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FEB-MÄR25CLICKCINEMA

Das eMagazin für Kino, Film & Streaming


EDITORIAL

Ich bin ein grosser Fan von

Maria Brendles FRIEDAS

FALL, schon lange nicht

mehr war ein Schweizer

Spielfilm so stimmig und

gut. Einfach sensationell!

Cover: Filmstill aus MARIA


Liebe CLICK CINEMA Leser:innen

Die Solothurner Filmtage sind Geschichte. Selber konnte ich leider

dieses Jahr nicht teilnehmen, da ich seit ein paar Jahren in Brüssel eine

der ältesten Kunstmessen der Welt besuche, die BRAFA.

Unglücklicherweise fiel sie dieses Jahr genau auf das Datum der

Filmtage. Aber in Gedanken war ich sehr wohl beim Schweizer Film und

seinen Macher:innen. Für mich sind die Filmtage das schönste aller

Filmfestivals, nirgendwo wird so intensiv über Filme diskutiert wie in der

wunderbaren Ambassadorenstadt an der Aare.

arttv.ch bedeutet eben nicht nur Film, sondern bedient alle

Kultursparten. Kunst, Musik, Literatur interessieren mich genau so.

Persönlich habe ich übrigens 2025 zum Jahr des Theaters auserkoren,

denn – so meine These – das Theater wird der Gewinner der

Digitalisierung sein. Ich glaube, die Menschen sehnen sich Zeiten von KI

wieder stärker nach dem Unmittelbaren. Gerade für sehr junge

Menschen könnte das Theater zu einer regelrechten Offenbarung

werden.

Aber hier soll es um den Film gehen: Was unserem Filmjournalisten Geri

Krebs an den diesjährigen Filmtagen besonders positiv aufgefallen ist,

lesen Sie in seiner Manöverkritik. Darüber hinaus geben wir einen

Überblick, was Sie in nächster Zeit Grossartiges in unseren

Deutsschweizer Kinos erwartet. Ich bin ein grosser Fan von Maria

Brendles FRIEDAS FALL, schon lange nicht mehr war ein Schweizer

Spielfilm so stimmig und gut. Einfach sensationell! Diese Begeisterung

teile ich mit unserer langjährigen Filmjournalistin Madeleine Hirsiger.

Mit freundlichen Grüssen

Felix Schenker, Chefredaktor arttv.ch

PS: Unseren regelmässigen Leser:innen wird beim Durchblätter dieses eMagazins auffallen,

dass wir einen neuen Host haben, der uns eine bessere Reichweite ermöglich.


SPIELFILM DES MONATS

MARIA


Mit MARIA bringt Pablo

Larraín seine lose

Trilogie über drei

tragische, mysteriöse

und einsame Frauen

unserer Zeit zu einem

glänzenden Abschluss.

Nach Jacqueline «Jackie» Kennedy und

Prinzessin Diana steht nun die

Opernlegende Maria Callas im Mittelpunkt.

In unvergesslichen Bildern erzählt Pablo

Larraín die Geschichte einer zwischen Ruhm

und Einsamkeit zerrissenen Opernsängerin.

MARIA ist eine Hommage an Maria Callas’

unvergleichliches Vermächtnis und ein tief

emotionaler Einblick in das Leben einer

Künstlerin, die trotz all ihrer Erfolge immer

eine Aussenseiterin blieb.


SYNOPSIS

MARIA | SYNOPSIS

Paris 1977: Maria Callas (Angelina Jolie) ist die wohl

grösste Sopranistin aller Zeiten. Doch schon seit Jahren

ist die Primadonna assoluta nicht mehr in der

Öffentlichkeit gesehen worden. Trotz unerschöpflicher

Bemühungen ihrer Köchin (Alba Rohrwacher) und ihres

ihr treu ergebenen Butlers (Pierfrancesco Favino) ernährt

sich die Diva fast ausschliesslich von Tabletten. Diese

Stimmungsaufheller sorgen dafür, dass Maria Callas noch

immer an ein unwahrscheinliches Comeback glaubt.

Doch die Realität ist eine andere…


«Pablo Larraín hat sich mit

JACKIE, SPENCER und nun

MARIA endgültig den Ruf als

wohl aufregendster Leinwand-

Biograf unserer Zeit erarbeitet.»


Von Madeleine Hirsiger

REZENSION

Es ist der 16. September 1977, ein Herbsttag. Maria

Callas ist in ihrer riesigen Wohnung in Paris

zusammengebrochen und stirbt. Ihr toter Körper ist

mit einem Leintuch bedeckt.

So beginnt die Lebensgeschichte der Diva assoluta,

die uns der 49jährige chilenische Regisseur Pablo

Larrain vielschichtig erzählt. Und mit diesem Bild

endet sie auch. Dazwischen liegt die letzte Woche

ihres Lebens, die sie zu Hause mit einem älteren

Ehepaar verbringt, einer Hausangestellten und einem

Butler. Ihnen ist völlig bewusst, in welcher Situation

sich Maria geistig und körperlich befindet. Sie

umsorgen sie – sehr zurückhaltend – in ihrem Zustand

von Depression und Tablettenabhängigkeit. Das ist

alles andere als einfach: denn sie ist immer noch die

grosse Callas und bestimmt, was Wahrheit ist und was

Imagination. Sie will anknüpfen an die alten Zeiten,

ihre einst so kraftvolle Stimme zurückgewinnen. Daran

arbeitet sie unerbittlich aber ohne Erfolg. Das ist die

Tragik dieser Lebensgeschichte.

>> WEITERLESEN AUF ARTTV FILM


TRAILER

MARIA | Regie: Pablo Larraín | Cast:

Angelina Jolie, Pierfrancesco Favino,

Valeria Golino | Drama | 124 Minuten |

USA, 2024 | Verleih: Pathé

Kinostart

Deutschschweiz: 6. Februar 2025


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KINO

NIKI

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Ein Film so schillernd wie die Werke der Künstlerin Niki de Saint Phalle

selber.

Das Spezielle am Film der Regisseurin Céline Sallette ist, dass kein einziges

Kunstwerk zu sehen ist, auch keine von Saint Phalles fetten, bunten Nanas.

Das hat mit den Rechten zu tun, die von den Inhabern nicht gewährt wurden.

Wie Céline Sallette damit umgeht, ist alleine schon ein Grund, sich den Film

im Kino anzuschauen. Und aus Schweizer Sicht natürlich auch, dass einer der

bekanntesten unserer Künstler, Jean Tinguely, der Ehepartner der berühmten

französischen Künstlerin war.

