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ZKZ 4937
www.moebelkultur.de
NEWS. INSIGHTS. TRENDS.
10 | 2024
MARKT &
NEUHEITEN
SCHLAFEN-
SPECIAL
MESSESTART
Heimtextil: innovative
Produkte und spannende
Vorträge im Fokus
WETTBEWERB
MIT KLUGER STRATEGIE GEGEN DEN TEMU-EFFEKT
E-COMMERCE
So blickt der Handel auf die
wichtigsten Themen 2025
PORTRÄT
Heidrun Brinkmeyer:
Erfolgreich auf Augenhöhe
INTERNATIONAL
Otto Group: Sergio Bucher
über Ziele in USA und D
DEZEMBER
20
Top Thema
NEUE REGELN UND WETTBEWERB 20
BBE Handelsberatung zum Temu-Effekt
NEUER WETTBEWERB
Die Markteinführung der preisagressiven
Plattform Temu hat
den Wettbewerb im Onlinehandel
verschärft. Nun dringt sie
auch in den Möbelhandel vor.
Foto: Shutterstock / satawat nuntasiri
Handel
„LOGISCHER SCHRITT“ 24
Die Strategie von Crate & Barrel
ERRICHTET VERTRIEBSZENTRUM 27
Søstrene Grene expandiert
24
„MÖGLICHER
SCHRITT“
Otto-Konzernvorstand
Sergio Bucher erklärt, wie
Crate & Barrel mit innovativen
Konzepten und lokaler
Anpassung neue Märkte
erschließt. Im Gespräch mit
„möbel kultur“ beschreibt
er, warum Deutschland
eine Schlüsselrolle spielt.
28
CHANCEN
Der E-Commerce-Markt
soll auch in der Möbelbranche
weiter wachsen.
„möbel kultur“ hat große
und kleinere Akteure gefragt,
wie sie in das neue
Geschäftsjahr blicken.
Foto: freepik.com/rawpixel.com
Foto: Otto Group
E-Commerce
EXKLUSIVE UMFRAGE 28
Herausforderungen & Chancen 2025
BARRIEREFREIER ONLINESHOP 32
Verordnungen im Check
DIGITAL-STATIONÄRES KONZEPT 34
Smow erhält „Deutschen Handelspreis“
GANZHEITLICH ZUM ERFOLG 36
21. SupplyX-Barometer
Verbände
RECRUITING DES EMV 38
Personalpaket für die besten Kräfte
MESSE-DOPPEL40
Größte Veranstaltung von GfM Trend
GEGEN DIE KONSUMKRISE 42
Messe des Einrichtungspartnerring VME
VEREINT ÜBER DIE ZIELLINIE 44
Der „MHK Expertentreff“
Dienstleister
DIGITAL EINEN SCHRITT VORAUS 46
Lösungen von Dassault Systèmes
APPELL FÜR ZUSAMMENARBEIT 48
360 Grad Plaza zur M.O.W.
CYBER-BEDROHUNG IM VISIER 49
Gut geschützt mit SHD
E-RECHNUNG KANN KOMMEN 50
X-Rechnung von Sauter + Held
MEHR REICHWEITE 51
Neues Tool der Software Sellanizer
SCHNELL, EFFIZIENT, SICHER 52
EUDR mit Iwofurn
4
10/2024
14
Foto: Ideenfischa
GEFALLEN &
AUFFALLEN
Wo die Herausforderungen
für gutes Design
liegen, erläutert Markus
Fischer, Gründer und
Geschäftsführer von
Ideenfischa.
32 BARRIEREFREIER
ONLINESHOP
Ab Juni 2025 gilt das
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
In ihrer
Serie nimmt „möbel
kultur“ die Verordnung
unter die Lupe.
7. – 11. 2. 2025
FRANKFURT / MAIN
RhYTHmS
OF LIFE-
STYLe
Foto: Freepik
Das Zuhause. Die Lebensart.
Die herausragende Inszenierung
von Konzepten rund um Wohnen,
Einrichten und Dekorieren. Living
zeigt Emotionen.
NEUES
MÖBEL-AREAL
INTERIOR LOOKS
IN HALLE 3.1
Stay in tune with the industry at
ambiente.messefrankfurt.com/living
54
Foto: Fachverband Matratzen-Industrie
MEHR STABILITÄT GEFORDERT
Bei der Jahrestagung des Fachverbands Matratzen-Industrie standen
neben der Vorstandswahl die aktuelle Lage und die Herausforderungen
durch Temu & Co. auf der Agenda.
DEZEMBER
„VON EINER WELLE
ÜBERROLLT“
Thomas Bußkamp, CEO
der Eurocomfort Group,
analysiert wichtige Themen
der Schlafen-Branche.
58
Industrie
HOCHWERTIG & MODERN 53
Ekornes überzeugt auf seiner Hausmesse
NEUES BOARDING-HOUSE 53
Lehrfabrik Möbelindustrie baut aus
Foto: Eurocomfort Group
64
KREATIVE
VISIONEN
Um sich zukunftsfähig
aufzustellen, hat die Schlaf
Werkstatt Trier ihren
Standort gewechselt und
sich von 330 auf 3.200 qm
vergrößert – und ist nun
eines der größten Bettenfachgeschäfte
Europas.
70
STRESSFAKTOR
SMART HOME
KI & Co.: Was den Fortschritt
vorantreiben soll,
wird von vielen Menschen
zunehmend als Belastung
empfunden. Die Küche soll
daher künftig als „Vereinfacherin“
dienen.
