Heimat ... suchen & finden - Technische Universität Braunschweig

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Heimat ... suchen & finden - Technische Universität Braunschweig

BRAUNSCHWEIG WOLFENBÜTTEL WOLFSBURG SALZGITTER

Studieren in Südost-Niedersachsen

Heimat

... suchen

& finden

Wintersemester 2009

Unileben ■ Forschung ■ Karriere ■ Lifestyle ■ Kultur ■ Tipps


Willkommen

Liebe Erstis,

willkommen in eurer neuen Heimat. 4

Tipps

Meine höllische Mitbewohnerin

Wie werde ich sie los in sechs Tagen? 6

Titel

Ein verschwommener Blick

Unser Autor ist auf der Suche nach Heimat. 8

Braunschweiger Original

Der Aff enfelsen 11

»Heimat ist Erinnerung«

Interview mit Regisseur Edgar Reitz 12

Lifestyle

Asphaltgespräche

Kleider machen Leute 14

Hochkultur zum Niedrigpreis

Last-Minute-Tickets des Staatstheaters 14

»Braunschweig war mal HipHop-Hochburg«

Musikproduzent Ole Sander im Interview 15

Die Zukunft wartet schon.

Drei Studierende und ihre berufl ichen Visionen 16

Kampf der Giganten

Braunschweig vs. Wolfsburg vs. Hannover 18

Mein Anfang ...

Er sagt, sie sagt 19

Unileben

Weltenreiten als Restplatzpassagier

CouchSurfi ng und All You Can Fly 20

Einmal hin, alles drin

Das neue Studienservicecenter der TU Braunschweig 20

Heimat ist ...

Leserfotos 21

Yes, we can, too!?

Wenn Studierende wählen gehen 22

»Forschen - Bauen - Fliegen«

Unisport zum Abheben: Akafl ieg 23

Trotz Bachelor: Spanien Ole!!!

Ein Auslandssemester in Valencia 24

Titelfoto: Katerina Papamichael, fotografi ert von Florian Koch

Liebe Leser,

INHALT

seid ihr schon angekommen? Oder sucht ihr noch ein Stück Heimat, Freunde fürs Leben und einen Job, der euch

ausfüllt? Vielleicht seid ihr auch einfach neu in der Stadt und wollt ganz genau wissen, wie euer Studienort tickt.

Strich drunter: Ihr haltet das richtige Magazin in den Händen. Denn wir haben uns nicht nur stellvertretend für

euch auf die Gralssuche nach Heimat begeben und mit dem vielfach ausgezeichneten Filmemacher Edgar Reitz

gesprochen. Für die erste offi zielle Ausgabe von uni38 waren wir außerdem in Berlin bei studiVZ-Gründer

Dennis Bemmann und präsentieren Unisport zum Abheben. Dazu gibt es Neuigkeiten aus der Forschung,

Karrieretipps und jede Menge andere Geschichten mitten aus den drei Hochschulen der Region.

Jetzt seid ihr gefragt: Rückmeldungen werden unter meinung@uni38.de freundlich begrüßt und sogar ernst

genommen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und vor allem Studieren, Lehren und Unileben ...

- 3 -

Euer -Team

Die Welt zu Gast in Braunschweig

Ausländische Studierende über die Löwenstadt 26

Kurz gefragt: Schwarz oder weiß

Oberbürgermeister vs. Hochschul-Präsident 27

Dr. Keber klärt auf ...

Mythen und Märchen im Mietrecht 28

Forschung

Spottbillig in die dritte Dimension …

3D-Scans mit dem David-Laser aus Braunschweig 30

Bart oder nicht Bart...

Was Psychologen zum Gesichtshaar sagen 30

Ein Leben für den LKW

Pioniergeist Heinrich Büssing 32

»Ich kann mich selbst kaum ausstehen«

Wie KDS-Erkrankte unter ihrem Aussehen leiden 34

Eine Toilette im Krisengebiet

Studierende entwerfen Sanitäreinrichtungen 36

Karriere

»We built this city«

Das Strategiespiel „Imaging Earth“ 38

Auf den Spuren von Schuhmacher und Co

„Lions Racing Team“ und „Wob Racing Team“ 38

Dopingverdacht im Hörsaal

Braucht der Campus bald eine Apotheke? 39

»Wir wollen eine Gründungsoff ensive«

Der neue Lehrstuhl für Entrepreneurship 40

»Letztendlich kochen alle nur mit Wasser«

studiVZ-Gründer Dennis Bemmann im Interview 42

Halbe Portion sucht volle Stelle

Berufseinstieg mit Bachelor-Abschluss? 44

Selbstgemachter Studentenjob

André Gießelmann hat ein Modelabel gegründet 47

Interna

Lieblings ...

... CDs, Filme, Bücher unserer Redakteure 48

Rätsel 49

Kolumne 50


WILLKOMMEN

Liebe Erstis,

willkommen in eurer neuen Heimat.

Willkommen in Braunschweig!

Braunschweig. Irgendwo da, im südlichen Zipfel Niedersachsens. Unter

Heinrich dem Löwen regionales Machtzentrum, unter den Nazis auch. Heute Stadt

der Forschung, Stadt des Fußballs, Hafenstadt, Ringstadt – und ihr mittendrin!

- 4 -

Besonders gern redet Braunschweig

über alte Zeiten.

Da gab es zuerst den Bruno.

Nicht der Problembär aus Österreich,

sondern ein rustikaler

Stammesführer aus Sachsen und

wohl der Namenspatron der Stadt.

Rund 1000 Jahre später kam doch

noch ein Import aus dem kleinen

Alpenstaat und wurde in Braunschweig

Deutscher – sein Name:

Adolf Hitler. In den tausend Jahren

zwischen der Gründung und

dem dunkelsten Kapitel des Landes

fl orierte Braunschweig zur

Hansestadt. Gauß vermaß von hier

aus die Welt; Leibniz und Lessing

stapelten Bücher im damals achten

Weltwunder, der Herzog August

Bibliothek in Wolfenbüttel. Und

schließlich – der historische Höhepunkt:

Die Eintracht holte den

Titel. Das war 1967. Der letzte Eintrag

im Geschichtsbuch der Stadt.

Heute ist Braunschweig zwar weder

ein piefi ges Bauerndörfchen, noch

die Ruine einer „Nazihochburg“

(Spiegel). Dafür lenkt Landesgöttin

Brunonia wieder ihren Streitwagen

auf dem als Braunschweiger

Schloss getarnten Einkaufstempel.

Ganz ohne Geschichte geht’s dann

doch nicht.

Aber zwischen dem Muff historischer

Eitelkeit knistert erfrischender

Übermut. Ein Beispiel: Das

Magniviertel. Der touristische

Vorzeigeort lässt ahnen, wie sehr

die einstmals größte Fachwerkstadt

Deutschlands selbst kühnste

Träume von Walt Disney übertraf.

Gerade dort, am Rand des Quar-

kunterbunte Rizzi Haus ins Auge,

ein fröhlicher Pop-Art-Würfel

in Marshmallow-Farben. Oder

der Weihnachtsmarkt. Der wohl

schönste Ort zur Winterzeit. Sein

sommerliches Pendant trägt Hawaiihemd,

Flip-Flops und heißt

Okercabana.

Im Frühling tanzt und trinkt das

gemeine Volk beim größten Karnevals-Umzug

Norddeutschlands.

Im Herbst grübelt und trinkt die

kreative Elite beim alternativen

Filmfestival. Gauß rühmt die Stadt

mit Verstand, Eulenspiegel mit Unverstand.

Und die Brauerei Braunschweig

ehemals Feldschlösschen,

eine der örtlichen Bierbrauereien,

vertreibt neben dem traditionellen

Hausgesöff die legendären Fünf-

Punkt-Null Dosen.

Noch was? Richtig, der Löwe. Das

Wappen von Herzog Heinrich ziert

alles, was jemals Braunschweiger

Boden berührte: Unilogo, Fußballverein

und Lastwagen von MAN.

Als Statue blickt er dumpf gegen

eine Steinmauer auf dem Domplatz.

Vielleicht bewacht er das

kleinste Antiquariat der Republik,

direkt vor seinen Pranken.

Sein Bruder, das Original, ist 740

Jahre alt und lagert gegenüber in

der Burg Dankwaderode. Wer die

einmalige Chance hat die Bronzeskulptur

zu sehen und gegen den

Panzer klopft , bekommt ein hohles

Echo. Er ist der älteste erhaltene

größere fi gürliche Hohlguss seit

der Antike. Ein etwas komplizierter

Titel. Braunschweig ist stolz

drauf – und ihr hoff entlich auch.

Fischer

Birgit

tiers, springt dem Besucher das

Illustration:

Benedikt Crone


Geld zu verschenken

So unwahrscheinlich es klingt, der Staat verschenkt Geld.

Ob es um die Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie

oder Zulagen für die eigene Altersvorsorge geht: Das Angebot

der staatlichen Förderung ist umfangreich. Und: Gerade

junge Menschen profitieren vom Geldsegen. Sichern Sie sich

das Geld und beteiligen Sie Vater Staat am Vermögensaufbau.

Vermögenswirksame

Leistungen

Die vermögenswirksamen

Leistungen (kurz: VL) werden

vom Arbeitgeber zur Förderung

der eigenen Vermögensbildung

gezahlt und können

u. a. in einem Bausparvertrag

oder Investmentsparplan

umgeleitet werden. Werden

die Jahreseinkommensgrenzen

– 17.900 Euro bei Alleinstehenden

bzw. 35.800 Euro bei

einer Zusammenveranlagung

von Ehegatten – nicht überschritten,

gibt es vom Staat

eine jährliche Zulage, die sog.

Arbeitnehmersparzulage.

Arbeiten beide Ehepartner,

können auch beide die staatliche

Zulage abrufen.

Ganz wichtig: Auch wer

von seinem Arbeitgeber

keine vermögenswirksamen

Leistungen bekommt, kann

sich die Förderung einstreichen.

Es reicht, wenn der

Arbeitgeber den jeweiligen

VL-Jahresbetrag – max. 480

Euro pro Person – vom Gehalt

abzweigt und direkt in einen

Investmentsparplan oder

auf einen Bausparvertrag

überweist.

Wohnungsbauförderung

Auch eigene Sparbeiträge in

einem Bausparvertrag werden

vom Staat gefördert. Bausparen

bringt viel: Garantierte

Sparzinsen, Sicherheit und die

sog. Wohnungsbauprämie gibt

es sogar schon für Jugendliche

ab 16 Jahren. Voraussetzung

ist, dass die Jahreseinkommensgrenzen

– 25.600 Euro bei

Alleinstehenden bzw. 51.200

Euro bei einer Zusammenveranlagung

von Ehegatten

– nicht überschritten werden.

Kontakt

Darüber hinaus erhalten Sie

die Option auf ein zinsgünstiges

Bauspardarlehen.

Das Plus für junge Menschen:

Bei Vertragsabschluss vor

dem 25. Lebensjahr gibt es

die Wohnungsbauprämie im

Bausparvertrag auch für

andere Verwendungszwecke

als die eigene Wohnung oder

das eigene Haus, z.B. ein

neues Auto.

Altersvorsorge

Ein rechtzeitiger Beginn mit

der eigenen Altersvorsorge ist

wichtig, da bereits in jungen

Jahren mit kleinen Beiträgen

eine ordentliche Summe

für das Rentenalter zusammenkommt.

Auch der Staat

fördert eine eigenständige

Vorsorge für die Zukunft mit

verschiedenen Zulagen in der

sog. Riester-Rente. Bei Riester

gibt es die Möglichkeit, die

eigene Altersvorsorge klassisch

als Rentenversicherung

oder als Investmentsparplan,

um seine Beträge evtl. um

ein Vielfaches zu vermehren,

abzuschließen. Eine Beratung

bei der Hausbank hilft weiter

und klärt, welche Variante

sich für Ihre persönliche

Situation am besten eignet.

Ein weiterer Bonus: Jugendliche

und junge Erwachsene,

die zum 01. Januar des Jahres,

in dem der Vertrag geschlossen

wird, ihr 25. Lebensjahr

noch nicht vollendet haben,

erhalten bei Abschluss einer

Riester-Rente vom Staat

einen einmaligen Startbonus

in Höhe von 200 Euro.

Also, einfach einen Termin

bei dem Volksbank-Berater

in Ihrer Geschäftsstelle vor

Ort vereinbaren und sich gut

beraten lassen.

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Schwäbisch Hall. Sie erhalten eine Arbeitnehmersparzulage in

Höhe von 9 Prozent auf einen Sparbeitrag von max. 470 Euro

jährlich.

Prämie 2

» Für Einzahlungen in Ihren Bausparvertrag erhalten Sie die

Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent auf einen Betrag

von max. 512 Euro (für Alleinstehende) bzw. 1.024 Euro (für

Ehepartner) jährlich.

Prämie 3

» Ihre VL zahlen Sie in einen Investmentsparplan bei der Union

Investment AG. Sie erhalten eine Arbeitnehmersparzulage von

18 Prozent auf einen Sparbetrag von max. 400 Euro jährlich.

Prämie 4

» Bei einer R+V-Riester-Rente bzw. UniProfiRente sind jährlich

154 Euro Altersvorsorge-Zulage vom Staat für Sie drin. Voraussetzung

für die volle Prämie: Sie müssen 4 Prozent Ihres

rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (max.

2.100 Euro) in einem Riester-Vertrag angelegt haben. Darüber

hinaus gibt es pro Kind eine weitere Zulage bis zu 185 Euro -

für ab 2008 geborene Kinder sogar 300 Euro.


Wenn „Mutti“ das nächste

Mal anruft, plaudere doch

mal ein bisschen aus dem

Nähkästchen. Besonders

Geschichten über das ausschweifende

Sexleben und

die Trinkgelage ihrer Tochter

dürften sie interessieren.

3

1

Nachdem deine Mitbewohnerin

gekocht hat,

stinkt mal wieder die

gesamte Etage nach

Fisch. Wenn sie so drauf

steht, versteck' doch mal

einen Trockenfisch unter

ihrem Bett.

5

TIPPS

Meine höllische

Mitbewohnerin

Wie werde ich sie los in sechs Tagen?!

Wenn‘s um ihren

Freund geht, versteht

deine Mitbewohnerin

keinen Spaß. Mach

ihm doch schöne

Augen, um sie so

richtig zur Weißglut

zu bringen.

- 6 -

4

2

Deine Mitbewohnerin liebt ihren

teuren Teppich über alles und

hütet ihn wie ihren Augapfel? Erlaube

dir einen Spaß und probier

mal aus, ob er sich auch zum

Kresse anpflanzen eignet.

Nicht spülen.

6

Deine Mitbewohnerin

blockiert

das Bad, weil sie

sich mal wieder

stundenlang im

Spiegel bewundert.

Ein bisschen Farbe

in ihre Spülung

und das hätte sich

dann wohl erstmal

erledigt.

Text: Fine Behrens, Kenja Albrecht | Fotos: Fine Behrens, Kenja Albrecht


AUS ELIXIA

WIRD HYGIA

WIR STARTEN DURCH

Ab dem 1. November 2009 starten wir durch. Aus dem ELIXIA Club Braunschweig

wird der HYGIA - The Health & Wellness Club. Vieles bleibt wie es war, wie zum Beispiel:

· Vollklimatisierte Räume (einzigartig in Braunschweiger Fitness-Studios)

· 80 Kurse die Woche (das größte und abwechslungsreichste Angebot Braunschweigs)

· Das einzige Braunschweiger Fitness-Studio mit Schwimmbad

· Öffnungszeiten von Mo. bis Fr. von 6.30 bis 23 Uhr und am Wochenende von 9 bis 21 Uhr

· Mit 4.200 Quadratmetern Fläche das größte Braunschweiger Fitness-Studio

Vieles verbessert sich aber auch zu Euren Gunsten, wie beispielsweise der neue

Tarif HYGIA12STUDENT, der Tarif für Euch Studenten für nur EUR 55,00/Monat.

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IM OKTOBER STARTEN - AB DEZEMBER BEZAHLEN*

Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft mit Euch.

Euer gesamtes Team vom HYGIA.

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THE HEALTH & WELLNESS CLUB

*Bei Abschluss einer Vertragslaufzeit von mind. 12 Monaten. Angebot gültig bis 31.10.2009.


Ein leiser Windhauch. Die

Nachmittagssonne grüßt

von den entfernten Dächern

der Stadt. Es ist warm, die

Hitze bei jeder Bewegung spürbar.

„Achtung! Auf Gleis 1 wird

in Kürze der Regionalexpress

Richtung Uelzen für Sie bereitgestellt.

Die Abfahrtszeit ist

15.20 Uhr!“ Ein kurzes Blinzeln,

ein Blick auf die Uhr, ehe das rege

Treiben auf den Bahnsteigen die

Aufmerksamkeit weckt. Männer

mit maßgeschneidertem Anzug

und Aktenkoff er hetzen von Gleis

zu Gleis. Gestresste Mütter mit

quengelnden Söhnen, die jederzeit

auszubüchsen drohen. „Der Regio-

nalexpress Richtung Uelzen fährt

nun ein! Bitte Vorsicht bei der Einfahrt!“

Ein letzter Zug an der Zigarette.

Der Wind am Gleis nimmt

zu. Die Reisetasche ist geschultert,

der MP3-Player eingeschaltet.

„… Aber wo war noch mal hier, tja

genau genommen, geht es nicht um

die Richtung, beides ist nach Hause

kommen“, krächzt Rapper Dendemann

ein wenig wehleidig.

Und Abgeklärtheit stellt sich ein.

Vor dem Fenster beginnt die Landschaft

langsam zu verschwimmen.

Der Bahnhof wird ein grauer

Punkt am Horizont. Bäume und

Wiesen, einsame Landstraßen und

Felder ersetzen ihn. Alles fl iegt

TITEL

Ein verschwommener Blick

Zwischen den Stühlen – unser Autor ist stellvertretend für euch auf der Suche nach Heimat.

- 8 -

vorbei. Wird zu einem undefi nierbaren

Grün. Bildet Formen. Mal

unregelmäßig, mal mit verblüff ender

Schärfe.

