RegioMagazin 2025 – Augsburg, Wittelsbacher Land & Augsburger Land
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RegioMagazin 2025
AUGSBURG
Wittelsbacher Land & Augsburger Land
ENTDECKUNGEN
IN AUGSBURG
• UNESCO-Welterbe
• Römer und Renaissance
• Jakob Fugger „der Reiche“
und ein spannendes Umland!
WASSER UND WELTERBE:
IMMER AM KANAL LANG
In Augsburg zeigen Objekte
des UNESCO-Welterbes ein
Megathema der Menschheit
WASSER UND RUDERN:
IN DER „KAHNFAHRT“
Vor der Stadtmauer war ein
Donauhafen geplant – jetzt
rudert man in weißen Booten
RENAISSANCESTADT: DAS
GEDENKJAHR FÜR FUGGER
Augsburg erinnert an einen
Großen seiner Geschichte – an
Jakob Fugger, der 1525 verstarb
NATUR, KULTUR – UND
AUCH EIN GEDENKJAHR
Im Naturpark Augsburg zu
Barock, Berühmtheiten – und
zum Bauernkrieg im Jahr 1525
Ratskeller
Augsburg
Traditionelle, deutsche Küche
in geselligem und einzigartigem Ambiente,
direkt unter dem Herzen Augsburgs!
Fotografie: Martin Kluger (5), Wolfgang B. Kleiner (1)
INHALT
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36 44 68
8
18
24
36
GROSSES GEDENKJAHR FÜR JAKOB FUGGER
Der 500. Todestag des Stifters – die
Fuggerei ist sein großes Denkmal
Das Schicksalsjahr 1525 jährt sich zum 500. Mal – Wege
zur Renaissance und zu den Spuren einer neuen Zeit
Die Fuggerei ist die Stiftung des 1525 verstorbenen
Kaufherrn Jakob Fugger. Dieses Jahr war eines der bewegtesten
in der Geschichte Deutschlands. Im Gedenkjahr
2025 vermitteln Denkmäler und Museen in Augsburg
und die „Europäische Fuggerstraße“ die mal glanzvolle,
mal blutige, aber immer packende Geschichte.
AUGSBURGS WASSER UND UNESCO-WELTERBE (I)
Die Kahnfahrt: mit Blick auf einen
Wasserturm im Stadtgraben rudern
Die „Kahnfahrt“ ist ein traditionelles Vergnügen – das
Welterbe, Bertolt Brecht und die Stadtmauern sind nah
Viel idyllischer kann man Wasser wohl kaum erleben
als in der „Augsburger Kahnfahrt“ – vielleicht bei einer
Brotzeit vor der Stadtmauer, wo weiße Ruderboote im
Stadt graben treiben. Und gleich nebenan entdeckt man
UNESCO-Welterbe und zwei Wohnhäuser Bert Brechts.
AUGSBURGS WASSER UND UNESCO-WELTERBE (II)
Auf dem Augsburger Handwerkerweg
zu Lechkanälen und Wassertürmen
Wasserkraftnutzung mittels Wasserrädern verhalf
dem Augsburger Handwerk zu europaweiter Bedeutung
Seit 2019 stehen Augsburger Kanäle, Wassertürme,
Monumentalbrunnen und Wasserkraft werke auf der
Liste des UNESCO-Welterbes. Der „Hand werkerweg“
führt zu Welterbe-Objekten, zum Handwer kermuseum
und in 25 Betriebe des traditionellen Handwerks.
EPOCHAL – DIE SCHLACHT AUF DEM LECHFELD
Ungarnschanzen und Ulrichskirchen:
zu Fuß und auf dem Rad zum Jahr 955
Zu Spuren der Kämpfe und zu St. Ulrich – in Augsburg,
im „Wittelsbacher Land“ und im „Augsburger Land“
Die Schlacht auf dem Lechfeld hat Europa verändert.
Das epochale Ereignis kann man im Infozentrum in
Königsbrunn und auf einem multimedialen Geschicht s -
pfad nachvollziehen. Wanderungen und Radeltouren
führen zu Bodendenkmälern der Ungarnkriege und zu
Denkmälern des Bischofs, der Augsburg beschützte.
44
52
68
2025 erlesen
VIEL VON ALLEM: BÄUME, WEGE, LOHNENDE ZIELE
Natur und Kultur im Naturpark – und
ein halbes Jahrtausend „Herrgöttle“
Tausende Kilometer Rad- und Wanderwege mit viel
frischer Luft im Grünen – und mit viel Sehenswertem
Im „Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“ bieten
sich rund 2500 Kilometer Rad- und Wanderwege an.
Am Weg all jener Routen liegen barocke Bauten voller
Kunst und Geschichten zu Fuggern und den Mozarts,
zu Heiligen, Bischöfen und Rittern sowie Denkmäler
jüdischer Gemeinden: Fast überall stößt man hier auf
eine spannende Story. 2025 feiert man außerdem ein
rundes Jubiläum: 500 Jahre „Herrgöttle von Biberbach“.
DIE LEHRE AUS GLAUBENSSTREIT, HASS UND TOD
Einmaliges Immaterielles Kulturerbe:
das Augsburger Hohe Friedensfest
Ein Feiertag, den es nur in Augsburg gibt – und etliche
Denkmäler, die an die Zeit des Glaubensstreits erinnern
Kaum irgendwo in Deutschland hat man sich wegen
des rechten Glaubens so sehr gestritten, gehasst und geschädigt
wie in der Reichsstadt Augsburg. Ein Welterbe-
Brunnen, ein Höllensturz und ein Kinderfest erinnern
an die unselige Zeit. Nach der Katastrophe des Dreißigjährigen
Kriegs feierte man 1650 erstmalig das „Augs-
burger Hohe Friedensfest“. Und feiert es noch heute …
IN EINER DER ÄLTESTEN STÄDTE DEUTSCHLANDS
Römisches Augsburg: per App
und Ausstellung zurück in die Antike
Zeugnisse der antiken Epoche der Stadt am Lech:
zu Kaiser Augustus und ins „Römerlager“ im Zeughaus
Augsburg ist nicht nur eine der spannendsten Städte
Deutschlands, sondern auch eine der ältesten – mehr
als tausend Jahre älter als München. Die Spuren der
römischen Epoche entdeckt man im Museum, mitten
in der Stadt und ab 2025 auch mit einer neuen App.
AUSSERDEM (UND EINIGES MEHR)
34 Neu: Welterbe im Augsburger „Kongress am Park“
60 Schlösser – vom „Wittelsbacher Land“ bis zur Donau
70 In Augsburg gegründet: 75 Jahre Romantische Straße
72 Souvenirs, Souvenirs – Augsburger Museumsshops
76 Augsburger Stadtführungen – auch mal mit Casanova
3
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2025 jährt sich der 500. Todestag von Jakob Fugger, einer der
einflussreichsten Persönlichkeiten der Geschichte. Unter dem
Motto „Lebendiges Erbe. Das Gedenkjahr zum 500. Todestag
Jakob Fuggers“ laden die Fuggerschen Stiftungen zu einem
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Fotografie: Martin Kluger (1), privat (1), Regio Augsburg Tourismus GmbH/Daniel Biskup (1)
Augsburg und sein Umland: Geht noch
mehr Kulturerbe und Sehenswertes?
„Augsburg ist eine der spannendsten Städte Deutschlands“.
Für den einen oder anderen mag das neu sein. Deswegen
haben wir diese Erkenntnis schon einmal in dieser Kolumne
an Besucher wie Bewohner der Stadt Augsburg sowie ihrer
zwei Nachbarlandkreise Augsburg und Aichach-Friedberg
weitergegeben. Bloß ein Sprüchle, nur ein Marketing-Gag
oder Tourismuswerbung? Ganz sicher nicht. Dazu genügt
ein Blick auf touristische Hochkaräter wie unsere nahe
bayerische Landeshauptstadt München oder auch auf die
Frankenmetropole Nürnberg. Beides sind tolle Städte, aber
keine der beiden hat das, was Augsburg hat. Zum Beispiel
eine Stadtgeschichte, die in die Anfänge unserer Zeitrechnung
zurückreicht: 15 vor Christus hat der erste Römer seine
Sandalen auf Augsburger Boden gesetzt – von München
war da mehr als ein Jahrtausend lang noch gar nicht die
Rede. Wobei: Älter zu sein allein ist ja noch keine Leistung,
auch wenn sich Augsburg somit zurecht als eine Keimzelle
des heutigen Kulturlandes Bayern bezeichnen darf.
Sehr wohl ist aber bemerkenswert, dass unter diesen drei
Städten allein Augsburg auf der Liste des UNESCO-Welterbes
vertreten ist. Die historische Wasserwirtschaft der
einstigen Reichsstadt sowie die Hydrotechnik des „deutschen
Manchester“ und dadurch die Augsburger Industriekultur
erhielten damit ein weltweit begehrtes Prädikat. Mehr noch:
Das „Augsburger Hohe Friedensfest“ wurde 2018 in das
bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der
UNESCO aufgenommen. „Sowohl als auch“ – das kommt
selbst deutschlandweit selten vor. Übrigens: In Augsburg
wie im Landkreis Augsburg findet man Denkmäler eines
weiteren Kulturerbes – der Flößerei, welche die UNESCO
2022 zum Immateriellen Kultur erbe der Menschheit ernannt
hat. Sehenswertes entdeckt man bei uns zudem zur Antike,
zu den Augsburger Mozarts, zu Fuggern und Welsern, zu
Bertolt Brecht, zu St. Ulrich und zur Schlacht auf dem
Lechfeld. 2025 steht der 500. Todestag Jakob Fuggers „des
Reichen“ an und damit die Erinnerung an Habsburger
und Reichstage, Renaissance und Martin Luther: Das sind
Protagonisten und Ereignisse, die Sehenswürdigkeiten und
Geschichte(n) hinterlassen haben. Der Weg zu uns lohnt
sich. Herzlich willkommen.
Dr. Wolfgang Hübschle
Aufsichtsratsvorsitzender
der Regio Augsburg
Tourismus GmbH
Götz Beck
Tourismusdirektor
Regio Augsburg
Tourismus GmbH
Kultur und Kaffeegenuss in Augsburger
Museumsshops: regional, fair, nachhaltig
In den Museumsshops der Regio Augsburg Tourismus GmbH
finden Besucher Augsburgs Gutes für Leib und Seele: Kaffee
und Kuchen, aber auch Souvenirs, Augsburg-Literatur und
Geschenk-Ideen lokaler Unternehmen und Einrichtungen –
alle regional, fair und nachhaltig. Souvenirs und Literatur
gibt es im Brecht haus, im Leopold-Mozart-Haus sowie im
„H2 – Zentrum für Gegenwartskunst“. Bewirtung lädt zu dem
im Schaezlerpalais, im Maximilianmuseum sowie im „Fugger
und Welser Erlebnismuseum“ zum längeren Verweilen ein.
Auskunft, Broschüren, Führungstipps, Souvenirs und Produkte
der Modelinie „RENAISSANCE – start again“ erhalten Besucher
der Region Augsburg außerdem am Augsburger Rathausplatz
in der Tourist-Info der Regio Augsburg Tourismus GmbH.
Impressum
»Herausgeber
Regio Augsburg Tourismus GmbH
Schießgrabenstraße 14, 86150 Augsburg
Verantwortlich: Götz Beck, Tourismusdirektor (V.i.S.d.P.)
tourismus@regio-augsburg.de
www.augsburg-tourismus.de
»Verlag
context verlag Augsburg | Nürnberg
Martin Kluger
Frohsinnstraße 11, 86150 Augsburg
Telefon 0821 313161 | -62 | -63
info@context-mv.de
www.context-mv.de
»Redaktion
Martin Kluger (verantwortlich)
Candida Sisto
Jessica Münderlein
»Layout und grafische Produktion
context verlag Augsburg | Nürnberg
mit Support durch
Winkler Werbung Werbeagentur GmbH
Albrecht-Dürer-Platz 4, 90403 Nürnberg
www.winkler-werbung.de
»Titelbild
Martin Kluger
»Mediaberatung
Werner Vöst
Verlagsbüro & Medienagentur
Schertlinstraße 11/151, 86159 Augsburg
Telefon 0821 4506945
Telefax 0821 4506946
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Alle Angaben und Termine ohne Gewähr. Stand: 01/2025
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23
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20
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BH
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9
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Steingasse
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Bogen
Hoher Weg
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Annastraße
8
6
WC F
Phil.-Welser-Straße
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Konrad-Adenauer-Allee
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7
Obstmarkt
10
Zeuggasse
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Mittleres Pfaffengässchen
5
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Katharinengasse
Karolinenstraße
2
Mauerb
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3
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12
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4
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21
18
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sieben
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15
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F
16
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22
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© context verlag Augsburg | Nürnberg
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Rathaus und Perlachturm
7
Diözesanmuseum St. Afra
13
Schaezlerpalais
18
Brechthaus
2
Augustusbrunnen*
8
Mozarthaus
14
Ulrichskirchen
19
Naturmuseum und Planetarium
3
Merkurbrunnen*
9
St.-Anna-Kirche
15
Heilig-Geist-Spital/Puppenkiste
20
Heilig-Kreuz-Kirchen
4
Herkulesbrunnen*
10
Maximilianmuseum
16
Wasserwerk am Roten Tor*
21
Fugger und Welser Erlebnismuseum
5
Zeughaus/Römerlager
11
Synagoge
und Freilichtbühne am Roten Tor
22
Textil- und Industriemuseum (tim)
6
Dom und Fronhof
12
Fuggerhäuser
17
Fuggerei/Museen in der Fuggerei
23
Kongresszentrum und Hotelturm
Rathaus, Perlachturm, Großes Haus des Staatstheaters Augsburg und St. Magdalena wegen Sanierungsarbeiten geschlossen | *Objekt des UNESCO-Welterbes
7
XXXXXXX
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Matthäus Eckhart (1),
Martin Kluger (9),
Quirin Leppert (1),
Norbert Liesz (1)
8
XXXXXXX
Am 30. Dezember 1525 – Ende 2025 also vor 500 Jahren – starb
der Handelsherr, Bankier und Montanunternehmer Jakob Fugger
(genannt „der Reiche“) in seiner Heimatstadt Augsburg. In seinem
Gedenkjahr stehen die Geschichte, die Denkmäler sowie nicht
zuletzt die großen Stiftungen dieses Firmenlenkers noch mehr
als sonst im Rampenlicht – vorneweg die 1521 von ihm gestiftete
Fuggerei, eine weltberühmte Sozialsiedlung. Was die Fuggerei so
ungewöhnlich macht: Etwa 150 unterstützungsbedürftige katho -
lische Augsburger Bürger wohnen dort für die schier unglaubliche
Jahres(kalt-)miete von 0,88 Euro. Dieser Mietzins ist ebenso der
Geschichte Jakob Fuggers und seiner Fuggerei geschuldet wie
der zweite Teil der Miete – täglich drei Gebete für den Stifter und
seine Familie. Doch an Jakob Fugger „den Reichen“ erinnern in der
Fuggerstadt Augsburg neben dieser Fuggerei noch etliche weitere
Sehenswürdigkeiten und Museen: Auch eine Malerei auf einem
Flügelbild der Fuggerorgel der Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna
zeigt den „Regierer“ des Augsburger Handels-, Finanz- und Montan -
konzerns. An der Schwelle vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit
agierte das Firmenimperium der Fugger in weiten Teilen Europas. In
der Fuggerstadt entdeckt man einige Denkmäler und Kunstwerke,
die viel über das Denken und Streben (aber auch die Ängste) der
Menschen in einer Epoche ver raten, in der sich das Bild von der
Welt so rasant veränderte wie kaum noch einmal davor und danach.
500. TODESTAG JAKOB FUGGERS „DES REICHEN“
Vom „Selfie in Silber“
bis zur Fuggerei
2025 – das Gedenkjahr für den berühmten Sohn der Fuggerstadt
9
JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025
10
Auf Jakob Fugger „den
Reichen“ stößt man in
der Fuggerstadt Augsburg
sogar an Orten,
an denen man ihn eher
nicht erwarten würde.
Spätere Fugger haben
ihren berühmten Vor -
fahren klammheimlich
auf einen Orgel flügel
der Fuggerorgel in der
Basilika St. Ulrich und
Afra malen lassen. Da
profane Abbildungen
seit dem Konzil von
Trient in Kirchen nicht
mehr erlaubt waren,
ließ man Jakob Fugger
dort als Jakobs pilger
gekleidet abbilden.
Eine Gedenktafel am
Augsburger Moritzplatz
erinnert an das
1944 zerstörte Ge -
burtshaus des Jakob
Fugger: „Hier stand
das Wohnhaus der
Fugger in dem 1459
Jakob Fugger der Reiche
und 1493 Anton Fugger
geboren wurden“,
ist dort unter einer
Wappenlilie zu lesen.
Anlässlich des 500. Todestags dieses
Mannes wird die Fuggerstadt Augsburg
wohl gar nicht umhin können,
noch mehr als ohnehin an den sowieso
bis heute fast omnipräsenten Kaufherrn,
Bankier und Montan unternehmer Jakob Fugger
zu erinnern. Früh am Morgen des 30. Dezembers
1525 soll Jakob Fugger, dem Zeitgenossen den
Beinamen „der Reiche“ verpasst hatten, verstorben
sein. An diesem Tag, so urteilte später
ein Historiker über den Fugger, „starb mit ihm
der hervor ragendste Handelsherr der deutschen
Früh renaissance und wahrscheinlich der reichste
Mann seiner Zeit.
Es steckt so einiges in diesem einen Satz:
Zum einen ein Stück weit die Legendenbildung,
die den steinreichen Augsburger Bürger bald
umgab. Denn so reich (und einflussreich) Jakob
Fugger auch war, letztlich war der Reichtum
der Regenten und Landesfürsten ungleich größer,
und ihre Machtmittel waren es sowieso. Zum
anderen ist es das Faszinosum einer Persönlichkeit,
die an einem Brenn- und Wendepunkt
der europäischen Geschichte so ziemlich alles
miterlebt und teils mit Krediten an gekrönte
Häupter und Päpste mitgestaltet hatte, was
später Geschichtsbücher füllen sollte: den Aufbruch
vom Mittelalter in die Frühe Neuzeit.
Dazu gehörten die Anfänge von Globalisierung
und Kapitalismus, der Beginn der Reformation
und somit der des konfessionellen Zeitalters
sowie die daraus resultierenden sozialen und
religiösen Unruhen, die mit der Niederschlagung
der Aufstände von Bauern und Bergleuten endeten.
Neue Handelswege im Süden und Osten
und die „Neue Welt“ weit im Westen waren
eben entdeckt worden. Die Bildung von Machtblöcken
und -interessen führ te bald nach Fuggers
Tod sogar dazu, dass deutsche, spanische und
italienische Söldner des – katholischen – Kaisers
Karl V. das Rom der Päpste erobern, in Brand
stecken und plündern sollten. Jakob Fugger hat
wohl geahnt, dass nach seinem Ableben noch
allerhand geschehen würde, was mit seinem
Weltbild gar nicht mehr so recht zusammenpasste.
Denn nachdem – auch mit seinen
Finanzmitteln – der Aufstand der Bauern und
der kleinen Leute noch 1525 (ein Gedenkjahr
auch dies) „hart gestillt“ worden war, schrieb er
»
Jakob Fugger: ein Leben an
einer Zeitenwende bei Glaube,
Kunst und Wirtschaft – und am
Beginn der Globalisierung.
«
ahnungsvoll: „Ich weiß nicht, was da werden
will.“ Es wurde noch so einiges, vor allem aber
zählen die Denkmäler des reichen Jakob Fugger
zu den Hauptsehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt.
Sein Leben wurde vielfach beschrieben
und verfilmt, und jeder Tourismusdirektor dieser
Welt würde sich die Hände reiben vor Glück,
hätte er solch eine „Story“ in seiner Stadt. Eine
Story, die sich letztlich auch noch in sehenswerten
Kunstwerken niederschlägt, weil dieser
Jakob Fugger den Übergang von der Kunst des
ausklingenden Mittelalters – der Gotik – zur
frühen Renaissance nicht nur miterlebte, sondern
auch höchstselbst kräftig mitfinanzierte: Die
Fugger kapelle in der Kirche St. Anna und der
Damenhof in den Fuggerhäusern an der Maximilianstraße
sind zwei der Baukunstwerke, mit
denen sich der reiche Augsburger Konzernchef
verewigte. Sogar das wohl – mit Abstand – berühmteste
Gemälde in Augsburg, Jakob Fuggers
Porträt aus der Werkstatt Albrecht Dürers, zeigt
JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025
Jakob Fugger „der
Reiche“ hatte in Italien
gelernt, wie man sich
über Kunst stilisiert und
verewigt. Darum ließ
er sich vom Nürnberger
Meister Albrecht Dürer
porträtieren – noch
mehr Prominenz ging
seinerzeit nicht. Ab
dem Gedenkjahr 2025
wird dieses Gemälde
noch öfter als ohnehin
besichtigt werden:
Vom 12. Dezember 2025
bis zum 12. April 2026
ist dieses Porträt einer
der Höhepunkte einer
Ausstellung der Kunstsammlungen
und
Museen Augsburg im
Schaezlerpalais (Titel:
„Der Reichtum der
Kunst – Jakob Fugger
und sein Erbe“).
einen der wohl prominentesten Augsburger
aller Zeiten. Um diesen Superlativ angemessen
einordnen zu können, sei daran erinnert, dass
sich mit Augsburg immerhin die Namen der
»
Jakob Fugger war als
PR-Stratege genial – das zeigen
seine Stiftungen, „ein Dürer“
und eine Gedenkmedaille.
«
Heiligen Ulrich und Afra, Leopold Mozarts,
Bertolt Brechts und Rudolf Diesels verbinden.
Die Prominenz dieses Fuggers ist nicht einfach
so ent standen. Denn was immer man auch von
Jakob Fugger „dem Reichen“ halten mag, eines
ist sicher: Er war ein genialer PR-Stratege und
Selbstvermarkter, weit über sein irdisches Dasein
hinaus – etwa über seine Stiftungen.
Diese Denke zeigt sich im Kleinen: etwa in
einer Gedenkmedaille, die nun im Maximilianmuseum,
einem Haus der Kunstsammlungen
und Museen Augsburg, zu sehen ist. Damals
war das eine noch relativ innovative Form der
Selbstdarstellung – quasi ein „Selfie in Silber“.
Jakob Fuggers Selbstvermarktungsstrategie zeigt
sich auch im Großen: In der Werkstatt Albrecht
Dürers ließ er ein Porträt von sich anfertigen.
Einen gefragteren Maler kannte das Deutschland
jener Zeit nicht. Jakob Fuggers Strategie zeigt
sich auch in der Planung und Ausstattung der
Eine 1518 gefertigte
Gedenkmedaille Jakob
Fuggers ist heute im
Maximi lian museum
zu entdecken. Fuggers
„Selfie in Silber“ gilt als
eine der Schöpfungen,
die den Beginn der
deutschen Medaillen -
kunst markieren. Dass
und warum im Namen
„FGGER“ auf dem Rand
der Medaille das „V“
fehlt, beschäftigt heute
die Wissenschaft.
In einer Grünanlage
in der Fuggerei steht
diese Bronzebüste des
Stifters dieser Sozialsiedlung:
Jakob Fugger.
Es ist der Abguss einer
Büste, deren Original
1967 in der Walhalla
bei Donaustauf nahe
Regensburg aufgestellt
wurde. In der bis 1842
im Auftrag von König
Ludwig I. von Bayern
errichteten Ruhmes -
halle großer Deutscher
durfte einer wie Jakob
Fugger „der Reiche“
natürlich nicht fehlen.
11
JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025
Renaissance pur sieht
man im Westchor der
Kirche St. Anna. Die
steinerne Figuren -
gruppe am Altar der
Fuggerkapelle, die
wohl nach Entwürfen
von Albrecht Dürer
ge fertigten Epitaphe
und sechs Putti auf der
Chorschranke – das
alles zeigt den Stil der
Renaissance, den der
junge Jakob Fugger in
Venedig kennen gelernt
hatte. Unter der Kapelle
lag die Familien gruft
der Fugger – die aber
nur solange genutzt
wurde, bis in St. Anna
evangelisch gepredigt
wurde. Jakob Fugger
entdeckt man in einer
Figurengruppe auf dem
linken Flügelbild
der Fuggerorgel.
Das wohl bekannteste
Denkmal des reichen
Jakob Fugger ist eine
Siedlung für die Armen
seiner Heimatstadt.
Der Begriff „Sozialsiedlung“
war Fugger sicher
fremd: Dieses Wort war
1521 noch gar nicht
„erfunden“. Vielmehr
ging es dem Stifter
der Fuggerei um die
Gebete der Fuggerei -
bewohner für ihn selbst
und für seine Familie.
Mög lichst viele „Fürbitter“
sollten seine
Qualen im Fegefeuer
ver kürzen, denen ein
Kaufmann nach dem
Glauben der Zeit nicht
entgehen konnte. Das
Fegefeuer war bei zwei
Konzilen zum Dogma
geworden. Die Wirksamkeit
von Fürbitten
für den „Nach lass“ bei
Sündenstrafen wurde
Teil der katho lischen
Glaubenslehre.
12
1518 geweihten Fuggerkapelle in St. Anna. Gedacht
war diese von ihm gestiftete Kapelle als
sichtbarer Teil einer Familiengrablege: Jakob
Fugger, zwei seiner Brüder und zwei Neffen
wurden in der Gruft unter der Kapelle bestattet.
Diese Grablege wurde für die altgläubigen
Fugger inakzeptabel, als sich in der ehemaligen
Karmeliterklosterkirche die Reformation durchsetzte.
Das führte auch zu einem weithin einmaligen
Kuriosum – eine katholische Kapelle
in einer protestantischen Kirche. Das Wappen
der Fugger, die gedoppelte Lilie, sieht man bis
heute am Chorbogen, im kostbaren Marmor -
boden der Kapelle, als Glasmalerei in den drei
Chorfenstern und an der Fuggerorgel. An einem
Flügelbild dieser Orgel findet sich in einer Fi-
gurengruppe auch die Abbildung des Stifters
Jakob Fugger, neben ihm sein Neffe Raymund.