Foto: Schlaf Werkstatt Trier
Schlafen
MEHR STABILITÄT GEFORDERT 54
JHV Fachverband Matratzen-Industrie
„VON EINER WELLE ÜBERROLLT“ 58
Eurocomfort-CEO im Interview
FÜR EINE NEUE SIMPLIFIZIERUNG 60
Die Messe-Trends im Schlafen-Segment
KREATIVE VISIONEN 64
Schlaf Werkstatt Trier auf 3.200 qm
FÜR BESONDERE ERLEBNISSE 67
Hästens stattet Sail Loft aus
TRENDTHEMA GESUNDER SCHLAF 68
Heimtextil 2025
WANDELBARER RETRO-CHARME 69
Paidi präsentiert erstes Beistellbett
ENORME CHALLENGES 69
Loddenkemper & Staud
Küche
SMART HOME ALS STRESSFAKTOR 70
Siemens und The Future: Project
„NIEMANDEM ETWAS BEWEISEN“ 74
Heidrun Brinkmeyer & Ballerina Küchen
NOCH KEINE BLAUPAUSE 78
Start-up „Bluemovement“
STRATEGIE VON LEICHT KÜCHEN 80
„Der Preiseinstieg braucht Argumente“
Go Green
8. IWOFURN-SUMMIT 84
Bereit für den Digitalen Produktpass
ZUKUNFTSVISION88
Biobasierte Küchen von DKG Keuken
In jedem Heft
Foto des Monats 8
Leute10
Im Gespräch: Designfischa 14
Aktuell 16
Möfa92
Stellenangebote94
Impressum97
Inspiration98
Fotos: Siemens Hausgeräte
6
10/2024
74
80
GEMEINSCHAFT
AUF DEN
PUNKT
GEBRACHT.
Natürlich zur
Ruhe kommen
Foto: Ballerina Küchen
Foto: Leicht Küchen
„ICH MUSS NIEMANDEM
ETWAS BEWEISEN“
Sie ist eine feste Bestandsgröße im Küchenbetrieb
und zählt dort zu den wenigen
Frauen, die in der Geschäfts führung sitzen:
Heidrun Brinkmeyer.
PREISEINSTIEG BRAUCHT
ARGUMENTE
In OWL lag der Fokus von Leicht Küchen
zuletzt auf dem Preiseinstieg. Was macht
das mit dem Titel „Die Architekturküche“?
Foto: Integrated Worlds
ALLES BEREIT FÜR DEN
DIGITALEN PRODUKTPASS
„Den digitalen Produktpass meistern!“ Das
war das Motto des 8. IWOfurn Summit in Köln.
84
• TOP-RÜCKVERGÜTUNG
• HÖHERE RENDITE
• UNTERNEHMERISCHE
FREIHEIT (KEINE ZUTEILUNG)
• MEHR MITBESTIMMUNG
• EXKLUSIVMODELLE
• NULL RISIKO
• KOSTENLOSE
5-JAHRES-GARANTIE AUF
ELEKTROGERÄTE
• UMFANGREICHES
MARKETINGPAKET
TEXTILE INSPIRATIONEN
Zum Jahresauftakt wird Frankfurt
wieder zum Treffpunkt für die Branche.
Vom 14. bis 17. Januar 2025 bietet die
Heimtextil die größte Vielfalt an
Wohn- und Objekttextilien sowie
textilem Design. Ein Highlight ist u.a.
der Megatrend Gesunder Schlaf.
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AKTUELL WAS DIE BRANCHE BEWEGT
BEITRAG DES MONATS
Xmas-Film
Foto: Obi
FACEBOOK-TOP 20
Mehr Zuwächse
Im Facebook-Ranking von „möbel
kultur“ und Medienpark bleibt Ikea
zwar weiterhin mit 33,05 Mio Fans an
der Spitze, doch Kare legt kontinuierlich
zu und lag zuletzt bei 2,4 Mio. Follower:innen.
Es ist eine Frage der Zeit,
wann die 2,5-Mio-Marke geknackt wird.
Auf dem dritten Platz rangiert BoConcept
mit 1,14 Mio. Fans. Aktuell zulegen
TOP 2: KARE
2,4
Mio. Follower
konnten auch Roller (+2.531), XXXL
Deutschland (+452), Mömax (+153),
Jysk (+892), Home 24 (+1.267) und
Interliving (+2.416). Stärkere Verluste
bei der Fangemeinde verzeichneten
Decovry (-302), Möbel Boss (-201),
Trends by Ostermann (-148) sowie
Massiv moebel24 (-113).
www.medienpark.net
DAS PRODUKT
Mit seiner ersten internationalen
Marketingkampagne, die gleichzeitig
in neun Ländern gestartet wird,
läutet Obi die vorweihnachtliche
Zeit ein. Der Weihnachtsfilm verbindet
nicht nur alle Länder, in denen
der Baumarkt präsent ist, sondern
zielt auch darauf ab, Menschen
zusammenzubringen.
DIE BOTSCHAFT
Manche Dinge baut man nicht nur
mit den Händen, sondern vor allem
mit dem Herzen!
DIE STORY
Zwei zerstrittene Brüder kehren nach
Hause zurück und reparieren die
Bank des verstorbenen Vaters. Doch
während sie das Holz schleifen und
neu streichen, kommen die Erinnerungen
zurück: an ihren Vater, an die gemeinsamen
Momente in der Kindheit.
Ohne große Worte beginnen sie, ihre
alten Streitigkeiten loszulassen.
DIE VERBREITUNG
Der 80-sekündige Film wird in einer
Vielzahl von Medien vom 01.12. bis
28.12.2024 ausgespielt, darunter
Online-Video-Plattformen, Social
Media, Display-Werbung, Online-
Audio und Out-of-Home. Auf YouTube
ist eine verlängerte Version mit
einer Dauer von 2 Minuten und 16
Sekunden verfügbar.
