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Magazin der Chancen 12/2024

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12/2024

Gemeinsam für die Region.

regional

mobil

individuell


Editorial

Verein

Bereits im Jahr 1994 ist mir das Buch

„Nicht schon wieder der Balkenmäher!

Chance B – Über die Arbeit am ganzen

Leben.“ (Ingrid Kreutzer, 1992) an der Uni

Graz in die Hände gefallen: interessiert

haben wir besprochen, dass in Gleisdorf

ein neues Modell Sozialer Arbeit im Aufbau

ist. Unter Franz Wolfmayr konnten

die engagierten Chance B Vereinsmitglieder

ab 1989 damit starten. „Die

Zielsetzung war klar: Der Verein wollte

notwendige Hilfsangebote aufbauen

und organisieren, die Menschen jeden

Alters und in allen Lebensbereichen

zugute kommen sollten. In vielen Gesprächen,

nach Besichtigungen […],

im Kontakt mit Fachleuten hatten die

Mitglieder des Vereins den Beschluß

gefaßt, ein eigenständiges, ganz neues

Modell zu erarbeiten.“ (Kreutzer, 1992,

S. 12). In den 35 Jahren seither folgt der

Ausbau der Angebote dem Modell, wie

es in der Gründerzeit angelegt war.

35 Jahre Chance B Modell – Gleiche

Chancen für alle

Es geht um Unterstützung für alle

Menschen, von der Geburt an bis ins

hohe Alter und für alle Lebensbereiche,

unter Anerkennung der Einzigartigkeit

jeder:jedes Einzelnen. Es geht darum,

im ländlichen Raum soziale Dienstleistungen

wohnortnahe verfügbar

zu machen, um allen Menschen

motivierende Perspektiven für ein

eigenständiges Leben inmitten der Gesellschaft

zu eröffnen. Es geht darum,

öffentliche Finanzierungen zu er-

schließen, damit die nötigen Unterstützungsleistungen

auch verlässlich erbracht

werden können. Es geht darum,

Menschen zur Mitarbeit zu gewinnen,

die sich den Menschenrechten verpflichtet

sehen und die kompetent

und engagiert in ihrer Aufgabe sind. Es

geht darum, vielfältige Arbeitsplätze

zu schaffen, damit der ländliche Raum

auch in Zukunft ein lebendiger Lebensort

sein kann. Es geht darum, sozialwirtschaftliche

Betriebe mit wertvollen

Dienstleistungen für die Gesellschaft zu

führen und dabei stabile Arbeitsplätze

für Menschen mit Benachteiligung zu

schaffen. Und es geht darum, innovative

Projekte zu gestalten, um den vielfältigen

Zukunftsanforderungen lösungsorientiert

und nachhaltig zu begegnen.

In diesem Magazin geben wir aktuelle

Einblicke und zeigen Ihnen Meilensteine,

die unser Chance B Modell

markieren. Auch wenn nicht alles benannt

sein kann, wofür wir uns bislang

engagiert haben!

Eva Skergeth-Lopič

Chance B Geschäftsführerin

Inhalt

E

03 V

04 K F

06 B A

10 35 J C B

12 W F

14 G

16 E U

17 I E

18 C B T

Die Chance B als Firmengruppe ist

bis heute im Eigentum des Vereins

Chance B. Vor mehr als 35 Jahren

starteten wir als kleine private Initiative

mit einem klaren Ziel, für das wir uns

seither einsetzen: Menschen mit Behinderung

und Unterstützungsbedarf

sollen dort, wo sie leben, ein erfülltes

und selbstbestimmtes Leben führen

können.

Eine prägende berufliche Erfahrung

machte ich in den 1980er Jahren in

einer Pflegeeinrichtung, wo mich

ein Schlüsselerlebnis indirekt zur

Chance B führte. Die Mutter einer Bewohnerin

sagte bei ihrem Besuch:

„Wenn ich als junge Mutter Hilfe gehabt

hätte, dann hätte ich meine Tochter nicht

in einem Heim unterbringen müssen.“

Dieser Satz hat mich zutiefst berührt. Ich

entschied mich dazu, die Ausbildung zur

Frühförderin zu absolvieren, um Eltern

und ihren Kindern in den ersten Lebensjahren

diese Unterstützung anzubieten.

Danach traf ich Bärbl Weissensteiner

– sie gestaltete die Chance B bereits in

der Anfangszeit mit und erzählte mir

von der Gründung der Organisation.

So kam es, dass ich im März 1990 mit

vier Kolleg:innen das neue Angebot

der Frühförderung in der Chance B aufbauen

und entwickeln durfte.

Die Chance B nahm die Bedürfnisse der

Menschen mit Unterstützungsbedarf

und deren Angehörigen wahr und

baute nach und nach ein vielseitiges

Dienstleistungsangebot auf. Im Jahr

2001 eröffnete in Pischelsdorf die erste

Tagesförderstätte für Menschen mit

mehrfacher Behinderung und hohem

Pflegebedarf. Bis zum damaligen Zeitpunkt

wurden viele Betroffene von ihren

Angehörigen zu Hause betreut oder

waren in Pflegeheimen untergebracht.

Nach 11 Jahren in der Frühförderung

baute ich diese Tagesförderstätte

nach dem Konzept der kooperativen

Pädagogik auf. Aufgrund der großen

Nachfrage folgte 2008 die Eröffnung der

Tagesförderstätte in Gleisdorf, die ich als

Leitung mitgestaltete.

In meiner Funktion als Leitung begleitete

ich zahlreiche Praktikant: innen. Für viele

dieser jungen, motivierten Menschen

galt und gilt die Chance B als erstrebenswerter

Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz,

der mehr ist als ein „Brot-Job“, wo man

mitgestalten und mitbestimmen kann,

wo der Mensch im Mittelpunkt steht.

Auch so mancher Zivildiener in der

Chance B kam nach seiner Ausbildung

als Mitarbeiter zurück. Bei den Ehrungen

langjähriger Mitarbeiter:innen ist

meine Freude jedes Mal groß, wenn

Jubilar:innen darunter sind, die seit 20

oder gar 30 Jahren mit Engagement ihre

Arbeit mit und am Menschen leisten. Zu

diesen langjährigen Mitarbeiter:innen

zählt auch meine Tochter Bianca Schiefer,

die sich – wohl durch meine Verbundenheit

mit der Chance B geprägt – seit 16

Jahren im Jugendcoaching für Jugendliche

an der Schnittstelle zwischen

Schule und Beruf einsetzt.

Es macht mich froh, als Obfrau des

Vereins weiterhin mit der Chance B

verbunden bleiben zu können und an

der Entwicklung dieser innovativen

und lebendigen Organisation

teilhaben zu dürfen. 35 Jahre

Chance B – eine beachtliche Zeit, auf die

ich mit Stolz zurückblicke!

Johanna Kienreich-Brandl

Obfrau des Vereins Chance B

Für gleiche Chancen

aller Menschen

Der Verein Chance B setzt

sich für die Rechte von Menschen

mit Behinderung und die

Verbesserung ihrer Lebenssituation ein.

Für Fragen und Anregungen

kontaktieren Sie den Verein

gerne unter: verein@chanceb.at

2 3



Kind und Familie

Kind und Familie

Gemeinsam feiern

Bildungschancen für alle

Am 27. September 2024 ging das

Familienfest des Chance B Familienentlastungsdiensts

mit akrobatischen Tanzeinlagen

über die Bühne. Zahlreiche

Mitarbeiter:innen sowie Kund:innen und

ihre Angehörigen folgten der Einladung und

kamen im gut.-Restaurant zusammen, um

einen heiteren Nachmittag voller Musik,

Tanz und Gemeinschaft zu verbringen.

Ein besonderes Highlight waren die Auftritte

des Rock 'n' Roll Akrobatik Tanzsportvereins

„New Rock Generation“ in unterschiedlichen

Formationen. Mit dabei war ein Geschwisterpärchen,

das heuer bei den Special

Olympics sogar die Silbermedaille gewann.

„Die beeindruckenden Darbietungen

der Tänzer:innen sorgten beim Publikum

für große Begeisterung“, meint Reinhold

Wagner, Leiter der mobilen Dienste im Bereich

Kind und Familie. Auch die Kund:innen

selbst bereicherten das Programm mit

musikalischen Akzenten: Fünf Lieder

wurden gemeinsam gesungen und trugen

ihren Teil zu einem gelungenen Fest bei.

„Der Familienentlastungsdienst organisiert

einmal im Jahr eine Veranstaltung für

Familien, die Raum für ein fröhliches Beisammensein

und Austausch in lockerem

Ambiente bietet. Wir freuen uns bereits jetzt

auf das Fest im nächsten Jahr“, sagt Wagner.