Die Fuggerkapelle ist zwar nicht – auch das war
lange ein Teil der Legendenbildung – der erste
»
Mit der Fuggerkapelle in
St. Anna brachte Jakob Fugger
die italienische Renaissance
nach Augsburg.
«
Renaissancebau nördlich der Alpen, aber doch
immerhin der erste im heutigen Bayern.
Und mit dem Bau der Fuggerhäuser am
Weinmarkt, der heutigen Maximilianstraße,
zeigte sich der Fugger erneut als Avantgardist,
der die Kunst Italiens, die er während früher
ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT
Text: PM/Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger
Viel Programm zum Gedenkjahr um Jakob Fugger
Ausstellungen, Musik und ein Theater-Tatort
Das Jahresprogramm der Fuggerschen Stiftungen dreht sich 2025
ganz um den Kaufherrn, „Kaisermacher“ und großen Stifter
Jakob Fugger: Von Anfang 2025 bis Frühjahr 2026 lockt es in
die Fuggerstadt Augsburg. Ein Muss auch im Gedenkjahr ist die
Besichtigung der Fuggerei: Vier Museen und eine Sonderausstellung
zu Jakob Fuggers Bild in der Nachwelt machen dort
500 Jahre Geschichte erlebbar. Auf Entdeckungstour durch das
Leben Jakob Fuggers geht es bei Spezialführungen – darunter
vier jahreszeitliche Erlebnisführungen mit Verkostungen, Musik
und Tanz, Lesung oder VIP-Treffen zu Abschnitten in Jakob
Fuggers Lebenslauf. Dazu kommen Führungen zu Jakob Fuggers
Häusern und Stiftungen, etwa zur Grabkapelle bei St. Anna: Die
Fuggerkapelle ist ein Schlüsselwerk der deutschen Renaissance.
Zum Gedenkjahr inszeniert das Staatstheater Augsburg zudem
ein spezielles Tatort-Format. Die Kunstsammlungen und Museen
Augsburg eröffnen am 12. Dezember eine Sonder ausstellung
mit Kunst aus der Epoche Jakob Fuggers: „Der Reichtum der
Kunst – Jakob Fugger und sein Erbe“ ist bis 12. April 2026 im
Schaezlerpalais zu sehen. Das „Forum Alte Musik Augsburg e.V.“
lädt zum Musiktag in St. Anna (am 15. November). „Fugger
Foren“ sowie eine wissenschaftliche Tagung und ein Gedenkgottesdienst
runden das Gedenkjahr 2025 ab. Auch online wird
dieser Anlass mit Information, Stories und Posts auf Instagram
und auf der Website der Fuggerschen Stiftungen gewürdigt.
» Termine, Buchungen und Kontakt: www.fugger.de
Zu Spuren des Bergbaus in sechs Ländern Europas
Auf der „Europäischen Fuggerstraße“
Vieles ist über die Entstehung des Reichtums der Fugger geschrieben
worden. Das Wichtigste freilich wurde in aller Regel
eher nur am Rande erwähnt. Nämlich, dass diese Augsburger
Familie nicht in erster Linie durch exotischen Fernhandel oder
Kredite für Päpste, Kaiser und Könige reich wurde: Ihr Reichtum
wurde vor allem durch Bergbau, die Verhüttung von Erz
sowie den Verkauf
von Produkten aus
Kupfer, Messing,
Quecksilber, Blei
und Eisen erwirtschaftet.
Seit der
Zeit um das Jahr
1490 entstand der
zwischen Spanien
und der Slowakei
agierende Montan konzern der Fugger. Mit ihrem Imperium,
zu dem neben Erzgruben und Hüttenwerken auch die auswärtigen
Firmenniederlassungen – die Faktoreien – gehörten,
schrieben Jakob Fugger „der Reiche“ und seine Nachfolger ein
spannendes Kapitel der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
Fuggerhäuser, Schlösser, Kirchen, Schaubergwerke
und Museen in Augsburg, Bad Hindelang, Schwaz, Hall, Bad
Gastein, Sterzing, Banská Bystrica und Almadén lassen die Geschichte
des Montankonzerns nachvollziehen. Heute führt die
Europäische Fuggerstraße vom Zentrum Augsburg aus auch in
das polnische Krakau und damit in das sechste Land Europas.
» Mehr zur „Europäischen Fuggerstraße“ und zu
ihren Stationen unter www.fuggerstrasse.eu/de
augen
weide
Vielfalt entdecken.
Komm ins Museum!
Schaezlerpalais
Grafisches Kabinett
Maximilianmuseum
Römerlager im Zeughaus
Stadtarchäologie/Zentraldepot
H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glasplast
Neue Galerie im Höhmannhaus
Leopold-Mozart-Haus
Brechthaus
KMAUGSBURG.DE
13
JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025
Zahllose Gruppen besichtigen
jedes Jahr die
Augsburger Fuggerei.
In der dortigen Grünanlage
kommen sie
auch am Denkmal für
den Stifter der Sozial -
siedlung, Jakob Fugger
„den Reichen“, vorbei.
Lehrjahre in Venedig kennengelernt hatte, ins
noch von Gotik geprägte Augsburg importierte.
Der dortige Damenhof entstand unverkennbar
nach dem Vorbild des Innenhofs im Palazzo
der Medici in Florenz. Der Damenhof in den
Fugger häusern, einer von vier Innenhöfen im
Stil der Renaissance, wurde mit dem ersten
Trakt des Stadtpalastes von 1512 bis 1515, also
noch zu Zeiten Jakob Fuggers, erbaut. Heute
bewirtet im Damenhof – zwischen toskanischen
Rotmarmorsäulen, Tondi und Groteskenmalerei –
ein Restaurant. Einen noch „italienischeren“
Ort wird man in Bayern kaum finden.
Auch die Idee für die Fuggerkapelle dürfte
Jakob Fugger aus Italien mitgebracht haben.
Dort waren solche Grablegen zur ewigen Erinnerung
an bedeutende Familien längst in Mode.
Es wird auch darüber spekuliert, ob die Fuggerkapelle
ein prestigesteigernder „Trittstein“ auf
Jakob Fuggers Weg zur Aufnahme in den Adel
gewesen sein könnte. Gestiftet hat Jakob Fugger
die Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna 1509.
1511 wurde er in den Adelsstand aufgenommen.
Er bezahlte die Karmelitermönche im Kloster
bei St. Anna dafür, in der Kapelle täglich eine
Messe zu lesen. Sie sollten (wie später auch die
Fuggereibewohner) für sein Seelenheil beten.
Die Vorbilder für eine Siedlung wie die
Fuggerei wird Jakob Fugger ebenfalls in Italien
kennengelernt haben. Denn das gab es südlich
der Alpen längst: Eine Wohnsiedlung für bedürftige
Mitbürger mit einer Mauer drum herum,
über deren Tor auch das Wappen der jeweiligen
Stifterfamilie prangte. Das war erstens gut fürs
Die Dauerausstellung
im Augsburger „Fugger
und Welser Erlebnis -
museum“ zeigt auch
eine Abbildung der
berühmten „Goldenen
Schreibstube“ des
Augsburger Konzern -
lenkers Jakob Fugger.
Die Beschriftungen
seines Kontorschranks
verraten, dass sich das
geschäftliche Interesse
des Handelsimperiums
der Fugger über weite
Teile Zentral- und Süd -
europas erstreckte.
14
Warum ist Augsburgs Wasser Welterbe?
Darum ist Augsburgs Wasser Welterbe.
XXXXXXX
Verfasst vom
„Vater der
Welterbe-Bewerbung“
Das „Augsburger Wassermanagement-System“ ist seit
2019 UNESCO-Welterbe: Die Idee, dass die Augsburger
historische Wasser wirt schaft (Kanäle, Wasser kraft werke,
Wasserwerke und Monumentalbrunnen) welt erbe würdig
ist, wurde 2010 im context verlag Augsburg | Nürnberg
geboren. Der context verlag hat Augsburgs Interessen -
bekundung 2014 auf die deutsche Tentativ liste geführt:
Es war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum
Welterbe-Prädikat. In diesem Verlag sind all jene Bücher
erschienen, die vermitteln, wieso Augsburgs histo rische
Wasserwirtschaft jetzt UNESCO-Welterbe ist.
Mehr zum Augsburger Wasser: www.context-mv.de
Welterbe Wasser
Augsburgs historische Wasserwirtschaft.
Das UNESCO-Welterbe „Augsburger
Wassermanage ment-System“
Die Denkmäler der Wasserwirt schaft
sowie ihre Bedeutung und Geschichte
erklärt dieser Bildband kurz und knapp
sowie mit vielen teils großformatigen
Fotografien – leicht verständlich und
sehr anschaulich bebildert. Ein „Muss“
für alle, die sich für Wasserbau und
Trinkwasserver sorgung, die Nutzung
der Wasserkraft und die Brunnenkunst
der Renaissance interessieren.
Martin Kluger
120 S., 283 Abb., 19,80 €
(Augsburger Allgemeine,
3. Juli 2019)
Augsburgs historische
Wasserwirtschaft
Der Weg zum
UNESCO-Welterbe
Die Geschichte des Augs burger
Wassers seit 1412 und die Entstehung
aller Sehens würdig keiten der Wasserwirtschaft
bis 1923.
„Martin Kluger hat unzählige Quellen
gesichtet, Archive durchforstet und
dabei auch Details gefunden, die bislang
unbekannt waren. Nach jedem
Kapitel sind die Quellen ge listet. Das
macht das Buch ,Augsburgs histo ri sche
Wasserwirtschaft. Der Weg zum
UNESCO-Welterbe’ zum Kompen dium
von 500 Jahren ,Wasserkunst’ in
Augsburg.“ (Prof. Karl Ganser, in: Die
Augsburger Zeitung, 26. April 2016)
Martin Kluger
432 S., 553 Abb., 39,90 €
Wege zum Welterbe
Wasserwirtschaft
Das UNESCO-Welterbe
in Augsburg
120 Seiten, 197 Fotografien und drei
Karten leiten zu den Denkmälern des
UNESCO-Welterbes sowie zu Spaziergängen,
Radtouren und in jene Museen,
die sich mit dem Wasser befassen –
zum Beispiel auch in das Staa tliche
Textil- und Industriemuseum Augsburg
(tim), in das Maximilianmuseum Augsburg
und in das Lechmuseum Bayern
im Wasserkraftwerk in Langweid.
Martin Kluger
120 S., 200 Abb., 9,80 €
Wassertürme in Bayern
Denkmäler der Wasserkunst
Unter 334 porträtierten Wassertürmen
sind auch die zum UNESCO-Welterbe
gehörenden Augsburger Wasser türme.
Dieses Standardwerk vermittelt jedoch
Wassertürme in ganz Bayern und aus
den verschiedensten Epochen – auch
die Wasserkünste in den bayerischen
Schlossgärten. Dieses Buch entstand
mit Unterstützung durch die Frontinus-
Gesellschaft in Bonn.
Jens U. Schmidt, Günther Bosch
Hrsg.: Archiv deutscher Wassertü̈rme
304 S., 813 Abb., 19,80 €
2025 neu!
Caspar Walter. Ein Wegbereiter
des Augsburger Welterbes
Werk und Wirken
des Augsburger
Stadtbrunnenmeisters.
Mit einem kommentierten
Nachdruck seiner
„Hydraulica Augustana“
Stadtbrunnenmeister Caspar Walter
hat die Wasserversorgung in Augsburg
auf Jahre hin verbessert. Die Technik
in den 1879 stillgelegten Wasserwerken
ist zwar längst verschwunden. Dennoch
gilt Walter als einer der bedeutendsten
Weg bereiter des UNESCO-Welterbes
in Augsburg. Walters technische Zeichnungen
und Architekturskizzen waren
Vorlagen für Instruktionsgemälde und
Kupfer stiche, die das Bild, die Baugeschichte
und die Ausstattung der Augsburger
Wasserwerke dokumentieren.
Von Walter beauftragte hydrotechnische
Modelle belegen die Komplexität
der Technik. Dieses Buch enthält auch
den Nachdruck der von Walter herausgegebenen
„Hydraulica Augustana“:
Sein tech ni scher Reiseführer von 1754
wird für heutige Leser gut verständlich
kommentiert. Dieses Buch vermittelt
zu dem die Leistungen der Vorgänger
Caspar Walters und seiner Nachfolger.
Martin Kluger
120 S., 137 Abb., 29 €
erscheint im Frühjahr 2025
Der Lech
Landschaft. Natur. Geschichte.
Wirtschaft. Wasserkraft. Welterbe.
Der Führer durch das Lech museum
Bayern – und zugleich ein Führer durch
die Natur, die Geschichte des Lechs
und des Lechtals sowie der Lechwerke.
Ein Kapitel stellt die drei Wasserkraftwerke
am Lechkanal bei Gersthofen,
Langweid und Meitingen vor, die seit
2019 zum UNESCO-Welt erbe gehören.
Martin Kluger
Hrsg.: Lechwerke AG
224 S., 315 Abb., 9,90 €
Augsburg und
die Wasserwirtschaft
Studien zur Nominierung
für das UNESCO-Welterbe
im internationalen Vergleich
21 Expertenbeiträge setzen sich mit
der Wasserwirtschaft, mit Wasser bau,
Wasser kraft, Trinkwassergewinnung,
Brun nenkunst sowie mit der globalen
Bedeutung der UNESCO-Welterbe-Liste
ausein ander. Vom Welterbe im Harz
über das Welterbe in Venedig bis hin
zu den welterbewürdigen Denk mälern
der Wasserwirtschaft in Augsburg…
A. Biffi, D. Bühler,
S. Ciriacono und andere
Hrsg.: Stadt Augsburg
248 S., 261 Abb., 29,90 €
Stadtwald Augsburg
Rad- und Wanderführer
zu Quellbächen, Lech kanälen
und Lechheiden
Die Gewässer, die Tiere und Pflanzen,
Sehenswertes und Touren im arten -
reichen Augsburger Trinkwasserund
Naturschutzgebiet.
Nicolas Liebig
Hrsg.: Landschaftspflege verband
Stadt Augsburg e.V.
156 S., 128 Abb., 9,90 €
context verlag
Augsburg | Nürnberg
www.context-mv.de
15
JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025
Innovative Museumstechnik
ermöglicht es
im „Fugger und Welser
Erlebnismuseum“,
einem Gespräch des
Augsburger Krösus
Jakob Fugger und
seines Konkurrenten
Bartholomäus V. Welser
zuzuhören und sogar
zu zu sehen. Dieses
Museum in einem
Renaissancebau im
Äußeren Pfaffengässchen
nah beim Dom
erklärt auch die Rolle
der Fugger am Beginn
der Globalisierung.
Im Unteren Fletz des
Augsburger Rathauses
stößt man auf den Abguss
einer Büste Jakob
Fuggers, deren Original
für die Kirche St. Anna
geschnitzt worden war.
Die Geschichte Jakob
Fuggers, seiner Familie
und seiner Stiftun gen
schildert der Kultur -
reiseführer „Die Fugger
in Augsburg. Geschäfte
mit Kirche und Kaiser“.
Das Taschenbuch stellt
auf 300 Seiten und mit
424 Abbildungen alle
Denkmäler und Museen
vor, die in Augsburg an
die Fugger erinnern.
Prestige. Der wertvollere Teil der Miete für eine
Fuggereiwohnung besteht aber zweitens bis
heute darin, dass ihre Bewohner (die jährlich
0,88 Euro für die Kaltmiete bezahlen) täglich
drei Gebete für den Stifter und seine Familie
sprechen sollen. Selbst wenn die Gebete der
»
Die Miete für eine Wohnung
in der Fuggerei beträgt
0,88 Euro jährlich – und
drei Gebete täglich.
«
Karmeliter in der Fuggerkapelle noch schwerer
wogen: Auch die Gebete zahlreicher sogenannter
Fürbitter in den Häusern der Fuggerei sollten
Jakob Fugger und den Seinen nach dem Glauben
der Zeit schneller aus dem Fegefeuer helfen,
dem ein Kaufmann allein wegen seiner Geschäftspraktiken
nicht entgehen konnte.
Hölle und Fegefeuer waren für einen vom
Spätmittelalter geprägten Menschen wie Jakob
Fugger recht konkrete Vorstellungen. Mit den
zwei Konzilen von Lyon und Florenz war das
Purgatorium endgültig ein Dogma der katho -
lischen Kirche geworden. Aber auch die Wirksamkeit
von Fürbitten für einen „Nachlass“ auf
Sündenstrafen wurde nun Teil der katho lischen
Glaubenslehre. (Ein Gedankenkonstrukt, das
erst die Reformatoren verwerfen sollten.) Bis
heute jedenfalls – so gibt es der Stiftungsbrief
vom 23. August 1521 vor – sollen Fuggereibewohner
täglich ein Vaterunser, ein Ave-Maria
und ein Glaubensbekenntnis sprechen. Überprüft
wird das natürlich nicht. Heute leben ungefähr
150 katholische Augsburger in 140 Wohnungen
in den rund 70 Häusern, von denen etliche erst
lange nach Jakob Fuggers Tod entstanden. Noch
zweimal wurde die Fuggerei erweitert.
Mehr zur Fuggerei, heute eine der meistbesuchten
Sehenswürdigkeiten Augsburgs, erfährt
man in den dortigen Museen. Die Geschichte
der Fugger und ihrer großen Zeit überliefert
auch das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“.
Im innovativen Museum in einem Renaissancebau
im Domviertel findet man die nachempfundene
„Goldene Schreibstube“ Jakob Fuggers.
Man erfährt dort mehr über den Aufbruch in
eine neue Zeit sowie über das Handels- und
Montanimperium der Fugger. Im Museum kann
man (dank modernster Museumstechnik) sogar
einem Gespräch Jakob Fuggers mit seinem Konkurrenten
Bartholomäus V. Welser lauschen.
» Zur Augsburger Fuggerei, zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen für Besucher sowie
zu den Veranstaltungen und Ausstellungen im Gedenk jahr 2o25 informiert die „Fürstlich und
Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration“: www.fugger.de
» Informationen zu Sehenswürdigkeiten sowie zu Gruppenführungen zu Denkmälern der Fugger
bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH: www.augsburg-tourismus.de/fugger
» Zur Dauerausstellung und zu den Veranstaltungen im „Fugger und Welser Erlebnismuseum“
informiert die Regio Augsburg Tourismus GmbH: www.fugger-und-welser-museum.de
» 2025 bieten die Regio und die Fuggerschen Stiftungen Führungen zu Themen um Jakob Fugger an.
» Anlässlich des 550. Geburtstags von Jakob Fugger ist bereits 2009 eine beschilderte Tour zu
den Spuren der Fugger in Augsburg entstanden. Zwischen der Fuggerei, der Ulrichsbasilika
und dem „Fugger und Welser Erlebnis museum“ erklären seitdem mehr als ein Dutzend Tafeln
in deutscher, englischer und italienischer Sprache Denkmäler und Erinnerungsorte der Fugger.
16
XXXXXXX
Foto: Elias Treugut
Erleben Sie unser vielfältiges
lt i
Kulturangebot für alle Generationen
im Bezirk Schwaben unter:
www.kultur-im-bezirk.de
Monika Hoede,
Trachtenkultur-Beratung
Krumbach
bezirk-schwaben.de
17
XXXXXXX
WASSER, WELTERBE, ROMANTIK
Augsburgs weiße
Flotte am Donauhafen
Zur Kahnfahrt: Boote, Bier, Brotzeit und Bertolt Brecht
18
XXXXXXX
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Götz Beck (1),
Wolfgang B. Kleiner (1),
Hannah Kluger (1),
Martin Kluger (7)
Der Augsburger Wirtschaftsreferent Dr. Wolfgang Hübschle war
der „Mann am Ruder“, als die in die Jahre gekommene Augsburger
Kahnfahrt jüngst renoviert wurde. Die Kahnfahrt ist eine roman -
tische „Kompo sition“ von Ruderbootfahren im Stadtgraben und
Gastronomie vor der alten Stadtmauer. Jetzt präsentiert sich der
„Sehnsuchtsort der Augsburger“ – so Kurt Idrizovic, einer der
Betreiber der jährlichen „Kahnfahrt-Festspiele“ – wieder proper
und attraktiv. Viel idyllischer ein Bierchen und eine Brotzeit zu
genießen – das geht wohl kaum. Man schaut hier auf das Wasser
und die weiß gestrichenen Boote dar auf, auf eine mittelalterliche
Stadtmauer mit Wehrtürmen, auf einen zierlichen Wasserturm im
Stil der Renaissance, auf eine Kastanienallee und auf zwei Häuser,
in denen der weltberühmte Schriftsteller Bertolt Brecht gelebt hat.
Die Regio Augsburg Tourismus GmbH informiert Einheimische wie
Besucher der Stadt mit regelmäßigen Führungen zu den Baudenkmälern
der angrenzenden Stadt befestigung: So sieht man auch
ein Objekt des UNESCO-Welterbes – die Relikte eines Wasserwerks
am Vogeltor. Natürlich enden diese Stadtmauerführungen
bei der Kahnfahrt. Dort war kurz vor 1900 ein Industriehafen
geplant, der Augsburg über einen Kanal entlang des Lechs mit
der Donau verbinden sollte.
19
ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT
20
Am Äußeren Stadt -
graben planten die
Augsburger um 1900
einen Donauhafen, der
dann aber nie gebaut
wurde – zum Glück für
die Ruderer, die sich
heute vor diesem besonders
romantischen
Abschnitt der Stadtmauer
in einem der
Boote der Augsburger
„weißen Flotte“ im
Wasser des einstigen
Wehrgrabens tummeln.
Hinter dem viereckigen
Oblatterturm liegt der
Eingang zur Kahnfahrt.
Stadtführungen
der Regio Augsburg
Tourismus GmbH, aber
auch die individuellen
Spaziergänge entlang
von Stadtmauern und
Gräben enden gerne
dort, weil hier neben
der Gastronomie auch
ein Bootsverleih zum
Bleiben verlockt.
Mit der jüngst neu konzipierten
und umgestalteten sogenannten
Kahnfahrt ist Augsburg um eine
bemerkenswerte Attraktion reicher
geworden. Dabei ist diese Kahnfahrt eigentlich
auch ein Denkmal des Scheiterns menschlicher
Planungen – zum Glück. Denn das Projekt des
Industriehafens, der Augsburg vom Äußeren
(Stadt-)Graben aus über ein schiffbares Kanalsystem
im Lechtal mit der Donau verbinden
sollte, wurde niemals umgesetzt. Die einzigen
„Schiffe“, die dort heute ab- und an legen, sind
die einer weißen (Ruderboot-)Flotte.
Ein kurzer Exkurs in die Vergangenheit tut
not, um zu verstehen, was hier um 1900 geplant
wurde. Augsburg sollte Hafenstadt werden. Was
heute irrwitzig klingt, war eine ziemlich konkrete
Idee: Unterstützt von Prinz Ludwig von Bayern
war 1892 der „Verein zur Hebung der Flussund
Kanalschiffahrt“ gegründet worden. Neben
dem Ausbau des Eisenbahnnetzes sollten schiffbare
Kanäle das Land durchziehen, um Schüttgut
und Schwerlasten auf dem Wasserweg bis zu
den Fabriken zu transportieren. Vom Hafen an
der Kahnfahrt aus sollten Flussschiffe über den
parallel zum Lech gegrabenen Achkanal Augsburg
an die Donau anbinden. Der vom Stararchitekten
Karl Albert Goll witzer bei der Kahnfahrt geplante
Donauhafen wäre aber auch ziemlich idyllisch
ausgefallen: Ein „Wimmelbild“ auf einem von
ihm gestalteten Werbeplakat zeigte nämlich
neben Eisenbahn- und Straßenbahngleisen,
Schlepp zügen und Verlade kränen auch recht
romantische Bauwerke und sogar ein Segelboot.
Anstelle von Industriekähnen und Segelbooten
schippern jetzt also Freizeitkapitäne in
ihren weißen Ruderbooten über das Wasser des
Äußeren Stadtgrabens. Abgelegt haben diese
Ruderer am „Ankerplatz“ vor der Stadtmauer,
wo vor den dortigen Biertischen eine lange
Reihe weißer Boote darauf wartet, ins Wasser
geschoben zu werden: ein Freizeitvergnügen,
das den Augsburgern und ihren Gästen bei
schönem Wetter – von Mai bis Oktober –
täglich offensteht. Der Dreiklang von Stadtmauerromantik,
Ruderbooten und Gastronomie
macht die jüngst auch baulich aufgefrischte
Kahnfahrt zu einer lauschigen Idylle mitten in
der Stadt. Wer vor der Bastion am Oblatterwall
»
Mischwesen an der
Stadtmauer – zwei Greifen –
sollten als Wächterfiguren
jeden Feind abschrecken.
«
in Richtung des Unteren St.-Jakobs-Wasser -
turmes rudert, kommt zwangsläufig an zwei
steinernen Reliefs vorbei, die nicht nur das
Augsburger Wappenbild – eine Zirbelnuss –
zeigen, sondern auch noch zwei Greifen. Diese
Wächterfiguren, die als Symbole der Wachsamkeit
und der Stärke den Feind vor der Stadtmauer
abschrecken sollten, sieht man so richtig gut
nur vom Ruderboot aus. Die beiden Monster –
Fabelwesen mit dem Körper eines Löwen und
dem Kopf eines Adlers – scheinen mit dem
friedlichen Treiben der Ruderer auf dem Wehrgraben
aber ganz einverstanden zu sein.
Unter den scharfen Augen der beiden Greife
rudert ein Pulk weißer Boote alljährlich im Mai
bei den „Kahnfahrt-Festspielen“ im Graben.
Bei dieser musikalisch-theatralen Bootsfahrt
geht es um Bertolt Brecht, um seine Balladen
und Lieder, die das Augsburger Wasser besingen.
