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E-Book "Die Welt der Wildtiere"

Entdecke die faszinierende Welt der Wildtiere in "Die Welt der Wildtiere" – ein einzigartiges E-Book, das 30 spannende Wildtiere aus Deutschland und Europa vorstellt. Jedes Tier wird mit einem detaillierten Steckbrief präsentiert, der nicht nur Informationen über sein Aussehen, Verhalten und Lebensraum enthält, sondern auch praktische Hinweise zu den jeweiligen Spuren. Unter den vorgestellten Tieren befinden sich einige der bekanntesten und beeindruckendsten Arten wie der Wolf, der Waschbär, das flinke Eichhörnchen, der scheue Siebenschläfer, der majestätische Luchs, das grazile Reh, das stolze Damwild und das gesellige Murmeltier. Jedes Kapitel wird mit eindrucksvollen Grafiken, Spurenbildern und zusätzlich mit kurzen Videos ergänzt, die die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zeigen und die Inhalte lebendig machen. Das E-Book bietet dir nicht nur umfassende Informationen, sondern auch viele visuelle Eindrücke, die dir helfen, die Tiere besser zu verstehen und ihre faszinierenden Eigenschaften hautnah zu erleben. Ideal für Tierfreunde, Naturbeobachter und alle, die mehr über die wilden Bewohner von Deutschland und Europa erfahren möchten. Bereite dich auf eine spannende Entdeckungsreise vor und tauche ein in die Welt der Wildtiere!

Entdecke die faszinierende Welt der Wildtiere in "Die Welt der Wildtiere" – ein einzigartiges E-Book, das 30 spannende Wildtiere aus Deutschland und Europa vorstellt. Jedes Tier wird mit einem detaillierten Steckbrief präsentiert, der nicht nur Informationen über sein Aussehen, Verhalten und Lebensraum enthält, sondern auch praktische Hinweise zu den jeweiligen Spuren.
Unter den vorgestellten Tieren befinden sich einige der bekanntesten und beeindruckendsten Arten wie der Wolf, der Waschbär, das flinke Eichhörnchen, der scheue Siebenschläfer, der majestätische Luchs, das grazile Reh, das stolze Damwild und das gesellige Murmeltier. Jedes Kapitel wird mit eindrucksvollen Grafiken, Spurenbildern und zusätzlich mit kurzen Videos ergänzt, die die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zeigen und die Inhalte lebendig machen.
Das E-Book bietet dir nicht nur umfassende Informationen, sondern auch viele visuelle Eindrücke, die dir helfen, die Tiere besser zu verstehen und ihre faszinierenden Eigenschaften hautnah zu erleben. Ideal für Tierfreunde, Naturbeobachter und alle, die mehr über die wilden Bewohner von Deutschland und Europa erfahren möchten.
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Inhalt

Der Waschbär

Der Wolf

Der Siebenschläfer

Das Eichhörnchen

Das Nutria

Die Zwerg 昀氀 edermaus

Der Biber

Der Dachs

Der Maulwurf

Der Luchs

Das Reh

Der Marderhund

Das Wildschwein

Das Rentier

Der Eisbär

Das Murmeltier

Der Steinbock

Der Elch

Das Vielfraß

Der Goldschakal

Das Hermelin

Die Wildkatze

Das Mu 昀툀 on

Das Mauswiesel

Das Damwild

Der Braunbär

Der Gartenschläfer

Die Haselmaus

Der Feldhase

Der Steinmarder

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Der Waschbär

Foto: iStock/ Jorge Figueiredo

4

Der Luchs

Foto: iStock/chekyfoto 60


Der Wolf

Foto: iStock: Holly Kuchera

Der Siebenschläfer

8 Foto: iStock/Michel VIARD 14

Das Eichhörnchen

Foto: iStock/AGD Beukhof

18

Das Murmeltier

Foto: iStock/Christopher Broman Tak

92

Das Damwild

Foto: iStock/Schaef1 128


4 Wildtierwelt

Foto: iStock/cullenphotos


Waschbär – Steckbrief und Lebensweise

DER WASCHBÄR

Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein faszinierendes

Raubtier, das in Nordamerika beheimatet

ist, aber auch in Europa weit verbreitet ist. Ursprünglich

aus Nordamerika stammend, wurde

der Waschbär im 20. Jahrhundert in Deutschland

und anderen europäischen Ländern eingeführt,

wo er sich schnell anpasste und große Populationen

bildete. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit

und Vielseitigkeit hat er sich in städtischen

sowie ländlichen Gebieten etabliert. Besonders

auffällig sind seine markanten Gesichtsmasken,

die aus schwarzen Streifen bestehen und

dem Tier sein typisches Aussehen verleihen.

Aussehen und Größe: Waschbären sind mittelgroße

Tiere mit einem Körper, der eine Länge

von 40 bis 70 cm erreichen kann. Der Schwanz

ist etwa 20 bis 30 cm lang und au 昀昀 ällig buschig.

Mit einem Gewicht von 5 bis 15 Kilogramm

sind sie relativ kräftig gebaut, wobei die Männchen

tendenziell etwas größer und schwerer

sind als die Weibchen. Ihr dichtes, graubraunes

Fell sorgt für eine gute Tarnung, während die

schwarzen Streifen im Gesicht und das weiße

Fell an der Brust sie unverwechselbar machen.

Lebensraum und Verbreitung: Waschbären sind

äußerst anpassungsfähig und kommen in vielen

verschiedenen Lebensräumen vor. Sie bevorzugen

Gebirgshänge, Flussufer und Gebüschlandschaften,

finden jedoch auch in urbanen

Gebieten ideale Bedingungen. Besonders in

städtischen Umgebungen suchen Waschbären

nach Nahrung in Mülltonnen, Gärten und sogar

in Häusern. Dies führt zu Konflikten mit Menschen,

da Waschbären als Schädlinge angesehen

werden, die Schäden an Dächern, Dämmmaterialien

und Elektronik verursachen können. In

Deutschland und anderen europäischen Ländern

ist der Waschbär mittlerweile weit verbreitet und

stellt in manchen Gebieten eine invasive Art dar.

Ernährung und Nahrung: Waschbären sind Allesfresser

und zeichnen sich durch ihre Fähigkeit

aus, ihre Nahrung zu „waschen“ – eine Technik,

die sie mit ihren geschickten Vorderpfoten ausführen.

Dabei tauchen sie ihre Nahrung, wie etwa

Früchte, Nüsse, Insekten, Fische oder kleine Wirbeltiere,

häu 昀椀 g in Gewässern oder Bächen. Auch

auf Nahrungssuche in städtischen Gebieten sind

sie nicht zurückhaltend, was ihnen oft in Form von

Abfällen und Lebensmittelresten zugutekommt.

Ihre hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche

Nahrungsquellen hat erheblich dazu beigetragen,

dass sie sich so gut verbreiten konnten.

Fortp 昀氀 anzung und Lebensweise: Die Fortp 昀氀 anzung

des Waschbären erfolgt im Frühjahr, typischerweise

zwischen Februar und März, nach einer Tragzeit

von etwa 63 Tagen. Die Weibchen bringen in der

Regel 3 bis 5 Junge zur Welt, die in einem Nest

aus Blättern, Gräsern und anderen Materialien

aufgezogen werden. In der freien Wildbahn leben

Waschbären etwa 3 bis 5 Jahre, in Gefangenschaft

können sie jedoch bis zu 10 Jahre alt werden. Die

Tiere sind überwiegend nachtaktiv, was bedeutet,

dass sie die meisten ihrer Aktivitäten in der Dämmerung

oder Nacht ausführen. Sie sind hervorragende

Kletterer und nutzen Bäume, um Nahrung

zu suchen und sich vor Feinden zu schützen.

Sozialverhalten und Feinde: Waschbären sind in der

Regel Einzelgänger, besonders während der Nahrungssuche.

Während der Fortp 昀氀 anzungszeit und

der Aufzucht der Jungen kann es jedoch zu vorübergehenden

Sozialstrukturen kommen. Ihre wichtigsten

natürlichen Feinde sind größere Raubtiere

wie Füchse, Wölfe und Adler. In urbanen Gebieten

sind Waschbären jedoch vor allem durch den Menschen

gefährdet, da sie durch Verkehrsunfälle oder

Kon 昀氀 ikte mit Menschen in den Städten sterben.

Bedrohungen und Schutz: In ihrer Heimat Nordamerika

sind Waschbären nach wie vor weit verbreitet,

jedoch gibt es in einigen Gebieten auch

Bestrebungen, die Bestände zu regulieren, um

Schäden an landwirtschaftlichen Betrieben und

natürlichen Lebensräumen zu verhindern. In

Europa, wo der Waschbär als invasive Art gilt, gibt

es Bemühungen, die Population zu kontrollieren,

da er durch seine hohe Fortp 昀氀 anzungsrate und

Anpassungsfähigkeit große ökologische Schäden

anrichten kann. Dennoch ist der Waschbär

in Europa nicht gefährdet, sondern hat sich als

sehr resilient und anpassungsfähig erwiesen.

Wildtierwelt 5


6 Wildtierwelt


Waschbär-Geräusche

Hast du dich jemals gefragt, welche Geräusche Waschbären

machen? In unserem Artikel erfährst du alles über ihre Laute –

von schnurrenden Tönen bis zu lautem Knurren – und kannst

dir die Waschbär-Geräusche direkt anhören. Perfekt, um diese

faszinierenden Tiere besser zu verstehen!

www.wildbruecke.de/waschbaer-geraeusche

https://youtu.be/7Nipb9jD_LM

www.wildbruecke.de/waschbaer-losung

Waschbär-Losung

Möchtest du wissen, wie man Waschbär-Losung erkennt und was sie

über die Lebensweise dieser Tiere verrät? In unserem Artikel 昀椀 ndest

du alle wichtigen Informationen dazu – ein spannender Einblick in das

Verhalten der cleveren Waschbären!

Waschär-Spuren - So erkennst du sie

Interessiert an den Spuren eines Waschbären? Unser Artikel zeigt

dir, wie man die markanten Hand- und Fußabdrücke dieser Tiere

identi 昀椀 ziert. Schau vorbei und lerne, ihre Wege in der Natur nachzuverfolgen!

www.wildbruecke.de/waschbaer-spuren

Wildtierwelt 7


Ein faszinierender Rückkehrer in unsere Wälder

DER WOLF

Der Wolf (wissenschaftlicher Name Canis lupus) ist

eines der faszinierendsten Wildtiere Europas. Nach

Jahrhunderten der Verfolgung und Ausrottung kehrt

er seit einigen Jahrzehnten wieder in viele seiner angestammten

Lebensräume zurück, darunter auch

nach Deutschland. Seine Rückkehr ist nicht nur ein

großer Erfolg für den Naturschutz, sondern wirft

auch zahlreiche Fragen und Herausforderungen auf.

E r s c h e i n u n g s b i l d

Der Wolf ähnelt einem großen Hund, zeichnet sich

jedoch durch typische Merkmale aus. Seine Schulterhöhe

liegt bei 60 bis 90 Zentimetern, und sein

Gewicht variiert zwischen 30 und 50 Kilogramm, abhängig

von Geschlecht und Lebensraum. Der Körper

ist schlank und kräftig gebaut, das Fell dicht und

meist grau-braun mit individuellen Farbvariationen.

Charakteristisch sind die bernsteinfarbenen Augen,

die buschige, tief getragene Rute und die deutliche

schwarze Zeichnung auf den Beinen und am Rücken.

Wölfe sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv.

Sie legen täglich bis zu 50 Kilometer zurück, immer

auf der Suche nach Nahrung oder neuen Territorien.

Sie kommunizieren über Lautäußerungen wie Heulen,

aber auch über Körpersprache und Duftmarkierungen.

N a h r u n g u n d J a g d v e r h a l t e n

Der Wolf ist ein Fleischfresser, der vor allem große

Beutetiere wie Rehe, Wildschweine oder Hirsche jagt.

In Gebieten mit wenig Wildbestand greift er auch auf

kleinere Tiere wie Hasen oder Vögel zurück. Er ist ein

opportunistischer Jäger und frisst gelegentlich Aas

oder andere verfügbare Nahrung. Ein ausgewachsener

Wolf benötigt etwa 3 bis 5 Kilogramm Fleisch am Tag.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Wölfe sind äußerst anpassungsfähig und kommen

in verschiedensten Lebensräumen vor – von Wäldern

über Gebirgsregionen bis hin zu Steppen.

In Deutschland bevorzugen sie Wälder mit offenen

Flächen und Rückzugsgebieten. Besonders

in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern

gibt es mittlerweile stabile Populationen.

Die Tiere wandern jedoch weite Strecken und können

auch in unerwarteten Gebieten auftauchen.

S o z i a l s t r u k t u r u n d V e r h a l t e n

Der Wolf lebt in Rudeln, die aus einem Elternpaar und

deren Nachwuchs bestehen. Dieses Familiengefüge

sorgt für eine e 昀昀 ektive Zusammenarbeit, insbesondere

bei der Jagd. Die Rudelgröße hängt von der Beuteverfügbarkeit

und der Jahreszeit ab, wobei sie im Sommer

oft kleiner ist, da viele Jungtiere das Rudel verlassen.

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Deer ©

Hare ©

Rabbit Flat Icon ©

Woodchuck Icon ©

Fox Silhouette Illustration©

Bird Silhouette ©

Rat Silhouette Illustration ©

Fallow deer ©

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8 Wildtierwelt


Foto: iStock/Veronika Dvořáková Wildtierwelt 9


10 Wildtierwelt

Foto: iStock/Anagramm


https://wildbruecke-2.myshopify.com


Wolf Spuren

Wolfsspuren sind eines der wichtigsten Indizien, um die Anwesenheit

dieses faszinierenden Raubtiers nachzuweisen. Da Wölfe sehr

scheu sind und meist unau 昀昀 ällig durch die Wälder streifen, sind ihre

Trittsiegel oft die ersten Hinweise auf ihre Anwesenheit. Hier erfahren

Sie, wie man Wolfsspuren identi 昀椀 ziert und von denen anderer

Tiere unterscheidet.

Die Trittsiegel des Wolfs

Die Spur eines Wolfes ähnelt der eines großen Hundes, lässt sich

jedoch durch einige Besonderheiten unterscheiden. Wolfstritte sind

in der Regel länger als breit und messen durchschnittlich 9 bis 13

Zentimeter in der Länge und 7 bis 9 Zentimeter in der Breite. Au 昀昀 ällig

ist die symmetrische Anordnung der vier Zehenballen sowie die

klar abgegrenzte und länglich-ovale Form des Hauptballens.

Ein weiteres Merkmal ist die sogenannte „Drucklinie“: Bei einem

Wolf verläuft eine gedachte Linie zwischen den zwei mittleren Zehenballen

und schließt die beiden äußeren Zehen ein. Beim Hund

stehen die äußeren Zehen oft weiter auseinander, was diese Linie

durchbricht.

Gangart und Spurverhalten

Wölfe bewegen sich in einem gleichmäßigen, energieeffizienten

Trab, weshalb ihre Spuren oft in einer geraden Linie angeordnet

sind – anders als bei Hunden, die eher unregelmäßig laufen. Die

Schrittlänge eines Wolfs beträgt im Trab etwa 70 bis 90 Zentimeter.

Unterschiede zu Hundespuren

Obwohl die Trittsiegel von Wolf und Hund sich stark ähneln, gibt es

einige Unterschiede:

Größe:

Wolfsabdrücke sind in der Regel größer als die der meisten Hunderassen.

Symmetrie: Wolfsabdrücke sind meist symmetrischer.

Laufmuster: Wölfe laufen in geraden Linien, während Hunde oft

kreuz und quer laufen.

Wo 昀椀 ndet man Wolfsspuren?

Wolfsspuren sind besonders in weichem Boden wie Schnee, Sand

oder Schlamm gut sichtbar. Sie können entlang von Waldwegen, in

abgelegenen Gegenden oder in der Nähe von Wasserstellen gefunden

werden.

https://wildbruecke.de/wolf/

12 Wildtierwelt


https://wildbruecke.de/wolf-goldschakal-und-fuchs/

Foto: Pixabay/hansharbig

Wildtierwelt 13


Ein nachtaktiver Kletterer mit Winterschlaf

DER SIEBENSCHLÄFER

Der Siebenschläfer (Glis glis), auch bekannt als

Bilch, gehört zur Familie der Bilche und ist ein faszinierendes

Nagetier, das durch seine besondere Lebensweise

au 昀昀 ällt. Sein Name geht auf seinen langen

Winterschlaf zurück, der bis zu sieben Monate

dauern kann. Doch was macht dieses Tier so besonders,

und wo kann man ihm in der Natur begegnen?

kann, legt der Siebenschläfer Fettreserven

an, um die lange Ruhephase zu überstehen.

Während des Winterschlafs sinkt seine Körpertemperatur

stark ab, und er verbraucht nur minimal

Energie. Dieser Zustand ermöglicht es ihm, die kalten

Monate ohne regelmäßige Nahrung zu überstehen.

A u s s e h e n u n d L e b e n s w e i s e

Der Siebenschläfer ist etwa 15–20 cm groß, mit

einem zusätzlichen buschigen Schwanz, der etwa

10–15 cm lang ist. Er wiegt durchschnittlich 70–120

Gramm, wobei sein Gewicht im Herbst deutlich ansteigt,

da er sich auf den Winter vorbereitet. Sein

Fell ist grau mit einem leicht silbrigen Schimmer,

und seine großen, dunklen Augen sind perfekt

an seine nachtaktive Lebensweise angepasst.

Als geschickter Kletterer lebt der Siebenschläfer

hauptsächlich in Bäumen und Gebüschen. Er ist

nachtaktiv und verbringt den Tag in geschützten

Verstecken wie Baumhöhlen, Felsspalten

oder Nistkästen. In menschlichen Siedlungen

nistet er gelegentlich auch auf Dachböden.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Siebenschläfer ist in Europa und Teilen Asiens

verbreitet. In Deutschland 昀椀 ndet man ihn vor allem

in Laub- und Mischwäldern sowie in Streuobstwiesen.

Er bevorzugt Gebiete mit altem Baumbestand,

da diese viele Versteckmöglichkeiten bieten.

N a h r u n g u n d W i n t e r s c h l a f

Siebenschläfer sind Allesfresser. Ihre Hauptnahrung

besteht aus Nüssen, Samen, Beeren

und Früchten. Gelegentlich fressen sie

auch Insekten oder Vogeleier. Vor dem Winterschlaf,

der von Oktober bis Mai andauern

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Der Siebenschläfer ist in vielen Regionen Deutschlands

selten geworden. Gründe dafür sind Lebensraumverlust

durch intensive Forst- und Landwirtschaft

sowie die Zerstörung alter Bäume. In einigen

Bundesländern steht er daher unter Schutz.

Wissenswerte Fakten

Der Siebenschläfer hat den längsten Winterschlaf

aller europäischen Säugetiere.

Sein wissenschaftlicher Name Glis glis leitet

sich von seinem weichen, glatten Fell ab.

Er kommuniziert über eine Vielzahl von

Lauten, darunter Pfeifen und Quieken.

Siebenschläfer können bis zu neun Jahre

alt werden, was für ein Nagetier sehr alt ist.

S i e b a u e n k u g e l f ö r m i g e N e s -

t e r a u s M o o s , B l ä t t e r n u n d G r a s .

Während der Fortp 昀氀 anzungszeit im Sommer bringt

das Weibchen meist vier bis sechs Junge zur Welt.

D e r S i e b e n s c h l ä f e r i s t e i n h e r v o r -

r a g e n d e r S p r i n g e r u n d K l e t t e r e r .

F r ü h e r w u r d e n S i e b e n s c h l ä f e r i n

d e r A n t i k e a l s D e l i k a t e s s e g e h a l t e n .

Siebenschläfer haben große Vorratskammern,

in denen sie Futter für den Winter sammeln.

Trotz ihres niedlichen Aussehens können sie bei

Bedrohung sehr wehrhaft sein.

14 Wildtierwelt

Foto: iStock/GlobalP


Wildtierwelt 15


Der Kot des Siebenschläfers

Der Kot des Siebenschläfers kann ein wichtiger Hinweis

auf seine Anwesenheit in einem Gebiet sein, da

das scheue Tier selbst nur selten zu sehen ist. Die Kotwürstchen

sind etwa 1–1,5 cm lang, dunkelbraun bis

schwarz und haben eine zylindrische Form mit leicht

zugespitzten Enden. Oft sind sie in Gruppen oder kleinen

Häufchen zu 昀椀 nden, besonders in der Nähe von Nistplätzen

oder auf Dachböden, wo sich Siebenschläfer

niederlassen. Da er sich von p 昀氀 anzlicher Nahrung wie

Nüssen und Früchten ernährt, können in den Exkrementen

gelegentlich unverdaute Samenreste sichtbar

sein. Anhand dieser Spuren lässt sich oft erkennen, ob

ein Siebenschläfer in der Umgebung aktiv ist.

D i e G r ö ß e d e s S i e b e n s c h l ä -

fers – Ein kleiner, wendiger Nager

Der Siebenschläfer gehört zu den kleineren Säugetieren

und erreicht eine Körperlänge von etwa 13 bis 20

cm, wobei sein buschiger Schwanz zusätzlich 10 bis 15

cm lang ist. Mit einem Gewicht von 80 bis 200 Gramm,

das saisonal schwanken kann, ist er leicht und äußerst

agil – ideal angepasst an sein Leben in Bäumen und

engen Verstecken. Seine kompakte Größe und der lange

Schwanz, der ihm als Balancierhilfe

dient, machen ihn

zu einem geschickten

Kletterer. Dies ermöglicht ihm,

sich 昀氀 ink in seinem bevorzugten Lebensraum – dichten

Wäldern und alten Gebäuden – zu bewegen.

Grafik: Wildbrücke Grafik Mensch: iStock/msan10

https://wildbruecke.de/siebenschlaefer

16 Wildtierwelt


Verbreitung des Siebenschläfers

Karte: iStock/Fourlea 昀氀 over

Wildtierwelt 17


Ein Meisterkletterer unserer Wälder

DAS EICHHÖRNCHEN

Das Eichhörnchen (wissenschaftlich Sciurus vulgaris)

ist eines der bekanntesten Nagetiere in

unseren Wäldern. Mit seinem 昀氀 auschigen Schwanz,

den spitzen Ohren und dem wendigen Körper hat

es einen festen Platz in der Tierwelt und auch in

unserer Kultur. Es ist ein Symbol für Geschicklichkeit

und Fleiß, bekannt für seine Vorratshaltung und

seine beeindruckenden akrobatischen Fähigkeiten.

Eichhörnchen sind tagaktiv und verbringen viel Zeit

mit der Nahrungssuche, dem Vorratsanlegen und

der P 昀氀 ege ihres Fells. Sie sind ausgezeichnete Kletterer

und springen mit Leichtigkeit von Ast zu Ast.

Im Winter halten sie keinen echten Winterschlaf,

sondern ziehen sich in ihre Kobel zurück und zehren

von ihren Vorräten. Sie bleiben jedoch nicht ständig

im Nest, sondern sind auch an frostigen Tagen aktiv.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Eichhörnchen sind zwischen 20 und 25 cm lang, wobei

ihr Schwanz zusätzliche 15 bis 20 cm misst. Ihr Gewicht

liegt meist zwischen 200 und 400 Gramm. Das

Fell variiert farblich von rotbraun über graubraun bis

schwarz, abhängig von der Region und Jahreszeit.

Besonders au 昀昀 ällig sind die langen Ohren mit charakteristischen

Haarpinseln, die vor allem im Winter

deutlich ausgeprägt sind. Der buschige Schwanz

dient als Balancierhilfe und Kommunikationsmittel.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Eichhörnchen sind in ganz Europa verbreitet, bevorzugen

jedoch Laub- und Mischwälder mit einem

reichen Nahrungsangebot. Sie kommen aber

auch in Stadtparks und Gärten vor, wo sie oft

recht zutraulich gegenüber Menschen sind. Ihre

Nester, die sogenannten Kobel, bauen sie hoch

in den Bäumen aus Zweigen, Moos und Laub.

N a h r u n g u n d V o r r a t s h a l t u n g

Eichhörnchen sind Allesfresser, ernähren sich jedoch

überwiegend p 昀氀 anzlich. Zu ihrer Nahrung gehören

Nüsse, Samen, Beeren und Pilze, aber auch Insekten

oder Vogeleier. Besonders bekannt ist ihr Verhalten,

Vorräte anzulegen: Im Herbst verstecken sie Nüsse

und andere Nahrung im Boden oder in Baumhöhlen,

um im Winter darauf zurückzugreifen. Allerdings erinnern

sie sich nicht immer an alle Verstecke – so tragen

sie unbeabsichtigt zur Verbreitung von P 昀氀 anzen bei.

