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TOPFIT Winter 2024/2025

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DAS

KOSTENLOSE

GESUNDHEITSMAGAZIN

ZUM MITNEHMEN

Nr. 4 / 2024

Jahrgang 24

BESCHEID WISSEN

GESUND BLEIBEN

Knieverletzungen

beim Wintersport

Geht's auch

ohne OP?

Winterdepression

Mit Licht gegen die

trübe Stimmung

Heilende Wärme

Hyperthermie gegen Schmerzund

Autoimmunkrankheiten

Rat aus der Apotheke

Welche Mittel bei Erkältungen

am besten helfen


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

wann haben Sie das letzte Mal die Seele

baumeln lassen? Nur im entspannten Zustand

können Psyche und Körper optimal

regenerieren und sich so für künftige

Herausforderungen stärken. Nur eine

schöne Vorstellung? Tatsächlich zeigt

eine aktuelle Umfrage, dass sich viele

Menschen in Deutschland gestresster

denn je fühlen: wegen der Bedingungen

am Arbeitsplatz, wegen finanzieller Sorgen

und der mangelnden Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben.

Deutlich zugenommen hat auch die Angst vor steigenden Preisen,

den Folgen des Klimawandels, vor einem Krieg, vor Extremismus und

anderen politischen Krisen – und Angst löst wiederum Stress aus.

Angst entsteht immer dann, wenn wir ein Geschehen als Bedrohung

einschätzen und erst einmal keine Möglichkeit sehen, wie wir diese

Bedrohung mit eigenen Mitteln entschärfen können. Damit einher

gehen Gefühle des Kontrollverlusts, der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins

– und genau diese Gefühle können uns wirklich schwer zu

schaffen machen, wenn es uns nicht gelingt, sie zumindest ein Stück

weit loszulassen.

Zugegeben, gerade der Umgang mit Bedrohungsgefühlen durch

Situationen und Ereignisse, auf die wir keinen Einfluss haben, ist eine

Herausforderung. Doch auch wenn wir uns ihrer nicht ganz entledigen

können, ist es möglich, die negativen Empfindungen nicht übermächtig

werden zu lassen. Zu den Empfehlungen der Psychologen

gehört z.B., sich mit anderen auszutauschen und über die Angst zu

reden, statt mit ihr allein fertig werden zu wollen. Helfen kann es

auch, darauf zu achten, nicht ins Grübeln zu verfallen, sondern seine

Gedanken bewusst auf das Hier und Jetzt zu richten. Ganz wichtig ist

außerdem, sich selbst zu erlauben, Spaß zu haben, auch wenn sich das

in Krisenzeiten nicht immer richtig anfühlt.

Ein gutes Mittel gegen Ohnmachtsgefühle und Hilflosigkeit kann zudem

sein, sich zu engagieren: um anderen Menschen aktiv zu helfen,

aber auch, um Dinge zu bewegen und gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten.

Viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler schätzen das

gute Gefühl, auch für andere etwas zu tun und mit dazu beizutragen,

die Welt ein Stück besser zu machen. Und: Im Ehrenamt findet man

Gleichgesinnte – und oft auch Freunde fürs Leben.

Kommen Sie gesund ins neue Jahr!

Dr. Nicole Schaenzler, Chefredakteurin

P.S.: Gewinner des Gewinnspiels der letzten Ausgabe ist Martha S. aus

Rosenheim.

Thema aktuell

4 SAD:

Wenn der Winter aufs Gemüt schlägt

6 Knieverletzungen beim Wintersport:

Wie wird behandelt?

Diagnose und Therapie

Inhalt

8 Moderate Ganzkörperhyperthermie –

heilende Wärme zur ganzheitlichen Behandlung

10 Gefürchtete Komplikation bei Diabetes:

Wunde am Fuß – keine Bagatelle

11 Diabetische Füße:

Risiken erkennen und rechtzeitig handeln

12 Gelenkschmerzen:

Arthrose oder Arthritis?

14 Weniger Antibiotika für Kinder ist möglich!

15 Präzisionschirurgie:

Lebereingriffe mit dem OP-Roboter

16 Immer wieder Ärger mit der Achillessehne

17 Facelift für ein natürliches Ergebnis

Gesund leben

18 Studie zu Helicobacter pylori:

Für eine bessere Diagnostik und Behandlung

20 Esther Beltrán:

Erfüllt leben mit einem Lymphödem

nach Brustkrebs

Rat aus der Apotheke

22 Teemischungen:

Heilkraft aus der Pflanzenapotheke

24 Schnupfen, Husten, Halsweh:

Was hilft am besten?

Fitness

26 Ausdauersport Skilanglauf:

Fitness im Schnee

Rubriken

21 Impressum /

Medizinische Fachberatung

28 Gewinnspiel

30 Rätsel

Hier liegt TOPFIT für Sie bereit:

TOPFIT ist in Apotheken, Naturkostläden, Fitnessstudios,

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Umgebung kostenlos erhältlich. Unsere aktuelle Verteilerliste

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4 Thema aktuell

Depression

Wenn der Winter

aufs Gemüt schlägt

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, verlieren manche Menschen

ihr positives Lebensgefühl. Ihre Stimmung ist getrübt, sie fühlen sich

schlapp, sind ständig müde und haben Heißhunger auf Süßes. SAD oder

auch Winterdepression nennen die Ärzte das Leiden, das Jahr für Jahr in

den Herbstmonaten beginnt – und dann im Frühling sang und klanglos

von selbst verschwindet.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Winterdepression in den dunkleren Jahreszeiten

praktisch durchgehend. Dabei stehen neben einer

depressiven Stimmungslage vor allem ständige

Müdigkeit, Energielosigkeit und oft auch

ein gesteigerter Appetit im Vordergrund: Die

Betroffenen schlafen und essen mehr – vor allem

Süßes – und nehmen dadurch an Gewicht zu.

Darin unterscheidet sich die Winterdepression

von anderen Formen der Depression, für die in

der Regel Schlafstörungen, Appetitmangel und

Gewichtsverlust charakteristisch sind.

Foto: © creativenature/123RF

Müde, antriebslos, melancholisch oder einfach

chronisch schlecht gelaunt: Wenn

die Tage kürzer werden und das Wetter trüb ist,

fühlen sich hierzulande fast ein Viertel der Männer

und mehr als ein Drittel der Frauen deutlich

unwohler als in den hellen, warmen Frühlingsund

Sommermonaten. Inzwischen weiß man,

dass sich dahinter auch eine ernsthafte Erkrankung

verbergen kann: eine saisonal-affektive

Störung, die »SAD« (Seasonal Affective Disorder,

saisonal-abhängige Depression) oder »Winterdepression«

genannt wird.

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob die

Beschwerden noch als jahreszeitlich bedingte

Stimmungsschwankungen ohne Krankheitswert

oder schon als Symptome einer manifes-

ten saisonal-abhängigen Depression verstanden

werden müssen. Die Ärzte sprechen von

einer Winterdepression, wenn die Beschwerden

in zwei aufeinander folgenden Jahren in

den Herbst- und Wintermonaten auftreten und

im Frühling spontan wieder verschwinden. Ein

weiteres Kriterium ist, dass es zwischenzeitlich

zu keinen weiteren depressiven Episoden gekommen

ist.

Hohes Rezidivrisiko

SAD hat ein hohes Risiko, erneut aufzutreten:

Etwa zwei Drittel der Personen, die eine saisonale

Depression diagnostiziert bekommen, leiden

im darauffolgenden Winter wieder unter

den Symptomen. Ohne Behandlung besteht eine

Dass der Organismus durch den Rückgang der

Sonnenstunden in den dunklen Herbst- und

Wintermonaten so stark aus dem Gleichgewicht

geraten kann, dass sich eine Form der Depression

entwickelt, wurde von der Wissenschaft

lange skeptisch gesehen. Obwohl Emil Kraepelin,

einer der Begründer der Psychiatrie, schon

1921 berichtete: »Wiederholt beobachte ich bei

diesen Fällen, dass im Herbst eine Niedergeschlagenheit

einsetzte, die im Frühjahr, `wenn

der Saft in die Bäume schoss«, vorüber war und

in einen Erregungszustand überging, der in einem

gewissen Sinne jenen emotionalen Veränderungen

entsprach, von denen selbst gesunde

Individuen beim Wechsel der Jahreszeiten ergriffen

werden.« Doch erst über ein halbes Jahrhundert

später – 1984 – wurde das Phänomen

»Winterdepression« von US-Wissenschaftlern

TOPFIT 4 / 2024


Thema aktuell 5

das erste Mal ausführlich beschrieben, seit Ende

der 1980er Jahre wird SAD als eigenständige Depressionsform

geführt (mit ICD-Code). Dabei

ist die Erkrankung gar nicht so selten: Allein in

Europa dürfte die Zahl der Betroffenen bei etwa

drei Prozent liegen. Aber es gibt deutliche regionale

Unterschiede: Während eine Winterdepression

in den südlichen Ländern kaum vorkommt,

tritt sie in nördlichen Regionen bis zu fünfmal

häufiger auf.

Zu wenig Licht als Auslöser

Die meisten Menschen entwickeln die Winterdepression,

wenn Ende Oktober die Uhren auf

Winterzeit zurückgestellt werden. Noch sind die

Entstehungsmechanismen nicht vollständig geklärt.

Viele Experten gehen jedoch davon aus,

dass der Abnahme des Tageslichts in der Spätherbst-

und Winterzeit eine Schlüsselrolle zukommt.

Denn das über die Augen aufgenommene

Licht fungiert als Taktgeber für viele Prozesse,

die im Körper als Zyklen ablaufen (zirkadiane

Rhythmen). Im Fokus der Forschung steht

vor allem das Zusammenspiel von Licht und

der körpereigenen Melatonin- und Serotoninproduktion,

das bei SAD offenbar zu Störungen

des Schlaf-Wach-Rhythmus führt. Licht hat

nämlich einen direkten Einfluss auf die Herstellung

der beiden Hormone: Bei Dunkelheit wird

viel Melatonin, aber kaum Serotonin gebildet,

bei Helligkeit verhält es sich genau umgekehrt.

Dies ist schon allein deshalb von Bedeutung,

weil Melatonin unseren Tag-Nacht-Rhythmus

steuert und schlaffördernd wirkt. Serotonin

wird dagegen auch »Gute-Laune-Hormon« oder

»Glückshormon« genannt, weil es u.a. den Antrieb

fördert, das Wohlbefinden steigert und

stimmungsaufhellend wirkt. Wenn also weniger

Tageslicht auf die Netzhaut fällt, sodass es zu

einem Überschuss an Melatonin, aber zu einem

Mangel an Serotonin kommt, entsteht eine Konstellation,

die, so die Meinung vieler Forscher,

zum Auslöser für die Entstehung saisonal-abhängigen

Depression werden kann.

Nun ist es längst nicht so, dass wir im Winter

alle eine saisonal-abhängige Depression entwickeln.

Aber es gibt einige Faktoren, die die

Wahrscheinlichkeit erhöhen, allen voran eine

genetische Veranlagung. Dagegen scheint eine

SAD nicht von einem – hierzulande ebenfalls

wintertypischen – Vitamin-D-Mangel ausgelöst

zu werden, wie lange gemutmaßt wurde; dies

legt zumindest eine aktuelle Studie von englischen

Forschern nahe.

Licht als Therapie

So wie ein Mangel an Helligkeit eine Winterdepression

hervorrufen kann, so hilfreich kann

es sein, dem Organismus zur Bekämpfung der

Erkrankung gezielt Licht zuzuführen. Auch

wenn der genaue Wirkmechanismus noch unklar

ist: Zahlreiche Studien bescheinigen der

Lichttherapie bei SAD eine hohe Erfolgsquote.

In der Mehrzahl der Fälle tritt bereits nach wenigen

Tagen eine deutliche Besserung ein, meist

verschwinden die Symptome nach zwei bis vier

Wochen vollständig.

Das Standardprotokoll sieht eine tägliche Nutzung

von weißem Licht mit einer hohen Intensität

von etwa 10 000 Lux für jeweils 30 Minuten

am frühen Morgen nach dem Aufstehen vor.

Aber auch eine Lichtintensität von 2 500 Lux

kann schon hilfreich sein. Zum Vergleich: Gewöhnlich

bietet die Innenbeleuchtung lediglich

etwa 300 bis 800 Lux. Wichtig ist, dass ein Abstand

von 60 bis 80 Zentimeter zur Lichtquelle

eingehalten wird und die Augen nicht geschlossen

werden. Deshalb darf das Lichtspektrum

auch keine augenschädigenden Ultraviolettstrahlen

oder Infrarotlicht enthalten.

Es kann sein, dass das Lichtbad über die gesamte

Risikozeit durchgeführt werden muss. Da die

Lichttherapie jedoch einfach zu handhaben ist,

Multimodale Behandlung individuell

nach Ihren Bedürfnissen: Als eine der

größten komplementärmedizinischen

Kliniken Deutschlands haben wir es

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sich problemlos zu Hause durchführen lässt und

in der Regel gut verträglich ist, gehört sie zu den

Verfahren, die ideal zur Selbsthilfe geeignet und

deshalb auch nicht verschreibungspflichtig sind.

Gelegentliche Beschwerden wie Augenreizungen,

Kopfschmerzen und Hautrötungen klingen

meist wenige Stunden nach der Bestrahlung

wieder ab. Wer das erste Mal eine Lichttherapie

durchführt, sollte sich vor Beginn allerdings

vorsichtshalber von einem Augenarzt bestätigen

lassen, dass keine Augenerkrankung vorliegt,

die sich durch das Verfahren verschlimmern

könnte.

Zusätzlich sollte man sich viel im Freien aufhalten,

am besten täglich für mindestens 30 Minuten.

Denn selbst bei bewölktem Himmel bremst

das natürliche Licht die körpereigene Melatoninproduktion.

Außerdem steigt durch regelmäßige

Bewegung der Serotoninspiegel – und

die Stimmung hellt sich auf.

Bleibt die erhoffte Stimmungserholung trotz

dieser Maßnahmen aus, kann der Arzt zusätzlich

Antidepressiva verordnen und/oder eine

Psychotherapie empfehlen.

Krankenhaus für Naturheilweisen

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sondern aktive Teilnehmer ihrer Behandlung sind.

TOPFIT 4 / 2024


6 Thema aktuell

Foto: © ARochau / Adobe Stock

Knieverletzungen beim

Wintersport

Wie wird behandelt?

Allein in Deutschland gehen jedes Jahr mehr als vier Millionen Skifahrer und Snowboarder auf

die Piste. Mitunter endet der herrliche Tag im Schnee jedoch jäh in der Arztpraxis: Volle Pisten

und schnelle Abfahrten, aber auch Selbstüberschätzung oder mangelndes Training erhöhen die

Gefahr für Stürze und Zusammenstöße. Besonders häufig leidet das Kniegelenk — »und hier vor

allem die Menisken, der Gelenkknorpel und die Kreuzbänder, die das Knie stabilisieren«, weiß

der Münchner Facharzt für Chirotherapie, Orthopädie und Unfallchirurgie Prof. Dr. Armin Keshmiri

vom Orthopädischen Versorgungs-Zentrum im Helios.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Prof. Keshmiri, beim Skifahren und Snowboarden

machen Schäden am Knie ein Drittel

der Verletzungen aus. Woran erkennt man, ob

man sich eher leicht oder schwer verletzt hat?

Prof. Keshmiri: Auch wenn das Ausmaß auf den

ersten Blick gering erscheint – jede Skiverletzung

muss ernst genommen werden. Speziell

für das Kniegelenk gilt: Vor allem bei Schmerzen,

Schwellungen oder einer Instabilität sollte

auf eine weitere Abfahrt unbedingt verzichtet

werden. Andernfalls kann aus einer ursprünglich

leichten doch noch eine schwere Verletzung

werden. Handelt es sich um harmlose blaue Flecken

oder eine Prellung, bietet sich als Sofortbehandlung

die PECH-Regel an: Das verletzte

Gelenk schonen, Cool Pack auflegen, Druckverband

anlegen und das betroffene Körperteil

hochlagern.

Und wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Schmerzt das Kniegelenk bei Bewegung oder

Belastung, ist die Beweglichkeit eingeschränkt,

wirkt es instabil, ist es stark angeschwollen oder

hat sich ein ausgeprägter Bluterguss entwickelt,

sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.

Gleiches gilt, wenn eine offene Wunde oder der

Verdacht auf einen Knochenbruch besteht.

Eine häufige Skisportverletzung betrifft den

Meniskus, der früher kurzerhand entfernt

wurde …

Prof. Keshmiri: … ja, aber inzwischen weiß man,

dass das Kniegelenk mit den Menisken eine wesentlich

höhere Lebensdauer hat also ohne sie.

