24.01.2025 Aufrufe

RegioMagazin 2025 – Augsburg, Wittelsbacher Land & Augsburger Land

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RegioMagazin 2025

AUGSBURG

Wittelsbacher Land & Augsburger Land

ENTDECKUNGEN

IN AUGSBURG

• UNESCO-Welterbe

• Römer und Renaissance

• Jakob Fugger „der Reiche“

und ein spannendes Umland!

WASSER UND WELTERBE:

IMMER AM KANAL LANG

In Augsburg zeigen Objekte

des UNESCO-Welterbes ein

Megathema der Menschheit

WASSER UND RUDERN:

IN DER „KAHNFAHRT“

Vor der Stadtmauer war ein

Donauhafen geplant – jetzt

rudert man in weißen Booten

RENAISSANCESTADT: DAS

GEDENKJAHR FÜR FUGGER

Augsburg erinnert an einen

Großen seiner Geschichte – an

Jakob Fugger, der 1525 verstarb

NATUR, KULTUR – UND

AUCH EIN GEDENKJAHR

Im Naturpark Augsburg zu

Barock, Berühmtheiten – und

zum Bauernkrieg im Jahr 1525


Ratskeller

Augsburg

Traditionelle, deutsche Küche

in geselligem und einzigartigem Ambiente,

direkt unter dem Herzen Augsburgs!


Fotografie: Martin Kluger (5), Wolfgang B. Kleiner (1)

INHALT

8 18 24

36 44 68

8

18

24

36

GROSSES GEDENKJAHR FÜR JAKOB FUGGER

Der 500. Todestag des Stifters – die

Fuggerei ist sein großes Denkmal

Das Schicksalsjahr 1525 jährt sich zum 500. Mal – Wege

zur Renaissance und zu den Spuren einer neuen Zeit

Die Fuggerei ist die Stiftung des 1525 verstorbenen

Kaufherrn Jakob Fugger. Dieses Jahr war eines der bewegtesten

in der Geschichte Deutschlands. Im Gedenkjahr

2025 vermitteln Denkmäler und Museen in Augsburg

und die „Europäische Fuggerstraße“ die mal glanzvolle,

mal blutige, aber immer packende Geschichte.

AUGSBURGS WASSER UND UNESCO-WELTERBE (I)

Die Kahnfahrt: mit Blick auf einen

Wasserturm im Stadtgraben rudern

Die „Kahnfahrt“ ist ein traditionelles Vergnügen – das

Welterbe, Bertolt Brecht und die Stadtmauern sind nah

Viel idyllischer kann man Wasser wohl kaum erleben

als in der „Augsburger Kahnfahrt“ – vielleicht bei einer

Brotzeit vor der Stadtmauer, wo weiße Ruderboote im

Stadt graben treiben. Und gleich nebenan entdeckt man

UNESCO-Welterbe und zwei Wohnhäuser Bert Brechts.

AUGSBURGS WASSER UND UNESCO-WELTERBE (II)

Auf dem Augsburger Handwerkerweg

zu Lechkanälen und Wassertürmen

Wasserkraftnutzung mittels Wasserrädern verhalf

dem Augsburger Handwerk zu europaweiter Bedeutung

Seit 2019 stehen Augsburger Kanäle, Wassertürme,

Monumentalbrunnen und Wasserkraft werke auf der

Liste des UNESCO-Welterbes. Der „Hand werkerweg“

führt zu Welterbe-Objekten, zum Handwer kermuseum

und in 25 Betriebe des traditionellen Handwerks.

EPOCHAL – DIE SCHLACHT AUF DEM LECHFELD

Ungarnschanzen und Ulrichskirchen:

zu Fuß und auf dem Rad zum Jahr 955

Zu Spuren der Kämpfe und zu St. Ulrich – in Augsburg,

im „Wittelsbacher Land“ und im „Augsburger Land“

Die Schlacht auf dem Lechfeld hat Europa verändert.

Das epochale Ereignis kann man im Infozentrum in

Königsbrunn und auf einem multimedialen Geschicht s -

pfad nachvollziehen. Wanderungen und Radeltouren

führen zu Bodendenkmälern der Ungarnkriege und zu

Denkmälern des Bischofs, der Augsburg beschützte.

44

52

68

2025 erlesen

VIEL VON ALLEM: BÄUME, WEGE, LOHNENDE ZIELE

Natur und Kultur im Naturpark – und

ein halbes Jahrtausend „Herrgöttle“

Tausende Kilometer Rad- und Wanderwege mit viel

frischer Luft im Grünen – und mit viel Sehenswertem

Im „Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“ bieten

sich rund 2500 Kilometer Rad- und Wanderwege an.

Am Weg all jener Routen liegen barocke Bauten voller

Kunst und Geschichten zu Fuggern und den Mozarts,

zu Heiligen, Bischöfen und Rittern sowie Denkmäler

jüdischer Gemeinden: Fast überall stößt man hier auf

eine spannende Story. 2025 feiert man außerdem ein

rundes Jubiläum: 500 Jahre „Herrgöttle von Biberbach“.

DIE LEHRE AUS GLAUBENSSTREIT, HASS UND TOD

Einmaliges Immaterielles Kulturerbe:

das Augsburger Hohe Friedensfest

Ein Feiertag, den es nur in Augsburg gibt – und etliche

Denkmäler, die an die Zeit des Glaubensstreits erinnern

Kaum irgendwo in Deutschland hat man sich wegen

des rechten Glaubens so sehr gestritten, gehasst und geschädigt

wie in der Reichsstadt Augsburg. Ein Welterbe-

Brunnen, ein Höllensturz und ein Kinderfest erinnern

an die unselige Zeit. Nach der Katastrophe des Dreißigjährigen

Kriegs feierte man 1650 erstmalig das „Augs-

burger Hohe Friedensfest“. Und feiert es noch heute …

IN EINER DER ÄLTESTEN STÄDTE DEUTSCHLANDS

Römisches Augsburg: per App

und Ausstellung zurück in die Antike

Zeugnisse der antiken Epoche der Stadt am Lech:

zu Kaiser Augustus und ins „Römerlager“ im Zeughaus

Augsburg ist nicht nur eine der spannendsten Städte

Deutschlands, sondern auch eine der ältesten – mehr

als tausend Jahre älter als München. Die Spuren der

römischen Epoche entdeckt man im Museum, mitten

in der Stadt und ab 2025 auch mit einer neuen App.

AUSSERDEM (UND EINIGES MEHR)

34 Neu: Welterbe im Augsburger „Kongress am Park“

60 Schlösser – vom „Wittelsbacher Land“ bis zur Donau

70 In Augsburg gegründet: 75 Jahre Romantische Straße

72 Souvenirs, Souvenirs – Augsburger Museumsshops

76 Augsburger Stadtführungen – auch mal mit Casanova

3


WELTWEIT EINZIGARTIG

FUGGEREI

SOZIALE HEIMAT

SEIT 1521

500 Jahre alt und

immer noch Geheimnisse.

In der ältesten Sozialsiedlung der Welt gibt’s immer wieder

Neues. Freuen Sie sich auf frische Entdeckungen, Bilder

und Stories: spannend erklärt in vier Museen, dem neuen

Guide und Themen-Führungen von Architektur bis Medizingeschichte.

Mit im Programm: viele Extras für Familien

und Schulklassen. Willkommen zum Bummel durch die

lauschige Fuggerei, gern mit Verwöhn-Stopp im Biergarten

und Restaurant „Die Tafeldecker“. Wir freuen uns auf Sie!

Täglich geöffnet für Besucher:

April bis September 9 – 20 Uhr

Oktober bis März 9 – 18 Uhr

LEBENDIGES

ERBE

2025 jährt sich der 500. Todestag von Jakob Fugger, einer der

einflussreichsten Persönlichkeiten der Geschichte. Unter dem

Motto „Lebendiges Erbe. Das Gedenkjahr zum 500. Todestag

Jakob Fuggers“ laden die Fuggerschen Stiftungen zu einem

außergewöhnlichen Jahresprogramm ein.

Erleben Sie Geschichte hautnah: mit spannenden Erlebnisformaten

in der Fuggerei und in Augsburg, inspirierenden Einblicken

auf Social Media und unserer Website sowie vielfältigen

Veranstaltungen in Kooperation mit Partnern. Entdecken Sie

das lebendige Erbe von Jakob Fugger!

Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungen

Fuggerei 56, 86152 Augsburg, Telefon 08 21 / 31 98 81-0

info@fugger.de, www.fugger.de


Fotografie: Martin Kluger (1), privat (1), Regio Augsburg Tourismus GmbH/Daniel Biskup (1)

Augsburg und sein Umland: Geht noch

mehr Kulturerbe und Sehenswertes?

„Augsburg ist eine der spannendsten Städte Deutschlands“.

Für den einen oder anderen mag das neu sein. Deswegen

haben wir diese Erkenntnis schon einmal in dieser Kolumne

an Besucher wie Bewohner der Stadt Augsburg sowie ihrer

zwei Nachbarlandkreise Augsburg und Aichach-Friedberg

weitergegeben. Bloß ein Sprüchle, nur ein Marketing-Gag

oder Tourismuswerbung? Ganz sicher nicht. Dazu genügt

ein Blick auf touristische Hochkaräter wie unsere nahe

bayerische Landeshauptstadt München oder auch auf die

Frankenmetropole Nürnberg. Beides sind tolle Städte, aber

keine der beiden hat das, was Augsburg hat. Zum Beispiel

eine Stadtgeschichte, die in die Anfänge unserer Zeitrechnung

zurückreicht: 15 vor Christus hat der erste Römer seine

Sandalen auf Augsburger Boden gesetzt – von München

war da mehr als ein Jahrtausend lang noch gar nicht die

Rede. Wobei: Älter zu sein allein ist ja noch keine Leistung,

auch wenn sich Augsburg somit zurecht als eine Keimzelle

des heutigen Kulturlandes Bayern bezeichnen darf.

Sehr wohl ist aber bemerkenswert, dass unter diesen drei

Städten allein Augsburg auf der Liste des UNESCO-Welterbes

vertreten ist. Die historische Wasserwirtschaft der

einstigen Reichsstadt sowie die Hydrotechnik des „deutschen

Manchester“ und dadurch die Augsburger Industriekultur

erhielten damit ein weltweit begehrtes Prädikat. Mehr noch:

Das „Augsburger Hohe Friedensfest“ wurde 2018 in das

bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der

UNESCO aufgenommen. „Sowohl als auch“ – das kommt

selbst deutschlandweit selten vor. Übrigens: In Augsburg

wie im Landkreis Augsburg findet man Denkmäler eines

weiteren Kulturerbes – der Flößerei, welche die UNESCO

2022 zum Immateriellen Kultur erbe der Menschheit ernannt

hat. Sehenswertes entdeckt man bei uns zudem zur Antike,

zu den Augsburger Mozarts, zu Fuggern und Welsern, zu

Bertolt Brecht, zu St. Ulrich und zur Schlacht auf dem

Lechfeld. 2025 steht der 500. Todestag Jakob Fuggers „des

Reichen“ an und damit die Erinnerung an Habsburger

und Reichstage, Renaissance und Martin Luther: Das sind

Protagonisten und Ereignisse, die Sehenswürdigkeiten und

Geschichte(n) hinterlassen haben. Der Weg zu uns lohnt

sich. Herzlich willkommen.

Dr. Wolfgang Hübschle

Aufsichtsratsvorsitzender

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH

Götz Beck

Tourismusdirektor

Regio Augsburg

Tourismus GmbH

Kultur und Kaffeegenuss in Augsburger

Museumsshops: regional, fair, nachhaltig

In den Museumsshops der Regio Augsburg Tourismus GmbH

finden Besucher Augsburgs Gutes für Leib und Seele: Kaffee

und Kuchen, aber auch Souvenirs, Augsburg-Literatur und

Geschenk-Ideen lokaler Unternehmen und Einrichtungen –

alle regional, fair und nachhaltig. Souvenirs und Literatur

gibt es im Brecht haus, im Leopold-Mozart-Haus sowie im

„H2 – Zentrum für Gegenwartskunst“. Bewirtung lädt zu dem

im Schaezlerpalais, im Maximilianmuseum sowie im „Fugger

und Welser Erlebnismuseum“ zum längeren Verweilen ein.

Auskunft, Broschüren, Führungstipps, Souvenirs und Produkte

der Modelinie „RENAISSANCE – start again“ erhalten Besucher

der Region Augsburg außerdem am Augsburger Rathausplatz

in der Tourist-Info der Regio Augsburg Tourismus GmbH.

Impressum

»Herausgeber

Regio Augsburg Tourismus GmbH

Schießgrabenstraße 14, 86150 Augsburg

Verantwortlich: Götz Beck, Tourismusdirektor (V.i.S.d.P.)

tourismus@regio-augsburg.de

www.augsburg-tourismus.de

»Verlag

context verlag Augsburg | Nürnberg

Martin Kluger

Frohsinnstraße 11, 86150 Augsburg

Telefon 0821 313161 | -62 | -63

info@context-mv.de

www.context-mv.de

»Redaktion

Martin Kluger (verantwortlich)

Candida Sisto

Jessica Münderlein

»Layout und grafische Produktion

context verlag Augsburg | Nürnberg

mit Support durch

Winkler Werbung Werbeagentur GmbH

Albrecht-Dürer-Platz 4, 90403 Nürnberg

www.winkler-werbung.de

»Titelbild

Martin Kluger

»Mediaberatung

Werner Vöst

Verlagsbüro & Medienagentur

Schertlinstraße 11/151, 86159 Augsburg

Telefon 0821 4506945

Telefax 0821 4506946

info@voewe.de

www.voewe.de

»Druck

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Veranstaltungstermine im Jahr 2025:

www.augsburg-tourismus.de

Alle Angaben und Termine ohne Gewähr. Stand: 01/2025

5


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Ob themenbasierte Stadtführungen mit Jim Knopf

oder auf der Durchreise – Familien fühlen sich in

großen Familienzimmern mit zwei Doppelbetten und

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Wir begrüßen Sie direkt im Zentrum, so dass Sie zu

Fuß bspw. in die Innenstadt, zum Arena-Shuttle-

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„Auf den Spuren von Fugger, Mozart

und Brecht – in der Welt erbestadt Augsburg“

Januar – März: Mo. – Do. 14 Uhr (DE/EN), Fr./Sa./So. 11 Uhr

(DE) und 14 Uhr (DE/EN), April – Dezember: täglich 14 Uhr

(DE/EN), 19. Juli – 30. September: Do. – So. 14 Uhr (EN)

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Tourist-Information, Rathausplatz 1 | www.augsburg-tourismus.de

AUGSBURG. STADTFÜHRER ZUM WELTERBE

WASSER UND ZU 2000 JAHREN GESCHICHTE

Augsburgs Wasserwirtschaft ist UNESCO-Welterbe,

und dieser Stadtführer leitet zu den Denkmälern.

Außerdem zu Spuren der Römer, der Fugger und der

Mozarts, von Bertolt Brecht und Rudolf Diesel, zum

Rathaus, in den Dom, die Fuggerei und die Augs burger

Puppen kiste. 168 Seiten mit mehr als 320 Fotos.

BP

Senkelbachstraße

Klinkerberg

Gunte r s

Viktoriastraße

Imhofstraße

A n

traße

Am

der Blauen

Garten

Am Katzenstadel

straße

Frölichstraße

Prinzregenten

Rosenaustraße

Katzenstadel

Kappe

23

tachbrucker-Tor-Straße

Schaezlerstraße

straße

Bahnhofstraße

Georgenstraße

Auf dem Kreuz

Holbeinstraße

Halderstraße

Leonhardstraße

Gögginger Straße

Klinkertorstraße

Volkhartstraße

Lange Gasse

Alte Gasse

Heilig- Kreuz-Stra ße

20

Kohlergasse

Theaterstraße

Ernst-

Reuter-

Platz

Stadtmarkt

Klinkertorplatz

Kennedy-

Platz

Schaezlerstraße

11

Hermanstraße

Beim Hafnerberg

Jesuitengasse

Ludwigstraße

Fuggerstraße

Völkstraße

Hafnerberg

Im Thäle

F

Königsplatz

Bus

&

Tram

Beethovenstraße

Frohsinnstraße

Alpenstraße

Kuhgässchen

Kornhausgasse

Kesselmarkt

19

Bleigässchen

Hallstraße

Kapuzinergasse

Neidhartstraße

Karmelitengasse

Grottenau Karlstraße

Völkstraße

WC

BH

Völkstraße

BP

Kleine Grottenau

Meister-

9

Stettenstraße

Pfärrle

Frauentorstraße

WC

Steingasse

Unter dem

Bogen

Hoher Weg

Pe utingerstraße

Annastraße

8

6

WC F

Phil.-Welser-Straße

Bgm.-Fischer-Straße

Konrad-Adenauer-Allee

Schießgrabenstraße

7

Obstmarkt

10

Zeuggasse

Äußeres Pfaffengässchen

Mittleres Pfaffengässchen

5

F

Katharinengasse

Karolinenstraße

2

Mauerb

Schmiedberg

Theodor-Heuss-

Platz

erg

Hunoldsgraben

Beim

Pfaffenkeller

Spenglergässchen

WC

3

Armenhausgasse

Weite Gasse

Kitzenmarkt

Stephingerberg

Leonhardsberg

F

1

Karmelitenmauer

Wintergasse Dominikanergasse

12

Maximilianstraße

13

4

Afrawald

Schwibbogenplatz

Ulrichsplatz

Kappelberg

21

18

14

Pr

Schwedenweg

Müllerstraße

Bei den

sieben

Kindeln

Vorderer Lech

Am Rößlebad

Mittlerer Graben

Unterer Graben

edigerberg

Kirchgasse

Ulri c hsgasse

Am Eser

Kanalstraße

Bert-Brecht-Straße

Pulver gässchen

Henisiusstraße

F

I

II

Hinterer

III

IV

V

Pilgerhausstraße

Mittlerer Lech

Eserwallstraße

Lech

Milchberg

Bäckergasse

Quergässchen

Jakoberstraße

Oberer Graben

Schlossermauer

Am Schwall

Am Brun n enlech

Spitalgasse

Schwibbogengasse

Klauckestraße

Lauterlech

Franziskanergasse

Stephansplatz

Forsterstraße

Schwibbogenmauer

Riedlerstraße

Bei St. Max

Margaretenstraße

15

Rotes Tor

Freilichtbühne

F

16

Hasengasse

Bei der

Jakobskirche

17 BP

Jakobspl a tz

Veits-Gasse

Remboldstraße

Rote-Torwall-Straße

Oblatterwallstraße

Kahnfahrt

Vesaliusstraße

Gänsbühl

Paracelsusstraße

Lochgässchen

Vogelmauer

Rauwolffstraße

Kappeneck

Jakoberwallstraße

Wagenhalsstraße

Wolfsgässchen

F

Wolfsgässchen

Provinostraße

Prinzstraße

Untere Jakobermauer

Gärtnerstraße

Oblatterwallstraße

Jakoberstraße

Wagenhalsstraße

Rosengasse

Allee

Obere

Werner-Haas-Straße

Friedberger Straße/B300

BP

Jakobermauer

Obgm.-Dreifuß-Straße

Tourist-Information

Parkplatz/Parkhaus

BP Busparkplatz

BH Bushaltepunkt

WC Öffentliche Toilette

F Fahrradmietstation

Nagahama-Allee

Bergmühlst raße

Argonstraße

Zobelstraße

Raunerstraße

Theodor-Wiedemann-Straße

Obgm.-Hohner-Str.

str aße

Provino

22

Sanderstraße

© context verlag Augsburg | Nürnberg

1

Rathaus und Perlachturm

7

Diözesanmuseum St. Afra

13

Schaezlerpalais

18

Brechthaus

2

Augustusbrunnen*

8

Mozarthaus

14

Ulrichskirchen

19

Naturmuseum und Planetarium

3

Merkurbrunnen*

9

St.-Anna-Kirche

15

Heilig-Geist-Spital/Puppenkiste

20

Heilig-Kreuz-Kirchen

4

Herkulesbrunnen*

10

Maximilianmuseum

16

Wasserwerk am Roten Tor*

21

Fugger und Welser Erlebnismuseum

5

Zeughaus/Römerlager

11

Synagoge

und Freilichtbühne am Roten Tor

22

Textil- und Industriemuseum (tim)

6

Dom und Fronhof

12

Fuggerhäuser

17

Fuggerei/Museen in der Fuggerei

23

Kongresszentrum und Hotelturm

Rathaus, Perlachturm, Großes Haus des Staatstheaters Augsburg und St. Magdalena wegen Sanierungsarbeiten geschlossen | *Objekt des UNESCO-Welterbes

7


XXXXXXX

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Matthäus Eckhart (1),

Martin Kluger (9),

Quirin Leppert (1),

Norbert Liesz (1)

8


XXXXXXX

Am 30. Dezember 1525 – Ende 2025 also vor 500 Jahren – starb

der Handelsherr, Bankier und Montanunternehmer Jakob Fugger

(genannt „der Reiche“) in seiner Heimatstadt Augsburg. In seinem

Gedenkjahr stehen die Geschichte, die Denkmäler sowie nicht

zuletzt die großen Stiftungen dieses Firmenlenkers noch mehr

als sonst im Rampenlicht – vorneweg die 1521 von ihm gestiftete

Fuggerei, eine weltberühmte Sozialsiedlung. Was die Fuggerei so

ungewöhnlich macht: Etwa 150 unterstützungsbedürftige katho -

lische Augsburger Bürger wohnen dort für die schier unglaubliche

Jahres(kalt-)miete von 0,88 Euro. Dieser Mietzins ist ebenso der

Geschichte Jakob Fuggers und seiner Fuggerei geschuldet wie

der zweite Teil der Miete – täglich drei Gebete für den Stifter und

seine Familie. Doch an Jakob Fugger „den Reichen“ erinnern in der

Fuggerstadt Augsburg neben dieser Fuggerei noch etliche weitere

Sehenswürdigkeiten und Museen: Auch eine Malerei auf einem

Flügelbild der Fuggerorgel der Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna

zeigt den „Regierer“ des Augsburger Handels-, Finanz- und Montan -

konzerns. An der Schwelle vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit

agierte das Firmenimperium der Fugger in weiten Teilen Europas. In

der Fuggerstadt entdeckt man einige Denkmäler und Kunstwerke,

die viel über das Denken und Streben (aber auch die Ängste) der

Menschen in einer Epoche ver raten, in der sich das Bild von der

Welt so rasant veränderte wie kaum noch einmal davor und danach.

500. TODESTAG JAKOB FUGGERS „DES REICHEN“

Vom „Selfie in Silber“

bis zur Fuggerei

2025 – das Gedenkjahr für den berühmten Sohn der Fuggerstadt

9


JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025

10

Auf Jakob Fugger „den

Reichen“ stößt man in

der Fuggerstadt Augsburg

sogar an Orten,

an denen man ihn eher

nicht erwarten würde.

Spätere Fugger haben

ihren berühmten Vor -

fahren klammheimlich

auf einen Orgel flügel

der Fuggerorgel in der

Basilika St. Ulrich und

Afra malen lassen. Da

profane Abbildungen

seit dem Konzil von

Trient in Kirchen nicht

mehr erlaubt waren,

ließ man Jakob Fugger

dort als Jakobs pilger

gekleidet abbilden.

Eine Gedenktafel am

Augsburger Moritzplatz

erinnert an das

1944 zerstörte Ge -

burtshaus des Jakob

Fugger: „Hier stand

das Wohnhaus der

Fugger in dem 1459

Jakob Fugger der Reiche

und 1493 Anton Fugger

geboren wurden“,

ist dort unter einer

Wappenlilie zu lesen.

Anlässlich des 500. Todestags dieses

Mannes wird die Fuggerstadt Augsburg

wohl gar nicht umhin können,

noch mehr als ohnehin an den sowieso

bis heute fast omnipräsenten Kaufherrn,

Bankier und Montan unternehmer Jakob Fugger

zu erinnern. Früh am Morgen des 30. Dezembers

1525 soll Jakob Fugger, dem Zeitgenossen den

Beinamen „der Reiche“ verpasst hatten, verstorben

sein. An diesem Tag, so urteilte später

ein Historiker über den Fugger, „starb mit ihm

der hervor ragendste Handelsherr der deutschen

Früh renaissance und wahrscheinlich der reichste

Mann seiner Zeit.

Es steckt so einiges in diesem einen Satz:

Zum einen ein Stück weit die Legendenbildung,

die den steinreichen Augsburger Bürger bald

umgab. Denn so reich (und einflussreich) Jakob

Fugger auch war, letztlich war der Reichtum

der Regenten und Landesfürsten ungleich größer,

und ihre Machtmittel waren es sowieso. Zum

anderen ist es das Faszinosum einer Persönlichkeit,

die an einem Brenn- und Wendepunkt

der europäischen Geschichte so ziemlich alles

miterlebt und teils mit Krediten an gekrönte

Häupter und Päpste mitgestaltet hatte, was

später Geschichtsbücher füllen sollte: den Aufbruch

vom Mittelalter in die Frühe Neuzeit.

Dazu gehörten die Anfänge von Globalisierung

und Kapitalismus, der Beginn der Reformation

und somit der des konfessionellen Zeitalters

sowie die daraus resultierenden sozialen und

religiösen Unruhen, die mit der Niederschlagung

der Aufstände von Bauern und Bergleuten endeten.

Neue Handelswege im Süden und Osten

und die „Neue Welt“ weit im Westen waren

eben entdeckt worden. Die Bildung von Machtblöcken

und -interessen führ te bald nach Fuggers

Tod sogar dazu, dass deutsche, spanische und

italienische Söldner des – katholischen – Kaisers

Karl V. das Rom der Päpste erobern, in Brand

stecken und plündern sollten. Jakob Fugger hat

wohl geahnt, dass nach seinem Ableben noch

allerhand geschehen würde, was mit seinem

Weltbild gar nicht mehr so recht zusammenpasste.

Denn nachdem – auch mit seinen

Finanzmitteln – der Aufstand der Bauern und

der kleinen Leute noch 1525 (ein Gedenkjahr

auch dies) „hart gestillt“ worden war, schrieb er

»

Jakob Fugger: ein Leben an

einer Zeitenwende bei Glaube,

Kunst und Wirtschaft – und am

Beginn der Globalisierung.

«

ahnungsvoll: „Ich weiß nicht, was da werden

will.“ Es wurde noch so einiges, vor allem aber

zählen die Denkmäler des reichen Jakob Fugger

zu den Hauptsehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt.

