Nutzung heutiger Zustand

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Nutzung heutiger Zustand

Titel der Präsentation

Vegetationsentwicklung vernässter Niedermoore

in

Schleswig-Holstein

Veronika Breuer 1,2 , Joachim Schrautzer 1

1 Institut für Ökosystemforschung Kiel; 2 Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

©T. Muer

1


Ziele

• Welchen Einfluss haben Vernässungsmaßnahmen auf die Vegetationsentwicklung?

• Welchen Einfluss haben die Vornutzung und die Nutzung auf die Entwicklung?

• Welche Rolle spielt die Vernässungsintensität?

2

Grabenverlandung Grabenanstau Aufgabe d. Gew.unterhaltung


Methoden

• 5 Gebiete

• Vegetationsaufnahmen (Braun-Blanquet)

• Vergleich mit alten Aufnahmen (Dauerflächen) oder Vegetationskarten

• Zuordnung der Aufnahmen zu Vegetationstypen (Klassifikation Schrautzer 2004)

• Zielarten: Arten, der gefährdeten Ökosysteme nach Dierßen et al. 1988

(Röhrichte, Großseggenriede, Kleinseggenrasen, Feuchtwiesen)

3


Datengrundlage

• Breuer, V., Schrautzer, J. 2007: Empfehlungen zur Pflege und Restitution von

Quellmooren im Oberen Eidertal. Studie im Auftrag der Stiftung Naturschutz

Schleswig-Holstein.

• Diplomarbeiten:

� C. Rixen (1997), C. Boldt (1998), V. Breuer (2006), B. Mahl (2009)

• Wiebe, C. 1995: Jahresbericht 1994 über vegetationskundliche und

hydrologische Untersuchungen in den Gebieten der Kurt und Erika Schrobach-

Stiftung. Bericht im Auftrag der Kurt und Erika Schrobach-Stiftung.

• Vegetationsökologische Studien im Ihlseestromtal (W. Sach, Obere

Treenelandschaft)

• BMBF-Projekt „Weidelandschaft Eidertal“ (2000-2004)

• Vegetationsökologische Studien im Eidertal (V. Breuer, J. Schrautzer, ÖZK)

4


Pohnsdorfer Stauung

Ihlseestromtal

Ostermoor

Hohner See

Eidertal

Pohnsdorfer Stauung

5


Pohnsdorfer Stauung

intensive Vornutzung

erste Maßnahmen seit 1992

Anstau des Hauptgrabens 1996

Aufhebung der Deiche 2001, 2002

ext. Beweidung im Westpolder

Brache im Ostpolder

Zeitreihe: 1992-1995, 2008

(Wiebe, Breuer)

Dauerfläche

Neue Fläche

1994/95

-30 bis -45 cm ü.F.

D13

1992 (-112 cm ü.F.)

1995 (-86 cm ü.F.)

6


Ihlseestromtal

Ihlseestromtal

Ostermoor

Hohner See

Eidertal

Pohnsdorfer Stauung

7


Ihlseestromtal

Vernässung durch Grabenanstau

zw. 1997 und 1999

Pflege durch Schafherde

seit 2000

Zeitreihe: 1996-1999, 2001, 2008

(Sach, Breuer)

sehr extensive Vornutzung

passive Vernässung durch Verlandung

unregelmäßige Mahd

Zeitreihe: 1996-1999, 2001, 2008

(Sach, Breuer)

Sommer 1996: -45 cm ü.F.

Sommer 1997: -24 cm ü.F.

8


Hohner See

Ihlseestromtal

Ostermoor

Hohner See

Eidertal

Pohnsdorfer Stauung

9


Hohner See

1997

3-5 cm ü.F.

geringe Vornutzung

Vernässung durch Seespiegelanhebung

und Anstau von Gräben (1986-1991)

32 Vegetationsaufnahmen

ext. Beweidung, Mahd, Brache

Vergleich mit Vegetationskarte von Rixen

(1997)

10


Ostermoor

Ihlseestromtal

Ostermoor

Hohner See

Eidertal

Pohnsdorfer Stauung

11


Ostermoor

Mai-November

-48 cm ü.F.

vgl. intensive Vornutzung

passive Vernässung

ext. Beweidung, Mahd, Brache

19 Vegetationsaufnahmen 2008

Vergleich mit Boldt (1998)

Mai-November

-16 cm ü.F.

12


Eidertal

Ihlseestromtal

Ostermoor

Hohner See

Eidertal

Pohnsdorfer Stauung

13


Eidertal

Mai-Oktober

Wasserstand in cm ü.F.