Mobile Dienste (Bereich Kind &

Familie) in Zahlen

104 Familien werden aktuell vom

Familienentlastungsdienst begleitet

82 Familien erhalten Unterstützung

von der Frühförderung

und Familienbegleitung

29 Familien werden von den

Flexiblen Hilfen betreut

beraten

Damit das Leben besser gelingt.

kostenlos vertraulichanonym vertraulich kostenlos ohne Terminvereinbarung

einfach

Die Veranstaltung war gut besucht.

Die „New Rock Generation“ begeisterte das Publikum.

Das Schwestern-Duo war erfolgreich bei den Special Olympics.

Telefonische Beratungszeiten:

Mo, Di, Mi: 08:30 - 11:00 Uhr

Do: 08:30 - 11:00 Uhr | 15:00 - 17:30 Uhr

Ihr Kontakt:

0664 60 409 500

gut.beraten@chanceb.at

Unsere neuen gut.beraten Standorte und

Journalzeiten finden Sie unter www.chanceb.at

Gleiche Chancen für alle – von Kindheit an.

Diesen Grundsatz verfolgt die Chance B

seit 35 Jahren in der Schulassistenz, um

Kinder mit Unterstützungsbedarf im

Schulalltag qualitätsvoll zu begleiten,

damit sie am Unterricht teilhaben und

den weiteren Bildungsweg selbständig

beschreiten können. Es gibt dafür ein

eigens entwickeltes und bewährtes

Konzept, das einen engen Austausch

mit allen Beteiligten im Bildungswesen

vorsieht. Daher wurde auch eine Fachveranstaltung

organisiert, die auf den

Dialog zwischen der Chance B, den

Schulassistent:innen und Direktor:innen

fokussierte. Am 7. Juni 2024 tauschten

sich die Teilnehmenden im großen

Stadtsaal des Forum Klosters über ihre

Erfahrungen aus und erhielten Impulse

für ihre Arbeit. Doch worauf kommt es

hier tatsächlich an und was kennzeichnet

das Chance B Angebot? Dazu sagte

Kerstin Buchgraber, Leitung Chance B

Kindergarten- und Schulassistenz: „Das

Zusammenwirken von Schulassistenz,

den Schulen, den Gemeinden, in denen

wir tätig sind, den Behörden und natürlich

den Erziehungsberechtigten ist ausschlaggebend,

um die betreuten Kinder

bestmöglich und verlässlich begleiten

zu können. Wir verfügen dafür über ein

starkes Netz bestehend aus Regionalkoordinatorinnen,

Assistent:innen und

der Leitung der Schulassistenz.“

Ohne Schulassistenz keine Inklusive Bildung

Im Herbst 2023 hatte die steirische

Landesregierung ein Gesetz zur

Reform der Schulassistenz vorgelegt.

Als zentrale Änderungen wurde eine

Kompetenzbündelung im Bildungsressort

mit Vereinfachung der Antragstellung

über die Schulleitungen angestrebt.

Gleichzeitig sollte das Angebot

auch auf Bedarfe durch chronische Erkrankungen

erweitert werden. Für das

Gesetz 2024 sollte eine Durchführungsverordnung

Klarheit für Antragstellung

und Zuerkennung für Eltern,

Qualifikations- und Finanzierungsbestimmungen

für Dienstleister sowie

die beabsichtigte gestärkte Stellung

der Bildungseinrichtungen schaffen.

Der Vorgang brachte für das Schuljahr

Qualitätsvolle Schulassistenz für gleiche Bildungschancen.

Regionale Verankerung und fachliches

Wissen

Das System der Regionalkoordination

ist ein wesentlicher Bestandteil des

Qualitätskonzepts. „In allen Regionen,

in denen wir unsere Leistung erbringen,

sind Koordinatorinnen eingesetzt.

Sie sind ein wichtiges Bindeglied

zwischen den Assistent:innen,

den Bildungseinrichtungen und mir als

Leitung. So können wir bei Ausfällen

rasch reagieren und die Betreuung

sicherstellen. Sie organisieren unter

anderem Teambesprechungen, die für

die Reflexion der eigenen Arbeit sorgen.

2024/2025 zahlreiche Neuerungen:

Bildungseinrichtungen und Gemeinden

waren stark gefordert für die Neuanträge

rechtzeitig zum Schulstart die

Bereitstellung von Assistent:innen vorzubereiten.

Parallel blieben geltende

Bescheide für Individuelle Assistenz für

Schulkinder nach § 7 Steiermärkisches

Behindertengesetz aufrecht. Für die

Chance B war diese Neuordnung Risiko

und Chance zugleich: „In welchen Gemeinden

und in welchen Schulen

werden wir beauftragt werden und wie

viele Mitarbeiter:innen aus dem Vorjahr

werden wir weiter beschäftigen

können?“, lauteten die ständigen

Fragen in diesem Sommer. Mit dem

Ausgang können wir zufrieden sein:

Sollte es schwierige Situationen geben,

sind unsere Koordinatorinnen sofort

zu Stelle“, so Buchgraber. Um das fachliche

Wissen zu erweitern und den Anforderungen

in der Praxis professionell

zu begegnen, stellt die Chance B für

Assistent:innen ein Fortbildungsprogramm

bereit. „Wir bieten beispielsweise

Kurse im Bereich Autismus, zu

Deeskalation und Kommunikationsstrategien

an“, sagt Buchgraber und betont:

„Mit den Fortbildungen tragen wir

dazu bei, die Qualität der Schulassistenz

zu gewährleisten.“

20 Gemeinden in unserem Zielgebiet

haben uns wieder beauftragt,

in vier Gemeinden waren dazu Ausschreibungen

nötig. Seit dem Schulstart

im September geben wir in 50

Schulen und 17 Kindergärten für rund

350 Kinder mit Assistenzbedarf jene

Unterstützung, ohne die der Bildungsweg

nicht gelingen kann. Dafür haben

wir aktuell rund 250 Mitarbeiter:innen

beschäftigt, die Mehrzahl ist in dieser

Aufgabe bereits erfahren und eingearbeitet.

„Die Neubeauftragungen

bestärken uns sehr – Organisation,

Praxis und Qualität genießen Vertrauen

seitens aller Beteiligten!“, freut sich

Eva Skergeth-Lopič, Chance B Geschäftsführerin.

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Bildung und Arbeit

Bildung und Arbeit

Gemeinsam wachsen am Bio-Bauernhof

Seit 1998 bewirtschaftet die Chance B

den Bio-Bauernhof in Labuch. Hier

werden Pflanzen kultiviert und eine

Vielzahl an Lebensmitteln in Bio-Qualität

hergestellt, die ab Hof so wie am

Bauernmarkt in Gleisdorf verkauft

werden. Im Bereich „Tagesbegleitung

und Förderung“ (B&F) beteiligen sich

die Kund:innen an den landwirtschaftlichen

Tätigkeiten, die am Hof im zeitlichen

Jahresverlauf anfallen. „Wir

haben hier drei Gruppen eingerichtet,

die sich an den persönlichen Ressourcen

der Kund:innen orientieren“, erzählt

Stefan Puntigam, Leiter des Fachbereichs

B&F am Bio-Bauernhof. Begleitet

werden aktuell 29 Kund:innen

mit schweren mehrfachen Behinderungen,

die körperlich in der Lage

sind und Freude daran haben, an den

Aufgaben am Hof mitzuwirken.

Am Bio-Bauernhof steht die Landwirtschaft

als Arbeitsort mit vielfältigen

Tätigkeiten und Lernmöglichkeiten

im Fokus: Über den Jahreskreislauf

hinweg können die Kund:innen von

der Bodenvorbereitung über das Säen,

Pflanzen und Pflegen bis hin zur Ernte

und zum Verkauf an allen Phasen des

Pflanzenanbaus mitwirken. Auch das

Veredeln von gut.-Produkten wie etwa

Marmeladen, Chutneys oder Salzen

zählt zu den Aufgabenbereichen. „Wir

möchten, dass die Kund:innen den

In der Bio-Landwirtschaft arbeiten die

Kund:innen tatkräftig mit.

Wert ihrer Arbeit erkennen und lernen

können, wie aus vielen kleinen Teilschritten

das fertige Produkt entsteht.

Das motiviert sie, einen aktiven Beitrag

auf dem Hof zu leisten“, so Puntigam.

Im eigenen Tempo

Beate Nussgraber und Jakob Fuchs beim Vorbereiten des Essens.

2001 errichtete die Chance B in

Pischelsdorf eine der ersten Tagesförderstätten

der Steiermark. Für

Frauen und Männer mit schwerer und

schwerst mehrfacher Behinderung

wurde ein Angebot geschaffen, das

Förderung, Entwicklung und Anregung

ermöglicht. „Damals gab es in der

Region nichts Vergleichbares. Ich war

von Anfang an mit dabei und durfte mit

Johanna Kienreich-Brandl, die heute

Obfrau des Vereins Chance B ist, viel

mitgestalten“, erzählt die Standortleiterin

Beate Nussgraber. Im Rahmen

der Leistung „Tagesbegleitung und

Förderung“ erfahren die begleiteten

Menschen eine aktive Teilhabe: „Ziel ist

eine möglichst individuelle Begleitung

mit abwechslungsreichen und sinnvollen

Beschäftigungsangeboten. Die

persönlichen Ressourcen, Stärken und

Interessen stehen im Vordergrund“, erklärt

Nussgraber.