Sein Leben wurde vielfach beschrieben

und verfilmt, und jeder Tourismusdirektor dieser

Welt würde sich die Hände reiben vor Glück,

hätte er solch eine „Story“ in seiner Stadt. Eine

Story, die sich letztlich auch noch in sehenswerten

Kunstwerken niederschlägt, weil dieser

Jakob Fugger den Übergang von der Kunst des

ausklingenden Mittelalters – der Gotik – zur

frühen Renaissance nicht nur miterlebte, sondern

auch höchstselbst kräftig mitfinanzierte: Die

Fugger kapelle in der Kirche St. Anna und der

Damenhof in den Fuggerhäusern an der Maximilianstraße

sind zwei der Baukunstwerke, mit

denen sich der reiche Augsburger Konzernchef

verewigte. Sogar das wohl – mit Abstand – berühmteste

Gemälde in Augsburg, Jakob Fuggers

Porträt aus der Werkstatt Albrecht Dürers, zeigt


JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025

Jakob Fugger „der

Reiche“ hatte in Italien

gelernt, wie man sich

über Kunst stilisiert und

verewigt. Darum ließ

er sich vom Nürnberger

Meister Albrecht Dürer

porträtieren – noch

mehr Prominenz ging

seinerzeit nicht. Ab

dem Gedenkjahr 2025

wird dieses Gemälde

noch öfter als ohnehin

besichtigt werden:

Vom 12. Dezember 2025

bis zum 12. April 2026

ist dieses Porträt einer

der Höhepunkte einer

Ausstellung der Kunstsammlungen

und

Museen Augsburg im

Schaezlerpalais (Titel:

„Der Reichtum der

Kunst – Jakob Fugger

und sein Erbe“).

einen der wohl prominentesten Augsburger

aller Zeiten. Um diesen Superlativ angemessen

einordnen zu können, sei daran erinnert, dass

sich mit Augsburg immerhin die Namen der

»

Jakob Fugger war als

PR-Stratege genial – das zeigen

seine Stiftungen, „ein Dürer“

und eine Gedenkmedaille.

«

Heiligen Ulrich und Afra, Leopold Mozarts,

Bertolt Brechts und Rudolf Diesels verbinden.

Die Prominenz dieses Fuggers ist nicht einfach

so ent standen. Denn was immer man auch von

Jakob Fugger „dem Reichen“ halten mag, eines

ist sicher: Er war ein genialer PR-Stratege und

Selbstvermarkter, weit über sein irdisches Dasein

hinaus – etwa über seine Stiftungen.

Diese Denke zeigt sich im Kleinen: etwa in

einer Gedenkmedaille, die nun im Maximilianmuseum,

einem Haus der Kunstsammlungen

und Museen Augsburg, zu sehen ist. Damals

war das eine noch relativ innovative Form der

Selbstdarstellung – quasi ein „Selfie in Silber“.

Jakob Fuggers Selbstvermarktungsstrategie zeigt

sich auch im Großen: In der Werkstatt Albrecht

Dürers ließ er ein Porträt von sich anfertigen.

Einen gefragteren Maler kannte das Deutschland

jener Zeit nicht. Jakob Fuggers Strategie zeigt

sich auch in der Planung und Ausstattung der

Eine 1518 gefertigte

Gedenkmedaille Jakob

Fuggers ist heute im

Maximi lian museum

zu entdecken. Fuggers

„Selfie in Silber“ gilt als

eine der Schöpfungen,

die den Beginn der

deutschen Medaillen -

kunst markieren. Dass

und warum im Namen

„FGGER“ auf dem Rand

der Medaille das „V“

fehlt, beschäftigt heute

die Wissenschaft.

In einer Grünanlage

in der Fuggerei steht

diese Bronzebüste des

Stifters dieser Sozialsiedlung:

Jakob Fugger.

Es ist der Abguss einer

Büste, deren Original

1967 in der Walhalla

bei Donaustauf nahe

Regensburg aufgestellt

wurde. In der bis 1842

im Auftrag von König

Ludwig I. von Bayern

errichteten Ruhmes -

halle großer Deutscher

durfte einer wie Jakob

Fugger „der Reiche“

natürlich nicht fehlen.

11


JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025

Renaissance pur sieht

man im Westchor der

Kirche St. Anna. Die

steinerne Figuren -

gruppe am Altar der

Fuggerkapelle, die

wohl nach Entwürfen

von Albrecht Dürer

ge fertigten Epitaphe

und sechs Putti auf der

Chorschranke – das

alles zeigt den Stil der

Renaissance, den der

junge Jakob Fugger in

Venedig kennen gelernt

hatte. Unter der Kapelle

lag die Familien gruft

der Fugger – die aber

nur solange genutzt

wurde, bis in St. Anna

evangelisch gepredigt

wurde. Jakob Fugger

entdeckt man in einer

Figurengruppe auf dem

linken Flügelbild

der Fuggerorgel.

Das wohl bekannteste

Denkmal des reichen

Jakob Fugger ist eine

Siedlung für die Armen

seiner Heimatstadt.

Der Begriff „Sozialsiedlung“

war Fugger sicher

fremd: Dieses Wort war

1521 noch gar nicht

„erfunden“. Vielmehr

ging es dem Stifter

der Fuggerei um die

Gebete der Fuggerei -

bewohner für ihn selbst

und für seine Familie.

Mög lichst viele „Fürbitter“

sollten seine

Qualen im Fegefeuer

ver kürzen, denen ein

Kaufmann nach dem

Glauben der Zeit nicht

entgehen konnte. Das

Fegefeuer war bei zwei

Konzilen zum Dogma

geworden. Die Wirksamkeit

von Fürbitten

für den „Nach lass“ bei

Sündenstrafen wurde

Teil der katho lischen

Glaubenslehre.

12

1518 geweihten Fuggerkapelle in St. Anna. Gedacht

war diese von ihm gestiftete Kapelle als

sichtbarer Teil einer Familiengrablege: Jakob

Fugger, zwei seiner Brüder und zwei Neffen

wurden in der Gruft unter der Kapelle bestattet.

Diese Grablege wurde für die altgläubigen

Fugger inakzeptabel, als sich in der ehemaligen

Karmeliterklosterkirche die Reformation durchsetzte.

Das führte auch zu einem weithin einmaligen

Kuriosum – eine katholische Kapelle

in einer protestantischen Kirche. Das Wappen

der Fugger, die gedoppelte Lilie, sieht man bis

heute am Chorbogen, im kostbaren Marmor -

boden der Kapelle, als Glasmalerei in den drei

Chorfenstern und an der Fuggerorgel. An einem

Flügelbild dieser Orgel findet sich in einer Fi-

gurengruppe auch die Abbildung des Stifters

Jakob Fugger, neben ihm sein Neffe Raymund.

Die Fuggerkapelle ist zwar nicht – auch das war

lange ein Teil der Legendenbildung – der erste

»

Mit der Fuggerkapelle in

St. Anna brachte Jakob Fugger

die italienische Renaissance

nach Augsburg.

«

Renaissancebau nördlich der Alpen, aber doch

immerhin der erste im heutigen Bayern.

Und mit dem Bau der Fuggerhäuser am

Weinmarkt, der heutigen Maximilianstraße,

zeigte sich der Fugger erneut als Avantgardist,

der die Kunst Italiens, die er während früher


ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT

Text: PM/Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger

Viel Programm zum Gedenkjahr um Jakob Fugger

Ausstellungen, Musik und ein Theater-Tatort

Das Jahresprogramm der Fuggerschen Stiftungen dreht sich 2025

ganz um den Kaufherrn, „Kaisermacher“ und großen Stifter

Jakob Fugger: Von Anfang 2025 bis Frühjahr 2026 lockt es in

die Fuggerstadt Augsburg. Ein Muss auch im Gedenkjahr ist die

Besichtigung der Fuggerei: Vier Museen und eine Sonderausstellung

zu Jakob Fuggers Bild in der Nachwelt machen dort

500 Jahre Geschichte erlebbar. Auf Entdeckungstour durch das

Leben Jakob Fuggers geht es bei Spezialführungen – darunter

vier jahreszeitliche Erlebnisführungen mit Verkostungen, Musik

und Tanz, Lesung oder VIP-Treffen zu Abschnitten in Jakob

Fuggers Lebenslauf. Dazu kommen Führungen zu Jakob Fuggers

Häusern und Stiftungen, etwa zur Grabkapelle bei St. Anna: Die

Fuggerkapelle ist ein Schlüsselwerk der deutschen Renaissance.

Zum Gedenkjahr inszeniert das Staatstheater Augsburg zudem

ein spezielles Tatort-Format. Die Kunstsammlungen und Museen

Augsburg eröffnen am 12. Dezember eine Sonder ausstellung

mit Kunst aus der Epoche Jakob Fuggers: „Der Reichtum der

Kunst – Jakob Fugger und sein Erbe“ ist bis 12. April 2026 im

Schaezlerpalais zu sehen. Das „Forum Alte Musik Augsburg e.V.“

lädt zum Musiktag in St. Anna (am 15. November). „Fugger

Foren“ sowie eine wissenschaftliche Tagung und ein Gedenkgottesdienst

runden das Gedenkjahr 2025 ab. Auch online wird

dieser Anlass mit Information, Stories und Posts auf Instagram

und auf der Website der Fuggerschen Stiftungen gewürdigt.

» Termine, Buchungen und Kontakt: www.fugger.de

Zu Spuren des Bergbaus in sechs Ländern Europas

Auf der „Europäischen Fuggerstraße“

Vieles ist über die Entstehung des Reichtums der Fugger geschrieben

worden. Das Wichtigste freilich wurde in aller Regel

eher nur am Rande erwähnt. Nämlich, dass diese Augsburger

Familie nicht in erster Linie durch exotischen Fernhandel oder

Kredite für Päpste, Kaiser und Könige reich wurde: Ihr Reichtum

wurde vor allem durch Bergbau, die Verhüttung von Erz

sowie den Verkauf

von Produkten aus

Kupfer, Messing,

Quecksilber, Blei

und Eisen erwirtschaftet.

Seit der

Zeit um das Jahr

1490 entstand der

zwischen Spanien

und der Slowakei

agierende Montan konzern der Fugger. Mit ihrem Imperium,

zu dem neben Erzgruben und Hüttenwerken auch die auswärtigen

Firmenniederlassungen – die Faktoreien – gehörten,

schrieben Jakob Fugger „der Reiche“ und seine Nachfolger ein

spannendes Kapitel der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Fuggerhäuser, Schlösser, Kirchen, Schaubergwerke

und Museen in Augsburg, Bad Hindelang, Schwaz, Hall, Bad

Gastein, Sterzing, Banská Bystrica und Almadén lassen die Geschichte

des Montankonzerns nachvollziehen. Heute führt die

Europäische Fuggerstraße vom Zentrum Augsburg aus auch in

das polnische Krakau und damit in das sechste Land Europas.

» Mehr zur „Europäischen Fuggerstraße“ und zu

ihren Stationen unter www.fuggerstrasse.eu/de

augen

weide

Vielfalt entdecken.

Komm ins Museum!

Schaezlerpalais

Grafisches Kabinett

Maximilianmuseum

Römerlager im Zeughaus

Stadtarchäologie/Zentraldepot

H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glasplast

Neue Galerie im Höhmannhaus

Leopold-Mozart-Haus

Brechthaus

KMAUGSBURG.DE

13


JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025

Zahllose Gruppen besichtigen

jedes Jahr die

Augsburger Fuggerei.

In der dortigen Grünanlage

kommen sie

auch am Denkmal für

den Stifter der Sozial -

siedlung, Jakob Fugger

„den Reichen“, vorbei.

Lehrjahre in Venedig kennengelernt hatte, ins

noch von Gotik geprägte Augsburg importierte.

Der dortige Damenhof entstand unverkennbar

nach dem Vorbild des Innenhofs im Palazzo

der Medici in Florenz. Der Damenhof in den

Fugger häusern, einer von vier Innenhöfen im

Stil der Renaissance, wurde mit dem ersten

Trakt des Stadtpalastes von 1512 bis 1515, also

noch zu Zeiten Jakob Fuggers, erbaut. Heute

bewirtet im Damenhof – zwischen toskanischen

Rotmarmorsäulen, Tondi und Groteskenmalerei –

ein Restaurant. Einen noch „italienischeren“

Ort wird man in Bayern kaum finden.

Auch die Idee für die Fuggerkapelle dürfte

Jakob Fugger aus Italien mitgebracht haben.

Dort waren solche Grablegen zur ewigen Erinnerung

an bedeutende Familien längst in Mode.

Es wird auch darüber spekuliert, ob die Fuggerkapelle

ein prestigesteigernder „Trittstein“ auf

Jakob Fuggers Weg zur Aufnahme in den Adel

gewesen sein könnte. Gestiftet hat Jakob Fugger

die Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna 1509.

1511 wurde er in den Adelsstand aufgenommen.

Er bezahlte die Karmelitermönche im Kloster

bei St. Anna dafür, in der Kapelle täglich eine

Messe zu lesen. Sie sollten (wie später auch die

Fuggereibewohner) für sein Seelenheil beten.

Die Vorbilder für eine Siedlung wie die

Fuggerei wird Jakob Fugger ebenfalls in Italien

kennengelernt haben. Denn das gab es südlich

der Alpen längst: Eine Wohnsiedlung für bedürftige

Mitbürger mit einer Mauer drum herum,

über deren Tor auch das Wappen der jeweiligen

Stifterfamilie prangte. Das war erstens gut fürs

Die Dauerausstellung

im Augsburger „Fugger

und Welser Erlebnis -

museum“ zeigt auch

eine Abbildung der

berühmten „Goldenen

Schreibstube“ des

Augsburger Konzern -

lenkers Jakob Fugger.

Die Beschriftungen

seines Kontorschranks

verraten, dass sich das

geschäftliche Interesse

des Handelsimperiums

der Fugger über weite

Teile Zentral- und Süd -

europas erstreckte.

14


Warum ist Augsburgs Wasser Welterbe?

Darum ist Augsburgs Wasser Welterbe.

XXXXXXX

Verfasst vom

„Vater der

Welterbe-Bewerbung“

Das „Augsburger Wassermanagement-System“ ist seit

2019 UNESCO-Welterbe: Die Idee, dass die Augsburger

historische Wasser wirt schaft (Kanäle, Wasser kraft werke,

Wasserwerke und Monumentalbrunnen) welt erbe würdig

ist, wurde 2010 im context verlag Augsburg | Nürnberg

geboren. Der context verlag hat Augsburgs Interessen -

bekundung 2014 auf die deutsche Tentativ liste geführt:

Es war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum

Welterbe-Prädikat. In diesem Verlag sind all jene Bücher

erschienen, die vermitteln, wieso Augsburgs histo rische

Wasserwirtschaft jetzt UNESCO-Welterbe ist.

Mehr zum Augsburger Wasser: www.context-mv.de

Welterbe Wasser

Augsburgs historische Wasserwirtschaft.

Das UNESCO-Welterbe „Augsburger

Wassermanage ment-System“

Die Denkmäler der Wasserwirt schaft

sowie ihre Bedeutung und Geschichte

erklärt dieser Bildband kurz und knapp

sowie mit vielen teils großformatigen

Fotografien – leicht verständlich und

sehr anschaulich bebildert. Ein „Muss“

für alle, die sich für Wasserbau und

Trinkwasserver sorgung, die Nutzung

der Wasserkraft und die Brunnenkunst

der Renaissance interessieren.

Martin Kluger

120 S., 283 Abb., 19,80 €

(Augsburger Allgemeine,

3. Juli 2019)

Augsburgs historische

Wasserwirtschaft

Der Weg zum

UNESCO-Welterbe

Die Geschichte des Augs burger

Wassers seit 1412 und die Entstehung

aller Sehens würdig keiten der Wasserwirtschaft

bis 1923.

„Martin Kluger hat unzählige Quellen

gesichtet, Archive durchforstet und

dabei auch Details gefunden, die bislang

unbekannt waren. Nach jedem

Kapitel sind die Quellen ge listet. Das

macht das Buch ,Augsburgs histo ri sche

Wasserwirtschaft. Der Weg zum

UNESCO-Welterbe’ zum Kompen dium

von 500 Jahren ,Wasserkunst’ in

Augsburg.“ (Prof. Karl Ganser, in: Die

Augsburger Zeitung, 26. April 2016)

Martin Kluger

432 S., 553 Abb., 39,90 €

Wege zum Welterbe

Wasserwirtschaft

Das UNESCO-Welterbe

in Augsburg

120 Seiten, 197 Fotografien und drei

Karten leiten zu den Denkmälern des

UNESCO-Welterbes sowie zu Spaziergängen,

Radtouren und in jene Museen,

die sich mit dem Wasser befassen –

zum Beispiel auch in das Staa tliche

Textil- und Industriemuseum Augsburg

(tim), in das Maximilianmuseum Augsburg

und in das Lechmuseum Bayern

im Wasserkraftwerk in Langweid.

Martin Kluger

120 S., 200 Abb., 9,80 €

Wassertürme in Bayern

Denkmäler der Wasserkunst

Unter 334 porträtierten Wassertürmen

sind auch die zum UNESCO-Welterbe

gehörenden Augsburger Wasser türme.

Dieses Standardwerk vermittelt jedoch

Wassertürme in ganz Bayern und aus

den verschiedensten Epochen – auch

die Wasserkünste in den bayerischen

Schlossgärten. Dieses Buch entstand

mit Unterstützung durch die Frontinus-

Gesellschaft in Bonn.

Jens U. Schmidt, Günther Bosch

Hrsg.: Archiv deutscher Wassertü̈rme

304 S., 813 Abb., 19,80 €

2025 neu!

Caspar Walter. Ein Wegbereiter

des Augsburger Welterbes

Werk und Wirken

des Augsburger

Stadtbrunnenmeisters.

Mit einem kommentierten

Nachdruck seiner

„Hydraulica Augustana“

Stadtbrunnenmeister Caspar Walter

hat die Wasserversorgung in Augsburg

auf Jahre hin verbessert. Die Technik

in den 1879 stillgelegten Wasserwerken

ist zwar längst verschwunden. Dennoch

gilt Walter als einer der bedeutendsten

Weg bereiter des UNESCO-Welterbes

in Augsburg. Walters technische Zeichnungen

und Architekturskizzen waren

Vorlagen für Instruktionsgemälde und

Kupfer stiche, die das Bild, die Baugeschichte

und die Ausstattung der Augsburger

Wasserwerke dokumentieren.

Von Walter beauftragte hydrotechnische

Modelle belegen die Komplexität

der Technik. Dieses Buch enthält auch

den Nachdruck der von Walter herausgegebenen

„Hydraulica Augustana“:

Sein tech ni scher Reiseführer von 1754

wird für heutige Leser gut verständlich

kommentiert. Dieses Buch vermittelt

zu dem die Leistungen der Vorgänger

Caspar Walters und seiner Nachfolger.

Martin Kluger

120 S., 137 Abb., 29 €

erscheint im Frühjahr 2025

Der Lech

Landschaft. Natur. Geschichte.

Wirtschaft. Wasserkraft. Welterbe.

Der Führer durch das Lech museum

Bayern – und zugleich ein Führer durch

die Natur, die Geschichte des Lechs

und des Lechtals sowie der Lechwerke.

Ein Kapitel stellt die drei Wasserkraftwerke

am Lechkanal bei Gersthofen,

Langweid und Meitingen vor, die seit

2019 zum UNESCO-Welt erbe gehören.

Martin Kluger

Hrsg.: Lechwerke AG

224 S., 315 Abb., 9,90 €

Augsburg und

die Wasserwirtschaft

Studien zur Nominierung

für das UNESCO-Welterbe

im internationalen Vergleich

21 Expertenbeiträge setzen sich mit

der Wasserwirtschaft, mit Wasser bau,

Wasser kraft, Trinkwassergewinnung,

Brun nenkunst sowie mit der globalen

Bedeutung der UNESCO-Welterbe-Liste

ausein ander. Vom Welterbe im Harz

über das Welterbe in Venedig bis hin

zu den welterbewürdigen Denk mälern

der Wasserwirtschaft in Augsburg…

A. Biffi, D. Bühler,

S. Ciriacono und andere

Hrsg.: Stadt Augsburg

248 S., 261 Abb., 29,90 €

Stadtwald Augsburg

Rad- und Wanderführer

zu Quellbächen, Lech kanälen

und Lechheiden

Die Gewässer, die Tiere und Pflanzen,

Sehenswertes und Touren im arten -

reichen Augsburger Trinkwasserund

Naturschutzgebiet.

Nicolas Liebig

Hrsg.: Landschaftspflege verband

Stadt Augsburg e.V.

156 S., 128 Abb., 9,90 €

context verlag

Augsburg | Nürnberg

www.context-mv.de

15


JAKOB FUGGER „DER REICHE“ – DAS GEDENKJAHR 2025

Innovative Museumstechnik

ermöglicht es

im „Fugger und Welser

Erlebnismuseum“,

einem Gespräch des

Augsburger Krösus

Jakob Fugger und

seines Konkurrenten

Bartholomäus V. Welser

zuzuhören und sogar

zu zu sehen. Dieses

Museum in einem

Renaissancebau im

Äußeren Pfaffengässchen

nah beim Dom

erklärt auch die Rolle

der Fugger am Beginn

der Globalisierung.

Im Unteren Fletz des

Augsburger Rathauses

stößt man auf den Abguss

einer Büste Jakob

Fuggers, deren Original

für die Kirche St. Anna

geschnitzt worden war.

Die Geschichte Jakob

Fuggers, seiner Familie

und seiner Stiftun gen

schildert der Kultur -

reiseführer „Die Fugger

in Augsburg. Geschäfte

mit Kirche und Kaiser“.

Das Taschenbuch stellt

auf 300 Seiten und mit

424 Abbildungen alle

Denkmäler und Museen

vor, die in Augsburg an

die Fugger erinnern.

Prestige. Der wertvollere Teil der Miete für eine

Fuggereiwohnung besteht aber zweitens bis

heute darin, dass ihre Bewohner (die jährlich

0,88 Euro für die Kaltmiete bezahlen) täglich

drei Gebete für den Stifter und seine Familie

sprechen sollen. Selbst wenn die Gebete der

»

Die Miete für eine Wohnung

in der Fuggerei beträgt

0,88 Euro jährlich – und

drei Gebete täglich.

«

Karmeliter in der Fuggerkapelle noch schwerer

wogen: Auch die Gebete zahlreicher sogenannter

Fürbitter in den Häusern der Fuggerei sollten

Jakob Fugger und den Seinen nach dem Glauben

der Zeit schneller aus dem Fegefeuer helfen,

dem ein Kaufmann allein wegen seiner Geschäftspraktiken

nicht entgehen konnte.

Hölle und Fegefeuer waren für einen vom

Spätmittelalter geprägten Menschen wie Jakob

Fugger recht konkrete Vorstellungen. Mit den

zwei Konzilen von Lyon und Florenz war das

Purgatorium endgültig ein Dogma der katho -

lischen Kirche geworden. Aber auch die Wirksamkeit

von Fürbitten für einen „Nachlass“ auf

Sündenstrafen wurde nun Teil der katho lischen

Glaubenslehre. (Ein Gedankenkonstrukt, das

erst die Reformatoren verwerfen sollten.) Bis

heute jedenfalls – so gibt es der Stiftungsbrief

vom 23. August 1521 vor – sollen Fuggereibewohner

täglich ein Vaterunser, ein Ave-Maria

und ein Glaubensbekenntnis sprechen. Überprüft

wird das natürlich nicht. Heute leben ungefähr

150 katholische Augsburger in 140 Wohnungen

in den rund 70 Häusern, von denen etliche erst

lange nach Jakob Fuggers Tod entstanden. Noch

zweimal wurde die Fuggerei erweitert.

Mehr zur Fuggerei, heute eine der meistbesuchten

Sehenswürdigkeiten Augsburgs, erfährt

man in den dortigen Museen. Die Geschichte

der Fugger und ihrer großen Zeit überliefert

auch das „Fugger und Welser Erlebnismuseum“.

Im innovativen Museum in einem Renaissancebau

im Domviertel findet man die nachempfundene

„Goldene Schreibstube“ Jakob Fuggers.

Man erfährt dort mehr über den Aufbruch in

eine neue Zeit sowie über das Handels- und

Montanimperium der Fugger. Im Museum kann

man (dank modernster Museumstechnik) sogar

einem Gespräch Jakob Fuggers mit seinem Konkurrenten

Bartholomäus V. Welser lauschen.

» Zur Augsburger Fuggerei, zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen für Besucher sowie

zu den Veranstaltungen und Ausstellungen im Gedenk jahr 2o25 informiert die „Fürstlich und

Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration“: www.fugger.de

» Informationen zu Sehenswürdigkeiten sowie zu Gruppenführungen zu Denkmälern der Fugger

bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH: www.augsburg-tourismus.de/fugger

» Zur Dauerausstellung und zu den Veranstaltungen im „Fugger und Welser Erlebnismuseum“

informiert die Regio Augsburg Tourismus GmbH: www.fugger-und-welser-museum.de

» 2025 bieten die Regio und die Fuggerschen Stiftungen Führungen zu Themen um Jakob Fugger an.

» Anlässlich des 550. Geburtstags von Jakob Fugger ist bereits 2009 eine beschilderte Tour zu

den Spuren der Fugger in Augsburg entstanden. Zwischen der Fuggerei, der Ulrichsbasilika

und dem „Fugger und Welser Erlebnis museum“ erklären seitdem mehr als ein Dutzend Tafeln

in deutscher, englischer und italienischer Sprache Denkmäler und Erinnerungsorte der Fugger.

16


XXXXXXX

Foto: Elias Treugut

Erleben Sie unser vielfältiges

lt i

Kulturangebot für alle Generationen

im Bezirk Schwaben unter:

www.kultur-im-bezirk.de

Monika Hoede,

Trachtenkultur-Beratung

Krumbach

bezirk-schwaben.de

17


XXXXXXX

WASSER, WELTERBE, ROMANTIK

Augsburgs weiße

Flotte am Donauhafen

Zur Kahnfahrt: Boote, Bier, Brotzeit und Bertolt Brecht

18


XXXXXXX

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Götz Beck (1),

Wolfgang B. Kleiner (1),

Hannah Kluger (1),

Martin Kluger (7)

Der Augsburger Wirtschaftsreferent Dr. Wolfgang Hübschle war

der „Mann am Ruder“, als die in die Jahre gekommene Augsburger

Kahnfahrt jüngst renoviert wurde. Die Kahnfahrt ist eine roman -

tische „Kompo sition“ von Ruderbootfahren im Stadtgraben und

Gastronomie vor der alten Stadtmauer. Jetzt präsentiert sich der

„Sehnsuchtsort der Augsburger“ – so Kurt Idrizovic, einer der

Betreiber der jährlichen „Kahnfahrt-Festspiele“ – wieder proper

und attraktiv. Viel idyllischer ein Bierchen und eine Brotzeit zu

genießen – das geht wohl kaum. Man schaut hier auf das Wasser

und die weiß gestrichenen Boote dar auf, auf eine mittelalterliche

Stadtmauer mit Wehrtürmen, auf einen zierlichen Wasserturm im

Stil der Renaissance, auf eine Kastanienallee und auf zwei Häuser,

in denen der weltberühmte Schriftsteller Bertolt Brecht gelebt hat.

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH informiert Einheimische wie

Besucher der Stadt mit regelmäßigen Führungen zu den Baudenkmälern

der angrenzenden Stadt befestigung: So sieht man auch

ein Objekt des UNESCO-Welterbes – die Relikte eines Wasserwerks

am Vogeltor. Natürlich enden diese Stadtmauerführungen

bei der Kahnfahrt. Dort war kurz vor 1900 ein Industriehafen

geplant, der Augsburg über einen Kanal entlang des Lechs mit

der Donau verbinden sollte.

19


ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT

20

Am Äußeren Stadt -

graben planten die

Augsburger um 1900

einen Donauhafen, der

dann aber nie gebaut

wurde – zum Glück für

die Ruderer, die sich

heute vor diesem besonders

romantischen

Abschnitt der Stadtmauer

in einem der

Boote der Augsburger

„weißen Flotte“ im

Wasser des einstigen

Wehrgrabens tummeln.

