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Falstaff Magazin Schweiz Nr. 1/2025

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feb –mär <strong>2025</strong><br />

GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

ROTE SIEGER<br />

MERLOT AUS DER<br />

SCHWEIZ<br />

COCKTAIL-TREND<br />

KEIN ALKOHOL,<br />

VIEL AROMA<br />

WÜSTENSTADT<br />

LONG WEEKEND<br />

IN DUBAI<br />

01<br />

Kulinarische Inseln<br />

DIE BESTEN DESTINATIONEN FÜR GENIESSER<br />

SCHWEIZ-AUSGABE 01/<strong>2025</strong><br />

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01


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LUXURY TRAVEL<br />

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geht es durch die Region Île-de-France auf der wunderschönen Seine<br />

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HERAUSGEBERBRIEF<br />

INSELN DES GENUSSES<br />

LIEBE FEINSCHMECKERINNEN,<br />

LIEBE FEINSCHMECKER!<br />

EIN KUNST-<br />

WERK<br />

ENTSTEHT<br />

In den Redaktionssitzungen von <strong>Falstaff</strong> geht es nicht<br />

selten hoch her. Besonders dieses Mal, als es galt,<br />

eine ganz spezielle Bestenliste zu erstellen: Wir hatten<br />

es uns zum Ziel gesetzt, für Sie, liebe Leserinnen und<br />

Leser, die kulinarischsten Inseln der Welt zu bereisen.<br />

Genussvolle Sehnsuchtsorte inmitten der Meere, die ihre<br />

ganz eigene, unverwechselbare Identität besitzen.<br />

Wohin aber sollten wir uns aufmachen? Wir haben leidenschaftlich<br />

diskutiert und vor allem recherchiert. Und<br />

durften feststellen: Exzellenz kennt keine Grenzen. Sie ist<br />

in allen Weltmeeren daheim. Daher nehmen wir Sie mit<br />

auf ein kulinarisches Insel-Hopping quer über den Globus.<br />

Wir bereisen Sylt ebenso wie die Azoren; es geht<br />

unter anderem nach Barbados und Ibiza. Geniessen Sie<br />

den Trip!<br />

Was bietet das junge <strong>Falstaff</strong>-Jahr darüber hinaus?<br />

Noch mehr sorgsam recherchierte Tipps und viel Service.<br />

In der neuen Serie «How to» etwa widmen wir uns Produkten,<br />

die wir lieben, deren Verarbeitung uns aber<br />

manchmal Respekt abnötigt. In der ersten Folge filetieren<br />

wir Fisch. Auch Ratschläge zum richtigen Einkauf und<br />

zum gelungenen Pairing erwarten Sie. (Im nächsten<br />

<strong>Magazin</strong> wagen wir uns gar an die Artischocke!)<br />

Im Weinteil widmen wir uns dieses Mal unter anderem<br />

dem Weissweintrend im Tessin. Im Gourmetteil hinterfragen<br />

wir das Phänomen Yotam Ottolenghi – seines<br />

Zeichens erfolgreichster Kochbuchautor der Gegenwart.<br />

Und im Reiseteil geht es ab in die für Gourmets durchweg<br />

empfehlenswerte Wüstenstadt Dubai.<br />

Viel Spass und Genuss mit dem neuen <strong>Falstaff</strong>!<br />

WOLFGANG ROSAM<br />

Chefredaktor und Herausgeber<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

ALOYS HIRZEL<br />

Verwaltungsratsvorsitzender und<br />

Herausgeber <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

DOMINIK VOMBACH<br />

und BENJAMIN HERZOG<br />

Chefredaktion <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

Fotos: Stefan Gergely, Andrea Ebener<br />

WOLFGANG M. ROSAM<br />

wolfgang.rosam@falstaff.com<br />

@RosamWolfgang<br />

DOMINIK VOMBACH<br />

dominik.vombach@falstaff.com<br />

ALOYS HIRZEL<br />

aloys.hirzel@falstaff.com<br />

BENJAMIN HERZOG<br />

benjamin.herzog@falstaff.com<br />

orea-kuechen.ch<br />

feb –mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

5


FEBURAR − MÄRZ <strong>2025</strong><br />

16<br />

Entdecken Sie mit <strong>Falstaff</strong> die<br />

zauberhaftesten Inseln weltweit.<br />

Von den paradiesischen Stränden<br />

der Karibik bis hin zum exotischen<br />

Charme Balis, von der idyllischen<br />

Mittelmeerinsel Sardinien bis zur<br />

rauen Schönheit der Nordseeinsel<br />

Sylt.<br />

COVER<br />

FOTO: MAURITIUS IMAGES /<br />

ALAMY STOCK PHOTOS /<br />

DMITRII ANIKIN<br />

KI DESIGN: WILHELM AMANN<br />

86<br />

Tessin: Vom Merlot-<br />

Königreich zum<br />

Weisswein-Eldorado.<br />

96<br />

Saftig, elegant und vielseitig: die besten<br />

Merlots Europas.<br />

COVER: INSELTRÄUME<br />

16 BARBADOS<br />

Karibik-Flair, aber «very british»<br />

24 IBIZA<br />

Bohemian Rhapsody: von Fine Dining bis<br />

zu Party Vibes am Strand<br />

32 SYLT<br />

Mondänes Nordlicht: Hier trifft Jetset auf<br />

unberührte Natur<br />

40 REZEPTSTRECKE: NORDSEEFRISCHE<br />

Drei Rezepte von Sylter Spitzenköchen<br />

48 MYKONOS<br />

Kulinarische Horizonterweiterung auf der<br />

charmanten Kykladeninsel<br />

54 ESSAY: SEHNSUCHTSORT INSEL<br />

Autor Gavin Francis über die<br />

Sehnsucht der Menschen nach der<br />

Einsamkeit<br />

56 SARDINIEN<br />

Grosser Genuss und luxuriöse<br />

Strände an der Smaragdküste<br />

64 BALI<br />

Zwischen Tempeln und Reisterrassen:<br />

Bali als Hotspot für Foodies<br />

70 SERIE: CORTIS KÜCHENZETTEL<br />

Die sonnige Kraft der balinesischen<br />

Nudelsuppe<br />

72 SERIE: WISSENSCHAFT<br />

Die ökologische Bilanz der Kokosnuss<br />

5 HERAUSGEBERBRIEF<br />

201 IMPRESSUM<br />

202 SAGEN SIE EINMAL …<br />

92<br />

Die besten Weissen aus<br />

dem Tessin.<br />

76 SERIE: KUNST, POLITIK<br />

UND KULINARIK<br />

Milliardär Richard Branson<br />

liebt den Charme des Insellebens<br />

80 REIF FÜR DIE INSEL<br />

Die schönsten Inseln der<br />

<strong>Schweiz</strong><br />

Fotos: Getty Images, Gialdi / Foto Siffert, beigestellt<br />

6 falstaff feb –mär <strong>2025</strong>


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FEBURAR − MÄRZ <strong>2025</strong><br />

116<br />

Abgelegen und von<br />

aussergewöhnlicher<br />

Schönheit: die Azoren.<br />

130<br />

Im Trend: Cocktails<br />

ohne Alkohol, aber<br />

mit viel Aroma.<br />

WEIN & MEHR<br />

84 WEIN-NOTIZEN<br />

Die Chefredaktoren Benjamin<br />

Herzog und Dominik Vombach<br />

mit kulinarischen News<br />

86 WEISSES POTENZIAL<br />

lm Tessin sind Weissweinsorten seit<br />

einigen Jahren auf dem Vormarsch<br />

96 VIELSEITIGES GENIE<br />

Merlot: Teamplayer und<br />

Solotänzer<br />

104 JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />

Wie steht es rund um den Globus um<br />

den Weinjahrgang 2024?<br />

116 WEINREISE AZOREN<br />

Spannende Weinentdeckungen auf den<br />

Vulkaninseln<br />

128 SPIRITS NOTIZEN<br />

Alexander Thürer mit News aus der<br />

Welt der Spirituosen<br />

130 AROMA STATT UMDREHUNG<br />

Cocktails ohne Alkohol<br />

GOURMET<br />

136 GOURMET-NOTIZEN<br />

Die Chefredaktoren Benjamin<br />

Herzog und Dominik Vombach<br />

mit kulinarischen News<br />

138 SERIE: AVANTGARDE DER<br />

KULINARIK<br />

Yotam Ottolenghi, der König<br />

der Kochbücher<br />

144 SERIE: HOW TO … FISCH<br />

Vom Einkauf über das richtige<br />

Filetieren bis zur passenden<br />

Wein begleitung<br />

153 SIXPACK<br />

Neue Restaurants im Test<br />

LIFESTYLE<br />

160 LIFESTYLE-NOTIZEN<br />

Style-Ideen von LIVING-<br />

Herausgeberin Angelika Rosam<br />

162 HAUTES CUISINES<br />

Die aktuellsten Küchentrends<br />

REISE<br />

172 TRAVEL-NOTIZEN<br />

Die Reise-Highlights der<br />

Chefredaktion<br />

174 BOOMTOWN FÜR FOODIES<br />

Tipps für ein langes Wochenende in<br />

Dubai<br />

JOURNAL<br />

170 UHREN<br />

182 AUTOS<br />

200 EVENTS<br />

TASTING<br />

184 TROPHY MERLOT<br />

190 TROPHY FORTIFIED WINES<br />

DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 21. MÄRZ <strong>2025</strong><br />

138<br />

Yotam Ottolenghi erobert<br />

mit seinen Kochbüchern<br />

die Bestsellerlisten – was<br />

ist sein Erfolgsgeheimnis?<br />

174<br />

Dubai als aufregende Destination<br />

für anspruchsvolle Geniesser.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

8 falstaff feb –mär <strong>2025</strong>


Ocean 7<br />

Headquarter: Alexander - Bretz - Straße 2 D-55457 Gensingen<br />

Tel. 0049-6727-895-0 info@bretz.de bretz.de


inselträume / INTRO<br />

Foto: Sylt Marketing / Rainer Mirau<br />

10 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NORDISCH ...<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

11


inselträume / INTRO<br />

… KARIBISCH …<br />

Foto: Getty Images / Veronica Bogaerts<br />

12 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

13


inselträume / INTRO<br />

… MEDITERRAN<br />

Foto: Getty Images / Sylvain Sonnet<br />

14 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

15


inselträume / BARBADOS<br />

BARBADOS:<br />

KARIBIK-FLAIR,<br />

ABER VERY<br />

BRITISH!<br />

Foto: Getty Images<br />

16 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Die Karibikinsel Barbados lockt nicht nur<br />

Prominente mit luxuriösen Resorts und<br />

hervorragenden Seafood-Restaurants direkt am<br />

Wasser. Die lokale Bajan-Küche ist mehr als eine<br />

Kostprobe wert – vor allem an der Südküste. Und<br />

auch die Spuren der britischen Kolonialherrschaft<br />

sind noch deutlich spürbar und machen Barbados<br />

zu einem kulinarischen Melting Pot.<br />

TEXT PHILIPP LAAGE<br />

Traumhafte<br />

Strandlandschaft auf<br />

Barbados: weisse Strände,<br />

türkisblaues Meer,<br />

Palmen und paradiesische<br />

Tropenstimmung.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

17


inselträume / BARBADOS<br />

Gediegene Kulinarik und<br />

Luxus, gepaart mit dem Charme<br />

vergangener Zeiten: der «Coral Reef<br />

Club» an der Westküste der Insel.<br />

Barbados ist ein karibischer<br />

Traum: puderweisse Strände,<br />

windschiefe Palmen, türkisfarbenes<br />

Meer. Der Inselstaat, Heimat<br />

von Rihanna und diskreter<br />

Rückzugsort für den internationalen Jetset,<br />

bietet ausserdem die vielleicht vielfältigste<br />

Gastronomieszene der Karibik.<br />

Auf Barbados finden sich erstklassige<br />

Restaurants in grosser Zahl, besonders an<br />

der poshen Westküste mit ihren Luxushotels,<br />

die dem rauen Atlantik abgewandt<br />

ist. Und in der lokalen Bajan-Küche, die<br />

sich vor allem an der Südküste auf authentisch-ungezwungene<br />

Weise erleben lässt,<br />

verschmelzen afrikanische, britische,<br />

indische und kreolische Einflüsse zu einem<br />

spannenden kulinarischen Mix. Nicht zuletzt<br />

ist Barbados die Heimat des Rums –<br />

das wohl bekannteste Exportgut.<br />

«Die kulinarische Szene hat sich zuletzt<br />

stark entwickelt», sagt Jordan Bayes, Küchenchef<br />

im Gourmetrestaurant «The Cliff»<br />

in Saint James, das zum Fine-Dining-Establishment<br />

der Insel gehört. Die Eröffnung<br />

neuer Lokalitäten sei aktuell spannend. «Und<br />

sie sorgt für gesunde Konkurrenz, auch für<br />

uns selbst», sagt der junge Brite. Zur 4am<br />

Property Limited Group gehört auch «The<br />

Tides», eine weitere etablierte Anlaufstelle für<br />

Feinschmecker, die einen Mix aus europäischer<br />

und karibischer Küche bietet. Auch<br />

dort speist man in luftigem Ambiente direkt<br />

am Karibischen Meer, das den Blick immerzu<br />

anzieht wie ein wohltuendes Therapeutikum<br />

für die Seele.<br />

AN DER PLATINKÜSTE<br />

Zu den einschlägigen Empfehlungen der<br />

gehobenen Gastronomie zählt auch das<br />

«Lone Star» im gleichnamigen Luxushotel,<br />

ebenfalls an der paradiesischen Westküste,<br />

die wegen ihrer Exklusivität und prominenten<br />

Gäste auch «Platinküste» genannt wird.<br />

Die Karte orientiert sich an Klassikern<br />

der britischen Küche mit leicht indischem<br />

Twist.<br />

Barbados ist als einstige Kolonie historisch<br />

eng mit Grossbritannien verbunden,<br />

was man etwa an der Beliebtheit des<br />

Cricket-Spiels sehen kann. Weiter südlich<br />

in Holetown wartet eine eher untypische<br />

Lokalität: Das «Fusion Rooftop» liegt nicht<br />

am Wasser, sondern auf dem Dach eines<br />

Einkaufszentrums, weiss aber mit einer Fusion<br />

aus karibischer und asiatischer Küche<br />

Fotos: Coral Reef Club, mauritius images / Alamy Stock Photos / Dmitrii Anikin, guy harrop, robertharding / Frank Fell, beigestellt<br />

18 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Im Süden finden sich Märkte und<br />

Food-Courts mit authentischer<br />

lokaler Küche, die man hier unter<br />

freiem Himmel geniesst.<br />

AUF BARBADOS VERSCHMELZEN<br />

AFRIKANISCHE, BRITISCHE,<br />

INDISCHE UND KREOLISCHE<br />

EINFLÜSSE ZU EINEM SPANNENDEN<br />

KULINARISCHEN MIX.<br />

Das «The Cliff» (im Kreis) zählt<br />

zum Establishment der Fine-Dining-<br />

Szene. Auf den Strassen herrscht<br />

karibisch-lockeres Flair.<br />

zu überzeugen. Zu den führenden Adressen<br />

an der Südküste gehört das «Champers»<br />

mit seinem grandiosen Meerblick.<br />

In den Strandrestaurants im luxuriösen<br />

Westen von Barbados kommt die ansässige<br />

und eingeflogene Upperclass zum Sonnenuntergang<br />

zusammen, vor einer Postkartenkulisse.<br />

Das ist die eine kulinarische Seite<br />

der Insel. Die andere spielt sich auf der<br />

Strasse ab, unter freiem Himmel in zugänglichen<br />

Food-Courts. Man findet sie eher<br />

im Süden. Dieser Inselteil war früher für<br />

kleinere, budgetfreundliche Unterkünfte<br />

bekannt, hat sich in den vergangenen Jahren<br />

aber neu erfunden und lockt heute eine<br />

jüngere Kundschaft an, die gerne feiern<br />

geht. Das Nachtleben pocht an Orten wie<br />

St. Lawrence Gap, bekannt als «The Gap»,<br />

wo viele Bars und Clubs zu finden sind.<br />

«Die lokale Küche von Barbados ist<br />

tief in Kultur, Erbe und Familientraditionen<br />

verwurzelt», erzählt<br />

Bayes. «Der Sonntag ist auf der<br />

Insel ein Tag zum Entspannen<br />

und Geniessen von traditionellem<br />

Essen.» Dazu<br />

gehören dem Chef zufolge<br />

Gerichte wie Flying Fish<br />

mit Cou-Cou, das Nationalgericht<br />

von Barbados,<br />

und Macaroni Pie, zudem<br />

gebackenes Lamm oder Rindereintopf,<br />

Barbecue-Huhn und<br />

gebratener Fisch, serviert mit Reis<br />

und Erbsen, Makkaronisalat und<br />

Krautsalat.<br />

VERBINDUNG ZUM MEER<br />

Sowohl in der Spitzengastronomie als auch<br />

in der Alltagsküche zeigt sich die enge<br />

Verbindung zum Meer – von Lobster bis<br />

Mahi-Mahi-Sandwich. «Meine Empfehlung<br />

wäre: Besuchen Sie Oistins an einem<br />

Freitagabend, um frisch gebratenen Fisch zu<br />

probieren, der am selben Morgen gefangen<br />

wurde», rät Bayes. «Geniessen Sie den<br />

Trubel, die Unterhaltung und dazu einen<br />

klassischen Rum Punch.»<br />

Der sogenannte Fish Fry von Oistins<br />

an der Südküste ist eine Institution auf<br />

Barbados und ein Must-do nicht nur für<br />

Foodies. Zum Ausklang der Arbeitswoche,<br />

wenn der Fischmarkt schliesst, bringen<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

19


inselträume / BARBADOS<br />

<<br />

die Bajans ihre Grills auf Temperatur,<br />

während DJs ihre Soundsysteme und Boxen<br />

aufbauen. Bis in die Nacht wird geschmaust,<br />

geplaudert und gefeiert. An den beliebtesten<br />

Ständen, wo Hummer, Thunfisch, Marlin<br />

und Schwertfisch feilgeboten werden, bilden<br />

sich oft lange Warteschlangen. Der Fish Fry<br />

ist ein kulinarisches Fest und Ritual, bei<br />

dem Besucher die charakteristischen<br />

Gewürze der Bajan-Küche kennenlernen<br />

können, etwa die beliebte<br />

Bajan Pepper Sauce. Die<br />

Atmosphäre ist gesellig, man<br />

kommt mit Einheimischen ins<br />

Gespräch. Viele Hotels bieten<br />

Shuttlebusse nach Oistins an.<br />

In entspannter Runde zusammenkommen,<br />

gerne mit<br />

dem einen oder anderen Bier oder<br />

Drink, wird als «Liming» bezeichnet.<br />

Es ist ein wesentlicher Bestandteil<br />

der karibischen Alltagskultur – und im<br />

Grunde eine Art von Genussphilosophie.<br />

Ein lauschiger Ort dafür ist etwa auch der<br />

Worthing Square Food Garden mit seinen<br />

Imbissen. Soziale Treffpunkte sind auch die<br />

typischen Rumshops, die auf der Insel so<br />

zahlreich wie die Palmen zu sein scheinen.<br />

Es handelt sich nicht um klassische Bars,<br />

auch nicht um Minimärkte mit Ausschank.<br />

Hier wird gequatscht<br />

und palavert, Domino<br />

gespielt – und natürlich<br />

getrunken, und zwar nicht<br />

nur, aber besonders gerne Rum.<br />

Schliesslich hat die weltberühmte Spirituose<br />

ihren Ursprung auf Barbados.<br />

Die Tradition der Rumherstellung wird bis<br />

heute gepflegt. Die meisten der renommierten<br />

Hersteller bieten Führungen und Verköstigungen<br />

an. Zu den feinsten Namen gehört<br />

Mount Gay Rum, die älteste durchgehend<br />

betriebene Rum-Destillerie der Welt, die auf<br />

Im «Cobblers Cove» wird die<br />

britische Kolonialgeschichte<br />

spürbar: Hier residiert man wie<br />

im Country Club – nur am Meer.<br />

das Jahr 1703 zurückgeht. Preisgekrönt ist<br />

auch die Destillerie von R. L. Seale, deren<br />

Equipoise 14 YO im vergangenen Jahr bei<br />

der International Wine & Spirit Competition<br />

als bester Rum der Welt ausgezeichnet wurde.<br />

Zu nennen ist ausserdem St. Nicholas<br />

Abbey mit einem imposanten Herrenhaus im<br />

jakobinischen Stil. Die Destillerie liegt idyllisch<br />

im Hinterland, nahe der noch ursprünglichen<br />

Ostküste, umgeben von Gärten und<br />

Mahagonibäumen. Zum gegrillten Fisch darf<br />

es auf Barbados also gerne ein Caribbean<br />

Mule sein. Cheers!<br />

<<br />

LOKALE STARS<br />

Die typischen Rumshops<br />

sind soziale Treffpunkte, an<br />

denen nicht nur Getränke<br />

ausgeschenkt werden.<br />

Der Klassiker der Inselküche ist Flying<br />

Fish und Cou-Cou, das Nationalgericht.<br />

Der Fisch wird gebraten oder gedünstet<br />

und mit einer Bajan-Marinade aus Limettensaft<br />

und Gewürzen mariniert, während<br />

Cou-Cou aus Maisgriess und Okra besteht<br />

und einer Polenta ähnelt. Der Macaroni<br />

Pie ist die Barbados-Variante von Mac<br />

and Cheese. Beliebt ist auch Pudding and<br />

Souse, ein typisches Samstagsgericht der<br />

Bajans aus Schweinefleisch und süssem<br />

Kartoffelpudding. Der Rum spielt auch<br />

eine grosse Rolle in der Küche und durchtränkt<br />

zum Beispiel den Bajan Black<br />

Cake, einen saftigen Kuchen mit Trockenfrüchten.<br />

Zudem ist die Bajan-Küche<br />

für ihre säuerlich-scharfen Saucen<br />

bekannt. Die Bajan Pepper Sauce aus<br />

Scotch-Bonnet-Chilis, Zwiebeln, Essig,<br />

Kurkuma und Senf passt hervorragend<br />

zu Fleisch und Fisch.<br />

Fotos: nicksmithphotography, shutterstock<br />

20 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


A Taste of Paradise -<br />

Die Malediven in ihrer schönsten Form<br />

Wir sind Ihre Spezialisten.<br />

Lassen Sie sich für Ihre<br />

persönliche Traumreise inspirieren.<br />

BAROS –<br />

THE MALDIVES ICON *****<br />

«Baros Maldives» verzaubert mit seiner intimen<br />

Atmosphäre, üppiger Vegetation und malerischen<br />

Pfaden, die eine natürliche Privatsphäre<br />

schaffen. Das Gourmet-Restaurant «The<br />

Lighthouse» lädt in einzigartigem Ambiente zu<br />

kulinarischen Höhenflügen ein.<br />

MILAIDHOO –<br />

STORY OF A SMALL ISLAND ***** / *<br />

Entdecken Sie das tropische Hideaway<br />

«Milaidhoo» – eine kleine Insel voller Romantik,<br />

Ruhe und exklusivem Service. Geniessen Sie<br />

inspirierende Momente, kulinarische Genüsse<br />

und luxuriöse Villen, die Ihren Aufenthalt<br />

unvergesslich machen.<br />

HUVAFEN FUSHI –<br />

TIMELESS LUXURY ***** / *<br />

Erleben Sie zeitlosen Luxus und Exklusivität auf<br />

der neu renovierten Insel «Huvafen Fushi» – ein<br />

tropisches Paradies mit schneeweissen Sandstränden,<br />

türkisblauen Lagunen und einem einzigartigen<br />

Unterwasser-Spa.<br />

MANTA REISEN · 8048 ZÜRICH · T 044 277 47 00 · INFO@MANTA.CH · WWW.MANTA.CH


inselträume / BARBADOS<br />

Fünf-Sterne-Hotel mit<br />

allen Annehmlichkeiten:<br />

der «Coral Reef Club».<br />

HOTELS<br />

SANDY LANE HOTEL<br />

Die Hotel-Ikone an der Platinküste gehört zu den<br />

renommiertesten Resorts der Karibik und verfügt<br />

über ein üppiges Spa-Angebot, Golfplätze,<br />

Restaurants und Bars.<br />

St. James, BB24024<br />

T: + 1 2464442000<br />

sandylane.com<br />

CORAL REEF CLUB<br />

Das Fünf-Sterne-Hotel der Familie O’Hara unweit<br />

von Holetown an der Westküste versprüht den<br />

Charme vergangener Zeiten und bietet doch<br />

alle Annehmlichkeiten, etwa ein Spa inmitten<br />

tropischer Gärten.<br />

Porters Folkstone, St. James BB24017<br />

T: +1 2464222372<br />

coralreefbarbados.com<br />

COBBLERS COVE<br />

Das familiengeführte Vier-Sterne-Boutiquehotel im<br />

nördlichen Abschnitt der Platinküste erinnert an<br />

einen britischen Country Club, nur am Meer.<br />

Road View, Speightstown, BB26025<br />

T: +1 2464222291<br />

cobblerscove.com<br />

FAIRMONT ROYAL PAVILION<br />

Fünf-Sterne-Hotel in einem historischen Anwesen,<br />

das auf die 40er-Jahre zurückgeht.<br />

Highway 1, Holetown, Saint James BB24051<br />

T: +1 2464225555<br />

fairmont.com<br />

RESTAURANTS<br />

THE CLIFF<br />

In dem auf Klippen gebauten Gourmetrestaurant<br />

wirkte lange Zeit der Michelin-Chef Matt Worswick.<br />

Nebenan liegt das «QP Bistro», früher einmal der<br />

«Cliffs-Beachclub».<br />

Derricks, St. James, BB24110<br />

T: +1 2464321922<br />

thecliffbarbados.com<br />

THE TIDES<br />

Fine-Dining-Restaurant mit Terrasse am Wasser<br />

und eigener Kunstgalerie.<br />

Balmore House, Holetown, St. James<br />

T: +1 2464328356<br />

tidesbarbados.com<br />

CHAMPERS RESTAURANT<br />

Das führende Restaurant an der Südküste<br />

setzt auf authentische karibische Aromen.<br />

Tolle Sicht, gelobt wird das gute Preis-<br />

Leistungs-Verhältnis.<br />

Skeetes Hill, Bridgetown, Christ Church<br />

T: +1 2464343463<br />

champersrestaurant.com<br />

Authentische karibische<br />

Aromen warten im «Champer»<br />

an der Südküste. Eines der<br />

besten Häuser der Insel.<br />

LONE STAR RESTAURANT & HOTEL<br />

Elegantes Hotelrestaurant im Stil der 50er-Jahre,<br />

exzellenter Service.<br />

Highway 1b, Mount Standfast<br />

T: +1 2465390600<br />

thelonestar.com<br />

FUSION ROOFTOP<br />

Open-Air-Restaurant auf dem Dach eines Einkaufszentrums,<br />

unter den Sternen geniesst man unter<br />

anderem Sushi und Sake.<br />

Limegrove Lifestyle Center, Holetown, Saint James<br />

T: +1 2462711258<br />

fusionrooftop.com<br />

THE FISH POT<br />

Das Seafood-Restaurant an der Nordwestküste bei<br />

Speightstown serviert Fisch und Krustentiere in<br />

ruhiger Atmosphäre.<br />

Little Good Harbour, Hotel Shermans, St. Lucy,<br />

BB27190<br />

fishpotbarbados.com<br />

SALT CAFÉ<br />

Unkompliziertes und beliebtes Restaurant an der<br />

Südküste, das Comfort Food in einem lockeren<br />

Ambiente auftischt.<br />

Hastings Main Road, Bridgetown, Christ Church<br />

T: +1 2465377258<br />

LOBSTER ALIVE<br />

Das Strandlokal in der Inselhauptstadt setzt voll<br />

auf fangfrischen Hummer.<br />

Bay St, Bridgetown, Saint Michael<br />

T: +1 2464350305<br />

lobsteralive.net<br />

MÄRKTE<br />

OISTINS-FISCHMARKT<br />

Der Markt in Christ Church wird jeden Freitagabend<br />

zur Open-Air-Grillstation – hier steigt der<br />

legendäre Oistins Fish Fry.<br />

<<br />

Fotos: Coral Reef Club, It‘s Barbados<br />

22 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Wer uns kennt,<br />

braucht keine Bilder.<br />

Und wer uns nicht<br />

kennt, ist herzlich<br />

eingeladen,<br />

das zu ändern.<br />

Genuss, Wellness, Natur, Golf.<br />

4-Sterne-Superior Hotel mitten im Allgäu,<br />

ausgezeichnet mit dem Key von<br />

Guide MICHELIN 2024.<br />

Nur zwei Stunden von Zürich.<br />

Hanusel Hof · Helingerstraße 5 · 87480 Weitnau-Hellengerst · Deutschland<br />

T +49 8378 9200-0 · info@hanusel-hof.de · www.hanusel-hof.de


inselträume / IBIZA<br />

IBIZA:<br />

BOHEMIAN<br />

RHAPSODY<br />

Ibiza. Ein Name – ein Versprechen: Unbeschwerte Tage,<br />

elektrisierende Nächte. Mal zahm, mal ungezügelt, aber<br />

immer aussergewöhnlich. Von Ensaimada in der Croissant-<br />

Show bis zum Formentera-Hummer im Beachhouse:<br />

ein Food-Hopping.<br />

TEXT NICOLA AFCHAR-NEGAD<br />

Mit einem Strand-Picknick holt man<br />

im «Oku» das Maximum aus dem<br />

ohnehin schon beeindruckenden<br />

Sonnenuntergang auf der Insel heraus.<br />

Foto: OKU Ibiza<br />

24 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

25


inselträume / IBIZA<br />

Auf Ibiza geht das<br />

echte Leben dann<br />

los, wenn die Sonne<br />

untergeht: die Clubs<br />

und Beachbars der<br />

Insel sind weltberühmt.<br />

Azurblaues Meer, spektakuläre<br />

Naturschauplätze: Von der Cala<br />

d’Hort etwa geniesst man einen<br />

wunderbaren Blick auf die<br />

Felsinsel Es Vedra.<br />

Es ist ein Bild für Götter, was sich<br />

vormittags in der «Croissant<br />

Show» in Eivissa (Ibiza-Stadt)<br />

abspielt. Die Espressotassen<br />

klirren, die Mandelcroissants<br />

bröseln und die Stimmen sind laut, aber<br />

angeknackst. Die Nacht im Club war lang,<br />

der Tag hat übernommen – das merkt man<br />

auch am regen Markttreiben direkt gegenüber<br />

der legendären französischen Bäckerei.<br />

In der «Croissant Show» am Fusse der<br />

Castillo de Eivissa versteht man innerhalb<br />

von Minuten, worum es auf Ibiza geht –<br />

und warum keine andere Insel, egal, wo auf<br />

der Welt, ihr nahekommt. Ibiza ist so etwas<br />

wie die kleine freigeistige Schwester Mallorcas,<br />

ein bisschen frecher – und definitiv<br />

schillernder. Das ewige «Cool Kid».<br />

Hier pickt man sich nicht die Rosinen<br />

raus, sondern die Kirschen, das omnipräsente<br />

Logo des legendären «Pacha»-Clubs.<br />

Zu verdanken hat man diesen Status nicht<br />

zuletzt den US-Hippies, die sich auf Ibiza ab<br />

den 60er-Jahren ausgelebt haben. Mit<br />

ihnen kam eine Lebenseinstellung,<br />

die – was viele Ibiza-Verweigerer<br />

nicht glauben – bis heute den Alltag<br />

auf der Insel nuanciert. Trommelsessions<br />

zum Sonnenuntergang,<br />

Flower-Power-Partys, das Peace-<br />

Zeichen und Dreadlocks poppen<br />

immer wieder auf. Auch wenn<br />

Ibiza von der Show lebt und im<br />

Beachclub gerne überdimensionale<br />

Paradiesvögel mit Tänzern obendrauf<br />

über den Pool gleiten, sind das Hippietum<br />

und der Eskapismus nicht aufgesetzt.<br />

INSEL DER DUALITÄT<br />

Ibiza ist eine Insel der Dualität. Fine-Dining-<br />

Chic neben Klappstuhl-Ästhetik, das Ländlich-Rustikale<br />

neben der Beach-Boheme. Alles<br />

geht. Fine Dining mit Sand unter den Füssen,<br />

das können so einige. Aber nur auf Ibiza gibt<br />

es diesen unvergleichlichen Vibe als Topping.<br />

Und nein, dazu muss man nicht ins «Pacha»<br />

oder ins «Unvrs» (früher «Privilege»),<br />

Dinner und Day Clubs haben längst ihre<br />

eigene Klientel. So heisst es etwa von Seiten<br />

der Macher des «O»-Beach-Clubs (die heuer<br />

das «Bonito Ibiza»-Hotel eröffnen), dass sie<br />

die Poolparty nicht erfunden haben, aber<br />

perfektioniert. Und das gilt für die ganze<br />

Fotos: Getty Images, beigestellt, OKU Ibiza, Ana Lui<br />

26 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Im «Oku» werden<br />

die raffinierten<br />

Gerichte nach dem<br />

Sharing-Prinzip<br />

gemeinsam genossen.<br />

Die Partystimmung<br />

am Pool hält dank<br />

DJ-Sounds den ganzen<br />

Tag über.<br />

Insel, auf der man locker in gut einer Stunde<br />

von der Sonnenuntergangs- zur Sonnenaufgangsseite<br />

gelangt – ein Vorteil gegenüber<br />

Mallorca! Egal, worauf man Lust hat, egal,<br />

wohin einen der Gusto treibt, nichts ist zu<br />

weit – auch wenn’s auf den Strassen rings<br />

um Eivissa in der Hauptsaison zäh wird.<br />

Sagen wir, wie’s ist – das Frühstück hat<br />

auf Ibiza wenig Brot, typisch spanisch eben.<br />

Wirklich wach wird die Insel mittags, gerne<br />

in einem der unzähligen lässigen Beachrestaurants,<br />

von denen die ursprünglicheren<br />

Chiringuito genannt werden. Fast<br />

jeder hat seine Lieblings-Cala, und<br />

so gut wie immer hat das mit dem<br />

strandeigenen Chiringuito zu tun.<br />

Hier was anderes ins Spiel zu bringen,<br />

ist meist sinnlos, man beharrt<br />

auf seinen Favoriten.<br />

wo man sich niederlässt. Am Fussende des<br />

Pools des «Oku»-Hotels thront ein DJ-Pult,<br />

entlang der namhaften Beachclubs tänzeln<br />

die Club-Promotoren im Sand, man ist den<br />

ganzen Tag wie auf einer Welle, während<br />

die Sonne den Cava-Sangria in der Hand<br />

zum Leuchten bringt. Ibiza hat ein der Insel<br />

innewohnendes Strahlen – und eine Magie,<br />

die man schwer erklären<br />

kann.<br />

Man huldigt<br />

der phönizischen Göttin Tanit, Gottheit der<br />

Fruchtbarkeit und Ernte. Die rote Erde der<br />

Insel hat schon die Phönizier fasziniert, sie ist<br />

der Kontrast zu den kalkweissen Häuserfassaden.<br />

Abseits der touristischen Küstenorte<br />

finden sich einige der besten Restaurants der<br />

Insel, immer mit dem gewissen Ibiza-Faktor.<br />

Etwa das «Cova Santa» in den Hügeln<br />

von San José, gebaut rings um eine natürliche<br />

Höhle, bekannt für unvergessliche Livemusik-Sessions.<br />

Oder das «Aubergine», das<br />

zum grossartigen «Atzaró-Agrotourismus»-<br />

Hotel gehört. Oder aber das «Es Tragón»,<br />

eines von fünf Michelin-Restaurants auf der<br />

Insel. Umgeben von Pinien, Obstbäumen,<br />

eingebettet in ein Fischerdorf, mit eigenem<br />

Kräuter- und Weinanbau, ein klassisches<br />

Gesamterlebnis. Diese «Rural Restaurants»<br />

haben auf Ibiza ein hohes Standing, es gibt<br />

sie von bis und tatsächlich auch mal ohne<br />

Musikbeilage, abgesehen von den zirpenden<br />

Grillen. Farm to Table und Organic sind<br />

genauso wie die vegetarische und die vegane<br />

Schiene auf der weissen Insel fest verankert.<br />

Auch hierfür darf man den Hippies gracias<br />

sagen!<br />

Energetisch und eklektisch – dafür steht<br />

auch die neue Ära der High-End-Ho-<br />

Romantisches Setting und<br />

feine mediterrane Küche: das<br />

Restaurant «Aubergine by<br />

Atzaró» ist eines der besten<br />

«rural restaurants» im<br />

Hinterland Ibizas.<br />

<<br />

ROTE, FRUCHTBARE ERDE<br />

Nicht abstreiten kann man allerdings,<br />

dass die «Casa Jondal» immer gut gebucht<br />

ist, die Bonvivants im «Beachouse» tief<br />

durchatmen und das «El Silencio» ziemlich<br />

unglaubliche Sonnenuntergänge als Appetizer<br />

bietet. Linguine mit Formentera-Hummer<br />

oder ein traditioneller Bullit de Peix<br />

(Fischeintopf) mit Aioli, das Food-Spektrum<br />

konkurriert in seiner Breite mit dem Horizont<br />

des Mittelmeers. Musik ist auf Ibiza<br />

allgegenwärtig, Beats und Sea Brass – egal,<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

27


inselträume / IBIZA<br />

Die Dachterrasse des «The Standard»-<br />

Hotels bietet einen atemberaubenden<br />

Ausblick – und speisen lässt es sich<br />

dort auch ganz fein.<br />

<<br />

Die Fusionsküche im<br />

«Hyde»-Hotelrestaurant<br />

«Niko» (r.) verbindet<br />

japanische Tradition mit<br />

lokalen Produkten.<br />

tellerie, deren Restaurants die<br />

kulinarische Roadmap der Insel<br />

etwas umschreiben. Vom «The Standard»<br />

in Ibiza-Stadt, «W Hotel», «Oku» oder<br />

«Hyde», allesamt Namen, die für unaufdringlichen<br />

Luxus stehen. Das gilt auch für<br />

die hoteleigenen Restaurants, die sich gerne<br />

der Fusionsküche verschreiben, aber immer<br />

mit lokalem Touch. So sinniert etwa Gustavo<br />

Hernan vom japanischen «Niko» (im<br />

«Hyde»): «Ich respektierte die Tradition<br />

der Nigiri, aber ich lasse das auch etwas<br />

hinter mir, indem ich lokale Produkte und<br />

Techniken ergänze.» Eines der Signature-Gerichte<br />

im 2024 eröffneten «Niko»:<br />

Lemon-Fisch-Carpaccio mit Trüffel und<br />

Dashi-Vinaigrette. Im Hochsommer werden<br />

dann neben DJ-Grössen auch gerne Chefköche<br />

für ihr Kulinarik-Set eingeflogen,<br />

letzten August zum Beispiel Chef Pam aus<br />

Bangkok. Auf der anderen Seite werden<br />

Konzepte wie das des «SubliMotion» (des<br />

angeblich teuersten Restaurants der Welt)<br />

gerne exportiert, Dubai ist ein wohlwollender<br />

Abnehmer.<br />

Was Ibiza gar nicht von anderen unterscheidet:<br />

der Kampf um den Erhalt der<br />

Grundlagen. Álvaro Sanz Clavijo vom «Es<br />

Tragón» ist dafür bekannt, Pflanzen, die<br />

einst auf Ibiza heimisch waren, neu anzupflanzen,<br />

und der Fischfang ist natürlich<br />

limitiert. Derzeit befindet sich Ibiza im Winterschlaf,<br />

Kick-off ist immer Anfang Mai. Bis<br />

dahin wird konzipiert und orchestriert. Für<br />

<strong>2025</strong> angekündigt: Das «Destino Five Ibiza»<br />

und ein ganzes Imperium von Salt Bae, der<br />

dank Social Media durch eine einzige Geste<br />

berühmt wurde. Das Thema Salz würde<br />

zumindest zu Ibiza passen, das weisse Gold<br />

ist eines der Produkte der Insel. Circa drei<br />

Monate noch, dann wissen wir mehr.<br />

<<br />

LOKALE STARS<br />

Gegrilltes Huhn mit Zitronenconfit und<br />

Aioli – so geerdet geht es im neuen und<br />

gehypten «Madunia» zu, und das passt<br />

einfach zu Ibiza. Im «Asador Can Pilot»<br />

werden T-Bone-Steaks am Tisch grilliert,<br />

im «Fish Shack» gibt’s den Fisch des Tages<br />

auf Klappstühlen in den Felsen, und<br />

in der «Bar Anita» den vielleicht besten<br />

Hierbas (süsslicher Kräuterlikör) der<br />

Insel. Ibiza kann nicht nur authentisch,<br />

es ist authentisch. Wenig überraschend<br />

gibt es starke Parallelen zum spanischen<br />

Festland, aber vor allem Mallorca. Die<br />

Paella wird vornehmlich nur mit Fisch<br />

angerichtet – gerne mit dem Sud des<br />

Bullit de Peix (Fischeintopf). Beim<br />

Gedeck geht nichts ohne die Knoblauchcreme<br />

Aioli, und beim Dessert setzt<br />

man seit jeher auf Flaó (eine Tarte)<br />

und Greixonera (aus den Resten von<br />

Ensaimadas, eine Art Brotpudding).<br />

Dazwischen heisst es Fisch, Fisch und<br />

Meerestiere, dazu das berühmte Sal de<br />

Ibiza aus dem Keramiktöpfchen, und der<br />

inseleigene Honig darf in so mancher<br />

Vinaigrette nicht fehlen.<br />

Tipp: Die Kräuter-Workshops<br />

im botanischen<br />

Garten des «Fluxà Ibiza».<br />

Fotos: Luana Failla, Javier De Paz Garcia, Monica Gumm / laif / picturedesk<br />

28 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Sie müssen Ihren Kundinnen und Kunden nicht<br />

die Welt versprechen – weltweit unerreichte<br />

Energieeffizienz ist ja mehr als genug.<br />

---<br />

Weltneuheit<br />

178<br />

Bio<br />

Fresh<br />

Smart<br />

Frost<br />

Soft<br />

System<br />

Smart<br />

Device<br />

ready<br />

10 Jahre<br />

Herstellergarantie<br />

ICBa 5123<br />

Plus-Serie<br />

Mit dem ICBa 5123 präsentiert Liebherr die weltweit erste Kühl-<br />

Gefrierkombination im Einbaubereich in Energieeffizienzklasse A.<br />

Diese Weltpremiere sorgt mit zwei BioFresh-Schubfächern nicht<br />

nur für frischen Genuss sondern auch für einen verantwortungsvollen<br />

Umgang mit Ressourcen.


inselträume / IBIZA<br />

Boho-Style und Party-Vibes:<br />

Der Beachclub «Beachhouse»<br />

liegt direkt am lebendigen<br />

Playa d’en Bossa.<br />

RESTAURANTS &<br />

BEACHCLUBS<br />

LÍO<br />

Dinnershow, aber spektakulärer als alles, was<br />

man hierzulande kennt. Man kommt fürs Essen<br />

(Wagyue-Lasagne!) und die Kabarett-Show und<br />

bleibt zum Tanzen.<br />

Passeig Joan Carles I<br />

T : +34 971 310022, liogroup.com<br />

CASA JONDAL<br />

Absolut angesagt – und das schon eine ganze<br />

Weile! Entspannte Atmosphäre trotz Hype.<br />

Shuttle-Service für alle, die mit dem Boot<br />

vor Anker gehen.<br />

Cala Jondal, T: +34 971 802766, casajondal.es<br />

BEACHHOUSE<br />

Kosmopolitischer Club am bekanntesten Strand<br />

Ibizas, an dem sich ein lässiger Beachclub an den<br />

nächsten reiht. Man teilt das Essen – und die<br />

Erinnerungen. Sehr entspannte Atmosphäre<br />

trotz Partymeilen im Rücken.<br />

Platja d’en Bossa<br />

T: +34 971 396858, beachouseibiza.com<br />

BLUE MARLIN<br />

Für viele der exklusivste Beachclub, auch wenn<br />

sich die Konzepte ähneln. Weisse Tagesbetten,<br />

Champagner, gute Musik. Aber «Blue Marlin»<br />

ist eben «Blue Marlin».<br />

Cala Jondal, T: +34 971 410117, bluemarlinibiza.com<br />

NIKO IBIZA<br />

Die zweite Saison für das innovativ-minimalistische<br />

japanische Restaurant im «Hyde»-Hotel. Neuinterpretationen<br />

des Katsu Sando-Sandwiches mit<br />

Garnelen statt mit Schwein und vor allem: Nigiri<br />

zum Niederknien, so gut sind sie.<br />

Carrer Isidor Macabich, 19<br />

T: +34 971 336905, mondrianhotels.com<br />

AUBERGINE BY ATZARÓ<br />

Ein romantisches Setting, typisch für ibizenkische<br />

Restaurants im Hinterland. Die Auberginen spielen<br />

im Menu natürlich eine Rolle, das Carpaccio etwa<br />

ist sehr zu empfehlen. Witzig: die hausgemachten<br />

Lollies, löblich: die durchdachte Kinderkarte.<br />

Auch die Boutique ist am Punkt.<br />

Ctra de Sant Miguel Km 9.9<br />

Santa Gertrudis, 07815<br />

T: +34 971 090055, aubergineibiza.com<br />

THE FISH SHACK<br />

Ein Favorit der Locals: Kleine Klapptische direkt<br />

am Meer, allerdings auf Felsen und nicht im Sand.<br />

Zum Traumblick auf Ibiza-Stadt gibt’s wechselnde<br />

Fischgerichte. Immer einfach zubereitet, immer<br />

gut. Keine Reservierungen, keine Kreditkarten.<br />

Cala Talamanca, in der Nähe von Sa Punta<br />

ASADOR CAN PILOT<br />

Promifotos an der Wand, ein dickes Buch für die<br />

Reservierungen – aber vor allem: T-Bone-Steaks, die<br />

man direkt am Tisch grillt. Das «Asador can Pilot»<br />

ist eine Institution. Tipp: Wenn’s abends nicht klappt<br />

mit der Reservierung: mittags vorbeikommen.<br />

Avinguda Isidor Macabich, San Rafael<br />

T: +34 971 198293, asadorcanpilot.com<br />

BAMBUDDHA<br />

Kurztrip nach Bali: Ein Abend im «Bambuddha»<br />

gehört für viele seit einem Vierteljahrhundert<br />

einfach dazu. Man sitzt unter dem Kronlüster,<br />

umgeben von Bambus und geniesst seit Jahren<br />

die knusprige Ente, die man in Pancakes einrollt.<br />

Ctra. San José KM3<br />

T: +34 971 197510, bambuddha.com<br />

OKU IBIZA<br />

Beste Zutaten, einfaches Kochen – darauf schwört<br />

«Oku»-Chefkoch Mark Vaessen. Der mediterrane<br />

Ansatz der Community Dinners, also des Teilens,<br />

ist hier, wie so oft auf Ibiza, Usus.<br />

Camí del Portixol, 2, 07820 Cala Gracio<br />

T: +34 660 692170, okurestaurants.com/ibiza<br />

EL SILENCIO<br />

Einmal hypnotisieren lassen bitte! Entspanntes<br />

Fine Dining an der Cala Molí, im Hintergrund<br />

wartet ein Pool auf die Gäste.<br />

Av. de Cala Molí, Sant Josep de sa Talaia<br />

T: +34 676 003059, elsilencioibiza.com<br />

MADUNIA<br />

Abendrestaurant, das innerhalb kürzester Zeit zum<br />

Liebling wurde. Mandunia heisst übersetzt Mutter<br />

Erde – gekocht wird über offenem Feuer, die Drinks<br />

sind bemerkenswert. Gelegen am Cap Negret an<br />

der Westküste, sprich: schöne Sonnenuntergänge.<br />

Ctra. Cap Negret 16, T: +34 650 826132, madunia.es<br />

HOTELS<br />

CASA MACA<br />

Beachhotel, eigene Finca mit Privatkoch oder<br />

Agrotourismo – in Ibiza hat man die Wahl. Immer<br />

eine gute: die «Casa Maca» in den Hügeln der<br />

Insel. Auch die Küche ist aussergewöhnlich,<br />

gerade die vegetarischen Speisen.<br />

Can Palau De Dalt<br />

T: +34 971 806864, casamaca.com<br />

THE STANDARD<br />

Neuzugang in Ibiza-Stadt. Absolutes Highlight: der<br />

Dachpool mit Blick auf die Burg. Ansonsten weiss<br />

man, was man bei «The Standard» bekommt:<br />

Boheme-Feeling der Jetztzeit.<br />

Im «El Silencio» werden lokale Spezialitäten und Carrer de Bartomeu Vicent Ramon 9, Ibiza-Stadt,<br />

modern-mediterrane Küche auf Topniveau serviert. T: +34 871 027906, standardhotels.com/ibiza <<br />

Fotos: Georg Roske, Ilya Kagan, beigestellt<br />

30 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Fruhlingshafter Saisonstart<br />

NATUR, WELLNESS, GOLF & GOURMET ... AB 1. MÄRZ <strong>2025</strong><br />

Entspannung im Carrossa-Spa (1.500 qm) und<br />

feine Kulinarik in unseren zwei Restaurants.<br />

DAS WOCHEN-ARRANGEMENT:<br />

7 Nächte inkl. Gourmet-Halbpension<br />

bereits ab 1.176 € p. P. im Standard Room<br />

BUCHUNG ZUM BESTPREIS:<br />

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Carrossa Country Club SA · Camí de Carrossa KM 3,4 · 07570 Artà


inselträume / SYLT<br />

SYLT:<br />

MONDÄNES<br />

NORDLICHT<br />

Kaum eine Destination vereint so viele Gegensätze wie die<br />

Nordseeinsel Sylt: Hier trifft Jetset auf unberührte Natur,<br />

friesische Gelassenheit auf exklusiven Luxus, rauer Nordwind<br />

auf prickelnden Champagner. Ein Überblick, was Urlauber auf<br />

diesem einzigartigen Eiland erwartet.<br />

TEXT SEBASTIAN SPÄTH<br />

Foto: Rainer Mirau / Sylt Marketing<br />

32 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Sylts Salzwiesen sind malerische<br />

Naturjuwelen mit einzigartiger<br />

Vegetation. Sie entstehen dort, wo<br />

Meerwasser bei Flut über die Ufer tritt<br />

und bei Ebbe wieder abfliesst.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

33


inselträume / SYLT<br />

Das Luxushotel «Söl’ring Hof», idyllisch mitten<br />

in den Dünen gelegen, setzt in Sachen Kulinarik<br />

Massstäbe, die weit über die Insel hinausreichen.<br />

Westerland, der<br />

nördlichste Bahnhof<br />

im Netz der Deutschen<br />

Bahn – oder,<br />

wenn man es poetischer<br />

ausdrücken möchte: das Tor zu Sylt.<br />

Hier endet der Zugverkehr vom Festland.<br />

Auch der Flughafen liegt nur einen Katzensprung<br />

entfernt.<br />

Beim Aussteigen wird man förmlich von<br />

der Dunkelheit verschluckt – dabei ist es<br />

gerade einmal 16:30 Uhr. Der Nordseesturm<br />

peitscht unbarmherzig Regen und Kälte<br />

über die Bahnsteige. Am Vortag erreichten<br />

die Böen bis zu 120 km/h – alles Gründe,<br />

warum Sylt in den Wintermonaten eher eine<br />

spitze Zielgruppe anspricht. Sobald aber der<br />

Sommer Einzug hält, verwandelt sich die<br />

nordfriesische Insel in ein wahres Paradies.<br />

Während es im Winter wie überall im Norden<br />

früher dunkel und später hell wird, sind<br />

die Sommertage auf Sylt aussergewöhnlich<br />

lang. Oft bleibt es bis weit nach 23 Uhr hell.<br />

Dazu lockt die Nordsee mit Wasserfarben in<br />

Karibiktönen und lauer Temperatur.<br />

«Moin, willkommen auf Sylt!», ruft<br />

der grossgewachsene Mann, der hastigen<br />

SYLT IST DIE MIT<br />

ABSTAND GENUSS-<br />

VOLLSTE INSEL<br />

DEUTSCHLANDS, ALS<br />

REISEZIEL ABER NOCH<br />

NICHT INTERNATIONAL<br />

ERSCHLOSSEN.<br />

Schrittes mit ausgestreckten Armen entgegenkommt,<br />

als könne er höchstpersönlich<br />

das schlechte Wetter vertreiben. Sein<br />

jugendliches Äusseres passt nicht ganz zu<br />

dem Ruf, der ihm vorauseilt: Jan-Philipp<br />

Berner ist Sylts preisgekröntester Gastronom,<br />

ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen,<br />

einer Aufnahme in die Vereinigung<br />

«Les Grandes Tables du Monde» und<br />

zahlreichen weiteren Ehrungen, darunter<br />

die Höchstwertung von vier Gabeln im<br />

«<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide». Der 38-Jährige<br />

interpretiert seine Rolle jedoch weit umfassender,<br />

wie man in den nächsten Stunden<br />

zu spüren bekommt: Fahrer, Kofferträger,<br />

Portier – alles Chefsache für den Inhaber<br />

des «Söl’ring Hofs». Und das ist nur ein<br />

Vorgeschmack auf die aussergewöhnliche<br />

Dimension der Gastfreundschaft in Sylts<br />

renommiertestem Luxushotel.<br />

OPULENT AUFGETISCHT<br />

Das schneeweisse Friesenhaus mit dem für<br />

Sylt typischen Reetdach thront in spektakulärer<br />

Lage auf der Rantumer Düne. Die<br />

exklusive Herberge ist auf nur 30 Gäste<br />

ausgelegt, selbst die grösste Suite misst nur<br />

vergleichsweise bescheidene 70 Quadratmeter.<br />

Luxus wird im «Söl’ring Hof» auf<br />

ganz eigene Weise definiert – ein Eindruck<br />

davon lässt sich gut beim Morgenessen<br />

gewinnen. Es gilt weit über die Inselgrenzen<br />

hinaus als Nonplusultra.<br />

Nach dem Amuse-Bouche wird eine<br />

Etagere mit täglich wechselnden Köstlichkeiten<br />

gereicht wie etwa regionstypischem<br />

Nordseekrabbensalat. Anschliessend rollen<br />

Servicemitarbeiter mit eleganten Servierwagen<br />

heran und präsentieren eine erlesene<br />

Fotos: Fotografie Frei, beigestellt, Lovelywedding / Elwira i Jacek Radunc, Sylt Marketing/Dominik Täuber<br />

34 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Auswahl an Brot und Käse.<br />

Wenn die Sonne hinter der<br />

Nordsee versinkt, entfaltet sich<br />

im Gastraum eine völlig neue Atmosphäre.<br />

Dann offenbart sich die Kunst einer<br />

mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten<br />

Küche. So entstehen im Jahr zehn wechselnde<br />

Menus. Alle mit Fokus auf Sylts<br />

regionale Produkte. Ob Rosenkohl und<br />

Mangold aus eigenem Anbau im Restaurantgarten,<br />

die Berner zu Kalbsbries mit<br />

Trüffel und geriebenem Michelkäse von der<br />

Rohmilchkäserei Backensholz, einer regionalen<br />

Spezialität, serviert – oder Salzwiesenkräuter,<br />

die das «Söl’ring Hof»-Team<br />

im Sommer täglich frisch pflückt. Sylt birgt<br />

weit mehr Schätze, als bekannt ist.<br />

Das Sylter Austernfeld liegt in<br />

der malerischen Blidselbucht,<br />

zwischen den Orten List und<br />

Kampen. Nur Eingeweihte<br />

kennen dieses verborgene<br />

Fleckchen Natur.<br />

NORDISCHE SCHÄTZE<br />

List etwa ist die Heimat der einzigen<br />

Austernzucht Deutschlands, Dittmeyer‘s<br />

Austern-Compagnie. Firmengründer<br />

Clemens Dittmeyer machte sich 1986 daran,<br />

die Geschichte der Sylter Austernzucht nach<br />

50-jähriger Unterbrechung wiederzubeleben.<br />

Heute wachsen in der Blidselbucht zwischen<br />

List und Kampen jährlich wieder rund 100<br />

Tonnen Austern.<br />

In seinem Zweitrestaurant «Wohnzimmer»,<br />

dem bodenständigen Pendant zum<br />

Zwei-Sterne-Restaurant, serviert Spitzenkoch<br />

Berner die Sylter Austern als Trio:<br />

gebacken auf Champagnerrahmkraut mit<br />

Minze, mariniert mit einem Granité aus<br />

Friesentee und karamellisiertem grünem<br />

Wacholder sowie naturbelassen, begleitet<br />

von einer Zitronenspalte. Dazu wird der<br />

hauseigene Rosensecco des «Söl’ring Hof»<br />

gereicht, hergestellt aus Boskoop-Äpfeln,<br />

Himbeer- und Brombeersaft sowie handgepflückten<br />

Sylter Heckenrosen, die der<br />

prickelnden Kreation ihre zarte rosa<br />

Farbe verleihen.<br />

An der Ostseite Sylts erstreckt sich auf<br />

über 4500 Quadratkilometern der grösste<br />

Nationalpark Deutschlands – eine einzigartige<br />

Naturlandschaft, die seit 2009 zum<br />

UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Im<br />

Frühjahr und im Herbst machen hier<br />

Millionen von Zugvögeln Halt. Auf den<br />

Sandbänken ruhen Seehunde und Kegelrobben,<br />

und mit etwas Glück lässt sich in<br />

der Ferne sogar ein Schweinswal beobachten.<br />

Idyllisch entlang des Wattenmeers<br />

verläuft ein malerischer, rund acht<br />

Kilometer langer Wanderweg, der die<br />

Gemeinden Kampen und Keitum verbindet.<br />

Hier, fernab des Trubels, wo nur<br />

wenige Menschen anzutreffen sind, fällt es<br />

leicht, die Sorgen des Alltags hinter sich zu<br />

lassen. Umgeben von sanften grünen<br />

Hügeln und weiten Feldern lädt die<br />

<<br />

Wandern auf Sylt bedeutet Natur pur:<br />

kilometerlange Sandstrände, malerische<br />

Dünenlandschaften und das UNESCO-<br />

Weltnaturerbe Wattenmeer.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

35


inselträume / SYLT<br />

<<br />

Natur zu innerer Einkehr und einem<br />

tiefen Durchatmen ein. Nicht ohne Grund<br />

verlieh der Schriftsteller Max Frisch diesem<br />

Pfad einst den verheissungsvollen Namen<br />

«Grünes Vergessen».<br />

ZU SCHÖN, UM FORTZUZIEHEN<br />

In Keitum, nur fünf Gehminuten vom<br />

Wattenmeer entfernt, liegt ein aussergewöhnliches<br />

Erholungsdomizil: das<br />

«Severin’s». Das Fünf-Sterne-Hotel,<br />

bekannt als eines der besten Spa- und<br />

Health-Resorts Deutschlands, bietet auch<br />

kulinarisch höchste Klasse. Im hauseigenen<br />

Sternerestaurant «Tipken’s» verwöhnt<br />

Küchenchef René Verse seine Gäste mit<br />

exquisiten Kreationen. Ein besonderes<br />

Highlight ist der mit Haselnüssen gefüllte<br />

Rosenkohl, verfeinert mit Alba-Trüffel<br />

und geräuchertem Frischkäse. Jedes<br />

Röschen aufwendig einzeln befüllt. Ganz<br />

anderes Flair bietet Hörnum an der<br />

Südspitze Sylts: mehr Bullerbü, weniger<br />

Jetset. Was nicht heisst, dass es hier<br />

ruhiger zugeht als auf dem Rest der Insel.<br />

Vor dem «Café Lund» drängen sich<br />

Massen. Inhaber Jens Lund winkt einen an<br />

der Warteschlange vorbei ins Innere. Vor<br />

dem Brotregal im Laden erstreckt sich eine<br />

Verkaufstheke mit Plunderteilchen,<br />

Gebäck und Klassikern wie der<br />

Sylt-typischen Friesentorte<br />

Jens Lund (l.)<br />

schloss an seine<br />

Konditorausbildung<br />

eine Lehre bei der<br />

Sylter Kochlegende<br />

Jörg Müller an.<br />

aus Pflaumenmus,<br />

Schlagsahne und<br />

Blätterteigböden. Nicht zu<br />

vergessen: die inselweit<br />

bekannte «Lund Iskreem». Die<br />

Lunds waren es, die im Jahr 1950 auf Sylt<br />

die erste Eismaschine in Betrieb nahmen.<br />

Jens Lund führt den Betrieb heute in<br />

dritter Generation. Er hat ihn der Liebe<br />

wegen übernommen. Eigentlich war der<br />

gelernte Koch nach Neuseeland ausgewandert,<br />

bei einem Heimatbesuch lernte<br />

er seine heutige Ehefrau kennen. Das<br />

Backen hat er sich selbst beigebracht.<br />

«Durch Christian<br />

Puglisi vom ‹Noma›<br />

rutschte ich in die Sauerteig-<br />

Szene rein», erzählt Lund. Auch<br />

wenn seine Inspiration aus<br />

Kopenhagen kommt, ist sein Brot ein<br />

echtes Sylter Original. «Das Getreide,<br />

das ich für meine Sylter Brote verarbeite,<br />

kommt komplett von der Insel», versichert<br />

er. «Söl’ring Hof»-Chef Berner überreicht<br />

jedem seiner Gäste zum Abschied eines<br />

von Lunds Broten. So können sie den Geschmack<br />

der Insel sogar mit nach Hause<br />

nehmen.<br />

<<br />

LOKALE STARS<br />

Im «Tipken’s»<br />

verwöhnt<br />

der junge<br />

Sternekoch<br />

René Verse<br />

mit seinem<br />

erstklassigen<br />

Flora- und<br />

Fauna-Menu.<br />

Bis ins frühe 20. Jahrhundert<br />

gab es wilde Austernbänke vor Sylt,<br />

doch aufgrund rücksichtsloser<br />

Überfischung brachen die natürlichen<br />

Bestände der Europäischen Auster<br />

zusammen. Heute gedeihen<br />

im Watt vor der Insel wieder rund<br />

100 Tonnen Austern pro Jahr.<br />

Neben Austern sind auf Sylt auch<br />

Venusmuscheln, Taschenkrebse<br />

und Wattenschnecken heimisch, die<br />

in der Nordsee und dem Wattenmeer<br />

ideale Lebensräume vorfinden. Diese<br />

Meeresfrüchte spielen eine zentrale<br />

Rolle in der Sylter Küche, aber auch<br />

für Klassiker der Hochküche wie<br />

der Bouillabaisse im «Söl’ring Hof».<br />

Fotos: Sven Schomburg, Lund Sylt, Michael Magulski<br />

36 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


DIE KÄLTE<br />

BLEIBT<br />

DRAUSSEN<br />

ROLLLÄDEN UND JALOUSIEN FÜR BESTES RAUMKLIMA<br />

Außenliegender Sonnenschutz unterstützt die Wärmedämmung, senkt den Energieverbrauch und spart Heizkosten.<br />

Von HELLA in maßgefertigter Perfektion und optischer Raffi nesse bis ins kleinste Detail. Das ist Lebensqualität!


inselträume / SYLT<br />

Die Dichte an Spitzenrestaurants<br />

und kreativen Köchen macht Sylt<br />

zu einem Hotspot für Gourmets.<br />

TIPKEN‘S<br />

Gemeinsam mit Patron Niklas Henkle kreiert<br />

Küchenchef René Verse innovative Flora- und Fauna-<br />

Menus, die Gästen die Wahl zwischen Pflanzenbasiertem<br />

oder Fleisch und Fisch lassen. Die idyllische<br />

Terrasse lädt im Sommer zu einem Aperitif ein.<br />

Ein Ort, an dem regionale Verbundenheit und kulinarische<br />

Perfektion verschmelzen.<br />

Am Tipkenhoog 18, 25980 Sylt/Keitum<br />

T: +49 4651 460660, severins-sylt.de<br />

HOTELS<br />

SEVERIN’S RESORT & SPA<br />

Friesischer Baustil verbindet sich mit modernem<br />

Ambiente und einem luxuriösen 2000 m² grossen<br />

Spa. Gäste können aus einer Vielzahl an Massagen,<br />

Treatments und Hamam-Ritualen wählen. Alles in<br />

unmittelbarer Lage zum Wattenmeer.<br />

Am Tipkenhoog 18, 25980 Sylt/Keitum<br />

T: +49 4651 460660, severins-sylt.de<br />

SÖL’RING HOF<br />

Ein Refugium der Extraklasse mit nur 15 Zimmern,<br />

eingebettet in die Dünen. Hier geniesst man absolute<br />

Privatsphäre, ein exklusives Private Spa und<br />

ein À-la-carte-Frühstück, das keine Wünsche offenlässt.<br />

Das Restaurant bietet ein kulinarisches<br />

Erlebnis der Extraklasse.<br />

Am Sandwall 1, 25980 Sylt/Rantum<br />

T: +49 4651 836200, soelring-hof.de<br />

LANDHAUS STRICKER<br />

In stilvollem Ambiente verführt Patron Holger<br />

Bodendorf mit seiner ausgezeichneten Gourmetküche.<br />

Gäste geniessen luxuriöse Entspannung in<br />

elegant eingerichteten Zimmern und ein Frühstück,<br />

das mit feinen À-la-carte-Kreationen begeistert.<br />

Ein Ort für alle, die Sylt von seiner genussvollsten<br />

Seite erleben möchten.<br />

Boy-Nielsen-Strasse 10, 25980 Sylt/Tinnum<br />

T: +49 4651 88990, landhaus-stricker.com<br />

verglasten Wintergarten und einem aussergewöhnlichen<br />

Mosaikboden, der für ein einzigartiges<br />

Ambiente sorgt. Stilvoll eingerichtete Zimmer<br />

und Suiten bieten höchsten Komfort, während der<br />

grosszügige Spa-Bereich zum Entspannen einlädt.<br />

Munkmarscher Hafen 1<br />

25980 Sylt/Munkmarsch<br />

T: +49 4651 93970, faehrhaus-sylt.de<br />

RESTAUARNTS<br />

SEENOT<br />

Idyllisch in den Dünen gelegen mit direktem Blick<br />

auf die Nordsee, lädt die «Seenot» zum Verweilen<br />

ein. Die Speisekarte ist gespickt mit lokalen Spezialitäten.<br />

Hier trifft man auch Einheimische.<br />

Strandstrasse 15, 25980 Sylt/Westerland<br />

T: +49 4651 123456, seenot-sylt.de<br />

KAI43<br />

Im mehrfach prämierten Gourmetrestaurant<br />

präsentiert Küchenchef Felix Gabel gemeinsam<br />

mit seinem internationalen Team eine moderne<br />

Interpretation von «Nordic Fusion». Mit höchsten<br />

Qualitätsansprüchen verbindet die Küche heimische<br />

Produkte und Zutaten ausgewählter<br />

Erzeuger aus Norddeutschland und Skandinavien<br />

zu einzigartigen Geschmackserlebnissen.<br />

Am Hafen 1, 25997 Sylt/Hörnum<br />

T: +49 4651 46070, budersand.de<br />

SYLTER MUSCHELN<br />

Ob bei einem eleganten Gourmet-Dinner oder<br />

entspanntem Friends-Food – hier kommen<br />

Muschelliebhaber voll auf ihre Kosten.<br />

Hauptstrasse 25, 25980 Sylt/Hörnum<br />

T: +49 4651 987654,<br />

sylter-muscheln.de<br />

CAFÉ<br />

CAFE LUND<br />

Vielseitiges Angebot aus Morgenessen, Mittagstisch<br />

und Backwaren. Inhaber Jens Lund bringt<br />

Expertise aus der Sterneküche mit: Nach seiner<br />

Konditorlehre zog es ihn zur Kochlegende Jörg<br />

Müller. Anschliessend führte ihn sein Weg ins<br />

Sterne-Restaurant «Haerlin» im Hotel «Vier Jahreszeiten»<br />

in Hamburg, wo er es bis zum Chef-<br />

Pâtissier brachte. Sein Sauerteigbrot aus Sylter<br />

Mehl ist ein absoluter Pflichtkauf.<br />

Rantumer Strasse 1-3, 25997 Hörnum/Sylt<br />

T: +49 4651 881036, lund-sylt.de<br />

<<br />

BUDERSAND HOTEL GOLF & SPA<br />

In einzigartiger Lage direkt an der Südspitze Sylts.<br />

Gäste erwartet ein ausgezeichnetes Gourmetrestaurant<br />

mit spektakulärem Blick auf die Nordsee.<br />

Luxuriös ausgestattete Zimmer und Suiten<br />

bieten höchsten Komfort. Golfliebhaber kommen<br />

auf dem hauseigenen, preisgekrönten Links-Golfplatz<br />

voll auf ihre Kosten – ein Paradies für Geniesser<br />

und Sportbegeisterte gleichermassen.<br />

Am Kai 3, 25997 Sylt/Hörnum<br />

T: +49 4651 46070, budersand.de<br />

FÄHRHAUS<br />

In exklusiver Lage direkt am Munkmarscher<br />

Hafen vereint das Fährhaus luxuriöse Eleganz mit<br />

nordischer Gemütlichkeit. Gäste erwartet ein<br />

exzellentes Gourmetrestaurant mit einem rundum<br />

Im Spätsommer<br />

verwandelt sich die<br />

Bradebuder Heide in<br />

ein farbenprächtiges<br />

Blumenmeer.<br />

Fotos: MB Design, Finn Anjes / Sylt Marketing<br />

38 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


BADEN-BADEN<br />

The good-good life.