Fehlt ein Meniskus, entwickelt sich langfristig

ein Frühverschleiß im Kniegelenk, eine Gonarthrose.

Deshalb stehen heute, wenn möglich,

meniskuserhaltende Eingriffe im Vordergrund.

Aber auch ein gerissener oder deutlich abgenutzter

Meniskus ist für das Kniegelenk schädlich.

Dann kann er durch Einklemmungen in

den Kniegelenksspalt Knorpelabrieb verursachen

und so mit der Zeit massive Schäden am

gelenkschützenden Knorpelbelag hervorrufen.

Dies ist der Grund, weshalb ein Meniskusschaden

unbedingt behoben werden sollte.

Welcher Eingriff kommt infrage?

Prof. Keshmiri: Die Art der Operation richtet

sich nach Art und Lage der Rissform sowie

nach Begleitverletzungen. Ein unkomplizierter,

basisnaher Meniskusriss lässt sich meist gut mit

einer arthroskopisch durchgeführten Naht versorgen.

Handelt es sich jedoch um eine größere

Meniskusverletzung, die nicht mehr genäht

werden kann, kann es notwendig sein, das defekte

Gewebe teilweise zu entfernen. Auch in

diesem Fall ist es unser oberstes Ziel, den Meniskus

zu erhalten. Ist der Defekt alllerdings zu

groß, kann es sein, dass die beste Lösung dann

doch darin besteht, den Meniskus vollständig

zu entfernen und ihn durch ein Transplantat zu

ersetzen.

Wie gehen Sie bei einer akuten Verletzung des

Gelenkknorpels vor?

Prof. Keshmiri: Kommt es, z.B. infolge eines

Sturzes auf der Piste, zu einer Knorpelverletzung

im Knie, hängt die therapeutische Versorgung

entscheidend davon ab, wie ausgeprägt der

Knorpelschaden ist. Kleinere, oberflächliche

Knorpelschäden lassen sich häufig konservativ

behandeln, ohne dass eine Operation notwendig

ist. Sind jedoch ganze Knorpelstücke oder

eine größere Knorpelschicht »herausgeschlagen«,

ist ein chirurgischer Eingriff unerlässlich.

Hierbei kommen verschiedene Vorgehensweisen

infrage.

Welche Möglichkeiten sind das?

Prof. Keshmiri: Beispielsweise können ausgefranste

oder instabile Knorpelanteile im Rahmen

einer Arthroskopie abgetragen werden.

Mitunter ist es möglich, abgesprengte Knorpelteile

wieder anzukleben oder anzuschrauben.

Es kann aber auch sein, dass sie entfernt

werden müssen, damit sie nicht die Gelenkmechanik

behindern. Bei größeren und tiefen

Knorpeldefekten ist eine Knorpelersatztherapie

notwendig, etwa das neuartige »Minced

Cartilage«-Verfahren.

Wie funktioniert die Methode?

Prof. Keshmiri: Die Minced Cartilage-Methode

wird auch als einzeitige Knorpelzelltransplantation

bezeichnet: Es ist nur ein Eingriff notwendig

und es muss auch keine längere Wartezeit

eingeplant werden, in der der Knorpel erst

einmal im Labor angezüchtet wird. Stattdessen

entnehmen wir während einer arthroskopisch

unterstützten Operation gesunden Knorpel

aus dem Randbereich des Knorpeldefekts und

zerkleinern ihn. Die Knorpelschnipsel werden

mit vorab aufbereitetem Eigenblut des Patienten

vermischt, das reich an Thrombozyten und

Wachstumsfaktoren ist, man kennt dieses Verfahren

auch als PRP-Therapie. Als Nächstes

wird die Paste aus PRP und Knorpelstückchen

in den Knorpeldefekt eingesetzt und mit einem

körpereigenen, thrombinreichen Kleber fixiert.

Nun startet die eigentliche Knorpelreparatur:

Unter dem heilfördernden Einfluss von PRP,

aber auch durch den Akt des Zerkleinerns beginnen

sich die Knorpelzellen zu teilen und eine

neue Knorpelmatrix zu bilden, die den Defekt

vollständig bedeckt, bis schließlich ein neuer

belastungsstabiler Knorpel entstanden ist.

TOPFIT 4 / 2024


Thema aktuell 7

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Prof. Keshmiri: Wie lange der Heilungsprozess

dauert, hängt wesentlich vom Ausmaß

des Knorpelschadens ab. Gerade bei schweren

Knorpelverletzungen ist es notwendig, dem

Betroffenen einen individuellen Nachbehandlungsplan

an die Hand zu geben, der neben einer

angemessenen Zeit der Schonung und Entlastung

auch eine Physiotherapie nach einem

abgestimmten Belastungsschema unter fachlicher

Anleitung vorsieht.

Besonders häufig – und besonders gefürchtet

– ist ein Kreuzbandriss. Mit welchen direkten

Auswirkungen muss man rechnen?

Prof. Keshmiri: Kreuzbänder sind sehr reißfest

und machen einen Großteil der Kniegelenkstabilität

aus. Entsprechend »wackelig« fühlen sich

viele Patienten auf den Beinen, wenn das vordere

Kreuzband gerissen ist. In diesem Fall lässt

sich oft das Schienbein gegenüber dem Oberschenkel

nach vorn verschieben, was wir auch

‚Schubladen-Zeichen‘ nennen. Außerdem hat

der Betroffene Schmerzen, das Knie schwillt

an, und es bildet sich häufig ein Gelenkerguss.

Für eine sichere Diagnose ist jedoch eine eingehende

ärztliche Untersuchung notwendig.

Muss ein Kreuzbandriss immer operiert

werden?

Prof. Keshmiri: Viele Jahre galt die operative

Versorgung einer Kreuzbandverletzung tatsächlich

als alternativlos. Ist das Ausmaß des

Kreuzbandschadens jedoch zunächst unklar,

spricht oft Vieles dafür, erst einmal abzuwarten

und auf eine konservative Behandlung zu

setzen. Es hat sich nämlich gezeigt, dass ein

Kreuzband, das nur zum Teil eingerissen ist,

längst nicht immer operiert werden muss. Auch

eine konservative Therapie zielt darauf ab, die

Funktions- und Leistungsfähigkeit des Knies

möglichst vollständig wiederherzustellen.

Welche konservativen Maßnahmen haben sich

bewährt?

Prof. Keshmiri: Zu Beginn der Behandlung geht

es darum, mit schmerzlindernden Medikamenten

und abschwellenden Maßnahmen die

Akutbeschwerden zu lindern. Außerdem muss

der Patient einige Wochen lang eine Orthese

tragen, um das Kniegelenk zu schützen und zu

stabilisieren. Wichtige Säulen der begleitenden

Physiotherapie sind ein gezieltes Muskelaufbautraining

sowie ein spezielles Koordinationstraining.

Zur Förderung des Heilungsprozesses

verordnen wir die PRP-Therapie.

Wann ist eine Operation unumgänglich?

Prof. Keshmiri: Ist das Kreuzband vollständig

gerissen und die Instabilität stark ausgeprägt

und/oder liegen zusätzlich Begleitverletzungen

an anderen Gelenkstrukturen vor, ist die

Kreuz-bandersatzplastik, also der operative

Ersatz des gerissenen Kreuzbands durch eine

körpereigene Sehne, in der Regel weiterhin die

Methode der Wahl. Wir führen diesen Eingriff

arthroskopisch durch. In den letzten Jahren haben

jedoch auch kreuzbanderhaltende Operationen

zunehmend an Bedeutung gewonnen. So

bietet sich z.B. in bestimmten Fällen eine innere

Schienung des verletzten Kreuzbands, etwa

mithilfe von speziellen Tapes an, um so den

Heilungsprozess zu fördern, ohne dass das gesamte

Band ersetzt werden muss. Diese innovative

Behandlung setzt jedoch voraus, dass der

Operateur mit den Techniken bestens vertraut

ist und über viel Erfahrung verfügt.

Auch das Innenband kann als Folge eines Skioder

Snowboardunfalls reißen. Was sind die

typischen Anzeichen?

Prof. Keshmiri: Bei einer Verletzung des Innenbands

treten typischerweise praktisch sofort

nach dem Unfallereignis Schmerzen an der Innenseite

des Kniegelenks auf, meist lässt sich in

diesem Bereich auch ein Druckschmerz auslösen.

Schmerzhaft ist es auch, wenn das Knie gebeugt

oder gestreckt wird. Anders als bei einem

Kreuzbandriss ist das Knie aber oft weiterhin

einigermaßen belastbar.

Wie wird eine Innenbandverletzung

behandelt?

Prof. Keshmiri: Die Therapie richtet sich nach

dem Ausmaß der Verletzung. Liegen keine Begleitverletzungen

vor, reicht es meist aus, das

Knie für etwa sechs Wochen in einer beweglichen

Schiene ruhigzustellen. Nach Abklingen

der Schmerzen empfiehlt sich eine Physiotherapie;

ebenso hat sich die PRP-Therapie bewährt.

Bei adäquater Therapie heilt eine isolierte Innenbandruptur

in der Regel folgenlos aus.

Zur Person

Manchmal schmerzt das Knie nach dem Skifahren,

ohne dass man gestürzt ist …

Prof. Keshmiri: … dann kann Überlastung

ein Grund sein. Es ist es wichtig, den Kniegelenken

sofort eine Pause zu gönnen –

auch wenn es schwer fällt. Bessern sich die

Beschwerden nicht oder treten die Schmerzen

erneut auf, sollte man baldmöglich einen

Orthopäden aufsuchen. Denn manchmal

steckt auch eine behandlungsbedürftige

Ursache dahinter.

Wenn man sich beim Skifahren eine Knieverletzung

zuzieht, ist oft Pech im Spiel.

Aber es heißt ja auch, das Verletzungsrisiko

könne durch einen guten Trainingszustand

verringert werden – richtig?

Prof. Keshmiri: Skifahrer und Snowboarder

müssen auf der Piste tatsächlich fit sein:

Muskeln, Bänder, Sehnen und Gelenke müssen

Richtungswechsel blitzschnell und sicher

umsetzen können, wenn beispielsweise

eine Eisplatte auftaucht, eine Pistenraupe die

Fahrt versperrt oder eine Buckelpiste volle

Konzentration verlangt. Hierfür sind Beweglichkeit

und Koordination, aber auch Kraft

und Ausdauer wichtig – und dies am besten

von Anfang an: Auf keinen Fall sollte man

untrainiert in die Skisaison starten. Durch

mangelnde Fitness besteht nicht nur eine erhöhte

Überlastungs-, sondern eben auch eine

erhöhte Verletzungsgefahr, dies wird durch

viele Untersuchungen belegt.

Wann sollte man mit dem Training

beginnen?

Prof. Keshmiri: Wer längere Zeit keinen Sport

betrieben hat, sollte mindestens sechs Wochen

vor dem Skiurlaub mit einem gezielten

Fitnesstraining beginnen. Sinnvoll ist

z.B. ein Konditionstraining. Sportvereine

und Fitnesscenter bieten entsprechende

Kurse an, ebenso sind spezielle Angebote

für Wintersportler, wie Skigymnastik, empfehlenswert.

Aber natürlich kann man sich

auch ohne Anleitung eines Trainers gut auf

die Skisaison vorbereiten, etwa durch Joggen

oder durch klassische gymnastische

Übungen.

Prof. Dr. med. Dr. med. univ. Armin Keshmiri ist Facharzt für Orthopädie

und Unfallchirurgie und praktiziert im Orthopädischen Versorgungs-Zentrum

im Helios. Als Mitglied der International Patellofemoral

Study Group (IPSG) und Komiteemitglied »Kniescheibenchirurgie« der

Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) zählt er hierzulande

zu den anerkannten Spezialisten für Kniescheibenchirurgie. Zudem

gehören u. a. die minimal-invasive Knie- und Hüftchirurgie, der minimalinvasive

endoprothetische Gelenkersatz sowie

orthobiologische Zelltherapieverfahren zu seinen Kernkompetenzen.

Nähere Infos: www.mvz-im-helios.de

TOPFIT 4 / 2024


8 Diagnose & Therapie

Hyperthermie – heilende Wärme

Ganzkörperhyperthermie. Letztgenanntes Verfahren

führen wir im Krankenhaus für Naturheilweisen

jedoch nicht durch, da es einer intensivmedizinischen

Überwachung bedarf.

Können auch ältere Patienten mit der

moderaten Ganzkörperhyperthermie

behandelt werden?

Robert Schmidt: Auch wenn die moderate Ganzkörperhyperthermie

eine sehr intensive Therapie

ist, wird sie auch von älteren und mehrfach

erkrankten Patienten gut vertragen. Die Patienten

werden bei uns kontinuierlich überwacht

und von geschultem Personal betreut. Die Intensität

der Behandlung kann natürlich ständig an

das individuelle Befinden angepasst und im äußersten

Fall auch einfach beendet werden.

Fotos: © Krankenhaus für Naturheilweisen (KfN)

Je nach Krankheitsbild kann die therapeutische Zufuhr von Wärme wertvolle

therapeutische Dienste leisten. Gerade in der ganzheitlichen Behandlung von

Schmerz- oder Autoimmunerkrankungen ist die Anwendung der Hyperthermie

hilfreich, dies wird auch durch weltweit über Jahrzehnte gesammelte Erfahrungswerte

und Studien belegt. Hierzulande ist vor allem das Krankenhaus für

Naturheilweisen (KfN) für seine Expertise für die Hyperthermie-Behandlung bekannt.

Im Gespräch mit TOPFIT erklärt der Ärztliche Direktor und Chefarzt Robert

Schmidt u.a., wie die Hyperthermie funktioniert und welche Patienten besonders

von der systemischen Wärmetherapie profitieren.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Schmidt, »moderate Ganzkörperhyperthermie«

– was genau ist darunter zu

verstehen?

Robert Schmidt: Unter moderater Ganzkörperhyperthermie,

kurz mGKHT, versteht man eine

systemische Wärmetherapie, bei der die Körperkerntemperatur

durch Zufuhr von Wärme von

außen in den fieberähnlichen Bereich bis maximal

40,5 °C angehoben wird. Diese Zufuhr

kann dabei auf unterschiedliche Art und Weise

erfolgen. Meist wird wassergefilterte Infrarot-

A-Strahlung verwendet. Sie dringt relativ leicht

durch die obersten Hautschichten und gibt ihre

Energie in Form von Wärme dann überwiegend

erst in tieferen Hautschichten frei. Auf diese

Weise gelingt ein hoher Energieeintrag, ohne

dass die oberste Hautschicht gleich mit einer

unerwünschten Hitzereaktion reagiert, etwa in

Eine Behandlungseinheit für eine moderate Ganzkörperhyperthermie mit wassergefiltertem

Infrarot-A-Licht im Krankenhaus für Naturheilweisen.

Form eines leichten Sonnenbrands. Die freigesetzte

Wärme wird dann über den Blutstrom

im Körper verteilt, die Körperkerntemperatur

steigt. Alternativ kann die Hyperthermie-Behandlung

auch im Warmwasserbad durchgeführt

werden, der Wärmeeintrag erfolgt dann

über die steigende Wassertemperatur. Das sogenannte

Überwärmungsbad ist zwar kreislaufbelastender,

allerdings gibt es Patienten, die das

Überwärmungsbad der Erwärmung mit wassergefiltertem

Infrarot-A-Licht vorziehen.

Kann eine Ganzkörperhyperthermie mit

anderen Temperaturen erfolgen?

Robert Schmidt: Ja. Bis zu einer Temperatur von

38,0 °C spricht man von einer milden, bei einer

Temperatur zwischen 38,0 bis 40,5 °C von einer

moderaten und ab 40,5 °C von einer extremen

Welche Krankheitsbilder sprechen besonders

gut auf die Therapie an?

Robert Schmidt: Die Hyperthermie führt zu einer

tiefgreifenden Entspannung der Muskulatur

und einer regenerationsfördernden Stoffwechselanregung

auch in stoffwechselträgen Geweben,

also z.B. den Gelenken. Zudem aktiviert das Verfahren

die Opiod-Rezeptoren, sodass chronische

Schmerzen gemildert werden können. Aus diesen

Gründen kann die moderate Ganzkörperhyperthermie

zur Schmerzlinderung bei degenerativen

Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt

werden, etwa bei Arthrosen oder degenerativen

Wirbelsäulenerkrankungen, aber auch bei der

recht häufigen Schmerzerkrankung Fibromyalgie-Syndrom.

Außerdem können wir mithilfe der

Methode sehr effektiv auf das Immunsystem einwirken,

um es so, z.B. bei Infektanfälligkeit, gezielt

zu stärken. Aber auch ein fehlgesteuertes Immunsystem,

wie es bei chronisch-entzündlichen

Erkrankungen der Fall ist, kann im Sinne einer

Immunmodulation positiv beeinflusst werden.