Marke Fans Differenz Seit Händlerart
1 Ikea 33.050.626 67.271 12 / 2012 Filialist
2 Kare Design 2.423.014 7.952 1 / 2010 Franchise & Shop-in-Shop
3 BoConcept 1.138.449 6.938 6 / 2014 Franchise & Shop-in-Shop
4 Roller 922.371 2.531 10 / 2012 Filialist/Discounter
5 XXXL Deutschland 744.209 452 5 / 2014 Filialist
6 Poco 610.082 70 1 / 2011 Filialist/Discounter
7 Westwing 377.559 -26 7 / 2011 Shoppingclub
8 Höffner 349.412 73 2 / 2011 Filialist
9 Decovry (Monoqi) 335.660 -302 12 / 2011 Shoppingclub
10 Mömax 318.870 153 7 / 2011 Filialist
11 Möbel Boss 274.472 -201 11 / 2015 Filialist/Discounter
12 Jysk 272.518 892 9 / 2015 Filialist
13 Home24 269.424 1.267 1/ 2012 Internet-Pure-Player
14 Trends by Ostermann 193.924 -148 3 / 2011 Junges Wohnen
15 Porta 181.172 -63 10 / 2011 Filialist
16 Segmüller 163.147 42 10 / 2014 Lokaler Händler
17 Massivmoebel24 160.890 -113 10 / 20140 Internet-Pure-Player
18 Interliving 151.059 2.416 4 / 2016 Verbandseigenmarke
19 Ostermann 111.440 -67 8 / 2010 Lokaler Händler
20 Delife 109.286 -62 2 / 2010 Internet-Pure-Player
PREISENTWICKLUNG KOMMODEN
powered by
5 % GÜNSTIGER ALS VOR ZWEI JAHREN
Kommoden sind als Stauraumlösungen in allen Räumen – egal ob im Flur, Wohn- oder
Schlafzimmer – sehr beliebt. Auf der Preisskala sehen die Experten von moebel.de über
die vergangenen 24 Monaten einen Abwärtstrend: Kommoden werden günstiger.
www.moebel.de
www.obi.de
Das Video per
QR-Code.
100%
(01.01.23)
01.10.24
18
10/2024
44 % 43 % 30 %
DER JUGENDLICHEN
HABEN BEREITS
DIREKT ÜBER EIN
SOZIALES NETZWERK
PRODUKTE GEKAUFT
WOLLEN DAS
GENAUSO
HÄUFIG NUTZEN
WIE BISHER
WOLLEN SOCIAL
SHOPPING
KÜNFTIG NOCH
HÄUFIGER NUTZEN
FRANKE GRUPPE
KAUFT NOKITE
Nach der Übernahme von Wesco im
Herbst hat die Franke Gruppe jetzt
Nokite EcoSmart Water Heating Systems
(Guangdong) Co., Ltd., einen führenden
chinesischen Hersteller von Edelstahlarmaturen
und Zubehör für die private
Küche, gekauft. Das Unternehmen soll als
Teil der Franke Home Solutions Division im
Bereich Armaturen den Fokus von Franke
auf intelligente Küchenlösungen und den
wachsenden Markt für Wasseraufbereitung
unterstützen.
www.franke.com
POSTBANK JUGEND-DIGITALSTUDIE
Social Shopping steigt
Die Bedeutung von Influencer:innen im
E-Commerce nimmt weiter zu: 54 Prozent
der Jugendlichen haben im vergangenen halben
Jahr mindestens ein Produkt gekauft, das
ihnen von entsprechenden Botschafter:innen
präsentiert wurde. Dieser Wert steigt seit
2020 von damals 41 Prozent kontinuierlich
an und lag im Vorjahr noch bei 50 Prozent.
Jetzt hat dieser Trend die Mehrheit der 16 bis
18-Jährigen erreicht. Das sind Ergebnisse der
repräsentativen Jugend-Digitalstudie 2024 der
Postbank. 44 Prozent haben bereits über ein
soziales Netzwerk gekauft. www.db.com
Foto: Postbank
ZAHL DES MONATS
6,1
Das Exportgeschäft der deutschen
Möbelindustrie hat sich bis zum
dritten Quartal 2024 etwas erholt und
konnte von Minus 6, 8 Prozent im ersten
Halbjahr um einen Prozentpunkt
zulegen auf einen Rückgang von Minus
5, 8 Prozent. Insgesamt verkaufte die
Möbelindustrie Waren im Wert von
6,1 Mrd. Euro in das Ausland.
TOP 10 IM NOVEMBER
Meistgelesene News auf
moebelkultur.de
0
-10
Geschäftslage
Geschäftsklima
Geschäftserwartungen 6 Monate
1 Loddenkemper:
Insolvenz angemeldet
2 Häcker Küchen:
Einvernehmliche Trennung
3 Staud & Leuwico
Insolvenz angemeldet
4 Nolte Küchen:
Trennung von Simon Hoecker
5 Alliance & Küchentreff
Getrennte Wege in der Geschäftsführung
6 Kika/Leiner:
Erneut insolvent
7 Ikea:
Kauf der Pasing-Arcaden
8 Möbel Heinrich:
Neueröffnung am 4. November
9 Schardt:
Insolvenzantrag gestellt
10 Depot:
Schließt mindestens 27 deutsche Filialen
-20
-30
-40
-50
11/23 12/23 1/24 2/24 3/24 4/24 5/24 6/24 7/24 8/24 9/24 10/24 11/24
IFO-GESCHÄFTSKLIMA-INDEX MÖBELINDUSTRIE
Stimmung und Lage fallen
Die Stimmung in den deutschen Möbelunternehmen hat sich im November
2024 laut Ifo-Institut wieder verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex
ist in diesem Monat um 4,6 auf -32,1 Punkte (-27,5 Vormonat) gefallen,
die Geschäftslage von -35,3 Punkte auf -44,9 Punkte. Auch die Geschäftserwartungen
werden nur minimal besser eingeschätzt.
19
TOP THEMA TEMU
Foto: Shutterstock / satawat nuntasiri
Wie der
Drache
gezähmt werden
kann
Temu als bunter Drache aus Fernost: Mit aggressiver Strategie
mischt die Plattform den Markt auf – doch lokale Händler
können mit Qualität, Beratung und Nachhaltigkeit kontern.
