05.12.2024 Aufrufe

Falstaff Magazin Schweiz Nr. 10/2024

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dez–feb 2025<br />

GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

SCHAUMWEIN<br />

PRICKELNDES<br />

FÜRS FEST<br />

BROT CUISINE<br />

AUFSTIEG IN DIE<br />

SPITZENKÜCHE<br />

ISTANBUL<br />

KURZTRIP AN<br />

DEN BOSPORUS<br />

Winterfreuden<br />

<strong>10</strong><br />

GENUSSVOLL DURCH DIE SCHÖNSTE ZEIT DES JAHRES<br />

SCHWEIZ-AUSGABE <strong>10</strong>/<strong>2024</strong><br />

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<strong>10</strong>


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Modell: DS 7 PLUG-IN HYBRID 4X4 300 PS ANTOINE DE SAINT-EXUPERY inkl. Mehrausstattung. Durchschnittlicher Verbrauch gesamt 1,7 l/<strong>10</strong>0 km; CO₂-Emissionen 39 g/km; Treibstoffverbrauchskategorie<br />

C; Katalogpreis CHF 59’200.–. Leasingbeispiel: DS 7 PLUG-IN HYBRID 4X4 300 PS PALLAS, Katalogpreis CHF 49’800.–, durchschnittlicher Verbrauch gesamt 1,7 l/<strong>10</strong>0 km; CO₂-Emissionen<br />

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36 Monate. Kilometerleistung <strong>10</strong>’000 km/Jahr. Angebot nur in Verbindung mit dem Abschluss einer Ratenversicherung (Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit) SECURE4you+ für CHF 21.20 sowie<br />

eines kostenpflichtigen Servicevertrages «Niveau 2+» oder «Niveau 3» für mindestens 5 Jahre/<strong>10</strong>0’000 km. Leasingkonditionen unter Vorbehalt der Akzeptanz durch Santander Consumer Finance<br />

<strong>Schweiz</strong> AG, Schlieren. Obligatorische Vollkaskoversicherung nicht inbegriffen. Der Abschluss eines Leasingvertrags ist unzulässig, sofern er zur Überschuldung des Leasingnehmers führt.<br />

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und immer neue Entdeckungen bilden den<br />

Schwerpunkt unserer Expeditionskreuzfahrten, die<br />

Sie bis an die entlegensten Plätze der Erde bringen<br />

und Ihren Horizont erweitern. Ob Arktis oder<br />

Galapagos – mit den Luxusexpeditionsreisen von<br />

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HOCHSEE<br />

Es gibt wohl kaum ein berauschenderes Gefühl<br />

auf Reisen als jenen Moment, wenn das Schiff den<br />

Hafen verlässt und auf hohe See hinausfährt. Ziel:<br />

Horizont. Das Gefühl: Freiheit. Wenn man nichts<br />

mehr sieht als das blaue Meer aber genau weiß:<br />

Der Kapitän steuert mich an ein neues, spannendes<br />

Ziel.<br />

SEGEL<br />

Die „gemütliche Geschwindigkeit“ und die Auseinandersetzung<br />

mit den Elementen auf einer Segelkreuzfahrt<br />

erlauben es, ringsum wirklich wahrzunehmen<br />

– seien es die dahinziehenden Wolken,<br />

die schimmernden Wellen unter dem Bug, kleine<br />

Hafenstädtchen und traumhafte Strände entlang<br />

der Küsten.<br />

FLUSS<br />

Gemächlich gleitet das Schiff dahin. Am nahen<br />

Ufer ein Dorf, Wiesen, Wälder. Ab und zu eine Brücke.<br />

Manchmal Schleuse. Eine Flusskreuzfahrt ist<br />

wohl die gemächlichste Art des Reisens. Sie fühlen<br />

sich rundum entspannt und gleichzeitig voller<br />

Erwartung auf das, was Sie am nächsten Hafen<br />

erwartet.<br />

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HERAUSGEBERBRIEF<br />

PERLENDER GENUSS<br />

FÜR DIE FESTTAGE<br />

DIE FESTE FEIERN<br />

LIEBE FEINSCHMECKERINNEN,<br />

LIEBE FEINSCHMECKER!<br />

Der Jahreswechsel ist eine Zeit der Besinnung. Eine<br />

Zeit des Rückblicks auf das Erreichte, aber auch<br />

der Vorschau auf das Kommende. Und es ist eine<br />

Zeit, in der beides gefeiert werden darf. Wie wichtig es ist,<br />

das Leben zu geniessen und zu begiessen, dafür halten wir<br />

in unserer letzten Ausgabe <strong>2024</strong> ein ausführliches und<br />

hoffentlich überzeugendes Plädoyer. «Wie soll der, der<br />

nie in Masslosigkeit lebt, im Alltag das Mass finden?»,<br />

schreibt der renommierte Literaturkritiker und leidenschaftliche<br />

Geniesser Denis Scheck im Essay, den er<br />

beigesteuert hat. Man kann ihm nur beipflichten.<br />

Ihren <strong>Falstaff</strong>-Einstand feiert Romana Echensperger –<br />

Autorin, Sommelière und Master of Wine. Sie übernimmt<br />

ab sofort gemeinsam mit Ulrich Sautter die Wein-<br />

Chefredaktion von <strong>Falstaff</strong> Deutschland. Von Sautter<br />

und Echensperger können Sie im aktuellen <strong>Magazin</strong><br />

unter anderem erfahren, wie Sie gereifte Rotweine<br />

perfekt vorbereitet auf den Tisch bringen – und was ein<br />

gelungenes Fest eigentlich ausmacht. So viel sei verraten:<br />

Nicht alles muss perfekt sein! Wie wohltuend!<br />

Im Wein-Teil spüren wir zudem den besten Süssweinen<br />

und <strong>Schweiz</strong>er Schaumweinen nach. Im Gourmet-Teil<br />

widmen wir uns den Siegern des neu erschienenen<br />

<strong>Falstaff</strong> Restaurant- und Beizenguide 2025, gehen<br />

der Zutat Zeit auf die Spur und feiern das Brot. Zum<br />

Abschluss besuchen wir nicht nur das ikonenhafte<br />

«Bürgenstock Resort», sondern reisen auch der Wärme<br />

entgegen: auf die Kanarischen Inseln.<br />

Viel Freude mit dem neuen <strong>Falstaff</strong> – und: Geniessen Sie<br />

die «festive season» mit Ihren Liebsten!<br />

WOLFGANG ROSAM<br />

Chefredaktor und Herausgeber<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

ALOYS HIRZEL<br />

Verwaltungsratsvorsitzender und<br />

Herausgeber <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

DOMINIK VOMBACH<br />

und BENJAMIN HERZOG<br />

Chefredaktion <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

Fotos: Stefan Gergely, Andrea Ebener<br />

WOLFGANG M. ROSAM<br />

wolfgang.rosam@falstaff.com<br />

@RosamWolfgang<br />

DOMINIK VOMBACH<br />

dominik.vombach@falstaff.com<br />

ALOYS HIRZEL<br />

aloys.hirzel@falstaff.com<br />

BENJAMIN HERZOG<br />

benjamin.herzog@falstaff.com<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

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DEZEMBER – FEBRUAR 2025<br />

18<br />

Feiern Sie mit <strong>Falstaff</strong> die schönste<br />

und genussvollste Zeit des Jahres!<br />

Wir haben praktische Tipps und<br />

Knigge für Gastgeber vorbereitet und<br />

stellen die besten Schaumweine sowie<br />

das perfekte Menü für die «festive<br />

season» vor.<br />

COVER<br />

FOTO: CORBIS / GETTY IMAGES<br />

60<br />

Drei Rezepte für<br />

Ihr perfektes<br />

Festtagsmahl.<br />

88<br />

Geliebte Tradition: Ursprünge und Revival<br />

des Eierlikörs.<br />

COVER:<br />

FESTIVE SEASON<br />

18 SO SPRUDELT DIE WELT<br />

Champagner, Cava, Sekt & Co.:<br />

Schaumweingenuss in neuen Sphären<br />

36 DAS PERFEKT UNPERFEKTE FEST<br />

<strong>10</strong> Gebote für den Gastgeber<br />

44 DEKANTIEREN ODER NICHT?<br />

Wie man noblen Wein perfekt serviert<br />

50 «PURE VERNUNFT DARF<br />

NIEMALS SIEGEN»<br />

Literaturkritiker Denis Scheck über<br />

Mass und Masslosigkeit<br />

52 GEFIEDERTE FREUDEN<br />

Grosser Genuss: Geflügel auf dem<br />

Festtagstisch<br />

60 FESTTAGSGLANZ<br />

Raffinierte Rezepte mit Ente, Wachtel<br />

und Truthenne<br />

70 EIN ECHTER CONNOISSEUR<br />

Pawel Mowlik im Interview<br />

76 ZUTAT ZEIT<br />

Schmoren, fermentieren, reifen lassen:<br />

Kochen zur Entschleunigung<br />

82 SERIE: KUNST, POLITIK UND<br />

KULINARIK<br />

Essen nach Jesus' Vorbild<br />

7 HERAUSGEBERBRIEF<br />

223 IMPRESSUM<br />

234 SAGEN SIE EINMAL …<br />

88 EIN GLÄSCHEN<br />

NOSTALGIE<br />

Der Eierlikör erlebt ein Revival<br />

94 DIE KÖNIGIN DES GENUSSES<br />

Zigarren: Genuss und Kulturgut<br />

18<br />

Die besten Schaumweine<br />

aus aller Welt.<br />

Fotos: Stocksy, Lena Staal / Gitte Jakobsen, StockFood / Kutschka, Christian, beigestellt<br />

8 falstaff dez–feb 2025


Lassen Sie sich unsere Goldtafel<br />

auf der Zunge zergehen.<br />

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DEZEMBER – FEBRUAR 2025<br />

146<br />

Die besten Adressen aus dem<br />

Restaurant- und Beizenguide 2025.<br />

<strong>10</strong>2<br />

Prickelnd:<br />

Schaumweine<br />

aus der <strong>Schweiz</strong>.<br />

WEIN & MEHR<br />

<strong>10</strong>0 WEIN-NOTIZEN<br />

Die Chefredaktoren Benjamin Herzog<br />

und Dominik Vombach präsentieren<br />

News aus der Weinwelt<br />

<strong>10</strong>2 SCHWEIZER SCHÄUMER<br />

Prickelndes aus der Heimat<br />

1<strong>10</strong> SÜSSES GOLD<br />

Die besten Süssweine von<br />

Frankreich bis Italien<br />

120 TOUR DE BORDEAUX<br />

Eine Weinreise ans linke Ufer<br />

der Garonne<br />

130 SPIRITS-NOTIZEN<br />

Alexander Thürer mit News<br />

aus der Welt der Spirituosen<br />

132 WIE DER WHISKY DIE<br />

WELT EROBERTE<br />

Der sagenhafte Aufstieg des<br />

Getreidebrands<br />

GOURMET<br />

144 GOURMET-NOTIZEN<br />

Die Chefredaktoren Benjamin<br />

Herzog und Dominik Vombach<br />

mit kulinarischen News<br />

146 SIMPLY THE BEST<br />

Alle Sieger aus dem brandneuen<br />

Restaurant- und Beizenguide<br />

154 BROT CUISINE<br />

Neue Backkunst in der<br />

Spitzengastronomie<br />

162 SERIE: AVANTGARDE<br />

DER KULINARIK<br />

Sven Wassmer: Der<br />

Alpen botschafter<br />

171 SIXPACK<br />

Sechs Restaurants im Test<br />

176 SERIE: KÄSE<br />

Vacherin Mont d'Or, ein<br />

duftender Grenzgänger<br />

REISE<br />

180 REISE-NOTIZEN<br />

Reise-Highlights der<br />

Chefredaktion<br />

182 VOM GLÜCK DES<br />

EWIGEN FRÜHLINGS<br />

Insel-Hopping auf den<br />

Kanaren<br />

192 SERIE: HOTELIKONE<br />

Dem Himmel so nah im<br />

«Bürgenstock»<br />

200 MAGISCHES MOSAIK<br />

Tipps für ein langes<br />

Wochenende in Istanbul<br />

JOURNAL<br />

142 UHREN<br />

208 AUTOS<br />

230 EVENTS<br />

TASTING<br />

212 PINOT NOIR TROPHY<br />

218 GRANDI ROSSI<br />

VENETI TROPHY<br />

224 VALPOLICELLA TROPHY<br />

DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 14. FEBRUAR 2025<br />

154<br />

Brot als Hauptdarsteller<br />

in der Gourmet-Küche.<br />

200<br />

Tipps für ein genussvolles langes<br />

Wochenende in Istanbul.<br />

Fotos: Julien L. Balmer Visualspectrum photography, Swiss Wine Promotion, beigestellt, Shutterstock / OPIS Zagreb<br />

<strong>10</strong> falstaff dez–feb 2025


VIVA<br />

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Ein neues Kapitel gefüllt<br />

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Mit VIVA Boutique Flusskreuzfahrt neu erleben: Von Paris, der Stadt der Liebe,<br />

geht es durch die Region Île-de-France auf der wunderschönen Seine<br />

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festive season / INTRO<br />

WINTER …<br />

Foto: Ray Hennessy / unsplash<br />

12 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

13


festive season / INTRO<br />

Foto: mauritius images / Westend61 / Nina Janeckova<br />

14 falstaff dez–feb 2025


… FREUNDE …<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

15


festive season / INTRO<br />

Foto: Olya Humeniuk/Shutterstock<br />

16 falstaff dez–feb 2025


… SPASS<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

17


festive season / SCHAUMWEINE<br />

SO SPRUDELT<br />

DIE WELT<br />

Zu einer richtigen Feier gehört<br />

Schaumwein ganz einfach dazu. Die<br />

Weinart gehört zu den wenigen, die sich<br />

weiterhin auf Wachstumskurs befindet.<br />

Foto: Stocksy<br />

18 falstaff dez–feb 2025


Die Welt der Schaumweine ist dynamisch wie bei kaum einer anderen<br />

Weinart. Natürlich, Vorbild für alle edlen Schäumer ist und bleibt der<br />

Champagner – und so entstehen in immer mehr Weinländern erstklassige<br />

Prickler. Wir stellen unsere aktuellen Favoriten vor und geben Tipps,<br />

wie der Schaumweingenuss in neue Sphären gehoben werden kann.<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG, DOMINIK VOMBACH, ULRICH SAUTTER UND PETER MOSER<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

19


festive season / SCHAUMWEINE<br />

PRICKELNDE<br />

TRENDS<br />

Schaumwein zwischen Tradition und<br />

Innovation: Marken wie Laurent-<br />

Perrier setzen auf beste Qualität im<br />

Champagnerbereich, bei Muri Drinks<br />

(u.) entstehen alkoholfreie Prickler<br />

der Extraklasse.<br />

Schaumwein ist ein wachsendes<br />

Segment im schrumpfenden<br />

Weinmarkt – und so zeigt sich der<br />

Bereich schon seit einigen Jahren<br />

besonders dynamisch. Da wäre<br />

beispielsweise der Rosé-Trend, der auch bei<br />

Schaumweinen eine tragende Rolle spielt –<br />

sei es bei den Rosé-Champagnern im<br />

Top-Segment oder bei den noch relativ<br />

neuen Rosé-Proseccos. In den letzten Jahren<br />

ist auch eine Premiumisierung zu beobachten<br />

– Top-Schaumweine mit langen<br />

Hefelagerungen und klarer Herkunft sind<br />

gefragter denn je.<br />

WENIG ZUCKER IST ANGESAGT<br />

Wer etwas auf sich hält, trinkt trocken –<br />

das gilt für Still- und Schaumweine<br />

gleichermassen. Neben dem in vielen<br />

Regionen als Standard geltenden Brut-Stil,<br />

ist insbesondere die ganz ohne zusätzlichen<br />

Zucker auskommende Geschmacksart<br />

Extra Brut oder Brut Nature hoch im Kurs.<br />

Das gilt für Champagner genauso wie für<br />

SCHAUMWEIN IST EIN<br />

WACHSENDES<br />

SEGMENT IN EINEM<br />

SCHRUMPFENDEN<br />

MARKT – UND SO ZEIGT<br />

SICH DER BEREICH<br />

BESONDERS DYNAMISCH.<br />

Schaumweine anderer Herkunft – auch für<br />

solche aus dem deutschsprachigen Raum.<br />

Das schäumende Segment wächst – und das<br />

nicht nur dank Wein! Prickelnde alkoholfreie<br />

Weinalternativen in Schaumweinflaschen<br />

trifft man immer öfters an. Neben<br />

entalkoholisierten und mit Kohlensäure<br />

angereicherten Weinen gibt es immer mehr<br />

innovative Kreationen wie Sparkling Tea,<br />

Kombucha oder ganz eigene Kreationen<br />

mit oder ohne Trauben als Ursprung.<br />

<<br />

Fotos: StockFood / Addictive Stock, beigestellt<br />

20 falstaff dez–feb 2025


Weit über seltene Jahrgänge hinaus<br />

Die Kreation des idealen Jahrgangs<br />

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festive season / SCHAUMWEINE<br />

SCHAUMWEIN-EINMALEINS<br />

LÖFFEL REIN STATT<br />

DECKEL DRAUF?<br />

Silberlöffel in den Flaschenhals und ab in den Kühlschrank?<br />

Auf diese Weise bleibt die Kohlensäure<br />

länger im Schaumwein, wusste schon die Oma und<br />

lag leider falsch, wie zahlreiche wissenschaftliche<br />

Untersuchungen bewiesen haben. Schaumwein<br />

bleibt nur frisch, wenn er mit einem Schaumweinverschluss<br />

verschlossen und kühl aufbewahrt wird.<br />

SOLL ICH<br />

SCHWENKEN?<br />

Auch Schaumwein darf und soll<br />

im Glas geschwenkt werden.<br />

Beim Schwenken kommt er mit<br />

Sauerstoff in Kontakt, was dazu<br />

führt, dass sich die diversen<br />

Geschmacksnuancen besser<br />

entfalten. Übertreiben sollte<br />

man es wegen der Kohlensäure<br />

jedoch nicht.<br />

22 falstaff dez–feb 2025<br />

WER HAT‘S ERFUNDEN?<br />

Entgegen der weit verbreiteten Annahme wurde<br />

Schaumwein nicht in der Champagne erfunden. Das<br />

Phänomen, dass Weine durch unerwünschtes Nachgären<br />

zu perlen beginnen, ist bereits seit der Antike<br />

bekannt. In der französischen Appellation Limoux<br />

wurde ein schäumender Wein erstmals 1531<br />

erwähnt, rund 160 Jahre bevor der erste Champagner<br />

hergestellt wurde.<br />

WIE KALT IST<br />

KALT GENUG?<br />

Die perfekte Trinktemperatur für<br />

Prickler gibt es nicht. Jedoch sollte<br />

die Starttemperatur möglichst tief<br />

sein. Am besten geht die Flasche 24<br />

Stunden vor Genuss in den Kühlschrank.<br />

Einfachere Schaumweine<br />

schmecken dann schon, komplexere<br />

entfalten ihren Charakter, wenn sie<br />

im Glas auf Temperatur kommen.<br />

DARF ES<br />

KNALLEN?<br />

Grundsätzlich sollte man beim Öffnen<br />

von edlen Schaumweinen so sanft vorgehen,<br />

dass eher ein «Pscht» als ein<br />

«Plopp» zu hören ist und überschäumen<br />

sollte eine Flasche beim Öffnen schon<br />

gar nicht. Natürlich gibt es aber festliche<br />

Momente, wo diese Regel gebrochen<br />

werden darf: Etwa, wenn man einen<br />

Formel-1-Grand-Prix gewinnt.<br />

Fotos: mauritius images / Gunter Kirsch / Alamy, StockFood / Cephas Picture Library, Bratic,Hasan / Action Press / picturedesk.com, istock / Getty Images, beigestellt


festive season / SCHAUMWEINE<br />

DIE TOP<br />

NON VINTAGE-CHAMPAGNER:<br />

DIE SICHERE BANK<br />

CHAMPAGNER BRUT<br />

NATURE: EXZELLENZ<br />

OHNE ZUCKER<br />

Die Kategorie Brut Nature – auch bezeichnet als<br />

Zéro Dosage oder pas dosé – ist im Trend. Diesen<br />

Champagnern wird nach dem Degorgieren keine<br />

Dosage zugegeben, entsprechend enthalten sie<br />

praktisch keinen Zucker. Die Weine zeigen sich<br />

besonders pur und terroirbetont.<br />

96<br />

94<br />

93<br />

93<br />

93<br />

92<br />

92<br />

92<br />

91<br />

91<br />

2006 Champagne Pommery «Cuvée<br />

Louise» Brut Nature, Champagne Pommery<br />

millesima, CHF 200,–<br />

2012 Champagne Canard-Duchêne Brut<br />

Nature, Champagne Canard-Duchêne<br />

manor.ch, CHF 42,50<br />

Champagne Ayala Brut Nature Dosage<br />

Zero NV, Champagne Ayala<br />

millesima.ch, CHF 47,–<br />

Champagne Tarlant «Zero»<br />

Brut Nature NV, Champagne Tarlant<br />

flaschenpost.ch, CHF 54,95,–<br />

Barons de Rothschild Brut Nature NV<br />

Champagne Barons de Rothschild<br />

vinotheque.ch, CHF 52,–<br />

Champagne Moutard «Père & Fils» Brut<br />

Nature NV, Champagne Moutard<br />

flaschenpost.ch, 38,95<br />

Champagne Drappier Pinot Noir Zero Dosage<br />

Brut Nature NV, Champagne Drappier<br />

vinothek-brancaia.ch, CHF 45,–<br />

Champagne Billecart-Salmon Brut<br />

Nature NV, Champagne Billecart-Salmon<br />

vinotheque.ch, CHF 54,50<br />

Champagne Philippe Glavier<br />

«La Grâce d’Alphaël Grand Cru» Brut<br />

Nature NV, Philippe Glavier<br />

vino.com, CHF 54,90<br />

Champagne Domaine Mea «Sig’Nature»-<br />

Premier Cru Extra Brut NV<br />

schaumweinkontor.com, ca. CHF 35,–<br />

Viele Champagnerhäuser setzen bei der Produktion ihrer wichtigsten Weine auf eine<br />

harmonische Assemblage von Weinen aus mehreren Jahrgängen. Oft werden aktuelle<br />

Weine mit den gereiften Reserveweinen kombiniert. Die perfekte Assemblage zu<br />

finden, ist eine grosse Kunst und meist in Händen erfahrener Kellermeister.<br />

97<br />

95<br />

94<br />

94<br />

94<br />

Champagne Krug Grande Cuvée<br />

«172ème Édition» Brut NV<br />

Champagne Krug<br />

moet-hennessy.ch, ca. CHF 185,–<br />

Champagne Laurent-Perrier<br />

Héritage Brut NV, Champagne<br />

Laurent-Perrier<br />

laurent-perrier.com, ca. CHF 70,–<br />

Champagne Éric Rodez<br />

«Cuvée des Grand Vintages»<br />

Extra Brut NV,<br />

Champagne Éric Rodez<br />

the-champagne.ch, CHF <strong>10</strong>5,–<br />

Champagne Louis Roederer<br />

« Collection 244» Brut NV,<br />

Champagne Louis Roederer<br />

moevenpick-wein.com, CHF 64,80<br />

Champagne Duval-Leroy<br />

Réserve, Brut NV, Champagne<br />

Duval-Leroy<br />

obrist.ch, CHF 45,–<br />

94<br />

94<br />

93<br />

93<br />

93<br />

Champagne Bollinger «Special<br />

Cuvée» Brut NV, Champagne<br />

Bollinger<br />

moevenpick-wein.com, CHF 68,–<br />

Champagne Ruinart Blanc<br />

Singulier «Édition 19» Brut<br />

Nature NV, Champagne Ruinart<br />

moet-hennessy.ch, ca. CHF 115,–<br />

Champagne Canard-Duchêne<br />

«P. 181» Extra Brut NV,<br />

Champagne Canard Duchêne<br />

xtrawine.com, CHF 57,50<br />

Drappier «Clarevallis» Extra Brut<br />

NV, Champagne Drappier,<br />

vinothek-brancaia.com,<br />

CHF 59,80<br />

Champagne Duval-Leroy<br />

«Fleur de Champagne» Premier<br />

Cru Brut NV, Champagne<br />

Duval- Leroy<br />

thewinefamily.ch, CHF 44,80<br />

ROSÉ-CHAMPAGNER:<br />

TRENDFARBE MIT FINESSE<br />

Die Farbe Rosa steht bei vielen Menschen hoch im Kurs – das geht auch am<br />

Wein nicht spurlos vorbei. Rosé-Champagner sind schon seit einigen Jahren im<br />

Aufschwung und das eben nicht nur wegen der trendigen Farbe, sondern auch<br />

wegen des Geschmacks: Die Weine zeigen oft eine prägnante Frucht und eine<br />

hohe Komplexität, was sie zu perfekten Apéroweinen, aber auch Speisenbegleitern<br />

macht.<br />

Fotos: beigestellt<br />

24 falstaff dez–feb 2025


CUVÉE DE PRESTIGE-CHAMPAGNER: FESTLICH UND RAR<br />

Prestige-Cuvées repräsentieren das Beste, was ein Champagnerhaus zu bieten hat. Sie verkörpern die Spitzenqualität und das<br />

Know-how des jeweiligen Produzenten. Oft werden für diese Champagner nur die besten Trauben aus den besten Lagen verwendet<br />

und besondere Sorgfalt bei der Vinifizierung und Reifung angewandt. Es ergibt sich von selbst, dass diese Weine nicht<br />

nur ihren Preis haben, sondern auch, dass sie oft nur in begrenzten Mengen verfügbar sind.<br />

99 97<br />

98<br />

97<br />

Champagne Laurent-Perrier Grand<br />

Siècle Itération N°24 Brut en Magnum,<br />

Assemblage der Jahrgänge 2004,<br />

2006, 2007, Champagne Laurent-<br />

Perrier<br />

laurent-perrier.com, Preis: k. A.<br />

Champagne Laurent-Perrier Grand<br />

Siècle Itération N°26 Brut, Assemblage<br />

der Jahrgänge 2007, 2008, 2012,<br />

Champagne Laurent-Perrier<br />

laurent-perrier.com, Preis: k. A.<br />

2015 Champagne Louis Roederer<br />

«Cristal» Brut, Champagne Louis<br />

Roederer S.A.<br />

moevenpick-wein.com, CHF 299,–<br />

96<br />

96<br />

96<br />

2015 Champagne Pol Roger, «Sir Winston<br />

Churchill» Cuvée Brut, Champagne<br />

Pol Roger<br />

moevenpick-wein.com, CHF 275,–<br />

2015 Champagne Bollinger «La Grande<br />

Année» Brut, Champagne Bollinger<br />

millesima.ch, CHF 190,–<br />

2015 Champagne Dom Pérignon Brut,<br />

Champagne Dom Pérignon<br />

ullrich.ch, CHF 2<strong>10</strong>,–<br />

2014 Champagne Charles Heidsieck<br />

«Blanc des Millénaires» Blanc de<br />

Blancs Brut, Charles Heidsieck<br />

moevenpick-wein.com, CHF 245,–<br />

96<br />

95<br />

95<br />

2013 Champagne Dom Pérignon<br />

Brut, Champagne Dom Pérignon<br />

vinotheque.ch,<br />

CHF 2<strong>10</strong>,–<br />

2017 Champagne Leclerc<br />

Briant «Abyss» Zéro, Cham-<br />

Leclerc Briant<br />

matasci-vini.ch,<br />

CHF 209,–<br />

2012 Champagne<br />

Drappier Grande Sendrée<br />

Brut, Champagne<br />

Drappier<br />

moevenpick-wein.com,<br />

CHF 99,–<br />

96<br />

96<br />

95<br />

94<br />

94<br />

2017 Champagne Louis Roederer Rosé<br />

Brut, Champagne Louis Roederer S.A.<br />

moevenpick-wein.com, CHF 93,–<br />

2012 Champagne Laurent-Perrier<br />

Alexandra Rosé Brut Millésimé<br />

Champagne Laurent-Perrier<br />

schubi-weine.ch, CHF 349,–<br />

2008 Champagne Duval-Leroy «Femme de<br />

Champagne» Grand Cru Rosé de Saignée<br />

Brut, Champagne Duval-Leroy<br />

duval-leroy.store, ca. CHF 270,–<br />

2018 Champagne Pol Roger Rosé Brut<br />

Champagne Pol Roger<br />

moevenpick-wein.com, CHF 95,–<br />

Champagne de Venoge Princesse Rosé<br />

Brut NV, Champagne de Venoge<br />

flaschenpost.ch, CHF 60,95<br />

CHAMPAGNER<br />

FÜR ALLE!<br />

96<br />

BLANC DE BLANCS:<br />

NOBLE BLÄSSE<br />

Blanc de Blancs-Champagner werden ausschliesslich aus weissen<br />

Trauben hergestellt, in der Regel aus <strong>10</strong>0 Prozent Chardonnay.<br />

Diese reinsortige Verwendung macht sie zu etwas Besonderem: Sie<br />

sind elegant und finessenreich.<br />

2016 Champagne Doyard<br />

«Voie d’Oger» Blanc de Blancs<br />

Extra Brut<br />

uvarara.ch, CHF 376,– (1,5 L)<br />

94<br />

Champagne Drappier «Quattuor»<br />

Blanc de Quatie Blancs Extra Brut<br />

NV<br />

amstein.ch, CHF 90,–<br />

94<br />

93<br />

93<br />

93<br />

93<br />

Champagne Charles Heidsieck Rosé<br />

Réserve Brut NV, Charles Heidsieck<br />

moevenpick-wein.com, CHF 55,80<br />

Champagne Éric Rodez «Macération» Rosé<br />

Grand Cru Extra Brut NV, Champagne Éric<br />

Rodez<br />

the-champagne.ch, CHF 74,–<br />

Champagne Laurent-Perrier Cuvée Rosé<br />

Brut NV, Champagne Laurent-Perrier<br />

misterchampagne.ch, CHF 79,–<br />

Champagne Leclerc Briant Rosé Extra Brut<br />

NV, Champagne Leclerc Briant<br />

shop.suedhang.com, CHF 57,–<br />

Champagne Perrier-Jouët Blason Rosé<br />

Brut NV, Champagne Perrier-Jouët<br />

delea.ch, CHF 85,–<br />

95<br />

95<br />

95<br />

95<br />

Champagne Duval-Leroy Blanc de<br />

Blancs Grand Cru Brut NV<br />

thewinefamily.ch, CHF 52,–<br />

2018 Champagne Ayala «A/18»<br />

Le Blanc de Blancs Extra Brut<br />

selection-schwander.ch, CHF 72,50<br />

2015 Champagne Pol Roger Blanc<br />

de Blancs Brut<br />

moevenpick-wein.com, CHF 95,–<br />

2015 Champagne Pierre Gimonnet<br />

«Special Club»Grand Cru<br />

Extra Brut<br />

magnusvinum.ch, CHF 64,–<br />

94<br />

94<br />

94<br />

94<br />

Champagne Laurent-Perrier Blanc<br />

de Blancs Brut Nature NV<br />

ullrich.ch, CHF 89,–<br />

Champagne Charles Heidsieck<br />

Blanc de Blancs Brut NV<br />

moevenpick-wein.com, CHF 79,80<br />

2018 Champagne Deutz Blanc<br />

de Blancs Brut<br />

casadelvino.ch, CHF 85,–<br />

2008 Champagne Duval-Leroy<br />

Blanc de Blancs Prestige<br />

Premier Cru Brut<br />

thewinefamily.ch, CHF 52,–<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

25


festive season / SCHAUMWEINE<br />

Qualitätskontrolle<br />

bei Bailly Lapierre<br />

im Burgund – auch<br />

hier werden immer<br />

mehr Crémant-Weine<br />

hergestellt.<br />

DER CRÉMANT-BOOM<br />

Crémant bezeichnet man<br />

Schaumweine aus Frankreich,<br />

die zwar nach der<br />

traditionellen Champagnermethode<br />

hergestellt werden, aber eben<br />

nicht aus der Champagne stammen.<br />

Ganze acht Regionen sind<br />

für die Produktion von Crémant<br />

in Frankreich zugelassen – die mit<br />

Abstand wichtigste ist das Elsass.<br />

Mit fast 40 Millionen verkauften<br />

Flaschen im Jahr 2023 hat das<br />

Elsass im Bereich Crémant neue<br />

Sphären erreicht – und ein<br />

Abbruch scheint nicht in Sicht.<br />

Weltweit gelten die Weine als<br />

echte Alternative zu den meist um<br />

ein Vielfaches teureren Gewächsen<br />

aus der Champagne.<br />

Crémant gibt es nicht nur aus<br />

Frankreich: Auch in Luxemburg<br />

wird er produziert, ausserdem ist<br />

die Bezeichnung auch in Deutschland<br />

und Belgien geregelt.<br />

<<br />

Der Betrieb Bouvet-Ladubay an<br />

der Loire gehört zur Top-Liga der<br />

Crémant-Hersteller.<br />

CRÉMANT:<br />

UNGEAHNTE VIELFALT<br />

Crémant wird immer beliebter: Grösster<br />

Produzent ist das Elsass, doch neben anderen<br />

Weinregionen in Frankreich können auch die<br />

Winzer Luxemburgs Crémant produzieren.<br />

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92<br />

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92<br />

Henri Ruppert «La Brute Blanc»<br />

Crémant de Luxembourg NV, Domaine<br />

Henri Ruppert<br />

domaine-ruppert.lu, ca. CHF 25,–<br />

Alice Hartmann Crémant «Grande Cuvée»<br />

Brut NV, Domaine Alice Hartmann<br />

alice-hartmann.lu, ca. CHF 50,–<br />

2020 Sunnen-Hoffmann Brut Nature,<br />

Domaine Sunnen-Hoffmann<br />

caves-sunnen.lu, ca. CHF 20,–<br />

Domaine Ansen Brut Nature NV<br />

Domaine Ansen<br />

bevino.ch, CHF 20,50<br />

2020 Dirler-Cadé Crémant d’Alsace Brut<br />

Nature, Domaine Dirler-Cadé<br />

viniculture.de, ca. CHF 20,–<br />

2019 Dirler-Cadé Crémant d’Alsace Riesling<br />

Brut Nature, Domaine Dirler-Cadé<br />

walterundbenjamin.de,<br />

tannico.ch, CHF 26,40<br />

2020 Bouvet «Zéro» Saumur Brut Nature,<br />

Bouvet Ladubay<br />

bouvet-ladubay.fr, ca. CHF 20,–<br />

2019 Bouvet «Instinct» Saumur Extra<br />

Brut, Bouvet Ladubay<br />

bouvet-ladubay.fr, ca. CHF 20,–<br />

Taille aux Loups Montlouis sur Loire Vin<br />

Mousseux Triple Zéro Dosage NV,<br />

Domaine de la Taille aux Loups<br />

millesima.ch, CHF 21,70<br />

2015 Bouvet «Ogmius» Saumur Brut,<br />

Bouvet Ladubay<br />

proidee.ch, CHF 134,50<br />

Fotos: JeffE Pachoud / AFP / picturedesk.com, Gérald Angibaud, beigestellt<br />

26 falstaff dez–feb 2025


festive season / SCHAUMWEINE<br />

KELCHE FÜR GROSSEN GENUSS<br />

Das Champagnerglas der Firma<br />

Zalto verleiht den Schaumweinen<br />

der Welt Feinheit und Noblesse,<br />

wobei Mineralik und Rasse<br />

verstärkt werden.<br />

Das Double Bend Champagne<br />

von Markthomas mit dem<br />

charakteristischen Doppelknick<br />

ist für jede Art von Schaumwein,<br />

aber auch für Süssweine geeignet.<br />

Der Champagnerkelch<br />

Q1 von Stoelzle<br />

Lausitz erinnert<br />

an ein klassisches<br />

Schaumweinglas,<br />

bietet dem Wein<br />

aber viel Raum zur<br />

Aromenentfaltung.<br />

Das perfekte Schaumweinglas gibt<br />

es nicht! Die Welt der prickelnden<br />

Weine ist vielfältig – und dementsprechend<br />

gibt es eine Vielzahl von<br />

Schaumweingläsern. Während es schwierig<br />

ist, ein einziges Glas für Schaumwein zu<br />

bestimmen, ist es einfach, gewisse Schaumweingläser<br />

auszuschliessen: An erster Stelle<br />

steht die Champagnerschale. Die breite<br />

Form dieser Gläser ist alles andere als<br />

ideal für den Schaumweingenuss. Auch<br />

die schmalen Flöten haben in der Welt der<br />

edlen Schaumweine nichts zu suchen. Sie<br />

zeigen beim Schnuppern am Glas nur einen<br />

Bruchteil der Aromen. Eine Kelchform im<br />

weiteren Sinne muss also her.<br />

Das Italesse Etoilé<br />

Sparkle erinnert an ein<br />

Weissweinglas, wurde aber<br />

von Champagnerflöte und<br />

-schale inspiriert.<br />

Das Riedel Veritas<br />

Champagner-<br />

Weinglas erinnert<br />

mit seiner Eiform an<br />

ein Weissweinglas.<br />

Es eignet sich ideal<br />

für leichte, trockene<br />

Champagner und<br />

Schaumweine.<br />

Das Schaumweinglas aus der<br />

Serie Zwiesel Air Sense setzt<br />

auf eine Dekantierkugel, die den<br />

Luftkontakt des Weins fördert.<br />

Das Champagnerglas<br />

Grand Cru von Sophienwald<br />

wurde eigens für hochwertige<br />

Schaumweine<br />

entwickelt.<br />

Fotos: beigestellt<br />

28 falstaff dez–feb 2025


festive season / DIE <strong>10</strong> BESTEN<br />

30<br />

97DIE TOP<br />

FRANCIACORTA DOCG:<br />

ELEGANTER GENUSS<br />

Franciacorta stammt von rund 2800 Hektar<br />

Rebland in der Nähe des Iseosees in Nord italien.<br />

1955 war er der erste Schaumwein Italiens, der<br />

mit der höchsten Qualitätsstufe DOCG ausgezeichnet<br />

wurde.<br />

97<br />

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96<br />

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95<br />

95<br />

95<br />

95<br />

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RNA Riserva Nobile Alessandro Bianchi<br />

Franciacorta DOCG 2007 Millesimato<br />

Extra Brut, Villa Franciacorta<br />

villafranciacorta.it, ca. CHF 170,–<br />

Cabochon Franciacorta DOCG 2016<br />

Millesimato Brut, Monte Rossa<br />

monterossa.com, ca. CHF 95,–<br />

Vintage Collection Franciacorta DOCG<br />

2019 Extra Brut, Ca’del Bosco<br />

caratello.ch, CHF 59,–<br />

Riserva Vittorio Moretti Franciacorta<br />

DOCG 2016 Extra Brut Bellavista<br />

casadelvino.ch, CHF 119,–<br />

Annamaria Clementi Franciacorta<br />

Riserva DOCG 2015 Dosage Zéro<br />

Ca’ del Bosco<br />

vergani.ch, CHF 128,–<br />

Bagnadore Franciacorta Riserva DOCG<br />

2016 Dosaggio Zero, Barone Pizzini<br />

tannico.ch, CHF 53,90<br />

Alma Grande Cuvée Non Dosato<br />

Franciacorta DOCG Dosaggio Zero<br />

Bellavista<br />

casadelvino.ch, CHF 44,–<br />

EBB Franciacorta DOCG 2018 Extra Brut<br />

Mosnel, Passirano (BS)<br />

mosnel.com, ca. CHF 50,–<br />

Fuoriserie N° 25 Franciacorta DOCG Brut<br />

Monte Rossa<br />

monterossa.com, ca. CHF 60,–<br />

Palazzo Lana Extrême Franciacorta<br />

Riserva DOCG 2013 Extra Brut, Guido<br />

Berlucchi, Corte Franca (BS)<br />

berlucchi.it, ca. CHF 1<strong>10</strong>,–<br />

TRENTO DOC:<br />

FÜR KENNER<br />

Die Trento-DOC-Schaumweine aus<br />

dem Trentino werden nach der<br />

klassischen Methode hergestellt.<br />

Ihre Geschichte geht zurück bis auf<br />

das Jahr 1902.<br />

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93<br />

Giulio Ferrari Riserva del<br />

Fondatore<br />

Trento DOC 2015<br />

Extra Brut, Ferrari Trento<br />

bindella.ch, CHF 154,– (Jg. 2012)<br />

Le Général Blanc Riserva<br />

Trento DOC 2016 Dosaggio Zero,<br />

Cantine Monfort<br />

cantinemonfort.it, ca. CHF 36,–<br />

Rhodium Riserva Trento DOC<br />

2018 Nature,<br />

Cantina Salizzoni<br />

vinello.ch, CHF 43,–<br />

Altemasi Graal Riserva Trento<br />

DOC 2017, Cavit<br />

flaschenpost.ch, CHF 47,95<br />

Ferrari Riserva Lunelli Trento<br />

DOC 2016 Extra Brut, Ferrari<br />

Trento<br />

bindella.ch, CHF 75,– (Jg. 2015)<br />

Cuvée <strong>Nr</strong>. 9 Trento DOC 2020<br />

Extra Brut, Etyssa<br />

etyssaspumanti.it, ca. CHF 22,–<br />

Piancastello Rosé Riserva<br />

Trento DOC 2019 Millesimato<br />

Brut, Endrizzi<br />

endrizzi.it, ca. CHF 24,–<br />

Trento DOC 2020 Millesimato<br />

Brut, Pisoni<br />

glenfahrn.com, CHF 28,50<br />

Art Trento DOC Brut, De Vigili<br />

tannico.ch, CHF 29,90<br />

Rossi Rege Trento DOC 2019,<br />

Millesimato Brut,<br />

Cantina Zehnhof<br />

zehnhof.it, ca. CHF 25,–<br />

CONEGLIANO VALDOBBI-<br />

ADENE PROSECCO DOCG:<br />

DER SUPER-PROSECCO<br />

Der Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore<br />

DOCG stammt aus der malerischen Hügellandschaft<br />

zwischen Conegliano und Valdobbiadene. Sie gilt als<br />

die Ursprungszone des Weinstils.<br />

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Mas de Fer Rive di Soligo Conegliano Valdobbiadene<br />

Prosecco Superiore DOCG 2023 Extra<br />

Dry, Andreola xtrawine.com, CHF 15,98<br />

Cuvée 5 Conegliano Valdobbiadene<br />

Prosecco Superiore DOCG 2023 Extra Brut,<br />

Col Vetoraz xtrawine.com, CHF 19,50<br />

Franco Valdobbiadene Prosecco<br />

Superiore DOCG 2023 Millesimato<br />

Extra Brut, Le Bertole<br />

lebertole.it, Preis: k.A.<br />

Giustino B. Conegliano Valdobbiadene<br />

Prosecco Superiore DOCG 2023 Extra Dry,<br />

Ruggeri ruggeri.it, Preis: k.A.<br />

Valdobbiadene Superiore di Cartizze DOCG<br />

Brut, Ruggeri ullrich.ch, CHF 34,–<br />

Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG<br />

2023 Extra Dry, Le Bertole<br />

flaschenpost.ch, CHF 16,95<br />

Bosco di Gica Valdobbiadene<br />

Prosecco Superiore DOCG Brut,<br />

Adami<br />

flaschenpost.ch, CHF 17,95<br />

70 th Anniversary Rive di Col San<br />

Martino Valdobbiadene Prosecco<br />

Superiore DOCG 2022<br />

Millesimato Extra Brut<br />

Bortolomiol<br />

xtrawine.com, 19,50<br />

Conegliano Valdobbiadene<br />

Prosecco Superiore DOCG<br />

Brut, Dal Din Spumanti<br />

siebe-dupf.ch, CHF 19,90<br />

Amolèr Valdobbiadene<br />

Prosecco Superiore DOCG 2023<br />

Extra Brut Marsuret<br />

proseccheria.ch, CHF 26,–


PROSECCO SUPERIORE<br />

ASOLO DOCG:<br />

PRICKELNDE FRUCHT<br />

Die zweite, kleinere Prosecco-Appellation mit<br />

der höchsten Qualitätsstufe DOCG befindet sich<br />

in der Region Asolo in der Provinz Treviso. Die<br />

Weine aus der Zone gelten als frisch, weich und<br />

fruchtbetont.<br />

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Asolo Prosecco Superiore DOCG 2023<br />

Extra Brut, Bele Casel<br />

belecasel.com, ca. CHF 15,–<br />

Rissieri Asolo Prosecco Superiore DOCG<br />

2023 Brut, Bresolin Bio<br />

bresolin-bio.it, ca. CHF 15,–<br />

Asolo Prosecco Superiore DOCG 2023<br />

Extra Dry, Bele Casel<br />

myprivateboutique.ch, CHF 11,90<br />

Duse Asolo Prosecco Superiore DOCG<br />

2023 Millesimato Brut, Pat del<br />

Colmèl<br />

foodfordreams.ch, CHF 14,90<br />

Biodiversity Friend Asolo Prosecco<br />

Superiore DOCG Brut, Villa Sandi<br />

villasandi.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

Asolo Prosecco Superiore DOCG<br />

Brut, Case Paolin<br />

casepaolin.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

Celeber Asolo Prosecco Superiore<br />

DOCG 2023 Extra Brut, Dal Bello<br />

dalbellovini.it, ca. CHF 15,–<br />

Rocca d’Asolo Asolo Prosecco<br />

Superiore DOCG 2023 Vino Frizzante,<br />

Dal Bello<br />

dalbellovini.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

Asolo Prosecco Superiore DOCG<br />

Extra Brut, Giusti Wine<br />

giustiwine.com, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

Benny Asolo Prosecco Superiore DOCG<br />

2023 Extra Brut, Bresolin Bio<br />

bresolin-bio.it, ca. CHF 15,–<br />

PROSECCO DOC:<br />

PRICKLER FÜR JEDEN TAG<br />

Der meistproduzierte Schaumwein Italiens erfreut sich<br />

weltweit grosser Popularität. Wie fast alle Prosecco-<br />

Sorten wird er mittels Tankgärung hergestellt.<br />

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Prosecco DOC Brut, La Jara<br />

amiata.ch, CHF 16,80<br />

Etichetta Nera Prosecco DOC Extra Dry<br />

Valdo Spumanti<br />

valdo.com, ca. CH 25,–<br />

Argeo Prosecco Treviso DOC Brut<br />

Ruggeri<br />

weinvogel.ch, CHF 12,80<br />

Penombra Prosecco DOC, Gino Prosecco DOC<br />

2023 Millesimato Dry, V8+<br />

ottopiuvineyards.it, ca. CH <strong>10</strong>,–<br />

Penombra Prosecco DOC 2023 Brut<br />

Diotisalvi<br />

diotisalvi.it, Preis: k.A.<br />

Prosecco Treviso DOC Brut, Ca’ di Rajo<br />

tannico.ch, CHF 18,70<br />

Serenitatis Prosecco Treviso DOC Brut,<br />

Montelvini<br />

montelvini.it, ca. CH 7,–<br />

Prosecco Treviso DOC Extra Dry<br />

Ponte Viticoltori<br />

wyhusbelp.ch, CHF 11,90<br />

Prosecco DOC 2022 Vino Frizzante<br />

Rifermentato in Bottiglia, Col de Mar<br />

coldemar.it, ca. CHF 9,–<br />

Casa Gheller Prosecco Treviso DOC Brut,<br />

Villa Sandi vinello.ch, ca. CHF 9,90<br />

Fotos: beigestellt<br />

Die «Bollicine» sind in Italien sehr<br />

gefragt – das Land ist nicht nur ein<br />

Grossimporteur von Champagner,<br />

sondern produziert auch selbst immer mehr<br />

erstklassige Prickler. Neben der Flaschengärung<br />

steht auch die Tankgärung in Italien<br />

hoch im Kurs – insbesondere bei den<br />

beliebten Prosecco-Weinen, die meist mit<br />

dieser Technik hergestellt werden.<br />

BOLLICINE FÜR<br />

JEDEN MOMENT<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

31


festive season / SCHAUMWEINE<br />

SCHÄUMENDE EXOTEN<br />

SPANISCHER SCHAUM-<br />

WEIN: MEHR ALS CAVA<br />

Spanien ist ein echtes Schaumweinland, wobei der<br />

traditionelle Cava aus Penedès in Katalonien den<br />

Grossteil der Produktion ausmacht. Dieser wird<br />

mittels klassischer Flaschengärung hergestellt.<br />

Seit einigen Jahren tut sich viel im Land: Einige<br />

Top-Produzenten haben eigene Appellationen<br />

gegründet und auch Schaumweine aus neuen<br />

Anbauzonen sind immer häufiger anzutreffen.<br />

PRICKLER AUS ALLER<br />

WELT: ÜBERRASCHEND!<br />

97<br />

2011 Gramona Enoteca Font de Jui Brut<br />

Nature, Gramona, Sant Sadurní d’Anoia,<br />

Penedès<br />

smithandsmith.ch, CHF 209,–<br />

Schaumwein-Hotspots gibt es auf der ganzen<br />

Welt: Etwa in Südafrika, Kalifornien oder in England,<br />

wo die Herstellung von Schaumwein aufgrund<br />

der Klimaerwärmung richtiggehend floriert.<br />

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2018 Silverthorn «Jewel Box» Brut,<br />

Silverthorn Wines, Südafrika<br />

shop.kapweine.ch, CHF 49,–<br />

2014 Nyetimber «Tillington» Single<br />

Vineyard Brut, Nyetimber, England<br />

bauraulacvins.ch, CHF 165,– (Jg. 2013)<br />

2013 Nyetimber «<strong>10</strong>86» Brut, Nyetimber,<br />

England<br />

bauraulacvins.ch, CHF 280,– (Jg. 20<strong>10</strong>)<br />

2018 Gusbourne Blanc de Blancs Brut,<br />

Gusbourne, England<br />

realwines.ch, CHF 65,–<br />

2018 Gusbourne Rosé Brut, Gusbourne,<br />

England<br />

realwines.ch, CHF 59,–<br />

2015 Hattingley Valley Blanc de Blancs<br />

Traditional Method Extra Brut, England<br />

ullrich.ch, CHF 59,– (Jg. 2014)<br />

Nyetimber Rosé Brut NV, Nyetimber,<br />

England<br />

bauraulacvins.ch, CHF 69,80<br />

2016 Nyetimber Blanc de Blancs Brut,<br />

Nyetimber, England<br />

tannico.ch, CHF 94,90<br />

2016 Pieter Ferreira Blanc de Blancs, Extra<br />

Brut Pieter Ferreira, Südafrika<br />

capehouse.eu, Preis: k. A.<br />

Roederer Estate Quartet Rosé Brut,<br />

Roederer Estate, Kalifornien<br />

vinello.ch, CHF 36,90<br />

Der Traditionsbetrieb<br />

Gramona in Katalonien<br />

setzt auf einen naturnahen<br />

Anbau sowie lange<br />

Hefelager in den Kellern.<br />

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2014 Gramona Celler Batlle Corpinnat Brut<br />

Nature, Gramona, Sant Sadurní d’Anoia,<br />

Penedès<br />

smithandsmith.ch, CHF <strong>10</strong>4,– (Jg. 2011)<br />

2015 Pere Ventura Gran Vintage Brut,<br />

Paraje Calificado Can Bas, Pere Ventura,<br />

Sant Sadurní d’Anoia, Penedès<br />

flaschenpost.ch, CHF 61,95<br />

2016 Blanca Cusiné Brut Nature<br />

Parés Baltà<br />

paresbalta.com, ca. CHF 30,–<br />

2016 Pere Ventura Vintage Gran Reserva<br />

Brut, Pere Ventura, Sant Sadurní<br />

d’Anoia, Penedès<br />

fischer-weine.ch, CHF 30,60<br />

2018 Pere Ventura Vintage Rosé Gran<br />

Reserva Brut, Pere Ventura, Sant<br />

Sadurní d’Anoia, Penedès<br />

vinello.ch, CHF 28,95<br />

2020 Pere Ventura «Tresor» Gran,<br />

Reserva Brut, Pere Ventura, Sant<br />

Sadurní d’Anoia, Penedès<br />

flaschenpost.ch, CHF 15,95 (Jg. 2019)<br />

Pere Ventura Cava Primer<br />

Reserva Brut NV, Pere Ventura,<br />

Sant Sadurní d’Anoia, Penedès<br />

fischer-weine.ch, CHF 13,50<br />

2021 Perelada Cava Stars<br />

Reserva Brut, Cavas Castillo de<br />

Perelada, Girona, Penedès<br />

vinos.ch, CHF 15,80<br />

2021 Perelada Cava Stars<br />

«Touch of Rosé» Brut, Cavas<br />

Castillo de Perelada, Girona,<br />

Penedès<br />

genusswein.ch, CHF 13,50<br />

Fotos: beigestellt<br />

32 falstaff dez–feb 2025


*BOLGHERI DOC LE SERRE<br />

NUOVE DELL’ORNELLAIA<br />

TENUTA DELL’ORNELLAIA<br />

2021, 75 CL<br />

54.95 (<strong>10</strong> CL = 7.33)<br />

*VALAIS AOC PETITE<br />

ARVINE LES TRÉSORS<br />

DE FAMILLE MAISON<br />

GILLIARD<br />

2022, 75 CL<br />

94<br />

Robert Parker<br />

94<br />

<strong>Falstaff</strong><br />

24.95 (<strong>10</strong> CL = 3.33)<br />

* TOSCANA IGT IL PINO<br />

DI BISERNO TENUTA<br />

DI BISERNO 2021, 75 CL<br />

54.95 (<strong>10</strong> CL = 7.33)<br />

Highlights aus dem<br />

Mondovino-Sortiment<br />

Exklusiv online erhältlich:<br />

mondovino.ch/highlights<br />

Preis- und Jahrgangsänderungen sind vorbehalten.<br />

Coop verkauft keinen Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren.<br />

*Nur auf mondovino.ch erhältlich.


festive season / SCHAUMWEINE<br />

Die Bündner Herrschaft ist ein<br />

Schaumweinparadies! Patrick und<br />

Hansruedi Adank gehören zu<br />

den Top-Produzenten genauso<br />

wie das Weingut Obrecht (u.).<br />

SCHÄUMENDE<br />

SCHWEIZ<br />

SCHWEIZER SCHAUMWEIN:<br />

SO GUT WIE NIE<br />

Schaumwein war für viele <strong>Schweiz</strong>er Weingüter lange ein Nebenprodukt, das man halt einfach noch<br />

mit anbot. Die gesamte Versektung wurde dafür in fremde Hände gegeben. Mittlerweile mehren sich die<br />

Hersteller von Schaumweinen, die den Prozess ins eigene Weingut verlegen oder zumindest ganz genau<br />

darauf bedacht sind, auch beim Schaumwein echte <strong>Schweiz</strong>er Qualität in die Flaschen zu bringen.<br />

94 92<br />

93<br />

93<br />

93<br />

93<br />

2021 Obrecht Blanc Brut Nature,<br />

Weingut Obrecht<br />

ullrich.ch, CHF 52,50<br />

Hansruedi Adank Brut NV, Weingut Familie<br />

Hansruedi Adank<br />

adank-weine.ch, CHF 38,–<br />

2020 Bachtobel Mousseux MX«Extra Brut»<br />

Schlossgut Bachtobel<br />

martel.ch, CHF 44,–<br />

Litwan Blanc de Noir Extra Brut 2019<br />

Litwan Wein<br />

vinothek-brancaia.ch, CHF 39,–<br />

Obrecht Rosé Brut NV,<br />

Weingut Obrecht<br />

ullrich.ch, CHF 36,–<br />

92<br />

92<br />

92<br />

92<br />

Lüthi Blanc de Noirs Extra Brut NV,<br />

Lüthi Weinbau<br />

terravigna.ch, CHF 59,–<br />

2021 St. Jodern Kellerei «Heida<br />

Chatouille» St. Jodern Kellerei<br />

jodernkellerei.ch, Ausverkauft<br />

2021 Fromm Vin Mousseux Zero Dosage,<br />

Weingut Fromm<br />

weingut-fromm.ch, CHF 39,–<br />

2019 Cäsar Millésimé Extra Brut,<br />

C. Varonier & Söhne<br />

varonier.ch, CHF 39,–<br />

2022 Hermann Brut,<br />

Weingut Roman Hermann<br />

weingut-hermann.ch, CHF 31,–<br />

Fotos: Adank Weinbau Fläsch / Siffert / weinweltfoto, beigestellt<br />

34 falstaff dez–feb 2025


CAVE FIN BEC<br />

MÉTHODE FIN BEC<br />

Cave Fin Bec: Pioniere der Schaumwein-Produktion<br />

aus autochthonen Walliser Rebsorten seit 2008.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Die Vorweihnachtszeit lädt dazu<br />

ein, in festlicher Stimmung<br />

besondere Momente zu geniessen<br />

und sich von der Magie der<br />

kommenden Feiertage verzaubern zu lassen.<br />

Was passt dazu besser, als ein Glas erstklassigen<br />

Schaumweins, begleitet von feinem<br />

Essen und anregenden Gesprächen im<br />

Kreise von Familie und Freunden? Während<br />

Frankreich, Spanien und Italien traditionell<br />

im Rampenlicht der Schaumweinwelt<br />

stehen, avanciert die <strong>Schweiz</strong> zunehmend<br />

zum Geheimtipp unter Kennern.<br />

MOUSSEUX AUTOCHTONE<br />

Ein herausragendes Beispiel dafür bietet das<br />

Wallis – eine Region, die für ihre sonnenverwöhnte<br />

Landschaft und kulinarischen<br />

«EIN SCHAUMWEIN<br />

IST SO GUT WIE<br />

DER WEIN, DER IHN<br />

GESCHAFFEN HAT.»<br />

YVO MATHIER WINZER<br />

Spezialitäten bekannt ist. Inmitten des beeindruckenden<br />

Rhônetals führt Yvo Mathier<br />

die Cave Fin Bec in Sion. Das Weingut hat<br />

sich als Pionier der Blanc-de-Blancs-Schaumweine<br />

aus autochthonen <strong>Schweiz</strong>er Rebsorten<br />

einen Namen gemacht. Seit 2008 entstehen<br />

hier exzellente Schaumweine aus Petite<br />

Arvine, Heida und Amigne, die die Vielfalt<br />

und Einzigartigkeit des Wallis widerspiegeln.<br />

Diese Schaumweine, nach der Méthode<br />

traditionelle gefertigt, wurden bereits mehrfach<br />

ausgezeichnet. Besonders hervorzuheben<br />

sind der Amigne Demi-Sec, der <strong>2024</strong><br />

als «Best Swiss Wine» prämiert wurde, und<br />

der Heida Brut, der bei der internationalen<br />

Bioprämierung «Amphore» mit Gold<br />

geehrt wurde.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

finbec.ch<br />

dez–feb 2025 falstaff 35


festive season / FEIERTAGS-KNIGGE<br />

DAS<br />

PERFEKT<br />

UNPERFEKTE<br />

FEST<br />

Wenn an den Feiertagen Familie und Freunde<br />

zu Besuch kommen, hat die Stunde des Gastgebers<br />

geschlagen. <strong>Falstaff</strong> hat die zehn Gebote für einen<br />

wahrlich gelungenen Abend gesammelt.<br />

TEXT ROMANA ECHENSPERGER UND CHRISTOPH SCHWARZ<br />

«Same procedure<br />

as every year»:<br />

Der TV-Klassiker<br />

«Dinner for One»<br />

gehört zu Silvester<br />

einfach dazu. Doch<br />

auch wenn man mit<br />

ganz realen Gästen<br />

feiert, läuft nicht<br />

immer alles glatt.<br />

Foto: Siegfried Pilz/United Archives / Getty Images<br />

36 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

37


festive season / FEIERTAGS-KNIGGE<br />

Familie und Freunde stehen vor der<br />

Tür, das grosse Fest startet – und<br />

der Anspruch von Gastgeber und<br />

Gastgeberin ist klar: Alles soll<br />

perfekt sein. Dumm nur, dass da so<br />

einige Fallstricke lauern – von der richtigen<br />

Sitzordnung über den Tischschmuck, von der<br />

Weinauswahl bis zu den Speisen, die auch bei<br />

Vegetariern und Gästen mit Unverträglichkeiten<br />

auf Gefallen stossen sollen. Und freilich<br />

sollen alle Gänge perfekt und rechtzeitig auf<br />

den Tisch. Auch die Gesprächsthemen sollte<br />

man im Auge behalten – vor allem, wenn<br />

Politik und Religion am Tisch Einzug halten,<br />

ist es mit der Besinnlichkeit oft rasch vorbei.<br />

Dem umsichtigen Gastgeber kann man an<br />

dieser Stelle die Lektüre des «Knigge», des<br />

Standardwerks unter den Fibeln für gutes<br />

Benehmen, ans Herz legen.<br />

Oder etwa doch nicht? <strong>Falstaff</strong> hat zehn<br />

Tipps und Tricks gesammelt, die zum Gelingen<br />

jedes Festmahls beitragen können. Der<br />

Tenor, den auch die Kommunikationsexpertin<br />

Katerina Vetter Kapagiannidou in ihrem<br />

neuen Buch, «Was Gäste glücklich macht»,<br />

anstimmt: Heutzutage muss nicht mehr alles<br />

perfekt sein! So darf man beim Schaumwein<br />

durchaus ein Auge zudrücken, wenn ein Gast<br />

ihn mit Orangensaft mischt – und nicht alles<br />

müssen die Gastgeber alleine stemmen!<br />

1<br />

BLOSS KEINE<br />

PERFEKTION<br />

Beim Staatsbankett ist sie unabdingbar, in der<br />

gemütlichen Familien- oder Freundesrunde ein<br />

No-Go: Perfektion. «Wenn alles zu perfekt und<br />

museal wirkt, werden die Gäste steif«, sagt<br />

Kapagiannidou. «Sie wissen nicht mehr, was sie<br />

tun und was sie anfassen dürfen. Das stresst<br />

Gäste und Gastgeber gleichermassen.»<br />

Besser: ganz bewusst selbst kleine Nachlässigkeiten<br />

inszenieren. Die Anekdote von der<br />

Gastgeberin, die absichtlich den ersten Weinfleck<br />

am Tischtuch verursacht, um den anderen<br />

die Furcht vorm Verschütten zu nehmen, ist<br />

bekannt. So weit muss es freilich nicht gehen.<br />

Aber: Nicht jede Stoffserviette muss zur Perfektion<br />

gebügelt sein, nicht jede Blume in der<br />

Vase perfekt sitzen. Das nimmt den Druck.<br />

38 falstaff dez–feb 2025


DER GRIFF ZUM<br />

RICHTIGEN WEIN<br />

2<br />

Hier sollen Tropfen stehen, die mit Herkunft und Weingut Prestige<br />

und Wertschätzung für die Gäste ausstrahlen, zugleich aber<br />

keinen überfordern. Kurzum: Weihnachten ist die Zeit für Klassiker.<br />

Zum Aperitif passen Champagner, Crémant oder Sekt, am besten in<br />

der Kategorie Brut. Ein paar Gramm Zucker in der Dosage haben noch<br />

nie geschadet, um einen breiten Geschmack zu treffen. Ruhig eine Flasche<br />

wählen, bei der einem nicht das Herz stehen bleibt, wenn die Tante<br />

Orangensaft dazu mischt. Der Weisswein ist am besten nicht betont<br />

trocken und hat nicht zu viel Säure und Holzeinsatz. Grüner Veltliner,<br />

Grau- oder Weissburgunder sind eine gute Wahl, auch ein gereifter<br />

grosser Riesling oder ein Klassiker aus Frankreich. Beim Rotwein<br />

darf es vollmundig zugehen. Weihnachten ist die Zeit<br />

für gereiften Bordeaux oder Barolo, saftige Ribera del<br />

Duero und samtige Burgunder. Und wann, wenn<br />

nicht jetzt, kann man endlich einen Süsswein<br />

öffnen?<br />

Fotos: mauritius images / Alamy Stock Photos / YAY Media, Grit Siwonia<br />

GETRÄNKE<br />

VERLANGEN NACH<br />

DRAMATURGIE<br />

Ein Wein-Menu sollte stets einer Dramaturgie folgen.<br />

Den Auftakt macht natürlich der Schaumwein, der den<br />

Appetit anregt. Werden mehrere Weissweine serviert,<br />

sollte ein fassgereifter Weisswein den fruchtbetonten,<br />

schlanken Weissweinen folgen. Fassgereifte Weine<br />

bringen oft mehr Alkohol und Röstaromen mit, die den<br />

zarten Duft und die Frische leichterer Weine nicht mehr<br />

wahrnehmen lassen. Bei verschiedenen Rotweinen empfiehlt<br />

es sich, mit den jüngeren, fruchtigen und weniger<br />

tanninreichen Weinen zu beginnen und die Intensität<br />

zu steigern.<br />

Den Ausklang bestimmt schliesslich die Kunst<br />

des stilvollen Zurückschaltens. Nach mehreren<br />

Weinen ist der Alkoholpegel merklich gestiegen,<br />

also gönnt man Gaumen und Gästen eine<br />

erfrischende Pause. Noch einmal ein Schaumwein,<br />

oder besser noch ein fruchtiger Mosel-<br />

Riesling, der mit seinen notorisch niedrigen<br />

Alkoholprozenten Wunder wirken kann.<br />

3 4<br />

VORSICHT BEI DER<br />

SITZORDNUNG<br />

Wenn die Gäste selbst den Sitzplatz wählen dürfen, «neigen<br />

sie dazu, Sicherheit zu suchen», sagt Kapagiannidou.<br />

Heisst: Sie setzen sich neben jene Menschen, bei denen sie<br />

sich am wohlsten fühlen. Das ist gut, weil es entspannt.<br />

Wer es lieber spannend hat und neue Leute – etwa den<br />

Onkel und den Freund der Schwester – zusammenbringen<br />

will, kann freilich eine Sitzordnung festlegen. Dabei hilft<br />

wiederum der Knigge: Ein etwaiger Ehrengast sitzt rechts<br />

vom Gastgeber oder links von der Gastgeberin, Letzteres<br />

aber nur, wenn es sich um einen Mann handelt. Gefährliche<br />

Nörgler in der Runde werden neben unterhaltsame<br />

Gäste gesetzt, die bestenfalls die Stimmung aller heben.<br />

Besonders «amüsante» Gäste, die zur<br />

Dauerbespassung neigen, sollten<br />

nicht nebeneinander sitzen.<br />

Das kann anstrengend für<br />

alle werden. Traditionell<br />

sitzen nicht verheiratete<br />

Paare nebeneinander –<br />

und verheiratete Paare,<br />

die schon alles<br />

voneinander wissen,<br />

getrennt. Wichtig:<br />

Der Ehrengast sitzt<br />

nicht am Kopfende,<br />

hier nimmt eher der<br />

Gastgeber Platz.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

39


festive season / FEIERTAGS-KNIGGE<br />

EIN VERSTECKTER<br />

GANG KANN DAS<br />

TEMPO RAUSNEHMEN<br />

5<br />

Die meisten Fehler passieren beim Kochen aufgrund des<br />

zu hohen Tempos. Alles soll perfekt gegart zur richtigen<br />

Zeit in ungewohnt grossen Mengen auf den Tisch. Daran<br />

kann man schon mal scheitern. Ein kleiner Trick ist der<br />

«versteckte Zwischengang», wie Kapagiannidou ihn<br />

nennt. Sie bereitet einen unkomplizierten, kleinen Gang<br />

vor, der immer passt – etwa ein leichtes Sorbet. Und<br />

dieser wird einfach spontan eingeschoben, falls es mal zu<br />

stressig wird. Während alle löffeln, haben die Gastgeber<br />

die Möglichkeit, wieder Zeit gutzumachen.<br />

DAS RICHTIGE GLAS<br />

ZUM SCHAUMWEIN<br />

7<br />

6<br />

HEIKLE<br />

GESPRÄCHE:<br />

DER TISCH<br />

BESTIMMT DIE THEMEN<br />

Politik, Religion oder Erziehung: Beim Familienfest kann fast<br />

jedes Thema rasch zum Fauxpas führen oder Debatten entfachen,<br />

die man lieber unterlassen hätte. Kann man als Gastgeber<br />

lenkend eingreifen? Ja. «Studien zeigen, dass rund ein<br />

Drittel dessen, worüber wir reden, davon bestimmt wird, was<br />

am Tisch steht», sagt Kapagiannidou. Die Deko wird<br />

also zum kleinen psychologischen Helfer: Schon<br />

ein altes Erbstück der beliebten (!) Uroma als<br />

Vase kann etwa dabei helfen, die Gäste in<br />

(schönen) gemeinsamen Erinnerungen<br />

schwelgen zu lassen.<br />

Hier gibt es keine eindeutige Antwort: Wer Eindruck machen<br />

will, greift zur ikonischen Champagner-Coupe. Für<br />

den Wow-Effekt stapelt man sie zu einer Champagnerpyramide.<br />

Die Coupe liegt perfekt in der Hand, fordert aber<br />

eine gewisse «Élégance» im Umgang. Wer sich tollpatschig<br />

bewegt oder zu heftig anstösst, verschüttet den Inhalt und<br />

steht bedröppelt da. Allerdings verfliegt die Kohlensäure in<br />

der Coupe schneller, was den Genuss schmälert. Weinliebhaber<br />

schmähen sie, da sich Geschmack und Spritzigkeit<br />

nicht entfalten können. Doch beim Schaumwein geht es<br />

eben nicht immer nur um die feinen Aromen, sondern auch<br />

um Emotionen, die Show und den Lifestyle.<br />

Die klassische Flöte ist weit verbreitet. Hier kann man<br />

wunderbar beobachten, wie die Kohlensäure in langen<br />

Schnüren aufsteigt. Das Auge trinkt mit. Oft sind diese<br />

Flöten kunstvoll gestaltet und ein echter Tischschmuck! Für<br />

Weingeniesser mit grossen Nasen ist es allerdings nicht sonderlich<br />

angenehm, daraus zu trinken. Beim Trinken rammt<br />

man sich ständig den Glasrand ins Gesicht oder muss seinen<br />

Kopf weit nach hinten neigen. Aromen kommen nur schwer<br />

zur Geltung, was eine Champagner-Expertin einmal treffend<br />

beschrieb: «Champagner aus Flöten zu trinken, ist, als würde<br />

man Opernmusik mit Ohrstöpseln hören.»<br />

Für den vollen Weingenuss empfiehlt sich letztlich das<br />

tulpenförmige Glas. In ihm können sich die feinen Hefearomen<br />

entfalten, und ein sogenannter «Moussierpunkt», der<br />

am Boden des Glases eingeschliffen wird, sorgt für gleichmässige<br />

Kohlensäureentwicklung.<br />

Fotos: Koll, Alicja / FoodCollection / picturedesk.com, Otfried Schmidt / Ullstein Bild / picturedesk.com<br />

40 falstaff dez–feb 2025


Ohlinda<br />

Interior Innovation Award Winner<br />

Headquarter: Alexander - Bretz - Straße 2 D-55457 Gensingen<br />

Tel. 0049-6727-895-0 info@bretz.de bretz.de


festive season / FEIERTAGS-KNIGGE<br />

8<br />

KEINEN<br />

KATZENTISCH<br />

FÜR DIE KINDER<br />

Kinder sollten unbedingt mit den Erwachsenen<br />

an einem Tisch sitzen, rät Kapagiannidou. «Gemeinsam<br />

zu essen, ist eine Kulturtechnik. Diese<br />

sollten wir unseren Kindern vermitteln.» Der<br />

sogenannte Kinder- oder Katzentisch am Rande<br />

des Raums ist also out. Nicht zuletzt, weil<br />

sich gerade ältere Gäste freuen, die Kinder an<br />

den Festtagen nahe zu haben. Gutes Benehmen<br />

könne man von den Kindern getrost einfordern,<br />

sagt Kapagiannidou, aber «irgendwann ist auch<br />

mal gut». Für Kinder kann man die Verweildauer<br />

am Tisch also verkürzen. Sie dürfen aufstehen<br />

und sich aufs Christkind freuen.<br />

MITHELFEN LASSEN<br />

IST ERLAUBT<br />

9<br />

Wie viel Zeit dürfen die Gastgeber in der Küche verbringen? Und<br />

wie lange müssen sie bei den Gästen ausharren, um nicht unhöflich<br />

zu wirken? Faustregel: Was man vorbereiten kann, soll vorbereitet<br />

werden. Alles andere wird live gemacht. Gerade in jüngeren,<br />

vertrauten Runden können die Gäste mithelfen, so sie das<br />

wollen – freilich nur, wenn es sich um kleine Tätigkeiten handelt.<br />

Für gute Stimmung sorgt es oft, wenn man eine gemeinsame<br />

Handlungsebene aller Gäste schafft. Sprich: Wenn die Gerichte<br />

nicht perfekt angerichtet auf den Tellern an den Tisch kommen,<br />

sondern man die Beilagen in Schüsseln reihum gehen lässt. Sharing<br />

bringt uns näher zusammen. Positiver Nebeneffekt: Auf diese Weise<br />

können auch Vegetarier, Allergiker oder Menschen mit Unverträglichkeiten<br />

gleich selbst entscheiden, welche Speisen sie wollen.<br />

«Was Gäste glücklich macht»<br />

(EMF-Verlag): Katerina Vetter<br />

Kapagiannidou, Kommunikationsexpertin<br />

und Inhaberin des<br />

Feinkost-Labels «von und zu<br />

Tisch» hat Tipps für jeden Anlass<br />

von familiär bis formal.<br />

<strong>10</strong><br />

SCHUHE AN ODER AUS,<br />

DAS IST HIER DIE FRAGE<br />

Hier erhitzen sich nicht selten die Gemüter. Müssen Gäste<br />

ihre Strassenschuhe ausziehen, wenn sie Wohnung oder<br />

Haus betreten? Nein, findet Kapagiannidou. Gerade an Festtagen<br />

haben sich Menschen Gedanken über ein passendes<br />

Outfit gemacht – und dazu zählt eben auch die Wahl des<br />

Schuhwerks. Und: «Nichts ist unfestlicher, als an der Tür<br />

von einem Haufen Schuhe begrüsst zu werden.» Übrigens:<br />

Auch Knigge-Experten sehen das so. Wer dennoch unbedingt<br />

will, dass die Gäste die Schuhe ausziehen, sollte das<br />

bereits in der Einladung vermerken. So kann jeder, der will,<br />

zumindest Hausschuhe mitbringen – oder absagen.<br />

Fotos: Getty Images, Shutterstock, Grit Siwonia<br />

42 falstaff dez–feb 2025


Über die perfekte Temperatur<br />

wird viel gesprochen:<br />

geniessen Sie sie einfach.<br />

Die wahre Leistung von Vinidor besteht darin, ein Umfeld zu schaffen, das Ihren Wein<br />

hegt und pflegt. Schliesslich geht es beim Temperieren um mehr, als nur die perfekte<br />

Temperatur aufrechtzuhalten. Es geht darum, Geschmacksnoten und Aromen zu wecken<br />

und das volle Potenzial zu entfalten.<br />

Bewahren, was Sie schätzen.<br />

Entdecken Sie mehr:<br />

home.liebherr.com/winefridge


festive season / GEREIFTE WEINE<br />

Wenn an den Feiertagen Schätze<br />

auf dem Tisch stehen, ist die<br />

Frage: Wann öffnen? Dekantieren<br />

oder nicht? Wir haben den<br />

Selbstversuch gewagt und vier<br />

Vorbereitungsmethoden verglichen –<br />

mit spannenden Erkenntnissen.<br />

Zudem geben wir Servicetipps<br />

für (fast) alle Lebenslagen.<br />

TEXT ROMANA ECHENSPERGER, ULRICH SAUTTER<br />

Vorbereitung auf die Festtafel: Das<br />

Maximum an Genuss aus seinen<br />

wertvollen Flaschen herauszuholen,<br />

ist gar nicht so schwierig.<br />

Foto: mauritius images / Alamy Stock Photos / Anton Violin<br />

44 falstaff dez–feb 2025


NOBLE<br />

WEINE,<br />

PERFEKT<br />

SERVIERT<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

45


festive season / GEREIFTE WEINE<br />

Gläser mit einem grossen Kelch<br />

können helfen, den Wein atmen<br />

zu lassen – mit geringeren<br />

Nebenwirkungen, als es beim<br />

Dekantieren der Fall ist.<br />

DER WEIN AUS<br />

DER ZWÖLF<br />

STUNDEN ZUVOR<br />

ENTKORKTEN<br />

FLASCHE WAR<br />

EINE OFFEN-<br />

BARUNG – ALS<br />

HÄTTE MAN DIE<br />

LAUTSTÄRKE<br />

AUFGEDREHT.<br />

D<br />

ie Weihnachtszeit und die<br />

Tage des Jahreswechsels gehören<br />

für Wein-Aficio nadas und<br />

-Aficionados zu den glücklichsten<br />

Momenten im Jahresverlauf:<br />

Wann sonst nimmt man sich die<br />

Zeit, bei ausführlichen Streifzügen durch<br />

den eigenen Keller (oder das Angebot eines<br />

guten Fachhändlers) die Weinbegleitung<br />

für den Speisezettel zu entwerfen? Sind die<br />

Flaschen schliesslich in Küche oder Wohnzimmer<br />

angekommen, steigt die Vorfreude.<br />

Und mit ihr stellt sich immer drängender<br />

die Frage: Wie wird man den Preziosen<br />

am besten gerecht? So früh wie möglich<br />

aufmachen oder erst im letzten Moment?<br />

Dekantieren oder nicht? Und lässt sich der<br />

Genuss einzelner Flaschen vielleicht sogar<br />

auf zwei Tage strecken?<br />

DAS EXPERIMENT<br />

Das Hamburger <strong>Falstaff</strong>-Team wollte genau<br />

wissen, welche Vorbereitung bei welchem<br />

Wein zu welchen Ergebnissen führt,<br />

und probierte drei aufeinanderfolgende<br />

Tage lang jeweils vier unterschiedlich<br />

vorbereitete Flaschen von fünf unterschiedlichen,<br />

jeweils typischen Weinen<br />

(Riesling, Chardonnay, leichter Pinot<br />

Noir, kraftvoller Pinot Noir, Bordeaux). Die<br />

Verkostung über drei Tage zeigt, was im Anbruch<br />

passiert, lässt aber auch Rückschlüsse<br />

zu auf das Verhalten gereifterer Weine.<br />

Schon der erste Flight des ersten Tages mit<br />

einem 2023er Ruppertsberger Ortsriesling aus<br />

dem Pfälzer Weingut Seckinger (topwines.ch,<br />

CHF 18,–) brachte eine Offenbarung: Glas<br />

eins enthielt den Wein aus der unmittelbar vor<br />

der Probe geöffneten Flasche, einen jugendlichen<br />

Riesling mit würzigen Anlagen. Aus Glas<br />

zwei strömte ein ebenso frischer, aber in seiner<br />

Blumigkeit markant gesteigerter Duft. Es war,<br />

als würde Wein eins flüstern und bei Wein zwei<br />

Karaffieren kann<br />

dem Wein den<br />

letzten Schliff<br />

geben – aber ihn<br />

auch ermüden.<br />

hätte man den Lautstärkeregler aufgedreht.<br />

Der Wein rechts stammte aus einer Flasche, die<br />

zwölf Stunden zuvor geöffnet, mit einem neutralen<br />

Griffkorken wieder verschlossen und<br />

zurück in die Kühlung gestellt worden war.<br />

Diese Methode ist mit dem Namen von<br />

Aimé Guibert verbunden. Der legendäre<br />

Gründer des Languedoc-Weinguts Mas de<br />

Daumas Gassac soll, so die Legende, oft<br />

gleich nach dem Aufstehen um vier Uhr<br />

morgens die Weine fürs Abendessen geöffnet,<br />

auf Kork probiert und zurück in den Temperierschrank<br />

gestellt haben. Diese Methode<br />

brachte auch bei zwei weiteren Weinen das<br />

beste Resultat: beim 2021er Pouilly-Fuissé<br />

«L’Âme» von Éric Forest (vinothek-brancaia.<br />

ch, CHF 42,90), einem Chardonnay aus dem<br />

Süden Burgunds und bei einem kräuterwürzig-«wilden»<br />

Spätburgunder von der Obermosel,<br />

dem 2022er Langsurer Brüderberg von<br />

Weingut Rinke (weingut-rinke.de, ca. CHF<br />

30,–).<br />

DEKANTIEREN: RISKANT<br />

Bei zwei Weinen lag die zwei bis zweieinhalb<br />

Stunden zuvor in eine Karaffe<br />

dekantierte Variante vorn: Beim intensiv<br />

vom Kalk in den Böden und vom<br />

Hefeausbau geprägten («reduktiven»)<br />

Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / Leonid Iastremskyi<br />

46 falstaff dez–feb 2025


Die im Keller gereiften Flaschen<br />

sollte man rechtzeitig an die Wärme<br />

holen – und aufrecht stellen oder<br />

im 30-Grad-Winkel in ein Körbchen<br />

legen. So kann sich Depot absetzen.<br />

2022er Ingelheimer Spätburgunder vom<br />

Weingut Baum-Barth (weingut-baum-barth.<br />

de, ca. CHF 22,–) und beim biodynamisch<br />

erzeugten Bordeaux Château Doyac (amiata.<br />

ch, CHF 25,–) aus dem Haut-Médoc, Jahrgang<br />

2020. Allerdings muss man anmerken,<br />

dass die Karaffe auch zu umstrittenen<br />

Ergebnissen führte: Sie machte den weissen<br />

Burgunder besonders mild und füllig, was je<br />

nach Trinkanlass und persönlicher Vorliebe<br />

erwünscht oder auch deplatziert sein kann.<br />

Am wenigsten überzeugen konnten die<br />

«doppeldekantierten» Varianten: Diese<br />

Weine waren zwei Stunden vor der Probe<br />

kurz in eine Karaffe dekantiert und dann<br />

mithilfe eines Trichters zurück in die Flasche<br />

gegeben worden. In der Verkostung lag die<br />

Variante bei vier von fünf Weinen auf<br />

dem letzten Platz: Die Verkoster<br />

beschrieben diese Weine<br />

unabhängig voneinander<br />

mit denselben Attributen:<br />

«spitz», «hart»,<br />

«kurz». Geschmacksbilder,<br />

die vermutlich<br />

durch das Entbinden<br />

geringer Mengen<br />

an Kohlensäure im<br />

Wein zu erklären sind<br />

– der Trichter ist ein<br />

Nadelöhr, das den Wein<br />

stresst. Daher sollte diese<br />

Methode wirklich nur zum<br />

Einsatz kommen, wenn das Depot<br />

abgetrennt werden und der Wein<br />

nicht in der Karaffe bleiben soll. Aber auch<br />

unter diesen Umständen gibt es eine Alternative:<br />

Das vorsichtige Ausgiessen aus einem<br />

Flaschenkörbchen.<br />

Die Weine aus der unmittelbar vor der<br />

Verkostung geöffneten Flasche schlugen sich<br />

übrigens gut: Sie belegten am ersten Tag des<br />

Experiments dreimal den zweiten Platz, am<br />

zweiten Tag waren sie in zwei Fällen auf<br />

Platz eins vorgerückt.<br />

Und wie gut hielten sich nun die Weine<br />

im Anbruch? Wenig überraschend bauten<br />

die dekantierten Weine im Lauf der Zeit<br />

ab – mit einer Ausnahme: Der Weisse Burgunder<br />

war nach 24 Stunden noch in Form,<br />

erst nach 48 Stunden zeigte der Geschmack<br />

Symptome der Müdigkeit. Die<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