Selbstbestimmung auch ohne Worte

Bereits in den Anfängen verfolgte man

eine kooperative Haltung, die besagt,

dass jeder Mensch seine Ziele (mit)benennen,

mitgestalten und zu deren Erreichung

beitragen kann. Durch Alltagshandlungen

wie gemeinsames Kochen

und Essen können Kund:innen ihre

Selbständigkeit erproben und Arbeitsabläufe

erlernen. Auch die kleinsten

Fortschritte sind bedeutend. Der Satz

„Ich bestimme mein Tempo“ begleitet

das Team: „Selber den Mund öffnen

oder nicht, gibt vor, wie schnell oder

langsam ICH als Mensch individuell

essen oder trinken möchte“, macht

Nussgraber deutlich.

Wenn die Kommunikation mit den

Kund:innen überwiegend nonverbal

erfolgt, liegt das Augenmerk auf

Mimik, Gestik und der Körpersprache.

Die Ausstattung der Tagesförderstätte

ermöglicht es, auf Menschen

mit höchstem Begleitungsbedarf sehr

individuell einzugehen. Ein Raum ist

als Bewegungsraum eingerichtet, es

gibt eine Klangwiege und Möglichkeiten

für musikalische Förderung.

„Musik verbindet Menschen und bedarf

keiner Sprache“, sagt Nussgraber.

„Wir möchten ein offenes Haus leben,

in dem die Kund:innen die notwendige

Struktur, aber auch das Zutrauen erfahren,

dass sie sich verändern und

weiterentwickeln können.“

Starker Zusammenhalt

16 Kund:innen werden in der Tagesförderstätte

begleitet, einige bereits seit

deren Eröffnung. Jakob Fuchs kommt

seit einem Jahr gerne in die Einrichtung:

„Arbeiten und das Angebot hier, Ausflüge

mit Begleiter und Kollegen mag

ich sehr gerne. Meine Ziele hier sind:

E-Rolli fahren, ich möchte selbständig

mobil sein, ich möchte ohne Hilfe

essen.“ Das Miteinander mache aus,

dass auch Mitarbeiter:innen bereits seit

vielen Jahren hier sind, eine von ihnen

konnte heuer sogar ihr 20-jähriges

Dienstjubiläum feiern. Nussgraber freut

sich über diesen Zusammenhalt: „Es

ist schön, in einem Team zu sein, das

sich gegenseitig unterstützt. Ein großer

Dank an alle, die hier tätig sind, für ihr

Engagement, die Begegnungen, die Gespräche,

das Miteinanderwirken und

den Alltag leben.“

Tagesbegleitung und Förderung

5 Tageseinrichtungen: Frohnleiten,

Gleisdorf, Labuch, Pischelsdorf, Weiz

96 Kund:innen

von 16 bis 69 Jahren reicht die

Altersspanne der Kund:innen

26 Personen haben eine schwerst

mehrfache Behinderung

Gerald Harzl (Vice President Human Resources Europe, Magna), Eva Skergeth-Lopič (Geschäftsführung Chance B), Sandra Probus (Standortleitung

Bio-Bauernhof Labuch), Nadja Moder-Gumhold (Assistentin von Gerald Harzl), Stefan Puntigam (Bereichsleitung B&F Labuch) und

Thomas Loidolt (Mitarbeiter am Bio-Bauernhof Labuch) vor den Bienenstöcken.

Bienen für den Bio-Bauernhof Labuch

Im Juni 2024 bekam der Chance B Bio-

Bauernhof in Labuch besonderen Zuwachs:

fünf Bienenstöcke – gesponsert von

der Magna International Europe GmbH

– fanden ihren Platz an einem sonnigen

Hang am Hof. Die Bienenvölker sind Teil des

„Projekt 2028“, das von Hektar Nektar

initiiert wurde und darauf abzielt, die

Bienenpopulation von 2018 bis 2028 um

zehn Prozent zu steigern.

„Bis zum ersten Honig werden wir uns

zumindest bis zum nächsten Jahr gedulden

müssen. Unsere Jungbienen

mussten erst in ihrer neuen Umgebung

ankommen und auch die Wetterbedingungen

waren heuer nicht ideal“,

weiß Thomas Loidolt vom Bio-Bauernhof.

Bereits seit einigen Jahren beschäftigt

er sich privat mit der Imkerei und bringt

seine Expertise nun auch am Hof ein.

Die Bienenvölker halten aktuell Winterruhe

und entwickeln sich idealerweise

im Frühjahr wieder zur vollen

Stärke. „Die Bienen sind eine tolle

Ergänzung für den Hof. Es macht absolut

Sinn, wenn der Bio-Honig, den

wir in der Backstube benötigen, direkt

bei uns produziert wird“, freut sich

Standortleitung Sandra Probus.

Im Oktober war Gerald Harzl,

Vice President Human Resources

Europe bei Magna, am Bio-Bauernhof

zu Gast und zeigte sich beeindruckt

vom notwendigen Fachwissen unseres

Teams vor Ort. „Wir stellen uns stets

die Frage, wie wir Nachhaltigkeit und

soziale Aspekte verbinden können.

Dabei versuchen wir insbesondere Impulse

zu setzen in Regionen, wo es

Magna-Standorte gibt“, so Harzl über

die Motivation zur Finanzierung der

Bienenstöcke.

6 7



Arbeit

Arbeit

Selbstvertreter:innen im Dialog

Menschen mit Lernschwierigkeiten

sollen das gesellschaftliche Leben mitgestalten

können. Davon sind die Teilnehmenden

des Programms „Teilhabe

an Beschäftigung in der Arbeitswelt“

(TaB) in der Chance B überzeugt. In einem

inspirierenden Treffen mit der Selbstvertretungsgruppe

People First Steiermark

diskutierten und erarbeiteten sie Zielvorstellungen

für aktuelle Problemlagen.

Es entstand ein Forderungskatalog, der

in der Fachabteilung Soziales und Arbeit

der Steiermärkischen Landesregierung

präsentiert wurde. Der Katalog umfasst

Forderungen zu einer Vielzahl

an Themen: von Gesundheit, Bildung,

Arbeit, Wohnen, Mobile Dienste über

Persönliches Budget bis hin zu barrierefreiem

Sozialraum und Peer Beratung.

„Wir hoffen, einiges für die Zukunft

bewirken zu können“, sagt Selbstvertreterin

und TaB Teilnehmerin Theresa

Kreimer, die auch diesen Artikel mitverfasste.

Angespornt dazu wurden die TaB

Schulbuffet mit gesunder Jause

TaB Teilnehmer:innen der Chance B tauschten sich mit People First aus.

Das neue Schulbuffet bietet gesunde und schmackhafte Snacks für zwischendurch.

keit, sich auf einen Job in der Wirtschaft

vorzubereiten. „Wir unterstützen sie

dabei, ihre eigenen Stärken auszubauen

und wieder am ersten Arbeitsmarkt

einsteigen zu können“, erklärt

Friesenbichler. Diese sogenannten

Transitarbeitsplätze sind zeitlich befristet

und werden mit finanzieller

Unterstützung des Arbeitsmarktservice

Steiermark geschaffen.

Teilnehmenden bei Veranstaltungen

von People First, wie z. B. bei „Meine

Stimme zählt“ und „Politik – einfach

– verstehen“. Hier konnte man mit

Politiker:innen an einem Tisch sitzen und

auf Augenhöhe sprechen. „Diese Dialogreffen

führten dazu, dass sich bei uns

ein Bewusstsein entwickelte, auch als

Individuum etwas verändern zu können.

In der Gruppe bekommt man den nötigen

Spirit dafür“, meint Arbeitsbegleiterin

Martina Buchgraber.

Sozialökonomischer Betrieb

in Zahlen (2023)

53 beschäftigte Transitarbeitskräfte

90 % mit gesundheitlichen

Einschränkungen

25 % mit einer Behinderung

von 50 % oder mehr

38,5 % der Personen fanden danach

ihren Job in der Wirtschaft

Hausmasters: Dienstleistungen mit sozialem Mehrwert

Die Hausmasters bieten eine Vielzahl von

Dienstleistungen an, die von Reinigungsarbeiten

über Gartenbau und Außenanlagenbetreuung

bis hin zur Holzverarbeitung

reichen. Für die Chance B intern

werden zusätzlich Servicearbeiten im

Bereich des Fuhrparks sowie im Facility-

Management übernommen. In Kooperation

mit der Stadtgemeinde Gleisdorf

betreiben die Hausmasters außerdem den

LEBI-Laden. Im gemeinnützigen Gewerbebetrieb

finden auch jene Menschen einen

Job, die aufgrund einer Beeinträchtigung

am ersten Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

„Die Arbeitsplätze wurden stets an die Bedürfnisse

der Menschen angepasst und

das Angebot an Dienstleistungen über die

Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Als

ich 2008 hier angefangen habe, hatten

wir rund 40 Mitarbeiter:innen. Heute

sind es mehr als doppelt so viele“, erzählt

Michael Spielhofer, der die Hausmasters

seit 2011 als Leitung führt.