F o r t p f l a n z u n g u n d F e i n d e

Die Paarungszeit der Eichhörnchen beginnt bereits

im Januar und reicht bis in den Sommer. Die Weibchen

ziehen in einem Wurf drei bis fünf Jungtiere

groß. Diese werden in den ersten Wochen blind und

nackt geboren und sind vollständig auf die Mutter

angewiesen. Natürliche Feinde des Eichhörnchens

sind Greifvögel, Füchse und Marder. Auch Hauskatzen

und der Straßenverkehr stellen eine Gefahr dar.

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Eichhörnchen sind in Europa noch weit verbreitet,

leiden jedoch unter dem Verlust ihres Lebensraums

und der Konkurrenz durch invasive Arten wie das

Grauhörnchen, das in Großbritannien heimische

Eichhörnchen nahezu verdrängt hat. In Mitteleuropa

stehen sie jedoch nicht auf der Liste gefährdeter Arten.

F a s z i n a t i o n E i c h h ö r n c h e n

Mit ihrer wendigen, charmanten Art sind Eichhörnchen

beliebte Beobachtungsobjekte in Gärten und Parks.

Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems,

tragen zur Verjüngung von Wäldern bei und erfreuen

uns mit ihren akrobatischen Kletterkünsten. Sie sind

ein Paradebeispiel dafür, wie Tiere an den Wandel von

Umwelt und Mensch angepasst leben können.

https://wildbruecke.de/eichhoernchen

V e r h a l t e n u n d L e b e n s w e i s e

18 Wildtierwelt

Foto: iStock/MaYcaL


Wildtierwelt 19


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Foto: iStock/Eduard Stebner


https://wildbruecke-2.myshopify.com


Eichhörnchen und ihre Geräusche

Eichhörnchen sind überraschend kommunikative

Tiere, die eine Vielzahl von Lauten nutzen, um miteinander

zu interagieren. Ihre Geräusche reichen von

leisen Knack- und Zirptönen bis hin zu lautem Schimpfen,

das oft wie ein Keckern klingt. Diese keckernden

Laute werden häu 昀椀 g eingesetzt, um Rivalen zu warnen

oder Feinde wie Greifvögel und Marder abzuschrecken.

Neugierig geworden? In unserem Artikel kannst du

dir diese faszinierenden Geräusche anhören! Folge

einfach dem Link.

https://wildbruecke.de/eichhoernchen-geraeusche

Zeichnung: iStock/asmakar

E i c h h ö r n c h e n u n d i h r e L o s u n g

Die Losung von Eichhörnchen ist ein nützliches Indiz für ihre

Anwesenheit in einem Gebiet. Sie besteht aus kleinen, ovalen

Kotpellets, die etwa 1 cm lang und dunkelbraun bis schwarz

gefärbt sind. Die Konsistenz ist oft fest, und bei genauer Betrachtung

können gelegentlich unverdaute P 昀氀 anzenreste

erkannt werden, die auf ihre Ernährung aus Samen, Nüssen

und Früchten hinweisen. Eichhörnchen hinterlassen ihre

Losung meist in der Nähe ihrer Nahrungsplätze oder entlang

ihrer Laufwege.

22 Wildtierwelt


Verbreitung des Eichhörnchens

Karte: iStock/Fourlea 昀氀 over Foto: iStock/GlobalP

Wildtierwelt 23


24 Wildtierwelt

Foto: iStock/In Stock


Foto: iStock/Dgwildlife Wildtierwelt 25


Vom Exoten zum festen Bewohner Deutschlands

DAS NUTRIA

Die Nutria (Myocastor coypus) ist ein beeindruckendes

Nagetier, das in Europa längst heimisch geworden ist.

Ursprünglich aus Südamerika stammend, wurde sie

für die Pelzproduktion nach Europa eingeführt und

lebt heute vor allem in Feuchtgebieten. In diesem

Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf dieses

Tier, seine Lebensweise und seinen Ein 昀氀 uss auf die

heimische Umwelt.

H e r k u n f t u n d V e r b r e i t u n g

Die Nutria stammt ursprünglich aus Südamerika, insbesondere

aus den sumpfigen Regionen Argentiniens und Chiles. Ab dem

19. Jahrhundert wurde sie weltweit eingeführt, hauptsächlich

zur Nutzung ihres Pelzes. In Europa hat sich die Nutria in vielen

Ländern etabliert, insbesondere in Deutschland, Frankreich

und den Niederlanden.

Paarungszeit und Sozialverhalten

Nutrias können sich das ganze Jahr über fortpflanzen,

bevorzugen jedoch die wärmeren Monate. Weibchen

bringen nach einer Tragzeit von etwa 130 Tagen 5–7

Jungtiere zur Welt, die bereits sehend und behaart

geboren werden. Diese sind nach wenigen Stunden

schwimmfähig und bleiben etwa zwei Monate bei der Mutter.

Nutrias leben in kleinen Gruppen, bestehend aus einem dominanten

Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs.

Nahrung

Die Nutria ist ein P 昀氀 anzenfresser, der sich hauptsächlich von

Wasserp 昀氀 anzen, Wurzeln, Schilf und Gräsern ernährt. Gelegentlich

nehmen sie auch Muscheln oder kleine Fische zu sich, vor

allem wenn p 昀氀 anzliche Nahrung knapp ist. Ihr Nahrungsverhalten

kann erheblichen Ein 昀氀 uss auf ihre Umgebung haben, da

sie große Mengen an Vegetation konsumieren.

F e i n d e u n d G e f ä h r d u n g

Natürliche Feinde der Nutria sind Raubtiere wie Füchse,

Greifvögel und Wölfe. In den von Menschen besiedelten

Gebieten stellt auch der Straßenverkehr eine Gefahr dar.

Obwohl Nutrias in ihrer ursprünglichen Heimat bedroht sind,

gelten sie in Europa als invasive Art. Ihr Ein 昀氀 uss auf die Ökosysteme,

insbesondere durch das Graben von Höhlen und die

Beeinträchtigung von Uferböschungen, wird kritisch gesehen.

I s t d i e N u t r i a g e f ä h r d e t ?

In ihrer Heimat Südamerika sind Nutrias durch Lebensraumverlust

und Jagd bedroht. In Europa hingegen

hat sich die Art durch die Abwesenheit natürlicher

Feinde und die milden Winter stark verbreitet.

B e s o n d e r h e i t e n d e r N u t r i a

Die Nutria besitzt auffällig orangefarbene Schneidezähne,

die auf die eisenhaltige Zusammensetzung ihres Zahnschmelzes

zurückzuführen sind. Ein weiteres Merkmal ist

die Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüße,

die sie zu einem hervorragenden Schwimmer machen.

10 spannende Fakten über die Nutria

1. Nicht mit dem Biber verwechseln: Die Nutria wird oft für

einen Biber gehalten, unterscheidet sich jedoch durch ihren

runden, unbehaarten Schwanz.

2. Pelztier mit Geschichte: Ursprünglich wurde

sie wegen ihres dichten Fells gezüchtet.

3. Eingeführte Art: Die Nutria ist keine heimische Art in Europa.

4.Effiziente Zähne: Ihre orangen Schneidezähne

wachsen ein Leben lang und sind extrem stark.

5. Vielfältige Ernährung: Nutrias fressen nicht

nur Pflanzen, sondern gelegentlich auch Tiere.

6. Schnelle Vermehrung: Weibchen können

bis zu dreimal im Jahr Junge gebären.

7. Wasserdicht: Ihr Fell ist so dicht,

dass sie auch bei Kälte gut isoliert sind.

8. Ökologischer Einfluss: Sie können durch ihre Grabaktivitäten

Uferböschungen destabilisieren.

9. Langlebige Nagetiere: Mit einer Lebenserwartung von

bis zu 10 Jahren zählen sie zu den langlebigen Nagetieren.

10. Anpassungsfähig: Nutrias können sich an

eine Vielzahl von Lebensräumen anpassen.

Die Nutria ist ein faszinierendes Tier mit einem komplexen Ein-

昀氀 uss auf die Umwelt. In vielen Regionen wird sie als invasiv betrachtet,

doch ihre Anpassungsfähigkeit und ihr außergewöhnliches

Verhalten machen sie zu einem bemerkenswerten

Bewohner unserer Feuchtgebiete.

https://wildbruecke.de/nutria

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Foto: iStock/JMrocek

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Foto: iStock/Voren1


https://wildbruecke.de/nutria

Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

Wildtierwelt 29


Die Losung von Nutrias ist ein deutliches Indiz für

ihre Anwesenheit und kann leicht erkannt werden.

Sie besteht aus länglichen, zylindrischen Kotballen,

die etwa 4 bis 8 Zentimeter lang und 1,5 bis 2

Zentimeter dick sind. Ihre Ober 昀氀 äche ist glatt, und

die Farbe variiert von dunkelbraun, über grün bis

schwarz, abhängig von der Nahrung. Oft 昀椀 ndet man

die Losung in der Nähe von Gewässern, an den Ufern

oder auf Pfaden, die die Tiere regelmäßig nutzen.

Illustration: iStock/Andrii-Oliinyk

Die Spuren von Nutrias sind charakteristisch und lassen

sich gut von anderen Tierarten unterscheiden.

Ihre Pfotenabdrücke zeigen fünf deutlich sichtbare

Zehen, wobei die Vorderpfoten kleinere Abdrücke

hinterlassen als die Hinterpfoten. Die Hinterpfoten

können bis zu 10 Zentimeter lang sein und weisen

oft Schwimmhäute auf, die als feine Linien zwischen

den Zehen erkennbar sind. In weichem Boden oder

Schlamm sind die Spuren besonders gut sichtbar,

manchmal begleitet von einem Schleifspurenmuster

des Schwanzes. Diese Spuren 昀椀 ndet man typischerweise

in der Nähe von Flussufern, Teichen oder

anderen Gewässern, wo sich Nutrias aufhalten.

https://wildbruecke.de/nutria

30 Wildtierwelt


Foto: iStock/Vronja_Photon Wildtierwelt 31


Ein faszinierender Flugkünstler

DIE ZWERGFLEDERMAUS

Die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) ist

eine der kleinsten Fledermausarten Europas und

beeindruckt durch ihre Flugfähigkeiten und Lebensweise.

Mit ihrer geringen Größe und ihrem unscheinbaren

Aussehen ist sie ein Meister der Tarnung und

der nächtlichen Jagd. Trotz ihrer geringen Größe

hat sie sich an verschiedene Lebensräume angepasst

und ist in vielen Teilen Europas heimisch.

Name und wissenschaftliche Einordnung

Die Zwerg 昀氀 edermaus trägt den wissenschaftlichen

Namen Pipistrellus pipistrellus. Sie gehört zur Familie

der Glattnasen-Fledermäuse (Vespertilionidae) und

zur Ordnung der Fledermäuse (Chiroptera). Ihr Name

„Zwerg 昀氀 edermaus“ rührt von ihrer kleinen Körpergröße,

die sie von anderen Fledermausarten unterscheidet.

K ö r p e r g r ö ß e u n d G e w i c h t

Mit einer Körperlänge von nur 3,5 bis 5 cm gehört die

Zwerg 昀氀 edermaus zu den kleinsten Fledermausarten.

Ihr Gewicht variiert zwischen 3 und 8 Gramm, wodurch

sie in der Welt der Fledermäuse als Leichtgewicht gilt.

Trotz ihrer zierlichen Statur ist sie ein ausgezeichneter

Flieger und ein äußerst e 昀昀 ektiver Insektenfänger.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Die Zwerg 昀氀 edermaus ist in weiten Teilen Europas, Asiens

und Nordafrikas verbreitet. In Deutschland gehört

sie zu den häu 昀椀 gsten Fledermausarten und ist in vielen

verschiedenen Lebensräumen anzutre 昀昀 en. Besonders

bevorzugt sie Siedlungsnähe wie Gärten, Parks und

Waldränder. Ihre Quartiere 昀椀 ndet sie in Baumhöhlen,

Gebäudespalten oder Dachböden, wo sie tagsüber ruht.

E r n ä h r u n g u n d J a g d v e r h a l t e n

Wie die meisten Fledermäuse ernährt sich auch

die Zwergfledermaus ausschließlich von Insekten.

Ihre bevorzugte Beute sind Mücken, Motten und

kleine Käfer. Die Jagd findet in der Dämmerung

und Nacht statt, wenn die Insekten besonders aktiv

sind. Zwergfledermäuse sind ausgezeichnete Flieger,

die ihre Beute im Flug fangen. Dabei nutzt die

Fledermaus ihren ausgezeichneten Orientierungssinn,

um mit hoher Präzision Insekten zu erbeuten.

F o r t p f l a n z u n g u n d L e b e n s w e i s e

Die Fortpflanzung der Zwergfledermaus findet im

Herbst statt. Die Weibchen bilden während der Aufzucht

ihrer Jungen im Sommer Kolonien, die als Wochenstuben

bezeichnet werden. Im Juni werden die Jungtiere

geboren, die zunächst noch von den Müttern abhängig

sind. Die Männchen hingegen leben meist allein.

32 Wildtierwelt

S o z i a l v e r h a l t e n

Während der Sommermonate, besonders während

der Aufzuchtzeit, sind Zwerg 昀氀 edermäuse in großen

Kolonien anzutre 昀昀 en. Die Weibchen bilden diese Kolonien,

die häu 昀椀 g in Gebäuden oder Baumhöhlen zu

昀椀 nden sind. Die Männchen sind hingegen oft Einzelgänger

und halten sich während dieser Zeit von den

Weibchen fern. Das Sozialverhalten ist jedoch relativ

entspannt, und Fledermäuse können in der Nähe voneinander

schlafen, ohne dass es zu Kon 昀氀 ikten kommt.

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Die Zwerg 昀氀 edermaus steht in vielen Ländern unter

Schutz. In Deutschland ist die Art durch das Bundesnaturschutzgesetz

geschützt. Dennoch sind die

Fledermäuse aufgrund von Habitatverlusten und

dem Rückgang ihrer Nahrungsquellen gefährdet.

Der Verlust von geeigneten Quartieren, insbesondere

durch Sanierungen von Gebäuden, und der

Einsatz von Pestiziden, die ihre Nahrung beeinträchtigen,

stellen ernsthafte Bedrohungen dar.

F e i n d e d e r Z w e r g f l e d e r m a u s

Die natürlichen Feinde der Zwergfledermaus sind

vor allem größere Raubvögel wie Eulen und Greifvögel,

die nachts auf Jagd gehen. Auch Katzen und

andere Raubtiere können eine Gefahr darstellen,

wenn sie in die Nähe von Fledermausquartieren

kommen. Doch trotz dieser Gefahren ist die

Zwerg 昀氀 edermaus ein sehr geschickter Flieger und

in der Lage, vielen ihrer Feinde zu entkommen.

Ein Überlebenskünstler der Nacht

Die Zwerg 昀氀 edermaus ist ein beeindruckendes Beispiel

für die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Tierwelt.

Trotz ihrer geringen Größe hat sie sich hervorragend

an die nächtliche Lebensweise angepasst und ist

ein effizienter Jäger von Insekten. Ihre Bedeutung

für das ökologische Gleichgewicht, insbesondere

bei der Bekämpfung von Insektenplagen, macht

sie zu einer wichtigen Art, die es zu schützen gilt.

In einer Welt, die zunehmend von menschlichen

Aktivitäten geprägt ist, benötigen Fledermäuse wie

die Zwerg 昀氀 edermaus unsere Unterstützung, um ihre

Lebensräume zu bewahren und ihren Fortbestand zu

sichern.

https://wildbruecke.de/fledermaus


Wildtierwelt 33


Foto: iStock/Cucu Remus

F l e d e r m a u s L o s u n g

Die Losung der

Fledermaus ist

ein wichtiger Indikator

für ihre

Anwesenheit und

enthält oft Reste von

Insekten wie Flügelteilen

oder Chitin.

Diese kleinen, trockenen

Kotstücke sind

schwarz und bröseln

leicht. Sie sind besonders

in den Schlafplätzen

der Fledermäuse

zu finden, wie zum

Beispiel in Dachböden

oder Baumhöhlen.

Die Analyse der

Losung liefert wertvolle

Informationen

über die Nahrung der

Tiere und hilft Naturschützern

dabei, die Populationen zu überwachen

und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

F l e d e r m a u s g e r ä u s c h e

Fledermäuse sind Meister der Echolokation, dabei

erzeugen sie hochfrequente Geräusche, die für den

Menschen oft nicht hörbar sind. Doch auch Fledermäuse

produzieren Töne, die im hörbaren Bereich liegen

und zur Kommunikation oder bei der sozialen Interaktion

genutzt werden. Diese Geräusche können einen

34 Wildtierwelt

faszinierenden

Einblick

in das Leben

der Fledermäuse geben

und sind über Aufnahmen auf

unserer Webseite hörbar, um die geheimnisvolle

Welt der Fledermäuse akustisch

erlebbar zu machen.

https://wildbruecke.de/fledermaus/#geräusche

Icon: ©[Santa] via Canva.com


Foto: iStock/Martin Janča

https://wildbruecke.de/fledermaus

Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

Wildtierwelt 35


36 Wildtierwelt


Foto: iStock/Paul Colley Wildtierwelt 37


Ein Meister der Landschaftsgestaltung

DER BIBER

Der Biber, wissenschaftlich als Castor 昀椀 ber bekannt, ist

das größte Nagetier in Europa und ein wahrer Landschaftsgestalter.

Mit seiner außergewöhnlichen Fähigkeit,

Staudämme, Dämme und Bauten zu errichten,

hat der Biber eine bedeutende Rolle im Ökosystem.

In Europa ist der Biber mittlerweile in vielen Gebieten

wieder heimisch, nachdem er im 19. Jahrhundert durch

intensive Jagd beinahe ausgerottet wurde. Heute ist er

in vielen Ländern Europas geschützt und trägt zur Erhaltung

von Feuchtgebieten und Flusslandschaften bei.

A u s s e h e n u n d B e s o n d e r h e i t e n

Der Biber hat einen robusten, kräftigen Körper, der

mit dichten, wasserabweisenden Fell bedeckt ist. Er

besitzt einen charakteristischen, 昀氀 achen, schuppigen

Schwanz, der ihm hilft, sich im Wasser zu orientieren

und als Ruder dient. Seine Vorderpfoten sind geschickt

und an das Nagen angepasst, während die Hinterbeine

kräftig genug sind, um in den Gewässern zu schwimmen.

Das Fell des Bibers ist in der Regel braun, wobei

es im Winter besonders dicht und wasserdicht wird.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Biber bevorzugen Gewässer wie Flüsse, Seen und Teiche,

in denen sie ihre imposanten Dämme und Bauten

errichten können. Diese Umgebungen bieten nicht nur

Nahrung, sondern auch Schutz vor Feinden. In Europa ist

der Biber in vielen Regionen weit verbreitet, besonders

in Deutschland, Österreich und Frankreich. Die erfolgreiche

Wiederansiedlung des Bibers hat in den letzten

Jahrzehnten zu einer Zunahme der Population geführt.

N a h r u n g u n d E r n ä h r u n g

Biber sind P 昀氀 anzenfresser, die sich vor allem von

Baumrinde, Ästen, Wurzeln und verschiedenen Wasserp

昀氀 anzen ernähren. Besonders im Winter, wenn

viele P 昀氀 anzen unter der Schneedecke verborgen sind,

nehmen sie auch die Rinde von Bäumen wie Weiden,

Birken und Eschen zu sich. Ihre Zähne wachsen ein

Leben lang, sodass sie ständig nagen müssen, um

die Zähne abzunutzen. Durch das Nagen an Bäumen

und das Erscha 昀昀 en von Staudämmen spielen sie eine

Schlüsselrolle bei der Umgestaltung von Landschaften.

Lebensweise und Sozialverhalten

Biber leben in Familiengruppen, die in gut strukturierten

Bauten an den Ufern von Gewässern wohnen.

Ihre Bauten bestehen aus Holz, Schlamm und P 昀氀 anzenmaterialien

und bieten sowohl Schutz als auch

einen geeigneten Platz zur Fortp 昀氀 anzung. Das soziale

Verhalten ist stark auf die Familie ausgerichtet, wobei

die Eltern mit ihren Nachkommen zusammenleben, bis

diese alt genug sind, um eigene Territorien zu gründen.

F o r t p f l a z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit der Biber beginnt in den Wintermonaten.

Nach einer Tragzeit von etwa 100 Tagen

kommen die Jungtiere im Frühjahr zur Welt, meist als

Zwillinge. Sie sind zunächst blind und hil 昀氀 os, können

aber nach wenigen Wochen schon schwimmen und

sich mit den Eltern auf Nahrungssuche begeben.

Die Jungtiere bleiben im Familienverband, bis sie

alt genug sind, um ein eigenes Revier zu etablieren.

F e i n d e d e s B i b e r s

In freier Wildbahn hat der Biber nur wenige natürliche

Feinde. Zu den Hauptfeinden gehören größere

Raubtiere wie der Wolf, Bär und der Luchs. Aber auch

der Mensch stellt eine Bedrohung dar, insbesondere

durch die Zerstörung von Lebensräumen und illegale

Jagd. In vielen Regionen sind Biber jedoch mittlerweile

gut geschützt und ihre Population wächst.

Bedeutung des Bibers für das Ökosystem

Biber haben eine enorme Bedeutung für die Umwelt.

Durch den Bau ihrer Dämme verändern sie

nicht nur den Flusslauf, sondern schaffen auch

wertvolle Feuchtgebiete. Diese Feuchtgebiete bieten

Lebensraum für zahlreiche andere Tierarten und

fördern die Artenvielfalt. Zudem tragen Biber zur

Reinigung von Gewässern bei, indem sie Sedimente

昀椀 ltern und das Wasser auf natürliche Weise klären.

https://wildbruecke.de/was-fressen-biber

Illustration: iStock/Vladi333

38 Wildtierwelt


Wildtierwelt 39


40 Wildtierwelt

Foto: iStock/Paul Colley


https://wildbruecke.de/biber-in-europa

Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

Der Biber ist ein faszinierendes Tier, das nicht nur durch seine

körperlichen Merkmale besticht, sondern auch durch seine

erstaunlichen Fähigkeiten, Landschaften zu verändern. Die

Rückkehr des Bibers in viele europäische Länder zeigt, wie erfolgreich

Schutzmaßnahmen sein können. Mit seiner Rolle als

Landschaftsgestalter trägt der Biber nicht nur zur Erhaltung von

Feuchtgebieten bei, sondern auch zur Erhöhung der Biodiversität.

Der Biber bleibt somit ein lebendiger Beweis dafür, wie wichtig

es ist, natürliche Lebensräume zu schützen und zu bewahren.

F a k t e n ü b e r d e n B i b e r :

Der Biber ist das größte Nagetier Europas.

Biber können bis zu 30 kg wiegen.

Ihre Zähne wachsen ihr Leben lang.

Biber sind exzellente Schwimmer und Taucher.

Die Dämme, die Biber bauen, können

mehrere Meter hoch und lang sein.

Biber ernähren sich hauptsächlich

von Baumrinde und Wasserpflanzen.

Sie sind für die Schaffung von Feuchtgebieten verantwortlich.

Biber leben in Familiengruppen.

Biber haben nur wenige natürliche Feinde.

Der Biber ist in vielen Ländern Europas streng geschützt.

S c h u t z d e s B i b e r s

Der Biber ist in vielen Teilen Europas heute streng geschützt.

In Deutschland ist der Biber durch das Bundesnaturschutzgesetz

und die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) besonders

geschützt. Die Wiederansiedlung und der Schutz des Bibers

haben dazu geführt, dass die Population in vielen Gebieten

stetig wächst. Dennoch gibt es immer wieder Kon 昀氀 ikte mit

Landwirten, die durch Bauten und Nageschäden beeinträchtigt

werden. In solchen Fällen werden zunehmend Lösungen

gesucht, um ein harmonisches Zusammenleben von Mensch

und Biber zu ermöglichen.

