnvoll, kann die Schule

die Software auch zur lokalen Installation vor

Ort erwerben.


Qualitätsmanagement

In der technischen Entwicklung ist ständig

Bewegung und so wandeln sich zwangsläufig

die Anforderungen der Kunden. Um selbstkritisch

überprüfen zu können, ob das ZIB seinen

Aufgaben gerecht wird, und um gegebenenfalls

die Dienstleistungen zu optimieren,

wurde ein Qualitätsmanagement im Projekt

integriert. Mit dem Hauptaugenmerk auf:

_ Leitziele, Qualitätsgrundsätze, Abteilungsstrategie

und -politik

_ Führung, Personalentwicklung

_ Partnerschaften & Ressourcen

_ Dienstleistungen (Produkte)

_ Prozesse

Moderne Managementmethoden

Ein Ergebnis des Qualitätsmanagements war

die Einführung moderner Managementmethoden.

Mithilfe des Prozessmanagements

werden gewachsene Prozessabläufe neu

strukturiert und dokumentiert. Risiken sollen

zukünftig proaktiv durch ein Risikomanagement

kalkulierbar beziehungsweise frühzeitig

erkannt und minimiert werden. Und das Kommunikationsmanagement

gibt das Wissen

und die Erfahrung des IT-Dienstleisters an

andere weiter.

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M@school

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Eine der zukunftsweisenden Einrichtungen

des ZIB ist die zentrale Betriebs-, Konfigurations-

und Steuerungsdatenbank M@school,

die aus dem System Management Center

(SMC) entwickelt wurde. Es ist ein IT-System,

das über eine Steuerungsoberfläche die Verwaltung

der gesamten im Schul- und Kultusreferat

vorhandenen Informationstechnologie

vereinfacht. Die Vorteile sind vielfältig:

Automatisierte Softwareverteilung:

Um die Lehrkräfte dauerhaft von technischen

Aufgaben so stark wie möglich zu entlasten,

bietet M@school eine automatisierte Softwareverteilung

sowohl für den Verwaltungs-

als auch für den pädagogischen Bereich. Paketierte

Software kann über einen zentralen

Server an alle vernetzten Arbeitsplätze verteilt

werden. Da sich der Betreuungsbereich von

ZIB auf rund 28.000 Computerarbeitsplätze,

400 Server und 700 Standorte erstreckt, hat

dies deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit.

Lizenzverwaltung:

Den lizenzgerechten Einsatz der Software im

Softwareverteilungssystem überwacht ein

technisches und organisatorisches Lizenzmanagement.

So wird das beim Kauf einer Software

erworbene Nutzungsrecht gesteuert.


Steuerungsoberflächen:

Kernstück zur Steuerung und Verwaltung von

M@school sind zwei Steuerungsoberflächen

– M@school_admin für das Verwaltungsnetz

und M@school_control für das Pädagogische

Netz – die die Administratoren und Anwender

in unterschiedlichen Berechtigungsstufen

nutzen. Dank dieser Werkzeuge steht den

Einrichtungen trotz konsequenter Standardisierung,

Zentralisierung und Automatisierung

ein hohes Maß an dezentral zu steuernden

Funktionalitäten zur Verfügung. Die Technik

bleibt bei aller Komplexität einfach und intuitiv

zu bedienen.

_ Pädagogische Oberfläche,

künftig M@school_control

Sie hält für die Anwendung an den Schulen

verschiedenste Funktionen bereit, die im

Unterricht die Lehrkraft direkt unterstützen.

Hier geht es um administrative Funktionen

(Passwort setzen oder eine Benutzerkennung

reparieren), Funktionen zum Gestalten

der Lernumgebung (Freigeben/Sperren des

Internets und der Laufwerke, Zuweisen von

Software und Druckern) sowie pädagogische

Werkzeuge (Verteilen von Dokumenten,

Freigeben von Intranetinhalten)

_ Verwaltungsoberfläche,

künftig M@school_admin

Diese Oberfläche bietet unter anderem eine

zentrale Änderungsmöglichkeit des Passwortes

mit Auswirkungen auf unterschiedliche

Zielsysteme. Sie dient auch dem manuellen

Anlegen zusätzlicher Benutzer, dem

Einrichten von Arbeitsgruppen oder der

Pflege von Standortinformationen der Geräte.

Das ZIB selbst nutzt dieses Werkzeug

für Auslieferungs-, Umzugs- und Austauschprozesse

von Hardware, für das Steuern

von Berechtigungen und das Zuweisen von

Software im Verwaltungsnetz.