Es berührt doch, nur auf eine

andere Art als früher. Mit mehr

Sentimentalität, mit mehr Melancholie.

Und es geht nicht um die

Richtung, beides ist nach Hause

kommen. Oder?

Zu Hause war dort, wo man aufwuchs.

Dort, wo die Eltern wohnen

und das Gewohnte lebt. Wo

Erinnerungen allgegenwärtig sind.

Mal versteckt an einem Ort mit

dem besten Freund und der ersten

Zigarette, mal vor aller Augen auf

einer Parkbank, wo die große Lie-

be vorbei lief und ein verstohlener

Blick verträumt an ihr haft en blieb.

Dort, wo mittags das Essen wartete.

Wo nachts Grillen vor dem off enen

Fenster zirpten. Und man sich

bewegte ohne überhaupt darüber

nachzudenken.

„Zu Hause war einfach alles gewohnt.

Jeden Tag die gleichen Leute

in der Schule, die Familie und ein

eingeschworener Freundeskreis.

Ich wollte nicht weg, hatte Angst

vor dem was auf mich zukommt“,

meint auch Lisa P., ehemalige Studentin

der Kunstwissenschaft en

hier in Braunschweig.

Und mit dieser Einschätzung

scheint sie nicht alleine zu sein. In


einer repräsentativen Emnid Umfrage

für die Zeitschrift Daheim

gaben 68 Prozent der rund 1000

Befragten auf die Frage welche

Begriff e sie mit Heimat verbinden

„Familie“ an. Darauf folgten mit

42 Prozent Vertrautheit und Geborgenheit

mit

40 Prozent. Dass

Heimat vor allem

auch mit einer gewissenGewohnheit

eng verknüpft

ist, zeigen die

Plätze vier und

fünf. So entschieden

sich die Teilnehmer für die Begriff

e Kindheit mit 39 Prozent und

Geburtsort mit 33 Prozent.

Den Moment, der alles zu verändern

scheint, beschreibt Zach Braff

als Andrew Largeman in seinem

Film „Garden State“:

„Kannst du dich an den Tag erinnern,

an dem du gespürt hast, dass

das Haus in dem du aufgewachsen

bist nicht mehr dein Zuhause ist?

Du hast da noch dein ganzes Zeug

und alles, aber irgendwie ist das

auf einmal kein richtiges Zuhause

mehr.“

Und wirklich, mittlerweile ist auch

»Heimat

ist etwas

Verlorenes.«

„Aber wo war

noch mal hier,

tja genau genommen,

geht es

nicht um die Richtung,

beides ist nach Hause kommen.“

(Dendemann)

das anfangs Fremde ein Zuhause.

Es gibt neue Lieblingsplätze mit

neuen Erinnerungen. Neue Worte,

die mit neuen Straßengassen und

Hausmauern verwachsen. Unbedacht

ausgesprochen und doch

mit immenser Wirkung. Neue,

ganz persönliche

Erfahrungen. Die

erste Zigarette

in der frisch gestrichenen

Küche

und Autolärm vor

dem Fenster. Neue

Leute - mögen,

hassen, meiden

und zu schätzen wissen.

Ein Blick über den Tellerrand des

elterlichen Mittagessens. Ab und

zu mit Fastfood und ziemlich oft

mit neu erfundenen Tageszeiten.

Mit einer neuen Freiheit. Jeder mit

Bedacht gesetzte Schritt spürt die

Einzigartigkeit unter den Sohlen.

Daneben laufen neue, ungewohnte

Erklärungsnöte.

Je nach Gegenüber verschwimmt

die eigentliche Bedeutung von zu

Hause. Mal sind es neue Bekannte,

mal die allerbesten Freunde und

immer folgt eine umständliche Erklärung.

Da ist Hier und Hier ist ▶

- 9 -

2 × in Braunschweig:

Schloss-Arkaden & City-Point

Telefon: 05 31 2 06 49 00

Homepage: www.haiky.de

„Asian Food Haiky“ ist mehr als eine einfache Gastronomie,

„Asian Food Haiky“ bedeutet fernöstliche Küche mit frischen Zutaten.

Hier werden in modernem Ambiente würzige Suppen, frisch zubereitete Hähnchen-,

Enten-, Rindfleisch- oder Tofugerichte, verfeinert mit frischem Gemüse, Bambus-,

Sojasprossen und frischen Kräutern sowie Sushi in verschiedenen Varianten angeboten.

Für Hungrige mit wenig Zeit gibt es alle tagesaktuellen Gerichte auch zum Mitnehmen.

Zur Zeit ist „Asian Food Haiky“ in mehr als 12 Städten,

darunter in München, Erlangen, Köln, Frankfurt, Berlin, Bremen, ... zu finden.

Das erfolgreiche Konzept von „Asian Food Haiky“ hat sich bewährt und wird anerkannt,

da bei „Asian Food Haiky“ auf hochwertige Gestaltung, hohe Qualität

und freundlichen Service gesetzt wird.

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■ 3 Zimmer, Küche, Bad, Loggia

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■ ca. 70 m2 Wohnfl äche

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Neue Stadt, neue

Freunde, neues

Leben. Drei Jahre in

einer Stadt studieren

und trotzdem

irgendwie

Fremder

bleiben..

Da geworden. Unabsichtlich.

Einzig

das Wort Heimat vermag

es eine klare Trennung

zu schaff en. „Bin hier nicht

der Neue, da nicht mehr ganz der

Alte…“ sinniert auch Dendemann

weiter. Versuche dazwischen zu

vermitteln. Ein Balanceakt in der

Hoff nung dabei nicht das Gleichgewicht

zu verlieren. Und dann

meist Scheitern. Vermissen, da wo

etwas wichtig ist.

Ein Leben, zwischen zwei Bahnhofsstühlen

sitzend. Von dem einen

so gut wie hinuntergerutscht

und den anderen eben doch noch

nicht ganz bestiegen.

Denn zum Aufstieg würde gehören,

sich fallen zu lassen. Paradox.

Denn sich etwas aufzubauen, das

von Dauer und mit einem Ort verbunden

ist, irgendwo wirklich anzukommen,

scheint von entscheidender

Bedeutung. Die Schule war

meist ein solcher Ort. Wer dachte

damals schon ernsthaft daran, dass

diese Zeit irgendwann ein Ende

haben sollte.

Die Uni hingegen ist keiner. Dort

herrscht die Angst vor einer ungewissen

Zukunft . Das Wissen, nur

eine Zwischenstation zu absolvieren

ist, zumindest unterbewusst,

allgegenwärtig. Durch die Befürch-

tungetwas zu verpassen

geht die

Zeit verloren.

Kommilitonen sind

dabei meist nur Wegbegleiter.

Bekannte, die das gleiche Schicksal

teilen. In den seltensten Fällen entsteht

eine wirkliche Freundschaft .

Vielleicht auch, weil das eigene Ich

schon zu gefestigt ist.

Einer Umfrage der Universität

Konstanz im Wintersemester

2006/07 an 16 Universitäten

und neun Fachhochschulen

mit 8350 Studierenden zufolge

leiden 36 Prozent

der befragten Studierenden

unter massiven

Prüfungsängsten. 24

Prozent unter ihnen

fühlen sich durch die

hohen Leistungsanforderungen

„stark belastet“.

Weiter gab jeder

Dritte der Studierenden

an, sich um sein späteres

Auskommen ernsthaft Sorgen

zu machen.

„Wenn junge Menschen ihre Eltern,

Geschwister und Freunde

verlassen und an einer Uni plötzlich

ganz allein zurechtkommen

müssen, sind existenzielle Krisen

fast unausweichlich“, meint Rainer

TITEL

- 10 -

Holm-Hadulla, Professor für Psychotherapeutische

Medizin an der

Universität Heidelberg.

Viele Hindernisse also, die auch

ein Ankommen erschweren.

Die Wenigsten

nehmen diese

Hürden, der

große Rest reißt

zumindest eine

von ihnen und

gerät ins Stolpern.

Im Fallen greifen

sie nach jedem

Ast, der sich am Wegesrand bietet.

Und so wird die Studienzeit

zu einer Phase des Suchens. Keine

sich bietende Möglichkeit bleibt

ungenutzt. Keine Tür ungeöff -

net, möge das Hindurchgehen

auch noch so unwahrscheinlich

sein.

Dabei entdeckt jeder Einzelne für

sich etwas anderes.

Vielleicht ist es der Moment in

dem die Kopfh örer das Lieblingslied

spielen während die neue Stadt

vorbeizieht und alle äußeren Einfl

üsse gemutet werden. Vielleicht

das Reisen in fremde Länder, die

mit neuen Eindrücken und Erfahrungen

winken. Vielleicht der Job

in den es sich lohnt, die gesamte

Kraft zu investieren. Vielleicht ist

es auch die Liebe, in der die Erfüllung

gefunden wird. Oder von alledem

ein Bisschen.

„Ich

wollte

nicht weg, hatte Angst

vor dem was auf mich

zukommt. " (Lisa P.)

An der Uni

kommt man

nicht an

Heimat verlagert sich ins Metaphysische.

Wird zu etwas, das nicht

auf Anhieb zu benennen und nicht

greifb ar ist. Zumindest vorübergehend.

Denn hinter all diesen Fassaden

versteckt liegt

eine bestimmte

Konstante.

Das Bedürfnis

nach Geborgenheit.

Danach, irgendwann

einen

Ort zu erreichen,

an dem man sich

aufgehoben fühlt. Edgar Reitz

stellte einmal fest: „Heimat ist etwas

Verlorenes, eine Sehnsucht,

die sich nie erfüllen lässt.“ Dies

mag zutreff en. Doch der Gedanke

an das Gegenteil ist ein ziemlich

schöner.

Einer, an dem es sich festzuhalten

lohnt. Einer, auf dessen Erfüllung

man gerne warten möchte. Vielleicht

irgendwann doch ankommen.

Doch einen der Bahnhofsstühle

erklimmen.

Denn genau genommen, ist vieles

nach Hause kommen. Und vielleicht

ist auch nur der Körper auf

Reise, während das Herz nie wirklich

weg war. „Wir erreichen in

Kürze unseren Zielbahnhof und

bitten alle Passagiere auszusteigen.

Dieser Zug endet hier!“

Auch die anderen Fahrgäste machen

sich bereit auszusteigen. Der

Zug wird langsamer. Die Bilder am

Fenster wieder klarer. Altbekanntes

gewinnt immer

mehr an Kontur.

Heimat. Dort, wo

ein kleiner Junge

mal die Welt entdeckte.

Und da ist

es wieder, das Gefühl

zu Hause

zu sein. Noch.

Arne Schrader

Fotos: Arne Schrader, Florian Koch, Birthe Oelgeklaus


Braunschweiger Original: Der Affenfelsen

Auch hier kann Heimat sein.

Das wohl bekannteste und ganz

sicher größte Studentenwohnheim in Braunschweig

ist die Studentenwohnanlage APM am Rebenring.

Seit 1976 wohnen hier über 800 Studierende in vier

verschiedenen Häusern. Besonders auff ällig ist die Bauweise:

die dem Ring zugewandte Seite erinnert durch das Baumaterial

und die Form an einen Aff enfelsen, und genau dieser

Name hat sich auch durchgesetzt. uni38 hat Mäuschen

gespielt und zeigt in bester Schlüssellochmanier

Höhlenimpressionen direkt vom

Rebenring. Birthe Oelgeklaus

www.metropolregion.de

Internetportal der Metropolregion

Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg

TITEL

INNOVATIV – VERNETZT – INNOVATIV – VERNETZT

Die Metropolregion GmbH verbindet Wirtschaft Wissenschaft Kommunen und das Land Niedersachsen.


TITEL

»Heimat ist Erinnerung«

An seinem Namen kommt man beim Thema Heimat nicht vorbei: Edgar Reitz, Autor und Regisseur

der Heimat-Trilogie. Der Spielfilm-Zyklus mit über 50 Stunden Laufzeit gilt als umfangreichstes

Filmprojekt aller Zeiten und wurde mit Preisen im In- und Ausland überhäuft. Der

mittlerweile 76-Jährige im Interview:

- 12 -


Fotos: Privat

Herr Reitz, wie ist die Idee zur

Heimat-Trilogie entstanden?

Ich befand mich zu der Zeit in

einer berufl ichen Krise. Um mir

meine eigene Situation bewusst zu

machen, habe ich mich mit meiner

Familiengeschichte beschäft igt.

Dabei ist das 2 000-seitige Drehbuch

entstanden.

Welches anfangs noch den Namen

„Geheischnis“ trug…

Das ist ein Ausdruck aus dem

Hunsrücker Dialekt. Es leitet sich

vom Verb „hegen“ oder „Gehege“

ab und bedeutet im übertragenen

Sinne Geborgenheit.

Heimat war in den 80ern ein Unwort.

Trotzdem hatten ihre Filme

großen Erfolg.

Weil sie keine Heimatfi lme sind.

Ich habe wirklich die Konfl ikte

und Widersinnigkeiten der Heimat

beschrieben, anders als bei den gefühlsduseligen

Heimatfi lmen früherer

Zeit. Ich habe also eher einen

Anti-Heimatfi lm gedreht.

Obwohl der Hunsrück doch ihre

Heimat ist.

Heimat ist vor allem Erinnerung

und eigentlich

immer etwas,

»Gegen

Heimweh hilft

Fernweh.«

wovon man

glaubt, dass man

es verloren hat.

Sei es eine Erinnerung

an die

sorglose Kindheit.

Ich zitiere an der Stelle immer

gern Ernst Bloch: „...so entsteht

in der Welt etwas, das allen in die

Kindheit scheint und worin noch

niemand war: Heimat.“

Heimat ist also gleich Kindheit?

Das Glück der Kindheit kann man

nie mehr fi nden. Es

wäre ein Irrtum zu

meinen, man könne

einfach zurückkehren.

Daher ist

Heimat für mich

heute auch das

Gefühl zu sagen:

„Hier bin

ich und hier werde

ich versuchen

meine Gedanken zu

verwirklichen“. Das

ist die Heimat der

Erwachsenen.

Also auch die der Studierenden.

Wie bewerten sie die

aktuelle Entwicklung im Hochschulwesen?

Studieren gab mir immer ein Gefühl

von totaler Freiheit, akademisch

wie menschlich. Durch die

Umstellung auf den Bachelor hat

sich einiges geändert. Ich weiß

nicht, ob ich mich als Student heutzutage

wohlfühlen würde.

Vielen Studierenden geht es wohl

genauso.

Je mehr man eine Liebe zu dem

entwickelt, was man im Studium

lernt, desto größer wird die Angst

später keinen Job zu fi nden. Meist

ist diese jedoch unbegründet, es

verhungert hier schließlich keiner.

Zu meiner Zeit gab es da mehr Zuversicht

seitens der Studenten.

Woher kommt das Angstgefühl?

Ich glaube nicht, dass daran die

neue Studienordnung schuld ist.

Das ist eher eine Frage der Politik.

Ihre fehlende Zuversicht und

mangelnde Konzepte übertragen

sich auf die heutige Jugend. So entsteht

das fatale Gefühl des „nichtgebraucht-werdens“.

Das tut mir in

der Seele weh.

Weshalb unserer Generation der

Mut fehlt irgendwo

einen Anker

zu setzen?

Genau, weil man

immer denkt, dass

das Glück woanders

und alles nur

vorläufi g ist. Doch

es liegt in unserer Natur Verlässlichkeit

zu suchen. Der Mut zum

Abenteuer braucht eine Startbasis.

Und wenn einen dann mal das

Heim(at)weh packt?

Dann hilft Fernweh!

Nico Bensch

- 13 -

+49 531 23835-0 info@iap.eu

Mitspieler gesucht!

Ein erfolgreiches Team braucht guten Nachwuchs,

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Asphaltgespräche

Kleider machen Leute. uni38 hat das Motto ernst

genommen und Braunschweiger Studierende nach

ihrem aktuellen Outfit gefragt.

Laura

Medienwissenschaften an der TU und

der HBK Braunschweig

Haben die Stiefel, die du trägst

eine Geschichte?

„Ich wollte schon immer Cowboystiefel

haben und habe ständig

Flohmärkte und Second Hand-

Shops durchwühlt, aber nie das

Richtige gefunden. Bei Ebay bin

ich dann fündig geworden. Also

habe ich bei der Frau angerufen

und nach der Größe gefragt. Dann

hat sie die Stiefel ausgemessen und

ich meine Füße und ich hab festgestellt,

dass das passen müsste. Ich

hab also geboten und nur um die

40 Euro bezahlt!“

- 14 -

Thomas

Doktorand an der TU Braunschweig

Toller Hut!

„Ja, den habe ich mir letztes Jahr

gekauft , wo das so Mode geworden

ist und da haben mir Leute gesagt,

das steht dir. Also habe ich mir

noch mehr Hüte gekauft ...“

Das Highlight deines Sommers?

„Meine Professorin hat das erste

Mal auf meine E-Mails geantwortet!“

Magst du Bäume?

„Dieses Bild verkörpert den großen

Frust mit meiner Doktorarbeit, die

eigene Unzufriedenheit und dazu

die Unzufriedenheit mit meiner

Professorin “

Helena

Architektur an der TU Braunschweig

Was trägst du da auf dem Kopf?

„Ein Diadem. Jeder soll auf den ersten

Blick sehen, dass ich heute ’ne

Prinzessin bin, weil ich Geburtstag

habe. Ich habe es letztes Jahr zum

Geburtstag bekommen und durft e

es da auch schon den ganzen Tag

tragen.“ Katerina Papamichael

Günstig auf den besten Plätzen: Mit den Last-Minute-Tickets des Staatstheaters Braunschweig

Theaterbesuche sind eigentlich eine kostspielige

Angelegenheit. Mit den Last-Minute-Tickets

des Staatstheaters Braunschweig

könnt ihr jetzt bares Geld sparen. Kommt einfach

eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn

an die jeweilige Abendkasse. Im Großen oder

Kleinen Haus, in Haus III und in der Stadthalle

gibt es je nach Verfügbarkeit für Studierende

bis 35 Jahren Tickets zum Sparpreis

von sechs bis acht Euro. Der Clou: Ihr sitzt in

den besten verfügbaren Preiskategorien, für

die Ihr sonst bis zu 38 Euro bezahlen würdet.