Jubiläumsausflug ins Schilcherland

Bereits seit 25 Jahren leisten die

Mitarbeiter:innen der Hausmasters

täglich professionelle Arbeit für ihre

Kund:innen. Um dieses Jubiläum ge-

Wie berufliche Inklusion gelingen kann

Bereits seit einigen Jahren gibt es

eine Zusammenarbeit zwischen der

Chance B Arbeitsvermittlung und dem

Gasthaus Haberl & Fink’s Delikatessen

in Walkersdorf bei Ilz. Während eines

Besuchs des Chance B Betriebsservices

im Herbst 2022 stellte sich heraus, dass

Geschäftsführer Hans Peter Fink auf der

Suche nach einer Küchenhilfe war und

diese Position gerne mit Menschen mit

Unterstützungsbedarf besetzen wollte.

Julius Kundegraber, der mit Unterstützung

der Chance B Arbeitsassistenz

gerade auf Jobsuche war, erhielt die

Möglichkeit, seine Talente zunächst im

Rahmen eines Praktikums unter Beweis

zu stellen. Schnell zeigte sich, dass einer

gemeinsamen Zusammenarbeit nichts

im Wege stand. „Seit April 2023 ist Herr

Kundegraber als Küchenhilfe und Abwäscher

bei Haberl & Fink‘s Delikatessen

beschäftigt und wird als wertvoller

Mitarbeiter hochgeschätzt“, erzählt

Das Hausmasters-Team beim Ausflug in der Weststeiermark.

Seit Beginn des Schuljahres 2024/25 betreibt

die Chance B das Schulbuffet am

BG/BRG Gleisdorf und bietet ein vielfältiges

Jausenangebot für in Summe

rund 1000 Schüler:innen, Lehrer:innen

und Mitarbeiter:innen. Das Buffet wird

im Rahmen des Sozialökonomischen

Betriebs geführt. „Für uns ist es zentral,

ein abwechslungsreiches, gesundes und

regionales Essen am Schulbuffet bereitzustellen.

Das Buffetangebot umfasst

eine breite Auswahl an verschiedenen

Weckerln, Obst, Müsli-Variationen,

Salate sowie warme Speisen und variiert

je nach Saison“, so Philipp Friesenbichler,

Leitung Sozialökonomische Betriebe

Chance B.

Neben der ausgewogenen

Speisenauswahl ist auch der soziale

Aspekt wesentlich dafür gewesen,

die Chance B als Buffetbetreiber ans

BG/BRG Gleisdorf zu holen. Das Zubereiten

der Jause und die Ausgabe

des Essens übernimmt ein Team aus

dem Sozialökonomischen Betrieb der

Chance B. Langzeitarbeitslose, ältere

Arbeitssuchende und Menschen mit

Behinderung erhalten hier die Möglichbührend

zu feiern, wurde zu einem Betriebsausflug

ins steirische Schilcherland

geladen. Neu angestellte, langjährig

tätige oder bereits pensionierte

Mitarbeiter:innen – 56 Personen folgten

der Einladung und stiegen in den Reisebus.

Die erste Station des Ausflugs war

das Traktormuseum in Stainz, das eine

beeindruckende Sammlung von rund

130 Oldtimer-Traktoren aus 29 Ländern

präsentierte. Eine gemeinsame Traktorfahrt

führte die Hausmasters schließlich

zur bäuerlichen Kernölpresse der

Familie Farmer-Rabensteiner, wo das

Hausmasters-Team das Ölpressen live erleben

und zahlreiche Köstlichkeiten verkosten

konnte. Per Traktoranhänger ging

die kulinarische Reise weiter nach Stainz

Arbeitsassistentin Monika Schirnhofer.

Um seine Fähigkeiten noch weiter zu

stärken, wird er am Arbeitsplatz vom

Chance B Jobcoaching begleitet.

Ein offener und wertschätzender Betrieb

mit Mitarbeiter:innenbedarf,

ein engagierter Mitarbeiter sowie

die gezielte Unterstützung durch

Leistungen aus dem Netzwerk

Berufliche Assistzenz (NEBA), dort

wo sie gebraucht werden, sind die Zutaten

für diese gelungene berufliche

Inklusion am ersten Arbeitsmarkt. Am

10. September 2024 wurden im Rahmen

des Zero Project Unternehmensdialogs

in Graz Best-Practice-Beispiele für inklusive

Beschäftigung vorgestellt. Auch

Julius Kundegraber, seine Jobcoacherin

Birgit Lichtenegger und Geschäftsführer

Hans Peter Fink waren vor Ort.

Letzterer teilte seine positiven Erfahrungen

inklusive Videobeitrag mit

dem Publikum.

zum Bahnhof des Flascherlzugs. Dort

wartete bereits das Mittagessen beim

Restaurant „Die Meierei“ in einem urigen

Eisenbahnwaggon. Anschließend ging es

wieder zurück nach Gleisdorf, wo der erlebnisreiche

Tag mit einem lockeren Beisammensein

seinen Ausklang fand.

Hausmasters in Zahlen

82 Mitarbeiter:innen

24 Personen mit einer Anerkennung

nach Behinderteneinstellungsgesetz

beschäftigt

verhältnismäßig größter

Arbeitgeber für Menschen mit

Behinderung in der Oststeiermark

Birgit Lichtenegger, Julius Kundegraber und Hans

Peter Fink beim Zero Project Unternehmensdialog.

© Harry Schiffer

Arbeitsvermittlung in Zahlen (2023)

1504 Teilnehmende (TN)

im Jugendcoaching

407 TN in der Berufsausbildungsassistenz

56 TN im Jobcoaching

322 TN in der Arbeitsassistenz

86 akquirierte Stellen durch

das Betriebsservice

262 TN in der Arbeitsberatung

8 9



35 Jahre Chance B 35 Jahre Chance B

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Wohnen und Freizeit

Wohnen und Freizeit

Kreativ und nachhaltig zum Weihnachtsmarkt

Einziehen in den Wohnverbund

Einziehen in den Wohnverbund

Die Lebensgeschichten und Eigenschaften

der Menschen, die im Wohnverbund

der Chance B begleitet werden,

sind unterschiedlich. Gemeinsam

haben sie jedenfalls die Wohnadresse,

die Mühlgasse 9 in Gleisdorf. Wie verlief

ihr Einzug in den Wohnverbund?

Wie geht es ihnen dabei, wenn ein

Wohnplatz frei und eine neue Person

einziehen wird?

Eine der Bewohner:innen im Wohnverbund

ist Helga Kager. Die gebürtige

Vorauerin wuchs in einer großen

Bauernfamilie auf und zog vor 6 Jahren

hier ein, um das Vollzeitbetreute

Wohnen der Chance B zu nutzen.

Die Einrichtung für ihr Zimmer in der

Doppelwohnung suchte sie damals

selbst aus, beim Aufbauen der Möbel

half ihr vor allem einer ihrer Brüder,

der gelernter Tischler ist, erzählt Kager.

Anfangs hatte sie oft Heimweh, aber

jetzt nicht mehr, sagt die 57-Jährige, die

untertags in der „Tagebegleitung und

Förderung“ am Chance B Bio-Bauernhof

tätig ist. Sie habe nach wie vor

eine enge Bindung zu ihrer Familie – zu

Geburtstags- und Weihnachtsfeiern

würden alle zusammenkommen. Wenn

eine Wohnung frei wird und jemand

zum „Schnuppern“ da ist, sei sie neugierig,

wer die Person ist, die bald in

Helga Kager und Nico Winkler wohnen im Wohnverbund der Chance B.

den Wohnverbund einziehen könnte.

Derzeit sind nach einigen Umzügen

wieder alle Wohnungen vergeben.

Schnuppertage im Wohnverbund

„Im Trainingswohnen sind wir den regelmäßigen

Wechsel der Bewohner:innen

gewohnt, während sich die Besetzung

im vollzeitbetreuten Wohnen seit

6 Jahren nicht verändert hat. Dass

heuer überraschend zwei Wohnplätze

frei wurden, war für uns alle neu und

aufregend. Die Bewohner:innen und

die interessierten Personen konnten

einander bei einzelnen Schnuppertagen

im Wohnverbund kennenlernen.