Hinter dem viereckigen

Oblatterturm liegt der

Eingang zur Kahnfahrt.

Stadtführungen

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH, aber

auch die individuellen

Spaziergänge entlang

von Stadtmauern und

Gräben enden gerne

dort, weil hier neben

der Gastronomie auch

ein Bootsverleih zum

Bleiben verlockt.

Mit der jüngst neu konzipierten

und umgestalteten sogenannten

Kahnfahrt ist Augsburg um eine

bemerkenswerte Attraktion reicher

geworden. Dabei ist diese Kahnfahrt eigentlich

auch ein Denkmal des Scheiterns menschlicher

Planungen – zum Glück. Denn das Projekt des

Industriehafens, der Augsburg vom Äußeren

(Stadt-)Graben aus über ein schiffbares Kanalsystem

im Lechtal mit der Donau verbinden

sollte, wurde niemals umgesetzt. Die einzigen

„Schiffe“, die dort heute ab- und an legen, sind

die einer weißen (Ruderboot-)Flotte.

Ein kurzer Exkurs in die Vergangenheit tut

not, um zu verstehen, was hier um 1900 geplant

wurde. Augsburg sollte Hafenstadt werden. Was

heute irrwitzig klingt, war eine ziemlich konkrete

Idee: Unterstützt von Prinz Ludwig von Bayern

war 1892 der „Verein zur Hebung der Flussund

Kanalschiffahrt“ gegründet worden. Neben

dem Ausbau des Eisenbahnnetzes sollten schiffbare

Kanäle das Land durchziehen, um Schüttgut

und Schwerlasten auf dem Wasserweg bis zu

den Fabriken zu transportieren. Vom Hafen an

der Kahnfahrt aus sollten Flussschiffe über den

parallel zum Lech gegrabenen Achkanal Augsburg

an die Donau anbinden. Der vom Stararchitekten

Karl Albert Goll witzer bei der Kahnfahrt geplante

Donauhafen wäre aber auch ziemlich idyllisch

ausgefallen: Ein „Wimmelbild“ auf einem von

ihm gestalteten Werbeplakat zeigte nämlich

neben Eisenbahn- und Straßenbahngleisen,

Schlepp zügen und Verlade kränen auch recht

romantische Bauwerke und sogar ein Segelboot.

Anstelle von Industriekähnen und Segelbooten

schippern jetzt also Freizeitkapitäne in

ihren weißen Ruderbooten über das Wasser des

Äußeren Stadtgrabens. Abgelegt haben diese

Ruderer am „Ankerplatz“ vor der Stadtmauer,

wo vor den dortigen Biertischen eine lange

Reihe weißer Boote darauf wartet, ins Wasser

geschoben zu werden: ein Freizeitvergnügen,

das den Augsburgern und ihren Gästen bei

schönem Wetter – von Mai bis Oktober –

täglich offensteht. Der Dreiklang von Stadtmauerromantik,

Ruderbooten und Gastronomie

macht die jüngst auch baulich aufgefrischte

Kahnfahrt zu einer lauschigen Idylle mitten in

der Stadt. Wer vor der Bastion am Oblatterwall

»

Mischwesen an der

Stadtmauer – zwei Greifen –

sollten als Wächterfiguren

jeden Feind abschrecken.

«

in Richtung des Unteren St.-Jakobs-Wasser -

turmes rudert, kommt zwangsläufig an zwei

steinernen Reliefs vorbei, die nicht nur das

Augsburger Wappenbild – eine Zirbelnuss –

zeigen, sondern auch noch zwei Greifen. Diese

Wächterfiguren, die als Symbole der Wachsamkeit

und der Stärke den Feind vor der Stadtmauer

abschrecken sollten, sieht man so richtig gut

nur vom Ruderboot aus. Die beiden Monster –

Fabelwesen mit dem Körper eines Löwen und

dem Kopf eines Adlers – scheinen mit dem

friedlichen Treiben der Ruderer auf dem Wehrgraben

aber ganz einverstanden zu sein.

Unter den scharfen Augen der beiden Greife

rudert ein Pulk weißer Boote alljährlich im Mai

bei den „Kahnfahrt-Festspielen“ im Graben.

Bei dieser musikalisch-theatralen Bootsfahrt

geht es um Bertolt Brecht, um seine Balladen

und Lieder, die das Augsburger Wasser besingen.

Die Besucher rudern zu jenen Stellen am Stadtgraben,

an denen die Musiker und Schauspieler


ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT

Jährlich im Mai finden

die „Kahnfahrt-Festspiele“

statt. Dabei

geht es auch 2025 um

den 1898 in Augsburg

geborenen Dichter und

Dramaturgen Bertolt

Brecht, der etliche

Jahre seiner Jugend in

zwei Wohnhäusern der

Familie Brecht in Sichtweite

der sogenannten

Kahnfahrt verlebte.

mit der Klampfe, mit Gesang und Inszenierungen

an Brechts Jugendzeit und an sonnige Tage am

Lech erinnern. Das Stationentheater am Äußeren

Stadtgraben ist hier auch deshalb am passenden

»

Die „Kahnfahrt-Festspiele“

sind ein Stationentheater: Die

Zuschauer rudern zu Spielorten

am Rand des Stadtgrabens.

«

Platz, weil direkt gegenüber der Kahnfahrt zwei

Elternhäuser des in Augsburg aufgewachsenen

Dichters Bertolt Brecht stehen. Etwas Brecht ist

also immer dabei beim Rudern im Äußeren

Stadtgraben. Mit diesem Stadtgraben, dessen

Wasser beim Vogeltor ausgestaut wird, sowie

dem Blick auf den romantischen St.-Jakobs-

Wasserturm am Gänsbühl gleich neben dem

Oblatterwall ist hier stets auch ein „Hauch“

von UNESCO-Welterbe zu spüren – auch wenn

ausgerechnet der von Stadtwerkmeister Elias

Holl bis 1609 errichtete hübsche Wasserturm

nicht zu den 22 Objekten des Augsburger Welterbes

gehört, warum auch immer.

Was es nun aber mit dem Lechwasser im

Stadtgraben, mit der historischen Wasserwirtschaft

– dem UNESCO-Welterbe „Augsburger

Wassermanagement-System“ – und auch mit

der Wehrhaftigkeit der Stadtmauer auf sich hat,

erklärt die Regio Augsburg Tourismus GmbH

Der Augsburger Buchhändler

Kurt Idrizovic

ist einer der Veran -

stalter der Festspiele:

Die Kahnfahrt nennt

er einen „Sehnsuchts -

ort der Augs burger“.

Zu diesem Ort hat der

„Steuermann“ der Festspiel-Reihe

auch noch

aus anderen Gründen

einen engen Bezug:

Idrizovic hat von der

Stadt den Unteren

St.-Jakobs-Wasserturm

am Gänsbühl gemietet.

Treff- und Startpunkt

von sonntäglichen

Stadtmauerführungen

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH zur

nahen Kahnfahrt ist

das gotische Vogeltor.

Die Relikte eines ehemaligen

Wasserwerks

bei diesem massigen

Stadttor gehören zu

den 22 Objekten des

UNESCO-Welterbes

„Augsburger Wassermanagement-System“.

21


ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT

Vorbei am gotischen

Jakobertor verläuft der

Äußere Stadtgraben

breit und träg fließend

in Richtung der

Augsburger Kahnfahrt.

In der Durchfahrt des

Stadttors entdeckt

man das steinerne

Relief jenes Kaisers,

der den Ausbau der

Augsburger Stadtbe

festigung förderte.

bei zweistündigen sonntäglichen Stadtführungen

(am 18.05., 15.06., 20.07., 17.08. und 21.09.),

die um 14 Uhr beim Vogeltor beginnen und

jeweils bei der Augsburger Kahnfahrt enden.

Die Relikte eines historischen Wasserwerks

beim Vogeltor gehören zum Augsburger Welterbe.

Der Innere Stadtgraben fließt dort unter

einer Bogenmauer hindurch weiter nordwärts.

Kurz vor diesem Stadttor gibt dieser Graben

Wasser über ein Streichwehr und einen Düker

unter der Straße an den Äußeren Stadtgraben

ab, der Augsburg bis zur Defortifikation Mitte

des 19. Jahrhunderts durch eine weite Wasserfläche

vor Angriffen schützte. Dem Wasser in

diesem Abzweig folgt man entlang der partiell

erhaltenen Befestigung, die Augsburg militärisch

zwar nie sonderlich nützte: Jetzt allerdings lädt

sie mit ihren Wällen, Mauern und Wehrtürmen

zu einem romantischen Spaziergang ein. In der

Durchfahrt des Jakobertors, wenige Schritte

von der Fuggerei entfernt, stößt man auf das

»

Ein steinernes Relief

im Jakobertor erinnert an

den Kaiser, der den Bau der

Stadtmauer vorantrieb.

«

stark verwitterte Steinrelief eines Gekrönten,

der wohl Kaiser Sigismund verkörpert: Dieses

Denkmal soll daran erinnern, dass jener Kaiser

aus dem Hause Luxemburg den Ausbau der

Augsburger Stadtbefestigung sehr gefördert hat.

Ein Stadtmauerturm

wie aus dem Märchenbuch:

Dem „Fünfgratturm“

ist zwar Mitte

des 19. Jahrhunderts

der dortige Abschnitt

der Stadtmauer „ab-

handengekommen“,

doch die einstige Wehrhaftigkeit

der dortigen

Befestigung lässt sich

noch immer erahnen.

Seit Kurzem kann man

diesen Turm nicht nur

von außen bewundern,

sondern auch sein

Inneres besichtigen.

22


ZUR AUGSBURGER KAHNFAHRT

Kaum irgendwo ist die

Schutzfunktion der

vom Lech gespeisten

Wehrgräben vor der

Stadtbefestigung noch

so gut erkennbar wie

vor dem Oblatterwall

und beim Unteren

St.-Jakobs-Wasserturm

am Gänsbühl. Doch

die Stadtgräben hatten

noch mehr Funktionen:

Sie waren auch große

Treibwasserkanäle,

die zum Beispiel die

Wasserräder eines

Hebewerks im Unteren

St.-Jakobs-Wasserturm

antrieben. Auch für die

Stadtfischerei und für

die Flößerei spielten

die Gräben eine Rolle.

Direkt hinter dem Jakobertor verläuft der Äußere

Stadtgraben breit und kerzengerade in Richtung

des Unteren St.-Jakobs-Wasserturmes am Gänsbühl.

Dabei fließt er am nahezu märchenhaft

wirkenden Fünfgratturm vorbei: Er ist das letzte

Zeugnis der hier längst abgetragenen Stadtmauer.

Der in Augsburg liebevoll „Fünffingerlesturm“

genannte Wehrturm kann heute auch innen

besichtigt werden. Am Gänsbühl sieht man im

»

Bei Führungen der Regio

Augsburg Tourismus GmbH

zur Kahnfahrt schaut man

bei drei Kaisern vorbei.

«

Übrigen nicht nur den von Elias Holl im Stil

der Renaissance erbauten Wasserturm, sondern –

in einer gegenüberliegenden Mauer – noch mal

zwei Kaiser, diesmal aus dem Hause Habsburg.

Die dort eingemauerten Tondi (runde Schmuck -

scheiben aus Terrakotta) zeigen Porträts Kaiser

Maximilians I. und seines Nachfolgers Karl V.

Diese Herrscherporträts sind womöglich Relikte

eines nahen vormaligen Gartenguts der reichen

Fugger. Gefertigt wurden derartige Schmuckscheiben

nach italienischen Vorbildern.

Vom Gänsbühl aus sind es dann nur noch

ein paar wenige Schritte vorbei am hoch aufgeschütteten

Oblatterwall und am viereckigen

Oblatterturm. (Wer dafür den – längeren – Weg

über die Bert-Brecht-Straße präferiert, kommt

an den beiden Wohnhäusern der Familie Brecht

vorbei. Eine Gedenktafel erinnert an diese Bewohner.)

Der direkte Weg vom Gänsbühl zu

Bier, Brotzeit und Bootsverleih führt aber am

Oblatterturm vorbei zum Eingang zur Kahnfahrt.

Den hier geschilderten Weg vom Vogeltor bis

dorthin kann man gut geführt, aber auch ganz

individuell als Spaziergang absolvieren.

Und der geplante Donauhafen? Wie er geplant

war und wie man von der Augsburger

Stadtmauer in Richtung Lech und Donau hätte

fahren wollen, zeigt die Regio Augsburg Touris -

mus GmbH mittels einer Videoanimation. Den

QR-Code dafür findet man in einer Broschüre

der Regio zur Kahnfahrt – oder unten rechts.

» Zur Augsburger Kahnfahrt informiert die Regio Augsburg Tourismus GmbH auch im Internet:

www.augsburg-tourismus.de/kahnfahrt

» „Rund um die Augsburger Kahnfahrt. Wege und Welterbe, Führungen und Erlebnisse an der

Stadtmauer“ heißt eine Broschüre, die bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH erhältlich ist,

etwa in der Tourist-Info am Rathausplatz oder auf Anforderung (Telefon 0821 50207-0).

Zum digitalen Lesen oder zum Download unter: www.augsburg-tourismus.de/broschueren

» Informationen zu Öffnungszeiten der Kahnfahrt (und damit auch zur Gastronomie und zum

Ruderbootverleih) findet man ebenfalls über die Website der Regio.

» Zu den „Kahnfahrt-Festspielen“ informiert die Augsburger „Buchhandlung am Obstmarkt“ im

Internet unter www.buchhandlung-am-obstmarkt.de/kahnfahrt-festspiele – mit Aufführungsterminen

und aktuellen Auskünften zum Wetter. Kurt Idrizovic, Inhaber dieser Buchhandlung,

betreibt dort auch den wohl weltweit einzigartigen „Brecht-Shop“.

» Kurt Idrizovic von der „Buchhandlung am Obstmarkt“ bietet außerdem Führungen auf dem

historischen Wehrgang bei der Kahnfahrt an.

Am Gänsbühl entdeckt

man die Tondi zweier

Kaiser: Eine der beiden

Schmuck scheiben zeigt

ein Porträtrelief Kaiser

Karls V.

Dieser QR-Code

führt zu einer Video -

animation des Augs -

burger Donau hafens –

der so gezeigt wird, wie

er geplant war, aber nie

umgesetzt wurde. Es ist

ein hochinteressantes

Kapitel der Augsburger

Industriegeschichte

und der bayerischen

Verkehrsplanung in der

Zeit um das Jahr 1900.

23


XXXXXXX

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (9)

24


XXXXXXX

Augsburgs historische Wasserwirtschaft ist ein UNESCO-Welterbe,

das der Menschheit viel zu sagen hat – vieles zum Stellenwert von

sauberem Trinkwasser, viel zur Nutzung der Wasserkraft und viel

zur Wertschätzung der Ressource Wasser, die in Augsburg durch

Architektur und Kunst gefeiert wurde. Was die Kanäle, historischen

Wasserwerke und kostbaren Monumentalbrunnen auch vermitteln:

Fähige Handwerker haben hier Techniken der Wasserkraftnutzung,

der Trinkwasserhebung und des Bronzegusses bestens beherrscht.

Der „Augsburger Handwerkerweg“ zeigt also die enge Verzahnung

von Wasserkunst und Handwerkskunst. Er zeigt auch, wie sehr das

Treibwasser in den Lechkanälen das Augsburger Handwerk – nicht

zuletzt das Kunsthandwerk – voranbrachte. Wasser und Welterbe

sind Stationen am „Handwerkerweg“ – Führungen und Spaziergänge

enden nicht selten im Wasserwerk am Roten Tor. Dort zeigt

eine Ausstellung etliches zur Handwerkskunst: Denn im Unteren

Brunnenmeisterhaus ist das „Schwäbische Handwerkermuseum“

zu besichtigen. Auf dem Weg stößt man auf 25 Betriebe des traditionellen

Handwerks – auf Gold- und Silberschmiede,a ufB äcker

und Friseure, auf eine Putz macherin und eine Geigenbauerin. In das

Geburtshaus Bertolt Brechts geht es auch: In dieser Gedenkstätte

zwischen zwei Lechkanälen lärmte um 1900 eine Feilenhauerei.

AUF DEM „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“

Ohne Handwerk kein

UNESCO-Welterbe

Entlang von Lechkanälen bis ins Handwerkermuseum

25


DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“

26

Auf einer Kanalbrücke

bei der Gasse „Auf dem

Rain“ überqueren Fußgänger

zwei Lechkanäle

auf einmal – sowohl

den Mitt leren Lech als

auch den Hinteren

Lech. Zwischen diesen

beiden Kanälen steht

das Häuschen, in dem

1898 Bertolt Brecht,

wo möglich der weltweit

berühm teste

Augs burger, zur

Welt kam.

Auf heutige Besucher

des Lechviertels wirken

die Lechkanäle in erster

Linie romantisch. Denn

ihre ehemalige – wirtschaftlich

erhebliche –

Be deutung erschließt

sich kaum ohne einen

Besuch des „Welterbe

Info-Zentrums“ am

Rathausplatz, ohne

eine Führung der Regio

Augsburg Tourismus

GmbH oder ohne etwas

über das Augs burger

Welterbe zu lesen.

Wer von uns ist nicht froh, wenn

der Handwerker kommt, der gerade

ganz dringend gebraucht

wird? Ein Störfall im Haus oder

am Auto verdeutlicht – zumindest kurzzeitig –

mal wieder den Stellenwert des Handwerks. In

der Welterbe-Stadt Augsburg aber wird man

eher langfristig respektive immerwährend an

die Bedeutung des Handwerks erinnert: Jedenfalls,

wenn man die 19 Objekte des „Augsburger

Wassermanagement-Systems“ im Stadtgebiet besichtigt,

die seit 2019 auf der Liste des UNESCO-

Welterbes stehen: die Kanäle, die Wasserwerke,

die Monumentalbrunnen mit ihren Bronze -

figuren… Es waren Baumeister und Röhrmeister,

Zimmerer, Maurer, Schmiede und Erzgießer,

welche die meisten Denkmäler der historischen

Augsburger Wasserwirtschaft geschaffen, gepflegt

und instandgehalten haben. Für Augsburg gilt

jedenfalls: Ohne Handwerk kein Welterbe.

Weil das so ist, hat die Regio Augsburg

Tourismus GmbH erst jüngst eine Broschüre

mit dem Titel „Der Augsburger Handwerkerweg.

Mit Wasserkraft zu einem europäischen Zentrum

der Handwerkskünste“ herausgegeben. Insgesamt

13 Stationen hat dieser Handwerkerweg, der

zu 25 traditionellen Handwerks betrieben in

der Augsburger Altstadt führt, die dort für Besichtigungen

offenstehen. Der letzte Gerberboden

Augsburgs ist dabei, aber auch eine Bäckerei

und eine Buchbinderei… Eine Gold- und

Silberschmiedewerkstatt sowieso, denn immerhin

hat man in der Stadt am Lech jenes „Augsburger

Silber“ hergestellt, das man heute in vielen

hochrangigen Museen Europas zu sehen bekommt.

Auch und gerade für das Goldschmiedehandwerk

waren die Augsburger Lechkanäle

von Bedeutung: Denn die Wasserkraft der

Kanäle im romantischen Lechviertel wurde nicht

nur für den Antrieb der Mahlwerke einiger Getreidemühlen

genutzt, sondern nicht zuletzt

auch für den Antrieb von Hämmern und Grätzmühlen.

Für das Handwerk war die Wasserkraft das

viel zitierte „Erdöl des Mittelalters“ – bis zur

Elektrifizierung neben menschlicher Muskelkraft

und von Rössern oder Rindern angetriebenen

Göpeln die einzige Möglichkeit, vorindustrielle

»

Die Wasserkraft der Kanäle

war für das Handwerk

quasi „das Erdöl des

Mittelalters“.

«

Maschinen (Werke) der Handwerker anzutreiben.

In den küstennahen Regionen nutzte man auch

die Windmühlen, doch von allen Meeren liegt

Augsburg nun einmal weit entfernt.

Augsburgs Lage vor den nahen Alpen aber

verschaffte dieser Stadt genügend Wasser. Weil

das Gefälle in Augsburg (im heutigen, größeren

Stadtgebiet sind es 29 Meter) nicht erheblich

ist, musste das Handwerk bis in die Anfänge

des Industri e zeitalters mit unterschlächtigen

Wasserrädern auskommen. Solche aus Holz

konstruierten Wasser räder konnten zwar die

Bewegungsenergie des Wassers nur zu einem

geringen Prozentsatz in mechanische Arbeit

umsetzen, doch dafür war das aus dem Lech

ausgestaute oder von Quellen im Süden der

Stadt gelieferte Treib wasser in Augsburg reichlich

und zuverlässig vorhanden. Das Netz der Lechkanäle,

welches das idyllische Lechviertel durchzieht,

ist kilometerlang. Das war schon 1554

Sir Thomas Hoby (der später als Botschafter

Englands in Frankreich diente) aufgefallen:


DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“

„Diese Stadt ist sehr vornehm gebaut, mit vielen

vortreff lichen Wasserführungen darin“, notierte

er. Heutige Besucher des alten Handwerkerviertels

sehen die Lechkanäle meist nur als romantisches

»

Auf heutige Besucher

des idyllischen Lechviertels

wirken die Lechkanäle

vor allem romantisch.

«

Beiwerk. Doch diese Kanäle trieben Dutzende

Wasserräder verschiedenster Werke des mittelalterlichen

Handwerks an: Mahl-, Walk-, Sägeund

Papiermühlen, Stampfen und Schmiedehämmer

. Die Kanäle lieferten Brauchwasser für

Gerber und Färber, Weber und Seiler – und sie

waren Trans port wege für Holz. Das Handwerk

blühte dank der Kanäle und der ausgeklügelten

Nutzung der Wasse r kraft: Das Treibwasser und

seine effiziente Nutzung machten Augsburg zu

einem europäischen Zentrum der Textil- und

der Metallbearbeitung, des (Kunst-)Hand werks

sowie des Druck- und Verlagswesens. Die Sägemühlen

belieferten die (Kunst-)Schreiner und

Zimmerer. Die Gold- und Silberschmiede, die

Hämmer und Grätz müh len nutzten, stellten

das in ganz Europa ge fragte „Augsburger Silber“

her. Doch diese Stadt war sogar ein europaweit

be deutendes Zentrum der Plattner – der kunstfertigen

Harnischschmiede. Die vom Lechwasser

Das hölzerne Wasserrad

am Schwallech erinnert

an hunderte Wasser -

räder, die an Augsburgs

Kanälen die Werke in

den Getreide-, Säge-,

Schleif-, Polier-, Öl-,

Walk- oder Papier -

mühlen antrieben,

und die auch die Kraft

für die Hammerwerke

und für die Hebewerke

in den Wassertürmen

lieferten. Johannes

Hinters berger (vorn)

ist der 1. Vorsitzende

des Verkehrsvereins

Region Augsburg. Vor

vielen Jahren schon

hatte er die Idee für

diesen „Augsburger

Handwerkerweg“. 2019

rückte das Welt erbe-

Prädikat die Leistungen

des Handwerks und den

Stellenwert der Wasserkraftnutzung

dann noch

weiter ins Rampenlicht.

Das Wasserwerk am

Roten Tor ist das wohl

prominenteste Ziel

unter den 22 Objekten

des UNESCO-Welt -

erbes „Augsburger

Wassermanagement-

System“ – und auf dem

„Augsburger Handwerkerweg“

sicher der

Höhepunkt. Nur über

Wasserturm-Führungen

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH lernt

man das Innere dieses

Wasserwerks kennen –

und damit jede Menge

Hand werks kunst. Vor

dem Eingang zu diesem

historischen Wasserwerk

– an der Fassade

des „Hauses zu den

Fischen“ – sieht man

bronzene Wasserspeier

in Form von Delfinen.

27


DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“

Beim Spaziergang

durch das Lechviertel

stößt man auf jene

Stelle, an der sich der

wasserreiche Schwallech

in zwei kleinere

Kanäle, den Mittleren

Lech und den Hinteren

Lech, aufteilt. Am Ende

des Lechviertels fließt

alles Wasser in diesen

beiden Kanälen kurz

nach dem Brecht haus

gemeinsam in den

Stadtbach.

angetriebenen Werke der Kupferhämmer und

die Stampfen der Papier mühlen versorgten wiederum

die Kupferstecher und Drucker. Selbst

Diamantschleifereien trieb das Kanalwasser an.

Ein unterirdischer Kanal unter der bis 1609

von Stadtwerk meister Elias Holl errichteten

Stadtmetzg macht heute auch dieses Bauwerk

»

Den eiskalten

Kanal unter der Stadtmetzg

nutzten Augsburger Metzger

zur Kühlung ihrer Ware.

«

zu einem Objekt des UNESCO-Welterbes.

Denn dort diente ein Lechkanal sogar als Kühl -

system für das Fleisch in der darüberliegenden

Verkaufshalle der Metzger. Nur hier durften

ausnahmsweise auch Blut und Schlachtabfälle

per Kanal entsorgt werden – weil dieser Lechkanal

anschließend in den Stadtgraben vor der Stadtmauer

abfloss. Dort störte das niemand. Für die

Treibwasserkanäle innerhalb der Mauern aber

war die Entsorgung von Ab fall und Fäkalien

streng geregelt. Denn kein Handwerker wäre

begeistert gewesen, wenn die Hinterlassenschaften

seiner weiter kanalaufwärts hausenden Nachbarn

an seinem Wasserrad geklebt hätten… Für die

Entsorgung von Abfällen, Schmutz, Mist und

Exkrementen hatte die Reichsstadt Abwasserkanäle

anlegen lassen: eine Maßnahme übrigens,

von der andere Städte noch lange nicht mal

träumen konnten. Dass Augsburg schon früh

Abgesehen davon, dass

Stadtwerkmeister Elias

Holl die Stadtmetzg bis

1609 mit einer prächtigen

Fassade im Stil der

Renaissance errichtete,

ist von außen nicht zu

erkennen, warum auch

dieses Bauwerk zu den

Objekten des Augs -

burger Welterbes zählt.

Holls Prachtbau birgt

jedoch ein Geheimnis:

Ein (heute trockengelegter)

Lechkanal floss

seinerzeit unterirdisch

unter einer Verkaufs -

halle der Augsburger

Metzger hindurch. Das

eiskalte Kanalwasser

kühlte so die Fleischbänke:

Damals war das

eine innovative, viel

bestaunte Lösung.

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Das Augsburger Wassermanagement-System

dokumentiert die 800-jährige Entwicklung der

städtischen Wasserversorgung: Von der Trennung

des Trinkwassers vom Brauchwasser im Mittelalter

über die Nutzung von Wasserkraft als Treibstoff bis

hin zur Fortführung alter Traditionen mittels neuer

Technologien heutzutage. Mehr Infos erhalten Sie

in unserem Welterbe Info-Zentrum direkt am

Augsburger Rathausplatz.

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Tourist-Information

Rathausplatz 1 | 86150 Augsburg

Telefon 0821 50207-0

ismuss .de

context verlag Augsburg | Nürnberg · www.context-mv.de


DER „AUGSBURGER HANDWERKERWEG“

Vor dem Brechthaus –

dem Museum in Bertolt

Brechts Geburtshaus –

verkörpert eine knallrote

Stahlsilhouette

den Dichter. Familie

Brecht wohnte im Obergeschoss.

