„Tour de France“ - Nord-Handwerk

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„Tour de France“ - Nord-Handwerk

Handwerkskammer Lübeck

Deutsch-französischer Lehrlingsaustausch

„Tour de France“

Fotos: Lafrenz

Ganz ohne Doping erreichten alle 24 Teilnehmer des diesjährigen deutschfranzösischen

Lehrlingsaustausches erfolgreich das Etappenziel Poitiers in

Frankreich. Am Ende ihres zweiwöchigen Aufenthalts kehrten sie als Gewinner

mit neuen Eindrücken und Erfahrungen nach Deutschland zurück.

Das Team der Handwerkskammer

Lübeck bestand aus zehn weiblichen

und 14 männlichen Lehrlingen im Alter

zwischen 17 und 23 Jahren, die von den

Handwerkskammermitarbeitern Nikoline

Lafrenz und Frank Roth begleitet wurden.

Ihr Ziel: einmal über den eigenen Tellerrand

blicken.

Denn das Thema Europa spielt gerade

auch bei der Ausbildung eine immer größere

Rolle. Bereits seit 2005 ist es möglich,

bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit

im Ausland zu absolvieren. Ein Auslandsaufenthalt

kann später bei der Bewerbung

als Pluspunkt ausschlaggebend sein. Auch

die Teilnahme am deutsch-französischen

Lehrlingsaustausch ist für die Lehrlinge ein

persönlicher Gewinn. Die Handwerkskammer

Lübeck stellt zudem erstmals für

jeden Teilnehmer den „Europass Mobilität“

aus.

Europa als Chance

Als die Handwerkskammer Lübeck im

Frühjahr ihre Mitgliedsbetriebe per E-Mail

über den geplanten deutsch-französischen

Lehrlingsaustausch informierte, sah eine

Vielzahl von Betriebsinhabern die Chance

für ihre Lehrlinge, den Nachbarn Frankreich

kennen zu lernen. Als Auszeichnung

für gute Arbeit gaben sie jeweils einem

ihrer besten Lehrlinge die Möglichkeit zur

Teilnahme. Die von der Handwerkskammer

Lübeck ausgewählten 24 Lehrlinge

bekamen so die Möglichkeit, Ende Juni

für zwei Wochen die Arbeitstechniken und

den Arbeitsalltag in einem französischen

Betrieb ihres Ausbildungsberufes kennen

zu lernen.

In Poitiers hatten sich 24 Gastbetriebe

aus 16 Handwerksberufen, darunter Anlagenmechaniker

für Sanitär-, Heizungs-

und Klimatechnik, Augenoptiker, Dachdecker,

Fleischer, Goldschmiede, Konditoren,

Maurer, Metallbauer, Raumausstatter,

Tischler und Zahntechniker, bereit

erklärt, einen norddeutschen Lehrling

aufzunehmen. Die Lehrlinge machten

dabei die Erfahrung, dass es zum Teil

viele Gemeinsamkeiten bei den Arbeitsmaterialien

und -werkzeugen gibt, aber

auch Unterschiede wie beispielsweise bei

den Arbeitsmethoden. Im Gastbetrieb

bewiesen alle Lehrlinge, dass sie anpassungs-

und lernfähig sind. Einige fielen

darüber hinaus auch den Ausbildern bei

der organisierten Teilnahme am französischen

Überbetrieblichen Lehrlingsunterricht

durch ihr überdurchschnittliches

praktisches Können auf.

Verständigung mit „Händen

und Füßen“

Da weder bei der Auswahl der Lehrlinge

noch beim Gastbetrieb die Kenntnis der

jeweils anderen Sprache vorausgesetzt wird,

waren vor Ort bei der sprachlichen Verständigung

Phantasie und Improvisation

gefragt. Doch schnell konnten beide Seiten

die wichtigsten Begriffe auf Französisch

und Deutsch und was nicht mit Händen

PartNerscHaft uNd LeHrLiNgsaustauscH

und Füßen mitzuteilen war, übersetzte die

Kammerbegleiterin Nikoline Lafrenz gern.

