Falstaff Magazin Schweiz Nr. 1/2025
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
feb –mär <strong>2025</strong><br />
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />
ROTE SIEGER<br />
MERLOT AUS DER<br />
SCHWEIZ<br />
COCKTAIL-TREND<br />
KEIN ALKOHOL,<br />
VIEL AROMA<br />
WÜSTENSTADT<br />
LONG WEEKEND<br />
IN DUBAI<br />
01<br />
Kulinarische Inseln<br />
DIE BESTEN DESTINATIONEN FÜR GENIESSER<br />
SCHWEIZ-AUSGABE 01/<strong>2025</strong><br />
CHF 14.–<br />
WWW.FALSTAFF.COM<br />
9 772297 209008<br />
01
HOME OF<br />
LUXURY TRAVEL<br />
Abonnieren Sie unseren<br />
Newsletter mit exklusiven<br />
Angeboten und Geheimtipps.<br />
privatreisen gruppenreisen schiffsreisen sonne & strand
DIE WELT ENTDECKEN – MASSGESCHNEIDERT MIT WINDROSE<br />
WINDROSE Finest Travel kreiert seit 50 Jahren hochwertige und luxuriöse Sehnsuchtsreisen –<br />
individuell und ganz privat zum Wunschtermin oder in kleinen Gruppen. Wir stehen für<br />
maßgeschneiderte Luxusreisen, einzigartige Kreuzfahrten, Privat-Villen am Strand oder in den<br />
Bergen bis hin zu exklusiven Reisen im Privatjet, getreu dem Motto: „Alles außer gewöhnlich“.<br />
Unsere Reisedesigner haben nur ein Ziel: Ihre Reiseträume erfüllen.<br />
Kontaktieren Sie uns auf www.windrose.de, www.windrose-kreuzfahrten.de<br />
oder unter service@windrose.de
VIVA<br />
Boutique<br />
Ein neues Kapitel gefüllt<br />
mit einzigartigen Momenten.<br />
Mit VIVA Boutique Flusskreuzfahrt neu erleben: Von Paris, der Stadt der Liebe,<br />
geht es durch die Region Île-de-France auf der wunderschönen Seine<br />
bis in die Normandie. Perfekt, dass das elegante Boutique-Hotel immer dabei<br />
ist – individuell auf die Wünsche der nur 116 Passagiere zugeschnitten,<br />
mit über 50 % Suiten und einer kulinarischen Vielfalt der Extraklasse.<br />
VIVA Cruises AG ∙ Bachweid 20 ∙ 6340 Baar ∙ +41 41 512 60 28<br />
info@viva-cruises.com ∙ www.viva-cruises.com
HERAUSGEBERBRIEF<br />
INSELN DES GENUSSES<br />
LIEBE FEINSCHMECKERINNEN,<br />
LIEBE FEINSCHMECKER!<br />
EIN KUNST-<br />
WERK<br />
ENTSTEHT<br />
In den Redaktionssitzungen von <strong>Falstaff</strong> geht es nicht<br />
selten hoch her. Besonders dieses Mal, als es galt,<br />
eine ganz spezielle Bestenliste zu erstellen: Wir hatten<br />
es uns zum Ziel gesetzt, für Sie, liebe Leserinnen und<br />
Leser, die kulinarischsten Inseln der Welt zu bereisen.<br />
Genussvolle Sehnsuchtsorte inmitten der Meere, die ihre<br />
ganz eigene, unverwechselbare Identität besitzen.<br />
Wohin aber sollten wir uns aufmachen? Wir haben leidenschaftlich<br />
diskutiert und vor allem recherchiert. Und<br />
durften feststellen: Exzellenz kennt keine Grenzen. Sie ist<br />
in allen Weltmeeren daheim. Daher nehmen wir Sie mit<br />
auf ein kulinarisches Insel-Hopping quer über den Globus.<br />
Wir bereisen Sylt ebenso wie die Azoren; es geht<br />
unter anderem nach Barbados und Ibiza. Geniessen Sie<br />
den Trip!<br />
Was bietet das junge <strong>Falstaff</strong>-Jahr darüber hinaus?<br />
Noch mehr sorgsam recherchierte Tipps und viel Service.<br />
In der neuen Serie «How to» etwa widmen wir uns Produkten,<br />
die wir lieben, deren Verarbeitung uns aber<br />
manchmal Respekt abnötigt. In der ersten Folge filetieren<br />
wir Fisch. Auch Ratschläge zum richtigen Einkauf und<br />
zum gelungenen Pairing erwarten Sie. (Im nächsten<br />
<strong>Magazin</strong> wagen wir uns gar an die Artischocke!)<br />
Im Weinteil widmen wir uns dieses Mal unter anderem<br />
dem Weissweintrend im Tessin. Im Gourmetteil hinterfragen<br />
wir das Phänomen Yotam Ottolenghi – seines<br />
Zeichens erfolgreichster Kochbuchautor der Gegenwart.<br />
Und im Reiseteil geht es ab in die für Gourmets durchweg<br />
empfehlenswerte Wüstenstadt Dubai.<br />
Viel Spass und Genuss mit dem neuen <strong>Falstaff</strong>!<br />
WOLFGANG ROSAM<br />
Chefredaktor und Herausgeber<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />
ALOYS HIRZEL<br />
Verwaltungsratsvorsitzender und<br />
Herausgeber <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />
DOMINIK VOMBACH<br />
und BENJAMIN HERZOG<br />
Chefredaktion <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />
Fotos: Stefan Gergely, Andrea Ebener<br />
WOLFGANG M. ROSAM<br />
wolfgang.rosam@falstaff.com<br />
@RosamWolfgang<br />
DOMINIK VOMBACH<br />
dominik.vombach@falstaff.com<br />
ALOYS HIRZEL<br />
aloys.hirzel@falstaff.com<br />
BENJAMIN HERZOG<br />
benjamin.herzog@falstaff.com<br />
orea-kuechen.ch<br />
feb –mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
5
FEBURAR − MÄRZ <strong>2025</strong><br />
16<br />
Entdecken Sie mit <strong>Falstaff</strong> die<br />
zauberhaftesten Inseln weltweit.<br />
Von den paradiesischen Stränden<br />
der Karibik bis hin zum exotischen<br />
Charme Balis, von der idyllischen<br />
Mittelmeerinsel Sardinien bis zur<br />
rauen Schönheit der Nordseeinsel<br />
Sylt.<br />
COVER<br />
FOTO: MAURITIUS IMAGES /<br />
ALAMY STOCK PHOTOS /<br />
DMITRII ANIKIN<br />
KI DESIGN: WILHELM AMANN<br />
86<br />
Tessin: Vom Merlot-<br />
Königreich zum<br />
Weisswein-Eldorado.<br />
96<br />
Saftig, elegant und vielseitig: die besten<br />
Merlots Europas.<br />
COVER: INSELTRÄUME<br />
16 BARBADOS<br />
Karibik-Flair, aber «very british»<br />
24 IBIZA<br />
Bohemian Rhapsody: von Fine Dining bis<br />
zu Party Vibes am Strand<br />
32 SYLT<br />
Mondänes Nordlicht: Hier trifft Jetset auf<br />
unberührte Natur<br />
40 REZEPTSTRECKE: NORDSEEFRISCHE<br />
Drei Rezepte von Sylter Spitzenköchen<br />
48 MYKONOS<br />
Kulinarische Horizonterweiterung auf der<br />
charmanten Kykladeninsel<br />
54 ESSAY: SEHNSUCHTSORT INSEL<br />
Autor Gavin Francis über die<br />
Sehnsucht der Menschen nach der<br />
Einsamkeit<br />
56 SARDINIEN<br />
Grosser Genuss und luxuriöse<br />
Strände an der Smaragdküste<br />
64 BALI<br />
Zwischen Tempeln und Reisterrassen:<br />
Bali als Hotspot für Foodies<br />
70 SERIE: CORTIS KÜCHENZETTEL<br />
Die sonnige Kraft der balinesischen<br />
Nudelsuppe<br />
72 SERIE: WISSENSCHAFT<br />
Die ökologische Bilanz der Kokosnuss<br />
5 HERAUSGEBERBRIEF<br />
201 IMPRESSUM<br />
202 SAGEN SIE EINMAL …<br />
92<br />
Die besten Weissen aus<br />
dem Tessin.<br />
76 SERIE: KUNST, POLITIK<br />
UND KULINARIK<br />
Milliardär Richard Branson<br />
liebt den Charme des Insellebens<br />
80 REIF FÜR DIE INSEL<br />
Die schönsten Inseln der<br />
<strong>Schweiz</strong><br />
Fotos: Getty Images, Gialdi / Foto Siffert, beigestellt<br />
6 falstaff feb –mär <strong>2025</strong>
The World’s № 1<br />
International Trade Fair<br />
for Wines & Spirits<br />
Jetzt Ticket sichern!<br />
16.–18. März <strong>2025</strong> Düsseldorf<br />
prowein.com<br />
mas-concept AG<br />
Neugasse 29, 6300 Zug<br />
Tel. +41 (41) 711 18 00<br />
info@mas-concept.ch<br />
Hotel- und Reiseangebote:<br />
BCD Travel<br />
Tel.: +49 30 40365 2117<br />
Email: 347.01@bcdtravel.de
FEBURAR − MÄRZ <strong>2025</strong><br />
116<br />
Abgelegen und von<br />
aussergewöhnlicher<br />
Schönheit: die Azoren.<br />
130<br />
Im Trend: Cocktails<br />
ohne Alkohol, aber<br />
mit viel Aroma.<br />
WEIN & MEHR<br />
84 WEIN-NOTIZEN<br />
Die Chefredaktoren Benjamin<br />
Herzog und Dominik Vombach<br />
mit kulinarischen News<br />
86 WEISSES POTENZIAL<br />
lm Tessin sind Weissweinsorten seit<br />
einigen Jahren auf dem Vormarsch<br />
96 VIELSEITIGES GENIE<br />
Merlot: Teamplayer und<br />
Solotänzer<br />
104 JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />
Wie steht es rund um den Globus um<br />
den Weinjahrgang 2024?<br />
116 WEINREISE AZOREN<br />
Spannende Weinentdeckungen auf den<br />
Vulkaninseln<br />
128 SPIRITS NOTIZEN<br />
Alexander Thürer mit News aus der<br />
Welt der Spirituosen<br />
130 AROMA STATT UMDREHUNG<br />
Cocktails ohne Alkohol<br />
GOURMET<br />
136 GOURMET-NOTIZEN<br />
Die Chefredaktoren Benjamin<br />
Herzog und Dominik Vombach<br />
mit kulinarischen News<br />
138 SERIE: AVANTGARDE DER<br />
KULINARIK<br />
Yotam Ottolenghi, der König<br />
der Kochbücher<br />
144 SERIE: HOW TO … FISCH<br />
Vom Einkauf über das richtige<br />
Filetieren bis zur passenden<br />
Wein begleitung<br />
153 SIXPACK<br />
Neue Restaurants im Test<br />
LIFESTYLE<br />
160 LIFESTYLE-NOTIZEN<br />
Style-Ideen von LIVING-<br />
Herausgeberin Angelika Rosam<br />
162 HAUTES CUISINES<br />
Die aktuellsten Küchentrends<br />
REISE<br />
172 TRAVEL-NOTIZEN<br />
Die Reise-Highlights der<br />
Chefredaktion<br />
174 BOOMTOWN FÜR FOODIES<br />
Tipps für ein langes Wochenende in<br />
Dubai<br />
JOURNAL<br />
170 UHREN<br />
182 AUTOS<br />
200 EVENTS<br />
TASTING<br />
184 TROPHY MERLOT<br />
190 TROPHY FORTIFIED WINES<br />
DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 21. MÄRZ <strong>2025</strong><br />
138<br />
Yotam Ottolenghi erobert<br />
mit seinen Kochbüchern<br />
die Bestsellerlisten – was<br />
ist sein Erfolgsgeheimnis?<br />
174<br />
Dubai als aufregende Destination<br />
für anspruchsvolle Geniesser.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
8 falstaff feb –mär <strong>2025</strong>
Ocean 7<br />
Headquarter: Alexander - Bretz - Straße 2 D-55457 Gensingen<br />
Tel. 0049-6727-895-0 info@bretz.de bretz.de
inselträume / INTRO<br />
Foto: Sylt Marketing / Rainer Mirau<br />
10 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NORDISCH ...<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
11
inselträume / INTRO<br />
… KARIBISCH …<br />
Foto: Getty Images / Veronica Bogaerts<br />
12 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
13
inselträume / INTRO<br />
… MEDITERRAN<br />
Foto: Getty Images / Sylvain Sonnet<br />
14 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
15
inselträume / BARBADOS<br />
BARBADOS:<br />
KARIBIK-FLAIR,<br />
ABER VERY<br />
BRITISH!<br />
Foto: Getty Images<br />
16 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Die Karibikinsel Barbados lockt nicht nur<br />
Prominente mit luxuriösen Resorts und<br />
hervorragenden Seafood-Restaurants direkt am<br />
Wasser. Die lokale Bajan-Küche ist mehr als eine<br />
Kostprobe wert – vor allem an der Südküste. Und<br />
auch die Spuren der britischen Kolonialherrschaft<br />
sind noch deutlich spürbar und machen Barbados<br />
zu einem kulinarischen Melting Pot.<br />
TEXT PHILIPP LAAGE<br />
Traumhafte<br />
Strandlandschaft auf<br />
Barbados: weisse Strände,<br />
türkisblaues Meer,<br />
Palmen und paradiesische<br />
Tropenstimmung.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
17
inselträume / BARBADOS<br />
Gediegene Kulinarik und<br />
Luxus, gepaart mit dem Charme<br />
vergangener Zeiten: der «Coral Reef<br />
Club» an der Westküste der Insel.<br />
Barbados ist ein karibischer<br />
Traum: puderweisse Strände,<br />
windschiefe Palmen, türkisfarbenes<br />
Meer. Der Inselstaat, Heimat<br />
von Rihanna und diskreter<br />
Rückzugsort für den internationalen Jetset,<br />
bietet ausserdem die vielleicht vielfältigste<br />
Gastronomieszene der Karibik.<br />
Auf Barbados finden sich erstklassige<br />
Restaurants in grosser Zahl, besonders an<br />
der poshen Westküste mit ihren Luxushotels,<br />
die dem rauen Atlantik abgewandt<br />
ist. Und in der lokalen Bajan-Küche, die<br />
sich vor allem an der Südküste auf authentisch-ungezwungene<br />
Weise erleben lässt,<br />
verschmelzen afrikanische, britische,<br />
indische und kreolische Einflüsse zu einem<br />
spannenden kulinarischen Mix. Nicht zuletzt<br />
ist Barbados die Heimat des Rums –<br />
das wohl bekannteste Exportgut.<br />
«Die kulinarische Szene hat sich zuletzt<br />
stark entwickelt», sagt Jordan Bayes, Küchenchef<br />
im Gourmetrestaurant «The Cliff»<br />
in Saint James, das zum Fine-Dining-Establishment<br />
der Insel gehört. Die Eröffnung<br />
neuer Lokalitäten sei aktuell spannend. «Und<br />
sie sorgt für gesunde Konkurrenz, auch für<br />
uns selbst», sagt der junge Brite. Zur 4am<br />
Property Limited Group gehört auch «The<br />
Tides», eine weitere etablierte Anlaufstelle für<br />
Feinschmecker, die einen Mix aus europäischer<br />
und karibischer Küche bietet. Auch<br />
dort speist man in luftigem Ambiente direkt<br />
am Karibischen Meer, das den Blick immerzu<br />
anzieht wie ein wohltuendes Therapeutikum<br />
für die Seele.<br />
AN DER PLATINKÜSTE<br />
Zu den einschlägigen Empfehlungen der<br />
gehobenen Gastronomie zählt auch das<br />
«Lone Star» im gleichnamigen Luxushotel,<br />
ebenfalls an der paradiesischen Westküste,<br />
die wegen ihrer Exklusivität und prominenten<br />
Gäste auch «Platinküste» genannt wird.<br />
Die Karte orientiert sich an Klassikern<br />
der britischen Küche mit leicht indischem<br />
Twist.<br />
Barbados ist als einstige Kolonie historisch<br />
eng mit Grossbritannien verbunden,<br />
was man etwa an der Beliebtheit des<br />
Cricket-Spiels sehen kann. Weiter südlich<br />
in Holetown wartet eine eher untypische<br />
Lokalität: Das «Fusion Rooftop» liegt nicht<br />
am Wasser, sondern auf dem Dach eines<br />
Einkaufszentrums, weiss aber mit einer Fusion<br />
aus karibischer und asiatischer Küche<br />
Fotos: Coral Reef Club, mauritius images / Alamy Stock Photos / Dmitrii Anikin, guy harrop, robertharding / Frank Fell, beigestellt<br />
18 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Im Süden finden sich Märkte und<br />
Food-Courts mit authentischer<br />
lokaler Küche, die man hier unter<br />
freiem Himmel geniesst.<br />
AUF BARBADOS VERSCHMELZEN<br />
AFRIKANISCHE, BRITISCHE,<br />
INDISCHE UND KREOLISCHE<br />
EINFLÜSSE ZU EINEM SPANNENDEN<br />
KULINARISCHEN MIX.<br />
Das «The Cliff» (im Kreis) zählt<br />
zum Establishment der Fine-Dining-<br />
Szene. Auf den Strassen herrscht<br />
karibisch-lockeres Flair.<br />
zu überzeugen. Zu den führenden Adressen<br />
an der Südküste gehört das «Champers»<br />
mit seinem grandiosen Meerblick.<br />
In den Strandrestaurants im luxuriösen<br />
Westen von Barbados kommt die ansässige<br />
und eingeflogene Upperclass zum Sonnenuntergang<br />
zusammen, vor einer Postkartenkulisse.<br />
Das ist die eine kulinarische Seite<br />
der Insel. Die andere spielt sich auf der<br />
Strasse ab, unter freiem Himmel in zugänglichen<br />
Food-Courts. Man findet sie eher<br />
im Süden. Dieser Inselteil war früher für<br />
kleinere, budgetfreundliche Unterkünfte<br />
bekannt, hat sich in den vergangenen Jahren<br />
aber neu erfunden und lockt heute eine<br />
jüngere Kundschaft an, die gerne feiern<br />
geht. Das Nachtleben pocht an Orten wie<br />
St. Lawrence Gap, bekannt als «The Gap»,<br />
wo viele Bars und Clubs zu finden sind.<br />
«Die lokale Küche von Barbados ist<br />
tief in Kultur, Erbe und Familientraditionen<br />
verwurzelt», erzählt<br />
Bayes. «Der Sonntag ist auf der<br />
Insel ein Tag zum Entspannen<br />
und Geniessen von traditionellem<br />
Essen.» Dazu<br />
gehören dem Chef zufolge<br />
Gerichte wie Flying Fish<br />
mit Cou-Cou, das Nationalgericht<br />
von Barbados,<br />
und Macaroni Pie, zudem<br />
gebackenes Lamm oder Rindereintopf,<br />
Barbecue-Huhn und<br />
gebratener Fisch, serviert mit Reis<br />
und Erbsen, Makkaronisalat und<br />
Krautsalat.<br />
VERBINDUNG ZUM MEER<br />
Sowohl in der Spitzengastronomie als auch<br />
in der Alltagsküche zeigt sich die enge<br />
Verbindung zum Meer – von Lobster bis<br />
Mahi-Mahi-Sandwich. «Meine Empfehlung<br />
wäre: Besuchen Sie Oistins an einem<br />
Freitagabend, um frisch gebratenen Fisch zu<br />
probieren, der am selben Morgen gefangen<br />
wurde», rät Bayes. «Geniessen Sie den<br />
Trubel, die Unterhaltung und dazu einen<br />
klassischen Rum Punch.»<br />
Der sogenannte Fish Fry von Oistins<br />
an der Südküste ist eine Institution auf<br />
Barbados und ein Must-do nicht nur für<br />
Foodies. Zum Ausklang der Arbeitswoche,<br />
wenn der Fischmarkt schliesst, bringen<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
19
inselträume / BARBADOS<br />
<<br />
die Bajans ihre Grills auf Temperatur,<br />
während DJs ihre Soundsysteme und Boxen<br />
aufbauen. Bis in die Nacht wird geschmaust,<br />
geplaudert und gefeiert. An den beliebtesten<br />
Ständen, wo Hummer, Thunfisch, Marlin<br />
und Schwertfisch feilgeboten werden, bilden<br />
sich oft lange Warteschlangen. Der Fish Fry<br />
ist ein kulinarisches Fest und Ritual, bei<br />
dem Besucher die charakteristischen<br />
Gewürze der Bajan-Küche kennenlernen<br />
können, etwa die beliebte<br />
Bajan Pepper Sauce. Die<br />
Atmosphäre ist gesellig, man<br />
kommt mit Einheimischen ins<br />
Gespräch. Viele Hotels bieten<br />
Shuttlebusse nach Oistins an.<br />
In entspannter Runde zusammenkommen,<br />
gerne mit<br />
dem einen oder anderen Bier oder<br />
Drink, wird als «Liming» bezeichnet.<br />
Es ist ein wesentlicher Bestandteil<br />
der karibischen Alltagskultur – und im<br />
Grunde eine Art von Genussphilosophie.<br />
Ein lauschiger Ort dafür ist etwa auch der<br />
Worthing Square Food Garden mit seinen<br />
Imbissen. Soziale Treffpunkte sind auch die<br />
typischen Rumshops, die auf der Insel so<br />
zahlreich wie die Palmen zu sein scheinen.<br />
Es handelt sich nicht um klassische Bars,<br />
auch nicht um Minimärkte mit Ausschank.<br />
Hier wird gequatscht<br />
und palavert, Domino<br />
gespielt – und natürlich<br />
getrunken, und zwar nicht<br />
nur, aber besonders gerne Rum.<br />
Schliesslich hat die weltberühmte Spirituose<br />
ihren Ursprung auf Barbados.<br />
Die Tradition der Rumherstellung wird bis<br />
heute gepflegt. Die meisten der renommierten<br />
Hersteller bieten Führungen und Verköstigungen<br />
an. Zu den feinsten Namen gehört<br />
Mount Gay Rum, die älteste durchgehend<br />
betriebene Rum-Destillerie der Welt, die auf<br />
Im «Cobblers Cove» wird die<br />
britische Kolonialgeschichte<br />
spürbar: Hier residiert man wie<br />
im Country Club – nur am Meer.<br />
das Jahr 1703 zurückgeht. Preisgekrönt ist<br />
auch die Destillerie von R. L. Seale, deren<br />
Equipoise 14 YO im vergangenen Jahr bei<br />
der International Wine & Spirit Competition<br />
als bester Rum der Welt ausgezeichnet wurde.<br />
Zu nennen ist ausserdem St. Nicholas<br />
Abbey mit einem imposanten Herrenhaus im<br />
jakobinischen Stil. Die Destillerie liegt idyllisch<br />
im Hinterland, nahe der noch ursprünglichen<br />
Ostküste, umgeben von Gärten und<br />
Mahagonibäumen. Zum gegrillten Fisch darf<br />
es auf Barbados also gerne ein Caribbean<br />
Mule sein. Cheers!<br />
<<br />
LOKALE STARS<br />
Die typischen Rumshops<br />
sind soziale Treffpunkte, an<br />
denen nicht nur Getränke<br />
ausgeschenkt werden.<br />
Der Klassiker der Inselküche ist Flying<br />
Fish und Cou-Cou, das Nationalgericht.<br />
Der Fisch wird gebraten oder gedünstet<br />
und mit einer Bajan-Marinade aus Limettensaft<br />
und Gewürzen mariniert, während<br />
Cou-Cou aus Maisgriess und Okra besteht<br />
und einer Polenta ähnelt. Der Macaroni<br />
Pie ist die Barbados-Variante von Mac<br />
and Cheese. Beliebt ist auch Pudding and<br />
Souse, ein typisches Samstagsgericht der<br />
Bajans aus Schweinefleisch und süssem<br />
Kartoffelpudding. Der Rum spielt auch<br />
eine grosse Rolle in der Küche und durchtränkt<br />
zum Beispiel den Bajan Black<br />
Cake, einen saftigen Kuchen mit Trockenfrüchten.<br />
Zudem ist die Bajan-Küche<br />
für ihre säuerlich-scharfen Saucen<br />
bekannt. Die Bajan Pepper Sauce aus<br />
Scotch-Bonnet-Chilis, Zwiebeln, Essig,<br />
Kurkuma und Senf passt hervorragend<br />
zu Fleisch und Fisch.<br />
Fotos: nicksmithphotography, shutterstock<br />
20 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
A Taste of Paradise -<br />
Die Malediven in ihrer schönsten Form<br />
Wir sind Ihre Spezialisten.<br />
Lassen Sie sich für Ihre<br />
persönliche Traumreise inspirieren.<br />
BAROS –<br />
THE MALDIVES ICON *****<br />
«Baros Maldives» verzaubert mit seiner intimen<br />
Atmosphäre, üppiger Vegetation und malerischen<br />
Pfaden, die eine natürliche Privatsphäre<br />
schaffen. Das Gourmet-Restaurant «The<br />
Lighthouse» lädt in einzigartigem Ambiente zu<br />
kulinarischen Höhenflügen ein.<br />
MILAIDHOO –<br />
STORY OF A SMALL ISLAND ***** / *<br />
Entdecken Sie das tropische Hideaway<br />
«Milaidhoo» – eine kleine Insel voller Romantik,<br />
Ruhe und exklusivem Service. Geniessen Sie<br />
inspirierende Momente, kulinarische Genüsse<br />
und luxuriöse Villen, die Ihren Aufenthalt<br />
unvergesslich machen.<br />
HUVAFEN FUSHI –<br />
TIMELESS LUXURY ***** / *<br />
Erleben Sie zeitlosen Luxus und Exklusivität auf<br />
der neu renovierten Insel «Huvafen Fushi» – ein<br />
tropisches Paradies mit schneeweissen Sandstränden,<br />
türkisblauen Lagunen und einem einzigartigen<br />
Unterwasser-Spa.<br />
MANTA REISEN · 8048 ZÜRICH · T 044 277 47 00 · INFO@MANTA.CH · WWW.MANTA.CH
inselträume / BARBADOS<br />
Fünf-Sterne-Hotel mit<br />
allen Annehmlichkeiten:<br />
der «Coral Reef Club».<br />
HOTELS<br />
SANDY LANE HOTEL<br />
Die Hotel-Ikone an der Platinküste gehört zu den<br />
renommiertesten Resorts der Karibik und verfügt<br />
über ein üppiges Spa-Angebot, Golfplätze,<br />
Restaurants und Bars.<br />
St. James, BB24024<br />
T: + 1 2464442000<br />
sandylane.com<br />
CORAL REEF CLUB<br />
Das Fünf-Sterne-Hotel der Familie O’Hara unweit<br />
von Holetown an der Westküste versprüht den<br />
Charme vergangener Zeiten und bietet doch<br />
alle Annehmlichkeiten, etwa ein Spa inmitten<br />
tropischer Gärten.<br />
Porters Folkstone, St. James BB24017<br />
T: +1 2464222372<br />
coralreefbarbados.com<br />
COBBLERS COVE<br />
Das familiengeführte Vier-Sterne-Boutiquehotel im<br />
nördlichen Abschnitt der Platinküste erinnert an<br />
einen britischen Country Club, nur am Meer.<br />
Road View, Speightstown, BB26025<br />
T: +1 2464222291<br />
cobblerscove.com<br />
FAIRMONT ROYAL PAVILION<br />
Fünf-Sterne-Hotel in einem historischen Anwesen,<br />
das auf die 40er-Jahre zurückgeht.<br />
Highway 1, Holetown, Saint James BB24051<br />
T: +1 2464225555<br />
fairmont.com<br />
RESTAURANTS<br />
THE CLIFF<br />
In dem auf Klippen gebauten Gourmetrestaurant<br />
wirkte lange Zeit der Michelin-Chef Matt Worswick.<br />
Nebenan liegt das «QP Bistro», früher einmal der<br />
«Cliffs-Beachclub».<br />
Derricks, St. James, BB24110<br />
T: +1 2464321922<br />
thecliffbarbados.com<br />
THE TIDES<br />
Fine-Dining-Restaurant mit Terrasse am Wasser<br />
und eigener Kunstgalerie.<br />
Balmore House, Holetown, St. James<br />
T: +1 2464328356<br />
tidesbarbados.com<br />
CHAMPERS RESTAURANT<br />
Das führende Restaurant an der Südküste<br />
setzt auf authentische karibische Aromen.<br />
Tolle Sicht, gelobt wird das gute Preis-<br />
Leistungs-Verhältnis.<br />
Skeetes Hill, Bridgetown, Christ Church<br />
T: +1 2464343463<br />
champersrestaurant.com<br />
Authentische karibische<br />
Aromen warten im «Champer»<br />
an der Südküste. Eines der<br />
besten Häuser der Insel.<br />
LONE STAR RESTAURANT & HOTEL<br />
Elegantes Hotelrestaurant im Stil der 50er-Jahre,<br />
exzellenter Service.<br />
Highway 1b, Mount Standfast<br />
T: +1 2465390600<br />
thelonestar.com<br />
FUSION ROOFTOP<br />
Open-Air-Restaurant auf dem Dach eines Einkaufszentrums,<br />
unter den Sternen geniesst man unter<br />
anderem Sushi und Sake.<br />
Limegrove Lifestyle Center, Holetown, Saint James<br />
T: +1 2462711258<br />
fusionrooftop.com<br />
THE FISH POT<br />
Das Seafood-Restaurant an der Nordwestküste bei<br />
Speightstown serviert Fisch und Krustentiere in<br />
ruhiger Atmosphäre.<br />
Little Good Harbour, Hotel Shermans, St. Lucy,<br />
BB27190<br />
fishpotbarbados.com<br />
SALT CAFÉ<br />
Unkompliziertes und beliebtes Restaurant an der<br />
Südküste, das Comfort Food in einem lockeren<br />
Ambiente auftischt.<br />
Hastings Main Road, Bridgetown, Christ Church<br />
T: +1 2465377258<br />
LOBSTER ALIVE<br />
Das Strandlokal in der Inselhauptstadt setzt voll<br />
auf fangfrischen Hummer.<br />
Bay St, Bridgetown, Saint Michael<br />
T: +1 2464350305<br />
lobsteralive.net<br />
MÄRKTE<br />
OISTINS-FISCHMARKT<br />
Der Markt in Christ Church wird jeden Freitagabend<br />
zur Open-Air-Grillstation – hier steigt der<br />
legendäre Oistins Fish Fry.<br />
<<br />
Fotos: Coral Reef Club, It‘s Barbados<br />
22 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Wer uns kennt,<br />
braucht keine Bilder.<br />
Und wer uns nicht<br />
kennt, ist herzlich<br />
eingeladen,<br />
das zu ändern.<br />
Genuss, Wellness, Natur, Golf.<br />
4-Sterne-Superior Hotel mitten im Allgäu,<br />
ausgezeichnet mit dem Key von<br />
Guide MICHELIN 2024.<br />
Nur zwei Stunden von Zürich.<br />
Hanusel Hof · Helingerstraße 5 · 87480 Weitnau-Hellengerst · Deutschland<br />
T +49 8378 9200-0 · info@hanusel-hof.de · www.hanusel-hof.de
inselträume / IBIZA<br />
IBIZA:<br />
BOHEMIAN<br />
RHAPSODY<br />
Ibiza. Ein Name – ein Versprechen: Unbeschwerte Tage,<br />
elektrisierende Nächte. Mal zahm, mal ungezügelt, aber<br />
immer aussergewöhnlich. Von Ensaimada in der Croissant-<br />
Show bis zum Formentera-Hummer im Beachhouse:<br />
ein Food-Hopping.<br />
TEXT NICOLA AFCHAR-NEGAD<br />
Mit einem Strand-Picknick holt man<br />
im «Oku» das Maximum aus dem<br />
ohnehin schon beeindruckenden<br />
Sonnenuntergang auf der Insel heraus.<br />
Foto: OKU Ibiza<br />
24 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
25
inselträume / IBIZA<br />
Auf Ibiza geht das<br />
echte Leben dann<br />
los, wenn die Sonne<br />
untergeht: die Clubs<br />
und Beachbars der<br />
Insel sind weltberühmt.<br />
Azurblaues Meer, spektakuläre<br />
Naturschauplätze: Von der Cala<br />
d’Hort etwa geniesst man einen<br />
wunderbaren Blick auf die<br />
Felsinsel Es Vedra.<br />
Es ist ein Bild für Götter, was sich<br />
vormittags in der «Croissant<br />
Show» in Eivissa (Ibiza-Stadt)<br />
abspielt. Die Espressotassen<br />
klirren, die Mandelcroissants<br />
bröseln und die Stimmen sind laut, aber<br />
angeknackst. Die Nacht im Club war lang,<br />
der Tag hat übernommen – das merkt man<br />
auch am regen Markttreiben direkt gegenüber<br />
der legendären französischen Bäckerei.<br />
In der «Croissant Show» am Fusse der<br />
Castillo de Eivissa versteht man innerhalb<br />
von Minuten, worum es auf Ibiza geht –<br />
und warum keine andere Insel, egal, wo auf<br />
der Welt, ihr nahekommt. Ibiza ist so etwas<br />
wie die kleine freigeistige Schwester Mallorcas,<br />
ein bisschen frecher – und definitiv<br />
schillernder. Das ewige «Cool Kid».<br />
Hier pickt man sich nicht die Rosinen<br />
raus, sondern die Kirschen, das omnipräsente<br />
Logo des legendären «Pacha»-Clubs.<br />
Zu verdanken hat man diesen Status nicht<br />
zuletzt den US-Hippies, die sich auf Ibiza ab<br />
den 60er-Jahren ausgelebt haben. Mit<br />
ihnen kam eine Lebenseinstellung,<br />
die – was viele Ibiza-Verweigerer<br />
nicht glauben – bis heute den Alltag<br />
auf der Insel nuanciert. Trommelsessions<br />
zum Sonnenuntergang,<br />
Flower-Power-Partys, das Peace-<br />
Zeichen und Dreadlocks poppen<br />
immer wieder auf. Auch wenn<br />
Ibiza von der Show lebt und im<br />
Beachclub gerne überdimensionale<br />
Paradiesvögel mit Tänzern obendrauf<br />
über den Pool gleiten, sind das Hippietum<br />
und der Eskapismus nicht aufgesetzt.<br />
INSEL DER DUALITÄT<br />
Ibiza ist eine Insel der Dualität. Fine-Dining-<br />
Chic neben Klappstuhl-Ästhetik, das Ländlich-Rustikale<br />
neben der Beach-Boheme. Alles<br />
geht. Fine Dining mit Sand unter den Füssen,<br />
das können so einige. Aber nur auf Ibiza gibt<br />
es diesen unvergleichlichen Vibe als Topping.<br />
Und nein, dazu muss man nicht ins «Pacha»<br />
oder ins «Unvrs» (früher «Privilege»),<br />
Dinner und Day Clubs haben längst ihre<br />
eigene Klientel. So heisst es etwa von Seiten<br />
der Macher des «O»-Beach-Clubs (die heuer<br />
das «Bonito Ibiza»-Hotel eröffnen), dass sie<br />
die Poolparty nicht erfunden haben, aber<br />
perfektioniert. Und das gilt für die ganze<br />
Fotos: Getty Images, beigestellt, OKU Ibiza, Ana Lui<br />
26 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Im «Oku» werden<br />
die raffinierten<br />
Gerichte nach dem<br />
Sharing-Prinzip<br />
gemeinsam genossen.<br />
Die Partystimmung<br />
am Pool hält dank<br />
DJ-Sounds den ganzen<br />
Tag über.<br />
Insel, auf der man locker in gut einer Stunde<br />
von der Sonnenuntergangs- zur Sonnenaufgangsseite<br />
gelangt – ein Vorteil gegenüber<br />
Mallorca! Egal, worauf man Lust hat, egal,<br />
wohin einen der Gusto treibt, nichts ist zu<br />
weit – auch wenn’s auf den Strassen rings<br />
um Eivissa in der Hauptsaison zäh wird.<br />
Sagen wir, wie’s ist – das Frühstück hat<br />
auf Ibiza wenig Brot, typisch spanisch eben.<br />
Wirklich wach wird die Insel mittags, gerne<br />
in einem der unzähligen lässigen Beachrestaurants,<br />
von denen die ursprünglicheren<br />
Chiringuito genannt werden. Fast<br />
jeder hat seine Lieblings-Cala, und<br />
so gut wie immer hat das mit dem<br />
strandeigenen Chiringuito zu tun.<br />
Hier was anderes ins Spiel zu bringen,<br />
ist meist sinnlos, man beharrt<br />
auf seinen Favoriten.<br />
wo man sich niederlässt. Am Fussende des<br />
Pools des «Oku»-Hotels thront ein DJ-Pult,<br />
entlang der namhaften Beachclubs tänzeln<br />
die Club-Promotoren im Sand, man ist den<br />
ganzen Tag wie auf einer Welle, während<br />
die Sonne den Cava-Sangria in der Hand<br />
zum Leuchten bringt. Ibiza hat ein der Insel<br />
innewohnendes Strahlen – und eine Magie,<br />
die man schwer erklären<br />
kann.<br />
Man huldigt<br />
der phönizischen Göttin Tanit, Gottheit der<br />
Fruchtbarkeit und Ernte. Die rote Erde der<br />
Insel hat schon die Phönizier fasziniert, sie ist<br />
der Kontrast zu den kalkweissen Häuserfassaden.<br />
Abseits der touristischen Küstenorte<br />
finden sich einige der besten Restaurants der<br />
Insel, immer mit dem gewissen Ibiza-Faktor.<br />
Etwa das «Cova Santa» in den Hügeln<br />
von San José, gebaut rings um eine natürliche<br />
Höhle, bekannt für unvergessliche Livemusik-Sessions.<br />
Oder das «Aubergine», das<br />
zum grossartigen «Atzaró-Agrotourismus»-<br />
Hotel gehört. Oder aber das «Es Tragón»,<br />
eines von fünf Michelin-Restaurants auf der<br />
Insel. Umgeben von Pinien, Obstbäumen,<br />
eingebettet in ein Fischerdorf, mit eigenem<br />
Kräuter- und Weinanbau, ein klassisches<br />
Gesamterlebnis. Diese «Rural Restaurants»<br />
haben auf Ibiza ein hohes Standing, es gibt<br />
sie von bis und tatsächlich auch mal ohne<br />
Musikbeilage, abgesehen von den zirpenden<br />
Grillen. Farm to Table und Organic sind<br />
genauso wie die vegetarische und die vegane<br />
Schiene auf der weissen Insel fest verankert.<br />
Auch hierfür darf man den Hippies gracias<br />
sagen!<br />
Energetisch und eklektisch – dafür steht<br />
auch die neue Ära der High-End-Ho-<br />
Romantisches Setting und<br />
feine mediterrane Küche: das<br />
Restaurant «Aubergine by<br />
Atzaró» ist eines der besten<br />
«rural restaurants» im<br />
Hinterland Ibizas.<br />
<<br />
ROTE, FRUCHTBARE ERDE<br />
Nicht abstreiten kann man allerdings,<br />
dass die «Casa Jondal» immer gut gebucht<br />
ist, die Bonvivants im «Beachouse» tief<br />
durchatmen und das «El Silencio» ziemlich<br />
unglaubliche Sonnenuntergänge als Appetizer<br />
bietet. Linguine mit Formentera-Hummer<br />
oder ein traditioneller Bullit de Peix<br />
(Fischeintopf) mit Aioli, das Food-Spektrum<br />
konkurriert in seiner Breite mit dem Horizont<br />
des Mittelmeers. Musik ist auf Ibiza<br />
allgegenwärtig, Beats und Sea Brass – egal,<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
27
inselträume / IBIZA<br />
Die Dachterrasse des «The Standard»-<br />
Hotels bietet einen atemberaubenden<br />
Ausblick – und speisen lässt es sich<br />
dort auch ganz fein.<br />
<<br />
Die Fusionsküche im<br />
«Hyde»-Hotelrestaurant<br />
«Niko» (r.) verbindet<br />
japanische Tradition mit<br />
lokalen Produkten.<br />
tellerie, deren Restaurants die<br />
kulinarische Roadmap der Insel<br />
etwas umschreiben. Vom «The Standard»<br />
in Ibiza-Stadt, «W Hotel», «Oku» oder<br />
«Hyde», allesamt Namen, die für unaufdringlichen<br />
Luxus stehen. Das gilt auch für<br />
die hoteleigenen Restaurants, die sich gerne<br />
der Fusionsküche verschreiben, aber immer<br />
mit lokalem Touch. So sinniert etwa Gustavo<br />
Hernan vom japanischen «Niko» (im<br />
«Hyde»): «Ich respektierte die Tradition<br />
der Nigiri, aber ich lasse das auch etwas<br />
hinter mir, indem ich lokale Produkte und<br />
Techniken ergänze.» Eines der Signature-Gerichte<br />
im 2024 eröffneten «Niko»:<br />
Lemon-Fisch-Carpaccio mit Trüffel und<br />
Dashi-Vinaigrette. Im Hochsommer werden<br />
dann neben DJ-Grössen auch gerne Chefköche<br />
für ihr Kulinarik-Set eingeflogen,<br />
letzten August zum Beispiel Chef Pam aus<br />
Bangkok. Auf der anderen Seite werden<br />
Konzepte wie das des «SubliMotion» (des<br />
angeblich teuersten Restaurants der Welt)<br />
gerne exportiert, Dubai ist ein wohlwollender<br />
Abnehmer.<br />
Was Ibiza gar nicht von anderen unterscheidet:<br />
der Kampf um den Erhalt der<br />
Grundlagen. Álvaro Sanz Clavijo vom «Es<br />
Tragón» ist dafür bekannt, Pflanzen, die<br />
einst auf Ibiza heimisch waren, neu anzupflanzen,<br />
und der Fischfang ist natürlich<br />
limitiert. Derzeit befindet sich Ibiza im Winterschlaf,<br />
Kick-off ist immer Anfang Mai. Bis<br />
dahin wird konzipiert und orchestriert. Für<br />
<strong>2025</strong> angekündigt: Das «Destino Five Ibiza»<br />
und ein ganzes Imperium von Salt Bae, der<br />
dank Social Media durch eine einzige Geste<br />
berühmt wurde. Das Thema Salz würde<br />
zumindest zu Ibiza passen, das weisse Gold<br />
ist eines der Produkte der Insel. Circa drei<br />
Monate noch, dann wissen wir mehr.<br />
<<br />
LOKALE STARS<br />
Gegrilltes Huhn mit Zitronenconfit und<br />
Aioli – so geerdet geht es im neuen und<br />
gehypten «Madunia» zu, und das passt<br />
einfach zu Ibiza. Im «Asador Can Pilot»<br />
werden T-Bone-Steaks am Tisch grilliert,<br />
im «Fish Shack» gibt’s den Fisch des Tages<br />
auf Klappstühlen in den Felsen, und<br />
in der «Bar Anita» den vielleicht besten<br />
Hierbas (süsslicher Kräuterlikör) der<br />
Insel. Ibiza kann nicht nur authentisch,<br />
es ist authentisch. Wenig überraschend<br />
gibt es starke Parallelen zum spanischen<br />
Festland, aber vor allem Mallorca. Die<br />
Paella wird vornehmlich nur mit Fisch<br />
angerichtet – gerne mit dem Sud des<br />
Bullit de Peix (Fischeintopf). Beim<br />
Gedeck geht nichts ohne die Knoblauchcreme<br />
Aioli, und beim Dessert setzt<br />
man seit jeher auf Flaó (eine Tarte)<br />
und Greixonera (aus den Resten von<br />
Ensaimadas, eine Art Brotpudding).<br />
Dazwischen heisst es Fisch, Fisch und<br />
Meerestiere, dazu das berühmte Sal de<br />
Ibiza aus dem Keramiktöpfchen, und der<br />
inseleigene Honig darf in so mancher<br />
Vinaigrette nicht fehlen.<br />
Tipp: Die Kräuter-Workshops<br />
im botanischen<br />
Garten des «Fluxà Ibiza».<br />
Fotos: Luana Failla, Javier De Paz Garcia, Monica Gumm / laif / picturedesk<br />
28 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Sie müssen Ihren Kundinnen und Kunden nicht<br />
die Welt versprechen – weltweit unerreichte<br />
Energieeffizienz ist ja mehr als genug.<br />
---<br />
Weltneuheit<br />
178<br />
Bio<br />
Fresh<br />
Smart<br />
Frost<br />
Soft<br />
System<br />
Smart<br />
Device<br />
ready<br />
10 Jahre<br />
Herstellergarantie<br />
ICBa 5123<br />
Plus-Serie<br />
Mit dem ICBa 5123 präsentiert Liebherr die weltweit erste Kühl-<br />
Gefrierkombination im Einbaubereich in Energieeffizienzklasse A.<br />
Diese Weltpremiere sorgt mit zwei BioFresh-Schubfächern nicht<br />
nur für frischen Genuss sondern auch für einen verantwortungsvollen<br />
Umgang mit Ressourcen.
inselträume / IBIZA<br />
Boho-Style und Party-Vibes:<br />
Der Beachclub «Beachhouse»<br />
liegt direkt am lebendigen<br />
Playa d’en Bossa.<br />
RESTAURANTS &<br />
BEACHCLUBS<br />
LÍO<br />
Dinnershow, aber spektakulärer als alles, was<br />
man hierzulande kennt. Man kommt fürs Essen<br />
(Wagyue-Lasagne!) und die Kabarett-Show und<br />
bleibt zum Tanzen.<br />
Passeig Joan Carles I<br />
T : +34 971 310022, liogroup.com<br />
CASA JONDAL<br />
Absolut angesagt – und das schon eine ganze<br />
Weile! Entspannte Atmosphäre trotz Hype.<br />
Shuttle-Service für alle, die mit dem Boot<br />
vor Anker gehen.<br />
Cala Jondal, T: +34 971 802766, casajondal.es<br />
BEACHHOUSE<br />
Kosmopolitischer Club am bekanntesten Strand<br />
Ibizas, an dem sich ein lässiger Beachclub an den<br />
nächsten reiht. Man teilt das Essen – und die<br />
Erinnerungen. Sehr entspannte Atmosphäre<br />
trotz Partymeilen im Rücken.<br />
Platja d’en Bossa<br />
T: +34 971 396858, beachouseibiza.com<br />
BLUE MARLIN<br />
Für viele der exklusivste Beachclub, auch wenn<br />
sich die Konzepte ähneln. Weisse Tagesbetten,<br />
Champagner, gute Musik. Aber «Blue Marlin»<br />
ist eben «Blue Marlin».<br />
Cala Jondal, T: +34 971 410117, bluemarlinibiza.com<br />
NIKO IBIZA<br />
Die zweite Saison für das innovativ-minimalistische<br />
japanische Restaurant im «Hyde»-Hotel. Neuinterpretationen<br />
des Katsu Sando-Sandwiches mit<br />
Garnelen statt mit Schwein und vor allem: Nigiri<br />
zum Niederknien, so gut sind sie.<br />
Carrer Isidor Macabich, 19<br />
T: +34 971 336905, mondrianhotels.com<br />
AUBERGINE BY ATZARÓ<br />
Ein romantisches Setting, typisch für ibizenkische<br />
Restaurants im Hinterland. Die Auberginen spielen<br />
im Menu natürlich eine Rolle, das Carpaccio etwa<br />
ist sehr zu empfehlen. Witzig: die hausgemachten<br />
Lollies, löblich: die durchdachte Kinderkarte.<br />
Auch die Boutique ist am Punkt.<br />
Ctra de Sant Miguel Km 9.9<br />
Santa Gertrudis, 07815<br />
T: +34 971 090055, aubergineibiza.com<br />
THE FISH SHACK<br />
Ein Favorit der Locals: Kleine Klapptische direkt<br />
am Meer, allerdings auf Felsen und nicht im Sand.<br />
Zum Traumblick auf Ibiza-Stadt gibt’s wechselnde<br />
Fischgerichte. Immer einfach zubereitet, immer<br />
gut. Keine Reservierungen, keine Kreditkarten.<br />
Cala Talamanca, in der Nähe von Sa Punta<br />
ASADOR CAN PILOT<br />
Promifotos an der Wand, ein dickes Buch für die<br />
Reservierungen – aber vor allem: T-Bone-Steaks, die<br />
man direkt am Tisch grillt. Das «Asador can Pilot»<br />
ist eine Institution. Tipp: Wenn’s abends nicht klappt<br />
mit der Reservierung: mittags vorbeikommen.<br />
Avinguda Isidor Macabich, San Rafael<br />
T: +34 971 198293, asadorcanpilot.com<br />
BAMBUDDHA<br />
Kurztrip nach Bali: Ein Abend im «Bambuddha»<br />
gehört für viele seit einem Vierteljahrhundert<br />
einfach dazu. Man sitzt unter dem Kronlüster,<br />
umgeben von Bambus und geniesst seit Jahren<br />
die knusprige Ente, die man in Pancakes einrollt.<br />
Ctra. San José KM3<br />
T: +34 971 197510, bambuddha.com<br />
OKU IBIZA<br />
Beste Zutaten, einfaches Kochen – darauf schwört<br />
«Oku»-Chefkoch Mark Vaessen. Der mediterrane<br />
Ansatz der Community Dinners, also des Teilens,<br />
ist hier, wie so oft auf Ibiza, Usus.<br />
Camí del Portixol, 2, 07820 Cala Gracio<br />
T: +34 660 692170, okurestaurants.com/ibiza<br />
EL SILENCIO<br />
Einmal hypnotisieren lassen bitte! Entspanntes<br />
Fine Dining an der Cala Molí, im Hintergrund<br />
wartet ein Pool auf die Gäste.<br />
Av. de Cala Molí, Sant Josep de sa Talaia<br />
T: +34 676 003059, elsilencioibiza.com<br />
MADUNIA<br />
Abendrestaurant, das innerhalb kürzester Zeit zum<br />
Liebling wurde. Mandunia heisst übersetzt Mutter<br />
Erde – gekocht wird über offenem Feuer, die Drinks<br />
sind bemerkenswert. Gelegen am Cap Negret an<br />
der Westküste, sprich: schöne Sonnenuntergänge.<br />
Ctra. Cap Negret 16, T: +34 650 826132, madunia.es<br />
HOTELS<br />
CASA MACA<br />
Beachhotel, eigene Finca mit Privatkoch oder<br />
Agrotourismo – in Ibiza hat man die Wahl. Immer<br />
eine gute: die «Casa Maca» in den Hügeln der<br />
Insel. Auch die Küche ist aussergewöhnlich,<br />
gerade die vegetarischen Speisen.<br />
Can Palau De Dalt<br />
T: +34 971 806864, casamaca.com<br />
THE STANDARD<br />
Neuzugang in Ibiza-Stadt. Absolutes Highlight: der<br />
Dachpool mit Blick auf die Burg. Ansonsten weiss<br />
man, was man bei «The Standard» bekommt:<br />
Boheme-Feeling der Jetztzeit.<br />
Im «El Silencio» werden lokale Spezialitäten und Carrer de Bartomeu Vicent Ramon 9, Ibiza-Stadt,<br />
modern-mediterrane Küche auf Topniveau serviert. T: +34 871 027906, standardhotels.com/ibiza <<br />
Fotos: Georg Roske, Ilya Kagan, beigestellt<br />
30 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Fruhlingshafter Saisonstart<br />
NATUR, WELLNESS, GOLF & GOURMET ... AB 1. MÄRZ <strong>2025</strong><br />
Entspannung im Carrossa-Spa (1.500 qm) und<br />
feine Kulinarik in unseren zwei Restaurants.<br />
DAS WOCHEN-ARRANGEMENT:<br />
7 Nächte inkl. Gourmet-Halbpension<br />
bereits ab 1.176 € p. P. im Standard Room<br />
BUCHUNG ZUM BESTPREIS:<br />
WWW.CARROSSA.COM<br />
Carrossa Country Club SA · Camí de Carrossa KM 3,4 · 07570 Artà
inselträume / SYLT<br />
SYLT:<br />
MONDÄNES<br />
NORDLICHT<br />
Kaum eine Destination vereint so viele Gegensätze wie die<br />
Nordseeinsel Sylt: Hier trifft Jetset auf unberührte Natur,<br />
friesische Gelassenheit auf exklusiven Luxus, rauer Nordwind<br />
auf prickelnden Champagner. Ein Überblick, was Urlauber auf<br />
diesem einzigartigen Eiland erwartet.<br />
TEXT SEBASTIAN SPÄTH<br />
Foto: Rainer Mirau / Sylt Marketing<br />
32 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Sylts Salzwiesen sind malerische<br />
Naturjuwelen mit einzigartiger<br />
Vegetation. Sie entstehen dort, wo<br />
Meerwasser bei Flut über die Ufer tritt<br />
und bei Ebbe wieder abfliesst.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
33
inselträume / SYLT<br />
Das Luxushotel «Söl’ring Hof», idyllisch mitten<br />
in den Dünen gelegen, setzt in Sachen Kulinarik<br />
Massstäbe, die weit über die Insel hinausreichen.<br />
Westerland, der<br />
nördlichste Bahnhof<br />
im Netz der Deutschen<br />
Bahn – oder,<br />
wenn man es poetischer<br />
ausdrücken möchte: das Tor zu Sylt.<br />
Hier endet der Zugverkehr vom Festland.<br />
Auch der Flughafen liegt nur einen Katzensprung<br />
entfernt.<br />
Beim Aussteigen wird man förmlich von<br />
der Dunkelheit verschluckt – dabei ist es<br />
gerade einmal 16:30 Uhr. Der Nordseesturm<br />
peitscht unbarmherzig Regen und Kälte<br />
über die Bahnsteige. Am Vortag erreichten<br />
die Böen bis zu 120 km/h – alles Gründe,<br />
warum Sylt in den Wintermonaten eher eine<br />
spitze Zielgruppe anspricht. Sobald aber der<br />
Sommer Einzug hält, verwandelt sich die<br />
nordfriesische Insel in ein wahres Paradies.<br />
Während es im Winter wie überall im Norden<br />
früher dunkel und später hell wird, sind<br />
die Sommertage auf Sylt aussergewöhnlich<br />
lang. Oft bleibt es bis weit nach 23 Uhr hell.<br />
Dazu lockt die Nordsee mit Wasserfarben in<br />
Karibiktönen und lauer Temperatur.<br />
«Moin, willkommen auf Sylt!», ruft<br />
der grossgewachsene Mann, der hastigen<br />
SYLT IST DIE MIT<br />
ABSTAND GENUSS-<br />
VOLLSTE INSEL<br />
DEUTSCHLANDS, ALS<br />
REISEZIEL ABER NOCH<br />
NICHT INTERNATIONAL<br />
ERSCHLOSSEN.<br />
Schrittes mit ausgestreckten Armen entgegenkommt,<br />
als könne er höchstpersönlich<br />
das schlechte Wetter vertreiben. Sein<br />
jugendliches Äusseres passt nicht ganz zu<br />
dem Ruf, der ihm vorauseilt: Jan-Philipp<br />
Berner ist Sylts preisgekröntester Gastronom,<br />
ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen,<br />
einer Aufnahme in die Vereinigung<br />
«Les Grandes Tables du Monde» und<br />
zahlreichen weiteren Ehrungen, darunter<br />
die Höchstwertung von vier Gabeln im<br />
«<strong>Falstaff</strong> Restaurantguide». Der 38-Jährige<br />
interpretiert seine Rolle jedoch weit umfassender,<br />
wie man in den nächsten Stunden<br />
zu spüren bekommt: Fahrer, Kofferträger,<br />
Portier – alles Chefsache für den Inhaber<br />
des «Söl’ring Hofs». Und das ist nur ein<br />
Vorgeschmack auf die aussergewöhnliche<br />
Dimension der Gastfreundschaft in Sylts<br />
renommiertestem Luxushotel.<br />
OPULENT AUFGETISCHT<br />
Das schneeweisse Friesenhaus mit dem für<br />
Sylt typischen Reetdach thront in spektakulärer<br />
Lage auf der Rantumer Düne. Die<br />
exklusive Herberge ist auf nur 30 Gäste<br />
ausgelegt, selbst die grösste Suite misst nur<br />
vergleichsweise bescheidene 70 Quadratmeter.<br />
Luxus wird im «Söl’ring Hof» auf<br />
ganz eigene Weise definiert – ein Eindruck<br />
davon lässt sich gut beim Morgenessen<br />
gewinnen. Es gilt weit über die Inselgrenzen<br />
hinaus als Nonplusultra.<br />
Nach dem Amuse-Bouche wird eine<br />
Etagere mit täglich wechselnden Köstlichkeiten<br />
gereicht wie etwa regionstypischem<br />
Nordseekrabbensalat. Anschliessend rollen<br />
Servicemitarbeiter mit eleganten Servierwagen<br />
heran und präsentieren eine erlesene<br />
Fotos: Fotografie Frei, beigestellt, Lovelywedding / Elwira i Jacek Radunc, Sylt Marketing/Dominik Täuber<br />
34 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Auswahl an Brot und Käse.<br />
Wenn die Sonne hinter der<br />
Nordsee versinkt, entfaltet sich<br />
im Gastraum eine völlig neue Atmosphäre.<br />
Dann offenbart sich die Kunst einer<br />
mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten<br />
Küche. So entstehen im Jahr zehn wechselnde<br />
Menus. Alle mit Fokus auf Sylts<br />
regionale Produkte. Ob Rosenkohl und<br />
Mangold aus eigenem Anbau im Restaurantgarten,<br />
die Berner zu Kalbsbries mit<br />
Trüffel und geriebenem Michelkäse von der<br />
Rohmilchkäserei Backensholz, einer regionalen<br />
Spezialität, serviert – oder Salzwiesenkräuter,<br />
die das «Söl’ring Hof»-Team<br />
im Sommer täglich frisch pflückt. Sylt birgt<br />
weit mehr Schätze, als bekannt ist.<br />
Das Sylter Austernfeld liegt in<br />
der malerischen Blidselbucht,<br />
zwischen den Orten List und<br />
Kampen. Nur Eingeweihte<br />
kennen dieses verborgene<br />
Fleckchen Natur.<br />
NORDISCHE SCHÄTZE<br />
List etwa ist die Heimat der einzigen<br />
Austernzucht Deutschlands, Dittmeyer‘s<br />
Austern-Compagnie. Firmengründer<br />
Clemens Dittmeyer machte sich 1986 daran,<br />
die Geschichte der Sylter Austernzucht nach<br />
50-jähriger Unterbrechung wiederzubeleben.<br />
Heute wachsen in der Blidselbucht zwischen<br />
List und Kampen jährlich wieder rund 100<br />
Tonnen Austern.<br />
In seinem Zweitrestaurant «Wohnzimmer»,<br />
dem bodenständigen Pendant zum<br />
Zwei-Sterne-Restaurant, serviert Spitzenkoch<br />
Berner die Sylter Austern als Trio:<br />
gebacken auf Champagnerrahmkraut mit<br />
Minze, mariniert mit einem Granité aus<br />
Friesentee und karamellisiertem grünem<br />
Wacholder sowie naturbelassen, begleitet<br />
von einer Zitronenspalte. Dazu wird der<br />
hauseigene Rosensecco des «Söl’ring Hof»<br />
gereicht, hergestellt aus Boskoop-Äpfeln,<br />
Himbeer- und Brombeersaft sowie handgepflückten<br />
Sylter Heckenrosen, die der<br />
prickelnden Kreation ihre zarte rosa<br />
Farbe verleihen.<br />
An der Ostseite Sylts erstreckt sich auf<br />
über 4500 Quadratkilometern der grösste<br />
Nationalpark Deutschlands – eine einzigartige<br />
Naturlandschaft, die seit 2009 zum<br />
UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Im<br />
Frühjahr und im Herbst machen hier<br />
Millionen von Zugvögeln Halt. Auf den<br />
Sandbänken ruhen Seehunde und Kegelrobben,<br />
und mit etwas Glück lässt sich in<br />
der Ferne sogar ein Schweinswal beobachten.<br />
Idyllisch entlang des Wattenmeers<br />
verläuft ein malerischer, rund acht<br />
Kilometer langer Wanderweg, der die<br />
Gemeinden Kampen und Keitum verbindet.<br />
Hier, fernab des Trubels, wo nur<br />
wenige Menschen anzutreffen sind, fällt es<br />
leicht, die Sorgen des Alltags hinter sich zu<br />
lassen. Umgeben von sanften grünen<br />
Hügeln und weiten Feldern lädt die<br />
<<br />
Wandern auf Sylt bedeutet Natur pur:<br />
kilometerlange Sandstrände, malerische<br />
Dünenlandschaften und das UNESCO-<br />
Weltnaturerbe Wattenmeer.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
35
inselträume / SYLT<br />
<<br />
Natur zu innerer Einkehr und einem<br />
tiefen Durchatmen ein. Nicht ohne Grund<br />
verlieh der Schriftsteller Max Frisch diesem<br />
Pfad einst den verheissungsvollen Namen<br />
«Grünes Vergessen».<br />
ZU SCHÖN, UM FORTZUZIEHEN<br />
In Keitum, nur fünf Gehminuten vom<br />
Wattenmeer entfernt, liegt ein aussergewöhnliches<br />
Erholungsdomizil: das<br />
«Severin’s». Das Fünf-Sterne-Hotel,<br />
bekannt als eines der besten Spa- und<br />
Health-Resorts Deutschlands, bietet auch<br />
kulinarisch höchste Klasse. Im hauseigenen<br />
Sternerestaurant «Tipken’s» verwöhnt<br />
Küchenchef René Verse seine Gäste mit<br />
exquisiten Kreationen. Ein besonderes<br />
Highlight ist der mit Haselnüssen gefüllte<br />
Rosenkohl, verfeinert mit Alba-Trüffel<br />
und geräuchertem Frischkäse. Jedes<br />
Röschen aufwendig einzeln befüllt. Ganz<br />
anderes Flair bietet Hörnum an der<br />
Südspitze Sylts: mehr Bullerbü, weniger<br />
Jetset. Was nicht heisst, dass es hier<br />
ruhiger zugeht als auf dem Rest der Insel.<br />
Vor dem «Café Lund» drängen sich<br />
Massen. Inhaber Jens Lund winkt einen an<br />
der Warteschlange vorbei ins Innere. Vor<br />
dem Brotregal im Laden erstreckt sich eine<br />
Verkaufstheke mit Plunderteilchen,<br />
Gebäck und Klassikern wie der<br />
Sylt-typischen Friesentorte<br />
Jens Lund (l.)<br />
schloss an seine<br />
Konditorausbildung<br />
eine Lehre bei der<br />
Sylter Kochlegende<br />
Jörg Müller an.<br />
aus Pflaumenmus,<br />
Schlagsahne und<br />
Blätterteigböden. Nicht zu<br />
vergessen: die inselweit<br />
bekannte «Lund Iskreem». Die<br />
Lunds waren es, die im Jahr 1950 auf Sylt<br />
die erste Eismaschine in Betrieb nahmen.<br />
Jens Lund führt den Betrieb heute in<br />
dritter Generation. Er hat ihn der Liebe<br />
wegen übernommen. Eigentlich war der<br />
gelernte Koch nach Neuseeland ausgewandert,<br />
bei einem Heimatbesuch lernte<br />
er seine heutige Ehefrau kennen. Das<br />
Backen hat er sich selbst beigebracht.<br />
«Durch Christian<br />
Puglisi vom ‹Noma›<br />
rutschte ich in die Sauerteig-<br />
Szene rein», erzählt Lund. Auch<br />
wenn seine Inspiration aus<br />
Kopenhagen kommt, ist sein Brot ein<br />
echtes Sylter Original. «Das Getreide,<br />
das ich für meine Sylter Brote verarbeite,<br />
kommt komplett von der Insel», versichert<br />
er. «Söl’ring Hof»-Chef Berner überreicht<br />
jedem seiner Gäste zum Abschied eines<br />
von Lunds Broten. So können sie den Geschmack<br />
der Insel sogar mit nach Hause<br />
nehmen.<br />
<<br />
LOKALE STARS<br />
Im «Tipken’s»<br />
verwöhnt<br />
der junge<br />
Sternekoch<br />
René Verse<br />
mit seinem<br />
erstklassigen<br />
Flora- und<br />
Fauna-Menu.<br />
Bis ins frühe 20. Jahrhundert<br />
gab es wilde Austernbänke vor Sylt,<br />
doch aufgrund rücksichtsloser<br />
Überfischung brachen die natürlichen<br />
Bestände der Europäischen Auster<br />
zusammen. Heute gedeihen<br />
im Watt vor der Insel wieder rund<br />
100 Tonnen Austern pro Jahr.<br />
Neben Austern sind auf Sylt auch<br />
Venusmuscheln, Taschenkrebse<br />
und Wattenschnecken heimisch, die<br />
in der Nordsee und dem Wattenmeer<br />
ideale Lebensräume vorfinden. Diese<br />
Meeresfrüchte spielen eine zentrale<br />
Rolle in der Sylter Küche, aber auch<br />
für Klassiker der Hochküche wie<br />
der Bouillabaisse im «Söl’ring Hof».<br />
Fotos: Sven Schomburg, Lund Sylt, Michael Magulski<br />
36 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
DIE KÄLTE<br />
BLEIBT<br />
DRAUSSEN<br />
ROLLLÄDEN UND JALOUSIEN FÜR BESTES RAUMKLIMA<br />
Außenliegender Sonnenschutz unterstützt die Wärmedämmung, senkt den Energieverbrauch und spart Heizkosten.<br />
Von HELLA in maßgefertigter Perfektion und optischer Raffi nesse bis ins kleinste Detail. Das ist Lebensqualität!
inselträume / SYLT<br />
Die Dichte an Spitzenrestaurants<br />
und kreativen Köchen macht Sylt<br />
zu einem Hotspot für Gourmets.<br />
TIPKEN‘S<br />
Gemeinsam mit Patron Niklas Henkle kreiert<br />
Küchenchef René Verse innovative Flora- und Fauna-<br />
Menus, die Gästen die Wahl zwischen Pflanzenbasiertem<br />
oder Fleisch und Fisch lassen. Die idyllische<br />
Terrasse lädt im Sommer zu einem Aperitif ein.<br />
Ein Ort, an dem regionale Verbundenheit und kulinarische<br />
Perfektion verschmelzen.<br />
Am Tipkenhoog 18, 25980 Sylt/Keitum<br />
T: +49 4651 460660, severins-sylt.de<br />
HOTELS<br />
SEVERIN’S RESORT & SPA<br />
Friesischer Baustil verbindet sich mit modernem<br />
Ambiente und einem luxuriösen 2000 m² grossen<br />
Spa. Gäste können aus einer Vielzahl an Massagen,<br />
Treatments und Hamam-Ritualen wählen. Alles in<br />
unmittelbarer Lage zum Wattenmeer.<br />
Am Tipkenhoog 18, 25980 Sylt/Keitum<br />
T: +49 4651 460660, severins-sylt.de<br />
SÖL’RING HOF<br />
Ein Refugium der Extraklasse mit nur 15 Zimmern,<br />
eingebettet in die Dünen. Hier geniesst man absolute<br />
Privatsphäre, ein exklusives Private Spa und<br />
ein À-la-carte-Frühstück, das keine Wünsche offenlässt.<br />
Das Restaurant bietet ein kulinarisches<br />
Erlebnis der Extraklasse.<br />
Am Sandwall 1, 25980 Sylt/Rantum<br />
T: +49 4651 836200, soelring-hof.de<br />
LANDHAUS STRICKER<br />
In stilvollem Ambiente verführt Patron Holger<br />
Bodendorf mit seiner ausgezeichneten Gourmetküche.<br />
Gäste geniessen luxuriöse Entspannung in<br />
elegant eingerichteten Zimmern und ein Frühstück,<br />
das mit feinen À-la-carte-Kreationen begeistert.<br />
Ein Ort für alle, die Sylt von seiner genussvollsten<br />
Seite erleben möchten.<br />
Boy-Nielsen-Strasse 10, 25980 Sylt/Tinnum<br />
T: +49 4651 88990, landhaus-stricker.com<br />
verglasten Wintergarten und einem aussergewöhnlichen<br />
Mosaikboden, der für ein einzigartiges<br />
Ambiente sorgt. Stilvoll eingerichtete Zimmer<br />
und Suiten bieten höchsten Komfort, während der<br />
grosszügige Spa-Bereich zum Entspannen einlädt.<br />
Munkmarscher Hafen 1<br />
25980 Sylt/Munkmarsch<br />
T: +49 4651 93970, faehrhaus-sylt.de<br />
RESTAUARNTS<br />
SEENOT<br />
Idyllisch in den Dünen gelegen mit direktem Blick<br />
auf die Nordsee, lädt die «Seenot» zum Verweilen<br />
ein. Die Speisekarte ist gespickt mit lokalen Spezialitäten.<br />
Hier trifft man auch Einheimische.<br />
Strandstrasse 15, 25980 Sylt/Westerland<br />
T: +49 4651 123456, seenot-sylt.de<br />
KAI43<br />
Im mehrfach prämierten Gourmetrestaurant<br />
präsentiert Küchenchef Felix Gabel gemeinsam<br />
mit seinem internationalen Team eine moderne<br />
Interpretation von «Nordic Fusion». Mit höchsten<br />
Qualitätsansprüchen verbindet die Küche heimische<br />
Produkte und Zutaten ausgewählter<br />
Erzeuger aus Norddeutschland und Skandinavien<br />
zu einzigartigen Geschmackserlebnissen.<br />
Am Hafen 1, 25997 Sylt/Hörnum<br />
T: +49 4651 46070, budersand.de<br />
SYLTER MUSCHELN<br />
Ob bei einem eleganten Gourmet-Dinner oder<br />
entspanntem Friends-Food – hier kommen<br />
Muschelliebhaber voll auf ihre Kosten.<br />
Hauptstrasse 25, 25980 Sylt/Hörnum<br />
T: +49 4651 987654,<br />
sylter-muscheln.de<br />
CAFÉ<br />
CAFE LUND<br />
Vielseitiges Angebot aus Morgenessen, Mittagstisch<br />
und Backwaren. Inhaber Jens Lund bringt<br />
Expertise aus der Sterneküche mit: Nach seiner<br />
Konditorlehre zog es ihn zur Kochlegende Jörg<br />
Müller. Anschliessend führte ihn sein Weg ins<br />
Sterne-Restaurant «Haerlin» im Hotel «Vier Jahreszeiten»<br />
in Hamburg, wo er es bis zum Chef-<br />
Pâtissier brachte. Sein Sauerteigbrot aus Sylter<br />
Mehl ist ein absoluter Pflichtkauf.<br />
Rantumer Strasse 1-3, 25997 Hörnum/Sylt<br />
T: +49 4651 881036, lund-sylt.de<br />
<<br />
BUDERSAND HOTEL GOLF & SPA<br />
In einzigartiger Lage direkt an der Südspitze Sylts.<br />
Gäste erwartet ein ausgezeichnetes Gourmetrestaurant<br />
mit spektakulärem Blick auf die Nordsee.<br />
Luxuriös ausgestattete Zimmer und Suiten<br />
bieten höchsten Komfort. Golfliebhaber kommen<br />
auf dem hauseigenen, preisgekrönten Links-Golfplatz<br />
voll auf ihre Kosten – ein Paradies für Geniesser<br />
und Sportbegeisterte gleichermassen.<br />
Am Kai 3, 25997 Sylt/Hörnum<br />
T: +49 4651 46070, budersand.de<br />
FÄHRHAUS<br />
In exklusiver Lage direkt am Munkmarscher<br />
Hafen vereint das Fährhaus luxuriöse Eleganz mit<br />
nordischer Gemütlichkeit. Gäste erwartet ein<br />
exzellentes Gourmetrestaurant mit einem rundum<br />
Im Spätsommer<br />
verwandelt sich die<br />
Bradebuder Heide in<br />
ein farbenprächtiges<br />
Blumenmeer.<br />
Fotos: MB Design, Finn Anjes / Sylt Marketing<br />
38 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
BADEN-BADEN<br />
The good-good life.