Eine Feilenhauerei

im Erdgeschoss

verursachte aber derart

viel Lärm, dass die

Brechts ziemlich bald

wieder auszogen. Die

Lech kanäle vor und

hinter Brechts Geburtshaus

gehören heute

zum UNESCO-Welterbe.

Das Brecht haus ist

eine der 13 Stationen

des „Augsburger

Handwer ker wegs“.

»

Bertolt Brecht kam

in einem Handwerkerhäuschen

zwischen zwei Lechkanälen

zur Welt.

«

auf die Wasserhygiene achtete, könnte (das ist

freilich nur eine Theorie) ein Erbe der römischen

Stadtgründer gewesen sein.

Wie sehr den Augsburgern im Mittelalter,

noch mehr in der Frühen Neuzeit und danach

die Bedeutung des Wassers klar war, vermittelt

eine Besichtigung des historischen Wasserwerks

am Roten Tor. Das zentrale Denkmal des Augsburger

Welterbes „feiert“ das Wasser durch die

anspruchsvolle Architektur seiner drei Wassertürme

und der dortigen Brunnenmeisterhäuser.

Neben dem Eingang zum Wasserwerk zieren

bronzene Delfine die Fassade als Wasserspeier.

In das Türblatt am Eingang zum Oberen Brunnenmeisterhaus

hat man neckische Tritonen

geschnitzt. Das Innere des Großen und des

Kleinen Wasserturms ist quasi die Gedenkstätte

eines Handwerkers – des berühmtesten unter

den Augsburger Stadtbrunnenmeistern, des gelernten

Zimmerermeisters Caspar Walter. Was

dieser Handwerker konnte, belegen zum Beispiel

die von Walter selbst konstruierten vielstufigen

Treppen, die in die Obergeschosse der Türme

führen. Historische Instruktionsgemälde an den

Wänden und neue Modelle jener Pumpwerke,

die hier bis 1879 Trinkwasser in die Reservoirs

in den Obergeschossen hoben, verraten jede

Menge über das Know-how der Augsburger

Handwerker. (2025 erscheint im context verlag

übrigens das Buch „Caspar Walter. Ein Pionier

des Augsburger Welterbes“, das die Leistungen

des „Handwerker-Ingenieurs“ Walter beschreibt.)

Wie sehr die Augsburger ihr Wasser schätzten

und mittels Kunst feierten, zeigt auch ein Blick

auf die drei manieristischen Welterbe-Brunnen

der Stadt. Der Augustusbrunnen, der Merkurund

der Herkulesbrunnen sind Weltkunst. In

ihrer Ausführung belegen die Bronzefiguren und

Steinmetzarbeiten dieser drei Monumentalbrunnen

aber Handwerkskunst vom Feinsten.

Die Broschüre „Der

Augsburger Handwer -

kerweg. Mit Wasserkraft

zu einem europäischen

Zentrum der

Handwerkskünste“ ist

bei der Regio Augsburg

Tourismus GmbH

kostenlos erhältlich –

zum Beispiel in der

Tourist-Information

am Rathausplatz, nur

ein paar Schritte vom

Augustusbrunnen entfernt,

der ein Objekt

des Welterbes ist. Im

Prospekt ist auch eine

virtuelle Führung per

App auf dem „Augsburger

Handwerkerweg“

verlinkt.

» Die Broschüre „Der Augsburger Handwerkerweg. Mit Wasserkraft zu einem europäischen

Zentrum der Handwerkskünste“ gibt es bei der Regio, etwa bei der Tourist-Info am Rathausplatz.

» Die Regio Augsburg Tourismus GmbH bietet Gruppenführungen zum Augsburger Handwerk

an: Die Führung „Der Handwerkerweg“ leitet entlang der Lechkanäle durch die Gassen der

alten Handwerkerviertel Augsburgs. Dabei lernt man traditionelles und modernes Handwerk

kennen. Die Teilnehmer dieser Führung besichtigen mehrere Hand werksbetriebe. Diese Stadtführung

dauert etwa zwei Stunden. Mehr: www.augsburg-tourismus.de/fuehrungen

» Bei der gleichfalls zweistündigen Führung „Der Handwerkerweg und das UNESCO-Welterbe“

kommt man an etlichen Objekten des Augsburger UNESCO-Welterbes vorbei. Und man erfährt

wissenswerte und spannende Geschichten und Anekdoten aus der Welt des Hand werks.

» Informationen zu Führungen der Regio zu Denkmälern des Augsburger UNESCO-Welterbes:

www.augsburg-tourismus.de/unesco-welterbe

» Das Taschenbuch „Wege zum Welterbe Wasserwirtschaft. Das UNESCO-Welterbe in Augsburg“

leitet zu 22 Denkmälern – und erklärt Techniken des Wasserbaus und der Wasserkraft nutzung,

der Trinkwasserhebung und der Brunnenkunst. Mehr: www.context-mv.de/wasser.html

31


AUGSBURGS UNESCO-WELTERBE

22 Denkmäler des Augsburger UNESCO-Welterbes

Diese Denkmäler sind unterschiedlich zugänglich: * uneingeschränkt |

** Außen besichtigung jederzeit, innen nur mit Führung | *** nur mit

Führung. (In Augsburg ist im Stadtbild wie in Museen etliches mehr

zu Wasserbau, Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst zu sehen.)

5

1 Lechkanäle im Lechviertel*

2 Wasserwerk am Roten Tor**

3 Unteres Brunnenwerk**

4 Augustusbrunnen*

5 Merkurbrunnen*

6 Herkulesbrunnen*

7 Stadtmetzg**

8 Brunnenwerk am Vogeltor**

9 Galgenablass*

10 Kraftwerk am Stadtbach***

11 Wasserwerk am Hochablass**

12 Kraftwerk Riedinger***

13 Kraftwerk am Fabrikkanal**

14 Kraftwerk an der Singold**

15 Kraftwerk Wolfzahnau***

16 Kraftwerk Gersthofen**

17 Kraftwerk Langweid**

18 Hochablass*

19 Kraftwerk am Proviantbach**

20 Kraftwerk Wertachkanal**

21 Kraftwerk Meitingen**

22 Kanuslalomstrecke Eiskanal*

6

1

7

Insgesamt 22 Objekte

der histo rischen

Wasserwirtschaft – das

„Augs burger Wassermanagement-System“

sind seit dem Jahr 2019

UNESCO-Welterbe.

Wer diese Stationen

besichtigen will, tut gut

daran, sich zuvor bei

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH zu

erkundigen. Denn

etliche dieser Technikdenkmäler

sind noch

in Betrieb – sie liegen

auch mal auf einem

Werksgelände. Allein

im Rahmen diverser

Führungen kommt man

überall hin. Die Lech -

kanäle und Brunnen -

figuren (im Winter

sind die Brunnen zum

Schutz vor der Witterung

aber teilweise

eingehaust) kann man

ganzjährig sehen. Die

Außen besichtigung

der Wasserwerke und

Wassertürme ist immer

machbar. Ihr Inneres

allerdings kann man

das ganze Jahr über

ausschließlich per

Führung erleben.

32

2

3

4

8

9

10

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (22), Thomas Baumgartner (1)


AUGSBURGS UNESCO-WELTERBE

11

12

13

17

18

19

Das UNESCO-Welterbe

„Augsburger Wassermanagement-System“

stieß auf der Welterbe-

Liste thematisch in eine

große Lücke: Denn hier

verbindet sich die Süß -

wasserbewirtschaftung

mit der Industriekultur.

Das Wasserwerk am

Hochablass und zehn

frühe Wasserkraftwerke

vermitteln in Augsburg

die Technik und die

Wasserkraftnutzung

im Industriezeit alter.

Die jüngste unter den

22 Welterbe-Stätten

ist die bis zum Jahr 1972

ausgebaute olympische

Kanu slalomstrecke

am Eis kanal. Die Lechkanäle

im Lechviertel

trieben dagegen schon

im Mittelalter Mühlen

und andere Werke des

Handwerks an.

14

20

15

21

16

Mehr zu diesen Denkmälern des Welterbes: www.wassersystem-augsburg.de/objekte

22

Ein Reiseführer erklärt

die Welt erbe-Objekte

in und bei Augsburg

und weist den Weg zu

diesen Denkmälern –

zu Fuß, teils auf einem

Radweg. Das Taschenbuch

„Wege zum Welterbe

Wasserwirtschaft.

Das UNESCO-Welterbe

in Augsburg“ (197 Fotografien,

drei Karten,

120 Seiten) leitet auch

in die für das Thema

Wasser und Welt erbe

relevanten Museen –

zum Beispiel zu den

hydrotechnischen

Miniaturmodellen in

der „Modellkammer“

im Maximilianmuseum

in Augsburg.

33


AUGSBURGS KONGRESSZENTRUM

34

„Kongress am Park“

ist eine der am besten

besuchten Kongressund

Tagungsstätten

Bayerns – und wegen

der spannenden Betonarchitektur

ein junges

Baudenkmal (wie seit

Kurzem auch der benachbarte

Hotelturm).

Säle und Räume wurden

jüngst neu benannt –

nach Gewässern und

Brunnengöttern wie

dem Merkur (oben): Die

neue Beschilderung ist

einerseits Werbung fürs

Augsburger Welterbe,

andererseits auch eine

kompakte In forma tion s -

quelle zu allen weit

über das Stadtgebiet

verstreut liegenden

Welterbe-Objekten.

Die Beschilderung

in „Kongress am Park“

stellt Augsburgs Gewässer

in Text und Bild

vor – etwa den Lech,

hier fotografiert am

Hoch ablass. Auch das

Stauwehr gehört zu

den 22 Objekten des

UNESCO-Welterbes in

und bei Augsburg.

Welterbe in „Kongress am Park“ – zum

Augsburger Wasser ins Kongresszentrum

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum „Kongress am Park“ Aufmerksamkeit verdient.

Das Augsburger Kongresszentrum am Wittelsbacher Park – ein Sichtbetonkomplex aus den

1970er Jahren – ist heute nämlich ebenso ein Baudenkmal wie – erst seit Kurzem – auch der

benachbarte Hotelturm. Beide Bauten erinnern an die Olympischen Sommerspiele von 1972.

Die Säle und Tagungsräume im Kongresszentrum erinnern ihre Gäste darüber hinaus an das

Augsburger UNESCO-Welterbe. Denn sie tragen neuerdings die Namen der vier Haupt ge -

wässer dieser Stadt sowie die der bronzenen Brunnengötter der drei Welterbe-Brunnen.

»

Die Namen der Räume

und Säle in „Kongress am Park“

erinnern jetzt an vier Gewässer

und drei Welterbe-Brunnen.

«

Die drei Flüsse Lech, Wertach und

Singold sowie der von Menschenhand

gegrabene Brunnenbach, in

dem früher Augsburgs Trinkwasser

in Richtung des Wasserwerks am Roten Tor

strömte, sieht man bis heute als bronzene Sitzfiguren

auf dem Beckenrand des Augsburger

Augustusbrunnens. Diese Personifikation der

vier Gewässer war eine aus Italien importierte

Gestaltungsidee, die ein Niederländer – der

Bildhauer Hubert Gerhard – gegen Ende des

16. Jahrhunderts nach Augsburg brachte.

Derart kostbare Bronzefiguren wollte sich

das Augsburger Kongress- und Tagungszentrum

„Kongress am Park“ zwar nicht leisten, um auf

diese Gewässer und das mit ihnen verbundene

UNESCO-Welterbe hinzuweisen: Eine deutlich

kostengünstigere Idee wurde jedoch umgesetzt.

Die Säle und Tagungsräume von „Kongress am

Park“ hat man neu beschildert und benannt –

zum einen nach den vier Hauptgewässern, zum

anderen nach den namens gebenden Bronze -

figuren der Brunnengötter auf den Pfeilern der

drei Augsburger Monumentalbrunnen. Denn

der Augustus-, der Merkur- und der Herkulesbrunnen

sind Welterbe-Objekte. Der Gottkaiser

Augustus, der Handelsgott Merkur und der

Halbgott Herkules sind nun Namensgeber von

Räumen, die zuvor nach Sponsoren benannt

waren. Ein wenig Werbung für eine der meistfrequentierten

Kongress- und Tagungsstätten

Bayerns ist das durchaus auch: Denn wo können

Tagungen, Kongresse, Symposien und Hausmessen

von Unternehmen, Institutionen und

Verbänden zum Thema Wasserwirtschaft und

Hyd rotechnik passender stattfinden als hier, in

der Stadt des UNESCO-Welterbes „Augsburger

Wasser management-System“? Doch auch die

Besucher der vielen Kulturveranstaltungen im

Haus haben etwas von der neuen Beschilderung,

die im Foyer beginnt: Neun Tafeln bieten in

Text und Bild einen kompakten Rundgang zum

Welterbe – quasi als zweiter Info-Point neben

dem Welterbe-Info-Zentrum am Rathausplatz.

» Mehr Infos zu „Kongress am Park“: www.kongress-augsburg.de

» Einen Übersichtsplan mit den Namen der Säle und Räume im Augsburger Kongresszentrum

„Kongress am Park“ findet man hier: www.kongress-augsburg.de/welterbe-stadt-augsburg

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3)


KONGRESS

AM PARK

AUGSBURG

Ihr Veranstaltungsort in Augsburg

www.kongress-augsburg.de


XXXXXXX

MIT EINEM GESCHICHTSPFAD INS JAHR 955

Zu Spuren der Schlacht

auf dem Lechfeld

Ein epochales Ereignis – mal historisch real, mal multimedial

36


XXXXXXX

Die Bedeutung der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 für den

weiteren Verlauf der Geschichte Europas kann gar nicht hoch ge -

nug eingeschätzt werden. Ein Fresko in der Königsbrunner Kirche

St. Ulrich zeigt einen Angriff des ungarischen Reiterheers auf das

belagerte Augsburg, das sich unter der Führung des später heiliggesprochenen

Bischofs Ulrich verteidigt hatte, bis ein Heer der

ver einten deutschen Stämme die Angreifer zurückschlug. In vielen

Kirchen und Kapellen – im Bistum Augsburg, zwischen Allgäu und

Mittelfranken – entdeckt man Kunstwerke, die St. Ulrich – und mit

ihm oft auch die Ungarnschlacht – darstellen. Doch erst die Regio

Augsburg Tourismus GmbH hat dieses epochale Ereignis in den

vergangenen Jahren für Besucher der Region spannend erlebbar

aufbereitet – angefangen von einem Infozentrum in Königsbrunn

bis hin zum multimedialen Geschichtspfad, bei dem Wanderungen

und eine Radelroute zu sehenswerten Spuren der Lechfeldschlacht

führen – zu Ungarnschanzen, in Ulrichskirchen und zu Sakralkunst.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Siegfried Kerpf (2),

Martin Kluger (8)

Wikimedia Commons/

Jkü/CC BY-SA 3.0 (1)

37


ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955

38

Im „955 Information s-

und Präsentations -

pavillon“ in der Augsburger

Nachbarstadt

Königsbrunn zeigen

drei große Landschafts -

dioramen mit etlichen

tausend bemalten

Zinnfiguren den Verlauf

der Schlacht auf dem

Lechfeld. In dieser

Szene reitet ein Trupp

der Ungarn durch einen

seichten Nebenarm

des Flusses Lech.

Auch vier ungarische

Reiter auf der Plakette

an der Nordseite des

Ulrichsbrunnens neben

der Königsbrunner

Pfarrkirche St. Ulrich

er innern unweit vom

„955 Information s- und

Präsentationspavillon“

an die epochale

Schlacht im Jahr 955.

Es gibt wohl nicht allzu viele Ereignisse,

Tage oder Orte, mit denen die Geschichte

Deutschlands – und damit

vielleicht sogar ganz Europas – in eine

völlig andere Richtung hätte abbiegen können

als in jene, die wir heute aus den Geschichts -

büchern kennen. Einer dieser Orte, die sich im

Nachhinein quasi als eine Art „Stellgleis“ für

den Lauf der nachfolgenden Jahrhunderte erwiesen

haben, war das flache Lechfeld um die

Bischofsstadt Augsburg. „Bischofsstadt“ deshalb,

weil im 10. Jahrhundert die Augsburger Bischöfe

auch die weltlichen Herren der von den Römern

gegründeten Stadt am Lech waren. Und eines

der epochalen Ereignisse, die den Gang der

Geschichte maßgeblich beeinflusst haben, war

die Schlacht auf dem Lechfeld, die, so überliefern

es die Annalen, am 10. August 955 vor den

Mauern der von Bischof Ulrich verteidigten

Stadt geschlagen wurde.

Schon 915 waren die Magyaren, die damals

sogar bis vor Bremen zogen, in Schwaben eingefallen.

Auch 917 und 919 hatten die Menschen

unter den Raubzügen ungarischer Reiterhorden

zu leiden (die damals bis nach Basel kamen).

Vor allem die Landbevölkerung war den Ungarn

hilflos ausgeliefert: Dörfer und Klöster wurden

geplündert und niedergebrannt, Menschen erschlagen

oder in die Sklaverei verschleppt.

926 hatte Bischof Ulrich von Augsburg seine

Stadt schon einmal gegen die Angreifer aus

dem Osten verteidigen müssen. Im August des

Jahres 955 lagen die Ungarn erneut vor dem

schwach befestigten Augsburg, und erneut leitete

der Bischof die Verteidigung der Stadt: Denn

dieser Kirchenmann war der vermutlich kriegsund

waffenkundige Spross eines alemannischen

Adeligen aus dem nahen Donautal.

Die Raubzüge der magyarischen Reiter darf

man sich wohl eher nicht als einen Kampf an

einem bestimmten Platz vorstellen. Vielmehr

dürften die schnellen und äußerst beweglichen

Reiterscharen nicht nur am Lech und um Augsburg,

sondern in den Regionen beiderseits der

Donau – zwischen Franken und den Alpen –

gehaust, geplündert und gemordet haben. Ein

erobertes Augsburg aber hätte ihnen zum einen

eine reiche Beute versprochen. Und zum zweiten

dürfte die Bischofsstadt am Lech den herum -

»

Die epochale Schlacht

auf dem Lechfeld hat man

schon mal als „Geburtsstunde

der Deutschen“ bezeichnet.

«

ziehenden Reitern aus der Steppe auch aus

strategischen Gründen ein Dorn im Auge ge -

wesen sein: Denn von dort aus hätten Truppen

der Deutschen über bestehende Heerstraßen

sowohl das Donautal als auch das Land vor

den Alpen schnell erreichen können. Zwei gute

Gründe für die Magyaren also, im Jahr 955

erneut gegen Augsburgs Mauern anzurennen.

Doch Bischof Ulrich konnte sie so lange

abwehren, bis ein Heer der vereinten deutschen

Stämme unter König Otto I. „dem Großen“

heranrückte und die Ungarn vernichtend schlug.

Der Rückzug in die ungarische Steppe wurde

für die Magyaren zum „Spießrutenlauf“, der

noch manchem das Leben kosten sollte. Derart

vernichtend war das Heer dieses Reitervolks geschlagen,

dass die Ungarn nun sesshaft wurden.

Ungarn wurde Teil des christ lichen Europas.

Damit endeten die Jahr zehnte der Raubzüge

jener Reiterhorden, welche die Bevölkerung in

Alt bayern und Schwaben in Angst und Schrecken


ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955

Eines der Landschaftsdioramen

in der König s -

brunner Gedenkstätte

zeigt Bischof Ulrich, der

auf der Stadtmauer die

Verteidiger Augsburgs

an feuert. Der „Info -

pavillon 955“ in der

Augsburger Nachbarstadt

ist der sehenswerte

Startpunkt einer

45 Kilometer langen

Radtour zu Stationen

der Schlacht auf dem

Lechfeld.

versetzt und beiderseits des Lechs zum Bau etlicher

Ungarnfliehburgen geführt hatten. Die

Schlacht auf dem Lech feld wird wegen ihrer

epochalen Bedeutung schon mal als „Geburtsstunde

der Deutschen“ bezeichnet.

Und Bischof Ulrich? Der Verteidiger Augsburgs

wurde bereits 993 heiliggesprochen. Kein

zweiter Heiliger ist in den Kirchen in und um

Augsburg, im Donautal und im Allgäu – gemalt

oder als Skulptur – derart präsent wie er. In

Augsburg ist er es freilich ganz besonders: In

der Bischofskirche, im angrenzende Domkreuzgang

sowie im benachbarten Diözesanmuseum

St. Afra entdeckt man etliche Darstellungen

des Heiligen – ebenso an der ent gegengesetzten

»

Den Heiligen entdeckt man

in Augsburg im Dom, in der

Basilika St. Ulrich und Afra und

beim „Haus St. Ulrich“.

«

Seite der Altstadt, in der Basilika St. Ulrich

und Afra. Die älteste figürliche Darstellung des

Heiligen entdeckt man am nördlichen Domportal.

Modern ist dagegen sein Reiterdenkmal

auf dem Domvorplatz. In St. Ulrich und Afra

stößt man auf Ulrichs Grabmal: Eine barocke

Tumba stellt den liegenden Bischof dar. Malereien

zeigen ihn in der Schlacht auf dem

Lechfeld vor den Mauern Augsburgs. Vor dem

In der Königsbrunner

Pfarr kirche St. Ulrich

und Afra verkörpert

eine Seitenfigur den

Verteidiger Augsburgs

am neugotischen

Hochaltar mit seinen

Attributen – mit dem

Bischofsstab und mit

einem Fisch auf seinem

Evangelienbuch.

Eine moderne Reiterfigur

auf dem Vorplatz

des Augsburger Doms

zeigt Bischof Ulrich in

einer für ihn typischen

Pose – hoch zu Pferd

und mit dem Siegeskreuz.

Etliche Gemälde

stellen den Heiligen

dar, wie er mit diesem

Kreuz in seiner Rechten

in die Schlacht auf dem

Lechfeld reitet. Dass

sich Ulrich tat sächlich

höchstselbst auf das

Schlachtfeld begeben

hat, ist wohl eher Teil

der Legendenbildung.

39


ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955

Direkt neben der

Augsburger Basilika

St. Ulrich und Afra

liegt das Tagungshotel

„Haus Sankt Ulrich“.

Vor dem Eingang steht

dort eine überlebensgroße

bronzene Figur,

die den Heiligen ver -

körpert. Im Inneren

der gotischen Basilika

stößt man auf mehrere

Dar stel lun gen des

Bistum s patrons, der

Heiligenlegende sowie

der Schlacht vor den

Mauern von Augsburg.

Auch in der Kapelle

im Tagungshotel „Haus

Sankt Ulrich“ entdeckt

man eine gotische

Schnitzfigur, die den

Heiligen verkörpert,

der im Jahr 955 die

Verteidigung seiner

Stadt gegen die Ungarn

organisiert hat.

nördlich an diese Basilika angrenzenden „Haus

Sankt Ulrich“ stellt eine moderne Bronzeskulptur

den Heiligen dar. Eine Skulptur im Stil der

Gotik verkörpert Bischof Ulrich zudem in der

Haus kapelle dieses feinen Tagungshotels.

In Kirchen und Kapellen der Region, im

Diözesanmuseum und in den Köpfen der Einheimischen

meist ebenfalls ist die epochale

Schlacht von 955 wegen der Omnipräsenz des

Bischofs Ulrich, seiner Denkmäler und denen

der Ungarnschlacht durchaus in Erinnerung geblieben.

Doch vor etlichen Jahren hat die Regio

Augsburg Tourismus GmbH dieses geschichts -

trächtige Ereignis – auch außerhalb von Sakralbauten,

Klöstern und Museen – zudem für auswärtige

Besucher spannend und multimedial

erlebbar gemacht. Angefangen hat es damit,

dass diese Tourismusgesellschaft vor Jahren den

„955 Information s- und Präsentationspavillon“

in Königsbrunn initiiert hatte. Drei große Landschaftsdioramen

in dieser Gedenkstätte für die

»

Die Geschichte

der Schlacht auf dem Lechfeld

hat man mitten in Königsbrunn

spannend aufbereitet.

«

Schlacht auf dem Lechfeld verdeutlichen das

Kampfgeschehen im Jahr 955. Die mit tausenden

handbemalten Zinnfiguren gestalteten Dioramen

veranschaulichen die Flucht magyarischer Reiter

ü̈ber den Lech, den Überfall der Ungarn auf

Eine Installation vor

dem Rathaus in Kissing

erinnert auch dort an

die Schlacht auf dem

Lechfeld. Die vier

magyarischen Reiter

wurden nach dem

Vorbild eines Motivs in

einer großformatigen

Wandmalerei im

Inneren des Kissinger

Rat hauses gestaltet.

40


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für die ganze Familie…

FRIEDBERG

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Wittelsbacher Schloss Friedberg

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und tagen im diako


ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955

QR-Codes auf der Be -

schilderung des Rundwegs

„Pfarrschanze“

versetzen nach dem

Ab scannen direkt ins

Jahr 955 – eine digitale

Reise in die Zeit der

Lechfeldschlacht.

Entlang des Rundwegs

erklären außerdem

etliche Info pulte das

Ge schehen von 955.

Auch das Hochaltarblatt

in der Pfarrkirche

St. Ulrich und Afra in

Todtenweis erinnert an

die Lechfeldschlacht:

Es zeigt Bischof Ulrich

mit dem Siegeskreuz,

das ihm der Legende

nach ein Engel in der

Schlacht vom Himmel

gereicht haben soll.

Zu den Denkmälern

der Schlacht auf dem

Lechfeld und denen

des Bischofs Ulrich in

Augsburg, im Lechtal

sowie in Voralpenland

südlich und nördlich

der Donau, aber auch

in Mittelfranken, informiert

der von Experten

hochgelobte Kultur -

reiseführer „Bischof

Ulrich. Ein Heiliger

aus Augsburg“.

den Tross des auf Augsburg vorrü̈ckenden Heers

der deutschen Stämme und den Angriff auf die

Stadt. Im Zentrum des letzteren Dioramas steht

der romanische Dom, wie er zu Leb zeiten des

Bischofs Ulrich ausgesehen hat – auf der Stadtmauer

leitet der Kirchenmann die Verteidigung.

Der Infopavillon in Königsbrunn ist auch

der Ausgangspunkt einer „955 Rad-Rundtour“

des Geschichtspfads, der zu wichtigen Stationen

der Ereignisse von 955 führt. Neu eingerichtet

hat man etwa eine Info-Station in Kissing, wo

eine Installation vor dem Rathaus auf ein kunstvolles

Fresko im Foyer des Rathauses hinweist,

das jedoch außerhalb der Geschäftszeiten nicht

zu besichtigen wäre. Eine Installation vor dem

Rathaus hat dieses Manko jetzt behoben.

Diese Route führt auch zu den sogenannten

Ungarnschanzen bei Schwabegg, Mering, Pöttmes

und Todtenweis: Solche Relikte dörflicher Fliehburgen

sind heute ge schützte Bodendenkmäler.