So blieb auch das Angebot einiger Gastbetriebe

nicht ungehört, ihren deutschen

Gastlehrling bei Interesse später auch als

Gesellen zu beschäftigen.

Rahmenprogramm mit

Empfang im Rathaus

Nach der Arbeit genossen die Lehrlinge

ihre Freizeit bei schönstem Wetter in Poitiers.

An den Wochenenden stand neben

dem Ausflug an die Atlantikküste ein Besuch

im futuristischen Freizeitpark „Futoroscope“

auf dem Programm. Traditionell

wurden die Lehrlinge im Rathaus der Stadt

Poitiers empfangen – ein Ereignis, über das

auch in der Presse von Poitiers berichtet

wurde.

Bei der gemeinsamen Abschiedsfeier

mit den Gastbetrieben gab es zur Erinnerung

an ihre „Tour de France“ für jeden

Lehrling ein Trikot – zwar kein gelbes

oder grünes, aber eines mit dem Foto der

gesamten Gruppe darauf.


Handwerkskammer Lübeck

Konjunkturumfrage II/2008 im Handwerk des Lübecker Kammerbezirks

Stabile Stimmungslage

Die Konjunktur im Handwerk bleibt stabil. Dies ist das Ergebnis der neuesten Umfrage im Bereich der

Handwerkskammer Lübeck, obwohl die von vielen Betrieben für das Frühjahr prognostizierte positive

wirtschaftliche Entwicklung weniger deutlich ausfiel.

In den Monaten April, Mai

und Juni hat sich die Stimmungslage

der Handwerksbetriebe

im Bezirk der Handwerkskammer

gefestigt. „Die Stabilität der Stimmung

auf hohem Niveau ist aktuell

Ausdruck einer noch guten Verfassung

der gesamtwirtschaftlichen

Entwicklung in Deutschland“,

stellte Kammerpräsident Horst

Kruse fest. Die 350 Handwerksbetriebe,

die an der vierteljährlichen

Konjunkturumfrage teilgenommen

haben, beurteilten ihre

Geschäftslage im II. Quartal 2008

wie folgt: 26 % nannten sie gut,

55 % befriedigend und 19 %

schlecht (Vorquartal: 26 % gut, 50 %

befriedigend, 24 % schlecht).

Energiepreise bereiten Sorgen

Die zunehmenden negativen

Auswirkungen der drastischen

Energiepreiserhöhungen drücken

sich aber in den sehr verhaltenen

Zukunftserwartungen

für das Sommerquartal 2008 aus.

So sehen nur 20 % der Betriebe

eine Verbesserung, 69 % kaum

Veränderungen und 11 % eine

Verschlechterung ihrer Geschäftslage

voraus.

Der Konjunkturindex, also der

Anteil der guten und die Hälfte

der befriedigenden Einschätzungen

für einen langfristigen

Vergleich, stieg geringfügig von

51 auf 53,5 Punkte. Dadurch

erhöhte sich auch der durchschnittliche

Konjunkturindex

ab 1994 leicht von 44,9 auf 45,1

Punkte.

22 NordHandwerk September 2008

Foto: Grünke

Zukunftserwartungen

verhalten

Die Beurteilung der Geschäftslage

im II. Quartal 2008 lag aber deutlich

unter den Erwartungen aus

der Konjunkturumfrage zum I.

Quartal 2008 (Soll-Ist-Vergleich),

denn dort prognostizierten 29 %

eine Verbesserung, 67 % kaum

Veränderungen und 4 % eine

Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen

Situation.

Die sieben Gewerbegruppen des

Handwerks wiesen im II. Quartal

2008 wieder sehr unterschiedliche

Stimmungslagen auf: Während

sich diese beim Bauhauptgewerbe

nur leicht verbesserte, vermeldete

das Ausbaugewerbe eine konstant

gute Stimmung. Die industrienahen

Handwerke für den gewerblichen

Bedarf konnten erneut eine

gute Geschäftslage vorweisen und

das Kraftfahrzeuggewerbe wartete

mit einer ausgeglichenen Situation

auf. Seit Jahresbeginn befindet

sich das Nahrungsmittelgewerbe

in einem bemerkenswerten Stimmungshoch.