inselträume / REZEPTE<br />

40 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter -<br />

Rezeptideen kostenlos<br />

via E-Mail erhalten:<br />

go.falstaff.com/rezept-newsletter<br />

Sylt ist ein Paradies für<br />

Gourmetfans. Hier trifft<br />

maritime Gelassenheit auf<br />

Sterneküche. Drei Spitzenköche<br />

haben <strong>Falstaff</strong> ihre<br />

besten Rezepte verraten – eine<br />

leidenschaftliche Hommage<br />

an die Insel.<br />

FOTOS LENA STAAL<br />

KONZEPT & PRODUKTION BIANCA DEMSA<br />

FOODSTYLIST GITTE JAKOBSEN<br />

NORDSEE-<br />

FRISCHE<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

41


inselträume / REZEPTE<br />

42 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


ROH MARINIERTE<br />

SYLTER AUSTERN<br />

(FÜR 6 PORTIONEN)<br />

Johannes King empfiehlt, den typischen jodigen Geschmack roher<br />

Austern mit einer Vinaigrette zu verfeinern. Wichtig: Nach dem<br />

Öffnen das erste Wasser abgiessen und erst dann den Muskel lösen,<br />

damit die Vinaigrette nicht verwässert. Für dieses Rezept bevorzugt<br />

er die Sylter Royal-Auster mit ihrem feinnussigen Aroma.<br />

ZUTATEN FÜR DIE AUSTERN MIT<br />

ERBSENVINAIGRETTE<br />

200 g gefrorene grüne Erbsen<br />

30 g Wasser<br />

2 EL Sonnenblumenöl<br />

2 EL Traubenkernöl<br />

Etwas Meersalz<br />

1 Prise Kristallzucker<br />

6 Austern<br />

ZUBEREITUNG DER AUSTERN MIT<br />

ERBSENVINAIGRETTE<br />

– Die gefrorenen Erbsen leicht antauen lassen,<br />

das Wasser dazugeben und alles durch den<br />

Entsafter geben.<br />

– Den Saft mit den Ölen und Gewürzen mischen.<br />

– Den Minzzweig in den Sud legen und 10 Minuten<br />

ziehen lassen.<br />

– Die Minze wieder entfernen und die Vinaigrette<br />

über die Austern geben.<br />

kleine Würfelchen schneiden, mit etwas<br />

gemahlenem weissem Pfeffer, Limettensaft und<br />

geriebener Limettenschale marinieren.<br />

– Die Crème Cru ganz leicht mit einem Schneebesen<br />

aufschlagen.<br />

– Das Austerntatar in die Austernschale einfüllen,<br />

einige Tupfen Crème Cru daraufgeben und mit<br />

ganz feinen, kleinen Estragonstreifen garnieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Kiedrich Riesling trocken 2022<br />

Weingut Eva Fricke, Eltville, Deutschland<br />

Filigran im Duft mit Kumquats, Orangenzeste,<br />

Zitronenmelisse und nassem Stein. Am Gaumen<br />

Wiesenkräuter, straffe Säure, attraktive Cremigkeit<br />

und ein langer, mineralischer Nachhall. Die<br />

salzige Mineralität des Weins passt perfekt zur<br />

Austernvariation. coop.ch, CHF 15,95<br />

Fotos: Florian Arvanitopoulos / Fotostudio-Arva.de<br />

ZUTATEN FÜR DIE AUSTERN MIT APFEL,<br />

GURKE UND INGWER<br />

⅓ Apfel (Granny Smith)<br />

50 g Salatgurke<br />

10 g frischer Ingwer<br />

6 Austern<br />

ZUBEREITUNG DER AUSTERN MIT APFEL,<br />

GURKE UND INGWER<br />

– Den Apfel und die Gurke schälen, entkernen und<br />

in feine Streifen schneiden. Beides in einer<br />

Schüssel vermengen.<br />

– Den Ingwer auf einer sehr feinen Reibe reiben,<br />

in Küchenkrepppapier legen, den Saft auspressen<br />

und zu den Apfel-Gurken-Streifen geben, gut<br />

mischen.<br />

– Schliesslich die Mischung auf die Austern geben.<br />

ZUTATEN FÜR DAS AUSTERNTATAR<br />

MIT CRÈME CRU<br />

6 grosse fleischige Austern<br />

Etwas unbehandelte Limettenschale, frisch<br />

gerieben<br />

ZUBEREITUNG DES AUSTERNTARTARS<br />

MIT CRÈME CRU<br />

– Die Austern auslösen und auf ein Sieb hängen,<br />

damit das Wasser abtropft.<br />

– Die Austern zuerst in Streifen und schliesslich in<br />

Rezept von Johannes King<br />

«Sylter Manufaktur Johannes King«<br />

Keitum, Sylt, Deutschland<br />

Johannes King blickt auf 20 erfolgreiche Jahre als<br />

Küchenchef im «Söl’ring Hof» zurück. Der Zwei-<br />

Sterne-Koch und gebürtige Schwabe ist nicht nur<br />

als Unternehmer und Gastronom bekannt, sondern<br />

auch als leidenschaftlicher Gärtner sowie Kräuterund<br />

Blütensammler. In seiner «Sylter Manufaktur<br />

Johannes King« betreibt er einen Genussshop, der<br />

mit exquisiter Feinkost begeistert.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

43


GEDÄMPFTES SKREIFILET<br />

mit Muscheln, Dill und Nordseekrabben<br />

(FÜR 4 PERSONEN)<br />

Nils Henkel setzt mit seinem Stil auf Nachhaltigkeit und saisonale Zutaten.<br />

Das Rezept mag komplex wirken, lässt aber Raum, einzelne Komponenten<br />

wegzulassen oder zu ersetzen.<br />

ZUTATEN FÜR DEN SAFRAN-MUSCHELSUD<br />

350 g Miesmuscheln<br />

35 g Fenchel<br />

20 g Staudensellerie<br />

20 g Schalotten<br />

25 g Rapsöl<br />

6 Pfefferkörner, weiss<br />

3 Dillzweige<br />

1 Lorbeerblatt<br />

3 g Fenchelsaat<br />

2 g Korianderkörner<br />

1 g Safran<br />

100 g Riesling<br />

750 g Fischfond<br />

150 g Milch<br />

Salz, weisser Pfeffer, Dillöl<br />

ZUBEREITUNG DES SAFRAN-MUSCHELSUDS<br />

– Die Muscheln waschen. Das Gemüse klein<br />

schneiden und in Rapsöl anschwitzen.<br />

– Muscheln und Gewürze zufügen, ein paar Minuten<br />

mitschwitzen und mit dem Riesling ablöschen.<br />

– Auf die Hälfte einkochen, dann mit Fischfond<br />

aufgiessen.<br />

– 20 Minuten köcheln lassen und durch ein Mikrosieb<br />

passieren. Milch zufügen und mit Salz und<br />

Pfeffer abschmecken.<br />

– Zum Anrichten mit grünem Dillöl verrühren.<br />

– Die Muscheln werden durch die Kochzeit recht<br />

fest, man kann sie aber grob gehackt schön als<br />

Füllung für Ravioli verwenden.<br />

ZUTATEN FÜR DAS DILLÖL<br />

200 g Dill<br />

50 g Petersilienblättchen<br />

400 g Rapsöl<br />

ZUBEREITUNG DES DILLÖLS<br />

– Dill und Petersilie in stark gesalzenem Wasser etwa<br />

1 Minute kochen und in Eiswasser abschrecken.<br />

– Gut ausdrücken und mit dem Rapsöl etwa 3 Minuten<br />

im Mixer bei maximaler Drehzahl pürieren.<br />

– Das Püree 24 Stunden kühl ruhen lassen und<br />

dann durch ein Mikrosieb laufen lassen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS GEDÄMPFTE SKREIFILET<br />

300 g Rückenfilet vom Winterkabeljau (Skrei)<br />

100 g Brotbrösel (Pankopanierbrot)<br />

100 g Nussbutter<br />

1 Msp. Safranpulver<br />

12 Miesmuscheln<br />

8 Frühlingslauchstangen<br />

20 g Nussbutter<br />

2 Radieschen<br />

2 Dillzweige<br />

Salz, weisser Pfeffer<br />

ZUBEREITUNG DES GEDÄMPFTEN<br />

SKREIFILETS<br />

– Das Skreirückenfilet mit Salz und Pfeffer würzen<br />

und mit Rapskernöl in Frischhaltefolie straff eindrehen.<br />

– Das Filet etwa 24 Stunden kalt stellen, es erhält<br />

durch das Salz eine festere Textur. Die Brotbrösel<br />

in der Nussbutter mit Safranpulver knusprig<br />

anschwenken und zum Abtropfen auf Küchenkrepp<br />

legen.<br />

– Die Miesmuscheln etwa 3 Minuten bei 85° C<br />

dämpfen, bis die Muscheln sich öffnen.<br />

– Den Sud auffangen und die ausgelösten Muscheln<br />

darin aufbewahren. Den Frühlingslauch<br />

waschen und putzen, in Nussbutter braten und<br />

mit Salz und Pfeffer würzen<br />

– Die Radieschen in Scheiben hobeln.<br />

ZUTATEN FÜR DAS LAUCHPÜREE<br />

100 g Lauch, nur Grünes<br />

100 g Butter, weich<br />

100 g Kartoffeln, mehlig, geschält<br />

Salz, Pfeffer<br />

Milch<br />

ZUBEREITUNG DES LAUCHPÜRÉES<br />

– Das Grüne vom Lauch fein schneiden, in kochendem<br />

Salzwasser etwa 2 Minuten blanchieren,<br />

in Eiswasser abschrecken und gut auspressen.<br />

– Dann mit weicher Butter verkneten und in einem<br />

Mixer sehr fein mixen. Die Masse durch ein feines<br />

Sieb streichen. Währenddessen die Kartoffeln in<br />

Salzwasser garkochen, im Ofen ausdämpfen<br />

lassen und ebenfalls passieren.<br />

Rezept von Nils Henkel, «Tipken’s by Nils Henkel»<br />

Keitum, Sylt, Deutschland<br />

Neben dem Restaurant «Bootshaus» trägt auch<br />

«Tipken’s by Nils Henkel» auf Sylt Nils Henkels unverwechselbare<br />

Handschrift. Unter der Leitung von<br />

Küchenchef René Verse wird hier höchste Qualität<br />

garantiert. Die frischen, farbenfrohen Kreationen<br />

verzaubern die Sinne, während eine entspannte<br />

Atmosphäre den Genuss perfekt macht.<br />

– Das Lauchpüree unter die heisse Kartoffelmasse<br />

mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />

– Das Püree sollte cremig und leicht fliessend sein,<br />

eventuell etwas Milch zufügen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE DILLMAYONNAISE<br />

1 Eigelb<br />

1 EL Joghurt<br />

200 g Dillöl (Grundrezept)<br />

10 g Limettensaft<br />

Salz<br />

ZUBEREITUNG DER DILLMAYONNAISE<br />

– Eigelb und Joghurt mit einem Rührgerät verrühren.<br />

– Dann langsam das Dillöl einlaufen lassen und<br />

emulgieren.<br />

– Mit Limettensaft und Salz abschmecken.<br />

ZUTATEN FÜR DEN KRABBENSALAT<br />

120 g Nordseekrabben, geschält<br />

50 g Mayonnaise<br />

1 EL Staudenselleriewürfel<br />

1 EL Dill, fein geschnitten<br />

ZUBEREITUNG DES KRABBENSALATS<br />

– Geschälte Nordseekrabben, Mayonnaise, Staudensellerie<br />

und Dill miteinander vermengen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />

200 g Safran-Muschelsud (siehe oben)<br />

40 g Dillöl (siehe oben)<br />

ANRICHTEN<br />

– Das Skreifilet mit der Folie in vier Portionen<br />

schneiden und diese bei 85 °C im Dampf etwa<br />

6 Minuten garen, dann die Folie entfernen.<br />

– Das heisse Lauchpüree mit einem Löffel in<br />

warme, tiefe Schalen streichen. Das Kabeljaufilet<br />

in der Mitte des Pürees platzieren, links und<br />

rechts davon je einen Löffel Krabbensalat anrichten<br />

und den Frühlingslauch dazulegen.<br />

– Jeweils drei warme Miesmuscheln, drei Radieschenscheiben<br />

und je drei Tupfen Dillmayo auftragen.<br />

– Je einen Löffel warme Brotbrösel auf den Kabeljau<br />

anrichten, den heissen Muschelsud mit dem<br />

Dillöl verrühren und angiessen.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

«Pur Mineral» Riesling trocken 2021<br />

Weingut Rudolf Fürst, Franken, Deutschland<br />

Elegant im Duft, mineralisch, gelber Apfel, Mirabelle,<br />

Zitronenzesten. Am Gaumen ein wahrer<br />

Vertreter seines Namens: feine Mineralik, reife<br />

gelbe und etwas grüne Frucht, dabei angenehme<br />

Phenolik, alles eingebunden von reifer Säure, langer<br />

Nachhall. Ein perfekter Fischbegleiter.<br />

gerstl.ch, ca. CHF 22,–<br />

44 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


inselträume / REZEPTE<br />

Foto: Axel Steinbach Fotografie<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

45


inselträume / REZEPTE<br />

46 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


KRAPFEN & HAGEBUTTE<br />

(FÜR 18 STÜCK)<br />

Nach dem ersten Frost entfalten Hagebutten ihre volle Süsse: Die Schale wird<br />

zart und glasig und gibt bei leichtem Druck nach. Theoretisch können sie<br />

über den gesamten Winter gesammelt werden. Kombiniert mit der Süsse der<br />

Krapfen entsteht ein originelles Dessert, das die Faschingszeit perfekt versüsst.<br />

Foto: Ydo Sol Images<br />

ZUTATEN FÜR DIE EINGELEGTEN<br />

HAGEBUTTEN<br />

50 g Hagebutten<br />

75 ml Läuterzucker<br />

ZUBEREITUNG DER HAGEBUTTEN<br />

– Hagebutten gut waschen, halbieren und entkernen.<br />

Dafür am besten Handschuhe tragen, da<br />

die Kerne an den Händen jucken.<br />

– Die halbierten Früchte in ein Weckglas geben,<br />

den Läuterzucker erhitzen und die Früchte damit<br />

überbrühen.<br />

– Die Früchte 24 Stunden durchziehen lassen.<br />

ZUTATEN FÜR DEN BRANDTEIG<br />

40 ml Milch<br />

40 ml Wasser<br />

15 g Butter<br />

1,5 g Salz<br />

3 g Zucker<br />

40 g Mehl<br />

1 Ei<br />

ZUBEREITUNG DES BRANDTEIGS<br />

– Milch und Wasser in einer kleinen Pfanne<br />

zusammen mit der Butter, Salz und Zucker<br />

aufkochen lassen.<br />

– Das Mehl unter ständigem Rühren in die heisse<br />

Flüssigkeit sieben. Den Teig abbrennen, bis eine<br />

weisse Schicht am Pfannenboden entsteht.<br />

– Anschliessend den Teig in einer Rührschüssel<br />

5 Minuten auskühlen lassen.<br />

– Dann mit einem Handrührgerät das Ei einrühren,<br />

bis ein homogener Teig entsteht.<br />

– Den Teig in einen Spritzbeutel füllen.<br />

ZUTATEN FÜR DEN ZUCKERTEIG<br />

40 g brauner Zucker<br />

40 g weiche Butter<br />

40 g Mehl<br />

ZUBEREITUNG DES ZUCKERTEIGS<br />

– Alle Zutaten zu einem Teig kneten und diesen<br />

2 Millimeter dünn ausrollen.<br />

– 3 Zentimeter grosse runde Taler ausstechen und<br />

kühl stellen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE KRAPFEN<br />

Brandteig (siehe oben)<br />

Zuckerteig (siehe oben)<br />

ZUBEREITUNG DER KRAPFEN<br />

– Den Brandteig in 3 Zentimeter grosse Punkte auf<br />

ein Backblech spritzen.<br />

– Je 1 Zuckerteig-Taler auf den Brandteig setzen<br />

und die Krapfen bei 160 °C etwa 15 Minuten<br />

backen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS HAGEBUTTENGELEE<br />

100 g Hagebuttengelee<br />

40 g Zucker<br />

1 g Agar-Agar<br />

1 Blatt Gelatine<br />

ZUBEREITUNG DES HAGEBUTTENGELEES<br />

– Hagebuttenmark mit Zucker und Agar-Agar in<br />

einer Pfanne kalt verrühren.<br />

– Für 2 Minuten unter Rühren aufkochen, weiterrühren,<br />

bis die Gelatine sich vollständig aufgelöst hat.<br />

Rezept von Jan-Philipp Berner, «Söl’ring Hof»<br />

Rantum, Sylt, Deutschland<br />

Seit 2013 begeistert der Zwei-Sterne-Koch und<br />

Gastgeber Jan-Philipp Berner seine Gäste im<br />

«Söl’ring Hof», einem exklusiven Kleinod in einmaliger<br />

Einzellage. Umgeben von Sylter Natur bilden<br />

die Produkte der Insel die Basis seiner saisonalen,<br />

kreativen Küche. In seinem Kochbuch «Sylt» gewährt<br />

er einen persönlichen Einblick in seine<br />

kulinarische Welt. Erschienen im Südwest Verlag.<br />

– Anschliessend das Hagebuttengelee auf ein<br />

flaches Blech giessen und erkalten lassen.<br />

Anschliessend das Gelee in einen Mixer füllen<br />

und gut durchmixen, bis das Gelee eine<br />

homogene Konsistenz entwickelt hat.<br />

– Das fertige Hagebuttengelee in einen Spritzbeutel<br />

füllen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS HAGEBUTTENMOUSSE<br />

50 g Hagebuttenmark<br />

25 g Schmand<br />

25 g Zucker<br />

1 Blatt Gelatine<br />

75 g Schlagsahne<br />

ZUBEREITUNG DES HAGEBUTTEN-MOUSSE<br />

– Hagenbuttenmark, Schmand und Zucker in eine<br />

Pfanne geben und erwärmen.<br />

– Die in kaltem Wasser eingeweichte, und ausgedrückte<br />

Gelatine hinzufügen, weiterrühren,<br />

bis die Gelatine sich vollständig aufgelöst hat.<br />

Kalt rühren.<br />

– 50 Gramm Sahne aufschlagen und unterheben.<br />

Nun die Mousse kalt stellen.<br />

– Sobald die Mousse fest ist, die restliche Sahne<br />

unterheben und die Mousse in einen Spritzbeutel<br />

füllen.<br />

ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />

Puderzucker<br />

ANRICHTEN<br />

– Die fertigen Krapfen von unten leicht öffnen und<br />

mit der Mousse befüllen.<br />

– Mit Puderzucker bestäuben.<br />

– 1 Punkt Hagebuttengelee oben auf den Krapfen<br />

setzen und je 1 eingelegte Hagebuttenhälfte auf<br />

den Krapfen platzieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Niepoort Tawny 20 Years<br />

Niepoort, Vila Nova de Gaia, Portugal<br />

Elegante, frische Nase mit Noten von gerösteten<br />

Nüssen, Nougat, Datteln, Granatapfel und Pflaumenmus<br />

sowie konfierten Waldbeeren. Unterlegt<br />

ist das Ganze mit einer frischen, ätherischen<br />

Kräuterwürze. Am Gaumen schöne Fülle, wirkt<br />

komplex und ausbalanciert. Langes Finale.<br />

casadelvino.ch, CHF 59,–<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

47


inselträume / MYKONOS<br />

Im malerischen Viertel<br />

Little Venice reiht sich<br />

eine Restaurantterrasse<br />

an die nächste.<br />

Foto: Getty Images<br />

48 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


MYKONOS:<br />

HORIZONT-<br />

ERWEITERUNG<br />

Ein Teller Meze hier, eine Naked Colada da und ein<br />

Gyros to go – und all das, während man sich in der Altstadt von<br />

Mykonos verliert. Die Kykladen-Insel serviert ein Konglomerat<br />

der Köstlichkeiten. <strong>Falstaff</strong> kalibriert den Kompass.<br />

TEXT NICOLA AFCHAR-NEGAD, SASCHA RETTIG<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

49


inselträume / MYKONOS<br />

Luxus mit Meerblick im Hotel<br />

«Mykonos Grand» oder dem<br />

«Myconian Utopia» (u.).<br />

In Beach-Clubs wie dem<br />

«Scorpios» wird die<br />

mediterrane Küche gekonnt<br />

durch Einflüsse aus dem<br />

mittleren Osten ergänzt<br />

(im Kreis).<br />

K<br />

astro», Little Venice, Mykonos.<br />

Ein kleines Lokal, das<br />

zum Sinnbild für Mykonos<br />

wurde. Eine griechische Insel<br />

wie viele andere – und doch<br />

eine wie keine. Im «Kastro» sitzt man am<br />

schmalen Holztisch in einem gefühlt noch<br />

schmaleren Gang aus weiss getünchten<br />

Hausmauern mit Blick auf den Blau-Kanon<br />

aus Himmel und Ägäis. Der Ouzo auf Eis<br />

matcht die Farbe der Hausmauern und<br />

Pflastersteine. Die Enge hier, sie ist beispielhaft<br />

für Chora, die Altstadt Mykonos. Und<br />

das ist etwas Gutes, denn diese Enge, dieses<br />

Heimelige, umhüllt einen, man ist wie<br />

abgeschirmt vom Alltag, geniesst die<br />

Horizonterweiterung vor und in einem.<br />

So kosmopolitisch die Insel von Callas und<br />

Camus auch sein mag, es ist diese Unmittelbarkeit,<br />

die sie einzigartig macht. In Chora<br />

sitzt man entweder direkt am Meer, so<br />

direkt, dass es einen gedanklich förmlich<br />

reinzieht. Oder man verliert sich im Wirrwarr<br />

der Gassen – über einem die pinke<br />

Bougainvillea-Kaskade, irgendwo zwischen<br />

den Gyrosläden, von denen es hier mehr zu<br />

geben scheint als Götter am Olymp. Und<br />

wem die Götter wohlwollend gesonnen sind,<br />

der bleibt bei einer Ouzerie hängen, wie<br />

«Baboulas», in dem ein ehemaliger Fischer<br />

seinen Gästen auftischt, wie Ouzo wirklich<br />

getrunken wird. Mit Wasser oder auf Eis,<br />

nicht vor oder nach dem Essen, sondern zu<br />

einem Teller Meze. Wir sagen nur: Hummus!<br />

LOKALE STARS<br />

Die typische mykonische Wurst ist vollgepackt<br />

mit Gewürzen, fast komplett fettfrei<br />

und wird klassischerweise als Meze mit<br />

Ouzo serviert. Louza ist ein kalter Aufschnitt,<br />

der «ägäische Prosciutto» und Kopanisti<br />

der bekannteste Käse. Dazu passt<br />

Mostra, ein krosses Brot (Paximadi) mit<br />

aromatischen Tomaten – und natürlich<br />

Olivenöl sowie Kräuter. Ein paar Worte<br />

noch zum Ouzo: Das Anisgetränk ist kein<br />

Klischee. Ouzo ist auf Mykonos Usus. Es<br />

gibt klebrig- kitschige Cocktailvarianten<br />

und moderne Interpretationen wie den<br />

Greek Mule (Ouzo statt Vodka).<br />

Oktopus! Oliven! Dieser Nimbus der<br />

Ursprünglichkeit – Mykonos wird ihm<br />

spielend gerecht.<br />

Im «Bakoya Cafe» am alten Hafen kehren<br />

die Einheimischen nach ihrem Morgenspaziergang<br />

ein – und manchmal flaniert hier<br />

auch ein Pelikan vorbei. Im «Bakoya»<br />

erinnert eine Zeichnung an der Wand an<br />

Petro, den einst berühmten Pelikan, mit dem<br />

sich sogar Jackie Kennedy fotografieren hat<br />

lassen. Und im «Rizes», im Landesinneren,<br />

kann man lernen, Brot zu backen – eine<br />

Tradition auf der Insel; die angeblich älteste<br />

Holzofenbäckerei der Kykladen findet sich<br />

auf Mykonos. Fast noch besser, als das<br />

morgendliche Brot zu backen, ist aber ein<br />

anderes Angebot des «Rizes»: Ein spätes<br />

Mittagessen im Hof eines traditionellen<br />

Hauses, auf einem Hügel, mit Blick aufs<br />

Meer. Hier oben, zwischen Wasser und<br />

Himmel, spürt man nicht die heimelige Enge,<br />

sondern die befreiende Weite.<br />

DER MYKONOS-MYTHOS<br />

Von oben herab – eine typische Perspektive<br />

auf Mykonos. Etliche der besten<br />

Fotos: Christos Drazos, John Athimaritis, Ana Santl, Ben Pipe / robertharding / picturedesk, GNTO / Yiannis Skoulas, beigestellt<br />

50 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Eine gewisse<br />

Extravaganz ist auf<br />

der Insel so gut wie<br />

überall spürbar.<br />

Den Ausblick auf den weiten<br />

Horizont geniesst man im<br />

«Kastro» in der heimeligen<br />

Atmosphäre der kleinen Tische<br />

in den engen Gängen.<br />

entdeckten Mykonos – und kamen<br />

immer und immer wieder.<br />

Mykonos ist mini, es wirkt teilweise fast<br />

familiär. Das macht auch etwas mit der<br />

lokalen Küche. Ackerbau ist eher schwierig.<br />

Dafür sind es die sonnengeküssten Tomaten,<br />

die überzeugen. Und der Weichkäse Kopanisti.<br />

Und natürlich das göttliche Olivenöl.<br />

Das findet sich dann in geschmacklichen<br />

Wirbelwind-Gerichten wie sie etwa im<br />

«Scorpios» zu finden sind, einem der herausragenden<br />

Beach-Clubs der Insel. Die<br />

Beach-Clubs sind auf Mykonos für das<br />

Setzen von Akzenten zuständig. Avocado<br />

im Tsatsiki oder syrischer roter Pfeffer und<br />

Mandel-Dip zu typisch griechischen Speisen.<br />

Man zelebriert die mediterrane Küche,<br />

kokettiert aber auch gekonnt mit der Nähe<br />

zum Nahen Osten.<br />

DIE BESTEN DRINKS DER INSEL<br />

Das «Alemagou» ist ein weiterer Wow-<br />

Beach-Club, der aber als kontemporäre<br />

Beach-Community verstanden werden will.<br />

Die Drinks (Naked Colada!) gelten<br />

als mit die besten auf der ganzen Insel,<br />

der Rote-Beete-Hummus ist wieder so eine<br />

charmante Neuinterpretation, eine von vielen<br />

Kleinigkeiten, von einer Mykonos-Myriade<br />

an flüchtigen Momenten für die Ewigkeit.<br />

Die Macher des «Alemagou» setzen genau<br />

auf diesen Effekt, auf das Schaffen von<br />

Verbindungen und menschlicher Wärme –<br />

inmitten einer eher kargen Landschaft. «Ein<br />

bisschen wie in Mexiko» hört man manch<br />

einen raunen. Aber Mykonos ist Mykonos<br />

und braucht kein «ein bisschen wie».<br />

Die windige Insel umweht auch eine Brise<br />

der Extravaganz. Nirgends wird das klarer<br />

als im «Santa Marina»-Resort, bei dem immer<br />

wieder Helikopter landen und natürlich<br />

Jachten anlegen. Die Klimax des Ganzen:<br />

ein privates Dinner. Mit dem «Nero Nero»<br />

gibt es sogar ein One-Table-Restaurant<br />

auf dem Wasser. Und im «Spilia» erhellen<br />

Kerzen diesen einen besonderen Tisch unter<br />

einem Felsvorsprung. Den Soundtrack, den<br />

liefern die Wellen.<br />

<<br />

Hotels – ab Sommer <strong>2025</strong> auch das «Four<br />

Seasons» – wurden, teils einer modernen<br />

Akropolis gleich, auf den Hügeln der Insel<br />

aufgebauscht. Die Architektur: oft wie mit<br />

dem Cutter-Messer gezogen. Scharf, klar, am<br />

Punkt und somit ganz anders als die Häuser<br />

in der Stadt mit ihren abgesofteten Ecken.<br />

Sublimer, stiller Luxus. Die Lage bedingt allerdings<br />

auch, dass man sich mit dem Auto,<br />

oft auch dem Hotel-Shuttle, zu den Stränden<br />

aufmachen muss.<br />

Paradise Beach, Super Paradise Beach, Elia<br />

Beach – die Favoriten für die Sonnen-Symphonie<br />

sind im Sommer natürlich nicht gerade<br />

vereinsamt. 110 Touristen kommen in<br />

dieser Zeit auf jeden Inselbewohner. Sie alle<br />

wollen ein Stück vom grossen Glück auf der<br />

kleinen Insel. Und: Man kann sie verstehen.<br />

Die Kykladen-Kulisse ist einfach magnetisch.<br />

Das spürte schon der Jetset, als er Mitte<br />

des letzten Jahrhunderts hier anrauschte, um<br />

in der Ägäis durch die Tage zu segeln – und<br />

nachts zu feiern. Zu verdanken hat das Mykonos<br />

dem benachbarten Delos und seinen<br />

Ausgrabungsstätten. Die Menschen kamen<br />

ursprünglich wegen Apollons Geburtsstätte,<br />

Der Beach-Club «Alemagou»<br />

spielt mit Gegensätzen: Sonne und<br />

wärmendes Gemeinschaftsgefühl in<br />

der eher schroffen Landschaft.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

51


inselträume / MYKONOS<br />

HOTELS<br />

MYKONOS GRAND<br />

Geschmackvolle Suiten, dazu Pools, ein Restaurant<br />

und wunderschöne Ausblicke auf das Blau der<br />

Ägäis – direkt am Strand von Agios Ioannis liegt<br />

das exquisite, in einem modernen Kykladenstil<br />

designte «Mykonos Grand».<br />

Agios Ioannis 846 00<br />

T: +30 2289 025555, mykonosgrand.gr<br />

SANTA MARINA<br />

In paradiesischer Halbinsellage am Meer findet<br />

man im «Santa Marina» alles, was man für eine<br />

luxuriöse Auszeit braucht. Dazu gehören zwei<br />

Infinitypools, ein Spa, das Restaurant «Mykonos<br />

Social» und der «Buddha Bar»-Beach.<br />

Ornos Bay, Mikonos 846 00<br />

T: +30 2289 023220, über marriott.com<br />

BELVEDERE<br />

Wer in Mykonos-Stadt bleiben will, findet im<br />

«Belvedere» auf einem Hügel über der Stadt ein<br />

Boutique-Resort von zeitloser Kykladen-Eleganz.<br />

Hervorragendes Sushi gibt es in Nobu Matsuhisas<br />

weltweit einzigem Open-Air-Restaurant.<br />

School of Fine Arts District<br />

84600 Mykonos<br />

T: +30 2289 025122, belvederehotel.com<br />

BEACH CLUBS<br />

SCORPIOS<br />

Ein Beach-Club-Traum an der<br />

Insel-Südspitze: In zurückgelehnter<br />

Atmosphäre auf Sunbeds entspannen,<br />

zu den Beats der DJs tanzen,<br />

sehr gut essen und trinken und dazu<br />

atemberaubende Sonnenuntergänge<br />

geniessen.<br />

Paraga, Mikonos 846 00<br />

T: +30 2289 029250, scorpios.com<br />

Im «Mykonos Grand»<br />

geniesst man den Ausblick<br />

auf das Meer direkt vom<br />

ebenso blauen Pool aus.<br />

PRINCIPOTE<br />

Luxuriöser Komfort, Partys, Drinks und mediterrane<br />

Speisen – vor allem aber geniesst man hier<br />

unter Sonnenschirmen im Makramee-Stil die<br />

Aussichten auf den Traumstrand von Panormos.<br />

Panormos Beach, Mikonos 846 00<br />

T: +30 2289 077184, principote.com<br />

RESTAURANTS<br />

ZUMA MYKONOS<br />

Die «Zuma»-Restaurants bieten international<br />

japanische Fusionsküche auf höchstem Niveau.<br />

Der Ab leger in Mykonos ist zudem bekannt für<br />

seine atem beraubenden Sonnenuntergänge direkt<br />

am Strand.<br />

84600 Mykonos-Stadt<br />

T: +30 2289 020300, zumarestaurant.com<br />

SPILIA<br />

Aussergewöhnliches Restaurant mit Bar, das sich<br />

in einer offenen Höhle unmittelbar am Wasser am<br />

Agia-Anna-Strand befindet. Die Gerichte mit Fisch<br />

und Meeresfrüchten bringen ganz frisch mediterrane<br />

und mykonische Ideen zusammen.<br />

Agia Anna Kalafatis Beach, Mykonos Town 846 00<br />

T: +30 2289 071205<br />

spiliarestaurant.gr<br />

COYA<br />

Dieser Ableger der «Coya»-Restaurants bringt die<br />

hochklassige peruanische Fusionsküche auch nach<br />

Mykonos. Dazu gibt es auch Livemusik und<br />

DJ-Sets.<br />

Malamatenias St, Matogianni 84600<br />

T: +30 2289 022515<br />

coyarestaurant.com/restaurants/mykonos<br />

ALEMAGOU<br />

Mit frischem Fisch und Meeresfrüchten wird im<br />

«Alemagou» beste «Aegean Fusion» kreiert. Livemusik<br />

und unglaubliche Sonnenuntergänge komplettieren<br />

das Angebot am Ftelia Beach.<br />

Ftelia Beach, Mykonos 84600<br />

T: +30 2289 071339, alemagou.gr<br />

SOLYMAR<br />

Bei Gerichten im «Solymar» am Kalo Livadi Beach<br />

wird auf exquisite Weise die traditionelle Küche der<br />

Insel und der Kykladen mit moderner Mediterranean<br />

Cuisine kombiniert.<br />

Kalo Livadi, Mykonos 846 00<br />

T: +30 2289 071745, solymarmykonos.com<br />

LÍO MYKONOS<br />

Einen rauschhaften Abend unter dem Sternenhimmel<br />

Mykonos’ erlebt man im «Lío» – unter anderem<br />

mit schillernder Cabaret-Show, hervorragendem<br />

Dinner und pulsierenden Clubnächten.<br />

Enoplon Dinameon 6, Mikonos 846 00<br />

T: +30 694 5670093, liogroup.com/mykonos<br />

BEEF BAR MYKONOS<br />

Von Kobe Beef bis zum Black Angus: Karnivoren<br />

finden in der «Beef Bar Mykonos» köstliche<br />

Fleisch- und Grillspezialitäten mit Prime Cuts aus<br />

der ganzen Welt. Im Restaurant mit Blick auf die<br />

Ägäis stehen aber auch Fisch- und vegetarische<br />

Gerichte auf der Karte.<br />

Agios Ioannis, Ag. Ioannis Diakoftis 846 00<br />

T: +30 695 6600169<br />

billandcoo.com/beefbar-mykonos<br />

<<br />

NAMMOS<br />

Exklusiv relaxen, feiern, High Fashion shoppen und<br />

Mittelmeerküche geniessen am Psarou Beach. Im<br />

glamourösen Beach-Club stehen regelmässig<br />

DJ-Sets und Live-Events auf dem Programm. Maria<br />

Carey und Ariana Grande waren auch schon da.<br />

Beach, Psarrou 846 00<br />

T: +30 2289 022440<br />

nammos.com<br />

Aussen wie innen ein Highlight<br />

für das Auge: der Beach-Club<br />

«Scorpios».<br />

Fotos: John Athimaritis, Ana Santl<br />

52 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Für perfekte Ferienmomente<br />

Zypern<br />

Teneriffa<br />

Djerba<br />

Malediven<br />

Sunrise Jade<br />

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Barceló Tenerife<br />

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Iberostar Selection Eolia<br />

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Adaaran Select Meedhupparu<br />

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inselträume / ESSAY<br />

SEHNSUCHTSORT<br />

INSEL<br />

Es gibt so viele herrliche Inseln, dass man sie niemals alle besuchen<br />

kann: Der Arzt, Schriftsteller und Weltreisende Gavin Francis<br />

über die Schatzinsel, Robinson Crusoe – und den ewigen Traum<br />

des Menschen von der Einsamkeit.<br />

Tief verwurzelt in der menschlichen<br />

Kultur liegt der Traum<br />

von der Einsamkeit, von der<br />

Isolation. Auf ihm fusst die<br />

Anziehungskraft der Insel.<br />

Warum wird Robinson Crusoe nach 300<br />

Jahren immer noch gedruckt? Warum<br />

begeistern die Schatzinsel, der <strong>Schweiz</strong>erische<br />

Robinson, die geheime Insel der<br />

Mumins nach wie vor?<br />

Als Kind liebte ich es, in einem grossen<br />

Familienatlas zu blättern und mich der<br />

Galaxie von Inseln zuzuwenden, die sich<br />

über den Pazifik, das Mittelmeer und die<br />

Karibik erstrecken; ich fuhr mit meinen<br />

Fingern darüber, als ob ich Brailleschrift<br />

lesen würde. Es schien mir berauschend,<br />

dass es so viele Inseln zu besuchen gab – so<br />

viele, dass ich wusste, dass ich sie nie alle<br />

sehen könnte. Und so ist meine Liebe zu<br />

Inseln untrennbar mit meiner Liebe zu<br />

Landkarten verbunden, insbesondere zu<br />

ganz alten, die zeigen, wie Inseln im Laufe<br />

der Jahrhunderte immer wieder neu<br />

betrachtet worden sind.<br />

Als ich erwachsen wurde, wurde ich Arzt<br />

und begann, beruflich zu reisen. Diese Vorliebe<br />

für die Abgeschiedenheit blieb bestehen:<br />

Inselreisen boten mir die Möglichkeit,<br />

eine neue Perspektive zu gewinnen, mich als<br />

Teil einer menschenleeren Welt zu fühlen<br />

und ein Reset zu machen. Aber dann liebte<br />

ich es, in die Medizin zurückzukehren, wo<br />

ich die ganze Hektik und Brillanz der<br />

Menschheit hautnah miterleben konnte. Es<br />

gab eine Spannung zwischen diesen beiden<br />

Extremen. Eine kreative Spannung, die ich<br />

weder erwartet hatte noch hoffen konnte,<br />

auflösen zu können.<br />

Einmal trampte ich zum nördlichsten<br />

Punkt der britischen Inseln – der Shetland-<br />

Insel Unst –, wo eine Kolonie von Tölpeln<br />

einen Albatros aus Südgeorgien aufgenommen<br />

hatte, der wohl in einem Sturm den<br />

Äquator überquert und danach beschlossen<br />

hatte, im Norden zu bleiben. Ein anderes<br />

Mal trampte ich durch die schottischen Äusseren<br />

Hebriden und traf dabei auf Inselliebhaber,<br />

die von der anderen Seite des<br />

Planeten angereist waren, um diese windgepeitschten,<br />

kargen, aber wunderschönen<br />

Inseln zu bewundern.<br />

KREATIVE SPANNUNG<br />

Ich verbrachte Jahre, in denen sich Phasen<br />

intensiver medizinischer Arbeit in der Stadt<br />

mit Phasen des Rückzugs und des Insellebens<br />

abwechselten. Die Abschnitte der Isolation<br />

vertieften sich: Ich ging für 14 Monate<br />

in die Antarktis, als Basislagerarzt auf der<br />

entlegensten Forschungsstation des British<br />

Antarctic Survey (unser nächster Nachbar<br />

war die deutsche Station Neumayer). Ich<br />

ging nach Grönland, nach Spitzbergen und<br />

arbeitete auf einer schottischen Naturschutzinsel<br />

für Puffins.<br />

Nach meiner Rückkehr aus der Antarktis<br />

fuhren meine Frau und ich mit dem Motorrad<br />

um die Welt und entdeckten Inseln in<br />

der Ägäis, im Indischen Ozean, im Südchinesischen<br />

Meer. Ich hatte das Gefühl, dass die<br />

Spannung zwischen dem Reiz der Abgeschie-<br />

Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / GL Portrait, beigestellt<br />

54 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


GAVIN FRANCIS<br />

arbeitet als Schriftsteller<br />

auf den schottischen<br />

Inseln Mull<br />

und Iona. Sein jüngstes<br />

Buch «Inseln: Die<br />

Kartierung einer<br />

Sehnsucht» ist<br />

auf Deutsch im<br />

DuMont-Verlag<br />

erschienen.<br />

denheit und dem Reiz der Stadt mit all ihren<br />

Möglichkeiten eine kreative Spannung ist,<br />

die viele Möglichkeiten zulässt.<br />

In diesen gegensätzlichen Verlockungen<br />

liegt ein Widerspruch: In der Stadt kann man<br />

sich leicht verlieren und einsam fühlen, während<br />

es auf einer Insel oft notwendig ist, Teil<br />

einer Gemeinschaft zu werden. In der Stadt<br />

kann man nicht mit jedem in Kontakt treten,<br />

und so kommt man mit niemandem in Kontakt.<br />

In vielen der kleinen Inselgemeinschaften,<br />

in denen ich gelebt habe, ist allerdings<br />

das Gegenteil der Fall: Man findet leicht<br />

Anschluss und kann gleichzeitig tiefgehende<br />

Beziehungen knüpfen. Das Inselleben bringt<br />

Herausforde rungen mit sich, und diese<br />

gemeinsamen Herausforderungen tragen dazu<br />

bei, eine Gemeinschaft zusammenzubringen.<br />

Wie ist also dieser Reiz der Isolation zu<br />

verstehen, der Reiz der Vorstellung, von<br />

Ablenkungen und Anforderungen befreit zu<br />

sein? Manchmal denke ich, dass die Antwort<br />

IN DER GROSSEN<br />

STADT KANN MAN<br />

SICH LEICHT EINSAM<br />

FÜHLEN, WÄHREND ES<br />

AUF DER INSEL NÖTIG<br />

IST, TEIL DER GEMEIN-<br />

SCHAFT ZU WERDEN.<br />

darin besteht, dass jeder von uns seinen eigenen<br />

Sinn für gesunde Abgeschiedenheit finden<br />

muss. Wir brauchen ein gewisses Mass<br />

an Isolation, um unser Selbstverständnis,<br />

unsere Identität und unsere mentale Gesundheit<br />

zu schützen – aber eben nicht allzu sehr.<br />

Ich habe immer die Passage in Herman Melvilles<br />

«Moby Dick» geliebt, in der der pazifische<br />

Inselbewohner Queequeg wie folgt<br />

beschrieben wird: «Er schien sich ganz und<br />

gar wohlzufühlen, bewahrte die grösste<br />

Gelassenheit, war zufrieden mit seiner eigenen<br />

Gesellschaft und war sich selbst immer<br />

gewachsen.»<br />

EINE INSEL IM WELTALL<br />

Das erinnert mich an Alexander Selkirk, die<br />

Vorlage für Daniel Defoes Robinson Crusoe,<br />

der Anfang des 17. Jahrhunderts vier Jahre<br />

und vier Monate auf einer Insel im Pazifik<br />

überlebte. Ein Londoner Journalist beschrieb<br />

sein Verhalten wie folgt: «Er hatte eine starke,<br />

aber fröhliche Ernsthaftigkeit in seinem<br />

Blick und hatte eine gewisse Missachtung<br />

für die gewöhnlichen Dinge um ihn herum.»<br />

Und aus meiner eigenen Zeit in der Antarktis<br />

erinnere ich mich an eine psychologische<br />

Studie, die etwas Ähnliches feststellte: dass<br />

die antarktische Isolation «bereits selbstbestimmte,<br />

kontrollierte, ruhige Menschen<br />

dazu zu bringen scheint, diese Eigenschaften<br />

noch stärker auszuprägen.» Dies sind einige<br />

der Vorzüge des Insellebens.<br />

Des einen Insel ist die Metropole des anderen<br />

– die Shetländer halten die Bewohner der<br />

Orkney-Inseln für gut vernetzt, während die<br />

Bewohner der Färöer-Inseln meinen, die<br />

Shetländer hätten es leicht. Es gibt kein festes<br />

Mass dafür, wir befinden uns im Reich der<br />

Ideen. Zwischen der Romantik der Inselträume<br />

und der Realität der Inselgemeinschaften<br />

muss ein Gleich gewicht gefunden werden –<br />

ein Gleichgewicht, von dem ich nicht<br />

behaupte, es je gefunden zu haben. Aber<br />

mein Buch «Inseln» erforscht all diese Ideen<br />

und noch viel mehr; jeder Abschnitt wird mit<br />

alten Karten der Inseln, die ich besucht habe,<br />

illus triert und schliesst<br />

mit der Überlegung, dass<br />

auch der Planet Erde eine<br />

Insel im Weltall ist – eine<br />

Insel, die wir lernen müssen,<br />

mit mehr Sorgfalt zu<br />

behandeln. Wir sind alle<br />

Inselbewohner. <<br />

Geschichten, Gedanken<br />

und eigene Erlebnisse:<br />

Gavin Francis über die<br />

Faszination von Inseln.<br />

256 Seiten um CHF 30,–<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

55


inselträume / SARDINIEN<br />

SARDINIEN :<br />

AN DER<br />

SMARAGD-<br />

KÜSTE<br />

In den Sommermonaten ankern vor<br />

Porto Cervo an der Costa Smeralda<br />

zahlreiche Luxusjachten.<br />

Foto: Shutterstock<br />

56 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Die zweitgrösste Insel im Mittelmeer, gebirgig und felsig im<br />

Landesinneren, beeindruckt mit wunderschönen Stränden. Besonders<br />

lohnende Ziele sind die Hauptstadt Cagliari im Süden, Alghero im<br />

Nordwesten und natürlich die Costa Smeralda im Nordosten. Hier liegt<br />

auch Porto Cervo, ein Sehnsuchtsort des Jetsets.<br />

TEXT OTHMAR KIEM<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

57


inselträume / SARDINIEN<br />

Smaragdgrünes, kristallklares Wasser und<br />

zerklüftete Felsen findet man auf der Insel<br />

La Maddalena.<br />

Im Juli und im August gibt sich der<br />

internationale Jetset in Porto Cervo<br />

und an der umgebenden Costa<br />

Smeralda ein Stelldichein. Hotels<br />

sind bis auf das letzte Zimmer ausgebucht,<br />

in den Buchten ankern Megajachten,<br />

und in den Clubs pulsiert das Leben<br />

bis in die frühen Morgenstunden.<br />

Die Costa Smeralda, die Smaragdküste,<br />

ist eine Kreation des Imams Aga Khan IV.,<br />

der hier in den 1970er-Jahren ein grosses<br />

Tourismusprojekt lancierte. Im Unterschied<br />

zur damals in anderen Gebieten vorherrschenden<br />

Tendenz, möglichst grosse, vielstöckige<br />

Betonklötze in die Landschaft zu<br />

stellen, wurden hier vorwiegend kleinstrukturierte<br />

Bauten errichtet und ein Baustil<br />

geschaffen, der viele traditionelle Elemente<br />

der Insel aufgreift. So prägt selbst an der<br />

quirligen Costa Smeralda heute immer<br />

noch die einzigartige Landschaft das Bild:<br />

Wälder aus Steineichen und anderen<br />

mediterranen Hölzern, schroffe Granitfelsen<br />

und eine zerklüftete Küste<br />

mit fjordähnlichen Einschnitten.<br />

Das Wasser ist glasklar und<br />

Im Hafen von La Maddalena<br />

ankern kleine Segelyachten<br />

neben alten Holzbooten.<br />

Wunderschön!<br />

Pfiffiges Interieur, schmackhafte Gerichte<br />

und eine grandiose Weinkarte zeichnen<br />

das «Josto» in Cagliari aus.<br />

Fotos: beigestellt, Barbara Pau, mauro prevete, Domino Consulting, Shutterstock, DaLiu / Shutterstock<br />

58 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Italo Bassi brachte mit seinem<br />

«Confusion Restaurant»<br />

viel frischen Wind in die<br />

sardische Gourmetszene.<br />

Alghero zählt zu den reizvollsten Städten<br />

Sardiniens. Viele kleine Gassen laden in der<br />

Altstadt zum Flanieren ein.<br />

schimmert in allen möglichen Blau- und<br />

Grüntönen, herrlich zum Schwimmen und<br />

ein Paradies für Taucher.<br />

Wem die Costa Smeralda zu laut und<br />

vielleicht auch zu teuer ist, muss nicht weit<br />

fahren. Die Smaragdküste ist nur ein kleiner<br />

Teil der Gallura, einer Region, geprägt<br />

von markanten Granitfelsen, die sich von<br />

Olbia bis hinauf nach Santa Teresa Gallura<br />

erstreckt. Hier gibt es zahlreiche schöne<br />

Buchten und Strände. Besonders reizvoll ist<br />

die Insel La Maddalena am nördlichsten<br />

Zipfel Sardiniens.<br />

Stadt der Insel, sondern auch wichtigster<br />

Hafen. In der Altstadt thronen auf einem<br />

mächtigen Kalkmassiv das alte Schloss und<br />

zahlreiche Paläste erhaben über dem Meer.<br />

Hier ist das kulinarische Angebot reichhaltig.<br />

Cagliaris Hausstrand heisst Poetto. Tagsüber<br />

ist hier jede Liege belegt, abends wird es lichter,<br />

und viele der Strandbars laden bei Livemusik<br />

zum Aperitivo. Anschliessend geht’s<br />

dann in eines der zahlreichen Restaurants<br />

der Altstadt zum gepflegten Abendessen.<br />

Frischer Fisch und Meeresfrüchte allererster<br />

Güte sind an der Küste die Hauptzutaten<br />

in der Küche. Wer nun aber glaubt,<br />

die kulinarischen Spezialitäten der Insel<br />

hätten vor allem Meeresgetier als Grundlage,<br />

irrt. Die sardische Kultur ist geprägt<br />

vom Landes inneren. Bis zum Aufkommen<br />

des Strandtourismus im letzten Drittel<br />

des vergangenen Jahrhunderts wurde der<br />

Küstenbereich von den Sarden weitgehend<br />

gemieden. Millionen von Schafen und<br />

<<br />

VON NORD NACH SÜD<br />

Alghero, eine reizvolle Kleinstadt im Nordwesten,<br />

war einst eine spanische Enklave;<br />

die Alten sprechen dort heute noch Katalanisch.<br />

Deshalb mag es wenig verwundern,<br />

dass eine der Spezialitäten Paella ist, serviert<br />

mit Lamm und Artischocken. Eine besondere<br />

Köstlichkeit sind die Langusten, die an der<br />

Küste um Alghero gefangen werden. Dazu<br />

ein kühler Vermentino, etwa vom Weingut<br />

Sella & Mosca, das mit seinem Gründungsjahr<br />

1899 zu den traditionsreichsten Weingütern<br />

ganz Italiens zählt, mundet herrlich.<br />

Einen Besuch der Grotta di Nettuno und<br />

der Halbinsel Stintino sollte man sich nicht<br />

entgehen lassen.<br />

Mit einer halben Million Einwohnern ist<br />

die Hauptstadt Cagliari nicht nur grösste<br />

Immer einen Besuch<br />

wert: das Weingut<br />

Sella & Mosca.<br />

Angeschlossen ist die<br />

«Casa Villamarina».<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

59


inselträume / SARDINIEN<br />

In den Gassen von<br />

Cagliari (li.) findet<br />

man viele reizvolle<br />

Lokale. Bottarga,<br />

eine Spezialität der<br />

Insel, wird gerne<br />

über Pasta gerieben<br />

(im Kreis).<br />

LOKALE<br />

STARS DER<br />

INSELKÜCHE<br />

<<br />

Ziegen leben in den weiten gebirgigen<br />

Landschaften im Landesinneren. Lammbraten<br />

ist daher überall zu finden. Ebenso Porceddu.<br />

Dafür wird ein junges Milch ferkel<br />

langsam im Ofen geschmort oder über<br />

Eichenholz gegrillt. Letzteres verleiht dem<br />

Porceddu einen zarten Rauchgeschmack –<br />

köstlich!<br />

KÖSTLICHE INSELWEINE<br />

Sardinien ist auch eine wichtige Weinbauregion.<br />

Bei den Weissen dominiert die Sorte<br />

Vermentino. Ihren höchsten Ausdruck<br />

erreicht sie auf den Granitböden Nordsardiniens,<br />

wo sie als Vermentino di Gallura<br />

Culurgiones<br />

DOCG-Status hat. Vor allem zu Fisch ist<br />

Vermentino ein grossartiger Begleiter.<br />

Im Rotweinbereich ist Cannonau die<br />

prägende Sorte. Sie erbringt einen kräftigen<br />

Rotwein mit kernigem Tannin und dem<br />

Duft nach dunklen Beeren. Der im Südwesten<br />

bei Cagliari angebaute Carignano ist<br />

im Vergleich dazu kraftvoller und tanninreicher.<br />

Eine Spezialität ist die lokale Sorte<br />

Cagnulari, die immer mehr Verbreitung<br />

findet.<br />

Mit ihrer herrlichen Küste, der beeindruckenden<br />

Landschaft im Inneren, lokalen<br />

Spezialitäten und Wein ist Sardinien eine<br />

wahre Genuss-Insel.<br />

Culurgiones entstehen<br />

in Handarbeit. Am<br />

Ende sehen die<br />

gefüllten Teigtaschen<br />

wie gezopft aus.<br />

Da ist einmal das Pane Carasau,<br />

hauchdünne Brotblätter, die schon beim<br />

Anblick fast zerbrechen. Man isst sie<br />

einfach so zum Knabbern oder leicht erwärmt<br />

mit etwas Öl und Salz, dann wird<br />

daraus ein Pane Guttiau.<br />

Bottarga wiederum ist getrockneter<br />

Fischrogen, den es in zwei Varianten gibt:<br />

Die etwas delikatere Variante wird aus<br />

dem Rogen der Meeräsche gewonnen,<br />

hauptsächlich im Brackwassergebiet um<br />

Oristano. Auf den Inseln San Pietro und<br />

San’Antioco im Südwesten gewinnt man<br />

Bottarga auch aus dem Rogen des Thunfischs,<br />

der hier gefangen wird. Bottarga<br />

wird entweder gerieben, etwa über Pasta,<br />

oder auch über Bruschetta und andere<br />

Häppchen gehobelt. Der Geschmack ist<br />

intensiv salzig und würzig.<br />

Fregola Sarda ist eine Nudelart in<br />

kleiner Kugelform. Sie wird wie Pasta im<br />

grossen Wassertopf gekocht oder wie<br />

Risotto langsam weichgegart; hervorragend<br />

zu Fisch. Malloreddus ist ein<br />

weiteres Nudelformat, klein und gerillt –<br />

sie schmeckt am besten mit Tomatensauce,<br />

Safran und Pecorino. Culurgiones<br />

sind handgefertigte Teigtaschen, gefüllt<br />

mit Kartoffeln, Schafkäse und Minze,<br />

köstlich!<br />

Und nicht zuletzt: Sardinien ist das Land<br />

der Schafe – und des Schafkäses.<br />

Diesen gibt es in allen Varianten von<br />

frisch-cremig bis gereift-pikant. Als<br />

Frischkäse ist er unabdingbarer Bestandteil<br />

der Nachspeise Seadas, in der er mit<br />

dem bittersüssen Honig aus dem Erdbeerbaum<br />

(Corbezzolo) eine herrliche<br />

Verbindung eingeht.<br />

Fotos: Paradise at risk / Shutterstock, Shutterstock, Domino Consulting, Natalia Ghiani<br />

60 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


WOHNEN<br />

PETRA SEGRETA RESORT & SPA<br />

Steinvillen im einem fünf Hektar grossen Wald am<br />

Stadtrand von San Pantaleo. Von hier hat man<br />

einen fantastischen Blick aufs Meer.<br />

Via Stazzu Malcusa, 07026 San Pantaleo<br />

petrasegretaresort.com<br />

LI FINISTREDDI EXCLUSIVE<br />

COUNTRY RETREAT<br />

In luftiger Höhe über der Baia Sardinia gelegen<br />

geniesst man hier Bergluft und faszinierenden<br />

Meerblick. Luxusvillen, Zimmer und Suiten.<br />

Loc. Micalosu Via le Finestrelle, 07021 Cannigione<br />

finistreddi.it<br />

7 PINES RESORT SARDINIA<br />

Luxuriöses Strandresort, eingebettet in die Küstenlandschaft<br />

von Baja Sardinia. Einladende Wege<br />

führen durch duftende Natur zu Restaurants, versteckten<br />

Stränden, Pools und einem Beach Club.<br />

Loc. Li Mucchi Bianchi, Baja Sardinia,<br />

07021 Arzachena<br />

7pines-sardinia.com<br />

CASCIONI ECO RETREAT<br />

Ehemaliges Landgut, umgeben von wilden Kräutern,<br />

Oliven- und Obstbäumen und eigenem Gemüsegarten.<br />

Gäste kommen in luxuriösen Suiten mit<br />

Meer- oder Landblick unter. Himmlisch!<br />

SP 59 bis, 07021 Arzachena<br />

cascioni.com<br />

EXPERIENCE HOTEL CORTE BIANCA<br />

An Sardiniens Westküste gelegen. Hier geniesst<br />

man ganz intim und ohne grosse Touristenmassen<br />

den Urlaub am Meer – Gourmetküche und Wellness<br />

inbegriffen. Familiär geführtes Haus.<br />

Marina di Cardedu, 08040 Cardedu<br />

hotelcortebianca.it<br />

FALKENSTEINER RESORT CAPO BOI<br />

Eine knappe Autostunde von Cagliari, direkt am<br />

Meeresschutzgebiet Capo Carbonara, Strand exklusiv<br />

für die Hausgäste. Der Südtiroler Sternekoch<br />

Theodor Falser kocht immer wieder hier.<br />

Strada Provinciale 17, 09049 Villasimius<br />

falkensteiner.com/resort-capo-boi<br />

KULINARIK<br />

In der luftigen Loggia des<br />

«Confusion Restaurants» in Porto<br />

Cervo kann man herrlich tafeln.<br />

ITALO BASSI CONFUSION RESTAURANT<br />

Italo Bassi hat mit seinen kreativen Kompositionen<br />

viel neuen Wind in die sardische Gourmetlandschaft<br />

gebracht. Grundlage seiner Gerichte sind<br />

frischer Fisch. Tolle Lage, top Service.<br />

Via Porto Vecchio 1, 07021 Porto Cervo<br />

confusion-restaurant.com<br />

FRADIS MINORIS<br />

Herrliche Lage an der Lagune von Nora, westlich<br />

von Cagliari, direkt am Meer. Der junge Chefkoch<br />

Francesco Stara und sein Team haben sich auf<br />

Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert.<br />

Laguna di Nora Località, Viale Nora, 09010 Pula<br />

fradisminoris.it<br />

IL FUOCO SACRO<br />

Das Restaurant befindet sich im Petra Segreta<br />

Resort. Konzept und Idee der Gerichte stammen<br />

von Enrico Bartolini, dem Koch mit den meisten<br />

Michelin-Sternen Italiens. Umfangreiche Weinkarte<br />

mit über 500 Positionen.<br />

Via Stazzu Malcusa, 07026 San Pantaleo<br />

petrasegretaresort.com/it/ristorazione/fuoco-sacro<br />

Fein abgestimmte Gerichte mit Pfiff: die<br />

findet man im «Old Friend» in Cagliari.<br />

GUSTO BY SADLER<br />

Claudio Sadler zählt zu den bekanntesten Köchen<br />

Mailands, das ist Sadlers Ableger in Sardinien. Via<br />

Tavolara, 07052 San Teodoro<br />

ristorantesadler.it/baglioni-sardegna<br />

RISTORANTE DA MUSCIORA<br />

Danilo Delrio und sein Team bieten in der intimen<br />

Atmosphäre von zwei kleinen Sälen gehobene<br />

Gerichte mit innovativer Note. Umfangreiche<br />

Weinkarte mit vielen sardischen Produzenten.<br />

Via Giuseppe Mazzini 59, 07041 Alghero<br />

musciora.it<br />

BISTROT OLD FRIEND<br />

Erfrischend jugendlich gehaltenes Lokal im Zentrum<br />

von Cagliari. Die gemeinsame Passion für<br />

Musik, Reisen und gutes Essen brachte Dario Torabi<br />

und Luigi Serra 2016 zur Gründung des Lokals.<br />

Via Giuseppe Abba 51, 09127 Cagliari<br />

oldfriendcagliari.it<br />

RISTORANTE LUIGI POMATA<br />

In den modernen Räumlichkeiten innen oder an den<br />

Tischen im Freien wartet eine gekonnte Neuinterpretation<br />

der sardischen Küche. Zu den Spezialitäten<br />

gehört Thunfisch aus Carloforte, der auch in<br />

Dosen zum Verkauf angeboten wird.<br />

Viale Regina Margheri 18, 09124 Cagliari<br />

luigipomata.com<br />

JOSTO<br />

Zählt zu den spannendsten Restaurants von Cagliari.<br />

In zwei kleinen Sälen serviert Pierluigi Fais<br />

hervorragende Gerichte. Grossartige Weinkarte mit<br />

überaus verbraucherfreundlichen Preisen.<br />

Via Sassari 25, 09125 Cagliari<br />

dijef.com/josto-ristorante<br />

OYSTER<br />

Eigentlich mehr eine Weinbar mit angeschlossenem<br />

Restaurant. Hervorragende Weinkarte mit<br />

breitem Angebot an Champagner und italienischen<br />

Schäumern. Sehr beliebt bei Weinliebhabern.<br />

Via Sardegna 20, 09124 Cagliari<br />

oyster.plateform.app<br />

WEIN & WOHNEN<br />

SELLA E MOSCA / CASA VILLAMARINA<br />

Mit Gründungsjahr 1899 ist Sella & Mosca bei<br />

Alghero eines der ältesten Weingüter Italiens – und<br />

mit über 500 Hektar auch eines der grössten. In der<br />

angeschlossenen «Casa Villamarina» stehen elf<br />

gediegen eingerichtete Zimmer für Gäste zur<br />

Verfügung.<br />

Sp42, Loc. I Piani, 07041 Alghero<br />

casavillamarina.com; sellamosca.com<br />

ARGIOLAS<br />

Argiolas im Hinterland von Cagliari zählt zu den<br />

besten Weingütern der Insel. Hervorragend ist<br />

Turriga, eine Cuvée aus Cannonau, Carignano,<br />

Bovale und Malvasia Nera. Im April eröffnet Argiolas<br />

ein Boutiquehotel mit fünf Zimmern und einem<br />

Restaurant, das ans Weingut angeschlossen ist.<br />

Via Roma, 28/30, 09040 Serdiana<br />

argiolas.com<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

61


FRANZÖSISCHER<br />

CHARME & PURE<br />

ELEGANZ<br />

Ab Mai 2026 heisst es «Leinen los» für die VIVA BEYOND, das erste<br />

Boutiqueschiff des Düsseldorfer Flussreisespezialisten VIVA Cruises.<br />

Reisende dürfen sich auf unvergessliche Erlebnisse entlang der Seine<br />

freuen – in der magischen Metropole Paris, der traditionsreichen<br />

Normandie und natürlich an Bord.<br />

VIVA Boutique bietet<br />

massgeschneiderte<br />

Flusskreuzfahrten entlang der<br />

Seine, die Kultur, Kunst und<br />

Kulinarik in all ihren Facetten<br />

zeigen – eine Reise in die<br />

französische Lebensart.<br />

62 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


VIVA CRUISES<br />

Neue Horizonte erschliessen neue<br />

Möglichkeiten – da passt es,<br />

dass die neue Produktlinie VIVA<br />

Boutique dazu einlädt, ebendiese<br />

auf individuellen Flussreisen mit allen<br />

Sinnen zu erleben. Die massgeschneiderten<br />

Touren lassen sich perfekt auf persönliche<br />

Vorlieben und Interessen abstimmen und<br />

sind so einzigartig wie die internationalen<br />

Gäste an Bord.<br />

Ebenfalls einzigartig: das unverwechselbare<br />

französische Flair des neuen Schiffes<br />

VIVA BEYOND, das mit einem zeitlosen<br />

Design, Exklusivität und vielseitigen Erlebnissen<br />

vereint wird. Ob Erkundung kunsthistorischer<br />

Epochen, kulinarische Genüsse<br />

oder faszinierende kulturelle Einblicke –<br />

hier sind unvergessliche Momente garantiert.<br />

Abgerundet werden diese dank dem<br />

inkludierten VIVA All-Inclusive mit exquisiter<br />

Gastronomie, einer handverlesenen<br />

«Signature Excursion» und einer entspannten<br />

Atmosphäre in Lounge, Bar und Restaurants.<br />

So verspricht das Boutiquehotel<br />

auf dem Wasser eine Reise, die keine Wünsche<br />

offen lässt.<br />

KUNST ERLEBEN<br />

Berühmte Impressionisten wie Claude<br />

Monet, Auguste Renoir und andere liessen<br />

sich von der einzigartigen Landschaft entlang<br />

der Seine inspirieren. Auf der Flusskreuzfahrt<br />

«Spuren des Impressionismus»<br />

mit der VIVA BEYOND wird diese faszinierende<br />

Reise durch die Kunstgeschichte<br />

erlebbar. Der Besuch von Monets Garten in<br />

Giverny mit seinem berühmten Seerosenteich<br />

und Auvers-sur-Oise, das malerische<br />

Dorf, das Vincent van Gogh prägte, lässt<br />

die Welt des Impressionismus lebendig werden.<br />

Museen und historische Stätten entlang<br />

der Route präsentieren Meisterwerke<br />

und erzählen die Geschichte dieser kunstvollen<br />

Epoche.<br />

NORMANDIE GENIESSEN<br />

Die Reise «Kulinarik der Normandie»<br />

hingegen vereint die Schönheit der Seine-<br />

Region mit den Genüssen der französischen<br />

Küche. Entlang der Route werden kulinarische<br />

Traditionen erlebbar: von edlen Weinen<br />

und regionalem Käse bis hin zu frischen<br />

Meeresfrüchten. Majestätische Orte<br />

wie das Château Gaillard und typische<br />

Apfelplantagen, die Cidre und Calvados<br />

hervorbringen, stehen ebenso im Fokus wie<br />

Honfleur, wo Austern frisch vom Boot serviert<br />

werden. Der romantische Hafen und<br />

die Seemannskirche Sainte Catherine<br />

machen den Besuch unvergesslich. Jeder<br />

Stopp verbindet regionale Spezialitäten mit<br />

einem Fest für die Sinne.<br />

KULTUR PUR<br />

«Kultur pur entlang der Seine» entführt in<br />

die Welt französischer Eleganz und Lebensart.<br />

Auf dieser Reise wird das reiche kulturelle<br />

Erbe der Region erlebbar – von Kunst<br />

und Architektur bis hin zu liebevollen Traditionen.<br />

Die Route umfasst historische Städte<br />

und charmante Dörfer, berühmte Museen<br />

und lebendige Märkte. In Le Havre beeindruckt<br />

die moderne Architektur – das<br />

Renaissanceschloss La Roche-Guyon schickt<br />

Besucher zurück in die Vergangenheit, und<br />

Paris bringt eine Mischung aus Tradition<br />

und Moderne. Tiefgehende Einblicke in den<br />

französischen Lebensstil und seine aufregende<br />

Kultur gibt es inklusive.<br />

INFO<br />

Informationen zu VIVA Boutique sowie allen<br />

VIVA-Cruises-Reisen finden Interessierte in<br />

jedem Reisebüro, unter viva-cruises.com oder<br />

unter T: +41 41 5126028.<br />

In den Gärten von Étretat<br />

verschmelzen Kunst<br />

und Natur zu einem<br />

einzigartigen Erlebnis.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 63


inselträume / BALI<br />

Balis Kulinarik ist ein Spiegel<br />

seiner Kultur: facettenreich,<br />

einladend und tief verwurzelt<br />

in der Natur. Nicht nur die<br />

Fülle an Ressourcen macht<br />

die Insel zu einem Hotspot für<br />

Foodies. Bali zieht auch immer<br />

mehr Spitzenköche an.<br />

TEXT PHILIPP LAAGE<br />

Foto: Getty Images<br />

64 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


BALI:<br />

INSEL DER<br />

GOURMET-<br />

GÖTTER<br />

Der Pura Ulun Danu Bratan gehört<br />

zweifelsohne zu den bedeutendsten<br />

Wassertempeln auf Bali. Das beliebte<br />

Fotomotiv liegt auf 1200 Metern Höhe<br />

am Westufer des Bratansees.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

65


inselträume / BALI<br />

Balis Ost- und Südküste sind geprägt von<br />

malerischen Buchten, die all jene anziehen, die<br />

sich nach ausgedehnten Strandtagen sehnen.<br />

Bali ist nicht nur ein Traumziel<br />

für Surfer und Yogis, Backpacker<br />

und Honeymooner, Laptop-Nomaden<br />

und Influencer.<br />

Die «Insel der Götter» hat sich<br />

auch als Paradies für Feinschmecker einen<br />

Namen gemacht. Zwischen den ikonischen<br />

Reisterrassen und betörenden Stränden, wo<br />

die viel gerühmte Spiritualität des hinduistischen<br />

Eilands mit seinen tausend Tempelchen<br />

bis heute lebendig ist, haben internationale<br />

Spitzenköche ihrerseits tropische<br />

Gourmet-Tempel geschaffen und Bali<br />

endgültig auf die kulinarische Landkarte<br />

gesetzt. Auf Indonesiens bekanntester Insel<br />

speist man mit allen bekannten und<br />

unbekannten Sinnen, wenn man sich<br />

darauf einlässt.<br />

Dass Bali seit einigen Jahren als ausgewiesene<br />

Destination für Foodies gilt, verwundert<br />

nicht. Die vulkanischen Böden der<br />

Insel sind äusserst fruchtbar, die Pflanzenpracht<br />

überbordend, die historischen Einflüsse<br />

vielgestaltig. Die Niederländer hinterliessen<br />

ihre Spuren; Inder, Chinesen und<br />

Araber brachten ihre Geschmäcker und<br />

Gewürze mit – ein wahrhafter Schmelztiegel<br />

der Kulturen. Diese Standortfaktoren<br />

trafen auf den zunehmenden Appetit von<br />

Urlaubsgästen aus aller Welt. «Balis Fähigkeit,<br />

seine kulturellen Wurzeln mit globalen<br />

kulinarischen Einflüssen in Einklang zu<br />

bringen, macht die Insel zu einem herausragenden<br />

Ziel», sagt Nic Vanderbeeken,<br />

Küchenchef im «Apéritif», einer Top-Gourmet-Adresse<br />

im Hotel «Viceroy Bali» in<br />

Ubud.<br />

AUSZEIT IM PARADIES<br />

Harmonie und Balance verkörperte Bali<br />

schon für die frühen Reisenden, die in<br />

grösserer Zahl ab den 70-Jahren kamen,<br />

als die heute ebenfalls populäre Nachbarinsel<br />

Lombok noch im Dornröschenschlaf<br />

lag. Heute ist Bali ein Hotspot für gesundheitsbewusste<br />

Traveller aller Couleur,<br />

was wunderbar zu den reichen regionalen<br />

Produkten der Insel passt. Der Aufstieg der<br />

Spitzen gastronomie mit mittlerweile vielen<br />

prominenten Köpfen ist eng verknüpft mit<br />

der Entwicklung des boomenden Fremdenverkehrs.<br />

Die Ansprüche sind gewachsen.<br />

«Die Restaurantszene auf Bali hat eine bemerkenswerte<br />

Transformation durchlaufen,<br />

von einem primär touristisch orientierten<br />

Markt zu einem Ziel für innovative Weltklasse-Kulinarik»,<br />

sagt Vanderbeeken. Der<br />

Belgier steht für «Borderless Food» und<br />

bringt europäische Fine-Dining-Prinzipien<br />

mit indonesischen Traditionen zusammen,<br />

stilecht im Ambiente der 20er-Jahre. Das<br />

«Viceroy» versetzt den Gast in vergangene<br />

Zeiten zurück: altmodischer Luxus, Kronleuchter,<br />

Antiquitäten, eine Zigarrenauswahl.<br />

Die «Pinstripe Bar» wirkt wie aus der<br />

Prohibitionszeit. Maître d’Hôtel und Chef-<br />

Sommelier Jean-Benoît Isselé zeigt sich für<br />

den Weinkeller verantwortlich, Mixologe<br />

Panji Wisrawan schuf den preisgekrönten<br />

Unter der Leitung von Chefkoch Nic<br />

Vanderbeeken hebt das «Apéritif» in<br />

Ubud das Fine-Dining-Angebot der<br />

indonesischen Insel auf ein neues<br />

Level. Regelmässig kooperiert<br />

der gebürtige Belgier dafür mit<br />

internationalen Sterneköchen.<br />

66 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Mit Innovationsgeist und<br />

kulinarischer Kunstfertigkeit<br />

hat Chefkoch und<br />

Miteigentümer Blake Thornley<br />

(re.) das «Mozaic» konsequent<br />

weiterentwickelt.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt, Getty Images<br />