47


festive season / GEREIFTE WEINE<br />

<<br />

«Guibert-Varianten» teilten sich am<br />

zweiten Tag in zwei Gruppen: Die Weissweine<br />

und der Mosel-Spätburgunder hatten<br />

verloren, der Ingelheimer Spätburgunder<br />

blieb stabil, und der Bordeaux hatte sogar<br />

gewonnen. 48 Stunden überforderten dann<br />

allerdings auch in dieser Variante die Weine.<br />

Bei sehr reifen Weinen sollte man also auch<br />

auf die Guibert-Methode besser verzichten.<br />

Am besten schnitten nach 48 Stunden die<br />

Weine aus den direkt vor dem ersten Probieren<br />

geöffneten Flaschen ab. Der Ingelheimer<br />

Spätburgunder erzielte so sogar seine absolut<br />

höchste Bewertung am dritten Tag.<br />

Das gute alte<br />

Kellnermesser<br />

wird von Profis<br />

bevorzugt. Aber<br />

es braucht ein<br />

Doppelgelenk!<br />

DOS AND DON’TS<br />

FAZIT<br />

Doppeldekantieren sollte man möglichst vermeiden.<br />

Auch das normale Dekantieren ist<br />

zweischneidig: Es verbessert nicht alle Weine,<br />

am zuverlässigsten profitiert Bordeaux. Wer<br />

im Zweifel darüber ist, wie viel Sauerstoff<br />

sein Wein benötigt (oder verträgt), sollte<br />

besser nicht dekantieren.<br />

Die «Guibert-Variante» (sechs Stunden<br />

bis einen halben Tag vor Genuss öffnen und<br />

mit einem sauberen Griffkorken – bitte keinesfalls<br />

mit dem umgedrehten Originalkorken!<br />

– wieder verschliessen) ist bei jungen bis<br />

mittelreifen Weinen empfehlenswert, wenn<br />

die Flasche am ersten Tag getrunken wird.<br />

Last, but not least: Wer seine Flasche<br />

unmittelbar vor dem Genuss öffnet, macht<br />

grundsätzlich keinen Fehler!<br />

Ideal ist ein Temperierschrank. Man<br />

kann aber auch mit dem Kühlschrank<br />

«spielen», indem man etwa Rotweine<br />

eine halbe Stunde hineinstellt, um sie<br />

auf 14–16 °C Grad zu bringen.<br />

<<br />

DER RICHTIGE KORKENZIEHER<br />

Der Korkenzieher sollte einen zweistufig<br />

konzipierten Hebel haben, damit man den<br />

Korken mit geringem Krafteinsatz und<br />

gerade herausziehen kann – das minimiert<br />

die Gefahr, dass er abbricht. Zum<br />

Kapselschneiden eignet sich das zusammenklappbare<br />

Kellnermesser: Die Kapsel<br />

sollte unterhalb des Flaschenwulstes<br />

abgeschnitten werden, damit der Wein<br />

beim Einschenken nicht über den Rest der<br />

Kapsel läuft. Beliebt sind Flügelkorkenzieher.<br />

Hier sorgen zwei Hebel dafür, dass der<br />

Korken gleichmässig und gerade aus der<br />

Flasche gezogen wird. Wer ältere Weine<br />

öffnet, sollte sich einen Korkenheber<br />

zulegen, der ideal ist für porös gewordene<br />

Korken. Bei ihm sind zwei Schienen parallel<br />

an einem Griff angebracht. Diese setzt<br />

man links und rechts zwischen Kork und<br />

Flaschenhals an und schiebt sie mit Druck<br />

sowie Hin-und-Her-Bewegung in die Flasche.<br />

Dann kann man den Korken mit einer<br />

sanften Drehung herausziehen. Das sollte<br />

an einfachen Weinen geübt werden, bevor<br />

man sich an den teuren Bordeaux wagt.<br />

Empfehlenswert für solche Fälle ist auch<br />

die Kombination aus Spange und Spindel<br />

im so genannten Durand-Korkenzieher.<br />

WENN DER KORKEN BRICHT<br />

Ist noch ein gutes Stück vom Korken im<br />

Flaschenhals, versucht man, die Spindel<br />

in dieses restliche Stück zu drehen und es<br />

herauszuziehen. Die Erfolgschancen sind<br />

auch bei Profis fifty-fifty. Misslingt der<br />

Versuch und ist der Korken vollends durchgedrückt<br />

oder in die Flasche gefallen, muss<br />

man den Wein anschliessend durch ein feines<br />

Sieb in eine Karaffe filtern. Bevor man<br />

sich die Zeit für solche Operationen nimmt,<br />

sollte man den Wein verkosten – manchmal<br />

sind Weine mit dermassen morschem<br />

Korken ohnehin kein Genuss mehr.<br />

DIE RICHTIGE TEMPERATUR<br />

Kühl serviert kommt beim Wein die Frucht<br />

besser zur Geltung, während Gerbstoffe<br />

härter wirken. Höhere Temperaturen<br />

heben Alkohol und Fülle hervor. Leichte,<br />

junge Weiss- und Roséweine glänzen bei<br />

8–<strong>10</strong> °C. Kräftigere Weiss- und Roséweine,<br />

besonders mit Holzausbau, entfalten sich<br />

bei <strong>10</strong>–12 °C. Tanninarme Rotweine wie<br />

Burgunder serviert man leicht gekühlt bei<br />

12–14 °C, während kräftige Rotweine bei<br />

16–18 °C optimal sind. Schaumweine wie<br />

Sekt und Champagner kommen bei 6–8 °C<br />

gut zur Geltung. Ein Tipp: Lieber etwas<br />

kühler einschenken, da sich der Wein im<br />

Glas rasch erwärmt. Aber bitte auch nicht<br />

eiskalt servieren – Kühlschranktemperatur<br />

raubt auch dem besten Wein die Feinheit.<br />

DIE GEFRIERTRUHE, EIN NO-GO?<br />

Jeder kennt es: Die Gäste sind durstiger<br />

als gedacht, der Kühlschrank ist leer. Wenn<br />

das im Restaurant passiert, greift der<br />

Sommelier zum Eiskübel und mischt Eis,<br />

Wasser und eine Prise Salz. Das Wasser<br />

ist entscheidend, weil es Kälte besser überträgt.<br />

Das Salz führt dazu, dass die Eisstücke<br />

bereits bei Minusgraden schmelzen:<br />

So wird das Wasser noch kälter. Zuhause<br />

haben die Wenigsten Kübel und grosse<br />

Eismengen parat. Geht’s auch im Gefrierschrank?<br />

Es dauert eine halbe Stunde,<br />

bis eine Flasche Weisswein von 21 °C auf<br />

Trinktemperatur heruntergekühlt ist. Für<br />

Schaumweine dauert es fünf bis zehn Minuten<br />

länger, da die Flaschen dicker sind.<br />

Wird der Wein zu kalt, kann übrigens<br />

Weinstein ausfallen. Das sieht nicht schön<br />

aus, beeinflusst den Geschmack aber nicht.<br />

Problematisch wird es, wenn man die Flasche<br />

im Gefrierschrank vergisst. Der Wein<br />

dehnt sich beim Gefrieren aus und kann die<br />

Flasche zum Bersten bringen. Daher sollte<br />

man zur Sicherheit einen Wecker stellen.<br />

Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / Bombaert Patrick<br />

48 falstaff dez–feb 2025


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festive season / ESSAY<br />

PURE VERNUNFT<br />

DARF NIEMALS<br />

SIEGEN<br />

Die heutige Zauberformel lautet: «Mit ohne».<br />

Damit darf man sich nicht abfinden. Denn wie soll im Alltag<br />

das Mass finden, wer nie die Masslosigkeit lebt?<br />

Neulich war ich in Sasbach-<br />

Walden im Schwarzwald essen.<br />

Das Lokal hiess «Völlerei 5»,<br />

ein Steakhouse, und die<br />

Küchenleistung war nicht so,<br />

dass man unbedingt darüber schreiben muss.<br />

Aber der Name erschien mir derart aus der<br />

Zeit gefallen, dass ich noch lange darüber<br />

nachgrübelte. Die Fünf im Namen bezog sich<br />

natürlich nicht nur auf die Hausnummer,<br />

sondern auch auf die fünfte der sieben<br />

Todsünden.<br />

Völlerei entspricht so gar nicht unserem<br />

asketischen Zeitgeist. Genauso wenig wie<br />

«Die Fette Kuh» in Köln, das «Hüftgold» in<br />

Berlin oder das «Saus und Braus» in Wien.<br />

Eigentlich sind mir Restaurants mit solch<br />

pseudolustigen Namen genauso ein Graus wie<br />

Friseursalons, die sich «Haireinspaziert»,<br />

«Director’s Cut» oder «Yes We Kämm»<br />

nennen. «Völlerei» ist jedoch so sehr retro,<br />

dass es fast schon wieder Avantgarde ist.<br />

In einigen Wochen werde ich 60. Während<br />

meiner Lebenszeit hat sich das Bruttoinlandsprodukt<br />

meines glücklichen Heimatlands auf<br />

mehr als das Zwanzigfache vervielfacht. Die<br />

Zahl seiner Bewohner ist um fast ein Drittel<br />

auf rund 83 Millionen gestiegen. Die Fläche<br />

seines Staatsgebiets hat sich um fast die Hälfte<br />

erweitert. Gleichzeitig hat es beträchtlich an<br />

diplomatischem Gewicht zugelegt. Und<br />

zudem während einer in der Geschichte bislang<br />

nie dagewesenen bald achtzigjährigen<br />

Phase von Prosperität und Frieden eine bis<br />

heute währende Blüte der Künste und Wissenschaften<br />

erfahren. Ganz nebenbei hat es sich<br />

von einem weltweit verhassten fremdenfeindlichen<br />

Kasernenhofstaat in ein halbwegs<br />

liebenswertes demokratisches Gemeinwesen<br />

gewandelt.<br />

WO DER JAMMER ZUHAUSE IST<br />

In einem solchen Land, sollte man meinen,<br />

müssten Milch und Honig fliessen und unentwegt<br />

Champagnerkorken knallen. Aber das<br />

Gegenteil ist der Fall. Ich wohne, wo der<br />

Jammer zu Hause ist. Wo man einen Igel in<br />

der Tasche hat, wo der Gürtel enger geschnallt<br />

wird und der Teufel zur Not Fliegen<br />

frisst. Wo Schmalhans Küchenmeister und wo<br />

Schluss mit lustig ist.<br />

In meinem Land haben nämlich fast unbemerkt<br />

die Verhärmten und Verdrucksten<br />

geputscht, zusammen mit den Erbsenzählern<br />

und Fastenpredigern die Macht übernommen<br />

und regieren es nun in einer grossen Koalition<br />

mit den Selbstoptimierern und Lebenseffizienzlern.<br />

Mein Land hat sich den Neidhammel,<br />

die Unke und die Spassbremse zu seinen<br />

Wappentieren erwählt, und die GroKo der<br />

Gesundheitsapostel haben, was Milch und<br />

Honig angeht, den Hahn schlicht zugedreht.<br />

Zu den bestimmenden Signaturen unserer<br />

Zeit gehört der ständige Imperativ, uns zu<br />

verbessern. Man lässt uns nicht in Ruhe. Stillstand<br />

sei tödlich, heisst es: Wer rastet, rostet –<br />

«evolve or die». Bloss nicht auf dem Erreichten<br />

ausruhen. Leichter sollen wir werden.<br />

Gelenkiger. Fitter. Achtsamer. Nachhaltiger.<br />

Diverser. Woker. Toleranter. Klüger und<br />

Fotos: ddp, Andreas Hornoff<br />

50 falstaff dez–feb 2025


DENIS SCHECK<br />

moderiert seit 2003 die<br />

ARD-Literatursendung<br />

«Druckfrisch». Der 1964<br />

in Stuttgart geborene<br />

Kritiker und Autor (u. a.<br />

«Schecks Kanon»,<br />

«Schecks kulinarischer<br />

Kompass», «Schecks<br />

Bestsellerbibel») wurde<br />

vielfach ausgezeichnet.<br />

em pathischer sowieso. Unserem Denken ein<br />

oder besser gleich mehrere Upgrades unterziehen.<br />

Nicht nur unseren Kleiderschrank und<br />

unseren Keller gilt es auszumisten, sondern<br />

unser gesamtes Leben. Entrümpelungspropheten<br />

wie Marie Kondo werden internationale<br />

Stars. Auch Bas Kast mit seinem «Kompass<br />

für die Seele» und «Warum ich keinen Alkohol<br />

mehr trinke» ist in diesem Geschäftsfeld<br />

unterwegs.<br />

Nicht nur was die deutsche Wirtschaft<br />

anlangt, gilt: Die fetten Jahre sind vorbei. Ob<br />

«Dry January» oder «Veganuary» – die Zauberformel<br />

des Jahres <strong>2024</strong> lautet: «Mit<br />

ohne». Dass man in einem der reichsten Länder<br />

Europas dauernd Bibliotheken und<br />

Schwimmbäder schliessen, Symphonieorchester<br />

zusammenlegen und das Ballett an Dreispartenhäusern<br />

ausradieren zu müssen<br />

meint – daran habe ich mich fast schon<br />

gewöhnt. Nicht aber an die «Mit ohne»-<br />

Küchenphilosophie unserer Tage.<br />

Omelettes ohne Eigelb. Saucen ohne Butter.<br />

Kuchen ohne Mehl und ohne Zucker. Nudeln<br />

IN MEINEM LAND<br />

HABEN UNBEMERKT<br />

DIE VERHÄRMTEN<br />

GEPUTSCHT, MIT DEN<br />

ERBSENZÄHLERN UND<br />

FASTENPREDIGERN DIE<br />

MACHT ÜBERNOMMEN<br />

UND REGIEREN ES<br />

NUN MIT DEN SELBST-<br />

OPTIMIERERN.<br />

ohne Kohlenhydrate. Suppen ohne Salz.<br />

Joghurt ohne Fett. Schinken und Steaks wird<br />

der Fettrand abtrainiert, Geflügel die Haut<br />

abgezogen, ja am besten proklamiert man<br />

überhaupt gleich «Kochen ohne Knochen»,<br />

lässt die Sau raus und verzichtet aufs Fleisch.<br />

Die Deutschen der Gegenwart wollen Essen<br />

auf Diät, dekonstruiert, reduziert und entschlackt<br />

oder wenigstens reloaded in Version<br />

2.0 oder 3.0, auf light, ultralight oder am besten<br />

gleich auf Zero getrimmt. Und dazu bitte<br />

ein Mineralwasser – selbstverständlich ohne.<br />

Die Nulllösung in Küche und Keller eben.<br />

Neulich habe ich eine kleine Runde von<br />

zehn Leuten zum Abendessen eingeladen. Ich<br />

tischte zum Champagner-Apéro eine Consommé<br />

double vom Reh auf, ein Onsen-Ei<br />

mit Kaviar, selbst gemachte Blutwurst mit<br />

Hirschzunge und hauchdünn geschnittenes<br />

Bündnerfleisch vom Kultmetzger Hattecke<br />

aus Graubünden. Dann ging’s zu Tisch, und<br />

nach einem Fenchelsalat mit Blutorangen<br />

und frittierten Kapern, Artischocken-Carpaccio<br />

mit Bottarga, mit Ricotta gefüllten Zucchiniblüten,<br />

einer Pasta mit Königskrabbe<br />

und Tomate und einem Rehrücken mit Morchelsauce<br />

zu Rosenkohlblättchen mit Pinien<br />

und Granatapfelkernen fielen meine Gäste<br />

wie ausgehungert über ein grosses Tablett<br />

mit französischem Rohmilchkäse, Gruyère<br />

und Stilton her. Um halb zwei waren acht<br />

Magnumflaschen geleert und alle liessen sich<br />

nach Hause fahren, und zwar so, wie es sich<br />

nach einem fast siebenstündigen Gelage<br />

gehört: kugelrund und sturzbesoffen.<br />

So was ist nicht vernünftig. So was ist,<br />

genau besehen, das Gegenteil der Vernunft.<br />

So was geht gar nicht, sagen Ärzte und andere<br />

Apologeten des Lean Managements. So<br />

was muss ab und an drin sein, sagen wir<br />

Anhänger der Lebenskunst und summen mit<br />

Tocotronic: «Pure Vernunft darf niemals siegen».<br />

Keine Festkultur ohne Exzess. Deshalb<br />

feierte die Antike masslose Feste wie die<br />

Saturnalien. Wie soll im Alltag das Mass<br />

finden, wer nie die Masslosigkeit lebt?<br />

Vernünftig bleibt auf Dauer nur, wer gelegentlich<br />

die Vernunft in den Wind schlägt.<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

51


festive season / GEFLÜGEL<br />

GEFIEDERTE<br />

FREUDEN<br />

An hohen Festtagen gehört gutes Geflügel<br />

für viele zur Tradition – und auf den Tisch. Von<br />

der feinen Wachtel über die Ente à l’Orange<br />

bis zur Weihnachtstruthenne: Warum sie so<br />

beliebt sind und wie man grosse Vögel<br />

richtig tranchiert.<br />

TEXT VERENA CAROLA MAYER<br />

Woher die Tradition<br />

des festlichen<br />

Geflügelmahls<br />

stammt, ist nicht<br />

restlos geklärt.<br />

Die Geschichte von<br />

Mensch und Geflügel<br />

reicht jedoch lange<br />

zurück.<br />

Foto: Heritage Images / Getty Images<br />

52 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025 falstaff 53


festive season / GEFLÜGEL<br />

Spielte die<br />

Ente früher<br />

kulinarisch eine<br />

untergeordnete<br />

Rolle, gehört<br />

sie heute zu den<br />

beliebtesten<br />

Geflügelarten.<br />

Man denke nur<br />

an Gerichte wie<br />

Ente à l’Orange.<br />

Unser Fleischkonsum sinkt seit<br />

Jahren. Ausnahme: Geflügel.<br />

Die Nachfrage nach Huhn,<br />

Gans und Co. ist gross – vor<br />

allem während der Festtage.<br />

Von der Martinigans über die Truthenne zu<br />

Thanksgiving (googeln Sie mal Kamala<br />

Harris und «Turkey Tips») bis zu Ente und<br />

Gans an Weihnachten. Selbst im unchristlichen<br />

Japan wird, einem findigen Geschäftsmann<br />

sei Dank, während der Weihnachtstage<br />

Geflügel gegessen: In Scharen strömen<br />

die Einheimischen seit nunmehr 50 Jahren<br />

in die Filialen der Fast-Food-Kette KFC, um<br />

frittiertes Huhn im Pappeimer zu geniessen.<br />

Die gemeinsame Geschichte von Mensch<br />

und Geflügel reicht lange zurück. Die ersten<br />

Gänse wurden vermutlich vor rund<br />

7000 Jahren von Reisbauern in China<br />

domestiziert, und die in Nordamerika<br />

beheimatete Truthenne wurde<br />

schon von den Ureinwohnern als<br />

Proteinquelle geschätzt. Neben dem<br />

Fleisch waren die Tiere auch wegen<br />

ihrer Federn und Daunen beliebt.<br />

Woher die Tradition des festlichen Geflügelmahls<br />

stammt, ist nicht restlos geklärt.<br />

Enten spielten früher, kulinarisch gesehen,<br />

eine untergeordnete Rolle. Gänse waren<br />

wesentlich einfacher zu mästen und auf fast<br />

jedem Hof zu finden. Nach vielen Monaten<br />

an der frischen Luft waren sie im Winter<br />

wohlgenährt. Statt sie durch die kalten<br />

Monate zu füttern, wurden sie als Festbraten<br />

serviert. Natürlich gibt es auch weniger<br />

irdische Erklärungen: das weisse Federkleid<br />

als Symbol für das unschuldige Kind.<br />

Der bescheidene Martin aus dem französischen<br />

Tours, der sich, als ihn die Bürger<br />

zum Bischof weihen wollten, im Gänsestall<br />

versteckte, wo ihn das Schnattern der Tiere<br />

verriet. Er wurde Bischof, heilig und fortan<br />

mit Martinigans geehrt.<br />

Wer es sich leisten konnte, servierte zum<br />

Festmahl Exoten wie Strauss und Fasan<br />

oder die edle Truthenne, die über die amerikanischen<br />

Kolonien nach Grossbritannien<br />

und Europa kam. Zeitzeugen berichteten<br />

von Tausenden Vögeln, Gänsen und Pfauen,<br />

die aufgetischt wurden. Auch Spielereien<br />

wie das Turducken waren beliebt: Truthenne<br />

(turkey), Ente (duck) und Huhn<br />

(chicken) wurden entbeint, gefüllt und –<br />

der Grösse nach – ineinander gefüllt.<br />

Solch kulinarische Extravaganz gibt<br />

es auch heute noch. Man denke nur<br />

Üppig-skurriler Festbraten: Für<br />

«Turducken» wird Truthenne der<br />

Grösse nach mit Ente und Huhn gefüllt.<br />

Fotos: Shutterstock, Getty Images, beigestellt<br />

54 falstaff dez–feb 2025


Vermutlich wurden die ersten<br />

Gänse bereits vor 7000<br />

Jahren von Reisbauern in<br />

China domestiziert.<br />

an den französischen Drei-Sterne-Koch<br />

Alain Passard, der Enten- und Hühnerhälften<br />

aneinander nähte und anschliessend in<br />

Guérande-Salzkruste im Ofen garte.<br />

BESONDERE EXOTEN<br />

Rund 13 Kilogramm Geflügel werden in<br />

Deutschland und Österreich pro Kopf und<br />

Jahr verzehrt, zwei Mal mehr als in der<br />

<strong>Schweiz</strong>. Das weisse Fleisch gilt als gesünder<br />

als das rote von Rind oder Schwein.<br />

Es liefert Eisen, Phosphor und Zink, ist<br />

proteinreich und fettarm. Am beliebtesten<br />

ist mit grossem Abstand das Huhn, gefolgt<br />

von Truthenne, Ente und Gans. Exotisches<br />

und Wildes wie Wachtel, Fasan oder Strauss<br />

tauchen in den meisten Statistiken nicht<br />

auf.<br />

Anders sieht es in den Gourmetküchen<br />

aus, wo vor allem die Wachtel hoch geschätzt<br />

ist: Paul Bocuse umwickelte sie mit<br />

Speck und servierte sie mit geschmorten<br />

Weintrauben. Bei Benjamin Chmura aus<br />

dem «Tantris Maison Culinaire» gibt es<br />

sie oft mit leichten Saucen, im Sommer<br />

auch gerne als kalte Vorspeise. Die Wachtel<br />

gehört wie das domestizierte Haushuhn<br />

zur Familie der Fasanenartigen. Mit einem<br />

Gewicht von um die <strong>10</strong>0 Gramm ist sie<br />

DAS HUHN GILT ALS<br />

GESÜNDER ALS<br />

ROTES FLEISCH UND<br />

WIRD AM LIEBSTEN<br />

GEGESSEN, GEFOLGT<br />

VON TRUTHENNE, ENTE<br />

UND GANS.<br />

der kleinste Hühnervogel und der einzige,<br />

der zum Überwintern in den Süden fliegt.<br />

Moderne Landwirtschaft und illegale Jagd<br />

haben dazu geführt, dass die Wachtel heute<br />

in einigen Ländern Europas als gefährdet<br />

gilt. Ein Grossteil der verspeisten Tiere<br />

stammt aus Brutfarmen, wo sie mit bis zu<br />

200 Gramm deutlich schwerer werden.<br />

Wie bei jeglichem Geflügel herrschen in<br />

der Zucht oft erschreckende Zustände. Das<br />

Fleisch ist auch deshalb so beliebt, weil<br />

es in der Regel günstig ist, was nur durch<br />

Massentierhaltung möglich ist. Platzmangel,<br />

Schmutz, Krankheiten und billiges<br />

<<br />

Robin Geisser beliefert mit<br />

Geflügel Gourmet in der <strong>Schweiz</strong><br />

Spitzenköche mit Maispoularden,<br />

Enten, Perlhühnern, Truthennen<br />

und Gänsen.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

55


festive season / GEFLÜGEL<br />

Das Münchner «Tantris»<br />

steht für beste französische<br />

Küche und klare Ästhetik.<br />

<<br />

Futter schlagen sich auch in minderwertiger<br />

Fleischqualität nieder.<br />

Als Vorreiter gilt Frankreich, in dessen<br />

Küche Geflügel seit jeher eine grosse<br />

Rolle spielt: von Coq au Vin über Ente<br />

à l’Orange bis zu Bressehuhn und Challans-<br />

Ente. Schon in den 1960er-Jahren wurde in<br />

Frankreich das Gütesiegel «Label Rouge»<br />

eingeführt, das den Tieren mehr Platz, Auslauf,<br />

Lebenswochen und artgerechtes Futter<br />

garantiert. Die Auswahl an besonderen,<br />

regional geschützten Rassen sei in Deutschland<br />

etwas geringer und das Bewusstsein<br />

für Qualität weniger ausgeprägt, meint<br />

«Tantris»-Chef Benjamin Chmura, der viele<br />

Jahre lang in französischen Sternerestaurants<br />

gekocht hat. «Dort wird Geflügel<br />

oft mit besonderer Hingabe zubereitet,<br />

sei es in klassischen Gerichten oder<br />

in modernen Interpretationen, die die<br />

Die Wachtel<br />

wird vor<br />

allem in der<br />

Gourmetküche<br />

geschätzt. Ihr<br />

Bestand ist<br />

aber teilweise<br />

gefährdet,<br />

die Zucht<br />

problematisch.<br />

Qualität des Produkts besonders hervorheben.»<br />

Auch Robin Geisser kommt bei französischem<br />

Geflügel ins Schwärmen. Gemeinsam<br />

mit seinen Brüdern hat der <strong>Schweiz</strong>er das<br />

Unternehmen Geflügel Gourmet aufgebaut,<br />

das Tiere aus heimischer Zucht vertreibt. Inspiriert<br />

hat ihn seine Ausbildungszeit in Frankreich.<br />

Gemeinsam mit rund 30 Landwirten<br />

züchtet er Maispoularden, Enten, Perlhühner,<br />

Truthähne und Gänse, die sich auch bei Topgastronomen<br />

grosser Beliebtheit erfreuen.<br />

Die Tiere wachsen in mobilen Ställen auf<br />

«natürlichem Boden» heran, der Futter und<br />

Immunisierung bietet. Im Sommer dürfen<br />

sie durchs Maisfeld rennen. «So muss man<br />

auch weniger zufüttern», erklärt Geisser.<br />

Gänse etwa fressen <strong>10</strong>0 Kilo Trockensubstanz<br />

pro Saison. «Das sind wahre Durchlauferhitzer.»<br />

Gezüchtet werden vorwiegend<br />

extensive Rassen wie die englischen<br />

Kelly Bronze, der «Rolls-Royce unter den<br />

Truten», beliebt auch im englischen Königshaus.<br />

Sie werden nach rund einem halben<br />

Jahr geschlachtet – doppelt bis dreimal<br />

so spät wie herkömmliche Truten. Die<br />

längere Zucht macht sich auch im<br />

Fleisch bemerkbar. Es sei fester und<br />

intensiver im Geschmack. Für ältere<br />

Tiere eignen sich daher langsame,<br />

sanfte Zube reitungsmethoden wie<br />

Schmoren, im Ganzen oder als Gu­<br />

Fotos: Shutterstock, Erik Mooiman / Unsplash, beigestellt, Christian Maislinger<br />

56 falstaff dez–feb 2025


Chefkoch Stefan<br />

Doubek bezieht für sein<br />

gleichnamiges Fine-Dining-<br />

Restaurant in Wien Tiere<br />

nur im Ganzen, alle Teile<br />

werden verarbeitet.<br />

lasch. Aus den Karkassen werden Fonds und<br />

Brühen, die Einzelstücke lassen sich braten,<br />

grillieren, frittieren oder sautieren. Es sind<br />

diese Vielseitigkeit und «die Möglichkeit,<br />

das Produkt durch spezielle Zubereitungen<br />

zur Geltung zu bringen», die Koch Chmura<br />

am Geflügel besonders schätzt.<br />

WORAUF ES ANKOMMT<br />

Auch mit offenem Feuer verträgt sich das<br />

Fleisch, wie Kollege Stefan Doubek beweist,<br />

der in Wien an einer 35 Meter langen<br />

Feuerküche kocht, unter anderem eine fünf<br />

Wochen lang gereifte Ente, die über mehrere<br />

Stunden gegart und puristisch mit Entenjus<br />

serviert wird. Seine Tiere bezieht er «überregional»<br />

von guten Züchtern und stets im<br />

Ganzen: «Ich verwende lieber alles, als dass<br />

ich eine Hühnerbrust aus Österreich kaufe,<br />

von der alle anderen Teile dann über die ganz<br />

Welt verschickt werden.» Das Schöne am<br />

Geflügel: Dank der kompakten Grösse ist die<br />

Nose-to-Tail-Verarbeitung auch für Hobbyköche<br />

leicht umsetzbar.<br />

Trotz heimischer Zucht importieren<br />

Deutschland, Österreich und die <strong>Schweiz</strong><br />

grosse Mengen an Geflügelfleisch aus den<br />

Nachbarländern, aber auch aus Brasilien<br />

und Thailand. In Deutschland standen den<br />

2600 Tonnen heimischen Gänsefleisches rund<br />

12.<strong>10</strong>0 aus dem Ausland gegenüber. Grundsätzlich<br />

gelten für das heimische Geflügel<br />

DAS SCHÖNE AM<br />

GEFLÜGEL: DURCH<br />

DIE KOMPAKTE GRÖSSE<br />

IST DER NOSE-TO-TAIL-<br />

ANSATZ AUCH FÜR<br />

HOBBYKÖCHE LEICHT<br />

UMSETZBAR.<br />

strengere Vorgaben: Truten steht in Österreich<br />

75 Prozent mehr Platz zu als im EU-<br />

Durchschnitt. In Deutschland ist bei Gänsen<br />

die Freilandhaltung weit verbreitet.<br />

Wer auf Nummer sicher gehen will, geht<br />

wie Doubek zum «überregionalen» Züchter.<br />

Oft seien es spezielle Geflügelarten, die<br />

ein unverwechselbares Geschmackserlebnis<br />

garantieren, sagt «Tantris»-Chef Chmura.<br />

Gutes Geflügel erkennt man an gesunder<br />

Haut, die frei von Verletzungen, Verfärbungen<br />

und trockenen Stellen ist, sowie an einer<br />

gleichmässigen Fettschicht. Das Fleisch sollte<br />

fest und prall, insbesondere an Brust und<br />

Schenkel gut ausgebildet sein.<br />

Nach den Weihnachtstagen ist aber<br />

erst mal Schluss mit Geflügel – zumindest<br />

zu Silvester sollte man pausieren, besagt<br />

doch eine Mär, dass mit dem flugfähigen<br />

Tier auch das erhoffte Neujahrsglück von<br />

dannen fliegen könnte.<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

57


festive season / GEFLÜGEL<br />

IN NEUN SCHRITTEN ZUM<br />

PERFEKT TRANCHIERTEN VOGEL<br />

1<br />

2<br />

1<br />

Um die Keulen zu entfernen,<br />

mit dem Messer am Hüftgelenk<br />

entlang schneiden. Die Keule<br />

mithilfe einer Fleischgabel vorsichtig<br />

vom Körper wegdrücken<br />

und am Gelenk abtrennen.<br />

3<br />

2<br />

Die Keule anschliessend mit der<br />

Fleischgabel am Schneidbrett<br />

fixieren. Mit einem Schnitt im<br />

Gelenk in Ober- und Unterkeule<br />

zerteilen.<br />

3<br />

Das Fleisch der Ober- und Unterkeule<br />

in Scheiben schneiden<br />

und portionieren.<br />

4<br />

5<br />

6<br />

4<br />

Truthenne mit der Fleischgabel<br />

in Position halten und<br />

das Brustfleisch horizontal<br />

einschneiden.<br />

5<br />

Messer schräg halten und<br />

die Klinge beim Schnitt am<br />

Rumpf entlang führen. Immer<br />

gegen die Richtung der Fasern<br />

schneiden. Dadurch werden<br />

Druckstellen verhindert.<br />

6<br />

Das Fleisch in mindestens<br />

fünf Millimeter dicke Scheiben<br />

schneiden, damit sie nicht<br />

auseinanderfallen.<br />

7<br />

8<br />

9<br />

7<br />

Entlang des Brustbeins vom<br />

Hals bis zum Ende des Vogels<br />

schneiden.<br />

8<br />

Truthenne auf den Rücken drehen<br />

und restliches Brustfleisch<br />

herauslösen.<br />

9<br />

Das restliche Fleisch in<br />

Scheiben schneiden.<br />

Fotos: StockFood / Immediate Media / Good Food<br />

58 falstaff dez–feb 2025


G. BIANCHI AG<br />

In der festlichen Saison<br />

spielt das Weihnachtsessen<br />

eine zentrale Rolle.<br />

EIN HOCHGENUSS<br />

ZU WEIHNACHTEN<br />

Für Gastronomen und Feinschmecker ist das Festtagsgeflügel oft der<br />

Höhepunkt eines jeden Menüs. Bianchi bietet als führender Gastronomie-<br />

Grosshändler in der <strong>Schweiz</strong> seinen Kunden eine exklusive Auswahl an<br />

hochwertigem Geflügel, das in keinem festlichen Menü fehlen darf.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Das Sortiment von Bianchi umfasst<br />

eine Vielzahl an Geflügelarten, die<br />

für ihre Exklusivität und aussergewöhnliche<br />

Qualität bekannt<br />

sind. Besonders hervorzuheben sind dabei<br />

die Appenzeller Ribelmais-Gans und das<br />

edle Poulet Noir aus dem Greyerzer Land.<br />

Beide Arten garantieren ein unverwechselbares<br />

Geschmackserlebnis, dass auch die<br />

anspruchsvollsten Gäste begeistert.<br />

Die Appenzeller Ribelmais-Gans ist ein<br />

wahres Meisterwerk der <strong>Schweiz</strong>er Geflügelzucht.<br />

Auf den saftigen Weiden der Appenzeller<br />

Alpen ernähren sich die Gänse von<br />

hochwertigem Ribelmais, was für ein<br />

be sonders zartes Fleisch und einen intensiven<br />

Geschmack sorgt. Diese Art der Zucht<br />

und Fütterung verleiht der Gans eine unverwechselbare<br />

Aromatik, die sowohl beim Bra-<br />

ten als auch beim Füllen zur Geltung<br />

kommt.<br />

Für Feinschmecker, die das Besondere<br />

suchen, ist auch das Poulet de Bresse eine<br />

erstklassige Wahl. Dieses legendäre Huhn aus<br />

der Region Bresse in Frankreich gilt als das<br />

beste der Welt. Es zeichnet sich durch einzigartiges,<br />

zartes Fleisch mit intensivem Geschmack<br />

aus, das durch die besonderen Aufzuchtmethoden<br />

und spezielles Futter aus<br />

Mais und Kräutern in freier Natur entsteht.<br />

EXQUISITE FESTTAGE<br />

Ein weiterer Höhepunkt in der Bianchi-Geflügelkollektion<br />

ist das Poulet Noir. Dieses<br />

hochwertige Huhn mit seinen unverkennbaren<br />

dunkeln Füssen überzeugt durch seine<br />

aussergewöhnliche Fleischqualität und einen<br />

intensiven, natürlichen Geschmack. Es wird<br />

unter artgerechten Bedingungen aufgezogen<br />

und zeichnet sich durch eine besondere Fütterung<br />

und Pflege aus.<br />

Das Festtagsgeflügel von Bianchi steht für<br />

Qualität, Nachhaltigkeit und Geschmack.<br />

Die sorgfältige Auswahl der Lieferanten und<br />

die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit<br />

den besten Produzenten aus der <strong>Schweiz</strong><br />

und Europa garantieren, dass nur herausragende<br />

Produkte in die Küchen von Gastronomen<br />

gelangen. Entdecken Sie das umfassende<br />

Festtagsgeflügel-Sortiment von Bianchi<br />

und bereichern Sie Ihr Weihnachtsmenü<br />

mit den besten Geflügelarten.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

shop.bianchi.ch<br />

dez–feb 2025 falstaff 59


festive season / REZEPTE<br />

<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter -<br />

Rezeptideen kostenlos<br />

via E-Mail erhalten:<br />

go.falstaff.com/rezept-newsletter<br />

60 falstaff dez–feb 2025


Die Weihnachtszeit ist ein Fest<br />

für die Sinne – und was könnte<br />

glanzvoller sein als kulinarische<br />

Klassiker, die den Tisch erstrahlen<br />

lassen? <strong>Falstaff</strong> präsentiert<br />

drei Festtagsklassiker von<br />

Spitzenköchen, die den Zauber<br />

der Feiertage mit zeitlosem<br />

Charme auf den Teller bringen.<br />

FEST-<br />

FOTOS LENA STAAL<br />

KONZEPT & PRODUKTION BIANCA DEMSA<br />

FOODSTYLIST GITTE JAKOBSEN<br />

TAGS<br />

GLANZ<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

61


festive season / REZEPTE<br />

62 falstaff dez–feb 2025


PÂTÉ EN CROÛTE BOURGEOIS<br />

(FÜR 20 PORTIONEN)<br />

Die Pastete im Teigmantel, ein französisches Kulturgut, wird traditionell<br />

als Vorspeise serviert. Die Zubereitung wirkt kompliziert, dabei verlangt sie<br />

nur etwas Geduld. Im Münchner «Tantris» kommt sie kalt auf den Tisch –<br />

ihr Erfolg liegt in knusprigem Teig und saftiger Füllung.<br />

Foto: beigestellt<br />

ZUTATEN FÜR DIE FARCE (FÜLLUNG)<br />

• 1 kg Entenkeulen, ohne Knochen und Haut<br />

• 450 g Entenhaut<br />

• 500 g Schweineschulter<br />

• 250 g sizilianische Pistazien<br />

• 35 g Salz<br />

• 7,5 g weisser Pfeffer<br />

• 2,5 g geräucherter Paprika<br />

• Cognac<br />

ZUBEREITUNG DER FARCE<br />

– Zuerst die Entenkeulen entbeinen, die Haut<br />

entfernen und das Fleisch in 3 cm dicke Würfel<br />

schneiden. Die Schweineschulter ebenfalls in<br />

3 cm dicke Würfel schneiden.<br />

– Die Entenhaut 2 Minuten in gesalzenem Wasser<br />

blanchieren und abkühlen lassen. In Stücke<br />

schneiden und beiseitelegen.<br />

– Alle Zutaten in einer Schüssel mit den Gewürzen<br />

und einem Schuss Cognac vermischen.<br />

24 Stunden marinieren lassen.<br />

– Am nächsten Tag durch den Fleischwolf (feine<br />

Scheibe) drehen und für 1 Stunde abkühlen<br />

lassen. Die Pistazien vorsichtig von Hand<br />

untermischen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE EINLAGEN<br />

• 500 g Herzbries vom Kalb<br />

• 500 g Entenleberterrine<br />

ZUBEREITUNG DER EINLAGEN<br />

– Das gewässerte Kalbsbries 13 Minuten in<br />

gesalzenem Wasser bei mittlerer Hitze blanchieren.<br />

Die Haut und das überschüssige Fett entfernen<br />

und zwischen zwei Blechen abkühlen lassen.<br />

– In 2,5 cm grosse Würfel schneiden und beiseitelegen.<br />

– Die gegarte Entenleberterrine ebenfalls in 2,5 cm<br />

grosse Würfel schneiden und kühl stellen.<br />

ZUTATEN FÜR DEN PASTETENTEIG<br />

• 1 kg Mehl (T55)<br />

• 800 g Butter<br />

• 4 Eier<br />

• 60 g Zucker<br />

• 30 g Salz<br />

ZUBEREITUNG DES PASTETENTEIGS<br />

– Das Mehl und die kalte Butter mit den Händen<br />

fein verreiben, bis eine sandige Konsistenz<br />

entsteht.<br />

– Die Eier mit dem Salz verrühren, bis sich das Salz<br />

vollständig aufgelöst hat.<br />

– Den Zucker zur Mehl-Butter-Mischung geben und<br />

alles zügig zu einem homogenen Teig verarbeiten.<br />

– Anschliessend den Teig in Frischhaltefolie einwickeln<br />

und für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen<br />

lassen.<br />

ZUTATEN FÜR DEN PASTETENMANTEL<br />

Butter, zum Ausstreichen der Form<br />

2 Eigelb<br />

3 Challans-Entenbrüste<br />

500 ml Gelierte Entenconsommé<br />

Rezept von Benjamin Chmura, «Tantris»<br />

München, Deutschland<br />

Geboren in Ottawa und aufgewachsen in Brüssel,<br />

sammelte er Expertise in diversen Sterneküchen<br />

weltweit. Seit Oktober 2021 fungiert er als Küchenleiter<br />

im renommierten «Tantris», wo er mit<br />

einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Der<br />

französische Einfluss ist dabei ebenso spürbar<br />

wie die eigene kreative Handschrift, die seine<br />

Gerichte unverwechselbar machen.<br />

ZUBEREITUNG DES PASTETENMANTELS<br />

– Pastetenform (L x H x B: 40 x 8 x 7 cm) zunächst<br />

für 5 Minuten in den Gefrierschrank stellen.<br />

– Anschliessend die Butter schmelzen und die Innenseite<br />

der Form grosszügig damit bestreichen.<br />

Die Form erneut in den Gefrierschrank stellen und<br />

diesen Vorgang dreimal wiederholen.<br />

– Nun den Teig ausrollen: eine mittlere Lage von<br />

40 cm Länge und 28 cm Breite, für die Enden <strong>10</strong><br />

cm Breite und 15 cm Länge. Zuerst die lange Seite<br />

der Form mit Teig auslegen, dann die Enden.<br />

– 250 g Farce einfüllen und darauf die Hälfte des<br />

Kalbsbries sowie die Hälfte der Entenleberterrine<br />

gleichmässig verteilen.<br />

– Eine weitere Schicht von 250 g Farce hinzufügen<br />

und die drei Entenfilets mittig darauf platzieren.<br />

Danach 250 g Farce hinzufügen, gefolgt von dem<br />

restlichen Kalbsbries und Entenleberterrine.<br />

– Abschliessend eine letzte Schicht von 220 g<br />

Farce einfüllen.<br />

– Die Pastete mit einer Teigplatte von 46 cm Länge<br />

und 18 cm Breite abdecken und gut verschliessen,<br />

dabei die Luft herausdrücken und die Teigenden<br />

fest zusammendrücken.<br />

– Dreimal mit Eigelb bestreichen, dazwischen jeweils<br />

<strong>10</strong> Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.<br />

– Am Ende mit einem Ausstechring von 2 cm<br />

Durchmesser 3 Luftlöcher (Schornsteine)<br />

schneiden: 8 cm von jedem Rand entfernt und<br />

eines in der Mitte.<br />

– Den Backofen auf 230 °C Umluft vorheizen und<br />

die Pastete 8 Minuten lang backen. Jetzt die<br />

Temperatur auf 180 °C reduzieren und weiterbacken,<br />

bis die Filets eine Kerntemperatur von 53 °C<br />

erreicht haben. Aus dem Ofen nehmen, überschüssiges<br />

Fett abgiessen und die Pastete ruhen<br />

lassen.<br />

– Nach einer Stunde Ruhezeit die Pastete mit<br />

gelierter Entenconsommé auffüllen und über<br />

Nacht im Kühlschrank lagern.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Blaufränkisch Himmel auf Erden Rosé 2023<br />

Weingut Christian Tschida, Österreich<br />

Zwiebelrot mit Orangereflexen. Noten von Nougat,<br />

Lakritze, eingelegten Kirschen und einem<br />

Hauch Erdbeerkonfit. Straff, elegant mit finessenreiche<br />

Säurestruktur. Rotbeeriger Nachhall,<br />

salzig im Abgang. maisonlibre.ch, CHF 29,90<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

63


festive season / REZEPTE<br />

KLASSISCHE WACHTEL IM HEU<br />

mit Saturnpfirsich<br />

(FÜR 4 PERSONEN)<br />

Alain Weissgerber ist bekannt für seine puristischen und zugleich originellen<br />

Gerichte. Die Wachtel, der kleinste Hühnervogel Europas, mag zwar zart und<br />

klein sein, doch ihr Geschmack ist unverwechselbar und aussergewöhnlich.<br />

In einem Heubett serviert erhält sie zudem einen aussergewöhnlichen Auftritt.<br />

ZUTATEN FÜR DIE WACHTELN<br />

• 150 g ungestopfte Bio Gänseleberwürfel (1x1cm)<br />

• <strong>10</strong>0 g Apfelwürfel (1 x 1 Zentimeter)<br />

• <strong>10</strong>0 g Weissbrotwürfel, ohne Rinde<br />

• 2 EL Petersilie, gehackt<br />

• 1 EL Thymian und Rosmarin, gehackt<br />

• 1 Eigelb<br />

• 4 Stk. Wachteln<br />

• Salz<br />

• Weisser Pfeffer aus der Mühle<br />

• Butter<br />

• 4 Bögen Backpapier 30 x 30 Zentimeter<br />

• Bindfaden<br />

• Heu<br />

ZUBEREITUNG DER WACHTELN<br />

– Zuerst die Weissbrotwürfel in 1 EL Butter goldgelb<br />

anrösten und auskühlen lassen.<br />

– Nun die Apfelwürfel und die Gänseleberwürfel<br />

beigeben und vorsichtig unterrühren.<br />

– Mit Salz, Pfeffer und den Kräutern würzen und<br />

danach das Eigelb untermengen.<br />

– Anschliessend die Wachteln hohl auslösen und<br />

auf der Innenseite mit Salz und Pfeffer würzen.<br />

– Die Weissbrotmasse zu Knödeln formen und die<br />

Wachteln füllen.<br />

– Anschliessend die Wachteln wieder zusammenschlagen<br />

und die Hautseite mit halbflüssiger<br />

Butter bestreichen und salzen.<br />

– Die Papierbögen auflegen und das Heu in die<br />

Mitte setzen.<br />

– Die gefüllte Wachteln hineinsetzen und das Papier<br />

zusammenschlagen. Mit dem Bindfaden zusammenbinden<br />

und auf einem Rost im Backofen<br />

bei 225 °C für 25 Minuten braten.<br />

Rezept von Alain Weissgerber, «Relais & Châteaux<br />

Taubenkobel», Schützen, Österreich<br />

Der Elsässer und seine Frau Barbara Eselböck haben<br />

im burgenländischen Schützen ein Refugium<br />

des gehobenen Genusses geschaffen, wo sie einen<br />

kreativen kronländerisch-pannonischen Küchenstil<br />

mit französischen Einflüssen vereinen. Mit<br />

originellen Pop-ups im Winter begeistert das<br />

Duo jährlich in aussergewöhnlichen Locations, in<br />

diesem Jahr etwa im Wiener Club «Volksgarten».<br />

ZUTATEN FÜR DAS PFIRSICHMOUSSE<br />

• Einige Saturnpfirsiche<br />

• Ascorbinsäure<br />

• Läuterzucker<br />

ZUBEREITUNG DES PFIRSICHMOUSSE<br />

– Saturnpfirsiche schälen, vierteln, entkernen und<br />

in einem Vakuumbeutel mit Ascorbinsäure und<br />

wenig Läuterzucker weichkochen.<br />

– Danach sofort im Eiswasser abkühlen, aus dem<br />

Beutel nehmen und im Thermomixer zu Pfirsichmousse<br />

verarbeiten.<br />

– Mit Läuterzucker und Birnenbrand abschmecken.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Kreuth Chardonnay Südtirol DOC 2022<br />

Kellerei Terlan, Italien<br />

Leuchtendes, intensives Goldgelb. Feinwürzig<br />

in der Nase, reifer Pfirsich und Honigmelone,<br />

mineralischer Nachklang. Cremig und fruchtig<br />

mit erfrischender Säure, harmonisch und lang<br />

im Abgang. casadelvino.ch, CHF 24,90<br />

64 falstaff dez–feb 2025


Foto: beigestellt<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

65


festive season / REZEPTE<br />

66 falstaff dez–feb 2025


ROASTED TURKEY LEG<br />

mit geschmortem Rotkohl<br />

(FÜR 4 PERSONEN)<br />

Das Herzstück des traditionellen britischen Festmahls ist wie<br />

weithin bekannt die Truthenne, die in dieser Jahreszeit oft am<br />

saftigsten und fettreichsten ist. Adam Byatts Variante ähnelt einer<br />

Roulade und präsentiert die Truthenne auf eine raffinierte Weise,<br />

die wohl nicht allzu bekannt ist.<br />

Foto: john carey<br />

ZUTATEN FÜR DIE FARCE<br />

• 200 g Wurstbrät<br />

• 1 weisse Zwiebel<br />

• 1 geriebene Knoblauchzehe<br />

• etwas Salbei, fein gehackt<br />

• 20 g gekochte Kastanien, gewürfelt<br />

• 20 g getrocknete Preiselbeeren<br />

• Schwarzer Pfeffer und Salz<br />

ZUBEREITUNG DER FARCE<br />

– Zuerst die Zwiebel fein würfeln und in einer<br />

mittelgrossen Pfanne mit Butter und Olivenöl<br />

anschwitzen.<br />

– Nun den Knoblauch dazugeben, mit einer<br />

Kartusche abdecken und 15 bis 20 Minuten<br />

unter häufigem Rühren anschwitzen.<br />

– Sobald die Zwiebel weich sind, Preiselbeeren und<br />

den Salbei hinzufügen.<br />

– Die Pfanne vom Herd nehmen und gut abkühlen<br />

lassen.<br />

– Anschliessend mit dem Wurstbrät vermischen.<br />

– Ein kleines Stück abkochen, um die Würze zu<br />

überprüfen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE FÜLLUNG<br />

• 2 Truthennenkeulen, ohne Knochen<br />

• 300 g Farcemischung<br />

• 50 g Butter<br />

• 2 Bund Wurzelgemüse (Karotten, gelbe Rüben,<br />

Sellerie, Petersilie, etc.), gewürfelt<br />

• Alufolie zum Einrollen<br />

ZUBEREITUNG DER FÜLLUNG<br />

– 2 Blätter Alufolie auslegen und die Butter<br />

gleichmässig darauf verteilen.<br />

– Nun die Keulen so darauf legen, dass die Haut<br />

vollständig an der Alufolie anliegt.<br />

– Mit der Farce füllen und darauf achten, dass die<br />

Füllung vollständig in die Keulenenden gedrückt<br />

wird. Die Farce an den Schenkelenden der Keulen<br />

zylindrisch abrunden.<br />

– Anschliessend die Keulen in der Alufolie fest<br />

einrollen und die Enden verdrehen.<br />

– Auf einem Bratblech gemischte Gemüsewürfel<br />

und die gerollten Keulen darauf legen und im vorgeheizten<br />

Backofen bei 180 °C 30 bis 45 Minuten<br />

garen, bis die Keulen eine Kerntemperatur von<br />

75 °C erreicht haben.<br />

– Abkühlen lassen und die Keule(n) in einer<br />

gusseisernen Pfanne von allen Seiten goldbraun<br />

anbraten.<br />

– Anschliessend wieder abkühlen lassen und<br />

tranchieren.<br />

Rezept von Adam Byatt, «Trinity»<br />

London, England<br />

Adam Byatt startete seine Karriere bereits mit<br />

16 Jahren und eröffnete 2006 zusammen mit seinem<br />

Geschäftspartner Angus Jones das Michelin-Sterne-Restaurant<br />

«Trinity» im Herzen von<br />

Clapham Old Town. Seitdem hat sich sein Restaurant<br />

als eines der renommiertesten Fine-Dining-Restaurants<br />

der Stadt etabliert.<br />

ZUTATEN FÜR DAS GESCHMORTE ROTKRAUT<br />

• 1 Rotkraut, in dünne Scheiben geschnitten<br />

• 2 Äpfel der Sorte «Bramley», in dünne Scheiben<br />

geschnitten<br />

• <strong>10</strong>0 g Rosinen<br />

• 300 g Rotwein<br />

• 200 g Rotweinessig<br />

• 200 g «Redcurrant Jelly» (Alternativ: Ribiselmarmelade)<br />

• Salz<br />

• 1 Gewürzsäckchen (Zimtstange, Sternanis,<br />

Nelken)<br />

ZUBEREITUNG DES GESCHMORTEN ROT-<br />

KRAUTS<br />

– Das Kraut, die Äpfel und die Rosinen in eine<br />

Auflaufform geben.<br />

– Rotwein, Rotweinessig, Ribiselmarmelade, Salz<br />

und Gewürzsäckchen zum Kochen bringen und<br />

über die geschnittenen Apfel-Kraut-Mischung<br />

giessen.<br />

– Die Auflaufform mit Pergamentpapier und Alufolie<br />

abdichten und bei 160 °C für 1,5 bis 2 Stunden<br />

backen.<br />

– Anschliessend die Mischung herausnehmen und<br />

gut abtropfen lassen.<br />

– Die verbliebene Flüssigkeit um die Hälfte einkochen,<br />

bei Bedarf mit Speisestärke binden und<br />

eventuell nachwürzen. (Kann einen Tag im Voraus<br />

zubereitet werden.)<br />

– Das Kraut erwärmen und mit tranchierter<br />

Truthennenkeule servieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Roquette & Cazes Tinto 2021<br />

Roquette & Cazes, Portugal<br />

Rote und dunkle Beeren in der Nase, etwas<br />

Zwetschge sowie eine präsente Gewürzaromatik<br />

mit Zimtnoten. Am Gaumen angenehm weich<br />

und rund bei hoher Eleganz und Kraft. Feine, präzise<br />

Säure, elegantes Tannin. Hallt lange nach.<br />

ullrich.ch, CHF 20,50<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

67


Wenn die Korken knallen, muss das kein Loch ins Portemonnaie<br />

reissen. Aber wer sich gerne etwas Besonderes gönnt, trifft mit<br />

dem französischen Original ins Schwarze.<br />

Nur keine Sorge wegen der Festtags-Schlemmereien.<br />

Champagner enthält weniger Kalorien als Rot- oder<br />

Weissweine und wer hat schon keine Freude an 49 Millionen<br />

Perlen? So viele Bläschen schlummern in einer<br />

Champagner-Flasche und sie alle bilden die glitzernde<br />

Perlage mit dem lieblichen Aussehen und dem aufbrausenden<br />

Temperament. Wem der Inhalt wichtiger ist als<br />

der Knalleffekt, versucht so wenig wie möglich zu verschütten.<br />

Indem man den Korken festhält und stattdessen<br />

die Flasche langsam dreht, kontrolliert man die<br />

Druckwelle und schont Mobiliar und Gäste. Aber auch<br />

wer es gerne laut und überschäumend mag, befindet<br />

sich in bester Gesellschaft. Schon in Versailles war kein<br />

Kronleuchter sicher vor den lustigen Freunden von Louis<br />

XV, denen im Bild "Le Déjeuner d'huîtres" schon<br />

1735 der Champagnerkorken um die Ohren fliegt.<br />

Wie der König ist auch der Champagner ein Bien-<br />

Aimé, von Klassikern wie Ruinart, Moet Chandon und<br />

Dom Perignon bis zum Saldo-Testsieger Colligny Brut<br />

findet sich die richtige Wahl für festliche Momente in<br />

unseren Filialen und auf denner.ch/wein.<br />

DIE PERFEKTE<br />

GESCHMACKS<br />

Pol Caston<br />

Champagne AOC<br />

Colligny<br />

Champagne AOC<br />

ADVERTORIAL


DENNER<br />

EXPLOSION<br />

Moët & Chandon<br />

Impérial Brut AOC<br />

Dom Pérignon<br />

Vintage Brut<br />

Ruinart<br />

Champagner Brut


festive season / INTERVIEW<br />

Foto: Stefan Gergely<br />

70 falstaff dez–feb 2025


CONNOISSEUR<br />

PAWEL<br />

Seine Leidenschaft, die Kulinarik, lässt sich Pawel Mowlik schon mal eine<br />

Million Euro im Jahr kosten. In rund 200 Drei-Sterne-Lokalen hat er bereits<br />

gegessen, bei Paul Bocuse hat er selbst gekocht, mit vielen Köchen ist er<br />

freundschaftlich verbunden. Ein Gespräch über Geld, Genuss – und darüber,<br />

was er vermisst: den Geschmack von frisch gesalzenen Tomaten nämlich,<br />

wie sie nur die polnische Urgrossmutter serviert hat.<br />

TEXT CHRISTOPH SCHWARZ<br />

Pawel Mowlik zu Gast bei <strong>Falstaff</strong>:<br />

Auf Instagram ist der Millionär als<br />

@connoisseur_pawel bekannt.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

71


festive season / INTERVIEW<br />

ICH BIN EIN VERFECHTER<br />

DES HEDONISMUS. WIR<br />

DÜRFEN NICHT LUSTFEINDLICH<br />

WERDEN UND ICH BIN ÜBER-<br />

ZEUGT: EIN MANN IST DANN EIN<br />

RICHTIGER MANN, WENN ER<br />

SICH MIT ESSEN AUSKENNT.»<br />

Pawel Mowlik zu Gast bei <strong>Falstaff</strong><br />

in Wien: Seine Reisen zu den besten<br />

Köchen führen ihn rund um die Welt.<br />

Das kostet Geld: «Und ich bereue<br />

keinen Cent davon.»<br />

Pawel Mowlik wirkt zurückhaltend,<br />

ja fast schüchtern, als er<br />

den Raum betritt. Understatement<br />

nennt man das wohl bei<br />

einem Millionär. Wenn er von<br />

seiner Leidenschaft, dem Genuss, erzählt,<br />

dann aber beginnen seine Augen zu leuchten<br />

– und Mowlik zieht einen mit seinen<br />

Geschichten und Anekdoten in seinen Bann.<br />

Kein Wunder, dass der gebürtige Pole, dessen<br />

Weg ihn unter anderem nach Deutschland<br />

und in die <strong>Schweiz</strong> geführt hat, auf<br />

Social Media begeistert: Als @connoisseur_<br />

pawel hat er auf Instagram eine wachsende<br />

Fangemeinde, die ihn auf seinen Reisen begleitet.<br />

Diese zeigen Mowlik in den Küchen<br />

der angesagtesten Chefköche der Welt, die<br />

er vielfach zu seinen Freunden zählt. Rund<br />

200 Drei-Sterne-Lokale hat er besucht.<br />

Medial macht Mowlik immer wieder<br />

von sich reden, weil er vor allem eines<br />

ist: radikal offen und ehrlich. Und<br />

so berichtet er von seiner einstigen<br />

Kokain- und Alkoholabhängigkeit,<br />

als er in seinen Zwanzigern mit<br />

Hedgefonds zu Reichtum kam.<br />

Und von den unzähligen Entzie­<br />

hungskuren. Heute hilft er ehrenamtlich<br />

und spricht an Schulen über emotionale und<br />

mentale Gesundheit, um Jugendliche vor jenen<br />

Fehlern zu bewahren, die er gemacht hat.<br />

Und um sie zu inspirieren, ihre Leidenschaft<br />

zu entdecken. Inspirierend sind auch seine<br />

Reisen zu den kulinarischen Top-Adressen –<br />

an denen er übrigens nicht nur isst, sondern<br />

(wie im «Noma», im «Miramar» und bei<br />

Paul Bocuse) manchmal auch selbst kocht.<br />

Pawel Mowlik auf der Suche<br />

nach dem perfekten Baguette.<br />

FALSTAFF Einen echten Connoisseur, was<br />

macht den eigentlich aus?<br />

PAWEL MOWLIK Grundsätzlich meint man<br />

damit einen «Kenner», aber das Schöne ist,<br />

dass es sich nicht auf Essen und Trinken<br />

beschränkt. Es meint Ästhetik, Kultur und<br />

Kunst, Musik und Literatur. Die schönen<br />

Dinge des Lebens. Für mich beginnt aber<br />

alles beim Essen. Ich sage immer: Ein Mann<br />

ist dann ein Mann, wenn er sich mit Essen<br />

auskennt. Das beginnt damit, wie er ein<br />

Stück Fleisch angreift. Und das Wichtigste:<br />

Ich lasse mich sehr gerne von Menschen<br />

inspirieren. Gerade bei Kulinarik kommt es<br />

immer auf den Menschen dahinter an.<br />

Sie schreiben auf Ihrem Instagram-Account:<br />

«Kulinarik ist Kunst.» Sind Köche Künstler?<br />

Oder Handwerker?<br />

Ein Künstler ist immer ein Handwerker.<br />

Ich sage gerne: Alles im Leben findet<br />

immer zweimal statt. Einmal im Kopf.<br />

Und dann bei der Verwirklichung in<br />

der Realität.<br />

Sie posten immer wieder Fotos von<br />

sich mit weltberühmten Köchen. Bei<br />

Fotos: Stefan Gergely, beigestellt<br />

72 falstaff dez–feb 2025


einem ganz Grossen haben Sie sogar ein<br />

Jahr lang gekocht und dafür Ihr bisheriges<br />

Leben hinter sich gelassen – bei Paul Bocuse.<br />

Für mich sind die Wurzeln wichtig. Irgendwie<br />

hat alles, was sich heute kulinarisch<br />

tut und wie man Essen zelebriert – von der<br />

Nordic Cuisine bis zur spanischen Bewegung<br />

–, in Frankreich begonnen. Mit 15 Jahren<br />

habe ich mich in die französische Küche<br />

verliebt. Ich habe bemerkt, dass sie weit<br />

über Ernährung hinausgeht. Sie ist Kulturerbe,<br />

sie ist Magie. Das hat mein Herz bewegt.<br />

Heni blam qui beriorepra nobitaq<br />

uibusandi commodi sequis iliquia<br />

conet es molorum fugiand aectia<br />

sumquos aut ea vellam ea cor as<br />

ipsam untori<br />

Und dann haben Sie bei Bocuse angerufen<br />

und gesagt: «Hier bin ich.»<br />

Nein, nein (lacht). Es hat ein Jahr gedauert,<br />

bis es geklappt hat. Und das, obwohl tolle<br />

Menschen für mich vorgesprochen haben.<br />

Ich habe mehrfach die gleiche Bewerbung<br />

hingeschickt, nie hat man mich zurückgerufen.<br />

Ich bin mir vorgekommen wie im<br />

Vatikan: Bocuse ist der kulinarische<br />

Papst – der ruft dich nicht einfach an.<br />

Dann hat es aber doch geklappt.<br />

Ja. Man darf seine Träume niemals<br />

aufgeben, man muss für sie kämpfen.<br />

Als es schliesslich so weit war,<br />

hätte ich jeden Tag weinen können,<br />

so herzlich hat mich das Küchenteam<br />

von Bocuse auf diese Reise mitgenommen.<br />

Jeden Morgen kam Monsieur Paul<br />

wie ein Gott herein, jeder hat ihm die<br />

Hand geschüttelt und ihn begrüsst. Ich habe<br />

gezittert, bin wie verliebt zu ihm hin. Die<br />

anderen dachten wohl: «Der Pole, der<br />

spinnt.» Irgendwann ist mein Traum wahr<br />

geworden, als er auf mich zukam und mein<br />

Muschelsüppchen gekostet hat. Er hat<br />

gesagt: «Pas mal.» («Nicht schlecht», Anm.)<br />

Das grösste Kompliment, das man von<br />

einem Jahrhundertkoch bekommen kann.<br />

Kurz darauf bat er mich zum Gespräch. Die<br />

lang ersehnte Audienz beim Papst. Ich war<br />

kreidebleich, konnte kaum sprechen. Ich<br />

war am Zenit meiner Leidenschaft. Dann<br />

hat er mir aufgetragen, ein polnisches Traditionsgericht<br />

zu kochen. «Bigos», habe ich<br />

geantwortet, eine Art Szegediner Gulasch.<br />

Das musste ich kochen. Das erste, das ich<br />

<<br />

Schnappschüsse mit den grossen Köchen<br />

der Welt: Yoann Conte (oben), Juan<br />

Amador (im Kreis), Paul Bocuse (rechts).<br />

Im Gespräch mit Michel Guérard, der<br />

erst unlängst verstarb. Für Mowlik<br />

«der letzte grosse Vertreter der<br />

Nouvelle Cuisine».<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

73


festive season / INTERVIEW<br />

Wenn Mowlik zu Gast ist,<br />

stattet er am liebsten auch<br />

den Küchen einen Besuch ab –<br />

hier im Bild mit «Saucenkönig»<br />

Fritz Zehner.<br />

AUTHENTISCHE<br />

KÜCHE ERZÄHLT DIE<br />

KULTUR EINES LANDES.<br />

UND KEINE KULTUR IST<br />

WENIGER WERT ALS<br />

DIE ANDERE.»<br />

hat alles seinen Platz, auch Fast Food. Ich<br />

mag eine gut gemachte Currywurst oder<br />

einen guten Kebab. Auch das ist Kulinarik.<br />

<<br />

gemacht habe: Ich habe meine Mutter<br />

angerufen und das Rezept besorgt. Es ist<br />

ein tolles Gericht, das Kindheitserinnerungen<br />

weckt. Am besten ist es mit polnischem<br />

Brot und dick aufgetragener Butter.<br />

Wie geht es Ihnen mit der deutschen Küche?<br />

Sehr gut. Jedes Land hat seine Küche. Und<br />

das Authentische ist immer interessant. Weil<br />

es die Kultur und die Geschichte eines<br />

Landes erzählt. Und keine Kultur ist weniger<br />

wert als die andere. Die deutsche Küche ist<br />

doch wunderschön – vom Matjes im Norden<br />

bis zum Sauerbraten im Süden.<br />

Sie verwehren sich gegen die Zu schreibung<br />

des «Kritikers».<br />

Ja. Kritik ist klebrig. In allen Genres, aber<br />

insbesondere bei Köchen. Wir alle sind Menschen,<br />

wir produzieren nicht jeden Tag die<br />

gleichen Resultate. Es ist nicht schön, Menschen<br />

zu brandmarken. Wenn man Kritik<br />

hat, äussert man sie persönlich, nicht öffentlich.<br />

Das ist eine Stilfrage, die sich bei einem<br />

Connoisseur nicht stellt.<br />

In Medien ist zu lesen, dass Sie im Jahr<br />

eine Million Euro für Kulinarik ausgeben.<br />

Sie lächeln gerade. Ist Ihnen die Aussage<br />

rückblickend unangenehm?<br />

Mowlik über Stefan Heilemann:<br />

«Als wäre man in drei Welten<br />

gleichzeitig – in Paris, in Bangkok,<br />

im Schwarzwald.»<br />

Nein. Vielleicht war es sogar mehr als eine<br />

Million. Und ich bereue keinen Cent davon.<br />

Aber ich mache das nicht jedes Jahr: 2007<br />

habe ich in einem kulinarischen Marathon<br />

in nur einem Jahr alle Drei-Sterne-Restaurants<br />

der Welt besucht, 2014 war ich nochmals<br />

unterwegs. Diese Challenge stand auf<br />

meiner Bucket List. Es gibt Menschen, die<br />

sagen, dass man diese Summe anderweitig<br />

besser investieren könnte – etwa, indem man<br />

Menschen hilft. Darauf antworte ich: Ich<br />

helfe gerne, ich spende Geld. Aber deshalb<br />

muss ich nicht lustfeindlich werden. Ich bin<br />

ein Verfechter des Hedonismus. Und ich versuche<br />

auch, die Branche zu fördern, gerade<br />

auch junge Köche. Die Gastronomie hat es<br />

nicht leicht, viele arbeiten hier am Limit.<br />

Was macht ein perfektes Gericht aus?<br />

Es gab einen grossen Koch, den kaum<br />

jemand kennt: Charles Barrier. Er hat gesagt:<br />

«Ein Gericht ist perfekt, wenn man nichts<br />

mehr wegnehmen kann.» Dinge auf ihre<br />

Essenz zu reduzieren, das ist wichtig. Viele<br />

verzetteln sich: hier ein Schäumchen, da ein<br />

Schäumchen! Mit Komplexität gut zu<br />

kochen, das können nur wenige. Das alles<br />

lässt sich generell auf das Leben ummünzen:<br />

Auf Englisch nennt man das «to<br />

declutter» – entrümpeln. So wird man im<br />

Kopf frei für das Wesentliche.<br />

Wo muss man als Connoisseur derzeit<br />

unbedingt gegessen haben?<br />

Ich bin nicht objektiv. Ich lebe in Zürich und<br />

liebe Stefan Heilemann. Er ist ein aussergewöhnlicher<br />

Mensch und der «Widder» ist<br />

meine Seelenkantine. Heilemann kocht, als<br />

wäre man in drei Welten gleichzeitig – in<br />

Paris, in Bangkok und im Schwarzwald. Aber<br />

alles hat immer die bodenständige Note, die<br />

jenes Wohlgefühl auslöst, das wir alle letztendlich<br />

suchen. Heilemanns Gerichte heilen<br />

meine Seele – er ist quasi mein Leibarzt.<br />

Gibt es einen Geschmack Ihrer Kindheit, der<br />

in Ihnen das ultimative Wohlgefühl auslöst?<br />

Die einfache Küche meiner Urgrossmutter.<br />

Die Hühnersuppe, die sie mit Entenfleisch<br />

verfeinert hat, dazu handgeschnittene<br />

Nudeln. Und eines gibt es heute nicht mehr:<br />

den Geschmack einer Tomate, so wie sie<br />

damals in Polen geschmeckt hat. Ich erinnere<br />

mich, wie mir meine Urgrossmutter jeden<br />

Abend einen Teller mit geschnittenen Tomaten<br />

mit Salz und Pfeffer über die Schulter<br />

reicht. Diesen Geschmack kriege ich nie<br />

wieder. Aber ich habe ihn abgespeichert.<br />

Gibt es Produkte, die Sie nicht essen?<br />

Ich esse nichts von schlechter Qualität. Sonst <<br />

Fotos: beigestellt<br />

74 falstaff dez–feb 2025


THE ONE<br />

DAS GESCHENK, DAS SIE FÜR IMMER LIEBEN WERDEN.<br />

Ob unter den funkelnden Lichtern des Weihnachtsbaums, in der Küche – dem<br />

Herzstück eines jeden Hauses – oder auf der weihnachtlich gedeckten Festtafel:<br />

Le Creuset bietet das perfekte Geschenk für passionierte Köche, herzliche Gastgeber,<br />

kreative Backfans und genussvolle Weinliebhaber. Machen Sie Ihren Liebsten eine<br />

Freude, die wie für sie gemacht ist und die sie für immer lieben werden. Ein Präsent,<br />

das über Generationen hinweg ein Teil ihrer Tradition wird – THE ONE.<br />

www.lecreuset.com


festive season / 48-STUNDEN-KÜCHE<br />

Foto: Stocksy / Trinette Reed<br />

76 falstaff dez–feb 2025


ZUTAT<br />

ZEIT<br />

Kochen ist ein ideales Instrument zur Entschleunigung.<br />

Ob Schmoren, Fermentieren oder Reifen – dank langwieriger<br />

Kochtechniken sind grosser Genuss<br />

und ruhiger Geist garantiert.<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG<br />

Gerade Winterzeit und<br />

Festtage erlauben es,<br />

aufwendigere Rezepte<br />

zu kochen. Belohnt<br />

wird man mit Gerichten<br />

mit besonderer<br />

geschmacklicher Tiefe.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

77


festive season / 48-STUNDEN-KÜCHE<br />

Was lange währt, wird<br />

endlich gut! Diese<br />

Weisheit lässt sich<br />

auf die Küche ganz<br />

einfach übertragen.<br />

Die grössten Genüsse brauchen ihre Zeit:<br />

ein behutsam geschmortes Fleischgericht,<br />

Brot aus langer Teigführung genauso wie<br />

selbst fermentiertes Sauerkraut.<br />

Viele Gerichte, die Zeit beanspruchen,<br />

wirken aus heutiger Sicht etwas verstaubt.<br />

Die Küche unserer Zeit ist schnell. Das<br />

sieht man auch an den unzähligen Kochbüchern,<br />

die unkompliziertes, schnelles<br />

Kochen bei vollem Geschmack propagieren.<br />

Doch wer sich je tiefer mit dem Kochen<br />

beschäftigt hat, der weiss: Die Zutat<br />

Zeit lässt sich durch nichts ersetzen, und<br />

Abkürzungen gehen immer auf Kosten des<br />

Resultats.<br />

ECHTE ENTSCHLEUNIGUNG<br />

Es ist nicht allein geschmackliche Tiefe, die<br />

bei schnell zubereiteten Gerichten auf der<br />

Strecke bleibt, sondern auch die entschleunigende<br />

Wirkung, die das Kochen auf uns<br />

Menschen ausüben kann. Wenn wir uns<br />

denn darauf einlassen! Gerade die Winterzeit<br />

und insbesondere die Festtage erlauben<br />

es uns, auch mal aufwendigere Gerichte in<br />

der Küche<br />

umzusetzen,<br />

die<br />

mehr als<br />

30 Minuten<br />

unseres Tages<br />

beanspruchen.<br />

In dieser Phase<br />

des Jahres kann sich<br />

hoffentlich jeder den<br />

vermeintlichen Luxus Zeit<br />

auch leisten.<br />

Paradebeispiel für das langsame,<br />

entschleunigende Kochen sind behutsam<br />

gegarte Fleischstücke. Niedertemperaturgaren<br />

war einst genauso im Trend wie die<br />

Sous-vide-Zubereitung im Vakuumbeutel,<br />

die eigentlich aus Effizienzgründen in der<br />

DIE ZUTAT ZEIT<br />

LÄSST SICH DURCH<br />

NICHTS ERSETZEN –<br />

UND ABKÜRZUNGEN<br />

GEHEN BEIM KOCHEN<br />

IMMER AUF KOSTEN<br />

DES RESULTATS.<br />

Gastronomie<br />

ihren Ursprung<br />

hat. Beide<br />

Prozesse<br />

erfordern ihre<br />

Zeit und belohnen<br />

die Geniesserinnen<br />

und Geniesser mit<br />

Zartheit und feinem<br />

Geschmack – wirklich<br />

sinnlich jedoch sind sie nicht. Der<br />

berechtigte Klassiker der langsam und<br />

behutsam zubereiteten Fleischgerichte ist<br />

und bleibt das Schmoren, also das<br />

lang same Garen von bindegewebsreichen<br />

Fleischstücken in Flüssigkeit.<br />

Wer ein traditionelles Bœuf bourguignon<br />

beherrscht, kann diese Technik für<br />

viele andere Köstlichkeiten aus weniger<br />

wertvollen Fleischstücken anwenden.<br />

Ossobuco, Brasato al Barolo oder der<br />

König der geschmorten Rindfleischgerichte,<br />

das Kalbskopfbäckchen. Die Vorfreude<br />

auf den Genuss dieser Gerichte wächst mit<br />

der Zubereitung – im Fall des erwähnten<br />

Bœuf bourguignon dauert sie je nach<br />

Rezept rund 30 Stunden.<br />

Für perfekte Zartheit und vollen<br />

Geschmack wird das Fleisch zuerst eine<br />

Nacht in Rotwein mariniert und erst am<br />

Fotos: Getty Images, Shutterstock<br />

78 falstaff dez–feb 2025


Milchsauer vergorenes Gemüse<br />

eignet sich hervorragend als<br />

Grundlage von Saucen, die auf<br />

die Festtagstafel passen.<br />

Folgetag behutsam darin geschmort.<br />

Ein wesentlicher Bestandteil des<br />

Rezepts ist die Garnitur aus Speck<br />

und kleinen Schalotten. Erst 15<br />

Minuten vor dem Servieren brät man<br />

dafür Speck und kleine Zwiebeln in<br />

einer separaten Pfanne an und gibt sie<br />

zum Gericht. Danach hat man noch<br />

genug Zeit, um sich einer Beilage zu<br />

widmen. Wer nach diesem Prozess nicht<br />

tiefenentspannt zu Tisch ruft, sollte sich<br />

wohl am Brotbacken probieren.<br />

OBSESSION SAUERTEIG<br />

Gerade während der Coronazeit sind viele<br />

Geniesserinnen und Geniesser dem<br />

Brotbackvirus verfallen, insbesondere das<br />

Backen mit Sauerteig hat wohl nicht<br />

wenige davor bewahrt, im Lockdown<br />

komplett durchzudrehen. Dass die Natur<br />

das Korn mit allem ausgestattet hat, was<br />

es braucht, um einen perfekten, köstlichen<br />

Laib Brot auf den Tisch zu zaubern, ist<br />

ebenso faszinierend wie fantastisch – als<br />

schnell hat man das allerdings nicht erlebt.<br />

Eine ganze Woche dauert alleine das<br />

Anzüchten eines eigenen Anstellguts. Man<br />

beobachtet die erste Aktivität im Glas,<br />

füttert den Teig schliesslich täglich mit<br />

Wasser und Mehl, um dann endlich seine<br />

Triebkraft zu erleben. Der immer wieder<br />

herbeigezogene Vergleich mit einem<br />

urzeitlichen Tamagotchi können<br />

Sauerteigenthusiasten gut nachvollziehen.<br />

Das beschriebene Prozedere<br />

ist nur die Vorstufe des eigentlichen<br />

Rezepts, das wiederum selbst<br />

seine Zeit beansprucht. Wer einen<br />

aktiven Sauerteig sein Eigen nennt,<br />

braucht ein freies Zeitfenster von gut 48<br />

Stunden, um Brot herzustellen. Natürlich,<br />

Sauerteigbrote gibt es auch beim Bäcker<br />

zu kaufen, doch entschleunigend wirken<br />

sich diese höchstens auf unsere Verdauung<br />

aus. Der Geist bleibt unbefriedigt.<br />

DAS GROSSE FERMENTIEREN<br />

Zu den langwierigen Prozessen in der<br />

Genusswelt gehören das Fermentieren und<br />

meist in Verbindung damit auch das<br />

Reifen von Lebensmitteln. Bei Wein oder<br />

Käse ist es sicher gut, diese Prozesse aus<br />

der heimischen Küche auszulagern, bei<br />

<<br />

Sauerkraut selbst zu machen, ist<br />

keine Hexerei – erfordert neben<br />

Kraut, Wasser und Salz aber eine<br />

ganz entscheidende Ingredienz:<br />

mehrere Wochen Zeit.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

79


festive season / 48-STUNDEN-KÜCHE<br />

Einen selbst gemachten<br />

Laib Brot anzuschneiden,<br />

ist absolut befriedigend –<br />

gekauftes Brot kann da nie<br />

mithalten.<br />

DIE KOCHZUTAT ZEIT<br />

SCHEINT IM<br />

ALLTAG HEUTE WENIG<br />

BEDEUTUNG ZU HABEN.<br />

WIR SOLLTEN IHRE<br />

QUALITÄT IN VOLLEN<br />

ZÜGEN GENIESSEN.<br />

<<br />

fermentierten Gemüsen aber tut sich<br />

eine eigene, spannende Welt auf, die dem<br />

Wunder des Sauerteigs nahe kommt. Das<br />

Grundrezept für milchsauer vergorenes<br />

Gemüse ist einfach: Das zu fermentierende<br />

Produkt wird entweder trocken im<br />

Vakuumbeutel oder in einem Fermentationsbehälter<br />

mit Wasser und zwei Prozent<br />

Salz angesetzt. Dann heisst es warten.<br />

Je nach Temperatur dauert die Gärung<br />

von Gemüse etwa eine Woche, danach<br />

folgt eine Reifung, eine Harmonisierung,<br />

die je nach Gemüsesorte ein paar Tage<br />

oder mehrere Woche dauern kann. Neben<br />

klassischem Sauerkraut eignen sich für erste<br />

Fermentationsversuche im Winter etwa<br />

Karotten oder Blumenkohl. Diese sind in<br />

Kombination mit Mayonnaise und Gewürzen<br />

eine wunderbare Grundlage für eine<br />

Remouladensauce, wie sie zum Fleischfondue<br />

oder auch zum Weihnachtsschinken<br />

hervorragend passt. Oder wie wär’s mit<br />

hausgemachtem Kimchi?<br />

Die Kochzutat Zeit scheint im Alltag<br />

heute wenig Bedeutung zu besitzen. Die<br />

ruhige Zeit zum Jahreswechsel ist wie<br />

gemacht, um ihre Qualität in vollen Zügen<br />

zu geniessen.<br />

<<br />

Die ruhige Zeit zum<br />

Jahreswechsel erlaubt es uns<br />

auch, mal wieder aufwendigere<br />

Speisen zuzubereiten.<br />

Fotos: StockFood / Bauer Media, Sonja, Shutterstock, Westend61 / Addictive Stock / Virginia Martin, picture alliance / Zoonar, seasons.agency / Gräfe & Unzer Verlag / Neubauer, Mathias<br />