Die Betriebe des

Gesundheitsgewerbes fühlen sich

nach kurzer „Erkrankung“ wieder

fit, während beim personenbezogenen

Dienstleistungsgewerbe

eine leichte Stimmungseintrübung

eintrat.

Die weiteren Stimmungsindikatoren

des II. Quartals 2008 wie

Beschäftigtenzahl, Auftragsbestand,

Umsatz und Investitionen lagen

im negativen Bereich, während

lediglich die Verkaufspreise leicht

anzogen.


Handwerkskammer Lübeck Handwerkskammer Lübeck

Neues Seminarprogramm 2008/2009

Blick über den Tellerrand

„Stillstand ist Rückschritt. Wir wollen unsere Betriebe in Zeiten der

konjunkturellen Belebung und des technologischen Wandels mit

unserem Fort- und Weiterbildungsangebot unterstützen“, sagte

Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Lübeck anlässlich der

Vorstellung des neuen Seminarprogramms der Handwerkskammer.

Traditionell erscheint das Seminarprogramm

der Kammer zu Beginn

des 2. Halbjahres. Auch in diesem Jahr wird

wieder ein umfangreiches Fortbildungsangebot

präsentiert. Ob Meistervorbereitungskurse,

kaufmännische oder technische

Seminare oder EDV-Lehrgänge – die Seminarbroschüre

bietet ein breites Angebot an

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Fit für Herausforderungen

Erstmals bietet die Kammer auch Sprachkurse

für ihre Mitgliedsbetriebe an. „Viele

Handwerksbetriebe überlegen, ihre Dienstleistungen

im benachbarten Ausland anzubieten.

Dabei sind Sprachkenntnisse

unverzichtbare Türöffner“, begründete

Ohne moderne Testgeräte „geht nichts mehr“:

Evelin Friedrich, Joachim Garrecht und Helmut

Schröder-Pianka (v. li.).

24 NordHandwerk September 2008

Foto: Katschke

Kruse dieses Angebot. Sowohl in den

Englisch- als auch in den Dänischkursen

für Handwerker liegt der Fokus auf dem

praktischen Gebrauch der Sprache in allen

Situationen rund um den Arbeitsplatz.

Das Seminarprogramm enthält alle Angebote

der Handwerkskammer Lübeck

mit den Berufsbildungsstätten Travemünde,

Kiel und Elmshorn sowie dem Fortbildungszentrum

Lübeck. Darüber hinaus

sind die Lehrgänge der Kreishandwerkerschaften

Kiel, Lübeck, Mittelholstein, Ostholstein/Plön

und Stormarn enthalten.

Dabei richtet sich das Seminarangebot

nicht ausschließlich an das Handwerk

insbesondere die EDV-Lehrgänge stehen

allen Interessierten offen.


Handwerkskammer Lübeck Handwerkskammer Lübeck

ausseNwirtscHaftsberatuNg

Arbeiten in Dänemark

Qualitätshandwerk gefragt

80 Teilnehmer aus der Bau- und Ausbaubranche

nahmen am ersten Infoabend der

neuen Außenwirtschaftsberatungsstelle der

Handwerkskammer Lübeck zum Thema

Arbeiten in Dänemark teil. Da der Bedarf

an hochqualifizierten Arbeitskräften

in unserem Nachbarland dauerhaft sehr

hoch ist, waren konkrete Tipps zur Kundengewinnung,

die seit Mai geltende

Meldepflicht für entsandte Mitarbeiter

und die Lohnsteuer- sowie die sozialversicherungsrechtlichen

Regelungen

Themen der Veranstaltung. Außerdem

wurden spezielle Dänisch- und Englisch-

Sprachkurse, mit denen die Kammer im

Herbst starten wird, vorgestellt.