DIE BBE HANDELSBERATUNG ÜBER DEN TEMU-EFFEKT
NEUE REGELN,
NEUER WETTBEWERB
Die Markteinführung der chinesischen Plattform Temu im Jahr 2023 hat den Wettbewerb im
Onlinehandel verschärft. Mit aggressiver Preispolitik und dem neuen „semi-managed Modell“
dringt Temu auch in den Möbelhandel vor.
20
Mit der Einführung des
semi-managed Modells
hat Temu dieses Jahr
einen Strategiewechsel
vorgenommen, der den
Erfolg der Plattform in Kategorien wie
Möbel maßgeblich vorantreibt. Ursprünglich
setzte die Plattform auf das Streckengeschäft,
bei dem Waren per Luftfracht
direkt vom Hersteller zum Kunden geliefert
wurden. Dieses Modell stieß bei
sperrigen Gütern wie Sofas und Schränken
jedoch schnell an seine Grenzen:
Lange Lieferzeiten, hohe Transportkosten
und Zollgebühren machten das Geschäft
unattraktiv.
Mit der Umstellung auf zusätzliche Seefracht
sowie dem Aufbau regionaler Lagerstandorte
überwindet das semi-managed
Modell diese Schwachstellen. Möbel werden
lokal vorgehalten, was Lieferzeiten von
Wochen auf Tage verkürzt und die Kosten
deutlich senkt. Bestellungen gelangen
direkt aus nahegelegenen Lagern zum
Kunden. Für den Möbelhandel bedeutet
dies eine ernsthafte Bedrohung.
Die schnelle Verfügbarkeit, einst ein Vorteil
des stationären Handels, bietet nun auch
Temu – oft zu Preisen, die lokale Anbieter
nicht unterbieten können. Schon heute
zeigt ein Blick in die App extrem günstige
Angebote: Das Schlafsofa für 37,39 Euro, ein
Massivholzbett für 43,34 Euro oder der Esstisch
mit zwei Sitzbänken für 87,99 Euro.
Die Folgen sind weitreichend: Händler
stehen nicht nur einem aggressiven
10/2024
Wettbewerber gegenüber, sondern auch
Kund:innen mit neuen Erwartungen.
Schnelligkeit und günstige Preise werden
zur Norm, an der sich alle messen lassen
müssen. Im Möbelhandel wurden die
Kund:innen in der Kommunikation über
Jahrzehnte hinweg mit hohen Rabatten
gelockt. Dies könnte sich nun als zusätzlicher
Vorteil für Temu erweisen.
DAS ERFOLGSGEHEIMNIS
Temu setzt auf moderne Technologie, um
datengetriebene Prozesse zu nutzen, die
das Einkaufserlebnis personalisieren und
die Kundenbindung erhöhen. Dynamische
Rabatte, personalisierte Empfehlungen
und Gamification-Elemente wie Glücksräder
und Treueprogramme machen das
Shopping interaktiver und steigern die
Verweildauer. Anders als die traditionelle
Kundenbindung im Möbelhandel zeigt
Temu, dass digitale Interaktion emotionale
Bindungen schaffen kann.
Die Ansprache erfolgt vor allem für
eine stark wachsende Zielgruppe: den
sogenannten Discovery-Shoppern. Diese
Kundengruppe kauft häufig ohne konkreten
Bedarf ein, lässt sich von Trends und
Inspirationen leiten und ist bereit, Zeit in
die Suche nach neuen, günstigen Angeboten
zu investieren. Besonders jüngere
Konsumenten aus der Generation Z und
Millennials dominieren dieses Segment.
BEEINDRUCKENDE ZAHLEN
Die Geschwindigkeit, mit der Temu den
deutschen Markt erobert hat, ist beeindruckend.
Bereits dieses Jahr soll die Plattform
täglich rund 200.000 Pakete innerhalb
Deutschlands ausliefern. Deutschland
zählt damit zu den wichtigsten europäischen
Märkten für Temu und macht ca.
7,6 Prozent des globalen Bruttowarenwerts
(GMV) der Plattform aus.
Dieses Wachstum resultiert nicht nur
aus niedrigen Preisen, sondern auch aus
einer klaren strategischen Ausrichtung.
Junge, technikaffine Konsument:innen, die
günstige Preise und ein spielerisches Einkaufserlebnis
schätzen, gehören zur Kernzielgruppe.
Studien legen nahe, dass diese
Kund:innen überdurchschnittlich viel Zeit
und Geld in der App ausgeben – ein zentraler
Faktor für Temus wachsenden Einfluss
auf den deutschen Nonfood-Markt.
Für den Möbelhandel sind die Auswirkungen
spürbar. Während Preis und
Geschwindigkeit für viele Kund:innen
entscheidend bleiben, wächst parallel die
Nachfrage nach Qualität und Nachhaltigkeit.
Händler, die diese Werte glaubhaft
vertreten, können sich von der reinen
Preisdynamik der Plattform abheben.
Temu lockt mit Tiefpreisen
und globalem Angebot vor
allem über App und Website
– eine Herausforderung für
den stationären Handel.
Foto: Shutterstock.com/Ascannio
Dr. Johannes Berentzen, CEO der BBE
Handels beratung, rät dem Handel, die
Position mit regionalen und nachhaltigen
Produkten zu stärken.
DIE HERAUSFORDERUNGEN
Trotz Temus beeindruckender Expansion
bleibt die Plattform nicht ohne Widerspruch.
Regulierungsbehörden und Verbraucherschützer
kritisieren, dass Temu
Grauzonen und rechtliche Lücken in
Europa ausnutzt, um sich unfaire Wettbewerbsvorteile
zu verschaffen.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die
Einfuhr minderwertiger oder unsicherer
Produkte, die häufig nicht den EU-Standards
entsprechen. Besonders bei Möbeln
mit hohen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen
stellt dies ein Problem dar.