Dazu zählen zahlreiche relevante Erkrankungen

aus unterschiedlichen schulmedizinischen Fachdisziplinen,

z.B. chronisch entzündliche Hauterkrankungen

wie Neurodermitis oder Psoriasis,

rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide

Arthritis oder Morbus Bechterew, chronisch-entzündliche

Darmerkrankungen, allen voran Morbus

Crohn und Colitis ulcerosa, und ebenso Erkrankungen

wie Asthma bronchiale und andere

allergisch bedingte Erkrankungen.

Wird auch das vegetative Nervensystem

therapeutisch beeinflusst?

Robert Schmidt: Ja, die Fiebertherapie kann

auch kräftigend und ausgleichend auf das ve-

TOPFIT 4 / 2024


Diagnose & Therapie

9

getative Nervensystem einwirken. Diese Eigenschaft

machen wir uns zunutze, um z.B. die

Symptomatik bei chronischer Stressbelastung

oder verschiedenen funktionellen Erkrankungen

wie dem Reizdarm-Syndrom zu lindern.

Sehr gute Erfahrungen haben wir auch beim

Post-Covid-Syndrom gemacht, hier konnten wir

in einer hausinternen Beobachtungsstudie einen

signifikanten und nachhaltigen Effekt zeigen.

Aber auch Fatigue-Syndrome anderer Genese

wie CFS/ME oder das cancer-related-Fatigue-

Syndrom bei Tumorerkrankungen sprechen gut

auf die Behandlung an. Gerade bei Krebserkrankungen

spielt natürlich auch die Stimulation des

Immunsystems im körpereigenen Kampf gegen

den Tumor eine wichtige Rolle.

Wann ist die moderate Ganzkörperhyperthermie

nicht geeignet?

Robert Schmidt: Nicht geeignet sind Erkrankungen,

die durch Fieber stimuliert werden

könnten. Dazu zählen z.B. Multiple Sklerose,

Epilepsien oder akute fieberhafte Infektionserkrankungen.

Kontraindikationen sind außerdem

strukturelle intrakranielle Veränderungen,

schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, relevante

periphere Durchblutungsstörungen, schwere

chronische Venenleiden, akute fieberhafte Infektionen,

Schwangerschaft und Stillzeit, akute

psychiatrische Erkrankungen sowie hormonelle

bzw. metabolische Krisensituationen, etwa bei

einer manifesten Überfunktion der Schilddrüse

oder einem entgleisten Diabetes.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Robert Schmidt: Im KfN verwenden wir für die

moderate Ganzkörperhyperthermie vornehmlich

die hautverträgliche und tiefenwirksame

wassergefilterte Infrarot-A-Strahlung, die tiefer,

bis in das durchblutete Gewebe, gelangt. Dies

ermöglicht einen raschen und gut verträglichen

Anstieg der Körperkerntemperatur. Der Patient

liegt in seinem eigenen Patientenbett unter der

Bestrahlungseinheit, daher ist nach Ende der Erwärmungsphase

auch ein unmittelbarer Wechsel

in die Wärmestauphase möglich. Eine moderate

Ganzkörperhyperthermie dauert insgesamt

rund 150 Minuten, gefolgt von einer Nachruhephase

im Bett auf der Station von ca. 60 Minuten.

Begonnen wird mit der sogenannten Erwärmungsphase,

die bei uns maximal 120 Minuten

dauert. Ob die Erwärmungsphase vorzeitig beendet

wird, ist in erster Linie vom Wohlbefinden

des Patienten abhängig. Es wird aber stets

darauf geachtet, dass die Körperkerntemperatur

nicht über 40,5 °C ansteigt und wir damit in den

Bereich der extremen Ganzkörperhyperthermie

kämen. Ist die Erwärmungsphase abgeschlossen,

werden alle Infrarot-Strahler ausgeschaltet

und der Patient wird, immer noch liegend, in

die temperaturisolierenden Folien eingewickelt,

die zuvor mit der Bestrahlungseinheit und dem

Bett eine Art Wärmestauraum in zeltförmiger

Anordnung gebildet haben. Im Inneren dieses

Wärmestauraums beträgt die Umgebungstemperatur

während der Behandlung rund 60 °C.

Mit dem Einwickeln in die Folien beginnt die

Wärmestauphase für weitere rund 30 Minuten,

wobei die Körperkerntemperatur oftmals noch

geringfügig ansteigt. Übersteigt die Körperkerntemperatur

40,5 °C, wird die Wärmestauphase

vorzeitig beendet.

Ist eine konstante Zieltemperatur

vorgesehen?

Robert Schmidt: Nein, eine feste Zieltemperatur

ist nicht vorgesehen. Vielmehr wird versucht,

die individuell tolerable Maximaltemperatur,

aber eben nicht mehr als 40,5 °C, für möglichst

lange Zeit aufrechtzuerhalten. Unserer Erfahrung

nach gibt es bei der erreichbaren Körperkerntemperatur

große individuelle Unterschiede,

wobei diese aber nicht unbedingt mit der

vom Patienten empfundenen Belastung durch

die moderate Ganzkörperhyperthermie korreliert.

Letztere hängt auch ganz entscheidend von

der eigenen Konstitution und dem Gesundheitszustand

am Behandlungstag ab. Die Sicherheit

des Patienten wird durch freie Kommunikation

mit und Zugang zum Patienten sichergestellt.

Kontinuierlich werden Körperkerntemperatur,

Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung

gemessen. Blutdruckmessungen werden manuell

durchgeführt, mindestens halbstündlich, je

nach Befinden des Patienten, oder, bei auffälligen

Werten, auch engmaschiger. Im Rahmen

eines stationären Aufenthalts von zehn Tagen

werden möglichst zwei, selten drei Behandlungen

durchgeführt.

Gibt es Nebenwirkungen?

Robert Schmidt: Die Ganzkörperhyperthermie

weist – unter Berücksichtigung möglicher

Kontraindikationen – ein geringes Nebenwirkungsprofil

auf. Je nach erwünschter Temperaturerhöhung

und der daraus natürlicherweise

resultierenden körperlichen Belastung, bestehen

unterschiedliche Kontraindikationen. Diese

können dazu führen, dass das Verfahren entweder

gezielt nur ganz mild durchgeführt wird

Zur Person

oder dass auf die Ganzkörperhyperthermie als

Therapiebaustein verzichtet werden muss. Alternativ

sind dann immer noch häufig Behandlungen

in der Infrarotkabine möglich, bei der es vor

allem zu einer oberflächlichen Erwärmung der

Muskulatur wie der Rückenmuskulatur kommt

und weniger zu einem signifikanten Anstieg der

Körperkerntemperatur.

Als mögliche Nebenwirkungen einer regulär

durchgeführten moderaten Ganzkörperhyperthermie

können z.B. Hauterytheme, die Reaktivierung

eines Herpes labialis oder die Zunahme

eines bereits bestehenden Lymphödems, aber

auch – wenngleich selten - Verbrennungen zweiten

Grades, innere Unruhe, Herzrasen oder Migräneanfälle

auftreten. Wichtig zu wissen, dass

Medikamente, die regelmäßig eingenommen

werden, unter Umständen in ihrer Wirkung verstärkt

werden können. Transkutan dürfen während

der Hyperthermie keine Medikamente zugeführt

werden, hier ist vor allem an Schmerzpflaster

zu denken. Durch die massive Anregung

der Durchblutung auch der Haut könnte

es zu einer Erhöhung der resorbierten Medikamentenmenge

aus dem Schmerzpflaster kommen,

die dann nur schwer zu kalkulieren ist.

Eine weitere Therapieoption ist die lokoregionale

Tiefenhyperthermie ...

Robert Schmidt: ... bei der lokoregionalen Tiefenhyperthermie,

die vor allem in der komplementärmedizinischen

Behandlung solider Tumoren

eingesetzt wird, wird nur eine bestimmte

Körperregion überwärmt. Zu einem Anstieg

der Körperkerntemperatur in den fieberähnlichen

Bereich kommt es nicht, allerdings können

im Tumor deutlich höhere Temperaturen

bis 44 °C erreicht werden. Die erzeugten Temperaturen

führen zu einer direkten thermischen

Schädigung der Tumorzellen, die so nun besser

angreifbar sind: für das körpereigene Immunsystem,

aber auch für Chemotherapeutika oder

therapeutische Strahlen. Das gesunde Gewebe,

das den Tumor umgibt, bleibt intakt. Gerade solide,

lokal begrenzte Tumoren wie fortgeschrittene

Mammakarzinome und Metastasen, z.B.

Knochenmetastasen, sprechen gut auf diese Behandlung

an.

Robert Schmidt

Facharzt für Innere Medizin, Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren

und Homöopathie

Ärztlicher Direktor und Chefarzt

Krankenhaus für Naturheilweisen (KfN)

Seybothstraße 65 | 81545 München

Tel. 089 / 62505-0 | E-Mail: sekretariat@kfn-muc.de

Nähere Infos: www.krankenhaus-naturheilweisen.de

TOPFIT 4 / 2024


10 Diagnose & Therapie

Gefürchtete Komplikation bei Diabetes

Wunde am Fuß – keine Bagatelle

Wichtig:

eine sorgfältige Fußpflege!

• Waschen Sie Ihre Füße täglich mit einer

milden Seife. Fußbäder (nicht wärmer als

37 °C) sollten nicht länger als drei bis fünf Minuten

dauern.

• Trocknen Sie die Füße und auch die Zehenzwischenräume

nach jedem Waschen sorgfältig

mit einem weichen Handtuch ab.

• Cremen Sie die Haut der Füße nach jedem

Waschen mit einer Fettcreme ein. Diese sollte

möglichst keine allergieauslösenden Zusätze

wie Parfüm oder Konservierungsstoffe

enthalten.

• Untersuchen Sie täglich Ihre Füße, besonders

Fußsohlen und Zehenzwischenräume.

Foto: © chitophoto / 123rf.com

Über einen langen Zeitraum zu hohe Blutzuckerwerte können die Nerven im Fuß schädigen

und zu Durchblutungsstörungen führen. Deshalb kann eine Verletzung an den

Füßen erst einmal unbemerkt bleiben und sich zu einer tiefen, großen Wunde entwickeln.

Diese Wunde ist dann oft nur schwer behandelbar – es ist ein diabetischer Fuß

entstanden.

Von Sabine Jansen

Füße von Diabetikern weisen oft deutliche

Veränderungen der Verhornung und der

Durchblutung auf. Häufig sind es zu enge Schuhe

oder ein Steinchen im Schuh, wodurch sich

am Ballen oder an der Sohle eine Druckstelle

bildet. Die Folgen können schlecht heilende offene

Stellen bzw. die Bildung von ausgeprägten

Geschwüren und Absterben von Gewebe sein.

Ein diabetischer Fuß zieht meist langwierige Behandlungsmaßnahmen

nach sich – im Extremfall

ist sogar eine Operation bis hin zu einer Amputation

von Zehen oder dem ganzen Fuß erforderlich.

Soweit muss es nicht kommen: Mit einer

guten Blutzuckereinstellung, einer sorgfältigen

Fußpflege und einer regelmäßigen Kontrolle der

Füße kann man sich vor einem diabetischen Fuß

schützen.

Darauf sollten Sie achten

Folgende Zeichen weisen möglicherweise auf

eine Nervenschädigung und/oder auf eine

Durchblutungsstörung hin: die Neigung zu

Schwielen, Verhornungen, Einrissen, häufiger

Nagelpilzbefall, Kribbeln, Ameisenlaufen,

Taubheitsgefühl, Pelzigkeitsgefühl und andere

Missempfindungen in den Beinen bzw. Füßen,

Gangunsicherheit und das Gefühl, auf Watte zu

gehen, brennende Schmerzen und Hitzegefühl,

besonders in Ruhe und nachts, fehlendes bzw.

stark eingeschränktes Schmerzempfinden bei

Druck oder Verletzung, bläuliche Verfärbung

von Zehen und Fußrändern, Wadenschmerzen

oder Wadenkrämpfe beim Gehen, die sich

bessern, wenn man stehen bleibt. Jedes dieser

Symptome sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Aber auch wenn die Füße gesund zu sein

scheinen, sollten sie alle drei Monate von einem

Arzt inspiziert werden.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme ist, auf eine konsequent

gute Blutzuckereinstellung zu achten. Und

ebenso sollten Blutdruck und Blutfettwerte im

Normbereich liegen, gegebenenfalls mit Hilfe

von Medikamenten. Wer raucht, sollte mit dem

Rauchen aufhören. Vor allem für langjährige

Raucherinnen und Raucher hat sich die Teilnahme

an einem Anti-Rauch-Programm bewährt.

• Lassen Sie Hühneraugen, Hornhautschwielen,

Nagelpilz oder einen eingewachsenen Nagel

unbedingt von einem geschulten Fußpfleger

entfernen bzw. behandeln.

• Bei Rötungen, Schwellungen, Blasen,

Druckstellen und anderen krankhaften Veränderungen

sollten Sie sofort einen Arzt

aufsuchen.

• Um Fußverletzungen zu vermeiden, gehen

Sie möglichst nicht barfuß. Auch im Schwimmbad

oder in einem Hotel sollten Sie niemals ohne

(Bade-)Schuhe laufen.

• Tragen Sie grundsätzlich bequeme Schuhe aus

Leder, die groß genug sind und nicht drücken.

• Die Strümpfe sollten aus natürlichen Materialien

(z.B. Baumwolle) bestehen, nicht zu eng

sein und keine Nähte haben.

• Setzen Sie Ihre Füße keiner großen Hitze aus.

Hat sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein

diabetischer Fuß entwickelt, stützt sich die Behandlung

auf eine konsequente Druckentlastung,

eine umfassende Wundpflege sowie auf

die Infektbekämpfung durch einen erfahrenen

Arzt. Orthopädische Maßschuhe, die individuell

angepasst sind, helfen bei der Entlastung des

Fußes; gegebenenfalls kann auch vorübergehend

eine Gehstütze sinnvoll sein.

TOPFIT 4 / 2024


Advertorial

11

Fotos: Schuh-& Fuß-Forum / Text: Carola Tesche

Diabetische Füße:

Risiken erkennen und rechtzeitig handeln!

Diabetes mellitus betrifft zunehmend nicht nur ältere Menschen, sondern

auch immer mehr Jüngere. Diese chronische Erkrankung kann weitreichende

Folgen für die Gesundheit der Füße haben: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel

führt häufig zu Durchblutungsstörungen und Nervenschäden, die

das Risiko für ernsthafte Fußprobleme erheblich erhöhen.

Im Schuh- & Fuß-Forum in Poing finden Diabetespatienten eine große Auswahl an Therapieschuhen,

die optimalen Schutz vor Druckstellen bieten und gleichzeitig den Gehkomfort erhöhen. Die Schuhe

wurden speziell entwickelt, um Füße zu entlasten und das Gehen zu erleichtern.

Kommt es an den Füßen der Patienten dann zu

einer gestörten Schweißdrüsensekretion, kann

die Haut austrocknen und einen Nährboden für

Hautreizungen, Ekzeme und Pilzerkrankungen

bilden. Ist an den Füßen eine ausgeprägte Hornhaut

vorhanden, bleiben oftmals Hautrisse und

Rhagaden nicht aus, die normalerweise sehr

schmerzhaft sind. Liegt bei einem Diabetespatienten

allerdings bereits eine stärkere Nervenschädigung

(Polyneuropathie) vor, spürt der

Betroffene die Läsionen nicht mehr. Es ist daher

unbedingt ratsam, diabetische Füße frühzeitig

professionell mit einer individuellen Druckentlastung

zu versorgen und zielgerichtet zu behandeln.

Nur so lassen sich eine Vielzahl von

Beschwerden abmildern oder sogar gänzlich

vermeiden.

www.schuh-und-fussforum.de

Sie finden das Schuh- & Fuß-Forum in

München, Adlzreiterstraße 4

Poing, Neufarner Straße 1

Ismaning, Bahnhofstraße 17

Forstern, Hauptstraße 3

Ebersberg, Sieghartstraße 27

Verlässliche Versorgung diabetischer Füße

Die Experten vom Schuh- und Fuß-Forum

decken nicht nur ein breites Leistungsspektrum

rund um den Bereich der Fußgesundheit

ab, sondern verfügen auch über eine Zulassung

für alle Krankenkassen. Aufgrund ihrer

umfassenden Kenntnisse hinsichtlich der

möglichen krankhaften Veränderungen an

Füßen, wie sie beispielsweise durch ungeeignetes

Schuhwerk und fehlerhafte Fußpflege

hervorgerufen werden können, genießen die

Spezialisten überdies das Vertrauen zahlreicher

Hausärzte, Orthopäden, Diabetologen und

Diabetes-Versorgungszentren.