„Gerade schleswig-holsteinisches Quali-

tätshandwerk ist in Dänemark sehr gefragt.

Aber es ist wichtig, sich vorab über die Gege-

benheiten zu informieren, damit man nicht

an Vorgaben scheitert, die man mit unserer

Beratung leicht erfüllen kann“, so Andreas

Katschke, Hauptgeschäftsführer der Hand-

werkskammer Lübeck. Die bisherigen Er-

fahrungen zeigten, dass ein Auslandsengagement

den deutschen Standort und

die Existenz mit absichert.

Für den Herbst 2008 ist eine weitere Veranstaltung

mit dem Fokus auf Skandina-

vien geplant. Zuvor können sich Interessierte

im Rahmen der Messe NordBau

2008 in Neumünster informieren oder beraten

lassen. Am 11. September 2008 sind

dort Kurzvorträge (12–15 Uhr) zum

dänischen und norwegischen Markt

geplant.


Handwerkskammer Lübeck

fortbiLduNg

Fortbildungszentrum der Handwerkskammer

Lübeck

Betriebswirt/in (HWK)

Lübeck: ab 12.9.08, Fr 15–21 Uhr und

seit 12.1.09, Mo–Fr 8.30–14.45 Uhr

Elmshorn: ab Mai 09, Fr 15–21 Uhr,

Kiel: ab 7.11.08, Fr 16–20.15 +

Sa 9–15 Uhr, 504 U-Std., 3.100 €

Gebäudeenergieberater/in (HWK)

Lübeck: ab 27.11.08, Do 18–21.15 +

Sa 8–13 Uhr,

Kiel: ab ab 26.9.08, Fr 16–20.15 +

Sa 8–15 Uhr,

Itzehoe: ab 27.2.09, Fr 18–21.15 +

Sa 8–13 Uhr, 200 U-Std., 1.490 €

Windkraftanlagen-Service-Techniker

27.10.08, Mo–Fr 8–15, 1.100 U-Std., Preis

auf Anfrage

Betriebsinformatiker/in (HWK)

ab 15.11.08, Sa 8.30–15.30 Uhr,

300 U-Std., 1.990 €

Führungskraft in Qualitätsmanagement

31.10.–13.12.08, Fr 14.30–19.30 + Sa

8.30–15.30 Uhr, 96 U-Std., 800 €

Fit im Handwerksbetrieb (Modul A)

— Finanz- und Rechnungswesen

6.–27.9.08, Sa 8–15 Uhr, 32 U-Std., 180 €

AutoCAD in der Metalltechnik

15.–29.9.08, Mo + Mi 18–21.15 Uhr,

20 U-Std., 200 €

Aufgaben und Zeitmanagement

mit Outlook

27.9.08, Sa 9–13.15 Uhr, 5 U-Std., 60 €

Grundlegende moderne Farb- und

Strähnentechniken

6.10.08, Mo 8–16.30 Uhr, 8 Zeit-Std., 100 €

Visagistic Basics

13.–20.10.08, Mo 8–16.30 Uhr, 16 Zeit-

Std., 200 €

Die Einnahme-Überschuss-Rechnung

20.10.–12.11.08, Mo + Mi 18–21.15 Uhr,

32 U-Std., 250 €

Existenzgründungslehrgang

28.10.–27.11.08, Di + Do 18–21.15 Uhr,

40 U-Std., 150 €

Meistervorbereitungslehrgänge

Metallbauer u. Feinwerk-

mechaniker I + II

Teilzeit: ab 26.9.08, Fr 16–20.15 +

Sa 8–14 Uhr,

Vollzeit: ab 4.11.08, Di–Sa, 8 U-Std.