Untersuchungen des Europäischen Spielwarenverbands
zeigen, dass viele von
Temu vertriebene Produkte Sicherheitsrisiken
bergen – ein Aspekt, der auch im
Möbelsegment Fragen aufwirft. Hinzu
kommt der Verdacht, Temu nutze die
Zollfreigrenze von 150 Euro systematisch
aus, indem kleinere Bestellungen falsch
deklariert werden, um Abgaben zu umgehen.
Diese Praxis verschafft der Plattform
Kostenvorteile, benachteiligt jedoch lokale
Händler, die sich an strengere Regeln halten
müssen. Die EU hat darauf reagiert und
im Oktober 2024 ein Verfahren im Rahmen
des Digital Services Act (DSA) eingeleitet.
Ziel ist es, Temu zur Einhaltung europäischer
Standards zu zwingen. Vorgesehen
sind strengere Kontrollen der auf der Plattform
gelisteten Händler, die Verpflichtung
zur Entfernung unsicherer Produkte sowie
höhere Transparenzanforderungen für die
Herkunft der Waren.
Die geplante Abschaffung der Zollfreigrenze
bis 2028 könnte Temus Kostenstruktur
zusätzlich belasten und einige
der bisherigen Preisvorteile eliminieren.
Für deutsche Möbelhändler bieten sich in
diesem Umfeld sowohl Chancen als auch
Risiken: Strengere Kontrollen schaffen
21
E-COMMERCE
AUSBLICK AUF DAS KOMMENDE JAHR
HERAUSFORDERUNGEN
UND CHANCEN 2025
Der E-Commerce-Markt soll auch in der Möbelbranche weiter wachsen. „möbel kultur“
hat große und kleinere Akteure gefragt, wie sie in das neue Jahr blicken. Dabei setzen
einige auf die fruchtbare Kombination von Online-Handel und persönlicher Begegnung.
bleiben muss, um mit wechselnden Kundenbedürfnissen
und Veränderungen des
Marktes Schritt zu halten.
D
er Kunde als „Souverän“. Diese
Formulierung von Gero Furchheim,
Vorstand der Cairo AG,
Präsident des Bundesverband
E-Commerce und Versandhandel
(BEVH) und seit Kurzem auch Präsident
des Branchenverbands Ecommerce
Europe, beschreibt recht gut, was auch für
die Möbelbranche gilt: Konsument:innen
entscheiden, wo, wann und wie sie einkaufen
möchten. 2024 waren klassische
Stammkund:innen, die man aus dem stationären
Handel kennen mag, längst keine
verlässliche Größe mehr – auch sie nutzten
immer häufiger attraktive digitale Angebote.
Tatsächlich gilt der Home & Living
Markt als einer der wachstumsstärksten
E-Commerce-Bereiche weltweit. Und so
nimmt der Wettbewerb zwischen Herstellern,
stationären Händlern und Online-
Shops stetig zu, wobei jeder Akteur flexibel
SERVICE BESONDERS BEDEUTEND
Nachdem der BEVH nach Auswertung des
dritten Quartals von einem „Erholungstrend“
gesprochen hatte, sagt Präsident
Gero Furchheim: „Der Onlinehandel
befindet sich in einem Übergang, nach
dem wir hoffentlich wieder zuversichtlicheren
Zeiten entgegenblicken. Trotz der
anhaltenden Konsumkrise wird in wichtigen
Kategorien wieder mehr bestellt.
Das zeigt, dass der E-Commerce die
richtigen Kaufimpulse setzt.“ Wie wird
es im neuen Jahr weitergehen? „möbel
kultur“ hat sich in der Branche umgehört,
um ein Stimmungsbild einzufangen, und
große wie kleinere Unternehmen gebeten,
einen Ausblick auf 2025 zu wagen. Neben
Herausforderungen wie der wirtschaftlichen
Lage oder der Umsetzung immer
neuer EU-Verordnungen sehen diese auch
Chancen. Dabei steht die Schaffung eines
besonderen Einkaufserlebnisses im Vordergrund.
Abgesehen von der Gestaltung
des Sortiments können hier auch Faktoren
wie soziales Engagement, Nachhaltigkeitsbemühungen
oder Aktionen eine Rolle
spielen. Unerlässlich ist eine gute Betreuung.
„Beim Online- Möbelkauf kommt den
Services eine besondere Bedeutung zu“,
sagt Holger Schill, Bereichsleiter Möbel bei
Otto. „Ein Sofa ist kein T-Shirt, das jederzeit
in den Briefkasten gesteckt werden
kann. Deshalb tun wir alles, um unseren
Kund:innen ein akkurates Bild der Artikel
zu vermitteln – das hilft auch dabei,
unnötige Retouren zu vermeiden.“ Dabei
geht es viel um die persönliche Beratung.
Gerade bei denjenigen, die auf die Kombination
von Online-Shop und Store setzen,
ist ein engagiertes Team essenziell. Christian
Schirmer, Country Director von Jysk,
sagt: „Vergütung, Corporate Benefits, eine
angenehme und ergonomische Arbeitsatmosphäre
und der Work/Life-Balance-
Faktor spielen eine besondere Rolle.“ Und
weil große wie kleine Unternehmen längst
auch das Storytelling für sich entdeckt
haben, geht es kaum noch ohne die professionelle
Bespielung von Social Media.
ALEXANDRA MASCHEWSKI
Foto: freepik.com/rawpixel.com
28
10/2024
HANNA KOKCZYNSKA
Tylko, Gründerin
Foto: Tylko
Seit Unternehmensgründung 2015
hat die nachhaltige Produktion von
Möbeln für uns Priorität. Wir glauben,
dass ökologische Verantwortung mit
Technologie und innovativem Design
einhergehen kann. Mit Hilfe unseres
Konfigurators können sich unsere
Kund:innen Möbel zusammenstellen,
die optimal auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten
sind, was den Bedarf an
häufigem Austausch reduziert und
übermäßigen Verbrauch vermeidet.