Die Schuh-Forum-Spezialisten versorgen Patienten

aller Altersgruppen, wobei sie auch für

schwerwiegend erkrankte Fälle ein umfangreiches

Angebot an orthopädischen Hilfsmitteln

im Portfolio haben. Etwa orthopädische Einlagen,

die auf Basis modernster 3D-Messsysteme

Wundorthesen bieten eine gezielte Entlastung und

fördern die schnelle Heilung bei fortgeschrittenen Fußläsionen

wie Druckulzera. Durch die spezielle Konstruktion

schützen die Orthesen betroffene Bereiche, lindern

Schmerzen und tragen so effektiv zur Regeneration bei.

gefertigt werden, sowie Kompressionsstrümpfe

in Rund- und Flachstrickausführung, wie sie

beispielsweise Patienten benötigen, die unter einem

Lymphödem oder chronisch-venöser Insuffizienz

(CVI) leiden. Außerdem halten die

hochqualifizierten Orthopädieschuhmachermeister

zum Beispiel in der Filiale in Poing ein

breites Angebot an geeignetem Schuhwerk für

geschädigte und deformierte Füße bereit.

Überdies legen die Schuh- und Fuß-Forum-Spezialisten

großen Wert darauf, spezifische Hilfsmittel

wie druckentlastende Diabetes-Fußbettungen

selbst herzustellen. Zum Einsatz kommen

dabei Hightech-Materialien wie spezielle

Kunststoffe, Carbonfasern und hochwertiges

chromfreies Leder. Die weichen und atmungsaktiven

Materialien bieten Diabetikerfüßen

größtmöglichen Komfort und helfen, das Risiko

von Druckstellen und Hautirritationen bestmöglich

zu reduzieren.

Reichen die Diabetes-Fußbettungen nicht mehr

aus, versorgen die Experten die Betroffenen

auch mit ansprechenden Diabetestherapie- oder

orthopädischen Maßschuhen. Ferner entlasten

die Schuh- und Fuß-Forum-Experten schlecht

heilende Druckgeschwüre (Ulzerationen) an

der Fußsohle oder an den Zehen mit maßgefertigten

Orthesen und sorgen dadurch für

eine schnellere Wundheilung. Diabetiker erhalten

in den Schuh- und Fuß-Forum-Filialen zudem

eine podologische Versorgung ihrer Füße

als sinnvolle und wichtige Ergänzung auch per

Heilmittelverordnung.

TOPFIT 4 / 2024


12 Diagnose & Therapie

Gelenkschmerzen

Arthrose oder Arthritis?

Morgens erfrischt aufzustehen und sich voller

Elan in den Tag zu stürzen, ist keine

Selbstverständlichkeit, wie Menschen mit Gelenkproblemen

wissen: Sie schaffen es oft nur

mit Mühe aus dem Bett, weil ihre Hüfte, ihre

Sprung- oder Kniegelenke steif sind. Ein häufiger

Grund für »eingerostete« Gelenke zu Beginn

der Bewegung nach einer längeren Ruhephase

ist ein abgenutzter Gelenkknorpel. Ist die Steifigkeit

mit Schmerzen verbunden, sprechen die

Orthopäden von »Anlaufschmerzen« – das typische

Symptom einer Arthrose: Die Beschwerachsenabweichung

wie O- bzw. X- Beine. Ebenso

kann sich Leistungssport ungünstig auf die Gelenke

auswirken.

»itis« für Entzündung

Anlaufschmerzen können auch auf eine Gelenkentzündung,

eine Arthritis, hinweisen. Die

Endung »itis« zeigt schon an, dass es sich um

ein ganz anderes Krankheitsgeschehen handelt:

In diesem Fall sind es keine degenerativen,

sondern entzündliche Prozesse, die ursächlich

für die Beschwerden verantwortlich sind, hervorgerufen

z.B. durch eine bakterielle Infektion,

aber auch durch Stoffwechselerkrankungen

wie Gicht oder Pseudogicht (die auch Kalzium-

Pyrophosphat-Arthritis genannt wird). Oder

die Arthritis tritt als chronisch-entzündliche

Erkrankung des rheumatischen Formenkreises

auf.

Akute Entzündung bei einer

aktivierten Arthrose

Illustration: © freshidea (Adobe Stock)

Arthritis und Arthrose werden oft gleichgesetzt oder verwechselt. Dabei handelt

es sich um zwei verschiedene Erkrankungen mit jeweils unterschiedlichen Ursachen

und Therapieansätzen. Beiden Krankheitsbildern ist jedoch gemeinsam,

dass sie die Lebensqualität der Betroffenen massiv beeinträchtigen können –

insbesondere, wenn sie nicht angemessen behandelt werden.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Ein wichtiges Ziel der Arthrosetherapie ist es,

derartige Episoden zu vermeiden. Denn eine aktivierte

Arthrose ist nicht nur sehr schmerzhaft,

sondern die akute Entzündung im Gelenk kann

den fortschreitenden degenerativen Prozess

auch stark beschleunigen. Dies erklärt zugleich,

weshalb umgekehrt eine Arthritis auch eine Arthrose

auslösen kann.

Arthrose ist die häufigste aller Gelenkerkranden

lassen erst nach, wenn die Gelenke länger

bewegt werden.

Arthrose ist vor allem eine Erkrankung des

höheren Lebensalters. Aber auch schon jüngere

Menschen können unter einem vorzeitigen

schmerzhaften Gelenkverschleiß leiden. In diesen

Fällen steckt oft eine nicht oder nicht ausreichend

behandelte Sportverletzung dahinter. Ein

weiterer Risikofaktor ist eine ausgeprägte Fehlstellung,

etwa eine Hüftdysplasie, Fußdeformitäten,

eine Beinlängendifferenz oder eine Bein-

Mitunter schließt das eine Krankheitsbild das

andere nicht aus. Obwohl eine Arthrose erst einmal

keine entzündliche Komponente hat, können

sich durchaus die typischen Anzeichen einer

akuten Gelenkentzündung entwickeln, etwa

weil das betroffene Gelenk überlastet wurde oder

weil Knorpel und Knochen bereits soweit abgerieben

sind, dass Fragmente in die Gelenkflüssigkeit

gelangen und Entzündungsreaktionen

auslösen. In diesem Fall zeigen sich die gleichen

Symptome wie bei einer Arthritis: Das Gelenk

ist geschwollen, gerötet, überwärmt, es ist in seiner

Funktion eingeschränkt und schmerzt auch

in Ruhe. Eine solche aktivierte Arthrose ist oft

ein Hinweis darauf, dass die Behandlung nicht

(mehr) ausreichend ist. Oder das arthrotisches

Gelenk wurde durch zu viel Bewegung bzw. ein

zu intensives sportliches Training überlastet.

TOPFIT 4 / 2024


Diagnose & Therapie

13

Foto: © Dmytro Panchenko (Adobe Stock)

kungen: In Deutschland leiden etwa fünf Millionen

Frauen und Männer darunter. Im Prinzip

kann sich eine Arthrose an allen Gelenken abspielen,

besonders oft sind jedoch Hände, Knie

und Hüften betroffen.

Rheumatoide Arthritis –

eine Systemerkrankung

Auch wenn oft mehrere Gelenke gleichzeitig

Beschwerden verursachen – eine Systemerkrankung,

die den ganzen Körper betrifft, ist

eine Arthrose nicht. Anders die rheumatoide

Arthritis: Bei dieser Erkrankung ist es das gesamte

»System« Körper, das von dem Entzündungsprozess

erfasst wird. Dies erklärt, weshalb

viele Rheumapatienten neben ihren rheumatischen

Beschwerden oft auch mit »unspezifischen«

Symptomen wie Muskelschmerzen, rasche

Erschöpfung oder ausgeprägte Müdigkeit

zu kämpfen haben.

An einer rheumatoiden Arthritis sind in

Deutschland mehr als 800 000 Menschen erkrankt,

Frauen dreimal öfter als Männer. Von

einer »juvenilen Arthritis« sprechen die Ärzte,

wenn das chronisch-entzündliche Gelenkleiden

bereits im Kindesalter auftritt. Unabhängig vom

Alter der Erkrankten gehört es zum Wesen der

rheumatoiden Arthritis, dass sich mit der Zeit

die Gelenke verformen und die Beweglichkeit

abnimmt. Zudem werden die Betroffenen immer

wieder von starken Schmerzen heimgesucht,

besonders nachts, wenn der Körper zur

Ruhe kommt.

Warum Menschen eine rheumatoide Arthritis

entwickeln, ist noch immer nicht abschließend

geklärt. Als gesichert gilt, dass eine Fehlregulation

des Immunsystems zugrunde liegt,

bei der körpereigenes Gewebe attackiert wird

– das Kennzeichen einer Autoimmunerkrankung.

Bei der rheumatoiden Arthritis ist es die

Innenhaut der Gelenke, die zur Angriffsfläche

der Abwehrzellen wird. Dort entfachen sie

eine Entzündung, an deren Ende die vollständige

Zerstörung des betroffenen Gelenks stehen

kann, wenn nicht rechtzeitig therapeutisch gegengesteuert

wird. Doch nicht nur die Gelenke,

sondern auch andere Organsysteme können ins

Krankheitsgeschehen involviert sein.

Unterschiedliche

Behandlungsansätze

Auch wenn die Therapiestrategien sich voneinander

unterscheiden: Sowohl bei der Arthrose

als auch bei der rheumatoiden Arthritis heißen

die Ziele: ein Fortschreiten der Erkrankung zu

verlangsamen, Schmerzen zu lindern, Funktionseinbuße

der betroffenen Gelenke und bleibende

Schäden möglichst zu verhindern.

Das ist typisch für eine Arthrose

• Im Frühstadium schmerzen die betroffenen

Gelenke oft erst einmal nur unter

Belastung.

• Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen

bessern sich rasch durch Bewegung und

dauern weniger als 30 Minuten.

• Entzündungszeichen wie Schwellung,

Rötung und Überwärmung sind keine

charakteristischen Krankheitssymptome,

können aber vorübergehend im Rahmen

einer »aktivierten Arthrose« auftreten.

• Dauerhafte Schmerzen und Bewegungseinschränkungen

entstehen in der Regel

erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn

der Knorpel so dünn geworden ist, dass die

Knochenenden aneinander reiben. Häufig

sind dann auch Gelenkgeräusche hörbar

und fühlbar.

• Bleibt eine Arthrose unbehandelt, werden

auch andere Gelenkstrukturen erfasst:

die Knochen, die Gelenkinnenhaut und die

Gelenkkapsel, aber auch die Bänder oder

die umgebende Muskulatur.

Das ist typisch für eine

rheumatoide Arthritis

• Anfangs macht sich eine rheumatoide

Arthritis meist in den kleinen Finger- und

Zehengelenken bemerkbar.

• Schon bei Ausbruch der Erkrankung

In Vordergrund der Arthrose-Therapie stehen

neben der Einnahme von Medikamenten zur

Schmerzlinderung und Entzündungshemmung

auch Physiotherapie und eine moderate Bewegungstherapie.

Eine spezielle Eigenbluttherapie,

die PRP-Therapie, hat sich ebenfalls bewährt.

Geeignete Maßnahmen der physikalischen Therapie

sind neben Wärme- bzw. Kälteanwendungen

z.B. auch Akupunktur, Ultraschall-, Magnetfeld-

oder Elektrotherapie. Im fortgeschrittenen

Stadium kann gegebenenfalls die minimalinvasive

Arthroskopie eine Option sein. Bei der

rheumatoiden Arthritis ist Kortison eine Option

schmerzen die betroffenen Gelenke meist

sowohl bei Belastung als auch in Ruhe.

• Oft treten die Beschwerden schubweise

auf: Die Gelenke schmerzen für Tage oder

Wochen besonders stark, sie sind überwärmt

und geschwollen und es besteht ein

ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

• Die (schmerzhafte) Morgensteifigkeit

dauert mindestens eine Stunde lang an.

• Die Gelenke sind in der Regel symmetrisch,

also zeitgleich sowohl auf der linken

als auch auf der rechten Körperseite betroffen,

etwa beide Hand- oder Kniegelenke.

• Mit der Zeit greift die Entzündung oft

auf die Schleimbeutel des Gelenks und

Sehnenscheiden über, so dass sich z.B. ein

Karpaltunnelsyndrom entwickelt.

• Bei fast der Hälfte der Erkrankten sind

auch andere Organe betroffen, z.B. Herz,

Lunge, Leber, Nieren, Haut, Augen, Magen,

Darm, Nerven und/oder Blutgefäße, aber

auch Tränen- und Speicheldrüsen.

• In 20 Prozent der Fälle bilden sich Rheumaknoten,

etwa im Bereich der Finger oder

des Ellenbogens.

• Bleibt die Entzündung bestehen, werden

die Gelenkstrukturen zunehmend abgebaut

– bis hin zur vollständigen Zerstörung der

Gelenke.

• Auch bei konsequenter Behandlung

kann es im Langzeitverlauf zu einer knöchernen

Deformierung der betroffenen

Gelenke kommen.

in der akuten Entzündungsphase, ansonsten bilden

Medikamente wie Methotrexat oder Biologika

die Basistherapie. Biologika greifen gezielt

ins Krankheitsgeschehen ein und beenden im

Idealfall die Entzündungsreaktionen der rheumatischen

Erkrankung. Die Verträglichkeit ist

vergleichsweise gut, Langzeiterfahrungen stehen

jedoch noch aus.

Viele Betroffene profitieren außerdem von Maßnahmen

wie Ergotherapie und Physiotherapie

als begleitende Therapien, aber auch von einer

anti-entzündlichen, das heißt vor allem fleischarmen

Ernährung.

TOPFIT 4 / 2024


14 Diagnose & Therapie

Foto: © Halfpoint (Adobe Stock)

Weniger Antibiotika für

Kinder ist möglich!

Kann es gelingen, den Verbrauch von Antibiotika soweit zu reduzieren, dass man effektiv der

bedrohlichen Ausbreitung von multiresistenten Krankheitserregern entgegenwirken kann?

Dieser Frage sind im Rahmen des mehrjährigen Projekts »TeleKasper« Kinderärzte von vier

Universitätskliniken nachgegangen – und sie haben eine ermutigende Antwort gefunden.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Für die Therapie bakterieller Infektionen stehen

zahlreiche Antibiotika zur Verfügung.

Eigentlich beste Voraussetzungen, um rasch

wieder gesund zu werden – wenn es nicht die

ungute Entwicklung gäbe, dass weltweit immer

mehr Bakterien resistent gegen Antibiotika sind

und damit ihre Wirkung verloren haben. Vor allem

in der Kindermedizin hat dieses Problem in

den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung

gewonnen – auch, weil gerade Kinder besonders

häufig mit Antibiotika behandelt werden. Tatsächlich

ist die gängige Verordnungspraxis der

wichtigste Grund für die Zunahme resistenter

Bakterien: Je häufiger Bakterien mit einem bestimmten

Antibiotikum in Kontakt kommen,

umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für Resistenzen

– und damit für ein Versagen der im

Extremfall lebensrettenden Therapie.

Um der zunehmenden Gefahr durch multiresistente

Erreger entgegenzuwirken und die medizinische

Versorgung von Kindern mit bakteriellen

Infektionen zu verbessern, hat eine Forschungskooperation

von vier Universitätskliniken in

Deutschland vor vier Jahren das Projekt Tele-

Kasper ins Leben gerufen: Gemeinsam mit 33

Kinderkliniken aus der jeweiligen Region bauten

das LMU Klinikum München, das Homburger

Universitätsklinikum des Saarlandes und die

Unikliniken in Essen und Halle ein Netzwerk

auf, mit dem Ziel, den Einsatz von Antibiotika

bei Kindern mittels Telemedizin und einer App

deutlich zu reduzieren.

Signifikante Senkung des

Antibiotikum-Verbrauchs

»TeleKasper« steht für »Telemedizinisches Kompetenznetzwerk

Antibiotic Stewardship in Pediatrics«

(= Antibiotika-Verantwortung in der

Kontakt

Kinderheilkunde). Eine Funktion der App: ein

Nachschlagewerk mit Artikeln zu Erregern, Erkrankungen

und unterschiedlichen Antibiotika.

Damit können die Kinderärztinnen und Kinderärzte

jederzeit abfragen, welche Dosierungen

eines Antibiotikums empfohlen werden – oder

ob keines notwendig ist.

Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts, die

am 4. November 2024 im Friedrich-von-Gärtner

Saal des St.-Vinzenz-Hauses in der Nußbaumstraße

stattfand, wurden nun die ersten, vorläufigen

Ergebnisse von Oktober 2020 bis Juni dieses

Jahres vorgestellt. »Diese Ergebnisse zeigen

uns, dass wir mit unserem Projekt auf dem absolut

richtigen Weg sind«, freute sich Prof. Dr.