Wildtierwelt 41


B i b e r - L o s u n g

Die Losung des Bibers ist in der Regel dunkelbraun

bis schwarz und hat eine weiche Konsistenz. Sie ist

typischerweise von p 昀氀 anzlicher Herkunft, da Biber

p 昀氀 anzenfressend sind. In der Losung 昀椀 nden sich Reste

von Baumrinde, Ästen und anderen p 昀氀 anzlichen

Materialien, die der Biber zu sich genommen hat. Die

Häu 昀椀 gkeit von Biberkot in einem bestimmten Gebiet

kann auf die Anwesenheit eines Biberbaus hinweisen.

Biber hinterlassen ihren Kot häu 昀椀 g an bestimmten

Stellen, zum Beispiel in der Nähe des Baus oder der

Nahrungsquelle, was es für Forscher und Naturfreunde

relativ einfach macht, die Tiere zu identi 昀椀 zieren.

https://wildbruecke.de/biber

B i b e r - S p u r e n

Die Spuren des Bibers sind relativ leicht zu erkennen, da sie

in der Regel größer und deutlicher ausgeprägt sind als die

der meisten anderen Nagetiere. Besonders auffällig ist der

breite, flache Schwanz des Bibers, der in den Abdrücken

gut sichtbar ist, wenn das Tier durch den Schlamm oder

das Wasser schwimmt. Biber hinterlassen auch markante

Fußabdrücke, die eine klare Form haben, mit großen,

kräftigen Zehen und einer breiten, abgerundeten Ferse.

An Land sind diese Abdrücke oft in der Nähe von Gewässern

oder an den Ufern von Flüssen und Seen zu fi nden.

Die Spuren von Bibern sind oft auch an frisch abgenagten

Baumstämmen und Zweigen zu erkennen, da Biber als Baumbauer

ihre Umgebung stark prägen. Besonders im Winter

hinterlassen sie typische Zeichen von Rinde, die sie von

Bäumen abnagen, oder von großen Ästen, die sie ins Wasser

transportieren. Zudem kann man oft den Pfad erkennen, den

sie regelmäßig benutzen, wenn sie von ihren Bauten zu den

Nahrungsquellen schwimmen. Die Biber-Spuren bieten also

eine wichtige Möglichkeit, die Präsenz dieser Tiere in einem

Gebiet nachzuweisen.

42 Wildtierwelt


Foto oben: iStock/Frank Wagner, Fotos unten: Wildbrücke

Wildtierwelt 43


Unterschied in Größe, Gewicht und Spuren: Biber, Nutria und Bisamratte

Die Größenunterschiede zwischen Biber, Nutria und

Bisamratte sind deutlich und lassen sich anhand von

Körpergröße, Gewicht und Spuren gut unterscheiden.

Biber: Der Biber ist das größte Nagetier dieser drei

Arten und erreicht eine Körperlänge von bis zu 100

cm und ein Gewicht von bis zu 30 kg. Seine Spuren

sind groß und lassen sich durch den breiten, 昀氀 achen

Schwanz und die großen Pfoten gut identi 昀椀 zieren.

Nutria: Die Nutria, auch als Sumpfbiber bekannt,

ist kleiner als der Biber und wiegt etwa 5 bis

10 kg bei einer Länge von rund 40 bis 60 cm. Ihr

Schwanz ist ebenfalls 昀氀 ach, jedoch kleiner als der

des Bibers. Die Spuren der Nutria sind ebenfalls

groß, aber schmaler als die des Bibers und weisen

weniger auffällige Abdrücke des Schwanzes auf.

Bisamratte: Die Bisamratte ist das kleinste dieser

drei Tiere. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa

30 bis 40 cm und ein Gewicht von 0,7 bis 1,5 kg. Ihre

Spuren sind ebenfalls gut zu erkennen, aber deutlich

kleiner und eher rundlich im Vergleich zu denen des

Bibers und der Nutria. Der Schwanz der Bisamratte ist

schmal und lang, was in den Abdrücken sichtbar wird.

Die Unterscheidung zwischen diesen drei Tieren ist

also vor allem an der Größe der Tiere und den jeweiligen

Abdrücken zu erkennen. Biber hinterlassen aufgrund

ihrer Größe und ihrer kräftigen Körperstruktur

die au 昀昀 älligsten und größten Spuren.

44 Wildtierwelt


Illustrationen Mensch: iStock/msan10, Biber: iStock/Mellok

B i b e r G r ö ß e

Biber sind große Nagetiere und erreichen eine Körperlänge

von 90 bis 100 cm, wobei der Schwanz

noch zusätzlich 30 bis 40 cm lang ist. Mit einem

Gewicht von 16 bis 30 kg, je nach Region und Verfügbarkeit

von Nahrung, gehören sie zu den schwereren

Nagetieren Europas. Ihr Körperbau ist robust

und kompakt, perfekt angepasst an das Leben im

Wasser. Ihr kräftiger Schwanz, der mit Schuppen

bedeckt ist, dient als Ruder beim Schwimmen und

als Balancehilfe, wenn sie auf dem Land unterwegs

sind. Trotz ihrer Größe bewegen sich Biber sowohl

im Wasser als auch an Land erstaunlich geschickt.

https://wildbruecke.de/biber-groesse

Wildtierwelt 45


Ein heimlicher Bewohner unserer Wälder

DER DACHS

D a s A u s s e h e n d e s D a c h s e s

Der Dachs ist unverwechselbar mit seinem kompakten,

kräftigen Körper und der charakteristischen

schwarz-weißen Gesichtsmaske. Sein Fell ist meist

grau bis silbrig, während die Unterseite dunkler gefärbt

ist. Diese Fellzeichnung macht ihn zu einem

der markantesten Bewohner unserer Wälder.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Dachse bevorzugen Lebensräume mit lockeren Böden,

in denen sie ihre weit verzweigten Bauten anlegen können.

Sie kommen in Europa weit verbreitet vor, meiden

jedoch Regionen mit intensiv genutzten Agrar 昀氀 ächen

oder starken Beeinträchtigungen durch den Menschen.

Lebensweise und Sozialverhalten

Dachse sind dämmerungs- und nachtaktiv, weshalb sie

selten gesehen werden. Sie leben in familiären Gruppen

und teilen sich oft große, generationsübergreifende

Baue, die sogenannte Dachsbauten. Diese können

über Jahrzehnte genutzt werden und umfassen mehrere

Ein- und Ausgänge sowie unterirdische Kammern.

N a h r u n g u n d E r n ä h r u n g

Der Dachs ist ein Allesfresser und extrem anpassungsfähig.

Seine Nahrung reicht von Regenwürmern

und Käfern über Früchte bis hin zu

Kleinsäugern. Im Herbst legt er sich durch die Aufnahme

von energiereichen Früchten und Samen

Fettreserven an, um den Winter zu überstehen.

F o r t p f l a n z u n g u n d A u f z u c h t

Die Paarungszeit des Dachses fällt meist in den

Spätsommer, doch die Embryonalentwicklung

wird verzögert, sodass die Jungen erst im Frühling

geboren werden. Ein Wurf besteht typischerweise

aus zwei bis fünf Jungtieren, die in der

geschützten Umgebung des Baus aufwachsen.

Der Dachs ist ein faszinierendes Tier, das trotz seiner

scheuen Natur ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen

Tierwelt ist. Wer mit o 昀昀 enen Augen durch

den Wald geht, kann seine Spuren oder sogar die

eindrucksvollen Baue entdecken – ein Hinweis auf die

stille Präsenz dieses nachtaktiven Bewohners.

D a c h s S p u r e n

Die Spuren des Dachses sind relativ leicht zu erkennen, wenn

man weiß, worauf man achten muss. Dachse hinterlassen fünf

Zehenabdrücke mit gut sichtbaren, langen Krallen, die vor allem

an den Vorderpfoten ausgeprägt sind. Die Pfotenabdrücke

sind etwa 5–7 cm breit und 5–8 cm lang. Zusätzlich sind häufig

sogenannte Trampelpfade zu sehen, die Dachse auf ihren

regelmäßigen Streifzügen durch Wälder und Wiesen nutzen.

D a c h s L o s u n g

Die Losung des Dachses ist meist dunkel, wurstförmig und oft in

speziellen Latrinen abgelegt, die er in der Nähe seines Baus oder

an markanten Stellen seines Territoriums anlegt. Diese Latrinen

dienen nicht nur der Entsorgung, sondern auch der Reviermarkierung.

Je nach Nahrung können in der Losung auch Reste wie

Beeren, Kerne oder Chitinteile von Insekten zu erkennen sein.

D a c h s G r ö ß e

Dachse gehören zu den größten Vertretern der Marderartigen.

Ihre Körperlänge liegt zwischen 65 und 90 cm, wobei der

Schwanz etwa 15–20 cm misst. Das Gewicht eines Dachses

variiert stark je nach Jahreszeit: Im Herbst, vor dem Winter,

können sie bis zu 17 kg wiegen, während sie im Frühjahr durch

die verbrauchten Fettreserven deutlich leichter sind.

G e f a h r e n f ü r d e n D a c h s

Obwohl der Dachs in vielen Regionen Europas

nicht unmittelbar bedroht ist, setzen ihm Lebensraumverlust

und der Straßenverkehr zu. Zudem

wird er in einigen Ländern noch immer bejagt.

Der Dachs und sein ökologischer Nutzen

Dachse spielen eine wichtige Rolle im Ökosyst

e m . S i e r e g u l i e r e n B e s t ä n d e v o n I n s e k -

ten und Kleinsäugern und fördern durch ihre

Grabaktivitäten die Bodendurchmischung.

https://wildbruecke.de/dachs

Illustration: iStock/Pimpay

46 Wildtierwelt


Wildtierwelt 47


48 Wildtierwelt Foto: iStock/Byrdyak


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Wildtierwelt 49


Dachs Größe

Der Dachs zählt zu den größten Vertretern der Marderartigen

in Europa. Seine Körperlänge liegt zwischen 65 und 90 cm, und

sein buschiger Schwanz misst zusätzlich 15 bis 20 cm. Je nach

Jahreszeit variiert das Gewicht erheblich: Während Dachse im

Herbst vor dem Winter bis zu 17 kg erreichen können, nehmen

sie im Frühjahr durch den Verbrauch ihrer Fettreserven merklich

ab und wiegen dann oft nur 9 bis 12 kg.

https://wildbruecke.de/biber-groesse

Illustration Mensch: iStock/msan10

D a c h s L o s u n g

Die Losung des Dachses ist ein auffälliges Merkmal, da sie

in sogenannten Latrinen abgesetzt wird – kleinen, selbst gegrabenen

Gruben, die häufig nahe dem Bau oder entlang von

Territoriumsgrenzen zu finden sind. Die Losung ist in der Regel

dunkel und wurstförmig, ihre Zusammensetzung hängt von der

Nahrung ab. Oft finden sich darin Reste von Beeren, Früchten

oder Insekten, was Rückschlüsse auf die Ernährung zulässt.

50 Wildtierwelt


D a c h s

V e r b r e i t u n g

Der Dachs ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Irland

und Großbritannien bis nach Russland und Kleinasien. Auch

in Asien und Teilen Nordafrikas ist er heimisch. In Deutschland

ist der Dachs fast 昀氀 ächendeckend vertreten, bevorzugt jedoch

abwechslungsreiche Lebensräume wie Mischwälder, Wiesen

und Waldränder. Besonders wohl fühlt er sich in Gebieten mit

lockerem Boden, in dem er seinen Bau anlegen kann.

Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

Dachs Spuren

Die Spuren des Dachses sind gut erkennbar an seinen

fünf Zehen und den langen, kräftigen Krallen, die sich

deutlich im Boden abzeichnen. Die Vorderpfoten

sind breiter als die Hinterpfoten, was den Eindruck

von einem länglichen, leicht gebogenen Abdruck

vermittelt. Typisch sind auch die von ihm genutzten

Pfade, sogenannte Wechsel, die er auf seinen regelmäßigen

Wegen zu Nahrungsquellen oder Wasserstellen

anlegt.

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Wildtierwelt 51


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Foto: iStock/Brezina


Wildtierwelt 53


Meister der Unterwelt

DER MAULWURF

M e r k m a l e d e s M a u l w u r f s

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist ein faszinierendes

Tier, das perfekt an ein Leben unter der Erde angepasst ist.

Mit seiner zylinderförmigen Körperform, dem samtig-schwarzen

Fell und den kräftigen Grabpfoten ist er ein Meister darin,

komplexe Tunnelsysteme zu bauen. Sein kleiner Kopf, die fast

unsichtbaren Augen und Ohren sowie seine kurze, haarige

Schwanzspitze unterstützen seine Lebensweise unter der Erde.

Auch das Zerstören seiner Bauten ist verboten. Wer mit einem

Maulwurf im Garten lebt, sollte daher auf friedliche Methoden

setzen, um ihn umzusiedeln oder mit ihm zu koexistieren.

Der Maulwurf ist ein faszinierendes Tier, dessen Lebensweise

oft verborgen bleibt. Als wichtiger Bestandteil des Ökosystems

trägt er zur Gesundheit der Böden bei und verdient unseren

Respekt und Schutz. Seine einzigartige Anpassung an ein Leben

unter der Erde macht ihn zu einem echten Meister der Natur.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Maulwurf ist in ganz Europa verbreitet, außer in extrem felsigen

Gebieten und in Regionen mit sehr sandigem Boden. Er bevorzugt

Wiesen, Gärten, Wälder und Äcker mit feuchten, lockeren

Böden, in denen er leicht graben kann. Besonders aktiv ist

der Maulwurf in Gegenden, wo die Nahrungssuche durch einen

hohen Bestand an Insekten und Regenwürmern erleichtert wird.

E r n ä h r u n g

Der Maulwurf ist ein reiner Fleischfresser. Sein Speiseplan besteht

hauptsächlich aus Regenwürmern, Insektenlarven und

kleinen Wirbellosen, die er in seinen Tunneln findet. Besonders

clever ist seine Fähigkeit, Regenwürmer zu lähmen und in seinen

Vorratskammern zu speichern. In Zeiten geringer Nahrungsverfügbarkeit

kann der Maulwurf so auf seine Vorräte zurückgreifen.

L e b e n s w e i s e

Der Maulwurf führt ein überwiegend einzelgängerisches Leben

und ist territorial. Sein unterirdisches Gangsystem kann eine

Fläche von bis zu 2000 m² abdecken. Die charakteristischen

Maulwurfshügel entstehen durch den Aushub der Erde, wenn

er neue Gänge gräbt. Obwohl er hauptsächlich unterirdisch

lebt, ist er auch in der Lage, kurze Strecken oberirdisch zurückzulegen,

etwa bei der Suche nach einem neuen Revier.

F o r t p f l a n z u n

g

Die Paarungszeit des Maulwurfs fällt in die Frühlingsmonate zwischen

März und Mai. Nach einer Tragzeit von etwa vier Wochen

bringt das Weibchen in einer speziell angelegten Wurfhöhle drei

bis sieben Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt blind und

nackt, entwickeln sich jedoch schnell und verlassen nach zwei

Monaten das mütterliche Nest, um eigene Reviere zu suchen.

M a u l w u r f u n d M e n s c h

Der Maulwurf hat aufgrund seiner unterirdischen Aktivitäten

einen zwiespältigen Ruf. Während viele Menschen die

Maulwurfshügel im Garten als störend empfi nden, ist der

Maulwurf ein äußerst nützlicher Bodenbewohner. Durch

seine Grabtätigkeit belüftet er den Boden, verbessert dessen

Struktur und trägt zur Regulierung von Schädlingen bei.

S c h u t z s t a t u s

In Deutschland steht der Maulwurf unter Naturschutz. Das

bedeutet, dass er weder gefangen noch getötet werden darf.

Foto: iStock/GlobalP

https://wildbruecke.de/maulwurf

54 Wildtierwelt


Foto: iStock/Tramper2 Wildtierwelt 55


Maulwurf Größe

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist ein kleines, aber

kraftvolles Tier. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 11 bis 16

Zentimetern, wobei der kurze, runde Schwanz zusätzliche 2 bis

4 Zentimeter misst. Mit einem Gewicht von durchschnittlich 70

bis 120 Gramm ist der Maulwurf relativ leicht, was seine Beweglichkeit

im Boden unterstützt. Trotz seiner geringen Größe ist

er dank seiner muskulösen Vorderbeine und schaufelartigen

Pfoten ein effizienter Tunnelgräber und kann in kurzer Zeit

beeindruckende Gangsysteme anlegen.

https://wildbruecke.de/maulwurf-groesse

Illustration Mensch: iStock/msan10

Maulwurf Losung

Die Losung des Maulwurfs ist im Vergleich zu vielen anderen

Tieren selten sichtbar, da sie sich meist in den unterirdischen

Gängen befindet. Wenn Kot gefunden wird, ist er in der Regel

klein, dunkel und zylindrisch geformt. Die Losung kann einen

Einblick in die Ernährung des Maulwurfs geben, da sie oft unverdaute

Chitinreste von Insekten und andere unverdauliche

Bestandteile seiner Beute enthält.

56 Wildtierwelt


Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

Verbreitung des Maulwurfs

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist in nahezu

allen Teilen Europas heimisch, ausgenommen Irland, einige

Mittelmeerinseln und extrem felsige oder sandige Regionen.

In Deutschland ist er 昀氀 ächendeckend verbreitet und kommt

sowohl in Wäldern als auch in Gärten und auf Feldern vor. Der

Maulwurf bevorzugt feuchte, lockere Böden, die das Graben

erleichtern, und lebt sowohl in ländlichen als auch in städtischen

Gebieten.

https://wildbruecke.de/maulwurf

M a u l w u r f

S p u r e n

Die typischen Spuren eines Maulwurfs sind die gut erkennbaren

Hügel, die beim Graben seiner Gänge entstehen. Diese Erdhaufen

sind oft locker und symmetrisch geformt. Im Gegensatz

zu Wühlmausgängen sind Maulwurfgänge nicht direkt unter der

Erdober 昀氀 äche sichtbar, da sie tiefer verlaufen. Zudem zeigen

Maulwurfgänge keine Abdrücke von Nagetierzähnen, da der

Maulwurf die Erde mit seinen Pfoten wegschiebt.

Wildtierwelt 57


Foto: iStock/Tramper2 (links) und CreativeNature_nl (rechts)

Unterschiede zwischen

Maulwurf und Wühlmaus

Obwohl der Maulwurf und die Wühlmaus oft verwechselt werden,

unterscheiden sich die beiden Tiere in vielerlei Hinsicht.

Der Maulwurf gehört zu den Insektenfressern, während die

Wühlmaus ein P 昀氀 anzenfresser aus der Familie der Nagetiere ist.

Maulwürfe haben samtig-schwarzes Fell, eine zylinderförmige

Körperform und kräftige Grabpfoten, während Wühlmäuse

deutlich kleiner, braun gefärbt und mit sichtbaren Augen und

Ohren ausgestattet sind. Auch ihre Hügel unterscheiden sich:

Maulwurfshügel sind symmetrisch und zentral über einem

Gangsystem angeordnet, während Wühlmaushaufen asymmetrisch

und 昀氀 acher ausfallen.

https://wildbruecke.de/maulwurf-oder-wuehlmaus

Foto: iStock/Watcha

58 Wildtierwelt


Foto: iStock/CatKelter Wildtierwelt 59


Rückkehr eines heimlichen Jägers

DER LUCHS

Der Luchs (Lynx lynx) ist das größte Mitglied der Katzenfamilie

in Europa und zählt zu den beeindruckendsten Raubtieren

unserer Wälder. Mit seinem dichten Fell, den charakteristischen

Ohrpinseln und dem kurzen Stummelschwanz ist

er ein Meister der Tarnung und ein Symbol für die Rückkehr

von Wildtieren in ihre ursprünglichen Lebensräume.

A u s s e h e n u n d B e s o n d e r h e i t e n

Der Europäische Luchs wird bis zu 1,3 Meter lang und wiegt je

nach Geschlecht zwischen 15 und 30 Kilogramm. Sein Fell ist

meist hellbraun bis rötlich mit dunklen Flecken, die als Tarnung

im Wald dienen. Auffällig sind die langen schwarzen Haarbüschel

an den Ohren, die vermutlich als Verstärker für das Gehör dienen,

sowie der kurze Stummelschwanz mit einer schwarzen Spitze.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Luchse bevorzugen große, zusammenhängende Waldgebiete

mit dichtem Unterholz, das ihnen Schutz und Jagdmöglichkeiten

bietet. Ursprünglich waren sie in fast ganz Europa

verbreitet, wurden jedoch durch Jagd und Lebensraumverlust

stark dezimiert. Dank verschiedener Wiederansiedlungsprojekte

gibt es heute wieder Luchse in Regionen

wie dem Bayerischen Wald, dem Harz und den Karpaten.

L e b e n s w e i s e u n d E r n ä h r u n g

Der Luchs ist ein Einzelgänger, der ein großes Revier beansprucht,

das mehrere hundert Quadratkilometer umfassen

kann. Als dämmerungs- und nachtaktiver Jäger ernährt er

sich vor allem von Rehen, Wildkaninchen, Hasen und kleinen

Nagetieren. Er ist ein Schleichjäger, der seine Beute lautlos

verfolgt und mit einem gezielten Sprung überwältigt.

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Obwohl der Luchs in einigen Regionen erfolgreich wieder

angesiedelt wurde, bleibt er eine gefährdete Art. Lebensraumverlust,

Wilderei und der Straßenverkehr stellen nach

wie vor große Gefahren dar. Um den Luchs langfristig zu

schützen, sind grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen

sowie die Akzeptanz durch die Bevölkerung entscheidend.

Der Luchs als Symbol für Biodiversität

Die Rückkehr des Luchses zeigt, wie wichtig Naturschutzprojekte

für den Erhalt der Biodiversität sind. Als Top-

Prädator spielt er eine wichtige Rolle im Ökosystem,

da er dazu beiträgt, die Wildbestände zu regulieren.

https://wildbruecke.de/luchs

60 Wildtierwelt


Foto: iStock/chekyfoto

Wildtierwelt 61


Größe und Körperbau des Luchses

Der Luchs ist das größte Raubtier unter den europäischen Wildkatzen

und beeindruckt durch seine kraftvolle Statur. Erwachsene

Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 80 bis 130 cm,

wobei Männchen deutlich größer und schwerer sind als Weibchen.

Die Schulterhöhe beträgt etwa 60 bis 75 cm, was dem

Luchs eine majestätische Erscheinung verleiht. Sein Gewicht

variiert je nach Region und Geschlecht: Während Weibchen

zwischen 15 und 20 Kilogramm wiegen, können Männchen

bis zu 30 Kilogramm schwer werden. Der kurze, etwa 15 bis

25 cm lange Schwanz mit schwarzer Spitze ist charakteristisch

für den Luchs und unterscheidet ihn von anderen Wildkatzen.

Besonders auffällig sind die langen Ohrpinsel, die bis zu 4 cm

messen und wahrscheinlich das Gehör verbessern, sowie die

großen, gepolsterten Pfoten, die ihm ermöglichen, leise und

effizient durch Schnee und unebenes Gelände zu schleichen.

https://wildbruecke.de/luchs-groesse

Foto: iStock/GlobalP, Illustration Mensch: iStock/msan10

G e r ä u s c h e d e s L u c h s e s

Der Luchs ist ein stiller Jäger, der sich meist lautlos durch den

Wald bewegt. Dennoch verfügt er über ein beeindruckendes

Repertoire an Lauten, die je nach Situation eingesetzt werden.

Während der Paarungszeit, die meist im späten Winter stattfindet,

lassen Luchse laute, raue Rufe hören, die an das Schreien

eines Fuchses erinnern. Diese Rufe dienen der Partnerfindung

und markieren die Reviergrenzen. Auch Muttertiere kommunizieren

mit ihren Jungen durch sanfte, miauende Laute oder

leises Knurren. Wenn Luchse sich bedroht fühlen, können sie

fauchen oder knurren, ähnlich wie Hauskatzen, jedoch deutlich

kraftvoller. Insgesamt ist der Luchs jedoch ein eher leises

Tier, das sich vor allem durch seine Tarnung und nicht durch

auffällige Geräusche bemerkbar macht.

62 Wildtierwelt

https://wildbruecke.de/luchs/#geräusche


S p u r e n d e s L u c h s e s

Die Spuren des Luchses sind ein eindeutiges Zeichen seiner

Anwesenheit, aber nicht leicht zu entdecken. Typisch sind die

großen, runden Abdrücke seiner Pfoten, die im Durchmesser

etwa 8 bis 10 cm messen. Anders als bei Hunden oder Wölfen

sind bei den Luchsspuren keine Krallenabdrücke zu sehen,

da er seine Krallen beim Gehen einzieht. Die Abdrücke zeigen

vier Zehen, die leicht fächerförmig angeordnet sind, und ein

gut sichtbares Ballenpolster. Im Schnee oder weichen Boden

wirken die Spuren oft unscharf, da die Fellpolster seiner Pfoten

den Abdruck dämpfen. Luchse hinterlassen oft sogenannte

„Pirschspuren“, bei denen die Abdrücke in einer geraden Linie

angeordnet sind, was typisch für schleichende Raubkatzen ist.