NIKI | Regie: Céline Sallette | Cast: Charlotte Le Bon, John Robinson, Damien

Bonnard, Judith Chemla, Alain Fromager, Virgile Bramly | Bio-Pic | 98

Minuten | Frankreich, 2024 | Verleih: Praesens Film

Kinostart

Deutschschweiz: 20. Februar 2025

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OSCARWÜRDIG

FRIEDAS FALL


So gut und

stimmig war

schon lange

kein Schweizer

Film mehr.

Der Fall der Kindsmörderin Frieda

erschütterte 1904 die Schweiz. Basierend

auf wahren Begebenheiten fächert

Regisseurin Maria Brendle ein

spannendes Gesellschaftsdrama um

Gleichberechtigung und Gerechtigkeit

auf, das zu Reformen in der Justiz führte.

In der Hauptrolle überzeugt die

charismatische Newcomerin Julia

Buchmann.


FRIEDAS FALL | SYNOPSIS

1904 steht in St. Gallen die 25-jährige Näherin

Frieda vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, ihr

uneheliches Kind getötet zu haben. Doch stimmt

das auch wirklich? Und wie viel Opfer steckt in der

mutmasslichen Täterin? Der Fall ruft Anwälte,

Presse und Zivilgesellschaft auf den Plan, die sich

darüber streiten, wie viele Rechte einer Frau

überhaupt zustehen.

SYNOPSIS


Von Madeleine Hirsiger

REZENSION

Frieda Keller, 25 Jahre alt, ist tief gefallen. Sie hat

ihren 5-jährigen Sohn Ernstli im Wald ermordet. Die

mittellose Näherin wird zu einem Fall für die Justiz, für

das Rechtssystem, für die Gesellschaft. Wir schreiben

das Jahr 1904.

Grosse Schlagzeilen in der Zeitung. Ein toter Bub, man

weiss nicht, um wen es sich handelt. Es ist eine

Ordensfrau von der Kinderbewahranstalt Tempelacker,

die die Kleider des Kindes identifizieren kann. Zwei

Polizisten gehen zu Frieda Keller, um ihr mitzuteilen,

dass ihr Sohn tot ist. Sie kommen aber nicht soweit.

Frieda gesteht sofort «I bis gsi». Sie hat ihr Kind mit

einer Schnur erwürgt.

Ein menschliches Drama nimmt seinen Lauf

Eine Klammer hält dieses menschliche Drama

zusammen: Frieda Keller, mit abgeschnittenen Haaren

und einem beigen Hemd bekleidet, vor dem

Staatsanwalt. «Sie müssen mit mir reden! Was ist im

Wald oben passiert.» Frieda redet nicht. In ihrer Zelle,

die sich im Keller des stattlichen Hauses des

Staatsanwalts befindet, wartet sie auf ihren Prozess.

>> WEITERLESEN AUF ARTTV FILM


«Dringende

Kinoempfehlung:

FRIEDAS FALL von

Maria Brendle»

Denise Bucher, NZZ


TRAILER

FRIEDAS FALL | Regie: Maria Brendle |

Cast: Julia Buchmann, Stefan Merki,

Rachel Braunschweig, Max

Simonischek, Marlene Tanczik, Liliane

Amuat | Drama | 107 Minuten | Schweiz,

2024 | Verleih: Praesens

Jetzt im Kino


WAS FÜR EIN THEATER

IM SCHATTEN

DER TRÄUME


Ein Film über jene zwei

Männer die Zarah

Leander zum Weltstar

machten. Inklusive

anschliessender

Theateraufführung

Regisseur Martin Witz erzählt die Geschichte

des Texters Bruno Balz und des Komponisten

Michael Jary. Die beiden Freunde haben über

Jahrzehnte die deutsche Pop- oder vielmehr

Schlagerkultur geprägt. Sie wurden aber auch

Opfer des Nazi-Regimes. Gleichzeitig nutzten

sie dieses für ihre eigenen Vorteile. Sie stehen

somit nicht nur für Ruhm und Ehre sondern

auch für Terror und Verfolgung sowie den

Drang, dem eigenen Erfolg durch

Kompromisse Schwung zu verleihen. Gerog

Kling spielt passend zum Film sein Erfolgsstück

ZARAH! EINMAL ZIRKUSPFERD, IMMER

ZIRKUSPFERD gespielt.


IM SCHATTEN DER TRÄUME | SYNOPSIS

Die Geschichte einer grossen – und höchst

produktiven – Freundschaft zwischen dem Texter

Bruno Balz und dem Komponisten Michael Jary.

Als erfolgreichstes Duo der deutschen Pop- und

Filmmusik haben sie über vier Jahrzehnte unsere

Popkultur geprägt: Die Roaring Twenties, Kino-

Glamour, ikonische Songs für Superstar Zarah

Leander, Gestapo-Haft, Neuanfang in den

Fünfzigern und die swingenden Sechziger. – Ein

wilder Ritt, und ihre Lieder sind noch heute

SYNOPSIS


Von Doris Senn

REZENSION

Nur wenigen dürften ihre Namen heute geläufig sein,

und doch prägte das Powerduo die deutsche

Musikszene von den Dreissigern bis in die Sechziger:

Komponist Michael Jary (1906–88) und Textdichter

Bruno Balz (1902–88). Ihr Lieblingsgenre:

Unterhaltungsmusik. Ihre Lieblingssängerin: Zarah

Leander. Ihr Output: rund 1000 Lieder und Musik für

250 Kinofilme. Von «Ich weiss, es wird einmal ein

Wunder gescheh’n» bis hin zum Schunkellied «Davon

geht die Welt nicht unter» zeichneten Jary und Balz

für eine Reihe von Schlagern, die sich in die deutsche

Volksseele einbrannten. Der Schweizer

Dokumentarfilmer Martin Witz (DUTTI DER RIESE,

GATEWAYS TO NEW YORK) widmet dem illusteren

Duo ein facettenreiches Porträt.

Von Zarah Leander bis Heintje

Die Karriere von Jary und Balz begann Anfang

Dreissiger. In Zarah Leander fanden sie ihre Muse, die

bald zum höchstbezahlten weiblichen Filmstar im

Nationalsozialismus avancierte.