80 falstaff dez–feb 2025


BŒUF BOURGUIGNON<br />

FÜR 4–5 PERSONEN / KOCHSTART: MIN. 30 STUNDEN VOR DEM ESSEN<br />

Schmorgerichte sind für meditatives Kochen perfekt geeignet. Wer das klassische<br />

Bœuf bourguignon beherrscht, kann sich an ausgefallenere Schmorstücke wagen.<br />

ZUTATEN<br />

1 kg Rindfleisch zum Schmoren (Schulter)<br />

150 g Räucherspeck, in Würfeln/Stiften<br />

2 mittelgrosse Zwiebeln<br />

2 mittelgrosse Karotten<br />

3 Knoblauchzehen<br />

1 l Rotwein<br />

Petersilie<br />

2 Lorbeerblätter<br />

1 Thymianzweig<br />

30 g Mehl<br />

Öl zum Braten<br />

Salz, Pfeffer<br />

Butter<br />

300 g frische Silberzwiebeln oder kleine Schalotten<br />

300 g Champignons<br />

AM VORTAG<br />

– Rindfleisch in grosse Würfel schneiden<br />

(ca. 4–5 cm)<br />

– Karotten schälen und in dicke Scheiben schneiden<br />

– Zwiebeln schälen und in grosse Stücke schneiden<br />

– Knoblauchzehen zerdrücken und schälen<br />

– Einige Petersilienstängel, Thymian und Lorbeerblätter<br />

zu einem Sträusschen binden (Bouquet<br />

garni).<br />

– Fleischstücke in eine Schüssel geben, salzen<br />

und pfeffern, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und<br />

das Bouquet garni hinzufügen.<br />

– Den Rotwein darüber giessen. Alles muss komplett<br />

bedeckt sein. Zugedeckt für mindestens<br />

12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.<br />

AM NÄCHSTEN TAG<br />

– Fleisch durch ein Sieb abschütten und Sud in<br />

separater Schüssel auffangen.<br />

– Fleischstücke herausnehmen und mit Küchenpapier<br />

trocken tupfen.<br />

– Etwas Öl im Bräter erhitzen und die Fleischstücke<br />

rundum gleichmässig anbraten.<br />

Bevor es ans Schmoren<br />

geht, darf das Fleisch<br />

für zwölf Stunden im<br />

Rotwein ruhen.<br />

– Fleischstücke herausnehmen.<br />

– Im Bräter die abgetropften Karotten und Zwiebeln<br />

anbraten. Fleisch hinzufügen, mit Mehl bestäuben<br />

und die Masse unter Wenden vermengen.<br />

Den Rotweinsud und das Bouquet garni hinzufügen,<br />

vermengen und abgedeckt bei kleiner<br />

bis mittlerer Hitze ca. 2,5 Stunden auf kleiner<br />

Flamme schmoren lassen.<br />

ETWA EINE STUNDE VOR ENDE<br />

DER GARZEIT<br />

– Speckwürfel in einer Bratpfanne anbraten und<br />

herausnehmen.<br />

– Die kleinen Schalotten und Butter in die Bratpfanne<br />

geben und langsam goldgelb karamellisieren<br />

lassen und herausnehmen.<br />

– Butter in die Bratpfanne geben und die geviertelten<br />

Champignons dazugeben. Ca. 8–<strong>10</strong> Minuten<br />

köcheln lassen.<br />

– Speck und Schalotten hinzugeben und mischen<br />

ETWA 15 MINUTEN VOR ENDE DER GARZEIT<br />

– Bouquet garni aus dem Bräter entfernen.<br />

– Die Champignonmischung in den Bräter geben,<br />

vermengen und noch ca. <strong>10</strong> Minuten mitköcheln<br />

lassen.<br />

Vor dem Servieren mit gehackter Petersilie<br />

bestreuen. Dazu passt Kartoffelpüree.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

81


festive season / JESUS<br />

FALSTAFF SERIE<br />

Teil 38<br />

«WENN DU EIN ESSEN<br />

GIBST, DANN LADE<br />

DIE ARMEN EIN»<br />

Aus der Bibel wissen wir, was die Menschen zu Lebzeiten Jesu<br />

im Heiligen Land gegessen haben – und wohl auch er selbst. Doch<br />

dem Gottessohn war nicht wichtig, was er ass: Auf die Gemeinschaft<br />

kam es ihm an, in der er sein Mahl zu sich nahm.<br />

TEXT JUDITH HECHT<br />

Don Colbert ist in den USA ein<br />

bekannter Mann. Mit seinem<br />

Diätbuch «What would Jesus<br />

eat» landete der Arzt aus<br />

Florida 2005 einen Verkaufsschlager.<br />

In unzähligen TV-Shows und<br />

Zeitungsinterviews erklärte er nicht nur,<br />

wie man so rank und schlank wie Jesus<br />

werden, sondern auch, wie man «göttliche<br />

Gesundheit» im umfassenden Sinn erlangt.<br />

«Wenn Sie Jesus wirklich in alle Bereiche<br />

Ihres Lebens lassen wollen, können Sie Ihre<br />

Essgewohnheiten nicht ignorieren», schrieb<br />

er. «Jesus bei Ihrer Ernährung zu folgen, erfordert<br />

die Bereitschaft zur Veränderung, die<br />

Bereitschaft, so zu sein, wie Gott Sie geschaffen<br />

hat, und die Bereitschaft, Ihre Wünsche<br />

den Anweisungen Gottes zu unterwerfen.<br />

Gott wiederum wird das honorieren, indem<br />

er Ihnen Energie, Gesundheit und Wohlbefinden<br />

schenkt», predigte «America’s #1<br />

Doctor» – wie er sich selbst schon in der Einleitung<br />

des Buches bezeichnet – und sprach<br />

damit Hunderttausende Menschen an.<br />

Wie der Erlöser solle man viel Gemüse,<br />

Obst, Hülsenfrüchte, Fisch und Brot essen,<br />

empfiehlt Colbert, und zwar stets langsam<br />

und am besten im Kreise von Familie<br />

und Freunden. Fleisch sollte nur selten auf<br />

den Tisch kommen, und wenn, dann von<br />

koscheren Tieren, von Kühen, Schafen und<br />

Ziegen. Auch Hühnerfleisch ist erlaubt.<br />

Kuchen und Torten sind verboten, aber das<br />

Verlangen nach Süssem darf mit ein paar<br />

Datteln, Feigen und Honig gestillt werden.<br />

Am allerwichtigsten sei es jedoch, sich vor<br />

jedem Bissen zu fragen: «Hätte das auch<br />

Jesus gegessen?»<br />

Bleibt die Frage, woher Colbert wissen<br />

will, was Jesus vor über 2000 Jahren<br />

<<br />

Foto: Allstar / George Stevens Productions<br />

82 falstaff dez–feb 2025


Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/kunstkulinarik<br />

Ein Hollywood-Klassiker: «Die grösste Geschichte<br />

aller Zeiten» aus dem Jahr 1965 erzählt die<br />

Lebensgeschichte Jesu – mit Max von Sydow in<br />

der Hauptrolle. Im Bild eins der wohl bekanntesten<br />

Dinner aller Zeiten: Das letzte Abendmahl.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

83


festive season / JESUS<br />

Der auferstandene Jesus mit seinen Jüngern (auf<br />

einem Gemälde von Raffael): 153 Fische fingen sie auf<br />

mysteriöse Weise an jenem Tag – ohne dass das Netz<br />

riss. Rechts: Leonardo da Vincis «Das letzte Abendmahl»,<br />

das bis heute das Refektorium des Dominikanerklosters<br />

Santa Maria delle Grazie in Mailand schmückt.<br />

Fladenbrot<br />

Ein Rezept für Brot, wie es Jesus und<br />

seine Freunde damals gegessen haben<br />

könnten:<br />

ZUTATEN<br />

2 Tassen Gerstenmehl<br />

1 TL Salz<br />

50 g Öl<br />

½ Tasse lauwarmes Wasser<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Die Zutaten zu einem festen Teig verrühren<br />

und kräftig kneten, bis er Blasen<br />

wirft. Zehn kleine Kugeln formen<br />

und zu dünnen Fladen zurechtdrücken.<br />

– In einer sehr heissen, eingefetteten<br />

Pfanne von beiden Seiten backen,<br />

bis sie braunfleckig werden. Sofort<br />

servieren.<br />

<<br />

gegessen und welche Ernährungsgebote<br />

er befolgt hat. Die Antwort ist einfach: Der<br />

Bestsellerautor hat, wie er selbst sagt, die<br />

Bibel gelesen, um die Essgewohnheiten von<br />

Jesus zu erforschen.<br />

Tatsächlich finden sich im Alten und im<br />

Neuen Testament zahlreiche Stellen, die<br />

Auskunft geben, was im Alltag und bei<br />

Festmählern in der römischen Provinz<br />

Galiläa, in der Jesus gelebt hat, auf den<br />

Tisch kam. Darüber hinaus wissen wir<br />

genau, welches Getreide, Gemüse und Obst<br />

im Heiligen Land im ersten Jahrhundert<br />

nach Christus angepflanzt wurde und welche<br />

Tiere die Bauern hielten.<br />

VIELE BIBELSTELLEN<br />

Brot zählte zweifellos zu den wichtigsten<br />

Grundnahrungsmitteln. Teige wurden aus<br />

Weizen- und Gerstenmehl gemacht und mit<br />

Olivenöl, Salz und manchmal mit Honig<br />

und Rosinen verfeinert. Meist wurden die<br />

Fladen und Laibe in kleinen gewölbten<br />

Lehmöfen, die heute noch im Nahen Osten<br />

verwendet werden, gebacken. Doch Brot<br />

war für Jesus und alle, die ihm folgten,<br />

mehr als eine Speise, die satt macht. Es war<br />

geistige Nahrung. Beim letzten Abendmahl<br />

brach Jesus das Brot, teilte es mit seinen<br />

Jüngern und sprach: «Das ist mein Leib,<br />

der für euch gegeben wird.» So wurde Brot<br />

nicht nur ein Symbol für die Gemeinschaft,<br />

die miteinander alles teilt, was sie hat; es<br />

wurde auch Sinnbild für Jesus Christus<br />

selbst, sein Wirken und seine Wunder.<br />

So wird in den Evangelien von wundersamen<br />

Brotvermehrungen berichtet, die<br />

Jesus am Ufer des See Genezareth vollbracht<br />

hat. Eine hungrige Menschenmenge<br />

war dem Messias dahin gefolgt, nachdem<br />

er über das Reich Gottes gesprochen hatte.<br />

«Gebt ihnen zu essen», soll Jesus zu seinen<br />

Jüngern gesagt haben (Mk, 6,37). Diese<br />

entgegneten, dass sie nur fünf Gerstenbrote<br />

und zwei Fische gefunden hätten. Das sei<br />

viel zu wenig, um allen etwas geben zu können.<br />

«Lasst die Leute sich setzen!», befahl<br />

Jesus daraufhin.<br />

Was dann geschah, beschrieb der Evangelist<br />

Johannes am ausführlichsten: »Da<br />

setzten sie sich; es waren etwa fünftausend<br />

Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach<br />

das Dankgebet und teilte an die Leute aus,<br />

so viel sie wollten; ebenso machte er es mit<br />

den Fischen. Als die Menge satt geworden<br />

war, sagte er zu seinen Jüngern: ‹Sammelt<br />

die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts<br />

verdirbt!› Sie sammelten und füllten zwölf<br />

Körbe mit den Brocken, die von den fünf<br />

Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.<br />

Als die Menschen das Zeichen sahen,<br />

das er getan hatte, sagten sie: ‹Das ist wirklich<br />

der Prophet, der in die Welt kommen<br />

soll.›« (Joh 6,<strong>10</strong>–14).<br />

Fotos: bpk / Victoria and Albert Museum, London, bpk / Alinari Archives / Ranzani Mauro, ddp images, scott rodgerson / unsplash, beigestellt<br />

84 falstaff dez–feb 2025


Dieses Gleichnis ist übrigens all jenen ein<br />

Dorn im Auge, die der Überzeugung sind, Jesus<br />

sei Vegetarier oder sogar Veganer gewesen.<br />

Denn er hätte wohl kaum die Menschen<br />

mit Fisch genährt, wäre er ein überzeugter<br />

Vegetarier gewesen. Aber auch sonst finden<br />

sich keinerlei Belege für die Vegetarier-These.<br />

Im Gegenteil: Auch nach seiner Auferstehung<br />

ass Jesus «ein Stück gebratenen Fisch»<br />

vor den Augen der Jünger, um ihnen zu zeigen,<br />

dass er tatsächlich wieder am Leben sei.<br />

Auch Fleisch dürfte Jesus gegessen haben,<br />

aber – wie zu dieser Zeit üblich – nur<br />

zu besonderen Anlässen. Auch dafür gibt<br />

es in der Bibel Belege: Im Gleichnis vom<br />

verlorenen Sohn (Lukas 15, 1–3.11–32)<br />

etwa lässt der Vater sogleich ein Mastkalb<br />

schlachten, um die Rückkehr seines Sohnes<br />

gebührend zu feiern. Traditionell wurde<br />

auch beim Pascha fest Lammfleisch gereicht.<br />

Da Jesus an dem Fest teilnahm – das letzte<br />

JESUS WAR KEIN<br />

VEGETARIER, ER ASS<br />

FISCH UND FLEISCH.<br />

UND ER TRANK WEIN.<br />

GEZÄHLTE 37 MAL<br />

KOMMT WEIN IN DER<br />

BIBEL VOR.<br />

Abendmahl fand während des Paschafestes<br />

statt –, ist wahrscheinlich, dass auch er<br />

Lamm gegessen hat.<br />

Weder mit seinem Fisch- noch mit seinem<br />

Fleischkonsum verstösst er gegen die zahlreichen<br />

Speisegebote des Alten Testaments:<br />

«Alles Lebendige, das sich regt, soll euch<br />

zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich<br />

euch wie die grünen Pflanzen (Gen 9, 2–3)»,<br />

sagte Gott zu Noah, nachdem dieser so viele<br />

Tiere wie möglich auf der Arche vor der<br />

Sintflut in Sicherheit gebracht hatte. «Denn<br />

die Lebenskraft des Fleisches sitzt im Blut»,<br />

heisst es im Buch Levitikus. Und was noch<br />

lebendig ist, darf nicht verzehrt werden.<br />

VIEL WEIN, MEIST VERDÜNNT<br />

Auch gegen den Genuss von Fischen aller<br />

Art gibt es, so liest man ebendort, mit wenigen<br />

Ausnahmen nichts einzuwenden: «Alle<br />

Tiere mit Flossen und Schuppen, die im Wasser,<br />

in Meeren und Flüssen leben, dürft ihr<br />

essen», sagte der Herr zu Mose und Aaron.<br />

Das heisst: Tintenfische, Aale und Krebse<br />

kamen nicht auf den Speiseplan Gläubiger,<br />

weil sie nicht unter diese Definition fallen.<br />

Sicher ist, dass Jesus und die Apostel regelmässig<br />

Wein tranken, wenngleich – wie<br />

bei den Griechen, Römern und Israeliten<br />

üblich – mit Wasser verdünnt. Bei der<br />

Hochzeit zu Kana verwandelte er sogar<br />

Wasser zu Wein, als dieser bei der ausgelassenen<br />

Feier ausgegangen war. Höchste<br />

sakrale Bedeutung verlieh Christus dem<br />

Wein beim letzten Abendmahl, indem er ihn<br />

zum Symbol seines eigenen Blutes erklärte.<br />

Bibelforscher sind überzeugt, dass der meist<br />

rote Rebensaft alkoholhaltig war. In 33 der<br />

37 Stellen, in denen im Neuen Testament<br />

von Wein gesprochen wird, wurde das<br />

griechische Wort «oinos» dafür verwendet,<br />

das ausschliesslich den gegorenen Saft der<br />

Beeren der Weinrebe bezeichnet.<br />

Ob Fisch, Fleisch, Brot, Datteln oder<br />

Wein: Jesus war kulinarisch bescheiden.<br />

Wichtig war ihm, seinen Hunger in der<br />

Gemeinschaft zu stillen und dabei jeden<br />

<<br />

Jesus war oft bei anderen<br />

zu Gast – und speiste mit<br />

Aussätzigen, Geächteten und<br />

Sündern. Links: Mit «What<br />

would Jesus eat» landete<br />

der US-amerikanische<br />

Autor Don Colbert<br />

im Jahr 2005 einen<br />

Verkaufsschlager.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

85


festive season / JESUS<br />

Der Ölberg in Jerusalem, auf dem der Überlieferung<br />

zufolge die Himmelfahrt Jesu 40 Tage nach seiner<br />

Auferstehung stattfand. Rechts oben: Das Gesicht des<br />

historischen Jesus, wie es Forensiker rekonstruiert<br />

haben. Ein stämmiger Mann mit olivfarbener Haut und<br />

einer Körpergrösse von 1,55 Metern.<br />

DAS LEBEN<br />

VON JESUS<br />

CHRISTUS<br />

• Unser Wissen über das Leben Jesu<br />

basiert vor allem auf den Evangelien von<br />

Matthäus, Markus, Lukas und Johannes,<br />

die Eingang in den Kanon des Neuen<br />

Testaments gefunden haben. Sie haben<br />

das Jesus-Bild geprägt. Was an den<br />

Evangelien fiktiv und was historisch<br />

ist, ist umstritten. Dass Jesus existiert<br />

hat, darüber sind sich Historiker jedoch<br />

weitgehend einig.<br />

• Der Legende nach wurde Jesu in der<br />

Nacht vom 24. auf 25. Dezember im Jahre<br />

0 in Bethlehem geboren. Wohlgemerkt<br />

wurde erst 525 n. Chr. diese Geburt zum<br />

Nullpunkt der Zeitrechnung gemacht.<br />

Laut biblischer Überlieferung herrschte<br />

zu Zeiten von Jesu Geburt König Herodes<br />

in Israel. Nachdem dieser im Jahr<br />

4 v. Chr. starb, gehen Historiker davon<br />

aus, dass Jesus zwischen 6 bis 4 v. Chr.<br />

zur Welt kam. Nach seiner Geburt zog er<br />

mit seinen Eltern Josef und Maria nach<br />

Nazareth in Galiläa, wo er seine Kindheit<br />

verbrachte. Nach Markus hatte Jesus vier<br />

Brüder namens Jakobus, Joses, Judas<br />

und Simon – sowie einige nicht benannte<br />

Schwestern.<br />

<<br />

Einzelnen die Nähe Gottes spüren zu lassen<br />

und vom Reich Gottes, von Vergebung,<br />

von Nächsten- und Feindesliebe zu sprechen.<br />

Der charismatische Prediger war oft Gast<br />

und lud sich auch selbst ein – bei Freund wie<br />

bei Feind. Das gemeinsame Essen im Hause<br />

des Pharisäers Simon nutzte er etwa, um seinem<br />

Gastgeber zu erklären, wer die rechten<br />

und wer die falschen Gäste seien: «Wenn<br />

du mittags oder abends ein Essen gibst, so<br />

lade nicht deine Freunde oder deine Brüder,<br />

deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein;<br />

sonst laden auch sie dich ein, und damit ist<br />

dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein<br />

Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme<br />

und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn<br />

sie können es dir nicht vergelten; es wird dir<br />

vergolten werden bei der Auferstehung der<br />

Gerechten.» (Lk 14, 12–16).<br />

UNABWENDBARES LEID<br />

Und Jesus selbst lebte vor, was er Simon ans<br />

Herz gelegt hatte. Er bat Aussätzige, Geächtete,<br />

Diebe und Sünder, mit ihm zu essen.<br />

All das brachte seine Gegner nur noch<br />

mehr gegen ihn auf. Sie verteufelten ihn als<br />

Fresser und Weinsäufer, als Freund von<br />

Zöllnern und Sündern. Doch Jesus beachtete<br />

sie nicht, wusste er doch, welch unabwendbares<br />

Leid ihm bevorstand. Bevor ihn<br />

Judas Ischariot an die Hohenpriester verriet,<br />

er verhaftet und von Pontius Pilatus zum<br />

Tode verurteilt wurde, nahm er bei einem<br />

letzten Abendmahl von seinen Jüngern Abschied.<br />

Er teilte mit ihnen das Brot, reichte<br />

einen Kelch mit Wein, sprach ein Dankgebet<br />

und sagte: «Tut dies zu meinem Gedächtnis»<br />

(Lk 22,14–23). So geschah es: Die Eucharistie,<br />

also das Abendmahl, wurde zum<br />

Kernstück des christlichen Glaubens und<br />

vergegenwärtigt die Lebenshingabe Jesu am<br />

Kreuz und seine Auferstehung. So gedenken<br />

Christen Jesu in der heiligen Messe, wenn<br />

sie die Kommunion empfangen.<br />

Aber vielleicht denken sie auch noch ab<br />

und zu, wenn die Messe vorbei ist und sie<br />

vor der Kirche miteinander plaudern und<br />

lachen, an die Worte des Predigers Salomo<br />

im Buch Kohelet. Sie lauten: «Also: Iss<br />

freudig dein Brot und trink vergnügt deinen<br />

Wein; was du tust, hat Gott längst so festgelegt,<br />

wie es ihm gefiel.»<br />

<<br />

• Über Jesu Jugendzeit ist kaum etwas<br />

bekannt. Mit etwa 30 Jahren begann<br />

er, öffentlich zu predigen, nachdem ihn<br />

Johannes der Täufer am Fluss Jordan<br />

getauft hatte. In den folgenden drei<br />

Jahren zog Jesus mit seinen Anhängern<br />

durch Galiläa, Judäa und Samaria, heilte<br />

Leidende, half Armen und sprach über<br />

Gott, Liebe, Vergebung, Barmherzigkeit<br />

und Gerechtigkeit. Zu seinen bekanntesten<br />

Predigten zählt die Bergpredigt<br />

(Matthäus 4–7), in der er seinen Jüngern<br />

den Willen Gottes darlegt.<br />

• Von seinen Lehren fühlten sich die<br />

Machthaber bedroht. Während des<br />

Paschafestes wurde Jesus verhaftet<br />

und vor den Rat der Hohenpriester gestellt.<br />

Der römische Statthalter Pontius<br />

Pilatus verurteilte ihn zum Tod durch<br />

Kreuzigung. Diese fand zwischen 30 und<br />

33 n. Chr. in Golgota statt und ist auch in<br />

ausserbiblischen Quellen beschrieben.<br />

Laut den Berichten der Evangelisten<br />

wurde Jesus am dritten Tag nach seinem<br />

Tod von den Toten auferweckt. Er gab<br />

den Jüngern die Anweisung, seine<br />

Botschaft weiter zu verkünden. Nach<br />

40 Tagen soll Jesus Christus in den<br />

Himmel aufgefahren sein und sein irdisches<br />

Leben damit beendet haben.<br />

Fotos: Shuttertstock, Getty Images<br />

86 falstaff dez–feb 2025


BADEN-BADEN<br />

The good-good life.


festive season / EIERLIKÖR<br />

Eier, Getreidebrand, Zucker, Honig<br />

und Milch oder Rahm: Das Rezept<br />

für Eierlikör ist simpel.<br />

Foto: StockFood / Kutschka Christian<br />

88 falstaff dez–feb 2025


EIN<br />

Er ist heiss umstritten – und in der festlichen<br />

Zeit aus vielen Haushalten dennoch nicht<br />

wegzudenken. Mit der Rückbesinnung auf<br />

traditionelle Gerichte hat der Eierlikör zuletzt<br />

ein Revival gefeiert. Warum er einst Grund<br />

für einen bewaffneten Aufstand war und<br />

wieso er eigentlich aus Südamerika kommt.<br />

TEXT CHRISTOPH SCHWARZ<br />

GLASCHEN<br />

NOSTALGIE<br />

:<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

89


festive season / EIERLIKÖR<br />

Fixer Bestandteil des Weihnachtsfestes – und mit<br />

grossem Nostalgiefaktor: in Europa als Eierlikör,<br />

in den USA als Eggnog-Cocktail.<br />

Am Morgen des<br />

25. Dezembers<br />

brach der Aufstand<br />

los. Und der Eierlikör<br />

war schuld daran. Nein, das<br />

ist keine Beschreibung einer aus dem Ruder<br />

gelaufenen Familienfeier! Tatsächlich spielt<br />

das Getränk eine entscheidende Rolle in<br />

einem Militäraufstand in den USA, der<br />

unter dem Namen «Eggnog Riot» in die<br />

Geschichte einging.<br />

Der Eierlikör, konkret Eggnog, war<br />

in der US-amerikanischen Armee ein<br />

beliebtes Getränk – so beliebt, dass der<br />

Kommandant der Militärakademie in<br />

West Point seinen Kadetten im Jahr 1826<br />

den Konsum verbot. Die jungen Soldaten<br />

liessen sich das nicht gefallen, bestachen<br />

einen Wachmann und schummelten den<br />

Alkohol in ihre Unterkünfte. Am 24.<br />

Dezember wurde ausgelassen gefeiert,<br />

bis die Vorgesetzten tadelnd auf den Plan<br />

traten. Die Kadetten griffen zu Bajonetten,<br />

Musketen, Schwertern, Stöcken und<br />

Steinen, es folgten ein Schusswechsel,<br />

Verhaftungen – und letztendlich wurden<br />

elf Soldaten vor ein Kriegsgericht gestellt<br />

und verurteilt.<br />

Umstritten ist der<br />

Eierlikör auch heute<br />

noch, allerdings eher ob<br />

seiner kulinarischen Qualitäten.<br />

Den einen kommt der cremige Likör<br />

unter keinen Umständen ins Glas, die anderen<br />

lieben ihn, gerade an hohen Feiertagen<br />

wie Weihnachten oder Ostern. Rund 50<br />

Prozent des jährlichen Absatzes, konstatieren<br />

auch die Hersteller, konzentrieren sich<br />

auf diese wenigen Tage.<br />

Zu unterscheiden ist zwischen Eggnog<br />

und Eierlikör. Ersterer ist eigentlich ein<br />

Cocktail, der mit Rum, Whisky, Bourbon<br />

oder Cognac als Leitspirituose gemixt wird<br />

und der neben dem Ei auch Rahm oder<br />

Milch und Zucker beinhaltet – und den<br />

man warm oder kalt geniesst. Der Eierlikör<br />

hingegen bezieht seinen Alkohol im Normalfall<br />

aus einem Getreidebrand<br />

und besteht darüber hinaus<br />

nur aus Ei und Zucker<br />

Ein Eierlikör-Festgelage<br />

als Gemälde: 1826<br />

sorgte das Getränk zu<br />

Weihnachten für einen<br />

Aufstand im US-Militär.<br />

oder Honig. Erst seit einiger Zeit erlaubt<br />

die Europäische Spirituosenverordnung<br />

auch die Zugabe von Milchprodukten.<br />

Ob der Eggnog in den USA oder in<br />

Grossbritannien erfunden wurde, darüber<br />

lässt sich streiten, genauso wie über seinen<br />

Namen. Eine Theorie besagt, dass das Wort<br />

eine Verballhornung aus Egg und Grog<br />

ist – jenem Namen, den Rum in der Kolonialzeit<br />

in den USA trug. Angeblich ist gar<br />

ein Hausrezept des einstigen US-Präsidenten<br />

George Washington überliefert.<br />

SPUR IN DEN AMAZONAS<br />

Der Eierlikör wiederum wird auch Advocaat<br />

genannt. Und damit kommt man auch<br />

seinen Ursprüngen, die deutlich älter sind<br />

als gedacht, auf die Spur: Eine Theorie besagt,<br />

dass der Eierlikör, der einst<br />

ein Getränk der Oberschicht<br />

war, vor allem<br />

bei niederländischen<br />

Anwälten, also<br />

Advokaten, beliebt<br />

war. Andere<br />

wiederum<br />

glauben, zu<br />

wissen, dass<br />

Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / LightField Studios, Richard Foss, Lukas Lienhard / Boris Müller<br />

90 falstaff dez–feb 2025


der Name A(d)vocaat auf seine lateinamerikanische<br />

Herkunft verweist: Die Niederländer<br />

seien im Amazonasgebiet einst auf<br />

Ureinwohner getroffen, die einen cremigen<br />

Likör aus dem Fruchtfleisch cremiger<br />

Avocados zubereiteten und «Abacate»<br />

nannten. Die Kolonialisten brachten es<br />

mit nach Europa – und experimentierten<br />

in Ermangelung von Avocados mit Eidotter.<br />

Die ersten Produzenten gab es in den<br />

Niederlanden im Jahr 1616.<br />

VERSTAUBTES IMAGE<br />

Auch im deutschsprachigen Raum ist das<br />

Getränk bis heute beliebt, vor allem – das<br />

ist kein Vorurteil – bei Frauen, die 80 Prozent<br />

der Käufer ausmachen. Zu den traditionsreichsten<br />

Herstellern zählt Verpoorten.<br />

Das deutsche Unternehmen, dessen Werbeslogan<br />

«Ei, Ei, Ei, Verpoorten» einst Kult<br />

war, begeht bald sein 150-Jahre-Jubiläum<br />

und ist Marktführer. Neben dem deutschen<br />

Megaunternehmen versuchen sich viele<br />

kleine, regionale Hersteller am Eierlikör.<br />

Eine Herausforderung eint sie alle: Sie<br />

müssen sich dem verstaubten Image des<br />

Eierlikörs als «Oma-Getränk» stellen.<br />

BIS HEUTE WERDEN<br />

50 PROZENT DES<br />

EIERLIKÖRS AN DEN<br />

TAGEN RUND UM<br />

WEIHNACHTEN UND<br />

OSTERN VERKAUFT<br />

UND GETRUNKEN.<br />

Manchmal wird die Not aber zur Tugend:<br />

Sein Image habe der Eierlikör «nicht ganz<br />

zu Unrecht», sagt etwa Florian Mückstein,<br />

dessen Familienunternehmen, Gautier-<br />

Mückstein, in Wien seit drei Generationen<br />

Eierlikör produziert. Und von diesem<br />

Image habe man gerade während der<br />

Pandemie profitiert. Der gegenwärtige<br />

Trend zurück zur<br />

Hausmannskost<br />

spiele<br />

den Pro­<br />

duzen­<br />

<<br />

EIERLIKÖR<br />

nach<br />

Irmgard Hochgesang<br />

Im «Lindenhofkeller» von Sebastian<br />

Rösch in Zürich hat der Eierlikör seinen<br />

fixen Platz auf der Karte. Hergestellt<br />

wird er nach dem Rezept der Oma des<br />

gebürtigen Franken.<br />

Der <strong>Schweiz</strong>er Spitzenkoch Sebastian<br />

Rösch stellt seinen beliebten Eierliklör<br />

nach dem Rezept der Oma her.<br />

ZUTATEN<br />

8 Eigelb<br />

200 g Zucker<br />

250 g Rahm<br />

250 g Doppelkorn oder weisser Rum<br />

1 Päckchen Vanillezucker<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Alle Zutaten in den Thermomix geben<br />

und bei Stufe 4 rund 8 Minuten auf 70 °C<br />

aufschlagen. Anschliessend durch ein Sieb<br />

passieren und direkt abfüllen.<br />

– Ohne Thermomix: Die zimmerwarmen<br />

Eigelbe mit dem Vanillezucker in einer<br />

Metallschüssel verrühren. Zucker, Rahm<br />

und Alkohol nach und nach unterrühren.<br />

Die Masse über dem heissen Wasserbad mit<br />

dem Schneebesen dickcremig aufschlagen,<br />

bis das Ei bindet. Auf dem Wasserbad noch<br />

5 Minuten weiterrühren. Sobald die Masse<br />

(gleichmässig) cremig ist, vom Wasserbad<br />

nehmen und ein paar Minuten weiterrühren.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

91


festive season / EIERLIKÖR<br />

Die Produzenten wollen vom etwas<br />

verstaubten Oma-Image des Getränks<br />

loskommen – und promoten es<br />

als Zutat für Kuchen und Desserts.<br />

Links: ein souffliertes Eierlikör-<br />

Törtchen aus dem Hause Verpoorten.<br />

<<br />

ten in die Hände. «Jüngere Menschen<br />

haben zu backen begonnen und alte Rezepte<br />

ausgegraben.» Da gehört der Eierlikör-<br />

Guglhupf natürlich mit zum Repertoire.<br />

So habe der Eierlikör «so etwas wie ein<br />

Revival erlebt», sagt Mückstein.<br />

Auch Granden wie Verpoorten versuchen,<br />

die jüngere Kundschaft über die<br />

Themen Backen und Desserts zu erreichen.<br />

Nicht umsonst hat man auf der eigenen<br />

Website eine Rezeptdatenbank mit Hunderten<br />

Einträgen aufgebaut. Altbacken will<br />

man nicht sein, im Gegenteil. So findet sich<br />

hier etwa ein «Souffliertes Verpoorten-<br />

Schokolade- Törtchen», kreiert von der<br />

preisgekrönten Patissière Alexandra Lang.<br />

Der Eierlikör, Fine-Dining-tauglich?<br />

Nicht ganz, aber fast. Auch an renommierten<br />

Adressen in der Gastronomie findet er<br />

sich immer wieder. Etwa im «Lindenhofkeller»<br />

in Zürich, wo ihn Küchenchef Sebastian<br />

Rösch, ein gebürtiger Franke, zum fixen<br />

und mittlerweile kultigen Bestandteil seiner<br />

Karte gemacht hat. Im Sommer, sagt er,<br />

serviere er ihn gerne als «Kalte Henne», im<br />

Winter klassisch als Absacker. Ganz ohne<br />

die Oma kommt auch Rösch nicht aus –<br />

das Rezept, das er gerne weitergibt, stammt<br />

von ihr.<br />

Selbst gemacht ist der Eierlikör zu Hause<br />

rasch – und die Herstellung hat etwas<br />

durchaus Faszinierendes an sich. Ganz<br />

klassisch werden die Dotter über einem<br />

Wasserbad mit den anderen Zutaten aufgeschlagen.<br />

Da sie den natürlichen Emulgator<br />

Lecithin enthalten, entsteht die Emulsion<br />

beim Aufschlagen von selbst. Getrunken<br />

werden sollte der Likör dann rasch.<br />

Bei industriell hergestelltem Eierlikör<br />

sind Sorgen um die Haltbarkeit übrigens<br />

unbegründet, sagt Mückstein. Die pasteurisierten<br />

Dotter werden im sterilen Edelstahltank<br />

geliefert, der zugesetzte Alkohol<br />

tötet schliesslich alle Bakterien im Likör. An<br />

sich ist er somit unbegrenzt haltbar. Dass<br />

er – wie auch andere Liköre – mit der Zeit<br />

an der Oberfläche eindickt oder sich einzelne<br />

Bestandteile absetzen, tut der Qualität<br />

keinen Abbruch. «Einfach kräftig aufschütteln»,<br />

rät Mückstein. Weihnachten kann<br />

kommen.<br />

<<br />

Florian Mückstein<br />

produziert in dritter<br />

Generation Eierlikör:<br />

Das Revival der<br />

Hausmannskost<br />

(im Bild: Eierlikör-<br />

Guglhupf) hat die<br />

Nachfrage befeuert.<br />

Fotos: Christoph Papsch / laif / picturedesk.com, ullstein bild - Will, Herbert Lehmann, Garbinska, Bozena / FoodCollection / picturedesk.com, beigestellt<br />

92 falstaff dez–feb 2025


SO FÜHLT SICH<br />

WEIHNACHTEN AN<br />

GENAU WIE ICH ES LIEBE<br />

Confiserie Sprüngli – <strong>Schweiz</strong>er Schokoladentradition seit 1836<br />

spruengli.ch


festive season / ZIGARRE<br />

DIE KÖNIGIN<br />

DES GENUSSES<br />

Was haben Greta Garbo und Marlene Dietrich, Winston<br />

Churchill und Konrad Adenauer, Thomas Mann und Freddie<br />

Mercury oder Pablo Picasso und Sigmund Freud gemeinsam?<br />

Sie waren Menschen, die in das Ritual der Zigarre und ihre<br />

Geheimnisse eingeweiht waren. Ein Ritual, das sich auch heute<br />

wieder steigender Beliebtheit erfreut.<br />

TEXT FLORIAN SCHWAB<br />

Der Zigarrengenuss lässt uns<br />

eintauchen in einen besonderen<br />

Moment, abtauchen in eine selten<br />

gewordene Welt ohne Hast und Eile.<br />

Foto: beigestellt<br />

94 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

95


festive season / ZIGARRE<br />

Die Zigarre – ihre Geschichte<br />

ist eine Reise durch Kulturen,<br />

Epochen und Gesellschaften<br />

von den indigenen Völkern<br />

Mittelamerikas, die Tabak in<br />

heiligen Ritualen verbrannten, bis zu den<br />

Prominenten des 20. Jahrhunderts, die sie<br />

als Teil ihres öffentlichen Images präsentierten.<br />

Sie stand für Genuss und Luxus.<br />

Nicht einmal die freudlose Gesundheitsfixierung<br />

der modernen Epoche konnte der<br />

Zigarre den Garaus machen. Im Gegenteil,<br />

ein Blick in die Oasen der rauchenden Gesellschaft<br />

zeigt, dass sie sich gerade unter<br />

jüngeren Generationen wieder einer wachsenden<br />

Beliebtheit erfreut.<br />

Woher kommt das? Die Antwort auf diese<br />

Frage liegt in der Zigarre selbst – in ihrer<br />

Essenz als reines Genussmittel, als eigentlich<br />

überflüssiges Instrument der schwelgenden<br />

Freude. Als solches hebt sie sich<br />

beispielsweise vom Wein und den Spirituosen<br />

ab, die neben der Gaumenfreude ihre<br />

bekannte Wirkung auf das Nervensystem<br />

entfalten und den Körper immerhin mit etwas<br />

Flüssigkeit und Nährstoffen versorgen.<br />

Nicht so die Zigarre! Kein Mensch raucht<br />

Zigarre des Nikotins wegen. Man kann von<br />

ihr auch nicht körperlich abhängig werden.<br />

Auch die Freunde zeitloser Luxusobjekte<br />

wie Uhren oder Classic Cars erleiden<br />

Schiffbruch an der Zigarre, ist sie doch<br />

ihrer Natur nach vergänglich.<br />

EINE ENTDECKUNGSREISE<br />

Wer eine Zigarre raucht, begibt sich auf<br />

eine sensorische Entdeckungsreise. Vom ersten<br />

Zug an entfaltet sich ihre sorten typische<br />

Prägung an Aromen, die sich mit jedem<br />

Zug verändern und entwickeln. Das aromatische<br />

Universum reicht von erdigen und<br />

holzigen Tönen über fruchtige und blumige<br />

Noten bis hin zu schokoladigen, pfeffrigen<br />

und würzigen Akzenten. Wer sich auf das<br />

Abenteuer Zigarre einlässt, dem tut sich<br />

eine Welt unzähliger Produkte mit individuellem<br />

Geschmacksprofil, Rauchtextur und<br />

Nikotingehalt auf. Und wer einmal in die<br />

Fotos: mauritius images / Alamy Stock Photos / Ana Maria Tudor, Shutterstock<br />

96 falstaff dez–feb 2025


Politiker wie Winston Churchill liebten<br />

die Zigarre – als Zeichen des Stolzes<br />

und des Durchhaltevermögens.<br />

DIE ZIGARRE IST NIE<br />

NUR DAS, WAS SIE<br />

AUF DEN ERSTEN BLICK<br />

ZU SEIN SCHEINT – SIE<br />

IST EIN ERLEBNIS, DAS<br />

SICH MIT JEDEM ZUG<br />

VERÄNDERT.<br />

Die eingerollten<br />

Tabakblätter fanden<br />

einst ihren Weg aus<br />

der Karibik in unsere<br />

Breitengrade.<br />

Vielfalt dieses Universums eingetaucht ist,<br />

kann kaum anders, als der Zigarre erneut<br />

zu begegnen. Sie ist ein sinnliches Erlebnis,<br />

das in seiner Variabilität nie langweilig<br />

wird. Die Zigarre ist nie nur das, was sie auf<br />

den ersten Blick zu sein scheint – sie ist ein<br />

Erlebnis, das sich mit jedem Zug verändert,<br />

mit zunehmender Intensität der Begegnung<br />

mit ihr tiefgründiger wird.<br />

OHNE HAST UND EILE<br />

Aber mit diesen sensorischen Reizen nicht<br />

genug: Der Zigarrengenuss lässt uns eintauchen<br />

in einen besonderen Moment,<br />

abtauchen in eine selten gewordene Welt<br />

ohne Hast und Eile. In einer Zeit, in der alles<br />

immer schneller und effizienter werden<br />

muss, stellt das Zigarrenrauchen eine Oase<br />

der Entschleunigung dar. Auch darin liegt<br />

ihre Faszination.<br />

Der Akt des Zigarrenrauchens fordert<br />

vom Geniesser, sich Zeit zu nehmen, zu<br />

reflektieren, in sich zu gehen. Der Zigarrenraucher<br />

entscheidet sich aktiv für diesen<br />

Moment der Ruhe, des wohligen Wartens<br />

auf die Entfaltung der Wirkung in Körper<br />

und Geist. Und so ist es eigentlich kein<br />

Wunder, dass eine kleine Minderheit von<br />

Eingeweihten – nur ein kleiner einstelliger<br />

Prozentsatz der Bevölkerung geniesst gelegentlich<br />

eine Zigarre – die gerollten Tabakblätter<br />

schätzt, seit sie als Kulturgut ihren<br />

Weg aus der Karibik in unsere Breitengrade<br />

fand.<br />

EINE EIGENE AURA<br />

Der historische Hintergrund der Zigarre<br />

ist faszinierend und erklärt die Aura, die<br />

sie bis heute umweht. Prominente Persönlichkeiten<br />

wie Winston Churchill, John<br />

F. Kennedy, Konrad Adenauer und Zino<br />

Davidoff frönten dieser Leidenschaft. Sie<br />

standen für eine Ära des politischen und<br />

gesellschaftlichen Lebens, in der die Zigarre<br />

ein Zeichen der Macht, des Erfolgs und des<br />

Selbst bewusstseins war.<br />

Winston Churchill wurde mit seiner unverwechselbaren<br />

Zigarre zu einem Symbol<br />

für britischen Stolz und Durchhaltevermögen<br />

während des Zweiten Weltkriegs.<br />

John F. Kennedy, dessen Liebe zu Zigarren<br />

legendär ist, soll vor der Verhängung des<br />

Zigarrenembargos gegen Kuba noch 1200<br />

Havannas in Washington aufgekauft haben.<br />

Und Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler<br />

der Bundesrepublik Deutschland,<br />

hatte ebenfalls eine Affinität zur Zigarre, die<br />

ihm staatsmännische Autorität verlieh.<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

97


festive season / ZIGARRE<br />

BEST OF<br />

DAVIDOFF<br />

Oro Blanco Special Reserve<br />

111 Years<br />

Die Chiffre «Oro Blanco» steht bei<br />

Davidoff für besonders seltene und<br />

alte Tabake. Hier sind die Tabaksorten<br />

der Einlage, des Umblatts<br />

und des Deckblatts gemeinsam<br />

111 Jahre alt. Feingliedrige, nussige<br />

Prägung, die man oft bei dominikanischen<br />

Zigarren findet. Perfekt zum<br />

top Champagner.<br />

Die Zigarrenindustrie hat<br />

sich immer wieder neu<br />

erfunden – heute wird<br />

nachhaltig angebaut.<br />

<<br />

Ebenso sein Wirtschaftsminister<br />

Ludwig<br />

Erhard: Gemeinsam erhoben<br />

sie die Zigarre zum<br />

Symbol des Wirtschaftswunders<br />

nach dem Zweiten Weltkrieg.<br />

Den grössten individuellen Anteil am<br />

Wandel der Zigarre vom Alltagsprodukt<br />

zum luxuriösen Genussmittel hatte der<br />

<strong>Schweiz</strong>er Tabakhändler Zino Davidoff,<br />

der im 20. Jahrhundert in den besseren<br />

Kreisen Europas zu einer Art Kulturbotschafter<br />

des Zigarrengenusses aufstieg. In<br />

seinen Jugendjahren hatte er in Lateinamerika<br />

die landwirtschaftliche Basis der<br />

Zigarrenherstellung erlernt und bewirtschaftete<br />

anschliessend jahrzehntelang sein<br />

international vielbeachtetes Fachgeschäft<br />

in Genf. Als Autor mehrerer Bücher zur<br />

Zigarren-Thematik hinterliess er der Nachwelt<br />

ein bleibendes Manifest für die Einzigartigkeit<br />

des Zigarrengenusses.<br />

IMMER IM WANDEL<br />

Auch die Zigarrenindustrie hat sich immer<br />

wieder neu erfunden und den Klassiker<br />

in moderner Form neu interpretiert. Man<br />

denke nur an die Entwicklung der nachhaltigen<br />

Anbaumethoden und den boomenden<br />

Markt für Zigarren des obersten Premiumsegments<br />

und limitierte Auflagen. Heute ist<br />

die Zigarre mehr denn je<br />

ein Synonym für Qualität<br />

und Handwerkskunst,<br />

die im Einklang mit modernen<br />

Erwartungen steht. Hersteller wie<br />

Davidoff, das kubanische Export-Monopol<br />

Habanos oder findige Einzelkämpfer<br />

wie Nestor Plasencia, Rocky Patel, Arturo<br />

Fuente oder A. J. Fernandez verknüpfen ihre<br />

Tradition mit innovativen, immer wieder<br />

überraschenden Konzepten und Designs.<br />

Die Zigarre lebt und entwickelt sich, bleibt<br />

in ihrer Funktion und Reduktion auf den<br />

Genussaspekt konstant. So gesehen schlägt<br />

sie eine Brücke zwischen Vergangenheit und<br />

Gegenwart, zwischen Tradition und Innovation.<br />

In einer Zeit, in der alles schneller und<br />

direkter wird, ist die Zigarre das Gegenteil:<br />

Sie ist eine Einladung zur Langsamkeit, zur<br />

Achtsamkeit, zum bewussten Geniessen.<br />

Gerade darin liegt das Geheimnis ihrer Faszination<br />

– sie vermag uns aus der Hektik des<br />

Alltags herauszureissen. Wie kein anderes<br />

Genussmittel harmoniert sie daher mit der<br />

Besinnlichkeit, welche die letzten Wochen des<br />

Jahres und die Weihnachtszeit kennzeichnet.<br />

Florian Schwab ist Zigarrenkenner und<br />

Publishing Director von finews.ch,<br />

einer Newsplattform über die <strong>Schweiz</strong>er<br />

Finanzindustrie.<br />

<<br />

COHIBA<br />

Esplendidos Gran Reserva<br />

In einer Cohiba kulminiert der Berufsstolz<br />

der kubanischen Zigarrenindustrie.<br />

Erst zum zweiten Mal präsentiert<br />

die Marke eine Gran Reserva,<br />

diesmal aus der Ernte von 2017. Vollmundige<br />

Kraft bei wunderbarer<br />

Balance aus Kaffee, holzigen Noten<br />

und Süsse. Ein Meisterwerk, neben<br />

dem der Christbaum verblasst.<br />

PARTAGAS<br />

Línea Maestra Rito<br />

Die Premium-Linie von Partagás.<br />

Das neue Format Rito stellt mit seinen<br />

stolzen Abmessungen einen<br />

festlichen Neuzugang für lange<br />

Abende dar. Die erste «Terroir»-<br />

Zigarre aus Kuba, da sie zu <strong>10</strong>0 Prozent<br />

aus Tabak der als besonders<br />

schmackhaft geltenden Produktion<br />

der Gemeinde San Luís stammt.<br />

Komplexes Aroma.<br />

DAVIDOFF<br />

Royal Release Salomones<br />

Im eleganten, an beiden Enden konisch<br />

zulaufenden Salomones-Format<br />

gehalten, ist diese Zigarre eine<br />

bewährte Begleiterin für feierliche<br />

Anlässe. Es fasziniert der Reichtum an<br />

aromatischem Temperament. Gestaltet<br />

sich der Auftakt nuanciert rund um<br />

Holznoten, steigert sich die Aromatik<br />

gegen Ende zu einem opulenten<br />

Festival süsser Einflüsse.<br />

ARTURO FUENTE<br />

Opus X Double Corona<br />

Für Liebhaber der milden Ausprägung<br />

ein Sehnsuchtspunkt. Nicht einfach zu<br />

erwerben (die Produktion ist sehr<br />

begrenzt), es werden sämtliche Tabake<br />

auf Château Fuente in der Dominikanischen<br />

Republik kultiviert. Perfekte<br />

handwerkliche Qualität und eine<br />

Abwechslung von nussigen Aromen,<br />

betörender Süsse und Röstnoten.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

98 falstaff dez–feb 2025


GESCHENKIDEEN FÜR WEIHNACHTEN<br />

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dez–feb 2025 falstaff 99


Chefredaktion <strong>Schweiz</strong><br />

DOMINIK VOMBACH<br />

und BENJAMIN HERZOG<br />

WEIN<br />

WELTWEIT KLEINE<br />

ERNTEMENGEN<br />

Dieses Jahr waren die Erntemengen<br />

der grössten Weinproduktionsländer<br />

wieder sehr gering, wie die Internationale<br />

Organisation für Rebe und Wein<br />

(OIV) an ihrem jährlichen Kongress in<br />

Dijon bekannt gab. Sie dürften kaum über<br />

denen von 2023 liegen und somit die niedrigsten<br />

oder zweitniedrigsten seit 1961 sein.<br />

Die Zahlen beruhen auf vorläufigen Schätzungen<br />

der grössten Weinproduktionsländer.<br />

Zusammen stellen diese drei Viertel der<br />

weltweiten Weinmenge her. 2023 wurden<br />

237 Millionen Hektoliter Wein gekeltert,<br />

auch dieses Jahr dürften es höchstens 250<br />

Millionen Hektoliter sein. Der Grund dafür<br />

ist der Klimawandel, der extreme Wetterereignisse<br />

verursacht.<br />

EISHOCKEY-NATI HAT<br />

EIGENEN SCHAUMWEIN<br />

Schum heisst der neue Schaumwein der<br />

<strong>Schweiz</strong>er Eishockey-Nationalmannschaft.<br />

Entwickelt wurde er von der Zürcher<br />

Weinhandlung Vergani, Partnerin der<br />

Swiss Ice Hockey Federation, und der<br />

Schaumweinmanufaktur Zürischum.<br />

vergani.ch<br />

DÜRRE-KATASTROPHE<br />

IN JUMILLA<br />

In der spanischen Weinregion Jumilla<br />

herrscht seit drei Jahren Dürre. Auch<br />

dieses Jahr gab es sehr wenig Regen, was<br />

zu einer äusserst kleinen Ernte führte.<br />

Sollte es weiterhin nicht regnen, besteht<br />

die Gefahr, dass die mehrheitlich mit<br />

Monastrell bestockten Rebberge eingehen.<br />

NEUES LAGENKONZEPT<br />

IN SÜDTIROL<br />

Nach jahrelangen Diskussionen hat das<br />

italienische Landwirtschaftsministerium<br />

das neue Lagenkonzept für Südtiroler<br />

Weine anerkannt. Neben der Bezeichnung<br />

Südtirol AOC dürfen nun 86 anerkannte<br />

Lagen als zusätzliche geografische<br />

Angaben das Etikett zieren.<br />

<strong>10</strong>0 falstaff dez–feb 2025


NOTIZEN<br />

WEIN-OSCAR FÜR MARQUÉS DE RISCAL<br />

Bei der Verleihung der<br />

diesjährigen «World’s Best<br />

Vineyards Awards» wurde<br />

Marqués de Riscal im<br />

spanischen Rioja zum<br />

Sieger gewählt. Die<br />

Auswahl der Betriebe ist<br />

einmal mehr eine bunte<br />

Mischung, bemerkenswert<br />

ist auch die Tatsache, dass<br />

ausgerechnet der Libanon<br />

mit drei Wein gütern aus<br />

dem Bekaa-Tal dabei ist.<br />

worldsbestvineyards.com<br />

NEU: WEINGUIDE DEUTSCHLAND<br />

Der <strong>Falstaff</strong> Weinguide Deutschland ist<br />

soeben erschienen. Er versammelt die<br />

besten Weine und Winzer des Landes.<br />

In seinem zwölften Erscheinungsjahr<br />

präsentiert er mehr Weingüter denn je:<br />

519 aus allen deutschen Anbaugebieten.<br />

Es gab auch noch nie so viele Spitzenbewertungen:<br />

fünf Mal <strong>10</strong>0 Punkte.<br />

go.falstaff.com/weinguide-de-25<br />

WEINBESTIMMUNG<br />

DURCH KI<br />

Fotos: Shutterstock, Herbstmeister Weine GmbH, Quim Roser, beigestellt<br />

KASTANIEN STATT SO₂<br />

Die portugiesische Firma Tree Flower Solutions<br />

hat ein neues Konservierungsmittel für Wein<br />

entwickelt. Bei «Chestwine» handelt es sich um<br />

Tannine aus der männlichen Kastanienblüte. Diese<br />

wirken antioxidant und verhindern mikrobielles<br />

Wachstum im Wein so gut wie Schwefeldioxid<br />

(SO₂), welches das älteste und am meisten<br />

eingesetzte Konservierungsmittel in der Weinherstellung<br />

ist. Im Gegensatz zu SO₂ ist «Chestwine»<br />

allergikerfreundlich. Das Pulver hat keinen Einfluss<br />

auf Farbe und Geschmack des Weins und<br />

wird während des Maischevorgangs, vor der<br />

malolaktischen Gärung, während der Reifung oder<br />

kurz vor der Abfüllung eingesetzt.<br />

Forscher und Forscherinnen der<br />

Universität Lyon haben ein Verfahren<br />

zur Weinanalyse entwickelt. Mit dem<br />

Einsatz eines neuen KI-Tools können<br />

sie aufgrund des mineralischen<br />

Profils eines Weins sein Herkunftsland<br />

mit 92 Prozent und die ihm<br />

zugrundeliegenden Rebsorten mit<br />

85 Prozent Genauigkeit bestimmen.<br />

FUSSBALLSTARS MACHEN WEIN<br />

Die deutschen Fussballprofis Mats<br />

Hummels, Christoph Kramer und Robin<br />

Gosens haben einen eigenen Wein kreiert.<br />

Die Trauben für die Riesling-Cuvée<br />

«Herbstmeister» stammen aus dem<br />

Zellertal in der Pfalz, wo die VDP-Winzer<br />

Philipp Kuhn und H.O. Spanier beste<br />

Lagen besitzen.<br />

herbstmeister.de<br />

CHINESEN IN BORDEAUX<br />

AUF DEM RÜCKZUG<br />

In Bordeaux stehen derzeit rund 50<br />

Weingüter zum Verkauf, die sich in<br />

chinesischem Besitz befinden, berichtet<br />

die «Revue du Vin de France» mit Bezug<br />

auf das Christie’s-Tochterunternehmen<br />

Vineyards Bordeaux. Viele Weingüter<br />

würden für weniger als die Hälfte des<br />

früheren Kaufpreises wieder veräussert.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

<strong>10</strong>1


wein / PRICKELNDE SCHWEIZ<br />

SCHWEIZER<br />

SCHÄUMER<br />

Die <strong>Schweiz</strong> hat eine lange und interessante<br />

Schaumweintradition. Seit Jahrhunderten werden hier<br />

fantastische Prickler hergestellt, die sich hervorragend<br />

als Festtagsweine eignen und sich nicht vor der<br />

internationalen Konkurrenz verstecken müssen.<br />

TEXT LARISSA GRAF<br />

Es gibt keine feierlicheren Tropfen als<br />

Schaumweine. Sie gehören auf jede<br />

Festtagstafel, ob zum Weihnachtsapéro<br />

oder zum Anstossen zu Neujahr.<br />

Foto: beigestellt<br />

<strong>10</strong>2 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

<strong>10</strong>3


wein / PRICKELNDE SCHWEIZ<br />

Das grösste Schaumweinunternehmen<br />

der <strong>Schweiz</strong> heisst Mauler. Es wurde im<br />

19. Jahrhundert in einem ehemaligen<br />

Neuenburger Kloster gegründet.<br />

Die <strong>Schweiz</strong>er lieben<br />

Schaumweine. Kaum ein<br />

Apéro kommt heute ohne<br />

Roséchampagner oder ein<br />

Glas Prosecco aus. In den<br />

letzten Jahren hat der Weinkonsum<br />

hierzulande zwar abgenommen, prickelnde<br />

Tropfen scheinen aber nicht von<br />

diesem Trend betroffen zu sein. Im<br />

Gegenteil, sie sind beliebt wie nie zuvor.<br />

Besonders über die Festtage trinkt man in<br />

der <strong>Schweiz</strong> gerne und viel Schaumwein.<br />

Allerdings sind ausländische Tropfen auf<br />

den hiesigen Festtagstafeln immer noch<br />

beliebter als nationale. Und das, obwohl<br />

auch in der <strong>Schweiz</strong> unzählige herausragende<br />

Exemplare gefertigt werden, und<br />

das schon seit Jahrhunderten. Die<br />

Schaumweintradition der <strong>Schweiz</strong> reicht<br />

weiter zurück als die Bildung der modernen<br />

Eidgenossenschaft, nämlich bis ins<br />

frühe 19. Jahrhundert.<br />

Als Pioniere auf dem Gebiet der <strong>Schweiz</strong>er<br />

Sektindustrie gelten die Gebrüder<br />

Bouvier, die aus Frankreich in die <strong>Schweiz</strong><br />

einwanderten. In ihrer Heimat hatten<br />

sie die hohe Kunst der Schaumweinherstellung<br />

gelernt und beschlossen 1811,<br />

in Neuenburg eine Manufaktur zu gründen.<br />

Bis heute gibt es die edlen Prickler der<br />

Bouvier Frères. Sogar die frühere First Lady<br />

Amerikas, Jacqueline Kennedy-Bouvier, soll<br />

das Weingut besucht haben, um die Arbeit<br />

ihrer Namensvettern und möglichen Vorfahren<br />

kennenzulernen.<br />

Ob diese Geschichte stimmt oder nicht,<br />

Fakt ist, dass die Bouvier Frères grossen<br />

Einfluss auf die Entwicklung einer <strong>Schweiz</strong>er<br />

Schaumweintradition hatten. Kurze<br />

Zeit nach der Gründung ihres Unternehmens<br />

lernte ein gewisser Abram-Louis<br />

Richardet bei den Bouvier Brüdern die<br />

Kunst der Schaumweinherstellung. Kurz<br />

darauf gründete er seine eigene Schaumweinmanufaktur<br />

im ehemaligen Kloster<br />

Le Prieuré de Saint Pierre im Neuenburger<br />

Val de Travers. Bis 1859 führte er sie<br />

selbst, dann übernahm die elsässische<br />

Fotos: Mauler, Stöh Grünig, Getty Images<br />

<strong>10</strong>4 falstaff dez–feb 2025


<strong>Schweiz</strong>er Schaumweine gibt es in<br />

verschiedensten Ausführungen. Die<br />

meisten werden mit der «Méthode<br />

Traditionelle» hergestellt.<br />

Familie Mauler das Ruder. Heute ist Caves<br />

Mauler der grösste Schaumweinproduzent<br />

der <strong>Schweiz</strong> mit rund 600’000 jährlichen<br />

Flaschen – jede einzelne davon wird mit der<br />

arbeitsintensiven «Méthode Traditionelle»<br />

hergestellt.<br />

TRADITION UND MODERNE<br />

Über hundertfünfzig Jahre nach den Gebrüdern<br />

Bouvier beschloss der Walliser<br />

Önologe Jacques Germanier Ende der<br />

1980er, in seinem Kanton Schaumwein zu<br />

keltern. Er überredete seine Traubenlieferanten,<br />

ihren Chasselas in den höheren<br />

Lagen durch Chardonnay zu ersetzen.<br />

Dort reifte die einheimische Traubensorte<br />

nicht so gut, den Chardonnay aber konnte<br />

er für die Herstellung von Schaumweinen<br />

verwenden. Zur Reifung seines Brut du<br />

Valais liess er ein Tunnelnetzwerk von 800<br />

Quadratmetern in den Berg graben. So<br />

kam sein Weingut zum Namen «Cave du<br />

Tunnel». Tief unter der Erde sind Temperaturschwankungen<br />

minimal, perfekt, um<br />

Schaumwein schonend zu reifen. Das zeigt<br />

sich in den besonderen Cuvées des Weinguts<br />

wie etwa dem Brut du Valais Millésimé,<br />

der ganze drei Jahre auf der Hefe im<br />

Tunnel lagert.<br />

Man muss aber keine Tunnels graben,<br />

um gute Schaumweine zu machen. Obwohl<br />

heute in allen Gegenden der <strong>Schweiz</strong><br />

hervorragende Prickler gekeltert werden,<br />

sind die wenigsten Hersteller ganz auf ihre<br />

Produktion spezialisiert. Viele keltern die<br />

arbeitsintensiven Weine nebenher. Immer<br />

mehr Kellereien merken aber, dass die<br />

<strong>Schweiz</strong> sich ganz hervorragend für die<br />

Schaumweinproduktion eignet. Denn die<br />

Herstellung der für die Produktion von<br />

Sekt nötigen trockenen Basisweine mit tiefem<br />

Alkoholgehalt ist dank des gemässigten<br />

Klimas in den meisten <strong>Schweiz</strong>er Weinregionen<br />

relativ einfach. Zudem gedeihen<br />

hier viele Traubensorten hervorragend,<br />

die international für Schaumwein verwendet<br />

werden – allen voran Pinot Noir und<br />

Chardonnay.<br />

Aus diesen klassischen Champagnersorten<br />

werden auch in der <strong>Schweiz</strong> die meisten<br />

prestigeträchtigen Schaumweine gekeltert.<br />

Einen besonders guten Ruf auf diesem<br />

<<br />

WIE DIE BLÄSCHEN<br />

IN DEN WEIN KOMMEN<br />

IMPRÄGNIERVERFAHREN<br />

Die günstigsten Schaumweine der Welt<br />

werden ganz einfach mit Kohlensäure versetzt<br />

wie Softdrinks. Dabei wird der Wein<br />

in einem unter Druck stehenden Tank mit<br />

Kohlendioxid injiziert. Die Bläschen sind so<br />

schnell im Wein, aber auch schnell wieder<br />

draussen. Zudem fehlen die Reife- und<br />

Hefenoten, die richtig gute Schaumweine<br />

ausmachen.<br />

MÉTHODE ANCESTRALE<br />

ODER RURALE<br />

Diese Methode wurde wohl durch Zufall<br />

entdeckt und ist die älteste Art der<br />

Schaumweinherstellung. Heute ist sie<br />

besonders unter Naturweinproduzenten<br />

beliebt, weil sie ganz ohne Zusätze von<br />

Hefe und Zucker auskommt. Traubenmost<br />

wird während der Gärung in eine Flasche<br />

gefüllt und diese mit einem Kronkorken<br />

luftdicht verschlossen. Weil der Most noch<br />

Zucker und aktive Hefen enthält, gärt er in<br />

der Flasche weiter. Dabei entsteht Kohlendioxid<br />

als Nebenprodukt, das in der Flasche<br />

gefangen wird. Wenn die Gärung zu Ende<br />

ist, hat man also einen prickelnden, meist<br />

trockenen Wein in der Flasche. Meistens<br />

sind diese Weine trüb, oft werden sie unter<br />

dem Namen «Pét-Nat» kurz für «Pétillant<br />

Naturel» verkauft.<br />

MÉTHODE TRADITIONELLE<br />

Sekt, Cava, Crémant, Franciacorta und<br />

Champagner werden mittels Flaschengärung<br />

hergestellt, genannt «Méthode<br />

Traditionelle» oder im Fall von Champagner<br />

«Méthode Champenoise». Dabei wird<br />

erst ein trockener Basiswein mit maximal<br />

zwölf Volumenprozent Alkohol hergestellt.<br />

Dieser wird mit Zucker und Hefe – dem<br />

sogenannten «Liqueur de Tirage» – in eine<br />

Flasche gefüllt, die anschliessend mit<br />

einem Kronkorken verschlossen wird. Die<br />

Hefe vergärt den Zucker in der Flasche<br />

zu Alkohol, dabei entsteht Kohlendioxid.<br />

Wegen des luftdichten Verschlusses der<br />

Flasche bleibt dieses als Bläschen im Wein.<br />

MÉTHODE CHARMAT<br />

Auch bekannt als Martinotti- oder<br />

Tank-Methode, wird vor allem für die<br />

Herstellung von Prosecco und Lambrusco<br />

verwendet. Das Prinzip ist hier ähnlich wie<br />

bei der Méthode Traditionelle, allerdings<br />

wird für die Zweitgärung ein Drucktank<br />

verwendet, der mit einem trockenen Basiswein,<br />

Hefe und Zucker gefüllt wird. Da der<br />

Tank abgeschlossen ist, bleibt das bei der<br />

zweiten Gärung entstehende Kohlendioxid<br />

darin gefangen. Meistens wird der Wein<br />

für einige Monate mit der Hefe im Tank<br />

gelassen, was die Aromatik und die Perlage<br />

positiv beeinflusst. Nach Ablauf der Zeit<br />

wird der Wein auf Minusgrade heruntergekühlt,<br />

so werden die Bläschen inaktiv,<br />

und der Wein kann ohne Probleme filtriert<br />

und abgefüllt werden. Vor der Abfüllung<br />

kann noch etwas Zucker für die Dosage<br />

hinzugefügt werden.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

<strong>10</strong>5


wein / PRICKELNDE SCHWEIZ<br />

<<br />

Gebiet hat die Bündner Herrschaft, wo<br />

etwa der Jungwinzer Patrick Adank wirkt.<br />

Nach einigen Lehrjahren in der Champagne<br />

brachte er sein dort erlerntes Know-How<br />

mit ins elterliche Weingut in Fläsch und<br />

kelterte 2015 den ersten Adank Brut, einen<br />

Blanc de Noirs aus hundert Prozent Pinot<br />

Noir. Ein Schaumwein, der frischen Wind<br />

ins Land brachte und seitdem regelmässig<br />

auch bei den <strong>Falstaff</strong>-Verkostungen punktet.<br />

Etwas weiter nördlich mischt das Thurgauer<br />

Schlossgut Bachtobel dem Pinot für<br />

seinen Mousseux noch ein Drittel Chardonnay<br />

für mehr Frische bei. Seit Jahren heimst<br />

das Weinfelder Weingut dafür regelmässig<br />

Auszeichnungen ein, dieses Jahr wurde der<br />

Wein wie der Adank Brut von <strong>Falstaff</strong> mit<br />

93 Punkten bewertet.<br />

Als Patrick Adank ins<br />

elterliche Weingut<br />

einstieg, brachte er<br />

seine Arbeitserfahrung<br />

in der Champagne mit.<br />

Sein Brut gehört zu den<br />

besten des Landes.<br />

AUTOCHTHONEN TRAUBEN<br />

Dass auch einheimische Traubensorten hervorragende<br />

Schaumweine liefern können,<br />

Der Brut du Valais von Germanier<br />

Cave du Tunnel wird aus Chardonnay<br />

hergestellt (Kreis). Ganz in der Nähe<br />

keltert die Cave du Chavalard einen<br />

Schaumwein aus Petite Arvine (unten).<br />

zeigen diverse andere Produzenten. Zu<br />

empfehlen ist etwa der vollmundige Les<br />

Bulles de Petite Arvine des Walliser Weinguts<br />

Cave du Chavalard, der zu hundert<br />

Prozent aus der Walliser Ursorte Petite<br />

Arvine hergestellt wird. In der Deutschschweiz<br />

stellt das Schaffhauser Winzerpaar<br />

Besson-Strasser aus Räuschling ihren<br />

exzellenten Brut Nature her. Für sie eignet<br />

sich die im Raum Zürich heimische Traube<br />

perfekt für die Schaumweinherstellung,<br />

weil sie sich durch einen hohen Säuregehalt<br />

auszeichnet, der auch nach zwei Jahren<br />

Hefereifung noch präsent ist.<br />

Aber auch in südlicheren Gefilden wird<br />

richtig guter Sekt hergestellt. Das beweist<br />

zum Beispiel Enrico Trapletti im warmen<br />

Tessin. Er hat sich mit seinen komplexen<br />

Spumanti im ganzen Land einen Namen<br />

gemacht. Drei verschiedene stellt er her, den<br />

Bòla aus Chasselas und weiss abgepresstem<br />

Merlot und den Enrico aus Chardonnay,<br />

Sauvignon Blanc und Grauburgunder, der<br />

ganze vierzig Monate auf der Hefe bleibt.<br />

Eine ganz besondere und sehr beliebte<br />

Spezialität von Trapletti ist der Godié Rosé,<br />

Fotos: Weingut Adank / Hans-Peter Siffert / Joan Minder, Thomas Masotti, beigestellt<br />

<strong>10</strong>6 falstaff dez–feb 2025


den er aus Nebbiolo keltert. Während 36<br />

Monaten auf der Hefe entwickelt er eine<br />

komplexe Aromatik und eine feine Perlage.<br />

Der Jahrgang 2019 wurde deswegen von<br />

<strong>Falstaff</strong> mit 92 Punkten ausgezeichnet.<br />

Es gibt also in allen Kantonen eine grosse<br />

Auswahl an Qualitätsschaumweinen. Dass<br />

viele <strong>Schweiz</strong>er Weintrinker für die Festtage<br />

aber trotzdem lieber auf Importweine setzen,<br />

hat mehrere Gründe. Zum einen sind<br />

die hiesigen Schaumweine nicht so bekannt,<br />

denn sie sind recht rar. Zum anderen sind<br />

sie im internationalen Vergleich teuer. Im<br />

Hochpreisland <strong>Schweiz</strong> kostet die Herstellung<br />

mehr, denn Löhne und Warenkosten<br />

sind höher. Zudem werden hier vor allem<br />

Méthode-Traditionelle-Weine gekeltert.<br />

Das Verfahren ist aufwendig und setzt viel<br />

Arbeit voraus, die Weine werden oft lange<br />

auf der Hefe zur Reifung gelassen. Der<br />

viel günstigere Prosecco, der hierzulande<br />

äusserst gefragt ist,<br />

wird grösstenteils<br />

mittels Tankgärung<br />

hergestellt. Diese ist<br />

kosteneffizienter und viel<br />

schneller durchgeführt. Allerdings<br />

sind diese Weine in der Regel<br />

weniger komplex.<br />

Wenn man die <strong>Schweiz</strong>er Schaumweine<br />

aber mit ihren wahren Konkurrenten<br />

vergleicht, sind sie gar nicht mehr<br />

so teuer. Champagner kosten oft sogar<br />

etwas mehr als vergleichbare <strong>Schweiz</strong>er<br />

Tropfen, richtig gute Cavas sind ebenfalls<br />

nicht billig. Einen weiteren Vorteil haben<br />

die hiesigen Schaumweine: Ist man sich<br />

bei der Auswahl nicht sicher, schaut man<br />

beim Produzenten vorbei und informiert<br />

sich persönlich. Dann kann man sich auch<br />

gleich mit feinen Weinen für die Festtage<br />

eindecken. <<br />

Auch das<br />

malerische<br />

Thurgauer<br />

Schlossgut<br />

Bachtobel<br />

stellt einen<br />

hervorragenden<br />

Schaumwein her.<br />

Die Basis des<br />

Mousseux ist<br />

eine klassische<br />

Champagnercuvée.<br />

Wein massvoll geniessen<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

<strong>10</strong>7


PRICKELNDE<br />

FEIERTAGE<br />

Über die Festtage wird gerne Schaumwein getrunken, besonders<br />

Champagner ist dann beliebt. Es gibt in verschiedenen Gegenden Europas<br />

aber würdige Alternativen für diese noblen französischen Schaumweine.<br />

Crémant, Prosecco oder doch Champagner? Hauptsache es prickelt!<br />

Schaumweine sind die Festtagstropfen<br />

schlechthin. Sie eignen sich für<br />

einen Weihnachtsapéro, wo sie<br />

herrlich zu beliebten Vorspeisen<br />

wie Räucherlachs-Canapés passen. Noch<br />

viel wichtiger sind sie aber an Neujahr: Es<br />

gibt kaum eine Silvesterparty, bei der nicht<br />

die Korken knallen. Dabei muss es nicht<br />

immer Champagner sein, denn es gibt überall<br />

auf der Welt spannende Alternativen zu<br />

den französischen Prestigepricklern.<br />

Champagner wird nach der sogenannten<br />

traditionellen Methode in der Flasche<br />

Festliche Stimmung und prickelnde Momente:<br />

Mit einem Glas Schaumwein auf unvergessliche<br />

Augenblicke anstossen.<br />

vergoren. Dazu wird ein trockener, also<br />

vollständig vergorener Basiswein mit etwas<br />

Zucker und Hefe abgefüllt. Die Flasche<br />

wird dann luftdicht verschlossen, meistens<br />

mit einem Kronkorken. Die Hefe fängt an,<br />

den Zucker zu vergären. Dabei entsteht<br />

etwas Alkohol und Kohlensäure. Weil diese<br />

der geschlossenen Flasche nicht entweichen<br />

kann, bleibt sie in Bläschenform darin aufgelöst<br />

– so kommt der Sprudel in den<br />

Champagner. In der Fachwelt werden die<br />

Bläschen übrigens Perlage oder Mousseux<br />

genannt. Genau gleich werden auch andere<br />

<strong>10</strong>8<br />

falstaff dez–feb 2025


ALDI SUISSE<br />

Weine hergestellt, die etwas preiswerter<br />

sind. Wer eine hochwertige Champagner-<br />

Alternative sucht, die genauso schön prickelt,<br />

wird in anderen Regionen Frankreichs<br />

fündig. Vielerorts wird Crémant hergestellt,<br />

ebenfalls nach der klassischen Methode.<br />

Besonders beliebt sind die Schaumweine aus<br />

dem Elsass, die Crémants d’Alsace. Sie werden<br />

hauptsächlich aus den Traubensorten<br />

Pinot Blanc und Auxerrois gekeltert,<br />

manchmal in Kombination mit Pinot Gris,<br />

Pinot Noir, Chardonnay oder Riesling. Für<br />

die recht seltenen Rosés wird hingegen<br />

ausschliesslich Pinot Noir verwendet.<br />

AUS FLASCHE ODER TANK<br />

Im Westen Frankreichs in den Gegenden<br />

um Anjou, Saumur und Tours wird der<br />

Crémant de Loire gefertigt. Für die weisse<br />

Version werden Chardonnay und Sauvignon<br />

Blanc sowie die einheimischen Traubensorten<br />

Chenin, Menu Pineau und Grolleau<br />

Gris verwendet. Der Rosé wird hingegen<br />

aus Cabernet Sauvignon und Franc,<br />

Grolleau Noir, Pineau d’Aunis und Pinot<br />

Noir gekeltert. Weil so viele verschiedene<br />

Traubensorten für Crémant de Loire verwendet<br />

werden können, ist die Bandbreite<br />

an Weinen, die mit dieser Herkunftsbezeichnung<br />

hergestellt werden, recht gross –<br />

ideal für entdeckungsfreudige Weintrinker.<br />

Natürlich gibt es auch ausserhalb Frankreichs<br />

hervorragende Schaumweine. In der<br />

norditalienischen Region Veneto wird der<br />

berühmte Prosecco auf rund 28’000 Hektar<br />

gekeltert. Die wichtigste Traubensorte hier<br />

heisst Glera, die mindestens 85 Prozent des<br />

Blends ausmachen muss. Anders als bei<br />

Crémant und Champagner werden diese<br />

Weine aber mittels der Tank- oder Charmat-Methode<br />

hergestellt. Für die zweite<br />

Gärung wird dem Basiswein wie auch bei<br />

der traditionellen Methode Zucker und<br />

Hefe zugefügt, allerdings findet sie in einem<br />

Tank statt in einer Flasche statt. Dieser<br />

Tank wird luftdicht verschlossen, so bleibt<br />

die in der alkoholischen Gärung entstehende<br />

Kohlensäure im Wein. Das macht viel<br />

weniger Arbeit als die Flaschengärung,<br />

weswegen diese Weine ein hervorragendes<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Die besten<br />

Proseccos entstehen in den Hügeln um<br />

die Städte Conegliano und Asolo, wo die<br />

Trauben für den Valdobiaddene Prosecco<br />

Superiore DOCG wachsen. Diese Prickler<br />

sind in der Regel etwas komplexer und tiefgründiger<br />

als andere Weine der Region. Wer<br />

Prosecco mag, wird diese Weine also lieben.<br />

Ob Champagner, Crémant d’Alsace, de<br />

Loire oder Prosecco, sie alle eignen sich<br />

hervorragend, um im Kreis der Familie oder<br />

mit Freunden ein gediegenes Weihnachtsfest<br />

zu feiern. Oder natürlich, um an Silvester<br />

ordentlich die Korken knallen zu lassen!<br />

WEINE IN DEN ALDI-SUISSE-FILIALEN<br />

MARQUIS DE BEAUCEL<br />

CRÉMANT D’ALSACE BRUT<br />

Les Grands Chais de France, Petersbach<br />

91 von <strong>10</strong>0 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

12,5 Vol.-%. Helles Gelb mit Goldreflexen. Riecht<br />

nach reifen Äpfeln, Pfirsich, Orangenschale und<br />

-blüten mit Brotkruste im Hintergrund. Am Gaumen<br />

erfrischend, mit einer knackigen Säure, kräftigem<br />

Mousseux, feinen mineralischen Noten und<br />

Kräutern im Abgang.<br />

CHF 9,99<br />

MARQUIS DE BEAUCEL<br />

CRÉMANT DE LOIRE<br />

Les Celliers du Prieuré,<br />

Bellevigne-les-Châeaux<br />

90 von <strong>10</strong>0 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

12 Vol.-%. Helles Gelb mit goldenen Reflexen.<br />

Aromen von grünem Apfel, Quitte, Zitruszeste und<br />

Kräuter sowie etwas Hefe. Am Gaumen recht vollmundig,<br />

ausgeglichen mit einer lebhaften Perlage<br />

und mineralischen Noten im Abgang.<br />

CHF 9,95<br />

2023 OROPERLA PROSECCO SUPERIORE<br />

MILLESIMATO DOCG<br />

IWB Italia spa, Calmasino<br />

88 von <strong>10</strong>0 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