Foto: iStock/GlobalP

https://www.youtube.com/watch?v=asIKoLMJeYE

oLMJeYE

https://wildbruecke.de/luchs/#spuren

tps://wildbruecke.de/luchs/#s

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Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over Foto: iStock/GlobalP

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Foto: iStock/Liene Helmig


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Die Kompassnadel

DAS REH

Das Reh (Capreolus capreolus) gehört zu den bekanntesten

Wildtieren Europas. Es ist nicht nur in Deutschland weit

verbreitet, sondern auch ein wichtiger Bestandteil unserer

Wälder und Kulturlandschaften. Mit seiner grazilen Erscheinung

und seinem scheuen Verhalten zieht es Menschen

seit jeher in seinen Bann. Im Folgenden beleuchten wir die

wichtigsten Aspekte des Rehs, einschließlich seiner Losung,

Spuren, Verbreitung und der Besonderheiten seiner Hörner.

https://wildbruecke.de/reh

M e r k m a l e u n d L e b e n s w e i s e

Das Reh ist ein kleiner Vertreter der Hirschfamilie (Cervidae)

und unterscheidet sich von anderen Hirschen durch seine

geringe Größe und sein schlankes, zierliches Erscheinungsbild.

Weibliche Rehe, auch Ricken genannt, sind mit einem

Gewicht von 15 bis 25 Kilogramm etwas leichter als die Böcke,

die bis zu 30 Kilogramm wiegen können. Die Fellfarbe

variiert je nach Jahreszeit von rotbraun im Sommer bis graubraun

im Winter, was eine hervorragende Tarnung bietet.

Rehe sind meist in Wäldern, Feldern und Heckenlandschaften

anzutreffen. Sie leben als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen,

den sogenannten Sprüngen. Während der Brunftzeit von Juli bis

August kommt es zu spektakulären Verhaltensweisen, bei denen

Böcke ihre Reviere verteidigen und um die Ricken werben.

Foto: iStock/SynchR

D i e L o s u n g d e s R e h s

Die Losung des Rehs ist ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung

von anderen Wildtieren. Rehe hinterlassen meist

kleine, ovale Kotpillen, die etwa 1 bis 2 Zentimeter lang und

dunkelbraun bis schwarz sind. Diese sind oft in kleinen Haufen

zu finden und verraten Rückschlüsse auf ihre Nahrung, die aus

Gräsern, Kräutern, Blättern und Knospen besteht. Im Winter

kann die Losung härter und kompakter sein, da die Tiere auf

Rinde und andere schwer verdauliche Nahrung ausweichen.

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Foto: iStock/SynchR


Wildtierwelt 69


S p u r e n d e s R e h s

Die Trittsiegel von Rehen sind klein und schmal, da sie Paarhufer

sind. Ihre Spuren messen in der Regel 3 bis 5 Zentimeter in

der Länge und haben eine markante, spitze Form. Im Vergleich

zu größeren Hirschen sind Rehspuren deutlich zierlicher und

zeigen selten Schleifspuren, da die Tiere leichtfüßig laufen.

Trittsiegel lassen sich oft auf weichen Böden oder im Schnee

gut erkennen und geben Aufschluss über die Bewegungspfade

der Tiere.

H ö r n e r d e s R e h s – D a s G e w e i h

Ein charakteristisches Merkmal des Rehbocks ist sein Geweih.

Es wird jedes Jahr zwischen November und Februar abgeworfen

und anschließend neu gebildet. Während des Wachstums

ist das Geweih von einer weichen Haut, der sogenannten

Bastschicht, umgeben, die eine Versorgung mit Blut und Nährstoffen

gewährleistet. Das Geweih des Rehbocks erreicht seine

volle Größe im Frühjahr und ist ein wichtiges Statussymbol in

der Brunftzeit. Die Größe und Form des Geweihs hängen von

Alter, Ernährung und Gesundheitszustand des Tieres ab.

Illustration: iStock/Yuliya Kachan

https://wildbruecke.de/reh/#spuren

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V e r b r e i t u n g d e s R e h s

Das Reh ist in fast ganz Europa verbreitet und zählt zu den häufigsten

Wildtieren Deutschlands. Es kommt von der Iberischen

Halbinsel bis nach Skandinavien und von Großbritannien bis

in den Kaukasus vor. Dank seiner Anpassungsfähigkeit ist das

Reh sowohl in Wäldern als auch in Offenlandschaften zu Hause.

Die zunehmende Fragmentierung von Lebensräumen durch

Straßen und Siedlungen stellt jedoch eine Herausforderung

dar, da sie die Wanderbewegungen der Tiere einschränkt.

https://wildbruecke.de/reh/#verbreitung

Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

Die Kompassnadel

Eine interessante Verhaltensweise des Rehs ist seine scheinbare

Orientierung nach einer „Kompassnadel“. Studien haben

gezeigt, dass Rehe bei bestimmten Aktivitäten wie dem Ruhen

oder Äsen bevorzugt ihre Körperachse in Nord-Süd-Richtung

ausrichten. Dieses Verhalten, das auch bei anderen

Tieren beobachtet wurde, könnte mit der Wahrnehmung

des Erdmagnetfeldes zusammenhängen. Warum genau

Rehe diese Ausrichtung wählen, ist noch nicht vollständig

geklärt, doch es wird vermutet, dass diese Orientierung Vorteile

bei der Navigation oder beim Schutz vor Feinden bietet.

Das Reh ist ein faszinierendes Wildtier, das eine wichtige Rolle

in unseren Ökosystemen spielt. Seine Losung, Spuren, Verbreitung

und das markante Geweih des Rehbocks sind spannende

Aspekte, die das Leben dieses anmutigen Waldbewohners

charakterisieren. Ob bei einem Spaziergang durch den Wald

oder beim Beobachten der Natur: Das Reh bietet immer wieder

neue Einblicke in die Vielfalt der heimischen Tierwelt.

Wildtierwelt 71

Illustration: iStock/Pimpay


Rehkitzrettung – Schutz für den Nachwuchs

Die Rehkitzrettung ist eine wichtige Maßnahme, um die

jungen Rehe während der Mahd, also dem Mähen von Wiesen,

vor Verletzungen oder dem Tod zu schützen. Rehkitze,

die in den ersten Wochen ihres Lebens nahezu regungslos

im hohen Gras liegen, vertrauen auf ihre Tarnung und

laufen bei Gefahr nicht davon. Diese Strategie schützt sie

vor natürlichen Feinden, wird jedoch zum Verhängnis, wenn

Wiesen mit Maschinen gemäht werden. Jedes Jahr sterben

zahlreiche Kitze durch Mähwerke, was nicht nur für die Rehpopulation

problematisch ist, sondern auch für Landwirte,

die auf hygienisch einwandfreies Futter angewiesen sind.

https://wildbruecke.de/reh-kitz/

Moderne Technologien wie Drohnen mit Wärmebildkameras

ermöglichen es, Rehkitze frühzeitig aufzuspüren und aus den

Gefahrenzonen zu bringen. In Zusammenarbeit mit Landwirten,

Jägern und Naturschutzorganisationen werden so groß 昀氀 ächige

Suchaktionen organisiert, um die Tiere rechtzeitig in Sicherheit

zu bringen. Neben der technischen Hilfe sind auch einfache

Maßnahmen wie das Anbringen von Scheuchen oder die zeitlich

angepasste Mahd hilfreich, um die Kitze zu schützen. Die

Rehkitzrettung ist ein beeindruckendes Beispiel für den Einsatz

von Mensch und Technik, um den Tieren in ihrer natürlichen

Umgebung das Überleben zu sichern.

https://www.youtube.com/watch?v=zAfeBaYePXM

Foto: iStock/Anagramm, Icon: ©[iconsolid ] via Canva.com


Foto: iStock/Anagramm Wildtierwelt 73


Ein Exot unter den heimischen Wildtieren

DER MARDERHUND

Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides), auch als

„Enok“ bekannt, ist ein faszinierender Neozoon, der ursprünglich

aus Ostasien stammt und sich mittlerweile in

Europa ausgebreitet hat. Trotz seines Namens gehört

er nicht zur Familie der Marder, sondern zu den Hundeartigen.

Mit seinem dichten Fell und seiner unverkennbaren

Gesichtsmaske erinnert er optisch an einen Waschbären.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der Marderhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Vertreter der

Hundeartigen. Erwachsene Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-

Länge von etwa 50 bis 70 cm, hinzu kommt ein buschiger

Schwanz von 15 bis 25 cm Länge. Sie wiegen in der Regel zwischen

4 und 10 kg, wobei das Gewicht saisonal schwanken kann

– im Herbst, vor dem Winter, können sie durch Fettreserven

deutlich schwerer sein. Das dichte, graubraune bis schwarz gemusterte

Fell ist optimal an kalte Temperaturen angepasst. Besonders

auffällig ist die Gesichtszeichnung mit dunklen „Augenmasken“,

die ihm ein waschbärähnliches Aussehen verleihen.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Marderhund bevorzugt feuchte Lebensräume wie Auenwälder,

Sümpfe und Seenlandschaften, fühlt sich aber auch

in Misch- und Nadelwäldern wohl. Ursprünglich stammt er

aus Ostasien, wurde jedoch im 20. Jahrhundert in Russland

gezielt angesiedelt, um die Pelzindustrie zu fördern. Von dort

breitete er sich in weiten Teilen Europas aus und ist heute auch

in Deutschland anzutreffen. Dank seiner Anpassungsfähigkeit

lebt der Marderhund sogar in urbanen Gebieten und Gärten.

Lebensweise und Sozialverhalten

Der Marderhund ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier,

das die Tageszeit meist in einem Bau oder einer dichten Deckung

verbringt. Er ist einer der wenigen Hundeartigen, der eine

echte Winterruhe hält. In der kalten Jahreszeit reduziert er seine

Aktivität erheblich und verlässt seinen Unterschlupf nur selten.

Marderhunde leben in monogamen Paaren und teilen sich gemeinsam

ein Revier, das sie durch Duftmarken kennzeichnen.

E r n ä h r u n g

Der Marderhund ist ein Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum.

Seine Ernährung umfasst Früchte, Beeren,

Insekten, Amphibien, kleine Säugetiere und Aas. Im Herbst spielen

energiereiche p 昀氀 anzliche Nahrung wie Nüsse und Obst eine

wichtige Rolle, um Fettreserven für die Winterruhe anzulegen.

Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren des Marderhunds ähneln denen eines kleinen

Hundes, jedoch sind sie meist schmaler und zeigen vier

Zehen sowie Krallenabdrücke. Die Pfotenabdrücke messen

etwa 4 bis 6 cm im Durchmesser. Im Gegensatz zu heimischen

Füchsen hinterlässt der Marderhund oft auch Kot

an gut sichtbaren Stellen, um sein Revier zu markieren.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit der Marderhunde liegt im Spätwinter,

meist zwischen Januar und März. Nach einer Tragezeit

von etwa 60 Tagen bringt das Weibchen 6 bis 9 Junge

zur Welt. Beide Eltern kümmern sich um die Aufzucht

der Welpen, was bei Hundeartigen ungewöhnlich ist.

Die Jungen sind mit etwa 10 Monaten geschlechtsreif.

Natürliche Feinde und Gefährdung

Der Marderhund hat in Europa nur wenige natürliche Feinde, darunter

größere Raubtiere wie Wölfe und Luchse. Auch Menschen

stellen eine Bedrohung dar, sei es durch Jagd, Verkehrsunfälle

oder den Verlust von Lebensräumen. Dennoch gilt der Marderhund

aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit nicht als gefährdet.

Ökologische Rolle und Auswirkungen

Als Neozoon ist der Marderhund ein umstrittenes Tier.

Einerseits bereichert er die Artenvielfalt, andererseits wird

er für den Rückgang von bodenbrütenden Vögeln und Amphibien

verantwortlich gemacht. Sein Ein 昀氀 uss auf die heimische

Tierwelt ist daher Gegenstand intensiver Forschung.

Besonderheiten des Marderhunds

Der Marderhund ist der einzige

Hundeartige, der eine Winterruhe hält.

Er kann auf Bäume klettern, was für Hundeartige ungewöhnlich ist.

Seine Lautäußerungen umfassen Bellen,

Knurren und ein katzenähnliches Fauchen.

Marderhunde sind sehr reinliche

Tiere und pflegen ihr Fell wie Katzen.

Der Marderhund ist ein beeindruckendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit

von Tieren in fremden Lebensräumen. Seine Rolle

in der europäischen Tierwelt ist jedoch noch nicht abschließend

geklärt, was ihn zu einem spannenden Forschungsobjekt macht.

https://wildbruecke.de/marderhund

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Illustration Mensch: iStock/msan10

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Foto: Wildbrücke Wildtierwelt 77


Illustration: iStock/ Byrdyak

Kartenillustration: iStock/Fourlea 昀氀 over

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Foto: Wildbrücke, Icon: ©[iconsolid ] via Canva.com

https://youtu.be/qqlwkbrYee0

Wildtierwelt 79


Die Meister der Anpassung

DAS WILDSCHWEIN

Das Wildschwein (Sus scrofa) ist ein faszinierender Bewohner

unserer Wälder und Felder. Hier beantworten wir

einige häufi g gestellte Fragen und werfen einen Blick auf

die wichtigsten Merkmale dieses eindrucksvollen Tieres.

W i e v i e l w i e g t e i n W i l d s c h w e i n ?

Das Gewicht eines Wildschweins variiert stark. Ein erwachsener

Keiler, also ein männliches Wildschwein, kann bis zu 200

kg wiegen, während Bachen, die weiblichen Wildschweine,

meist leichter sind und zwischen 50 und 120 kg wiegen.

Wie nennt man ein weibliches Wildschwein?

Ein weibliches Wildschwein wird als Bache bezeichnet.

Sie ist für die Aufzucht der Jungen und die Führung der

Rotte, also der Wildschwein-Gruppe, verantwortlich.

W i e n e n n t m a n d i e B a -

Wie groß kann ein Wildschwein werden?

Ein ausgewachsenes Wildschwein kann eine Länge von 120 bis

180 cm erreichen. Die Schulterhöhe liegt meist zwischen 55

und 100 cm, wobei Keiler in der Regel größer sind als Bachen.

W a s f r i s s t e i n W i l d s c h w e i n ?

Wildschweine sind Allesfresser. Ihre Nahrung umfasst

P 昀氀 anzen, Wurzeln, Eicheln, Bucheckern, Insekten und kleine

Wirbeltiere. In landwirtschaftlichen Gebieten suchen

sie auch Felder nach Mais, Getreide oder Kartoffeln ab.

Das Wildschwein ist ein anpassungsfähiges und faszinierendes

Tier, das eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem spielt. Ob

es um ihre sozialen Strukturen, ihre erstaunliche Schnelligkeit

oder die Vielfalt ihrer Geräusche geht – Wildschweine sind Meister

der Anpassung und verdienen Respekt und Verständnis.

b y s v o n W i l d s c h w e i n e n ?

Die Jungen der Wildschweine heißen Frischlinge. Sie sind an

ihrem auffälligen Streifenmuster zu erkennen, das ihnen als

Tarnung dient und in den ersten Lebensmonaten verblasst.

W o k a n n i c h e i n e n W i l d -

s c h w e i n - S t e c k b r i e f f i n d e n ?

Einen detaillierten Steckbrief über Wildschweine findest du auf

unserer Website, wo du ihn kostenlos herunterladen kannst.

Wie sehen Wildschweinspuren aus?

Die Spuren von Wildschweinen sind leicht zu erkennen.

Ihre Hufe hinterlassen typische Abdrücke mit zwei Klauen,

die etwa 5–7 cm lang sind. Neben Trittsiegeln sind

oft Wühlspuren zu finden, da Wildschweine mit ihrer

Schnauze den Boden au 昀氀 ockern, um Nahrung zu suchen.

W i e n e n n t m a n e i n m ä n n -

l i c h e s W i l d s c h w e i n ?

Ein männliches Wildschwein wird Keiler genannt. Der Keiler

ist durch seine kräftige Statur und die beeindruckenden

Hauzähne, auch Hauer genannt, gut zu unterscheiden.

Wie schnell kann ein Wildschwein laufen?

Wildschweine sind erstaunlich schnelle Tiere und können

Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen.

Diese Fähigkeit nutzen sie sowohl zur Flucht vor Feinden

als auch beim Kampf um Paarungspartner.

Welche Geräusche macht ein Wildschwein?

Wildschweine nutzen eine Vielzahl von Lauten, um miteinander

zu kommunizieren. Typische Geräusche sind Grunzen, Schnaufen

und Quieken, die Aufschluss über Stimmung und Absichten

geben. Grunzlaute dienen oft der Kontaktaufnahme innerhalb

der Rotte, während schrilles Quieken auf Gefahr hinweisen kann.

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https://wildbruecke.de/wildschwein


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Foto: Pixabay/Mikewildadventure


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Überlebenskünstler der Arktis

DAS RENTIER

Das Rentier, auch als Karibu bekannt (Rangifer tarandus), ist ein

Symbol für die eisigen Weiten des Nordens. Diese faszinierenden

Tiere sind perfekt an das Leben in extremen Klimazonen

angepasst und spielen eine zentrale Rolle im kulturellen und

ökologischen Gefüge der Arktis und subarktischen Regionen.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Rentiere sind mittelgroße Vertreter der Hirsche. Sie erreichen

eine Schulterhöhe von 85 bis 150 cm und wiegen

je nach Geschlecht und Region zwischen 60 und 300 kg.

Eine Besonderheit: Sowohl männliche als auch weibliche

Rentiere tragen ein Geweih – einzigartig unter den Hirschen.

Während das Geweih der Männchen größer und

stärker verzweigt ist, nutzen die Weibchen ihres vor allem,

um in der schneebedeckten Tundra Futter freizulegen.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Rentiere sind in der Arktis, subarktischen Regionen und der

Tundra verbreitet. Ihr Lebensraum erstreckt sich über Europa,

Nordamerika und Asien. Während die domestizierten Rentiere

in Skandinavien und Russland eine enge Beziehung zu den indigenen

Völkern p 昀氀 egen, sind die wilden Karibus Nordamerikas

untrennbar mit den Weiten Kanadas und Alaskas verbunden.

E r n ä h r u n g u n d L e b e n s w e i s e

Rentiere sind P 昀氀 anzenfresser, deren Ernährung stark von

den Jahreszeiten abhängt. Im Sommer fressen sie Moose,

Gräser und Blätter, während im Winter Flechten – sogenannte

Rentier 昀氀 echten – die Hauptnahrungsquelle darstellen. Sie

sind wanderfreudig und legen oft mehrere Tausend Kilometer

pro Jahr zurück, um Nahrung und Schutz zu finden.

Fortpflanzung und Sozialverhalten

Die Paarungszeit, bekannt als Brunft, findet im Herbst statt.

Nach einer Tragzeit von etwa 230 Tagen bringt das Weibchen

im Frühling ein Junges zur Welt. Diese Kälber sind erstaunlich

robust und können bereits wenige Stunden nach

der Geburt laufen. Rentiere leben in großen Herden, die

in der Winterzeit Tausende von Tieren umfassen können,

während sie im Sommer in kleinere Gruppen aufgeteilt sind.

G e f ä h r d u n g u n d A n p a s s u n g

Die Bedrohungen für Rentiere sind vielfältig: Klimawandel, Lebensraumverlust

und Konkurrenz mit Menschen um Ressourcen

setzen den Beständen zu. Gleichzeitig sind sie Überlebenskünstler.

Ihre Hufe passen sich saisonal an – breit für den Winter, um

auf Schnee zu laufen, und schmal für den Sommer. Außerdem

können sie bei Bedarf Schnee scharren, um Nahrung zu finden.

Spannende Fakten über Rentiere

Leuchtende Augen: Die Augenfarbe der Rentiere wechselt

mit der Jahreszeit von Gold im Sommer zu Blau im Winter, um

sich an die Lichtverhältnisse anzupassen.

Einzigartiges Geweih: Rentiere sind die einzigen Hirsche, bei

denen beide Geschlechter ein Geweih tragen.

Wandervögel der Arktis: Sie legen jedes Jahr bis zu 5000 Kilometer

zurück – eine der längsten Wanderungen im Tierreich.

Geräusche zur Kommunikation: Rentiere erzeugen durch eine

Sehne in den Beinen Klickgeräusche, die der Kommunikation

in der Herde dienen.

Rentierflechten: Diese Flechten sind extrem nahrhaft

und eine unverzichtbare Energiequelle im Winter.

Domestizierung: Rentiere wurden vor Tausenden von Jahren

domestiziert und dienen indigenen Völkern als Nahrungslieferanten

und Transportmittel.

Kälteschutz: Ihr dichtes Fell schützt sie vor Temperaturen bis

zu -50 °C.

Weihnachtssymbol: Sie sind weltweit bekannt als die „ 昀氀 iegenden

Rentiere“ des Weihnachtsmanns.

Überlebenskünstler: Ihre Nase erwärmt die eisige Luft, bevor

sie in die Lunge gelangt.

Bedroht durch Klimawandel: Die Erwärmung der Arktis

verändert die Vegetation und bedroht ihre Lebensräume.

Das Rentier ist ein wahrer Überlebenskünstler, der den Herausforderungen

des arktischen Lebens trotzt. Seine erstaunlichen

Anpassungen machen es zu einem der beeindruckendsten

Tiere der Welt. Doch auch dieses Symbol der Arktis steht unter

Druck und braucht Schutz, damit es auch in Zukunft die Tundra

durchstreifen kann.

https://wildbruecke.de/rentier

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Wildtierwelt 85


86 Wildtierwelt


R e n t i e r L o s u n g

Die Losung eines Rentiers gibt wertvolle Hinweise auf seine

Ernährung und Lebensweise. Rentierkot besteht aus kleinen,

ovalen oder runden Pellets, die oft in Gruppen abgelegt werden.

Sie variieren in Größe und Konsistenz je nach Jahreszeit und

Nahrungsangebot. Im Sommer, wenn Rentiere hauptsächlich

saftige Gräser und Kräuter fressen, ist die Losung oft weicher

und dunkler. Im Winter, wenn sie sich von Flechten und trockeneren

P 昀氀 anzen ernähren, wird sie härter und heller. Die

Untersuchung von Rentierlosung spielt eine wichtige Rolle in

der Wildtierforschung, um Rückschlüsse auf ihre Ernährungsgewohnheiten

und Gesundheit zu ziehen.

Foto: iStock/LOJ5407

R e n t i e r S p u r e n

Die Spuren eines Rentiers sind aufgrund seiner spezifischen

Hufstruktur leicht zu erkennen. Rentiere hinterlassen hufartige

Abdrücke, die oval und etwa 8–12 cm lang sind. Die Hufe sind

breit und 昀氀 exibel, was ihnen auf Schnee und Eis Halt gibt und

das Graben nach Nahrung erleichtert. Im Winter sind die Abdrücke

oft tiefer, da die Tiere weichen Schnee durchqueren.

Häufig sieht man auch parallele Kratzspuren, die durch das

Scharren der Hufe beim Freilegen von Flechten entstehen.

Rentierspuren bieten wichtige Einblicke in ihre Wanderungen

und bevorzugten Futterplätze.

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Gefährdete Legende der eisigen Welt

DER EISBÄR

Der Eisbär (Ursus maritimus), eines der beeindruckendsten

und größten Landraubtiere der Erde, ist ein Symbol für die

Wildnis der Arktis und ein Indikator für die Auswirkungen des

Klimawandels. Mit seinem dichten weißen Fell und seiner

kraftvollen Erscheinung ist der Eisbär ein wahrer Meister der

Anpassung an eines der extremsten Lebensräume der Welt.