Bevor ich einen Wohnplatz vergebe, ist

mir wichtig, auch die Eindrücke und Bedenken

der Bewohner:innen und des

Teams zu hören“, sagt Michaela Kühnl,

Standortleitung Wohnverbund.

Ein Bewohner, der vor kurzem einzog,

ist Nico Winkler. Der 24-Jährige lebte

vor seinem Umzug nach Gleisdorf im

niederösterreichischen St. Aegyd am

Neuwalde. Im Wohnverbund teilt er

sich eine Doppelwohnung mit seinem

Zimmerkollegen, mit dem er gerne

gemeinsam isst und tratscht, erzählt

Winkler. Der Umzug sei viel Arbeit gewesen,

aber durch die Unterstützung

seiner Familie habe er es geschafft.

Im Zuge des Programms „Teilhabe an

Beschäftigung in der Arbeitswelt“ in

der Chance B lernt Winkler gerade

verschiedene Arbeitsfelder kennen:

ob er künftig in der Backstube am

Chance B Bio-Bauernhof oder im Kooperationsbetrieb

Gepflegt Wohnen

in Stubenberg mitarbeiten wird, wisse

er noch nicht. Sein Plan sei, nach dem

Trainingswohnen in einer eigenen

Wohnung zu leben, sagt Winkler.

Wohnverbund in Zahlen

20 Wohnplätze für Menschen mit

Behinderung

17 Personen im vollzeitbetreuten

Wohnen

10 von ihnen nutzen auch die

Leistung „Tagesbegleitung und

Förderung“ der Chance B

1 Person nutzt auch die Leistung

„Teilhabe an Beschäftigung in der

Arbeitswelt“ der Chance B

3 Personen im Trainingswohnen,

diese nutzen auch die Leistung

„Teilhabe an Beschäftigung in der

Arbeitswelt“ der Chance B

Bei der Freizeitassistenz stehen die

eigenen Interessen im Mittelpunkt.

Sonja K. bastelt gerne und arbeitet mit

ihrer Freizeitassistentin Rosi Wöhrer,

die bei den Mobilen Diensten der

Chance B in Frohnleiten tätig ist, an

einem Projekt. Gemeinsam fertigen

sie kreative Dekorationen für den

Weihnachtsmarkt in Hofstätten an

der Raab an. Der Markt, der unter

dem Motto „Nachhaltigkeit im Alten

sowie im Neuen“ steht, findet am 7.

und 8. Dezember sowie am 21. und

22. Dezember statt. An einigen Tagen

wird Sonja K. dort vormittags ihre

Kreationen verkaufen. Wöhrer übernimmt

den Stand, wenn sie nicht vor

Ort ist.

Sonja K. sagt, dass sie schöne Bastel- und

Dekosachen für den Weihnachtsmarkt

herstellt. „Sie bastelt gerne, auch wenn

sie manchmal nicht genau weiß, was sie

machen soll – die Ideen kommen ihr oft

spontan“, erzählt Wöhrer. So entstand

auch ihr Lieblingsstück, das Weihnachtsdorf

aus Palettenholz. Sonja K. hofft, dass

viele Menschen kommen werden, um

sich ihre Werke anzusehen. Ein wenig

Erlebnisse miteinander teilen

„Es ist eine Gaudi, weil man unter die Leute

kommt, sonst wäre es langweilig“, erzählt

Karl Lammer, der allein in einer Wohnung

in Pischelsdorf wohnt. Der 66-Jährige ist

daher regelmäßig bei Gruppenaktivitäten

dabei, die vom Chance B Team der mobilen

Wohnassistenz organisiert werden. „Wir

sammeln laufend Ideen für Ausflüge, die wir

mit unseren Kund:innen machen könnten“,

sagt Gabriele Nagl, die in der Chance B als

Wohnassistentin arbeitet. Lammer ist ein

„Stoani-Fan“ der ersten Stunde und brachte

daher den Vorschlag ein, gemeinsam zum

Stoani Haus zu fahren. „Es haben sich gleich

viele dafür interessiert“, sagt Nagl. So

kam es, dass sie für sechs Kund:innen und

zwei Begleiterinnen eine Busfahrt zu den

Stoakoglern nach Gasen organisierte. Am

5. Juli 2024 war es so weit: Beim Stoani

Haus angekommen, traf die Gruppe die

drei Musikanten höchstpersönlich. Die

Stoanis selbst führten sie durch die Erlebnisausstellung

und animierten auch zum

G’stanzl singen: „Bei den Refrains haben

Sonja K. lebt ihre Kreativität beim Basteln aus.

aufgeregt sei sie schon. Sie nimmt sich

immer wieder Zeit, um an ihrem Basteltisch

zu arbeiten, den sie sich aus einer

alten Kommode gebaut hat. Dabei versucht

sie, möglichst viele Materialien

upzucyceln und verwendet dafür unter

anderem alte Verpackungen, Bilderrahmen,

Kaffeefilter, Paletten und Naturmaterialien,

die sie im nahegelegenen

Wald sammelt. Die Kundin erzählt, dass

das Basteln sie oft von Alltagsproblemen

ablenkt und glücklich macht, weil sie

dadurch ihre kreative Seite ausleben

Ein Ausflug zu den Stoanis als gemeinsames Erlebnis.

wir alle mitgesungen“, erzählt Lammer und

lacht dabei. Bei einer Filmvorführung, im

Stoani Café und im Souvenir-Shop ging die

Reise in die Welt der Stoanis weiter.

Mehr als ein Ausflug

Mit den Gruppenaktivitäten haben

die Kund:innen der Wohnassistenz die

Möglichkeit, ein paar Stunden zusammen

mit anderen Menschen etwas zu unternehmen.

„Viele unserer Kund:innen sind

die meiste Zeit allein zu Hause. Bei den

Treffen in der Gruppe können sie sich

Das Weihnachtsdorf aus Palettenholz.

kann. Durch das Projekt könne sie abschalten

und ganz in ihrem Hobby aufgehen

– und das sieht man ihr auch an.

Mobile Dienste Frohnleiten

in Zahlen (2023)

89 Kund:innen

18.727 geleistete Sunden

(Familienentlastungsdienst,

Wohnassistenz, Persönliche

Assistenz und Freizeitassistenz)

225.000 gefahrene Kilometer

untereinander austauschen und sie erleben

ein Miteinander und Teilhabe“, erklärt

Nagl, was das Angebot bewirkt. Theater-,

Buschenschank- und Thermen-Besuche

standen in diesem Jahr bereits auf dem

Programm. Die Gruppe trifft sich auch einfach

zum gemeinsamen Kochen, Backen,

Basteln, Spielen oder Sporteln. Gibt es

schon Ideen für das nächste Ausflugsziel?

„Ich habe schon etliche Vorschläge, aber

das müssen wir uns erst aussprechen“, sagt

Lammer, der sich einen Einkaufsbummel im

Murpark vorstellen könnte.

12 13



Gesundheit und Alter

Gesundheit und Alter

Therapeutisch gegensteuern

Betreuung in gewohnter Umgebung

Auffälligkeiten frühzeitig erkennen

und durch Therapiemaßnahmen ausgleichen

– darauf zielt das Präventionskonzept

des Therapeutischen Instituts

der Chance B ab. Ergotherapeutin

Katharina Zoller war einen Vormittag

lang im Kindergarten „Bunte Knöpfe“

in St. Margarethen an der Raab, um

ein ergotherapeutisches Screening

durchzuführen. „Dafür baute ich im

Turnsaal einen Parcours und einzelne

Stationen auf, anhand dessen ich die

Kinder im Bereich der Wahrnehmung

und Grobmotorik gezielt beobachtete“,

erzählt Zoller. In einem ausführlichen

Gespräch mit der Leiterin des Kindergartens

konnte sie ihre Empfehlungen

aus therapeutischer Sicht schildern und

Begleitung bei psychischer Erkrankung

Das Team selba begleitet Menschen mit

einer psychischen Erkrankung in ihrem

unmittelbaren Lebensumfeld. Leiterin

Alice Nachbaur hat uns erzählt, wie

diese Erfahrungsexpert:innen durch die

Leistung Mobile Sozialpsychiatrische Betreuung

Unterstützung finden.

Seit 20 Jahren gibt es in der Chance B

das Angebot der Mobilen Sozialpsychiatrischen

Betreuung. Wie ist die

Begleitung gestaltet?

Alice Nachbaur: Eine stabile Betreuungsbeziehung

ist das tragende

Element unserer Arbeit. Für jede

Kundin/jeden Kunden stehen daher

zwei Mitarbeiter:innen zur Verfügung,

um eine verlässliche Begleitung zu gewährleisten

und kontinuierlich an

den gesteckten Zielen zu arbeiten.