inselträume / REZEPTE<br />
40 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter -<br />
Rezeptideen kostenlos<br />
via E-Mail erhalten:<br />
go.falstaff.com/rezept-newsletter<br />
Sylt ist ein Paradies für<br />
Gourmetfans. Hier trifft<br />
maritime Gelassenheit auf<br />
Sterneküche. Drei Spitzenköche<br />
haben <strong>Falstaff</strong> ihre<br />
besten Rezepte verraten – eine<br />
leidenschaftliche Hommage<br />
an die Insel.<br />
FOTOS LENA STAAL<br />
KONZEPT & PRODUKTION BIANCA DEMSA<br />
FOODSTYLIST GITTE JAKOBSEN<br />
NORDSEE-<br />
FRISCHE<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
41
inselträume / REZEPTE<br />
42 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
ROH MARINIERTE<br />
SYLTER AUSTERN<br />
(FÜR 6 PORTIONEN)<br />
Johannes King empfiehlt, den typischen jodigen Geschmack roher<br />
Austern mit einer Vinaigrette zu verfeinern. Wichtig: Nach dem<br />
Öffnen das erste Wasser abgiessen und erst dann den Muskel lösen,<br />
damit die Vinaigrette nicht verwässert. Für dieses Rezept bevorzugt<br />
er die Sylter Royal-Auster mit ihrem feinnussigen Aroma.<br />
ZUTATEN FÜR DIE AUSTERN MIT<br />
ERBSENVINAIGRETTE<br />
200 g gefrorene grüne Erbsen<br />
30 g Wasser<br />
2 EL Sonnenblumenöl<br />
2 EL Traubenkernöl<br />
Etwas Meersalz<br />
1 Prise Kristallzucker<br />
6 Austern<br />
ZUBEREITUNG DER AUSTERN MIT<br />
ERBSENVINAIGRETTE<br />
– Die gefrorenen Erbsen leicht antauen lassen,<br />
das Wasser dazugeben und alles durch den<br />
Entsafter geben.<br />
– Den Saft mit den Ölen und Gewürzen mischen.<br />
– Den Minzzweig in den Sud legen und 10 Minuten<br />
ziehen lassen.<br />
– Die Minze wieder entfernen und die Vinaigrette<br />
über die Austern geben.<br />
kleine Würfelchen schneiden, mit etwas<br />
gemahlenem weissem Pfeffer, Limettensaft und<br />
geriebener Limettenschale marinieren.<br />
– Die Crème Cru ganz leicht mit einem Schneebesen<br />
aufschlagen.<br />
– Das Austerntatar in die Austernschale einfüllen,<br />
einige Tupfen Crème Cru daraufgeben und mit<br />
ganz feinen, kleinen Estragonstreifen garnieren.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
Kiedrich Riesling trocken 2022<br />
Weingut Eva Fricke, Eltville, Deutschland<br />
Filigran im Duft mit Kumquats, Orangenzeste,<br />
Zitronenmelisse und nassem Stein. Am Gaumen<br />
Wiesenkräuter, straffe Säure, attraktive Cremigkeit<br />
und ein langer, mineralischer Nachhall. Die<br />
salzige Mineralität des Weins passt perfekt zur<br />
Austernvariation. coop.ch, CHF 15,95<br />
Fotos: Florian Arvanitopoulos / Fotostudio-Arva.de<br />
ZUTATEN FÜR DIE AUSTERN MIT APFEL,<br />
GURKE UND INGWER<br />
⅓ Apfel (Granny Smith)<br />
50 g Salatgurke<br />
10 g frischer Ingwer<br />
6 Austern<br />
ZUBEREITUNG DER AUSTERN MIT APFEL,<br />
GURKE UND INGWER<br />
– Den Apfel und die Gurke schälen, entkernen und<br />
in feine Streifen schneiden. Beides in einer<br />
Schüssel vermengen.<br />
– Den Ingwer auf einer sehr feinen Reibe reiben,<br />
in Küchenkrepppapier legen, den Saft auspressen<br />
und zu den Apfel-Gurken-Streifen geben, gut<br />
mischen.<br />
– Schliesslich die Mischung auf die Austern geben.<br />
ZUTATEN FÜR DAS AUSTERNTATAR<br />
MIT CRÈME CRU<br />
6 grosse fleischige Austern<br />
Etwas unbehandelte Limettenschale, frisch<br />
gerieben<br />
ZUBEREITUNG DES AUSTERNTARTARS<br />
MIT CRÈME CRU<br />
– Die Austern auslösen und auf ein Sieb hängen,<br />
damit das Wasser abtropft.<br />
– Die Austern zuerst in Streifen und schliesslich in<br />
Rezept von Johannes King<br />
«Sylter Manufaktur Johannes King«<br />
Keitum, Sylt, Deutschland<br />
Johannes King blickt auf 20 erfolgreiche Jahre als<br />
Küchenchef im «Söl’ring Hof» zurück. Der Zwei-<br />
Sterne-Koch und gebürtige Schwabe ist nicht nur<br />
als Unternehmer und Gastronom bekannt, sondern<br />
auch als leidenschaftlicher Gärtner sowie Kräuterund<br />
Blütensammler. In seiner «Sylter Manufaktur<br />
Johannes King« betreibt er einen Genussshop, der<br />
mit exquisiter Feinkost begeistert.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
43
GEDÄMPFTES SKREIFILET<br />
mit Muscheln, Dill und Nordseekrabben<br />
(FÜR 4 PERSONEN)<br />
Nils Henkel setzt mit seinem Stil auf Nachhaltigkeit und saisonale Zutaten.<br />
Das Rezept mag komplex wirken, lässt aber Raum, einzelne Komponenten<br />
wegzulassen oder zu ersetzen.<br />
ZUTATEN FÜR DEN SAFRAN-MUSCHELSUD<br />
350 g Miesmuscheln<br />
35 g Fenchel<br />
20 g Staudensellerie<br />
20 g Schalotten<br />
25 g Rapsöl<br />
6 Pfefferkörner, weiss<br />
3 Dillzweige<br />
1 Lorbeerblatt<br />
3 g Fenchelsaat<br />
2 g Korianderkörner<br />
1 g Safran<br />
100 g Riesling<br />
750 g Fischfond<br />
150 g Milch<br />
Salz, weisser Pfeffer, Dillöl<br />
ZUBEREITUNG DES SAFRAN-MUSCHELSUDS<br />
– Die Muscheln waschen. Das Gemüse klein<br />
schneiden und in Rapsöl anschwitzen.<br />
– Muscheln und Gewürze zufügen, ein paar Minuten<br />
mitschwitzen und mit dem Riesling ablöschen.<br />
– Auf die Hälfte einkochen, dann mit Fischfond<br />
aufgiessen.<br />
– 20 Minuten köcheln lassen und durch ein Mikrosieb<br />
passieren. Milch zufügen und mit Salz und<br />
Pfeffer abschmecken.<br />
– Zum Anrichten mit grünem Dillöl verrühren.<br />
– Die Muscheln werden durch die Kochzeit recht<br />
fest, man kann sie aber grob gehackt schön als<br />
Füllung für Ravioli verwenden.<br />
ZUTATEN FÜR DAS DILLÖL<br />
200 g Dill<br />
50 g Petersilienblättchen<br />
400 g Rapsöl<br />
ZUBEREITUNG DES DILLÖLS<br />
– Dill und Petersilie in stark gesalzenem Wasser etwa<br />
1 Minute kochen und in Eiswasser abschrecken.<br />
– Gut ausdrücken und mit dem Rapsöl etwa 3 Minuten<br />
im Mixer bei maximaler Drehzahl pürieren.<br />
– Das Püree 24 Stunden kühl ruhen lassen und<br />
dann durch ein Mikrosieb laufen lassen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS GEDÄMPFTE SKREIFILET<br />
300 g Rückenfilet vom Winterkabeljau (Skrei)<br />
100 g Brotbrösel (Pankopanierbrot)<br />
100 g Nussbutter<br />
1 Msp. Safranpulver<br />
12 Miesmuscheln<br />
8 Frühlingslauchstangen<br />
20 g Nussbutter<br />
2 Radieschen<br />
2 Dillzweige<br />
Salz, weisser Pfeffer<br />
ZUBEREITUNG DES GEDÄMPFTEN<br />
SKREIFILETS<br />
– Das Skreirückenfilet mit Salz und Pfeffer würzen<br />
und mit Rapskernöl in Frischhaltefolie straff eindrehen.<br />
– Das Filet etwa 24 Stunden kalt stellen, es erhält<br />
durch das Salz eine festere Textur. Die Brotbrösel<br />
in der Nussbutter mit Safranpulver knusprig<br />
anschwenken und zum Abtropfen auf Küchenkrepp<br />
legen.<br />
– Die Miesmuscheln etwa 3 Minuten bei 85° C<br />
dämpfen, bis die Muscheln sich öffnen.<br />
– Den Sud auffangen und die ausgelösten Muscheln<br />
darin aufbewahren. Den Frühlingslauch<br />
waschen und putzen, in Nussbutter braten und<br />
mit Salz und Pfeffer würzen<br />
– Die Radieschen in Scheiben hobeln.<br />
ZUTATEN FÜR DAS LAUCHPÜREE<br />
100 g Lauch, nur Grünes<br />
100 g Butter, weich<br />
100 g Kartoffeln, mehlig, geschält<br />
Salz, Pfeffer<br />
Milch<br />
ZUBEREITUNG DES LAUCHPÜRÉES<br />
– Das Grüne vom Lauch fein schneiden, in kochendem<br />
Salzwasser etwa 2 Minuten blanchieren,<br />
in Eiswasser abschrecken und gut auspressen.<br />
– Dann mit weicher Butter verkneten und in einem<br />
Mixer sehr fein mixen. Die Masse durch ein feines<br />
Sieb streichen. Währenddessen die Kartoffeln in<br />
Salzwasser garkochen, im Ofen ausdämpfen<br />
lassen und ebenfalls passieren.<br />
Rezept von Nils Henkel, «Tipken’s by Nils Henkel»<br />
Keitum, Sylt, Deutschland<br />
Neben dem Restaurant «Bootshaus» trägt auch<br />
«Tipken’s by Nils Henkel» auf Sylt Nils Henkels unverwechselbare<br />
Handschrift. Unter der Leitung von<br />
Küchenchef René Verse wird hier höchste Qualität<br />
garantiert. Die frischen, farbenfrohen Kreationen<br />
verzaubern die Sinne, während eine entspannte<br />
Atmosphäre den Genuss perfekt macht.<br />
– Das Lauchpüree unter die heisse Kartoffelmasse<br />
mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />
– Das Püree sollte cremig und leicht fliessend sein,<br />
eventuell etwas Milch zufügen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE DILLMAYONNAISE<br />
1 Eigelb<br />
1 EL Joghurt<br />
200 g Dillöl (Grundrezept)<br />
10 g Limettensaft<br />
Salz<br />
ZUBEREITUNG DER DILLMAYONNAISE<br />
– Eigelb und Joghurt mit einem Rührgerät verrühren.<br />
– Dann langsam das Dillöl einlaufen lassen und<br />
emulgieren.<br />
– Mit Limettensaft und Salz abschmecken.<br />
ZUTATEN FÜR DEN KRABBENSALAT<br />
120 g Nordseekrabben, geschält<br />
50 g Mayonnaise<br />
1 EL Staudenselleriewürfel<br />
1 EL Dill, fein geschnitten<br />
ZUBEREITUNG DES KRABBENSALATS<br />
– Geschälte Nordseekrabben, Mayonnaise, Staudensellerie<br />
und Dill miteinander vermengen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />
200 g Safran-Muschelsud (siehe oben)<br />
40 g Dillöl (siehe oben)<br />
ANRICHTEN<br />
– Das Skreifilet mit der Folie in vier Portionen<br />
schneiden und diese bei 85 °C im Dampf etwa<br />
6 Minuten garen, dann die Folie entfernen.<br />
– Das heisse Lauchpüree mit einem Löffel in<br />
warme, tiefe Schalen streichen. Das Kabeljaufilet<br />
in der Mitte des Pürees platzieren, links und<br />
rechts davon je einen Löffel Krabbensalat anrichten<br />
und den Frühlingslauch dazulegen.<br />
– Jeweils drei warme Miesmuscheln, drei Radieschenscheiben<br />
und je drei Tupfen Dillmayo auftragen.<br />
– Je einen Löffel warme Brotbrösel auf den Kabeljau<br />
anrichten, den heissen Muschelsud mit dem<br />
Dillöl verrühren und angiessen.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
«Pur Mineral» Riesling trocken 2021<br />
Weingut Rudolf Fürst, Franken, Deutschland<br />
Elegant im Duft, mineralisch, gelber Apfel, Mirabelle,<br />
Zitronenzesten. Am Gaumen ein wahrer<br />
Vertreter seines Namens: feine Mineralik, reife<br />
gelbe und etwas grüne Frucht, dabei angenehme<br />
Phenolik, alles eingebunden von reifer Säure, langer<br />
Nachhall. Ein perfekter Fischbegleiter.<br />
gerstl.ch, ca. CHF 22,–<br />
44 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
inselträume / REZEPTE<br />
Foto: Axel Steinbach Fotografie<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
45
inselträume / REZEPTE<br />
46 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
KRAPFEN & HAGEBUTTE<br />
(FÜR 18 STÜCK)<br />
Nach dem ersten Frost entfalten Hagebutten ihre volle Süsse: Die Schale wird<br />
zart und glasig und gibt bei leichtem Druck nach. Theoretisch können sie<br />
über den gesamten Winter gesammelt werden. Kombiniert mit der Süsse der<br />
Krapfen entsteht ein originelles Dessert, das die Faschingszeit perfekt versüsst.<br />
Foto: Ydo Sol Images<br />
ZUTATEN FÜR DIE EINGELEGTEN<br />
HAGEBUTTEN<br />
50 g Hagebutten<br />
75 ml Läuterzucker<br />
ZUBEREITUNG DER HAGEBUTTEN<br />
– Hagebutten gut waschen, halbieren und entkernen.<br />
Dafür am besten Handschuhe tragen, da<br />
die Kerne an den Händen jucken.<br />
– Die halbierten Früchte in ein Weckglas geben,<br />
den Läuterzucker erhitzen und die Früchte damit<br />
überbrühen.<br />
– Die Früchte 24 Stunden durchziehen lassen.<br />
ZUTATEN FÜR DEN BRANDTEIG<br />
40 ml Milch<br />
40 ml Wasser<br />
15 g Butter<br />
1,5 g Salz<br />
3 g Zucker<br />
40 g Mehl<br />
1 Ei<br />
ZUBEREITUNG DES BRANDTEIGS<br />
– Milch und Wasser in einer kleinen Pfanne<br />
zusammen mit der Butter, Salz und Zucker<br />
aufkochen lassen.<br />
– Das Mehl unter ständigem Rühren in die heisse<br />
Flüssigkeit sieben. Den Teig abbrennen, bis eine<br />
weisse Schicht am Pfannenboden entsteht.<br />
– Anschliessend den Teig in einer Rührschüssel<br />
5 Minuten auskühlen lassen.<br />
– Dann mit einem Handrührgerät das Ei einrühren,<br />
bis ein homogener Teig entsteht.<br />
– Den Teig in einen Spritzbeutel füllen.<br />
ZUTATEN FÜR DEN ZUCKERTEIG<br />
40 g brauner Zucker<br />
40 g weiche Butter<br />
40 g Mehl<br />
ZUBEREITUNG DES ZUCKERTEIGS<br />
– Alle Zutaten zu einem Teig kneten und diesen<br />
2 Millimeter dünn ausrollen.<br />
– 3 Zentimeter grosse runde Taler ausstechen und<br />
kühl stellen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE KRAPFEN<br />
Brandteig (siehe oben)<br />
Zuckerteig (siehe oben)<br />
ZUBEREITUNG DER KRAPFEN<br />
– Den Brandteig in 3 Zentimeter grosse Punkte auf<br />
ein Backblech spritzen.<br />
– Je 1 Zuckerteig-Taler auf den Brandteig setzen<br />
und die Krapfen bei 160 °C etwa 15 Minuten<br />
backen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS HAGEBUTTENGELEE<br />
100 g Hagebuttengelee<br />
40 g Zucker<br />
1 g Agar-Agar<br />
1 Blatt Gelatine<br />
ZUBEREITUNG DES HAGEBUTTENGELEES<br />
– Hagebuttenmark mit Zucker und Agar-Agar in<br />
einer Pfanne kalt verrühren.<br />
– Für 2 Minuten unter Rühren aufkochen, weiterrühren,<br />
bis die Gelatine sich vollständig aufgelöst hat.<br />
Rezept von Jan-Philipp Berner, «Söl’ring Hof»<br />
Rantum, Sylt, Deutschland<br />
Seit 2013 begeistert der Zwei-Sterne-Koch und<br />
Gastgeber Jan-Philipp Berner seine Gäste im<br />
«Söl’ring Hof», einem exklusiven Kleinod in einmaliger<br />
Einzellage. Umgeben von Sylter Natur bilden<br />
die Produkte der Insel die Basis seiner saisonalen,<br />
kreativen Küche. In seinem Kochbuch «Sylt» gewährt<br />
er einen persönlichen Einblick in seine<br />
kulinarische Welt. Erschienen im Südwest Verlag.<br />
– Anschliessend das Hagebuttengelee auf ein<br />
flaches Blech giessen und erkalten lassen.<br />
Anschliessend das Gelee in einen Mixer füllen<br />
und gut durchmixen, bis das Gelee eine<br />
homogene Konsistenz entwickelt hat.<br />
– Das fertige Hagebuttengelee in einen Spritzbeutel<br />
füllen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS HAGEBUTTENMOUSSE<br />
50 g Hagebuttenmark<br />
25 g Schmand<br />
25 g Zucker<br />
1 Blatt Gelatine<br />
75 g Schlagsahne<br />
ZUBEREITUNG DES HAGEBUTTEN-MOUSSE<br />
– Hagenbuttenmark, Schmand und Zucker in eine<br />
Pfanne geben und erwärmen.<br />
– Die in kaltem Wasser eingeweichte, und ausgedrückte<br />
Gelatine hinzufügen, weiterrühren,<br />
bis die Gelatine sich vollständig aufgelöst hat.<br />
Kalt rühren.<br />
– 50 Gramm Sahne aufschlagen und unterheben.<br />
Nun die Mousse kalt stellen.<br />
– Sobald die Mousse fest ist, die restliche Sahne<br />
unterheben und die Mousse in einen Spritzbeutel<br />
füllen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />
Puderzucker<br />
ANRICHTEN<br />
– Die fertigen Krapfen von unten leicht öffnen und<br />
mit der Mousse befüllen.<br />
– Mit Puderzucker bestäuben.<br />
– 1 Punkt Hagebuttengelee oben auf den Krapfen<br />
setzen und je 1 eingelegte Hagebuttenhälfte auf<br />
den Krapfen platzieren.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
Niepoort Tawny 20 Years<br />
Niepoort, Vila Nova de Gaia, Portugal<br />
Elegante, frische Nase mit Noten von gerösteten<br />
Nüssen, Nougat, Datteln, Granatapfel und Pflaumenmus<br />
sowie konfierten Waldbeeren. Unterlegt<br />
ist das Ganze mit einer frischen, ätherischen<br />
Kräuterwürze. Am Gaumen schöne Fülle, wirkt<br />
komplex und ausbalanciert. Langes Finale.<br />
casadelvino.ch, CHF 59,–<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
47
inselträume / MYKONOS<br />
Im malerischen Viertel<br />
Little Venice reiht sich<br />
eine Restaurantterrasse<br />
an die nächste.<br />
Foto: Getty Images<br />
48 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
MYKONOS:<br />
HORIZONT-<br />
ERWEITERUNG<br />
Ein Teller Meze hier, eine Naked Colada da und ein<br />
Gyros to go – und all das, während man sich in der Altstadt von<br />
Mykonos verliert. Die Kykladen-Insel serviert ein Konglomerat<br />
der Köstlichkeiten. <strong>Falstaff</strong> kalibriert den Kompass.<br />
TEXT NICOLA AFCHAR-NEGAD, SASCHA RETTIG<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
49
inselträume / MYKONOS<br />
Luxus mit Meerblick im Hotel<br />
«Mykonos Grand» oder dem<br />
«Myconian Utopia» (u.).<br />
In Beach-Clubs wie dem<br />
«Scorpios» wird die<br />
mediterrane Küche gekonnt<br />
durch Einflüsse aus dem<br />
mittleren Osten ergänzt<br />
(im Kreis).<br />
K<br />
astro», Little Venice, Mykonos.<br />
Ein kleines Lokal, das<br />
zum Sinnbild für Mykonos<br />
wurde. Eine griechische Insel<br />
wie viele andere – und doch<br />
eine wie keine. Im «Kastro» sitzt man am<br />
schmalen Holztisch in einem gefühlt noch<br />
schmaleren Gang aus weiss getünchten<br />
Hausmauern mit Blick auf den Blau-Kanon<br />
aus Himmel und Ägäis. Der Ouzo auf Eis<br />
matcht die Farbe der Hausmauern und<br />
Pflastersteine. Die Enge hier, sie ist beispielhaft<br />
für Chora, die Altstadt Mykonos. Und<br />
das ist etwas Gutes, denn diese Enge, dieses<br />
Heimelige, umhüllt einen, man ist wie<br />
abgeschirmt vom Alltag, geniesst die<br />
Horizonterweiterung vor und in einem.<br />
So kosmopolitisch die Insel von Callas und<br />
Camus auch sein mag, es ist diese Unmittelbarkeit,<br />
die sie einzigartig macht. In Chora<br />
sitzt man entweder direkt am Meer, so<br />
direkt, dass es einen gedanklich förmlich<br />
reinzieht. Oder man verliert sich im Wirrwarr<br />
der Gassen – über einem die pinke<br />
Bougainvillea-Kaskade, irgendwo zwischen<br />
den Gyrosläden, von denen es hier mehr zu<br />
geben scheint als Götter am Olymp. Und<br />
wem die Götter wohlwollend gesonnen sind,<br />
der bleibt bei einer Ouzerie hängen, wie<br />
«Baboulas», in dem ein ehemaliger Fischer<br />
seinen Gästen auftischt, wie Ouzo wirklich<br />
getrunken wird. Mit Wasser oder auf Eis,<br />
nicht vor oder nach dem Essen, sondern zu<br />
einem Teller Meze. Wir sagen nur: Hummus!<br />
LOKALE STARS<br />
Die typische mykonische Wurst ist vollgepackt<br />
mit Gewürzen, fast komplett fettfrei<br />
und wird klassischerweise als Meze mit<br />
Ouzo serviert. Louza ist ein kalter Aufschnitt,<br />
der «ägäische Prosciutto» und Kopanisti<br />
der bekannteste Käse. Dazu passt<br />
Mostra, ein krosses Brot (Paximadi) mit<br />
aromatischen Tomaten – und natürlich<br />
Olivenöl sowie Kräuter. Ein paar Worte<br />
noch zum Ouzo: Das Anisgetränk ist kein<br />
Klischee. Ouzo ist auf Mykonos Usus. Es<br />
gibt klebrig- kitschige Cocktailvarianten<br />
und moderne Interpretationen wie den<br />
Greek Mule (Ouzo statt Vodka).<br />
Oktopus! Oliven! Dieser Nimbus der<br />
Ursprünglichkeit – Mykonos wird ihm<br />
spielend gerecht.<br />
Im «Bakoya Cafe» am alten Hafen kehren<br />
die Einheimischen nach ihrem Morgenspaziergang<br />
ein – und manchmal flaniert hier<br />
auch ein Pelikan vorbei. Im «Bakoya»<br />
erinnert eine Zeichnung an der Wand an<br />
Petro, den einst berühmten Pelikan, mit dem<br />
sich sogar Jackie Kennedy fotografieren hat<br />
lassen. Und im «Rizes», im Landesinneren,<br />
kann man lernen, Brot zu backen – eine<br />
Tradition auf der Insel; die angeblich älteste<br />
Holzofenbäckerei der Kykladen findet sich<br />
auf Mykonos. Fast noch besser, als das<br />
morgendliche Brot zu backen, ist aber ein<br />
anderes Angebot des «Rizes»: Ein spätes<br />
Mittagessen im Hof eines traditionellen<br />
Hauses, auf einem Hügel, mit Blick aufs<br />
Meer. Hier oben, zwischen Wasser und<br />
Himmel, spürt man nicht die heimelige Enge,<br />
sondern die befreiende Weite.<br />
DER MYKONOS-MYTHOS<br />
Von oben herab – eine typische Perspektive<br />
auf Mykonos. Etliche der besten<br />
Fotos: Christos Drazos, John Athimaritis, Ana Santl, Ben Pipe / robertharding / picturedesk, GNTO / Yiannis Skoulas, beigestellt<br />
50 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Eine gewisse<br />
Extravaganz ist auf<br />
der Insel so gut wie<br />
überall spürbar.<br />
Den Ausblick auf den weiten<br />
Horizont geniesst man im<br />
«Kastro» in der heimeligen<br />
Atmosphäre der kleinen Tische<br />
in den engen Gängen.<br />
entdeckten Mykonos – und kamen<br />
immer und immer wieder.<br />
Mykonos ist mini, es wirkt teilweise fast<br />
familiär. Das macht auch etwas mit der<br />
lokalen Küche. Ackerbau ist eher schwierig.<br />
Dafür sind es die sonnengeküssten Tomaten,<br />
die überzeugen. Und der Weichkäse Kopanisti.<br />
Und natürlich das göttliche Olivenöl.<br />
Das findet sich dann in geschmacklichen<br />
Wirbelwind-Gerichten wie sie etwa im<br />
«Scorpios» zu finden sind, einem der herausragenden<br />
Beach-Clubs der Insel. Die<br />
Beach-Clubs sind auf Mykonos für das<br />
Setzen von Akzenten zuständig. Avocado<br />
im Tsatsiki oder syrischer roter Pfeffer und<br />
Mandel-Dip zu typisch griechischen Speisen.<br />
Man zelebriert die mediterrane Küche,<br />
kokettiert aber auch gekonnt mit der Nähe<br />
zum Nahen Osten.<br />
DIE BESTEN DRINKS DER INSEL<br />
Das «Alemagou» ist ein weiterer Wow-<br />
Beach-Club, der aber als kontemporäre<br />
Beach-Community verstanden werden will.<br />
Die Drinks (Naked Colada!) gelten<br />
als mit die besten auf der ganzen Insel,<br />
der Rote-Beete-Hummus ist wieder so eine<br />
charmante Neuinterpretation, eine von vielen<br />
Kleinigkeiten, von einer Mykonos-Myriade<br />
an flüchtigen Momenten für die Ewigkeit.<br />
Die Macher des «Alemagou» setzen genau<br />
auf diesen Effekt, auf das Schaffen von<br />
Verbindungen und menschlicher Wärme –<br />
inmitten einer eher kargen Landschaft. «Ein<br />
bisschen wie in Mexiko» hört man manch<br />
einen raunen. Aber Mykonos ist Mykonos<br />
und braucht kein «ein bisschen wie».<br />
Die windige Insel umweht auch eine Brise<br />
der Extravaganz. Nirgends wird das klarer<br />
als im «Santa Marina»-Resort, bei dem immer<br />
wieder Helikopter landen und natürlich<br />
Jachten anlegen. Die Klimax des Ganzen:<br />
ein privates Dinner. Mit dem «Nero Nero»<br />
gibt es sogar ein One-Table-Restaurant<br />
auf dem Wasser. Und im «Spilia» erhellen<br />
Kerzen diesen einen besonderen Tisch unter<br />
einem Felsvorsprung. Den Soundtrack, den<br />
liefern die Wellen.<br />
<<br />
Hotels – ab Sommer <strong>2025</strong> auch das «Four<br />
Seasons» – wurden, teils einer modernen<br />
Akropolis gleich, auf den Hügeln der Insel<br />
aufgebauscht. Die Architektur: oft wie mit<br />
dem Cutter-Messer gezogen. Scharf, klar, am<br />
Punkt und somit ganz anders als die Häuser<br />
in der Stadt mit ihren abgesofteten Ecken.<br />
Sublimer, stiller Luxus. Die Lage bedingt allerdings<br />
auch, dass man sich mit dem Auto,<br />
oft auch dem Hotel-Shuttle, zu den Stränden<br />
aufmachen muss.<br />
Paradise Beach, Super Paradise Beach, Elia<br />
Beach – die Favoriten für die Sonnen-Symphonie<br />
sind im Sommer natürlich nicht gerade<br />
vereinsamt. 110 Touristen kommen in<br />
dieser Zeit auf jeden Inselbewohner. Sie alle<br />
wollen ein Stück vom grossen Glück auf der<br />
kleinen Insel. Und: Man kann sie verstehen.<br />
Die Kykladen-Kulisse ist einfach magnetisch.<br />
Das spürte schon der Jetset, als er Mitte<br />
des letzten Jahrhunderts hier anrauschte, um<br />
in der Ägäis durch die Tage zu segeln – und<br />
nachts zu feiern. Zu verdanken hat das Mykonos<br />
dem benachbarten Delos und seinen<br />
Ausgrabungsstätten. Die Menschen kamen<br />
ursprünglich wegen Apollons Geburtsstätte,<br />
Der Beach-Club «Alemagou»<br />
spielt mit Gegensätzen: Sonne und<br />
wärmendes Gemeinschaftsgefühl in<br />
der eher schroffen Landschaft.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
51
inselträume / MYKONOS<br />
HOTELS<br />
MYKONOS GRAND<br />
Geschmackvolle Suiten, dazu Pools, ein Restaurant<br />
und wunderschöne Ausblicke auf das Blau der<br />
Ägäis – direkt am Strand von Agios Ioannis liegt<br />
das exquisite, in einem modernen Kykladenstil<br />
designte «Mykonos Grand».<br />
Agios Ioannis 846 00<br />
T: +30 2289 025555, mykonosgrand.gr<br />
SANTA MARINA<br />
In paradiesischer Halbinsellage am Meer findet<br />
man im «Santa Marina» alles, was man für eine<br />
luxuriöse Auszeit braucht. Dazu gehören zwei<br />
Infinitypools, ein Spa, das Restaurant «Mykonos<br />
Social» und der «Buddha Bar»-Beach.<br />
Ornos Bay, Mikonos 846 00<br />
T: +30 2289 023220, über marriott.com<br />
BELVEDERE<br />
Wer in Mykonos-Stadt bleiben will, findet im<br />
«Belvedere» auf einem Hügel über der Stadt ein<br />
Boutique-Resort von zeitloser Kykladen-Eleganz.<br />
Hervorragendes Sushi gibt es in Nobu Matsuhisas<br />
weltweit einzigem Open-Air-Restaurant.<br />
School of Fine Arts District<br />
84600 Mykonos<br />
T: +30 2289 025122, belvederehotel.com<br />
BEACH CLUBS<br />
SCORPIOS<br />
Ein Beach-Club-Traum an der<br />
Insel-Südspitze: In zurückgelehnter<br />
Atmosphäre auf Sunbeds entspannen,<br />
zu den Beats der DJs tanzen,<br />
sehr gut essen und trinken und dazu<br />
atemberaubende Sonnenuntergänge<br />
geniessen.<br />
Paraga, Mikonos 846 00<br />
T: +30 2289 029250, scorpios.com<br />
Im «Mykonos Grand»<br />
geniesst man den Ausblick<br />
auf das Meer direkt vom<br />
ebenso blauen Pool aus.<br />
PRINCIPOTE<br />
Luxuriöser Komfort, Partys, Drinks und mediterrane<br />
Speisen – vor allem aber geniesst man hier<br />
unter Sonnenschirmen im Makramee-Stil die<br />
Aussichten auf den Traumstrand von Panormos.<br />
Panormos Beach, Mikonos 846 00<br />
T: +30 2289 077184, principote.com<br />
RESTAURANTS<br />
ZUMA MYKONOS<br />
Die «Zuma»-Restaurants bieten international<br />
japanische Fusionsküche auf höchstem Niveau.<br />
Der Ab leger in Mykonos ist zudem bekannt für<br />
seine atem beraubenden Sonnenuntergänge direkt<br />
am Strand.<br />
84600 Mykonos-Stadt<br />
T: +30 2289 020300, zumarestaurant.com<br />
SPILIA<br />
Aussergewöhnliches Restaurant mit Bar, das sich<br />
in einer offenen Höhle unmittelbar am Wasser am<br />
Agia-Anna-Strand befindet. Die Gerichte mit Fisch<br />
und Meeresfrüchten bringen ganz frisch mediterrane<br />
und mykonische Ideen zusammen.<br />
Agia Anna Kalafatis Beach, Mykonos Town 846 00<br />
T: +30 2289 071205<br />
spiliarestaurant.gr<br />
COYA<br />
Dieser Ableger der «Coya»-Restaurants bringt die<br />
hochklassige peruanische Fusionsküche auch nach<br />
Mykonos. Dazu gibt es auch Livemusik und<br />
DJ-Sets.<br />
Malamatenias St, Matogianni 84600<br />
T: +30 2289 022515<br />
coyarestaurant.com/restaurants/mykonos<br />
ALEMAGOU<br />
Mit frischem Fisch und Meeresfrüchten wird im<br />
«Alemagou» beste «Aegean Fusion» kreiert. Livemusik<br />
und unglaubliche Sonnenuntergänge komplettieren<br />
das Angebot am Ftelia Beach.<br />
Ftelia Beach, Mykonos 84600<br />
T: +30 2289 071339, alemagou.gr<br />
SOLYMAR<br />
Bei Gerichten im «Solymar» am Kalo Livadi Beach<br />
wird auf exquisite Weise die traditionelle Küche der<br />
Insel und der Kykladen mit moderner Mediterranean<br />
Cuisine kombiniert.<br />
Kalo Livadi, Mykonos 846 00<br />
T: +30 2289 071745, solymarmykonos.com<br />
LÍO MYKONOS<br />
Einen rauschhaften Abend unter dem Sternenhimmel<br />
Mykonos’ erlebt man im «Lío» – unter anderem<br />
mit schillernder Cabaret-Show, hervorragendem<br />
Dinner und pulsierenden Clubnächten.<br />
Enoplon Dinameon 6, Mikonos 846 00<br />
T: +30 694 5670093, liogroup.com/mykonos<br />
BEEF BAR MYKONOS<br />
Von Kobe Beef bis zum Black Angus: Karnivoren<br />
finden in der «Beef Bar Mykonos» köstliche<br />
Fleisch- und Grillspezialitäten mit Prime Cuts aus<br />
der ganzen Welt. Im Restaurant mit Blick auf die<br />
Ägäis stehen aber auch Fisch- und vegetarische<br />
Gerichte auf der Karte.<br />
Agios Ioannis, Ag. Ioannis Diakoftis 846 00<br />
T: +30 695 6600169<br />
billandcoo.com/beefbar-mykonos<br />
<<br />
NAMMOS<br />
Exklusiv relaxen, feiern, High Fashion shoppen und<br />
Mittelmeerküche geniessen am Psarou Beach. Im<br />
glamourösen Beach-Club stehen regelmässig<br />
DJ-Sets und Live-Events auf dem Programm. Maria<br />
Carey und Ariana Grande waren auch schon da.<br />
Beach, Psarrou 846 00<br />
T: +30 2289 022440<br />
nammos.com<br />
Aussen wie innen ein Highlight<br />
für das Auge: der Beach-Club<br />
«Scorpios».<br />
Fotos: John Athimaritis, Ana Santl<br />
52 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Für perfekte Ferienmomente<br />
Zypern<br />
Teneriffa<br />
Djerba<br />
Malediven<br />
Sunrise Jade<br />
44444<br />
Barceló Tenerife<br />
44444<br />
Iberostar Selection Eolia<br />
44444<br />
Adaaran Select Meedhupparu<br />
4444<br />
1 Woche, inkl. Halbpension ,<br />
Hotel und Flug ab Zürich,<br />
z.B. am 7.5.25<br />
hotelplan.ch/z-5070<br />
1 Woche, inkl. Frühstück,<br />
Hotel und Flug ab Zürich,<br />
z.B. am 26.3.25<br />
hotelplan.ch/z-95022<br />
1 Woche, All inclusive,<br />
Hotel und Flug ab Bern,<br />
z.B. am 13.6.25<br />
hotelplan.ch/z-3957<br />
1 Woche, All inclusive Plus,<br />
Hotel, Transfer und Flug ab Zürich,<br />
z.B. am 31.3.25<br />
hotelplan.ch/z-17205<br />
ab CHF 799.-<br />
ab CHF 919.-<br />
ab CHF 1065.-<br />
ab CHF 2629.-<br />
Ras Al Khaimah<br />
Waldorf Astoria Ras Al Khaimah<br />
44444<br />
1 Woche, inkl. Frühstück,<br />
Hotel und Flug ab Zürich,<br />
z.B. am 1.4.25<br />
hotelplan.ch/z-237952<br />
ab CHF 2688.-<br />
Kreuzfahrt<br />
Island Spitzbergen<br />
Azamara Quest<br />
44444<br />
10 Tage / 9 Nächte, inkl. Vollpension,<br />
ab Dublin bis Reykjavik,<br />
z.B. am 17.7.25<br />
hotelplan.ch/azamaraquest<br />
ab CHF 3007.-<br />
Unsere Garantie für Ihre Sicherheit<br />
• Ihre Kundengelder sind bei Pauschalreisen versichert<br />
• Unsere 24/7-Notfall Hotline für unkomplizierte Hilfe<br />
• Bei aussergewöhnlichen Ereignissen<br />
kümmern wir uns um Sie, auch vor Ort<br />
Preise in CHF pro Person bei 2 Personen bei Doppelbelegung. Mahlzeiten gemäss Angebot. Es gelten die Allgemeinen Vertrags-Reisebedingungen der MTCH AG. Preisstand 31.1.25. Weitere Angebotsbedingungen finden Sie hier: hotelplan.ch/angebotsbedingungen<br />
Jetzt profitieren und buchen unter hotelplan.ch, 0848 82 11 11<br />
oder in jeder Hotelplan und travelhouse Filiale.
inselträume / ESSAY<br />
SEHNSUCHTSORT<br />
INSEL<br />
Es gibt so viele herrliche Inseln, dass man sie niemals alle besuchen<br />
kann: Der Arzt, Schriftsteller und Weltreisende Gavin Francis<br />
über die Schatzinsel, Robinson Crusoe – und den ewigen Traum<br />
des Menschen von der Einsamkeit.<br />
Tief verwurzelt in der menschlichen<br />
Kultur liegt der Traum<br />
von der Einsamkeit, von der<br />
Isolation. Auf ihm fusst die<br />
Anziehungskraft der Insel.<br />
Warum wird Robinson Crusoe nach 300<br />
Jahren immer noch gedruckt? Warum<br />
begeistern die Schatzinsel, der <strong>Schweiz</strong>erische<br />
Robinson, die geheime Insel der<br />
Mumins nach wie vor?<br />
Als Kind liebte ich es, in einem grossen<br />
Familienatlas zu blättern und mich der<br />
Galaxie von Inseln zuzuwenden, die sich<br />
über den Pazifik, das Mittelmeer und die<br />
Karibik erstrecken; ich fuhr mit meinen<br />
Fingern darüber, als ob ich Brailleschrift<br />
lesen würde. Es schien mir berauschend,<br />
dass es so viele Inseln zu besuchen gab – so<br />
viele, dass ich wusste, dass ich sie nie alle<br />
sehen könnte. Und so ist meine Liebe zu<br />
Inseln untrennbar mit meiner Liebe zu<br />
Landkarten verbunden, insbesondere zu<br />
ganz alten, die zeigen, wie Inseln im Laufe<br />
der Jahrhunderte immer wieder neu<br />
betrachtet worden sind.<br />
Als ich erwachsen wurde, wurde ich Arzt<br />
und begann, beruflich zu reisen. Diese Vorliebe<br />
für die Abgeschiedenheit blieb bestehen:<br />
Inselreisen boten mir die Möglichkeit,<br />
eine neue Perspektive zu gewinnen, mich als<br />
Teil einer menschenleeren Welt zu fühlen<br />
und ein Reset zu machen. Aber dann liebte<br />
ich es, in die Medizin zurückzukehren, wo<br />
ich die ganze Hektik und Brillanz der<br />
Menschheit hautnah miterleben konnte. Es<br />
gab eine Spannung zwischen diesen beiden<br />
Extremen. Eine kreative Spannung, die ich<br />
weder erwartet hatte noch hoffen konnte,<br />
auflösen zu können.<br />
Einmal trampte ich zum nördlichsten<br />
Punkt der britischen Inseln – der Shetland-<br />
Insel Unst –, wo eine Kolonie von Tölpeln<br />
einen Albatros aus Südgeorgien aufgenommen<br />
hatte, der wohl in einem Sturm den<br />
Äquator überquert und danach beschlossen<br />
hatte, im Norden zu bleiben. Ein anderes<br />
Mal trampte ich durch die schottischen Äusseren<br />
Hebriden und traf dabei auf Inselliebhaber,<br />
die von der anderen Seite des<br />
Planeten angereist waren, um diese windgepeitschten,<br />
kargen, aber wunderschönen<br />
Inseln zu bewundern.<br />
KREATIVE SPANNUNG<br />
Ich verbrachte Jahre, in denen sich Phasen<br />
intensiver medizinischer Arbeit in der Stadt<br />
mit Phasen des Rückzugs und des Insellebens<br />
abwechselten. Die Abschnitte der Isolation<br />
vertieften sich: Ich ging für 14 Monate<br />
in die Antarktis, als Basislagerarzt auf der<br />
entlegensten Forschungsstation des British<br />
Antarctic Survey (unser nächster Nachbar<br />
war die deutsche Station Neumayer). Ich<br />
ging nach Grönland, nach Spitzbergen und<br />
arbeitete auf einer schottischen Naturschutzinsel<br />
für Puffins.<br />
Nach meiner Rückkehr aus der Antarktis<br />
fuhren meine Frau und ich mit dem Motorrad<br />
um die Welt und entdeckten Inseln in<br />
der Ägäis, im Indischen Ozean, im Südchinesischen<br />
Meer. Ich hatte das Gefühl, dass die<br />
Spannung zwischen dem Reiz der Abgeschie-<br />
Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / GL Portrait, beigestellt<br />
54 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
GAVIN FRANCIS<br />
arbeitet als Schriftsteller<br />
auf den schottischen<br />
Inseln Mull<br />
und Iona. Sein jüngstes<br />
Buch «Inseln: Die<br />
Kartierung einer<br />
Sehnsucht» ist<br />
auf Deutsch im<br />
DuMont-Verlag<br />
erschienen.<br />
denheit und dem Reiz der Stadt mit all ihren<br />
Möglichkeiten eine kreative Spannung ist,<br />
die viele Möglichkeiten zulässt.<br />
In diesen gegensätzlichen Verlockungen<br />
liegt ein Widerspruch: In der Stadt kann man<br />
sich leicht verlieren und einsam fühlen, während<br />
es auf einer Insel oft notwendig ist, Teil<br />
einer Gemeinschaft zu werden. In der Stadt<br />
kann man nicht mit jedem in Kontakt treten,<br />
und so kommt man mit niemandem in Kontakt.<br />
In vielen der kleinen Inselgemeinschaften,<br />
in denen ich gelebt habe, ist allerdings<br />
das Gegenteil der Fall: Man findet leicht<br />
Anschluss und kann gleichzeitig tiefgehende<br />
Beziehungen knüpfen. Das Inselleben bringt<br />
Herausforde rungen mit sich, und diese<br />
gemeinsamen Herausforderungen tragen dazu<br />
bei, eine Gemeinschaft zusammenzubringen.<br />
Wie ist also dieser Reiz der Isolation zu<br />
verstehen, der Reiz der Vorstellung, von<br />
Ablenkungen und Anforderungen befreit zu<br />
sein? Manchmal denke ich, dass die Antwort<br />
IN DER GROSSEN<br />
STADT KANN MAN<br />
SICH LEICHT EINSAM<br />
FÜHLEN, WÄHREND ES<br />
AUF DER INSEL NÖTIG<br />
IST, TEIL DER GEMEIN-<br />
SCHAFT ZU WERDEN.<br />
darin besteht, dass jeder von uns seinen eigenen<br />
Sinn für gesunde Abgeschiedenheit finden<br />
muss. Wir brauchen ein gewisses Mass<br />
an Isolation, um unser Selbstverständnis,<br />
unsere Identität und unsere mentale Gesundheit<br />
zu schützen – aber eben nicht allzu sehr.<br />
Ich habe immer die Passage in Herman Melvilles<br />
«Moby Dick» geliebt, in der der pazifische<br />
Inselbewohner Queequeg wie folgt<br />
beschrieben wird: «Er schien sich ganz und<br />
gar wohlzufühlen, bewahrte die grösste<br />
Gelassenheit, war zufrieden mit seiner eigenen<br />
Gesellschaft und war sich selbst immer<br />
gewachsen.»<br />
EINE INSEL IM WELTALL<br />
Das erinnert mich an Alexander Selkirk, die<br />
Vorlage für Daniel Defoes Robinson Crusoe,<br />
der Anfang des 17. Jahrhunderts vier Jahre<br />
und vier Monate auf einer Insel im Pazifik<br />
überlebte. Ein Londoner Journalist beschrieb<br />
sein Verhalten wie folgt: «Er hatte eine starke,<br />
aber fröhliche Ernsthaftigkeit in seinem<br />
Blick und hatte eine gewisse Missachtung<br />
für die gewöhnlichen Dinge um ihn herum.»<br />
Und aus meiner eigenen Zeit in der Antarktis<br />
erinnere ich mich an eine psychologische<br />
Studie, die etwas Ähnliches feststellte: dass<br />
die antarktische Isolation «bereits selbstbestimmte,<br />
kontrollierte, ruhige Menschen<br />
dazu zu bringen scheint, diese Eigenschaften<br />
noch stärker auszuprägen.» Dies sind einige<br />
der Vorzüge des Insellebens.<br />
Des einen Insel ist die Metropole des anderen<br />
– die Shetländer halten die Bewohner der<br />
Orkney-Inseln für gut vernetzt, während die<br />
Bewohner der Färöer-Inseln meinen, die<br />
Shetländer hätten es leicht. Es gibt kein festes<br />
Mass dafür, wir befinden uns im Reich der<br />
Ideen. Zwischen der Romantik der Inselträume<br />
und der Realität der Inselgemeinschaften<br />
muss ein Gleich gewicht gefunden werden –<br />
ein Gleichgewicht, von dem ich nicht<br />
behaupte, es je gefunden zu haben. Aber<br />
mein Buch «Inseln» erforscht all diese Ideen<br />
und noch viel mehr; jeder Abschnitt wird mit<br />
alten Karten der Inseln, die ich besucht habe,<br />
illus triert und schliesst<br />
mit der Überlegung, dass<br />
auch der Planet Erde eine<br />
Insel im Weltall ist – eine<br />
Insel, die wir lernen müssen,<br />
mit mehr Sorgfalt zu<br />
behandeln. Wir sind alle<br />
Inselbewohner. <<br />
Geschichten, Gedanken<br />
und eigene Erlebnisse:<br />
Gavin Francis über die<br />
Faszination von Inseln.<br />
256 Seiten um CHF 30,–<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
55
inselträume / SARDINIEN<br />
SARDINIEN :<br />
AN DER<br />
SMARAGD-<br />
KÜSTE<br />
In den Sommermonaten ankern vor<br />
Porto Cervo an der Costa Smeralda<br />
zahlreiche Luxusjachten.<br />
Foto: Shutterstock<br />
56 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Die zweitgrösste Insel im Mittelmeer, gebirgig und felsig im<br />
Landesinneren, beeindruckt mit wunderschönen Stränden. Besonders<br />
lohnende Ziele sind die Hauptstadt Cagliari im Süden, Alghero im<br />
Nordwesten und natürlich die Costa Smeralda im Nordosten. Hier liegt<br />
auch Porto Cervo, ein Sehnsuchtsort des Jetsets.<br />
TEXT OTHMAR KIEM<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
57
inselträume / SARDINIEN<br />
Smaragdgrünes, kristallklares Wasser und<br />
zerklüftete Felsen findet man auf der Insel<br />
La Maddalena.<br />
Im Juli und im August gibt sich der<br />
internationale Jetset in Porto Cervo<br />
und an der umgebenden Costa<br />
Smeralda ein Stelldichein. Hotels<br />
sind bis auf das letzte Zimmer ausgebucht,<br />
in den Buchten ankern Megajachten,<br />
und in den Clubs pulsiert das Leben<br />
bis in die frühen Morgenstunden.<br />
Die Costa Smeralda, die Smaragdküste,<br />
ist eine Kreation des Imams Aga Khan IV.,<br />
der hier in den 1970er-Jahren ein grosses<br />
Tourismusprojekt lancierte. Im Unterschied<br />
zur damals in anderen Gebieten vorherrschenden<br />
Tendenz, möglichst grosse, vielstöckige<br />
Betonklötze in die Landschaft zu<br />
stellen, wurden hier vorwiegend kleinstrukturierte<br />
Bauten errichtet und ein Baustil<br />
geschaffen, der viele traditionelle Elemente<br />
der Insel aufgreift. So prägt selbst an der<br />
quirligen Costa Smeralda heute immer<br />
noch die einzigartige Landschaft das Bild:<br />
Wälder aus Steineichen und anderen<br />
mediterranen Hölzern, schroffe Granitfelsen<br />
und eine zerklüftete Küste<br />
mit fjordähnlichen Einschnitten.<br />
Das Wasser ist glasklar und<br />
Im Hafen von La Maddalena<br />
ankern kleine Segelyachten<br />
neben alten Holzbooten.<br />
Wunderschön!<br />
Pfiffiges Interieur, schmackhafte Gerichte<br />
und eine grandiose Weinkarte zeichnen<br />
das «Josto» in Cagliari aus.<br />
Fotos: beigestellt, Barbara Pau, mauro prevete, Domino Consulting, Shutterstock, DaLiu / Shutterstock<br />
58 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Italo Bassi brachte mit seinem<br />
«Confusion Restaurant»<br />
viel frischen Wind in die<br />
sardische Gourmetszene.<br />
Alghero zählt zu den reizvollsten Städten<br />
Sardiniens. Viele kleine Gassen laden in der<br />
Altstadt zum Flanieren ein.<br />
schimmert in allen möglichen Blau- und<br />
Grüntönen, herrlich zum Schwimmen und<br />
ein Paradies für Taucher.<br />
Wem die Costa Smeralda zu laut und<br />
vielleicht auch zu teuer ist, muss nicht weit<br />
fahren. Die Smaragdküste ist nur ein kleiner<br />
Teil der Gallura, einer Region, geprägt<br />
von markanten Granitfelsen, die sich von<br />
Olbia bis hinauf nach Santa Teresa Gallura<br />
erstreckt. Hier gibt es zahlreiche schöne<br />
Buchten und Strände. Besonders reizvoll ist<br />
die Insel La Maddalena am nördlichsten<br />
Zipfel Sardiniens.<br />
Stadt der Insel, sondern auch wichtigster<br />
Hafen. In der Altstadt thronen auf einem<br />
mächtigen Kalkmassiv das alte Schloss und<br />
zahlreiche Paläste erhaben über dem Meer.<br />
Hier ist das kulinarische Angebot reichhaltig.<br />
Cagliaris Hausstrand heisst Poetto. Tagsüber<br />
ist hier jede Liege belegt, abends wird es lichter,<br />
und viele der Strandbars laden bei Livemusik<br />
zum Aperitivo. Anschliessend geht’s<br />
dann in eines der zahlreichen Restaurants<br />
der Altstadt zum gepflegten Abendessen.<br />
Frischer Fisch und Meeresfrüchte allererster<br />
Güte sind an der Küste die Hauptzutaten<br />
in der Küche. Wer nun aber glaubt,<br />
die kulinarischen Spezialitäten der Insel<br />
hätten vor allem Meeresgetier als Grundlage,<br />
irrt. Die sardische Kultur ist geprägt<br />
vom Landes inneren. Bis zum Aufkommen<br />
des Strandtourismus im letzten Drittel<br />
des vergangenen Jahrhunderts wurde der<br />
Küstenbereich von den Sarden weitgehend<br />
gemieden. Millionen von Schafen und<br />
<<br />
VON NORD NACH SÜD<br />
Alghero, eine reizvolle Kleinstadt im Nordwesten,<br />
war einst eine spanische Enklave;<br />
die Alten sprechen dort heute noch Katalanisch.<br />
Deshalb mag es wenig verwundern,<br />
dass eine der Spezialitäten Paella ist, serviert<br />
mit Lamm und Artischocken. Eine besondere<br />
Köstlichkeit sind die Langusten, die an der<br />
Küste um Alghero gefangen werden. Dazu<br />
ein kühler Vermentino, etwa vom Weingut<br />
Sella & Mosca, das mit seinem Gründungsjahr<br />
1899 zu den traditionsreichsten Weingütern<br />
ganz Italiens zählt, mundet herrlich.<br />
Einen Besuch der Grotta di Nettuno und<br />
der Halbinsel Stintino sollte man sich nicht<br />
entgehen lassen.<br />
Mit einer halben Million Einwohnern ist<br />
die Hauptstadt Cagliari nicht nur grösste<br />
Immer einen Besuch<br />
wert: das Weingut<br />
Sella & Mosca.<br />
Angeschlossen ist die<br />
«Casa Villamarina».<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
59
inselträume / SARDINIEN<br />
In den Gassen von<br />
Cagliari (li.) findet<br />
man viele reizvolle<br />
Lokale. Bottarga,<br />
eine Spezialität der<br />
Insel, wird gerne<br />
über Pasta gerieben<br />
(im Kreis).<br />
LOKALE<br />
STARS DER<br />
INSELKÜCHE<br />
<<br />
Ziegen leben in den weiten gebirgigen<br />
Landschaften im Landesinneren. Lammbraten<br />
ist daher überall zu finden. Ebenso Porceddu.<br />
Dafür wird ein junges Milch ferkel<br />
langsam im Ofen geschmort oder über<br />
Eichenholz gegrillt. Letzteres verleiht dem<br />
Porceddu einen zarten Rauchgeschmack –<br />
köstlich!<br />
KÖSTLICHE INSELWEINE<br />
Sardinien ist auch eine wichtige Weinbauregion.<br />
Bei den Weissen dominiert die Sorte<br />
Vermentino. Ihren höchsten Ausdruck<br />
erreicht sie auf den Granitböden Nordsardiniens,<br />
wo sie als Vermentino di Gallura<br />
Culurgiones<br />
DOCG-Status hat. Vor allem zu Fisch ist<br />
Vermentino ein grossartiger Begleiter.<br />
Im Rotweinbereich ist Cannonau die<br />
prägende Sorte. Sie erbringt einen kräftigen<br />
Rotwein mit kernigem Tannin und dem<br />
Duft nach dunklen Beeren. Der im Südwesten<br />
bei Cagliari angebaute Carignano ist<br />
im Vergleich dazu kraftvoller und tanninreicher.<br />
Eine Spezialität ist die lokale Sorte<br />
Cagnulari, die immer mehr Verbreitung<br />
findet.<br />
Mit ihrer herrlichen Küste, der beeindruckenden<br />
Landschaft im Inneren, lokalen<br />
Spezialitäten und Wein ist Sardinien eine<br />
wahre Genuss-Insel.<br />
Culurgiones entstehen<br />
in Handarbeit. Am<br />
Ende sehen die<br />
gefüllten Teigtaschen<br />
wie gezopft aus.<br />
Da ist einmal das Pane Carasau,<br />
hauchdünne Brotblätter, die schon beim<br />
Anblick fast zerbrechen. Man isst sie<br />
einfach so zum Knabbern oder leicht erwärmt<br />
mit etwas Öl und Salz, dann wird<br />
daraus ein Pane Guttiau.<br />
Bottarga wiederum ist getrockneter<br />
Fischrogen, den es in zwei Varianten gibt:<br />
Die etwas delikatere Variante wird aus<br />
dem Rogen der Meeräsche gewonnen,<br />
hauptsächlich im Brackwassergebiet um<br />
Oristano. Auf den Inseln San Pietro und<br />
San’Antioco im Südwesten gewinnt man<br />
Bottarga auch aus dem Rogen des Thunfischs,<br />
der hier gefangen wird. Bottarga<br />
wird entweder gerieben, etwa über Pasta,<br />
oder auch über Bruschetta und andere<br />
Häppchen gehobelt. Der Geschmack ist<br />
intensiv salzig und würzig.<br />
Fregola Sarda ist eine Nudelart in<br />
kleiner Kugelform. Sie wird wie Pasta im<br />
grossen Wassertopf gekocht oder wie<br />
Risotto langsam weichgegart; hervorragend<br />
zu Fisch. Malloreddus ist ein<br />
weiteres Nudelformat, klein und gerillt –<br />
sie schmeckt am besten mit Tomatensauce,<br />
Safran und Pecorino. Culurgiones<br />
sind handgefertigte Teigtaschen, gefüllt<br />
mit Kartoffeln, Schafkäse und Minze,<br />
köstlich!<br />
Und nicht zuletzt: Sardinien ist das Land<br />
der Schafe – und des Schafkäses.<br />
Diesen gibt es in allen Varianten von<br />
frisch-cremig bis gereift-pikant. Als<br />
Frischkäse ist er unabdingbarer Bestandteil<br />
der Nachspeise Seadas, in der er mit<br />
dem bittersüssen Honig aus dem Erdbeerbaum<br />
(Corbezzolo) eine herrliche<br />
Verbindung eingeht.<br />
Fotos: Paradise at risk / Shutterstock, Shutterstock, Domino Consulting, Natalia Ghiani<br />
60 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
WOHNEN<br />
PETRA SEGRETA RESORT & SPA<br />
Steinvillen im einem fünf Hektar grossen Wald am<br />
Stadtrand von San Pantaleo. Von hier hat man<br />
einen fantastischen Blick aufs Meer.<br />
Via Stazzu Malcusa, 07026 San Pantaleo<br />
petrasegretaresort.com<br />
LI FINISTREDDI EXCLUSIVE<br />
COUNTRY RETREAT<br />
In luftiger Höhe über der Baia Sardinia gelegen<br />
geniesst man hier Bergluft und faszinierenden<br />
Meerblick. Luxusvillen, Zimmer und Suiten.<br />
Loc. Micalosu Via le Finestrelle, 07021 Cannigione<br />
finistreddi.it<br />
7 PINES RESORT SARDINIA<br />
Luxuriöses Strandresort, eingebettet in die Küstenlandschaft<br />
von Baja Sardinia. Einladende Wege<br />
führen durch duftende Natur zu Restaurants, versteckten<br />
Stränden, Pools und einem Beach Club.<br />
Loc. Li Mucchi Bianchi, Baja Sardinia,<br />
07021 Arzachena<br />
7pines-sardinia.com<br />
CASCIONI ECO RETREAT<br />
Ehemaliges Landgut, umgeben von wilden Kräutern,<br />
Oliven- und Obstbäumen und eigenem Gemüsegarten.<br />
Gäste kommen in luxuriösen Suiten mit<br />
Meer- oder Landblick unter. Himmlisch!<br />
SP 59 bis, 07021 Arzachena<br />
cascioni.com<br />
EXPERIENCE HOTEL CORTE BIANCA<br />
An Sardiniens Westküste gelegen. Hier geniesst<br />
man ganz intim und ohne grosse Touristenmassen<br />
den Urlaub am Meer – Gourmetküche und Wellness<br />
inbegriffen. Familiär geführtes Haus.<br />
Marina di Cardedu, 08040 Cardedu<br />
hotelcortebianca.it<br />
FALKENSTEINER RESORT CAPO BOI<br />
Eine knappe Autostunde von Cagliari, direkt am<br />
Meeresschutzgebiet Capo Carbonara, Strand exklusiv<br />
für die Hausgäste. Der Südtiroler Sternekoch<br />
Theodor Falser kocht immer wieder hier.<br />
Strada Provinciale 17, 09049 Villasimius<br />
falkensteiner.com/resort-capo-boi<br />
KULINARIK<br />
In der luftigen Loggia des<br />
«Confusion Restaurants» in Porto<br />
Cervo kann man herrlich tafeln.<br />
ITALO BASSI CONFUSION RESTAURANT<br />
Italo Bassi hat mit seinen kreativen Kompositionen<br />
viel neuen Wind in die sardische Gourmetlandschaft<br />
gebracht. Grundlage seiner Gerichte sind<br />
frischer Fisch. Tolle Lage, top Service.<br />
Via Porto Vecchio 1, 07021 Porto Cervo<br />
confusion-restaurant.com<br />
FRADIS MINORIS<br />
Herrliche Lage an der Lagune von Nora, westlich<br />
von Cagliari, direkt am Meer. Der junge Chefkoch<br />
Francesco Stara und sein Team haben sich auf<br />
Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert.<br />
Laguna di Nora Località, Viale Nora, 09010 Pula<br />
fradisminoris.it<br />
IL FUOCO SACRO<br />
Das Restaurant befindet sich im Petra Segreta<br />
Resort. Konzept und Idee der Gerichte stammen<br />
von Enrico Bartolini, dem Koch mit den meisten<br />
Michelin-Sternen Italiens. Umfangreiche Weinkarte<br />
mit über 500 Positionen.<br />
Via Stazzu Malcusa, 07026 San Pantaleo<br />
petrasegretaresort.com/it/ristorazione/fuoco-sacro<br />
Fein abgestimmte Gerichte mit Pfiff: die<br />
findet man im «Old Friend» in Cagliari.<br />
GUSTO BY SADLER<br />
Claudio Sadler zählt zu den bekanntesten Köchen<br />
Mailands, das ist Sadlers Ableger in Sardinien. Via<br />
Tavolara, 07052 San Teodoro<br />
ristorantesadler.it/baglioni-sardegna<br />
RISTORANTE DA MUSCIORA<br />
Danilo Delrio und sein Team bieten in der intimen<br />
Atmosphäre von zwei kleinen Sälen gehobene<br />
Gerichte mit innovativer Note. Umfangreiche<br />
Weinkarte mit vielen sardischen Produzenten.<br />
Via Giuseppe Mazzini 59, 07041 Alghero<br />
musciora.it<br />
BISTROT OLD FRIEND<br />
Erfrischend jugendlich gehaltenes Lokal im Zentrum<br />
von Cagliari. Die gemeinsame Passion für<br />
Musik, Reisen und gutes Essen brachte Dario Torabi<br />
und Luigi Serra 2016 zur Gründung des Lokals.<br />
Via Giuseppe Abba 51, 09127 Cagliari<br />
oldfriendcagliari.it<br />
RISTORANTE LUIGI POMATA<br />
In den modernen Räumlichkeiten innen oder an den<br />
Tischen im Freien wartet eine gekonnte Neuinterpretation<br />
der sardischen Küche. Zu den Spezialitäten<br />
gehört Thunfisch aus Carloforte, der auch in<br />
Dosen zum Verkauf angeboten wird.<br />
Viale Regina Margheri 18, 09124 Cagliari<br />
luigipomata.com<br />
JOSTO<br />
Zählt zu den spannendsten Restaurants von Cagliari.<br />
In zwei kleinen Sälen serviert Pierluigi Fais<br />
hervorragende Gerichte. Grossartige Weinkarte mit<br />
überaus verbraucherfreundlichen Preisen.<br />
Via Sassari 25, 09125 Cagliari<br />
dijef.com/josto-ristorante<br />
OYSTER<br />
Eigentlich mehr eine Weinbar mit angeschlossenem<br />
Restaurant. Hervorragende Weinkarte mit<br />
breitem Angebot an Champagner und italienischen<br />
Schäumern. Sehr beliebt bei Weinliebhabern.<br />
Via Sardegna 20, 09124 Cagliari<br />
oyster.plateform.app<br />
WEIN & WOHNEN<br />
SELLA E MOSCA / CASA VILLAMARINA<br />
Mit Gründungsjahr 1899 ist Sella & Mosca bei<br />
Alghero eines der ältesten Weingüter Italiens – und<br />
mit über 500 Hektar auch eines der grössten. In der<br />
angeschlossenen «Casa Villamarina» stehen elf<br />
gediegen eingerichtete Zimmer für Gäste zur<br />
Verfügung.<br />
Sp42, Loc. I Piani, 07041 Alghero<br />
casavillamarina.com; sellamosca.com<br />
ARGIOLAS<br />
Argiolas im Hinterland von Cagliari zählt zu den<br />
besten Weingütern der Insel. Hervorragend ist<br />
Turriga, eine Cuvée aus Cannonau, Carignano,<br />
Bovale und Malvasia Nera. Im April eröffnet Argiolas<br />
ein Boutiquehotel mit fünf Zimmern und einem<br />
Restaurant, das ans Weingut angeschlossen ist.<br />
Via Roma, 28/30, 09040 Serdiana<br />
argiolas.com<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
61
FRANZÖSISCHER<br />
CHARME & PURE<br />
ELEGANZ<br />
Ab Mai 2026 heisst es «Leinen los» für die VIVA BEYOND, das erste<br />
Boutiqueschiff des Düsseldorfer Flussreisespezialisten VIVA Cruises.<br />
Reisende dürfen sich auf unvergessliche Erlebnisse entlang der Seine<br />
freuen – in der magischen Metropole Paris, der traditionsreichen<br />
Normandie und natürlich an Bord.<br />
VIVA Boutique bietet<br />
massgeschneiderte<br />
Flusskreuzfahrten entlang der<br />
Seine, die Kultur, Kunst und<br />
Kulinarik in all ihren Facetten<br />
zeigen – eine Reise in die<br />
französische Lebensart.<br />
62 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
VIVA CRUISES<br />
Neue Horizonte erschliessen neue<br />
Möglichkeiten – da passt es,<br />
dass die neue Produktlinie VIVA<br />
Boutique dazu einlädt, ebendiese<br />
auf individuellen Flussreisen mit allen<br />
Sinnen zu erleben. Die massgeschneiderten<br />
Touren lassen sich perfekt auf persönliche<br />
Vorlieben und Interessen abstimmen und<br />
sind so einzigartig wie die internationalen<br />
Gäste an Bord.<br />
Ebenfalls einzigartig: das unverwechselbare<br />
französische Flair des neuen Schiffes<br />
VIVA BEYOND, das mit einem zeitlosen<br />
Design, Exklusivität und vielseitigen Erlebnissen<br />
vereint wird. Ob Erkundung kunsthistorischer<br />
Epochen, kulinarische Genüsse<br />
oder faszinierende kulturelle Einblicke –<br />
hier sind unvergessliche Momente garantiert.<br />
Abgerundet werden diese dank dem<br />
inkludierten VIVA All-Inclusive mit exquisiter<br />
Gastronomie, einer handverlesenen<br />
«Signature Excursion» und einer entspannten<br />
Atmosphäre in Lounge, Bar und Restaurants.<br />
So verspricht das Boutiquehotel<br />
auf dem Wasser eine Reise, die keine Wünsche<br />
offen lässt.<br />
KUNST ERLEBEN<br />
Berühmte Impressionisten wie Claude<br />
Monet, Auguste Renoir und andere liessen<br />
sich von der einzigartigen Landschaft entlang<br />
der Seine inspirieren. Auf der Flusskreuzfahrt<br />
«Spuren des Impressionismus»<br />
mit der VIVA BEYOND wird diese faszinierende<br />
Reise durch die Kunstgeschichte<br />
erlebbar. Der Besuch von Monets Garten in<br />
Giverny mit seinem berühmten Seerosenteich<br />
und Auvers-sur-Oise, das malerische<br />
Dorf, das Vincent van Gogh prägte, lässt<br />
die Welt des Impressionismus lebendig werden.<br />
Museen und historische Stätten entlang<br />
der Route präsentieren Meisterwerke<br />
und erzählen die Geschichte dieser kunstvollen<br />
Epoche.<br />
NORMANDIE GENIESSEN<br />
Die Reise «Kulinarik der Normandie»<br />
hingegen vereint die Schönheit der Seine-<br />
Region mit den Genüssen der französischen<br />
Küche. Entlang der Route werden kulinarische<br />
Traditionen erlebbar: von edlen Weinen<br />
und regionalem Käse bis hin zu frischen<br />
Meeresfrüchten. Majestätische Orte<br />
wie das Château Gaillard und typische<br />
Apfelplantagen, die Cidre und Calvados<br />
hervorbringen, stehen ebenso im Fokus wie<br />
Honfleur, wo Austern frisch vom Boot serviert<br />
werden. Der romantische Hafen und<br />
die Seemannskirche Sainte Catherine<br />
machen den Besuch unvergesslich. Jeder<br />
Stopp verbindet regionale Spezialitäten mit<br />
einem Fest für die Sinne.<br />
KULTUR PUR<br />
«Kultur pur entlang der Seine» entführt in<br />
die Welt französischer Eleganz und Lebensart.<br />
Auf dieser Reise wird das reiche kulturelle<br />
Erbe der Region erlebbar – von Kunst<br />
und Architektur bis hin zu liebevollen Traditionen.<br />
Die Route umfasst historische Städte<br />
und charmante Dörfer, berühmte Museen<br />
und lebendige Märkte. In Le Havre beeindruckt<br />
die moderne Architektur – das<br />
Renaissanceschloss La Roche-Guyon schickt<br />
Besucher zurück in die Vergangenheit, und<br />
Paris bringt eine Mischung aus Tradition<br />
und Moderne. Tiefgehende Einblicke in den<br />
französischen Lebensstil und seine aufregende<br />
Kultur gibt es inklusive.<br />
INFO<br />
Informationen zu VIVA Boutique sowie allen<br />
VIVA-Cruises-Reisen finden Interessierte in<br />
jedem Reisebüro, unter viva-cruises.com oder<br />
unter T: +41 41 5126028.<br />
In den Gärten von Étretat<br />
verschmelzen Kunst<br />
und Natur zu einem<br />
einzigartigen Erlebnis.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 63
inselträume / BALI<br />
Balis Kulinarik ist ein Spiegel<br />
seiner Kultur: facettenreich,<br />
einladend und tief verwurzelt<br />
in der Natur. Nicht nur die<br />
Fülle an Ressourcen macht<br />
die Insel zu einem Hotspot für<br />
Foodies. Bali zieht auch immer<br />
mehr Spitzenköche an.<br />
TEXT PHILIPP LAAGE<br />
Foto: Getty Images<br />
64 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
BALI:<br />
INSEL DER<br />
GOURMET-<br />
GÖTTER<br />
Der Pura Ulun Danu Bratan gehört<br />
zweifelsohne zu den bedeutendsten<br />
Wassertempeln auf Bali. Das beliebte<br />
Fotomotiv liegt auf 1200 Metern Höhe<br />
am Westufer des Bratansees.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
65
inselträume / BALI<br />
Balis Ost- und Südküste sind geprägt von<br />
malerischen Buchten, die all jene anziehen, die<br />
sich nach ausgedehnten Strandtagen sehnen.<br />
Bali ist nicht nur ein Traumziel<br />
für Surfer und Yogis, Backpacker<br />
und Honeymooner, Laptop-Nomaden<br />
und Influencer.<br />
Die «Insel der Götter» hat sich<br />
auch als Paradies für Feinschmecker einen<br />
Namen gemacht. Zwischen den ikonischen<br />
Reisterrassen und betörenden Stränden, wo<br />
die viel gerühmte Spiritualität des hinduistischen<br />
Eilands mit seinen tausend Tempelchen<br />
bis heute lebendig ist, haben internationale<br />
Spitzenköche ihrerseits tropische<br />
Gourmet-Tempel geschaffen und Bali<br />
endgültig auf die kulinarische Landkarte<br />
gesetzt. Auf Indonesiens bekanntester Insel<br />
speist man mit allen bekannten und<br />
unbekannten Sinnen, wenn man sich<br />
darauf einlässt.<br />
Dass Bali seit einigen Jahren als ausgewiesene<br />