Ausgenommen sind allerdings Premieren,

Gastspiele und Sonderveranstaltungen. Auch

darüber hinaus genießen Studierende bis 35

Jahre Ermäßigungen auf Abos und Eintrittskarten.

Also: Studentenausweis nicht vergessen!

Den aktuellen Spielplan und weitere Informationen

über das Staatstheater gibt es unter:

www.staatstheater-braunschweig.de. Holger Isermann

LIFESTYLE

Hochkultur zum Niedrigpreis

Fotos: Katerina Papamichael, Maria Freystein, Fine Behrens, Staatstheater Braunschweig


Wie bist du überhaupt zur Musik gekommen?

Mein Bruder war erster deutscher Breakdancemeister.

Ich bin erst durch ihn zur Musik gekommen,

denn er hat diese ganzen Breakdance-

Platten nach Hause geschleppt. Die hab ich ihm

geklaut. Ja und irgendwann hab ich dann mit

zwei Plattenspielern angefangen das zu mixen.

Da war der Weg bis zum DJ nicht mehr weit?

Ich bin damals in eine WG gezogen und hab

einen Amerikaner kennengelernt, der wirklich

gut mixen und scratchen konnte. Der hat mir

das beigebracht. Und irgendwann hat mich

dann der Besitzer der Diskothek V gefragt, ob

ich nicht mit dieser R'n'B-HipHop-Mukke in

seinem Club aufl egen möchte.

Zunächst hab ich nur Freitags aufgelegt, doch

der Andrang war richtig groß und er merkte,

dass es ein viel lukrativeres Geschäft war als die

k Chance

deine Musik. deine Chance

LIFESTYLE

Braunschweig war mal

HipHop-Hochburg“

Bis zum musikalischen Durchbruch ist es für junge Musiker meist ein langer und steiniger Weg. Seit

einiger Zeit hilft ihnen dabei „Stars In The City“, das neue Projekt von Ole Sander. uni38 traf Braunschweigs

erfolgreichsten Musikproduzenten in seinem Studio am Rebenring.

älteren QuickStep- und ChaChaCha-Tänzer

am Samstag. Also hat er die alle rausgeschmissen

und ich hab beide Tage hintereinander aufgelegt.

Also kam deine Groove-Mischung gut an...

Auf jeden Fall! Damals ist eine riesige Szene in

Braunschweig entstanden. Wir waren schließlich

mal eine HipHop-Hochburg in Deutschland.

Es gab nirgends so viele Major Acts wie

hier. Zum Beispiel Phase V, die Jazzkantine,

Such A Surge, Aleksey, Cappuccino oder Mc

Keine. Eine richtige Community hat sich entwickelt

und die ganzen HipHopper sind alle ins

V gestürmt, wie die Geisteskranken.

Neben der Musikproduktion bist du jetzt auch

im Veranstaltungsbereich tätig, warum?

Ja, mit den schnellen Internetverbindungen ist

die Musikbranche völlig zusammengebrochen.

MySpace regional

- 15 -

Tipps für

junge Bands











Habt konkrete Ziele vor

Augen und verfolgt diese

Tretet professionell auf

Lebt eure Musik

Schwimmt nicht im Strom,

sondern habt euren eigenen Stil

Spielt immer live

Nutzt jede Gelegenheit

für einen Auftritt

Knüpft Kontakte und

sichert euch Fans

Meldet euch bei diversen

Musikportalen im Internet an

Nehmt professionellen

Gesangsunterricht

Macht gute Fotos

Es hat sich alles nur noch auf das Internet konzentriert.

Wir standen also vor dem Scheideweg:

Alles auf eine Karte setzen und trotzdem

nur Musik machen oder sich umorientieren.

Wir haben uns neben der Studioarbeit also ein

zweites Standbein geschaff en und Veranstaltungen

wie „Stars In Th e City“, das „Mettla-

Festival“ und das „Waldbrand Open-Air-Festival“

ins Leben gerufen.

Fine Behrens, Maria Freystein

“Deine Musik. Deine Chance.” Das ist der Slogan des aktuellen Projekts von Ole Sander. Stars In The City ist ein Internet-

Portal mit derzeit rund 900 registrierten Bands und 6 000 Mitgliedern. Die Bands können hier ähnlich wie bei MySpace

ihre Musik präsentieren und sich für die bekannten Newcomer-Indoor-Wettbewerbe qualifizieren. Am Ende winkt der

Gewinn eines Plattendeals. Weitere Infos unter: www.starsinthecity.de


Die Zukunft wartet schon

Arbeitslosigkeit? Finanzkrise? Niedriglöhne? All das kommt in den beruflichen Visionen dieser

Studierenden nicht vor. Man wird doch wohl noch träumen dürfen, oder?!

BAU

Florian Peters

24 Jahre | Bauingenieurwesen

Diplom | 7. Semester

TU Braunschweig

LIFESTYLE

„In meinem späteren

Job werde ich ein

Bauprojekt leiten, dass

den „Burj-Dubai“ in den

Schatten stellt.“

„Später erhalte ich den Nobelpreis für eine

bunte Tablette, die den Welthunger besiegt.“

- 16 -

CH

Anika Damm

24 Jahre | Lebensmittelchemie

Diplom | 9. Semester

TU Braunschweig


Fotos: Birgit Fischer, Florian Koch

BWL

Tobias Döppner

24 Jahre | Betriebswirtschaft slehre

Bachelor | 1. Semester

Ostfalia Hochschule für

angewandte Wissenschaft

(FH Braunschweig/Wolfenbüttel)

„Ich werde später mindestens

2 000 Mitarbeiter unter mir

haben“

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Kampf der

Giganten

Meeresrauschen

Strandnähe ist Trumpf in Zeiten der globalen

Erwärmung. Während Hannover mit 222 Kilometern

Entfernung die besten Karten hat, bleibt

Wolfsburg nur der Griff zur Muschel.

Nach uns die Sintflut

Aktuell lässt Regisseur Roland Emmerich

mal wieder die Welt überschwemmen.

Weltuntergangsstimmung wird sich

in Braunschweig zuletzt einstellen,

Das

Ergebnis:

Auf einem

respektablen

dritten Platz

landet abgeschlagen

Hannover. Braunschweig

und Wolfsburg hingegen

liefern sich einen erbitterten

schließlich liegen wir ganze 74

Meter über dem Meeresspiegel.

Zweikampf um den Platz an der

Sonne und liegen nach gewonnenen

Kategorien gleich auf. Die Entscheidung

muss also noch ein letztes Mal vertagt werden

und fällt wie immer...auf dem Platz.

LIFESTYLE

Workaholic

Ganz Deutschland jammert über die Wirtschaft

skrise. Die Arbeitslosenquote in Wolfsburg

liegt bei nur sensationellen 3,3 Prozent.

VW sei Dank!

Ballkünstler

Der Nationalsport Nummer 1 darf natürlich

nicht fehlen! Hannover 96 wurde zwar schon

zwei Mal Meister, in punkto Fankultur und

Tradition hat allerdings die Eintracht die Nase

vorne. Aktuell und im direkten Vergleich holt

jedoch VfL Wolfsburg den Titel.

Sonnenanbeter

Wie der Name schon sagt, kann man sich

hier in Braunschweig am besten bräunen. Mit

durchschnittlich 1 514 Sonnenstunden jährlich

lässt die Gaußstadt die Konkurrenz lässig im

Regen stehen.

Tierisch krank

Braunschweig hat seinen Löwen. Wolfsburg seine

Wölfe und Hannover seine Schweine(grippe).

Mit 512 bekannten Fällen hat die Landeshauptstadt

die Stallhoheit.

- 18 -

Jeder Braunschweiger, Wolfsburger und Hannoveraner bekommt

in die Wiege gelegt, dass es sich mit der Nächstenliebe

untereinander in Grenzen hält und bitte auch

für immer halten sollte. Diese Rivalität geht bis ins

13. Jahrhundert zurück. Über die Jahre wurden

lediglich die Rüstung durch das Trikot und

das Schwert durch Verbalattacken ersetzt.

Die Schlachten der Neuzeit werden

im Fußballstadion geschlagen.

Grund genug für uni38 der alten

Feindschaft auf den Zahn zu

fühlen und in einer hoch

wissenschaftlichen

Analyse den Sieger

im ewigen Städtekampf

zu

ermitteln.

Nächstenliebe

Diese wird in Wolfsburg scheinbar größer geschrieben

als in den Nachbarstädten. Hier werden

im Schnitt die meisten Kinder pro Jahr geboren

– den Storch wird’s freuen.

Pfiffikus

Spätestens seit der PISA-Studie steht das deutsche

Bildungssystem in der Kritik. Verlässt man

sich auf die Abiturdurchschnittsnoten, lässt

Braunschweig mit einem Mittelwert von 2,64

die beiden Konkurrenten alt aussehen.

Bonzen

Bill Gates würde vor Neid erblassen. Mit einem

prallen Geldbeutel von jährlich 18 452 Euro

sind die Wolfsburger der „Krösus“ unter den

Niedersachsen.

Methusalem

Altehrwürdig kommt sie daher – die Stadt

Braunschweig. Mit 1159 Jahren ist sie der Dinosaurier

in unserem Städteranking und in punkto

Tradition weder von Hannover von Wolfsburg

zu schlagen.

Franziska Ziemann, Jonas Hartwig, Kenja Albrecht, Nico Bensch

Fotos: Franziska Ziemann, Jonas Hartwig, Kenja Albrecht


Er sagt Sie sagt

Morgendliche Sonnenstrahlen

kitzeln meine Nase. Die

Bettdecke hat sich mittlerweile

zwischen meine Beine verkrümelt.

Uhrengeräusch. Tick, kurze

Pause, Tick, Tick, diesmal aber leise.

Und wieder von vorne. Im Takt dazu

Musik aus dem DVD-Player. Wir

müssen eingeschlafen sein gestern

Abend. Es war schön. Eine Schüssel

Popcorn, zwei oder drei Appletinis

und überall roch es dezent nach

Mangokörperbutter. Ich öff ne langsam

die Augen und da liegt sie. Ihr

Gesicht halb im Kissen vergraben. Mein Blick wandert quer durchs

Zimmer. Eine Hose balanciert alles andere als anmutend auf dem

Deckenfl uter. Auf dem Tisch eine Obstschale mit ein paar Äpfeln

darin. Davor liegt ihr BH. Versprüht irgendwie einen Hauch Grazie

wie er es sich dort neben dem Umzugs karton bequem macht.

Eigentlich viel zu schade ihn dort...Umzugskarton?

Die Müdigkeit ist verfl ogen. Eine weitere Nacht in unserer gemeinsamen

Wohnung. Und ich vermisse schon jetzt so vieles. Einen

Jambalaya oder einen saft igen Turkey Bacon statt ständig nur

Gemüse zum Beispiel. Den Haken neben der Tür im Badezimmer.

Oder unseren rothaarigen Zeitungsjungen. Doch das stelle ich

hin ten an. Schließlich soll es ja funktionieren. Wie ein Schweizer

Uhrwerk. Tick, kurze Pause, Tick, Tick. Ich fühle mich wie in einer

emotionalen Achter...ehm, was ist wenn dadurch unsere Beziehung

kippt? Wenn wir auf Dau er nicht mehr Hand in Hand sondern

uns nur noch auf die Nerven gehen? „Ich mag dein Gesicht,

wenn du nachdenkst“ sagt sie leise. Ein wenig perplex küsse ich sie

sanft und suche meine Sachen zusammen. Schon viel zu spät. Ich

hechte zum Flur, die Tür hinaus, doch sie schließt nicht. In einer

Ritze ist ein schimmernder Penny zu erkennen. Aus meinem Zimmer

ertönt noch immer leise Musik aus dem DVD-Player. ... No, I

know, I’m no superman. Arne Schrader

LIFESTYLE

Mein Anfang ...

Das erste Zusammenleben. JD, Eliot, Turk oder Carla. Alle mussten sie außerhalb des Sacred Hearts

ihren „Patienten“ pflegen. Aber ist eine genauere Untersuchung immer notwendig? Reicht hier und da

eine Spritze oder muss doch der Dephibrillator ran?

- 19 -

Erst schlug er mir

vor „nach dem Bachelor“

zusammen

zu ziehen, dann wurde

daraus „nächstes Wintersemester“

und dann

folgte doch schon der im

„nächsten Monat“-Vorschlag.

Eigentlich war nicht

geplant, dass ich doch

so schnell mit meinem

Liebsten ein 2-Zimmer-

Küche-Bad teilen sollte.

Wir dachten irgendwie schon, dass wir bestimmt auch ganz gut zusammen

wohnen können, wenn das zusammen sein schon gut klappt

– hat ja immer irgendwie geklappt.

Naja, das Denken sollte man den Pferden überlassen, die haben

schließlich größere Köpfe. Doch nach einigen Tagen, eigentlich

schon nach den ersten Stunden, des gemeinsamen Zusammenwohnens

war klar: wir sind wie Dr. Cox und Dr. Kelso. Er will einfach

nicht wahrhaben, dass Rowdy nicht zur Wohnzimmergarnitur passt

und, dass es in der Küche keine Pancake-Schublade geben muss. Und

seit wann hat er einen Putzfi mmel!? Und ist es wirklich so wichtig,

dass die Cornfl akes in eine extra Box kommen, damit keine kleinen

Spinnen hinein klettern und mir eines Morgens plötzlich „Guten

Morgen“ sagen? Okay, ich brauch erstmal einen starken Appletini. Es

ist unglaublich wie viele grundlegende Unterschiede es zwi schen uns

gibt im Bezug auf Haushalt und Wohnungsein richtung. Ich denk mir

einfach: „Bleib geschmeidig!“, und diese Unterschiede werden sich in

den nächsten Wochen, vielleicht auch Monaten, in Luft aufl ösen. Die

Fragen „Was essen wir heute Abend?“ oder „Hast du den Cent unter

die Tür fallen gelassen?“ werden immer wieder ein bisschen Action

in die Beziehung bringen. Wer denkt, dass Zusammenwohnen die

liebe Liebe zerstört, der irrt sich: Sie beschert ein aufregendes Abenteuer

und ist ein Drückerchen wert. Maria Boger


Einmal um die Welt reisen, fremde Kulturen kennenlernen und neue Freundschaften knüpfen!

Wer will das nicht?! uni38 zeigt euch, wie ihr auch mit klammem Studentenportemonnaie

zum Weltenbummler werden könnt.

Lass uns Weltenreiten gehen

CouchSurfi ng.com ist ein weltweiter Gastgeberdienst

und hat sich mittlerweile zum Geheimtipp

für Reisewütige gemausert. Auf der

Internetseite könnt ihr nach einem kostenlosen

Schlafplatz für Reisen in 231 unterschiedliche

Länder suchen oder gleich selbst

zum Gastgeber werden. Durch ein gut ausgebautes

Nutzerprofi l ist auf beiden Seiten für

ein Mindestmaß an Sicherheit gesorgt. Eine

Hand wäscht weltweit und über das Internet

die andere. Ganz nach dem Motto: „Die Welt

zu Gast bei Freunden!”

��Internationalität

��Kostenloser Dienst

��Gewisses Risiko

But: No Risk, No Fun!

Wer in diesem Land eine Frage hat,

verbringt entweder viel Zeit in telefonischen

Warteschleifen oder

wird von einem Ansprechpartner

zum anderen geschickt, bis er irgendwann

eine zufriedenstellende

und vor allem verbindliche Antwort

erhält. An der Technischen

Universität Braunschweig will

man Studierenden, Studieninteressierten

und Besuchern diese Wege

jetzt ersparen und hat treu dem Real-Slogan

„Einmal hin, alles drin“

entscheidende Beratungsstellen in

einer Einrichtung zusammengefasst.

Im neuen Studienservicecen-

ter im Haus der Wissenschaft warten

die Zentrale Studienberatung,

das Immatrikulationsamt, das

International Offi ce, der Career-

Service und das Studentenwerk auf

die Fragen der Studierenden.

„Wir wollen mit dem neuen Angebot

eine gute Erreichbarkeit,

schnelle Bearbeitung und eine

kompetente Beratung gewährleisten

und natürlich einen kundenfreundlichen

und -orientierten

Service“, betont Katharina Menke.

Weitere Informationen und

die Öff nungszeiten gibt es unter:

www.tu-braunschweig.de/sc

UNILEBEN

Weltenreiten als Restplatzpassagier

Einmal hin, alles drin

- 20 -

Der Restplatzpassagier

Du bist zwischen 16 und 27 Jahren? Schüler,

Zivildienstleistender oder Studierender?

Dann bist du ein potenzieller Anwärter des begehrten

All You Can Fly Tickets von TUI.

Dieses spezielle Angebot bietet dir für rund

199 Euro die Gelegenheit das gesamte TUIfl y-

Streckennetz in einem begrenzten Zeitraum

abzufl iegen. Und das inklusive aller Steuern,

Gebühren und Zuschläge. Einziger Haken: Du

musst sehr spontan sein, denn jeder Flug kann

erst 48 Stunden vor dem Abheben gebucht werden.

Dafür gibt es heute Stockholm, morgen

Mailand und übermorgen Paris… die Welt

liegt dir zu Füßen!

�� Internationalität

�� Exklusive Vielfalt in kurzer Zeit

�� Begrenzte Stückzahl

�� Flexibilität ist ein Muss

Das neue Studienservicecenter der TU Braunschweig will Wege verkürzen und kompetent beraten

Text: Maria Freystein, Holger Isermann/Fotos: Arne Schrader, Carsten Knust pxxl Grafi kdesign


Birgit Fischer

„...nur eine Sichtweise...“

Lisa Dauke

„... da, wo ich gehe und stehe...“

Sümeyra Günaydin

„... wenn man in der Fremde etwas Heimisches findet...“

UNILEBEN

Heimat ist...

Ankommen, zu Hause sein, Geborgenheit empfingen. Unsere Leser zeigen, was Heimat für sie bedeutet.

