Heimatmagazin_V7
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
Komma
2024
Das Jahr im Rückblick
Geschichte und Geschichten
Unser Dorf im Bild
Heimatverein
seit 1974
Rieste e.V.
Abgabe gegen Spende
Liebe Leser und Leserinnen
unserer ersten Ausgabe
Ein Team für Rieste: Die Redakteure
Lars Wendt, Sebastian Hüdepohl und Stefan Walter
Komma
Bestimmt fragen sich nun Viele, was
es mit dem Namen „30 Komma 6“
auf sich hat - eine berechtigte Frage.
Wir, das Redaktionsteam, haben lange
überlegt, wie unser neues Heimatmagazin
heißen soll.
Schließlich haben wir uns auf die Bezeichnung
„Moin Rieste - 30 Komma
6” festgelegt.
Neugierig, was `30 Komma 6´ mit
Rieste zu tun hat? Ganz einfach! Es
steht für die Größe unseres Ortes in
Quadratkilometern (km²). Denn genau
über diesem Bereich soll in diesem
Magazin berichtet werden. Darauf
muss man natürlich erst einmal kommen
- der Begriff ist kreativ, bezeichnend
und einmalig - so sind wir halt
in unserem schönen Rieste. :)
Vor einiger Zeit bereits ist die Idee
entstanden, ein Heimatmagazin
herauszubringen, um über Vergangenes,
Aktuelles und Interessantes zu
berichten.
2012 und 2013 wurden durch den
Heimatverein Rieste bereits zwei
Bücher über „Geschichte und
Geschichten“ herausgegeben, 2022
erschien zur 777-Jahrfeier eine
aktuelle und umfangreiche Chronik
über den Ort. In diesen Werken wurde
bereits detailliert in verschiedenen
Artikeln auf einzelne Ereignisse in
naher und ferner Vergangenheit eingegangen.
Mit unserem Magazin möchten wir
diese Art von Wissensvermittlung
fortführen, um so bei Alteingesessenen
Erinnerungen zu wecken sowie
neu zugezogenen Bürgerinnen und
Bürgern „unser Rieste“ näher zu
bringen. Ziel ist es, die Einzigartigkeit
und Besonderheit des Ortes widerzuspiegeln.
Daher möchten wir in unserem Magazin
mit vielen Fotos und interessanten
Texten über all das berichten, was im
Laufe des Jahres in Rieste geschehen
ist. Auch soll hier Platz sein für einige
markante Themen, die einfach dazugehören
zu unserem Dorf mit seiner
Geschichte.
Anlässlich unseres 50jährigen Vereinsjubiläums
haben wir uns entschieden,
dieses Magazin in diesem
Jahr als Pilotprojekt herauszubringen,
um es dann nach Möglichkeit jährlich
erscheinen zu lassen. Wir freuen uns
auf die Resonanz und die Antwort auf
die Frage, ob Interesse auf „Mehr“
besteht. Reaktionen und Meinungen
gerne persönlich, oder auch per Mail
an info@heimatverein-rieste.de
Wir wünschen Dir / Euch / Ihnen viel
Spaß beim Durchblättern, Lesen der
Texte und Anschauen der Fotos.
Euer Redaktionsteam
2
Komma
Inhalt
Ereignisse des Jahres Zeitstrahl 4 – 6
900 Jahre Bieste 7
Wiedereröffnung NBZ 8
Unsere Ortsteile Das Riester Dorf 9, 10
Schlaglichter HaseGold & 1245 11
Mein schönes Rieste 12, 13
Das Riester Lied 14, 15
Geschichten Am heimatlichen Herd 16, 17
Meine Geschichte August Bollmann 18, 19
Rückblick 1974 20, 21
Aktuelles Unsere Seniorenvertreter 22
Im Gespräch mit Sven Kramer 23
Roswitha Boving 24, 25
Haus- und Hofgeschichten 26, 27
Unser Verein Heimatverein Rieste 28, 29
Alte Rezepte Kochen wie bei Muttern 30
Aktuelle
Zahlen
Quellen: Gemeinde Rieste /
Samtgemeinde Bersenbrück
Entwicklung der Einwohnerzahlen in Rieste
Entwicklung der Geburten in Rieste
Schülerzahlen der
Johannesschule Rieste
(Grundschule)
am Stichtag 15.08.2024
Entwicklung der Todesfälle in Rieste
3
Ereignisse des Jahres
Ereignisse des Jahres –
Was war los in Rieste 2023/24?
Was ist in Rieste von Herbst 2023 bis Herbst 2024 passiert, was hat sich ereignet,
was verändert? Das meiste haben wir miterlebt und doch vielleicht schon wieder vergessen.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wollen wir hier einige Begebenheiten auflisten.
So finden sich nachfolgend chronologisch gelistet einige Erinnerungen, bei denen man
bei einigen vielleicht sagen wird „Ach ja – das war ja auch noch!“
Der Anbau der Kindertagesstätte
Lindenallee in Rieste startet mit
Erstellung des Fundaments
Der dritte Klostermarkt im Licht
findet wieder unter großer Resonanz
im Innenhof des Klosters statt.
OKTOBER 2023 NOVEMBER 2023
Die „Alte Küsterei“ auf Lage
öffnet wieder: Claudia und
Ralf Haverkamp übernehmen
die Traditions-Gaststätte.
JANUAR 2024
Die Sternsinger gehen wieder
von Tür zu Tür, sammeln
Spenden und segnen die
Häuser.
> > >
Der 20. „Riester Kalender“ der Kolpingsfamilie
erscheint. Daher gibt es eine vielbesuchte
Ausstellung von Motiven aus den
letzten beiden Jahrzehnten im Kloster Lage.
WEIHNACHTEN 2023
Starke Regenfälle sorgen für
Hochwasser in Hase, Alfsee
und Co. halten Feuerwehr wie
Anwohner über die Feiertage
auf Trapp
> > > > > >
> > > > > >
> > > > > >
FEBRUAR 2024
Ende des Monats finden nach
mehrjähriger Pause wieder Karnevalssitzungen
statt, diesmal neu
organisiert unter der Federführung
des Aktiven Riester Dorfleben e.V.
„Königssingen“ in der Pfarrkirche
auf Lage: Der Gospelchor Vörden,
Cäcilia Bieste und MGV Lage-
Rieste bieten auf Einladung des
Fördervereins Kloster Lage ein
tolles Programm.
Die Samtgemeinde übergibt der Freiwilligen
Feuerwehr Rieste ein neues Tanklöschfahrzeug
(TLF 4000). Es ist entsprechend ausgestattet,
um alle anstehenden Aufgaben in Zukunft
besser und sicherer bewältigen zu können.
4
Komma
> > >
> > >
> > >
Die Brücke über die Autobahn am
Riester Damm wird abgerissen, der
Riester Damm gesperrt. Hier entsteht
die neue Anschlussstelle „Rieste“, ab
Mitte 2025 nutzbar.
Die Kneipe „Gleis II“ wird eröffnet,
Siehe auch Bericht Seite 24
Mit vielen hundert Startern und vielen
begeisterten Zuschauern findet wieder das
24-Stunden-Mountainbike-Rennen am
Alfsee statt.
MÄRZ 2024 > > >
MAI 2024
In Bieste eröffnet das neue
Yoga-Studio „DoubleTree“.
Dafür wurde eine alte Werkhalle
komplett umgestaltet.
> > >
Auf dem Schützenplatz veranstaltet
die KURVE e.V. das `4.
Riester Remmidemmi´, diesmal
mit den Bands „Marie‘s
Wedding Trio“ und „An Rinn“
JUNI 2024
Der Förderverein Kloster Lage e.V.
vergibt wieder die Auszeichnung
„Riester VierKlang – Preis für Weitsicht
und Zukunftsperspektive“. Preisträger
in diesem Jahr: Der Ambulante
Hospizdienst St. Johannes des Malteser-Hilfsdienstes
Alfhausen e. V.
> > > JULI 2024
> > >
Nach rd. 10 Jahren Planung sind
mittlerweile die meisten bisher unbeschrankten
Bahnübergänge im
Ort mit Schrankenanlage gesichert.
Nun wurde auch der Übergang
Johanniterstraße fertiggestellt.
Der Heimatverein feiert sein
50jähriges Bestehen mit einem
Fest-Wochenende
Das diesjährige Zeltlager der
katholischen Zeltlagerjugend Rieste
findet in Resthausen statt. Viele Kinder
haben wieder jede Menge Spaß bei
den `schönsten 7 Tagen im Jahr´.
AUGUST 2024
Erfolgreich, wenn auch teilweise
verregnet, war auch das Dreschfest
an der Westerfeldstraße. Hof
Weglage war wieder Anziehungspunkt
für Trecker- und Oldtimerfreunde
aus Nah und Fern.
An der Lager Allee im ehemaligen
Küchenstudio eröffnet Elisa
Schade die „Baby-Lounge“, eine
Familienpraxis, mit Beratung,
Kursen und Programm rund um
Eltern und Kleinkindern.
Schützenfest in Rieste: Bei schönem
Wetter wird kräftig gefeiert. Neuer
König wird Mario Klawitter, Kaiser
(nur alle 5 Jahre) wird Werner
Möllmann.
5
> > >
Das Land Niedersachsen erneuert
die Landesstraße von Alfhausen über
Rieste nach Neuenkirchen. Hier kommt
es für mehrere Wochen zu
Behinderungen und Umleitungen.
Mit einem Tag der offenen Tür
begeht die Riester Feuerwehr ihren
90. Geburtstag und demonstriert
u.a. auch ihr Können anhand
verschiedener Vorführungen.
Der neue Kreisel im Riester Eingangsbereich
zum Niedersachsenpark ist fertiggestellt.
Demnächst zweigt von hier auch die Kreisstraße
zur neuen A1-Anschlussstelle ab.
AUGUST 2024
SEPTEMBER 2024 > > >
> > >
Der Riester Dorftreff, die
RIESTEREI, wird 5 Jahre alt.
Dieses wird an der Malgartener
Straße entsprechend gefeiert.
Die „Osnabrücker Diözesanwallfahrt
mit Kranken und
für Kranke“ zu der alljährlich
viele Menschen pilgern, findet
wieder auf Lage statt.
Die beiden Partnergemeinden Polska
Cerekiew/Groß Neukirch in Polen und
Sveta Hora (Tschechien) sind aus
Anlass der 900-Jahrfeier von Bieste
zu Gast in Rieste und bekräftigen ihre
gemeinsame Partnerschaft.