E r s c h e i n u n g s b i l d

Der Eisbär ist von Kopf bis Schwanz ein perfekter Jäger. Erwachsene

Männchen erreichen eine Körperlänge von bis

zu 3 Metern und ein Gewicht von 400 bis 700 Kilogramm,

in Ausnahmefällen sogar mehr. Weibchen sind kleiner, wiegen

etwa 150 bis 300 Kilogramm. Das dichte Fell und die

darunterliegende dicke Fettschicht bieten Schutz vor der

arktischen Kälte. Die Haut des Eisbären ist schwarz, was dabei

hilft, Wärme zu speichern. Die mächtigen Pranken sind

mit scharfen Krallen und rutschfesten Sohlen ausgestattet,

ideal für das Laufen auf Eis und das Greifen von Beute.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Eisbären sind in den arktischen Regionen der Nordhalbkugel

beheimatet, einschließlich der Küstengebiete Kanadas, Alaskas,

Russlands, Grönlands und Norwegens. Sie sind eng an die Meereislandschaften

gebunden, da sie dieses für die Jagd auf Robben

benötigen. Mit dem Rückgang des Meereises infolge der globalen

Erwärmung sehen sich Eisbären jedoch gezwungen, immer

häufiger auf das Festland auszuweichen, wo Nahrung knapp ist.

E r n ä h r u n g

Die Hauptnahrung des Eisbären besteht aus Robben, insbesondere

Ringelrobben und Bartrobben. Eisbären sind

spezialisierte Jäger und nutzen das Meereis, um an Atemlöchern

der Robben auf Beute zu lauern. Ihr ausgezeichneter

Geruchssinn ermöglicht es ihnen, Robben auch unter Schnee

und Eis zu erschnüffeln. Neben Robben fressen sie gelegentlich

Aas, Fische, Vögel und in Notzeiten sogar P 昀氀 anzen.

F o r t p f l a n z u n g u n d A u f z u c h t

Die Paarungszeit der Eisbären liegt zwischen April und

Juni. Nach einer Tragzeit von etwa acht Monaten bringen

die Weibchen in einer Schneehöhle meist zwei Jungtiere

zur Welt. Die Neugeborenen wiegen nur etwa 600

Gramm und sind zunächst blind und hilflos. Die Mutter

sorgt über ein Jahr lang für sie, bis sie selbstständig sind.

V e r h a l t e n u n d S o z i a l s t r u k t u r

Eisbären sind überwiegend Einzelgänger. Sie sind ausgezeichnete

Schwimmer und können bis zu 100 Kilometer ohne Pause

durchs Wasser zurücklegen. Sie gelten als neugierig, aber auch

als gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen oder hungrig sind.

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Der Eisbär ist als gefährdet eingestuft. Die größte Bedrohung

für seine Existenz ist der Klimawandel, der das Meereis schmelzen

lässt und damit seinen Lebensraum zerstört. Zusätzlich setzen

Umweltgifte, Ölbohrungen und menschliche Kon 昀氀 ikte den

Tieren zu. Schutzprojekte und internationale Abkommen wie

das Übereinkommen über den Handel mit gefährdeten Arten

(CITES) sind entscheidend für den Fortbestand des Eisbären.

Der Eisbär ist nicht nur ein faszinierendes Tier, sondern

auch ein Symbol für die Bedeutung des Naturschutzes in

Zeiten des Klimawandels. Sein Überleben hängt eng mit

dem Schutz der arktischen Region und der globalen Bemühung

um den Erhalt natürlicher Lebensräume zusammen.

10 spannende Fakten über den Eisbären:

Eisbären haben eine schwarze Haut,

die Sonnenwärme effektiv speichert.

Ihr Fell ist nicht wirklich weiß, sondern

durchsichtig und reflektiert das Licht.

Eisbären können bis zu 40 km/h schnell laufen.

Sie besitzen Schwimmhäute zwischen den Zehen,

die sie zu hervorragenden Schwimmern machen.

Der Geruchssinn eines Eisbären ist so gut, dass er Robben

aus einer Entfernung von 1,5 Kilometern riechen kann.

Eisbären gehören zu den größten Landraubtieren der Erde.

Sie haben eine Fettschicht, die bis zu 11 Zentimeter dick sein kann.

In der Wildnis leben Eisbären etwa 15 bis 18 Jahre, in

Gefangenschaft können sie bis zu 30 Jahre alt werden.

Ein hungriger Eisbär kann bis zu 20 Kilogramm

Fleisch auf einmal fressen.

Eisbären sind exzellente Taucher und können mehrere Minuten

unter Wasser bleiben.

https://wildbruecke.de/eisbaer

88 Wildtierwelt


Wildtierwelt 89


https://wildbruecke.de/eis

90 Wildtierwelt

Foto: iStock/Flinster007


Eisbär Spuren

Die Spuren eines Eisbären sind unverkennbar und beeindruckend

in ihrer Größe. Ein einzelner Tatzenabdruck kann bis

zu 30 Zentimeter lang und 25 Zentimeter breit sein, was die

enorme Statur dieses Tieres verdeutlicht. Die breiten Pfoten

mit stark ausgeprägten Krallen hinterlassen tiefe Eindrücke im

Schnee oder Eis, oft begleitet von markanten Schleifspuren,

wenn das Tier über die rutschige Ober 昀氀 äche gleitet. Diese

mächtigen Tatzen sind speziell angepasst: Sie verteilen das

Gewicht des Eisbären gleichmäßig, um das Einsinken im Schnee

zu minimieren, und bieten gleichzeitig hervorragenden Halt auf

rutschigem Eis. In der Wildnis der Arktis dienen Eisbärspuren

oft als wichtige Hinweise für Forscher und Fotografen, die diese

beeindruckenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten

möchten.

Illustration: iStock/Hein Nouwens

baer

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Wildtierwelt 91


Der gemütliche Bewohner der Berge

DAS MURMELTIER

Das Murmeltier (Marmota) ist ein Nagetier, das vor allem in

alpinen Regionen Europas, Asiens und Nordamerikas zu Hause

ist. Diese geselligen Tiere sind bekannt für ihr lautes Pfeifen, das

sie zur Kommunikation und zur Warnung vor Gefahren nutzen.

Mit ihrer plumpen Statur und ihrem dichten Fell sind Murmeltiere

perfekt an das Leben in kalten, rauen Gebieten angepasst.

M e r k m a l e u n d L e b e n s w e i s e

Murmeltiere sind mittelgroße Nagetiere, die eine Länge von

50 bis 60 Zentimetern erreichen, einschließlich ihres buschigen

Schwanzes. Ihr Gewicht schwankt je nach Jahreszeit

zwischen 4 und 8 Kilogramm, da sie vor ihrem Winterschlaf

reichlich Fettreserven anlegen. Das Fell ist dicht und variabel

gefärbt, meist in Grau- bis Brauntönen, um ihnen eine hervorragende

Tarnung in ihrer felsigen Umgebung zu bieten.

Diese Tiere sind hervorragende Gräber und leben in weit verzweigten

Erdbauen, die sie als Rückzugsort und für die Überwinterung

nutzen. Ihre Vorratskammern und Schlafplätze liegen oft

tief unter der Erde, um vor Kälte und Feinden geschützt zu sein.

N a h r u n g u n d W i n t e r s c h l a f

Murmeltiere sind P 昀氀 anzenfresser und ernähren sich von Gräsern,

Kräutern, Wurzeln und Blumen. Im Sommer fressen sie

sich eine dicke Fettschicht an, die sie während ihres Winterschlafs,

der oft bis zu sechs Monate dauert, mit Energie versorgt.

S o z i a l v e r h a l t e n

Murmeltiere leben in Familiengruppen, die aus einem dominanten

Paar und ihren Nachkommen bestehen. Innerhalb

der Gruppe kommunizieren sie durch eine Vielzahl von

Lauten und Gesten. Ihr berühmtes Pfeifen dient als Alarmruf,

wenn Raubtiere wie Adler oder Füchse in der Nähe sind.

10 spannende Fakten über Murmeltiere

Meister der Warnung: Murmeltiere haben unterschiedliche

Pfeiftöne für verschiedene Gefahrenquellen.

Winterschlafexperten: Während des Winterschlafs sinkt ihre

Körpertemperatur auf wenige Grad über den Gefrierpunkt.

Vegetarier der Berge: Sie ernähren sich ausschließlich

von Pflanzen und sammeln keine Vorräte.

L a n g l e b i g e N a g e r : Murmeltiere können in

freier Wildbahn bis zu 15 Jahre alt werden.

Architekten des Untergrunds: Ihre Baue können

über 10 Meter lang und komplex verzweigt sein.

F a m i l i e n b a n d e : S i e l e b e n i n f e s t e n G r u p p e n

und kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs.

Perfekte Tarnung: Ihre Fellfarbe passt sich der Umgebung

an und bietet Schutz vor Feinden.

F r ü h a u f s t e h e r : Sie sind vor allem morgens

und abends aktiv, um der Mittagshitze zu entgehen.

Klimawandelopfer: Steigende Temperaturen könnten

ihren Lebensraum in höheren Lagen begrenzen.

Symbole der Alpen: Murmeltiere sind ein Wahrzeichen

alpiner Regionen und häufig in Volksmärchen vertreten.

Das Murmeltier fasziniert mit seiner Anpassungsfähigkeit,

seiner sozialen Struktur und seiner Bedeutung

für alpine Ökosysteme. Trotz seiner scheinbaren Unauffälligkeit

ist es ein wichtiger Bestandteil des Berglebens

und ein Symbol für die Natur der Hochgebirge.

S p u r e n u n d L o s u n g

Die Spuren von Murmeltieren sind in alpinen Gebieten gut

zu erkennen. Sie hinterlassen kleine, runde Fußabdrücke mit

sichtbaren Krallen, die oft nahe ihren Bauen oder Futterstellen

zu finden sind. Auch ihre Losung, kleine, ovale Kotpellets,

ist ein Hinweis auf ihre Anwesenheit und bietet Forschern

Informationen über ihre Ernährung und Lebensräume.

V e r b r e i t u n g u n d S c h u t z

Murmeltiere sind in Europa vor allem in den Alpen und den

Pyrenäen verbreitet, in Nordamerika bewohnen sie die Rocky

Mountains und andere Hochgebirgsregionen. Obwohl

sie in vielen Regionen nicht gefährdet sind, werden ihre

Lebensräume durch den Klimawandel und die zunehmende

menschliche Besiedlung der Gebirgsregionen beeinträchtigt.

https://wildbruecke.de/murmeltier

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Foto: iStock/Christopher Broman Tak


S p u r e n d e s M u r m e l t i e r s

Die Spuren von Murmeltieren sind in ihrem Lebensraum gut

zu erkennen, besonders in der Nähe ihrer Bauten oder bevorzugten

Futterstellen. Ihre Fußabdrücke sind klein und rund, mit

deutlich sichtbaren Krallen, die ihnen beim Graben in der Erde

helfen. Die Vorderpfoten haben vier Zehen, während die Hinterpfoten

fünf aufweisen, was in ihren Abdrücken sichtbar ist.

Zusätzlich hinterlassen sie durch ihre kräftigen Grabtätigkeiten

oft aufgeworfene Erdhaufen, die den Eingang zu ihren unterirdischen

Gängen markieren. Diese Spuren sind ein deutliches

Zeichen für die Präsenz dieser anpassungsfähigen Nagetiere

in alpinen Regionen.

https://wildbruecke.de/murmeltier

Wildtierwelt 95


Der König der Berge

DER STEINBOCK

Der Alpensteinbock (Capra ibex) ist ein Symbol für die

wilden und majestätischen Berglandschaften Europas.

Mit seinen beeindruckenden Hörnern und seinem anpassungsfähigen

Lebensstil ist er ein wahrer Überlebenskünstler

der Alpenregion. Einst fast ausgerottet, hat der

Steinbock durch gezielte Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprojekte

eine beeindruckende Rückkehr erlebt.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Steinböcke sind wahre Gipfelstürmer und bevorzugen steile,

felsige Regionen der Alpen. Sie leben in Höhen von 1.500

bis 3.000 Metern, wo sie vor vielen Raubtieren sicher sind.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Alpenländer,

darunter Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz.

Besonders bekannt sind die Populationen im Gran-Paradiso-Nationalpark

in Italien und im Schweizer Nationalpark.

G r ö ß e u n d G e w i c h t

Ein ausgewachsener Steinbock kann eine Schulterhöhe von

85 bis 100 Zentimetern erreichen. Die Männchen, die deutlich

größer und kräftiger sind als die Weibchen, wiegen zwischen

80 und 120 Kilogramm. Weibliche Tiere sind schlanker

und leichter, mit einem Gewicht von 30 bis 50 Kilogramm.

N a h r u n g u n d L e b e n s w e i s e

Steinböcke sind reine P 昀氀 anzenfresser und ernähren sich von

Gräsern, Kräutern, Moosen und Flechten. Im Winter scharren

sie geschickt Schnee beiseite, um an darunterliegende Vegetation

zu gelangen. Sie sind tagaktiv und verbringen die meiste

Zeit mit Nahrungssuche oder Ruhen auf sonnigen Felsen.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Männliche Steinböcke leben in eigenen Gruppen, getrennt von

den Weibchen und Jungtieren. Während der Paarungszeit im

Winter kämpfen die Männchen eindrucksvoll mit ihren mächtigen

Hörnern, um die Gunst der Weibchen zu gewinnen. Diese

Kämpfe sind spektakulär, aber selten ernsthaft verletzend.

Foto: iStock/3dotsad

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Der Alpensteinbock wurde im 19. Jahrhundert fast

ausgerottet, hauptsächlich durch Jagd. Dank strenger

Schutzgesetze und Wiederansiedlungen gibt es heute

wieder stabile Populationen, die jedoch durch den Klimawandel

und menschliche Störungen gefährdet bleiben.

Der Steinbock ist ein faszinierendes Tier, dessen Anpassungsfähigkeit

und Stärke ihn zu einem wahren Meister der Alpen

machen. Sein Überleben und seine Rückkehr in die Natur sind

ein Beispiel dafür, wie erfolgreiche Schutzmaßnahmen das

Aussterben einer Art verhindern können.

https://wildbruecke.de/steinbock

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Foto: iStock/Micha Loibl


S p u r e n d e s S t e i n b o c k s

Die Spuren des Steinbocks verraten viel über seine Präsenz und

Bewegungen in den Bergen. Ihre Hufe hinterlassen scharfe,

schmale Abdrücke, die an kleine, ovale Formen erinnern. Die

Hufabdrücke sind etwa 6 bis 8 Zentimeter lang und zeigen oft

eine deutliche Spaltung, die den Tieren einen sicheren Halt auf

steinigen und rutschigen Ober 昀氀 ächen bietet. Neben Fußspuren

findet man gelegentlich auch Spuren von Steinbock-Hörnern,

die beim Kratzen an Felsen entstehen, um die Hornhaut zu

p 昀氀 egen

Icon: ©[iconsolid ] via Canva.com

Illustration: iStock/kruszklb

https://www.youtube.com/watch?v=bizUQIMauW8

Wildtierwelt 99


Der Gigant der Wälder

DER ELCH

Der Elch (Alces alces) ist das größte Tier der Hirschfamilie und ein

beeindruckender Bewohner der nördlichen Hemisphäre. Mit

seinem majestätischen Geweih und seiner anmutigen Erscheinung

ist er ein Symbol für die Wildnis und die unberührte Natur.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Elche bevorzugen die borealen Wälder, Feuchtgebiete

und Tundren der nördlichen Breiten. Ihr Verbreitungsgebiet

reicht von Skandinavien über Russland bis nach

Nordamerika. In Europa sind sie besonders in Schweden,

Finnland und Norwegen anzutreffen, während sie in

Nordamerika in Kanada und Alaska weit verbreitet sind.

G r ö ß e u n d G e w i c h t

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 2,3 Metern und einem Gewicht

von 400 bis 700 Kilogramm bei den Bullen ist der Elch

ein wahrer Koloss. Die Kühe sind kleiner und leichter, erreichen

aber dennoch beeindruckende Maße. Ihr imposantes

Geweih, das nur die Männchen tragen, kann eine Spannweite

von bis zu 2 Metern erreichen und wiegt bis zu 20 Kilogramm.

G e r ä u s c h e d e s E l c h s

Elche kommunizieren durch eine Vielzahl von Lauten, die

vom tiefen Röhren der Bullen während der Paarungszeit

bis hin zu kurzen, grunzenden Lauten reichen, die zwischen

Mutter und Kalb ausgetauscht werden. Diese Geräusche

spielen eine wichtige Rolle im Sozialverhalten der Tiere.

Der Elch ist nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern

auch ein wichtiger Bestandteil der Ökosysteme, in denen er

lebt. Seine majestätische Größe, seine Anpassungsfähigkeit

und sein Verhalten machen ihn zu einem der faszinierendsten

Tiere der Nordhalbkugel.

https://wildbruecke.de/elch

E r n ä h r u n g

Elche sind P 昀氀 anzenfresser und ernähren sich von einer Vielzahl

an Vegetation, darunter Blätter, Zweige, Wasserp 昀氀 anzen und

Baumrinde. Besonders in den Wintermonaten stellen Bäume

wie Weiden und Birken eine wichtige Nahrungsquelle dar. Elche

sind dafür bekannt, in Flüssen und Seen zu grasen, wobei

sie sogar tauchen können, um Wasserp 昀氀 anzen zu erreichen.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Elche sind meist Einzelgänger und kommen nur während

der Paarungszeit im Herbst zusammen. Die Männchen

kämpfen dann mit ihrem Geweih um die Weibchen, wobei

ihre Rufe kilometerweit zu hören sind. Nach einer

Tragzeit von etwa acht Monaten bringt das Weibchen ein

bis zwei Kälber zur Welt, die sie fürsorglich aufzieht.

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Obwohl Elche in vielen Regionen nicht direkt bedroht

sind, stellen Lebensraumverlust und Verkehrsunfälle große

Herausforderungen dar. Insbesondere in Schweden

sind Elch-Unfälle auf Straßen ein häufiges Problem. Jagd

und Klimawandel, die ihre Lebensräume beeinflussen,

sind weitere Faktoren, die überwacht werden müssen.

E l c h L o s u n g

Der Kot des Elchs besteht aus länglichen, ovalen Kötteln, die je

nach Nahrungsaufnahme braun oder grünlich sein können. Er

ist meist in Haufen angeordnet und dient Wildbiologen oft als

Hinweis auf die Anwesenheit dieser beeindruckenden Tiere.

Foto: iStock/LOJ5407

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Foto: iStock/Anagramm

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Illustration: iStock/ Yuliya Kachan


S p u r e n d e s E l c h s

Elchspuren sind unverkennbar. Ihre Hufe hinterlassen

breite, längliche Abdrücke, die bis zu 18 Zentimeter

lang und 14 Zentimeter breit sein können. Die Spaltung

der Hufe ist deutlich sichtbar, was ihnen eine gute

Stabilität auf unebenem Gelände verleiht. Elchspuren sind

oft an Ufern, in Wäldern und auf Schnee 昀氀 ächen zu finden.

https://wildbruecke.de/elch

Illustration: iStock/Hein Nouwens

Wildtierwelt 103


Geheimnisvoller Überlebenskünstler der Arktis

DAS VIELFRASS

Der Vielfraß (Gulo gulo), auch als „Wolverine“ bekannt, ist

ein beeindruckender Vertreter der Marderfamilie. Mit seiner

enormen Stärke, seinem dichten Fell und seiner unermüdlichen

Ausdauer ist er perfekt an die rauen Bedingungen

seines Lebensraums angepasst. Trotz seines Namens ist der

Vielfraß kein Maßloser, sondern ein Meister der Anpassung

und ein faszinierendes Raubtier der nördlichen Hemisphäre.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der Vielfraß ist eines der größten Mitglieder der Marderfamilie.

Erwachsene Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-

Länge von 65 bis 110 cm und besitzen einen buschigen

Schwanz, der zusätzliche 17 bis 26 cm Länge beiträgt.

Sie wiegen zwischen 9 und 25 kg, wobei Männchen meist

deutlich größer und schwerer sind als Weibchen.

Sein kräftiger Körperbau, der muskulöse Nacken und die

starken Gliedmaßen machen ihn zu einem hervorragenden

Jäger und Aasfresser. Das dichte Fell, das von dunkelbraun

bis schwarz variiert, bietet optimalen Schutz gegen

extreme Kälte. Auffällig sind die helleren Streifen, die sich

von den Schultern bis zu den Flanken erstrecken und

ihm ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Vielfraß bewohnt die nördlichen Regionen der Erde,

insbesondere die borealen Wälder, Tundren und Gebirge

Eurasiens und Nordamerikas. Er ist vor allem in Kanada,

Alaska, Skandinavien und Sibirien verbreitet. Aufgrund seiner

Anpassungsfähigkeit ist der Vielfraß in einer Vielzahl

von Habitaten zu finden, bevorzugt jedoch Gebiete mit

tiefem Schnee, da dieser die Bewegungen seiner größeren

Beutetiere einschränkt und ihm einen Jagdvorteil verschafft.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Der Vielfraß ist ein Einzelgänger, der riesige Reviere

durchstreift. Diese können bei Männchen bis zu 1.500

Quadratkilometer umfassen, während Weibchen kleinere

Territorien von etwa 300 bis 500 Quadratkilometern

beanspruchen. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv,

kann jedoch auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen.

Der Vielfraß ist bekannt für seine Ausdauer und Stärke.

Er kann Beute erlegen, die deutlich größer ist als

er selbst, darunter Rentiere, Elche und Schafe. In der

kalten Jahreszeit ist er oft auf Aas angewiesen, das er

von anderen Raubtieren wie Wölfen oder Bären stiehlt.

N a h r u n g u n d J a g d v e r h a l t e n

Trotz seines Rufes als „Vielfraß“ ist dieses Tier keineswegs

maßlos. Es ist ein opportunistischer Allesfresser, dessen

Nahrungsspektrum von kleinen Säugetieren, Vögeln

und Insekten bis hin zu Beeren und Pflanzen reicht. Im

Winter erlegt der Vielfraß größere Beutetiere oder plündert

Kadaver. Dank seiner kräftigen Zähne und Kiefer

kann er auch gefrorene Überreste problemlos fressen.

Eine besondere Fähigkeit des Vielfraßes ist seine Ausdauer:

Er kann kilometerweit durch tiefen Schnee laufen und dabei

selbst größere Beutetiere über längere Strecken verfolgen.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit des Vielfraßes liegt zwischen Mai und August.

Nach einer verlängerten Tragzeit, bei der die Embryoentwicklung

vorübergehend pausiert (sogenannte Keimruhe),

bringt das Weibchen im späten Winter oder frühen Frühjahr

2 bis 4 Junge zur Welt. Diese werden in gut isolierten

Höhlen, meist in Schneehöhlen oder Felsspalten, geboren.

Die Jungtiere wachsen schnell heran und sind nach etwa zehn

Wochen entwöhnt. Sie bleiben jedoch bis zum Herbst bei der

Mutter, bevor sie sich auf eigene Faust ein Revier suchen.

Natürliche Feinde und Gefährdung

Der Vielfraß hat nur wenige natürliche Feinde. Bären,

Wölfe und Luchse können ihm gefährlich werden, insbesondere

wenn sie um Nahrung konkurrieren. Menschen

stellen jedoch die größte Bedrohung dar. Lebensraumverlust

durch Forstwirtschaft und Klimawandel, illegale

Jagd und Verkehrsunfälle sind die Hauptursachen für den

Rückgang der Vielfraß-Population in einigen Regionen.

B e s o n d e r h e i t e n d e s V i e l f r a ß e s

Der Vielfraß hat extrem starke Kiefer und

kann selbst große Knochen zerbeißen.

Seine breiten Pfoten wirken wie Schneeschuhe

und erleichtern ihm die Fortbewegung im Tiefschnee.

Er kann Beute erlegen, die bis zu fünfmal schwerer ist als er selbst.

Der Vielfraß kann bis zu 40 Kilometer am

Tag zurücklegen, um Nahrung zu finden.

Sein dichtes Fell ist wasser- und kälteabweisend, wodurch

er auch bei eisigen Temperaturen aktiv bleibt.

F a s z i n a t i o n V i e l f r a ß

Der Vielfraß ist ein Tier, das wie kaum ein anderes die Extreme

seines Lebensraums verkörpert. Als Einzelgänger, Jäger und

Überlebenskünstler spielt er eine wichtige Rolle in den Ökosystemen

der Arktis und borealen Wälder. Sein raues Image

und seine geheimnisvolle Lebensweise machen ihn zu einem

der faszinierendsten Wildtiere der nördlichen Hemisphäre.

https://wildbruecke.de/vielfrass

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Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren des Vielfraßes sind aufgrund seiner Größe und

seines charakteristischen Gangbildes gut zu erkennen. Seine

breiten Pfoten, die an Schneeschuhe erinnern, hinterlassen

Abdrücke, die etwa 8 bis 12 cm lang und 7 bis 10 cm breit

sind. Der Vielfraß bewegt sich meist im Trab oder Galopp,

wobei die Spuren oft in einer geraden Linie angeordnet sind.