>> WEITERLESEN AUF ARTTV FILM


TEHEATER

Parallel zum Film

IM SCHATTEN DER TRÄUME

zeigt Gerog Kling am 7. und 14

März 2025 im Frame in Zürich

ZARAH! EINMALZIRKUSPFERD,

IMMER ZIRKUSPFERD


Die kontroverse Geschichte der Zarah Leander

Ein Pakt mit dem Teufel und eine beispiellose Karriere als eine der

grössten Diven des 20 Jahrhunderts! Das zeichnet die 1907 im

schwedischen Provinznest Karlstad geborene Sara Stina Hedberg aus. Ein

ehrgeiziges Mädchen voller Tatendrang, das später als Zarah Leander die

Kinoleinwände und Konzertsäle der Welt erobert. Der Psychologe,

Psychotherapeut und Schauspieler Georg Kling erzählt in seiner

Produktion Zarah! Einmal Zirkuspferd immer Zirkuspferd ihre unglaubliche

Geschichte und lässt dank Fotografien, Filmausschnitten und Liedern das

Publikum in das Leben und die Karriere des Weltstars eintauchen.

Leanders dunkle Stimme verzaubert das Publikum bis heute und machten

sie zu einer der ersten LGBTIQ+-Ikonen. Das Ganze hat allerdings eine

grausame Schattenseite. Leanders grenzenloser Ehrgeiz lässt sie zur

skrupellosen Opportunistin werden. Hemmungslos lässt sie sich vom

deutschen Naziregime vor den Propagandakarren spannen und opfert

dafür auch Liebe und Familie. Zarah Leanders Lebensgeschichte hat

durch die aktuelle Weltlage eine brisante Dimension erhalten, die man in

Europa noch vor kurzem für nicht mehr möglich hielt.


DAS PROGRAMM IST SO

GUT UND VERDIENT,

GESEHEN ZU WERDEN.

ICH DRÜCKE ALLE

DAUMEN, DASS ES

ENGAGEMENTS UND

PUBLIKUM HAGELT.

GISELA WIDMER, AUTORIN


TRAILER

IM SCHATTEN DER TRÄUME | Regie:

Martin Witz | Dokumentarfilm | 80

Minuten | Schweiz, 2024 | Verleih:

Filmcoopi

Der Film feierte seine Weltpremier am

Zurich Film Festival 2024.

Kinostart

Deutschschweiz: 13. Februar 2025


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TICKETS KAUFEN

Frame Cinema

Robert Stephenson Weg 57

8004 Zürich

Standort

Europaallee

Ecke Lagerstrasse / Langstrasse

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ENTTÄUSCHUNG DES MONATS


«Das Drehbuch zu schreiben,

Regie zu führen und gleichzeitig

mitzuspielen, beinhaltet stets ein

gewisses Risiko. Oft ist diese

Konstellation zum Scheitern

verurteilt. Das ist auch in WHEN

WE WERE SISTERS der Fall. Die

simple Geschichte wirkt

unplausibel, aufgesetzt und

befremdet mit hölzernen Dialogen.

Warum die Mutter ihre

jugendliche Tochter ablehnt, ist

überhaupt nicht nachvollziehbar.

Eine reine Behauptung, die

emotionslos zur Kenntnis

genommen werden muss.»

arttv.ch - Felix Schenker

WHEN WE WERE

SISTERS


Die Zürcherin Lisa Brühlmann (Foto links) ist

Schauspielerin, Regisseurin und

Drehbuchautorin. Sie studierte Schauspiel an

der Schauspielschule Charlottenburg in Berlin

und danach Filmregie an der Zürcher

Hochschule der Künste. Im Jahr 2017 gewann

sie für ihr Filmdebüt BLUE MY MIND drei

Preise am Zürich Film Festival. WHEN WE

WERE SISTERS feiert am diesjährigen ZFF

seine Weltpremiere. Es ist der erste ihrer

Filme, in dem Brühlmann selbst auch eine

Rolle verkörpert. Das war dann wobl alles

etwas zu viel auf einmal.

BLACK BOX DIARIES


TRAILER

WHEN WE WERE SISTERS | Regie: Lisa

Brühlmann | Cast: Lisa Brühlmann,

Paula Rappaport, Malou Mösli, Carlos

Leal | Drama | 101 Minuten | Schweiz

und Griechenland, 2024 | Verleih:

Filmcoopi

Jetzt im Kino


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EXCELLENTES ZEITDOKUMENT

SEPTEMBER 5


DIE SCHWEIZER

OSCAR

NOMINIERUNG

Manchmal ist

mangelndes

Geld ein

Segen!

Der Schweizer Regisseur Tim Fehlbaum

wollte ursprünglich das Geiseldrama,

das die Olympischen Spiele 1972 in

München erschütterte, aus diversen

Perspektiven beleuchten: Entführer,

Opfer, Justiz, Medien. Doch das

aufwändige Vorhaben liess sich nicht

finanzieren. So beschränkte er sich

darauf, den Film ganz aus der Sicht der

Medien zu erzählen. Ein Glücksfall!


SYNOPSIS

SEPTEMBER 5 | SYNOPSIS

München, 5. September 1972: Der junge TV-Produzent Geoff

des US-Senders ABC bereitet sich auf die Berichterstattung

über den zweiten Tag der Olympischen Spiele vor, als er

Schüsse hört. Bald stellt sich heraus, dass palästinensische

Terroristen elf israelische Athleten als Geiseln genommen

haben. Mit Hilfe einer deutschen Dolmetscherin treibt Geoff

die Berichterstattung gegen den Widerstand seiner

Vorgesetzten voran.


Von Felix Schenker

Es war die erste Live-Übertragung eines

Terroranschlags weltweit. Eine Gruppe

palästinensischer Terroristen nahm am 5. September

an den Olympischen Spielen in München elf Mitglieder

der israelischen Sportmannschaft als Geiseln. Die

Folgen sind bekannt, elf der vierzehn israelischen

Olympiateilnehmer:innen wurden ermordet, darunter

fünf Athleten. Die Bilder, die viele von uns noch im

Kopf haben – die Terroristen mit den Wollmützen über

ihrem Gesicht, die Geiseln am Fenster, die kreisenden

Helikopter – wurden damals von Sportjournalisten des

US-Senders ABC um Roone Arledge und Geoff Mason

mit der Kamera festgehalten und live in die ganze

Welt übertragen. 900 Millionen Zuschauer:innen

sassen gebannt vor den Bildschirmen. Regisseur Tim

Fehlbaum wollte ursprünglich das Geschehen aus

diversen Perspektiven beleuchten: Entführer, Opfer,

Justiz, Medien. Doch das aufwändige Vorhaben, das

ursprüngliche auf einem 170 Seiten schweren

Drehbuch basierte, liess sich nicht finanzieren.