11 Vol.-%. Sehr helles Strohgelb. Zurückhaltende<br />

Nase mit Aromen von reifen Birnen und weissen<br />

Blüten, mit einem Hauch von Zitrusfrüchten.<br />

Am Gaumen leicht und erfrischend mit sanftem<br />

Mousseux und einer leichten Süsse, die sich gegen<br />

den Abgang offenbart.<br />

CHF 11,99<br />

2023 OROPERLA ROSÉ MILLESIMATO<br />

EXTRA DRY<br />

IWB Italia spa, Calmasino<br />

88 von <strong>10</strong>0 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

11,5 Vol.-%. Helles Lachsrosa. Riecht zurückhaltend,<br />

doch einladend nach Himbeerbonbons und saftigen<br />

Erdbeeren. Zeigt im Gaumen eine lebendige Perlage<br />

und saftige Frucht, die von mineralischen Noten und<br />

einer feinen Süsse begleitet wird.<br />

CHF 8,99<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Shutterstock; beigestellt<br />

DELLARA MEDIUM DRY<br />

Bodegas Juan Ramón, Castilla-La Mancha<br />

87 von <strong>10</strong>0 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

11 Vol.-%. Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In<br />

der Nase gelbe und exotische Früchte, Birnenbonbon<br />

und weisse Blüten. Am Gaumen erst säurebetont,<br />

dann süsslich und fruchtig. Mittlerer Körper, mit<br />

lebhafter Perlage und leichten Bitternoten.<br />

CHF 5,99<br />

INFO<br />

Weitere Informationen<br />

vinoteca.aldi-suisse.ch<br />

dez–feb 2025 falstaff <strong>10</strong>9


wein / SÜSSWEINE<br />

SÜSSES<br />

GOLD<br />

Süssweine sind nur pappig und süss? Weit gefehlt! Die<br />

grossen Süssweine zählen zu den gesuchtesten und teuersten<br />

Flaschen der Welt. Ihr Geheimnis ist die feine Balance<br />

zwischen Süsse und Säure. Ideal für die Festtage.<br />

TEXT OTHMAR KIEM, PETER MOSER, ULRICH SAUTTER, DOMINIK VOMBACH<br />

Foto: Deepix Studio<br />

1<strong>10</strong> falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

111


wein / SÜSSWEINE<br />

Vor zwei, drei Jahrhunderten<br />

waren Süssweine die<br />

eindeutige Topkategorie unter<br />

den Weinen – und auch weit<br />

verbreitet. Die längste<br />

Tradition weisen sie im Mittelmeerraum auf.<br />

Bereits in der Antike wurden Trauben in der<br />

Sonne getrocknet, damit sie mehr Süsse und<br />

höheres Mostgewicht erlangten. Auf<br />

Pantelleria, einer kleinen Insel vor Sizilien,<br />

werden heute immer noch süsse Moscatotrauben,<br />

lokal Zibibbo genannt, auf dem<br />

Boden getrocknet und dann gepresst. Ein<br />

anderes bekanntes Beispiel ist der Vin Santo<br />

in der Toskana oder der Vino Santo im<br />

Trentino. Dabei werden Trauben für<br />

mehrere Monate auf Strohmatten getrocknet<br />

und die Weine bis zu zehn Jahre in<br />

kleinen Holzfässern ausgebaut. Während der<br />

ganzen Zeit bleiben die Fässer verschlossen<br />

und werden aufgefüllt. Der Wein wird so<br />

leicht oxidativ und bekommt den typischen<br />

Ton nach Mandeln und Feigen.<br />

Auch im Norden des Landes in Venetien<br />

und in Südtirol werden köstliche Stroh weine<br />

erzeugt. In die Typologie der Strohweine<br />

fallen auch die wunderbaren Süssweine<br />

aus dem spanischen<br />

Málaga. Sie zählten<br />

einstmals zu den<br />

IN DEN EDELSÜSSEN<br />

WEINEN KOMMT DIE<br />

ESSENZ DER SORTE,<br />

DES JAHRGANGS UND<br />

DER LAGE PRÄGNANT<br />

ZUM AUSDRUCK.<br />

KURZUM: TERROIR.<br />

berühmtesten Dessertweinen überhaupt und<br />

wurden schon unter römischer Herrschaft<br />

über das Mittelmeer exportiert. Mitte des<br />

19. Jahrhunderts war Málaga eine Welt marke<br />

und die Provinz Málaga das zweitgrösste<br />

Weinanbaugebiet Spaniens. Heute ist alles<br />

viel kleiner, hergestellt werden zwei Arten<br />

von Málaga. Zum einen der Likörwein, zum<br />

anderen der natürliche Süsswein, der in der<br />

D.O. Sierras de Málaga Naturalmente Dulce<br />

genannt wird und ohne Zusatz von Alkohol<br />

auskommt.<br />

Vor einigen Dekaden begannen Visionäre<br />

wie Telmo Rodríguez und Jorge Ordóñez, die<br />

Tradition der Süssweine aus Málaga wiederzubeleben<br />

und zu modernisieren. Telmo<br />

Rodríguez lancierte Mitte der 1990er seine<br />

Die Cantina Tramin in<br />

Südtirol erzeugt regelmässig<br />

feine Süssweine aus<br />

Gewürztraminer, sowohl aus<br />

getrockneten als auch aus<br />

Botrytis-Trauben.<br />

Fotos: Greg Devil, Florian Andergassen, Fabio Gambina, beigestellt, Goussard, Deepix<br />

112 falstaff dez–feb 2025


ersten ungespriteten Málaga-Süssweine<br />

aus Moscatel, darunter der<br />

heute legendäre Molino Real. Jorge<br />

Ordóñez, ein erfolgreicher Weinimporteur,<br />

gründete 2004 sein eigenes Weingut in<br />

der Region und arbeitete mit dem österreichischen<br />

Süssweinexperten Alois Kracher zusammen,<br />

um eine Kollektion aussergewöhnlicher<br />

Süssweine zu kreieren. Trotz dieser<br />

beiden Leuchttürme gehört Málaga heute<br />

immer noch zu den Süsswein-Exoten.<br />

SÜSSE DANK EDELFÄULE<br />

Seit dem 18. Jahrhundert zählen die Süssweine<br />

von Sauternes und Barsac bei Bordeaux<br />

zu den Leuchttürmen in der Weinwelt. Gute<br />

Exemplare sind ein Mosaik, in dem sich<br />

Süsse, Öligkeit und Alkohol, Frucht und<br />

Botrytiswürze, Mineralität, Säure und Stoffigkeit<br />

sowie der Einfluss der Vergärung und des<br />

Ausbaus im Barrique zu einem Geschmacksbild<br />

von grösster Eleganz zusammenfügen.<br />

In mehreren Lesedurchgängen werden jeden<br />

Herbst die jeweils perfekt von Edelfäule<br />

(Botrytis) befallenen Trauben in den Keller<br />

gebracht, vergoren und die schliesslich<br />

entstandenen Weine assembliert. Es ist das<br />

Wunder der grossen Sauternes und Barsacs,<br />

dass sie auch mit 150 Gramm Restzucker<br />

und 14 Volumenprozent Alkohol niemals<br />

Rings um diese Mauern entsteht der<br />

edelste – und teuerste – edelsüsse<br />

Wein: Château d’Yquem in Sauternes.<br />

Weinbau wie in der Antike:<br />

Die Reben auf Pantelleria<br />

werden in Buscherziehung<br />

gehalten. Donnafugata<br />

erzeugt hier den Ben Ryé.<br />

schwer oder klebrig wirken. Ein grosser<br />

Yquem etwa ist zunächst vor allem ein grosser<br />

Weisswein und wurde früher auch gern<br />

zu Austern, Seeigeln oder zu Wildgeflügel<br />

getrunken.<br />

KÖNIG RIESLING<br />

In Deutschland wird vorwiegend Riesling<br />

für die Süssweinproduktion verwendet.<br />

Seitdem das deutsche Weinrecht 1971 die<br />

Süssweinprädikate von Spätlese bis<br />

<<br />

WOHER KOMMT<br />

DIE SÜSSE?<br />

Süsse durch Sonne: seit der Antike im<br />

Mittelmeerraum verbreitete Methode.<br />

Vollreife Trauben werden in der Sonne<br />

unter offenem Himmel oder in Schuppen<br />

auf Strohmatten getrocknet. Sie werden<br />

als Strohweine oder Passiti bezeichnet.<br />

Süsse durch Kälte: Bei den Eisweinen<br />

wird mithilfe der Kälte eine höhere Konzentration<br />

erreicht. Die Trauben bleiben<br />

bis Dezember, ja manchmal auch bis in<br />

den Januar hinein am Stock hängen. Bei<br />

kräftigen Minustemperaturen werden<br />

sie gelesen und kommen rasch unter die<br />

Presse. Das Wasser in den Beeren<br />

bleibt dabei gefroren und wird nur<br />

zu einem geringen Teil ausgepresst.<br />

Eisweine betören durch<br />

ihre klare, prägnante Frucht.<br />

Süsse durch Botrytis:<br />

Gesunde, gut ausgereifte<br />

Trauben werden von Edelfäule<br />

befallen (Botrytis cinerea).<br />

Die Pilzsporen treiben mikroskopisch<br />

feine Öffnungen in die<br />

Beerenhaut, ohne diese aber wirklich<br />

zu verletzen. Durch die Öffnungen<br />

verdunstet das Wasser, die Inhaltsstoffe<br />

konzentrieren sich. Voraussetzung für<br />

das Auftreten von Edelfäule ist eine<br />

hohe relative Luftfeuchtigkeit bzw. die<br />

Nähe eines grossen Gewässers. Je nach<br />

Grad des Befalls steigt das Mostgewicht<br />

der Trauben. Dies wird in den Kategorien<br />

Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese<br />

ausgedrückt.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

113


wein / SÜSSWEINE<br />

<<br />

Trockenbeerenauslese mithilfe der Mostgewichte<br />

definierte, hat sich eine Inflation<br />

der Süssegrade eingestellt: Hatten Auslesen<br />

früher oft 40 bis 60 Gramm Restzucker,<br />

liegt heute der Restzuckergehalt der meisten<br />

Spätlesen über diesen Werten.<br />

Natürlich hat auch der Klimawandel den<br />

Trend zum dichteren, noch süsseren, gehaltvolleren<br />

edelsüssen Wein beschleunigt.<br />

Gleichzeitig setzen jedoch die trockenen<br />

Sommer und die warmen Herbste seiner<br />

Erzeugung immer engere Grenzen: Denn solange<br />

trockene Witterung herrscht, entsteht<br />

keine Edelfäule: gut für trockene Weissund<br />

Rotweine, schlecht fürs süsse Genre.<br />

Regnet es hingegen im Herbst, ist es<br />

oft noch so warm, dass sich keine<br />

edle Fäulnis einstellt, sondern die<br />

gefürchtete Essigfäule.<br />

In der Pfalz setzt der für<br />

seine Innovationen bekannte<br />

Winzer Werner Knipser,<br />

den <strong>Falstaff</strong> Deutschland im<br />

vergangenen Jahr für sein<br />

Lebenswerk ausgezeichnet<br />

hat, neuerdings auf die Sorte<br />

Petit Manseng aus Jurançon in<br />

Frankreichs Südwesten. Die Sorte<br />

reift so spät und hat so dicke Schalen,<br />

dass sie unter Global-Warming-Bedingungen<br />

dieselbe langsame Infektion mit dem<br />

Botrytispilz gestattet, die unter kühleren<br />

Bedingungen beim Riesling eintritt.<br />

Das Familienweingut<br />

J. Wegeler glänzt beim<br />

Jahrgang 2023 gleich mit<br />

zwei <strong>10</strong>0-Punkte-Weinen,<br />

einmal von der Mosel,<br />

einmal vom Rheingau.<br />

Am Kiedricher Gräfenberg<br />

erzeugt das Weingut Weil<br />

grossartige Beeren- und<br />

Trockenbeerenauslesen.<br />

Auch hier war uns der<br />

2023er <strong>10</strong>0 Punkte wert.<br />

ELEGANT BIS MONUMENTAL<br />

Wie der Jahrgang 2023 zeigte, sind in<br />

Deutschlands klassischen Süssweinregionen<br />

nach wie vor elegante Auslesen, finessenreiche<br />

Beerenauslesen und monumentale<br />

Trockenbeerenauslesen möglich. Ihr Reiz<br />

besteht darin, dass die Botrytis nicht nur<br />

Süsse, Säure und Frucht zu höchster Ausdruckskraft<br />

konzentriert. Auch Terroir-<br />

Töne und Mineralität sind auf eine spektakuläre<br />

Weise gesteigert. Alles, was die<br />

Rebwurzeln aus dem Boden geholt haben,<br />

wird hier aufs Dichteste zusammengeballt.<br />

Und das bei nur fünf oder sechs Volumenprozent<br />

Alkohol – einzigartig.<br />

Eiswein ist eine deutsche Besonderheit.<br />

Eine, die auf einem schmalen Grat wandelt:<br />

Denn natürlich ist nicht vorhersehbar,<br />

wann der Frost kommt – unter den Bedingungen<br />

der globalen Erwärmung ist auch<br />

zunehmend unklar, ob er überhaupt kommt<br />

und, wenn ja, ob die erforderlichen minus<br />

sieben Grad Celsius wirklich erreicht<br />

werden. Kann ein Eiswein erst im Januar<br />

gelesen werden, haben die Trauben in der<br />

Regel viel von ihrer aromatischen Frische<br />

verloren – ganz zu schweigen davon, dass<br />

das Fäulnisrisiko mit jedem feuchten Tag<br />

und jedem Regenguss wächst. Manche<br />

Winzer packen die Trauben, die sie für Eiswein<br />

hängen lassen, zum Schutz vor Feuchtigkeit<br />

in kleine Kokons aus Zellstoff. Ein<br />

immenser Aufwand, den die besten Weine<br />

mit ihrer Dichte und ihrer klirrenden Säure<br />

aber auch vollauf rechtfertigen.<br />

EDLES AUS DER SCHWEIZ<br />

In der alpinen <strong>Schweiz</strong> sind Süssweine eher<br />

Nischenprodukte. Dabei ist das Wallis ein<br />

Süssweinparadies. Dank des warmen Föhnwinds<br />

herrschen im Herbst perfekte Bedingungen,<br />

um die Trauben lange am Stock<br />

Fotos: Sandra Fehr / Heroes of Riesling, Greg Devil, fueloep, beigestellt<br />

114 falstaff dez–feb 2025


eifen zu lassen. Hier entstehen Süssweine<br />

wie der rare Grain par Grain Petite Arvine<br />

der Ausnahmewinzerin Marie- Thérèse<br />

Chappaz, der aus Trauben mit <strong>10</strong>0 Prozent<br />

Botrytis hergestellt wird und als erster<br />

<strong>Schweiz</strong>er Wein von Parker mit <strong>10</strong>0<br />

Punkten gekürt wurde.<br />

SÜSSWEINTRADITION<br />

Im österreichischen Burgenland, das<br />

bis 1921 zu Ungarn gehörte, gibt es<br />

eine lange Süssweintradition. Hier<br />

reicht die Geschichte des edelsüssen<br />

Weins 500 Jahre zurück. Für das Jahr<br />

1526 ist die erste Produktion einer<br />

Trockenbeerenauslese im pannonischen<br />

Raum aus Donnerskirchen belegt.<br />

In den übrigen Weinbauregionen<br />

Österreichs war die Herstellung von edelsüssen<br />

Weinen bis ins 19. Jahrhundert unüblich.<br />

Da zudem der Import ungarischer<br />

Weine über Jahrhunderte hinweg nicht<br />

erlaubt und später mit hohen Zöllen belegt<br />

war, konnte sich Süssweine nur die wohlhabende<br />

Aristokratie leisten. In der breiten<br />

Bevölkerung hielt wegen der astronomischen<br />

Preise echter Süsswein nie Einzug in<br />

die Tisch kultur. Das führt heute zu einem<br />

Paradoxon: In Österreich wachsen edelsüsse<br />

Weine und Süssweine wie Eis- und Stroh-<br />

weine von Weltformat, werden aber von einheimischen<br />

Konsumenten weitgehend ignoriert.<br />

Ohne Export könnte ein auf Süssweine<br />

spezialisiertes Weingut nicht überleben.<br />

Dennoch kamen Regionen wie Rust<br />

am Neusiedler See durch den Süsswein<br />

zu Wohlstand. Nach Weltkrieg und Wirtschaftskrise<br />

erfreuten sich die Weine hier<br />

vor allem ab den 1960er-Jahren grösserer<br />

Nachfrage. Im Zweijahrestakt – 1967,<br />

1969, 1971 und 1973 – wurden im<br />

Nordburgenland quantitativ wie qualitativ<br />

grosse Süss weinernten eingefahren.<br />

Der Wein-<br />

Berühmt für seine Ruster<br />

Auslesen: Kurt Feiler vom<br />

Weingut Feiler-Artinger.<br />

Marie-Thérèse Chappaz, Ausnahmewinzerin in den<br />

Steilhängen des Wallis.<br />

skandal 1985 setzte dem süssen Treiben<br />

ein jähes Ende. In den 90ern schaffte es der<br />

Illmitzer Winzer Alois Kracher fast im Alleingang,<br />

den österreichischen Edelsüsswein<br />

international salonfähig zu machen. Heute<br />

bietet Österreich eine Vielfalt an Prädikatsweinen<br />

aus einer grossen Bandbreite von<br />

Rebsorten. Von der Wachau bis in die Südsteiermark<br />

entstehen tolle Süssweine, das<br />

nördliche Burgenland rund um den Neusiedler<br />

See ist mit den Spezialisten aus Rust<br />

und dem Seewinkel die klare Nummer eins.<br />

WEIN DER KÖNIGE<br />

Der Tokajer gilt als der erste Süsswein<br />

aus edelfaulen Trauben, der<br />

schon Bestand hatte, bevor er 1571<br />

auch urkundlich belegbar ist. Das<br />

Anbaugebiet befindet sich an der<br />

nordöstlichen Grenze Ungarns.<br />

Hier wachsen auf vulkanischen<br />

Böden die Rebsorten Furmint,<br />

Lindenblättriger sowie etwas Gelber<br />

Muskateller. Im Herbst begünstigen<br />

Nebel und Luftfeuchtigkeit die Entstehung<br />

der Edelfäule.<br />

Die Weinberge wurden bereits 1730 nach<br />

Lagen klassifiziert, bis zum Auftreten der<br />

Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts brachte<br />

der weltweit begehrte Süsswein Wohlstand<br />

in die Region. Der Niedergang erfolgte im<br />

20. Jahrhundert in mehreren Wellen, am<br />

Ende stand die Verstaatlichung der Produktion<br />

durch die Kommunisten. Seit 1989<br />

erlebt der Weinbau dank ausländischer<br />

Investitionen und des Know-hows der<br />

Winzer vor Ort eine Renaissance. Heute<br />

werden Spitzensüssweine, wenngleich auch<br />

in geringerem Umfang, wieder bis hin zur<br />

legendären Aszú-Essenz hergestellt.<br />

<<br />

feb–dez 2025<br />

falstaff<br />

115


wein / SÜSSWEINE<br />

BEST OF<br />

SÜSSWEIN INTERNATIONAL<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

96<br />

RIESLING TBA RIED HEILIGEN-<br />

STEIN »ESSENZ« 2018<br />

Weingut Bründlmayer, Langenlois<br />

Niederösterreich, Österreich<br />

Leuchtendes mittleres Gelbgold.<br />

Intensives Bukett nach frischem<br />

Zitronenabtrieb, Kiefernwipfeln und<br />

Blütenhonig, facettenreich und betörend.<br />

Komplex, seidig, reife Aprikosenfrucht,<br />

rassige Säurestruktur, absolut<br />

in Balance, hochelegant, Limetten<br />

und Honig auch im Finale, ein Wein für<br />

Jahrhunderte, bleibt minutenlang.<br />

bruendlmayer.at<br />

ca. CHF 125,– (0,375 l)<br />

WELSCHRIESLING TBA NO. 9<br />

ZWISCHEN DEN SEEN 2017<br />

Weinlaubenhof Kracher, Illmitz<br />

Burgenland, Österreich<br />

Leuchtendes mittleres Goldgelb.<br />

Mit Mandarinenzesten unterlegtes<br />

Aprikosenkonfit, feine Botrytiswürze,<br />

zart nach Kräutern, facettenreich<br />

Saftig, komplex, gut integrierte Süsse,<br />

reifer Pfirsich, perfekt integrierte<br />

Säurestruktur, tolle Balance und<br />

Frische, glockenklar im Finish, salzig<br />

im Nachhall, Potenzial für Jahrzehnte,<br />

einfach grosse Klasse.<br />

secli-weinwelt.ch, CHF 48,–<br />

BEN RYÉ PASSITO DI<br />

PANTELLERIA DOC 2021<br />

Donnafugata, Sizilien, Italien<br />

Glänzendes Orange mit goldfarbenen<br />

Reflexen. Duftet nach Pfirsich,<br />

Honig, Bienenwaben, dazu feiner<br />

Muskatanklang, gedörrte Aprikosen,<br />

Bergamotten, Orangen. Am Gaumen<br />

wunderbar ausgewogen, cremig-ölige<br />

Textur, mit klarer, strahlender<br />

Pfirsichfrucht, wohl ausbalanciertes<br />

Spiel zwischen Zucker und Säure,<br />

kommt in vielen Schichten endlos<br />

lange, im Finale auf gedörrte Feigen.<br />

weinvogel.ch, CHF 34,50<br />

<strong>10</strong>0<br />

99<br />

96<br />

BERNKASTEL DOCTOR RIESLING<br />

TROCKENBEERENAUSLESE 2023<br />

Gutshaus Mosel, Bernkastel<br />

Mosel, Deutschland<br />

Sattes Goldgelb, Richtung Bernstein.<br />

Intensiver, von Würze und<br />

Schiefer geprägter Duft, kandierte<br />

Orange. Am Gaumen mit vifer,<br />

frischer Säure, durchdringender<br />

Extrakt, feine Phenolik, Limonentarte,<br />

frisch bleibend, voller Spannung,<br />

extrem dicht und lang, gross.<br />

wegeler.com, ca. CHF 270,–<br />

(0,375 l)<br />

CHÂTEAU D’YQUEM 2017<br />

Château d’Yquem<br />

Sauternes, Frankreich<br />

Sehr feine, nuancierte Botrytis<br />

im Duft, nussige Töne, Nektarine,<br />

Terroir-Noten. Am Gaumen ist der<br />

Wein von höchster Finesse, seidig<br />

und zart, aber mit immenser Festigkeit,<br />

sublim stoffig, lang anhaltend<br />

süss und von zarter Säure begleitet,<br />

durchdringend mineralisch. Sehr<br />

lang, sehr fein, viel innere Spannung,<br />

griffig und zupackend, aber<br />

alles in völliger Delikatesse.<br />

arvi.ch, CHF 481,–<br />

GRAIN NOBLE ASSEMBLAGE<br />

2019, Marie-Thérèse Chappaz<br />

Wallis, <strong>Schweiz</strong><br />

Stammt aus der Lage Les Claives<br />

in Fully und wird aus den Sorten Marsanne,<br />

Petite Arvine und Pinot Gris<br />

gekeltert. Betörendes Bukett mit<br />

Noten von gedörrtem Steinobst, Quittengelée<br />

und Agrumen. Anklänge von<br />

Honig, Piment und Kardamom. Am<br />

Gaumen viskos und trotz intensiver<br />

Süsse erstaunlich frisch, was der<br />

knackigen Säure zuzuschreiben ist.<br />

Bleibt lange am Gaumen. cantinadelmulino.ch,<br />

CHF 80,– (0,5 l)<br />

<strong>10</strong>0<br />

97<br />

96<br />

KIEDRICH GRÄFENBERG RIESLING<br />

TROCKENBEERENAUSLESE<br />

2023, Weingut Robert Weil,<br />

Kiedrich, Rheingau, Deutschland<br />

Duft nach Dattel und getrockneter<br />

Aprikose, dazu Dörrbirne, aber auch<br />

Kamille und rauchiger Schiefer. Im<br />

Mund konzentriert, dicht, extrem<br />

stringent, vibrierend, luzide Säure,<br />

Spiel und Konzentration. Sehr klar,<br />

sehr stilsicher, ungemein subtil bei<br />

aller Kraft.<br />

topwines.ch<br />

CHF 338,– (0,375 l)<br />

TERMINUM GEWÜRZTRAMINER<br />

VENDEMMIA TARDIVA SÜDTIROL<br />

DOC 2022<br />

Cantina Tramin, Südtirol, Italien<br />

Kraftvoll leuchtendes, helles Bernstein.<br />

Sehr intensive und einladende<br />

Nase nach Rosenöl, Litschi, kandierter<br />

Ananas und getrockneter Aprikose,<br />

unterlegt von einem feinen<br />

Gewürzteppich. Am Gaumen sehr<br />

intensiv, satter Schmelz, sehr gut<br />

ausbalanciertes Süsse-Säurespiel,<br />

im Finale sehr langer Nachhall, wie<br />

ein Konzentrat aus Aprikose.<br />

tannico.ch, CHF 49,85 (0,375 l)<br />

MOLINO REAL<br />

«OLD MOUNTAIN» 2009<br />

Telmo Rodriguez, Malaga, Spanien<br />

Bernsteinfarben im Glas. In der Nase<br />

wild, kopmlex und intensiv. Noten von<br />

Dattel, gedörrten Feigen und Sultaninen<br />

sowie kandierten Zitrusfrüchten.<br />

Ausserdem finden sich Anklänge von<br />

gerösteten Nüssen, Macis und florale<br />

Nuancen. Am Gaumen dicht, pralle<br />

Süsse die von einer frischen Säure<br />

ausbalanciert wird. Wirkt frisch und<br />

elegant und bleibt lange am Gaumen.<br />

smithandsmith.ch<br />

CHF 130,– (0,375 l)<br />

Fotos: Klaus Peterlin, Deepix, beigestellt<br />

116 falstaff dez–feb 2025


ROCCA DI MONTEGROSSI<br />

JOY IN EXCELLENCE<br />

Tradition und Ehrfurcht vor den Rohstoffen und dem Anbaugebiet bilden die<br />

Grundlagen des IGT Ridolfo di Rocca di Montegrossi von Marco Ricasoli Firidolfi.<br />

Ein Wein mit eleganter, intensiver Frucht und samtigen Tanninen, der selbst<br />

die erfahrensten Gaumen verzaubert und überrascht.<br />

Die Geschichte der Familie beginnt<br />

mit Geremia, dem Sohn von<br />

Ildebrando, dem der Bau der<br />

Rocca di Montegrossi am Ende<br />

des <strong>10</strong>. Jahrhunderts zu verdanken ist. Erst<br />

im hohen Alter gelang es Geremia, von seiner<br />

zweiten Frau den sehnlichst gewünschten<br />

Sohn zu bekommen: Ridolfo. Ridolfo,<br />

der zu Ehren der lombardischen Herkunft<br />

der Familie Gotulo genannt wurde, war zu<br />

seiner Zeit ein bekannter Mann, ebenso wie<br />

dessen Söhne und Enkel, die in lateinisch<br />

verfassten Dokumenten häufig als de filiis<br />

Rodulphi erwähnt wurden. Beim Übergang<br />

vom Lateinischen zum Italienischen setzte<br />

sich dann die Abkürzung Firidolfi durch,<br />

die auch heute noch die Nachkommen der<br />

Familie als Nachname tragen.<br />

Der IGT Ridolfo entstand aus der Intuition<br />

und dem Gespür des Winzers von Rocca<br />

di Montegrossi, Marco Ricasoli Firidolfi,<br />

der als Erster die überraschende Alchemie<br />

zwischen Cabernet Sauvignon und Pugnitello,<br />

wie sie in den Weinbergen des Weinguts<br />

entsteht, erkannt hat. Ein Wein, der<br />

Internationalität und Tradition perfekt vereint<br />

und einen weiteren neuen Schlüssel<br />

zum Verständnis der herrlichen Gegend<br />

von Monti im Chianti Classico bietet.<br />

Im IGT Ridolfo vereint sich die internationale<br />

und elegante Seele des Cabernet Sauvignon<br />

perfekt mit der weniger aristokratischen<br />

und ehrlichen toskanischen Seele des<br />

Pugnitello, einer seltenen Rebsorte, die in<br />

Monti im Chianti aussergewöhnliche<br />

Ergebnisse liefert. Diese einzigartige Kombination<br />

vereint sich zu einem komplexen<br />

und verführerischen Geschmack, den es<br />

Schluck für Schluck zu entdecken gilt.<br />

Ein faszinierender Wein mit starker Persönlichkeit,<br />

den man unmöglich vergessen<br />

kann. Verfügbar im Magnum-Format, in<br />

limitierter und handnummerierter Auflage,<br />

ist der IGT Ridolfo von Rocca di<br />

Montegrossi eine wahre Gaumenfreude,<br />

die jeden geselligen Anlass unvergesslich<br />

macht.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Fani Kurti; Eva Trifft Fotografie; beigestellt<br />

ROCCA DI MONTEGROSSI<br />

Betriebsfläche: <strong>10</strong>0 Hektar<br />

Rebfläche: 20 Hektar<br />

Langlebigkeit des Weins:<br />

15–20 Jahre<br />

Biologisch zertifiziert<br />

Vegan<br />

Der IGT Ridolfo verbindet auf<br />

meisterhafte Weise internationale<br />

Einflüsse mit traditionellen Werten<br />

und öffnet eine neue Perspektive auf<br />

das grossartige Terroir der Monti<br />

in Chianti innerhalb des Chianti<br />

Classico.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

roccadimontegrossi.it<br />

dez–feb 2025 falstaff 117


Das ideale Weihnachtsgeschenk für Geniesser<br />

Spitzenweine von 150 top Weingütern wie Antinori, Sassicaia und Planeta sowie kulinarische<br />

Kreationen von Spitzenköchen wie Tristan Brandt, Maria Groß, Marcel Kazda, Mario Kotaska, Ricky<br />

Saward, Douce Steiner und Ralf Zacherl. Dazu eine vielfältige Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten<br />

unserer Genusspartner zur freien Verkostung.<br />

wein-gourmet-festival.de<br />

Fotos: Valentin Behringer


13.–15. Juni 2025<br />

Kongresshaus Baden-Baden<br />

Freuen Sie sich auf die zweite Ausgabe<br />

des Baden-Baden Wein- & Gourmet-Festivals<br />

by <strong>Falstaff</strong>.<br />

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wein-gourmet-festival.de<br />

Zum Ticketshop:


wein / BORDEAUX – LINKES UFER<br />

Bordeaux an der Atlantikküste ist der grosse französische<br />

Klassiker. Bei dieser Reise ans legendäre «linke Ufer» rund<br />

um die Stadt Bordeaux entdecken wir komplexe Rotweine von<br />

Weltruf, kernige Weissweine und edelsüsse Legenden.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

Ein Hauch von Exotik an der<br />

Schlösserstrasse im Médoc: Château<br />

Cos d’Estournel in Saint-Estèphe.<br />

Foto: Shutterstock<br />

120 falstaff dez–feb 2025


TOUR DE<br />

WEINREISE<br />

BORDEAUX<br />

LINKES UFER<br />

BORDEAUX<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

121


wein / BORDEAUX – LINKES UFER<br />

Das prächtige Château Ducru-<br />

Beaucaillou liegt an der<br />

Schlösserstrasse in Saint-<br />

Julien.<br />

Mit über <strong>10</strong>0.000 Hektar<br />

Rebfläche zählt Bordeaux<br />

mit seiner Vielzahl an<br />

Appellationen zu den<br />

grössten Weinherkünften<br />

der Welt. Dieses wahre<br />

Wein universum im Zuge einer<br />

einzigen Reise zu erschliessen, ist ein<br />

Ding der Unmöglichkeit. Diesmal<br />

erkunden wir also das sogenannte<br />

In der pulsierenden Grossstadt<br />

Bordeaux trifft die Moderne (Cité<br />

du Vin) auf mittelalterliches Flair.<br />

«linke Ufer» – damit sind im Kern jene<br />

Appellationen gemeint, die sich links des<br />

Flusses Garonne und links der Gironde und<br />

der atlantischen Küste befinden.<br />

Flussabwärts bis zur Mündung ins Meer<br />

sind das die Süssweingebiete von Sauternes<br />

und Barsac, die Appellation Pessac-Léognan<br />

im Süden, aber auch direkt in der Stadt<br />

Bordeaux und schliesslich das Médoc, wo<br />

sich in Richtung Norden die bekannten<br />

Weinbaugebiete von Margaux, Saint­ Julien,<br />

Pauillac und Saint-Estèphe aneinanderreihen.<br />

Hier dominiert die Rotweinsorte<br />

Cabernet Sauvignon, während am «rechten<br />

Ufer», den Appellationen rechts der<br />

Gironde und des Flusses Dordogne, Merlot<br />

und Cabernet Franc regieren. Es sind die<br />

bekannten Anbaugebiete von Saint-Émilion,<br />

Pomerol, Fronsac und den Côtes.<br />

URBANER STARTPUNKT<br />

Ausgangspunkt ist die lebhafte Grossstadt<br />

Bordeaux, die sich in den letzten Jahren mit<br />

grossem Aufwand von einem «hässlichen<br />

Entlein» in eine wahre Schönheit verwandelt<br />

hat. Machte man in früheren Tagen<br />

eher einen Bogen um die alte Dame, ist die<br />

City heute modern, jung und dynamisch.<br />

Fotos: beigestellt, Eo naya / Shutterstock, Deepix Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

122<br />

falstaff<br />

dez–feb 2025


Tolle Gastronomie, Weinbars, Sternetempel<br />

an allen Ecken und Enden, entlang der<br />

wunderbar ausgebauten Quais lässt es sich<br />

am Flussufer flanieren.<br />

Rund um die Cité du Vin ist ein neues,<br />

modernes Viertel entstanden, zahlreiche<br />

neue Hotels laden zum Verweilen, und der<br />

Markt Les Halles de Bacalan gegenüber des<br />

Weinmuseums ist ein neues Highlight für<br />

jeden Besucher der Stadt. Mitten in dieser<br />

pulsierenden Metropole verstecken sich<br />

bereits in den Vororten einige weltbekannte<br />

Weingüter wie Château Haut-Brion und<br />

gegenüber gleich La Mission Haut-Brion.<br />

Nur einen Steinwurf weiter, ebenso mitten<br />

im dicht verbauten Gebiet, liegen die Reben<br />

von Carmes Haut-Brion. Und gleich neben<br />

der Stadtautobahn Rocade wachsen die<br />

Reben von Château Pape-Clément.<br />

Der Premier Grand<br />

Cru Classé Haut-<br />

Brion liegt samt<br />

seinen 45 Hektar<br />

Rebbergen mitten in<br />

der Stadt.<br />

DER ROTE NORDEN<br />

Von Bordeaux-Stadt kommend folgen wir<br />

dem Fluss und der Gironde auf der linken<br />

Seite in Richtung Norden und fahren auf der<br />

berühmten Schlösserstrasse in Richtung<br />

Margaux. Diese südlichste Appellation des<br />

Médoc beherbergt 56 Châteaux – darunter<br />

Weltstars der Weinkultur wie Châteaux Margaux,<br />

Premier Grand Cru Classé seit 1855 –<br />

sowie weitere 20 klassifizierte Gewächse, mit<br />

21 gesamt die grösste Zahl von Grands Crus<br />

Classés im Médoc bei einer Rebfläche von<br />

1500 Hektar. Architektonisch reicht das<br />

Angebot von mittelalterlicher Befestigung bis<br />

zu klassizistischem Palast, berühmt sind die<br />

Parks und Gärten der Anwesen, die längst<br />

von der UNESCO als Welterbe anerkannt<br />

sind. Die Rotweine von Margaux sind<br />

berühmt für ihren Charme, seidige Tannine<br />

und tiefgründige Finesse.<br />

Einige Kilometer nördlicher beginnt<br />

Saint-Julien, die kleinste Appellation mit<br />

9<strong>10</strong> Hektar und mit elf Grands Crus – darunter<br />

aber gleich fünf Superseconds wie<br />

Durcu-Beaucaillou, Gruaud-Larose und<br />

die drei Léovilles (Las Cases, Poyferré und<br />

Barton). Die Rotweine hier sind straffer,<br />

würziger und komplexer wie in Margaux,<br />

ein Anteil von Merlot sorgt neben dem<br />

dominanten Cabernet Sauvignon für eine<br />

gewisse Geschmeidigkeit.<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

123


wein / BORDEAUX – LINKES UFER<br />

Château Haut-Bailly in<br />

Pessac-Léognan hat<br />

seinen neuen Keller dezent<br />

unter einem grünen Hügel<br />

versteckt.<br />

<<br />

Nächster Halt ist der Gral für Freunde<br />

des Cabernet Sauvignon. Rund um die<br />

kleine Hafenstadt Pauillac liegen einige<br />

der berühmtesten Weingüter der Welt. Im<br />

Süden entlang der Schlösserstrasse bilden<br />

Pichon-Baron und Pichon-Comtesse die<br />

Eingangspforte, blickt man Richtung Gironde<br />

nach rechts, erblickt man den Turm<br />

von Château Latour. Nördlich der Stadt<br />

liegen die weiteren zwei Premiers Grands<br />

Crus Mouton-Rothschild und Lafite-Rothschild.<br />

Insgesamt haben stolze achtzehn<br />

klassifizierte Gewächse ihren Sitz in der<br />

Cabernet-Hochburg. Die Weine hier sind<br />

kernig und mit festem Tannin ausgestattet,<br />

verfügen über grosses Reifepotenzial und<br />

sind markiert von Cassis und Tabak.<br />

EXOTISCHER PFLICHTBESUCH<br />

Auf einer kleinen Anhöhe gegenüber von<br />

Lafite-Rothschild steht das optisch vielleicht<br />

exotischste Anwesen des Médoc,<br />

das dem Sitz eines indischen Maharadschas<br />

würdige Château Cos d’Estournel.<br />

Es ist eines der bedeutendsten Weingüter<br />

der Appellation Saint-Estèphe und muss<br />

als Pflichtbesuch eingeplant werden. Noch<br />

weiter nördlich erreicht man das eindrucksvolle<br />

Château Montose in Ufernähe<br />

der Gironde sowie den Klassiker Calon-<br />

Ségur. Die Weine zeigen eine gute Frische,<br />

dunkle Beerenfrucht, robustes, kerniges<br />

Tannin und eine salzige Mineralität. Im<br />

Süden der Stadt Bordeaux erstreckt sich das<br />

Gebiet von Pessac-Léognan. An der Spitze<br />

steht Château Haut-Brion, das als einziges<br />

1855 und damals gleich als Premier Grand<br />

Cru Classé eingestuft wurde. In dieser Zone<br />

gibt es sechzehn Weine, die als Crus Classeés<br />

de Graves eingestuft sind, es wird allerdings<br />

zwischen Weiss- und Rotwein unterschieden.<br />

Sechs Betriebe sind für beide Couleurs<br />

klassifiziert, sieben nur für ihren Rotwein<br />

und drei nur für Weisswein - einzigartig in<br />

der Welt. Neben den Haut-Brions sind die<br />

Domaine de Chevalier, Château Smith Haut<br />

Lafitte, Malartic-Lagravière und Haut-Bailly<br />

Auf Cos d’Estournel kann<br />

man auch fein speisen<br />

oder im «La Maison»<br />

übernachten.<br />

volle Aufmerksamkeit wert.<br />

Zum süssen Finale geht es noch eine halbe<br />

Autostunde weiter südlich ins Sauternes.<br />

Hier sorgen herbstliche Nebel für das Auftreten<br />

der Edelfäule, und das ermöglicht die<br />

Produktion von stoffigen Süssweinen aus<br />

den Sorten Sauvignon Blanc und Sémillon.<br />

Hier wurden 1855 insgesamt 27 Güter<br />

klassifiziert, Château d’Yquem ist Solist als<br />

Premier Cru Supérieur, gibt es elf Prémiers<br />

Crus und 16 Deuxième Crus. Das «linke<br />

Ufer» hat also alles zu bieten: grosse Rote,<br />

mineralische trockene Weissweine und tolle<br />

Süssweine.<br />

<<br />

Fotos: beigestellt, Iwan Baan, Grégoire Gardette<br />

124 falstaff dez–feb 2025


wein / BORDEAUX – LINKES UFER<br />

Die Stadt Bordeaux<br />

hat kulinarisch mehr<br />

zu bieten denn je: Zu<br />

den Topadressen zählt<br />

das «Pressoir d’Argent»<br />

im «Le Grand Hotel».<br />

WEINGÜTER<br />

CHÂTEAU MARGAUX, MARGAUX<br />

Eines der ältesten und anerkanntesten Güter im<br />

Médoc, heute in dritter Generation geführt von der<br />

Familie Mentzelopoulos. Berühmt für seinen seidigeleganten<br />

Rotwein sowie einen der besten Weissweine<br />

(Pavillon Blanc) aus Sauvignon Blanc.<br />

Château Margaux, 3460 Margaux<br />

T: +33 557 888383, chateau-margaux.com<br />

CHÂTEAU LÉOVILLE-LAS-CASES, SAINT-<br />

JULIEN<br />

Wenn es einen Kandidaten gibt, der die Aufwertung<br />

von Zweit- zum Erstgewächs verdienen würde,<br />

dann ist es Leóville-las-Cases, der direkte Nachbar<br />

von Château Latour und Primus inter pares in<br />

Saint-Julien. Hier entsteht seit 1902 mit dem Clos<br />

du Marquis ein weiterer, exzellenter Terroirwein<br />

Rue de l’École, 33250 St.Julien-Beychevelle<br />

T: +33 556 732526, domaines-delon.com<br />

CHÂTEAU LATOUR, PAUILLAC<br />

Die Geschichte dieses weltbekannten Weinguts<br />

reicht bis 1331 zurück. 1993 vom Milliardär François<br />

Pinault erworben wird Latour nunmehr seit<br />

1998 von Frédéric Engerer geleitet. Längst wird<br />

hier mit den Prinzipien der Biodynamie gearbeitet,<br />

die Rotweine des Hauses setzen Jahr für Jahr die<br />

Massstäbe für das Linke Ufer und gelten als die<br />

langlebigsten Gewächse der Region.<br />

27, route des Châteaux, 33250 Pauillac<br />

T: +33 556 731980<br />

chateau-latour.com<br />

CHÂTEAU MOUTON-ROTHSCHILD, PAUILLAC<br />

Legendär für seinen erstklassigen Wein und dessen<br />

jährlich wechselnde Künstleretiketten. 1853 hat<br />

Baron Nathan de Rothschild das Gut erworben,<br />

1973 schaffte Baron Philippe das bisher einmalige<br />

Kunststück, das Mouton von Zweitgewächs zum<br />

Erstgewächs aufrücken durfte.<br />

Château Mouton-Rothschild, 33250 Pauillac<br />

T: +33 556 732129,<br />

chateau-mouton-rothschild.com<br />

CHÂTEAU LAFITE-ROTHSCHILD, PAUILLAC<br />

Im Klassement von 1855 steht Lafite an der ersten<br />

Stelle der Premiers Grands Crus und dank kompromissloser<br />

Arbeit kann man diesem Anspruch auch<br />

gerecht werden. Mit Saskia de Rothschild an der<br />

Spitze hat nun eine neue Generation das Sagen.<br />

Château Lafite-Rothschild, 33250 Pauillac<br />

T: +33 556 731818, lafite.com<br />

CHÂTEAU COS D’ESTOURNEL,<br />

SAINT-ESTÈPHE<br />

Ein in vielerlei Hinsicht einzigartiges Weingut. Seit<br />

2000 arbeitet Michel Reybier an diesem Gesamtkunstwerk,<br />

neben tollen roten und weissen Cos-<br />

Weinen kann man auch im Maison d’Estournel relaxen<br />

und nächtigen.<br />

Cos S, 33180 Saint-Estèphe<br />

T: +33 556 731550, estournel.com<br />

CHÂTEAU HAUT-BRION, PESSAC<br />

Der Empfang für Gäste findet aktuell im wunderschön<br />

adaptierten Pavillon Catelan am Eingang des<br />

Châteaux statt, hier können private Tastings organisiert<br />

werden, in der Vinothek werden Weine aller<br />

Güter der Clarence-Dillon-Familie angeboten.<br />

Château d’Yquem in Sauternes erzeugt die besten<br />

Süssweine des Bordeaux.<br />

135 avenue Jean Jaurés, 33608 Pessac<br />

T: +33 556 002930, haut-brion.com<br />

CHÂTEAU SMITH HAUT LAFITTE, LÉOGNAN<br />

Seit der Übernahme 1991 durch die Familie Cathiard<br />

hat dieses Weingut sowohl mit seinen trockenen<br />

Weissweinen als auch mit den Rotweinen neue<br />

Massstäbe gesetzt. Mit den Restaurants, dem<br />

Hotel und Spa ein Erlebnis für alle Sinne.<br />

Smith Haut Lafitte, 33650 Martillac<br />

T: +33 557 831122, smith-haut-lafitte.com<br />

CHÂTEAU D’YQUEM, SAUTERNES<br />

Weithin sichtbar thront die Bastion des edelsüssen<br />

Weins über seinen Weingärten. Hier entstehen die<br />

besten Süssweine der Welt. Yquem ist nur mit<br />

einem Wort zu beschreiben: Perfektion.<br />

Château d’Yquem, 332<strong>10</strong> Sauternes<br />

T: +33 557 980707, yquem.fr<br />

WOHNEN & ESSEN<br />

LE GRAND HOTEL<br />

Das Flaggschiff der Intercontinental-Gruppe bietet<br />

allen erdenklichen Komfort. Die Lage gegenüber<br />

der Opéra National ist zentraler Ausgangspunkt,<br />

um die Stadt Bordeaux zu erkunden. Zwei Restaurants,<br />

darunter das von Gordon Ramsay kuratierte<br />

«Pressoir d’Argent», eine legendäre Rooftop-Bar,<br />

bestes Service, eine Wohlfühloase.<br />

2-5 place de la Comédie, 33000 Bordeaux<br />

T: + 33 557 304444, ihg.com<br />

HOTEL RENAISSANCE BORDEAUX<br />

Das zur Marriott-Gruppe gehörende neue Hotel<br />

liegt praktisch gegenüber der Cité du Vin in einem<br />

lebendigen aufstrebenden Viertel. Tolle Terrasse<br />

mit Blick aufs alte Hafenbecken und das Gourmetzentrum<br />

«Les Halles de Bacalan».<br />

15, rue de Gironde, 33000 Bordeaux<br />

T: +33 519 800200, marriott.com<br />

RESTAURANT LE PAVILLON DES BOULEVARDS<br />

Der junge Chef Thomas Morel und seine zauberhaf-<br />

Fotos: Yoris Photographer, Pepa, Tim Graham / robertharding / Picturedesk, beigestellt, Edouard Nguyen, Agi Simoes / Reto Guntli, Karine Faby<br />

126 falstaff dez–feb 2025


Dinieren im Weingut: Der<br />

Grand Cru Classé Marquis<br />

de Terme ist ein idealer<br />

Halt für Weinfreunde.<br />

te Gattin Celia bieten an dieser Adresse, die<br />

bereits seit 1989 einen Michelin-Stern hat, moderne,<br />

leichtfüssige und dabei sehr elaborierte<br />

Küchenlinie in einem ansprechenden Ambiente.<br />

120 Rue de la Croix-de-Seguey, 33000 Bordeaux<br />

T: +33 556 815<strong>10</strong>2, pavillondesboulvards.fr<br />

LA TUPINA<br />

Diese Auberge zählt seit vielen Jahren zum gastronomischen<br />

Kanon der Stadt Bordeaux. Unweit der<br />

Grande Cloche pflegt Chef Franck Audu die klassisch-rustikale<br />

Küche des Sud-Ouest (Gascogne/<br />

Guyenne) und führt so die 1968 von Jean-Pierre<br />

Xiradaks gegründete Institution weiter.<br />

6 Rue Porte de la Monnaie, 33000 Bordeaux<br />

T: +33 556 915637, latupina.com<br />

RESTAURANT L’OBSERVATOIRE DU GABRIEL<br />

Die kulinarische Aussenstelle von Château Angélus<br />

in der Stadt. Der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete<br />

Chef Bertrand Noeureuil schafft<br />

Kunstwerke am Teller, die Weinliste spielt mit über<br />

<strong>10</strong>00 Positionen die ganze Bandbreite und wird von<br />

Stéphanie de Broüard-Rivoual persönlich betreut.<br />

<strong>10</strong> Place de la Bourse, 33000 Bordeaux<br />

T: +33 556 300080, le-gabriel-bordeaux.fr<br />

CHÂTEAU CORDEILLAN-BAGES<br />

Im Ortsteil Bages in Pauillac betreibt Familie Cazes<br />

nicht nur das berühmte Weingut Lynch-Bages, sondern<br />

hat hier einen veritablen kulinarischen Stützpunkt<br />

im Médoc entwickelt. Das Cordeillan-Bages<br />

ist das Fünf-Sterne-Hotel der Region, in der Nähe<br />

fungiert das «Café Lavinal» als kulinarische Topadresse.<br />

Head Sommelier Arnaux Le Saux hat rund<br />

1800 Positionen auf seiner tollen Weinkarte.<br />

Route de Châteaux, 33250 Pauillac<br />

T: +33 556 592424, cordeillanbages.com<br />

RESTAURANT LE SAINT-JULIEN<br />

Claude und Rosy Broussard führen den klassischen<br />

Landgasthof mit traditioneller Küche seit 1996. Hier<br />

nimmt man sich gerne Zeit zum Geniessen.<br />

11 Rue de Saint-Julien, Saint-Julien Beychevelle<br />

T: +33 556 596387, restaurant-le-saint-julien.com<br />

RESTAURANT (AU) MARQUIS DE TERME<br />

Sterneküche auf einem Grand Cru Classé bietet<br />

Thibaud Guena auf der Terrasse im Innnenhof des<br />

Weinguts und im eleganten Restaurant. Für die<br />

Küchenlinie zeichnet Grégory Coutanceau aus<br />

La Riochelle (Les Flots) verantwortlich.<br />

Marquis de Terme, 3 Rte de Rauzan,<br />

33460 Margaux<br />

T: +33 557 082533, au-marquis-de-terme.com<br />

LES SOURCES DE CAUDALIE<br />

Das Fünfsternehotel und Spa mit der bekannten<br />

Vinotherapie und zwei Restaurants liegt keine<br />

zwanzig Autominuten ausserhalb der Stadt<br />

inmitten der Weinberge von Pessac-Léognan.<br />

Smith Haut-Lafitte, 33650 Martillac<br />

T: +33 557 838383, sources-caudalie.com<br />

CHÂTEAU LAFAURIE-PEYRAGUEY<br />

Weingut, Luxushotel und Spitzenrestaurant: Hier<br />

hat sich der <strong>Schweiz</strong>er Unternehmer und Lalique-<br />

Besitzer Silvio Denz einen Traum erfüllt.<br />

Peyraguey, 332<strong>10</strong> Bommes, Sauternes<br />

T: + 33 524 228011<br />

chateau-laforie.peyraguey.com<br />

<<br />

Ausgangspunkt für<br />

Sauternes-Trips:<br />

Château Laforie-<br />

Peyraguey mit<br />

dem Restaurant<br />

«Lalique».<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

127


wein / BORDEAUX – LINKES UFER<br />

BEST OF<br />

BORDEAUX – LINKES UFER<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

CHÂTEAU PONTET-CANET 2019<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Bukett entsprechend mehr von<br />

Herzkirschen geprägt als vom üblichen<br />

Cassis de Pauillac, zart nach<br />

Nougat und Karamell, feine Kräuterwürze.<br />

Kraftvoll, engmaschig, zeigt<br />

gute Süsse, schokoladiger Touch,<br />

reife Tannine, grosse Komplexität, tolle<br />

Länge und Würze, eine sehr eigenständige<br />

Persönlichkeit, ein Riesenversprechen<br />

für die Zukunft, hat alles,<br />

was ein Weltklassewein braucht.<br />

wineandsomm.com, CHF 84,–<br />

CHÂTEAU D’YQUEM 2009<br />

Mittleres Goldgelb. Attraktive Nuancen<br />

von Orangenblüten, Jasmin,<br />

weissem Pfirsich, Vanilleschoten,<br />

kandierten Orangenzesten und Honig.<br />

Am Gaumen superbe Balance aus<br />

Fruchtsüsse und Säurestruktur,<br />

ungemein fein und vielschichtig,<br />

mineralische Nuancen unterlegt, ein<br />

Süsswein von grösster Präzision und<br />

überzeugender Länge, perfekte<br />

Botrytis würze, ausgestattet mit enormem<br />

Reifepotenzial.<br />

denzweine.ch<br />

CHF 875,–<br />

CHÂTEAU MOUTON-ROTHSCHILD<br />

2019<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, dezente Randaufhellung.<br />

Feine schwarze Beerenfrucht,<br />

ein Hauch von Cassis und Lakritze,<br />

frische Mandarinenzesten, Nuancen<br />

von Zedernholz, das Bukett übt sich<br />

in nobler Zurückhaltung. Komplex,<br />

stoffig, superelegante Textur, feine<br />

süsse, reife, lange anhaftende, seidige<br />

Tannine, tolle Dichte, reife Herzkirschen,<br />

mineralisch, feine Würze,<br />

überzeugende Länge.<br />

granchateaux.ch, CHF 572,–<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

CHÂTEAU LÉOVILLE-LAS-CASES<br />

2019<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Feines Edelholz, Nougat,<br />

schwarze Beeren unterlegt, etwas<br />

Kardamom, dunkle Kirschen, ein<br />

Hauch von kandierten Orangen.<br />

Kraftvoll, straff, engmaschig, frischer<br />

Säurebogen, würzige, tragende Tannine,<br />

Schokolade im Abgang, mineralisch<br />

und sehr lange anhaftend, Herzkirschen,<br />

enormes Zukunftspotenzial.<br />

martel.ch, CHF 240,–<br />

CHÂTEAU HAUT-BRION 2020<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

tiefer Kern, zarte Randaufhellung.<br />

Dunkle Waldbeeren, ein Hauch von<br />

Edelholz, reife Kirschen, zarte florale<br />

Nuancen nach kandierten Veilchen,<br />

süsser Tabak, sehr einladendes<br />

Bukett. Komplex, saftig, rotbeerige<br />

Textur, gut integrierte, reife Tannine,<br />

feine Süsse im Abgang, wirkt bereits<br />

sehr in sich ruhend, grosse Länge,<br />

ein ausgezeichneter Speisenbegleiter,<br />

sichere Zukunft.<br />

vinpark.com, CHF 550,–<br />

CHÂTEAU LAFITE-ROTHSCHILD<br />

2019<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, dezente Randaufhellung.<br />

Nougat, reife Kirschen, ein<br />

Hauch von Cassis, frische Orangenzesten,<br />

ein Hauch von Edelholz, sehr<br />

einladend. Komplex, stoffig, reife<br />

schwarze Kirschfrucht, angenehme<br />

Fruchtsüsse, seidige Tannine, frisch<br />

strukturiert, mineralisch, Schokolade,<br />

bereits in diesem frühen Zustand<br />

sicheres Reifepotenzial, ein Wein<br />

von enormem Charme und grosser<br />

Finesse. martel.ch, CHF 890,–<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

<strong>10</strong>0<br />

CHÂTEAU PALMER 2018<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker<br />

Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Intensive Nuancen von<br />

schwarzen Waldbeeren, ein Hauch<br />

von Lakritze und Cassis, kandierte<br />

Veilchen, aber auch rote Konfitüre,<br />

etwas Nougat und Mandarinenzesten,<br />

ungemein verführerisch, ein<br />

Hauch von Zedernholz ist unterlegt.<br />

Saftig, schwarze Kirschen, Brombeerkonfit,<br />

präsente, reife Tannine, die<br />

lange tragen werden, extraktsüss und<br />

anhaftend, Schokotouch im Abgang.<br />

lucullus.ch, CHF 396,–<br />

CHÂTEAU MARGAUX 2022<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker<br />

Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Schwarze Kirschen, Cassis,<br />

dunkle Waldbeeren, einladende<br />

Gewürznuancen, kandierte Orangenzesten,<br />

sehr verführerisch. Stoffig,<br />

schwarze Herzkirschen, seidige<br />

Tannine, die dem Wein eine enorme<br />

Länge geben, salzige Mineralität,<br />

bleibt minutenlang haften, bestes<br />

Reifepotenzial, setzt ohne Zweifel<br />

neue Massstäbe für Margaux.<br />

grvins.ch, CHF 675,–<br />

CHÂTEAU LATOUR 2009<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette<br />

Reflexe, dezente Randaufhellung.<br />

Zart floral unterlegte kleine schwarze<br />

Beerenfrucht, ein Hauch von Edelholz,<br />

zart nach Nougat und Karamell,<br />

reifes Brombeer-Cassis-Konfit,<br />

tabakiger Touch, sehr facettenreiches<br />

Bukett. Komplex, kraftvoll, sehr<br />

saftig, vollreife Herzkirschen, tolle<br />

Extraktsüsse, reife, tragende Tannine,<br />

zeigt bereits eine enorme Länge,<br />

wirkt kühl und frisch im Abgang.<br />

pierre-wyss.ch<br />

CHF 1113,–<br />

Fotos: beigestellt<br />

128 falstaff dez–feb 2025


GROSSE KUNST.<br />

OHNE ALLÜREN.<br />

Österreichs Weine sind daheim im<br />

Herzen Europas, wo kontinentale<br />

Wärme mit kühler Nordluft tanzt.<br />

In diesem einzigartigen Klima wachsen<br />

edle Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung<br />

– zu erkennen an der<br />

rotweißroten Banderole auf der Kapsel<br />

und der staatlichen Prüfnummer auf<br />

dem Etikett.<br />

österreichwein.at


Chefredakteur<br />

Spirits<br />

ALEXANDER<br />

THÜRER<br />

SPIRITS<br />

LIMITED EDITION<br />

STARKER CHARAKTER<br />

Donald Johnston ist einer der Gründerväter der 1815 eröffneten<br />

Laphroaig Distillery auf Islay. Ihm zu Ehren bringt die<br />

Brennerei nun einen limitierten Single Malt auf den Markt,<br />

der zugleich den Auftakt zur neuen «Strong Characters»-Serie<br />

markiert. Der rund <strong>10</strong>00 Euro teure Single Malt reifte 33 Jahre lang<br />

in amerikanischen Eichenfässern und europäischen Ex-Sherry-<br />

Hogsheads. Besonders ist auch das Etikett, welches vom britischen<br />

Künstler Bill Bragg gestaltet wurde. laphroaig.com<br />

DREI BRENNEREIEN,<br />

EINE SYMPHONIE<br />

Master Blender sind in japanischen<br />

Brennereien die wichtigsten Personen,<br />

denn ihre Handwerkskunst ist für die<br />

einzigartige Qualität japanischer Whiskys<br />

entscheidend. The House of Suntory<br />

stellt nun mit dem Hibiki 40 Y.O. nicht<br />

nur ein echtes Meisterwerk, sondern<br />

auch den ältesten Blended Whisky seiner<br />

Geschichte vor. Hibiki 40 Years Old<br />

vereint hierfür über 40 Jahre gereifte<br />

Whiskys aus den renommierten Suntory-<br />

Destillerien Yamazaki, Hakushu und<br />

Chita. Leider ist dieses in einer Kristallflasche<br />

eingefangene liquide Erlebnis<br />

äusserst rar: Nur 400 Flaschen gibt es<br />

weltweit. suntoryglobalspirits.com<br />

DIE VOLLE KRAFT<br />

DES ZUCKERROHRS<br />

Die Insel Mauritius ist für<br />

ihre charaktervollen Rums<br />

im Stil französischer<br />

Agricoles bekannt.<br />

Auf Basis von frischem<br />

Zuckerrohrsaft entsteht<br />

auch der neue Mauricia<br />

L’Intendance. Gebrannt<br />

im Pot Still, für über zwei<br />

Jahre in Stahltanks<br />

gereift und mit stolzen<br />

60 Vol.-% abgefüllt, zählt er zu den hocharomatischen<br />

High Ester Rums und begeistert<br />

Geniesser mit den agricole-typischen,<br />

vegetalen Noten des frischen Zuckerrohrs.<br />

fancyfood.eu<br />

130 falstaff dez–feb 2025


NOTIZEN<br />

MIT ZIGARREN UM DIE WELT<br />

Nach der Einführung des<br />

Davidoff Travel Humidor<br />

Explorer Anfang <strong>2024</strong><br />

folgt nun der Travel<br />

Humidor Business. Er<br />

ermöglicht es Aficionados,<br />

stilvoll und komfortabel<br />

mit Zigarren zu<br />

reisen. Zusätzliche<br />

Taschen für Zubehör und<br />

Visitenkarten machen ihn<br />

zu einem stilvollen und<br />

praktischen Accessoire.<br />

davidoff.com<br />

OLYMPISCHER SAMMELSPASS<br />

Aromatische Muskatweine von den Ägäis-<br />

Inseln, gereifte Weindestillate und mediterrane<br />

Kräuter zeichnen den «Metaxa 12<br />

Sterne» seit jeher aus. In der limitierten<br />

Zeus-Edition wird die Flasche nun jedoch<br />

mit einem farbenfrohen Kunstwerk von<br />

Zeus’ Porträt verziert, das den Göttervater<br />

zeitgemäss zurückbringt.<br />

metaxa.com<br />

Fotos: Adrian Almasan, beigestellt<br />

MILDER EINSTIEG<br />

Whisky aus Schottland verbinden viele Geniesser<br />

mit vor allem mit Torf und Rauch. Doch in den<br />

südlichen Lowlands, wird ein milderer, fruchtbetonterer<br />

Whisky-Stil gepflegt, der auch Neueinsteiger<br />

begeistert. In Lowland Destillerien,<br />

zu denen auch die Bladnoch Brennerei aus der<br />

Grafschaft Dumfries & Galloway zählt, wird<br />

zudem traditionell auf getorftes Malz verzichtet.<br />

Bladnoch-Whiskys sind nun exklusiv bei Baur au<br />

Lac Vins zu haben, allen voran die beiden Einsteiger-Whiskys<br />

Bladnoch Vinaya und Bladnoch<br />

Samsara, zwei Single Malt Whiskys, die in Sherry-<br />

Casks, bzw. kalifornischen Rotweinfässern<br />

gefinisht werden. bauraulacvins.ch<br />

PIÑA COLADA<br />

TRIFFT MAI TAI<br />

Aus dem «Kimpton Aysla»-Resort auf Mallorca<br />

kommt ein feiertagstauglicher Cocktail-Twist zu<br />

uns, der die Klassiker Mai Tai und Piña Colada<br />

vereint und mit Champagner veredelt. Für den<br />

«My Colada» 4 cl Rum, 2 cl Kokosnusslikör,<br />

1 cl Zuckersirup, 6 Spritzer Zitronensaft im<br />

Shaker auf Eis schütteln, in ein Cocktailglas auf<br />

Eis abseihen und mit 3 cl Champagner toppen.<br />

kimptonayslamallorca.com<br />

NEUES AUS SUGARLANDIA<br />

Vor rund zwei Jahren brachte Don Papa<br />

erstmals die Rum-Kreation Gayuma auf<br />

den Markt. Diese gibt es ab sofort wieder<br />

regulär zu kaufen. Dabei handelt es sich<br />

um einen dunklen, rauchigen Double<br />

Barrel Aged Rum, der aus <strong>10</strong>0 Prozent<br />

lokal produzierter Zuckerrohrmelasse der<br />

Insel Negros hergestellt wird.<br />

donpaparum.com<br />

KEINE NEWS MEHR<br />

VERPASSEN<br />

Lust auf einen Deep Dive in den Ozean<br />

der destillierten Glückseligkeit? Der<br />

<strong>Falstaff</strong> «Spirits Newsletter» nimmt<br />

Sie mit an die besten Tresen der Welt,<br />

enthüllt grossartige Spirits und trifft<br />

die Macher hinter dem Liquid. Also<br />

gleich anmelden auf<br />

go.falstaff.com/newsletter<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

131


spirits / WHISKY<br />

WIE DER<br />

WHISKY<br />

DIE WELT<br />

EROBERTE<br />

Whisky trinkt man heute nicht nur auf der ganzen<br />

Welt, er wird auch rund um den Globus gebrannt.<br />

Seine Stile sind dabei so vielfältig wie seine regionalen<br />

Entstehungsgeschichten. Ein Blick auf den sagenhaften<br />

Aufstieg eines einfachen Getreidebrandes auf den<br />

Gipfel des Spirituosenolymps.<br />

TEXT ALEXANDER THÜRER<br />

Die Welt des Whisk(e)ys ist so bunt wie<br />

nie zuvor. Doch egal, woher das Liquid<br />

stammt, die Wurzeln führen irgendwie<br />

immer in die schottische und irische<br />

Heimat zurück.<br />

Foto: Paul Hampton<br />

132 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

133


spirits / WHISKY<br />

Die Brennerei<br />

Aberfeldy in den<br />

schottischen<br />

Highlands ist nicht<br />

nur die Heimat<br />

des gleichnamigen<br />

Single Malts,<br />

sondern auch des<br />

Dewar’s Blended<br />

Scotch.<br />

W<br />

hisky ist schottisch<br />

und Single Malt die<br />

Krone der Schöpfung.<br />

Diesen Eindruck<br />

konnte man lange<br />

Zeit gewinnen, wenn man den Ausführungen<br />

einiger «Whisky-Experten» lauschte,<br />

die alles, was nicht von ihrer Lieblingsinsel<br />

kam, mit Nichtachtung straften. Fakt ist<br />

aber: Whisky ist schon seit Jahrhunderten<br />

alles andere als ein schottisches Privileg und<br />

längst zu einem weltweiten Phänomen<br />

geworden. Es ist zudem nicht mal klar, wer<br />

den Stoff einst überhaupt erfunden hat!<br />

Da gibt es beispielsweise die irische Legende,<br />

dass das Wissen um die Destillation<br />

bereits im fünften Jahrhundert von Schutzpatron<br />

St. Patrick nach Irland gebracht<br />

wurde, weshalb man dort die Erfindung<br />

des Whiskeys gern für sich reklamiert. Die<br />

selbstbewussten Schotten entgegnen, St. Patrick<br />

sei bei ihnen in Dumbarton geboren<br />

worden, weshalb die Erfindung des Whiskys<br />

ganz klar ihre Errungenschaft sei. Nach<br />

heutigem Wissensstand jedoch wurde der<br />

Destillierhelm, den man zur Ethanol-Destillation<br />

benötigt, im achten Jahrhundert im<br />

heutigen Irak erfunden und schaffte erst im<br />

elften Jahrhundert den Sprung nach Europa.<br />

Schlechte Karten für Legendenfans, aber<br />

immerhin passt das zur ersten schriftlichen<br />

Erwähnung einer Brennerei, die vom englischen<br />

König Heinrich II. überliefert ist. Dieser<br />

marschierte 1170 in Irland ein und fand<br />

dort angeblich gut ausgebaute Brennanlagen<br />

vor. Die erste Quelle, die in Schottland von<br />

Destillerien berichtet, stammt hingegen erst<br />

aus dem Jahr 1494. Ganz klar ist die Sache<br />

damit aber noch immer nicht, denn Whisky,<br />

wie wir ihn heute kennen, war das damals<br />

weder in Irland noch in Schottland. Man<br />

hatte es stattdessen eher mit einem recht<br />

üblen, mit Kräutern versetzten Brand von<br />

minderer Qualität zu tun.<br />

DER SPRUNG IN DIE WELT<br />

Das, was wir heute unter Whisky verstehen,<br />

entstand erst später im 18. Jahrhundert, als<br />

man anfing, Alkohol gezielt in Fässern auszubauen.<br />

Man hatte nämlich gemerkt, dass oftmals<br />

ruppige Destillate beim Transportieren<br />

in Fässern mit der Zeit besser wurden – eine<br />

Erkenntnis, die zweifelsfrei zu den grossen<br />

Errungenschaften der Menschheitsgeschichte<br />

zählt, aber erschreckend unterbewertet<br />

ist. Schottland und Irland sind trotz aller<br />

Fotos: Graeme Hart / Perthshire Picture Agency, Chris Watt Photography, beigestellt<br />

134 falstaff dez–feb 2025


HEUTE GIBT ES IN<br />

DEUTSCHLAND<br />

SCHON MEHR WHISKY-<br />

PRODUZENTEN ALS<br />

IN SCHOTTLAND.<br />

Die noch recht<br />

junge Teeling<br />

Distillery im<br />

Herzen Dublins<br />

ist für ihre<br />

innovativen<br />

Irish Whiskeys<br />

bekannt.<br />

Ohne Reifung kein Whisky: Mindestens<br />

drei Jahre müssen Whiskys reifen, um<br />

sich so nennen zu dürfen. Die Wahl<br />

des Fasses und dessen eventuelle<br />

Vorbelegung haben grossen Einfluss<br />

auf den Geschmack.<br />

Diskussionen, wer denn nun der Erfinder ist,<br />

zweifelsfrei die traditionellen Whisky-Destinationen<br />

– dicht gefolgt von den USA.<br />

Doch die Entstehung des amerikanischen<br />

Whiskeys wäre ohne die Wirren des alten<br />

Europa nicht denkbar, waren es doch vor<br />

allem irische Auswanderer, die das Wissen<br />

um das Whiskeybrennen mit in die Staaten<br />

brachten und eine Kultur begründeten, die<br />

später als Bourbon bekannt werden sollte.<br />

DIE GEBURT DES BOURBON<br />

Aufgrund englischer Restriktionen war<br />

man es gewohnt, Whiskey auch aus anderen<br />

Grundstoffen als reinem Gerstenmalz<br />

herzustellen. Ein Grund dafür war<br />

beispielsweise eine strenge Malzsteuer, die<br />

irischen Brennern 1785 von der englischen<br />

Krone auferlegt wurde. Als Reaktion begannen<br />

diese, gemälzte mit ungemälzter<br />

Gerste zu mischen, um die Steuerlast zu<br />

senken. Heraus kam der irische Whiskey-Stil,<br />

der bis heute diese Liquids<br />

der grünen Insel massgeblich prägt.<br />

Der Stolz der Iren trieb weitere<br />

Blüten, die neben Massen an<br />

schwarz gebranntem Whiskey<br />

auch den berüchtigten «Poiteen»<br />

hervorbrachte – einen<br />

mit einfachsten Mitteln und<br />

aus allem, was fermentierbar war, hergestellten<br />

Brand. Irische Brenner waren es<br />

also gewohnt, erfinderisch zu sein – und in<br />

der Neuen Welt fanden die Auswanderer<br />

vor allem eines in rauen Mengen: Mais,<br />

bis heute Bestandteil eines jeden Bourbon.<br />

Doch die Alte Welt scheint in den USA wieder<br />

vermehrt an Attraktivität zu gewinnen,<br />

denn aktuell machen neben klassischen<br />

Bourbon- oder Rye-Whiskys vor allem<br />

amerikanische Single Malts auf sich aufmerksam.<br />

Dieser noch recht junge Whiskey-Stil<br />

hat mittlerweile nicht nur einen<br />

eigenen Brennerverband hervorgebracht,<br />

sondern scheint derart vielversprechend zu<br />

sein, dass sogar Marken wie Jack Daniels<br />

erste eigene Single Malts produzieren.<br />

DER AUFSTIEG DER JAPANER<br />

Wer sich mit Whisky beschäftigt, wird<br />

schnell auf weitere Destinationen stossen,<br />

die eine wesentlich jüngere Whiskytradition<br />

haben, in den letzten Jahren aber immer<br />

stärker in den Fokus gerückt sind. Allen<br />

voran trifft dies auf Japan zu, wo man erst<br />

seit etwas mehr als <strong>10</strong>0 Jahren Whisky herstellt.<br />

Tatsächlich lässt sich der Beginn der<br />

japanischen Whiskygeschichte genau datieren<br />

und ist mit zwei Namen verbunden:<br />

Shinjiro Torij und Masataka Taketsuru.<br />

Letzterer, Sohn einer Familie von Sake-<br />

Brauern, reiste 1918 nach Schottland, um<br />

Chemie zu studieren, lernte dort aber die<br />

Kunst des Whiskybrennens kennen und<br />

lieben. Dieses Wissen brachte er mit in seine<br />

Heimat, wo er mit dem Weinimporteur<br />

Shinjiro Torij wenig später in Kotobukiya<br />

mit der Yamazaki-Brennerei die erste Whisky-Destille<br />

des Landes eröffnete.<br />

Es sollte nicht die letzte Brennereigründung<br />

der beiden gewesen sein, zumal sich<br />

Taketsuru 1934 mit der Nikka-Brennerei auf<br />

eigene Pfade begab. So haben die bis heute<br />

bedeutendsten japanischen Whiskybrennereien<br />

gemeinsame Eltern – die ihr Wissen<br />

wiederum aus Schottland importierten.<br />

Historisch gesehen waren japanische<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

135


spirits / WHISKY<br />

Der beliebteste US-Whiskey ist der Bourbon, zu dem<br />

etwa Blanton’s oder Woodford Reserve zählen und der zu<br />

mindestens 51 Prozent aus Mais bestehen muss. Aufgrund<br />

des «Charcoal Mellowing» (Kohlefiltration, u. r.) ist<br />

Tennessee Whiskey wie Jack Daniels jedoch kein Bourbon.<br />

<<br />

Whiskys in der Regel Blends, also eine<br />

Mischung verschiedener Whiskys aus unterschiedlichen<br />

Brennereien, weshalb die Kunst<br />

des Blendings bis zur Perfektion kultiviert<br />

wurde. Heute sind es die japanischen Single<br />

Malts, die weltweit gefragt sind. Als der<br />

Yamazaki Sherry Cask 2013 in Jim Murrays<br />

«Whisky Bible 2015» als bester Single<br />

Malt der Welt angepriesen wurde, löste das<br />

einen Run aus, der auch die Hersteller selbst<br />

überrumpelte. Das macht viele japanische<br />

Single Malts bis heute zu einem ebenso raren<br />

wie teuren Gut. Whisky, insbesondere Single<br />

Malt, hat aber auch auf dem europäischen<br />

Festland eine Heimat gefunden. Interessante<br />

Liquids finden sich von Spanien bis<br />

Schweden, mithin am umtriebigsten sind<br />

die Brenner aber in Deutschland, wo es aktuell<br />

über 400 Destillerien gibt, die Whisky<br />

herstellen – mehr als in Schottland.<br />

KONTINENTALER BOOM<br />

Obwohl das Kornbrennen vor allem in<br />

Norddeutschland schon lange praktiziert<br />

wurde, beginnt die Geschichte des deutschen<br />

Whiskys erst nach dem Zweiten Weltkrieg,<br />

Obwohl die<br />

Geschichte des<br />

japanischen<br />

Whiskys (l.) erst<br />

gut <strong>10</strong>0 Jahre<br />

alt ist, zählt das<br />

Land heute zu<br />

den beliebtesten<br />

Whisky-<br />

Destinationen.<br />

als die Besatzungsmächte ihre Whiskys mit<br />

ins Land brachten. Importierter Whisky<br />

wurde über Nacht zum Prestigeobjekt, und<br />

1958 erblickte der erste Whisky aus dem<br />

Hause Racke das Licht der Welt. Hierbei<br />

handelte es sich noch um einen Blend aus<br />

deutschem Getreidebrand und Scotch. Einer<br />

der ersten echten deutschen Whiskys kam<br />

erst 1982 auf den Markt, als die Brennerei<br />

Robert Fleischmann ihren Whisky «Blaue<br />

Maus» vorstellte. Sie ist damit einer der Pioniere<br />

des deutschen Whisky-Wunders.<br />

Im Laufe der Jahre folgten zahlreiche<br />

Brenner Fleischmanns Vorbild. Namen wie<br />

Slyrs, Stonewood, Beverbach, Liebl, Elsburn<br />

oder St. Kilian erlangen langsam auch internationale<br />

Bekanntheit. Doch auch in<br />

Österreich finden sich bei Brennern wie<br />

David Gölles, Hans Reisetbauer, Jasmin<br />

Haider oder Peter Affenzeller grossartige<br />

Malts, die auf internationalem Niveau mithalten<br />

können. Sogar in Italien blüht das<br />

Whisky- Pflänzchen. Brennereien wie Psenner<br />

mit dem «Eretico Single Malt», Puni, die<br />

erste italienische Whisky-Destillerie, oder die<br />

Brennerei Poli mit den «Segretario di Stato»-<br />

Whiskys setzen spannende Duft marken.<br />

Whiskyherz, was willst du mehr?<br />

<<br />

Fotos: Christopher Jeney, beigestellt<br />

136 falstaff dez–feb 2025


spirits / WHISKY<br />

BEST OF<br />

WHISKY<br />

97<br />

96<br />

95<br />

WHISTLE PIG ESTATE OAK RYE<br />

15 Y0<br />

Whistle Pig, USA<br />

Kräftige Roggenwürze im Duft, der<br />

von satter Eiche, Toffee, Tabak und<br />

etwas Orangenschale untermalt<br />

wird. Am Gaumen geben<br />

zunächst Eiche und Vanille den<br />

Ton an, im Mittelteil kommen<br />

dann Roggenwürze und etwas<br />

Karamell hinzu. Im wärmendwürzigen,<br />

trockenen Finish finden<br />

sich Töne von Eiche, Leder und<br />

Orange. ullrich.ch, CHF 245,–<br />

EAGLE RARE KENTUCKY<br />

STRAIGHT BOURBON WHISKEY<br />

<strong>10</strong> YO<br />

Buffalo Trace Distillery, USA<br />

Würzig-süsse Nase, komplex und<br />

dunkelfruchtig, feine Eiche, Vanille<br />

und dunkle, getrocknete Beeren. Im<br />

Mund balanciert und vielschichtig.<br />

Tolle, würzige Fassreife, Toffee,<br />

gedörrte Beere, Vanille, subtile<br />

Süsse, und komplexer, warmer<br />

Nachhall.<br />

schubiweine.ch, CHF 49,–<br />

TUSCAN MALT WHISKY SUPER<br />

TUSCAN WINE CASK<br />

Winestillery Florentis, Italien<br />

Goldgelb glänzend mit leichten<br />

bernsteinfarbenen Reflexen. Harmonisches,<br />

intensives und komplexes<br />

Bukett, getrocknete Früchte, süsse<br />

Gewürze und Kakao. Am Gaumen<br />

fruchtig und elegant mit Anklängen<br />

von Toast, Vanille und Schokolade,<br />

tiefgründig und anhaltend.<br />

spiritacademy.it, CHF 75,–<br />

96<br />

96<br />

95<br />

EMPEROR´S WAY «OTTO I»<br />

Hercynian Distilling Co,<br />

Deutschland<br />

Satte Rauchnote im Duft, die von<br />

Noten von Trockenfrucht, Nuss<br />

sowie Eiche, Malz und Schokolade<br />

begleitet wird. Am Gaumen kräftig,<br />

würzig, balancierter Rauch, Rosine,<br />

Toffee, Karamell, dunkle Schokolade,<br />

Tabak und etwas Orange runden<br />

das komplexe Bild ab.<br />

bringts.ch, CHF 159,35<br />

BOWMORE ISLAY SINGLE MALT<br />

SCOTCH WHISKY 12 YO<br />

Bowmore Distillery, Schottland<br />

Sehr subtile Torfnote, sherrytypische<br />

Trockenfrucht, dunkle Schokolade<br />

und sanftes Malz. Am Gaumen<br />

komplex. Rote Trockenfrucht und<br />

kalter Rauch in feiner Balance, Holz,<br />

Toffee und Orangenzeste bilden den<br />

Rahmen. Trockenes, fruchtig-rauchiges<br />

Finish.<br />

myspirits.ch, CHF 51,–<br />

THE MACALLAN DOUBLE CASK<br />

18 YO<br />

The Macallan, Schottland<br />

Intensives, süssliches Eichenholz,<br />

etwas Sherry, Nuancen von getrockneten<br />

Früchten, Toffee und Vanille,<br />

warme Gewürze, zitrische Anklänge.<br />

Vielschichtige, ausgewogene und<br />

typische Nase. Am Gaumen sehr<br />

weich, fast süsslich wirkend. Noten<br />

von Vanille und Karamell,<br />

hallt lange nach.<br />

houseofsinglemalts.ch, CHF 320,–<br />

96<br />

95<br />

94<br />

«THE HAKUSHU» SINGLE MALT<br />

JAPANESE WHISKY 12 YO<br />

Suntory Whisky, Japan<br />

Vielschichtige Nase, würzig, leicht<br />

ätherische Piniennadel, Eiche,<br />

Malz und feine Süsse. Am Gaumen<br />

würzig, hell-fruchtig, reife<br />

Fassnoten, frischer, trockener<br />

Körper, langes, adstringierendes,<br />

gelbfruchtiges, dezent rauchiges<br />

Finish.<br />

drinks.ch, CHF 249,–<br />

RUOTKER´S «<strong>10</strong>0% RYE»<br />

Manufaktur Gölles, Österreich<br />

Volle und doch weiche Nase mit raffinierten<br />

Nuancen von Dörrbirnen,<br />

Brotwürze und in Honig eingelegten<br />

Nüssen. Am Gaumen erst würzigpfeffrig,<br />

dann folgen in enger Abfolge<br />

die Duftnoten wiederkehrend.<br />

Enorme Länge, der Alkohol ist<br />

bestens eingebunden.<br />

s-fabrik.ch, CHF <strong>10</strong>2,–<br />

TEELING SMALL BATCH IRISH<br />

WHISKEY<br />

Teeling Distillery, Irland<br />

Harmonischer Duft mit marzipanartigem<br />

Unterton, feinem Holzrauch<br />

und fruchtigen Einsprengseln. Am<br />

Gaumen dem Duft entsprechend<br />

mit gut ausgewogenem Gesamtbild.<br />

Malziges und Würziges gehen eine<br />

schöne Liaison ein. Sehr gute Länge.<br />

schuewo.ch, CHF 38,50<br />

Fotos: beigestellt<br />

138 falstaff<br />

dez–feb 2025


THE MACALLAN<br />

200 JAHRE THE MACALLAN<br />

SCHOTTISCHER WHISKY AUF WELTKLASSENIVEAU<br />

Seit 1824 steht The Macallan für Spitzenqualität, handwerkliche<br />

Perfektion und aussergewöhnlichen Single Malt Whisky.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Ralph Dunning; beigestellt<br />