Cocktail «Jack and Rose». «Köche und<br />

Gastronomen aus aller Welt fühlen sich von<br />

Balis lebendiger Esskultur, den atemberaubenden<br />

Landschaften und dem Zugang zu<br />

frischen, hochwertigen Zutaten angezogen»,<br />

sagt Vanderbeeken, der in belgischen und<br />

französischen Spitzen restaurants kochte, bevor<br />

es ihn nach Asien verschlug.<br />

MIT ALLEN SINNEN<br />

Die Weiterentwicklung habe zur enormen<br />

Vielfalt kulinarischer Angebote geführt:<br />

von Michelin-würdigen Degustationsmenüs<br />

über authentische Warungs – typische<br />

indonesische Strassenrestaurants – bis zu<br />

nachhaltigen Farm-to-Table-Konzepten.<br />

Besonders in und um Ubud, Canggu und<br />

Seminyak liegen gehobene Küche und<br />

Strassenküche manchmal buchstäblich<br />

nebeneinander, beides überwältigt die<br />

Geschmacksnerven. Als Foodie driftet man<br />

zwischen den Welten, beseelt auch von der<br />

herzlichen Gastfreundlichkeit, die Bali<br />

schon immer ausgezeichnet hat.<br />

Der Fokus auf Nachhaltigkeit und die<br />

lokale Beschaffung habe die Kreativität<br />

weiter gefördert, sagt Vanderbeeken. Viele<br />

Betriebe beziehen ihre Zutaten direkt aus<br />

dem eigenen Garten und dem Meer vor der<br />

Tür. Darüber hinaus habe der ausgeprägte<br />

Gemeinschaftssinn unter den Köchen die<br />

Zusammenarbeit und Innovation gefördert,<br />

wodurch eine dynamische und sich ständig<br />

GASTRONOMEN AUS<br />

ALLER WELT ZIEHT<br />

ES HIERHER AUF DIE<br />

INSEL, ANGELOCKT<br />

VON DER LEBENDIGEN<br />

ESSKULTUR UND DER<br />

VIELFALT AN ZUTATEN.<br />

weiterentwickelnde Gastronomieszene entstanden<br />

sei. Harmonie statt Konkurrenz,<br />

die Essenz Balis.<br />

Auf den Einklang mit der Natur setzt<br />

auch Blake Thornley, Chefkoch im<br />

«Mozaic» in Ubud, einem Pionier der Fine-Dining-Szene<br />

auf Bali. Das Restaurant<br />

musste während der Pandemie schliessen<br />

und feierte ein beachtetes Comeback. Der<br />

gebürtige Neuseeländer Thornley wirkte<br />

in den USA, England und Shanghai,<br />

Bis sich in den 70er-Jahren<br />

der Tourismus entwickelte,<br />

stellten die Reisterrassen die<br />

Haupteinnahmequelle der<br />

Einwohner dar.<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

67


inselträume / BALI<br />

LOKALE STARS<br />

Inmitten eines atemberaubenden, acht<br />

Hektar grossen tropischen Regenwaldes<br />

liegt das «Ayung Resort» in der Nähe<br />

von Ubud. Kulinarisch zeichnet der<br />

balinesische Chefkoch Made Lugra<br />

verantwortlich.<br />

Die balinesische Küche ist geprägt von<br />

frischen Zutaten, intensiven Aromen und<br />

traditionellen Zubereitungsmethoden. Ein<br />

Klassiker ist Babi Guling, das balinesische<br />

Spanferkel, das u. a. mit Knoblauch, Ingwer<br />

und Chilis mariniert wird. Eine feste Säule<br />

des Street Foods bildet Nasi Campur, das<br />

typische indonesische Reisgericht mit Zugaben<br />

wie Grillfleisch, Hühnchen, Meeresfrüchte,<br />

Tofu und Gemüse. Probieren sollte<br />

man unbedingt auch Sate Lilit, Fleischspiesse<br />

mit Kokosraspeln, Limettenblättern<br />

und Gewürzen, die um Zitronengrasstiele<br />

gewickelt gegrillt werden. Fein gehacktes<br />

und aromatisch gewürztes Huhn bekommt<br />

man auch in Bananenblättern eingewickelt<br />

als Tum Ayam. Lawar ist ein traditioneller<br />

Salat aus Kokosnuss, Gemüse, Fleisch<br />

und Kräutern. Zu Fleisch und Fisch wird<br />

oft Sambal Matah aus Schalotten, Chilis,<br />

Limettenblättern, Zitronengras und Kokosöl<br />

gereicht. Als Süssigkeit vom Markt kennt<br />

man in ganz Indonesien Jajan Pasar.<br />

<<br />

mittlerweile ist er Miteigentümer im<br />

«Mozaic», das bereits 2001 vom renommierten<br />

Chef Chris Salans gegründet wurde.<br />

Thornley zeigt seinen Gästen vor dem<br />

jeweiligen Gang die verwendeten Zutaten<br />

in ihrer ursprünglichen Form. Man darf<br />

fühlen, riechen – und sogar kosten.<br />

So erfährt man, was in der Küche<br />

entsteht aus beispielsweise<br />

Kaffirlimetten oder Fackelingwer.<br />

«Die Exemplare<br />

aus Bali sind fantastisch»,<br />

schwärmt Thornley.<br />

«Gross, frisch und mit unglaublichem<br />

Aroma.» Für<br />

aufregende Kreationen<br />

sorgen auch Laksa-Blätter,<br />

Kemangi-Basilikum –<br />

und Algen. Der Küchenchef<br />

schätzt das balinesische Street<br />

Food, etwa mariniertes Spanferkel,<br />

das eigentlich mal ein Essen für Festtage<br />

und besondere Anlässe war. «Babi Guling<br />

esse ich selbst mindestens dreimal pro Woche»,<br />

erzählt Thornley. Im übrigen, muslimisch<br />

geprägten Indonesien bekommt man<br />

schwerlich Schweinefleisch serviert.<br />

Die Restaurantszene ist so schnelllebig,<br />

dass man kaum mitkommt, angesichts der<br />

vielen spannenden Neueröffnungen. Anfang<br />

2024 hat Syrco Bakker, der zuvor in<br />

den Niederlanden zwei Sterne erkochte, mit<br />

dem «Syrco BASÈ» für einen spannenden<br />

Neuzugang gesorgt. Dass Bali sich bemüht,<br />

instagramtaugliche Schauwerte zu produzieren,<br />

sieht man der Insel nach. So befindet<br />

sich das Restaurant «The Cave» von<br />

Ryan Clift in einer Tropfsteinhöhle, und<br />

im «Koral» im «The Apurva<br />

Kempinski Bali» speist<br />

man in einem Aquarium<br />

zwischen Haien und<br />

In eindrucksvollem Ambiente werden<br />

im «Merah Putih» kreative Gerichte<br />

serviert, die mit traditionellen<br />

Gewürzen und indonesischen<br />

Aromen experimentieren.<br />

Rochen. Abgesehen von solchen Schikanen<br />

sind es vor allem der natürliche Reichtum<br />

der Insel und die kreativen Köpfe, die Bali<br />

so interessant machen. Die Auswahl an hervorragenden<br />

Restaurants spricht für sich –<br />

von «Locavore NXT» und «Ayung Terrace»<br />

in Ubud bis «Merah Putih» und «Sangsaka«<br />

in Seminyak. Wenn Essen selig macht, müssen<br />

die ausschweifenden Genüsse Balis den<br />

Segen der Götter haben.<br />

Fotos: Christian Horan, Kenseet, Berry Juansyah, beigestellt, Bpso<br />

68 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


HOTELS<br />

Jede der 16 Villen des «Buahan – A<br />

Banyan Tree Escape» bietet einen<br />

180-Grad-Blick auf den balinesischen<br />

Dschungel.<br />

BUAHAN, A BANYAN TREE ESCAPE<br />

Nachhaltiges Luxus-Hideaway nach dem Prinzip<br />

«No walls, no doors» im grünen Buahan-Tal<br />

nördlich von Ubud, das maximal naturnah jeden<br />

Komfort bietet. Exklusive Villen mit Blick auf<br />

Reisfelder und Dschungel.<br />

Buahan Kaja, Payangan,<br />

Gianyar Regency, Bali 80572<br />

T: +62 3616208181<br />

escape.banyantree.com/indonesia/buahan<br />

MANDAPA, A RITZ-CARLTON-RESERVE<br />

Zu dem Luxushotel in Ubud gehören das Restaurant<br />

«Kubu» von Chef Eka Sunarya und die<br />

«Ambar Bar», wo sich der Durst im tropischen<br />

Klima wunderbar mit einem kühlen Drink<br />

löschen lässt.<br />

Jl. Raya Kedewatan, Banjar, Kedewatan, Kecamatan<br />

Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />

T: +62 3614792777, ritzcarlton.com<br />

RAFFLES BALI<br />

Eleganten Luxus mit Mahagoniböden und private<br />

Pools bietet das Fünf-Sterne-Hotel über den Klippen<br />

der Jimbaran-Bucht. Zum Haus gehören ein<br />

Restaurant, eine Seafood-Grillbar am Strand und<br />

die Writer’s Bar.<br />

Jl. Karang Mas Sejahtera No.1A, Jimbaran, Kec.<br />

Kuta Sel., Ka-bupaten Badung, Bali 80361<br />

T: +62 3612015800<br />

raffles.com/bali<br />

VICEROY BALI<br />

Das Fünf-Sterne-Hotel in Ubud beherbergt neben<br />

dem Gourmetrestaurant «Apéritif» und der empfehlenswerten<br />

«Pinstripe Bar» weitere kulinarische<br />

Angebote.<br />

Br. Nagi, Jl. Lanyahan, Petulu, Kecamatan Ubud<br />

Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />

Das Konzept des «Locavore Nxt» in Ubud basiert auf<br />

Nachhaltigkeit, was sich auch im Menü widerspiegelt.<br />

T: +62 3619082777<br />

viceroybali.com<br />

RESTAURANTS<br />

AYUNG TERRACE<br />

Erstklassiges Restaurant im «Four Seasons Resort<br />

Bali at Sayan», das hoch über dem malerischen<br />

Ayung-Fluss thront. Offenes, luftiges Design;<br />

typisches Rijsttafel-Degustationsmenü.<br />

Sayan, Ubud, Gianyar Regency, Bali 80571<br />

T: +62 361977577, fourseasons.com<br />

CUCA<br />

Für die Sharing-Plates im Tapas-Stil ist der kanadische<br />

Chef Kevin Cherkas verantwortlich.<br />

Jl. Yoga Perkanthi, Jimbaran, Kec. Kuta Sel.<br />

Kabupaten Badung, Bali 80364<br />

T: +62 81236870486, cucabali.com<br />

LOCAVORE NXT<br />

Ray Adriansyah und Eelke Plasmeijer haben sich<br />

mit hyperlokaler Küche einen Namen erkocht.<br />

Mit dem traditionelleren «Nusantara» gibt es einen<br />

mindestens ebenso beliebten Ableger.<br />

Jl. A. A. Gede Rai Gang Pura Panti Bija, Lodtunduh<br />

Kecamatan Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />

T: +62 82144956226<br />

locavorenxt.com<br />

MOZAIC<br />

Pionier des Fine Dinings auf Bali, europäische<br />

Exzellenz trifft balinesische Traditionen.<br />

Jl. Raya Sanggingan, Kedewatan, Kecamatan Ubud<br />

Kabupaten Gian-yar, Bali 80571<br />

mozaic-bali.com<br />

MERAH PUTIH<br />

In dem Toprestaurant werden traditionelle<br />

indonesische Gerichte modern und aufregend<br />

neu interpretiert.<br />

Jalan Petitenget. 100X Kerobokan Kelod<br />

Seminyak, Kuta Utara, Badung Regency, Bali 80361<br />

T: +62 3618465950, merahputihbali.com<br />

ROOM 4 DESSERT<br />

Patissier Will Goldfarb serviert süsse Degustationsmenüs<br />

mit bis zu zehn Gängen – in seinem<br />

Lokal wird auch mal eine Torte dekonstruiert.<br />

Jl. Raya Sanggingan, Kedewatan<br />

Kecamatan Ubud, Kabu-paten Gianyar<br />

Bali 80561<br />

T: +62 81337050539<br />

room4dessert.com<br />

SANGSAKA<br />

Das Restaurant in Seminyak liegt etwas abseits<br />

der Touristenströme und bietet modern übersetzte<br />

indonesische Küche.<br />

Jalan Pangkung Sari No. 100 Kerobokan<br />

Kerobokan Kelod, Kec. Kuta Utara, Kabupaten<br />

Badung, Bali 80361<br />

T: +62 81236959895<br />

sangsakabali.com<br />

SYRCO BASÈ<br />

Konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit<br />

und lokale Zutaten, der hauseigene Garten liefert<br />

Gemüse, Kräuter und Gewürze. Fokus auf Meeresfrüchte.<br />

Jl. Sri Wedari No.72, Ubud, Kecamatan Ubud<br />

Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />

T: +62 82227122250<br />

syrcobase.com<br />

MÄRKTE<br />

BADUNG MARKET<br />

Auf Balis grösstem Markt in Denpasar kann man<br />

sich für kleines Geld durchprobieren und an all den<br />

Street-Food-Köstlichkeiten der Insel erfreuen.<br />

86V6+9X Dauh Puri Kangin<br />

Denpasar City, Bali<br />

BEACHCLUB<br />

FINN’S BEACH CLUB<br />

Populärer Treffpunkt am Ozean in Canggu mit<br />

Party-Dining-Restaurants wie dem «Monsoon»,<br />

Bars, Pools und Livemusik.<br />

Jl. Pantai Berawa No. 99, Canggu, Kec. Kuta Utara<br />

Ka-bupaten Badung, Bali 80361<br />

T: +62 3618446327<br />

finnsbeachclub.com <<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

69


KÜCHENZETTEL<br />

Gourmet-Autor<br />

SEVERIN CORTI<br />

HERE COMES<br />

THE SUN<br />

Wenig heizt uns so köstlich und nachhaltig ein wie die Suppentöpfe Südostasiens.<br />

Wo immer Sonne ist, kommt auch das beste Essen für die Kälte her!<br />

Über die sonnige Kraft der balinesischen Nudelsuppe Soto Ayam.<br />

Wenn die Sonne über<br />

Tage und Wochen<br />

nicht aus ihrem Versteck<br />

will, dann<br />

muss man zur Selbsthilfe<br />

greifen – und sie sich eben in die<br />

Küche holen. Je dunkler die Tage, desto<br />

mehr Farbe gehört in den Kochtopf.<br />

Nichts verscheucht die ätzende Übellaunigkeit<br />

eines grauen Wintertages so<br />

zuverlässig wie ein dichter, von der Kraft<br />

und Hitze exotischer Gewürze erfüllter<br />

Eintopf voll seidiger Nudeln, den man in<br />

tiefen Schüsseln serviert und in bester asiatischer<br />

Tradition schlürfen darf – weil er<br />

so heiss ist, aber auch, weil die Aromen<br />

sich dann doppelt lebhaft um die<br />

Geschmackspapillen schlängeln dürfen.<br />

Soto Ayam, der prachtvolle Suppentopf<br />

Balis und ganz Indonesiens, ist so etwas<br />

wie die Mutter aller Suppenschüsseln Südostasiens,<br />

mit der geschmeidigen, samtenen<br />

Textur von Kokosnussmilch und dem<br />

Kick von Chilischoten, Zitronengras und<br />

frischem Ingwer. Das knusprig gebratene<br />

Hühnerfleisch als Suppeneinlage darf als<br />

typisch für die virtuose Kunstfertigkeit im<br />

Umgang mit allem Essbaren stehen, die<br />

die Kulturen von China im Norden bis<br />

Indonesien im Süden auszeichnet: Auch<br />

aus scheinbar bescheidenen Zutaten werden<br />

Speisen gezaubert, die es in Sachen<br />

Geschmacksvielfalt, Konsistenzvariation<br />

und, nicht zuletzt, auch Hingabe beim<br />

Zubereiten, ohne Weiteres mit den Kreationen<br />

der Hochküche aufnehmen können.<br />

Soto Ayam ist so ein Suppentopf: Ein<br />

Gericht, bei dem die Wärme von innen<br />

kommt und einen auf paradoxe Weise einlullt<br />

und aufweckt zugleich. Die Vielfalt<br />

der Konsistenzen zwischen knackig und<br />

knusprig, seidig weich und bissfest, zündet<br />

dazu ein Feuerwerk verschiedener Eindrücke<br />

am Gaumen. Kein Gericht für die feine<br />

Tafel, aber ein umso lustvolleres. Und<br />

ein fantastisches Notfallprogramm gegen<br />

den Winter-Blues, das man sich am<br />

Küchentisch angedeihen lässt, tief über die<br />

Schüssel gebeugt, die Stäbchen in der<br />

einen und den Löffel in der anderen<br />

Hand.<br />

Auch sehr gut: Die Suppe ist schnell<br />

zubereitet, so man beizeiten dafür gesorgt<br />

hat, halbwegs ordentlichen Hühnerfond<br />

im ewigen Eis des Tiefkühlers bereitzuhalten<br />

– oder den schnellen Ausweg über die<br />

magischen Würfel nicht scheut. Die alles<br />

entscheidende Würzpaste ist binnen weniger<br />

Minuten fertig, die Zutaten, unserer<br />

stetig steigenden Weltoffenheit (okay, eh<br />

nur in Küchenfragen) sei Dank, inzwischen<br />

in jedem besseren Supermarkt zu<br />

haben. Einzig die Shrimppaste muss man<br />

sich im Asiashop besorgen – die hält aber<br />

locker für den ganzen Winter und verleiht<br />

auch Thai-Currys eine spezielle Geschmackstiefe.<br />

Und das Beste: Jedes Mal,<br />

wenn man sie gemeinsam mit anderen<br />

Gewürzen in die Pfanne haut, kommt<br />

ziemlich buchstäblich die Sonne raus!<br />

Gesammelte Rezepttipps<br />

von Severin Corti unter<br />

go.falstaff.com/corti<br />

SOTO AYAM<br />

(4 Personen, Zubereitung: 45 Min.)<br />

ZUTATEN FÜR DIE SUPPE<br />

8 Oberkeulen vom Huhn, ohne Haut<br />

2 l Hühnersuppe<br />

3 Stängel Zitronengras, flach geklopft<br />

5 Limettenblätter<br />

Pflanzenöl zum Braten<br />

ZUTATEN FÜR DIE CURRYPASTE<br />

6 Schalotten, grob gehackt<br />

5 Knoblauchzehen, gehackt<br />

1,5 cm Stück Ingwer, gehackt<br />

1–2 EL Shrimppaste<br />

10 Macadamianüsse<br />

½ TL Kurkuma<br />

1 EL Koriandersamen, gemahlen<br />

Prise Pfeffer<br />

120 ml Kokosmilch<br />

50 ml Pflanzenöl<br />

ZUM SERVIEREN<br />

350 g Reisnudeln<br />

4 wachsweiche Eier (6 min)<br />

Koriander<br />

Röstzwiebeln<br />

Sambal Ölek<br />

2 Limetten, halbiert<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Gewürze in der Suppe zum Kochen bringen,<br />

Fleisch einlegen und am Siedepunkt 20 Min.<br />

ziehen lassen. Herausheben. Währenddessen<br />

für die Currypaste Schalotten, Knoblauch und<br />

Ingwer in etwas Öl anrösten, mit den restlichen<br />

Zutaten im Mixer zu einer Paste mixen. Paste 6–7<br />

Min. in Öl durchrösten, dann in die Suppe rühren.<br />

– Fleisch in reichlich Öl beidseitig braun und<br />

knusprig anbraten, etwas abkühlen und in Stücke<br />

reissen. Nudeln laut Anweisung garen und auf<br />

4 Schüsseln verteilen.<br />

– Mit Suppe auffüllen, mit den halbierten Eiern und<br />

den anderen Zutaten nach Geschmack garnieren<br />

und mit Limetten und Sambal servieren.<br />

Fotos: Stine Kristiansen, Johannes Kernmayer<br />

70 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Legionärin 2021, Sauvignon Blanc<br />

Karl Schnabel, Sausal<br />

Ein Sauvignon Blanc, wie ihn die Südsteiermark nicht<br />

kennt: Kühl, vital, zitrisch mineralisch, balanciert mit<br />

feinem Gerbstoff und kaum Anklängen an klassische<br />

SB-Aromatik. Wie die Sonne an einem Wintertag!<br />

ritter-weine.li, CHF 39,50<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

71


inselträume / WISSENSCHAFT<br />

KOKOS-PRODUKTE:<br />

(K)EINE GUTE<br />

ALTERNATIVE<br />

Vor wenigen Jahren ist der Hype rund<br />

um Kokosprodukte voll ange laufen.<br />

Ob Öl, Zucker, Mehl, Sirup, Milch oder<br />

Wasser: All die exotischen Varianten<br />

werden als besonders gesund und<br />

umweltfreundlich angesehen. Die<br />

Wahrheit aber ist: Sie punkten mit ihrer<br />

Geschmacksnote, jedoch kaum mit<br />

anderen aussergewöhnlichen Vorteilen.<br />

Und: Ökologisch ist der Kokosnuss-<br />

Anbau nicht unumstritten.<br />

TEXT MARLIES GRUBER<br />

ILLUSTRATION GINA MÜLLER / CAROLINE SEIDLER.COM<br />

72 72 falstaff feb–mär <strong>2025</strong> <strong>2025</strong>


Fotos: Shutterstock<br />

feb–mär <strong>2025</strong> <strong>2025</strong>falstaff<br />

73 73


inselträume / WISSENSCHAFT<br />

Sie sind ein Sinnbild für Fernweh<br />

nach den Tropen: Kokospalmen<br />

an einsamen weissen Stränden,<br />

Kokosnüsse mit abgeschlagener<br />

Spitze und Strohhalm. So weit der<br />

Traum – die Wirklichkeit sieht anders aus:<br />

Im grossen Stil erfolgt der Anbau auf Plantagen<br />

im Hinterland der Küstenregionen.<br />

Satellitenaufnahmen zufolge sind weltweit<br />

etwa zwölf Millionen Hektar mit<br />

Kokospalmen bepflanzt. Das entspricht<br />

ungefähr der eineinhalbfachen Fläche von<br />

Österreich. Vor allem Kleinbauern auf den<br />

Philippinen, in Indonesien, Indien und Sri<br />

Lanka leben von der vielseitig nutzbaren,<br />

langlebigen Pflanze.<br />

Vom Fruchtwasser und dem Fruchtfleisch<br />

bis hin zu den Schalen und Fasern sowie<br />

Palmwedel und Stämmen ist die Kokospalme<br />

– theoretisch – verwertbar. Nach sechs<br />

bis zehn Jahren fangen die Palmen an, Nüsse<br />

zu tragen. Nach 15 bis 20 Jahren erreichen<br />

sie ihren Produktionshöhepunkt.<br />

Geerntet werden die Kokosnüsse von<br />

Kletterern rund viermal im Jahr. Nach der<br />

Ernte wird die äussere Schale der Nüsse<br />

entfernt, die hölzerne Schale geknackt und<br />

das weisse Fruchtfleisch – die sogenannte<br />

Kopra – entnommen.<br />

Die Kopra kann in mehrerlei Hinsicht<br />

verwendet werden. Getrocknet wird sie zu<br />

Kokosraspeln verarbeitet, die wiederum<br />

beim Kochen, für Süsswaren und Müslis<br />

eingesetzt werden. Wird getrocknetes, entöltes<br />

Fruchtfleisch gemahlen, entsteht Kokosmehl.<br />

Dieses hat deutlich weniger Kohlenhydrate<br />

als Weizenmehl, ist glutenfrei und<br />

kann daher für Personen mit Zöliakie oder<br />

Glutensensitivität interessant sein. Für<br />

Kokosmilch wird zerkleinertes Fruchtfleisch<br />

einer etwa zwölf Monate alten Kokosnuss<br />

mit Wasser gemixt und dann gepresst. Das<br />

Filtrat bildet Kokosmilch, die etwa in Currys<br />

ihren Einsatz findet. Kokossirup wiederum<br />

wird aus dem Nektar der Palmen<br />

gewonnen und schmeckt nach Karamell.<br />

Kokosblütenzucker wird gemacht, indem<br />

man den Sirup erhitzt bis er kristallisiert. Er<br />

liefert ebenfalls Kokos- und Karamellnoten,<br />

hinsichtlich Süsskraft und Kaloriengehalt ist<br />

er dem Haushalts zucker aber sehr ähnlich.<br />

Aus der Kopra wird auch das Kokosöl<br />

gepresst, wobei man je nach Herstellungsmethode<br />

– wie bei anderen Ölen auch – natives<br />

und raffiniertes Kokosöl unterscheidet.<br />

74 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


WER GLAUBT, AUS ÖKOLOGISCHEN GRÜNDEN AUF PALMÖL<br />

VERZICHTEN ZU MÜSSEN UND STATTDESSEN AUF KOKOSÖL<br />

SETZT, DER IRRT. AUF EINEM HEKTAR LASSEN SICH MIT<br />

KOKOSPALMEN 0,7 TONNEN KOKOSÖL ERZEUGEN. BEI DER<br />

ÖLPALME LIEGT DER ERTRAG BEIM FÜNFFACHEN. DIE ÖKO-<br />

BILANZ DER KOKOSNUSS IST ALSO NOCH SCHLECHTER.<br />

Fotos: Shutterstock<br />

Kokosöl ist weiss und bei Zimmertemperatur<br />

fest. Daher spricht man auch von Kokosfett.<br />

Es verflüssigt sich bei etwa 24 Grad Celsius.<br />

Dieser Umstand macht das Kokosöl für<br />

industrielle Süsswarenproduktion attraktiv,<br />

weil das Fett für seine Stabilität nicht<br />

gehärtet werden muss. Es ist stark erhitzbar,<br />

ist daher auch zum Backen, Braten und<br />

Frittieren geeignet, findet aber auch in Speiseeis<br />

Verwendung. Aufgrund der Streichfähigkeit<br />

verwenden es manche zudem statt<br />

Butter oder Margarine.<br />

NICHT BESSER ALS PALMÖL<br />

Einen gesundheitlichen Benefit darf man<br />

sich davon jedoch nicht erwarten: Die bis<br />

heute vorliegende Studienlage lässt keinen<br />

Schluss zu, dass Kokosöl in irgendeiner<br />

Weise gesundheitsfördernd wirkt. Weder<br />

hat es Effekte auf die Prävention von Herz-<br />

Kreislauf-Erkrankungen noch hilft es bei<br />

der Gewichtsabnahme. Kokosöl besteht<br />

ähnlich wie Palmöl vor allem aus gesättigten<br />

Fettsäuren, von denen wir ohnehin<br />

mehr als ausreichend aufnehmen und die<br />

sich unter anderem auf die Blutfettwerte<br />

negativ auswirken. Für den Gebrauch in<br />

der Küche sind daher Öle mit einem günstigerem<br />

Fettsäuremuster besser, wie Raps-,<br />

Sonnenblumen- oder Olivenöl.<br />

Auch wer glaubt, aus ökologischen Gründen<br />

besser auf Produkte mit Palmöl verzichten<br />

zu müssen und stattdessen auf jene<br />

mit Kokosöl setzt, der irrt. Auf einem Hektar<br />

lassen sich mit Kokospalmen etwa 0,7<br />

Tonnen Kokosöl erzeugen. Bei der Ölpalme<br />

liegt der Ertrag etwa bei dem Fünffachen.<br />

Für dieselbe Menge bräuchte man also<br />

deutlich mehr Fläche. Das Problem der Entwaldung<br />

sowie möglicher sozialer Missstände<br />

würde sich durch den Ersatz daher<br />

nur verlagern bzw. sogar verschlechtern.<br />

Noch dazu gibt es im Gegensatz zu Palmöl<br />

weniger Initiativen für Zertifizierungsprogramme.<br />

KOKOSWASSER<br />

In Flaschen oder Tetrapak gefülltes Kokoswasser<br />

wird bei uns als isotonischer Durstlöscher<br />

gehypt. Vor allem Sporttreibende sollen<br />

davon profitieren. Kokoswasser ist das<br />

Fruchtwasser von jungen (grünen oder gelben)<br />

Kokosnüssen einer bestimmten Sorte<br />

(Trink-Kokosnüsse). Diese werden etwa in<br />

einem Alter von sechs Monaten geerntet und<br />

weisen zu diesem Zeitpunkt am meisten<br />

Fruchtwasser (ca. 600 ml) auf. Eine reife<br />

Kokosnuss enthält kein Kokoswasser mehr,<br />

weil es das Fruchtfleisch aufgesaugt hat.<br />

Wird das Wasser nicht direkt aus der<br />

Nuss getrunken, sondern in grossem Massstab<br />

verwertet, dann kommt es vor der<br />

Abfüllung zur Pasteurisation. Pur schmeckt<br />

das Kokoswasser erfrischend, leicht süsssäuerlich<br />

und nur dezent nach Kokos. Mit<br />

rund 15 Kalorien pro 100 Gramm ist es<br />

relativ kalorienarm. Diverse Mineralstoffe,<br />

darunter Kalium, Natrium und Magnesium,<br />

können dazu beitragen, den Elektrolythaushalt<br />

nach dem Sport wieder auszugleichen.<br />

Ein mineralstoffreiches Mineralwasser<br />

oder ein Apfelsaft gespritzt erfüllen<br />

allerdings den gleichen Zweck. Auch beim<br />

Kokoswasser gilt also: aus gesundheitlichen<br />

Gründen nicht nötig, aus ökologischen<br />

nicht sinnvoll. <<br />

Weitere Food-Facts<br />

aus der Welt der Wissenschaft:<br />

go.falstaff.com/science<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

75


inselträume / RICHARD BRANSON<br />

FALSTAFF SERIE<br />

Teil 39<br />

«DIE INTERESSANTESTEN<br />

ANRUFE ERHALTE ICH<br />

IN DER BADEWANNE.»<br />

Als Richard Branson mit 16 Jahren die Schule abbrach, sagte ihm der Direktor, er<br />

werde entweder im Gefängnis landen oder Millionär werden. Letzteres geschah.<br />

Sich unterkriegen zu lassen, war für den Draufgänger nie eine Option. Auch er<br />

verfiel früh dem Charme des Insellebens und verliebte sich in die Virgin Islands.<br />

TEXT JUDITH HECHT<br />

Wirklich zur Ruhe<br />

kommt der Boss der<br />

Virgin Group nur an<br />

einem Ort auf der<br />

Welt: auf Necker<br />

Island. Deshalb verbringt der erfolgreichste<br />

Unternehmer des Vereinigten Königreichs<br />

Weihnachten, Ostern und jeden Sommer<br />

mit seiner Familie in seinem Paradies im<br />

karibischen Meer, das ihm seit 1979 gehört.<br />

Auf die kleinste der Britischen Jungfraueninseln<br />

wurde Richard Branson zufällig<br />

aufmerksam: Bei einem Aufenthalt in<br />

New York hatte ihn jemand gefragt, ob er<br />

sein Unternehmen «Virgin Records» nach<br />

den Virgin Islands benannt hätte. «Diese<br />

hatten zwar bei der Namensgebung unserer<br />

Firma nicht Pate gestanden, sie hörten sich<br />

aber nach einem romantischen Zufluchtsort<br />

an, den ich und meine Frau damals gerade<br />

benötigten», erzählt er in seiner Autobiografie<br />

«Losing My Virginity». Spontan beschlossen<br />

die beiden, der Inselgruppe einen<br />

Besuch abzustatten. Das glasklare, türkise<br />

Meer, die Korallenriffe, die Palmen, die langen<br />

Sandstrände und die Pelikanschwärme<br />

zogen die beiden sofort in ihren Bann.<br />

Kurzerhand entschloss sich Branson,<br />

die noch völlig unerschlossene Insel zu erwerben.<br />

Der Verkäufer verlangte dafür drei<br />

Millionen Pfund. Branson bot 180.000<br />

Pfund – und erhielt den Zuschlag. Heute ist<br />

Necker über 100 Millionen Pfund wert. Der<br />

Abenteurer hat in den vergangenen Jahrzehnten<br />

viel Geld in die 30 Hektar grosse<br />

Oase investiert, um für sich und seine Familie<br />

«einen grossen Spielplatz» zu erschaffen.<br />

Wenn dem Entrepreneur danach ist,<br />

lädt er Freunde, Mitarbeiter der Virgin-Unternehmen<br />

oder aber auch Barack und<br />

<<br />

Foto: Getty Images / Hulton Archive / Bryn Colton<br />

76 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/kunstkulinarik<br />

Rund 400 Unternehmen in<br />

unterschiedlichsten Branchen –<br />

vom Musik-Business bis zur<br />

Luft- und Raumfahrt – gehören<br />

zur Virgin Group des britischen<br />

Milliardärs Richard Branson.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

77


inselträume / RICHARD BRANSON<br />

Mit dem Raumflugzeug<br />

«VSS Unity» seines<br />

Unternehmens Virgin<br />

Galactic flog Branson<br />

2021 ins Weltall –<br />

und kam damit den<br />

beiden anderen<br />

«Weltraummilliardären»<br />

Jeff Bezos und<br />

Elon Musk zuvor.<br />

Pico de Gallo<br />

(Rezept von Dr. William Li)<br />

ZUTATEN<br />

3 mittelgrosse San Marzano-Tomaten<br />

½ rote Zwiebel<br />

1 Jalapeno-Schote<br />

½ Tasse Koriander, gehackt<br />

Salz und Pfeffer<br />

1 TL Olivenöl<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Tomaten, Zwiebel und Jalapeno-<br />

Paprikaschoten grob hacken. Einen<br />

Teelöffel Olivenöl hinzufügen. In eine<br />

Küchenmaschine geben und fein<br />

zerkleinern. In eine Servierschüssel<br />

geben und Koriander,<br />

Salz und Pfeffer hinzufügen.<br />

Umrühren<br />

und vermischen. Etwa<br />

eine Stunde stehen<br />

lassen, damit sich<br />

die Aromen verbinden<br />

können.<br />

– Pico de Gallo<br />

schmeckt sehr gut<br />

mit Pita-Chips.<br />

<<br />

Michelle Obama ein, ihm in seiner «Great<br />

House»-Residenz Gesellschaft zu leisten:<br />

«Wir essen miteinander, feiern, entspannen<br />

und denken über unser Leben nach.»<br />

ARBEITEN IN DER<br />

HÄNGEMATTE<br />

«Entspannen» heisst für den Extremsportler<br />

freilich nicht, im Liegestuhl zu chillen.<br />

Auch auf Necker Island hält Branson an<br />

seiner täglichen Routine fest: Sein Tag<br />

beginnt um fünf Uhr in der Früh mit einem<br />

Lauf am Strand, einem Tennis-Match oder<br />

mit Kitesurfen. Erst dann frühstückt er ausgiebig<br />

mit seiner Familie. Den Vormittag<br />

nutzt er, um zu arbeiten. Dazu<br />

setzt er sich allerdings niemals<br />

an einen Schreibtisch,<br />

das hat er nie<br />

getan. Viel lieber<br />

erledigt er seine<br />

Aufgaben an<br />

unkonventionellen<br />

Orten<br />

wie in Hängematten,<br />

auf<br />

dem Hometrainer<br />

oder in<br />

der Badewanne.<br />

«Die interessantesten<br />

Anrufe erhalte ich erstaunlicherweise<br />

immer, wenn ich in der Badewanne sitze. So<br />

war das auch, als mich eines Tages Nelson<br />

Mandela anrief. Er fragte mich, ob ich<br />

nicht eine Fitnessstudio-Kette in Südafrika<br />

übernehmen wolle, die gerade bankrott gegangen<br />

war. Das tat ich – und Nelson und<br />

ich wurden enge Freunde.»<br />

Über das Business spricht Branson am<br />

liebsten bei einem leichten Mittagessen<br />

oder während eines Spaziergangs. Je formloser<br />

und entspannter, desto lieber ist es<br />

dem Milliardär. Immer hat er sein Notizbuch<br />

bei sich, um jede Idee sofort festhalten<br />

zu können. Auch das Abendessen geniesst<br />

der ewig Junggebliebene in grosser Runde.<br />

Er liebt es, sagt er, den Menschen zuzuhören,<br />

ihnen Fragen zu stellen, um möglichst<br />

viel über sie zu erfahren.<br />

SECHS STUNDEN SCHLAF<br />

UND VIEL GRÜNER TEE<br />

So gesellig und ausgelassen Branson auch<br />

sein kann, spätestens um 23 Uhr will er<br />

heute nur mehr eines: in sein Bett. Um sein<br />

tägliches Pensum zu stemmen, braucht er<br />

nämlich seine sechs Stunden Schlaf. «Ich<br />

bezweifle ernsthaft, dass ich beruflich so erfolgreich<br />

(und privat so glücklich) gewesen<br />

wäre, wenn ich nicht immer so viel Wert<br />

Fotos: mauritius images / Alamy Stock Photos / Sean Clarkson, Getty Images, Shutterstock<br />

78 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


auf meine Gesundheit und meine Fitness<br />

gelegt hätte», schreibt er in seinem Blog.<br />

Aber er achtet nicht nur auf regelmässiges<br />

Ausdauer- und Krafttraining, sondern<br />

auch auf gesunde Kost. Um erst gar nicht<br />

krank zu werden, hält sich Branson an die<br />

Ernährungsratschläge von Dr. William Li,<br />

der den Bestseller «Richtig essen. Länger<br />

leben» geschrieben hat. Sauerteigbrot, viel<br />

Gemüse, Beeren, Kiwi, Nüsse, Hartkäse,<br />

Haferflocken, Olivenöl, Fisch, dunkle<br />

Schokolade und viel Grüner Tee gehören<br />

Li zufolge zu den Lebensmitteln, die helfen,<br />

Zellen vor oxidativen Schäden zu bewahren,<br />

den Blutdruck zu senken und die<br />

Cholesterin-Werte niedrig zu halten. «Alles<br />

Nahrungsmittel, die ich ohnehin sehr gerne<br />

esse», schreibt der Virgin-Boss, der schon<br />

seit einiger Zeit Vegetarier ist.<br />

Da Branson mit 74 Jahren in Topform<br />

und kerngesund ist, denkt er auch gar nicht<br />

daran, sich zur Ruhe zu setzen oder leiser<br />

zu treten. Zu viel gibt es für den Philanthropen<br />

noch zu tun. 80 Prozent seiner Arbeitszeit<br />

widmet er heute nicht mehr seinem<br />

Business, sondern Non-Profit-Initiativen.<br />

Schliesslich ist es dem Briten ein Anliegen,<br />

den Klimawandel zu stoppen, sich für<br />

Alles begann mit einem<br />

Plattenlabel: Bei Virgin<br />

Records hatte Branson<br />

Superstars wie die Sex<br />

Pistols unter Vertrag.<br />

BRANSON MAG ES<br />

FORMLOS UND<br />

ENTSPANNT: ÜBER DAS<br />

BUSINESS REDET ER AM<br />

LIEBSTEN BEI EINEM<br />

MITTAGESSEN ODER<br />

EINEM SPAZIERGANG.<br />

Menschenrechte einzusetzen, das Bildungssystem<br />

zu verbessern und noch vieles mehr.<br />

«Was ist gut für unseren Planeten? Was<br />

ist gut für die Menschheit?», das sind die<br />

Fragen, die ihn beschäftigen und nicht, wie<br />

viel Geld er verdient hat, betont Branson.<br />

Darum empfindet er es als Beleidigung,<br />

wenn man ihn nur «Milliardär» nennt.<br />

Das Leben in vollen Zügen auszukosten,<br />

sei immer schon sein Motto gewesen, sagt<br />

der Abenteurer. «Und das habe ich getan.<br />

Ich hatte ein ganz aussergewöhnliches<br />

Leben voll interessanter und unerwarteter<br />

Wendungen. Aber es gibt nichts, was ich<br />

bereue.»<br />

<<br />

SIR RICHARD<br />

BRANSON<br />

• Sir Richard Charles Nicholas Branson<br />

ist der Gründer der Virgin-Group, zu der<br />

mehr als 400 Unternehmen wie Virgin<br />

Atlantic Airlines oder das Raumfahrtunternehmen<br />

Virgin Galactic gehören. Der<br />

Legastheniker Branson zählt mit einem<br />

Vermögen von über 2,5 Milliarden<br />

US-Dollar zu den erfolgreichsten<br />

Unternehmern Grossbritanniens.<br />

• Branson wurde am 18. Juli 1950 in<br />

London geboren. Die Schule brach er mit<br />

16 Jahren ab, um ein Studentenmagazin<br />

zu gründen. 1971 eröffnete er sein erstes<br />

Plattengeschäft Virgin Records. Mit<br />

seinem Musiklabel, das Künstler wie Mike<br />

Oldfield, die Sex Pistols und Genesis<br />

unter Vertrag hatte, wurde Branson<br />

erfolgreich. 1992 verkaufte er Virgin<br />

Records für eine Milliarde Dollar.<br />

• Branson unternahm mehrere abenteuerliche<br />

Weltrekordversuche: 1986 brach<br />

er etwa mit einem Motorboot zur<br />

schnellsten Atlantiküberquerung auf.<br />

1987 überquerte er den Atlantik erstmals<br />

mit einem Heissluftballon, 1991 den<br />

Pazifik. 2021 flog er mit einer Raumfähre<br />

als erster der «Raumfahrtmilliardäre»<br />

(neben ihm sind das Jeff Bezos und<br />

Elon Musk) ins Weltall.<br />

• Richard Branson gehört Necker Island,<br />

die zu den British Virgin Islands zählt.<br />

Darüber hinaus betreibt er Luxus-<br />

Ressorts in der Karibik, Afrika, den<br />

<strong>Schweiz</strong>er Alpen und auf Mallorca.<br />

• 1999 wurde er von der Queen wegen<br />

seiner Verdienste für das britische<br />

Unternehmertum zum Ritter geschlagen.<br />

• Branson ist seit 1989 mit<br />

Joan Templeman verheiratet und<br />

hat mit ihr zwei Kinder.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

79


inselträume / SCHWEIZ<br />

REIF FÜR<br />

DIE INSEL<br />

Foto: Shutterstock<br />

Die grösste natürliche Insel der <strong>Schweiz</strong><br />

heisst Ufnau und liegt im Zürichsee. Sie<br />

gehört seit dem Jahr 965 dem Kloster<br />

Einsiedeln und steht unter Naturschutz.<br />

80 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Man muss nicht in die Ferne schweifen, um Trauminseln zu<br />

entdecken. Dank der vielen Seen und Flüsse gibt es auch in der<br />

<strong>Schweiz</strong> einige davon. Der Besuch lohnt sich nicht nur wegen<br />

der wunderbaren Landschaft, auch kulinarisch haben unsere<br />

Inselparadiese einiges zu bieten.<br />

TEXT LARISSA GRAF<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

81


inselträume / SCHWEIZ<br />

INSEL<br />

RHEINAU<br />

Rheinau im Zürcher Weinland liegt auf einer vom<br />

Rhein umgebenen Landzunge. Über eine Brücke<br />

ist es mit der Klosterinsel verbunden – hier gibt es<br />

also gleich zwei «Inseln» zu entdecken. Im Kloster,<br />

das im achten Jahrhundert gegründet wurde, war<br />

lange eine psychiatrische Klinik untergebracht, heute<br />

beherbergt es ein Musikerhotel. Unverändert blieb die<br />

Klosterkirche, die man besuchen kann. Leider gibt es<br />

auf der Insel kein Restaurant mehr, dafür kann man<br />

sich im schönen historischen Dorfkern verpflegen. Besonders<br />

gut geht das im «Augarten Rheinau». In diesem<br />

sorgfältig renovierten Gasthaus mit Brauerei gibt<br />

es einfache Speisen aus regionalen Zutaten und gutes<br />

Bier. Ebenfalls lohnt sich ein Besuch bei der Staatskellerei<br />

Zürich im ehemaligen Klosterkeller.<br />

Augarten<br />

Untere Steig 15, 8462 Rheinau<br />

augarten-rheinau.ch<br />

ISOLE DI BRISSAGO<br />

Diese zwei kleinen Inseln im Lago Maggiore bei<br />

Brissago sind Idylle pur. Die kleinere Insel ist<br />

weitgehend naturbelassen und nicht zugänglich.<br />

Die grössere, Isola Grande oder San Pancrazio<br />

genannt, kann man bequem mit dem Schiff von<br />

Locarno oder Ascona aus erreichen. Sie beherbergt<br />

einen botanischen Garten mit subtropischen<br />

Pflanzen, die hier wegen eines besonders milden<br />

Mikroklimas gedeihen. Hat man genug Zeit, sollte<br />

man auf der Insel übernachten. Im traumhaften<br />

Hotel «Villa Emden» geniesst man nicht nur die<br />

Stille, nachdem die Tagesgäste abgereist sind,<br />

sondern auch einen hervorragenden Service und<br />

eine fantastische Küche basierend auf lokalen<br />

Produkten.<br />

Villa Emden<br />

Isola di San Pancrazio, 6614 Brissago<br />

villaemden.com<br />

WEIHER-<br />

SCHLOSS<br />

BOTTMINGEN<br />

Auch wenn das Schloss Bottmingen streng<br />

genommen nicht auf einer Insel liegt, ist es<br />

vollständig von Wasser umgeben. Denn es ist eines<br />

der wenigen verbleibenden Wasserschlösser der<br />

<strong>Schweiz</strong>. Der Graben wurde im Mittelalter zum<br />

Schutz vor Angriffen angelegt, hat heute aber<br />

nur noch eine dekorative Funktion. Im Inneren<br />

des Schlosses geniesst man in der «Brasserie du<br />

Château» im Erdgeschoss köstliche französische<br />

Klassiker. Edler geht es im eleganten Restaurant<br />

«Gourmet Louis» zu und her. Dort wird den Gästen<br />

eine kreative Gourmetküche kredenzt.<br />

Restaurant Schloss Bottmingen<br />

Schlossgasse 9, 4103 Bottmingen<br />

weiherschloss.ch<br />

82 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


ISLA CAUMA<br />

Der Caumasee gehört ohne Zweifel zu den<br />

schönsten Gewässern der <strong>Schweiz</strong>. Das klare,<br />

türkisfarbene Wasser lädt zum Baden ein, schnell<br />

erreicht man dabei die Insel in der Seemitte. Sie<br />

eignet sich perfekt für ein romantisches Picknick,<br />

das man mit einem der zu mietenden Boote<br />

oder Pedalos trocken an Land bringt. Wer sich<br />

lieber von anderen verpflegen lässt, besucht das<br />

Restaurant «Ustria La Cauma» am Seeufer. Dort<br />

gibt es eine zeitgenössische und unkomplizierte<br />

Küche aus besten Zutaten. Zu den Highlights<br />

gehören die saftigen Fleischstücke vom Beefer-<br />

Grill, es gibt allerdings auch köstliche Bündner und<br />

italienische Spezialitäten wie hausgemachte Pasta<br />

oder Capuns.<br />

Restaurant Ustria La Cauma<br />

Caumasee, 7018 Flims<br />

ustrialacauma.ch<br />

UFNAU<br />

Die Insel Ufnau, auch als Ufenau bekannt, liegt<br />

vor Pfäffikon im Zürichsee. Dieses hübsche<br />

Eiland ist die grösste natürliche Insel der <strong>Schweiz</strong>,<br />

die nicht über eine Brücke mit dem Festland<br />

verbunden ist. Seit über 1000 Jahren befindet<br />

es sich im Besitz des Klosters Einsiedeln, das<br />

dort eine Kapelle und eine Kirche erbauen liess.<br />

Zudem werden hier Rebbau und Landwirtschaft<br />

betrieben. Erreichbar ist die Insel Ufnau mit Schiff,<br />

Pedalo oder SUP, geübte Schwimmer schaffen es<br />

aber auch schwimmend. Einmal angekommen,<br />

kann man sich in der «Inselwirtschaft Ufnau» mit<br />

guter lokaler Kost stärken.<br />

Inselwirtschaft Ufnau<br />

Insel Ufnau, 8008 Ufnau<br />

peclard.net<br />

Fotos: Getty Images, <strong>Schweiz</strong>er Fleisch Rheinau, Schwanau, beigestellt, Shutterstock, Marc Gilen, Gianni Baumann<br />

INSEL SCHWANAU<br />

Die Insel im Lauerzersee hat eine bewegte<br />

Geschichte, davon zeugen die Burgruine aus<br />

dem Mittelalter und die Kapelle St. Johann. Heute<br />

steht die Insel Schwanau unter Naturschutz,<br />

deswegen kann man hier viele seltene Arten<br />

antreffen. Man findet Pflanzen, Insekten, Reptilien<br />

und Vogelarten, die in der <strong>Schweiz</strong> rar geworden<br />

sind. Aber nicht nur Naturfreunde werden hier<br />

glücklich, die Insel hat auch gastronomisch etwas<br />

zu bieten. Im gemütlichen Restaurant werden<br />

frische Produkte aus der Region sorgfältig zu<br />

schmackhaften Gerichten verarbeitet. Auf der<br />

Karte gibt es auch einige Schwyzer Spezialitäten.<br />

Dank der Fähre «Gemma von Arth» ist die Anreise<br />

unkompliziert.<br />

Restaurant Insel Schwanau<br />

Insel Schwanau, 6424 Lauerz<br />

schwanau.ch<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

83


Chefredaktion <strong>Schweiz</strong><br />

DOMINIK VOMBACH<br />

und BENJAMIN HERZOG<br />

WEIN<br />

FARBEXPLOSION ZUM JUBILÄUM<br />

Zur Feier des 15-jährigen Jubiläums des Compleo Cuvée Noire hat sich die Staatskellerei<br />

Zürich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Ein neues Etikett, beziehungsweise Tausende<br />

davon. Die limitierte Édition Couleur des beliebten Rotweins gibt es nämlich in unzähligen<br />

Farben, jede Flasche ist ein Einzelstück. Bei ihrem Entwurf half künstliche Intelligenz. Bereits mit<br />

der Kreation des edlen Tropfens vor 15 Jahren setzte die zu Mövenpick gehörende Zürcher<br />

Staatskellerei neue Massstäbe, denn er ist für einen <strong>Schweiz</strong>er Rotwein äusserst vollmundig. Es<br />

handelt sich dabei um einen Blend aus Pinot Noir, Gamaret und Cornalin. moevenpick-wein.com<br />

HARTE ZEITEN FÜR<br />

DIE CHAMPAGNE<br />

Die Champagne hat ein schwieriges Jahr<br />

hinter sich: Auf niedrige Ernten folgen nun<br />

schlechte Verkaufszahlen. Laut den Verbänden<br />

der Champagner-Produzenten<br />

lagen diese 2024 rund 10 Prozent unter<br />

denen des Vorjahres und waren damit so<br />

tief wie schon lange nicht mehr.<br />

KLAGE GEGEN GLYPHO-<br />

SAT-ZULASSUNG<br />

Mehrere Umweltverbände haben vor dem<br />

Europäischen Gerichtshof eine Klage gegen<br />

die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung<br />

eingereicht. Das Herbizid, das auch im<br />

Weinbau eingesetzt wird, kann die Umwelt<br />

beeinträchtigen und steht im Verdacht,<br />

krebserregend zu wirken.<br />

WINZER SIND AUF DEN<br />

HUND GEKOMMEN<br />

Im Rahmen eines Pilotprojekts aus Kalifornien<br />

wurden vier Spürhunde für die Erkennung<br />

von Rebenkrankheiten ausgebildet. Das<br />

Ergebnis zeigt, dass Hunde in der Lage sind,<br />

Reblaus und Blattrollviren in Weinstöcken<br />

aufzuspüren. Die vierbeinigen Helfer erreichen<br />

eine Treffsicherheit von 95 Prozent.<br />

84 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NOTIZEN<br />

VON HAUGWITZ ÜBERNIMMT<br />

Nach elf Jahren wechselt<br />

Gernot Haack von der<br />

Geschäftsführung in den<br />

Verwaltungsrat. Sein<br />

Nachfolger als CEO wird<br />

Nikolas von Haugwitz,<br />

der bereits Leiter der St.<br />

Jakobskellerei Schuler &<br />

Cie und zuletzt bei vom-<br />

FASS tätig war. Als neuer<br />

Leiter von Mövenpick<br />

Wein möchte er die<br />

Digitalisierung im Unternehmen<br />

vorantreiben.<br />

moevenpick-wein.com<br />

CHAMPAGNER DRIVE-THROUGH<br />

Das Hotel «InterContinental» in Singapur<br />

hat einen Champagner-Drive-Through<br />

eröffnet. Das Konzept ist einfach: Man<br />

fährt mit dem Auto in den Innenhof und<br />

wählt aus 30 ausgesuchten Etiketten die<br />

Passende(n) aus. Verpackt werden die<br />

gekühlten Flaschen in einer Kiste mit Gläsern,<br />

nach Wunsch gibt es dazu Kaviar.<br />

singapore.intercontinental.com<br />

LIV-EX: VEGA SICILIA<br />

AN DER SPITZE<br />

Fotos: Harun Dogan, Kenzo Tribouillard / AFP / picturedesk, Shutterstock, René Ruis, Diego Pelaez, beigestellt<br />

DER KOKUMI-EFFEKT<br />

Eine neue Studie untersuchte den «Kokumi-<br />

Effekt» in Schaumweinen. Dieser japanische<br />

Begriff leitet sich von «koku», auf Deutsch «reich»<br />

und «mi», «Essenz» ab. Er beschreibt ein volles<br />

Mundgefühl, das Geschmacksempfindungen wie<br />

süss, salzig und Umami verstärkt. Es entsteht<br />

durch lange Koch- oder Reifezeiten. So auch beim<br />

Schaumwein, wie Forscher herausfanden, die italienische<br />

Trentodoc-Weine analysierten. Sie untersuchten<br />

fünf Jahrgänge des Schaumweins und<br />

identifizierten dabei verschiedene Oligopeptide,<br />

die für den Kokumi-Effekt verantwortlich sein<br />

könnten. Die Studie erschien im November im<br />

«Journal of Agricultural and Food Chemistry».<br />

Die internationale Weinhandelsplattform<br />

Liv-ex veröffentlichte jüngst ihr<br />

alljährliches Ranking der wertvollsten<br />

Weinmarken. Überraschend:<br />

Zum ersten Mal führt mit Vega Sicilia<br />

ein spanisches Weingut die Liste<br />

an, vor Gaja aus Italien. In den letzten<br />

Jahren waren immer Burgunder-<br />

Güter an der Spitze. liv-ex.com<br />

CHINA KAUFT WENIGER WEIN<br />

Laut dem EU-Statistikamt verloren die<br />

Weinexporte aus der EU auf das chinesische<br />

Festland im letzten Jahr stark an<br />

Wert. Ganze 76 Prozent sank der Wert<br />

griechischer Exporte, bei französischen<br />

Tropfen waren es 13 Prozent. Stark betroffen<br />

waren die Bordeaux Grand Crus, deren<br />

Exportwert zwischen Juli 2023 und Juli<br />

2024 von 300 auf 240 Millionen Euro fiel.<br />

CHÂTEAUNEUF-DOMAINE<br />

SANTA-DUC EXPANDIERT<br />

Das Kultweingut konnte durch Akquisitionen<br />

in den Toplagen Montredon,<br />

L‘Arnesque und Fargueirol Nord seine<br />

bisherige Rebfläche fast verdoppeln. In<br />

Zukunft dürfen sich Freunde der würzigeleganten<br />

Rhône-Weine auf ein grösseres<br />

Angebot freuen. santaduc.fr<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

85


wein / WEISSES TESSIN<br />

In den letzten Jahren hat<br />

man den Anteil weisser<br />

Sorten bei der Cantina<br />

Blass auf 40 Prozent<br />

erhöht. Gepflanzt wurde<br />

unter anderem Chenin Blanc.<br />

Foto: Mike Krishnatreya<br />

86 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


WEISSES<br />

POTENZIAL<br />

VOM MERLOT-KÖNIGREICH<br />

ZUM WEISSWEIN-ELDORADO<br />

Im Tessin wird zu rund 80 Prozent<br />

Merlot kultiviert – doch nicht nur dieser<br />

wird immer öfter weiss gekeltert,<br />

auch weisse Traubensorten sind seit<br />

einigen Jahren auf dem Vormarsch. Mit<br />

vielversprechenden Resultaten!<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

87


wein / WEISSES TESSIN<br />

Önologe Fredi De Martin empfiehlt<br />

den Traubenlieferanten von Gialdi<br />

aktuell weisse Sorten zu pflanzen.<br />

In keinem anderen <strong>Schweiz</strong>er<br />

Weinbaugebiet ist eine einzige Sorte<br />

so dominant wie im Tessin. Auf rund<br />

80 Prozent der Rebfläche des<br />

Kantons wird Merlot kultiviert. Die<br />

Rebsorte bringt hier exzellente Gewächse<br />

hervor, steht quasi synonym für das Tessin<br />

und hat der Region zu Recht den Ruf als<br />

<strong>Schweiz</strong>er Rotweinparadies eingebracht.<br />

Ein derart klares Profil bringt viele Vorteile,<br />

birgt natürlich aber auch Risiken, wie man<br />

sie etwa Mitte der 1980er erlebte. Damals<br />

steckte der Merlot del Ticino in einer Krise,<br />

die Keller waren voll und die Qualitäten<br />

auf dem absteigenden Ast. 1986 kam der<br />

Ingenieur<br />

Adriano<br />

Petralli jedoch<br />

auf die Idee, die<br />

roten Merlot-Trauben<br />

direkt abzupressen<br />

und zu einem Weisswein zu<br />

vinifizieren, der deutlich schneller vermarktet<br />

werden konnte, was dabei half, die<br />

vollen Rotweinlager abzubauen. Mittlerweile<br />

macht der Bianco di Merlot etwa<br />

25 bis 30 Prozent der gesamten Tessiner<br />

Merlot-Produktion aus und erfreut sich<br />

grosser Beliebtheit. In den letzten Jahren<br />

hat er sogar noch zugelegt, weiss Fredi<br />

Gialdi Vini produziert im Süd- und<br />

Nordtessin Weine. Vom Bianco Rovere,<br />

einem weiss gekelterten und im Barrique<br />

ausgebauten Merlot werden jährlich<br />

130.000 Flaschen hergestellt.<br />

De Martin zu berichten.<br />

Der Önologe ist seit gut<br />

25 Jahren für die Weine von<br />

Vini verantwortlich, die sich<br />

aus zwei Linien zusammensetzen.<br />

Während die Gialdi-Weine hauptsächlich<br />

aus Trauben des Nordtessins<br />

entstehen, konzentriert sich die Linie Brivio<br />

auf die Produktion von Weinen aus dem<br />

Südtessin. De Martin kennt das Tessin wie<br />

seine Westentasche und spürt den Puls der<br />

Region wie kaum ein anderer, zumal er mit<br />

Hunderten Winzern zusammenarbeitet.<br />

Vom Brivio Bianco di Merlot Rovere, der<br />

im Barrique vergoren und von De Martin<br />

in den letzten Jahren immer mehr in<br />

Richtung Komplexität getrimmt wurde,<br />

produziert Gialdi Vini jährlich satte<br />

130.000 Flaschen – und setzt sie auch ab.<br />

Weissweine, zu denen auch der Bianco di<br />

Merlot gezählt wird, spielen im Tessin<br />

heute eine wichtigere Rolle denn je. In den<br />

letzten Dekaden stieg ihr Anteil an der<br />

gesamten Weinproduktion des Kantons auf<br />

gesamthaft 35 Prozent. Wobei zu bemerken<br />

ist, dass 70 Prozent der insgesamt 17.510<br />

Hektoliter Weisswein, die 2023 im Tessin<br />

produziert wurden, auf weiss gekelterten<br />

Merlot entfallen. Ein echter Gassenhauer<br />

also.<br />

«Weissweine sind ein riesiger Trend im<br />

Tessin. Der Markt bewegt sich vor allem<br />

in diese Richtung», stellt De Martin fest.<br />

Und dieser Trend beschränkt sich natürlich<br />

nicht nur auf weiss gekelterten Merlot.<br />

Kommt einer seiner Traubenlieferanten<br />

aktuell auf ihn zu, weil er neue Rebsorten<br />

pflanzen möchte, empfiehlt De Martin<br />

deshalb weisse Sorten. Die richtige Sorte<br />

zu finden, gestaltet sich laut ihm jedoch<br />

durchaus herausfordernd. Bei Gialdi experimentierte<br />

man erfolglos mit Sémillon und<br />

füllt in diesem Jahr erstmals einen reinsortigen<br />

Viognier ab. «Wäre die Goldgelbe<br />

Vergilbung nicht da, wäre Chardonnay die<br />

beste weisse Traube fürs Tessin», stellt der<br />

Önologe fest.<br />

EINE INTERESSANTE, ABER<br />

SCHWIERIGE LIEBE<br />

Die Goldgelbe Vergilbung ist eine Rebkrankheit,<br />

die durch Bakterien, sogenannte<br />

Phytoplasmen, verursacht wird und erstmals<br />

1949 in der französischen Region<br />

Armagnac festgestellt wurde. Lange Zeit<br />

Fotos: Jason S. Cipparrone, Gialdi Vini / Hans-Peter Siffert, Chiara Zocchetti, Diana Bovoloni, beigestellt, Getty Images<br />

88 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Beim Weingut Zündel spielen<br />

Weissweine schon länger<br />

eine bedeutende Rolle. Einen<br />

wichtigen Chardonnay-Rebberg<br />

musste man wegen der<br />

Goldgelben Vergilbung roden.<br />

beschränkte sich die<br />

Krankheit auf Weinregionen<br />

in Süd europa, seit<br />

der Jahrtausendwende tritt<br />

sie jedoch auch in unseren<br />

Breiten auf. Die Rebkrankheit<br />

wird von der Amerikanischen Rebzikade<br />

übertragen und führt zwangsläufig<br />

zum Absterben der Rebstöcke. Da keine<br />

Behandlung möglich ist, bleibt nur, die<br />

Rebstöcke zu roden. Bekanntestes Beispiel<br />

hierfür ist sicherlich Christian Zündels<br />

Chardonnay-Parzelle in der Lage Carbonisc,<br />

in der die Trauben für seinen legendären<br />

Dosso einst wuchsen. 2015 wurde dieser<br />

Chardonnay – der zweifellos zum besten<br />

aus der Rebsorte im gesamten deutschsprachigen<br />

Raum zählte – zum letzten Mal<br />

produziert. Danach mussten die Rebstöcke<br />

gerodet werden. Zündel erkannte früh, dass<br />

das Tessin grosses Potenzial für die Produktion<br />

von hochstehenden Weissweinen besitzt.<br />

Eine Meinung, die auch seine Tochter<br />

Myra teilt, die heute den Familienbetrieb<br />

leitet. «Die Weissweine, die hier entstehen,<br />

zeigen deutlich, dass das Klima sehr gut für<br />

den Anbau von weissen Sorten geeignet ist.<br />

Sie sind sehr mineralisch, elegant und niedrig<br />

im Alkohol, was ich sehr wichtig finde.<br />

Besonders heute, wo elegante, leichte Weine<br />

gesucht werden. Auch bei den Rot-<br />

<<br />

Myra Zündel und ihr<br />

Bruder Manuel (Kreis).<br />

Die Winzerin sieht<br />

grosses Potenzial für<br />

Weisswein im Tessin.<br />

Seit geraumer Zeit<br />

kultiviert man Erbaluce<br />

aus dem Piemont.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

89


wein / WEISSES TESSIN<br />

Marc Holzwarth,<br />

Betriebsleiter<br />

der Cantina<br />

Blass, sieht<br />

die Weissweinproduktion<br />

auch als<br />

kreative Spielwiese.<br />

Einen Teil vinifiziert<br />

er in Amphoren.<br />

<<br />

weinen. Ich sehe grosses Potenzial für<br />

Weissweine, weshalb wir dabei sind, mehr<br />

weisse Sorten anzubauen», berichtet die<br />

Winzerin. Auch bei Familie Zündel gestaltet<br />

sich die Suche nach der richtigen Rebsorte<br />

schwierig – zumal Chardonnay aus dem<br />

Rennen ist. Um geeignete weisse Sorten zu<br />

finden, haben die Zündels eine Versuchsparzelle<br />

angelegt, in der diverse Sorten auf<br />

Herz und Nieren geprüft werden – von<br />

Alvarinho über Savagnin bis hin zu Piwi-<br />

Kreuzungen. Aktueller Spitzenreiter ist die<br />

Sorte Erbaluce aus dem nahegelegenen Alto<br />

Piemonte, die Myra Zündel insbesondere<br />

wegen ihres Charakters schätzt. «Die Sorte<br />

hat sehr viel Säure, sehr viel Präsenz, ist<br />

im Anbau aber nicht ganz einfach. Eine<br />

schwierige, aber spannende Liebe», lässt sie<br />

lachend verlauten.<br />

SPIELWIESE WEISSWEIN<br />

Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten<br />

ist im warmen, feuchten Klima des<br />

Tessins ein schlagendes Argument. Marc<br />

Holzwarth, Betriebsleiter bei Cantina Blass,<br />

entdeckt diesen Vorteil aktuell bei der Rebsorte<br />

Chenin Blanc, die er vor zwei Jahren<br />

IN DEN LETZTEN<br />

DEKADEN IST DER<br />

WEISSWEINANTEIL IM<br />

TESSIN AUF 35<br />

PROZENT GESTIEGEN.<br />

DAS GROS HIERVON IST<br />

AKTUELL BIANCO DI<br />

MERLOT.<br />

gepflanzt hat. Das Weingut wurde im letzten<br />

Jahr im Rahmen des «<strong>Falstaff</strong> Swiss Wine<br />

Travel Guide» für die «Kollektion des Jahres»<br />

ausgezeichnet. In den letzten Jahren hat<br />

man die mit weissen Sorten bestockte Fläche<br />

stark vergrössert und auf einen Anteil von<br />

40 Prozent ausgebaut. Holzwarth hat in<br />

Geisenheim studiert, ihm wurde sozusagen<br />

das Weisswein-Produzieren eingepflanzt;<br />

er ist grosser Weissweinliebhaber und sieht<br />

enormes Potenzial für weisse Sorten im Tessin.<br />

«Als wir hier 2019 losgelegt haben, haben<br />

wir erst alle Lagen genau studiert. Eine<br />

Merlot-Lage, wurde von uns als eine sehr<br />

gute Weisswein-Lage eingeordnet, weshalb<br />

wir dort Chenin Blanc gepflanzt haben»,<br />

berichtet Holzwarth. Der Fakt, dass Weissweine<br />

im Tessin erst seit vergleichsweise<br />

kurzer Zeit wirklich eine Rolle spielen,<br />

bietet Produzenten wie ihm viel Freiheit.<br />

Eine weisse Leitsorte gibt es aktuell nicht,<br />

genauso wenig wie eine gebietsübergreifende<br />

Weissweinstilistik. Die Weissweinproduktion<br />

ist im Tessin eine kreative Spielwiese.<br />

Zumal weisse Sorten vielfältiger in der<br />

Vinifikation sind als Merlot. «Aus weissen<br />

Trauben lassen sich lagerfähige Weissweine,<br />

Orange-Weine, Schaumweine und auch<br />

Süssweine kreieren. Diese Diversität ist eine<br />

grosse Stärke, finde ich», so Holzwarth.<br />

Auch, weil der Weinmarkt sich aktuell stark<br />

verändert. Verlangt wird nach leichten Rotweinen,<br />

Schaumweinen und Weissweinen.<br />

Auch das hat Holzwarth im Blick, wenn er<br />

berichtet, dass er den Weissweinanteil bei<br />

Cantina Blass künftig noch weiter ausbauen<br />

möchte. Sein Ziel: fifty-fifty. Für das<br />

gesamte Tessin sicherlich zu hoch gegriffen,<br />

aber in den nächsten Dekaden wird sich<br />

noch einiges tun. Potenzial für weisse Sorten<br />

ist auf jeden Fall vorhanden.<br />

<<br />

Fotos: Mike Krishnatreya, Cantina Blass<br />

90 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


wein / WEISSES TESSIN<br />

BEST OF<br />

WEISSES TESSIN<br />

95<br />

92<br />

91<br />

2022 VELABONA<br />

ZÜNDEL AZIENDA AGRICOLA,<br />

CROGLIO-CASTELROTTO<br />

In der Nase Apfel, weisse Blüten,<br />

Schiefer und etwas Vanille. Am<br />

Gaumen cremig, mit einer an Zitrusfrüchte<br />

erinnernden Säure und<br />

mineralischen Noten. Langer, leicht<br />

herber Abgang.<br />

vinothek-brancaia.ch, CHF 40,–<br />

2022 ICONTI<br />

TAMBORINI VINI, LAMONE<br />

Aromen von Kernobst, Dörrapfel,<br />

reifen tropischen Früchten und<br />

gerösteter Kokosnuss sowie etwas<br />

Nussbutter. Am Gaumen cremig,<br />

geschmeidig und ausgeglichen.<br />

Mineralische Noten treffen auf<br />

Röstaromen und eine saftige Säure.<br />

Langes Finale.<br />

moevenpick-wein.com,<br />

CHF 32,80<br />

2022 SASSI GROSSI BIANCO<br />

GIALDI VINI, MENDRISIO<br />

Kandierte Zitrusfrüchte, reifer Apfel,<br />

helle Steinfrüchte, dazu harmonisch<br />

passende Röstnoten, etwas Rauch<br />

und Lakritze. Am Gaumen eher<br />

schlank und frisch mit gewissem<br />

Süsseeindruck und reifer Säure. Zitrische<br />

Noten und Vanillenuancen im<br />

langen Nachhall. Verbleibt saftig am<br />

Gaumen.<br />

shop.gialdi.ch, CHF 32,–<br />

94<br />

91<br />

91<br />

2021 CASTELLO LUIGI BIANCO<br />

CASTELLO LUIGI, BESAZIO<br />

Komplexe, intensive Nase mit Noten<br />

von Ananas, gedörrt und frisch,<br />

weissen Blüten, Apfel und Agrumen.<br />

Dazu eine dezente kräutrige Würze,<br />

etwas Süssholz und Bienenwachs.<br />

Am Gaumen straffe, geradlinige und<br />

saftige Säure, Aroma von Agrumen<br />

und Honig sowie eine salzige Anmut<br />

im langen Abgang.<br />

moevenpick-wein.com, CHF 169,–<br />

2022 PENELOPE<br />

CANTINA BLASS, ASTANO<br />

In der Nase Aromen von reifer Birne,<br />

Quitte und weissen Blüten, vor<br />

einem tropischen Hintergrund mit<br />

etwas Mango, Ananas und gerösteter<br />

Kokosnuss. Am Gaumen ausgeglichen<br />

und geschmeidig, mit einer<br />

gut eingebundenen Säure und fruchtig-herben<br />

Noten. Langes Finale.<br />

cantinablass.ch, Ausverkauft<br />

2022 CHARDONNAY AMPHORA<br />

TENUTA CASTELLO DI MORCOTE,<br />

VICO MORCOTE<br />

Noten von Zitruskonfitüre und<br />

Pomelo in der Nase. Dazu gesellen<br />

sich Aprikose, Anklänge von gerösteten<br />

Nüssen und etwas Melisse.<br />

Am Gaumen leicht und filigran, mit<br />

feinem Säurefaden und kreidigem<br />

Finish.<br />

castellodimorcote.shop, CHF 45,–<br />

93<br />

91<br />

91<br />

2022 ALBALUCE<br />

ZÜNDEL AZIENDA AGRICOLA,<br />

CROGLIO-CASTELROTTO<br />

Vielschichtige Nase mit reifen und<br />

getrockneten Steinfrüchten, Zitruszeste,<br />

weissen Blüten, mineralischen<br />

Noten und frischen Kräutern.<br />

Am Gaumen straff, mit viel Trinkfluss<br />

dank einer knackigen Säure.<br />

Mineralisch und mit einem langen<br />

Abgang.<br />

cantinadelmulino.ch, CHF 43,–<br />

2023 MATTO<br />

KOPP VON DER CRONE VISINI,<br />

LUGANO<br />

Aromatisches Bukett mit sortentypischen<br />

Aromen von Stachelbeeren,<br />

Zitrusfrüchten und Steinfrucht<br />

untermalt von Kräutern und mineralischen<br />

Noten. Am Gaumen mit<br />

gutem Trinkfluss dank einer saftigen<br />

Säure. Schöne Frucht und ein<br />

langer, leicht kräutriger Abgang.<br />

cantinabarbengo.ch, CHF 25,–<br />

2022 VINATTIERI BIANCO<br />

RISERVA, VINATTIERI TICINO SA,<br />

LIGORNETTO<br />

In der Nase Noten von kandierten<br />

Zitrusfrüchten, Pfirsich und Papaya.<br />

Dazu etwas Karamell und florale<br />

Anklänge. Am Gaumen erstaunlich<br />

elegant und frisch. Dezent phenolisches<br />

langes Finale.<br />

vinattieri.ch, CHF 59,–<br />

Fotos: beigestellt<br />

92 falstaff feb –mär <strong>2025</strong>


VINOPHILE<br />

SCHÄTZE<br />

Sonnige Südhänge, vielfältige Böden<br />

und milde Seewinde schaffen ideale<br />

Bedingungen für ausdrucksstarke Weine.<br />

TESSIN<br />

Eine Weinkellerei,<br />

zwei Produktlinien<br />

Die Weinkellerei Gialdi produziert<br />

zwei klar definierte Weinlinien, die<br />

sich dank der unterschiedlichen<br />

Herkunft der Trauben organoleptisch<br />

stark voneinander unterscheiden.<br />

Die Produktlinie «Gialdi» steht für<br />

Weine, die aus der Vinifizierung von<br />

Trauben aus der Tre-Valli-Region im<br />

Norden des Kantons Tessin stammen.<br />

Während die sandigen Böden diesen<br />

«nördlichen» Weinen deren würzige<br />

und balsamische Noten verleihen,<br />

trägt das Muttergestein aus Gneis und<br />

Granit zur Persönlichkeit sowie zum<br />

starken Charakter bei und unterstützt<br />

das gute Alterungspotenzial. Die<br />

Produktlinie «Brivio» hingegen konzentriert<br />

sich auf die Herstellung von Weinen<br />

aus dem Südtessin. Hier sind die<br />

Böden kalk- und lehmhaltig, schwerer<br />

und tiefer als im Norden. Die daraus<br />

resultierenden Weine sind vollmundig,<br />

weich und von grosser Eleganz.<br />

GIALDI VINI SA<br />

Via Vignoo 3<br />

6850 Mendrisio<br />

T: +41 91 6403030<br />

gialdi.ch<br />

ADVERTORIAL Foto: © Reto Albertalli; Egli Berruti; Shutterstock; Beigestellt<br />