Die Besucher rudern zu jenen Stellen am Stadtgraben,
an denen die Musiker und Schauspieler
ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT
Jährlich im Mai finden
die „Kahnfahrt-Festspiele“
statt. Dabei
geht es auch 2025 um
den 1898 in Augsburg
geborenen Dichter und
Dramaturgen Bertolt
Brecht, der etliche
Jahre seiner Jugend in
zwei Wohnhäusern der
Familie Brecht in Sichtweite
der sogenannten
Kahnfahrt verlebte.
mit der Klampfe, mit Gesang und Inszenierungen
an Brechts Jugendzeit und an sonnige Tage am
Lech erinnern. Das Stationentheater am Äußeren
Stadtgraben ist hier auch deshalb am passenden
»
Die „Kahnfahrt-Festspiele“
sind ein Stationentheater: Die
Zuschauer rudern zu Spielorten
am Rand des Stadtgrabens.
«
Platz, weil direkt gegenüber der Kahnfahrt zwei
Elternhäuser des in Augsburg aufgewachsenen
Dichters Bertolt Brecht stehen. Etwas Brecht ist
also immer dabei beim Rudern im Äußeren
Stadtgraben. Mit diesem Stadtgraben, dessen
Wasser beim Vogeltor ausgestaut wird, sowie
dem Blick auf den romantischen St.-Jakobs-
Wasserturm am Gänsbühl gleich neben dem
Oblatterwall ist hier stets auch ein „Hauch“
von UNESCO-Welterbe zu spüren – auch wenn
ausgerechnet der von Stadtwerkmeister Elias
Holl bis 1609 errichtete hübsche Wasserturm
nicht zu den 22 Objekten des Augsburger Welterbes
gehört, warum auch immer.
Was es nun aber mit dem Lechwasser im
Stadtgraben, mit der historischen Wasserwirtschaft
– dem UNESCO-Welterbe „Augsburger
Wassermanagement-System“ – und auch mit
der Wehrhaftigkeit der Stadtmauer auf sich hat,
erklärt die Regio Augsburg Tourismus GmbH
Der Augsburger Buchhändler
Kurt Idrizovic
ist einer der Veran -
stalter der Festspiele:
Die Kahnfahrt nennt
er einen „Sehnsuchts -
ort der Augs burger“.
Zu diesem Ort hat der
„Steuermann“ der Festspiel-Reihe
auch noch
aus anderen Gründen
einen engen Bezug:
Idrizovic hat von der
Stadt den Unteren
St.-Jakobs-Wasserturm
am Gänsbühl gemietet.
Treff- und Startpunkt
von sonntäglichen
Stadtmauerführungen
der Regio Augsburg
Tourismus GmbH zur
nahen Kahnfahrt ist
das gotische Vogeltor.
Die Relikte eines ehemaligen
Wasserwerks
bei diesem massigen
Stadttor gehören zu
den 22 Objekten des
UNESCO-Welterbes
„Augsburger Wassermanagement-System“.
21
ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT
Vorbei am gotischen
Jakobertor verläuft der
Äußere Stadtgraben
breit und träg fließend
in Richtung der
Augsburger Kahnfahrt.
In der Durchfahrt des
Stadttors entdeckt
man das steinerne
Relief jenes Kaisers,
der den Ausbau der
Augsburger Stadtbe
festigung förderte.
bei zweistündigen sonntäglichen Stadtführungen
(am 18.05., 15.06., 20.07., 17.08. und 21.09.),
die um 14 Uhr beim Vogeltor beginnen und
jeweils bei der Augsburger Kahnfahrt enden.
Die Relikte eines historischen Wasserwerks
beim Vogeltor gehören zum Augsburger Welterbe.
Der Innere Stadtgraben fließt dort unter
einer Bogenmauer hindurch weiter nordwärts.
Kurz vor diesem Stadttor gibt dieser Graben
Wasser über ein Streichwehr und einen Düker
unter der Straße an den Äußeren Stadtgraben
ab, der Augsburg bis zur Defortifikation Mitte
des 19. Jahrhunderts durch eine weite Wasserfläche
vor Angriffen schützte. Dem Wasser in
diesem Abzweig folgt man entlang der partiell
erhaltenen Befestigung, die Augsburg militärisch
zwar nie sonderlich nützte: Jetzt allerdings lädt
sie mit ihren Wällen, Mauern und Wehrtürmen
zu einem romantischen Spaziergang ein. In der
Durchfahrt des Jakobertors, wenige Schritte
von der Fuggerei entfernt, stößt man auf das
»
Ein steinernes Relief
im Jakobertor erinnert an
den Kaiser, der den Bau der
Stadtmauer vorantrieb.
«
stark verwitterte Steinrelief eines Gekrönten,
der wohl Kaiser Sigismund verkörpert: Dieses
Denkmal soll daran erinnern, dass jener Kaiser
aus dem Hause Luxemburg den Ausbau der
Augsburger Stadtbefestigung sehr gefördert hat.
Ein Stadtmauerturm
wie aus dem Märchenbuch:
Dem „Fünfgratturm“
ist zwar Mitte
des 19. Jahrhunderts
der dortige Abschnitt
der Stadtmauer „ab-
handengekommen“,
doch die einstige Wehrhaftigkeit
der dortigen
Befestigung lässt sich
noch immer erahnen.
Seit Kurzem kann man
diesen Turm nicht nur
von außen bewundern,
sondern auch sein
Inneres besichtigen.
22
ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT
Kaum irgendwo ist die
Schutzfunktion der
vom Lech gespeisten
Wehrgräben vor der
Stadtbefestigung noch
so gut erkennbar wie
vor dem Oblatterwall
und beim Unteren
St.-Jakobs-Wasserturm
am Gänsbühl. Doch
die Stadtgräben hatten
noch mehr Funktionen:
Sie waren auch große
Treibwasserkanäle,
die zum Beispiel die
Wasserräder eines
Hebewerks im Unteren
St.-Jakobs-Wasserturm
antrieben. Auch für die
Stadtfischerei und für
die Flößerei spielten
die Gräben eine Rolle.
Direkt hinter dem Jakobertor verläuft der Äußere
Stadtgraben breit und kerzengerade in Richtung
des Unteren St.-Jakobs-Wasserturmes am Gänsbühl.
Dabei fließt er am nahezu märchenhaft
wirkenden Fünfgratturm vorbei: Er ist das letzte
Zeugnis der hier längst abgetragenen Stadtmauer.
Der in Augsburg liebevoll „Fünffingerlesturm“
genannte Wehrturm kann heute auch innen
besichtigt werden. Am Gänsbühl sieht man im
»
Bei Führungen der Regio
Augsburg Tourismus GmbH
zur Kahnfahrt schaut man
bei drei Kaisern vorbei.
«
Übrigen nicht nur den von Elias Holl im Stil
der Renaissance erbauten Wasserturm, sondern –
in einer gegenüberliegenden Mauer – noch mal
zwei Kaiser, diesmal aus dem Hause Habsburg.
Die dort eingemauerten Tondi (runde Schmuck -
scheiben aus Terrakotta) zeigen Porträts Kaiser
Maximilians I. und seines Nachfolgers Karl V.
Diese Herrscherporträts sind womöglich Relikte
eines nahen vormaligen Gartenguts der reichen
Fugger. Gefertigt wurden derartige Schmuckscheiben
nach italienischen Vorbildern.
Vom Gänsbühl aus sind es dann nur noch
ein paar wenige Schritte vorbei am hoch aufgeschütteten
Oblatterwall und am viereckigen
Oblatterturm. (Wer dafür den – längeren – Weg
über die Bert-Brecht-Straße präferiert, kommt
an den beiden Wohnhäusern der Familie Brecht
vorbei. Eine Gedenktafel erinnert an diese Bewohner.)
Der direkte Weg vom Gänsbühl zu
Bier, Brotzeit und Bootsverleih führt aber am
Oblatterturm vorbei zum Eingang zur Kahnfahrt.
Den hier geschilderten Weg vom Vogeltor bis
dorthin kann man gut geführt, aber auch ganz
individuell als Spaziergang absolvieren.
Und der geplante Donauhafen? Wie er geplant
war und wie man von der Augsburger
Stadtmauer in Richtung Lech und Donau hätte
fahren wollen, zeigt die Regio Augsburg Touris -
mus GmbH mittels einer Videoanimation. Den
QR-Code dafür findet man in einer Broschüre
der Regio zur Kahnfahrt – oder unten rechts.
» Zur Augsburger Kahnfahrt informiert die Regio Augsburg Tourismus GmbH auch im Internet:
www.augsburg-tourismus.de/kahnfahrt
» „Rund um die Augsburger Kahnfahrt. Wege und Welterbe, Führungen und Erlebnisse an der
Stadtmauer“ heißt eine Broschüre, die bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH erhältlich ist,
etwa in der Tourist-Info am Rathausplatz oder auf Anforderung (Telefon 0821 50207-0).
Zum digitalen Lesen oder zum Download unter: www.augsburg-tourismus.de/broschueren
» Informationen zu Öffnungszeiten der Kahnfahrt (und damit auch zur Gastronomie und zum
Ruderbootverleih) findet man ebenfalls über die Website der Regio.
» Zu den „Kahnfahrt-Festspielen“ informiert die Augsburger „Buchhandlung am Obstmarkt“ im
Internet unter www.buchhandlung-am-obstmarkt.de/kahnfahrt-festspiele – mit Aufführungsterminen
und aktuellen Auskünften zum Wetter. Kurt Idrizovic, Inhaber dieser Buchhandlung,
betreibt dort auch den wohl weltweit einzigartigen „Brecht-Shop“.
» Kurt Idrizovic von der „Buchhandlung am Obstmarkt“ bietet außerdem Führungen auf dem
historischen Wehrgang bei der Kahnfahrt an.
Am Gänsbühl entdeckt
man die Tondi zweier
Kaiser: Eine der beiden
Schmuck scheiben zeigt
ein Porträtrelief Kaiser
Karls V.
Dieser QR-Code
führt zu einer Video -
animation des Augs -
burger Donau hafens –
der so gezeigt wird, wie
er geplant war, aber nie
umgesetzt wurde. Es ist
ein hochinteressantes
Kapitel der Augsburger
Industriegeschichte
und der bayerischen
Verkehrsplanung in der
Zeit um das Jahr 1900.
23
XXXXXXX
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Martin Kluger (9)
24
XXXXXXX
Augsburgs historische Wasserwirtschaft ist ein UNESCO-Welterbe,
das der Menschheit viel zu sagen hat – vieles zum Stellenwert von
sauberem Trinkwasser, viel zur Nutzung der Wasserkraft und viel
zur Wertschätzung der Ressource Wasser, die in Augsburg durch
Architektur und Kunst gefeiert wurde. Was die Kanäle, historischen
Wasserwerke und kostbaren Monumentalbrunnen auch vermitteln:
Fähige Handwerker haben hier Techniken der Wasserkraftnutzung,
der Trinkwasserhebung und des Bronzegusses bestens beherrscht.
Der „Augsburger Handwerkerweg“ zeigt also die enge Verzahnung
von Wasserkunst und Handwerkskunst. Er zeigt auch, wie sehr das
Treibwasser in den Lechkanälen das Augsburger Handwerk – nicht
zuletzt das Kunsthandwerk – voranbrachte. Wasser und Welterbe
sind Stationen am „Handwerkerweg“ – Führungen und Spaziergänge
enden nicht selten im Wasserwerk am Roten Tor. Dort zeigt
eine Ausstellung etliches zur Handwerkskunst: Denn im Unteren
Brunnenmeisterhaus ist das „Schwäbische Handwerkermuseum“
zu besichtigen. Auf dem Weg stößt man auf 25 Betriebe des traditionellen
Handwerks – auf Gold- und Silberschmiede,a ufB äcker
und Friseure, auf eine Putz macherin und eine Geigenbauerin. In das
Geburtshaus Bertolt Brechts geht es auch: In dieser Gedenkstätte
zwischen zwei Lechkanälen lärmte um 1900 eine Feilenhauerei.
AUF DEM „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“
Ohne Handwerk kein
UNESCO-Welterbe
Entlang von Lechkanälen bis ins Handwerkermuseum
25
DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“
26
Auf einer Kanalbrücke
bei der Gasse „Auf dem
Rain“ überqueren Fußgänger
zwei Lechkanäle
auf einmal – sowohl
den Mitt leren Lech als
auch den Hinteren
Lech. Zwischen diesen
beiden Kanälen steht
das Häuschen, in dem
1898 Bertolt Brecht,
wo möglich der weltweit
berühm teste
Augs burger, zur
Welt kam.
Auf heutige Besucher
des Lechviertels wirken
die Lechkanäle in erster
Linie romantisch. Denn
ihre ehemalige – wirtschaftlich
erhebliche –
Be deutung erschließt
sich kaum ohne einen
Besuch des „Welterbe
Info-Zentrums“ am
Rathausplatz, ohne
eine Führung der Regio
Augsburg Tourismus
GmbH oder ohne etwas
über das Augs burger
Welterbe zu lesen.
Wer von uns ist nicht froh, wenn
der Handwerker kommt, der gerade
ganz dringend gebraucht
wird? Ein Störfall im Haus oder
am Auto verdeutlicht – zumindest kurzzeitig –
mal wieder den Stellenwert des Handwerks. In
der Welterbe-Stadt Augsburg aber wird man
eher langfristig respektive immerwährend an
die Bedeutung des Handwerks erinnert: Jedenfalls,
wenn man die 19 Objekte des „Augsburger
Wassermanagement-Systems“ im Stadtgebiet besichtigt,
die seit 2019 auf der Liste des UNESCO-
Welterbes stehen: die Kanäle, die Wasserwerke,
die Monumentalbrunnen mit ihren Bronze -
figuren… Es waren Baumeister und Röhrmeister,
Zimmerer, Maurer, Schmiede und Erzgießer,
welche die meisten Denkmäler der historischen
Augsburger Wasserwirtschaft geschaffen, gepflegt
und instandgehalten haben. Für Augsburg gilt
jedenfalls: Ohne Handwerk kein Welterbe.
Weil das so ist, hat die Regio Augsburg
Tourismus GmbH erst jüngst eine Broschüre
mit dem Titel „Der Augsburger Handwerkerweg.
Mit Wasserkraft zu einem europäischen Zentrum
der Handwerkskünste“ herausgegeben. Insgesamt
13 Stationen hat dieser Handwerkerweg, der
zu 25 traditionellen Handwerks betrieben in
der Augsburger Altstadt führt, die dort für Besichtigungen
offenstehen. Der letzte Gerberboden
Augsburgs ist dabei, aber auch eine Bäckerei
und eine Buchbinderei… Eine Gold- und
Silberschmiedewerkstatt sowieso, denn immerhin
hat man in der Stadt am Lech jenes „Augsburger
Silber“ hergestellt, das man heute in vielen
hochrangigen Museen Europas zu sehen bekommt.
Auch und gerade für das Goldschmiedehandwerk
waren die Augsburger Lechkanäle
von Bedeutung: Denn die Wasserkraft der
Kanäle im romantischen Lechviertel wurde nicht
nur für den Antrieb der Mahlwerke einiger Getreidemühlen
genutzt, sondern nicht zuletzt
auch für den Antrieb von Hämmern und Grätzmühlen.
Für das Handwerk war die Wasserkraft das
viel zitierte „Erdöl des Mittelalters“ – bis zur
Elektrifizierung neben menschlicher Muskelkraft
und von Rössern oder Rindern angetriebenen
Göpeln die einzige Möglichkeit, vorindustrielle
»
Die Wasserkraft der Kanäle
war für das Handwerk
quasi „das Erdöl des
Mittelalters“.
«
Maschinen (Werke) der Handwerker anzutreiben.
In den küstennahen Regionen nutzte man auch
die Windmühlen, doch von allen Meeren liegt
Augsburg nun einmal weit entfernt.
Augsburgs Lage vor den nahen Alpen aber
verschaffte dieser Stadt genügend Wasser. Weil
das Gefälle in Augsburg (im heutigen, größeren
Stadtgebiet sind es 29 Meter) nicht erheblich
ist, musste das Handwerk bis in die Anfänge
des Industri e zeitalters mit unterschlächtigen
Wasserrädern auskommen. Solche aus Holz
konstruierten Wasser räder konnten zwar die
Bewegungsenergie des Wassers nur zu einem
geringen Prozentsatz in mechanische Arbeit
umsetzen, doch dafür war das aus dem Lech
ausgestaute oder von Quellen im Süden der
Stadt gelieferte Treib wasser in Augsburg reichlich
und zuverlässig vorhanden. Das Netz der Lechkanäle,
welches das idyllische Lechviertel durchzieht,
ist kilometerlang. Das war schon 1554
Sir Thomas Hoby (der später als Botschafter
Englands in Frankreich diente) aufgefallen:
DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“
„Diese Stadt ist sehr vornehm gebaut, mit vielen
vortreff lichen Wasserführungen darin“, notierte
er. Heutige Besucher des alten Handwerkerviertels
sehen die Lechkanäle meist nur als romantisches
»
Auf heutige Besucher
des idyllischen Lechviertels
wirken die Lechkanäle
vor allem romantisch.
«
Beiwerk. Doch diese Kanäle trieben Dutzende
Wasserräder verschiedenster Werke des mittelalterlichen
Handwerks an: Mahl-, Walk-, Sägeund
Papiermühlen, Stampfen und Schmiedehämmer
. Die Kanäle lieferten Brauchwasser für
Gerber und Färber, Weber und Seiler – und sie
waren Trans port wege für Holz. Das Handwerk
blühte dank der Kanäle und der ausgeklügelten
Nutzung der Wasse r kraft: Das Treibwasser und
seine effiziente Nutzung machten Augsburg zu
einem europäischen Zentrum der Textil- und
der Metallbearbeitung, des (Kunst-)Hand werks
sowie des Druck- und Verlagswesens. Die Sägemühlen
belieferten die (Kunst-)Schreiner und
Zimmerer. Die Gold- und Silberschmiede, die
Hämmer und Grätz müh len nutzten, stellten
das in ganz Europa ge fragte „Augsburger Silber“
her. Doch diese Stadt war sogar ein europaweit
be deutendes Zentrum der Plattner – der kunstfertigen
Harnischschmiede. Die vom Lechwasser
Das hölzerne Wasserrad
am Schwallech erinnert
an hunderte Wasser -
räder, die an Augsburgs
Kanälen die Werke in
den Getreide-, Säge-,
Schleif-, Polier-, Öl-,
Walk- oder Papier -
mühlen antrieben,
und die auch die Kraft
für die Hammerwerke
und für die Hebewerke
in den Wassertürmen
lieferten. Johannes
Hinters berger (vorn)
ist der 1. Vorsitzende
des Verkehrsvereins
Region Augsburg. Vor
vielen Jahren schon
hatte er die Idee für
diesen „Augsburger
Handwerkerweg“. 2019
rückte das Welt erbe-
Prädikat die Leistungen
des Handwerks und den
Stellenwert der Wasserkraftnutzung
dann noch
weiter ins Rampenlicht.
Das Wasserwerk am
Roten Tor ist das wohl
prominenteste Ziel
unter den 22 Objekten
des UNESCO-Welt -
erbes „Augsburger
Wassermanagement-
System“ – und auf dem
„Augsburger Handwerkerweg“
sicher der
Höhepunkt. Nur über
Wasserturm-Führungen
der Regio Augsburg
Tourismus GmbH lernt
man das Innere dieses
Wasserwerks kennen –
und damit jede Menge
Hand werks kunst. Vor
dem Eingang zu diesem
historischen Wasserwerk
– an der Fassade
des „Hauses zu den
Fischen“ – sieht man
bronzene Wasserspeier
in Form von Delfinen.
27
DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“
Beim Spaziergang
durch das Lechviertel
stößt man auf jene
Stelle, an der sich der
wasserreiche Schwallech
in zwei kleinere
Kanäle, den Mittleren
Lech und den Hinteren
Lech, aufteilt. Am Ende
des Lechviertels fließt
alles Wasser in diesen
beiden Kanälen kurz
nach dem Brecht haus
gemeinsam in den
Stadtbach.
angetriebenen Werke der Kupferhämmer und
die Stampfen der Papier mühlen versorgten wiederum
die Kupferstecher und Drucker. Selbst
Diamantschleifereien trieb das Kanalwasser an.
Ein unterirdischer Kanal unter der bis 1609
von Stadtwerk meister Elias Holl errichteten
Stadtmetzg macht heute auch dieses Bauwerk
»
Den eiskalten
Kanal unter der Stadtmetzg
nutzten Augsburger Metzger
zur Kühlung ihrer Ware.
«
zu einem Objekt des UNESCO-Welterbes.
Denn dort diente ein Lechkanal sogar als Kühl -
system für das Fleisch in der darüberliegenden
Verkaufshalle der Metzger. Nur hier durften
ausnahmsweise auch Blut und Schlachtabfälle
per Kanal entsorgt werden – weil dieser Lechkanal
anschließend in den Stadtgraben vor der Stadtmauer
abfloss. Dort störte das niemand. Für die
Treibwasserkanäle innerhalb der Mauern aber
war die Entsorgung von Ab fall und Fäkalien
streng geregelt. Denn kein Handwerker wäre
begeistert gewesen, wenn die Hinterlassenschaften
seiner weiter kanalaufwärts hausenden Nachbarn
an seinem Wasserrad geklebt hätten… Für die
Entsorgung von Abfällen, Schmutz, Mist und
Exkrementen hatte die Reichsstadt Abwasserkanäle
anlegen lassen: eine Maßnahme übrigens,
von der andere Städte noch lange nicht mal
träumen konnten. Dass Augsburg schon früh
Abgesehen davon, dass
Stadtwerkmeister Elias
Holl die Stadtmetzg bis
1609 mit einer prächtigen
Fassade im Stil der
Renaissance errichtete,
ist von außen nicht zu
erkennen, warum auch
dieses Bauwerk zu den
Objekten des Augs -
burger Welterbes zählt.
Holls Prachtbau birgt
jedoch ein Geheimnis:
Ein (heute trockengelegter)
Lechkanal floss
seinerzeit unterirdisch
unter einer Verkaufs -
halle der Augsburger
Metzger hindurch. Das
eiskalte Kanalwasser
kühlte so die Fleischbänke:
Damals war das
eine innovative, viel
bestaunte Lösung.
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städtischen Wasserversorgung: Von der Trennung
des Trinkwassers vom Brauchwasser im Mittelalter
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DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“
Vor dem Brechthaus –
dem Museum in Bertolt
Brechts Geburtshaus –
verkörpert eine knallrote
Stahlsilhouette
den Dichter. Familie
Brecht wohnte im Obergeschoss.
Eine Feilenhauerei
im Erdgeschoss
verursachte aber derart
viel Lärm, dass die
Brechts ziemlich bald
wieder auszogen. Die
Lech kanäle vor und
hinter Brechts Geburtshaus
gehören heute
zum UNESCO-Welterbe.
Das Brecht haus ist
eine der 13 Stationen
des „Augsburger
Handwer ker wegs“.
»
Bertolt Brecht kam
in einem Handwerkerhäuschen
zwischen zwei Lechkanälen
zur Welt.
«
auf die Wasserhygiene achtete, könnte (das ist
freilich nur eine Theorie) ein Erbe der römischen
Stadtgründer gewesen sein.
Wie sehr den Augsburgern im Mittelalter,
noch mehr in der Frühen Neuzeit und danach
die Bedeutung des Wassers klar war, vermittelt
eine Besichtigung des historischen Wasserwerks
am Roten Tor. Das zentrale Denkmal des Augsburger
Welterbes „feiert“ das Wasser durch die
anspruchsvolle Architektur seiner drei Wassertürme
und der dortigen Brunnenmeisterhäuser.
Neben dem Eingang zum Wasserwerk zieren
bronzene Delfine die Fassade als Wasserspeier.
In das Türblatt am Eingang zum Oberen Brunnenmeisterhaus
hat man neckische Tritonen
geschnitzt. Das Innere des Großen und des
Kleinen Wasserturms ist quasi die Gedenkstätte
eines Handwerkers – des berühmtesten unter
den Augsburger Stadtbrunnenmeistern, des gelernten
Zimmerermeisters Caspar Walter. Was
dieser Handwerker konnte, belegen zum Beispiel
die von Walter selbst konstruierten vielstufigen
Treppen, die in die Obergeschosse der Türme
führen. Historische Instruktionsgemälde an den
Wänden und neue Modelle jener Pumpwerke,
die hier bis 1879 Trinkwasser in die Reservoirs
in den Obergeschossen hoben, verraten jede
Menge über das Know-how der Augsburger
Handwerker. (2025 erscheint im context verlag
übrigens das Buch „Caspar Walter. Ein Pionier
des Augsburger Welterbes“, das die Leistungen
des „Handwerker-Ingenieurs“ Walter beschreibt.)
Wie sehr die Augsburger ihr Wasser schätzten
und mittels Kunst feierten, zeigt auch ein Blick
auf die drei manieristischen Welterbe-Brunnen
der Stadt. Der Augustusbrunnen, der Merkurund
der Herkulesbrunnen sind Weltkunst. In
ihrer Ausführung belegen die Bronzefiguren und
Steinmetzarbeiten dieser drei Monumentalbrunnen
aber Handwerkskunst vom Feinsten.
Die Broschüre „Der
Augsburger Handwer -
kerweg. Mit Wasserkraft
zu einem europäischen
Zentrum der
Handwerkskünste“ ist
bei der Regio Augsburg
Tourismus GmbH
kostenlos erhältlich –
zum Beispiel in der
Tourist-Information
am Rathausplatz, nur
ein paar Schritte vom
Augustusbrunnen entfernt,
der ein Objekt
des Welterbes ist. Im
Prospekt ist auch eine
virtuelle Führung per
App auf dem „Augsburger
Handwerkerweg“
verlinkt.
» Die Broschüre „Der Augsburger Handwerkerweg. Mit Wasserkraft zu einem europäischen
Zentrum der Handwerkskünste“ gibt es bei der Regio, etwa bei der Tourist-Info am Rathausplatz.
» Die Regio Augsburg Tourismus GmbH bietet Gruppenführungen zum Augsburger Handwerk
an: Die Führung „Der Handwerkerweg“ leitet entlang der Lechkanäle durch die Gassen der
alten Handwerkerviertel Augsburgs. Dabei lernt man traditionelles und modernes Handwerk
kennen. Die Teilnehmer dieser Führung besichtigen mehrere Hand werksbetriebe. Diese Stadtführung
dauert etwa zwei Stunden. Mehr: www.augsburg-tourismus.de/fuehrungen
» Bei der gleichfalls zweistündigen Führung „Der Handwerkerweg und das UNESCO-Welterbe“
kommt man an etlichen Objekten des Augsburger UNESCO-Welterbes vorbei. Und man erfährt
wissenswerte und spannende Geschichten und Anekdoten aus der Welt des Hand werks.