Ein Whisky mit dem Ruf, einer der<br />

besten Single Malts der Welt zu<br />

sein – The Macallan verdankt seine<br />

Qualität und den unverwechselbaren<br />

Charakter seinem reichen Erbe,<br />

der Handwerkskunst und der Kreativität.<br />

Die Destillerie in Speyside gilt seit der<br />

Gründung 1824 als eine der renommiertesten<br />

Produzentinnen von Single-Malt-Whiskys.<br />

Die sechs Leitprinzipien,darunter die<br />

exklusiven Eichenfässer und die natürliche<br />

Farbe des Whiskys, unterstreichen die<br />

herausragende Qualität, die jede Flasche<br />

von The Macallan ausmacht. Jedes Jahr<br />

wird eine Serie limitierter Spezialitäten<br />

veröffentlicht. Zum 200-jährigen Bestehen<br />

sind die Editionen jedoch noch besonderer.<br />

A NIGHT ON EARTH IN JEREZ<br />

Diese limitierte Edition ist eine Hommage an<br />

Jerez de la Frontera in Andalusien, wo die<br />

Sherry-Eichenfässer von The Macallan gefertigt<br />

werden. Die Aromen reflektieren süsses<br />

Gebäck, glasierte Mandeln und Zitrus no-<br />

ten – jene Geschmacksnuancen, die traditionelle<br />

Desserts aus der Region auszeichnen.<br />

HARMONY COLLECTION –<br />

VIBRANT OAK<br />

Die vierte Ausgabe der «Harmony Collection»<br />

feiert das 200-Jahre-Jubiläum und die<br />

reiche Geschichte der Eiche, welche für die<br />

Whiskyherstellung so wichtig ist. In einer<br />

Kombination von verschiedenen Sherry-<br />

Fässern gelagert überzeugt der Whisky<br />

mit klassischen Eichenaromen und süssen<br />

Noten von Vanille-Panna-cotta und<br />

buttrigem Mürbegebäck.<br />

CLASSIC CUT<br />

Die achte Ausgabe von Classic Cut zeigt die<br />

ganze Kreativität von The Macallan, wenn<br />

es um die Erforschung von Aromen geht.<br />

Gereift in einer Kombination aus amerikanischer<br />

Bourbon-Eiche und europäischen<br />

Sherryfässern entfaltet der Whisky Aromen<br />

von Vanille, Milchschokolade und ausgewogenen<br />

Eichengewürzen.<br />

RARE CASK<br />

Ein facettenreicher Single Malt, gereift in<br />

seltenen Sherry-Eichenfässern. Er zeichnet<br />

sich durch eine reiche, sanfte Textur und<br />

einen komplexen Charakter aus. Noten von<br />

süssen Rosinen, Vanille und Schokolade<br />

erklingen am Gaumen, der Abgang ist lang<br />

und samtig.<br />

INFO<br />

Erhältlich sind die Editionen<br />

von The Macallan auf<br />

drinks-and-style.ch<br />

dez–feb 2025 falstaff 139


DIE<br />

KUNST<br />

DER<br />

REIFUNG<br />

The Balvenie Fifty First<br />

Edition vereint fünf<br />

Jahrzehnte Handwerkskunst<br />

in einem einzigartigen,<br />

fünfzig Jahre alten Fass,<br />

ausgewählt von Malt Master<br />

Kelsey McKechnie.<br />

140 falstaff dez–feb 2025


THE BALVENIE<br />

Die auf 125 Flaschen pro<br />

Jahr limitierte «The Balvenie<br />

Fifty Collection» gibt einen<br />

einzigartigen Einblick in die<br />

Welt von «The Balvenie» und<br />

steht als Symbol für die<br />

Sorgfalt, mit der das Haus<br />

seine Traditionen bewahrt.<br />

Bei einem Rundgang durch<br />

«The Balvenie» bietet sich<br />

die Möglichkeit, die Menschen<br />

hinter der Herstellung des<br />

hochwertigen Single Malts<br />

persönlich kennenzulernen.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

The Balvenie» hat mit der Fifty Collection<br />

eine ihrer bisher seltensten<br />

Abfüllungen angekündigt, die eine<br />

dreiteilige Hommage an fünf Jahrzehnte<br />

Handwerkskunst der Speyside-<br />

Destillerie darstellt. Diese einzigartige Trilogie<br />

umfasst sorgfältig ausgewählte Einzelfassabfüllungen,<br />

welche die Geschichte und<br />

Entwicklung der Brennerei auf eindrucksvolle<br />

Weise erzählen. Über die nächsten drei<br />

Jahre hinweg werden jeweils nur 125 Flaschen<br />

pro Jahr auf den Markt kommen, was<br />

die Fifty Collection zu einer weiteren eexklusiven<br />

Abfüllung in der Whiskywelt macht.<br />

«THE BALVENIE FIFTY»<br />

VEREINT DREI EDLE FÄSSER<br />

IN EINER TRILOGIE<br />

Den Auftakt der Trilogie bildet die First<br />

Edition, ein Single Cask, das in einem Refill<br />

Butt aus europäischer Eiche reifte. Das Fass<br />

mit der Nummer 8720 wurde im Jahr 1973<br />

abgefüllt und von Malt Master Kelsey<br />

McKechnie für diese Edition ausgewählt. In<br />

der Nase entfaltet sich ein reiches Bouquet<br />

aus dunklen Früchten, Cassis und kandierten<br />

Aprikosen, gepaart mit feinen Holznoten<br />

von Zedernholz und einer nussigen,<br />

wärmenden Würze. Am Gaumen setzt sich<br />

die Opulenz fort: Karamellisierte Früchte<br />

verschmelzen mit reichhaltigen Gewürzen<br />

und einer weichen Vanillenote, die durch<br />

eine dezente Ingwerschärfe und einen<br />

Hauch Zitrusfrucht abgerundet wird. Der<br />

Abgang bleibt lange und zeigt die Tiefe und<br />

Komplexität, die durch das Fass aus europäischer<br />

Eiche geprägt wurden.<br />

Für die zweite Edition wird Kelsey<br />

McKechnie ein weiteres Fass aus dem Jahr<br />

1973 – diesmal ein Hogshead aus amerikanischer<br />

Eiche – hinzufügen, das mit der ersten<br />

Abfüllung vermählt wird. In der finalen<br />

Edition wird ein drittes Fass aus dem Jahr<br />

1974 eingeführt, um die Trilogie perfekt<br />

abzurunden. Alle dieser Editionen sind auf<br />

subtile Weise miteinander verwoben, und<br />

doch bringt jede ein einzigartiges<br />

Geschmacksprofil hervor, das durch die<br />

Kombination von Fässern aus europäischer<br />

und amerikanischer Eiche entsteht.<br />

DIE ENTWICKLUNG<br />

DES FASS-FINISHINGS<br />

BEI «THE BALVENIE»<br />

Die Geschichte dieser aussergewöhnlichen<br />

Kollektion begann 1973, als das erste Fass<br />

unter der Leitung des legendären Malt<br />

Masters David C. Stewart abgefüllt wurde.<br />

Stewart und sein Team legten mit ihrer<br />

Arbeit den Grundstein für die heutige Handwerkskunst<br />

von «The Balvenie». Viele der<br />

damaligen Handwerker arbeiten noch immer<br />

für die Destillerie und haben im Laufe der<br />

Jahre zahlreiche Innovationen in der Whiskyherstellung<br />

vorangetrieben. Besonders hervorzuheben<br />

ist die Einführung des Fass-Finishings,<br />

einer Technik, die den Stil und Charakter<br />

von «The Balvenie» massgeblich<br />

geprägt hat. Diese Tradition setzt Kelsey<br />

McKechnie fort und führt das Erbe mit ihrer<br />

Kunst der Fassvermählung weiter. Durch ihre<br />

Arbeit entstehen Abfüllungen, die nicht nur<br />

die Geschichte von «The Balvenie» erzählen,<br />

sondern auch neue Massstäbe in Sachen<br />

Komplexität und Tiefe setzen.<br />

Neben der herausragenden Qualität des<br />

Whiskys selbst beeindruckt auch die luxuriöse<br />

Präsentation der «Balvenie Fifty Collection».<br />

Entwickelt wurde sie von Croglin,<br />

einem in Cumbria, Grossbrittanien, ansässigen<br />

Handwerksbetrieb. Jedes Stück besteht<br />

aus über <strong>10</strong>0 Einzelteilen. Besonders ins<br />

Auge fällt die spiralförmige Struktur aus<br />

vier Holzschichten, die mit höchster Präzision<br />

gefertigt wird. Die Fehlertoleranz liegt<br />

bei weniger als einem Zehntelmillimeter,<br />

was die aussergewöhnliche Handwerkskunst<br />

unterstreicht. Ein Display aus<br />

14-karätig vergoldetem Messing setzt den<br />

finalen Akzent und macht diese Kollektion<br />

zu einem Schmuckstück, das ebenso kostbar<br />

ist wie der Whisky selbst.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

thebalvenie.com<br />

dez–feb 2025 falstaff 141


festive season / UHREN-KOLUMNE<br />

«ICH BIN NICHT<br />

DER TREND!»<br />

Die Genfer Luxusmarke Patek Philippe präsentierte eben ihre<br />

erste neue Kollektion seit 25 Jahren. Und bestätigte damit<br />

ein Erfolgsrezept: Man geht seinen ganz eigenen Weg.<br />

Die Antwort kam höflich daher,<br />

aber auch bestimmt. Und sie<br />

betraf die brandneue Kollektion<br />

der Marke namens<br />

«Cubitus». Ein Journalist<br />

hatte von Patek-Philippe-Patron Thierry<br />

Stern wissen wollen, warum die Uhr mit<br />

45 Millimetern Durchmesser doch recht<br />

gross ausgefallen sei – wo der Trend klar<br />

Richtung kleinere Uhren gehe. Sterns<br />

Antwort: «Ich bin nicht der Trend!»<br />

Man kann in dem Satz ein Erfolgsrezept<br />

der Marke sehen. Und auch eine leichte<br />

Untertreibung: Nur wenige Marken scheren<br />

sich derart wenig um Modeerscheinungen<br />

wie die Genfer Luxusmarke. Als zum<br />

Beispiel alle wie Lemminge nervös nach<br />

China eilten, weil man dort das neue Absatz-Eldorado<br />

wähnte, blieb Patek Philippe<br />

auffällig unaufgeregt. «Ich fände es nicht<br />

redlich», meinte Thierry Stern, «heute den<br />

Amerikanern zu sagen: Danke für die guten<br />

Geschäfte. Es war super, wie ihr in den letzten<br />

<strong>10</strong>0 Jahren unsere Uhren gekauft habt.<br />

Aber jetzt gehen wir nach China. Tschüss!»<br />

Exemplarisch zeigen zwei Geschichten,<br />

wie Patek Philippe tickt. Bei der ersten<br />

Geschichte geht es um eine Uhr, die niemand<br />

mehr kaufen wollte. Bei der zweiten Geschichte<br />

geht es um eine Uhr, die alle haben<br />

wollten. Und bei beiden Geschichten geht es<br />

darum, wie verblüffend die Marke darauf<br />

reagierte.<br />

UNGEWOLLTE MEISTERSTÜCKE<br />

Die Uhr, die niemand mehr kaufen wollte,<br />

war eine Tisch-Domuhr. Das sind runde<br />

Penduletten mit einem Kuppeldach – kunsthandwerkliche<br />

Preziosen, zum Beispiel in<br />

einem Gehäuse aus Baccarat-Kristall oder<br />

Fotos: Patek Philippe/JD Meyer, beigestellt<br />

142 falstaff dez–feb 2025


TUDOR<br />

WIE EIN TACHO AM HANDGELENK:<br />

DIE UHR FÜR RADFAHRER<br />

Der Tachymeter ist bei<br />

Uhren eine Art Tacho für<br />

das Handgelenk: Man<br />

stoppt die Zeit, die man für<br />

einen Kilometer braucht,<br />

und kann dann auf der<br />

Skala die Durchschnittsgeschwindigkeit<br />

ablesen.<br />

Die Rolex-Schwestermarke<br />

Tudor präsentiert nun mit<br />

der «Pelagos FXD Chrono<br />

Cycling Edition» eine Uhr,<br />

die speziell für Radfahrer<br />

des Tudor Pro Cycling<br />

Teams entwickelt worden<br />

ist. Eine Besonderheit: Sie<br />

kann auch Tempi anzeigen,<br />

die auf Rädern gefahren<br />

werden. Üblicherweise ist<br />

die Skala eines Tachymeters<br />

für Geschwindigkeiten<br />

ausgelegt, welche zur<br />

Autowelt oder zu noch<br />

schnelleren Fahrzeugen<br />

gehören.<br />

PIERRE-ANDRÉ<br />

SCHMITT<br />

ist Chefredakteur<br />

des <strong>Schweiz</strong>er<br />

Uhrenmagazins<br />

WATCH AROUND. Er<br />

schreibt seit mehr als<br />

20 Jahren über Uhren.<br />

NOTIZEN<br />

GRÜNES LEUCHTEN<br />

Der Werkstoff Saxem, so erklärt uns die<br />

Marke Hublot, sei chemisch gesehen ein<br />

Cousin von Saphir, also sozusagen ein<br />

besseres Glas. Saxem macht allerdings<br />

auch dieses transparente Gehäuse mit<br />

magisch grünem Leuchten möglich. Ein<br />

Effekt, der durch die Verwendung seltener<br />

Erden erreicht wird. Die « Big Bang<br />

Unico Green Saxem» hat als Motor das<br />

Manufakturwerk «HUB1280 Unico 2»<br />

eingebaut, ein Flyback-Chronographenwerk<br />

der Spitzenklasse.<br />

mit kunstvoller Holzintarsienarbeit. Sie<br />

schienen aus der Zeit gefallen zu sein, niemand<br />

kaufte sie. Die Besitzerfamilie Stern<br />

konnte sich dennoch nicht zu einem Produktionsstopp<br />

durchringen, zu sehr liebte<br />

man die aufwendig gemachten Stücke.<br />

Am Schluss standen 80 unverkaufte<br />

Dome «Table Clocks» in den Regalen – ein<br />

Albtraum für jeden Buchhalter. Doch die<br />

Beharrlichkeit zahlte sich aus: Plötzlich<br />

waren die Meisterstücke wieder der Renner.<br />

Heute gibt es dafür Wartelisten, lange<br />

Wartelisten.<br />

Solche gab es seit Langem auch für<br />

das Erfolgsmodell «Nautilus, Referenz<br />

5711/1A» – bis zu zehn Jahren musste<br />

man sich dafür gedulden. Und was tat<br />

Patek Philippe? Die Marke stellte die<br />

Produktion des begehrtesten Modells im<br />

Katalog ganz einfach ein. Fertig. Man<br />

habe genügend Exemplare gebaut, fand<br />

Thierry Stern, und man müsse dafür<br />

sorgen, dass die Uhr ihren Wert behalte.<br />

NICHT NUR LOB<br />

Die «Cubitus» ist sozusagen der kleine<br />

Bruder der «Nautilus», eine viereckige Uhr,<br />

die der «Nautilus» ziemlich gleicht. Es gibt<br />

ein Modell aus Stahl, eines aus Stahl und<br />

Gold sowie eines aus Platin mit Wochentag,<br />

Mondphase und Großdatum. – Letzteres<br />

ist für Patek Philippe ein Novum.<br />

Wie seinerzeit bei der Lancierung<br />

der «Nautilus» 1976 gab es nicht<br />

nur Lob. Ein paar Influencer im<br />

Internet rümpften stänkernd die<br />

Nase. Was zweifellos ein gutes<br />

Zeichen ist. Nämlich der Beweis<br />

für ein Programm: Patek<br />

Philippe ist nicht der Trend.<br />

RETROCHARME<br />

Diese Uhr erinnert an die Zeit, als die<br />

Menschheit zu fliegen begann, die Kontinente<br />

näher rückten und es plötzlich eine Rolle<br />

spielte, welche Zeit die Uhren jetzt zum<br />

Beispiel in New York, Timbuktu oder Peking<br />

anzeigten. Die Marke Carl F. Bucherer präsentierte<br />

eben eine Hommage an eine Uhr<br />

aus den 1950ern, die mit der Anzeige einer<br />

zweiten Zeitzone ausgestattet war. Auch<br />

das neue Modell, «Heritage Worldtimer»<br />

genannt, hat einen Städtering, auf<br />

dem bei Bedarf eine zweite<br />

Zeitzone abgelesen<br />

werden kann. Für Retrocharme<br />

sorgt überdies<br />

das Gehäuse im<br />

wieder angesagten<br />

39-Millimeter-<br />

Format.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

143


Chefredaktion <strong>Schweiz</strong><br />

DOMINIK VOMBACH<br />

und BENJAMIN HERZOG<br />

GOURMET<br />

Jetzt anmelden –<br />

Wöchentlich aktuelle Nachrichten<br />

go.falstaff.com/newsletter<br />

IGNIV BY ANDREAS CAMINADA<br />

NEUERÖFFNUNG<br />

IN ANDERMATT<br />

Mitte Dezember eröffnet die neue<br />

Filiale der Restaurantkette<br />

«IGNIV by Andreas Caminada»<br />

in Andermatt. Damit wird der Ferienort ein<br />

weiteres prestigeträchtiges Gastronomieunternehmen<br />

gewinnen. Es wird der fünfte<br />

Standort für Caminadas Fine-Dining-Sharing-Konzept<br />

sein. Die Küche wird der<br />

27-jährige Valentin Sträuli übernehmen. Er<br />

begann seine Karriere im Zürcher «IGNIV»<br />

und ist seit 2023 Chef de Partie im Flaggschiff<br />

der Caminada Group, «Schloss<br />

Schauenstein». Auch die Restaurantleiterin<br />

Hannah van den Nieuwenhuizen ist bestens<br />

mit dem «IGNIV»-Konzept vertraut. Sie ist<br />

Chef de Service der Zürcher Filiale. Wie<br />

bereits bei den anderen fünf Lokalen wurde<br />

auch das «IGNIV» Andermatt von der spanischen<br />

Stararchitektin Patricia Urquiola<br />

gestaltet. igniv.com<br />

WAS IST DRAN AM HYPE UM DIE DUBAI-SCHOKOLADE?<br />

Der Hype um die Dubai-Schokolade hält<br />

sich so hartnäckig, dass man dem Produkt<br />

eine Chance geben sollte: Es handelt sich<br />

um Schokolade, die mit Pistazien-Kadayif<br />

(das orientalische Kadayif ist hierzulande<br />

auch als Engelshaar bekannt) gefüllt ist.<br />

Erfunden hat die Schokolade die Chocolatière<br />

Sarah Hamouda aus Dubai. Via Social<br />

Media wurde sie zum weltweiten Hit – vor<br />

Geschäften stehen Fans teils<br />

stundenlang Schlange oder<br />

zahlen horrende Preise für<br />

eine Tafel. Als etwa der<br />

<strong>Schweiz</strong>er Schokoladenproduzent<br />

Lindt in<br />

Deutschland eine<br />

Limited Edition mit <strong>10</strong>00 Stück herausgab,<br />

wurden die Tafeln im Internet um bis zu<br />

350 Euro gehandelt. Künstliche Verknappung<br />

ist das Zauberwort. Laut Lindt soll sie<br />

allerdings bald in weiteren Boutiquen und<br />

im Onlineshop erhältlich sein. Wie die<br />

Dubai-Schokolade schmeckt? Mächtig. Sie<br />

ist wegen ihrer üppigen Füllung extra<br />

cremig (Achtung, Kleckergefahr!) und hat<br />

(dank Kadayif) einen tollen<br />

Crunch. Neuerdings folgen<br />

weitere Kreationen, etwa<br />

der Dubai-Schneck oder<br />

der Dubai-Burger. Zu<br />

finden: Überall, wo man<br />

trendig sein will.<br />

Die Erfindung der Chocolatière Sarah Hamouda (Bild links) ging<br />

viral – ein Interview mit ihr lesen Sie auf falstaff.com/at.<br />

144 falstaff dez–feb 2025


NOTIZEN<br />

KOCHBUCH-TIPP: «WÄÄRLI GUET»<br />

Der Koch Noah Bachofen<br />

erobert mit seinen<br />

humorvollen Kochvideos<br />

die sozialen Medien.<br />

Soeben ist sein erstes<br />

Kochbuch erschienen.<br />

Es heisst «Wäärli Guet»<br />

und versammelt einfach<br />

nachkochbare Rezepte,<br />

die Bachofen selbst<br />

gerne isst, sowie einige<br />

Profi-Tricks. Erschienen<br />

im AT Verlag; 216 Seiten,<br />

ca. CHF 39,–<br />

at-verlag.ch<br />

SAN PELLEGRINO YOUNG CHEF<br />

ACADEMY IN VITZNAU<br />

Mitte November fand im Vitznauer Hotel<br />

«DAS MORGEN» das Regionalfinale der<br />

San Pellegrino Young Chef Academy<br />

Competition statt. Der Luxemburger Theo<br />

Kopp holte sich den Sieg und wird die<br />

Region <strong>Schweiz</strong>, Luxemburg und Belgien<br />

nächstes Jahr im Finale vertreten.<br />

sanpellegrinoyoungchefacademy.com<br />

DAVID GEISSER<br />

ERÖFFNET LOKAL<br />

Fotos: Studio Urquiola, Shutterstock, Jon Trachsel, AT Verlag, ronson, l lanchou, Jairo N'tango, ICOMOS Suisse, beigestellt<br />

AUSZEICHNUNG FÜR<br />

HOTEL KREUZ<br />

Die <strong>Schweiz</strong>er Landesgruppe des internationalen<br />

Rats für Denkmäler und historische<br />

Stätten ICOMOS hat kürzlich das historische<br />

Hotel des Jahres ausgezeichnet, das «Hotel<br />

Restaurant Kreuz» in Herzogenbuchsee im<br />

Kanton Bern. Seit 1787 werden in diesem<br />

altehrwürdigen Haus Gäste bewirtet.<br />

Es wurde von einer Fachjury zum Sieger<br />

erkoren – dank der grossen Anstrengungen,<br />

die in die Restaurierung und Instandhaltung<br />

des Betriebs eingeflossen sind. icomos.ch<br />

Zusammen mit seinem Bruder<br />

Benjamin wird der Content Creator,<br />

Fernsehkoch und Kochbuchautor<br />

David Geisser am 14. Januar in<br />

St. Gallen sein eigenes Restaurant,<br />

das «Soleil d’Or», eröffnen. Während<br />

David Geisser das Konzept entworfen<br />

hat, wird Benjamin Geisser, der seine<br />

Kochlehre im Zürcher Luxushotel<br />

«The Dolder Grand» machte, die<br />

Rolle des Küchenchefs übernehmen.<br />

davidgeisser.ch<br />

GLOBUS BELLEVUE IST ZURÜCK<br />

Die Globus-Filiale am Bellevue hat nach<br />

fast zwei Jahren Umbau wiedereröffnet.<br />

Fokus liegt voll und ganz auf Genuss. Im<br />

Untergeschoss werden in der Delicatessa<br />

unter anderem 150 Käsesorten verkauft,<br />

im Erdgeschoss gibt es im Gastronomiebereich<br />

Köstlichkeiten lokaler Unternehmen.<br />

globus.ch<br />

KEINE NEWS MEHR<br />

VERPASSEN<br />

Mit dem <strong>Falstaff</strong>-Newsletter sind Weinfreunde<br />

und Gourmets top informiert!<br />

Die <strong>Falstaff</strong>-Online-Redaktion versorgt<br />

Sie mit den aktuellsten Nachrichten<br />

und Informationen aus den Bereichen<br />

Wein, Gourmet und Reise. Dazu gibt<br />

es attraktive Gewinnspiele mit<br />

sensationellen Preisen!<br />

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dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

145


gourmet / RESTAURANT- UND BEIZENGUIDE 2025<br />

SIMPLY<br />

THE BEST<br />

Der <strong>Falstaff</strong> Restaurant- und Beizenguide ist da!<br />

Dieses Jahr umfasst er ganze 1300 Lokale, wie<br />

immer bewertet von der <strong>Falstaff</strong>-Community.<br />

Die Kategoriensieger stellen wir hier vor.<br />

TEXT LARISSA GRAF<br />

Alle Informationen<br />

und Bestenlisten unter<br />

go.falstaff.com/restaurantund-beizenguide-ch-25<br />

Mit Gerichten, die mindestens so gut<br />

schmecken, wie sie aussehen, haben<br />

Marcel Koolen und sein Team das<br />

Restaurant «7132 Silver» in Vals zur<br />

Gourmetadresse des Jahres gemacht.<br />

Foto: 7132 Hotel / Julien Balmer<br />

146 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

147


gourmet / RESTAURANT- UND BEIZENGUIDE 2025<br />

LEBENSWERK<br />

IRMA DÜTSCH<br />

Bereits als Vierjährige wusste die<br />

Bauerntochter, dass sie Köchin werden<br />

würde. Der Weg von den idyllischen<br />

Bergen des Greyerzerlands in<br />

die <strong>Schweiz</strong>er Hotel- und Restaurantküchen<br />

war für eine Frau in den 1950er-Jahren aber<br />

nicht einfach, denn Restaurantköchinnen gab<br />

es damals kaum. So führte ihr Weg zum ersten<br />

Mal aus der Romandie in die Deutschschweiz,<br />

wo sie eine Kochlehrstelle fand – als erste Frau<br />

des Landes. Nach der Ausbildung zog sie ins<br />

Ausland, in Montreal heiratete sie den <strong>Schweiz</strong>er<br />

Koch und Sommelier Hans Jörg Dütsch.<br />

Zusammen arbeiteten sie in Kanada, in Mexiko<br />

und in den USA, bevor sie wieder in die<br />

Heimat zogen. Nach einer kurzen Zeit in<br />

Kreuzlingen übernahmen sie das «Hotel<br />

Fletschhorn» in Saas-Fee, wo sie 30 Jahre lang<br />

wirteten. In dieser Zeit wurde sie als erste Frau<br />

der <strong>Schweiz</strong> mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet,<br />

Mitglied in den «Grandes Tables de<br />

Suisse» und erreichte auf etlichen Auslandsreisen<br />

internationales Renommee. Mit ihrer Unerschrockenheit<br />

und ihrem Durchsetzungswillen<br />

hat Dütsch vielen Frauen den Weg geebnet.<br />

Sie ist zu Recht eine der grössten Ikonen der<br />

<strong>Schweiz</strong>er Gastronomie.<br />

Irma Dütsch ist eine<br />

Wegbereiterin für<br />

<strong>Schweiz</strong>er Köchinnen. Als<br />

erste Frau im Land hat<br />

sie eine Kochausbildung<br />

absolviert, später wurde<br />

sie die erste Sterneköchin<br />

der <strong>Schweiz</strong>.<br />

JÖRG BÜHLER,<br />

BÜ’S HOPFENAU, ZÜRICH<br />

Essen 44 | 50<br />

Service 19 | 20<br />

Getränke 19 | 20<br />

Ambiente 8 | <strong>10</strong><br />

GESAMT 90 | <strong>10</strong>0<br />

Büs Markenzeichen sind<br />

die bunten Hemden.<br />

Diese trägt er auch in<br />

seinem Restaurant, wo<br />

der Gastgeber ein gutes<br />

Händchen für klassische<br />

Küche und ausgesuchten<br />

Wein beweist.<br />

WIRT DES<br />

JAHRES<br />

Jörg Bühler, besser bekannt unter<br />

dem Spitznamen «Bü», kennt man<br />

in der Stadt Zürich. Nach einer<br />

Zwangspause ist er seit dem Frühjahr<br />

wieder zurück: mit gewohntem Gastgebergeschick<br />

und einer Weinkarte, die sich<br />

gewaschen hat. In der Quartierbeiz «Bü’s<br />

Hopfenau» bewirtet das Unikat die Gäste<br />

nun wieder mit seiner unverkennbaren Mischung<br />

aus Humor und Professionalität.<br />

Dass der ausgebildete Koch und Sommelier<br />

Bü sich mit Weinen hervorragend auskennt<br />

und die klassische Küche liebt, ist ebenso<br />

kein Geheimnis wie sein Faible für bunte<br />

Hemden und Wortspiele. Die Beiz lebt von<br />

seiner Präsenz, denn er ist ein Gastgeber<br />

und Wirt, wie er im Buche steht.<br />

Fotos: Marcus Gyger, Henrik Nielsen, Julien L. Balmer, beigestellt<br />

148 falstaff dez–feb 2025


PATISSIER<br />

DES JAHRES<br />

Kreativ und technisch perfekt sind<br />

Andy Vorbuschs Dessertkreationen<br />

alle, und köstlich noch dazu.<br />

Kein Wunder, hat der umtriebige<br />

Patissier doch in unzähligen berühmten Restaurants<br />

gearbeitet. Seit einigen Jahren ist<br />

der gebürtige Deutsche in der <strong>Schweiz</strong>, wo<br />

er bereits im «The Dolder Grand» wirkte,<br />

bei Sven Wassmer in Bad Ragaz und zuletzt<br />

im «Parkhotel Vitznau». Für das Zürcher<br />

Hotel «Mandarin Oriental Savoy» war es<br />

also ein grosser Coup, den erfahrenen Vorbusch<br />

als «Executive Pastry Chef» gewinnen<br />

zu können. Nun ist er nicht nur in der eleganten<br />

Brasserie Savoy fürs Süsse zuständig,<br />

sondern erschafft auch die kreativen Nachspeisen<br />

im Gourmetrestaurant «Orsini».<br />

TASTING<br />

POWERED INFO BY<br />

GENESIS<br />

WEITERE BEWERTUNGEN<br />

UND BESCHREIBUNGEN<br />

FINDEN SIE<br />

AB SEITE 148.<br />

Architektonisch ist das «7132 Hotel» in Vals<br />

ein Meisterwerk. Dank dem hauseigenen<br />

Sternerestaurant «7132 Silver» hat es aber<br />

auch kulinarisch Hochstehendes zu bieten.<br />

Dabei arbeitet er nicht nur mit klassischen<br />

Dessertzutaten, sondern auch mit Gemüsen<br />

und Gewürzen, die man sonst selten in Süssspeisen<br />

findet. Seine Kreationen sind so<br />

spannend, dass man bei keinem Restaurantbesuch<br />

darauf verzichten sollte – lieber bestellt<br />

man einen herzhaften Gang weniger!<br />

ANDY VORBUSCH,<br />

MANDARIN ORIENTAL<br />

SAVOY, ZÜRICH<br />

Essen 47 | 50<br />

Service 19 | 20<br />

Getränke 18 | 20<br />

Ambiente <strong>10</strong> | <strong>10</strong><br />

GESAMT 94 | <strong>10</strong>0<br />

7132 SILVER, VALS<br />

Essen 48 | 50<br />

Service 19 | 20<br />

Getränke 19 | 20<br />

Ambiente <strong>10</strong> | <strong>10</strong><br />

GESAMT 96 | <strong>10</strong>0<br />

Für Andy Vorbusch gibt es<br />

fast nichts, das nicht zu<br />

einem Dessert verarbeitet<br />

werden könnte.<br />

GOURMET-<br />

ADRESSE<br />

DES JAHRES<br />

Im Frühling 2023 übernahm Marcel<br />

Koolen die Leitung im «7132 Silver»<br />

von seinem Vorgänger Mitja Birlo.<br />

Mit der Wahl für den Niederländer<br />

bewies Inhaber Remo Stoffel erneut, dass er<br />

ein Händchen zur Talenteförderung hat.<br />

Koolens Küche mischt Alpines mit feinsten<br />

Zutaten aus ferneren Wäldern und Gewässern,<br />

ist elegant und technisch anspruchsvoll,<br />

aber keinesfalls kompliziert. Natürlich<br />

spielt auch das besondere Ambiente für das<br />

Gesamterlebnis eine grosse Rolle: Im modernen<br />

Gastraum speist man mit Blick auf<br />

die wunderbare Valser Bergwelt, es gibt<br />

aber auch den Chef’s Table in der Küche,<br />

an dem die Gäste selbst Teil des Gebotenen<br />

werden. Für den reibungslosen Ablauf des<br />

Service ist Koolens Partnerin Franziska<br />

Woelfle verantwortlich. Die junge Australierin<br />

mit deutschen Wurzeln hat auch den<br />

beeindruckenden Weinkeller und das Getränke-Pairing<br />

fest im Griff. Ein Abend im<br />

«7132 Silver» ist umfassendes Verwöhnprogramm<br />

für Körper, Geist und Seele.<br />

95–<strong>10</strong>0 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

149


gourmet / RESTAURANT- UND BEIZENGUIDE 2025<br />

Der sympathische Sommelier<br />

Paul Valentin Fröhling schenkt in<br />

Tanja Grandits’ Restaurant «Stucki»<br />

gerne Weine aus Magnumflaschen aus.<br />

Der Münchener Paul Valentin<br />

Fröhling ist seit letztem Jahr<br />

Sommelier bei Tanja Grandits.<br />

Er fällt durch sein grosses Fachwissen<br />

und seinen entspannten Umgang mit<br />

den Gästen des Stucki auf und ist somit<br />

eine perfekte Ergänzung für Grandits’ eingespieltes<br />

Team. Bevor er in die <strong>Schweiz</strong><br />

kam, sammelte er unter anderem Erfahrungen<br />

im legendären «Pauly Saal», der vor<br />

drei Jahren seine Türen schloss. Heute<br />

kümmert er sich um den 7000 Flaschen<br />

umfassenden Weinkeller im «Stucki». Ein<br />

besonderes Augenmerk widmet er Grossflaschen,<br />

aus denen er auch die Pairings zu<br />

den aromenreichen Menus auswählt. Wie<br />

zu erwarten gibt es auf der Karte gesuchte<br />

SOMMELIER<br />

DES JAHRES<br />

Tropfen, die auch mit Jahrgangstiefe erhältlich<br />

sind. Allerdings findet man auch Trouvaillen<br />

der besonderen Art, sowohl aus der<br />

<strong>Schweiz</strong> als auch aus dem Ausland. Es ist<br />

eine besondere Auswahl, die Fröhling mit<br />

grosser Leidenschaft und unermüdlichem<br />

Einsatz an die Gäste bringt.<br />

PAUL VALENTIN FRÖH-<br />

LING, TANJA GRANDITS –<br />

STUCKI, BASEL<br />

Essen 49 | 50<br />

Service 20 | 20<br />

Getränke 19 | 20<br />

Ambiente 9 | <strong>10</strong><br />

GESAMT 97 | <strong>10</strong>0<br />

BESTE<br />

SCHWEIZER<br />

WEINKARTE<br />

TASTING<br />

POWERED BY<br />

INFO<br />

SWISS WINE<br />

WEITERE BEWERTUNGEN<br />

UND BESCHREIBUNGEN<br />

GOURMET<br />

FINDEN SIE<br />

AB SEITE 148.<br />

Wo Alexandre Hannemann<br />

Gastgeber ist, sind die<br />

Weinkeller gut gefüllt.<br />

So war es im «Restaurant<br />

Neumarkt», im «Schlüssel» im Seefeld und<br />

auch in seinem aktuellen Lokal «Blaue<br />

Ente», das er seit Frühling <strong>2024</strong> mit seinem<br />

Team bespielt. Besonders gut vertreten<br />

sind auch hier die <strong>Schweiz</strong>er Produzenten<br />

und Produzentinnen. Hannemann ist<br />

Mitglied der Vereinigung «Mémoire des<br />

Vins Suisses», die es sich auf die Fahne geschrieben<br />

hat, die Qualität und das Reifepotenzial<br />

grosser <strong>Schweiz</strong>er Weine aufzuzeigen.<br />

Dieses Ziel verfolgt Hannemann<br />

auch in der «Blauen Ente»: Es gibt Tropfen<br />

aus allen wichtigen Weinregionen des<br />

Landes, darunter zahlreiche Raritäten und<br />

ältere Jahrgänge. Allein schon bei den<br />

Schaumweinen entfällt über ein Drittel der<br />

Positionen auf <strong>Schweiz</strong>er Weine, und diese<br />

Philosophie zieht sich weiter bis zum Süsswein.<br />

Dabei sind grosse Klassiker genauso<br />

vertreten wie Nischenweine.<br />

Alexandre Hannemann hat<br />

vor Kurzem die «Blaue Ente»<br />

in der Mühle Tiefenbrunnen<br />

übernommen. Dank ihm gibt<br />

es dort jetzt eine fantastische<br />

Auswahl an <strong>Schweiz</strong>er Weinen.<br />

BLAUE ENTE,<br />

ZÜRICH<br />

Essen 44 | 50<br />

Service 18 | 20<br />

Getränke 19 | 20<br />

Ambiente 9 | <strong>10</strong><br />

GESAMT 90 | <strong>10</strong>0<br />

Fotos: beigestellt, Alina Birjuk, Liliana Lafranchi, Lukas Lienhard<br />

150 falstaff dez–feb 2025


ERÖFFNUNG DES<br />

JAHRES<br />

In den meisten Städten der Welt ist der<br />

Bahnhof keinesfalls ein kulinarischer<br />

Hotspot. Eine brandneue Ausnahme<br />

ist der Zürcher Hauptbahnhof. Nach<br />

fünfjähriger Generalsanierung des Bahnhof-<br />

Südtrakts hat die SBB verschiedenen Gastronomen<br />

ermöglicht, hier Lokale zu eröffnen<br />

und damit einen einzigartigen Food-Hotspot<br />

geschaffen. Statt Standard-Systemgastronomie<br />

bekommt man die saftigen Smashburger<br />

von «Action Burger», das knusprige Fried<br />

Chicken von «Yardbird», die luftige neapolitanische<br />

Pizza von «San Gennaro» und nach<br />

wie vor die legendären Pralinés und Luxemburgerli<br />

der Confiserie Sprüngli. Hinter den<br />

grössten Perlen des Südtrakts stehen zwei<br />

umtriebige Zürcher Gastrounternehmer:<br />

Valentin Diem und Nenad Mlinarevic, die<br />

bereits die «Neue Taverne», die «Bauern-<br />

schänke» und das «Restaurant Neumarkt»<br />

bespielen. Im Hauptbahnhof haben sie dieses<br />

Jahr die zeitgenössische «Brasserie Süd» und<br />

das Fine-Dining-Restaurant «The Counter»<br />

eröffnet, das dank Küchenchef Mitja bereits<br />

im Eröffnungsjahr zwei Michelinsterne holte.<br />

Es ist ein einmaliges Projekt, das die SBB hier<br />

realisiert hat, und eines, das Zürichs Ruf als<br />

Foodie-Destination weiter untermauert.<br />

HAUPTBAHNHOF<br />

SÜDTRAKT, ZÜRICH<br />

• Brasserie Süd, brasserie-sued.ch<br />

• The Counter, the-counter.ch<br />

• Yardbird, yardbird.ch<br />

• San Gennaro, sangennarozurigo.ch<br />

• Action Burger, actionburger.ch<br />

• Confiserie Sprüngli, spruengli.ch<br />

In der «Brasserie Süd» geniesst man<br />

vor der Abfahrt, nach der Ankunft oder<br />

einfach so moderne Brasserieküche.<br />

PLANT-BASED-<br />

RESTAUR ANT<br />

DES JAHRES<br />

Im «Anoah» serviert der junge Koch Noah<br />

Rechsteiner veganes Fine Dining. Mit seinen<br />

ANOAH, ZÜRICH<br />

schmackhaften Gerichten schafft er es, sogar<br />

eingefleischte Karnivoren zu beeindrucken. Essen 45 | 50<br />

Service 18 | 20<br />

Getränke 18 | 20<br />

Ambiente 9 | <strong>10</strong><br />

GESAMT 90 | <strong>10</strong>0<br />

Trotz seines jungen Alters kann<br />

Noah Rechsteiner bereits auf eine<br />

bewegte Karriere zurückblicken.<br />

Mit 15 begann er eine Kochlehre<br />

im prestigeträchtigen «Restaurant Widder».<br />

Später reiste er durch Asien und absolvierte<br />

Praktika in diversen Sternerestaurants, bevor<br />

er beim Veggie-Pionier Hiltl als Rezeptentwickler<br />

anfing und sich mit verschiedenen<br />

Pop-up-Konzepten einen Namen machte.<br />

Rechsteiner kennt sich also mit Sterneküche<br />

genauso aus wie mit vegetarischer<br />

und veganer Gastronomie. Nebenbei<br />

lernte er an der Hotelfachschule<br />

Zürich die Fähigkeiten,<br />

die es zur Führung eines eigenen<br />

Restaurants braucht. Anfang<br />

<strong>2024</strong> eröffnete er – mit 23 immer<br />

noch blutjung – sein erstes<br />

eigenes Lokal, das «Anoah»<br />

Plant-Based-Restaurant beim Rigiblick.<br />

Sein veganes Fine-Dining-Konzept<br />

eroberte die Herzen der Zürcher im<br />

Sturm – egal, ob diese sich vegan ernähren<br />

oder nicht. Mit einem ebenso jungen Team<br />

im Rücken zeigt er, dass Genuss und Plant-<br />

Based-Küche zusammengehören und die<br />

Gourmetküche Zukunft hat.<br />

95–<strong>10</strong>0 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte dez–feb 2025 falstaff 151


gourmet / RESTAURANT- UND BEIZENGUIDE 2025<br />

BEIZ DES JAHRES<br />

Es ist wunderbar, wenn talentierte<br />

Köche sich den scheinbar einfachen<br />

Dingen des Lebens widmen.<br />

So wie im Suure Mocke im<br />

«Gasthof zum Brunnen», wo Alexander<br />

Rufibach sich seit 40 Jahren der Perfektion<br />

des namensgebenden Gerichts verschrieben<br />

hat. Kein Wunder also, dass der Suure Mocke<br />

hier der beste weit und breit ist. Genauso<br />

wie der Kartoffelstock, den es dazu gibt.<br />

Natürlich gibt es auf der kleinen Karte<br />

auch weitere Köstlichkeiten, je nach Angebot<br />

und Lust und Laune des Chefs. Der<br />

«Gasthof zum Brunnen» ist eine Beiz, wie<br />

man sie sich in jedem Dorf wünscht: gemütlich,<br />

bodenständig und richtig fein. Dafür,<br />

dass man sich hier schnell wie zu Hause<br />

fühlt, sorgt Patronne Brigitte Rufibach, die<br />

jeden Gast behandelt, als käme er schon<br />

seit Jahren mehrmals wöchentlich vorbei.<br />

Zur Essensbegleitung lagern im Keller viele<br />

spannende <strong>Schweiz</strong>er Wein-Trouvaillen.<br />

SUURE MOCKE,<br />

FRAUBRUNNEN<br />

Essen 45 | 50<br />

Service 19 | 20<br />

Getränke 17 | 20<br />

Ambiente 8 | <strong>10</strong><br />

GESAMT 89 | <strong>10</strong>0<br />

HOTELRESTAURANT<br />

DES JAHRES<br />

Das Ambiente im «The Japanese<br />

Restaurant», auf etwa 1500<br />

Metern Höhe in einem der besten<br />

Hotels des Landes gelegen,<br />

ist wie zu erwarten fantastisch. Die Weinkarte<br />

enthält nicht nur alles, was Rang und<br />

Namen hat, sondern auch viele Besonderheiten<br />

und eine vorzügliche Sake-Auswahl.<br />

Auch was die Küchenchefs Fabio Toffolon<br />

und Dominik Sato hier auf die Teller bringen,<br />

beeindruckt nachhaltig. Die beiden<br />

Zwillingsbrüder – Sato hat den Nachnamen<br />

seiner Frau angenommen – haben<br />

2023 die Leitung des «Japanese Restaurants»<br />

übernommen. Das Duo kocht eine<br />

raffinierte und zeitgenössische japanische<br />

Küche, die sich auf kluge Weise auch europäischer<br />

Zutaten und Techniken bedient.<br />

Mit von der Partie ist auch Satos Frau<br />

Yoshiko, die sich um die hervorragenden<br />

Desserts kümmert – ein wunderbares<br />

«Familienunternehmen»!<br />

THE JAPANESE RESTAU-<br />

RANT, ANDERMATT<br />

Essen 48 | 50<br />

Service 19 | 20<br />

Getränke 19 | 20<br />

Ambiente 9 | <strong>10</strong><br />

GESAMT 95 | <strong>10</strong>0<br />

Die besten Restaurants und<br />

Beizen der <strong>Schweiz</strong> in einem<br />

Guide – online bestellbar<br />

unter shop.falstaff.ch.<br />

GESAMTWERTUNG<br />

FÜR DIE SCHWEIZ<br />

Name des Bewertung Punkte /<br />

Restaurants Essen max. <strong>10</strong>0<br />

Cheval Blanc by 50<br />

Peter Knogl<br />

4001 Basel<br />

Schauenstein 50<br />

7414 Fürstenau<br />

L’Hôtel de Ville 49<br />

<strong>10</strong>23 Crissier<br />

Memories 49<br />

73<strong>10</strong> Bad Ragaz<br />

La Table du Valrose 48<br />

1659 Rougemont<br />

Pic 49<br />

<strong>10</strong>00 Lausanne<br />

Tanja Grandits – Stucki 49<br />

4059 Basel<br />

The Restaurant 49<br />

8032 Zürich<br />

Widder Restaurant 49<br />

8001 Zürich<br />

Ecco im Giardino 48<br />

Ascona<br />

6612 Ascona<br />

95–<strong>10</strong>0 Punkte<br />

90–94 Punkte<br />

85–89 Punkte<br />

80–84 Punkte<br />

falstaff<br />

RESTAURANT &<br />

BEIZEN GUIDE<br />

SCHWEIZ<br />

2025<br />

Die besten 1300 Restaurants und Beizen<br />

der <strong>Schweiz</strong>. Von Gästen bewertet.<br />

99<br />

99<br />

98<br />

98<br />

97<br />

97<br />

97<br />

97<br />

97<br />

97<br />

Fotos: Michael Adair, beigestellt<br />

152 falstaff dez–feb 2025


Feier deinen<br />

Geschmack!<br />

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Verfügbar im vomFASS-Onlineshop und in teilnehmenden vomFASS-Franchise-Geschäften. Bei Einlösung im Onlineshop fallen die regulären Versandkosten an.<br />

Nicht mit anderen Aktionen kombinierbar. Nur solange der Vorrat reicht. Abgabe nur an Personen ab 16 Jahren. Keine Barauszahlung möglich. Satz- und Druckfehler<br />

vorbehalten.


gourmet / BROT CUISINE<br />

BROT<br />

CUISINE<br />

Mehl, Wasser, Hefe, Salz – was einst als schlichtes Grundnahrungsmittel<br />

diente, erfährt heute eine Renaissance auf<br />

höchstem kulinarischen Niveau. Entdecken Sie mit uns die<br />

faszinierendsten Zentren der Backkunst und erfahren Sie,<br />

was Spitzenköche über die Magie des Brotes denken.<br />

TEXT SEBASTIAN SPÄTH, ANNA WENDER<br />

Brot erlebt in der Spitzenküche eine Renaissance<br />

wie nie zuvor. So integriert «Lakeside»-Küchenchef<br />

Julian Stowasser für die Gäste in Hamburg eine<br />

Delikatesse seiner oberbayerischen Heimat in<br />

seinen Brotgang: Laugenbrötchen.<br />

Foto: The Fontenay Hamburg<br />

154 falstaff dez–feb 2025


dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

155


gourmet / BROT CUISINE<br />

Uralte Technik: Die Herstellung von<br />

Brot mit den Händen ist bis heute<br />

ein Qualitätssiegel.<br />

Erinnern Sie sich noch an die Zeit,<br />

als Hefe und Mehl genauso<br />

restlos ausverkauft waren wie<br />

Klopapier? Es war der erste<br />

Corona-Lockdown, und über<br />

sämtliche Gesellschaftsschichten hinweg<br />

wurden plötzlich «Herbert» oder «Hildegard»<br />

gefüttert, die spätestens an Tag fünf<br />

ordentlich vor sich hin blubberten. Die<br />

Google-Suchanfragen nach Sauerteig stiegen<br />

in dieser Zeit um 384 Prozent – kein Scherz.<br />

Und Barbara van Melle versank in Bestellungen.<br />

Die 65-jährige Wienerin nährte zu<br />

diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als sieben<br />

Jahren ihre Sauerteigstarter.<br />

Den Grundstein für ihr Unternehmen<br />

Kruste & Krume legte sie 2015 mit einem<br />

Buchprojekt, einer Sammlung von Brotrezepten<br />

der besten Bäcker Österreichs. 2018<br />

eröffnete die ehemalige ORF-Moderatorin<br />

schliesslich Wiens erste Brotbackschule und<br />

kurz darauf die «Greisslerei», im deutschsprachigen<br />

Raum das einzige Fachgeschäft<br />

für unterschiedlichste Mehlsorten und alles,<br />

was man zusätzlich zum Brotbacken benötigt.<br />

Für Back-Fans ein Paradies.<br />

NICHTS AUSSER BROT<br />

Genau dort türmten sich während der<br />

Pandemie stapelweise Kartons: «Plötzlich<br />

haben alle Mehl bestellt», erinnert sich van<br />

Melle. Dazu hielt sie Online-Brotbackkurse<br />

ab, die ihre Abonnentenzahl auf YouTube<br />

in die Höhe schnellen liessen. Bis heute sei<br />

diese Nachfrage ungebrochen. «Kann man<br />

da noch von einem Boom sprechen?», fragt<br />

van Melle zu Recht. Für die leidenschaftliche<br />

Hobbybäckerin ist es ein gesamtgesellschaftlicher<br />

Bewusstseinswandel. Brot<br />

ist wieder etwas Besonderes!<br />

Auch in der Bonner Südstadt lässt sich<br />

diese Renaissance der Brotliebe beobach-<br />

ASMA KHAN<br />

«Darjeeling Express», London, England<br />

DURCH DEN GERUCH VON<br />

FLADENBROT, DER DURCH EIN<br />

FENSTER STRÖMTE, ENTDECKTE SIE<br />

IHRE LIEBE ZUM KOCHEN.<br />

«Das indische Fladenbrot Roti ist<br />

mehr als nur ein Brot – das Wort<br />

wird auch als Synonym für Lohn<br />

oder Einkommen verwendet und ist<br />

auf Hindi der erste Begriff, der die<br />

Grundbedürfnisse des Lebens beschreibt:<br />

›Roti, Kapada aur Makaan‹ –<br />

Nahrung, Kleidung und Unterkunft.»<br />

Fotos: Bastian Werner, Ming Tang Evans, The Fontenay Hamburg, Thomas Kaup, beigestellt<br />

156 falstaff dez–feb 2025


ten. «Die Menschen haben Brot wieder<br />

zu schätzen gelernt», findet Bäckermeister<br />

Max Kugel. Wie sehr genau, kann man an<br />

der Menschenschlange vor dem Betrieb des<br />

34-Jährigen ablesen – an guten Tagen misst<br />

sie bis zu 80 Meter. Wartezeiten von über<br />

30 Minuten sind da keine Seltenheit. Während<br />

anderswo Bäckereien reihenweise betriebsbedingt<br />

schliessen, allein in den letzten<br />

20 Jahren rund die Hälfte im deutschsprachigen<br />

Raum, muss Kugel regelmässig<br />

Kunden wegschicken, weil er ausverkauft<br />

ist. Was macht er anders?<br />

«Grundsätzlich alles», sagt der 34-Jährige.<br />

Das fängt schon damit an, dass es in seinem<br />

Laden nichts ausser Brot zu kaufen gibt –<br />

sechs Sorten nur, meist erst ab Mittag.<br />

Sonntag und Montag sind Ruhetage. Für<br />

Kugel und seine 13 Mitarbeiter ist Nachtarbeit,<br />

die den Bäckerberuf für viele so unattraktiv<br />

macht, ein Relikt der Vergangenheit.<br />

Er sieht sein Modell als einzige Möglichkeit,<br />

das Handwerk in die Zukunft zu<br />

führen und «sozial kompatibel» zu machen.<br />

«Es ist eine reine Qualitätsentscheidung, für<br />

das Produkt und für die Menschen.»<br />

Kugels Brote tragen Namen wie «Föhrer»,<br />

«Aschauer» oder «Heinz», nach<br />

Orten und Menschen, die ihn auf seinem<br />

Weg geprägt haben. Auf den sechs schwarzen<br />

Brottafeln hinter der Theke prangt in<br />

Leuchtschrift: Sauerteig, Roggen, Sonnenblume,<br />

Wasser, Salz. Jede Zutat ist einzeln<br />

aufgelistet «wie in einem Gericht in einem<br />

Gourmetrestaurant», erklärt er. «Was wir<br />

hier leben und verkörpern, ist die Sternegastronomie<br />

des Bäckerhandwerks.»<br />

ANERKENNUNG ZURÜCKGEBEN<br />

Kugels Ziel: dem Bäckerhandwerk den Stellenwert<br />

und die Anerkennung zurückzugeben,<br />

die es verdient, ähnlich wie die gehobene<br />

Gastronomie sie geniesst. Schliesslich profitiert<br />

diese enorm davon, drei Restaurants<br />

sogar direkt: Zwei in Bonn und eines im<br />

Schwarzwald beziehen Kugels Brote. Weitere<br />

Anfragen lehnt er ab, selbst der Münchner<br />

Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig, momentan<br />

einer der angesagtesten Köche der Welt,<br />

hatte bereits Kugels Brote zur Verkostung<br />

angefordert, aber eine Absage kassiert.<br />

Also entschied Hartwig, sein Brot selbst<br />

zu backen. Ein Anruf in München: «In<br />

Spitzenzeiten hatten wir sechs verschiedene,<br />

aromatisierte Sorten», erinnert sich der<br />

42-Jährige an seine Zeit als Küchenchef<br />

im «Atelier» im Luxushotel «Bayerischer<br />

Hof». Heute findet er: «Das ist Quatsch.»<br />

Ein exzellentes Brot, das zu verschiedensten<br />

Gerichten passt, ob Saibling, vegetarische<br />

<<br />

JULIAN STOWASSER<br />

«Lakeside», Hamburg, Deutschland<br />

DER ZWEI-STERNE-KOCH HOLT<br />

MIT SEINEM BROTGANG EIN STÜCK<br />

SEINER OBERBAYERISCHEN HEIMAT<br />

NACH HAMBURG.<br />

«Brot gehört für mich untrennbar<br />

zu gutem Essen. Es ist tief in unserer<br />

Tradition verankert. Zwar wurde es nicht<br />

in Deutschland erfunden, doch gerade<br />

hier hat sich eine einzigartige Brotkultur<br />

entwickelt. Neben knusprigem Sauerteigist<br />

Laugenbrot Teil meines Menus – weil<br />

es mich an meine süddeutsche Heimat<br />

erinnert.»<br />

Max Kugel (r.) versteht sich als<br />

Gourmetbäcker. In seinem Laden gibt es<br />

ausschliesslich Brot – sechs Sorten, meist<br />

erst ab Mittag. Dafür in höchster Qualität.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

157


gourmet / BROT CUISINE<br />

<<br />

Gänge oder Entenbrust,<br />

sei die eigentliche Kunst. In<br />

seinem Restaurant «Jan» ist<br />

Brot ein eigener Gang gewidmet,<br />

denn: «Deutschland ist<br />

eine Brotnation», so Hartwig.<br />

«Nirgendwo auf der Welt ist<br />

Brot so gut wie bei uns.»<br />

Sein Ursprung liegt allerdings woanders:<br />

Vor etwa 6000 Jahren erfanden<br />

die Ägypter das moderne Brot (der mit<br />

Sauerteig gelockerte Brotlaib aus dem<br />

Ofen), die Römer brachten es nach Europa.<br />

Vor 1300 Jahren eröffneten in Deutschland<br />

die ersten Bäckereien, und mit über 3000<br />

verschiedenen Brotsorten ist das Land heute<br />

weltweiter Spitzenreiter. Diese Vielfalt ist<br />

so bedeutend, dass die deutsche Brotkultur<br />

2014 von der Unesco als immaterielles<br />

Kulturerbe anerkannt wurde.<br />

Zu den innovativsten Kreationen des<br />

Drei-Sterne-Kochs Niko Romito<br />

gehört das Sauerteigbrot mit<br />

Kartoffeln, das eine völlig neue<br />

Textur hervorbrachte: innen<br />

extrem luftig und aussen knusprig.<br />

BROT UND BODEN<br />

Die Vielfalt der Brotsorten ist vor allem den<br />

unterschiedlichen Böden zu verdanken: Im<br />

Norden wird Roggen angebaut, im Süden<br />

Weizen, und auf der Schwäbischen Alb<br />

gedeiht Dinkel. Früher war Brot auch ein<br />

Statussymbol: Weizenbrote für den Adel,<br />

Mischbrote für wohlhabende Handwerker,<br />

und Vollkornbrote für das einfache Volk.<br />

In München bei Jan Hartwig wird heute<br />

Weizensauerteigbrot aus regionalem Mehl<br />

und einem schon jahrelang gefütterten An-<br />

Für Niko Romito<br />

ist Brot ein<br />

wesentliches<br />

Element seiner<br />

Arbeit und ein<br />

nie endendes<br />

Experiment.<br />

NIKO ROMITO<br />

«Reale», Castel di Sangro, Italien<br />

DIE BROTLIEBE DES DREI-STERNE-<br />

KOCHS FÜHRTE ZUR ERÖFFNUNG<br />

SEINES «LABORATORIO», IN DEM ER<br />

DIE BACKKUNST ERFORSCHT.<br />

«Unsere Brotkultur ist für mich eine<br />

riesige Faszination – von alten Getreidesorten<br />

bis zur Fermentation und den<br />

technischen Aspekten des Backens. Mein<br />

Credo lautet: Fine Dining sollte der Anstoss<br />

für Veränderungen in der gesamten<br />

Gastronomie sein, und mein Brot spiegelt<br />

diese Idee perfekt wider.»<br />

Fotos: Andrea Straccini, Lukas Lorenz, Inge Prader / Wolfgang Hummer, Tammy Bar Shay, beigestellt<br />

158 falstaff dez–feb 2025


Lukas Jakobi bietet sein eigens<br />

entwickeltes Brot nicht nur in<br />

seinen Menüs, sondern auch in<br />

Zusammenarbeit mit einer Bäckerei<br />

zum regulären Verkauf an.<br />

stellgut serviert, begleitet von Sauerrahmbutter<br />

aus dem Allgäu und einem saisonal<br />

wechselnden Dip. Und das mitten im<br />

Menu. Das minimiere die Chance, dass sich<br />

Gäste am Brot satt essen, und gebe dem<br />

Brot die verdiente Bühne als Kulturgut und<br />

als handwerklich einwandfrei gefertigtes<br />

Produkt. Für Hartwig sind es schliesslich<br />

Emotionen, die die Freude am Brot lebendig<br />

halten.<br />

Die Idee, Brot einen eigenen Gang zu<br />

widmen, hat jedoch nicht Hartwig als Erster<br />

erdacht. Noch bevor er 2014 Küchenchef<br />

im «Atelier» wurde, servierte ein anderer<br />

Dreisterner Brot als eigenständigen Gang:<br />

ausgerechnet ein Italiener.<br />

Seit Niko Romito im Jahr 2000 das<br />

«Reale» übernahm, verfolgt der Autodidakt<br />

kompromisslos die Perfektion und Einfachheit<br />

in seinen Gerichten. Brot wurde zum<br />

wesentlichen Element seiner Arbeit und zu<br />

einem nie enden wollenden Experiment.<br />

Vor allem das Sauerteigbrot mit Kartoffeln<br />

gilt als Innovation, die eine völlig neue<br />

Textur hervorbrachte: extrem luftig, aussen<br />

knusprig. Seine Leidenschaft führte schliesslich<br />

zur Gründung des «Laboratorio», eines<br />

Forschungszentrums für Brot, das heute<br />

auch italienische Backwaren wie Panettone,<br />

Pandoro und Colomba herstellt.<br />

DAS «MAGDI-BROT»<br />

Eine ähnliche Geschichte lässt sich in<br />

Schwyz, rund 60 Kilometer südlich von<br />

Zürich, erzählen. Als Küchenchef Dominik<br />

Hartmann im Sommer 2020 das Restaurant<br />

«Magdalena» eröffnete, ahnte er wohl<br />

kaum, dass sein<br />

Brot das grösste<br />

Aufsehen erregen würde.<br />

Bereits wenige Monate<br />

nach der Eröffnung erhielt<br />

er zwei Sterne, kein Wunder, lernte<br />

Hartmann doch bei Grössen wie Andreas<br />

Caminada und Fabian Fuchs. Doch am<br />

meisten beeindruckte die Gäste das «Magdi-Brot».<br />

«Es ist das Highlight des Menus»,<br />

erzählt Hartmann. Sein Geheimnis: Kartoffeln,<br />

genauer gesagt Bergkartoffeln aus<br />

dem Albula -Tal. Das Brot wird zwar nicht<br />

als eigener Gang serviert, ergänzt jedoch<br />

perfekt das Menu. Doch damit nicht genug.<br />

Weil die Nachfrage nach dem Brot nicht<br />

weniger wurde – ganz im Gegenteil –, eröffnete<br />

das «Magdalena»-Team Ende 2021<br />

eine Pop-up-Bäckerei. Hartmann, der eine<br />

Ausbildung zum Konditor und Confiseur<br />

absolviert hat, träumte schon lange von<br />

einer eigenen Bäckerei. Inzwischen gibt es<br />

ASSAF GRANIT<br />

«Machneyuda», Jerusalem, Israel<br />

ZUM ANGEBOT DES STARGASTRONOMEN<br />

GEHÖRT EINE RIESIGE AUSWAHL AN<br />

JEMENITISCH-JÜDISCHEN BROTEN.<br />

«Israel ist ein Schmelztiegel der Kulturen und<br />

Küchenstile, jede Gemeinschaft hat ihre eigenen<br />

Rezepte und Traditionen. Am deutlichsten spiegelt<br />

sich das im Brot wider. Die Vielfalt der Sorten ist<br />

überwältigend. Brot ist für mich deshalb eines der<br />

bedeutsamsten Nahrungsmittel.»<br />

Barbara van Melle,<br />

renommierte Autorin<br />

und Unternehmerin,<br />

hat sich intensiv mit<br />

dem Bäckerhandwerk<br />

auseinandergesetzt.<br />

drei Standorte, an denen neben dem<br />

«Magdi-Brot» auch Baguettes, Croissants,<br />

Zimtknoten und Pain au Chocolat angeboten<br />

werden. «Es ist schwierig, eine gute<br />

Bäckerei zu finden, in der Brot das Aushängeschild<br />

ist», sagt Hartmann. Deshalb<br />

erfüllt es ihn mit besonderem Stolz, dass<br />

sein Brot die Tische und Herzen so vieler<br />

Menschen erreicht.<br />

VON «HIMMEL UND ÄHD»<br />

Dass man dafür keine eigene Bäckerei<br />

eröffnen muss, zeigt indes Lukas Jakobi,<br />

Düsseldorfs derzeit umtriebigster Sternekoch.<br />

Jakobi backt nicht selbst – die nur<br />

knapp 40 Quadratmeter grosse Küche des<br />

«Zwanzig23» ist dafür zu klein –, doch es<br />

gibt eine nach ihm benannte Brotsorte: ><br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

159


gourmet / BROT CUISINE<br />

SPITZENKÖCHE<br />

SERVIEREN<br />

SELBST GEMACHTES<br />

BROT HEUTE ALS<br />

EIGENEN GANG.<br />

Das «Magdi-Brot» ist für Küchenchef Dominik Hartmann vom Restaurant<br />

«Magdalena» ein kulinarisches Highlight. Dieses Sauerteigbrot mit<br />

Bergkartoffeln aus dem Albula-Tal wird täglich frisch gebacken.<br />

ERIC FRECHON<br />

ehemals «Le Bristol», Paris, Frankreich<br />

DER DREI-STERNE-KOCH BEGLEITET<br />

JEDE MAHLZEIT MIT BROT, BEVOR-<br />

ZUGT AUS ALTEN GETREIDE SORTEN,<br />

DAS IN DIE MITTE DES TISCHES<br />

GESTELLT WIRD.<br />

«In der französischen Kultur ist Brot weit<br />

mehr als nur eine Beilage. Abgesehen von<br />

seinem Geschmack verkörpert es Werte,<br />

die mir am Herzen liegen, wie das Teilen<br />

und der Respekt vor Lebensmitteln. Es ist<br />

kein Zufall, dass das Baguette 2022 von<br />

der Unesco als immaterielles Kulturerbe<br />

anerkannt wurde. Brot, insbesondere<br />

Baguette, spiegelt Frankreich und unsere<br />

Lebensart wider.»<br />

<<br />

das «Jakobi <strong>Nr</strong>. 1». Der 30-Jährige hat<br />

es gemeinsam mit einem örtlichen Handwerksbäcker<br />

entwickelt. Inspiriert vom<br />

rheinischen Gericht «Himmel & Ähd»<br />

verwendet Jakobi statt Weizen Dinkel und<br />

Ackerbohnen, regionale Zutaten, die den<br />

hohen Massstäben seines Restaurants entsprechen.<br />

Ergänzt wird sein Brotteig durch<br />

Kartoffeln, Äpfel und Röstzwiebeln. Lediglich<br />

die Prise des mediterranen Gewürzes<br />

Piment d’Espelette, das dem Brot seine<br />

charakteristische Würze verleiht, fällt aus<br />

diesem Muster. Die Devise des jungen Spitzenkochs:<br />

«Wenn der Gast sein Brot nicht<br />

anrührt, sind die Sossen nicht gut genug.»<br />

Jakobi bietet sein Brot nicht nur in seinen<br />

Menus, sondern auch regulär in der Bäckerei<br />

an. Für 3,95 Euro – das ist zwar nicht<br />

wenig für einen 250-Gramm-Laib, aber für<br />

ein Stück Sterneküche ein unschlagbarer<br />

Preis. Während viele seiner Kollegen nur<br />

noch ein Brot anbieten, träumt Jakobi davon,<br />

für jeden Gang ein eigenes zu kreieren.<br />

Das sei zwar Grössenwahn, räumt er ein,<br />

aber in der Welt der Spitzenköche ist das ja<br />

nichts Ungewöhnliches.<br />

Inzwischen gibt es auch den umgekehrten<br />

Fall: Handwerksbäcker mit gastronomischen<br />

Ambitionen. Einer von ihnen ist Michael<br />

Gauert. Schon früh wusste der heute<br />

37-Jährige, dass er trotz der Bedenken seiner<br />

Akademiker-Eltern Bäcker werden wollte.<br />

Gegen ihren Rat verliess er das Gymnasium<br />

nach der zehnten Klasse, um seine Ausbildung<br />

zu beginnen. «Ich war immer extrem<br />

ehrgeizig und wollte in der Klasse stets der<br />

Beste sein. Das hat mich schon damals gestresst.»<br />

Die Arbeit mit Teig empfindet der<br />

Bäckermeister dagegen als ruhespendend.<br />

2017 eröffnete er in Düsseldorf den<br />

Handwerksbetrieb «Bulle», benannt nach<br />

dem Standort in einer ehemaligen Metzgerei<br />

und dem schwedischen Wort für Brötchen.<br />

Längst ist sein Imperium gewachsen:<br />

um eine Filiale und – das ist das Einzigartige<br />

– Bistro, Weinbar und Burgerladen.<br />

«Letzteres ergab sich aus dem Vorschlag<br />

eines Kunden, der schon immer fand,<br />

unsere Brötchen würden als Burger genial<br />

schmecken», erzählt Gauert. «Heute leitet<br />

genau dieser Kunde den Burgerladen.» Es<br />

scheint fast, als würde Brot nicht nur den<br />

Gaumen erfreuen, sondern auch Menschen<br />

auf wunderbare Weise zusammenführen. <<br />

Fotos: Digitale Massarbeit, Benoit Linero<br />

160 falstaff dez–feb 2025


Geschenkideen<br />

für GeniesserInnen<br />

Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. Das<br />

haben wir uns zu Herzen genommen – und feierlich aufgemachte<br />

Sets mit Weinen und Delikatessen zusammengestellt.<br />

Salute!<br />

Diese Trilogie verspricht einen<br />

vergnüglichen Aperitivo all’Italiana!<br />

Ferrari<br />

Ein echtes Schmuckstück:<br />

dieser Trentodoc-Spumante.<br />

Vino & Pasta<br />

Ein italienisches Festessen<br />

samt Weinbegleitung.<br />

Jetzt Geschenkideen entdecken!<br />

bindella.ch/geschenkideen


gourmet / SVEN WASSMER<br />

Ausnahmetalent Sven Wassmer:<br />

Mit gerade einmal 35 Jahren<br />

erkochte sich der Culinary<br />

Director des «Grand Resorts Bad<br />

Ragaz» seinen dritten Michelin-<br />

Stern und den Grünen Stern<br />

für Nachhaltigkeit, was ihn zu<br />

einem der jüngsten Träger dieser<br />

Auszeichnungen weltweit macht.<br />

Fotos: Lukas Lienhard, beigestellt<br />

162 falstaff dez–feb 2025


DER<br />

ALPEN-<br />

BOTSCHAFTER<br />

Zirbenzapfen, Tannenöl, Bergspargel – der <strong>Schweiz</strong>er<br />

Drei-Sterne-Koch Sven Wassmer kreiert aus vermeintlich<br />

unscheinbaren heimischen Produkten einzigartige<br />

Genusserlebnisse. Nirgendwo erlebt man den Geschmack<br />

der Alpen so authentisch wie in seinem Gourmetrestaurant<br />

«Memories» im «Grand Resort Bad Ragaz».<br />

TEXT SEBASTIAN SPÄTH<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

163


gourmet / SVEN WASSMER<br />

Sven Wassmer führt sein Team auf<br />

Augenhöhe. Alle sind gleichberechtigt,<br />

jeder kann sich einbringen, auch Fehler sind<br />

erlaubt – das ist das Credo des Kochs.<br />

Bad Ragaz, ein kleiner Kurort am<br />

Fusse des Pizols. Bereits die Anfahrt<br />

läutet einen Entschleunigungsprozess<br />

ein, so idyllisch ist<br />

seine Lage. Mit jedem zurückgelegten<br />

Kilometer, jedem vorbei ziehenden<br />

Berggipfel wächst der Abstand zum Alltag,<br />

der Stresspegel sinkt. Das heisse, heilende<br />

Thermalwasser, das der Taminaschlucht<br />

entspringt, hat die 6800 Einwohner grosse<br />

Gemeinde bekannt gemacht und ist, seit es<br />

im Jahr 1242 entdeckt wurde, ihre Wohlstandsquelle.<br />

Doch seit einigen Jahren muss<br />

es diesen Status teilen. Denn viele Touristen<br />

zieht es inzwischen aus einem anderen<br />

Grund in die Ostschweiz: wegen Sven<br />

Wassmer, dem wohl brillantesten <strong>Schweiz</strong>er<br />

Koch seiner Generation.<br />

In seinem Drei-Sterne-Restaurant<br />

«Memories» im «Grand Resort Bad<br />

Ragaz», einem Luxushotel alter Schule,<br />

bietet Wassmer, Jahrgang 1986,<br />

Kochkunst, die aufgrund ihrer beeindruckenden<br />

Raffinesse und Kreativität<br />

ohne Vergleich ist, dabei jedoch so aufs<br />

Wesentliche reduziert, dass sie kaum<br />

konträrer zum spätklassizistischen Pomp<br />

des Grandhotels sein könnte. Denn es ist<br />

Wassmers Credo, ausschliesslich Produkte<br />

aus seiner gebirgigen Heimat zu verwenden.<br />

«New Alpine Cuisine» nennt man diese<br />

Art des Kochens, und Wassmer gilt als ihr<br />

Idealvertreter.<br />

Da ist zum Beispiel sein Signature-Dish:<br />

Bergsaibling mit karamellisiertem Sennenrahm<br />

und Tannenöl. Optisch wenig<br />

beeindruckend, überzeugt es geschmacklich<br />

umso mehr: würzig, harzig, ätherisch –<br />

wie ein Tannenwald nach einem kräftigen<br />

Regen. Wassmer kocht dafür Sahne ein,<br />

bis sie karamellisiert, dann giesst er sie mit<br />

frischem Rahm, wie es auf Schwyzerdütsch<br />

heisst, auf und aromatisiert sie anschliessend<br />

mit Tannenöl. Insgesamt dauert die<br />

Herstellung der Sosse drei Tage. Den Saibling<br />

aus dem Val Lumnezia, aus einer Höhe<br />

von 1300 Metern, räuchert er mit Heu, getrockneten<br />

Tannenzapfen und Rinde – aber<br />

nur ganz minimal –, schmeckt ihn mit Salz<br />

und Tannenschösslingen ab und temperiert<br />

ihn anschliessend unter der Wärmelampe<br />

auf exakt 39 Grad. Erst dann wird er<br />

serviert.<br />

FRÜH ÜBT SICH<br />

«Die Idee zu dem Gericht entstand durch<br />

einen Unfall», erzählt Wassmer, als er zum<br />

Interview in seinem Zweitrestaurant empfängt,<br />

dem mit einem Stern dekorierten<br />

«verve by sven». Es ist ebenfalls im Grandhotel<br />

untergebracht – genauso übrigens<br />

wie das mit zwei Sternen ausgezeichnete<br />

«Igniv» seines Kollegen Andreas<br />

Caminada. Wassmers Grünen Stern<br />

eingerechnet vereint das Grand Resort<br />

Bad Ragaz insgesamt sieben Michelin-<br />

Sterne.<br />

Fotos: Thomas Kessler Visuals / Heidiland Tourismus / Grand Resort Bad Ragaz, beigestellt<br />

164 falstaff dez–feb 2025


Zurückhaltender Luxus:<br />

Das «Memories» beeindruckt<br />

mit Marmor, Stuckdecken,<br />

edlen Hölzern und einer<br />

komplett offenen Küche.<br />

SVEN WASSMER NUTZT<br />

AUSSCHLIESSLICH<br />

SCHWEIZER PRODUKTE,<br />

KREIERT DAMIT ABER<br />

UNVERWECHSELBARE<br />

GESCHMACKSVIELFALT.<br />

Im Kreis: Chnöpfli mit<br />

gerösteter Hefe und Trüffel.<br />

«Einmal habe ich Sahne<br />

aufgestellt und sie dann völlig<br />

auf dem Herd vergessen»,<br />

erzählt Wassmer. Als er zurückkam,<br />

hatte sich das Fett schon<br />

von der Molke getrennt. «Zuerst<br />

dachte ich, sie sei hin, aber<br />

die Sennensahne aus Andeer war<br />

zu schade, um sie wegzuwerfen. Als<br />

ich davon probierte, fand ich das Zufallsergebnis<br />

so interessant, dass ich damit<br />

weiterarbeiten wollte.» Inzwischen ist der<br />

Sahne-Saibling seit fast einer Dekade unveränderter<br />

Bestandteil von Wassmers Menus.<br />

Die Leidenschaft für das Essen wurde<br />

bei ihm schon in frühester Kindheit geweckt.<br />

«Bei uns zu Hause war das immer<br />

ein grosser gemeinsamer Event – auf den<br />

Teller kam stets Frisches und Selbstgekochtes»,<br />

erinnert sich Wassmer. «Ich hatte<br />

mich auch für Luftfahrt interessiert. Doch<br />

als es um die Berufswahl ging, hat meine<br />

Familie mich in die entscheidende Richtung<br />

geschubst.» Seinen eigenen Stil als Koch<br />

entwickelte er jedoch fernab von ihr – im<br />

«Viajante» bei Nuno Mendes im Londoner<br />

«Town Hall Hotel». «In England<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