Clientmanagement:

Das Clientmanagement ermöglich eine rationelle,

weil automatisierte, Erst-, Nach- und

Wiederinstallation der Rechner, ein Asset-

und Inventorymanagement, bedarfsgerechte

Arbeitsplatzsteuerung und eine Fernadministration,

die einen schnellen Service- und

Supportzugriff sichert. Hinzu kommt ein

automatisiertes Antivirenmanagement.

Benutzerdaten

In M@school werden die Daten aller Benutzerinnen

und Benutzer zentral vorgehalten und

gepflegt. Aus dieser Datenbank werden viele

Zielsysteme gesteuert, wie das elektronische

städtische Telefonbuch, die Server an den

Schulen oder andere zentrale Systeme.

Insgesamt konnte der Pflege- und Betreuungsaufwand

durch den Einsatz von

M@school erheblich reduziert werden.

Ein Betreuungsschlüssel von 1:170 (IT-

Schaffende:PC) war die Folge, was stadtweit

einen herausragenden Wert bedeutet.

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Chancen und

Aufgaben

der Zukunft

20

Moderne, wirtschaftliche und hilfreiche IT-

Leistungen zur Zufriedenheit der Kunden zu

erbringen – das ist für das ZIB die Aufgabe

der Zukunft. Das heißt, Support und Service

laufend verbessern im Gleichschritt mit den

pädagogischen Anforderungen.

Um das zu erreichen, müssen sämtliche

Leistungen und Prozesse permanent unter

dem Aspekt der Optimierung und Weiterentwicklung

betrachtet werden. Die Pflege und

Entwicklung der wichtigsten Ressource hat

dabei höchste Priorität: das Wissen, repräsentiert

durch engagierte Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, die sich mit den Zielen und

Leistungen von ZIB in hohem Maß identifizieren.

Um ein Klima zu schaffen, in dem

gemeinsames Lernen selbstverständlich ist,

sind gute Rahmenbedingungen und Perspek-

tiven, auch finanzielle, nötig. Aber vor allem

die Vision von einer Kompetenz-Trias aus den

Bereichen Pädagogik, IT und Verwaltung/

Betriebswirtschaft/Organisation. Nur wenn es

gelingt, auf diese Weise Personal zu gewinnen,

zu halten und zu entwickeln, wird ein

dauerhafter Erfolg möglich sein. Nicht zuletzt

bedeutet Stillstand in der IT bereits Rückschritt,

weshalb Hard- und Software immer

auf dem aktuellen Stand sein müssen. Um zu

erkennen, was ist Mode, was ist Trend und

was wichtig für die Zukunft, arbeiten Fokusrunden

und Gesprächskreise aus Technikern

und Pädagogen intensiv zusammen.


Für eine langfristige Erfolgsstrategie will auch

der langjährige Partner sorgen. Nachdem der

alte Rahmenvertrag zum 31.12.2008 ausgelaufen

war, hat sich T-Systems im neuen

europaweiten Vergabeverfahren abermals

gegen die Konkurrenz durchgesetzt und

den Zuschlag für den neuen Rahmenvertrag

erhalten, so dass die Zusammenarbeit seit

1.1.2009 fortgeführt wird. Das Zentrum für

Informationstechnologie im Bildungsbereich

hat diese Neuvergabe als Chance genutzt,

bisherige Erfahrungen in der Zusammenarbeit

in den neuen Vertrag einfließen zu lassen.

Die Voraussetzungen für optimale Dienstleistungsprozesse

für die Kunden sind nun noch

besser. Der neue Rahmenvertrag beinhaltet

die Bereiche Hardware, Software und IT-

Dienstleistungen, andere Betriebsdienstleistungen

sind auf die Landeshauptstadt München

übergegangen. Ganz deutlich zeigt sich:

Hier hat die bisherige Partnerschaft zu einem

systematischen Know-how-Transfer geführt.

Virtuelle Lernumgebung

Wohin entwickelt sich Lernen mit digitalen

Medien? Welche Konsequenzen hat das für

die vorhandene Infrastruktur und Dienstleistungen?

Das sind Themen der Zukunft. Einige

Neuerungen werden bereits umgesetzt, etwa

die Einführung einer virtuellen Lernumgebung,

WLAN für das mobile Klassenzimmer,

die Pflege des Softwarewarenkorbes der beruflichen

Schulen oder die Weiterentwicklung

des Pädagogischen Netzes. Andere Projekte

befinden sich erst im Anfangsstadium, etwa

die elektronischen Mediendistributionssyste-

me, eine neue Softwarelösung für die Kindertageseinrichtungen,

die Erhöhung der Internetbandbreiten

der Schulen, die Einführung

einer neuen Schulverwaltungssoftware (ASV)

oder der Außenzugriff auf das städtische

Verwaltungsnetz. Und dann die Frage: Bringt

vielleicht eines Tages jede Schülerin und jeder

Schüler einen privaten Laptop in die Schule

mit? Die Herausforderung wird sein, in den

Schulen eine leistungsfähige und einfach zu

handhabende Infrastruktur bereitzustellen, die

eine sinnvolle, sichere und gezielte Nutzung

der privaten Geräte ermöglicht.