Johannes Hübner, der die Konsortialführung

des Projekts innehatte und Leiter der Abteilung

für Infektiologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital

ist. So konnte der Antibiotikum-Verbrauch

an allen teilnehmenden Kliniken um bis

zu sieben Prozent gesenkt werden, »an einigen

Kliniken wurde sogar eine Senkung um bis zu

18 Prozent erreicht«, ergänzt Ulrich von Both,

stellvertretender Leiter der Infektiologie im Dr.

von Haunerschen Kinderspital und Ärztlicher

Projektleiter von TeleKasper.

Beliebte App

Aber auch das Nachschlagewerk, das von den

Spezialisten der Unikiliniken kuratiert wurde,

fand großen Anklang – »wie überhaupt die

Akzeptanz des Systems bei den teilnehmenden

Kinderärztinnen und Kinderärzten von Anfang

an sehr hoch war«, sagt Prof. Hübner. Für viele

sei die TeleKasper-App mittlerweile fester Bestandteil

der täglichen Arbeit.

Voraussichtlich 2025 entscheidet der Gemeinsame

Bundesausschuss, durch dessen Innovationsfonds

das Projekt mit rund 7,7 Millionen

Euro gefördert wurde, ob die Beratungs-App in

die Regelversorgung übernommen und so von

den Krankenkassen finanziert wird.

Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital

der Ludwig-Maximilians-Universität München LMU

Campus Innenstadt

Lindwurmstraße 4

80337 München

Prof. Dr. med. Johannes Hübner

Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektiologie, leitender Oberarzt, stellvertretender

Klinikdirektor der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital

E-Mail: johannes.huebner@med.uni-muenchen.de

PD Dr. med. Ulrich von Both

Stellvertretender Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektiologie

Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital

E-Mail: ulrich.von.both@med.uni-muenchen.de

TOPFIT 4 / 2024


Diagnose & Therapie

15

Präzisionschirurgie

Lebereingriffe mit dem

OP-Roboter

Roboter-Chirurgie ist ein zukunftsweisendes, jedoch sehr teures und technisch

anspruchsvolles Verfahren in der modernen Medizin. Als eine der wenigen

Einrichtungen in Deutschland setzt das Leberkrebszentrum der Klinik für

Allgemein- und Viszeralchirurgie am Barmherzige Brüder Krankenhaus München

bei entsprechender medizinischer Indikation auf die minimal-invasive

Hochpräzisionstechnik des Da-Vinci-Xi-Roboters – und ist mehr als zufrieden,

wie der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter

des Leberzentrums PD Dr. Johann Spatz im Gespräch mit TOPFIT erklärt.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Spatz, pro Jahr erkranken rund 9 800

Menschen in Deutschland neu an Leberkrebs,

zweidrittel davon an einem »primären Leberkrebs«.

Was ist mit »primär« genau gemeint?

PD Dr. Spatz: Der primäre Leberkrebs entsteht

in der Leber, oft direkt aus den Zellen der Leber,

den Hepatozyten. Die mit Abstand häufigsten

bösartigen Neubildungen in der Leber sind jedoch

nicht Leberzellkarzinome, sondern Lebermetastasen.

Diese stammen von leberfernen Tumoren

insbesondere des Dickdarms oder Mastdarms,

aber auch von anderen Organen wie der

Lunge oder Bauchspeicheldrüse ab. Diese häufig

auch als »sekundärer Leberkrebs« bezeichneten

Lebermetastasen galten lange Zeit als nicht

sinnvoll chirurgisch behandelbar. Heute sind sie

der mit Abstand häufigste Grund, weshalb in

Deutschland an der Leber operiert wird, gefolgt

von den lebereigenen Tumoren und hier vor allem

vom Leberzellkarzinom.

Welchen Stellenwert hat die Leberchirurgie in

der Leberkrebsbehandlung?

PD Dr. Spatz: Um langfristig die beste Prognose

zu erreichen, ist die chirurgische Entfernung

des Tumorgewebes in der Regel die beste Option.

Für viele Patienten ist eine konventionelle

offene Operation wegen der meist vorhandenen

Leberzirrhose jedoch leider sehr riskant, da allein

durch das größere OP-Trauma eine Leberdekompensation

droht. Deshalb empfehlen die

internationalen Therapieleitlinien operative

Verfahren nur für Patienten mit einer gering

ausgeprägten Leberzirrhose mit weitgehend erhaltener

Funktion und einer guten allgemeinen

Verfassung. In diesem Dilemma bieten einzig

minimal-invasive OP-Verfahren einen Ausweg.

Wir wenden mittlerweile bei über der Hälfte unserer

Patienten minimal-invasive Operationstechniken

an – und können somit auch ausgewählten

Patienten mit fortgeschrittenen Zirrhosestadien

die wirkungsvollste Therapie anbieten.

Seit Kurzem führen Sie minimal-invasive Eingriffe

auch roboter-assistiert durch. Was zeichnet

die neue OP-Technik aus?

PD Dr. Spatz: Roboter-assistiert zu operieren

bedeutet vor allem, dass wir noch präziser, aber

auch noch gewebeschonender und für den Patienten

weniger belastend vorgehen können.

Es hat sich sogar gezeigt, dass die postoperativen

Schmerzen geringer sind. Wir arbeiten mit

dem roboter-assistierten Operationssystem der

jüngsten Generation: dem Da Vinci Xi. Mit ihm

können wir auf kleinstem Raum bei allerbester

Sicht und mit einer nahezu uneingeschränkten

Bewegungsfreiheit millimetergenau operieren

– ein Gewinn gerade für die Tumorchirurgie,

bei der Präzision und ein Höchstmaß an Sicherheit

unbedingte Voraussetzungen sind. Aber die

Technik ist auch von großem Nutzen, wenn die

Region schwer zugänglich ist oder der Tumor

an einer kritischen Stelle sitzt. Das eröffnet uns

natürlich neue Möglichkeiten und kommt auch

Patienten zugute, die wegen des erhöhten Komplikationsrisikos

bislang weder offen noch klassisch

laparoskopisch operiert werden konnten.

Worin unterscheidet sich die roboter-assistierte

Leberresektion von der laparoskopischen

Vorgehensweise?

PD Dr. Spatz: Im Gegensatz zur laparoskopischen

Leberresektion sitzen wir beim da Vinci-

Operationssystem an einer Steuerkonsole, von

der aus wir die vier Arme des Roboters führen:

drei Arme für die Instrumente und ein Arm für

die Kamera. Diese Kamera liefert uns in hochauflösender,

dreidimensionaler Ansicht in HD-

Qualität und mit einer zehnfachen Vergrößerung

ein vollständig ausgeleuchtetes Operationsfeld

im Körperinnern. So haben wir eine exzellente

Übersicht und eine ideale Orientierung

der Instrumente im Raum – fast so, als befänden

wir uns direkt im Operationsgebiet. Die Instrumente

lassen sich praktisch in jede erdenkliche

Richtung bewegen. Damit übertreffen sie nicht

nur die Instrumente der Laparoskopie, die in

ihrer Beweglichkeit limitiert sind, sondern sogar

den Bewegungswinkel einer menschlichen

Hand – und dies präzise, zitterfrei und in Echtzeit.

Zudem verfügt der Da Vinci Xi über eine

spezielle Technik, mit der Tumore während der

Operation farblich vom normalen Gewebe abgegrenzt

werden können.

Wie gehen Sie vor, wenn der Leberkrebs nicht

chirurgisch entfernt werden kann?

PD Dr. Spatz: Dann stehen uns z.B. mit der interventionellen

Radiologie örtlich wirkende,

tumorzerstörende Therapieoptionen zur Verfügung,

die erheblich zur Prognoseverbesserung

beitragen und Langzeitverläufe bei guter

Lebensqualität ermöglichen. Im Idealfall ist

die Behandlung so effektiv, dass nun auch wieder

eine kurative, das heißt auf Heilung ausgerichtete

Therapie möglich wird, allen voran die

Operation.

Zur Person

PD Dr. med. Johann Spatz ist

Chefarzt der Allgemein- und

Viszeralchirurgie und einer der

Leiter des Leberkrebszentrums

sowie Stellvertretender Leiter

des Darmkrebszentrums am

Barmherzige Brüder Krankenhaus

München. Im Leberkrebszentrum

werden sämtliche

operativen und nicht-operativen Verfahren der modernen

Leberkrebstherapie angeboten. Dabei wird

die Therapieplanung im Tumorboard interdisziplinär

– unter Einbeziehung von Chirurgen, Onkologen,

Gastroenterologen, Hepatologen, Radiologen,

Pathologen und Strahlentherapeuten - festgelegt,

um für jeden einzelnen Patienten das bestmögliche

Behandlungsergebnis zu erreichen.

Nähere Infos:

www.barmherzige-muenchen.de

Fotos: Krankenhaus Barmherzige Brüder München (Franz Mayr)

TOPFIT 4 / 2024


16 Diagnose & Therapie

Immer wieder Ärger

mit der Achillessehne

Illu: © Sakurra / Adobe Stock

Reizzustände im Bereich der Achillessehne

sind nicht nur unangenehm, sondern

sie fördern auch den Verschleiß der

Sehne: »Umso wichtiger ist eine frühzeitige

Behandlung«, betont der Münchner

Orthopäde und Sportmediziner Dr.

Felix Söller vom Orthopädischen Versorgungs-Zentrum

im Helios.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne

des Körpers und verbindet die wichtigsten

Beugemuskeln des Unterschenkels mit

dem Fersenbein. Aber sie ist schlecht durchblutet

– und dies macht sie anfällig für degenerative

Veränderungen und Verletzungen. So

ist z.B. die gefürchtete Achillessehnenruptur

selten die Folge einer direkten Gewalteinwirkung:

»Viel häufiger entsteht ein Achillessehnenriss

auf dem Boden von verschleißbedingten

Veränderungen«, erklärt der Münchner

Orthopäde und Sportmediziner Dr. Felix Söller

vom Orthopädischen Versorgungs-Zentrum

im Helios. Die Betroffenen wissen oft

nichts von dieser Vorschädigung. Bis es dann

bei einer raschen Stop-and-Go-Bewegung

oder einem Sprung plötzlich laut knallt und

sie einen peitschenartig einsetzenden Schmerz

verspüren – die charakteristischen Anzeichen

dafür, dass die Sehne gerissen ist.

Verschleiß durch anhaltende

Überlastungsreaktion

Ein Achillessehnenriss ist eine schwerwiegende

Verletzung, die rasch behandelt werden muss.

Oft ist eine operative Naht der Sehne notwendig,

vor allem wenn die Rissenden sehr stark auseinanderklaffen,

mitunter kommt auch eine Sehnenplastik

in Betracht.

Sportler, die jahrelang aktiv sind, haben tendenziell

ein erhöhtes Risiko, dass sie irgendwann einen

Achillessehnenriss erleiden – insbesondere

wenn sie auf hartem Untergrund trainieren und/

oder die Achillessehne immer wieder der gleichen

(repetitiven) Belastung ausgesetzt ist, also

etwa beim Tennis, Squash oder Fußballspielen.

Aber auch Jogger sind vor Achillessehnen-Problemen

nicht gefeit. Dies gilt umso mehr, wenn

mit einer falschen Technik oder unpassenden

Laufschuhen gejoggt und die Achillessehne damit

einer permanenten Fehlbelastung ausgesetzt

wird. Ebenso können Trainingsfehler für die

Achillessehne gefährlich werden, beispielsweise

wenn man es mit dem Warm-up nicht so genau

nimmt oder man nur sporadisch trainiert.

»Wenn man nur einmal pro Woche oder längere

Zeit gar nicht trainiert hat, sind die Sehnen erst

einmal nicht mehr so belastbar«, sagt der erfahrene

Sportmediziner. Werde die Trainingsbelastung

dann zu schnell und zu intensiv gesteigert,

könne die Achillessehne so stark beansprucht

werden, dass es im Sehnengewebe zu kleinen

Einrissen kommt – »und diese Mikroverletzungen

heilen wegen der schlechten Durchblutung

nur sehr langsam.«

Die Folgen reichen von leichten Reizzuständen

bis hin zu einer manifesten Entzündung,

wodurch das Sehnengewebe schmerzhaft anschwillt.

Häufig betreffen die – zumeist stechenden

– Schmerzen nicht nur die Ferse, sondern

auch die untere Wade. Typischerweise sind die

Beschwerden morgens nach dem Aufwachen

oder beim Treppensteigen besonders stark ausgeprägt;

manchmal lässt sich an der Achillessehne

auch eine druckschmerzhafte Verdickung

ertasten.

Spätestens jetzt wäre Schonung und ein konsequenter

Sportverzicht notwendig, bis die

Schmerzen wieder vollständig abgeklungen

sind. »Gerade Sportler neigen allerdings dazu,

die Beschwerden zu bagatellisieren und erst einmal

weiter zu trainieren, damit riskieren sie jedoch

einen chronischen Verlauf«, sagt Dr. Söller.

Mehr noch: Durch die andauernden Überlastungsreaktionen

mit immer neuen Mikroverletzungen

und Reizzuständen verändert sich

mit der Zeit auch die Gewebearchitektur der

Sehne: Sie degeneriert und wird anfällig für eine

Ruptur.

PRP-Therapie fördert den Heilungsprozess

Schmerzzustände im Bereich der Achillessehne

sind nicht leicht zu behandeln. Umso wichtiger

ist eine möglichst frühzeitige Therapie: »Wichtigste

Behandlungsmaßnahme ist der Verzicht

Zur Person

auf die schmerzauslösenden Aktivitäten«, betont

Dr. Söller. Eine zusätzliche Entlastung der

Achillessehne werde durch eine Anpassung des

Schuhwerks, gegebenenfalls mit Fersenpolster,

und durch spezielle Bandagen oder eine Orthese

erreicht. »Außerdem haben sich entzündungshemmende

Medikamente, Hyaluronsäure-Injektionen

ins Gleitlager der Sehne und physikalische

Maßnahmen bewährt«. Exzentrischen

Dehnübungen werden ebenfalls therapeutische

Effekte zugeschrieben.

»Gute Erfahrungen haben wir auch mit der Platelet

Rich Plasma- oder kurz PRP-Therapie gemacht«,

erklärt Dr. Söller. Die Eigenbluttherapie

gehört inzwischen zu den Standardbehandlungen

der Sportmedizin – und sie hat bereits vielen

Profisportlern selbst nach schweren Sehnen-

oder Bänderverletzungen zu einem überraschend

schnellen Wiedereinstieg ins sportliche

Training verholfen. Mit »Platelet Rich Plasma«

ist ein Konzentrat aus körpereigenem Blutplasma

gemeint, das in einem speziellen Herstellungsprozess

konditioniert wurde. Das Besondere

an dem aufbereiteten Blutplasma ist, dass

es vor allem Blutplättchen (Thrombozyten) sowie

zahlreiche Wachstumsfaktoren enthält, die

im Körper bei der Reparatur und Zellregeneration

des betroffenen Gewebes helfen und gleichzeitig

Entzündungen hemmen. »Wird das Konzentrat

an die gereizte oder entzündete Achillessehne

injiziert, kann es seinen natürlichen heilfördernden

Effekt direkt vor Ort entfalten«, sagt

Dr. Söller.

Auch chronische Achillesbeschwerden sprechen

gut auf die PRP-Therapie an. Eine weitere

bewährte Maßnahme ist die Stoßwellentherapie,

bei der die Stoßwellen mithilfe eines Applikators

ebenfalls direkt im Schmerzort wirken.

»Beiden Verfahren gemeinsam ist nicht nur ihre

gute Wirksamkeit, sondern auch ihre gute Verträglichkeit«,

so der Orthopäde. »Und sie können

auch sehr gut in Kombination angewendet

werden«.

Dr. med. Felix Söller ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin und

Akupunktur und praktiziert im Orthopädischen Versorgungs-Zentrum im Helios. Zu

seinen Behandlungsschwerpunkten gehören neben minimal-invasiven Wirbelsäuleninterventionen

auch die operative Behandlung von Schulter-, Hand- und Ellbogen-

Erkrankungen sowie von Knie- und Vorfuß-Erkrankungen.

Nähere Infos: www.mvz-im-helios.de

TOPFIT 4 / 2024


Facelift

für ein langanhaltendes,

natürliches Ergebnis

Überdimensionierte Lippen, runde Apfelbäckchen,

ein zu pralles oder gar aufgedunsenes Gesicht:

Um jung und faltenfrei zu wirken, scheinen

manche Prominente in Kauf zu nehmen, ihre Natürlichkeit

zu opfern. Der wenig schmeichelhafte

Begriff dafür ist »überfülltes Gesicht«: Ein Übermaß

an eingebrachten Fillern wie Eigenfett oder

Hyaluronsäure hat dazu geführt, dass die Einzigartigkeit

des Gesichts verlorengegangen ist.