165


gourmet / SVEN WASSMER<br />

<<br />

arbeitete ich zum<br />

ersten Mal in einem<br />

Land, in dem ich fangfrischen<br />

Meeresfisch<br />

verarbeiten konnte»,<br />

erzählt Wassmer. «Wir<br />

riefen nachts auf den<br />

Booten an, und am nächsten<br />

Morgen wurde uns der frisch gefangene<br />

Fisch geliefert.» Diese Erfahrung<br />

legte den Grundstein für seinen heutigen<br />

Küchenstil. Ihm sei damals klar geworden,<br />

dass er in der <strong>Schweiz</strong> niemals so frischen<br />

Salzwasserfisch verarbeiten könne, doch er<br />

wusste: Wenn er eines Tages zurückkehrte,<br />

würde er einen Weg finden, die Vorzüge<br />

seiner Heimat ebenso hervorzuheben. Man<br />

übertreibt nicht, wenn man zu dem Urteil<br />

kommt, dass ihm mehr gelungen ist als das.<br />

ETHISCH EINWANDFREI<br />

Es ist das Fleisch einer elfjährigen Milchkuh,<br />

in dem sich die Wassmers Küchenphilosophie<br />

am deutlichsten offenbart. Serviert<br />

wird es mit einem Püree aus Butter und<br />

Kartoffeln im Verhältnis eins zu eins sowie<br />

seiner Interpretation einer Gulaschsauce.<br />

Vor etwa drei Jahren fasste der Spitzenkoch<br />

den Entschluss, anstelle von klassischem<br />

Rinderfilet nur noch das Fleisch<br />

reifer Kühe mit einem Alter zwischen acht<br />

und sechzehn Jahren zu verarbeiten. «Ich<br />

Im Kreis: Entrecôte von der<br />

elf Jahre alten Milchkuh mit<br />

«Memories»-Gulasch und<br />

Kartoffelpüree.<br />

kann nicht dahinterstehen, dass Tiere hochgezüchtet<br />

werden, mit dem einzigen Zweck,<br />

dass wir sie essen», erklärt Wassmer. Für<br />

ihn bedeutet nachhaltige Haltung, «dass ein<br />

Tier auf der Weide grasen darf und, bevor<br />

es stirbt, neues Leben schenkt.»<br />

Zubereitet wird das Fleisch von<br />

Wassmers Souschef, dem Südafrikaner<br />

Ruari May, auf einem original japanischen<br />

Konro-Grill, und zwar ausschliesslich<br />

dort. Kein vorheriges Sous-vide, kein<br />

Nachgaren im Ofen, und dennoch strahlt<br />

das Grillfleisch in rosaroter Perfektion.<br />

«Moderne alpine Küche bedeutet zum<br />

Beispiel, fremde Techniken wie die japanische<br />

BBQ-Kunst auf heimische Produk­<br />

te anzuwenden», erklärt Wassmer. Auch<br />

die zeitintensive Eigenproduktion von<br />

Bergheu­ Mandel-Miso oder Gersten-Koji<br />

zählt dazu.<br />

Zum Abschluss des Menus kommt man<br />

noch in den Genuss einer seiner neuesten<br />

Kreationen: erfrischendes Sauerklee-Sorbet,<br />

kombiniert mit cremigem Joghurt und<br />

jungen, in Zuckersirup kandierten Zirbenzapfen.<br />

Jedes Element spiegelt hier die<br />

wilde Schönheit von Wassmers Heimat wider.<br />

Eines steht nach den insgesamt neun<br />

Gängen fest: Wenn man das «Memories»<br />

verlässt, bleibt einem der Geschmack der<br />

Alpen noch lange eingeprägt – ganz wie es<br />

der Name verspricht.<br />

<<br />

ZU GAST<br />

Sven Wassmer Memories<br />

Das Drei-Sterne-Restaurant im «Grand<br />

Resort Bad Ragaz» besticht durch elegantes<br />

Design und offene Küche. Die Gerichte, die<br />

Wassmer und sein Team zaubern, sind purer<br />

Alpengenuss. Exzellente Weinbegleitung.<br />

Sven Wassmers Signature-Dish:<br />

Saibling aus dem Val Lumnezia<br />

mit gerösteter Sennereisahne<br />

und Tannenöl. Wassmer im<br />

Bild mit seinem Souschef, dem<br />

Südafrikaner Ruari May (li.).<br />

Grand Resort Bad Ragaz<br />

Erstklassiges Wellnesshotel am Fusse der<br />

Alpen mit angeschlossener Therme, Medical<br />

Center, Golfplatz und Casino.<br />

Bernhard-Simon-Strasse 14,<br />

73<strong>10</strong> Bad Ragaz, <strong>Schweiz</strong><br />

T: +41 81 3033036, memories.ch<br />

Fotos: Lukas Lienhard, beigestellt<br />

166 falstaff dez–feb 2025


GASTRONOMIE<br />

Die Mitglieder der <strong>Falstaff</strong>- Community besuchen und<br />

bewerten die besten Beizen und Restaurants der <strong>Schweiz</strong>.<br />

In dieser Rubrik stellen wir eine Auswahl aus unserem<br />

Guide vor, die wir Ihnen wärmstens empfehlen wollen.<br />

Alle <strong>10</strong>00 Beizen und Restaurants dieses Guides finden<br />

Sie auch auf falstaff.com.<br />

ADVERTORIAL Foto: Beigestellt<br />

Pflanzenbasierte Gourmetküche<br />

entdecken<br />

In der Berner Altstadt bietet das<br />

«ZOE» eine unvergleichliche kulinarische<br />

Reise. Mit einem Stern im<br />

«Guide Michelin» und 15 Gault-Millau-<br />

Punkten ausgezeichnet zelebriert das<br />

Team um Küchenchef Fabian Raffeiner<br />

eine pflanzenbasierte Küche, die<br />

Gemüse in all seinen faszinierenden<br />

Facetten zeigt. Raffeiners kreative<br />

Herangehensweise bietet unerwartete<br />

Geschmackskombinationen,<br />

wobei er sich sowohl von traditionellen<br />

als auch von modernen Kochtechniken<br />

inspirieren lässt. Stets im<br />

Zeichen der Nachhaltigkeit verarbeitet<br />

er saisonale und regionale Zutaten zu<br />

innovativen und charaktervollen Gerichten,<br />

präsentiert als Meisterwerke<br />

aus Farbe, Textur und Kreativität.<br />

Die Speisekarte bietet etwas für jede<br />

Gelegenheit – von einem entspannten<br />

Mittagessen bis hin zu einem unvergesslichen<br />

Fine-Dining-Erlebnis.<br />

RESTAURANT ZOE<br />

90 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />

Restaurantguide 2025<br />

Münstergasse 39, 3011 Bern<br />

T: +41 31 3183333, restaurant-zoe.com<br />

The Cambrian Adelboden<br />

«A true one-off»<br />

«The Cambrian» ist ein Ort für luftigleichte<br />

Momente und unvergessliche<br />

Erlebnisse. Kürzlich ausgezeichnet<br />

mit einem MICHELIN-Key bietet<br />

das Hotel <strong>Schweiz</strong>er Topservice<br />

mit einem walisischen Twist. «The<br />

Cambrian» verwöhnt seine Gäste<br />

mit einem Komfort- und Erlebnisniveau,<br />

das so einzigartig ist wie die<br />

Landschaft, die es umgibt. Kulinarisch<br />

begeistert «The Cambrian» im<br />

«Bryn Williams at The Cambrian»<br />

mit spannenden Konzepten und<br />

neu interpretierten Klassikern. Chef<br />

Patron Bryn Williams ist in dem nach<br />

ihm benannten Restaurant für den<br />

kreativen Prozess verantwortlich und<br />

begeistert seine Gäste zusammen mit<br />

seinem ambitionierten Team jeden<br />

Tag aufs Neue. «The Axe Bar & Grill»<br />

ist die entspannte Alternative mit gesunden<br />

Grillgerichten, einer exzellent<br />

kuratierten Bar und einem Ambiente,<br />

das zum Lesen und Reflektieren<br />

eines ereignisreichen Tages einlädt.<br />

THE CAMBRIAN<br />

Dorfstrasse 7, 3715 Adelboden<br />

T: +41 33 6738383<br />

thecambrianadelboden.com<br />

95–<strong>10</strong>0 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

dez–feb 2025 falstaff 167


Im Fokus der «Regional<br />

Competition» standen<br />

vor allem die jungen<br />

Talente, die der Jury<br />

ihre Signature Dishes<br />

präsentierten.<br />

THEO KOPP<br />

GEWINNT<br />

REGIONALFINALE<br />

Am 18. November gewann Theo Kopp das Regionalfinale der<br />

S. Pellegrino Young Chef Academy Competition – mit seinem<br />

Signature Dish «Potée Lorraine». Zehn Jungköche aus der <strong>Schweiz</strong>,<br />

Belgien und Luxemburg traten an und wurden von einer<br />

hochkarätigen Jury um Spitzenkoch Franck Giovannini bewertet.<br />

168<br />

falstaff dez–feb 2025


S. PELLEGRINO YOUNG CHEF ACADEMY COMPETITION<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Die Spannung war greifbar, als<br />

die Jungköche ihre Signature<br />

Dishes der fünfköpfigen Jury<br />

präsentierten. Mit der letzten<br />

Sekunde der Zubereitung lieferten die<br />

Teilnehmer ihre Kreationen an die Jury, zu<br />

der auch Spitzenköche wie Franck<br />

Giovannini und Silvia Manser gehörten.<br />

Die Mimik der Juroren blieb zunächst<br />

undurchsichtig, doch nach der Verkostung<br />

folgte schnell ein erstes, prägnantes Feedback,<br />

das den jungen Köchen wertvolle<br />

Hinweise gab.<br />

Die Nachwuchstalente hatten genau fünf<br />

Stunden Zeit, um ihr Signature Dish perfekt<br />

umzusetzen. Sie mussten ihre Kreation insgesamt<br />

zehnmal anfertigen – fünf Portionen<br />

für die Jury und die restlichen für das Fototeam.<br />

Bei der Verkostung bewertete die Jury<br />

die technischen Fertigkeiten, Kreativität<br />

und die persönliche Vision der Köche, die<br />

im Alter von 18 bis 30 Jahren waren.<br />

DAS<br />

GEWINNER-<br />

GERICHT<br />

VON THEO KOPP:<br />

Potée Lorraine. Kopp<br />

kombinierte ein ausgewähltes<br />

Stück Schweinefleisch mit Kimchi-<br />

Mirabelle und Schweineohr, einem<br />

reduzierten Schweinejus und<br />

Picon-Mirabellen-Saft.<br />

Parallel dazu sprach Christa Rigozzi mit<br />

den Kandidaten und ergründete die Ideen<br />

sowie die Techniken, die ihre Gerichte prägen.<br />

Auf diese Weise bot sie dem Publikum<br />

spannende Einblicke in die kulinarische<br />

Welt und die persönlichen Motivationen<br />

der Teilnehmer.<br />

INNOVATIVES GERICHT<br />

Das Regionalfinale der S. Pellegrino Young<br />

Chef Academy Competition wurde im<br />

eleganten Hotel «Das Morgen» in<br />

Vitznau (LU) ausgetragen. Am Ende des<br />

spannenden Wettbewerbs setzte sich der<br />

Luxemburger Theo Kopp mit seinem innovativen<br />

Signature Dish durch. Als Sieger<br />

wird er die Region <strong>Schweiz</strong>, Belgien und<br />

Luxemburg 2025 beim internationalen<br />

Finale in Mailand vertreten. Dort trifft er<br />

auf 14 weitere Nachwuchstalente aus der<br />

ganzen Welt und präsentiert sein Gericht<br />

erneut einer hochkarätigen Jury.<br />

SONDERAUSZEICHNUNGEN<br />

Neben dem Hauptpreis wurden drei<br />

Sonderauszeichnungen an herausragende<br />

Talente verliehen. Clémentine Perradin<br />

aus der <strong>Schweiz</strong> erhielt den Acqua Panna<br />

Connection in Gastronomy Award für ihre<br />

aussergewöhnliche Fähigkeit, kulinarische<br />

Verbindungen zu schaffen. Der S. Pellegrino<br />

Social Responsibility Award ging an<br />

Davide Rauco, ebenfalls aus der <strong>Schweiz</strong>,<br />

für seine nachhaltige Herangehensweise<br />

in der Küche. Davide Calabrese aus<br />

Luxemburg wurde mit dem Fine Dining<br />

Lovers Food for Thought Award für seine<br />

kreative Vision ausgezeichnet.<br />

Die S. Pellegrino Young Chef Academy<br />

bietet eine wichtige Plattform für Nachwuchstalente<br />

und betont die Vielfalt sowie<br />

das hohe Niveau der regionalen Gastronomie.<br />

Die Teilnehmer beeindruckten mit<br />

ihren Fähigkeiten und innovativen Konzepten,<br />

die die Zukunft der Gastronomie<br />

prägen werden.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

sanpellegrinoyoungchefacademy.com<br />

dez–feb 2025 falstaff 169


000_000_INSERAT_MUSTERa3.indd 7 22.09.20 21:56<br />

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4 AUSGABEN<br />

NUR CHF 29.90<br />

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SIXPACK<br />

RESTAURANTS IM TEST<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

EINSTEIN GOURMET<br />

im Hotel Einstein<br />

Berneggstrasse 2<br />

9000 St. Gallen<br />

CAAA BY PIETRO CATALANO<br />

Haldenstrasse 19<br />

6006 Luzern<br />

FRISK FISK<br />

Niederdorfstrasse 31<br />

8001 Zürich<br />

CYRUS<br />

Schützengasse 8<br />

9000 St. Gallen<br />

HALLERS BRASSERIE<br />

Hallerstrasse 33<br />

3012 Bern<br />

CONTRA CORRENTE<br />

Ostermundigenstrasse 69<br />

3006 Bern<br />

UNSERE TESTER<br />

LARISSA GRAF (LG)<br />

studierte Gastronomiewissenschaften und<br />

mag lange Abende mit spannenden Leuten,<br />

gutem Essen und interessantem<br />

Wein.<br />

CLAUDIA SALZMANN (CLS) verbringt<br />

ihre Stunden am liebsten am Tisch bei<br />

kreativen Köch:innen. Gästen zu Hause<br />

serviert sie gern monochrome Gerichte<br />

oder einen Mehrgänger vom Grill.<br />

CARMEN STALDER (CS)<br />

Carmen Stalder mag kreative saisonale<br />

Küche. Wenn sie nicht gerade über<br />

<strong>Schweiz</strong>er Wein schreibt, liebt sie<br />

abenteuerliche Reisen.<br />

DOMINIK VOMBACH (DV)<br />

ist Teil der Chefredaktion <strong>Schweiz</strong> und<br />

liebt extravagante Aromenkombinationen<br />

genauso wie die Einfachheit.<br />

WERNER VON HAMBERG (WVH)<br />

ist seit 30 Jahren Gastrokritiker im<br />

gesamten deutschsprachigen Raum.<br />

Kunstvoll: die Kreationen<br />

im «Einstein Gourmet» in<br />

der Stadt St. Gallen.<br />

NEU EINGEDECKT<br />

Foto: Einstein / Steve Hadorn<br />

JETZT<br />

GRATIS<br />

RESTAURANT-<br />

GUIDE APP<br />

Kreative Präzision von Sebastian Zier und Richard Schmidtkonz im<br />

St. Galler «Einstein Gourmet», ein unvergesslicher Besuch im<br />

«CAAA by Pietro Catalano» in Luzern und eine Neueröffnung in<br />

Bern. Die <strong>Falstaff</strong>-Tester waren wieder in der <strong>Schweiz</strong> unterwegs.<br />

95–<strong>10</strong>0 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

171


gourmet / SIXPACK<br />

EINSTEIN<br />

GOURMET<br />

St. Gallen<br />

1Mit der Verpflichtung von Sebastian<br />

Zier vor gut zehn Jahren bewies man<br />

im St. Galler Hotel «Einstein» ein<br />

wahrhaft glückliches Händchen. Zier ist ein<br />

echter Teamplayer, der überzeugt ist, dass<br />

man gemeinsam Grösseres schaffen kann als<br />

alleine. Seit einigen Jahren teilt er die Verantwortung<br />

in der Küche mit Richard<br />

Schmidtkonz. Beide kennen einander schon<br />

lange, sind dicke Freunde und matchen hinsichtlich<br />

ihrer Küchen-DNA hervorragend.<br />

Bereits die Snacks lassen aufhorchen: darunter<br />

eine Schweinebauch praline im Pankomantel<br />

mit Kimchi und Shisocréme und eine<br />

himmlische Safran suppe. Alles tiefgründig,<br />

ausbalanciert und kunstvoll angerichtet. Die<br />

umwerfende Optik der Gerichte ist grundsätzlich<br />

hervorzuheben, auch die Lichtspots<br />

über den Tischen, die sie unverschämt gut in<br />

Szene setzen.<br />

Die Gänge die dann folgen sind allesamt<br />

grosse Klasse, besonders heraus stechen für<br />

uns aber Entenleber mit Sauerkirschsud,<br />

Kokos und Rauchaal und der Carabinero-<br />

Shrimp mit Alge, Curry und Mango – herrlich<br />

wohlige Aromenkombinationen. Für<br />

absolutes Wohlgefühl sorgen auch Gastgeber<br />

Daniel Bölle und Sommelier Loris<br />

Lenzo. Lenzos Winepairings sind überaus<br />

stimmig wie etwa beim klassischen Zander<br />

mit Sauerkraut, Gurkensalat und Meerrettichschaum,<br />

zu dem der durchaus üppige<br />

Gewürztraminer Hengst von Zind-Humbrecht<br />

zitrische Leichtigkeit beiträgt. Im<br />

unglaublichen Weinkeller des «Einstein»,<br />

der zweifellos zu den besten der <strong>Schweiz</strong><br />

gehört, werden aber sowieso jegliche Wünsche<br />

erfüllt. Das Dessert-Highlight: Grapefruit,<br />

Schokolade und Yuzu aus der Feder<br />

des talentierten Patissiers Julian Koch. DV<br />

Im St. Galler «Einstein Gourmet»<br />

erlebt man Hochgenuss mit Blick<br />

über die Gallusstadt.<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

48 von 50<br />

20 von 20<br />

20 von 20<br />

9 von <strong>10</strong><br />

97 von <strong>10</strong>0<br />

EINSTEIN GOURMET<br />

im Hotel Einstein<br />

Berneggstrasse 2<br />

9000 St. Gallen<br />

+41 71 2275555<br />

einstein.ch<br />

CAAA BY PIETRO<br />

CATALANO<br />

Luzern<br />

2Den Besuch im «CAAA by Pietro<br />

Catalano» vergisst man vielleicht<br />

nie. Das Gourmetlokal wurde mithilfe<br />

von KI und Architekten in Barcelona<br />

entworfen. Mit 72 Elementen wurden Decke<br />

und Wände ausgekleidet, und als Gast fühlt<br />

man sich wie in einer wohligen Höhle. Das<br />

Gefühl wird von Spitzenkoch Pietro Catalano,<br />

seiner Frau und seiner Schwester noch<br />

verstärkt. Am Bartresen geht es mit einem<br />

Cocktail mit alkoholfreiem Schaumwein<br />

und destillierten Shiitakepilzen los. Sieben<br />

Häppchen hat Catalano produziert, unter<br />

anderem ein Dampfbrötchen mit frischen<br />

und eingelegten Pfifferlingen und Pilzconfit,<br />

ein gefülltes Brandteiggebäck mit Lardo und<br />

Trockenfleischspänen und die süditalienische<br />

Spezialität «Braccioli di riso» mit dehydriertem<br />

Basilikum und Parmigiano. Dann wechselt<br />

man ins Lokal, wo die nächsten Amuse-<br />

Gueules serviert werden: Ein gepuffter<br />

Hühnerhaut-Chip mit Eigelb und Trüffel, ein<br />

Plin mit Steinpilzfüllung an fermentiertem<br />

Champignon-Espuma und einer Waldessenz<br />

mit Fichten, ein perfektes Randen-Frischkäse-Tartelette<br />

und eine Mousseline mit<br />

Wachtelei-und-Spinat-Einlage. Nach diesen<br />

Eindrücken startet das Menü mit gebeiztem<br />

Gotthard-Zander, als Ring angerichtet, verziert<br />

mit eingelegten Zwiebeln, Senfkörnern,<br />

gepufftem Quinoa und Osietra-Kaviar an<br />

Buttermilch-Jalapeño-Sud. Der Hauptgang:<br />

ein Kalbsfilet mit einem Kern von Rehfilet<br />

und Kalbsbries. Bei jedem Gericht legt<br />

Catalano noch eine Schippe obendrauf.<br />

Beim Dessert wird weisse Schokolade mit<br />

fünf laktofermentierten Früchte- und Beerenpulvern<br />

bestäubt und mit Kaviar serviert.<br />

Vielleicht verblasst im Laufe der Zeit der<br />

Besuch, aber diese Nachspeise vergisst man<br />

bestimmt nie.<br />

CLS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

20 von 20<br />

19 von 20<br />

<strong>10</strong> von <strong>10</strong><br />

94 von <strong>10</strong>0<br />

CAAA BY PIETRO CATALANO<br />

Haldenstrasse 19<br />

6006 Luzern<br />

T: + 41 76 7679983<br />

pietrocatalano.ch<br />

Das «CAAA by Pietro<br />

Catalano» in Luzern<br />

wurde mittels KI<br />

entworfen.<br />

Fotos: Steve Hadorn, filippo bamberghi, beigestellt<br />

172 falstaff dez–feb 2025


FRISK FISK<br />

Zürich<br />

3Die Einrichtung im nordischen Stil<br />

ist gleichgeblieben, aber doch weht<br />

im «Frisk Fisk» seit August ein frischer<br />

Wind. Inhaber Matteo Trivisano hat<br />

die Leitung seines Zürcher Fischrestaurants<br />

einem neuen Gastgeberpaar anvertraut. Am<br />

Herd steht nun Rony Weiss, seine Partnerin<br />

Emelie Brandin kümmert sich um die Gäste<br />

und den Weinkeller. Brandin selbst ist<br />

Schwedin, das Paar arbeitete bereits in Norwegen<br />

zusammen, weiss also, worum es in<br />

der nordischen Küche geht. Die Karte bietet<br />

einen spannenden Mix aus skandinavischen<br />

und französischen Einflüssen. Die Hauptrolle<br />

spielen der hervorragende Fisch und<br />

Meeresfrüchte aus Wildfang, die «Frisk<br />

Fisk» hauptsächlich aus Norwegen importiert.<br />

Wir beginnen mit einem Glas Champagner<br />

und Scheiben vom warmen Brot mit<br />

aufgeschlagener brauner Butter. Kurz darauf<br />

bekommen wir eine «Handvoll Schrimps»,<br />

von denen die eine Hälfte geräuchert und die<br />

andere gekocht ist. Sie sind so gut, dass wir<br />

die Aioli dazu beinahe komplett ignorieren –<br />

obwohl uns diese ebenfalls sehr schmeckt.<br />

Weiter geht’s mit einem feinen Lachstatar,<br />

das in kleinen Häppchen in einer Schneckenpfanne<br />

serviert wird. Zum Hauptgang entscheiden<br />

wir uns für den Heilbutt, der von<br />

einer luftigen, mit Schalentieren aromatisierten<br />

Hollandaise bedeckt ist. Dazu bestellen<br />

wir buttrige Dill-Kartoffeln und ein Tatar<br />

aus geräucherten Randen mit Estragon und<br />

Ei. Beim Dessert beschränken wir uns aufs<br />

Erfrischende und bekommen je eine Kugel<br />

Sanddornsorbet, Lakritze- und Vanille glace –<br />

aus geräuchterter Vanille – köstlich! Auch<br />

die Weinkarte mit Tropfen von kleinen,<br />

handwerklich arbeitenden Produzenten<br />

gefällt uns sehr. Wir kommen wieder! LG<br />

Seit August weht im<br />

Zürcher «Frisk Fisk»<br />

frischer Wind.<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

18 von 20<br />

19 von 20<br />

9 von <strong>10</strong><br />

91 von <strong>10</strong>0<br />

FRISK FISK<br />

Niederdorfstrasse 31<br />

8001 Zürich<br />

T: +41 44 5216006<br />

friskfisk.ch<br />

CYRUS<br />

KITCHENBAR<br />

St. Gallen<br />

4<br />

Warum an diesem Abend so wenige<br />

Menschen im kürzlich eröffneten<br />

«Cyrus» sitzen, wissen wir nicht. Und<br />

ob St. Gallen der richtige Ort für ein Konzept<br />

wie dieses ist, steht eh in den Sternen. Im<br />

Nachfolger des an gleicher Stelle entschlafenen<br />

«Misnik» gibt es statt Steaks neuerdings<br />

persische Küche, mittags, abends und dazwischen.<br />

Dazu diverse Cocktails, eine Bar in der<br />

Mitte des Raums, an der Decke so etwas wie<br />

eine Discokugel. Na ja, denken wir am<br />

Anfang, ob das Hand und Fuss hat? Hat es<br />

aber. Mast-o Khiyar und Mast-o Musir,<br />

joghurtlastige Vorspeisen, böten sich zum<br />

Start an, aber wir fangen mit Hummus an.<br />

Ein Hummus, das wir lange nicht mehr in dieser<br />

Güte bekommen haben, dazu knuspriges<br />

Fladenbrot der gehobenen Klasse. Khoresht-e<br />

Bademjan, die Auberginen in einer tomatigen,<br />

schön frisch abgeschmeckten Sauce, gehört zu<br />

jenen vegetarischen Speisen, deretwegen wir<br />

wiederkommen würden. Einen Spiess mit<br />

dünngeklopftem Lammfilet heben wir uns<br />

fürs nächste Mal auf. Hausgemachte Safranglace<br />

gelingt ausgezeichnet – safranwürzig,<br />

nicht zu süss –, aber es hätte auch Reispudding<br />

oder Reiscreme mit Himbeerpüree und<br />

persischer Zuckerwatte sein können, um den<br />

orientalischen Abschluss perfekt zu machen.<br />

Gute Weine erwarten wir übrigens nicht in<br />

einem Restaurant wie diesem, aber es gibt sie.<br />

Allerlei Shiraz-Abfüllungen wie den 2020er<br />

Incognito von Cortes de Cima aus dem Alentejo<br />

oder den 2017er Relentless von Shafer<br />

aus dem Napa Valley, dazu Champagner bis<br />

hinauf zu Dom Pérignon und Krug. Da in St.<br />

Gallen nicht täglich über die Stränge geschlagen<br />

wird, ist auch für Bezahlbares glasweise<br />

gesorgt: Der Hochar von Château Musar aus<br />

dem Libanon passt, so finden wir an diesem<br />

Tag, prima zum Essen.<br />

WVH<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

17 von 20<br />

17 von 20<br />

8 von <strong>10</strong><br />

88 von <strong>10</strong>0<br />

CYRUS KITCHENBAR<br />

Schützengasse 8<br />

9000 St. Gallen<br />

T: +41 71 2201112<br />

cyrus-sg.ch<br />

Neu und empfehlenswert: die<br />

«Cyrus Kitchenbar» in St. Gallen.<br />

95–<strong>10</strong>0 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

173


gourmet / SIXPACK<br />

HALLERS<br />

BRASSERIE<br />

Bern<br />

Gemütlich und weltoffen:<br />

«Hallers Brasserie» in der<br />

Hauptstadt Bern.<br />

5«Hallers Brasserie tout le monde»<br />

nennt sich das Restaurant im Berner<br />

Länggass-Quartier mit ganzem<br />

Namen. Im gemütlichen Lokal sind alle willkommen<br />

– auch Menschen in schwie rigen<br />

Lebenssituationen, die hier beim Berufseinstieg<br />

unterstützt werden. Daneben legen die<br />

Gastgeber den Fokus auf nachhaltige Gastronomie.<br />

In der Küche verwendet Chefkoch<br />

Stefan Zingg nur Produkte mit Bio- oder<br />

Demeter-Label. Die klein gehaltene Karte ist<br />

bei unserem Besuch herbstlich geprägt: So<br />

gibt es etwa Wild aus heimischer Jagd, Trüffel<br />

aus dem Seeland oder ein Dessert mit<br />

Haselnüssen und Marroni. Wir starten mit<br />

Rotkraut und Gemüse zwiebel, wobei letztere<br />

zu unserer Überraschung als Glace serviert<br />

wird. Das funktioniert erstaunlich gut<br />

und passt bestens zum Rotkraut, das einmal<br />

als Püree und einmal knusprig gebraten und<br />

mit Kreuzkümmel verfeinert daherkommt.<br />

Köstlich ist auch die Kürbis-Tarte-Tatin mit<br />

Frischkäse-Tupfen und fein gezupftem<br />

Rosenkohl. Auf diese Weise zubereitet<br />

schmeckt dieser sogar, wenn man dem bitteren<br />

Gemüse normalerweise nicht viel abgewinnen<br />

kann. Gut gefällt auch der Wildteller<br />

mit Rehgeschnetzeltem, Herbstgemüse wie<br />

Pastinaken und Pilzen sowie hausgemachten<br />

Knöpfli. Das Fleisch perfekt gegart, die<br />

Knöpfli schön knusprig. Die freundliche<br />

Bedienung empfiehlt uns kompetent den<br />

passenden Wein – aus einer Karte, auf der<br />

sich grösstenteils <strong>Schweiz</strong>er Gewächse finden.<br />

Den Abschluss bildet ein zimtzuckriges<br />

Pain perdu mit einem leicht säuerlichen<br />

Bratapfel und Fior-di-Latte-Glace. Spätestens<br />

jetzt entpuppt sich das Lokal als<br />

Quartierbeiz, die auch gehobene Ansprüche<br />

zufriedenstellt.<br />

CS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

17 von 20<br />

17 von 20<br />

8 von <strong>10</strong><br />

88 von <strong>10</strong>0<br />

HALLERS BRASSERIE<br />

Hallerstrasse 33<br />

3012 Bern<br />

T: +41 31 3764488<br />

hallersbrasserie.ch<br />

CONTRA<br />

CORRENTE<br />

Bern<br />

6<br />

Ende September hat das «Aparthotel<br />

Il Momento» im Osten von Bern<br />

eröffnet. Im hauseigenen Restaurant<br />

«Contra Corrente» (auf Deutsch «gegen den<br />

Strom») präsentiert Küchenchef Angelo<br />

Palumbo eine mediterrane Küche. Dies<br />

scheint auf Anklang zu stossen: Bei unserem<br />

Besuch an einem Freitagabend ist jeder Tisch<br />

besetzt. Das im Industrial Chic eingerichtete<br />

Lokal verströmt urbanes Flair. Als Amuse-<br />

Bouche werden uns von der aufmerksamen<br />

Bedienung Focaccia-Würfel mit Tomaten-<br />

Tapenade serviert. Ein Blick in die Karte<br />

verspricht italienische Gerichte mit einem<br />

gewissen Twist. Den Anfang machen Crostini<br />

mit Lachs, Stracciatella di Burrata und<br />

Pistazien in reichlich Olivenöl knusprig<br />

getoastet – eine schmackhafte Kombi. Dazu<br />

teilen wir uns einen knackigen Fenchelsalat<br />

mit Orangen, Granatapfel und Mohnsamen.<br />

Das dünn geschnittene Gemüse ist hübsch<br />

angerichtet und eine passende Vorspeise für<br />

die kalte Jahreszeit. Die kompakte Weinkarte<br />

setzt klar auf italienische Tropfen, bietet<br />

aber gerade bei den offenen Weinen eine<br />

etwas gar kleine Auswahl. Die Primi Piatti,<br />

eine schöne Auswahl an Pasta- und Risotto-<br />

Gerichten, überspringen wir. Als Hauptgang<br />

gibt es ein wunderbar zartes Rindsfilet an<br />

kräftiger Drei-Pfeffer-Sauce mit sämigem<br />

Parmesan-Risotto. Nur das Dessert kann<br />

nicht ganz überzeugen: Tiramisu oder Panna<br />

Cotta erscheinen uns etwas gar gewöhnlich,<br />

also soll es eine Torta di Mele sein. Diese ist<br />

jedoch alle, und so wird uns stattdessen ein<br />

Birnenkuchen empfohlen. Zwischen einem<br />

Haselnussboden und -deckel befindet sich<br />

Schlagrahm mit kleinen Birnenstückchen,<br />

was vor allem süss ist. Noch ein Tipp für die<br />

wärmeren Monate: Auf dem Dach gibt es<br />

eine hübsche Rooftop-Bar.<br />

CS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

17 von 20<br />

16 von 20<br />

8 von <strong>10</strong><br />

86 von <strong>10</strong>0<br />

Neu in Bern: Das<br />

«Contra Corrente»<br />

im «Aparthotel Il<br />

Momento».<br />

CONTRA CORRENTE<br />

Ostermundigenstrasse 69<br />

3006 Bern<br />

T: +41 31 3350000<br />

contra-corrente.ch<br />

Fotos: Steven Kohl Photography, Fotograf Rolf Neeser<br />

174 falstaff dez–feb 2025 95–<strong>10</strong>0 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte


GASTROSOPHINNEN<br />

EIN GENUSSVOLLES JAHR<br />

Kulinarische Highlights, spannende Entdeckungsreisen und eindrucksvolle Erlebnisse:<br />

So lässt sich das Jahr <strong>2024</strong> der Gastrosophinnen zusammenfassen.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Die Gastrosophinnen blicken auf<br />

ein ereignisreiches Jahr zurück,<br />

das von kulinarischen Höhepunkten,<br />

spannenden Entdeckungen<br />

und bereichernden Reisen geprägt<br />

war. Zahlreiche Besichtigungen bei Produzenten<br />

boten faszinierende Einblicke in die<br />

Entstehung hochwertiger Lebensmittel und<br />

Getränke. Darüber hinaus boten Kochund<br />

Backkurse wertvolle Gelegenheiten,<br />

neue Fertigkeiten zu erlernen und bestehende<br />

zu verfeinern. Bei all diesen Erlebnissen<br />

stand der Austausch und das gesellige<br />

Beisammensein stets im Vordergrund und<br />

sorgte für eine herzliche Atmosphäre unter<br />

den Teilnehmerinnen. Die Gastrosophinnen<br />

blicken voller Vorfreude auf das kommende<br />

Jahr, das erneut viele neue kulinarische<br />

Entdeckungen und bereichernde Begegnungen<br />

bereithält.<br />

NÄCHSTE EVENTS<br />

Gourmet-Lunch PIC im Beau-Rivage Palace<br />

Lausanne, 13. Dezember <strong>2024</strong><br />

GS Träff Lindenhofkeller<br />

Zürich, 18. Dezember <strong>2024</strong><br />

Didi’s Frieden<br />

Zürich, 23. Januar 2025<br />

Sharing Lunch im IGNIV<br />

Zürich, 29. Januar 2025<br />

Dinner Restaurant Rosa Pulver<br />

Winterthur, 5. Feburar 2025<br />

Führung und Degustation Städtlichäsi<br />

Willi Schmid<br />

Lichtensteig, 13. März 2025<br />

Mitgliederversammlung und Lunch<br />

im Lucide<br />

Luzern, 29. März 2025<br />

JETZT MITGLIED WERDEN<br />

UND FALSTAFF-ABO SICHERN!<br />

Frauen, die Freude am Kochen und am Essen,<br />

an schön gedeckten Tischen und am Ausprobieren<br />

und Austauschen von Rezepten haben,<br />

sind herzlich willkommen.<br />

Alle Mitglieder kommen in den<br />

Genuss folgender Vorteile:<br />

Teilnahme an exklusiven Anlässen und<br />

Kochkursen/Spezialangeboten<br />

Austausch mit Gleichgesinnten<br />

Freundschaften knüpfen und pflegen<br />

Jahresabonnement von <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

Kosten: CHF 200,– pro Jahr<br />

zuzüglich einmaliger Eintrittsgebühr von CHF 70,–<br />

gastrosophinnen.ch<br />

dez–feb 2025 falstaff 175


gourmet / VACHERIN MONT D’OR<br />

Der Vacherin Mont d’Or<br />

wird in einem Ring aus<br />

Fichtenholz gereift.<br />

Dieser beeinflusst den<br />

Geschmack des Käses.<br />

MONT D’OR<br />

DUFTENDER<br />

GRENZGANGER<br />

:<br />

Foto: Stefan Thurmann / Picture Press / picturedesk.com<br />

176 falstaff dez–feb 2025


falstaff-Serie<br />

K ÄSE,<br />

DEN JEDER KENNEN<br />

SOLLTE<br />

Das Juragebirge ist ein nördlicher<br />

Ausläufer der Alpen im schweizerischfranzösischen<br />

Grenzgebiet. In<br />

dieser mystischen Region gibt es<br />

wunderbaren Wein, besondere<br />

Spirituosen wie Absinth und natürlich<br />

köstlichen Käse wie den aromatischen<br />

Weichkäse Vacherin Mont d’Or.<br />

TEXT LARISSA GRAF<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

177


gourmet / VACHERIN MONT D’OR<br />

STECKBRIEF<br />

Typ:<br />

Weichkäse mit gewaschener Rinde<br />

Der aromatische<br />

Weichkäse stammt<br />

aus dem Juragebirge.<br />

Dort wird er seit<br />

Jahrhunderten<br />

auf beiden Seiten<br />

der schweizerischfranzösischen<br />

Grenze<br />

gekäst.<br />

Produktionsgebiet:<br />

In Frankreich in der Region Haut-Doubs<br />

und in der <strong>Schweiz</strong> im Waadtländer<br />

Vallée de Joux und am Fuss des Juras<br />

Geschmack:<br />

Milchig, salzig, etwas säuerlich, mit<br />

Fichtenharznoten und leichten Stallaromen<br />

Konsistenz:<br />

Cremig, geschmeidig, leicht fliessend<br />

Gewicht eines Laibs:<br />

350 Gramm bis<br />

3 Kilogramm<br />

Reifezeit:<br />

17 bis 25 Tage<br />

DER VACHERIN<br />

MONT D’OR IST BIS<br />

HEUTE EIN SAISONALES<br />

PRODUKT GEBLIEBEN.<br />

ER WIRD NUR NACH<br />

DEM SOMMER GEKÄST.<br />

Einige der berühmtesten Käse<br />

der Welt haben ihre Wurzeln<br />

im Juragebirge, allen voran<br />

Gruyère und Comté. Diese<br />

wurden schon vor Jahrhunderten<br />

aus der reichhaltigen Sommermilch der<br />

jurassischen Bergkühe hergestellt. Während<br />

der warmen Monate wurde das Vieh auf<br />

die höher liegenden Alpwiesen getrieben,<br />

denn dort gab es reichlich saftiges, nahrhaftes<br />

Sommergras für sie.<br />

Deswegen, und weil im Frühling die<br />

meisten Kälber auf die Welt kamen, war die<br />

Milchleistung der Kühe im Sommer um einiges<br />

höher als in den kälteren Jahreszeiten.<br />

Die im Überfluss vorhandene Milch wurde<br />

zu grossen Hartkäsen verarbeitet, um die<br />

Bauern im Winter zu ernähren – Gruyère­<br />

Laibe wiegen bis heute zwischen 25 und<br />

40 Kilogramm, beim Comté sind es 30 bis<br />

48 Kilogramm.<br />

In den kalten Monaten hatten die Kühe<br />

weniger zu fressen, ihre Milchleistung<br />

nahm drastisch ab. Eine Käsesorte musste<br />

her, die auch in kleineren Laiben hergestellt<br />

werden konnte. So erfanden die jurassischen<br />

Bauern den aromatischen Weichkäse,<br />

der in der <strong>Schweiz</strong> als Vacherin Mont<br />

d’Or und in Frankreich als Vacherin du<br />

Haut-Doubs oder Mont d’Or bekannt ist,<br />

benannt nach einem Berggipfel im französischen<br />

Jura. Dieser wird beidseits der<br />

Grenze in sehr ähnlichen Verfahren in<br />

Laiben von maximal drei Kilogramm hergestellt.<br />

Auch wenn die Milchleistung der<br />

heutigen Kühe das ganze Jahr über hoch<br />

ist, ist der Vacherin Mont d’Or bis heute<br />

ein saisonales Produkt geblieben. Er wird<br />

ausschliesslich nach dem Sommer gekäst:<br />

in der <strong>Schweiz</strong> vom 20. August bis 31.<br />

März, in Frankreich vom 15. August bis<br />

zum 15. März. Verkauft wird er jeweils<br />

zwischen September und April.<br />

KÄSE MIT HOLZAROMA<br />

Für die Herstellung dieses cremigen Weichkäses<br />

wird in Frankreich Rohmilch verwendet.<br />

In der <strong>Schweiz</strong> muss die Milch seit<br />

einem Listerienvorfall in den 1980er-Jahren<br />

thermisiert werden, wird also für mindestens<br />

15 Sekunden auf eine Temperatur<br />

zwischen 55 und 68 Grad Celsius erhitzt.<br />

Ansonsten unterscheidet sich die Machart<br />

auf beiden Seiten der Grenze kaum.<br />

Der Milch wird Lab hinzugefügt, welches<br />

sie zu einer gelartigen Masse, der Gallerte,<br />

gerinnen lässt. Diese Gallerte wird anschliessend<br />

in kirschgrosse Stücke zerteilt,<br />

wodurch sich der feste Teil der Milch, der<br />

Bruch, vom flüssigen, der Molke, trennt.<br />

Das Bruch-Molke-Gemisch wird dann auf<br />

rund 35 Grad erhitzt, anschliessend wird<br />

der Bruch in flache, runde Formen mit<br />

einem Durchmesser von zehn bis 33 Zenti­<br />

Fotos: Shutterstock, Adrien Pilet, Yanick Turin Studio / kommunikationsberater GmbH, lookphotos / Cannon, Brown, mauritius images / Hemis.fr, Getty Images<br />

178 falstaff dez–feb 2025


Die Schachteln und Reifen aus<br />

Fichtenholz, die den Käse umgeben,<br />

werden meistens von Handwerkern<br />

aus lokalem Holz hergestellt<br />

(links). Der ehemalige französische<br />

Präsident Jacques Chirac schätzte<br />

den leicht harzigen Geschmack des<br />

Weichkäses sehr (Kreis).<br />

MONT-D’OR-<br />

VARIANTEN<br />

metern geschöpft. Nach einer leichten Pressung<br />

wird der frische Käse aus der Form<br />

genommen und mit einem Fichtenreifen<br />

umfasst. Mitsamt diesem Reifen kommen<br />

die Käse dann für zwei bis vier Stunden in<br />

ein Salzlakebad.<br />

Danach werden die jungen Käselaibe<br />

in einen Reifekeller gebracht, wo sie auf<br />

Brettern aus Fichtenholz bei einer Temperatur<br />

von neun bis 16 Grad und einer Luftfeuchtigkeit<br />

von mindestens 85 Prozent 17<br />

bis 25 Tage gereift werden. Alle paar Tage<br />

werden die Käselaibe mit einer Salzlösung<br />

geschmiert, um die Bildung von Schimmel<br />

zu verhindern. Nach 17 bis 25 Tagen sind<br />

sie fertig gereift. Nun wird der Fichtenring<br />

entfernt, bevor die Vacherins in Fichtenholzschachteln<br />

verpackt werden. Diese<br />

sind etwas kleiner als die Käselaibe selbst,<br />

Oberfläche. Vor dem Verkauf wird die Rinde<br />

ein letztes Mal mit Salzlake gewaschen.<br />

Fertig gereifter Vacherin Mont d’Or hat<br />

eine bernsteingelbe bis rotbraune Rinde,<br />

die manchmal von einem weissen Flaum<br />

überzogen ist. Sein Teig ist elfenbeinfarben,<br />

geschmeidig und weist wenige Löcher<br />

auf. Er schmeckt leicht salzig, milchig und<br />

etwas säuerlich mit deutlich schmeckbarem<br />

Fichtenaroma, das vom Holzring, dem Brett<br />

und der Schachtel herrührt. Er wird gerne<br />

auf Brot gestrichen oder alleine, etwa als<br />

Aperitif, aus der Schachtel gelöffelt. Beliebt<br />

ist auch eine Art Fondue aus Vacherin Mont<br />

d’Or. Dafür wird der Käse mit Weisswein<br />

übergossen, inklusive der Schachtel in Alufolie<br />

gewickelt und im Ofen erhitzt. In den geschmolzenen<br />

Käse werden dann Brotwürfel<br />

oder Kartoffeln getunkt. Dazu passt ein Glas<br />

so bilden sie ihre typische, leicht gewellte eines intensiven Jura-Weissweins perfekt. <<br />

Im <strong>Schweiz</strong>er Kanton Waadt wird der<br />

Vacherin Mont d’Or aus thermisierter<br />

Kuhmilch gekäst, die aus dem Herstellungsgebiet<br />

stammen muss. Die Kühe<br />

fressen nur Gras und Heu, Silofutter<br />

ist verboten. Er wird nur von Anfang<br />

September bis Ende März gekäst und<br />

meistens 17 Tage gereift, umgeben von<br />

einem Fichtenring, der aus Waadtländer<br />

Holz gefertigt werden muss. Seit 2003<br />

wird die Herstellung des Vacherin Mont<br />

d’Or durch die Herkunftsbezeichnung<br />

AOP geregelt. Der im französischen<br />

Département Doubs hergestellte Mont<br />

d’Or oder Vacherin du Haut-Doubs wird<br />

zwischen dem 15. August und dem<br />

15. März aus Rohmilch der Rassen<br />

Montbéliard oder Simmental gekäst, die<br />

ebenfalls nur Heu oder Gras fressen. In<br />

Frankreich wird die Herkunft der Fichtenringe<br />

nicht kontrolliert, sie stammen<br />

daher oft aus Osteuropa. Trotzdem<br />

ähneln sich die zwei Varianten sehr, wobei<br />

die französische in der Regel etwas<br />

länger gelagert wird als jene aus der<br />

<strong>Schweiz</strong>, nämlich mindestens 21 Tage.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

179


Chefredakteur<br />

CHRISTOPH<br />

SCHWARZ<br />

REISE<br />

ONE&ONLY<br />

ITALIENISCHE ELEGANZ IN DUBAI<br />

Die Luxushotelkette «One&Only» setzt erneut auf die<br />

Zusammenarbeit mit der italienischen Designermarke<br />

«Missoni». Sie bringt für ein Jahr lang ihren unverwechselbaren<br />

Stil ins «Royal Mirage»-Resort in Dubai. Bekannt für markante<br />

Muster und farbenfrohe Designs, verwandelt «Missoni» den Poolbereich<br />

in ein stilvolles Refugium. oneandonlyresorts.com<br />

FRANKREICH<br />

GORDON RAMSAY<br />

FEIERT JUBILÄUM<br />

Ob bretonischer Hummer, Ravioli mit<br />

Enten-Confit oder Wellington vom Hirsch:<br />

Der britische Starkoch Gordon Ramsay<br />

zeigt im Michelin-besternten «Au Trianon»<br />

im 19<strong>10</strong> eröffneten Hotel «Waldorf<br />

Astoria Versailles» mit seinem Team<br />

unter Küchenchef Gabriele Ravasio, wie<br />

zeitgemäße französische Spitzenkulinarik<br />

funktionieren kann. Nun feiert das exklusive<br />

Restaurant mit Blick auf das Landgut<br />

Versailles 15-Jahr-Jubiläum. Wahrlich ein<br />

Grund zum Feiern.<br />

waldorfastoriaversailles.fr<br />

Spitzenkoch Gordon Ramsay<br />

feiert in Versailles Jubiläum.<br />

Das <strong>Falstaff</strong>-Herausgeberpaar<br />

Angelika und Wolfgang Rosam<br />

gratuliert.<br />

180 falstaff dez–feb 2025


NOTIZEN<br />

SPANIEN<br />

NEUES ZIEL FÜR<br />

WELLNESS-FANS<br />

Fotos: beigestellt, Serge Detalle, Paul Schirhofer, Joel Anderson / Eyevine / picturedesk, Königshof / Luxury Collection Hotel Munich, mauritius images / McPHOTO / Thula-Photography<br />

Das Grand Hotel «Son Net» im<br />

malerischen Tal von Puigpunyent,<br />

nur 20 Minuten von Palma<br />

entfernt, hat seinen brandneuen<br />

Spa-Bereich eröffnet: Beeindrucken<br />

will man neben hochwertigen<br />

Wellness-Angeboten<br />

mit dem Design – kräftigen Farben<br />

und luxuriösen Materialien<br />

– sowie mit maximaler Privatsphäre.<br />

sonnet.es<br />

MALEDIVEN<br />

LUXURIÖSES EIGENHEIM<br />

Der Luxus-Appartement-Komplex «The<br />

Coral Residences» auf Kandimas hat für<br />

wohlhabende Liebhaber der Malediven-<br />

Insel ein besonderes Angebot: Sie können<br />

sich eines der 40 Appartments in der neuen,<br />

direkt am Strand gelegenen Anlage auch<br />

kaufen. Der Preis: ab 1,1 Millionen Euro.<br />

coralresidencesmaldives.com<br />

SÜDAFRIKA<br />

IM REICH<br />

DER WEISSEN<br />

LÖWEN<br />

Nur eine Handvoll weisser<br />

Löwen leben noch in freier<br />

Wildbahn. Erleben kann man sie<br />

als Gast im «Ngala Tented<br />

Camp» von «andBeyond», das<br />

frisch renoviert im Naturschutzgebiet<br />

wieder eröffnet hat. Es<br />

bietet noch mehr Luxus: Die<br />

weitläufigen Gästesuiten wurden<br />

um grosse Aussendecks erweitert.<br />

andbeyond.com<br />

DER «KOENIGSHOF» ZIEHT<br />

POSITIVE BILANZ<br />

Seit Juni hat der «Koenigshof», Teil der<br />

«Luxury Collection» von «Marriott International»,<br />

in München geöffnet – und freut<br />

sich über eine starke Auslastung in den<br />

ersten Monaten. Mit seiner markanten<br />

Architektur prägt es die Achse zwischen<br />

Hauptbahnhof und Marienplatz, auch im<br />

Inneren des Hotels spielt Kunst und Design<br />

eine Schlüsselrolle. marriott.com<br />

«25HOURS»“ ERÖFFNET<br />

ERSTES HOTEL IN ASIEN<br />

Mit dem «25hours»-Hotel «The Oddbird»<br />

eröffnet die Kette ihr erstes Haus in Asien:<br />

Es erstreckt sich in der indonesischen<br />

Hauptstadt Jakarta über 38 Stockwerke<br />

eines Hochhauses mitten im Grossstadtjungle.<br />

Neben 2<strong>10</strong> Zimmern stehen 135<br />

Residences für längere Aufenthalte sowie<br />

ein umfrangreiches Gastro-Angebot zur<br />

Verfügung. 25hours-hotels.com<br />

COLUMBUS SETZT ZEICHEN FÜR<br />

NACHHALTIGES REISEN<br />

Das 1932 eröffnete Reisebüro «Columbus»<br />

– eines der ältesten Wiens – hat<br />

seine Firmenzentrale am Universitätsring<br />

nachhaltig revitalisiert: Das Reisebüro<br />

wird künftig CO₂-neutral betrieben.<br />

columbus-reisen.at<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

181


eise / KANARISCHE INSELN<br />

Die Kanareninsel Fuerteventura erkundet<br />

man vorzugsweise vom Wasser aus – die<br />

Insel gilt als Eldorado für Surfer.<br />

Foto: Shutterstock<br />

182 falstaff dez–feb 2025


VOM GLÜCK<br />

DES EWIGEN<br />

FRÜHLINGS<br />

Paradiesische Strände und spektakuläre Vulkanlandschaften,<br />

Nebelwälder und artenreiche Gewässer, historische Plätze,<br />

kulturelle Vielfalt und authentische Inselkulinarik: Die Kanaren<br />

vereinen die Schönheit eines ganzen Kontinents in sich.<br />

TEXT CAROLINE METZGER<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

183


eise / KANARISCHE INSELN<br />

Im Timanfaya-Nationalpark geht<br />

man entweder zu Fuss oder<br />

schaukelt auf Kamelrücken<br />

durch die Vulkanlandschaft.<br />

Wenn ein Ort nicht nur<br />

einen verheissungsvollen<br />

Spitznamen trägt,<br />

sondern derer gleich<br />

mehrere, dann ist<br />

davon auszugehen, dass in den liebevollen<br />

Bezeichnungen zumindest ein Quäntchen<br />

Wahrheit schlummert. Den Beweis dafür treten<br />

die Kanarischen Inseln an: Als Inseln des<br />

ewigen Frühlings werden sie oft bezeichnet,<br />

und das mit gutem Grund. Denn obwohl<br />

den Archipel mit seinen sieben Hauptinseln<br />

Die Bewohner machen sich<br />

die Hitze aus dem Erdinneren<br />

zunutze: Im Besucherzentrum<br />

des Timanfaya-Nationalparks<br />

wird damit gegrillt.<br />

Vor 300 Jahren spuckten die letzten Vulkane<br />

auf Lanzarote Lava – und hinterliessen eine<br />

beeindruckende Landschaft.<br />

kaum mehr als <strong>10</strong>0 Kilometer von der westafrikanischen<br />

Küste und damit der heissen<br />

Unwirtlichkeit der Sahara trennen, hat sich<br />

auf ihm ein aussergewöhnlicher klimatischer<br />

Mikrokosmos entwickelt: Kaum jemals<br />

übersteigt das Thermometer die 30-Grad-<br />

Grenze, und genauso selten fällt es unter<br />

15 – egal, zu welcher Jahreszeit. Das macht<br />

die Kanaren zum idealen Fluchtpunkt vor<br />

hochsommerlichen Extremhitzewellen, vor<br />

allem aber vor den nasskalten Herbst- und<br />

Wintertagen Kontinentaleuropas.<br />

Und auch der zweite salbungsvolle Spitzname<br />

der Inselgruppe dürfte zumindest<br />

teilweise mit ihrem Klima zu tun haben: In<br />

antiken Aufzeichnungen nannte man sie die<br />

Inseln der Glückseligen. Auch dieser Name<br />

ist schwer von der Hand zu weisen, vereinen<br />

die Kanaren doch alles, was zu einem<br />

Traumurlaub gehört: Kunst, Kultur und Kulinarik<br />

– oder lieber Ruhe und Natur? Alles<br />

davon gibt es in unvergleichlicher Üppigkeit<br />

und Vielfalt von der aufstrebenden Gourmetszene<br />

Gran Canarias zum Surferparadies<br />

Fuerte ventura, von der spektakulären Lavalandschaft<br />

Lanzarotes zu Teneriffas unerreichter<br />

Artenvielfalt über und unter Wasser.<br />

LANZAROTE: DIE FEUERINSEL<br />

Isla de fuego, also Feuerinsel, nennen die<br />

Einheimischen ihr Zuhause: Lanzarote<br />

Fotos: mauritius images / Hemis.fr / Franck Guiziou, Shutterstock, Getty Images, beigestellt Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

184 falstaff dez–feb 2025


Im Südwesten von Lanzarote<br />

liegt der Lago Verde – der<br />

grüne See macht seinem<br />

Namen alle Ehre.<br />

DIE «INSELN DES<br />

EWIGEN FRÜHLINGS»<br />

SIND DER IDEALE<br />

FLUCHTPUNKT AN<br />

KALTEN HERBST- UND<br />

WINTERTAGEN.<br />

dürfte unter den ersten der Kanarischen<br />

Inseln gewesen sein, die vor rund 15 Millionen<br />

Jahren nach mehreren Vulkanausbrüchen<br />

auf dem Meeresboden aus der<br />

Wasseroberfläche tauchten.<br />

Zur Ruhe kam das Eiland danach noch<br />

lange nicht: Die letzte Serie heftiger Eruptionen<br />

auf der Insel liegt weniger als 300 Jahre<br />

zurück und prägt das Landschaftsbild bis<br />

heute. Denn hinterlassen hat der andauernde<br />

Regen aus Asche, Gestein und Lava eine<br />

karge und scheinbar unwirtliche, dabei aber<br />

umso beeindruckendere Landschaft.<br />

Am schönsten zeigt diese sich an den<br />

Feuerbergen des Nationalparks Timanfaya.<br />

Zwar schweigen die Vulkane seit der letzten<br />

Eruptionsphase, unter der Oberfläche brodelt<br />

es aber weiterhin – ein Grund, warum<br />

die Tour durch den Nationalpark, die Ruta<br />

de Termesana, nur in Begleitung erfahrener<br />

Guides in Angriff genommen werden darf<br />

und aufgrund der wenigen Plätze lange im<br />

Voraus geplant und gebucht werden muss.<br />

Zunutze machen sich die Einwohner<br />

Lanzarotes ihre Feuerberge aber auch kulinarisch.<br />

So wird im Restaurant des Timanfaya-Besucherzentrums<br />

mit der Hitze aus<br />

dem Erdinneren gekocht, während im edlen<br />

Restaurant «Erizo», einer der besten Adressen<br />

der Insel, die typisch makaronesischen<br />

Gerichte der nahen und fernen Vulkaninseln<br />

serviert werden. Und auch so manches<br />

<<br />

LA PALMA<br />

DIE GRÜNE<br />

Isla verde, grüne Insel, heisst die nordwestlichste<br />

Landmasse des Kanarischen<br />

Archipels auch. Tatsächlich fällt auf La<br />

Palma mehr Niederschlag als auf allen<br />

ihrer Nachbarinseln, die Fläche ist deshalb<br />

zu über 40 Prozent von Wäldern<br />

bedeckt, der übrige Teil des Landes wird<br />

von den steilen Hängen der Vulkangebirge<br />

bestimmt. La Palma ist aber auch<br />

nachts einen Besuch wert – aufgrund<br />

der Abgeschiedenheit und der dadurch<br />

bedingten geringen Lichtverschmutzung<br />

gilt die Insel als Hotspot für die Sternenbeobachtung.<br />

Der Roque de los Muchachos,<br />

der höchste Berg der Insel, ist nur<br />

einer von zahlreichen astronomischen<br />

Aussichtspunkten.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

185


eise / KANARISCHE INSELN<br />

<<br />

Gewächs profitiert von den Lavaböden:<br />

Trotz der eher spärlichen Vegetation der<br />

Insel ist es den Bewohnern gelungen, Weinstöcke<br />

zu kultivieren. Und dann verstecken<br />

sich in der kleinen inseleigenen Weinregion<br />

auch Juwele wie die «Finca Malvasia». Im<br />

stylischen Boutiquehotel sind Vulkanlandschaft,<br />

Reben und die daraus gewonnenen<br />

Erzeugnisse in greifbarer Nähe.<br />

FUERTEVENTURA:<br />

DER RUHEPOL<br />

Obwohl die beiden einander nächsten<br />

Inseln der Kanaren auch landschaftlich eng<br />

miteinander verwandt sind – hier wie dort<br />

bestimmt das Vulkan- und Lavagestein das<br />

Bild –, entscheidet Fuerteventura den Punkt<br />

in der Kategorie «Strände» eindeutig für<br />

sich. Wenn der Passatwind günstig steht,<br />

und das tut er hier fast immer, werden die<br />

flach abfallenden, hellen Sandstrände mit<br />

Brettern aller Art im Gepäck gestürmt.<br />

Wer den Body-, Kite- und Windsurfern<br />

lieber zusehen will, statt sich selbst in die<br />

Fluten zu stürzen, steuert am besten das<br />

North Shore an. Zum einen wagen sich dort<br />

nur die Erfahrenen in die Brandung und sorgen<br />

für den entsprechenden Unterhaltungsfaktor,<br />

zum anderen befindet sich unweit des<br />

Wassers mit «The Ugly Duckling» eines der<br />

angesagtesten Lokale der Insel. Auf den insgesamt<br />

gut 150 Kilometer langen Stränden<br />

Fuerteventura ist ein Paradies<br />

für Surfer aller Art – aber<br />

auch für Schwimmer und<br />

Ruhesuchende.<br />

lässt sich auch schlicht die Stille geniessen –<br />

Sonnenanbeter und Schwimmer finden ein<br />

ruhiges Plätzchen abseits des Trubels.<br />

Diesen Bedürfnissen hat sich die Hotellerie<br />

perfekt angepasst: Neben lässigen Surf<br />

Houses ist die Dichte luxuriöser Adressen<br />

mit allen Annehmlichkeiten auf der Insel inzwischen<br />

hoch. So wartet etwa in jeder der<br />

Villen des «Bahiazul Resort» ein eigener Privatpool,<br />

das «Secrets Bahía Real Resort &<br />

Spa» steht dafür dank Adults-only-Philosophie<br />

vor allem bei verliebten Ruhesuchenden<br />

hoch im Kurs. Und wer es doch schafft, sich<br />

von den Küstengebieten loszureissen, wird<br />

mannigfaltig belohnt: In einem traumwandlerischen<br />

Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert<br />

liegt die «Casa Santa Maria», die<br />

Kunsthandwerk mit einer ausgezeichneten<br />

traditionellen Bodega vereint.<br />

Im luxuriösen Adults-only-Haus<br />

«Secrets Bahia Real Resort & Spa»<br />

stehen die Zeichen auf maximaler<br />

Entspannung und Genuss.<br />

GRAN CANARIA:<br />

DAS AUSHÄNGESCHILD<br />

Als meistbesuchte Insel des Archipels ist<br />

Gran Canaria das Aushängeschild der Kanaren.<br />

Das gebirgige, grüne Herz der Insel<br />

rund um den fast 2000 Meter hohen Pico<br />

de las Nieves ist von Schluchten und Höhlen<br />

durchsetzt und wird von schier endlosen<br />

Sandstränden eingefasst. Einige der<br />

hier verstreuten Bergdörfer zählen mit ihrer<br />

historischen Architektur zu den schönsten<br />

Spaniens und wohl auch zu den urigsten.<br />

Denn die Uhren ticken hier merklich langsamer,<br />

was das Landesinnere zum wohltuenden<br />

Gegenentwurf zu den Ferienorten<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock, Simone Tognon / Shutterstock<br />

186 falstaff dez–feb 2025


Die Kathedrale Santa Anna in Las<br />

Palmas ist die älteste, grösste und<br />

schönste Kirche Gran Canarias.<br />

EL HIERRO<br />

DIE ZUKUNFTSINSEL<br />

Die kleinste der Kanarischen Inseln hat<br />

sich ganz der Erhaltung ihrer Ursprünglichkeit<br />

verschrieben. Erreichbar<br />

ist das Eiland nur per Fähre<br />

oder kleinem Inselflugzeug,<br />

die gesamte<br />

Fläche wurde von<br />

der UNESCO zum<br />

Geopark erklärt und<br />

hat sich zum Ziel<br />

gesetzt, die erste<br />

emissionsfreie Insel<br />

der Welt zu werden.<br />

Damit soll nicht nur<br />

die Insel selbst geschützt<br />

werden, sondern vor allem ihr<br />

berühmtester Bewohner: die hier lebende<br />

endemische Rieseneidechse.<br />

rund um Maspalomas im Süden macht, wo<br />

sich jahrein, jahraus sonnenhungrige Besucher<br />

tummeln.<br />

Die Hauptstadt Las Palmas ist unterdessen<br />

ein kulturelles Monument: Die pittoreske<br />

Altstadt und ihre Museen erzählen die<br />

bewegte Geschichte der Insel, ihrer Bewohner<br />

und berühmten Besucher – die Casa<br />

de Colón etwa ist Christoph Columbus<br />

gewidmet, der auf seinen Entdeckungsfahrten<br />

gerne Halt auf der Insel gemacht<br />

haben soll.<br />

In den vergangenen Jahren haben<br />

auch die Foodies die Stadt<br />

für sich entdeckt. Inzwischen<br />

verfügt sie über eine erfreuliche<br />

Anzahl an ausgezeichneten<br />

Adressen, in denen die traditionelle<br />

Inselküche kunstvoll in<br />

einen Fine-Dining-Mantel gehüllt<br />

wird, mitunter sogar in direkter<br />

Nachbarschaft. So kommt im mit dem<br />

grünen Stern für genussvolle Nachhaltigkeit<br />

ausgezeichneten «Muxgo» nur auf den<br />

Tisch, was dem eigenen Garten oder der<br />

unmittelbaren Umgebung entstammt. Im<br />

selben Haus wird im «Poemas» auf Geheiss<br />

der Gebrüder Padrón wahlweise kanarische<br />

oder internationale Raffinesse aufgefahren.<br />

Dabei ist die kanarische Küche schon für<br />

sich eine länderübergreifende Angelegenheit.<br />

Geprägt wird sie seit jeher sowohl<br />

vom spanischen Mutterland als auch dem<br />

nahen Westafrika sowie südamerikanischen<br />

Einwanderern. Fisch und Meeresfrüchte<br />

aus den umliegenden Gewässern sind heute<br />

genauso fixer Bestandteil der Inselküche<br />

wie deftige Eintöpfe aus Huhn oder Kaninchen<br />

und lokalem Gemüse, das seine<br />

intensiven Aromen vor allem der Fülle an<br />

Sonnenstunden verdankt. Viele Traditionsgerichte<br />

bestechen dabei mit faszinierender<br />

Einfachheit. So werden für das bekannteste<br />

kanarische Gericht Papas arrugadas<br />

lediglich kleine Kartoffeln<br />

gekocht – einstmals<br />

in Meerwasser, das<br />

für die Salzkruste<br />

auf den «runzligen<br />

Kartoffeln» sorgte. Serviert werden sie<br />

traditionell mit Mojo rojo, einer würzigen<br />

Sauce auf Chili- und Knoblauchbasis, vielfach<br />

nutzt man inzwischen aber für unterschiedlichste<br />

Dips und Saucen auch die<br />

anderen mediterranen Kräuter der Insel.<br />

TENERIFFA: DIE FARBENFROHE<br />

Im Herzen der grössten der kanarischen<br />

Inseln bestimmt ein besonders imposanter<br />

Berg Leben und Landschaft – und sorgt<br />

für eine ganze Reihe von Superlativen: Mit<br />

seinen über 3700 Metern ist der Pico del<br />

Teide der höchste Berg Spaniens, der<br />

Die aufstrebende Fine-Dining-Szene Gran Canarias ist in bester<br />

Gesellschaft. Zur Wahl stehen luxuriöse Resorts und stylische<br />

Boutiquehotels wie etwa das «Seaside Grand Hotel Residencia».<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

187


eise / KANARISCHE INSELN<br />

<<br />

dritthöchste Inselvulkan der Welt und<br />

Namensgeber für den grössten Nationalpark<br />

der Kanaren.<br />

Gerade dort kommt man ihm auf vielfache<br />

Art und Weise näher, denn über 40<br />

Wanderwege durchziehen die Fläche des<br />

Naturschutzgebiets. Das Highlight unter<br />

ihnen ist der Weg nach ganz oben: Schon<br />

die Strasse bis zum höchsten mit dem Auto<br />

erreichbaren Punkt ist ein Erlebnis. Von<br />

dort gilt es dann, noch einmal über <strong>10</strong>00<br />

Höhenmeter zu Fuss zu erklimmen. Wer es<br />

gemütlicher angehen will, lässt sich von der<br />

Seilbahn bis knapp unter den Gipfel tragen<br />

und geniesst dann die sensationelle Aussicht<br />

über die Weite des Atlantiks.<br />

Ein weit weniger frequentierter, aber mindestens<br />

genauso schöner Weg durch die unberührte<br />

Natur der Insel findet sich weiter<br />

nördlich: Die Wanderung durch den Bosque<br />

de la Esperanza, den Wald der Hoffnung,<br />

gleicht dem Weg durch ein Märchenland.<br />

Die mächtigen Kiefern werden hier von<br />

endemischen Pflanzen gesäumt, gemeinsam<br />

legen sie gerade im Frühjahr einen duftenden<br />

Farbteppich über das Land.<br />

Der biologische Reichtum der Kanaren<br />

beschränkt sich aber nicht nur auf ihre<br />

Flora, auch die Tierwelt ist für ihre Diversität<br />

berühmt, besonders unter Wasser:<br />

Die bunten Häuser<br />

von Puerto de la<br />

Cruz sind nicht<br />

nur aus der Luft<br />

ein bezaubernder<br />

Anblick.<br />

Mehrere Wal- und Delfinarten sind in den<br />

Gewässern des Archipels heimisch, aus der<br />

Nähe bestaunen kann man sie im Rahmen<br />

der Whale-Watching-Ausflüge, die meist<br />

von Teneriffas südlicher Costa Adeje in See<br />

stechen und Besucher zu den bevorzugten<br />

Aufenthaltsorten der beeindruckenden Tiere<br />

bringen. Hier sind allerdings Recherche<br />

und Vorsicht geboten: Nicht alle Anbieter<br />

haben das Tierwohl im Sinn.<br />

Nach der Rückkehr auf festen Boden<br />

werden die gewonnenen Eindrücke dann<br />

am besten am Strand verarbeitet, denn<br />

auch davon besitzt Teneriffa eine fast<br />

schwindelerregende Vielfalt. Die Palette<br />

reicht dabei von den pechschwarzen Vulkansandstränden<br />

der südwestlichen Playa<br />

de Arena über Puerto de la Cruz an der<br />

Nordküste bis zur goldenen Playa de Peresitas<br />

am nordöstlichsten Zipfel der Insel.<br />

Spätestens hier muss man als Besucher<br />

zugeben, dass Spitznamen nicht immer<br />

euphemistisch oder beschönigend, sondern<br />

manchmal schlicht wahrheitsgetreu<br />

ausfallen. Welch ein Glück!<br />

LA GOMERA<br />

DIE LETZTE IHRER ART<br />

Auf der wenige Kilometer vor der Südwestküste<br />

Teneriffas gelegenen Insel<br />

La Gomera steckt der Tourismus noch in<br />

den Kinderschuhen, auch deshalb ist die<br />

Insel ein Paradies für Individualtouristen<br />

und Aussteiger. Aber sie ist auch die<br />

Insel der Naturliebhaber, denn in ihrem<br />

Zentrum liegt der Nationalpark Garajonay,<br />

und der ist die Heimat einer seltenen<br />

Besonderheit: Der Nebelwald ist der<br />

grösste weltweit noch verbliebene seiner<br />

Art. Die Stämme der immergrünen Lorbeerbäume<br />

sind oft bis zum Gipfel mit<br />

Moos bewachsen und stets von Dunst<br />

umhüllt, den die Passatwinde von den<br />

umliegenden Berghängen in den Wald<br />

tragen. Das sorgt für mystisch-märchenhafte<br />

Anblicke, besonders dann, wenn<br />

sich die Sonne Bahn durch den Nebel<br />

bricht und die Landschaft mit natürlichen<br />

Scheinwerfern beleuchtet.<br />

Berg der Superlative: Der<br />

Pico del Teide auf Teneriffa<br />

ist mit seinen über 3700<br />

Metern der höchste Berg<br />

Spaniens und dritthöchste<br />

Inselvulkan der Welt.<br />

188 falstaff dez–feb 2025


LANZAROTE<br />

Villas Kamezí<br />

Die Anlage am Wasser bietet moderne Villen in allen<br />

Grössen und unterschiedlichen Stilen – am schönsten<br />

sind jene mit Meerblick; über einen privaten Pool<br />

und alle Annehmlichkeiten verfügen aber alle.<br />

C. Monaco, 2, 35580 Playa Blanca,<br />

Lanzarote<br />

T: +34 928 518624, villaskamezi.com<br />

Inselküche auf<br />

höchstem Niveau:<br />

das Restaurant<br />

«M.B.» des<br />

spanischen<br />

Ausnahmekochs<br />

Martin Berasateguí.<br />

Fotos: Getty Images, Shutterstock, Edu LÛpez, beigestellt<br />

Finca Malvasia<br />

Die Apartments, Fincas und Villen<br />

liegen eingebettet in der Weinregion<br />

der Insel und punkten mit authentischem<br />

Interieur und viel Stil, auch<br />

der nächste Strand ist nicht weit.<br />

Cam. El Oratorio, 14, 35572 Tías,<br />

Lanzarote<br />

T: +34 665 468538, fincamalvasia.com<br />

Kamezí Deli & Bistro<br />

Moderne Küche mit internationalem Touch und<br />

luxuriösem Anstrich aus regionalen Produkten –<br />

auch für Dinnergäste, die sich nicht in einer der<br />

stylischen Villas eingemietet haben.<br />

C. Monaco, 2, 35580 Playa Blanca,<br />

Lanzarote<br />

T: +34 626 873695, kamezidelibistro.com<br />

TENERIFFA<br />

Dreams Jardin Tropical Resort & Spa<br />

Die grosszügige Anlage besticht mit viel üppigem<br />

Grün und dem unverstellten Blick über den Atlantik<br />

bis nach La Gomera. Dazu gehören auch Pools,<br />

Wellness und zahlreiche Plätze, an denen die Seele<br />

ganz in Ruhe baumelt.<br />

C. Gran Bretaña, s/n, 38660 Costa Adeje<br />

T: +34 911 229855<br />

hoteljardintropical.com-hotel.com<br />

La Laguna Gran Hotel<br />

Von Pool und Lounge auf der Dachterrasse der<br />

mondänen Adresse blickt man auf die Altstadt von<br />

San Cristóbal, im Inneren mischen sich prächtige<br />

historische Akzente mit modernem Style.<br />

C. Nava y Grimon, 18,<br />

38201 La Laguna<br />

T: +34 922 <strong>10</strong>8080, lalagunagranhotel.com<br />

Hotel LIVVO La Quinta Roja<br />

Im ruhigeren Eck der Insel versteckt sich ein kleines<br />

Juwel: Im ehemaligen Herrenhaus eines Markgrafen<br />

aus dem 17. Jahrhundert wandeln Gäste zwischen<br />

historischen Mauern und alten Holzarbeiten, ohne<br />

dabei auf modernen Komfort verzichten zu müssen.<br />

Gta. San Francisco, s/n,<br />

38450 Garachico<br />

T: +34 922 133377<br />

quintaroja.com<br />

M.B<br />

In der weitläufigen Anlage des Ritz-Carlton kocht<br />

Chef Erlantz Gorostiza im Zwei-Sterne-Restaurant<br />

die regionalen Kreationen seines Chefs und Mentors<br />

Martin Berasateguí – beide sind nicht umsonst mit<br />

den höchsten kulinarischen<br />

Auszeichnungen<br />

dekoriert.<br />

Calle María Zambrano 2,<br />

38687 Guía de Isora<br />

T: +34 922 126000<br />

mb-tenerife.com<br />

El Secreto de Chimiche<br />

Das hübsche Interieur bildet die Kulisse für traditionell<br />

kanarische Küche aus den besten regionalen<br />

Produkten, die sich behutsam in die Moderne einfügt.<br />

TF-28, 4, 38594 Chimiche<br />

T: +34 922 777279, elsecretodechimiche.com<br />

Brunelli’s<br />

Mit fast schon unwirklich schönem Ausblick über<br />

das Wasser werden hier perfekt gegarte Steaks<br />

vom galicischen Rind serviert, und die gehören zu<br />

Recht zu den besten der Welt.<br />

C. Bencomo, 42,<br />

38400 Puerto de la Cruz<br />

T: +34 922 062600<br />

brunellis.com<br />

GRAN CANARIA<br />

Seaside Grand Hotel Residencia – Gran Lujo<br />

Unweit der Dünen von Maspalomas liegt die Anlage<br />

im spanischen Kolonialstil mit ihrem gepflegten tropischen<br />

Garten. Im Inneren herrscht mondänes Ambiente<br />

und der Fokus auf Qualität – von der Einrichtung<br />

bis zu den Kosmetikprodukten von L’Occitane.<br />

Av. del Oasis, 32,<br />

35<strong>10</strong>0 Maspalomas,<br />

T: +34 928 723<strong>10</strong>0, grand-hotel-residencia.com<br />

Hotel Santa Catalina, A Royal Hideaway Hotel<br />

Vom modernen Rooftop-Pool blickt man auf die historischen<br />

Dächer und den Hafen von Las Palmas –<br />

die Kombination aus Moderne und Geschichte zieht<br />

sich auch durch den Rest des Hauses, das neben<br />

Spa und Pianobar auch mehrere Restaurants beheimatet.<br />

C. León y Castillo, 227, 35005 Las Palmas de Gran<br />

Canaria, T: +34 928 243040<br />

barcelo.com/es-es/santa-catalina-a-royal-hideaway-hotel/<br />

Poemas by Hermanos Padrón<br />

Im luxuriösen Hotel «Santa Catalina» kocht Chef<br />

Adrián García auf merklichem Sterneniveau –<br />

sowohl das innovative DegustationsMenu als auch<br />

das «Clásicos»-Menu überzeugen auf ganzer Linie.<br />

C. León y Castillo, 227,<br />

35005 Las Palmas de Gran Canaria<br />

T: +34 928 243041, restaurantepoemas.com<br />

Tabaiba<br />

So modern die Gestaltung, so innovativ ist auch die<br />

Küche: kanarische Gerichte am Puls der Zeit, die<br />

der Vielfalt der regionalen Produkte entspringen.<br />

Chef Abraham Ortega wurde dafür mit einem Stern<br />

geehrt.<br />

C. Portugal, 79,<br />

350<strong>10</strong> Las Palmas de Gran Canaria<br />

T: +34 928 027055, tabaibarestaurante.com<br />

FUERTEVENTURA<br />

Secrets Bahía Real Resort & Spa<br />

Die luxuriöse Adults-only-Anlage richtet sich<br />

exklusiv an Paare auf der Suche nach Ruhe und<br />

Zweisamkeit. Neben dem Privatstrand und den Pools<br />

relaxt es sich am schönsten im grosszügigen Spa.<br />

Av. Corralejo Grandes Playas, <strong>10</strong>3,<br />

35660 Fuerteventura<br />

T: +34 911 229866<br />

hyattinclusivecollection.com/en/resorts-hotels/<br />

secrets/espana/bahia-real-resort-spa<br />

Bahiazul Resort Fuerteventura<br />

Jede der weiss getünchten Villen der Anlage verfügt<br />

über einen privaten Pool, manche laden zusätzlich zum<br />

Entspannen im eigenen Jacuzzi – nur Spa und Fitnessraum<br />

müssen mit anderen Gästen geteilt werden.<br />

C. Pardelas, 7, 35660 Corralejo<br />

T: +34 928 854598, bahiazul.com<br />

Restaurant Mahoh<br />

Ein zum Landhotel umgebautes Bauernhaus aus<br />

dem 19. Jahrhundert ist auch das Zuhause eines der<br />

authentischsten Restaurants der Insel – traditionelle<br />

Köstlichkeiten aus Fisch und Fleisch werden ohne<br />

Schischi, dafür mit viel Geschmack aufgetischt.<br />

Sitio de Juan Bello, S/n, 35640 Villaverde<br />

T: +34 661 388066<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

189


EIN ERLEBNIS FÜR<br />

SINNE UND SEELE<br />

Wunderschöne Landschaften, malerische Dörfer und eine einzigartige Küche,<br />

die keine Wünsche offen lässt: Frankreichs Normandie ist ein Genuss<br />

für Liebhaber schöner Dinge – von Kultur über Kunst bis hin zur Kulinarik.<br />

Mit VIVA Boutique bringt der<br />

Düsseldorfer Flussreise-Spezialist<br />

VIVA Cruises eine Produktlinie<br />

auf den Markt, die Flusskreuzfahrt<br />

auf ein neues Level hebt und das<br />

abwechslungsreiche Frankreich aus einer eindrucksvollen<br />

Perspektive zeigt. So sind Gourmets<br />

wie Kultur- und Kunstinteressierte, die<br />

das Besondere suchen und finden möchten,<br />

auf exklusiven Reisen ab Frühjahr 2026<br />

genau richtig. Auf der Seine geht es mit dem<br />

neuen Boutiqueschiff «VIVA BEYOND» von<br />

Frankreichs Hauptstadt in acht Tagen bis zur<br />

rauen Alabasterküste in Honfleur und<br />

zurück nach Paris. Eine Flussreise, gespickt<br />

mit aussergewöhnlichen Erlebnissen für Sinne<br />

und Seele zu Wasser und an Land.<br />

DAS ERSTE BOUTIQUE-SCHIFF<br />

Der Neuzugang beeindruckt mit einem<br />

modernen Design, grosszügigen Kabinen<br />

Die hochwertig gestalteten<br />

Master-Suiten beinhalten<br />

exklusive Privilegien wie<br />

Frühstück in der Kabine,<br />

Landausflüge und einen<br />

Apéro mit dem Kapitän.<br />

und schafft mit nur 112 Gästen an Bord<br />

eine ganz eigene Wohlfühlatmosphäre.<br />

Ebenfalls besonders: Mehr als die Hälfte<br />

aller Kabinen sind Suiten. Die vielen<br />

Details, kombiniert mit einem von Frankreich<br />

inspirierten Interieur, schaffen ein<br />

Ambiente, das Erholung und stilvolles<br />

Reisen perfekt miteinander verbindet.<br />

KULINARISCHE HIGHLIGHTS<br />

Gourmetdinner und erlesene Weine, reichhaltige<br />

Frühstücksbuffets, exquisite Mittagsund<br />

Abendmenüs sowie erstklassige Getränke<br />

aus dem Bar-Menü lassen keine Wünsche<br />

offen und sind dank VIVA komplett im Reisepreis<br />

inbegriffen. Hochwertige Zutaten<br />

und sorgfältig zusammengestellte Menüs<br />

sorgen für genussvolle Momente auf höchstem<br />

Niveau in den drei Restaurants an Bord.<br />

Die Gäste dürfen sich zudem auf die «Quatre<br />

heure» mit süssen und herzhaften Köst-<br />

lichkeiten sowie eine täglich gefüllte, im Preis<br />

inbegriffene Minibar in der Kabine freuen.<br />

Ergänzt wird das Angebot durch eine Vielfalt<br />

an französischen Delikatessen wie Crêpes<br />

und Macarons, die den kulinarischen Charakter<br />

der Flusskreuzfahrt perfekt abrunden.<br />

FRANZÖSISCHER CHARME<br />

Von Mai 2026 an nimmt das Boutiqueschiff<br />

Kurs auf eine der wohl schönsten Regionen<br />

Frankreichs und lässt seine Gäste dieses einzigartige<br />

Land aus einem neuen Blickwinkel<br />

kennenlernen. Die achttägigen Reisen führen<br />

von Paris aus durch die idyllische Normandie<br />

bis zur rauen Atlantikküste und wieder<br />

zurück in die französische Hauptstadt. Und<br />

eines ist sicher: Auf dieser Route erleben<br />

Reisende nicht nur atemberaubende Landschaften,<br />

sondern auch aussergewöhnliche<br />

Landausflüge, die tief in die französische<br />

Kulinarik, Geschichte und Kunst eintauchen.<br />

FRANKREICH PUR<br />

Klingt es nicht verlockend, am Morgen<br />

durch die Sonne geweckt zu werden und<br />

beim Blick aus dem Fenster festzustellen,<br />

dass über Nacht das nächste Reiseziel<br />

erreicht wurde? Ob dann der romantische<br />

Fischerort Honfleur, imposante Bauwerke<br />

wie Château La Roche-Guyon, Château<br />

Gaillard oder die einzigartigen Gärten von<br />

Étretat direkt am Atlantik auf dem Programm<br />

stehen, ist jedem Gast selbst überlassen:<br />

Denn jeder Ausflug ist ein Highlight,<br />

das die vielen Facetten des Landes ganz<br />

indivi duell in den Mittelpunkt rückt.<br />

INFO<br />

Informationen zu VIVA Boutique sowie allen<br />

VIVA Cruises Reisen finden Interessierte in jedem<br />

Reisebüro, unter viva-cruises.com oder unter<br />

T: +41 41 5126028.<br />

190<br />

falstaff dez–feb 2025


VIVA CRUISES<br />

Im malerischen Fischerort<br />

Honfleur, direkt am Atlantik,<br />

sollte unbedingt ein Besuch<br />

des Hafens eingeplant werden.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

dez–feb 2025 falstaff 191


eise / BÜRGENSTOCK RESORT<br />

DEM HIMMEL<br />

SO NAH<br />

Die Geschichte des «Bürgenstock Resorts» über dem<br />

Vierwaldstättersee in der Zentralschweiz reicht zurück bis ins<br />

Jahr 1873. Hier wurden schon Friedensverträge verhandelt,<br />

prominente Ehen geschlossen und nicht zuletzt in allen Zügen<br />

genossen. Eine Hotellegende, wie sie im Buche steht.<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG<br />