Wettbewerbsfähigkeit

Das Dienstleistungsangebot muss gerüstet

sein für den Wettbewerb. Schließlich ist es

nicht sicher, ob ZIB auf Dauer der einzige

mögliche IT-Dienstleister für die Münchner

Bildungslandschaft bleibt. Deshalb arbeitet

das ZIB-Team gerade an der Einführung der

Marke M@school, die den bisherigen, sperrigen

Entwicklungsnamen „SMC“ (für system

management center) ablöst. Im Verwaltungsbereich

steht ZIB vor der Herausforderung,

LiMux nicht nur im Kernbereich, sondern

auch an den Verwaltungsarbeitsplätzen an

Schulen und Einrichtungen einzuführen.

LiMux wird als Alternative für kommerzielle

Software auf Computern in öffentlichen

Einrichtungen eingesetzt und ist die Wortkombination

aus dem freien Betriebssystem

Linux und München. Dieses Projekt zu stemmen

bedeutet für ZIB als den IT-Dienstleister

im Schulreferat einen immensen Ressourcenaufwand.

Immerhin gilt es, die Fachverfahren

umzustellen, unter LiMux lauffähig zu

machen oder in Absprache mit den Bereichen

akzeptablen Ersatz zu finden.

21


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Integration der beruflichen

Schulen in M@school

Die beruflichen Schulen haben aus historischen

Gründen derzeit noch ihr eigenes

IT-System CaLa (CampusLan). Sie sollen

aber im Lauf des Jahres 2010 in M@school

integriert werden. Um die Anforderungen der

beruflichen und allgemeinbildenden Schulen

in das System aufzunehmen, wird M@school

grundlegend überarbeitet und weiter entwickelt.

Als Konsequenz daraus ist ein sehr

komplexes Entwicklungsprojekt entstanden,

das viele Ressourcen bei ZIB und den Partnern

bindet. Insbesondere die Migration

der unüberschaubaren Zahl von Branchenapplikationen

ist ein Kraftakt. Aber es ist eine

Investition in die Zukunft der IT an Münchner

Schulen. Gleichzeitig hilft es, die Betriebsressourcen

bei ZIB auf eine einheitliche

Lösung zu konzentrieren und so die Qualität

für die Kunden zu erhöhen.

Assetmanagement

Unter Assetmanagement versteht man die

elektronische Pflege von Werten in einer Art

Bestandsverzeichnis. Ziel ist es, alle vorhandenen

Werte, vor allem Hardware und Softwarelizenzen,

über ihren gesamten Lebenszyklus

lückenlos zu dokumentieren. Hierzu

gehört die Pflege von Standortinformationen

und kaufmännischen Daten (Garantiezeitraum,

Anschaffungskosten), das Dokumentieren

von Umzügen sowie eine regelmäßige

automatische Inventarisierung zur Feststellung

von Abweichungen (Diebstahl von

Speicherbausteinen). Das Assetmanagement

ist ein zentraler Bestandteil von M@school

und Grundlage für Kernkompetenzen wie

Ersatzbeschaffungen, Serviceprozesse oder

strategische Steuerungen. Deshalb wird es

derzeit noch perfektioniert und stärker

integriert.


Zahlen, Daten, Fakten

Der Betreuungsbereich von ZIB

umfasst

_ 346 Schulen

(120 städtische, 226 staatliche)

_ 324 Kindergärten,

20 Kooperationseinrichtungen

und 16 Bezirksleitungen

_ 22 Tagesheime,

3 heilpädagogische Tagesstätten

_ 7 Schullandheime

_ das Schul- und Kultusreferat

Der Service wird von

_ 760 Nutzerinnen und Nutzer im

Schul- und Kultusreferat

_ rund 152.000 Schülerinnen und

Schülern sowie 11.650 staatlichen

und städtischen Lehr- und

Erziehungskräften und etwa

2000 Verwaltungskräften

in Anspruch genommen.

Hiermit verbunden ist die Pflege von

_ 28.000 Endgeräte, das sind doppelt

so viele wie innerhalb der gesamten

Verwaltung der Landeshauptstadt

München

_ rund 400 Servern

_ und mehr als 700 Applikationen

In der Endausbaustufe sind

_ 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

mit der Betreuung der EDV

beschäftigt

Kosten:

_ 119,7 Millionen Euro investive

Projektmittel und rund 26 Millionen

Euro laufende Kosten jährlich im

Endausbau machen die Größe

und die Bedeutung des Projektes

deutlich.

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