Der perfekte Wein für<br />

besondere Momente<br />

Der Vinattieri Bianco wird aus den<br />

besten weissen Trauben hergestellt<br />

und passt perfekt zu Aperitifs, Geschäftsessen<br />

oder romantischen<br />

Abenden. Der Verschnitt aus Chardonnay,<br />

Sauvignon Blanc und Sémillon<br />

reift in französischen Eichenfässern<br />

und überzeugt mit Finesse und<br />

Persönlichkeit. Seit über 40 Jahren<br />

produziert die Weinkellerei Vinattieri<br />

in Ligornetto neben Weissweinen<br />

auch Rotweine von grosser Tiefe, die<br />

international für ihre aussergewöhnlichen<br />

Aromen geschätzt werden. Die<br />

Möglichkeit, die Weine vor Ort in der<br />

einzigartigen Atmosphäre des Kellers<br />

zu verkosten, macht jeden Besuch zu<br />

einem besonderen Erlebnis.<br />

VINATTIERI TICINO SA<br />

Via Siro E Gianmaria Comi 4<br />

6853 Ligornetto<br />

T: +41 91 6472332<br />

vinattieri.ch<br />

Einzigartiges Terroir<br />

Eingebettet zwischen Voralpen und<br />

Po-Ebene erstreckt sich das Weingut<br />

Tenuta Castello di Morcote auf<br />

einer Landzunge, die fast vollständig<br />

vom Luganersee umschlossen ist.<br />

Sieben Hektar terrassierte Weinberge,<br />

Olivenhaine, Wälder und Weiden<br />

prägen die Landschaft. Über allem<br />

thront das Schloss Morcote aus dem<br />

15. Jahrhundert. Die steilen Südhänge<br />

zwischen 400 und 500 Metern<br />

über dem Meer bieten ein aussergewöhnliches<br />

Terroir: Der Boden aus<br />

rosafarbenem Porphyr vulkanischen<br />

Ursprungs ist im Tessin einzigartig.<br />

Thermische Seewinde sorgen für ein<br />

ausgeglichenes Mikroklima. Nachhaltigkeit<br />

steht im Fokus – biologischer<br />

und biodynamischer Anbau fördern<br />

die Artenvielfalt. Spitzenweisswein,<br />

unfiltriert: der Chardonnay wird zum<br />

Teil aus ganzen Trauben in Amphoren<br />

aus Keramikmaterial vinifiziert.<br />

TENUTA CASTELLO DI MORCOTE<br />

Strada al Castel 28<br />

6921 Vico Morcote<br />

T: +41 91 9961230<br />

castellodimorcote.ch<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 93


Die ertragreichste Weissweinsorte<br />

des Burgunds ist der Chardonnay,<br />

der in Eichenfässern heranreift<br />

und zarte Blütenaromen mit<br />

feiner Holznote entfaltet.<br />

WEISSWEINLAND<br />

FRANKREICH<br />

Das Weinland Frankreich bietet eine unglaubliche Vielfalt – auch,<br />

was die Weissweine angeht. In fast allen Regionen der Grande Nation<br />

gibt es spannende weisse Tropfen zu entdecken, von leicht und süss<br />

über erfrischend sauer bis zu cremig und im Holzfass gereift.<br />

Frankreich gilt als das Weinland<br />

schlechthin. Die Grande Nation<br />

kann auf eine lange Weinbaugeschichte<br />

zurückblicken, denn die<br />

ersten Reben wurden bereits im 6. Jahrhundert<br />

vor Christus von den Griechen<br />

angebaut. Diese hatten Teile des heutigen<br />

Südfrankreichs kolonisiert und ihre eigenen<br />

Pflanzen und Wissen zu deren Anbau<br />

und Verarbeitung mitgebracht. Dazu<br />

gehörten Reben, denn die Griechen kelterten<br />

damals bereits seit rund 1000 Jahren<br />

Wein – sowohl aus roten als auch weissen<br />

Traubensorten. Später wurde der Rebbau<br />

dann von den Römern weiter gepflegt,<br />

nach dem Untergang des Römischen<br />

Reichs übernahmen die Klöster die Weinherstellung.<br />

Bereits im 14. Jahrhundert<br />

stellten Burgunder Mönche beliebte<br />

Weissweine aus der Sorte Chardonnay her.<br />

Über die folgenden Jahrhunderte entwickelten<br />

die französischen Nonnen und<br />

Mönche viele Techniken zum Weinanbau<br />

und zur Weinbereitung. Gleichzeitig entstanden<br />

durch gezielte Züchtungen, zufällige<br />

Kreuzungen im Rebberg, genetische<br />

Mutationen und Handel mit anderen Ländern<br />

zahlreiche neue Traubensorten, von<br />

denen viele bis heute angebaut werden.<br />

Fast alle der beliebtesten internationalen<br />

Sorten haben ihren Ursprung in Frankreich,<br />

etwa Chardonnay, Sauvignon Blanc<br />

und Weissburgunder.<br />

Heute kommen einige der berühmtesten<br />

und teuersten weissen Tropfen der Welt aus<br />

der Grande Nation. Bei den rund 14 Millionen<br />

Hektoliter Weisswein, die jährlich in<br />

Frankreich gekeltert werden, ist aber auch<br />

einiges fürs kleinere Portemonnaie dabei.<br />

Vor allem in den südfranzösischen Regionen<br />

wie etwa dem Languedoc-Roussillon<br />

findet jeder Weinliebhaber Weisswein-<br />

Schnäppchen. Genauso in Bordeaux, wo<br />

die Rotweine grosses Prestige haben, die<br />

erfrischenden Weissweine aber in der Regel<br />

zu sehr guten Preisen angeboten werden.<br />

DIE VIELFALT EINES LANDES<br />

Es werden aber auch in fast allen anderen<br />

Regionen des Landes gute weisse Tropfen<br />

in jeder Preisklasse hergestellt. Vom Elsass<br />

mit seinen süss-aromatischen Gewürztraminern<br />

und reichhaltigen Grauburgundern<br />

über das Burgund mit seinen komplexen<br />

Chardonnays und erfrischenden Aligotés,<br />

das Rhônetal mit seinen intensiven Marsanne-Roussanne-Blends<br />

bis zur Loire mit<br />

94<br />

falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


ALDI SUISSE<br />

ihren vielschichtigen Sauvignon Blancs,<br />

ausgeglichenen Chenins und knackigen<br />

Muscadets, die Vielfalt der französischen<br />

Weissweine ist beispiellos.<br />

Der Grund für die Diversität liegt in der<br />

Geografie Frankreichs. Das Land ist topografisch<br />

sehr divers, mit vielen verschiedenen<br />

Bodentypen, Klimas und Mikroklimas.<br />

Der mediterrane Raum ist warm und recht<br />

trocken, das Elsass hat viel Sonnenschein,<br />

kühle Winter und warme Sommer, das<br />

Loiretal wird weitläufig vom Atlantischen<br />

Ozean mit seinen kühlen, feuchten Winden<br />

beeinflusst. So wachsen in den verschiedenen<br />

Gegenden unzählige Rebsorten. Aber<br />

nicht nur das, je nach Klima und Bodenbeschaffenheit<br />

sind die Weine, die aus ihnen<br />

gekeltert werden, ganz unterschiedlich.<br />

Gleichzeitig gibt es in den verschiedenen<br />

Weingegenden und ihren Subregionen viele<br />

Produzenten und Philosophien der Weinherstellung.<br />

Auch das trägt zur grossen<br />

Vielfalt der französischen Weissweine bei.<br />

Im Burgund sind Anbau und Produktion<br />

etwa stark reglementiert, in vielen südfranzösischen<br />

Regionen haben die Winzer hingegen<br />

grosse Freiheiten. Dort gibt es dann<br />

auch immer etwas Neues zu entdecken. Ob<br />

süss, mit einer knackigen Säure oder cremig-sanft,<br />

ob für Traditionalistinnen oder<br />

abenteuerliche Trinker, in Frankreich gibt<br />

es für jeden Weinliebhaber den passenden<br />

Weisswein.<br />

WEINE IN DEN ALDI SUISSE-FILIALEN<br />

2023 HUBSTER GEWÜRZTRAMINER AOP<br />

Arthur Metz, Marlenheim<br />

89 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

13 Vol.-%. Intensive Nase mit Aromen von Rose,<br />

Mango und Orange, untermalt von einer feinen<br />

Kräuterwürze und Mineralik. Am Gaumen vollmundig,<br />

es treffen herbe Noten auf eine leichte Süsse<br />

und eine gut integrierte Säure. CHF 7,95<br />

2023 SECRET BOISÉ GRANDE RÉSERVE<br />

CHARDONNAY IGP<br />

SASU Fonjoya Delta, Saint-Saturnin-de-Lucian<br />

89 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

13 Vol.-%. In der Nase kräftige Röstnoten, Nelken<br />

und Vanille, untermalt von reifem Apfel und aromatischen<br />

weissen Blüten. Am Gaumen geschmeidig,<br />

sanft und ausgeglichen. Endet in einem langen, von<br />

Röstnoten begleiteten Abgang. CHF 6,99<br />

2023 CHARETTE CHARDONNAY VDF<br />

Les Grands Chais de France, Petersbach<br />

88 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

12 Vol.-%. Zeigt in der Nase Aromen von Zitrusfrüchten,<br />

weissen Blüten und grünem Apfel. Am<br />

Gaumen ausgeglichen, mit einer gut integrierten,<br />

erfrischenden Säure. Endet mit einer leichten Bitternote.<br />

CHF 3,49<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Shutterstock; beigestellt<br />

Von Chardonnay über<br />

Gewürztraminer und<br />

Grauburgunder bis hin zu<br />

Sauvignon Blanc – in fast<br />

allen Regionen Frankreichs<br />

werden Weissweine<br />

hergestellt.<br />

2023 SAUVIGNON BLANC IGP<br />

Weinwelt <strong>Schweiz</strong> AG, Martigny<br />

88 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />

12,2 Vol.-%. Sortentypische Nase mit Aromen von<br />

Zitrusfrüchten wie Grapefruit und Limetten sowie<br />

ein Hauch Passionsfrucht. Am Gaumen ausgeglichen<br />

und etwas herb, mit Zitrusnoten und tropischer<br />

Frucht im Abgang. CHF 3,49<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

vinoteca.aldi-suisse.ch<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 95


wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />

MERLOT<br />

VIELSEITIGES<br />

GENIE<br />

Die Weine aus der Merlottraube sind<br />

geprägt von tiefer Kirschfrucht und<br />

eleganter Struktur, die Besten verfügen<br />

über Charme und Reifepotenzial.<br />

Foto: Victoria Moloman / Getty Images<br />

96 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Egal, ob als Teamplayer oder als<br />

Solotänzer, der Merlot macht<br />

immer eine gute Figur. Saftig und<br />

elegant, ausgestattet mit runden,<br />

samtigen Tanninen ist die Sorte ein<br />

optimaler Cuvéepartner. Wenngleich<br />

Merlot auch in Übersee Verbreitung<br />

gefunden hat, stehen von dort die<br />

ganz grossen Weine – abgesehen von<br />

vereinzelten Kaliforniern – noch aus.<br />

Wir blicken daher hier auf Europas<br />

Merlot-Eliten.<br />

TEXT PETER MOSER, OTHMER KIEM, DOMINIK VOMBACH<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

97


wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />

MEIST WIRD DER MERLOT<br />

ALS CUVÉEPARTNER<br />

VERWENDET, REINSORTIGE<br />

SPITZENWEINE SIND RAR.<br />

Der Merlot von Massetto<br />

in Bolgheri ist ein<br />

absoluter Kultwein.<br />

Mit mehr als einer Viertelmillion<br />

Hektar Rebfläche<br />

ist der Merlot weltweit die<br />

am zweitmeisten verbreitete<br />

Rebsorte, übertroffen<br />

nur von Cabernet Sauvignon, der ihn schon<br />

in den späten Neunzigerjahren überholt<br />

hat. In ihrem Ursprungsland Frankreich<br />

aber ist die Rotweinsorte heute mit rund<br />

115.000 Hektar noch klare Nummer eins.<br />

Ihr grosser Vorzug ist ihre Anpassungsfähigkeit:<br />

Sie stellt keine hohen Ansprüche<br />

an den Boden, nur zu heiss sollte es nicht<br />

sein. Merlot bringt stoffige, seidige Weine<br />

hervor, die gerne als Verschnitt mit<br />

anderen Sorten verwendet werden.<br />

Entstanden ist die Rebsorte wohl als<br />

Zufallskreuzung im Südwesten Frankreichs.<br />

Bereits im 14. Jahrhundert war sie<br />

IN BORDEAUX IST<br />

DER MERLOT DIE AM<br />

MEISTEN ANGEBAUTE<br />

SORTE, AM RECHTEN<br />

UFER DER GIRONDE<br />

FÜHLT ER SICH<br />

BESONDERS WOHL.<br />

Marco Balsimelli ist<br />

seit Jänner 2024<br />

in Bolgheri in der<br />

Toskana als Direktor<br />

für die Merlot-<br />

Legende Masseto<br />

verantwortlich.<br />

unter dem Namen «Crabutet Noir»<br />

bekannt, später als «Merlau». Die<br />

Bezeichnung Merlot wird erstmals im Jahr<br />

1784 nachgewiesen.<br />

Mittels DNA-Analyse konnte in den<br />

späten 1990er-Jahren Cabernet Franc als<br />

ein Elternteil ermittelt werden. Etwa zehn<br />

Jahre später wurde die fast ausgestorbene<br />

Sorte Magdeleine Noire de Charentes als<br />

zweiter Elternteil identifiziert.<br />

UNKOMPLIZIERTER<br />

SUPERSTAR<br />

Seine starke globale Verbreitung<br />

verdankt der Merlot dem<br />

Umstand, dass er auch noch<br />

bei höheren Erträgen sehr<br />

ordentliche, preiswerte<br />

Konsumweine hervorbringt.<br />

Fotos: beigestellt, Peter Moser, Shutterstock<br />

98 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Olivier Berrouet vinifiziert<br />

den berühmten Pomerol Pétrus,<br />

vor ihm war sein Vater<br />

Jean-Claude 44 Jahre lang<br />

Kellermeister der Familie Moueix.<br />

Aufgrund seines frühen<br />

Austriebs zählt Merlot zu den<br />

frühreifen Sorten – man erntet ihn rund<br />

zwei Wochen vor Cabernet Sauvignon, er<br />

kann daher auch in «Cool-Climate-<br />

Zonen» gute Ergebnisse bringen.<br />

Der berühmteste reinsortige Merlot aus<br />

seinem Ursprungsland ist ohne Zweifel<br />

jener von Château Pétrus aus der Appellation<br />

Pomerol in Bordeaux. Geht man<br />

diesem zauberhaften Gewächs buchstäblich<br />

auf den Grund, findet man ein sehr<br />

spezielles Terroir. Unter einer Oberfläche<br />

von Sand und Kies liegt in tieferen Schichten<br />

blauer Lehm, der hier nur auf rund 20<br />

Hektar zu finden ist. Die blaugraue Farbe<br />

stammt von einem reduzierten Eisenanteil<br />

im wassergesättigten Boden, zu dem sich<br />

die Rebwurzeln tief hinunterarbeiten. Der<br />

spezielle nährstoffreiche Untergrund<br />

verleiht Pétrus-Weinen eine<br />

unverwechselbare, tiefe Aromatik. Mit dem<br />

Garagenwein Le Pin, der erstmals im Jahr<br />

1979 vinifiziert wurde, hat Pétrus direkt in<br />

Pomerol einen kleinen, aber unübersehbaren<br />

Konkurrenten bekommen.<br />

Reinsortige Merlots im Spitzensegment<br />

sind weltweit rar, wesentlich öfter wird die<br />

Sorte als Cuvéepartner, vorzugsweise mit<br />

Cabernet Sauvignon ausgebaut. So ist das<br />

in Bordeaux, wo Merlot die Cuvées am<br />

rechten Ufer in Saint-Émilion und Pomerol<br />

dominiert, und auch am linken Ufer, wo er<br />

meist als charmante Ergänzung fungiert.<br />

VIELSEITIG IN ITALIEN<br />

Ein weiterer Superstar unter den puren<br />

Merlots jedoch ist der Masseto aus<br />

Bolgheri in Italien. Auch dieser Kultwein<br />

wäre ohne das passende Terroir wohl nicht<br />

zu vergleichbarer Grösse aufgelaufen. Tief<br />

unter den Reben liegt ein uraltes Stück<br />

Meeresboden aus dem Pliozän, das sich im<br />

Laufe von Millionen von Jahren in blauen<br />

Lehm verwandelte.<br />

Gerade in Italien hat Merlot eine bemerkenswerte<br />

Vielfalt an Ausdrucksformen<br />

gefunden. Obwohl sie hier nie denselben<br />

Kultstatus wie Sangiovese oder Nebbiolo<br />

erreicht hat, etablierte sich die Rebsorte<br />

besonders in einigen Regionen Italiens als<br />

Botschafter für qualitative Spitzenweine.<br />

Mit knapp 25.000 Hektar steht das Land<br />

im Merlot-Flächenranking weltweit an<br />

zweiter Stelle hinter Frankreich. Die toskanische<br />

Küste ist für einige der prestigeträchtigsten<br />

Merlot-Weine Italiens be-<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

99


wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />

Jacques Thienpont schuf mit<br />

dem supereleganten Le Pin das<br />

Vorbild für die sogenannten<br />

Garagenweine.<br />

<<br />

kannt. Bolgheri, das Epizentrum dieser<br />

Entwicklung, hat mit Weinen wie Masseto,<br />

Messorio und zuletzt San Walfredo von<br />

Guado al Tasso (Antinori) internationale<br />

Anerkennung erlangt. Etwas weiter südlich<br />

begeistern Redigaffi und Baffonero. Diese<br />

Weine zeigen, dass Merlot in der Lage ist,<br />

auf den sandigen und tonhaltigen Böden<br />

der Küstenregion immense Tiefe, Eleganz<br />

und Lagerfähigkeit zu entwickeln. Masseto<br />

gilt als Symbol für den toskanischen Merlot<br />

par excellence.<br />

Auch im Landesinneren der Toskana hat<br />

Merlot beachtliche Erfolge gefeiert. Apparita<br />

von Castello di Ama, Petrolos Galatrona<br />

oder Ricolma von San Giusto a Rentennano<br />

sind herausragende Beispiele für die Fähigkeit<br />

der Rebsorte, in den hügeligen Regionen<br />

mit Lehm- und Kieselböden komplexe<br />

und strukturierte Weine hervorzubringen.<br />

Hier zeigt sich der Merlot von einer frischeren<br />

und mineralischeren Seite, was ihn zu<br />

Der Pinienbaum neben dem<br />

vielleicht kleinsten «Château»<br />

am rechten Ufer in Bordeaux<br />

gab dem Le Pin seinen Namen.<br />

Merlot ist eine beliebte Sorte für Cuvées,<br />

reinsortige Weine aus ganz Europa zeigen aber,<br />

dass er auch solo eine gute Figur machen kann.<br />

DER SCHWEIZER<br />

KANTON TESSIN<br />

BIETET DER REBSORTE<br />

MERLOT EINEN<br />

NAHEZU IDEALEN<br />

STANDORT.<br />

einem unverzichtbaren Bestandteil des modernen<br />

toskanischen Weinbaus macht.<br />

Auch im Nordosten Italiens, in Venetien<br />

und Friaul, hat Merlot eine lange Tradition.<br />

Miani, ein kleiner Betrieb im Friaul, erzeugt<br />

Weine von bemerkenswerter Intensität und<br />

Tiefe, die das Terroir auf einzigartige Weise<br />

widerspiegeln. Ebenso überzeugt Vistorta,<br />

wo Merlot mit traditionellem Handwerk<br />

und modernem Know-how zu langlebigen,<br />

eleganten Weinen ausgebaut wird.<br />

Die Erfolgsgeschichte des Merlot in Italien<br />

zeigt, dass diese internationale Rebsorte<br />

trotz ihrer französischen Herkunft eine tiefe<br />

Verwurzelung in den unterschiedlichsten<br />

Regionen Italiens gefunden hat.<br />

TESSINER ROTWEINWUNDER<br />

In der <strong>Schweiz</strong> waren im Jahr 2023 rund<br />

1220 Hektar mit Merlot bestockt – 32 Prozent<br />

mehr als noch im Jahr 2003. Damit<br />

ist Merlot nach Pinot Noir und Chasselas<br />

die drittwichtigste Sorte des Landes, was<br />

die Anbaufläche betrifft. Kultiviert wird sie<br />

heute in allen wichtigen Anbaugebieten,<br />

wobei der Fokus klar auf dem Tessin liegt.<br />

Dort befinden sich rund 70 Prozent der<br />

gesamten Merlot-Rebfläche der <strong>Schweiz</strong>.<br />

Hier galt die Sorte zunächst als süffiger<br />

Landwein, präsentiert sich seit den 1980ern<br />

dann massgeblich vom Bordeaux inspiriert<br />

und deutlich gehaltvoller.<br />

Seit einigen Jahren findet die nächste Stilrevolution<br />

statt: Die Tessiner Top-Merlot-<br />

Gewächse werden immer eleganter – und<br />

das, obwohl die Temperaturen und damit<br />

die Alkoholgehalte steigen. Das Tessin ist<br />

zweifellos eine der wenigen Regionen in Eu-<br />

Fotos: beigestellt, Paul Winch-Furness / World Food Photography Awards sponsored by Bimi®, Peter Moser,<br />

Faber & Partner Düsseldorf, StockFood / Morris, Steven, Lucile Carmet / World Food Photography Awards sponsored by Bimi®<br />

100 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


René Pöckl aus Mönchhof<br />

in Österreich erzeugt<br />

seinen reinsortigen Merlot<br />

nur in den bestgeeigneten<br />

Jahrgängen.<br />

Krutzler<br />

ropa, in denen Merlot reinsortig<br />

auf hohem Niveau produziert<br />

wird. Neben dem Tessin finden sich<br />

in der <strong>Schweiz</strong> vor allem im Waadtland<br />

und im Kanton Genf ansehnliche Merlot-<br />

Gewächse.<br />

PANNONISCHE CHARMEURE<br />

In Österreich – hier ist die Sorte seit 1986<br />

zugelassen – sind reinsortige Merlots im<br />

absoluten Topsegment eher eine Rarität,<br />

mancher Spitzenwinzer erzeugt Merlot<br />

pur nur in Ausnahmejahren. Zu den<br />

regelmässigen Lieferanten von Spitzenergebnissen<br />

zählt Reinhold Krutzler aus<br />

Deutsch-Schützen im Südburgenland,<br />

der den Wein mit dem markanten roten<br />

Künstleretikett von Nikolaus Schermann<br />

schon seit 1997 erzeugt. Leo Aumann aus<br />

Tribuswinkel in der Thermenregion blickt<br />

bei seinem Merlot Harterberg ebenfalls<br />

auf eine langjährige Tradition zurück. Im<br />

Jahrgang 2019 wurde dem Wein mit 97<br />

Punkten anlässlich der Rotweinprämierung<br />

ein absoluter Topscore zugesprochen.<br />

Andere Winzer produzieren ihren reinsortigen<br />

Merlot nur in Spitzenjahrgängen,<br />

dann gehören diese Weine aber zum Besten,<br />

was Österreich in Rot zu bieten hat.<br />

Manche dieser Weine wie jene von Albert<br />

Gesellmann aus Deutschkreutz oder von<br />

René Pöckl aus Mönchhof tauchen auf<br />

regulären Preislisten gar nicht auf, was sie<br />

andererseits noch begehrter macht. Zu den<br />

weiteren Top erzeugern von reinem Merlot<br />

zählen Leberl, Migsich, Josef Tesch oder<br />

Fritz Wieninger, aber auch Hans und Anita<br />

Nittnaus aus Gols mit dem bisher singulären<br />

Merlot Blaache 2017.<br />

Im benachbarten Ungarn sollte man in<br />

Bezug auf reinsortigen Merlot zwei Namen<br />

einspeichern. Da wäre einmal Attila<br />

Gere aus Villany, der aus seiner Topriede<br />

Kopár einen beeindruckenden Merlot<br />

herstellt, der 16 Monate in neuen Barriques<br />

vinifiziert wird. Das hat das sowohl<br />

in Tokaj wie in Villany ansässige Weingut<br />

Sauska animiert, dem nachzueifern.<br />

Deren Merlot kommt aus dem Grand Cru<br />

Csukma, ebenfalls in Villany.<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

101


wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />

MERLOT:<br />

BEST OF EUROPA<br />

100<br />

99<br />

98<br />

2021 VIGNA GALATRONA MERLOT<br />

VAL D’ARNO DI SOPRA DOC<br />

Petrolo, Bucine, Toskana, Italien<br />

Dunkel leuchtendes Rubinrot. Edle<br />

würzige Nase nach Schwarzen<br />

Johannisbeeren, feinen erdigen<br />

Noten, dazu ein Hauch getrocknetes<br />

Rosenblatt, Zigarrenkiste. Am<br />

Gaumen mit süssem Schmelz,<br />

umwoben von herzhaftem, saftigem<br />

Tannin, elegant im Verlauf, kommt<br />

im Finale lang und saftig wieder, im<br />

Ausklang auf feinen würzigen<br />

Tönen, noch etwas jung.<br />

lucullus.ch, CHF 81,–<br />

2021 MASSETO TOSCANA<br />

ROSSO IGT<br />

Masseto, Bolgheri<br />

Toskana, Italien<br />

Leuchtendes, intensives Rubin mit<br />

Violettschimmer. Sehr ansprechende<br />

und reichhaltige Nase nach<br />

Cassis, Brombeere, dazu dunkler<br />

Tabak und Graphit. Dichtmaschiges,<br />

sehr konzentriertes Tannin, baut<br />

sich mächtig auf, viel dunkle Beerenfrucht,<br />

salzig und mit grosser<br />

Länge im Finale, weist ein sicheres<br />

Entwicklungspotenzial auf.<br />

bindella.ch, CHF 775,–<br />

2020 L’APPARITA TOSCANA<br />

ROSSO IGT<br />

Castello di Ama, Toskana, Italien<br />

Dunkel leuchtendes, funkelndes<br />

Rubinrot. Einladende Nase, nach frischen<br />

Brombeeren, Edelholz, hellem<br />

Honig, dazu feine steinige Töne, duftig,<br />

im Ausklang zart nach getrockneten<br />

Blütenblättern und feiner Würze.<br />

Am Gaumen mit strahlender Frucht<br />

und saftigem Kleid, elegant, geschliffen,<br />

sehr gut ausbalanciert, hat hohen<br />

Trinkfluss trotz seiner Komplexität,<br />

im Nachhall tolle salzige Noten.<br />

granchateaux.ch, CHF 212,–<br />

100<br />

98<br />

97<br />

2023 LE PIN<br />

Château Le Pin<br />

Pomerol, Bordeaux, Frankreich<br />

Zart floral unterlegte frische rote<br />

Kirschen, Lakritze, ein Hauch von<br />

Gewürznelken, etwas Johannisbeere,<br />

Mandarinenzesten, sehr delikates<br />

Bukett. Saftig, elegant, komplex,<br />

cremige Tannine, feine dunkle Kirschfrucht,<br />

anhaltende Extraktsüsse,<br />

Brombeeren im Abgang, seidige<br />

Textur, bleibt minutenlang haften,<br />

dunkelbeeriger Nachhall, feiner<br />

Schokoladetouch, grosse Klasse.<br />

granchateaux.ch, CHF 3221,–<br />

2021 PÖCKL MERLOT<br />

WEINGUT PÖCKL<br />

Mönchhof, Burgenland, Österreich<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Ockerrandaufhellung.<br />

Feine dunkle Herzkirschen,<br />

schwarze Waldbeeren, ein<br />

Hauch von Sanddorn, Nougat und<br />

Edelholz, Velours und Lakritze<br />

unterlegt. Kraftvoll, saftig, reife<br />

dunkle Frucht, präsentes, geschliffenes<br />

Tannin, extraktsüsse Textur,<br />

mineralisch und minutenlang anhaftend,<br />

komplexes, enormes Potenzial.<br />

gerstl.ch, CHF 144,–<br />

2021 SOLUS MERLOT<br />

Attila Gere Pincészete<br />

Villany, Ungarn<br />

Schwarze Herzkirschen, Brombeerconfit,<br />

Nuancen von Lakritze und<br />

Mokka-Röstaromen, feiner Vanilletouch,<br />

ein Hauch von Perigord-Trüffel.<br />

Sehr kraftvoll und saftig, dunkle<br />

Fruchtnuancen, verfügt bei aller samtigen<br />

Opulenz über beeindruckende<br />

Frische, reife, samtige Tannine,<br />

grosse Länge, etwas Nougat,<br />

extraktsüsser Nachhall, sicheres<br />

Entwicklungspotenzial.<br />

le-bouchon.ch, CHF 59,–<br />

100<br />

98<br />

96<br />

2022 PETRUS<br />

Château Petrus<br />

Pomerol, Bordeaux, Frankreich<br />

Feine Trüffelnuancen, schwarze Kirschen,<br />

Lakritze, ein Hauch von süssen<br />

Gewürzen, vermittelt eine grosse<br />

Frische, komplex, stoffig, reife rote<br />

Waldbeeren, kraftvolle, eingebundene<br />

Tannine, seidig und anhaftend,<br />

salzig im Abgang, vermittelt eine<br />

enorme Länge, mineralisch und<br />

anhaftend, tolles Reifepotenzial,<br />

rotbeerig-zitronige Nuancen im<br />

langen Nachhall, sichere Zukunft.<br />

Fachhandel, ab CHF 5000,–<br />

2021 MESSORIO TOSCANA<br />

ROSSO IGT<br />

Le Macchiole<br />

Bolgheri, Toskana, Italien<br />

Kraftvolles, leuchtendes Rubin mit<br />

feinem Violettschimmer. Intensive<br />

und einladende Nase, satt nach<br />

Brombeere und Heidelbeere, dazu<br />

feine würzige Noten nach Zedernholz<br />

und Pinienzapfen. Sehr gut herausgearbeitete<br />

Frucht am Gaumen, saftig<br />

und knackig, viel feinmaschiges<br />

Tannin, spannt einen weiten Bogen,<br />

im Finale feine Gewürznoten.<br />

caratello.ch, CHF 175,– (Jg. 2020)<br />

2019 ORIZZONTE<br />

Zündel, Tessin<br />

<strong>Schweiz</strong><br />

Intensive, einnehmende, natürlich<br />

wirkende Frucht. Reife Weichsel,<br />

Holunderbeere, Nuancen von<br />

Estragon und Bratenjus. Sehr pur<br />

und elegant. Am Gaumen von<br />

mittlerer Fülle mit offener Struktur,<br />

feines, reifes Tannin, präsente<br />

Fruchtnoten. Langer Nachhall mit<br />

mineralisch-salzigem Eindruck,<br />

kann lange reifen.<br />

hess-selection.ch<br />

CHF 55,–<br />

Fotos: beigestellt<br />

102 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


*SHIRAZ AUSTRALIA BAROSSA VALLEY<br />

GRANGE 2012, 75 CL<br />

530.–<br />

(10 CL = 70.67)<br />

98–99<br />

James<br />

Suckling<br />

*TICINO DOC MERLOT<br />

QUATTROMANI 2022, 75 CL<br />

59.50<br />

(10 CL = 7.93)<br />

99<br />

Robert<br />

Parker<br />

*SAINT-ESTÈPHE AOC 2 ÈME<br />

GRAND CRU CLASSÉ<br />

CHÂTEAU MONTROSE 2018,<br />

75 CL<br />

189.–<br />

(10 CL = 25.20)<br />

Raritäten aus unserem<br />

exklusivsten Weinkeller.<br />

Exklusiv online erhältlich:<br />

mondovino.ch/raritaeten<br />

Preis- und Jahrgangsänderungen sind vorbehalten.<br />

Coop verkauft keinen Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren.<br />

*Nur auf mondovino.ch erhältlich


wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />

WEINJAHR 2024<br />

GUT, ABER<br />

WENIG<br />

Die Südsteiermark an Österreichs<br />

Grenze zu Slowenien brachte 2024<br />

finessenreiche Weissweine mit<br />

ausgeprägtem Sortencharakter hervor.<br />

Foto: Österreich Werbung / ViennaPress / Andreas Tischler<br />

104 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Wie steht es um den Jahrgang 2024? Laut einer<br />

Prognose der Internationalen Organisation für<br />

Wein und Rebe (OIV) ist die Erntemenge global<br />

gesehen so gering wie seit 1961 nicht mehr,<br />

die Qualität ist aber vielerorts beachtlich. Das<br />

<strong>Falstaff</strong>-Wein-Team hat sich die Ergebnisse im<br />

Detail angesehen.<br />

TEXT OTHMAR KIEM, BENJAMIN HERZOG, PETER MOSER, ULI SAUTTER,<br />

SIMON STAFFLER, DOMINIK VOMBACH<br />

ELEGANTE<br />

WEISSE UND<br />

KOMPLEXE<br />

ROTWEINE<br />

ÖSTERREICH<br />

Ein Jahr vieler Extreme,<br />

kleine, aber gute Ernte.<br />

Einmal mehr prägten die Folgen des<br />

Klimawandels das Weinjahr. 2024<br />

bekamen es Österreichs Winzer mit einer<br />

breiten Palette von Auswirkungen zu tun,<br />

insgesamt fiel die Erntemenge aufgrund<br />

der extremen Wetterereignisse um<br />

20 Prozent geringer aus als in einem<br />

Durchschnittsjahr. Konkret folgte auf den<br />

feucht-milden Winter, der die Böden gut<br />

mit Feuchtigkeit versorgt hatte, ein<br />

schöner Frühling mit regelmässigen<br />

Niederschlägen. Die erste Aprilhälfte<br />

gestaltete sich bereits frühsommerlich<br />

warm. Dann kehrte der Winter nochmals<br />

zurück, die Temperaturen fielen deutlich<br />

ab, tiefe Lagen und Junganlagen wurden<br />

vom Frost geschädigt, in der Thermenregion,<br />

im Kamptal und der Wachau am<br />

stärksten. Die Blüte fand etwas früher<br />

statt und verlief teils unregelmässig, was<br />

weitere Mengeneinbussen bedeutete. Ab<br />

Mitte Juni kletterte das Thermometer auf<br />

über 30 Grad, es folgten zwei heisse<br />

Monate mit recht unterschiedlicher<br />

Wasser versorgung. Die Hagelunwetter<br />

blieben nicht aus: Weingärten vom<br />

Seewinkel bis zum Wiener Nussberg<br />

waren betroffen. Ende August war bereits<br />

in allen Regionen die Lese im Gange,<br />

Mitte September öffnete der Himmel<br />

nochmals alle Schleusen, vor allem<br />

Niederösterreich wurde von Hochwasser<br />

in Mitleidenschaft gezogen, teilweise<br />

musste die Ernte unterbrochen werden.<br />

Die Weissweine des Jahrgangs 2024<br />

zeichnen sich durch ihren moderaten<br />

Alkoholgehalt sowie eine feinfruchtige<br />

und würzige Aromatik aus, und das trotz<br />

des heissen Spätsommers. Sie besitzen<br />

eine balancierte, rassige Säure, Eleganz<br />

und Feinheit. In diesem Segment freut<br />

man sich über Weine mit vibrieren der<br />

Frische, gutem Trinkfluss sowie ausreichend<br />

Struktur und aromatischer Tiefe.<br />

Bei den Rotweinen werden dank lockerer,<br />

kleinbeeriger Trauben komplexe, dichte<br />

Weine erwartet, Qualitativ kann man das<br />

Ergebnis sehr hoch einschätzen.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

105


wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />

KLEINE<br />

MENGEN<br />

DURCH FROST<br />

IM APRIL<br />

DEUTSCHLAND<br />

Gute Qualität, teils sehr geringe Mengen.<br />

Der milde Winter bewirkte einen frühen Austrieb der<br />

Reben – ein Phänomen, das durch Global Warming<br />

fast schon zum neuen Normalfall geworden ist.<br />

Leider auch ein Phänomen, das die Reben einer<br />

verlängerten Spätfrostgefahr aussetzt. Als in den<br />

Nächten zwischen 21. und 24. April eine Kaltfront<br />

über Deutschland hinwegzog, fiel in zahlreichen<br />

Weinbergen das Thermometer weit unter null Grad.<br />

Besonders schlimm geschädigt wurden die Gebiete<br />

Ruwer und Saar, Mittelrhein, Ahr und Nahe, Saale-<br />

Unstrut und Sachsen, der Norden Badens, Teile<br />

Frankens und Württembergs. Gerade in den Toplagen<br />

gibt es zahlreiche Betriebe, die Ausfälle zwischen 50<br />

und 80 Prozent zu verzeichnen haben. Der Frost war<br />

allerdings nicht der einzige Störfaktor. Schon bald<br />

nach den Frosttagen wurde es warm und feucht,<br />

wodurch sich kräftiger Pilzdruck entwickelte. Die<br />

überwiegend feuchte Witterung hielt auch den<br />

Sommer über an. In der Folge stieg die Arbeitsbelastung<br />

der Winzer stark an, ab August wurde es<br />

dann trocken. Kühle Nächte im Herbst sorgten für ein<br />

langsames, aromenförderndes Ausreifen der<br />

Trauben. Qualitativ zeigen sich die 2024er-Weine<br />

fruchtbetont, klassisch strukturiert mit moderaten<br />

Alkoholgehalten – der Tendenz nach dürften<br />

Burgundersorten und Silvaner etwas bessere<br />

Resultate gebracht haben als Riesling.<br />

SCHWEIZ<br />

HOHE<br />

Herausfordernd in allen Phasen.<br />

QUALITÄT TROTZ<br />

Das Weinjahr 2024 wird in der <strong>Schweiz</strong> als eines der WETTERherausforderndsten<br />

seit dem Jahrtausendwechsel in die KAPRIOLEN<br />

Geschichte eingehen. Auf einen frühen Austrieb folgte<br />

Frost, das feuchtwarme Wetter im Sommer sorgte für<br />

einen hohen Krankheitsdruck, dazu kam Hagel in weiten<br />

Teilen des Landes – und auch während der Reifephase<br />

und der Ernte regnete es in vielen Regionen immer wieder.<br />

Dennoch: Die Jungweine zeigten sich Ende des Jahres<br />

durchaus harmonisch, frisch und elegant, was auf einen<br />

Jahrgang mit eher moderaten Alkoholgraden hoffen lässt.<br />

Die Menge allerdings ist flächendeckend beschränkt, die<br />

Einbussen liegen bei bis zu 50 Prozent. Im Wallis, dem<br />

grössten Weinbaukanton der <strong>Schweiz</strong>, war das Wetter<br />

während grosser Teile der Vegetationsperiode<br />

unbeständig, im Waadtland, der Heimat des Chasselas,<br />

zeigen sich die Produzenten vorsichtig optimistisch. Auch<br />

im Tessin, dem einzigen <strong>Schweiz</strong>er Weinbaugebiet südlich<br />

der Alpen, zeigte sich 2024 als herausfordernd. Auch hier<br />

startete man kühl, der Sommer war überaus heiss und<br />

trocken – der Monat August 2024 war der heisseste seit<br />

2003. Regelrecht gebeutelt wurden die Produzenten in<br />

vielen Regionen der Deutschschweiz. Sie bekamen<br />

sämtliche Wetterkapriolen mit. Ein Vergleich mit dem<br />

ebenfalls mengenmässig kleinen aber qualitativ schönen<br />

Jahrgang 2021 liegt auf der Hand.<br />

106 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


ITALIEN<br />

TOPQUALITÄT<br />

BEI NERO<br />

D’AVOLA UND<br />

PRIMITIVO<br />

Zweigeteiltes Land: Niederschläge in Nord- und Mittelitalien,<br />

Trockenheit im Süden.<br />

Von Mittelitalien bis in den Norden gab es im Frühjahr und Frühsommer 2024 nur ein Thema: die<br />

nicht enden wollenden Niederschläge. Nach Jahren der Trockenheit fiel das anfangs ersehnte<br />

Nass reichlich vom Himmel. Nach einer Pause im Juli und August setzten sich die Niederschläge<br />

in vielen Gebieten des Nordens auch im Herbst fort. Die Regenfälle hörten erst in der zweiten<br />

Oktoberhälfte auf, als es schon zu spät war. Für die Weissweintrauben kann der Jahrgang aber<br />

trotzdem als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Das kühlere Wetter hat Aromen und Säure<br />

erhalten, die Jungweine präsentieren sich knackig und frisch. Und endlich sind die Alkoholwerte<br />

wieder gesunken! Anders verhält es sich bei den roten Sorten. Während Merlot, weil früher<br />

gelesen, und Cabernet Sauvignon, weil einfach viel widerstandsfähiger, noch recht gut<br />

davonkamen, wird 2024 für die spätreifenden Sorten wie Sangiovese oder Nebbiolo wohl kein<br />

Ruhmesblatt sein. Ganz anders präsentiert sich der Jahrgang im Süden, in Apulien und auf<br />

Sizilien. Von der üblichen 500 bis 600 Millimetern Jahresniederschlagmenge ist dort nur die<br />

Hälfte gefallen. Die Lese begann bereits in den ersten Augusttagen, am Ätna wurden die letzten<br />

Trauben in den ersten Novembertagen eingebracht. Sizilien hat damit die längste Leseperiode<br />

ganz Italiens. Die Trauben konnten hervorragend reifen, stolz ist man vor allem auf die Qualitäten<br />

des Nero d’Avola. Bei den Mengen gab es allerdings einen weiteren Einbruch von knapp<br />

20 Prozent. Ähnlich präsentiert sich die Situation in Apulien. Die Qualitäten des Primitivo sind dort<br />

hervorragend, die Menge ist leider rückläufig.<br />

Fotos: Mahlow Media / Winningen, Lucas Wahl / Julius Schrank, Sergii Figurnyi / Shutterstock, Lian Yi Xinhua / Eyevine / picturedesk, Shutterstock<br />

FRANKREICH<br />

Von durchwachsen bis vielversprechend.<br />

Auch in Frankreich schlug der Frost zu, am schlimmsten im<br />

Jura, wo den Winzern weniger als eine halbe Ernte blieb. Aber<br />

selbst in der Provence, wo Spätfröste so gut wie nie auftreten,<br />

liegen die Erträge unter dem langjährigen Mittel. Im Bordeaux<br />

war der Sommer sehr nass, ein trockener August und ein<br />

kühler Herbstbeginn verzögerten die Reife, sodass sich eher<br />

durchwachsene Weinqualitäten abzeichnen. Bei Betrieben, die<br />

im Weinberg nicht mit äusserster Konsequenz gearbeitet<br />

haben, liegen allem Anschein nach qualitativ eher be schei dene<br />

Weine im Keller. In Sachen Jahrgangstyp sollen die Weine<br />

fruchtbetont sein und sich für einen eher frühen Konsum<br />

eignen. Ähnliche Bedingungen herrschten im Loire -Tal, wo der<br />

Mehltau die Erntemengen um ein Drittel gemindert hat.<br />

Dieselben frost- und mehltaubedingten Fehlmengen melden<br />

auch die Champagne, das Burgund und das Beaujolais. Im<br />

Burgund fand zudem die Blüte in windigem, regnerischem<br />

Wetter statt – was den Fruchtansatz schmäl erte. Chablis<br />

wurde ein weiteres Mal hart vom Frost getroffen und hat<br />

nur eine halbe Ernte. Qualitativ scheint der Burgunder-<br />

Jahrgang indes interessant zu sein mit vergleichsweise reichen<br />

Chardonnays und elegantem Pinot Noir. An der Nordrhône<br />

scheint die Qualität vielversprechend zu sein. An der Südrhône<br />

war bereits im Frühjahr mehr Niederschlag gefallen als im<br />

gesamten Jahr 2023. Im Roussillon und in Teilen des<br />

Languedoc herrschte Trockenheit, die sich zu einer veritablen<br />

Dürre auswuchs.<br />

BURGUND<br />

BESSER ALS<br />

BORDEAUX<br />

Verbreiteter Frost, regnerische<br />

Bedingungen und ein kühler<br />

Herbst machten den Winzern<br />

Frankreichs das Leben im Jahr<br />

2024 schwer.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

107


wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />

SPANIEN<br />

Die Weinqualität des Jahrgangs wird trotz diverser Unwägbarkeiten<br />

in einigen Gebieten als vielversprechend eingestuft.<br />

Spaniens Weinproduzenten hatten auch 2024<br />

stellenweise mit immensen<br />

Herausforderungen zu kämpfen. Dennoch<br />

wird eine Produktionsmenge von etwa 38,1<br />

Millionen Hektolitern erwartet, was einem<br />

Anstieg von 17,6 Prozent im Vergleich zum<br />

Vorjahr entspricht. Bereits Ende August<br />

prognos tizierte die Landwirtschaftsversicherung<br />

Agroseguro, dass über 20 Prozent<br />

der spanischen Rebberge – etwa 190.000<br />

Hektar – von Extremwetter ereignissen in Mitleidenschaft<br />

gezogen wurden. Neben Frost<br />

sorgten auch Hagelstürme für Schwierigkeiten.<br />

Beides traf in Ribera del Duero zu, wo<br />

die Ernte zudem von Regen fällen unterbrochen<br />

wurde. Geerntet wurden in der<br />

Prestigeregion im letzten Jahr insgesamt<br />

95.000 Tonnen, was nur 20 Pro zent des<br />

fünfjährigen Durchschnitts entspricht.<br />

Ähnlich schlimm traf es Rioja, wo man gar<br />

von der schlechtesten Ernte des Jahrhunderts<br />

spricht. Hier machten den Winzern<br />

besonders Hitze und Regenfälle im<br />

September zu schaffen, die das Wachstum<br />

der Botrytis befeuerten. Geerntet wurden<br />

letztendlich 275.000 Tonnen Trauben, noch<br />

weniger als im Jahr 2002, das bis dato als<br />

schlechtestes Erntejahr in der Rioja galt.<br />

Während einige Regionen mit übermässigem<br />

Regen zu kämpfen hatten, litten andere unter<br />

anhaltender Trockenheit. Am härtesten traf<br />

es die Regionen Jumilla, Alicante und Priorat,<br />

die allesamt Ernteeinbussen von bis zu<br />

50 Prozent verbuchten.<br />

EXTREM­<br />

WETTER<br />

VON HAGEL BIS<br />

DÜRRE<br />

108 falstaff feb–mär <strong>2025</strong><br />

TOP-WEINE<br />

AUS DOURO,<br />

VINHO VERDE UND<br />

ALENTEJO<br />

PORTUGAL<br />

Topjahrgang in Douro, grosse Schäden durch Feuer.<br />

Nach ersten Schätzungen erwartet man in Portugal für das Jahr 2024 eine<br />

Produktionsmenge von etwa 6,9 Millionen Hektolitern, was einem Rückgang<br />

von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein kleiner Wermutstropfen,<br />

der durch die hervorragende Weinqualität des Jahrgangs wettgemacht<br />

werden dürfte. Dank eines milden, vergleichsweise regenreichen<br />

Jahres und weitestgehend stabiler Wetterbedingungen im Land während der<br />

Erntezeit konnten die Trauben gesund und reif geerntet werden. 2024 markiert<br />

damit einen Wendepunkt nach einer Serie von ungewöhnlich herausfordernden<br />

Jahren, die von längeren Hitzeperioden und unregelmässigen Niederschlägen<br />

geprägt waren. Im Douro zeigte man sich ob der Traubenqualität besonders<br />

euphorisch. Dank der perfekten Balance zwischen Zucker und Säure wird 2024<br />

dort bereits als einer der besten Jahrgänge des Jahrhunderts eingestuft. Auch<br />

im Alentejo zeigten sich die Produzenten dank eines vergleichsweisen kühlen<br />

Sommers und milder Temperaturen positiv gestimmt. Erwartet werden Weine<br />

von aussergewöhnlich hoher Qualität – genau wie im Vinho-Verde-Gebiet. In<br />

Bairrada und Dão war 2024 aufgrund von Regen und Krankheitsdruck jedoch<br />

durchaus herausfordernd. Beide Gebiete waren aber wie die Vinho-Verde-<br />

Region auch von verheerenden Bränden betroffen, die Mitte September<br />

wüteten und mehr als 150.000 Hektar Wald- und Ackerland vernichteten.<br />

Fotos: Turespaña / Felipe J. Alcoceba / Cristina Candel, Jose Sarmento Matos, Shutterstock


KALIFORNIEN<br />

Von der Westküste der Vereinigten<br />

Staaten kommen zukünftige Klassiker.<br />

Es war einmal mehr ein heisser Sommer in<br />

Kalifornien, der ab August langsam moderater<br />

wurde und die Trauben unter besten Bedingungen<br />

sehr gut ausreifen liess. Im Vergleich zur späten<br />

Ernte im Vorjahr konnten die Weine 2024 zur<br />

gewohnten Zeit eingebracht werden. Die<br />

Burgundersorten im Sonoma Valley konnten<br />

perfekt ausreifen, der Klassiker des Napa Valley,<br />

der Cabernet Sauvignon, kam ebenfalls unter<br />

Bilderbuchbedingungen in die Fässer. Es war alles<br />

in allem ein weitgehend stressfreies Jahr für die<br />

kalifornischen Weinproduzenten, denn bereits der<br />

Winter hatte mit einer guten Wasserversorgung<br />

das nötige Fundament für einen exzellenten<br />

Jahrgang gelegt, eine regelmässige Blüte sorgte<br />

am Ende für gleichmässig ausgereifte Trauben<br />

von hoher Güte. Das Ergebnis ist hervorragend, in<br />

manchen Regionen blieb die Erntemenge etwas<br />

unter dem langjährigen Durchschnitt. Die<br />

legendären Cabernet Sauvignos aus Napa Valley<br />

werden bereits heute als klassisch eingestuft,<br />

zeigen tiefe Farbe und ein grosszügiges<br />

aromatisches Profil.<br />

BESTE<br />

BEDINGUNGEN,<br />

EXZELLENTER<br />

JAHRGANG<br />

EIN GUTES<br />

JAHR FÜR<br />

ELEGANTE<br />

ROTWEINE<br />

ARGENTINIEN<br />

El Niño brachte neben warmen, trockenen Phasen<br />

auch ausreichend Niederschläge, Argentinien feiert<br />

tolle Qualitäten.<br />

Durfte man sich auf der Südhalbkugel<br />

noch 2021 über Rekorderntemengen<br />

freuen, verzeichnet man nun<br />

bereits drei Jahre in Folge gegenteilige<br />

Ergebnisse. Rechnet man die<br />

Mengen von Australien bis Argentinien<br />

zusammen, ergibt sich eine<br />

Gesamtmenge von 46 Millionen<br />

Hektolitern, das bedeutet gegenüber<br />

dem Vorjahr ein Minus von zwei<br />

Prozent und gegenüber dem<br />

Fünfjahresschnitt sogar zwölf<br />

Prozent. Dies markiert den niedrig s­<br />

ten Wert seit 2004. Am besten<br />

schnitt noch das grösste Erzeugerland<br />

des Südens, nämlich Argentinien<br />

ab, wo man sich gegenüber<br />

dem schwachen Vorjahr sogar um<br />

23 Prozent verbesserte, im<br />

Fünfjahresschnitt sind die 10,9<br />

Millionen Hektoliter immer noch ein<br />

Minus von vier Prozent. Einmal mehr<br />

war das Wetter phänomen El Niño die<br />

gestaltende Kraft für die argentinischen<br />

Winzer, das Jahr fiel sehr<br />

warm aus, dank guter Wasser versorgung<br />

konnte allerdings ausreichend<br />

bewässert werden. In einem<br />

wirtschaftlich herausfordernden<br />

Umfeld zeigt sich die Weinwirtschaft<br />

robust und dynamisch, nach dem<br />

Frostjahr 2023 darf man sich über<br />

einen exzellenten Jahrgang freuen.<br />

Reife, seidige Tannine markieren die<br />

Rot weine, die kleineren Erntemengen<br />

führen zu stoffigen, eleganten<br />

Malbecs mit mo deratem Alkohol.<br />

Trotz kleinerer Mengen darf man<br />

sich von Mendoza bis Patagonien auf<br />

Topweine freuen.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

109


wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />

CHILE<br />

Die spezielle Witterung bescherte Chile eine kleinere Ernte bei guter Qualität, dabei unterschied sich der<br />

Jahrgangscharakter im Norden des Landes stark von jenem in Zentral- und Südchile.<br />

Das stark exportorientierte Chile fiel 2024<br />

mit einer Erntemenge von 9,3 Millionen<br />

Hektolitern – immerhin 15 Prozent weniger<br />

als im Vorjahr – hinter Australien auf Platz<br />

drei in der südlichen Hemisphäre zurück.<br />

AROMA IM<br />

NORDEN,<br />

FRISCHE IM<br />

SÜDEN<br />

Im Grunde muss man 2024 in Chile von zwei<br />

völlig verschiedenen Weinjahren sprechen,<br />

die hier zeitgleich stattfanden. In den<br />

Weinbaugebieten Limarí und Elqui im<br />

Norden von Santiago war es sehr trocken,<br />

die Ernte fiel bis zu drei Wochen früher aus,<br />

die Weissweine aus Chardonnay und<br />

Sauvignon Blanc zeigten sich eher kraftvoll<br />

und aromatisch als strukturiert und frisch.<br />

Südlich der Hauptstadt herrschten völlig<br />

andere Bedingungen, hier brachte El Niño<br />

kühle und feuchte Bedingungen, die Winzer<br />

im Maipo Valley Vergleiche mit der atlantischen<br />

Witterung rund um Bordeaux ziehen<br />

liess. Ein ver gleichsweise sonnenarmer, aber<br />

dafür warmer Sommer liess die<br />

Trauben von Carmènere und<br />

Cabernet Sauvignon<br />

langsam reifen, bis zu<br />

drei Wochen später als<br />

im Durchschnitt<br />

wurde geerntet. Das<br />

Ergebnis sind<br />

Rotweine mit<br />

Frische, runden<br />

Tanninen und<br />

moderaten<br />

Alkoholwerten.<br />

SÜDAFRIKA<br />

Sehr wechselhafte Bedingungen wurden<br />

gemeistert, stoffige Weine in den Kellern.<br />

Südafrika ist der siebentgrösste Weinproduzent der Welt, rund<br />

vier Prozent der Gesamtproduktion kommen aus dem<br />

traditions reichen Anbaugebiet rund um das Kap Horn. Sehr<br />

gute Winter bedingungen liessen in Südafrika in den meisten<br />

Weinanbau gebieten die Erwartungen an den Jahrgang steigen.<br />

Die Niederschläge führten zu anhaltend feuchten Böden im<br />

Frühjahr, die den Pflanzen die notwendigen Reserven für das<br />

Wachstum boten. Der Sommer war deutlich wärmer und<br />

trockener als im Vorjahr, was die Ernte noch komplexer<br />

machte. Ein wichtiger Aspekt war 2024 die aussergewöhn liche<br />

Gesundheit der Trauben bei der Weinlese, eher eine Seltenheit<br />

in der regnerischen Erntezeit, die für gutes Timing der Winzer<br />

spricht. Ein Blick in die wichtigsten Regionen: In Stellenbosch<br />

folgte auf Regen im Frühjahr eine recht trockene Saison, die zu<br />

geringeren Mengen bei guter Qualität führte. Ähnlich die<br />

Situation in Paarl, in Swartland waren die<br />

Trauben bei reduzierten Mengen gesund,<br />

tolle Rotweine sind zu erwarten. Vor<br />

allem spätreifende Rebsorten konnten<br />

aus den wechselnden Bedingungen<br />

Vorteile ziehen, die Weissweine<br />

zeigen sich stoffig und komplex, die<br />

Rotweine sehr farbtief, mit reifen<br />

Tanninen und ansprechendem<br />

aromatischem Profil.<br />

DIE WINZER<br />

BEWIESEN<br />

GUTES TIMING<br />

Fotos: Sernatur / Roberto Olivares Valenzuela, Obie Oberholzer / laif / picturedesk, Sunshine Seeds / Shutterstock<br />

110 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />

AUSTRALIEN<br />

Der Rotweinabsatz stottert, Shiraz wird<br />

vom Chardonnay überholt.<br />

Australien musste sich nach 2023 erneut mit einer<br />

unterdurchschnittlichen Weinlese zufriedengeben,<br />

allerdings stieg die Erntemenge im Vergleich zum<br />

Vorjahr um neun Prozent an. Dies ist dem guten Ergebnis<br />

bei den Weissweinen, allen voran dem Chardonnay, zu<br />

verdanken, der nun bereits den roten Shiraz quantitativ<br />

überholt hat. Die Erträge der Rotweine sind hingegen<br />

weiter nach unten gerutscht. Dennoch ist die Versorgung<br />

mit australischen Weinen aufgrund der verfügbaren<br />

Lagermengen gesichert, auf den Export haben die<br />

kleineren Ernten aufgrund der schwierigen Marktlage<br />

wohl keinen negativen Einfluss. Im Gegenteil: Die<br />

vergangenen vier Jahre, in denen der für Australien so<br />

wichtige Markt China hohe Zölle für australischen Wein<br />

eingeführt hat, haben den Absatz entsprechend<br />

gedrosselt und die Über produktion speziell im<br />

Rotweinsektor sichtbar gemacht. Auch in manchen<br />

Premiumregionen wird nun bereits laut über eine<br />

Reduktion der Anbauflächen nach gedacht, um den Markt<br />

wieder in Balance zu bringen. Ein Sonderfall ist die Insel<br />

Tasmanien, das Burgund Australiens – mit 1,2 Prozent<br />

der Gesamternte ein Winzling, trägt jedoch wertmässig<br />

über sechs Prozent bei. Sie konnte ihre Produktion<br />

gegenüber dem Vorjahr um stolze 36 Prozent steigern,<br />

und sowohl Chardonnay wie Pinot Noir zeigen sich<br />

vielversprechend und erfreuen sich grosser Nachfrage.<br />

WEISS<br />

ÜBERHOLT ROT,<br />

TASMANIEN IM<br />

AUFWIND<br />

REIFE FRUCHT<br />

UND GUTE<br />

FRISCHE<br />

NEUSEELAND<br />

Deutlich kleinere Ernte,<br />

herausragende Qualitäten.<br />

Auch wenn die geernteten Mengen 2024 geringer<br />

ausfielen als erwünscht, ist der Optimismus in Sachen<br />

Weinkultur in Neuseeland ungebrochen. Die Rebfläche auf<br />

den beiden Inseln hat mittlerweile eine Grösse von<br />

42.519 Hektar erreicht – das ist ein Zuwachs von mehr als<br />

7000 Hektar in der letzten Dekade. Kein anderes Land<br />

setzt so stark auf den Export, fast 90 Prozent des<br />

neuseeländischen Weins werden ausserhalb des Landes<br />

konsumiert, aber auch der nach Aufhebung der Covid-<br />

Restriktionen wieder erstarkte Weintourismus sorgt für<br />

Absatz. Dennoch: Der Inlandskonsum pro Kopf ist in<br />

weniger als zehn Jahren um rund 20 Prozent zurückgegangen.<br />

Ein sehr trockener und heisser Sommer<br />

brachte in der wichtigsten Region Marlborough eine frühe<br />

Ernte, die wegen der kleinbeerigen Trauben geringer als<br />

gewohnt ausfiel, die Erträge sanken bei manchen<br />

Sauvignon-Blanc-Spezialisten um 30 Prozent gegenüber<br />

dem Schnitt. Die Weine zeigen eine reife Fruchtaromatik,<br />

kurze Regenfälle vor dem Lesebeginn sorgten für eine<br />

erstaunlich gute Frische. Das für seine tollen Pinots<br />

Noirs berühmte Central Otago auf der Südinsel<br />

erlebte einen regulären Verlauf, abgesehen von<br />

etwas Frost konnte eine gute Erntemenge<br />

verzeichnet werden. Insgesamt ein sehr<br />

vielversprechen des Jahr.<br />

<<br />

Fotos: Shutterstock, Edward Haylan / Shutterstock<br />

112 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


STEIERMARK.<br />

WEIN AUS DER<br />

GROSSE KUNST. OHNE ALLÜREN.<br />

Steiermark – eine geschützte<br />

Ursprungsbezeichnung der EU für<br />

österreichischen Qualitätswein.<br />

Steirischer Wein ist daheim auf den<br />

steilen Hängen kleiner Weingüter, die<br />

wissen, dass ihr langsamster Mitarbeiter<br />

der beste ist: Österreichs reine Natur.<br />

österreichwein.at


ROTE<br />

KLASSE<br />

Erich Scheiblhofer versteht es wie<br />

kaum ein anderer, Rotweine zu<br />

vinifizieren, die den Geschmack von<br />

Profis und Geniessern<br />

gleichermassen punktgenau treffen.<br />

In Andau entstehen am Weingut<br />

Scheibl hofer Jahr für Jahr Weine, die<br />

eine breite Community begeistern.<br />

Kraftvoll und dennoch den Gaumen<br />

umschmeichelnd machen sie Lust auf mehr.<br />

Kein Wunder also, dass sie auch immer wieder<br />

die <strong>Falstaff</strong>-Jury, die sich aus Vertretern<br />

des Weinhandels, der Sommelerie und Masters<br />

of Wine zusammensetzt, bei der alljährlichen<br />

Rotweinprämierung begeistern. Und so<br />

vergeht kein Jahr, in dem Scheiblhofer-Weine<br />

nicht am Podest stehen und der sympathische<br />

Winzer auf die Bühne zur Preisverleihung<br />

gebeten wird. Dabei versteht er es, vom Jungwein<br />

bis hin zu seinen Reserveweinen immer<br />

unter den Besten des Landes zu landen.<br />

Bereits zum 45. Mal wurde die renommierteste<br />

Rotweinverkostung in Österreich<br />

durchgeführt, von knapp 1000 eingereichten<br />

Weinen wurden gleich drei Weine vom<br />

Weingut Scheiblhofer ausgezeichnet. Die<br />

Premium Cuvée 2023 wurde zum Grand-<br />

114<br />

falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


WEINGUT SCHEIBLHOFER<br />

Prix-Sieger bei den Jungweinen gekürt und<br />

überzeugte mit dunkler Beerenfrucht und<br />

würziger Komplexität. Ein Wein für alle<br />

Tage auf sehr hohem Niveau.<br />

Die reinsortigen Weine mit dem vorangestellten<br />

«The» zählen neben den Weinen mit<br />

Sonderetiketten im Siebdruckverfahren und<br />

so klingenden Namen wie Mordor, Peak of<br />

Glory, Great Bustard oder Praittenbrunn zum<br />

High-End-Sortiment des Hauses. Für Erich<br />

Scheiblhofer, der unter anderem Praktika in<br />

Kalifornien absolviert hat, ist ein Winzerleben<br />

ohne Cabernet Sauvignon undenkbar. The<br />

Cabernet Sauvignon 2022 durfte 18 Monate<br />

im neuen Holz heranreifen und zeigte in der<br />

Finalprobe seine ganze Klasse. Viel Stoff mit<br />

Länge und Potenzial, zarter Edelholzwürze<br />

und feinen, tragenden Tanninen beförderten<br />

ihn auf Platz drei der Gruppe der Cabernets.<br />

Erich Scheiblhofers Herz schlägt aber insbesonders<br />

auch für seine Heimat. Dort, im<br />

Weinbaugebiet Neusiedlersee, ist der Zweigelt,<br />

Österreichs Rotweinsorte Nummer<br />

eins, zuhause, und am Weingut gibt es drei<br />

verschiedene reinsortig ausgebaute Zweigelt-Weine.<br />

Die beiden fruchtbetonten Varianten,<br />

der Zweigelt Neusiedlersee DAC und<br />

der Zweigelt Heideboden, sind eine Hommage<br />

an das Burgenland. The Zweigelt von<br />

der Ried Prädium ein Statement dafür, was<br />

diese Sorte kann. Würzig, kraftvoll und saftig,<br />

mit dunkler Frucht und feinen Schokonoten<br />

ging der 2022er als Erster über die<br />

Ziellinie und verwies knapp 100 Mitbewerber<br />

auf die Plätze. Beim Sport nennt man<br />

das Triple, bei Erich Scheiblhofer einfach<br />

nur, konsequent an der Qualität zu feilen<br />

und seiner Linie treu zu bleiben.<br />

MEHR ALS EIN WEINGUT<br />

Erich Scheiblhofer kann aber auch Weiss.<br />

Auch mit den ersten Jungweinen des Jahrgangs<br />

2024 bleibt er seiner Linie mit reduzierter<br />

Säure treu, ohne dabei auf harmoni-<br />

sche Fruchtfülle zu verzichten. Youngstar,<br />

Grüner Veltliner, Welschriesling, Gelber<br />

Muskateller und Chardonnay sind gute<br />

Begleiter für jene, die den Frühling nicht<br />

mehr erwarten können.<br />

Wer der Kälte ein Schnippchen schlagen<br />

will, bucht einfach rasch noch ein paar<br />

Tage im «Scheiblhofer The Resort», das mit<br />

4000-m²-Spa, exzellenter Küche, gediegenen<br />

Zimmern und einem Weinkeller, der<br />

keine Wünsche offenlässt, mehr als nur Entspannung<br />

bietet und auch ein exzellenter<br />

Ort ist, um alle Siegerweine und das hochklassige<br />

weitere Sortiment zu verkosten.<br />

INFO<br />

Scheiblhofer The Wine<br />

Halbturnerstrasse 1a, 7163 Andau<br />

Scheiblhofer The Resort<br />

Resortplatz 1, 7163 Andau<br />

scheiblhofer.at<br />

In der «Hall of Legends»<br />

liegen nur einige der<br />

unzähligen Barriques, in<br />

denen die Rotweine des<br />

Hauses zur Perfektion<br />

heranreifen dürfen.<br />

Erich Scheiblhofer ist das<br />

Hirn und das Herz der<br />

Scheiblhofer-Welt, zu<br />

der auch ein Hotel<br />

der Luxusklasse<br />

in Andau im<br />

Burgenland zählt.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Steve Haider; beigestellt<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 115


inselträume / WEINREISE AZOREN<br />

EIN HOCH AUF<br />

DIE AZOREN<br />

Die Azoren sind ein Ziel für alle, die das Besondere<br />

suchen. Pico, die zweitgrösste Insel, begeistert<br />

Kulinarikfans mit Weinbau und Toprestaurants.<br />

TEXT ROMANA ECHENSPERGER<br />

In dem besonderen Klima<br />

wachsen meterhohe Hortensien<br />

am Wegesrand.<br />

Foto: Shutterstock / DaLiu<br />

116 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


WEINREISE<br />

AZOREN<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

117


inselträume / WEINREISE AZOREN<br />

Das Mosaik aus ummauerten<br />

Parzellen ist UNESCO-<br />

Weltkulturerbe: ein Symbol<br />

für die harte Arbeit der<br />

Inselbevölkerung zum Schutz<br />

der Weinreben.<br />

Hand aufs Herz: Wer kann die<br />

Azoren auf Anhieb auf der<br />

Landkarte finden? Jeder<br />

kennt sie als Namensgeber<br />

des Azorenhochs, des Stars<br />

jedes Wetterberichts. Doch die Inselgruppe<br />

im Atlantik, auf halbem Weg zwischen<br />

Europa und Amerika, ist weit mehr als nur<br />

ein Wetterphänomen. Die Idee, mal schnell<br />

dorthin zu fliegen, liegt nicht auf der Hand,<br />

die Anreise ist umständlich. Das zu<br />

Portugal gehörende Archipel, bestehend aus<br />

neun grösseren und zahlreichen kleineren<br />

Inseln, liegt rund 1400 Kilometer vom<br />

europäischen Festland entfernt.<br />

Flüge starten in der Regel von Lissabon<br />

und führen meist nach Ponta Delgada,<br />

zur Hauptstadt auf der grössten Insel, São<br />

Miguel. Für kulinarisch Reisende empfiehlt<br />

sich der Flug auf die Insel Pico.<br />

Dort befindet sich nicht nur<br />

der gleichnamige und höchste<br />

Berg Portugals, sondern<br />

auch rund 90 Prozent des<br />

Weinanbaus der Azoren.<br />

Drei Stunden Flug von<br />

Lissabon führen zu dem<br />

Miniflughafen, der fast<br />

so abgeschieden wirkt wie die Insel selbst.<br />

Doch genau diese Abgeschiedenheit macht<br />

den besonderen Reiz aus. Die Insel Pico ist<br />

der Tipp für alle, die das Besondere suchen.<br />

DAS VERSUNKENE ATLANTIS?<br />

Pico ist die zweitgrösste Insel der Azoren<br />

und dünn besiedelt. Es gibt also viel Platz<br />

für die üppige Natur – und die ist in dem<br />

subtropischen Klima einzigartig. Die vulkanisch<br />

geprägten Landschaften umspült<br />

von den wilden Wellen des Atlantiks, sind<br />

so atemberaubend schön, dass so mancher<br />

auf die Idee kam, es handle sich um<br />

die Überreste des vom Philosophen Platon<br />

beschriebenen Atlantis.<br />

Die beste Reisezeit ist deshalb zwischen<br />

April und Oktober, wenn die Vegetation<br />

ihre volle Pracht zeigt. Dank<br />

besonderer Meeresströmungen<br />

sind die Azoren<br />

der Treffpunkt<br />

für Wale im<br />

mittleren Atlantik.<br />

Wer schon<br />

immer diese<br />

beeindruckenden<br />

Lebewesen<br />

Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / UschiDaschi, Fernando Resendes, mauritius images /<br />