28 NordHandwerk September 2008

täglich, 640 U-Std., 4.900 €

Drucker und Schriftsetzer II

ab 27.9.08, Sa 8–15 Uhr, 344 U-Std.,

2.340 €

Maler Teil II

Teilzeit: ab 1.11.08, Fr 17–20.15 +

Sa 8–15 Uhr,

Vollzeit: ab 4.11.08, Di–Sa 8 U-Std.

täglich, 600 U-Std., 4.100 €

Tischler Teil I + II

ab 31.10.08, Fr 16–21 + Sa 8–13 Uhr,

630 U-Std., 4.110 €

Anmeldung und Informationen:

Fortbildungszentrum der HWK Lübeck,

Juliane Wiesenhütter, Tel.: 0451 38887-710,

Nadire Aslan-Tut, Tel.: 0451 38887-711,

E-Mail: fbz@hwk-luebeck.de.

Berufsbildungsstätte Kiel

Meistervorbereitungslehrgänge

Elektrotechniker I + II,

Herbst 2008–2010, Fr 16–20.15 +

Sa 8–15 Uhr, 900 U-Std., 5.510 €

Friseur I + II

Frühjahr 09–10, Do 18–22.15 + Mo 9–17

Uhr, 335 U-Std., 2.100 €

Kfz I + II

Herbst 09, Fr 16-20.15 + Sa 8-15 Uhr,

770 U-Std., 4.155 €

Anmeldung und Informationen:

Berufsbildungsstätte Kiel,

Katrin Westhus, Tel.: 0431 53332-513,

E-Mail: fortbildung@hwk-luebeck.de.

TIPP DES MoNATS

Betriebswirt/in (HWK)

Die Qualifizierung zum/zur Betriebswirt/in

(HWK) bereitet Existenzgründer/innen

wie auch Führungskräfte

optimal auf die Anforderungen im kaufmännischen

Management vor. Vermittelt

wird die Kompetenz, Sachaufgaben im

Arbeitsalltag zu lösen sowie Leitungs-

und Führungsaufgaben in Betrieben

oder Organisationen des Handwerks zu

übernehmen. Inhalte: Betriebswirtschaft,

Volkswirtschaft, Personalwesen, Recht

Berufsbildungsstätte Travemünde

CAD-Einführung „MultiSurf“

22./23./29.9.08, 8–17 Uhr, 24 U-Std.,

270 €

„Vakuum-Infusionsverfahren“

23./24.10.08, 8–18.30 Uhr, 24 U-Std.,

340 €

Anmeldung und Informationen:

Berufsbildungsstätte Travemünde/Maritimes

Kompetenzzentrum,

Gaby Neuke, Tel.: 04502 887-399,

E-Mail: gneuke@hwk-luebeck.de.

Berufsbildungsstätte Elmshorn

Abgasuntersuchungs-Prüflehrgänge

(AU) = Pkw, (AUK) = Kraftrad*

auf Anfrage, ab 8 Uhr, 1–2 Tage, 154/308 €

Vorbereitung auf die

Schweißerprüfung (auf Anfrage)

Meistervorbereitungslehrgänge

Zimmerer I + II

ab Herbst 08, Mo + Di 18.30–21.45 +

Sa 8–13 Uhr, 900 U-Std., 5.500 €

Maurer I + II

ab Herbst 08, Mo 18.30–21.45, Fr 18–21.15

und Sa. 8–13 Uhr, 800 U-Std., 4.990 €

Anmeldung und Informationen:

Berufsbildungsstätte Elmshorn,

Holger Hester, Tel.: 04121 4739-612,

*Nicole Klopp, Tel.: 04121 4739-611,

E-Mail: bbe@hwk-luebeck.de.


SchleSwig-holStein

Landesgartenschau 2008 in Schleswig

Handwerk

immer mittendrin

Schon zur Halbzeit verzeichnete die Landesgartenschau

in Schleswig Besucherzahlen, die ganz nach dem Geschmack

der Organisatoren waren. 410.000 der 600.000 erwarteten

Gäste hatten sich bis Mitte Juli bereits das Ausstellungsgelände

an der Schlei angeschaut. Das Wetter, das Begleitprogramm

und die gute Konzeption trugen ihren Teil dazu bei.