Oftmals ist mehr Volumen gar nicht die beste Lösung,

um dem Gesicht wieder zu einem frischen,

jüngeren und lebendigen Ausdruck zu verhelfen,

wie im Gespräch mit dem Münchner Facharzt für

Ästhetische und Plastische Chirurgie Dr. Hans-

Hermann Wörl deutlich wird: »Mit einem moderat

durchgeführten Facelift kann man diese

aufgedunsenen Gesichter vermeiden und das

Ergebnis wirkt weder unnatürlich noch geliftet.«

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Wörl, eigentlich ist der Volumenaufbau

mit Fillern eine bewährte Methode zur Gesichtsverjüngung.

Was ist schiefgegangen, wenn das

volumenbehandelte Gesicht aufgeplustert und

nicht mehr natürlich wirkt?

Dr. Wörl: Häufig ist eine übertrieben ausgeführte

Vorgehensweise die Ursache für eine Volumenüberladung,

etwa weil eine zu große Menge an Fillern

eingebracht wurde, die Abstände zwischen

den Behandlungen zu gering oder die Injektionstechnik

bzw. die Platzierung der Filler falsch waren.

Manchmal ist eine Volumenauffüllung aber

auch schlichtweg nicht geeignet, um die altersbedingten

Veränderungen auszugleichen, sondern es

müssen die tiefer liegenden Gewebe für ein optimales

Ergebnis angehoben werden. Dies ist dann

die Domäne des SMAS-Facelifts.

Wofür steht die Abkürzung ‚SMAS‘?

Dr. Wörl: SMAS ist die Abkürzung für den sperrigen

Fachbegriff ‚superfizielles muskuläres aponeurotisches

System‘. Es handelt sich um eine

Schicht im Gesicht und am Hals, die aus Muskelgewebe

und Bindegewebe besteht. Es beeinflusst

die Struktur und die Unterstützung der Gesichtshaut.

Durch Straffung und Anheben dieser Schicht

kann man Gesichtskonturen verbessern und das

Erscheinungsbild verjüngen. Dementsprechend

bedeutsam ist die SMAS-Schicht für Kontur, Ausdruck,

Mimik und Ausstrahlung eines Gesichts.

Wie wirkt sich die Alterung auf das SMAS aus?

Dr. Wörl: Im Laufe des Alterungsprozesses sinkt

die SMAS-Schicht unter dem Einfluss der Schwerkraft

immer mehr ab. Dadurch verändert sich die

Gesichtsform und die einzelnen Gesichtspartien

rutschen nach unten; wichtige Zeichen für Jugendlichkeit

gehen also verloren. Aber auch herabhängende

Mundwinkel, eine erschlaffte Wangenpartie,

Hängebäckchen, eine immer unschärfer

werdende Kinnlinie, ein Doppelkinn, tief eingegrabene

Falten um Nase und Mund und andere

Erscheinungen sind typische Folgen einer herabgesunkenen

SMAS-Schicht. Diese Veränderungen

lassen uns nicht nur älter und müde aussehen, sondern

sie sprechen auf Methoden wie eine Faltenunterspritzung

oder moderate Volumentherapie

kaum mehr an. Hier kann ein Facelift wertvolle

Dienste leisten: Dabei zielt man darauf ab, tiefere

Gewebeschichten zu straffen, was ein natürliches

und harmonisches Ergebnis im Vergleich zu einer

übertriebenen Volumenbehandlung erzeugt.

Also wirkt ein SMAS-Facelift natürlicher als eine

Volumenbehandlung?

Dr. Wörl: Eine Volumenbehandlung ist wichtig,

um einen altersbedingten Verlust auszugleichen.

Aber der Ersatz sollte nicht über den natürlichen

Gewebeverlust hinausgehen. Genau das passiert

jedoch, wenn man Gesichtsanteile mit Volumen

anheben möchte: Dann muss man weit über diese

Grenze hinausgehen – und erzeugt so einen aufgepumpten,

aufgedunsenen Eindruck. Demgegenüber

ist ein Facelifting mit der SMAS-Technik,

meiner Ansicht nach, das Mittel der Wahl, wenn

das Gesicht tiefgreifend verjüngt werden soll. Indem

wir, vereinfacht ausgedrückt, das SMAS gezielt

in seine ursprüngliche Position zurückbringen,

werden wichtige Strukturen wie entglittene

Gesichtspartien angehoben, obere und untere Gesichtshälfte

gehen wieder harmonisch ineinander

über und Konturen wie die Kinnlinie erhalten ihre

Schärfe zurück. Mithilfe des SMAS-Facelifts kann

man das abgesunkene Volumen natürlich repositionieren

und in harmonische Proportionen zurückheben

– und dies, ohne die Haut unter Spannung

zu setzen und einen gelifteten oder maskenhaften

Gesichtsausdruck hervorzurufen.

Wie gehen Sie vor?

Dr. Wörl: Ein standardisiertes Facelift gibt es nicht.

Wie ich für das gewünschte Ergebnis am besten

vorgehe, wird immer individuell entschieden. Die

notwendigen Schnitte werden in den natürlichen

ästhetischen Linien des Gesichts platziert, was die

Sichtbarkeit von Narben minimiert. Außerdem

lässt sich ein Facelift gut mit anderen Verfahren

kombinieren wie Ultherapy, Morpheus Needling

oder einem moderaten Volumenersatz. Ziel ist immer,

die Natürlichkeit zu erhalten. Deshalb ist es

wichtig, mit den Patienten vorher genau zu besprechen,

was gewünscht wird. Viele stellen sich z.B.

lediglich eine moderate Anhebung ihrer Wangen

vor, den sie selbst vor dem Spiegel mit drei Fingern

demonstrieren können. Hier kann das Natural-

SMAS-Facelift sehr gut helfen, dem Gesicht wieder

seine natürliche, jugendliche Ausstrahlung zurückzugeben.

Das Ergebnis hält dann auch viele

Jahre an.

Ist ein stationärer Aufenthalt nötig?

Dr. Wörl: Obwohl der Eingriff in der Regel in

Vollnarkose erfolgt, kann ein Facelifting auch

ambulant durchgeführt werden, wenn bestimmte

Begleitumstände gewährleistet sind, wie z.B.

Betreuungspersonen oder ein naher Wohnort.

Wenn das nicht gewährleistet sein sollte, ist aus

Sicherheitsgründen eine Übernachtung in einer

Klinik zu empfehlen.

Der Münchner Facharzt für Plastische Chirurgie Dr. Hans-Hermann Wörl praktiziert

gemeinsam mit Kollegen in der Praxisgemeinschaft Widenmayer 16 — Plastische Chirurgie

& Ästhetik an der Isar. Im Einzelnen umfasst sein Behandlungsspektrum nahezu sämtliche

Leistungen der Rekonstruktiven (u. a. Korrekturen nach Brustkrebs, Folgeoperationen

nach massivem Gewichtsverlust, Fettabsaugung bei Lipöde men, chirurgische Behandlung

des Lymphödems) und der Ästhetischen Chirurgie. Dazu gehören alle (nicht-)operativen

Maßnahmen zur Gesichtsverjüngung, Lidkorrektur, Brustvergrößerung,

Brustverkleinerung und -straffung, Fettabsaugung, Bodycontouring / Bodylift,

Oberarm-, Oberschenkel- und Bauchdeckenstraffung.

Nähere Infos: www.widenmayer16.de

TOPFIT 4 / 2024


18 Gesund leben

Studie zu Helicobacter pylori

Für eine bessere Diagnostik und Behandlung

falls 15 Prozent nahe. Mit diesem Ergebnis geht

einher, dass sich die Infektionswahrscheinlichkeit

über Generationen verändert hat: Jüngere

Menschen sind deutlich seltener infiziert als Ältere

über 60 oder 65 Jahre.

Wie gelangt Helicobacter pylori überhaupt in

den Körper?

Ulrich Lang: Die Ansteckung mit Helicobacter

pylori erfolgt von Mensch zu Mensch, der genaue

Übertragungsweg – ob durch Speichel, Erbrochenes

oder Stuhl – ist allerdings noch unklar.

Fest steht aber, dass die Infektion meist im

Kindesalter durch den engen Kontakt mit der

Mutter erworben wird. Im Erwachsenenalter ist

die Ansteckungsgefahr eher gering.

Illustration: © Arnada / 123rf.com

Wie verbreitet ist das Magenbakterium

Helicobacter pylori in Deutschland? Wie

resistent ist der Keim gegen Antibiotika?

Hat ein einfacher Bluttest das Potenzial,

eine anerkannte Screening-Methode

zur Prävention von Magenkrebs zu werden?

Diesen Fragen gehen Forschende

des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung

(DZIF) in der HelicoPTER-

Studie nach, die von der DZIF auch

finanziert wird. Nun, nach zwei Jahren

Datenerhebung und -auswertung,

zeichnen sich erste Erkenntnisse ab, wie

der stellvertretende Direktor der Medizinischen

Klinik und Poliklinik II des LMU

Klinikums am Campus Großhadern und

einer der Leiter der HelicoPTER-Studie,

PD Dr. Christian Schulz, sowie Studienkoordinator

Ulrich Lang berichten.

Von Dr. Nicole Schaenzler

Herr Dr. Schulz, der Studienname »HelicoPTER«

steht für »Helicobacter pylori Prävalenz, Therapie-Erfolg,

Resistenz«. Was ist damit genau

gemeint?

PD Dr. Schulz: Damit sind die Ziele der klinischen

Studie gemeint: Anhand einer breitangelegten

Datenerhebung möchten wir herausfinden,

wie viele Menschen hierzulande mit Helicobacter

infiziert sind und welche Stämme des

Bakteriums kursieren. Außerdem wollen wir ermitteln,

welche Antibiotika gegen Helicobacter

überhaupt noch wirken. Denn leider haben die

zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika

dazu geführt, dass der Erfolg der eigentlich sehr

wirksamen Helicobacter-pylori-Therapie immer

häufiger ausbleibt.

Gibt es erste Erkenntnisse?

PD Dr. Schulz: Es gibt zwar noch keine offizielle

Vollpublikation, aber eine erste Zwischenbilanz

unserer Studie zeigt, dass in Deutschland deutlich

weniger Menschen den Magenkeim in sich

tragen als bislang angenommen. Laut verschiedener

Publikationen sind hierzulande 30 bis 40

Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit Helicobacter

pylori infiziert, unsere Daten legen jedoch

bisher eine Durchseuchungsrate von allen-

Welche Folgen kann eine Infektion mit dem

Erreger haben?

PD Dr. Schulz: Da Helicobacter pylori in erster

Linie die Magenschleimhaut besiedelt, ist praktisch

immer eine chronische Magenschleimhautentzündung

die Folge, außerdem können

Magen-Darm-Geschwüre entstehen. Mehr als

80 Prozent der Betroffenen haben allerdings

keine Beschwerden, deshalb sind viele oft über

Jahre und Jahrzehnte infiziert, ohne es zu wissen.

Dies ist schon deshalb problematisch, weil

eine Infektion mit dem Magenbakterium ein

hohes Krebsrisiko birgt: Weltweit sind 90 Prozent

aller Magenkarzinome Helicobacter-pylori-assoziiert,

das gilt auch für Deutschland, wo

rund 15 000 Menschen jedes Jahr neu an Magenkrebs

erkranken. Zudem gibt es Hinweise,

dass eine Besiedelung mit Helicobacter zu einer

Veränderung des Darmmikrobioms führen und

so an der Entstehung von Darmkrebs beteiligt

sein könnte. Wird die Infektion jedoch rechtzeitig

erkannt und mit Antibiotika behandelt, wird

das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, nachweislich

auf ein Minimum reduziert.

Also bedeutet eine erfolgreich behandelte Helicobacter

pylori-Infektion zugleich eine wirksame

Magenkrebsprophylaxe?

PD Dr. Schulz: Genau. Eine rechtzeitige Behandlung

der Infektion mit Antibiotika könnte

in vielen Fällen die Entstehung von Magenkrebs

verhindern. Dies setzt jedoch voraus,

dass die Erkrankung bekannt ist - und das ist

angesichts der oftmals symptomlosen Verläu-

TOPFIT 3 / 2024


Gesund leben

19

HelicoPTER-Studie –

Lassen Sie sich testen!

Die HelicoPTER-Studie soll noch bis Ende

2025 laufen – hierfür suchen die beteiligten

Zentren noch Studienteilnehmende.

Wer also wissen möchte, ob er sich mit

Helicobacter infiziert hat, kann sich jetzt

kostenfrei testen lassen. Außerdem hilft

man der medizinischen Forschung, die

Helicobacter-Behandlung zu verbessern.

Wo? Die HelicoPTER-Studie wird derzeit

in München (LMU und TU München), der

Medizinischen Hochschule Hannover

und dem Universitätsklinikum Tübingen

durchgeführt.

Am LMU Klinikum kann man sich in der

Medizinischen Klinik und Poliklinik II

entweder am Campus Großhadern oder

am Campus Innenstadt (Ziemssenstraße)

testen lassen.

Wer gibt Auskunft? Die Studienzentren

können direkt kontaktiert werden. Die

Adressen findet man unter

www.helicobacter-testen.de/kontakt/

Wie? Für den Test genügt eine einfache

Blutuntersuchung. Vorher gibt es ein

Aufklärungsgespräch und man füllt einen

Fragebogen aus.

Wie geht es weiter? Das Testergebnis

wird schriftlich per Post mitgeteilt. Ist der

Befund positiv, stehen weitere Untersuchungen

wie der Atemtest an. Ist eine

Behandlung notwendig, wird sie umgehend

eingeleitet und überwacht.

Nähere Infos und Terminvereinbarung

unter www.helicobacter-testen.de

fe eben sehr oft nicht der Fall. Hier sehen wir

Handlungsbedarf.

Was könnte die Situation verbessern?

Ulrich Lang: Anders als etwa in Japan oder Südkorea

gibt es hierzulande kein Screening zur

Vorsorge von Magenkrebs. Unsere Studie zeigt

jedoch einen unkomplizierten und kostengünstigen

Weg auf: Schon eine einfache Blutuntersuchung

kann Aufschluss geben, ob eine Infektion

vorliegt oder nicht. Ist das Ergebnis negativ, ist

die Wahrscheinlichkeit, an Magenkrebs zu erkranken,

sehr gering.

Sie meinen die Blutuntersuchung, mit der sich

die Probanden im Rahmen der Studie kostenlos

auf Helicobacter pylori testen können?

PD Dr. Schulz: Das ist richtig. Dabei wird das Blut

nicht auf den Erreger selbst, sondern auf Antikörper

gegen Helicobacter pylori untersucht.

Ist der Test negativ, kann eine Infektion ausgeschlossen

werden. Bei einem positiven Befund

bekommt der Proband oder die Probandin einen

Atemtest zugeschickt, mit dem ermittelt

wird, ob die Infektion noch besteht oder ob sie

bereits überwunden ist. Falls medizinisch notwendig,

ist außerdem eine Magenspiegelung Teil

der weiterführenden Diagnostik. Auf jeden Fall

können sich alle Teilnehmenden sicher sein, dass

sie frühzeitig behandelt werden, wenn sich eine

Infektion bestätigt hat.

Sagt die bisherige Datenerhebung auch schon

etwas über die Antibiotika-Resistenzlage aus?

PD Dr. Schulz: Wir sehen hohe Resistenzraten –

deutlich höhere, als sie für die bisher eingesetzten

Antibiotika noch vertretbar sind. Umso wichtiger

ist sind neue Therapieschemata, mit der wir

wieder eine nahezu 100-prozentige Heilungschance

erreichen können. Die aktuelle Leitlinie

trägt dieser Notwendigkeit bereits Rechnung.

Empfohlen wird nun eine Therapie mit drei Antibiotika

und einem Protonenpumpenhemmer,

die eingeleitet wird, sobald eine Infektion nachgewiesen

wurde. Auch diese Vorgabe ist neu:

Früher wurden die Patienten nur behandelt,

wenn sie durch die Helicobacter-Infektion Beschwerden

und Komplikationen hatten.

Wie viele Probanden haben schon

teilgenommen?

Ulrich Lang: Bisher haben rund 5 500 Menschen

mitgemacht – rund 12 000 sollen es werden, das

wäre dann die bisher größte in Deutschland

dazu untersuchte Kohorte.

Zu den Personen

PD Dr. med. Christian Schulz ist stellvertretender

Direktor der Medizinischen

Klinik und Poliklinik II des LMU Klinikums,

Campus Großhadern, und einer der Leiter

der HelicoPTER-Studie. PD Dr. Schulz ist

außerdem einer der Koordinatoren der

aktualisierten S2k-Leitlinie „Helicobacter

pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit

der Deutschen Gesellschaft

für Gastroenterologie, Verdauungs- und

Stoffwechselkrankheiten (DGVS)“.