Destination für Foodies gilt, verwundert<br />
nicht. Die vulkanischen Böden der<br />
Insel sind äusserst fruchtbar, die Pflanzenpracht<br />
überbordend, die historischen Einflüsse<br />
vielgestaltig. Die Niederländer hinterliessen<br />
ihre Spuren; Inder, Chinesen und<br />
Araber brachten ihre Geschmäcker und<br />
Gewürze mit – ein wahrhafter Schmelztiegel<br />
der Kulturen. Diese Standortfaktoren<br />
trafen auf den zunehmenden Appetit von<br />
Urlaubsgästen aus aller Welt. «Balis Fähigkeit,<br />
seine kulturellen Wurzeln mit globalen<br />
kulinarischen Einflüssen in Einklang zu<br />
bringen, macht die Insel zu einem herausragenden<br />
Ziel», sagt Nic Vanderbeeken,<br />
Küchenchef im «Apéritif», einer Top-Gourmet-Adresse<br />
im Hotel «Viceroy Bali» in<br />
Ubud.<br />
AUSZEIT IM PARADIES<br />
Harmonie und Balance verkörperte Bali<br />
schon für die frühen Reisenden, die in<br />
grösserer Zahl ab den 70-Jahren kamen,<br />
als die heute ebenfalls populäre Nachbarinsel<br />
Lombok noch im Dornröschenschlaf<br />
lag. Heute ist Bali ein Hotspot für gesundheitsbewusste<br />
Traveller aller Couleur,<br />
was wunderbar zu den reichen regionalen<br />
Produkten der Insel passt. Der Aufstieg der<br />
Spitzen gastronomie mit mittlerweile vielen<br />
prominenten Köpfen ist eng verknüpft mit<br />
der Entwicklung des boomenden Fremdenverkehrs.<br />
Die Ansprüche sind gewachsen.<br />
«Die Restaurantszene auf Bali hat eine bemerkenswerte<br />
Transformation durchlaufen,<br />
von einem primär touristisch orientierten<br />
Markt zu einem Ziel für innovative Weltklasse-Kulinarik»,<br />
sagt Vanderbeeken. Der<br />
Belgier steht für «Borderless Food» und<br />
bringt europäische Fine-Dining-Prinzipien<br />
mit indonesischen Traditionen zusammen,<br />
stilecht im Ambiente der 20er-Jahre. Das<br />
«Viceroy» versetzt den Gast in vergangene<br />
Zeiten zurück: altmodischer Luxus, Kronleuchter,<br />
Antiquitäten, eine Zigarrenauswahl.<br />
Die «Pinstripe Bar» wirkt wie aus der<br />
Prohibitionszeit. Maître d’Hôtel und Chef-<br />
Sommelier Jean-Benoît Isselé zeigt sich für<br />
den Weinkeller verantwortlich, Mixologe<br />
Panji Wisrawan schuf den preisgekrönten<br />
Unter der Leitung von Chefkoch Nic<br />
Vanderbeeken hebt das «Apéritif» in<br />
Ubud das Fine-Dining-Angebot der<br />
indonesischen Insel auf ein neues<br />
Level. Regelmässig kooperiert<br />
der gebürtige Belgier dafür mit<br />
internationalen Sterneköchen.<br />
66 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Mit Innovationsgeist und<br />
kulinarischer Kunstfertigkeit<br />
hat Chefkoch und<br />
Miteigentümer Blake Thornley<br />
(re.) das «Mozaic» konsequent<br />
weiterentwickelt.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt, Getty Images<br />
Cocktail «Jack and Rose». «Köche und<br />
Gastronomen aus aller Welt fühlen sich von<br />
Balis lebendiger Esskultur, den atemberaubenden<br />
Landschaften und dem Zugang zu<br />
frischen, hochwertigen Zutaten angezogen»,<br />
sagt Vanderbeeken, der in belgischen und<br />
französischen Spitzen restaurants kochte, bevor<br />
es ihn nach Asien verschlug.<br />
MIT ALLEN SINNEN<br />
Die Weiterentwicklung habe zur enormen<br />
Vielfalt kulinarischer Angebote geführt:<br />
von Michelin-würdigen Degustationsmenüs<br />
über authentische Warungs – typische<br />
indonesische Strassenrestaurants – bis zu<br />
nachhaltigen Farm-to-Table-Konzepten.<br />
Besonders in und um Ubud, Canggu und<br />
Seminyak liegen gehobene Küche und<br />
Strassenküche manchmal buchstäblich<br />
nebeneinander, beides überwältigt die<br />
Geschmacksnerven. Als Foodie driftet man<br />
zwischen den Welten, beseelt auch von der<br />
herzlichen Gastfreundlichkeit, die Bali<br />
schon immer ausgezeichnet hat.<br />
Der Fokus auf Nachhaltigkeit und die<br />
lokale Beschaffung habe die Kreativität<br />
weiter gefördert, sagt Vanderbeeken. Viele<br />
Betriebe beziehen ihre Zutaten direkt aus<br />
dem eigenen Garten und dem Meer vor der<br />
Tür. Darüber hinaus habe der ausgeprägte<br />
Gemeinschaftssinn unter den Köchen die<br />
Zusammenarbeit und Innovation gefördert,<br />
wodurch eine dynamische und sich ständig<br />
GASTRONOMEN AUS<br />
ALLER WELT ZIEHT<br />
ES HIERHER AUF DIE<br />
INSEL, ANGELOCKT<br />
VON DER LEBENDIGEN<br />
ESSKULTUR UND DER<br />
VIELFALT AN ZUTATEN.<br />
weiterentwickelnde Gastronomieszene entstanden<br />
sei. Harmonie statt Konkurrenz,<br />
die Essenz Balis.<br />
Auf den Einklang mit der Natur setzt<br />
auch Blake Thornley, Chefkoch im<br />
«Mozaic» in Ubud, einem Pionier der Fine-Dining-Szene<br />
auf Bali. Das Restaurant<br />
musste während der Pandemie schliessen<br />
und feierte ein beachtetes Comeback. Der<br />
gebürtige Neuseeländer Thornley wirkte<br />
in den USA, England und Shanghai,<br />
Bis sich in den 70er-Jahren<br />
der Tourismus entwickelte,<br />
stellten die Reisterrassen die<br />
Haupteinnahmequelle der<br />
Einwohner dar.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
67
inselträume / BALI<br />
LOKALE STARS<br />
Inmitten eines atemberaubenden, acht<br />
Hektar grossen tropischen Regenwaldes<br />
liegt das «Ayung Resort» in der Nähe<br />
von Ubud. Kulinarisch zeichnet der<br />
balinesische Chefkoch Made Lugra<br />
verantwortlich.<br />
Die balinesische Küche ist geprägt von<br />
frischen Zutaten, intensiven Aromen und<br />
traditionellen Zubereitungsmethoden. Ein<br />
Klassiker ist Babi Guling, das balinesische<br />
Spanferkel, das u. a. mit Knoblauch, Ingwer<br />
und Chilis mariniert wird. Eine feste Säule<br />
des Street Foods bildet Nasi Campur, das<br />
typische indonesische Reisgericht mit Zugaben<br />
wie Grillfleisch, Hühnchen, Meeresfrüchte,<br />
Tofu und Gemüse. Probieren sollte<br />
man unbedingt auch Sate Lilit, Fleischspiesse<br />
mit Kokosraspeln, Limettenblättern<br />
und Gewürzen, die um Zitronengrasstiele<br />
gewickelt gegrillt werden. Fein gehacktes<br />
und aromatisch gewürztes Huhn bekommt<br />
man auch in Bananenblättern eingewickelt<br />
als Tum Ayam. Lawar ist ein traditioneller<br />
Salat aus Kokosnuss, Gemüse, Fleisch<br />
und Kräutern. Zu Fleisch und Fisch wird<br />
oft Sambal Matah aus Schalotten, Chilis,<br />
Limettenblättern, Zitronengras und Kokosöl<br />
gereicht. Als Süssigkeit vom Markt kennt<br />
man in ganz Indonesien Jajan Pasar.<br />
<<br />
mittlerweile ist er Miteigentümer im<br />
«Mozaic», das bereits 2001 vom renommierten<br />
Chef Chris Salans gegründet wurde.<br />
Thornley zeigt seinen Gästen vor dem<br />
jeweiligen Gang die verwendeten Zutaten<br />
in ihrer ursprünglichen Form. Man darf<br />
fühlen, riechen – und sogar kosten.<br />
So erfährt man, was in der Küche<br />
entsteht aus beispielsweise<br />
Kaffirlimetten oder Fackelingwer.<br />
«Die Exemplare<br />
aus Bali sind fantastisch»,<br />
schwärmt Thornley.<br />
«Gross, frisch und mit unglaublichem<br />
Aroma.» Für<br />
aufregende Kreationen<br />
sorgen auch Laksa-Blätter,<br />
Kemangi-Basilikum –<br />
und Algen. Der Küchenchef<br />
schätzt das balinesische Street<br />
Food, etwa mariniertes Spanferkel,<br />
das eigentlich mal ein Essen für Festtage<br />
und besondere Anlässe war. «Babi Guling<br />
esse ich selbst mindestens dreimal pro Woche»,<br />
erzählt Thornley. Im übrigen, muslimisch<br />
geprägten Indonesien bekommt man<br />
schwerlich Schweinefleisch serviert.<br />
Die Restaurantszene ist so schnelllebig,<br />
dass man kaum mitkommt, angesichts der<br />
vielen spannenden Neueröffnungen. Anfang<br />
2024 hat Syrco Bakker, der zuvor in<br />
den Niederlanden zwei Sterne erkochte, mit<br />
dem «Syrco BASÈ» für einen spannenden<br />
Neuzugang gesorgt. Dass Bali sich bemüht,<br />
instagramtaugliche Schauwerte zu produzieren,<br />
sieht man der Insel nach. So befindet<br />
sich das Restaurant «The Cave» von<br />
Ryan Clift in einer Tropfsteinhöhle, und<br />
im «Koral» im «The Apurva<br />
Kempinski Bali» speist<br />
man in einem Aquarium<br />
zwischen Haien und<br />
In eindrucksvollem Ambiente werden<br />
im «Merah Putih» kreative Gerichte<br />
serviert, die mit traditionellen<br />
Gewürzen und indonesischen<br />
Aromen experimentieren.<br />
Rochen. Abgesehen von solchen Schikanen<br />
sind es vor allem der natürliche Reichtum<br />
der Insel und die kreativen Köpfe, die Bali<br />
so interessant machen. Die Auswahl an hervorragenden<br />
Restaurants spricht für sich –<br />
von «Locavore NXT» und «Ayung Terrace»<br />
in Ubud bis «Merah Putih» und «Sangsaka«<br />
in Seminyak. Wenn Essen selig macht, müssen<br />
die ausschweifenden Genüsse Balis den<br />
Segen der Götter haben.<br />
Fotos: Christian Horan, Kenseet, Berry Juansyah, beigestellt, Bpso<br />
68 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
HOTELS<br />
Jede der 16 Villen des «Buahan – A<br />
Banyan Tree Escape» bietet einen<br />
180-Grad-Blick auf den balinesischen<br />
Dschungel.<br />
BUAHAN, A BANYAN TREE ESCAPE<br />
Nachhaltiges Luxus-Hideaway nach dem Prinzip<br />
«No walls, no doors» im grünen Buahan-Tal<br />
nördlich von Ubud, das maximal naturnah jeden<br />
Komfort bietet. Exklusive Villen mit Blick auf<br />
Reisfelder und Dschungel.<br />
Buahan Kaja, Payangan,<br />
Gianyar Regency, Bali 80572<br />
T: +62 3616208181<br />
escape.banyantree.com/indonesia/buahan<br />
MANDAPA, A RITZ-CARLTON-RESERVE<br />
Zu dem Luxushotel in Ubud gehören das Restaurant<br />
«Kubu» von Chef Eka Sunarya und die<br />
«Ambar Bar», wo sich der Durst im tropischen<br />
Klima wunderbar mit einem kühlen Drink<br />
löschen lässt.<br />
Jl. Raya Kedewatan, Banjar, Kedewatan, Kecamatan<br />
Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />
T: +62 3614792777, ritzcarlton.com<br />
RAFFLES BALI<br />
Eleganten Luxus mit Mahagoniböden und private<br />
Pools bietet das Fünf-Sterne-Hotel über den Klippen<br />
der Jimbaran-Bucht. Zum Haus gehören ein<br />
Restaurant, eine Seafood-Grillbar am Strand und<br />
die Writer’s Bar.<br />
Jl. Karang Mas Sejahtera No.1A, Jimbaran, Kec.<br />
Kuta Sel., Ka-bupaten Badung, Bali 80361<br />
T: +62 3612015800<br />
raffles.com/bali<br />
VICEROY BALI<br />
Das Fünf-Sterne-Hotel in Ubud beherbergt neben<br />
dem Gourmetrestaurant «Apéritif» und der empfehlenswerten<br />
«Pinstripe Bar» weitere kulinarische<br />
Angebote.<br />
Br. Nagi, Jl. Lanyahan, Petulu, Kecamatan Ubud<br />
Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />
Das Konzept des «Locavore Nxt» in Ubud basiert auf<br />
Nachhaltigkeit, was sich auch im Menü widerspiegelt.<br />
T: +62 3619082777<br />
viceroybali.com<br />
RESTAURANTS<br />
AYUNG TERRACE<br />
Erstklassiges Restaurant im «Four Seasons Resort<br />
Bali at Sayan», das hoch über dem malerischen<br />
Ayung-Fluss thront. Offenes, luftiges Design;<br />
typisches Rijsttafel-Degustationsmenü.<br />
Sayan, Ubud, Gianyar Regency, Bali 80571<br />
T: +62 361977577, fourseasons.com<br />
CUCA<br />
Für die Sharing-Plates im Tapas-Stil ist der kanadische<br />
Chef Kevin Cherkas verantwortlich.<br />
Jl. Yoga Perkanthi, Jimbaran, Kec. Kuta Sel.<br />
Kabupaten Badung, Bali 80364<br />
T: +62 81236870486, cucabali.com<br />
LOCAVORE NXT<br />
Ray Adriansyah und Eelke Plasmeijer haben sich<br />
mit hyperlokaler Küche einen Namen erkocht.<br />
Mit dem traditionelleren «Nusantara» gibt es einen<br />
mindestens ebenso beliebten Ableger.<br />
Jl. A. A. Gede Rai Gang Pura Panti Bija, Lodtunduh<br />
Kecamatan Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />
T: +62 82144956226<br />
locavorenxt.com<br />
MOZAIC<br />
Pionier des Fine Dinings auf Bali, europäische<br />
Exzellenz trifft balinesische Traditionen.<br />
Jl. Raya Sanggingan, Kedewatan, Kecamatan Ubud<br />
Kabupaten Gian-yar, Bali 80571<br />
mozaic-bali.com<br />
MERAH PUTIH<br />
In dem Toprestaurant werden traditionelle<br />
indonesische Gerichte modern und aufregend<br />
neu interpretiert.<br />
Jalan Petitenget. 100X Kerobokan Kelod<br />
Seminyak, Kuta Utara, Badung Regency, Bali 80361<br />
T: +62 3618465950, merahputihbali.com<br />
ROOM 4 DESSERT<br />
Patissier Will Goldfarb serviert süsse Degustationsmenüs<br />
mit bis zu zehn Gängen – in seinem<br />
Lokal wird auch mal eine Torte dekonstruiert.<br />
Jl. Raya Sanggingan, Kedewatan<br />
Kecamatan Ubud, Kabu-paten Gianyar<br />
Bali 80561<br />
T: +62 81337050539<br />
room4dessert.com<br />
SANGSAKA<br />
Das Restaurant in Seminyak liegt etwas abseits<br />
der Touristenströme und bietet modern übersetzte<br />
indonesische Küche.<br />
Jalan Pangkung Sari No. 100 Kerobokan<br />
Kerobokan Kelod, Kec. Kuta Utara, Kabupaten<br />
Badung, Bali 80361<br />
T: +62 81236959895<br />
sangsakabali.com<br />
SYRCO BASÈ<br />
Konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit<br />
und lokale Zutaten, der hauseigene Garten liefert<br />
Gemüse, Kräuter und Gewürze. Fokus auf Meeresfrüchte.<br />
Jl. Sri Wedari No.72, Ubud, Kecamatan Ubud<br />
Kabupaten Gianyar, Bali 80571<br />
T: +62 82227122250<br />
syrcobase.com<br />
MÄRKTE<br />
BADUNG MARKET<br />
Auf Balis grösstem Markt in Denpasar kann man<br />
sich für kleines Geld durchprobieren und an all den<br />
Street-Food-Köstlichkeiten der Insel erfreuen.<br />
86V6+9X Dauh Puri Kangin<br />
Denpasar City, Bali<br />
BEACHCLUB<br />
FINN’S BEACH CLUB<br />
Populärer Treffpunkt am Ozean in Canggu mit<br />
Party-Dining-Restaurants wie dem «Monsoon»,<br />
Bars, Pools und Livemusik.<br />
Jl. Pantai Berawa No. 99, Canggu, Kec. Kuta Utara<br />
Ka-bupaten Badung, Bali 80361<br />
T: +62 3618446327<br />
finnsbeachclub.com <<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
69
KÜCHENZETTEL<br />
Gourmet-Autor<br />
SEVERIN CORTI<br />
HERE COMES<br />
THE SUN<br />
Wenig heizt uns so köstlich und nachhaltig ein wie die Suppentöpfe Südostasiens.<br />
Wo immer Sonne ist, kommt auch das beste Essen für die Kälte her!<br />
Über die sonnige Kraft der balinesischen Nudelsuppe Soto Ayam.<br />
Wenn die Sonne über<br />
Tage und Wochen<br />
nicht aus ihrem Versteck<br />
will, dann<br />
muss man zur Selbsthilfe<br />
greifen – und sie sich eben in die<br />
Küche holen. Je dunkler die Tage, desto<br />
mehr Farbe gehört in den Kochtopf.<br />
Nichts verscheucht die ätzende Übellaunigkeit<br />
eines grauen Wintertages so<br />
zuverlässig wie ein dichter, von der Kraft<br />
und Hitze exotischer Gewürze erfüllter<br />
Eintopf voll seidiger Nudeln, den man in<br />
tiefen Schüsseln serviert und in bester asiatischer<br />
Tradition schlürfen darf – weil er<br />
so heiss ist, aber auch, weil die Aromen<br />
sich dann doppelt lebhaft um die<br />
Geschmackspapillen schlängeln dürfen.<br />
Soto Ayam, der prachtvolle Suppentopf<br />
Balis und ganz Indonesiens, ist so etwas<br />
wie die Mutter aller Suppenschüsseln Südostasiens,<br />
mit der geschmeidigen, samtenen<br />
Textur von Kokosnussmilch und dem<br />
Kick von Chilischoten, Zitronengras und<br />
frischem Ingwer. Das knusprig gebratene<br />
Hühnerfleisch als Suppeneinlage darf als<br />
typisch für die virtuose Kunstfertigkeit im<br />
Umgang mit allem Essbaren stehen, die<br />
die Kulturen von China im Norden bis<br />
Indonesien im Süden auszeichnet: Auch<br />
aus scheinbar bescheidenen Zutaten werden<br />
Speisen gezaubert, die es in Sachen<br />
Geschmacksvielfalt, Konsistenzvariation<br />
und, nicht zuletzt, auch Hingabe beim<br />
Zubereiten, ohne Weiteres mit den Kreationen<br />
der Hochküche aufnehmen können.<br />
Soto Ayam ist so ein Suppentopf: Ein<br />
Gericht, bei dem die Wärme von innen<br />
kommt und einen auf paradoxe Weise einlullt<br />
und aufweckt zugleich. Die Vielfalt<br />
der Konsistenzen zwischen knackig und<br />
knusprig, seidig weich und bissfest, zündet<br />
dazu ein Feuerwerk verschiedener Eindrücke<br />
am Gaumen. Kein Gericht für die feine<br />
Tafel, aber ein umso lustvolleres. Und<br />
ein fantastisches Notfallprogramm gegen<br />
den Winter-Blues, das man sich am<br />
Küchentisch angedeihen lässt, tief über die<br />
Schüssel gebeugt, die Stäbchen in der<br />
einen und den Löffel in der anderen<br />
Hand.<br />
Auch sehr gut: Die Suppe ist schnell<br />
zubereitet, so man beizeiten dafür gesorgt<br />
hat, halbwegs ordentlichen Hühnerfond<br />
im ewigen Eis des Tiefkühlers bereitzuhalten<br />
– oder den schnellen Ausweg über die<br />
magischen Würfel nicht scheut. Die alles<br />
entscheidende Würzpaste ist binnen weniger<br />
Minuten fertig, die Zutaten, unserer<br />
stetig steigenden Weltoffenheit (okay, eh<br />
nur in Küchenfragen) sei Dank, inzwischen<br />
in jedem besseren Supermarkt zu<br />
haben. Einzig die Shrimppaste muss man<br />
sich im Asiashop besorgen – die hält aber<br />
locker für den ganzen Winter und verleiht<br />
auch Thai-Currys eine spezielle Geschmackstiefe.<br />
Und das Beste: Jedes Mal,<br />
wenn man sie gemeinsam mit anderen<br />
Gewürzen in die Pfanne haut, kommt<br />
ziemlich buchstäblich die Sonne raus!<br />
Gesammelte Rezepttipps<br />
von Severin Corti unter<br />
go.falstaff.com/corti<br />
SOTO AYAM<br />
(4 Personen, Zubereitung: 45 Min.)<br />
ZUTATEN FÜR DIE SUPPE<br />
8 Oberkeulen vom Huhn, ohne Haut<br />
2 l Hühnersuppe<br />
3 Stängel Zitronengras, flach geklopft<br />
5 Limettenblätter<br />
Pflanzenöl zum Braten<br />
ZUTATEN FÜR DIE CURRYPASTE<br />
6 Schalotten, grob gehackt<br />
5 Knoblauchzehen, gehackt<br />
1,5 cm Stück Ingwer, gehackt<br />
1–2 EL Shrimppaste<br />
10 Macadamianüsse<br />
½ TL Kurkuma<br />
1 EL Koriandersamen, gemahlen<br />
Prise Pfeffer<br />
120 ml Kokosmilch<br />
50 ml Pflanzenöl<br />
ZUM SERVIEREN<br />
350 g Reisnudeln<br />
4 wachsweiche Eier (6 min)<br />
Koriander<br />
Röstzwiebeln<br />
Sambal Ölek<br />
2 Limetten, halbiert<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Gewürze in der Suppe zum Kochen bringen,<br />
Fleisch einlegen und am Siedepunkt 20 Min.<br />
ziehen lassen. Herausheben. Währenddessen<br />
für die Currypaste Schalotten, Knoblauch und<br />
Ingwer in etwas Öl anrösten, mit den restlichen<br />
Zutaten im Mixer zu einer Paste mixen. Paste 6–7<br />
Min. in Öl durchrösten, dann in die Suppe rühren.<br />
– Fleisch in reichlich Öl beidseitig braun und<br />
knusprig anbraten, etwas abkühlen und in Stücke<br />
reissen. Nudeln laut Anweisung garen und auf<br />
4 Schüsseln verteilen.<br />
– Mit Suppe auffüllen, mit den halbierten Eiern und<br />
den anderen Zutaten nach Geschmack garnieren<br />
und mit Limetten und Sambal servieren.<br />
Fotos: Stine Kristiansen, Johannes Kernmayer<br />
70 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
Legionärin 2021, Sauvignon Blanc<br />
Karl Schnabel, Sausal<br />
Ein Sauvignon Blanc, wie ihn die Südsteiermark nicht<br />
kennt: Kühl, vital, zitrisch mineralisch, balanciert mit<br />
feinem Gerbstoff und kaum Anklängen an klassische<br />
SB-Aromatik. Wie die Sonne an einem Wintertag!<br />
ritter-weine.li, CHF 39,50<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
71
inselträume / WISSENSCHAFT<br />
KOKOS-PRODUKTE:<br />
(K)EINE GUTE<br />
ALTERNATIVE<br />
Vor wenigen Jahren ist der Hype rund<br />
um Kokosprodukte voll ange laufen.<br />
Ob Öl, Zucker, Mehl, Sirup, Milch oder<br />
Wasser: All die exotischen Varianten<br />
werden als besonders gesund und<br />
umweltfreundlich angesehen. Die<br />
Wahrheit aber ist: Sie punkten mit ihrer<br />
Geschmacksnote, jedoch kaum mit<br />
anderen aussergewöhnlichen Vorteilen.<br />
Und: Ökologisch ist der Kokosnuss-<br />
Anbau nicht unumstritten.<br />
TEXT MARLIES GRUBER<br />
ILLUSTRATION GINA MÜLLER / CAROLINE SEIDLER.COM<br />
72 72 falstaff feb–mär <strong>2025</strong> <strong>2025</strong>
Fotos: Shutterstock<br />
feb–mär <strong>2025</strong> <strong>2025</strong>falstaff<br />
73 73
inselträume / WISSENSCHAFT<br />
Sie sind ein Sinnbild für Fernweh<br />
nach den Tropen: Kokospalmen<br />
an einsamen weissen Stränden,<br />
Kokosnüsse mit abgeschlagener<br />
Spitze und Strohhalm. So weit der<br />
Traum – die Wirklichkeit sieht anders aus:<br />
Im grossen Stil erfolgt der Anbau auf Plantagen<br />
im Hinterland der Küstenregionen.<br />
Satellitenaufnahmen zufolge sind weltweit<br />
etwa zwölf Millionen Hektar mit<br />
Kokospalmen bepflanzt. Das entspricht<br />
ungefähr der eineinhalbfachen Fläche von<br />
Österreich. Vor allem Kleinbauern auf den<br />
Philippinen, in Indonesien, Indien und Sri<br />
Lanka leben von der vielseitig nutzbaren,<br />
langlebigen Pflanze.<br />
Vom Fruchtwasser und dem Fruchtfleisch<br />
bis hin zu den Schalen und Fasern sowie<br />
Palmwedel und Stämmen ist die Kokospalme<br />
– theoretisch – verwertbar. Nach sechs<br />
bis zehn Jahren fangen die Palmen an, Nüsse<br />
zu tragen. Nach 15 bis 20 Jahren erreichen<br />
sie ihren Produktionshöhepunkt.<br />
Geerntet werden die Kokosnüsse von<br />
Kletterern rund viermal im Jahr. Nach der<br />
Ernte wird die äussere Schale der Nüsse<br />
entfernt, die hölzerne Schale geknackt und<br />
das weisse Fruchtfleisch – die sogenannte<br />
Kopra – entnommen.<br />
Die Kopra kann in mehrerlei Hinsicht<br />
verwendet werden. Getrocknet wird sie zu<br />
Kokosraspeln verarbeitet, die wiederum<br />
beim Kochen, für Süsswaren und Müslis<br />
eingesetzt werden. Wird getrocknetes, entöltes<br />
Fruchtfleisch gemahlen, entsteht Kokosmehl.<br />
Dieses hat deutlich weniger Kohlenhydrate<br />
als Weizenmehl, ist glutenfrei und<br />
kann daher für Personen mit Zöliakie oder<br />
Glutensensitivität interessant sein. Für<br />
Kokosmilch wird zerkleinertes Fruchtfleisch<br />
einer etwa zwölf Monate alten Kokosnuss<br />
mit Wasser gemixt und dann gepresst. Das<br />
Filtrat bildet Kokosmilch, die etwa in Currys<br />
ihren Einsatz findet. Kokossirup wiederum<br />
wird aus dem Nektar der Palmen<br />
gewonnen und schmeckt nach Karamell.<br />
Kokosblütenzucker wird gemacht, indem<br />
man den Sirup erhitzt bis er kristallisiert. Er<br />
liefert ebenfalls Kokos- und Karamellnoten,<br />
hinsichtlich Süsskraft und Kaloriengehalt ist<br />
er dem Haushalts zucker aber sehr ähnlich.<br />
Aus der Kopra wird auch das Kokosöl<br />
gepresst, wobei man je nach Herstellungsmethode<br />
– wie bei anderen Ölen auch – natives<br />
und raffiniertes Kokosöl unterscheidet.<br />
74 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
WER GLAUBT, AUS ÖKOLOGISCHEN GRÜNDEN AUF PALMÖL<br />
VERZICHTEN ZU MÜSSEN UND STATTDESSEN AUF KOKOSÖL<br />
SETZT, DER IRRT. AUF EINEM HEKTAR LASSEN SICH MIT<br />
KOKOSPALMEN 0,7 TONNEN KOKOSÖL ERZEUGEN. BEI DER<br />
ÖLPALME LIEGT DER ERTRAG BEIM FÜNFFACHEN. DIE ÖKO-<br />
BILANZ DER KOKOSNUSS IST ALSO NOCH SCHLECHTER.<br />
Fotos: Shutterstock<br />
Kokosöl ist weiss und bei Zimmertemperatur<br />
fest. Daher spricht man auch von Kokosfett.<br />
Es verflüssigt sich bei etwa 24 Grad Celsius.<br />
Dieser Umstand macht das Kokosöl für<br />
industrielle Süsswarenproduktion attraktiv,<br />
weil das Fett für seine Stabilität nicht<br />
gehärtet werden muss. Es ist stark erhitzbar,<br />
ist daher auch zum Backen, Braten und<br />
Frittieren geeignet, findet aber auch in Speiseeis<br />
Verwendung. Aufgrund der Streichfähigkeit<br />
verwenden es manche zudem statt<br />
Butter oder Margarine.<br />
NICHT BESSER ALS PALMÖL<br />
Einen gesundheitlichen Benefit darf man<br />
sich davon jedoch nicht erwarten: Die bis<br />
heute vorliegende Studienlage lässt keinen<br />
Schluss zu, dass Kokosöl in irgendeiner<br />
Weise gesundheitsfördernd wirkt. Weder<br />
hat es Effekte auf die Prävention von Herz-<br />
Kreislauf-Erkrankungen noch hilft es bei<br />
der Gewichtsabnahme. Kokosöl besteht<br />
ähnlich wie Palmöl vor allem aus gesättigten<br />
Fettsäuren, von denen wir ohnehin<br />
mehr als ausreichend aufnehmen und die<br />
sich unter anderem auf die Blutfettwerte<br />
negativ auswirken. Für den Gebrauch in<br />
der Küche sind daher Öle mit einem günstigerem<br />
Fettsäuremuster besser, wie Raps-,<br />
Sonnenblumen- oder Olivenöl.<br />
Auch wer glaubt, aus ökologischen Gründen<br />
besser auf Produkte mit Palmöl verzichten<br />
zu müssen und stattdessen auf jene<br />
mit Kokosöl setzt, der irrt. Auf einem Hektar<br />
lassen sich mit Kokospalmen etwa 0,7<br />
Tonnen Kokosöl erzeugen. Bei der Ölpalme<br />
liegt der Ertrag etwa bei dem Fünffachen.<br />
Für dieselbe Menge bräuchte man also<br />
deutlich mehr Fläche. Das Problem der Entwaldung<br />
sowie möglicher sozialer Missstände<br />
würde sich durch den Ersatz daher<br />
nur verlagern bzw. sogar verschlechtern.<br />
Noch dazu gibt es im Gegensatz zu Palmöl<br />
weniger Initiativen für Zertifizierungsprogramme.<br />
KOKOSWASSER<br />
In Flaschen oder Tetrapak gefülltes Kokoswasser<br />
wird bei uns als isotonischer Durstlöscher<br />
gehypt. Vor allem Sporttreibende sollen<br />
davon profitieren. Kokoswasser ist das<br />
Fruchtwasser von jungen (grünen oder gelben)<br />
Kokosnüssen einer bestimmten Sorte<br />
(Trink-Kokosnüsse). Diese werden etwa in<br />
einem Alter von sechs Monaten geerntet und<br />
weisen zu diesem Zeitpunkt am meisten<br />
Fruchtwasser (ca. 600 ml) auf. Eine reife<br />
Kokosnuss enthält kein Kokoswasser mehr,<br />
weil es das Fruchtfleisch aufgesaugt hat.<br />
Wird das Wasser nicht direkt aus der<br />
Nuss getrunken, sondern in grossem Massstab<br />
verwertet, dann kommt es vor der<br />
Abfüllung zur Pasteurisation. Pur schmeckt<br />
das Kokoswasser erfrischend, leicht süsssäuerlich<br />
und nur dezent nach Kokos. Mit<br />
rund 15 Kalorien pro 100 Gramm ist es<br />
relativ kalorienarm. Diverse Mineralstoffe,<br />
darunter Kalium, Natrium und Magnesium,<br />
können dazu beitragen, den Elektrolythaushalt<br />
nach dem Sport wieder auszugleichen.<br />
Ein mineralstoffreiches Mineralwasser<br />
oder ein Apfelsaft gespritzt erfüllen<br />
allerdings den gleichen Zweck. Auch beim<br />
Kokoswasser gilt also: aus gesundheitlichen<br />
Gründen nicht nötig, aus ökologischen<br />
nicht sinnvoll. <<br />
Weitere Food-Facts<br />
aus der Welt der Wissenschaft:<br />
go.falstaff.com/science<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
75
inselträume / RICHARD BRANSON<br />
FALSTAFF SERIE<br />
Teil 39<br />
«DIE INTERESSANTESTEN<br />
ANRUFE ERHALTE ICH<br />
IN DER BADEWANNE.»<br />
Als Richard Branson mit 16 Jahren die Schule abbrach, sagte ihm der Direktor, er<br />
werde entweder im Gefängnis landen oder Millionär werden. Letzteres geschah.<br />
Sich unterkriegen zu lassen, war für den Draufgänger nie eine Option. Auch er<br />
verfiel früh dem Charme des Insellebens und verliebte sich in die Virgin Islands.<br />
TEXT JUDITH HECHT<br />
Wirklich zur Ruhe<br />
kommt der Boss der<br />
Virgin Group nur an<br />
einem Ort auf der<br />
Welt: auf Necker<br />
Island. Deshalb verbringt der erfolgreichste<br />
Unternehmer des Vereinigten Königreichs<br />
Weihnachten, Ostern und jeden Sommer<br />
mit seiner Familie in seinem Paradies im<br />
karibischen Meer, das ihm seit 1979 gehört.<br />
Auf die kleinste der Britischen Jungfraueninseln<br />
wurde Richard Branson zufällig<br />
aufmerksam: Bei einem Aufenthalt in<br />
New York hatte ihn jemand gefragt, ob er<br />
sein Unternehmen «Virgin Records» nach<br />
den Virgin Islands benannt hätte. «Diese<br />
hatten zwar bei der Namensgebung unserer<br />
Firma nicht Pate gestanden, sie hörten sich<br />
aber nach einem romantischen Zufluchtsort<br />
an, den ich und meine Frau damals gerade<br />
benötigten», erzählt er in seiner Autobiografie<br />
«Losing My Virginity». Spontan beschlossen<br />
die beiden, der Inselgruppe einen<br />
Besuch abzustatten. Das glasklare, türkise<br />
Meer, die Korallenriffe, die Palmen, die langen<br />
Sandstrände und die Pelikanschwärme<br />
zogen die beiden sofort in ihren Bann.<br />
Kurzerhand entschloss sich Branson,<br />
die noch völlig unerschlossene Insel zu erwerben.<br />
Der Verkäufer verlangte dafür drei<br />
Millionen Pfund. Branson bot 180.000<br />
Pfund – und erhielt den Zuschlag. Heute ist<br />
Necker über 100 Millionen Pfund wert. Der<br />
Abenteurer hat in den vergangenen Jahrzehnten<br />
viel Geld in die 30 Hektar grosse<br />
Oase investiert, um für sich und seine Familie<br />
«einen grossen Spielplatz» zu erschaffen.<br />
Wenn dem Entrepreneur danach ist,<br />
lädt er Freunde, Mitarbeiter der Virgin-Unternehmen<br />
oder aber auch Barack und<br />
<<br />
Foto: Getty Images / Hulton Archive / Bryn Colton<br />
76 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Alle Teile der Serie unter<br />
go.falstaff.com/kunstkulinarik<br />
Rund 400 Unternehmen in<br />
unterschiedlichsten Branchen –<br />
vom Musik-Business bis zur<br />
Luft- und Raumfahrt – gehören<br />
zur Virgin Group des britischen<br />
Milliardärs Richard Branson.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
77
inselträume / RICHARD BRANSON<br />
Mit dem Raumflugzeug<br />
«VSS Unity» seines<br />
Unternehmens Virgin<br />
Galactic flog Branson<br />
2021 ins Weltall –<br />
und kam damit den<br />
beiden anderen<br />
«Weltraummilliardären»<br />
Jeff Bezos und<br />
Elon Musk zuvor.<br />
Pico de Gallo<br />
(Rezept von Dr. William Li)<br />
ZUTATEN<br />
3 mittelgrosse San Marzano-Tomaten<br />
½ rote Zwiebel<br />
1 Jalapeno-Schote<br />
½ Tasse Koriander, gehackt<br />
Salz und Pfeffer<br />
1 TL Olivenöl<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Tomaten, Zwiebel und Jalapeno-<br />
Paprikaschoten grob hacken. Einen<br />
Teelöffel Olivenöl hinzufügen. In eine<br />
Küchenmaschine geben und fein<br />
zerkleinern. In eine Servierschüssel<br />
geben und Koriander,<br />
Salz und Pfeffer hinzufügen.<br />
Umrühren<br />
und vermischen. Etwa<br />
eine Stunde stehen<br />
lassen, damit sich<br />
die Aromen verbinden<br />
können.<br />
– Pico de Gallo<br />
schmeckt sehr gut<br />
mit Pita-Chips.<br />
<<br />
Michelle Obama ein, ihm in seiner «Great<br />
House»-Residenz Gesellschaft zu leisten:<br />
«Wir essen miteinander, feiern, entspannen<br />
und denken über unser Leben nach.»<br />
ARBEITEN IN DER<br />
HÄNGEMATTE<br />
«Entspannen» heisst für den Extremsportler<br />
freilich nicht, im Liegestuhl zu chillen.<br />
Auch auf Necker Island hält Branson an<br />
seiner täglichen Routine fest: Sein Tag<br />
beginnt um fünf Uhr in der Früh mit einem<br />
Lauf am Strand, einem Tennis-Match oder<br />
mit Kitesurfen. Erst dann frühstückt er ausgiebig<br />
mit seiner Familie. Den Vormittag<br />
nutzt er, um zu arbeiten. Dazu<br />
setzt er sich allerdings niemals<br />
an einen Schreibtisch,<br />
das hat er nie<br />
getan. Viel lieber<br />
erledigt er seine<br />
Aufgaben an<br />
unkonventionellen<br />
Orten<br />
wie in Hängematten,<br />
auf<br />
dem Hometrainer<br />
oder in<br />
der Badewanne.<br />
«Die interessantesten<br />
Anrufe erhalte ich erstaunlicherweise<br />
immer, wenn ich in der Badewanne sitze. So<br />
war das auch, als mich eines Tages Nelson<br />
Mandela anrief. Er fragte mich, ob ich<br />
nicht eine Fitnessstudio-Kette in Südafrika<br />
übernehmen wolle, die gerade bankrott gegangen<br />
war. Das tat ich – und Nelson und<br />
ich wurden enge Freunde.»<br />
Über das Business spricht Branson am<br />
liebsten bei einem leichten Mittagessen<br />
oder während eines Spaziergangs. Je formloser<br />
und entspannter, desto lieber ist es<br />
dem Milliardär. Immer hat er sein Notizbuch<br />
bei sich, um jede Idee sofort festhalten<br />
zu können. Auch das Abendessen geniesst<br />
der ewig Junggebliebene in grosser Runde.<br />
Er liebt es, sagt er, den Menschen zuzuhören,<br />
ihnen Fragen zu stellen, um möglichst<br />
viel über sie zu erfahren.<br />
SECHS STUNDEN SCHLAF<br />
UND VIEL GRÜNER TEE<br />
So gesellig und ausgelassen Branson auch<br />
sein kann, spätestens um 23 Uhr will er<br />
heute nur mehr eines: in sein Bett. Um sein<br />
tägliches Pensum zu stemmen, braucht er<br />
nämlich seine sechs Stunden Schlaf. «Ich<br />
bezweifle ernsthaft, dass ich beruflich so erfolgreich<br />
(und privat so glücklich) gewesen<br />
wäre, wenn ich nicht immer so viel Wert<br />
Fotos: mauritius images / Alamy Stock Photos / Sean Clarkson, Getty Images, Shutterstock<br />
78 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
auf meine Gesundheit und meine Fitness<br />
gelegt hätte», schreibt er in seinem Blog.<br />
Aber er achtet nicht nur auf regelmässiges<br />
Ausdauer- und Krafttraining, sondern<br />
auch auf gesunde Kost. Um erst gar nicht<br />
krank zu werden, hält sich Branson an die<br />
Ernährungsratschläge von Dr. William Li,<br />
der den Bestseller «Richtig essen. Länger<br />
leben» geschrieben hat. Sauerteigbrot, viel<br />
Gemüse, Beeren, Kiwi, Nüsse, Hartkäse,<br />
Haferflocken, Olivenöl, Fisch, dunkle<br />
Schokolade und viel Grüner Tee gehören<br />
Li zufolge zu den Lebensmitteln, die helfen,<br />
Zellen vor oxidativen Schäden zu bewahren,<br />
den Blutdruck zu senken und die<br />
Cholesterin-Werte niedrig zu halten. «Alles<br />
Nahrungsmittel, die ich ohnehin sehr gerne<br />
esse», schreibt der Virgin-Boss, der schon<br />
seit einiger Zeit Vegetarier ist.<br />
Da Branson mit 74 Jahren in Topform<br />
und kerngesund ist, denkt er auch gar nicht<br />
daran, sich zur Ruhe zu setzen oder leiser<br />
zu treten. Zu viel gibt es für den Philanthropen<br />
noch zu tun. 80 Prozent seiner Arbeitszeit<br />
widmet er heute nicht mehr seinem<br />
Business, sondern Non-Profit-Initiativen.<br />
Schliesslich ist es dem Briten ein Anliegen,<br />
den Klimawandel zu stoppen, sich für<br />
Alles begann mit einem<br />
Plattenlabel: Bei Virgin<br />
Records hatte Branson<br />
Superstars wie die Sex<br />
Pistols unter Vertrag.<br />
BRANSON MAG ES<br />
FORMLOS UND<br />
ENTSPANNT: ÜBER DAS<br />
BUSINESS REDET ER AM<br />
LIEBSTEN BEI EINEM<br />
MITTAGESSEN ODER<br />
EINEM SPAZIERGANG.<br />
Menschenrechte einzusetzen, das Bildungssystem<br />
zu verbessern und noch vieles mehr.<br />
«Was ist gut für unseren Planeten? Was<br />
ist gut für die Menschheit?», das sind die<br />
Fragen, die ihn beschäftigen und nicht, wie<br />
viel Geld er verdient hat, betont Branson.<br />
Darum empfindet er es als Beleidigung,<br />
wenn man ihn nur «Milliardär» nennt.<br />
Das Leben in vollen Zügen auszukosten,<br />
sei immer schon sein Motto gewesen, sagt<br />
der Abenteurer. «Und das habe ich getan.<br />
Ich hatte ein ganz aussergewöhnliches<br />
Leben voll interessanter und unerwarteter<br />
Wendungen. Aber es gibt nichts, was ich<br />
bereue.»<br />
<<br />
SIR RICHARD<br />
BRANSON<br />
• Sir Richard Charles Nicholas Branson<br />
ist der Gründer der Virgin-Group, zu der<br />
mehr als 400 Unternehmen wie Virgin<br />
Atlantic Airlines oder das Raumfahrtunternehmen<br />
Virgin Galactic gehören. Der<br />
Legastheniker Branson zählt mit einem<br />
Vermögen von über 2,5 Milliarden<br />
US-Dollar zu den erfolgreichsten<br />
Unternehmern Grossbritanniens.<br />
• Branson wurde am 18. Juli 1950 in<br />
London geboren. Die Schule brach er mit<br />
16 Jahren ab, um ein Studentenmagazin<br />
zu gründen. 1971 eröffnete er sein erstes<br />
Plattengeschäft Virgin Records. Mit<br />
seinem Musiklabel, das Künstler wie Mike<br />
Oldfield, die Sex Pistols und Genesis<br />
unter Vertrag hatte, wurde Branson<br />
erfolgreich. 1992 verkaufte er Virgin<br />
Records für eine Milliarde Dollar.<br />
• Branson unternahm mehrere abenteuerliche<br />
Weltrekordversuche: 1986 brach<br />
er etwa mit einem Motorboot zur<br />
schnellsten Atlantiküberquerung auf.<br />
1987 überquerte er den Atlantik erstmals<br />
mit einem Heissluftballon, 1991 den<br />
Pazifik. 2021 flog er mit einer Raumfähre<br />
als erster der «Raumfahrtmilliardäre»<br />
(neben ihm sind das Jeff Bezos und<br />
Elon Musk) ins Weltall.<br />
• Richard Branson gehört Necker Island,<br />
die zu den British Virgin Islands zählt.<br />
Darüber hinaus betreibt er Luxus-<br />
Ressorts in der Karibik, Afrika, den<br />
<strong>Schweiz</strong>er Alpen und auf Mallorca.<br />
• 1999 wurde er von der Queen wegen<br />
seiner Verdienste für das britische<br />
Unternehmertum zum Ritter geschlagen.<br />
• Branson ist seit 1989 mit<br />
Joan Templeman verheiratet und<br />
hat mit ihr zwei Kinder.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
79
inselträume / SCHWEIZ<br />
REIF FÜR<br />
DIE INSEL<br />
Foto: Shutterstock<br />
Die grösste natürliche Insel der <strong>Schweiz</strong><br />
heisst Ufnau und liegt im Zürichsee. Sie<br />
gehört seit dem Jahr 965 dem Kloster<br />
Einsiedeln und steht unter Naturschutz.<br />
80 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Man muss nicht in die Ferne schweifen, um Trauminseln zu<br />
entdecken. Dank der vielen Seen und Flüsse gibt es auch in der<br />
<strong>Schweiz</strong> einige davon. Der Besuch lohnt sich nicht nur wegen<br />
der wunderbaren Landschaft, auch kulinarisch haben unsere<br />
Inselparadiese einiges zu bieten.<br />
TEXT LARISSA GRAF<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
81
inselträume / SCHWEIZ<br />
INSEL<br />
RHEINAU<br />
Rheinau im Zürcher Weinland liegt auf einer vom<br />
Rhein umgebenen Landzunge. Über eine Brücke<br />
ist es mit der Klosterinsel verbunden – hier gibt es<br />
also gleich zwei «Inseln» zu entdecken. Im Kloster,<br />
das im achten Jahrhundert gegründet wurde, war<br />
lange eine psychiatrische Klinik untergebracht, heute<br />
beherbergt es ein Musikerhotel. Unverändert blieb die<br />
Klosterkirche, die man besuchen kann. Leider gibt es<br />
auf der Insel kein Restaurant mehr, dafür kann man<br />
sich im schönen historischen Dorfkern verpflegen. Besonders<br />
gut geht das im «Augarten Rheinau». In diesem<br />
sorgfältig renovierten Gasthaus mit Brauerei gibt<br />
es einfache Speisen aus regionalen Zutaten und gutes<br />
Bier. Ebenfalls lohnt sich ein Besuch bei der Staatskellerei<br />
Zürich im ehemaligen Klosterkeller.<br />
Augarten<br />
Untere Steig 15, 8462 Rheinau<br />
augarten-rheinau.ch<br />
ISOLE DI BRISSAGO<br />
Diese zwei kleinen Inseln im Lago Maggiore bei<br />
Brissago sind Idylle pur. Die kleinere Insel ist<br />
weitgehend naturbelassen und nicht zugänglich.<br />
Die grössere, Isola Grande oder San Pancrazio<br />
genannt, kann man bequem mit dem Schiff von<br />
Locarno oder Ascona aus erreichen. Sie beherbergt<br />
einen botanischen Garten mit subtropischen<br />
Pflanzen, die hier wegen eines besonders milden<br />
Mikroklimas gedeihen. Hat man genug Zeit, sollte<br />
man auf der Insel übernachten. Im traumhaften<br />
Hotel «Villa Emden» geniesst man nicht nur die<br />
Stille, nachdem die Tagesgäste abgereist sind,<br />
sondern auch einen hervorragenden Service und<br />
eine fantastische Küche basierend auf lokalen<br />
Produkten.<br />
Villa Emden<br />
Isola di San Pancrazio, 6614 Brissago<br />
villaemden.com<br />
WEIHER-<br />
SCHLOSS<br />
BOTTMINGEN<br />
Auch wenn das Schloss Bottmingen streng<br />
genommen nicht auf einer Insel liegt, ist es<br />
vollständig von Wasser umgeben. Denn es ist eines<br />
der wenigen verbleibenden Wasserschlösser der<br />
<strong>Schweiz</strong>. Der Graben wurde im Mittelalter zum<br />
Schutz vor Angriffen angelegt, hat heute aber<br />
nur noch eine dekorative Funktion. Im Inneren<br />
des Schlosses geniesst man in der «Brasserie du<br />
Château» im Erdgeschoss köstliche französische<br />
Klassiker. Edler geht es im eleganten Restaurant<br />
«Gourmet Louis» zu und her. Dort wird den Gästen<br />
eine kreative Gourmetküche kredenzt.<br />
Restaurant Schloss Bottmingen<br />
Schlossgasse 9, 4103 Bottmingen<br />
weiherschloss.ch<br />
82 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
ISLA CAUMA<br />
Der Caumasee gehört ohne Zweifel zu den<br />
schönsten Gewässern der <strong>Schweiz</strong>. Das klare,<br />
türkisfarbene Wasser lädt zum Baden ein, schnell<br />
erreicht man dabei die Insel in der Seemitte. Sie<br />
eignet sich perfekt für ein romantisches Picknick,<br />
das man mit einem der zu mietenden Boote<br />
oder Pedalos trocken an Land bringt. Wer sich<br />
lieber von anderen verpflegen lässt, besucht das<br />
Restaurant «Ustria La Cauma» am Seeufer. Dort<br />
gibt es eine zeitgenössische und unkomplizierte<br />
Küche aus besten Zutaten. Zu den Highlights<br />
gehören die saftigen Fleischstücke vom Beefer-<br />
Grill, es gibt allerdings auch köstliche Bündner und<br />
italienische Spezialitäten wie hausgemachte Pasta<br />
oder Capuns.<br />
Restaurant Ustria La Cauma<br />
Caumasee, 7018 Flims<br />
ustrialacauma.ch<br />
UFNAU<br />
Die Insel Ufnau, auch als Ufenau bekannt, liegt<br />
vor Pfäffikon im Zürichsee. Dieses hübsche<br />
Eiland ist die grösste natürliche Insel der <strong>Schweiz</strong>,<br />
die nicht über eine Brücke mit dem Festland<br />
verbunden ist. Seit über 1000 Jahren befindet<br />
es sich im Besitz des Klosters Einsiedeln, das<br />
dort eine Kapelle und eine Kirche erbauen liess.<br />
Zudem werden hier Rebbau und Landwirtschaft<br />
betrieben. Erreichbar ist die Insel Ufnau mit Schiff,<br />
Pedalo oder SUP, geübte Schwimmer schaffen es<br />
aber auch schwimmend. Einmal angekommen,<br />
kann man sich in der «Inselwirtschaft Ufnau» mit<br />
guter lokaler Kost stärken.<br />
Inselwirtschaft Ufnau<br />
Insel Ufnau, 8008 Ufnau<br />
peclard.net<br />
Fotos: Getty Images, <strong>Schweiz</strong>er Fleisch Rheinau, Schwanau, beigestellt, Shutterstock, Marc Gilen, Gianni Baumann<br />
INSEL SCHWANAU<br />
Die Insel im Lauerzersee hat eine bewegte<br />
Geschichte, davon zeugen die Burgruine aus<br />
dem Mittelalter und die Kapelle St. Johann. Heute<br />
steht die Insel Schwanau unter Naturschutz,<br />
deswegen kann man hier viele seltene Arten<br />
antreffen. Man findet Pflanzen, Insekten, Reptilien<br />
und Vogelarten, die in der <strong>Schweiz</strong> rar geworden<br />
sind. Aber nicht nur Naturfreunde werden hier<br />
glücklich, die Insel hat auch gastronomisch etwas<br />
zu bieten. Im gemütlichen Restaurant werden<br />
frische Produkte aus der Region sorgfältig zu<br />
schmackhaften Gerichten verarbeitet. Auf der<br />
Karte gibt es auch einige Schwyzer Spezialitäten.<br />
Dank der Fähre «Gemma von Arth» ist die Anreise<br />
unkompliziert.<br />
Restaurant Insel Schwanau<br />
Insel Schwanau, 6424 Lauerz<br />
schwanau.ch<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
83
Chefredaktion <strong>Schweiz</strong><br />
DOMINIK VOMBACH<br />
und BENJAMIN HERZOG<br />
WEIN<br />
FARBEXPLOSION ZUM JUBILÄUM<br />
Zur Feier des 15-jährigen Jubiläums des Compleo Cuvée Noire hat sich die Staatskellerei<br />
Zürich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Ein neues Etikett, beziehungsweise Tausende<br />
davon. Die limitierte Édition Couleur des beliebten Rotweins gibt es nämlich in unzähligen<br />
Farben, jede Flasche ist ein Einzelstück. Bei ihrem Entwurf half künstliche Intelligenz. Bereits mit<br />
der Kreation des edlen Tropfens vor 15 Jahren setzte die zu Mövenpick gehörende Zürcher<br />
Staatskellerei neue Massstäbe, denn er ist für einen <strong>Schweiz</strong>er Rotwein äusserst vollmundig. Es<br />
handelt sich dabei um einen Blend aus Pinot Noir, Gamaret und Cornalin. moevenpick-wein.com<br />
HARTE ZEITEN FÜR<br />
DIE CHAMPAGNE<br />
Die Champagne hat ein schwieriges Jahr<br />
hinter sich: Auf niedrige Ernten folgen nun<br />
schlechte Verkaufszahlen. Laut den Verbänden<br />
der Champagner-Produzenten<br />
lagen diese 2024 rund 10 Prozent unter<br />
denen des Vorjahres und waren damit so<br />
tief wie schon lange nicht mehr.<br />
KLAGE GEGEN GLYPHO-<br />
SAT-ZULASSUNG<br />
Mehrere Umweltverbände haben vor dem<br />
Europäischen Gerichtshof eine Klage gegen<br />
die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung<br />
eingereicht. Das Herbizid, das auch im<br />
Weinbau eingesetzt wird, kann die Umwelt<br />
beeinträchtigen und steht im Verdacht,<br />
krebserregend zu wirken.<br />
WINZER SIND AUF DEN<br />
HUND GEKOMMEN<br />
Im Rahmen eines Pilotprojekts aus Kalifornien<br />
wurden vier Spürhunde für die Erkennung<br />
von Rebenkrankheiten ausgebildet. Das<br />
Ergebnis zeigt, dass Hunde in der Lage sind,<br />
Reblaus und Blattrollviren in Weinstöcken<br />
aufzuspüren. Die vierbeinigen Helfer erreichen<br />
eine Treffsicherheit von 95 Prozent.<br />
84 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NOTIZEN<br />
VON HAUGWITZ ÜBERNIMMT<br />
Nach elf Jahren wechselt<br />
Gernot Haack von der<br />
Geschäftsführung in den<br />
Verwaltungsrat. Sein<br />
Nachfolger als CEO wird<br />
Nikolas von Haugwitz,<br />
der bereits Leiter der St.<br />
Jakobskellerei Schuler &<br />
Cie und zuletzt bei vom-<br />
FASS tätig war. Als neuer<br />
Leiter von Mövenpick<br />
Wein möchte er die<br />
Digitalisierung im Unternehmen<br />
vorantreiben.<br />
moevenpick-wein.com<br />
CHAMPAGNER DRIVE-THROUGH<br />
Das Hotel «InterContinental» in Singapur<br />
hat einen Champagner-Drive-Through<br />
eröffnet. Das Konzept ist einfach: Man<br />
fährt mit dem Auto in den Innenhof und<br />
wählt aus 30 ausgesuchten Etiketten die<br />
Passende(n) aus. Verpackt werden die<br />
gekühlten Flaschen in einer Kiste mit Gläsern,<br />
nach Wunsch gibt es dazu Kaviar.<br />
singapore.intercontinental.com<br />
LIV-EX: VEGA SICILIA<br />
AN DER SPITZE<br />
Fotos: Harun Dogan, Kenzo Tribouillard / AFP / picturedesk, Shutterstock, René Ruis, Diego Pelaez, beigestellt<br />
DER KOKUMI-EFFEKT<br />
Eine neue Studie untersuchte den «Kokumi-<br />
Effekt» in Schaumweinen. Dieser japanische<br />
Begriff leitet sich von «koku», auf Deutsch «reich»<br />
und «mi», «Essenz» ab. Er beschreibt ein volles<br />
Mundgefühl, das Geschmacksempfindungen wie<br />
süss, salzig und Umami verstärkt. Es entsteht<br />
durch lange Koch- oder Reifezeiten. So auch beim<br />
Schaumwein, wie Forscher herausfanden, die italienische<br />
Trentodoc-Weine analysierten. Sie untersuchten<br />
fünf Jahrgänge des Schaumweins und<br />
identifizierten dabei verschiedene Oligopeptide,<br />
die für den Kokumi-Effekt verantwortlich sein<br />
könnten. Die Studie erschien im November im<br />
«Journal of Agricultural and Food Chemistry».<br />
Die internationale Weinhandelsplattform<br />
Liv-ex veröffentlichte jüngst ihr<br />
alljährliches Ranking der wertvollsten<br />
Weinmarken. Überraschend:<br />
Zum ersten Mal führt mit Vega Sicilia<br />
ein spanisches Weingut die Liste<br />
an, vor Gaja aus Italien. In den letzten<br />
Jahren waren immer Burgunder-<br />
Güter an der Spitze. liv-ex.com<br />
CHINA KAUFT WENIGER WEIN<br />
Laut dem EU-Statistikamt verloren die<br />
Weinexporte aus der EU auf das chinesische<br />
Festland im letzten Jahr stark an<br />
Wert. Ganze 76 Prozent sank der Wert<br />
griechischer Exporte, bei französischen<br />
Tropfen waren es 13 Prozent. Stark betroffen<br />
waren die Bordeaux Grand Crus, deren<br />
Exportwert zwischen Juli 2023 und Juli<br />
2024 von 300 auf 240 Millionen Euro fiel.<br />
CHÂTEAUNEUF-DOMAINE<br />
SANTA-DUC EXPANDIERT<br />
Das Kultweingut konnte durch Akquisitionen<br />
in den Toplagen Montredon,<br />
L‘Arnesque und Fargueirol Nord seine<br />
bisherige Rebfläche fast verdoppeln. In<br />
Zukunft dürfen sich Freunde der würzigeleganten<br />
Rhône-Weine auf ein grösseres<br />
Angebot freuen. santaduc.fr<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
85
wein / WEISSES TESSIN<br />
In den letzten Jahren hat<br />
man den Anteil weisser<br />
Sorten bei der Cantina<br />
Blass auf 40 Prozent<br />
erhöht. Gepflanzt wurde<br />
unter anderem Chenin Blanc.<br />
Foto: Mike Krishnatreya<br />
86 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
WEISSES<br />
POTENZIAL<br />
VOM MERLOT-KÖNIGREICH<br />
ZUM WEISSWEIN-ELDORADO<br />
Im Tessin wird zu rund 80 Prozent<br />
Merlot kultiviert – doch nicht nur dieser<br />
wird immer öfter weiss gekeltert,<br />
auch weisse Traubensorten sind seit<br />
einigen Jahren auf dem Vormarsch. Mit<br />
vielversprechenden Resultaten!<br />
TEXT DOMINIK VOMBACH<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
87
wein / WEISSES TESSIN<br />
Önologe Fredi De Martin empfiehlt<br />
den Traubenlieferanten von Gialdi<br />
aktuell weisse Sorten zu pflanzen.<br />
In keinem anderen <strong>Schweiz</strong>er<br />
Weinbaugebiet ist eine einzige Sorte<br />
so dominant wie im Tessin. Auf rund<br />
80 Prozent der Rebfläche des<br />
Kantons wird Merlot kultiviert. Die<br />
Rebsorte bringt hier exzellente Gewächse<br />
hervor, steht quasi synonym für das Tessin<br />
und hat der Region zu Recht den Ruf als<br />
<strong>Schweiz</strong>er Rotweinparadies eingebracht.<br />
Ein derart klares Profil bringt viele Vorteile,<br />
birgt natürlich aber auch Risiken, wie man<br />
sie etwa Mitte der 1980er erlebte. Damals<br />
steckte der Merlot del Ticino in einer Krise,<br />
die Keller waren voll und die Qualitäten<br />
auf dem absteigenden Ast. 1986 kam der<br />
Ingenieur<br />
Adriano<br />
Petralli jedoch<br />
auf die Idee, die<br />
roten Merlot-Trauben<br />
direkt abzupressen<br />
und zu einem Weisswein zu<br />
vinifizieren, der deutlich schneller vermarktet<br />
werden konnte, was dabei half, die<br />
vollen Rotweinlager abzubauen. Mittlerweile<br />
macht der Bianco di Merlot etwa<br />
25 bis 30 Prozent der gesamten Tessiner<br />
Merlot-Produktion aus und erfreut sich<br />
grosser Beliebtheit. In den letzten Jahren<br />
hat er sogar noch zugelegt, weiss Fredi<br />
Gialdi Vini produziert im Süd- und<br />
Nordtessin Weine. Vom Bianco Rovere,<br />
einem weiss gekelterten und im Barrique<br />
ausgebauten Merlot werden jährlich<br />
130.000 Flaschen hergestellt.<br />
De Martin zu berichten.<br />
Der Önologe ist seit gut<br />
25 Jahren für die Weine von<br />
Vini verantwortlich, die sich<br />
aus zwei Linien zusammensetzen.<br />
Während die Gialdi-Weine hauptsächlich<br />
aus Trauben des Nordtessins<br />
entstehen, konzentriert sich die Linie Brivio<br />
auf die Produktion von Weinen aus dem<br />
Südtessin. De Martin kennt das Tessin wie<br />
seine Westentasche und spürt den Puls der<br />
Region wie kaum ein anderer, zumal er mit<br />
Hunderten Winzern zusammenarbeitet.<br />
Vom Brivio Bianco di Merlot Rovere, der<br />
im Barrique vergoren und von De Martin<br />
in den letzten Jahren immer mehr in<br />
Richtung Komplexität getrimmt wurde,<br />
produziert Gialdi Vini jährlich satte<br />
130.000 Flaschen – und setzt sie auch ab.<br />
Weissweine, zu denen auch der Bianco di<br />
Merlot gezählt wird, spielen im Tessin<br />
heute eine wichtigere Rolle denn je. In den<br />
letzten Dekaden stieg ihr Anteil an der<br />
gesamten Weinproduktion des Kantons auf<br />
gesamthaft 35 Prozent. Wobei zu bemerken<br />
ist, dass 70 Prozent der insgesamt 17.510<br />
Hektoliter Weisswein, die 2023 im Tessin<br />
produziert wurden, auf weiss gekelterten<br />
Merlot entfallen. Ein echter Gassenhauer<br />
also.<br />
«Weissweine sind ein riesiger Trend im<br />
Tessin. Der Markt bewegt sich vor allem<br />
in diese Richtung», stellt De Martin fest.<br />
Und dieser Trend beschränkt sich natürlich<br />
nicht nur auf weiss gekelterten Merlot.<br />
Kommt einer seiner Traubenlieferanten<br />
aktuell auf ihn zu, weil er neue Rebsorten<br />
pflanzen möchte, empfiehlt De Martin<br />
deshalb weisse Sorten. Die richtige Sorte<br />
zu finden, gestaltet sich laut ihm jedoch<br />
durchaus herausfordernd. Bei Gialdi experimentierte<br />
man erfolglos mit Sémillon und<br />
füllt in diesem Jahr erstmals einen reinsortigen<br />
Viognier ab. «Wäre die Goldgelbe<br />
Vergilbung nicht da, wäre Chardonnay die<br />
beste weisse Traube fürs Tessin», stellt der<br />
Önologe fest.<br />
EINE INTERESSANTE, ABER<br />
SCHWIERIGE LIEBE<br />
Die Goldgelbe Vergilbung ist eine Rebkrankheit,<br />
die durch Bakterien, sogenannte<br />
Phytoplasmen, verursacht wird und erstmals<br />
1949 in der französischen Region<br />
Armagnac festgestellt wurde. Lange Zeit<br />
Fotos: Jason S. Cipparrone, Gialdi Vini / Hans-Peter Siffert, Chiara Zocchetti, Diana Bovoloni, beigestellt, Getty Images<br />
88 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Beim Weingut Zündel spielen<br />
Weissweine schon länger<br />
eine bedeutende Rolle. Einen<br />
wichtigen Chardonnay-Rebberg<br />
musste man wegen der<br />
Goldgelben Vergilbung roden.<br />
beschränkte sich die<br />
Krankheit auf Weinregionen<br />
in Süd europa, seit<br />
der Jahrtausendwende tritt<br />
sie jedoch auch in unseren<br />
Breiten auf. Die Rebkrankheit<br />
wird von der Amerikanischen Rebzikade<br />
übertragen und führt zwangsläufig<br />
zum Absterben der Rebstöcke. Da keine<br />
Behandlung möglich ist, bleibt nur, die<br />
Rebstöcke zu roden. Bekanntestes Beispiel<br />
hierfür ist sicherlich Christian Zündels<br />
Chardonnay-Parzelle in der Lage Carbonisc,<br />
in der die Trauben für seinen legendären<br />
Dosso einst wuchsen. 2015 wurde dieser<br />
Chardonnay – der zweifellos zum besten<br />
aus der Rebsorte im gesamten deutschsprachigen<br />
Raum zählte – zum letzten Mal<br />
produziert. Danach mussten die Rebstöcke<br />
gerodet werden. Zündel erkannte früh, dass<br />
das Tessin grosses Potenzial für die Produktion<br />
von hochstehenden Weissweinen besitzt.<br />
Eine Meinung, die auch seine Tochter<br />
Myra teilt, die heute den Familienbetrieb<br />
leitet. «Die Weissweine, die hier entstehen,<br />
zeigen deutlich, dass das Klima sehr gut für<br />
den Anbau von weissen Sorten geeignet ist.<br />
Sie sind sehr mineralisch, elegant und niedrig<br />
im Alkohol, was ich sehr wichtig finde.<br />
Besonders heute, wo elegante, leichte Weine<br />
gesucht werden. Auch bei den Rot-<br />
<<br />
Myra Zündel und ihr<br />
Bruder Manuel (Kreis).<br />
Die Winzerin sieht<br />
grosses Potenzial für<br />
Weisswein im Tessin.<br />
Seit geraumer Zeit<br />
kultiviert man Erbaluce<br />
aus dem Piemont.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
89
wein / WEISSES TESSIN<br />
Marc Holzwarth,<br />
Betriebsleiter<br />
der Cantina<br />
Blass, sieht<br />
die Weissweinproduktion<br />
auch als<br />
kreative Spielwiese.<br />
Einen Teil vinifiziert<br />
er in Amphoren.<br />
<<br />
weinen. Ich sehe grosses Potenzial für<br />
Weissweine, weshalb wir dabei sind, mehr<br />
weisse Sorten anzubauen», berichtet die<br />
Winzerin. Auch bei Familie Zündel gestaltet<br />
sich die Suche nach der richtigen Rebsorte<br />
schwierig – zumal Chardonnay aus dem<br />
Rennen ist. Um geeignete weisse Sorten zu<br />
finden, haben die Zündels eine Versuchsparzelle<br />
angelegt, in der diverse Sorten auf<br />
Herz und Nieren geprüft werden – von<br />
Alvarinho über Savagnin bis hin zu Piwi-<br />
Kreuzungen. Aktueller Spitzenreiter ist die<br />
Sorte Erbaluce aus dem nahegelegenen Alto<br />
Piemonte, die Myra Zündel insbesondere<br />
wegen ihres Charakters schätzt. «Die Sorte<br />
hat sehr viel Säure, sehr viel Präsenz, ist<br />
im Anbau aber nicht ganz einfach. Eine<br />
schwierige, aber spannende Liebe», lässt sie<br />
lachend verlauten.<br />
SPIELWIESE WEISSWEIN<br />
Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten<br />
ist im warmen, feuchten Klima des<br />
Tessins ein schlagendes Argument. Marc<br />
Holzwarth, Betriebsleiter bei Cantina Blass,<br />
entdeckt diesen Vorteil aktuell bei der Rebsorte<br />
Chenin Blanc, die er vor zwei Jahren<br />
IN DEN LETZTEN<br />
DEKADEN IST DER<br />
WEISSWEINANTEIL IM<br />
TESSIN AUF 35<br />
PROZENT GESTIEGEN.<br />
DAS GROS HIERVON IST<br />
AKTUELL BIANCO DI<br />
MERLOT.<br />
gepflanzt hat. Das Weingut wurde im letzten<br />
Jahr im Rahmen des «<strong>Falstaff</strong> Swiss Wine<br />
Travel Guide» für die «Kollektion des Jahres»<br />
ausgezeichnet. In den letzten Jahren hat<br />
man die mit weissen Sorten bestockte Fläche<br />
stark vergrössert und auf einen Anteil von<br />
40 Prozent ausgebaut. Holzwarth hat in<br />
Geisenheim studiert, ihm wurde sozusagen<br />
das Weisswein-Produzieren eingepflanzt;<br />
er ist grosser Weissweinliebhaber und sieht<br />
enormes Potenzial für weisse Sorten im Tessin.<br />
«Als wir hier 2019 losgelegt haben, haben<br />
wir erst alle Lagen genau studiert. Eine<br />
Merlot-Lage, wurde von uns als eine sehr<br />
gute Weisswein-Lage eingeordnet, weshalb<br />
wir dort Chenin Blanc gepflanzt haben»,<br />
berichtet Holzwarth. Der Fakt, dass Weissweine<br />
im Tessin erst seit vergleichsweise<br />
kurzer Zeit wirklich eine Rolle spielen,<br />
bietet Produzenten wie ihm viel Freiheit.<br />
Eine weisse Leitsorte gibt es aktuell nicht,<br />
genauso wenig wie eine gebietsübergreifende<br />
Weissweinstilistik. Die Weissweinproduktion<br />
ist im Tessin eine kreative Spielwiese.<br />
Zumal weisse Sorten vielfältiger in der<br />
Vinifikation sind als Merlot. «Aus weissen<br />
Trauben lassen sich lagerfähige Weissweine,<br />
Orange-Weine, Schaumweine und auch<br />
Süssweine kreieren. Diese Diversität ist eine<br />
grosse Stärke, finde ich», so Holzwarth.<br />
Auch, weil der Weinmarkt sich aktuell stark<br />
verändert. Verlangt wird nach leichten Rotweinen,<br />
Schaumweinen und Weissweinen.<br />
Auch das hat Holzwarth im Blick, wenn er<br />
berichtet, dass er den Weissweinanteil bei<br />
Cantina Blass künftig noch weiter ausbauen<br />
möchte. Sein Ziel: fifty-fifty. Für das<br />
gesamte Tessin sicherlich zu hoch gegriffen,<br />
aber in den nächsten Dekaden wird sich<br />
noch einiges tun. Potenzial für weisse Sorten<br />
ist auf jeden Fall vorhanden.<br />
<<br />
Fotos: Mike Krishnatreya, Cantina Blass<br />
90 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
wein / WEISSES TESSIN<br />
BEST OF<br />
WEISSES TESSIN<br />
95<br />
92<br />
91<br />
2022 VELABONA<br />
ZÜNDEL AZIENDA AGRICOLA,<br />
CROGLIO-CASTELROTTO<br />
In der Nase Apfel, weisse Blüten,<br />