> > >
4 Jahre nach der Zerstörung durch
einen Brand wird das nbz, das Naturschutz-
und Bildungszentrum auf dem
Alfseedeich erneut eröffnet (siehe
auch Seite 8)
Am letzten Septemberwochenende
wird die neue Autobahnbrücke
am Riester Damm auf die neuen
Fundamente aufgelegt.
Das erwartet uns 2025:
• Freigabe Autobahn-Anschlussstelle
„Rieste“/neue Brücke nach Vörden
• Beginn Sanierung Kreisstraße
durch den Ort
• Deutsche Wasserski-Meisterschaft
Alfsee, 12. - 14.09.25
• Bundestagswahl - spätestens
28.09.2025
und vieles mehr...
Impressum
Herausgeber:
Redaktionsteam:
V.i.S.d.P.:
Heimatverein Rieste e.V.
Bahnhofstraße 27, 49597 Rieste
Sebastian Hüdepohl, Stefan Walter, Lars Wendt
1. Vorsitzender, Stefan Walter
Wir bedanken uns bei den Werbepartnern für die Unterstützung
Redaktionsschluss:
Auflage:
Layout:
10.10.2024 - www.heimatverein-rieste.de
1000 Stück
Hinrichs Mediengestaltung, Rieste
6
Komma
900 Jahre Bieste
Vom 6. bis 8. September 2024
feierte die Bauernschaft Bieste, die
sich über zwei Landkreise erstreckt,
sein 900jähriges Bestehen. Die
oldenburgische wie hannoveraner
Seite haben dieses „doppelte“
Jubiläum gemeinsam organisiert!
Danke Bieste,
es war klasse!
7
Ereignisse des Jahres
8
Symbolischer Team-Schnitt
– das NBZ Alfsee ist wieder
eröffnet
Endlich! Vier Jahre nach dem
zerstörerischen Brand wurde das
Naturschutz- und Bildungszentrum
(NBZ) Alfsee jetzt wiedereröffnet. Eine
besondere Feier mit großen Emotionen
kennzeichnete den Neuanfang,
es folgte ein fröhlichbunter Tag der
offenen Tür mit vielen Interessierten.
Samtgemeindebürgermeister Michael
Wernke nahm die Gäste bei seiner
Begrüßung im NBZ mit auf eine Zeitreise
zurück zum 1. Oktober 2020. Er
schilderte nochmal die Eindrücke der
Brandnacht, was bei manch Anwesenden
noch immer starke Emotionen
auslöste. Dazu gehörte auch die
damalige gute Botschaft, das NBZ
wieder aufzubauen.
Beim Neubau habe man die im ersten
halben Jahr vor dem Brand gemachten
Erfahrungen gleich umsetzen
können, erläuterte anschließend Geschäftsführer
und Ornithologe Jürgen
Christiansen. Begeistert verwies er
auf die neuen interaktiven Elemente
und Stationen, die jetzt in der großen
Ausstellungshalle zu entdecken sind.
Rainer Liening-Ewert, Vereinsvor-
Multi-Touch-Tisch mit Bildungspotential
Komma
NBZ Alfsee –
Wiedereröffnung mit vielen Emotionen -
Gäste beeindruckt
Text/Fotos: Samtgemeinde Bersenbrück
Generationenübergreifender Quizenthusiasmus
sitzender der `Biologischen Station
Haseniederung´ erläuterte, dass
regionaler Umweltschutz immer auch
die lokale Politik brauche, das sei
an den Beispielen der Biologischen
Station und des NBZ erkennbar. Für
Kinder und Jugendliche bieten die
interaktiven Ausstellungsmodule viele
Möglichkeiten zur kritischen Auseinandersetzung
mit Umweltschutz im
regionalen Raum.
Gemeinsam und mit sichtlicher
Freude durchschnitt das NBZ-Team
schließlich das symbolische Band in
der Ausstellungshalle und gab damit
den Weg offiziell frei für die vielen
großen und kleinen Interessierten,
die sich die interaktiven Elemente
eroberten.
Das optisch verblüffend echt wirkende
Foto im Seeadlernest gehörte
ebenso dazu wie das eifrige Drehen
an den Schwungrädern der Wasserkreislauf-Kugelbahn.
Ein spannendes
Quiz konnten Gäste beantworten, für
die Fragen war schon Detailwissen
gefragt. Kinder, Eltern und Großeltern
ließen sich gern darauf ein und
erforschten so Stück für Stück die
Entstehungsgeschichte des Alfsees
und entdeckten Besonderheiten der
dortigen Vogelwelt.
Es waren eine ganze Reihe von Mitmachaktionen
vorbereitet, die großen
Zuspruch fanden. Die Aromen des
Kräutertee-Tastings dufteten verlockend,
unter freiem Himmel florierte
der Bau von Vogelnistkästen, das
Schreibvergnügen mit echten Vogelfedern
reizte zum kreativen Schönschreiben.
Kurzum, es war ein kunterbunter
Eröffnungstag, der zeigte, was das
Naturschutz- und Bildungszentrum
alles zu bieten hat. Und das auch über
diesen Tag hinaus.
Nähere Infos: nbz-alfsee.de
In dieser Rubrik wollen wir verschiedene Riester
Ortsteile vorstellen und ihre
Entwicklung erläutern. Zu Beginn steht:
Das Riester Dorf -
Der Anfang von Allem
An der heutigen
Kreisstraße zwischen
Rieste und
Sögeln liegt der
Entstehungsort der
Gemeinde Rieste.
Das „Haus Rieste“
wurde erstmalig um 1240 als freier
Hof der Familie Stempel erwähnt und
taucht somit bereits etwa 5 Jahre vor
der Kommende Lage erstmalig in den
Urkunden auf.
Rund um den Hof entstand im Laufe
der Zeit ein Kernpunkt, umgeben von
mehreren Bauernhöfen. Das „Haus
Rieste“ ist von der Kreisstraße aus
kaum zu erkennen, es liegt hinter Bäumen
auf östlicher Seite. Es ist seit den
1990er Jahren als „Gut Varendorf“
bekannt und beherbergt ein Wellness-
Domizil, prämiert mit hohen Auszeichnungen.
Da die Kommende mit der Kirche im
nördlichen Teil von Rieste steht, entwickelte
sich hier kein Dorfkern, wie
wir es aus anderen Gemeinden
kennen. Um 1900 verlagerte
sich zudem mit Inbetriebnahme
der Eisenbahnlinie zwischen
Osnabrück und Bremen und
dem Bau des Bahnhofs die
Dorfentwicklung immer weiter
in den Ortsteil „Diek“.
Beim genauen Betrachten der
alten Kartenausschnitte dieses
Bereichs lässt sich die Entwicklung
über die Jahrhunderte gut
erkennen.
Viele Veränderungen führten im Laufe
der Zeit zum heutigen Erscheinungsbild.
So war etwa die Straßenführung
in diesem Bereich früher sehr kurvenreich,
bevor in den späten 1970er
Jahren der aktuelle Neubau der Straße
erfolgte. Hierbei wurde die Strecke
begradigt, dafür mussten im Bereich
`Dorf´ u.a. aber ein Fachwerkhaus
sowie eine Scheune weichen.
9Unsere Ortsteile
Die Fläche vor der Gaststätte „Uhlenkamp“
wurde im Jahr 2000 komplett neu gestaltet,
Parkbuchten, Sitzecken und Beete entstanden.
Anfang der 2010er Jahre schloss dann die
Kneipe endgültig.
An der Ecke zur Alten Dorfstraße wurde 2015
das Kunstwerk „Rieste im Wandel“ aufgestellt.
Es soll in Material, Form und Gestaltung den
Charakter und die Vielfalt unserer Gemeinde
widerspiegeln.
Straßenbau mit Abriss des Gebäudes in der Mitte 1977
Im Jahr 2021 schließlich erhielt der Platz in
Erinnerung an den ehemaligen Bürgermeister
der Gemeinde Rieste die Bezeichnung
„Otto-Brackel-Platz“. Eine Informations-Stele
über das Wirken des früheren Bürgermeisters
(ab 1901) wurde unweit der Hofstelle Brackel
im Norden der Fläche aufgestellt.
Heute sprechen u.a. das im historischen
Ambiente florierende Gut Varendorf,
freundliche Grünanlagen sowie der sanierte
Hof Brackel für den Erhaltungswillen der
Bewohner.
Neugestaltung des Platzes im Jahr 2000
Hoffen wir, dass auch in Zukunft die Geschichte
unseres Ortes hier rund um diesen Platz
weiterhin gepflegt wird!
Hof Brakel mit Info-Stele 2021
Einweihung „Rieste im Wandel“ 2015
10
Komma
HaseGold ein ist Butterscotch-Likör
mit 18% alc. Seine Geschichte handelt
über das Goldvorkommen der
Hase in Rieste, welches an einer
geheimen Stelle in Bereich von
Lage an der Hase abgefüllt wird.
Aber lies hier die ganze Geschichte
auf plattdeutsch.
Vör langen hunderten von
Johren, ümme ca 1400
wörde vön de Hase ehn
Sietenarm anlegt, ümme
das Kloster in Malgen un
de Kommende up Lauge
mit Water to versorgen.
Düsse Sietenarm is de
„Haugen Hase“ un dat
Water wat de Möhlen
andreif, bragede sau
enen grauten Beitrag
vör de Gemenden in.
Auck de Wisken de an de
Hase leigen, wörden bie
Hochwater mit Nährstoffe
versorget. Von Dage is
neben de „Haugen Hase“
un de „Depen Hase“
auck noch de Alfsee, de
mit Water von de beden
Hasen speichert wett, un
in die Frietiet ehne graute
Attraktion iss. Dür dat
Hasewater wett somit oll
siet Johrhunderten sau
allerhand Geld in use
Giergend spolt, un wie
nennt et HASEGOLD.
Von Vertellen un Overlieverungen
sind wie up ene
Stiehe kormen, de wie in
aule Korten fun hep. An düsse Stiehe
wett dat Gold ut de Hase norm, un in
Flasken affüllt. Wir vermutet, dat ene
Verbindung to den Erzafbau in Stiedicke,
oder auch von de Kommende
up Lauge giv. Düsse geheime Stiehe
wett bie de Touren vön denn Heimatverein
Rieste regelmäßig anstührt,
&
1245
Was HaseGold und 1245 gemeinsam haben, können überwiegend nur
unsere Riester Bürger beantworten, denn beide sind Alkoholspezialitäten mit Riester Geschichten.
un et werden spannende Geschichten
verellt un zeiget, de (nich immer ganz)
stimmen mört.