Bei Todtenweis kann man die Relikte einer der

Ungarnschanzen erwandern, in die sich die

Menschen vor den Angriffen der magyarischen

Reiter flüchteten. Am „Ulrichsmarterl“ im Orts-

teil Sand beginnt eine (sportlich anspruchsvolle,

weder kinderwagen- noch rollstuhlgeeignete)

Tour zur „Pfarrschanze“. Dass solche Fliehburgen

ungebetene „Besucher“ abwehren sollten, merkt

man eben noch immer. Enge Reitergassen, steile

Wälle und Gräben sollten verhindern, dass die

Ungarn bis in die Fliehburgen reiten konnten.

Bei Todtenweis hat ein Archä̈ologe die Relikte

des Pferdegeschirrs eines ungarischen Anfü̈hrers

ergraben, das nun in der Archäologischen Staatssammlung

München ausgestellt wird.

Die „Pfarrschanze“ ist nur ein „wanderbares“

Beispiel für die Spurensuche in und um Augsburg:

Einiges mehr dazu findet man im Internet.

Als Startpunkt des multimedialen Geschichtspfads

bietet sich der „Infor mation spavillon 955“

in Königsbrunn an. Entlang seiner Route hat

die Regio eine Reihe multi medialer Projekte

gestaltet. Für die Haldenburg, eine Ungarnschanze

bei Schwabegg, hat man eine Geocaching

Tour – das „GPS Abenteuer an der Haldenburg“

– konzipiert. Eine kostenlose Wissensspiel-App

verleitet zudem zu einer spannenden

„Spurensuche zur Lechfeldschlacht“.

» Die Informationen zur Suche nach den Spuren der Ereignisse im Jahr 955 erhält man unter

www.955schlachtaufdemlechfeld.de. Dort findet man auch ein Transmedia-Spiel zum Thema

„955 – Die Schlacht auf dem Lechfeld“, das Wissenswertes vermittelt.

» Info-Points zum Geschichtspfad hat die Regio Augsburg Tourismus GmbH in Königsbrunn und

bei Schwabegg (beide im „Augsburger Land“) sowie in den Gemeinden Kissing und Todtenweis

(jeweils im „Wittelsbacher Land“) konzipiert.

» Mehr zum Startpunkt der Spurensuche, dem „Infopavillon 955“ in Königsbrunn, erfährt man

unter www.koenigsbrunn.de/kultur/museen/955. Dort werden jeweils samstags und sonntags

von 14 bis 15 Uhr kostenlos Führungen angeboten (Anmeldung nicht erforderlich).

» Die Denkmäler der Ungarnschlacht sowie des heiligen Ulrich in Augsburg und in der Region

zwischen Ries und Alpen beschreibt der 216-seitige Reise führer „Bischof Ulrich. Ein Heiliger

aus Augsburg“. Diese Spurensuche in der Bischofsstadt Augsburg und im Augsburger Umland

ist mit mehr als 250 aktuellen Fotografien bebildert. Das Literaturmagazin „Bayern im Buch“

urteilte: ein „ausgezeichneter Kulturführer“ (mehr: www.context-mv.de).

42


ZU DEN SPUREN DER LECHFELDSCHLACHT IM JAHR 955

Text: Martin Kluger, Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (1), Sonja Wolf (1)

Wurzeln an der Donau – und ein Denkmal in Dillingen

Der heilige Ulrich – fast ein Dillinger

Genau weiß man es nicht, aber vermutlich wurde der heilige

Ulrich unweit von Dillingen a.d. Donau – im Dörfchen Wittislingen

– geboren. In diesem kleinen Ort im „Dillinger Land“

erinnert die Kirche St. Ulrich und Martin an den Bischof von

Augsburg, an seine Mutter und an alemannische Gaugrafen –

die Hupaldinger: Dieser Sippe entstammte der Grafensohn

Ulrich. Verwandte Ulrichs haben – vermutlich zum Schutz

vor angreifenden

Magyaren – eine

Burg in Dillingen

gebaut (die erstmals

973 erwähnt wurde).

Sie nannten sich

von da an „Grafen

von Dillingen“.

An manchen Ecken

des aus dieser Burg

ent stehenden Schlosses – die spätere Neben residenz der Augsburger

Bischöfe – sieht man das mittel alterliche Buckelquadermauerwerk.

Ulrichsdarstellungen entdeckt man in der Burg -

kapelle, in einer Kapelle im Schlosshof, in der Konkathedrale

St. Peter und in einem Fresko in der Studienkirche. Auf dem

St.-Ulrichs-Platz steht das mächtige bronzene Ulrichsdenkmal.

Die Altstadt von Dillingen ist voller sehenswerter Denkmäler –

das alles nur gut 40 Kilometer westlich von Augsburg.

» Mehr zu Dillingen a. d. Donau: www.dillingen-donau.de

Geschichte innovativ vermittelt: App und Geocaching

Freizeittipps zur Lechfeldschlacht

Mit der Wissensspiel-App „955 Spurensuche zur Lechfeldschlacht“

schlüpft man in die Rolle eines Bauern, einer Bäuerin,

eines Waffenschmieds, eines Ungarn oder eines Pferdeknechts.

An den realen Orten des Geschichtspfads scannt man dann

QR-Codes – und das Spiel kann beginnen. Mit abwechslungsreichen

Aufgaben, attraktiven Spielen und Auszeichnungen

für die Zeitreisenden wird die Geschichte spannend und nachhaltig

vermittelt.

Wer diese Art trans -

medialer Wissensvermittlung

mag,

sollte auch die

Geocaching-Tour

an der Haldenburg

absolvieren: Sie

leitet zu fünf Stationen

auf dem Waldund

Kulturlehrpfad um diese Umgarnschutzburg. Die Story:

Zeitreisende einer vorangegangenen Mission haben fünf Artefakte

aus unserer Zeit verloren. Sie müssen wiedergefunden

werden, damit sie nicht von den Menschen des Jahres 955

entdeckt werden – was nämlich die Zeit linie und dadurch die

Zukunft verändern würde. Ein Begleitheft enthält (gedruckt

oder als PDF-Download erhältlich) alle notwendigen Infos.

» Infos zur App und zur Geocaching-Tour sowie

das Begleitheft: www.955schlachtaufdemlechfeld.de

Dillinge

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Dillinger Schloss · Studienkirche „Mariä Himmelfahrt“ · Basilika St. Peter · Königstraße ·

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Tel. 09071 54-211, touristinfo@dillingen-donau. de

Infos und Veranstaltungstermine unter:

www.dillingen-donau.de

43


44

Das „Schwarze Kreuz“ in einer Baumgruppe am Straßenrand

nahe Ried, einem kleinen Ortsteil von Dinkelscherben, ist schnell

übersehen. Denn dieses Flurkreuz ist kein großes Kunstwerk.

2025 erinnert es aber an ein Gedenkjahr: Während des Deutschen

Bauernkriegs stießen hier Ende Mai 1525 etwa 180 Landsknechte

auf rund 200 notdürftig bewaffnete Bauern. Etliche Männer des

schlecht orga nisierten Bauernhaufens wurden erstochen, andere

gefangen genommen. Doch was hier vor exakt 500 Jahren in Blut

und Tränen endete, war nicht nur ein Aufstand der geknechteten

Bauern. Dieser Aufstand des „gemeinen Mannes“ rüttelte auch

in den Städten an den Grundfesten eines ungerechten Gesellschaftssystems.

So genannte Bilderstürmer waren Vorboten der

Reformation. Die aufständischen Bauern wie die Bilderstürmer

kündeten vom Aufbruch in eine neue Zeit. Es sind solche oftmals

übersehenen Denkmäler, die einen Ausflug in den „Naturpark

Augsburg–West liche Wälder“ noch spannender machen. Denn

an allen Ecken und Enden erinnern Stationen an Römer und Ritter,

an die Habsburger und Wittelsbacher, an Bischöfe und Klöster, an

die Fugger und die Mozarts, an die Reformation sowie an jüdische

Landgemeinden. Ein deutschlandweit einmaliger Kulturreise -

führer der Regio Augsburg Tourismus GmbH zeigt Be suchern des

waldreichen Naturparks zwischen Augsburg und Ulm eine Fülle

an Bauten und Kunst, Geschichte und Geschichte(n), die sich am

Rand von rund 2500 Kilometern Wander- und Radwander wegen

erleben lässt. Ziemlich viel Überraschendes inklusive…


IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“

Kleine Denkmäler,

große Geschichte(n)

Wege zu Barock, Fuggern und Mozarts – und zu einem Gedenkjahr

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Wolfgang B. Kleiner (1),

Martin Kluger (10)

45


ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“

Schloss Markt

bei Biberbach ist ein

geschichtsträchtiger

Herrschaftssitz – nicht

zuletzt der Fugger.

2025 erinnert die ummauerte

Anlage hoch

über dem Lechtal auch

daran, dass in Augsburg

vor 500 Jahren ein

Aufstand tobte – der

Jakob Fugger „den

Reichen“ bewog, sich

hierher zu flüchten.

Manch dunkle Seite

so mancher Sehens -

würdig keit ist vor Ort

nicht mehr sichtbar:

1525 verwüstete ein

Bauern haufen das

Kloster Oberschönenfeld

(das damals noch

ganz anders aussah).

Die Burgruine Zusameck

er innert an jene

Bauern, die dort hin -

gerichtet wurden.

Das neue, von der Regio Augsburg

Tourismus GmbH im Jahr 2024

her ausgegebene Taschenbuch mit

dem Titel „Kulturpark Naturpark.

Landschaften, Ziele und Geschichte im Naturpark

Augsburg – Westliche Wälder“ stellt Besuchern

des einzigen Naturparks im bayerischen Schwaben

(auch seinen Bewohnern) mehr als 70 Ziele am

Rand der dortigen Wander- und Radwanderwege

vor. Ein Angebot, das womöglich unter allen

Naturparks in Deutschland einzigartig ist. Im

Jahr 2025 sind darüber hinaus etliche Kapitel

in diesem neuen Ausflugs(ver-)führer ganz

besonders aktuell.

Denn 2025 jährt sich ein bemerkenswertes

Kapitel der deutschen Geschichte zum 500. Mal.

Im Jahr 1525 endete – in Schwaben und auch

vor den Toren Augsburgs – der sogenannte

Deutsche Bauernkrieg, der freilich viel mehr

war als „nur“ das, was sein Name hergibt. Ein

Autor des Bayerischen Rundfunks urteilte: „Der

Bauernkrieg ist die erste Revolution auf deutschem

Boden. Vor dem Hintergrund einer religiösen

Umwälzung erheben sich Untertanen

gegen ihre Herren. Doch die Fürsten ertränken

den Aufstand mit Billigung Luthers 1525 im

Blut.“ Weil sich aber nicht nur die Bauern

gegen das ungerechte Gesellschaftssystem erhoben,

sprechen Historiker vom „Aufstand des

gemeinen Mannes“.

Es brodelte überall im Heiligen Römischen

Reich Deutscher Nation, nicht zuletzt, weil der

Mönch Martin Luther 1520 von der Freiheit

»

2025 erinnert der Naturpark

zwischen Augsburg und Ulm

an ein blutiges Kapitel

deutscher Geschichte.

«

eines Christenmenschen geschrieben hatte –

was er freilich ganz anders verstand als jene,

die damit (irrtümlich) die Vorstellung vom

Ende von Ungleichheit und Unterdrückung

ver banden. Das führte in Augsburg schon 1524

46


ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“

An die auch wegen der

religiösen Konflikte

unruhigen Zeiten

in der ersten Hälfte

des 16. Jahrhunderts

erinnert bis heute

das „Herrgöttle von

Biberbach“. 1525 war

dieses große gotische

Kreuz auf dem Karren

eines Weinhändlers

in den Ort gekommen.

Heute erinnert das

Schnitzwerk an die Zeit

der Bilderstürmer – und

an den Glaubensstreit

dieser Epoche, der sich

schließlich zu einem

epochalen Glaubens -

krieg auswuchs. 2025

widmet Biberbach dem

„Herrgöttle“ anlässlich

des „500-Jährigen“ ein

Gedenkjahr.

zum „Schilling-Aufstand“: Die Stadtarmen besetzten

das Rathaus. Sie kämpften für einen

Prediger namens Johann Schilling, der größere

soziale Gerechtigkeit einforderte. Derart heftig

rumorte es in der Stadt, dass selbst Jakob Fugger

„der Reiche“ das Weite suchte und auf seine

(später zum Schloss ausgebaute) Burg Markt

bei Biberbach floh. Und auch in den Dörfern

um die Reichsstadt Augsburg begannen erste

Unruhen, die 1524/25 schließlich im Bauernkrieg

mündeten.

An das eine wie an das andere erinnern

nun im „Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“

mal mehr, mal weniger unscheinbare Denkmäler.

Schloss Markt unscheinbar zu nennen, wäre

unpassend: Denn diesen einstigen Herrschaftssitz

der Fugger hoch über dem Lechtal sieht man

kilometerweit. Ziemlich unscheinbar wirkt dagegen

ein Feldkreuz am Straßenrand, das nahe

dem Dinkelscherbener Ortsteil Ried in einer

Baumgruppe steht. Das sogenannte Schwarze

Kreuz erinnert an ein Gemetzel im Bauernkrieg,

als (so eine Chronik) ein „Lockvogel“ einen

Haufen von etwa 200 Bauern in die Nähe von

Ustersbach führte, wo dann ein Landsknechts -

»

Eine Burgruine, ein Kloster

und ein unscheinbares Kreuz

erinnern im Naturpark an den

Bauernkrieg vor 500 Jahren.

«

trupp über sie herfiel: „Gaben sich die Flucht,

wurden etwas bey zwaintzigen erstochen, etlich

gefangen. Es ist auch ein Pfaff erstochen worden,

het sich anzaygt, er wäre ein pfaf, half in

nichts“, hielt ein Zeitzeuge fest.

Diese Geschichte muss man freilich nach -

lesen: Direkt vor Ort informiert nichts dazu.

Dies gilt genauso für die Burgruine Zusameck

hoch über Dinkelscherben, wo etliche Bauernführer

gefangengehalten und vier von ihnen

hingerichtet wurden. Indirekt erinnert auch das

Kloster Oberschönenfeld an den Bauernkrieg.

Im Frühjahr 1525 plünderten Bauern aus der

Kirchen und Kapellen

im Naturpark sind

vielerorts regelrechte

„Geschichtsbücher“:

Malereien in der Wall -

fahrtskirche von Biberbach

stellen den Mord

an einem Pfarrer im

Dreißigjährigen Krieg

dar. Und der gotische

Biesel bacher Schnitz -

altar dürfte wohl an den

„Ulmer Götzentag“ von

1531 erinnern: Bilder -

stürmer entfernten

damals kostbare sakrale

Kunstwerke aus dem

Ulmer Münster – die

später oft in ländlichen

Kirchen in der Region

wieder auftauchten.

47


ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“

Auch das sind Sehenswürdigkeiten

im Naturpark

– alle jeweils im

„Augs burger Land“: der

einzigartige Glasperlenaltar

in Rommelsried,

die älteste Barockorgel

Süddeutschlands in

Gabelbach, die Grabstätte

des bis heute unvergessenen

Schlager -

sängers Roy Black in

Straßberg sowie das

Fuggerschloss in

Mickhausen (das derzeit

renoviert wird).

Der neue Kulturreiseführer

beschreibt

mehr als 70 sehens -

werte Ausflugsziele im

„Naturpark Augsburg –

Westliche Wälder“.

Umgebung das Kloster, dessen Konvent nach

Augsburg geflohen war. „Sie zerschlugen die

Fenster, zerstörten die Öfen, vernichteten alles

Glaswerk und rissen die Schlösser von Türen

und Kästen, sie raubten das ganze Silber…“

Natürlich wurden alle Vorratskammern geleert

und das Vieh fortgetrieben. Von all dem sieht

man heute auf dem Areal des Klosters nichts

mehr: Die Geschichte des Bauernkriegs muss

man sich dazudenken respektive erlesen.

»

Der Naturpark ist voller

Barock – und voller Geschichten

von Bischof Ulrich, den reichen

Fuggern und Mozarts Ahnen.

«

Das Kloster ist längst ein barockes Juwel,

und auch der „Naturpark Augsburg – Westliche

Wälder“ ist voller Barock und weiß Gott voll

schönerer Geschichten als denen von Krieg,

Tod und Verderben. Gern wird davon erzählt,

dass die Vorfahren Wolfgang Amadé Mozarts

aus den „Stauden“ kamen: Das Mozarthaus in

Heimberg bei Fischach erinnert ebenso daran

wie ein Radweg zu den schwäbischen Mozarts,

den die Regio Augsburg Tourismus GmbH vor

Jahren konzipiert hat. Herrschaftssitze und Pat -

ronatskirchen der Fugger findet man in etlichen

Orten im Naturpark. Dazwischen Spuren des

heiligen Augsburger Bischofs Ulrich, einzigartiges

wie die älteste Barockorgel Süddeutschlands in

Gabelbach und den wohl sogar deutschlandweit

einmaligen Glasperlenaltar in einer Kapelle bei

Rommelsried. Sogar ein paar „naturpark-eigene“

Heilige sieht man hier: etwa die „Wolfsheilige“

Radegundis in der Kirche von Waldberg und

St. Albertus in der Kirche von Wörleschwang.

Der Patron der Hirten und Hörgeschädigten soll

ein schottischer Königssohn gewesen sein.

Geschichte und Geschichten bieten die

Sehenswürdigkeiten im Naturpark also zuhauf,

und Barockperlen wie die Wallfahrtskirchen in

Biberbach und Violau oder das Rokokojuwel

von St. Thekla in Welden sollte man definitiv

besichtigt haben. Darüber hinaus lohnt aber

die „Jagd“ nach Kapiteln deutscher Geschichte:

So erinnert der Bieselbacher Schnitzaltar bei

Horgau wohl an den „Ulmer Götzentag“ von

1531. Und das gotische „Herrgöttle“-Kreuz in

Biberbach – das hier 1525 „anstrandete“ – erinnert

an das Treiben der Bilderstürmer. Ebenfalls

in der Biberbacher Wallfahrtskirche halten zwei

Malereien die Ermordung eines Pfarrers im

Dreißigjährigen Krieg fest, auf den auch ein

(ebenfalls unscheinbares) Gedenkkreuz bei Achsheim

verweist. Spannend, aber nicht immer

schön, ist auch die Geschichte jüdischer Landgemeinden,

auf die man etwa in Fischach stößt.

»Mehr zum Naturpark und seinen vielfältigen Angeboten: www.naturpark-augsburg.de

»Infos zum Museum Oberschönenfeld des Bezirks Schwaben: www.mos.bezirk-schwaben.de

»Mehr Information zum Taschenbuch „Kulturpark Naturpark. Landschaften, Ziele und Geschichte

im Naturpark Augsburg –Westliche Wälder“ (144 Seiten, 160 Abbildungen, bundesweit im Buchhandel

erhältlich): www.context-mv.de/buecher-reisefuehrer

48


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Aktuelle Informationen zu wechselnden Sonderausstellungen

sowie unser Veranstaltungsprogramm finden Sie

auf unserer Internetseite.

NATURPARK-HAUS I www.naturpark-augsburg.de

Telefon: 08238 3001-32 I 86459 Gessertshausen

Internationales

Theaterhaus in Diedorf

Vielfältiges Kulturprogramm mit

» Kinder- und Jugendtheater

» Theater für Erwachsene

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Theater EUKITEA

Lindenstr. 18 b

86420 Diedorf

Tel. +49 (0) 82 38 - 96 47 43 0

info@eukitea.de

» Open-Air auf der Waldbühne

» Internationale Theaterfestivals

» Workshops und Seminare

www.eukitea.de

49


Text: Candida Sisto, Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3), Die Bunten e.V. (1)

ERLEBNISSE IM „NATURPARK AUGSBURG–WESTLICHE WÄLDER“

Schöner wandern: der „LandArt-Kunstpfad Bonstetten“

Kilometer machen mit vergänglicher Kunst?

LandArt-Künstler verstehen die Natur als Kunstraum. Die Idee:

Die Landschaft liefert das Material für die Kunstobjekte – und

holt es sich wieder

zurück. Erleben

kann man das im

„Naturpark Augsburg

– Westliche

Wälder“ – auf dem

„LandArt-Kunstpfad

Bonstetten“.

Dieser Ort liegt

20 Kilometer nordwestlich

von Augsburg. An einem Parkplatz in der Dorfmitte

des Ortes Bonstetten beginnt ein rund fünfeinhalb Kilometer

langer Wanderweg. Durch Wiesen und Wald geht es dort zu

den Kunst werken aus Naturmaterialien – aus Steinen, Sand

und Holz. Diese vergänglichen Kunst objekte werden allmählich

vom Wind und vom Wetter zerstört: Die Natur erobert

also auch hier nach und nach das Material der Land-Art-Kunst

zurück. Später ent stehen am Rand des „LandArt-Kunstpfads

Bonstetten“ wieder völlig neue Objekte.

» Mehr zum „LandArt-Kunstpfad Bonstetten“ auf der

Website der Regio: www.augsburg-tourismus.de/landart

» Eine Broschüre zum „LandArt-Kunstpfad Bonstetten“

ist bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH erhältlich.

Die digitale Version dieses Prospekts findet man hier:

www.augsburg-tourismus.de/broschueren

Schöner radwandern – „Barocke Blickwinkel“

Bei W.A. Mozarts Vorfahren vorbeischauen?

Um Fischach fanden Forscher ein paar hundert Mozarts. Der

dortige Weiler Heimberg könnte väterlicherseits die Heimat

der Vorfahren

Wolfgang Amadé

Mozarts gewesen

sein. Eine Urkunde

aus dem Jahr 1486

belegt hier einen

Ändris (Andreas)

Motzhart als den

Bewohner eines

schlichten, heute

privat bewohnten

Bauern hauses. Eine kleine Gedenktafel an der Fassa de macht

auf den frühen Mozart aufmerksam. Nah beim Haus steht eine

Kultur- und Info-Installation des Mozart wegs „Der Schwäbische

Mozartwinkel“, eines von der Regio initiierten Rad wander wegs.

Am sü̈d lichen Anhauser Ortsrand liegt die barocke Pfarrkirche

St. Adelgundis. Ein Urgroßonkel W. A. Mozarts – Baumeister

Hans Georg Mozart – hat den Umbau dieser Kirche als Werk -

meister des Augsburger Domkapitels geleitet. Am Waldrand

im Anhauser Tal informiert eine Kultur- und Info-In stalla tio n

am Radweg mit Blick auf den Sakralbau zu diesem Mozart.

» Zu den Mozarts im „Augsburger Land“ informiert das

Taschenbuch „Mozartstadt Augsburg. Leopold Mozart,

Wolfgang Amadé Mozart und ihre schwäbische Familie“.

» Zum Radweg: www.augsburg-tourismus.de/mozartweg

Open-Air auf der Anhauser Waldbühne – und mehr …

Das „Eukitea“: ausgezeichnetes Theater

Das Theater „Eukitea“ in Diedorf ist ein Kulturzentrum am

Rand des „Naturparks Augsburg–Westliche Wälder“. Sein Programm

– Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen und

mehr – wendet sich

an ein Publikum jeden

Alters. Jährliche

Highlights sind das

Sommer-Open-Air

auf der Waldbühne

in Anhausen und

ein liebevoll inszeniertes

Wintermärchen.

Neben Bühnenproduktionen

bietet das „Eukitea“ ein ganzjähriges Work -

shop-Pro gramm im Theaterhaus in Diedorf – darunter der Kids-

Club, der Jugend-Club, das inklusive Theaterprojekt, ein Tanz-

Workshop für Erwachsene und der Workshop „Yoga-Bliss“. Mit

seinen mobilen Theaterstücken ist das „Eukitea“ bundesweit an

Schulen unterwegs und thematisiert dort die Prävention von

Mobbing, Cybermobbing oder Radikalisierung: Dieser Beitrag

zur Bildung und Prävention wurde mehrfach ausgezeichnet –

allein 2024 dreimal: mit dem Kulturpreis Bayern, einer Auszeichnung

des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

und der Deutschen UNESCO-Kommission sowie von der Bürgerstiftung

Berlin den Preis „Buddies for Peace“.

» Programm und Projekte: www.eukitea.de

Der Naturpark grenzt auch an das Donautal

Von den Hügeln zum Fluss und in zwei Städte

Nordwestlich wie nördlich von Augsburg erstreckt sich der

„Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“ bis an den Rand des

bayerisch-schwäbischen Donautals. Von höheren Ausläufern

der Moränenhügel

südlich und südwestlich

des großen

Stroms schaut man

über das weite Fluss -

tal, teils bereits mit

Blick auf die nahen

Donaustädte. Von

den Grenzen des

Naturparks sind

es nur wenige Kilometer bis in das Zentrum von Dillingen, der

ehemaligen Residenzstadt der Augsburger Bischöfe, aber auch

in die einstige Reichsstadt Donauwörth. Kurze Wege, die sich

lohnen: Dillingen erinnert an Bischof Ulrich, an die Mozarts

und die Fugger, an Sebastian Kneipp und den hier geborenen

Wilhelm Bauer, den Erfinder des modernen U-Boots. Auch in

Donauwörth findet man Fugger- und Mozartspuren – und die

von Rittern, eines mörderischen Wittelsbachers, einer Schlacht

im Spanischen Erbfolgekrieg und des Komponisten Werner Egk.

» Mehr zu Sehenswürdigkeiten und Prominenz in

Dillingen a.d. Donau: www.dillingen-donau.de/tourismus

» Mehr zu Donauwörth, seiner Geschichte und seinen

Denkmälern: www.donauwoerth.de/tourismus

50


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51


Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Martin Kluger (10), (8),

Norbert Ruth Plössel/ Liesz (1)

Stadt Augsburg (1)

375 JAHRE „AUGSBURGER HOHES FRIEDENSFEST“

Ein höllisch langer

Weg zum Frieden

Augsburgs einzigartiger Stadtfeiertag – und seine Vorgeschichte

52


Anfang des 16. Jahrhunderts begann in Augsburg die lange Zeit des

Glaubensstreits. Bis heute zeugen Denkmäler, darunter ein Objekt

des UNESCO-Welterbes – der Herkulesbrunnen –, davon, wie man

sich in Augsburg wegen des rechten Glaubens hasste, schadete und

verfolgte, nicht selten mit tödlichem Ausgang. Es sind Denkmäler,

die bezeugen, wie sehr sich der Hass auf jeweils Andersglaubende

aufschaukelte. So war der Höllensturz ein beliebtes Motiv, um den

Protestantismus zu ver unglimpfen. Bis heute entdeckt man dieses

Motiv im Stadtbild – etwa in Hans Reichles bronzener Monumentalgruppe

an der Fassade des Zeughauses. Dem Glaubensstreit folgte

ab 1618 die Katastrophe des Dreißig jährigen Kriegs, an dessen Ausbruch

nicht zuletzt einige Augs burger aktiv beteiligt waren. Nachdem

der Konflikt, der als Glaubenskrieg begonnen hatte, 1632 auch

die Stadt am Lech erreicht hatte, verlor Augsburg rund zwei Drittel

seiner Einwohner durch Hunger und Pest. Erst nach dieser größten

Katastrophe in der Geschichte der Stadt lebte man not gedrungen

in Frieden mit den Angehörigen der jeweils anderen Konfession

zusammen. Ab 1650 feierte Augsburg den Westfälischen Frieden,

mit dem der Dreißig jährige Krieg 1648 geendet hatte, mit seinem

„Hohen Friedensfest“. Seit 1950 ist dieses Friedensfest ein weltweit

einmaliger gesetzlicher Stadtfeiertag. Und 2018 hat die deutsche

UNESCO-Kommission das Friedensfest sogar in das bundesweite

Verzeic hnis des Immateriellen Kulturerbes auf genommen. Im Jahr

2025 wird dieses Fest des Friedens zum 375. Mal begangen.