Die jeweiligen Bezugsbegleiter:innen

fahren 1 bis 2 Mal in der Woche zu ihren

Kund:innen nachhause, um sie bei den

Herausforderungen des Alltags zu unterstützen.

Zusätzlich zur individuellen 1:1-Begleitung

bieten wir an unserem Stützpunkt

aktivierende Gruppenangebote an

– speziell für jene Menschen, die keine

geregelte Tagesstruktur haben. Es gibt

wöchentliche Fixangebote wie beispielsweise

Kochworkshops, aber auch flexible

Angebote aus den Bereichen Kreativität,

Kunst und Kultur oder Gesundheit und

auch einige grundsätzliche Tipps zur

Förderung der Fein- und Grafomotorik

sowie der Wahrnehmungsentwicklung

mitgeben. „Die Kinder haben großartig

mitgearbeitet. Ich freue mich auch,

dass die Pädagog:innen das Screening

wieder mit uns machen möchten“, sagt

Zoller über die geplante Fortführung

des Projekts im Kindergarten.

Therapeutisches Institut in Zahlen (2023)

© Kindergarten Bunte Knöpfe

655 Klient:innen für Ergo-, Musik- und Physiotherapie sowie Logopädie

21.061 geleistete Therapieeinheiten

290 therapeutische Erstabklärungen

Sport. Die Kund:innen bringen dafür

selbst Ideen ein. Die Angebote steigern

die Lebensfreude, fördern praktische

Fertigkeiten und wirken der Vereinsamung

entgegen.

Warum ist es wichtig, dass eine sozialpsychiatrische

Betreuung zuhause angeboten

wird?

Die professionelle Begleitung findet

im gewohnten Lebensumfeld der

Kund:innen statt, was eine niederschwellige,

individuelle und ganzheitliche

Unterstützung in allen Lebensbereichen

möglich macht. Psychisch

erkrankte Personen, die zum Teil sehr

abgelegen in ländlichen Regionen leben,

profitieren ganz besonders vom mobilen,

aufsuchenden Angebot, da sowohl

psychosoziale und medizinische Zentren

als auch Einkaufsmöglichkeiten und

Apotheken für sie nur sehr schwer oder

gar nicht erreichbar sind. Das mobile

Leistungsangebot kann Menschen dabei

unterstützen, Krisen ambulant zu bewältigen

und stationäre Aufenthalte zu

reduzieren. Das 18-köpfige selba Team

ist vor allem im Bezirk Weiz und Graz-

Umgebung unterwegs.

Wie sollte sich die Mobile Sozialpsychiatrische

Betreuung aus Ihrer

Sicht weiterentwickeln?

In den letzten Jahren haben sich

Alice Nachbaur leitet die Mobile Sozialpsychiatrische

Betreuung „selba“.

Gruppen gebildet, die internationale

innovative Ansätze in die Steiermark

bringen, wie zum Beispiel den „Trialog“

oder den „Offenen Dialog“ – zwei

Methoden, die den Austausch zwischen

Erfahrungsexpert:innen, also Menschen,

die Erfahrung mit psychischen Erkrankungen

haben, Angehörigen und

Professionisten fördern. Wir freuen uns

über solche Initiativen und motivieren

Mitarbeiter:innen und Kund:innen, sich

zu beteiligen.

selba in Zahlen (2023)

94 Kund:innen, davon

61 % Frauen und 39 % Männer

75 % haben keine Tagesstruktur

oder Arbeit

16.456 Betreuungsstunden

116.444 gefahrene Kilometer

„Der schönste Tag in der Woche ist der,

an dem du mich besuchst. Wenn du

kommst, kann ich nur gesund bleiben“,

sagt ein Klient, der von Annemarie

Erkinger betreut wird. Sie arbeitet seit

29 Jahren als diplomierte Gesundheitsund

Krankenpflegerin, davon 7 Jahre

in der Chance B Hauskrankenpflege.

„Wenn ich oder jemand aus dem Team

zu ihm nachhause kommt, blüht er

richtig auf. Er braucht nicht viel und

trotzdem ist der Einsatz so wertvoll,

denn nur dadurch kann er zuhause in

seiner gewohnten Umgebung bleiben“,

erzählt Erkinger.

Unterstützung im alltäglichen Leben

Neben der Vorbereitung verordneter

Medikamente ist die Beratung in

Gesundheitsfragen und die Förderung

der Selbständigkeit für den Klienten

und seine Familie sehr wichtig, sagt

sie: „Ich schaue darauf, dass er seine

Arzttermine wahrnimmt und erinnere

ihn an die Kontrollen. Nach den Arztbesuchen

besprechen wir, was herausgekommen

ist. Wenn sich der Therapieplan

ändert, nehme ich mit den Ärzten

Kontakt auf, um die Medikamente neu

einteilen zu können.“

Diese Unterstützung trage wesentlich

dazu bei, dass die Familie in der Betreuung

entlastet ist. „Das verbessert

die Lebensqualität für alle und ich

spüre, dass ich in seinem Zuhause

willkommen bin“, so Erkinger. Das zeige

sich auch durch Gesten: „Jedes Jahr im

Sommer, wenn der Mais reif ist, brät er

mir als Dankeschön einen Maiskolben

in seinem Ofen.“

Arbeiten im privaten Lebensbereich

Erkinger geht mit 1. Jänner 2025 in

Pension. Was braucht es, um fast drei

Jahrzehnte in der Hauskrankenpflege

arbeiten zu können? Sie weiß aus langjähriger

Erfahrung: „Ganz wichtig ist

Empathie für die Menschen, für die

Situation zuhause. Das ist ein anderes

Arbeiten als in einem Krankenhaus.

Man ist Gast in der Familie und ihrem

Zuhause. Daher ist es wichtig, einfühlsam,

wertschätzend und flexibel zu

sein.“

Auch die Selbstfürsorge dürfe nicht

vernachlässigt werden: „Wenn es

mir gut geht, kann ich die Arbeit in

der Hauskrankenpflege gut schaffen.

Besonders wertvoll war mir die gegenseitige

Unterstützung, der Austausch

und das Miteinander im Team“, betont

Erkinger rückblickend auf ihre

Zeit in der Chance B und ergänzt: „Es

ist etwas ganz Schönes, dass man in

der Heimatgemeinde und der näheren

Umgebung arbeiten kann. Ich konnte

meinen Beruf hier auch nach der Ausrichtung

‚Was der Mensch braucht,

das bekommt er‘ leben.“ Sie freue sich

aber auch darauf, in der Pension mehr

Zeit für ihre Familie, für Bewegung und

Freizeitaktivitäten im Alltag zu haben.

Maria Krachler, Leitung Chance B

Hauskrankenpflege, sagt Danke:

„Ich möchte mich bei Annemarie

Erkinger für die gemeinsamen

Jahre von ganzem Herzen bedanken.

Eine Kollegin wie sie ist eine

Bereicherung für jedes Team

und auch für alle betreuten Menschen

– sie war stets mit viel Herz und

Engagement dabei. Wir wünschen

ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt!“

Ihr Kontakt zur Chance B Hauskrankenpflege:

Mo - Fr: 08:00 - 12:00 Uhr

03112 49 11-43 15

hauskrankenpflege@chanceb.at

Annemarie Erkinger arbeitete mit viel Herz

und Engagement in der Hauskrankenpflege.

Hauskrankenpflege in Zahlen (2023)

14.857 geleistete Betreuungsstunden

170 Klient:innen durchschnittlich

pro Monat betreut

295 telefonische Anfragen

147 Erstabklärungen

125 Aufnahmen von Klient:innen

Alltagsbegleitung

3.518 erbrachte Stunden

Für ein gutes Leben in der Region

Unser Ziel ist es, Sie zu beraten und zu unterstützen,

damit Sie so lange wie möglich zu Hause leben können.

14 15



Engagement & Unterstützung

Innovation & Entwicklung

Regional engagiert

Innovative Lösungen

Die Servicestelle Ehrensache Oststeiermark

besteht seit Sommer 2023 und bietet

allen, die sich ehrenamtlich engagieren

möchten, umfassende Beratung. Sie

ist die regionale Drehscheibe für Menschen,

die einen sinnvollen Beitrag in

ihrer Region leisten möchten. In persönlichen

Beratungsgesprächen können

Interessierte herausfinden, welche ehrenamtliche

Tätigkeit am besten zu ihnen

passt und wo konkreter Bedarf an

Freiwilligen in der Region besteht. Das

Team der Servicestelle ist eng mit lokalen

Vereinen vernetzt und hilft dabei, geeignete

Einsatzmöglichkeiten zu finden.

„Die Beratung kann direkt in der eigenen

Heimatgemeinde stattfinden – so unterstützen

wir das Ehrenamt in der Region

und machen es für alle Interessierten

noch einfacher, sich lokal einzubringen“,

so Karin Strempfl, Projektverantwortliche

bei Ehrensache Oststeiermark.