Wie wünsket allen biet lersen düsser
Geschichte un drinken vön HASE-
GOLD gohe Gedanken, wo mag düsse
Stiehe woll wern. De Heimatverein
wünsket alle Prost und zum Wohle!
Bei dem “1245 Riester Kräuterelexier“
handelt es sich um einen
Kräuterlikör mit 32% alc.
Hier geht aus unserer Geschichte
hervor, dass eine alte Schatulle mit
einem Rezept gefunden wurde . . .
und auch diese ganze Geschichte
„up platt“:
Beide Riester Originale
können bei der Tankstelle
Solinsky in Rieste erworben
werden. Mit dem Kauf einer
Flasche werden Projekte
vom Heimatverein Rieste
unterstützt.
Et wör im Johre 1245 es de mächtige
Graf Otto I vön Tecklenburg den
Johanniterorden enen Besitz in Rieste
schenkede. Vön de Kreuzzüge in dat
heilige Land begeistert, nu besorgt
ümme sien Seelenheil, bekeimp Rieste
ene Kommende mit Rittern un den
Komtur es erste Verwalter. 45 Ritter
bewirtschafteten fliedig den immer
wassenden Besitz. En
Örwerfall von den Bischof
von Ossenbrügge in Johr
1348, un auc de drüttig
jöhrige Krieg (1618-1648)
segede de Kommende
schwor to. De Komtur
Johan Jacob von Pallandt
bauede de Kommende aw
1650 in de hütigen Form
wier niees up. Bauede
en Armenhus, gründete
ene Schaule, de Kerken
bekeimp nie Oltöre un wöe
utrichter vön dat erste
Riester Schützenfest mit
dat jörliche Vurgelscheten.
De Ritter von Lauge
harren en goet Utkormen
bet de Kommende 1810
uplöset wörde.
De Riester Heimatverein
hef nu ene aule Kissen
utgraft, un en Rezept fun,
worut de Riester Kräuterelexier
entstaun is. Wie
nehmet an, düt Rezept
stammet vöm aulen
Komtur von Palland un dat
Elexier makede de Ritter
stark bie ehre tugendhaften
Upgaben. Wenn man
dat Elexier richtig mit maut innimp
stärket et Sinne, den Körper un den
Geist. Todem schmecket he in allen
Lebenslagen un et wet em nausecht,
dat he besünners goe Wirkung hef
wenn man em ümme 12:45 Uhr to
sick nimp. Dat Giergendel kann passeren,
wenn man tovull nimp.
Schlaglichter
11
Schlaglichter
Unsere Skyline:
Fünf Bauwerke findet
man in der Riester „Skyline“.
Haben Sie gleich auf Anhieb
alle erkannt?
Dieses Logo wurde zur 777-Jahrfeier
im Jahr 2022 entwickelt und u.a. auf
800 T-Shirts gedruckt. Hier wollen wir
nun kurze Informationen zu diesen
Bauwerken geben und die entsprechende
Geschichte dazu erläutern.
Dieses sind natürlich nur einige der
markanten Elemente in unserem Ort,
sie sollen die Vielfalt
in unserem Alfseedorf
symbolisieren.
Die unten abschließende
grüne Linie unter der
Skyline-Zug steht für
unsere Landschaft und
Natur, die blaue Kontur
für die Hase mit dem
Alfsee.
Die Johannesschule
in Rieste wurde im Mai
1914 eröffnet und ersetzte
die zu klein gewordene Volksschule
(heute Gebäude der Firma
Hüdepohl). Sie wurde in diesem Jahr
also 110 Jahre alt. Auf dem großen
Schulgelände konnten im Laufe der
Zeit viele weitere Anbauten errichtet
werden, sowie 1992 Riestes erster
Kindergarten.
2009 erfolgte eine grundlegende
Sanierung des historischen Gebäudetraktes,
2012 der Bau der neuen Mensa
und 2021 die Umgestaltung der
kleinen Turnhalle zur Mehrzweckhalle.
Für unser Ortsbild ist die alte Gebäudefassade
gewiss eine Bereicherung!
Das zweite Element der Skyline von
Rieste zeigt die Wallfahrtskirche St.
Johannes in Lage/Rieste. Diese Kirche
gehörte zum Ritterhaus Lage. In
den Anfängen bestand nur innerhalb
der Ordensburg der Johanniterritter
eine Kapelle, erst später erfolgte der
Bau an heutiger Stelle: 1426 wurde
der spätgotische, dreijochige Bau
eingeweiht.
Im Jahr 1810 ging die Kirche in den
Besitz der Kirchengemeinde über und
erst im Jahr 1904 wurde das Querschiff
und der Kirchturm errichtet. Die
Verlängerung der Kirche in Richtung
12
Komma
Osten sowie umfangreiche Fundamentarbeiten
erfolgten in den 1960ér
Jahren sowie weitere Renovierungen
mit der Erweiterung der Kapelle in den
Jahren 2001/02.
Seit Jahrhunderten kommen die Menschen
zur Wallfahrtskirche nach Lage,
um das Heilige Kreuz zu verehren.
Ein Besuch dieser schönen Kirche ist
immer ein besonderes Erlebnis!
Das Lager Tor
Wenn man das Gebiet von Lage betritt,
um zur Kirche oder Kommende zu
gelangen, durchfährt man das „Lager
Tor“. Ursprünglich wurde es als Torhaus
im Jahr 1697 als Hauptzugang
errichtet. Damals hatte der Pförtner
die Aufgabe, den Verkehr durch das
Lager Torhaus zu überwachen und
zu regeln. Im Jahr 1864 wurde es
abgebrochen und aus den Resten der
heutige Torbogen gestaltet.
1988 wurde es durch einen Lkw
beschädigt und musste umfangreich
saniert werden. Das Tor ist noch heute
ein Schmuckstück und ist auf seiner
Spitze mit dem Johanniterkreuz versehen.
Die Kommende Lage
Dieses Gebäude, Nummer Vier in
unserer „Skyline“, entstand im Jahre
1245 durch eine Schenkung durch
den Grafen von Tecklenburg an die
Johanniter. Dieses war die erste
urkundliche Erwähnung des Ritterhauses
Lage bei Rieste.
Ein Überfall vom Bischof von Osnabrück
im Jahr 1384 und auch der
dreißigjährige Krieg (1618-1648)
setzten der Kommende Lage schwer
zu.
Die Ritter von Lage hatten über
Jahrhunderte ein gutes Auskommen,
bis die Kommende 1810 aufgelöst
wurde. In den nächsten Jahrzehnten
führte sie nur noch ein Schattendasein,
ein Großteil des Inventars
wurde verkauft.
Im Juni 1964 wurden die Gebäude
verkauft, restauriert und als Hotel
und Restaurant genutzt.
1999 erwarb das Bistum Osnabrück
die Gebäude, am 08.12.2000 wurde
ein Dominikanerinnen-Kloster gegründet.
Es handelte sich um einen
kontemplativen Orden, der verschlossen
lebte.
Seit 2021 wird die Kommende nun
von den Franziskaner-Minoriten bewohnt
und bewirtschaftet. Sie haben
auch das Gebäude wieder für die
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Evangelische Emmauskapelle
Die evangelischen Christen in Rieste
gehörten von alters her zur Kirchspielgemeinde
Bramsche.
Die lutherischen Christen hatten aber
durch die Jahrhunderte ihre Kirche in
Bramsche. Anfang des vergangenen
Jahrhunderts nahmen die Pläne für ein
eigenes Gotteshaus dann Gestalt an:
Der Grundstein der Emmauskapelle
wurde am 16. Mai 1912 gelegt. Anfang
1913 waren die Arbeiten an dem aus
gelbem Ueffelner Bruchsandstein errichteten
Gebäude abgeschlossen und
so folgte am 6. April 1913 die Weihe.
Einhundert Jahre später, am 6. April
2013, feierte die Christuskirchen-Gemeinde
Hesepe-Sögeln-Rieste, die
zum ev-luth. Kirchenkreis Bramsche
gehört, mit einem dreitägigen Fest das
100-jährige Bestehen der Kapelle.
Unsere Kunden sind
unsere Nachbarn
und so beraten wir sie auch.
Genossenschaftliche Finanzberatung heißt: zuhören und
dann beraten. Und das machen wir transparent und ehrlich,
denn für uns sind Kunden keine anonymen Nummern,
sondern Menschen, denen wir auch in 20 Jahren noch in die
Augen schauen wollen.
www.vbank.de
13
Schlaglichter
Bei den Vorbereitungen zur 777-Jahrfeier,
die im Jahr 2022 groß gefeiert
wurde, entstand die Idee, auch ein Lied
über und für Rieste entstehen zu lassen.
Es sollte dabei kein abgeleitetes Volkslied
sein, sondern eine neue dynamische
Melodie, die über Jahre hinweg als
Riester Hymne fungieren sollte.
Hinter den Kulissen -
So entstand das
„Riester Lied 1245“
Da Bruni (Markus Bruns) aus Alfhausen
eh über seine Band Wippsteert
für den Festtag am Freitag gebucht
wurde, lag es nahe ihn zu fragen.
“Dat könnt wie maken” war seine
Antwort auf die Nachfrage. “Ick muss
aber erst die Melodie haben.” Seine
Begründung: “Erst dann kann ich wat
mit dem Text anfangen, sonst wird
das nichts. Den gestalten wir dann
schön mit den Rittern auf Lage und
der Hase in Rieste und …was mir
noch so einfällt…”, erläuterte er sein
Vorgehen.
Nach und nach entwickelte sich das
Lied bei jedem Treffen mit ihm und
dem Orga-Team weiter, alle waren
gespannt auf die Endversion. Ohne zu
wissen wie das Lied denn nun wird,
vertrauten man auf Bruni. Zeitgleich
- und obwohl es den Song noch gar
nicht gab - starteten die Organisatoren
daher schon die Werbung für eine
große Premiere vom RIESTER LIED
auf der 777-Jahrfeier. Erst kurz vor
dem Festwochenende wurde letzten
Endes das Lied fertig und im Tonstudio
in Osnabrück aufgenommen.
Die Veröffentlichung auf Bruni´s You-
Tube-Kanal wurde dann genau einen
Tag vor der Premiere online gestellt.