» Informationen zu Führungen der Regio zu Denkmälern des Augsburger UNESCO-Welterbes:
www.augsburg-tourismus.de/unesco-welterbe
» Das Taschenbuch „Wege zum Welterbe Wasserwirtschaft. Das UNESCO-Welterbe in Augsburg“
leitet zu 22 Denkmälern – und erklärt Techniken des Wasserbaus und der Wasserkraft nutzung,
der Trinkwasserhebung und der Brunnenkunst. Mehr: www.context-mv.de/wasser.html
31
AUGSBURGS UNESCO-WELTERBE
22 Denkmäler des Augsburger UNESCO-Welterbes
Diese Denkmäler sind unterschiedlich zugänglich: * uneingeschränkt |
** Außen besichtigung jederzeit, innen nur mit Führung | *** nur mit
Führung. (In Augsburg ist im Stadtbild wie in Museen etliches mehr
zu Wasserbau, Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst zu sehen.)
5
1 Lechkanäle im Lechviertel*
2 Wasserwerk am Roten Tor**
3 Unteres Brunnenwerk**
4 Augustusbrunnen*
5 Merkurbrunnen*
6 Herkulesbrunnen*
7 Stadtmetzg**
8 Brunnenwerk am Vogeltor**
9 Galgenablass*
10 Kraftwerk am Stadtbach***
11 Wasserwerk am Hochablass**
12 Kraftwerk Riedinger***
13 Kraftwerk am Fabrikkanal**
14 Kraftwerk an der Singold**
15 Kraftwerk Wolfzahnau***
16 Kraftwerk Gersthofen**
17 Kraftwerk Langweid**
18 Hochablass*
19 Kraftwerk am Proviantbach**
20 Kraftwerk Wertachkanal**
21 Kraftwerk Meitingen**
22 Kanuslalomstrecke Eiskanal*
6
1
7
Insgesamt 22 Objekte
der histo rischen
Wasserwirtschaft – das
„Augs burger Wassermanagement-System“
–
sind seit dem Jahr 2019
UNESCO-Welterbe.
Wer diese Stationen
besichtigen will, tut gut
daran, sich zuvor bei
der Regio Augsburg
Tourismus GmbH zu
erkundigen. Denn
etliche dieser Technikdenkmäler
sind noch
in Betrieb – sie liegen
auch mal auf einem
Werksgelände. Allein
im Rahmen diverser
Führungen kommt man
überall hin. Die Lech -
kanäle und Brunnen -
figuren (im Winter
sind die Brunnen zum
Schutz vor der Witterung
aber teilweise
eingehaust) kann man
ganzjährig sehen. Die
Außen besichtigung
der Wasserwerke und
Wassertürme ist immer
machbar. Ihr Inneres
allerdings kann man
das ganze Jahr über
ausschließlich per
Führung erleben.
32
2
3
4
8
9
10
Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (22), Thomas Baumgartner (1)
AUGSBURGS UNESCO-WELTERBE
11
12
13
17
18
19
Das UNESCO-Welterbe
„Augsburger Wassermanagement-System“
stieß auf der Welterbe-
Liste thematisch in eine
große Lücke: Denn hier
verbindet sich die Süß -
wasserbewirtschaftung
mit der Industriekultur.
Das Wasserwerk am
Hochablass und zehn
frühe Wasserkraftwerke
vermitteln in Augsburg
die Technik und die
Wasserkraftnutzung
im Industriezeit alter.
Die jüngste unter den
22 Welterbe-Stätten
ist die bis zum Jahr 1972
ausgebaute olympische
Kanu slalomstrecke
am Eis kanal. Die Lechkanäle
im Lechviertel
trieben dagegen schon
im Mittelalter Mühlen
und andere Werke des
Handwerks an.
14
20
15
21
16
Mehr zu diesen Denkmälern des Welterbes: www.wassersystem-augsburg.de/objekte
22
Ein Reiseführer erklärt
die Welt erbe-Objekte
in und bei Augsburg
und weist den Weg zu
diesen Denkmälern –
zu Fuß, teils auf einem
Radweg. Das Taschenbuch
„Wege zum Welterbe
Wasserwirtschaft.
Das UNESCO-Welterbe
in Augsburg“ (197 Fotografien,
drei Karten,
120 Seiten) leitet auch
in die für das Thema
Wasser und Welt erbe
relevanten Museen –
zum Beispiel zu den
hydrotechnischen
Miniaturmodellen in
der „Modellkammer“
im Maximilianmuseum
in Augsburg.
33
AUGSBURGS KONGRESSZENTRUM
34
„Kongress am Park“
ist eine der am besten
besuchten Kongressund
Tagungsstätten
Bayerns – und wegen
der spannenden Betonarchitektur
ein junges
Baudenkmal (wie seit
Kurzem auch der benachbarte
Hotelturm).
Säle und Räume wurden
jüngst neu benannt –
nach Gewässern und
Brunnengöttern wie
dem Merkur (oben): Die
neue Beschilderung ist
einerseits Werbung fürs
Augsburger Welterbe,
andererseits auch eine
kompakte In forma tion s -
quelle zu allen weit
über das Stadtgebiet
verstreut liegenden
Welterbe-Objekten.
Die Beschilderung
in „Kongress am Park“
stellt Augsburgs Gewässer
in Text und Bild
vor – etwa den Lech,
hier fotografiert am
Hoch ablass. Auch das
Stauwehr gehört zu
den 22 Objekten des
UNESCO-Welterbes in
und bei Augsburg.
Welterbe in „Kongress am Park“ – zum
Augsburger Wasser ins Kongresszentrum
Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum „Kongress am Park“ Aufmerksamkeit verdient.
Das Augsburger Kongresszentrum am Wittelsbacher Park – ein Sichtbetonkomplex aus den
1970er Jahren – ist heute nämlich ebenso ein Baudenkmal wie – erst seit Kurzem – auch der
benachbarte Hotelturm. Beide Bauten erinnern an die Olympischen Sommerspiele von 1972.
Die Säle und Tagungsräume im Kongresszentrum erinnern ihre Gäste darüber hinaus an das
Augsburger UNESCO-Welterbe. Denn sie tragen neuerdings die Namen der vier Haupt ge -
wässer dieser Stadt sowie die der bronzenen Brunnengötter der drei Welterbe-Brunnen.
»
Die Namen der Räume
und Säle in „Kongress am Park“
erinnern jetzt an vier Gewässer
und drei Welterbe-Brunnen.
«
Die drei Flüsse Lech, Wertach und
Singold sowie der von Menschenhand
gegrabene Brunnenbach, in
dem früher Augsburgs Trinkwasser
in Richtung des Wasserwerks am Roten Tor
strömte, sieht man bis heute als bronzene Sitzfiguren
auf dem Beckenrand des Augsburger
Augustusbrunnens. Diese Personifikation der
vier Gewässer war eine aus Italien importierte
Gestaltungsidee, die ein Niederländer – der
Bildhauer Hubert Gerhard – gegen Ende des
16. Jahrhunderts nach Augsburg brachte.
Derart kostbare Bronzefiguren wollte sich
das Augsburger Kongress- und Tagungszentrum
„Kongress am Park“ zwar nicht leisten, um auf
diese Gewässer und das mit ihnen verbundene
UNESCO-Welterbe hinzuweisen: Eine deutlich
kostengünstigere Idee wurde jedoch umgesetzt.
Die Säle und Tagungsräume von „Kongress am
Park“ hat man neu beschildert und benannt –
zum einen nach den vier Hauptgewässern, zum
anderen nach den namens gebenden Bronze -
figuren der Brunnengötter auf den Pfeilern der
drei Augsburger Monumentalbrunnen. Denn
der Augustus-, der Merkur- und der Herkulesbrunnen
sind Welterbe-Objekte. Der Gottkaiser
Augustus, der Handelsgott Merkur und der
Halbgott Herkules sind nun Namensgeber von
Räumen, die zuvor nach Sponsoren benannt
waren. Ein wenig Werbung für eine der meistfrequentierten
Kongress- und Tagungsstätten
Bayerns ist das durchaus auch: Denn wo können
Tagungen, Kongresse, Symposien und Hausmessen
von Unternehmen, Institutionen und
Verbänden zum Thema Wasserwirtschaft und
Hyd rotechnik passender stattfinden als hier, in
der Stadt des UNESCO-Welterbes „Augsburger
Wasser management-System“? Doch auch die
Besucher der vielen Kulturveranstaltungen im
Haus haben etwas von der neuen Beschilderung,
die im Foyer beginnt: Neun Tafeln bieten in
Text und Bild einen kompakten Rundgang zum
Welterbe – quasi als zweiter Info-Point neben
dem Welterbe-Info-Zentrum am Rathausplatz.
» Mehr Infos zu „Kongress am Park“: www.kongress-augsburg.de
» Einen Übersichtsplan mit den Namen der Säle und Räume im Augsburger Kongresszentrum
„Kongress am Park“ findet man hier: www.kongress-augsburg.de/welterbe-stadt-augsburg
Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3)
KONGRESS
AM PARK
AUGSBURG
Ihr Veranstaltungsort in Augsburg
www.kongress-augsburg.de
XXXXXXX
MIT EINEM GESCHICHTSPFAD INS JAHR 955
Zu Spuren der Schlacht
auf dem Lechfeld
Ein epochales Ereignis – mal historisch real, mal multimedial
36
XXXXXXX
Die Bedeutung der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 für den
weiteren Verlauf der Geschichte Europas kann gar nicht hoch ge -
nug eingeschätzt werden. Ein Fresko in der Königsbrunner Kirche
St. Ulrich zeigt einen Angriff des ungarischen Reiterheers auf das
belagerte Augsburg, das sich unter der Führung des später heiliggesprochenen
Bischofs Ulrich verteidigt hatte, bis ein Heer der
ver einten deutschen Stämme die Angreifer zurückschlug. In vielen
Kirchen und Kapellen – im Bistum Augsburg, zwischen Allgäu und
Mittelfranken – entdeckt man Kunstwerke, die St. Ulrich – und mit
ihm oft auch die Ungarnschlacht – darstellen. Doch erst die Regio
Augsburg Tourismus GmbH hat dieses epochale Ereignis in den
vergangenen Jahren für Besucher der Region spannend erlebbar
aufbereitet – angefangen von einem Infozentrum in Königsbrunn
bis hin zum multimedialen Geschichtspfad, bei dem Wanderungen
und eine Radelroute zu sehenswerten Spuren der Lechfeldschlacht
führen – zu Ungarnschanzen, in Ulrichskirchen und zu Sakralkunst.
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Siegfried Kerpf (2),
Martin Kluger (8)
Wikimedia Commons/
Jkü/CC BY-SA 3.0 (1)
37
ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955
38
Im „955 Information s-
und Präsentations -
pavillon“ in der Augsburger
Nachbarstadt
Königsbrunn zeigen
drei große Landschafts -
dioramen mit etlichen
tausend bemalten
Zinnfiguren den Verlauf
der Schlacht auf dem
Lechfeld. In dieser
Szene reitet ein Trupp
der Ungarn durch einen
seichten Nebenarm
des Flusses Lech.
Auch vier ungarische
Reiter auf der Plakette
an der Nordseite des
Ulrichsbrunnens neben
der Königsbrunner
Pfarrkirche St. Ulrich
er innern unweit vom
„955 Information s- und
Präsentationspavillon“
an die epochale
Schlacht im Jahr 955.
Es gibt wohl nicht allzu viele Ereignisse,
Tage oder Orte, mit denen die Geschichte
Deutschlands – und damit
vielleicht sogar ganz Europas – in eine
völlig andere Richtung hätte abbiegen können
als in jene, die wir heute aus den Geschichts -
büchern kennen. Einer dieser Orte, die sich im
Nachhinein quasi als eine Art „Stellgleis“ für
den Lauf der nachfolgenden Jahrhunderte erwiesen
haben, war das flache Lechfeld um die
Bischofsstadt Augsburg. „Bischofsstadt“ deshalb,
weil im 10. Jahrhundert die Augsburger Bischöfe
auch die weltlichen Herren der von den Römern
gegründeten Stadt am Lech waren. Und eines
der epochalen Ereignisse, die den Gang der
Geschichte maßgeblich beeinflusst haben, war
die Schlacht auf dem Lechfeld, die, so überliefern
es die Annalen, am 10. August 955 vor den
Mauern der von Bischof Ulrich verteidigten
Stadt geschlagen wurde.
Schon 915 waren die Magyaren, die damals
sogar bis vor Bremen zogen, in Schwaben eingefallen.
Auch 917 und 919 hatten die Menschen
unter den Raubzügen ungarischer Reiterhorden
zu leiden (die damals bis nach Basel kamen).
Vor allem die Landbevölkerung war den Ungarn
hilflos ausgeliefert: Dörfer und Klöster wurden
geplündert und niedergebrannt, Menschen erschlagen
oder in die Sklaverei verschleppt.
926 hatte Bischof Ulrich von Augsburg seine
Stadt schon einmal gegen die Angreifer aus
dem Osten verteidigen müssen. Im August des
Jahres 955 lagen die Ungarn erneut vor dem
schwach befestigten Augsburg, und erneut leitete
der Bischof die Verteidigung der Stadt: Denn
dieser Kirchenmann war der vermutlich kriegsund
waffenkundige Spross eines alemannischen
Adeligen aus dem nahen Donautal.
Die Raubzüge der magyarischen Reiter darf
man sich wohl eher nicht als einen Kampf an
einem bestimmten Platz vorstellen. Vielmehr
dürften die schnellen und äußerst beweglichen
Reiterscharen nicht nur am Lech und um Augsburg,
sondern in den Regionen beiderseits der
Donau – zwischen Franken und den Alpen –
gehaust, geplündert und gemordet haben. Ein
erobertes Augsburg aber hätte ihnen zum einen
eine reiche Beute versprochen. Und zum zweiten
dürfte die Bischofsstadt am Lech den herum -
»
Die epochale Schlacht
auf dem Lechfeld hat man
schon mal als „Geburtsstunde
der Deutschen“ bezeichnet.
«
ziehenden Reitern aus der Steppe auch aus
strategischen Gründen ein Dorn im Auge ge -
wesen sein: Denn von dort aus hätten Truppen
der Deutschen über bestehende Heerstraßen
sowohl das Donautal als auch das Land vor
den Alpen schnell erreichen können. Zwei gute
Gründe für die Magyaren also, im Jahr 955
erneut gegen Augsburgs Mauern anzurennen.
Doch Bischof Ulrich konnte sie so lange
abwehren, bis ein Heer der vereinten deutschen
Stämme unter König Otto I. „dem Großen“
heranrückte und die Ungarn vernichtend schlug.
Der Rückzug in die ungarische Steppe wurde
für die Magyaren zum „Spießrutenlauf“, der
noch manchem das Leben kosten sollte. Derart
vernichtend war das Heer dieses Reitervolks geschlagen,
dass die Ungarn nun sesshaft wurden.
Ungarn wurde Teil des christ lichen Europas.
Damit endeten die Jahr zehnte der Raubzüge
jener Reiterhorden, welche die Bevölkerung in
Alt bayern und Schwaben in Angst und Schrecken
ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955
Eines der Landschaftsdioramen
in der König s -
brunner Gedenkstätte
zeigt Bischof Ulrich, der
auf der Stadtmauer die
Verteidiger Augsburgs
an feuert. Der „Info -
pavillon 955“ in der
Augsburger Nachbarstadt
ist der sehenswerte
Startpunkt einer
45 Kilometer langen
Radtour zu Stationen
der Schlacht auf dem
Lechfeld.
versetzt und beiderseits des Lechs zum Bau etlicher
Ungarnfliehburgen geführt hatten. Die
Schlacht auf dem Lech feld wird wegen ihrer
epochalen Bedeutung schon mal als „Geburtsstunde
der Deutschen“ bezeichnet.
Und Bischof Ulrich? Der Verteidiger Augsburgs
wurde bereits 993 heiliggesprochen. Kein
zweiter Heiliger ist in den Kirchen in und um
Augsburg, im Donautal und im Allgäu – gemalt
oder als Skulptur – derart präsent wie er. In
Augsburg ist er es freilich ganz besonders: In
der Bischofskirche, im angrenzende Domkreuzgang
sowie im benachbarten Diözesanmuseum
St. Afra entdeckt man etliche Darstellungen
des Heiligen – ebenso an der ent gegengesetzten
»
Den Heiligen entdeckt man
in Augsburg im Dom, in der
Basilika St. Ulrich und Afra und
beim „Haus St. Ulrich“.
«
Seite der Altstadt, in der Basilika St. Ulrich
und Afra. Die älteste figürliche Darstellung des
Heiligen entdeckt man am nördlichen Domportal.
Modern ist dagegen sein Reiterdenkmal
auf dem Domvorplatz. In St. Ulrich und Afra
stößt man auf Ulrichs Grabmal: Eine barocke
Tumba stellt den liegenden Bischof dar. Malereien
zeigen ihn in der Schlacht auf dem
Lechfeld vor den Mauern Augsburgs. Vor dem
In der Königsbrunner
Pfarr kirche St. Ulrich
und Afra verkörpert
eine Seitenfigur den
Verteidiger Augsburgs
am neugotischen
Hochaltar mit seinen
Attributen – mit dem
Bischofsstab und mit
einem Fisch auf seinem
Evangelienbuch.
Eine moderne Reiterfigur
auf dem Vorplatz
des Augsburger Doms
zeigt Bischof Ulrich in
einer für ihn typischen
Pose – hoch zu Pferd
und mit dem Siegeskreuz.
Etliche Gemälde
stellen den Heiligen
dar, wie er mit diesem
Kreuz in seiner Rechten
in die Schlacht auf dem
Lechfeld reitet. Dass
sich Ulrich tat sächlich
höchstselbst auf das
Schlachtfeld begeben
hat, ist wohl eher Teil
der Legendenbildung.
39
ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955
Direkt neben der
Augsburger Basilika
St. Ulrich und Afra
liegt das Tagungshotel
„Haus Sankt Ulrich“.
Vor dem Eingang steht
dort eine überlebensgroße
bronzene Figur,
die den Heiligen ver -
körpert. Im Inneren
der gotischen Basilika
stößt man auf mehrere
Dar stel lun gen des
Bistum s patrons, der
Heiligenlegende sowie
der Schlacht vor den
Mauern von Augsburg.
Auch in der Kapelle
im Tagungshotel „Haus
Sankt Ulrich“ entdeckt
man eine gotische
Schnitzfigur, die den
Heiligen verkörpert,
der im Jahr 955 die
Verteidigung seiner
Stadt gegen die Ungarn
organisiert hat.
nördlich an diese Basilika angrenzenden „Haus
Sankt Ulrich“ stellt eine moderne Bronzeskulptur
den Heiligen dar. Eine Skulptur im Stil der
Gotik verkörpert Bischof Ulrich zudem in der
Haus kapelle dieses feinen Tagungshotels.
In Kirchen und Kapellen der Region, im
Diözesanmuseum und in den Köpfen der Einheimischen
meist ebenfalls ist die epochale
Schlacht von 955 wegen der Omnipräsenz des
Bischofs Ulrich, seiner Denkmäler und denen
der Ungarnschlacht durchaus in Erinnerung geblieben.
Doch vor etlichen Jahren hat die Regio
Augsburg Tourismus GmbH dieses geschichts -
trächtige Ereignis – auch außerhalb von Sakralbauten,
Klöstern und Museen – zudem für auswärtige
Besucher spannend und multimedial
erlebbar gemacht. Angefangen hat es damit,
dass diese Tourismusgesellschaft vor Jahren den
„955 Information s- und Präsentationspavillon“
in Königsbrunn initiiert hatte. Drei große Landschaftsdioramen
in dieser Gedenkstätte für die
»
Die Geschichte
der Schlacht auf dem Lechfeld
hat man mitten in Königsbrunn
spannend aufbereitet.
«
Schlacht auf dem Lechfeld verdeutlichen das
Kampfgeschehen im Jahr 955. Die mit tausenden
handbemalten Zinnfiguren gestalteten Dioramen
veranschaulichen die Flucht magyarischer Reiter
ü̈ber den Lech, den Überfall der Ungarn auf
Eine Installation vor
dem Rathaus in Kissing
erinnert auch dort an
die Schlacht auf dem
Lechfeld. Die vier
magyarischen Reiter
wurden nach dem
Vorbild eines Motivs in
einer großformatigen
Wandmalerei im
Inneren des Kissinger
Rat hauses gestaltet.
40
WUNDERVOLL
Führungen & Aktionen
für die ganze Familie…
FRIEDBERG
ERLEBEN ENTDECKEN GENIESSENN
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und tagen im diako
ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955
QR-Codes auf der Be -
schilderung des Rundwegs
„Pfarrschanze“
versetzen nach dem
Ab scannen direkt ins
Jahr 955 – eine digitale
Reise in die Zeit der
Lechfeldschlacht.
Entlang des Rundwegs
erklären außerdem
etliche Info pulte das
Ge schehen von 955.
Auch das Hochaltarblatt
in der Pfarrkirche
St. Ulrich und Afra in
Todtenweis erinnert an
die Lechfeldschlacht:
Es zeigt Bischof Ulrich
mit dem Siegeskreuz,
das ihm der Legende
nach ein Engel in der
Schlacht vom Himmel
gereicht haben soll.
Zu den Denkmälern
der Schlacht auf dem
Lechfeld und denen
des Bischofs Ulrich in
Augsburg, im Lechtal
sowie in Voralpenland
südlich und nördlich
der Donau, aber auch
in Mittelfranken, informiert
der von Experten
hochgelobte Kultur -
reiseführer „Bischof
Ulrich. Ein Heiliger
aus Augsburg“.
den Tross des auf Augsburg vorrü̈ckenden Heers
der deutschen Stämme und den Angriff auf die
Stadt. Im Zentrum des letzteren Dioramas steht
der romanische Dom, wie er zu Leb zeiten des
Bischofs Ulrich ausgesehen hat – auf der Stadtmauer
leitet der Kirchenmann die Verteidigung.
Der Infopavillon in Königsbrunn ist auch
der Ausgangspunkt einer „955 Rad-Rundtour“
des Geschichtspfads, der zu wichtigen Stationen
der Ereignisse von 955 führt. Neu eingerichtet
hat man etwa eine Info-Station in Kissing, wo
eine Installation vor dem Rathaus auf ein kunstvolles
Fresko im Foyer des Rathauses hinweist,
das jedoch außerhalb der Geschäftszeiten nicht
zu besichtigen wäre. Eine Installation vor dem
Rathaus hat dieses Manko jetzt behoben.
Diese Route führt auch zu den sogenannten
Ungarnschanzen bei Schwabegg, Mering, Pöttmes
und Todtenweis: Solche Relikte dörflicher Fliehburgen
sind heute ge schützte Bodendenkmäler.
Bei Todtenweis kann man die Relikte einer der
Ungarnschanzen erwandern, in die sich die
Menschen vor den Angriffen der magyarischen
Reiter flüchteten. Am „Ulrichsmarterl“ im Orts-
teil Sand beginnt eine (sportlich anspruchsvolle,
weder kinderwagen- noch rollstuhlgeeignete)
Tour zur „Pfarrschanze“. Dass solche Fliehburgen
ungebetene „Besucher“ abwehren sollten, merkt
man eben noch immer. Enge Reitergassen, steile
Wälle und Gräben sollten verhindern, dass die
Ungarn bis in die Fliehburgen reiten konnten.
Bei Todtenweis hat ein Archä̈ologe die Relikte
des Pferdegeschirrs eines ungarischen Anfü̈hrers
ergraben, das nun in der Archäologischen Staatssammlung
München ausgestellt wird.
Die „Pfarrschanze“ ist nur ein „wanderbares“
Beispiel für die Spurensuche in und um Augsburg:
Einiges mehr dazu findet man im Internet.
Als Startpunkt des multimedialen Geschichtspfads
bietet sich der „Infor mation spavillon 955“
in Königsbrunn an. Entlang seiner Route hat
die Regio eine Reihe multi medialer Projekte
gestaltet. Für die Haldenburg, eine Ungarnschanze
bei Schwabegg, hat man eine Geocaching
Tour – das „GPS Abenteuer an der Haldenburg“
– konzipiert. Eine kostenlose Wissensspiel-App
verleitet zudem zu einer spannenden
„Spurensuche zur Lechfeldschlacht“.
» Die Informationen zur Suche nach den Spuren der Ereignisse im Jahr 955 erhält man unter
www.955schlachtaufdemlechfeld.de. Dort findet man auch ein Transmedia-Spiel zum Thema
„955 – Die Schlacht auf dem Lechfeld“, das Wissenswertes vermittelt.
» Info-Points zum Geschichtspfad hat die Regio Augsburg Tourismus GmbH in Königsbrunn und
bei Schwabegg (beide im „Augsburger Land“) sowie in den Gemeinden Kissing und Todtenweis
(jeweils im „Wittelsbacher Land“) konzipiert.
» Mehr zum Startpunkt der Spurensuche, dem „Infopavillon 955“ in Königsbrunn, erfährt man
unter www.koenigsbrunn.de/kultur/museen/955. Dort werden jeweils samstags und sonntags
von 14 bis 15 Uhr kostenlos Führungen angeboten (Anmeldung nicht erforderlich).
» Die Denkmäler der Ungarnschlacht sowie des heiligen Ulrich in Augsburg und in der Region
zwischen Ries und Alpen beschreibt der 216-seitige Reise führer „Bischof Ulrich. Ein Heiliger
aus Augsburg“. Diese Spurensuche in der Bischofsstadt Augsburg und im Augsburger Umland
ist mit mehr als 250 aktuellen Fotografien bebildert. Das Literaturmagazin „Bayern im Buch“
urteilte: ein „ausgezeichneter Kulturführer“ (mehr: www.context-mv.de).