Danita Delimont / Martin Zwick,Shutterstock Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

118 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Dank der Meeresströmungen sind die Azoren<br />

ein Hotspot für Wale im Atlantik – der perfekte<br />

Ausgangspunkt für Walbeobachtungstouren.<br />

BEWUNDERNSWERT,<br />

WELCH GROSSEN<br />

AUFWAND MENSCHEN<br />

SEIT JEHER BETREIBEN,<br />

UM EIN GUTES GLAS<br />

WEIN GENIESSEN ZU<br />

KÖNNEN.<br />

aus nächster Nähe bewundern wollte, kann<br />

mit einem der erfahrenen Kapitäne auf die<br />

tosende See hinausfahren, um auf Walbeobachtungstour<br />

zu gehen.<br />

Pico ist ein Paradies für Naturliebhaber,<br />

Abenteurer und Geniesser abseits der Touristenmassen.<br />

Neben frischem Fisch, saftigen<br />

Krustentieren, exzellentem Rindfleisch und<br />

Käse locken kulinarische Besonderheiten<br />

von der Nachbarinsel São Miguel wie Tee<br />

von Europas einziger Teeplantage oder aromatische<br />

Ananas. Doch der wahre Star ist<br />

der Wein – schlicht Weltklasse.<br />

IM GRENZBEREICH<br />

Weine sind immer besonders ausdrucksstark,<br />

wenn die Reben im Grenzbereich<br />

des Möglichen wachsen. Wer die uralten<br />

Weingärten Criação Velha in der Nähe der<br />

Inselhauptstadt Madalena durchwandert,<br />

kommt aus dem Staunen nicht heraus.<br />

Bewundernswert, welchen Bedingungen<br />

die Reben trotzen und welchen Aufwand<br />

Menschen seit jeher betreiben, um ein gutes<br />

Glas Wein geniessen und sich daran berauschen<br />

zu können. Die Reben wachsen auf<br />

dünner Humusschicht über vulkanischem<br />

Gestein und müssen ihre Wurzeln tief in die<br />

Risse der Felsen treiben. Starke Winde und<br />

die Gischt des Atlantiks fordern die Pflanzen<br />

zusätzlich.<br />

Um den Reben Schutz zu bieten, errichteten<br />

die Bewohner vor Jahrhunderten<br />

meterhohe Mauern aus Lavasteinen, die ein<br />

einzigartiges Mikroklima schaffen. Dieses<br />

pittoreske Mosaik aus ummauerten Parzellen<br />

ist heute UNESCO-Weltkulturerbe<br />

und ein Symbol für die harte Arbeit und die<br />

Liebe der Inselbewohner zum Weinbau.<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

119


inselträume / WEINREISE AZOREN<br />

Heni blam qui beriorepra<br />

nobitaq uibusandi commodi<br />

sequis iliquia conet es<br />

molorum fugiand aectia<br />

Mit der Azores Wine Company<br />

leistet António Maçanita einen<br />

bedeutenden Beitrag zum Weinbau.<br />

Dazu gehört auch sein Engagement<br />

im Weintourismus mit einem<br />

eigenen Restaurant und einem<br />

Boutiquehotel.<br />

<<br />

Ein Highlight für Weinliebhaber ist der<br />

Wanderweg «Criação Velha Vineyards<br />

Trail». Der interessanteste Teil verbindet<br />

Madalena, mit knapp 3000 Einwohnern<br />

die grösste Stadt der Insel, mit dem Dorf<br />

Candelaria. Der Weg führt entlang der<br />

Küste durch die imposanten Weingärten,<br />

vorbei an der restaurierten Mühle «Moinho<br />

do Frade», die für Postkartenidylle sorgt,<br />

und restaurierten Herrenhäusern. Wenn<br />

man in Madalena ist, kann man das kleine<br />

Weinmuseum besuchen, das sich in einer<br />

ehemaligen Sommerresidenz von Karmelitermönchen<br />

befindet.<br />

DIE MINERALITÄT<br />

DER WEINE<br />

ERINNERT AN AUSTERN.<br />

DA LÖSEN SICH ZWEIFEL<br />

AN DER VERBINDUNG<br />

VON TERROIR UND WEIN<br />

RASCH IN LUFT AUF.<br />

Vor 500 Jahren brachten Franziskanermönche<br />

diverse Rebsorten auf die Inseln.<br />

Entwickelt haben sich vor allem drei weisse<br />

Rebsorten: Verdelho, Arinto dos Açores<br />

und Terrantez do Pico. Allesamt autochthone<br />

Rebsorten, selbst wenn die Namen auch<br />

für andere Sorten auf dem portugiesischen<br />

Festland verwendet werden.<br />

WEIN OHNE SCHABLONEN<br />

Die der Allgemeinheit unbekannten Sorten<br />

und die notorisch niedrigen Erträge geben<br />

den Winzern die Freiheit, die Weine so naturnah<br />

wie möglich auszubauen. Pico-Weine<br />

müssen in keine geschmackliche Schablone<br />

passen oder einen Massengeschmack<br />

treffen. Die überschaubaren Mengen sind<br />

ohnehin schnell vergriffen. So arbeiten die<br />

Winzer daran, diese einzigartige natürliche<br />

Konzentration und rauchige Salzigkeit der<br />

Weine ins Glas zu bringen. Pico-Weine sind<br />

vollmundig, ohne schwer zu sein, sie sind<br />

intensiv aromatisch, ohne plakativ fruchtig<br />

zu werden. Ihre Mineralität erinnert an<br />

Austern. Da verschwindet jeder Zweifel<br />

an der Verbindung von Terroir und Wein.<br />

AZOREN-WEIN<br />

Rund 1000 Hektar Rebfläche gibt es auf<br />

den Azoren – eine Zahl, die täuscht. Die<br />

Reben stehen weit verstreut, einzeln und<br />

geschützt von Lavasteinmauern. Hinzu<br />

kommen notorisch niedrige Erträge und<br />

eine starke Fluktuation von Jahr zu Jahr.<br />

Ein Blick in die Statistik zeigt: Sechs<br />

Hektoliter pro Hektar gelten hier als guter<br />

Ertrag. In vielen Jahren ist es nicht einmal<br />

die Hälfte, was vor allem an den herausfordernden<br />

Wetterbedingungen liegt.<br />

Daher sind Azoren-Weine ausserhalb<br />

Portugals schwer zu bekommen. Selbst<br />

spezialisierte Händler können oft nur<br />

winzige Mengen anbieten. Relativ gut<br />

verfügbar sind die Weine der Azores Wine<br />

Company und der Adega do Vulcão. Der<br />

hohe Aufwand, der mit der Weinproduktion<br />

auf den Azoren verbunden ist – alles<br />

muss von Hand gemacht werden – erklärt,<br />

warum die Weine keine Schnäppchen<br />

sind.<br />

Fotos: Francisco Nogueira, beigestellt, Shuttestock, mauritius images / Alamy Stock Photos / lukas bischoff, Mauzuras / Comunicar Atitude<br />

120 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Die Spitzenweingüter bieten Gelegenheit,<br />

die aussergewöhnlichen Weine der Insel zu<br />

erleben. Ein Highlight ist die «Azores Wine<br />

Company» nahe Madalena, wo man nicht<br />

nur stilvoll übernachten, sondern auch im<br />

hauseigenen Restaurant moderne Azorenküche<br />

abgestimmt auf die Weine geniessen<br />

kann. Ebenso ein Genuss ist das Herrenhaus<br />

«Solar Terra Brum», mitten in den Weingärten<br />

von Criação Velha, wo die Weine der<br />

Adega do Volcão verkostet werden können.<br />

Solide Weine gibt es in der Vinothek der Genossenschaft<br />

in Madalena.<br />

DER WEIN DER ZAREN<br />

Ein besonderes Erlebnis bietet die Adega<br />

Czar – aber nur nach vorheriger Anmeldung.<br />

Fortunato Garcia, hauptberuflich<br />

Lehrer, pflegt hier nebenbei vier Hektar<br />

uralte Reben und produziert Weine, die<br />

einer Zeitreise gleichen. Sein «PÜassado»-<br />

Wein wird nach der Tradition des 18. Jahrhunderts<br />

hergestellt: Die Trauben werden<br />

spät gelesen, der Saft mit natürlichen Hefen<br />

auf bis zu 20 Prozent Alkohol vergoren –<br />

eine Stärke, die sonst nur aufgespritete<br />

Weine erreichen. Anschliessend reift der<br />

Wein neun Jahre im Fass, wobei 50 Prozent<br />

der Menge, der sogenannte<br />

«Engelsanteil», verdunsten und der<br />

Wein noch weiter konzentriert wird.<br />

Das Ergebnis? Ein Elixier, das<br />

einst gut dokumentiert am Zarenhof in<br />

Russland getrunken wurde. In guten Jahren<br />

füllt Fortunato Garcia 900 Flaschen ab, die<br />

er in 32 Länder exportiert. «Ich wollte die<br />

Welt mit meinem Wein bereisen», sagt er.<br />

Mit ihm zu philosophieren, ist ein unvergessliches<br />

Erlebnis, vor allem für echte<br />

Wein-Geeks.<br />

Noch ein Highlight: das «Bioma».<br />

Rafael Ávila Melo ist auf den Azoren geboren,<br />

Franco Pinilla stammt aus Argentinien.<br />

Beide haben in Michelin-besternten<br />

Restaurants ihr Handwerk gelernt. Mit<br />

dem Restaurant «Bioma» in Lajes do Pico<br />

haben sie sich einen Traum erfüllt. Ihr Ziel<br />

ist es, die Produkte der Azoren richtig in<br />

Szene zu setzen. Dazu arbeiten sie eng mit<br />

Landwirten, Gemüsebauern und Fischern<br />

zusammen. Mit dem Chef’s Table bieten sie<br />

die Möglichkeit, besonders rare Produkte<br />

der Insel kennenzulernen.<br />

Selbstverständlich gehört der Meerblick<br />

ebenso zum Restaurant wie die gepflegte<br />

Weinkarte mit heimischen Tropfen.<br />

<<br />

Zwei, die sich mögen: Rafael Ávila Melo und<br />

Franco Pinilla haben das Kochhandwerk bei den<br />

Besten der Branche gelernt. In ihrem Restaurant<br />

«Bioma» bringen sie die besonderen Produkte<br />

der Insel zur Geltung.<br />

Die abgelegene Lage mitten im Atlantik<br />

und die aussergewöhnliche Schönheit<br />

der Inseln führten viele Besucher zu der<br />

Annahme, dass es sich bei den Azoren um<br />

das sagenumwobene, untergegangene<br />

Atlantis handeln könnte.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

121


inselträume / WEINREISE AZOREN<br />

Nichts ist vergleichbar mit<br />

den sehr raren «Passado»-<br />

Weinen der Adega Czar.<br />

Hier werden die Trauben<br />

spät gelesen und der<br />

Wein bis zu neun Jahre in<br />

Fässern gereift.<br />

WEINE UND<br />

WEINGÜTER<br />

ADEGA CZAR – FORTUNATO GARCIA<br />

Nichts ist vergleichbar mit den sehr raren Weinen<br />

der Adega Czar. Fortunato Garcia pflegt die Tradition<br />

der «Passado»-Weine, wie sie einst am Hofe der<br />

Zaren geschätzt wurden. Dafür werden die Trauben<br />

spät gelesen und der Wein bis zu neun Jahre in Fässern<br />

gereift. Fortunato Garcia ist hauptberuflich Lehrer,<br />

weshalb nicht immer jemand auf dem Weingut<br />

ist. Unbedingt einen Termin vereinbaren. Aufgrund<br />

des sehr raren Weins wird auch eine Verkostungsgebühr<br />

von mindestens 50 <strong>Schweiz</strong>er Franken fällig.<br />

Zona Industrial de s. Roque<br />

9940-210 São Roque do Pico<br />

T: +351 914 253646, czarwinery.com<br />

ADEGA DO VULCÃO<br />

Hinter diesem etwa 15 Jahren alten Projekt stehen<br />

Cinzia Caiazzo und Gianni Mancassola, ein weinbegeistertes<br />

Paar aus Florenz, das sich während<br />

eines Urlaubs in den Weinbau hier verliebte. Sie<br />

erkannten das Potenzial, investierten in eine<br />

moderne Kellerei und setzten konsequent auf<br />

naturnahe Weinbergsarbeit, lokale Traditionen und<br />

autochthone Rebsorten. Auf rund 14 Hektar entstehen<br />

heute authentische, moderne Weine der<br />

Spitzenklasse. Besucher können die Weine in dem<br />

Anwesen Solar Terra Brum verkosten, einer historischen<br />

Residenz im Herzen des UNESCO-Weltkulturerbes.<br />

Solar Terra Brum, Whytton da Terra n. 45<br />

9950-302 Madalena do Pico<br />

T: +351 913 009748, adegadovulcao.com<br />

ADEGA LUCAS AMARAL<br />

Lucas Amaral ist einer der jüngsten Winzer der<br />

Azoren und eines der vielversprechenden Talente.<br />

Mit grossem Enthusiasmus kümmert er sich um<br />

die alten Reben und pflegt die Lavasteinwände. Er<br />

will den puren und unverfälschten Geschmack der<br />

Weine hier einfangen. Sieben verschiedene Weine<br />

kann man bei ihm verkosten. Die Weine werden<br />

naturnah und mit grosser Präzision ausgebaut.<br />

Rund 20.000 Flaschen erzeugt er jedes Jahr, die<br />

schnell vergriffen sind. Wer das Weingut besuchen<br />

möchte, sollte einen Termin vereinbaren.<br />

Canada das Adegas 11 – Campo Raso<br />

9950-105 Candelária<br />

T: +351 961 664837, keine Website<br />

AZORES WINE COMPANY MIT<br />

BOUTIQUE-HOTEL UND RESTAURANT<br />

Die jüngste Erfolgsgeschichte der Azoren wäre ohne<br />

António Maçanita nicht denkbar. Er ist einer der<br />

renommiertesten portugiesischen Winzer und<br />

betreibt Weingüter in unterschiedlichen Regionen.<br />

Maçanita ist einer der Initiatoren der Azores Wine<br />

Company, die 2014 gegründet wurde, um die<br />

Weinbau tradition der Region zu bewahren. Weine,<br />

Boutiquehotel und Restaurant verbinden das Terroir<br />

der Azoren mit weltläufigem Glanz. Wenn man nur<br />

ein Weingut besuchen kann, sollte es dieses sein.<br />

Rua do Poco Velho, Cais do Mourato, 9950-054<br />

Bandeiras, Madalena<br />

T: +351 292 241840, antoniomacanita.com<br />

COOPERATIVA VITIVINÍCOLA ILHA DO PICO<br />

Kleinteiliger Besitz gehört ebenso zur DNA des Azorenweinbaus,<br />

wie Vulkanböden und Meeresgischt.<br />

Madalenas Weinmuseum ist in der einstigen Sommerresidenz<br />

von Karmelitermönchen untergebracht.<br />

Deshalb spielt die Genossenschaft eine wichtige<br />

Rolle, auch um die einzigartige, aber arbeitsintensive<br />

Kulturlandschaft zu erhalten. In der Vinothek kann<br />

eine breite Palette solider Weine zu einem guten<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis verkostet werden.<br />

Av. Padre Nunes da Rosa 29, Areia Larga<br />

9950-302 Madalena<br />

T: +351 912 533243, picowines.com<br />

INSULA ATLANTIS – WEINE UND HOTEL<br />

Dahinter verbirgt sich ein kleines Weingut mit gut<br />

drei Hektar Rebfläche sowie ein Boutique-Hotel<br />

inmitten der Rebgärten. Der Mastermind dahinter<br />

ist Paulo Machado. Auf Pico geboren studierte er in<br />

Porto Weinbau und baute die Azores Wine Company<br />

mit auf. Mit diesem Projekt hat er seinen eigenen<br />

Traum verwirklicht.<br />

Rua do Farol, 9950-542 São Mateus Madalena<br />

T: +351 918 836593, insulaatlantis.com<br />

WOHNEN UND ESSEN<br />

HOTEL ALDEIA DA FONTE<br />

Das nachhaltige Resort liegt zwischen dem Berg<br />

Pico und dem Atlantik. Es erinnert mit seinen<br />

beschaulichen Steinhäusern, umrahmt von üppigen<br />

Gärten, an ein kleines Dorf. Ein Turm ermöglicht die<br />

Beobachtung von Walen, während ein Tai-Chi-Garten,<br />

Yogaklassen und ein Atlantikpool für Erholung<br />

sorgen. Das Restaurant «Fonte Cuisine» serviert<br />

vegetarische und regionale Gerichte.<br />

Aldeia da Fonte, Caminho de Baixo<br />

9930-177 Lages do Pico<br />

T: +351 292 679500, aldeiadafonte.com<br />

HOTEL PICO TERRAMAR & SPA<br />

Das im Sommer 2024 eröffnete Hotel liegt im<br />

Ortsteil Areia Larga in Madalena. Direkt vor der Tür<br />

beginnt der Weinwanderweg «Vinhas da Criação<br />

Velha», der durch das Weinbaugebiet führt und<br />

spektakuläre Aussichten auf das Meer und die<br />

Landschaft bietet. Nur etwa 15 Gehminuten vom<br />

Zentrum und dem Fährhafen entfernt bietet das<br />

Hotel eine ideale Kombination aus Ruhe und<br />

<<br />

Fotos: Adega Czar / Pedro Silva, Carlos Duarte / Turismo Azores<br />

122 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Lernen Sie<br />

die Weinwelt<br />

neu kennen<br />

MÖVENPICK WEINABO<br />

Das Mövenpick Weinabo ist ein beliebtes Geschenk. Sie wählen<br />

zwischen drei exklusiven Abos und die Beschenkten erhalten<br />

ein Jahr lang alle drei Monate ein Überraschungspaket in Ihrem<br />

Namen nach Hause geliefert.<br />

Wählen Sie Ihr Wunschabo: Rotwein Premium, Rotwein Selection oder Weisswein. Weitere<br />

Informationen und direkte Bestellung unter moevenpick-wein.ch/weinabo


inselträume / WEINREISE AZOREN<br />

Die kleine Ferienhausanlage<br />

«Lava Homes» besticht auch mit<br />

ihrem Restaurant «Magma»,<br />

das der authentischen<br />

Inselküche huldigt.<br />

<<br />

guter Erreichbarkeit. Geboten wird auch ein<br />

Restaurant mit gehobener Regionalküche, Swimmingpool<br />

und ein moderner Wellnessbereich.<br />

Rua Dr. Manuel de Arriaga, Areia Larga<br />

9950-302 Madalena<br />

T: +351 965 563874, picoterramar.com<br />

APARTMENTS LAVA HOMES MIT<br />

RESTAURANT MAGMA<br />

Unweit der Gemeinde Santo Amaro gelegen bietet<br />

diese kleine Ferienhausanlage einen tollen Blick<br />

auf das Meer und die Nachbarinsel São Jorge. Die<br />

Ferienwohnungen, überwiegend als separate Häuser<br />

gestaltet, wurden aus Lavastein erbaut und<br />

geschmackvoll eingerichtet. Highlight ist der<br />

beheizte Infinitypool mit Panoramasonnenterrasse.<br />

Das dazugehörige Restaurant «Magma» rundet<br />

das Erlebnis ab. Hier erwartet die Gäste eine<br />

abwechslungsreiche Speisekarte mit täglich wechselnden<br />

regionalen Gerichten, die die kulinarische<br />

Identität der Insel Pico widerspiegeln.<br />

Travessa do Outeiro das Eiras 2A<br />

9940-185 Terra Alta<br />

T: +351 292 241200, lavahomes.com<br />

APARTMENTS AZORES WINE COMPANY<br />

MIT RESTAURANT<br />

Klein, aber besonders fein sind auch die Zimmer,<br />

die das Weingut Azores Wine Company bietet.<br />

Gerade einmal fünf Zimmer und ein Apartment<br />

kann man hier inmitten der Weinberge und mit<br />

Blick auf den Atlantik buchen. Die Zimmer sind<br />

sehr geschmackvoll und komfortabel eingerichtet.<br />

Dazu gehört auch ein kleines Restaurant mit saisonalen<br />

Spezialitäten, wo man auch die fantastischen<br />

Weine in ihrer grossen Bandbreite verkosten kann.<br />

Rua do Poço Velho 34, 9950-054 Cais do Mourato<br />

T: +351 918 266989, antoniomacanita.com<br />

Der studierte Önologe<br />

Fábio Rocha führt<br />

Weinliebhaber durch<br />

die Weinwelt der Insel –<br />

Tastings inklusive.<br />

CELLA BAR<br />

Ein bisschen wandern und dann einen Sundowner<br />

mit Blick auf den Atlantik geniessen? Dazu lädt die<br />

berühmte «Cella Bar» in der Nähe der Hafenstadt<br />

Madalena ein. Das Gebäude, das aussieht, als würde<br />

sich ein Walfisch in einem Weinfass verkriechen, hat<br />

einen Architekturpreis gewonnen. Das Interieur ist<br />

gemütlich und die Aussicht fantastisch. Hier kann<br />

man einfach nur einen Cappuccino trinken oder portugiesische<br />

Tapas mit dem passenden Wein dazu<br />

geniessen. Man sollte unbedingt mal hingehen.<br />

Lugar de Barca, 9950-327 Madalena<br />

T: +351 292 623654, cellabar.com<br />

RESTAURANT BIOMA<br />

Eines der feinsten Restaurants auf den Azoren ist<br />

das «Bioma» in Lajes do Pico. Die beiden Spitzenköche<br />

Rafael Ávila Melo und Franco Pinilla nutzen<br />

ihr Know-how und ihre Erfahrung, um die besonderen<br />

Produkte der Azoren in Szene zu setzen. Gäste<br />

können ein Fünf-Gänge-Menu geniessen, um einen<br />

ersten Eindruck der heimischen Küche zu erhalten,<br />

oder sich gleich für den exklusiven Chef’s Table<br />

entscheiden. Dort erwartet sie ein Zwölf-Gänge-<br />

Menu. Dazu gibt es eine grosse Weinkarte mit<br />

heimischen Gewächsen.<br />

Foros, ER1, 9930-055 Lajes do Pico<br />

T: +351 910 723700, biomarestaurant.com<br />

RESTAURANT ANCORADOURO<br />

Das Restaurant befindet sich in der Nähe des Hafens<br />

von Porto Areia Larga in Madalena. Von der Terrasse<br />

aus hat man einen tollen Blick auf das Meer und hinüber<br />

auf die Nachbarinsel Faial. Das Restaurant bietet<br />

gehobene, frische und traditionelle Azorenküche.<br />

Im Mittelpunkt stehen Fisch und Meeresfrüchte,<br />

aber auch lokale Käse und Fleischgerichte.<br />

Rua Rodrigo Guerra 7, 9950-322 Madalena<br />

T: +351 292 623490<br />

TIPPS FÜR<br />

EXKURSIONEN<br />

BOOTSTOUR, UM WALE, DELFINE UND<br />

HAIE ZU BEOBACHTEN<br />

Es liegt an besonderen Meeresströmungen, dass<br />

die Azoren ein Treffpunkt für zig Walfischarten,<br />

Delfine, Haie und Schildkröten sind. Somit ist Pico<br />

auch ein idealer Ausgangspunkt für eine Walbeobachtungstour.<br />

Einer, der sich auf respektvolle<br />

Naturbeobachtung spezialisiert und über 30 Jahre<br />

Erfahrung hat, ist Frank Wirth, der Chef von Pico<br />

Sports. Dort kann man individuelle Bootstouren<br />

oder gar Tauchgänge buchen.<br />

Pico Sport, Hafen Velho 33, 9950 3350 Madeleine<br />

T: +351 292 622980, pico-sport.com<br />

GEFÜHRTE WEINTOUREN<br />

Wer die Weinwelt der Insel Pico nicht auf eigene<br />

Faust erkunden möchte, kann sich an Fábio Rocha<br />

wenden. Der studierte Önologe lebt und produziert<br />

Wein auf der Insel und hat sich auf die Führung von<br />

Touristen spezialisiert. Von ihm kann man sich<br />

durch die berühmten Weinberge führen lassen und<br />

verschiedene Tastings buchen.<br />

Art of Wine – Fábio Rocha, Largo Manuel Forjaz, 1<br />

9950-451 Madalena do Pico<br />

Telefon: +351 912 059980, artofwine.pt<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

124 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NEUCHÂTEL<br />

Der<br />

Ein halbes Jahrhundert Geschichte und Winzerkunst<br />

Der Non Filtré, der ikonische Wein des Kantons<br />

Neuenburg, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges<br />

Bestehen. Ein halbes Jahrhundert voller Tradition<br />

und Winzerhandwerk, das sowohl Weinliebhaber<br />

als auch Experten begeistert. Dieser einzigartige<br />

Weisswein, geschätzt für seine Frische und seinen<br />

authentischen Charakter, verkörpert die Vielfalt<br />

des Neuenburger Terroirs und spiegelt zugleich<br />

die Expertise der lokalen Winzerinnen und Winzer<br />

sowie die Eleganz der <strong>Schweiz</strong>er Rebsorten wider.<br />

Was für ein Wein verbirgt sich hinter<br />

der Bezeichnung Non Filtré ?<br />

Dieser typische Neuenburger Wein wird seit<br />

1975 aus der Rebsorte Chasselas gekeltert.<br />

Wenn er Anfang Januar ohne Filtrierung in<br />

Flaschen abgefüllt wird, ist seine Gärung bereits<br />

vollständig abgeschlossen.<br />

Als « erster <strong>Schweiz</strong>er Wein des Jahres » ist der<br />

Non Filtré eine perfekte Gelegenheit für Weinliebhaberinnen<br />

und -liebhaber, den Jahresbeginn<br />

mit einem einzigartigen Produkt zu feiern<br />

und gleichzeitig die faszinierende Welt der<br />

<strong>Schweiz</strong>er Weine zu entdecken, die sich durch<br />

eine beeindruckende Vielfalt an Geschmäckern,<br />

Texturen und Aromen auszeichnet.<br />

Der Wein lädt dazu ein, die <strong>Schweiz</strong>er Terroirs<br />

zu entdecken, insbesondere das Terroir von<br />

Neuenburg. Die Winzerinnen und Winzer, die mit<br />

Leidenschaft und Hingabe arbeiten, haben es<br />

geschafft, innovative Techniken zu entwickeln,<br />

ohne dabei die Geschichte und die lokale Vielfalt<br />

aus den Augen zu verlieren. Der Non Filtré spiegelt<br />

die Identität der Region wider und zeigt die<br />

Leidenschaft der Neuenburger Winzerinnen und<br />

Winzer, die diese wertvolle Tradition mit Herzblut<br />

lebendig halten und weitertragen.<br />

Ein exklusives Angebot,<br />

um die Neuenburger Terroirs zu erkunden<br />

Für alle, die die Vielfalt der Neuenburger Weine<br />

erleben möchten, gibt es ein exklusives Angebot :<br />

einen gemischten Karton des Non Filtré mit<br />

einer Auswahl von 26 teilnehmenden Winzerinnen<br />

und Winzern. Dieses Angebot bietet die<br />

Möglichkeit, die verschiedenen Terroirs und<br />

Aromen der Neuenburger Spezialität zu entdecken<br />

– bequem per Lieferung nach Hause.<br />

Der Non Filtré passt perfekt zu vielen Gerichten,<br />

von Fondue über Fischspezialitäten aus dem See<br />

bis hin zu raffinierten Speisen. Dieser Wein ist<br />

weit mehr als nur ein Getränk : Er ist ein wahrer<br />

Botschafter für die Vielfalt der <strong>Schweiz</strong>er Weine,<br />

geprägt von Tradition, Innovation und aussergewöhnlichem<br />

Handwerk.<br />

Bestellen Sie Ihren gemischten Karton Non Filtré<br />

und entdecken Sie den einzigartigen Charakter<br />

der Neuenburger Weine !<br />

WWW.NEUENBURGERNONFILTRE.CH


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Noch nie gab es so hohe Verkaufspreise für Ihre Weine! Reichen Sie jetzt ein<br />

– es ist super einfach: go.falstaff.com/fruehjahr-weinauktion-25<br />

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an weinauktion@falstaff.com<br />

Bitte reichen Sie Ihre Weine bis spätestens 21. Februar <strong>2025</strong> ein!


Chefredakteur<br />

Spirits<br />

ALEXANDER<br />

THÜRER<br />

SPIRITS<br />

AMERICAN SINGLE MALT<br />

NEUER PLAYER<br />

Seit 2022 setzten sich Produzenten von amerikanischem Single<br />

Malt dafür ein, ihn als eigenständige Kategorie offiziell<br />

eintragen zu lassen. Mit Erfolg, denn Ende 2024 hat das<br />

«Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau» American Single Malt<br />

nun als staatlich anerkannte und geschützte Sorte mit eigenen Richtlinien<br />

anerkannt. American Single Malt muss nun u. a. vollständig<br />

aus fermentierter, amerikanischer Gerste hergestellt, auf maximal<br />

80 Vol.-% destilliert und ausschliesslich in den USA gereift werden.<br />

americansinglemaltwhiskey.org<br />

GANZ EASY ZUM<br />

HOME-MADE MOCKTAIL<br />

Genuss ohne Alkohol ist der Trend der Stunde und<br />

längst kein reines Dry-January-Thema mehr. Feinkosthändler<br />

vomFASS bietet daher nun ein neues<br />

Sortiment an Essenzen, mit denen sich unter anderem<br />

spannende Mocktails mixen lassen. Hierzu<br />

zählt unter anderem der «Basil Smash Zero»-<br />

Sirup, der einerseits mit Soda aufgegossen und auf<br />

Eis serviert einen erfrischenden Drink ergibt, sich<br />

aber auch mit Gin mixen lässt. Zudem gibt es die<br />

Sorten «Hugo Zero» und «Spritz Zero», die bestens<br />

zu alkoholfreiem Schaumwein passen. Neu ist auch<br />

die erfrischende Tee-Infusion «InfiniTEA» aus dem<br />

rheinhessischen Weingut St. Antony. Schonend<br />

entalkoholisierter Chardonnay und das natürliche<br />

Aroma von Rooibos-Tee ergeben einen besonderen<br />

Trinkgenuss. vomfass.ch<br />

LITERARISCHE<br />

GENÜSSE<br />

Mit einem Vodka Martini<br />

über Sylvia Plaths Dichtung<br />

philosophieren oder<br />

mit einem karibischen<br />

Cocktail nach Hemingway-Art<br />

am Strand liegen?<br />

Kein Problen, denn<br />

dieses Buch ist der perfekte<br />

Leitfaden, um<br />

sich in die richtige »literarische«<br />

Stimmung zu<br />

versetzen. 99 einfache<br />

Rezepte stellen die ikonischen Drinks berühmter<br />

Schriftsteller vor und erläutern kurzweilig<br />

die Geschichte hinter den Getränken.<br />

klett-cotta.de<br />

128 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NOTIZEN<br />

GOODBYE, RUSSIA: NEUSTART MIT TRADITION<br />

Früher bekannt unter<br />

dem Namen «Russian<br />

Standard», war die Marke<br />

bereits ein Favorit vieler<br />

Wodka-Liebhaber. Doch<br />

aufgrund der aktuellen<br />

geopolitischen Entwicklungen<br />

entschied man<br />

sich nun, die Marke neu<br />

aufzustellen. Die Destillerie<br />

wurde nach Canelli<br />

in Norditalien verlegt und<br />

der Name in «The Standard<br />

1894» geändert.<br />

spiritlovers.at<br />

DALMORE TRIFFT GRAHAM’S PORT<br />

Die Dalmore Cask Curations Series<br />

geht in die zweite Runde. Für «The Port<br />

Edition» bekam Dalmore exklusiven<br />

Zugang zu den seltensten Graham’s-Portweinfässern.<br />

Jedes Set der Kollektion<br />

besteht aus drei Whiskys, die jeweils 27,<br />

30 und 43 Jahre alt sind.<br />

thedalmore.com<br />

ZUM RELAUNCH<br />

GIBT ES SHERRY<br />

Fotos: Gregory Culbengan, beigestellt, Whyte & Mackay Ltd.<br />

STARKOCH LIEBT MEZCAL<br />

Spannende News für Fans von Starkoch Massimo<br />

Bottura und der urigen Agavenspirituose Mezcal.<br />

Der weltweit respektierte Chefkoch und seine<br />

Non-Profit-Organisation Food for Soul koope rieren<br />

zukünftig mit Santo de Piedra, einem Mezcal-Atelier,<br />

das das High-End-Segment der Kategorie<br />

revolutionieren möchte. Ergebnis der Kooperation<br />

ist die «Santo de Piedra Pastorale Series», für<br />

die eine Mischung seltener Agaven mit einem<br />

besonderen Ansatz zur Verwendung von Holz in<br />

verschiedenen Abschnitten des Herstellungsprozesses<br />

kombiniert wird. Die auf 500 Flaschen limitierte<br />

Abfüllung kann online vorbestellt werden<br />

unter santodepiedra.com.<br />

Die Islay-Destillerie Bowmore erfindet<br />

sich neu und stellt nicht nur mit<br />

der «Sherry Oak Cask Kollektion»<br />

in den Alterstufen 12, 15, 18 und<br />

21 Jahre eine neue Whisky-Serie vor,<br />

sondern verpasst ihren Qualitäten<br />

auch ein neues, optisch reduziertes,<br />

aufgeräumtes Flaschendesign.<br />

bowmore.com<br />

GENUSS FÜR DIE HAUT<br />

Rum macht sich nicht nur im Glas gut,<br />

auch auf der Haut hat er seine Vorzüge.<br />

Die renommierte Seifenmanufaktur<br />

«Klar» präsentiert nun eine Hand- und<br />

Körperseife mit Rumduft. Hierfür kooperierte<br />

man mit den Heimat Distillers,<br />

deren Ramero-Rum als Essenz zum Einsatz<br />

kommt. Alternativ gibt es auch eine<br />

Gin-Seife. klarseifen.de<br />

KEINE NEWS MEHR<br />

VERPASSEN<br />

Lust auf einen Deep Dive in den Ozean<br />

der destillierten Glückseligkeit? Der<br />

<strong>Falstaff</strong> «Spirits Newsletter» nimmt<br />

Sie mit an die besten Tresen der Welt,<br />

enthüllt grossartige Spirits und trifft<br />

die Macher hinter dem Liquid. Also<br />

gleich anmelden auf<br />

go.falstaff.com/newsletter<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

129


spirits / NON-ALCOHOLIC DRINKS<br />

Auf Alkohol zu verzichten,<br />

bedeutet nicht, auch<br />

Abstriche beim Genuss<br />

machen zu müssen. Dem<br />

war nicht immer so.<br />

Erst dank der Kreativität<br />

zahlreicher Mixologen hat<br />

sich in der Welt der Cocktails<br />

ein neues Verständnis<br />

durchgesetzt. Das Motto:<br />

«Equal Drinking».<br />

TEXT ALEXANDER THÜRER<br />

AROMA<br />

STATT<br />

UMDREHUNG<br />

Die grösste Herausforderung beim<br />

Kreieren alkoholfreier Cocktails ist<br />

das Mundgefühl, da die Spirituose als<br />

kraftvoller Aromaträger fehlt. Dennoch<br />

bieten diese Drinks eine völlig neue<br />

Spielwiese.<br />

Fotos: beigestellt, hotel-alpenstern<br />

130 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


DRY GARIBALDI<br />

BRUT<br />

Oliver Polster, «Bar Novum», Damüls<br />

ZUTATEN<br />

Pre-Batch für ca. 1 Liter:<br />

300 ml Crodino Rot<br />

300 ml Orangensaft<br />

100 ml Grapefruitsaft<br />

100 ml Darjeeling Tee-Essenz<br />

100 ml Verjus<br />

10 ml Saline Solution<br />

ZUBEREITUNG<br />

Alle Zutaten mixen und mit Milch klären.<br />

Hierfür den Cocktail in 200 ml heisse Milch<br />

geben und etwas Apfelsäure in Wasser<br />

aufgelöst hinzugeben. 10 Minuten warten<br />

und alles durch einen Kaffeefilter filtern.<br />

Die gefilterte Mixtur mit getrockneten<br />

Hibiskusblüten einlegen. Der Cocktail wird<br />

vor dem Servieren karbonisiert (iSi-Siphon)<br />

und mit einer Orangen- oder Grapefruitzeste<br />

garniert.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

131


spirits / NON-ALCOHOLIC DRINKS<br />

DER AUFWAND FÜR<br />

ALKOHOLFREIE<br />

DRINKS KANN IM<br />

VERGLEICH RECHT<br />

HOCH SEIN, VOR ALLEM<br />

DA VIELE ZUTATEN<br />

SCHNELL VERDERBEN.<br />

VERVEINE<br />

von Marcus Volsa, «Belétage»,<br />

Traunkirchen (Neueröffnung des Jahres)<br />

ZUTATEN<br />

15 cl Verbenentee<br />

2,5 cl Salbeisirup<br />

3 cl Grapefruitsaft<br />

1,5 cl Verjus<br />

Grapefruit-Genmaicha-Espuma on top<br />

ZUBEREITUNG<br />

Alle Zutaten auf Eis in einem<br />

Longdrinkglas kaltrühren. Mit Grapefruit-<br />

Espuma und einer karamellisierten<br />

Grapefruit garnieren.<br />

Für den Salbeisirup: 200 g Zucker mit<br />

200 ml Wasser und 50 g grob gehacktem<br />

Salbei in einem Topf kurz köcheln lassen.<br />

Über Nacht abkühlen und ziehen lassen,<br />

dann abfüllen, beschriften und kühl<br />

lagern.<br />

Verbenentee und Verjus<br />

sind die beiden Säulen, die<br />

dem «Verveine» seinen<br />

besonderen Kick verleihen.<br />

Für den Espuma: 200 ml Grapefruitsaft,<br />

150 ml Genmaicha-Tee (alternativ<br />

Sencha), 3 cl Salbeisirup, 4 cl<br />

Zitronensaft und ein Eiklar in eine ISI-<br />

Flasche geben, schütteln und mit einer<br />

N2O Kapsel laden, gut schütteln und<br />

kühl aufbewahren.<br />

Jahrzehntelang war es die wohl<br />

unbeliebteste Rolle, die man an<br />

einem Bar-Abend einnehmen<br />

konnte: die des Fahrers oder des<br />

bewusst oder erzwungenermassen<br />

nüchtern Bleibenden – und damit auch<br />

immer ein wenig die der gefühlten Spassbremse.<br />

Auch wenn am Ende alle froh<br />

waren, dass sie von ebenjener nach Hause<br />

kutschiert wurden.<br />

Was das Ganze vor allen Dingen so<br />

unattraktiv machte, waren die uninspirierten,<br />

saftartigen Drinks, die als «Mocktails»<br />

auf den hinteren Seiten der Barkarte ein<br />

stiefmütterliches Dasein fristeten und keine<br />

wirkliche Freude aufkommen<br />

liessen. Zumal sie nicht selten<br />

auch mit abfälligen Blicken serviert<br />

wurden. Ein solch unerfreuliches Erlebnis<br />

war es auch, das in Chloé Merz, Inhaberin<br />

der Hamburger «Collab Bar», deren<br />

Crew von <strong>Falstaff</strong> Deutschland gerade als<br />

«Barteam des Jahres» ausgezeichnet wurde,<br />

den Wunsch reifen liess, etwas zu ändern.<br />

«Ich sagte mir: Wenn ich jemals eine Bar<br />

aufmache, möchte ich nicht, dass sich Gäste,<br />

die einen alkoholfreien Drink bestellen,<br />

als Gäste zweiter Klasse fühlen. Es gibt so<br />

viele Menschen, die aus verschiedensten<br />

Gründen keinen Alkohol trinken. Wo gehen<br />

die abends hin,<br />

vor allem, wenn<br />

deren Freunde ›normal‹<br />

trinken wollen?»<br />

In ihrer «Collab Bar»<br />

werden alkoholfreie Drinks daher gleichberechtigt<br />

zu alkoholischen präsentiert<br />

und ebenso aufwendig entwickelt. «Equal<br />

Drinking» nennt sie diesen Ansatz. Rund<br />

40 Prozent ihrer Cocktails kommen mittlerweile<br />

ohne Alkohol aus. «Tatsächlich<br />

hatte ich schon Gäste, die aus Versehen<br />

mehrfach alkoholfrei bestellt haben, weil<br />

die Drinks so lecker waren, und erst nach<br />

dem dritten haben sie gemerkt, dass kein<br />

Fotos: Marcus Volsa, Christof Wagner, beigestellt<br />

132 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


QUIT(TE) ME<br />

BABY…<br />

Von Chloé Merz, «Collab Bar», Hamburg<br />

ZUTATEN<br />

30 ml Quitten-Kardamom-Cordial<br />

20 ml Martini Floreale<br />

5 ml Zitronensaft<br />

Alkoholfreier Sekt on top<br />

Cordials bieten die Möglichkeit,<br />

unterschiedlichste Aromen<br />

einzufangen und in einen Drink<br />

zu transportieren. Im «Quit(te)<br />

me Baby» sorgt zudem<br />

alkoholfreier Sekt<br />

für die Textur.<br />

ZUBEREITUNG<br />

Alle Zutaten bis auf den Sekt im Rührglas<br />

kaltrühren und in eine Coupette abseihen.<br />

Mit alkoholfreiem Sekt toppen und mit<br />

Zitronenzeste garnieren.<br />

Für den Quitten-Kardamom-Cordial:<br />

500 ml Quittensaft<br />

215 g Zucker<br />

1 g Apfelsäure (Malic Acid)<br />

1 g Zitronensure<br />

1 g Weinsäure<br />

3 Kardamomkapseln<br />

Kardamom zerstossen und anrösten, Quittensaft<br />

erhitzen. Alle Zutaten hinzufügen und<br />

rühren, bis sich alles aufgelöst hat. Abkühlen<br />

lassen und abfüllen.<br />

Alkohol drin war. Ihnen hat offensichtlich<br />

nichts gefehlt», freut<br />

sich Chloé Merz.<br />

DIE ZUKUNFT?<br />

EHER NÜCHTERN!<br />

Nun hat die «Collab Bar» natürlich einen<br />

Standortvorteil, das weiss Chloé Merz. Vor<br />

allem in urbanen Regionen und Grossstädten<br />

verfängt bisher die Idee des bewussten<br />

Genusses bei ausreichend vielen Menschen,<br />

um einen spürbaren «Need» zu erzeugen.<br />

Global gesehen nimmt das Thema der<br />

alkoholfreien Spirituosen und der damit<br />

verbundenen neuen Cocktail- und Genusskultur<br />

seit Jahren an Fahrt auf. Hauptsächlich<br />

getragen von Millennials und der GenZ<br />

verzeichnet die Kategorie teils zweistellige<br />

Zuwächse. Besonders die USA sind hier mit<br />

29 Prozent ganz vorn dabei. Auch die Prognosen<br />

der «IWSR Drinks Market Analysis»<br />

sprechen für sich: bis 2027 soll die Kategorie<br />

der alkoholfreien Alternativen jährlich<br />

im<br />

Schnitt<br />

um sechs<br />

Prozent<br />

zulegen.<br />

Doch ohne<br />

die Innovationskraft<br />

der Bartender<br />

wird es nicht gehen, denn diese ist gefragt,<br />

wenn sich diese neue Aromenwelt auch bei<br />

klassischen Spirituosentrinkern etablieren<br />

soll. Und wie gehen Bartender die Sache<br />

an, die nicht in grossen Metropolen sitzen,<br />

aber dennoch Bars auf höchstem Niveau<br />

betreiben? Marcus Volsa ist der Kopf hinter<br />

der <strong>Falstaff</strong>-«Neueröffnung des Jahres»,<br />

der «Bar Belétage» im Hotel «Post am See»<br />

in Traunkirchen. Und er spürt trotz der<br />

beschaulichen Lage seiner Bar am Traunsee<br />

ein gestiegenes Interesse seiner Gäste an<br />

alkoholfreien Drinks, wenngleich auf einem<br />

recht moderaten Niveau. Die klassischen<br />

Nichttrinker seien noch immer vor allem<br />

die Autofahrer. «Dennoch haben wir vor<br />

allem im Sommer versucht, einige unserer<br />

regulären Cocktails auch in einer alkoholfreien<br />

Variante anzubieten. Das hat sich<br />

bei Rezepturen, in denen wir ohnehin mit<br />

Shrubs oder Cordials arbeiten, einfach<br />

BEI NORMALEN<br />

DRINKS BAUEN DIE<br />

BARKEEPER DAS<br />

REZEPT RUND UM EINE<br />

SPIRITUOSE. BEI<br />

ALKOHOLFREIEN GEHT<br />

ES STÄRKER UM DIE<br />

KOMBINATION ALLER<br />

ZUTATEN.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

133


spirits / NON-ALCOHOLIC DRINKS<br />

VANILLA SKY<br />

Jürgen Wörner, Europa-Park Rust<br />

ZUTATEN<br />

4 cl Vanilla-Sky-Sirup<br />

2 cl Zitronensaft<br />

Soda on top<br />

Für den Vanilla-Sky-Sirup:<br />

700 ml Vanillesirup<br />

1 Bund Basilikum<br />

25 g rosa Pfeffer<br />

ZUBEREITUNG<br />

Rosa Pfeffer im Topf muddeln, Vanillesirup<br />

und Basilikum hinzugeben, alles für ca.<br />

10 Minuten bei 60 Grad ziehen lassen.<br />

Danach abseihen.<br />

Deko: Basilikumblatt, rosa Pfeffer<br />

Glas: Champagnerglas<br />

<<br />

angeboten. Aber nicht jeder alkoholfreie<br />

Drink muss bei uns so aufwendig sein. Ein<br />

›Sanbitter Orange‹ mit Sanbitter, Soda und<br />

frisch gepresstem Orangensaft beispielsweise<br />

ist ein einfacher, aber erfrischender<br />

Aperitif», sagt Volsa.<br />

Er hat dabei auch den besonderen Arbeitsaufwand<br />

für alkoholfreie Kreationen<br />

im Blick. «Bei vielen selbst gemachten Zutaten<br />

hat man ein Problem mit der Haltbarkeit<br />

und muss oft nachproduzieren.» Auch<br />

funktioniere nicht alles auch sofort beim<br />

Gast. Fermentiertes wie Kombucha etwa<br />

sei anfangs nur wenig bestellt worden. Die<br />

Lösung für Volsa waren Pre-Batched-Cocktails<br />

wie der «Verveine», die sich bestens<br />

vorbereiten lassen.<br />

Auch bei Oliver Polster, Barchef aus der<br />

«Bar Novum» in Damüls, die gerade zum<br />

<strong>Falstaff</strong>-«Barjuwel des Jahres» gekürt wurde,<br />

steigt die Nachfrage nach alkoholfreien<br />

Drinks seit zwei Jahren merklich an, wenngleich<br />

sich über die Sommermonate ein<br />

kleines Loch bemerkbar mache. «Da sind<br />

leichte Aperitivos wesentlich populärer»,<br />

erzählt Polster.<br />

ALKOHOLFREI? GERNE<br />

FRUCHTIG UND FIZZY!<br />

Bleibt die Frage, über welche Cocktailfamilie<br />

der Einstieg in die kreative Welt der<br />

alkoholfreien Drinks am besten gelingt.<br />

Marcus Volsa hat sich hier neben Savoury-<br />

Vanille, Zitronensaft, leichte<br />

Pfefferschärfe, ein Hauch<br />

Basilikum und prickelndes Soda<br />

ergeben einen schnell servierten,<br />

erfrischenden Aperitif.<br />

TEES, SHRUBS,<br />

SUDE UND<br />

CORDIALS GEBEN<br />

ALKOHOLFREIEN<br />

COCKTAILS IHRE<br />

AROMATISCHE TIEFE,<br />

BUBBLES SORGEN FÜR<br />

TEXTUR.<br />

und Umami-Drinks vor allem den Sours<br />

und Fizzes verschrieben und arbeitet viel mit<br />

Tees, Suden (z. B. Pilze) und Shrubs. Einer<br />

der beliebtesten Drinks bei Oliver Polster<br />

geht hingegen in die fruchtige Richtung.<br />

«Ein Renner ist der ‹Blueberry Mule› mit<br />

Blaubeer- und Limettensaft, Ginger Beer<br />

und gefrosteter Gurke, die wir über den<br />

Drink reiben. Das ergibt fast so etwas wie<br />

eine Granita.<br />

Sehr gut gehen<br />

aber auch<br />

alkoholfreie Gin<br />

Fizzes, denen man<br />

mit Cocktail Bitters<br />

nochmal eine gewisse Tiefe<br />

verleihen kann. Und ein ‹Nogroni›<br />

mit Undone ist auch eine feine Sache.»<br />

Einen Tipp hat auch Chloé Merz parat.<br />

«Beim Kreieren eines alkoholfreien Drinks<br />

ist das Mundgefühl ein entscheidender<br />

Punkt. Viele Produkte auf dem Markt bringen<br />

ein wenig Chili oder Ingwer mit, um<br />

die Schärfe einer Spirituose nachzubilden,<br />

aber Alkohol als Geschmacksträger fällt<br />

eben weg. Das muss man kompensieren,<br />

etwa durch alternative Süsse- oder Säurequellen<br />

wie Verjus, Shrubs oder Sherbets.<br />

Als Geschmacks-Boost eignet sich auch<br />

Tee. Mit Soda, Tonic oder Ginger Ale erhält<br />

man eigentlich immer eine gute Textur, da<br />

sie das Pricklige mitbringen.»<br />

<<br />

Fotos: beigestellt, Dennis Dorwarth<br />

134 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


BEST OF<br />

ALKOHOLFREIE ALTERNATIVEN<br />

95<br />

93<br />

92<br />

2024 FINE SPRITZ «ORANGE<br />

APERITIVO» ALKOHOLFREI<br />

Schöne, herb-fruchtige Orangennoten<br />

in der erfreulich vitalen<br />

Nase. Am Gaumen fruchtig,<br />

leicht säuerlich, bitter-fruchtig<br />

und mit vollem Orangenaroma.<br />

In Kombination mit Tonic ein<br />

perfekter leichter Spritzer.<br />

wild-brennerei.de<br />

ca. CHF 13,99<br />

JÖRG GEIGER<br />

«AECHT KIMMEL»<br />

Sanfter Kümmel steigt aus<br />

dem Glas, dann folgen Dill und<br />

Gurke, gelbe Frucht und etwas<br />

krautiges Heu. Am Gaumen entfaltet<br />

sich der Kümmel feingliedrig<br />

und frisch, ergänzt von<br />

würzigem Honig, Kamille und<br />

dezenten Kräutern. Funktioniert<br />

super auf Eis.<br />

fineselect.ch<br />

CHF 11,50<br />

UNDONE «NO.2 LONDON DRY<br />

JUNIPER» ALKOHOLFREI<br />

Vielseitige Nase mit einem Hauch<br />

Wacholder, Zitronenmelisse, Gurke<br />

und frischem Ingwer. Am Gaumen<br />

schlank, die Zitrusnote bleibt<br />

der bestimmende Faktor. Funktioniert<br />

gut mit klassischem oder<br />

Zitrus-Tonic.<br />

shop.hoferwineandspirits.ch<br />

CHF 25,50<br />

95<br />

93<br />

92<br />

JÖRG GEIGER<br />

«DZIN BITTER»<br />

In der Nase zunächst leicht<br />

ätherischer Wacholder, dazu fein<br />

harzige und würzige Holznoten,<br />

florale Anklänge und gelbe<br />

Frucht. Am Gaumen prickelnd,<br />

frisch und leicht herbal. Noten<br />

von Bitterorange und Gurke<br />

kommen im Finish.<br />

thungourmet.ch<br />

CHF 16,92<br />

RAUREIF «VERJUS<br />

& VOGELBEERE»<br />

ERFRISCHUNGSGETRÄNK<br />

Der Duft erinnert ein wenig an<br />

Waldhonig, bringt dann aber eine<br />

fruchtige Säure mit. Im Mund<br />

dicht und säuerlich, feine rote<br />

Beerenfrucht, eine erdige Nuance<br />

spielt ebenso mit. Eine sanfte<br />

Perlage sorgt für ein frisches<br />

Mundgefühl. Feinherbes Finish.<br />

rau-reif.at, ca. CHF 15,–<br />

(6er-Karton)<br />

THE STIN SPICE<br />

NON ALCOHOLIC<br />

Komplexe Nase mit einer gehörigen<br />

Portion Wacholder, fruchtigem<br />

Kernobst, Blüten und<br />

Piment. Am Gaumen bleibt die<br />

Vielfalt erhalten, Frische<br />

bestimmt das Geschehen. Im Gin<br />

Tonic überzeugend, die Dosierung<br />

darf etwas höher sein!<br />

stin.at, ca. CHF 30,–<br />

95<br />

93<br />

90<br />

Fotos: beigestellt<br />

TANQUERAY<br />

«ALCOHOL FREE 0.0%»<br />

Erfrischend mit viel<br />

Zitrusaromatik, getrockneten<br />

Kräutern und harzigen Untertönen<br />

des Wacholders. Am Gaumen<br />

anhaltende Süsse, Zitronenmelisse<br />

schwingt mit. Am besten<br />

mit einem trockenen, klassischen<br />

Tonic mischen.<br />

ullrich.ch, CHF 24,90<br />

SAVEUR DRINKS WHITE TEA<br />

BERGAMOTTE<br />

Feinherbe Schwarzteenoten<br />

erinnern an Earl-Grey-Tee, dezent<br />

fruchtig-floral, dazu Nuancen von<br />

Waldhonig im Duft. Am Gaumen<br />

dominiert ebenfalls der<br />

Teecharakter, gute Perlage, leicht<br />

zitrische Säure und Süsse in<br />

guter Balance. Ansprechendes<br />

Finish.<br />

martel.ch, CHF 22,–<br />

MIONETTO APERITIVO<br />

ALKOHOLFREI<br />

Fleischige Orangen finden sich<br />

mit einiger Süsse gepaart im<br />

anregenden Duft. Am Gaumen<br />

sehr viel Süsse, der sonst typische<br />

Bitterstoff steht nicht im<br />

Fokus. Erst im Abgang trockenere<br />

Tendenzen. Braucht einen spritzigen<br />

Partner.<br />

cheers2you.ch<br />

CHF 10,30<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

135


Chefredaktion <strong>Schweiz</strong><br />

DOMINIK VOMBACH<br />

und BENJAMIN HERZOG<br />

GOURMET<br />

GUIDE MICHELIN<br />

STERNE FÜR<br />

ÖSTERREICH<br />

Im Januar ist der erste «Guide Michelin<br />

Österreich» seit 2009 erschienen. Bei<br />

seiner Präsentation im Salzburger<br />

« Hangar-7» trafen sich die besten Köche und<br />

Köchinnen des Landes. Das von <strong>Falstaff</strong> mit<br />

100 Punkten bewertete Wiener Restaurant<br />

«Amador» konnte seine bisherigen drei Sterne<br />

verteidigen. Zum ersten Mal muss es das<br />

Podest teilen, und zwar mit dem «Steirereck<br />

im Stadtpark» (ebenfalls 100 Punkte). Weitere<br />

18 Betriebe wurden mit zwei Sternen ausgezeichnet.<br />

Bei den Ein-Sterne-Restaurants gab<br />

es viele Neuzugänge, 82 Lokale sind es insgesamt.<br />

Mit dem grünen Stern werden seit 2020<br />

Betriebe geadelt, die besonders nachhaltig<br />

arbeiten. Auch davon gibt es in Österreich<br />

ganze 81. Es steht also gut um die Gastronomieszene<br />

unseres Nachbarlandes!<br />

guide.michelin.com<br />

LONDONER STERNEKOCH BESUCHT ST. MORITZ<br />

Santiago Lastra, Küchenchef des Londoner<br />

Ein-Stern-Restaurants «KOL», gastiert<br />

im Februar im legendären Luxushotel<br />

«Badrutt’s Palace» in St. Moritz. Zum<br />

ersten Mal präsentiert der Mexikaner seine<br />

gehobene Fusion-Küche in den Alpen. Das<br />

«KOL» hat es mit seinen zeitgenössischen<br />

mexikanischen Gerichten aus vornehmlich<br />

lokalen Zutaten auf Platz 17 der «World’s<br />

50 Best Restaurants» geschafft. Es ist das<br />

am besten bewertete Restaurant<br />

Grossbritanniens. Einige seiner Signature<br />

Dishes wird Lastra mit nach St. Moritz<br />

bringen. Man wird etwa seine Version von<br />

Nicotatole probieren können, eine Art Pudding<br />

aus Mais. Oder seinen Langoustine<br />

Taco, eine Sauerteig-Tortilla verfeinert mit<br />

Sanddorn, Chipotlecrème und Kaisergranat.<br />

Diese einmaligen Geschmackserlebnisse<br />

kann man in St. Moritz vom 12. bis 26. Februar<br />

geniessen. badruttspalace.com<br />

Santiago Lastra und sein Team aus London verwöhnen<br />

St. Moritz mit handverlesenen Spezialitäten.<br />

136 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NOTIZEN<br />

NEUE LEITUNG IM «SIX SENSES CRANS-MONTANA»<br />

Der bekannte Hotelier<br />

Jean-Yves Blatt übernimmt<br />

die Leitung des<br />

Luxushotels «Six Senses»<br />

in Crans-Montana. Er war<br />

zuvor im «The Chedi<br />

Andermatt» und seit<br />

2023 im «Villars Alpine<br />

Resort» in leitender Position.<br />

Das Fünf-Sterne-<br />

Superior-Haus wurde<br />

kürzlich fertiggestellt, es<br />

verfügt über 78 luxuriöse<br />

Zimmer.<br />

sixsenses.com<br />

EIN NEUES KULINARIK-EMOJI<br />

FÜR DAS SMARTPHONE<br />

Wer am Smartphone Messenger-Dienste<br />

nutzt, kann bald auf neue Emojis zurückgreifen<br />

– darunter ein kulinarisches: die<br />

Rande. Fans des pinken Gemüses müssen<br />

sich noch etwas gedulden. Es wird wohl<br />

ab dem kommenden Frühling abrufbar<br />

sein. Wofür man es dann verwenden<br />

kann, bleibt der Fantasie überlassen.<br />

«TRÜBLI» IN WINTER-<br />

THUR SCHLIESST<br />

Fotos: Maureen Evans, Great British Chefs, Olivia Pulver, Henrik Nielsen, beigestellt, Six Senses Hotels Resorts & Spas, Elena Heatherwick, atverlag<br />

OTTOLENGHI ERÖFFNET<br />

LOKAL IN GENF<br />

Am 30. Januar öffneten die Türen des Restaurants<br />

«Ottolenghi» im Hotel «Mandarin Oriental» in<br />

Genf. Hinter dem Lokal steht der Starkoch Yotam<br />

Ottolenghi aus London, der mit seiner frischen<br />

mediterranen Küche und mehreren Kochbüchern<br />

die Herzen von Gourmets aus aller Welt eroberte.<br />

Küchenchef wird Maxime Martin, der bereits seit<br />

sieben Jahren im Genfer Luxushotel arbeitet. Der<br />

Fokus des in Zusammenarbeit Ottolenghis Team<br />

erstellten Menüs liegt auf lokalem Gemüse.<br />

mandarinoriental.com<br />

Das Winterthurer Restaurant<br />

« Trübli» schliesst per März 2026. Das<br />

Traditionslokal wird von einem jungen<br />

Team bespielt, welches modern und<br />

kreativ kocht. Mit diesem Konzept<br />

wurde es zu einem der beliebtesten<br />

Lokale der Stadt. Trotzdem beschlossen<br />

Küchenchef Alexander Bindig und<br />

sein Team nun, das Lokal zu schliessen.<br />

Grund sind Unstimmigkeiten mit<br />

dem Hauseigentümer.<br />

restaurant-truebli.ch<br />

«NENAD AT HOME»<br />

Der <strong>Schweiz</strong>er Starkoch Nenad Mlinarevic<br />

hat sein erstes Kochbuch veröffentlicht. In<br />

«Nenad at home» zeigt er, wie er für sich<br />

und für seine Gäste kocht. Alle Rezepte<br />

sind in seiner Küche in Zürich entstanden.<br />

Vom Frühstück bis zum Znacht mit Freunden<br />

ist alles abgedeckt. Erschienen im<br />

AT Verlag, 216 Seiten, ca. CHF 49,–.<br />

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feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

137


gourmet / YOTAM OTTOLENGHI<br />

KÖNIG DER<br />

KOCHBÜCHER<br />

Yotam Ottolenghi ist der Guru kochbegeisterter Grossstädter.<br />

Seine Bücher sind mehr als blosse Rezeptsammlungen – als<br />

Insignien von Weltläufigkeit und Geschmackssicherheit gehören<br />

sie zum Standardinventar stilvoller Altbauwohnungen. Wie hat<br />

es der gebürtige Israeli geschafft, so erfolgreich zu werden?<br />

TEXT SEBASTIAN SPÄTH<br />

Die Nahostküche zählt<br />

seit einigen Jahren zu den<br />

populärsten der Welt – nicht<br />

zuletzt dank Ottolenghi.<br />

Foto: David Vintiner / Guardian / eyevine<br />

138 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


AVANTGARDE<br />

Der Kulinarik<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

139


gourmet / YOTAM OTTOLENGHI<br />

Yotam Ottolenghi,<br />

geboren 1968 in<br />

Jerusalem, ist Koch,<br />

Gastronom und<br />

Bestsellerautor.<br />

Heute lebt er mit<br />

seinem Mann und zwei<br />

Söhnen in London.<br />

IN YOTAM OTTOLENGHIS<br />

BÜCHERN UND AUF­<br />

TRITTEN DREHT SICH<br />

ALLES DARUM, WIE ESSEN<br />

GLÜCK LICH MACHT. GIBT<br />

ES EINE SCHÖNERE<br />

BOTSCHAFT IN DIESER<br />

HEKTISCHEN WELT?<br />

So mancher Koch sieht sich als<br />

Philosoph am Herd – Yotam<br />

Ottolenghi ist tatsächlich einer.<br />

Als Philosophiestudent war er<br />

so talentiert, dass er in das Genie-Programm<br />

seiner Universität aufgenommen<br />

wurde. Den Abschluss machte er<br />

mit Bestnote. Doch das reichte ihm nicht:<br />

zu wenig Applaus, zu kleine Bühne. Also<br />

wandte er sich dem Kochen zu. So beginnt<br />

die Geschichte des wohl einflussreichsten<br />

Kochbuchautors der Welt.<br />

«Ich erinnere mich noch, wie ich meine<br />

Magisterarbeit über die Philosophie des<br />

fotografischen Bildes siebenmal in einem<br />

Copyshop ausdrucken liess und sie meiner<br />

Familie und engen Freunden schickte»,<br />

erzählte er vor ein paar Jahren dem<br />

«Zeit»-<strong>Magazin</strong>. «Ich hatte ewig daran<br />

gearbeitet – und ich bin mir sicher, niemand<br />

hat sie komplett gelesen.» Kochen sei das<br />

genaue Gegenteil. «Jeder hat Freude daran,<br />

gut zu essen; es verbindet Menschen.»<br />

Seine Abkehr von der akademischen<br />

Laufbahn verkündete Ottolenghi in einer<br />

handschriftlichen Notiz, die er seiner mit<br />

summa cum laude bewerteten Arbeit beifügte:<br />

«Ich habe beschlossen, der Wissenschaft<br />

Lebewohl zu sagen und stattdessen<br />

eine Kochschule in London zu besuchen.»<br />

1997 dann der Umzug. Nebenher arbeitete<br />

er abends in einem Sternerestaurant.<br />

Dort traf er Sami Tamimi, der bis heute<br />

sein Geschäftspartner ist – und Bruder<br />

im Geiste. Sie sind gleich alt, beide offen<br />

homosexuell und stammen aus Jerusalem,<br />

wobei Tamimi auf der arabischen Seite<br />

aufwuchs. 2002 eröffneten sie in Notting<br />

Hill ihr erstes Deli. 2013 erschien ihr gemeinsames<br />

Kochbuch «Jerusalem», das als<br />

Ottolenghis Durchbruch gilt. Es hat sich<br />

millionenfach verkauft, so wie seither alle<br />

seine Bücher. Seitdem sind Tahini, Zahatar<br />

und Hummus auch für Menschen ein<br />

Begriff, die keine Verbindung zum Nahen<br />

Osten haben. Der Name Ottolenghi wurde<br />

zum Synonym für Levante-Küche.<br />

NAHBARER EXOT<br />

Anfang November des vergangenen Jahres<br />

war Ottolenghi für drei Tage in Deutschland<br />

unterwegs – München, Köln, Hamburg.<br />

Er stellte sein neues Werk «Comfort»<br />

vor, das laut Verlag sein bislang persönlichstes<br />

Kochbuch ist. Während andere<br />

Autoren Mühe haben, mit ihren Lesungen<br />

Fotos: Helen Cathcart, Portobello Steak / DK Verlag / Lousie Hagger, Jonathan Lovekin, beigestellt<br />

140 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Gerichte im typischen Ottolenghi-Stil: frische Zutaten und kräftige Aromen,<br />

die das Tohuwabohu eines nahöstlichen Marktes auf den Teller bringen sollen.<br />