Sein Kot enthält oft Haare, Knochenreste oder Federn,

was seine Rolle als Jäger und Aasfresser unterstreicht.

Foto: iStock/Denja1

https://wildbruecke.de/vielfrass

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Illustration: iStock/Hein Nouwens


Foto: iStock/Denja1 Wildtierwelt 107


Ein Überlebenskünstler auf dem Vormarsch

DER GOLDSCHAKAL

Der Goldschakal (Canis aureus) ist ein anpassungsfähiges

Raubtier aus der Familie der Hundeartigen, das in den letzten

Jahrzehnten zunehmend auch in Europa heimisch geworden

ist. Ursprünglich aus Asien und Afrika stammend,

hat sich der Goldschakal entlang der Donau und weiterer

Wanderkorridore nach Mitteleuropa ausgebreitet. Seine Anpassungsfähigkeit

und sein vielseitiges Verhalten machen

ihn zu einem spannenden Wildtier, das oft unterschätzt wird.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der Goldschakal ähnelt äußerlich einem kleinen Wolf, ist

jedoch kompakter gebaut. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge

von 60 bis 85 cm, hinzu kommt ein buschiger Schwanz

von etwa 20 bis 30 cm. Die Schulterhöhe liegt zwischen 40

und 50 cm, und das Gewicht variiert zwischen 8 und 15 kg.

Sein Fell hat einen goldbraunen bis rötlich-gelben Farbton,

was ihm seinen Namen einbrachte. Im Winter wird das Fell

dichter und kann gräulicher wirken. Auffällig sind die spitzen

Ohren und der schlanke, elegante Körperbau, der den

Goldschakal zu einem agilen und schnellen Läufer macht.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Goldschakal ist ursprünglich in Afrika, Süd- und

Südosteuropa sowie Teilen Asiens verbreitet. In den

letzten Jahrzehnten hat er sich jedoch nach Norden

ausgebreitet und ist mittlerweile auch in Mitteleuropa

anzutreffen, einschließlich Deutschland und Österreich.

Der Goldschakal ist ein Generalist, was seinen Lebensraum

betrifft. Er bevorzugt offene Landschaften wie Steppen,

Halbwüsten und Savannen, fühlt sich aber auch in Wäldern,

Auen und sogar landwirtschaftlich genutzten Gebieten wohl.

Seine Anpassungsfähigkeit hat ihm geholfen, sich in Regionen

mit unterschiedlichsten Klimabedingungen zu etablieren.

Lebensweise und Sozialverhalten

Der Goldschakal ist ein soziales Tier, das meist in monogamen

Paaren oder kleinen Familienverbänden lebt.

Innerhalb dieser Gruppen herrscht eine klare Rangordnung.

Während der Jagd können die Tiere sowohl allein

als auch gemeinsam agieren, je nach Art der Beute.

Der Goldschakal ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.

Tagsüber zieht er sich in dichte Vegetation oder Verstecke zurück,

um ungestört zu ruhen. Besonders auffällig ist sein Heulen,

das häufig in den Abendstunden zu hören ist und dazu dient,

die Gruppe zusammenzuhalten und Reviere zu markieren.

N a h r u n g u n d J a g d v e r h a l t e n

Der Goldschakal ist ein opportunistischer Allesfresser mit

einem breiten Nahrungsspektrum. Seine Hauptbeute besteht

aus kleinen Säugetieren wie Mäusen und Kaninchen, Vögeln,

Reptilien und Insekten. Ergänzt wird seine Nahrung durch

Aas und p 昀氀 anzliche Kost wie Beeren, Früchte und Wurzeln.

Seine Fähigkeit, sich schnell auf unterschiedliche Nahrungsquellen

einzustellen, hat ihm geholfen, sich in neuen

Lebensräumen erfolgreich zu etablieren. Der Goldschakal

ist außerdem bekannt dafür, dass er gelegentlich

Nutztiere wie Geflügel angreift, was ihn in landwirtschaftlichen

Regionen nicht immer willkommen macht.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit des Goldschakals liegt meist im Winter,

zwischen Januar und März. Nach einer Tragezeit von etwa

63 Tagen bringt das Weibchen in einem geschützten Bau

3 bis 8 Junge zur Welt. Die Welpen werden zunächst gesäugt,

beginnen aber schon nach wenigen Wochen, feste

Nahrung zu fressen, die von den Eltern vorgekaut wird.

Beide Elternteile kümmern sich intensiv um die Aufzucht des

Nachwuchses, der nach etwa einem Jahr selbstständig wird. Die

Jungen verlassen das elterliche Revier, um eigene Territorien

zu suchen, was oft mit weiten Wanderungen verbunden ist.

Natürliche Feinde und Gefährdung

Der Goldschakal hat in Europa nur wenige natürliche Feinde,

darunter größere Raubtiere wie Wölfe oder Luchse. Jungtiere

können von Greifvögeln oder Füchsen gefährdet werden.

Seine größte Bedrohung ist jedoch der Mensch. Kon 昀氀 ikte mit

Landwirten, Jagd und Verkehrsunfälle stellen erhebliche Gefahren

dar. Dennoch gilt der Goldschakal derzeit nicht als gefährdet,

da er sich aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit und hohen

Fortp 昀氀 anzungsrate in vielen Regionen erfolgreich etabliert hat.

Besonderheiten des Goldschakals

Der Goldschakal kann Geschwindigkeiten

von bis zu 50 km/h erreichen.

Sein Heulen dient nicht nur der Kommunikation,

sondern auch zur Abwehr von Konkurrenten.

Der Goldschakal hat eine erstaunliche Fähigkeit, selbst in

Regionen mit geringem Nahrungsangebot zu überleben.

Als Neozoon wird er in vielen europäischen Ländern erforscht,

um seinen Ein 昀氀 uss auf Ökosysteme zu verstehen.

Goldschakale können problemlos schwimmen

und sogar Flüsse durchqueren.

E i n R ü c k k e h r e r m i t P o t e n t i a l

Der Goldschakal ist ein faszinierendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit

und Wanderlust von Wildtieren. Obwohl er

aufgrund seiner Ausbreitung manchmal kontrovers diskutiert

wird, bereichert er die heimische Tierwelt und spielt eine wichtige

Rolle in den Ökosystemen, in denen er lebt. Sein elegantes

Aussehen, seine Intelligenz und seine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit

machen ihn zu einem der spannendsten

Wildtiere unserer Zeit.

https://wildbruecke.de/goldschakal

108 Wildtierwelt


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Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren des Goldschakals ähneln denen eines kleinen

Hundes oder eines Fuchses, sind jedoch schmaler und

länglicher. Sie zeigen vier Zehenabdrücke mit Krallen. Die

Pfotenabdrücke haben eine Länge von etwa 4 bis 6 cm.

Sein Kot ist je nach Nahrung zusammengesetzt und enthält

oft Haare, Knochenreste oder pflanzliche Bestandteile.

Er wird häufig an markanten Stellen wie Wegen

oder Steinen abgelegt, um das Revier zu kennzeichnen.

https://wildbruecke.de/wolf-goldschakal-und-fuchs/

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Foto: iStock/Slavisa Tomanovic Wildtierwelt 111


Meister der Tarnung und geschickter Jäger

DAS HERMELIN

Das Hermelin (Mustela erminea), auch bekannt als Großes

Wiesel, gehört zur Familie der Marder und ist eines der faszinierendsten

Raubtiere der nördlichen Hemisphäre. Berühmt

ist es für seinen jahreszeitlichen Fellwechsel und seine Rolle

als Symboltier, doch auch biologisch ist das Hermelin ein spannender

Überlebenskünstler. Mit seiner Anpassungsfähigkeit,

seiner Jagdgeschicklichkeit und seiner Schönheit bereichert es

die Tierwelt in Wäldern, Wiesen und sogar Siedlungsgebieten.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Das Hermelin hat einen schlanken, langgestreckten Körper,

der perfekt an seine Lebensweise als Jäger in engen Bauen

und Tunneln angepasst ist. Erwachsene Tiere erreichen

eine Kopf-Rumpf-Länge von 16 bis 33 cm, wobei Männchen

in der Regel größer und kräftiger sind als Weibchen.

Der Schwanz, der etwa ein Drittel der Körperlänge ausmacht,

ist ein weiteres Markenzeichen: An seiner Spitze

befindet sich immer eine auffällige schwarze Quaste.

Das Hermelin ist vor allem für seinen jahreszeitlichen Fellwechsel

bekannt. Im Sommer zeigt es ein braunes Fell am

Rücken und ein weißliches Bauchfell. Im Winter hingegen

trägt es in schneereichen Regionen ein reinweißes Fell, das

es perfekt in seiner Umgebung tarnt – mit Ausnahme der

schwarzen Schwanzspitze. Diese Verfärbung ist eine Anpassung

an kalte, verschneite Lebensräume und macht das Hermelin

in dieser Zeit nahezu unsichtbar für Feinde und Beute.

N a h r u n g u n d J a g d v e r h a l t e n

Das Hermelin ist ein Fleischfresser, der sich vor allem von kleinen

Säugetieren wie Mäusen, Ratten und Kaninchen ernährt.

Gelegentlich frisst es auch Vögel, Eier, Fische oder Insekten.

Es ist ein äußerst effektiver Jäger, der seine Beute blitzschnell

angreift und mit einem gezielten Biss in den Nacken tötet.

Sein hoher Energiebedarf erfordert, dass es fast ständig

auf Nahrungssuche ist. Ein Hermelin kann täglich bis zu

einem Drittel seines eigenen Körpergewichts an Nahrung

zu sich nehmen. Überschüssige Beute wird oft in Verstecken

gelagert, um für magere Zeiten vorzusorgen.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit des Hermelins liegt zwischen März und

Mai. Nach der Paarung tritt eine Keimruhe ein, sodass

die tatsächliche Tragzeit zwischen 9 und 10 Monaten

variieren kann. Die Jungtiere kommen meist im Frühjahr

des folgenden Jahres zur Welt. Ein Wurf besteht

aus 4 bis 12 Jungen, die zunächst blind und hilflos sind.

Die Mutter säugt die Jungtiere etwa sechs Wochen lang und

bringt ihnen anschließend bei, wie sie jagen können. Bereits im

Alter von zwei Monaten sind die Jungtiere selbstständig und ver-

lassen das elterliche Revier, um eigene Territorien zu erobern.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Das Hermelin ist in weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre heimisch.

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa über

Asien bis nach Nordamerika. In Europa ist es vor allem in Mittel-

und Nordeuropa verbreitet, in Deutschland gilt es als heimisch.

Das Hermelin bevorzugt offene Landschaften wie Wiesen,

Heiden und Feldfluren, ist aber auch in lichten

Wäldern und Gebirgsregionen anzutreffen. Es benötigt

Lebensräume mit ausreichendem Deckungspotential

wie Steinhaufen, dichtem Gestrüpp oder Mäusebauten.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Das Hermelin ist ein Einzelgänger, der ein festes Revier beansprucht.

Dieses wird durch Duftmarken an markanten Stellen abgegrenzt.

Das Tier ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv,

kann jedoch auch tagsüber beobachtet werden, vor allem in der

Zeit, in der es für den Nachwuchs Nahrung beschaffen muss.

Hermeline sind geschickte Jäger, die sowohl am Boden

als auch unter der Erde nach Beute suchen. Dank ihrer

Beweglichkeit und ihres schmalen Körpers können sie

mühelos in Bauten eindringen und ihre Beute verfolgen.

https://wildbruecke.de/hermelin

112 Wildtierwelt


Wildtierwelt 113


114 Wildtierwelt

Foto: iStock/Eerik


Wildtierwelt 115


Ein heimlicher Bewohner unserer Wälder

DIE WILDKATZE

Die Wildkatze (Felis silvestris) ist eine der heimlichsten und

faszinierendsten Tiere in Europa. Oft wird sie mit verwilderten

Hauskatzen verwechselt, doch sie unterscheidet sich

genetisch und durch ihr Verhalten deutlich. Als Symbol für

die Ursprünglichkeit unserer Wälder spielt die Wildkatze

eine wichtige Rolle in den Ökosystemen, in denen sie lebt.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Die Wildkatze ähnelt auf den ersten Blick einer getigerten Hauskatze,

ist jedoch robuster und kräftiger gebaut. Sie erreicht eine

Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 75 cm, hinzu kommt ein buschiger

Schwanz von etwa 25 bis 40 cm Länge. Die Schulterhöhe liegt bei

etwa 35 cm, und ihr Gewicht variiert zwischen 3 und 8 kg, wobei

Männchen in der Regel größer und schwerer sind als Weibchen.

Charakteristisch für die Wildkatze ist ihr buschiger Schwanz mit

deutlichen schwarzen Ringen und einer stumpfen, schwarzen

Spitze. Ihr dichtes, gräulich-gelbes Fell schützt sie vor Kälte

und Feuchtigkeit. Im Gegensatz zur Hauskatze hat sie keine

weißen Abzeichen am Körper und keine Muster auf den Beinen

oder dem Rücken, sondern ein durchgehendes „Wildmuster“.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Die Wildkatze ist in großen Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas

verbreitet. In Deutschland findet man sie vor allem in den Mittelgebirgen

wie dem Harz, der Eifel oder dem Bayerischen Wald.

Ihr bevorzugter Lebensraum sind strukturreiche Laub- und

Mischwälder mit dichtem Unterholz, das ihr Schutz und Verstecke

bietet. Sie kommt aber auch in Randzonen von Feldern

und Wiesen vor, vorausgesetzt, es gibt ausreichend Deckung.

Offene Flächen meidet die Wildkatze, da sie dort angreifbar ist.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Die Wildkatze ist ein Einzelgänger und äußerst territorial.

Die Größe ihres Reviers hängt von der Verfügbarkeit

von Nahrung ab und kann bei Männchen bis zu 3.000

Hektar umfassen, während Weibchen kleinere Territorien

von etwa 400 Hektar nutzen. Reviere werden mit Duftmarken,

etwa durch Urin oder Drüsensekrete, markiert.

Wildkatzen sind vor allem in der Dämmerung und nachts

aktiv. Tagsüber ziehen sie sich in Verstecke zurück, die sie in

Baumhöhlen, Felsspalten oder dichtem Gebüsch finden. Sie

sind äußerst scheu und meiden den Kontakt zu Menschen.

N a h r u n g u n d J a g d v e r h a l t e n

Die Wildkatze ist ein Fleischfresser, der sich überwiegend

von kleinen Säugetieren wie Mäusen, Wühlmäusen

und Kaninchen ernährt. Vögel, Reptilien, Amphibien

und gelegentlich Insekten ergänzen ihren Speiseplan.

Wildkatzen sind geschickte und geduldige Jäger. Sie pirschen

sich langsam an ihre Beute heran und greifen dann

blitzschnell zu. Im Gegensatz zu Hauskatzen töten sie ihre

Beute fast immer sofort, um Verletzungen zu vermeiden.

116 Wildtierwelt

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit der Wildkatze liegt zwischen Januar

und März. Nach einer Tragzeit von etwa 63 bis 69 Tagen

bringt das Weibchen in einem gut geschützten Versteck

2 bis 4 Junge zur Welt. Die neugeborenen Kätzchen

sind zunächst blind und völlig abhängig von der Mutter.

Die Mutterkatze säugt ihren Nachwuchs etwa 6 bis 8 Wochen, danach

beginnen die Jungen, feste Nahrung zu fressen. Im Alter von

etwa 10 bis 12 Wochen werden sie selbstständiger, bleiben aber

bis zu 5 Monate bei der Mutter, bevor sie eigene Reviere suchen.

Spuren und Hinterlassenschaften

Die Pfotenabdrücke der Wildkatze ähneln denen einer

Hauskatze, sind jedoch meist breiter und zeigen keine Krallenabdrücke,

da die Krallen beim Laufen eingezogen sind.

Der Kot der Wildkatze wird häufig an markanten Stellen

wie Wegen oder Steinen abgelegt, um das Revier zu

markieren. Er enthält oft Reste von Knochen, Fell oder

Federn, was auf ihre fleischbasierte Ernährung hinweist.

Natürliche Feinde und Gefährdung

Wildkatzen haben nur wenige natürliche Feinde, darunter große

Greifvögel, Füchse und Wölfe. Jungtiere sind am meisten gefährdet,

insbesondere in den ersten Wochen nach der Geburt.

Die größte Bedrohung für die Wildkatze ist jedoch der

Mensch. Straßenverkehr, Lebensraumverlust durch intensive

Landwirtschaft und Waldrodungen sowie Hybridisierung mit

verwilderten Hauskatzen gefährden den Bestand. Hybridisierung

führt dazu, dass die genetische Reinheit der Wildkatze

schwindet, was langfristig ihre Population schwächen könnte.

B e s o n d e r h e i t e n d e r W i l d k a t z e

Tarnung: Ihr dichtes Fell und die Färbung machen die

Wildkatze in ihrem Lebensraum nahezu unsichtbar.

Unterschied zur Hauskatze: Wildkatzen sind genetisch, äußerlich

und verhaltensmäßig klar von Hauskatzen zu unterscheiden.

Revierverhalten: Wildkatzen sind äußerst territorial

und verteidigen ihre Gebiete vehement.

Symboltier: In vielen Kulturen gilt die Wildkatze

als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit.

Schutzstatus: Sie steht in vielen Ländern unter strengem Schutz

und ist ein Indikator für intakte Waldökosysteme.

https://wildbruecke.de/wildkatze


Wildtierwelt 117


118 Wildtierwelt


Foto: iStock/bazilfoto Wildtierwelt 119


Das Wildschaf Europas

DAS MUFFLON

Das Mufflon (Ovis gmelini musimon) gilt als das europäische

Wildschaf und beeindruckt mit seiner robusten Erscheinung

und den charakteristischen, geschwungenen

Hörnern der Widder. Ursprünglich auf den Mittelmeerinseln

Korsika und Sardinien beheimatet, ist das Mu 昀툀 on heute in

vielen Teilen Europas anzutreffen, wo es gezielt eingeführt

wurde. Es gehört zu den ältesten Haustierarten und wird

oft als Vorfahre unserer heutigen Hausschafe betrachtet.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Mu 昀툀 ons sind mittelgroße Wildschafe mit einem kräftigen,

gedrungenen Körperbau. Widder, die männlichen Tiere, erreichen

eine Schulterhöhe von 70 bis 90 cm und wiegen

zwischen 35 und 55 kg. Weibchen, die als Schafe bezeichnet

werden, sind mit einer Schulterhöhe von 60 bis 75

cm und einem Gewicht von 25 bis 40 kg deutlich kleiner.

Die Fellfarbe variiert je nach Jahreszeit und Geschlecht. Männchen

haben oft ein dunkles, rötlich-braunes Fell mit einem

weißen „Sattel 昀氀 eck“ auf den Flanken, der besonders im Winter

auffällt. Weibchen sind heller und haben keinen Sattel 昀氀 eck. Die

Widder tragen eindrucksvolle, spiralförmig geschwungene Hörner,

die bis zu 85 cm lang werden können. Weibchen haben meist

keine Hörner oder nur kurze, kaum sichtbare Hornstummel.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Ursprünglich stammen Mufflons von den felsigen Mittelmeerinseln

Korsika und Sardinien, wo sie in offenen,

kargen Landschaften leben. Heute wurden sie in vielen

europäischen Ländern eingeführt, darunter Deutschland,

Österreich, die Schweiz und Tschechien. Sie fühlen sich in

Mittelgebirgen, Waldgebieten und Heidelandschaften wohl,

bevorzugen jedoch Regionen mit abwechslungsreicher Vegetation

und felsigem Untergrund, die ihnen Schutz bieten.

Da Mufflons offene Flächen und steile Hänge lieben,

findet man sie oft in Regionen mit geringem Bewuchs,

wie zum Beispiel in Heide- und Felslandschaften.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Mufflons sind gesellige Tiere, die in Gruppen, sogenannten

Rudeln, leben. Diese bestehen oft aus Weibchen,

Jungtieren und jüngeren Männchen. Alte Widder leben

außerhalb der Paarungszeit häufig allein oder in kleinen

Männchengruppen. Die Rangordnung innerhalb der Rudel

wird durch Kämpfe bestimmt, bei denen die Widder

ihre Hörner mit großer Wucht gegeneinanderschlagen.

Die Tiere sind tagaktiv, wobei sie in den frühen Morgen- und Abendstunden

am aktivsten sind. Mu 昀툀 ons nutzen ihren scharfen Geruchssinn

und ihr gutes Gehör, um Feinde frühzeitig zu erkennen.

E r n ä h r u n g

Als Pflanzenfresser ernähren sich Mufflons hauptsächlich

von Gräsern, Kräutern, Blättern und Rinden.

120 Wildtierwelt

In den kargen Wintermonaten, wenn Nahrung knapp

ist, fressen sie auch Moose, Flechten und junge Triebe.

Ihr Gebiss ist an eine abwechslungsreiche Pflanzenkost

angepasst, und sie sind in der Lage, auch auf mageren

Böden und unter schwierigen Bedingungen zu überleben.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit, auch Brunft genannt, findet zwischen Oktober

und Dezember statt. Während dieser Zeit kämpfen die

Widder mit ihren imposanten Hörnern um die Weibchen.

Diese Kämpfe, bei denen die Tiere mit ihren Köpfen aufeinanderschlagen,

können sehr laut und beeindruckend sein.

Nach einer Tragzeit von etwa 5 Monaten bringt das Weibchen

im Frühjahr 1 bis 2 Lämmer zur Welt. Die Jungtiere

können bereits wenige Stunden nach der Geburt laufen

und folgen ihrer Mutter. Sie werden etwa 6 Monate gesäugt

und erreichen mit etwa 1,5 Jahren die Geschlechtsreife.

Spuren und Hinterlassenschaften

Die Trittsiegel der Mu 昀툀 ons ähneln denen von Rehen, sind

aber breiter und weniger spitz. Sie zeigen zwei parallele,

leicht gebogene Hufspitzen. Typische Spuren finden sich

auf weichen Böden in Waldgebieten oder an Wasserstellen.

Kotballen der Mu 昀툀 ons sind klein, oval und dunkel gefärbt.

Sie werden in der Regel an unauffälligen Stellen abgesetzt.

Natürliche Feinde

Mufflons haben in Europa nur wenige natürliche Feinde.

In Regionen mit großen Raubtieren zählen Wölfe

und Luchse zu ihren Hauptfeinden. Jungtiere können

auch von Füchsen oder Greifvögeln bedroht werden.

Besonderheiten und Anpassungen

Hörner: Die spiralförmigen Hörner der Widder sind nicht

nur eine Waffe im Kampf, sondern auch ein Statussymbol.

Ihre Größe zeigt die Dominanz und das Alter eines Tieres an.

Kargheit: Mufflons sind Experten im Überleben

in kargen Lebensräumen. Sie benötigen nur wenig

Nahrung und Wasser, um zu überleben.

Einführung: Mufflons wurden gezielt in Mitteleuropa

eingeführt, um die Landschaft zu pflegen

und das Wildarten-Spektrum zu erweitern.

Rudelleben: Die sozialen Strukturen der Rudel helfen den Tieren,

sich gegen Feinde zu verteidigen und Nahrung zu finden.

https://wildbruecke.de/mufflon


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Foto: iStock/Byrdyak

https://wildbruecke.de/mufflon

122 Wildtierwelt

Illustration: iStock/Luisa Vallon Fumi


Foto: iStock/Liene Helmig Wildtierwelt 123


Klein, 昀氀 ink und furchtlos

DAS MAUSWIESEL

Das Mauswiesel, wissenschaftlich Mustela nivalis, ist das

kleinste Raubtier der Welt und ein faszinierender Vertreter

der Marderfamilie (Mustelidae). Trotz seiner geringen

Größe beeindruckt es durch seine Wendigkeit, Anpassungsfähigkeit

und seine wichtige Rolle im Ökosystem.

M e r k m a l e u n d E r s c h e i n u n g s b i l d

Das Mauswiesel zeichnet sich durch seinen schlanken, langgestreckten

Körper aus, der optimal an seine jagdorientierte Lebensweise

angepasst ist. Mit einer Kopfrump 昀氀 änge von 11 bis

26 Zentimetern und einem Gewicht von nur 25 bis 250 Gramm

gehört es zu den kleinsten Säugetieren unter den Raubtieren.