53


VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“

54

Im Oktober 1518 hatte

sich Martin Luther in

Augsburg aufgehalten.

Im Ostchor der ehe -

maligen Karmeliter -

klosterkirche St. Anna

entdeckt man deshalb

heute ein Porträt des

Re formators neben

dem seines Anhängers

und Förderers Kur fürst

Johann Friedrich von

Sachsen. Beide Porträts

stammen aus der

Werkstatt eines der

Großen der Malerei –

Lukas Cranachs d.Ä.

Mit Luthers Tagen in

Augsburg begann hier

die Zeit des Glaubensstreits.

Der Reforma tor

floh am Ende aus der

Stadt, da er den Tod auf

dem Scheiterhaufen

fürchten musste.

Seit 1950 – wohl auch in Erinnerung an

den verheerenden Zweiten Weltkrieg,

in dem Augsburg zu großen Teilen zerbombt

worden war – wurde das „Augsburger

Hohe Friedensfest“ zu einem (und zwar

weltweit) einzigartigen gesetzlichen Feier tag.

Exakt 300 Jahre zuvor – 1650 – hatten die

Augsburger Protestanten das Friedensfest erstmals

gefeiert, weil mit dem „Westfälischen Frieden“

die Gleichstellung der Konfessionen erreicht

worden war. 2025 wird dieses Friedensfest zum

375. Mal begangen: Es ist das beeindruckende

Jubiläum eines Festes des Friedens zwischen

den Konfessionen, das die deutsche UNESCO-

Kommission 2018 ins bundesweite Verzeich nis

des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen

hat. Angesichts der weltpolitischen Lage sowie

der kriegerischen Konflikte in der Ukraine, in

und um Israel und anderswo ist das Augsburger

Friedensfest auch 2025 nicht bloß ein Blick zurück

auf die krisenhafte Zeit des Glaubensstreits

in der ehemaligen Reichsstadt, sondern vor

allem ein Bildungsauftrag für die Gegenwart

und für eine friedliche Zukunft. Das anspruchsvolle

Programm im Vorfeld dieses Feiertags erstreckt

sich 2025 über Wochen bis zum Festtag,

der alljährlich am 8. August begangen wird.

Und damit steckt man schon mittendrin in

einem Dilemma, das sich mit der Einschätzung

dieses Stadtfeiertags nicht nur für die Besucher

Augs burgs, sondern auch für die Einheimischen

auftut: So klar und unstrittig die Zielsetzung

des Friedensfestes heute ist, so wenig versteht

man es, wenn man seinen historischen Hintergrund

und damit seinen Ursprung nicht kennt.

Das beginnt schon mal mit der Frage: Warum

ausgerechnet am 8. August, wenn doch viele

Augsburger angesichts der eben begonnenen

(Schul-)Sommerferien dann gerade erst an die

nahe Adria oder zu einer Urlaubsreise nach

wohin auch immer aufgebrochen sind? Und

weshalb dann, wo doch der Westfälische Friede

an einem 24. Oktober zustande kam? An dieser

Stelle sei der preußische Gelehrte Wilhelm von

Humboldt mit dem Satz zitiert: „Nur wer die

Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“.

Um mit der Historie zu beginnen, ohne die

man die Bedeutung des „Augsburger Hohen

Friedensfestes“ wohl kaum verstehen wird, erklärt

man wohl am besten erst mal das Datum:

Am 8. August 1629 waren nach dem Restitutionsedikt

des Habsburgerkaisers Ferdinand II.

die Augsburger evangelischen Prediger entlassen

worden. Alle evangelischen Kirchen der Reichsstadt

wurden seinerzeit geschlossen. Die (später

»

Selbst ein Martin Luther

verzweifelte an Augsburg. Dort

wurde gehasst wie sonst kaum

irgendwo in Deutschland.

«

wiederaufgebaute) Heilig-Kreuz-Kirche hat man

sogar abgebrochen. Von 1639 bis 1649 konnten

die Protestanten ihre Gottesdienste nur unter

freiem Himmel abhalten. Es war ein tiefer

Eingriff in eine Stadtgesellschaft, die sich mit

blutigen Ausnahmen – etwa, wenn es um das

Auslöschen der radikalreformatorischen Täuferbewegung

ging – doch um den Konsens bemüht

hatte. Lange Zeit hatten hier die Anhänger der

Reformatoren Kaspar Schwenckfeld und Ulrich

Zwingli unter den Anhängern des neuen Glaubens

die größten Gruppen gebildet. Augsburg war

zudem ein Zentrum der Wiedertäufer und einer

Schwärmerbewegung gewesen. Sogar der hartgesottene

Luther verzweifelte schier an dieser


VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“

Den Kampf des starken

Halbgottes Herkules

mit der Wasserschlange

Hydra findet man zweimal

in der Stadt: Die

originale Bronzefigur

steht unter dem Glasdach

des Viermetzhofs

im Maximilianmuseum

(Bild), ein Abguss ziert

den Marmorpfeiler des

Monumentalbrunnens

in der Maximilian -

straße, seit 2019 ein

Objekt des UNESCO-

Welterbes. In der Zeit

der Renaissance ver -

körperte die Wasserschlange

Hydra die

Häresie, den neuen

Glauben, der freilich im

Schmalkaldischen Krieg

vom starken Kaiser

(vermeintlich) besiegt

worden war.

Stadt: „Augsburg zerfällt in sechs Teile“, klagte

der Reformator. (Er tat das freilich auf Lateinisch:

„Augusta in sex divisa est sectas“.) Seine Anhänger,

die Lutheraner, bildeten noch länger

nicht die größte Gruppe. Gegen die zahlreichen

Wiedertäufer war die Reichsstadt am Ende sogar

mit der Todesstrafe vorgegangen. Selbst Frauen

und Kinder wies man aus der Stadt, was nicht

selten dem Todesurteil gleichkam.

Wie sich die Augsburger im Zeitalter des

Glaubensstreits wegen des „rechten Glaubens“

schädigten, vertrieben oder mit Folter und Tod

bedrohten, ist eine ziemlich lange und ziemlich

unappetitliche Geschichte. Das Ende vom Lied:

Der Glaubensstreit wurde zum Glaubenskrieg.

Aus diesem Glaubenskrieg erwuchs der Dreißigjährige

Krieg, der nah bei Augsburg sogar schon

ein paar Jahre früher begonnen hatte und 1632

auch diese Stadt erreichte. Weniger die Kämpfe

als vielmehr Vertreibungen, vor allem Pest und

Hungersnöte dezimierten die Bevölkerung der

Reichsstadt ungefähr um zwei Drittel – und

das, obwohl immer wieder Kriegsflüchtlinge in

die Stadt zogen, darunter aus dem nahen Dorf

Pfersee ein Maurer namens Mozart, der erste

Augsburger Vorfahre von Wolfgang Amadé. In

diesem Krieg hatten Truppen der katholischen

Habsburger und Wittelsbacher das von Schweden

besetzte Augsburg belagert. In der eingeschlosse -

nen Stadt kam es zu Fällen von Kannibalismus:

An was der Herkules -

brunnen erinnert und

was 1548 an diesem Ort

geschah, zeigt auch ein

Gemälde im nörd lichen

Fürsten zimmer des Ra t -

hauses: Kaiser Karl V.

vergab die Kurfürstenwürde

Sachsens auf

diesem Platz vor den

Fuggerhäusern neu.

Zu den Gehässigkeiten

des konfessionellen

Zeitalters gehörte, dass

Andersgläubige verunglimpfend

dargestellt

wurden. In der Pfarrkirche

St. Michael

in Fischach hatte der

Augsburger Bischof

das Sagen: Ein barockes

Fresko im Chor zeigt

dort den Höllensturz

zweier Protestanten.

Gemeinsam mit ihnen

in die Tiefe stürzende

Schriften kennzeichnen

sie als „Irrlehrer“.

55


VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“

Im Kleinen Goldenen

Saal des Augsburger

Jesuitenkollegs ist

ebenfalls ein Höllensturz

abgebildet. Den

Protestantismus so

zu ver unglimpfen, war

im nach 1648 offiziell

bi kon fessio nellen

Augsburg eigentlich

nicht opportun. Auch

die Jesuiten hatten

vertraglich zu sichern

müssen, sich daran zu

halten. Doch ihre Augsburger

Nieder lassung

blieb als Zentrum der

Gegen reformation fest

in katholischer Hand.

Dieses Fresko be kamen

Protestanten also gar

nicht zu Gesicht.

Spätestens seit 1616

feiert Augsburg am

29. September – dem

Michaelitag – das

„Tura michele“ als ein

(heute) vermeintlich

harm loses Kinderfest.

Der Erz engel Michael

sticht dabei im Takt

des Schlags der Uhr am

Perlachturm auf den

Teufel ein: Das mecha -

nische Figurenspiel

zeigt den Sieg des

katho lischen Glaubens

über den Protestantismus

und war im Kern

eine Todesdrohung.

Diese Be deu tung des

„Tura michele“ ist kaum

mehr bekannt. (2025

fällt dieses Kinderfest

wegen der Sanierung

des Perlachturms aus.)

56

In der durch den Belagerungsring ausgehungerten

Stadt waren zuvor alle Hunde, Katzen und

sogar die Ratten von den verzweifelten Menschen

erjagt und verspeist worden.

Dass es überhaupt zu diesem Krieg gekommen

war, war nicht zuletzt einigen geistlichen

»

Erst die Katastrophe des

Dreißigjährigen Kriegs erzwang

endlich den Frieden zwischen

den Konfessionen.

«

und weltlichen Protagonisten hinter den Mauern

Augsburgs zu „verdanken“ gewesen, etwa Bischof

Heinrich oder Hans Jakob Fugger. Der Letztere

hatte die Enteignung und Vertreibung vornehmer

reicher Protestanten und die Hinrichtung oder

die Galeerenstrafe für die Ärmeren gefordert.

Erst im Angesicht der Katastrophe – und mit

dem Blick auf die blutige Bilanz des Glaubensstreits

– besann man sich auch in Augsburg

eines Besseren. Die beiden großen Konfessionen

suchten nun (zumindest offiziell und öffentlich

zur Schau getragen) erneut den Frieden in der

Stadt, wobei die Protestanten das Friedensfest

am 8. August noch lange allein feiern sollten.

Erst seit dem Jahr 1984 feiern auch die Katholiken

mit.

Ganzjährig im Stadtbild zu ent decken sind

die Denkmäler des Glaubensstreits in Augsburg,

Programm des Friedensfestes 2025

„Frieden riskieren“

» 8. Mai, 15 Uhr, „Kongress am Park“:

ein Festakt der Stadt Augsburg und des Bayerischen

Landtags anlässlich des 80. Jahrestags

der Befreiung (Ende des Zweiten Weltkriegs

am 8. Mai 1945)

» 8. Mai, 20 Uhr, Heilig-Kreuz ev.:

Europäisches Friedenskonzert „Be freiung“

(Marc Sinan, Uraufführung)

» 21. bis 24. Juni: „Prävention und gesell schaft -

licher Frieden“ – Deutscher Präventionst ag,

mit Rahmenprogramm

» 28. Juni, Innenstadt:

Lange Kunstnacht, Motto: „Frieden gestalten“

» 19. Juli, Innenstadt:

Augsburger Chornacht

» 7. August, Rathausplatz und Freilichtbühne am

Roten Tor: Interreligiöses Friedens gebet und

Friedenskonzert

» 8. August, ab 10 Uhr: Ökumenischer

Fest gottesdienst, Friedens tafel auf

dem Rathausplatz, Kinderfriedensfest im

Botanischen Garten sowie abends Festkonzert

in der St.-Anna-Kirche


context verlag

Augsburg | Nürnberg


VOM GLAUBENSSTREIT ZUM „AUGSBURGER HOHEN FRIEDENSFEST“

Am 8. August, am Tag

des „Augsburger Hohen

Friedensfestes“, begeht

Augsburg seinen

weltweit einmaligen

Stadtfeiertag mit

Gottes diensten und –

soweit das Wetter mit -

spielt – mit der traditi o -

nellen „Friedenstafel“

auf dem Rathausplatz.

Ebenfalls ein Denkmal

des Friedens: Über dem

Kanzelkorb der evangelischen

Kirche St. Anna

bläst der „Friedens -

engel“ die Posaune und

verkündet damit den

Friedensschluss nach

dem Ende des Dreißigjährigen

Kriegs.

Die teils erschütternde

Vorgeschichte des

„Augsburger Hohen

Friedensfestes“ und

die mit dem Glaubensstreit

verbundenen

Denkmäler in und bei

Augsburg zeigt und erklärt

das Taschenbuch

„Glaube. Hoffnung.

Hass.“ – unter anderem

mit 241 Abbildungen.

denn sie sind ja nicht einfach verschwunden –

allein schon deshalb nicht, weil es sich bei

diesen diffamierenden Darstellungen des neuen

Glaubens um hochrangige Kunst handelt, die

mit Absicht unübersehbar platziert worden war:

Diese Kunstwerke bedrohten Protestanten mit

dem Tod. Eine dieser Schöpfungen ist nun ein

»

Über das Friedensfest

und sein Programm hinaus

erinnern auch Denkmäler

an den Glaubensstreit.

«

Objekt des UNESCO-Welt erbes: der Herkulesbrunnen

in der Maximilianstraße. Die bronzene

Figurengruppe auf dem Brunnenpfeiler zeigt

Herkules, der die Wasserschlange Hydra erschlägt.

In der Renaissancekunst stand die Hydra aber

für die Häresie, also für den neuen Glauben.

Der starke Halbgott verkörpert dort den katho -

lischen Kaiser, der die Protestanten 1548 (exakt

an diesem Platz) gedemütigt hatte.

Eine ähnliche Siegesdarstellung zeigt die

monumentale Bronzegruppe des Bildhauers

Hans Reichle an der Fassade des Zeughauses

(wo der katholisch dominierte Rat für den Fall

eines Aufstandes der Andersgläubigen Waffen

gelagert hatte). Dort stößt St. Michael den

Teufel in die Hölle. Der Erzengel, der Patron

der katholischen Kirche, ist die Personifikation

der Gegenreformation. Ihn entdeckt man bis

heute in etlichen Kirchen in und um Augsburg,

in der Verbindung mit einem Höllensturz etwa

auch im Deckenfresko der Pfarrkirche St. Michael

in der Marktgemeinde Fischach im südlichen

Landkreis Augsburg. In den Chorfresken stürzen

dort zwei Protestanten, an ihren Büchern als

„Irrlehrer“ erkennbar, zur Hölle. In der Fischacher

Kirche hatte der Augsburger Bischof das Sagen.

Derartige Fresken entstanden im Bistum Augsburg

sogar noch Mitte des 18. Jahrhunderts.

So war das auch im Kleinen Goldenen Saal

des Augsburger Jesuitenkollegs, den man heute

zum Beispiel dann kennenlernt, wenn dort

eines der Konzerte der Mozart-Festivals stattfindet.

In einem der 1765 entstandenen barocken

Deckenfresken im vormaligen Kongregationssaal

stürzt der Erzengel Michael einen von einer

Schlange gebissenenen Teufel mit Fledermausflügeln

als Verkörperung des Protestantismus in

die Tiefe. (Jesuiten waren die Speerspitze der

Gegenreformation.) Es sind derartige Denkmäler,

welche die tiefere Bedeutung des Friedensfestes

aufzeigen. Sehenswert und ein „Denk mal!“ im

eigentlichen Wort sinn sind solche Kunstwerke

sowieso – und jederzeit.

» Mehr zum ambitionierten Veranstaltungsprogramm des „Augsburger Hohen Friedensfestes“:

www.friedensfest-augsburg.de und www.augsburg-tourismus.de

» „Augsburg: Brennpunkt der Religionsgeschichte“ heißt eine Faltbroschüre der Regio Augsburg

Tourismus GmbH, die zu den Denkmälern in Augsburg, im Landkreis Aichach-Friedberg und

im Landkreis Augsburg führt – etwa in den Dom, in die Lutherstiege bei St. Anna oder auch in

die spektakuläre Versöhnungskirche in Lagerlechfeld im „Augsburger Land“. Diese Broschüre

findet man als PDF zum Download: www.augsburg-tourismus.de/broschueren

» Das 336-seitige Taschenbuch „Glaube. Hoffnung. Hass. Von Martin Luther in Augsburg (1518)

über den Dreißigjährigen Krieg (1618 –1648) bis zur ,Sau aus Eisleben’ (1762)“ informiert zum

konfessionellen Zeitalter und damit zur Vorgeschichte des „Augsburger Hohen Friedensfestes“.

58


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4.4.–19.10.2025

Titelmotiv: Susanne Bisovsky / Foto Wolfgang Pohn

Staatliches Textil- und

Industriemuseum Augsburg (tim)

www.timbayern.de

Kooperationspartner

Medienpartner

Kulturpartner


DIE WITTELSBACHER UM AUGSBURG

Vom „Sisi-Schloss“

zum Fürstenschloss

Über die Grenzstadt Friedberg bis in die Residenzstadt Neuburg

60


Denkt man an Augsburg, denkt man an die Fugger, an die Mozarts

und an Bertolt Brecht, vielleicht noch an die Habsburger, an Rudolf

Diesel oder an Bischof Ulrich. Aber an die Wittelsbacher? Doch an

sie – sogar an „Sisi“ und die „Tragödie von Mayerling“ – erinnern

in Augsburg etliche kleinere und größere Sehenswürdigkeiten. Die

Schlösser der Wittelsbacher liegen jedoch östlich des Lechs – etwa

das „Sisi-Schloss“ in Unterwittelsbach, ein Wasserschloss unweit

der Ruinen der Stammburg der Wittelsbacher bei Oberwittelsbach,

sowie das „Wittelsbacher Schloss“ in Friedberg und das Renaissanceschloss

in der einstigen Residenzstadt Neuburg an der Donau. Und

auch in der nahen Stadt Donauwörth erinnern spärliche Relikte

einer Burgruine und ein Grabmal an einen Wittelsbacher, der seine

Gemahlin aus Eifersucht enthaupten ließ. Nach Augsburg und zum

„Sisi-Schloss“ bei Aichach führt im Übrigen auch die „Sisi-Straße“,

eine transnationale Tourismusroute zu Stationen im Leben der

Kaiserin und König Elisabeth – „Sisi“ war ihr Kosename als Kind.

Text:

Martin Kluger

Fotografie:

Erich Echter/Stadt

Aichach (1),

Martin Kluger (10),

Patrick Kluger (1)

61


SCHLÖSSER UND BURGEN DER WITTELSBACHER NAHE AUGSBURG

Weit mehr Grenzveste

als Lustschloss ist das

„Wittelsbacher Schloss“

in Friedberg. Die Torflügel

am Schlossportal

zieren Bayernrauten

und das Wappentier

der Wittelsbacher,

der bayerische Löwe.

Der Hof des Fried -

berger Schlosses lässt

erahnen, dass hier eine

mittelalterliche Burg

zum Renaissanceschloss

umgebaut

wurde. Das Museum im

„Wittelsbacher Schloss“

erinnert auch an die

Geschichte dieses Baudenkmals

sowie die der

Grenzstadt am Lech.

Befasst man sich mit den Wittelsbachern,

kommt man zum Resümee: Besonders

nett waren die Vertreter dieser Dynastie

häufig nicht. Kriege haben sie etliche

angestiftet, auch ein Mord war schon mal drin.

Spannend ist die „Story“ der Wittelsbacher alle -

mal: Ab 1180 hatten sie in Bayern geherrscht,

zu dem ab 1806 dann auch Augsburg gehörte.

Wittelsbacher regierten als Pfalzgrafen, Herzöge

und Kurfürsten. 1806 wurde Bayern sogar noch

ein Königreich. Zwei Wittelsbacher waren zuvor

römisch-deutsche Kaiser geworden, andere hatten

in anderen Ländern Europas regiert.

Dass man allein mit Bravsein etwas werden

oder in die Geschichte eingehen kann, haben

diverse Wittelsbacher eindrucksvollst widerlegt.

Die namensgebende Stammburg der Wittelsbacher,

deren Ruine man im Aichacher Stadtteil

Oberwittelsbach entdeckt, wurde 1209 zer stört,

nachdem Otto VIII. von Wittelsbach 1208 in

Bamberg den deutschen König erschlagen hatte.

Die vormalige Herzogstadt Aichach nennt sich

ob dieser Stammburg „Wiege der Wittels bacher“.

In Unterwittels bach erinnert ein Wasserschloss

an die Kindheit der Kaiserin Elisabeth.

Dorthin locken „Sisi-Ausstellungen“ und eine

Kultur reiseroute, die „Sisi-Straße“. Das Wasserschlösschen

hatte Herzog Max in Bayern erworben,

weil er in dieser Gegend – ungestört

vom Trubel im nahen München – seiner großen

Leidenschaft, der Jagd, frönen konnte. Unvergessen

blieb der Wittelsbacher vor allem wegen

»

Im „Wittelsbacher Land“

um Aichach und Friedberg

erwarb Herzog Max in Bayern

drei Schlösser.

«

seiner Tochter Elisabeth – „Sisi“, der Kaiserin

von Österreich und Königin von Ungarn. Vermutlich,

weil ihm seine Verpflichtungen in der

Residenzstadt München auf die Nerven gingen

(und der passionierte Waidmann nahe Aichach

über ein großes Jagdrevier verfügte), erwarb

Herzog Max auch das stattliche Schloss in Kühbach

sowie ein kleines Jagdschloss im Dörfchen

62


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SCHLÖSSER UND BURGEN DER WITTELSBACHER NAHE AUGSBURG

Im „Wittelsbacher

Land“ erinnert auch

das Schloss in Kühbach

an Herzog Max in

Bayern, den Vater

der späteren Kaiserin

Elisabeth. Den „Zithermaxl“

genannten

Wittelsbacher sieht

man heute in der

Dauer ausstellung

im „Sisi-Schloss“ in

Unterwittelsbach.

Häufig fotografierter

Erinnerungsort – die

gotische Kirche „Maria

vom Siege“ auf einem

steilen Burghügel

am Rand des Dorfes

Ober wittelsbach.

Rapperzell. Beide Schlösser werden zwar privat

bewohnt, von außen anschauen kann man sie

durchaus. In Kühbach lohnt sich außerdem ein

Blick in die Schlosskirche – und zwar sogar

sehr. Denn auf den dortigen Stiftertafeln sind

frühe Wittelsbacher und Wittelsbacherinnen

abgebildet. Ebenfalls privat bewohnt, aber einen

Blick wert, ist auch das einstige Schloss der

Wittels bacher in Mering.

In den Herzogstädten Aichach und Friedberg

und drum herum sieht man noch etliche weitere

Spuren dieser Dynastie, nach der sich das

gesamte „Wittelsbacher Land“ benennt. Ein Geschichtspfad

auf dem alten Kirchweg zwischen

den Aichacher Ortsteilen Unterwittelsbach und

Oberwittelsbach vermittelt an sechs Stationen

rund tausend Jahre bayerischer Geschichte, die

Geschichte der Wittelsbacher und ihren Bezug

zu Oberwittelsbach, zu Unterwittelsbach und

zur Stadt Aichach. Die Ruine ihrer namens -

gebenden Stammburg entdeckt man auf einem

steilen Burghügel in einem Waldstück bei Oberwittelsbach.

Von dieser Burg sind nur wenige

Mauerreste erhalten. Auf dem Burgplatz vor

der gotischen Burgkirche hat man 1834 ein

„Nationaldenkmal“ aufgestellt.

»

Die im Kern mittelalterliche

Festung in Friedberg wurde

zum Renaissanceschloss

umgebaut.

«

Unzerstört und bestens erhalten blieb das

Renaissanceschloss in der Herzogstadt Friedberg.

Eine mittelalterliche Burg diente dort vormals

als das „Auge Bayerns“ auf die nahe Reichsstadt

Augsburg. Später machte man aus der Festung

ein Schloss, das nun als herzöglicher Witwensitz

diente. Erbaut hatte diese Festung Mitte des

13. Jahrhunderts der Bayernherzog Ludwig „der

Strenge“. Seinen Beiname erhielt der Wittelsbacher,

weil er in Donauwörth im Jahr 1256

aus Eifersucht seine Gemahlin Maria von Brabant

enthaupten ließ – und weil er in blindwütiger

Raserei ganz nebenher auch noch den Burgvogt

sowie zwei Burgfräulein erschlug.

Nur eine halbe Autostunde von Augsburg

entfernt erinnert Donauwörth an diese tragische

Episode in der Geschichte der Wittelsbacher.

Wenige Mauerreste lassen dort noch erahnen,

dass auf dem hohen Mangoldfelsen eine Burg

stand. Burgherr war jener Wittelsbacher Ludwig

Nah bei Friedberg liegt

die Marktgemeinde

Mering am Flüsschen

Paar. Hier erinnert ein

Schloss an die Zeit der

Wittelsbacher, die dort

vom 13. Jahr hundert an

und danach bis 1808 die

„Hausherren“ waren.

Das Schloss wird privat

bewohnt und kann nur

von außen besichtigt

werden. In Meringer

Kirchen und Kapellen

findet sich aber noch

einiges mehr zu den

Wittelsbachern.

64


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Programmpunkten.

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Regio Augsburg Tourismus GmbH

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Rathausplatz 1 | 86150 Augsburg

Telefon 0821 50207-0

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65


SCHLÖSSER UND BURGEN DER WITTELSBACHER NAHE AUGSBURG

Rund 70 Kilometer von

Augsburg entfernt, aber

sicher ein lohnendes

Ziel bei der Suche nach

Spuren der Wittels -

bacher in der Region,

ist das Residenzschloss

in Neuburg an der

Donau. Diese Stadt

war das Zentrum des

wittels bachischen

Fürstentums

Pfalz-Neuburg,

der sogenannten

Jungen Pfalz.

Auch in der früheren

Grenzstadt Rain am

Lech stößt man auf

ein mittelalterliches

Wittels bacherschloss.

Im nahen Donauwörth

erinnert das weiß-blaue

Rautenwappen auf

der Grabplatte der

Maria von Brabant in

der Kirche Heilig Kreuz

an einen mörderischen

Wittelsbacherherzog,

Ludwig „den Strengen“.

(Von seiner Burg sind

nur noch Mauerreste

zu finden: Diese Veste

wurde 1301 geschleift.)

„der Strenge“, der auch die Festung in Friedberg

errichten ließ. In der Donaustadt erinnern frei -

lich nur noch ein paar karge Mauerreste am

Mangoldfelsen ans Schicksal der unglücklichen

»

Zwei Schlösser

und die Relikte einer Burgruine

sind Spuren der Wittelsbacher

an der Donau und am Lech.

«

Maria von Brabant. Ihr Grabmal jedoch entdeckt

man in der Heilig-Kreuz-Kirche: Die Deckplatte

ziert auch ein bayerisches Rautenwappen.

An der Donau erinnert zudem ein Schloss

in der Residenz stadt Neuburg an die Dynastie.