REZENSION

>> WEITERLESEN AUF ARTTV FILM


WEITERE STIMMEN

«Der Thriller des Schweizers Tim Fehlbaum lässt uns

die dramatische Geiselnahme durch die Augen der

Journalistinnen und Journalisten erleben. Der Film

wirft medienethische Fragen auf. Wessen Geschichte

wird es, wenn Medien bei Terror live berichten – jene

des Senders oder jene der Terroristen?» – Zurich Film

Festival | «Ein intensiv verdichteter, stark gespielter

Journalismus-Thriller, bei dem die aus heutiger Sicht

fast schon steinzeitlich anmutende Fernsehtechnik der

Siebzigerjahre massgeblich zum Appeal beiträgt.» –

Christoph Petersen. Filmstarts.de | «Um keine

falschen Erwartungen zu schüren: Auch wenn es in

September 5 um die Geiselnahme an den

Olympischen Spielen 1972 geht, so ist es mehr ein

Film übers Live-TV als ein Film über islamistischen

Terror. Entsprechend ist es auch kein Hochspannungs-

Thriller, sondern ein aufschlussreicher Innenblick in ein

Stück (Massen-)Kommunikationsgeschichte. Diese

dialoglastige Art von Filmen muss man mögen – wenn

man es tut, kriegt man ein durchaus fesselndes

Kammerspiel mit einem engagierten Cast.» – Simon

Eberhard, outnow.ch


«Ein atemloser, dichter,

schnörkelloser Film.» –

Denise Bucher, NZZ

TRAILER

SEPTEMBER 5 | Regie: Tim Fehlbaum |

Cast: Leonie Benesch, John Magaro,

Peter Sarsgaard, Ben Chaplin | 91

Minuten | Deutschland / 2024 | Verleih:

Praesens Film

Der Film feierte 2024 in Venedig seine

Weltpremier, wurde am 20. Zurich Film

Festival als Gala Premiere gezeigt, war

für die Golden Globes als Best Motion

Picture – Drama nominiert und ist

momentan im Oscar-Rennen

Jetzt im Kino


ABENTEUER KINO

THE LAST

EXPEDITION


Über eine Frau, die hoch

und höher stieg, der

männlich dominierten

Alpinist:innengemeinsch

aft trotzte und selbst zu

einer Legende wurde.

Die polnische Bergsteigerin Wanda Rutkiewicz

verblüffte die Elite der Gipfelstürmer. Sie

erklomm als erste Frau den Mount Everest und

K2 und verschwand 1992 spurlos im Himalaya.

Regisseurin Eliza Kubarska ist den Spuren einer

mutigen Einzelgängerin und eines Mysteriums

nachgegangen. Herausgekommen ist ein

fesselnder, beherzter Dokumentarfilm, der

keine Rätsel löst, wohl aber das Bild einer

Machowelt von Bergsteigern beschreibt.


SYNOPSIS

THE LAST EXPEDITION | SYNOPSIS

Wanda Rutkiewicz galt lange als berühmteste

Bergsteigerin der Welt. Als erste Frau alle 8000er zu

bezwingen, war ihr grosses Ziel. Acht hat sie geschafft.

Schon das war ein Rekord, mit dem sie auch viele

Männer überholte. 1992 verschwand Wanda Rutkiewicz

spurlos am Kangchendzönga in Nepal. Doch bis heute

halten sich Gerüchte, sie sei noch am Leben. Der Film

begibt sich im Himalaya auf Spurensuche. Dort findet

Regisseurin Eliza Kubarska zahlreiche Menschen, die

sich lebhaft an die die Ausnahme-Bergsteigerin

erinnern. Viele davon können sich vorstellen, dass sie

noch lebe – wie auch Reinhold Messner.


Von Rolf Breiner

Ungestüm, ehrgeizig, eigenwillig, risikofreudig, stur,

freiheitsdurstig – die Liste derartiger Eigenschaften

liesse sich verlängern. «Sie war eine faszinierende und

charismatische Person. Aber sie war auch eigensinnig

und völlig unberechenbar», schrieb Gertrude Reinisch

aus Steyr in Oberösterreich über sie. Die Autorin war

mit ihr 1990 im Karakorum unterwegs gewesen und

verfasste das Buch «Karawane der Träume» über sie.

Für die polnische Filmerin Eliza Kubarska war sie eine

«Ikone der freien Frau, die trotz aller Schwierigkeiten

ihren eigenen Weg ging».

Vom Ehrgeiz gepackt

Wanda Rutkiewicz, 1943 in Plunge (Litauen) geboren,

in Breslau heimisch geworden, entdeckte früh das

Klettern für sich. Ihr gelang als erste Frau 1973 die

Winterbesteigung der Eiger-Nordwand. 1978

überwand sie als erste Europäerin den Mount Everest.

Für sie gab es kein Halten mehr. 1992 hatte sie bereits

acht Achttausender im Himalaya bestiegen.

REZENSION

>> WEITERLESEN AUF ARTTV FILM


REGIE

Die Polin Eliza Kubarska ist Regisseurin, Alpinistin und

Reisende. Sie absolvierte die Akademie der Bildenden

Künste in Warschau und die Wajda Film School. Seit 2004

hat sie weltweit preisgekrönte Dokumentarfilme gedreht,

die oft an extremen Orten entstanden sind: WHAT

HAPPENED ON PAM ISLAND (2010), gedreht auf

Grönland, WALKING UNDER WATER (2014), gefilmt auf

den Meeren um Borneo und unter Wasser (Hot Docs Jury

Prize und Special Mentions beim Los Angeles IFF und Palm

Springs IFF) und K2. TOUCHING THE SKY (2015), gedreht

im Karakorum und einer der meist ausgezeichneten

polnischen Bergfilme der Geschichte. Seit 2008 ist sie

Direktorin des Vertical Vision Film Studio.


TRAILER

THE LAST EXPEDITION | Regie: Eliza

Kubarska | Dokumentarfilm | 86

Minuten | Polen und Schweiz, 2024 |

Verleih: Vinca Film

Jetzt im Kino


CH DOKFILM

EMPFEHLUNG

SUSPEKT


Ein Interventionsfilm

über den Anwalt, der

auch Brian Keller, den

wohl bekanntesten

Häftling der Schweiz,

verteidigt.

Bernard Rambert, der «Rote Beni», ist einer

der bekanntesten und umstrittensten

Strafverteidiger der Schweiz. Regisseur

Christian Labhart lässt in seinem Film

SUSPEKT den «Terroristenanwalt» ausführlich

– und bewusst einseitig – zu Wort kommen.

Diese Erzählperspektive durchzuziehen, ist für

Labhart insofern ein legitimer Entscheid, als er

die ungleichen Machtverhältnisse

widerspiegelt, denen Bernard Rambert Zeit

seines Lebens Widerstand entgegensetzte.