Buchhandlungen zu füllen, begeistert Ottolenghi<br />

mühelos ganze Säle. In Hamburg<br />

etwa sprach er vor mehr als 2000 Zuhörern<br />

in der Laeiszhalle.<br />

«Er zeigt, wie Sie wohltuende Gerichte<br />

zaubern, die mit Farbe, Geschmack, Reichhaltigkeit<br />

und einem Hauch Sonnenschein<br />

überzeugen», heisst es in der Programmankündigung.<br />

Es klingt nicht zufällig wie<br />

ein Seminar für positives Denken. Wer nach<br />

Ottolenghi kocht, kann das mit dem Gefühl<br />

tun, auf der «richtigen Seite» zu stehen:<br />

bewusst, nachhaltig, weltoffen.<br />

Seine Kritiker behaupten, Ottolenghis<br />

Kochbücher seien eher dekorative Statements<br />

im Regal als praktische Küchenhelfer.<br />

Für manche seiner Fans dürfte aber<br />

genau das wichtiger sein, als die Rezepte<br />

tatsächlich nachzukochen. Viele seiner Gerichte<br />

gelten dafür ohnehin als zu kompliziert,<br />

vor allem die aus den frühen Büchern.<br />

Sie erfordern nicht nur Geduld, sondern<br />

auch eine Vielzahl exotischer Zutaten, die<br />

im gewöhnlichen Supermarkt kaum zu<br />

finden sind: Sumach zum Beispiel, schwarzer<br />

Knoblauch oder Bio-Berberitzen. Doch<br />

genau hierin liegt für andere der Reiz – vor<br />

allem für jene, die das Kochen als eine Art<br />

Wettstreit mit befreundeten Pärchen betrachten.<br />

Ein Videoanruf nach Nordlondon, ins<br />

Herz des «Ottolenghiversums»: die Test<br />

Kitchen. Hier entstehen die Rezepte für<br />

seine Kochbücher, Zeitungskolumnen und<br />

seine insgesamt sieben Restaurants. Die<br />

Arbeit dort erinnert an die Werkstatt eines<br />

Renaissance-Malers: An einem einzigen<br />

Ottolenghi-Gericht tüftelt meist ein ganzes<br />

Team von Köchen. Der Meister selbst<br />

kommt nur zum Abschmecken und<br />

Entscheiden, ob ein Rezept druckreif ist.<br />

Dabei wird er von seinen Werkstattmitgliedern<br />

beinahe ebenso kultisch verehrt wie<br />

einst Giovanni Bellini. Verena Lochmüller,<br />

seine Entwicklungschefin – ja, das ist<br />

tatsächlich ihr offizieller Titel – eine<br />

Deutsch-Schottin, beschreibt begeistert die<br />

Zusammenarbeit: «Als ich hier anfing,<br />

hielt ich mich schon für eine gute Köchin.»<br />

Aber Ottolenghis Blick fürs Detail habe sie<br />

umgehauen. «Ein paar Kräuter hacken,<br />

Ottolenghi<br />

ist Autor von<br />

zehn Bestsellern,<br />

die sich allein im<br />

deutschsprachigen<br />

Raum millionenfach<br />

verkauft haben.<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

141


gourmet / YOTAM OTTOLENGHI<br />

OTTOLENGHI WIRD<br />

ALS MANN GEFEIERT,<br />

DER VEGETARISCHE<br />

KÜCHE SEXY GEMACHT<br />

UND GEMÜSE ZUM<br />

HAUPTDARSTELLER<br />

ERHOBEN HAT.<br />

<<br />

etwas Zitronenschale darüberstreuen –<br />

und sofort verbessert sich die Aromatik.<br />

Genau das beherrscht Yotam meisterhaft.<br />

Er kommt herein, probiert und weiss auf<br />

Anhieb, was fehlt.»<br />

Nach 15-minütiger Verspätung erscheint<br />

der Meister endlich persönlich im Videoraum.<br />

Hinter ihm an der Wand hängt das<br />

gerahmte Bild einer bunten Zwiebel.<br />

Ottolenghi – sanfte Augen, Dreitagebart,<br />

weiche Gesichtszüge – wirkt so mild wie<br />

Auberginenmus.<br />

«Die Testküche entstand 2011 während<br />

der Arbeit am zweiten Buch», erzählt er.<br />

«Damals habe ich alle Gerichte noch bei<br />

mir zu Hause entwickelt. Aber das war<br />

nicht kreativitätsförderlich. Ich wollte ein<br />

Team, ich wollte Austausch, Diskussionen<br />

– kontrolliertes Chaos.» Heute führt<br />

er ein Heer von 400 Mitarbeitern.<br />

«Ottolenghi»<br />

ist mehr als<br />

der Name eines<br />

Kochs – es ist eine<br />

globale Marke, die von<br />

Kochbüchern bis hin<br />

zu Bühnenshows<br />

reicht.<br />

Heni blam qui beriorepra<br />

nobitaq uibusandi commodi<br />

sequis iliquia conet es molorum<br />

fugiand aectia sumquos aut<br />

NEUERÖFFNUNG IN GENF<br />

Im Februar eröffnet sein erstes Restaurant<br />

ausserhalb seiner Wahlheimat London,<br />

in Genf. Dabei hat er in der Vergangenheit<br />

Expansionsplänen stets eine Absage<br />

erteilt. Noch erstaunlicher ist die Location<br />

selbst: eines der opulentesten Luxushotels<br />

der Stadt, das «Mandarin Oriental». Sein<br />

dortiger Küchenchef, Maxime Martin,<br />

hat zuvor in Sternerestaurants<br />

gearbeitet. Ob das zur<br />

Marke Ottolenghi<br />

passt?<br />

«In einem<br />

Umfeld wie<br />

diesem ist die<br />

grösste Herausforderung,<br />

den<br />

Perfektionismus<br />

aufzugeben.<br />

Denn der ist<br />

das Gegenteil<br />

meiner Küche», sagt<br />

Ottolenghi. Es klingt,<br />

als spreche er von Spitzensportlern, die<br />

abtrainieren müssen. Nach Genf werde er<br />

nur gelegentlich reisen, zum Probieren. Als<br />

Markenbotschafter seiner selbst liegt<br />

Ottolenghis Fokus woanders als auf dem<br />

Kochen. «Der Storytelling-Anteil meiner<br />

Arbeit hat enorm zugenommen – und das<br />

liebe ich.» Genau das unterscheide ihn von<br />

vielen anderen seines Metiers. Und<br />

eingefleischte «Ottolenghianer» von<br />

blossen Hobbyköchen. «Meine Anhänger<br />

wollen nicht nur kochen, sondern auch<br />

verstehen.» Am Zenit seines Schaffens<br />

scheint Ottolenghi wieder das zu sein, als<br />

was er begonnen hat: ein Philosoph.<br />

<<br />

ZU GAST<br />

OTTOLENGHI GENF<br />

Unter der Leitung von Küchenchef Maxime<br />

Martin, der zuvor in Sternerestaurants<br />

tätig war, wird hier die unverwechselbare<br />

Levante-Küche Ottolenghis zelebriert.<br />

Quai Turrettini 1, 1201 Genève<br />

T: +41 22 9090000, mandarinoriental.com<br />

ROVI<br />

Eines von Ottolenghis beliebtesten Lokalen:<br />

Es steht für eine moderne, pflanzenbasierte<br />

Küche mit Fokus auf innovativen Kochtechniken<br />

und Nachhaltigkeit.<br />

59 Wells Street, London W1A 3AE<br />

T: +44 20 39638270, ottolenghi.co.uk/rovi<br />

Fotos David Bazemore, beigestellt<br />

142 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Entdecken Sie das Geheimnis außergewöhnlicher kulinarischer Erlebnisse: die neue Farbe SEA SALT.<br />

Le Creuset bringt Ihnen dieses Geschenk aus dem Meer direkt in Ihre Küche. Diese einzigartige Nuance,<br />

eine harmonische Mischung aus Grün, Grau und Blau, ergänzt jede Farbpalette und verleiht jeder Küche,<br />

ob klassisch oder modern, eine ruhige, zeitlose Eleganz.<br />

Erleben Sie SEA SALT in unseren Signature Boutiquen in Basel, Bern, Luzern und Zürich<br />

sowie online unter www.lecreuset.com


gourmet /<br />

how<br />

to …<br />

SCHRITT FÜR SCHRITT<br />

Fisch gilt als eines der gesündesten Nahrungsmittel der<br />

Welt. Trotzdem trauen sich viele Menschen nicht, ihn selbst<br />

zuzubereiten. Mit einigen Tricks und etwas Grundwissen<br />

kann aber jeder problemlos lernen, wie man den richtigen<br />

Fisch auswählt und ihn fachgerecht verarbeitet. Auch das<br />

Filetieren ist einfacher als gedacht.<br />

TEXT LARISSA GRAF<br />

Foto: StockFood / Schardt, Wolfgang<br />

144 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


SERIE<br />

TEIL 1<br />

how<br />

to …<br />

WIE FILETIERE<br />

ICH EINEN<br />

FISCH?<br />

fisch<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

145


gourmet / SCHRITT FÜR SCHRITT<br />

EINKAUF UND<br />

AUFBEWAHRUNG<br />

DER FRISCHESTE FISCH<br />

Am besten kauft man bei einem vertrauenswerten<br />

Fischhändler ein. Dieser kann<br />

einen nicht nur bei der Auswahl beraten,<br />

sondern gibt auch Tipps für die perfekte<br />

Zubereitung. Zudem kann er den Fisch<br />

wie gewünscht vorbereiten – meistens<br />

ist das sogar im Preis inbegriffen. Wichtig<br />

ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen<br />

wird, da Fisch sehr schnell verdirbt.<br />

Deswegen sollte man ihn schnell in<br />

den Kühlschrank legen und innerhalb<br />

von 24 Stunden verarbeiten oder einfrieren.<br />

Gekocht hält er gekühlt drei bis<br />

vier Tage. Gefrorener fetter Fisch ist<br />

rund drei Monate haltbar, magere Sorten<br />

können gut sechs Monate im Gefrierfach<br />

überdauern. Nach dem Auftauen sollte<br />

er unverzüglich konsumiert und nicht<br />

wieder eingefroren werden.<br />

Fisch ist ein umstrittenes Lebensmittel.<br />

Er gilt als gesund dank<br />

wertvoller Omega-3-Fettsäuren,<br />

Vitamin D und Jod. Gleichzeitig<br />

trauen sich viele Leute aber<br />

kaum an seine Zubereitung. Die Probleme<br />

fangen oft schon beim Einkauf an, denn<br />

es ist mittlerweile bekannt, dass viele<br />

Fischarten als gefährdet gelten. Andere<br />

wiederum stehen immer wieder wegen ihres<br />

hohen Schwermetallgehalts in der Kritik.<br />

Genauso wie Fischzuchten, die oft als<br />

umweltverschmutzend dargestellt werden.<br />

Dass vielen Feinschmeckern und Hobbyköchen<br />

da die Lust aufs Fischkochen<br />

vergeht, ist verständlich.<br />

Wenn man einige Punkte beachtet, kann<br />

man aber durchaus guten Gewissens Fisch<br />

konsumieren. Essenziell dabei: Man sollte<br />

Fisch als eine Delikatesse betrachten, nicht<br />

als Alltagsgut. Dann kann man auch mehr<br />

Geld ausgeben für gute, nachhaltige Ware.<br />

Diese besorgt man sich am besten beim<br />

Fischhändler des Vertrauens, der einen in<br />

puncto Saisonalität, Nachhaltigkeit und<br />

Zubereitung beraten kann. Möchte man<br />

selbst zum Experten werden, muss man sich<br />

etwas mit der Materie auseinandersetzen.<br />

Das ist nicht ganz unkompliziert, denn es<br />

gibt wenige Fischarten, die durchs Band als<br />

empfehlenswert gelten.<br />

Es kommt bei den meisten Arten auf die<br />

Herkunft und die Fangmethode an. Die<br />

beliebte Fischerei durch Schleppnetze, auch<br />

als Trawling bekannt, ist unter Naturschützern<br />

verpönt. Dabei werden riesige<br />

Netze von Schiffen durch den Ozean gezerrt.<br />

Sie zerstören den Meeresboden und<br />

produzieren Unmengen an Beifang – bis zu<br />

90 Prozent des gesamten Fangs!<br />

LABELS GEBEN SICHERHEIT<br />

Durch Angel- oder Leinenfang kann diese<br />

Zahl reduziert werden. Daher sind durch<br />

diese Methoden gefangene Fische eher zu<br />

empfehlen, besonders wenn sie aus Regionen<br />

stammen, in denen die Bestände<br />

stabil sind. Es gibt heute einige Labels,<br />

die Aufschluss darüber geben, ob Fische<br />

nachhaltig gefangen wurden. Das bekannteste<br />

ist das in den 1990er-Jahren von<br />

WWF und Unilever gemeinsam entwickelte<br />

Fotos: xKerstin Kokoska/WAZ FotoPool, StockFood / Wissing, Michael, StockFood / Eising Studio - Food Photo & Video<br />

146 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


VERARBEITUNG<br />

UND TECHNIK<br />

FISCH FILETIEREN<br />

Mit einer Schere die Seiten-, Bauch- und Rückenflossen<br />

abschneiden. Den Fisch auf die Seite<br />

legen. Das Fleisch beim Kopf, knapp unterhalb<br />

der Kiemen, mit einem scharfen Messer bis<br />

zum Rückgrat einschneiden (1).<br />

Die Oberseite des Fisches einschneiden (2)<br />

und den Schnitt mit leicht nach unten geneigtem<br />

Messer parallel zum Rückgrat durch eine<br />

fliessende Bewegung vom Kopfansatz bis zur<br />

Schwanzwurzel ausweiten (3 bis 5).<br />

Das erste Filet abheben und den Bauchlappen<br />

sorgfältig entfernen. Den Fisch umdrehen und<br />

die Schritte 2 bis 4 wiederholen. Die Filets mit<br />

den Fingerspitzen nach Gräten absuchen (6) und<br />

diese mit einer Fischgrätenzange entfernen.<br />

Wer die Fischhaut nicht gerne isst, kann auch<br />

diese ganz leicht entfernen: einfach dicht am<br />

Schwanzende einen Schnitt von der Fleischseite<br />

bis auf die Haut durchführen. Das Messer etwas<br />

Richtung Kopfende des Filets kippen und den<br />

Schnitt auf der Haut vorsichtig fortführen.<br />

Darauf achten, dass das Messer wirklich<br />

ganz flach geführt wird.<br />

3<br />

6<br />

Am besten filetiert man den<br />

Fisch mit einem scharfen<br />

Messer, das eine lange,<br />

leicht biegsame Klinge hat.<br />

1<br />

2<br />

4<br />

5<br />

MSC-Label, das Fisch aus verantwortungsvollem<br />

Fang auszeichnet. Allgemein ist vom<br />

regelmässigen Konsum grosser Raubfische<br />

wie Hai, Schwertfisch und der meisten<br />

Thunfischarten abzuraten. Nicht nur ist<br />

deren Bestand stark gefährdet, sie ernähren<br />

sich von kleineren Fischen und nehmen<br />

über diese grössere Mengen an Schwermetallen<br />

auf, die sich in ihrem Fett ablagern.<br />

HEIMISCHE FISCHE<br />

Besser sieht es bei heimischen Süsswasserfischen<br />

wie Forelle, Zander oder Saibling<br />

aus, denn unsere Fischer sind strengen<br />

Fangquoten unterworfen. Allerdings reicht<br />

die gefangene Menge bei Weitem nicht<br />

aus, um die Nachfrage zu decken – nur<br />

etwa drei Prozent des in der <strong>Schweiz</strong><br />

konsumierten Fischs stammen aus dem Inland.<br />

Aus diesen Gründen wird Zuchtfisch<br />

immer beliebter. Allerdings gibt es auch<br />

dabei Probleme, denn viele dieser Zuchten<br />

verschmutzen die umliegenden Gewässer<br />

mit Abwasser, Pestiziden und Antibiotika.<br />

Deswegen sollte man sich idealerweise auf<br />

Fisch aus Biozuchten beschränken, diese<br />

müssen strengeren Regeln folgen. Seit 2010<br />

gibt es zudem als Orientierungshilfe das<br />

<<br />

DOS AND<br />

DON’TS<br />

Do: Beim Einkauf auf Qualität achten.<br />

Stimmt diese nicht, kann auch das beste<br />

Rezept nicht gut schmecken.<br />

Do: Gefrorenen Fisch sollte man im<br />

Kühlschrank auftauen. Das verringert<br />

das Kontaminationsrisiko.<br />

Do: Filets zuerst (oder ausschliesslich)<br />

auf der Hautseite braten. Damit sie<br />

knusprig wird, sollte man sie zuvor<br />

gut abtrocknen und salzen.<br />

Don’t: Fisch zu lange kochen, so wird er<br />

gummiartig. Perfekt gegarter Fisch ist<br />

saftig und zerfällt bei sanftem Druck.<br />

Don’t: Überwürzen. Ein Fisch von hoher<br />

Qualität braucht nicht viele Gewürze.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

147


gourmet / SCHRITT FÜR SCHRITT<br />

FORELLE<br />

EN PAPILLOTE<br />

ZUTATEN<br />

4 Forellenfilets, je ca. 150 g<br />

5 Bögen Backpapier, ein Backblech<br />

1 Fenchelknolle in dünnen Scheiben<br />

1 weisse Zwiebel in dünnen Scheiben<br />

1 Zitrone in Scheiben<br />

8 Stängel Thymian<br />

Etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Den Ofen auf 180 °C Umluft oder 200 °C Ober- und<br />

Unterhitze vorheizen.<br />

– Forellenfilets beidseitig leicht salzen und pfeffern. Das<br />

Gemüse auf den Backpapierbögen verteilen, jeweils in der<br />

Mitte platzieren und würzen. Anschliessend die Forellenfilets<br />

darauflegen, mit Zitronen scheiben und zwei Thymianstängeln<br />

belegen, mit Olivenöl beträufeln. Dann das Backpapier zum<br />

Päckchen falten: erst die Längsseiten aufeinanderlegen und<br />

mehrmals falten, bis nur noch einige Zentimeter Abstand<br />

zwischen Fisch und Papier bestehen. Dann die kurze Seite<br />

zweimal nach oben falten und unter das Päckchen legen. Alle<br />

vier Päckchen auf einem mit einem Backpapier ausgekleideten<br />

Blech verteilen und für ca. 15 Minuten in der Mitte des Ofens<br />

backen. Nach dem Herausnehmen etwa 3 Minuten ruhen<br />

lassen und mit Risotto, Kartoffeln oder Salat servieren.<br />

Tipp: Dieses einfache Rezept gelingt mit einer Vielzahl<br />

verschiedener Fische, Gemüse und Kräutern. Ob Saibling oder<br />

Zander mit Lauch und Karotten oder Cherrytomaten und<br />

Basilikum, es gibt unzählige Kombinationen. Bei dickeren Filets<br />

muss die Kochzeit um einige Minuten erhöht werden.<br />

<<br />

vom WWF und von der Stiftung IDH<br />

The Sustainable Trade Initiative gegründete<br />

ASC-Label, das nachhaltige Zuchten<br />

auszeichnet. Eine weitere nützliche Informationsquelle<br />

ist der Fischratgeber des<br />

WWF, den man online abrufen kann. Darin<br />

werden fast alle kommerziell erhältlichen<br />

Fische mit einem Ampelsystem bewertet.<br />

Grün steht für »bevorzugen«, gelb für<br />

»zweite Wahl«, rot für »Finger weg!«.<br />

TIPPS ZUR FISCHWAHL<br />

Hat man nun einen passenden Fisch gefunden,<br />

sollte man sich versichern, dass das<br />

Exemplar frisch ist. Wichtig ist dabei der<br />

Geruch: Frischer Fisch riecht nach Meer<br />

oder neutral, aber nicht fischig. Bei ganzen<br />

Fischen kontrolliert man anschliessend die<br />

Augen, die klar sein müssen. Die Schuppen<br />

sollten glänzen und Schwanz und Flossen<br />

dürfen nicht brüchig sein, denn das sind<br />

Anzeichen, dass der Fisch bereits etwas<br />

ausgetrocknet ist. Darf man den Fisch<br />

anfassen, sollte man auch die Kiemen unter<br />

die Lupe nehmen. Sie müssen rot oder rosa<br />

sein, auf keinen Fall dürfen sie bräunlich<br />

aussehen. Bei Filets schaut man die Haut<br />

an, die metallisch glänzen muss. Nach<br />

Möglichkeit sollte man allerdings auch den<br />

Fingertest durchführen und kurz mit dem<br />

Zeigefinger auf das Fleisch drücken. Seine<br />

Konsistenz sollte fest sein, es dürfen keine<br />

Einbuchtungen zurückbleiben.<br />

Wer nicht in der Nähe eines Fischhändlers<br />

wohnt, kann ohne Weiteres auf gefrorenen<br />

Fisch zurückgreifen. Auf grossen Fischtrawlern<br />

wird der Fisch noch auf dem Schiff<br />

filetiert und schockgefroren, kleinere Boote<br />

bringen den Fang sofort nach dem Andocken<br />

in die Verarbeitungszentren. Darum<br />

ist er frischer als die meiste Ware in der<br />

Frischtheke des Supermarkts. Dort wird<br />

nämlich oft zuvor gefrorener und wieder<br />

aufgetauter Fisch verkauft.<br />

Durch das Einfrieren werden zudem<br />

Parasiten getötet. Deswegen gilt auch<br />

bei frisch gefangenem Fisch: Möchte<br />

man ihn roh essen, beizen oder für<br />

Ceviche verwenden, sollte man ihn<br />

vorher für 24 Stunden ins Gefrierfach<br />

legen. Gesundheitlich angeschlagene<br />

Menschen und Schwangere sollten zur<br />

Sicherheit trotzdem nur durchgegarten Fisch<br />

essen, da sie gegen eventuelle Parasiten oder<br />

Bakterien wie Listerien besonders empfindlich<br />

sind. Auch für sie gibt es aber unzählige<br />

Zubereitungsarten: In der Salzkruste gegart,<br />

im Bierteig frittiert, ganz auf dem Grill,<br />

gedämpft oder als Salat – für all diese Köstlichkeiten<br />

lohnt es sich, zum Fischexperten<br />

zu werden! <<br />

PAIRING<br />

DER WEIN DAZU<br />

Zu delikaten Speisen wie Sushi passen<br />

leichtere Weissweine, etwa Chardonnay<br />

ohne Holzausbau, Riesling oder<br />

Sauvignon Blanc. Mit Butter oder<br />

Rahm verfeinerte Fischgerichte harmonieren<br />

mit im Holzfass gereiftem<br />

Chardonnay oder anderen kräftigen<br />

Weissweinen wie Marsanne<br />

oder Chenin Blanc. Zu gebratenem<br />

Thunfisch oder zu Sardinen passen<br />

auch leichte Rotweine gut.<br />

Fotos: StockFood / Arras, Klaus, beigestellt<br />

148 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


GASTROSOPHINNEN<br />

GOURMET-GENUSS<br />

IM RESTAUR ANT PIC<br />

Exquisite Köstlichkeiten, kreative Getränke und lebhafte Gespräche machten<br />

den Jahresabschluss für die Gastrosophinnen zu einem wahren Genusserlebnis.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

Zum Jahresabschluss trafen sich<br />

die Gastrosophinnen zu einem<br />

besonderen Mittagessen im neu<br />

eröffneten Restaurant Pic (2*<br />

Michelin) im Hotel Beau Rivage in Lausanne.<br />

Das stilvolle Ambiente, der aufmerksame<br />

Service und die außergewöhnliche<br />

Küche sorgten für Begeisterung. Höhepunkte<br />

des Menüs waren Anne-Sophie Pics<br />

Berlingots mit Trüffel, Kalb mariniert mit<br />

Geranie und Enzian sowie ein raffiniertes<br />

Kastanien-Dessert. Auch die Weinbegleitung<br />

überzeugte, während die alkoholfreien<br />

Alternativen durch kreative und innovative<br />

Kompositionen beeindruckten. Es<br />

war ein würdiger Abschluss des Jahres<br />

2024, der die Vorfreude auf ein neues Jahr<br />

voller kulinarischer Höhepunkte, exquisiter<br />

Kreationen und gemeinsamer Entdeckungen<br />

weckte.<br />

NÄCHSTE EVENTS<br />

GS-Träff Lunch<br />

im Lindenhofkeller<br />

Zürich, 19. Februar <strong>2025</strong><br />

Wiedersehen mit Antonio<br />

Colaiannis Sterneküche<br />

Zürich, 27. Februar <strong>2025</strong><br />

Letzter Kochkurs mit Peter Bechter<br />

Zürich, 8. März <strong>2025</strong><br />

Führung und Degustation Städtlichäsi<br />

Willi Schmid<br />

Lichtensteig, 13. März <strong>2025</strong><br />

Lunch im «The Japanese@Gütsch»<br />

Andermatt, 22. März <strong>2025</strong><br />

37. Mitgliederversammlung und<br />

Lunch im Lucide<br />

Luzern, 29. März <strong>2025</strong><br />

JETZT MITGLIED WERDEN<br />

UND FALSTAFF-ABO SICHERN<br />

Frauen, die Freude am Kochen und<br />

am Essen, an schön gedeckten Tischen und<br />

am Ausprobieren und Austauschen von<br />

Rezepten haben, sind herzlich willkommen.<br />

Alle Mitglieder kommen in<br />

den Genuss folgender Vorteile:<br />

Teilnahme an exklusiven Anlässen und<br />

Kochkursen/Spezialangeboten Austausch<br />

mit Gleichgesinnten Freundschaften<br />

knüpfen und pflegen Jahresabonnement<br />

von <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />

Kosten: CHF 200,– pro Jahr<br />

zuzüglich einmaliger Eintrittsgebühr<br />

von CHF 70,–<br />

gastrosophinnen.ch<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 149


Erleben Sie unvergessliche Momente für alle Sinne!<br />

Spitzenweine von 150 top Weingütern wie Antinori, Sassicaia und Planeta sowie kulinarische<br />

Kreationen von Spitzenköchen wie Tristan Brandt, Maria Gross, Marcel Kazda, Mario Kotaska,<br />

Karlheinz Hauser, Douce Steiner und Ralf Zacherl. Dazu eine vielfältige Auswahl an kulinarischen<br />

Köstlichkeiten unserer Genusspartner zur freien Verkostung.<br />

wein-gourmet-festival.de<br />

Fotos: Valentin Behringer, Michael Pisarri, beigestellt


13.–15. Juni <strong>2025</strong><br />

Kongresshaus Baden-Baden<br />

Freuen Sie sich auf die zweite Ausgabe<br />

des Baden-Baden Wein- & Gourmet-Festivals<br />

by <strong>Falstaff</strong>.<br />

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24.000<br />

RESTAURANTS<br />

3.000<br />

COCKTAIL- &<br />

WEINBARS<br />

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STREETFOOD-<br />

TIPPS<br />

1.500<br />

CAFÉS<br />

1.700<br />

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SIXPACK<br />

RESTAURANTS IM TEST<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

THE COUNTER<br />

Bahnhofplatz 15<br />

8001 Zürich<br />

RESTAURANT OCHSEN 1596<br />

Seetalstrasse 16<br />

5630 Muri<br />

RESTAURANT RÖSSLI<br />

FEUTERSOEY-GSTAAD<br />

Gsteigstrasse 161<br />

3784 Feutersoey-Gstaad<br />

MONTI IM THE ALPINA<br />

GSTAAD<br />

Alpinastrasse 23<br />

3780 Gstaad<br />

CASA TOLONE<br />

Fluhmattstrasse 48<br />

6004 Luzern<br />

SUPERNOVA<br />

Schauplatzgasse 22<br />

3011 Bern<br />

Eine der vorzüglichen<br />

Kreationen aus dem<br />

«The Counter» in Zürich.<br />

UNSERE TESTER<br />

ANDREA NAGEL (ANA)<br />

verbringt ihre Abende ebenso gerne in<br />

altbewährten Klassikern wie in neuen<br />

Szenelokalen. Negroni und Naturwein.<br />

Lieber salzig als süss. Die Ausnahme:<br />

österreichische Desserts.<br />

CLAUDIA SALZMANN (CLS)<br />

steht gern am Grill und träumt von<br />

einer Champagner-Bar. Ihre Zeit verbringt<br />

sie mit abendfüllenden Menüs<br />

und bei monochromen Gerichten.<br />

CARMEN STALDER (CS)<br />

Carmen Stalder mag kreative saisonale<br />

Küche. Wenn sie nicht gerade über<br />

<strong>Schweiz</strong>er Wein schreibt, liebt sie<br />

abenteuerliche Reisen.<br />

NEU EINGEDECKT<br />

Foto: Lukas Lienhard<br />

Mitja Birlo erklimmt im Zürcher «The Counter» neue Höhen,<br />

exquisite Naturküche im «Ochsen 1596» in Muri und ein rundum<br />

wohltuender Besuch im «Rössli Feutersoey-Gstaad». Die <strong>Falstaff</strong>-<br />

Tester waren wieder für Sie in der <strong>Schweiz</strong> unterwegs.<br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

153


gourmet / SIXPACK<br />

THE COUNTER<br />

Zürich<br />

1Knusprig, rauchig, jodig, eine Brise<br />

Meer: Mit einem Häppchen vom<br />

Bretagne-Hummer startet Mitja<br />

Birlo fulminant und laut in den Abend.<br />

Noch lauter: Das «Salüüü!» der Küchencrew<br />

für jeden neuen Gast, der sich im<br />

«The Counter» an den Tresen setzt. Der<br />

Spass kommt hier bei aller Seriosität nicht<br />

zu kurz. Nussig und erfrischend säuerlich<br />

dann der in Vinaigrette marinierte Kohlrabi-Halbmond.<br />

Beim Pilz-Bao ragt einerseits<br />

der Teig heraus, anderseits das Spiel<br />

mit eingelegten Pilzen. Das Laugen-<br />

Shokupan macht nach dem ersten Bissen<br />

schon süchtig. Zum rauchig-steinigen<br />

Sancerre von Didier Dagueneau gibt es ein<br />

knackiges Ceviche von rohem und mariniertem<br />

Gemüse mit Kristal-Kaviar von<br />

Kaviari, die Leche de Tigre dazu auf<br />

Saibling-Basis mit Ingwer, Zwiebeln,<br />

Stangensellerie, Limettensaft und betörendem<br />

Kaffirlimettenöl. Die handgetauchte<br />

Jakobsmuschel aus Norwegen – was für<br />

ein tolles Produkt! – serviert Birlo an<br />

Blumenkohlpüree, Federkohlcrunch, roter<br />

Currypaste und einem Dashi mit fermentierter<br />

Paprika. Die Balance stimmt, die<br />

Jakobsmuschel brilliert. Zum in Soja<br />

gebeizten und auf Holzkohle glasierten<br />

Zander mit Beurre blanc und Tahiti-Vanilleöl<br />

zückt Sommelière Florentina Birlo den<br />

2021er Chardonnay Unique von Martin<br />

Donatsch – wow! Das Dessert-Highlight:<br />

die Bühler Zwetschge in all ihren Texturen<br />

und Varianten. Sorbet, Crème von der<br />

gedörrten Frucht, Sauce. Dazu Salzcrumble,<br />

Gerstenkojicrème, Sauerampfer, Zitrusschnee.<br />

Ja, unser letzter Besuch beweist:<br />

«The Counter» spielt jetzt diskussionslos<br />

in der höchsten Liga Zürichs mit. ANA<br />

Der Besuch im Zürcher «The<br />

Counter» verzückte unsere Tester.<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

48 von 50<br />

20 von 20<br />

19 von 20<br />

10 von 10<br />

97 von 100<br />

THE COUNTER<br />

Bahnhofplatz 15<br />

8001 Zürich<br />

T: + 41 44 2443216<br />

the-counter.ch<br />

RESTAURANT<br />

OCHSEN 1596<br />

Muri<br />

2Das Drei-Häuser-Hotel «Caspar»<br />

in Muri vereint drei Tiere unter<br />

einem Dach: Das Gourmetlokal<br />

«Ochsen», das Restaurant «Adler» und das<br />

Haus «Wolf». Damit wird dem Landschaftsmaler<br />

Caspar Wolf Tribut gezollt.<br />

Unter allen Dächern ist Sebastian Rabe fürs<br />

kulinarische Wohl zuständig. Wir besuchen<br />

das Gourmetrestaurant «Ochsen 1596».<br />

Nach den vegetarischen Snacks (mit Nori<br />

und Yuzu getoppter Daikon, Randen-<br />

Meringue, filigraner Pilzkeks mit Misocreme),<br />

dem Sauerteigbrot, Popcorn-Butter<br />

und fantastischer Maroniterrine geht es<br />

genauso vegetarisch weiter: Der röstaromatische<br />

Blumenkohl wird von «Mayu»<br />

(Emulsion mit verbranntem Lauch und<br />

Knoblauch), karamellisierten Oliven und<br />

gepufftem Quinoa begleitet. Was für ein<br />

filigran-fantastischer Start ins Abendmenu,<br />

wovon Sebastian Rabe manche Gänge auch<br />

am Mittag auftischt. Weiter geht es mit<br />

einem Duo vom Tessiner Zander, einerseits<br />

an einer Kohlrabi-Schnittlauch-Sauce mit<br />

Perigord-Trüffel, andererseits als asiatisch<br />

mariniertes Tatar auf Ras-el-Hanout-Macaron<br />

mit Kaviar und Gurke, toll inszeniert in<br />

einer rauchenden Holzbox. Unsere Begeisterung<br />

steigt weiter. Beim Hauptgang wird ein<br />

Damhirsch aus dem Nachbardorf serviert,<br />

dazu Sellerie in Chips und als gegartes<br />

Stück. Die im Sommer geräucherten und<br />

danach eingelegten Kirschen machen diesen<br />

Fleischgang unvergesslich. Als Pre-Dessert<br />

geniessen wir ein Glace-Sandwich mit Salzkaramell,<br />

danach folgt eine rare Kreation:<br />

Petersilienwurzel als Creme, Apfel als Kompott<br />

und Petersilien-Sorbet. Ein Paar, das<br />

passt. Genauso passend wie Sebastian Rabe<br />

und der «Ochsen 1596».<br />

CLS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

19 von 20<br />

19 von 20<br />

10 von 10<br />

94 von 100<br />

RESTAURANT OCHSEN 1596<br />

Seetalstrasse 16<br />

5630 Muri<br />

T: + 41 56 2007100<br />

ochsenmuri.ch<br />

Empfehlenswert: Das<br />

«Restaurant Ochsen<br />

1596» in Muri.<br />

Fotos: Lukas Lienhard, Andy Davies, Epudesign, The Alpina Gstaad<br />

154 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


RÖSSLI<br />

Feutersoey-Gstaad<br />

3Eines schon mal vorweg: Jetzt<br />

kommt es zur reinsten Lobhudelei.<br />

Der Besuch im «Rössli» in<br />

Feutersoey: eine Wohltat von A bis Z. Kurz<br />

vor der Hochsaison findet man hier relativ<br />

spontan noch einen freien Tisch, danach<br />

wird’s schwierig. Von Sabine Köll herzlich<br />

empfangen, geht es zu Tisch. Dunkles Holz<br />

dominiert, heimeliges Wohlfühlambiente.<br />

Die Gastgeberin präsentiert die Tagesspezialitäten<br />

so gut, dass der Entscheid auf diese<br />

fällt. Und auf einen Nüsslisalat zum Start.<br />

Dieser sei speziell erwähnt, weil hier die Produktqualität<br />

auffällt, die sich durch den ganzen<br />

Abend zieht: Die kleinen, kompakten,<br />

knackigen Nüssliblätter sind mit dem oft<br />

servierten Durchschnitt nicht zu vergleichen.<br />

Weiter mit dem wachsweichen Ei, versteckt<br />

unter Kartoffelespuma und Spinat. Darüber<br />

ganz viel weisser Trüffel. Schlicht und doch<br />

edel, herrlich schlotzig, kein Schnickschnack.<br />

Dazu passt der Pinot Noir Auvernier 2020<br />

von La Maison Carrée. Dann die hausgemachten<br />

Langustinenravioli an Hummersauce:<br />

Der Teig ist dünn, aber nicht zu dünn,<br />

das Langustinenfleisch wird von der Sauce<br />

unterstützt, zeigt sich aber auch allein angenehm<br />

nussig-würzig. Zum Hauptgang das<br />

Filet vom St. Pierre, französischer Wildfang,<br />

an Sauce vierge. Kräftig, glasig, delikat.<br />

Dazu Kartoffelpüree und saisonales Gemüse.<br />

Ganz offensichtlich schenkt Küchenchef<br />

Simon Richard jedem Gemüse seine Aufmerksamkeit,<br />

sodass alles wunderbar gar<br />

und doch mit dem richtigen Biss auf dem<br />

Teller landet. Selbiges lässt sich übers Dessert<br />

sagen: Apfeltarte mit Vanilleglace, Doppelrahm<br />

und schön säuerlichem Apfelmus –<br />

das Handwerk sitzt, die Liebe für tolle<br />

Zutaten ist unübersehbar.<br />

ANA<br />

Hohe Produktqualität und<br />

Wohlfühlambiente: das<br />

«Rössli» in Feutersoey.<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

20 von 20<br />

17 von 20<br />

10 von 10<br />

92 von 100<br />

RESTAURANT RÖSSLI<br />

FEUTERSOEY-GSTAAD<br />

Gsteigstrasse 161<br />

3784 Feutersoey-Gstaad<br />

T: + 41 33 7551012<br />

restaurantroessli.swiss<br />

MONTI<br />

Gstaad<br />

4Das Gstaader Luxushotel «The<br />

Alpina» ist um ein Restaurant reicher.<br />

Im «Monti» soll das gesellige<br />

Miteinander zelebriert werden. Wie das am<br />

besten funktioniert? Der Abend startet mit<br />

«The Paloma Secret», einem rosafarbenen<br />

Mezcal-Cocktail von der Bar. Mit einem<br />

Cocktail beginnt auch das Essen: Garnelen-Cocktail<br />

mit Lattich und eingelegten<br />

Zitronen. Im Gegensatz zum klassischen<br />

Shrimps-Cocktail werden die Garnelen hier<br />

nicht ertränkt – unerwartet erfrischend.<br />

Der Oktopus-Artischocken-Salat versprüht<br />

mediterranes Flair, obschon auch das<br />

«Alpina Gstaad» im Winter keine Qualitätstomaten<br />

hervorzaubern kann. Das<br />

machen Oliven, Kapern und die Hauptdarsteller<br />

des Salats gemeinsam mit der Vinaigrette<br />

wett. Die beste Vorspeise: Langustinen-Ravioli<br />

an Hummersauce. Die Ansage<br />

«Spezialität des Hauses» ist berechtigt.<br />

Teig, Füllung, Sauce – dürfte man doch nur<br />

in einem Teller baden … Das Herz im<br />

«Monti» sind die vor dem Gast präsentierten<br />

Grosses Pièces: Rib-Eye, Rindsfilet,<br />

Kalbskoteletts? Oder doch lieber einen<br />

ganzen Turbot, Wolfsbarsch oder eine Seezunge<br />

für zwei? Eine Seezunge à la meunière<br />

soll es sein, und die hat es in sich: Der<br />

unterarmlange Fisch wird vor dem Gast<br />

filetiert, zart, glasig, kompakt, ein Genuss.<br />

Dazu in reichlich Butter geschwenkter<br />

Kohl und Kartoffelpüree, das ebenso wenig<br />

in den Diätplan passt und deshalb so richtig<br />

Spass macht. Auch das Dessert wird per<br />

Trolley angerollt: Der Entscheid fällt auf<br />

ein grosszügiges Stück von der Mango­<br />

Passionsfrucht-Torte mit Kokoskern und<br />

Schokoladenboden. Ja, das Land braucht<br />

wieder mehr Guéridon-Service – die Stimmung<br />

im «Monti» spricht diesbezüglich<br />

eine klare Sprache.<br />

ANA<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

43 von 50<br />

19 von 20<br />

20 von 20<br />

9 von 10<br />

91 von 100<br />

MONTI IM THE ALPINA GSTAAD<br />

Alpinastrasse 23<br />

3780 Gstaad<br />

T: + 41 33 8889866<br />

thealpinagstaad.ch<br />

Neu: das «Monti» im<br />

«The Alpina Gstaad».<br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

155


gourmet / SIXPACK<br />

CASA TOLONE<br />

Luzern<br />

5«Colazione per campioni» – Frühstück<br />

für Champions. So heisst das<br />

simpelste Gericht in der «Casa<br />

Tolone». Über das Spiegelei hobelt<br />

Gianmarco Tolone weissen Trüffel, fertig. So<br />

einfach geht gutes Essen. Wie sehr der Fokus<br />

in dieser von aussen unscheinbaren Italo-<br />

Beiz leicht abseits der Luzerner Touristenfallen<br />

auf dem guten Produkt liegt, zeigt<br />

auch die Burrata: frisch, milchig, herrlich.<br />

Die Datteltomaten dazu sind leicht angetrocknet,<br />

etwas Olivenöl, Basilikum, «grazie<br />

mille». Sinn fürs Handwerk beweist der<br />

Koch bei den Pilzravioli auf flüssiger Butter.<br />

Dünn, aber nicht zu dünn ist der Teig, die<br />

Füllung betört fast noch mehr als der Trüffel<br />

davor. Und die Melanzane alla parmigiana?<br />

Wer eine Nonna hat, die bessere macht –<br />

herzliche Gratulation. Das Rindsfilet<br />

Stroganoff flambiert Papa Franco Tolone<br />

direkt vor dem Gast. Nur dezent süss und<br />

schön luftig ist das hausgemachte Vermicelles<br />

mit Kirsch im Dessert. Vielleicht hat das<br />

Tiramisu die Nase hier ganz leicht vorn. Es<br />

wird gelacht und gefeiert, man kennt sich in<br />

der «Casa Tolone». Das Interieur wirkt klassisch,<br />

aber hell, nicht schwer. Und natürlich<br />

wird hier gut getrunken: Die Italien-Weinkarte<br />

ist konkurrenzlos genial bestückt.<br />

Junges und Gereiftes, Kleinflaschen und<br />

Grossformate, Klassiker und selbst importierte<br />

Trouvaillen. Wie etwa der Pinot Bianco<br />

2020 von der Tenuta La Cà am Gardasee.<br />

Hohe Säure, komplex, knackig. Oder der<br />

Sinquanteut 2020, ein Nebbiolo von Renato<br />

Fenocchio aus dem Piemont: dank Stahltankausbau<br />

– eine ebenso spannende wie<br />

trinkige Hommage ans Terroir. Rotbeerig,<br />

fruchtig, elegant. Ja, so macht ein bissigkalter<br />

Sonntagmittag richtig Spass. ANA<br />

Das «Casa Tolone» in<br />

Luzern begeisterte unsere<br />

Tester durch Simplizität.<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

44 von 50<br />

18 von 20<br />

20 von 20<br />

9 von 10<br />

90 von 100<br />

CASA TOLONE<br />

Fluhmattstrasse 48<br />

6004 Luzern<br />

T: + 41 41 4209988<br />

casatolone.ch<br />

SUPERNOVA<br />

Bern<br />

6Bar, Restaurant, Co-Working-Space:<br />

Das Restaurant «Supernova» in Bern<br />

ist vielseitig unterwegs. Nach Stationen<br />

im «Bellevue Palace» und im «Baur au<br />

Lac» hat Mitgründerin und Chefköchin<br />

Juliette Bülowius ein Catering-Unternehmen<br />

aufgebaut – und jetzt ihren Traum vom eigenen<br />

Restaurant umgesetzt. Nach umfassender<br />

Renovation konnte sie das Lokal im<br />

Dezember neu eröffnen. Im Erdgeschoss<br />

befindet sich die an einem Wochentag gut<br />

besetzte Bar. Fürs Fine Dining werden wir in<br />

den ersten Stock geleitet, in einen Raum, der<br />

komplett schwarz gestrichen ist. Zum Start<br />

erhalten wir knuspriges Brot mit Kurkuma-<br />

Butter. Dazu passt ein Glas Sparkling Tea:<br />

Der alkoholfreie Tee mit Kohlensäure macht<br />

derzeit als Alternative zu Schaumwein von<br />

sich reden. Ein Blick in die Karte zeigt<br />

klingende Namen. So gibt es als Vorspeise<br />

«Sea and Salt» oder «Earth and Flowers».<br />

Wir entscheiden uns für «Fire and Ice»:<br />

geflämmtes und getrüffeltes Lachs-Sashimi<br />

mit Fleur de Sel. Eine Kombination, die<br />

hervorragend mundet. Simpel, aber gut<br />

schmeckt «Air», ein Erbsensüppchen mit<br />

Crème fraîche. Ohne lange Pause geht es<br />

weiter mit in Butter knusprig gebratenem<br />

Wolfsbarschfilet an Kräuter-Beurre-blanc,<br />

garniert mit Sepia-Chips und einer Beilage<br />

nach Wahl. Die herrlich salzigen und knusprigen<br />

Süsskartoffel-Frites sind empfehlenswert.<br />

Die Tagliarini mit Trüffel und Parmesan-Spänen<br />

können nicht ganz mithalten,<br />

etwas mehr Trüffel und weniger Kochzeit<br />

hätten nicht geschadet. Erstklassig ist dafür<br />

das Dessert «Planets and Stars»: eine Kugel<br />

aus hauchdünner weisser Schokolade, gefüllt<br />

mit Mandarinen-Schlagrahm sowie einem<br />

mit Zimt aromatisierten Biskuitboden. Das<br />

sieht nicht nur kunstvoll aus, sondern<br />

schmeckt auch wunderbar.<br />

CS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

47 von 50<br />

17 von 20<br />

16 von 20<br />

8 von 10<br />

88 von 100<br />

Neu eröffnet: das<br />

«Supernova» in Bern.<br />

SUPERNOVA<br />

Schauplatzgasse 22<br />

3011 Bern<br />

T: + 41 78 3395191<br />

supernovabern.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

156 falstaff feb–mär <strong>2025</strong><br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte


ZILLERTAL TOURISMUS<br />

SONNENSK ILAUF<br />

IM ZILLERTAL<br />

Die Zillertaler Skigebiete bieten mit ihrer Höhenlage perfekte Bedingungen<br />

für Sonnenskilauf. Angezuckerte Gipfel, strahlend blauer Himmel und regionale<br />

Köstlichkeiten laden auch in diesem Frühjahr zu genussvollen Tagen ein.<br />

Strahlen der aufgehenden Sonne. Die vielfältigen<br />

Frühaufsteher-Angebote ermöglichen<br />

erste Schwünge auf unberührten Hängen.<br />

Danach lockt ein ausgiebiges Morgenessen<br />

in einem der charmanten Bergrestaurants<br />

wie dem «Albergo», der «Kreuzwiesenalm»<br />

oder der romantischen «Granatalm».<br />

Am Hintertuxer Gletscher wartet ein ganz<br />

besonderes Erlebnis: In der 10er-Gondel<br />

der Gefrorenen-Wand-Bahn wird die erste<br />

Mahlzeit des Tages direkt in der Gondel<br />

serviert. Bei atemberaubender Aussicht wird<br />

dieser Moment zu einem besonderen Höhepunkt,<br />

der lange in Erinnerung bleibt.<br />

Blühende Wiesen im Tal,<br />

schneebedeckte Berge und<br />

regionale Köstlichkeiten:<br />

Frühjahr im Zillertal<br />

verbindet alpine und<br />

frühlingshafte Genüsse.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Zillertaltourismus / Jan Hanser, Kevin Ilse, Tom Klocker<br />

Das Frühjahr im Zillertal ist<br />

etwas Besonderes: Während im<br />

Tal bereits die Flora blüht,<br />

laden die Skigebiete noch zum<br />

Skifahren ein. Dank der Höhenlage auf bis<br />

zu 3250 Metern Seehöhe und den damit<br />

einhergehenden optimalen Pisten- und<br />

Schneeverhältnissen ist das Skifahren im<br />

Zillertal bis weit in den April hinein möglich.<br />

Mehr als 80 Prozent der Zillertaler<br />

Pisten befinden sich auf über 1700 Metern<br />

Seehöhe. Die Region zählt somit zu den<br />

schnee sichersten Skigebieten Österreichs<br />

und bietet perfektes Schneevergnügen bis<br />

Ostern. Der Hinter tuxer Gletscher weiss<br />

sogar noch länger zu begeistern und bietet<br />

die längste Skisaison Österreichs.<br />

SONNE TANKEN<br />

UND REGIONALE<br />

SCHMANKERL<br />

GENIESSEN<br />

Bei frühlingshaften Temperaturen wird<br />

das Skifahren im Zillertal zum Genuss.<br />

Über 80 Hütten in den Skigebieten laden<br />

zu einem Einkehrschwung auf die Sonnenterrassen<br />

und zu regionalen Köstlichkeiten.<br />

Neben urigen Berghütten und traditionellen<br />

Bergrestaurants überzeugen auch Spitzengastronomie<br />

und Haubenrestaurants<br />

die Gäste in den Skigebieten. Natürliche<br />

Zillertaler Qualitätsprodukte bilden dabei<br />

stets die Basis.<br />

Für Frühaufsteher gilt: Der frühe Vogel<br />

fängt den Wurm – oder in diesem Fall die<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

zillertal.at<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 157


Das Schloss A Pro beherbergt<br />

heute Ausstellungsräume<br />

für Kunst und Mineralien<br />

sowie ein Restaurant, das<br />

Traditionen kulinarisch lebt.<br />

HOCHGENUSS<br />

IM URNERLAND<br />

Das Schloss A Pro in Seedorf ist ein spätgotisches Juwel mit reicher<br />

Geschichte, malerischer Lage und kulinarischen Höhepunkten.<br />

Das Schloss A Pro in Seedorf ist<br />

eines der eindrucksvollsten<br />

spätgotischen Weiherhäuser der<br />

<strong>Schweiz</strong> und zählt zu den<br />

bedeutendsten baukulturellen Sehenswürdigkeiten<br />

im Kanton Uri. Bereits beim Verlassen<br />

des Seelisbergtunnels erblickt man es<br />

markant auf der rechten Seite – ein Wahrzeichen<br />

in einer der geschichtsträchtigsten<br />

Regionen des Landes.<br />

Erbaut wurde das Schloss zwischen 1555<br />

und 1558 von der Familie A Pro, die aus<br />

der Leventina stammt. Durch Militärunternehmungen<br />

gelangte die Familie zu Wohlstand<br />

und Ansehen. Hohe Würdenträger,<br />

darunter der deutsche König und der französische<br />

Kaiser, verliehen ihr das Amt des<br />

Landammanns. Die Anlage besticht durch<br />

eine wehrhafte Umfassungsmauer mit Zinnen,<br />

einen Wassergraben und einen idyllischen<br />

Schlossgarten. Ursprünglich war das<br />

Schloss nicht nur vom Wassergraben umgeben,<br />

sondern lag mitten in den Sümpfen<br />

des Reussdeltas.<br />

Im Inneren laden der prächtige Rittersaal,<br />

der grüne Saal mit seinen Malereien und<br />

Bildtafeln sowie eine kleine Kapelle im<br />

Turm zum Staunen ein. Aus der alten Tellskapelle<br />

stammen zudem wertvolle Ausstattungsstücke,<br />

die dem Schloss im 19. Jahrhundert<br />

hinzugefügt wurden.<br />

1959 erwarb der Kanton Uri das Schloss<br />

und restaurierte es in den 1960er- und<br />

1980er-Jahren umfassend. Heute ist es nicht<br />

nur ein Ort der Repräsentation und Kultur,<br />

sondern auch eine kulinarische Adresse:<br />

158<br />

falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


CLUB PROSPER MONTAGNÉ<br />

Das Restaurant im Schloss A Pro<br />

verwöhnt mit saisonalen,<br />

regionalen Produkten und<br />

modernisierter französischer<br />

Küche mit exotischen Akzenten.<br />

Seit 2009 kann man sich in der Schloss-<br />

Stube verwöhnen lassen – oder sich gar vor<br />

historischer Kulisse das Jawort geben.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />

GASTGEBER<br />

Das junge Duo Benjamin Günzler und<br />

Vanessa Bauman hat sich einen Traum<br />

erfüllt: Mit ihm in der Küche und ihr im<br />

Service setzen sie im Schloss A Pro ihre<br />

Vision von zeitgemässer Gastronomie um.<br />

Ihr Konzept überzeugt mit Kreativität<br />

und Leidenschaft – und wurde mit<br />

14 Gault-Millau-Punkten<br />

belohnt.<br />

Die Küche vereint saisonale<br />

und regionale Produkte<br />

mit modernisierter<br />

französischer Kochkunst<br />

und einem Hauch Exotik.<br />

Diese Mischung sorgt für<br />

raffinierte Gerichte, die<br />

Feinschmecker begeistern<br />

und das Schloss A Pro zu<br />

einer kulinarischen Top-<br />

Adresse machen.<br />

ANLASS DES CLUB<br />

PROSPER MONTAGNÉ DER<br />

AMBASSADE SUISSE CENTRALE<br />

Am 11. September 2022 wurden Vanessa<br />

Baumann, Benjamin Günzler und das<br />

Schloss A Pro bei strahlendem Wetter als<br />

professionelle Mitglieder in den renommierten<br />

Club Prosper Montagné aufgenommen.<br />

Die Gäste der feierlichen<br />

Zeremonie zeigten sich begeistert von der<br />

Leistung des jungen Gastgeberpaars.<br />

Zwei Jahre später, am 18. August 2024,<br />

kehrte der Club für ein Déjeuner Amical<br />

nach Seedorf zurück. Der Anlass war mit<br />

29 Teilnehmenden ausgebucht, darunter<br />

auch Mitglieder anderer <strong>Schweiz</strong>er<br />

Ambassaden. Viele, die bereits 2022 dabei<br />

waren, liessen sich erneut von der Küche<br />

und dem Service begeistern.<br />

Der Apéro fand im zweiten Obergeschoss<br />

des Schlosses statt, umgeben von<br />

den Kunstwerken der Museen Uri. Schon<br />

dort wurde lebhaft über das Essen und<br />

die Kunst diskutiert. Das anschliessende<br />

Fünf-Gang-Menü, in der typischen Handschrift<br />

von Benjamin Günzler, überzeugte<br />

durch Raffinesse und perfekt abgestimmte<br />

Abfolgen. Der Service glänzte mit Aufmerksamkeit,<br />

und jede Speise sowie der<br />

begleitende Wein wurden charmant vorgestellt.<br />

Die Begeisterung war gross, denn die<br />

Gastgeber erfüllten das Motto des Clubs –<br />

«On ne fait du bon, qu’avec du très bon» –<br />

nicht nur durch ihre exzellente Kulinarik,<br />

sondern auch durch ihre herzliche Gastfreundschaft.<br />

Ein Besuch im Schloss A Pro<br />

ist mehr als empfehlenswert. Statt vor dem<br />

Gotthard hungrig im Stau zu stehen, lohnt<br />

sich ein kulinarischer Zwischenhalt in Seedorf<br />

allemal.<br />

– Jean-Pierre Schaller<br />

Ambassadeur Suisse Centrale<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

club-prosper-montagne.ch<br />

MENÜ<br />

Amuse-Bouche<br />

Parmesanespuma mit Kartoffel<br />

***<br />

Waser Räucherlachs-Tatar<br />

***<br />

Weissweinsüppli<br />

Schlossgartenkräutermousse<br />

***<br />

Überraschungsgang<br />

von unseren Lernenden<br />

***<br />

Duett<br />

Rind & Lamm<br />

***<br />

Himbeer trifft Mango<br />

WEINBEGLEITUNG<br />

Lombardei<br />

Lugana Catulliano doc<br />

Pratello, 100 % Trebbiano<br />

Wallis<br />

Humagne blanc aoc<br />

Germanier Cave du Tunnel<br />

100 % Humagne blanc<br />

Südtirol<br />

Lagrein Burgum Novum Riserva doc<br />

2020<br />

Castelfeder, 100 % Lagrein<br />

Preis pro Person mit Weinbegleitung CHF 175,–<br />

Preis pro Person ohne Weinbegleitung CHF 140,–<br />

feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 159


Herausgeberin<br />

ANGELIKA<br />

ROSAM<br />

LIFESTYLE<br />

STATEMENT PIECES<br />

EIN GLASKLARER<br />

FALL VON FARBEN-<br />

FROHEM CHIC<br />

Die Marke Reflections Copenhagen<br />

ist bekannt für ihre gewagten und<br />

zugleich markanten Kreationen.<br />

Die «Laguna»-Kerzenständer bilden da<br />

keine Ausnahme. Handgefertigt aus edlem<br />

Kristallglas, kann man die aussergewöhnlichen<br />

Stücke schon fast als Kunstobjekt<br />

bezeichnen. Die unterschiedlichen Farbtöne<br />

kreieren bei Lichteinfall ein ganz<br />

besonderes Schauspiel.<br />

shopmohd.com<br />

Jetzt anmelden –<br />

Wöchentlich aktuelle Nachrichten<br />

go.falstaff.com/newsletter<br />

FANGFRISCH<br />

Der Entwurf für die ovale Terrine «Poisson»<br />

stammt aus den Archiven der Manufacture<br />

de Digoin und vereint Tradition mit Moderne.<br />

Die Terrine eignet sich zum Zubereiten,<br />

Garen und Aufbewahren von Pasteten,<br />

Fisch etc. Jedes Stück ist ein Unikat, wird<br />

handgefertigt und macht bereits beim<br />

Hinsehen Appetit! latresorerie.fr<br />

VERSPIELT<br />

Auf der mattweissen Oberfläche der<br />

von Hand hergestellten Vase von<br />

Completedworks kommen die hinreissenden,<br />

mit Kunstperlen verzierten Schleifchen<br />

besonders gut zur Geltung. Ein wahrhaft<br />

aussergewöhnliches Interior-Piece mit<br />

Eyecatcher-Potenzial, das jeden Raum<br />

aufwertet. completedworks.com<br />

DRINK FOR TWO<br />

Äusserst lässig wirken die Weingläser<br />

«Yara» von Oliver Bonas und punkten<br />

durch ihre skulpturalen Formen in Verbindung<br />

mit frischen Farbtönen. Die idealen<br />

Begleiter für ein «dîner à deux» oder für<br />

eine grössere Gesellschaft.<br />

oliverbonas.com<br />

160 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NOTIZEN<br />

WENN DAS LEBEN DIR ZITRONEN GIBT …<br />

Mediterranes Flair nach<br />

Hause bringen … Mit der<br />

stylishen Zitruspresse<br />

«Blu Mediterraneo» von<br />

Smeg x Dolce&Gabbana<br />

wird jeder Handgriff zum<br />

reinsten Vergnügen. Der<br />

leistungsstarke Presskegel<br />

sorgt im Nu für<br />

köstlich frischen Saft.<br />

Das extravagante Design<br />

macht die Presse zum<br />

Highlight in jeder Küche.<br />

Typisch Dolce eben …<br />

smegstore.ch<br />

FLOWER-POWER<br />

Die Holzlöffel mit dem klingenden Namen<br />

«Serving Friends» von Dusen Dusen x<br />

Areaware bringen eine gehörige Portion<br />

Charme und Freude auf jede Tafel. Sie<br />

bestehen aus Buchenholz und begeistern<br />

dank ihrer speziellen Formgebung. Der<br />

Sommersalat kann kommen!<br />

revolve.com<br />

DUFT-POESIE<br />

PRETTY IN NUDE<br />

Minimalistische Optik, die an eine<br />

Wasserflasche erinnert, und praktische<br />

Leistungsfähigkeit zeichnen die Salzund<br />

Peffermühle «Bottle Grinder»<br />

von Audo Copenhagen aus. Dank des<br />

Up side-down-Designs bleiben die<br />

Gewürze bei Nichtbenutzung sicher im<br />

Inneren der Gefässe verstaut. Im pastelligen<br />

Rosé lieben wir sie besonders!<br />

connox.ch<br />

FARBTUPFER<br />

Kaum zu glauben, aber diese dekorative<br />

Vase von Villa Collection besteht komplett<br />

aus Papierschnur. Das natürliche,<br />

starke und vor allem haltbare Material<br />

wird aus gedrehten Papierstreifen<br />

gewonnen. Die fröhliche Farbkomposition<br />

sorgt für gute Laune und Inselfeeling pur.<br />

slowood-interior.ch<br />

Fotos: beigestellt<br />

Im Siebdruck des Duftverteilers<br />

«Côte d’Azur»<br />

finden sich die mythische<br />

Promenade des Anglais,<br />

architektonische Elemente<br />

der Stadt Menton sowie<br />

Saint-Tropez und vieles<br />

mehr. Olfaktorisch betören<br />

Noten von Moschus, Zitrone<br />

und Meersalz. Das ideale<br />

Geschenk für verwöhnte<br />

Duft-Aficionados.<br />

eu.baobabcollection.com<br />

FRÜHLINGSBOTE<br />

Noch nie wurde ein Stück Butter besser in<br />

Szene gesetzt. Das «Everything Nice Butter<br />

Dish» der französisch- amerikanischen<br />

Designerin Sophie Lou Jacobsen mit<br />

kokett gewellter Schale in trendigem<br />

Grün und Deckel mit rundem Knopf ist<br />

Eyecatcher und Frühlingsbote zugleich.<br />

areaware.com<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

161


lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />

Das Jahr <strong>2025</strong> bringt auf den<br />

Tisch, was in der Küchenwelt<br />

schon länger vor sich hin brodelt:<br />

Die Küchen von heute vereinen<br />

natürliche Ästhetik mit hochmoderner<br />

Funktionalität – und<br />

sind wohnlicher, natürlicher,<br />

nachhaltiger und intelligenter<br />

als je zuvor. TEXT CHRISTINA HORN<br />

CUISINES<br />

HAU T E S<br />

Fotos: beigestellt<br />

162 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


SieMatic<br />

Runde, ergonomische Formen<br />

liegen <strong>2025</strong> im Trend. Umgesetzt<br />

wird dies meist bei Kücheninseln,<br />

die so weicher in den Raum stehen –<br />

etwa die «SieMatic SG6» mit ihren<br />

elegant gerundeten Elementen.<br />

siematic.com<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

163


lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />

Die Zeiten, in denen Küchen in<br />

separaten Räumen untergebracht<br />

wurden, sind längst<br />

vorbei. Was sich <strong>2025</strong><br />

verstärkt zeigt, ist, dass<br />

Küchen als Teil des Wohn- und Essbereichs<br />

dort fast gar nicht mehr als externes<br />

Element wahrgenommen werden. «Die<br />

Küche wird in der Linienführung als Teil<br />

des integrierten Gesamtkonzepts gesehen»,<br />

erklärt Martin Wetscher, Geschäftsführer<br />

des Einrichtungs- und Planungshauses<br />

Wetscher. Materialien, Wandfarben oder<br />

-vertäfelungen werden auf Arbeitsoberflächen,<br />

Kästen und Schränken weitergeführt,<br />

man geht also «mit der Materialität in die<br />

Küche hinein». So entsteht eine homogene<br />

und wohnlichere Optik. Ganz in diesem<br />

Sinne verabschiedet man sich <strong>2025</strong> zudem<br />

von Griffen, ergänzt Marlies Schaden-Spätauf,<br />

Co-Geschäftsführerin bei SPÄTAUF:<br />

«Der Wunsch nach Griffen ist eigentlich<br />

nicht mehr da, das Unsichtbare ist ein<br />

optisches Highlight.» Stattdessen liegen<br />

Schränke mit «Pocketsystem» im Trend.<br />

Diese Einschubtüren verstecken das Chaos<br />

des Kochalltags von der Siebträgermaschine<br />

bis zum Toaster. Zu sehen ist dies unter<br />

anderem bei der «echt.zeit evo» von TEAM<br />

7, die auf durchlaufende Fronten setzt.<br />

«Weil die Frontfugen zu einem harmonischen<br />

Ganzen verschmelzen, entsteht der<br />

Eindruck, dass es sich bei der Küche um ein<br />

einziges imposantes Möbelstück handelt»,<br />

beschreibt Georg Emprechtinger, geschäftsführender<br />

Eigentümer von TEAM 7, das<br />

Modell. Wer dennoch nicht auf Griffe<br />

verzichten will, findet diese etwa in den<br />

Küchen von LEICHT, ergänzt Christina<br />

Cerny, Geschäftsleitung der ALLES-KÜ-<br />

CHE-Studios: «Diese bieten Details wie<br />

strukturgebende, flächenbündige Griffe als<br />

Poliform<br />

Dass natürliche Materialien und<br />

glatte, grifflose Pocketschränke<br />

dieses Jahr die Optik der Küchen<br />

dominieren, zeigt sich in Modellen<br />

wie der «Artex Pro» von Poliform –<br />

inklusive konischer Snackbar.<br />

poliform.it<br />

Ergänzung zu grifflosen Elementen.»<br />

Küchen inseln wiederum stellen <strong>2025</strong><br />

vermehrt runde Elemente zur Schau, ob<br />

nun ergonomisch geformt, halbrund oder<br />

viertelrund. «Smartere Kurven und<br />

abgeschrägte Arbeitsplatten liegen im<br />

Trend – etwa eine runde Platte in<br />

Kombina tion mit ovalen Formen», so<br />

Schaden-Spätauf.<br />

Aus dem Hang zu mehr Wohnlichkeit<br />

hat sich ausserdem die Zweitküche<br />

entwickelt, sagt Martin Wetscher: «Sei es<br />

nun eine Nische mit Schiebetür oder eine<br />

grössere Küche als die sichtbare. Man<br />

Fotos: beigestellt<br />

164 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


könnte sagen: Es ist die Renaissance der<br />

Speis!» Die bestehende Küche ist dabei<br />

repräsentativer Ort, die «Hinterküche»<br />

desi gnierter Arbeits- und Abstellbereich.<br />

Während also hinten die Erdäpfel kochen,<br />

wartet vorne eine aufgeräumte, geruchlose<br />

Insel. Auch in den ALLES-KÜCHE-Studios<br />

bemerkt man eine steigende Nachfrage<br />

nach neuen Raum-in-Raum-Lösungen mit<br />

LEICHT-Modellen. Wer keinen Raum für<br />

eine Zweitküche besitzt, setzt <strong>2025</strong> auf<br />

technische Neuheiten, die akustische und<br />

olfaktorische Störelemente effektiv reduzieren<br />

– darunter direkt in die Herdplatte<br />

integrierte Dunstabzüge, etwa von Miele.<br />

Le Creuset<br />

Gedeckte, natürliche Farben dominieren<br />

nicht nur in der Küche,<br />

auch das Geschirr passt sich diesem<br />

Trend nahtlos an. Die «Sea<br />

Salt»-Kollektion von Le Creuset<br />

in sanftem Blaugrün steht für die<br />

sanfte Eleganz des Meeres und<br />

bringt ein Gefühl von Ruhe in jeden<br />

Essbereich. lecreuset.ch<br />

GANZ SCHÖN DEZENT<br />

Trotz der Farbvielfalt dominieren dieses<br />

Jahr gedeckte Nuancen wie Beige, Hellgrau,<br />

Oliv oder Mokka den Markt. «Wir sehen<br />

dezente Farbtöne, oft in Kombination mit<br />

natürlichen Materialien», so Marlies<br />

Schaden-Spätauf. Dunkle Holzoberflächen<br />

wie Nuss oder Eiche, Zement, Granit ><br />

Steininger<br />

Fast kunstvoll präsentiert sich<br />

der puristische, geometrisch<br />

formvollendete Küchenblock von<br />

Steininger: «FOLD» zieht, gefertigt<br />

aus schwarzem Messing, in jedem<br />

Wohnraum die Blicke subtil auf sich.<br />

steiningerdesigners.com<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

165


lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />

V-Zug<br />

Der Combi-Steamer V6000 45L<br />

Grand von V-ZUG kombiniert<br />

Dämpfen mit perfekt verteilter<br />

Heissluft und einem vollflächigen<br />

Grill – ideal für voluminöse<br />

Speisen oder mehrere Gerichte<br />

gleichzeitig. Sein elegantes Design<br />

ist wahlweise mit diskretem Aluminiumgriff<br />

oder als griffloses<br />

Modell mit AutoDoor-Funktion<br />

erhältlich.<br />

vzug.com<br />

vorrangig Platten aus Naturstein wie dem<br />

Osttiroler schiefergrünen «Alpengrün»<br />

sowie innovative, kreislauf fähige Materialien,<br />

darunter «ALPINOVA»-Platten aus<br />

zerkleinertem Naturstein und recycelten<br />

Materialien.<br />

Neben Natursteinen haben Metalle <strong>2025</strong><br />

ihren Glanzauftritt. Vor allem Messing und<br />

Kupfer – ob gebürstet oder gehämmert –<br />

fungieren als gezielter Blickfang. «Es gibt<br />

nach wie vor diese metallischen Ausführungen,<br />

nicht nur in den Armaturen und<br />

Beschlägen, sondern auch bei Geräten»,<br />

meint Marlies Schaden-Spätauf von<br />

SPÄTAUF. Besonders elegant sind Ausführungen<br />

in Beige und Champagner, als<br />

«Evergreen» fungiert schwarzer metallischer<br />

Lack, wie man ihn bei Poliform sieht.<br />

><br />

Miele<br />

In Sachen Geräte sieht<br />

das Jahr <strong>2025</strong> vermehrt<br />

Induktionskochfelder mit<br />

integriertem Dunstabzug –<br />

dazu gibt es eigenes Koch -<br />

geschirr aus Edelstahl<br />

mit gezieltem Dampfablass.<br />

miele.ch<br />

Fotos: beigestellt<br />

><br />

oder diverse Marmor- und Steinarten<br />

sind dabei ebenso gern gesehen wie Fronten<br />

mit Rillenoptik – es regiert also die<br />

Abwechslung, bestätigt Martin Steininger<br />

von Steininger Designers: «Edle Materialien<br />

wie Messing, Beton und Aluminium prägen<br />

das Design. Jedes Projekt wird zum Unikat,<br />

das Stil, Funktionalität und den individuellen<br />

Anspruch perfekt vereint.» Das<br />

bestätigt auch Josef Weinhofer von der<br />

Wohnerei, die sich auf internationale<br />

Designmarken wie Poggenpohl spezialisiert<br />

hat: «Das Angebot an Materialien wird<br />

immer vielfältiger, der Fantasie bei Materialien,<br />

Hölzern und Farben sind kaum mehr<br />

Grenzen gesetzt. Durch die Computertechnik<br />

ist praktisch auch jedes Wunschmass<br />

ohne grosse Auf preise möglich.» Vor allem<br />

gilt es aber, auf hochwertige Stoffe zurückzugreifen,<br />

die noch lange nutzbar sind, wie<br />

Johannes Artmayr, Geschäftsführer des<br />

führenden Steinspezialisten STRASSER<br />

Steine, anmerkt: «<strong>2025</strong> steht ganz im<br />

Zeichen von Nachhaltigkeit, Regionalität<br />

sowie Natur farbtönen.» Highlights dieses<br />

Jahres sind, so der Geschäftsführer,<br />

166 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


SaphirMatt mit<br />

kratzfester Oberfläche<br />

Keine Fingerabdrücke, einfach zu reinigen und bis zu 4-mal<br />

widerstandsfähiger gegen Kratzer*. Das Induktionskochfeld<br />

SaphirMatt besticht durch Funktionalität und Eleganz.<br />

For better living. Designed in Sweden.<br />

* Basierend auf einem internen Test, im Vergleich zu unserer Standard-Kochfeldoberfläche<br />

ohne spezielle Behandlung oder Beschichtung.


lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />

RUND UM DIE GERÄTE<br />

Hinsichtlich der Küchengeräte stehen<br />

Unauf fälligkeit, Effizienz und Benutzer:innen<br />

freundlichkeit nach wie vor an oberster<br />

Stelle. So setzen Induktionsplatten ihren<br />

Siegeszug fort, wie Andreas Enslin von<br />

Miele erzählt: «Wir ergänzen unsere<br />

Jubiläumseinbaugeräte mit neuen Induktionskochfeldern,<br />

die eine besonders<br />

kratzbeständige Glaskeramikoberfläche<br />

haben.» Technologien wie «Slide & Hide»<br />

von NEFF, bei der die geöffnete Backofentür<br />

unter dem Gerät verschwindet, zeigen<br />

zudem auf, dass die Küche funktionaler<br />

denn je wird. Auch KI hat, nicht nur in der<br />

Fertigung der Geräte, Eingang in die Küche<br />

gefunden und ermöglicht dort anspruchsvollere<br />

Anwendungen, weiss der Leiter des<br />

Miele Design Centers zu berichten: «Unser<br />

Backofen etwa kann mithilfe einer eingebauten<br />

Kamera erkennen, welches Lebensmittel<br />

eingeschoben wurde oder welchen<br />

Gargrad ein Gericht erreicht hat.» Moderne<br />

Geräte, etwa von AEG oder Miele,<br />

trumpfen durchwegs mit Touch-Displays<br />

Poggenpohl<br />

Poggenpohl setzt bei «Beauphoria»<br />

auf zwei neue Frontkonzepte in den<br />

Trendfarben <strong>2025</strong> – dunkle Eiche<br />

mit Aluminium und schwarzem<br />

Stahl oder helle Eiche mit<br />

champagnerfarbenem Metall<br />

und sandfarbener Keramik.<br />

poggenpohl.com<br />

Electrolux<br />

Induktionskochfelder sind aus der<br />

modernen Küchenausstattung nicht<br />

mehr wegzudenken. Mit der «Saphir-<br />

Matt» Linie geht Electrolux noch einen<br />

Schritt weiter: Die strukturierte Oberflächenbeschaffenheit<br />

ist bis zu viermal<br />

resistenter gegen Kratzer als<br />

herkömmliche Glaskeramik.<br />

electrolux.ch<br />

auf, während App-Koppelungen bei der<br />

Zubereitung komplexer Gerichte unterstützen.<br />

BORA etwa hat eigens hierfür die<br />

«JOY App» konzipiert, welche die Steuerung<br />

und Automatisierung des «X BO»-<br />

Profi-Dampfbackofens vereinfacht. Zudem<br />

lassen sich der Strom- und der Wasserverbrauch<br />

der Geräte einfacher denn je<br />

überwachen, so Andreas Enslin zum Thema<br />

Nachhaltigkeit: «Das gilt für einzelne<br />

Programme inklusive Informationen über<br />

Durchschnittswerte, Tipps für eine effizientere<br />

Verwendung und Analysen dazu, wie<br />

ein angepasstes Nutzungsverhalten die<br />

persönliche Ökobilanz verbessert und<br />

Kosten spart.»<br />

Die Küche hält <strong>2025</strong> also keine völligen<br />

Überraschungen bereit. Wohl aber werden<br />

bereits bestehende Entwicklungen, die dazu<br />

beitragen, dass der Bereich, in dem wir<br />

kochen, wohnlicher, nachhaltiger und<br />

vielfältiger als zuvor wird, zielstrebig<br />

weitergeführt. <<br />

Fotos: beigestellt<br />

168 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


KITCHEN<br />

INTERIOR DESIGN<br />

ARCHITECTURE<br />

Showrooms<br />

St. Martin – Linz – Vienna – Hamburg<br />

www.steiningerdesigners.com<br />

KITCHEN FOLD<br />

black steel<br />

Maybe<br />

no kitchen<br />

at all


gourmet / UHREN-KOLUMNE<br />

DER REBELL<br />

Er tickt anders als alle anderen: Ludwig<br />

Oechslin, Tüftler mit Kultstatus, macht<br />

Uhrenbau zum Denksport. Seine Devise:<br />

mehr Hirnschmalz, weniger Zahnrädchen.<br />

Unverwechselbar:<br />

Ludwig Oechslin<br />

sucht die maximale<br />

Funktionalität<br />

bei minimalem<br />

Materialaufwand.<br />

Der Test ist für viele Marken<br />

beschämend brutal. Und er<br />

geht so: Man nehme eine Uhr,<br />

verdecke das Logo mit dem<br />

Finger und schaue, ob man<br />

die Herstellermarke dennoch erkennen<br />

würde. Sehr häufig ist das nicht der Fall.<br />

Bei Uhren der Marke Ochs und Junior<br />

muss man das Logo auf dem Zifferblatt<br />

gar nicht erst abdecken – es gibt keines.<br />

Und trotzdem erkennt man die Uhren problemlos<br />

von Weitem. Denn sie atmen unverkennbar<br />

den Geist ihres Schöpfers: Ludwig<br />

Oechslin.<br />

Ludwig Oechslin ist ein Mann, der konsequent<br />

anders an die Uhr herangeht als<br />

alle anderen. Sein Markenzeichen ist die<br />

radikale Vereinfachung der mechanischen<br />

Komplikation.<br />

Luxusmarken prahlen gerne mit den vielen<br />

Teilen, die im Werk ihrer Uhren verbaut<br />

sind. Denn die übliche Formel in der Haute<br />

Horlogerie geht so: Mehr Teile gleich mehr<br />

Komplexität gleich mehr Luxus gleich ein<br />

höherer Preis. Als einsamer Rebell hält<br />

Fotos: Marcus Krueger Hamburg, beigestellt<br />

170 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


BESTSELLERVERDÄCHTIG<br />

MISS PIGGY BEI ORIS<br />

Im Jahr 2023 packte die Marke Oris die<br />

Muppet-Figur Kermit in eine Uhr und<br />

schuf damit einen Bestseller. Immer am<br />

ersten des Monats lacht der Frosch den<br />

Betrachter aus dem Datumsfenster an.<br />

Jetzt ist Miss Piggy an der Reihe – wiederum<br />

recht diskret: Man muss die Uhr<br />

umdrehen und kann sie dann durch ein<br />

rundes Fensterchen auf der Schwungmasse<br />

sehen. Das Zifferblatt ist pink,<br />

ein Baguette-Diamant markiert 12 Uhr,<br />

das Pro-Pilot-Gehäuse kommt im<br />

34-Millimeter-Format daher und erstmals<br />

in Stahl statt wie üblich in Titan.<br />

PIERRE-ANDRÉ<br />

SCHMITT<br />

schreibt seit mehr als<br />

20 Jahren über Uhren. Sie<br />

sind für ihn Kulturobjekt, stehen<br />

für Leidenschaft, Technik,<br />

Design. Und für Kunst.<br />

NOTIZEN<br />

Oechslin dagegen. Er sucht die maximale<br />

Funktionalität bei minimalem Materialaufwand<br />

und will deshalb mit möglichst wenig<br />

Komponenten auskommen. Das brauche zu<br />

Beginn mehr Hirnschmalz, sagt er, dafür<br />

weniger Arbeit bei der Produktion.<br />

Paradebeispiel ist die Uhr, die Oechslin<br />

für das Musée International d’Horlogerie<br />

(MIH) konzipiert hat, dessen Leiter er<br />

damals war. Es ist ein Jahreskalender, also<br />

ein Zeitmesser, der stets das richtige<br />

Datum anzeigt. Nur einmal im Jahr, am<br />

1. März, ist eine Korrektur nötig. Normalerweise<br />

werden für eine solche Funktion<br />

30 bis 40 Teile eingesetzt – Ludwig Oechslin<br />

schaffte es dank seiner smarten Konstruktion<br />

mit neun.<br />

So ging es weiter: Für seine Marke Ochs<br />

und Junior, vollständig in Familienbesitz,<br />

baute er eine ganze Reihe von «unkomplizierten<br />

Komplikationen» , einen Ewigen<br />

Kalender zum Beispiel. Ewige Kalender<br />

wissen stets, ob ein Monat 28, 29, 30 oder<br />

31 Tage hat – auch im Schaltjahr. Die<br />

Oechslin-Lösung basiert auf dem Ulysse-<br />

Nardin-Basiskaliber UN-118, nötig<br />

sind lediglich 9 zusätzliche Teile, 3 weitere<br />

werden modifiziert.<br />

Technisch nicht weniger ausgeklügelt ist<br />

das Modell Luna Sole. Es zeigt neben der<br />

Zeit auch die Sonne, die Mondphase und<br />

die Position des Mondes im Verhältnis zu<br />

Erde und Sonne an. Das wird mit nur gerade<br />

sechs Modulteilchen bewerkstelligt, einschliesslich<br />

des Zifferblattes. Noch ein Beispiel?<br />

Das Modell Tag/Nacht zeigt Sonnenauf-<br />

und -untergang an, den eigentlichen<br />

Sonnenmittag, die Mondphase sowie die<br />

Position von Mond und Sonne am Himmel.<br />

Dazu reichten gerade 13 Teile, wiederum<br />

inklusive Zifferblatt.<br />

Oechslin, der Altertumswissenschaften<br />

studierte und sich parallel dazu zum Uhrmacher<br />

ausbilden liess, setzt bei seinen<br />

Uhren auf ein sehr puristisches Design –<br />

mitunter roh bis fast brutalistisch. Das<br />

passt bestens zu ihm: Ein Rebell braucht<br />

keine Schnörkel. <<br />

PILOTEN-OMEGA<br />

1969 überflog erstmals eine Concorde<br />

den Atlantik. Am Steuerknüppel sass<br />

Kapitän John Hackett – am Handgelenk<br />

seine Omega. Daran knüpft die neue<br />

Omega Speedmaster Pilot an, die mit<br />

ihrem mattschwarzen Zifferblatt und<br />

den zwei Hilfszifferblättern auffällt.<br />

Rechts ein 60-Minuten- und 12-Stunden-Zähler,<br />

links die kleine Sekundenanzeige.<br />

Sie erinnert mit ihrem mattgelb<br />

lackierten Zeiger und einem künstlichen<br />

Horizont in Blau an die Ziel-/Sicht-Anzeige<br />

in einem Cockpit.<br />

GEBURTSTAGSTICKER<br />

Ihr 270-Jahre-Jubiläum eröffnet die Marke<br />

Vacheron Constantin mit der Neuauflage<br />

einer legendären Uhr: 1977 gab es zum<br />

damals 222-jährigen Bestehen eine sportlich-schicke<br />

Uhr, entworfen vom<br />

Jorg Hysek, welche schlichte Eleganz<br />

mit robuster Modernität<br />

kombinierte, ganz im Design-Zeitgeist<br />

der Seventies. Sammler<br />

nannten sie «Jumbo», jetzt<br />

lebt sie unter dem Namen<br />

Historiques 222 wieder auf.<br />

Das ikonische Design wurde<br />

beibehalten, als Werk wird das<br />

neue Kaliber 2455/2 eingesetzt.<br />

Und wie beim Original gibt es auf<br />

dem Gehäuse bei fünf Uhr das<br />

Kennzeichen der Marke, ein<br />

Malteserkeuz in Gelbgold.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

171


Chefredakteur<br />

CHRISTOPH<br />

SCHWARZ<br />

REISE<br />

ZWISCHEN LUXUS<br />

UND DER HEILENDEN<br />

KRAFT DER INSEL<br />

Das Luxus-Resort «Bahia del Duque» auf<br />

Teneriffa, der Insel des ewigen Frühlings,<br />

hat sich einem neuen, ganzheitlichen Wellnesskonzept<br />

verschrieben, das auf der heilenden<br />

Kraft der reichhaltigen Natur der Insel basiert. Von<br />

Yoga bis zur Thalassotherapie: Das Programm ist<br />

auf die Jahreszeiten abgestimmt. Der Luxus kommt<br />

bei alldem nicht zu kurz – ein Highlight sind die<br />

40 auf Vulkanstein erbauten Villen.<br />

thetaishotels.com/bahia-del-duque<br />

SPANIEN<br />

AM WEISSEN<br />

SANDSTRAND<br />

ANDALUSIENS<br />

Am makellosen weissen Sandstrand an<br />

der Südküste Spaniens liegt das neue<br />

«Oku Andalusia». Das Hotel, das im Sommer<br />

dieses Jahres seine Pforten öffnet,<br />

verspricht «lässigen Luxus». In den terrassenförmig<br />

angelegten Infinitypools reicht<br />

der Blick bis hinüber nach Afrika. Und<br />

wer absolute Ruhe bevorzugt, der findet<br />

sie im 2000 Quadratmeter grossen Spa<br />

mit Innenpool, Dampfbad, Sauna und<br />

Meditationshof.<br />

okuhotels.com<br />

172 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


NOTIZEN<br />

KREUZFAHRT<br />

ERKUNDUNGSTOUR<br />

IN DIE ARKTIS<br />

Im Mai legt die «MS Polarfront» zu<br />

einer Premiere ab: Vom norwegischen<br />

Svalbard-Archipel aus geht es auf<br />

der «Como Journey» in die Arktis.<br />

Eisbären, Schwertwale und majestätische<br />

Eisberge: Die faszinierende<br />

Polarwelt erkunden die Reisenden<br />

mit dem Emmy-nominierten Regisseur<br />

und National-Geographic-Fotograf<br />

Andy Mann.<br />

comohotels.de<br />

START FÜR SCHWEIZER<br />

LUXUS-HIDEAWAY «BELAROSA»<br />

Ende des Vorjahres hat das «BelArosa» in<br />

der namensgebenden <strong>Schweiz</strong>er Gemeinde<br />

Arosa eröffnet – und freut sich über<br />

regen Andrang. Das neue Konzept: Traditionelle<br />

Bündner Baukunst verbindet sich in<br />

den Chalets mit modernem Komfort und<br />

diskretem Fünf-Sterne-Luxus.<br />

belarosa.ch<br />

USA<br />

NEUES IM HERZEN<br />

VON PALM BEACH<br />

Fotos: COMO Hotels and Resorts / manolo yllera, Veit Fritz, Shutterstock, Getty Images, beigestellt<br />

NEUE TECHNOLOGIE<br />

AUSTRIAN FLIEGT<br />

MIT HAIFISCHHAUT<br />

Die erste Boeing 777-200ER von Austrian<br />

Airlines, die mit «AeroSHARK»-Oberflächentechnologie<br />

ausgestattet wurde, hat ihren<br />

Erstflug abgeschlossen. Der durch die Folie<br />

verringerte Reibungswiderstand wird den<br />

CO 2<br />

-Ausstoss und den Treibstoffverbrauch<br />

verringern. Pro Flug wird der Treibstoffverbrauch<br />

so um ein Prozent gesenkt. Jährlich<br />

sind das bis zu 2650 Tonnen Treibstoff und<br />

über 8300 Tonnen CO 2<br />

. Insgesamt werden<br />

vier Maschinen mit Haifischhaut beklebt.<br />

Die «Oetker Collection» wagt den Sprung in<br />

die USA: «The Vineta Hotel» eröffnet im<br />

Frühjahr im Herzen von Palm Beach. Es<br />

liegt zwei Blocks von der legendären Worth<br />

Avenue und nur wenige Minuten vom<br />

Strand entfernt. Das ikonische Gebäude<br />

wurde vom renommierten Innenarchitekten<br />

Tino Zervudachi neu gestaltet.<br />

oetkercollection.com<br />

WIEN FEIERT DEN WALZERKÖNIG<br />

IN «STRAUSS UND BRAUS»<br />

Johann Strauss (Sohn) feiert dieses Jahr<br />

seinen 200. Geburtstag – und seine Heimatstadt<br />

Wien feiert mit. Ein ganzes Jahr<br />

lang wartet auf die Besucher ein umfangreiches<br />

Programm zwischen Klassik und<br />

Moderne. Jede Woche gibt es eine neue<br />

Premiere – und das auch an unerwarteten<br />

Spielstätten wie dem Zentralfriedhof.<br />

johannstrauss<strong>2025</strong>.at<br />

ALLES NEU IM «PARK-HOTEL»<br />

Das «Brenners Park-Hotel & Spa» Baden-<br />

Baden erlebt die grösste Verwandlung seit<br />

seiner Eröffnung vor 150 Jahren: Alles,<br />

was den historischen Geist des Hauses<br />

ausmacht, wurde restauriert und auf den<br />

neuesten technischen Stand gebracht. Ab<br />

Frühsommer ist geöffnet. brenners.com<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

173


eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />

BOOMTOWN<br />

FÜR FOODIES<br />

Foto: Shutterstock / Ashraf Jandali<br />

174 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Dubai ist bekannt für grossen Luxus,<br />

futuristische Architektur und ein<br />

lebhaftes Stadtleben. Die pulsierende<br />

Metropole am persischen Golf hat<br />

sich in den letzten Jahren auch zu<br />

einer aufregenden Destination für<br />

anspruchsvolle Geniesser entwickelt.<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

175


eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />

Das im Frühling 2024 eröffnete «The Lana<br />

Dubai» gehört zu The Dorchester<br />

Collection. Der Pool bietet einen<br />

spektakulären Blick auf die Skyline.<br />

FREITAG<br />

Trend-Schokolade per<br />

Delivery, ein Besuch bei<br />

Madame Pic, eine<br />

Food‐Tour in der Mall<br />

und ein Secret Dinner<br />

voller Überraschungen:<br />

Wir tauchen ein in die<br />

Food-Metropole.<br />

Superlative sind in Dubai allgegenwär -<br />

tig – und oft angebracht. So auch beim<br />

noch jungen Fünf-Sterne-Hotel «The<br />

Lana Dubai» von The Dorchester Collection.<br />

Hier wird Luxus auf elegante Weise gelebt.<br />

Die verbauten Materialien sind erstklassig,<br />

genauso die hoteleigenen Restaurants und<br />

die Lage – vom Infinitypool auf dem Dach<br />

geniesst man freien Blick auf die Wolkenkratzer<br />

der Innenstadt – samt Burj Khalifa.<br />

Natürlich lässt auch der Service hier keine<br />

Im Time Out Market Dubai hat man<br />

hier die Qual der Wahl zwischen 17<br />

regionalen Restaurants und drei Bars.<br />

Chef Kuv (im Kreis) betreibt einen der<br />

ersten Supper Clubs der Stadt.<br />

Wünsche offen. Wie alle Food-affinen Besucher<br />

Dubais interessieren wir uns für die<br />

angesagte Dubai-Schokolade. Die Originalversion<br />

von Fix kann nur zweimal am Tag<br />

online bestellt werden und wird dann exklusiv<br />

in der Stadt ausgeliefert. Wir versuchen<br />

unser Glück mithilfe des Concierges. Ein<br />

Pokerspiel bleibt das Ganze aber auch dann.<br />

Zum Mittagessen lassen<br />

wir uns zum Hotel<br />

«One Za’abeel»<br />

fahren, wo sich in der «The Link» genannten,<br />

riesigen Verbindungsbrücke der beiden<br />

Hoteltürme ganze sechs Restaurants befinden.<br />

Das exklusivste ist «La Dame de Pic»<br />

der französischen Drei-Sterne-Köchin Anne-<br />

Sophie Pic. Lange nicht alle Dependancen<br />

von Sterneköchen auf der Welt sind empfehlenswert,<br />

in Dubai aber ist deren Niveau<br />

beachtenswert – so auch bei Madame Pic.<br />

Das makellose Handwerk ist das eine – und<br />

auch die Produktqualität begeistert auf<br />

ganzer Linie.<br />

Bevor wir am Pool im Hotel ausspannen,<br />

machen wir einen Abstecher<br />

zur Dubai Mall. Ein Besuch<br />

lohnt sich nicht nur für eine Shoppingtour,<br />

auch das Essensangebot<br />

ist vielseitig und authentisch. Der<br />

stadtbekannte Food-Tour-Anbieter<br />

«Frying Pan Adventures» bietet seit<br />

einiger Zeit gar eine Tour in der<br />

Mall an. In Laufdistanz befindet sich<br />

zudem der «Time Out Market» – eine<br />

Food-Halle mit Angeboten von 17 lokalen<br />

Restaurants und drei Bars, erbaut nach dem<br />

gleichnamigen Vorbild in Lissabon.<br />

Am Abend lassen wir uns überraschen:<br />

Wir haben «Kuv’s Secret Supper Club»<br />

gebucht. Der charismatische und begnadete<br />

Chef Kuv bewirtet in einem Privathaus und<br />

serviert jeweils ein Menü. Den Tisch teilt<br />

man mit Fremden und kommt so schnell ins<br />

Gespräch – mit Touristen und vor allem<br />

Residents. Ein echtes Dubai-Highlight.<br />

><br />

Fotos: beigestellt, Alex jeffries, groupePIC, mauritius images / Alamy Stock Photos / John Kellerman<br />

176 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Das höchste Gebäude der Welt,<br />

der Burj Khalifa, prägt die<br />

Skyline der Stadt.<br />

Viele Topköche sind in Dubai<br />

präsent: So auch Anne-Sophie<br />

Pic im The Link des Hotels<br />

«One Za’abeel».<br />

Die Dubai Mall ist nicht nur<br />

Shoppingparadies – hier gibt<br />

es auch für Geniesser viel zu<br />

entdecken.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

177


eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />

Der junge indische Koch<br />

Himanshu Saini stammt<br />

aus Delhi. Sein Zwei-<br />

Sterne-Restaurant «Trèsind<br />

Studio» gehört zu den<br />

besten Lokalen in Dubai.<br />

Gehört zum Lifestyle in Dubai: Das Ausspannen am Strand.<br />

Das Stadtviertel La Mer Beach in Jumeirah ist allen<br />

zugänglich. Doch auch Beachclubs sind hier nicht weit.<br />

Im «Trèsind Studio» (l.) wird indische<br />

Küche in 17 Gängen serviert.<br />

SAMSTAG<br />

Wir leben den Schmelztiegel, essen am<br />

Morgen europäisch, zu Mittag levantinisch und<br />

am Abend indisch auf Zwei-Sterne-Niveau.<br />

Das «The Lana Dubai» befindet sich<br />

neben einer kleinen Marina, wo einige<br />

Luxusjachten liegen. Wenn es in<br />

den Wintermonaten etwas kühler ist, lohnt es<br />

sich, auf der Terrasse des «Riviera by Jean<br />

Imbert» fürs Frühstück Platz zu nehmen.<br />

Hier ist man stolz auf das authentisch französische,<br />

inhouse produzierte Gebäck – wer es<br />

gekostet hat, weiss warum.<br />

Gegen Mittag fahren wir in Richtung des<br />

Stadtviertels Jumeirah, das sich entlang des<br />

Küstenstreifens zieht. Hier befindet sich das<br />

Quartier La Mer, das zu einer Auszeit am<br />

Strand einlädt. Auch wer nicht baden will,<br />

kommt hier auf seine Kosten: Streetart,<br />

modernes Industriedesign und diverse Gastroangebote<br />

bieten für jeden etwas Passendes.<br />

Den Hunger stillen wir nicht am Strand –<br />

wenige Fahrminuten entfernt befinden sich<br />

mit dem «Sufret Maryam» und dem «Orfali<br />

Bros» gleich zwei der angesagtesten Adressen<br />

Die levantinische<br />

Hausmannskost<br />

im «Sufret<br />

Maryam» wartet<br />

oft mit einem<br />

modernen<br />

Twist auf.<br />

in unmittelbarer Nachbarschaft. Wir entscheiden<br />

uns für das noch junge «Sufret<br />

Maryam». Köchin Salam Dakkak, die hier<br />

wirkt, wurde in Palästina geboren und wuchs<br />

in Jordanien auf, lebte in Saudi-Arabien und<br />

den USA, bevor sie nach Dubai kam. 2023<br />

wurde sie für ihr Erstlokal «Bait Maryam»<br />

zur besten Köchin des Mittleren Ostens und<br />

Afrikas gekürt. Darauf ist die herzliche Gastgeberin<br />

stolz, genauso wie auf ihr Essen:<br />

Levantinische Hausmannskost, die stets mit<br />

einem eigenen Twist aufwartet. Der Tisch ist<br />

gut gefüllt, genauso wie unsere Bäuche und<br />

Herzen, als wir weiterziehen.<br />

Nach einer Auszeit im Hotel fahren wir<br />

raus auf die legendäre, im Meer aufgeschüttete<br />

Palme. Mit Hotels wie den beiden «Atlantis»<br />

und ihren Restaurants ist hier die Sternedichte<br />

besonders hoch. Das «Trèsind Studio»<br />

befindet sich am Anfang der Palme. Zwei-<br />

Sterne-Koch Himanshu Saini und sein Team<br />

servieren hier eine Reise durch Indien in<br />

17 Gängen. Das Menü wartet mit Geschmäckern<br />

und Aromen auf, die für westliche<br />

Gaumen ungewohnt und genau darum<br />

bewusstseinserweiternd sind. Das puristische<br />

Ambiente und der perfekt orchestrierte<br />

Service tun ihren Teil zum Gesamterlebnis.<br />

Ein echtes kulinarisches Highlight, das perfekt<br />

nach Dubai passt. Inderinnen und Inder<br />

gehören zur grössten Bevölkerungsgruppe in<br />

der Metropole.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

178 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Im «Teible» (im Kreis) kocht man<br />

modern mit Erzeugnissen aus dem<br />

Emiraten. Im «Arabian Tea House» (u.)<br />

wird authentisch emiratisch gekocht.<br />

Das Museum of the Future wurde am<br />

22.02.2022 eröffnet. Der Palindromtag<br />

wurde bewusst für die Eröffnung gewählt.<br />

SONNTAG<br />

Wir geniessen ein emiratisches Frühstück,<br />

besuchen ein erstklassiges Museumsrestaurant<br />

und lassen uns am offenen Feuer bekochen.<br />

Wer sich zwischen den Hochhäusern<br />

in Dubai befindet, vergisst<br />

leicht, dass der Ort nicht immer<br />

von moderner Architektur geprägt war. Das<br />

Al-Fahidi-Viertel etwa gehört zum historischen<br />

Dubai. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts<br />

von Kaufleuten gegründet und liegt<br />

strategisch günstig in der Nähe des Dubai<br />

Creeks. Mit dem «Arabian Tea House»<br />

befindet sich hier auch ein wichtiger Ort für<br />

die ursprüngliche Küche der Region. Zum<br />

Frühstück isst man Reisgerichte, Bohnen,<br />

Kichererbsen, Fladenbrot und überraschenderweise<br />

auch Baked Beans aus der Dose,<br />

Cream Cheese und Hot Sauce. Alles Produkte,<br />

die man bereits in den Wüstenstaat<br />

importierte, als es noch keine Kühlschränke<br />

gab. Esskultur kann eben manchmal ganz<br />

schön überraschen.<br />

Nach einer kurzen Tour durch das historische<br />

Viertel zieht es uns ins Jameel Arts Centre.<br />

Dieser moderne Gebäudekomplex befindet<br />

sich ebenfalls am Dubai Creek, jedoch<br />

etwas weiter im Landesinneren. Das 2018<br />

eröffnete Kunstzentrum gehörte zu den ersten<br />

Institutionen für moderne Kunst in der<br />

Stadt. Heute gibt es viele Galerien, aber auch<br />

Museen – nicht nur, aber auch für Kunst. Zu<br />

den prominentesten gehört das auffällige<br />

Museum of the Future, das sich der Erforschung<br />

und Gestaltung zukünftiger Entwicklungen<br />

in Wissenschaft, Technologie und<br />

Gesellschaft widmet.<br />

Zum Mittagessen bleiben wir im Jameel<br />

Arts Centre. Das Restaurant «Teible» widmet<br />

sich hier den Erzeugnissen aus den Emiraten,<br />

die seit einiger Zeit gefördert werden und im<br />

Alltag immer präsenter werden. So gibt es<br />

immer mehr Gemüse und Früchte aus regionaler<br />

Erzeugung, während lange Jahre praktisch<br />

alle Lebensmittel eingeflogen werden<br />

mussten. Eine Entwicklung, die der Food-Szene<br />

der Stadt zusätzlichen Aufwind verleiht.<br />

Die Gerichte im «Teible» sind modern und<br />

stark japanisch geprägt. Vieles wird eingemacht<br />

oder fermentiert, zudem verfügt das<br />

Lokal über einen eigenen Kräutergarten, der<br />

für zusätzliche Inspiration sorgt.<br />

Unseren letzten Abend in Dubai gehen wir<br />

gemütlich an. Wir speisen im «Jara by Martín<br />

Berasategui» im 18. Stock unseres Hotels<br />

«The Lana Dubai». Die Fleisch- und Fischspezialitäten<br />

des baskischen Ausnahmekochs<br />

werden auf offenem Feuer in der vom<br />

Gastraum einsehbaren Küche zubereitetet.<br />

Der Blick auf die Innenstadt könnte auch<br />

von hier nicht besser sein.<br />

><br />

Daran sieht man sich schwer satt:<br />

Die Skyline von Dubai ist<br />

insbesondere nachts unübertroffen.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

179


eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />

TIPPS &<br />

ADRESSEN<br />

HOTELS<br />

THE LANA DUBAI (1)<br />

Im Frühling 2024 eröffnet, gehört das Hotel von<br />

The Dorchester Collection zu den angesagtesten<br />

neuen Luxushäusern der Stadt.<br />

Marasi Drive, Business Bay<br />

T: +971 4 5417777<br />

dorchestercollection.com/dubai/the-lana<br />

PARK HYATT DUBAI (2)<br />

Das resortartige, weitläufige Hotel ist eine Oase<br />

fernab der Wolkenkratzer, erstklassige Gastronomie<br />

und ein Pool der Extraklasse inklusive.<br />

Dubai Creek Club St – Port Saeed<br />

T: +971 4 6021234<br />

hyatt.com<br />

ATLANTIS THE PALM (3)<br />

Der Klassiker in Dubai – und auch für Foodies eine<br />

Topdestination. Derzeit befinden sich im Haus drei<br />

Sternerestaurants – und es werden immer mehr.<br />

Palm Jumeirah, Crescent Rd, The Palm Jumeirah<br />

T: +971 4 4260000<br />

atlantis.com<br />

ONE & ONLY THE PALM (4)<br />

Exklusives Boutique-Strandresort auf der Palm<br />

Jumeirah. Befindet sich auf einer abgeschiedenen<br />

Halbinsel mit spektakulärem Blick auf die Skyline.<br />

West Crescent, Palm, Jumeirah<br />

T: +971 4 4401010<br />

oneandonlyresorts.com<br />

RESTAURANTS & BARS<br />

LA DAME DE PIC (1)<br />

Die französische Ausnahmeköchin Anne-Sophie Pic<br />

brilliert auch in Dubai. Gekonnt fügt sie regionale<br />

Zutaten in ihre klassischen Gerichte ein.<br />

The Link – 25 floor Za’abeel 1 – Za’abeel<br />

T: +971 4 6661617<br />

ladamedepicdubai.com<br />

SUFRET MARYAM (2)<br />

Ein Ort zum Wohlfühlen. Köchin Salam Dakkak<br />

serviert levantinische Hausmannskost, die sie mit<br />

frischen, neuen Ideen verfeinert.<br />

Wasl 51, Jumeirah 1<br />

T: +971 50 4172272<br />

sufretmaryam.com<br />

ARABIAN TEA HOUSE (3)<br />

1997 eröffnet, gehörte der Ort zu den ersten,<br />

die der Küche der Emirate eine Plattform gaben.<br />

Ein Must-visit für jeden Foodie in Dubai.<br />

Al Fahidi Street, Bur Dubai<br />

T: +971 4 3535071<br />

arabianteahouse.com<br />

TRÈSIND STUDIO (4)<br />

Das indische Zwei-Sterne-Lokal gilt derzeit als eine<br />

der Topadressen in Dubai. Das Menü in 17 Gängen<br />

führt durch alle Regionen Indiens.<br />

St. Regis Gardens, The Palm Jumeirah<br />

T: +971 58 8951272<br />

tresindstudio.com<br />

STUDIO FRANTZEN (5)<br />

Der Mix aus Bistro und Bar des schwedischen Topkochs<br />

Björn Frantzén ist das neueste Toplokal im<br />

«Atlantis the Palm». Ein echtes Highlight.<br />

Atlantis The Palm, Crescent Rd<br />

The Palm Jumeirah<br />

T: +971 54 5843105, studiofrantzendubai.com<br />

TEIBLE (6)<br />

In dem nachhaltigen Restaurant stehen die Ingredienzien<br />

der Region im Zentrum – es kommt fast<br />

ausschliesslich Lokales auf den Tisch.<br />

Jameel Arts Center, Ground Floor Jaddaf<br />

Waterfont, T: +971 4 2436683<br />

teible.com<br />

JARA BY MARTÍN BERASATEGUI (7)<br />

Im Lokal des baskischen Sternekochs im «The<br />

Lana Dubai» steht der grosse Grill im Zentrum.<br />

Darauf werden beste Zutaten verarbeitet.<br />

Marasi Dr – Business Bay<br />

T: +971 4 5417755<br />

dorchestercollection.com/dubai/the-lana<br />

ZUMA (8)<br />

Längst ein Klassiker in Dubai – die kontemporäre<br />

japanische Küche begeistert Dubaianer und Touristen<br />

gleichermassen. Am Abend wird das Lokal zu<br />

einer angesagten Bar.<br />

Gate Village 6, DIFC<br />

T: +971 4 4255660<br />

zumarestaurant.com<br />

LOWE (9)<br />

Befindet sich in einem Wohnkomplex in einem<br />

relativ neuen Stadtteil. Serviert werden gesunde<br />

Wohlfühlgerichte mit Fokus auf Nachhaltigkeit.<br />

KOA Canvas, Al Barari, Wadi Al Safa 3<br />

T: +971 4 3201890, lowe-dubai.com<br />

ORFALI BROS. (10)<br />

Das Bistro der syrischen Brüder Mohammad,<br />

Wassim und Omar Orfali gehört zu den absoluten<br />

Favoriten der Food-Community in Dubai.<br />

Wasl 51 Mall, Jumeirah 1<br />

T: +971 4 2592477, orfalibros.com<br />

MONKEY BAR (11)<br />

Die Bar auf dem Dach des «25 Hours Hotel»bietet<br />

einladendes Jungle-Ambiente, beste Drinks und<br />

einen spektakulären Ausblick.<br />

Trade Center St – off Sheikh Zayed Road<br />

T: +971 4 2102566, monkeybardubai.com<br />

SEHENSWÜRDIGKEITEN<br />

DUBAI MALL & BURJ KALIFA (1)<br />

Die Innenstadt Dubais müssen auch Foodies<br />

besucht haben – in der Dubai Mall und am «Time<br />

Out Market» ist das Angebot enorm.<br />

Downtown Dubai<br />

thedubaimall.com, burjkhalifa.ae<br />

LA MER BEACH (2)<br />

Einer der öffentlichen Strände in Dubai. Das hippe<br />

Quartier lädt mit viel Streetart, Shops und Gastronomie<br />

zum Verweilen ein.<br />

Jumeirah 1, Dubai, visitdubai.com<br />

MUSEUM OF THE FUTURE (3)<br />

Das Museum of the Future ähnelt einem Auge und<br />

ist mit arabischen Kalligrafien geschmückt. Besucher<br />

erkunden darin die Zukunft der Wissenschaft.<br />

67CP+H4Q, Sheikh Zayed Rd, Trade Centre<br />

T: +971 800 2071, museumofthefuture.ae<br />

><br />

Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

180 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


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Established in 1934, the Swiss Deluxe Hotels group combines 42 of Switzerland’s most iconic five-star hotels:<br />

ANDERMATT: The Chedi Andermatt AROSA: Tschuggen Grand Hotel ASCONA: Castello del Sole,<br />

Hotel Eden Roc BAD RAGAZ: Grand Hotel Quellenhof & Spa Suites BASEL: Grand Hotel Les Trois Rois<br />

BERN: Bellevue Palace, Hotel <strong>Schweiz</strong>erhof Bern & Spa CRANS-MONTANA: Guarda Golf Hotel & Residences,<br />

LeCrans Hotel & Spa GENÈVE: Beau-Rivage, Four Seasons Hotel des Bergues, La Réserve Genève,<br />

Mandarin Oriental, Geneva GSTAAD: Gstaad Palace, Le Grand Bellevue, Park Gstaad, The Alpina Gstaad<br />

INTERLAKEN: Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa LAUSANNE: Beau-Rivage Palace, Lausanne Palace<br />

LE MONT-PÈLERIN: Le Mirador Resort & Spa LUGANO: Hotel Splendide Royal LUZERN: Bürgenstock Resort<br />

Lake Lucerne, Mandarin Oriental Palace, Luzern MONTREUX: Fairmont Le Montreux Palace<br />

NEUCHÂTEL: Beau-Rivage Hotel PONTRESINA: Grand Hotel Kronenhof ST. MORITZ: Badrutt’s Palace Hotel,<br />

Carlton Hotel St. Moritz, Kulm Hotel St. Moritz, Suvretta House VEVEY: Grand Hôtel du Lac<br />

VITZNAU: Park Hotel Vitznau ZERMATT: Grand Hotel Zermatterhof, Mont Cervin Palace, Riffelalp Resort 2222 m<br />

ZÜRICH: Baur au Lac, La Réserve Eden au Lac, Mandarin Oriental Savoy, Zurich, The Dolder Grand, Widder Hotel


eise / AUTO-KOLUMNE<br />

SOLIDE<br />

CLEVERNESS<br />

Der stromernde Kompakt-SUV<br />

Elroq ist Skodas erster mit<br />

neuer Designstrategie: Mehr<br />

Muskeln, Schlitze und Kanten.<br />

Value for money» funktioniert<br />

ganz ähnlich wie «Ich liebe<br />

dich» – es klingt immer gut.<br />

Diese letztere Erkenntnis ist<br />

übrigens nicht von mir, sondern<br />

von 007 alias Pierce Brosnan im<br />

Gespräch mit seiner Ex Teri Hatcher im<br />

etwas verkannten Bond-Film «Der Morgen<br />

stirbt nie». Aber das nur nebenbei. Value for<br />

money, das hat kaum eine Automarke so<br />

konsequent perfektioniert wie die Tschechen<br />

von Skoda. Auf den Konzernplattformen der<br />

VW-Gruppe sind die Skodas immer etwas<br />

geräumiger als die Brüder und Schwestern<br />

von VW, Seat oder Audi, innen dafür leicht<br />

spartanischer eingerichtet, ohne dass etwas<br />

fehlen oder unangenehm knistern würde; die<br />

Materialien stimmig, das Infotainment ohne<br />

lange Anleitung intuitiv bedienbar. Bisweilen<br />

steckt, wie bei Rolls Royce, für plötzliche<br />

Regengüsse ein Schirm in der Tür. Solche<br />

praktischen Lösungen sind Programm bei<br />

den Tschechen, die dafür den Slogan «simply<br />

clever» erfunden haben. So klappt sich beim<br />

Öffnen der Tür ein Kantenschutz heraus, der<br />

zum Beispiel in engen Parklücken den unbeliebten<br />

Lackaustausch mit dem Nachbarn<br />

verhindert. Oder in der Tankklappe steckt<br />

ein Eiskratzer – der liegt ja meistens im<br />

Handschuhfach, das bisweilen unter viel<br />

Schnee kaum erreichbar ist. Oder der Deckel<br />

für den Behälter mit Scheibenwaschwasser<br />

fungiert zugleich als Trichter. Es gibt herausnehmbare<br />

Brillenfächer, spezielle Taschen<br />

fürs Smartphone. Und so weiter.<br />

RICHTIGE RICHTUNG<br />

Auch das Design war bisher sehr funktional,<br />

aber eher unauffällig. Doch mit dem<br />

neuen Stromer Elroq ändert sich das: Die<br />

Fronten gewinnen an Schärfe, die Scheinwerfer<br />

verengen sich zu Schlitzen, die Seiten<br />

zeigen klarere Kante, die Schulter Kontur.<br />

«Modern Solid» hat Chefdesigner Oliver<br />

Stefani diese Formensprache getauft; er<br />

stammt aus der Schule des legendären<br />

VW-Designchefs Hartmut Warkuss und hat<br />

in der Zwischenzeit sogar noch dazugelernt.<br />

Dass es dieses Auto wert ist, hier vorgestellt<br />

zu werden, hat aber vor allem mit seiner<br />

Preisgestaltung zu tun. Denn mit seinen<br />

Einstiegspreisen in der Mitte der Dreissigtausender,<br />

Euro wie Franken, liegt er zwar<br />

noch weit entfernt vom Ziel der Autobauer,<br />

einen Elektro-Kleinwagen für unter 20.000<br />

Euro anzubieten, der zudem rentabel sein<br />

sollte – aber für ein Auto dieser Grösse,<br />

rund 4,50 Meter lang, mit anständiger Batterie<br />

und, wie ich fand, gutem Fahrwerk, ist<br />

dieses Auto definitiv ein Schritt in die richtige,<br />

sprich bezahlbare, Richtung. Der grössere<br />

Bruder Enyaq steht in der Neuauflage<br />

bereits auf der Startrampe, ebenfalls optisch<br />

nachgeschärft, und noch dieses Jahr soll der<br />

kleine Epiq kommen, der für 25.000 Euro<br />

antritt; noch nicht die erhofften 20, aber<br />

immerhin. Falls Sie sich über die Nomenklatur<br />

wundern: Bei Skoda steht das E am<br />

Modellanfang für Stromantrieb, das q am<br />

Ende für SUV-Form. Ob diese Kunstnamen<br />

so richtig clever sind, könnte man noch diskutieren.<br />

Fotos: beigestellt<br />

182 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


DIRK<br />

RUSCHMANN<br />

ist stv. Chefredakteur<br />

beim <strong>Schweiz</strong>er<br />

Wirtschaftsmagazin<br />

BILANZ. Er fährt<br />

einen Zweitürer.<br />

AUTO-<br />

NOTIZEN<br />

Skoda hat sich im VW-Konzern längst aus<br />

dem Schatten der Schwestermarken gelöst.<br />

Der neue Stromer ist das beste Beispiel.<br />

MÄCHTIGES DOWNGRADE<br />

Nur noch acht statt der mächtigen<br />

zwölf Zylinder, dafür mit Hybrid-Unterstützung<br />

– der Bentley Flying Spur wuchtet<br />

nahezu 800 Pferdestärken an die<br />

Räder; so machtvoll drückte noch keine<br />

Limousine der Briten vorwärts, sie hängt<br />

die meisten Sportwagen ab. Die Länge,<br />

weit über fünf Meter, lässt sich per Allradlenkung<br />

bändigen, die Rechnung beim<br />

Kauf zeigt rund eine Viertelmillion – oder<br />

den Gegenwert von acht, neun VW Golf.<br />

STILLE KRAWALLSCHACHTEL<br />

Da wir im letzten Heft die Retro-Kompetenz von Renault gelobt hatten: Eine der<br />

lässigsten kleinen Krawallschachteln der Achtziger war der Renault 5 Turbo. Der<br />

hatte als Lufteinlässe für den Turbolader dicke Backen am Heck, leistete 160 PS<br />

bei weniger als einer Tonne Leergewicht. Dieses Bömbchen zitieren die Franzosen<br />

nun mit einem Über-Stromer namens Renault 5 Turbo 3E. Satte 500 elektrische<br />

PS, die nur die Hinterräder überfallen, von null auf hundert in weniger als 3,5<br />

Sekunden, und er sieht mindestens so breit aus, wie er kurz ist. Die Preise stehen<br />

noch nicht fest, könnten aber ähnlich spektakulär ausfallen wie die Optik.<br />

LAUTES DEMENTI<br />

Es wäre eine Sensation – gewesen:<br />

Wenn Ferrari ein Sondermodell<br />

lanciert, ist die<br />

Auflage, im Fall des F80<br />

sind es 799 Exemplare,<br />

üblicherweise direkt<br />

ausverkauft. Dieses<br />

Mal behauptete jedoch<br />

ein Blogger, jeder Fünfte<br />

der 3,6-Millionen-Euro-<br />

Racer sei noch zu haben.<br />

Sogar Invest mentbanken, Ferrari<br />

ist ja an der Börse, fragten in Maranello<br />

nach, Ferrari dementierte entrüstet.<br />

Meine Theorie: Die wachsende Zahl<br />

Superreicher wird Ferrari nach wie vor<br />

alles aus den Händen reissen.<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

183


tasting<br />

MERLOT TROPHY<br />

ELEGANT<br />

WIE NIE<br />

Wer über <strong>Schweiz</strong>er Merlot spricht, kommt um die Entwicklung der ersten<br />

Barriqueweine im Tessin in den 1980er-Jahren nicht herum. Doch seit dieser<br />

Zeit hat sich Enormes getan: <strong>Schweiz</strong>er Merlot ist elegant wie nie – im<br />

Tessin und darüber hinaus.<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG NOTIZEN BENJAMIN HERZOG, LARISSA GRAF<br />

Foto: Shutterstock, beigestellt<br />

184<br />

falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Im Tessin sind der Wein und<br />

insbesondere die Traubensorte<br />

Merlot allgegenwärtig. Blick auf<br />

die Wallfahrtskirche Madonna del<br />

Sasso am Lago Maggiore.<br />

Werner Stucky war in den<br />

1980er-Jahren der erste<br />

<strong>Schweiz</strong>er Winzer, der<br />

Merlot ins Barrique<br />

legte und damit den<br />

Weg für den Tessiner Merlot ebnete, wie wir<br />

ihn heute kennen und schätzen. Und auch<br />

<strong>2025</strong> steht sein Name weiterhin für absolute<br />

Exzellenz: Der Sieger der <strong>Falstaff</strong> Merlot<br />

Trophy <strong>2025</strong> ist der Tracce die Sassi 2022<br />

der Cantine Stucky-Hügin, die Werner<br />

Stucky mit seinem kongenialen Partner Jürg<br />

Hügin vereint. Sagenhafte 96 Punkte erreichte<br />

der Wein. Der reinsortige Merlot reifte<br />

zwölf Monate im Barrique, anzuspüren ist<br />

ihm das aber einzig in der eleganten Struktur<br />

und der grossen Harmonie – in der Aromatik<br />

glänzt der Tracce di Sassi mit der Komplexität<br />

der Frucht, wie es sich für einen grossen<br />

Wein gehört. Gerade in einem eher warmen<br />

Jahr wie 2022 ist es eine hohe Kunst, frische<br />

und elegante Weine wie diesen auf die<br />

Flasche zu bringen.<br />

Der Zweitplatzierte, Ligornetto vom Weingut<br />

Vinattieri Ticino, stammt ebenfalls aus<br />

dem Jahrgang 2022 und aus dem Tessin.<br />

Dieser zeigt sich zwar etwas ausladender<br />

und kräftiger, aber ebenfalls gestützt von<br />

einer harmonisierenden Frische. Vielleicht ein<br />

etwas klassischerer Tessiner Rotwein, aber<br />

ebenso auf Eleganz getrimmt wie der erstplatzierte<br />

Wein – das gilt übrigens auch für<br />

die meisten anderen Weine in dieser Verkostung.<br />

Immer mehr <strong>Schweiz</strong>er Merlots sind<br />

elegant und feingliedrig, ohne an Kraft oder<br />

Komplexität einzubüssen – für Fans von zeitgemässen<br />

Spitzenweinen eine wahre Freude.<br />

Überraschend, aber in keiner Weise neu ist<br />

die Tatsache, dass Merlot längst nicht mehr<br />

nur südlich der Alpen erfolgreich kultiviert<br />

werden kann. Doch mit einem Zürcher Wein<br />

auf dem dritten Platz hätte vor dieser Verkostung<br />

sicherlich niemand gerechnet. Erich<br />

Meiers Weine vom Zürichsee begeisterten die<br />

<strong>Falstaff</strong>-Verkoster seit einigen Jahren wiederholt<br />

mit den Attributen Eleganz und Frische<br />

– so auch der Merlot des Winzers aus<br />

dem Jahrgang 2023. Pikant! Der Zürcher<br />

Winzer hat den Preis für seinen Spitzen-<br />

Merlot am selbstbewusstesten gewählt. Wert<br />

ist er ihn allemal! ><br />

PLATZ<br />

2022 TRACCE DI SASSI<br />

CANTINE STUCKY-HÜGIN<br />

«Frische, eigenständige Aromatik. Am<br />

Gaumen elegant und finessenreich.»<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/trophy-merlot-ch-25<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

185


tasting<br />

MERLOT TROPHY<br />

Merlot Trophy<br />

96 Punkte<br />

PLATZ<br />

2022 LIGORNETTO<br />

VINATTIERI TICINO<br />

«Dunkelfruchtig-würzig mit Kraft,<br />

Schmelz und auch Frische.»<br />

1. Platz<br />

•<br />

2022 Tracce di Sassi<br />

Cantine Stucky Hügin Sagl, Vairano<br />

13 Vol.-%. Frische, eigenständige Kirschfrucht,<br />

Sauerkirschen, dazu Noten von Hibiskusblüte,<br />

etwas Orangenzeste, Gewürznoten.<br />

Am Gaumen eher leicht wirkend,<br />

elegant mit reifer Säure, ausgesprochen<br />

feinkörnigem, strukturierendem<br />

Tannin und fruchtigen sowie würzigen<br />

Anklängen. Hallt lange nach.<br />

cantinestuckyhuegin.ch, CHF 40,–<br />

95 Punkte<br />

2. Platz<br />

•<br />

2022 Ligornetto<br />

Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />

13,5 Vol.-%. Purpurrot. In der Nase viel<br />

dunkle Frucht, Brombeeren, Zwetschge,<br />

dazu eine dunkle Würze, Zimt, etwas Vanille<br />

sowie mineralische Anklänge. Am<br />

Gaumen sehr elegant mit Kraft und<br />

Schmelz aber auch frischer Säure. Sehr<br />

feines, geschliffenes Tannin, hallt lange<br />

nach mit Noten von dunklen Früchten<br />

und Gewürzen. Sicheres Reifepotenzial.<br />

vinattieri.ch, CHF 49,90<br />

3. Platz<br />

•<br />

2023 Merlot<br />

Weingut Erich Meier, Uetikon am See<br />

14,2 Vol.-%. Aromen von reifen Pflaumen<br />

und Kirschen treffen auf Waldboden, Tabak<br />

und Schwarztee. Am Gaumen vielschichtig<br />

und harmonisch, mit seidigen<br />

Gerbstoffen, einer saftigen Säure und<br />

schöner Frucht. Langer, würziger Abgang.<br />

erichmeier.ch, CHF 53,–<br />

94 Punkte<br />

•<br />

2022 Balin<br />

Cantina Kopp von der Crone Visini,<br />

Barbengo<br />

14 Vol.-%. Dunkles Purpur. In der Nase<br />

eher zurückhaltend. Zwetschgennoten,<br />

Sauerkirsche, dazu Nuancen von Kaffee,<br />

kräutrige Nuancen. Komplex und harmonisch.<br />

Am Gaumen von schöner Fülle,<br />

gute Balance aus Schmelz und frischer<br />

Säure. Durchaus elegant. Feines, derzeit<br />

noch präsentes Tannin. Hallt lange<br />

nach auf Kirschennoten.<br />

cantinabarbengo.ch,<br />

CHF 51,–<br />

•<br />

2021 Platinum<br />

Gialdi Vini SA,<br />

Mendrisio<br />

14,2 Vol.-%. Mittleres Rubin.<br />

Kräftige, reife Nase,<br />

helle, gedörrte Früchte,<br />

Kirschen, etwas Pflaumen, dazu rauchige<br />

Gewürznoten, etwas Pfeffer und Tabak.<br />

Wirkt sehr ausgeglichen. Am Gaumen<br />

weich und geschmeidig, aber durchaus<br />

elegant. Langes, beerig-würziges Finale.<br />

Hallt lange nach.<br />

gialdi.ch, CHF 90,–<br />

•<br />

2019 Vinattieri<br />

Rosso, Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />

14,5 Vol.-%. Eher kühle, elegante Aromatik:<br />

Cassis, Kirsche, Brombeere, dazu Gewürze,<br />

Macis, etwas Piment. Am Gaumen<br />

kräftig und zupackend bei gleichzeitig<br />

hoher Eleganz. Weiche, reife Säure, sehr<br />

feines, superbes Tannin. Hallt sehr lange<br />

nach.<br />

vinattieri.ch, CHF 139,–<br />

93 Punkte<br />

•<br />

BIO 2021 Castello di Morcote<br />

Riserva, Tenuta Castello di Morcote,<br />

Vico Morcote<br />

14 Vol.-%. Rubin mit violetten Reflexen.<br />

Präsente Fasswürze, Kaffee, Gewürze, etwas<br />

Zigarrenkiste, daneben dunkelfruchtig,<br />

Brom- und Heidelbeeren, etwas<br />

eingelegte Kirschen. Am Gaumen von<br />

mittlerer Statur, zeigt einen schönen<br />

Schmelz und eine edle Struktur. Feikörniges,<br />

reifes Tannin und passende, saftige<br />

Säure. Endet lang mit dunklen Fruchtund<br />

Gewürznoten.<br />

castellodimorcote.ch, CHF 75,–<br />

•<br />

2022 Merlot Nadia Mathier<br />

Adrian & Diego Mathier NOUVEAU<br />

SALQUENEN, Salgesch<br />

13,5 Vol.-%. Mittleres Purpur. Klare Aromatik,<br />

Zwetschge, Waldbeeren, würzige<br />

Nuancen von Piment, etwas Lorbeer. Am<br />

Gaumen elegant bei schöner Fülle, tragende,<br />

reife Säure, angenehme Aromatik<br />

von Himbeere, dazu würzige Anklänge<br />

von Lakritze. Reifes Tannin, langer, frischer<br />

Nachhall. mathier.com, CHF 33,–<br />

•<br />

2022 Merlot Réserve<br />

Domaine Jean-René Germanier,<br />

Vétroz<br />

13,5 Vol.-%. Riecht einladend nach Pflaume,<br />

Kirsche und Erdbeere, untermalt von<br />

Röstnoten und etwas Feuerstein. Am<br />

Gaumen ausgeglichen und elegant, mit<br />

seidigem Tannin, einer gut eingebundenen<br />

Säure und einem von Röstnoten<br />

begleiteten Finalen, das lange anhält.<br />

jrgermanier.ch, CHF 40,–<br />

•<br />

2021 Moncucchetto Riserva<br />

Moncucchetto, Lugano<br />

14,5 Vol.-%. Mittleres Rubin. Dunkle<br />

Frucht, Zwetschge, Cassis, Brombeeren,<br />

dazu röstartige Nuancen von Mokka,<br />

Kräuternoten. Am Gaumen kräftig aber<br />

durchaus elegant. Verfügt über eine reife<br />

Säure und feines Tannin. Zeigt sich saftig<br />

und wiederum würzig-fruchtig im langen<br />

Nachhall. Wird mit der Reife noch zulegen.<br />

moncucchetto.ch, CHF 42,–<br />

•<br />

2020 Ronco dei Ciliegi<br />

Azienda Mondò, Sementina<br />

13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin. Dunkelfruchtige,<br />

edel wirkende Nase. Dörrzwetschge,<br />

dunkle Beeren, Röstnuancen. Etwas Mokka,<br />

dazu würzig-kräutrige Nuancen sowie<br />

florale Anklänge. Am Gaumen von mittlerer<br />

Breite, wirkt elegant, reife Säure,<br />

zupackendes, mittelfeines Tannin.<br />

Passende Länge.<br />

aziendamondo.ch, CHF 38,–<br />

•<br />

2022 Scala, Cantina Kopp von der<br />

Crone Visini, Barbengo<br />

14 Vol.-%. Dunkles Purpur. Noch eher verhalten<br />

in der Nase. Noten von Himbeeren,<br />

roten Johannisbeeren und dunklen Waldbeeren,<br />

elegante Würze sowie dezente<br />

Rauchnoten. Am Gaumen von mittlerer<br />

Fülle, zeigt sich dank der reifen, schön integrierten<br />

Säure sehr elegant. Derzeit<br />

prägnanter Tannineindruck, langer, saftiger<br />

Nachhall. Wird mit Reife zulegen.<br />

cantinabarbengo.ch, CHF 49,–<br />

•<br />

2021 Colle d’Avra<br />

Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />

14,5 Vol.-%. Dunkles Rubin. In der Nase<br />

Sauerkirschen, Zwetschge, Brombeere,<br />

dazu eine elegante Fasswürze, Nuancen<br />

von gedörrten Früchten. Am Gaumen<br />

weich und angenehm füllig mit wiederum<br />

intensiver dunkler Frucht und Gewürznoten.<br />

Feines, geschliffenes Tannin,<br />

reife Säure. Hallt sehr lange nach.<br />

vinattieri.ch, CHF 22,90<br />

•<br />

2022 Collivo Riserva<br />

Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />

13,5 Vol.-%. Purpur mit violetten Reflexen.<br />

Dunkelfruchtige Nase, Zwetschge,<br />

Cassis, Brom- und Himbeeren, schön passende,<br />

edle Holzwürze. Ausgewogenes,<br />

eleganter Bukett. Am Gaumen von schöner<br />

Fülle mit reifer, gut integrierter<br />

Säure und feinem, geschliffenem Tannin.<br />

Endet mittellang und überaus saftig<br />

mit Beerennoten und mineralischen<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

186 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Anklängen.<br />

vinattieri.ch, CHF 24,–<br />

•<br />

2022 Colle dei Lupi, Merlot Ticino<br />

DOC, Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />

13,5 Vol.-%. Purpur mit violetten Reflexen.<br />

Frische, dunkle Frucht, Zwetschge,<br />

Brombeeren, Holunderbeeren, dazu würzige<br />

Nuancen, etwas Pfeffer, dezent Tabak<br />

und vegetale Nuancen. Am Gaumen<br />

harmonisch, nicht zu füllig aber kräftig,<br />

reife, schön integrierte Säure, zupackendes,<br />

feines Tannin. Extraktreich und<br />

fruchtbetont bis in den langen Nachhall.<br />

viticoltori, CHF 30,–<br />

•<br />

2023 Hermann Merlot<br />

Weingut Roman Hermann, Fläsch<br />

13,5 Vol.-%. Rubin mit violetten Reflexen.<br />

Frisch wirkende Nase, Schwarzkirsche,<br />

Heidelbeeren, Cassis, dazu würzig-pfeffrige<br />

Noten sowie Nuancen von Wildbret.<br />

Am Gaumen eher schlank und elegant<br />

mit reifer Säure und sehr feinem Tannin.<br />

Auch im langen Finale eher leichtfüssig<br />

mit Kirschennoten und Pfeffernuancen.<br />

weingut-hermann.ch, CHF 31,–<br />

•<br />

2022 Musa<br />

Fawino Sagl, Mendrisio<br />

13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin, violette Reflexe.<br />

Cassis in der Nase, Schwarzkirsche,<br />

balsamische Noten, dazu Edelholznoten.<br />

Am Gaumen weich aber elegant mit frischer,<br />

reifer Säure, feinem Tannin und<br />

Waldbeernoten. Langer, harmonischer<br />

Nachhall. fawino.ch, CHF 31,50<br />

•<br />

2022 Merlot Riserva Lamone, Colle<br />

di San Zeno, Ticino DOC<br />

Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />

13,5 Vol.-%. Dunkelfruchtige, frische<br />

Nase. Zwetschge, Brombeeren, Schwarzkirsche,<br />

etwas Tabak, Pfeffernuancen,<br />

hochwertige Holzwürze. Am Gaumen von<br />

mittlerer Fülle, wirkt dank der reifen Säure<br />

elegant, sehr feines, geschliffenes<br />

Tannin. Hallt lange nach mit Kirschennoten<br />

und kreidig-feinem Gerbstoff.<br />

viticoltori, CHF 39,–<br />

•<br />

2022 Sassi Grossi<br />

Gialdi Vini SA, Mendrisio<br />

13,8 Vol.-%. Purpur, violette Reflexe. Kräftige<br />

Nase, Waldbeeren, Zwetschge, etwas<br />

Cassis, dazu würzige Nuancen, etwas<br />

Tabak, dezent Leder. Am Gaumen weich<br />

und körperreich bei gleichzeitig hoher<br />

Frische. Reife Säure, feiner Gerbstoff. Endet<br />

lang auf Beeren- und Gewürznoten.<br />

Kann reifen. gialdi.ch, CHF 54,–<br />

•<br />

2022 amiis<br />

Cantina Settemaggio, Monte Carasso<br />

14 Vol.-%. Dunkles Rubin. Dunkle, klare<br />

Beerenfrucht: Brombeeren, Holunderbeeren,<br />

Cassis, dazu vegetal-kräutrige<br />

Anklänge, etwas Peperoni, dezent Dörrfrüchte<br />

und würziges Holz. Am Gaumen<br />

eher breit mit stützender, harmonisierender<br />

Säure und feinem, geschliffenem<br />

Tannin. Hallt sehr lange nach. Kann<br />

reifen! settemaggio.ch, CHF 58,–<br />

92 Punkte<br />

•<br />

2020 Cuvée 230<br />

Cave & Domaine Les Perrières,<br />

Satigny<br />

15 Vol.-%. Dunkles Purpur. Eigenständige,<br />

harmonische Nase, Himbeere, Zwetschge,<br />

prägnante florale Noten, feine Würze,<br />

etwas Pfeffer, dazu Eichenholz. Am Gaumen<br />

füllig und rund mit dunkler Frucht<br />

und harmonischer Würze. Reife Säure,<br />

die für Eleganz sorgt. Feines, geschliffenes<br />

aber recht präsentes Tannin. Hallt<br />

lange nach. lesperrieres.ch, CHF 46,–<br />

•<br />

2022 DOMAINE DU MONTET -<br />

Merlot «La Lieue» 2022,<br />

Grand Cru Bex<br />

Hammel – Terres de Vins, Rolle<br />

13,5 Vol.-%. Einladende Nase mit Aromen<br />

von Cassis, Kirschen und Brombeeren untermalt<br />

von floralen Noten. Am Gaumen<br />

filigran, mit seidigem Tannin und einer<br />

gut integrierten Säure. Süsslich-herbes<br />

Finale mit etwas Lakritze.<br />

hammel.ch, CHF 37,–<br />

•<br />

2022 Merlot<br />

Weingut Bad Osterfingen, Osterfingen<br />

14,5 Vol.-%. Betont floral in der Nase,<br />

dazu Noten von Holunderbeeren, reifen<br />

Pflaumen und würzigen Anklängen. Am<br />

Gaumen mittelgewichtig, reife Säure,<br />

recht elegant. Feines, reifes Tannin. Hallt<br />

SORTENPROFIL<br />

MERLOT<br />

Die Traubensorte Merlot stammt ursprünglich aus der Region Bordeaux<br />

in Frankreich. Heute erfreut sich die Sorte weltweit grosser Beliebtheit<br />

und ist nach Cabernet Sauvignon die meistangebaute Rotweinsorte<br />

überhaupt. Ihre Heimat in der <strong>Schweiz</strong> ist das Tessin, dort besetzt sie<br />

über 80 Prozent der Anbaufläche.<br />

AROMENSPEKTRUM<br />

Merlot-Weine sind fruchtbetont, meist körperreich und vollmundig.<br />

So die Theorie! Immer mehr Merlot-Weine – zumindest in der milden<br />

<strong>Schweiz</strong> – begeistern heutzutage mit Eleganz und Frische.<br />

PLATZ<br />

MERLOT 2023<br />

WEINGUT ERICH MEIER<br />

«Ein vielschichtiger, harmonischer<br />

Wein – saftig, seidig und frisch.»<br />

lange nach. Sollte noch reifen.<br />

badosterfingen.ch, CHF 33,–<br />

•<br />

2022 Merlot 100% Vernissage<br />

Grillette, Cressier<br />

14 Vol.-%. Dunkles Rubin, violette Reflexe.<br />

Zwetschgennoten in der Nase, Schwarzkirsche,<br />

etwas Cassis, dazu Noten von Lakritz<br />

und Nelken. Am Gaumen kraftvoll<br />

aber elegant, prägnante, fast zitrisch wirkende<br />

Säure, feines, geschliffenes Tannin.<br />

Hallt lange nach. Frischer, saftiger<br />

Stil. grillette.ch, CHF 46,–<br />

•<br />

2022 Merlot Cent Ticino DOC<br />

Matasci Vini, Tenero<br />

14,5 Vol.-%. Kräftiges, dunkles Rubinrot.<br />

Aromen von Sauerkirschsaft, reifen<br />

Pflaumen und Vanille, untermalt von ><br />

Bei der Merlot-Trophy <strong>2025</strong><br />

ganz vorne mit dabei: Der<br />

Tracce die Sassi der Cantina<br />

Stucky-Hüglin überzeugte die<br />

Verkoster auf ganzer Linie.<br />

LEGENDE<br />

Weisswein, trocken<br />

•<br />

Rotwein, trocken<br />

• Süsswein<br />

95 – 100 Klassiker<br />

93 – 94 ausgezeichnet<br />

91 – 92 exzellent<br />

88 – 90 sehr gut<br />

85 – 87 empfehlenswert<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff 187


tasting<br />

MERLOT TROPHY<br />

feinen Röst- und Schokoladennoten. Am<br />

Gaumen vollmundig und geschmeidig,<br />

mit viel Frucht und samtigem Tannin.<br />

Langer, leicht herber Abgang.<br />

matasci-vini.ch, CHF 47,–<br />

•<br />

2023 Merlot Nadia Mathier<br />

Adrian & Diego Mathier NOUVEAU<br />

SALQUENEN, Salgesch<br />

14 Vol.-%. Liegt Purpur im Glas. Noch<br />

eher etwas verschlossen. Zeigt Noten von<br />

dunklen Waldbeeren, grünem Pfeffer sowie<br />

Nuancen von Himbeere. Wird mit Belüftung<br />

zusehends intensiver. Am Gaumen<br />

füllig aber durchaus elegant mit reifer<br />

Säure, rundem Tannin und schönem<br />

Schmelz, der gepaart mit der Beerenaromatik<br />

fast süsslich wirkt. Endet saftig,<br />

hallt lange nach.<br />

mathier.com, CHF 33,–<br />

•<br />

BIO 2021 Millevolti Rosso Riserva<br />

Fumagalli Vini SA, Balerna<br />

14 Vol.-%. Schwarzkirsche, dunkle Beeren,<br />

Amarenakirsche, dezent Leder und<br />

aromatisches Holz. Am Gaumen von<br />

mittlerer Fülle mit schönem Schmelz<br />

und reifer, eleganter Säure. Feines, zupackendes<br />

Tannin und langer Nachhall.<br />

Kann reifen. fumagallivini.ch, CHF 39,–<br />

•<br />

2023 Passió<br />

Schwarzenbach Weinbau, Meilen<br />

13,9 Vol.-%. Dunkles Rubin. Derzeit vom<br />

Ausbau geprägt: Prägnante Fasswürze,<br />

Nelken, etwas Mokka, vegetale Anklänge.<br />

Am Gaumen mittelgewichtig, zeigt eine<br />

zurückhaltende aber frische Säure und<br />

ein feines, geschliffenes Tannin. Saftig<br />

und harmonisch im Nachhall.<br />

schwarzenbach-weinbau.ch, CHF 32,–<br />

•<br />

2018 Stella<br />

Reva di Urs Hauser, Contone<br />

13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin, Reifereflexe.<br />

Braucht Luft. Zunächst vegetale Noten<br />

von Peperoni, dann zusehends dunkelfruchtiger.<br />

Zwetschge, Brombeeren sowie<br />

angenehme Gewürznoten, etwas Lakritz<br />

und Gewürznelken. Leicht füllig<br />

aber elegant am Gaumen mit reifer Säure,<br />

feinem Tannin und wiederum dunkler<br />

Frucht und frischen vegetalen Noten.<br />

Hallt lange nach und endet angenehm<br />

frisch. vinohauser.ch, CHF 42,–<br />

•<br />

2023 Meride<br />

Fawino Sagl, Mendrisio<br />

13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin, violette Reflexe.<br />

Reife, komplexe Frucht, Dörrpflaume,<br />

Cassis, Brombeeren, ergänzt von edlen<br />

Holznoten. Am Gaumen elegant und<br />

doch extraktreich, reife Säure, viel dunkle<br />

Frucht. Endet lang mit feinem Tannin und<br />

Cassisnuancen.<br />

fawino.ch, CHF 26,50<br />

•<br />

2022 Roncaia Riserva<br />

Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />

14 Vol.-%. Purpur im Glas. In der Nase<br />

dunkle Beeren: Brombeere, Cassis, dazu<br />

Pflaumen, passende, frische Würze,<br />

Piment, Nelken. Am Gaumen zeigt der<br />

Wein einen süsslichen Schmelz sowie<br />

eine perfekt integrierte Säure. Feines, geschliffenes<br />

Tannin und schöne Harmonie<br />

im würzig-fruchtigen Finale. Hallt lange<br />

nach.<br />

vinattieri.ch, CHF 27,–<br />

•<br />

2022 Merlot Riserva Agra, Collina<br />

d’Oro Ticino DOC<br />

Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />

13,5 Vol.-%. Klassische Nase mit Aromen<br />

von Kirschen, Brombeeren und Pflaumen,<br />

untermalt von feinen Gewürz- und Röstnoten.<br />

Am Gaumen elegant, geschmeidig,<br />

mit einer gut integrierten reifen Säure,<br />

viel Frucht und seidigen Gerbstoffen.<br />

Langer Abgang. viticoltori, CHF 37,–<br />

•<br />

2021 Vindala<br />

Cantina Settemaggio, Monte Carasso<br />

14 Vol.-%. Dunkles Rubin. Eigenständige<br />

Nase, Schwarzkirsche, Zwetschge, etwas<br />

Cassis, dazu kräutrige Nuancen, etwas isländisch<br />

Moos, dezent Dörrfrüchte. Am<br />

Gaumen von mittlerer Fülle, zeigt eine<br />

reife, angenehme Säure und ein feines<br />

Tannin, wiederum Sauerkirschnoten. Passende,<br />

mittlere Länge. Endet saftig.<br />

settemaggio.ch, CHF 42,–<br />

•<br />

BIO 2018 Pio della Rocca<br />

Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />

13,8 Vol.-%. Dunkles Purpur. Zeigt sich<br />

edel in der Nase, dunkle Beeren, Kirschen,<br />

etwas Brombeeren und Cassis,<br />

dazu ein edle Holzwürze, dezent Tabak.<br />

Am Gaumen angenehm breit und kräftig<br />

mit wiederum viel dunkler Frucht. Noch<br />

immer prägnantes Gerbstoffgerüst. Endet<br />

lang mit Noten von roten und dunklen<br />

Beeren. vinattieri.ch, CHF 49,–<br />

•<br />

2020 Merlot A Mon Rhône<br />

Philippe Bovet, Givrins<br />

15,6 Vol.-%. Dunkles Purpur, erste<br />

Reifereflexe. Edle Nase mit Noten von<br />

Zwetschge, gedörrten Früchten wie<br />

Feigen sowie einer prägnanten<br />

Holzwürze, die sich perfekt an die Frucht<br />

anschmiegt, etwas Zimt und Kakao. Am<br />

Gaumen kraftvoll und breit mit wiederum<br />

starker Würze, etwas Schuhcreme und<br />

Dörrfruchtnuancen. Mittelfeines Tannin,<br />

reife, harmonisierende Säure. Endet lang<br />

mit Umaminoten.<br />

philippebovet.ch, CHF 75,–<br />

•<br />

2020 Trentasei<br />

Gialdi Vini SA, Mendrisio<br />

14,8 Vol.-%. Mittleres Purpur. Klare Nase<br />

mit Noten von Waldbeeren und Kirschen,<br />

dazu würzig-röstartige Noten, etwas<br />

Mokka und Süssholz. Am Gaumen von<br />

mittlerer Fülle bei grosser Frische und<br />

Eleganz. Wiederum reife Beerennoten<br />

sowie würzige Nuancen. Zupackende<br />

Säure, feines Tannin. Hallt lange nach.<br />

Kann reifen! gialdi.ch, CHF 95,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-merlot-ch-25<br />