Andreas Knoll

„... da, wo mein Herz ist..:“

- 21 -

Viktoria Kramer

„...nicht immer sauber, und kann trotzdem Heimat sein...“

Roberta Bergmann

„... die Erinnerung an Vergangenes...“


Wahlabsicht nach Hochschule (TU/HBK)

(Es haben leider nicht ausreichend Studierende der FH teilgenommen)

15,0 % 13,0 %

14,0 % 13,0 %

Wahlabsicht nach Geschlecht (m/w)

12,0 % 22,0 %

12,0 % 18,0 %

Uni-Gesamtergebnis

12,9 %

11,7 %

15,0 %

16,0 %

6,0 %

6,0 %

SPD CDU FDP Grüne Die Linke Piraten

Am 27. September war es wieder soweit,

Deutschland hat gewählt und uni38

hat die Gunst der Stunde genutzt,

um schon vorher den Studierenden der Region

Braunschweig auf den politischen Zahn zu fühlen.

Rund 800 Studierende der TU, HBK und

FH haben bei unserer Online-Umfrage mitgemacht.

Interessiert und ohne Vertrauen

Die Studierenden von heute gelten gemeinhin

als politisch uninteressiert. Überraschenderweise

zeigt die uni38-Umfrage, dass sich rund

90 Prozent der Befragten vorgenommen haben

zur Wahl zu gehen. Im Vergleich zur gesamten

Wahlbeteiligung der letzten Jahre ein starker

Wert. Nur etwa jeder fünft e Studierende bezeichnet

sich als politikverdrossen. Hier wird

vor allem anhand der Kommentare deutlich,

dass es bei den wenigsten am Interesse scheitert.

Ein gewichtiger Grund scheint die Unzufriedenheit

mit den deutschen Politikern. So

schreibt ein Student: „Ich habe den Eindruck,

dass egal welche Partei man wählen würde, es

auf das gleiche Ergebnis hinausläuft . Anstatt

sich für das Volk einzusetzen wird Politik als

Wettkampf von den Parteien gesehen. Es sollte

mehr Zusammenarbeit stattfi nden.“ Auch der

eigene Einfl uss auf das Wahlergebnis wird von

11,0 %

UNILEBEN

- 22 -

17,0 % 42,0 %

18,0 % 35,0 %

19,4 %

einigen als gering eingeschätzt, „Meine Stimme

macht einfach keinen Unterschied“, heißt es

in den Kommentaren zur Umfrage. Trotzdem

informieren sich immerhin 51 Prozent der Befragten

täglich in der Tagesschau und Tageszeitungen

über die aktuelle politische Lage.

Piraten auf dem Vormarsch?

Ganz hoch in der Wählergunst bei den Studierenden

steht laut Umfrageergebnissen die

Piratenpartei mit 21,5 Prozent. Ob das nun

ein schlechter Scherz, ehrliche Unterstützung

oder einfach nur ein großes Ausrufezeichen an

die etablierten Parteien ist, sei dahin gestellt,

jedoch sollte so ein Ergebnis zum Nachdenken

anregen! Helmut Blöcker, Direktwahlkandidat

von den Grünen für den Wahlkreis

Braunschweig, sieht klare Gründe für das gute

Abschneiden der Piraten: „Studenten, und besonders

männliche, sind sehr Netz-affi n. Daher

sind die Piraten hier überproportional vertreten.

Grüne und Piraten haben fast identische

Vorstellungen von Bürgerfreiheiten.“ Kandidat

Carsten Müller von der CDU meint zum Erfolg

der jungen Partei: „Es ist ein immer wieder zu

beobachtendes Phänomen, dass neugegründete

Parteien, die sich nur auf ein oder zwei Th emen

konzentrieren, besondere Medienaufmerksamkeit

bekommen. Für gute Politik reicht das al-

5,0 % 14,0 %

5,0 % 9,0 %

Yes, we can, too!?

5,5 %

32,0 % 10,0 %

34,0 %

21,5 %

Deutschland hat Schwarz-Gelb gewählt. Braunschweigs Studierende hätten anders entschieden.

2,0 %

lerdings nicht.“ Die Grünen mit Claudia Roth

liegen mit 19,4 Prozent der Stimmen an zweiter

Stelle. Atomausstieg, soziale Gerechtigkeit und

Klimaschutz, um nur einige Punkte aus dem

grünen Wahlprogramm zu nennen, scheinen

vor allem den weiblichen Anteil der Studierenden

überzeugt zu haben. Schließlich haben sich

mit 35 Prozent signifi kant mehr Frauen für die

Grünen entschieden als Männer (18 Prozent).

Die Hochschulen wählen

unterschiedlich

Bemerkenswert ist dabei auch der Unterschied

zwischen den Umfrageergebnissen an der

HBK und der TU. Während die Studierenden

der HBK mit einem Anteil von 42 Prozent die

Grünen wählen würden, sind es an der TU lediglich

17 Prozent. Bei der FDP dagegen verhält

es sich genau umgekehrt. Die SPD ist mit 12,9

Prozent abgeschlagen. Trotz des Bestrebens die

Studiengebühren abzuschaff en, gelingt es der

alten Dame um Frank-Walter Steinmeier nicht

bei den Studenten zu punkten. Bleibt nur noch

zu hoff en, dass nicht allzu viele Studierende im

Wirrwarr der Erst- und Zweitwohnsitze vergessen

haben die Briefwahl zu beantragen und

der Wahlzettel am anderen Ende Deutschlands

heute noch vergeblich auf sein Kreuz wartet.

Denn jede Stimmt (hat ge)zählt! Nico Bensch, Jonas


Fotos: Sebastian Wulf

Die Sonne scheint und am Himmel sind

nur noch ein paar vereinzelte Wolken

zu sehen. Auf dem Flughafen Braunschweig-

Wolfsburg liegen einige Studierenden gelassen

in der Sonne. Ein leichter Wind kommt auf

und beginnt die letzten Wolken wegzublasen.

Endlich ploppen vereinzelt Schäfchenwolken

am strahlend blauen Himmel auf – ein Zeichen

für die perfekte Th ermik. Allmählich kommt

Bewegung in die kleinen am Boden wartenden

Grüppchen. Alle müssen mit anpacken, denn

Segelfl iegen ist Teamarbeit.

„Fallschirm – check! Höhenruder – check!

Bremsklappen – check! Alles startklar!“ Ein

UNILEBEN

Forschen, Bauen, Fliegen

Die Theorie des Studiums in der Praxis anwenden – bei Akaflieg ist das möglich!

letztes Zeichen zum Mann an der Winde und es

geht los. Mit einer Beschleunigung, die einem

Sportwagen gleichkommt, rast das aus glas- und

kohlefaserverstärkten Kunststoff en bestehende

Flugzeug über das Rollfeld. Jede Unebenheit

der frisch gemähten Wiese wird ungedämpft in

das Cockpit übertragen. Es kracht und holpert

– dann Stille. Ein letzter Ruck als das Schleppseil

ausklingt. Jetzt gibt es keine Verbindung

zur Erde mehr. Vergessen sind alle Zweifel

und Ängste. Fast geräuschlos zerschneidet die

Janus CE die Luft massen, während die Th ermik

sie immer höher

und höher trägt. Wie

ein Modell breitet

sich die Löwenstadt

weit unten aus. Der

Schornstein von BS-

Energie ist sofort zu

erkennen, genau wie

das Rechenzentrum

und der Architower.

Hier oben im Flieger ist nichts außer blauem

Himmel und die strahlende Sonne, die einen

durch die Acrylglaskanzel wärmt! „Ist man

erst mal in der Luft kann man einfach abschalten

und entspannen“, fi ndet auch Robert Greif.

Der erste Vorsitzende von Akafl ieg studiert

Maschinenbau im 6. Semester.

Wer selbst einmal abheben möchte, ist bei der

1922 gegründeten Akafl ieg, den akademischen

Fliegern Braunschweig, genau richtig. Die

Studierenden der TU Braunschweig fl iegen

aber nicht nur, sondern entwerfen und bauen

- 23 -

»In der Luft kann

man einfach

abschalten.«

ihre Segelfl ugzeuge sogar selbst. Und das sehr

erfolgreich. Unter dem Motto „Studierende

forschen, bauen, fl iegen" hat die Akafl ieg in

den letzten Jahren zahlreiche Wettbewerbe

gewonnen und neue Weltrekorde aufgestellt.

So hielt etwa die SB10 mehrere Langstrecken-

Weltrekorde und war 28 Jahre lang das größte

Segelfl ugzeug der Welt. „Die Th eorie, die man

im Studium lernt in die Praxis umsetzen – das

ist der Reiz beim Segelfl iegen“, betont Greif.

Jeder Studierende, der Spaß am Forschen, Bauen

und Fliegen hat und begeisterungsfähig ist,

kann bei der Akaflieg

mitmachen. Ein

bestimmter Studien-

gang, Vorkenntnisse

oder besondere Talente

sind ebensowenig

Voraussetzung

wie eine Pilotenlizenz.

„Alle technischen

Fähigkeiten

bringen wir unseren Mitgliedern nach dem

Prinzip "learning by doing" selbst bei“, sagt

Greif. Es dauert insgesamt nur zwei Jahre bis

man allein abheben kann.

Werkstattausrüstung und Material stellen die

Industrie und andere Organisationen gerne zur

Verfügung. Diese Hilfe und die Geldspenden

von ehemaligen Mitgliedern und Förderern

sind der Grund für die niedrigen Kosten. Pro

Start zahlt man 50 Cent. Billiger kommt man

nicht in die Luft .

Sebastian Wulf


Svenja Böttger hat sich getraut.

Raus aus dem Alltagsstress,

hinein in eine

neue Lebenserfahrung. „Man

sollte sich vom starren Bachelorsystem

nicht abschrecken lassen

und mit viel Enthusiasmus seine

Ziele verwirklichen“, so Svenja.

Ein Auslandssemester einzulegen

ist kein einfacher Weg, aber einer,

der sich am Ende immer lohnt. So

verschlug es die Medienwissenschaft

lerin aus Braunschweig nach

Valencia, Spanien.

Grund dafür war sicherlich nicht

nur ihre Vorliebe für Tapas und

Paella, sondern auch das Interesse

an fremden Sprachen und Kulturen.

Neugierig auf Spanien wurde

sie durch ihren Freund, der jahrelang

dort lebte.

Erst einmal richtig angekommen,

gibt es viel zu entdecken. Spanier

sind unkompliziert, nett und vor

allem laut. In Valencia bietet ein

riesiger Campus alles, was man

braucht. „Das Uni-Leben war super.

Man hatte alle Studienrichtungen

auf einem Haufen und

lernte schnell viele Leute kennen“,

schwärmt Svenja. Insgesamt ist das

Studentenleben gemeinschaft licher

angelegt als hier in Deutschland

und nach ein paar Gläsern

Sangria war die Sprachbarriere

eingerissen.

So wie die Spanier selbst ist auch

die Uni sehr unkompliziert und

spontan. Raum- oder Zeitplanänderungen

werden spontan vor Ort

bekannt gegeben. „Entweder man

bekam es mit oder eben nicht“.

Das relaxte Leben war für die

21-Jährige eine willkommene

Abwechslung. „Die Einzelheiten,

die sich ab und zu in der Sprache

verstecken, lernten wir meist

durch unsere spanischen Freunde

kennen“, erklärt Svenja. Es ist natürlich

wichtig, tolerant und auf-

UNILEBEN

Trotz Bachelor:

Spanien Olé!

- 24 -

geschlossen auf die Menschen zuzugehen

und den Erasmuszirkus

hin und wieder zu verlassen, um

auch mit Spaniern in Kontakt zu

kommen. Unternehmungen mit

Einheimischen vermitteln Kultur

und Gewohnheiten schließlich

besser als jede Touristenrundfahrt.

Svenja ist sich sicher: Ein Auslandssemester

– jederzeit wieder!

Dabei gibt sie zu bedenken: „Man

sollte sich nicht voll auf die Unis

verlassen, sondern einen Teil der

Organisation selbst in die Hand

nehmen.“ Auch sollte man sich

im Klaren darüber sein, dass ein

Auslandssemester fast immer auch

ein längeres Studium bedeutet,

weil Lernstoff und Pfl ichtseminare

verpasst werden oder die im Ausland

belegten Veranstaltungen sich

nicht voll ins heimische Studium

einbringen lassen. Für viele scheint

dies Abschreckung genug zu sein,

nur rund 15 Prozent der Bachelor-

Studierende entscheiden sich nach

der neusten Studie der Hochschulinformationssystem

GmbH (HIS)

und des Deutschen Akademischen

Auslands Dienst (DAAD) für ein

Auslandssemester. Zum Vergleich:

Eine Auszeit in der Fremde: Auslandssemester

sind oft Lebensfreude pur!

Fotos: Privat, www.viajar24h.com


Fast 35 Prozent der Diplom- und

sogar rund die Hälft e der Magisterstudierenden

wagen 2009 den

Schritt.

Das zeitliche und natürlich fi nanzielle

Opfer wird mit individuellen

Erfahrungen belohnt. „Ich habe

hier in Spanien einiges für mein

Leben gelernt. Zum Beispiel eine

völlig andere Kultur erfahren und

meine Sprachkenntnisse verbessert.“

Das freut einen selbst und

den Personalchef bei der nächsten

Bewerbung – denn: Auslandserfahrungen

und Sprachkenntnisse

sind immer noch ein entscheidendes

Abgrenzungsmerkmal gegenüber

Mitbewerbern auf dem Stellenmarkt.

„Ich bin sehr glücklich

über meine Entscheidung in Spanien

zu studieren. Zwar freue ich

mich schon auf mein Studium hier,

aber ich werde es defi nitiv anders

angehen als vor meinem Auslandsaufenthalt.“

Also für alle Unentschlossenen:

Packt den Stier bei

den Hörnern. Koff er packen und

los! Josephine Königshausen

UNILEBEN

Die Checkliste für den Auslandsaufenthalt

Für einen erfolgreichen Start ins Auslandssemester

solltest du möglichst früh mit der

Organisation beginnen. Damit du bei der Planung

nichts vergisst hier eine Checkliste zur Hilfe.

Eineinhalb Jahre vorher:

Zuerst musst du natürlich entscheiden wo es hingehen

soll und was du von deinem Auslandssemester

erwartest. Eine neue Sprache lernen oder Sightseeing?

Praktikum oder Studium? Skifahren oder Sonnenbaden?

In jedem Fall ist dein erster Ansprechpartner

das International Offi ce der TU, HBK oder FH. Hier

kannst du dich über Austauschprogramme und Bewerbungsformalitäten

informieren. Oft macht es Sinn

sich für mehrere Programme zu bewerben, um die

Chancen auf einen Platz zu erhöhen.

Ein Jahr vorher:

Die Bewerbungsphase läuft . Viele Programme erfordern

Sprachtests und Gutachten von Professoren, um

die du dich jetzt bemühen solltest. Damit die Leistungen,

die du im Ausland erbringst an deiner Heimatuni

anerkannt werden, empfi ehlt es sich früh mit deinem

Studiengangskoordinator und dem Prüfungsamt in

Verbindung zu treten.

Ein halbes Jahr vorher:

Die Zusage ist da. Zeit sich Gedanken über die Finanzierung

deines Auslandsaufenthaltes zu machen. Das

International Offi ce gibt dir gern Auskunft zu Stipendienmöglichkeiten

und Auslandsbafög. Außerdem

solltest du dich um nötige Impfungen und Visabestimmungen

kümmern.

Drei Monate vorher:

Spätestens jetzt solltest du deinen Versicherungsschutz

im Ausland und die Gültigkeit deines Reisepasses

überprüfen. Informiere dich auch bei deiner

Bank inwieweit dein Konto im Ausland erreichbar ist,

damit du weiterhin kostenlos Geld abheben kannst.

Außerdem solltest du dir eine Wohnmöglichkeit in

deinem neuen Studienort suchen. Für deine Wohnung

brauchst du jetzt einen Zwischenmieter und für

deine Post eine neue Adresse (deine Eltern nehmen sie

bestimmt gern).

Zwei Wochen vorher:

Bald geht es los. Der Flug ist gebucht und die Koff er

gepackt (Übergewicht vermeiden). Bleibt nur noch

die große Abschiedsparty. Aber bitte am Abfl ugtag

nicht verschlafen. Josephine Königshausen, Shirin Schönberg


Natalia (23)

aus São Paulo/

Brasilien

▶ In Braunschweig absolviere ich

mein Praktikumssemester in

Agrarwissenschaft en. Die deutschen

Bauern sind um vieles organisierter

als in Brasilien.

▶ Der Heidbergsee erinnert mich ein

bisschen an zu Hause in São Paulo

– Sonne, Strand und Wasser.

▶ Die Deutschen sollten mal etwas

spontaner werden, sie sind zu

sehr mit ihrer To-Do-Liste beschäft

igt.

▶ Das Wintersemester in Deutschland

ist viel zu kalt.

Ding (28)

aus

China

▶ Ich mache gerade meine Promotion

in Biologie in Braunschweig.

▶ Wenn ich wieder in China bin,

werde ich das deutsche Bier und

das Schnitzel sehr vermissen.

▶ Gäbe es die Möglichkeit würde

ich die deutsche Schokolade

nach China in Tonnen exportieren.

▶ Die deutschen Studenten haben

eine total andere Weltansicht als

ich von zu Hause kenne. Sie haben

immer einen Plan und von

dem lassen sie sich auch schwer

abbringen.

▶ Ich bin am liebsten an der Okercabana,

wenn ich nicht gerade

im Labor bin.

UNILEBEN

Die Welt zu Gast

in Braunschweig

Was ausländische Studierende über die Löwenstadt denken…

- 26 -

Diana (27)

aus Porto Alegre/

Brasilien

▶ Ich mache gerade meine Promotion

in Biologie an der TU.

▶ Ich liebe Kartoff eln in allen Variationen.

Die Deutschen kennen

wirklich viele Arten Kartoff eln

zu machen.

▶ Wenn ich in zwei Jahren wieder

nach Hause fl iege, werde

ich auf alle Fälle ein Bierglas

aus Deutschland mitnehmen.