Neben Beratungen stehen auch Weiterbildungsmaßnahmen

für Ehrenamtliche

auf der Agenda der Servicestelle. Nachdem

die Fortbildungsreihe im Frühjahr

2024 ein großer Erfolg war, ist auch für

2025 wieder eine Veranstaltungsserie

geplant. Die Kurse dauern zwischen

Lebensmittel verwerten und helfen

Versorgen statt entsorgen – diesen Leitgedanken

verfolgt die Chance B seit 14

Jahren mit dem LEBI-Laden („Lebensmittel

billiger“) in Kooperation mit

der Stadtgemeinde Gleisdorf. Durch

das LEADER-Projekt „Das LEBI Prinzip“

wurde heuer der Fokus auf eine nachhaltige

Lebensmittelverwertung zusätzlich

verstärkt. In Zusammenarbeit

mit der Energieregion Weiz-Gleisdorf

und ZweckZwei beschäftigten sich die

Projektbeteiligten damit, Lösungswege

zu finden, um überschüssige

Lebensmittel sozial benachteiligten

Menschen in der Region zur Verfügung

zu stellen. Im LEBI-Laden gibt man

Grundnahrungsmittel, Milchprodukte,

Getränke, Brot, Obst und Gemüse von

zwei und vier Stunden und richten sich

an unterschiedliche Interessen und Herausforderungen

im Ehrenamt. „Egal

ob es darum geht, Grenzen zu setzen,

Mental Load zu bewältigen, Selbstfürsorge

zu fördern oder öffentlich selbstbewusst

aufzutreten – unser Programm

deckt zahlreiche Themen ab, die Ehrenamtliche

in ihrer Arbeit unterstützen

und stärken“, erzählt Michaela Paar von

Ehrensache Oststeiermark.

Auch in der Chance B kann man sich in

regionalen Lieferant:innen, solange

die Qualität gewährleistet ist, günstig

weiter. „Rund 75 Tonnen Lebensmittel

verkaufen wir durchschnittlich

pro Jahr – das macht den großen Bedarf

an leistbaren Lebensmitteln sichtbar“,

sagt Michael Spielhofer, der den

LEBI-Laden leitet. Doch die Nachfrage

übersteigt längst die Menge an Waren,

die abgegeben wird. „Das macht es erforderlich,

Lebensmittel immer wieder

zuzukaufen. Die Warenabgaben gehen

zurück, die Energiepreise sind nach

wie vor hoch – ein kostendeckender

Betrieb geht sich nicht aus. Wir sind

daher stets auf Spenden angewiesen,

um die Türen des LEBI-Ladens offen

halten zu können“, sagt Spielhofer. Als

Für 2025 sind wieder praxisbezogene Workshops geplant.

verschiedenen Bereichen freiwillig engagieren!

Ob bei Bewegungseinheiten,

gemeinsamen Freizeitaktivitäten, im

Trödlerladen oder beim Deutschlernen –

Freiwillige tragen dazu bei, das Leben anderer

aktiv mitzugestalten. Aktivitäten

und Zeitumfang richten sich nach den

individuellen Wünschen aller Beteiligten.

Bei Interesse melden Sie sich gerne

bei der Koordinationsstelle Freiwillige

Chance B unter 0664 60 409 386 oder

sonja.kreitzer@chanceb.at.

Ort der Begegnung kann hier jede:r

ohne Einkommensnachweis einkaufen

und es arbeiten Menschen mit, die

am regulären Arbeitsmarkt geringe

Chancen haben.

Wenn auch Sie das soziale Konzept des

LEBI-Ladens unterstützen möchten,

freuen wir uns über Ihre Spende!

Chance B - Verein

Raiffeisenbank Gleisdorf

IBAN: AT23 3810 3000 0202 8561

BIC-Code: RZSTAT2G103

Verwendungszweck: LEBI-Laden Spende

Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Über die Zeit hinweg verändern sich

die Bedürfnisse der Menschen ebenso

wie die gesellschaftlichen und sozialpolitischen

Rahmenbedingungen. „Um

mit diesen Entwicklungen Schritt zu

halten und immer wieder neue, bedarfsgerechte

Lösungen für unsere

Kund:innen und Mitarbeiter:innen

zu finden, wickelt die Chance B seit

vielen Jahren regionale, nationale

und europäische Projekte ab“, sagt

Michael Longhino, Leiter der Abteilung

Innovation und Entwicklung, die 2016

in der Chance B aufgebaut wurde. „Wir

verfolgen viele verschiedene Projektschienen,

wofür wir in dieser Abteilung

auch die fachlichen Kompetenzen

für deren Umsetzung bündeln“, ergänzt

Longhino. Die Projekt-Themen

waren und sind vielfältig und wie das

Chance B Modell entlang der Lebenslinie

angeordnet: Sie reichen von der

Unterstützung junger Familien über inklusive

Schulbildung bis zu „Lehrlingswelten“

und der Kompetenzentwicklung

von formal gering qualifizierten Erwachsenen,

von der Unterstützung

junger Menschen mit Behinderung

oder psychischen Belastungen bis zur

Betreuung und Pflege von älteren

Personen.

Starke Vernetzung

Um aktuelle Trends und internationales

Know-how zu uns in die Region zu

bringen, ist die Chance B auch in Netzwerken

aktiv, die über die Landesgrenzen

hinaus reichen. Ein Beispiel

hierfür ist die Mitgliedschaft in der

EASPD (European Association of Service

Providers for Persons with Disabilities)

und der EPR (European Platform for Rehabilitation).

Ein Schwerpunkt des diesjährigen

EPR-Arbeitsprogramms war

der Einsatz von künstlicher Intelligenz in

Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung.

Unter der Leitung der EASPD

wird die Chance B ab Jänner 2025 gemeinsam

mit acht weiteren europäischen

Partnerorganisationen am Projekt

EQUAL-CARE arbeiten, um Lösungen für

den Fachkräftemangel und die ungleiche

Geschlechterverteilung im Bereich der

Pflege und Unterstützung von Menschen

mit Behinderungen zu entwerfen.

Entwicklung neuer Leistungen

Ein Beispiel, wie aus einem geförderten

Projekt eine neue Leistung entsteht,

sind die KomKom-Qualifikationen, die

dem nationalen Qualifikationsrahmen

auf Niveau 1, 2 und seit Dezember 2024

auch Niveau 3 zugeordnet sind. KomKom

steht für Kompetenzerweiterung durch

Kompetenzerfassung. Nach zehn Jahren

der Entwicklung, in die auch Chance B

Kund:innen und Mitarbeiter:innen im

Bereich „Teilhabe an Beschäftigung in

der Arbeitswelt“ eingebunden waren,

werden inzwischen alle unsere TaB

Kund:innen mit der KomKom-Methode

qualifiziert. Bei erfolgreichem Abschluss

erhalten sie ein offiziell anerkanntes

Zeugnis, das ihre fachlichen, sozialen

und personalen Kompetenzen unterhalb

eines Lehrabschlusses belegt und für sie

selbst und den ersten Arbeitsmarkt sichtbar

macht. Die Qualifikationen werden

inzwischen auch im Rahmen eines österreichweiten

Kooperationsnetzwerks

von sechs weiteren Organisationen angeboten

und weiterentwickelt.

Aktuelle Förderprojekte

Ziel von Projektanträgen ist, Förderungen

für die Entwicklung innovativer

Ansätze und Lösungen zu erhalten, die

die Lebensbedingungen und die Teilhabe

der Menschen mit Unterstützungsbedarf

verbessern und deren Begleitung

stärken. Aktuell werden in der Abteilung

11 geförderte Projekte koordiniert

und durchgeführt. Das „jüngste“ Projekt,

das im November 2024 startete, ist

das Erasmus+ geförderte Projekt

GOLD (Getting older with

a disability). Hier setzt sich die

Chance B zusammen mit acht europäischen

Partnerorganisationen über die

nächsten drei Jahre mit der bedarfsgerechten

Unterstützung und Pflege

von älteren Menschen mit Behinderung

auseinander.

31

Förderprojekte

wurden in den letzten

9 Jahren umgesetzt.

Mit etwa

140

regionalen

Kooperationspartnern

haben die Chance B

Projektteams bisher

zusammengearbeitet.

Mit

96

europäischen

Partnerorganisationen

wurden Projekte über

die Landesgrenzen

hinweg durchgeführt.

16 17



Chance B Team

Chance B Team

Mitarbeiter:innen gut vertreten

Jubiläumsmomente im Team

Das 35-Jahre-Jubiläum der Chance B

wurde heuer schon in den jeweiligen

Bereichen gefeiert. Die Intention

dahinter war, das Jubiläum rund um

den Gründungszeitpunkt vor allem

mit jenen Menschen zu feiern, die die

Chance B ausmachen und gestalten:

Mitarbeiter:innen und Kund:innen mit

Assistenzbedarf sollten im Mittelpunkt

stehen. Nachfolgend ein kleiner Auszug

aus den bereits stattgefundenen Bereichsfeiern

und -ausflügen.