Dann konnte man beobachten, wie
schnell es an dem Tag ging, bis das
Lied über die sozialen Medien weitergestreut
wurde. Und richtig - wie
erwartet “wanderte” der Link schnell
und machte das Lied bereits tagsüber
in ganz Rieste die Runde.
Am Freitagabend im mit 700 Gästen
vollbesetzten Festzelt erfolgte bei
bombastischer Stimmung die Uraufführung.
Viele Riester konnten da
bereits textsicher mitsingen.
14
Komma
1245 - DAS RIESTER LIED
Johann Jakob war ein Ritter mit Verstand
auf Lage hatte er ganz gut zu tun.
Der Johanniters bester Mann, von Pallandt.
gegen Völlerei und Habsucht war er wohl immun.
Nach dieser Zeit ist hier noch so einiges passiert,
erstrecht nach`m dreißigjährigen Krieg
Aber Rieste wurde nicht allein von Lage formatiert
schließlich gab’s ja auch noch Dorf und Diek.
1245 war das Jahr, in dem es einst begann
westlich von der Hase, gesäumt von grünem Grase
fing alles in Rieste an
In den alten Schriften aus jener Zeit, ja, besiegelt
steht es da
was soll ich euch jetzt sagen, man kann ja kein’
mehr fragen
in Rieste, Bieste, Genua
Man kann es kaum glauben, was hier einst geschah:
Neues kam und Altes hat Bestand.
Nur werden hier so ganz allmählich die Kneipen rar,
mehr Bierhähne für unser Dorf, am Hasestrand.
Am Ostufer des Alfsees erlebt man allerhand
die Hase gibt’s gleich zweimal, hoch und tief
Nein, mein kleines Dorf im Osnabrücker Land:
Dir schreib’ ich sicher nie’ nen Abschiedsbrief!
Nu häwwi ja dat Glücke und kürrt noch alle Platt
und singet nu ganz luut dütt schöne Lied.
Aber nu moal ganz im Ernst, ick sägge ju nu watt:
Dat mit düsse Bierhähne, datt wett hauge Tiet!
Lalalalalala la lala…..
Und hier nochmal
zum Ansehen und Mitsingen:
Schon seit über einem Jahr erfolgreich:
Digitale
Informationsverteilung
in Rieste
Bereits seit Sommer vergangenen
Jahres werden in Rieste über eine
Whatsapp-Gruppe Termine, Aktuelles,
und Neuigkeiten für den Ort
veröffentlicht. Organisiert und durchgeführt
wird dieses durch den Verein
„Aktives Riester Dorfleben“ (ARD e.V.), der bereits
vor 2 Jahren sehr erfolgreich die 777-Jahrfeier auf
die Beine gestellt hatte.
Die Informationsgruppe ist gedacht für Riester Bürgerinnen
und Bürger und ist offen für Interessierte
über die Ortsgrenzen hinaus. Über den QR-Code
oder mit einer kurzen Mail an die Mailadresse
riesterdorfleben@osnanet.de kann sich jeder und
jede Interessierte einfach anmelden und schon
erhält man alles, was los ist in Rieste direkt und
aktuell auf das Handy.
Das kleine Team von Administratoren sichtet dann
die jeweils neuesten reinkommenden Termine
und Nachrichten. So ist auch sichergestellt, dass
keine Werbung, Parteipolitisches oder Fake-News
veröffentlicht werden. Die jeweiligen Termine und
Informationen werden anschließend zeitnah für
alle Mitglieder über die Whatsapp-Gruppe „Mein
schönes Rieste“ veröffentlicht. Beinahe 700 Mitglieder
haben sich hier mittlerweile angemeldet und
nutzen die regelmäßig veröffentlichten Tipps für ihre
persönliche Terminplanung.
Markus Hörnschemeyer, Sebastian Hüdepohl und
Stefan Walter freuen sich über die positive Resonanz
und wollen dieses Angebot weiter ausbauen.
„So wird Dorfkommunikation leicht gemacht und
einfach umgesetzt und man ist schnell und einfach
gut informiert“, so ihr Tenor.
youtube.com/watch?v=z3znuRVtmeA
15
Geschichten
Aus dem Heimatblatt
des Kreisheimatbundes
Bersenbrück e.V.
Geschichten aus
„Am Heimatlichen Herd“
Dieser Artikel erschien erstmalig in dieser Form im Juli 1953
Unser Dorf im Bild
Fotoimpressionen aus Rieste
16
Komma
17
Meine Geschichte
In Rieste gibt es viele
Personen, die manches erlebt
und einiges zu berichten haben, –
seien es interessante, lustige,
private, berufliche oder
zeithistorische Begebenheiten.
Auch bei ernsteren Themen wie
beispielsweise Krieg, Vertreibung
oder Tod ist es notwendig, das
Erlebte weiterzugeben.
Meine Geschichte
Im Gespräch mit
August Bollmann
Damit dieses Zeitgeschehen nicht
in Vergessenheit gerät, ist es uns
ein großes Anliegen, immer wieder
Personen zu interviewen und ihre
Lebensgeschichten zu würdigen.
Anfangen wollen wir mit August
Bollmann.
Im Sommer 2024 interviewten Lars
Wendt und Sebastian Hüdepohl
August bei ihm zu Hause. In lockerer
Atmosphäre wurde dort zwei
Stunden lang über Gott und die Welt
gesprochen. Zudem war noch seine
Tochter Birgit beim Interview dabei.
Hier Auszüge aus dem Gespräch:
ZUR PERSON:
August Bollmann wurde am 17.12.1933
geboren und wohnt seit jeher
an der Meyerhofstraße.
Seine Mutter starb bereits drei Monate
nach seiner Geburt.
Sein Vater wurde zum Einsatz im zweiten
Weltkrieg in die Wehrmacht eingezogen.
Auch er verstarb früh im Jahr 1951.
Somit wuchs August überwiegend
bei seiner Großmutter auf.
Er hatte zwei ältere Geschwister, eine
Schwester sowie einen Bruder.
Dieser, Heinrich, starb aber leider bereits
mit 18 Jahren im 2. Weltkrieg.
August, wie hast du deine Kindheit
verbracht?
Nach dem frühen Tod meiner Mutter
sowie dem Einzug meines Vaters in
die Wehrmacht wuchs ich bei meiner
Großmutter auf. Die Zeit war nicht
einfach, da diese von vielen Entbehrungen
geprägt war. Wir haben noch
auf Stroh geschlafen: Das Stroh wurde
einfach in das Bettgestell gefüllt,
Laken drüber – fertig. Da konnte man
dann seine Kuhle drin machen.
Kannst du dich noch an den Krieg erinnern?
Falls ja, welche Ereignisse
sind bei dir hängen geblieben?
Der Krieg an sich fand in Rieste für
mich nur mittelbar statt. Ich war zu
dieser Zeit Schüler. Direkte Kriegsereignisse
gab es für mich nur eines:
Bei einem Tiefflug der Briten kam es
zu einem Bombenabwurf eines britischen
Flugzeugs. Flugalarm gab es
zwar öfter, allerdings wusste ich, dass
an diesem Tag wohl etwas passieren
würde. Die Bomben schlugen im
Bereich des Hammers ein und sollten
die Bahnlinie nach Osnabrück treffen.
Allerdings haben die Bomben die
Bahnlinie verfehlt.
Kam es häufiger zu Luftalarm über
Rieste?
Alarm gab es öfter. Dies war zwar
nicht an der Tagesordnung, allerdings
wurde jeder Alarm ernst genommen.
An den Tag der Bombeneinschläge
kann ich mich noch erinnern, dass
jemand aus dem Dorf zu der Zeit
einen Gips trug und auf Krücken lief.
Als er allerdings sah, dass der britische
Bomber so tief flog, warf er die
Krücken weg und eilte schnellstens in
den Luftschutzbunker.
Du warst ja Schüler. Gab es auch
während der Schulzeit öfter Alarm?
Allerdings, den gab es. Dann ging es
immer in den Luftschutzbunker der
Schule. Der Unterricht ging aber immer
weiter. Darauf legte unser Lehrer
immer Wert. Einmal kam nach der
Schule plötzlich ein Tieffliegeralarm.
Da haben wir uns auf dem Rückweg
bei Hüdepohls hinter die Hecke
geworfen. In den letzten Monaten bei
einem Fliegerangriff leuchtete es über
Osnabrück wie ein Silberstreifen.
Nach deiner Schulzeit fingst du eine
Lehre zum Maurer bei der Firma
Schmies an. Gab es hierauf Einfluss
seitens deines Elternhauses, oder
war dies deine freie Entscheidung?
Dies war meine eigene Entscheidung.
Unmittelbar nach dem Krieg begann
ich ja meine Lehre. Es kam jemand
zu uns in die Schule und sagte, dass
Deutschland wieder aufgebaut werden
müsse und man nun nach Personen
für geeignete Berufe für den Wiederaufbau
suche. Da war für mich schnell
klar, dass Maurer einer dieser Berufe
sei.
Du warst dein ganzes Leben lang
Maurer. Und zudem noch dauerhaft
der Firma Schmies treu geblieben.
Hast du diese Entscheidung jemals
bereut?
18
Komma
Leider ja, im Jahr 1962 heiratete ich
meine Frau Leni. In diesem Jahr
heiratete auch meine Schwester.
Jeder gründete seine Familie, das
ist ganz normal. Doch bis dahin
hatten wir fast jeden Tag zusammen
verbracht, da sie mich
großgezogen hatte. Diese neue
Situation war nicht einfach und tat
schon weh.
Trubel unterm Weihnachtsbaum:
Ende der 1960er Jahre in Bollmanns Stube
Nein, diese Entscheidung habe ich
niemals bereut. Ich habe unter allen
drei Chefs der Firma Schmies gearbeitet.
Es hat mir immer Spaß gemacht.
Hattest du damals die Möglichkeit,
einen Meisterschein zu machen?
Die Möglichkeit gab es, allerdings
kamen irgendwann mal die Kinder.
Somit habe ich mich hiermit nicht
weiter befasst.
Deine Mutter ist unmittelbar nach
deiner Geburt gestorben und deinen
Vater hast du wegen des Krieges
und seiner darauffolgenden Kriegsgefangenschaft
nicht richtig kennengelernt.
Inwieweit fehlten dir deine
Eltern in der Erziehung?
Es ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung,
die man niemanden wünscht.