Der Schwanz ist relativ kurz und misst etwa 2 bis 8 Zentimeter.

Das Fell des Mauswiesels ist auf der Oberseite rotbraun und

auf der Unterseite weiß. Diese zweifarbige Musterung bietet

eine gute Tarnung in seiner natürlichen Umgebung. In kälteren

Regionen, insbesondere in Nord- und Osteuropa, kann das

Mauswiesel im Winter ein rein weißes Fell bekommen, um

sich besser an schneebedeckte Landschaften anzupassen.

Anders als beim verwandten Hermelin fehlt dem Mauswiesel

jedoch die charakteristische schwarze Schwanzspitze.

V e r b r e i t u n g u n d L e b e n s r a u m

Das Mauswiesel ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas

verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von

Westeuropa über Russland bis in die nördlichen Teile Chinas und

Japans. Es kommt auch in Teilen Nordafrikas vor. In Nordamerika

ist es in einigen Regionen Kanadas und der USA zu finden.

Mauswiesel bevorzugen offene Landschaften wie Felder,

Wiesen, Hecken und Waldränder. Sie meiden dichte

Wälder und extrem trockene Wüstengebiete. Besonders

gerne halten sie sich in Nähe von landwirtschaftlichen

Flächen auf, wo sie ein reiches Nahrungsangebot finden.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Das Mauswiesel ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei

die Aktivitt von der Verfügbarkeit der Beute abhängt. Es ist

ein sehr geschickter und unermüdlicher Jäger. Mit seinem

schlanken Körper kann es selbst in die engen Gänge von Nagetieren

eindringen und diese in ihren Verstecken überraschen.

Mauswiesel sind Einzelgänger, die ein eigenes Territorium

beanspruchen. Diese Reviere können je nach Geschlecht

und Nahrungsangebot unterschiedlich groß sein. Männchen

haben oft größere Reviere als Weibchen, und ihre Territorien

überlappen sich gelegentlich mit denen von Weibchen.

E r n ä h r u n g

Das Mauswiesel ist ein spezialisierter Fleischfresser und ernährt

sich hauptsächlich von Kleinsäugern, insbesondere

von Feld- und Wühlmausen. Diese machen oft den Hauptanteil

seiner Nahrung aus. Daneben fängt es auch junge

Kaninchen, Vögel, Eier, Reptilien, Amphibien und Insekten.

124 Wildtierwelt

Dank seines schnellen Stoffwechsels hat das Mauswiesel einen

hohen Energiebedarf und muss täglich Nahrung aufnehmen, die

einem erheblichen Anteil seines eigenen Körpergewichts entspricht.

Es jagt durch Spürsinn und Schnelligkeit und überwältigt

seine Beute meist durch einen gezielten Biss in den Nacken.

F o r t p f l a n z u n g u n d E n t w i c k l u n g

Die Fortp 昀氀 anzungszeit des Mauswiesels liegt hauptsächlich zwischen

März und Oktober. In dieser Zeit können Weibchen bis

zu drei Würfe pro Jahr haben. Nach einer Trächtigkeit von etwa

34 bis 37 Tagen bringt das Weibchen 4 bis 10 Junge zur Welt.

Die Jungen werden blind und hil 昀氀 os geboren, öffnen jedoch

nach etwa 3 Wochen die Augen. Sie werden ungefähr 6 Wochen

lang gesäugt und beginnen bald darauf, selbständig

zu jagen. Bereits mit drei Monaten sind sie geschlechtsreif.

N a t ü r l i c h e F e i n d e u n d G e f a h r e n

Das Mauswiesel hat eine Vielzahl natürlicher Feinde, darunter

Greifvögel, Eulen, Füchse, Katzen und größere Marderarten.

Trotz seiner geringen Größe und Verletzlichkeit

kompensiert es dies durch seine hohe Fortp 昀氀 anzungsrate.

Ein weiterer Bedrohungsfaktor ist der Mensch. Der Verlust von

Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft und Bebauung

sowie der Einsatz von Pestiziden reduzieren sowohl die Anzahl

der Beutetiere als auch die Verfügbarkeit von Lebensraum.

M a u s w i e s e l u n d M e n s c h

Das Mauswiesel wird oft als nützlich angesehen, da es dabei hilft,

Schädlinge wie Feld- und Wühlmauspopulationen zu kontrollieren.

In einigen Kulturen war es jedoch auch mit Aberglauben und

Mythen verbunden, die ihm negative Eigenschaften zuschrieben.

In vielen Ländern Europas, darunter Deutschland, steht

das Mauswiesel unter Naturschutz. Es darf nicht gejagt

oder gefangen werden, um seine Bestände zu erhalten.

https://wildbruecke.de/mauswiesel


Wildtierwelt 125


126 Wildtierwelt


Foto: iStock/aaprophoto Wildtierwelt 127


Eleganz in unseren Wäldern

DAS DAMWILD

Das Damwild (Dama dama) gehört zu den elegantesten

Wildarten Europas. Mit seinem charakteristischen Schaufelgeweih

und dem ge 昀氀 eckten Sommerfell zählt es zu den

beliebtesten und am häufi gsten gehaltenen Wildtieren in

Parks und Gehegen. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum

stammend, ist es heute in weiten Teilen Europas verbreitet.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Das Damwild ist mittelgroß und fällt durch sein markantes

Erscheinungsbild auf. Die Schulterhöhe beträgt bei

ausgewachsenen Tieren etwa 85 bis 110 cm, das Gewicht

liegt bei Männchen (Hirschen) zwischen 60 und

100 kg, während Weibchen (Tieren) 30 bis 50 kg wiegen.

Das Fell ist im Sommer rötlich-braun mit einer auffälligen

weißen Fleckenzeichnung, die entlang der Flanken verläuft.

Im Winter wird das Fell dunkler und unauffälliger,

oft graubraun. Der Schwanz, der sogenannte Wedel,

ist schwarz mit einem weißen Rand und gut sichtbar.

Männliche Tiere tragen ein Geweih, das sich durch schaufelartige

Enden auszeichnet. Dieses Schaufelgeweih ist ein

markantes Merkmal des Damwildes und wird mit zunehmendem

Alter des Tieres immer größer und ausgeprägter.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Damwildes

lag im Mittelmeerraum und Kleinasien. Heute ist es in

fast ganz Europa zu finden, oft aufgrund gezielter Einführungen

durch den Menschen. Es bevorzugt Mischwälder

mit angrenzenden offenen Flächen, wie Wiesen und

Felder, da es sowohl Schutz als auch Nahrung benötigt.

Das Damwild kommt häufig in Parkanlagen und Gehegen vor, da

es anpassungsfähig und relativ anspruchslos ist. In freier Wildbahn

lebt es vor allem in Mittelgebirgen und Waldlandschaften.

Lebensweise und Sozialverhalten

Damwild ist eine sehr soziale Tierart, die in Rudeln lebt.

Diese bestehen in der Regel aus Weibchen und ihren

Kälbern, während die Hirsche außerhalb der Brunftzeit

oft in eigenen Junggesellengruppen unterwegs sind.

Die Leitkuh, ein erfahrenes Weibchen, führt das Rudel

an und entscheidet über Fressplätze und Ruheorte.

Die Tiere sind tag- und dämmerungsaktiv. Besonders

in der Morgen- und Abenddämmerung kann man sie

beim Äsen beobachten. Damwild ist vorsichtig und 昀氀 üchtet

bei Gefahr schnell in den Wald, wo es Schutz findet.

E r n ä h r u n g

Das Damwild ist ein Pflanzenfresser, dessen Nahrung

je nach Jahreszeit variiert. Im Sommer stehen Gräser,

Kräuter, Blätter und junge Triebe auf dem Speiseplan,

während es im Winter Rinde, Knospen und Fallobst frisst.

Sein Magen ist an eine abwechslungsreiche Nahrung angepasst,

sodass es auch in kargen Zeiten ausreichend

Energie aufnehmen kann. In Regionen mit intensiver Landwirtschaft

sucht das Damwild oft auf Feldern nach Nahrung,

was gelegentlich zu Kon 昀氀 ikten mit Landwirten führen kann.

Die Paarungszeit, auch Brunft genannt, findet im Oktober

und November statt. Während dieser Zeit stoßen die

Hirsche markante, röhrende Laute aus, um Weibchen

anzulocken und Rivalen zu warnen. Die Brunftplätze, sogenannte

Brunftkuhlen, werden von den Hirschen verteidigt,

und es kommt häufig zu Kämpfen um die Weibchen.

Nach einer Tragzeit von etwa 230 Tagen bringt das Weibchen

im Juni ein Kalb zur Welt, selten Zwillinge. Das Kalb hat ein ge-

昀氀 ecktes Fell, das ihm eine optimale Tarnung bietet. Es bleibt in

den ersten Wochen gut versteckt und wird regelmäßig von der

Mutter gesäugt. Mit etwa 6 Monaten wird das Kalb entwöhnt,

bleibt aber oft bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter.

Natürliche Feinde und Gefährdung

In Europa hat das Damwild nur wenige natürliche Feinde.

In Gebieten mit großen Raubtieren zählen Wölfe, Luchse

und Bären zu den Hauptbedrohungen. Jungtiere können

auch von Füchsen oder Greifvögeln erbeutet werden.

Die größte Gefahr für das Damwild geht jedoch vom Menschen

aus. Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft,

Straßenbau und Siedlungserweiterungen schränken

seinen Lebensraum ein. Wildunfälle und Bejagung

sind weitere Faktoren, die die Population beeinflussen.

Besonderheiten und Anpassungen

Schaufelgeweih: Das Geweih des Damhirsches ist einzigartig

unter den Hirscharten und dient sowohl der Verteidigung

als auch der Imponiergeste während der Brunft.

Fellwechsel: Die saisonale Anpassung des Fells ermöglicht es dem

Damwild, in verschiedenen Umgebungen gut getarnt zu bleiben.

Anpassungsfähigkeit: Damwild kann in einer Vielzahl von Lebensräumen

überleben, von Wäldern bis zu Parklandschaften.

Sozialstruktur: Die Rudelstruktur bietet

Schutz und erleichtert die Nahrungssuche.

Schnelligkeit: Bei Gefahr 昀氀 ieht das Damwild in langen Sprüngen,

wobei es Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen kann.

S c h u t z u n d B e d e u t u n g

Damwild ist eine wichtige Wildart, die sowohl in natürlichen

Ökosystemen als auch in Parkanlagen eine Rolle

spielt. Es trägt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

bei und ist ein beliebtes Ziel für Naturbeobachtungen.

https://wildbruecke.de/damwild

128 Wildtierwelt


Wildtierwelt 129


Spuren und Hinterlassenschaften

Die Trittsiegel des Damwildes ähneln denen anderer Hirscharten,

sind jedoch kleiner als die des Rothirsches. Sie zeigen zwei parallele,

spitz zulaufende Hufabdrücke, die etwa 5 bis 7 cm lang sind.

Der Kot des Damwildes besteht aus kleinen, ovalen Ballen,

die in Gruppen abgesetzt werden. Diese sind ein ty-

pisches Merkmal für Wiederkäuer und helfen dabei, die

Anwesenheit von Damwild in einem Gebiet nachzuweisen.

https://www.youtube.com/watch?v=uLZHdVaxPMQ

Foto: iStock/Schaef1, Icon: ©[iconsolid ] via Canva.com

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Foto: iStock/Christian Bolognese Wildtierwelt 131


Ein beeindruckender Gigant der Wildnis

DER BRAUNBÄR

Der Braunbär (Ursus arctos) gehört zu den beeindruckendsten

Wildtieren Europas. Als größte Raubtierart des Kontinents steht

er für unberührte Natur und eine faszinierende Anpassungsfähigkeit.

In Europa gibt es ihn vor allem in den gebirgigen

und waldreichen Regionen. Doch trotz seines majestätischen

Erscheinungsbildes ist der Braunbär durch menschliche

Ein 昀氀 üsse und Lebensraumverlust vielerorts bedroht.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der europäische Braunbär ist ein kräftig gebauter Raubtier,

dessen Größe je nach Region variiert. Männliche

Tiere erreichen eine Körperlänge von 1,70 bis 2,40 m

und ein Gewicht von 150 bis 250 kg, während Weibchen

kleiner und leichter sind, meist zwischen 80 und 150 kg

wiegen. Die Schulterhöhe beträgt etwa 90 bis 120 cm.

Sein Fell ist dicht und variiert farblich zwischen hellbraun,

dunkelbraun und fast schwarz. Der muskulöse Schulterbuckel,

besonders ausgeprägt bei männlichen Tieren, verleiht dem

Braunbären eine imposante Erscheinung und große Kraft.

Lebensraum und Verbreitung in Europa

In Europa kommt der Braunbär in zerstreuten Populationen

vor, vor allem in den folgenden Regionen:

Skandinavien: Schweden, Norwegen und Finnland

beherbergen stabile Bärenpopulationen.

Zentral- und Osteuropa: Besonders in den Karpaten (Rumänien,

Slowakei, Polen, Ukraine) lebt die größte europäische Population.

Alpenregion: Kleine Bestände sind in Italien (Trentino),

Slowenien, Österreich und der Schweiz anzutreffen.

Balkan: Serbien, Kroatien und Griechenland

sind weitere Rückzugsgebiete des Braunbären.

Spanien: Die Kantabrischen Berge beheimaten

eine stark gefährdete Population.

Braunbären bevorzugen große, zusammenhängende

Waldgebiete, wo sie ausreichend Nahrung und

Ruhe finden. Misch- und Nadelwälder mit angrenzenden

offenen Flächen bieten den idealen Lebensraum.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Der Braunbär in Europa ist ein Einzelgänger und wandert oft

weite Strecken auf der Suche nach Nahrung. Er nutzt Duftmarken

und Kratzspuren, um sein Revier zu markieren. Seine

Aktivität ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, wobei

er in ungestörten Gebieten auch tagsüber unterwegs sein kann.

Während der Wintermonate hält der Braunbär eine Winterruhe.

Dafür zieht er sich in selbstgegrabene Höhlen, Felsspalten

oder dichte Vegetation zurück. In dieser Phase lebt er von

seinen Fettreserven, die er sich im Herbst angefressen hat.

E r n ä h r u n g

Braunbären in Europa sind Allesfresser.

Ihre Ernährung setzt sich zusammen aus:

Pflanzliche Nahrung: Beeren, Gräser,

Kräuter, Eicheln, Nüsse und Wurzeln.

Tierische Nahrung: Insekten, kleine Säugetiere und

Aas. Gelegentlich reißen sie auch Nutztiere wie Schafe,

was Konflikte mit Menschen verursachen kann.

Besonders wichtig für die Fettreserven im Winter sind

kalorienreiche Nahrung wie Beeren und Eicheln, die

im Herbst in großen Mengen aufgenommen werden.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Paarungszeit der Braunbären in Europa findet zwischen

Mai und Juli statt. Die befruchtete Eizelle nistet sich erst im

Herbst ein, wenn das Weibchen genug Fettreserven hat,

um den Winter und die Aufzucht der Jungen zu überstehen.

Die Geburt erfolgt während der Winterruhe, meist zwischen

Januar und Februar. Die 1 bis 3 Jungtiere wiegen

bei der Geburt nur etwa 300 bis 600 Gramm und sind

blind sowie hilflos. Sie wachsen schnell und werden von

der Mutter intensiv betreut. Die Jungen bleiben etwa

zwei Jahre bei der Mutter, bevor sie eigenständig werden.

Natürliche Feinde und Gefährdung

In Europa hat der Braunbär keine natürlichen

Feinde. Jungtiere könnten gelegentlich von Wölfen

oder Luchsen angegriffen werden, doch erwachsene

Bären stehen an der Spitze der Nahrungskette.

Besonderheiten und Anpassungen

Flexibilität: Der Braunbär kann sich an verschiedene

Lebensräume und Nahrungsquellen anpassen.

Winterruhe: Seine Fähigkeit, Energie in Fettreserven zu speichern,

erlaubt ihm, monatelang ohne Nahrung zu überleben.

Intelligenz: Braunbären sind lernfähig und nutzen ihre Intelligenz,

um Nahrung zu finden und Kon 昀氀 ikten auszuweichen.

Beeindruckende Kraft: Ein europäischer Braunbär kann

mit einem Schlag Beutetiere töten oder Bäume umstürzen.

Langes Leben: In der Wildnis können

Braunbären 20 bis 30 Jahre alt werden.

Braunbären in der europäischen Kultur

Der Braunbär hat eine tiefe kulturelle Bedeutung in Europa.

In vielen Ländern gilt er als Symbol für Stärke, Wildheit und

Freiheit. Er ist in Wappen, Legenden und Märchen präsent,

etwa in der deutschen Sage vom „Petermännchen“ oder als

„Bär von Bern“.

https://wildbruecke.de/braunbaer

132 Wildtierwelt


Wildtierwelt 133


Foto: iStock/Felix Geringswald

Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren des Braunbären sind in Europa relativ leicht

zu identifizieren. Seine Tatzenabdrücke sind groß,

mit fünf deutlich sichtbaren Zehen und langen Krallen.

Ein Pfotenabdruck kann bis zu 20 cm lang sein.

Der Kot des Braunbären ist je nach Ernährung variabel:

Er enthält oft Beerenkerne, Pflanzenreste

oder Haare und kann bis zu 10 cm dick sein.

https://wildbruecke.de/braunbaer

134 Wildtierwelt


Foto: iStock/Dgwildlife Wildtierwelt 135


Ein heimlicher Bewohner der Nacht

DER GARTENSCHLÄFER

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist ein kleiner, nachtaktiver

Nager, der in weiten Teilen Europas heimisch ist.

Obwohl dieser niedliche, an ein Eichhörnchen erinnernde

Waldbewohner in vielen Regionen noch verbreitet ist,

wird er zunehmend seltener und ist vielerorts gefährdet.

Durch seine scheue Lebensweise und seinen nächtlichen

Aktivitätsrhythmus bleibt er vielen Menschen verborgen,

obwohl er eine wichtige Rolle im Ökosystem spielt.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der Gartenschläfer hat ein charakteristisches Aussehen, das

ihn von anderen Schläfern unterscheidet. Mit einer Körperlänge

von etwa 15 bis 20 cm und einer Schwanzlänge von 10

bis 15 cm gehört er zu den mittelgroßen Schläfern. Das Fell

des Gartenschläfers ist von oben graubraun und von unten

hellgrau bis weißlich. Ein auffälliges Merkmal ist der schwarze

Augenring und die weißen Flecken an den Ohren und der Brust.

Er hat einen langen, buschigen Schwanz, der ihm beim Klettern

und Balancieren in Bäumen hilft. Die großen, dunklen

Augen und die langen, empfi ndlichen Vibrissen (Schnurrhaare)

sind auf seine nachtaktive Lebensweise angepasst.

Lebensraum und Verbreitung

Der Gartenschläfer ist in weiten Teilen Europas verbreitet,

mit einer Hauptverbreitung in den gemäßigten Klimazonen.

Er bevorzugt ländliche Gebiete und ist besonders in

Laubwäldern, Heckenlandschaften, Streuobstwiesen und

Gärten zu finden. Da der Gartenschläfer ein guter Kletterer

ist, hält er sich oft in Bäumen und Sträuchern auf,

wo er nach Nahrung sucht und ein sicheres Nest baut.

Seine Lebensräume sind durch menschliche Eingriffe wie die

Zerstörung von Heckenlandschaften und die Umwandlung

von Wäldern in Monokulturen bedroht. Der Gartenschläfer

ist besonders in Gebieten mit alten, abwechslungsreichen

Waldbeständen und naturnahen Landschaften anzutreffen.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Der Gartenschläfer ist ein nachtaktiver Einzelgänger.

Während des Tages schläft er in einem Nest, das er

in Baumhöhlen, unter Wurzeln oder in dichten Sträuchern

baut. In seinem Nest kuschelt er sich zusammen,

um sich vor Kälte und Fressfeinden zu schützen.

In der Nacht begibt sich der Gartenschläfer auf Nahrungssuche.

Dabei ernährt er sich hauptsächlich von p 昀氀 anzlicher Nahrung wie

Früchten, Beeren, Nüssen und Samen, aber auch von Insekten,

kleinen Wirbeltieren und Vögeln. Der Gartenschläfer ist ein guter

Kletterer und nutzt seine Fähigkeiten, um in den Bäumen nach

Nahrung zu suchen oder sich von Baum zu Baum zu bewegen.

dieser Zeit verbringen sie die Tage in ihrem Nest und kommen

nur selten heraus, um kleine Nahrungsreste zu fressen.

Fortpflanzung und Nachwuchs

Die Fortp 昀氀 anzungszeit des Gartenschläfers beginnt im Frühjahr,

meist im Mai oder Juni, wenn die Weibchen für die Paarung bereit

sind. Nach einer Tragzeit von etwa 4 bis 5 Wochen bringt das

Weibchen 3 bis 6 Junge zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt

blind und wiegen nur wenige Gramm. In den ersten Wochen sind

sie auf die Mutter angewiesen, die sie mit ihrer Milch versorgt.

Mit etwa einem Monat sind die Jungen soweit entwickelt,

dass sie das Nest verlassen können. Sie lernen in den darauffolgenden

Wochen, sich selbstständig zu ernähren und

ihre Umgebung zu erkunden. Mit 3 bis 4 Monaten erreichen

sie die Geschlechtsreife und können sich fortp 昀氀 anzen.

E r n ä h r u n g

Der Gartenschläfer ist ein Allesfresser, wobei ein großer

Teil seiner Nahrung aus pflanzlichen Bestandteilen

wie Obst, Beeren, Samen, Nüssen und Baumsäften

besteht. Er hat jedoch auch eine Vorliebe für tierische

Nahrung, insbesondere Insekten, kleine Wirbeltiere und

Vogeleier, die er ebenfalls geschickt aufspüren kann.

Seine Nahrungsaufnahme ist stark an den jahreszeitlichen

Wandel angepasst. Im Sommer sind Früchte und Samen die

Hauptnahrungsquelle, während im Winter das Fressen von

Vorräten oder das gelegentliche Aufsuchen von Nahrungsquellen

in der Umgebung seine Überlebenschancen erhöht.

Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren des Gartenschläfers sind relativ klein, aber gut erkennbar.

Die Fußabdrücke zeigen fünf Zehen, und seine langen

Krallen hinterlassen markante Spuren, die oft an Bäumen und

Sträuchern sichtbar sind, wo er sich fortbewegt. Auch seine Wühlspuren

in der Erde, in denen er nach Insekten und Nahrungsresten

sucht, können ein Hinweis auf seine Anwesenheit sein.

Da der Gartenschläfer nachtaktiv ist, hinterlässt er nachts oft

kleinere Nahrungsreste, wie zum Beispiel zerdrückte Beeren

oder Nussschalen, die auf seine Futtergewohnheiten hinweisen.

https://wildbruecke.de/gartenschlaefer

Die Tiere halten in der kalten Jahreszeit eine Winterruhe, die

in der Regel von November bis Februar dauert. Während

136 Wildtierwelt


Wildtierwelt 137


G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Der Gartenschläfer gilt in vielen Teilen Europas als gefährdet.

In Deutschland ist er nach der Roten Liste der gefährdeten

Arten als „stark gefährdet“ eingestuft. Die Zerstörung seines

Lebensraums, der Verlust von Heckenlandschaften und das

Verschwinden von alten Bäumen und Wäldern stellen große

Bedrohungen dar. Auch die intensive Landwirtschaft und

die Zerschneidung von Landschaften durch Straßen und

Siedlungen haben negative Auswirkungen auf die Population.

In einigen Regionen Europas werden Schutzmaßnahmen

ergriffen, um die Bestände des Gartenschläfers zu erhalten.

Dazu gehören die Förderung naturnaher Waldwirtschaft

und die Schaffung von Rückzugsgebieten, in denen der

Gartenschläfer seine Lebensweise weiterhin entfalten kann.

Besonderheiten und Anpassungen

Nachtaktivität: Der Gartenschläfer ist perfekt an eine

nächtliche Lebensweise angepasst, mit großen

Augen und einem ausgezeichneten Geruchssinn.

Kletterfähigkeit: Durch seine langen Krallen ist der Gartenschläfer

ein exzellenter Kletterer und kann sich mühelos

in Bäumen bewegen, um Nahrung zu finden.

Vorratshaltung: Im Herbst legt der Gartenschläfer Vorräte

an, die er während seiner Winterruhe nutzen kann.