Schiefer und etwas Vanille. Am<br />
Gaumen cremig, mit einer an Zitrusfrüchte<br />
erinnernden Säure und<br />
mineralischen Noten. Langer, leicht<br />
herber Abgang.<br />
vinothek-brancaia.ch, CHF 40,–<br />
2022 ICONTI<br />
TAMBORINI VINI, LAMONE<br />
Aromen von Kernobst, Dörrapfel,<br />
reifen tropischen Früchten und<br />
gerösteter Kokosnuss sowie etwas<br />
Nussbutter. Am Gaumen cremig,<br />
geschmeidig und ausgeglichen.<br />
Mineralische Noten treffen auf<br />
Röstaromen und eine saftige Säure.<br />
Langes Finale.<br />
moevenpick-wein.com,<br />
CHF 32,80<br />
2022 SASSI GROSSI BIANCO<br />
GIALDI VINI, MENDRISIO<br />
Kandierte Zitrusfrüchte, reifer Apfel,<br />
helle Steinfrüchte, dazu harmonisch<br />
passende Röstnoten, etwas Rauch<br />
und Lakritze. Am Gaumen eher<br />
schlank und frisch mit gewissem<br />
Süsseeindruck und reifer Säure. Zitrische<br />
Noten und Vanillenuancen im<br />
langen Nachhall. Verbleibt saftig am<br />
Gaumen.<br />
shop.gialdi.ch, CHF 32,–<br />
94<br />
91<br />
91<br />
2021 CASTELLO LUIGI BIANCO<br />
CASTELLO LUIGI, BESAZIO<br />
Komplexe, intensive Nase mit Noten<br />
von Ananas, gedörrt und frisch,<br />
weissen Blüten, Apfel und Agrumen.<br />
Dazu eine dezente kräutrige Würze,<br />
etwas Süssholz und Bienenwachs.<br />
Am Gaumen straffe, geradlinige und<br />
saftige Säure, Aroma von Agrumen<br />
und Honig sowie eine salzige Anmut<br />
im langen Abgang.<br />
moevenpick-wein.com, CHF 169,–<br />
2022 PENELOPE<br />
CANTINA BLASS, ASTANO<br />
In der Nase Aromen von reifer Birne,<br />
Quitte und weissen Blüten, vor<br />
einem tropischen Hintergrund mit<br />
etwas Mango, Ananas und gerösteter<br />
Kokosnuss. Am Gaumen ausgeglichen<br />
und geschmeidig, mit einer<br />
gut eingebundenen Säure und fruchtig-herben<br />
Noten. Langes Finale.<br />
cantinablass.ch, Ausverkauft<br />
2022 CHARDONNAY AMPHORA<br />
TENUTA CASTELLO DI MORCOTE,<br />
VICO MORCOTE<br />
Noten von Zitruskonfitüre und<br />
Pomelo in der Nase. Dazu gesellen<br />
sich Aprikose, Anklänge von gerösteten<br />
Nüssen und etwas Melisse.<br />
Am Gaumen leicht und filigran, mit<br />
feinem Säurefaden und kreidigem<br />
Finish.<br />
castellodimorcote.shop, CHF 45,–<br />
93<br />
91<br />
91<br />
2022 ALBALUCE<br />
ZÜNDEL AZIENDA AGRICOLA,<br />
CROGLIO-CASTELROTTO<br />
Vielschichtige Nase mit reifen und<br />
getrockneten Steinfrüchten, Zitruszeste,<br />
weissen Blüten, mineralischen<br />
Noten und frischen Kräutern.<br />
Am Gaumen straff, mit viel Trinkfluss<br />
dank einer knackigen Säure.<br />
Mineralisch und mit einem langen<br />
Abgang.<br />
cantinadelmulino.ch, CHF 43,–<br />
2023 MATTO<br />
KOPP VON DER CRONE VISINI,<br />
LUGANO<br />
Aromatisches Bukett mit sortentypischen<br />
Aromen von Stachelbeeren,<br />
Zitrusfrüchten und Steinfrucht<br />
untermalt von Kräutern und mineralischen<br />
Noten. Am Gaumen mit<br />
gutem Trinkfluss dank einer saftigen<br />
Säure. Schöne Frucht und ein<br />
langer, leicht kräutriger Abgang.<br />
cantinabarbengo.ch, CHF 25,–<br />
2022 VINATTIERI BIANCO<br />
RISERVA, VINATTIERI TICINO SA,<br />
LIGORNETTO<br />
In der Nase Noten von kandierten<br />
Zitrusfrüchten, Pfirsich und Papaya.<br />
Dazu etwas Karamell und florale<br />
Anklänge. Am Gaumen erstaunlich<br />
elegant und frisch. Dezent phenolisches<br />
langes Finale.<br />
vinattieri.ch, CHF 59,–<br />
Fotos: beigestellt<br />
92 falstaff feb –mär <strong>2025</strong>
VINOPHILE<br />
SCHÄTZE<br />
Sonnige Südhänge, vielfältige Böden<br />
und milde Seewinde schaffen ideale<br />
Bedingungen für ausdrucksstarke Weine.<br />
TESSIN<br />
Eine Weinkellerei,<br />
zwei Produktlinien<br />
Die Weinkellerei Gialdi produziert<br />
zwei klar definierte Weinlinien, die<br />
sich dank der unterschiedlichen<br />
Herkunft der Trauben organoleptisch<br />
stark voneinander unterscheiden.<br />
Die Produktlinie «Gialdi» steht für<br />
Weine, die aus der Vinifizierung von<br />
Trauben aus der Tre-Valli-Region im<br />
Norden des Kantons Tessin stammen.<br />
Während die sandigen Böden diesen<br />
«nördlichen» Weinen deren würzige<br />
und balsamische Noten verleihen,<br />
trägt das Muttergestein aus Gneis und<br />
Granit zur Persönlichkeit sowie zum<br />
starken Charakter bei und unterstützt<br />
das gute Alterungspotenzial. Die<br />
Produktlinie «Brivio» hingegen konzentriert<br />
sich auf die Herstellung von Weinen<br />
aus dem Südtessin. Hier sind die<br />
Böden kalk- und lehmhaltig, schwerer<br />
und tiefer als im Norden. Die daraus<br />
resultierenden Weine sind vollmundig,<br />
weich und von grosser Eleganz.<br />
GIALDI VINI SA<br />
Via Vignoo 3<br />
6850 Mendrisio<br />
T: +41 91 6403030<br />
gialdi.ch<br />
ADVERTORIAL Foto: © Reto Albertalli; Egli Berruti; Shutterstock; Beigestellt<br />
Der perfekte Wein für<br />
besondere Momente<br />
Der Vinattieri Bianco wird aus den<br />
besten weissen Trauben hergestellt<br />
und passt perfekt zu Aperitifs, Geschäftsessen<br />
oder romantischen<br />
Abenden. Der Verschnitt aus Chardonnay,<br />
Sauvignon Blanc und Sémillon<br />
reift in französischen Eichenfässern<br />
und überzeugt mit Finesse und<br />
Persönlichkeit. Seit über 40 Jahren<br />
produziert die Weinkellerei Vinattieri<br />
in Ligornetto neben Weissweinen<br />
auch Rotweine von grosser Tiefe, die<br />
international für ihre aussergewöhnlichen<br />
Aromen geschätzt werden. Die<br />
Möglichkeit, die Weine vor Ort in der<br />
einzigartigen Atmosphäre des Kellers<br />
zu verkosten, macht jeden Besuch zu<br />
einem besonderen Erlebnis.<br />
VINATTIERI TICINO SA<br />
Via Siro E Gianmaria Comi 4<br />
6853 Ligornetto<br />
T: +41 91 6472332<br />
vinattieri.ch<br />
Einzigartiges Terroir<br />
Eingebettet zwischen Voralpen und<br />
Po-Ebene erstreckt sich das Weingut<br />
Tenuta Castello di Morcote auf<br />
einer Landzunge, die fast vollständig<br />
vom Luganersee umschlossen ist.<br />
Sieben Hektar terrassierte Weinberge,<br />
Olivenhaine, Wälder und Weiden<br />
prägen die Landschaft. Über allem<br />
thront das Schloss Morcote aus dem<br />
15. Jahrhundert. Die steilen Südhänge<br />
zwischen 400 und 500 Metern<br />
über dem Meer bieten ein aussergewöhnliches<br />
Terroir: Der Boden aus<br />
rosafarbenem Porphyr vulkanischen<br />
Ursprungs ist im Tessin einzigartig.<br />
Thermische Seewinde sorgen für ein<br />
ausgeglichenes Mikroklima. Nachhaltigkeit<br />
steht im Fokus – biologischer<br />
und biodynamischer Anbau fördern<br />
die Artenvielfalt. Spitzenweisswein,<br />
unfiltriert: der Chardonnay wird zum<br />
Teil aus ganzen Trauben in Amphoren<br />
aus Keramikmaterial vinifiziert.<br />
TENUTA CASTELLO DI MORCOTE<br />
Strada al Castel 28<br />
6921 Vico Morcote<br />
T: +41 91 9961230<br />
castellodimorcote.ch<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 93
Die ertragreichste Weissweinsorte<br />
des Burgunds ist der Chardonnay,<br />
der in Eichenfässern heranreift<br />
und zarte Blütenaromen mit<br />
feiner Holznote entfaltet.<br />
WEISSWEINLAND<br />
FRANKREICH<br />
Das Weinland Frankreich bietet eine unglaubliche Vielfalt – auch,<br />
was die Weissweine angeht. In fast allen Regionen der Grande Nation<br />
gibt es spannende weisse Tropfen zu entdecken, von leicht und süss<br />
über erfrischend sauer bis zu cremig und im Holzfass gereift.<br />
Frankreich gilt als das Weinland<br />
schlechthin. Die Grande Nation<br />
kann auf eine lange Weinbaugeschichte<br />
zurückblicken, denn die<br />
ersten Reben wurden bereits im 6. Jahrhundert<br />
vor Christus von den Griechen<br />
angebaut. Diese hatten Teile des heutigen<br />
Südfrankreichs kolonisiert und ihre eigenen<br />
Pflanzen und Wissen zu deren Anbau<br />
und Verarbeitung mitgebracht. Dazu<br />
gehörten Reben, denn die Griechen kelterten<br />
damals bereits seit rund 1000 Jahren<br />
Wein – sowohl aus roten als auch weissen<br />
Traubensorten. Später wurde der Rebbau<br />
dann von den Römern weiter gepflegt,<br />
nach dem Untergang des Römischen<br />
Reichs übernahmen die Klöster die Weinherstellung.<br />
Bereits im 14. Jahrhundert<br />
stellten Burgunder Mönche beliebte<br />
Weissweine aus der Sorte Chardonnay her.<br />
Über die folgenden Jahrhunderte entwickelten<br />
die französischen Nonnen und<br />
Mönche viele Techniken zum Weinanbau<br />
und zur Weinbereitung. Gleichzeitig entstanden<br />
durch gezielte Züchtungen, zufällige<br />
Kreuzungen im Rebberg, genetische<br />
Mutationen und Handel mit anderen Ländern<br />
zahlreiche neue Traubensorten, von<br />
denen viele bis heute angebaut werden.<br />
Fast alle der beliebtesten internationalen<br />
Sorten haben ihren Ursprung in Frankreich,<br />
etwa Chardonnay, Sauvignon Blanc<br />
und Weissburgunder.<br />
Heute kommen einige der berühmtesten<br />
und teuersten weissen Tropfen der Welt aus<br />
der Grande Nation. Bei den rund 14 Millionen<br />
Hektoliter Weisswein, die jährlich in<br />
Frankreich gekeltert werden, ist aber auch<br />
einiges fürs kleinere Portemonnaie dabei.<br />
Vor allem in den südfranzösischen Regionen<br />
wie etwa dem Languedoc-Roussillon<br />
findet jeder Weinliebhaber Weisswein-<br />
Schnäppchen. Genauso in Bordeaux, wo<br />
die Rotweine grosses Prestige haben, die<br />
erfrischenden Weissweine aber in der Regel<br />
zu sehr guten Preisen angeboten werden.<br />
DIE VIELFALT EINES LANDES<br />
Es werden aber auch in fast allen anderen<br />
Regionen des Landes gute weisse Tropfen<br />
in jeder Preisklasse hergestellt. Vom Elsass<br />
mit seinen süss-aromatischen Gewürztraminern<br />
und reichhaltigen Grauburgundern<br />
über das Burgund mit seinen komplexen<br />
Chardonnays und erfrischenden Aligotés,<br />
das Rhônetal mit seinen intensiven Marsanne-Roussanne-Blends<br />
bis zur Loire mit<br />
94<br />
falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
ALDI SUISSE<br />
ihren vielschichtigen Sauvignon Blancs,<br />
ausgeglichenen Chenins und knackigen<br />
Muscadets, die Vielfalt der französischen<br />
Weissweine ist beispiellos.<br />
Der Grund für die Diversität liegt in der<br />
Geografie Frankreichs. Das Land ist topografisch<br />
sehr divers, mit vielen verschiedenen<br />
Bodentypen, Klimas und Mikroklimas.<br />
Der mediterrane Raum ist warm und recht<br />
trocken, das Elsass hat viel Sonnenschein,<br />
kühle Winter und warme Sommer, das<br />
Loiretal wird weitläufig vom Atlantischen<br />
Ozean mit seinen kühlen, feuchten Winden<br />
beeinflusst. So wachsen in den verschiedenen<br />
Gegenden unzählige Rebsorten. Aber<br />
nicht nur das, je nach Klima und Bodenbeschaffenheit<br />
sind die Weine, die aus ihnen<br />
gekeltert werden, ganz unterschiedlich.<br />
Gleichzeitig gibt es in den verschiedenen<br />
Weingegenden und ihren Subregionen viele<br />
Produzenten und Philosophien der Weinherstellung.<br />
Auch das trägt zur grossen<br />
Vielfalt der französischen Weissweine bei.<br />
Im Burgund sind Anbau und Produktion<br />
etwa stark reglementiert, in vielen südfranzösischen<br />
Regionen haben die Winzer hingegen<br />
grosse Freiheiten. Dort gibt es dann<br />
auch immer etwas Neues zu entdecken. Ob<br />
süss, mit einer knackigen Säure oder cremig-sanft,<br />
ob für Traditionalistinnen oder<br />
abenteuerliche Trinker, in Frankreich gibt<br />
es für jeden Weinliebhaber den passenden<br />
Weisswein.<br />
WEINE IN DEN ALDI SUISSE-FILIALEN<br />
2023 HUBSTER GEWÜRZTRAMINER AOP<br />
Arthur Metz, Marlenheim<br />
89 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />
13 Vol.-%. Intensive Nase mit Aromen von Rose,<br />
Mango und Orange, untermalt von einer feinen<br />
Kräuterwürze und Mineralik. Am Gaumen vollmundig,<br />
es treffen herbe Noten auf eine leichte Süsse<br />
und eine gut integrierte Säure. CHF 7,95<br />
2023 SECRET BOISÉ GRANDE RÉSERVE<br />
CHARDONNAY IGP<br />
SASU Fonjoya Delta, Saint-Saturnin-de-Lucian<br />
89 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />
13 Vol.-%. In der Nase kräftige Röstnoten, Nelken<br />
und Vanille, untermalt von reifem Apfel und aromatischen<br />
weissen Blüten. Am Gaumen geschmeidig,<br />
sanft und ausgeglichen. Endet in einem langen, von<br />
Röstnoten begleiteten Abgang. CHF 6,99<br />
2023 CHARETTE CHARDONNAY VDF<br />
Les Grands Chais de France, Petersbach<br />
88 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />
12 Vol.-%. Zeigt in der Nase Aromen von Zitrusfrüchten,<br />
weissen Blüten und grünem Apfel. Am<br />
Gaumen ausgeglichen, mit einer gut integrierten,<br />
erfrischenden Säure. Endet mit einer leichten Bitternote.<br />
CHF 3,49<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Shutterstock; beigestellt<br />
Von Chardonnay über<br />
Gewürztraminer und<br />
Grauburgunder bis hin zu<br />
Sauvignon Blanc – in fast<br />
allen Regionen Frankreichs<br />
werden Weissweine<br />
hergestellt.<br />
2023 SAUVIGNON BLANC IGP<br />
Weinwelt <strong>Schweiz</strong> AG, Martigny<br />
88 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten<br />
12,2 Vol.-%. Sortentypische Nase mit Aromen von<br />
Zitrusfrüchten wie Grapefruit und Limetten sowie<br />
ein Hauch Passionsfrucht. Am Gaumen ausgeglichen<br />
und etwas herb, mit Zitrusnoten und tropischer<br />
Frucht im Abgang. CHF 3,49<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
vinoteca.aldi-suisse.ch<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 95
wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />
MERLOT<br />
VIELSEITIGES<br />
GENIE<br />
Die Weine aus der Merlottraube sind<br />
geprägt von tiefer Kirschfrucht und<br />
eleganter Struktur, die Besten verfügen<br />
über Charme und Reifepotenzial.<br />
Foto: Victoria Moloman / Getty Images<br />
96 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Egal, ob als Teamplayer oder als<br />
Solotänzer, der Merlot macht<br />
immer eine gute Figur. Saftig und<br />
elegant, ausgestattet mit runden,<br />
samtigen Tanninen ist die Sorte ein<br />
optimaler Cuvéepartner. Wenngleich<br />
Merlot auch in Übersee Verbreitung<br />
gefunden hat, stehen von dort die<br />
ganz grossen Weine – abgesehen von<br />
vereinzelten Kaliforniern – noch aus.<br />
Wir blicken daher hier auf Europas<br />
Merlot-Eliten.<br />
TEXT PETER MOSER, OTHMER KIEM, DOMINIK VOMBACH<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
97
wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />
MEIST WIRD DER MERLOT<br />
ALS CUVÉEPARTNER<br />
VERWENDET, REINSORTIGE<br />
SPITZENWEINE SIND RAR.<br />
Der Merlot von Massetto<br />
in Bolgheri ist ein<br />
absoluter Kultwein.<br />
Mit mehr als einer Viertelmillion<br />
Hektar Rebfläche<br />
ist der Merlot weltweit die<br />
am zweitmeisten verbreitete<br />
Rebsorte, übertroffen<br />
nur von Cabernet Sauvignon, der ihn schon<br />
in den späten Neunzigerjahren überholt<br />
hat. In ihrem Ursprungsland Frankreich<br />
aber ist die Rotweinsorte heute mit rund<br />
115.000 Hektar noch klare Nummer eins.<br />
Ihr grosser Vorzug ist ihre Anpassungsfähigkeit:<br />
Sie stellt keine hohen Ansprüche<br />
an den Boden, nur zu heiss sollte es nicht<br />
sein. Merlot bringt stoffige, seidige Weine<br />
hervor, die gerne als Verschnitt mit<br />
anderen Sorten verwendet werden.<br />
Entstanden ist die Rebsorte wohl als<br />
Zufallskreuzung im Südwesten Frankreichs.<br />
Bereits im 14. Jahrhundert war sie<br />
IN BORDEAUX IST<br />
DER MERLOT DIE AM<br />
MEISTEN ANGEBAUTE<br />
SORTE, AM RECHTEN<br />
UFER DER GIRONDE<br />
FÜHLT ER SICH<br />
BESONDERS WOHL.<br />
Marco Balsimelli ist<br />
seit Jänner 2024<br />
in Bolgheri in der<br />
Toskana als Direktor<br />
für die Merlot-<br />
Legende Masseto<br />
verantwortlich.<br />
unter dem Namen «Crabutet Noir»<br />
bekannt, später als «Merlau». Die<br />
Bezeichnung Merlot wird erstmals im Jahr<br />
1784 nachgewiesen.<br />
Mittels DNA-Analyse konnte in den<br />
späten 1990er-Jahren Cabernet Franc als<br />
ein Elternteil ermittelt werden. Etwa zehn<br />
Jahre später wurde die fast ausgestorbene<br />
Sorte Magdeleine Noire de Charentes als<br />
zweiter Elternteil identifiziert.<br />
UNKOMPLIZIERTER<br />
SUPERSTAR<br />
Seine starke globale Verbreitung<br />
verdankt der Merlot dem<br />
Umstand, dass er auch noch<br />
bei höheren Erträgen sehr<br />
ordentliche, preiswerte<br />
Konsumweine hervorbringt.<br />
Fotos: beigestellt, Peter Moser, Shutterstock<br />
98 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Olivier Berrouet vinifiziert<br />
den berühmten Pomerol Pétrus,<br />
vor ihm war sein Vater<br />
Jean-Claude 44 Jahre lang<br />
Kellermeister der Familie Moueix.<br />
Aufgrund seines frühen<br />
Austriebs zählt Merlot zu den<br />
frühreifen Sorten – man erntet ihn rund<br />
zwei Wochen vor Cabernet Sauvignon, er<br />
kann daher auch in «Cool-Climate-<br />
Zonen» gute Ergebnisse bringen.<br />
Der berühmteste reinsortige Merlot aus<br />
seinem Ursprungsland ist ohne Zweifel<br />
jener von Château Pétrus aus der Appellation<br />
Pomerol in Bordeaux. Geht man<br />
diesem zauberhaften Gewächs buchstäblich<br />
auf den Grund, findet man ein sehr<br />
spezielles Terroir. Unter einer Oberfläche<br />
von Sand und Kies liegt in tieferen Schichten<br />
blauer Lehm, der hier nur auf rund 20<br />
Hektar zu finden ist. Die blaugraue Farbe<br />
stammt von einem reduzierten Eisenanteil<br />
im wassergesättigten Boden, zu dem sich<br />
die Rebwurzeln tief hinunterarbeiten. Der<br />
spezielle nährstoffreiche Untergrund<br />
verleiht Pétrus-Weinen eine<br />
unverwechselbare, tiefe Aromatik. Mit dem<br />
Garagenwein Le Pin, der erstmals im Jahr<br />
1979 vinifiziert wurde, hat Pétrus direkt in<br />
Pomerol einen kleinen, aber unübersehbaren<br />
Konkurrenten bekommen.<br />
Reinsortige Merlots im Spitzensegment<br />
sind weltweit rar, wesentlich öfter wird die<br />
Sorte als Cuvéepartner, vorzugsweise mit<br />
Cabernet Sauvignon ausgebaut. So ist das<br />
in Bordeaux, wo Merlot die Cuvées am<br />
rechten Ufer in Saint-Émilion und Pomerol<br />
dominiert, und auch am linken Ufer, wo er<br />
meist als charmante Ergänzung fungiert.<br />
VIELSEITIG IN ITALIEN<br />
Ein weiterer Superstar unter den puren<br />
Merlots jedoch ist der Masseto aus<br />
Bolgheri in Italien. Auch dieser Kultwein<br />
wäre ohne das passende Terroir wohl nicht<br />
zu vergleichbarer Grösse aufgelaufen. Tief<br />
unter den Reben liegt ein uraltes Stück<br />
Meeresboden aus dem Pliozän, das sich im<br />
Laufe von Millionen von Jahren in blauen<br />
Lehm verwandelte.<br />
Gerade in Italien hat Merlot eine bemerkenswerte<br />
Vielfalt an Ausdrucksformen<br />
gefunden. Obwohl sie hier nie denselben<br />
Kultstatus wie Sangiovese oder Nebbiolo<br />
erreicht hat, etablierte sich die Rebsorte<br />
besonders in einigen Regionen Italiens als<br />
Botschafter für qualitative Spitzenweine.<br />
Mit knapp 25.000 Hektar steht das Land<br />
im Merlot-Flächenranking weltweit an<br />
zweiter Stelle hinter Frankreich. Die toskanische<br />
Küste ist für einige der prestigeträchtigsten<br />
Merlot-Weine Italiens be-<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
99
wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />
Jacques Thienpont schuf mit<br />
dem supereleganten Le Pin das<br />
Vorbild für die sogenannten<br />
Garagenweine.<br />
<<br />
kannt. Bolgheri, das Epizentrum dieser<br />
Entwicklung, hat mit Weinen wie Masseto,<br />
Messorio und zuletzt San Walfredo von<br />
Guado al Tasso (Antinori) internationale<br />
Anerkennung erlangt. Etwas weiter südlich<br />
begeistern Redigaffi und Baffonero. Diese<br />
Weine zeigen, dass Merlot in der Lage ist,<br />
auf den sandigen und tonhaltigen Böden<br />
der Küstenregion immense Tiefe, Eleganz<br />
und Lagerfähigkeit zu entwickeln. Masseto<br />
gilt als Symbol für den toskanischen Merlot<br />
par excellence.<br />
Auch im Landesinneren der Toskana hat<br />
Merlot beachtliche Erfolge gefeiert. Apparita<br />
von Castello di Ama, Petrolos Galatrona<br />
oder Ricolma von San Giusto a Rentennano<br />
sind herausragende Beispiele für die Fähigkeit<br />
der Rebsorte, in den hügeligen Regionen<br />
mit Lehm- und Kieselböden komplexe<br />
und strukturierte Weine hervorzubringen.<br />
Hier zeigt sich der Merlot von einer frischeren<br />
und mineralischeren Seite, was ihn zu<br />
Der Pinienbaum neben dem<br />
vielleicht kleinsten «Château»<br />
am rechten Ufer in Bordeaux<br />
gab dem Le Pin seinen Namen.<br />
Merlot ist eine beliebte Sorte für Cuvées,<br />
reinsortige Weine aus ganz Europa zeigen aber,<br />
dass er auch solo eine gute Figur machen kann.<br />
DER SCHWEIZER<br />
KANTON TESSIN<br />
BIETET DER REBSORTE<br />
MERLOT EINEN<br />
NAHEZU IDEALEN<br />
STANDORT.<br />
einem unverzichtbaren Bestandteil des modernen<br />
toskanischen Weinbaus macht.<br />
Auch im Nordosten Italiens, in Venetien<br />
und Friaul, hat Merlot eine lange Tradition.<br />
Miani, ein kleiner Betrieb im Friaul, erzeugt<br />
Weine von bemerkenswerter Intensität und<br />
Tiefe, die das Terroir auf einzigartige Weise<br />
widerspiegeln. Ebenso überzeugt Vistorta,<br />
wo Merlot mit traditionellem Handwerk<br />
und modernem Know-how zu langlebigen,<br />
eleganten Weinen ausgebaut wird.<br />
Die Erfolgsgeschichte des Merlot in Italien<br />
zeigt, dass diese internationale Rebsorte<br />
trotz ihrer französischen Herkunft eine tiefe<br />
Verwurzelung in den unterschiedlichsten<br />
Regionen Italiens gefunden hat.<br />
TESSINER ROTWEINWUNDER<br />
In der <strong>Schweiz</strong> waren im Jahr 2023 rund<br />
1220 Hektar mit Merlot bestockt – 32 Prozent<br />
mehr als noch im Jahr 2003. Damit<br />
ist Merlot nach Pinot Noir und Chasselas<br />
die drittwichtigste Sorte des Landes, was<br />
die Anbaufläche betrifft. Kultiviert wird sie<br />
heute in allen wichtigen Anbaugebieten,<br />
wobei der Fokus klar auf dem Tessin liegt.<br />
Dort befinden sich rund 70 Prozent der<br />
gesamten Merlot-Rebfläche der <strong>Schweiz</strong>.<br />
Hier galt die Sorte zunächst als süffiger<br />
Landwein, präsentiert sich seit den 1980ern<br />
dann massgeblich vom Bordeaux inspiriert<br />
und deutlich gehaltvoller.<br />
Seit einigen Jahren findet die nächste Stilrevolution<br />
statt: Die Tessiner Top-Merlot-<br />
Gewächse werden immer eleganter – und<br />
das, obwohl die Temperaturen und damit<br />
die Alkoholgehalte steigen. Das Tessin ist<br />
zweifellos eine der wenigen Regionen in Eu-<br />
Fotos: beigestellt, Paul Winch-Furness / World Food Photography Awards sponsored by Bimi®, Peter Moser,<br />
Faber & Partner Düsseldorf, StockFood / Morris, Steven, Lucile Carmet / World Food Photography Awards sponsored by Bimi®<br />
100 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
René Pöckl aus Mönchhof<br />
in Österreich erzeugt<br />
seinen reinsortigen Merlot<br />
nur in den bestgeeigneten<br />
Jahrgängen.<br />
Krutzler<br />
ropa, in denen Merlot reinsortig<br />
auf hohem Niveau produziert<br />
wird. Neben dem Tessin finden sich<br />
in der <strong>Schweiz</strong> vor allem im Waadtland<br />
und im Kanton Genf ansehnliche Merlot-<br />
Gewächse.<br />
PANNONISCHE CHARMEURE<br />
In Österreich – hier ist die Sorte seit 1986<br />
zugelassen – sind reinsortige Merlots im<br />
absoluten Topsegment eher eine Rarität,<br />
mancher Spitzenwinzer erzeugt Merlot<br />
pur nur in Ausnahmejahren. Zu den<br />
regelmässigen Lieferanten von Spitzenergebnissen<br />
zählt Reinhold Krutzler aus<br />
Deutsch-Schützen im Südburgenland,<br />
der den Wein mit dem markanten roten<br />
Künstleretikett von Nikolaus Schermann<br />
schon seit 1997 erzeugt. Leo Aumann aus<br />
Tribuswinkel in der Thermenregion blickt<br />
bei seinem Merlot Harterberg ebenfalls<br />
auf eine langjährige Tradition zurück. Im<br />
Jahrgang 2019 wurde dem Wein mit 97<br />
Punkten anlässlich der Rotweinprämierung<br />
ein absoluter Topscore zugesprochen.<br />
Andere Winzer produzieren ihren reinsortigen<br />
Merlot nur in Spitzenjahrgängen,<br />
dann gehören diese Weine aber zum Besten,<br />
was Österreich in Rot zu bieten hat.<br />
Manche dieser Weine wie jene von Albert<br />
Gesellmann aus Deutschkreutz oder von<br />
René Pöckl aus Mönchhof tauchen auf<br />
regulären Preislisten gar nicht auf, was sie<br />
andererseits noch begehrter macht. Zu den<br />
weiteren Top erzeugern von reinem Merlot<br />
zählen Leberl, Migsich, Josef Tesch oder<br />
Fritz Wieninger, aber auch Hans und Anita<br />
Nittnaus aus Gols mit dem bisher singulären<br />
Merlot Blaache 2017.<br />
Im benachbarten Ungarn sollte man in<br />
Bezug auf reinsortigen Merlot zwei Namen<br />
einspeichern. Da wäre einmal Attila<br />
Gere aus Villany, der aus seiner Topriede<br />
Kopár einen beeindruckenden Merlot<br />
herstellt, der 16 Monate in neuen Barriques<br />
vinifiziert wird. Das hat das sowohl<br />
in Tokaj wie in Villany ansässige Weingut<br />
Sauska animiert, dem nachzueifern.<br />
Deren Merlot kommt aus dem Grand Cru<br />
Csukma, ebenfalls in Villany.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
101
wein / EUROPAS BESTE MERLOTS<br />
MERLOT:<br />
BEST OF EUROPA<br />
100<br />
99<br />
98<br />
2021 VIGNA GALATRONA MERLOT<br />
VAL D’ARNO DI SOPRA DOC<br />
Petrolo, Bucine, Toskana, Italien<br />
Dunkel leuchtendes Rubinrot. Edle<br />
würzige Nase nach Schwarzen<br />
Johannisbeeren, feinen erdigen<br />
Noten, dazu ein Hauch getrocknetes<br />
Rosenblatt, Zigarrenkiste. Am<br />
Gaumen mit süssem Schmelz,<br />
umwoben von herzhaftem, saftigem<br />
Tannin, elegant im Verlauf, kommt<br />
im Finale lang und saftig wieder, im<br />
Ausklang auf feinen würzigen<br />
Tönen, noch etwas jung.<br />
lucullus.ch, CHF 81,–<br />
2021 MASSETO TOSCANA<br />
ROSSO IGT<br />
Masseto, Bolgheri<br />
Toskana, Italien<br />
Leuchtendes, intensives Rubin mit<br />
Violettschimmer. Sehr ansprechende<br />
und reichhaltige Nase nach<br />
Cassis, Brombeere, dazu dunkler<br />
Tabak und Graphit. Dichtmaschiges,<br />
sehr konzentriertes Tannin, baut<br />
sich mächtig auf, viel dunkle Beerenfrucht,<br />
salzig und mit grosser<br />
Länge im Finale, weist ein sicheres<br />
Entwicklungspotenzial auf.<br />
bindella.ch, CHF 775,–<br />
2020 L’APPARITA TOSCANA<br />
ROSSO IGT<br />
Castello di Ama, Toskana, Italien<br />
Dunkel leuchtendes, funkelndes<br />
Rubinrot. Einladende Nase, nach frischen<br />
Brombeeren, Edelholz, hellem<br />
Honig, dazu feine steinige Töne, duftig,<br />
im Ausklang zart nach getrockneten<br />
Blütenblättern und feiner Würze.<br />
Am Gaumen mit strahlender Frucht<br />
und saftigem Kleid, elegant, geschliffen,<br />
sehr gut ausbalanciert, hat hohen<br />
Trinkfluss trotz seiner Komplexität,<br />
im Nachhall tolle salzige Noten.<br />
granchateaux.ch, CHF 212,–<br />
100<br />
98<br />
97<br />
2023 LE PIN<br />
Château Le Pin<br />
Pomerol, Bordeaux, Frankreich<br />
Zart floral unterlegte frische rote<br />
Kirschen, Lakritze, ein Hauch von<br />
Gewürznelken, etwas Johannisbeere,<br />
Mandarinenzesten, sehr delikates<br />
Bukett. Saftig, elegant, komplex,<br />
cremige Tannine, feine dunkle Kirschfrucht,<br />
anhaltende Extraktsüsse,<br />
Brombeeren im Abgang, seidige<br />
Textur, bleibt minutenlang haften,<br />
dunkelbeeriger Nachhall, feiner<br />
Schokoladetouch, grosse Klasse.<br />
granchateaux.ch, CHF 3221,–<br />
2021 PÖCKL MERLOT<br />
WEINGUT PÖCKL<br />
Mönchhof, Burgenland, Österreich<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />
violette Reflexe, zarte Ockerrandaufhellung.<br />
Feine dunkle Herzkirschen,<br />
schwarze Waldbeeren, ein<br />
Hauch von Sanddorn, Nougat und<br />
Edelholz, Velours und Lakritze<br />
unterlegt. Kraftvoll, saftig, reife<br />
dunkle Frucht, präsentes, geschliffenes<br />
Tannin, extraktsüsse Textur,<br />
mineralisch und minutenlang anhaftend,<br />
komplexes, enormes Potenzial.<br />
gerstl.ch, CHF 144,–<br />
2021 SOLUS MERLOT<br />
Attila Gere Pincészete<br />
Villany, Ungarn<br />
Schwarze Herzkirschen, Brombeerconfit,<br />
Nuancen von Lakritze und<br />
Mokka-Röstaromen, feiner Vanilletouch,<br />
ein Hauch von Perigord-Trüffel.<br />
Sehr kraftvoll und saftig, dunkle<br />
Fruchtnuancen, verfügt bei aller samtigen<br />
Opulenz über beeindruckende<br />
Frische, reife, samtige Tannine,<br />
grosse Länge, etwas Nougat,<br />
extraktsüsser Nachhall, sicheres<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
le-bouchon.ch, CHF 59,–<br />
100<br />
98<br />
96<br />
2022 PETRUS<br />
Château Petrus<br />
Pomerol, Bordeaux, Frankreich<br />
Feine Trüffelnuancen, schwarze Kirschen,<br />
Lakritze, ein Hauch von süssen<br />
Gewürzen, vermittelt eine grosse<br />
Frische, komplex, stoffig, reife rote<br />
Waldbeeren, kraftvolle, eingebundene<br />
Tannine, seidig und anhaftend,<br />
salzig im Abgang, vermittelt eine<br />
enorme Länge, mineralisch und<br />
anhaftend, tolles Reifepotenzial,<br />
rotbeerig-zitronige Nuancen im<br />
langen Nachhall, sichere Zukunft.<br />
Fachhandel, ab CHF 5000,–<br />
2021 MESSORIO TOSCANA<br />
ROSSO IGT<br />
Le Macchiole<br />
Bolgheri, Toskana, Italien<br />
Kraftvolles, leuchtendes Rubin mit<br />
feinem Violettschimmer. Intensive<br />
und einladende Nase, satt nach<br />
Brombeere und Heidelbeere, dazu<br />
feine würzige Noten nach Zedernholz<br />
und Pinienzapfen. Sehr gut herausgearbeitete<br />
Frucht am Gaumen, saftig<br />
und knackig, viel feinmaschiges<br />
Tannin, spannt einen weiten Bogen,<br />
im Finale feine Gewürznoten.<br />
caratello.ch, CHF 175,– (Jg. 2020)<br />
2019 ORIZZONTE<br />
Zündel, Tessin<br />
<strong>Schweiz</strong><br />
Intensive, einnehmende, natürlich<br />
wirkende Frucht. Reife Weichsel,<br />
Holunderbeere, Nuancen von<br />
Estragon und Bratenjus. Sehr pur<br />
und elegant. Am Gaumen von<br />
mittlerer Fülle mit offener Struktur,<br />
feines, reifes Tannin, präsente<br />
Fruchtnoten. Langer Nachhall mit<br />
mineralisch-salzigem Eindruck,<br />
kann lange reifen.<br />
hess-selection.ch<br />
CHF 55,–<br />
Fotos: beigestellt<br />
102 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
*SHIRAZ AUSTRALIA BAROSSA VALLEY<br />
GRANGE 2012, 75 CL<br />
530.–<br />
(10 CL = 70.67)<br />
98–99<br />
James<br />
Suckling<br />
*TICINO DOC MERLOT<br />
QUATTROMANI 2022, 75 CL<br />
59.50<br />
(10 CL = 7.93)<br />
99<br />
Robert<br />
Parker<br />
*SAINT-ESTÈPHE AOC 2 ÈME<br />
GRAND CRU CLASSÉ<br />
CHÂTEAU MONTROSE 2018,<br />
75 CL<br />
189.–<br />
(10 CL = 25.20)<br />
Raritäten aus unserem<br />
exklusivsten Weinkeller.<br />
Exklusiv online erhältlich:<br />
mondovino.ch/raritaeten<br />
Preis- und Jahrgangsänderungen sind vorbehalten.<br />
Coop verkauft keinen Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren.<br />
*Nur auf mondovino.ch erhältlich
wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />
WEINJAHR 2024<br />
GUT, ABER<br />
WENIG<br />
Die Südsteiermark an Österreichs<br />
Grenze zu Slowenien brachte 2024<br />
finessenreiche Weissweine mit<br />
ausgeprägtem Sortencharakter hervor.<br />
Foto: Österreich Werbung / ViennaPress / Andreas Tischler<br />
104 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Wie steht es um den Jahrgang 2024? Laut einer<br />
Prognose der Internationalen Organisation für<br />
Wein und Rebe (OIV) ist die Erntemenge global<br />
gesehen so gering wie seit 1961 nicht mehr,<br />
die Qualität ist aber vielerorts beachtlich. Das<br />
<strong>Falstaff</strong>-Wein-Team hat sich die Ergebnisse im<br />
Detail angesehen.<br />
TEXT OTHMAR KIEM, BENJAMIN HERZOG, PETER MOSER, ULI SAUTTER,<br />
SIMON STAFFLER, DOMINIK VOMBACH<br />
ELEGANTE<br />
WEISSE UND<br />
KOMPLEXE<br />
ROTWEINE<br />
ÖSTERREICH<br />
Ein Jahr vieler Extreme,<br />
kleine, aber gute Ernte.<br />
Einmal mehr prägten die Folgen des<br />
Klimawandels das Weinjahr. 2024<br />
bekamen es Österreichs Winzer mit einer<br />
breiten Palette von Auswirkungen zu tun,<br />
insgesamt fiel die Erntemenge aufgrund<br />
der extremen Wetterereignisse um<br />
20 Prozent geringer aus als in einem<br />
Durchschnittsjahr. Konkret folgte auf den<br />
feucht-milden Winter, der die Böden gut<br />
mit Feuchtigkeit versorgt hatte, ein<br />
schöner Frühling mit regelmässigen<br />
Niederschlägen. Die erste Aprilhälfte<br />
gestaltete sich bereits frühsommerlich<br />
warm. Dann kehrte der Winter nochmals<br />
zurück, die Temperaturen fielen deutlich<br />
ab, tiefe Lagen und Junganlagen wurden<br />
vom Frost geschädigt, in der Thermenregion,<br />
im Kamptal und der Wachau am<br />
stärksten. Die Blüte fand etwas früher<br />
statt und verlief teils unregelmässig, was<br />
weitere Mengeneinbussen bedeutete. Ab<br />
Mitte Juni kletterte das Thermometer auf<br />
über 30 Grad, es folgten zwei heisse<br />
Monate mit recht unterschiedlicher<br />
Wasser versorgung. Die Hagelunwetter<br />
blieben nicht aus: Weingärten vom<br />
Seewinkel bis zum Wiener Nussberg<br />
waren betroffen. Ende August war bereits<br />
in allen Regionen die Lese im Gange,<br />
Mitte September öffnete der Himmel<br />
nochmals alle Schleusen, vor allem<br />
Niederösterreich wurde von Hochwasser<br />
in Mitleidenschaft gezogen, teilweise<br />
musste die Ernte unterbrochen werden.<br />
Die Weissweine des Jahrgangs 2024<br />
zeichnen sich durch ihren moderaten<br />
Alkoholgehalt sowie eine feinfruchtige<br />
und würzige Aromatik aus, und das trotz<br />
des heissen Spätsommers. Sie besitzen<br />
eine balancierte, rassige Säure, Eleganz<br />
und Feinheit. In diesem Segment freut<br />
man sich über Weine mit vibrieren der<br />
Frische, gutem Trinkfluss sowie ausreichend<br />
Struktur und aromatischer Tiefe.<br />
Bei den Rotweinen werden dank lockerer,<br />
kleinbeeriger Trauben komplexe, dichte<br />
Weine erwartet, Qualitativ kann man das<br />
Ergebnis sehr hoch einschätzen.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
105
wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />
KLEINE<br />
MENGEN<br />
DURCH FROST<br />
IM APRIL<br />
DEUTSCHLAND<br />
Gute Qualität, teils sehr geringe Mengen.<br />
Der milde Winter bewirkte einen frühen Austrieb der<br />
Reben – ein Phänomen, das durch Global Warming<br />
fast schon zum neuen Normalfall geworden ist.<br />
Leider auch ein Phänomen, das die Reben einer<br />
verlängerten Spätfrostgefahr aussetzt. Als in den<br />
Nächten zwischen 21. und 24. April eine Kaltfront<br />
über Deutschland hinwegzog, fiel in zahlreichen<br />
Weinbergen das Thermometer weit unter null Grad.<br />
Besonders schlimm geschädigt wurden die Gebiete<br />
Ruwer und Saar, Mittelrhein, Ahr und Nahe, Saale-<br />
Unstrut und Sachsen, der Norden Badens, Teile<br />
Frankens und Württembergs. Gerade in den Toplagen<br />
gibt es zahlreiche Betriebe, die Ausfälle zwischen 50<br />
und 80 Prozent zu verzeichnen haben. Der Frost war<br />
allerdings nicht der einzige Störfaktor. Schon bald<br />
nach den Frosttagen wurde es warm und feucht,<br />
wodurch sich kräftiger Pilzdruck entwickelte. Die<br />
überwiegend feuchte Witterung hielt auch den<br />
Sommer über an. In der Folge stieg die Arbeitsbelastung<br />
der Winzer stark an, ab August wurde es<br />
dann trocken. Kühle Nächte im Herbst sorgten für ein<br />
langsames, aromenförderndes Ausreifen der<br />
Trauben. Qualitativ zeigen sich die 2024er-Weine<br />
fruchtbetont, klassisch strukturiert mit moderaten<br />
Alkoholgehalten – der Tendenz nach dürften<br />
Burgundersorten und Silvaner etwas bessere<br />
Resultate gebracht haben als Riesling.<br />
SCHWEIZ<br />
HOHE<br />
Herausfordernd in allen Phasen.<br />
QUALITÄT TROTZ<br />
Das Weinjahr 2024 wird in der <strong>Schweiz</strong> als eines der WETTERherausforderndsten<br />
seit dem Jahrtausendwechsel in die KAPRIOLEN<br />
Geschichte eingehen. Auf einen frühen Austrieb folgte<br />
Frost, das feuchtwarme Wetter im Sommer sorgte für<br />
einen hohen Krankheitsdruck, dazu kam Hagel in weiten<br />
Teilen des Landes – und auch während der Reifephase<br />
und der Ernte regnete es in vielen Regionen immer wieder.<br />
Dennoch: Die Jungweine zeigten sich Ende des Jahres<br />
durchaus harmonisch, frisch und elegant, was auf einen<br />
Jahrgang mit eher moderaten Alkoholgraden hoffen lässt.<br />
Die Menge allerdings ist flächendeckend beschränkt, die<br />
Einbussen liegen bei bis zu 50 Prozent. Im Wallis, dem<br />
grössten Weinbaukanton der <strong>Schweiz</strong>, war das Wetter<br />
während grosser Teile der Vegetationsperiode<br />
unbeständig, im Waadtland, der Heimat des Chasselas,<br />
zeigen sich die Produzenten vorsichtig optimistisch. Auch<br />
im Tessin, dem einzigen <strong>Schweiz</strong>er Weinbaugebiet südlich<br />
der Alpen, zeigte sich 2024 als herausfordernd. Auch hier<br />
startete man kühl, der Sommer war überaus heiss und<br />
trocken – der Monat August 2024 war der heisseste seit<br />
2003. Regelrecht gebeutelt wurden die Produzenten in<br />
vielen Regionen der Deutschschweiz. Sie bekamen<br />
sämtliche Wetterkapriolen mit. Ein Vergleich mit dem<br />
ebenfalls mengenmässig kleinen aber qualitativ schönen<br />
Jahrgang 2021 liegt auf der Hand.<br />
106 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
ITALIEN<br />
TOPQUALITÄT<br />
BEI NERO<br />
D’AVOLA UND<br />
PRIMITIVO<br />
Zweigeteiltes Land: Niederschläge in Nord- und Mittelitalien,<br />
Trockenheit im Süden.<br />
Von Mittelitalien bis in den Norden gab es im Frühjahr und Frühsommer 2024 nur ein Thema: die<br />
nicht enden wollenden Niederschläge. Nach Jahren der Trockenheit fiel das anfangs ersehnte<br />
Nass reichlich vom Himmel. Nach einer Pause im Juli und August setzten sich die Niederschläge<br />
in vielen Gebieten des Nordens auch im Herbst fort. Die Regenfälle hörten erst in der zweiten<br />
Oktoberhälfte auf, als es schon zu spät war. Für die Weissweintrauben kann der Jahrgang aber<br />
trotzdem als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Das kühlere Wetter hat Aromen und Säure<br />
erhalten, die Jungweine präsentieren sich knackig und frisch. Und endlich sind die Alkoholwerte<br />
wieder gesunken! Anders verhält es sich bei den roten Sorten. Während Merlot, weil früher<br />
gelesen, und Cabernet Sauvignon, weil einfach viel widerstandsfähiger, noch recht gut<br />
davonkamen, wird 2024 für die spätreifenden Sorten wie Sangiovese oder Nebbiolo wohl kein<br />
Ruhmesblatt sein. Ganz anders präsentiert sich der Jahrgang im Süden, in Apulien und auf<br />
Sizilien. Von der üblichen 500 bis 600 Millimetern Jahresniederschlagmenge ist dort nur die<br />
Hälfte gefallen. Die Lese begann bereits in den ersten Augusttagen, am Ätna wurden die letzten<br />
Trauben in den ersten Novembertagen eingebracht. Sizilien hat damit die längste Leseperiode<br />
ganz Italiens. Die Trauben konnten hervorragend reifen, stolz ist man vor allem auf die Qualitäten<br />
des Nero d’Avola. Bei den Mengen gab es allerdings einen weiteren Einbruch von knapp<br />
20 Prozent. Ähnlich präsentiert sich die Situation in Apulien. Die Qualitäten des Primitivo sind dort<br />
hervorragend, die Menge ist leider rückläufig.<br />
Fotos: Mahlow Media / Winningen, Lucas Wahl / Julius Schrank, Sergii Figurnyi / Shutterstock, Lian Yi Xinhua / Eyevine / picturedesk, Shutterstock<br />
FRANKREICH<br />
Von durchwachsen bis vielversprechend.<br />
Auch in Frankreich schlug der Frost zu, am schlimmsten im<br />
Jura, wo den Winzern weniger als eine halbe Ernte blieb. Aber<br />
selbst in der Provence, wo Spätfröste so gut wie nie auftreten,<br />
liegen die Erträge unter dem langjährigen Mittel. Im Bordeaux<br />
war der Sommer sehr nass, ein trockener August und ein<br />
kühler Herbstbeginn verzögerten die Reife, sodass sich eher<br />
durchwachsene Weinqualitäten abzeichnen. Bei Betrieben, die<br />
im Weinberg nicht mit äusserster Konsequenz gearbeitet<br />
haben, liegen allem Anschein nach qualitativ eher be schei dene<br />
Weine im Keller. In Sachen Jahrgangstyp sollen die Weine<br />
fruchtbetont sein und sich für einen eher frühen Konsum<br />
eignen. Ähnliche Bedingungen herrschten im Loire -Tal, wo der<br />
Mehltau die Erntemengen um ein Drittel gemindert hat.<br />
Dieselben frost- und mehltaubedingten Fehlmengen melden<br />
auch die Champagne, das Burgund und das Beaujolais. Im<br />
Burgund fand zudem die Blüte in windigem, regnerischem<br />
Wetter statt – was den Fruchtansatz schmäl erte. Chablis<br />
wurde ein weiteres Mal hart vom Frost getroffen und hat<br />
nur eine halbe Ernte. Qualitativ scheint der Burgunder-<br />
Jahrgang indes interessant zu sein mit vergleichsweise reichen<br />
Chardonnays und elegantem Pinot Noir. An der Nordrhône<br />
scheint die Qualität vielversprechend zu sein. An der Südrhône<br />
war bereits im Frühjahr mehr Niederschlag gefallen als im<br />
gesamten Jahr 2023. Im Roussillon und in Teilen des<br />
Languedoc herrschte Trockenheit, die sich zu einer veritablen<br />
Dürre auswuchs.<br />
BURGUND<br />
BESSER ALS<br />
BORDEAUX<br />
Verbreiteter Frost, regnerische<br />
Bedingungen und ein kühler<br />
Herbst machten den Winzern<br />
Frankreichs das Leben im Jahr<br />
2024 schwer.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
107
wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />
SPANIEN<br />
Die Weinqualität des Jahrgangs wird trotz diverser Unwägbarkeiten<br />
in einigen Gebieten als vielversprechend eingestuft.<br />
Spaniens Weinproduzenten hatten auch 2024<br />
stellenweise mit immensen<br />
Herausforderungen zu kämpfen. Dennoch<br />
wird eine Produktionsmenge von etwa 38,1<br />
Millionen Hektolitern erwartet, was einem<br />
Anstieg von 17,6 Prozent im Vergleich zum<br />
Vorjahr entspricht. Bereits Ende August<br />
prognos tizierte die Landwirtschaftsversicherung<br />
Agroseguro, dass über 20 Prozent<br />
der spanischen Rebberge – etwa 190.000<br />
Hektar – von Extremwetter ereignissen in Mitleidenschaft<br />
gezogen wurden. Neben Frost<br />
sorgten auch Hagelstürme für Schwierigkeiten.<br />
Beides traf in Ribera del Duero zu, wo<br />
die Ernte zudem von Regen fällen unterbrochen<br />
wurde. Geerntet wurden in der<br />
Prestigeregion im letzten Jahr insgesamt<br />
95.000 Tonnen, was nur 20 Pro zent des<br />
fünfjährigen Durchschnitts entspricht.<br />
Ähnlich schlimm traf es Rioja, wo man gar<br />
von der schlechtesten Ernte des Jahrhunderts<br />
spricht. Hier machten den Winzern<br />
besonders Hitze und Regenfälle im<br />
September zu schaffen, die das Wachstum<br />
der Botrytis befeuerten. Geerntet wurden<br />
letztendlich 275.000 Tonnen Trauben, noch<br />
weniger als im Jahr 2002, das bis dato als<br />
schlechtestes Erntejahr in der Rioja galt.<br />
Während einige Regionen mit übermässigem<br />
Regen zu kämpfen hatten, litten andere unter<br />
anhaltender Trockenheit. Am härtesten traf<br />
es die Regionen Jumilla, Alicante und Priorat,<br />
die allesamt Ernteeinbussen von bis zu<br />
50 Prozent verbuchten.<br />
EXTREM<br />
WETTER<br />
VON HAGEL BIS<br />
DÜRRE<br />
108 falstaff feb–mär <strong>2025</strong><br />
TOP-WEINE<br />
AUS DOURO,<br />
VINHO VERDE UND<br />
ALENTEJO<br />
PORTUGAL<br />
Topjahrgang in Douro, grosse Schäden durch Feuer.<br />
Nach ersten Schätzungen erwartet man in Portugal für das Jahr 2024 eine<br />
Produktionsmenge von etwa 6,9 Millionen Hektolitern, was einem Rückgang<br />
von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein kleiner Wermutstropfen,<br />
der durch die hervorragende Weinqualität des Jahrgangs wettgemacht<br />
werden dürfte. Dank eines milden, vergleichsweise regenreichen<br />
Jahres und weitestgehend stabiler Wetterbedingungen im Land während der<br />
Erntezeit konnten die Trauben gesund und reif geerntet werden. 2024 markiert<br />
damit einen Wendepunkt nach einer Serie von ungewöhnlich herausfordernden<br />
Jahren, die von längeren Hitzeperioden und unregelmässigen Niederschlägen<br />
geprägt waren. Im Douro zeigte man sich ob der Traubenqualität besonders<br />
euphorisch. Dank der perfekten Balance zwischen Zucker und Säure wird 2024<br />
dort bereits als einer der besten Jahrgänge des Jahrhunderts eingestuft. Auch<br />
im Alentejo zeigten sich die Produzenten dank eines vergleichsweisen kühlen<br />
Sommers und milder Temperaturen positiv gestimmt. Erwartet werden Weine<br />
von aussergewöhnlich hoher Qualität – genau wie im Vinho-Verde-Gebiet. In<br />
Bairrada und Dão war 2024 aufgrund von Regen und Krankheitsdruck jedoch<br />
durchaus herausfordernd. Beide Gebiete waren aber wie die Vinho-Verde-<br />
Region auch von verheerenden Bränden betroffen, die Mitte September<br />
wüteten und mehr als 150.000 Hektar Wald- und Ackerland vernichteten.<br />
Fotos: Turespaña / Felipe J. Alcoceba / Cristina Candel, Jose Sarmento Matos, Shutterstock
KALIFORNIEN<br />
Von der Westküste der Vereinigten<br />
Staaten kommen zukünftige Klassiker.<br />
Es war einmal mehr ein heisser Sommer in<br />
Kalifornien, der ab August langsam moderater<br />
wurde und die Trauben unter besten Bedingungen<br />
sehr gut ausreifen liess. Im Vergleich zur späten<br />
Ernte im Vorjahr konnten die Weine 2024 zur<br />
gewohnten Zeit eingebracht werden. Die<br />
Burgundersorten im Sonoma Valley konnten<br />
perfekt ausreifen, der Klassiker des Napa Valley,<br />
der Cabernet Sauvignon, kam ebenfalls unter<br />
Bilderbuchbedingungen in die Fässer. Es war alles<br />
in allem ein weitgehend stressfreies Jahr für die<br />
kalifornischen Weinproduzenten, denn bereits der<br />
Winter hatte mit einer guten Wasserversorgung<br />
das nötige Fundament für einen exzellenten<br />
Jahrgang gelegt, eine regelmässige Blüte sorgte<br />
am Ende für gleichmässig ausgereifte Trauben<br />
von hoher Güte. Das Ergebnis ist hervorragend, in<br />
manchen Regionen blieb die Erntemenge etwas<br />
unter dem langjährigen Durchschnitt. Die<br />
legendären Cabernet Sauvignos aus Napa Valley<br />
werden bereits heute als klassisch eingestuft,<br />
zeigen tiefe Farbe und ein grosszügiges<br />
aromatisches Profil.<br />
BESTE<br />
BEDINGUNGEN,<br />
EXZELLENTER<br />
JAHRGANG<br />
EIN GUTES<br />
JAHR FÜR<br />
ELEGANTE<br />
ROTWEINE<br />
ARGENTINIEN<br />
El Niño brachte neben warmen, trockenen Phasen<br />
auch ausreichend Niederschläge, Argentinien feiert<br />
tolle Qualitäten.<br />
Durfte man sich auf der Südhalbkugel<br />
noch 2021 über Rekorderntemengen<br />
freuen, verzeichnet man nun<br />
bereits drei Jahre in Folge gegenteilige<br />
Ergebnisse. Rechnet man die<br />
Mengen von Australien bis Argentinien<br />
zusammen, ergibt sich eine<br />
Gesamtmenge von 46 Millionen<br />
Hektolitern, das bedeutet gegenüber<br />
dem Vorjahr ein Minus von zwei<br />
Prozent und gegenüber dem<br />
Fünfjahresschnitt sogar zwölf<br />
Prozent. Dies markiert den niedrig s<br />
ten Wert seit 2004. Am besten<br />
schnitt noch das grösste Erzeugerland<br />
des Südens, nämlich Argentinien<br />
ab, wo man sich gegenüber<br />
dem schwachen Vorjahr sogar um<br />
23 Prozent verbesserte, im<br />
Fünfjahresschnitt sind die 10,9<br />
Millionen Hektoliter immer noch ein<br />
Minus von vier Prozent. Einmal mehr<br />
war das Wetter phänomen El Niño die<br />
gestaltende Kraft für die argentinischen<br />
Winzer, das Jahr fiel sehr<br />
warm aus, dank guter Wasser versorgung<br />
konnte allerdings ausreichend<br />
bewässert werden. In einem<br />
wirtschaftlich herausfordernden<br />
Umfeld zeigt sich die Weinwirtschaft<br />
robust und dynamisch, nach dem<br />
Frostjahr 2023 darf man sich über<br />
einen exzellenten Jahrgang freuen.<br />
Reife, seidige Tannine markieren die<br />
Rot weine, die kleineren Erntemengen<br />
führen zu stoffigen, eleganten<br />
Malbecs mit mo deratem Alkohol.<br />
Trotz kleinerer Mengen darf man<br />
sich von Mendoza bis Patagonien auf<br />
Topweine freuen.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
109
wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />
CHILE<br />
Die spezielle Witterung bescherte Chile eine kleinere Ernte bei guter Qualität, dabei unterschied sich der<br />
Jahrgangscharakter im Norden des Landes stark von jenem in Zentral- und Südchile.<br />
Das stark exportorientierte Chile fiel 2024<br />
mit einer Erntemenge von 9,3 Millionen<br />
Hektolitern – immerhin 15 Prozent weniger<br />
als im Vorjahr – hinter Australien auf Platz<br />
drei in der südlichen Hemisphäre zurück.<br />
AROMA IM<br />
NORDEN,<br />
FRISCHE IM<br />
SÜDEN<br />
Im Grunde muss man 2024 in Chile von zwei<br />
völlig verschiedenen Weinjahren sprechen,<br />
die hier zeitgleich stattfanden. In den<br />
Weinbaugebieten Limarí und Elqui im<br />
Norden von Santiago war es sehr trocken,<br />
die Ernte fiel bis zu drei Wochen früher aus,<br />
die Weissweine aus Chardonnay und<br />
Sauvignon Blanc zeigten sich eher kraftvoll<br />
und aromatisch als strukturiert und frisch.<br />
Südlich der Hauptstadt herrschten völlig<br />
andere Bedingungen, hier brachte El Niño<br />
kühle und feuchte Bedingungen, die Winzer<br />
im Maipo Valley Vergleiche mit der atlantischen<br />
Witterung rund um Bordeaux ziehen<br />
liess. Ein ver gleichsweise sonnenarmer, aber<br />
dafür warmer Sommer liess die<br />
Trauben von Carmènere und<br />
Cabernet Sauvignon<br />
langsam reifen, bis zu<br />
drei Wochen später als<br />
im Durchschnitt<br />
wurde geerntet. Das<br />
Ergebnis sind<br />
Rotweine mit<br />
Frische, runden<br />
Tanninen und<br />
moderaten<br />
Alkoholwerten.<br />
SÜDAFRIKA<br />
Sehr wechselhafte Bedingungen wurden<br />
gemeistert, stoffige Weine in den Kellern.<br />
Südafrika ist der siebentgrösste Weinproduzent der Welt, rund<br />
vier Prozent der Gesamtproduktion kommen aus dem<br />
traditions reichen Anbaugebiet rund um das Kap Horn. Sehr<br />
gute Winter bedingungen liessen in Südafrika in den meisten<br />
Weinanbau gebieten die Erwartungen an den Jahrgang steigen.<br />
Die Niederschläge führten zu anhaltend feuchten Böden im<br />
Frühjahr, die den Pflanzen die notwendigen Reserven für das<br />
Wachstum boten. Der Sommer war deutlich wärmer und<br />
trockener als im Vorjahr, was die Ernte noch komplexer<br />
machte. Ein wichtiger Aspekt war 2024 die aussergewöhn liche<br />
Gesundheit der Trauben bei der Weinlese, eher eine Seltenheit<br />
in der regnerischen Erntezeit, die für gutes Timing der Winzer<br />
spricht. Ein Blick in die wichtigsten Regionen: In Stellenbosch<br />
folgte auf Regen im Frühjahr eine recht trockene Saison, die zu<br />
geringeren Mengen bei guter Qualität führte. Ähnlich die<br />
Situation in Paarl, in Swartland waren die<br />
Trauben bei reduzierten Mengen gesund,<br />
tolle Rotweine sind zu erwarten. Vor<br />
allem spätreifende Rebsorten konnten<br />
aus den wechselnden Bedingungen<br />
Vorteile ziehen, die Weissweine<br />
zeigen sich stoffig und komplex, die<br />
Rotweine sehr farbtief, mit reifen<br />
Tanninen und ansprechendem<br />
aromatischem Profil.<br />
DIE WINZER<br />
BEWIESEN<br />
GUTES TIMING<br />
Fotos: Sernatur / Roberto Olivares Valenzuela, Obie Oberholzer / laif / picturedesk, Sunshine Seeds / Shutterstock<br />
110 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
wein / JAHRGANGSPROGNOSE 2024<br />
AUSTRALIEN<br />
Der Rotweinabsatz stottert, Shiraz wird<br />
vom Chardonnay überholt.<br />
Australien musste sich nach 2023 erneut mit einer<br />
unterdurchschnittlichen Weinlese zufriedengeben,<br />
allerdings stieg die Erntemenge im Vergleich zum<br />
Vorjahr um neun Prozent an. Dies ist dem guten Ergebnis<br />
bei den Weissweinen, allen voran dem Chardonnay, zu<br />
verdanken, der nun bereits den roten Shiraz quantitativ<br />
überholt hat. Die Erträge der Rotweine sind hingegen<br />
weiter nach unten gerutscht. Dennoch ist die Versorgung<br />
mit australischen Weinen aufgrund der verfügbaren<br />
Lagermengen gesichert, auf den Export haben die<br />
kleineren Ernten aufgrund der schwierigen Marktlage<br />
wohl keinen negativen Einfluss. Im Gegenteil: Die<br />
vergangenen vier Jahre, in denen der für Australien so<br />
wichtige Markt China hohe Zölle für australischen Wein<br />
eingeführt hat, haben den Absatz entsprechend<br />
gedrosselt und die Über produktion speziell im<br />
Rotweinsektor sichtbar gemacht. Auch in manchen<br />
Premiumregionen wird nun bereits laut über eine<br />
Reduktion der Anbauflächen nach gedacht, um den Markt<br />
wieder in Balance zu bringen. Ein Sonderfall ist die Insel<br />
Tasmanien, das Burgund Australiens – mit 1,2 Prozent<br />
der Gesamternte ein Winzling, trägt jedoch wertmässig<br />
über sechs Prozent bei. Sie konnte ihre Produktion<br />
gegenüber dem Vorjahr um stolze 36 Prozent steigern,<br />
und sowohl Chardonnay wie Pinot Noir zeigen sich<br />
vielversprechend und erfreuen sich grosser Nachfrage.<br />
WEISS<br />
ÜBERHOLT ROT,<br />
TASMANIEN IM<br />
AUFWIND<br />
REIFE FRUCHT<br />
UND GUTE<br />
FRISCHE<br />
NEUSEELAND<br />
Deutlich kleinere Ernte,<br />
herausragende Qualitäten.<br />
Auch wenn die geernteten Mengen 2024 geringer<br />
ausfielen als erwünscht, ist der Optimismus in Sachen<br />
Weinkultur in Neuseeland ungebrochen. Die Rebfläche auf<br />
den beiden Inseln hat mittlerweile eine Grösse von<br />
42.519 Hektar erreicht – das ist ein Zuwachs von mehr als<br />
7000 Hektar in der letzten Dekade. Kein anderes Land<br />
setzt so stark auf den Export, fast 90 Prozent des<br />
neuseeländischen Weins werden ausserhalb des Landes<br />
konsumiert, aber auch der nach Aufhebung der Covid-<br />
Restriktionen wieder erstarkte Weintourismus sorgt für<br />
Absatz. Dennoch: Der Inlandskonsum pro Kopf ist in<br />
weniger als zehn Jahren um rund 20 Prozent zurückgegangen.<br />
Ein sehr trockener und heisser Sommer<br />
brachte in der wichtigsten Region Marlborough eine frühe<br />
Ernte, die wegen der kleinbeerigen Trauben geringer als<br />
gewohnt ausfiel, die Erträge sanken bei manchen<br />
Sauvignon-Blanc-Spezialisten um 30 Prozent gegenüber<br />
dem Schnitt. Die Weine zeigen eine reife Fruchtaromatik,<br />
kurze Regenfälle vor dem Lesebeginn sorgten für eine<br />
erstaunlich gute Frische. Das für seine tollen Pinots<br />
Noirs berühmte Central Otago auf der Südinsel<br />
erlebte einen regulären Verlauf, abgesehen von<br />
etwas Frost konnte eine gute Erntemenge<br />
verzeichnet werden. Insgesamt ein sehr<br />
vielversprechen des Jahr.<br />
<<br />
Fotos: Shutterstock, Edward Haylan / Shutterstock<br />
112 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
STEIERMARK.<br />
WEIN AUS DER<br />
GROSSE KUNST. OHNE ALLÜREN.<br />
Steiermark – eine geschützte<br />
Ursprungsbezeichnung der EU für<br />
österreichischen Qualitätswein.<br />
Steirischer Wein ist daheim auf den<br />
steilen Hängen kleiner Weingüter, die<br />
wissen, dass ihr langsamster Mitarbeiter<br />
der beste ist: Österreichs reine Natur.<br />
österreichwein.at
ROTE<br />
KLASSE<br />
Erich Scheiblhofer versteht es wie<br />
kaum ein anderer, Rotweine zu<br />
vinifizieren, die den Geschmack von<br />
Profis und Geniessern<br />
gleichermassen punktgenau treffen.<br />
In Andau entstehen am Weingut<br />
Scheibl hofer Jahr für Jahr Weine, die<br />
eine breite Community begeistern.<br />
Kraftvoll und dennoch den Gaumen<br />
umschmeichelnd machen sie Lust auf mehr.<br />
Kein Wunder also, dass sie auch immer wieder<br />
die <strong>Falstaff</strong>-Jury, die sich aus Vertretern<br />
des Weinhandels, der Sommelerie und Masters<br />
of Wine zusammensetzt, bei der alljährlichen<br />
Rotweinprämierung begeistern. Und so<br />
vergeht kein Jahr, in dem Scheiblhofer-Weine<br />
nicht am Podest stehen und der sympathische<br />
Winzer auf die Bühne zur Preisverleihung<br />
gebeten wird. Dabei versteht er es, vom Jungwein<br />
bis hin zu seinen Reserveweinen immer<br />
unter den Besten des Landes zu landen.<br />
Bereits zum 45. Mal wurde die renommierteste<br />
Rotweinverkostung in Österreich<br />
durchgeführt, von knapp 1000 eingereichten<br />
Weinen wurden gleich drei Weine vom<br />
Weingut Scheiblhofer ausgezeichnet. Die<br />
Premium Cuvée 2023 wurde zum Grand-<br />
114<br />
falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
WEINGUT SCHEIBLHOFER<br />
Prix-Sieger bei den Jungweinen gekürt und<br />
überzeugte mit dunkler Beerenfrucht und<br />
würziger Komplexität. Ein Wein für alle<br />
Tage auf sehr hohem Niveau.<br />
Die reinsortigen Weine mit dem vorangestellten<br />
«The» zählen neben den Weinen mit<br />
Sonderetiketten im Siebdruckverfahren und<br />
so klingenden Namen wie Mordor, Peak of<br />
Glory, Great Bustard oder Praittenbrunn zum<br />
High-End-Sortiment des Hauses. Für Erich<br />
Scheiblhofer, der unter anderem Praktika in<br />
Kalifornien absolviert hat, ist ein Winzerleben<br />
ohne Cabernet Sauvignon undenkbar. The<br />
Cabernet Sauvignon 2022 durfte 18 Monate<br />
im neuen Holz heranreifen und zeigte in der<br />
Finalprobe seine ganze Klasse. Viel Stoff mit<br />
Länge und Potenzial, zarter Edelholzwürze<br />
und feinen, tragenden Tanninen beförderten<br />
ihn auf Platz drei der Gruppe der Cabernets.<br />
Erich Scheiblhofers Herz schlägt aber insbesonders<br />
auch für seine Heimat. Dort, im<br />
Weinbaugebiet Neusiedlersee, ist der Zweigelt,<br />
Österreichs Rotweinsorte Nummer<br />
eins, zuhause, und am Weingut gibt es drei<br />
verschiedene reinsortig ausgebaute Zweigelt-Weine.<br />
Die beiden fruchtbetonten Varianten,<br />
der Zweigelt Neusiedlersee DAC und<br />
der Zweigelt Heideboden, sind eine Hommage<br />
an das Burgenland. The Zweigelt von<br />
der Ried Prädium ein Statement dafür, was<br />
diese Sorte kann. Würzig, kraftvoll und saftig,<br />
mit dunkler Frucht und feinen Schokonoten<br />
ging der 2022er als Erster über die<br />
Ziellinie und verwies knapp 100 Mitbewerber<br />
auf die Plätze. Beim Sport nennt man<br />
das Triple, bei Erich Scheiblhofer einfach<br />