Meine Großeltern sowie meine
Schwester übernahmen in meiner
Kindheit die Erziehung. Zur damaligen
Zeit war dies aufgrund des Krieges
aber nichts Ungewöhnliches.
Konntest du viel von deinen Großeltern
bzw. von deiner Schwester in
deiner Kindheit mitnehmen?
Meine Großeltern waren schon eine
„große Stütze“ in dieser Zeit, allerdings
muss ich sagen, dass meine
Schwester mich auch noch nach dem
Ableben meines Vaters bzw. meiner
Großeltern bei Allem begleitet hat.
Eine Kindheit unter solchen Entbehrungen
schweißt, so glaube ich, sehr
zusammen.
Wurde dieses Band irgendwann mal
getrennt?
Was war der schwerste Schlag in
deinem Leben?
Insbesondere waren das der Tod
meines Schwiegersohns, der
meiner Frau 2006 und meiner
jüngsten Tochter Kerstin vor ein paar
Jahren. Das waren die schwersten
Erlebnisse für mich.
Was hat dich in deinem Leben geprägt?
Ich muss sagen, das Kolpingwerk,
Adolph Kolping und seine Lehren,
haben mich das ganze Leben begleitet.
Und das passt immer noch. Die
Kolpingsfamilie Lage-Rieste wurde
1951 gegründet, da war ich dabei
und war Ende der 50er Jahre sogar
Senior (damals Vorsitzender/ A.d.R.).
Das war eine gute Gemeinschaft.
Doch die Organisation bedeutete auch
viel Arbeit, es gab kein Telefon. Das
hatten wir erst in den 1970ern.
Auf Lage war und ist der Mittelpunkt
von Rieste, Sportplatz und Wallfahrtskirche.
Wenn es passte, haben
wir die Wallfahrer auch unterstützt
beim Kreuztragen. Und der Wirt, der
alte Kramer, hat das hervorragend
gemacht. Nach dem Hochamt traf
man sich dort natürlich noch auf ein
Glas Bier.
Du hast viel erlebt über die ganzen
Jahrzehnte. Was glaubst du, war
das Leben damals einfacher?
Einfacher würde ich nicht sagen,
allerdings denke ich, dass Alles
ist im Gesamten etwas schneller
geworden. Damals war die Zeit
etwas entspannter, gerade in der
Arbeitswelt. Insbesondere hier
ist es hektischer geworden.
Lieber August, ganz herzlichen
Dank für das freundliche und
offene Gespräch!
August mit den beiden ältesten Töchtern Sigrid und Birgit
sowie seinen Schwiegereltern vor dem Haus in der
Meyerhofstraße.
Die Kinder spielen mit der Oma im Garten
Silberhochzeit 1987 (von hinten):
Die Töchter Andrea, Birgit, Sigrid und Kerstin
gemeinsam mit ihren Eltern August und Leni
Bollmann vor der Haustür
19
Rückblick
20
Die 50 ist immer eine besondere Zahl,
sie beziffert die Hälfte von Hundert.
Zwar könnte sich jeder, der 50 Jahre alt
wird, mit der Gewissheit quälen,
dass nun statistisch die Hälfte – wenn
nicht mehr – seines Lebens vorbei ist.
Andererseits: Astronomisch gerechnet
ist ja die Erde eigentlich auch
nur 50-mal um die Sonne gewandert,
und man war dabei.
Bundesweit und international:
Ein besonders 19
ereignisreiches Jahr:
1974
Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt nach Bekanntwerden
der GUILLAUME-AFFÄRE. Helmut Schmidt, bis dahin
Finanzminister, wird sein Nachfolger.
Die VOLLJÄHRIGKEIT wird von 21 auf 18 Jahre gesenkt – auf
Schlag hat Deutschland 2,7 Millionen mehr Erwachsene
Fußball: Deutschland schlägt im Endspiel der WM im eigenen
Land die Niederlande und wird zum zweiten Mal WELTMEISTER.
Bei München eröffnete das erste IKEA-MÖBELHAUS in
Deutschland
Frontmotor, 50 PS, Heckklappe, serienmäßig
mit „Drei-Punkt-Gurt“ und das Alles
zum Preis von 7995 Mark: mit dem ersten
VW GOLF schufen die Wolfsburger das
Symbol der „Generation Golf“
Die ersten PLAYMO-
BIL-FIGUREN werden
vorgestellt: ein Ritter,
ein Straßenbauarbeiter
und ein Indianer
reiten auf einer
Erfolgswelle
Kodak entwickelt
die erste DIGITALE
FOTOKAMERA
Im November sendet
Radio Bremen mit
„DREI NACH NEUN“
zum ersten Mal die
`Mutter aller deutschen
Talkshows´
Mit „EKEL“ ALFRED
Tetzlaff, gespielt
von Heinz Schubert,
startet die Serie „Ein Herz und eine Seele“
Wir wollen hier auf die Zeit vor 50 Jahren
zurückblicken, denn 1974 war insgesamt betrachtet
eines der ereignisreichsten Jahre seit langem:
Regisseur Rainer Werner Fassbinder bringt den Film
„ANGST ESSEN SEELE AUF“ in die Kinos, ebenso
startete JAMES BOND und „Der Mann mit dem
Goldenen Colt“.
UDO LINDENBERG geht zum ersten Mal mit seinem
Panikorchester auf Tournee
Die Gruppe ABBA gewinnt mit „Waterloo“ den Grand
Prix de la Chanson (ESC). Sie gelten fortan als Mitbegründer
einer neuen internationalen Popmusik.
Weitere HITS DES JAHRES: „Theo, wir fahr‘n nach
Lodz“ von Vicky Leandros, „Sugar Baby Love“ von
den Rubettes oder „Tränen lügen nicht“ von Michael
Holm.
Komma
7
1974 – Das tat sich
hier vor Ort in Rieste:
Blick auf die Bahnhofstraße Höhe des Spiel- und Schreibwarengeschäftes
Hüdepohl Richtung Bahnhof Mitte der 1970er Jahre, vor Ausbau der Straße.
Der Landkreis forciert die Planung zum AUSBAU DER
KREISSTRASSE 148 durch den gesamten Ortsbereich
von Rieste. Es gibt aber noch Diskussionen über
Bürgersteige und Kostenaufteilung. Der Ausbau wird
noch ein paar Jahre auf sich warten lassen.
Auf Initiative des Gemeinderats wird im April auf
einer gutbesuchten Versammlung die Gründung des
HEIMATVEREINS beschlossen.
Zur „Prüfung von Interesse und Dringlichkeit zur Errichtung
eines kommunalen Kindergartens“ wird eine
BÜRGERVERSAMMLUNG durchgeführt. Da gleichzeitig
aber die Einführung der „Vorschulklassen“ bevorstand,
war das Interesse nicht besonders groß. Es
sollte noch bis 1992 dauern, bis der erste Kindergarten
in Rieste eröffnen würde.
Die neue KLÄRANLAGE an Hasekamps Boll, Nähe des
Meyerhofes, konnte im August in Betrieb genommen
werden. Sie wird rd. 40 Jahre gute Dienste leisten,
mittlerweile dient sie nur noch zu Reserve-Zwecken.
4
Auch 1974 hatte die Riester Feuerwehr
besondere Aufgaben zu bewältigen
(Bericht der Bramscher Nachrichten)
Ebenfalls im August wird der Bereich Bieste von einem
Unwetter mit teils HÜHNEREI-GROSSEN
HAGELKÖRNERN heimgesucht. Ebenso waren auch
Alfhausen und Bersenbrück betroffen. Neben großen
Flurschäden wurden Dächer, Fenster und leichtere
Bauten teils erheblich beschädigt.
Die Errichtung der ersten FLUTLICHTANLAGE auf dem
Sportplatz auf Lage wird geplant, der SC Rieste bringt
entsprechende Zuschussanträge auf den Weg.
Der Vorstand des Heimatvereins (von links) bei einem Vortrag auf
Lage: Hermann Stuckenberg, Adolf Wittefeld, Wolfgang Walczyk,
Walter Richtering, Eberhard Mally, Anton Figura und Hans Frohne.
Die Kläranlage, direkt an der Hase gelegen, heute.
Da nun feststeht, dass Vörden mit seinen Bauernschaften zukünftig
endgültig zum Landkreis Vechta gehört, wird jetzt das bisher dort
stationierte TANKLÖSCHFAHRZEUG des Landkreises Osnabrück
nach Rieste verlegt.
Im direkten südlichen Grenzbereich von Rieste zur Gemarkung
Epe beginnt der Bau eines WASSERWERKES, das zukünftig große
Mengen Wasser für die Stadt Osnabrück liefern soll. Auch in
Rieste werden hierfür mehrere Tiefbrunnen gebohrt.
21
Aktuelles
Neue Seniorenvertreterinnen und Vertreter
in der Samtgemeinde Bersenbrück
– auch in Rieste!
Text: Samtgemeinde Bersenbrück
Viele Seniorinnen und Senioren
in der Samtgemeinde Bersenbrück
sind aktiv und bringen
sich ein. Einige von ihnen
haben es sich zur freiwilligen
Aufgabe gemacht, für ältere
Menschen in ihren Gemeinden
als Kontaktpersonen ansprechbar
zu sein. Koordiniert wird
dieses durch die die Seniorenbeauftragte
der Samtgemeinde,
Frau Sonja Wesselkamp.
Die Riester Seniorenvertreter Karl-Heinz und Martina Wiesbach
Gemeinsam mit den Vertretern in den
Mitgliedsgemeinden kümmern sie
sich um die Interessen und Bedürfnisse
der älteren Generationen, verstehen
sich als Bindeglied zur Kommune
und Verwaltung.
Es freut uns, dass für Rieste Karl-
Heinz und Martina Wiesbach dieses
Amt übernommen haben, die zudem
auch aktiv in der Arbeit des Heimatvereins
mitwirken. Gerne kann man
mit Ihnen zu allen relevanten Themen
im Bereich `Seniorenarbeit´ Kontakt
aufnehmen!
Sie wollen auch Mittler sein zu
jüngeren Generationen und mehr
gegenseitiges Verständnis, Akzeptanz
und Bereicherung fördern. Viele
Themen sind besonders für ältere und
alte Menschen von Bedeutung – die
Herausforderungen von eigener nachlassender
Mobilität in Verbindung
mit Einschränkungen im öffentlichen
Leben etwa. Ebenso die Möglichkeiten
und Hürden der Digitalisierung, die
Schaffung kommunikativer Treffpunkte
und anderes mehr.