Ihr habt so viele und die sind so

groß.

▶ Ich fi nde es total seltsam, dass

die deutschen Studenten Wasser

mit Saft trinken. Warum machen

die das? Entweder oder!

▶ Ich bin als Erasmusstudent in

Deutschland, um Deutsch zu

lernen. Ich will später Dolmetscher

werden.

▶ In Italien sind die Straßen voller

Müll und auf den Gehwegen

sind überall Tretminen von den

Hunden. In Braunschweig ist es

wirklich sehr sauber. Hier bin

ich noch nicht einmal in Hunde-

Thomas (33)

aus

Chile

▶ In Deutschland ist es total

grün. Mitten in der Stadt gibt

es viele Parks. Der Prinzenpark

ist zum Beispiel wunderbar

zum Grillen. Sowas kenne

ich sonst eigentlich nur aus

Amerika.

▶ Warum gibt es eigentlich in Chile

nicht so was Leckeres wie Kartoff

elaufl auf oder Currywurst?

Das werde ich sehr vermissen.

▶ Das tolle an Deutschland ist,

dass man wirklich merkt welche

Jahreszeit ist. Frühling, Sommer,

Herbst und Winter sind toll

in Deutschland.

Stefano (24) aus Sardinien/Italien

scheiße getreten.

▶ Die Deutschen sollten mehr das Dolce

Vita genießen. Sie sind einfach zu

steif und wirken wie Statuen.

▶ Die Mensa sollte nicht versuchen

italienisches Essen nach

zu kochen. Das ist ja furchtbar,

Pasta und Pizza ist eh am besten

in bella Italia.

Maria Boger

Text: Benedikt Crone/Fotos: Maria Boger, Privat


OBERBÜRGERMEISTER DR. GERD HOFFMANN PROF. WOLF-RÜDIGER UMBACH, PRÄSIDENT DER OST-

FALIA HOCHSCHULE

Tee oder Kaffee?

Hund oder Katze?

Alpen oder Ostsee?

Mac oder PC?

CD oder Platte?

Bier oder Wein?

Eintracht Braunschweig oder Bayern München?

Fahrrad oder Auto?

Berlin oder Hamburg?

Kanzler oder Kanzlerin?

Döner oder Pizza?

Frühling oder Herbst?

Heute oder Tagesschau? –

keine Zeit für irgendeine

Focus oder Spiegel? – weder noch

Rock oder Classic?

Fisch oder Fleisch?

Tatort oder Rosamunde Pilcher? –

Keine Zeit für irgendeine

BMW oder Mercedes? – Audi

UNILEBEN

Kurz gefragt: Schwarz oder weiß?

- 27 -

Tee oder Kaffee?

Hund oder Katze?

Alpen oder Ostsee?

Mac oder PC?

CD oder Platte?

Bier oder Wein?

Eintracht Braunschweig oder Bayern München?

Fahrrad oder Auto?

Berlin oder Hamburg?

Kanzler oder Kanzlerin?

Döner oder Pizza?

Frühling oder Herbst?

Heute oder Tagesschau?

Focus oder Spiegel?

Rock oder Classic?

Fisch oder Fleisch?

Tatort oder Rosamunde Pilcher?

BMW oder Mercedes? VW


Mythen und Märchen

im Mietrecht

Ob im Studentenwohnheim,

einer WG oder

Mietwohnung – es gibt

viele Gerüchte über

Rechte und Pflichten

der Mieter. Für uni38

deckt Dr. jur. Tobias

O. Keber Irrtümer auf

und gibt Tipps für das

Wohnen auf der sicheren

Seite des Mietrechts.

Die „3-Nachmieter-Regel“

Wenn ein Mieter schon vor Ablauf der dreimonatigen Kündigungsfrist

„aus dem Vertrag heraus“ will, muss er nur drei Nachmieter präsentieren.

„Das ist ein Gerücht“, stellt Keber fest. „So einfach ist das nicht. Grundsätzlich

kann sich der Vermieter seinen Vertragspartner aussuchen und

muss sich nicht für den Vorgeschlagenen entscheiden. Wenn man bereits

im Mietvertrag eine Ersatzmieterklausel vereinbart hat, stehen die

Chancen allerdings besser. Dann muss der Vermieter den Vorgeschlagenen

grundsätzlich akzeptieren.“

Der Vermieter hat einen Zweitschlüssel

Plötzlich steht der Vermieter in der Wohnung und will nach dem Rechten

sehen. „Ohne Zustimmung des Mieters darf er die Wohnung nicht

betreten“, sagt Keber. Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist verfassungsrechtlich

garantiert. Es gibt aber Ausnahmen. Ist der Mieter beispielsweise

verreist und ein Wasserrohr leckt, darf der Vermieter die

Wohnung betreten, um den Schaden zu begrenzen.

UNILEBEN

- 28 -

Recht auf eine Party im Monat

Dazu Keber: „Rechtlich wird das Feiern weder unmittelbar verboten

noch erlaubt. Grundsätzlich muss der Mieter die allgemeine Nachtruhe

ab 22 Uhr einhalten. Schlägt er öft er über die Strenge, kann dies Abmahnungen

durch den Vermieter zur Folge haben und im Extremfall sogar

eine Kündigung rechtfertigen. Ratsam ist es in jedem Fall, die übrigen

Hausbewohner vorab über eine geplante Feier zu informieren. Am besten,

man lädt sie gleich mit ein."

Die Gesamtschuldnerschaft in einer WG

In einer WG stehen oft mals mehrere Personen im Mietvertrag. „Ist einer

der Mieter nicht zahlungsfähig, kann der Mitbewohner rechtlich zur

Verantwortung gezogen werden. Er hat dann zwar einen Ausgleichsanspruch

gegen den anderen WG-Bewohner, wenn der allerdings über alle

Berge ist, hilft einem das wenig." Seinen Mitbewohner sollte man sich vor

diesem Hintergrund genau anschauen.

Florian Koch und Birgit Fischer

Fotos: Florian Koch, Birgit Fischer


Schüler- und

Studenten-Special

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vorgenannten Tarif, Mindestvertragslaufzeit 24 Monate, Anschlusspreis 25 €, mtl. Basispreis 20 €; Standard-Inlandsgespräche 0,– €/Min. (gilt ins dt. Festnetz und ins dt.

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Schüler- bzw. Studentenausweises bis zum 10.1.2010, einzulösen nur in den œ Shops, œ Premium-Partner-Shops, unter www.o2junge-leute.de oder telefonisch unter

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Ritterbrunnen 7/Schlosscarree • Schuhstraße 6


Jeder verbindet mit bestimmten Bärten bestimmte

Eigenschaft en: Lange weiße Bärte

machen weise, Schnurrbärte erscheinen

proletisch, 3-Tage-Bärte Gerüchten und Medien

zu Folge sexy, Vollbärte meist ungepfl egt

und ganz rasierte Männer hinterlassen einen

gepfl egten, vielleicht auch steifen Eindruck.

Die TU Braunschweig hat dem Ganzen jetzt ein

neues Adjektiv hinzugefügt.

Psychologen der Universität haben in einer

Studie herausgefunden, dass Männer mit Bart

deutlich einfühlsamer auf ihr Gegenüber wirken

als ohne Gesichtshaar. Ist ab jetzt also

Schluss mit dem täglichen Rasieren!? Glaubt

man der Studie und sucht schon lange nach der

Frau fürs Leben kann dies wohl getrost mit ja

beantwortet werden.

Kommunikationsberater geben jedoch zu bedenken,

dass Firmenbosse Bartträgern oft mals

misstrauen. Es steht also Aussage gegen Aussage

– Familie oder Karriere? Ob nun die Rasur zum

morgendlichen Ritual gehört oder nicht, letztendlich

ist ein Bart eine haarige Geschmackssache

und über den lässt sich ja bekanntlich nicht

streiten. Nico Bensch

FORSCHUNG

Spottbillig in die dritte Dimension…

Der David-Laser aus Braunschweig macht 3D-Scans für alle erschwinglich

- 30 -

Ein zunächst kleines Forschungsprojekt am Institut für Robotik der

Technischen Universität Braunschweig wurde dieses Jahr auf der CeBIT

zu einem von sieben „CeBIT Consumer Highlight“ gekürt. Die Rede ist

vom 3D-Scanner DAVID. Dreidimensionale Objekte zu scannen und

anschließend zu digitalisieren ist kein neuer Hut, aber bei DAVID ist

einiges anders und vor allem günstig. Mit nur 399 Euro ist die Braunschweiger

Entwicklung ein Schnäppchen in der sonst fünfstelligen Welt

der 3D-Scanner.

Es genügen schon eine handlesübliche Webcam und ein kleiner Linienlaser,

um mit der DAVID-Soft ware hochpräzise 3D-Scans herzustellen.

DAVID macht seinem Namen also alle Ehre, und bietet enorme Vorteile

gegenüber den anderen Goliath-Systemen. Birgit Fischer

Dieses beeindruckende

3D-Modell eines Turnschuhs

wurde mit dem

David-Laser erstellt.

Bart oder nicht Bart...

Fotos: Simon Winkelbach, Privat


Die Geschichte von Heinrich

Büssing ist die eines

Mannes, der als Schmied

auszog und mit seinem Pioniergeist

die Kraft fahrzeugbranche revolutionerte.

Der junge Mann aus

Nordsteimke bei Wolfsburg hatte

auf der für Gesellen traditionellen

Wanderschaft den Eisenbahnbau

kennengelernt und schnell begriffen,

dass die Zukunft in der Industrie

und nicht im Handwerk lag.

Zurück im Braunschweiger Land

schrieb er sich gegen den Willen

seines Vaters am Collegium Carolinum,

dem Vorgänger der heutigen

TU Braunschweig, ein und

absolvierte ein Studium im Bereich

Maschinenbau und Bautechnik.

Bereits mit 24 Jahren machte er

sich selbstständig und meldete sein

erstes Patent an – einen Entlüft eraufsatz

für Eisenbahn-Waggons.

Der emsige Büssing gründete 1869

eine Fahrradfabrik, ein Jahr später

eine Werkstatt für Maschinenbau

und 1873 gemeinsam mit dem

Kaufmann Max Jüdel die Eisenbahn-Signalbau-Anstalt

Max Jüdel

& Co.

Nach 30 Jahren, 92 Patenten und

über 1000 abgelieferten Stellwerken

tritt der Visionär Büssing aus

dem Vorstand der erfolgreichen

Firma aus. Der nunmehr 60-Jährige

könnte sich jetzt eigentlich mit

FORSCHUNG

Ein Leben für

den LKW

Es war einmal ... Erfindungen, die die Welt bewegten: Heinrich Büssing

- 32 -

seinem Vermögen in den wohlverdienten

Ruhestand begeben. Doch

stattdessen folgt er weiter dem

Gründergeist und eröff net 1903

gemeinsam mit seinen Söhnen die

„H. Büssing, Spezialfabrik für Motorlastwagen

und Motoromnibusse“.

Nur kurze Zeit nach der Gründung

des Unternehmens wurde

der erste Motorlastwagen und anschließend

der erste Omnibus der

Firma gebaut. Dieser unterschied

sich in revolutionärer Weise vom

1895 von Carl Benz entwickelten

Omnibus, dem eine Pferdekutsche

als Basis diente. Büssing konstruierte

seinen Omnibus auf das

Chassis seines Lastwagens. Dies

führte zu einem grundlegend neuen

Fahrzeugtyp, der eine einmalige

Erfolgsgeschichte schreiben sollte.

Kurz darauf wurde zwischen Wendeburg

und Braunschweig die

noch heute existierende und somit

älteste Omnibus-Linie der Welt

eröff net. Noch im selben Jahr verkauft

die Firma den ersten von 400

Omnibussen an Verkehrsbetriebe

in London.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs,

konstruierte Büssing in erster Linie

geländegängige Fahrzeuge mit

Allradantrieb, Seilwindenfahrzeuge

und Schlepper für das deutsche

Heer.

Nach Ende des Krieges erhalten

weitere revolutionäre Neuerungen

im Kraft fahrzeugbau Einzug in die

Produktion Büssings. So werden

die LKWs nun wahlweise mit Elastik-

oder Pneumatik-Bereifung

angeboten und der Kettenantrieb

wird durch den auch heute noch

üblichen Antrieb mittels Kardanwelle

ersetzt.

Nach einem Besuch der Ford-Werke

im Jahr 1924 stellt auch der an

Fortschritt glaubende Büssing auf

die Fließbandproduktion um.

Der im selben Jahr von Büssing

entwickelte Sechsradwagen, heute

als Dreiachser bekannt, verkauft e

Zwischen Wendeburg und Braunschweig verläuft die älteste Buslinie der Welt

Fotos: Stadtarchiv Braunschweig, H XVI: D IV 1 Büssing F.1., H XVI: D IV 1 Büssing F.2., H XVI: D IV 1 Büssing F.3, Florian Koch


sich bis 1929 2 000-Mal, wodurch

Büssings Marktanteil in Deutschland

zeitweise auf 95 Prozent stieg.

Auch weltweit waren zu dieser Zeit

fast die Hälft e aller LKWs Fahrzeuge

aus Braunschweig.

Am 27. Oktober 1929 stirbt Dr.-Ing.

e.h. Heinrich Büssing im Alter von

86 Jahren. Der LKW-Pionier hinterlässt

eine erfolgreiche Firma, die

noch einige Jahre mit bedeutenden

bonding – von Studenten für Studenten

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In Kooperation mit namhaften Unternehmen organisieren wir

zahlreiche Highlights für Studenten. Die aktuellen Veranstaltungen

fi ndest du auf www.bonding.de/braunschweig. Dort kannst du dich

auch gleich dazu anmelden - natürlich kostenlos.

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Überregionalität

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Engagement

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Verantwortung

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Softskills

Internationale Kontake

Exkursionen

Fachvorträge

Spaß

Selbstbestimmung

Idealismus

Studenteninitiative

Entwicklungen, wie dem Unterfl ur-

Dieselmotor, von sich reden machte.

Der Zweite Weltkrieg brachte

genau wie die Zeit des Wiederaufbaus

gewaltige Umsatzexplosionen

mit sich. In den immer mehr ausgeweiteten

Produktionsstätten laufen

bald mehr als 200 Fahrzeuge pro

Monat vom Band.

1960 wird die Büssing Nutzfahrzeuge

GmbH in eine Aktiengesell-

Das ehemalige Büssing-Werk an der Böcklerstraße

FORSCHUNG

schaft umgewandelt, durch deren

Neustrukturierung das Unternehmens

langsam das Ende der Marke

Büssing einleitete.

In den folgenden Jahren übernimmt

die Salzgitter AG die Aktien

der Büssing AG und verlegt den

Produktionsstandort von der Wolfenbütteler

Staße in Braunschweig,

in das neu errichtete Werk Salzgitter-Watenstedt.

1968 schließt sie mit der

Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg

AG (MAN) ein Kooperationsprogramm

zum Bau von Büssing

Fahrzeugen ab. Zwischen 1968 und

1971 übernimmt die MAN schließlich

schrittweise die Büssing-Aktien

und es wird mit dem BS 22 S der

letzte Büssing-LKW konstruiert.

Von nun an produziert die Büssing

AG nur noch Fahrzeuge im Auft rag

der MAN, die aus Marktstrategischen

Gründen noch bis 1979 den

Namen MAN-Büssing tragen. Am

1.7.1972 hört die Firma Heinrich

Büssing Nutzfahrzeuge Braunschweig

nach 69 Jahren des Erfol-

Ingenieur mit Pioniergeist: Heinrich

Büssing revolutionierte den LKW.

ges und der Innovationen auf zu

existieren. Mit der Schließung des

Werkes in Querum, verschwindet

der Name Büssing 1979 endgültig

aus Braunschweig. Doch noch

bis heute erinnert das ehemalige

Büssing-Logo – der Braunschweiger

Löwe – auf den Fahrzeugen

der MAN an das Vermächtnis des

Heinrich Büssing. Florian Koch

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Uhr bei uns im Braunschweiger Büro (Katharienstraße 7, gegenüber

der TU Mensa 1) vorbei. Ein offenes und lustiges Team freut sich auf

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Angela Vollrath ist Barbie in Fleisch und Blut.

FORSCHUNG

»Ich kann mich selbst

kaum ausstehen«

Wer an einer KDS leidet hält sich selbst für hässlich – meist grundlos.

An der TU Braunschweig wird die Krankheit erforscht.

Ich habe immer die Angst ausgelacht und

lächerlich gemacht zu werden, habe Angst

abgestoßen und verlassen zu werden, Angst,

dass ich auf der Straße blöd angemacht werde,

weil ich hässlich und unattraktiv bin. Angst

Fehler zu machen und nicht gut genug zu sein.

Den Spiegel versuche ich zu meiden, und wenn

ich reinschaue, versuche ich meine Makel zu

verstecken, wenigstens ein bisschen was aus mir

zu machen. Ich kann mich selber kaum ausstehen,

wie sollen es dann andere können?“

Wie Conny, 24 Jahre, leiden etwa 3 Prozent der

Bevölkerung an einer körperdysmorphen Störung,

kurz KDS. Bei dieser Krankheit handelt

- 34 -

es sich um eine gestörte Wahrnehmung des

eigenen Körpers. Sie wird von den Betroff enen

allerdings häufi g nicht erkannt oder gar verschwiegen

und so muss man davon ausgehen,

dass die Dunkelziff er noch weit höher liegt.

Denn obwohl bereits 1886 beschrieben, ist die

Krankheit noch eher unbekannt und wenig erforscht.

Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig, bezieht

sich aber ausschließlich auf die äußerliche Erscheinung,

die im Leben der Betroff enen einen

hohen Stellenwert einnimmt. Während von

Frauen vor allem das Gesicht oder die Haut als

Problemzone empfunden wird, ist es bei Män-


Fotos: Florian Koch, Angela Vollrath, SonyBMG

nern meist die Statur. Der von ihnen festgestellte

körperliche Makel ist dabei für Außenstehende

objektiv kaum nachvollziehbar. Jedoch

ist der häufi g verwendete Begriff der „eingebildeten

Hässlichkeit“ nicht zutreff end. „Es handelt

sich um eine Körperschemastörung, bei

der die Betroff enen den eigenen Makel wirklich

wahrnehmen“, erklärt die psychologische Psychotherapeutin

Anja Grocholewski von der TU

Braunschweig.