nur, konsequent an der Qualität zu feilen<br />
und seiner Linie treu zu bleiben.<br />
MEHR ALS EIN WEINGUT<br />
Erich Scheiblhofer kann aber auch Weiss.<br />
Auch mit den ersten Jungweinen des Jahrgangs<br />
2024 bleibt er seiner Linie mit reduzierter<br />
Säure treu, ohne dabei auf harmoni-<br />
sche Fruchtfülle zu verzichten. Youngstar,<br />
Grüner Veltliner, Welschriesling, Gelber<br />
Muskateller und Chardonnay sind gute<br />
Begleiter für jene, die den Frühling nicht<br />
mehr erwarten können.<br />
Wer der Kälte ein Schnippchen schlagen<br />
will, bucht einfach rasch noch ein paar<br />
Tage im «Scheiblhofer The Resort», das mit<br />
4000-m²-Spa, exzellenter Küche, gediegenen<br />
Zimmern und einem Weinkeller, der<br />
keine Wünsche offenlässt, mehr als nur Entspannung<br />
bietet und auch ein exzellenter<br />
Ort ist, um alle Siegerweine und das hochklassige<br />
weitere Sortiment zu verkosten.<br />
INFO<br />
Scheiblhofer The Wine<br />
Halbturnerstrasse 1a, 7163 Andau<br />
Scheiblhofer The Resort<br />
Resortplatz 1, 7163 Andau<br />
scheiblhofer.at<br />
In der «Hall of Legends»<br />
liegen nur einige der<br />
unzähligen Barriques, in<br />
denen die Rotweine des<br />
Hauses zur Perfektion<br />
heranreifen dürfen.<br />
Erich Scheiblhofer ist das<br />
Hirn und das Herz der<br />
Scheiblhofer-Welt, zu<br />
der auch ein Hotel<br />
der Luxusklasse<br />
in Andau im<br />
Burgenland zählt.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Steve Haider; beigestellt<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 115
inselträume / WEINREISE AZOREN<br />
EIN HOCH AUF<br />
DIE AZOREN<br />
Die Azoren sind ein Ziel für alle, die das Besondere<br />
suchen. Pico, die zweitgrösste Insel, begeistert<br />
Kulinarikfans mit Weinbau und Toprestaurants.<br />
TEXT ROMANA ECHENSPERGER<br />
In dem besonderen Klima<br />
wachsen meterhohe Hortensien<br />
am Wegesrand.<br />
Foto: Shutterstock / DaLiu<br />
116 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
WEINREISE<br />
AZOREN<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
117
inselträume / WEINREISE AZOREN<br />
Das Mosaik aus ummauerten<br />
Parzellen ist UNESCO-<br />
Weltkulturerbe: ein Symbol<br />
für die harte Arbeit der<br />
Inselbevölkerung zum Schutz<br />
der Weinreben.<br />
Hand aufs Herz: Wer kann die<br />
Azoren auf Anhieb auf der<br />
Landkarte finden? Jeder<br />
kennt sie als Namensgeber<br />
des Azorenhochs, des Stars<br />
jedes Wetterberichts. Doch die Inselgruppe<br />
im Atlantik, auf halbem Weg zwischen<br />
Europa und Amerika, ist weit mehr als nur<br />
ein Wetterphänomen. Die Idee, mal schnell<br />
dorthin zu fliegen, liegt nicht auf der Hand,<br />
die Anreise ist umständlich. Das zu<br />
Portugal gehörende Archipel, bestehend aus<br />
neun grösseren und zahlreichen kleineren<br />
Inseln, liegt rund 1400 Kilometer vom<br />
europäischen Festland entfernt.<br />
Flüge starten in der Regel von Lissabon<br />
und führen meist nach Ponta Delgada,<br />
zur Hauptstadt auf der grössten Insel, São<br />
Miguel. Für kulinarisch Reisende empfiehlt<br />
sich der Flug auf die Insel Pico.<br />
Dort befindet sich nicht nur<br />
der gleichnamige und höchste<br />
Berg Portugals, sondern<br />
auch rund 90 Prozent des<br />
Weinanbaus der Azoren.<br />
Drei Stunden Flug von<br />
Lissabon führen zu dem<br />
Miniflughafen, der fast<br />
so abgeschieden wirkt wie die Insel selbst.<br />
Doch genau diese Abgeschiedenheit macht<br />
den besonderen Reiz aus. Die Insel Pico ist<br />
der Tipp für alle, die das Besondere suchen.<br />
DAS VERSUNKENE ATLANTIS?<br />
Pico ist die zweitgrösste Insel der Azoren<br />
und dünn besiedelt. Es gibt also viel Platz<br />
für die üppige Natur – und die ist in dem<br />
subtropischen Klima einzigartig. Die vulkanisch<br />
geprägten Landschaften umspült<br />
von den wilden Wellen des Atlantiks, sind<br />
so atemberaubend schön, dass so mancher<br />
auf die Idee kam, es handle sich um<br />
die Überreste des vom Philosophen Platon<br />
beschriebenen Atlantis.<br />
Die beste Reisezeit ist deshalb zwischen<br />
April und Oktober, wenn die Vegetation<br />
ihre volle Pracht zeigt. Dank<br />
besonderer Meeresströmungen<br />
sind die Azoren<br />
der Treffpunkt<br />
für Wale im<br />
mittleren Atlantik.<br />
Wer schon<br />
immer diese<br />
beeindruckenden<br />
Lebewesen<br />
Fotos: Getty Images, mauritius images / Alamy Stock Photos / UschiDaschi, Fernando Resendes, mauritius images /<br />
Danita Delimont / Martin Zwick,Shutterstock Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />
118 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Dank der Meeresströmungen sind die Azoren<br />
ein Hotspot für Wale im Atlantik – der perfekte<br />
Ausgangspunkt für Walbeobachtungstouren.<br />
BEWUNDERNSWERT,<br />
WELCH GROSSEN<br />
AUFWAND MENSCHEN<br />
SEIT JEHER BETREIBEN,<br />
UM EIN GUTES GLAS<br />
WEIN GENIESSEN ZU<br />
KÖNNEN.<br />
aus nächster Nähe bewundern wollte, kann<br />
mit einem der erfahrenen Kapitäne auf die<br />
tosende See hinausfahren, um auf Walbeobachtungstour<br />
zu gehen.<br />
Pico ist ein Paradies für Naturliebhaber,<br />
Abenteurer und Geniesser abseits der Touristenmassen.<br />
Neben frischem Fisch, saftigen<br />
Krustentieren, exzellentem Rindfleisch und<br />
Käse locken kulinarische Besonderheiten<br />
von der Nachbarinsel São Miguel wie Tee<br />
von Europas einziger Teeplantage oder aromatische<br />
Ananas. Doch der wahre Star ist<br />
der Wein – schlicht Weltklasse.<br />
IM GRENZBEREICH<br />
Weine sind immer besonders ausdrucksstark,<br />
wenn die Reben im Grenzbereich<br />
des Möglichen wachsen. Wer die uralten<br />
Weingärten Criação Velha in der Nähe der<br />
Inselhauptstadt Madalena durchwandert,<br />
kommt aus dem Staunen nicht heraus.<br />
Bewundernswert, welchen Bedingungen<br />
die Reben trotzen und welchen Aufwand<br />
Menschen seit jeher betreiben, um ein gutes<br />
Glas Wein geniessen und sich daran berauschen<br />
zu können. Die Reben wachsen auf<br />
dünner Humusschicht über vulkanischem<br />
Gestein und müssen ihre Wurzeln tief in die<br />
Risse der Felsen treiben. Starke Winde und<br />
die Gischt des Atlantiks fordern die Pflanzen<br />
zusätzlich.<br />
Um den Reben Schutz zu bieten, errichteten<br />
die Bewohner vor Jahrhunderten<br />
meterhohe Mauern aus Lavasteinen, die ein<br />
einzigartiges Mikroklima schaffen. Dieses<br />
pittoreske Mosaik aus ummauerten Parzellen<br />
ist heute UNESCO-Weltkulturerbe<br />
und ein Symbol für die harte Arbeit und die<br />
Liebe der Inselbewohner zum Weinbau.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
119
inselträume / WEINREISE AZOREN<br />
Heni blam qui beriorepra<br />
nobitaq uibusandi commodi<br />
sequis iliquia conet es<br />
molorum fugiand aectia<br />
Mit der Azores Wine Company<br />
leistet António Maçanita einen<br />
bedeutenden Beitrag zum Weinbau.<br />
Dazu gehört auch sein Engagement<br />
im Weintourismus mit einem<br />
eigenen Restaurant und einem<br />
Boutiquehotel.<br />
<<br />
Ein Highlight für Weinliebhaber ist der<br />
Wanderweg «Criação Velha Vineyards<br />
Trail». Der interessanteste Teil verbindet<br />
Madalena, mit knapp 3000 Einwohnern<br />
die grösste Stadt der Insel, mit dem Dorf<br />
Candelaria. Der Weg führt entlang der<br />
Küste durch die imposanten Weingärten,<br />
vorbei an der restaurierten Mühle «Moinho<br />
do Frade», die für Postkartenidylle sorgt,<br />
und restaurierten Herrenhäusern. Wenn<br />
man in Madalena ist, kann man das kleine<br />
Weinmuseum besuchen, das sich in einer<br />
ehemaligen Sommerresidenz von Karmelitermönchen<br />
befindet.<br />
DIE MINERALITÄT<br />
DER WEINE<br />
ERINNERT AN AUSTERN.<br />
DA LÖSEN SICH ZWEIFEL<br />
AN DER VERBINDUNG<br />
VON TERROIR UND WEIN<br />
RASCH IN LUFT AUF.<br />
Vor 500 Jahren brachten Franziskanermönche<br />
diverse Rebsorten auf die Inseln.<br />
Entwickelt haben sich vor allem drei weisse<br />
Rebsorten: Verdelho, Arinto dos Açores<br />
und Terrantez do Pico. Allesamt autochthone<br />
Rebsorten, selbst wenn die Namen auch<br />
für andere Sorten auf dem portugiesischen<br />
Festland verwendet werden.<br />
WEIN OHNE SCHABLONEN<br />
Die der Allgemeinheit unbekannten Sorten<br />
und die notorisch niedrigen Erträge geben<br />
den Winzern die Freiheit, die Weine so naturnah<br />
wie möglich auszubauen. Pico-Weine<br />
müssen in keine geschmackliche Schablone<br />
passen oder einen Massengeschmack<br />
treffen. Die überschaubaren Mengen sind<br />
ohnehin schnell vergriffen. So arbeiten die<br />
Winzer daran, diese einzigartige natürliche<br />
Konzentration und rauchige Salzigkeit der<br />
Weine ins Glas zu bringen. Pico-Weine sind<br />
vollmundig, ohne schwer zu sein, sie sind<br />
intensiv aromatisch, ohne plakativ fruchtig<br />
zu werden. Ihre Mineralität erinnert an<br />
Austern. Da verschwindet jeder Zweifel<br />
an der Verbindung von Terroir und Wein.<br />
AZOREN-WEIN<br />
Rund 1000 Hektar Rebfläche gibt es auf<br />
den Azoren – eine Zahl, die täuscht. Die<br />
Reben stehen weit verstreut, einzeln und<br />
geschützt von Lavasteinmauern. Hinzu<br />
kommen notorisch niedrige Erträge und<br />
eine starke Fluktuation von Jahr zu Jahr.<br />
Ein Blick in die Statistik zeigt: Sechs<br />
Hektoliter pro Hektar gelten hier als guter<br />
Ertrag. In vielen Jahren ist es nicht einmal<br />
die Hälfte, was vor allem an den herausfordernden<br />
Wetterbedingungen liegt.<br />
Daher sind Azoren-Weine ausserhalb<br />
Portugals schwer zu bekommen. Selbst<br />
spezialisierte Händler können oft nur<br />
winzige Mengen anbieten. Relativ gut<br />
verfügbar sind die Weine der Azores Wine<br />
Company und der Adega do Vulcão. Der<br />
hohe Aufwand, der mit der Weinproduktion<br />
auf den Azoren verbunden ist – alles<br />
muss von Hand gemacht werden – erklärt,<br />
warum die Weine keine Schnäppchen<br />
sind.<br />
Fotos: Francisco Nogueira, beigestellt, Shuttestock, mauritius images / Alamy Stock Photos / lukas bischoff, Mauzuras / Comunicar Atitude<br />
120 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Die Spitzenweingüter bieten Gelegenheit,<br />
die aussergewöhnlichen Weine der Insel zu<br />
erleben. Ein Highlight ist die «Azores Wine<br />
Company» nahe Madalena, wo man nicht<br />
nur stilvoll übernachten, sondern auch im<br />
hauseigenen Restaurant moderne Azorenküche<br />
abgestimmt auf die Weine geniessen<br />
kann. Ebenso ein Genuss ist das Herrenhaus<br />
«Solar Terra Brum», mitten in den Weingärten<br />
von Criação Velha, wo die Weine der<br />
Adega do Volcão verkostet werden können.<br />
Solide Weine gibt es in der Vinothek der Genossenschaft<br />
in Madalena.<br />
DER WEIN DER ZAREN<br />
Ein besonderes Erlebnis bietet die Adega<br />
Czar – aber nur nach vorheriger Anmeldung.<br />
Fortunato Garcia, hauptberuflich<br />
Lehrer, pflegt hier nebenbei vier Hektar<br />
uralte Reben und produziert Weine, die<br />
einer Zeitreise gleichen. Sein «PÜassado»-<br />
Wein wird nach der Tradition des 18. Jahrhunderts<br />
hergestellt: Die Trauben werden<br />
spät gelesen, der Saft mit natürlichen Hefen<br />
auf bis zu 20 Prozent Alkohol vergoren –<br />
eine Stärke, die sonst nur aufgespritete<br />
Weine erreichen. Anschliessend reift der<br />
Wein neun Jahre im Fass, wobei 50 Prozent<br />
der Menge, der sogenannte<br />
«Engelsanteil», verdunsten und der<br />
Wein noch weiter konzentriert wird.<br />
Das Ergebnis? Ein Elixier, das<br />
einst gut dokumentiert am Zarenhof in<br />
Russland getrunken wurde. In guten Jahren<br />
füllt Fortunato Garcia 900 Flaschen ab, die<br />
er in 32 Länder exportiert. «Ich wollte die<br />
Welt mit meinem Wein bereisen», sagt er.<br />
Mit ihm zu philosophieren, ist ein unvergessliches<br />
Erlebnis, vor allem für echte<br />
Wein-Geeks.<br />
Noch ein Highlight: das «Bioma».<br />
Rafael Ávila Melo ist auf den Azoren geboren,<br />
Franco Pinilla stammt aus Argentinien.<br />
Beide haben in Michelin-besternten<br />
Restaurants ihr Handwerk gelernt. Mit<br />
dem Restaurant «Bioma» in Lajes do Pico<br />
haben sie sich einen Traum erfüllt. Ihr Ziel<br />
ist es, die Produkte der Azoren richtig in<br />
Szene zu setzen. Dazu arbeiten sie eng mit<br />
Landwirten, Gemüsebauern und Fischern<br />
zusammen. Mit dem Chef’s Table bieten sie<br />
die Möglichkeit, besonders rare Produkte<br />
der Insel kennenzulernen.<br />
Selbstverständlich gehört der Meerblick<br />
ebenso zum Restaurant wie die gepflegte<br />
Weinkarte mit heimischen Tropfen.<br />
<<br />
Zwei, die sich mögen: Rafael Ávila Melo und<br />
Franco Pinilla haben das Kochhandwerk bei den<br />
Besten der Branche gelernt. In ihrem Restaurant<br />
«Bioma» bringen sie die besonderen Produkte<br />
der Insel zur Geltung.<br />
Die abgelegene Lage mitten im Atlantik<br />
und die aussergewöhnliche Schönheit<br />
der Inseln führten viele Besucher zu der<br />
Annahme, dass es sich bei den Azoren um<br />
das sagenumwobene, untergegangene<br />
Atlantis handeln könnte.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
121
inselträume / WEINREISE AZOREN<br />
Nichts ist vergleichbar mit<br />
den sehr raren «Passado»-<br />
Weinen der Adega Czar.<br />
Hier werden die Trauben<br />
spät gelesen und der<br />
Wein bis zu neun Jahre in<br />
Fässern gereift.<br />
WEINE UND<br />
WEINGÜTER<br />
ADEGA CZAR – FORTUNATO GARCIA<br />
Nichts ist vergleichbar mit den sehr raren Weinen<br />
der Adega Czar. Fortunato Garcia pflegt die Tradition<br />
der «Passado»-Weine, wie sie einst am Hofe der<br />
Zaren geschätzt wurden. Dafür werden die Trauben<br />
spät gelesen und der Wein bis zu neun Jahre in Fässern<br />
gereift. Fortunato Garcia ist hauptberuflich Lehrer,<br />
weshalb nicht immer jemand auf dem Weingut<br />
ist. Unbedingt einen Termin vereinbaren. Aufgrund<br />
des sehr raren Weins wird auch eine Verkostungsgebühr<br />
von mindestens 50 <strong>Schweiz</strong>er Franken fällig.<br />
Zona Industrial de s. Roque<br />
9940-210 São Roque do Pico<br />
T: +351 914 253646, czarwinery.com<br />
ADEGA DO VULCÃO<br />
Hinter diesem etwa 15 Jahren alten Projekt stehen<br />
Cinzia Caiazzo und Gianni Mancassola, ein weinbegeistertes<br />
Paar aus Florenz, das sich während<br />
eines Urlaubs in den Weinbau hier verliebte. Sie<br />
erkannten das Potenzial, investierten in eine<br />
moderne Kellerei und setzten konsequent auf<br />
naturnahe Weinbergsarbeit, lokale Traditionen und<br />
autochthone Rebsorten. Auf rund 14 Hektar entstehen<br />
heute authentische, moderne Weine der<br />
Spitzenklasse. Besucher können die Weine in dem<br />
Anwesen Solar Terra Brum verkosten, einer historischen<br />
Residenz im Herzen des UNESCO-Weltkulturerbes.<br />
Solar Terra Brum, Whytton da Terra n. 45<br />
9950-302 Madalena do Pico<br />
T: +351 913 009748, adegadovulcao.com<br />
ADEGA LUCAS AMARAL<br />
Lucas Amaral ist einer der jüngsten Winzer der<br />
Azoren und eines der vielversprechenden Talente.<br />
Mit grossem Enthusiasmus kümmert er sich um<br />
die alten Reben und pflegt die Lavasteinwände. Er<br />
will den puren und unverfälschten Geschmack der<br />
Weine hier einfangen. Sieben verschiedene Weine<br />
kann man bei ihm verkosten. Die Weine werden<br />
naturnah und mit grosser Präzision ausgebaut.<br />
Rund 20.000 Flaschen erzeugt er jedes Jahr, die<br />
schnell vergriffen sind. Wer das Weingut besuchen<br />
möchte, sollte einen Termin vereinbaren.<br />
Canada das Adegas 11 – Campo Raso<br />
9950-105 Candelária<br />
T: +351 961 664837, keine Website<br />
AZORES WINE COMPANY MIT<br />
BOUTIQUE-HOTEL UND RESTAURANT<br />
Die jüngste Erfolgsgeschichte der Azoren wäre ohne<br />
António Maçanita nicht denkbar. Er ist einer der<br />
renommiertesten portugiesischen Winzer und<br />
betreibt Weingüter in unterschiedlichen Regionen.<br />
Maçanita ist einer der Initiatoren der Azores Wine<br />
Company, die 2014 gegründet wurde, um die<br />
Weinbau tradition der Region zu bewahren. Weine,<br />
Boutiquehotel und Restaurant verbinden das Terroir<br />
der Azoren mit weltläufigem Glanz. Wenn man nur<br />
ein Weingut besuchen kann, sollte es dieses sein.<br />
Rua do Poco Velho, Cais do Mourato, 9950-054<br />
Bandeiras, Madalena<br />
T: +351 292 241840, antoniomacanita.com<br />
COOPERATIVA VITIVINÍCOLA ILHA DO PICO<br />
Kleinteiliger Besitz gehört ebenso zur DNA des Azorenweinbaus,<br />
wie Vulkanböden und Meeresgischt.<br />
Madalenas Weinmuseum ist in der einstigen Sommerresidenz<br />
von Karmelitermönchen untergebracht.<br />
Deshalb spielt die Genossenschaft eine wichtige<br />
Rolle, auch um die einzigartige, aber arbeitsintensive<br />
Kulturlandschaft zu erhalten. In der Vinothek kann<br />
eine breite Palette solider Weine zu einem guten<br />
Preis-Leistungs-Verhältnis verkostet werden.<br />
Av. Padre Nunes da Rosa 29, Areia Larga<br />
9950-302 Madalena<br />
T: +351 912 533243, picowines.com<br />
INSULA ATLANTIS – WEINE UND HOTEL<br />
Dahinter verbirgt sich ein kleines Weingut mit gut<br />
drei Hektar Rebfläche sowie ein Boutique-Hotel<br />
inmitten der Rebgärten. Der Mastermind dahinter<br />
ist Paulo Machado. Auf Pico geboren studierte er in<br />
Porto Weinbau und baute die Azores Wine Company<br />
mit auf. Mit diesem Projekt hat er seinen eigenen<br />
Traum verwirklicht.<br />
Rua do Farol, 9950-542 São Mateus Madalena<br />
T: +351 918 836593, insulaatlantis.com<br />
WOHNEN UND ESSEN<br />
HOTEL ALDEIA DA FONTE<br />
Das nachhaltige Resort liegt zwischen dem Berg<br />
Pico und dem Atlantik. Es erinnert mit seinen<br />
beschaulichen Steinhäusern, umrahmt von üppigen<br />
Gärten, an ein kleines Dorf. Ein Turm ermöglicht die<br />
Beobachtung von Walen, während ein Tai-Chi-Garten,<br />
Yogaklassen und ein Atlantikpool für Erholung<br />
sorgen. Das Restaurant «Fonte Cuisine» serviert<br />
vegetarische und regionale Gerichte.<br />
Aldeia da Fonte, Caminho de Baixo<br />
9930-177 Lages do Pico<br />
T: +351 292 679500, aldeiadafonte.com<br />
HOTEL PICO TERRAMAR & SPA<br />
Das im Sommer 2024 eröffnete Hotel liegt im<br />
Ortsteil Areia Larga in Madalena. Direkt vor der Tür<br />
beginnt der Weinwanderweg «Vinhas da Criação<br />
Velha», der durch das Weinbaugebiet führt und<br />
spektakuläre Aussichten auf das Meer und die<br />
Landschaft bietet. Nur etwa 15 Gehminuten vom<br />
Zentrum und dem Fährhafen entfernt bietet das<br />
Hotel eine ideale Kombination aus Ruhe und<br />
<<br />
Fotos: Adega Czar / Pedro Silva, Carlos Duarte / Turismo Azores<br />
122 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Lernen Sie<br />
die Weinwelt<br />
neu kennen<br />
MÖVENPICK WEINABO<br />
Das Mövenpick Weinabo ist ein beliebtes Geschenk. Sie wählen<br />
zwischen drei exklusiven Abos und die Beschenkten erhalten<br />
ein Jahr lang alle drei Monate ein Überraschungspaket in Ihrem<br />
Namen nach Hause geliefert.<br />
Wählen Sie Ihr Wunschabo: Rotwein Premium, Rotwein Selection oder Weisswein. Weitere<br />
Informationen und direkte Bestellung unter moevenpick-wein.ch/weinabo
inselträume / WEINREISE AZOREN<br />
Die kleine Ferienhausanlage<br />
«Lava Homes» besticht auch mit<br />
ihrem Restaurant «Magma»,<br />
das der authentischen<br />
Inselküche huldigt.<br />
<<br />
guter Erreichbarkeit. Geboten wird auch ein<br />
Restaurant mit gehobener Regionalküche, Swimmingpool<br />
und ein moderner Wellnessbereich.<br />
Rua Dr. Manuel de Arriaga, Areia Larga<br />
9950-302 Madalena<br />
T: +351 965 563874, picoterramar.com<br />
APARTMENTS LAVA HOMES MIT<br />
RESTAURANT MAGMA<br />
Unweit der Gemeinde Santo Amaro gelegen bietet<br />
diese kleine Ferienhausanlage einen tollen Blick<br />
auf das Meer und die Nachbarinsel São Jorge. Die<br />
Ferienwohnungen, überwiegend als separate Häuser<br />
gestaltet, wurden aus Lavastein erbaut und<br />
geschmackvoll eingerichtet. Highlight ist der<br />
beheizte Infinitypool mit Panoramasonnenterrasse.<br />
Das dazugehörige Restaurant «Magma» rundet<br />
das Erlebnis ab. Hier erwartet die Gäste eine<br />
abwechslungsreiche Speisekarte mit täglich wechselnden<br />
regionalen Gerichten, die die kulinarische<br />
Identität der Insel Pico widerspiegeln.<br />
Travessa do Outeiro das Eiras 2A<br />
9940-185 Terra Alta<br />
T: +351 292 241200, lavahomes.com<br />
APARTMENTS AZORES WINE COMPANY<br />
MIT RESTAURANT<br />
Klein, aber besonders fein sind auch die Zimmer,<br />
die das Weingut Azores Wine Company bietet.<br />
Gerade einmal fünf Zimmer und ein Apartment<br />
kann man hier inmitten der Weinberge und mit<br />
Blick auf den Atlantik buchen. Die Zimmer sind<br />
sehr geschmackvoll und komfortabel eingerichtet.<br />
Dazu gehört auch ein kleines Restaurant mit saisonalen<br />
Spezialitäten, wo man auch die fantastischen<br />
Weine in ihrer grossen Bandbreite verkosten kann.<br />
Rua do Poço Velho 34, 9950-054 Cais do Mourato<br />
T: +351 918 266989, antoniomacanita.com<br />
Der studierte Önologe<br />
Fábio Rocha führt<br />
Weinliebhaber durch<br />
die Weinwelt der Insel –<br />
Tastings inklusive.<br />
CELLA BAR<br />
Ein bisschen wandern und dann einen Sundowner<br />
mit Blick auf den Atlantik geniessen? Dazu lädt die<br />
berühmte «Cella Bar» in der Nähe der Hafenstadt<br />
Madalena ein. Das Gebäude, das aussieht, als würde<br />
sich ein Walfisch in einem Weinfass verkriechen, hat<br />
einen Architekturpreis gewonnen. Das Interieur ist<br />
gemütlich und die Aussicht fantastisch. Hier kann<br />
man einfach nur einen Cappuccino trinken oder portugiesische<br />
Tapas mit dem passenden Wein dazu<br />
geniessen. Man sollte unbedingt mal hingehen.<br />
Lugar de Barca, 9950-327 Madalena<br />
T: +351 292 623654, cellabar.com<br />
RESTAURANT BIOMA<br />
Eines der feinsten Restaurants auf den Azoren ist<br />
das «Bioma» in Lajes do Pico. Die beiden Spitzenköche<br />
Rafael Ávila Melo und Franco Pinilla nutzen<br />
ihr Know-how und ihre Erfahrung, um die besonderen<br />
Produkte der Azoren in Szene zu setzen. Gäste<br />
können ein Fünf-Gänge-Menu geniessen, um einen<br />
ersten Eindruck der heimischen Küche zu erhalten,<br />
oder sich gleich für den exklusiven Chef’s Table<br />
entscheiden. Dort erwartet sie ein Zwölf-Gänge-<br />
Menu. Dazu gibt es eine grosse Weinkarte mit<br />
heimischen Gewächsen.<br />
Foros, ER1, 9930-055 Lajes do Pico<br />
T: +351 910 723700, biomarestaurant.com<br />
RESTAURANT ANCORADOURO<br />
Das Restaurant befindet sich in der Nähe des Hafens<br />
von Porto Areia Larga in Madalena. Von der Terrasse<br />
aus hat man einen tollen Blick auf das Meer und hinüber<br />
auf die Nachbarinsel Faial. Das Restaurant bietet<br />
gehobene, frische und traditionelle Azorenküche.<br />
Im Mittelpunkt stehen Fisch und Meeresfrüchte,<br />
aber auch lokale Käse und Fleischgerichte.<br />
Rua Rodrigo Guerra 7, 9950-322 Madalena<br />
T: +351 292 623490<br />
TIPPS FÜR<br />
EXKURSIONEN<br />
BOOTSTOUR, UM WALE, DELFINE UND<br />
HAIE ZU BEOBACHTEN<br />
Es liegt an besonderen Meeresströmungen, dass<br />
die Azoren ein Treffpunkt für zig Walfischarten,<br />
Delfine, Haie und Schildkröten sind. Somit ist Pico<br />
auch ein idealer Ausgangspunkt für eine Walbeobachtungstour.<br />
Einer, der sich auf respektvolle<br />
Naturbeobachtung spezialisiert und über 30 Jahre<br />
Erfahrung hat, ist Frank Wirth, der Chef von Pico<br />
Sports. Dort kann man individuelle Bootstouren<br />
oder gar Tauchgänge buchen.<br />
Pico Sport, Hafen Velho 33, 9950 3350 Madeleine<br />
T: +351 292 622980, pico-sport.com<br />
GEFÜHRTE WEINTOUREN<br />
Wer die Weinwelt der Insel Pico nicht auf eigene<br />
Faust erkunden möchte, kann sich an Fábio Rocha<br />
wenden. Der studierte Önologe lebt und produziert<br />
Wein auf der Insel und hat sich auf die Führung von<br />
Touristen spezialisiert. Von ihm kann man sich<br />
durch die berühmten Weinberge führen lassen und<br />
verschiedene Tastings buchen.<br />
Art of Wine – Fábio Rocha, Largo Manuel Forjaz, 1<br />
9950-451 Madalena do Pico<br />
Telefon: +351 912 059980, artofwine.pt<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
124 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NEUCHÂTEL<br />
Der<br />
Ein halbes Jahrhundert Geschichte und Winzerkunst<br />
Der Non Filtré, der ikonische Wein des Kantons<br />
Neuenburg, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges<br />
Bestehen. Ein halbes Jahrhundert voller Tradition<br />
und Winzerhandwerk, das sowohl Weinliebhaber<br />
als auch Experten begeistert. Dieser einzigartige<br />
Weisswein, geschätzt für seine Frische und seinen<br />
authentischen Charakter, verkörpert die Vielfalt<br />
des Neuenburger Terroirs und spiegelt zugleich<br />
die Expertise der lokalen Winzerinnen und Winzer<br />
sowie die Eleganz der <strong>Schweiz</strong>er Rebsorten wider.<br />
Was für ein Wein verbirgt sich hinter<br />
der Bezeichnung Non Filtré ?<br />
Dieser typische Neuenburger Wein wird seit<br />
1975 aus der Rebsorte Chasselas gekeltert.<br />
Wenn er Anfang Januar ohne Filtrierung in<br />
Flaschen abgefüllt wird, ist seine Gärung bereits<br />
vollständig abgeschlossen.<br />
Als « erster <strong>Schweiz</strong>er Wein des Jahres » ist der<br />
Non Filtré eine perfekte Gelegenheit für Weinliebhaberinnen<br />
und -liebhaber, den Jahresbeginn<br />
mit einem einzigartigen Produkt zu feiern<br />
und gleichzeitig die faszinierende Welt der<br />
<strong>Schweiz</strong>er Weine zu entdecken, die sich durch<br />
eine beeindruckende Vielfalt an Geschmäckern,<br />
Texturen und Aromen auszeichnet.<br />
Der Wein lädt dazu ein, die <strong>Schweiz</strong>er Terroirs<br />
zu entdecken, insbesondere das Terroir von<br />
Neuenburg. Die Winzerinnen und Winzer, die mit<br />
Leidenschaft und Hingabe arbeiten, haben es<br />
geschafft, innovative Techniken zu entwickeln,<br />
ohne dabei die Geschichte und die lokale Vielfalt<br />
aus den Augen zu verlieren. Der Non Filtré spiegelt<br />
die Identität der Region wider und zeigt die<br />
Leidenschaft der Neuenburger Winzerinnen und<br />
Winzer, die diese wertvolle Tradition mit Herzblut<br />
lebendig halten und weitertragen.<br />
Ein exklusives Angebot,<br />
um die Neuenburger Terroirs zu erkunden<br />
Für alle, die die Vielfalt der Neuenburger Weine<br />
erleben möchten, gibt es ein exklusives Angebot :<br />
einen gemischten Karton des Non Filtré mit<br />
einer Auswahl von 26 teilnehmenden Winzerinnen<br />
und Winzern. Dieses Angebot bietet die<br />
Möglichkeit, die verschiedenen Terroirs und<br />
Aromen der Neuenburger Spezialität zu entdecken<br />
– bequem per Lieferung nach Hause.<br />
Der Non Filtré passt perfekt zu vielen Gerichten,<br />
von Fondue über Fischspezialitäten aus dem See<br />
bis hin zu raffinierten Speisen. Dieser Wein ist<br />
weit mehr als nur ein Getränk : Er ist ein wahrer<br />
Botschafter für die Vielfalt der <strong>Schweiz</strong>er Weine,<br />
geprägt von Tradition, Innovation und aussergewöhnlichem<br />
Handwerk.<br />
Bestellen Sie Ihren gemischten Karton Non Filtré<br />
und entdecken Sie den einzigartigen Charakter<br />
der Neuenburger Weine !<br />
WWW.NEUENBURGERNONFILTRE.CH
&
JETZT<br />
EINREICHEN!<br />
Superpreise für Ihre Weinschätze:<br />
Noch nie gab es so hohe Verkaufspreise für Ihre Weine! Reichen Sie jetzt ein<br />
– es ist super einfach: go.falstaff.com/fruehjahr-weinauktion-25<br />
Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an weinauktion@falstaff.com<br />
Bitte reichen Sie Ihre Weine bis spätestens 21. Februar <strong>2025</strong> ein!
Chefredakteur<br />
Spirits<br />
ALEXANDER<br />
THÜRER<br />
SPIRITS<br />
AMERICAN SINGLE MALT<br />
NEUER PLAYER<br />
Seit 2022 setzten sich Produzenten von amerikanischem Single<br />
Malt dafür ein, ihn als eigenständige Kategorie offiziell<br />
eintragen zu lassen. Mit Erfolg, denn Ende 2024 hat das<br />
«Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau» American Single Malt<br />
nun als staatlich anerkannte und geschützte Sorte mit eigenen Richtlinien<br />
anerkannt. American Single Malt muss nun u. a. vollständig<br />
aus fermentierter, amerikanischer Gerste hergestellt, auf maximal<br />
80 Vol.-% destilliert und ausschliesslich in den USA gereift werden.<br />
americansinglemaltwhiskey.org<br />
GANZ EASY ZUM<br />
HOME-MADE MOCKTAIL<br />
Genuss ohne Alkohol ist der Trend der Stunde und<br />
längst kein reines Dry-January-Thema mehr. Feinkosthändler<br />
vomFASS bietet daher nun ein neues<br />
Sortiment an Essenzen, mit denen sich unter anderem<br />
spannende Mocktails mixen lassen. Hierzu<br />
zählt unter anderem der «Basil Smash Zero»-<br />
Sirup, der einerseits mit Soda aufgegossen und auf<br />
Eis serviert einen erfrischenden Drink ergibt, sich<br />
aber auch mit Gin mixen lässt. Zudem gibt es die<br />
Sorten «Hugo Zero» und «Spritz Zero», die bestens<br />
zu alkoholfreiem Schaumwein passen. Neu ist auch<br />
die erfrischende Tee-Infusion «InfiniTEA» aus dem<br />
rheinhessischen Weingut St. Antony. Schonend<br />
entalkoholisierter Chardonnay und das natürliche<br />
Aroma von Rooibos-Tee ergeben einen besonderen<br />
Trinkgenuss. vomfass.ch<br />
LITERARISCHE<br />
GENÜSSE<br />
Mit einem Vodka Martini<br />
über Sylvia Plaths Dichtung<br />
philosophieren oder<br />
mit einem karibischen<br />
Cocktail nach Hemingway-Art<br />
am Strand liegen?<br />
Kein Problen, denn<br />
dieses Buch ist der perfekte<br />
Leitfaden, um<br />
sich in die richtige »literarische«<br />
Stimmung zu<br />
versetzen. 99 einfache<br />
Rezepte stellen die ikonischen Drinks berühmter<br />
Schriftsteller vor und erläutern kurzweilig<br />
die Geschichte hinter den Getränken.<br />
klett-cotta.de<br />
128 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NOTIZEN<br />
GOODBYE, RUSSIA: NEUSTART MIT TRADITION<br />
Früher bekannt unter<br />
dem Namen «Russian<br />
Standard», war die Marke<br />
bereits ein Favorit vieler<br />
Wodka-Liebhaber. Doch<br />
aufgrund der aktuellen<br />
geopolitischen Entwicklungen<br />
entschied man<br />
sich nun, die Marke neu<br />
aufzustellen. Die Destillerie<br />
wurde nach Canelli<br />
in Norditalien verlegt und<br />
der Name in «The Standard<br />
1894» geändert.<br />
spiritlovers.at<br />
DALMORE TRIFFT GRAHAM’S PORT<br />
Die Dalmore Cask Curations Series<br />
geht in die zweite Runde. Für «The Port<br />
Edition» bekam Dalmore exklusiven<br />
Zugang zu den seltensten Graham’s-Portweinfässern.<br />
Jedes Set der Kollektion<br />
besteht aus drei Whiskys, die jeweils 27,<br />
30 und 43 Jahre alt sind.<br />
thedalmore.com<br />
ZUM RELAUNCH<br />
GIBT ES SHERRY<br />
Fotos: Gregory Culbengan, beigestellt, Whyte & Mackay Ltd.<br />
STARKOCH LIEBT MEZCAL<br />
Spannende News für Fans von Starkoch Massimo<br />
Bottura und der urigen Agavenspirituose Mezcal.<br />
Der weltweit respektierte Chefkoch und seine<br />
Non-Profit-Organisation Food for Soul koope rieren<br />
zukünftig mit Santo de Piedra, einem Mezcal-Atelier,<br />
das das High-End-Segment der Kategorie<br />
revolutionieren möchte. Ergebnis der Kooperation<br />
ist die «Santo de Piedra Pastorale Series», für<br />
die eine Mischung seltener Agaven mit einem<br />
besonderen Ansatz zur Verwendung von Holz in<br />
verschiedenen Abschnitten des Herstellungsprozesses<br />
kombiniert wird. Die auf 500 Flaschen limitierte<br />
Abfüllung kann online vorbestellt werden<br />
unter santodepiedra.com.<br />
Die Islay-Destillerie Bowmore erfindet<br />
sich neu und stellt nicht nur mit<br />
der «Sherry Oak Cask Kollektion»<br />
in den Alterstufen 12, 15, 18 und<br />
21 Jahre eine neue Whisky-Serie vor,<br />
sondern verpasst ihren Qualitäten<br />
auch ein neues, optisch reduziertes,<br />
aufgeräumtes Flaschendesign.<br />
bowmore.com<br />
GENUSS FÜR DIE HAUT<br />
Rum macht sich nicht nur im Glas gut,<br />
auch auf der Haut hat er seine Vorzüge.<br />
Die renommierte Seifenmanufaktur<br />
«Klar» präsentiert nun eine Hand- und<br />
Körperseife mit Rumduft. Hierfür kooperierte<br />
man mit den Heimat Distillers,<br />
deren Ramero-Rum als Essenz zum Einsatz<br />
kommt. Alternativ gibt es auch eine<br />
Gin-Seife. klarseifen.de<br />
KEINE NEWS MEHR<br />
VERPASSEN<br />
Lust auf einen Deep Dive in den Ozean<br />
der destillierten Glückseligkeit? Der<br />
<strong>Falstaff</strong> «Spirits Newsletter» nimmt<br />
Sie mit an die besten Tresen der Welt,<br />
enthüllt grossartige Spirits und trifft<br />
die Macher hinter dem Liquid. Also<br />
gleich anmelden auf<br />
go.falstaff.com/newsletter<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
129
spirits / NON-ALCOHOLIC DRINKS<br />
Auf Alkohol zu verzichten,<br />
bedeutet nicht, auch<br />
Abstriche beim Genuss<br />
machen zu müssen. Dem<br />
war nicht immer so.<br />
Erst dank der Kreativität<br />
zahlreicher Mixologen hat<br />
sich in der Welt der Cocktails<br />
ein neues Verständnis<br />
durchgesetzt. Das Motto:<br />
«Equal Drinking».<br />
TEXT ALEXANDER THÜRER<br />
AROMA<br />
STATT<br />
UMDREHUNG<br />
Die grösste Herausforderung beim<br />
Kreieren alkoholfreier Cocktails ist<br />
das Mundgefühl, da die Spirituose als<br />
kraftvoller Aromaträger fehlt. Dennoch<br />
bieten diese Drinks eine völlig neue<br />
Spielwiese.<br />
Fotos: beigestellt, hotel-alpenstern<br />
130 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
DRY GARIBALDI<br />
BRUT<br />
Oliver Polster, «Bar Novum», Damüls<br />
ZUTATEN<br />
Pre-Batch für ca. 1 Liter:<br />
300 ml Crodino Rot<br />
300 ml Orangensaft<br />
100 ml Grapefruitsaft<br />
100 ml Darjeeling Tee-Essenz<br />
100 ml Verjus<br />
10 ml Saline Solution<br />
ZUBEREITUNG<br />
Alle Zutaten mixen und mit Milch klären.<br />
Hierfür den Cocktail in 200 ml heisse Milch<br />
geben und etwas Apfelsäure in Wasser<br />
aufgelöst hinzugeben. 10 Minuten warten<br />
und alles durch einen Kaffeefilter filtern.<br />
Die gefilterte Mixtur mit getrockneten<br />
Hibiskusblüten einlegen. Der Cocktail wird<br />
vor dem Servieren karbonisiert (iSi-Siphon)<br />
und mit einer Orangen- oder Grapefruitzeste<br />
garniert.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
131
spirits / NON-ALCOHOLIC DRINKS<br />
DER AUFWAND FÜR<br />
ALKOHOLFREIE<br />
DRINKS KANN IM<br />
VERGLEICH RECHT<br />
HOCH SEIN, VOR ALLEM<br />
DA VIELE ZUTATEN<br />
SCHNELL VERDERBEN.<br />
VERVEINE<br />
von Marcus Volsa, «Belétage»,<br />
Traunkirchen (Neueröffnung des Jahres)<br />
ZUTATEN<br />
15 cl Verbenentee<br />
2,5 cl Salbeisirup<br />
3 cl Grapefruitsaft<br />
1,5 cl Verjus<br />
Grapefruit-Genmaicha-Espuma on top<br />
ZUBEREITUNG<br />
Alle Zutaten auf Eis in einem<br />
Longdrinkglas kaltrühren. Mit Grapefruit-<br />
Espuma und einer karamellisierten<br />
Grapefruit garnieren.<br />
Für den Salbeisirup: 200 g Zucker mit<br />
200 ml Wasser und 50 g grob gehacktem<br />
Salbei in einem Topf kurz köcheln lassen.<br />
Über Nacht abkühlen und ziehen lassen,<br />
dann abfüllen, beschriften und kühl<br />
lagern.<br />
Verbenentee und Verjus<br />
sind die beiden Säulen, die<br />
dem «Verveine» seinen<br />
besonderen Kick verleihen.<br />
Für den Espuma: 200 ml Grapefruitsaft,<br />
150 ml Genmaicha-Tee (alternativ<br />
Sencha), 3 cl Salbeisirup, 4 cl<br />
Zitronensaft und ein Eiklar in eine ISI-<br />
Flasche geben, schütteln und mit einer<br />
N2O Kapsel laden, gut schütteln und<br />
kühl aufbewahren.<br />
Jahrzehntelang war es die wohl<br />
unbeliebteste Rolle, die man an<br />
einem Bar-Abend einnehmen<br />
konnte: die des Fahrers oder des<br />
bewusst oder erzwungenermassen<br />
nüchtern Bleibenden – und damit auch<br />
immer ein wenig die der gefühlten Spassbremse.<br />
Auch wenn am Ende alle froh<br />
waren, dass sie von ebenjener nach Hause<br />
kutschiert wurden.<br />
Was das Ganze vor allen Dingen so<br />
unattraktiv machte, waren die uninspirierten,<br />
saftartigen Drinks, die als «Mocktails»<br />
auf den hinteren Seiten der Barkarte ein<br />
stiefmütterliches Dasein fristeten und keine<br />
wirkliche Freude aufkommen<br />
liessen. Zumal sie nicht selten<br />
auch mit abfälligen Blicken serviert<br />
wurden. Ein solch unerfreuliches Erlebnis<br />
war es auch, das in Chloé Merz, Inhaberin<br />
der Hamburger «Collab Bar», deren<br />
Crew von <strong>Falstaff</strong> Deutschland gerade als<br />
«Barteam des Jahres» ausgezeichnet wurde,<br />
den Wunsch reifen liess, etwas zu ändern.<br />
«Ich sagte mir: Wenn ich jemals eine Bar<br />
aufmache, möchte ich nicht, dass sich Gäste,<br />
die einen alkoholfreien Drink bestellen,<br />
als Gäste zweiter Klasse fühlen. Es gibt so<br />
viele Menschen, die aus verschiedensten<br />
Gründen keinen Alkohol trinken. Wo gehen<br />
die abends hin,<br />
vor allem, wenn<br />
deren Freunde ›normal‹<br />
trinken wollen?»<br />
In ihrer «Collab Bar»<br />
werden alkoholfreie Drinks daher gleichberechtigt<br />
zu alkoholischen präsentiert<br />
und ebenso aufwendig entwickelt. «Equal<br />
Drinking» nennt sie diesen Ansatz. Rund<br />
40 Prozent ihrer Cocktails kommen mittlerweile<br />
ohne Alkohol aus. «Tatsächlich<br />
hatte ich schon Gäste, die aus Versehen<br />
mehrfach alkoholfrei bestellt haben, weil<br />
die Drinks so lecker waren, und erst nach<br />
dem dritten haben sie gemerkt, dass kein<br />
Fotos: Marcus Volsa, Christof Wagner, beigestellt<br />
132 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
QUIT(TE) ME<br />
BABY…<br />
Von Chloé Merz, «Collab Bar», Hamburg<br />
ZUTATEN<br />
30 ml Quitten-Kardamom-Cordial<br />
20 ml Martini Floreale<br />
5 ml Zitronensaft<br />
Alkoholfreier Sekt on top<br />
Cordials bieten die Möglichkeit,<br />
unterschiedlichste Aromen<br />
einzufangen und in einen Drink<br />
zu transportieren. Im «Quit(te)<br />
me Baby» sorgt zudem<br />
alkoholfreier Sekt<br />
für die Textur.<br />
ZUBEREITUNG<br />
Alle Zutaten bis auf den Sekt im Rührglas<br />
kaltrühren und in eine Coupette abseihen.<br />
Mit alkoholfreiem Sekt toppen und mit<br />
Zitronenzeste garnieren.<br />
Für den Quitten-Kardamom-Cordial:<br />
500 ml Quittensaft<br />
215 g Zucker<br />
1 g Apfelsäure (Malic Acid)<br />
1 g Zitronensure<br />
1 g Weinsäure<br />
3 Kardamomkapseln<br />
Kardamom zerstossen und anrösten, Quittensaft<br />
erhitzen. Alle Zutaten hinzufügen und<br />
rühren, bis sich alles aufgelöst hat. Abkühlen<br />
lassen und abfüllen.<br />
Alkohol drin war. Ihnen hat offensichtlich<br />
nichts gefehlt», freut<br />
sich Chloé Merz.<br />
DIE ZUKUNFT?<br />
EHER NÜCHTERN!<br />
Nun hat die «Collab Bar» natürlich einen<br />
Standortvorteil, das weiss Chloé Merz. Vor<br />
allem in urbanen Regionen und Grossstädten<br />
verfängt bisher die Idee des bewussten<br />
Genusses bei ausreichend vielen Menschen,<br />
um einen spürbaren «Need» zu erzeugen.<br />
Global gesehen nimmt das Thema der<br />
alkoholfreien Spirituosen und der damit<br />
verbundenen neuen Cocktail- und Genusskultur<br />
seit Jahren an Fahrt auf. Hauptsächlich<br />
getragen von Millennials und der GenZ<br />
verzeichnet die Kategorie teils zweistellige<br />
Zuwächse. Besonders die USA sind hier mit<br />
29 Prozent ganz vorn dabei. Auch die Prognosen<br />
der «IWSR Drinks Market Analysis»<br />
sprechen für sich: bis 2027 soll die Kategorie<br />
der alkoholfreien Alternativen jährlich<br />
im<br />
Schnitt<br />
um sechs<br />
Prozent<br />
zulegen.<br />
Doch ohne<br />
die Innovationskraft<br />
der Bartender<br />
wird es nicht gehen, denn diese ist gefragt,<br />
wenn sich diese neue Aromenwelt auch bei<br />
klassischen Spirituosentrinkern etablieren<br />
soll. Und wie gehen Bartender die Sache<br />
an, die nicht in grossen Metropolen sitzen,<br />
aber dennoch Bars auf höchstem Niveau<br />
betreiben? Marcus Volsa ist der Kopf hinter<br />
der <strong>Falstaff</strong>-«Neueröffnung des Jahres»,<br />
der «Bar Belétage» im Hotel «Post am See»<br />
in Traunkirchen. Und er spürt trotz der<br />
beschaulichen Lage seiner Bar am Traunsee<br />
ein gestiegenes Interesse seiner Gäste an<br />
alkoholfreien Drinks, wenngleich auf einem<br />
recht moderaten Niveau. Die klassischen<br />
Nichttrinker seien noch immer vor allem<br />
die Autofahrer. «Dennoch haben wir vor<br />
allem im Sommer versucht, einige unserer<br />
regulären Cocktails auch in einer alkoholfreien<br />
Variante anzubieten. Das hat sich<br />
bei Rezepturen, in denen wir ohnehin mit<br />
Shrubs oder Cordials arbeiten, einfach<br />
BEI NORMALEN<br />
DRINKS BAUEN DIE<br />
BARKEEPER DAS<br />
REZEPT RUND UM EINE<br />
SPIRITUOSE. BEI<br />
ALKOHOLFREIEN GEHT<br />
ES STÄRKER UM DIE<br />
KOMBINATION ALLER<br />
ZUTATEN.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
133
spirits / NON-ALCOHOLIC DRINKS<br />
VANILLA SKY<br />
Jürgen Wörner, Europa-Park Rust<br />
ZUTATEN<br />
4 cl Vanilla-Sky-Sirup<br />
2 cl Zitronensaft<br />
Soda on top<br />
Für den Vanilla-Sky-Sirup:<br />
700 ml Vanillesirup<br />
1 Bund Basilikum<br />
25 g rosa Pfeffer<br />
ZUBEREITUNG<br />
Rosa Pfeffer im Topf muddeln, Vanillesirup<br />
und Basilikum hinzugeben, alles für ca.<br />
10 Minuten bei 60 Grad ziehen lassen.<br />
Danach abseihen.<br />
Deko: Basilikumblatt, rosa Pfeffer<br />
Glas: Champagnerglas<br />
<<br />
angeboten. Aber nicht jeder alkoholfreie<br />
Drink muss bei uns so aufwendig sein. Ein<br />
›Sanbitter Orange‹ mit Sanbitter, Soda und<br />
frisch gepresstem Orangensaft beispielsweise<br />
ist ein einfacher, aber erfrischender<br />
Aperitif», sagt Volsa.<br />
Er hat dabei auch den besonderen Arbeitsaufwand<br />
für alkoholfreie Kreationen<br />
im Blick. «Bei vielen selbst gemachten Zutaten<br />
hat man ein Problem mit der Haltbarkeit<br />
und muss oft nachproduzieren.» Auch<br />
funktioniere nicht alles auch sofort beim<br />
Gast. Fermentiertes wie Kombucha etwa<br />
sei anfangs nur wenig bestellt worden. Die<br />
Lösung für Volsa waren Pre-Batched-Cocktails<br />
wie der «Verveine», die sich bestens<br />
vorbereiten lassen.<br />
Auch bei Oliver Polster, Barchef aus der<br />
«Bar Novum» in Damüls, die gerade zum<br />
<strong>Falstaff</strong>-«Barjuwel des Jahres» gekürt wurde,<br />
steigt die Nachfrage nach alkoholfreien<br />
Drinks seit zwei Jahren merklich an, wenngleich<br />
sich über die Sommermonate ein<br />
kleines Loch bemerkbar mache. «Da sind<br />
leichte Aperitivos wesentlich populärer»,<br />
erzählt Polster.<br />
ALKOHOLFREI? GERNE<br />
FRUCHTIG UND FIZZY!<br />
Bleibt die Frage, über welche Cocktailfamilie<br />
der Einstieg in die kreative Welt der<br />
alkoholfreien Drinks am besten gelingt.<br />
Marcus Volsa hat sich hier neben Savoury-<br />
Vanille, Zitronensaft, leichte<br />
Pfefferschärfe, ein Hauch<br />
Basilikum und prickelndes Soda<br />
ergeben einen schnell servierten,<br />
erfrischenden Aperitif.<br />
TEES, SHRUBS,<br />
SUDE UND<br />
CORDIALS GEBEN<br />
ALKOHOLFREIEN<br />
COCKTAILS IHRE<br />
AROMATISCHE TIEFE,<br />
BUBBLES SORGEN FÜR<br />
TEXTUR.<br />
und Umami-Drinks vor allem den Sours<br />
und Fizzes verschrieben und arbeitet viel mit<br />
Tees, Suden (z. B. Pilze) und Shrubs. Einer<br />
der beliebtesten Drinks bei Oliver Polster<br />
geht hingegen in die fruchtige Richtung.<br />
«Ein Renner ist der ‹Blueberry Mule› mit<br />
Blaubeer- und Limettensaft, Ginger Beer<br />
und gefrosteter Gurke, die wir über den<br />
Drink reiben. Das ergibt fast so etwas wie<br />
eine Granita.<br />
Sehr gut gehen<br />
aber auch<br />
alkoholfreie Gin<br />
Fizzes, denen man<br />
mit Cocktail Bitters<br />
nochmal eine gewisse Tiefe<br />
verleihen kann. Und ein ‹Nogroni›<br />
mit Undone ist auch eine feine Sache.»<br />
Einen Tipp hat auch Chloé Merz parat.<br />
«Beim Kreieren eines alkoholfreien Drinks<br />
ist das Mundgefühl ein entscheidender<br />
Punkt. Viele Produkte auf dem Markt bringen<br />
ein wenig Chili oder Ingwer mit, um<br />
die Schärfe einer Spirituose nachzubilden,<br />
aber Alkohol als Geschmacksträger fällt<br />
eben weg. Das muss man kompensieren,<br />
etwa durch alternative Süsse- oder Säurequellen<br />
wie Verjus, Shrubs oder Sherbets.<br />
Als Geschmacks-Boost eignet sich auch<br />
Tee. Mit Soda, Tonic oder Ginger Ale erhält<br />
man eigentlich immer eine gute Textur, da<br />
sie das Pricklige mitbringen.»<br />
<<br />
Fotos: beigestellt, Dennis Dorwarth<br />
134 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
BEST OF<br />
ALKOHOLFREIE ALTERNATIVEN<br />
95<br />
93<br />
92<br />
2024 FINE SPRITZ «ORANGE<br />
APERITIVO» ALKOHOLFREI<br />
Schöne, herb-fruchtige Orangennoten<br />
in der erfreulich vitalen<br />
Nase. Am Gaumen fruchtig,<br />
leicht säuerlich, bitter-fruchtig<br />
und mit vollem Orangenaroma.<br />
In Kombination mit Tonic ein<br />
perfekter leichter Spritzer.<br />
wild-brennerei.de<br />
ca. CHF 13,99<br />
JÖRG GEIGER<br />
«AECHT KIMMEL»<br />
Sanfter Kümmel steigt aus<br />
dem Glas, dann folgen Dill und<br />
Gurke, gelbe Frucht und etwas<br />
krautiges Heu. Am Gaumen entfaltet<br />
sich der Kümmel feingliedrig<br />
und frisch, ergänzt von<br />
würzigem Honig, Kamille und<br />
dezenten Kräutern. Funktioniert<br />
super auf Eis.<br />
fineselect.ch<br />
CHF 11,50<br />
UNDONE «NO.2 LONDON DRY<br />
JUNIPER» ALKOHOLFREI<br />
Vielseitige Nase mit einem Hauch<br />
Wacholder, Zitronenmelisse, Gurke<br />
und frischem Ingwer. Am Gaumen<br />
schlank, die Zitrusnote bleibt<br />
der bestimmende Faktor. Funktioniert<br />
gut mit klassischem oder<br />
Zitrus-Tonic.<br />
shop.hoferwineandspirits.ch<br />
CHF 25,50<br />
95<br />
93<br />
92<br />
JÖRG GEIGER<br />
«DZIN BITTER»<br />
In der Nase zunächst leicht<br />
ätherischer Wacholder, dazu fein<br />
harzige und würzige Holznoten,<br />
florale Anklänge und gelbe<br />
Frucht. Am Gaumen prickelnd,<br />
frisch und leicht herbal. Noten<br />
von Bitterorange und Gurke<br />
kommen im Finish.<br />
thungourmet.ch<br />
CHF 16,92<br />
RAUREIF «VERJUS<br />
& VOGELBEERE»<br />
ERFRISCHUNGSGETRÄNK<br />
Der Duft erinnert ein wenig an<br />
Waldhonig, bringt dann aber eine<br />
fruchtige Säure mit. Im Mund<br />
dicht und säuerlich, feine rote<br />
Beerenfrucht, eine erdige Nuance<br />
spielt ebenso mit. Eine sanfte<br />
Perlage sorgt für ein frisches<br />
Mundgefühl. Feinherbes Finish.<br />
rau-reif.at, ca. CHF 15,–<br />
(6er-Karton)<br />
THE STIN SPICE<br />
NON ALCOHOLIC<br />
Komplexe Nase mit einer gehörigen<br />
Portion Wacholder, fruchtigem<br />
Kernobst, Blüten und<br />
Piment. Am Gaumen bleibt die<br />
Vielfalt erhalten, Frische<br />
bestimmt das Geschehen. Im Gin<br />
Tonic überzeugend, die Dosierung<br />
darf etwas höher sein!<br />
stin.at, ca. CHF 30,–<br />
95<br />
93<br />
90<br />
Fotos: beigestellt<br />
TANQUERAY<br />
«ALCOHOL FREE 0.0%»<br />
Erfrischend mit viel<br />
Zitrusaromatik, getrockneten<br />
Kräutern und harzigen Untertönen<br />
des Wacholders. Am Gaumen<br />
anhaltende Süsse, Zitronenmelisse<br />
schwingt mit. Am besten<br />
mit einem trockenen, klassischen<br />
Tonic mischen.<br />
ullrich.ch, CHF 24,90<br />
SAVEUR DRINKS WHITE TEA<br />
BERGAMOTTE<br />
Feinherbe Schwarzteenoten<br />
erinnern an Earl-Grey-Tee, dezent<br />
fruchtig-floral, dazu Nuancen von<br />
Waldhonig im Duft. Am Gaumen<br />
dominiert ebenfalls der<br />
Teecharakter, gute Perlage, leicht<br />
zitrische Säure und Süsse in<br />
guter Balance. Ansprechendes<br />
Finish.<br />
martel.ch, CHF 22,–<br />
MIONETTO APERITIVO<br />
ALKOHOLFREI<br />
Fleischige Orangen finden sich<br />
mit einiger Süsse gepaart im<br />
anregenden Duft. Am Gaumen<br />
sehr viel Süsse, der sonst typische<br />
Bitterstoff steht nicht im<br />
Fokus. Erst im Abgang trockenere<br />
Tendenzen. Braucht einen spritzigen<br />
Partner.<br />
cheers2you.ch<br />
CHF 10,30<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
135
Chefredaktion <strong>Schweiz</strong><br />
DOMINIK VOMBACH<br />
und BENJAMIN HERZOG<br />
GOURMET<br />
GUIDE MICHELIN<br />
STERNE FÜR<br />
ÖSTERREICH<br />
Im Januar ist der erste «Guide Michelin<br />
Österreich» seit 2009 erschienen. Bei<br />
seiner Präsentation im Salzburger<br />
« Hangar-7» trafen sich die besten Köche und<br />
Köchinnen des Landes. Das von <strong>Falstaff</strong> mit<br />
100 Punkten bewertete Wiener Restaurant<br />
«Amador» konnte seine bisherigen drei Sterne<br />
verteidigen. Zum ersten Mal muss es das<br />
Podest teilen, und zwar mit dem «Steirereck<br />
im Stadtpark» (ebenfalls 100 Punkte). Weitere<br />
18 Betriebe wurden mit zwei Sternen ausgezeichnet.<br />
Bei den Ein-Sterne-Restaurants gab<br />
es viele Neuzugänge, 82 Lokale sind es insgesamt.<br />
Mit dem grünen Stern werden seit 2020<br />
Betriebe geadelt, die besonders nachhaltig<br />
arbeiten. Auch davon gibt es in Österreich<br />
ganze 81. Es steht also gut um die Gastronomieszene<br />
unseres Nachbarlandes!<br />
guide.michelin.com<br />
LONDONER STERNEKOCH BESUCHT ST. MORITZ<br />
Santiago Lastra, Küchenchef des Londoner<br />
Ein-Stern-Restaurants «KOL», gastiert<br />
im Februar im legendären Luxushotel<br />
«Badrutt’s Palace» in St. Moritz. Zum<br />
ersten Mal präsentiert der Mexikaner seine<br />
gehobene Fusion-Küche in den Alpen. Das<br />
«KOL» hat es mit seinen zeitgenössischen<br />
mexikanischen Gerichten aus vornehmlich<br />
lokalen Zutaten auf Platz 17 der «World’s<br />
50 Best Restaurants» geschafft. Es ist das<br />
am besten bewertete Restaurant<br />
Grossbritanniens. Einige seiner Signature<br />
Dishes wird Lastra mit nach St. Moritz<br />
bringen. Man wird etwa seine Version von<br />
Nicotatole probieren können, eine Art Pudding<br />
aus Mais. Oder seinen Langoustine<br />
Taco, eine Sauerteig-Tortilla verfeinert mit<br />
Sanddorn, Chipotlecrème und Kaisergranat.<br />
Diese einmaligen Geschmackserlebnisse<br />
kann man in St. Moritz vom 12. bis 26. Februar<br />
geniessen. badruttspalace.com<br />
Santiago Lastra und sein Team aus London verwöhnen<br />
St. Moritz mit handverlesenen Spezialitäten.<br />
136 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NOTIZEN<br />
NEUE LEITUNG IM «SIX SENSES CRANS-MONTANA»<br />
Der bekannte Hotelier<br />
Jean-Yves Blatt übernimmt<br />
die Leitung des<br />
Luxushotels «Six Senses»<br />
in Crans-Montana. Er war<br />
zuvor im «The Chedi<br />
Andermatt» und seit<br />
2023 im «Villars Alpine<br />
Resort» in leitender Position.<br />
Das Fünf-Sterne-<br />
Superior-Haus wurde<br />
kürzlich fertiggestellt, es<br />
verfügt über 78 luxuriöse<br />
Zimmer.<br />
sixsenses.com<br />
EIN NEUES KULINARIK-EMOJI<br />
FÜR DAS SMARTPHONE<br />
Wer am Smartphone Messenger-Dienste<br />
nutzt, kann bald auf neue Emojis zurückgreifen<br />
– darunter ein kulinarisches: die<br />
Rande. Fans des pinken Gemüses müssen<br />
sich noch etwas gedulden. Es wird wohl<br />
ab dem kommenden Frühling abrufbar<br />
sein. Wofür man es dann verwenden<br />
kann, bleibt der Fantasie überlassen.<br />
«TRÜBLI» IN WINTER-<br />
THUR SCHLIESST<br />
Fotos: Maureen Evans, Great British Chefs, Olivia Pulver, Henrik Nielsen, beigestellt, Six Senses Hotels Resorts & Spas, Elena Heatherwick, atverlag<br />
OTTOLENGHI ERÖFFNET<br />
LOKAL IN GENF<br />
Am 30. Januar öffneten die Türen des Restaurants<br />
«Ottolenghi» im Hotel «Mandarin Oriental» in<br />
Genf. Hinter dem Lokal steht der Starkoch Yotam<br />
Ottolenghi aus London, der mit seiner frischen<br />
mediterranen Küche und mehreren Kochbüchern<br />
die Herzen von Gourmets aus aller Welt eroberte.<br />
Küchenchef wird Maxime Martin, der bereits seit<br />
sieben Jahren im Genfer Luxushotel arbeitet. Der<br />
Fokus des in Zusammenarbeit Ottolenghis Team<br />
erstellten Menüs liegt auf lokalem Gemüse.<br />
mandarinoriental.com<br />
Das Winterthurer Restaurant<br />
« Trübli» schliesst per März 2026. Das<br />
Traditionslokal wird von einem jungen<br />
Team bespielt, welches modern und<br />
kreativ kocht. Mit diesem Konzept<br />
wurde es zu einem der beliebtesten<br />
Lokale der Stadt. Trotzdem beschlossen<br />
Küchenchef Alexander Bindig und<br />
sein Team nun, das Lokal zu schliessen.<br />
Grund sind Unstimmigkeiten mit<br />
dem Hauseigentümer.<br />
restaurant-truebli.ch<br />
«NENAD AT HOME»<br />
Der <strong>Schweiz</strong>er Starkoch Nenad Mlinarevic<br />
hat sein erstes Kochbuch veröffentlicht. In<br />
«Nenad at home» zeigt er, wie er für sich<br />
und für seine Gäste kocht. Alle Rezepte<br />
sind in seiner Küche in Zürich entstanden.<br />
Vom Frühstück bis zum Znacht mit Freunden<br />
ist alles abgedeckt. Erschienen im<br />
AT Verlag, 216 Seiten, ca. CHF 49,–.<br />
KEINE NEWS MEHR<br />
VERPASSEN<br />
Mit dem <strong>Falstaff</strong>-Newsletter sind Weinfreunde<br />
und Gourmets top informiert!<br />
Die <strong>Falstaff</strong>-Online-Redaktion versorgt<br />
Sie mit den aktuellsten Nachrichten<br />
und Informationen aus den Bereichen<br />
Wein, Gourmet und Reise. Dazu gibt<br />
es attraktive Gewinnspiele mit<br />
sensationellen Preisen!<br />
Also gleich anmelden auf<br />
go.falstaff.com/newsletter<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
137
gourmet / YOTAM OTTOLENGHI<br />
KÖNIG DER<br />
KOCHBÜCHER<br />
Yotam Ottolenghi ist der Guru kochbegeisterter Grossstädter.<br />
Seine Bücher sind mehr als blosse Rezeptsammlungen – als<br />
Insignien von Weltläufigkeit und Geschmackssicherheit gehören<br />
sie zum Standardinventar stilvoller Altbauwohnungen. Wie hat<br />
es der gebürtige Israeli geschafft, so erfolgreich zu werden?<br />
TEXT SEBASTIAN SPÄTH<br />
Die Nahostküche zählt<br />
seit einigen Jahren zu den<br />
populärsten der Welt – nicht<br />
zuletzt dank Ottolenghi.<br />
Foto: David Vintiner / Guardian / eyevine<br />
138 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
AVANTGARDE<br />
Der Kulinarik<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
139
gourmet / YOTAM OTTOLENGHI<br />
Yotam Ottolenghi,<br />
geboren 1968 in<br />
Jerusalem, ist Koch,<br />
Gastronom und<br />
Bestsellerautor.<br />
Heute lebt er mit<br />
seinem Mann und zwei<br />
Söhnen in London.<br />
IN YOTAM OTTOLENGHIS<br />
BÜCHERN UND AUF<br />
TRITTEN DREHT SICH<br />
ALLES DARUM, WIE ESSEN<br />
GLÜCK LICH MACHT. GIBT<br />
ES EINE SCHÖNERE<br />
BOTSCHAFT IN DIESER<br />
HEKTISCHEN WELT?<br />
So mancher Koch sieht sich als<br />
Philosoph am Herd – Yotam<br />
Ottolenghi ist tatsächlich einer.<br />
Als Philosophiestudent war er<br />
so talentiert, dass er in das Genie-Programm<br />
seiner Universität aufgenommen<br />
wurde. Den Abschluss machte er<br />
mit Bestnote. Doch das reichte ihm nicht:<br />
zu wenig Applaus, zu kleine Bühne. Also<br />
wandte er sich dem Kochen zu. So beginnt<br />
die Geschichte des wohl einflussreichsten<br />
Kochbuchautors der Welt.<br />
«Ich erinnere mich noch, wie ich meine<br />
Magisterarbeit über die Philosophie des<br />
fotografischen Bildes siebenmal in einem<br />
Copyshop ausdrucken liess und sie meiner<br />
Familie und engen Freunden schickte»,<br />
erzählte er vor ein paar Jahren dem<br />
«Zeit»-<strong>Magazin</strong>. «Ich hatte ewig daran<br />
gearbeitet – und ich bin mir sicher, niemand<br />
hat sie komplett gelesen.» Kochen sei das<br />
genaue Gegenteil. «Jeder hat Freude daran,<br />
gut zu essen; es verbindet Menschen.»<br />
Seine Abkehr von der akademischen<br />
Laufbahn verkündete Ottolenghi in einer<br />
handschriftlichen Notiz, die er seiner mit<br />
summa cum laude bewerteten Arbeit beifügte:<br />
«Ich habe beschlossen, der Wissenschaft<br />
Lebewohl zu sagen und stattdessen<br />
eine Kochschule in London zu besuchen.»<br />
1997 dann der Umzug. Nebenher arbeitete<br />
er abends in einem Sternerestaurant.<br />
Dort traf er Sami Tamimi, der bis heute<br />
sein Geschäftspartner ist – und Bruder<br />
im Geiste. Sie sind gleich alt, beide offen<br />
homosexuell und stammen aus Jerusalem,<br />
wobei Tamimi auf der arabischen Seite<br />
aufwuchs. 2002 eröffneten sie in Notting<br />
Hill ihr erstes Deli. 2013 erschien ihr gemeinsames<br />
Kochbuch «Jerusalem», das als<br />
Ottolenghis Durchbruch gilt. Es hat sich<br />
millionenfach verkauft, so wie seither alle<br />
seine Bücher. Seitdem sind Tahini, Zahatar<br />
und Hummus auch für Menschen ein<br />
Begriff, die keine Verbindung zum Nahen<br />
Osten haben. Der Name Ottolenghi wurde<br />
zum Synonym für Levante-Küche.<br />
NAHBARER EXOT<br />
Anfang November des vergangenen Jahres<br />
war Ottolenghi für drei Tage in Deutschland<br />
unterwegs – München, Köln, Hamburg.<br />
Er stellte sein neues Werk «Comfort»<br />
vor, das laut Verlag sein bislang persönlichstes<br />
Kochbuch ist. Während andere<br />
Autoren Mühe haben, mit ihren Lesungen<br />
Fotos: Helen Cathcart, Portobello Steak / DK Verlag / Lousie Hagger, Jonathan Lovekin, beigestellt<br />
140 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Gerichte im typischen Ottolenghi-Stil: frische Zutaten und kräftige Aromen,<br />
die das Tohuwabohu eines nahöstlichen Marktes auf den Teller bringen sollen.<br />
Buchhandlungen zu füllen, begeistert Ottolenghi<br />
mühelos ganze Säle. In Hamburg<br />
etwa sprach er vor mehr als 2000 Zuhörern<br />
in der Laeiszhalle.<br />
«Er zeigt, wie Sie wohltuende Gerichte<br />
zaubern, die mit Farbe, Geschmack, Reichhaltigkeit<br />
und einem Hauch Sonnenschein<br />
überzeugen», heisst es in der Programmankündigung.<br />
Es klingt nicht zufällig wie<br />
ein Seminar für positives Denken. Wer nach<br />
Ottolenghi kocht, kann das mit dem Gefühl<br />
tun, auf der «richtigen Seite» zu stehen:<br />
bewusst, nachhaltig, weltoffen.<br />
Seine Kritiker behaupten, Ottolenghis<br />
Kochbücher seien eher dekorative Statements<br />
im Regal als praktische Küchenhelfer.<br />
Für manche seiner Fans dürfte aber<br />
genau das wichtiger sein, als die Rezepte<br />
tatsächlich nachzukochen. Viele seiner Gerichte<br />