Die Seniorenvertreterinnen und Seniorenvertreter
in der Samtgemeinde
sind kontaktfreudig und eingebunden
in vorhandene Netzwerke, beides gute
Voraussetzungen für ihre ehrenamtliche
Arbeit.
ZIELE:
• Erhaltung von Lebensqualität und
Selbständigkeit im Alter
• Unterstützung im Alltag für einen
möglichst langen Verbleib in der
gewohnten Umgebung
• Stärkung der Eigeninitiative von
Senior/Innen um mit Freude und
Engagement das Altern zu meistern
Übrigens können sich auch weiterhin
aus allen Gemeinden noch weitere
Interessierte melden, schließlich
bietet das ehrenamtliche Engagement
im Seniorenbereich viel gestalterisches
Potential. Das Seniorenbüro ist
die zentrale Beratungsstelle für ältere
Menschen und ihre Angehörigen. Die
Koordination übernimmt die Senio-
renbeauftragte Sonja Wesselkamp.
Sie ist zu erreichen unter Telefon:
05439/ 962 159 oder per E-Mail:
s.wesselkamp@bersenbrueck.de.
ANSPRECHPERSONEN
IN DER SAMTGEMEINDE:
Alfhausen: Elisabeth Pohlmann,
Telefon 0160 / 6882096
Ankum: Günter Dierker,
Telefon 0157 / 57197810
Bersenbrück: Reinhard Schröder,
Telefon 0170 / 7772773
Eggermühlen: Hilde Kirchner,
Telefon: 0172 / 6450176
Gehrde: Jutta Wehlburg-Fehrlage,
Telefon: 0177 / 4682742
Kettenkamp: Beate Reichelt,
Telefon: 0151 / 21530750
Rieste: Karl-Heinz und Martina
Wiesbach, Telefon 05464 / 5287
22
Komma
Im Gespräch mit ...
OBM Sven Kramer:
Wie schütze ich mich zu Hause?
„Grundsätzlich: Immer anrufen, wenn Gefahr besteht“
In letzter Zeit hat sich immer wieder gezeigt: Hochwasser ist eine Gefahr und kann relativ
plötzlich und unerwartet auftreten. Und zu einem Brand kann es ohnehin schnell kommen, da
reicht schon ein Funke, ein kleines Fehlverhalten oder technischer Defekt, auf den man keinerlei
Einfluss hat. Wie schützt man sich, wie verhält man sich am sinnvollsten? - Wir fragen nach!
Im Gespräch mit ...
Die Freiwillige Feuerwehr Rieste ist
eine Stützpunktfeuerwehr innerhalb
der Samtgemeinde Bersenbrück und
wurde 1934 gegründet. Sven Kramer
ist seit über 10 Jahren ihr Ortsbrandmeister.
Die Riester Wehr erhielt im
Februar 2024 ein neues Tanklöschfahrzeug
von der Samtgemeinde
Bersenbrück, ebenso feierte man in
diesem Jahr das 90jährige Bestehen.
Aktuell sind über 40 Kameradinnen
und Kameraden aktiv.
Wie verständige ich im Notfall am
besten die Rettungsdienste, was ist
wichtig am Telefon?
Die Telefonnummer 110 ist für die
Alarmierung der Polizei gedacht, Rettungsdienst
und Feuerwehr werden
über die Telefonnummer 112 verständigt.
Der Notruf geht in der Regionalleitstelle
im Kreishaus in Osnabrück
ein. Wichtig ist das Schildern der 5
W-Fragen:
Wo ist das Ereignis? ...
Wer ruft an? ...
Was ist geschehen? ...
Wie viele Betroffene? ...
Warten auf Rückfragen!
Am Telefon ist es wichtig, die Fragen
des Disponenten ruhig und sachlich
zu beantworten, soweit das in der
Situation möglich ist. Der Disponent
in der Leitstelle geht hier nach einem
bestimmten Abfragesystem vor.
Was ist sinnvoll, als Wohnungseigentümer
immer griffbereit zu
haben, falls man im Notfall (bei
Feuer, Hochwasser o.ä.) schnell die
Wohnung verlassen muss?
Wichtig wäre es sicherlich meiner
Meinung nach, immer eine Tasche
oder Mappe mit allen wichtigen Papieren,
Versicherungsunterlagen usw.
bereitzuhalten, außerdem ein Laptop
mit allen persönlich wichtigen Daten.
Welche Hilfsmittel sollte man immer
griffbereit haben, um sich bei Starkregen,
Hochwasser etc. schnell erst
auch selbst helfen zu können?
Die einfachste Methode sich vor
Hochwasser zu schützen ist eigentlich
ganz simpel: Sandsäcke kann man
sich zu Hause auch einfach selber
herstellen. Mit Müllsäcken und Sand
vom heimischen Grundstück. Diese
kann man dann an der Grundstückgrenze
oder z.B. vor Kellerschächten
aufstapeln.
Gibt es Tipps, um generell eventuell
Gefahren vermeiden oder vermindern
zu können?
Ganz wichtig ist der Rauchmelder.
Diese sind mittlerweile rechtlich
vorgeschrieben und sollten zumindest
auf Fluren sowie im Schlaf- und
Wohnzimmer montiert sein. Ein
Rauchmelder warnt rechtzeitig vor der
Gefahr, noch bevor sich die gefährlichen
Rauchkonzentrationen gebildet
haben. Sinnvoll wäre es zudem sicherlich
auch, dass in jedem Haushalt
ein Feuerlöscher vorgehalten wird.
Gibt es auch Punkte, bei denen die
Feuerwehr eher nicht helfen kann,
oder sollte man immer anrufen,
wenn man meint, Hilfe zu brauchen?
Nein, grundsätzlich gilt: Immer anrufen,
wenn man sich in Not fühlt. Der
Disponent in der Leitstelle entscheidet
dann durch sein Abfragesystem, wie
umfangreich Hilfe notwendig ist und
ob die Rettungsdienste und/oder die
Feuerwehr alarmiert werden müssen.
UNTERSTÜTZEN AUCH SIE DIE ARBEIT DER
FREIWILLIGEN FEUERWEHR RIESTE:
Der „Förderverein zur Förderung des Feuerschutzes
in Rieste e.V.“ existiert bereits seit über 15 Jahren
und unterstützt alljährlich die Riester Wehr bei
Anschaffungen, die außerhalb des regulären, von
der Samtgemeinde Bersenbrück finanzierten
Rahmens liegen. Der Förderverein fördert die
Freiwillige Feuerwehr Rieste in finanzieller Hinsicht,
bei Beschaffungen von Fahrzeugen, Ausrüstung
und Geräten. Er unterstürzt bei Fortbildungen und
Übungen und fördert die Jugendarbeit. Außerdem
führt der Verein Öffentlichkeitsarbeit sowie Lehrund
Informationsveranstaltungen durch.
Wir würden uns freuen, auch Sie als förderndes
Mitglied mit einem Jahresbeitrag ab 12 € begrüßen
zu können!
Nähere Infos unter
„feuerwehrrieste.de/ueber-uns/foerderverein“
23
Im Gespräch mit ...
Im Gespräch mit ...
Roswitha Boving
Gleis II - Das neue Wohnzimmer von Rieste
Im März d. J. eröffnete Roswitha Bowing die Kneipe „Gleis 2“
an der Ecke Bahnhof-/ Malgartener Straße in Rieste.
Wir sprachen mit ihr über ihre Erwartungen,
Erfahrungen und Gäste:
Wie kamst du dazu, diese Kneipe zu
eröffnen?
Eigentlich war ich naiv! Ich habe einfach
gesagt: ich mache es! Sonst war
ich immer auf Sicherheit bedacht. Ich
gabe nach den Kindern in der Gastronomie
gearbeitet, zum Schluss in Osnabrück.
Ich habe den Raum gesehen
und gedacht: hier kannst du wohl eine
Kneipe reinmachen! Etwas klein und
eng, aber vielleicht
funktioniert das ja.
Ich habe auf Facebook
viel berichtet
und im Januar
auch den Namen
auswählen lassen.
Ich hatte wirklich
Schwierigkeiten,
mir hier einen
Namen zu geben.
48 Vorschläge gab
es, Wahnsinn! Gleis
II war dann beim
Voting ganz vorne.
Im Nachhinein
passte der Name
super, auch wenn ich mich erst daran
gewöhnen musste. Aber ich konnte
die Kneipe auch gut in diesem Stil
ausstatten.
In den Räumlichkeiten war schon
alles mal drin: Tankstelle, Fleischerei,
Getränkeladen, Friseur…
Als ich startete, war es Abstellraum.
Ich hatte Stress, musste noch
renovieren und hatte das Eröffnungsdatum
schon rausgehauen. Ich hatte
nur noch 3 Wochen Zeit. Viele Leute
haben mich unterstützt. Das Inventar
habe ich mir zusammengesucht,
selbst von der alten Kneipe Kruft
gegenüber habe ich noch Lampen
geschenkt bekommen.
Der Kundenzulauf war von Anfang
an positiv?
Ja, damit hatte ich nicht gerechnet.
Zudem mir Leute in der Bauphase
noch gesagt haben „das wird doch
nichts...“. Doch ich habe daran geglaubt
und es macht Spaß. Ich stecke
da sehr viel Herzblut rein. Ich habe
das immer schon gerne getan, jetzt
hier in meinem eigenen Laden. Und
natürlich gibt auch schon Stammkunden.
Hätte ich jetzt eine hochmodern ausgestattete
Bar gestaltet, ich glaube,
das wäre nicht so gut angekommen.
Jetzt ist das hier das Wohnzimmer
von Rieste: Urig und gemütlich. Man
muss sich hier wohl fühlen. Man trifft
sich in Gesellschaft – egal, wer mit
wem kommt. Ich habe schon tolle
Szenen erlebt.
Die Öffnungszeiten sind dem Bedarf
angepasst: Montag und Dienstag ist
frei, da habe ich Familientag. An den
anderen Tagen ab 18 Uhr. Wenn um
22 Uhr keiner mehr da ist, wird zugemacht,
sonst kann es auch länger
werden. Muss ja nicht immer gleich
bis zum Morgengrauen gehen…
Highlights waren bisher ganz klar
1. Mai, Christi
Himmelfahrt und
Schützenfest-Montag.
Da dachte ich
erst, nach dem
Frühschoppen
kommt keiner,
wollte schon
wieder zumachen.