42
ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955
Text: Martin Kluger, Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (1), Sonja Wolf (1)
Wurzeln an der Donau – und ein Denkmal in Dillingen
Der heilige Ulrich – fast ein Dillinger
Genau weiß man es nicht, aber vermutlich wurde der heilige
Ulrich unweit von Dillingen a.d. Donau – im Dörfchen Wittislingen
– geboren. In diesem kleinen Ort im „Dillinger Land“
erinnert die Kirche St. Ulrich und Martin an den Bischof von
Augsburg, an seine Mutter und an alemannische Gaugrafen –
die Hupaldinger: Dieser Sippe entstammte der Grafensohn
Ulrich. Verwandte Ulrichs haben – vermutlich zum Schutz
vor angreifenden
Magyaren – eine
Burg in Dillingen
gebaut (die erstmals
973 erwähnt wurde).
Sie nannten sich
von da an „Grafen
von Dillingen“.
An manchen Ecken
des aus dieser Burg
ent stehenden Schlosses – die spätere Neben residenz der Augsburger
Bischöfe – sieht man das mittel alterliche Buckelquadermauerwerk.
Ulrichsdarstellungen entdeckt man in der Burg -
kapelle, in einer Kapelle im Schlosshof, in der Konkathedrale
St. Peter und in einem Fresko in der Studienkirche. Auf dem
St.-Ulrichs-Platz steht das mächtige bronzene Ulrichsdenkmal.
Die Altstadt von Dillingen ist voller sehenswerter Denkmäler –
das alles nur gut 40 Kilometer westlich von Augsburg.
» Mehr zu Dillingen a. d. Donau: www.dillingen-donau.de
Geschichte innovativ vermittelt: App und Geocaching
Freizeittipps zur Lechfeldschlacht
Mit der Wissensspiel-App „955 Spurensuche zur Lechfeldschlacht“
schlüpft man in die Rolle eines Bauern, einer Bäuerin,
eines Waffenschmieds, eines Ungarn oder eines Pferdeknechts.
An den realen Orten des Geschichtspfads scannt man dann
QR-Codes – und das Spiel kann beginnen. Mit abwechslungsreichen
Aufgaben, attraktiven Spielen und Auszeichnungen
für die Zeitreisenden wird die Geschichte spannend und nachhaltig
vermittelt.
Wer diese Art trans -
medialer Wissensvermittlung
mag,
sollte auch die
Geocaching-Tour
an der Haldenburg
absolvieren: Sie
leitet zu fünf Stationen
auf dem Waldund
Kulturlehrpfad um diese Umgarnschutzburg. Die Story:
Zeitreisende einer vorangegangenen Mission haben fünf Artefakte
aus unserer Zeit verloren. Sie müssen wiedergefunden
werden, damit sie nicht von den Menschen des Jahres 955
entdeckt werden – was nämlich die Zeit linie und dadurch die
Zukunft verändern würde. Ein Begleitheft enthält (gedruckt
oder als PDF-Download erhältlich) alle notwendigen Infos.
» Infos zur App und zur Geocaching-Tour sowie
das Begleitheft: www.955schlachtaufdemlechfeld.de
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Tel. 09071 54-211, touristinfo@dillingen-donau. de
Infos und Veranstaltungstermine unter:
www.dillingen-donau.de
43
44
Das „Schwarze Kreuz“ in einer Baumgruppe am Straßenrand
nahe Ried, einem kleinen Ortsteil von Dinkelscherben, ist schnell
übersehen. Denn dieses Flurkreuz ist kein großes Kunstwerk.
2025 erinnert es aber an ein Gedenkjahr: Während des Deutschen
Bauernkriegs stießen hier Ende Mai 1525 etwa 180 Landsknechte
auf rund 200 notdürftig bewaffnete Bauern. Etliche Männer des
schlecht orga nisierten Bauernhaufens wurden erstochen, andere
gefangen genommen. Doch was hier vor exakt 500 Jahren in Blut
und Tränen endete, war nicht nur ein Aufstand der geknechteten
Bauern. Dieser Aufstand des „gemeinen Mannes“ rüttelte auch
in den Städten an den Grundfesten eines ungerechten Gesellschaftssystems.
So genannte Bilderstürmer waren Vorboten der
Reformation. Die aufständischen Bauern wie die Bilderstürmer
kündeten vom Aufbruch in eine neue Zeit. Es sind solche oftmals
übersehenen Denkmäler, die einen Ausflug in den „Naturpark
Augsburg–West liche Wälder“ noch spannender machen. Denn
an allen Ecken und Enden erinnern Stationen an Römer und Ritter,
an die Habsburger und Wittelsbacher, an Bischöfe und Klöster, an
die Fugger und die Mozarts, an die Reformation sowie an jüdische
Landgemeinden. Ein deutschlandweit einmaliger Kulturreise -
führer der Regio Augsburg Tourismus GmbH zeigt Be suchern des
waldreichen Naturparks zwischen Augsburg und Ulm eine Fülle
an Bauten und Kunst, Geschichte und Geschichte(n), die sich am
Rand von rund 2500 Kilometern Wander- und Radwander wegen
erleben lässt. Ziemlich viel Überraschendes inklusive…
IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“
Kleine Denkmäler,
große Geschichte(n)
Wege zu Barock, Fuggern und Mozarts – und zu einem Gedenkjahr
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Wolfgang B. Kleiner (1),
Martin Kluger (10)
45
ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“
Schloss Markt
bei Biberbach ist ein
geschichtsträchtiger
Herrschaftssitz – nicht
zuletzt der Fugger.
2025 erinnert die ummauerte
Anlage hoch
über dem Lechtal auch
daran, dass in Augsburg
vor 500 Jahren ein
Aufstand tobte – der
Jakob Fugger „den
Reichen“ bewog, sich
hierher zu flüchten.
Manch dunkle Seite
so mancher Sehens -
würdig keit ist vor Ort
nicht mehr sichtbar:
1525 verwüstete ein
Bauern haufen das
Kloster Oberschönenfeld
(das damals noch
ganz anders aussah).
Die Burgruine Zusameck
er innert an jene
Bauern, die dort hin -
gerichtet wurden.
Das neue, von der Regio Augsburg
Tourismus GmbH im Jahr 2024
her ausgegebene Taschenbuch mit
dem Titel „Kulturpark Naturpark.
Landschaften, Ziele und Geschichte im Naturpark
Augsburg – Westliche Wälder“ stellt Besuchern
des einzigen Naturparks im bayerischen Schwaben
(auch seinen Bewohnern) mehr als 70 Ziele am
Rand der dortigen Wander- und Radwanderwege
vor. Ein Angebot, das womöglich unter allen
Naturparks in Deutschland einzigartig ist. Im
Jahr 2025 sind darüber hinaus etliche Kapitel
in diesem neuen Ausflugs(ver-)führer ganz
besonders aktuell.
Denn 2025 jährt sich ein bemerkenswertes
Kapitel der deutschen Geschichte zum 500. Mal.
Im Jahr 1525 endete – in Schwaben und auch
vor den Toren Augsburgs – der sogenannte
Deutsche Bauernkrieg, der freilich viel mehr
war als „nur“ das, was sein Name hergibt. Ein
Autor des Bayerischen Rundfunks urteilte: „Der
Bauernkrieg ist die erste Revolution auf deutschem
Boden. Vor dem Hintergrund einer religiösen
Umwälzung erheben sich Untertanen
gegen ihre Herren. Doch die Fürsten ertränken
den Aufstand mit Billigung Luthers 1525 im
Blut.“ Weil sich aber nicht nur die Bauern
gegen das ungerechte Gesellschaftssystem erhoben,
sprechen Historiker vom „Aufstand des
gemeinen Mannes“.
Es brodelte überall im Heiligen Römischen
Reich Deutscher Nation, nicht zuletzt, weil der
Mönch Martin Luther 1520 von der Freiheit
»
2025 erinnert der Naturpark
zwischen Augsburg und Ulm
an ein blutiges Kapitel
deutscher Geschichte.
«
eines Christenmenschen geschrieben hatte –
was er freilich ganz anders verstand als jene,
die damit (irrtümlich) die Vorstellung vom
Ende von Ungleichheit und Unterdrückung
ver banden. Das führte in Augsburg schon 1524
46
ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“
An die auch wegen der
religiösen Konflikte
unruhigen Zeiten
in der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts
erinnert bis heute
das „Herrgöttle von
Biberbach“. 1525 war
dieses große gotische
Kreuz auf dem Karren
eines Weinhändlers
in den Ort gekommen.
Heute erinnert das
Schnitzwerk an die Zeit
der Bilderstürmer – und
an den Glaubensstreit
dieser Epoche, der sich
schließlich zu einem
epochalen Glaubens -
krieg auswuchs. 2025
widmet Biberbach dem
„Herrgöttle“ anlässlich
des „500-Jährigen“ ein
Gedenkjahr.
zum „Schilling-Aufstand“: Die Stadtarmen besetzten
das Rathaus. Sie kämpften für einen
Prediger namens Johann Schilling, der größere
soziale Gerechtigkeit einforderte. Derart heftig
rumorte es in der Stadt, dass selbst Jakob Fugger
„der Reiche“ das Weite suchte und auf seine
(später zum Schloss ausgebaute) Burg Markt
bei Biberbach floh. Und auch in den Dörfern
um die Reichsstadt Augsburg begannen erste
Unruhen, die 1524/25 schließlich im Bauernkrieg
mündeten.
An das eine wie an das andere erinnern
nun im „Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“
mal mehr, mal weniger unscheinbare Denkmäler.
Schloss Markt unscheinbar zu nennen, wäre
unpassend: Denn diesen einstigen Herrschaftssitz
der Fugger hoch über dem Lechtal sieht man
kilometerweit. Ziemlich unscheinbar wirkt dagegen
ein Feldkreuz am Straßenrand, das nahe
dem Dinkelscherbener Ortsteil Ried in einer
Baumgruppe steht. Das sogenannte Schwarze
Kreuz erinnert an ein Gemetzel im Bauernkrieg,
als (so eine Chronik) ein „Lockvogel“ einen
Haufen von etwa 200 Bauern in die Nähe von
Ustersbach führte, wo dann ein Landsknechts -
»
Eine Burgruine, ein Kloster
und ein unscheinbares Kreuz
erinnern im Naturpark an den
Bauernkrieg vor 500 Jahren.
«
trupp über sie herfiel: „Gaben sich die Flucht,
wurden etwas bey zwaintzigen erstochen, etlich
gefangen. Es ist auch ein Pfaff erstochen worden,
het sich anzaygt, er wäre ein pfaf, half in
nichts“, hielt ein Zeitzeuge fest.
Diese Geschichte muss man freilich nach -
lesen: Direkt vor Ort informiert nichts dazu.
Dies gilt genauso für die Burgruine Zusameck
hoch über Dinkelscherben, wo etliche Bauernführer
gefangengehalten und vier von ihnen
hingerichtet wurden. Indirekt erinnert auch das
Kloster Oberschönenfeld an den Bauernkrieg.
Im Frühjahr 1525 plünderten Bauern aus der
Kirchen und Kapellen
im Naturpark sind
vielerorts regelrechte
„Geschichtsbücher“:
Malereien in der Wall -
fahrtskirche von Biberbach
stellen den Mord
an einem Pfarrer im
Dreißigjährigen Krieg
dar. Und der gotische
Biesel bacher Schnitz -
altar dürfte wohl an den
„Ulmer Götzentag“ von
1531 erinnern: Bilder -
stürmer entfernten
damals kostbare sakrale
Kunstwerke aus dem
Ulmer Münster – die
später oft in ländlichen
Kirchen in der Region
wieder auftauchten.
47
ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“
Auch das sind Sehenswürdigkeiten
im Naturpark
– alle jeweils im
„Augs burger Land“: der
einzigartige Glasperlenaltar
in Rommelsried,
die älteste Barockorgel
Süddeutschlands in
Gabelbach, die Grabstätte
des bis heute unvergessenen
Schlager -
sängers Roy Black in
Straßberg sowie das
Fuggerschloss in
Mickhausen (das derzeit
renoviert wird).
Der neue Kulturreiseführer
beschreibt
mehr als 70 sehens -
werte Ausflugsziele im
„Naturpark Augsburg –
Westliche Wälder“.
Umgebung das Kloster, dessen Konvent nach
Augsburg geflohen war. „Sie zerschlugen die
Fenster, zerstörten die Öfen, vernichteten alles
Glaswerk und rissen die Schlösser von Türen
und Kästen, sie raubten das ganze Silber…“
Natürlich wurden alle Vorratskammern geleert
und das Vieh fortgetrieben. Von all dem sieht
man heute auf dem Areal des Klosters nichts
mehr: Die Geschichte des Bauernkriegs muss
man sich dazudenken respektive erlesen.
»
Der Naturpark ist voller
Barock – und voller Geschichten
von Bischof Ulrich, den reichen
Fuggern und Mozarts Ahnen.
«
Das Kloster ist längst ein barockes Juwel,
und auch der „Naturpark Augsburg – Westliche
Wälder“ ist voller Barock und weiß Gott voll
schönerer Geschichten als denen von Krieg,
Tod und Verderben. Gern wird davon erzählt,
dass die Vorfahren Wolfgang Amadé Mozarts
aus den „Stauden“ kamen: Das Mozarthaus in
Heimberg bei Fischach erinnert ebenso daran
wie ein Radweg zu den schwäbischen Mozarts,
den die Regio Augsburg Tourismus GmbH vor
Jahren konzipiert hat. Herrschaftssitze und Pat -
ronatskirchen der Fugger findet man in etlichen
Orten im Naturpark. Dazwischen Spuren des
heiligen Augsburger Bischofs Ulrich, einzigartiges
wie die älteste Barockorgel Süddeutschlands in
Gabelbach und den wohl sogar deutschlandweit
einmaligen Glasperlenaltar in einer Kapelle bei
Rommelsried. Sogar ein paar „naturpark-eigene“
Heilige sieht man hier: etwa die „Wolfsheilige“
Radegundis in der Kirche von Waldberg und
St. Albertus in der Kirche von Wörleschwang.
Der Patron der Hirten und Hörgeschädigten soll
ein schottischer Königssohn gewesen sein.
Geschichte und Geschichten bieten die
Sehenswürdigkeiten im Naturpark also zuhauf,
und Barockperlen wie die Wallfahrtskirchen in
Biberbach und Violau oder das Rokokojuwel
von St. Thekla in Welden sollte man definitiv
besichtigt haben. Darüber hinaus lohnt aber
die „Jagd“ nach Kapiteln deutscher Geschichte:
So erinnert der Bieselbacher Schnitzaltar bei
Horgau wohl an den „Ulmer Götzentag“ von
1531. Und das gotische „Herrgöttle“-Kreuz in
Biberbach – das hier 1525 „anstrandete“ – erinnert
an das Treiben der Bilderstürmer. Ebenfalls
in der Biberbacher Wallfahrtskirche halten zwei
Malereien die Ermordung eines Pfarrers im
Dreißigjährigen Krieg fest, auf den auch ein
(ebenfalls unscheinbares) Gedenkkreuz bei Achsheim
verweist. Spannend, aber nicht immer
schön, ist auch die Geschichte jüdischer Landgemeinden,
auf die man etwa in Fischach stößt.
»Mehr zum Naturpark und seinen vielfältigen Angeboten: www.naturpark-augsburg.de
»Infos zum Museum Oberschönenfeld des Bezirks Schwaben: www.mos.bezirk-schwaben.de
»Mehr Information zum Taschenbuch „Kulturpark Naturpark. Landschaften, Ziele und Geschichte
im Naturpark Augsburg –Westliche Wälder“ (144 Seiten, 160 Abbildungen, bundesweit im Buchhandel
erhältlich): www.context-mv.de/buecher-reisefuehrer
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Internationales
Theaterhaus in Diedorf
Vielfältiges Kulturprogramm mit
» Kinder- und Jugendtheater
» Theater für Erwachsene
» Konzerte und Tanz
Theater EUKITEA
Lindenstr. 18 b
86420 Diedorf
Tel. +49 (0) 82 38 - 96 47 43 0
info@eukitea.de
» Open-Air auf der Waldbühne
» Internationale Theaterfestivals
» Workshops und Seminare
www.eukitea.de
49
Text: Candida Sisto, Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3), Die Bunten e.V. (1)
ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“
Schöner wandern: der „LandArt-Kunstpfad Bonstetten“
Kilometer machen mit vergänglicher Kunst?
LandArt-Künstler verstehen die Natur als Kunstraum. Die Idee:
Die Landschaft liefert das Material für die Kunstobjekte – und
holt es sich wieder
zurück. Erleben
kann man das im
„Naturpark Augsburg
– Westliche
Wälder“ – auf dem
„LandArt-Kunstpfad
Bonstetten“.
Dieser Ort liegt
20 Kilometer nordwestlich
von Augsburg. An einem Parkplatz in der Dorfmitte
des Ortes Bonstetten beginnt ein rund fünfeinhalb Kilometer
langer Wanderweg. Durch Wiesen und Wald geht es dort zu
den Kunst werken aus Naturmaterialien – aus Steinen, Sand
und Holz. Diese vergänglichen Kunst objekte werden allmählich
vom Wind und vom Wetter zerstört: Die Natur erobert
also auch hier nach und nach das Material der Land-Art-Kunst
zurück. Später ent stehen am Rand des „LandArt-Kunstpfads
Bonstetten“ wieder völlig neue Objekte.
» Mehr zum „LandArt-Kunstpfad Bonstetten“ auf der
Website der Regio: www.augsburg-tourismus.de/landart
» Eine Broschüre zum „LandArt-Kunstpfad Bonstetten“
ist bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH erhältlich.
Die digitale Version dieses Prospekts findet man hier:
www.augsburg-tourismus.de/broschueren
Schöner radwandern – „Barocke Blickwinkel“
Bei W.A. Mozarts Vorfahren vorbeischauen?
Um Fischach fanden Forscher ein paar hundert Mozarts. Der
dortige Weiler Heimberg könnte väterlicherseits die Heimat
der Vorfahren
Wolfgang Amadé
Mozarts gewesen
sein. Eine Urkunde
aus dem Jahr 1486
belegt hier einen
Ändris (Andreas)
Motzhart als den
Bewohner eines
schlichten, heute
privat bewohnten
Bauern hauses. Eine kleine Gedenktafel an der Fassa de macht
auf den frühen Mozart aufmerksam. Nah beim Haus steht eine
Kultur- und Info-Installation des Mozart wegs „Der Schwäbische
Mozartwinkel“, eines von der Regio initiierten Rad wander wegs.
Am sü̈d lichen Anhauser Ortsrand liegt die barocke Pfarrkirche
St. Adelgundis. Ein Urgroßonkel W. A. Mozarts – Baumeister
Hans Georg Mozart – hat den Umbau dieser Kirche als Werk -
meister des Augsburger Domkapitels geleitet. Am Waldrand
im Anhauser Tal informiert eine Kultur- und Info-In stalla tio n
am Radweg mit Blick auf den Sakralbau zu diesem Mozart.
» Zu den Mozarts im „Augsburger Land“ informiert das
Taschenbuch „Mozartstadt Augsburg. Leopold Mozart,
Wolfgang Amadé Mozart und ihre schwäbische Familie“.
» Zum Radweg: www.augsburg-tourismus.de/mozartweg
Open-Air auf der Anhauser Waldbühne – und mehr …
Das „Eukitea“: ausgezeichnetes Theater
Das Theater „Eukitea“ in Diedorf ist ein Kulturzentrum am
Rand des „Naturparks Augsburg–Westliche Wälder“. Sein Programm
– Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen und
mehr – wendet sich
an ein Publikum jeden
Alters. Jährliche
Highlights sind das
Sommer-Open-Air
auf der Waldbühne
in Anhausen und
ein liebevoll inszeniertes
Wintermärchen.
Neben Bühnenproduktionen
bietet das „Eukitea“ ein ganzjähriges Work -
shop-Pro gramm im Theaterhaus in Diedorf – darunter der Kids-
Club, der Jugend-Club, das inklusive Theaterprojekt, ein Tanz-
Workshop für Erwachsene und der Workshop „Yoga-Bliss“. Mit
seinen mobilen Theaterstücken ist das „Eukitea“ bundesweit an
Schulen unterwegs und thematisiert dort die Prävention von
Mobbing, Cybermobbing oder Radikalisierung: Dieser Beitrag
zur Bildung und Prävention wurde mehrfach ausgezeichnet –
allein 2024 dreimal: mit dem Kulturpreis Bayern, einer Auszeichnung
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
und der Deutschen UNESCO-Kommission sowie von der Bürgerstiftung
Berlin den Preis „Buddies for Peace“.
» Programm und Projekte: www.eukitea.de
Der Naturpark grenzt auch an das Donautal
Von den Hügeln zum Fluss und in zwei Städte
Nordwestlich wie nördlich von Augsburg erstreckt sich der
„Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“ bis an den Rand des
bayerisch-schwäbischen Donautals. Von höheren Ausläufern
der Moränenhügel
südlich und südwestlich
des großen
Stroms schaut man
über das weite Fluss -
tal, teils bereits mit
Blick auf die nahen
Donaustädte. Von
den Grenzen des
Naturparks sind
es nur wenige Kilometer bis in das Zentrum von Dillingen, der
ehemaligen Residenzstadt der Augsburger Bischöfe, aber auch
in die einstige Reichsstadt Donauwörth. Kurze Wege, die sich
lohnen: Dillingen erinnert an Bischof Ulrich, an die Mozarts
und die Fugger, an Sebastian Kneipp und den hier geborenen
Wilhelm Bauer, den Erfinder des modernen U-Boots. Auch in
Donauwörth findet man Fugger- und Mozartspuren – und die
von Rittern, eines mörderischen Wittelsbachers, einer Schlacht
im Spanischen Erbfolgekrieg und des Komponisten Werner Egk.
» Mehr zu Sehenswürdigkeiten und Prominenz in
Dillingen a.d. Donau: www.dillingen-donau.de/tourismus
» Mehr zu Donauwörth, seiner Geschichte und seinen
Denkmälern: www.donauwoerth.de/tourismus
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51
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Martin Kluger (10), (8),
Norbert Ruth Plössel/ Liesz (1)
Stadt Augsburg (1)
375 JAHRE „AUGSBURGER HOHES FRIEDENSFEST“
Ein höllisch langer
Weg zum Frieden
Augsburgs einzigartiger Stadtfeiertag – und seine Vorgeschichte
52
Anfang des 16. Jahrhunderts begann in Augsburg die lange Zeit des
Glaubensstreits. Bis heute zeugen Denkmäler, darunter ein Objekt
des UNESCO-Welterbes – der Herkulesbrunnen –, davon, wie man
sich in Augsburg wegen des rechten Glaubens hasste, schadete und
verfolgte, nicht selten mit tödlichem Ausgang. Es sind Denkmäler,
die bezeugen, wie sehr sich der Hass auf jeweils Andersglaubende
aufschaukelte. So war der Höllensturz ein beliebtes Motiv, um den
Protestantismus zu ver unglimpfen. Bis heute entdeckt man dieses
Motiv im Stadtbild – etwa in Hans Reichles bronzener Monumentalgruppe
an der Fassade des Zeughauses. Dem Glaubensstreit folgte
ab 1618 die Katastrophe des Dreißig jährigen Kriegs, an dessen Ausbruch
nicht zuletzt einige Augs burger aktiv beteiligt waren. Nachdem
der Konflikt, der als Glaubenskrieg begonnen hatte, 1632 auch
die Stadt am Lech erreicht hatte, verlor Augsburg rund zwei Drittel
seiner Einwohner durch Hunger und Pest. Erst nach dieser größten
Katastrophe in der Geschichte der Stadt lebte man not gedrungen
in Frieden mit den Angehörigen der jeweils anderen Konfession
zusammen. Ab 1650 feierte Augsburg den Westfälischen Frieden,
mit dem der Dreißig jährige Krieg 1648 geendet hatte, mit seinem
„Hohen Friedensfest“. Seit 1950 ist dieses Friedensfest ein weltweit
einmaliger gesetzlicher Stadtfeiertag. Und 2018 hat die deutsche
UNESCO-Kommission das Friedensfest sogar in das bundesweite
Verzeic hnis des Immateriellen Kulturerbes auf genommen. Im Jahr
2025 wird dieses Fest des Friedens zum 375. Mal begangen.
53
VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“
54
Im Oktober 1518 hatte
sich Martin Luther in
Augsburg aufgehalten.
Im Ostchor der ehe -
maligen Karmeliter -
klosterkirche St. Anna
entdeckt man deshalb
heute ein Porträt des
Re formators neben
dem seines Anhängers
und Förderers Kur fürst
Johann Friedrich von
Sachsen. Beide Porträts
stammen aus der
Werkstatt eines der
Großen der Malerei –
Lukas Cranachs d.Ä.
Mit Luthers Tagen in
Augsburg begann hier
die Zeit des Glaubensstreits.
Der Reforma tor
floh am Ende aus der
Stadt, da er den Tod auf
dem Scheiterhaufen
fürchten musste.
Seit 1950 – wohl auch in Erinnerung an
den verheerenden Zweiten Weltkrieg,
in dem Augsburg zu großen Teilen zerbombt
worden war – wurde das „Augsburger
Hohe Friedensfest“ zu einem (und zwar
weltweit) einzigartigen gesetzlichen Feier tag.
Exakt 300 Jahre zuvor – 1650 – hatten die
Augsburger Protestanten das Friedensfest erstmals
gefeiert, weil mit dem „Westfälischen Frieden“
die Gleichstellung der Konfessionen erreicht
worden war. 2025 wird dieses Friedensfest zum
375. Mal begangen: Es ist das beeindruckende
Jubiläum eines Festes des Friedens zwischen
den Konfessionen, das die deutsche UNESCO-
Kommission 2018 ins bundesweite Verzeich nis
des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen
hat. Angesichts der weltpolitischen Lage sowie
der kriegerischen Konflikte in der Ukraine, in
und um Israel und anderswo ist das Augsburger
Friedensfest auch 2025 nicht bloß ein Blick zurück
auf die krisenhafte Zeit des Glaubensstreits
in der ehemaligen Reichsstadt, sondern vor
allem ein Bildungsauftrag für die Gegenwart
und für eine friedliche Zukunft. Das anspruchsvolle
Programm im Vorfeld dieses Feiertags erstreckt
sich 2025 über Wochen bis zum Festtag,
der alljährlich am 8. August begangen wird.