SUSPEKT | SYNOPSIS

SYNOPSIS

Bernard Rambert, der «Rote Beni», ist einer der bekanntesten und

umstrittensten Strafverteidiger der Schweiz. Der von der Presse als

«Terroristenanwalt» verunglimpfe Protagonist erzählt ausführlich

von seiner Tätigkeit und seinen Fällen der letzten 50 Jahre. Warum

verteidigte er Petra Krause, Christian Möller, Gabriela Kröcher-

Tiedemann und Marco Camenisch, die alle den bewaffneten

Kampf oder zumindest Gewalt als legitimes Mittel zur

Durchsetzung ihrer Ziele proklamierten? Und warum den

gewaltbereiten Brian Keller oder den unpolitischen Bankräuber

Walter Stürm? Hat nicht jeder Mensch das Recht auf eine

Verteidigung? Und: Welche Bilanz zieht ein Mensch, der sein

ganzes Leben mit juristischen Mitteln widerständige Menschen

verteidigt hat?


INTERVIEW

«Ich bewundere Bernard

Ramberts Mut,

widerständige Menschen

zu verteidigen, heikle

Fälle zu übernehmen, die

sonst niemand

übernommen hätte.»

Interviewv

CHRISTIAN LABHART

>>hier lesen



TRAILER

SUSPEKT | Regie: Christian Labhart |

Dokumentarfilm | 82 Minuten |

Schweiz, 2024 | Verleih: Cineworx

Kinostart

Deutschschweiz: 20. Februar 2025


SCHON GESEHEN?

THE SEED OF

THE SACRED FIG


Der Film, der den

iranischen Regisseur

Mohammad Rasoulof

letztlich dazu

veranlasste, aus dem

Iran zu fliehen.

Der mit einem Berufsverbot belegte

iranische Regisseur drehte sein jüngstes

Werk im Verborgenen. Als Anfang Mai das

Urteil zu acht Jahren Haft fiel, floh er aus

dem Iran, zu Fuss über die Berge. Nach

Preisen und Standing Ovations in Cannes

präsentierte er sein eindrückliches Drama

um einen Richter und seine Familie

persönlich am Locarno Film Festival. Seit

Mitte November 2024 läuft der Film in den

Schweizer Kinos. Also letzte Gelegenheit,

sich den herausragenden Film im Kino noch

anzusehen.


SYNOPSIS

THE SEED OF THE SACRED FIG | SYNOPSIS

Iman, ein Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran,

hat mit Misstrauen und Paranoia zu kämpfen, als die landesweiten

politischen Proteste zunehmen und seine Waffe auf mysteriöse

Weise verschwindet. Da er seine Frau Najmeh und seine Töchter

Rezvan und Sana verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben,

ergreift er zu Hause drastische Massnahmen, die die Spannungen

noch verstärken. Nach und nach werden soziale Normen und die

Regeln des Familienlebens ausser Kraft gesetzt. So direkt wie noch

nie bäumt sich Rasoulof hier gegen das repressive iranische

Regime auf und dokumentiert erstmals die Welle der

Frauenproteste und die brutale Reaktion der Behörden. Ein

weiterer Geniestreich nach seinem Goldenen Bären für THERE IS

NO EVIL.


INTERVIEW

«Als ich aus dem

Knast kam, wusste

ich: Ich habe nur

wenig Zeit, um

diesen Film zu

machen.»

Interviewv

MOHAMMAD RASOULOF

>>hier lesen


TRAILER

THE SEED OF THE SACRED FIG |

Regie: Mohammad Rasoulof | Drama |

168 Minuten | Iran, Frankreich und

Deutschland, 2024 | Verleih: Trigon

Film

Jetzt im Kino



DOKFILM DES MONATS


WIR ERBEN


Ein grandioser Film

über die Frage, was

von uns bleibt und

was wir an unsere

Nachkommen

weitergeben.

«Meine Eltern wollen uns ihr Lebenswerk

vererben. Wir müssen reden. Über Erwartungen

und Ideale. Über Privilegien und Lasten. Aber

auch über Geld.» So schildert der Schweizer

Filmregisseur Simon Baumann, der bereits 2012

mit seinem Dokumentarfilm ZUM BEISPIEL

SUBERG für Furore sorgte und mehrere

Festivalpreise gewann – die Ausgangslage für

seinen neuen Dokumentarfilm. Ein charmantes

und humorvolles Porträt seiner Eltern, seiner

Familie und den damit verbundenen

Erwartungen an die Zukunft.


SYNOPSIS

WIR ERBEN | SYNOPSIS

Als Kind hat Filmemacher Simon Baumann seine Eltern

im Fernsehen beobachtet, und sich für sie geschämt

und sie dennoch bewundert. Sie kämpften als

Nationalräte für eine naturnahe Landwirtschaft und

verwirklichten später ihre Ideale in einem Hof in

Südfrankreich. Weil der abgelegene Hof nicht als

Alterswohnsitz taugt, möchten sie ihn nun Simon und

seinen Bruder vererben. Für die beiden stellt sich die

Frage: Sollen wir weiterführen, was ihre Eltern

begonnen haben, oder sie enttäuschen? Dabei ist es

nicht das erste Mal, dass die beiden sich gegenüber

ihren Eltern positionieren müssen. Während Simons

Bruder als Bauer und Nationalrat ihre politischen

Kämpfe weiterführt, entdeckt Simon im Filmemachen

die Möglichkeit, auf Distanz zu gehen und ihnen doch

nahe zu bleiben.


Von Madeleine Hirsiger

REZENSION

Eigentlich könnte man meinen: Erben ist schön. Da

bekommt man etwas, für das man selber nichts

beigetragen hat: ein Haus, Bauland, ein Auto,

Wertpapiere, Schmuck, Silberbesteck, eine Oldtimer-

Sammlung, Gemälde. Aber wir wissen auch, dass es

bei vielen Erbschaften zu Streitigkeiten, ja, zu

Feindseligkeiten kommt: Man redet nicht mehr

miteinander, die einen erhalten mehr als die anderen,

zwei begehren dasselbe – und oft haben die

Erbberechtigten schon selbst genug an materiellen

Gütern. Absurditäten sind die Folge, die von denen,

die nie etwas erben werden, nur schwer

nachvollziehbar sind.

Wenn die Moral auf die Erben drückt

WIR ERBEN geht diesem Dilemma auf den Grund. Im

Mittelpunkt steht die Familie Baumann. Ruedi, der

erste ökologische Bauer im Nationalrat – ein Grüner –

und seine Frau Stephanie – einst SP-Nationalrätin –

waren in den 1980er-Jahren ein exotisches Paar:

engagiert, überzeugend, ehrlich, vorausschauend,

präsent in allen politischen Talkshows im Schweizer

Fernsehen.