Nicht nur das 16 Hektar große

Hauptausstellungsgelände auf den

Königswiesen, sondern auch die beeindruckenden

historischen Gärten Schleswigs,

der Barockgarten von Schloss Gottorf und

der Bibelgarten beim St. Johannis Kloster

waren Bestandteil der Landesgartenschau.

Die Schleswiger werden noch lange an die

Landesgartenschau zurückdenken können,

da ihnen das Hauptgelände als Stadt- und

Erlebnispark erhalten bleibt.

Inmitten der Blütenpracht, in den vielen

Ausstellungszelten und den Themengärten

zeigte auch das Handwerk Flagge. Eine

„Hochzeitsmesse“ führte beispielsweise 30

verschiedene Betriebe – vom Goldschmied

bis zum Fotografen, vom Friseur bis zum

Raumausstatter – zusammen. Sie präsen-

tierten, was alles „zum schönsten Tag des

Lebens“ dazugehört bzw. dazugehören

könnte. Eine echte Trauung bildete den

Höhepunkt dieser Messe auf dem Gartenschaugelände.

Besondere Beachtung beim Publikum

fand auch der Ausbildungswettbewerb „Blütentraum

und Meeresschaum“, bei dem

60 junge und engagierte junge Lehrlinge

aus den gestaltenden Berufen des Handwerks

– darunter Handweber, Fotografen,

Friseure, Maßschneider, Modisten, Raumausstatter

und Schuhmacher – Einblicke in

die Vielseitigkeit und Kreativität dieser Berufe

gaben. Am Ende wurden die einzelnen

produktiven Beiträge in einer Modenschau

präsentiert. Das Friseurhandwerk nutzte

die Gelegenheit und veranstaltete einen

Lehrlingswettbewerb im Schaufrisieren. Organisiert

wurden die Shows maßgeblich von

der Landesinnung des modeschaffenden

Handwerks Schleswig-Holstein und der

Friseur-Innung Schleswig.

Auch das Metallhandwerk begeisterte das

Publikum und zeigt noch bis Anfang Oktober,

wie künstlerisches Talent und Kreativität

auch dieses eigentlich recht „sperrige“ Arbeitsmaterial

bisweilen verblüffend verändert.

Im eigens angelegten „Schmiede- und

Rosengarten“ zeigen etliche Betriebe des

Metallhandwerks ihr gestalterisches Können.

Eine Ausstellung, die bislang nicht ihre

Wirkung verfehlte. Zahlreiche der insgesamt

14 Exponate wurden bereits verkauft und

wechseln nach dem Ende der Landesgartenschau

ihren Besitzer.


SchleSwig-holStein

32 NordHandwerk September 2008

Foto: Imago

„Einheitlicher Ansprechpartner“ schafft Erleichterungen

Gutes aus Europa

Es kann sehr viel Zeit vergehen, bis zur Gründung oder

Erweiterung eines Betriebes alle nötigen Formalitäten erledigt

sind. Ab 2010 soll sich dies ändern: Der „Einheitliche Ansprechpartner“

wird alle, die einen Betrieb gründen oder erweitern

wollen, durch den „Behördendschungel“ führen.

Heute muss sich ein Handwerks-

meister, der sich z. B. in Kiel selbständig

machen will, mit etwa zehn bis 15

verschiedenen Behörden auseinandersetzen,

vom Ordnungsamt über das Finanzamt, der

Arbeitsverwaltung bis zur Handwerkskammer.

Für ausländische Existenzgründer/

innen kommen noch weitere Stellen hinzu.

Nach dem Willen der EU soll damit ab

2010 Schluss sein. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie

schreibt vor, dass jeder, der einen

Betrieb gründen oder erweitern will, sich

an eine einzige Stelle wenden kann. Diese

Stelle – der „Einheitliche Ansprechpartner“

– wird für ihn alle Anträge/Anmeldungen

entgegennehmen, elektronisch weiterleiten,

Fristen überwachen und erforderliche Genehmigungen

aushändigen.