gelten dafür ohnehin als zu kompliziert,<br />
vor allem die aus den frühen Büchern.<br />
Sie erfordern nicht nur Geduld, sondern<br />
auch eine Vielzahl exotischer Zutaten, die<br />
im gewöhnlichen Supermarkt kaum zu<br />
finden sind: Sumach zum Beispiel, schwarzer<br />
Knoblauch oder Bio-Berberitzen. Doch<br />
genau hierin liegt für andere der Reiz – vor<br />
allem für jene, die das Kochen als eine Art<br />
Wettstreit mit befreundeten Pärchen betrachten.<br />
Ein Videoanruf nach Nordlondon, ins<br />
Herz des «Ottolenghiversums»: die Test<br />
Kitchen. Hier entstehen die Rezepte für<br />
seine Kochbücher, Zeitungskolumnen und<br />
seine insgesamt sieben Restaurants. Die<br />
Arbeit dort erinnert an die Werkstatt eines<br />
Renaissance-Malers: An einem einzigen<br />
Ottolenghi-Gericht tüftelt meist ein ganzes<br />
Team von Köchen. Der Meister selbst<br />
kommt nur zum Abschmecken und<br />
Entscheiden, ob ein Rezept druckreif ist.<br />
Dabei wird er von seinen Werkstattmitgliedern<br />
beinahe ebenso kultisch verehrt wie<br />
einst Giovanni Bellini. Verena Lochmüller,<br />
seine Entwicklungschefin – ja, das ist<br />
tatsächlich ihr offizieller Titel – eine<br />
Deutsch-Schottin, beschreibt begeistert die<br />
Zusammenarbeit: «Als ich hier anfing,<br />
hielt ich mich schon für eine gute Köchin.»<br />
Aber Ottolenghis Blick fürs Detail habe sie<br />
umgehauen. «Ein paar Kräuter hacken,<br />
Ottolenghi<br />
ist Autor von<br />
zehn Bestsellern,<br />
die sich allein im<br />
deutschsprachigen<br />
Raum millionenfach<br />
verkauft haben.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
141
gourmet / YOTAM OTTOLENGHI<br />
OTTOLENGHI WIRD<br />
ALS MANN GEFEIERT,<br />
DER VEGETARISCHE<br />
KÜCHE SEXY GEMACHT<br />
UND GEMÜSE ZUM<br />
HAUPTDARSTELLER<br />
ERHOBEN HAT.<br />
<<br />
etwas Zitronenschale darüberstreuen –<br />
und sofort verbessert sich die Aromatik.<br />
Genau das beherrscht Yotam meisterhaft.<br />
Er kommt herein, probiert und weiss auf<br />
Anhieb, was fehlt.»<br />
Nach 15-minütiger Verspätung erscheint<br />
der Meister endlich persönlich im Videoraum.<br />
Hinter ihm an der Wand hängt das<br />
gerahmte Bild einer bunten Zwiebel.<br />
Ottolenghi – sanfte Augen, Dreitagebart,<br />
weiche Gesichtszüge – wirkt so mild wie<br />
Auberginenmus.<br />
«Die Testküche entstand 2011 während<br />
der Arbeit am zweiten Buch», erzählt er.<br />
«Damals habe ich alle Gerichte noch bei<br />
mir zu Hause entwickelt. Aber das war<br />
nicht kreativitätsförderlich. Ich wollte ein<br />
Team, ich wollte Austausch, Diskussionen<br />
– kontrolliertes Chaos.» Heute führt<br />
er ein Heer von 400 Mitarbeitern.<br />
«Ottolenghi»<br />
ist mehr als<br />
der Name eines<br />
Kochs – es ist eine<br />
globale Marke, die von<br />
Kochbüchern bis hin<br />
zu Bühnenshows<br />
reicht.<br />
Heni blam qui beriorepra<br />
nobitaq uibusandi commodi<br />
sequis iliquia conet es molorum<br />
fugiand aectia sumquos aut<br />
NEUERÖFFNUNG IN GENF<br />
Im Februar eröffnet sein erstes Restaurant<br />
ausserhalb seiner Wahlheimat London,<br />
in Genf. Dabei hat er in der Vergangenheit<br />
Expansionsplänen stets eine Absage<br />
erteilt. Noch erstaunlicher ist die Location<br />
selbst: eines der opulentesten Luxushotels<br />
der Stadt, das «Mandarin Oriental». Sein<br />
dortiger Küchenchef, Maxime Martin,<br />
hat zuvor in Sternerestaurants<br />
gearbeitet. Ob das zur<br />
Marke Ottolenghi<br />
passt?<br />
«In einem<br />
Umfeld wie<br />
diesem ist die<br />
grösste Herausforderung,<br />
den<br />
Perfektionismus<br />
aufzugeben.<br />
Denn der ist<br />
das Gegenteil<br />
meiner Küche», sagt<br />
Ottolenghi. Es klingt,<br />
als spreche er von Spitzensportlern, die<br />
abtrainieren müssen. Nach Genf werde er<br />
nur gelegentlich reisen, zum Probieren. Als<br />
Markenbotschafter seiner selbst liegt<br />
Ottolenghis Fokus woanders als auf dem<br />
Kochen. «Der Storytelling-Anteil meiner<br />
Arbeit hat enorm zugenommen – und das<br />
liebe ich.» Genau das unterscheide ihn von<br />
vielen anderen seines Metiers. Und<br />
eingefleischte «Ottolenghianer» von<br />
blossen Hobbyköchen. «Meine Anhänger<br />
wollen nicht nur kochen, sondern auch<br />
verstehen.» Am Zenit seines Schaffens<br />
scheint Ottolenghi wieder das zu sein, als<br />
was er begonnen hat: ein Philosoph.<br />
<<br />
ZU GAST<br />
OTTOLENGHI GENF<br />
Unter der Leitung von Küchenchef Maxime<br />
Martin, der zuvor in Sternerestaurants<br />
tätig war, wird hier die unverwechselbare<br />
Levante-Küche Ottolenghis zelebriert.<br />
Quai Turrettini 1, 1201 Genève<br />
T: +41 22 9090000, mandarinoriental.com<br />
ROVI<br />
Eines von Ottolenghis beliebtesten Lokalen:<br />
Es steht für eine moderne, pflanzenbasierte<br />
Küche mit Fokus auf innovativen Kochtechniken<br />
und Nachhaltigkeit.<br />
59 Wells Street, London W1A 3AE<br />
T: +44 20 39638270, ottolenghi.co.uk/rovi<br />
Fotos David Bazemore, beigestellt<br />
142 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Entdecken Sie das Geheimnis außergewöhnlicher kulinarischer Erlebnisse: die neue Farbe SEA SALT.<br />
Le Creuset bringt Ihnen dieses Geschenk aus dem Meer direkt in Ihre Küche. Diese einzigartige Nuance,<br />
eine harmonische Mischung aus Grün, Grau und Blau, ergänzt jede Farbpalette und verleiht jeder Küche,<br />
ob klassisch oder modern, eine ruhige, zeitlose Eleganz.<br />
Erleben Sie SEA SALT in unseren Signature Boutiquen in Basel, Bern, Luzern und Zürich<br />
sowie online unter www.lecreuset.com
gourmet /<br />
how<br />
to …<br />
SCHRITT FÜR SCHRITT<br />
Fisch gilt als eines der gesündesten Nahrungsmittel der<br />
Welt. Trotzdem trauen sich viele Menschen nicht, ihn selbst<br />
zuzubereiten. Mit einigen Tricks und etwas Grundwissen<br />
kann aber jeder problemlos lernen, wie man den richtigen<br />
Fisch auswählt und ihn fachgerecht verarbeitet. Auch das<br />
Filetieren ist einfacher als gedacht.<br />
TEXT LARISSA GRAF<br />
Foto: StockFood / Schardt, Wolfgang<br />
144 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
SERIE<br />
TEIL 1<br />
how<br />
to …<br />
WIE FILETIERE<br />
ICH EINEN<br />
FISCH?<br />
fisch<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
145
gourmet / SCHRITT FÜR SCHRITT<br />
EINKAUF UND<br />
AUFBEWAHRUNG<br />
DER FRISCHESTE FISCH<br />
Am besten kauft man bei einem vertrauenswerten<br />
Fischhändler ein. Dieser kann<br />
einen nicht nur bei der Auswahl beraten,<br />
sondern gibt auch Tipps für die perfekte<br />
Zubereitung. Zudem kann er den Fisch<br />
wie gewünscht vorbereiten – meistens<br />
ist das sogar im Preis inbegriffen. Wichtig<br />
ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen<br />
wird, da Fisch sehr schnell verdirbt.<br />
Deswegen sollte man ihn schnell in<br />
den Kühlschrank legen und innerhalb<br />
von 24 Stunden verarbeiten oder einfrieren.<br />
Gekocht hält er gekühlt drei bis<br />
vier Tage. Gefrorener fetter Fisch ist<br />
rund drei Monate haltbar, magere Sorten<br />
können gut sechs Monate im Gefrierfach<br />
überdauern. Nach dem Auftauen sollte<br />
er unverzüglich konsumiert und nicht<br />
wieder eingefroren werden.<br />
Fisch ist ein umstrittenes Lebensmittel.<br />
Er gilt als gesund dank<br />
wertvoller Omega-3-Fettsäuren,<br />
Vitamin D und Jod. Gleichzeitig<br />
trauen sich viele Leute aber<br />
kaum an seine Zubereitung. Die Probleme<br />
fangen oft schon beim Einkauf an, denn<br />
es ist mittlerweile bekannt, dass viele<br />
Fischarten als gefährdet gelten. Andere<br />
wiederum stehen immer wieder wegen ihres<br />
hohen Schwermetallgehalts in der Kritik.<br />
Genauso wie Fischzuchten, die oft als<br />
umweltverschmutzend dargestellt werden.<br />
Dass vielen Feinschmeckern und Hobbyköchen<br />
da die Lust aufs Fischkochen<br />
vergeht, ist verständlich.<br />
Wenn man einige Punkte beachtet, kann<br />
man aber durchaus guten Gewissens Fisch<br />
konsumieren. Essenziell dabei: Man sollte<br />
Fisch als eine Delikatesse betrachten, nicht<br />
als Alltagsgut. Dann kann man auch mehr<br />
Geld ausgeben für gute, nachhaltige Ware.<br />
Diese besorgt man sich am besten beim<br />
Fischhändler des Vertrauens, der einen in<br />
puncto Saisonalität, Nachhaltigkeit und<br />
Zubereitung beraten kann. Möchte man<br />
selbst zum Experten werden, muss man sich<br />
etwas mit der Materie auseinandersetzen.<br />
Das ist nicht ganz unkompliziert, denn es<br />
gibt wenige Fischarten, die durchs Band als<br />
empfehlenswert gelten.<br />
Es kommt bei den meisten Arten auf die<br />
Herkunft und die Fangmethode an. Die<br />
beliebte Fischerei durch Schleppnetze, auch<br />
als Trawling bekannt, ist unter Naturschützern<br />
verpönt. Dabei werden riesige<br />
Netze von Schiffen durch den Ozean gezerrt.<br />
Sie zerstören den Meeresboden und<br />
produzieren Unmengen an Beifang – bis zu<br />
90 Prozent des gesamten Fangs!<br />
LABELS GEBEN SICHERHEIT<br />
Durch Angel- oder Leinenfang kann diese<br />
Zahl reduziert werden. Daher sind durch<br />
diese Methoden gefangene Fische eher zu<br />
empfehlen, besonders wenn sie aus Regionen<br />
stammen, in denen die Bestände<br />
stabil sind. Es gibt heute einige Labels,<br />
die Aufschluss darüber geben, ob Fische<br />
nachhaltig gefangen wurden. Das bekannteste<br />
ist das in den 1990er-Jahren von<br />
WWF und Unilever gemeinsam entwickelte<br />
Fotos: xKerstin Kokoska/WAZ FotoPool, StockFood / Wissing, Michael, StockFood / Eising Studio - Food Photo & Video<br />
146 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
VERARBEITUNG<br />
UND TECHNIK<br />
FISCH FILETIEREN<br />
Mit einer Schere die Seiten-, Bauch- und Rückenflossen<br />
abschneiden. Den Fisch auf die Seite<br />
legen. Das Fleisch beim Kopf, knapp unterhalb<br />
der Kiemen, mit einem scharfen Messer bis<br />
zum Rückgrat einschneiden (1).<br />
Die Oberseite des Fisches einschneiden (2)<br />
und den Schnitt mit leicht nach unten geneigtem<br />
Messer parallel zum Rückgrat durch eine<br />
fliessende Bewegung vom Kopfansatz bis zur<br />
Schwanzwurzel ausweiten (3 bis 5).<br />
Das erste Filet abheben und den Bauchlappen<br />
sorgfältig entfernen. Den Fisch umdrehen und<br />
die Schritte 2 bis 4 wiederholen. Die Filets mit<br />
den Fingerspitzen nach Gräten absuchen (6) und<br />
diese mit einer Fischgrätenzange entfernen.<br />
Wer die Fischhaut nicht gerne isst, kann auch<br />
diese ganz leicht entfernen: einfach dicht am<br />
Schwanzende einen Schnitt von der Fleischseite<br />
bis auf die Haut durchführen. Das Messer etwas<br />
Richtung Kopfende des Filets kippen und den<br />
Schnitt auf der Haut vorsichtig fortführen.<br />
Darauf achten, dass das Messer wirklich<br />
ganz flach geführt wird.<br />
3<br />
6<br />
Am besten filetiert man den<br />
Fisch mit einem scharfen<br />
Messer, das eine lange,<br />
leicht biegsame Klinge hat.<br />
1<br />
2<br />
4<br />
5<br />
MSC-Label, das Fisch aus verantwortungsvollem<br />
Fang auszeichnet. Allgemein ist vom<br />
regelmässigen Konsum grosser Raubfische<br />
wie Hai, Schwertfisch und der meisten<br />
Thunfischarten abzuraten. Nicht nur ist<br />
deren Bestand stark gefährdet, sie ernähren<br />
sich von kleineren Fischen und nehmen<br />
über diese grössere Mengen an Schwermetallen<br />
auf, die sich in ihrem Fett ablagern.<br />
HEIMISCHE FISCHE<br />
Besser sieht es bei heimischen Süsswasserfischen<br />
wie Forelle, Zander oder Saibling<br />
aus, denn unsere Fischer sind strengen<br />
Fangquoten unterworfen. Allerdings reicht<br />
die gefangene Menge bei Weitem nicht<br />
aus, um die Nachfrage zu decken – nur<br />
etwa drei Prozent des in der <strong>Schweiz</strong><br />
konsumierten Fischs stammen aus dem Inland.<br />
Aus diesen Gründen wird Zuchtfisch<br />
immer beliebter. Allerdings gibt es auch<br />
dabei Probleme, denn viele dieser Zuchten<br />
verschmutzen die umliegenden Gewässer<br />
mit Abwasser, Pestiziden und Antibiotika.<br />
Deswegen sollte man sich idealerweise auf<br />
Fisch aus Biozuchten beschränken, diese<br />
müssen strengeren Regeln folgen. Seit 2010<br />
gibt es zudem als Orientierungshilfe das<br />
<<br />
DOS AND<br />
DON’TS<br />
Do: Beim Einkauf auf Qualität achten.<br />
Stimmt diese nicht, kann auch das beste<br />
Rezept nicht gut schmecken.<br />
Do: Gefrorenen Fisch sollte man im<br />
Kühlschrank auftauen. Das verringert<br />
das Kontaminationsrisiko.<br />
Do: Filets zuerst (oder ausschliesslich)<br />
auf der Hautseite braten. Damit sie<br />
knusprig wird, sollte man sie zuvor<br />
gut abtrocknen und salzen.<br />
Don’t: Fisch zu lange kochen, so wird er<br />
gummiartig. Perfekt gegarter Fisch ist<br />
saftig und zerfällt bei sanftem Druck.<br />
Don’t: Überwürzen. Ein Fisch von hoher<br />
Qualität braucht nicht viele Gewürze.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
147
gourmet / SCHRITT FÜR SCHRITT<br />
FORELLE<br />
EN PAPILLOTE<br />
ZUTATEN<br />
4 Forellenfilets, je ca. 150 g<br />
5 Bögen Backpapier, ein Backblech<br />
1 Fenchelknolle in dünnen Scheiben<br />
1 weisse Zwiebel in dünnen Scheiben<br />
1 Zitrone in Scheiben<br />
8 Stängel Thymian<br />
Etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Den Ofen auf 180 °C Umluft oder 200 °C Ober- und<br />
Unterhitze vorheizen.<br />
– Forellenfilets beidseitig leicht salzen und pfeffern. Das<br />
Gemüse auf den Backpapierbögen verteilen, jeweils in der<br />
Mitte platzieren und würzen. Anschliessend die Forellenfilets<br />
darauflegen, mit Zitronen scheiben und zwei Thymianstängeln<br />
belegen, mit Olivenöl beträufeln. Dann das Backpapier zum<br />
Päckchen falten: erst die Längsseiten aufeinanderlegen und<br />
mehrmals falten, bis nur noch einige Zentimeter Abstand<br />
zwischen Fisch und Papier bestehen. Dann die kurze Seite<br />
zweimal nach oben falten und unter das Päckchen legen. Alle<br />
vier Päckchen auf einem mit einem Backpapier ausgekleideten<br />
Blech verteilen und für ca. 15 Minuten in der Mitte des Ofens<br />
backen. Nach dem Herausnehmen etwa 3 Minuten ruhen<br />
lassen und mit Risotto, Kartoffeln oder Salat servieren.<br />
Tipp: Dieses einfache Rezept gelingt mit einer Vielzahl<br />
verschiedener Fische, Gemüse und Kräutern. Ob Saibling oder<br />
Zander mit Lauch und Karotten oder Cherrytomaten und<br />
Basilikum, es gibt unzählige Kombinationen. Bei dickeren Filets<br />
muss die Kochzeit um einige Minuten erhöht werden.<br />
<<br />
vom WWF und von der Stiftung IDH<br />
The Sustainable Trade Initiative gegründete<br />
ASC-Label, das nachhaltige Zuchten<br />
auszeichnet. Eine weitere nützliche Informationsquelle<br />
ist der Fischratgeber des<br />
WWF, den man online abrufen kann. Darin<br />
werden fast alle kommerziell erhältlichen<br />
Fische mit einem Ampelsystem bewertet.<br />
Grün steht für »bevorzugen«, gelb für<br />
»zweite Wahl«, rot für »Finger weg!«.<br />
TIPPS ZUR FISCHWAHL<br />
Hat man nun einen passenden Fisch gefunden,<br />
sollte man sich versichern, dass das<br />
Exemplar frisch ist. Wichtig ist dabei der<br />
Geruch: Frischer Fisch riecht nach Meer<br />
oder neutral, aber nicht fischig. Bei ganzen<br />
Fischen kontrolliert man anschliessend die<br />
Augen, die klar sein müssen. Die Schuppen<br />
sollten glänzen und Schwanz und Flossen<br />
dürfen nicht brüchig sein, denn das sind<br />
Anzeichen, dass der Fisch bereits etwas<br />
ausgetrocknet ist. Darf man den Fisch<br />
anfassen, sollte man auch die Kiemen unter<br />
die Lupe nehmen. Sie müssen rot oder rosa<br />
sein, auf keinen Fall dürfen sie bräunlich<br />
aussehen. Bei Filets schaut man die Haut<br />
an, die metallisch glänzen muss. Nach<br />
Möglichkeit sollte man allerdings auch den<br />
Fingertest durchführen und kurz mit dem<br />
Zeigefinger auf das Fleisch drücken. Seine<br />
Konsistenz sollte fest sein, es dürfen keine<br />
Einbuchtungen zurückbleiben.<br />
Wer nicht in der Nähe eines Fischhändlers<br />
wohnt, kann ohne Weiteres auf gefrorenen<br />
Fisch zurückgreifen. Auf grossen Fischtrawlern<br />
wird der Fisch noch auf dem Schiff<br />
filetiert und schockgefroren, kleinere Boote<br />
bringen den Fang sofort nach dem Andocken<br />
in die Verarbeitungszentren. Darum<br />
ist er frischer als die meiste Ware in der<br />
Frischtheke des Supermarkts. Dort wird<br />
nämlich oft zuvor gefrorener und wieder<br />
aufgetauter Fisch verkauft.<br />
Durch das Einfrieren werden zudem<br />
Parasiten getötet. Deswegen gilt auch<br />
bei frisch gefangenem Fisch: Möchte<br />
man ihn roh essen, beizen oder für<br />
Ceviche verwenden, sollte man ihn<br />
vorher für 24 Stunden ins Gefrierfach<br />
legen. Gesundheitlich angeschlagene<br />
Menschen und Schwangere sollten zur<br />
Sicherheit trotzdem nur durchgegarten Fisch<br />
essen, da sie gegen eventuelle Parasiten oder<br />
Bakterien wie Listerien besonders empfindlich<br />
sind. Auch für sie gibt es aber unzählige<br />
Zubereitungsarten: In der Salzkruste gegart,<br />
im Bierteig frittiert, ganz auf dem Grill,<br />
gedämpft oder als Salat – für all diese Köstlichkeiten<br />
lohnt es sich, zum Fischexperten<br />
zu werden! <<br />
PAIRING<br />
DER WEIN DAZU<br />
Zu delikaten Speisen wie Sushi passen<br />
leichtere Weissweine, etwa Chardonnay<br />
ohne Holzausbau, Riesling oder<br />
Sauvignon Blanc. Mit Butter oder<br />
Rahm verfeinerte Fischgerichte harmonieren<br />
mit im Holzfass gereiftem<br />
Chardonnay oder anderen kräftigen<br />
Weissweinen wie Marsanne<br />
oder Chenin Blanc. Zu gebratenem<br />
Thunfisch oder zu Sardinen passen<br />
auch leichte Rotweine gut.<br />
Fotos: StockFood / Arras, Klaus, beigestellt<br />
148 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
GASTROSOPHINNEN<br />
GOURMET-GENUSS<br />
IM RESTAUR ANT PIC<br />
Exquisite Köstlichkeiten, kreative Getränke und lebhafte Gespräche machten<br />
den Jahresabschluss für die Gastrosophinnen zu einem wahren Genusserlebnis.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Zum Jahresabschluss trafen sich<br />
die Gastrosophinnen zu einem<br />
besonderen Mittagessen im neu<br />
eröffneten Restaurant Pic (2*<br />
Michelin) im Hotel Beau Rivage in Lausanne.<br />
Das stilvolle Ambiente, der aufmerksame<br />
Service und die außergewöhnliche<br />
Küche sorgten für Begeisterung. Höhepunkte<br />
des Menüs waren Anne-Sophie Pics<br />
Berlingots mit Trüffel, Kalb mariniert mit<br />
Geranie und Enzian sowie ein raffiniertes<br />
Kastanien-Dessert. Auch die Weinbegleitung<br />
überzeugte, während die alkoholfreien<br />
Alternativen durch kreative und innovative<br />
Kompositionen beeindruckten. Es<br />
war ein würdiger Abschluss des Jahres<br />
2024, der die Vorfreude auf ein neues Jahr<br />
voller kulinarischer Höhepunkte, exquisiter<br />
Kreationen und gemeinsamer Entdeckungen<br />
weckte.<br />
NÄCHSTE EVENTS<br />
GS-Träff Lunch<br />
im Lindenhofkeller<br />
Zürich, 19. Februar <strong>2025</strong><br />
Wiedersehen mit Antonio<br />
Colaiannis Sterneküche<br />
Zürich, 27. Februar <strong>2025</strong><br />
Letzter Kochkurs mit Peter Bechter<br />
Zürich, 8. März <strong>2025</strong><br />
Führung und Degustation Städtlichäsi<br />
Willi Schmid<br />
Lichtensteig, 13. März <strong>2025</strong><br />
Lunch im «The Japanese@Gütsch»<br />
Andermatt, 22. März <strong>2025</strong><br />
37. Mitgliederversammlung und<br />
Lunch im Lucide<br />
Luzern, 29. März <strong>2025</strong><br />
JETZT MITGLIED WERDEN<br />
UND FALSTAFF-ABO SICHERN<br />
Frauen, die Freude am Kochen und<br />
am Essen, an schön gedeckten Tischen und<br />
am Ausprobieren und Austauschen von<br />
Rezepten haben, sind herzlich willkommen.<br />
Alle Mitglieder kommen in<br />
den Genuss folgender Vorteile:<br />
Teilnahme an exklusiven Anlässen und<br />
Kochkursen/Spezialangeboten Austausch<br />
mit Gleichgesinnten Freundschaften<br />
knüpfen und pflegen Jahresabonnement<br />
von <strong>Falstaff</strong> <strong>Schweiz</strong><br />
Kosten: CHF 200,– pro Jahr<br />
zuzüglich einmaliger Eintrittsgebühr<br />
von CHF 70,–<br />
gastrosophinnen.ch<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 149
Erleben Sie unvergessliche Momente für alle Sinne!<br />
Spitzenweine von 150 top Weingütern wie Antinori, Sassicaia und Planeta sowie kulinarische<br />
Kreationen von Spitzenköchen wie Tristan Brandt, Maria Gross, Marcel Kazda, Mario Kotaska,<br />
Karlheinz Hauser, Douce Steiner und Ralf Zacherl. Dazu eine vielfältige Auswahl an kulinarischen<br />
Köstlichkeiten unserer Genusspartner zur freien Verkostung.<br />
wein-gourmet-festival.de<br />
Fotos: Valentin Behringer, Michael Pisarri, beigestellt
13.–15. Juni <strong>2025</strong><br />
Kongresshaus Baden-Baden<br />
Freuen Sie sich auf die zweite Ausgabe<br />
des Baden-Baden Wein- & Gourmet-Festivals<br />
by <strong>Falstaff</strong>.<br />
Jetzt Tickets sichern.<br />
wein-gourmet-festival.de<br />
Zum Ticketshop:
24.000<br />
RESTAURANTS<br />
3.000<br />
COCKTAIL- &<br />
WEINBARS<br />
2.500<br />
STREETFOOD-<br />
TIPPS<br />
1.500<br />
CAFÉS<br />
1.700<br />
HOTELS<br />
10.000<br />
HEURIGE,<br />
BUSCHEN-<br />
SCHANKEN<br />
& WEINGÜTER<br />
DIE NEUE<br />
APP<br />
DIE NEUE<br />
FALSTAFF<br />
GUIDE<br />
APP JETZT<br />
ERHÄLTLICH<br />
QR CODE<br />
SCANNEN &<br />
APP KOSTENLOS<br />
AUS DEM APP<br />
STORE LADEN
SIXPACK<br />
RESTAURANTS IM TEST<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
6<br />
THE COUNTER<br />
Bahnhofplatz 15<br />
8001 Zürich<br />
RESTAURANT OCHSEN 1596<br />
Seetalstrasse 16<br />
5630 Muri<br />
RESTAURANT RÖSSLI<br />
FEUTERSOEY-GSTAAD<br />
Gsteigstrasse 161<br />
3784 Feutersoey-Gstaad<br />
MONTI IM THE ALPINA<br />
GSTAAD<br />
Alpinastrasse 23<br />
3780 Gstaad<br />
CASA TOLONE<br />
Fluhmattstrasse 48<br />
6004 Luzern<br />
SUPERNOVA<br />
Schauplatzgasse 22<br />
3011 Bern<br />
Eine der vorzüglichen<br />
Kreationen aus dem<br />
«The Counter» in Zürich.<br />
UNSERE TESTER<br />
ANDREA NAGEL (ANA)<br />
verbringt ihre Abende ebenso gerne in<br />
altbewährten Klassikern wie in neuen<br />
Szenelokalen. Negroni und Naturwein.<br />
Lieber salzig als süss. Die Ausnahme:<br />
österreichische Desserts.<br />
CLAUDIA SALZMANN (CLS)<br />
steht gern am Grill und träumt von<br />
einer Champagner-Bar. Ihre Zeit verbringt<br />
sie mit abendfüllenden Menüs<br />
und bei monochromen Gerichten.<br />
CARMEN STALDER (CS)<br />
Carmen Stalder mag kreative saisonale<br />
Küche. Wenn sie nicht gerade über<br />
<strong>Schweiz</strong>er Wein schreibt, liebt sie<br />
abenteuerliche Reisen.<br />
NEU EINGEDECKT<br />
Foto: Lukas Lienhard<br />
Mitja Birlo erklimmt im Zürcher «The Counter» neue Höhen,<br />
exquisite Naturküche im «Ochsen 1596» in Muri und ein rundum<br />
wohltuender Besuch im «Rössli Feutersoey-Gstaad». Die <strong>Falstaff</strong>-<br />
Tester waren wieder für Sie in der <strong>Schweiz</strong> unterwegs.<br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
153
gourmet / SIXPACK<br />
THE COUNTER<br />
Zürich<br />
1Knusprig, rauchig, jodig, eine Brise<br />
Meer: Mit einem Häppchen vom<br />
Bretagne-Hummer startet Mitja<br />
Birlo fulminant und laut in den Abend.<br />
Noch lauter: Das «Salüüü!» der Küchencrew<br />
für jeden neuen Gast, der sich im<br />
«The Counter» an den Tresen setzt. Der<br />
Spass kommt hier bei aller Seriosität nicht<br />
zu kurz. Nussig und erfrischend säuerlich<br />
dann der in Vinaigrette marinierte Kohlrabi-Halbmond.<br />
Beim Pilz-Bao ragt einerseits<br />
der Teig heraus, anderseits das Spiel<br />
mit eingelegten Pilzen. Das Laugen-<br />
Shokupan macht nach dem ersten Bissen<br />
schon süchtig. Zum rauchig-steinigen<br />
Sancerre von Didier Dagueneau gibt es ein<br />
knackiges Ceviche von rohem und mariniertem<br />
Gemüse mit Kristal-Kaviar von<br />
Kaviari, die Leche de Tigre dazu auf<br />
Saibling-Basis mit Ingwer, Zwiebeln,<br />
Stangensellerie, Limettensaft und betörendem<br />
Kaffirlimettenöl. Die handgetauchte<br />
Jakobsmuschel aus Norwegen – was für<br />
ein tolles Produkt! – serviert Birlo an<br />
Blumenkohlpüree, Federkohlcrunch, roter<br />
Currypaste und einem Dashi mit fermentierter<br />
Paprika. Die Balance stimmt, die<br />
Jakobsmuschel brilliert. Zum in Soja<br />
gebeizten und auf Holzkohle glasierten<br />
Zander mit Beurre blanc und Tahiti-Vanilleöl<br />
zückt Sommelière Florentina Birlo den<br />
2021er Chardonnay Unique von Martin<br />
Donatsch – wow! Das Dessert-Highlight:<br />
die Bühler Zwetschge in all ihren Texturen<br />
und Varianten. Sorbet, Crème von der<br />
gedörrten Frucht, Sauce. Dazu Salzcrumble,<br />
Gerstenkojicrème, Sauerampfer, Zitrusschnee.<br />
Ja, unser letzter Besuch beweist:<br />
«The Counter» spielt jetzt diskussionslos<br />
in der höchsten Liga Zürichs mit. ANA<br />
Der Besuch im Zürcher «The<br />
Counter» verzückte unsere Tester.<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
48 von 50<br />
20 von 20<br />
19 von 20<br />
10 von 10<br />
97 von 100<br />
THE COUNTER<br />
Bahnhofplatz 15<br />
8001 Zürich<br />
T: + 41 44 2443216<br />
the-counter.ch<br />
RESTAURANT<br />
OCHSEN 1596<br />
Muri<br />
2Das Drei-Häuser-Hotel «Caspar»<br />
in Muri vereint drei Tiere unter<br />
einem Dach: Das Gourmetlokal<br />
«Ochsen», das Restaurant «Adler» und das<br />
Haus «Wolf». Damit wird dem Landschaftsmaler<br />
Caspar Wolf Tribut gezollt.<br />
Unter allen Dächern ist Sebastian Rabe fürs<br />
kulinarische Wohl zuständig. Wir besuchen<br />
das Gourmetrestaurant «Ochsen 1596».<br />
Nach den vegetarischen Snacks (mit Nori<br />
und Yuzu getoppter Daikon, Randen-<br />
Meringue, filigraner Pilzkeks mit Misocreme),<br />
dem Sauerteigbrot, Popcorn-Butter<br />
und fantastischer Maroniterrine geht es<br />
genauso vegetarisch weiter: Der röstaromatische<br />
Blumenkohl wird von «Mayu»<br />
(Emulsion mit verbranntem Lauch und<br />
Knoblauch), karamellisierten Oliven und<br />
gepufftem Quinoa begleitet. Was für ein<br />
filigran-fantastischer Start ins Abendmenu,<br />
wovon Sebastian Rabe manche Gänge auch<br />
am Mittag auftischt. Weiter geht es mit<br />
einem Duo vom Tessiner Zander, einerseits<br />
an einer Kohlrabi-Schnittlauch-Sauce mit<br />
Perigord-Trüffel, andererseits als asiatisch<br />
mariniertes Tatar auf Ras-el-Hanout-Macaron<br />
mit Kaviar und Gurke, toll inszeniert in<br />
einer rauchenden Holzbox. Unsere Begeisterung<br />
steigt weiter. Beim Hauptgang wird ein<br />
Damhirsch aus dem Nachbardorf serviert,<br />
dazu Sellerie in Chips und als gegartes<br />
Stück. Die im Sommer geräucherten und<br />
danach eingelegten Kirschen machen diesen<br />
Fleischgang unvergesslich. Als Pre-Dessert<br />
geniessen wir ein Glace-Sandwich mit Salzkaramell,<br />
danach folgt eine rare Kreation:<br />
Petersilienwurzel als Creme, Apfel als Kompott<br />
und Petersilien-Sorbet. Ein Paar, das<br />
passt. Genauso passend wie Sebastian Rabe<br />
und der «Ochsen 1596».<br />
CLS<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
19 von 20<br />
19 von 20<br />
10 von 10<br />
94 von 100<br />
RESTAURANT OCHSEN 1596<br />
Seetalstrasse 16<br />
5630 Muri<br />
T: + 41 56 2007100<br />
ochsenmuri.ch<br />
Empfehlenswert: Das<br />
«Restaurant Ochsen<br />
1596» in Muri.<br />
Fotos: Lukas Lienhard, Andy Davies, Epudesign, The Alpina Gstaad<br />
154 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
RÖSSLI<br />
Feutersoey-Gstaad<br />
3Eines schon mal vorweg: Jetzt<br />
kommt es zur reinsten Lobhudelei.<br />
Der Besuch im «Rössli» in<br />
Feutersoey: eine Wohltat von A bis Z. Kurz<br />
vor der Hochsaison findet man hier relativ<br />
spontan noch einen freien Tisch, danach<br />
wird’s schwierig. Von Sabine Köll herzlich<br />
empfangen, geht es zu Tisch. Dunkles Holz<br />
dominiert, heimeliges Wohlfühlambiente.<br />
Die Gastgeberin präsentiert die Tagesspezialitäten<br />
so gut, dass der Entscheid auf diese<br />
fällt. Und auf einen Nüsslisalat zum Start.<br />
Dieser sei speziell erwähnt, weil hier die Produktqualität<br />
auffällt, die sich durch den ganzen<br />
Abend zieht: Die kleinen, kompakten,<br />
knackigen Nüssliblätter sind mit dem oft<br />
servierten Durchschnitt nicht zu vergleichen.<br />
Weiter mit dem wachsweichen Ei, versteckt<br />
unter Kartoffelespuma und Spinat. Darüber<br />
ganz viel weisser Trüffel. Schlicht und doch<br />
edel, herrlich schlotzig, kein Schnickschnack.<br />
Dazu passt der Pinot Noir Auvernier 2020<br />
von La Maison Carrée. Dann die hausgemachten<br />
Langustinenravioli an Hummersauce:<br />
Der Teig ist dünn, aber nicht zu dünn,<br />
das Langustinenfleisch wird von der Sauce<br />
unterstützt, zeigt sich aber auch allein angenehm<br />
nussig-würzig. Zum Hauptgang das<br />
Filet vom St. Pierre, französischer Wildfang,<br />
an Sauce vierge. Kräftig, glasig, delikat.<br />
Dazu Kartoffelpüree und saisonales Gemüse.<br />
Ganz offensichtlich schenkt Küchenchef<br />
Simon Richard jedem Gemüse seine Aufmerksamkeit,<br />
sodass alles wunderbar gar<br />
und doch mit dem richtigen Biss auf dem<br />
Teller landet. Selbiges lässt sich übers Dessert<br />
sagen: Apfeltarte mit Vanilleglace, Doppelrahm<br />
und schön säuerlichem Apfelmus –<br />
das Handwerk sitzt, die Liebe für tolle<br />
Zutaten ist unübersehbar.<br />
ANA<br />
Hohe Produktqualität und<br />
Wohlfühlambiente: das<br />
«Rössli» in Feutersoey.<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
20 von 20<br />
17 von 20<br />
10 von 10<br />
92 von 100<br />
RESTAURANT RÖSSLI<br />
FEUTERSOEY-GSTAAD<br />
Gsteigstrasse 161<br />
3784 Feutersoey-Gstaad<br />
T: + 41 33 7551012<br />
restaurantroessli.swiss<br />
MONTI<br />
Gstaad<br />
4Das Gstaader Luxushotel «The<br />
Alpina» ist um ein Restaurant reicher.<br />
Im «Monti» soll das gesellige<br />
Miteinander zelebriert werden. Wie das am<br />
besten funktioniert? Der Abend startet mit<br />
«The Paloma Secret», einem rosafarbenen<br />
Mezcal-Cocktail von der Bar. Mit einem<br />
Cocktail beginnt auch das Essen: Garnelen-Cocktail<br />
mit Lattich und eingelegten<br />
Zitronen. Im Gegensatz zum klassischen<br />
Shrimps-Cocktail werden die Garnelen hier<br />
nicht ertränkt – unerwartet erfrischend.<br />
Der Oktopus-Artischocken-Salat versprüht<br />
mediterranes Flair, obschon auch das<br />
«Alpina Gstaad» im Winter keine Qualitätstomaten<br />
hervorzaubern kann. Das<br />
machen Oliven, Kapern und die Hauptdarsteller<br />
des Salats gemeinsam mit der Vinaigrette<br />
wett. Die beste Vorspeise: Langustinen-Ravioli<br />
an Hummersauce. Die Ansage<br />
«Spezialität des Hauses» ist berechtigt.<br />
Teig, Füllung, Sauce – dürfte man doch nur<br />
in einem Teller baden … Das Herz im<br />
«Monti» sind die vor dem Gast präsentierten<br />
Grosses Pièces: Rib-Eye, Rindsfilet,<br />
Kalbskoteletts? Oder doch lieber einen<br />
ganzen Turbot, Wolfsbarsch oder eine Seezunge<br />
für zwei? Eine Seezunge à la meunière<br />
soll es sein, und die hat es in sich: Der<br />
unterarmlange Fisch wird vor dem Gast<br />
filetiert, zart, glasig, kompakt, ein Genuss.<br />
Dazu in reichlich Butter geschwenkter<br />
Kohl und Kartoffelpüree, das ebenso wenig<br />
in den Diätplan passt und deshalb so richtig<br />
Spass macht. Auch das Dessert wird per<br />
Trolley angerollt: Der Entscheid fällt auf<br />
ein grosszügiges Stück von der Mango<br />
Passionsfrucht-Torte mit Kokoskern und<br />
Schokoladenboden. Ja, das Land braucht<br />
wieder mehr Guéridon-Service – die Stimmung<br />
im «Monti» spricht diesbezüglich<br />
eine klare Sprache.<br />
ANA<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
43 von 50<br />
19 von 20<br />
20 von 20<br />
9 von 10<br />
91 von 100<br />
MONTI IM THE ALPINA GSTAAD<br />
Alpinastrasse 23<br />
3780 Gstaad<br />
T: + 41 33 8889866<br />
thealpinagstaad.ch<br />
Neu: das «Monti» im<br />
«The Alpina Gstaad».<br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
155
gourmet / SIXPACK<br />
CASA TOLONE<br />
Luzern<br />
5«Colazione per campioni» – Frühstück<br />
für Champions. So heisst das<br />
simpelste Gericht in der «Casa<br />
Tolone». Über das Spiegelei hobelt<br />
Gianmarco Tolone weissen Trüffel, fertig. So<br />
einfach geht gutes Essen. Wie sehr der Fokus<br />
in dieser von aussen unscheinbaren Italo-<br />
Beiz leicht abseits der Luzerner Touristenfallen<br />
auf dem guten Produkt liegt, zeigt<br />
auch die Burrata: frisch, milchig, herrlich.<br />
Die Datteltomaten dazu sind leicht angetrocknet,<br />
etwas Olivenöl, Basilikum, «grazie<br />
mille». Sinn fürs Handwerk beweist der<br />
Koch bei den Pilzravioli auf flüssiger Butter.<br />
Dünn, aber nicht zu dünn ist der Teig, die<br />
Füllung betört fast noch mehr als der Trüffel<br />
davor. Und die Melanzane alla parmigiana?<br />
Wer eine Nonna hat, die bessere macht –<br />
herzliche Gratulation. Das Rindsfilet<br />
Stroganoff flambiert Papa Franco Tolone<br />
direkt vor dem Gast. Nur dezent süss und<br />
schön luftig ist das hausgemachte Vermicelles<br />
mit Kirsch im Dessert. Vielleicht hat das<br />
Tiramisu die Nase hier ganz leicht vorn. Es<br />
wird gelacht und gefeiert, man kennt sich in<br />
der «Casa Tolone». Das Interieur wirkt klassisch,<br />
aber hell, nicht schwer. Und natürlich<br />
wird hier gut getrunken: Die Italien-Weinkarte<br />
ist konkurrenzlos genial bestückt.<br />
Junges und Gereiftes, Kleinflaschen und<br />
Grossformate, Klassiker und selbst importierte<br />
Trouvaillen. Wie etwa der Pinot Bianco<br />
2020 von der Tenuta La Cà am Gardasee.<br />
Hohe Säure, komplex, knackig. Oder der<br />
Sinquanteut 2020, ein Nebbiolo von Renato<br />
Fenocchio aus dem Piemont: dank Stahltankausbau<br />
– eine ebenso spannende wie<br />
trinkige Hommage ans Terroir. Rotbeerig,<br />
fruchtig, elegant. Ja, so macht ein bissigkalter<br />
Sonntagmittag richtig Spass. ANA<br />
Das «Casa Tolone» in<br />
Luzern begeisterte unsere<br />
Tester durch Simplizität.<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
18 von 20<br />
20 von 20<br />
9 von 10<br />
90 von 100<br />
CASA TOLONE<br />
Fluhmattstrasse 48<br />
6004 Luzern<br />
T: + 41 41 4209988<br />
casatolone.ch<br />
SUPERNOVA<br />
Bern<br />
6Bar, Restaurant, Co-Working-Space:<br />
Das Restaurant «Supernova» in Bern<br />
ist vielseitig unterwegs. Nach Stationen<br />
im «Bellevue Palace» und im «Baur au<br />
Lac» hat Mitgründerin und Chefköchin<br />
Juliette Bülowius ein Catering-Unternehmen<br />
aufgebaut – und jetzt ihren Traum vom eigenen<br />
Restaurant umgesetzt. Nach umfassender<br />
Renovation konnte sie das Lokal im<br />
Dezember neu eröffnen. Im Erdgeschoss<br />
befindet sich die an einem Wochentag gut<br />
besetzte Bar. Fürs Fine Dining werden wir in<br />
den ersten Stock geleitet, in einen Raum, der<br />
komplett schwarz gestrichen ist. Zum Start<br />
erhalten wir knuspriges Brot mit Kurkuma-<br />
Butter. Dazu passt ein Glas Sparkling Tea:<br />
Der alkoholfreie Tee mit Kohlensäure macht<br />
derzeit als Alternative zu Schaumwein von<br />
sich reden. Ein Blick in die Karte zeigt<br />
klingende Namen. So gibt es als Vorspeise<br />
«Sea and Salt» oder «Earth and Flowers».<br />
Wir entscheiden uns für «Fire and Ice»:<br />
geflämmtes und getrüffeltes Lachs-Sashimi<br />
mit Fleur de Sel. Eine Kombination, die<br />
hervorragend mundet. Simpel, aber gut<br />
schmeckt «Air», ein Erbsensüppchen mit<br />
Crème fraîche. Ohne lange Pause geht es<br />
weiter mit in Butter knusprig gebratenem<br />
Wolfsbarschfilet an Kräuter-Beurre-blanc,<br />
garniert mit Sepia-Chips und einer Beilage<br />
nach Wahl. Die herrlich salzigen und knusprigen<br />
Süsskartoffel-Frites sind empfehlenswert.<br />
Die Tagliarini mit Trüffel und Parmesan-Spänen<br />
können nicht ganz mithalten,<br />
etwas mehr Trüffel und weniger Kochzeit<br />
hätten nicht geschadet. Erstklassig ist dafür<br />
das Dessert «Planets and Stars»: eine Kugel<br />
aus hauchdünner weisser Schokolade, gefüllt<br />
mit Mandarinen-Schlagrahm sowie einem<br />
mit Zimt aromatisierten Biskuitboden. Das<br />
sieht nicht nur kunstvoll aus, sondern<br />
schmeckt auch wunderbar.<br />
CS<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
47 von 50<br />
17 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
88 von 100<br />
Neu eröffnet: das<br />
«Supernova» in Bern.<br />
SUPERNOVA<br />
Schauplatzgasse 22<br />
3011 Bern<br />
T: + 41 78 3395191<br />
supernovabern.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
156 falstaff feb–mär <strong>2025</strong><br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte
ZILLERTAL TOURISMUS<br />
SONNENSK ILAUF<br />
IM ZILLERTAL<br />
Die Zillertaler Skigebiete bieten mit ihrer Höhenlage perfekte Bedingungen<br />
für Sonnenskilauf. Angezuckerte Gipfel, strahlend blauer Himmel und regionale<br />
Köstlichkeiten laden auch in diesem Frühjahr zu genussvollen Tagen ein.<br />
Strahlen der aufgehenden Sonne. Die vielfältigen<br />
Frühaufsteher-Angebote ermöglichen<br />
erste Schwünge auf unberührten Hängen.<br />
Danach lockt ein ausgiebiges Morgenessen<br />
in einem der charmanten Bergrestaurants<br />
wie dem «Albergo», der «Kreuzwiesenalm»<br />
oder der romantischen «Granatalm».<br />
Am Hintertuxer Gletscher wartet ein ganz<br />
besonderes Erlebnis: In der 10er-Gondel<br />
der Gefrorenen-Wand-Bahn wird die erste<br />
Mahlzeit des Tages direkt in der Gondel<br />
serviert. Bei atemberaubender Aussicht wird<br />
dieser Moment zu einem besonderen Höhepunkt,<br />
der lange in Erinnerung bleibt.<br />
Blühende Wiesen im Tal,<br />
schneebedeckte Berge und<br />
regionale Köstlichkeiten:<br />
Frühjahr im Zillertal<br />
verbindet alpine und<br />
frühlingshafte Genüsse.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Zillertaltourismus / Jan Hanser, Kevin Ilse, Tom Klocker<br />
Das Frühjahr im Zillertal ist<br />
etwas Besonderes: Während im<br />
Tal bereits die Flora blüht,<br />
laden die Skigebiete noch zum<br />
Skifahren ein. Dank der Höhenlage auf bis<br />
zu 3250 Metern Seehöhe und den damit<br />
einhergehenden optimalen Pisten- und<br />
Schneeverhältnissen ist das Skifahren im<br />
Zillertal bis weit in den April hinein möglich.<br />
Mehr als 80 Prozent der Zillertaler<br />
Pisten befinden sich auf über 1700 Metern<br />
Seehöhe. Die Region zählt somit zu den<br />
schnee sichersten Skigebieten Österreichs<br />
und bietet perfektes Schneevergnügen bis<br />
Ostern. Der Hinter tuxer Gletscher weiss<br />
sogar noch länger zu begeistern und bietet<br />
die längste Skisaison Österreichs.<br />
SONNE TANKEN<br />
UND REGIONALE<br />
SCHMANKERL<br />
GENIESSEN<br />
Bei frühlingshaften Temperaturen wird<br />
das Skifahren im Zillertal zum Genuss.<br />
Über 80 Hütten in den Skigebieten laden<br />
zu einem Einkehrschwung auf die Sonnenterrassen<br />
und zu regionalen Köstlichkeiten.<br />
Neben urigen Berghütten und traditionellen<br />
Bergrestaurants überzeugen auch Spitzengastronomie<br />
und Haubenrestaurants<br />
die Gäste in den Skigebieten. Natürliche<br />
Zillertaler Qualitätsprodukte bilden dabei<br />
stets die Basis.<br />
Für Frühaufsteher gilt: Der frühe Vogel<br />
fängt den Wurm – oder in diesem Fall die<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
zillertal.at<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 157
Das Schloss A Pro beherbergt<br />
heute Ausstellungsräume<br />
für Kunst und Mineralien<br />
sowie ein Restaurant, das<br />
Traditionen kulinarisch lebt.<br />
HOCHGENUSS<br />
IM URNERLAND<br />
Das Schloss A Pro in Seedorf ist ein spätgotisches Juwel mit reicher<br />
Geschichte, malerischer Lage und kulinarischen Höhepunkten.<br />
Das Schloss A Pro in Seedorf ist<br />
eines der eindrucksvollsten<br />
spätgotischen Weiherhäuser der<br />
<strong>Schweiz</strong> und zählt zu den<br />
bedeutendsten baukulturellen Sehenswürdigkeiten<br />
im Kanton Uri. Bereits beim Verlassen<br />
des Seelisbergtunnels erblickt man es<br />
markant auf der rechten Seite – ein Wahrzeichen<br />
in einer der geschichtsträchtigsten<br />
Regionen des Landes.<br />
Erbaut wurde das Schloss zwischen 1555<br />
und 1558 von der Familie A Pro, die aus<br />
der Leventina stammt. Durch Militärunternehmungen<br />
gelangte die Familie zu Wohlstand<br />
und Ansehen. Hohe Würdenträger,<br />
darunter der deutsche König und der französische<br />
Kaiser, verliehen ihr das Amt des<br />
Landammanns. Die Anlage besticht durch<br />
eine wehrhafte Umfassungsmauer mit Zinnen,<br />
einen Wassergraben und einen idyllischen<br />
Schlossgarten. Ursprünglich war das<br />
Schloss nicht nur vom Wassergraben umgeben,<br />
sondern lag mitten in den Sümpfen<br />
des Reussdeltas.<br />
Im Inneren laden der prächtige Rittersaal,<br />
der grüne Saal mit seinen Malereien und<br />
Bildtafeln sowie eine kleine Kapelle im<br />
Turm zum Staunen ein. Aus der alten Tellskapelle<br />
stammen zudem wertvolle Ausstattungsstücke,<br />
die dem Schloss im 19. Jahrhundert<br />
hinzugefügt wurden.<br />
1959 erwarb der Kanton Uri das Schloss<br />
und restaurierte es in den 1960er- und<br />
1980er-Jahren umfassend. Heute ist es nicht<br />
nur ein Ort der Repräsentation und Kultur,<br />
sondern auch eine kulinarische Adresse:<br />
158<br />
falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
CLUB PROSPER MONTAGNÉ<br />
Das Restaurant im Schloss A Pro<br />
verwöhnt mit saisonalen,<br />
regionalen Produkten und<br />
modernisierter französischer<br />
Küche mit exotischen Akzenten.<br />
Seit 2009 kann man sich in der Schloss-<br />
Stube verwöhnen lassen – oder sich gar vor<br />
historischer Kulisse das Jawort geben.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
GASTGEBER<br />
Das junge Duo Benjamin Günzler und<br />
Vanessa Bauman hat sich einen Traum<br />
erfüllt: Mit ihm in der Küche und ihr im<br />
Service setzen sie im Schloss A Pro ihre<br />
Vision von zeitgemässer Gastronomie um.<br />
Ihr Konzept überzeugt mit Kreativität<br />
und Leidenschaft – und wurde mit<br />
14 Gault-Millau-Punkten<br />
belohnt.<br />
Die Küche vereint saisonale<br />
und regionale Produkte<br />
mit modernisierter<br />
französischer Kochkunst<br />
und einem Hauch Exotik.<br />
Diese Mischung sorgt für<br />
raffinierte Gerichte, die<br />
Feinschmecker begeistern<br />
und das Schloss A Pro zu<br />
einer kulinarischen Top-<br />
Adresse machen.<br />
ANLASS DES CLUB<br />
PROSPER MONTAGNÉ DER<br />
AMBASSADE SUISSE CENTRALE<br />
Am 11. September 2022 wurden Vanessa<br />
Baumann, Benjamin Günzler und das<br />
Schloss A Pro bei strahlendem Wetter als<br />
professionelle Mitglieder in den renommierten<br />
Club Prosper Montagné aufgenommen.<br />
Die Gäste der feierlichen<br />
Zeremonie zeigten sich begeistert von der<br />
Leistung des jungen Gastgeberpaars.<br />
Zwei Jahre später, am 18. August 2024,<br />
kehrte der Club für ein Déjeuner Amical<br />
nach Seedorf zurück. Der Anlass war mit<br />
29 Teilnehmenden ausgebucht, darunter<br />
auch Mitglieder anderer <strong>Schweiz</strong>er<br />
Ambassaden. Viele, die bereits 2022 dabei<br />
waren, liessen sich erneut von der Küche<br />
und dem Service begeistern.<br />
Der Apéro fand im zweiten Obergeschoss<br />
des Schlosses statt, umgeben von<br />
den Kunstwerken der Museen Uri. Schon<br />
dort wurde lebhaft über das Essen und<br />
die Kunst diskutiert. Das anschliessende<br />
Fünf-Gang-Menü, in der typischen Handschrift<br />
von Benjamin Günzler, überzeugte<br />
durch Raffinesse und perfekt abgestimmte<br />
Abfolgen. Der Service glänzte mit Aufmerksamkeit,<br />
und jede Speise sowie der<br />
begleitende Wein wurden charmant vorgestellt.<br />
Die Begeisterung war gross, denn die<br />
Gastgeber erfüllten das Motto des Clubs –<br />
«On ne fait du bon, qu’avec du très bon» –<br />
nicht nur durch ihre exzellente Kulinarik,<br />
sondern auch durch ihre herzliche Gastfreundschaft.<br />
Ein Besuch im Schloss A Pro<br />
ist mehr als empfehlenswert. Statt vor dem<br />
Gotthard hungrig im Stau zu stehen, lohnt<br />
sich ein kulinarischer Zwischenhalt in Seedorf<br />
allemal.<br />
– Jean-Pierre Schaller<br />
Ambassadeur Suisse Centrale<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
club-prosper-montagne.ch<br />
MENÜ<br />
Amuse-Bouche<br />
Parmesanespuma mit Kartoffel<br />
***<br />
Waser Räucherlachs-Tatar<br />
***<br />
Weissweinsüppli<br />
Schlossgartenkräutermousse<br />
***<br />
Überraschungsgang<br />
von unseren Lernenden<br />
***<br />
Duett<br />
Rind & Lamm<br />
***<br />
Himbeer trifft Mango<br />
WEINBEGLEITUNG<br />
Lombardei<br />
Lugana Catulliano doc<br />
Pratello, 100 % Trebbiano<br />
Wallis<br />
Humagne blanc aoc<br />
Germanier Cave du Tunnel<br />
100 % Humagne blanc<br />
Südtirol<br />
Lagrein Burgum Novum Riserva doc<br />
2020<br />
Castelfeder, 100 % Lagrein<br />
Preis pro Person mit Weinbegleitung CHF 175,–<br />
Preis pro Person ohne Weinbegleitung CHF 140,–<br />
feb–mär <strong>2025</strong> falstaff 159
Herausgeberin<br />
ANGELIKA<br />
ROSAM<br />
LIFESTYLE<br />
STATEMENT PIECES<br />
EIN GLASKLARER<br />
FALL VON FARBEN-<br />
FROHEM CHIC<br />
Die Marke Reflections Copenhagen<br />
ist bekannt für ihre gewagten und<br />
zugleich markanten Kreationen.<br />
Die «Laguna»-Kerzenständer bilden da<br />
keine Ausnahme. Handgefertigt aus edlem<br />
Kristallglas, kann man die aussergewöhnlichen<br />
Stücke schon fast als Kunstobjekt<br />
bezeichnen. Die unterschiedlichen Farbtöne<br />
kreieren bei Lichteinfall ein ganz<br />
besonderes Schauspiel.<br />
shopmohd.com<br />
Jetzt anmelden –<br />
Wöchentlich aktuelle Nachrichten<br />
go.falstaff.com/newsletter<br />
FANGFRISCH<br />
Der Entwurf für die ovale Terrine «Poisson»<br />
stammt aus den Archiven der Manufacture<br />
de Digoin und vereint Tradition mit Moderne.<br />
Die Terrine eignet sich zum Zubereiten,<br />
Garen und Aufbewahren von Pasteten,<br />
Fisch etc. Jedes Stück ist ein Unikat, wird<br />
handgefertigt und macht bereits beim<br />
Hinsehen Appetit! latresorerie.fr<br />
VERSPIELT<br />
Auf der mattweissen Oberfläche der<br />
von Hand hergestellten Vase von<br />
Completedworks kommen die hinreissenden,<br />
mit Kunstperlen verzierten Schleifchen<br />
besonders gut zur Geltung. Ein wahrhaft<br />
aussergewöhnliches Interior-Piece mit<br />
Eyecatcher-Potenzial, das jeden Raum<br />
aufwertet. completedworks.com<br />
DRINK FOR TWO<br />
Äusserst lässig wirken die Weingläser<br />
«Yara» von Oliver Bonas und punkten<br />
durch ihre skulpturalen Formen in Verbindung<br />
mit frischen Farbtönen. Die idealen<br />
Begleiter für ein «dîner à deux» oder für<br />
eine grössere Gesellschaft.<br />
oliverbonas.com<br />
160 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NOTIZEN<br />
WENN DAS LEBEN DIR ZITRONEN GIBT …<br />
Mediterranes Flair nach<br />
Hause bringen … Mit der<br />
stylishen Zitruspresse<br />
«Blu Mediterraneo» von<br />
Smeg x Dolce&Gabbana<br />
wird jeder Handgriff zum<br />
reinsten Vergnügen. Der<br />
leistungsstarke Presskegel<br />
sorgt im Nu für<br />
köstlich frischen Saft.<br />
Das extravagante Design<br />
macht die Presse zum<br />
Highlight in jeder Küche.<br />
Typisch Dolce eben …<br />
smegstore.ch<br />
FLOWER-POWER<br />
Die Holzlöffel mit dem klingenden Namen<br />
«Serving Friends» von Dusen Dusen x<br />
Areaware bringen eine gehörige Portion<br />
Charme und Freude auf jede Tafel. Sie<br />
bestehen aus Buchenholz und begeistern<br />
dank ihrer speziellen Formgebung. Der<br />
Sommersalat kann kommen!<br />
revolve.com<br />
DUFT-POESIE<br />
PRETTY IN NUDE<br />
Minimalistische Optik, die an eine<br />
Wasserflasche erinnert, und praktische<br />
Leistungsfähigkeit zeichnen die Salzund<br />
Peffermühle «Bottle Grinder»<br />
von Audo Copenhagen aus. Dank des<br />
Up side-down-Designs bleiben die<br />
Gewürze bei Nichtbenutzung sicher im<br />
Inneren der Gefässe verstaut. Im pastelligen<br />
Rosé lieben wir sie besonders!<br />
connox.ch<br />
FARBTUPFER<br />
Kaum zu glauben, aber diese dekorative<br />
Vase von Villa Collection besteht komplett<br />
aus Papierschnur. Das natürliche,<br />
starke und vor allem haltbare Material<br />
wird aus gedrehten Papierstreifen<br />
gewonnen. Die fröhliche Farbkomposition<br />
sorgt für gute Laune und Inselfeeling pur.<br />
slowood-interior.ch<br />
Fotos: beigestellt<br />
Im Siebdruck des Duftverteilers<br />
«Côte d’Azur»<br />
finden sich die mythische<br />
Promenade des Anglais,<br />
architektonische Elemente<br />
der Stadt Menton sowie<br />
Saint-Tropez und vieles<br />
mehr. Olfaktorisch betören<br />
Noten von Moschus, Zitrone<br />
und Meersalz. Das ideale<br />
Geschenk für verwöhnte<br />
Duft-Aficionados.<br />
eu.baobabcollection.com<br />
FRÜHLINGSBOTE<br />
Noch nie wurde ein Stück Butter besser in<br />
Szene gesetzt. Das «Everything Nice Butter<br />
Dish» der französisch- amerikanischen<br />
Designerin Sophie Lou Jacobsen mit<br />
kokett gewellter Schale in trendigem<br />
Grün und Deckel mit rundem Knopf ist<br />
Eyecatcher und Frühlingsbote zugleich.<br />
areaware.com<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
161
lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />
Das Jahr <strong>2025</strong> bringt auf den<br />
Tisch, was in der Küchenwelt<br />
schon länger vor sich hin brodelt:<br />
Die Küchen von heute vereinen<br />
natürliche Ästhetik mit hochmoderner<br />
Funktionalität – und<br />
sind wohnlicher, natürlicher,<br />
nachhaltiger und intelligenter<br />
als je zuvor. TEXT CHRISTINA HORN<br />
CUISINES<br />
HAU T E S<br />
Fotos: beigestellt<br />
162 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
SieMatic<br />
Runde, ergonomische Formen<br />
liegen <strong>2025</strong> im Trend. Umgesetzt<br />
wird dies meist bei Kücheninseln,<br />
die so weicher in den Raum stehen –<br />
etwa die «SieMatic SG6» mit ihren<br />
elegant gerundeten Elementen.<br />
siematic.com<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
163
lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />
Die Zeiten, in denen Küchen in<br />
separaten Räumen untergebracht<br />
wurden, sind längst<br />
vorbei. Was sich <strong>2025</strong><br />
verstärkt zeigt, ist, dass<br />
Küchen als Teil des Wohn- und Essbereichs<br />
dort fast gar nicht mehr als externes<br />
Element wahrgenommen werden. «Die<br />
Küche wird in der Linienführung als Teil<br />
des integrierten Gesamtkonzepts gesehen»,<br />
erklärt Martin Wetscher, Geschäftsführer<br />
des Einrichtungs- und Planungshauses<br />
Wetscher. Materialien, Wandfarben oder<br />
-vertäfelungen werden auf Arbeitsoberflächen,<br />
Kästen und Schränken weitergeführt,<br />
man geht also «mit der Materialität in die<br />
Küche hinein». So entsteht eine homogene<br />
und wohnlichere Optik. Ganz in diesem<br />
Sinne verabschiedet man sich <strong>2025</strong> zudem<br />
von Griffen, ergänzt Marlies Schaden-Spätauf,<br />
Co-Geschäftsführerin bei SPÄTAUF:<br />
«Der Wunsch nach Griffen ist eigentlich<br />
nicht mehr da, das Unsichtbare ist ein<br />
optisches Highlight.» Stattdessen liegen<br />
Schränke mit «Pocketsystem» im Trend.<br />
Diese Einschubtüren verstecken das Chaos<br />
des Kochalltags von der Siebträgermaschine<br />
bis zum Toaster. Zu sehen ist dies unter<br />
anderem bei der «echt.zeit evo» von TEAM<br />
7, die auf durchlaufende Fronten setzt.<br />
«Weil die Frontfugen zu einem harmonischen<br />
Ganzen verschmelzen, entsteht der<br />
Eindruck, dass es sich bei der Küche um ein<br />
einziges imposantes Möbelstück handelt»,<br />
beschreibt Georg Emprechtinger, geschäftsführender<br />
Eigentümer von TEAM 7, das<br />
Modell. Wer dennoch nicht auf Griffe<br />
verzichten will, findet diese etwa in den<br />
Küchen von LEICHT, ergänzt Christina<br />
Cerny, Geschäftsleitung der ALLES-KÜ-<br />
CHE-Studios: «Diese bieten Details wie<br />
strukturgebende, flächenbündige Griffe als<br />
Poliform<br />
Dass natürliche Materialien und<br />
glatte, grifflose Pocketschränke<br />
dieses Jahr die Optik der Küchen<br />
dominieren, zeigt sich in Modellen<br />
wie der «Artex Pro» von Poliform –<br />
inklusive konischer Snackbar.<br />
poliform.it<br />
Ergänzung zu grifflosen Elementen.»<br />
Küchen inseln wiederum stellen <strong>2025</strong><br />
vermehrt runde Elemente zur Schau, ob<br />
nun ergonomisch geformt, halbrund oder<br />
viertelrund. «Smartere Kurven und<br />
abgeschrägte Arbeitsplatten liegen im<br />
Trend – etwa eine runde Platte in<br />
Kombina tion mit ovalen Formen», so<br />
Schaden-Spätauf.<br />
Aus dem Hang zu mehr Wohnlichkeit<br />
hat sich ausserdem die Zweitküche<br />
entwickelt, sagt Martin Wetscher: «Sei es<br />
nun eine Nische mit Schiebetür oder eine<br />
grössere Küche als die sichtbare. Man<br />
Fotos: beigestellt<br />
164 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
könnte sagen: Es ist die Renaissance der<br />
Speis!» Die bestehende Küche ist dabei<br />
repräsentativer Ort, die «Hinterküche»<br />
desi gnierter Arbeits- und Abstellbereich.<br />
Während also hinten die Erdäpfel kochen,<br />
wartet vorne eine aufgeräumte, geruchlose<br />
Insel. Auch in den ALLES-KÜCHE-Studios<br />
bemerkt man eine steigende Nachfrage<br />
nach neuen Raum-in-Raum-Lösungen mit<br />
LEICHT-Modellen. Wer keinen Raum für<br />
eine Zweitküche besitzt, setzt <strong>2025</strong> auf<br />
technische Neuheiten, die akustische und<br />
olfaktorische Störelemente effektiv reduzieren<br />
– darunter direkt in die Herdplatte<br />
integrierte Dunstabzüge, etwa von Miele.<br />
Le Creuset<br />
Gedeckte, natürliche Farben dominieren<br />
nicht nur in der Küche,<br />
auch das Geschirr passt sich diesem<br />
Trend nahtlos an. Die «Sea<br />
Salt»-Kollektion von Le Creuset<br />
in sanftem Blaugrün steht für die<br />
sanfte Eleganz des Meeres und<br />
bringt ein Gefühl von Ruhe in jeden<br />
Essbereich. lecreuset.ch<br />
GANZ SCHÖN DEZENT<br />
Trotz der Farbvielfalt dominieren dieses<br />
Jahr gedeckte Nuancen wie Beige, Hellgrau,<br />
Oliv oder Mokka den Markt. «Wir sehen<br />
dezente Farbtöne, oft in Kombination mit<br />
natürlichen Materialien», so Marlies<br />
Schaden-Spätauf. Dunkle Holzoberflächen<br />
wie Nuss oder Eiche, Zement, Granit ><br />
Steininger<br />
Fast kunstvoll präsentiert sich<br />
der puristische, geometrisch<br />
formvollendete Küchenblock von<br />
Steininger: «FOLD» zieht, gefertigt<br />
aus schwarzem Messing, in jedem<br />
Wohnraum die Blicke subtil auf sich.<br />
steiningerdesigners.com<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
165
lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />
V-Zug<br />
Der Combi-Steamer V6000 45L<br />
Grand von V-ZUG kombiniert<br />
Dämpfen mit perfekt verteilter<br />
Heissluft und einem vollflächigen<br />
Grill – ideal für voluminöse<br />
Speisen oder mehrere Gerichte<br />
gleichzeitig. Sein elegantes Design<br />
ist wahlweise mit diskretem Aluminiumgriff<br />
oder als griffloses<br />
Modell mit AutoDoor-Funktion<br />
erhältlich.<br />
vzug.com<br />
vorrangig Platten aus Naturstein wie dem<br />
Osttiroler schiefergrünen «Alpengrün»<br />
sowie innovative, kreislauf fähige Materialien,<br />
darunter «ALPINOVA»-Platten aus<br />
zerkleinertem Naturstein und recycelten<br />
Materialien.<br />
Neben Natursteinen haben Metalle <strong>2025</strong><br />
ihren Glanzauftritt. Vor allem Messing und<br />
Kupfer – ob gebürstet oder gehämmert –<br />
fungieren als gezielter Blickfang. «Es gibt<br />
nach wie vor diese metallischen Ausführungen,<br />
nicht nur in den Armaturen und<br />
Beschlägen, sondern auch bei Geräten»,<br />
meint Marlies Schaden-Spätauf von<br />
SPÄTAUF. Besonders elegant sind Ausführungen<br />
in Beige und Champagner, als<br />
«Evergreen» fungiert schwarzer metallischer<br />
Lack, wie man ihn bei Poliform sieht.<br />
><br />
Miele<br />
In Sachen Geräte sieht<br />
das Jahr <strong>2025</strong> vermehrt<br />
Induktionskochfelder mit<br />
integriertem Dunstabzug –<br />
dazu gibt es eigenes Koch -<br />
geschirr aus Edelstahl<br />
mit gezieltem Dampfablass.<br />
miele.ch<br />
Fotos: beigestellt<br />
><br />
oder diverse Marmor- und Steinarten<br />
sind dabei ebenso gern gesehen wie Fronten<br />
mit Rillenoptik – es regiert also die<br />
Abwechslung, bestätigt Martin Steininger<br />
von Steininger Designers: «Edle Materialien<br />
wie Messing, Beton und Aluminium prägen<br />
das Design. Jedes Projekt wird zum Unikat,<br />
das Stil, Funktionalität und den individuellen<br />
Anspruch perfekt vereint.» Das<br />
bestätigt auch Josef Weinhofer von der<br />
Wohnerei, die sich auf internationale<br />
Designmarken wie Poggenpohl spezialisiert<br />
hat: «Das Angebot an Materialien wird<br />
immer vielfältiger, der Fantasie bei Materialien,<br />
Hölzern und Farben sind kaum mehr<br />
Grenzen gesetzt. Durch die Computertechnik<br />
ist praktisch auch jedes Wunschmass<br />
ohne grosse Auf preise möglich.» Vor allem<br />
gilt es aber, auf hochwertige Stoffe zurückzugreifen,<br />
die noch lange nutzbar sind, wie<br />
Johannes Artmayr, Geschäftsführer des<br />
führenden Steinspezialisten STRASSER<br />
Steine, anmerkt: «<strong>2025</strong> steht ganz im<br />
Zeichen von Nachhaltigkeit, Regionalität<br />
sowie Natur farbtönen.» Highlights dieses<br />
Jahres sind, so der Geschäftsführer,<br />
166 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
SaphirMatt mit<br />
kratzfester Oberfläche<br />
Keine Fingerabdrücke, einfach zu reinigen und bis zu 4-mal<br />
widerstandsfähiger gegen Kratzer*. Das Induktionskochfeld<br />
SaphirMatt besticht durch Funktionalität und Eleganz.<br />
For better living. Designed in Sweden.<br />
* Basierend auf einem internen Test, im Vergleich zu unserer Standard-Kochfeldoberfläche<br />
ohne spezielle Behandlung oder Beschichtung.