Das Team des Therapeutischen

30 JAHRE AKTIV

„Das Beste am Salat ist das Herz.

Bei den Menschen ist es genauso.

In der Chance B habe ich das immer

gespürt. Wir alle sind Chance B.“

Heidelinde Berger,

Logopädin am

Therapeutischen Institut

Instituts ging auf eine gemeinsame

Quiz-Wanderung in St. Johann bei

Herberstein und ließ den Tag bei

einer Buschenschankjause ausklingen.

Der Ausflug des Familienentlastungsdiensts

stand ganz im

Zeichen von Genuss: Nach einem gemütlichen

Mittagessen wanderten die

Mitarbeiter:innen auf den Gleisdorfer

Jungberg und rundeten den Tag mit

einem Besuch beim Buschenschank

Sax in Prebensdorf ab. Für die Arbeitsvermittlung

ging es zum Brunchen

EINSTIEG

„Ich freue mich, Betreuung und

Pflegemanagement vereinen zu

können, um Menschen dort zu begleiten,

wo das Leben geschieht.“

DGKP Julia Klinger,

Pflegemanagement in

der Behindertenhilfe

hoch hinauf auf die Brandlucken. Das

Team der Servicebereiche zeigte

Sportsgeist beim Kegeln und speiste

köstlich beim Gasthaus Wolf. Auch

die Mitarbeiter:innen und Kund:innen

vom Bio-Bauernhof waren mit Spiel

und Spaß auf der Kegelbahn. Bei selba

wurde das Jubiläum gleich doppelt gefeiert:

die Mitarbeiter:innen lösten die

Rätsel der Escape-Rooms in Graz und

gemeinsam mit den Kund:innen wurde

die Schokoladenfabrik Zotter besucht.

AKTIV

„In der Holzwerkstatt kann ich

kreativ mit Holz arbeiten und

dabei Menschen unterstützen,

ein tolles Produkt zu schaffen.“

Peter Ehrlich,

Betreuer in der

Tagesstätte Frohnleiten

Unsere Mitarbeiter:innen hören hin,

welche Unterstützung die Menschen

brauchen, um gute Lebensbedingungen

für sie schaffen zu können. Der Betriebsrat

wiederum richtet den Blick darauf,

was unsere Mitarbeiter:innen in ihrer

täglichen Arbeit genau dafür brauchen.

Maria Leitner und Alexander Reiterer sind

Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der

Chance B Gruppe und vertreten ihre Anliegen.

„Wir gehen in die Teams, um sich

mit den Mitarbeitenden persönlich auszutauschen,

etwaige Herausforderungen

im Arbeitsalltag zu besprechen oder zu

arbeitsrechtlichen Fragen zu beraten“,

sagt Reiterer. Um sich aktiv in die Ausgestaltung

der Arbeitsbedingungen einbringen

zu können, ist der Betriebsrat ein

wichtiges Bindeglied zwischen den Mitarbeiter:innen

und der Geschäftsführung.

Dazu nimmt der Betriebsrat auch Schutzaufgaben

wahr, wie Leitner erzählt: „Im

Zuge des Arbeitnehmer:innen-Schutzes

sehen wir uns an, wie die Arbeit sicher

gestaltet werden kann, welche Prä-

Grüne Mobilität

Bei der Chance B Zentrale in der Gleisdorfer

Franz-Josef-Straße 3 gingen Ende

September 2024 vier neue, firmeneigene

E-Ladepunkte ans Netz. Damit wurde die

Ladeinfrastruktur für die bestehenden

E-Autos verbessert und zugleich kann

der Umstieg auf weitere Firmenfahrzeuge

mit Elektroantrieb vorangehen.

„In Zeiten des fortgeschrittenen Klimawandels

sind wir alle gefordert auf erneuerbare

Energien zu setzen. Mit dem

sukzessiven Umstieg auf Elektromobilität

leistet die Chance B einen Beitrag zu einer

Zukunft mit mehr Grün, weniger Lärm,

besserer Luft und mehr Gerechtigkeit“,

sagt Kornelia Macher, die in der Chance B

für das Facilitymanagement verantwortlich

ist und das Infrastruktur-Projekt koordinierte.

Von der Planung bis zur Inbetriebnahme

der Ladesäulen vergingen

etwa sechs Monate. Die Stadtgemeinde

Gleisdorf stellte die Parkplätze zur Verfügung.

Errichtet wurden die neuen Ladesäulen

von der Weizer Elektrotechnik-

Firma VariCon. Netzbetreiber sind die

Feistritzwerke, die für einen termingerechten

Anschluss an das Energienetz

Alexander Reiterer und Maria Leitner sind die Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats.

Kornelia Macher mit Gerald Hutter (Firma VariCon) vor einer der neuen Ladesäulen.

ventionsmaßnahmen ergriffen werden

können und was die Arbeit erleichtern

kann. Die Mitarbeiter:innen in den Tageseinrichtungen

haben beispielsweise eine

eigene Arbeitsbekleidung bekommen, die

Reinigung der Kleidung erfolgt in unserem

Sozialökonomischen Betrieb.“ Zweimal

im Jahr hält das Betriebsrat-Team eine

Klausur ab. Im Herbsttermin geht es dabei

um die Schwerpunktsetzung für das Prosorgten.

Für Chance B Mitarbeiter:innen

im Bereich der mobilen Dienste gestaltet

sich das Aufladen der E-Autos nun einfacher

und sie können auch die Zeit, in

der sie für organisatorische Aufgaben im

Büro sind, dafür nutzen. „Wir haben uns

für intelligentes Lastmanagement entschieden,

damit man nach Bedarf und je

nach Ladekapazität des Autos auch mal

schneller laden kann“, erklärt Macher

und fügt hinzu: „Eine eigene Ladestation

gramm im folgenden Jahr. So viel kann

schon verraten werden: Im September

2025 findet wieder das beliebte Gaudiwipferl-Turnier

des Betriebsrats statt. „Mitarbeiter:innen

aus den verschiedenen

Bereichen geben beim Bubblesoccer ihr

Bestes. Der Spaß steht dabei im Vordergrund

und gleichzeitig geht es um das

Zusammenkommen und bessere Kennenlernen

untereinander“, sagt Leitner.

mit planbaren Niedrigstromkosten ist zudem

wirtschaftlich effizienter.“ Auch bei

der öffentlichen Auftragsvergabe spielen

ökologische Kriterien eine wesentliche

Rolle, dazu sagt Macher: „Um gegenüber

anderen Unternehmen wettbewerbsfähig

zu bleiben, sind Maßnahmen wie der Einsatz

von E-Autos und das Bereitstellen

der entsprechenden Ladeinfrastruktur

notwendig. Unsere nächsten E-Fahrzeuge

sind auch schon bestellt!“

18 19



Besuchen Sie unser

barrierefreies gut.-Restaurant!

Mittagsmenü

Mo - Fr: 11 - 14 Uhr

(an Feiertagen geschlossen)

Vorbestellung und Reservierung:

03112 4911 - 1073

Franz-Josef-Straße 3 | 8200 Gleisdorf

Regionale Produkte und Leistungen

für mehr Lebensqualität: www.gut.cc

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Unser Angebot für Sie:

• Außenanlagenbetreuung inkl. Winterdienst

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Mo - Do: 7 - 14 Uhr

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Wir packen‘s an.

Alle gut.-Lebensqualitätsprodukte sind vor Ort in den verschiedenen Einrichtungen und am Bauernmarkt in

Gleisdorf erhältlich.

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Mo - Do: : - Uhr

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gut.-Baumschule

Mühlgasse

Gleisdorf

Mo - Do: : - Uhr

Fr: : - Uhr

garten@chanceb.at

Bio-Bauernhof der Chance B

Labuch | Hinterberg

Gleisdorf

Ab Hof Verkauf

Mo - Do: : - : Uhr und : - : Uhr

Fr, Abholung von Bestellungen: : - : Uhr

-

bauernhof@chanceb.at

Impressum: Chance B Gruppe, Franz-Josef-Straße 3, A-8200 Gleisdorf; Telefon: 03112 4911; E-Mail: office@chanceb.at;

www.chanceb.at; Grafik & Layout: Nadine Brandl; Redaktion: Doris Doppelhofer-Ahmovic, Bakk.phil. MA; Sabrina Unterreiner, BA;

Mag. a Eva Skergeth-Lopič; Fotos: © Chance B; Cover, Mei supa Chance: © Bernhard Bergmann; Editorial: © Christa Strobl;

S. 9: © 20 Harry Schiffer; S. 14: © Kindergarten Bunte Knöpfe; Druck: Zimmermann Druck KG, A-8200 Gleisdorf

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