Für 2025 planen wir die Einführung
der „Sustainable Product Definition“ –
ein Instrument, das eine umfassende
Bewertung der ESG-Auswirkungen
all unserer Materialien und Produkte
ermöglicht. Damit werden wir noch
mehr Transparenz in die Nachhaltigkeitsanalyse
unserer Prozesse bringen.
Unser Ziel ist es, diese Informationen
für unsere Kund:innen klar und leicht
zugänglich aufzubereiten. Dank unserer
starken digitalen Ausrichtung werden
wir die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsbewertungen
nahtlos in unsere
Website integrieren und proaktiv über
unsere Online-Kommunikationskanäle
kommunizieren. Durch die Kombination
von Innovation, Verantwortung und
Qualität zeigt Tylko, wie Unternehmen
etwas zu einer nachhaltigeren Welt
beitragen können.
www.tylko.com
Foto: Esther Gummig
TAMMO SCHWITTERS
Der Neue Beckmann, Inhaber
Unseren Online-Shop, den es seit
2021 gibt, nutzen wir hauptsächlich
als „digitales Schaufenster“ für unsere
Produkte. Zudem ist er eine ideale
Plattform, um aktuelle Aktionen und
Kampagnen unserer Hersteller zu
kommunizieren. Die tatsächlichen
Online-Verkäufe machen zwar nur
einen kleinen Teil unseres Umsatzes
aus, jedoch beobachten wir, dass
unsere Kund:innen den Shop zunehmend
nutzen, um sich über unsere
Marken, Produkte und Neuheiten zu
informieren. Wir nutzen hier den Vorteil
des stationären Handels: Unsere
Kund:innen haben die Möglichkeit, die
Produkte im Hamburger Showroom
live zu sehen und sich von der Qualität
und Konfigurationsvielfalt zu überzeugen.
Als stationärer Händler sehe ich
für 2025 die große Chance sich durch
exklusive Beratung und individuelle
Lösungen gegenüber reinen Online-
Anbietern durchzusetzen. Dennoch
wird die Verknüpfung von Online- und
Offline für den langfristigen Erfolg
wichtig sein, um neue und bestehende
Kund:innen auf unterschiedlichen
Kanälen anzusprechen. So nutzen wir
Social Media, um auf Events in unserem
Showroom aufmerksam zu machen und
um auf diesem Weg Individualität und
Persönlichkeit zu vermitteln.
www.derneuebeckmann.de
Foto: IKEA
WALTER KADNAR
Ikea Deutschland, Geschäftsführer
Bei Ikea Deutschland blicken wir dem
Jahr 2025 positiv entgegen, denn
wir sind ruhelose Macher:innen. Wir
arbeiten weiter daran, für unsere
mehr als 82 Mio. Kund:innen ein
nahtloses Einkaufserlebnis über alle
Kanäle zu schaffen. Im Geschäftsjahr
2024 erwirtschafteten wir bereits ein
Viertel unseres Umsatzes (25,1 %) über
unser Online-Geschäft, aber auch
stationär investieren wir weiter: allein
im November dieses Jahres haben wir
zwei neue Planungsstudios in zentraler
Lage in Köln und Stuttgart eröffnet.
Die wirtschaftliche Lage und auch die
Neuwahlen in der Politik sind für ganz
Deutschland natürlich eine Herausforderung.
Wir bei Ikea sehen Herausforderungen
jedoch eher als Chancen.
Ich denke, Deutschland hat großes
Potenzial, wenn es die Digitalisierung
vorantreibt und sich wirklich der Ökologie
widmet, weil es federführend in
diesem Bereich ist. Deshalb investieren
wir bei Ikea Deutschland weiter in
unser Land. Wenn ich etwas unternehmen
möchte, muss ich auch die Zügel
in die Hand nehmen und glaubwürdig
liefern.
www.ikea.com
29
SCHLAFEN
JHV DES FACHVERBANDS MATRATZEN-INDUSTRIE
FORDERUNG NACH
MEHR STABILITÄT
Am 7. und 8. November ging die Jahrestagung des Fachverbands Matratzen-Industrie über die
Bühne, dieses Mal bei Agro International in Bad Essen. Neben der Vorstandswahl standen die
aktuelle Lage und die Herausforderungen durch Temu & Co. auf der Agenda.
Der neu gewählte Vorstand des Matratzenverbands (v.l.): Vorstandsvorsitzender
Thomas Bußkamp, Ralf Werner (erweiterter Vorstand), Dirk Olefs, der als weiterer
Beisitzer neu dabei ist, Carl-Christoph Held, Hannes Brandtner, Klaus Neudecker
und Winfried Weber (erweiterter Vorstand).
54
10/2024
Wie genau entwickelt Agro International, einer der weltweit führenden Hersteller von Federkernen,
seine Produkte? Antworten darauf gab‘s bei der Führung durch die Produktion.
Über ein hohes Teilnehmerinteresse
konnte sich der Fachverband
Matratzen-Industrie
auf seiner jüngsten Tagung
freuen, die Mitte November
in Bad Essen stattfand. Erstmals mit dabei
waren die neuen Mitglieder Femira Bettensysteme,
Schwarzwald Schlafsysteme
und Neveon Germany. Sie erlebten eine
inhaltlich überaus spannende Veranstaltung
mit einem gelungenen Rahmenprogramm.
VORSTAND GEWÄHLT
Den Auftakt bildete die interne Mitgliederversammlung
mit der turnusmäßig
anstehenden Vorstandsneuwahl. Thomas
Bußkamp (Vorsitzender), Ralf Werner
und Winfried Weber (beide erweiterter
Vorstand), Carl-Christoph Held, Hannes
Brandtner und Klaus Neudecker wurden in
ihrem Ämtern bestätigt. Hinzugekommen
ist nun Dirk Olefs von Auping Germany als
weiterer Beisitzer.