lifestyle / KÜCHENTRENDS<br />
RUND UM DIE GERÄTE<br />
Hinsichtlich der Küchengeräte stehen<br />
Unauf fälligkeit, Effizienz und Benutzer:innen<br />
freundlichkeit nach wie vor an oberster<br />
Stelle. So setzen Induktionsplatten ihren<br />
Siegeszug fort, wie Andreas Enslin von<br />
Miele erzählt: «Wir ergänzen unsere<br />
Jubiläumseinbaugeräte mit neuen Induktionskochfeldern,<br />
die eine besonders<br />
kratzbeständige Glaskeramikoberfläche<br />
haben.» Technologien wie «Slide & Hide»<br />
von NEFF, bei der die geöffnete Backofentür<br />
unter dem Gerät verschwindet, zeigen<br />
zudem auf, dass die Küche funktionaler<br />
denn je wird. Auch KI hat, nicht nur in der<br />
Fertigung der Geräte, Eingang in die Küche<br />
gefunden und ermöglicht dort anspruchsvollere<br />
Anwendungen, weiss der Leiter des<br />
Miele Design Centers zu berichten: «Unser<br />
Backofen etwa kann mithilfe einer eingebauten<br />
Kamera erkennen, welches Lebensmittel<br />
eingeschoben wurde oder welchen<br />
Gargrad ein Gericht erreicht hat.» Moderne<br />
Geräte, etwa von AEG oder Miele,<br />
trumpfen durchwegs mit Touch-Displays<br />
Poggenpohl<br />
Poggenpohl setzt bei «Beauphoria»<br />
auf zwei neue Frontkonzepte in den<br />
Trendfarben <strong>2025</strong> – dunkle Eiche<br />
mit Aluminium und schwarzem<br />
Stahl oder helle Eiche mit<br />
champagnerfarbenem Metall<br />
und sandfarbener Keramik.<br />
poggenpohl.com<br />
Electrolux<br />
Induktionskochfelder sind aus der<br />
modernen Küchenausstattung nicht<br />
mehr wegzudenken. Mit der «Saphir-<br />
Matt» Linie geht Electrolux noch einen<br />
Schritt weiter: Die strukturierte Oberflächenbeschaffenheit<br />
ist bis zu viermal<br />
resistenter gegen Kratzer als<br />
herkömmliche Glaskeramik.<br />
electrolux.ch<br />
auf, während App-Koppelungen bei der<br />
Zubereitung komplexer Gerichte unterstützen.<br />
BORA etwa hat eigens hierfür die<br />
«JOY App» konzipiert, welche die Steuerung<br />
und Automatisierung des «X BO»-<br />
Profi-Dampfbackofens vereinfacht. Zudem<br />
lassen sich der Strom- und der Wasserverbrauch<br />
der Geräte einfacher denn je<br />
überwachen, so Andreas Enslin zum Thema<br />
Nachhaltigkeit: «Das gilt für einzelne<br />
Programme inklusive Informationen über<br />
Durchschnittswerte, Tipps für eine effizientere<br />
Verwendung und Analysen dazu, wie<br />
ein angepasstes Nutzungsverhalten die<br />
persönliche Ökobilanz verbessert und<br />
Kosten spart.»<br />
Die Küche hält <strong>2025</strong> also keine völligen<br />
Überraschungen bereit. Wohl aber werden<br />
bereits bestehende Entwicklungen, die dazu<br />
beitragen, dass der Bereich, in dem wir<br />
kochen, wohnlicher, nachhaltiger und<br />
vielfältiger als zuvor wird, zielstrebig<br />
weitergeführt. <<br />
Fotos: beigestellt<br />
168 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
KITCHEN<br />
INTERIOR DESIGN<br />
ARCHITECTURE<br />
Showrooms<br />
St. Martin – Linz – Vienna – Hamburg<br />
www.steiningerdesigners.com<br />
KITCHEN FOLD<br />
black steel<br />
Maybe<br />
no kitchen<br />
at all
gourmet / UHREN-KOLUMNE<br />
DER REBELL<br />
Er tickt anders als alle anderen: Ludwig<br />
Oechslin, Tüftler mit Kultstatus, macht<br />
Uhrenbau zum Denksport. Seine Devise:<br />
mehr Hirnschmalz, weniger Zahnrädchen.<br />
Unverwechselbar:<br />
Ludwig Oechslin<br />
sucht die maximale<br />
Funktionalität<br />
bei minimalem<br />
Materialaufwand.<br />
Der Test ist für viele Marken<br />
beschämend brutal. Und er<br />
geht so: Man nehme eine Uhr,<br />
verdecke das Logo mit dem<br />
Finger und schaue, ob man<br />
die Herstellermarke dennoch erkennen<br />
würde. Sehr häufig ist das nicht der Fall.<br />
Bei Uhren der Marke Ochs und Junior<br />
muss man das Logo auf dem Zifferblatt<br />
gar nicht erst abdecken – es gibt keines.<br />
Und trotzdem erkennt man die Uhren problemlos<br />
von Weitem. Denn sie atmen unverkennbar<br />
den Geist ihres Schöpfers: Ludwig<br />
Oechslin.<br />
Ludwig Oechslin ist ein Mann, der konsequent<br />
anders an die Uhr herangeht als<br />
alle anderen. Sein Markenzeichen ist die<br />
radikale Vereinfachung der mechanischen<br />
Komplikation.<br />
Luxusmarken prahlen gerne mit den vielen<br />
Teilen, die im Werk ihrer Uhren verbaut<br />
sind. Denn die übliche Formel in der Haute<br />
Horlogerie geht so: Mehr Teile gleich mehr<br />
Komplexität gleich mehr Luxus gleich ein<br />
höherer Preis. Als einsamer Rebell hält<br />
Fotos: Marcus Krueger Hamburg, beigestellt<br />
170 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
BESTSELLERVERDÄCHTIG<br />
MISS PIGGY BEI ORIS<br />
Im Jahr 2023 packte die Marke Oris die<br />
Muppet-Figur Kermit in eine Uhr und<br />
schuf damit einen Bestseller. Immer am<br />
ersten des Monats lacht der Frosch den<br />
Betrachter aus dem Datumsfenster an.<br />
Jetzt ist Miss Piggy an der Reihe – wiederum<br />
recht diskret: Man muss die Uhr<br />
umdrehen und kann sie dann durch ein<br />
rundes Fensterchen auf der Schwungmasse<br />
sehen. Das Zifferblatt ist pink,<br />
ein Baguette-Diamant markiert 12 Uhr,<br />
das Pro-Pilot-Gehäuse kommt im<br />
34-Millimeter-Format daher und erstmals<br />
in Stahl statt wie üblich in Titan.<br />
PIERRE-ANDRÉ<br />
SCHMITT<br />
schreibt seit mehr als<br />
20 Jahren über Uhren. Sie<br />
sind für ihn Kulturobjekt, stehen<br />
für Leidenschaft, Technik,<br />
Design. Und für Kunst.<br />
NOTIZEN<br />
Oechslin dagegen. Er sucht die maximale<br />
Funktionalität bei minimalem Materialaufwand<br />
und will deshalb mit möglichst wenig<br />
Komponenten auskommen. Das brauche zu<br />
Beginn mehr Hirnschmalz, sagt er, dafür<br />
weniger Arbeit bei der Produktion.<br />
Paradebeispiel ist die Uhr, die Oechslin<br />
für das Musée International d’Horlogerie<br />
(MIH) konzipiert hat, dessen Leiter er<br />
damals war. Es ist ein Jahreskalender, also<br />
ein Zeitmesser, der stets das richtige<br />
Datum anzeigt. Nur einmal im Jahr, am<br />
1. März, ist eine Korrektur nötig. Normalerweise<br />
werden für eine solche Funktion<br />
30 bis 40 Teile eingesetzt – Ludwig Oechslin<br />
schaffte es dank seiner smarten Konstruktion<br />
mit neun.<br />
So ging es weiter: Für seine Marke Ochs<br />
und Junior, vollständig in Familienbesitz,<br />
baute er eine ganze Reihe von «unkomplizierten<br />
Komplikationen» , einen Ewigen<br />
Kalender zum Beispiel. Ewige Kalender<br />
wissen stets, ob ein Monat 28, 29, 30 oder<br />
31 Tage hat – auch im Schaltjahr. Die<br />
Oechslin-Lösung basiert auf dem Ulysse-<br />
Nardin-Basiskaliber UN-118, nötig<br />
sind lediglich 9 zusätzliche Teile, 3 weitere<br />
werden modifiziert.<br />
Technisch nicht weniger ausgeklügelt ist<br />
das Modell Luna Sole. Es zeigt neben der<br />
Zeit auch die Sonne, die Mondphase und<br />
die Position des Mondes im Verhältnis zu<br />
Erde und Sonne an. Das wird mit nur gerade<br />
sechs Modulteilchen bewerkstelligt, einschliesslich<br />
des Zifferblattes. Noch ein Beispiel?<br />
Das Modell Tag/Nacht zeigt Sonnenauf-<br />
und -untergang an, den eigentlichen<br />
Sonnenmittag, die Mondphase sowie die<br />
Position von Mond und Sonne am Himmel.<br />
Dazu reichten gerade 13 Teile, wiederum<br />
inklusive Zifferblatt.<br />
Oechslin, der Altertumswissenschaften<br />
studierte und sich parallel dazu zum Uhrmacher<br />
ausbilden liess, setzt bei seinen<br />
Uhren auf ein sehr puristisches Design –<br />
mitunter roh bis fast brutalistisch. Das<br />
passt bestens zu ihm: Ein Rebell braucht<br />
keine Schnörkel. <<br />
PILOTEN-OMEGA<br />
1969 überflog erstmals eine Concorde<br />
den Atlantik. Am Steuerknüppel sass<br />
Kapitän John Hackett – am Handgelenk<br />
seine Omega. Daran knüpft die neue<br />
Omega Speedmaster Pilot an, die mit<br />
ihrem mattschwarzen Zifferblatt und<br />
den zwei Hilfszifferblättern auffällt.<br />
Rechts ein 60-Minuten- und 12-Stunden-Zähler,<br />
links die kleine Sekundenanzeige.<br />
Sie erinnert mit ihrem mattgelb<br />
lackierten Zeiger und einem künstlichen<br />
Horizont in Blau an die Ziel-/Sicht-Anzeige<br />
in einem Cockpit.<br />
GEBURTSTAGSTICKER<br />
Ihr 270-Jahre-Jubiläum eröffnet die Marke<br />
Vacheron Constantin mit der Neuauflage<br />
einer legendären Uhr: 1977 gab es zum<br />
damals 222-jährigen Bestehen eine sportlich-schicke<br />
Uhr, entworfen vom<br />
Jorg Hysek, welche schlichte Eleganz<br />
mit robuster Modernität<br />
kombinierte, ganz im Design-Zeitgeist<br />
der Seventies. Sammler<br />
nannten sie «Jumbo», jetzt<br />
lebt sie unter dem Namen<br />
Historiques 222 wieder auf.<br />
Das ikonische Design wurde<br />
beibehalten, als Werk wird das<br />
neue Kaliber 2455/2 eingesetzt.<br />
Und wie beim Original gibt es auf<br />
dem Gehäuse bei fünf Uhr das<br />
Kennzeichen der Marke, ein<br />
Malteserkeuz in Gelbgold.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
171
Chefredakteur<br />
CHRISTOPH<br />
SCHWARZ<br />
REISE<br />
ZWISCHEN LUXUS<br />
UND DER HEILENDEN<br />
KRAFT DER INSEL<br />
Das Luxus-Resort «Bahia del Duque» auf<br />
Teneriffa, der Insel des ewigen Frühlings,<br />
hat sich einem neuen, ganzheitlichen Wellnesskonzept<br />
verschrieben, das auf der heilenden<br />
Kraft der reichhaltigen Natur der Insel basiert. Von<br />
Yoga bis zur Thalassotherapie: Das Programm ist<br />
auf die Jahreszeiten abgestimmt. Der Luxus kommt<br />
bei alldem nicht zu kurz – ein Highlight sind die<br />
40 auf Vulkanstein erbauten Villen.<br />
thetaishotels.com/bahia-del-duque<br />
SPANIEN<br />
AM WEISSEN<br />
SANDSTRAND<br />
ANDALUSIENS<br />
Am makellosen weissen Sandstrand an<br />
der Südküste Spaniens liegt das neue<br />
«Oku Andalusia». Das Hotel, das im Sommer<br />
dieses Jahres seine Pforten öffnet,<br />
verspricht «lässigen Luxus». In den terrassenförmig<br />
angelegten Infinitypools reicht<br />
der Blick bis hinüber nach Afrika. Und<br />
wer absolute Ruhe bevorzugt, der findet<br />
sie im 2000 Quadratmeter grossen Spa<br />
mit Innenpool, Dampfbad, Sauna und<br />
Meditationshof.<br />
okuhotels.com<br />
172 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
NOTIZEN<br />
KREUZFAHRT<br />
ERKUNDUNGSTOUR<br />
IN DIE ARKTIS<br />
Im Mai legt die «MS Polarfront» zu<br />
einer Premiere ab: Vom norwegischen<br />
Svalbard-Archipel aus geht es auf<br />
der «Como Journey» in die Arktis.<br />
Eisbären, Schwertwale und majestätische<br />
Eisberge: Die faszinierende<br />
Polarwelt erkunden die Reisenden<br />
mit dem Emmy-nominierten Regisseur<br />
und National-Geographic-Fotograf<br />
Andy Mann.<br />
comohotels.de<br />
START FÜR SCHWEIZER<br />
LUXUS-HIDEAWAY «BELAROSA»<br />
Ende des Vorjahres hat das «BelArosa» in<br />
der namensgebenden <strong>Schweiz</strong>er Gemeinde<br />
Arosa eröffnet – und freut sich über<br />
regen Andrang. Das neue Konzept: Traditionelle<br />
Bündner Baukunst verbindet sich in<br />
den Chalets mit modernem Komfort und<br />
diskretem Fünf-Sterne-Luxus.<br />
belarosa.ch<br />
USA<br />
NEUES IM HERZEN<br />
VON PALM BEACH<br />
Fotos: COMO Hotels and Resorts / manolo yllera, Veit Fritz, Shutterstock, Getty Images, beigestellt<br />
NEUE TECHNOLOGIE<br />
AUSTRIAN FLIEGT<br />
MIT HAIFISCHHAUT<br />
Die erste Boeing 777-200ER von Austrian<br />
Airlines, die mit «AeroSHARK»-Oberflächentechnologie<br />
ausgestattet wurde, hat ihren<br />
Erstflug abgeschlossen. Der durch die Folie<br />
verringerte Reibungswiderstand wird den<br />
CO 2<br />
-Ausstoss und den Treibstoffverbrauch<br />
verringern. Pro Flug wird der Treibstoffverbrauch<br />
so um ein Prozent gesenkt. Jährlich<br />
sind das bis zu 2650 Tonnen Treibstoff und<br />
über 8300 Tonnen CO 2<br />
. Insgesamt werden<br />
vier Maschinen mit Haifischhaut beklebt.<br />
Die «Oetker Collection» wagt den Sprung in<br />
die USA: «The Vineta Hotel» eröffnet im<br />
Frühjahr im Herzen von Palm Beach. Es<br />
liegt zwei Blocks von der legendären Worth<br />
Avenue und nur wenige Minuten vom<br />
Strand entfernt. Das ikonische Gebäude<br />
wurde vom renommierten Innenarchitekten<br />
Tino Zervudachi neu gestaltet.<br />
oetkercollection.com<br />
WIEN FEIERT DEN WALZERKÖNIG<br />
IN «STRAUSS UND BRAUS»<br />
Johann Strauss (Sohn) feiert dieses Jahr<br />
seinen 200. Geburtstag – und seine Heimatstadt<br />
Wien feiert mit. Ein ganzes Jahr<br />
lang wartet auf die Besucher ein umfangreiches<br />
Programm zwischen Klassik und<br />
Moderne. Jede Woche gibt es eine neue<br />
Premiere – und das auch an unerwarteten<br />
Spielstätten wie dem Zentralfriedhof.<br />
johannstrauss<strong>2025</strong>.at<br />
ALLES NEU IM «PARK-HOTEL»<br />
Das «Brenners Park-Hotel & Spa» Baden-<br />
Baden erlebt die grösste Verwandlung seit<br />
seiner Eröffnung vor 150 Jahren: Alles,<br />
was den historischen Geist des Hauses<br />
ausmacht, wurde restauriert und auf den<br />
neuesten technischen Stand gebracht. Ab<br />
Frühsommer ist geöffnet. brenners.com<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
173
eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />
BOOMTOWN<br />
FÜR FOODIES<br />
Foto: Shutterstock / Ashraf Jandali<br />
174 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Dubai ist bekannt für grossen Luxus,<br />
futuristische Architektur und ein<br />
lebhaftes Stadtleben. Die pulsierende<br />
Metropole am persischen Golf hat<br />
sich in den letzten Jahren auch zu<br />
einer aufregenden Destination für<br />
anspruchsvolle Geniesser entwickelt.<br />
TEXT BENJAMIN HERZOG<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
175
eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />
Das im Frühling 2024 eröffnete «The Lana<br />
Dubai» gehört zu The Dorchester<br />
Collection. Der Pool bietet einen<br />
spektakulären Blick auf die Skyline.<br />
FREITAG<br />
Trend-Schokolade per<br />
Delivery, ein Besuch bei<br />
Madame Pic, eine<br />
Food‐Tour in der Mall<br />
und ein Secret Dinner<br />
voller Überraschungen:<br />
Wir tauchen ein in die<br />
Food-Metropole.<br />
Superlative sind in Dubai allgegenwär -<br />
tig – und oft angebracht. So auch beim<br />
noch jungen Fünf-Sterne-Hotel «The<br />
Lana Dubai» von The Dorchester Collection.<br />
Hier wird Luxus auf elegante Weise gelebt.<br />
Die verbauten Materialien sind erstklassig,<br />
genauso die hoteleigenen Restaurants und<br />
die Lage – vom Infinitypool auf dem Dach<br />
geniesst man freien Blick auf die Wolkenkratzer<br />
der Innenstadt – samt Burj Khalifa.<br />
Natürlich lässt auch der Service hier keine<br />
Im Time Out Market Dubai hat man<br />
hier die Qual der Wahl zwischen 17<br />
regionalen Restaurants und drei Bars.<br />
Chef Kuv (im Kreis) betreibt einen der<br />
ersten Supper Clubs der Stadt.<br />
Wünsche offen. Wie alle Food-affinen Besucher<br />
Dubais interessieren wir uns für die<br />
angesagte Dubai-Schokolade. Die Originalversion<br />
von Fix kann nur zweimal am Tag<br />
online bestellt werden und wird dann exklusiv<br />
in der Stadt ausgeliefert. Wir versuchen<br />
unser Glück mithilfe des Concierges. Ein<br />
Pokerspiel bleibt das Ganze aber auch dann.<br />
Zum Mittagessen lassen<br />
wir uns zum Hotel<br />
«One Za’abeel»<br />
fahren, wo sich in der «The Link» genannten,<br />
riesigen Verbindungsbrücke der beiden<br />
Hoteltürme ganze sechs Restaurants befinden.<br />
Das exklusivste ist «La Dame de Pic»<br />
der französischen Drei-Sterne-Köchin Anne-<br />
Sophie Pic. Lange nicht alle Dependancen<br />
von Sterneköchen auf der Welt sind empfehlenswert,<br />
in Dubai aber ist deren Niveau<br />
beachtenswert – so auch bei Madame Pic.<br />
Das makellose Handwerk ist das eine – und<br />
auch die Produktqualität begeistert auf<br />
ganzer Linie.<br />
Bevor wir am Pool im Hotel ausspannen,<br />
machen wir einen Abstecher<br />
zur Dubai Mall. Ein Besuch<br />
lohnt sich nicht nur für eine Shoppingtour,<br />
auch das Essensangebot<br />
ist vielseitig und authentisch. Der<br />
stadtbekannte Food-Tour-Anbieter<br />
«Frying Pan Adventures» bietet seit<br />
einiger Zeit gar eine Tour in der<br />
Mall an. In Laufdistanz befindet sich<br />
zudem der «Time Out Market» – eine<br />
Food-Halle mit Angeboten von 17 lokalen<br />
Restaurants und drei Bars, erbaut nach dem<br />
gleichnamigen Vorbild in Lissabon.<br />
Am Abend lassen wir uns überraschen:<br />
Wir haben «Kuv’s Secret Supper Club»<br />
gebucht. Der charismatische und begnadete<br />
Chef Kuv bewirtet in einem Privathaus und<br />
serviert jeweils ein Menü. Den Tisch teilt<br />
man mit Fremden und kommt so schnell ins<br />
Gespräch – mit Touristen und vor allem<br />
Residents. Ein echtes Dubai-Highlight.<br />
><br />
Fotos: beigestellt, Alex jeffries, groupePIC, mauritius images / Alamy Stock Photos / John Kellerman<br />
176 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Das höchste Gebäude der Welt,<br />
der Burj Khalifa, prägt die<br />
Skyline der Stadt.<br />
Viele Topköche sind in Dubai<br />
präsent: So auch Anne-Sophie<br />
Pic im The Link des Hotels<br />
«One Za’abeel».<br />
Die Dubai Mall ist nicht nur<br />
Shoppingparadies – hier gibt<br />
es auch für Geniesser viel zu<br />
entdecken.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
177
eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />
Der junge indische Koch<br />
Himanshu Saini stammt<br />
aus Delhi. Sein Zwei-<br />
Sterne-Restaurant «Trèsind<br />
Studio» gehört zu den<br />
besten Lokalen in Dubai.<br />
Gehört zum Lifestyle in Dubai: Das Ausspannen am Strand.<br />
Das Stadtviertel La Mer Beach in Jumeirah ist allen<br />
zugänglich. Doch auch Beachclubs sind hier nicht weit.<br />
Im «Trèsind Studio» (l.) wird indische<br />
Küche in 17 Gängen serviert.<br />
SAMSTAG<br />
Wir leben den Schmelztiegel, essen am<br />
Morgen europäisch, zu Mittag levantinisch und<br />
am Abend indisch auf Zwei-Sterne-Niveau.<br />
Das «The Lana Dubai» befindet sich<br />
neben einer kleinen Marina, wo einige<br />
Luxusjachten liegen. Wenn es in<br />
den Wintermonaten etwas kühler ist, lohnt es<br />
sich, auf der Terrasse des «Riviera by Jean<br />
Imbert» fürs Frühstück Platz zu nehmen.<br />
Hier ist man stolz auf das authentisch französische,<br />
inhouse produzierte Gebäck – wer es<br />
gekostet hat, weiss warum.<br />
Gegen Mittag fahren wir in Richtung des<br />
Stadtviertels Jumeirah, das sich entlang des<br />
Küstenstreifens zieht. Hier befindet sich das<br />
Quartier La Mer, das zu einer Auszeit am<br />
Strand einlädt. Auch wer nicht baden will,<br />
kommt hier auf seine Kosten: Streetart,<br />
modernes Industriedesign und diverse Gastroangebote<br />
bieten für jeden etwas Passendes.<br />
Den Hunger stillen wir nicht am Strand –<br />
wenige Fahrminuten entfernt befinden sich<br />
mit dem «Sufret Maryam» und dem «Orfali<br />
Bros» gleich zwei der angesagtesten Adressen<br />
Die levantinische<br />
Hausmannskost<br />
im «Sufret<br />
Maryam» wartet<br />
oft mit einem<br />
modernen<br />
Twist auf.<br />
in unmittelbarer Nachbarschaft. Wir entscheiden<br />
uns für das noch junge «Sufret<br />
Maryam». Köchin Salam Dakkak, die hier<br />
wirkt, wurde in Palästina geboren und wuchs<br />
in Jordanien auf, lebte in Saudi-Arabien und<br />
den USA, bevor sie nach Dubai kam. 2023<br />
wurde sie für ihr Erstlokal «Bait Maryam»<br />
zur besten Köchin des Mittleren Ostens und<br />
Afrikas gekürt. Darauf ist die herzliche Gastgeberin<br />
stolz, genauso wie auf ihr Essen:<br />
Levantinische Hausmannskost, die stets mit<br />
einem eigenen Twist aufwartet. Der Tisch ist<br />
gut gefüllt, genauso wie unsere Bäuche und<br />
Herzen, als wir weiterziehen.<br />
Nach einer Auszeit im Hotel fahren wir<br />
raus auf die legendäre, im Meer aufgeschüttete<br />
Palme. Mit Hotels wie den beiden «Atlantis»<br />
und ihren Restaurants ist hier die Sternedichte<br />
besonders hoch. Das «Trèsind Studio»<br />
befindet sich am Anfang der Palme. Zwei-<br />
Sterne-Koch Himanshu Saini und sein Team<br />
servieren hier eine Reise durch Indien in<br />
17 Gängen. Das Menü wartet mit Geschmäckern<br />
und Aromen auf, die für westliche<br />
Gaumen ungewohnt und genau darum<br />
bewusstseinserweiternd sind. Das puristische<br />
Ambiente und der perfekt orchestrierte<br />
Service tun ihren Teil zum Gesamterlebnis.<br />
Ein echtes kulinarisches Highlight, das perfekt<br />
nach Dubai passt. Inderinnen und Inder<br />
gehören zur grössten Bevölkerungsgruppe in<br />
der Metropole.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
178 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Im «Teible» (im Kreis) kocht man<br />
modern mit Erzeugnissen aus dem<br />
Emiraten. Im «Arabian Tea House» (u.)<br />
wird authentisch emiratisch gekocht.<br />
Das Museum of the Future wurde am<br />
22.02.2022 eröffnet. Der Palindromtag<br />
wurde bewusst für die Eröffnung gewählt.<br />
SONNTAG<br />
Wir geniessen ein emiratisches Frühstück,<br />
besuchen ein erstklassiges Museumsrestaurant<br />
und lassen uns am offenen Feuer bekochen.<br />
Wer sich zwischen den Hochhäusern<br />
in Dubai befindet, vergisst<br />
leicht, dass der Ort nicht immer<br />
von moderner Architektur geprägt war. Das<br />
Al-Fahidi-Viertel etwa gehört zum historischen<br />
Dubai. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts<br />
von Kaufleuten gegründet und liegt<br />
strategisch günstig in der Nähe des Dubai<br />
Creeks. Mit dem «Arabian Tea House»<br />
befindet sich hier auch ein wichtiger Ort für<br />
die ursprüngliche Küche der Region. Zum<br />
Frühstück isst man Reisgerichte, Bohnen,<br />
Kichererbsen, Fladenbrot und überraschenderweise<br />
auch Baked Beans aus der Dose,<br />
Cream Cheese und Hot Sauce. Alles Produkte,<br />
die man bereits in den Wüstenstaat<br />
importierte, als es noch keine Kühlschränke<br />
gab. Esskultur kann eben manchmal ganz<br />
schön überraschen.<br />
Nach einer kurzen Tour durch das historische<br />
Viertel zieht es uns ins Jameel Arts Centre.<br />
Dieser moderne Gebäudekomplex befindet<br />
sich ebenfalls am Dubai Creek, jedoch<br />
etwas weiter im Landesinneren. Das 2018<br />
eröffnete Kunstzentrum gehörte zu den ersten<br />
Institutionen für moderne Kunst in der<br />
Stadt. Heute gibt es viele Galerien, aber auch<br />
Museen – nicht nur, aber auch für Kunst. Zu<br />
den prominentesten gehört das auffällige<br />
Museum of the Future, das sich der Erforschung<br />
und Gestaltung zukünftiger Entwicklungen<br />
in Wissenschaft, Technologie und<br />
Gesellschaft widmet.<br />
Zum Mittagessen bleiben wir im Jameel<br />
Arts Centre. Das Restaurant «Teible» widmet<br />
sich hier den Erzeugnissen aus den Emiraten,<br />
die seit einiger Zeit gefördert werden und im<br />
Alltag immer präsenter werden. So gibt es<br />
immer mehr Gemüse und Früchte aus regionaler<br />
Erzeugung, während lange Jahre praktisch<br />
alle Lebensmittel eingeflogen werden<br />
mussten. Eine Entwicklung, die der Food-Szene<br />
der Stadt zusätzlichen Aufwind verleiht.<br />
Die Gerichte im «Teible» sind modern und<br />
stark japanisch geprägt. Vieles wird eingemacht<br />
oder fermentiert, zudem verfügt das<br />
Lokal über einen eigenen Kräutergarten, der<br />
für zusätzliche Inspiration sorgt.<br />
Unseren letzten Abend in Dubai gehen wir<br />
gemütlich an. Wir speisen im «Jara by Martín<br />
Berasategui» im 18. Stock unseres Hotels<br />
«The Lana Dubai». Die Fleisch- und Fischspezialitäten<br />
des baskischen Ausnahmekochs<br />
werden auf offenem Feuer in der vom<br />
Gastraum einsehbaren Küche zubereitetet.<br />
Der Blick auf die Innenstadt könnte auch<br />
von hier nicht besser sein.<br />
><br />
Daran sieht man sich schwer satt:<br />
Die Skyline von Dubai ist<br />
insbesondere nachts unübertroffen.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
179
eise / LONG WEEKEND – DUBAI<br />
TIPPS &<br />
ADRESSEN<br />
HOTELS<br />
THE LANA DUBAI (1)<br />
Im Frühling 2024 eröffnet, gehört das Hotel von<br />
The Dorchester Collection zu den angesagtesten<br />
neuen Luxushäusern der Stadt.<br />
Marasi Drive, Business Bay<br />
T: +971 4 5417777<br />
dorchestercollection.com/dubai/the-lana<br />
PARK HYATT DUBAI (2)<br />
Das resortartige, weitläufige Hotel ist eine Oase<br />
fernab der Wolkenkratzer, erstklassige Gastronomie<br />
und ein Pool der Extraklasse inklusive.<br />
Dubai Creek Club St – Port Saeed<br />
T: +971 4 6021234<br />
hyatt.com<br />
ATLANTIS THE PALM (3)<br />
Der Klassiker in Dubai – und auch für Foodies eine<br />
Topdestination. Derzeit befinden sich im Haus drei<br />
Sternerestaurants – und es werden immer mehr.<br />
Palm Jumeirah, Crescent Rd, The Palm Jumeirah<br />
T: +971 4 4260000<br />
atlantis.com<br />
ONE & ONLY THE PALM (4)<br />
Exklusives Boutique-Strandresort auf der Palm<br />
Jumeirah. Befindet sich auf einer abgeschiedenen<br />
Halbinsel mit spektakulärem Blick auf die Skyline.<br />
West Crescent, Palm, Jumeirah<br />
T: +971 4 4401010<br />
oneandonlyresorts.com<br />
RESTAURANTS & BARS<br />
LA DAME DE PIC (1)<br />
Die französische Ausnahmeköchin Anne-Sophie Pic<br />
brilliert auch in Dubai. Gekonnt fügt sie regionale<br />
Zutaten in ihre klassischen Gerichte ein.<br />
The Link – 25 floor Za’abeel 1 – Za’abeel<br />
T: +971 4 6661617<br />
ladamedepicdubai.com<br />
SUFRET MARYAM (2)<br />
Ein Ort zum Wohlfühlen. Köchin Salam Dakkak<br />
serviert levantinische Hausmannskost, die sie mit<br />
frischen, neuen Ideen verfeinert.<br />
Wasl 51, Jumeirah 1<br />
T: +971 50 4172272<br />
sufretmaryam.com<br />
ARABIAN TEA HOUSE (3)<br />
1997 eröffnet, gehörte der Ort zu den ersten,<br />
die der Küche der Emirate eine Plattform gaben.<br />
Ein Must-visit für jeden Foodie in Dubai.<br />
Al Fahidi Street, Bur Dubai<br />
T: +971 4 3535071<br />
arabianteahouse.com<br />
TRÈSIND STUDIO (4)<br />
Das indische Zwei-Sterne-Lokal gilt derzeit als eine<br />
der Topadressen in Dubai. Das Menü in 17 Gängen<br />
führt durch alle Regionen Indiens.<br />
St. Regis Gardens, The Palm Jumeirah<br />
T: +971 58 8951272<br />
tresindstudio.com<br />
STUDIO FRANTZEN (5)<br />
Der Mix aus Bistro und Bar des schwedischen Topkochs<br />
Björn Frantzén ist das neueste Toplokal im<br />
«Atlantis the Palm». Ein echtes Highlight.<br />
Atlantis The Palm, Crescent Rd<br />
The Palm Jumeirah<br />
T: +971 54 5843105, studiofrantzendubai.com<br />
TEIBLE (6)<br />
In dem nachhaltigen Restaurant stehen die Ingredienzien<br />
der Region im Zentrum – es kommt fast<br />
ausschliesslich Lokales auf den Tisch.<br />
Jameel Arts Center, Ground Floor Jaddaf<br />
Waterfont, T: +971 4 2436683<br />
teible.com<br />
JARA BY MARTÍN BERASATEGUI (7)<br />
Im Lokal des baskischen Sternekochs im «The<br />
Lana Dubai» steht der grosse Grill im Zentrum.<br />
Darauf werden beste Zutaten verarbeitet.<br />
Marasi Dr – Business Bay<br />
T: +971 4 5417755<br />
dorchestercollection.com/dubai/the-lana<br />
ZUMA (8)<br />
Längst ein Klassiker in Dubai – die kontemporäre<br />
japanische Küche begeistert Dubaianer und Touristen<br />
gleichermassen. Am Abend wird das Lokal zu<br />
einer angesagten Bar.<br />
Gate Village 6, DIFC<br />
T: +971 4 4255660<br />
zumarestaurant.com<br />
LOWE (9)<br />
Befindet sich in einem Wohnkomplex in einem<br />
relativ neuen Stadtteil. Serviert werden gesunde<br />
Wohlfühlgerichte mit Fokus auf Nachhaltigkeit.<br />
KOA Canvas, Al Barari, Wadi Al Safa 3<br />
T: +971 4 3201890, lowe-dubai.com<br />
ORFALI BROS. (10)<br />
Das Bistro der syrischen Brüder Mohammad,<br />
Wassim und Omar Orfali gehört zu den absoluten<br />
Favoriten der Food-Community in Dubai.<br />
Wasl 51 Mall, Jumeirah 1<br />
T: +971 4 2592477, orfalibros.com<br />
MONKEY BAR (11)<br />
Die Bar auf dem Dach des «25 Hours Hotel»bietet<br />
einladendes Jungle-Ambiente, beste Drinks und<br />
einen spektakulären Ausblick.<br />
Trade Center St – off Sheikh Zayed Road<br />
T: +971 4 2102566, monkeybardubai.com<br />
SEHENSWÜRDIGKEITEN<br />
DUBAI MALL & BURJ KALIFA (1)<br />
Die Innenstadt Dubais müssen auch Foodies<br />
besucht haben – in der Dubai Mall und am «Time<br />
Out Market» ist das Angebot enorm.<br />
Downtown Dubai<br />
thedubaimall.com, burjkhalifa.ae<br />
LA MER BEACH (2)<br />
Einer der öffentlichen Strände in Dubai. Das hippe<br />
Quartier lädt mit viel Streetart, Shops und Gastronomie<br />
zum Verweilen ein.<br />
Jumeirah 1, Dubai, visitdubai.com<br />
MUSEUM OF THE FUTURE (3)<br />
Das Museum of the Future ähnelt einem Auge und<br />
ist mit arabischen Kalligrafien geschmückt. Besucher<br />
erkunden darin die Zukunft der Wissenschaft.<br />
67CP+H4Q, Sheikh Zayed Rd, Trade Centre<br />
T: +971 800 2071, museumofthefuture.ae<br />
><br />
Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />
180 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
surprise with<br />
luxury<br />
YOU CAN’T GO WRONG WITH<br />
THE MOST EXQUISITE VOUCHER OUT THERE.<br />
get your<br />
gift voucher<br />
online<br />
SWISSDELUXEHOTELS.COM<br />
Established in 1934, the Swiss Deluxe Hotels group combines 42 of Switzerland’s most iconic five-star hotels:<br />
ANDERMATT: The Chedi Andermatt AROSA: Tschuggen Grand Hotel ASCONA: Castello del Sole,<br />
Hotel Eden Roc BAD RAGAZ: Grand Hotel Quellenhof & Spa Suites BASEL: Grand Hotel Les Trois Rois<br />
BERN: Bellevue Palace, Hotel <strong>Schweiz</strong>erhof Bern & Spa CRANS-MONTANA: Guarda Golf Hotel & Residences,<br />
LeCrans Hotel & Spa GENÈVE: Beau-Rivage, Four Seasons Hotel des Bergues, La Réserve Genève,<br />
Mandarin Oriental, Geneva GSTAAD: Gstaad Palace, Le Grand Bellevue, Park Gstaad, The Alpina Gstaad<br />
INTERLAKEN: Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa LAUSANNE: Beau-Rivage Palace, Lausanne Palace<br />
LE MONT-PÈLERIN: Le Mirador Resort & Spa LUGANO: Hotel Splendide Royal LUZERN: Bürgenstock Resort<br />
Lake Lucerne, Mandarin Oriental Palace, Luzern MONTREUX: Fairmont Le Montreux Palace<br />
NEUCHÂTEL: Beau-Rivage Hotel PONTRESINA: Grand Hotel Kronenhof ST. MORITZ: Badrutt’s Palace Hotel,<br />
Carlton Hotel St. Moritz, Kulm Hotel St. Moritz, Suvretta House VEVEY: Grand Hôtel du Lac<br />
VITZNAU: Park Hotel Vitznau ZERMATT: Grand Hotel Zermatterhof, Mont Cervin Palace, Riffelalp Resort 2222 m<br />
ZÜRICH: Baur au Lac, La Réserve Eden au Lac, Mandarin Oriental Savoy, Zurich, The Dolder Grand, Widder Hotel
eise / AUTO-KOLUMNE<br />
SOLIDE<br />
CLEVERNESS<br />
Der stromernde Kompakt-SUV<br />
Elroq ist Skodas erster mit<br />
neuer Designstrategie: Mehr<br />
Muskeln, Schlitze und Kanten.<br />
Value for money» funktioniert<br />
ganz ähnlich wie «Ich liebe<br />
dich» – es klingt immer gut.<br />
Diese letztere Erkenntnis ist<br />
übrigens nicht von mir, sondern<br />
von 007 alias Pierce Brosnan im<br />
Gespräch mit seiner Ex Teri Hatcher im<br />
etwas verkannten Bond-Film «Der Morgen<br />
stirbt nie». Aber das nur nebenbei. Value for<br />
money, das hat kaum eine Automarke so<br />
konsequent perfektioniert wie die Tschechen<br />
von Skoda. Auf den Konzernplattformen der<br />
VW-Gruppe sind die Skodas immer etwas<br />
geräumiger als die Brüder und Schwestern<br />
von VW, Seat oder Audi, innen dafür leicht<br />
spartanischer eingerichtet, ohne dass etwas<br />
fehlen oder unangenehm knistern würde; die<br />
Materialien stimmig, das Infotainment ohne<br />
lange Anleitung intuitiv bedienbar. Bisweilen<br />
steckt, wie bei Rolls Royce, für plötzliche<br />
Regengüsse ein Schirm in der Tür. Solche<br />
praktischen Lösungen sind Programm bei<br />
den Tschechen, die dafür den Slogan «simply<br />
clever» erfunden haben. So klappt sich beim<br />
Öffnen der Tür ein Kantenschutz heraus, der<br />
zum Beispiel in engen Parklücken den unbeliebten<br />
Lackaustausch mit dem Nachbarn<br />
verhindert. Oder in der Tankklappe steckt<br />
ein Eiskratzer – der liegt ja meistens im<br />
Handschuhfach, das bisweilen unter viel<br />
Schnee kaum erreichbar ist. Oder der Deckel<br />
für den Behälter mit Scheibenwaschwasser<br />
fungiert zugleich als Trichter. Es gibt herausnehmbare<br />
Brillenfächer, spezielle Taschen<br />
fürs Smartphone. Und so weiter.<br />
RICHTIGE RICHTUNG<br />
Auch das Design war bisher sehr funktional,<br />
aber eher unauffällig. Doch mit dem<br />
neuen Stromer Elroq ändert sich das: Die<br />
Fronten gewinnen an Schärfe, die Scheinwerfer<br />
verengen sich zu Schlitzen, die Seiten<br />
zeigen klarere Kante, die Schulter Kontur.<br />
«Modern Solid» hat Chefdesigner Oliver<br />
Stefani diese Formensprache getauft; er<br />
stammt aus der Schule des legendären<br />
VW-Designchefs Hartmut Warkuss und hat<br />
in der Zwischenzeit sogar noch dazugelernt.<br />
Dass es dieses Auto wert ist, hier vorgestellt<br />
zu werden, hat aber vor allem mit seiner<br />
Preisgestaltung zu tun. Denn mit seinen<br />
Einstiegspreisen in der Mitte der Dreissigtausender,<br />
Euro wie Franken, liegt er zwar<br />
noch weit entfernt vom Ziel der Autobauer,<br />
einen Elektro-Kleinwagen für unter 20.000<br />
Euro anzubieten, der zudem rentabel sein<br />
sollte – aber für ein Auto dieser Grösse,<br />
rund 4,50 Meter lang, mit anständiger Batterie<br />
und, wie ich fand, gutem Fahrwerk, ist<br />
dieses Auto definitiv ein Schritt in die richtige,<br />
sprich bezahlbare, Richtung. Der grössere<br />
Bruder Enyaq steht in der Neuauflage<br />
bereits auf der Startrampe, ebenfalls optisch<br />
nachgeschärft, und noch dieses Jahr soll der<br />
kleine Epiq kommen, der für 25.000 Euro<br />
antritt; noch nicht die erhofften 20, aber<br />
immerhin. Falls Sie sich über die Nomenklatur<br />
wundern: Bei Skoda steht das E am<br />
Modellanfang für Stromantrieb, das q am<br />
Ende für SUV-Form. Ob diese Kunstnamen<br />
so richtig clever sind, könnte man noch diskutieren.<br />
Fotos: beigestellt<br />
182 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
DIRK<br />
RUSCHMANN<br />
ist stv. Chefredakteur<br />
beim <strong>Schweiz</strong>er<br />
Wirtschaftsmagazin<br />
BILANZ. Er fährt<br />
einen Zweitürer.<br />
AUTO-<br />
NOTIZEN<br />
Skoda hat sich im VW-Konzern längst aus<br />
dem Schatten der Schwestermarken gelöst.<br />
Der neue Stromer ist das beste Beispiel.<br />
MÄCHTIGES DOWNGRADE<br />
Nur noch acht statt der mächtigen<br />
zwölf Zylinder, dafür mit Hybrid-Unterstützung<br />
– der Bentley Flying Spur wuchtet<br />
nahezu 800 Pferdestärken an die<br />
Räder; so machtvoll drückte noch keine<br />
Limousine der Briten vorwärts, sie hängt<br />
die meisten Sportwagen ab. Die Länge,<br />
weit über fünf Meter, lässt sich per Allradlenkung<br />
bändigen, die Rechnung beim<br />
Kauf zeigt rund eine Viertelmillion – oder<br />
den Gegenwert von acht, neun VW Golf.<br />
STILLE KRAWALLSCHACHTEL<br />
Da wir im letzten Heft die Retro-Kompetenz von Renault gelobt hatten: Eine der<br />
lässigsten kleinen Krawallschachteln der Achtziger war der Renault 5 Turbo. Der<br />
hatte als Lufteinlässe für den Turbolader dicke Backen am Heck, leistete 160 PS<br />
bei weniger als einer Tonne Leergewicht. Dieses Bömbchen zitieren die Franzosen<br />
nun mit einem Über-Stromer namens Renault 5 Turbo 3E. Satte 500 elektrische<br />
PS, die nur die Hinterräder überfallen, von null auf hundert in weniger als 3,5<br />
Sekunden, und er sieht mindestens so breit aus, wie er kurz ist. Die Preise stehen<br />
noch nicht fest, könnten aber ähnlich spektakulär ausfallen wie die Optik.<br />
LAUTES DEMENTI<br />
Es wäre eine Sensation – gewesen:<br />
Wenn Ferrari ein Sondermodell<br />
lanciert, ist die<br />
Auflage, im Fall des F80<br />
sind es 799 Exemplare,<br />
üblicherweise direkt<br />
ausverkauft. Dieses<br />
Mal behauptete jedoch<br />
ein Blogger, jeder Fünfte<br />
der 3,6-Millionen-Euro-<br />
Racer sei noch zu haben.<br />
Sogar Invest mentbanken, Ferrari<br />
ist ja an der Börse, fragten in Maranello<br />
nach, Ferrari dementierte entrüstet.<br />
Meine Theorie: Die wachsende Zahl<br />
Superreicher wird Ferrari nach wie vor<br />
alles aus den Händen reissen.<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
183
tasting<br />
MERLOT TROPHY<br />
ELEGANT<br />
WIE NIE<br />
Wer über <strong>Schweiz</strong>er Merlot spricht, kommt um die Entwicklung der ersten<br />
Barriqueweine im Tessin in den 1980er-Jahren nicht herum. Doch seit dieser<br />
Zeit hat sich Enormes getan: <strong>Schweiz</strong>er Merlot ist elegant wie nie – im<br />
Tessin und darüber hinaus.<br />
TEXT BENJAMIN HERZOG NOTIZEN BENJAMIN HERZOG, LARISSA GRAF<br />
Foto: Shutterstock, beigestellt<br />
184<br />
falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Im Tessin sind der Wein und<br />
insbesondere die Traubensorte<br />
Merlot allgegenwärtig. Blick auf<br />
die Wallfahrtskirche Madonna del<br />
Sasso am Lago Maggiore.<br />
Werner Stucky war in den<br />
1980er-Jahren der erste<br />
<strong>Schweiz</strong>er Winzer, der<br />
Merlot ins Barrique<br />
legte und damit den<br />
Weg für den Tessiner Merlot ebnete, wie wir<br />
ihn heute kennen und schätzen. Und auch<br />
<strong>2025</strong> steht sein Name weiterhin für absolute<br />
Exzellenz: Der Sieger der <strong>Falstaff</strong> Merlot<br />
Trophy <strong>2025</strong> ist der Tracce die Sassi 2022<br />
der Cantine Stucky-Hügin, die Werner<br />
Stucky mit seinem kongenialen Partner Jürg<br />
Hügin vereint. Sagenhafte 96 Punkte erreichte<br />
der Wein. Der reinsortige Merlot reifte<br />
zwölf Monate im Barrique, anzuspüren ist<br />
ihm das aber einzig in der eleganten Struktur<br />
und der grossen Harmonie – in der Aromatik<br />
glänzt der Tracce di Sassi mit der Komplexität<br />
der Frucht, wie es sich für einen grossen<br />
Wein gehört. Gerade in einem eher warmen<br />
Jahr wie 2022 ist es eine hohe Kunst, frische<br />
und elegante Weine wie diesen auf die<br />
Flasche zu bringen.<br />
Der Zweitplatzierte, Ligornetto vom Weingut<br />
Vinattieri Ticino, stammt ebenfalls aus<br />
dem Jahrgang 2022 und aus dem Tessin.<br />
Dieser zeigt sich zwar etwas ausladender<br />
und kräftiger, aber ebenfalls gestützt von<br />
einer harmonisierenden Frische. Vielleicht ein<br />
etwas klassischerer Tessiner Rotwein, aber<br />
ebenso auf Eleganz getrimmt wie der erstplatzierte<br />
Wein – das gilt übrigens auch für<br />
die meisten anderen Weine in dieser Verkostung.<br />
Immer mehr <strong>Schweiz</strong>er Merlots sind<br />
elegant und feingliedrig, ohne an Kraft oder<br />
Komplexität einzubüssen – für Fans von zeitgemässen<br />
Spitzenweinen eine wahre Freude.<br />
Überraschend, aber in keiner Weise neu ist<br />
die Tatsache, dass Merlot längst nicht mehr<br />
nur südlich der Alpen erfolgreich kultiviert<br />
werden kann. Doch mit einem Zürcher Wein<br />
auf dem dritten Platz hätte vor dieser Verkostung<br />
sicherlich niemand gerechnet. Erich<br />
Meiers Weine vom Zürichsee begeisterten die<br />
<strong>Falstaff</strong>-Verkoster seit einigen Jahren wiederholt<br />
mit den Attributen Eleganz und Frische<br />
– so auch der Merlot des Winzers aus<br />
dem Jahrgang 2023. Pikant! Der Zürcher<br />
Winzer hat den Preis für seinen Spitzen-<br />
Merlot am selbstbewusstesten gewählt. Wert<br />
ist er ihn allemal! ><br />
PLATZ<br />
2022 TRACCE DI SASSI<br />
CANTINE STUCKY-HÜGIN<br />
«Frische, eigenständige Aromatik. Am<br />
Gaumen elegant und finessenreich.»<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/trophy-merlot-ch-25<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
185
tasting<br />
MERLOT TROPHY<br />
Merlot Trophy<br />
96 Punkte<br />
PLATZ<br />
2022 LIGORNETTO<br />
VINATTIERI TICINO<br />
«Dunkelfruchtig-würzig mit Kraft,<br />
Schmelz und auch Frische.»<br />
1. Platz<br />
•<br />
2022 Tracce di Sassi<br />
Cantine Stucky Hügin Sagl, Vairano<br />
13 Vol.-%. Frische, eigenständige Kirschfrucht,<br />
Sauerkirschen, dazu Noten von Hibiskusblüte,<br />
etwas Orangenzeste, Gewürznoten.<br />
Am Gaumen eher leicht wirkend,<br />
elegant mit reifer Säure, ausgesprochen<br />
feinkörnigem, strukturierendem<br />
Tannin und fruchtigen sowie würzigen<br />
Anklängen. Hallt lange nach.<br />
cantinestuckyhuegin.ch, CHF 40,–<br />
95 Punkte<br />
2. Platz<br />
•<br />
2022 Ligornetto<br />
Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />
13,5 Vol.-%. Purpurrot. In der Nase viel<br />
dunkle Frucht, Brombeeren, Zwetschge,<br />
dazu eine dunkle Würze, Zimt, etwas Vanille<br />
sowie mineralische Anklänge. Am<br />
Gaumen sehr elegant mit Kraft und<br />
Schmelz aber auch frischer Säure. Sehr<br />
feines, geschliffenes Tannin, hallt lange<br />
nach mit Noten von dunklen Früchten<br />
und Gewürzen. Sicheres Reifepotenzial.<br />
vinattieri.ch, CHF 49,90<br />
3. Platz<br />
•<br />
2023 Merlot<br />
Weingut Erich Meier, Uetikon am See<br />
14,2 Vol.-%. Aromen von reifen Pflaumen<br />
und Kirschen treffen auf Waldboden, Tabak<br />
und Schwarztee. Am Gaumen vielschichtig<br />
und harmonisch, mit seidigen<br />
Gerbstoffen, einer saftigen Säure und<br />
schöner Frucht. Langer, würziger Abgang.<br />
erichmeier.ch, CHF 53,–<br />
94 Punkte<br />
•<br />
2022 Balin<br />
Cantina Kopp von der Crone Visini,<br />
Barbengo<br />
14 Vol.-%. Dunkles Purpur. In der Nase<br />
eher zurückhaltend. Zwetschgennoten,<br />
Sauerkirsche, dazu Nuancen von Kaffee,<br />
kräutrige Nuancen. Komplex und harmonisch.<br />
Am Gaumen von schöner Fülle,<br />
gute Balance aus Schmelz und frischer<br />
Säure. Durchaus elegant. Feines, derzeit<br />
noch präsentes Tannin. Hallt lange<br />
nach auf Kirschennoten.<br />
cantinabarbengo.ch,<br />
CHF 51,–<br />
•<br />
2021 Platinum<br />
Gialdi Vini SA,<br />
Mendrisio<br />
14,2 Vol.-%. Mittleres Rubin.<br />
Kräftige, reife Nase,<br />
helle, gedörrte Früchte,<br />
Kirschen, etwas Pflaumen, dazu rauchige<br />
Gewürznoten, etwas Pfeffer und Tabak.<br />
Wirkt sehr ausgeglichen. Am Gaumen<br />
weich und geschmeidig, aber durchaus<br />
elegant. Langes, beerig-würziges Finale.<br />
Hallt lange nach.<br />
gialdi.ch, CHF 90,–<br />
•<br />
2019 Vinattieri<br />
Rosso, Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />
14,5 Vol.-%. Eher kühle, elegante Aromatik:<br />
Cassis, Kirsche, Brombeere, dazu Gewürze,<br />
Macis, etwas Piment. Am Gaumen<br />
kräftig und zupackend bei gleichzeitig<br />
hoher Eleganz. Weiche, reife Säure, sehr<br />
feines, superbes Tannin. Hallt sehr lange<br />
nach.<br />
vinattieri.ch, CHF 139,–<br />
93 Punkte<br />
•<br />
BIO 2021 Castello di Morcote<br />
Riserva, Tenuta Castello di Morcote,<br />
Vico Morcote<br />
14 Vol.-%. Rubin mit violetten Reflexen.<br />
Präsente Fasswürze, Kaffee, Gewürze, etwas<br />
Zigarrenkiste, daneben dunkelfruchtig,<br />
Brom- und Heidelbeeren, etwas<br />
eingelegte Kirschen. Am Gaumen von<br />
mittlerer Statur, zeigt einen schönen<br />
Schmelz und eine edle Struktur. Feikörniges,<br />
reifes Tannin und passende, saftige<br />
Säure. Endet lang mit dunklen Fruchtund<br />
Gewürznoten.<br />
castellodimorcote.ch, CHF 75,–<br />
•<br />
2022 Merlot Nadia Mathier<br />
Adrian & Diego Mathier NOUVEAU<br />
SALQUENEN, Salgesch<br />
13,5 Vol.-%. Mittleres Purpur. Klare Aromatik,<br />
Zwetschge, Waldbeeren, würzige<br />
Nuancen von Piment, etwas Lorbeer. Am<br />
Gaumen elegant bei schöner Fülle, tragende,<br />
reife Säure, angenehme Aromatik<br />
von Himbeere, dazu würzige Anklänge<br />
von Lakritze. Reifes Tannin, langer, frischer<br />
Nachhall. mathier.com, CHF 33,–<br />
•<br />
2022 Merlot Réserve<br />
Domaine Jean-René Germanier,<br />
Vétroz<br />
13,5 Vol.-%. Riecht einladend nach Pflaume,<br />
Kirsche und Erdbeere, untermalt von<br />
Röstnoten und etwas Feuerstein. Am<br />
Gaumen ausgeglichen und elegant, mit<br />
seidigem Tannin, einer gut eingebundenen<br />
Säure und einem von Röstnoten<br />
begleiteten Finalen, das lange anhält.<br />
jrgermanier.ch, CHF 40,–<br />
•<br />
2021 Moncucchetto Riserva<br />
Moncucchetto, Lugano<br />
14,5 Vol.-%. Mittleres Rubin. Dunkle<br />
Frucht, Zwetschge, Cassis, Brombeeren,<br />
dazu röstartige Nuancen von Mokka,<br />
Kräuternoten. Am Gaumen kräftig aber<br />
durchaus elegant. Verfügt über eine reife<br />
Säure und feines Tannin. Zeigt sich saftig<br />
und wiederum würzig-fruchtig im langen<br />
Nachhall. Wird mit der Reife noch zulegen.<br />
moncucchetto.ch, CHF 42,–<br />
•<br />
2020 Ronco dei Ciliegi<br />
Azienda Mondò, Sementina<br />
13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin. Dunkelfruchtige,<br />
edel wirkende Nase. Dörrzwetschge,<br />
dunkle Beeren, Röstnuancen. Etwas Mokka,<br />
dazu würzig-kräutrige Nuancen sowie<br />
florale Anklänge. Am Gaumen von mittlerer<br />
Breite, wirkt elegant, reife Säure,<br />
zupackendes, mittelfeines Tannin.<br />
Passende Länge.<br />
aziendamondo.ch, CHF 38,–<br />
•<br />
2022 Scala, Cantina Kopp von der<br />
Crone Visini, Barbengo<br />
14 Vol.-%. Dunkles Purpur. Noch eher verhalten<br />
in der Nase. Noten von Himbeeren,<br />
roten Johannisbeeren und dunklen Waldbeeren,<br />
elegante Würze sowie dezente<br />
Rauchnoten. Am Gaumen von mittlerer<br />
Fülle, zeigt sich dank der reifen, schön integrierten<br />
Säure sehr elegant. Derzeit<br />
prägnanter Tannineindruck, langer, saftiger<br />
Nachhall. Wird mit Reife zulegen.<br />
cantinabarbengo.ch, CHF 49,–<br />
•<br />
2021 Colle d’Avra<br />
Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />
14,5 Vol.-%. Dunkles Rubin. In der Nase<br />
Sauerkirschen, Zwetschge, Brombeere,<br />
dazu eine elegante Fasswürze, Nuancen<br />
von gedörrten Früchten. Am Gaumen<br />
weich und angenehm füllig mit wiederum<br />
intensiver dunkler Frucht und Gewürznoten.<br />
Feines, geschliffenes Tannin,<br />
reife Säure. Hallt sehr lange nach.<br />
vinattieri.ch, CHF 22,90<br />
•<br />
2022 Collivo Riserva<br />
Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />
13,5 Vol.-%. Purpur mit violetten Reflexen.<br />
Dunkelfruchtige Nase, Zwetschge,<br />
Cassis, Brom- und Himbeeren, schön passende,<br />
edle Holzwürze. Ausgewogenes,<br />
eleganter Bukett. Am Gaumen von schöner<br />
Fülle mit reifer, gut integrierter<br />
Säure und feinem, geschliffenem Tannin.<br />
Endet mittellang und überaus saftig<br />
mit Beerennoten und mineralischen<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
186 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Anklängen.<br />
vinattieri.ch, CHF 24,–<br />
•<br />
2022 Colle dei Lupi, Merlot Ticino<br />
DOC, Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />
13,5 Vol.-%. Purpur mit violetten Reflexen.<br />
Frische, dunkle Frucht, Zwetschge,<br />
Brombeeren, Holunderbeeren, dazu würzige<br />
Nuancen, etwas Pfeffer, dezent Tabak<br />
und vegetale Nuancen. Am Gaumen<br />
harmonisch, nicht zu füllig aber kräftig,<br />
reife, schön integrierte Säure, zupackendes,<br />
feines Tannin. Extraktreich und<br />
fruchtbetont bis in den langen Nachhall.<br />
viticoltori, CHF 30,–<br />
•<br />
2023 Hermann Merlot<br />
Weingut Roman Hermann, Fläsch<br />
13,5 Vol.-%. Rubin mit violetten Reflexen.<br />
Frisch wirkende Nase, Schwarzkirsche,<br />
Heidelbeeren, Cassis, dazu würzig-pfeffrige<br />
Noten sowie Nuancen von Wildbret.<br />
Am Gaumen eher schlank und elegant<br />
mit reifer Säure und sehr feinem Tannin.<br />
Auch im langen Finale eher leichtfüssig<br />
mit Kirschennoten und Pfeffernuancen.<br />
weingut-hermann.ch, CHF 31,–<br />
•<br />
2022 Musa<br />
Fawino Sagl, Mendrisio<br />
13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin, violette Reflexe.<br />
Cassis in der Nase, Schwarzkirsche,<br />
balsamische Noten, dazu Edelholznoten.<br />
Am Gaumen weich aber elegant mit frischer,<br />
reifer Säure, feinem Tannin und<br />
Waldbeernoten. Langer, harmonischer<br />
Nachhall. fawino.ch, CHF 31,50<br />
•<br />
2022 Merlot Riserva Lamone, Colle<br />
di San Zeno, Ticino DOC<br />
Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />
13,5 Vol.-%. Dunkelfruchtige, frische<br />
Nase. Zwetschge, Brombeeren, Schwarzkirsche,<br />
etwas Tabak, Pfeffernuancen,<br />
hochwertige Holzwürze. Am Gaumen von<br />
mittlerer Fülle, wirkt dank der reifen Säure<br />
elegant, sehr feines, geschliffenes<br />
Tannin. Hallt lange nach mit Kirschennoten<br />
und kreidig-feinem Gerbstoff.<br />
viticoltori, CHF 39,–<br />
•<br />
2022 Sassi Grossi<br />
Gialdi Vini SA, Mendrisio<br />
13,8 Vol.-%. Purpur, violette Reflexe. Kräftige<br />
Nase, Waldbeeren, Zwetschge, etwas<br />
Cassis, dazu würzige Nuancen, etwas<br />
Tabak, dezent Leder. Am Gaumen weich<br />
und körperreich bei gleichzeitig hoher<br />
Frische. Reife Säure, feiner Gerbstoff. Endet<br />
lang auf Beeren- und Gewürznoten.<br />
Kann reifen. gialdi.ch, CHF 54,–<br />
•<br />
2022 amiis<br />
Cantina Settemaggio, Monte Carasso<br />
14 Vol.-%. Dunkles Rubin. Dunkle, klare<br />
Beerenfrucht: Brombeeren, Holunderbeeren,<br />
Cassis, dazu vegetal-kräutrige<br />
Anklänge, etwas Peperoni, dezent Dörrfrüchte<br />
und würziges Holz. Am Gaumen<br />
eher breit mit stützender, harmonisierender<br />
Säure und feinem, geschliffenem<br />
Tannin. Hallt sehr lange nach. Kann<br />
reifen! settemaggio.ch, CHF 58,–<br />
92 Punkte<br />
•<br />
2020 Cuvée 230<br />
Cave & Domaine Les Perrières,<br />
Satigny<br />
15 Vol.-%. Dunkles Purpur. Eigenständige,<br />
harmonische Nase, Himbeere, Zwetschge,<br />
prägnante florale Noten, feine Würze,<br />
etwas Pfeffer, dazu Eichenholz. Am Gaumen<br />
füllig und rund mit dunkler Frucht<br />
und harmonischer Würze. Reife Säure,<br />
die für Eleganz sorgt. Feines, geschliffenes<br />
aber recht präsentes Tannin. Hallt<br />
lange nach. lesperrieres.ch, CHF 46,–<br />
•<br />
2022 DOMAINE DU MONTET -<br />
Merlot «La Lieue» 2022,<br />
Grand Cru Bex<br />
Hammel – Terres de Vins, Rolle<br />
13,5 Vol.-%. Einladende Nase mit Aromen<br />
von Cassis, Kirschen und Brombeeren untermalt<br />
von floralen Noten. Am Gaumen<br />
filigran, mit seidigem Tannin und einer<br />
gut integrierten Säure. Süsslich-herbes<br />
Finale mit etwas Lakritze.<br />
hammel.ch, CHF 37,–<br />
•<br />
2022 Merlot<br />
Weingut Bad Osterfingen, Osterfingen<br />
14,5 Vol.-%. Betont floral in der Nase,<br />
dazu Noten von Holunderbeeren, reifen<br />
Pflaumen und würzigen Anklängen. Am<br />
Gaumen mittelgewichtig, reife Säure,<br />
recht elegant. Feines, reifes Tannin. Hallt<br />
SORTENPROFIL<br />
MERLOT<br />
Die Traubensorte Merlot stammt ursprünglich aus der Region Bordeaux<br />
in Frankreich. Heute erfreut sich die Sorte weltweit grosser Beliebtheit<br />
und ist nach Cabernet Sauvignon die meistangebaute Rotweinsorte<br />
überhaupt. Ihre Heimat in der <strong>Schweiz</strong> ist das Tessin, dort besetzt sie<br />
über 80 Prozent der Anbaufläche.<br />
AROMENSPEKTRUM<br />
Merlot-Weine sind fruchtbetont, meist körperreich und vollmundig.<br />
So die Theorie! Immer mehr Merlot-Weine – zumindest in der milden<br />
<strong>Schweiz</strong> – begeistern heutzutage mit Eleganz und Frische.<br />
PLATZ<br />
MERLOT 2023<br />
WEINGUT ERICH MEIER<br />
«Ein vielschichtiger, harmonischer<br />
Wein – saftig, seidig und frisch.»<br />
lange nach. Sollte noch reifen.<br />
badosterfingen.ch, CHF 33,–<br />
•<br />
2022 Merlot 100% Vernissage<br />
Grillette, Cressier<br />
14 Vol.-%. Dunkles Rubin, violette Reflexe.<br />
Zwetschgennoten in der Nase, Schwarzkirsche,<br />
etwas Cassis, dazu Noten von Lakritz<br />
und Nelken. Am Gaumen kraftvoll<br />
aber elegant, prägnante, fast zitrisch wirkende<br />
Säure, feines, geschliffenes Tannin.<br />
Hallt lange nach. Frischer, saftiger<br />
Stil. grillette.ch, CHF 46,–<br />
•<br />
2022 Merlot Cent Ticino DOC<br />
Matasci Vini, Tenero<br />
14,5 Vol.-%. Kräftiges, dunkles Rubinrot.<br />
Aromen von Sauerkirschsaft, reifen<br />
Pflaumen und Vanille, untermalt von ><br />
Bei der Merlot-Trophy <strong>2025</strong><br />
ganz vorne mit dabei: Der<br />
Tracce die Sassi der Cantina<br />
Stucky-Hüglin überzeugte die<br />
Verkoster auf ganzer Linie.<br />
LEGENDE<br />
Weisswein, trocken<br />
•<br />
Rotwein, trocken<br />
• Süsswein<br />
95 – 100 Klassiker<br />
93 – 94 ausgezeichnet<br />
91 – 92 exzellent<br />
88 – 90 sehr gut<br />
85 – 87 empfehlenswert<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff 187
tasting<br />
MERLOT TROPHY<br />
feinen Röst- und Schokoladennoten. Am<br />
Gaumen vollmundig und geschmeidig,<br />
mit viel Frucht und samtigem Tannin.<br />
Langer, leicht herber Abgang.<br />
matasci-vini.ch, CHF 47,–<br />
•<br />
2023 Merlot Nadia Mathier<br />
Adrian & Diego Mathier NOUVEAU<br />
SALQUENEN, Salgesch<br />
14 Vol.-%. Liegt Purpur im Glas. Noch<br />
eher etwas verschlossen. Zeigt Noten von<br />
dunklen Waldbeeren, grünem Pfeffer sowie<br />
Nuancen von Himbeere. Wird mit Belüftung<br />
zusehends intensiver. Am Gaumen<br />
füllig aber durchaus elegant mit reifer<br />
Säure, rundem Tannin und schönem<br />
Schmelz, der gepaart mit der Beerenaromatik<br />
fast süsslich wirkt. Endet saftig,<br />
hallt lange nach.<br />
mathier.com, CHF 33,–<br />
•<br />
BIO 2021 Millevolti Rosso Riserva<br />
Fumagalli Vini SA, Balerna<br />
14 Vol.-%. Schwarzkirsche, dunkle Beeren,<br />
Amarenakirsche, dezent Leder und<br />
aromatisches Holz. Am Gaumen von<br />
mittlerer Fülle mit schönem Schmelz<br />
und reifer, eleganter Säure. Feines, zupackendes<br />
Tannin und langer Nachhall.<br />
Kann reifen. fumagallivini.ch, CHF 39,–<br />
•<br />
2023 Passió<br />
Schwarzenbach Weinbau, Meilen<br />
13,9 Vol.-%. Dunkles Rubin. Derzeit vom<br />
Ausbau geprägt: Prägnante Fasswürze,<br />
Nelken, etwas Mokka, vegetale Anklänge.<br />
Am Gaumen mittelgewichtig, zeigt eine<br />
zurückhaltende aber frische Säure und<br />
ein feines, geschliffenes Tannin. Saftig<br />
und harmonisch im Nachhall.<br />
schwarzenbach-weinbau.ch, CHF 32,–<br />
•<br />
2018 Stella<br />
Reva di Urs Hauser, Contone<br />
13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin, Reifereflexe.<br />
Braucht Luft. Zunächst vegetale Noten<br />
von Peperoni, dann zusehends dunkelfruchtiger.<br />
Zwetschge, Brombeeren sowie<br />
angenehme Gewürznoten, etwas Lakritz<br />
und Gewürznelken. Leicht füllig<br />
aber elegant am Gaumen mit reifer Säure,<br />
feinem Tannin und wiederum dunkler<br />
Frucht und frischen vegetalen Noten.<br />
Hallt lange nach und endet angenehm<br />
frisch. vinohauser.ch, CHF 42,–<br />
•<br />
2023 Meride<br />
Fawino Sagl, Mendrisio<br />
13,5 Vol.-%. Dunkles Rubin, violette Reflexe.<br />
Reife, komplexe Frucht, Dörrpflaume,<br />
Cassis, Brombeeren, ergänzt von edlen<br />
Holznoten. Am Gaumen elegant und<br />
doch extraktreich, reife Säure, viel dunkle<br />
Frucht. Endet lang mit feinem Tannin und<br />
Cassisnuancen.<br />
fawino.ch, CHF 26,50<br />
•<br />
2022 Roncaia Riserva<br />
Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />
14 Vol.-%. Purpur im Glas. In der Nase<br />
dunkle Beeren: Brombeere, Cassis, dazu<br />
Pflaumen, passende, frische Würze,<br />
Piment, Nelken. Am Gaumen zeigt der<br />
Wein einen süsslichen Schmelz sowie<br />
eine perfekt integrierte Säure. Feines, geschliffenes<br />
Tannin und schöne Harmonie<br />
im würzig-fruchtigen Finale. Hallt lange<br />
nach.<br />
vinattieri.ch, CHF 27,–<br />
•<br />
2022 Merlot Riserva Agra, Collina<br />
d’Oro Ticino DOC<br />
Cantina Pelossi SA, Pazzallo<br />
13,5 Vol.-%. Klassische Nase mit Aromen<br />
von Kirschen, Brombeeren und Pflaumen,<br />
untermalt von feinen Gewürz- und Röstnoten.<br />
Am Gaumen elegant, geschmeidig,<br />
mit einer gut integrierten reifen Säure,<br />
viel Frucht und seidigen Gerbstoffen.<br />
Langer Abgang. viticoltori, CHF 37,–<br />
•<br />
2021 Vindala<br />
Cantina Settemaggio, Monte Carasso<br />
14 Vol.-%. Dunkles Rubin. Eigenständige<br />
Nase, Schwarzkirsche, Zwetschge, etwas<br />
Cassis, dazu kräutrige Nuancen, etwas isländisch<br />
Moos, dezent Dörrfrüchte. Am<br />
Gaumen von mittlerer Fülle, zeigt eine<br />
reife, angenehme Säure und ein feines<br />
Tannin, wiederum Sauerkirschnoten. Passende,<br />
mittlere Länge. Endet saftig.<br />
settemaggio.ch, CHF 42,–<br />
•<br />
BIO 2018 Pio della Rocca<br />
Vinattieri Ticino SA, Ligornetto<br />
13,8 Vol.-%. Dunkles Purpur. Zeigt sich<br />
edel in der Nase, dunkle Beeren, Kirschen,<br />
etwas Brombeeren und Cassis,<br />
dazu ein edle Holzwürze, dezent Tabak.<br />
Am Gaumen angenehm breit und kräftig<br />
mit wiederum viel dunkler Frucht. Noch<br />