Viele der Betroff enen zeigen sogar Einsicht, ein

Großteil aber steigert sich in einen regelrechten

Wahn, der nicht selten in Schönheitsoperationen

oder Selbstverstümmelungen endet. „Es

gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass Stars

wie Michael Jackson und auch die deutsche

Barbie Angela Vollrath, die ihr früheres Äußeres

durch ein anderes ersetzt haben, an einer

KDS leiden", erklärt Grocholewski. Besserung

versprechen diese Maßnahmen jedoch nicht. Es

tritt lediglich ein neuer Makel auf.

„Es ist einfach ein endloser Kreislauf, in dem

ich mich da befi nde“, so Conny, die sich selbst

Verletzungen zufügt. Worin genau die Ursachen

für eine solche

Erkrankung

»Niemand bekommt

eine Störung, weil

er Germany's next

Topmodel sieht«

liegen, ist auch

unter Psychologen

umstritten.

Alleine dem in

den Medien verbreitetenSchönheitsideal

die

Schuld daran zu

geben wäre zu einfach, meint Grocholewski.

„Niemand bekommt eine Störung weil er

Germany’s next Topmodel sieht. Man kann

also nicht von Schönheitswahn sprechen – die

Betroff enen wollen nicht schön sein, sondern

normal aussehen.“

Fest steht, dass der Grundstein für die Krankheit

bereits in der Kindheit oder der Pubertät

gelegt wird. Familiäre Probleme, Mobbing, ein

tatsächlicher kleiner Makel, wie etwa Akne,

oder sogar Gewalt und Drogenmissbrauch sind

nicht selten die Auslöser. „Mir wurde immer

wieder gesagt wie hässlich und entstellt ich

doch bin. Das habe ich irgendwann einfach

auch geglaubt“, schildert Conny. Abgrenzung

und soziale Isolation sind mögliche Folgen, die

ihrerseits weitere psychische Erkrankungen wie

Depressionen, Zwangs- oder Verhaltensstörungen

nach sich ziehen können.

Die Krankheit nimmt so eine immer zentralere

Rolle im Leben der Betroff enen ein. Kontrolle

und Emotionsregulation bestimmen dann den

Alltag. „In den gravierendsten Fällen gehen die

Personen nicht mehr arbeiten, oder trauen sich

nur noch nachts auf die Straße“, so die Psychologin.

Dabei wird das Aussehen als Sündenbock

für alle Misserfolge herangezogen. „Vieles,

an dem ich scheitere, beziehe ich auf mich,

FORSCHUNG

auf mein Aussehen“, beklagt auch Conny. Die

meisten an KDS erkrankten Personen suchen

aufgrund anderer psychischer Störungen einen

Th erapeuten auf, weil die Sorgen um das eigene

Aussehen aus Scham meist zunächst verschwiegen

werden.

Das Hauptaugenmerk der anschließenden Behandlung

liegt auf der Steigerung der Lebensqualität,

indem mit dem Betroff enen an seinem

Selbstwertgefühl und seinen sozialen Fähigkeiten

gearbeitet wird. „Der Erfolg einer solchen

Behandlung hängt natürlich immer von der

Gefallener King of Pop: Jackson versuchte mit Schönheitsoperationen dem eigenen Körper zu entfliehen.

- 35 -

Einsicht und Bereitschaft des Patienten ab“, sagt

Grocholewski. Conny hat den Schritt zur Th erapie

bereits gewagt und steht mit einem Bein

wieder im Leben. „Um meine soziale Angst und

den großen Selbsthass zu verlieren, möchte ich

mehr Vertrauen zu mir und anderen entwickeln.

Ich möchte lernen mich selbst zu mögen und von

mir selber und meinen Stärken überzeugt zu

sein.“ Immer vor Augen hat Conny dabei ihren

großen Traum. Eines Tages will sie eine Ausbildung

zur Erzieherin machen.

Franziska Ziemann, Jonas Hartwig


Irak, Afghanistan oder der Sudan.

Diese Liste von Krisengebieten

lässt sich noch lang fortsetzen.

Bedingt durch politische,

ethnische oder wirtschaft liche

Konfl ikte, aber auch Natur- und

Umweltkatastrophen herrschen in

diesen Ländern Hunger, katastrophale

hygienische Zustände und

Gewalt. Diese unmenschlichen

Lebensbedingungen bringen ganz

eigene Herausforderungen für das

tägliche Leben mit sich.

Diesen und anderen Herausforderungen

haben sich zwei Professorinnen

der Fachhochschule

Ostfalia, ehemals Fachhochschule

Braunschweig/Wolfenbüttel, zu-

Über die Grenzen der Fächer hinaus: Gemeinsam entwickelten

Versorgungstechniker und Sozialpädagogen sanitäre Einrichtungen.

FORSCHUNG

Eine Toilette

im Krisengebiet

In einem interdisziplinären Projekt an der Fachhochschule Ostfalia

entwarfen Studierende intelligente sanitäre Einrichtungen

- 36 -

sammen mit ihren Mitarbeitern

und Studierenden in einem interdisziplinären

Projekt gestellt. Das

Ziel war der Entwurf von problemorientierten

Sanitäranlagen,

die sich an der gesellschaft lichen

Entwicklung und Lebensrealität

orientieren.

Prof. Sabine Brombach aus der

Fakultät Sozialwesen und Prof.

Rosemarie Karger vom Institut für

Energieoptimierte Systeme boten

zunächst Vorlesungen für die Projektmitarbeiter

an: Zum Beispiel

die Geschichte der Hygiene, Wasserbedarf-

und Wasserbedarfsentwicklung,

Grundlagen der Sanitärtechnik

und Vorlesungen zur

Gender-Th ematik und dem demographischen

Wandel. Dabei prallten

zwei vollkommen verschiedene

Sprachen der Wissenschaft aufeinander.

„Und somit ist es umso

erstaunlicher, welche originellen

und hochgradig innovativen Ideen

am Ende daraus erwachsen sind“,

betont Brombach.

Eine studentische Projektgruppe

hat zum Beispiel eine Toilette

Fotos: fl ickr/wonker, Privat


KAtastrophenhilfe

Kompost

Toilette

Umweltneutral

Sicherheitsoptimiert

für Krisengebiete entwickelt – ihr

Name: Katastrophenhilfe-Kompost-Toilette-Umweltneutral-

Sicherheitsoptimiert, kurz KAK-

TUS.

Besonders wichtig war den Studierenden,

dass gerade die Frauen in

Krisengebieten ein Mindestmaß

an Sicherheit beim Toilettengang

erhalten. Kaktus hat deshalb neben

einer inneren und äußeren

Beleuchtung auch Sehschlitze in

der Tür. Der Clou: Aus ihnen kann

man heraus, aber von draußen

nicht hinein schauen.

Auf den Luxus einer Wasserspülung

wurde ganz verzichtet. Man

entschied sich stattdessen für die

Möglichkeit der Kompostierung.

Diese bringt vielerlei Vorteile mit

sich. Als Einstreumaterial soll

ein Rindenschrotmix aus Fichte

und Tanne oder ein Mix aus Rinde

und Torf dienen. Diese Gemische

wirken geruchsbindend, sind

saugfähig und umweltneutral, und

sie verrotten relativ schnell. Die

Kalkulation: Bei einer „Spülung“

von einer Streuschaufel pro Toilettengang

kann man mit 100 Liter

Streumaterial maximal

120 Personen

pro Tag versorgen.

Auch die Verwendung

von Materialien,

die vor Ort

später weiterverarbeitet

werden

können, wurde

groß geschrieben.

KAKTUS besteht

deshalb hauptsächlich aus Holzpaletten.

„Unser Ziel war es, etwas

Nachhaltiges und Umweltgerechtes

zu entwickeln. Außerdem sollte

es natürlich kostengünstig sein“,

beschreibt Marek Heinze, der Versorgungstechnik

studiert.

Besonders für ihn und seine Kommilitonen

war das Projekt eine

willkommene Abwechslung. „Ein

Ingenieur ist kein Rechenknecht,

er sollte auch praktisch arbeiten

und direkte Erfahrungen sammeln“,

erklärt Frank Hoff mann,

der die Studierenden als wissenschaft

licher Mitarbeiter betreut.

Ganz im Sinne des Th eorie-Praxis-

Transfers blieb es nicht bei theoretischen

Überlegungen.

Einzelteile, wie der Sehschlitz und

die Beleuchtung der Toilette haben

die Studierenden nachgebaut.

„Von den Modellarbeiten waren

wir sehr überrascht. Gerade dieses

hohe Maß an Kreativität haben wir

nicht erwartet“, betont Hoff mann.

Was jetzt noch aussteht ist die

Feuertaufe für KAKTUS. Das Projektteam

plant die Krisentoilette

verschiedenen Hilfsorganisationen

vorzustellen. Vielleicht kann

sie irgendwann dazu beitragen,

dass sich in der Not wenigstens die

Notdurft etwas hygienischer und

sicherer vollrichten lässt.

Und selbst, wenn es nicht zum

Praxistest kommt. Auf der Ebene

des Wissensgewinns waren die

Projekte ein voller Erfolg. „Außerdem

konnten wir viele Vorurteile

zwischen den Disziplinen abbauen

und hin und wieder gab man sich

eben mit der Erkenntnis zufrieden,

dass jeder fachgebietsabhängig etwas

anders tickt“, erläutert Prof.

Dr. Rosemarie Karger die gelassene

und angenehme Arbeitsatmosphäre.

In einer Frage sind sich jeweils

alle einig: Dies wird nicht das letzte

interdisziplinäre Praxisprojekt

gewesen sein. Claudia Siatkowski

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Nach diesem Motto können sich kreative Köpfe und Spiele-Liebhaber

in dem Simulationsspiel „Imaging Earth“ austoben und

zumindest virtuell ihre ganz eigene perfekte Welt basteln.

Die beiden Gamedesigner Martin Wahnschaff

e und Jochen Isensee haben auf

der CeBIT in Hannover für ihr Strategiespiel

„Imagine Earth“ den „Serious Games Award

2009“ erhalten. Eigentlich studieren die beiden

Informatik an der TU Braunschweig und

Kommunikationsdesign an der HBK und

ergänzen sich damit fantastisch. „Über die

Entwicklungsphase hinweg, war es nie ganz

klar, wie es befriedigend funktionieren sollte,

die Komplexität eines gesamten Planeten

und seines Ökosystems in ein kompaktes und

packendes Spielprinzip zu transportieren“, er-

Stromlinienförmiger Kraftprotz: Rollout des Wolfsburger WR 05

klärt Isensee. Denn genau das ist die Herausforderung

des Spiels: Eine große Bevölkerung

auf einen gesunden Planeten zu integrieren,

ohne dabei die aufk ommenden Umweltpro-

- 38 -

bleme außer Acht zu lassen. So spielt etwa

die Verschmutzung von Boden und Luft eine

zentrale Rolle. Lässt man die Umwelt außer

Acht eröff net sich bald eine allzu bekannte

Szenerie, geprägt von globaler Erwärmung,

abschmelzenden Polkappen, Hungersnot und

einer Zunahme von Naturkatastrophen.

Aktuelle Informationen über „Imagine

Earth“ gibt es unter: www.imagineearth.info.

„Sicherlich werden wir zeitnah eine Demo

online stellen“, sagt Isensee. Dann kann jeder

zum virtuellen Weltenretter werden.

Claudia Siatkowski

Das „Lions Racing Team“ und „Wob Racing Team“ basteln und fahren mit anderen Unis um die Wette

Bei Städten wie Imola, Montreal, Hockenheim,

Indianapolis oder Monza klingelt es

dem Motorsportbegeisterten wahrscheinlich

sofort im Ohr. Auf den gleichen Strecken wie

Schumacher und Co. liefern sich auch die Teilnehmer

der Formula Student seit 1981 packende

Rennen. In dem Wettbewerb für technische

Hochschulen engagieren sich auch das Lions

Racing Team der Technischen Universität

Braunschweig und das Wob Racing Team der

KARRIERE

»We built this city«

Auf den Spuren von Schuhmacher und Co

Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft

en. Das Ziel ist es zunächst selbständig

ein fahrtüchtiges Rennauto zu konstruieren.

Hierbei durchlaufen die studentischen Projektteams

alle Planungs- und Konstruktionsstadien

hautnah. So beudetet das Engagement bei den

Racing Teams für viele Studierende eine willkommene

Abwechslung zum oft mals sehr theoretischen

Unialltag. „Bei uns kann man trockene

Th eorie mit Erfahrung kombinieren und

am Ende haft et Wissen", bringt

es Franziska Uplegger vom Lions

Racing Team auf den Punkt. Die

erworbenen praktischen Erfahrungen

sind beim späteren Einstieg

ins Berufsleben übrigens

gern gesehen.

Selbst der direkte Berufseinstieg

über Kontakte aus der Arbeit im

Rennstall ist in einigen Fällen geglückt.

Jedes Jahr im August treten

dann rund 70 internationale

Geballte Kompetenz: Das Lions Racing Team

Teams mit ihren selbst konstruierten Rennwagen

auf dem Hockenheimring gegeneinander

an. Nicht allein die Geschwindigkeit, auch der

Verbrauch und das Design des Rennwagens gehen

am Ende in die Gesamtwertung ein. Interessierte

sind in beiden Teams übrigens jederzeit

willkommen. Weitere Informationen zu den Calvero

beiden Rennteams gibt es unter: www.wobracing.de

oder www.lionsracing.de.

Privat,

Claudia Siatkowski Fotos:


Ein neues Th ema hat sich breit gemacht. Die

armen Studierenden von heute sind völlig ausgebrannt.

Mit rauchenden Köpfen hetzen sie

von einer Vorlesung in die nächste und Freizeit

gibt es nicht. Stattdessen lange Nächte am

Schreibtisch. Der Druck aufgrund des neuen

Bachelor-Master-Systems ist viel zu groß und

der Griff zum Aufputschmittel nahezu alltäglich.

Das jedenfalls behaupten die Medien, wie

zum Beispiel der Nachrichtensender N24, oder

die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die

Welt online. Ein angenehmes Studentenleben,

wie einst deklariert, scheint es nicht mehr zu

geben. Aber ist das wirklich so?

Michaela Himstedt, Psychotherapeutin der

Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks

Braunschweig, kennt die Ängste

der Studierenden. Seit Jahren liegt die Zahl der

Hilfesuchenden bei rund 600 pro Jahr. Auch

die Einführung des Bachelor-Master-Systems

hat sie nicht sprunghaft ansteigen lassen. „Was

allerdings auff ällt, ist die hohe Zahl der Patienten,

die zu Aufputschmitteln greifen“, erklärt

Himstedt. „Zehn Prozent der Studierenden, die

sich letztes Jahr für eine Beratung angemeldet

haben, griff en zu leistungssteigernden Medikamenten.“

Die Studie wurde an der TU zum

ersten Mal durchgeführt. Sie ist also nur eine

lokale Momentaufnahme.

Eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse

(TK) bestätigt das Problem. Das Ergebnis:

Zehn Prozent der Medikamente, die

KARRIERE

Dopingverdacht

im Hörsaal

Braucht der Campus bald eine eigene Apotheke?

Studierende insgesamt verordnet bekommen,

sind Psychopharmaka. Mehr noch als etwa in

der Gruppe der Berufstätigen. Auch das Deutsche

Studentenwerk (DSW) warnt vor einer

Ausbreitung des Burn-Out-Syndroms auf dem

Campus. Nach der letzten Sozialerhebung des

DSW leiden elf Prozent aller Studierenden unter

psychischen Krankheiten – Tendenz steigend.

Ein Student mit dem Pseudonym tegoshi

schreibt am 25. September 2009 in einem LdT-

Forum: „Am Freitag war ich auf Speed feiern,

am Montag und Dienstag hab ich es zum Lernen

verwendet, am Mittwoch kurz Pause und

gestern Ephedrin zum

Lernen und Trainie-

ren. [...] ich habe aber

noch einiges zu lernen

vor mir und werde daher

wahrscheinlich die

nächsten sieben bis acht

Tage wieder konsumieren,

um noch alles vor den Prüfungen in mein

Hirn zu prügeln.“

Das Spektrum der Mittel ist breit: Es reicht von

Antidepressiva, verschrieben von fl üchtigen

Hausärzten, bis zu Ritalin, etwa in Verbindung

mit Beruhigungsmitteln, um irgendwann doch

einmal schlafen zu können. Auch Speed und Kokain

gehören dazu. Was weniger bekannt ist, sind

die Nebenwirkungen. Ritalin wird beispielsweise

bei ADS-Erkrankungen verschrieben und kann

die Konzentrationsfähigkeit steigern. Bei über-

- 39 -

»Montag und

Dienstag Speed,

gestern Ephedrin«

mäßigem Verzehr kann es jedoch zu schweren

Depressionen führen und Jahre später sogar zu

Parkinson-Erkrankungen. So geht es Menschen,

die Aufputschmittel nehmen, kurzfristig besser,

weswegen sie folglich auch keine Beratungsstelle

aufsuchen. Hinzu kommt, dass es gerade ehrgeizigen

Menschen schwerfällt, sich das eigene Problem

einzugestehen.

„Manche Patienten kommen zu mir und fi nden

es ganz normal, jeden Tag mehrere Liter Kaff ee

und Cola zu konsumieren.“ Michaela Him stedt

betont, dass sich das gesamte Klima an der Uni

verändert hat. Extrarunden waren früher selbstverständlich,

heute sind

sie gefürchtet und teuer.