Dieses Renaissanceschloss war die Residenz des

Wittelsbacher Herzogtums Pfalz-Neuburg. Ab

1527 hatte Pfalzgraf Ottheinrich hier eine Burg

im Stil der Renaissance ausbauen lassen. Dieser

mächtige Komplex über dem Donauufer zählt

zu den bedeutendsten deutschen Schlössern aus

der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Auf dem Weg zur Donau – nach Neuburg

an der Donau oder nach Donauwörth – lohnt

sich ein Abstecher nach Rain am Lech. Rund

40 Kilometer von Augsburg entfernt stößt man

auch dort auf ein im Kern mittelalterliches

Schloss mit hohen gotischen Zinnengiebeln –

eine zweigeschossige Dreiflügelanlage mit einem

Schlosspark davor. Weitere Spuren der Wittelsbacher

entdeckt man auch in ihrer ehemaligen

Grenzstadt. Grenzstadt deswegen, weil damals

am Westufer des nahen Lechs für Bayern ein

fremdes Territorium begann – Schwaben.

» Weitere Informationen zum „Wittelsbacher Land“: www.wittelsbacherland.de

» Mehr zum „Sisi-Schloss“: www.aichach.de/tourismus/sehenswertes/sisi_schloss

» Alles zum Schloss in Friedberg: www.wittelsbacher-schloss-friedberg.de

» Aichach nennt sich die „Wiege der Wittelsbacher“ (www.wiege-der-wittelsbacher.bayern).

» Vieles zur tragischen Geschichte der Maria von Brabant und ihres mörderischen Wittels bacher -

herzogs in Donauwörth findet man im Internet – sogar im „Ökumenischen Heiligenlexikon“.

» Mehr zur „Sisi-Straße“, die bis nach Österreich, Ungarn und Italien führt: www.sisi-strasse.info

66


Gefördert von:

Jetzt kostenlos:

neue Mozart-App

Google Play Store

„Mozart in Augsburg“ – die Mozartstadt

Augsburg mit dem Smartphone erleben

Die Mozart-App informiert zu 17 Augsburger Mozart -

stätten sowie deren Verbindungen zu Leo pold Mozart

und seinem Sohn Wolfgang Amadé. Videoclips, Fotos

und Augmented-Reality-Szenen er gänzen die Hö rbilder:

Schauspieler und Kabarettist Maximilian Schaf roth leiht

dem „Wolferl“ seine Stimme. Und auch W.A. Mozarts

geliebtes „Bäsle“ tritt virtuell auf den Plan. Verfügbar im

App Store und im Google Play Store (Stichwort: „Mozart

in Augsburg“) – oder über nebenstehende QR-Codes.

App Store

Regio Augsburg Tourismus GmbH

Tourist-Information | Rathausplatz 1 | 86150 Augsburg | Telefon 08 21/5 02 07-0

www.augsburg-tourismus.de | blog.sska.de/deutsche-mozartstadt-augsburg/


RÖMERFUNDE, EINE RÖMERSTRASSE UND EINE „RÖMER-APP“

Eine Ausstellung zur

Via Claudia Augusta

finden Besucher der

Römerstadt Augsburg

2025 im „Römerlager“

im Zeughaus. Auf die

Abgüsse antiker Steindenkmäler

stoßen sie

an der „Römermauer“

beim Dom. Dort wie im

Museum entdeckt man

ein Fragment des Grabmals

eines römischen

Weinhändlers (unten).

Römer in und bei Augsburg: auf der Via

Claudia Augusta und per App zur Antike

15 vor Christus setzte der erste Römer seinen Fuß auf den Lechkies bei Augsburg, wo nun ein

Militärlager entstand. Jahrzehnte später wurde dieses Legionärslager am Lechufer zur Keimzelle

der Römerstadt Augusta Vindelicum – einer der ältesten Städte Deutschlands. Was die

Archäologen beinahe zweitausend Jahre später aus dem Boden gruben, sieht man im „Römerlager“.

In diesem Haus der Kunstsammlungen und Museen Augsburg erinnert eine Sonderausstellung

an die Römerstraße Via Claudia Augusta. Und eine App führt durch die antike Stadt.

68

Die Beschilderung

der Via Claudia Augusta

markiert ihren Verlauf.

Bei Radtouristen ist sie

ein besonders beliebter

Fernradweg.

Die Römerstadt Augsburg – Augusta

Vindelicum – war der Mittelpunkt

der römischen Provinz Raetien.

Heute liegt Augsburg deshalb im

Zentrum jeder Suche nach Spuren der Römer

in Bayern: Das allein schon wegen zahlreicher

Funde, in denen sich die Blüte der Provinzhauptstadt

am Lech widerspiegelt. Zudem liegt

Augs burg am Kreuzungs punkt zweier Römerstraßen

– der Via Claudia Augusta und der Via

Julia. Von dieser Stadt sind auch die Via Danubia

und der Raetische Limes nicht weit entfernt.

In Augsburg entdeckt man die Spuren der

römischen Epoche durchaus noch im Stadtbild:

etwa eine Spolie hier oder den Abguss eines

Römersteins da. Kaum zu übersehen: die Abgüsse

wichtiger Steinfunde an der „Röme r mauer“ vor

der Südfassade des Doms. Antikes zeigen auch

das „Römerlager“ im Zeughaus, ein Museum

der Kunstsammlungen und Museen Augsburg

(2025 mit einer Ausstellung zur Via Claudia

Augusta), sowie Museen im Umland. Eine neue

»

Die Stadt in der Römerzeit

lernt man in Augsburg

neuerdings sogar mit einer

„Römer-App“ kennen.

«

App („Augusta Vindelicum“) leitet virtuell zu

elf Stationen im römischen Augsburg und vor

der Stadtmauer. Die „Römer-App“ zeigt zum

Beispiel die Höhe der Wehrmauer, ihren Verlauf

und die Lage der Stadttore. Diese App funktioniert

als „Stadtführer“ bei der Suche

nach Spuren vor Ort genauso wie für jene, die

Augusta Vindelicum vom Sofa aus erkunden.

» Mehr Informationen zur Via Claudia Augusta und ihren Stationen: www.viaclaudia.org

» Informationen zur Ausstellung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg im „Römer lager“

im Zeughaus: www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/roemerlager

» Die App „Augusta Vindelicum“ findet man im App Store und im Google Play Store.

» Bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH ist die Broschüre „Die Römer in und um Augsburg“

in der Tourist-Info am Rathausplatz oder auf Anforderung (Telefon 0821 50207-0) erhältlich.

Zum digitalen Lesen oder zum Download unter: www.augsburg-tourismus.de/de/broschueren

» Die Via Claudia Augusta in Bayern und die dortigen Römerspuren und Museen beschreibt ein

Reiseführer – das Taschenbuch „Die Römer zwischen Alpenrand und Limesland. Die römische

Provinz Raetien: Keimzelle des Kulturlandes Bayern“. Ein Guide mit über 350 (!) Abbildungen.

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (4), 2av GmbH (S. 69/oben)


RÖMERFUNDE, EINE RÖMERSTRASSE UND EINE „RÖMER-APP“

Die neue App „Augusta

Vindelicum“ versucht,

mit solchen Bildern das

Augsburg der Antike

zu erklären: Hier dreht

sich das Rad einer Ge -

treidemühle über einem

Kanal. Die Spuren des

von den Römern um das

Jahr 20 nach Christus

angelegten Kanals und

auch die dieser Mühle

haben die Archäo logen

tat sächlich ergraben.

Das Treibwasser kam

im offenen Kanal aus

einem 35 Kilo meter

südlich der Römerstadt

ge legenen Flussanstich

an der Singold.

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75 JAHRE ROMANTISCHE STRASSE

Augsburgs nahe Nachbarn

an der Route der

Romantischen Straße

sind die bayerischen

Städte Friedberg (oben

links), Donauwörth

und Landsberg am Lech

(unten) – wo man jeweils

auch mal im Old -

time r bus anreisen kann.

Ein in Augsburg geborenes „Baby“ wird

75 Jahre jung – die Romantische Straße

Die Romantische Straße – die längst weltberühmte Reiseroute zwischen Würzburg und dem

Main im Norden sowie Schloss Neuschwanstein und Füssen ganz im Süden – feiert im Jahr

2025 ihren 75. „Geburtstag“. Aus der Taufe gehoben wurde dieses touristische „Baby“ 1950 in

Augsburg: Dort wurde die Ferienstraße mit ihren (mittlerweile 29) romantischen Reisezielen

hoffnungsfroh gegründet. Ein bisschen vielleicht auch deshalb, ganz sicher aber geografisch,

ver steht sich die Renaissancestadt am Lech bis heute als Mittelpunkt der Romantikroute.

70

Die Romantische Straße

ist inter national bekannt,

selbst im Fernen

Osten. Hinweisschilder

informieren deshalb

auch auf Ja pani sch.

Es war im Jahr 1950, als der Tourismus

in einem Deutschland, das noch etliche

Kriegsspuren zu beseitigen hatte, wieder

ins Rollen kam. In Augsburg, im Hotel

„Augusta“, hatten sich damals Touristiker aus

Städten Bayerns und dem direkt benachbarten

Baden-Württemberg zur Gründung der „Arbeits-

gemeinschaft Romantische Straße“ getroffen.

Das „Baby“, das diese Touristiker aus der Taufe

gehoben hatten, wuchs und gedieh. An dieser

Ferienroute lernt man heute 29 romantische

Orte im bayerischen Schwaben, in Oberbayern,

Franken und Württemberg kennen. Stationen

an der Ferienstraße zwischen Würzburg und

Füssen sind teils weltberühmte Reiseziele, etwa

Schloss Neuschwanstein, die Wieskirche bei

Steingaden oder Rothenburg ob der Tauber –

und natürlich die Fuggerstadt Augsburg.

Dass Augsburg „mittendrin“ liegt, liegt aber

weniger an der Historie dieser Tourismusstraße,

sondern selbstverständlich am Verlauf der Route

zwischen dem Main und dem Alpenrand. Gut

für Augsburg ist auch: Romantische Nachbarn

liegen hier in Sichtweite (das altbayerisch-barocke

Friedberg) oder bloß jeweils wenige Autominuten

»

Nah bei Augsburg

liegen weitere romantische

Städte: Friedberg, Donauwörth

und Landsberg am Lech.

«

von Augsburg entfernt. Vom Schellenberg über

Donauwörth aus genießt man den Blick auf die

Türme des Liebfrauenmünsters und der Kirche

Heilig-Kreuz und aufs Fuggerhaus. In Landsberg

am Lech locken der Stadtplatz mit dem Schmalzturm,

weitere idyllische Stadttore und Türme,

Rokokokirchen und das rauschende Lechwehr.

Noch ein ganz heißer Tipp: Friedberg feiert

vom 4. bis zum 13. Juli 2025 sein historisches

Altstadtfest – die „Friedberger Zeit“. Mehr dazu

im Internet (www.friedberger-zeit.de).

» Mehr zur Romantischen Straße und ihren romantischen Städten, zu ihrer Busroute

und zur beliebten Radroute entlang dieser Ferienstraße: www.romantischestrasse.de

» Mehr zu Augsburgs romantischen Nachbarn im Internet: www.friedberg.de/kultur-tourismus

sowie www.donauwoerth.de/tourismus und www.landsberg.de/tourismus

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3), Arbeitsgemeinschaft Romantische Straße (1)


Rieder To or

Reichsstraße

Zusammenfluss von Wör

Ganzjährige Führungen für Bürger und Gäste

Käthe-Kruse -

Puppen-Museum

Unser Tippnitz und Donau am Donau

uspitz

Historische Stadtführung dur ch die ehemals Freie Reichsstadt

Mai bis September: Montag bis Donnerstag, 18:00 Uhr

Oktober bis April: Termine

siehe Homepage

Treffpunkt: Tourist-Information, Rathausgasse

Familienführung „Donauw wörther G eschichte & G’schichtn“

Mai bis September: Samstag, Sonn- und Feiertag, 16:00 Uhr

Oktober bis April: Sonn- und Feiertag, 16:00 Uhr

Treffpunkt: Tourist-Information, Rathausgasse

Wechselnde Themenführungen

Mai bis September: Freitag,

18:00 Uhr

Oktober bis April: Termine

siehe Homepage

Treffpunkt: Tourist-Information, Rathausgasse

Führung auf den Turm des Liebfrauenmünsters

Mai bis September: Sonntag, 15:00 Uhr

Treffpunkt: Turmaufgang Liebfrauenmünster,

Reichsstraße

Führung durch das Käthe-Kruse-Puppen-Museum

Mai bis September: Sonnta

ag

,

15:00 Uhr

Treffpunkt: Museumskasse, Pflegstraße

Gruppenführungen jederzeit nach Vereinbarung

Ihr Ausflugsziel

Die bayerisch-schwäbische Donauperle

an der Romantischen Straße ist ein idealer

Ausgangspunkt für ihre Freizeitaktivitäten

Radwander-, Wander-

und Pilgerzentrum

Donau, Romantische Straße, Via Claudia

Augusta, Lech, Altmühltal, Schwäbische Alb,

Kesseltal, Wörnitz, Jakobuswege,

Via Romea Germanica,

JERUSALEMWEG

UNESCO Global Geopark Ries – Geotope

18-Loch-Golfpark „Gut Lederstatt“

Angeln und Bootswandern

4 Museen, u.a. Käthe-Kruse-Puppen-Museum

Beheiztes Freibad, Naherholungsgebiet,

Sport- und Freizeitzentrum,

Kletterhalle…

Geotop Kalvarienberg Wörnitzstein

Städt. Tourist-Information

Rathausgasse 1

86609 Donauwörth

Te

el. 0906 789-151

tourist-info@donauwoerth.de

www.tourismus-donauwoerth.de

donauw

wörth

B AYERNS SCHÖNSTE S GEHEIMNIS

LANDSBERG AM

LECH

Mehr

erfahren unter

www.landsberg.de


MUSEUMSSHOPS DER REGIO IN AUGSBURG

Viel Edles in edlem

Ambiente: Unter dem

Renaissancegewölbe

im Maximilianmuseum

finden die Besucher

Souvenirs, Literatur

und größere wie kleine

Geschenke für jene

Daheimge bliebenen,

die nicht das Glück

hatten, in Augsburg

dabei sein zu können.

Die Augsburger Museumsshops

sind das Salz in der „Erlebnis-Suppe“

Kaffeeduft mit Blick

auf Weltkunst genießt

man im Viermetzhof

des feinen Maximilianmuseums

– nur ein

paar Schritte vom

Augsburger Rathausplatz

und der dortigen

Tourist-Info entfernt.

„Souvenirs, Souvenirs – kauft ihr Leute, kauft sie ein. Denn sie sollen wie das Salz in der

Lebenssuppe sein.“ So begann der Text eines Ohrwurms des Schlagersängers Bill Ramsey

in den späten 1950er Jahren – unvergessen bis heute, stürmte dieser Hit doch damals die

Charts. Für manchen ist so ein Souvenir für die lieben Daheimgebliebenen nach der Stadt -

besichtigung noch heute das „Salz in der Suppe“. Augsburg macht Gästen die Suche nach

den passenden Mitbringseln leicht: Museumsshops der Regio Augsburg Tourismus GmbH

empfangen – und erfrischen – Besucher an einigen der spannendsten Orte in der Stadt.

Ein Kaffee und ein Stück Kuchen zur

Kunst? Ein kühler Schluck Wasser nach

der Besichtigung der Denkmäler des

wasserreichen Augsburger Welt erbes?

Augsburg-Souvenirs in der Bandbreite von den

kleinen Erinnerungen an die Stadt bis hin zu

Hochwertigem aus der Juwelierwerkstatt? Oder

Literatur zu Augsburg und zur Region? Das

alles bieten die Museumsshops der Regio Augsburg

Tourismus GmbH im Schaezlerpalais, im

Maximilianmuseum sowie im Fugger und Welser

Erlebnismuseum. Souvenirs und Literatur in

Museumsshops der Regio (dort aber ohne Bewirtung)

finden Besucher auch in vier weiteren

Häusern der Kunstsammlungen und Museen

Augsburg: Das Sortiment reicht auch hier von

der Postkarte bis hin zum Schmuckstück. Diese

Museumsshops im Leopold-Mozart-Haus, im

Brechthaus, im „Römerlager“ im Zeughaus und

im „H2 –Zentrum für Gegenwartskunst“ bieten

zudem Lesestoff vom Ausstellungskatalog bis

zum Reiseführer. „Richtigen Stoff“ entdeckt

man auch – nämlich die „tim-Tü̈cher“ aus dem

Staatlichen Textil- und Industriemuseum (tim).

»Mehr zu Museumsshops und -cafés: kmaugsburg.de/shops-u-cafes

»Information zu den Öffnungszeiten der Museen: www.augsburg-tourismus.de/museen

»Ein Tipp: Souvenirs und Literatur sind auch in der Tourist-Info am Rathausplatz erhältlich.

Edles Drumherum

bieten auch die beiden

Museumsshops im

„H2 – Zentrum für

Gegenwartskunst“ im

Augsburger Glaspalast

(dort stylisch und kühl)

und im Schaezlerpalais

(dort im edlen Stil

des Rokokos und mit

üppigen Kristalllüstern

an der Decke).

72

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (4)


Entdecke die

Seele der

Alpen

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DAS AUGSBURGER RATHAUS IM JAHR 2025

Eine Ausstellung im

Eingangsbereich des

Augsburger Rathauses

an der Maximilian -

straße gibt virtuell

einen Einblick in den

Goldenen Saal im

Inneren dieses Bau -

kunstwerks. Weiter als

bis zu dieser Interimsaus

stellung kommen

Be sucher im Rathaus

2025 (und wohl noch

bis Frühjahr 2026)

nicht: Denn das Innere

des Renaissance baus

wird in diesem Zeitraum

saniert.

Das Augsburger Rathaus: 2025 „nur“ per

Ausstellung, Denkmalführer und Küche

Das Renaissancerathaus ist quasi das „Schloss Neuschwanstein Augsburgs“. Das von Elias

Holl bis 1620 errichtete Baudenkmal sollte man gesehen haben, wenn man diese Stadt besucht.

Wohl noch bis zum Frühjahr 2026 kann man den prächtigen Monumentalbau nur von

außen bewundern. Innen wird saniert. Immerhin kann man das „Innenleben“ des Rathauses

in der kleinen Interimsausstellung im Eingangsbereich des Renaissancebaus erkunden. Noch

weitaus mehr Bilder zur Ausstattung und zur Geschichte des Rathauses bietet ein Denkmal -

führer. Und im imposanten Untergeschoss bewirtet der „Ratskeller“ mit regionaler Küche.

Was man im Jahr 2025

im Inneren des Augsburger

Rathauses nicht

besichtigen kann, beschreibt

und zeigt mit

127 Abbildungen der

Denkmalführer zum

Renaissancerathaus

und zum Goldenen Saal

(bundesweit erhältlich

im Buchhandel und vor

Ort in der Tourist-Info

der Regio Augsburg

Tourismus GmbH am

Rathausplatz).

Das Augsburger Renaissancerathaus

ist – unmöglich zu übersehen – das

Zentrum der Stadt. Die prachtvolle

Fassade mit dem Reichsadler an den

Giebeln und den massigen Zwiebeltürmen ragt

monolithisch aus der Dachlandschaft der Altstadt

heraus. Der Prachtbau war 1620, zwei Jahre nach

Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, fertiggestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der 1944

ausgebrannte Bau umfassend und aufwendigst

restauriert werden. Gelohnt hat sich der Aufwand:

Das Rathaus und sein Goldener Saal sind Hauptsehenswürdigkeiten

der Stadt. Damit das Innere

des Rathauses trotz 2025 und 2026 anstehender

Sanierungsarbeiten „besichtigt“ werden kann,

hat die Stadt dort eine kleine Interimsausstellung

ein gerichtet. Im Untergeschoss bewirtet der

„Ratskeller“ auch während der Zeit der Sanierung.

Vieles, was dann nicht zu sehen sein wird, zeigt

der 96-seitige Denkmalführer „Das Renaissancerathaus

und der Goldene Saal in Augsburg.

1620–2020“ mit immerhin 127 Fotos. Sie bilden

schon mal Pikantes wie den „Arsch im Rathaus“

und das „Manneken Pis“ im Goldenen Saal ab.

» Mehr zu Sanierung und Interimsausstellung: www.augsburg.de/kultur/sehenswuerdigkeiten/rathaus

»Informationen zum „Ratskeller“, dem Restaurant im Rathaus: www.ratskeller-augsburg.de

74

Virtuell erkundet

man das Innere des

Rathauses in der Zeit

der Sanierung in der

Interimsausstellung.

Im beeindruckenden

Gewölbe keller des

Monumentalbaus bewirtet

der „Ratskeller“

auch während der

Rathaus-Sanierung.

Text: Martin Kluger | Fotografie: Martin Kluger (3)


START AGAIN

RENAISSANCE AUGSBURG

DESIGN BY NATALIJA RIBOVIC

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79,90 Euro

77,00 Euro

www.augsburg-tourism

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ERLEBNIS STADTFÜHRUNG IN AUGSBURG

Ein Besuch der

Fuggerei, der von Jakob

Fugger „dem Reichen“

1521 gestifteten Sozial -

siedlung, gehört zu

den Klassikern unter

den Stadtführungen in

Augsburg. 2025 steht

der 500. Todestag von

Jakob Fugger im Fokus.

Stadtführungen von UNESCO-Welterbe

über die Fuggerei bis zu Graffiti-Kunst

Die große Themenfülle der an Geschichte überaus reichen Großstadt Augsburg erkundet man

am besten bei einer Stadtführung der Regio Augsburg Tourismus GmbH. Die Bandbreite der

Angebote reicht dabei von klassischen Stadtrundgängen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten

über Busrundfahrten bis hin zu hybriden Angeboten mit digitaler Komponente.

Der Prospekt „Stadtführungen

in Augsburg

2025“ der Regio Augsburg

Tourismus GmbH

gibt einen Überblick

über das vielfältige

Angebot an Stadtführungen.

(Kostenlos erhältlich

bei der Tourist-

Info am Augsburger

Rathausplatz.)

Das Renaissancerathaus, die mehr als

500 Jahre alte Fuggerei, die Monumentalbrunnen

in der Maximilianstraße,

das historische Wasserwerk

am Roten Tor (seit 2019 gehören diese Brunnen

und dieses Wasserwerk zu den 22 Objekten des

Augsburger UNESCO-Welterbes „Augsburger

Wassermanagement-System“), das Brechthaus

und das Leopold-Mozart-Haus sind klassische

und beliebte Ziele im Führungsangebot der

Regio Augsburg Tourismus GmbH. 2025 finden

zusätzlich Führungen zu den Jubiläen – etwa

zu 375 Jahren „Augsburger Hohes Friedensfest“,

zum 300. Geburtstag von Giacomo Casanova

oder zu 75 Jahren Romantische Straße – statt.

Doch nicht nur die reiche Augsburger Geschichte

und viele prominente Namen kann man in Begleitung

der geschulten Guides entdecken: Auch

die Bedeutung des Augsburger Handwerks oder

ein kritischer Einblick in die Handelspraktiken

der Fugger und Welser (im Fugger und Welser

Erlebnismuseum) erschließen sich bei einer

Führung. Zeitgenössische Themen wie urbane

(legale) Graffiti-Kunst in der City oder die Auswirkungen

des Klimawandels auf das Leben in

der Stadt, aber auch die Aufarbeitung der Zeit

des Nationalsozialismus finden ebenso ihren

Platz im Programm wie Angebote für Familien.

76

»Infos zu allen Stadtführungen, Themen und Terminen: www.augsburg-tourismus.de/fuehrungen

»Stadtrundgang ohne Anmeldung: „Auf den Spuren von Fugger, Mozart und Brecht – in der Welterbestadt

Augsburg“. Von Januar bis März: Mo. bis Do. 14 Uhr (DE/EN), Fr./Sa./So. 11 (DE) und 14 Uhr

(DE/EN); von April bis Dezember: täglich 14 Uhr (DE/EN). Im Preis inklusive: Eintritte in die Fuggerei,

in das Brecht haus (Sa./So.) und in die Ausstellung „Römerlager“ im Zeughaus (Di. bis Fr.).

»Für den Stadtrundgang „Auf den Spuren von Fugger, Mozart und Brecht – in der Welterbestadt

Augsburg“ und die Stadtführungen „UNESCO-Welterbe – das Augsburger Wassermanagement-

System“ sowie „Renaissance und UNESCO-Welterbe“ bietet die Regio das Tonverstärkersystem

elysium ® an: Damit werden die Stimmen der Guides live auf das Smartphone der Führungsteil -

nehmer übertragen. Letztere benutzen ihre eigenen Kopfhörer. Das Ganze funktioniert ohne App,

ohne Registrierung und ohne Downloads – einfach vor Ort einen QR-Code scannen.

»Tipp: Käufer eines Tickets für den Stadtrundgang erhalten einen Euro Ermäßigung auf den regulären

Eintrittspreis bei ihrem Besuch des Brechthauses, des Leopold-Mozart-Hauses sowie des Fugger und

Welser Erlebnismuseums. (Diese Ermäßigung gilt auch noch am Folgetag.)

»Einen Überblick über das gesamte Führungsangebot gibt der Prospekt „Stadtführungen in Augsburg

2025“. Die Broschüre verlinkt auch verschiedene digitale Führungsangebote. Erhältlich in der

Tourist-Info am Rathausplatz oder zum Download: www.augsburg-tourismus.de/broschueren

Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger


ERLEBNIS STADTFÜHRUNG IN AUGSBURG

Schauspielführung zum 300. Geburtstag

Casanova – Jubiläumsführung

Giacomo Casanova, Verführer, Spieler, Schriftsteller, Philosoph,

Kleriker und Weltenbummler, wurde vor 300 Jahren –

1725 – geboren.

Ein Anlass für den

selbsternannten

Chevalier de

Sein galt, „höchst -

persönlich“ durch

das Aug sburg des

frivolen Rokokos

zu wandeln. Vom

Dom aus über den

Fronhof und den Hof garten bis hin zum Schaezlerpalais führt

Casanova in Gewandung. Dabei gibt der gebürtige Venezianer

pikante Anekdoten aus seinem Leben zum Besten. Und er lässt

seine Augsburger Aufenthalte in den Jahren 1756, 1761 und

1767 – halb genussvoll, halb wehmütig – Revue passieren.

» Termine: 11.05., 28.06., 21.09., 25.10., jeweils 14:30 Uhr

» Dauer: 2 Stunden

» Preis: Erwachsene 16 € pro Person | ermäßigt 14 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: mindestens 7 Personen

» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

Themenführung zu einem romantischen Jubiläum

75 Jahre Romantische Straße

Die Romantische Straße ist die bekannteste Ferienstraße

Deutschlands. Ein Highlight auf der Route vom Main bis

zu den Alpen ist

Augsburg. Zum

75. Jubiläum der

Ferienstraße zeigt

dort eine chine si -

sche Gästeführerin

– denn auch

international

erfreut sich die

Romantische Straße

größter Beliebtheit – die romantischen Seiten der Stadt am

Lech (Sprache: Deutsch). Teilnehmer er kun den das idyllische

Lechviertel mit den Lech kanälen (UNESCO-Welterbe) und

be suchen dort ansässige Hand werks betriebe sowie kulturell

vielfältige Charakterlädchen.