Alle in einem Boot

Jedes Bundesland entscheidet selbst darüber,

wer „Einheitlicher Ansprechpartner“

werden soll. Schleswig-Holstein ist auf

diesem Weg bislang am weitesten und am

schnellsten. „Die Funktion des Einheitlichen

Ansprechpartners wird von einer noch zu

gründenden Anstalt öffentlichen Rechts

wahrgenommen, die vom Land, von den

Handwerkskammern in Schleswig-Holstein,

den Industrie- und Handelskammern und

den kommunalen Spitzenverbänden getragen

wird“, stellte Finanzminister Rainer

Wiegard bei der öffentlichen Präsentation

die große Unterstützung für dieses Vorhaben

heraus.

Der Name „Einheitlicher Ansprechpartner“

ist aus der EU-Dienstleistungsrichtlinie

übernommen. Bis 2010 wird sicherlich noch

ein besserer Begriff gefunden werden, der

auch die Zielsetzung besser verdeutlicht.

„Diese Stelle wird für alle offen sein, die in

Schleswig-Holstein einen Betrieb gründen,

erweitern oder umstrukturieren wollen. Der

Inhaber spart Zeit und Wege, kann sich auf

seinen Betrieb konzentrieren. Wir kümmern

uns um den dazugehörigen Papierkrieg“,

erläuterte Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer

der Handwerkskammer Lübeck.

„Starter-Center“ als Einstieg

Die Handwerkskammern Flensburg und

Lübeck bieten auch heute schon allen Mitgliedsbetrieben

mit dem „Starter-Center“

eine Hilfe bei der Existenzgründung/Betriebserweiterung.

Gemeinsam mit einem

Berater der Kammer (oder auch vom eigenen

PC mit Passwort) können alle Formulare

ausgefüllt und an die zuständigen Stellen

weitergeleitet werden. Dazu gehören u. a.

die Gewerbeanmeldung, die Beantragung

der Steuernummer oder die Anmeldung bei

der Berufsgenossenschaft. Die notwendigen

Formulare können für jedes Handwerk und

jeden Betriebssitz individuell am PC zusammengestellt

werden.


SchleSwig-holStein

Leistungswettbewerb des

Deutschen Handwerks 2008

Mitmachen lohnt sich!

Unter dem Namen „Leistungswettbewerb

des Deutschen Handwerks“

ruft der Zentralverband des Deutschen

Handwerks (ZDH) auch in diesem Jahr

wieder die Innungsbesten Gesellinnen

und Gesellen auf, sich auf Innungs-,

Landes- und Bundesebene mit anderen

handwerklichen Leistungsträgern zu

messen.

Angesprochen sind besonders talentierte

handwerkliche Nachwuchskräfte, denn

der Wettbewerb soll begabte Berufsanfänger

in ihrer Entwicklung fördern

und zu einer Karriere im Handwerk

motivieren“, so Carsten Jensen, Prä-

sident der Handwerkskammer Schleswig-

Holstein.

Teilnahmeberechtigt sind junge Ge-

sellinnen und Gesellen, die zwischen dem

1. September 2007 und dem 31.August

2008 ihre Gesellenprüfung abgelegt und

für ihre praktischen Leistungen mindestens

die Note „gut“ erhalten haben.

Zum Zeitpunkt der Prüfung dürfen sie

nicht älter als 23 Jahre sein. In beson-

deren Ausnahmefällen kann nach Rück-

sprache mit der zuständigen Handwerkskammer

von der Altersgrenze abge-

wichen werden, wobei jedoch als absolute

Altersgrenze die Vollendung des 25. Lebensjahres

gilt.

Melden Sie Ihre Lehrlinge

In Schleswig-Holstein sollen die Innungsbesten

bis zum 12. September 2008

bei den zuständigen Landesinnungsverbänden/Landesinnungen

oder der

Handwerkskammer Lübeck gemeldet

sein. Parallel zum Leistungswettbewerb

läuft der Wettbewerb „Die gute Form –

Handwerker gestalten“.

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