Ulrich Lang ist der Studienkoordinator der

Studie und ebenfalls an der Medizinischen

Klinik und Poliklinik II des LMU Klinikums

am Campus Großhadern tätig.

Marchioninistraße 15

81377 München

E-Mail:

helicobacter@med.uni-muenchen.de

Anzeige

Reizdarm-Syndrom

Schon mal was von SIBO gehört?

»Small Intestinal Bacterial Overgrowth«, kurz SIBO, heißt die Darmerkrankung,

bei der sich Dickdarmbakterien fälschlicherweise im Dünndarm ausbreiten.

Inzwischen gilt SIBO als eine der wesentlichen Ursachen für das Reizdarm-Syndrom.

Leider ist es nach wie vor so, dass das Krankheitsbild immer noch häufig

verkannt wird. Hier leistet das Buch Endlich Heilung für den Reizdarm: Wirksame

Therapien gegen Dünndarmfehlbesiedelung von Dr. Nicole Schaenzler wichtige

Aufklärung und beschreibt, welche Therapiesäulen – Medikamente, Pflanzenheilkunde,

Ernährungsumstellung – Linderung versprechen. Damit auch Sie Ihr

Leben wieder beschwerdefrei genießen können!

Dr. Nicole Schaenzler

Endlich Heilung für den Reizdarm

Gräfe & Unzer Verlag 128 S.

ISBN 978-3833886072

TOPFIT 3 / 2024


20 Advertorial

Mit 48 Jahren wurde bei Esther Beltrán (im Bild links) Brustkrebs festgestellt. Heute ist sie krebsfrei

und möchte als Teil der aktuellen Design-Kampagne von medi Betroffenen Mut machen.

(Fotos: © www.medi.de)

Esther Beltrán: Erfüllt leben mit einem

Lymphödem nach Brustkrebs

Esther Beltrán erhielt 2012 mit 48 Jahren die

Diagnose Brustkrebs. Bei einer Operation wurden

befallene Lymphknoten aus der Achselhöhle

entfernt. Drei Monate später entwickelte

sich ein Lymphödem im linken Arm. Seitdem

geht sie regelmäßig zur Lymphdrainage und

trägt einen medizinischen Kompressionsarmstrumpf.

Im Interview erzählt die Spanierin

und Testimonial des Medizinprodukte-Herstellers

medi, wie sie gelernt hat, gestärkt aus der

Erkrankung hervorzugehen.

Wie wurde die Diagnose Brustkrebs

festgestellt?

»Ich hatte eine Bronchitis, bin aber trotz Antibiotika

nicht richtig auf die Beine gekommen.

Meine Blut- und Urintests waren einwandfrei,

weshalb mich mein Hausarzt zum Gynäkologen

überwiesen hat. Dieser hat beim Abtasten

meiner linken Brust einen Knoten entdeckt. Ich

wurde operiert und die befallenen Lymphknoten

aus meiner Achselhöhle entfernt. Es folgten

mehrere Chemotherapien und Bestrahlungen.

2013 war eine Mastektomie notwendig, meine

linke Brust wurde vollständig entfernt. Präventiv

ließ ich mir auch die andere gesunde Brust

abnehmen, da das Risiko einer erneuten Erkrankung

zu hoch war.«

Wie wird das Lymphödem seitdem

behandelt?

»Ich habe einmal pro Woche manuelle Lymphdrainage

und trage regelmäßig einen medizinischen

Kompressionsarmstrumpf. Ohne diesen

schwillt mein Arm sofort wieder an. Ich bin sehr

froh, in dieser Zeit liebe Menschen um mich gehabt

zu haben: allen voran meine Eltern, meine

Kinder und mein Mann. Zudem war ich in

psychologischer Behandlung. Auch die ärztliche

und therapeutische Betreuung war optimal – ich

habe nur gute Erfahrungen gemacht.«

Welche medizinische Kompressionsversorgung

tragen Sie?

»Es ist der flachgestrickte medizinische Kompressionsarmstrumpf

mediven 550 Arm. Ich liebe

die vielen Farben und Kristall-Motive. Der

Strumpf ist angenehm zu tragen und schneidet

nicht ein. Zudem wird der Lymphfluss angeregt

und die Durchblutung verbessert.«

Wie hat sich Ihr Lymphödem seit der

Diagnose entwickelt?

»Es ist wesentlich besser und mein Armumfang

hat sich merklich reduziert. Ich trage meine

Kompressionsversorgung täglich, oft auch

nachts, gehe regelmäßig zur manuellen Lymphdrainage,

pflege meine Haut und bewege mich

viel.«

Wie wichtig ist Mode für Sie, gerade in

Bezug auf Ihr Lymphödem?

»Ich mag es fröhlich, bunt und ausgefallen. Seit

meiner Erkrankung bin ich noch modemutiger

TOPFIT 4 / 2024


Advertorial

21

und wähle farblich abgestimmte Kleidung zu

meinem Kompressionsarmstrumpf. Manchmal

Ton in Ton, zum Beispiel mit den neuen mediven

Trendfarben Lichtblau und Rostrot, manchmal

kontrastierende Farben. Ich werde häufig auf

meine Kleidung angesprochen, insbesondere

auf meine Kompressionsversorgung: Viele halten

das medizinische Hilfsmittel für einen stylischen

Handschuh und sind überrascht, wenn

ich sie aufkläre.«

Was möchten Sie anderen Betroffenen

weitergeben?

»Sucht Kontakt zu anderen Patient:innen,

tauscht euch aus und helft einander. Lasst euch

von Rückschlägen nicht unterkriegen und richtet

den Blick nach vorne, so werdet ihr die Situation

gemeinsam besser bewältigen. Motiviert gesunde

Menschen, regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen

zu gehen. Und vergesst nie: Genießt

das Leben, denn es ist wunderbar!«

Liebe Frau Beltrán, herzlichen Dank für das

Interview!

Das ganze Interview gibt es hier:

www.medi.de/diagnose-therapie/lymphoedem/

erfahrungen/brustkrebs-beltran

Informationsmaterial

ist beim medi Verbraucherservice erhältlich:

Telefon 0921 912-750, E-Mail verbraucherservice@medi.de sowie zum

Download unter www.medi.de/infomaterial

www.medi.biz/style

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Fax: 089 / 679 201 61

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Diese Zeitschrift kann u. a. werbliche Informationen

über verschreibungspflichtige und frei verkäufliche

Arzneimittel enthalten. Ihre Anwendung ersetzt keinesfalls

die Inanspruchnahme eines Arztes.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird weiterhin das generische

Maskulin verwendet. Es soll alle Geschlechter

gleichberechtigt anzeigen.

Für die medizinische Fachberatung

in dieser Ausgabe danken wir

PD Dr. med. Ulrich von Both

Stellvertretender Leiter der Abteilung für

pädiatrische Infektiologie

Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von

Haunerschen Kinderspital der Ludwig-

Maximilians-Universität München

Campus Innenstadt

Lindwurmstraße 4 | 80337 München

E-Mail: ulrich.von.both@med.uni-muenchen.

de

Prof. Dr. med. Johannes Hübner

Abteilungsleiter Infektiologie, leitender

Oberarzt, stellvertretender Klinikdirektor

der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr.

von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-

Maximilians-Universität München

Campus Innenstadt

Lindwurmstraße 4 | 80337 München

E-Mail: johannes.huebner@med.unimuenchen.de

Prof. Dr. med. Armin Keshmiri

Orthopädisches Versorgungs-Zentrum im Helios

Helene-Weber-Allee 19 | 80637 München

Tel. 089 / 15 92 77-0

www.mvz-im-helios.de

Ulrich Lang

Medizinische Klinik und Poliklinik II

LMU Klinikum München

Campus Großhadern

Marchioninistraße 15 | 81377 München

E-Mail: helicobacter@med.uni-muenchen.de

Robert Schmidt

Ärztlicher Direktor und Chefarzt

Krankenhaus für Naturheilweisen

Seybothstraße 65 | 81545 München

Tel. 089 / 62505-0

www.krankenhaus-naturheilweisen.de

PD Dr. med. Christian Schulz

Stellvertretender Direktor der Medizinischen

Klinik und Poliklinik II

LMU Klinikum München

Campus Großhadern

Marchioninistraße 15 | 81377 München

E-Mail: helicobacter@med.uni-muenchen.de

Dr. med. Felix Söller

Orthopädisches Versorgungs-Zentrum im Helios

Helene-Weber-Allee 19 | 80637 München

Tel. 089 / 15 92 77-0

www.mvz-im-helios.de

PD Dr. med. Johann Spatz

Chefarzt der Klinik für Allgemein- und

Viszeralchirurgie und Leiter des Leberkrebszentrums

am Krankenhaus Barmherzige

Brüder München

Romanstraße 93 | 80639 München

www.barmherzige-muenchen.de

Dr. med. Hans-Hermann Wörl

Widenmeyerstraße 16 | 80538 München

Tel. 089 / 54 80 66 66

www.widenmayer16.de

TOPFIT 4 / 2024


22 Rat aus der Apotheke

liefert oft eine therapeutische Breite, die isolierte

oder synthetische Einzelwirkstoffe allein bei

weitem nicht erreichen. Somit ist es lohnenswert

für Therapeuten, sich dieser Option zu bedienen

und sie in der Behandlung einzusetzen.

Aktive Behandlung

Oft geben Patienten die Verantwortung für ihre

Erkrankung bei Therapeuten wie Arzt, Apotheker

oder Heilpraktiker ab. Sie erwarten ein

Rezept oder eine Empfehlung zur Linderung.

Die Einnahme eines Mittels soll das Problem

lösen. Da sich viele Beschwerden jedoch nicht

unikausal lösen lassen, ist es für einen anhaltenden

Therapieerfolg wichtig, dass der Patient

eine Teilverantwortung für seine Therapie übernimmt.

Er sollte lernen aktiv zu werden, Ursachenforschung

zu betreiben und sich mit seinen

Beschwerden auseinanderzusetzen, das heißt

auch schädliche Gewohnheiten aufzugeben. Gerade

die kurmäßige Anwendung von Teeaufgüssen

kann ein Baustein einer selbstverantwortlichen

Therapie sein. Die mit Naturheilmitteln

häufig nur langsame Symptombesserung sollte

dabei berücksichtigt werden.

Foto: © nyul / 123rf.com

Teemischungen

Heilkraft aus der Pflanzenapotheke

Der Tee als medizinische Arzneiform

besitzt eine lange Tradition, trifft jedoch

auch den Zeitgeist. Für die Erfüllung des

Wunsches vieler Zeitgenossen nach einer

natürlichen Heilmethode kann er — sachkundig

ausgewählt und zusammengestellt

— eine gute Therapieoption sein.

Von Isabel Virnich

Teemischungen dominieren in der Anwendergunst

inzwischen immer mehr, während

Monosortentees an Bedeutung verlieren. Auch

wirtschaftlich sind Teemischungen vorteilhafter,

davon kündet mittlerweile im Einzel- und

Versandhandel ein großes Angebot an Gesundheits-,

Wellness- und Stoffwechsel- oder modernen

Detoxtees aus aller Welt. Der Einsatz von

Teemischungen ist heute auch für Apotheken

und Heilpraktiker interessant geworden.

Therapiebreite und Wirksamkeit

Extrakte aus Heilpflanzen sind eigentlich immer

Vielstoffgemische, deren einzelne pharmakologische

Wirkungen über die reine Addition

hinausreichen – sie liefern als sogenannter

Synergismus ein ganz neues Wirkprofil. Mit

Pflanzenextrakten erreicht man eine viel größere

Bandbreite an Wirkungen als mit primär

rein isolierten Inhaltsstoffen. Die Kombination

Ein Tee – immer die beste Wahl?

Die Beantwortung dieser Frage hängt vom chemischen

Charakter der jeweiligen Inhaltsstoffe

einer Pflanzendroge ab und davon, ob Wasser

das geeignete Extraktionsmittel und -medium

darstellt. So lassen sich wasserlösliche (hydrophile)

Inhaltsstoffe sehr gut mit Wasser ausziehen,

für fettlösliche (lipophile) Inhaltsstoffe ist

Wasser allerdings nicht ideal. Bei getrockneten

Pflanzen mit ätherischen Ölen bleiben oft große

Mengen im sogenannten Drogenrückstand

(z. B. bis zu 70 % bei Fenchel und bis zu 30 % bei

Pfefferminze). Somit können die erwünschten

pharmakologischen Wirkungen nur zum Teil

und bedingt auf den wässrigen Teeauszug übertragen

werden.

Die richtige Mischung

Um die Wirksamkeit der relevanten Inhaltsstoffe

einer Teemischung sicherzustellen, ist eine

ausreichend hohe Dosierung erforderlich. Dabei

sind neben den wirksamen Heilpflanzen auch

andere »Zusatzstoffe« von erheblicher Bedeutung.

So spielen Geschmackskorrigentien (u.a.

wichtig bei längerer Anwendung bei Kindern),

sogenannte Schmuckdrogen als visuelles Korrigens

(das Auge trinkt mit) oder Füll- und Stabilitätsdrogen

(schützen vor Entmischung) eine

maßgebliche Rolle. Diese sonstigen Bestandteile

sind mit etwa fünf bis zehn Prozent Gewicht

in einer Teemischung vertreten. Auch an die

Wechselwirkung von Stoffgruppen und Inhaltsstoffen,

etwa Schleimstoffen und Gerbstoffen,

in einem Teeaufguss ist zu denken, da diese die

Aufnahme anderer Inhaltsstoffe reduzieren oder

merklich behindern kann.

TOPFIT 4 / 2024


Rat aus der Apotheke

23

Foto: © Katarzyna Dedek /123rf.com

Aufguss, Abkochung oder Mazerat?

Häufig bestehen Teemischungen aus vier bis

acht Bestandteilen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffmustern.

Daher ist bei der gewählten

Temperatur und der Auszugszeit ein entsprechender

Kompromiss zu wählen.

• Aufgüsse (Infusa) sind für die meisten

Kraut-, Blatt- und Blütendrogen oder auch für

kompaktere Pflanzendrogen wie Hölzer, Rinden

und Wurzeln gut geeignet. Nach den Vorschriften

des Deutschen Arzneibuchs (DAB) oder des

Deutschen Arzneimittelcodexes (DAC) sollte

dabei die vorgeschriebene Drogenmenge mit

kochendem Wasser übergossen werden. Man

lässt sie für einige Zeit bedeckt ruhen und seiht

anschließend ab. Bedeckte Ansätze kühlen jedoch

langsamer ab und verlieren stärker flüchtige

Substanzen an den überstehenden Luftraum.

Diese leicht flüchtigen Substanzen (z.B. ätherische

Öle) gehen dem Tee dann als Wirkstoffe

verloren.

• Abkochungen (Decocta) sind für kompakte,

harte Drogen wie Rinden, Wurzeln und Hölzer

am geeignetsten. Hierzu wird die erforderliche

Drogenmenge mit kaltem Wasser angesetzt,

dann bis zum Sieden erhitzt und fünf bis zehn

Minuten gekocht. Anschließend wird nach kurzem

Stehen abgeseiht und der Extrakt mit der

verlorengegangenen Wassermenge auf das Endvolumen

ergänzt.

• Ein Kaltwasserauszug (Mazerat) eignet sich

für Drogen mit Pflanzenschleimen wie Eibischwurzel,

Isländisches Moos oder Leinsamen sowie

für Pflanzendrogen, die beim Erhitzen Inhaltsstoffe

freisetzen, die unerwünscht sind (z.B.

Gerbstoffe aus Bärentraubenblättern). Die Drogenmenge

wird hier mit kaltem Wasser übergossen,

bedeckt stehen gelassen (je nach Droge einige

Stunden) und schließlich abgeseiht. Vor dem

Trinken sollte der Auszug zur Keimzahlreduktion

kurz erhitzt werden.

Die Mischung macht‘s: In Apotheken erhalten Sie

qualitativ hochwertigen Tee, der eine nachweislich

therapeutische Wirkung besitzt.

Lose Ware oder Filterbeutel?

Lose Ware erlaubt die Zusammenstellung individueller

Teemischungen für bestimmte Indikationsgebiete

und Kundenwünsche. Da sich die

Drogenbestandteile in der Mischung mit der

Zeit entmischen, ist es sinnvoll, die Tees neu

durchzumischen. Filterbeutel als Industrieware

haben den Vorteil, dass keine Entmischung

der Bestandteile und keine mögliche allergische

Reaktion durch Inhalation von Staub oder Kontaktekzemen

bei Überempfindlichkeit gegen

bestimmte Pflanzen stattfindet. Eine schnelle,

praktische Handhabung durch Aufbrühen

ist ein weiteres Plus. Die Freisetzung der Inhaltsstoffe

erfolgt durch homogen zerkleinertes

Pflanzenmaterial in verhältnismäßig kurzer

Zeit und guter Menge. Auf jeden Fall sollte die

Entscheidung zwischen loser Ware und Filterbeutel

gut durchdacht sein.