Winterruhe: Der Gartenschläfer hält eine Winterruhe,

bei der er seinen Stoffwechsel herunterfährt

und in seinem Nest verbleibt, um Energie zu sparen.

Schwesterarten: Der Gartenschläfer ist nah verwandt

mit anderen Schläferarten, wie dem Siebenschläfer,

und gehört zur Familie der Schläfer (Gliridae).

https://wildbruecke.de/gartenschlaefer

138 Wildtierwelt

Schutz und Bedeutung im Ökosystem

Der Gartenschläfer spielt eine wichtige Rolle in seinem Ökosystem.

Als Samenverbreiter hilft er bei der Ausbreitung von

P 昀氀 anzenarten, während seine Ernährung auch zur Kontrolle

von Insektenpopulationen beiträgt. In Gebieten, in denen

der Gartenschläfer noch verbreitet ist, kann er zur biologischen

Vielfalt und zur Stabilität des Ökosystems beitragen.

Der Schutz des Gartenschläfers und seiner Lebensräume

ist daher auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt

der Natur und der biologischen Vielfalt in Europa.


Foto: iStock/slowmotiongli Wildtierwelt 139


Ein heimlicher Nager der Wälder

DIE HASELMAUS

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ist ein kleiner,

nachtaktiver Nager, der in vielen Teilen Europas verbreitet

ist, aber zunehmend selten wird. Sie ist für ihre 昀氀 inken

Bewegungen, ihre dichte Fellfarbe und ihre Vorliebe für

Baum- und Strauchlandschaften bekannt. Trotz ihrer unscheinbaren

Erscheinung spielt die Haselmaus eine wichtige

Rolle im Ökosystem und ist ein faszinierendes Beispiel für die

Anpassungsfähigkeit kleiner Säugetiere an ihre Umgebung.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Die Haselmaus ist mit einer Körperlänge von etwa 7 bis 10 cm

und einer Schwanzlänge von rund 5 bis 7 cm ein sehr kleiner

Nager. Ihr weiches, dichtes Fell ist auf der Oberseite rötlichbraun

bis graubraun und auf der Unterseite weißlich bis grau.

Der auffälligste Teil ihres Aussehens ist der buschige Schwanz,

der zur Tarnung und beim Klettern eine wichtige Rolle spielt.

Ein weiteres markantes Merkmal ist ihr rundliches Gesicht mit

großen, dunklen Augen und den kleinen Ohren, die ihr gutes

Seh- und Hörvermögen unterstreichen. Die Haselmaus hat eine

sehr feine, elegante Erscheinung und ähnelt in vielen Aspekten

einer kleinen Maus oder einem Hamster, ist jedoch durch ihren

Schwanz und ihre Größe leicht von diesen zu unterscheiden.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Die Haselmaus lebt vor allem in lichten Wäldern, Heckenlandschaften

und in alten, ungestörten Obstgärten. Sie bevorzugt

Regionen mit einer Mischung aus Sträuchern und

Bäumen, da sie sich dort sowohl in den Bäumen als auch

am Boden gut fortbewegen kann. Besonders gerne hält

sie sich in Haselsträuchern und Laubwäldern auf, wo sie

ausreichend Nahrung und Versteckmöglichkeiten findet.

In Europa ist die Haselmaus vor allem in Mittel- und Südeuropa

verbreitet, aber ihre Populationen sind in vielen

Regionen rückläufig. In einigen Gebieten ist sie in der

Roten Liste gefährdeter Arten aufgeführt, da ihre Lebensräume

durch intensive Landwirtschaft, Urbanisierung

und den Verlust von Heckenlandschaften bedroht sind.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Die Haselmaus ist ein nachtaktiver Einzelgänger. Tagsüber

schläft sie in einem sicheren Versteck, meist in Baumhöhlen,

in Astgabeln oder in dichtem Gestrüpp, wo sie sich gut geschützt

fühlt. Ihre Nester baut sie aus Blättern und weichem

Material, die sie in den Bäumen oder am Boden anlegt. In

den kalten Monaten hält die Haselmaus eine Winterruhe,

die sie in ihrem Nest verbringt, um der Kälte zu entkommen.

Ihre Aktivität beginnt in der Dämmerung, wenn sie auf Nahrungssuche

geht. Obwohl die Haselmaus hervorragend

klettern kann, ist sie auch eine gute Läuferin und wendig. Sie

bewegt sich geschickt durch die Büsche und Bäume und ist

dabei vor allem auf Insekten, Samen, Beeren und Nüsse angewiesen.

Wenn sie in den Herbstmonaten genügend Nahrung

findet, legt sie Vorräte an, die ihr beim Überwintern helfen.

E r n ä h r u n g

Die Haselmaus ist ein Allesfresser, wobei p 昀氀 anzliche Nahrung

den größten Teil ihrer Ernährung ausmacht. Sie frisst

Beeren, Samen, Nüsse, Früchte und auch Blätter, die sie

in den Sommermonaten bevorzugt. In den Frühling- und

Sommermonaten ist das Nahrungsangebot besonders

reichhaltig, während die Haselmaus in den Herbstmonaten

Vorräte anlegt, die sie dann während ihrer Winterruhe nutzt.

Neben pflanzlicher Kost verzehrt sie auch Insekten,

Spinnen und kleine wirbellose Tiere, wenn die Gelegenheit

dazu besteht. Ihre Ernährung ist flexibel und

hängt stark vom Jahreszeitlichen Nahrungsangebot ab.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Fortp 昀氀 anzungszeit der Haselmaus beginnt in den warmen

Frühjahrsmonaten, meist zwischen April und Juni.

Nach einer Tragzeit von etwa 25 bis 30 Tagen bringt das

Weibchen 3 bis 6 Junge zur Welt. Die Jungtiere sind bei der

Geburt blind und wiegen nur wenige Gramm. In den ersten

Wochen werden sie ausschließlich von der Mutter gesäugt.

Mit etwa drei bis vier Wochen öffnen die Jungtiere ihre

Augen und beginnen, selbstständig Nahrung zu fressen.

Ab dem Alter von etwa sechs bis acht Wochen können die

jungen Haselmäuse das Nest verlassen, um auf eigenen

Pfoten Nahrung zu suchen und sich von der Mutter zu lösen.

G e f ä h r d u n g u n d S c h u t z

Die Haselmaus ist in vielen Regionen Europas aufgrund der

Zerstörung ihres Lebensraums gefährdet. Die Umwandlung

von Mischwäldern in monokulturelle Forstwirtschaft

und die Entfernung von Heckenlandschaften machen es

der Haselmaus schwer, geeignete Nahrungs- und Rückzugsgebiete

zu finden. Auch die intensivere Landwirtschaft

und die Fragmentierung von Lebensräumen durch

Straßen und Siedlungen tragen zur Gefährdung bei.

In einigen Ländern Europas wird die Haselmaus bereits

durch Schutzprogramme und Naturschutzinitiativen

unterstützt. In Großbritannien und Deutschland

beispielsweise wird die Haselmaus als gefährdete Art

betrachtet, und es gibt gezielte Maßnahmen, um ihre Bestände

zu schützen und ihren Lebensraum zu erhalten.

https://wildbruecke.de/haselmaus

140 Wildtierwelt


Wildtierwelt 141


Foto: iStock/M_MUC1968

Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren der Haselmaus sind nicht besonders auffällig, da

sie vorwiegend nachtaktiv ist. Ihre Fußabdrücke sind jedoch

deutlich zu erkennen, da sie sich an ihren kurzen, kräftigen

Pfoten und den langen, beweglichen Zehen orientieren. Oft

sind es ihre Nester und ihre Fressspuren, die auf ihre Anwesenheit

hinweisen. An Bäumen und Sträuchern hinterlässt

die Haselmaus Kratzspuren und kleine Wühlspuren auf dem

Boden, die Hinweise auf ihre Futtergewohnheiten geben.

Auch die Nahrungsreste, wie zerbissene Nüsse oder

Beerenkerne, können oft die Spur der Haselmaus

markieren. Besonders in den Herbstmonaten kann

man an den Verstecken größere Vorratslager finden.

https://wildbruecke.de/haselmaus/#spuren

142 Wildtierwelt

Foto: iStock/SzymonBartosz


Foto: iStock/Michel VIARD Wildtierwelt 143


Ein Symbol der Weiten der Felder

DER FELDHASE

Der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein charakteristisches

und weit verbreitetes Wildtier in Europa. Mit seiner schnellen

und flinken Lebensweise hat er sich in einer Vielzahl

von Lebensräumen etabliert, obwohl der Feldhase in einigen

Regionen durch die Veränderung seiner Umwelt

und zunehmende Bejagung gefährdet ist. Der Feldhase

ist bekannt für seine großen Ohren, kräftigen Hinterbeine

und seine außergewöhnliche Fähigkeit, sich vor Feinden

zu verstecken oder in voller Geschwindigkeit zu 昀氀 üchten.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der Feldhase ist ein mittelgroßes, kräftiges Tier. Er hat einen

langen Körper, der eine Länge von 45 bis 70 cm erreicht,

und einen genauso langen, buschigen Schwanz. Seine Ohren

sind besonders markant und messen etwa 10 bis 12 cm.

Das Fell des Feldhasen ist von oben braungrau, was ihm

eine ausgezeichnete Tarnung in seiner Umgebung ermöglicht,

während die Unterseite des Körpers meist heller ist.

Die Hinterbeine des Feldhasen sind ungewöhnlich lang und kräftig,

was ihm enorme Sprungkraft verleiht. Diese Hinterbeine ermöglichen

es dem Hase, weite Sprünge zu machen, um sich vor

Feinden zu retten. Er wiegt durchschnittlich zwischen 3 und 5 kg.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Feldhase ist in weiten Teilen Europas verbreitet und

lebt vor allem in offenen Landschaften wie Feldern, Wiesen,

Acker 昀氀 ächen und Brachland. Er ist jedoch auch in weniger

kultivierten Bereichen wie Heckenlandschaften und Waldrändern

anzutreffen. Der Feldhase ist kein reiner Waldbewohner,

sondern bevorzugt weitläufige, offene Gebiete, in denen

er genug Platz für seine schnellen Fluchtbewegungen hat.

Durch den Rückgang von Weide 昀氀 ächen und landwirtschaftlichen

Monokulturen, die die natürliche Vielfalt verringern,

ist der Lebensraum des Feldhasen immer mehr bedroht.

In einigen Gebieten hat die Urbanisierung ebenfalls zu

einem Verlust des natürlichen Lebensraums geführt.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Der Feldhase ist ein Einzelgänger und meist nachtaktiv

oder in den frühen Morgenstunden und am Abend aktiv.

Tagsüber zieht er sich oft in tiefes Gras oder in Gebüsch

zurück, um sich vor Fressfeinden zu verstecken.

Seine Hauptaktivitäten finden jedoch in der Dämmerung

und in der Nacht statt, wenn er auf Nahrungssuche geht.

In der Regel lebt der Feldhase auf dem Boden und gräbt keine

Höhlen oder Nester. Er legt sich in einer sogenannten „Senkgrube“

nieder, einer kleinen Mulde im Boden, die er mit Gras und Laub

auslegt. Die Senkgrube schützt ihn vor den Augen von Raubtieren.

in einem schnellen Sprung überwinden. Dabei kann er

bis zu 70 km/h erreichen, um Raubtieren zu entkommen.

E r n ä h r u n g

Der Feldhase ist ein P 昀氀 anzenfresser und ernährt sich überwiegend

von Gräsern, Kräutern, jungen Trieben, Baumrinde

und Wurzeln. Im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, frisst

der Hase auch Rinde von Sträuchern und kleinen Bäumen.

In den wärmeren Monaten bevorzugt der Feldhase

saftige Gräser und Kräuter, die reich an Nährstoffen sind.

Die Ernährung des Feldhasen variiert je nach Jahreszeit

und Verfügbarkeit. Im Frühjahr und Sommer ernährt

er sich vor allem von grünen Pflanzen, im Herbst

und Winter von härteren Pflanzenteilen und Rinden.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Fortp 昀氀 anzung des Feldhasen beginnt im Frühjahr, gewöhnlich

im März oder April. Die Weibchen sind polygam und paaren

sich mit mehreren Männchen. Nach einer Tragzeit von etwa 42

Tagen bringt das Weibchen in einem Versteck, meist in einem

dichten Gras- oder Feldgebiet, 1 bis 4 Junge zur Welt. Die Jungtiere

sind bei der Geburt blind und wiegen nur wenige Gramm.

Die Mutter verlässt ihre Jungen in den ersten Lebenstagen, da

die Kleinen keine Wärme benötigen. Sie wird nur zum Säugen

zurückkehren. Die Jungen wachsen schnell und sind bereits nach

wenigen Wochen in der Lage, selbstständig Nahrung zu suchen.

Sie erreichen mit etwa 4 bis 6 Monaten die Geschlechtsreife.

F e i n d e u n d B e d r o h u n g e n

Der Feldhase hat zahlreiche natürliche Feinde, die ihn in freier

Wildbahn bedrohen. Zu seinen Hauptfeinden gehören Raubvögel

wie der Habicht und der Adler sowie Säugetiere wie Füchse,

Marder und Wildschweine. Auch größere Raubtiere wie der

Wolf oder der Luchs können dem Feldhasen gefährlich werden,

besonders wenn er in offenen Gebieten auf Futtersuche ist.

Zusätzlich zu den natürlichen Feinden hat der Feldhase

mit der Veränderung seines Lebensraums durch menschliche

Aktivitäten zu kämpfen. Die Zerstörung von Hecken,

Wiesen und Feldern durch intensive Landwirtschaft und

die zunehmende Urbanisierung haben seine Lebensräume

erheblich eingeschränkt. Auch die Jagd stellt in einigen

Regionen eine Gefahr für die Hasenpopulation dar.

https://wildbruecke.de/feldhase

Wenn er sich bedroht fühlt, kann der Feldhase mit beeindruckender

Geschwindigkeit fliehen und weite Distanzen

144 Wildtierwelt


Wildtierwelt 145


Spuren und Hinterlassenschaften

Die Spuren des Feldhasen sind typisch für einen Lauftier-Nager.

Man erkennt die Fußabdrücke an den langen, schmalen

Fußsohlen mit den kräftigen Hinterbeinen. Seine Kratzspuren

und Kotstellen sind ebenfalls häufig zu finden, vor allem in der

Nähe von Futterplätzen oder seinem Ruhebereich. Die Federn

und Körperteile von Vögeln, die er bei seiner Nahrungssuche

entdeckt hat, können auch von Hasen hinterlassen werden.

Das auffälligste Merkmal seiner Spuren sind jedoch die Haken,

die er beim Fliehen hinterlässt. Da er auf den Hinterbeinen eine

große Sprungkraft besitzt, hinterlässt er oft Sprungmarken im

Boden, die zeigen, wie schnell und weit er 昀氀 iehen kann.

Besonderheiten und Anpassungen

Sprungkraft: Der Feldhase ist bekannt für seine außergewöhnliche

Sprungkraft und Schnelligkeit. Mit bis zu

70 km/h kann er in voller Flucht vor Feinden davoneilen.

K r ä f t i g e H i n t e r b e i n e : Die langen und kräftigen

Hinterbeine ermöglichen es dem Feldhasen, weite

Distanzen zu springen und schnell zu fliehen.

Tarnung: Das braune Fell des Feldhasen ist ideal

an seine Lebensräume angepasst und ermöglicht

ihm eine perfekte Tarnung in Wiesen und Feldern.

N a c h t s i c h t : Der Feldhase ist nachtaktiv und

hat ein ausgezeichnetes Sehvermögen, um

sich in der Dämmerung und Nacht zurechtzufinden.

Vorsichtiger Lebensstil: Obwohl der Feldhase tagsüber Ruhephasen

in Senkgruben verbringt, ist er stets vorsichtig und

昀氀 ieht sofort bei Gefahr.

https://www.youtube.com/watch?v=ZBIUz_UowKw

Foto: Pixabay/SvenZiegler, Icon: ©[iconsolid ] via Canva.com

146 Wildtierwelt


Foto: iStock/Sander Meertins Wildtierwelt 147


Ein cleverer Überlebenskünstler der Wälder

DER STEINMARDER

Der Steinmarder (Martes foina) ist ein heimischer Raubtier, der

in den Wäldern und ländlichen Regionen Europas und Asiens

beheimatet ist. Mit seiner schlanken Statur, seinem dichten

Fell und seiner bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit hat

der Steinmarder in verschiedenen Lebensräumen überlebt.

Trotz seiner eher zurückhaltenden Lebensweise ist er ein faszinierendes

Tier, das eine Schlüsselrolle im Ökosystem spielt.

A u s s e h e n u n d G r ö ß e

Der Steinmarder ist ein mittelgroßes Raubtier und gehört

zur Familie der Marder (Mustelidae). Er hat einen langen,

schlanken Körper, der eine Länge von 40 bis 55 cm erreicht,

mit einem ebenfalls langen Schwanz von etwa 25 bis 30 cm.

Das Gewicht des Steinmarders liegt zwischen 1,5 und 2,5 kg.

Sein Fell ist in der Regel grau-braun mit einem helleren,

fast weißen Fleck auf der Brust, der ihm eine charakteristische

„Halskrause“ verleiht. Der Kopf ist schmal mit

scharfen, dunklen Augen und relativ kleinen Ohren. Der

Steinmarder hat kräftige Beine und scharfe Krallen, die

ihm helfen, auf Bäumen zu klettern und Beute zu fangen.

L e b e n s r a u m u n d V e r b r e i t u n g

Der Steinmarder ist in vielen Teilen Europas, Asiens und des Nahen

Ostens weit verbreitet. Er bevorzugt dichte Wälder, lichte

Waldgebiete, Gebirgslagen und auch landwirtschaftlich genutzte

Landschaften. Der Steinmarder ist sowohl in tiefen Wäldern

als auch in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden, da er

sich gut an die verschiedensten Lebensräume anpassen kann.

Er lebt oft in der Nähe von Menschen und ist in ländlichen Gebieten

und sogar in städtischen Randzonen zu finden. Häufig

nutzt der Steinmarder verlassene Gebäude, Scheunen oder

ungenutzte Gebäude als Unterschlupf und baut dort sein Nest.

L e b e n s w e i s e u n d V e r h a l t e n

Der Steinmarder ist vorwiegend nachtaktiv und ein geschickter

Kletterer. Tagsüber schläft er meist an einem

sicheren Ort, etwa in Baumhöhlen, alten Gebäuden oder in

verwaisten Nischen. Nachts wird er aktiv und geht auf die

Jagd. Da er ein Allesfresser ist, umfasst seine Nahrung eine

Vielzahl von Lebensmitteln, von kleinen Säugetieren und

Vögeln bis hin zu Früchten, Insekten und sogar Abfällen.

Die Steinmarder sind Einzelgänger und neigen dazu, ihr Revier

rigoros zu verteidigen. Sie sind äußerst territorial und markieren

ihr Revier mit Duftmarken, die sie mit Drüsensekreten abgeben.

Obwohl sie gut in Wäldern und auf Bäumen klettern können, suchen

sie auch den Boden auf, wenn sie auf Nahrungssuche gehen.

Ein weiteres bemerkenswertes Verhalten des Steinmarders

ist seine Neigung, in menschlichen Siedlungen nach Nahrung

zu suchen. Manchmal plündern sie Mülltonnen oder nisten

sich in Schuppen oder Dachböden ein. Dadurch sind sie oft in

Kontakt mit Menschen, obwohl sie in der Regel scheu bleiben.

E r n ä h r u n g

Der Steinmarder ist ein Allesfresser und seine Ernährung

variiert je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit von Nahrung.

Er jagt kleine Tiere wie Vögel, Mäuse, Ratten und Kaninchen.

Auch Reptilien, Amphibien und Insekten gehören

zu seinem Beutespektrum. Im Herbst und Winter frisst

der Steinmarder vor allem Früchte, Nüsse und Beeren.

Dank seiner Anpassungsfähigkeit kann der Steinmarder

seine Nahrungsaufnahme auf unterschiedliche Lebensräume

abstimmen. Er ist ein opportunistischer Fresser, der,

wenn nötig, auch auf menschliche Abfälle zurückgreift. Besonders

in landwirtschaftlich genutzten Gebieten plündern

Steinmarder gerne Obstgärten und Nahrungsmittelvorräte.

F o r t p f l a n z u n g u n d N a c h w u c h s

Die Fortp 昀氀 anzungszeit des Steinmarders beginnt im Frühjahr,

meist zwischen Februar und April. Nach einer Tragzeit von etwa

9 Monaten – was für einen Marder ungewöhnlich lang ist – bringt

das Weibchen in der Regel 2 bis 5 Junge zur Welt. Die Jungtiere

sind bei der Geburt blind und wiegen nur wenige Gramm.

Die Mutter kümmert sich intensiv um ihre Jungen und füttert

sie mit ihrer Milch. Nach etwa 8 bis 10 Wochen öffnen die

Jungtiere ihre Augen und beginnen, ihre ersten Schritte zu

machen. Im Alter von etwa 4 bis 6 Monaten sind sie in der

Lage, selbstständig zu jagen und sich von ihrer Mutter zu lösen.

Die Fortpflanzungsrate des Steinmarders

ist nicht sehr hoch, was ihn in vielen Regionen

zu einer besonders schützenswerten Art macht.

F e i n d e u n d B e d r o h u n g e n

Der Steinmarder hat in freier Wildbahn einige natürliche Feinde,

darunter größere Raubtiere wie Füchse, Greifvögel und

Hunde. Auch andere Marderarten und Raubtiere können in

Konkurrenz um denselben Lebensraum oder Nahrung treten.

Doch die größte Bedrohung für den Steinmarder stellt

der Mensch dar. Die Zerstörung seines Lebensraums,

insbesondere durch die Urbanisierung und landwirtschaftliche

Nutzung, sowie die zunehmende Bejagung

aufgrund von Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden,

verringern seine Populationen in einigen Regionen.

https://wildbruecke.de/steinmarder

148 Wildtierwelt


Wildtierwelt 149


Spuren und Hinterlassenschaftennschaften

Die Spuren des Steinmarders sind relativ klein und unauffällig,

vor allem, weil er ein Einzelgänger ist und nachts

jagt. Die Fußabdrücke sind die typischen, runden Marderabdrücke,

mit scharfen Krallenmarkierungen. Manchmal

kann man auch seine Wühlspuren auf dem Boden

finden, besonders wenn er auf Nahrungssuche geht.

Eine weitere Hinterlassenschaft des Steinmarders sind seine

Markierungen, die er durch Urin oder spezielle Drüsensekrete

hinterlässt. Diese Markierungen sind für andere Marder und Tiere

von großer Bedeutung, um sein Territorium zu kennzeichnen.

Besonderheiten und Anpassungen

B e d e u t u n g i m Ö k o s y s t e m

Der Steinmarder spielt eine bedeutende Rolle im Ökosystem

als Raubtier, indem er die Population von kleinen Säugetieren

und Insekten reguliert. Auch als Samenverbreiter trägt er zur

Gute Kletterfähigkeit: Der Steinmarder ist ein exzellenter

Kletterer und kann sowohl in Bäumen

als auch auf Gebäuden geschickt navigieren.

A l l e s f r e s s e r : Als opportunistischer Fresser

ist der Steinmarder anpassungsfähig und

frisst eine Vielzahl von Beutetieren und Pflanzen.

Nachtaktiv: Der Steinmarder ist ein nachtaktives Tier, das vorwiegend

in der Dämmerung und Nacht Jagd auf Beute macht.

Territorial: Der Steinmarder ist ein sehr territorialer Jäger und

verteidigt sein Revier gegen Artgenossen und andere Tiere.

Lange Tragzeit: Die Tragzeit des Steinmarders ist ungewöhnlich

lang, was zur Entwicklung gesunder und gut ausgebildeter

Jungtiere beiträgt.

wildbruecke.de/steinmarder/#losung

Verbreitung von P 昀氀 anzen bei. Durch seine Anpassungsfähigkeit

und seine vielfältige Ernährung hat der Steinmarder einen

großen Ein 昀氀 uss auf das Gleichgewicht in seinem Lebensraum.

Zudem ist der Steinmarder ein wichtiger Indikator für die Gesundheit

eines Ökosystems, da er ein relativ empfindlicher Teil der

Nahrungskette ist. Der Schutz des Steinmarders fördert nicht nur

das Wohl der Art, sondern auch die Biodiversität im Allgemeinen.

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Nachweise

Cover: © ©

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Impressum:

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Magazin: www.wildtierfoto-magazin.de

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