2004 2006

Brache

Weide I

Weide II

-13

-18

-34

-4

-19

Reesdorf

aktive Vernässung durch Einstau

starker Quellwassereinfluss

92 Dauerflächen (16 m²)

Brache und ext. Beweidung

Zeitreihe: 2004, 2006, 2008

6

Pegel Eiderheim

Aufgabe der Fließgewässer- und Grabenunterhaltung

Pegel Schmalstede

Stiftungsfläche*

Niedermoor

Vernässungsmaßnahme*

Eider

14

* Quelle: Stiftung-Naturschutz


Ergebnisse – Pegeldynamik

Monatsmittel Eiderpegel (m NN)

Monatsmittel Eiderpegel (m NN)

13.2 13.6 14.0

14.0 14.5 15.0

Pegeldynamik Eiderheim 1993-1999

1993-1999 2002-2007

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Monat

Pegeldynamik Schmalstede 1993-1999

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Monat

ca. 40 cm

Monatsmittel Eiderpegel (m NN)

13.2 13.6 14.0

Aufgabe d. Gewässermahd

2001

Monatsmittel Eiderpegel (m NN)

14.0 14.5 15.0

Pegeldynamik Eiderheim 2002-2007

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Monat

Pegeldynamik Schmalstede 2002-2007

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Monat

ca. 60 cm

ca. 60 cm

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Daten: LLUR


Ergebnisse: Vegetation

1. Anhebung des Gebietswasserstandes um ca. 50 cm, überwiegend extensive

Vornutzung (Bsp.: Hohner See)

2. Anhebung des Gebietswasserstandes um ca. 90 cm, überwiegend intensive

Vornutzung (Bsp.: Pohnsdorfer Stauung)

3. Aktive Vernässung durch Grabenanstau (Bsp: Oberes Eidertal,

Ihlseestromtal)

4. Passive Vernässung durch Grabenverlandung (Bsp: Ostermoor, Ihlseestromtal)

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Ergebnisse: 1. Szenario (Bsp.: Hohner See)

Ausgangszustand (1997) Nutzung heutiger Zustand

Großseggenr. (2)

Kleinseggenr. (10)

Feuchtwiese (12)

Grünlandbas. (8)

Hohner See

Brache

Brache

Mahd

Beweidung

Brache

Mahd

Beweidung

Mahd

Beweidung

Großseggenr., Röhricht

Großseggenried (2), Röhricht (4)

Kleinseggenr. (2), Großseggenr.,

Kleinseggenr.

Feuchtwiese, Großseggenried (2)

Feuchtwiese (6), Großseggenr.

Feuchtwiese, Großseggenr.

Feuchtwiese (3), Grünlandbas. (3)

Grünlandbas. (2)

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Ergebnisse: 2. Szenario (Bsp.: Pohnsdorfer Stauung)

Ausgangszustand (1992/94) Nutzung heutiger Zustand

Kleinseggenr. (2) Brache Großseggenr.

Feuchtwiese (2)

Flutrasen (4)

Grünlandbas. (1)

Pohnsdorfer Stauung

Brache

Brache

Beweidung

Großseggenr.

Feuchtwiese, Flutrasen,

Röhricht

Feuchtwiese

Beweidung Flutrasen

18


Ergebnisse: 3. Szenario (Bsp: Eidertal, Ihlseestromtal)

Ausgangszustand (1996/2004) Nutzung heutiger Zustand

Feuchtwiese (10)

Flutrasen (2)

Grünlandbas. (2)

Eidertal

Brache

Beweidung

Großseggenr.(3)

Feuchtwiese (7)

Beweidung Feuchtwiese (2)

Beweidung Grünlandbas. (2)

19


Ergebnisse: 4. Szenario (Bsp: Ihlseestromtal, Ostermoor)

Ausgangszustand (1996/98) Nutzung heutiger Zustand

Kleinseggenr. (4)

Feuchtwiese (4)

Flutrasen (1)

Ostermoor

Mahd

Mahd

Mahd

Kleinseggenr. (4)

Feuchtwiese (3)

Beweidung Feuchtwiese

Grünlandbas.

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Fazit

Grabenanstau in stark quelligen Niedermooren führt zu einem starken

Wasserstandsanstieg.

Grabenanstau und Grabenverlandung führen in nicht quelligen Gebieten

(Verlandungs- und Überflutungsmoore) mittelfristig zu keiner signifikanten

Veränderung der Wasserstände. Die Vegetationsentwicklung ist

nutzungsabhängig.

In vgl. intensiv genutzten und daher artenarmen Gebieten führen

Maßnahmen, die den Gebietswasserhaushalt maßgeblich verändern (Aufgabe

von Schöpfwerken, Erhöhung der Gewässersohle), zu Erfolgen.

In Gebieten die sich durch extensive Vornutzung und eine hohe

Artenvielfalt auszeichnen, muss eine Nutzung unbedingt aufrecht erhalten

werden.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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