Nach 18 Uhr ging
es dann los!
Deine erste Bilanz
nach über einem
halben Jahr?
Ich bin begeistert.
Eigentlich wollte ich noch mehr in
Richtung Event-Angebote gehen, aber
ich muss erst einmal Luft holen!
Mein Wunsch: dass wir weiterhin so
gut angenommen werden und das der
Zusammenhalt noch größer wird.
Aber Selbstständigkeit ist anstrengend
- die Automaten, Steuerberater,
Einkauf etc. Es wird viel geliefert, den
Rest muss ich selber einkaufen. Passendes
Personal zu finden ist auch
nicht einfach, aber meine Familie
unterstützt mich. Meine Kinder sind
stolz darauf, was ich geschaffen habe.
24
Komma
Und deine Kundschaft?
Das sind viele gestandene Leute, da gibt es
kaum Ärger. Je nachdem, was für Gäste hier
sind, suche ich danach auch die Musik aus.
Hier sind Leute aus Rieste, Alfhausen, aber
auch Neuenkirchen und Vörden. Personen
aus der ganzen Region sind schon vertreten
gewesen und natürlich auch Gäste vom Alfsee.
Auch draußen die Plätze werden toll genutzt.
Man ist mitten im Dorf und bekommt
viel mit. Manchmal sind auch die Autofahrer
sehr neugierig, fahren langsam und gucken,
was hier so los ist. Ist halt zentral!
Ach ja, ich habe sogar schon mein eigenes
Lied bekommen: Markus Stuckenberg, ein
guter Freund und Stammgast, hat es geschrieben:
„Rosi vom Gleis 2“. Es handelt
von frischem Bier, dem Stammtisch, viel
Laberei und der letzten Runde :)
Selbst ist die Frau: Renovierung im Frühjahr 2024
Wir danken für das freundliche und offene
Gespräch und wünschen dir weiterhin ganz
viel Erfolg, tolle Ideen und gute Geschäfte!
Gespräch am Tresen: Das Redaktionsteam vor Ort
Regionale Förderung von Kunst, Kultur, Umwelt und Bildung:
Anna-Schumann-Stiftung
unterstützt auch
Komma
Im Jahr 1988 gründete Kreisverwaltungsdirektor a.D. Ernst-Günter Schumann mit dem Erbe seiner Mutter die Anna-
Schumann-Stiftung. Hierbei handelt es sich um eine private Stiftung mit Stiftungsvermögen von ca. 650.000 €.
Sie hat ihren Sitz in Bersenbrück.
Wie uns der Geschäftsführer der Stiftung, Reinhold Heidemann erläuterte, ist der Stiftungszweck auf die Förderung von
gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Aufgaben im Gebiet des Altkreises Bersenbrück begrenzt. Der finanzielle
Förderrahmen ergibt sich aus den jährlichen Erträgen aus dem Stiftungsvermögen. Alljährlich entscheidet der Vorstand
aufgrund der vorliegenden Anträge, ob eine Unterstützung für ein beantragtes Vorhaben gewährt wird. In den vergangenen
Jahren schwankte die jährlich insgesamt zu vergebene Stiftungssumme
aufgrund der Zinsentwicklungen zwischen 5.000 € und 10.000 €.
Anträge können allerdings nur für noch nicht begonnene, in der Zukunft
liegende Maßnahmen gestellt werden. Generell ist die Förderung von
Projekten mit unterschiedlicher Thematik möglich: So z.B. im Bereich der
Jugendpflege, Jugendfürsorge und Erziehung, für öffentliche Gesundheitspflege,
aber auch für Natur- und Landschaftspflege.
Ebenso kann der jährlich auszuschüttende Betrag der Stiftung für kulturelle
Zwecke wie der Heimatpflege oder die Pflege des heimatlichen Brauchtums
verwandt werden. Aus diesem Grunde sind wir dankbar, dass wir für dieses
hier vorliegende neue Heimat-Magazin „Moin Rieste – 30 Komma 6“ ebenfalls
eine großzügige Summe zur Unterstützung erhalten haben.
Für 2025 können Anträge von gemeinnützig anerkannten Vereinen und
Institutionen an den Geschäftsführer Reinhold Heidemann, Overbergstr. 8a,
49593 Bersenbrück (mail: reinhold.heidemann@gmx.de) gerichtet werden.
Klaus-Peter Vallo , 1. Vorsitzender
und Reinhold Heidemann, Geschäftsführer
der Stiftung
25
Haus- und Hofgeschichten
Wir wollen einen Blick werfen
auf alte Gebäude und Bauernhöfe
in Rieste und vielleicht
dabei auch das ein oder andere
Mal einen Teil der Geschichte
der Menschen, die dort lebten
und auch heute noch wohnen,
erzählen…
Haus- und
Hofgeschichten
Dieses Bild zeigt die Hofscheune vom Hof Knufmann an der Westfeldstraße
in Rieste. Im Zuge der Umstrukturierung vom Hof wurde die
Scheune zusammen mit weiteren Anbauten in den 1980er Jahren abgerissen.
Der Hof wurde immer wieder saniert und umgebaut und dient
heute komplett als Wohngebäude.
Über Jahre und Jahrhunderte verändern sich in unser Region
Landschaft, Straßen, Wege sowie auch Häuser und Gebäude.
Hier sieht man das alte Gemeindebüro.
Das Gebäude an
der Malgartener Straße Nr. 3
hat im Laufe der Zeit viel erlebt:
1946 wurde es gebaut und
dann in den letzten Jahrzehnten
unterschiedlich genutzt: Lange
Jahre war hier auf der rechten
Seite die Volksbankfiliale und
links die Gemeindeverwaltung
untergebracht. Nach Neubau der
Volksbank auf dem Nachbargrundstück
1982 war in den
Räumlichkeiten rechts kurzzeitig
ein Blumenladen. Aus dieser
Zeit stammt das Foto. Um 1988
übernahm die Gemeinde das Gebäude
komplett und sanierte es.
Nach Neubau des Rathauses
2005 wurde es verkauft und
diente zuerst als Fahrschule,
mittlerweile als Privatwohnung.
Der alte Bahnhof von Rieste, mit einem Gleis und dem
Empfangsgebäude. Im Gebäude saß der Fahrdienstleiter,
der die mechanische Signalanlage mit den Schranken
für die Übergänge Schulweg, Bahnhofstraße und
Barlager Straße bediente und auch für den Fahrkartenverkauf
zuständig war. Zur Zeit der Aufnahme des Fotos
im Jahr 1994 war bereits das zweite Gleis am Riester
Bahnhof zurückgebaut.
In diesem Bereich liegt heute der Fußweg in Richtung
„Auf dem Fiening“. Auch nach Automatisierung der
Schrankenanlagen und Abriss des alten Bahnhofgebäudes
ist unser Ort immer noch Bahnhalt. Rieste gilt
offiziell aber nicht mehr als „Bahnhof“, sondern als ein
„Haltepunkt“ – Egal, Hauptsache, der Zug hält!
Technisch wird die gesamte Strecke bis Delmenhorst
vom Bahnhof Bramsche gesteuert. Fahrkarten können
nun direkt am Automaten im Wartehäuschen gekauft
werden.
26
Komma
Dieses sehr interessante
Bild zeigt ein übliches
Heuerhaus dieser Region.
Dieses Gebäude gehörte
zum Hof Temmelmann
und befand sich am Weg
zwischen den Höfen
Temmelmann und Gründing.
Es war eines von
zwei Heuerhäusern die zu
diesem noch heute aktiven
Hof gehörten. Es war zum
Zeitpunkt der Aufnahme
bereits ziemlich heruntergekommen
und hieß im
Volksmund auch „Villa
Fürchterlich“.
Die letzte Heuerlingsfamilie hieß Wissmann und hatten keine Nachkommen. In der Nachkriegszeit waren im Haus
Flüchtlinge untergebracht. Da Baumaterial knapp war, wurden Baustoffe zum Umbau aus den alten Baracken vom
Flughafen in Hesepe geholt. 1965 wurde das Haus dann zum Pferde- und Rinderstall umgebaut. Anschließend
stand es bis zum Abriss im Jahr 1995 leer. Das Holz wurde für den Bau des Bushäuschen in Bieste verwendet.
Leider ist der Giebelspruch nicht mehr zu erkennen. An gleicher Stelle entstand das neue Wohnhaus vom Willi
Temmelmann mit Frau, die noch heute hier Ihren Lebensabend verbringen.
R R R
Riester Rätsel-Runde
Wie gut kennen Sie sich aus?
Gewinnen Sie einen Gutschein!
Beratung am
Lieblingsort.
Gute Beratung jetzt
einfach per Videochat.
Unsere Videoberatung bringt Ihren
Berater direkt zu Ihnen nach Hause oder
dorthin, wo Sie gerade sind – montags
bis freitags von 9 bis 19 Uhr. Vereinbaren
Sie jetzt einfach telefonisch (05439 63-0)
oder online einen Termin.
www.ksk-bersenbrueck.de/video-beratung
An welchem Gebäude ist dieser
Grundstein verbaut?
Schreiben Sie die Lösung per Mail an
info@heimatverein-rieste.de
Oder werfen einen Brief in den
Briefkasten des „Heimatsalons“ an der
Bahnhofstraße 27 ein. Einsendeschluss
ist der 31.01.2025. Unter allen richtigen
Antworten verlosen wir einen Gutschein
für eine Einkaufsmöglichkeit in Rieste!
Gerne können Sie uns auf diesen Wegen
auch mitteilen, wie Ihnen diese erste
Ausgabe von „Moin Rieste – 30-komma-6“
gefallen hat. Schreiben Sie uns
Ihren Eindruck. Auch Anregungen
nehmen wir gerne entgegen!
27
Unser Verein
Unser Verein
In dieser Rubrik wollen wir alljährlich einen aktiven Riester
Verein vorstellen. Es wird kurz beschrieben, wie er entstanden
ist, seine Entwicklungsgeschichte aufgezeigt und welche Ziele
verfolgt werden. Wir starten in diesem Jahr mit dem Heimatverein
Rieste e.V.:
2024 besteht der Heimatverein Rieste
nun genau 50 Jahre und wir haben
unseren Geburtstag im Juni diesen
Jahres am Entstehungsort auf Lage
mit allen Mitgliedern, Gästen und
Freunden gefeiert. Die vielen Glückwünsche
und Besuche an dem Festtag
haben wir uns sehr gefreut und in
unserer Arbeit bestätigt.