Und damit steckt man schon mittendrin in
einem Dilemma, das sich mit der Einschätzung
dieses Stadtfeiertags nicht nur für die Besucher
Augs burgs, sondern auch für die Einheimischen
auftut: So klar und unstrittig die Zielsetzung
des Friedensfestes heute ist, so wenig versteht
man es, wenn man seinen historischen Hintergrund
und damit seinen Ursprung nicht kennt.
Das beginnt schon mal mit der Frage: Warum
ausgerechnet am 8. August, wenn doch viele
Augsburger angesichts der eben begonnenen
(Schul-)Sommerferien dann gerade erst an die
nahe Adria oder zu einer Urlaubsreise nach
wohin auch immer aufgebrochen sind? Und
weshalb dann, wo doch der Westfälische Friede
an einem 24. Oktober zustande kam? An dieser
Stelle sei der preußische Gelehrte Wilhelm von
Humboldt mit dem Satz zitiert: „Nur wer die
Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“.
Um mit der Historie zu beginnen, ohne die
man die Bedeutung des „Augsburger Hohen
Friedensfestes“ wohl kaum verstehen wird, erklärt
man wohl am besten erst mal das Datum:
Am 8. August 1629 waren nach dem Restitutionsedikt
des Habsburgerkaisers Ferdinand II.
die Augsburger evangelischen Prediger entlassen
worden. Alle evangelischen Kirchen der Reichsstadt
wurden seinerzeit geschlossen. Die (später
»
Selbst ein Martin Luther
verzweifelte an Augsburg. Dort
wurde gehasst wie sonst kaum
irgendwo in Deutschland.
«
wiederaufgebaute) Heilig-Kreuz-Kirche hat man
sogar abgebrochen. Von 1639 bis 1649 konnten
die Protestanten ihre Gottesdienste nur unter
freiem Himmel abhalten. Es war ein tiefer
Eingriff in eine Stadtgesellschaft, die sich mit
blutigen Ausnahmen – etwa, wenn es um das
Auslöschen der radikalreformatorischen Täuferbewegung
ging – doch um den Konsens bemüht
hatte. Lange Zeit hatten hier die Anhänger der
Reformatoren Kaspar Schwenckfeld und Ulrich
Zwingli unter den Anhängern des neuen Glaubens
die größten Gruppen gebildet. Augsburg war
zudem ein Zentrum der Wiedertäufer und einer
Schwärmerbewegung gewesen. Sogar der hartgesottene
Luther verzweifelte schier an dieser
VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“
Den Kampf des starken
Halbgottes Herkules
mit der Wasserschlange
Hydra findet man zweimal
in der Stadt: Die
originale Bronzefigur
steht unter dem Glasdach
des Viermetzhofs
im Maximilianmuseum
(Bild), ein Abguss ziert
den Marmorpfeiler des
Monumentalbrunnens
in der Maximilian -
straße, seit 2019 ein
Objekt des UNESCO-
Welterbes. In der Zeit
der Renaissance ver -
körperte die Wasserschlange
Hydra die
Häresie, den neuen
Glauben, der freilich im
Schmalkaldischen Krieg
vom starken Kaiser
(vermeintlich) besiegt
worden war.
Stadt: „Augsburg zerfällt in sechs Teile“, klagte
der Reformator. (Er tat das freilich auf Lateinisch:
„Augusta in sex divisa est sectas“.) Seine Anhänger,
die Lutheraner, bildeten noch länger
nicht die größte Gruppe. Gegen die zahlreichen
Wiedertäufer war die Reichsstadt am Ende sogar
mit der Todesstrafe vorgegangen. Selbst Frauen
und Kinder wies man aus der Stadt, was nicht
selten dem Todesurteil gleichkam.
Wie sich die Augsburger im Zeitalter des
Glaubensstreits wegen des „rechten Glaubens“
schädigten, vertrieben oder mit Folter und Tod
bedrohten, ist eine ziemlich lange und ziemlich
unappetitliche Geschichte. Das Ende vom Lied:
Der Glaubensstreit wurde zum Glaubenskrieg.
Aus diesem Glaubenskrieg erwuchs der Dreißigjährige
Krieg, der nah bei Augsburg sogar schon
ein paar Jahre früher begonnen hatte und 1632
auch diese Stadt erreichte. Weniger die Kämpfe
als vielmehr Vertreibungen, vor allem Pest und
Hungersnöte dezimierten die Bevölkerung der
Reichsstadt ungefähr um zwei Drittel – und
das, obwohl immer wieder Kriegsflüchtlinge in
die Stadt zogen, darunter aus dem nahen Dorf
Pfersee ein Maurer namens Mozart, der erste
Augsburger Vorfahre von Wolfgang Amadé. In
diesem Krieg hatten Truppen der katholischen
Habsburger und Wittelsbacher das von Schweden
besetzte Augsburg belagert. In der eingeschlosse -
nen Stadt kam es zu Fällen von Kannibalismus:
An was der Herkules -
brunnen erinnert und
was 1548 an diesem Ort
geschah, zeigt auch ein
Gemälde im nörd lichen
Fürsten zimmer des Ra t -
hauses: Kaiser Karl V.
vergab die Kurfürstenwürde
Sachsens auf
diesem Platz vor den
Fuggerhäusern neu.
Zu den Gehässigkeiten
des konfessionellen
Zeitalters gehörte, dass
Andersgläubige verunglimpfend
dargestellt
wurden. In der Pfarrkirche
St. Michael
in Fischach hatte der
Augsburger Bischof
das Sagen: Ein barockes
Fresko im Chor zeigt
dort den Höllensturz
zweier Protestanten.
Gemeinsam mit ihnen
in die Tiefe stürzende
Schriften kennzeichnen
sie als „Irrlehrer“.
55
VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“
Im Kleinen Goldenen
Saal des Augsburger
Jesuitenkollegs ist
ebenfalls ein Höllensturz
abgebildet. Den
Protestantismus so
zu ver unglimpfen, war
im nach 1648 offiziell
bi kon fessio nellen
Augsburg eigentlich
nicht opportun. Auch
die Jesuiten hatten
vertraglich zu sichern
müssen, sich daran zu
halten. Doch ihre Augsburger
Nieder lassung
blieb als Zentrum der
Gegen reformation fest
in katholischer Hand.
Dieses Fresko be kamen
Protestanten also gar
nicht zu Gesicht.
Spätestens seit 1616
feiert Augsburg am
29. September – dem
Michaelitag – das
„Tura michele“ als ein
(heute) vermeintlich
harm loses Kinderfest.
Der Erz engel Michael
sticht dabei im Takt
des Schlags der Uhr am
Perlachturm auf den
Teufel ein: Das mecha -
nische Figurenspiel
zeigt den Sieg des
katho lischen Glaubens
über den Protestantismus
und war im Kern
eine Todesdrohung.
Diese Be deu tung des
„Tura michele“ ist kaum
mehr bekannt. (2025
fällt dieses Kinderfest
wegen der Sanierung
des Perlachturms aus.)
56
In der durch den Belagerungsring ausgehungerten
Stadt waren zuvor alle Hunde, Katzen und
sogar die Ratten von den verzweifelten Menschen
erjagt und verspeist worden.
Dass es überhaupt zu diesem Krieg gekommen
war, war nicht zuletzt einigen geistlichen
»
Erst die Katastrophe des
Dreißigjährigen Kriegs erzwang
endlich den Frieden zwischen
den Konfessionen.
«
und weltlichen Protagonisten hinter den Mauern
Augsburgs zu „verdanken“ gewesen, etwa Bischof
Heinrich oder Hans Jakob Fugger. Der Letztere
hatte die Enteignung und Vertreibung vornehmer
reicher Protestanten und die Hinrichtung oder
die Galeerenstrafe für die Ärmeren gefordert.
Erst im Angesicht der Katastrophe – und mit
dem Blick auf die blutige Bilanz des Glaubensstreits
– besann man sich auch in Augsburg
eines Besseren. Die beiden großen Konfessionen
suchten nun (zumindest offiziell und öffentlich
zur Schau getragen) erneut den Frieden in der
Stadt, wobei die Protestanten das Friedensfest
am 8. August noch lange allein feiern sollten.
Erst seit dem Jahr 1984 feiern auch die Katholiken
mit.
Ganzjährig im Stadtbild zu ent decken sind
die Denkmäler des Glaubensstreits in Augsburg,
Programm des Friedensfestes 2025
„Frieden riskieren“
» 8. Mai, 15 Uhr, „Kongress am Park“:
ein Festakt der Stadt Augsburg und des Bayerischen
Landtags anlässlich des 80. Jahrestags
der Befreiung (Ende des Zweiten Weltkriegs
am 8. Mai 1945)
» 8. Mai, 20 Uhr, Heilig-Kreuz ev.:
Europäisches Friedenskonzert „Be freiung“
(Marc Sinan, Uraufführung)
» 21. bis 24. Juni: „Prävention und gesell schaft -
licher Frieden“ – Deutscher Präventionst ag,
mit Rahmenprogramm
» 28. Juni, Innenstadt:
Lange Kunstnacht, Motto: „Frieden gestalten“
» 19. Juli, Innenstadt:
Augsburger Chornacht
» 7. August, Rathausplatz und Freilichtbühne am
Roten Tor: Interreligiöses Friedens gebet und
Friedenskonzert
» 8. August, ab 10 Uhr: Ökumenischer
Fest gottesdienst, Friedens tafel auf
dem Rathausplatz, Kinderfriedensfest im
Botanischen Garten sowie abends Festkonzert
in der St.-Anna-Kirche
context verlag
Augsburg | Nürnberg
VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“
Am 8. August, am Tag
des „Augsburger Hohen
Friedensfestes“, begeht
Augsburg seinen
weltweit einmaligen
Stadtfeiertag mit
Gottes diensten und –
soweit das Wetter mit -
spielt – mit der traditi o -
nellen „Friedenstafel“
auf dem Rathausplatz.
Ebenfalls ein Denkmal
des Friedens: Über dem
Kanzelkorb der evangelischen
Kirche St. Anna
bläst der „Friedens -
engel“ die Posaune und
verkündet damit den
Friedensschluss nach
dem Ende des Dreißigjährigen
Kriegs.
Die teils erschütternde
Vorgeschichte des
„Augsburger Hohen
Friedensfestes“ und
die mit dem Glaubensstreit
verbundenen
Denkmäler in und bei
Augsburg zeigt und erklärt
das Taschenbuch
„Glaube. Hoffnung.
Hass.“ – unter anderem
mit 241 Abbildungen.
denn sie sind ja nicht einfach verschwunden –
allein schon deshalb nicht, weil es sich bei
diesen diffamierenden Darstellungen des neuen
Glaubens um hochrangige Kunst handelt, die
mit Absicht unübersehbar platziert worden war:
Diese Kunstwerke bedrohten Protestanten mit
dem Tod. Eine dieser Schöpfungen ist nun ein
»
Über das Friedensfest
und sein Programm hinaus
erinnern auch Denkmäler
an den Glaubensstreit.
«
Objekt des UNESCO-Welt erbes: der Herkulesbrunnen
in der Maximilianstraße. Die bronzene
Figurengruppe auf dem Brunnenpfeiler zeigt
Herkules, der die Wasserschlange Hydra erschlägt.
In der Renaissancekunst stand die Hydra aber
für die Häresie, also für den neuen Glauben.
Der starke Halbgott verkörpert dort den katho -
lischen Kaiser, der die Protestanten 1548 (exakt
an diesem Platz) gedemütigt hatte.
Eine ähnliche Siegesdarstellung zeigt die
monumentale Bronzegruppe des Bildhauers
Hans Reichle an der Fassade des Zeughauses
(wo der katholisch dominierte Rat für den Fall
eines Aufstandes der Andersgläubigen Waffen
gelagert hatte). Dort stößt St. Michael den
Teufel in die Hölle. Der Erzengel, der Patron
der katholischen Kirche, ist die Personifikation
der Gegenreformation. Ihn entdeckt man bis
heute in etlichen Kirchen in und um Augsburg,
in der Verbindung mit einem Höllensturz etwa
auch im Deckenfresko der Pfarrkirche St. Michael
in der Marktgemeinde Fischach im südlichen
Landkreis Augsburg. In den Chorfresken stürzen
dort zwei Protestanten, an ihren Büchern als
„Irrlehrer“ erkennbar, zur Hölle. In der Fischacher
Kirche hatte der Augsburger Bischof das Sagen.
Derartige Fresken entstanden im Bistum Augsburg
sogar noch Mitte des 18. Jahrhunderts.
So war das auch im Kleinen Goldenen Saal
des Augsburger Jesuitenkollegs, den man heute
zum Beispiel dann kennenlernt, wenn dort
eines der Konzerte der Mozart-Festivals stattfindet.
In einem der 1765 entstandenen barocken
Deckenfresken im vormaligen Kongregationssaal
stürzt der Erzengel Michael einen von einer
Schlange gebissenenen Teufel mit Fledermausflügeln
als Verkörperung des Protestantismus in
die Tiefe. (Jesuiten waren die Speerspitze der
Gegenreformation.) Es sind derartige Denkmäler,
welche die tiefere Bedeutung des Friedensfestes
aufzeigen. Sehenswert und ein „Denk mal!“ im
eigentlichen Wort sinn sind solche Kunstwerke
sowieso – und jederzeit.
» Mehr zum ambitionierten Veranstaltungsprogramm des „Augsburger Hohen Friedensfestes“:
www.friedensfest-augsburg.de und www.augsburg-tourismus.de
» „Augsburg: Brennpunkt der Religionsgeschichte“ heißt eine Faltbroschüre der Regio Augsburg
Tourismus GmbH, die zu den Denkmälern in Augsburg, im Landkreis Aichach-Friedberg und
im Landkreis Augsburg führt – etwa in den Dom, in die Lutherstiege bei St. Anna oder auch in
die spektakuläre Versöhnungskirche in Lagerlechfeld im „Augsburger Land“. Diese Broschüre
findet man als PDF zum Download: www.augsburg-tourismus.de/broschueren
» Das 336-seitige Taschenbuch „Glaube. Hoffnung. Hass. Von Martin Luther in Augsburg (1518)
über den Dreißigjährigen Krieg (1618 –1648) bis zur ,Sau aus Eisleben’ (1762)“ informiert zum
konfessionellen Zeitalter und damit zur Vorgeschichte des „Augsburger Hohen Friedensfestes“.
58
Tradition
goes
Fashion
4.4.–19.10.2025
Titelmotiv: Susanne Bisovsky / Foto Wolfgang Pohn
Staatliches Textil- und
Industriemuseum Augsburg (tim)
www.timbayern.de
Kooperationspartner
Medienpartner
Kulturpartner
DIE WITTELSBACHER UM AUGSBURG
Vom „Sisi-Schloss“
zum Fürstenschloss
Über die Grenzstadt Friedberg bis in die Residenzstadt Neuburg
60
Denkt man an Augsburg, denkt man an die Fugger, an die Mozarts
und an Bertolt Brecht, vielleicht noch an die Habsburger, an Rudolf
Diesel oder an Bischof Ulrich. Aber an die Wittelsbacher? Doch an
sie – sogar an „Sisi“ und die „Tragödie von Mayerling“ – erinnern
in Augsburg etliche kleinere und größere Sehenswürdigkeiten. Die
Schlösser der Wittelsbacher liegen jedoch östlich des Lechs – etwa
das „Sisi-Schloss“ in Unterwittelsbach, ein Wasserschloss unweit
der Ruinen der Stammburg der Wittelsbacher bei Oberwittelsbach,
sowie das „Wittelsbacher Schloss“ in Friedberg und das Renaissanceschloss
in der einstigen Residenzstadt Neuburg an der Donau. Und
auch in der nahen Stadt Donauwörth erinnern spärliche Relikte
einer Burgruine und ein Grabmal an einen Wittelsbacher, der seine
Gemahlin aus Eifersucht enthaupten ließ. Nach Augsburg und zum
„Sisi-Schloss“ bei Aichach führt im Übrigen auch die „Sisi-Straße“,
eine transnationale Tourismusroute zu Stationen im Leben der
Kaiserin und König Elisabeth – „Sisi“ war ihr Kosename als Kind.
Text:
Martin Kluger
Fotografie:
Erich Echter/Stadt
Aichach (1),
Martin Kluger (10),
Patrick Kluger (1)
61
SCHLÖSSER UND BURGEN DER WITTELSBACHER NAHE AUGSBURG
Weit mehr Grenzveste
als Lustschloss ist das
„Wittelsbacher Schloss“
in Friedberg. Die Torflügel
am Schlossportal
zieren Bayernrauten
und das Wappentier
der Wittelsbacher,
der bayerische Löwe.
Der Hof des Fried -
berger Schlosses lässt
erahnen, dass hier eine
mittelalterliche Burg
zum Renaissanceschloss
umgebaut
wurde. Das Museum im
„Wittelsbacher Schloss“
erinnert auch an die
Geschichte dieses Baudenkmals
sowie die der
Grenzstadt am Lech.
Befasst man sich mit den Wittelsbachern,
kommt man zum Resümee: Besonders
nett waren die Vertreter dieser Dynastie
häufig nicht. Kriege haben sie etliche
angestiftet, auch ein Mord war schon mal drin.
Spannend ist die „Story“ der Wittelsbacher alle -
mal: Ab 1180 hatten sie in Bayern geherrscht,
zu dem ab 1806 dann auch Augsburg gehörte.
Wittelsbacher regierten als Pfalzgrafen, Herzöge
und Kurfürsten. 1806 wurde Bayern sogar noch
ein Königreich. Zwei Wittelsbacher waren zuvor
römisch-deutsche Kaiser geworden, andere hatten
in anderen Ländern Europas regiert.
Dass man allein mit Bravsein etwas werden
oder in die Geschichte eingehen kann, haben
diverse Wittelsbacher eindrucksvollst widerlegt.
Die namensgebende Stammburg der Wittelsbacher,
deren Ruine man im Aichacher Stadtteil
Oberwittelsbach entdeckt, wurde 1209 zer stört,
nachdem Otto VIII. von Wittelsbach 1208 in
Bamberg den deutschen König erschlagen hatte.
Die vormalige Herzogstadt Aichach nennt sich
ob dieser Stammburg „Wiege der Wittels bacher“.
In Unterwittels bach erinnert ein Wasserschloss
an die Kindheit der Kaiserin Elisabeth.
Dorthin locken „Sisi-Ausstellungen“ und eine
Kultur reiseroute, die „Sisi-Straße“. Das Wasserschlösschen
hatte Herzog Max in Bayern erworben,
weil er in dieser Gegend – ungestört
vom Trubel im nahen München – seiner großen
Leidenschaft, der Jagd, frönen konnte. Unvergessen
blieb der Wittelsbacher vor allem wegen
»
Im „Wittelsbacher Land“
um Aichach und Friedberg
erwarb Herzog Max in Bayern
drei Schlösser.
«
seiner Tochter Elisabeth – „Sisi“, der Kaiserin
von Österreich und Königin von Ungarn. Vermutlich,
weil ihm seine Verpflichtungen in der
Residenzstadt München auf die Nerven gingen
(und der passionierte Waidmann nahe Aichach
über ein großes Jagdrevier verfügte), erwarb
Herzog Max auch das stattliche Schloss in Kühbach
sowie ein kleines Jagdschloss im Dörfchen
62
RENAISSANCESTADT
NEUBURG AN DER DONAU
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Malerische Altstadt
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Fotos: Dietmar Denger
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SCHLÖSSER UND BURGEN DER WITTELSBACHER NAHE AUGSBURG
Im „Wittelsbacher
Land“ erinnert auch
das Schloss in Kühbach
an Herzog Max in
Bayern, den Vater
der späteren Kaiserin
Elisabeth. Den „Zithermaxl“
genannten
Wittelsbacher sieht
man heute in der
Dauer ausstellung
im „Sisi-Schloss“ in
Unterwittelsbach.
Häufig fotografierter
Erinnerungsort – die
gotische Kirche „Maria
vom Siege“ auf einem
steilen Burghügel
am Rand des Dorfes
Ober wittelsbach.
Rapperzell. Beide Schlösser werden zwar privat
bewohnt, von außen anschauen kann man sie
durchaus. In Kühbach lohnt sich außerdem ein
Blick in die Schlosskirche – und zwar sogar
sehr. Denn auf den dortigen Stiftertafeln sind
frühe Wittelsbacher und Wittelsbacherinnen
abgebildet. Ebenfalls privat bewohnt, aber einen
Blick wert, ist auch das einstige Schloss der
Wittels bacher in Mering.
In den Herzogstädten Aichach und Friedberg
und drum herum sieht man noch etliche weitere
Spuren dieser Dynastie, nach der sich das
gesamte „Wittelsbacher Land“ benennt. Ein Geschichtspfad
auf dem alten Kirchweg zwischen
den Aichacher Ortsteilen Unterwittelsbach und
Oberwittelsbach vermittelt an sechs Stationen
rund tausend Jahre bayerischer Geschichte, die
Geschichte der Wittelsbacher und ihren Bezug
zu Oberwittelsbach, zu Unterwittelsbach und
zur Stadt Aichach. Die Ruine ihrer namens -
gebenden Stammburg entdeckt man auf einem
steilen Burghügel in einem Waldstück bei Oberwittelsbach.
Von dieser Burg sind nur wenige
Mauerreste erhalten. Auf dem Burgplatz vor
der gotischen Burgkirche hat man 1834 ein
„Nationaldenkmal“ aufgestellt.
»
Die im Kern mittelalterliche
Festung in Friedberg wurde
zum Renaissanceschloss
umgebaut.
«
Unzerstört und bestens erhalten blieb das
Renaissanceschloss in der Herzogstadt Friedberg.
Eine mittelalterliche Burg diente dort vormals
als das „Auge Bayerns“ auf die nahe Reichsstadt
Augsburg. Später machte man aus der Festung
ein Schloss, das nun als herzöglicher Witwensitz
diente. Erbaut hatte diese Festung Mitte des
13. Jahrhunderts der Bayernherzog Ludwig „der
Strenge“. Seinen Beiname erhielt der Wittelsbacher,
weil er in Donauwörth im Jahr 1256
aus Eifersucht seine Gemahlin Maria von Brabant
enthaupten ließ – und weil er in blindwütiger
Raserei ganz nebenher auch noch den Burgvogt
sowie zwei Burgfräulein erschlug.
Nur eine halbe Autostunde von Augsburg
entfernt erinnert Donauwörth an diese tragische
Episode in der Geschichte der Wittelsbacher.
Wenige Mauerreste lassen dort noch erahnen,
dass auf dem hohen Mangoldfelsen eine Burg
stand. Burgherr war jener Wittelsbacher Ludwig
Nah bei Friedberg liegt
die Marktgemeinde
Mering am Flüsschen
Paar. Hier erinnert ein
Schloss an die Zeit der
Wittelsbacher, die dort
vom 13. Jahr hundert an
und danach bis 1808 die
„Hausherren“ waren.
Das Schloss wird privat
bewohnt und kann nur
von außen besichtigt
werden. In Meringer
Kirchen und Kapellen
findet sich aber noch
einiges mehr zu den
Wittelsbachern.
64
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65
SCHLÖSSER UND BURGEN DER WITTELSBACHER NAHE AUGSBURG
Rund 70 Kilometer von
Augsburg entfernt, aber
sicher ein lohnendes
Ziel bei der Suche nach
Spuren der Wittels -
bacher in der Region,
ist das Residenzschloss
in Neuburg an der
Donau. Diese Stadt
war das Zentrum des
wittels bachischen
Fürstentums
Pfalz-Neuburg,
der sogenannten
Jungen Pfalz.
Auch in der früheren
Grenzstadt Rain am
Lech stößt man auf
ein mittelalterliches
Wittels bacherschloss.
Im nahen Donauwörth
erinnert das weiß-blaue
Rautenwappen auf
der Grabplatte der
Maria von Brabant in
der Kirche Heilig Kreuz
an einen mörderischen
Wittelsbacherherzog,
Ludwig „den Strengen“.
(Von seiner Burg sind
nur noch Mauerreste
zu finden: Diese Veste
wurde 1301 geschleift.)
„der Strenge“, der auch die Festung in Friedberg
errichten ließ. In der Donaustadt erinnern frei -
lich nur noch ein paar karge Mauerreste am
Mangoldfelsen ans Schicksal der unglücklichen
»
Zwei Schlösser
und die Relikte einer Burgruine
sind Spuren der Wittelsbacher
an der Donau und am Lech.
«
Maria von Brabant. Ihr Grabmal jedoch entdeckt
man in der Heilig-Kreuz-Kirche: Die Deckplatte
ziert auch ein bayerisches Rautenwappen.
An der Donau erinnert zudem ein Schloss
in der Residenz stadt Neuburg an die Dynastie.
Dieses Renaissanceschloss war die Residenz des
Wittelsbacher Herzogtums Pfalz-Neuburg. Ab
1527 hatte Pfalzgraf Ottheinrich hier eine Burg
im Stil der Renaissance ausbauen lassen. Dieser
mächtige Komplex über dem Donauufer zählt
zu den bedeutendsten deutschen Schlössern aus
der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Auf dem Weg zur Donau – nach Neuburg
an der Donau oder nach Donauwörth – lohnt
sich ein Abstecher nach Rain am Lech. Rund
40 Kilometer von Augsburg entfernt stößt man
auch dort auf ein im Kern mittelalterliches
Schloss mit hohen gotischen Zinnengiebeln –
eine zweigeschossige Dreiflügelanlage mit einem
Schlosspark davor. Weitere Spuren der Wittelsbacher
entdeckt man auch in ihrer ehemaligen
Grenzstadt. Grenzstadt deswegen, weil damals
am Westufer des nahen Lechs für Bayern ein
fremdes Territorium begann – Schwaben.
» Weitere Informationen zum „Wittelsbacher Land“: www.wittelsbacherland.de
» Mehr zum „Sisi-Schloss“: www.aichach.de/tourismus/sehenswertes/sisi_schloss
» Alles zum Schloss in Friedberg: www.wittelsbacher-schloss-friedberg.de
» Aichach nennt sich die „Wiege der Wittelsbacher“ (www.wiege-der-wittelsbacher.bayern).