Das «Bürgenstock Hotel & Alpine<br />

Spa – The Contemporary» ist eines<br />

von vier Hotels innerhalb des<br />

«Bürgenstock Resorts» auf dem<br />

gleichnamigen Bergücken.<br />

Foto: Bürgenstock Hotels AG<br />

192 falstaff dez–feb 2025


HOTEL-<br />

LEGENDEN<br />

TEIL 13<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

193


eise / BÜRGENSTOCK RESORT<br />

Im Restaurant «Spices Kitchen» wird<br />

asiatisch genossen: Die offene Küche<br />

ist unterteilt in je einen Bereich für<br />

Japan, China, Indien und Thailand.<br />

Der Katamaran «MS Bürgenstock»<br />

gleitet fast wie auf<br />

Schienen über den Vierwaldstättersee.<br />

Die Fahrt auf dem<br />

ruhigen, modernen Schiff<br />

inmitten der Naturschönheit der Innerschweizer<br />

Berg- und Wasserwelt wirkt<br />

unwirklich, ja fast futuristisch. Von Luzern<br />

aus dauert die Überfahrt 25 Minuten und<br />

stimmt perfekt auf das ein, was gleich<br />

kommt. Mit der Standseilbahn des<br />

«Bürgenstock Resorts» geht es von der<br />

Anlegestelle in wenigen Minuten bequem<br />

ganz nach oben auf den Bergrücken.<br />

440 Höhenmeter überwindet die Bahn auf<br />

gerade mal 944 Metern Fahrstrecke.<br />

Oben angekommen tut sich eines der<br />

spektakulärsten Panoramen der <strong>Schweiz</strong><br />

auf: der See zu Füssen, der Pilatus und<br />

die Stadt Luzern zur Linken, die Rigi zur<br />

Rechten. Und nicht nur das: Mit 30 Gebäuden,<br />

vier Hotels, 383 Zimmern, zehn<br />

Restaurants und Bars, einem Golfplatz und<br />

einem der grössten Spas Europas erreicht<br />

man hier ein modernes Luxusparadies, das<br />

weltweit seinesgleichen sucht.<br />

unter dem Namen «Hotel Kurhaus». Ihr<br />

grenzenloser Pioniergeist führte zur<br />

Erbauung gleich mehrerer technischer<br />

Attraktionen auf dem Bürgenstock: der<br />

ersten Standseilbahn der <strong>Schweiz</strong>, die man<br />

noch heute zur Anfahrt benutzt, des<br />

höchsten und schnellsten Freiluftaufzugs<br />

Europas, eines revolutionären Wasserkraftwerks<br />

und des Felsenwegs, eines Panoramawegs<br />

entlang steiler Felswände. Kein<br />

Wunder, war der Bürgenstock bald bei<br />

Luxusreisenden aus aller Welt beliebt.<br />

Seinen Legendenstatus in der modernen<br />

Popkultur erreichte das Resort in den<br />

1950er-Jahren. Der damalige Hotelier in<br />

zweiter Generation, Fritz Frey, liess einen<br />

sogenannten Hollywood-Pool in damals<br />

trendiger Nierenform erbauen. Der bis<br />

heute für Hotelgäste zugängliche Badeort<br />

ist Sinnbild für die damalige Zeit. Audrey<br />

Hepburn badete nicht nur liebend gern<br />

darin, sie lebte gar einige Jahre in einer der<br />

Villen auf dem Bürgenstock – und heiratete<br />

1954 in der hiesigen Kapelle. Ihre illustren<br />

BEWEGTE GESCHICHTE<br />

Der Bürgenstock ist schon seit 1873 ein<br />

Ziel für Luxusreisende aus aller Welt. Die<br />

<strong>Schweiz</strong>er Hotelpioniere Franz Josef<br />

Bucher-Durrer und Josef Durrer eröffneten<br />

damals auf dem Berg ein Grand Hotel<br />

Fotos: Bürgenstock Hotels AG<br />

194 falstaff dez–feb 2025


Im «Waldhotel»<br />

(o. r.) dreht<br />

sich alles um<br />

Wohlbefinden<br />

und Gesundheit.<br />

Im «Bürgenstock<br />

Hotel & Alpine<br />

Spa» (o. & r.)<br />

stehen Genuss<br />

und Wellness im<br />

Mittelpunkt.<br />

Nachbarn: Sofia Loren und Carlo Ponti,<br />

die damals eines der Chalets bewohnten.<br />

Zu den berühmten Gästen aus der Filmwelt<br />

gehörte ausserdem Sean Connery, der<br />

während der Dreharbeiten zu «Goldfinger»<br />

gleich einen ganzen Monat auf dem<br />

Bürgenstock residierte.<br />

Kulinarisch bleiben auf dem Bürgenstock<br />

keine Wünsche offen: Ganze zehn<br />

Restaurants und Bars stehen zur<br />

Wahl – auch für Tagesgäste ohne<br />

Hotelübernachtung.<br />

EXKLUSIVE LAGE<br />

«Bürgenstock» ist heute Synonym für das<br />

Resort. Das Wort bezeichnet aber den<br />

ganzen Bergrücken, einen durch die<br />

natürliche Topografie isolierten Ort. Das<br />

sorgt nicht nur im Alltag für exklusive<br />

Abgeschiedenheit, sondern auch dafür, dass<br />

sich Sicherheitsmassnahmen relativ einfach<br />

umsetzen lassen. Ebenfalls ab den 1950er-<br />

Jahren wurde der Bürgenstock so Schauplatz<br />

der Weltpolitik.<br />

Konrad Adenauer verbrachte seine Sommerurlaube<br />

hier, Politiker wie Ben Gurion,<br />

Golda Meir oder Jawaharlal Nehru besuchten<br />

das Resort. Verschiedenste Konferenzen<br />

und Verhandlungen fanden im geschützten<br />

Rahmen des Bergrückens statt – etwa die<br />

Zypern-Verhandlungen 2004 unter UN-<br />

Generalsekretär Kofi Annan und zuletzt die<br />

Ukraine-Friedenskonferenz im Juni <strong>2024</strong>.<br />

Ganze 383 Zimmer und Suiten befinden<br />

sich heute in den vier Hotels des Resorts,<br />

genug, um die eine oder andere Landesdelegation<br />

unterzubringen.<br />

Zu seiner heutigen Grösse verholfen<br />

hat dem «Bürgenstock Resort» Katar<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

195


eise / BÜRGENSTOCK RESORT<br />

<<br />

Hospitality, ein weltweit tätiges Unternehmen<br />

im Besitz des Emirats Katar. Von<br />

2007 bis 2017 hat es mehr als 500 Millionen<br />

<strong>Schweiz</strong>er Franken in eine umfassende<br />

Renovierung und Neugestaltung des<br />

Resorts investiert.<br />

Hotelseitiges Highlight ist heute das<br />

«Bürgenstock Hotel & Alpine Spa», das<br />

sich in das moderne Hauptgebäude «The<br />

Contemporary» und das einstige «Palace<br />

Hotel» namens «The Heritage» unterteilt.<br />

Der Spa-Bereich gehört mit seinen <strong>10</strong>’000<br />

Quadratmetern zu den grössten seiner Art<br />

in der <strong>Schweiz</strong> und in ganz Europa.<br />

Besondere Highlights sind neben den<br />

exklusiven Private Spas die 5000 Quadratmeter<br />

umfassende Saunalandschaft sowie<br />

der Infinitypool mit 35 Grad Wassertemperatur<br />

und einem atem be raubenden Blick<br />

über den Vierwaldstättersee.<br />

Im «Waldhotel Health & Wellbeing»<br />

dreht sich alles um Gesundheit und Natur,<br />

darüber hinaus gibt es zwölf Doppelzimmer<br />

in der urigen «Taverne 1879» und die<br />

fix vermieteten Residenzen. Allen Gästen<br />

auf dem Bürgenstock – auch Tagesgästen<br />

ohne Hotelbuchung – steht das kulinarische<br />

Angebot zur Verfügung. Je nach<br />

Saison kann aus insgesamt zehn<br />

Restaurants und Bars gewählt<br />

werden: Das «Spices Kitchen &<br />

Terrace» bringt die Küche Asiens<br />

in die <strong>Schweiz</strong>. Gerichte aus<br />

Japan, China, Indien und<br />

Thailand stehen zur Wahl. Das<br />

«Oak Grill» unweit des legendären<br />

Hollywood-Pools serviert<br />

erstklassige Steakhouse- Gerichte.<br />

Im «Parisa» kommt persische<br />

Küche auf den Tisch, und in der wenige<br />

Schritte entfernten «Taverne 1879» gibt es<br />

klassische <strong>Schweiz</strong>er Küche. Zu den<br />

Highlights gerade auch für Tagesgäste<br />

gehört die «Lakeview Bar» im Hauptgebäude.<br />

Durch grosse Fenster geniesst man<br />

den Blick über den See und die erstklassigen<br />

Signature-Cocktails des Hauses. Für<br />

Zigarrenliebhaber befindet sich angrenzend<br />

eine grosszügige Zigarrenlounge.<br />

Das «Bürgenstock Resort» gehört<br />

zweifellos zu den Hotel-Highlights der<br />

<strong>Schweiz</strong>. Der Mix aus intakter, alpiner<br />

Naturschönheit und weltmännischem<br />

Luxus ist weltweit einzigartig. Zu verdanken<br />

ist dies zwei innovativen <strong>Schweiz</strong>er<br />

Hoteliers, die vor 150 Jahren ganz offensichtlich<br />

den richtigen Riecher hatten.<br />

Audrey Hepburn lebte in den 1950er-Jahren<br />

in einer Villa auf dem Bürgenstock. Sie spielte<br />

hier Golf, genoss die Annehmlichkeiten des<br />

Resorts und heiratete 1954 sogar hier.<br />

<<br />

ZU GAST IM<br />

BÜRGENSTOCK<br />

RESORT<br />

Auf dem Bürgenstock stehen gleich vier<br />

Hotels zur Wahl, wobei das «Bürgenstock<br />

Hotel & Alpine Spa – The Contemporary»<br />

das Haupthaus ist. Gleich<br />

nebenan befindet sich mit dem «The Heritage»<br />

das nächste Hotelgebäude, dieses<br />

wurde 1904 als drittes grosses Hotel<br />

auf dem Berg eröffnet. Im «Waldhotel»<br />

stehen Gesundheit und Wohlbefinden im<br />

Zentrum. Einfacher zu und her geht es<br />

in der «Taverne 1879». Neben den zehn<br />

Restaurants und Bars stehen den Gästen<br />

der grosse Spa-Bereich, ein eigener<br />

Golfplatz, Wanderwege, der spektakuläre<br />

Hammetschwand-Lift und viele<br />

weitere Highlights zur Verfügung.<br />

Bürgenstock Resort Lake Lucerne<br />

6363 Obbürgen, <strong>Schweiz</strong><br />

T: +41 612 6000<br />

burgenstockresort.com<br />

Fotos: Bürgenstock Hotels AG, ETH-Bibliothek Zürich/Bildarchiv<br />

196 falstaff dez–feb 2025


VISIT VALENCIA<br />

VALENCIA<br />

VIELFALT AM MITTELMEER<br />

Valencia fasziniert mit einer harmonischen Verbindung aus Natur, reicher Geschichte,<br />

futuristischer Architektur und erstklassiger Kulinarik. Als Heimat der Paella gilt<br />

die Stadt als Eldorado für Feinschmecker – mit acht Michelin-Sterne-Restaurants<br />

und mehr als 2000 Lokalen, die jede Vorliebe bedienen.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Visit Valencia / Mike Water, David Rota, Pablo Casino<br />

Valencia, die drittgrösste Stadt<br />

Spaniens, ist ein echtes Juwel am<br />

Mittelmeer. Hier verschmelzen<br />

Geschichte und Moderne zu<br />

einer einzigartigen Atmosphäre. Die Stadt<br />

bietet eine perfekte Balance zwischen pulsierendem<br />

Stadtleben und entspannter Strand-<br />

Atmosphäre. Die weitläufigen Sandstrände<br />

bieten Platz für Sonnenliebhaber und Wassersportler<br />

gleichermassen.<br />

Ein Wahrzeichen Valencias ist zweifellos<br />

die futuristische Stadt der Künste und<br />

Wissenschaften. Dieses architektonische<br />

Meisterwerk des renommierten Architekten<br />

Santiago Calatrava begeistert mit seinen<br />

kühnen Formen und innovativen Designs.<br />

Besucher können hier nicht nur die beeindruckende<br />

Architektur bewundern, sondern<br />

auch zahlreiche Museen, ein Planetarium<br />

und Europas grösstes Aquarium erkunden.<br />

Valencia hat über die moderne Architektur<br />

hinaus viele weitere Highlights zu bieten.<br />

Die Stadt ist reich an Geschichte und<br />

Kultur, was sich zum Beispiel in den drei<br />

UNESCO-Welterbestätten und der<br />

imposanten Oper widerspiegelt.<br />

Für Naturliebhaber und Aktivurlauber ist<br />

Valencia ein wahres Paradies. Die Stadt wurde<br />

von der Europäischen Kommission zur<br />

European Green Capital <strong>2024</strong> gekürt – eine<br />

Valencia beeindruckt nicht nur<br />

mit Geschichte und moderner<br />

Architektur, sondern auch mit<br />

einer vielfältigen und aufregenden<br />

Kulinarik.<br />

Anerkennung für die herausragenden Bemühungen<br />

im Bereich Umweltschutz und die<br />

Förderung eines nachhaltigen Lebensstils.<br />

KULINARISCHES VALENCIA<br />

Kulinarisch zeigt sich Valencia ebenfalls sehr<br />

vielfältig. Als Geburtsort der weltberühmten<br />

Paella ist die Stadt ein Mekka für Feinschmecker.<br />

Von traditionellen Tapas-Bars bis<br />

hin zu Sternerestaurants – hier findet jeder<br />

Gaumen seine Erfüllung. Aktuell sind acht<br />

Restaurants mit der prestigeträchtigen Auszeichnung<br />

des «Guide Michelin» dekoriert.<br />

Besonders empfehlenswert sind die lokalen<br />

Spezialitäten, die mit frischen Zutaten aus<br />

der Huerta zubereitet werden. Die gastronomische<br />

Vielfalt der Stadt wird von über<br />

2000 Bars, Cafés und Restaurants,<br />

ergänzt – traditionelle, nachhaltige<br />

und die kreative Küche verschmelzen<br />

auf diese Weise<br />

perfekt miteinander.<br />

Mit ihren abwechslungsreichen<br />

Attraktionen, ihrer<br />

reichen Geschichte und ihrer<br />

lebendigen Atmosphäre ist<br />

Valencia eine Stadt, die es zu<br />

entdecken gilt. Ob Kulturliebhaber,<br />

Feinschmecker oder<br />

Sonnenliebhaber – in dieser facettenreichen<br />

Metropole am Mittelmeer findet<br />

jeder sein persönliches Highlight.<br />

Die besten Restaurants:<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

visitvalencia.com<br />

dez–feb 2025 falstaff 197


CONNECT TO<br />

AMAZING FLAVOR<br />

with delicious choices prepared by our flying chefs<br />

Products and services are subject to change depending on flight duration and aircraft.


BEST PART OF THE JOURNEY<br />

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IN ISTANBUL<br />

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1 night for Economy Class<br />

2 nights for Business Class<br />

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eise / LONG WEEKEND – ISTANBUL<br />

EIN MAGISCHES<br />

MOSAIK AUS<br />

ALT UND NEU<br />

Mehr Städtereise-Tipps<br />

für lange Wochenenden<br />

go.falstaff.com/longweekend<br />

Foto: Shutterstock<br />

200 falstaff dez–feb 2025


Eine Stadt der Gegensätze: Istanbul verbindet Ost und West in einer<br />

faszinierenden Mischung aus abgenutzt und weltmännisch. Wir sind den<br />

Hügel der türkischen Hauptstadt hinauf und hinunter gewandert und<br />

haben den Bosporus von Europa nach Asien und zurück überquert, um<br />

die Geheimnisse der Stadt zu lüften und lokale Favoriten zu erleben –<br />

die berühmten wie die bodenständigen.<br />

TEXT ARGOT MURELIUS<br />

Die Sultan-Ahmed-Moschee,<br />

auch bekannt als Blaue Moschee,<br />

ist eines der Hauptwerke der<br />

osmanischen Architektur und<br />

liegt in unmittelbarer Nähe zur<br />

Hagia Sophia.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

201


eise / LONG WEEKEND – ISTANBUL<br />

FREITAG<br />

Königlicher Döner,<br />

perfekter türkischer<br />

Kaffee im versteckten<br />

Strassenlokal – und<br />

kunstvoll-farbenfrohes<br />

Fine Dining mit Blick<br />

über die Stadt.<br />

Der Duft der Rotisseriespiesse<br />

zieht durch die Strassen<br />

Istanbuls. Der Döner ist<br />

beliebtes Fastfood.<br />

K<br />

leine Gassen schlängeln sich durch<br />

das labyrinthische Beyoglu-Viertel,<br />

vom mittelalterlichen Galataturm<br />

vorbei an Galerien, Restaurants, schicken<br />

Boutiquen und Werkstätten bis zur Kılıç Ali<br />

Pasha Külliye, die 1578 vom berühmten<br />

Architekten Sinan entworfen wurde. Der<br />

Komplex beinhaltet eine Moschee und einen<br />

liebevoll renovierten Hamam – und grenzt an<br />

die altehrwürdige Baklava-Bäckerei «Güllüoglu»,<br />

die ihrerseits mit einem Einkaufszentrum,<br />

dem neuen Kreuzfahrtterminal Galataport<br />

und dem Museum für moderne Kunst<br />

verbunden ist. In Istanbul bestehen das Alte<br />

und das Neue nebeneinander – so wie die<br />

Gebetsrufe sechsmal am Tag ertönen und<br />

Katzen die heimlichen Herrscher der Stadt<br />

sind. Sie schleichen um Fischhändler, streifen<br />

durch die Metro – und legen sich zum<br />

Nickerchen auf freundliche Schösse.<br />

Eine freche Katze weist so auch den Weg zu<br />

«Engin» – dem König der Dönerläden, wie<br />

Kenner behaupten –, wo der Duft vom Rotisseriespiess<br />

die Gäste anlockt. «Er wiegt 50<br />

Kilo», erklärt Engin Kavutlar, der sein Rindfleisch<br />

mit Marinade (das Rezept ist geheim!)<br />

würzt, bevor er es mit Frühlingszwiebeln und<br />

Lammfett belegt. Zum Fleisch gibt es flaumig-weiches<br />

Fladenbrot. Königlich! Und fast<br />

so gediegen wie der türkische Kaffee im<br />

Die alteingesessene<br />

Baklava-Bäckerei<br />

«Güllüoglu» ist Kult.<br />

Und den besten<br />

türkischen Kaffee in<br />

Istanbul findet man<br />

oft in winzig kleinen<br />

Strassenläden.<br />

«Mandabatmaz», einem versteckten Café in<br />

einer Sackgasse, die von der Istiklal-Strasse<br />

abzweigt, der Hauptstrasse von Galata.<br />

Eigentlich ist es nur eine Mauernische mit ein<br />

paar Sitzplätzen. Der türkische Kaffee wird<br />

mit Ehrfurcht zubereitet. Der Barista wirbelt<br />

den Kaffee mit Wasser in einer Kupferkanne<br />

über der Flamme, bis die Mischung schäumt,<br />

und serviert das Elixier in winzigen Tassen.<br />

Das nahe Museum der Unschuld ist eine<br />

erstaunliche Ode des Autors Orhan Pamuk<br />

an sein gleichnamiges Buch – eine tragische<br />

Liebesgeschichte, deren Hauptfigur wie<br />

besessen den Schnickschnack seiner Geliebten<br />

sammelt. Das Museum befindet sich in<br />

einem traditionellen Gebäude, das dem Haus<br />

der Herzensbrecherin nachempfunden ist,<br />

vollgestopft mit den realen Objekten einer<br />

fiktiven Geschichte. Einen Besuch wert.<br />

Am Abend geht es in das mit einem Michelin-Stern<br />

ausgezeichnete «Neolokal», ein entspanntes<br />

Fine-Dining-Restaurant im opulenten<br />

ehemaligen Hauptsitz der Ottomanischen<br />

Bank, wo das allgegenwärtige Thema «Alt<br />

trifft Neu» sogar aufgetischt wird. Küchenchef<br />

Maksut Askar bietet ein farbenfrohes,<br />

kunstvoll angerichtetes Menü, das mit handverlesenen<br />

türkischen Weinen gepaart wird.<br />

«Indem wir der anatolischen Küche einen<br />

modernen Einschlag geben, hoffen wir, unser<br />

Erbe lebendig zu halten und die Aromen<br />

unserer Kindheit zu bewahren», sagt Askar,<br />

während die Dämmerung einbricht und der<br />

Blick von der Dachterrasse bis zu den Minaretten<br />

über dem Goldenen Horn reicht. ><br />

Fotos: Kurkul / Tekkol / Shutterstock, beigestellt, Shutterstock, Can Mete<br />

202 falstaff dez–feb 2025


Der Grosse Basar erstreckt sich über<br />

31.000 Quadratmeter und beherbergt<br />

rund 4000 Geschäfte.<br />

Der Galataturm dominiert das<br />

Nordufer des Goldenen Horns und ist<br />

der vielleicht schönste Aussichtspunkt<br />

der Stadt. Im Kreis: kulinarische Kunst<br />

im Michelin-besternten «Neolokal».<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

203


eise / LONG WEEKEND – ISTANBUL<br />

Blick in die Süleymaniye-Moschee:<br />

Der Sultan wünschte sich, dass sie<br />

prächtiger als die Hagia Sophia werden<br />

sollte. Ob das gelungen ist, kann man<br />

bei einem Besuch diskutieren.<br />

Oben: Boza aus fermentierter Hirse – ein<br />

herrlich nostalgisches Getränk – gibt es<br />

bei «Vefa Bozacısı».<br />

SAMSTAG<br />

Ein Rundgang durch den brummenden<br />

Gewürzbasar – und eine kulinarische Reise<br />

zu den vergessenen Rezepten Anatoliens.<br />

Auf der Galata-Brücke faulenzen die<br />

Angler, während sich die Möwen<br />

zanken und die Sonnenstrahlen von<br />

der Yeni Camii, der Neuen Moschee, am<br />

Eminönü-Platz reflektiert werden. Die Vögel<br />

segeln und schweben vor den Kuppeln der<br />

Moschee und dem blauen Himmel – eine<br />

postkartenreife Szene. Der Bau der Yeni<br />

Camii dauerte 67 lange Jahre; sie wurde im<br />

Jahr 1665 eröffnet, kurz vor dem angrenzenden<br />

Gewürzbasar, mit dem Geld für die<br />

wohltätigen Zwecke der Moschee gesammelt<br />

werden sollte.<br />

Gleich am Haupteingang des Basars befindet<br />

sich das «Pandeli», ein auffälliges Bistro<br />

mit türkisfarbenen Fliesen, in dem Könige<br />

und Stars seit 1901 essen. Durch seine Lage<br />

im ersten Stock fühlt es sich wie ein Geheimtipp<br />

an – die perfekte Wahl für ein gemütliches<br />

Mittagessen gefolgt von einem Spaziergang<br />

über den duftenden Markt mit seinem<br />

kaleidoskopischen Angebot an Gewürzen,<br />

Nüssen und türkischem Honig. Die Sprüche<br />

der Händler schaffen eine greifbare Energie,<br />

die durch die brummende Akustik des Basars<br />

verstärkt wird. Sie steigt hoch bis zur mehrkuppeligen<br />

Decke, wo eine Struktur aus einer<br />

Ecke herausragt. «Eine Kanzel», sagt Lebensmittelhistorikerin<br />

Aylin Öney. «Bis heute hält<br />

ein Imam hier das Morgengebet, bevor der<br />

Markt eröffnet wird.»<br />

Draussen beten Einkäufer zu den Schnäppchengöttern<br />

der Tahtakale-Strasse, die mit<br />

Waren und Leckereien zugestopft ist – etwa<br />

Künefe, eine Mehlspeise aus Frischkäse und<br />

Engelshaar. Herzstück ist der Kaffeehändler<br />

Kurukahveci Mehmet Efendi. 1871 hatte der<br />

Gründer die neuartige Idee, Kaffeebohnen<br />

geröstet und gemahlen zu verkaufen – um<br />

Kunden lästige Hausarbeit zu ersparen.<br />

Eine Wanderung bergauf führt zur Süleymaniye<br />

Camii – eine Moschee, die von<br />

Süleyman dem Prächtigen in Auftrag gegeben<br />

wurde, um der Hagia Sophia Konkurrenz<br />

zu machen. Das Mausoleum des Sultans<br />

liegt im Garten unter Pinien, eine stattliche<br />

letzte Ruhestätte mit Panoramablick<br />

über die Stadt.<br />

Er thront auch über «Vefa Bozacısı»,<br />

einem Getränkehandel mit einem vergoldeten<br />

Schild an einem Fenster mit Spitzenvorhängen.<br />

Das Haus ist eine Zeitkapsel aus<br />

dem Jahr 1876: Damals wurde es vom albanischen<br />

Einwanderer Hacı Sadık Bey Vefa<br />

eröffnet, um Boza zu verkaufen, ein Getränk<br />

aus fermentierter Hirse. Das nostalgische<br />

Getränk schmeckt nach Apfelkompott und<br />

spendet Trost. Ein Kulturgut.<br />

Das gilt auch für Musa Dag ˘ deviren, den<br />

legendären Chefkoch und Besitzer von<br />

«Çiya Sofrası». Wie ein Anthropologe ist er<br />

auf der Suche nach vergessenen Rezepten<br />

aus allen Ecken Anatoliens. In Olivenöl<br />

geschmortes Gemüse, Dolma, Dips, Spiesse,<br />

Pilaws, Eintöpfe … alles voller Aromen und<br />

mit viel Gespür gewürzt.<br />

Um bei «Çiya» zu speisen, muss man mit<br />

der Fähre auf die asiatische Seite des Bosporus<br />

übersetzen. Tipp: An Bord gibt es<br />

immer einen Mann, der Tee verkauft. In<br />

den kälteren Monaten bietet er auch heissen<br />

Salep an, ein dickflüssiges, zuckerhaltiges<br />

Getränk aus Orchideenwurzeln.<br />

Fotos: mauritius images / Westend61 / Martin Siepmann, Neslihan Ülkütaş, beigestellt, Shutterstock<br />

204 falstaff dez–feb 2025


Ins «Foxy» geht man nicht nur<br />

wegen des Essens, sondern auch<br />

wegen der Naturweine aus der<br />

Region, die es hier gibt. Unten im<br />

Kreis: feine Kulinarik im hippen<br />

«Apartiman».<br />

SONNTAG<br />

Eine Fahrt mit der Fähre, Kulturgenuss im<br />

Museum – und viel Fisch, Meeresfrüchte und<br />

regionale Naturweine.<br />

Istanbuls Fähren sind eine fabelhafte<br />

und preiswerte Möglichkeit, die Stadt<br />

aus anderen Blickwinkeln zu sehen.<br />

Wenn man bei Eminönü an Bord geht und<br />

auf der geschichtsträchtigen Meerenge gen<br />

Norden fährt, befinden sich die besten Sitzplätze<br />

auf der Backbordseite (also links),<br />

von der aus ein herrlicher Blick auf die<br />

architektonischen Wunderwerke des europäischen<br />

Ufers wartet.<br />

Da sind der schicke Kreuzfahrtterminal,<br />

der extravagante Dolmabahçe-Palast,<br />

Luxushotels und die Ortaköy-Moschee, die<br />

auf dem Wasser zu schweben scheint. Hier<br />

gleitet die Fähre unter der imposanten<br />

Bosporusbrücke hindurch, vorbei an den<br />

kunstvollen Holzhäusern von Arnavutköy<br />

und einer Ansammlung von Motorjachten,<br />

die vor dem trendigen Stadtteil Bebek liegen.<br />

Langsam tuckert sie am A iyan-Asri-<br />

Friedhof vorbei bis nach Emirgan, einen<br />

hervorragenden Ort, um eine Dosis Kultur<br />

zu geniessen. Das Sakıp-Sabancı-Museum,<br />

das in einem historischen Herrenhaus<br />

untergebracht ist, stellt eine faszinierende<br />

Sammlung von Gemälden, osmanischer<br />

Kalligrafie und Porzellan aus dem 19. Jahrhundert<br />

aus – und auch seltene Stücke aus<br />

Berlin und Wien, die zu den wertvollsten<br />

Exponaten des Museums gehören.<br />

Wenn die Mittagsglocken läuten, ist das<br />

«Apartiman» nicht weit. Das hippe und<br />

gemütliche Restaurant wird vom sympathischen<br />

Geschwisterpaar Murat und Burçak<br />

Kazdal geführt. Er ist der zauberhafte<br />

Gastgeber, sie steckt hinter dem schmackhaften,<br />

unkomplizierten und doch raffinierten<br />

Essen. Man hat die Wahl zwischen<br />

einer Terrasse vor dem Haus und einem<br />

gemütlichen Speisesaal. Bemerkenswert ist<br />

die Cocktailkarte, der Negroni ist auf<br />

Empfehlung des Hausherren quasi Pflicht.<br />

Wem der Sinn nach Fisch und nach<br />

Meeresfrüchten steht, der geht ins<br />

«Yeniköy Balıkçısı», ein ausgelassenes,<br />

familienfreundliches Restaurant weiter<br />

südlich in der gleichen Strasse. Der Fisch<br />

ist garantiert frisch, die rosafarbenen Garnelen<br />

sind brackig-süss, und die Lakerda<br />

(eingelegter Bonito), die traditionell mit<br />

Olivenöl bestrichen und mit roten Zwiebelstücken<br />

serviert wird, ist ein echter<br />

Renner.<br />

Niemand hat es eilig, und der Kellner<br />

schenkt Rakı ein, als wolle er nicht, dass<br />

die Party endet. Ein Mittagsmahl kann hier<br />

leicht in ein Abendessen übergehen.<br />

Zeit bleiben sollte auch für das «Foxy»,<br />

ein entspanntes Bistro mit gut zubereiteten<br />

kleinen Gerichten und einer sorgfältig<br />

zusammengestellten Auswahl an einheimischen<br />

Naturweinen. Man hat das Lokal<br />

eröffnet, um lokale Winzer zu unterstützen<br />

und die uralte Weinproduktion des Landes<br />

lebendig zu halten. Darauf ist man stolz.<br />

Die Übung ist auf jeden Fall gelungen.<br />

><br />

Am besten vom Boot aus zu besichtigen:<br />

der extravagante Dolmabahçe-Palast.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

205


eise / LONG WEEKEND – ISTANBUL<br />

TIPPS &<br />

ADRESSEN<br />

HOTELS<br />

TOMTOM SUITES (1)<br />

Ein winziges Hotel mit grosszügigen Suiten, üppigen<br />

Marmorbädern und Dachterrasse – in einem ehemaligen<br />

Kloster, einen Katzensprung von Galata entfernt.<br />

Tomtom Mahallesi, Firuzağa Mah. Boğazkesen<br />

Cad <strong>Nr</strong>:18, Tomtom Kaptan Sk, Beyoğlu<br />

T: +90 212 2924949<br />

tomtomsuitesistanbul.de<br />

PERA PALACE (2)<br />

Atatürk wohnte in Zimmer <strong>10</strong>1 – heute ein Mini-<br />

Museum mit persönlichen Gegenständen des beliebten<br />

Landesvaters. Auch Alfred Hitchcock, Zsa Zsa<br />

Gabor und Agatha Christie übernachteten hier.<br />

Mesrutiyet Cad. <strong>Nr</strong>:52, Beyoğlu<br />

T: +90 212 3774000, perapalace.com<br />

BEBEK HOTEL BY THE STAY (3)<br />

Im gehobenen Stadtteil Bebek gelegen, kann man<br />

in diesem Hotel mit Blick auf den Bosporus aufwachen.<br />

Abends kehrt im Restaurant die High Society<br />

zum Sehen und Gesehen-Werden ein.<br />

Cevdet Pasa Cd. <strong>Nr</strong>:34, Bebek<br />

T: +90 212 9707836, thestay.com.tr<br />

ÉCOLE ST. PIERRE (4)<br />

Die Zimmer sind in einem Gebäude aus dem 18.<br />

Jahrhundert untergebracht, das einst eine französische<br />

Schule war. Mit <strong>10</strong>00 Jahre alten genuesischen<br />

Steinmauern und Blick auf den Galataturm.<br />

Galata Kulesi Sk. <strong>Nr</strong>:14 D:20, Beyoğlu<br />

T: +90 212 2442675, estphotel.com<br />

RESTAURANTS<br />

DÖNERCI ENGIN USTA (1)<br />

Engin Kavutlar war erst acht Jahre alt, als er lernte,<br />

Döner zuzubereiten, mit 13 war er ein Meister. Sechs<br />

Jahre später eröffnete er ein viel gefeiertes Lokal, in<br />

dem unschlagbares Streetfood serviert wird.<br />

Okçu Musa Cd. <strong>Nr</strong>:3, Beyoğlu<br />

T: +90 212 2939787, keine Website<br />

NEOLOKAL (2)<br />

Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete und<br />

auf Nachhaltigkeit bedachte Restaurant feiert das<br />

reiche kulinarische Erbe Anatoliens mit modernisierten<br />

Interpretationen von klassischen Gerichten.<br />

Bankalar Cd. <strong>Nr</strong>:11, Beyoğlu<br />

T: +90 551 4474545, neolokal.de<br />

PANDELI (3)<br />

Im kultigen Gewürzbasar findet man dieses Kleinod<br />

aus dem Jahr 1901 mit respektvoll zubereiteter<br />

traditioneller Küche. Hier wird Geschichte greifbar.<br />

Rüstempaşa Mah. Balık Pazarı Kapısı Sokağı<br />

Mısırçarşı İçi 1, D:2, Eminönü<br />

T: +90 212 5273909,<br />

pandeli.com.tr<br />

ÇIYA SOFRASI (4)<br />

Herzhaftes anatolisches Essen von einem kulinarischen<br />

Nationalhelden. Im Çiya wählen Gäste diverse<br />

Gerichte von einem bemannten Buffet, bevor sie<br />

wie von Zauberhand am Tisch erscheinen.<br />

Güneşli Bahçe Sok. 43, Kadiköy<br />

T: +90 216 3303190, ciya.com.tr<br />

APARTIMAN YENIKÖY (5)<br />

Das Bistro ist in einer ehemaligen Wohnung untergebracht.<br />

Das geschwisterliche Besitzerduo hat einen<br />

Ort geschaffen, an dem man gerne leben würde.<br />

Köybaşı Cd. <strong>Nr</strong>:153, Yeniköy<br />

T: +90 212 2234477<br />

@apartiman_yenikoy auf Instagram<br />

YENIKÖY BALIKÇISI (6)<br />

Fischrestaurants gibt es überall; gute sind selten.<br />

Hier gibt es ein Ritual, das befolgt werden sollte:<br />

Zuerst bestellt man eine Auswahl an Mezze, dann<br />

noch etwas mehr, dann Fisch – und am Ende Rakı.<br />

Iskele Sk. <strong>Nr</strong>:3, Yeniköy<br />

T: +90 212 2998233<br />

FOXY NIŞANTAŞI (7)<br />

Ein Bistro im trendigen Viertel Nişantaşı, das die blühende<br />

Naturweinszene der Türkei feiert und nebenbei<br />

kreative kleine Gerichte serviert.<br />

Mim Kemal Öke Cd. <strong>Nr</strong>:1 D, Nişantaşı<br />

T: +90 531 4843891,<br />

followthefoxy.com<br />

BARS UND CAFÉS<br />

MANDABATMAZ (1)<br />

«Mandabatmaz» beherrscht die Kunst der Zubereitung<br />

einer perfekten Tasse Kaffee – mit Bohnen, die<br />

exklusiv für das winzige Lokal geröstet werden.<br />

Olivya Gç. 1/A, Beyoğlu<br />

T: +90 212 2437737<br />

VEFA BOZACISI (2)<br />

Seit 1876 im Geschäft. Hier verkauft man «Boza», ein<br />

süss-säuerliches Hirsegetränk. Dazu passen geröstete<br />

Kichererbsen, die man gegenüber kaufen kann.<br />

Vefa Cd. <strong>Nr</strong>:66, Fatih<br />

T: +90 212 5194922, vefa.com.tr<br />

ERNEST’S BAR (3)<br />

Inspiriert von Hemingway und geleitet von einem<br />

geschätzten Mixologen, ist die Bar angeschlossen<br />

an ein elegantes, modernes Thai-Restaurant.<br />

Meşrutiyet Cd. <strong>Nr</strong>:54/A, Beyoğlu<br />

T: +90 212 2436465, cokcokpera.com<br />

PROBADOR COLECTIVA<br />

Eine winzige Kaffeerösterei, die in Industrial-Chic-<br />

Ambiente erstklassige Single-Origin-Pour-overs<br />

und koffeinhaltige Getränke serviert.<br />

Kadiriler Ykş. <strong>Nr</strong>:69, Beyoğlu,<br />

probadorcolectiva.com<br />

SEHENSWÜRDIGKEITEN<br />

DAS MUSEUM DER UNSCHULD (1)<br />

Das Museum zum gleichnamigen Buch von Orhan<br />

Pamuk. Dieses Kuriositätenkabinett ist eine Studie<br />

über Melancholie und Magie – wie ein Kunstwerk,<br />

das das Istanbul der Vergangenheit in Szene setzt.<br />

Çukurcuma Caddesi, Dalgıç Çk. <strong>Nr</strong>:2, Beyoğlu<br />

T: +90 212 2529738, masumiyetmusezi.org<br />

KILIÇ ALI PASA HAMAN (2)<br />

Ein ruhiges Bad, in dem man seine Müdigkeit abwaschen,<br />

sich ein Dampfbad und eine Massage gönnen<br />

kann. Vormittags für Frauen und nachmittags<br />

für Männer geöffnet. Online-Reservierung!<br />

Kemankeş Karamustafa Paşa,<br />

Hamam Sk. <strong>Nr</strong>:1, Beyoğlu<br />

T: +90 212 39380<strong>10</strong>, kilicalipasahamami.com<br />

SAKIP SABANCI MUSEUM (3)<br />

Einst die Residenz hochrangiger Paschas, heute ein<br />

Kunstmuseum mit einzigartigen Artefakten,<br />

Gemälden und prächtiger osmanischer Kalligrafie.<br />

Sakıp Sabancı Cd. <strong>Nr</strong>:42, Sarıyer<br />

T: +90 212 2772200, sakipsabancimusezi.org<br />

><br />

Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

206 falstaff dez–feb 2025


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Der Italiener<br />

Luca de Meo<br />

war für Renault ein<br />

wahrer Glücksgriff:<br />

Er weiss, wie Retro<br />

funktioniert.<br />

Wer ist der spannendste Autohersteller<br />

in Europa? Wir verraten es! Spoiler:<br />

Aus Deutschland kommt er nicht.<br />

EIN ITALIENER<br />

IN FR ANKREICH<br />

Der Mann hat Visionen, muss<br />

aber gar nicht zum Arzt: Für<br />

die Franzosen war der Italiener<br />

Luca de Meo ein Glücksgriff.<br />

Seit er die Renault-<br />

Gruppe leitet, geht dort die Post ab, und die<br />

Aktie des Konzerns gleich mit.<br />

Doch fangen wir hinten an: De Meo<br />

weiss, im Gegensatz zu einigen anderen, wie<br />

Retro funktioniert. Die Konsequenz, mit der<br />

sich der nagelneue Stromer Renault 5 und<br />

sein sportlicher Zwilling Alpine A290 an das<br />

Design des Urvaters aus den 70er- und<br />

80er-Jahren anlehnen, erinnert an die Neuauflage<br />

des Mini: Grösser und moderner,<br />

aber die legendären Formen der Karosse<br />

blieben erhalten. Für die nächste Ikone, den<br />

Renault 4, wird dasselbe gelten.<br />

Bei Fiat hatte De Meo die Neuauflage des<br />

«Cinquecento» als Lifestyle-Knutschkugel<br />

durchgesetzt; zunächst wollte Fiat den 500<br />

als Sparmobil bringen. Bei Seat erfand er als<br />

Chef der VW-Tochter gemeinsam mit seinem<br />

britischen Marketingchef Wayne Griffiths die<br />

Zweitmarke Cupra und setzte sie gegen alle<br />

Bedenkenträger durch; für VW ist Cupra<br />

heute Imageträger und Gewinnlieferant. Bei<br />

Renault fördert er nicht nur die Sporttochter<br />

Alpine, sondern auch die Zweitmarke Dacia.<br />

Ihr hat er selbstbewusstes Design spendiert,<br />

pflegt aber die Tugenden: niedrige Preise für<br />

funktionelle Autos ohne Schnickschnack.<br />

ANDERS ALS DIE KONKURRENZ<br />

Warum ist nun Renault spannend? Weil der<br />

Konzern vieles anders macht als die Konkurrenz:<br />

Produktion wird nicht in billigere<br />

Regionen ausgelagert, sondern zurück in<br />

die Heimat geholt. Das alte Werk Flins nahe<br />

Paris, seit Jahrzehnten von der Schliessung<br />

bedroht, funktionierte de Meo zum Gebrauchtwagenzentrum<br />

um: Autos werden<br />

aufbereitet und im Studio professionell fotografiert<br />

und gefilmt, sodass die Händler die<br />

Autos schneller wieder verkaufen können.<br />

Auch ungewöhnlich: De Meo hat die<br />

E-Sparte in ein eigenes Unternehmen namens<br />

Ampere ausgegliedert, weil E «operativ eine<br />

andere Sportart» sei und von der Software<br />

ausgehend gedacht werden müsse. So wie es<br />

Tesla oder die Chinesen vormachen, die vor<br />

allem mit Schnelligkeit trumpfen. Also hat<br />

sich de Meo eine Truppe chinesischer Entwickler<br />

für neue E-Autos zugelegt, die dann<br />

in Frankreich montiert werden. Bis 2028,<br />

verkündet er, solle Renault in puncto Produkt-<br />

und Fertigungskosten mit Chinas Autobauern<br />

gleichziehen, wohlgemerkt am Standort<br />

Frankreich. Ganz offen strebt er nach<br />

dem »Leadership« bei Elektroautos in Europa.<br />

Das ist auch eine Kampfansage an die von<br />

der Börse lange favorisierten Grosskonkurrenten<br />

Volkswagen (Audi, Lamborghini, Skoda,<br />

Seat) oder Stellantis (Lancia, Alfa Romeo,<br />

Citroën, Opel). Beide kämpfen mit Absatzproblemen<br />

in China, aber auch in Europa,<br />

wo Unsicherheit die Kunden bremst.<br />

Wer sich den Spass gönnt (wie ich), den<br />

Alpine A290 auf einer abgesperrten Strecke<br />

um die Kurven zu hetzen, merkt schnell: Das<br />

Teil sieht nicht nur sympathisch aus, es fährt<br />

auch gut. Natürlich werden sich VW und<br />

Stellantis wieder erholen. Doch derzeit hält<br />

Renault mit Luca de Meo die Fackel für<br />

Europas Autobauer hoch.<br />

Fotos: beigestellt<br />

208 falstaff dez–feb 2025


eise / AUTO-KOLUMNE<br />

DIRK<br />

RUSCHMANN<br />

ist stv. Chefredakteur<br />

beim <strong>Schweiz</strong>er<br />

Wirtschaftsmagazin<br />

BILANZ. Er fährt<br />

einen Zweitürer.<br />

AUTO-<br />

NOTIZEN<br />

Der sportliche Alpine A290<br />

lehnt sich optisch an den Mini,<br />

den Urvater aus den 70er- und<br />

80er-Jahren, an.<br />

ERHÖHTER SPORTLER<br />

Weil wir – siehe Renault – gerade bei Retro<br />

sind: Der neue Ford Capri hat mit seinem<br />

sexy Vorfahren nicht mehr allzu viel gemein.<br />

Nicht, dass der Stromer nun schlecht<br />

aussieht, mehr als 600 Kilometer Reichweite<br />

sind auch eine Ansage, und gut verkaufen<br />

wird sich der Neue trotzdem – aber<br />

für den legendären Namen Capri hätte Ford<br />

etwas mehr Unvernunft wagen können.<br />

CHINESISCHER BRITE<br />

Die englische Marke MG, seit 2005 in chinesischer Hand, hat sich mit ihren Stromern<br />

und Hybriden in Europa zuletzt wieder enorm ausgebreitet. Und weil MG für offene<br />

Sportler steht, hat Eigentümer SAIC den Cyberster lanciert, ein schnittiges Cabrio mit<br />

spektakulären Scherentüren. Dass jetzt der Winter kommt, stört den Hersteller nicht,<br />

irgendwo scheint ja immer die Sonne. Das Teil fährt sich stramm, die Preise sind<br />

höchst fair – ein vergleichbares Auto gibt es in Europa ohnehin nicht.<br />

STROMERNDE KATZE<br />

Der Radikalumbau beginnt: Im Heimatmarkt<br />

Grossbritannien verkauft Jaguar<br />

bereits keine Autos mehr, in anderen Ländern<br />

sind die Konfiguratoren eingestellt<br />

und nur noch Lagerfahrzeuge im Angebot:<br />

Das Projekt «Reimagine» startet, alle<br />

Modellreihen bis auf die bestverkaufte,<br />

das SUV F-Pace, laufen aus. 2025 erfolgt<br />

dann der rein elektrische Neustart mit<br />

luxuriösen Stromern. Zuerst soll eine<br />

Sportlimousine kommen, die wohl<br />

gegen den Porsche Taycan<br />

antritt. Danach soll ein<br />

grosses SUV folgen. Die<br />

Briten brauchen den<br />

Befreiungsschlag. 2023<br />

verkauften sie nur noch<br />

gut 60.000 Autos weltweit,<br />

fünf Jahre zuvor<br />

waren es noch drei Mal<br />

so viele.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

209


24.000<br />

RESTAURANTS<br />

3.000<br />

COCKTAIL- &<br />

WEINBARS<br />

2.500<br />

STREETFOOD-<br />

TIPPS<br />

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tasting<br />

PINOT NOIR TROPHY<br />

EXTRAKLASSE<br />

Pinot Noir ist die wichtigste Rebsorte der <strong>Schweiz</strong>. Nicht nur<br />

quantitativ, sondern besonders auch qualitativ, wie die<br />

Ergebnisse der <strong>Falstaff</strong> Pinot Noir Trophy <strong>2024</strong> eindrucksvoll<br />

beweisen. Welche Weine und Winzer die <strong>Falstaff</strong>-Verkoster<br />

besonders begeisterten, lesen Sie hier.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH NOTIZEN LARISSA GRAF UND DOMINIK VOMBACH<br />

Auch an den Ufern des<br />

Zürichsees gedeiht der<br />

Blauburgunder hervorragend.<br />

Dorther stammt nämlich der<br />

Sieger der diesjährigen Trophy.<br />

Fotos: Zürich Tourismus / Andi Hofstetter, beigestellt<br />

212 falstaff dez–feb 2025


Pinot Noir ist und bleibt die<br />

wichtigste Rebsorte der <strong>Schweiz</strong>.<br />

Keine andere Sorte wird hierzulande<br />

häufiger kultiviert und keine<br />

andere hat einen derart hohen<br />

Stellenwert bei Winzern und Weingeniessern.<br />

Im letzten Jahr waren in der <strong>Schweiz</strong> rund<br />

3700 Hektar mit der Burgundersorte<br />

bepflanzt, was etwa 25 Prozent der gesamten<br />

Rebfläche des Landes entspricht. Die Dominanz<br />

der Sorte zeigt sich besonders in der<br />

Deutschschweiz, wo sie rund 60 Prozent der<br />

Rebfläche ausmacht. Von hier stammte nicht<br />

nur das Gros der über <strong>10</strong>0 eingereichten<br />

Weine, sondern auch jeder der Sieger der<br />

diesjährigen <strong>Falstaff</strong> Pinot Noir Trophy.<br />

Allen voran der bestplatzierte Wein der<br />

Trophy, der 2023er Pinot Noir Reblaube von<br />

Erich Meier in Uetikon am See. Ein beeindruckendes<br />

Gewächs, das die <strong>Falstaff</strong>-Verkoster<br />

mit seiner immensen Komplexität und<br />

fliessenden Eleganz durchweg begeisterte,<br />

was mit sagenhaften 97 Punkten belohnt<br />

wurde. Die Pinot-Trauben für Meiers<br />

brandneuen Einzellagen-Coup gedeihen<br />

übrigens in einer nach Süden ausgerichteten,<br />

eher kühlen Miniparzelle direkt vor<br />

seinem Weingut, die sich durch ihre karge<br />

Bodenbeschaffenheit auszeichnet.<br />

Wie Meiers Reblaube stammt auch der<br />

zweitplatzierte Wein der <strong>Falstaff</strong> Trophy aus<br />

einer besonderen Einzellage. Und zwar aus<br />

der 0,42 Hektar grossen Lage Michel in<br />

Malans, die vom Weingut Fromm bewirtschaftet<br />

wird. Der mineralisch-saftige Jahrgang<br />

2022 des Crus, der mit einem Anteil<br />

von 30 Prozent Ganztrauben vergoren und<br />

13 Monate in französischen Barriques<br />

ausgebaut wurde, erreichte 96 Punkte bei der<br />

Verkostung. Ein weiterer Beweis dafür, wie<br />

grossartig sich einzigartiges Terroir auf die<br />

Rebsorte Pinot Noir auswirkt.<br />

Platz drei geht ebenfalls an ein Gewächs<br />

aus der Bündner Herrschaft: den Monolith<br />

vom Weingut Obrecht aus dem Jahr 2022.<br />

Das stoffige, ausbalancierte Flaggschiff der<br />

Obrechts wird aus den Trauben der ältesten<br />

Pinot-Stöcke des Weinguts gekeltert und<br />

offenbart gemeinsam mit den anderen beiden<br />

Weinen auf dem Treppchen die unglaubliche<br />

Vielfalt der Rebsorte hierzulande. ><br />

PLATZ<br />

2023 PINOT NOIR REBLAUBE<br />

WEINGUT ERICH MEIER<br />

«Elegant und fliessend.»<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-pinot-noir-ch-24<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

213


tasting<br />

PINOT NOIR TROPHY<br />

PLATZ<br />

PINOT NOIR MICHEL<br />

WEINGUT FROMM<br />

«Saftig, würzig und mineralisch.»<br />

97 Punkte<br />

1. Platz<br />

•<br />

2023 Pinot Noir Reblaube<br />

Weingut Erich Meier, Uetikon am See<br />

13,5 Vol.-%, Komplexes Bukett, das von zarten<br />

Rauchnoten unterlegt ist. Noten von<br />

roten und dunklen Beeren, Schwarzkirsche,<br />

Pflaume und Oolong-Tee. Etwas Grafit und<br />

Karamell-Nuancen. Am Gaumen schöne<br />

Fülle, wirkt elegant und fliessend. Saftige<br />

tragende Säure, kerniges Tannin, langes<br />

Finish. Reifepotenzial!<br />

erichmeier.ch, CHF 89,–<br />

96 Punkte<br />

2. Platz<br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir Michel<br />

Weingut Fromm, Malans<br />

13,5 Vol.-%, Intensive und einladende Nase<br />

mit Aromen von Sauerkirschen, gedörrten<br />

Feigen, Gewürzen, blumigen Noten und etwas<br />

Bratapfel. Am Gaumen ausgeglichen,<br />

mit einer saftigen Säure, fein geschliffenen<br />

Gerbstoffen und einem mineralischen Finish,<br />

das lange währt.<br />

weingut-fromm.ch, CHF 56,–<br />

95 Punkte<br />

SORTENPROFIL<br />

PINOT NOIR<br />

Die ursprünglich aus dem Burgund<br />

stammende Traubensorte kann Weine<br />

von grosser Eleganz liefern. Sie ist die am<br />

meisten angebaute Sorte der <strong>Schweiz</strong>.<br />

AROMENSPEKTRUM<br />

Pinot-Noir-Weine zeigen häufig Aromen von<br />

Himbeeren, Erdbeeren oder Kirschen. Sehr<br />

reife Exemplare riechen zudem nach Leder,<br />

Tabak oder Waldboden.<br />

3. Platz<br />

•<br />

BIO 2022 Monolith<br />

Weingut Obrecht, Christian und<br />

Francisca Obrecht, Jenins<br />

13 Vol.-%, Mittleres Rubingranat. Eher zurückhaltende<br />

Frucht, Pflaume, Süsskirsche,<br />

Himbeere, etwas frischer Granatapfel,<br />

dazu edel wirkende Röstnoten, rauchigwürzige<br />

Nuancen. Am Gaumen kräftig wirkend<br />

mit viel Extrakt, aber reifer, harmonisierender<br />

Säure. Feines, derzeit noch spürbares<br />

Tannin. Hallt lange nach. Muss reifen.<br />

obrecht.ch, CHF 58,–<br />

•<br />

2021 Churer Blauburgunder<br />

«Gian-Battista»<br />

Weinbau von Tscharner –<br />

Schloss Reichenau, Reichenau<br />

14,5 Vol.-%, Elegantes Bukettt mit Aromen<br />

von Kirschen, Brombeeren, Pflaumen und<br />

roten Beeren, untermalt von Kräuter- und<br />

Gewürznoten. Am Gaumen intensiv, saftig<br />

und sehr ausbalanciert, mit einer reifen<br />

Säurestruktur und samtigem Tannin. Langes<br />

Finale. reichenau.ch, CHF 62,–<br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir Schöpfi<br />

Weingut Fromm, Malans<br />

13,5 Vol.-%, Bukett mit Aromen von Sauerkirsche,<br />

Hagebutte, im Hintergrund etwas<br />

Rosenblüte und eine feine Kräuterwürze.<br />

Am Gaumen filigran und elegant, mit guter<br />

Säurestruktur, viel Druck, mineralischen<br />

Anklängen und feinen Gerbstoffen. Langer<br />

Abgang.<br />

weingut-fromm.ch, CHF 75,–<br />

•<br />

2023 Pinot Noir Kirche<br />

Weingut Erich Meier, Uetikon am See<br />

13 Vol.-%, Frisches, komplexes Bukett mit<br />

Noten von Roter Johannisbeere, Kirsche,<br />

Granatapfel, Hagebutte und dezenter kühler,<br />

rauchiger Würze. Am Gaumen elegant,<br />

dicht und saftig. Schöner Säurefaden, hervorragend<br />

eingebundenes Tannin, rote<br />

Frucht und dezent warme Gewürze, langes<br />

Finale. erichmeier.ch, CHF 62,–<br />

94 Punkte<br />

•<br />

2019 Pinot Noir L'Enfer du Calcaire<br />

Domaine Histoire d’Enfer SA, Loc-Sierre<br />

13,8 Vol.-%, Offene, zugängliche Nase mit<br />

Noten von reifer Zwetschge, Roter Johannisbeere<br />

und Cranberry. Dazu gesellt sich<br />

eine dunkle kräuterig-florale Würze. Am<br />

Gaumen kraftvoll und ausgewogen, reife<br />

Säure, dezentes Tannin, langes Finish.<br />

histoiredenfer.ch, CHF 68,–<br />

•<br />

2021 Churer Blauburgunder<br />

«Johann-Baptista»<br />

Weinbau von Tscharner –<br />

Schloss Reichenau, Reichenau<br />

14,5 Vol.-%, In der Nase Sauerkirschen, Cassis,<br />

Waldbeeren, Hibiskusblüten und etwas<br />

Gewürze. Am Gaumen von mittlerem Körper,<br />

mit einer saftigen Säure, feinem Tannin<br />

und einem salzig-mineralischen und<br />

intensiven langen Finale.<br />

reichenau.ch, CHF 35,–<br />

•<br />

2021 Pur Sang<br />

Domaine de Chambleau, Colombier<br />

13,8 Vol.-%, Dunkles Rubingranat. Aroma-<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

214 falstaff dez–feb 2025


tisch zeigt er sich auf der würzigen Seite:<br />

Pfeffer, Bourbonvanille, Gewürznelken,<br />

dazu Pflaume und Amarenakirsche. Entwickelt<br />

sich mit Luft immer weiter. Am Gaumen<br />

kräftig und dicht mit wiederum prägnanter<br />

Würze sowie perfekt reifer Frucht.<br />

Reife, gut integrierte Säure, feines, superbes<br />

Tannin. Hallt lange nach.<br />

chambleau.ch, CHF 93,–<br />

•<br />

BIO 2022 Fläscher Pinot Noir<br />

Barrique, Weingut Familie Hansruedi<br />

Adank AG, Fläsch<br />

13 Vol.-%, Duftet nach Roten Johannisbeeren,<br />

Sauerkirsche, Zwetschge und Himbeere.<br />

Unterlegt ist das Ganze mit einer prägnanten<br />

Würze mit Noten von wildem Fenchel<br />

etwa. Am Gaumen elegant und saftig,<br />

schöne Säure, frische Beerenfrucht, feinkörniges,<br />

kreidiges Tannin, langes Finale.<br />

Lagerpotenzial!<br />

adank-weine.ch, CHF 39,–<br />

•<br />

2022 Pinot Noir Reserve<br />

Christian Hermann Weinbau, Fläsch<br />

13,5 Vol.-%, Intensives Bukett mit Aromen<br />

von Sauerkirschen, Brombeeren und Cassis.<br />

Leichte Anklänge von Holz und Gewürzen<br />

im Hintergrund. Am Gaumen saftig und<br />

ausbalanciert, mit gut eingebundenem,<br />

feinkörnigem Tannin und einer erfrischenden<br />

Säure. Langer Abgang.<br />

hermann.ch, CHF 42,50<br />

•<br />

2022 Pinot Noir élevé en Barrique<br />

Lüthi Weinbau, Männedorf<br />

13,6 Vol.-%, Komplexes Bukett mit gedörrter<br />

Beerenfrucht. Noten von Roter Johannisbeere,<br />

dunklen Waldbeeren, etwas Cassis<br />

und Kirsche. Dazu betont dunkelwürzige<br />

Anklänge, etwas Grafit und Nuancen von<br />

Kurkuma. Am Gaumen elegant und zugänglich,<br />

mit saftiger Säure und wunderbar<br />

feinkörnigem Tannin. Langes, würzigfruchtiges<br />

Finale.<br />

luethiweinbau.ch, CHF 37,–<br />

•<br />

BIO 2022 Eichholz<br />

Weingut Eichholz –<br />

Irene Grünenfelder, Jenins<br />

13 Vol.-%, In der Nase zwischen Würze und<br />

Frucht pendelnd. Noten von reifen Himbeeren,<br />

Sauerkirsche und Roten Johannisbeeren.<br />

Etwas Granatapfel und Anklänge von<br />

Piment sowie Bohnenkraut. Dazu feine,<br />

schön eingebundene Röstnoten. Am Gaumen<br />

elegant und sanft, mit feinem Säurefaden,<br />

würziger roter Frucht, leicht spürbarem,<br />

reifem Tannin und langem Finale.<br />

eichholz-weine.ch, CHF 58,–<br />

93 Punkte<br />

•<br />

BIO Pinot Noir Les Planes<br />

Le Petit Château, Môtier<br />

13,5 Vol.-%, Offenes, einladendes Bukett<br />

mit Noten von gedörrter Zwetschge, Brombeerkonfitüre<br />

und Sauerkirsche. Dazu Anklänge<br />

von Feigenblatt, Mokka und Piment.<br />

Am Gaumen elegant und ausgewogen, mit<br />

schöner tragender Säure, Waldbeerenfrucht,<br />

kompaktem Tannin und balsamisch-würzigem<br />

Finish.<br />

lepetitchateau.ch, CHF 36,–<br />

•<br />

2019 Pinot Noir L'Enfer de la Passion<br />

Domaine Histoire d’Enfer SA, Loc-Sierre<br />

13,4 Vol.-%, Schöne, reife Fruchtaromatik in<br />

der Nase. Noten von dunklen Beeren wie<br />

Cassis und Brombeere sowie Pflaume.<br />

Dazu eine prägnante kräuterige Würze. Am<br />

Gaumen kräftig, mit reifer Säure, dunkler<br />

Frucht, feinkörnigem Tannin und langem<br />

Abgang. histoiredenfer.ch, CHF 54,–<br />

•<br />

2020 Jeninser Blauburgunder<br />

Mariafeld, Weinbau von Tscharner –<br />

Schloss Reichenau, Reichenau<br />

14,5 Vol.-%, Offenes Bukett mit Aromen von<br />

Heidelbeeren, Zwetschge und Sauerkirsche,<br />

im Hintergrund etwas Gewürze und<br />

leichte balsamische Noten. Am Gaumen<br />

feingliedrig, mit einer animierenden Säure,<br />

sanften Gerbstoffen und mineralischen Noten<br />

im Abgang. reichenau.ch, CHF 40,–<br />

•<br />

BIO 2020 Lättebuck<br />

Weingut Lindenhof, Osterfingen<br />

13 Vol.-%, Konzentrierte Aromatik in der<br />

Nase. Noten von dunklen Waldbeeren,<br />

Schwarzkirsche und Zwetschge. Anklänge<br />

von Grafit und eine Spur Kakao. Am Gaumen<br />

kompakt und elegant, frische Säure,<br />

kreidiges Tannin, mineralisch anmutendes<br />

Finale. weingut-lindenhof.ch, CHF 29,–<br />

•<br />

BIO 2021 La Gavotte<br />

Domaine de Chambleau, Colombier<br />

13,8 Vol.-%, Mittleres Granatrot. In der Nase<br />

dunkle Kirschen und Waldbeeren, dazu<br />

würzige Nuancen, etwas schwarzer Pfeffer<br />

und Gewürznelke. Spannende, vielschichtige<br />

Aromatik. Am Gaumen kräftig, von mittlerer<br />

Statur, wiederum dunkle Beeren und<br />

Gewürze. Schön eingepacktes, feines Tannin,<br />

vife, reife Säure. Endet lang.<br />

chambleau.ch, CHF 47,–<br />

•<br />

2021 Davaz Fläscher Pinot Noir Uris<br />

Weingut Davaz, Fläsch<br />

13,5 Vol.-%, Dezente, warme Röstaromatik<br />

in der Nase: Mokka und etwas Toast. Dazu<br />

gesellen sich Noten von Zwetschge, Waldbeeren<br />

und Kirsche sowie floral-würzige<br />

Anklänge. Am Gaumen stoffig, schöne Säure,<br />

crémige Frucht, feinkörniges Tannin,<br />

langer Abgang.<br />

davaz-wein.ch, CHF 48,–<br />

•<br />

BIO 2021 Pinot Noir «Le Bouffon»<br />

Domaine Bonnet du Fou, Twann<br />

13 Vol.-%, In der Nase Noten von gedörrten<br />

und frischen Waldbeeren, Sauerkirsche sowie<br />

Pflaume. Etwas Kakao und kräuterigwürzige<br />

Nuancen. Am Gaumen lebendig<br />

und kräftig, mit saftiger Säure, kreidigem<br />

Tannin und langem Finish.<br />

bonnetdufou.ch, CHF 54,–<br />

•<br />

2022 Bechtus Grand Cru Eglisau<br />

Bechtel-Weine, Eglisau<br />

13 Vol.-%, Das Bukett zeigt Aromen von<br />

Sauerkirschen, Erdbeeren und Himbeeren,<br />

untermalt von feinen Kräuter- und würzigen<br />

Röstnoten. Am Gaumen mit einer gut<br />

integrierten, saftigen Säure, seidigen Gerbstoffen<br />

und einem langen, von Frucht- und<br />

Holznoten begleiteten Finale.<br />

bechtel-weine.ch, CHF 56,–<br />

•<br />

2022 Ottenberg Blauburgunder<br />

«Alte Rebe»<br />

Michael Broger Weinbau, Ottoberg<br />

12,5 Vol.-%, Schöne Sauerkirschfrucht in<br />

der Nase. Zudem Noten von Himbeere, Roter<br />

Johannisbeere und Schlehe. Unterlegt<br />

ist das Ganze von malzig-karamelligen Noten<br />

und einer dunklen balsamischen Würze.<br />

Am Gaumen kräftig und dennoch elegant,<br />

mit reifer saftiger Säure und feinkörnigem<br />

Tannin. Leicht herbes, langes Finale.<br />

broger-weinbau.ch<br />

CHF 43,–<br />

Die besten <strong>Schweiz</strong>er Pinots<br />

werden nach wie vor im Fass<br />

ausgebaut, wobei dieses heute<br />

zurückhaltender eingesetzt<br />

wird als vor einigen Jahren.<br />

•<br />

2022 Pinot Noir «H»<br />

Christian Hermann Weinbau, Fläsch<br />

13,5 Vol.-%, In der Nase Aromen von Sauerkirsche,<br />

Himbeere, Preiselbeere und etwas<br />

Grapefruit, unterlegt von Eichenholz. Am<br />

Gaumen leichtfüssig und jugendlich, von<br />

mittlerer Säure, mit feinen Gerbstoffen<br />

und einem langen Finale. Wird mit weiterer<br />

Reife noch zulegen.<br />

hermann.ch, CHF 62,50<br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir No 3<br />

Schlossgut Bachtobel, Weinfelden<br />

13,5 Vol.-%, Filigrane Nase mit Aromen von<br />

Himbeeren, Cassis und Kirschen und leichten<br />

balsamischen und würzigen Noten. Am<br />

Gaumen harmonisch, mit feingeschliffenen<br />

Gerbstoffen, viel Trinkfluss und einer<br />

gut integrierten Säure. Langer Abgang.<br />

bachtobel.ch, CHF 43,–<br />

•<br />

2022 Pinot Noir Oelberg<br />

Rebgut Felixer am Oelberg<br />

Walenstadt<br />

13 Vol.-%, In der Nase Aromen von Sauerkirschen<br />

und Brombeeren, mit etwas kühlem<br />

Eukalyptus und einer feinen Holznote. Am<br />

Gaumen ausgeglichen, viel Frucht,<br />

LEGENDE<br />

Weisswein, trocken<br />

•<br />

Rotwein, trocken<br />

• Süsswein<br />

95 – <strong>10</strong>0 Klassiker<br />

93 – 94 ausgezeichnet<br />

91 – 92 exzellent<br />

88 – 90 sehr gut<br />

85 – 87 empfehlenswert<br />

DIAM<br />

DV<br />

KK<br />

NK<br />

VL<br />

Verschluss aus gepresstem<br />

Korkgranulat<br />

Drehverschluss<br />

Kunststoffkork<br />

Naturkork<br />

Vinolok<br />

zertifiziert nachhaltig (Österreich)<br />

><br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

215


tasting<br />

PINOT NOIR TROPHY<br />

Anspruchsvoll: Der Blauburgunder<br />

braucht ein eher kühles Klima und ein<br />

ideales Gleichgewicht zwischen<br />

Sonnenschein und Niederschlag.<br />

feines Tannin und ein langer, mineralischer<br />

Abgang. felixeramoelberg.ch, CHF 32,–<br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir Prezius<br />

Ueli & Jürg Liesch, Malans<br />

13 Vol.-%, Duftet nach Sauerkirschen, Waldbeeren<br />

und Granatapfel. Dazu würzige und<br />

florale Anklänge. Am Gaumen ausgewogen,<br />

saftige Säure, schöne Kirschfrucht,<br />

feinkörniges Tannin, langer Abgang.<br />

liesch-weine.ch, CHF 34,–<br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir, Clos de la Couta<br />

Domaine Jean-René Germanier, Vétroz<br />

13 Vol.-%, Dezentes, zunächst betont balsamisch<br />

anmutendes Bukett. Mit etwas Luft<br />

und Zeit treten Noten von frischen Waldbeeren<br />

und Kirsche in den Vordergrund. Am<br />

Gaumen elegant, mit frischer Säure und<br />

viel Schmelz. Geschliffenes Tannin und langer<br />

Abgang.<br />

jrgermanier.ch, CHF 58,–<br />

•<br />

2023 Pinot Noir Schwändi<br />

Weingut Erich Meier, Uetikon am See<br />

13,5 Vol.-%, In der Nase Noten von Kirsche,<br />

Roter Johannisbeere und Blutorange. Dazu<br />

dezente würzige und florale Anklänge. Am<br />

Gaumen stoffig, mit frischer Waldbeeraromatik,<br />

schöner Säure, leicht spürbarem,<br />

feinem Tannin und langem Finale.<br />

erichmeier.ch, CHF 44,–<br />

•<br />

2023 Pinot Noir élevé en fûts<br />

de chêne, Lüthi Weinbau, Männedorf<br />

14 Vol.-%, Filigranes, komplexes Bukett mit<br />

Noten von Kirsche, Himbeere und Johannisbeere<br />

sowie feinen kühlwürzig-balsamischen<br />

Anklängen von Piment und Grafit.<br />

Am Gaumen feingliedrig und elegant, mit<br />

reifer Säure und ebensolcher Beerenfrucht<br />

sowie schön eingebundenem Tannin. Langer<br />

Abgang.<br />

luethiweinbau.ch, CHF 23,–<br />

•<br />

BIO 2022 Alte Reben<br />

Weingut Eichholz – Irene Grünenfelder,<br />

Jenins<br />

13 Vol.-%, In der Nase Noten von weihnachtlichen<br />

Gewürzen und konfierten Waldbeeren<br />

sowie Pflaume. Am Gaumen elegant,<br />

schöne Fülle, reife Säure, kreidiges Tannin,<br />

betont würziges Finale.<br />

eichholz-weine.ch, CHF 50,–<br />

•<br />

2021 Pinot Noir Kalkgestein<br />

Weingut Roman Hermann, Fläsch<br />

13 Vol.-%, Einladendes Bukett mit Aromen<br />

von Brombeeren, Kirschen, feine Kräuternoten<br />

und florale Anklänge. Am Gaumen<br />

ausgeglichen, viel Saft und eine lebendige<br />

Säure, mit spürbarem Tannin und einem<br />

langen, leicht herben Abgang. Muss<br />

PLATZ<br />

MONOLITH<br />

WEINGUT OBRECHT<br />

«Kräftig und mit viel Extrakt.»<br />

noch etwas reifen.<br />

weingut-hermann.ch<br />

CHF 68,–<br />

92 Punkte<br />

•<br />

2019 Pinot Noir L'Enfer du Plaisir<br />

Domaine Histoire d’Enfer SA, Loc-Sierre<br />

13,1 Vol.-%, Reife, elegante, aber frischfruchtige<br />

Nase: Pflaume, rote Beeren, florale<br />

und röstartige Nuancen, etwas Mokka,<br />

dezent Tabak. Am Gaumen eher kräftig,<br />

aber elegant mit roter Frucht, wiederum<br />

würzige Nuancen. Hallt lange nach mit saftiger,<br />

reifer Säure und etwas anhaftendem,<br />

feinem Tannin.<br />

histoiredenfer.ch, CHF 40,–<br />

•<br />

2019 Pinot Noir ann mee<br />

Baumann Weingut, Oberhallau<br />

13 Vol.-%, In der Nase Aromen von Sauerkirschen<br />

und Waldbeeren, dazu Kräuter und<br />

balsamische Noten. Am Gaumen ausbalanciert<br />

und leichtfüssig mit einer animierenden<br />

Säure, feingeschliffenen Tanninen und<br />

einem mittellangen Finale.<br />

baumannweingut.ch, CHF 42,–<br />

•<br />

BIO 2020 Chölle<br />

Weingut Lindenhof, Osterfingen<br />

13 Vol.-%, In der Nase Noten von Preiselbeerkonfitüre,<br />

Kirsche und Roter Johannisbeere.<br />

Anklänge von Backgewürzen und<br />

kräuterige Nuancen. Am Gaumen stoffige<br />

Eleganz, feinkörniges Tannin und langer<br />

Abgang. weingut-lindenhof.ch, CHF 29,–<br />

•<br />

BIO 2020 Kloster Sion Klingnau<br />

Réserve Pinot Noir<br />

Weingut zum Sternen,<br />

Andreas Meier & Co AG, Würenlingen<br />

13,5 Vol.-%, Recht komplexe Nase: Kirschen,<br />

dunkle Beeren, Zwetschge, dazu Gewürze<br />

wie Gewürznelke und Zimt sowie angenehme<br />

Reifenoten. Am Gaumen kräftig mit<br />

süsslich-fruchtigem Eindruck, zupackender<br />

Säure und spürbarem, mittelfeinem Tannin.<br />

Hallt lange nach.<br />

weingut-sternen.ch, CHF 39,–<br />

•<br />

2022 DW Pinot noir Barrique<br />

Küsnacht<br />

Weingut Diederik, Küsnacht (Zürich)<br />

13,6 Vol.-%, Reife und gedörrte Beerenfrucht<br />

in der Nase mit Noten von Brombeere<br />

und Himbeere. Zudem Noten von<br />

Schwarzkirsche und Holundermark sowie<br />

würzig-balsamische Anklänge. Am Gau-<br />

Fotos: Zürich Tourismus / Gian Vaitl, Shutterstock, beigestellt<br />

216 falstaff dez–feb 2025


men ausgewogen und elegant, mit schmelziger<br />

Beerenfrucht und reifer, saftiger Säure.<br />

Feinkörniges Tannin und langes Finale.<br />

diederik.ch, CHF 29,<strong>10</strong><br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir Armonia<br />

Ueli & Jürg Liesch, Malans<br />

13,5 Vol.-%, In der Nase Noten von Zwetschge,<br />

Sauerkirsche, Roten Johannisbeeren,<br />

Brombeere und Himbeere. Dazu Anklänge<br />

von Kakao und floral-würzige Nuancen. Am<br />

Gaumen saftig, kreidiges Tannin, langes Finale.<br />

liesch-weine.ch, CHF 26,–<br />

•<br />

2022 Pinot Noir Grand Vin<br />

Weingut Wolfer, Weinfelden<br />

13,5 Vol.-%, Diskretes Bukett mit Noten von<br />

Weichsel und Himbeere sowie kräutrigwürzigen<br />

und floralen Anklängen. Zudem<br />

ein Hauch Karamell. Am Gaumen weicher<br />

Auftakt, wirkt geschliffen, reife Säure, dezentes<br />

Tannin, langes Finale auf Weichselhaut<br />

und warmer Würze.<br />

wolferwein.ch, CHF 34,–<br />

•<br />

BIO 2022 Pinot Noir de Mur<br />

Le Petit Château, Môtier<br />

13,5 Vol.-%, Intensives Bukett mit Noten von<br />

Granatapfel, Preiselbeere und Cassis sowie<br />

etwas Rande und florale Nuancen. Am<br />

Gaumen frisch und saftig, mit wilder Beerenfrucht<br />

und leicht spürbarem Tannin.<br />

Langer fruchtig-pfeffriger Abgang.<br />

lepetitchateau.ch, CHF 42,–<br />

•<br />

BIO 2022 Trocla Nera<br />

Weingut Obrecht, Christian und<br />

Francisca Obrecht, Jenins<br />

12,5 Vol.-%, Eher dezente, elegante Nase:<br />

Kirschen, Waldbeeren, dazu rauchige Nuancen<br />

sowie eine frische Kräuterwürze. Am<br />

Gaumen von schöner Dichte und dennoch<br />

eher filigran mit intensiven Noten von roten<br />

Beeren, wiederum rauchige Nuancen.<br />

Reife, spürbare Säure, feines Tannin. Langer<br />

Nahhall. obrecht.ch, CHF 32,–<br />

•<br />

2022 Unter der Linde Pinot Noir<br />

Grand Cru Sonnhalde<br />

Weingut zur Linde, Linn<br />

13,7 Vol.-%, Reife Anmut in der Nase. Noten<br />

von gedörrter Pflaume und gedörrten<br />

Waldbeeren. Anklänge von Cranberry,<br />

ebenfalls gedörrten, weihnachtlichen Gewürzen<br />

sowie etwas Kokos. Am Gaumen<br />

kräftig und stoffig, mit schmelziger, dunkler<br />

Frucht, reifer Säure, geschmeidigem<br />

Tannin und Kokoseinschlag im langen Finish.<br />

weingutlinde.ch, CHF 64,–<br />

•<br />

BIO 2023 Cuvée Charlotte<br />

Domaine de Chambleau, Colombier<br />

13,8 Vol.-%, Helles Granatrot. Duftige, feine<br />

Kirschfrucht, helle Beeren, florale und röstartige<br />

Nuancen. Am Gaumen angenehm<br />

leicht und frisch, jedoch kompakt wirkend.<br />

Reife, gut eingebundene Säure, feines Tannin,<br />

hoher Trinkfluss. Nur das sehr feine<br />

Tannin ist noch etwas spürbar, darf also<br />

noch etwas reifen.<br />

chambleau.ch<br />

CHF 32,–<br />

•<br />

2021 Pinot Nero, Ticino Denominazione<br />

di Origine Controllata<br />

Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />

13 Vol.-%, Reife Nase mit Aromen von Cassis,<br />

Dörrpflaumen, eingelegten Kirschen,<br />

Brombeerkompott und etwas Paprika, mit<br />

einer leichten, gut integrierten Holznote.<br />

Am Gaumen ausgeglichen, mit viel Würze,<br />

samtigem Tannin, einer saftigen Säure und<br />

einem langen, etwas herben Abgang.<br />

viticoltori, CHF 27,–<br />

•<br />

2022 Pinot Nero, Ticino Denominazione<br />

di Origine Controllata<br />

Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />

13 Vol.-%, Intensive Nase mit Noten von<br />

Cassis, Heidelbeere, Kirsche und Pflaume.<br />

Dazu feine Edelholzanklänge und etwas Tabak.<br />

Am Gaumen ausgewogen und elegant.<br />

Schöne Fülle, passende Säure, leicht spürbares<br />

Tannin, langer Abgang.<br />

viticoltori, CHF 27,–<br />

•<br />

2023 Blauburgunder Steillage<br />

Weingut Roman Hermann, Fläsch<br />

13,5 Vol.-%, Frische Fruchtaromatik in der<br />

Nase. Noten von Himbeere, Holunderbeere<br />

und Roten Johannisbeeren. Anklänge von<br />

Blutorange und dezente würzige Nuancen.<br />

Am Gaumen ausbalanciert, saftige Säure,<br />

feinkörniges Tannin, langes Finale.<br />

weingut-hermann.ch<br />

CHF 30,–<br />

•<br />

2022 Pinot Noir Grand Maître<br />

Weingut Roman Hermann, Fläsch<br />

13,5 Vol.-%, In der Nase dunkle Waldbeerfrucht<br />

sowie Kirsche, die von dezenten<br />

Mokkanoten und etwas Grafit unterlegt<br />

sind. Zudem finden sich subtile kräuterige<br />

Anklänge. Am Gaumen elegant, mit reifer<br />

Waldbeerfrucht, schöner Säure, feinkörnigem<br />

Tannin und ätherisch-würzigem Abgang.<br />

weingut-hermann.ch, CHF 45,–<br />

91 Punkte<br />

•<br />

2020 Bechtel Sélection<br />

Bechtel-Weine, Eglisau<br />

13,5 Vol.-%, In der Nase Aromen von eingelegten<br />

Sauerkirschen, Erdbeeren und<br />

Pflaumen, unterlegt von feinen Würz- und<br />

Kräuternoten. Am Gaumen von mittlerem<br />

Körper, mit fruchtig-würzigem Charakter<br />

und feingeschliffenen Gerbstoffen. Langer<br />

Abgang. bechtel-weine.ch, CHF 29,–<br />

•<br />

2020 CÄSAR Pflanowinja Pinot Noir<br />

C. Varonier & Söhne, Varen<br />

13,35 Vol.-%, Einladendes Bukett mit Noten<br />

von Himbeer- und Erdbeerkonfitüre, zerdrückten<br />

Brombeeren und etwas Kräutern.<br />

Am Gaumen von mittlerem Körper, saftig,<br />

mit einer reifen Säure und geschmeidigem<br />

Tannin. Langer Abgang mit würzigen Noten.<br />

varonier.ch, CHF 69,–<br />

•<br />

2023 Blauburgunder<br />

Mario Gagliardi, Ottoberg<br />

13 Vol.-%, Duftet nach Amarenakirsche,<br />

konfierten Johannisbeeren und Granatapfel.<br />

Anklänge von Süssholz und eine kräuterige<br />

Würze, die auch am Gaumen präsent<br />

ist. Dort präsentiert er sich kräftig und zugänglich,<br />

mit reifer Säure, leicht spürbarem,<br />

reifem Tannin und langem Finish.<br />

CHF 27.–<br />

•<br />

2021 Grand Evec<br />

St. Jodern Kellerei, Visperterminen<br />

13,6 Vol.-%, In der Nase Aromen von Brombeerkompott<br />

und Pflaumen, dazu Nuancen<br />

von Gewürzen, Unterholz und balsamischen<br />

Noten. Am Gaumen konzentriert und<br />

intensiv, mit reifer Frucht und samtigen<br />

Gerbstoffen. Langer Nachhall.<br />

jodernkellerei.ch, CHF 26,80<br />

•<br />

BIO 2021 Pinot Noir «Gaucheten»<br />

Domaine Bonnet du Fou, Twann<br />

12,5 Vol.-%, Schmeichelnde Fruchtaromatik<br />

im Bukett: Noten von Himbeere, Sauerkirsche,<br />

Roten Johannisbeeren und Schlehe.<br />

Unterlegt ist das Ganze von einer ätherisch-kräuterigen<br />

Würze und Grafit. Am<br />

Gaumen elegant, mit schmelzigem Körper<br />

und reifer roter Frucht. Feinkörniges Tannin,<br />

langes Finale.<br />

bonnetdufou.ch, CHF 45,– <<br />

Seit Jahrhunderten gehört<br />

Pinot Noir zur <strong>Schweiz</strong>er<br />

Weinkultur. Er wurde bereits<br />

1472 im Kanton Waadt<br />

urkundlich erwähnt.<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-pinot-noir-ch-24<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