Grund dafür sind zum

Beispiel die Studiengebühren,

aber auch die

strengere Förderungspolitik

des Staates. So

stellt das BAföGamt

mittlerweile die Zahlungen ein, wenn ein Studierender

nicht bis zum sechsten Semester seinen

Bachelor-Abschluss erreicht hat. Ob der

universitäre und fi nanzielle Druck die wahren

Gründe für die Verbreitung des Gehirndopings

sind, bleibt off en. Fest steht, so Himstedt, dass

jeder heutzutage eine eigene Entspannungstechnik

lernen sollte, um den chronischen Alltagsstress

zu bewältigen. „Zum Beispiel Autogenes

Training oder Yoga. Wichtig sind Sport und eine

gute Arbeitsstrukturierung.“ Helena Davenport


»Wir wollen eine

Gründungsoffensive«

Seit Juli 2009 besteht das Institut für

Entrepeneurship in Braunschweig.

Der Lehrstuhl, der in Kooperation

von der TU Braunschweig und der Ostfalia-

Hochschule für angewandte Wissenschaft en

geschaff en wurde, will die Studierenden auf

den ersten Schritten zur eigenen Firma begleiten.

„Wir brauchen neue, innovative, technologieorientierte

Unternehmen, die nur aus den

Hochschulen hervorgehen können. Die beiden

Hochschulen haben entschieden, ihre Kräft e zu

bündeln und gemeinsam Gründungen in ihrem

Umfeld zu unterstützen“, betont der Leiter des

1 Betrachte

2 Habe

3 Sei

4 Wer

Gründertipps

von Prof. Asghari:

die Selbstständigkeit als

Option für das Berufsleben: Es gibt

mehr als nur das Angestelltenverhältnis.

Du kannst dich selbst verwirklichen

und eigene Ideen entwickeln!

einen Blick darauf, was eine Innovation

ist und einen Bedarf erfüllen

kann. Was ist neu, was wird am

Markt noch nicht angeboten? Oder:

Was kann man optimieren?

überzeugt und bereit, für eine

Idee überdurchschnittliche Leistungen

zu erbringen. Ein Unternehmer

muss über den Tellerrand hinausgucken

und auf Marktsignale reagieren

können.

neue Technologien einsetzt,

braucht nicht unbedingt ein Büro in

der Großstadt. Über das Internet lassen

sich Dienstleistungen auch vom

dörfl ich gelegenen Elternhaus aus international

anbieten. Das erhöht die

Markteintrittschancen und lässt dich

schnell und günstig agieren.

KARRIERE

Direkt aus der Hochschule heraus eine eigene Firma gründen. Was in den USA seit Jahren gang und

gäbe ist, soll jetzt auch die deutsche Wirtschaft beleben. Prof. Reza Asghari vom neu gegründeten

Lehrstuhl für Entrepreneurship will Studierenden bei der Firmengründung helfen.

Instituts, Professor Dr. Reza Asghari. Wer die

Gründereigenschaft en Beharrlichkeit, Überzeugung

und Leidenschaft in sich trägt und

zudem eine interessante Idee mitbringt, fi ndet

hier zahlreiche Unterstützungen für sein Start-

Up. Die Förderungen fallen unterschiedlich aus.

„Wir werden bei jedem Kandidaten individuell

prüfen, woran Bedarf besteht. Fest steht: wenn

wir uns für jemanden entscheiden, werden wir

ihn mit aller Kraft entlang des Prozesses begleiten,

bis er etabliert ist.“ Mehr Infos zum Th ema

Entrepeneurship gibt es unter: www.institutentrepreneurship.de.

Holger Zelder

- 40 -

Die wichtigsten

Fördermittel:

Gründerstipendium

Das Bundeswirtschaft sministerium fördert

Studierende, Wissenschaft ler und

Absolventen bis 5 Jahre nach ihrem Abschluss.

Für die Gründungsvorbereitung

kann auf Basis einer innovativen Idee

oder wissenschaft licher Kenntnisse einmalig

ein Stipendium beantragt werden

für:

▶ 12 Monate Sicherung des persönlichen

Lebensunterhalts über ein Stipendium

- bis zu 2 500 € im Monat, je nach Qualifikation

▶ bis zu 17 000 € für Sachmittel

▶ 5 000 € für Coachingmaßnahmen

Gründercampus

Durch Fördermittel kann ein Absolvent

als wissenschaft licher Mitarbeiter an einer

Hochschule angestellt werden, um

eine High-Tech-Gründung vorzubereiten.

Hier kann er an den Ergebnissen

seiner Idee forschen, um sie später in

Wirtschaft und Industrie einzusetzen.

Die Mittel sind höher und fl ießen in die

Hochschule.

Startkapital

Das Institut pfl egt Netzwerke zu Institutionen

und privaten Investoren, so

genannten Business Angels, die den

Gründer fi nanziell unterstützen und sich

an Risiken beteiligen. Bei einer guten

Idee werden Geldgeber vermittelt, damit

Startkapital bereit steht.

Ideen-Inkubator (IDINK)

Gründer können bis zu einem halben

Jahr lang Büros und Infrastruktur in

hochschuleigenen Gebäuden beziehen.

Dort werden sie intensiv von den Mitarbeitern

des Instituts betreut.

Zelder

Im Einsatz für Studierende mit dem Mut zur Firmengründung: Prof. Reza Asghari vom Lehrstuhl für Entrepre-

Holger

neurship will für mehr Ideentransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft sorgen. Foto:


Qualität, die man

lesen kann ...

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Der Raabe-Preisträger

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Oktober 2009

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23. OKTOBER BIS 1. NOVEMBER

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Wie seid ihr auf die Idee gekommen

studiVZ zu entwickeln?

Das war eine längere Entwicklung.

Als Schüler war ich bei „Jugend

forscht“ aktiv, aber irgendwann ist

man zu alt dafür. Damit die Kontakte

nicht abbrechen, haben wir

uns überlegt man sollte doch was

tun, um dieses Netzwerk aufrecht

zu erhalten. So wurde das Jungforschernetzwerk

„juforum e.V.“ gegründet.

Ich habe mich dann um

die technische Umsetzung gekümmert

und die Website erstellt.

KARRIERE

»Letztendlich kochen

alle nur mit Wasser«

Dennis Bemmann (30) ist einer der Gründer von studiVZ, des erfolgreichsten sozialen Online-Netzwerks

in Deutschland. uni38 trifft den stillen Macher und Millionär aus der New Economy-Szene

standesgemäß in einem Berliner Starbucks-Café. Ein Gespräch über die Magie des Anfangs und darüber,

was jemanden umtreibt, der schon in jungen Jahren beruflich alles erreicht hat.

- 42 -

Damals war das studiVZ-Konzept

also bereits geboren …

… genau, die Idee dahinter ist dieselbe

– nämlich Leute, die etwas

verbindet, zu vernetzten und zusammenzubringen.

Ehssan Dariani,

mein Mitgründer, hat damals

ein Praktikum in den USA gemacht

und gesehen, dass dort die

sogenannten social networks gerade

populär wurden. Da sind wir

auf die Idee gekommen so etwas

auch in Deutschland zu machen.

Und dann ging es einfach los?


Fotos: Birthe Oelgeklaus

Ja, wir haben uns anfangs zum

Brainstormen in Cafés getroff en,

genau wie wir gerade. Zu Hause

haben wir dann weiter gebastelt,

wir hatten die ersten sieben Monate

natürlich noch kein Büro. Als

wir dann aber mit der ersten Version

online waren, war sehr schnell

ein unheimliches Interesse da. Von

da an war es ein Fulltimejob.

Blieb da überhaupt noch Zeit für

dein Studium?

Nein, das Studium musste ich zurück

stellen. 2005 hatte ich meine

Prüfungen absolviert, es fehlte nur

noch die Diplomarbeit. Insofern

war es schon ein guter Zeitpunkt,

weil ich sie noch nicht angemeldet

hatte. (er grinst) Das ist übrigens

immer noch so, aber ich habe vor

meine Abschlussarbeit noch zu

schreiben.

Du hast Informatik studiert. Hat

dir das Studium bei der Gründung

von studiVZ sehr geholfen?

Natürlich hilft das Studium dabei,

die Arbeitsweisen zu verbessern,

oder bestimmte Dinge sinnvoller

zu lösen. Ich glaube, dass ein

theoretischer Background einfach

zu einer höheren Professionalität

führt.

Wie haben eure Freunde auf

euren Plan

reagiert?

Wir haben erstmal

alle Leute,

die wir kannten

genervt,

dass sie sich bei

studiVZ anmelden

sollen. Einige

haben sofort den

Nutzen der Seite verstanden und

angefangen mehr Freunde einzuladen.

So wuchs die Seite nach und

nach.

Ganz konkurrenzlos war studiVZ

nicht, wieso habt ihr euch am

Ende durchgesetzt?

Vor allem, weil wir über persönliche

Kontakte gewachsen sind. Die

Mitglieder, die wir gewonnen haben,

haben sich wirklich aus Interesse

am Netzwerk angemeldet. Das

sind die Nutzer, die so eine Seite

braucht. Wenn man auf Teufel

komm raus irgendwie 10 000 Mitglieder

wirbt hat man am Ende nur

tote Profi le. So kommen keine neuen

Mitglieder dazu, weil der Anreiz

sich anzumelden einfach fehlt.

Wie sah es denn mit der Finanzierung

des Projekts aus?

Zu Beginn hatten wir keine hohen

Kosten. Wir saßen ja bei uns zu

Hause und haben programmiert.

Bald mussten wir aber einen Server

mieten und haben dann, um

nicht privat zu haft en, das Ganze

mit einer Kapitalgesellschaft abgesichert.

Wir haben dann auch

schnell einen ersten Investor für

uns gewonnen.

Lukasz Gadowski, Gründer von

Spreadshirt. Wie habt ihr ihn gefunden?

Er ist ein alter Schulfreund von

Ehssan. Er fand die Idee spannend,

hat an uns geglaubt und uns dann

recht unproblematisch gegen Anteile

Geld gegeben. Das war, verglichen

mit anderen Gründungen,

eine relativ kleine Summe, so um

die 10 000 Euro. Es war ein Zeitpunkt,

an dem wir noch nicht so

weit waren, bei großen Investoren

anzufragen.

Gab es überhaupt ein persönliches

Risiko für euch?

Nein. Ich dachte mir, falls es nicht

funktioniert, schreibe ich meine

Diplomarbeit halt später und kann

in meinen Lebenslauf schreiben,

dass ich mal was gegründet habe.

Das ist übrigens

das Gute

»Ne Webseite

auf rot? Seid

ihr denn

bescheuert?«

als Student

KARRIERE

- 43 -

studiVZ: Die Fakten

Der Anfang

Im Oktober 2005 gründen Dennis Bemmann

und Ehssan Dariani studiVZ. Wenige

Monate später stößt Michael Brehm

zum Gründerduo hinzu. Die Nutzerzahlen steigen rasant auf über

eine Millionen an.

Der Ausverkauf

Am 2. Januar 2007 wird studiVZ für 85 Millionen Euro vollständig

vom Holtzbrinck-Konzern gekauft . Die drei Gründer scheiden

nacheinander aus dem Unternehmen aus. Der US-Mediendienst

„TechCrunch“ schreibt studiVZ im Juni 2009 einen Wert von 302

Millionen US-Dollar zu. Mittlerweile haben studiVZ, meinVZ und

schülerVZ zusammen über 15 Millionen Nutzer.

kurz vor oder nach dem Abschluss.

Man kann praktisch alles machen

und muss nicht viel dafür aufgeben.

Klingt ziemlich reibungslos.

Im Gegenteil. Das schnelle Wachstum

war ein großes Problem, mit

dem sich nur ganz wenige Leute

weltweit auskennen. Man kann

aber nicht einfach bei Google anrufen

und fragen, „Hey, wie macht

ihr das denn?“ Die Hoster haben

uns Studenten natürlich auch nicht

geglaubt, dass wir so schnell immer

mehr Server brauchten. Daher

mussten wir viel Pionierarbeit

leisten.

Hast du noch einen Tipp für andere

junge Firmengründer?

Das Team sollte so sein, dass sich

die Kompetenzen ergänzen. Es ist

einfach sinnvoll sich mit Leuten

zusammenzutun, die ein anderes

Profi l haben. Aber vor allem: Sei

von deiner eigenen Idee überzeugt

und trau dich!

Man kann viele Leute um Rat fragen,

aber letztendlich kochen alle

nur mit Wasser. Uns hat man gesagt,

„Ihr macht ne Website auf

rot! Na, seid ihr denn bescheuert!?“

Das Ergebnis kennen wir ja.

Wenig später telefoniert Dennis

Bemmann bereits wieder - natürlich

auf Esperanto. Sprachen sind

neben der Informatik seine zweite

große Leidenschaft .

Birthe Oelgeklaus, Nico Bensch

Versucht den Erfolg zu erklären: studiVZ-Gründer Dennis Bemmann in einem Berliner Starbucks-Café


KARRIERE

Vordiplom in neuen Gewändern oder berufsqualifizierender Abschluss? Der Bachelor muss sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt erst noch bewähren.

- 44 -


Fotos: Benedikt Crone, Privat Halbe

Bologna ist ein italienisches Stadtidyll im

Schachbrettmuster. Mit roten Dächern

und engen Gassen. Mit viel Pizza, Piazzas

und Palazzos. Bologna ist aber auch der Ort,

an dem 1999 Bildungsminister aus ganz Europa

eine Hochschulreform verkündeten, die heute

nur wenige Studierende an mediterranes

Urlaubsfl air denken lässt. Kritiker monieren

das neue Bachelor- und Mastersystem: zu viel

Stoff , zu wenig Zeit, zu viele Pfl ichten, zu wenig

Tiefgang. Und schließlich, als Lohn der ganzen

Plackerei, sei der Bachelor keine vollwertige Bildung

– und der Absolvent nicht reif genug für

den Arbeitsmarkt. Soweit die Kritiker.

Zunächst ist sicher, Bologna schreitet voran.

Noch 2004 endeten nur knapp 20 Prozent aller

Studiengänge mit einem Bachelor (BA) oder

Master (MA). Im letzten Jahr machten die neuen

Abschlüsse schon einen Anteil von 67 Prozent

aus. Da die Hochschulen im Schnitt nur

für jeden vierten Bachelorabsolventen einen

Anne Cockwell

Volkswagen Financial Services AG

»Der Bewerber muss

einfach zur Stelle

passen, dann sind

auch Bachelor-

Absolventen sehr

willkommen!«

KARRIERE

Portion

sucht volle Stelle

Der Bachelor ist ein erster akademischer Abschluss. Das besagt zumindest die Hochschulreform.

Ob er damit auch für einen Beruf qualifiziert, ist eine andere Frage.

Masterplatz stellen, bleiben zahlreiche Bewerber

auf der Strecke. Der frisch gebackene Bachelor

vertröstet sich dann entweder auf einen

erneuten Versuch im nächsten Semester, oder

aber er probiert den Start in die Berufswelt. So,

wie es die Reform eigentlich vorgesehen hatte.

Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie-

und Handelskammertages verfügten 2008

tatsächlich 22 Prozent der befragten Unternehmen

über Angestellte mit einem Bachelorabschluss.

Rund zwei Drittel der Firmen äußerten

sich auch zufrieden über deren Leistung. Andere

Betriebe entließen hingegen nach kurzer Zeit

die Neulinge, da die „fachliche Qualifi kation

nicht ausreichend war, oder die jungen Mitarbeiter

nur unzureichend in der Lage waren, ihr

theoretisches Wissen mit der Unternehmen spraxis

zu verknüpfen.“

Ähnliches berichtet Manfred Casper, Geschäft sführer

vom Deutschen Arbeitgeberverband

(AGV) in Braunschweig: „Ein Großteil der Unternehmen

in unserem Verband betrachtet die

Leistung der Bachelor-Mitarbeiter als negativ

– ganz einfach deswegen, weil die Qualität der

Abschlüsse gesunken ist.“ Gerade der deutsche

Ingenieur wäre mit seinem Diplom ein weltweit

begehrter Musterschüler gewesen, dank des hohen

fachlichen Niveaus. Mit dem Bachelor sei

die Anerkennung nun vorbei. Im Sinne einer

europaweiten Vergleichbarkeit der neuen Abschlüsse

wurden bisherige nationale Maßstäbe

einfach aufgegeben. Hinzu kommt, dass sich

Studierende naturwissenschaft licher und technischer

Fächer in Schlüsselqualifi kation und

Fähigkeiten außerhalb ihres Faches angeblich

noch verschlechtert hätten. „Das ist zumindest

die erste Einschätzung der Betriebe des AGV“,

sagt Casper.

Dass die neuen Bachelor- und Masterstudenten

von Arbeitgebern noch skeptisch beäugt

werden, mag nicht verwundern. Medien kritisieren

Bologna am laufenden Band, Studenten

gehen gegen ihre eigene Bildungssituation auf

die Straße. Dem Zweifel folgt das Suchen nach

Bestätigung. „Die selbsterfüllende Prophezeiung“,

nennt das Manfred Casper. Das geschädigte

Image sollte aber kein Grund sein, es

- 45 -

Frank Gießelmann

Salzgitter Flachstahl GmbH

»Auch wenn hier

und da die Hürden

größer sind: Die

wenigen Semester,

die ein Absolvent

mit Diplom länger

studiert als einer

mit Bachelor, sind

nach zehn Jahren

Berufserfahrung

kaum noch spürbar.«


nicht trotzdem mit dem Bachelor in der Wirtschaft

zu versuchen. So sieht es zumindest für

den Bereich der Industrie Frank Gießelmann,

Personalreferent bei der Salzgitter Flachstahl

GmbH, dem größten Tochterunternehmen der

Salzgitter AG: „Wir geben jedem die Chance,

sich zu bewähren – egal ob Bachelor oder Diplom.“

Bewirbt sich jemand auf eine Stelle bei

dem Stahlhersteller, muss er nach dem Vorstellungsgespräch

eine Arbeitsprobe mit einer

gezielten Aufgabe bewältigen. „Dadurch sehen

wir unabhängig vom Abschluss, wie der Bewerber

fachlich geschult ist, prüfen aber auch

seine Persönlichkeit.“ Überhaupt sei es für

den Konzern wichtig, dass sich der Bewerber

auch mal getraut hat, neben dem universitären

Trampelpfad zu gehen. Gießelmann ermutigt:

Matthias Jaroch

Pressesprecher Deutscher Hochschulverband

»Wir fordern

den Master als

Regelabschluss!«

Herr Jaroch, ich erhalte im nächsten Semester

meinen Bachelor, sollte ich Angst vor

Arbeitslosigkeit haben?