Anschließend folgte der Bericht über
die Verbandsarbeit des zurückliegenden
Jahres und die strategische Ausrichtung
für 2025. Bei den Vorträgen „KI erfolgreich
nutzen“ vom Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft und „Biofidel Dummies
zur Bestimmung der Liegehärte“ der
Cts Dummy-Solution wurden die enormen
Möglichkeiten von Digitalisierung
und künstlicher Intelligenz in der Praxis
deutlich.
REGER AUSTAUSCH
Nach dem internen Teil der Tagung folgte
der gesellige. Im Agro-Federkernmuseum
erhielten die Teilnehmer:innen Einblicke
in die Unternehmensgeschichte und
erlebten die umfangreiche Sammlung.
Im Anschluss trafen sich die Mitglieder
und Gäste zum Get-together, um den Tag
gemeinsam in entspannter Atmosphäre
ausklingen zu lassen.
Den zweiten Teil der Jahrestagung eröffnete
Vorstandsvorsitzender Thomas Bußkamp.
Er ging auf das erneut schwierige
Geschäftsjahr ein und zeigte dann die
Erfolge des Verbandes bei zukunftsweisenden
Entwicklungen wie der Erweiterten
Herstellerverantwortung und dem Matratzenrecycling
auf.
PLATTFORMEN IM FOKUS
Für viel Aufmerksamkeit sorgte die Podiumsdiskussion
„Temu & Co. – gleiche Regeln
für alle?“ mit Thomas Bußkamp, Prof. Dr.
Georg Gesk von der Universität Osnabrück,
Fachgebiet chinesisches Recht, Alien Mulyk,
Leiterin Public Affairs Europa & International
beim Bundesverband E-Commerce
und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh),
sowie Dr. Constantin von Selasinsky, Referent
Nachhaltige und zirkuläre Wirtschaft
beim Ministerium für Wirtschaft, Industrie,
Klimaschutz und Energie des Landes NRW.
UMSATZENTWICKLUNG IN %
1. HALBJAHR 2024 ZU 2023
-17,5
-17,0
-11,2
-6,5
Die Diskussionsteilnehmer:innen stellten
die Forderung auf, Handelsplattformen
wie Temu und Shein einen Sonderstatus
beim Zoll zu verleihen, um sie dadurch zu
zwingen, Verantwortung für die von den
Händlern verkauften Produkte zu übernehmen.
Aktuell stellen Temu und Shein lediglich
den Online-Marktplatz, auf dem die
chinesischen Hersteller ihre Waren anbieten
und diese anschließend direkt an die
Kund:innen versenden. Dabei sollte nach
Ansicht der Teilnehmer:innen das Gesetz
über digitale Dienste (DSA) konsequent
angewendet werden. Dies besagt, dass
Onlineplattformen Informationen über die
Händler/Produzenten liefern müssen, um
Verstöße ahnden zu können. Da die Zollbehörden
der einzelnen EU-Länder aufgrund
der Schwemme an Paketen mit der Kontrolle
überfordert seien, werde eine europaweite,
übergeordnete Zollbehörde mit
permanentem Informationsaustausch
Schaum
Die Matratzenhersteller haben das erste Halbjahr 2024 mit einem Umsatzminus von 1,5
Prozent abgeschlossen. Quelle: Fachverband Matratzen-Industrie, Grafik: möbel kultur
TFK
Unterfederung/Lattenroste
-2,3
-1,5
Bonnell
Latex
Boxspring gesamt
Topper
Sonstige
4,0
3,6
Gesamtmarkt
4,5
55
KÜCHE DIGITALSTUDIE
SIEMENS UND THE FUTURE:PROJECT
SMART HOME ALS
STRESSFAKTOR
STUDIE
72 %
der Deutschen
befinden sich im
Dauerstress
Künstliche Intelligenz, smarte Sensorik, ein allwissender Algorithmus? Was den Fortschritt
vorantreiben soll, wird von vielen Menschen zunehmend als Belastung empfunden, erklärt eine
Studie zur Zukunftsforschung. Die Küche soll daher künftig als „Vereinfacherin“ dienen.
Fotos: Siemens Hausgeräte
Technologie auf Knopfdruck: Sensorik und
Smart Home sollen zu mehr Komfort beitragen.
Viele Menschen fühlen sich von den
digitalen Möglichkeiten aber zunehmend
überfordert.
70
Wenn Sie diesen Artikel
lesen, findet das entweder
im beruflichen
Rahmen statt – oder
wir dürfen uns glücklich
schätzen, Teil Ihrer Freizeit zu sein,
die Sie zur Entspannung mit Lesen (27
Minuten), Fernsehen (2 Stunden, 8 Minuten)
oder „Sport, Hobbys und Spielen“
(1 Stunde, 13 Minuten) verbringen. Was
zur Erholung beitragen und einen Ausgleich
zu Job und Alltag bieten soll, kommt
abseits der Statistik aber offenbar deutlich
zu kurz: Ganze 72 Prozent der Deutschen
fühlen sich einer Studie des Instituts „The
Future:Project“zufolge nämlich überfordert
und gestresst. In Auftrag gegeben
wurde die Untersuchung vom Hausgerätehersteller
Siemens, der die Ergebnisse
auf der diesjährigen IFA in Berlin erstmals
vorstellte und einordnete.