» Termine: 24.05., 21.06., 12.07., 13.09., 11.10, jeweils 11:30 Uhr

» Dauer: 2 Stunden

» Preis: Erwachsene 14 € pro Person | ermäßigt 12 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: mindestens 7 Personen

» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (3), Die Bunten e. V. (1)

Kunstführung: urbane Kunst per Fahrrad entdecken

Graffiti-Stadtführung

Bei der Graffiti-Stadtführung mit dem Augsburger Graffiti-

Verein „Die Bunten e.V.“ entdecken die Teilnehmer die in Kooperation

mit dem

Friedensbüro der

Stadt entstandenenen

Murals (Wandmalereien)

zum

Hohen Friedensfest

in der City, temporäre

Kunstprojekte,

bemalte Technikhäuschen

der Stadtwerke

Augsburg und die legendären Halls of Fame (Graffiti-

Freiflächen) des Projekts „Schwabenwand“. Man lernt so bei

dieser bunten Reise die Vielfalt (legaler) Augsburger Graffiti-

Kunst und die Geschichten hinter den Kunstwerken kennen.

Zu dieser Führung muss man das eigene Fahrrad mitbringen.

» Termine: 13.04., 14.06., 03.08., 08.11., jeweils 14 Uhr

» Dauer: 2 Stunden

» Preis: Erwachsene 17 € pro Person | ermäßigt 16 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: mindestens 8 Personen

» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

Themenführung zu Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimapfad – digitale Führung

Unter www.klimapfad-augsburg.com wird ein Rundweg im

historischen Zentrum von Augsburg beschrieben, den man

nicht nur virtuell

und individuell,

sondern auch vor

Ort mit einem geschulten

Guide erkunden

kann. Dabei

warten an acht

Stellen Quizfragen:

Teilnehmer testen

ihr Wissen – und

erfahren dank informativer Erläuterungen mehr zu den Auswirkungen

des Klimawandels. Der Klimapfad entstand in

Zusammen arbeit zwischen der Universität Augsburg, der

Technischen Hochschule Augsburg, dem Umweltinstitut bifa,

der Stadt Augsburg und dem Rotary Club Augsburg.

» Termine: 26.04., 24.05., 26.07., 27.09., jeweils 14:30 Uhr

» Dauer: 1,5 Stunden

» Preis: Erwachsene 14 € pro Person | ermäßigt 12 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: mindestens 8 Personen

» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

77


XXXXXXX

Wassertürme, Wasserkraftwerke, Kanäle und Brunnenkunst

Augsburgs Wasser:

UNESCO-Welterbe

78

„Das Augsburger Wasser management-System“ ist

UNESCO-Welterbe. Erleben Sie die ältesten Wassertürme

Deutschlands im einmaligen Architekturensemble des

Wasserwerks am Roten Tor, die weltweit einzigartigen,

figurenreichen Monumentalbrunnen, die rauschenden

Kanäle im idyllischen Lech viertel, Museen…

Mehr: www.augsburg-tourismus.de

Regio Augsburg Tourismus GmbH | Tourist-Information | Rathausplatz 1 | 86150 Augsburg

Telefon 08 21/5 02 07-0 | Telefax 08 21/5 02 07-45 | tourismus@regio-augsburg.de

context verlag Augsburg | Nürnberg · www.context-mv.de | Foto: Martin Kluger


ERLEBNIS STADTFÜHRUNG IN AUGSBURG

Themenführung: Wassergeschichten mal ganz anders

Spritzig, witzig, sinnlich – und Welterbe

Seit 2019 gehört das „Augsburger Wassermanagement-System“

zum UNESCO-Welterbe. Vier der 22 Objekte dieser Welterbe-

Stätte besucht man

bei dieser Themenführung

und hört

dabei Geschichten

zum Augsburger

Wasser. Der Guide

erläutert Altbe -

kanntes und Neues,

Wahres und Legenden.

Dabei werden

alle fünf Sinne angesprochen. Die Route verläuft zwischen

dem Domviertel und dem Herkulesbrunnen. Dieser bis zum

Jahr 1600 von Adriaen de Vries geschaffene Monumentalbrunnen

bildet gemeinsam mit dem Augustus- und dem Merkurbrunnen

eine einzigartige Brunnentrias.

» Termine: 17.05., 28.06., 19.07., 06.09., jeweils 14:30 Uhr

» Dauer: 2 Stunden

» Preis: Erwachsene 14 € pro Person | ermäßigt 12 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: mindestens 7 Personen

» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

Themenführung: achtsam und still im Wasserturm

Meditativer Rundgang

Ein meditativer Rundgang durch den Großen und den Kleinen

Wasserturm am Roten Tor – früh am Morgen oder nach Einbruch

der Dunkelheit:

Teilnehmer

besichtigen dann

zwei der ältesten

noch be stehenden

Wasser türme in

Mittel europa.

Das Wasserwerk

am Roten Tor ist

ein zentrales Objekt

des UNESCO-

Welt erbes „Augsburger Wassermanagement-System“. Eine

kurze Meditation ist ebenso ein Bestandteil dieser Tour wie

Informationen zur historischen Augsburger Wasserversorgung.

» Termine: 03.05., 02.08.: 8 Uhr, 08.11., 13.12.: 16:30 Uhr

» Dauer: 1,5 Stunden

» Preis: Erwachsene 12 € pro Person | ermäßigt 12 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: maximal 12 Personen

» Treffpunkt: Wassertürme am Roten Tor,

Eingang, Am Roten Tor 1

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

Text: Candida Sisto | Fotografie: Martin Kluger (2), Regio Augsburg Tourismus GmbH (1), Gabi Theinert (1)

Stadtführung: täglich Kunst, Architektur und Wasser

Renaissance und UNESCO-Welterbe

Dieser öffentliche Stadtrundgang richtet seinen Fokus von

April bis Dezember – täglich – auf das UNESCO-Welterbe

„Augsburger

Wassermanagement-System“.

Die Guides der

Regio Augsburg

Tourismus GmbH

informieren ausführlich

zu Augsburgs

historischer

Wasserwirtschaft:

Sie nehmen Bezug auf die sehenswerten Denkmäler und erläutern

den herausragenden universellen Wert. Ein inhaltlicher

Schwerpunkt ist die Epoche der Renaissance, deren künstlerische

und architektonische Einflüsse Augsburgs Erscheinungsbild

bis heute prägen – auch über drei Monumentalbrunnen.

» Termine: April – Dezember: Mo. – So. 11 Uhr

» Dauer: 2 Stunden

» Preis: Erwachsene 16 € pro Person | ermäßigt 14 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch

» Teilnehmer: mindestens 7 Personen

» Treffpunkt: Tourist-Information am Rathausplatz

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

Themenführung: ins historische Wasserwerk

Ein wohl weltweit einmaliges Welterbe

Drei Wassertürme, zwei Brunnenmeisterhäuser, ein Aquädukt,

Stuck, Modelle und Instruktionsgemälde: Das Wasserwerk

am Roten Tor ist

ein architektonisch

vollständig erhaltenes

Ensemble und

ein in dieser Art

vermutlich sogar

weltweit einzig -

artiges Denkmal

der Trinkwasser -

versorgung aus der

Zeit zwischen den Jahren um 1430 bis 1879. Eine Dauerausstellung

im Großen und Kleinen Wasserturm informiert zur

„Wasserkunst“: Augsburger Stadtbrunnenmeister hoben das

Trinkwasser mit Wasserkraft. Das Wasserwerk ist ein zentrales

Denk mal des Augsburger UNESCO-Welt erbes.

» Termine: April – Oktober: Fr./Sa. 14 Uhr, So. 11 Uhr

» Dauer: 1 Stunden

» Preis: Erwachsene 9 € pro Person | ermäßigt 7 € pro

Person (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung)

» Info/Anmeldung: www.augsburg-tourismus.de

» Sprache: Deutsch/Englisch (zweisprachig)

» Treffpunkt: Wassertürme am Roten Tor,

Eingang, Am Roten Tor 1

» Diese Führung kann auch privat zum Wunschtermin

gebucht werden: www.augsburg-tourismus.de

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VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2025

AUGSBURGER

PUPPENKISTE

ALTSTADTFEST

FRIEDBERGER ZEIT

AUGSBURGER

PLÄRRER

LEONHARDIRITT

INCHENHOFEN

AUGSBURGER

FREILICHTBÜHNE

AUGSBURGER

CHRISTKINDLESMARKT

Fotografie: Martin Kluger (4), Thomas Baumgartner (2)

80

BIS 09.02.

MUSEUM OBERSCHÖNENFELD BEI GESSERTSHAUSEN

Die Ausstellung „Wohntrends in Miniatur“

„Wohntrends in Miniatur. Moderne Puppenmöbel von Bodo

Hennig 1950–2000“ heißt diese Ausstellung, die auch den Wandel der

Wohnkultur in dieser Zeit verdeutlicht: www.mos.bezirk-schwaben.de

BIS 29.06.

EHEMALIGE SYNAGOGE IN AUGSBURG-KRIEGSHABER

Jiddisch. Jüdisch. Taitsch.

Rund acht Jahrhunderte lang wurde in Bayern Jiddisch gesprochen –

Spuren der fast vergessenen Sprache in einer interaktive Ausstellung

in einer ehemaligen Synagoge in Kriegshaber: www.jmaugsburg.de

21.02. – 02.03.

BRECHTS KRAFTKLUB BEIM AUGSBURGER PLÄRRERGELÄNDE

Brechtfestival 2025: „Die große Methode“

Das Brechtfestival ruft in Anlehnung an Tanzwettbewerbe im Elend

der Weltwirtschaftskrise der 1930er zum 48-stündigen Tanzmarathon

auf. Flankiert wird das „brechtige“ Programm von einer Brechtnacht,

von Theatergastspielen und Performances: www.brechtfestival.de

BIS 09.03.

MUSEUM IM „WITTELSBACHER SCHLOSS“ FRIEDBERG

Teddy erobert Friedberg

Die Sonderausstellung zeigt eine beeindruckende Teddy-Sammlung

aus Privatbesitz: www.wittelsbacher-schloss-friedberg.de

26.02. – 21.09.

AUGSBURGER PUPPENTHEATERMUSEUM

Geistergeflüster

Von Ahnen und Naturgeistern – Sonderausstellung im Museum der

Marionetten der Augsburger Puppenkiste: www.puppenkiste.com

22.03. – 23.03.

„SISI-SCHLOSS“ UNTERWITTELSBACH

Ostermarkt im „Sisi-Schloss“

Im romantischen Schlossambiente präsentieren zahlreiche Aussteller

ihre kunstvoll gestalteten Ostereier und österlichen Dekorationen:

www.aichach.com

28.03. – 06.06.

FESTPLATZ AUGSBURG-GÖGGINGEN

Frühlingsfest Göggingen

Der Auftakt der Augburger Volksfestsaison in Stadtteil Göggingen:

www.augsburg.de (» Freizeit » Feste und Märkte » Stadtteilfeste)

04.04. – 19.10.

STAATLICHES TEXTIL- UND INDUSTRIEMUSEUM AUGSBURG (TIM)

Dirndl – Tradition goes Fashion

Die Ausstellung im „tim“ zeigt die Entwicklungsgeschichte des

Dirndls – seine Ursprü̈nge, seine politischen Vereinnahmungen und

auch aufregende Neu interpretationen. Ein opulenter Streifzug durch

die Modegeschichte des Dirndls: www.timbayern.de

2025 erleben

06.04. – 12.10.

MUSEUM OBERSCHÖNENFELD BEI GESSERTSHAUSEN

Alles fake?!

Nachahmungen, Fälschungen und Täuschungen – von den frühen

Kunststoffen Ende des 19. Jahrhunderts bis zu Fake News und zu

von KI generierten Bildern der Gegenwart: eine Zeitreise durch die

Welt des „täuschend Echten“: www.mos.bezirk-schwaben.de

17.04. – 26.10.

„SISI-SCHLOSS“ UNTERWITTELSBACH

Kaiserin Elisabeth und die Tierwelt

Schräge Vögel und andere Elefanten – eine Sonderausstellung

im Wasserschloss bei Aichach: www.sisischloss.bayern

19.04. – 04.05.

AUGSBURG – ZWISCHEN JAKOBERTOR UND VOGELTOR

Die Frühjahrsdult

„Augsburgs längstes Kaufhaus“: traditioneller Markt mit einer Budenstraße

für Nützliches, Naschereien und Nippes: www.dult-online.de

20.04. – 04.05.

AUF DEM AUGSBURGER PLÄRRERGELÄNDE

Der Frühjahrsplärrer

Bierzelte, Kettenkarussell, Schiffsschaukel und mehr – das größte

Volksfest im bayerischen Schwaben: www.augsburger-plaerrer.de

08.05. – 08.08.

IN DER FRIEDENSSTADT AUGSBURG

375 Jahre „Augsburger Hohes Friedensfest“

Das Immaterielle Kulturerbe „Augsburger Hohes Friedensfest“ im

Jubiläumsjahr – sein Begleitprogramm und der Feiertag am 8. August.

Mehr: www.augsburg.de/kultur/festivals/hohes-friedensfest

16.05. – 01.06.

IN DER DEUTSCHEN MOZARTSTADT AUGSBURG

Mozartfest Augsburg 2025 – mit Weltstars

Weltstars hautnah erleben: Einige der ganz großen Namen der internationalen

Klassikszene sind in historischen Sälen der deutschen

Mozartstadt Augsburg zu Gast. Sie sorgen für unvergessliche Konzerterlebnisse

– von der Sinfonie bis zur Kammermusik, mit Gesang

und Klavier, klassisch und auch mal jazzig: www.mozartstadt.de

ANFANG JUNI – ENDE AUGUST

IM BRUNNENHOF DES AUGSBURGER ZEUGHAUSES

Freie Kulturszene in der Open-Air-Spielstätte

In den Sommermonaten stellt die Stadt Augsburg der Freien Kulturszene

den Brunnenhof als Open-Air-Spielstätte zur kostenfreien Nutzung

zur Verfügung. Zwischen Anfang Juni und Ende August findet

in diesem charmanten Innenhof des Zeughauses immer donnerstags

bis sonntags ein kuratiertes, genreübergreifendes Kulturprogramm

aus Konzerten, Theater, Lesungen und anderem statt. Die Infos zum

Programm (dort ab Mai zu finden): www.augsburg.de/brunnenhof


VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2025

21.06. – 01.08.

AUGSBURGER FREILICHTBÜHNE AM ROTEN TOR

Evita – Musical vor einer Kulisse mit UNESCO-Welterbe

Das erfolgreiche Musical-Autorenteam Andrew Lloyd Webber und

Tim Rice erzählt die Geschichte der argentinischen Präsidenten -

gattin Eva Perón, die für ihr soziales Engagement und ihren Einsatz

für die Frauenrechte berühmt wurde, auf einer der schönsten Frei licht -

bühnen Deutschlands. Alle Freilichtbühnen-Termine und das ganze

Programm des Staats theaters Augsburg: www.staatstheater-augsburg.de

28.06.

IN DER FRIEDENSSTADT AUGSBURG

Die Lange Kunstnacht

Mit einem Jubiläumsprogramm zu „375 Jahre Augsburger Friedensfest“

– Jazz, Klassik, Pop, Tanz, Literatur, Theater, Vorträge, Stadt -

führungen und Crossover-Beiträge –, zumeist von Augsburger

Kunstschaffenden. Zentrales Thema ist jeweils das Ringen um

den Frieden. Mehr Infos (ab Mai 2025): www.langekunstnacht.de

02.07. – 06.08.

AUGSBURGER ZEUGHAUS UND BOTANISCHER GARTEN

33. Internationaler Jazzsommer

Renommierte Open-Air-Konzertreihe mit Live-Musik an zwei außergewöhnlichen

Spielstätten – mal im Brunnenhof des Zeughauses,

mal beim Rosenpavillon im Botanischen Garten. Mit weltbekannten

Szenegrößen und mit spannendem Jazz am Puls der Zeit. Tickets und

Programminfos ab Anfang Mai: www.augsburger-jazzsommer.de

03.07. – 05.07.

AUGSBURGER INNENSTADT

Augsburger Sommernächte

Drei Tage voller Musik, Tanz und Kulinarik. Die historische Innenstadt

wird zur Festzone mit vielen Bühnen: Musik von Jazz und

Folk über elektronische Beats bis hin zu Latin-Rhythmen und Pop –

alles kostenlos zugänglich. Mehr: www.augsburg-marketing.de

Planetarium: Rockmusik und astronomische Shows

QUEEN Heaven – The Original

Eine der erfolgreichsten je für Planetarien entwickelten Musikshows

kann man 2025 ganzjährig in Augsburg er leben. Die unnachahmliche

Aura der Rockband „Queen“, die Kreativität der

Texte, die einzigartige Stimme von Freddie Mercury und die

gewaltige Power ihrer Konzerte – all das fügt sich mit visuellen

Eindrücken zu einem Erlebnis der Extraklasse zusammen. Die

Show ist – mit vielen originalen Musik-, Bild- und Video auf -

nahmen, aber auch

neu geschaffenen

virtuellen Welten –

eine Hommage

an die legendäre

Rockband. Man

hört die größten

Hits und Hymnen

der Bandgeschichte,

remastered in digitalem

Surround-Sound. Besucher des Augsburger Planetariums

erleben beispielsweise „Bohemian Rhapsody“, „We Will Rock

You“ und „Radio Gaga“ sowie über ein Dutzend anderer Hits

ganz neu – als ein gigantisches 360-Grad-Rundum-Spektakel.

Außerdem erlebt man im Augsburger Sparkassen-Planetarium

(Ludwigstraße 14) weitere Konzerte sowie klassische astronomische

Vorführungen, Live-Veranstaltungen und Familien-Shows.

» Alle Programme und Termine: www.s-planetarium.de

Text: PM | Fotografie: Sparkassen-Planetarium Augsburg

Messen in Augsburg erleben

Ein Auszug unserer Messe-Highlights im Jahr 2025.

17. – 19.01.2025 JAGEN UND FISCHEN

07. – 09.03.2025 NEU A\FAIR Deine Augsburger Erlebnismesse

parallel:

parallel:

Gesundheitsmesse intersana

CREATIVMESSE Augsburg

parallel: Immobilientage Augsburg

parallel:

VOLT FUTURE MOBILITY

15.03.2025

29.04.2025 Firmenkontaktmesse pyramid

23. – 25.05.2025 KAZEL EXPO

07. – 09.11.2025 SPIELWIESN

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere und immer aktuelle Termine in

unserem Veranstaltungskalender unter

messeaugsburg.de

messe Stand: 11.11.2024

81


VERANSTALTUNGEN IM JAHR 2025

82

04.07. – 13.07.

IN DER BAROCKEN FRIEDBERGER ALTSTADT

Die Friedberger Zeit

Das bunte Altstadtfest erinnert mit Stadtsoldaten, Gauklern und

Marketenderinnen in historischen Gewändern, mit Aktionen, Musik,

Bier und Barock an Friedbergs „goldene“ Ära: www.friedberger-zeit.de

10.07. – 31.07.

AUGSBURGER RATHAUSPLATZ

PlayFountain

Die PlayFountain auf dem Rathausplatz – an heißen Sommertagen

ein Paradies für Kinder und an den Abenden ein Wasserschauspiel.

Kostenlos zu erleben: www.augsburg-marketing.de

18.07. – 20.07.

VOR DER EHEMALIGEN BISCHÖFLICHEN RESIDENZ AM DOM

Konzerte im Fronhof: „Mozartstädte Prag – Augsburg“

Unter dem Motto „25 Jahre Kultur achse“ wird eine Orchester-Gala

mit Kompostionen von Antonin Dvořák (mit der SUK-Symphonie

Prag und mit den „Augsburger Domsingknaben“) gegeben, außerdem

eine Orchester-Gala mit Wolfgang Amadés Mozarts „Don Giovanni“

(jeweils abends). Den „Jazz im Fronhof“ mit Wolfgang Lackerschmid

hört man sonntags ab 11 Uhr. Mehr zu dieser längst traditionellen

Konzert reihe mit barockem Ambiente: www.konzerte-im-fronhof.de

25.07. – 27.07.

IM WALLFAHRTSORT IM „WITTELSBACHER LAND“

Historische Markttage Inchenhofen

Ein Zeitsprung zurück ins Mittelalter – der übrigens nur alle fünf

Jahre auf dem Programm steht: www.inchenhofen.de/festlichkeiten

25.07. – 02.08.

AUGSBURGER INNENSTADT

Das WATER & SOUND Festival

Entlang inhaltlicher Schwerpunkte um Wasser- und Musikkultur -

regionen bietet WATER & SOUND ein Programm im Annahof, auf

dem Rathausplatz, am Kuhsee oder bei den Wassertürmen – globale

Musik zwischen Tradition und Moderne und mit Bezügen zu Klang,

Mensch und Wasser. Das Rahmenprogramm in Kooperation mit dem

Welterbe-Büro und der Universität Augsburg zeigt die Bedeutung der

Ressource Wasser. Infos (ab Mai 2025): www.waterandsound.de

02.08. – 03.08.

AUF DEM STADTPLATZ IN AICHACH

Das Stadtfest – das Zentrum wird zur Feierzone

Am ersten Augustwochenende verwöhnen Vereine und Gastronomen

die Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken. Auf

mehreren Bühnen ist Live-Musik geboten. 2025 findet das beliebte

Fest im Zentrum von Aichach zum 50. Mal statt: www.aichach.de

22.08. – 07.09.

AUF DEM AUGSBURGER PLÄRRERGELÄNDE

Der Herbstplärrer

Das traditionelle schwäbische Volksfest: www.augsburger-plaerrer.de

05.09. – 28.09.

AUGSBURGER STRASSEN UND PLÄTZE

Play me, Augsburg

Bunte Straßenklaviere, von lokalen Künstlern als Unikate gestaltet,

laden zum Spielen und Zuhören ein: www.augsburg-marketing.de

12.09. – 14.09.

AUGSBURGER INNENSTADT

Das Straßenkünstlerfestival „La Strada“

Straßenkünstlerinnen und -künstler aus aller Welt machen die Stadt

beim Festival „La Strada“ zur Bühne – ein fröhliches Fest mit hoch -

karätigen Performances und einer bunten Mischung aus Clownerie,

Jonglage und Akrobatik: www.augsburg-marketing.de

26.09. – 29.09.

AUGSBURGER INNENSTADT

Stein-Festival: Music is the favorite passion of my soul

Das Musikfestival stellt Musik der Mozartzeit aus den Sammlungen

von Thomas Jefferson und Benjamin Franklin vor, die sie während

ihrer Pariser Jahre gesammelt hatten: www.mozartgesellschaft.de

04.10. – 12.10.

IM AUGSBURGER STADTTEIL LECHHAUSEN

Zur Lechhauser Kirchweih

Volksfest mit Festumzug, Festzelt (Klausstraße) und Vergnügungspark:

www.augsburg.de (» Freizeit » Feste und Märkte » Stadtteilfeste)

04.10. – 12.10.

AUGSBURG – ZWISCHEN JAKOBERTOR UND VOGELTOR

Die Herbstdult

„Augsburgs längstes Kaufhaus“ – die „Michaelidult“ lockt mit ihrem

bunten Sortiment vom Kochtopf bis zum Kaktus: www.dult-online.de

17.10. – 19.10.

IN DER AUGSBURGER INNENSTADT

Augsburger „Light Nights“

Jeweils von 19 bis 23 Uhr verführen Lichtinstallationen und -animationen

in verschiedensten Farben und Formen zu einem Spaziergang

in der City. Historische Fassaden werden als „Leinwand“ künstlerischer

Visionen zu Freiluftkunstwerken: www.augsburg-marketing.de

23.10. – 26.10.

IM KULTURHAUS ABRAXAS UND IN WEITEREN SPIELSTÄTTEN

Medienkunstfestival lab.30

Kunst – Medien – Experimente: ein Dreiklang der Medienkunst mit

Ausstellung, Konzert- und Performanceprogramm und Workshops.

Internationale, regionale und lokale Kunstschaffende aus allen Be -

reichen der Medienkunst sind mit dabei: www.lab30.de

09.11.

UM DIE WALLFAHRTSKIRCHE ST. LEONHARD

Der Leonhardiritt in Inchenhofen

Der vielleicht schönste Leonhardiritt Bayerns mit vielen Reitern,

Kutschen, Trachten und Musik um die Wallfahrtskirche St. Leonhard:

www.pfarrei-inchenhofen.de und www.wittelsbacherland.de

AB 24.11.

IN AUGSBURG UND IN DER REGION

Romantische Weihnachtsmärkte

Zum Christkind les markt geht es auf den Augsburger Rathausplatz, zu

Weihnachtsmärkten in den Städten Aichach, Friedberg, Gersthofen

und Neusäß sowie bei den barocken Klöstern in Thier haupten und

Oberschönenfeld: www.augsburg-tourismus.de/weihnachtsmaerkte

AB 12.12. (UND VORAUSSICHTLICH BIS 12.04.2026)

IM AUGSBURGER SCHAEZLERPALAIS

Der Reichtum der Kunst – Jakob Fugger und sein Erbe

Die Ausstellung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg aus

Anlass des 500. Todestags Jakob Fuggers „des Reichen“. Mehr dazu:

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de (Dort findet man auch

Informationen zu allen weiteren Ausstellungen im Jahr 2025.)

GANZJÄHRIG BESTENS INFORMIERT

Weitere Veranstaltungen und Termine

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH informiert auf ihrer Website

ganzjährig zu diesen und vielen weiteren Veranstaltungen in Augsburg

sowie in der Region und verlinkt zu den Veranstaltungsplattformen.

Mehr: www.augsburg-tourismus.de/veranstaltungen

Informationen zu Veranstaltungen und Terminen

findet man auch auf diesen Webseiten:

- www.messeaugsburg.de/de/terminkalender

- www.staatstheater-augsburg.de/spielplan

- www.kongress-augsburg.de/besuchen

- www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/termine

- www.augsburg-marketing.de/produkte-projekte/veranstaltungen

- www.a3kultur.de/termine

Veranstaltungshinweise liest man von Montag bis Samstag im Lokalteil

der „Augsburger Allgemeinen“ – in der Rubrik „Wohin heute?“–

jeweils tagesaktuell.

Den monatlichen Newsletter der Kunstsammlungen und Museen

Augsburg abonnieren und damit jederzeit gut informiert sein:

www.kmaugsburg.de/newsletter


Das Staatstheater Augsburg auf der

Freilichtbühne im Sommer 2025

Evita

MUSICAL VON ANDREW LLOYD WEBBER

& TIM RICE | AB 21.6.2025

Erleben Sie die Geschichte der berühmten argentinischen

Präsidentengattin und Frauenrechtlerin Eva Perón – in Szene gesetzt

mit hochemotionaler Musik und imposanten Bildern

in der eindrucksvollen Kulisse der Freilichtbühne am Roten Tor!

Infos & Buchung:

Besucherservice am Rathausplatz, Rathausplatz 1, 86150 Augsburg

0821 324 4900 | tickets@staatstheater-augsburg.de

staatstheater-augsburg.de/freilichtbuehne


Sei unser Gast

Haus Sankt Ulrich

Tagungshotel der Diözese Augsburg

Kappelberg 1 86150 Augsburg

Telefon 0821 3152 0 haus-sankt-ulrich.de

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