Nein, das nun wirklich nicht. Es kommt ganz

auf Ihre Fächerkombination, persönlichen

Interessen und Erfahrungen an. Sie können

sich durchaus mit einem Bachelor qualifi zieren,

haben aber vielleicht mit einem Master

mehr Chancen. Studien belegen außerdem,

dass Sie mit einem Bachelor in der Regel we-

KARRIERE

Manfred Casper

Hauptgeschäft sführer Arbeitgeberverband Braunschweig

»Viele Unternehmen stellen

inzwischen Studenten mit

Bachelor ein. Auf Dauer haben

sie auch keine andere Wahl.«

„Es macht mich neugierig, wenn jemand ein

Auslandssemester in Indien verbracht hat.“ Ein

spannender Lebenslauf sei immer interessant –

ungeachtet des Abschlusses.

Anne Cockwell, verantwortlich für Personalmarketing

und -bindung bei der Volkswagen

Financial Services AG, kann bestätigen, dass

ein BA keineswegs das Aus beim Bewerbungslauf

bedeutet: „Wie bei jedem Absolventen sind

für uns die bisherige Berufserfahrung und

Fremdsprachenkenntnisse wichtig.“ Stellenausschreibungen

im Finanzdienstleistungssektor

des Autokonzerns verlangen ganz ungerichtet

einen Hochschulabsolventen. Willkommen ist

also auch ein Bachelor. „In erster Linie zählt,

ob das Profi l zur ausgeschriebenen Stelle passt“,

sagt Cockwell. Sie weiß aber auch, „dass es Bachelor-Studierende

schwerer haben, in ihr stark

getaktetes Studium noch zusätzliche Praktika

oder einen längeren Auslandsaufenthalt einzuschieben.“

Einigermaßen sicher fahren mit dem Bachelor

Interview mit Matthias Jaroch

niger verdienen als mit einem Master.

Was ist denn so schlimm an dem Bachelor?

Durch die Modularisierung des Studiums ist

der Studienortwechsel im In- wie Ausland

erschwert und nicht erleichtert worden. Eine

weitere Schwierigkeit liegt in der Studierbarkeit.

Es ist fraglich, ob in ein sechssemestriges

Regelstudium so viel Inhalt in die Studierende

gepresst werden kann, dass eine wissenschaft

liche Ausbildung garantiert und ein

berufsqualifi zierender Abschluss erreichbar

ist. Der Arbeitgeber will ja nicht nur einen

Absolventen mit Fertigkeiten, sondern auch

jemanden, der Verantwortung übernehmen

kann.

Schaden sich Studierende nicht selbst, wenn

sie ihr Bildungssystem als schlecht bezeichnen?

Nein. Einige Unternehmen werben sogar

massiv für den Bachelor. Der Bachelor leidet

aber an einem schlechten Image und die Kritik

ist durchaus berechtigt. Ein Blick hinter

die Fassade zeigt, es gibt noch viel zu tun.

Jetzt heißt es: Lösungen fi nden!

- 46 -

vor allem Absolventen der Fachhochschulen

oder des dualen Studiums – dank der Praxisnähe.

Auch wenn die regulären sechs Semester

selten als eine volle Ausbildung gesehen werden.

Der Stift erverband für Deutsche Wissenschaft

sprach sich daher im letzten Winter für noch

mehr Praxis und Flexibilität aus, bereits im

Grundstudium. Die Organisation ist optimistisch

und hat mit der Initiative „Bachelor Welcome“

zahlreiche Unternehmen auf ihrer Seite;

darunter Größen wie Luft hansa, BMW oder

Bertelsmann. Sie geben sich den jungen Akademikern

gegenüber off en. Auch wenn man ihre

freudige Begrüßung nicht wirklich für voll nehmen

will, da selbst Politiker und Hochschulvertreter

inzwischen von einer dringend notwendigen

Reform der Reform sprechen, zeigt sich eine

gemeinsame Hauruck-Mentalität, die Hoff nung

macht. Es wird besser. Nur der jetzigen Generation

von Bachelorstudierenden nützt das wenig.

Sie macht dann schon ihren Master. Oder hat

einen Job. Hoff entlich. Benedikt Crone

Was sind dafür die Vorschläge des Hochschulverbands?

Wir wollen, dass die Studierenden mehr Freiheiten

und Wahlmöglichkeiten zwischen

Modulen haben. Der Master soll den Bachelor

als regulären Abschluss ablösen, auch

wenn der Bachelor weiterhin für manche Berufe

qualifi zieren kann. Wir denken an eine

„Employement-Prämie“ für Hochschulen,

deren Absolventen zeitnah eine ihrem Studiumfach

entsprechende Arbeitsstelle fi nden.

So entstünde ein fi nanzieller Anreiz für eine

Lehre nah am Arbeitsmarkt. Und mehr Mobilität

können Verbünde schaff en, in denen

Hochschulen im In- und Ausland ihre Lehrpläne

aufeinander abstimmen.

Stehen diese Ideen noch in den Sternen?

Die Politik ist nun an der Reihe, die Vorschläge

umzusetzen und die notwendigen Gelder

zur Verfügung zu stellen. Bildungsministerin

Schavan hat sich kürzlich gegen eine Quote

auf Masterplätze ausgesprochen. Unsere Argumente

kommen also an – langsam aber sicher.

Benedikt Crone


Fotos: Privat

Selbstgemachter

Studentenjob

Wer nicht als HiWi oder

Kellner arbeiten will, kann

Professor Asgharis Ratschläge

befolgen und eine eigene Firma

gründen. Zum Beispiel ein Label

für Snow- und Streetwear. Hinter

„mojo-snowboarding“ steckt der

Braunschweiger Student André

Gießelmann.

Bereits mit 16 bemalte er T-Shirts.

Für Geld tut der 25-Jährige das

seit 2007. Dabei war die Firmengründung

Zufall. „Ich hab’ mal

gekellnert aber das hat überhaupt

nicht geklappt“, erinnert sich André.

„Viele Freunde bekamen

zu der Zeit von mir T-Shirts mit

dem Aufdruck „mojo“ geschenkt.

Ich bekam immer mehr Anfragen

deswegen und dachte mir: Ich

kann ja mal versuchen, die Shirts

professionell zu verkaufen.“ André

suchte sich Verstärkung in seinem

Freundeskreis. Als Verkaufsplattform

bastelten sie einen Webshop.

Er sprach Bekannte an, die er vom

Snowboarden kannte, und warb

für seine handbemalten Shirts. Er

fand sofort zahlreiche Abnehmer

und Unterstützer. Seine Freunde

posieren als Models in mojo-

Shirts, machen mit ihm Promotion

und organisieren Partys.

Die Textilien werden bundesweit

nachgefragt. Und das Angebot

erweiterte sich auf Pullover, Caps

und Jacken. Dabei bemalt André

immer noch alles von Hand, um

sich von anderen Marken abzugrenzen.

Sein Tipp für Gründungsinteressierte?

„Macht bloß nichts Handbemaltes,

das ist zu viel Arbeit“,

grinst André. „Es hilft , einen großen

Bekanntenkreis zu haben, der

dich unterstützt. Aber man muss

sich klar darüber sein, dass es ein

riesiger Aufwand neben dem Studium

ist.“ Später möchte er eigentlich

als Sportjournalist arbeiten,

so die Pläne des angehenden Medienwissenschaft

lers. „Ich könnte

mir auch gut vorstellen, mit mojo

weiter zu machen, denn wir haben

einen riesigen Spaß daran.“ Aber

dazu will er erst das nächste Jahr

abwarten, dann steht sein Abschluss

bevor. Holger Zelder

Der Macher und sein Label: André Gießelmann bedruckt T-Shirts per Hand.

- 47 -

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H ele ne O sb a hr

Lieblings ...

Musik

Fünf Sterne Deluxe,

Sillium

Weil

Surreal, Hamburg, abgezuckert

»Weil dein Körper sich bewegt und nur

dein Geist reist.«

Film

Gegen die Wand

Weil

Tod, Liebe, Gewalt

»Gegen die Wand handelt

vom Hunger nach

Leben, Freiheit und Selbstbestimmung.

Kein anderer kann die Einzigartigkeit

des Lebens und den Zusammenhang

zweier Kulturen so treffend widerspiegeln

wie Fatih Akin.«

Buch

Sternstunden der

Bedeutungslosigkeit,

Rocko Schamoni

Weil

Lethargie, Kaputtheit, Sarkasmus

»Sternstunden der Bedeutungslosigkeit

erzählt vom Alltag in der Warteschleife

des Lebens. Der Held der Geschichte ist

ein Loser, wie ihn nur Rocko Schamoni

erfinden kann.«

... Album? Film? Buch? Unsere Redakteure

verraten euch exklusiv ihre Vorlieben.

B e ne dikt Cr o n e

Musik

Why?,

Alopecia

Weil

Unabhängig, Überparteilich,

Unkonventionell

»Ein großes Album, das mit detailverliebten

Alltagssituationen die Welt

erklärt, ohne an Tiefe und Ehrlichkeit

einzubüßen. Schlagzeugrockpop am

Glockenspiel.«

Film

Schmetterling und

Taucherglocke

Weil

Bilder, Bilder, Bilder

»Unglaublich, aber wahr: Der Ganzkörper-gelähmte

Bauby verständigt

sich mit dem Blinzeln seines Auges.

Eine bildgewaltige aber kitschfreie

Liebeserklärung an das Leben.«

Buch

Garp – und wie er

die Welt sah, John

Irving

Weil

Klar, Witzig, Weitreichend

»Der Durchbruch für John Irving. Die

außergewöhnliche Lebensgeschichte

eines amerikanischen Schriftstellers

authentisch erzählt.«

INTERNA

- 48 -

K aterin a P a p a m ic h a el

Musik

Secret and Whisper,

Great White Wale

Weil

Rockig, Eindringlich, Immer

»Kann man einfach immer hören. Eine

Band, die viel zu unbekannt ist und

die mit Sicherheit allen Spaß macht,

die auf Rockiges und Gesang stehen!«

Film

Th e Island

Weil

Intensiv, Spannend,

Erleuchtend

»Ein Film, der einem

die Augen öffnen kann, wenn man

genauer hinsieht.«

Buch

In meinem Himmel,

Alice Sebold

Weil

Schrecklich, Schön,

Genial

»Eine Geschichte, die aus Emotion und

etwas Krimi zusammengesetzt ist und

die man richtig mitfühlen kann. (Und

ich mag keine Krimis!)«

Nico Be n s ch

Musik

Clueso,

So sehr dabei

Weil

Regt an, launisch, eigen

»Die melodische Kombination aus

Hip-Hop, Jazz und einem Hauch Funk

passt in jeder Lebenslage und lässt

einen gute Laune bekommen oder

schlechte Laune verdauen.«

Film

Cidade de Deus

(City of God)

Weil

authentisch, brillant,

packend

»Atemberaubende Verfilmung realer

Ereignisse rund um Gewalt, Drogen,

Korruption und Liebe im Armenviertel

Rio de Janeiros, inszeniert von

Laiendarstellern!«

Buch

fl eckenteufel,

Heinz Strunk

Weil

witzig, eklig, leichtfüßig

»Wunderbare Anlehnung an Charlotte

Roches „Feuchtgebiete“, in der uns der

junge Thorsten mit seinem Hamburger

Schnack durch Ironie, Tragik, Komik

und Ungewöhnliches zum Schmunzeln,

Lachen und Kopfschütteln

bringt.«

Fotos: Ben Wolf, SonyBMG


1. finanzielle Studienhilfe

2. Prüfungsform

3. Bild

4. akadem. Grad

5. lat. größter Hörsaal

6. Mitstudierende

7. Berufsluft schnuppern

8. Bild

9. Studentenrestaurant

10. Kurzausflug

RÄTSELECKE

Kreuzwort-Bilder-Rätsel

11. Ein Standort der FH

12. Bild

13. Braunschweiger Bier

14. Begabtenförderung

15. Bild

16. Studiengebühren

17. Abt. eines Fachbereichs

18. Bild

19. Dt. Fußballmeister 1967

20. Bild

- 49 -

21. berufl. Laufbahn

22. Arbeitseinheit eines Profs

23. Bild

24. Diskothek in BS

25. Anmeldung an der Uni

26. Bild

27. Dt. Fußballmeister 2009

28. niedersächs. Braunschweig

29. Wappen von Braunschweig

30. Fluß an der TU

Die farbigen Felder ergeben von unten nach oben folgendes Lösungswort:


www.uni38.de

IMPRESSUM

UNI38

ist eine Kooperation zwischen dem Lehrstuhl

für Kommunikations- und Medienwissenschaft

en der Technischen Universität Braunschweig

und der SUBWAY Medien GmbH

Herausgeber

Olaf Stelter & Christian Göttner

Verlag

SUBWAY Medien GmbH

Postfach 42 62 · 38032 Braun schweig

Kohlmarkt 2 · 38100 Braunschweig

Telefon (05 31) 2 43 20-0

Telefax (05 31) 2 43 20-23

www.subwaymedien.de

Redaktionsleitung

Holger Isermann (V.i.S.d.P.)

Redaktion

Kenja Albrecht, Fine Behrens, Nico Bensch,

Annekatrin Bock, Maria Boger, Benedikt Crone,

Helena Davenport, Nicole Griese, Jonas Hartwig,

Holger Isermann, Birgit Fischer, Maria Freystein,

Prof. Th omas Knieper, Florian Koch, Josephine

Königshausen, Birthe Oelgeklaus, Helene Osbahr,

Katerina Papamichael, Oliver Pidancet, Rosa Rabe,

Kristina Rauschan, Shirin Schönberg, Arne Schrader,

Claudia Siatkowski, Julia Willms, Sebastian

Wulf, Holger Zelder, Franziska Ziemann

Produktionsleitung

Carola Pfi tzenreuter

Gestaltung

Christina Carl, Frank Ehrhardt,

Chris Nowak, Sandy Mertens

Anzeigenleitung

Michael Hoff mann

Kundenberatung

Jessica Botorek, Steff en Koch, Shawn Magarity,

Jennifer Pieper, Benjamin Tacke

Anzeigenannahme

Telefon (07 00) 78 29 29 33

anzeigen@subway.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 2/2009.

Druck

westermann druck GmbH

Georg-Westermann-Allee 66

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Manuskripte, Zeich nun gen etc.

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in Braunschweig, Wolfsburg, Wolfenbüttel und

Salzgitter erhältlich.

Weitere Publikationen der

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Endlich ist eine Entscheidung getroff

en. Endlich habe ich wieder

was zum Festhalten.

Ob das alles wirklich so richtig ist,

ist eigentlich egal. Hauptsache, ich

habe erstmal was.

Dann kommt die gefürchtete Frage.

Ob von irgendeiner Tante, dem

Nachbarn der Eltern. Von Leuten,

von denen ich mir wünsche, sie

nie kennengelernt zu haben oder

von Menschen, die ich gerade erst

kennen gelernt habe, nach dieser

Frage aber nie wieder treff en

möchte.

Ob sie einfach nur fehlendem

Taktgefühl entspringt, die Unwissenheit

also tatsächlich ehrlich ist

oder ob das Ganze doch eine unterschwellige

Forderung enthält.

Die Frage: haut rein. Sie ist ein

mieser Schlag ins Gesicht. Hemmungslos.

Jetzt hilft kein Herumschwafeln

mehr.

„Oh, ich studiere jetzt Philosophie.

Die Leute sind wirklich nett.“ Eine

knallharte Rechtfertigung wird

verlangt. Klar gibt es Menschen,

die damit zurecht kommen.

KOLUMNE

»Und was machst

du später damit?«

Die Horrorfrage für alle Studierenden ohne festen Karriereplan.

- 50 -

„Ich studiere BWL mit dem Nebenfach

VWL. Ja, also in zehn Jahren

arbeite ich ...“ Ich studiere, weil ich

studieren will, das Fach mich interessiert

und ich eben gerade während

des Studiums herauskriegen

will, mit welchem Job ich mir mein

weiteres Leben teilen könnte. Besonders

hart ist es, wenn ich mich

vor Leuten rechtfertigen muss,

die selbst schon den perfekten

Karriereplan für mich parat haben.

Samt Bausparplan und Motivationscoaching.

Meine Coolness ist

weg und die Zunge macht Saltos

zwischen Gaumen und Unterkiefer.

Ich gerate leicht ins Stottern

und ist der Auft ritt vorbei, sinke

ich kleinlaut in mir zusammen. So

wollte ich doch gerade dieser Art

von Menschen beweisen, dass ich

richtig gut klarkomme.

Nach dem ganzen Desaster kommt

meist noch ein großkotziges „Ach,

das wird schon.“, „Die Studienberatung

gibts ja auch noch.“ oder

„Onkel Heinz hat bestimmt einen

Job in der Firma“. Das Verlangen

nach einem kurzen, klitzekleinen

Hieb ins Gesicht nimmt überhand.

Muss ich tatsächlich begründen,

warum ich ein Fach studiere, das

keinen eindeutigen Berufsweg vorschreibt?

Muss ich immer und für

alles ein Konzept haben? „Besorg

dir einen Voranschlag fürs Leben!“

So lautet jedenfalls für mich die

Forderung, die hinter dieser sinnfreien

Frage steckt. Studiert man

also, um danach etwas damit zu

machen? Ist es nicht eher so, dass

man seine Interessen durch das

Studium weiterentwickelt, um

schließlich durch die Interessen

eine Aufgabe zu fi nden, die möglicherweise

auch noch das eigene

Leben fi nanziert?

Eine Defi nition für „Studium“ gibt

es bei Wikipedia, der Plattform,

die ja bekanntlich alles weiß. „Das

Studium ist das wissenschaft liche

Lernen und Forschen“. Hat doch

eigentlich nichts mit einer Arbeitsstelle

zu tun, schon gar nicht mit

Geldverdienen. Ich studiere jetzt

und für mich. Danach kommt das,

was ich später mache...

Helena Davenport

Foto: fl ickr/denkrahm


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