>> WEITERLESEN AUF ARTTV FILM


TRAILER

WIR ERBEN | Regie: Simon Baumann |

Dokumentarfilm | 96 Minuten |

Schweiz | Verleih: Filmcoopi

Der Film wurde am Film Festival

Locarno mit dem Grand prix de la

Semaine de la critique

ausgezeichnet und ist für den

Schweizer Filmpreis als bester

Dokumentarfilm nominiert.

Kinostart

Deutschschweiz: 30. Januar 2025


DER BESONDERE FILM

^


REISE DER

SCHATTEN


Medienkünstler Yves

Netzhammer mit

seinem ersten

Langfilm im Kino.

Minimalistisch und

faszinierend.

Er ist einer der ganz grossen und

faszinierendsten Künstler der Schweiz:

Yves Netzhammer. Sein erste Langfilm

wirft einen schonungslosen Blick auf die

Gegenwart und die Zukunft und

verwendet dabei eine einzigartige 3D-

Animationstechnik. Ergänzt durch eine

komplexe, ausgefeilte Tonspur bietet

REISE DER SCHATTEN ein immersives,

traumhaftes Filmerlebnis.


SYNOPSIS

REISE DER SCHATTEN | SYNOPSIS

Der Film beschäftigt sich mit der Frage, was den Menschen im

Zeitalter von Technologie und künstlicher Intelligenz zum

Menschen macht. Mit einer einzigartigen 3D-

Animationstechnik wirft der Schweizer Künstler Yves

Netzhammer in seinem Langfilmdebüt einen schonungslosen

Blick auf Gegenwart und Zukunft des digitalen Zeitalters und

reflektiert die gegenseitige Bedingung von menschlichen und

nichtmenschlichen Wesen in einem ständigen Kreislauf von

Werden und Vergehen. Das animierte Universum und die

Protagonist:innen zeichnen sich durch fluide Identitäten aus.

Ergänzt durch eine komplexe, ausgefeilte Tonspur, bietet

«Reise der Schatten» ein immersives, traumhaftes

Filmerlebnis.


Von Hanspeter Stalder

REZENSION

Das Menschsein digital erforscht: Eine idyllische

Liebesszene entpuppt sich als Anfang einer surrealen

Odyssee non-binärer Figuren durch ein dystopisches

Universum. Der Animationsfilm «Reise der Schatten»

reflektiert, was den Menschen in Zukunft zum

Menschen macht. Yves Netzhammer schuf dazu

faszinierende und geheimnisvolle Visionen und

verwendet einzigartige 3D-Techniken.

Eindeutige Antworten oder linear und chronologisch

erzählte Geschichte sollte man nicht erwarten. Doch

das Ergebnis ist grossartig, wenn man die «Reise» als

Homo viator macht, die Figuren als «Schatten»

versteht, die die Figuren entmaterialisieren,

vergeistigen und Wahrheiten kreieren lassen. Vielleicht

hilft uns der berühmte Satz von Dschalāl ad-Dīn

Muhammad Rūmī, dem Sufi-Meisters aus dem 13.

Jahrhundert, dem nicht alltäglichen Film etwas näher

zu kommen: «Die Wahrheit ist ein Spiegel, der vom

Himmel gefallen ist, er ist in tausend Stücke

zersplitter, jedes besitzt einen kleinen Splitter und

glaubt, die ganze Wahrheit zu besitzen.»

>> GANZE REZENSION AUF DER ANDERE FILM



REGIE

Yves Netzhammer wurde 1970 in Schaffhausen geboren,

absolvierte eine Lehre als Hochbauzeichner und machte die

gestalterische Berufsmatur, absolvierte den Vorkurs der

Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst und das

Studium für visuelle Gestaltung. Er lebt und arbeitet in Zürich.

Ausstellungen mit Videoinstallationen, Diaprojektionen,

Zeichnungen und Objekten von ihm gab es ab 1997; dann

arbeitete er für internationale Magazine, seit 2006 online im

«Journal für Kunst, Sex und Mathematik», hatte zwei Dutzend

Einzel- , halb so viele

Gruppenausstellungen und

wurde mit zahlreichen

Auszeichnungen geehrt.

Zusammen mit Christine Streuli

vertrat er 2007 die Schweiz an

der Biennale von Venedig. Mit

seinen digitalen Kurzfilmen

wurde er in der internationalen

Kunstszene berühmt.

Foto: Andri Pol


TRAILER

REISE DER SCHATTEN | Regie: Yves

Netzhammer | 87 Minuten | Schweiz,

2024 | Verleih: Xenix Filmdistribution

GmbH

Kinostart

Jetzt im Kino


BERLINALE CH FOKUS


Petra Volpe

und Lionel

Baier an der

Berlinale 2025


Die beiden

Filmschaffenden

sorgen für eine starke

Schweizer Präsenz am

Festival.

Lionel Baier ist mit seinem neuen Film LA

CACHE im Wettbewerb der Berlinale vertreten.

Frei nach dem gleichnamigen Roman von

Christophe Boltanski, der 2015 mit dem Prix

Femina ausgezeichnet wurde. Baiers Film zeigt

auch den letzten Leinwandauftritt des

unvergesslichen Michel Blanc, der im Herbst

2024 verstarb. In der Rubrik Berlinale Special

stellt Petra Volpe ihren neuen Spielfilm

HELDIN vor. Ein Krankenhaus-

Drama mit der deutschen

Schauspielerin Leonie Benesch

in der Hauptrolle

arttv.ch ist in Berlin vor

Ort.

Alle unsere Beiträge zum

Festival finden Sie in

unserem Dossier

Berlinale 2025


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NIKI

IM SCHATTEN DER TRÄUME

A COMPLETE UNKOWN


MANÖVERKRITIK

SOLOTHURNER

FILMTAGE


Wo bleiben die

guten Spielfilme?


Von Geri Krebs

RÜCKBLICK

Wie bereits im vergangenen Jahr gingen sämtliche

Auszeichnungen der drei Wettbewerbe – Prix de

Soleure, Visioni und PRIX DU PUBLIC – an

Dokumentarfilme. Überhaupt überwiegt der Eindruck,

Solothurn werde was Weltpremieren betrifft,

zunehmend zu einem Dokumentarfilmfestival – mithin

eine Konkurrenz zum Festival Visions du Réel in Nyon.

Unter den diesjährigen 23 Weltpremieren langer Filme

waren gerade mal vier Spielfilme und davon

vermochte keiner zu überzeugen.