Aber auch den Likör „HaseGold“ und
unser „Riester Kräuterelixier 1245“
Liebe Leser und Leserinnen vom
Riester Heimatmagazin
`30-komma-6´,
Wie auch in anderen Gemeinden
dieser Region, wurde ebenfalls in
Rieste ein Heimatverein gegründet,
um den Erhalt der heimatlichen Natur
und Umwelt sowie die örtlichen
Gebräuche zu bewahren. Die Gründungsversammlung
fand am 03. April
1974 auf dem Saal Kramer auf Lage
statt. Schnell fand sich eine Gruppe
von Heimatinteressierten, die Radund
Wandertouren durch die Region
sowie Ausflugsfahrten organisierten.
Eine Schutzhütte wurde im Jahr 1984
im Hüls errichtet, außerdem wurden
einige Bücher zur Heimatgeschichte
von uns herausgebracht.
Im Jahr 2019 wurde der Verein mit
neuem Vereinsprogramm aufgestellt,
um den anstehenden Generationswechsel
zu bewältigen. Neben den
herkömmlichen Radtouren und dem
alljährlichen Klönabend mit Grünkohl
wurde eine Wandergruppe gegründet
sowie einige Veranstaltungen auf
Familien ausgerichtet. Eine Homepage
ist entstanden und wurde weiterentwickelt.
Auch weitere soziale Medien
werden mittlerweile zur Kommunikation
eingesetzt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt ist es,
die Vielfalt unserer Heimat mit allen
Besonderheiten zu zeigen und zu
vermitteln. Unser Veranstaltungsprogramm
ist daher sehr vielfältig und
richtet sich kontinuierlich an unsere
nun 330 Mitglieder neu aus. Dabei
ist es uns wichtig, möglichst alle
Altersklassen anzusprechen und die
Themen Geschichte, Umwelt und Natur
sowie alles zur regionalen Heimat
zu vermitteln.
28
Komma
haben wir in der letzten Zeit herausgebracht.
Nun gehen wir weitere neue
Wege und sind mit dieser Ausgabe
auch Herausgeber von diesem
Heimatmagazin `30-komma-6´
geworden. Hier möchten wir alljährlich
unsere Dorfgeschichte mit vielen
Fotos und tollen Beiträgen dokumentieren.
Viele Jahre waren wir mit der kleinen
Heimatstube im Schützenhof beheimatet,
bis im Sommer 2024 der alte
Friseursalon an der Bahnhofstraße
von uns angemietet werden konnte.
Nach den aktuell laufenden Umbaumaßnahmen
möchten wir unser
Vereinsprogramm daher erheblich
erweitern, um die Räumlichkeiten zu
nutzen und unseren Verein für die
Zukunft weiter zu entwickeln. Wir
wollen ein Veranstaltungsprogramm
bieten, in dem sich sich alle Riester
Bürgerinnen und Bürger wiederfinden.
So wollen wir die Gemeinschaft in der
Gemeinde Rieste fördern und erreichen,
dass wir ein Verein sind wo alle
Generationen zusammenkommen.
Wir vom Vorstand freuen uns auch in
den kommenden Jahren auf schöne
Veranstaltungen mit Euch als tolle
Teilnehmer.
Liebe Grüße
Stefan Walter, 1.Vorsitzender
vom Heimatverein Rieste e.V.
29
Alte Rezepte
Kochen wie bei Muttern
Alte Rezepte aus der Heimat!
In einem alten Rezeptbuch von Josefa Walter aus Rieste haben wir diese
über 100 Jahre alten Aufschreibungen gefunden und möchten sie hier
kurz vorstellen. Damals waren solche Eigenaufschreibungen wichtige
Überlieferungen die von Generation zu Generation übertragen wurde.
Kochbücher und Zeitschriften mit Rezepten waren wenig verbreitet und
so bildeten sich regionale Spezialitäten.
Nur wenige können diese alte Schrift noch lesen und fast wären
diese Aufschreibungen nicht mehr in die Übersetzung gekommen.
Paula Bosse hat uns die Rezepte mit 94 Jahren noch übersetzen können.
Auch weitere regionale Rezepte würden wir vom Heimatverein Rieste
gerne sammeln und würden uns über Zusendungen unter
info@heimatverein-rieste.de freuen.
Himmel und Erde
4 Pfund Kartoffeln
1 Apfel
1 Prise Salz und Zucker
100g Speck
1 Zwiebel
Die Kartoffeln werden mit Salz fast gar gekocht.
Dann wird die Hälfte des Wassers heruntergelassen
und die in Scheiben geschnittenen Äpfel kommen
oben drauf. Ist dieses gar, wird beides gestampft.
Das Fett wird zerlassen, die Zwiebeln in Scheiben
darin bräunen und dazugeben.
Anschließend gut verrühren.
Arme Ritter
8 Scheiben Weissbrot
1/2 l Milch
2 Ei
10 g Zucker
1 Prise Salz
Zwiebackkrümel
Milch, Eier, Zucker und Salz in einer Schüssel
verrühren. Brot in eine flache Schale geben,
Eiermilch darüber gießen, durchziehen lassen.
Fett in einer Pfanne erhitzen. Brotscheiben
von beiden Seiten goldbraun braten.
Ggf. mit Zimt und Zucker bestreuen.
30
Komma
Als Buchtipp für lange
Winterabende schlagen wir
diese regionalen Bücher vor:
Nun erscheint
das
letzte Buch
des Kreisheimatbundes
Bersenbrück
e.V über
die Schulen
im Altkreis
Bersenbrück,
diesmal über
die Schulen in
der Samtgemeinde
Artland.
Noch erhältlich
sind auch
die Bände 1
bis 4 (je 19,80€) über die Schulen der SG
Bersenbrück, Stadt Bramsche und Flecken
Vörden, sowie der SG Neuenkirchen und
Fürstenau.
Frisch gedruckt ist auch
das Heimatjahrbuch
Osnabrücker Land 2025.
Das Schwerpunktthema
befasst sich in diesem
Jahr mit einem der gravierendsten
Einschnitte
der deutschen Geschichte.
1945, also vor rd. 80
Jahren, endete der Zweite
Weltkrieg und mit ihm
die schlimme Nazi-Diktatur
mit allen ihren Verbrechen. In unsere
Region rückten um die Ostertage 1945 die
britischen Truppen ein.
Deutschland und damit auch das Osnabrücker
Land standen vor einem Neubeginn.
Ob es wirklich die viel beschworene
„Stunde Null“ war, darüber diskutieren die
Historiker bis heute.
Zudem gibt es viele regionale Geschichte
und Geschichten aus dem Osnabrücker
Land sowie Plattdeutsch und Natur und
Umwelt.
Das Heimatjahrbuch kann für den
Preis von 14,80€ erworben werden.
Übrigens: Mitglieder im Kreisheimatbund
Bersenbrück bekommen ein Exemplar kostenlos.
Der Jahresbeitrag liegt bei 15,00€
Diese Bücher können im örtlichen Buchhandel
oder auch per E-Mail unter:
kreisheimatbund@khb-bsb.de erworben
werden.
Unterstütze mit einer Vereinsmitgliedschaft die
Arbeit vom Heimatverein Rieste damit wir auch
künftig tolle Projekte in der Gemeinde umsetzen
können.
BEITRITTSERKLÄRUNG
Der Unterzeichnende erklärt hiermit seinen Beitritt zum Heimatverein Rieste e.V.
Name: ___________________________ Vorname: _________________________
Straße, Haus-Nr., PLZ, Ort ______________________________________________
Telefon /E-Mail: ______________________________________________________
Geb.-Datum: ____________________ Eintrittsdatum: _______________________
Erteilung eines SEPA-Lastschriftsmandats. Die Entrichtung des Mitgliedsbeitrags
erfolgt durch Bankeinzug regelmäßig am 01. März eines Jahres. Zahlungsempfänger:
Heimatverein Rieste, 49597 Rieste Gläubiger–Identifikationsnr._________,
Mandatsreferenz. ___________
SEPA-LASTSCHRIFTMANDAT:
Ich ermächtige den Heimatverein Rieste.e.V. Zahlungen von meinem Konto mittels
Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die vom Heimatverein
Rieste e.V. auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.
Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum,
die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit dem Kreditinstitut
vereinbarten Bedingungen.
□ Einzelmitgliedschaft 15,00 €
□ Familienmitgliedschaft 25,00 € (incl. Kinder bis 18 Jahren)
□ zzgl einer einmaligen/ jährlichen Spende in Höhe von ___________€
Der Heimatverein ist gemeinnützig anerkannt.
Name des Kontoinhabers: _____________________________________________
Straße, Haus-Nr, PLZ, Ort: _____________________________________________
IBAN: DE ___________________________________________________________
BIC /Name des Kreidinstituts: ___________________________________________
E-Mail für Vereinsinformationen: ________________________________________
__________________________________________________________________
Ort, Daum, Unterschrift
31
Gerne haben wir den Heimatverein unterstützt, dieses Magazin zu realisieren.
Die Riester Gewerbegemenschaft:
Ein Gewinn für Rieste
Ganzjährig
www.Kart-am-Alfsee.de
Tel. 05464 - 900963
Feiertags immer geöffnet
Ganzjährig
als Beifahrer im Doppel- und Dreierkart
ab 4 Jahre - behintertengerechte Karts
Familienerlebnis
von 6 bis 99 Jahre
www.Kart-am-Alfsee.de
Kart-am-Alfsee • Westerfeldstr. 71 • 49597 Rieste
Tel. 05464 - 900963
Feiertags immer geöffnet
als Beifahrer im Doppel- und Dreierkart
ab 4 Jahre - behintertengerechte Karts
Familienerlebnis
von 6 bis 99 Jahre
Kart-am-Alfsee • Westerfeldstr. 71 • 49597 Rieste
A. Schruttke
Lohnunternehmen
Spiel- und Schreibwaren
Postagentur • Lotto-Annahmestelle
Bahnhofstraße 30 49597 Rieste
Tel. 0 54 64/91 00 1
Tanken
2 4 / 7
Schulze
eckelmann
Fenster Treppen Möbel
www.tischlerei-eckelmann.de
Sögelner Str. 5 | 49597 Rieste
Telefon 05464 3528
Tankstelle &
Schlüsseldienst
Maschortstr. 2
49597 Rieste
Tel.: 05464 / 92 100
Frank Holthaus
Alle Infos unter:
riegeonline.de