217


tasting<br />

TROPHY GRANDI ROSSI VENETI<br />

Die Colli Euganei, die<br />

Euganeischen Hügel, sind<br />

Vulkankegel die sich aus der<br />

Po-Ebene erheben.<br />

BORDEAUX<br />

IN VENETIEN<br />

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc<br />

und Merlot im östlichen Venetien heimisch. Als Besonderheit kommt die<br />

Carménère hinzu. Die Weine zeigen sich mit charakteristisch würzigen Noten,<br />

die von Weinliebhabern mehr denn je geschätzt werden.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

218 falstaff dez–feb 2025


Bereits um das Jahr 1820 fand<br />

Cabernet über die Habsburger<br />

und das Haus Arenberg seinen<br />

Weg nach Venetien. Was anfangs<br />

für Cabernet Franc gehalten<br />

wurde, stellte sich allerdings später als dessen<br />

würziger Vetter Carménère heraus. Der<br />

Merlot kam um 1880 hinzu. Die Bordeaux-<br />

Sorten haben also eine lange Tradition in<br />

Venetien. Ihre wichtigsten Anbaugebiete sind<br />

die Colli Berici, Colli Euganei, Colli Asolani,<br />

Montello und Breganze. Die Weinberge der<br />

Colli Euganei, die auf vulkanischen Böden<br />

liegen, verleihen den Weinen eine eigene<br />

mineralisch-salzige Note. Früher galten die<br />

würzigen Aromen in Cabernet und Merlot<br />

oft als Zeichen von Unreife und waren wenig<br />

beliebt. Doch inzwischen werden sie als<br />

charakteristisches Merkmal der Bordeaux-<br />

Cuvées aus dieser Region wahrgenommen<br />

und geschätzt.<br />

Durch das kühlere Klima und die hohen<br />

Erträge reiften die Trauben in der Vergangenheit<br />

oft tatsächlich nicht vollständig aus.<br />

Dank moderner Techniken und reduzierter<br />

Erträge hat sich das jedoch stark verändert.<br />

Die heutigen Weine zeigen eine reifere<br />

Frucht, mehr Tiefe und ein feines Tannin. Die<br />

typische Kräuterwürze ist dabei erhalten<br />

geblieben und gilt als prägendes Merkmal.<br />

Das gilt auch für unsere drei Trophy-Sieger.<br />

Den ersten Platz holte Marco Sambin,<br />

der bis zu seiner Pensionierung Professor für<br />

Psychologie an der Universität Padua war.<br />

2002 gründete er ein kleines Weingut in den<br />

Colli Euganei, das er nach biodynamischen<br />

Richtlinien bewirtschaftet. Sein Marcus ist<br />

eine überaus gelungene Cuvée aus Cabernet<br />

Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc.<br />

Das Weingut Masari liegt im Valle d'Agno<br />

im Hinterland von Vicenza. 1998 gründeten<br />

hier Massimo Dal Lago und Arianna Tessari<br />

ihr eigenes Weingut. Auf vulkanischen und<br />

kalkhaltigen Böden erzeugen sie Weine mit<br />

Struktur und Finesse. Der Merlot MM<br />

Montepulgo erreichte den zweiten Platz.<br />

Auf dem dritten Platz folgt der herrlich<br />

würzige Carménère Oratiorio di San Lorenzo<br />

von Inama. Die heute in Bordeaux verschwundene<br />

Sorte fühlt sich in den Colli<br />

Berici sehr wohl. ><br />

PLATZ<br />

MARCUS TRIVENETO ROSSO 2020<br />

MARCO SAMBIN<br />

«Granatapfel, Blutorange, Wassermelone,<br />

Preiselbeere, elegant und geschliffen.»<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-grandi-rossi-veneti-24<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

219


tasting<br />

TROPHY GRANDI ROSSI VENETI<br />

PLATZ<br />

MM MONTEPULGO ROSSO 2017<br />

MASARI<br />

«Duftet nach Waldbeeren, Pfirsich<br />

und Pfefferminze, vielschichtig.»<br />

96 Punkte<br />

1. Platz<br />

•<br />

BIO 2020 Marcus Trevenezie Rosso<br />

IGT, Marco Sambin, Cinto Euganeo<br />

14,5 Vol.-%, Tiefdunkles, leuchtendes Rubinrot.<br />

Elegante Nase, nach Granatapfel,<br />

Blutorange, etwas Wassermelone, reifen<br />

Preiselbeeren, unterlegt von eleganter<br />

Würze. Am Gaumen mit viel Saftigkeit und<br />

klarer Frucht, herzhaft, aber gleichzeitig<br />

elegant und geschliffen, schöne Länge bei<br />

leichtfüssigem Verlauf.<br />

tenutamarcosambin.it, ca. CHF 35,–<br />

95 Punkte<br />

2. Platz<br />

•<br />

BIO 2017 MM Montepulgo Rosso<br />

Veneto IGT, Masari, Valdagno<br />

14,5 Vol.-%, Leuchtendes, tiefdunkles Rubinrot.<br />

Duftet hervorragend in der Nase<br />

nach frischen Waldbeeren, Pfirsich, klarer<br />

Pfefferminze, Brombeeren, dazu auch<br />

leichte Anklänge von Edelholz, einladend.<br />

Am Gaumen saftig, klar, fruchtbetont, mit<br />

vielen Schichten und leicht steiniger<br />

Haptik, tolle Länge.<br />

masari.it, ca. CHF 95,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

2020 Oratorio di San Lorenzo Colli<br />

Berici Riserva DOC<br />

Inama, San Bonifacio<br />

14 Vol.-%, Intensives, leuchtendes Purpurrot<br />

mit granatrotem Rand. In der Nase duftend<br />

nach frischen roten Früchten wie<br />

Brombeeren, Roten Johannisbeeren und<br />

Kirschen sowie Wacholderbeeren und Lorbeerblatt<br />

im Nachhall. Am Gaumen mit<br />

sehr fruchtigem Kern, ausgewogenem Körper,<br />

harmonischen Gerbstoffen und viel<br />

Frucht im anhaltenden Finale.<br />

inama.wine, ca. CHF <strong>10</strong>0,–<br />

94 Punkte<br />

•<br />

2021 Cecilia di Baone Colli Euganei<br />

Riserva DOC, Il Filò delle Vigne, Baone<br />

14 Vol.-%, Dunkles, sattes Rubinrot. Tolle,<br />

würzige und einladende Nase nach kaltem<br />

Rauch, Fumé, reifen Kirschen, dazu auch<br />

feine grüne Würze, spannend. Am Gaumen<br />

würzig und kompakt, mit sehr feinem Trinkfluss,<br />

herzhaft, präsent und knackig, gute<br />

Länge. ilfilodellevigne.it, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

2021 Phigaia After the Red Montello<br />

Asolo DOC, Serafini & Vidotto, Nervesa<br />

della Battaglia<br />

13,7 Vol.-%, Leuchtendes Rubinviolett mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Duftet stark<br />

nach Pfirsichjelly, frischer Pfefferminze,<br />

Salbei, Brombeermarmelade, Edelholz,<br />

sehr viel Duft im Glas. Am Gaumen klar,<br />

mit strahlender balsamischer Frucht und<br />

toller Saftigkeit, zugänglich, mit eigenem,<br />

wiedererkennbarem Stil.<br />

serafinievidotto.com, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

2021 Frank!<br />

Cabernet Franc Veneto Rosso IGT<br />

Barollo, Preganziol<br />

14,5 Vol.-%, Dunkelleuchtendes Rubinrot<br />

mit dezent aufhellendem Rand. In der Nase<br />

spannend und einladend, nach schwarzem<br />

Trüffel, nasser Erde, dazu feine fleischige<br />

Töne, dezent nach Lack, im Nachhall dann<br />

satte dunkle Beerenfrucht. Am Gaumen<br />

mit toller Würze, Saftigkeit und festem<br />

Druck, kommt in mehreren Schichten, im<br />

Ausklang auf herzhaften Trüffelnoten.<br />

barollo.com, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

2019 Gemola Rosso Colli Euganei<br />

DOC, VignAlta, Arquà Petrarca<br />

14 Vol.-%, Intensives, leuchtendes Rubinrot<br />

mit dunklem Kern. In der Nase intensives<br />

und reifes Fruchtaroma nach Herzkirschen,<br />

Zwetschgen und Himbeermarmelade, unterlegt<br />

mit Bitterschokolade und Zimt. Am<br />

Gaumen mit lebendiger Säure, zarter<br />

Frucht und griffigem Tannin, anhaltend.<br />

vignalta.it, ca. CHF 35,–<br />

•<br />

BIO 2019 Masari Rosso Veneto IGT<br />

Masari, Valdagno<br />

13,5 Vol.-%, Tiefdunkles Rubinrot. Sehr einladende,<br />

komplexe Nase, mit feinen Anklängen<br />

von Minze, reifer Cassisfrucht, Roter<br />

Johannisbeere, im Nachhall dezentes<br />

Edelholz und steinige Töne, finessenreich.<br />

Am Gaumen sehr spannend, mit kompaktem<br />

Kern und engmaschigem Tannin, zeigt<br />

tolle Saftigkeit und schönen Druck, angenehm,<br />

bei toller Komplexität und Länge.<br />

masari.it, ca. CHF 40,–<br />

•<br />

2021 Umberto I Montello Rosso<br />

Superiore DOCG<br />

Giusti Wine, Nervesa della Battaglia<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes, dunkles Rubinrot.<br />

In der Nase elegant und duftend, nach feinem<br />

Edelholz, Milchschokolade, reifen<br />

Waldfrüchten, dazu feiner Toast und getrocknetes<br />

Rosenblatt. Am Gaumen kompakt,<br />

elegant, mit toller Kraft und Ausgewogenheit,<br />

kommt in mehreren Schichten,<br />

lange. giustiwine.com, ca. CHF 45,–<br />

•<br />

2019 Fratta Veneto Rosso IGT<br />

Maculan, Breganze<br />

14,5 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot mit<br />

In den Colli Euganei liegt das<br />

Weingut des ehemaligen<br />

Psychologie-Professors<br />

Marco Sambin.<br />

dezent aufhellendem Rand. In der Nase<br />

nach Grafit, Leder, reifen Waldbeeren, etwas<br />

Schwarztee, feinem Unterholz. Geschmeidig<br />

am Gaumen, mit klarer saftiger<br />

Frucht, mit erdig-kompaktem Tannin, zeigt<br />

viel Entwicklungspotenzial, weglegen und<br />

in ein paar Jahren voll geniessen.<br />

maculan.net, ca. CHF 60,–<br />

93 Punkte<br />

•<br />

2022 Vigna Costa Cabernet<br />

Sauvignon Colli Euganei DOC<br />

Borin Vini e Vigne, Monselice<br />

14 Vol.-%, Dunkel leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. In der Nase<br />

nach rotem Pfirsich, knackiger Himbeerfrucht<br />

und sanftem Rosenblatt, duftend.<br />

Am Gaumen cremig, mit gut integriertem<br />

Tannin, zeigt feinen Druck, im Nachhall feiner,<br />

kerniger Ausklang, saftig!<br />

viniborin.it, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

2016 Marrano Veneto IGT<br />

VignAlta, Arquà Petrarca<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit violettem<br />

Kern und aufhellendem Rand. In der Nase<br />

herzhaft nach reifen roten und dunklen<br />

Beeren, Brombeeren und Heidelbeeren,<br />

Minze und etwas Unterholz, unterlegt mit<br />

einem Hauch Roter Bete. Am Gaumen<br />

dicht und mit schönem Fruchtkern, öffnet<br />

sich saftig und mit einladender Frische,<br />

leichtem Druck im Finale und griffigem<br />

Tannin. vignalta.it, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

2020 Venegazzù della Casa<br />

Montello Colli Asolani DOC<br />

Loredan Gasparini,<br />

Volpago del Montello<br />

13,5 Vol.-%, Dunkel leuchtendes Rubinrot,<br />

satt und dicht. Duftet in der Nase herrlich<br />

nach Trüffel, reifer Brombeere, etwas Tabak,<br />

dann viele weitere dunkle Gewürznoten,<br />

einladend. Am Gaumen sehr herzhaft,<br />

kompakt, kommt in vielen Schichten, mit<br />

mächtigem Körper, im Nachgang gute Saftigkeit,<br />

schwingt lange dahin.<br />

loredangasparini.it, ca. CHF 25,–<br />

Fotos: il montello, LORENZO BIANCHINI, beigestellt<br />

220 falstaff dez–feb 2025


•<br />

2019 Vinciguerra I Colli di<br />

Conegliano Rosso Riserva DOCG<br />

Conte Collalto, Susegana<br />

14 Vol.-%, Dunkelleuchtendes Rubinrot,<br />

dicht. In der Nase satt nach Trüffel,<br />

Schwarzen Johannisbeeren, Unterholz,<br />

Lack, reifen Preiselbeeren. Am Gaumen<br />

dann kraftvoll und in sich harmonisch, auf<br />

erdigem Stil mit viel Holzeinsatz, druckvoll,<br />

lange. cantine-collalto.it,<br />

ca. CHF 25,–<br />

•<br />

2018 Villa Giustinian Veneto Rosso<br />

IGT, Castello di Roncade, Roncade<br />

13,5 Vol.-%, Dunkelleuchtendes, elegantes<br />

Rubinrot. In der Nase elegante Würze, reifer<br />

Cassis, Paprika, Honiganklänge, Edelholz<br />

und leichte Lakritze. Am Gaumen<br />

herzhaft, ausgewogen, mit tollem Säure-<br />

Frucht-Spiel, kommt im Nachhall wieder,<br />

endet auf sehr griffigem Tannin.<br />

castellodironcade.com, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

2019 Borgo delle Casette Colli<br />

Euganei Riserva DOC<br />

Il Filò delle Vigne, Baone<br />

14 Vol.-%, Dunkles, finsteres Rubin mit dezent<br />

aufhellendem Rand. Elegante Nase,<br />

nach dunklen Beeren und steinigen Anklängen,<br />

einladend. Stoffig am Gaumen,<br />

mit dichtem, engmaschigem Tannin, schöne<br />

Cremigkeit, zeigt sich toll ausgewogen<br />

und mit herzhaftem Spiel, kommt in mehreren<br />

Schichten, gerbstoffhaltiges Finish.<br />

ilfilodellevigne.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

BIO 2021 San Carlo Asolo<br />

Montello Rosso DOC<br />

Case Paolin, Volpago del Montello<br />

14 Vol.-%, Dunkel leuchtendes Rubinviolett.<br />

In der Nase duftend, einladend, nach reifer<br />

Beerenfrucht und dunkler Würze, zeigt feine<br />

Aromen von frischem Leder und Unterholz.<br />

Am Gaumen griffig, mit sattem, reichhaltigem<br />

Gerbstoff, dazu schöne Saftigkeit,<br />

drückt im Abgang lange auf den Gaumen.<br />

casepaolin.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

2021 Casa del Merlo Colli Euganei<br />

DOC, Il Filò delle Vigne, Baone<br />

14,5 Vol.-%, Tiefdunkles Rubinrot. Tolle, einladende<br />

und würzige Nase nach gemahlenem<br />

Pfeffer, dunkler Beerenfrucht, dazu<br />

feine steinige Anklänge, getrocknetes Rosenblatt<br />

im Nachhall. Am Gaumen kompakt,<br />

mit stark griffigem Tannin und steinigem<br />

Unterton, zeigt tolle Komplexität und<br />

Länge, salziger Unterton.<br />

ilfilodellevigne.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

2021 Carminium Colli Berici DOC<br />

Inama, San Bonifacio<br />

14 Vol.-%, Dunkler, purpurfarbener Kern mit<br />

feinem granatrotem Rand. Öffnet sich<br />

herzhaft und würzig in der Nase auf saftige<br />

Pflaume, dahinter Salbei und Gewürznelke.<br />

Am Gaumen mit weicher, süsser Frucht,<br />

zieht sich mit sanftem Druck rund und elegant<br />

ins lange Finale.<br />

inama.wine, ca. CHF 35,–<br />

•<br />

2021 Bradisismo Cabernet Colli<br />

Berici DOC, Inama, San Bonifacio<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit violetten<br />

Reflexen und aufhellendem Rand. In der<br />

Nase intensiver Duft nach Schwarzer Johannisbeere,<br />

etwas Rosmarin sowie Bitterschokolade,<br />

unterlegt mit Paprikaaromen.<br />

Am Gaumen sehr dicht, saftig und mit präsentem<br />

Tannin, im Nachhall auf Gewürzaromen<br />

endend.<br />

inama.wine, ca. CHF 50,–<br />

92 Punkte<br />

•<br />

BIO 2021 Fra i Broli Merlot Colli<br />

Berici DOC<br />

Piovene Porto Godi, Toara di Villaga<br />

14,5 Vol.-%, Tiefdunkles Rubinrot. In der<br />

Nase nach nassem Holz, zart animalischer<br />

Ton, würzig, pfeffrig, im Nachhall leicht<br />

nach Eisen und dunkler, reifer Beerenfrucht.<br />

Am Gaumen griffig, mit sattem,<br />

reichhaltigem Gerbstoff, erdig, mit Noten<br />

von Grafit, schwingt lange nach.<br />

piovene.com, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

BIO 2021 Pozzare Cabernet Colli<br />

Berici DOC<br />

Piovene Porto Godi, Toara di Villaga<br />

14,5 Vol.-%, Tiefdunkles Rubinviolett. Würzige,<br />

leicht animalische Nase, erinnert zudem<br />

an Kastanienhonig und Früchtetee, im<br />

Nachhall nach Kirschsaft und Edelholz. Am<br />

Gaumen herzhaft, mit kompaktem Tannin<br />

und schönem Druck, zeigt auch viel Saftigkeit,<br />

toller Charakter, kann sicher gut lagern.<br />

piovene.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

2023 Volo Veneto Rosso IGT<br />

Il Filò delle Vigne, Baone<br />

SORTENPROFIL<br />

ROTE BORDEAUX-SORTEN<br />

Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot zählen zu den<br />

grossen Rotweinsorten der Welt und sind ursprünglich im Bordelais<br />

beheimatet. Carménère ist dort mittlerweile ausgestorben.<br />

AROMENSPEKTRUM<br />

Charakteristisch bei Cabernet Sauvignon sind Noten nach<br />

Schwarzen Johannisbeeren und Johannisbeerlikör (Cassis), bei<br />

Merlot dominieren Brombeeren. Bei Cabernet Franc und<br />

Carménère kommen grün-würzige Komponenten hinzu.<br />

PLATZ<br />

ORATORIO DI SAN LORENZO 2020<br />

INAMA<br />

«Brombeeren, Rote Johannisbeeren,<br />

Kirschen, dazu Wacholderbeeren<br />

und Lorbeer.»<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot mit einem<br />

Tupfen Violett. Duftet nach Veilchen,<br />

Zwetschgen und Waldbeeren, am Gaumen<br />

sehr trinkig, leichtfüssig, mit knackigen<br />

Kirscharomen und Pflaumen, ausbalanciert,<br />

mit leichtem Körper, toller Light-<br />

Bodied-Red-Wine!<br />

ilfilodellevigne.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

BIO 2022 Rosso del Milio Veneto<br />

Rosso IGT<br />

Case Paolin, Volpago del Montello<br />

13,5 Vol.-%, Dunkelleuchtendes Rubin mit<br />

dezentem violettem Stich. Duftende, würzige<br />

Nase, zunächst nach kandierten Kirschen,<br />

Rosmarin, Salbei, aber auch frisch<br />

gemahlener Pfeffer, ansprechend und einladend.<br />

Zeigt sich herzhaft am Gaumen,<br />

ausgewogen, mit cremig-geschliffenem<br />

Tannin, gewisser Druck, trinkt sich sehr gut.<br />

casepaolin.it, ca. CHF 20,–<br />

Cabernet – sowohl Sauvignon<br />

als auch Franc – und Merlot<br />

sind in Venetien schon seit<br />

langer Zeit verbreitet.<br />

•<br />

2020 Antonio Asolo Montello DOC<br />

Giusti Wine, Nervesa della Battaglia<br />

13 Vol.-%, Dunkles Rubinrot mit zart ziegelfarbenen<br />

Reflexen. In der Nase nach getrockneten<br />

Tomaten, dezent nach reifer<br />

Kirsche, feines Edelholz, im Nachhall duftender<br />

Eukalyptus. Am Gaumen mit feinem<br />

Aromenspiel, schöne Präsenz, saftig, im<br />

Nachhall satter Druck, mit leicht zehrendem<br />

Tanninausklang.<br />

giustiwine.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

2021 Carménère Riserva Colli<br />

Euganei DOC, VignAlta, Arquà Petrarca<br />

13,5 Vol.-%, Mittleres, leuchtendes Rubinrot<br />

mit violetten Reflexen. In der Nase sehr saftige<br />

Frucht von Brombeeren, Heidelbeeren<br />

und schwarzen Holunderbeeren, unterlegt<br />

von schwarzem Pfeffer und Minze. Am Gaumen<br />

mit toller Frische, zartem Fruchtschmelz,<br />

im weiteren Verlauf Schat- ><br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

221


tasting<br />

TROPHY GRANDI ROSSI VENETI<br />

•<br />

2016 Carménère Asolo Montello<br />

DOC, Villa di Maser, Maser<br />

13 Vol.-%, Tiefdunkles, sattes Rubinrot.<br />

Würzige Nase, spannend und einladend,<br />

nach reifen Kirschen, reifen Waldfrüchten,<br />

dazu elegante grüne Komponenten, einladend.<br />

Am Gaumen mit schöner Frucht und<br />

kompaktem, mittelkräftigem Körper,<br />

spannt sich schön auf.<br />

villadimaser.it, ca. CHF 12,–<br />

Das Weingut Masari liegt etwas<br />

abgelegen im Agno-Tal im Hinterland<br />

von Vicenza. Auf vulkanischen Böden<br />

erzeugt Massimo Dal Lago hier<br />

individuelle Weine.<br />

•<br />

2020 Jenio Cabernet Sauvignon<br />

Colli Euganei DOC<br />

Il Pianzio, Galzignano Terme<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot. In der<br />

Nase ein Potpourri aus Siegellack, altem<br />

Fass, getrockneten Tomaten und Hagebutten,<br />

dazu leicht rauchiger Anklang. Am<br />

Gaumen mit würzigem Unterton, spannender<br />

Saftigkeit, zeigt durchaus Charakter, im<br />

Ausklang dann leider etwas bitter.<br />

ilpianzio.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

tenmorellen, die feinen und geschliffenen<br />

Gerbstoffe stützend.<br />

vignalta.it, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

2016 Maserino Rosso Montello<br />

Rosso DOCG<br />

Villa di Maser, Maser<br />

13,5 Vol.-%, Dunkles, sattes Rubinrot. In der<br />

Nase zunächst sanft nach Minze, reifem<br />

Cassis und dezenter Brombeerfrucht, zeigt<br />

zudem feine Anklänge von kaltem Rauch.<br />

Am Gaumen schöne Saftigkeit und klare,<br />

dunkle Beerenfrucht, unterlegt von angenehmer<br />

Würze, mittelkräftiger Körper, im<br />

Nachhall leicht weitmaschiges Tannin.<br />

villadimaser.it<br />

ca. CHF 20,–<br />

Können auf ihren Wein<br />

stolz sein: Alessio, Luca<br />

und Matteo Inama.<br />

•<br />

2020 Cicogna Colli Berici Cabernet<br />

DOC, Cavazza, Montebello Vicentino<br />

14 Vol.-%, Rubin mit dunklem Kern. In der<br />

Nase feine Würze, Cassis, Paprika, Pfeffer,<br />

dazu leichte Anklänge von Grafit und nassem<br />

Holz. Am Gaumen dann schöner süsser<br />

Kern, ummantelt von herzhaftem Tannin,<br />

griffig, mit guter Länge.<br />

cavazzawine.com<br />

ca. CHF 25,–<br />

•<br />

2019 Cicogna Colli Berici Merlot DOC<br />

Cavazza, Montebello Vicentino<br />

14 Vol.-%, Aufhellendes Rubinrot mit zart<br />

wässrigem Rand. Duftet in der Nase nach<br />

Muskat, Honig, Minze und reifem Pfirsich,<br />

im Nachhall nach dunkler Beerenfrucht.<br />

Am Gaumen mit toller Saftigkeit, zeigt sich<br />

herzhaft und klar, auf roter Beerenfrucht,<br />

zugänglich, trinkt sich sehr gut.<br />

cavazzawine.com, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

2020 Zonta Cavallare Breganze DOC<br />

Vigneto Due Santi, Bassano del Grappa<br />

13,5 Vol.-%, Dunkel leuchtendes, sattes Rubinrot<br />

mit dezent aufhellendem Rand. In<br />

der Nase feines, elegantes Edelholz, dezente<br />

Minze, zeigt zudem feine fleischige Aromen,<br />

Preiselbeere, einladend. Am Gaumen<br />

saftig, mit klarer, präsenter Frucht, braucht<br />

noch etwas Zeit.<br />

vignetoduesanti.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

2021 602020 Cabernet Veneto IGT<br />

Zýmē, San Pietro in Cariano<br />

15 Vol.-%, Tiefdunkles Rubin mit violettem<br />

Touch. In der Nase zurückhaltend,<br />

sanfter schwarzer Beerenduft, Bitterschokolade,<br />

Edelholz, Malz, Holunderbeersaft,<br />

dazu feine Minze. Am<br />

Gaumen viel Extrakt, sattes, kompaktes<br />

Tannin, viel Druck, allerdings<br />

im Nachhall leicht trocknend-rau.<br />

Am besten weglegen und in ein paar<br />

Jahren geniessen.<br />

zyme.it, ca. CHF 40,–<br />

•<br />

2020 Il Rosso dell'Abazia Montello<br />

Asolo DOC, Serafini & Vidotto,<br />

Nervesa della Battaglia<br />

13,5 Vol.-%, Elegant leuchtendes Rubinrot.<br />

Duftet stark nach Eukalyptus und Lakritze<br />

in der Nase, dazu feines Edelholz, im Nachhall<br />

Früchtetee und kandierter Ingwer. Am<br />

Gaumen kompakt, griffig, mit viel<br />

Holzeinsatz.<br />

serafinievidotto.com, ca. CHF 40,–<br />

•<br />

2011 Cabernet Riserva Colli Euganei<br />

DOC, VignAlta, Arquà Petrarca<br />

15 Vol.-%, Tiefdunkles, sattes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. In der Nase<br />

sehr reife Noten, Melasse, Haselnuss, Preiselbeere,<br />

steinige Noten, kalter Rauch. Am<br />

Gaumen schöne Reife, mit cremiger<br />

Frucht, aber auch sattem, erdigem Tannin.<br />

vignalta.it, ca. CHF 50,–<br />

•<br />

2021 Spineda Montello Colli Asolani<br />

DOC, Loredan Gasparini,<br />

Volpago del Montello<br />

14 Vol.-%, Tiefdunkles Rubinrot mit einem<br />

Tropfen Violett. In der Nase viel Edelholz,<br />

zarter Anklang von Preiselbeermarmelade,<br />

dazu leicht erdige Töne, etwas rauchig. Öffnet<br />

sich am Gaumen mit guter Saftigkeit,<br />

kompaktem Körper und feiner würziger<br />

Aromatik, im Nachhall dann viel trockener<br />

Gerbstoff, bleibt etwas weitmaschig.<br />

loredangasparini.it, ca. CHF 170,–<br />

91 Punkte<br />

•<br />

2021 Casara Roveri Cabernet Veneto<br />

IGT, Dal Maso, Montebello Vicentino<br />

14,5 Vol.-%, Dunkel leuchtendes, sattes Rubinviolett.<br />

In der Nase nach Kerzenwachs,<br />

Weihrauch, Rosinen, dunkler Schokolade,<br />

komplex und reichhaltig. Am Gaumen von<br />

Holz geprägt und dominiert, auch hier wiederum<br />

Aromen von Weihrauch und Kerzenwachs,<br />

gerne noch weglegen.<br />

dalmasovini.com, ca. CHF 29,–<br />

•<br />

BIO 2022 Campi Novi Cabernet<br />

Sauvignon Colli Berici DOC<br />

Mancassola, Lonigo<br />

13 Vol.-%, Dunkelleuchtendes Rubinrot,<br />

glänzend. Duftet in der Nase nach reifen<br />

Roten Johannisbeeren, Himbeeren, dazu<br />

herzhafte helle Würze, leicht vegetaler<br />

Nachton. Zeigt sich am Gaumen geschliffen,<br />

mit cremiger Frucht und saftigem<br />

Nerv, noch leicht grünes Tannin, Geduld.<br />

mancassola.com, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

2020 Notte di Galileo Colli Euganei<br />

Riserva DOC, Cantina Colli Euganei, Vò<br />

14,5 Vol.-%, Leuchtendes, sattes Rubin mit<br />

einem Tropfen Violett. Duftende Nase nach<br />

getrocknetem weissem Rosenblatt, Hagebutten<br />

und Pfirsichmarmelade, erinnert<br />

entfernt an Vanille. Am Gaumen mit toller<br />

Würze und knackiger, rotbeeriger Frucht,<br />

viel Wein für wenig Geld.<br />

cantinacollieuganei.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

2020 Campo Sella Trevenezie IGT<br />

Sutto, Campo di Pietra di Salgareda<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes Rubinrot mit dezent<br />

aufhellendem Rand. In der Nase nach<br />

dunkler Beerenfrucht, kaltem Rauch, von<br />

mittlerem Ausdruck. Am Gaumen kernig,<br />

mit viel Gerbstoff, zeigt feine Aromen von<br />

dunklen Beeren, Leder und Edelholz, im<br />

Ausklang dann leider ziemlich trocknend.<br />

Geduld. sutto.it, ca. CHF 35,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-grandi-rossi-veneti-24<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

222 falstaff dez–feb 2025


BEET<br />

WELLINGTON:<br />

DAS PFLANZLICHE<br />

FILET IM TEIG<br />

In sorgfältiger Handarbeit von unseren<br />

Mitarbeitenden produziert und in den<br />

tibits Restaurants zum Abholen bereit:<br />

der perfekte Festtagsschmaus für daheim.<br />

Bequem zu Hause zubereiten und nach<br />

Belieben garnieren und ergänzen.<br />

Dieses Jahr ist neu eine perfekt<br />

harmonierende und eigens dafür kreierte<br />

Portweinsauce separat dazu erhältlich.<br />

Mehr Informationen:<br />

tibits.ch/beet-wellington<br />

DEZEMBER – FEBRUAR 2025<br />

IMPRESSUM<br />

INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT<br />

FÜR ESSEN, TRINKEN UND REISEN<br />

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind<br />

urheberrechtlich geschützt. Übersetzung, Nachdruck,<br />

Vervielfältigung und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen<br />

nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />

des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind<br />

ausschliesslich mit Angabe der Quelle gestattet.<br />

VERLAG<br />

<strong>Falstaff</strong> Verlag <strong>Schweiz</strong> AG<br />

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FALSTAFF-REDAKTION SCHWEIZ<br />

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Gegenstand des Unternehmens sind die<br />

Herausgabe, der Verlag und der Vertrieb<br />

von Zeitschriften und Drucksachen aller<br />

Art unter der Bezeichnung «<strong>Falstaff</strong>».<br />

EIGENTÜMER FALSTAFF SCHWEIZ<br />

<strong>Falstaff</strong> Österreich (<strong>10</strong>0 %)<br />

HERAUSGEBER<br />

Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam<br />

CHEFREDAKTION<br />

Benjamin Herzog, Dominik Vombach,<br />

Christoph Schwarz, Wolfgang M. Rosam<br />

STELLVERTR. CHEFREDAKTEURINNEN<br />

Aline Mareiler, Marlene Tragut<br />

CHEFIN VOM DIENST Verena Richter<br />

REDAKTIONSASSISTENZ Sophie Gurresch<br />

CREATIVE DIRECTOR<br />

Judit Mihályi, Harald Wittmann-Duniecki<br />

LEITUNG INTERNE GRAFIK Maximilian Kamper<br />

GRAFIK Isabella Gröller, Milena Hammerschmied,<br />

Raphael Buresch (Praktikant), Lara Cadez (Praktikantin)<br />

PHOTO DIRECTOR Bianca Demsa<br />

FOTOASSISTENZ Alina Hren, Valentina<br />

Metnitzer (Praktikantin)<br />

PRODUKTION / LITHO Konstantin Riemerschmid<br />

REDAKTIONSLEITUNG DIGITAL Patricia Konarzewski<br />

REDAKTION ONLINE CH Linda Carstensen<br />

MITARBEITER DIESER AUSGABE<br />

AUTOREN Severin Corti, Romana Echensperger, Larissa<br />

Graf, Judith Hecht, Othmar Kiem, Verena Carola Mayer,<br />

Caroline Metzger, Argot Murelius, Peter Moser, Dirk<br />

Ruschmann, Claudia Salzmann, Dr. Ulrich Sautter, Denis<br />

Scheck, Pierre-André Schmitt, Florian Schwab, Sebastian<br />

Späth, Simon Staffler, Carmen Stalder, Alexander Thürer<br />

(Chefredaktion Spirits), Werner von Hamberg<br />

FOTOGRAFIN Lena Staal<br />

ILLUSTRATORINNEN Stefanie Hilgarth (carolineseidler.com),<br />

Gina Müller (carolineseidler.com)<br />

LEKTORAT Andreas Hierzenberger, Angelika<br />

Hierzenberger-Gokesch, Rocco Prumer, Sabine Till,<br />

Birgit Weißkircher<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />

Mag. Elisabeth Kamper, Wolfgang M. Rosam,<br />

Sophie-Marie von Haugwitz<br />

VERWALTUNGSRAT<br />

Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam<br />

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Christiane Ceccarelli, Viktoria Gartner<br />

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Einzelverkauf: CHF 14,–<br />

Jahresabonnement (<strong>10</strong> Hefte): CHF 115,–<br />

Preise inkl. MwSt.<br />

Gültig in der <strong>Schweiz</strong><br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

223


tasting<br />

VALPOLICELLA TROPHY<br />

VALPOLICELLA,<br />

CHE BELLA!<br />

Foto: beigestellt<br />

224 falstaff dez–feb 2025


Eingebettet zwischen Gardasee, Po-Ebene<br />

und Alpen entwickelt sich in der Valpolicella<br />

eine reizvolle Hügellandschaft.<br />

Das Valpolicella zählt zu den klassischen Rotweingebieten Italiens. Der gleichnamige Wein<br />

zeichnet sich durch feine Frucht, Saftigkeit und guten Trinkfluss aus. Es gibt ihn in den<br />

Varianten Valpolicella, Valpolicella Superiore und Valpolicella Ripasso.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Amarone ist zweifellos der<br />

berühmteste Wein aus dem<br />

Valpolicella-Gebiet. Er zeichnet<br />

sich durch opulente Fülle<br />

aus und erfreut sich grosser<br />

Beliebtheit. Allmählich besinnt man sich bei<br />

Produzenten und Konsumenten aber zu nehmend<br />

auf den ursprünglichen Wein des<br />

Gebiets, den Valpolicella eben, einen frischen,<br />

saftigen Rotwein, der mit feinen Aromen,<br />

lebhafter Frucht und sanftem Tannin<br />

überzeugt. «Valpolicella» ohne Zusatzbezeichnung<br />

ist eine authentische, unverfälschte<br />

Ausdrucksform dieses Terroirs und wird<br />

hauptsächlich aus den autochthonen Reb-<br />

sorten Corvina, Corvinone und Rondinella<br />

gekeltert. Um seinen frischen Charakter zu<br />

bewahren, verzichten viele Winzer auf den<br />

Einsatz von Holzfässern. Der «Valpolicella<br />

Superiore» ist die kräftigere Variante und<br />

muss mindestens ein Jahr reifen. In den<br />

letzten Jahren haben immer mehr Erzeuger<br />

begonnen, auch beim Superiore teilweise<br />

getrocknete Trauben zu verwenden, was ihm<br />

zusätzliche Struktur und Intensität verleiht.<br />

Diese Weine, manchmal als «Baby-Amarone»<br />

bezeichnet, wirken dichter und kraftvoller,<br />

verlieren dabei jedoch gelegentlich an<br />

Leichtigkeit und Saftigkeit. Zu guter Letzt<br />

gibt es den «Valpolicella Ripasso», der im<br />

Frühjahr ein zweites Mal auf den Schalen<br />

des Amarone vergoren wird. Dieses Verfahren<br />

schenkt ihm zusätzliche Dichte,<br />

Geschmeidigkeit und Komplexität, die ihn<br />

bei vielen Weinliebhabern begehrt macht.<br />

Der Ripasso hat sich in den vergangenen<br />

Jahren zu einem regelrechten Bestseller entwickelt<br />

und trägt massgeblich zum Renommee<br />

der Valpolicella-Region bei.<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/trophyvalpolicella-superiore-ripasso-24<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

225


tasting<br />

VALPOLICELLA TROPHY<br />

TROPHY<br />

VALPOLICELLA<br />

1. Platz<br />

2. Platz<br />

3. Platz<br />

Valpolicella<br />

94 Punkte<br />

1. Platz<br />

•<br />

Le Miniere di Novare Valpolicella<br />

Classico DOC 2023<br />

Bertani, Grezzana<br />

13,4 Vol.-%. Funkelndes, mitteldichtes<br />

Rubin. Zarte Noten nach Sauerkirschen,<br />

Granatapfel und Veilchen. Saftig und mit<br />

sehr guter Spannung am Gaumen, feiner<br />

Fruchtschmelz, zartes Tannin, herrlich<br />

leichtfüssig und beschwingt.<br />

bertani.net, ca. CHF 25,–<br />

2. Platz<br />

•<br />

Valpolicella Classico DOC 2023<br />

Ca’ dei Maghi, Fumane<br />

12,5 Vol.-%. Funkelndes Rubinrot mit leicht<br />

aufhellendem Rand. Fein gezeichnete Nase<br />

mit frischen dunklen Kirschen, etwas<br />

Brombeere und Rosenblätter. Rund und<br />

mit viel würziger Frucht ausgestattet,<br />

Kirschen und dazu viel Gewürznelken,<br />

ansprechender Druck im Finale.<br />

cadeimaghi.it, ca. CHF 20,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

BIO Teatrino Valpolicella Classico<br />

DOC 2023, Tenuta Villa Bellini,<br />

San Pietro in Cariano<br />

12 Vol.-%. Funkelndes Rubinrot mit aufhellendem<br />

Rand. Fein gezeichnete Nase<br />

mit zarter Note nach Kirschen und Veilchen,<br />

etwas Süssmandel. Saftig und geschmeidig<br />

am Gaumen, sehr viel Frucht,<br />

süsser Schmelz, gute Spannung, hallt<br />

lange nach, sehr guter Trinkfluss.<br />

tenutavillabellini.com<br />

ca. CHF 30,–<br />

93 Punkte<br />

•<br />

Zèfiro Valpolicella DOC 2021<br />

Piccoli, Parona<br />

12,5 Vol.-%. Funkelndes, mitteldichtes Rubin<br />

mit Granatschimmer. Duftige und fein<br />

gezeichnete Nase, zeigt Noten nach Weichselkirschen,<br />

Granatapfel und etwas Safran.<br />

Saftig und salzig am Gaumen, zeigt viel<br />

Frucht, Granatapfel, Weichselkirsche und<br />

etwas Erdbeere, feines Tannin, gute Länge.<br />

piccoliwine.it<br />

ca. CHF 15,–<br />

•<br />

Cuvée XVII Valpolicella Classico DOC<br />

2023, Guerrieri Rizzardi, Bardolino<br />

13,5 Vol.-%. Sattes, intensiv leuchtendes<br />

Rubin. Intensive Nase mit Noten nach<br />

Brombeere und Gewürznelken, dunkle Kirsche,<br />

dunkler Pfeffer. Kernig und zupackend<br />

am Gaumen, feine Gewürznoten<br />

auch da, eine sehr kraftvolle Variante des<br />

Valpolicella, im Finale erdige Noten.<br />

guerrieri-rizzardi.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

Volavia Valpolicella Classico DOC<br />

2022, Damoli Bruno, Negrar<br />

12,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubin mit feinem<br />

Granatschimmer. Sehr klar und intensive<br />

Nase, nach frischen Kirschen und etwas<br />

Erdbeere, im Hintergrund nach Veilchen.<br />

Saftig am Gaumen, zeigt gute Spannung<br />

und feinen Fruchtschmelz, breitet sich<br />

schön aus, gute Spannung.<br />

damolivini.com, ca. CHF 15,–<br />

92 Punkte<br />

•<br />

BIO Valpolicella DOC 2023<br />

Cavedini, San Martino Buon Albergo<br />

12,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

leichtem Granatschimmer. Zarte Nase mit<br />

Noten nach Safran und Granatapfel. Am<br />

Gaumen rund und mit feiner Frucht ausgestattet,<br />

sehr guter Trinkfluss, im Nachhall<br />

nach Kirschen. cavedini.it, ca. CHF 15,–<br />

GEBIETSPROFIL<br />

DAS GEBIET<br />

Das Valpolicella liegt um Verona in Venetien.<br />

Im Westen wird es von Etschtal und<br />

Gardasee begrenzt, im Süden von der<br />

Poebene und im Norden von den Alpen.<br />

Gleich fünf Typologien werden erzeugt:<br />

Valpolicella, Valpolicella Superiore,<br />

Ripasso, Amarone und der süsse Recioto.<br />

DIE SORTEN<br />

Die autochthonen Sorten Corvina, Corvinone<br />

und Rondinella bilden das Grundgerüst<br />

für die Valpolicella-Cuvée. Fallweise<br />

kommen Molinara, Oseleta, Dindarella,<br />

Croatina oder Spigamonti hinzu.<br />

•<br />

Capitel della Crosara Valpolicella<br />

Classico DOP 2023, Montresor, Verona<br />

13 Vol.-%. Glänzendes Rubin mit leicht<br />

aufhellendem Rand. Fein gezeichnete Nase<br />

mit viel präsenter Frucht, nach dunklen<br />

Kirschen, Brombeeren und Rosenblättern.<br />

Saftig und mit gutem Volumen im vorderen<br />

Bereich, öffnet sich mit feinmaschigem,<br />

leicht griffigem Tannin, herzhaft.<br />

vinimontresor.it, ca. CHF 7,–<br />

•<br />

BIO Rio Albo Valpolicella DOC 2023<br />

Ca’ Rugate, Montecchia di Crosara<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes Rubin mit feinem<br />

Granatschimmer. Eröffnet mit betont würzigen<br />

Komponenten, Gewürznelken<br />

und etwas Zimt, dann Rote Ribisel, feine<br />

Kirsche. Griffiges Tannin, herzhaft und<br />

mit gutem Biss, viel feiner Fruchtschmelz,<br />

beschreibt einen weiten Bogen.<br />

carugate.it<br />

ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

Rêverie Valpolicella DOP 2022<br />

Zýmē, San Pietro in Cariano<br />

12 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit aufhellenden<br />

Rändern. Frisch und fruchtig in<br />

der Nase nach Johannisbeere und Minze,<br />

im Nachhall Baumrinde und Pfeffer. Am<br />

Gaumen trinkfreudig mit gutem Schmelz,<br />

feines Tannin mit Nachhall.<br />

zyme.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

Die Weingärten des Weinguts Ca’ dei<br />

Maghi in Fumane werden schon seit dem<br />

17. Jahrhundert von der Famile Fasoli<br />

Fedrigo bewirtschaftet.<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

226 falstaff dez–feb 2025


•<br />

Figari Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2022<br />

Villa Spinosa, Negrar di Valpolicella<br />

13,5 Vol.-%. Strahlendes Kirschrot mit funkelnden<br />

Reflexen. In der Nase zunächst mit<br />

feinen erdigen Tönen, dann nach getrockneten<br />

Veilchen, im Nachhall Pflaume, Erdbeere<br />

und etwas Leder. Am Gaumen mit<br />

zartbitter-erdigem Unterton, gut eingebundener<br />

Säure, klarer Erdbeerfrucht, im<br />

Abgang griffiger Gerbstoff.<br />

villaspinosa.com, ca. CHF 20,–<br />

Valpolicella Superiore<br />

94 Punkte<br />

1. Platz<br />

•<br />

Case Vecie Valpolicella Superiore<br />

DOC 2022, Brigaldara,<br />

San Pietro in Cariano<br />

13,5 Vol.-%. Mittleres Granatrot mit aufhellendem<br />

Rand. In der Nase feiner Duft nach<br />

Wassermelone, Zitrone, dann Walderdbeeren,<br />

Himbeeren, unterlegt mit Süssholz.<br />

Am Gaumen sehr fruchtbetont, präzise und<br />

ausgewogen, mit angenehmer Frische und<br />

feinmaschigem Tannin, sehr saftig im<br />

Nachhall. brigaldara.it, ca. CHF 20,–<br />

2. Platz<br />

•<br />

BIO Valpolicella Superiore DOC 2022<br />

Bronzato, Verona<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Duftet einladend<br />

nach saftigen Kirschen, Blutorange,<br />

Pfeffer, im Nachklang elegante, einladende<br />

grüne Würze. Am Gaumen saftig, mit gut<br />

eingebundener Säure, spannungsvoll,<br />

kommt in mehreren Wellen, im Ausklang<br />

wiederum saftig und mit feinem Druck.<br />

bronzatowine.it, ca. CHF 20,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

BIO Podere Castagne - Valpolicella<br />

Superiore DOC 2019<br />

Camerani, Mezzane di Sotto<br />

13 Vol.-%. Dunkel leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Spannende<br />

und ansprechende Nase mit feiner Grünwürze,<br />

Holunderbeeren und gut eingebundener<br />

Säure, lebendig, auch leicht salzig,<br />

kommt in mehreren Schichten und entwickelt<br />

sich toll im Glas, dynamischer Wein.<br />

camerani.wine, ca. CHF 25,–<br />

93 Punkte<br />

•<br />

Brolo dei Giusti Valpolicella Superiore<br />

DOC 2015, Cantine di Verona, Verona<br />

14,5 Vol.-%. Dunkel leuchtendes Rubinrot<br />

mit dezent aufhellendem Rand. Ansprechende<br />

Nase, duftend, reife Kirschen,<br />

Blutorangen, etwas Meersalz, sehr ansprechend.<br />

Am Gaumen herzhaft, zugänglich,<br />

mit toller Frische und klarer Frucht, spannend,<br />

im Ausklang blitzsauber.<br />

cantinadiverona.it<br />

•<br />

Rocolo Valpolicella Superiore DOC<br />

2019, Piccoli, Parona<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Duftet in der<br />

Nase nach getrockneten Kräutern, satten<br />

Kirschen, dezent nach Tomatenpaste, Himbeeren<br />

im Nachhall. Am Gaumen sehr saftig,<br />

mit gut eingebundener Säure und ausgewogenem<br />

Tannin, feine Salzigkeit, trinkt<br />

sich sehr gut. piccoliwine.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

Valpolicella Classico Superiore DOC<br />

2021, Rubinelli Vajol,<br />

San Pietro in Cariano<br />

13,5 Vol.-%. Rubinrot mit funkelndem Kern.<br />

Duftig in der Nase nach Veilchen, getrockneten<br />

Rosen und nassem Stein. Am Gaumen<br />

reife Kirsche, lebhafte Säure, rund und<br />

ausgewogen, mit leichtfüssiger Tanninstruktur,<br />

anregender, leicht salziger<br />

Ausklang. rubinellivajol.it, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Valpolicella Superiore DOC 2018<br />

Villa Canestrari, Colognola Ai Colli<br />

14,5 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinrot. Duftende<br />

Nase nach reifen Kirschen, feinen erdigen<br />

Noten, Preiselbeermarmelade, etwas<br />

Minze im Nachhall. Am Gaumen mit toller<br />

Saftigkeit und klarer Frucht, spannungsgeladen,<br />

präzise, mit leichter Salzigkeit,<br />

hallt lange nach.<br />

villacanestrari.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

BIO Ruberpan Valpolicella Superiore<br />

DOC 2021, Pieropan, Soave<br />

14 Vol.-%. Elegant leuchtendes Rubinrot<br />

mit feinem Rand. Fein gezeichnete Nase<br />

nach reifen Kirschen und Himbeeren,<br />

1. Platz<br />

etwas Gewürznelke und Waldboden. Mit<br />

schönem Spannungsbogen am Gaumen,<br />

animierender Säure und feinkörnigem<br />

Tannin, toller Trinkfluss, anhaltend, im<br />

Ausklang viel Edelholz.<br />

pieropan.it, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

La Bandina Valpolicella Superiore<br />

DOC 2021, Tenuta Sant’Antonio -<br />

Famiglia Castagnedi,<br />

Colognola Ai Colli<br />

14 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit sattem<br />

Kern. Sehr toller floraler Duft, einladend,<br />

nach Blumen und saftigen Himbeeren,<br />

Walderdbeeren, dann nach Orangen.<br />

Am Gaumen sehr saftig und klar, mit rundem<br />

Körper und ausgewogenem Verlauf,<br />

spannt sich weit auf, kommt immer wieder,<br />

im Nachhall dann etwas Holzüberhang.<br />

tenutasantantonio.it, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

BIO Sant’Urbano Valpolicella<br />

Classico Superiore DOC 2021<br />

Speri, San Pietro in Cariano<br />

13,5 Vol.-%. Strahlendes Rubinrot mit violetten<br />

Reflexen. Duftet in der Nase nach<br />

Erdbeermarmelade, dann Amarena, Veilchen<br />

und Milchkaffee, sehr einladend. Am<br />

Gaumen jugendlich mit lebhafter Säure,<br />

komplexer Trunk, finessenreich, mit steinigen<br />

Anklängen, kommt in mehreren<br />

Wellen, lange. speri.com, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

BIO Profasio Valpolicella Superiore<br />

DOC 2021, Massimago,<br />

Mezzane di Sotto<br />

14 Vol.-%. Sanft schimmerndes Rubin mit<br />

ziegelroten Nuancen. Von mittlerer Intensität<br />

in der Nase, elegante Kirschfrucht, darunter<br />

zarte Röstaromen von Toast und Kaffee.<br />

Mit schönem Fruchtschmelz im Mund,<br />

griffiges Tannin, angenehme Frische, saftiges<br />

Finish. Hat von Flaschenreife profitiert.<br />

massimago.com, ca. CHF 25,–<br />

2. Platz<br />

3. Platz<br />

•<br />

Valpolicella Classico Superiore DOC<br />

2019, Ca’ dei Maghi, Fumane<br />

13,5 Vol.-%. Dunkel leuchtendes Rubinrot<br />

mit dezent aufhellendem Rand. In der Nase<br />

mit dunkler Würze, satter Kirschfrucht,<br />

Erdbeeren, dazu feiner Duft nach getrockneten<br />

Rosenblüten. Am Gaumen saftig, geschliffen<br />

und elegant, mit herzhaftem Ansatz<br />

und Verlauf, druckvoll, kommt ständig<br />

wieder. Noch jung, am besten noch weglegen<br />

und in ein paar Jahren geniessen.<br />

cadeimaghi.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

Maternigo Valpolicella Superiore<br />

DOC 2021<br />

Tedeschi, San Pietro in Cariano<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit dichtem,<br />

dunklem Kern. In der Nase vielschichtig,<br />

Duft nach roten Beeren, gepaart mit<br />

Nuancen von Kräutern, erinnernd an<br />

Wacholder und Thymian. Am Gaumen<br />

überraschend füllig mit tänzelnder Säure,<br />

sauberes Mundgefühl.<br />

tedeschiwines.com, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

Valpolicella Classico Superiore DOP<br />

2019, Zýmē, San Pietro in Cariano<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

leichten granatfarbenen Reflexen. In der<br />

Nase Veilchen, Blutorange und kandierte<br />

Mandarine, im Nachhall ätherisch, erinnernd<br />

an Salbei und Hustenbonbon. Am<br />

Gaumen präzise mit anregender Säure, im<br />

Trunk zügig mit leicht zuckrigem<br />

Mundgefühl. zyme.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

BIO Tirele Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2022<br />

Tenuta Villa Bellini,<br />

San Pietro in Cariano<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes, elegantes Rubinrot<br />

mit dezent aufhellenden Reflexen. Duftet<br />

angenehm in der Nase, feine vegetal-pfeffrige<br />

Würze, frische Kirschfrucht, dezent<br />

nach Tomatenblatt, einladend. Am Gaumen<br />

kompakt, mit engmaschigem, jugendlichem<br />

Tannin, griffig, kann noch gut reifen,<br />

weglegen!<br />

tenutavillabellini.com, ca. CHF 35,–<br />

•<br />

Valpolicella Superiore DOC 2014<br />

Le Guaite di Noemi, Mezzane di Sotto<br />

15 Vol.-%. Dunkles, sehr finsteres Rubinrot<br />

mit minimal aufhellendem Rand. Duftet in<br />

der Nase nach Kreide, grüner Paprika, Cassis,<br />

Holunderbeeren, Minze, im Nachhall<br />

leichte Pfefferwürze. Am Gaumen stoffig,<br />

mit viel Saft und kühler Frucht, rund und<br />

ausgewogen, im Nachhall griffiges Tannin,<br />

hoher Trinkspass auch bei höherem<br />

Alkohol. leguaite.it, ca. CHF 40,–<br />

•<br />

Morandina Valpolicella Superiore<br />

DOC 2020, Graziano Prà, Monteforte<br />

d’Alpone<br />

14,5 Vol.-%. Tiefdunkles, sattes Rubin mit<br />

Violett. In der Nase feine Würze, dunkle<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

227


tasting<br />

VALPOLICELLA TROPHY<br />

Frucht, Cassis, Kirschen, auch nach Orangen,<br />

dazu kommt im Nachhall feiner, süsser<br />

Gewürzduft. Am Gaumen mit guter<br />

Säure, straff, dazu feine cremige Frucht,<br />

kommt in mehreren Schichten, pikanter<br />

Ausklang.<br />

vinipra.it, ca. CHF 45,–<br />

•<br />

De Buris Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2019<br />

Tommasi, Pedemonte<br />

14,5 Vol.-%. Glänzendes, sattes Rubin mit<br />

feinem Granatschimmer. Präsentiert sich<br />

mit Noten nach dunklen Kirschen und reifen<br />

Zwetschgen, dazu etwas kalter Rauch.<br />

Sehr geschliffen im Ansatz, öffnet sich mit<br />

feinmaschigem Tannin, saftige dunkle<br />

Kirsche, im Finale mit gutem Druck, im<br />

Nachhall etwas Kaffeesatz.<br />

tommasiwine.com, ca. CHF 70,–<br />

92 Punkte<br />

•<br />

Valpolicella Superiore DOC 2021<br />

Zenato, Peschiera del Garda<br />

13,5 Vol.-%. Dunkelleuchtendes Rubinrot.<br />

Duftet fein in der Nase, nach reifen Feigen,<br />

reifen Himbeeren, etwas Pfirsichsaft,<br />

im Hintergrund leicht grünwürzige<br />

Touch, Fumé. Am Gaumen griffig, mit<br />

reichhaltiger Struktur und gutem Druck,<br />

kommt in mehreren Wellen, tolle<br />

Komplexität. zenato.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

San Pietro Valpolicella Superiore<br />

DOC 2023, Monte Tondo, Soave<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes, schönes Rubinrot.<br />

Duftet nach saftigen Kirschen, Waldbeeren,<br />

dezent nach Veilchen. Knackig am<br />

Gaumen, mit toller Frucht, ausgewogen,<br />

jugendlich, unkompliziert und rund, macht<br />

viel Spass beim Trinken.<br />

montetondo.it, ca. CHF <strong>10</strong>,–<br />

•<br />

Valpolicella Classico Superiore DOC<br />

2021, Scriani, Fumane<br />

13,5 Vol.-%. Sattes, glänzendes Rubin mit<br />

ziegelrotem Rand. In der Nase vegetale<br />

Würze, Pfeffer, nach Holunderbeeren,<br />

frisch gemähtes Gras, im Nachhall wiederum<br />

nach knackiger Cassis. Am Gaumen mit<br />

saftigem Ansatz und Verlauf, zielgerade,<br />

sehr frisch, knackig, trinkt sich sehr fein,<br />

hat durch Flaschenreife etwas zugelegt.<br />

scriani.it, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

Valpolicella Classico Superiore DOC<br />

2019, Fumanelli, San Pietro in Cariano<br />

13,5 Vol.-%. Dunkel leuchtendes Rubinrot<br />

mit dezent aufhellendem Rand. Duftet in<br />

der Nase nach satten Blutorangen, reifen<br />

Kirschen, etwas Pfefferwürze. Am Gaumen<br />

mit leicht süsslichem Gaumeneintritt,<br />

herzhaftem Spiel, kommt saftig im<br />

hinteren Bereich, guter Trinkfluss.<br />

fumanelli.it, ca. CHF 14,–<br />

•<br />

Montezovo Valpolicella Superiore<br />

DOC 2022, Montezovo - Famiglia<br />

Cottini, Caprino Veronese<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes, elegantes<br />

Rubinrot. In der Nase duftend nach satten<br />

Kirschen, reifen Waldfrüchten, etwas Grafit<br />

und Rosenblatt. Am Gaumen rund und geschmeidig,<br />

mit gut eingebundenem Tannin,<br />

kraftvoll und ausgewogen, gefällt.<br />

montezovo.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Ca’ del Nin Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2018<br />

Vigneti Villabella, Calmasino<br />

13 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinrot mit dezent<br />

aufhellenden Rändern. Duftet ausgeprägt<br />

in der Nase, nach Holunderblütensirup,<br />

Zitrone, erinnert im Nachhall auch an<br />

Kastanienhonig, einladend und fein. Am<br />

Gaumen mit mittleren Gewicht, ausgewogen<br />

und klar, nicht komplex aber<br />

zugänglich, trinkt sich sehr fein.<br />

vignetivillabella.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Ognisanti di Novare Valpolicella<br />

Classico Superiore DOC 2022<br />

Bertani, Grezzana<br />

12,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Schöner Duft<br />

nach knackigen Zwetschgen, frischen<br />

Kirschen, weissem Pfeffer, dazu edle<br />

Grünwürze, einladend. Am Gaumen herzhaft,<br />

mit präsentem Tannin, gut eingebunden,<br />

leicht steinige Anklänge, im Nachhall<br />

leicht bitter und weitmaschig.<br />

bertani.net, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

BIO Graspo Alto Valpolicella<br />

Superiore DOC 2022<br />

Contrada Palui, Verona<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes Rubin mit hellem<br />

Rand. Fein gezeichnete Nase mit zartem<br />

Duft nach frischen Kirschen und Zwetschgen,<br />

etwas Veilchen. Am Gaumen saftig<br />

und mit gutem Trinkfluss, feiner Schmelz<br />

im Finale.<br />

contradapalui.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Hercules Valpolicella Superiore DOC<br />

2018, Pietro Zardini, San Pietro in<br />

Cariano<br />

15 Vol.-%. Tiefdunkles, sattes Rubinrot. In<br />

der Nase sehr offen, reife Zwetschge, Feige,<br />

Nuss, nach etwas Zeit auch Brombeeren.<br />

Am Gaumen sehr offenherzig, nach Brombeergelee<br />

und etwas grünem Tannin, leicht<br />

harsch, aber auch saftig.<br />

pietrozardini.it, ca. CHF 30,–<br />

•<br />

Il Rientro Valpolicella Superiore<br />

DOC 2020, La Giuva, Verona<br />

14 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinrot. In der Nase<br />

Seit 1928 betreibt die<br />

Familie Cesari erfolgreich<br />

das Weingut<br />

Brigaldara.<br />

etwas Unterholz, feiner erdiger Ton, dunkle,<br />

reife Frucht, im Nachhall dezent würzig.<br />

Am Gaumen starker Edelholzeinfluss, kompakt<br />

und druckvoll, zartbitterer Unterton,<br />

animierend, grosser Körper.<br />

lagiuva.com<br />

ca. CHF 35,–<br />

•<br />

La Fabriseria Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2021<br />

Tedeschi, San Pietro in Cariano<br />

15 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit aufhellenden<br />

Rändern. In der Nase viel Mokka<br />

und Pfeffer, im Nachhall Cassis und Heidelbeere.<br />

Am Gaumen präzise Frucht mit rassiger<br />

Säure, engmaschiger Gerbstoff mit<br />

gutem Trinkgenuss. Macht Spass!<br />

tedeschiwines.com<br />

ca. CHF 35,–<br />

•<br />

Valpolicella Superiore DOC 2013<br />

Le Guaite di Noemi, Mezzane di Sotto<br />

15,5 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinrot. Sehr ansprechender<br />

Duft, edle grüne Würze, nach<br />

Holunderbeeren, Minze, Salbei, dazu feine<br />

Noten von roter Paprika, hat viel Charakter,<br />

im Nachhall aktuell noch griffiges Tannin,<br />

kann lange lagern.<br />

leguaite.it, ca. CHF 40,–<br />

•<br />

BIO Casalvegri Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2022<br />

Ca’ La Bionda, Marano di Valpolicella<br />

13,5 Vol.-%. Rubinrot mit dezentem Ziegelreflex.<br />

Stille Nase, etwas würzig. Am Gaumen<br />

mit reichlich stoffigem Tannin, schöner<br />

Saftigkeit und leichtem Salz, die Frucht<br />

bleibt im Hintergrund, noch sehr jung, unbedingt<br />

weglegen und in ein paar Jahren<br />

geniessen.<br />

calabionda.it, ca. CHF 45,–<br />

•<br />

Valpolicella Superiore DOC 2019<br />

Torre di Terzolan, Verona<br />

14,5 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinrot, satt. In<br />

der Nase dezent nach Käserinde, leicht<br />

vegetaler Anklang, aber auch nach Milchschokolade<br />

und Nougat, wirkt etwas verwaschen.<br />

Am Gaumen mit zartbitterem<br />

Unterton, griffig, mit leicht weitmaschigem<br />

Tannin, aber auch gut eingebundener<br />

Säure, sollte unbedingt noch etwas lagern.<br />

torrediterzolan.it<br />

ca. CHF 50,–<br />

•<br />

La Fabriseria Valpolicella Classico<br />

Superiore DOC 2012<br />

Tedeschi, San Pietro in Cariano<br />

15 Vol.-%. Tiefdunkles, sattes Rubin, finster.<br />

Toller Duft, ansprechend, nach Zimtstange,<br />

Himbeermarmelade, leicht rauchig, Edelholz.<br />

Am Gaumen mit herzhaftem, leicht<br />

grünwürzigem Tannin, griffig, aber auch<br />

viel Frische, wird im Nachklang dann leider<br />

etwas weitmaschig mit leichter Trocknung.<br />

tedeschiwines.com<br />

ca. CHF 55,–<br />

Fotos: beigestellt<br />

228 falstaff dez–feb 2025


Verdienter zweiter Platz:<br />

Bei Rubinelli Vajol legt man viel<br />

Wert auf Handarbeit.<br />

Valpolicella Ripasso<br />

95 Punkte<br />

1. Platz<br />

•<br />

Valpolicella Ripasso Superiore<br />

DOC 2013<br />

Le Guaite di Noemi, Mezzane di Sotto<br />

16 Vol.-%. Leuchtendes Rubingranat, satt<br />

bis an den Rand. Vielschichtige Nase mit<br />

Noten nach Lebkuchen und Schokolade,<br />

dann etwas Dattel, Cassis-Likör und eingelegte<br />

Kirschen, spannend. Am Gaumen<br />

stoffig und mit sehr guter Dichte, viel feiner<br />

Fruchtschmelz, darin eingebettet viele<br />

Schichten feinen Tannins, sehr lange.<br />

leguaite.it, ca. CHF 45,–<br />

94 Punkte<br />

2. Platz<br />

•<br />

Valpolicella Classico Superiore<br />

Ripasso DOC 2019<br />

Rubinelli Vajol, San Pietro in Cariano<br />

14,5 Vol.-%. Sattes Rubinrot mit aufhellenden<br />

Rändern. In der Nase duftig nach<br />

Thymian, Lavendel und Nelke, gefolgt<br />

von reifen Beeren. Am Gaumen ätherisch,<br />

erinnert an Orangenschale, im Trunk ausgewogen<br />

und cremig, mit saftig-salzigem<br />

Unterton, hat von etwas Flaschenreife<br />

stark profitiert. rubinellivajol.it, ca.<br />

CHF 20,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

BIO Campo Bastiglia Valpolicella<br />

Ripasso Superiore DOC 2022<br />

Ca’ Rugate, Montecchia di Crosara<br />

13,5 Vol.-%. Funkelndes, lebhaftes Rubin.<br />

Duftige und überaus ansprechende Nase,<br />

1. Platz<br />

satt nach frischen Kirschen, dazu Granatapfel<br />

und etwas getrocknete Orange.<br />

Satte Frucht am Gaumen, zeigt Noten<br />

nach Brombeere und Heidelbeere, feinmaschiges<br />

Tannin, das sehr gut in den<br />

Kontext eingebunden ist, hallt lange<br />

nach. carugate.it, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

Monti Garbi Valpolicella Ripasso<br />

Superiore DOC 2021<br />

Tenuta Sant’Antonio - Famiglia<br />

Castagnedi, Colognola Ai Colli<br />

14 Vol.-%. Glänzendes Rubin mit aufhellendem<br />

Granatrand. Klare und einladende<br />

Nase, nach Hagebutte, roten Johannisbeeren<br />

und knackiger Kirsche. Saftig<br />

und salzig am Gaumen, öffnet sich mit<br />

viel feinmaschigem Tannin, gepaart mit<br />

saftiger Frucht, geradlinig und klar.<br />

tenutasantantonio.it, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Giago Valpolicella Ripasso<br />

Classico Superiore DOC 2020<br />

Damoli Bruno, Negrar<br />

Kraftvolles, funkelndes Rubin, am Rande<br />

zarter Granatschimmer. Intensive und<br />

einladende Nase, zeigt schönes Spiel zwischen<br />

reifer Kirschfrucht, etwas Himbeere<br />

und spannende Gewürzkomponenten.<br />

Stoffiges, zupackendes Tannin am Gaumen,<br />

eingepackt in viel feinen Schmelz,<br />

spannt einen weiten Bogen, im Finale<br />

fester Druck.<br />

damolivini.com, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

BIO Sottolago Valpolicella<br />

Classico Ripasso DOC 2021<br />

Tenuta Villa Bellini,<br />

San Pietro in Cariano<br />

14,5 Vol.-%. Funkelndes Rubinrot mit<br />

leicht aufhellendem Rand. Fein gezeichnete,<br />

einladende Nase mit satten Noten<br />

nach Waldhimbeere, eingekochten<br />

2. Platz<br />

3. Platz<br />

Preiselbeeren und dunklen<br />

Kirschen. Geschliffen<br />

und präzise am Gaumen,<br />

sehr schön herausgearbeitete<br />

Frucht, saftig, im<br />

hinteren Verlauf dann<br />

feinmaschiges Tannin.<br />

tenutavillabellini.com,<br />

ca. CHF 50,–<br />

93 Punkte<br />

•<br />

Pojega Valpolicella Ripasso<br />

Classico Superiore DOC 2022<br />

Guerrieri Rizzardi, Bardolino<br />

14,5 Vol.-%. Glänzendes, sattes Rubin mit<br />

aufhellendem Rand. Kompakte Nase,<br />

zeigt Noten nach Kirschen und Brombeere,<br />

im Hintergrund eingekochte Preiselbeere.<br />

Klar und geradlinig am Gaumen,<br />

zeigt sehr viel präsente Frucht, feinmaschiges<br />

Tannin, im Finale feiner Schmelz.<br />

guerrieri-rizzardi.it, ca. CHF 15,–<br />

•<br />

Valpolicella Ripasso Superiore<br />

DOC 2021<br />

Santa Sofia, San Pietro in Cariano<br />

14 Vol.-%. Leuchtendes Rubin mit feinem<br />

Granatrand. Klar und frisch in der Nase,<br />

anregend, nach Gewürznelken, Rosen<br />

und eingelegten Kirschen. Süsser<br />

Schmelz, gut herausgearbeitete, klare<br />

Frucht, dazu kommt feinmaschiges, gut<br />

eingebundenes Tannin, das dem Wein<br />

Länge gibt.<br />

santasofia.com, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Valpolicella Ripasso Classico<br />

Superiore DOC 2018<br />

Montecariano, San Pietro in Cariano<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

finsterem Kern. In der Nase nach reifen<br />

Himbeeren, feiner Beerenfrucht, auch<br />

nach Hagebutten, sehr herzhaft, ebenso<br />

am Gaumen, mit satter, präsenter Struktur,<br />

sehr kompakt und wuchtig.<br />

montecariano.it, ca. CHF 20,–<br />

•<br />

Valpolicella Ripasso Superiore<br />

DOC 2020, Corte Scaletta,<br />

San Martino Buon Albergo<br />

14,5 Vol.-%. Aufhellendes, leuchtendes<br />

Rubinrot mit leicht wässrigem Rand. Duftet<br />

in der Nase nach Walderdbeeren,<br />

Blutorangen, etwas Kalkstein, leicht blumige<br />

Komponenten im Nachgang. Am<br />

Gaumen mit schöner Klarheit und Saftigkeit,<br />

saftige Frucht, auch leicht salzig.<br />

cortescaletta.it, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

BIO Corte Sant’Alda - Campi<br />

Magri Valpolicella Ripasso Superiore<br />

DOC 2020<br />

Camerani, Mezzane di Sotto<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes, glänzendes Rubinrot.<br />

Duftet sehr ansprechend in der<br />

Nase, nach frischen Kirschen, Veilchen,<br />

Zwetschgen, dazu leichte grüne Würze,<br />

sehr ansprechend. Am Gaumen mit feiner<br />

Textur, ansprechendem Trunk, ausgewogen<br />

und fein, schöne Eleganz.<br />

camerani.wine, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

Giago Valpolicella Ripasso<br />

Classico Superiore DOC 2019<br />

Damoli Bruno, Negrar<br />

14 Vol.-%. Dunkel leuchtendes, abdunkelndes<br />

Rubinrot. In der Nase nach Zimtstange,<br />

Amarenakirschen, leicht ätherischem<br />

Anklang, dann reife, dunkle Frucht<br />

im Nachhall. Am Gaumen mit schöner<br />

Komplexität und Saftigkeit, aber auch<br />

leicht griffigem Tannin.<br />

damolivini.com, ca. CHF 25,–<br />

•<br />

Valpolicella Ripasso Classico<br />

Superiore DOC 2018<br />

Secondo Marco, Fumane<br />

14 Vol.-%. Funkelndes, helles Rubinrot.<br />

Expressive Nase, delikate Frucht, Erdbeeren<br />

und Kirsche, weisser Pfeffer, dezent<br />

ätherisch, erinnert etwas an Eukalyptus.<br />

Am Gaumen elegant, saftig, feinwürzig,<br />

perfekt integrierte Säure und Gerbstoffe.<br />

secondomarco.it, ca. CHF 35,–<br />

•<br />

BIO Malavoglia Valpolicella<br />

Ripasso Classico Superiore DOC 2021<br />

Ca’ La Bionda, Marano di Valpolicella<br />

13,5 Vol.-%. Kraftvolles, leuchtendes Rubin,<br />

leicht aufhellender Rand. Ansprechende<br />

Nase mit Noten nach Zwetschgen,<br />

eingelegten Kirschen, dazu etwas<br />

Zimt und dunkle Schokolade. Am Gaumen<br />

gute Spannung, salzig, kerniges Tannin<br />

mit Tiefgang, baut sich gut auf, saftige,<br />

sehr klar herausgearbeitete Frucht.<br />

calabionda.it, ca. CHF 45,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/trophyvalpolicella-superiore-ripasso-24<br />

<<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

229


events<br />

Chefredakteur Dominik<br />

Vombach überreicht die Urkunde<br />

an «Lebenswerk»-Preisträgerin<br />

Irma Dütsch.<br />

Rechts: Jörg Bühler von der<br />

Quartierbeiz «Bü‘s Hopfenau»<br />

(Mitte) ist Wirt des Jahres.<br />

DER NEUE RESTAURANT-<br />

UND BEIZENGUIDE IST DA!<br />

GASTRO-<br />

LEGENDEN<br />

Alexander Rufibach kocht seit über<br />

40 Jahren im «Suure Mocke», der<br />

<strong>Falstaff</strong> Beiz des Jahres.<br />

Im brandneuen <strong>Falstaff</strong> Restaurant- und Beizenguide<br />

versammeln sich rund 1300 Top-Gourmet-<br />

Adressen in der <strong>Schweiz</strong>. Die Besten der Besten unter<br />

ihnen wurden im Rahmen einer feierlichen<br />

Präsentation im Restaurant «Neumarkt» mit einem<br />

der begehrten Sonderpreise geehrt. Die Chefredaktoren<br />

Benjamin Herzog und Dominik Vombach<br />

überreichten Urkunden etwa an Irma<br />

Dütsch für ihr Lebenswerk, den Wirt des Jahres,<br />

Jörg Bühler, oder Andy Vorbusch, der den Titel<br />

<strong>Falstaff</strong>-Patissier des Jahres ergattern konnte.<br />

Alle Sieger werden in dieser Ausgabe ab Seite 146<br />

ausführlich vorgestellt. Gefeiert wurde im Anschluss<br />

an die Siegerehrung bei einem Glas Champagner<br />

von Laurent Perrier und einem Flying Lunch<br />

des «Neumarkt»-Teams.<br />

Zum köstlichen Flying Lunch<br />

gab es edlen Champagner von<br />

Laurent Perrier.<br />

Fotos: andrea ebener<br />

230 falstaff dez–feb 2025


Die Gäste kamen in den Genuss eines<br />

Flying Lunch vom Team des<br />

Restauramnts «Neumarkt».<br />

Marcel Koolen (3. v. l.) kocht im Gourmet-Restaurant<br />

des Jahres «7132» in Vals. Der Sonder-Award wurde<br />

in Kooperation mit Genesis verliehen - zu Gast war<br />

auch Irene Franco, Marketing-Spezialistin bei Genesis<br />

Motors Europe (2.v.l.).<br />

Dominik Sato<br />

und Fabio<br />

Toffolon<br />

nehmen die<br />

Auszeichnung<br />

für das «Hotelrestaurant<br />

des<br />

Jahres»<br />

entgegen.<br />

Im Kreis: Noah<br />

Rechsteiners<br />

«Anoah» ist<br />

Plant-based­<br />

Restaurant des<br />

Jahres.<br />

Alexandre<br />

Hanne mann wird<br />

für die beste<br />

Weinkarte in der<br />

«Blauen Ente»<br />

ausgezeichnet.<br />

dez–feb 2025<br />

falstaff<br />

231


events<br />

Cover-Star:<br />

Renza vom Gut<br />

«La Terrazza<br />

Castiglione<br />

Falletto» feierte<br />

mit den Gästen<br />

den Launch.<br />

Drei Wein- und<br />

Grappa-Legenden:<br />

Marchese<br />

Piero Antinori (li.),<br />

Giannola Nonino<br />

und Vittorio Moretti<br />

wurden ausgezeichnet.<br />

FALSTAFF ITALIA:<br />

GLAMOURÖSER LAUNCH<br />

CIAO<br />

ITALIA!<br />

<strong>Falstaff</strong> ist endlich in Italien, dem Land der Lebensfreude<br />

und der Kulinarik, angekommen! Gemeinsam<br />

mit 380 geladenen Gästen feierten Herausgeber<br />

Wolfgang Rosam und die Chefredakteure Othmar<br />

Kiem und Simon Staffler in den Werkstätten der Mailänder<br />

Scala die «primissima copia» – die allererste<br />

Ausgabe – des italienischsprachigen <strong>Magazin</strong>s. Die<br />

Starköche Massimiliano Alajmo, Massimo Bottura,<br />

Enrico Bartolini sowie die Cerea-Brüder Enrico und<br />

Roberto präsentierten ihre Signature Dishes, Weinund<br />

Grappa-Ikonen wurden mit dem «<strong>Falstaff</strong> Legend<br />

Award» für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Klar,<br />

dass da auch der Cover-Star der ersten Ausgabe –<br />

Renza vom Gut «La Terrazza Castiglione Falletto» –<br />

unter den Gästen gesichtet wurde!<br />

Musikalisches<br />

von den Stars<br />

der Scala und<br />

dem «Dolce<br />

Vita»-Prinzen<br />

Alessandro<br />

Ristori (re.).<br />

Oben: Mit einem<br />

AUA-Sonderflieger<br />

reisten die<br />

österreichischen<br />

Gäste zur<br />

Präsentation.<br />

Rechts: Sternekoch<br />

Enrico<br />

Bartolini.<br />

Fotos: Andreas Tischler / Vienna Press<br />

232 falstaff dez–feb 2025


FESPO.CH


epilog / NACHGEFRAGT<br />

SAGEN SIE EINMAL,<br />

DOREEN JAENICHEN …<br />

DOREEN<br />

JAENICHEN<br />

Doreen Jaenichen ist ärztliche<br />

Leiterin im «MAYRLIFE Medical<br />

Health Resort Altaussee» und Fachärztin<br />

für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren.<br />

Zu ihren Schwerpunkten<br />

zählen Integrative Onkologie, Akupunktur<br />

und die moderne Mayr-Medizin, basierend<br />

auf den Ideen des Arztes<br />

Franz Xaver Mayr, die traditionelle<br />

Diagnostik und<br />

Fastenkuren verbinden.<br />

WIE KOMMT MAN 2025<br />

WIEDER IN FORM?<br />

INTERVIEW VERENA RICHTER<br />

FALSTAFF Die Weihnachtszeit steht für Genuss – und auch für Überfluss. Wie geniesst man diese Zeit, ohne es zu<br />

übertreiben, sodass der Start ins neue Jahr ein nicht ganz so schwerer ist?<br />

DOREEN JAENICHEN Die Weihnachtszeit ist ideal, um bewusst und achtsam zu geniessen. Wir setzen bei Mayrlife auf langsames,<br />

bewusstes Kauen, um die Verdauung zu unterstützen und das Sättigungsgefühl zu spüren. Es geht nicht darum, auf<br />

Genuss zu verzichten, sondern massvoll zu wählen. Regelmässige Pausen und sanfte Bewegung – zum Beispiel Spazier gänge<br />

oder leichte Gymnastik nach dem Essen – fördern das Wohlbefinden und helfen, das Verdauungssystem in Balance zu halten<br />

und Überlastung zu vermeiden.<br />

Warum ist es klug, zu Jahresbeginn auf den Körper zu schauen?<br />

Der Jahresbeginn ist der perfekte Zeitpunkt, den Körper zu reflektieren und zu regenerieren, besonders nach den festlichen,<br />

oft belastenden Tagen. Ein bewusster Start ins neue Jahr unterstützt den Stoffwechsel, entlastet das Verdauungssystem<br />

und gibt dem Körper Raum für Erholung. Der Körper wird gestärkt und ist bereit, im Alltag optimal zu funktionieren.<br />

Welche schnellen Tipps gibt es, um gesund und entschlackt ins neue Jahr zu starten?<br />

Eine basische Ernährung aus Gemüse und leicht verdaulichen Nahrungsmitteln unterstützt den Säure-Basen-<br />

Haushalt. Legen Sie zwischen den Mahlzeiten längere Pausen oder einen Fastentag ein. Das fördert die<br />

Darmregeneration. Um die Verdauung zu unterstützen, hilft es, gründlich zu kauen und langsam zu<br />

essen. Trinken Sie viel Wasser und Kräutertee, das fördert die Entgiftung und hydriert.<br />

Wie gelingt es, Vorsätze für mehr Gesundheit besser einzuhalten?<br />

Am besten durch kleine, realistische Schritte und alltagstaugliche Gewohnheiten.<br />

Rituale wie ein bewusster Tagesbeginn oder eine entspannte<br />

Abendroutine erleichtern das Dranbleiben. Mit Geduld und<br />

Achtsamkeit bleibt man fokussiert und erreicht<br />

langfristige Veränderungen.<br />

Fotos: Mayrlife - Doreen Jaenichen, Getty Images, Shutterstock, alice pasqual / unsplash<br />

234 falstaff dez–feb 2025


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