» Vieles zur tragischen Geschichte der Maria von Brabant und ihres mörderischen Wittels bacher -
herzogs in Donauwörth findet man im Internet – sogar im „Ökumenischen Heiligenlexikon“.
» Mehr zur „Sisi-Straße“, die bis nach Österreich, Ungarn und Italien führt: www.sisi-strasse.info
66
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„Mozart in Augsburg“ – die Mozartstadt
Augsburg mit dem Smartphone erleben
Die Mozart-App informiert zu 17 Augsburger Mozart -
stätten sowie deren Verbindungen zu Leo pold Mozart
und seinem Sohn Wolfgang Amadé. Videoclips, Fotos
und Augmented-Reality-Szenen er gänzen die Hö rbilder:
Schauspieler und Kabarettist Maximilian Schaf roth leiht
dem „Wolferl“ seine Stimme. Und auch W.A. Mozarts
geliebtes „Bäsle“ tritt virtuell auf den Plan. Verfügbar im
App Store und im Google Play Store (Stichwort: „Mozart
in Augsburg“) – oder über nebenstehende QR-Codes.
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RÖMERFUNDE, EINE RÖMERSTRASSE UND EINE „RÖMER-APP“
Eine Ausstellung zur
Via Claudia Augusta
finden Besucher der
Römerstadt Augsburg
2025 im „Römerlager“
im Zeughaus. Auf die
Abgüsse antiker Steindenkmäler
stoßen sie
an der „Römermauer“
beim Dom. Dort wie im
Museum entdeckt man
ein Fragment des Grabmals
eines römischen
Weinhändlers (unten).
Römer in und bei Augsburg: auf der Via
Claudia Augusta und per App zur Antike
15 vor Christus setzte der erste Römer seinen Fuß auf den Lechkies bei Augsburg, wo nun ein
Militärlager entstand. Jahrzehnte später wurde dieses Legionärslager am Lechufer zur Keimzelle
der Römerstadt Augusta Vindelicum – einer der ältesten Städte Deutschlands. Was die
Archäologen beinahe zweitausend Jahre später aus dem Boden gruben, sieht man im „Römerlager“.
In diesem Haus der Kunstsammlungen und Museen Augsburg erinnert eine Sonderausstellung
an die Römerstraße Via Claudia Augusta. Und eine App führt durch die antike Stadt.
68
Die Beschilderung
der Via Claudia Augusta
markiert ihren Verlauf.
Bei Radtouristen ist sie
ein besonders beliebter
Fernradweg.
Die Römerstadt Augsburg – Augusta
Vindelicum – war der Mittelpunkt
der römischen Provinz Raetien.
Heute liegt Augsburg deshalb im
Zentrum jeder Suche nach Spuren der Römer
in Bayern: Das allein schon wegen zahlreicher
Funde, in denen sich die Blüte der Provinzhauptstadt
am Lech widerspiegelt. Zudem liegt
Augs burg am Kreuzungs punkt zweier Römerstraßen
– der Via Claudia Augusta und der Via
Julia. Von dieser Stadt sind auch die Via Danubia
und der Raetische Limes nicht weit entfernt.
In Augsburg entdeckt man die Spuren der
römischen Epoche durchaus noch im Stadtbild:
etwa eine Spolie hier oder den Abguss eines
Römersteins da. Kaum zu übersehen: die Abgüsse
wichtiger Steinfunde an der „Röme r mauer“ vor
der Südfassade des Doms. Antikes zeigen auch
das „Römerlager“ im Zeughaus, ein Museum
der Kunstsammlungen und Museen Augsburg
(2025 mit einer Ausstellung zur Via Claudia
Augusta), sowie Museen im Umland. Eine neue
»
Die Stadt in der Römerzeit
lernt man in Augsburg
neuerdings sogar mit einer
„Römer-App“ kennen.
«
App („Augusta Vindelicum“) leitet virtuell zu
elf Stationen im römischen Augsburg und vor
der Stadtmauer. Die „Römer-App“ zeigt zum
Beispiel die Höhe der Wehrmauer, ihren Verlauf
und die Lage der Stadttore. Diese App funktioniert
als „Stadtführer“ bei der Suche
nach Spuren vor Ort genauso wie für jene, die
Augusta Vindelicum vom Sofa aus erkunden.
» Mehr Informationen zur Via Claudia Augusta und ihren Stationen: www.viaclaudia.org
» Informationen zur Ausstellung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg im „Römer lager“
im Zeughaus: www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/roemerlager
» Die App „Augusta Vindelicum“ findet man im App Store und im Google Play Store.
» Bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH ist die Broschüre „Die Römer in und um Augsburg“
in der Tourist-Info am Rathausplatz oder auf Anforderung (Telefon 0821 50207-0) erhältlich.
Zum digitalen Lesen oder zum Download unter: www.augsburg-tourismus.de/de/broschueren
» Die Via Claudia Augusta in Bayern und die dortigen Römerspuren und Museen beschreibt ein
Reiseführer – das Taschenbuch „Die Römer zwischen Alpenrand und Limesland. Die römische
Provinz Raetien: Keimzelle des Kulturlandes Bayern“. Ein Guide mit über 350 (!) Abbildungen.
Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (4), 2av GmbH (S. 69/oben)
RÖMERFUNDE, EINE RÖMERSTRASSE UND EINE „RÖMER-APP“
Die neue App „Augusta
Vindelicum“ versucht,
mit solchen Bildern das
Augsburg der Antike
zu erklären: Hier dreht
sich das Rad einer Ge -
treidemühle über einem
Kanal. Die Spuren des
von den Römern um das
Jahr 20 nach Christus
angelegten Kanals und
auch die dieser Mühle
haben die Archäo logen
tat sächlich ergraben.
Das Treibwasser kam
im offenen Kanal aus
einem 35 Kilo meter
südlich der Römerstadt
ge legenen Flussanstich
an der Singold.
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75 JAHRE ROMANTISCHE STRASSE
Augsburgs nahe Nachbarn
an der Route der
Romantischen Straße
sind die bayerischen
Städte Friedberg (oben
links), Donauwörth
und Landsberg am Lech
(unten) – wo man jeweils
auch mal im Old -
time r bus anreisen kann.
Ein in Augsburg geborenes „Baby“ wird
75 Jahre jung – die Romantische Straße
Die Romantische Straße – die längst weltberühmte Reiseroute zwischen Würzburg und dem
Main im Norden sowie Schloss Neuschwanstein und Füssen ganz im Süden – feiert im Jahr
2025 ihren 75. „Geburtstag“. Aus der Taufe gehoben wurde dieses touristische „Baby“ 1950 in
Augsburg: Dort wurde die Ferienstraße mit ihren (mittlerweile 29) romantischen Reisezielen
hoffnungsfroh gegründet. Ein bisschen vielleicht auch deshalb, ganz sicher aber geografisch,
ver steht sich die Renaissancestadt am Lech bis heute als Mittelpunkt der Romantikroute.
70
Die Romantische Straße
ist inter national bekannt,
selbst im Fernen
Osten. Hinweisschilder
informieren deshalb
auch auf Ja pani sch.
Es war im Jahr 1950, als der Tourismus
in einem Deutschland, das noch etliche
Kriegsspuren zu beseitigen hatte, wieder
ins Rollen kam. In Augsburg, im Hotel
„Augusta“, hatten sich damals Touristiker aus
Städten Bayerns und dem direkt benachbarten
Baden-Württemberg zur Gründung der „Arbeits-
gemeinschaft Romantische Straße“ getroffen.
Das „Baby“, das diese Touristiker aus der Taufe
gehoben hatten, wuchs und gedieh. An dieser
Ferienroute lernt man heute 29 romantische
Orte im bayerischen Schwaben, in Oberbayern,
Franken und Württemberg kennen. Stationen
an der Ferienstraße zwischen Würzburg und
Füssen sind teils weltberühmte Reiseziele, etwa
Schloss Neuschwanstein, die Wieskirche bei
Steingaden oder Rothenburg ob der Tauber –
und natürlich die Fuggerstadt Augsburg.
Dass Augsburg „mittendrin“ liegt, liegt aber
weniger an der Historie dieser Tourismusstraße,
sondern selbstverständlich am Verlauf der Route
zwischen dem Main und dem Alpenrand. Gut
für Augsburg ist auch: Romantische Nachbarn
liegen hier in Sichtweite (das altbayerisch-barocke
Friedberg) oder bloß jeweils wenige Autominuten
»
Nah bei Augsburg
liegen weitere romantische
Städte: Friedberg, Donauwörth
und Landsberg am Lech.
«
von Augsburg entfernt. Vom Schellenberg über
Donauwörth aus genießt man den Blick auf die
Türme des Liebfrauenmünsters und der Kirche
Heilig-Kreuz und aufs Fuggerhaus. In Landsberg
am Lech locken der Stadtplatz mit dem Schmalzturm,
weitere idyllische Stadttore und Türme,
Rokokokirchen und das rauschende Lechwehr.
Noch ein ganz heißer Tipp: Friedberg feiert
vom 4. bis zum 13. Juli 2025 sein historisches
Altstadtfest – die „Friedberger Zeit“. Mehr dazu
im Internet (www.friedberger-zeit.de).
» Mehr zur Romantischen Straße und ihren romantischen Städten, zu ihrer Busroute
und zur beliebten Radroute entlang dieser Ferienstraße: www.romantischestrasse.de
» Mehr zu Augsburgs romantischen Nachbarn im Internet: www.friedberg.de/kultur-tourismus
sowie www.donauwoerth.de/tourismus und www.landsberg.de/tourismus
Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3), Arbeitsgemeinschaft Romantische Straße (1)
Rieder To or
Reichsstraße
Zusammenfluss von Wör
Ganzjährige Führungen für Bürger und Gäste
Käthe-Kruse -
Puppen-Museum
Unser Tippnitz und Donau am Donau
uspitz
Historische Stadtführung dur ch die ehemals Freie Reichsstadt
Mai bis September: Montag bis Donnerstag, 18:00 Uhr
Oktober bis April: Termine
siehe Homepage
Treffpunkt: Tourist-Information, Rathausgasse
Familienführung „Donauw wörther G eschichte & G’schichtn“
Mai bis September: Samstag, Sonn- und Feiertag, 16:00 Uhr
Oktober bis April: Sonn- und Feiertag, 16:00 Uhr
Treffpunkt: Tourist-Information, Rathausgasse
Wechselnde Themenführungen
Mai bis September: Freitag,
18:00 Uhr
Oktober bis April: Termine
siehe Homepage
Treffpunkt: Tourist-Information, Rathausgasse
Führung auf den Turm des Liebfrauenmünsters
Mai bis September: Sonntag, 15:00 Uhr
Treffpunkt: Turmaufgang Liebfrauenmünster,
Reichsstraße
Führung durch das Käthe-Kruse-Puppen-Museum
Mai bis September: Sonnta
ag
,
15:00 Uhr
Treffpunkt: Museumskasse, Pflegstraße
Gruppenführungen jederzeit nach Vereinbarung
Ihr Ausflugsziel
Die bayerisch-schwäbische Donauperle
an der Romantischen Straße ist ein idealer
Ausgangspunkt für ihre Freizeitaktivitäten
Radwander-, Wander-
und Pilgerzentrum
Donau, Romantische Straße, Via Claudia
Augusta, Lech, Altmühltal, Schwäbische Alb,
Kesseltal, Wörnitz, Jakobuswege,
Via Romea Germanica,
JERUSALEMWEG
UNESCO Global Geopark Ries – Geotope
18-Loch-Golfpark „Gut Lederstatt“
Angeln und Bootswandern
4 Museen, u.a. Käthe-Kruse-Puppen-Museum
Beheiztes Freibad, Naherholungsgebiet,
Sport- und Freizeitzentrum,
Kletterhalle…
Geotop Kalvarienberg Wörnitzstein
Städt. Tourist-Information
Rathausgasse 1
86609 Donauwörth
Te
el. 0906 789-151
tourist-info@donauwoerth.de
www.tourismus-donauwoerth.de
donauw
wörth
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erfahren unter
www.landsberg.de
MUSEUMSSHOPS DER REGIO IN AUGSBURG
Viel Edles in edlem
Ambiente: Unter dem
Renaissancegewölbe
im Maximilianmuseum
finden die Besucher
Souvenirs, Literatur
und größere wie kleine
Geschenke für jene
Daheimge bliebenen,
die nicht das Glück
hatten, in Augsburg
dabei sein zu können.
Die Augsburger Museumsshops
sind das Salz in der „Erlebnis-Suppe“
Kaffeeduft mit Blick
auf Weltkunst genießt
man im Viermetzhof
des feinen Maximilianmuseums
– nur ein
paar Schritte vom
Augsburger Rathausplatz
und der dortigen
Tourist-Info entfernt.
„Souvenirs, Souvenirs – kauft ihr Leute, kauft sie ein. Denn sie sollen wie das Salz in der
Lebenssuppe sein.“ So begann der Text eines Ohrwurms des Schlagersängers Bill Ramsey
in den späten 1950er Jahren – unvergessen bis heute, stürmte dieser Hit doch damals die
Charts. Für manchen ist so ein Souvenir für die lieben Daheimgebliebenen nach der Stadt -
besichtigung noch heute das „Salz in der Suppe“. Augsburg macht Gästen die Suche nach
den passenden Mitbringseln leicht: Museumsshops der Regio Augsburg Tourismus GmbH
empfangen – und erfrischen – Besucher an einigen der spannendsten Orte in der Stadt.
Ein Kaffee und ein Stück Kuchen zur
Kunst? Ein kühler Schluck Wasser nach
der Besichtigung der Denkmäler des
wasserreichen Augsburger Welt erbes?
Augsburg-Souvenirs in der Bandbreite von den
kleinen Erinnerungen an die Stadt bis hin zu
Hochwertigem aus der Juwelierwerkstatt? Oder
Literatur zu Augsburg und zur Region? Das
alles bieten die Museumsshops der Regio Augsburg
Tourismus GmbH im Schaezlerpalais, im
Maximilianmuseum sowie im Fugger und Welser
Erlebnismuseum. Souvenirs und Literatur in
Museumsshops der Regio (dort aber ohne Bewirtung)
finden Besucher auch in vier weiteren
Häusern der Kunstsammlungen und Museen
Augsburg: Das Sortiment reicht auch hier von
der Postkarte bis hin zum Schmuckstück. Diese
Museumsshops im Leopold-Mozart-Haus, im
Brechthaus, im „Römerlager“ im Zeughaus und
im „H2 –Zentrum für Gegenwartskunst“ bieten
zudem Lesestoff vom Ausstellungskatalog bis
zum Reiseführer. „Richtigen Stoff“ entdeckt
man auch – nämlich die „tim-Tü̈cher“ aus dem
Staatlichen Textil- und Industriemuseum (tim).
»Mehr zu Museumsshops und -cafés: kmaugsburg.de/shops-u-cafes
»Information zu den Öffnungszeiten der Museen: www.augsburg-tourismus.de/museen
»Ein Tipp: Souvenirs und Literatur sind auch in der Tourist-Info am Rathausplatz erhältlich.
Edles Drumherum
bieten auch die beiden
Museumsshops im
„H2 – Zentrum für
Gegenwartskunst“ im
Augsburger Glaspalast
(dort stylisch und kühl)
und im Schaezlerpalais
(dort im edlen Stil
des Rokokos und mit
üppigen Kristalllüstern
an der Decke).
72
Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (4)
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DAS AUGSBURGER RATHAUS IM JAHR 2025
Eine Ausstellung im
Eingangsbereich des
Augsburger Rathauses
an der Maximilian -
straße gibt virtuell
einen Einblick in den
Goldenen Saal im
Inneren dieses Bau -
kunstwerks. Weiter als
bis zu dieser Interimsaus
stellung kommen
Be sucher im Rathaus
2025 (und wohl noch
bis Frühjahr 2026)
nicht: Denn das Innere
des Renaissance baus
wird in diesem Zeitraum
saniert.
Das Augsburger Rathaus: 2025 „nur“ per
Ausstellung, Denkmalführer und Küche
Das Renaissancerathaus ist quasi das „Schloss Neuschwanstein Augsburgs“. Das von Elias
Holl bis 1620 errichtete Baudenkmal sollte man gesehen haben, wenn man diese Stadt besucht.
Wohl noch bis zum Frühjahr 2026 kann man den prächtigen Monumentalbau nur von
außen bewundern. Innen wird saniert. Immerhin kann man das „Innenleben“ des Rathauses
in der kleinen Interimsausstellung im Eingangsbereich des Renaissancebaus erkunden. Noch
weitaus mehr Bilder zur Ausstattung und zur Geschichte des Rathauses bietet ein Denkmal -
führer. Und im imposanten Untergeschoss bewirtet der „Ratskeller“ mit regionaler Küche.
Was man im Jahr 2025
im Inneren des Augsburger
Rathauses nicht
besichtigen kann, beschreibt
und zeigt mit
127 Abbildungen der
Denkmalführer zum
Renaissancerathaus
und zum Goldenen Saal
(bundesweit erhältlich
im Buchhandel und vor
Ort in der Tourist-Info
der Regio Augsburg
Tourismus GmbH am
Rathausplatz).
Das Augsburger Renaissancerathaus
ist – unmöglich zu übersehen – das
Zentrum der Stadt. Die prachtvolle
Fassade mit dem Reichsadler an den
Giebeln und den massigen Zwiebeltürmen ragt
monolithisch aus der Dachlandschaft der Altstadt
heraus. Der Prachtbau war 1620, zwei Jahre nach
Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, fertiggestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der 1944
ausgebrannte Bau umfassend und aufwendigst
restauriert werden. Gelohnt hat sich der Aufwand:
Das Rathaus und sein Goldener Saal sind Hauptsehenswürdigkeiten
der Stadt. Damit das Innere
des Rathauses trotz 2025 und 2026 anstehender
Sanierungsarbeiten „besichtigt“ werden kann,
hat die Stadt dort eine kleine Interimsausstellung
ein gerichtet. Im Untergeschoss bewirtet der
„Ratskeller“ auch während der Zeit der Sanierung.
Vieles, was dann nicht zu sehen sein wird, zeigt
der 96-seitige Denkmalführer „Das Renaissancerathaus
und der Goldene Saal in Augsburg.
1620–2020“ mit immerhin 127 Fotos. Sie bilden
schon mal Pikantes wie den „Arsch im Rathaus“
und das „Manneken Pis“ im Goldenen Saal ab.
» Mehr zu Sanierung und Interimsausstellung: www.augsburg.de/kultur/sehenswuerdigkeiten/rathaus
»Informationen zum „Ratskeller“, dem Restaurant im Rathaus: www.ratskeller-augsburg.de
74
Virtuell erkundet
man das Innere des
Rathauses in der Zeit
der Sanierung in der
Interimsausstellung.
Im beeindruckenden
Gewölbe keller des
Monumentalbaus bewirtet
der „Ratskeller“
auch während der
Rathaus-Sanierung.
Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3)
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ERLEBNIS STADTFÜHRUNG IN AUGSBURG
Ein Besuch der
Fuggerei, der von Jakob
Fugger „dem Reichen“
1521 gestifteten Sozial -
siedlung, gehört zu
den Klassikern unter
den Stadtführungen in
Augsburg. 2025 steht
der 500. Todestag von
Jakob Fugger im Fokus.
Stadtführungen von UNESCO-Welterbe
über die Fuggerei bis zu Graffiti-Kunst
Die große Themenfülle der an Geschichte überaus reichen Großstadt Augsburg erkundet man
am besten bei einer Stadtführung der Regio Augsburg Tourismus GmbH. Die Bandbreite der
Angebote reicht dabei von klassischen Stadtrundgängen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten
über Busrundfahrten bis hin zu hybriden Angeboten mit digitaler Komponente.
Der Prospekt „Stadtführungen
in Augsburg
2025“ der Regio Augsburg
Tourismus GmbH
gibt einen Überblick
über das vielfältige
Angebot an Stadtführungen.
(Kostenlos erhältlich
bei der Tourist-
Info am Augsburger
Rathausplatz.)
Das Renaissancerathaus, die mehr als
500 Jahre alte Fuggerei, die Monumentalbrunnen
in der Maximilianstraße,
das historische Wasserwerk
am Roten Tor (seit 2019 gehören diese Brunnen
und dieses Wasserwerk zu den 22 Objekten des
Augsburger UNESCO-Welterbes „Augsburger
Wassermanagement-System“), das Brechthaus
und das Leopold-Mozart-Haus sind klassische
und beliebte Ziele im Führungsangebot der
Regio Augsburg Tourismus GmbH. 2025 finden
zusätzlich Führungen zu den Jubiläen – etwa
zu 375 Jahren „Augsburger Hohes Friedensfest“,
zum 300. Geburtstag von Giacomo Casanova
oder zu 75 Jahren Romantische Straße – statt.
Doch nicht nur die reiche Augsburger Geschichte
und viele prominente Namen kann man in Begleitung
der geschulten Guides entdecken: Auch
die Bedeutung des Augsburger Handwerks oder
ein kritischer Einblick in die Handelspraktiken
der Fugger und Welser (im Fugger und Welser
Erlebnismuseum) erschließen sich bei einer
Führung. Zeitgenössische Themen wie urbane
(legale) Graffiti-Kunst in der City oder die Auswirkungen
des Klimawandels auf das Leben in
der Stadt, aber auch die Aufarbeitung der Zeit
des Nationalsozialismus finden ebenso ihren
Platz im Programm wie Angebote für Familien.
76
»Infos zu allen Stadtführungen, Themen und Terminen: www.augsburg-tourismus.de/fuehrungen
»Stadtrundgang ohne Anmeldung: „Auf den Spuren von Fugger, Mozart und Brecht – in der Welterbestadt
Augsburg“. Von Januar bis März: Mo. bis Do. 14 Uhr (DE/EN), Fr./Sa./So. 11 (DE) und 14 Uhr
(DE/EN); von April bis Dezember: täglich 14 Uhr (DE/EN). Im Preis inklusive: Eintritte in die Fuggerei,
in das Brecht haus (Sa./So.) und in die Ausstellung „Römerlager“ im Zeughaus (Di. bis Fr.).
»Für den Stadtrundgang „Auf den Spuren von Fugger, Mozart und Brecht – in der Welterbestadt
Augsburg“ und die Stadtführungen „UNESCO-Welterbe – das Augsburger Wassermanagement-
System“ sowie „Renaissance und UNESCO-Welterbe“ bietet die Regio das Tonverstärkersystem
elysium ® an: Damit werden die Stimmen der Guides live auf das Smartphone der Führungsteil -
nehmer übertragen. Letztere benutzen ihre eigenen Kopfhörer. Das Ganze funktioniert ohne App,
ohne Registrierung und ohne Downloads – einfach vor Ort einen QR-Code scannen.
»Tipp: Käufer eines Tickets für den Stadtrundgang erhalten einen Euro Ermäßigung auf den regulären
Eintrittspreis bei ihrem Besuch des Brechthauses, des Leopold-Mozart-Hauses sowie des Fugger und
Welser Erlebnismuseums. (Diese Ermäßigung gilt auch noch am Folgetag.)
»Einen Überblick über das gesamte Führungsangebot gibt der Prospekt „Stadtführungen in Augsburg
2025“. Die Broschüre verlinkt auch verschiedene digitale Führungsangebote. Erhältlich in der
Tourist-Info am Rathausplatz oder zum Download: www.augsburg-tourismus.de/broschueren
Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger
ERLEBNIS STADTFÜHRUNG IN AUGSBURG
Schauspielführung zum 300. Geburtstag
Casanova – Jubiläumsführung
Giacomo Casanova, Verführer, Spieler, Schriftsteller, Philosoph,
Kleriker und Weltenbummler, wurde vor 300 Jahren –
1725 – geboren.
Ein Anlass für den
selbsternannten
Chevalier de
Sein galt, „höchst -
persönlich“ durch
das Aug sburg des
frivolen Rokokos
zu wandeln. Vom
Dom aus über den
Fronhof und den Hof garten bis hin zum Schaezlerpalais führt
Casanova in Gewandung. Dabei gibt der gebürtige Venezianer
pikante Anekdoten aus seinem Leben zum Besten. Und er lässt
seine Augsburger Aufenthalte in den Jahren 1756, 1761 und
1767 – halb genussvoll, halb wehmütig – Revue passieren.
» Termine: 11.05., 28.06., 21.09., 25.10., jeweils 14:30 Uhr
» Dauer: 2 Stunden
» Preis: Erwachsene 16 € pro Person | ermäßigt 14 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: mindestens 7 Personen
» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
Themenführung zu einem romantischen Jubiläum
75 Jahre Romantische Straße
Die Romantische Straße ist die bekannteste Ferienstraße
Deutschlands. Ein Highlight auf der Route vom Main bis
zu den Alpen ist
Augsburg. Zum
75. Jubiläum der
Ferienstraße zeigt
dort eine chine si -
sche Gästeführerin
– denn auch
international
erfreut sich die
Romantische Straße
größter Beliebtheit – die romantischen Seiten der Stadt am
Lech (Sprache: Deutsch). Teilnehmer er kun den das idyllische
Lechviertel mit den Lech kanälen (UNESCO-Welterbe) und
be suchen dort ansässige Hand werks betriebe sowie kulturell
vielfältige Charakterlädchen.
» Termine: 24.05., 21.06., 12.07., 13.09., 11.10, jeweils 11:30 Uhr
» Dauer: 2 Stunden
» Preis: Erwachsene 14 € pro Person | ermäßigt 12 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: mindestens 7 Personen
» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (3), Die Bunten e. V. (1)
Kunstführung: urbane Kunst per Fahrrad entdecken
Graffiti-Stadtführung
Bei der Graffiti-Stadtführung mit dem Augsburger Graffiti-
Verein „Die Bunten e.V.“ entdecken die Teilnehmer die in Kooperation
mit dem
Friedensbüro der
Stadt entstandenenen
Murals (Wandmalereien)
zum
Hohen Friedensfest
in der City, temporäre
Kunstprojekte,
bemalte Technikhäuschen
der Stadtwerke
Augsburg und die legendären Halls of Fame (Graffiti-
Freiflächen) des Projekts „Schwabenwand“. Man lernt so bei
dieser bunten Reise die Vielfalt (legaler) Augsburger Graffiti-
Kunst und die Geschichten hinter den Kunstwerken kennen.