Enttäuschende Spielfilme

Die wohl allergrösste Enttäuschung war der Spielfilm BERNADETTE WILL

TÖTEN von Oliver Paulus. Der Regisseur, der sich mit Filmen wie VIELEN

DANK FÜR NICHTS oder TANDOORI LOVE als eigenständige und

originelle Schweizer Stimme im Bereich eines sozialkritischen Erzählkinos

einen Namen gemacht hatte, versucht sich in seinem neuen Film am Genre

des Splatterfilms, schafft jedoch nur eine so pubertäre wie sinnfreie Blut-

Enttäuschend: BEHIND

THE GLASS eine allzu

klischeebeladene

Drogengeschichte von

Olga Dinnikova

und Gewaltorgie. Demgegenüber bot ROADS END IN TAIWAN, erster

Langspielfilm der Genferin Maria Nicollier wenigstens gepflegte

Unterhaltung. Diese erste Koproduktion zwischen der Schweiz und Taiwan

ist – wie bereits der Titel verrät – ein Road Movie, das in Taiwan spielt und

das einmal mehr zeigte, dass wechselnde Schauplätze einen schwachen

Plot auch nicht zu retten vermögen. Auch ein weiterer Erstling einer

Filmemacherin, das zwischen Lettland und der Schweiz spielende

Sozialdrama BEHIND THE GLASS der schweizerisch-lettischen Regisseurin

Olga Dinnikova, vermittelte mit seiner arg klischeebeladenen

Drogengeschichte nicht viel mehr als eine durchschnittliche

Fernsehproduktion. Da vermochte auch die Präsenz von Marcus Signer in

einer Nebenrolle nichts zu ändern. Mit NORMA DORMA, dem zweiten

Spielfilm des Zürcher Regisseurs Lorenz Suter, stand ein Beitrag auf dem

Programm, der, im Gegensatz zu den beiden vorher genannten,

erzählerisch immerhin etwas wagte, sich dabei aber in der Welt zwischen


Traum und Realität, in der die titelgebende Nora steckt, häufig zu verlieren

drohte.

Solothurner Filmtage unter Druck

Natürlich gab es grosse und gelungene Spielfilme im diesjährigen

Solothurn-Programm, aber eben nicht als Premiere. Mehr noch als in

früheren Jahren setzt sich ein Trend fort: Die «grossen Kisten» gehen kaum

nach Solothurn.

Locarno und das

Zurich Film Festival

graben Solothurn

immer stärker das

Wasser ab. Unter den

Filmen, die bereits in

Die guten Spielfilme

laufen anderwo: DER

SPATZ IM KAMIN

Locarno zu sehen

waren, fanden sich

etwa ELECTRIC CHILD

oder der – mit

Nominationen für den Schweizer Filmpreis überhäufte – DER SPATZ IM

KAMIN. Während FRIEDAS FALL und MOTHER MARA, zwei Highlights im

aktuellen Schweizer Spielfilmschaffen, den schon vor Jahren verkündeten

Anspruch von ZFF-Direktor Christian Jungen verdeutlichen, sein Festival

sei der einzig wahre Ort, an dem neue Schweizer (Spiel-)Filme einen

gebührenden Platz erhalten.

Prix de Soleure

Wenn von grossen und gelungenen Spielfilmen die Rede ist, die in

Solothurn zu sehen waren, darf BAGGER DRAMA nicht fehlen. Der erste

Spielfilm des talentierten Berner Regisseurs Piet Baumgartner wurde 2024

bei seiner Weltpremiere am Filmfestival von San Sebastián mit dem

Hauptpreis als bester Nachwuchsregisseur ausgezeichnet. Nur wenige

Tage vor seiner Schweizer Premiere kamen am renommierten Festival Max

Ophüls von Saarbrücken der Drehbuch- und der Regiepreis dazu. Der

Preissegen, den BAGGER DRAMA bisher erfahren durfte, kann eine


Erklärung dafür sein, warum der Film als einer von sechs im Wettbewerb

des Prix de Soleure nicht erneut ausgezeichnet wurde. (Ein Interview mit

Regisseur Piet Baumgartner finden Sie weiter unten.) Stattdessen gab die

Jury dem Dokumentarfilm IMMORTALS von Maja Tschumi den Vorzug. Die

Regisseurin wurde 2022 mit ROTZLOCH bekannt, einem Porträt mehrerer

Flüchtlinge an dem titelgebenden abgelegenen Ort im Kanton Nidwalden.

Ihr neuer Film, IMMORTALS zeigt ein unglaublich mutiges

Protagonist:innenpaar der blutig niedergeschlagenen

Demokratiebewegung im Irak vom Herbst 2019 – und was aus ihnen

geworden ist.

Krieg und Krisen

Bei den sechs für den Prix de Soleure nominierten Filmen – von BAGGER

DRAMA einmal abgesehen – ist interessant, dass sich alle in Gebieten

gegenwärtiger oder vergangener Kriege oder Krisen bewegen. In IL

RAGAZZO DELLA DRINA ist es Bosnien-Herzegowina, das Land, in dem

HOTEL SILENCE spielt, erinnert an Georgien, wo auch der Dokumentarfilm

DOM verortet ist und

UNTER

MANGOBÄUMEN

begleitet seine

Zuschauer:innen nach Sri

Lanka. Vor allem UNTER

MANGOBÄUMEN

hinterlässt einen der

stärksten Eindrücke unter

den Weltpremieren an

den Filmtagen. Der Film

dokumentiert das Leben ehemaliger Soldatinnen der Tamil Tigers in der

Schweiz und Sri Lanka. Es wird eindrücklich erlebbar, was der Irrsinn des

2009 zu Ende gegangenen Krieges mit diesen Frauen gemacht hat. Zum

einen überzeugt UNTER MANGOBÄUMEN durch seine so behutsame

Hinterlässt einen starken

Eindruck: UNTER

MANGOBÄUMEN

Annäherung an die Schicksale dieser ehemaligen Kämpferinnen und zum

andern durch die Differenziertheit, mit der die Geschichte des Krieges

zwischen den Tamil Tigers und den sri-lankischen Regierungstruppen


aufgezeigt wird. Man kann sich nur wünschen, dereinst möge jemand

einen so differenzierten Film zum Nahostkonflikt machen.

Palästina?

Erstaunlicherweise erschien der Nahostkonflikt im ganzen Programm der

über 150 Titel der diesjährigen Filmtage nur am Rande in einem

halblangen Dokumentarfilm einer jungen Solothurner Regisseurin. HABIBI

SAMI hiess der knapp halbstündige Film, in welchem die 1992 in

Niederbipp geborene Lesley

Kennel den Palästinenser Sami

Daher porträtierte. Als Besitzer

der hinter dem Restaurant

Kreuz gelegenen «Pittaria»

geniesst er lokale Bekanntheit.