<<br />

Der Tessiner Weinproduzent<br />

Mataschi Vini existiert seit<br />

1921. Joel Pfister und Elia<br />

Maran (im Kreis) verkörpern<br />

die vierte Generation im<br />

Familienbetrieb.<br />

Fotos: Carlo Reguzzi, Marzio Emilio Villa,<br />

188 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


FALSTAFF SPEZIAL<br />

WEINREISE<br />

SCHWEIZ<br />

FÜR NUR<br />

CHF 14.–<br />

Jetzt bestellen unter:<br />

shop.falstaff.ch<br />

@falstaff.magazin


tasting<br />

FORTIFIED WINES TROPHY<br />

XT DOMINIK VOMBACH NOTIZEN BENJAMIN HERZOG, DOMINIK VOMBACH, PETER MOSER<br />

Sherry, Portwein und Co. gelten als Exoten – dabei bieten sie unglaubliche Komplexität, hohes<br />

Lagerpotenzial und unvergleichlichen Genuss. Die <strong>Falstaff</strong> Fortified Wines Trophy zeigt: Diese<br />

unterschätzten Klassiker sind überaus zeitgemäss und verdienen mehr Aufmerksamkeit.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH NOTIZEN BENJAMIN HERZOG, DOMINIK VOMBACH, PETER MOSER<br />

In der heutigen Weinwelt sind Fortified<br />

Wines wie Sherry, Portwein und<br />

Madeira ganz klar Exoten. Vor allem<br />

in unseren Breiten, wo der Genuss<br />

von aufgespriteten Weinen so gut wie<br />

keine Tradition hat. Klar, an den Festtagen<br />

wird hier und da mal eine Flasche Portwein<br />

geöffnet, aber wirklich verbreitet sind diese<br />

Weine nicht. Völlig zu Unrecht, wenn man<br />

bedenkt, welche unglaublichen Schätze sich<br />

in dieser Kategorie finden lassen. Und das<br />

auch noch zu durchaus leistbaren Preisen.<br />

Davon zeugt auch die <strong>Falstaff</strong> Fortified<br />

Wines Trophy, für die sich unsere Experten<br />

durch rund 100 aufgespritete Weine gekos­<br />

tet haben, darunter so grossartige Tropfen<br />

wie der 2022er Vintage Port von Niepoort,<br />

der den ersten Platz in der Vintage-Port-<br />

Kategorie belegte, oder die Sherrys der<br />

Bodegas Tradición, die unsere Verkoster<br />

durch die Bank hinweg begeisterten. Komplexe,<br />

durchaus intensive Tropfen, die häufig<br />

über Jahrzehnte reiften und Aromenwelten<br />

offenbaren, die schlichtweg einzigartig<br />

sind. Ganz zu schweigen von dem immensen<br />

Reifepotenzial, das Fortified Wines aufweisen.<br />

Bestes Beispiel hierfür ist zweifellos<br />

die Rare Port Collection von Cristiano van<br />

Zeller, die jeweils einen Tawny aus den Jahren<br />

1860, 1870 und 1888 umfasst. Allesamt<br />

Monumente, die uns unsere Vergänglichkeit<br />

bewusst machen.<br />

Tawnys, wenn auch nicht die Rare Port<br />

Collection, eignen sich ganz hervorragend,<br />

um die Welt der Fortified Wines kennenzulernen.<br />

Eine Welt, die zeitgemässer ist, als<br />

man denkt. Schliesslich ist bewusster Alkoholkonsum<br />

das Schlagwort der Stunde. Das<br />

beinhaltet, weniger, aber dafür umso besser<br />

zu trinken. Fortified Wines sind wie<br />

gemacht dafür.<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/trophy-fortified-25<br />

><br />

Foto: Sergio Ferreira<br />

190 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


In den eindrücklichen<br />

Rebbergen des Douro-Tals<br />

reifen die Trauben für den<br />

legendären Portwein.<br />

TR ADITION<br />

VERPFLICHTET><br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

191


tasting<br />

FORTIFIED WINES TROPHY<br />

FORTIFIED WINES<br />

TROPHY<br />

1. Platz<br />

2. Platz<br />

3. Platz<br />

Portwein - Vintage<br />

97 Punkte<br />

1. Platz<br />

2022 Vintage<br />

Niepoort, Vila Nova de Gaia<br />

19 Vol.-%. Dichtes Rubin. Überaus elegantes,<br />

unaufdringliches Bukett mit Noten von<br />

Liebstöckel, Datteln, Dörrfeigen und getrockneten<br />

Erdbeeren. Dazu dezent Szechuanpfeffer;<br />

Schokolade und florale Anklänge.<br />

Am Gaumen schmeichelnd, frisch<br />

und ausbalanciert. Dezentes Tannin, schöne<br />

Süsse, langes ätherisch-würziges Finale.<br />

casadelvino.ch, CHF 89,–<br />

2. Platz<br />

2003 Vintage<br />

Taylor’s, Vila Nova de Gaia<br />

20,5 Vol.-%. Erstaunlich frisches Bukett mit<br />

Noten von Cassis und Brombeerkonfitüre.<br />

Ausserdem Anklänge von Dörrzwetschge,<br />

Datteln, Piment und Lorbeer. Am Gaumen<br />

konzentriert und fest, mit schmeichelnder,<br />

unaufdringlicher Süsse, dunkler getrockneter<br />

Frucht und Szechuanpfeffer im Finale.<br />

charleshofer.ch, globus.ch, schuewo.ch<br />

ca. CHF 150,–<br />

96 Punkte<br />

3. Platz<br />

2019 Vintage Port<br />

Quinta do Noval, Vila Nova de Gaia<br />

19,5 Vol.-%. Dunkle, undurchdringliche Farbe.<br />

Intensive Nase, dunkle Beeren, Brombeere,<br />

Holunderbeeren, Nuancen von ätherischen<br />

Kräutern, zarte, klare Holzwürze,<br />

etwas Graphit. Am Gaumen ausladend und<br />

füllig, schön ausbalanciert von einem spürbaren,<br />

reifen Tannin, zeigt schokoladige<br />

Nuancen und wiederum viel dunkle Frucht.<br />

Hallt lange nach. Kann lange reifen.<br />

quintadonoval.com, ca. CHF 75,–<br />

95 Punkte<br />

2017 Quinta do Crasto Vintage Port<br />

Quinta do Crasto, Sabrosa<br />

20 Vol.-%. Frische und gedörrte Pflaumen<br />

in der Nase, Noten von Kirsche und dunklen<br />

konfierten Waldbeeren. Zitrische Anklänge,<br />

etwas Nougat und Lakritze. Am Gaumen<br />

würzig, mit dunkler Frucht, Edelholznuancen,<br />

dezentem Tannin und langem Finale.<br />

quintadocrasto.pt, ca. CHF 40,–<br />

94 Punkte<br />

2021 Vintage Port<br />

Quinta do Noval, Vila Nova de Gaia<br />

19,5 Vol.-%. In der Nase Noten von Mokka,<br />

gedörrten Pflaumen, konfierten dunklen<br />

Beeren, Kräuterbonbon und florale Nuancen.<br />

Am Gaumen schöne klare dunklen<br />

Kirschfrucht und Granatapfel. Wirkt ausgewogen,<br />

mit schöner Süsse und langem<br />

balsamisch-fruchtigem Finale.<br />

quintadonoval.com, ca. CHF 100,–<br />

2022 Sandeman Porto Vintage Quinta<br />

do Seixo, Sogrape Vinhos, S.A., Avintes<br />

20 Vol.-%. Dunkles Schwarzrot mit Rubin-<br />

Reflexen. Intensive Nase mit Noten von gedörrten<br />

Früchten, insbesondere Zwetschgen<br />

und Datteln, dazu zeigt der Port eine<br />

passende Würze mit Nuancen von Kardamom<br />

und kühlenden Kräuternoten. Am<br />

Gaumen von schöner Breite und Dichte mit<br />

wiederum intensiver Frucht und harmonischer<br />

Süsse, ergänzt von kernigen, reifen<br />

Tanninen. Endet ätherisch-würzig und hallt<br />

lange nach. ullrich.ch, CHF 69,–<br />

2019 Vintage<br />

Niepoort, Vila Nova de Gaia<br />

19 Vol.-%. In der Nase Noten von Walnüssen,<br />

Liebstöckel, Schokolade, Datteln und<br />

Nougat. Dazu Rumrosinen und floral-würzige<br />

Anklänge. Am Gaumen intensiv, füllig,<br />

dunkle gedörrte Frucht, leicht spürbares<br />

Tannin, langer Abgang.<br />

casadelvino.ch, CHF 89,–<br />

93 Punkte<br />

2017 Quinta de la Rosa Vintage<br />

Quinta de la Rosa,<br />

São Cristovão do Douro<br />

20 Vol.-%. Dichtes Rubin im Glas. Duftet<br />

nach gedörrten Kirschen, Dörrzwetschge,<br />

kandiertem Apfel und konfierten dunklen<br />

Beeren. Am Gaumen vergleichsweise<br />

leichtfüssig, mit prägnanter Süsse und<br />

dunkler konfierter Beerenfrucht, dezentem<br />

Tannin und feiner Ingwerschärfe im langen<br />

Abgang. bauraulacvins.ch, CHF 71,–<br />

2018 Late Bottled Vintage unfiltered<br />

Quinta do Noval, Vila Nova de Gaia<br />

19,5 Vol.-%. Dunkle, dichte Farbe. In der<br />

Nase frische, dunkle Frucht, Brombeere,<br />

Holunderbeeren, Nuancen von gekochten<br />

Pflaumen, etwas Lebkuchengewürz. Am<br />

Gaumen ebenfalls intensiv mit prägnanter<br />

Frucht, schöner Fülle und angenehmer,<br />

reifer Frucht. Hallt lange nach.<br />

quintadonoval.com, ca. CHF 25,–<br />

2019 Quinta do Vale Meao Vintage Port<br />

Quinta do Vale Meão,<br />

Vila Nova de Foz Côa<br />

20 Vol.-%. Dunkles Rubin. In der Nase dunkle<br />

Beeren, etwas Datteln, dazu Anklänge<br />

von Honig und Dörrzwetschge. Am Gaumen<br />

von schöner Fülle mit reifer, frischer<br />

Frucht. Nuancen von Orange und Schokolade.<br />

Passende Länge mit dezenter Bitterer.<br />

quintadovalemeao.pt, ca. CHF 45,–<br />

Portwein - LBV<br />

95 Punkte<br />

1. Platz<br />

2019 Cristiano van Zeller Late bottles<br />

Vintage Port, Van Zellers & Co, São<br />

João da Pesqueira<br />

20 Vol.-%. Dunkles Rubin. Frische, dunkle<br />

Frucht, Brombeeren, Zwetschge, dazu Nuancen<br />

von Salbei, etwas Süssholz. Am Gaumen<br />

süss und füllig, sehr harmonisch. Wiederum<br />

dunkle Fruchtnoten, etwas Schokolade,<br />

harzige Würze. Hallt lange nach.<br />

vanzellersandco.com, ca. CHF 20,–<br />

93 Punkte<br />

2. Platz<br />

2017 Quinta do Crasto Late bottles<br />

Vintage Port, Van Zellers & Co,<br />

São João da Pesqueira<br />

20 Vol.-%. Dunkle Fruchtaromatik in der<br />

Nase. Noten von Brombeere, Schwarzkirsche<br />

Dörrpflaumen und Cassis. Dazu Nougat<br />

und zitrische Anklänge. Am Gaumen<br />

von dunkler süsslicher Frucht getrieben,<br />

dezentes Tannin, malzig-würziges Finale.<br />

quintadocrasto.pt, ca. CHF 15,–<br />

92 Punkte<br />

3. Platz<br />

Fonseca Late Bottled Vintage 2019<br />

Fonseca, Vila Nova de Gaia<br />

Fotos: Jason Alden / Eyevine / picturedesk.com, Taylor’s Port, beigestellt<br />

192 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


20 Vol.-%. Dunkles Rubin. In der Nase<br />

vollfruchtig mit Noten von Zwetschge und<br />

dunkler Kirsche, dazu Nuancen von Schokolade,<br />

würzige Anklänge. Am Gaumen intensiv<br />

und eher füllig mit wiederum viel frischer,<br />

dunkler Frucht, harmonischer Würze<br />

und angenehmem Grip. Endet lang und<br />

frisch.<br />

fonseca.pt, ca. CHF 20,–<br />

91 Punkte<br />

2019 Late Bottled Vintage Port<br />

Taylor’s, Vila Nova de Gaia<br />

19 Vol.-%. Fleischige Beerenfrucht in der<br />

Nase mit Noten von Brombeere, Himbeere<br />

und Roten Johannisbeeren – frisch und<br />

konfiert. Dazu gesellen sich Noten von<br />

Dörrzwetschge, Datteln, Thymian und Sumach.<br />

Am Gaumen pralle Süsse, wirkt<br />

rund, mit dezentem Tannin, langer salzig<br />

anmutender Abgang.<br />

charleshofer.ch, flaschenpost.ch,<br />

schuewo.ch, ca. CHF 29,–<br />

2019 Vista Allegre LBV<br />

Vallegre – Vinhos do Porto,<br />

Vila Nova de Gaia<br />

20 Vol.-%. Frisches, von dunkler Beerenfrucht<br />

getragenes Bukett. Noten von Brombeeren,<br />

Preiselbeeren und Cassis. Rauchigspeckige<br />

Anklänge, etwas Blutorange und<br />

Liebstöckel. Am Gaumen schöne Fülle,<br />

fleischige dunkle Frucht, dezentes Tannin,<br />

langes Finale.<br />

vallegre.pt, ca. CHF 15,–<br />

1. Platz<br />

Portwein - Tawny<br />

98 Punkte<br />

1. Platz<br />

Cristiano van Zellers The Rare Port<br />

Collection - 1860 - Crafted by Liberty<br />

Van Zellers & Co, São João da<br />

Pesqueira<br />

19 Vol.-%. Tiefgründiges Bukett mit Noten<br />

von warmem Edelholz, gedörrtem Kernobst,<br />

Sultaninen, zitrischen Nuancen und<br />

etwas Muskatnuss. Am Gaumen intensiv<br />

2. Platz<br />

FORTIFIED WINES<br />

PORTWEIN, SHERRY, MADEIRA UND CO.<br />

Fortified Wines, zu Deutsch auch als aufgespritete Weine oder<br />

Likörweine bekannt, sind Weine, denen während oder nach der<br />

Gärung Alkohol, meist Brandy, zugesetzt wird. Dieser Prozess<br />

erhöht den Alkoholgehalt auf etwa 15 bis 22 Volumenprozent<br />

und macht die Weine stabiler und länger haltbar. Ursprünglich<br />

wurde diese Methode entwickelt, um Weine für lange Seereisen<br />

zu konservieren. Aufgespritete Weine existieren in diversen<br />

Stilen von trocken bis süss.<br />

3. Platz<br />

und dennoch elegant und schwebend, mineralisch,<br />

frische Säure, langes Finale auf<br />

holzigen Noten. vanzellersandco.com,<br />

ca. CHF 6500,– (Sammlerbox)<br />

97 Punkte<br />

2. Platz<br />

Cristiano van Zellers The Rare Port<br />

Collection - 1870 - Crafted by Familiy<br />

Van Zellers & Co,<br />

São João da Pesqueira<br />

20 Vol.-%. Komplexes, tiefgründiges Bukett<br />

mit Noten von Edelholz, Möbelpolitur, Datteln<br />

und gedörrten Feigen. Etwas Kokos,<br />

Ringelblumentinktur und Liebstöckel. Am<br />

Gaumen dicht, samtig und elegant. Kräftige<br />

balsamische Säure, dezentes Tannin,<br />

langer Abgang. vanzellersandco.com,<br />

ca. CHF 6500,– (Sammlerbox)<br />

3. Platz<br />

Cristiano van Zellers The Rare Port<br />

Collection - 1888 - Crafted by Poetry<br />

Van Zellers & Co,<br />

São João da Pesqueira<br />

19 Vol.-%. Frisches, komplexes Bukett, das<br />

an Sherry erinnert. Viel Edelholz, Datteln,<br />

Kakao, Kokos, frische Meeresbrise und<br />

kräutrige sowie nussige Nuancen. Entwickelt<br />

sich rasch im Glas und wird immer<br />

klarer. Am Gaumen elegant und konzentriert,<br />

mit frischer Säure und edelholzgeprägtem<br />

Finale. vanzellersandco.com,<br />

ca. CHF 6500,– (Sammlerbox)<br />

96 Punkte<br />

Adrian Bridge (im Kreis) ist<br />

Chairman bei Taylor’s, das mit<br />

dem 2003 Vintage den zweiten<br />

Platz in der Kategorie<br />

«Vintage-Portwein» holte.<br />

Sandeman Porto Tawny 40 Years Old<br />

Sogrape Vinhos, S.A., Avintes<br />

20 Vol.-%. Frisches, elegantes Bukett mit<br />

Noten von Nougat, gerösteten Nüssen,<br />

gedörrtem gelbem Steinobst, wildem Fenchel<br />

und Dörrapfel sowie orientalischen<br />

Gewürzen. Am Gaumen ebenso komplex,<br />

mit schönem Süsse-Säure-Spiel, kandierten<br />

Zitrusfrüchten und salziger Anmut im<br />

langen Abgang.<br />

ullrich.ch, CHF 180,–<br />

50 year old Tawny Port Golden Age<br />

Taylor’s, Vila Nova de Gaia<br />

20 Vol.-%. Komplexes Bukett mit Noten von<br />

kandierten Zitrusfrüchten, gedörrten Feigen,<br />

gerösteten Nüssen, etwas Schwarztee,<br />

Lakritze, getrockneten Rosenblättern<br />

und orientalischen Gewürzen. Würziger<br />

Auftakt mit dezenter Unterholznote, lebendige<br />

Säure, schöne Balance, kräutrig-würziges<br />

langes Finale.<br />

charleshofer.ch, dorly.ch, schuewo.ch,<br />

CHF 245,–<br />

95 Punkte<br />

Porto Ferreira Dona Antónia Tawny 30<br />

Years Old, Sogrape Vinhos S.A., Avintes<br />

20 Vol.-%. Mittleres Amber, rötliche Reflexe.<br />

In der Nase gedörrte Früchte, süsse Gewürze,<br />

Muskatnuss, etwas Vanille, Nuancen<br />

von Bockshornklee, dazu nussige Noten.<br />

Am Gaumen von schöner Statur mit intensiver<br />

aber dank der vifen, reifen Säure<br />

auch harmonischer Süsse. Endet saftig mit<br />

leichtem Grip und sehr langem Nachhall.<br />

ullrich.ch, CHF 159,–<br />

1. Platz<br />

><br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

193


tasting<br />

FORTIFIED WINES TROPHY<br />

1. Platz<br />

1. Platz<br />

Die Bodegas Tradición wurde 1998<br />

von Joaquín Rivero gegründet, einem<br />

Nachfahren des ältesten Sherry-<br />

Hauses JM Rivero.<br />

Sandemann Porto Tawny 30 Years Old<br />

Sogrape Vinhos, S.A., Avintes<br />

20 Vol.-%. Zwischen floraler Würze und<br />

nussiger Dörrfrucht pendelndes Bukett.<br />

Noten von Kubeben-Pfeffer, Ras el-Hanout,<br />

Damaszener-Rose und wildem Fenchel.<br />

Dazu getrocknete Feigen, Honig, geröstete<br />

Nüsse und gelbes Dörrobst. Am Gaumen<br />

straffe Säure, harmonische Süsse, Walnüsse,<br />

salzig anmutendes langes Finale.<br />

ullrich.ch, CHF 115,–<br />

Niepoort Tawny 20 Years<br />

Niepoort, Vila Nova de Gaia<br />

19,5 Vol.-%. Elegante, frische Nase mit Noten<br />

von gerösteten Nüssen, Nougat, Datteln,<br />

Granatapfel und Pflaumenmus sowie<br />

konfierten Waldbeeren. Unterlegt ist das<br />

Ganze mit einer frischen, ätherischen Kräuterwürze.<br />

Am Gaumen schöne Fülle, wirkt<br />

komplex und ausbalanciert. Langes Finale.<br />

casadelvino.ch, CHF 59,–<br />

94 Punkte<br />

Porto Ferreira Dona Antónia Tawny 20<br />

Years Old, Sogrape Vinhos S.A., Avintes<br />

20 Vol.-%. Dunkles Bernstein. Einladender<br />

Duft, nussige Noten, intensiv gedörrte<br />

Früchte, aber auch ledrige Reifenoten sowie<br />

intensive Gewürznoten. Wirkt sehr harmonisch.<br />

Am Gaumen zeigt sich der Wein<br />

sehr ausgewogen mit einer schönen Balance<br />

aus Süsse und einer prägnanten Säure.<br />

Wiederum Noten von Dörrfrüchten und Gewürzen.<br />

Hallt lange nach und verbleibt<br />

leicht salzig am Gaumen. Trinkiger,<br />

reifer Tawny. ullrich.ch, CHF 54,50<br />

Cristiano van Zellers 30 Years old<br />

Tawny Port, Van Zellers & Co,<br />

São João da Pesqueira<br />

20 Vol.-%. Klare, von balsamischer Würze<br />

getriebene Nase. Dazu Noten von Pumpernickel,<br />

Datteln, kandierten Zitrusfrüchten,<br />

Schokolade und gerösteten Nüssen. Am<br />

Gaumen elegant und ausgewogen, mit gut<br />

eingebundener Süsse und würziger Rosinen-Aromatik<br />

sowie floralen Nuancen im<br />

langen Abgang. gawein.at, € 117,50<br />

Cristiano van Zeller Tawny<br />

Reserve Port, Van Zellers & Co, São<br />

João da Pesqueira<br />

20 Vol.-%. Duftet nach eingelegten Pflaumen,<br />

Rosinen, Kakao und etwas Kokos.<br />

Dazu gesellen sich kräutrig-würzige Anklänge<br />

und eine frische Meeresbrise. Am<br />

Gaumen schöne Balance zwischen cremiger<br />

Süsse und kräftiger Würze. Edelholznoten<br />

im Abgang. vanzellersandco.com,<br />

ca. CHF 25,–<br />

Royal Oporto 20 Years Tawny<br />

Real Companhia Velha,<br />

Vila Nova de Gaia, Portugal<br />

20 Vol.-%. Kräftiges Karmingranat, zarter<br />

Brauntouch, breitere Ockerrandaufhellung.<br />

Zartes Kirschkonfit, Aranzini, heller Nougat,<br />

feiner Florentinertouch, süsser Tabak,<br />

angenehme Würze. Straff, elegant, rotbeeriger<br />

Touch, präsente Edelholznuancen,<br />

zitronig-salzig im Abgang, bleibt gut haften,<br />

finessenreich, fast schon trocken wirkend<br />

im Nachhall, klassische Stilistik.<br />

realcompanhiavelha.pt, ca. CHF 40,–<br />

Portwein - Ruby<br />

91 Punkte<br />

1. Platz<br />

Porto Reserve, Rozès, Vila Nova de Gaia<br />

20 Vol.-%. Kräftiges Rubingranat, violette<br />

Reflexe, dezente Ockerrandaufhellung. Eingelegte<br />

schwarze Kirschen, etwas<br />

Zwetschgenröster, feinwürziges Bukett.<br />

Komplex, saftig, süsser Fruchtkern, verfügt<br />

über Frische, mineralisch, dezenter Schokotouch,<br />

guter Einstieg in die Welt des<br />

Ports. champagnepommery.com<br />

ca. CHF 30,–<br />

2. Platz<br />

Quinta do Vale Meao Ruby Reserve<br />

Port Meandro, Quinta do Vale Meão,<br />

Vila Nova de Foz Côa<br />

20 Vol.-%. Dunkles Rubin. Dunkle Beeren in<br />

der Nase, Brombeeren, etwas Zwetschge,<br />

würzige Anklänge, etwas Zartbitterschokolade.<br />

Am Gaumen von schöner Fülle mit<br />

wiederum schöner Balance aus Frucht und<br />

Würze. Hallt lange nach.<br />

quintadovalemeao.pt, ca. CHF 15,–<br />

90 Punkte<br />

3. Platz<br />

Graham’s Six Grapes Reserve Port NV<br />

Graham’s, Vila Nova de Gaia<br />

20 Vol.-%. Sehr dunkles Schwarzrot mit dezenter<br />

Randaufhellung ins violett. Intensive<br />

Frucht, Brombeere, Schwarzkirsche,<br />

Zwetschge, dazu würzige Anklänge. Am<br />

Gaumen von schöner Fülle mit prägnanter<br />

Süsse, schmiegt sich an den Gaumen an.<br />

Wiederum schöne Harmonie aus Fruchtund<br />

Gewürznoten. Tannin sorgt für eine<br />

gewisse Frische im beerig-fruchtigen<br />

Nachhall. dettling-marmot.ch, CHF 28,–<br />

Portwein - White<br />

92 Punkte<br />

1. Platz<br />

Porto White Reserve<br />

Rozès, Vila Nova de Gaia<br />

20 Vol.-%. Mittleres Gold mit leuchtenden<br />

Kupferreflexen. Zart nussig unterlegte kandierte<br />

Mandarinenzesten, angenehme vegetale<br />

Würze. Kraftvoll, reife gelbe Birne,<br />

feine Säurestruktur, ein Hauch von Rosinen,<br />

ausgewogen und gut anhaftend, elegante<br />

Stilistik, zeigt gute Länge.<br />

champagnepommery.com<br />

ca. CHF 20,–<br />

91 Punkte<br />

2. Platz<br />

Cristiano van Zeller White Reserve Port<br />

Van Zellers & Co,<br />

São João da Pesqueira<br />

20 Vol.-%. Klare Nase mit Noten von weisser<br />

Schokolade, gedörrten Feigen, Datteln<br />

und Gianduja. Etwas Unterholz und würzige<br />

Komponenten. Am Gaumen stoffig, würzig,<br />

ausgewogen, mit schönem Süsseteil<br />

und kräutriger Würze im langem Abgang.<br />

vanzellersandco.comt, ca. CHF 20,–<br />

90 Punkte<br />

3. Platz<br />

2008 Presidential Porto Colheita White<br />

Dalva Distinctive Wines – C. da Silva,<br />

Vila Nova de Gaia<br />

20 Vol.-%. Duftet nach gerösteten Nüssen,<br />

gelbem Apfel, Quitte, Orange und Birne.<br />

Kräutrig-würzige Anklänge und etwas Tabak.<br />

Am Gaumen intensive Süsse, etwas<br />

Unterholz, Honig, Rumtopf, langes Finale.<br />

dalvawines.pt, ca. CHF 45,–<br />

Sherry - Fino,<br />

Amontillado, Oloroso<br />

97 Punkte<br />

1. Platz<br />

Amontillado Tradición VORS<br />

Bodegas Tradición,<br />

Jerez de la Frontera<br />

21 Vol.-%. In der Nase zunächst nussig, mit<br />

Noten von gedörrtem gelbem Steinobst<br />

und Apfel, gepaart mit dem Duft eines Besuchs<br />

am Meer im Sommer. Am Gaumen<br />

elegant und frisch, mit knackiger Säure,<br />

würziger Frucht und salzig-langem leicht<br />

Fotos: Shutterstock, Blandy’s Madeira, Alvaro Rivero, beigestellt<br />

194 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


1. Platz<br />

1. Platz<br />

pikantem Finale.<br />

charleshofer.ch, ca. CHF 110,–<br />

95 Punkte<br />

2. Platz<br />

Fino Tradición<br />

Bodegas Tradición<br />

Jerez de la Frontera<br />

15 Vol.-%. Schöne, ausdrucksstarke Nase<br />

die zunächst mit fleischig-würzigen Noten<br />

daherkommt und sich mit der Zeit immer<br />

weiter öffnet. Dann dominieren Meeresbrise,<br />

Apfel und Zitrusfrüchte, untermalt von<br />

Melisse und frischen Mandeln. Am Gaumen<br />

schöne Fülle, frische Säure und eine intensive<br />

Salzigkeit, die nach dem nächsten<br />

Schluck verlangt. charleshofer.ch, flaeschehals.ch,<br />

CHF 49,–<br />

3. Platz<br />

Oloroso Tradicion VORS<br />

Bodegas Tradición, Jerez de la Frontera<br />

21,5 Vol.-%. Duftet nach gedörrten Pflaumen,<br />

Apfel und gelbem Steinobst. Noten<br />

von Edelholz, gerösteten Nüssen, Walnussschalen<br />

und getrockneten Kräutern. Am<br />

Gaumen intensiv, würzig, überaus salzig<br />

und lang. charleshofer.ch, ca. CHF 110,–<br />

94 Punkte<br />

2023 Viña Corrales Fino<br />

Bodega San Francisco Javier, Jerez de<br />

la Frontera<br />

15 Vol.-%. Duftet intensiv nach gedörrtem<br />

und frischem Apfel, gelbem Steinobst und<br />

Zitrusfrüchten. Etwas Honig und wilder<br />

Fenchel sowie nussige Anklänge. Komplex.<br />

Am Gaumen frisch und fleischig, straffe<br />

Säure, langes salzig anmutendes Finale.<br />

casadelvino.ch, CHF 49,–<br />

93 Punkte<br />

Sherry Amontillado 1730 VORS<br />

Alvaro Domecq,<br />

Jerez de la Frontera<br />

20 Vol.-%. Mittleres Amber. Klare Nase mit<br />

Noten von gedörrten Früchten, Nussnougat,<br />

etwas Karamell sowie Nuancen von<br />

Vanille. Am Gaumen von mittlerer Fülle<br />

mit Anflügen von Pilzen und Noten von gerösteten<br />

Mandeln. Prägnante salzige Noten<br />

sowie eine saftige Säure im langen<br />

Nachhall. Endet leicht jodig. Sehr typisch.<br />

moevenpick-wein.com, CHF 47,50<br />

92 Punkte<br />

Marqués del Real Tesoro Almirante 15<br />

Years Old Oloroso Sherry, Marqués del<br />

Real Tesoro, Jerez de la Frontera<br />

18,5 Vol.-%. Jodiges Braun in der Farbe.<br />

Riecht intensiv nach Dörrfrüchten, insbesondere<br />

Rosinen und Datteln, geröstete<br />

Nüsse, dazu Nuancen von Eichenholz und<br />

Gewürzen wie Vanille. Am Gaumen weich<br />

und eher breit mit klarer, intensiver Aromatik<br />

und angenehmen Salznoten im mittellangen<br />

Nachhall.<br />

grape-and-grain.ch, CHF 29,–<br />

Sherry - PX<br />

96 Punkte<br />

1. Platz<br />

Pedro Ximenez Tradición VOS<br />

Bodegas Tradición, Jerez de la Frontera<br />

15 Vol.-%. Intensive Nase mit Noten von<br />

Datteln, konfierten dunklen Beeren und gedörrten<br />

Feigen. Dazu kräutrig-würzige Anklänge,<br />

Schokolade und Liebstöckel sowie<br />

Jod. Am Gaumen viskos, dicht, intensiv und<br />

süss, ohne aufdringlich zu wirken. Lang und<br />

Komplex. charleshofer.ch,<br />

whisky-zigarren.ch, CHF 112,–<br />

93 Punkte<br />

2. Platz<br />

Sherry PX 1730, Alvaro Domecq,<br />

Jerez de la Frontera<br />

17 Vol.-%. Fliest viskos in dunklem Braun ins<br />

Glas. In der Nase intensive Noten von gedörrten<br />

Früchten, Datteln, Zwetschge aber<br />

auch Speckbirne, dazu Noten von Rum und<br />

Kolanuss, etwas Muskat. Am Gaumen<br />

erwartungsgemäss süss und angenehm<br />

ausladend. Neben Dörrfruchtnoten auch<br />

Nuancen von Kaffee und Gewürzen. Hallt<br />

lange nach mit Mokkanoten.<br />

moevenpick-wein.com, CHF 46,50<br />

Die wunderschöne<br />

portugiesische Insel Madeira,<br />

Heimat des gleichnamigen<br />

Likörweins.<br />

1. Platz<br />

3. Platz<br />

Cream VOS<br />

Bodegas Tradición, Jerez de la Frontera<br />

18,5 Vol.-%. Mittleres Amber. Klare Nase,<br />

tropische Früchte, Kokos Nüsse, Dörrfrüchte,<br />

etwas Nougat, dezent Vanille. Am Gaumen<br />

klar süsslich und eher breit, was jedoch<br />

von einer straffen Säure gepuffert<br />

wird. Extrem lang anhaltendes Finale mit<br />

Noten von getrockneten Früchten und<br />

Kokos. charleshofer.ch,<br />

whisky-zigarren.ch, CHF 85,–<br />

Madeira<br />

94 Punkte<br />

1. Platz<br />

Fine Rich 1997 Single Harvest<br />

Henriques & Henriques,<br />

Câmara de Lobos<br />

19 Vol.-%. Konzentriertes Bukett mit Noten<br />

von Dörrfrüchten wie Datteln und Feigen.<br />

Dazu Anklänge von gerösteten Nüssen, Medizinalkräutern<br />

und Karamell. Am Gaumen<br />

elegant, schöne Süsse, langes<br />

Finale. charleshofer.ch, cavetta.ch<br />

CHF 59,–<br />

2. Platz<br />

Blandy´s 30 Years old Bual<br />

Blandy’s, Funchal<br />

20 Vol.-%. In der Nase Noten von Mandeln<br />

und Trockenfrüchten, Rosinen, Datteln,<br />

auch Feige, dazu eine Idee Karamell, angenehme,<br />

prägnante Holzwürze. Am Gaumen<br />

von mittlerer Fülle, harmonisch. Hallt lange<br />

nach mit saftiger Säure, strukturierender<br />

Salzigkeit und Dörrfrucht.<br />

blandys.com, ca. CHF 120,–<br />

93 Punkte<br />

3. Platz<br />

Boal 15 years old,<br />

Henriques & Henriques,<br />

Câmara de Lobos<br />

20 Vol.-%. In der Nase Noten von frischen<br />

und gerösteten Nüssen und Dörrfrüchten.<br />

Dazu Anklänge von Edelholz, Pilzen und<br />

wildem Fenchel sowie Pfeffer. Am Gaumen<br />

stoffig, mit schönem Spiel zwischen Süsse<br />

und Säure, wirkt frisch und komplex. Langes<br />

Finale. charleshofer.ch,<br />

cavetta.ch, CHF 76,–<br />

<<br />

Chris Blandy und Francisco<br />

Albuquerque von Blandy’s.<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/trophy-fortified-25<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

195


tasting<br />

TROPHY BRUNELLO DI MONTALCINO<br />

LICHT &<br />

SCHATTEN<br />

Foto: Kristi Blokhin / Shutterstock<br />

196 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Klassische italienische Weinbaulandschaft<br />

findet man an den Hängen um Montalcino.<br />

Eng stehende Rebstöcke, in der Regel der<br />

Sorte Sangiovese, dazwischen immer wieder<br />

kleine Gehöfte und Weingüter. Herrlich!<br />

Der Brunello di Montalcino aus dem Jahrgang 2020 zeigt sich recht durchwachsen:<br />

Die Masse hat recht reife Frucht, ist oft alkoholisch und rau. Die besten Vertreter jedoch sind<br />

ausgewogen und gut antrinkbar. Grandios bestätigt sich der Jahrgang 2019 mit den Riservas.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER, IRENE FORNI<br />

Es war das Jahr, das uns als erstes<br />

Covid-Jahr allen in Erinnerung<br />

bleiben wird. Alle Veranstaltungen<br />

und Reisen waren gestrichen,<br />

die Winzer hatten alle Zeit<br />

der Welt, sich ihren Weingärten zu widmen.<br />

Gut verteilte Regenfälle begleiteten die<br />

Wachstums- und Reifezeit, trotzdem war es<br />

in Summe überdurchschnittlich heiss. Das<br />

macht sich in betont reifer Frucht, in<br />

hohem Alkohol und mitunter recht rauem<br />

Tannin bemerkbar. Es gibt aber auch die<br />

andere Seite, vor allem bei Weinen aus<br />

höheren oder weniger exponierten Lagen.<br />

Diese Weine zeigen viel saftige Frucht,<br />

geschliffenes, gut eingebundenes Tannin und<br />

bieten jetzt schon grosses Trinkvergnügen.<br />

Brunello, wie man ihn sich wünscht!<br />

Bei der Auswahl des Brunello 2020 gilt es<br />

also, besonders aufmerksam zu sein. Ganz<br />

anders verhält es sich hingegen mit den<br />

Riservas aus dem Jahrgang 2019. Der<br />

Jahrgang war insgesamt frischer und<br />

kühler, und schon die Jahrgangsqualitäten<br />

im vergangenen Jahr hatten uns begeistert.<br />

Umso gespannter waren wir auf die<br />

Riservas. Es wurden in die Probe auch<br />

jene Weine mit einbezogen, die zwar nicht<br />

offiziell als Riserva laufen, aber doch ein<br />

Jahr länger reifen.<br />

In normalen Jahren bringen die Riservas<br />

bis auf die üblichen Ausnahmen nicht wirklich<br />

den Qualitätszugewinn, den man sich<br />

aufgrund der Bezeichnung und des deutlich<br />

höheren Preises erwarten darf. Nicht so<br />

2019: Da gibt es wirklich eine ganze Reihe<br />

hochklassiger Weine, die präzise Frucht,<br />

griffiges, dichtes Tannin, feinen Schmelz<br />

und Tiefgang zeigen. Hier darf man getrost<br />

zugreifen!<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-brunello-di-montalcino-25<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

197


tasting<br />

TROPHY BRUNELLO DI MONTALCINO<br />

TROPHY BRUNELLO<br />

DI MONTALCINO<br />

Brunello di<br />

Montalcino 2020<br />

99 Punkte<br />

•<br />

BIO Brunello di Montalcino DOCG<br />

2020, Poggio di Sotto, Montalcino<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes, funkelndes<br />

Rubinrot mit glänzendem Kern. Einladende<br />

und duftende Nase nach frischer Kirsche,<br />

dezent nach Geranien, Granatapfel, dazu<br />

frisch gebackenes Weissbrot, feine Würze,<br />

komplex und einladend. Sehr elegant am<br />

Gaumen mit tollem süssem Kern, geschliffenem<br />

Tannin und salzigem Unterton,<br />

offenherzig und zugänglich, trinkt sich hervorragend,<br />

im Nachhall auf Kerzenwachs<br />

und Minze, gross.<br />

collemassari.it, ca. CHF 195,–<br />

98 Punkte<br />

•<br />

Madonna delle Grazie<br />

Brunello di Montalcino DOCG 2020<br />

Il Marroneto, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot, elegant.<br />

In der Nase nach Kerzenwachs, Edelholz,<br />

etwas Minze, reife Kirschfrucht, Rauch,<br />

nach etwas Zeit auch Pfirsich. Am Gaumen<br />

mit elegantem Eintritt und Verlauf, schöner<br />

Saftigkeit und Eleganz, kommt in mehreren<br />

Schichten, dazu feine erdig-salzige<br />

Töne, lang, schwingend.<br />

ilmarroneto.it, ca. CHF 405,–<br />

•<br />

Vecchie Vigne Brunello di Montalcino<br />

DOCG 2020, Siro Pacenti, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Elegant leuchtendes Rubinrot. In<br />

der Nase nach Milchschokolade, Edelholz,<br />

etwas Liebstöckel, erinnert auch an blutige<br />

Töne. Am Gaumen mit sehr griffigem<br />

Tannin, druckvoll, sehr eng verwoben, tiefgründig<br />

und kernig, kommt in mehreren<br />

Schichten, lang, monumentaler Wein, der<br />

aber noch lagern will.<br />

siropacenti.it, ca. CHF 125,–<br />

•<br />

Brunello di Montalcino DOCG 2020<br />

Giodo, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Einladende und duftende Nase,<br />

blumig, nach Veilchen, Hagebutten, Minze,<br />

Blutorangensaft, rotem Pfirsich im Nachhall,<br />

auch leicht nach reifer Wassermelone,<br />

gepaart mit eleganten, würzigen Tönen.<br />

Am Gaumen herzhaft, mit einladendem<br />

elegantem und dennoch leichtfüssigem<br />

Trunk, leicht vegetale Nuancen geben<br />

Frische, knackig, salziger Ausklang.<br />

giodo.it, ca. CHF 140,–<br />

•<br />

Vigna del Suolo<br />

Brunello di Montalcino DOCG 2020<br />

Argiano, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Funkelndes Rubinrot mit<br />

schimmernden Rändern. In der Nase pure<br />

Eleganz, tiefgründig, zunächst Himbeere<br />

und Kirsche, mit Luft kommen Blutorange<br />

und Tabak sowie ein Hauch von Minze. Am<br />

Gaumen schwebende, saftige Frucht,<br />

erinnert an Granatapfel, nobles Gerbstoffgerüst,<br />

tänzelnde Säure, langes, elegantes<br />

Finale. Kann ruhig noch etwas lagern.<br />

argiano.net, ca. CHF 265,–<br />

Knorrige alte Rebstöcke,<br />

gezogen auf Drahtrahmen: Hier<br />

wachsen die besten Sangiovese-<br />

Trauben für den Brunello.<br />

97 Punkte<br />

•<br />

Brunello di<br />

Montalcino DOCG 2020<br />

Fuligni, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Aufhellendes<br />

Rubinrot. Elegant duftende<br />

Nase, einladend, nach Kirsch sirup,<br />

Malz, Edelholz, dezent nach kaltem Rauch<br />

und gedörrtem Rosenblatt. Am Gaumen<br />

sehr saftig und klar, mit geschliffenem,<br />

elegantem Verlauf, dazu feiner salziger<br />

Unterton, leichtes Minzaroma, lang,<br />

schwingend, fein.<br />

fuligni.it, ca. CHF 70,–<br />

•<br />

Piero Brunello di Montalcino DOCG<br />

2020, Talenti, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Leuchtendes, elegantes Rubinrot.<br />

In der Nase nach Jod, Meersalz, kaltem<br />

Stein, dann nach Malz und dezent nach<br />

Orangen, feines Parfum, Pfirsich, getrocknetes<br />

Rosenblatt. Am Gaumen mit viel Eleganz,<br />

ausgewogen und klar, zeigt äusserst<br />

geschliffenes Tannin, dazu viel Saftigkeit,<br />

schwingend und lang.<br />

talentimontalcino.it, ca. CHF 95,–<br />

•<br />

Filo di Seta Brunello di Montalcino<br />

DOCG 2020<br />

Castello Romitorio, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Elegant leuchtendes Rubinrot<br />

mit funkelndem Kern. Zeigt in der Nase eleganten<br />

Ausdruck, Blutorange, Hagebutte,<br />

dezente Erdbeere, dazu minimale rauchige<br />

Töne, im Nachhall ganz leicht nach Siegellack.<br />

Am Gaumen mit elegantem Eintritt<br />

GEBIETSPROFIL<br />

DAS GEBIET<br />

Montalcino liegt eine knappe Autostunde<br />

südlich von Siena. Das Anbaugebiet des<br />

Brunello ist auf dieses eine Gemeindegebiet<br />

beschränkt. Heute erzeugen über<br />

200 Betriebe einen Brunello di Montalcino.<br />

DIE SORTE<br />

Sangiovese und nichts sonst darf in den<br />

Brunello. Für viele Kenner findet diese<br />

uritalienische Sorte in den Weingärten um<br />

Montalcino ihren höchsten Ausdruck.<br />

und Verlauf, sehr frisch, mit leicht eisenhaltigen<br />

Tönen, griffig, druckvoll, schwingend,<br />

salziges Finish.<br />

castelloromitorio.com, ca. CHF 130,–<br />

•<br />

Luce Brunello di Montalcino DOCG<br />

2020, Tenuta Luce, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Dunkel leuchtendes Rubinrot.<br />

Einladende Nase, spannend, nach Kerzenwachs,<br />

Edelholz, reifen Preiselbeeren und<br />

Schwarzen Johannisbeeren, im Nachhall<br />

nach rotem Pfirsich und feiner Würze. Sehr<br />

geschliffen und überraschend frisch am<br />

Gaumen, mit toller Saftigkeit und hervorragend<br />

eingebundenem Alkohol, kommt<br />

immer wieder, klarer, fruchtbetonter<br />

Ausklang, trinkt sich sehr gut.<br />

tenutaluce.com, ca. CHF 140,–<br />

•<br />

Vigna La Casaccia Brunello di<br />

Montalcino DOCG 2020<br />

Canalicchio di Sopra, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Helles Rubinrot mit violetten<br />

Reflexen. In der Nase nach gezuckerten<br />

Walderdbeeren, Hagebuttentee, Amarenakirsche<br />

und Minze, dahinter etwas Lavendel,<br />

etwas brandig. Am Gaumen viel reife<br />

Frucht, druckvoll, reife Gerbstoffe, gut<br />

eingebundene Säure, schöne Saftigkeit<br />

und Salzigkeit, elegantes Finale.<br />

canalicchiodisopra.com, ca. CHF 140,–<br />

•<br />

Sugarille Brunello di Montalcino<br />

DOCG 2020<br />

Pieve di S. Restituta, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Tiefgründige,<br />

einladende Nase, zunächst nach Preiselbeeren<br />

und feinen erdigen Tönen, dann getrocknete<br />

Zitrusfrucht, erinnert im Nachhall<br />

an gezuckerte Veilchen. Am Gaumen<br />

komplex, mit eng verwobenem Tannin, vielschichtig<br />

und klar, ausgewogen, kommt in<br />

mehreren Schichten, druckvoll, tolle Länge!<br />

pievesantarestituta.com, ca. CHF 160,–<br />

•<br />

Giovanni Neri Brunello di Montalcino<br />

DOCG 2020<br />

Casanova di Neri, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Stark würzige<br />

Fotos: MoiraFF / Shutterstock, Stefano Casati, beigestellt, Richard Semik / Shutterstock, mauritius images / Bruno Kickner<br />

198 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Nase nach Edelholz, schwarzem Pfeffer,<br />

kaltem Rauch, Teer, nach etwas Zeit Minze,<br />

Pflaume und Bitterschokolade. Am Gaumen<br />

mit engmaschigem Tannin, dicht<br />

verwoben, griffig, dazu satter Druck, erdige<br />

Noten, mit feiner Salzigkeit im Ausklang,<br />

kann ruhig noch lagern.<br />

casanovadineri.wine, ca. CHF 235,–<br />

Brunello di Montalcino<br />

Riserva 2019<br />

Montalcino liegt in luftiger Höhe auf<br />

500 Höhenmetern. Die Hänge an allen<br />

vier Flanken des mächtigen Hügels sind<br />

mit Weinreben bepflanzt.<br />

100 Punkte<br />

•<br />

Vigna di Pianrosso Santa Caterina<br />

d’Oro Brunello di Montalcino Riserva<br />

DOCG 2019, Ciacci Piccolomini<br />

d’Aragona, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Edel leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Duftet in der<br />

Nase nach reifen Kirschen, reifen Erdbeeren,<br />

getrockneten Rosenblättern, einem<br />

Hauch Siegellack sowie feine Tabaknoten<br />

im Nachhall. Zeigt sich sehr füllig und einnehmend<br />

am Gaumen, satt und reichhaltig,<br />

dazu auch tolle Salzigkeit und Saftigkeit,<br />

schwingend, lang, druckvoll, gross.<br />

ciaccipiccolomini.com, ca. CHF 120,–<br />

•<br />

Cerretalto Brunello di Montalcino<br />

DOCG 2019<br />

Casanova di Neri, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Tiefdunkles, sattes Rubinrot.<br />

Zeigt sich in der Nase mit enormer Dichte,<br />

Zigarrenkiste, eingelegte Sauerkirsche,<br />

Noten von Graphit, gezuckerten Veilchen,<br />

hat im Nachhall was von Milchschokolade.<br />

Am Gaumen mit enormer Cremigkeit, zeigt<br />

sich sehr stoffig, würzig, mit feinen eisenhaltigen<br />

Anklängen, mit eng verwobenem<br />

Tannin, im hinteren Bereich sehr salzig,<br />

druckvoll, enorme Länge, ein Monument!<br />

casanovadineri.wine, ca. CHF 350,–<br />

•<br />

Filo di Seta Brunello di Montalcino<br />

Riserva DOCG 2019<br />

Castello Romitorio, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes, glänzendes<br />

Rubinrot. In der Nase sehr fein und dezent,<br />

edles Potpourri aus Edelholz, Kokosflocken,<br />

Graphit, dunklen Beeren, Eisen, nach<br />

etwas Zeit und Luft nach Walderdbeeren.<br />

Am Gaumen mit geschliffenem Tannin,<br />

cremig, dazu saftiger Nerv, salzig, vielschichtig<br />

und lang, kann noch lagern,<br />

bereits jetzt grossartig!<br />

castelloromitorio.com, ca. CHF 540,–<br />

99 Punkte<br />

•<br />

Brunello di Montalcino DOCG 2019<br />

Biondi-Santi Tenuta Greppo<br />

Montalcino<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot, funkelnd<br />

und brillant. Komplexe und tiefgründige<br />

Nase nach satten Kirschen, Tabak und<br />

Edelholz, dazu dunkle Würze im Nachhall.<br />

Am Gaumen sehr saftig, mit sehr gut eingebundenem<br />

Tannin, fein cremig, kommt in<br />

mehreren Wellen, sehr elegant, ausgewogen<br />

und harmonisch, finessenreiches<br />

Finish, grossartig!<br />

biondisanti.it, ca. CHF 220,–<br />

•<br />

BIO Brunello di Montalcino Riserva<br />

DOCG 2019, Poggio di Sotto, Montalcino<br />

13,5 Vol.-%. Aufhellendes, leuchtendes<br />

Rubinrot. Finessenreiche Nase nach Toast,<br />

gebrannter Butter, satten Kirschen, Erdbeeren,<br />

Tannennadeln, Salbei und Edelholz,<br />

duftend. Am Gaumen sehr herzhaft, mit<br />

kompaktem Tannin und sehr geschliffenem<br />

Verlauf, klare Kirschfrucht, leichter<br />

Minzton, geradlinig wie ein Schwert, feine<br />

Salzigkeit im Ausklang.<br />

collemassari.it, ca. CHF 360,–<br />

97 Punkte<br />

•<br />

Brunello di Montalcino Riserva<br />

DOCG 2019, Fuligni, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes, aufhellendes<br />

Rubinrot. In der Nase sehr würzig, nach frischer<br />

Minze, kaltem Rauch, Edelholz, Preiselbeeren<br />

und Kirschen, im Nachhall Zigarrenkiste<br />

und Zimtstange. Am Gaumen mit<br />

eng verwobenem Gerbstoff, straffer Säure<br />

und vertikaler Frucht, eisenhaltig in Ansatz<br />

und Verlauf, im Ausklang straff und kernig.<br />

fuligni.it, ca. CHF 160,–<br />

•<br />

PS Brunello di Montalcino Riserva<br />

DOCG 2019, Siro Pacenti, Montalcino<br />

15 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinviolett. Duftende<br />

und komplexe Nase, tiefgründig, nach<br />

Brombeeren, Minze, dazu feine Anklänge<br />

von getrockneten Rosenblättern. Am<br />

Gaumen vom Holzeinsatz untermalt, dazu<br />

aber tolle Saftigkeit und Salzigkeit, mit viel<br />

Schmelz, viel Gerbstoff im hinteren Bereich,<br />

der leicht rau übrig bleibt. Weglegen<br />

und in ein paar Jahren voll geniessen.<br />

siropacenti.it, ca. CHF 290,–<br />

•<br />

Pian di Conte Brunello di Montalcino<br />

Riserva DOCG 2019, Talenti, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes, elegantes Rubinrot.<br />

Spannende und einladende Nase, nach<br />

gezuckerten Walderdbeeren, etwas Hagebutten,<br />

Minze, im Nachhall feine Orangennoten,<br />

dazu helle Würze und Edelholz, rund.<br />

Am Gaumen ausgewogen, geschliffen, mit<br />

engmaschigem Tannin, zeigt feine Würze<br />

im Untergrund, beachtliche Länge.<br />

talentimontalcino.it, ca. CHF 70,–<br />

•<br />

Vigna Spuntali Brunello di Montalcino<br />

DOCG 2019, Val di Suga, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Brillantes Rubinrot. In der Nase<br />

einladende Aromen von kleinen, frischen<br />

roten Früchten, Pflaume, Brombeere, Tee,<br />

Feuerstein und Graphit sowie zarte ätherische<br />

Nuancen. Am Gaumen kraftvoll und<br />

frisch mit gut integrierten Tanninen und<br />

langem, anhaltendem Abgang, salzig.<br />

valdisuga.it, ca. CHF 105,–<br />

•<br />

Millecento 1100 Brunello di<br />

Montalcino Riserva DOCG 2019<br />

Castiglion del Bosco, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

Randaufhellungen. In der Nase verspielt,<br />

viel Rote Johannisbeere und Pflaume,<br />

dahinter Veilchen und Lavendel sowie Mandarine<br />

und Erd beeren. Am Gaumen saftig<br />

und harmonisch, baut sich schön auf, reife<br />

Gerbstoffe, tänzelnde Säure, anhaltender,<br />

salziger Abgang, sehr elegant und mit<br />

hohem Trinkfluss versehen.<br />

castigliondelbosco.com, ca. CHF 210,–<br />

•<br />

Brunello di Montalcino Riserva<br />

DOCG 2019<br />

Castello Romitorio, Montalcino<br />

14,5 Vol.-%. Glänzendes Rubinrot mit funkelndem<br />

Kern. Spannende und einladende<br />

Nase, auf Veilchen, Kirschen, aber auch<br />

Zwetschgen und einem Hauch Lakritze, im<br />

Nachhall kalter Rauch, Hefe und Edelholz.<br />

Am Gaumen mit griffig-saftigem Tannin,<br />

feiner Eisennerv, schwingt, bleibt lange<br />

haften, im Ausklang salzig.<br />

castelloromitorio.com, ca. CHF 270,–<br />

•<br />

Brunello di Montalcino Riserva<br />

DOCG 2018<br />

Biondi-Santi Tenuta Greppo, Montalcino<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />

dezent aufhellendem Rand. Zunächst duftendes<br />

Edelholz in der Nase, satte Kirschfrucht,<br />

etwas Rauch, Mandelblättchen,<br />

Leder. Am Gaumen mit offenherziger und<br />

zugänglicher Struktur, leicht nach weissem<br />

Pfeffer, Lorbeerblatt, zieht lange und<br />

präzise durch.<br />

biondisanti.it, ca. CHF 740,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/<br />

trophy-brunello-di-montalcino-25<br />

<<br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

199


events<br />

EVENT-HIGHLIGHT ZUM<br />

START DER PROWEIN<br />

BIG BOTTLE<br />

PARTY<br />

Am Vorabend der ProWein lädt <strong>Falstaff</strong> auch dieses<br />

Jahr wieder zur legendären Big Bottle Party. Erleben<br />

Sie am Samstag, den 15. März <strong>2025</strong>, einen unvergesslichen<br />

Abend voller Genuss, verkosten Sie erlesene<br />

Spitzenweine aus beeindruckenden Grossflaschen<br />

und lernen Sie die Winzerinnen und Winzer persönlich<br />

kennen! Anschliessend geht es auf die Tanzfläche<br />

– bei Live-Musik und DJ-Beats. Ein unvergesslicher<br />

Abend voller Genuss, Musik und guter Gesellschaft.<br />

Die Gäste der Big Bottle Party sind<br />

eingeladen, nach Herzenslust Top-Weine<br />

aus Grossflaschen zu verkosten und mit<br />

Gleichgesinnten zu feiern.<br />

Live-Musik und ein<br />

DJ sorgen für<br />

Party-Stimmung.<br />

INFO<br />

TERMIN:<br />

15. März <strong>2025</strong>, 16:30 – 19:30 Uhr Tasting,<br />

20:00 – 23:30 Uhr Big Bottle Party<br />

LOCATION:<br />

Maritim Hotel Düsseldorf<br />

Maritim-Platz 1, 40474 Düsseldorf<br />

PREISE:<br />

Vorverkauf Privatbesucher: € 85,–<br />

Gourmetclub-Mitglieder*: € 55,–<br />

Fachbesucher*: € 15,–<br />

*Gourmetclub-Mitglieder und Fachbesucher<br />

erhalten den Rabattcode unter<br />

events@falstaff.de<br />

TICKETS UND WEITERE INFOS:<br />

go.falstaff.com/BBP_25<br />

Fotos: Fotografie Ulrik Eichentopf<br />

200 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


Mit Produkten aus der<br />

Bodensee-Region zaubert<br />

das Team des «Villagio»<br />

ein hochkarätiges<br />

Menu.<br />

FRÜHLINGSERWACHEN<br />

AM BODENSEE<br />

Fotos: Anna Glad,<br />

WINE & DINE<br />

IM CASINO<br />

Pünktlich zum Frühlingsbeginn laden <strong>Falstaff</strong> und<br />

das Casino Konstanz am 21. März zum Wine &<br />

Dine ins Restaurant «Villagio». Ein fünfgängiges,<br />

italienisch angehauchtes Menu wird mit einer erstklassigen<br />

Weinbegleitung von Winzern aus der<br />

Bodenseeregion und aus Italien serviert. <strong>Falstaff</strong>-<br />

Wein-Chefredakteur Ulrich Sautter führt zusammen<br />

mit Sommelier Robert Martin durch den Abend.<br />

Infos und Tickets unter go.falstaff.com/Konstanz25.<br />

INFO<br />

TERMIN:<br />

Freitag, 21. März <strong>2025</strong>, ab 19 Uhr<br />

LOCATION:<br />

Restaurant «Villagio» im Casino Konstanz<br />

Seestrasse 21, 78464 Konstanz<br />

PREISE:<br />

Normalpreis inkl. Aperitif, Fünf-Gänge-Dinner,<br />

Weinbegleitung und Mineralwasser: € 169,–<br />

Preis für Gourmetclub-Mitglieder: € 155,–.<br />

(Rabattcode unter gourmetclub@falstaff.de)<br />

FEBRUAR – MÄRZ <strong>2025</strong><br />

IMPRESSUM<br />

INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT<br />

FÜR ESSEN, TRINKEN UND REISEN<br />

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind<br />

urheberrechtlich geschützt. Übersetzung, Nachdruck,<br />

Vervielfältigung und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen<br />

nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />

des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind<br />

ausschliesslich mit Angabe der Quelle gestattet.<br />

VERLAG<br />

<strong>Falstaff</strong> Verlag <strong>Schweiz</strong> AG<br />

Kirchenweg 8<br />

8008 Zürich<br />

FALSTAFF-REDAKTION SCHWEIZ<br />

c/o Herzog & Vombach GmbH<br />

Stadthausstrasse 53<br />

8400 Winterthur<br />

redaktion@falstaff.ch<br />

falstaff.com<br />

Gegenstand des Unternehmens sind die<br />

Herausgabe, der Verlag und der Vertrieb<br />

von Zeitschriften und Drucksachen aller<br />

Art unter der Bezeichnung «<strong>Falstaff</strong>».<br />

EIGENTÜMER FALSTAFF SCHWEIZ<br />

<strong>Falstaff</strong> Österreich (100 %)<br />

HERAUSGEBER<br />

Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam<br />

CHEFREDAKTION<br />

Benjamin Herzog, Dominik Vombach,<br />

Christoph Schwarz, Wolfgang M. Rosam<br />

STELLVERTR. CHEFREDAKTEURINNEN<br />

Aline Mareiler, Marlene Tragut<br />

CHEFIN VOM DIENST Verena Richter<br />

REDAKTIONSASSISTENZ Sophie Gurresch<br />

CREATIVE DIRECTOR<br />

Judit Mihályi, Harald Wittmann-Duniecki<br />

LEITUNG INTERNE GRAFIK Maximilian Kamper<br />

GRAFIK Isabella Gröller, Milena Hammerschmied,<br />

Raphael Buresch (Praktikant), Lara Cadez (Praktikantin)<br />

PHOTO DIRECTOR Bianca Demsa<br />

FOTOASSISTENZ Alina Hren, Valentina<br />

Metnitzer (Praktikantin)<br />

PRODUKTION / LITHO Konstantin Riemerschmid<br />

REDAKTIONSLEITUNG DIGITAL Patricia Konarzewski<br />

REDAKTION ONLINE CH Linda Carstensen<br />

MITARBEITER DIESER AUSGABE<br />

AUTOREN Nicola Afchar-Negad, Alexander Bachl, Severin<br />

Corti, Romana Echensperger MW, Gavin Francis, Irene Forni,<br />

Larissa Graf, Marlies Gruber, Mag. Judith Hecht, Christina<br />

Horn, Othmar Kiem, Philipp Laage, Peter Moser, Andrea Nagel,<br />

Sascha Rettig, Dirk Ruschmann, Claudia Salzmann, Dr.<br />

Ulrich Sautter, Pierre-André Schmitt, Sebastian Späth, Simon<br />

Staffler, Carmen Stalder, Binu Starnegg, Alexander<br />

Thürer (Chefredaktion Spirits)<br />

FOTOGRAFEN Stefan Gergely, Lena Staal<br />

ILLUSTRATORINNEN Stefanie Hilgarth (carolineseidler.com),<br />

Gina Müller (carolineseidler.com)<br />

LEKTORAT Andreas Hierzenberger, Angelika<br />

Hierzenberger-Gokesch, Rocco Prumer, Sabine Till,<br />

Birgit Weißkircher<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />

Mag. Elisabeth Kamper, Wolfgang M. Rosam,<br />

Sophie-Marie von Haugwitz<br />

VERWALTUNGSRAT<br />

Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam<br />

ANZEIGENKOORDINATION<br />

Christiane Ceccarelli, Viktoria Gartner<br />

ANZEIGEN UND PROMOTION SCHWEIZ<br />

Medien- und Kundenberater:innen<br />

Martina Kummer, T: +41 78 7206670<br />

martina.kummer@falstaff.com<br />

Camille Husson Stengel, T: +41 79 9542770<br />

camille@falstaff.com<br />

David Huber, T: +41 796137913<br />

david.huber@falstaff.com<br />

ANZEIGEN UND PROMOTION INTERNATIONAL<br />

ÖSTERREICH: Lisa Tschernig<br />

T: +43 1 9042141-495<br />

lisa.tschernig@falstaff.com<br />

DEUTSCHLAND: Susanne Förster<br />

T: +49 211 96662993<br />

susanne.foerster@falstaff.com<br />

ITALIEN: Wineline, Othmar Kiem / Simon Staffler<br />

T: +39 473 292370<br />

kiem@wineline.it / staffler@wineline.it<br />

SPANIEN: AIM, About International Media<br />

T: +34 91 3203770<br />

olga.martinez@aboutim.es<br />

DIRECT SALES<br />

Lena Nesic (Leitung)<br />

PROMOTIONS UND ADVERTORIALS<br />

ART DIRECTION<br />

Katharina Winkler<br />

ADVERTORIAL-MANAGER<br />

Stefan Schreier<br />

VERTRIEB, LESER- UND ABOSERVICE<br />

Kornelia Pirker (Leitung Vertrieb und Abo)<br />

Thomas Wagner (Vertriebsmanager)<br />

Lukas Kröll, Clara Neumüller, Birgit Niedl,<br />

Martina Oppermann, Caroline Souchon<br />

(Abo und Leserservice, Vertrieb)<br />

T: +41 43 2107029, abo@falstaff.ch<br />

Einzelverkauf: CHF 14,–<br />

Jahresabonnement (10 Hefte): CHF 115,–<br />

Preise inkl. MwSt.<br />

Gültig in der <strong>Schweiz</strong><br />

feb–mär <strong>2025</strong><br />

falstaff<br />

201


epilog / NACHGEFRAGT<br />

SAGEN SIE EINMAL,<br />

VOLKER GREINER …<br />

VOLKER<br />

GREINER<br />

Der Gross- und Aussenhandelskaufmann<br />

sowie Diplom-Betriebswirt Volker<br />

Greiner ist seit Juli 2010 Vice President<br />

North & Central Europe bei Emirates, einer<br />

der grössten und renommiertesten Fluggesellschaften<br />

der Welt. Seine Begeisterung<br />

für die Branche entdeckte er<br />

während seines Militärdienstes<br />

bei der Luftwaffe.<br />

KANN FLIEGEN EIN<br />

GENUSS SEIN?<br />

INTERVIEW SEBASTIAN SPÄTH<br />

FALSTAFF Das kulinarische Angebot von Emirates ist weltweit einzigartig, mit über 300 veganen Gerichten und einer<br />

erlesenen Auswahl an Wein und Champagner. Woher kommt diese Ausrichtung?<br />

VOLKER GREINER Emirates ist eine Premium-Fluggesellschaft, die höchsten Wert auf Qualität legt – in allen Klassen. Unser<br />

F&B-Angebot bildet da keine Ausnahme und ist einer der Faktoren, warum sich Kunden immer wieder für uns entscheiden.<br />

Seit 20 Jahren kaufen wir strategisch Wein ein und haben diese Ambitionen zuletzt sogar noch intensiviert.<br />

Was heisst das?<br />

Das Weinangebot an Bord und in den 39 eigenen Flughafen-Lounges weltweit ist das umfassendste aller Airlines und kann mühelos<br />

mit Top-Restaurants mithalten. In unserem Weinkeller im Burgund lagern insgesamt 6,2 Millionen Flaschen, darunter auch<br />

seltene Jahrgänge. In den vergangenen 16 Jahren haben wir über eine Milliarde Dollar in unser Weinprogramm investiert.<br />

Zusätzlich zur bisherigen Weinausbildung bieten Sie neuerdings sogar spezielle Sommelier-Kurse für Ihre Kabinencrew an.<br />

Unser gesamtes Kabinenpersonal ist von Anfang an geschult, die angebotenen Weine an Bord zu präsentieren und<br />

ideale Speisekombinationen zu den Weinen zu empfehlen. Zudem werden in den nächsten zwei Jahren alle unsere<br />

23.000 Flugbegleitenden eine von uns eigens konzipierte intensive Weinausbildung zusätzlich erhalten. Ich<br />

kenne keine andere Airline, die ihr Personal so intensiv im Bereich Wein schult.<br />

In mehreren Tausend Metern Höhe schmecken wir anders als am Boden – Tomatensaft empfinden<br />

wir an Bord beispielsweise als fruchtiger. Wie verhält es sich mit Wein?<br />

Es geht bei dem Geschmacksunterschied zwischen Boden und Luft vorwiegend<br />

um den Druckunterschied in der Kabine. In modernen Passagiermaschinen,<br />

und Emirates verfügt über eine der jüngsten Flotten weltweit, ist dieser<br />

inzwischen so gering, dass unser Wein in der Luft genauso<br />

schmecken dürfte, wie Sie es am Boden<br />

gewohnt sind.<br />

Fotos: Emirates<br />

202 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>


AMBIENTE REISEN GASTLICHKEIT WEIN<br />

Tickets<br />

DIE WELT ENTDECKEN – MASSGESCHNEIDERT MIT WINDROSE<br />

WINDROSE Finest Travel kreiert seit 50 Jahren hochwertige und luxuriöse Sehnsuchtsreisen –<br />

individuell und ganz privat zum Wunschtermin oder in kleinen Gruppen. Wir stehen für<br />

maßgeschneiderte Luxusreisen, einzigartige Kreuzfahrten, Privat-Villen am Strand oder in den<br />

Bergen bis hin zu exklusiven Reisen im Privatjet, getreu dem Motto: „Alles außer gewöhnlich“.<br />

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The Chedi Andermatt und im<br />

Radisson Blu Hotel Reussen,<br />

Andermatt.<br />

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Kontaktieren Sie uns auf www.windrose.de, www.windrose-kreuzfahrten.de<br />

oder unter service@windrose.de<br />

Das zweite Genuss Film Alpen in Andermatt verwöhnt seine Gäste an zwei Wochenenden über insgesamt vier<br />

Tage. In den Räumlichkeiten der Konzerthalle im Radisson Blu Hotel Reussen werden cineastische Leckerbissen<br />

gezeigt, gefolgt von einem 4-Gang-Dinner mit Weinbegleitung, spannenden Talks und der Verleihung des Genuss<br />

Alpen Wein Award sowie dem Genuss Alpen Producer Award.<br />

Freitag, 28. März <strong>2025</strong><br />

Soirée Gala Champagne<br />

Andermatt Konzerthalle / Apéro ab 18.00 Uhr / Filmbeginn 18.30 Uhr<br />

Samstag, 29. März <strong>2025</strong><br />

Soirée Genuss Alpen Wine Award<br />

Andermatt Konzerthalle / Apéro ab 17.30 Uhr / Filmbeginn 18.00 Uhr<br />

Der Film<br />

Widow Clicquot<br />

Thomas Napper<br />

Der Koch<br />

Dario Cadonau<br />

IN LAIN Hotel Cadonau, Brail<br />

Der Film<br />

La Dégustation<br />

Ivan Calbérac<br />

Der Koch<br />

Kevin Romes<br />

skin’s the Restaurant, Lenzburg<br />

Freitag, 4. April <strong>2025</strong><br />

Samstag, 5. April <strong>2025</strong><br />

Soirée Genuss Alpen Producer Award<br />

Andermatt Konzerthalle / Apéro ab 18.00 Uhr / Filmbeginn 18.30 Uhr<br />

Kitchenparty IGNIV Andermatt by Andreas Caminada<br />

Apéro: 17.15 im «La Bonne Cave Andermatt» by Schuler Weine |<br />

Film: Andermatt Konzerthalle | Flying Dinner: IGNIV by Andreas Caminada<br />

Der Film<br />

Gather<br />

Sanjay Rawal<br />

Der Koch<br />

Nenad Mlinarevic<br />

Bauernschänke, Brasserie Süd, Neue Taverne,<br />

Neumarkt und The Counter, Zürich<br />

Der Film<br />

Burnt<br />

Adam Jones<br />

Der Koch<br />

Valentin Sträuli<br />

IGNIV by Andreas Caminada, Andermatt


DER GESCHMACK<br />

VON LECKERBISSEN.

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