neurostress burnout - Kyberg Vital

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neurostress burnout - Kyberg Vital

Chronischer Stress und Folgen

Depressionen

Der vermutete Zusammenhang zwischen Stress und Depressionen beruht

darauf, dass sich bei beiden Krankheitsbildern ähnliche Symptome

bzw. diagnostische Parameter feststellen lassen, unter anderem [10]:

1. Die überschnelle Reaktion von CRH/Vasopressin Neuronen und die

gesteigerte Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse

als Antwort auf chronischen Stress findet sich ebenfalls

bei depressiven Patienten.

2. Hypercortisolaemie kann die Regulation in Bezug auf Angst und Aggressivität

beeinträchtigen und zu Wahrnehmungsstörungen führen,

welche sich ähnlich auch bei depressiven Verhaltensmustern

zeigen.

3. Die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse

dient als Vorhersager für die Rezidiv- oder Remissionsphase bei depressiven

Patienten.

Chronischer Stress und daraus

bedingte Begleiterkrankungen

Von McEwen [11] wurde der Begriff des allostatic load im Zusammenhang

mit Dauerstress definiert. Langfristig und unbehandelt führt allostatic

load zu schwerwiegenden pathologischen Konsequenzen. Hierbei

können vier stoffwechsel-assoziierte Situationen unterschieden

werden:

1. Fortwährender Stress kann zum Anstieg des Blutdrucks führen und

das Infarktrisiko bei anfälligen Personen steigern.

2. Erfolgt keine Anpassung des Körpers auf die Stressoren, resultiert

dies in einer anhaltenden Freisetzung von Stresshormonen.

3. Ebenso ist es möglich, dass nach Elimination des Stressors die Abschaltung

der Stressantwort – allostatic response – nicht funktioniert.

Dies kann sich beispielsweise in fortwährender Hypertonie darstellen

und folglich zu einem Anstieg des Arterioskleroserisikos führen. Ein

weiteres Beispiel stellte sich im Tierversuch dar, als ein Ausschalten

der stressinduzierten Neurotransmitter nicht erfolgte. Dies kann zu

funktionalen Schädigungen bzw. degenerativ/mentalen Erkrankungen

führen.

4. Ein weiterer negativer Effekt eines kontinuierlichen allostatic load

kann einer unzureichenden inadäquaten Antwort des allostatic systems

zugrunde liegen. Reagiert ein System beispielsweise nicht

entsprechend auf eine Stressreaktion, führt dies zu einer Überbeanspruchung

eines anderen Systems, da die entsprechende Gegensteuerung

fehlt. Wenn beispielsweise keine entsprechende Cortisolausschüttung

auf die Stressreaktion erfolgt, führt dies zu einem Anstieg entzündungsfördernder

Cytokine, denen normalerweise Cortisol entgegensteuern

würde.

Aus diesen Zusammenhängen heraus kann kontinuierlicher Stress

– allostatic load – zu einem Anstieg des kardiovaskulären Risikos,

Bluthochdruck, Arteriosklerose, erhöhten Blutfettwerten führen, die

Gehirnfunktion – vor allem in Bereichen, die für Gedächtnis und Erinnerung

zuständig sind – beeinträchtigen und zu einer verminderten

zellulären Immunität führen [11].

Chronischer Stress – der Übergang zum

Burnout Syndrom

Unabhängig dieser stressbedingten metabolischen Erkrankungen führt

kontinuierlicher Dauerstress (allostatic load) auch zu einer Erschöpfung

der körpereigenen Mechanismen für die Stresstoleranz. Der Übergang

zum Burnout Syndrom als neuropsychische und physische Reaktion auf

die chronische Stressbelastung ist die Folge (Seite 10 ff). Das chronische

Müdigkeitssyndrom (CFS) als finale Steigerung der Krankheitssymptomatiken

stellt eine noch tiefer gehende neuroendokrino-immunologische

Erkrankung mit unterschiedlichster Beteiligung des Immunsystems

dar (Seite 14).

Chronischer Stress und

Aminosäurensubstitution

Therapeutische Zielsetzung bei chronischem Stress

Neben dem Erkennen der chronischen Stressbelastung und möglicher

Ausschaltung exogener Stressoren sowie Ausgleich durch Entspannung

und Erholung ist eine Anhebung der gestörten Neurotransmitterbalance

Abbildung 2: Nährstoffempfehlung/chronischer Stress

Tryptophan

Allgemein und Stoffwechsel

Die essentielle Aminosäure Tryptophan ist als Vorstufe des Neurotransmitters

Serotonin, von Melatonin und Niacin (60 mg Tryptophan e 1 mg

Niacin) bekannt. Hauptsächlich wird Tryptophan als Synthesebaustein

für Proteine verwendet und zu einem geringen Anteil für die Energiegewinnung

verstoffwechselt. Tryptophan kommt in Lebensmitteln wie

Schokolade, Hafer, Bananen oder Milch vor, jedoch im Verhältnis zu

anderen Aminosäuren in vergleichsweise sehr geringer Menge.

Für den Tryptophanstoffwechsel und die Umwandlung in Serotonin

sind vor allem Magnesium und Vitamin B erforderlich. Zur weiteren

6

Umwandlung zu Melatonin trägt die Zufuhr von S-Adenosylmethionin

unterstützend bei. Tryptophan liegt im Serum an Albumin gebunden

sowie frei vor. Da die Bindung an Albumin sättigungsabhängig ist,

führt eine gesättigte Tryptophan/Albuminbindung zu erhöhtem freien

Tryptophan im Plasma. Der aktive Durchtritt von Tryptophan über die

Blut-Hirn-Schranke ist vom freien Plasmatryptophanspiegel abhängig.

Hierbei stehen Tryptophan sowie 5-HTP im Konkurrenzkampf mit weiteren

neutralen (Tyrosin, Phenylalanin) und verzweigtkettigen Ami-

durch Zufuhr inhibitorischer Neurotransmitter und bestimmter Vitalstoffkombinationen

ein wichtiger therapeutischer Aspekt.

Nährstoffe zur Unterstützung der Neurotransmittersynthese

chron. Stress Burnout

nosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin). Deshalb kann eine proteinlastige

Ernährung den Übertritt von Tryptophan beeinträchtigen, andererseits

in Kombination mit einer kohlenhydratreichen Ernährung unterstützt

werden [12-14].

Serotonin

L-Tyrosin

L-Phenylalanin

L-Ornithin

Taurin

Vitamine, Magnesium und Spurenelemente

Die hauptsächliche Bedeutung von Tryptophan liegt in der Bildung des

Hormons und Neurotransmitters Serotonin (5-Hydroxytryptamin). Serotonin

wird im Gehirn (neuronales Vorkommen) sowie im Gastrointestinaltrakt

gebildet und hat vor allem einen Einfluss auf die Stimmung,

den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Nahrungsaufnahme, die Schmerzwahrnehmung

und die Körpertemperatur. Das neuronale Serotonin

kommt im Gehirn, vor allem im Hypothalamus, im Mittelhirn und in

den Raphèkernen sowie im Gastrointestinaltrakt vor und wirkt dort

als Neurotransmitter. Für Serotonin gibt es Rezeptoren (5-HT1; 5-HT2,

5-HT3), die im Zentralnervensystem oder in der Peripherie exzitatorische

oder inhibitorische Effekte auslösen [15].

6 Stresskaskade

Chronischer Stress und Aminosäurensubstitution 7

L-Tryptophan

L-Ornithin

Taurin

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