«Mich hat seine Herzlichkeit

berührt», schwärmte Lesley

Kennel in der «Solothurner

Zeitung» vom 24. Januar. Nicht

ganz so herzlich war der

Pittaria-Wirt Anfang Oktober 2023:

Drei Tage nach dem Überfall der

Hamas vom 7. Oktober liess er sich im «Blick» so vernehmen: «Ich spürte

einen gewissen Stolz, dass wir Palästinenser militärisch zu so einem Schlag

überhaupt fähig sind.»

HABIBI SAMI von Lesley Kennel

Lobhudelei

Eine andere durchaus kontroverse Figur porträtierte Regisseur Laurin Merz

in einem Film, der in Solothurn ebenfalls seine Weltpremiere feierte – und

der ebenfalls eine reine Lobhudelei war: Lukas Bärfuss (LUKAS BÄRFUSS –

SCHRIFTSTELLER). Die Tatsache, dass es sich bei ihm um einen der

wichtigsten – aber vielleicht auch etwas überschätzten – einheimischen

Literaten seiner Generation handelt, soll hier überhaupt nicht in Abrede

gestellt werden. Aber dennoch: Ein bisschen kritischer hätte Laurin Merz

sich dem Mann mit dem stets grimmigen Gesicht annähern können. So


hatte dieser etwa kürzlich in einem Interview der

«SonntagsZeitung» (29.12.2024) auf die Frage, was er mit den 350 000

Franken mache, die er für den Verkauf seines Archivs an das

Schweizerische Literaturarchiv (die höchste Summe, die die Schweiz je

einem Literaten bezahlt hat) erhalten hatte, geantwortet: «Das geht

niemanden etwas an.»

Grössenwahnsinniger Egomane

Es stellt sich die Fragen, warum sollen Filmschaffende überhaupt

sympathische Menschen porträtieren? Das fragte sich an den Filmtagen

Hat alles, was Kino zum reinen

Vergnügen macht: Spektakel,

verrückte Einfälle, Spannung, Tragik,

absurden Humor und

Protagonist:innen, die einem sofort

ans Herz wachsen: VINGT DIEUX

eine Gesprächsrunde, die im Rahmen der Fokusreihe «Biopics» stattfand.

Eine mögliche Antwort auf diese Frage gab der so vielfältig schillernde wie

distanzierte und doch empathische Dokumentarfilm BARLUSCHKE von

Thomas Heise. Der 2024 verstorbene Regisseur begleitete in seinem 1997

entstandenen Porträt den Stasi-Offizier Berthold Barluschke. Dieser so

sinistre wie grössenwahnsinnige Egomane wechselte 1985 die Seiten und


diente sich dem Bundesdeutschen BND an. Später nach der Wende

versank er in der Bedeutungslosigkeit. Peter Badel, Heises Kameramann,

stellte den Film in Solothurn vor und erzählte, wie Heise als Lehrer an der

Filmschule seinen Studierenden den Rat gab, sie sollten bei der Auswahl

ihrer Figuren für einen möglichen Dokumentarfilm statt im Familien- oder

Freundeskreis besser bei Fremden suchen, das ergebe oftmals die

interessanteren Filme.

Den Jura entfalten

Die interessantesten Filme gab es in der thematischen Retrospektive-Reihe

«Den Jura entfalten» zu entdecken. 19 lange und ebenso viele kurze Film

wurden präsentiert. Im Zentrum stand dabei stets die grandiose

Landschaft, die sich von Baselland bis Genf und dann bis weit hinein nach

Frankreich erstreckt. Die Filmtage-Leitung vermerkte nicht ohne Stolz, dass

die filmischen Beiträge elf Jahrzehnte umfassten, der älteste, IMAGES DU

VAL DE TRAVERS, ist von 1910 und die beiden neuesten, die schwarze

Komödie UN OURS DANS LE JURA und die Coming-of-Age-Komödie

VINGT DIEUX, datieren vom vergangenen Jahr. Neben zahlreichen

anderen, darunter ein atemberaubender Dokumentarfilm über einen

Klippenspringer, LE PLONGEUR von 1936, hat es uns vor allem VINGT

DIEUX der jungen französischen Regisseurin Louise Courvoisier angetan.

Der Film, der seine Weltpremiere 2024 am Filmfestival Cannes in der Reihe

Un Certain Regard feierte, hat alles, was Kino zum reinen Vergnügen

macht: Spektakel, verrückte Einfälle, Spannung, Tragik, absurden Humor

und Protagonist:innen, die einem sofort ans Herz wachsen. Und das

Unglaubliche: Silvie Courvoisier hat ausschliesslich mit

Laiendarsteller:Innen gedreht, die alle in dieser Gegend, einer der

entlegensten des französischen Jura, leben und die hier weitgehend sich

selber spielen. Dabei bleibt in dieser Geschichte von einem etwas

linkischen Bauernburschen, der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters

zusammen mit seiner kleinen Schwester plötzlich alleine einen hoch

verschuldeten Hof über die Runde bringen muss, bei aller Tragik vor

Lachen kein Auge trocken. Und wenn der Bursche am Ende seine

angehimmelte Jungbäuerin zu bekommen scheint, hofft man nur, dieses

Happy End möge so bleiben. Der Film, der in der Romandie bereits Mitte


Dezember in die Kinos gekommen ist, hat sich dort bereits zu einem

grossen Erfolg entwickelt und wird im April auch in der Deutschschweiz in

die Kinos kommen.

>> zum arttv

DOSSIER

SOLOTHURNER

FILMTAGE

Die Solothurner Filmtage fanden vom 20. bis 29 Januasr

2024 statt.Viele weiter Artikel zum Festival finden Sie in

unserem arttv Dossier


FREE STREAMING


LAS TORERAS


Ein Film über

Versöhnung sowie den

Mut und die Kraft sich

familiären Tabus zu

stellen.

Trotz einer schweren Kindheit hat

Jackie ihr Glück als Künstlerin

gefunden. Als sie die dunkle

Vergangenheit einholt, macht sie

sich mit ihrer Kunstfigur Jack Torera

auf den Weg, das Unglück ihrer

psychisch kranken Mutter zu

enträtseln, das ihre Kunst inspiriert,

aber ihre Familien in der Schweiz

und in Spanien entzweit hat.


KOSTENLOS STREAMEN

LAS TORERAS | Regie: Jaqueline

Brutsche | Dokumentarfilm | 101

Minuten | Schweiz, 2023 | Verleih:

Filmbringer Distribution

Der Film kam im November 2023 in die

Deutschschweizer Kinos.


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