Zu dieser Führung muss man das eigene Fahrrad mitbringen.
» Termine: 13.04., 14.06., 03.08., 08.11., jeweils 14 Uhr
» Dauer: 2 Stunden
» Preis: Erwachsene 17 € pro Person | ermäßigt 16 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: mindestens 8 Personen
» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
Themenführung zu Auswirkungen des Klimawandels
Der Klimapfad – digitale Führung
Unter www.klimapfad-augsburg.com wird ein Rundweg im
historischen Zentrum von Augsburg beschrieben, den man
nicht nur virtuell
und individuell,
sondern auch vor
Ort mit einem geschulten
Guide erkunden
kann. Dabei
warten an acht
Stellen Quizfragen:
Teilnehmer testen
ihr Wissen – und
erfahren dank informativer Erläuterungen mehr zu den Auswirkungen
des Klimawandels. Der Klimapfad entstand in
Zusammen arbeit zwischen der Universität Augsburg, der
Technischen Hochschule Augsburg, dem Umweltinstitut bifa,
der Stadt Augsburg und dem Rotary Club Augsburg.
» Termine: 26.04., 24.05., 26.07., 27.09., jeweils 14:30 Uhr
» Dauer: 1,5 Stunden
» Preis: Erwachsene 14 € pro Person | ermäßigt 12 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: mindestens 8 Personen
» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
77
XXXXXXX
Wassertürme, Wasserkraftwerke, Kanäle und Brunnenkunst
Augsburgs Wasser:
UNESCO-Welterbe
78
„Das Augsburger Wasser management-System“ ist
UNESCO-Welterbe. Erleben Sie die ältesten Wassertürme
Deutschlands im einmaligen Architekturensemble des
Wasserwerks am Roten Tor, die weltweit einzigartigen,
figurenreichen Monumentalbrunnen, die rauschenden
Kanäle im idyllischen Lech viertel, Museen…
Mehr: www.augsburg-tourismus.de
Regio Augsburg Tourismus GmbH | Tourist-Information | Rathausplatz 1 | 86150 Augsburg
Telefon 08 21/5 02 07-0 | Telefax 08 21/5 02 07-45 | tourismus@regio-augsburg.de
context verlag Augsburg | Nürnberg · www.context-mv.de | Foto: Martin Kluger
ERLEBNIS STADTFÜHRUNG IN AUGSBURG
Themenführung: Wassergeschichten mal ganz anders
Spritzig, witzig, sinnlich – und Welterbe
Seit 2019 gehört das „Augsburger Wassermanagement-System“
zum UNESCO-Welterbe. Vier der 22 Objekte dieser Welterbe-
Stätte besucht man
bei dieser Themenführung
und hört
dabei Geschichten
zum Augsburger
Wasser. Der Guide
erläutert Altbe -
kanntes und Neues,
Wahres und Legenden.
Dabei werden
alle fünf Sinne angesprochen. Die Route verläuft zwischen
dem Domviertel und dem Herkulesbrunnen. Dieser bis zum
Jahr 1600 von Adriaen de Vries geschaffene Monumentalbrunnen
bildet gemeinsam mit dem Augustus- und dem Merkurbrunnen
eine einzigartige Brunnentrias.
» Termine: 17.05., 28.06., 19.07., 06.09., jeweils 14:30 Uhr
» Dauer: 2 Stunden
» Preis: Erwachsene 14 € pro Person | ermäßigt 12 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: mindestens 7 Personen
» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
Themenführung: achtsam und still im Wasserturm
Meditativer Rundgang
Ein meditativer Rundgang durch den Großen und den Kleinen
Wasserturm am Roten Tor – früh am Morgen oder nach Einbruch
der Dunkelheit:
Teilnehmer
besichtigen dann
zwei der ältesten
noch be stehenden
Wasser türme in
Mittel europa.
Das Wasserwerk
am Roten Tor ist
ein zentrales Objekt
des UNESCO-
Welt erbes „Augsburger Wassermanagement-System“. Eine
kurze Meditation ist ebenso ein Bestandteil dieser Tour wie
Informationen zur historischen Augsburger Wasserversorgung.
» Termine: 03.05., 02.08.: 8 Uhr, 08.11., 13.12.: 16:30 Uhr
» Dauer: 1,5 Stunden
» Preis: Erwachsene 12 € pro Person | ermäßigt 12 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: maximal 12 Personen
» Treffpunkt: Wassertürme am Roten Tor,
Eingang, Am Roten Tor 1
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (2), Regio Augsburg Tourismus GmbH (1), Gabi Theinert (1)
Stadtführung: täglich Kunst, Architektur und Wasser
Renaissance und UNESCO-Welterbe
Dieser öffentliche Stadtrundgang richtet seinen Fokus von
April bis Dezember – täglich – auf das UNESCO-Welterbe
„Augsburger
Wassermanagement-System“.
Die Guides der
Regio Augsburg
Tourismus GmbH
informieren ausführlich
zu Augsburgs
historischer
Wasserwirtschaft:
Sie nehmen Bezug auf die sehenswerten Denkmäler und erläutern
den herausragenden universellen Wert. Ein inhaltlicher
Schwerpunkt ist die Epoche der Renaissance, deren künstlerische
und architektonische Einflüsse Augsburgs Erscheinungsbild
bis heute prägen – auch über drei Monumentalbrunnen.
» Termine: April – Dezember: Mo. – So. 11 Uhr
» Dauer: 2 Stunden
» Preis: Erwachsene 16 € pro Person | ermäßigt 14 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch
» Teilnehmer: mindestens 7 Personen
» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
Themenführung: ins historische Wasserwerk
Ein wohl weltweit einmaliges Welterbe
Drei Wassertürme, zwei Brunnenmeisterhäuser, ein Aquädukt,
Stuck, Modelle und Instruktionsgemälde: Das Wasserwerk
am Roten Tor ist
ein architektonisch
vollständig erhaltenes
Ensemble und
ein in dieser Art
vermutlich sogar
weltweit einzig -
artiges Denkmal
der Trinkwasser -
versorgung aus der
Zeit zwischen den Jahren um 1430 bis 1879. Eine Dauerausstellung
im Großen und Kleinen Wasserturm informiert zur
„Wasserkunst“: Augsburger Stadtbrunnenmeister hoben das
Trinkwasser mit Wasserkraft. Das Wasserwerk ist ein zentrales
Denk mal des Augsburger UNESCO-Welt erbes.
» Termine: April – Oktober: Fr./Sa. 14 Uhr, So. 11 Uhr
» Dauer: 1 Stunden
» Preis: Erwachsene 9 € pro Person | ermäßigt 7 € pro
Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)
» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de
» Sprache: Deutsch/Englisch (zweisprachig)
» Treffpunkt: Wassertürme am Roten Tor,
Eingang, Am Roten Tor 1
» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin
gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de
79
VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2025
AUGSBURGER
PUPPENKISTE
ALTSTADTFEST
FRIEDBERGER ZEIT
AUGSBURGER
PLÄRRER
LEONHARDIRITT
INCHENHOFEN
AUGSBURGER
FREILICHTBÜHNE
AUGSBURGER
CHRISTKINDLESMARKT
Fotografie: Martin Kluger (4), Thomas Baumgartner (2)
80
BIS 09.02.
MUSEUM OBERSCHÖNENFELD BEI GESSERTSHAUSEN
Die Ausstellung „Wohntrends in Miniatur“
„Wohntrends in Miniatur. Moderne Puppenmöbel von Bodo
Hennig 1950–2000“ heißt diese Ausstellung, die auch den Wandel der
Wohnkultur in dieser Zeit verdeutlicht: www.mos.bezirk-schwaben.de
BIS 29.06.
EHEMALIGE SYNAGOGE IN AUGSBURG-KRIEGSHABER
Jiddisch. Jüdisch. Taitsch.
Rund acht Jahrhunderte lang wurde in Bayern Jiddisch gesprochen –
Spuren der fast vergessenen Sprache in einer interaktive Ausstellung
in einer ehemaligen Synagoge in Kriegshaber: www.jmaugsburg.de
21.02. – 02.03.
BRECHTS KRAFTKLUB BEIM AUGSBURGER PLÄRRERGELÄNDE
Brechtfestival 2025: „Die große Methode“
Das Brechtfestival ruft in Anlehnung an Tanzwettbewerbe im Elend
der Weltwirtschaftskrise der 1930er zum 48-stündigen Tanzmarathon
auf. Flankiert wird das „brechtige“ Programm von einer Brechtnacht,
von Theatergastspielen und Performances: www.brechtfestival.de
BIS 09.03.
MUSEUM IM „WITTELSBACHER SCHLOSS“ FRIEDBERG
Teddy erobert Friedberg
Die Sonderausstellung zeigt eine beeindruckende Teddy-Sammlung
aus Privatbesitz: www.wittelsbacher-schloss-friedberg.de
26.02. – 21.09.
AUGSBURGER PUPPENTHEATERMUSEUM
Geistergeflüster
Von Ahnen und Naturgeistern – Sonderausstellung im Museum der
Marionetten der Augsburger Puppenkiste: www.puppenkiste.com
22.03. – 23.03.
„SISI-SCHLOSS“ UNTERWITTELSBACH
Ostermarkt im „Sisi-Schloss“
Im romantischen Schlossambiente präsentieren zahlreiche Aussteller
ihre kunstvoll gestalteten Ostereier und österlichen Dekorationen:
www.aichach.com
28.03. – 06.06.
FESTPLATZ AUGSBURG-GÖGGINGEN
Frühlingsfest Göggingen
Der Auftakt der Augburger Volksfestsaison in Stadtteil Göggingen:
www.augsburg.de (» Freizeit » Feste und Märkte » Stadtteilfeste)
04.04. – 19.10.
STAATLICHES TEXTIL- UND INDUSTRIEMUSEUM AUGSBURG (TIM)
Dirndl – Tradition goes Fashion
Die Ausstellung im „tim“ zeigt die Entwicklungsgeschichte des
Dirndls – seine Ursprü̈nge, seine politischen Vereinnahmungen und
auch aufregende Neu interpretationen. Ein opulenter Streifzug durch
die Modegeschichte des Dirndls: www.timbayern.de
2025 erleben
06.04. – 12.10.
MUSEUM OBERSCHÖNENFELD BEI GESSERTSHAUSEN
Alles fake?!
Nachahmungen, Fälschungen und Täuschungen – von den frühen
Kunststoffen Ende des 19. Jahrhunderts bis zu Fake News und zu
von KI generierten Bildern der Gegenwart: eine Zeitreise durch die
Welt des „täuschend Echten“: www.mos.bezirk-schwaben.de
17.04. – 26.10.
„SISI-SCHLOSS“ UNTERWITTELSBACH
Kaiserin Elisabeth und die Tierwelt
Schräge Vögel und andere Elefanten – eine Sonderausstellung
im Wasserschloss bei Aichach: www.sisischloss.bayern
19.04. – 04.05.
AUGSBURG – ZWISCHEN JAKOBERTOR UND VOGELTOR
Die Frühjahrsdult
„Augsburgs längstes Kaufhaus“: traditioneller Markt mit einer Budenstraße
für Nützliches, Naschereien und Nippes: www.dult-online.de
20.04. – 04.05.
AUF DEM AUGSBURGER PLÄRRERGELÄNDE
Der Frühjahrsplärrer
Bierzelte, Kettenkarussell, Schiffsschaukel und mehr – das größte
Volksfest im bayerischen Schwaben: www.augsburger-plaerrer.de
08.05. – 08.08.
IN DER FRIEDENSSTADT AUGSBURG
375 Jahre „Augsburger Hohes Friedensfest“
Das Immaterielle Kulturerbe „Augsburger Hohes Friedensfest“ im
Jubiläumsjahr – sein Begleitprogramm und der Feiertag am 8. August.
Mehr: www.augsburg.de/kultur/festivals/hohes-friedensfest
16.05. – 01.06.
IN DER DEUTSCHEN MOZARTSTADT AUGSBURG
Mozartfest Augsburg 2025 – mit Weltstars
Weltstars hautnah erleben: Einige der ganz großen Namen der internationalen
Klassikszene sind in historischen Sälen der deutschen
Mozartstadt Augsburg zu Gast. Sie sorgen für unvergessliche Konzerterlebnisse
– von der Sinfonie bis zur Kammermusik, mit Gesang
und Klavier, klassisch und auch mal jazzig: www.mozartstadt.de
ANFANG JUNI – ENDE AUGUST
IM BRUNNENHOF DES AUGSBURGER ZEUGHAUSES
Freie Kulturszene in der Open-Air-Spielstätte
In den Sommermonaten stellt die Stadt Augsburg der Freien Kulturszene
den Brunnenhof als Open-Air-Spielstätte zur kostenfreien Nutzung
zur Verfügung. Zwischen Anfang Juni und Ende August findet
in diesem charmanten Innenhof des Zeughauses immer donnerstags
bis sonntags ein kuratiertes, genreübergreifendes Kulturprogramm
aus Konzerten, Theater, Lesungen und anderem statt. Die Infos zum
Programm (dort ab Mai zu finden): www.augsburg.de/brunnenhof
VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2025
21.06. – 01.08.
AUGSBURGER FREILICHTBÜHNE AM ROTEN TOR
Evita – Musical vor einer Kulisse mit UNESCO-Welterbe
Das erfolgreiche Musical-Autorenteam Andrew Lloyd Webber und
Tim Rice erzählt die Geschichte der argentinischen Präsidenten -
gattin Eva Perón, die für ihr soziales Engagement und ihren Einsatz
für die Frauenrechte berühmt wurde, auf einer der schönsten Frei licht -
bühnen Deutschlands. Alle Freilichtbühnen-Termine und das ganze
Programm des Staats theaters Augsburg: www.staatstheater-augsburg.de
28.06.
IN DER FRIEDENSSTADT AUGSBURG
Die Lange Kunstnacht
Mit einem Jubiläumsprogramm zu „375 Jahre Augsburger Friedensfest“
– Jazz, Klassik, Pop, Tanz, Literatur, Theater, Vorträge, Stadt -
führungen und Crossover-Beiträge –, zumeist von Augsburger
Kunstschaffenden. Zentrales Thema ist jeweils das Ringen um
den Frieden. Mehr Infos (ab Mai 2025): www.langekunstnacht.de
02.07. – 06.08.
AUGSBURGER ZEUGHAUS UND BOTANISCHER GARTEN
33. Internationaler Jazzsommer
Renommierte Open-Air-Konzertreihe mit Live-Musik an zwei außergewöhnlichen
Spielstätten – mal im Brunnenhof des Zeughauses,
mal beim Rosenpavillon im Botanischen Garten. Mit weltbekannten
Szenegrößen und mit spannendem Jazz am Puls der Zeit. Tickets und
Programminfos ab Anfang Mai: www.augsburger-jazzsommer.de
03.07. – 05.07.
AUGSBURGER INNENSTADT
Augsburger Sommernächte
Drei Tage voller Musik, Tanz und Kulinarik. Die historische Innenstadt
wird zur Festzone mit vielen Bühnen: Musik von Jazz und
Folk über elektronische Beats bis hin zu Latin-Rhythmen und Pop –
alles kostenlos zugänglich. Mehr: www.augsburg-marketing.de
Planetarium: Rockmusik und astronomische Shows
QUEEN Heaven – The Original
Eine der erfolgreichsten je für Planetarien entwickelten Musikshows
kann man 2025 ganzjährig in Augsburg er leben. Die unnachahmliche
Aura der Rockband „Queen“, die Kreativität der
Texte, die einzigartige Stimme von Freddie Mercury und die
gewaltige Power ihrer Konzerte – all das fügt sich mit visuellen
Eindrücken zu einem Erlebnis der Extraklasse zusammen. Die
Show ist – mit vielen originalen Musik-, Bild- und Video auf -
nahmen, aber auch
neu geschaffenen
virtuellen Welten –
eine Hommage
an die legendäre
Rockband. Man
hört die größten
Hits und Hymnen
der Bandgeschichte,
remastered in digitalem
Surround-Sound. Besucher des Augsburger Planetariums
erleben beispielsweise „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock
You“ und „Radio Gaga“ sowie über ein Dutzend anderer Hits
ganz neu – als ein gigantisches 360-Grad-Rundum-Spektakel.
Außerdem erlebt man im Augsburger Sparkassen-Planetarium
(Ludwigstraße 14) weitere Konzerte sowie klassische astronomische
Vorführungen, Live-Veranstaltungen und Familien-Shows.
» Alle Programme und Termine: www.s-planetarium.de
Text: PM | Fotografie: Sparkassen-Planetarium Augsburg
Messen in Augsburg erleben
Ein Auszug unserer Messe-Highlights im Jahr 2025.
17. – 19.01.2025 JAGEN UND FISCHEN
07. – 09.03.2025 NEU A\FAIR Deine Augsburger Erlebnismesse
parallel:
parallel:
Gesundheitsmesse intersana
CREATIVMESSE Augsburg
parallel: Immobilientage Augsburg
parallel:
VOLT FUTURE MOBILITY
15.03.2025
29.04.2025 Firmenkontaktmesse pyramid
23. – 25.05.2025 KAZEL EXPO
07. – 09.11.2025 SPIELWIESN
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Weitere und immer aktuelle Termine in
unserem Veranstaltungskalender unter
messeaugsburg.de
messe Stand: 11.11.2024
81
VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2025
82
04.07. – 13.07.
IN DER BAROCKEN FRIEDBERGER ALTSTADT
Die Friedberger Zeit
Das bunte Altstadtfest erinnert mit Stadtsoldaten, Gauklern und
Marketenderinnen in historischen Gewändern, mit Aktionen, Musik,
Bier und Barock an Friedbergs „goldene“ Ära: www.friedberger-zeit.de
10.07. – 31.07.
AUGSBURGER RATHAUSPLATZ
PlayFountain
Die PlayFountain auf dem Rathausplatz – an heißen Sommertagen
ein Paradies für Kinder und an den Abenden ein Wasserschauspiel.
Kostenlos zu erleben: www.augsburg-marketing.de
18.07. – 20.07.
VOR DER EHEMALIGEN BISCHÖFLICHEN RESIDENZ AM DOM
Konzerte im Fronhof: „Mozartstädte Prag – Augsburg“
Unter dem Motto „25 Jahre Kultur achse“ wird eine Orchester-Gala
mit Kompostionen von Antonin Dvořák (mit der SUK-Symphonie
Prag und mit den „Augsburger Domsingknaben“) gegeben, außerdem
eine Orchester-Gala mit Wolfgang Amadés Mozarts „Don Giovanni“
(jeweils abends). Den „Jazz im Fronhof“ mit Wolfgang Lackerschmid
hört man sonntags ab 11 Uhr. Mehr zu dieser längst traditionellen
Konzert reihe mit barockem Ambiente: www.konzerte-im-fronhof.de
25.07. – 27.07.
IM WALLFAHRTSORT IM „WITTELSBACHER LAND“
Historische Markttage Inchenhofen
Ein Zeitsprung zurück ins Mittelalter – der übrigens nur alle fünf
Jahre auf dem Programm steht: www.inchenhofen.de/festlichkeiten
25.07. – 02.08.
AUGSBURGER INNENSTADT
Das WATER & SOUND Festival
Entlang inhaltlicher Schwerpunkte um Wasser- und Musikkultur -
regionen bietet WATER & SOUND ein Programm im Annahof, auf
dem Rathausplatz, am Kuhsee oder bei den Wassertürmen – globale
Musik zwischen Tradition und Moderne und mit Bezügen zu Klang,
Mensch und Wasser. Das Rahmenprogramm in Kooperation mit dem
Welterbe-Büro und der Universität Augsburg zeigt die Bedeutung der
Ressource Wasser. Infos (ab Mai 2025): www.waterandsound.de
02.08. – 03.08.
AUF DEM STADTPLATZ IN AICHACH
Das Stadtfest – das Zentrum wird zur Feierzone
Am ersten Augustwochenende verwöhnen Vereine und Gastronomen
die Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken. Auf
mehreren Bühnen ist Live-Musik geboten. 2025 findet das beliebte
Fest im Zentrum von Aichach zum 50. Mal statt: www.aichach.de
22.08. – 07.09.
AUF DEM AUGSBURGER PLÄRRERGELÄNDE
Der Herbstplärrer
Das traditionelle schwäbische Volksfest: www.augsburger-plaerrer.de
05.09. – 28.09.
AUGSBURGER STRASSEN UND PLÄTZE
Play me, Augsburg
Bunte Straßenklaviere, von lokalen Künstlern als Unikate gestaltet,
laden zum Spielen und Zuhören ein: www.augsburg-marketing.de
12.09. – 14.09.
AUGSBURGER INNENSTADT
Das Straßenkünstlerfestival „La Strada“
Straßenkünstlerinnen und -künstler aus aller Welt machen die Stadt
beim Festival „La Strada“ zur Bühne – ein fröhliches Fest mit hoch -
karätigen Performances und einer bunten Mischung aus Clownerie,
Jonglage und Akrobatik: www.augsburg-marketing.de
26.09. – 29.09.
AUGSBURGER INNENSTADT
Stein-Festival: Music is the favorite passion of my soul
Das Musikfestival stellt Musik der Mozartzeit aus den Sammlungen
von Thomas Jefferson und Benjamin Franklin vor, die sie während
ihrer Pariser Jahre gesammelt hatten: www.mozartgesellschaft.de
04.10. – 12.10.
IM AUGSBURGER STADTTEIL LECHHAUSEN
Zur Lechhauser Kirchweih
Volksfest mit Festumzug, Festzelt (Klausstraße) und Vergnügungspark:
www.augsburg.de (» Freizeit » Feste und Märkte » Stadtteilfeste)
04.10. – 12.10.
AUGSBURG – ZWISCHEN JAKOBERTOR UND VOGELTOR
Die Herbstdult
„Augsburgs längstes Kaufhaus“ – die „Michaelidult“ lockt mit ihrem
bunten Sortiment vom Kochtopf bis zum Kaktus: www.dult-online.de
17.10. – 19.10.
IN DER AUGSBURGER INNENSTADT
Augsburger „Light Nights“
Jeweils von 19 bis 23 Uhr verführen Lichtinstallationen und -animationen
in verschiedensten Farben und Formen zu einem Spaziergang
in der City. Historische Fassaden werden als „Leinwand“ künstlerischer
Visionen zu Freiluftkunstwerken: www.augsburg-marketing.de
23.10. – 26.10.
IM KULTURHAUS ABRAXAS UND IN WEITEREN SPIELSTÄTTEN
Medienkunstfestival lab.30
Kunst – Medien – Experimente: ein Dreiklang der Medienkunst mit
Ausstellung, Konzert- und Performanceprogramm und Workshops.
Internationale, regionale und lokale Kunstschaffende aus allen Be -
reichen der Medienkunst sind mit dabei: www.lab30.de
09.11.
UM DIE WALLFAHRTSKIRCHE ST. LEONHARD
Der Leonhardiritt in Inchenhofen
Der vielleicht schönste Leonhardiritt Bayerns mit vielen Reitern,
Kutschen, Trachten und Musik um die Wallfahrtskirche St. Leonhard:
www.pfarrei-inchenhofen.de und www.wittelsbacherland.de
AB 24.11.
IN AUGSBURG UND IN DER REGION
Romantische Weihnachtsmärkte
Zum Christkind les markt geht es auf den Augsburger Rathausplatz, zu
Weihnachtsmärkten in den Städten Aichach, Friedberg, Gersthofen
und Neusäß sowie bei den barocken Klöstern in Thier haupten und
Oberschönenfeld: www.augsburg-tourismus.de/weihnachtsmaerkte
AB 12.12. (UND VORAUSSICHTLICH BIS 12.04.2026)
IM AUGSBURGER SCHAEZLERPALAIS
Der Reichtum der Kunst – Jakob Fugger und sein Erbe
Die Ausstellung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg aus
Anlass des 500. Todestags Jakob Fuggers „des Reichen“. Mehr dazu:
www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de (Dort findet man auch
Informationen zu allen weiteren Ausstellungen im Jahr 2025.)
GANZJÄHRIG BESTENS INFORMIERT
Weitere Veranstaltungen und Termine
Die Regio Augsburg Tourismus GmbH informiert auf ihrer Website
ganzjährig zu diesen und vielen weiteren Veranstaltungen in Augsburg
sowie in der Region und verlinkt zu den Veranstaltungsplattformen.
Mehr: www.augsburg-tourismus.de/veranstaltungen
Informationen zu Veranstaltungen und Terminen
findet man auch auf diesen Webseiten:
- www.messeaugsburg.de/de/terminkalender
- www.staatstheater-augsburg.de/spielplan
- www.kongress-augsburg.de/besuchen
- www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/termine
- www.augsburg-marketing.de/produkte-projekte/veranstaltungen
- www.a3kultur.de/termine
Veranstaltungshinweise liest man von Montag bis Samstag im Lokalteil
der „Augsburger Allgemeinen“ – in der Rubrik „Wohin heute?“–
jeweils tagesaktuell.
Den monatlichen Newsletter der Kunstsammlungen und Museen
Augsburg abonnieren und damit jederzeit gut informiert sein:
www.kmaugsburg.de/newsletter
Das Staatstheater Augsburg auf der
Freilichtbühne im Sommer 2025
Evita
MUSICAL VON ANDREW LLOYD WEBBER
& TIM RICE | AB 21.6.2025
Erleben Sie die Geschichte der berühmten argentinischen
Präsidentengattin und Frauenrechtlerin Eva Perón – in Szene gesetzt
mit hochemotionaler Musik und imposanten Bildern
in der eindrucksvollen Kulisse der Freilichtbühne am Roten Tor!
Infos & Buchung:
Besucherservice am Rathausplatz, Rathausplatz 1, 86150 Augsburg
0821 324 4900 | tickets@staatstheater-augsburg.de
staatstheater-augsburg.de/freilichtbuehne
Sei unser Gast
Haus Sankt Ulrich
Tagungshotel der Diözese Augsburg
Kappelberg 1 86150 Augsburg
Telefon 0821 3152 0 haus-sankt-ulrich.de