immer prägnantes Gerbstoffgerüst. Endet<br />
lang mit Noten von roten und dunklen<br />
Beeren. vinattieri.ch, CHF 49,–<br />
•<br />
2020 Merlot A Mon Rhône<br />
Philippe Bovet, Givrins<br />
15,6 Vol.-%. Dunkles Purpur, erste<br />
Reifereflexe. Edle Nase mit Noten von<br />
Zwetschge, gedörrten Früchten wie<br />
Feigen sowie einer prägnanten<br />
Holzwürze, die sich perfekt an die Frucht<br />
anschmiegt, etwas Zimt und Kakao. Am<br />
Gaumen kraftvoll und breit mit wiederum<br />
starker Würze, etwas Schuhcreme und<br />
Dörrfruchtnuancen. Mittelfeines Tannin,<br />
reife, harmonisierende Säure. Endet lang<br />
mit Umaminoten.<br />
philippebovet.ch, CHF 75,–<br />
•<br />
2020 Trentasei<br />
Gialdi Vini SA, Mendrisio<br />
14,8 Vol.-%. Mittleres Purpur. Klare Nase<br />
mit Noten von Waldbeeren und Kirschen,<br />
dazu würzig-röstartige Noten, etwas<br />
Mokka und Süssholz. Am Gaumen von<br />
mittlerer Fülle bei grosser Frische und<br />
Eleganz. Wiederum reife Beerennoten<br />
sowie würzige Nuancen. Zupackende<br />
Säure, feines Tannin. Hallt lange nach.<br />
Kann reifen! gialdi.ch, CHF 95,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/<br />
trophy-merlot-ch-25<br />
<<br />
Der Tessiner Weinproduzent<br />
Mataschi Vini existiert seit<br />
1921. Joel Pfister und Elia<br />
Maran (im Kreis) verkörpern<br />
die vierte Generation im<br />
Familienbetrieb.<br />
Fotos: Carlo Reguzzi, Marzio Emilio Villa,<br />
188 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
FALSTAFF SPEZIAL<br />
WEINREISE<br />
SCHWEIZ<br />
FÜR NUR<br />
CHF 14.–<br />
Jetzt bestellen unter:<br />
shop.falstaff.ch<br />
@falstaff.magazin
tasting<br />
FORTIFIED WINES TROPHY<br />
XT DOMINIK VOMBACH NOTIZEN BENJAMIN HERZOG, DOMINIK VOMBACH, PETER MOSER<br />
Sherry, Portwein und Co. gelten als Exoten – dabei bieten sie unglaubliche Komplexität, hohes<br />
Lagerpotenzial und unvergleichlichen Genuss. Die <strong>Falstaff</strong> Fortified Wines Trophy zeigt: Diese<br />
unterschätzten Klassiker sind überaus zeitgemäss und verdienen mehr Aufmerksamkeit.<br />
TEXT DOMINIK VOMBACH NOTIZEN BENJAMIN HERZOG, DOMINIK VOMBACH, PETER MOSER<br />
In der heutigen Weinwelt sind Fortified<br />
Wines wie Sherry, Portwein und<br />
Madeira ganz klar Exoten. Vor allem<br />
in unseren Breiten, wo der Genuss<br />
von aufgespriteten Weinen so gut wie<br />
keine Tradition hat. Klar, an den Festtagen<br />
wird hier und da mal eine Flasche Portwein<br />
geöffnet, aber wirklich verbreitet sind diese<br />
Weine nicht. Völlig zu Unrecht, wenn man<br />
bedenkt, welche unglaublichen Schätze sich<br />
in dieser Kategorie finden lassen. Und das<br />
auch noch zu durchaus leistbaren Preisen.<br />
Davon zeugt auch die <strong>Falstaff</strong> Fortified<br />
Wines Trophy, für die sich unsere Experten<br />
durch rund 100 aufgespritete Weine gekos<br />
tet haben, darunter so grossartige Tropfen<br />
wie der 2022er Vintage Port von Niepoort,<br />
der den ersten Platz in der Vintage-Port-<br />
Kategorie belegte, oder die Sherrys der<br />
Bodegas Tradición, die unsere Verkoster<br />
durch die Bank hinweg begeisterten. Komplexe,<br />
durchaus intensive Tropfen, die häufig<br />
über Jahrzehnte reiften und Aromenwelten<br />
offenbaren, die schlichtweg einzigartig<br />
sind. Ganz zu schweigen von dem immensen<br />
Reifepotenzial, das Fortified Wines aufweisen.<br />
Bestes Beispiel hierfür ist zweifellos<br />
die Rare Port Collection von Cristiano van<br />
Zeller, die jeweils einen Tawny aus den Jahren<br />
1860, 1870 und 1888 umfasst. Allesamt<br />
Monumente, die uns unsere Vergänglichkeit<br />
bewusst machen.<br />
Tawnys, wenn auch nicht die Rare Port<br />
Collection, eignen sich ganz hervorragend,<br />
um die Welt der Fortified Wines kennenzulernen.<br />
Eine Welt, die zeitgemässer ist, als<br />
man denkt. Schliesslich ist bewusster Alkoholkonsum<br />
das Schlagwort der Stunde. Das<br />
beinhaltet, weniger, aber dafür umso besser<br />
zu trinken. Fortified Wines sind wie<br />
gemacht dafür.<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/trophy-fortified-25<br />
><br />
Foto: Sergio Ferreira<br />
190 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
In den eindrücklichen<br />
Rebbergen des Douro-Tals<br />
reifen die Trauben für den<br />
legendären Portwein.<br />
TR ADITION<br />
VERPFLICHTET><br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
191
tasting<br />
FORTIFIED WINES TROPHY<br />
FORTIFIED WINES<br />
TROPHY<br />
1. Platz<br />
2. Platz<br />
3. Platz<br />
Portwein - Vintage<br />
97 Punkte<br />
1. Platz<br />
2022 Vintage<br />
Niepoort, Vila Nova de Gaia<br />
19 Vol.-%. Dichtes Rubin. Überaus elegantes,<br />
unaufdringliches Bukett mit Noten von<br />
Liebstöckel, Datteln, Dörrfeigen und getrockneten<br />
Erdbeeren. Dazu dezent Szechuanpfeffer;<br />
Schokolade und florale Anklänge.<br />
Am Gaumen schmeichelnd, frisch<br />
und ausbalanciert. Dezentes Tannin, schöne<br />
Süsse, langes ätherisch-würziges Finale.<br />
casadelvino.ch, CHF 89,–<br />
2. Platz<br />
2003 Vintage<br />
Taylor’s, Vila Nova de Gaia<br />
20,5 Vol.-%. Erstaunlich frisches Bukett mit<br />
Noten von Cassis und Brombeerkonfitüre.<br />
Ausserdem Anklänge von Dörrzwetschge,<br />
Datteln, Piment und Lorbeer. Am Gaumen<br />
konzentriert und fest, mit schmeichelnder,<br />
unaufdringlicher Süsse, dunkler getrockneter<br />
Frucht und Szechuanpfeffer im Finale.<br />
charleshofer.ch, globus.ch, schuewo.ch<br />
ca. CHF 150,–<br />
96 Punkte<br />
3. Platz<br />
2019 Vintage Port<br />
Quinta do Noval, Vila Nova de Gaia<br />
19,5 Vol.-%. Dunkle, undurchdringliche Farbe.<br />
Intensive Nase, dunkle Beeren, Brombeere,<br />
Holunderbeeren, Nuancen von ätherischen<br />
Kräutern, zarte, klare Holzwürze,<br />
etwas Graphit. Am Gaumen ausladend und<br />
füllig, schön ausbalanciert von einem spürbaren,<br />
reifen Tannin, zeigt schokoladige<br />
Nuancen und wiederum viel dunkle Frucht.<br />
Hallt lange nach. Kann lange reifen.<br />
quintadonoval.com, ca. CHF 75,–<br />
95 Punkte<br />
2017 Quinta do Crasto Vintage Port<br />
Quinta do Crasto, Sabrosa<br />
20 Vol.-%. Frische und gedörrte Pflaumen<br />
in der Nase, Noten von Kirsche und dunklen<br />
konfierten Waldbeeren. Zitrische Anklänge,<br />
etwas Nougat und Lakritze. Am Gaumen<br />
würzig, mit dunkler Frucht, Edelholznuancen,<br />
dezentem Tannin und langem Finale.<br />
quintadocrasto.pt, ca. CHF 40,–<br />
94 Punkte<br />
2021 Vintage Port<br />
Quinta do Noval, Vila Nova de Gaia<br />
19,5 Vol.-%. In der Nase Noten von Mokka,<br />
gedörrten Pflaumen, konfierten dunklen<br />
Beeren, Kräuterbonbon und florale Nuancen.<br />
Am Gaumen schöne klare dunklen<br />
Kirschfrucht und Granatapfel. Wirkt ausgewogen,<br />
mit schöner Süsse und langem<br />
balsamisch-fruchtigem Finale.<br />
quintadonoval.com, ca. CHF 100,–<br />
2022 Sandeman Porto Vintage Quinta<br />
do Seixo, Sogrape Vinhos, S.A., Avintes<br />
20 Vol.-%. Dunkles Schwarzrot mit Rubin-<br />
Reflexen. Intensive Nase mit Noten von gedörrten<br />
Früchten, insbesondere Zwetschgen<br />
und Datteln, dazu zeigt der Port eine<br />
passende Würze mit Nuancen von Kardamom<br />
und kühlenden Kräuternoten. Am<br />
Gaumen von schöner Breite und Dichte mit<br />
wiederum intensiver Frucht und harmonischer<br />
Süsse, ergänzt von kernigen, reifen<br />
Tanninen. Endet ätherisch-würzig und hallt<br />
lange nach. ullrich.ch, CHF 69,–<br />
2019 Vintage<br />
Niepoort, Vila Nova de Gaia<br />
19 Vol.-%. In der Nase Noten von Walnüssen,<br />
Liebstöckel, Schokolade, Datteln und<br />
Nougat. Dazu Rumrosinen und floral-würzige<br />
Anklänge. Am Gaumen intensiv, füllig,<br />
dunkle gedörrte Frucht, leicht spürbares<br />
Tannin, langer Abgang.<br />
casadelvino.ch, CHF 89,–<br />
93 Punkte<br />
2017 Quinta de la Rosa Vintage<br />
Quinta de la Rosa,<br />
São Cristovão do Douro<br />
20 Vol.-%. Dichtes Rubin im Glas. Duftet<br />
nach gedörrten Kirschen, Dörrzwetschge,<br />
kandiertem Apfel und konfierten dunklen<br />
Beeren. Am Gaumen vergleichsweise<br />
leichtfüssig, mit prägnanter Süsse und<br />
dunkler konfierter Beerenfrucht, dezentem<br />
Tannin und feiner Ingwerschärfe im langen<br />
Abgang. bauraulacvins.ch, CHF 71,–<br />
2018 Late Bottled Vintage unfiltered<br />
Quinta do Noval, Vila Nova de Gaia<br />
19,5 Vol.-%. Dunkle, dichte Farbe. In der<br />
Nase frische, dunkle Frucht, Brombeere,<br />
Holunderbeeren, Nuancen von gekochten<br />
Pflaumen, etwas Lebkuchengewürz. Am<br />
Gaumen ebenfalls intensiv mit prägnanter<br />
Frucht, schöner Fülle und angenehmer,<br />
reifer Frucht. Hallt lange nach.<br />
quintadonoval.com, ca. CHF 25,–<br />
2019 Quinta do Vale Meao Vintage Port<br />
Quinta do Vale Meão,<br />
Vila Nova de Foz Côa<br />
20 Vol.-%. Dunkles Rubin. In der Nase dunkle<br />
Beeren, etwas Datteln, dazu Anklänge<br />
von Honig und Dörrzwetschge. Am Gaumen<br />
von schöner Fülle mit reifer, frischer<br />
Frucht. Nuancen von Orange und Schokolade.<br />
Passende Länge mit dezenter Bitterer.<br />
quintadovalemeao.pt, ca. CHF 45,–<br />
Portwein - LBV<br />
95 Punkte<br />
1. Platz<br />
2019 Cristiano van Zeller Late bottles<br />
Vintage Port, Van Zellers & Co, São<br />
João da Pesqueira<br />
20 Vol.-%. Dunkles Rubin. Frische, dunkle<br />
Frucht, Brombeeren, Zwetschge, dazu Nuancen<br />
von Salbei, etwas Süssholz. Am Gaumen<br />
süss und füllig, sehr harmonisch. Wiederum<br />
dunkle Fruchtnoten, etwas Schokolade,<br />
harzige Würze. Hallt lange nach.<br />
vanzellersandco.com, ca. CHF 20,–<br />
93 Punkte<br />
2. Platz<br />
2017 Quinta do Crasto Late bottles<br />
Vintage Port, Van Zellers & Co,<br />
São João da Pesqueira<br />
20 Vol.-%. Dunkle Fruchtaromatik in der<br />
Nase. Noten von Brombeere, Schwarzkirsche<br />
Dörrpflaumen und Cassis. Dazu Nougat<br />
und zitrische Anklänge. Am Gaumen<br />
von dunkler süsslicher Frucht getrieben,<br />
dezentes Tannin, malzig-würziges Finale.<br />
quintadocrasto.pt, ca. CHF 15,–<br />
92 Punkte<br />
3. Platz<br />
Fonseca Late Bottled Vintage 2019<br />
Fonseca, Vila Nova de Gaia<br />
Fotos: Jason Alden / Eyevine / picturedesk.com, Taylor’s Port, beigestellt<br />
192 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
20 Vol.-%. Dunkles Rubin. In der Nase<br />
vollfruchtig mit Noten von Zwetschge und<br />
dunkler Kirsche, dazu Nuancen von Schokolade,<br />
würzige Anklänge. Am Gaumen intensiv<br />
und eher füllig mit wiederum viel frischer,<br />
dunkler Frucht, harmonischer Würze<br />
und angenehmem Grip. Endet lang und<br />
frisch.<br />
fonseca.pt, ca. CHF 20,–<br />
91 Punkte<br />
2019 Late Bottled Vintage Port<br />
Taylor’s, Vila Nova de Gaia<br />
19 Vol.-%. Fleischige Beerenfrucht in der<br />
Nase mit Noten von Brombeere, Himbeere<br />
und Roten Johannisbeeren – frisch und<br />
konfiert. Dazu gesellen sich Noten von<br />
Dörrzwetschge, Datteln, Thymian und Sumach.<br />
Am Gaumen pralle Süsse, wirkt<br />
rund, mit dezentem Tannin, langer salzig<br />
anmutender Abgang.<br />
charleshofer.ch, flaschenpost.ch,<br />
schuewo.ch, ca. CHF 29,–<br />
2019 Vista Allegre LBV<br />
Vallegre – Vinhos do Porto,<br />
Vila Nova de Gaia<br />
20 Vol.-%. Frisches, von dunkler Beerenfrucht<br />
getragenes Bukett. Noten von Brombeeren,<br />
Preiselbeeren und Cassis. Rauchigspeckige<br />
Anklänge, etwas Blutorange und<br />
Liebstöckel. Am Gaumen schöne Fülle,<br />
fleischige dunkle Frucht, dezentes Tannin,<br />
langes Finale.<br />
vallegre.pt, ca. CHF 15,–<br />
1. Platz<br />
Portwein - Tawny<br />
98 Punkte<br />
1. Platz<br />
Cristiano van Zellers The Rare Port<br />
Collection - 1860 - Crafted by Liberty<br />
Van Zellers & Co, São João da<br />
Pesqueira<br />
19 Vol.-%. Tiefgründiges Bukett mit Noten<br />
von warmem Edelholz, gedörrtem Kernobst,<br />
Sultaninen, zitrischen Nuancen und<br />
etwas Muskatnuss. Am Gaumen intensiv<br />
2. Platz<br />
FORTIFIED WINES<br />
PORTWEIN, SHERRY, MADEIRA UND CO.<br />
Fortified Wines, zu Deutsch auch als aufgespritete Weine oder<br />
Likörweine bekannt, sind Weine, denen während oder nach der<br />
Gärung Alkohol, meist Brandy, zugesetzt wird. Dieser Prozess<br />
erhöht den Alkoholgehalt auf etwa 15 bis 22 Volumenprozent<br />
und macht die Weine stabiler und länger haltbar. Ursprünglich<br />
wurde diese Methode entwickelt, um Weine für lange Seereisen<br />
zu konservieren. Aufgespritete Weine existieren in diversen<br />
Stilen von trocken bis süss.<br />
3. Platz<br />
und dennoch elegant und schwebend, mineralisch,<br />
frische Säure, langes Finale auf<br />
holzigen Noten. vanzellersandco.com,<br />
ca. CHF 6500,– (Sammlerbox)<br />
97 Punkte<br />
2. Platz<br />
Cristiano van Zellers The Rare Port<br />
Collection - 1870 - Crafted by Familiy<br />
Van Zellers & Co,<br />
São João da Pesqueira<br />
20 Vol.-%. Komplexes, tiefgründiges Bukett<br />
mit Noten von Edelholz, Möbelpolitur, Datteln<br />
und gedörrten Feigen. Etwas Kokos,<br />
Ringelblumentinktur und Liebstöckel. Am<br />
Gaumen dicht, samtig und elegant. Kräftige<br />
balsamische Säure, dezentes Tannin,<br />
langer Abgang. vanzellersandco.com,<br />
ca. CHF 6500,– (Sammlerbox)<br />
3. Platz<br />
Cristiano van Zellers The Rare Port<br />
Collection - 1888 - Crafted by Poetry<br />
Van Zellers & Co,<br />
São João da Pesqueira<br />
19 Vol.-%. Frisches, komplexes Bukett, das<br />
an Sherry erinnert. Viel Edelholz, Datteln,<br />
Kakao, Kokos, frische Meeresbrise und<br />
kräutrige sowie nussige Nuancen. Entwickelt<br />
sich rasch im Glas und wird immer<br />
klarer. Am Gaumen elegant und konzentriert,<br />
mit frischer Säure und edelholzgeprägtem<br />
Finale. vanzellersandco.com,<br />
ca. CHF 6500,– (Sammlerbox)<br />
96 Punkte<br />
Adrian Bridge (im Kreis) ist<br />
Chairman bei Taylor’s, das mit<br />
dem 2003 Vintage den zweiten<br />
Platz in der Kategorie<br />
«Vintage-Portwein» holte.<br />
Sandeman Porto Tawny 40 Years Old<br />
Sogrape Vinhos, S.A., Avintes<br />
20 Vol.-%. Frisches, elegantes Bukett mit<br />
Noten von Nougat, gerösteten Nüssen,<br />
gedörrtem gelbem Steinobst, wildem Fenchel<br />
und Dörrapfel sowie orientalischen<br />
Gewürzen. Am Gaumen ebenso komplex,<br />
mit schönem Süsse-Säure-Spiel, kandierten<br />
Zitrusfrüchten und salziger Anmut im<br />
langen Abgang.<br />
ullrich.ch, CHF 180,–<br />
50 year old Tawny Port Golden Age<br />
Taylor’s, Vila Nova de Gaia<br />
20 Vol.-%. Komplexes Bukett mit Noten von<br />
kandierten Zitrusfrüchten, gedörrten Feigen,<br />
gerösteten Nüssen, etwas Schwarztee,<br />
Lakritze, getrockneten Rosenblättern<br />
und orientalischen Gewürzen. Würziger<br />
Auftakt mit dezenter Unterholznote, lebendige<br />
Säure, schöne Balance, kräutrig-würziges<br />
langes Finale.<br />
charleshofer.ch, dorly.ch, schuewo.ch,<br />
CHF 245,–<br />
95 Punkte<br />
Porto Ferreira Dona Antónia Tawny 30<br />
Years Old, Sogrape Vinhos S.A., Avintes<br />
20 Vol.-%. Mittleres Amber, rötliche Reflexe.<br />
In der Nase gedörrte Früchte, süsse Gewürze,<br />
Muskatnuss, etwas Vanille, Nuancen<br />
von Bockshornklee, dazu nussige Noten.<br />
Am Gaumen von schöner Statur mit intensiver<br />
aber dank der vifen, reifen Säure<br />
auch harmonischer Süsse. Endet saftig mit<br />
leichtem Grip und sehr langem Nachhall.<br />
ullrich.ch, CHF 159,–<br />
1. Platz<br />
><br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
193
tasting<br />
FORTIFIED WINES TROPHY<br />
1. Platz<br />
1. Platz<br />
Die Bodegas Tradición wurde 1998<br />
von Joaquín Rivero gegründet, einem<br />
Nachfahren des ältesten Sherry-<br />
Hauses JM Rivero.<br />
Sandemann Porto Tawny 30 Years Old<br />
Sogrape Vinhos, S.A., Avintes<br />
20 Vol.-%. Zwischen floraler Würze und<br />
nussiger Dörrfrucht pendelndes Bukett.<br />
Noten von Kubeben-Pfeffer, Ras el-Hanout,<br />
Damaszener-Rose und wildem Fenchel.<br />
Dazu getrocknete Feigen, Honig, geröstete<br />
Nüsse und gelbes Dörrobst. Am Gaumen<br />
straffe Säure, harmonische Süsse, Walnüsse,<br />
salzig anmutendes langes Finale.<br />
ullrich.ch, CHF 115,–<br />
Niepoort Tawny 20 Years<br />
Niepoort, Vila Nova de Gaia<br />
19,5 Vol.-%. Elegante, frische Nase mit Noten<br />
von gerösteten Nüssen, Nougat, Datteln,<br />
Granatapfel und Pflaumenmus sowie<br />
konfierten Waldbeeren. Unterlegt ist das<br />
Ganze mit einer frischen, ätherischen Kräuterwürze.<br />
Am Gaumen schöne Fülle, wirkt<br />
komplex und ausbalanciert. Langes Finale.<br />
casadelvino.ch, CHF 59,–<br />
94 Punkte<br />
Porto Ferreira Dona Antónia Tawny 20<br />
Years Old, Sogrape Vinhos S.A., Avintes<br />
20 Vol.-%. Dunkles Bernstein. Einladender<br />
Duft, nussige Noten, intensiv gedörrte<br />
Früchte, aber auch ledrige Reifenoten sowie<br />
intensive Gewürznoten. Wirkt sehr harmonisch.<br />
Am Gaumen zeigt sich der Wein<br />
sehr ausgewogen mit einer schönen Balance<br />
aus Süsse und einer prägnanten Säure.<br />
Wiederum Noten von Dörrfrüchten und Gewürzen.<br />
Hallt lange nach und verbleibt<br />
leicht salzig am Gaumen. Trinkiger,<br />
reifer Tawny. ullrich.ch, CHF 54,50<br />
Cristiano van Zellers 30 Years old<br />
Tawny Port, Van Zellers & Co,<br />
São João da Pesqueira<br />
20 Vol.-%. Klare, von balsamischer Würze<br />
getriebene Nase. Dazu Noten von Pumpernickel,<br />
Datteln, kandierten Zitrusfrüchten,<br />
Schokolade und gerösteten Nüssen. Am<br />
Gaumen elegant und ausgewogen, mit gut<br />
eingebundener Süsse und würziger Rosinen-Aromatik<br />
sowie floralen Nuancen im<br />
langen Abgang. gawein.at, € 117,50<br />
Cristiano van Zeller Tawny<br />
Reserve Port, Van Zellers & Co, São<br />
João da Pesqueira<br />
20 Vol.-%. Duftet nach eingelegten Pflaumen,<br />
Rosinen, Kakao und etwas Kokos.<br />
Dazu gesellen sich kräutrig-würzige Anklänge<br />
und eine frische Meeresbrise. Am<br />
Gaumen schöne Balance zwischen cremiger<br />
Süsse und kräftiger Würze. Edelholznoten<br />
im Abgang. vanzellersandco.com,<br />
ca. CHF 25,–<br />
Royal Oporto 20 Years Tawny<br />
Real Companhia Velha,<br />
Vila Nova de Gaia, Portugal<br />
20 Vol.-%. Kräftiges Karmingranat, zarter<br />
Brauntouch, breitere Ockerrandaufhellung.<br />
Zartes Kirschkonfit, Aranzini, heller Nougat,<br />
feiner Florentinertouch, süsser Tabak,<br />
angenehme Würze. Straff, elegant, rotbeeriger<br />
Touch, präsente Edelholznuancen,<br />
zitronig-salzig im Abgang, bleibt gut haften,<br />
finessenreich, fast schon trocken wirkend<br />
im Nachhall, klassische Stilistik.<br />
realcompanhiavelha.pt, ca. CHF 40,–<br />
Portwein - Ruby<br />
91 Punkte<br />
1. Platz<br />
Porto Reserve, Rozès, Vila Nova de Gaia<br />
20 Vol.-%. Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe, dezente Ockerrandaufhellung. Eingelegte<br />
schwarze Kirschen, etwas<br />
Zwetschgenröster, feinwürziges Bukett.<br />
Komplex, saftig, süsser Fruchtkern, verfügt<br />
über Frische, mineralisch, dezenter Schokotouch,<br />
guter Einstieg in die Welt des<br />
Ports. champagnepommery.com<br />
ca. CHF 30,–<br />
2. Platz<br />
Quinta do Vale Meao Ruby Reserve<br />
Port Meandro, Quinta do Vale Meão,<br />
Vila Nova de Foz Côa<br />
20 Vol.-%. Dunkles Rubin. Dunkle Beeren in<br />
der Nase, Brombeeren, etwas Zwetschge,<br />
würzige Anklänge, etwas Zartbitterschokolade.<br />
Am Gaumen von schöner Fülle mit<br />
wiederum schöner Balance aus Frucht und<br />
Würze. Hallt lange nach.<br />
quintadovalemeao.pt, ca. CHF 15,–<br />
90 Punkte<br />
3. Platz<br />
Graham’s Six Grapes Reserve Port NV<br />
Graham’s, Vila Nova de Gaia<br />
20 Vol.-%. Sehr dunkles Schwarzrot mit dezenter<br />
Randaufhellung ins violett. Intensive<br />
Frucht, Brombeere, Schwarzkirsche,<br />
Zwetschge, dazu würzige Anklänge. Am<br />
Gaumen von schöner Fülle mit prägnanter<br />
Süsse, schmiegt sich an den Gaumen an.<br />
Wiederum schöne Harmonie aus Fruchtund<br />
Gewürznoten. Tannin sorgt für eine<br />
gewisse Frische im beerig-fruchtigen<br />
Nachhall. dettling-marmot.ch, CHF 28,–<br />
Portwein - White<br />
92 Punkte<br />
1. Platz<br />
Porto White Reserve<br />
Rozès, Vila Nova de Gaia<br />
20 Vol.-%. Mittleres Gold mit leuchtenden<br />
Kupferreflexen. Zart nussig unterlegte kandierte<br />
Mandarinenzesten, angenehme vegetale<br />
Würze. Kraftvoll, reife gelbe Birne,<br />
feine Säurestruktur, ein Hauch von Rosinen,<br />
ausgewogen und gut anhaftend, elegante<br />
Stilistik, zeigt gute Länge.<br />
champagnepommery.com<br />
ca. CHF 20,–<br />
91 Punkte<br />
2. Platz<br />
Cristiano van Zeller White Reserve Port<br />
Van Zellers & Co,<br />
São João da Pesqueira<br />
20 Vol.-%. Klare Nase mit Noten von weisser<br />
Schokolade, gedörrten Feigen, Datteln<br />
und Gianduja. Etwas Unterholz und würzige<br />
Komponenten. Am Gaumen stoffig, würzig,<br />
ausgewogen, mit schönem Süsseteil<br />
und kräutriger Würze im langem Abgang.<br />
vanzellersandco.comt, ca. CHF 20,–<br />
90 Punkte<br />
3. Platz<br />
2008 Presidential Porto Colheita White<br />
Dalva Distinctive Wines – C. da Silva,<br />
Vila Nova de Gaia<br />
20 Vol.-%. Duftet nach gerösteten Nüssen,<br />
gelbem Apfel, Quitte, Orange und Birne.<br />
Kräutrig-würzige Anklänge und etwas Tabak.<br />
Am Gaumen intensive Süsse, etwas<br />
Unterholz, Honig, Rumtopf, langes Finale.<br />
dalvawines.pt, ca. CHF 45,–<br />
Sherry - Fino,<br />
Amontillado, Oloroso<br />
97 Punkte<br />
1. Platz<br />
Amontillado Tradición VORS<br />
Bodegas Tradición,<br />
Jerez de la Frontera<br />
21 Vol.-%. In der Nase zunächst nussig, mit<br />
Noten von gedörrtem gelbem Steinobst<br />
und Apfel, gepaart mit dem Duft eines Besuchs<br />
am Meer im Sommer. Am Gaumen<br />
elegant und frisch, mit knackiger Säure,<br />
würziger Frucht und salzig-langem leicht<br />
Fotos: Shutterstock, Blandy’s Madeira, Alvaro Rivero, beigestellt<br />
194 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
1. Platz<br />
1. Platz<br />
pikantem Finale.<br />
charleshofer.ch, ca. CHF 110,–<br />
95 Punkte<br />
2. Platz<br />
Fino Tradición<br />
Bodegas Tradición<br />
Jerez de la Frontera<br />
15 Vol.-%. Schöne, ausdrucksstarke Nase<br />
die zunächst mit fleischig-würzigen Noten<br />
daherkommt und sich mit der Zeit immer<br />
weiter öffnet. Dann dominieren Meeresbrise,<br />
Apfel und Zitrusfrüchte, untermalt von<br />
Melisse und frischen Mandeln. Am Gaumen<br />
schöne Fülle, frische Säure und eine intensive<br />
Salzigkeit, die nach dem nächsten<br />
Schluck verlangt. charleshofer.ch, flaeschehals.ch,<br />
CHF 49,–<br />
3. Platz<br />
Oloroso Tradicion VORS<br />
Bodegas Tradición, Jerez de la Frontera<br />
21,5 Vol.-%. Duftet nach gedörrten Pflaumen,<br />
Apfel und gelbem Steinobst. Noten<br />
von Edelholz, gerösteten Nüssen, Walnussschalen<br />
und getrockneten Kräutern. Am<br />
Gaumen intensiv, würzig, überaus salzig<br />
und lang. charleshofer.ch, ca. CHF 110,–<br />
94 Punkte<br />
2023 Viña Corrales Fino<br />
Bodega San Francisco Javier, Jerez de<br />
la Frontera<br />
15 Vol.-%. Duftet intensiv nach gedörrtem<br />
und frischem Apfel, gelbem Steinobst und<br />
Zitrusfrüchten. Etwas Honig und wilder<br />
Fenchel sowie nussige Anklänge. Komplex.<br />
Am Gaumen frisch und fleischig, straffe<br />
Säure, langes salzig anmutendes Finale.<br />
casadelvino.ch, CHF 49,–<br />
93 Punkte<br />
Sherry Amontillado 1730 VORS<br />
Alvaro Domecq,<br />
Jerez de la Frontera<br />
20 Vol.-%. Mittleres Amber. Klare Nase mit<br />
Noten von gedörrten Früchten, Nussnougat,<br />
etwas Karamell sowie Nuancen von<br />
Vanille. Am Gaumen von mittlerer Fülle<br />
mit Anflügen von Pilzen und Noten von gerösteten<br />
Mandeln. Prägnante salzige Noten<br />
sowie eine saftige Säure im langen<br />
Nachhall. Endet leicht jodig. Sehr typisch.<br />
moevenpick-wein.com, CHF 47,50<br />
92 Punkte<br />
Marqués del Real Tesoro Almirante 15<br />
Years Old Oloroso Sherry, Marqués del<br />
Real Tesoro, Jerez de la Frontera<br />
18,5 Vol.-%. Jodiges Braun in der Farbe.<br />
Riecht intensiv nach Dörrfrüchten, insbesondere<br />
Rosinen und Datteln, geröstete<br />
Nüsse, dazu Nuancen von Eichenholz und<br />
Gewürzen wie Vanille. Am Gaumen weich<br />
und eher breit mit klarer, intensiver Aromatik<br />
und angenehmen Salznoten im mittellangen<br />
Nachhall.<br />
grape-and-grain.ch, CHF 29,–<br />
Sherry - PX<br />
96 Punkte<br />
1. Platz<br />
Pedro Ximenez Tradición VOS<br />
Bodegas Tradición, Jerez de la Frontera<br />
15 Vol.-%. Intensive Nase mit Noten von<br />
Datteln, konfierten dunklen Beeren und gedörrten<br />
Feigen. Dazu kräutrig-würzige Anklänge,<br />
Schokolade und Liebstöckel sowie<br />
Jod. Am Gaumen viskos, dicht, intensiv und<br />
süss, ohne aufdringlich zu wirken. Lang und<br />
Komplex. charleshofer.ch,<br />
whisky-zigarren.ch, CHF 112,–<br />
93 Punkte<br />
2. Platz<br />
Sherry PX 1730, Alvaro Domecq,<br />
Jerez de la Frontera<br />
17 Vol.-%. Fliest viskos in dunklem Braun ins<br />
Glas. In der Nase intensive Noten von gedörrten<br />
Früchten, Datteln, Zwetschge aber<br />
auch Speckbirne, dazu Noten von Rum und<br />
Kolanuss, etwas Muskat. Am Gaumen<br />
erwartungsgemäss süss und angenehm<br />
ausladend. Neben Dörrfruchtnoten auch<br />
Nuancen von Kaffee und Gewürzen. Hallt<br />
lange nach mit Mokkanoten.<br />
moevenpick-wein.com, CHF 46,50<br />
Die wunderschöne<br />
portugiesische Insel Madeira,<br />
Heimat des gleichnamigen<br />
Likörweins.<br />
1. Platz<br />
3. Platz<br />
Cream VOS<br />
Bodegas Tradición, Jerez de la Frontera<br />
18,5 Vol.-%. Mittleres Amber. Klare Nase,<br />
tropische Früchte, Kokos Nüsse, Dörrfrüchte,<br />
etwas Nougat, dezent Vanille. Am Gaumen<br />
klar süsslich und eher breit, was jedoch<br />
von einer straffen Säure gepuffert<br />
wird. Extrem lang anhaltendes Finale mit<br />
Noten von getrockneten Früchten und<br />
Kokos. charleshofer.ch,<br />
whisky-zigarren.ch, CHF 85,–<br />
Madeira<br />
94 Punkte<br />
1. Platz<br />
Fine Rich 1997 Single Harvest<br />
Henriques & Henriques,<br />
Câmara de Lobos<br />
19 Vol.-%. Konzentriertes Bukett mit Noten<br />
von Dörrfrüchten wie Datteln und Feigen.<br />
Dazu Anklänge von gerösteten Nüssen, Medizinalkräutern<br />
und Karamell. Am Gaumen<br />
elegant, schöne Süsse, langes<br />
Finale. charleshofer.ch, cavetta.ch<br />
CHF 59,–<br />
2. Platz<br />
Blandy´s 30 Years old Bual<br />
Blandy’s, Funchal<br />
20 Vol.-%. In der Nase Noten von Mandeln<br />
und Trockenfrüchten, Rosinen, Datteln,<br />
auch Feige, dazu eine Idee Karamell, angenehme,<br />
prägnante Holzwürze. Am Gaumen<br />
von mittlerer Fülle, harmonisch. Hallt lange<br />
nach mit saftiger Säure, strukturierender<br />
Salzigkeit und Dörrfrucht.<br />
blandys.com, ca. CHF 120,–<br />
93 Punkte<br />
3. Platz<br />
Boal 15 years old,<br />
Henriques & Henriques,<br />
Câmara de Lobos<br />
20 Vol.-%. In der Nase Noten von frischen<br />
und gerösteten Nüssen und Dörrfrüchten.<br />
Dazu Anklänge von Edelholz, Pilzen und<br />
wildem Fenchel sowie Pfeffer. Am Gaumen<br />
stoffig, mit schönem Spiel zwischen Süsse<br />
und Säure, wirkt frisch und komplex. Langes<br />
Finale. charleshofer.ch,<br />
cavetta.ch, CHF 76,–<br />
<<br />
Chris Blandy und Francisco<br />
Albuquerque von Blandy’s.<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/trophy-fortified-25<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
195
tasting<br />
TROPHY BRUNELLO DI MONTALCINO<br />
LICHT &<br />
SCHATTEN<br />
Foto: Kristi Blokhin / Shutterstock<br />
196 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Klassische italienische Weinbaulandschaft<br />
findet man an den Hängen um Montalcino.<br />
Eng stehende Rebstöcke, in der Regel der<br />
Sorte Sangiovese, dazwischen immer wieder<br />
kleine Gehöfte und Weingüter. Herrlich!<br />
Der Brunello di Montalcino aus dem Jahrgang 2020 zeigt sich recht durchwachsen:<br />
Die Masse hat recht reife Frucht, ist oft alkoholisch und rau. Die besten Vertreter jedoch sind<br />
ausgewogen und gut antrinkbar. Grandios bestätigt sich der Jahrgang 2019 mit den Riservas.<br />
TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER, IRENE FORNI<br />
Es war das Jahr, das uns als erstes<br />
Covid-Jahr allen in Erinnerung<br />
bleiben wird. Alle Veranstaltungen<br />
und Reisen waren gestrichen,<br />
die Winzer hatten alle Zeit<br />
der Welt, sich ihren Weingärten zu widmen.<br />
Gut verteilte Regenfälle begleiteten die<br />
Wachstums- und Reifezeit, trotzdem war es<br />
in Summe überdurchschnittlich heiss. Das<br />
macht sich in betont reifer Frucht, in<br />
hohem Alkohol und mitunter recht rauem<br />
Tannin bemerkbar. Es gibt aber auch die<br />
andere Seite, vor allem bei Weinen aus<br />
höheren oder weniger exponierten Lagen.<br />
Diese Weine zeigen viel saftige Frucht,<br />
geschliffenes, gut eingebundenes Tannin und<br />
bieten jetzt schon grosses Trinkvergnügen.<br />
Brunello, wie man ihn sich wünscht!<br />
Bei der Auswahl des Brunello 2020 gilt es<br />
also, besonders aufmerksam zu sein. Ganz<br />
anders verhält es sich hingegen mit den<br />
Riservas aus dem Jahrgang 2019. Der<br />
Jahrgang war insgesamt frischer und<br />
kühler, und schon die Jahrgangsqualitäten<br />
im vergangenen Jahr hatten uns begeistert.<br />
Umso gespannter waren wir auf die<br />
Riservas. Es wurden in die Probe auch<br />
jene Weine mit einbezogen, die zwar nicht<br />
offiziell als Riserva laufen, aber doch ein<br />
Jahr länger reifen.<br />
In normalen Jahren bringen die Riservas<br />
bis auf die üblichen Ausnahmen nicht wirklich<br />
den Qualitätszugewinn, den man sich<br />
aufgrund der Bezeichnung und des deutlich<br />
höheren Preises erwarten darf. Nicht so<br />
2019: Da gibt es wirklich eine ganze Reihe<br />
hochklassiger Weine, die präzise Frucht,<br />
griffiges, dichtes Tannin, feinen Schmelz<br />
und Tiefgang zeigen. Hier darf man getrost<br />
zugreifen!<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/<br />
trophy-brunello-di-montalcino-25<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
197
tasting<br />
TROPHY BRUNELLO DI MONTALCINO<br />
TROPHY BRUNELLO<br />
DI MONTALCINO<br />
Brunello di<br />
Montalcino 2020<br />
99 Punkte<br />
•<br />
BIO Brunello di Montalcino DOCG<br />
2020, Poggio di Sotto, Montalcino<br />
13,5 Vol.-%. Leuchtendes, funkelndes<br />
Rubinrot mit glänzendem Kern. Einladende<br />
und duftende Nase nach frischer Kirsche,<br />
dezent nach Geranien, Granatapfel, dazu<br />
frisch gebackenes Weissbrot, feine Würze,<br />
komplex und einladend. Sehr elegant am<br />
Gaumen mit tollem süssem Kern, geschliffenem<br />
Tannin und salzigem Unterton,<br />
offenherzig und zugänglich, trinkt sich hervorragend,<br />
im Nachhall auf Kerzenwachs<br />
und Minze, gross.<br />
collemassari.it, ca. CHF 195,–<br />
98 Punkte<br />
•<br />
Madonna delle Grazie<br />
Brunello di Montalcino DOCG 2020<br />
Il Marroneto, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot, elegant.<br />
In der Nase nach Kerzenwachs, Edelholz,<br />
etwas Minze, reife Kirschfrucht, Rauch,<br />
nach etwas Zeit auch Pfirsich. Am Gaumen<br />
mit elegantem Eintritt und Verlauf, schöner<br />
Saftigkeit und Eleganz, kommt in mehreren<br />
Schichten, dazu feine erdig-salzige<br />
Töne, lang, schwingend.<br />
ilmarroneto.it, ca. CHF 405,–<br />
•<br />
Vecchie Vigne Brunello di Montalcino<br />
DOCG 2020, Siro Pacenti, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Elegant leuchtendes Rubinrot. In<br />
der Nase nach Milchschokolade, Edelholz,<br />
etwas Liebstöckel, erinnert auch an blutige<br />
Töne. Am Gaumen mit sehr griffigem<br />
Tannin, druckvoll, sehr eng verwoben, tiefgründig<br />
und kernig, kommt in mehreren<br />
Schichten, lang, monumentaler Wein, der<br />
aber noch lagern will.<br />
siropacenti.it, ca. CHF 125,–<br />
•<br />
Brunello di Montalcino DOCG 2020<br />
Giodo, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Einladende und duftende Nase,<br />
blumig, nach Veilchen, Hagebutten, Minze,<br />
Blutorangensaft, rotem Pfirsich im Nachhall,<br />
auch leicht nach reifer Wassermelone,<br />
gepaart mit eleganten, würzigen Tönen.<br />
Am Gaumen herzhaft, mit einladendem<br />
elegantem und dennoch leichtfüssigem<br />
Trunk, leicht vegetale Nuancen geben<br />
Frische, knackig, salziger Ausklang.<br />
giodo.it, ca. CHF 140,–<br />
•<br />
Vigna del Suolo<br />
Brunello di Montalcino DOCG 2020<br />
Argiano, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Funkelndes Rubinrot mit<br />
schimmernden Rändern. In der Nase pure<br />
Eleganz, tiefgründig, zunächst Himbeere<br />
und Kirsche, mit Luft kommen Blutorange<br />
und Tabak sowie ein Hauch von Minze. Am<br />
Gaumen schwebende, saftige Frucht,<br />
erinnert an Granatapfel, nobles Gerbstoffgerüst,<br />
tänzelnde Säure, langes, elegantes<br />
Finale. Kann ruhig noch etwas lagern.<br />
argiano.net, ca. CHF 265,–<br />
Knorrige alte Rebstöcke,<br />
gezogen auf Drahtrahmen: Hier<br />
wachsen die besten Sangiovese-<br />
Trauben für den Brunello.<br />
97 Punkte<br />
•<br />
Brunello di<br />
Montalcino DOCG 2020<br />
Fuligni, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Aufhellendes<br />
Rubinrot. Elegant duftende<br />
Nase, einladend, nach Kirsch sirup,<br />
Malz, Edelholz, dezent nach kaltem Rauch<br />
und gedörrtem Rosenblatt. Am Gaumen<br />
sehr saftig und klar, mit geschliffenem,<br />
elegantem Verlauf, dazu feiner salziger<br />
Unterton, leichtes Minzaroma, lang,<br />
schwingend, fein.<br />
fuligni.it, ca. CHF 70,–<br />
•<br />
Piero Brunello di Montalcino DOCG<br />
2020, Talenti, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Leuchtendes, elegantes Rubinrot.<br />
In der Nase nach Jod, Meersalz, kaltem<br />
Stein, dann nach Malz und dezent nach<br />
Orangen, feines Parfum, Pfirsich, getrocknetes<br />
Rosenblatt. Am Gaumen mit viel Eleganz,<br />
ausgewogen und klar, zeigt äusserst<br />
geschliffenes Tannin, dazu viel Saftigkeit,<br />
schwingend und lang.<br />
talentimontalcino.it, ca. CHF 95,–<br />
•<br />
Filo di Seta Brunello di Montalcino<br />
DOCG 2020<br />
Castello Romitorio, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Elegant leuchtendes Rubinrot<br />
mit funkelndem Kern. Zeigt in der Nase eleganten<br />
Ausdruck, Blutorange, Hagebutte,<br />
dezente Erdbeere, dazu minimale rauchige<br />
Töne, im Nachhall ganz leicht nach Siegellack.<br />
Am Gaumen mit elegantem Eintritt<br />
GEBIETSPROFIL<br />
DAS GEBIET<br />
Montalcino liegt eine knappe Autostunde<br />
südlich von Siena. Das Anbaugebiet des<br />
Brunello ist auf dieses eine Gemeindegebiet<br />
beschränkt. Heute erzeugen über<br />
200 Betriebe einen Brunello di Montalcino.<br />
DIE SORTE<br />
Sangiovese und nichts sonst darf in den<br />
Brunello. Für viele Kenner findet diese<br />
uritalienische Sorte in den Weingärten um<br />
Montalcino ihren höchsten Ausdruck.<br />
und Verlauf, sehr frisch, mit leicht eisenhaltigen<br />
Tönen, griffig, druckvoll, schwingend,<br />
salziges Finish.<br />
castelloromitorio.com, ca. CHF 130,–<br />
•<br />
Luce Brunello di Montalcino DOCG<br />
2020, Tenuta Luce, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Dunkel leuchtendes Rubinrot.<br />
Einladende Nase, spannend, nach Kerzenwachs,<br />
Edelholz, reifen Preiselbeeren und<br />
Schwarzen Johannisbeeren, im Nachhall<br />
nach rotem Pfirsich und feiner Würze. Sehr<br />
geschliffen und überraschend frisch am<br />
Gaumen, mit toller Saftigkeit und hervorragend<br />
eingebundenem Alkohol, kommt<br />
immer wieder, klarer, fruchtbetonter<br />
Ausklang, trinkt sich sehr gut.<br />
tenutaluce.com, ca. CHF 140,–<br />
•<br />
Vigna La Casaccia Brunello di<br />
Montalcino DOCG 2020<br />
Canalicchio di Sopra, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Helles Rubinrot mit violetten<br />
Reflexen. In der Nase nach gezuckerten<br />
Walderdbeeren, Hagebuttentee, Amarenakirsche<br />
und Minze, dahinter etwas Lavendel,<br />
etwas brandig. Am Gaumen viel reife<br />
Frucht, druckvoll, reife Gerbstoffe, gut<br />
eingebundene Säure, schöne Saftigkeit<br />
und Salzigkeit, elegantes Finale.<br />
canalicchiodisopra.com, ca. CHF 140,–<br />
•<br />
Sugarille Brunello di Montalcino<br />
DOCG 2020<br />
Pieve di S. Restituta, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
dezent aufhellendem Rand. Tiefgründige,<br />
einladende Nase, zunächst nach Preiselbeeren<br />
und feinen erdigen Tönen, dann getrocknete<br />
Zitrusfrucht, erinnert im Nachhall<br />
an gezuckerte Veilchen. Am Gaumen<br />
komplex, mit eng verwobenem Tannin, vielschichtig<br />
und klar, ausgewogen, kommt in<br />
mehreren Schichten, druckvoll, tolle Länge!<br />
pievesantarestituta.com, ca. CHF 160,–<br />
•<br />
Giovanni Neri Brunello di Montalcino<br />
DOCG 2020<br />
Casanova di Neri, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
dezent aufhellendem Rand. Stark würzige<br />
Fotos: MoiraFF / Shutterstock, Stefano Casati, beigestellt, Richard Semik / Shutterstock, mauritius images / Bruno Kickner<br />
198 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Nase nach Edelholz, schwarzem Pfeffer,<br />
kaltem Rauch, Teer, nach etwas Zeit Minze,<br />
Pflaume und Bitterschokolade. Am Gaumen<br />
mit engmaschigem Tannin, dicht<br />
verwoben, griffig, dazu satter Druck, erdige<br />
Noten, mit feiner Salzigkeit im Ausklang,<br />
kann ruhig noch lagern.<br />
casanovadineri.wine, ca. CHF 235,–<br />
Brunello di Montalcino<br />
Riserva 2019<br />
Montalcino liegt in luftiger Höhe auf<br />
500 Höhenmetern. Die Hänge an allen<br />
vier Flanken des mächtigen Hügels sind<br />
mit Weinreben bepflanzt.<br />
100 Punkte<br />
•<br />
Vigna di Pianrosso Santa Caterina<br />
d’Oro Brunello di Montalcino Riserva<br />
DOCG 2019, Ciacci Piccolomini<br />
d’Aragona, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Edel leuchtendes Rubinrot mit<br />
dezent aufhellendem Rand. Duftet in der<br />
Nase nach reifen Kirschen, reifen Erdbeeren,<br />
getrockneten Rosenblättern, einem<br />
Hauch Siegellack sowie feine Tabaknoten<br />
im Nachhall. Zeigt sich sehr füllig und einnehmend<br />
am Gaumen, satt und reichhaltig,<br />
dazu auch tolle Salzigkeit und Saftigkeit,<br />
schwingend, lang, druckvoll, gross.<br />
ciaccipiccolomini.com, ca. CHF 120,–<br />
•<br />
Cerretalto Brunello di Montalcino<br />
DOCG 2019<br />
Casanova di Neri, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Tiefdunkles, sattes Rubinrot.<br />
Zeigt sich in der Nase mit enormer Dichte,<br />
Zigarrenkiste, eingelegte Sauerkirsche,<br />
Noten von Graphit, gezuckerten Veilchen,<br />
hat im Nachhall was von Milchschokolade.<br />
Am Gaumen mit enormer Cremigkeit, zeigt<br />
sich sehr stoffig, würzig, mit feinen eisenhaltigen<br />
Anklängen, mit eng verwobenem<br />
Tannin, im hinteren Bereich sehr salzig,<br />
druckvoll, enorme Länge, ein Monument!<br />
casanovadineri.wine, ca. CHF 350,–<br />
•<br />
Filo di Seta Brunello di Montalcino<br />
Riserva DOCG 2019<br />
Castello Romitorio, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Leuchtendes, glänzendes<br />
Rubinrot. In der Nase sehr fein und dezent,<br />
edles Potpourri aus Edelholz, Kokosflocken,<br />
Graphit, dunklen Beeren, Eisen, nach<br />
etwas Zeit und Luft nach Walderdbeeren.<br />
Am Gaumen mit geschliffenem Tannin,<br />
cremig, dazu saftiger Nerv, salzig, vielschichtig<br />
und lang, kann noch lagern,<br />
bereits jetzt grossartig!<br />
castelloromitorio.com, ca. CHF 540,–<br />
99 Punkte<br />
•<br />
Brunello di Montalcino DOCG 2019<br />
Biondi-Santi Tenuta Greppo<br />
Montalcino<br />
13,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot, funkelnd<br />
und brillant. Komplexe und tiefgründige<br />
Nase nach satten Kirschen, Tabak und<br />
Edelholz, dazu dunkle Würze im Nachhall.<br />
Am Gaumen sehr saftig, mit sehr gut eingebundenem<br />
Tannin, fein cremig, kommt in<br />
mehreren Wellen, sehr elegant, ausgewogen<br />
und harmonisch, finessenreiches<br />
Finish, grossartig!<br />
biondisanti.it, ca. CHF 220,–<br />
•<br />
BIO Brunello di Montalcino Riserva<br />
DOCG 2019, Poggio di Sotto, Montalcino<br />
13,5 Vol.-%. Aufhellendes, leuchtendes<br />
Rubinrot. Finessenreiche Nase nach Toast,<br />
gebrannter Butter, satten Kirschen, Erdbeeren,<br />
Tannennadeln, Salbei und Edelholz,<br />
duftend. Am Gaumen sehr herzhaft, mit<br />
kompaktem Tannin und sehr geschliffenem<br />
Verlauf, klare Kirschfrucht, leichter<br />
Minzton, geradlinig wie ein Schwert, feine<br />
Salzigkeit im Ausklang.<br />
collemassari.it, ca. CHF 360,–<br />
97 Punkte<br />
•<br />
Brunello di Montalcino Riserva<br />
DOCG 2019, Fuligni, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Leuchtendes, aufhellendes<br />
Rubinrot. In der Nase sehr würzig, nach frischer<br />
Minze, kaltem Rauch, Edelholz, Preiselbeeren<br />
und Kirschen, im Nachhall Zigarrenkiste<br />
und Zimtstange. Am Gaumen mit<br />
eng verwobenem Gerbstoff, straffer Säure<br />
und vertikaler Frucht, eisenhaltig in Ansatz<br />
und Verlauf, im Ausklang straff und kernig.<br />
fuligni.it, ca. CHF 160,–<br />
•<br />
PS Brunello di Montalcino Riserva<br />
DOCG 2019, Siro Pacenti, Montalcino<br />
15 Vol.-%. Tiefdunkles Rubinviolett. Duftende<br />
und komplexe Nase, tiefgründig, nach<br />
Brombeeren, Minze, dazu feine Anklänge<br />
von getrockneten Rosenblättern. Am<br />
Gaumen vom Holzeinsatz untermalt, dazu<br />
aber tolle Saftigkeit und Salzigkeit, mit viel<br />
Schmelz, viel Gerbstoff im hinteren Bereich,<br />
der leicht rau übrig bleibt. Weglegen<br />
und in ein paar Jahren voll geniessen.<br />
siropacenti.it, ca. CHF 290,–<br />
•<br />
Pian di Conte Brunello di Montalcino<br />
Riserva DOCG 2019, Talenti, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Leuchtendes, elegantes Rubinrot.<br />
Spannende und einladende Nase, nach<br />
gezuckerten Walderdbeeren, etwas Hagebutten,<br />
Minze, im Nachhall feine Orangennoten,<br />
dazu helle Würze und Edelholz, rund.<br />
Am Gaumen ausgewogen, geschliffen, mit<br />
engmaschigem Tannin, zeigt feine Würze<br />
im Untergrund, beachtliche Länge.<br />
talentimontalcino.it, ca. CHF 70,–<br />
•<br />
Vigna Spuntali Brunello di Montalcino<br />
DOCG 2019, Val di Suga, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Brillantes Rubinrot. In der Nase<br />
einladende Aromen von kleinen, frischen<br />
roten Früchten, Pflaume, Brombeere, Tee,<br />
Feuerstein und Graphit sowie zarte ätherische<br />
Nuancen. Am Gaumen kraftvoll und<br />
frisch mit gut integrierten Tanninen und<br />
langem, anhaltendem Abgang, salzig.<br />
valdisuga.it, ca. CHF 105,–<br />
•<br />
Millecento 1100 Brunello di<br />
Montalcino Riserva DOCG 2019<br />
Castiglion del Bosco, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
Randaufhellungen. In der Nase verspielt,<br />
viel Rote Johannisbeere und Pflaume,<br />
dahinter Veilchen und Lavendel sowie Mandarine<br />
und Erd beeren. Am Gaumen saftig<br />
und harmonisch, baut sich schön auf, reife<br />
Gerbstoffe, tänzelnde Säure, anhaltender,<br />
salziger Abgang, sehr elegant und mit<br />
hohem Trinkfluss versehen.<br />
castigliondelbosco.com, ca. CHF 210,–<br />
•<br />
Brunello di Montalcino Riserva<br />
DOCG 2019<br />
Castello Romitorio, Montalcino<br />
14,5 Vol.-%. Glänzendes Rubinrot mit funkelndem<br />
Kern. Spannende und einladende<br />
Nase, auf Veilchen, Kirschen, aber auch<br />
Zwetschgen und einem Hauch Lakritze, im<br />
Nachhall kalter Rauch, Hefe und Edelholz.<br />
Am Gaumen mit griffig-saftigem Tannin,<br />
feiner Eisennerv, schwingt, bleibt lange<br />
haften, im Ausklang salzig.<br />
castelloromitorio.com, ca. CHF 270,–<br />
•<br />
Brunello di Montalcino Riserva<br />
DOCG 2018<br />
Biondi-Santi Tenuta Greppo, Montalcino<br />
13,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
dezent aufhellendem Rand. Zunächst duftendes<br />
Edelholz in der Nase, satte Kirschfrucht,<br />
etwas Rauch, Mandelblättchen,<br />
Leder. Am Gaumen mit offenherziger und<br />
zugänglicher Struktur, leicht nach weissem<br />
Pfeffer, Lorbeerblatt, zieht lange und<br />
präzise durch.<br />
biondisanti.it, ca. CHF 740,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
go.falstaff.com/<br />
trophy-brunello-di-montalcino-25<br />
<<br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
199
events<br />
EVENT-HIGHLIGHT ZUM<br />
START DER PROWEIN<br />
BIG BOTTLE<br />
PARTY<br />
Am Vorabend der ProWein lädt <strong>Falstaff</strong> auch dieses<br />
Jahr wieder zur legendären Big Bottle Party. Erleben<br />
Sie am Samstag, den 15. März <strong>2025</strong>, einen unvergesslichen<br />
Abend voller Genuss, verkosten Sie erlesene<br />
Spitzenweine aus beeindruckenden Grossflaschen<br />
und lernen Sie die Winzerinnen und Winzer persönlich<br />
kennen! Anschliessend geht es auf die Tanzfläche<br />
– bei Live-Musik und DJ-Beats. Ein unvergesslicher<br />
Abend voller Genuss, Musik und guter Gesellschaft.<br />
Die Gäste der Big Bottle Party sind<br />
eingeladen, nach Herzenslust Top-Weine<br />
aus Grossflaschen zu verkosten und mit<br />
Gleichgesinnten zu feiern.<br />
Live-Musik und ein<br />
DJ sorgen für<br />
Party-Stimmung.<br />
INFO<br />
TERMIN:<br />
15. März <strong>2025</strong>, 16:30 – 19:30 Uhr Tasting,<br />
20:00 – 23:30 Uhr Big Bottle Party<br />
LOCATION:<br />
Maritim Hotel Düsseldorf<br />
Maritim-Platz 1, 40474 Düsseldorf<br />
PREISE:<br />
Vorverkauf Privatbesucher: € 85,–<br />
Gourmetclub-Mitglieder*: € 55,–<br />
Fachbesucher*: € 15,–<br />
*Gourmetclub-Mitglieder und Fachbesucher<br />
erhalten den Rabattcode unter<br />
events@falstaff.de<br />
TICKETS UND WEITERE INFOS:<br />
go.falstaff.com/BBP_25<br />
Fotos: Fotografie Ulrik Eichentopf<br />
200 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
Mit Produkten aus der<br />
Bodensee-Region zaubert<br />
das Team des «Villagio»<br />
ein hochkarätiges<br />
Menu.<br />
FRÜHLINGSERWACHEN<br />
AM BODENSEE<br />
Fotos: Anna Glad,<br />
WINE & DINE<br />
IM CASINO<br />
Pünktlich zum Frühlingsbeginn laden <strong>Falstaff</strong> und<br />
das Casino Konstanz am 21. März zum Wine &<br />
Dine ins Restaurant «Villagio». Ein fünfgängiges,<br />
italienisch angehauchtes Menu wird mit einer erstklassigen<br />
Weinbegleitung von Winzern aus der<br />
Bodenseeregion und aus Italien serviert. <strong>Falstaff</strong>-<br />
Wein-Chefredakteur Ulrich Sautter führt zusammen<br />
mit Sommelier Robert Martin durch den Abend.<br />
Infos und Tickets unter go.falstaff.com/Konstanz25.<br />
INFO<br />
TERMIN:<br />
Freitag, 21. März <strong>2025</strong>, ab 19 Uhr<br />
LOCATION:<br />
Restaurant «Villagio» im Casino Konstanz<br />
Seestrasse 21, 78464 Konstanz<br />
PREISE:<br />
Normalpreis inkl. Aperitif, Fünf-Gänge-Dinner,<br />
Weinbegleitung und Mineralwasser: € 169,–<br />
Preis für Gourmetclub-Mitglieder: € 155,–.<br />
(Rabattcode unter gourmetclub@falstaff.de)<br />
FEBRUAR – MÄRZ <strong>2025</strong><br />
IMPRESSUM<br />
INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT<br />
FÜR ESSEN, TRINKEN UND REISEN<br />
Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind<br />
urheberrechtlich geschützt. Übersetzung, Nachdruck,<br />
Vervielfältigung und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen<br />
nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />
des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind<br />
ausschliesslich mit Angabe der Quelle gestattet.<br />
VERLAG<br />
<strong>Falstaff</strong> Verlag <strong>Schweiz</strong> AG<br />
Kirchenweg 8<br />
8008 Zürich<br />
FALSTAFF-REDAKTION SCHWEIZ<br />
c/o Herzog & Vombach GmbH<br />
Stadthausstrasse 53<br />
8400 Winterthur<br />
redaktion@falstaff.ch<br />
falstaff.com<br />
Gegenstand des Unternehmens sind die<br />
Herausgabe, der Verlag und der Vertrieb<br />
von Zeitschriften und Drucksachen aller<br />
Art unter der Bezeichnung «<strong>Falstaff</strong>».<br />
EIGENTÜMER FALSTAFF SCHWEIZ<br />
<strong>Falstaff</strong> Österreich (100 %)<br />
HERAUSGEBER<br />
Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam<br />
CHEFREDAKTION<br />
Benjamin Herzog, Dominik Vombach,<br />
Christoph Schwarz, Wolfgang M. Rosam<br />
STELLVERTR. CHEFREDAKTEURINNEN<br />
Aline Mareiler, Marlene Tragut<br />
CHEFIN VOM DIENST Verena Richter<br />
REDAKTIONSASSISTENZ Sophie Gurresch<br />
CREATIVE DIRECTOR<br />
Judit Mihályi, Harald Wittmann-Duniecki<br />
LEITUNG INTERNE GRAFIK Maximilian Kamper<br />
GRAFIK Isabella Gröller, Milena Hammerschmied,<br />
Raphael Buresch (Praktikant), Lara Cadez (Praktikantin)<br />
PHOTO DIRECTOR Bianca Demsa<br />
FOTOASSISTENZ Alina Hren, Valentina<br />
Metnitzer (Praktikantin)<br />
PRODUKTION / LITHO Konstantin Riemerschmid<br />
REDAKTIONSLEITUNG DIGITAL Patricia Konarzewski<br />
REDAKTION ONLINE CH Linda Carstensen<br />
MITARBEITER DIESER AUSGABE<br />
AUTOREN Nicola Afchar-Negad, Alexander Bachl, Severin<br />
Corti, Romana Echensperger MW, Gavin Francis, Irene Forni,<br />
Larissa Graf, Marlies Gruber, Mag. Judith Hecht, Christina<br />
Horn, Othmar Kiem, Philipp Laage, Peter Moser, Andrea Nagel,<br />
Sascha Rettig, Dirk Ruschmann, Claudia Salzmann, Dr.<br />
Ulrich Sautter, Pierre-André Schmitt, Sebastian Späth, Simon<br />
Staffler, Carmen Stalder, Binu Starnegg, Alexander<br />
Thürer (Chefredaktion Spirits)<br />
FOTOGRAFEN Stefan Gergely, Lena Staal<br />
ILLUSTRATORINNEN Stefanie Hilgarth (carolineseidler.com),<br />
Gina Müller (carolineseidler.com)<br />
LEKTORAT Andreas Hierzenberger, Angelika<br />
Hierzenberger-Gokesch, Rocco Prumer, Sabine Till,<br />
Birgit Weißkircher<br />
GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
Mag. Elisabeth Kamper, Wolfgang M. Rosam,<br />
Sophie-Marie von Haugwitz<br />
VERWALTUNGSRAT<br />
Aloys Hirzel, Wolfgang M. Rosam<br />
ANZEIGENKOORDINATION<br />
Christiane Ceccarelli, Viktoria Gartner<br />
ANZEIGEN UND PROMOTION SCHWEIZ<br />
Medien- und Kundenberater:innen<br />
Martina Kummer, T: +41 78 7206670<br />
martina.kummer@falstaff.com<br />
Camille Husson Stengel, T: +41 79 9542770<br />
camille@falstaff.com<br />
David Huber, T: +41 796137913<br />
david.huber@falstaff.com<br />
ANZEIGEN UND PROMOTION INTERNATIONAL<br />
ÖSTERREICH: Lisa Tschernig<br />
T: +43 1 9042141-495<br />
lisa.tschernig@falstaff.com<br />
DEUTSCHLAND: Susanne Förster<br />
T: +49 211 96662993<br />
susanne.foerster@falstaff.com<br />
ITALIEN: Wineline, Othmar Kiem / Simon Staffler<br />
T: +39 473 292370<br />
kiem@wineline.it / staffler@wineline.it<br />
SPANIEN: AIM, About International Media<br />
T: +34 91 3203770<br />
olga.martinez@aboutim.es<br />
DIRECT SALES<br />
Lena Nesic (Leitung)<br />
PROMOTIONS UND ADVERTORIALS<br />
ART DIRECTION<br />
Katharina Winkler<br />
ADVERTORIAL-MANAGER<br />
Stefan Schreier<br />
VERTRIEB, LESER- UND ABOSERVICE<br />
Kornelia Pirker (Leitung Vertrieb und Abo)<br />
Thomas Wagner (Vertriebsmanager)<br />
Lukas Kröll, Clara Neumüller, Birgit Niedl,<br />
Martina Oppermann, Caroline Souchon<br />
(Abo und Leserservice, Vertrieb)<br />
T: +41 43 2107029, abo@falstaff.ch<br />
Einzelverkauf: CHF 14,–<br />
Jahresabonnement (10 Hefte): CHF 115,–<br />
Preise inkl. MwSt.<br />
Gültig in der <strong>Schweiz</strong><br />
feb–mär <strong>2025</strong><br />
falstaff<br />
201
epilog / NACHGEFRAGT<br />
SAGEN SIE EINMAL,<br />
VOLKER GREINER …<br />
VOLKER<br />
GREINER<br />
Der Gross- und Aussenhandelskaufmann<br />
sowie Diplom-Betriebswirt Volker<br />
Greiner ist seit Juli 2010 Vice President<br />
North & Central Europe bei Emirates, einer<br />
der grössten und renommiertesten Fluggesellschaften<br />
der Welt. Seine Begeisterung<br />
für die Branche entdeckte er<br />
während seines Militärdienstes<br />
bei der Luftwaffe.<br />
KANN FLIEGEN EIN<br />
GENUSS SEIN?<br />
INTERVIEW SEBASTIAN SPÄTH<br />
FALSTAFF Das kulinarische Angebot von Emirates ist weltweit einzigartig, mit über 300 veganen Gerichten und einer<br />
erlesenen Auswahl an Wein und Champagner. Woher kommt diese Ausrichtung?<br />
VOLKER GREINER Emirates ist eine Premium-Fluggesellschaft, die höchsten Wert auf Qualität legt – in allen Klassen. Unser<br />
F&B-Angebot bildet da keine Ausnahme und ist einer der Faktoren, warum sich Kunden immer wieder für uns entscheiden.<br />
Seit 20 Jahren kaufen wir strategisch Wein ein und haben diese Ambitionen zuletzt sogar noch intensiviert.<br />
Was heisst das?<br />
Das Weinangebot an Bord und in den 39 eigenen Flughafen-Lounges weltweit ist das umfassendste aller Airlines und kann mühelos<br />
mit Top-Restaurants mithalten. In unserem Weinkeller im Burgund lagern insgesamt 6,2 Millionen Flaschen, darunter auch<br />
seltene Jahrgänge. In den vergangenen 16 Jahren haben wir über eine Milliarde Dollar in unser Weinprogramm investiert.<br />
Zusätzlich zur bisherigen Weinausbildung bieten Sie neuerdings sogar spezielle Sommelier-Kurse für Ihre Kabinencrew an.<br />
Unser gesamtes Kabinenpersonal ist von Anfang an geschult, die angebotenen Weine an Bord zu präsentieren und<br />
ideale Speisekombinationen zu den Weinen zu empfehlen. Zudem werden in den nächsten zwei Jahren alle unsere<br />
23.000 Flugbegleitenden eine von uns eigens konzipierte intensive Weinausbildung zusätzlich erhalten. Ich<br />
kenne keine andere Airline, die ihr Personal so intensiv im Bereich Wein schult.<br />
In mehreren Tausend Metern Höhe schmecken wir anders als am Boden – Tomatensaft empfinden<br />
wir an Bord beispielsweise als fruchtiger. Wie verhält es sich mit Wein?<br />
Es geht bei dem Geschmacksunterschied zwischen Boden und Luft vorwiegend<br />
um den Druckunterschied in der Kabine. In modernen Passagiermaschinen,<br />
und Emirates verfügt über eine der jüngsten Flotten weltweit, ist dieser<br />
inzwischen so gering, dass unser Wein in der Luft genauso<br />
schmecken dürfte, wie Sie es am Boden<br />
gewohnt sind.<br />
Fotos: Emirates<br />
202 falstaff feb–mär <strong>2025</strong>
AMBIENTE REISEN GASTLICHKEIT WEIN<br />
Tickets<br />
DIE WELT ENTDECKEN – MASSGESCHNEIDERT MIT WINDROSE<br />
WINDROSE Finest Travel kreiert seit 50 Jahren hochwertige und luxuriöse Sehnsuchtsreisen –<br />
individuell und ganz privat zum Wunschtermin oder in kleinen Gruppen. Wir stehen für<br />
maßgeschneiderte Luxusreisen, einzigartige Kreuzfahrten, Privat-Villen am Strand oder in den<br />
Bergen bis hin zu exklusiven Reisen im Privatjet, getreu dem Motto: „Alles außer gewöhnlich“.<br />
Mit exklusivem Vorzugspreis<br />
auf Übernachtungen im<br />
The Chedi Andermatt und im<br />
Radisson Blu Hotel Reussen,<br />
Andermatt.<br />
Unsere Reisedesigner haben nur ein Ziel: Ihre Reiseträume erfüllen.<br />
Kontaktieren Sie uns auf www.windrose.de, www.windrose-kreuzfahrten.de<br />
oder unter service@windrose.de<br />
Das zweite Genuss Film Alpen in Andermatt verwöhnt seine Gäste an zwei Wochenenden über insgesamt vier<br />
Tage. In den Räumlichkeiten der Konzerthalle im Radisson Blu Hotel Reussen werden cineastische Leckerbissen<br />
gezeigt, gefolgt von einem 4-Gang-Dinner mit Weinbegleitung, spannenden Talks und der Verleihung des Genuss<br />
Alpen Wein Award sowie dem Genuss Alpen Producer Award.<br />
Freitag, 28. März <strong>2025</strong><br />
Soirée Gala Champagne<br />
Andermatt Konzerthalle / Apéro ab 18.00 Uhr / Filmbeginn 18.30 Uhr<br />
Samstag, 29. März <strong>2025</strong><br />
Soirée Genuss Alpen Wine Award<br />
Andermatt Konzerthalle / Apéro ab 17.30 Uhr / Filmbeginn 18.00 Uhr<br />
Der Film<br />
Widow Clicquot<br />
Thomas Napper<br />
Der Koch<br />
Dario Cadonau<br />
IN LAIN Hotel Cadonau, Brail<br />
Der Film<br />
La Dégustation<br />
Ivan Calbérac<br />
Der Koch<br />
Kevin Romes<br />
skin’s the Restaurant, Lenzburg<br />
Freitag, 4. April <strong>2025</strong><br />
Samstag, 5. April <strong>2025</strong><br />
Soirée Genuss Alpen Producer Award<br />
Andermatt Konzerthalle / Apéro ab 18.00 Uhr / Filmbeginn 18.30 Uhr<br />
Kitchenparty IGNIV Andermatt by Andreas Caminada<br />
Apéro: 17.15 im «La Bonne Cave Andermatt» by Schuler Weine |<br />
Film: Andermatt Konzerthalle | Flying Dinner: IGNIV by Andreas Caminada<br />
Der Film<br />
Gather<br />
Sanjay Rawal<br />
Der Koch<br />
Nenad Mlinarevic<br />
Bauernschänke, Brasserie Süd, Neue Taverne,<br />
Neumarkt und The Counter, Zürich<br />
Der Film<br />
Burnt<br />
Adam Jones<br />
Der Koch<br />
Valentin Sträuli<br />
IGNIV by Andreas Caminada, Andermatt
DER GESCHMACK<br />
VON LECKERBISSEN.