Zum permanenten Unwohlsein tragen
demnach globale Krisen, eine dauerhafte
Informationsflut und große wirtschaftliche
10/2024
Unsicherheiten bei, aber auch gesellschaftlicher
Druck, der aufs Private projiziert
wird. Leistungs- und Konkurrenzdenken
oder Selbstoptimierung führen zu einer
komplexen Verkettung von Stresssituationen,
die die Studie mit einem Satz zusammenfasst:
„Erschöpfung ist das Lebensgefühl
dieser Tage.“
SELF-CARE AM HERD
Das ist keine schöne Erkenntnis, aber immerhin
ein wichtiger Anhaltspunkt, um Veränderungen
anzuschieben. Die vom Hausgerätehersteller
Siemens in Auftrag gegebene
Befragung ist nämlich zweifelsohne repräsentativ:
Sie verwendet die Daten einer
Herd. Und: „Wenn ich schon überall anders
funktionieren muss, dann möchte ich, dass
mein Zuhause für mich funktioniert.“
Andererseits, fährt das Studienteam fort,
würden rund ein Viertel der Menschen
Hausarbeiten wie Aufräumen und Kochen
als „wichtigen Teil der persönlichen Self-
Care“ sehen. Mit anderen Worten: Kreativ
darf der Prozess schon sein, aber zusätzliche
Arbeit sollte er möglichst nicht machen.
Zukünftig wichtig werden dürften somit
jene Haushaltsprodukte, die für Entlastung,
Automatisierung und Schnelligkeit
sorgen – inklusive KI und Sensorik. Das
Problem? 70 Prozent der Befragten sehnen
sich nach mehr Einfachheit im Leben und
Alltag. Und immerhin 20 Prozent der
Studienteilnehmer:innen gaben an, „vom
technologischen Wandel und dem ständigen
,Dranbleiben müssen‘ überfordert zu
sein“. Abseits aller intuitiver Bedienbarkeit
und Automatisierung, die Gerätehersteller
mit hochmodernen Einbaugeräten versprechen,
ist das Smart Home also gewissermaßen
ein Teil des Problems.
Mehr noch: Was dem Fortschritt smarter
Technik im Haushalt im Weg steht, sind
nicht nur Bedenken hinsichtlich Datenschutz
und Kontrollverlust, sondern auch
die gefühlte Komplexität des Themas,
die nahezu alle Bereiche des täglichen
Lebens einzuholen scheint. Das fängt
schon bei den Begrifflichkeiten an: Was
genau ist die „intelligente Küche“? Sind
Sensoren noch technische Messwerte oder
schon computergesteuerte Algorithmen?
Inwiefern hilft mir Künstliche Intelligenz
dabei, meine Kochtechniken zu verbessern,
Zeit und Arbeit zu ersparen oder
genau das Ergebnis zu erzielen, das ich
mir wünsche – und passiert das wirklich
auf Knopfdruck, wenn ich mich dafür
durch ein umfangreiches Digitalmenü an
Backofen navigieren muss?
Nur noch kurz die Welt
retten? Klappt nicht bei
jedem Abendessen: Statt
Selbstverwirklichung am
Herd bedeutet Kochen
eben auch Arbeit.
YouGov Online-Umfrage, an der im Juni
2024 rund 2.050 Personen teilnahmen. Die
Erkenntnisse zeichnen ein aktuelles Stimmungsbild
vom Markt – und das fällt 2024
tatsächlich ganz anders aus als noch während
der Coronazeit. Galt die Küche damals als
Rückzugsort Nummer eins, geben nun 36
Prozent der Befragten an, Haushaltsaufgaben
seien ihnen lästig. Das Studienteam leitet
daraus die Erkenntnis ab, dass „entspanntes
Nichtstun mehr zählt als Selbstverwirklichung“
– möglicherweise eben auch am
SCHRITT FÜR SCHRITT SMARTER
Die Botschaft der Hausgeräte-Industrie
muss, entgegen aller Zweifel, klar sein. Zwar
ließe sich streiten, ob technologische Entwicklungen
wie der „Bräunungssensor“
oder die „Gerichterkennung“ nun eine
smarte Ergänzung der modernen Küche
oder doch vielmehr „nice to have“ sind.
Schlussendlich ist jedoch jede Funktion,
die sich automatisiert dem perfekten
Koch-, Back- und Brat-Ergebnis nähert,
ein Fingerzeig in die richtige Richtung.
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DANKE FÜR DEN
ZUSAMMENHALT
IN EINER STARKEN
GEMEINSCHAFT!
1
2
WIR WÜNSCHEN FRIEDVOLLE FESTTAGE
UND EINEN SCHWUNGVOLLEN START IN
DAS NEUE JAHR 2025!
2024 - EIN JAHR VOLLER BEWEGENDER MOMENTE
Das Jahr 2024 hat uns alle gefordert. Es war ein Jahr voller Veränderungen,
unerwarteter Herausforderungen, aber auch mit vielen Momenten, die uns
stärker gemacht haben. In diesen bewegten Zeiten wurde einmal mehr klar:
Gemeinsam sind wir am stärksten. Genau das hat die MHK Group in diesem Jahr
ausgezeichnet – unser Zusammenhalt, unsere Leidenschaft und die
unerschütterliche Kraft der Gemeinschaft.
DANKE FÜR IHR VERTRAUEN
Ihr Vertrauen hat uns gestärkt, Ihr Einsatz hat uns inspiriert. Sie alle – unsere
geschätzten Partnerinnen und Partner in Handel und Industrie – haben dieses
Jahr zu einem besonderen gemacht. Sie sind der Grundstein unseres Erfolgs,
Menschen, die mit Mut und Leidenschaft täglich ihr Bestes geben. Dafür möchten
wir Ihnen von Herzen danken.
MIT ZUVERSICHT INS NEUE JAHR 2025
Mit Zuversicht und Tatkraft blicken wir auf das vor uns liegende Jahr 2025.
Gemeinsam wollen wir weiter mutig neue Wege beschreiten – immer mit dem
Ziel, die Stärken jedes Einzelnen zu entfalten. Denn bei der MHK Group gilt: „Mit
der Kraft der Gemeinschaft zum Erfolg des Einzelnen.“
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien und Freunden von Herzen frohe Festtage
und einen schwungvollen Start ins neue Jahr!
Ihre MHK Group
Hans-Strothoff-Platz 1 · 63303 Dreieich
Telefon: +49 6103 391-0
E-Mail: info@mhk.de · Internet: www.mhk.de