Ökonomischer Aspekt

Größter Kostenfaktor in der Apotheke für eine

Teemischung ist die Arbeitszeit. Neben der reinen

»Mischungszeit« nimmt die geforderte Dokumentation

nach der Apotheken-Betriebsordnung

einen großen Raum ein. Die Herstellung

muss genau dokumentiert werden (mit Herstellungsprotokoll,

Chargen der Ausgangsstoffe,

Name und Anschrift des Kunden bei eventuell

möglichen Chargenrückrufen). Daher muss die

Apotheke einen Kompromiss finden zwischen

den hohen Anforderungen des Qualitätsmanagements

einerseits und der Wirtschaftlichkeit

andererseits.

Eine preisliche Nähe zu Industrieware ist bei der

hohen Qualität und Wertschöpfung einer Teemischung

aus der Apotheke nicht sinnvoll und

auch ökonomisch nicht möglich.

Qualitätsvergleich

Teedrogen, die in der Apotheke für Teemischungen

verwendet und abgegeben werden, müssen

eine hohe Qualität aufweisen und nach den

pharmazeutisch anerkannten Regeln der Arzneibücher

(Ph.Eur, DAB 2015) in der Apotheke

geprüft werden. Oft erfolgt dies heute schon

durch den Lieferanten. In diesem Fall muss in

der Apotheke nur noch die Identitätsprüfung

der einzelnen Ausgangsdroge durchgeführt werden.

Kräuterteemischungen aus dem Lebens-

mittelhandel müssen lediglich den Vorgaben des

Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes

entsprechen, welche die Abwendung einer möglichen

Gefährdung des Verbrauchers und Schutz

vor irreführender Werbung beinhaltet. Dieses

sieht keine Wirkstoff- und Inhaltsstoffbestimmungen

oder Kontrollen vor und verbietet bei

diesen Teemischungen deshalb auch die Angabe

einer Therapieindikation. Arzneitees dürfen dagegen

eine Linderung von Beschwerden in Aussicht

stellen (sogenannte Heilaussage), müssen

also im Vergleich zu Lebensmitteltees auch therapeutisch

wirksam sein.

Rückbesinnung auf die Natur

Heute ist die Therapie mit Arzneitees im Vergleich

zu industrieller Ware aus dem Lebensmittelhandel

einfacher in der Anwendung, weniger

zeitaufwendig und im Vergleich zu anderen

natürlichen Therapieformen auch kostengünstiger

geworden. Allerdings liegt die Abwägung

zwischen einer Therapie mit einer losen Teemischung

und dem höheren zeitlichen Aufwand

im Vergleich zu einer schnelleren Teezubereitung

von Arzneitees in Filterbeuteln in der individuellen

Wahl des Anwenders. Menschen, die

auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit

eines Tees Wert legen und sich gern einer

beruhigenden und entschleunigenden Teezeremonie

unterziehen, sollten zu Arzneibuch- und

qualitätsgeprüfter Ware aus der Apotheke zurückgreifen.

Sie hat ihre therapeutische Wirkung

vielfach unter Beweis gestellt. Wir sollten

uns heute auf diese alten, natürlichen Wurzeln

zurückbesinnen und die Heilkräfte der Natur

nutzen.

TOPFIT 4 / 2024


24 Rat aus der Apotheke

Schnupfen, Husten, Halsweh

Was hilft am besten?

Tagen kürzer treten, körperliche Anstrengung

vermeiden und möglichst viel schlafen. Auf

diese Weise wird das Immunsystem, das gerade

auf Hochtouren arbeitet, am besten unterstützt.

Ansonsten bleiben die therapeutischen

Möglichkeiten auf die Linderung der Symptome

beschränkt, denn eine kausale Therapie

gibt es nicht. Welches Mittel wäre auch in

der Lage, gegen sämtliche Erreger gleichermaßen

wirksam zu sein – und das möglichst umgehend

und ohne unerwünschte Wirkungen

hervorzurufen?

Kombinationspräparate gegen

Erkältung

Foto: contrastwerkstatt (Adobe Stock)

Frösteln, Halskratzen, eine triefende

Nase, Abgeschlagenheit,

mitunter sogar Fieber - vor allem

die ersten drei Tage einer Erkältung

sind für viele eine Zeit des

Elends; manchmal hilft dann nur

noch Bettruhe. Die gute Nachricht:

Mit den Erregern – fast

immer Viren – wird der Körper

normalerweise selbst fertig. Bis

das Ganze nach einigen Tagen

ausgestanden ist, können Hausmittel

und Medikamente helfen,

die lästigen Symptome zu lindern.

Von Dr. Nina Schreiber

Der Volksmund sagt über den Schnupfen:

»Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er,

drei Tage geht er«. Und das stimmt in etwa:

Sofern es nicht zu Komplikationen, wie etwa

eine bakterielle Zweitinfektion gekommen ist,

sind die klassischen Erkältungssymptome nach

neun bis zehn Tagen verschwunden.

Erkältungsviren befallen zunächst die oberen

Atemwege, allen voran die Schleimhaut von

Nase und Nasennebenhöhlen; meist sind auch

Rachen und Hals in Mitleidenschaft gezogen.

Breiten sich die Erreger bis in die Schleimhaut

der unteren Atemwege aus, gesellt sich eine

akute Bronchitis oder, wenn auch die Luftröhre

betroffen ist, eine Tracheobronchitis dazu.

Insgesamt unterscheiden die Wissenschaftler

mehr als 200 Viren. Und weil sich viele von ihnen

immer wieder verändern, ist es dem Körper

schier unmöglich, gegen alle Erreger schützende

Antikörper zu bilden. Kleinkinder sind

mit bis zu dreizehnmal im Jahr am häufigsten

erkältungskrank. Erwachsene trifft es durchschnittlich

etwa zwei- bis dreimal im Jahr.

Selbst, wenn die Symptome nicht so stark ausgeprägt

sind, sollte man vor allem in den ersten

Auch Kombinationspräparate, die gleichzeitig

gegen Schnupfen, Husten, Halsschmerzen

und Fieber helfen sollen und deshalb mehrere

Wirkstoffe enthalten, behandeln nicht die Ursache

der Erkrankung. Sie sind vor allem dann

gefragt, wenn man unbedingt fit sein will,

etwa für ein wichtiges Meeting oder für eine

Prüfung. Ein Kombinations-Erkältungsmittel

wird aber auch gern für eine einigermaßen

gute Nachtruhe genutzt. Allerdings: Nicht alle

Symptome, die mit Kombinationspräparaten

bekämpft werden, hat man gleichzeitig oder

zumindest in der gleichen behandlungsbedürftigen

Intensität. Dadurch kann es zu einer unnötigen

Überbehandlung kommen. Enthält das

Erkältungspräparat ein Schmerzmittel wie Paracetamol,

ohne dass dem Anwendenden dies

bewusst ist, ist sogar eine gefährliche Überdosierung

möglich. Ohnehin ist es so, dass die

Anwendung eines Kombipräparats mit einem

erhöhten Nebenwirkungs- und Wechselwirkungsrisiko

einhergeht, im Zweifelsfall ist also

bei der Einnahme ohne ärztliche Absprache

Vorsicht geboten.

Hinzu kommt: Es kann sein, dass die Dosis der

einzelnen Wirkstoffe nicht ausreicht, um die

besonders argen Beschwerden effektiv zu lindern

– eine individuell abgestimmte Behandlung

mit Kombinationsmitteln ist also letztlich

kaum möglich. Sinnvoller ist es, die Beschwerden

getrennt zu behandeln, etwa eine verstopfte

Nase kurzzeitig mithilfe eines abschwellenden

Nasensprays oder eines Kamillendampfbads

freizumachen bzw. Salbeilutschbonbons zu lutschen,

um Halsschmerzen zu lindern.

TOPFIT 4 / 2024


Rat aus der Apotheke

25

FRAGEN SIE IHREN APOTHEKER

Da Erkältungsmittel in der Regel nicht auf Kassenrezept

verordnet werden dürfen, sind Apotheker oft die ersten

Ansprechpartner. Von ihnen kann man sich fachkundig beraten

lassen, welches Präparat gegen welches Symptom am

besten hilft. Besteht bereits eine Grunderkrankung wie Bluthochdruck

oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung, ist

es wichtig, die Apothekerin bzw. den Apotheker darüber zu

informieren. Denn dann kann es sein, dass ein eigentlich bewährtes

Mittel nicht infrage kommt und gegebenenfalls auf

eine pflanzliche oder homöopathische Alternative ausgewichen

wird.

Zu Beginn einer Erkältung, bei Frösteln, Kopfund

Gliederschmerzen helfen ...

• Bäder mit einem Zusatz aus Menthol-, Eukalyptus-, Thymian-

oder Fichtennadelöl. Sie fördern die Durchblutung, lindern

Gliederschmerzen und erhöhen die Körpertemperatur.

Ihre ätherischen Öle wirken zudem schleimlösend. Ein Erkältungsbad

ist jedoch tabu, wenn Sie Fieber haben!

• Tees mit Ingwer und Honig, wodurch die Schleimhäute

beruhigt und akute Erkältungssymptome gelindert werden.

Tees mit Lindenblüten und/oder Holunderblüten wirken

schweißtreibend und sorgen so für eine Absenkung von

leichtem Fieber. Steigt das Fieber auf Werte über 39 °C könnte

eine »echte« Grippe dahinterstecken; dann heißt es: Sofort

zum Arzt!

• Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol,

die sich bei Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen

bewährt haben. Ohne ärztliche Absprache sollten sie jedoch

nicht länger als drei Tage eingenommen werden.

Bei Husten helfen ...

• Säfte oder Tropfen mit einer schleimlösenden Wirkung,

etwa standardisierte Extrakte aus Thymian (z.B. Aspecton ® ,

Bronchicum ® ) oder Efeu (z.B. Prospan ® Hustensaft) bzw. chemische

Substanzen wie Acetylcystein (z.B. Fluimucil ® , ACC ® ),

Ambroxol (z.B. Mucosolvan ® Hustensaft) oder Bromhexin (z.B.

Bisolvon ® Hustensaft). Sie sorgen für eine rasche Besserung

von Husten mit Auswurf.

• Hustenstiller – aber nur, wenn ein trockener Reizhusten

besteht. Empfohlen wird, das Mittel möglichst nur nachts einzunehmen,

wenn der Husten nachhaltig die Schlafruhe stört.

Das gilt insbesondere für Hustenstiller, die Codein oder Dihydrocodein

enthalten. Denn sie machen müde und setzen das

Reaktionsvermögen herab. Weil sie zudem ein Suchtpotenzial

haben, müssen codeinhaltige Hustenmittel verordnet werden.

Pflanzliche Alternativen sind z.B. Hustensäfte aus Eibischwurzel-Auszug

(z.B. Phytohustil ® Hustenreizstiller Sirup) oder auf

Sonnentau-Basis (z.B. Monapax ® , ein Hustenstiller, der bereits

Säuglingen verabreicht werden kann).

Keinesfalls sollten Hustenstiller angewendet werden, wenn

es sich um Husten mit Auswurf handelt; in diesem Fall ist es

wichtig, dass der Schleim abgehustet werden kann. Außerdem

dürfen Hustenstiller und Hustenlöser nicht zusammen angewendet

werden, da sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung blockieren.

• Hustenbonbons und Lutschpastillen (z.B. Isla-Moos-Pastillen

® ), die die Speichelproduktion anregen und so dazu beitragen,

dass der Hustenreiz nachlässt.

• Inhalationen mit Salzlösung oder mit Pflanzentinkturen

(z.B. Thymian, Eukalyptus, Pfefferminz).

• Brustwickel mit Thymian, die sich vor allem für kleinere

Kinder mit Husten bewährt haben.

Gegen Schnupfen empfehlen sich ...

• Kochsalz- und Meerwasserlösungen, die den Schleim verflüssigen

und lösen.

• abschwellende Nasentropfen oder -spray (z.B. Oxymetazolin,

Xylometazolin). Sie verengen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut

mit dem Effekt, dass die Nasenschleimhaut

abschwillt. Länger als fünf Tage sollten abschwellende Nasentropfen

jedoch nicht zum Einsatz kommen.

• pflanzliche Schnupfenmittel (z.B. Sinupret ® , Gelomyrtol ® ),

die schleimlösend und entzündungshemmend wirken.

• Einreibungen der Brust mit ätherischen Ölen, z.B. Thymian-,

Pfefferminz-, Cajeput- oder Eukalyptusöl.

Tipp: Tragen Sie die Öle nicht pur auf, sondern mischen Sie fünf

Tropfen in 50 Milliliter Jojobaöl, und massieren Sie dann einen

Esslöffel ein.

• Inhalationen bzw. Dampfbäder (mit Dampfinhalatoren

aus der Apotheke) mit Wasserdampf oder bei denen z.B. Kamillenblüten

zum Einsatz kommen. Sie lindern eine verstopfte

Schnupfennase und wirken entzündungshemmend. Danach

nicht rausgehen, sondern im Warmen bleiben.

Halsschmerzen bessern sich durch ...

• Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser oder Salbeitee oder

durch Gurgeln mit antiseptischen Wirkstoffen (z.B. Chlorhexidin)

• Lutschen von Salbeibonbons.

• heiß getrunkenen Salbei- oder Ingwertee.

Kombinationspräparate gegen Kopf- und

Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten

sind z.B.

• Aspirin ® Complex Trinkgranulat, u.a. mit Acetylsalicylsäure,

Pseudoephedrin oder

• Grippostad ® C Hartkapseln, u.a. mit Paracetamol, Vitamin

C, Coffein und Chlorphenaminmaleat.

• Basoplex ® Kapseln, u.a. mit Paracetamol, Phenylpropanolamin,

Dextromethorphan,

• Cetebe ® antiGrippal Erkältungs-Trunk Forte (Granulat), u.a. mit

Paracetamol, Phenylephrin, Dextromethorphan,

• Wick ® DayMed Kombi Erkältungsgetränk (Pulver), u.a. mit

Paracetamol, Guaifenesin, Phenylephrin oder

• Wick ® MediNait Saft, u.a. mit Paracetamol, Doxylamin,

Ephedrin und Dextromethorphan.

TOPFIT 4 / 2024


26 Fitness

Langlaufen

Fitness im Schnee

die Venenpumpe in Schwung und transportiert

das Blut aus den Beinen schneller zurück

Richtung Herz. Und sogar Patientinnen und

Patienten mit einer Hüft- oder Kniegelenksarthrose

müssen auf diesen Wintersport nicht

verzichten, denn Skilanglauf ist durch seine

hohe dynamische und gering statische Belastung

überaus verträglich für die Gelenke.

Langlauf ist kein Risiko-Sport, denn die Gefahr

von Stürzen ist in der Ebene deutlich geringer

als auf alpinen Pisten, Knochenbrüche

sind daher höchst selten. Durch den gleichmäßigen

Bewegungsablauf ohne ruckartige

Bewegungen werden zudem Zerrungen und

Muskelfaserrisse vermieden, selbst Ungeübte

besitzen ein geringes Verletzungsrisiko.

Auch die Psyche kann vom Langlaufen profitieren.

Denn der immer gleiche Bewegungsrhythmus

in einer winterlich stillen Landschaft

beruhigt die Nerven, entspannt und

macht den Kopf wieder frei. Der Hormonhaushalt

wird durch die Ausdauerbewegung positiv

beeinflusst und unterstützt so Immunsystem,

Stressabbau und Ausgeglichenheit.

Vorsichtig sein müssen allerdings Asthmatiker.

Wegen der Kälte ist Skilanglauf hier nur

bedingt zu empfehlen, da die Bronchien mit

Verengung reagieren. Auch bei einer Erkältung

oder Grippe sollte man vorübergehend

verzichten.

Foto: © ginasanders / 123rf.com

Schneebedeckte Wipfel und Täler, knisternder

Schnee - ideale Voraussetzungen,

einmal den effektivsten Ausdauersport

der Wintersaison zu versuchen:

den Langlauf. Egal ob klassischer Stil,

gemütliches Nordic Cruising oder flottes

Skating – die rhythmischen Bewegungen

beanspruchen Muskeln und

Herz-Kreislauf-System optimal.

Von Isabel Virnich

Skilanglauf gehört zu den gesündesten Sportarten

überhaupt und kann in jedem Alter

betrieben werden. Denn je nach individuellem

Anspruch und Trainingszustand können Langläufer

die für sie richtige Technik, Geschwindigkeit

und das entsprechende Gelände selbst wählen.

Ob schnelles Gleiten im Ausfallschritt oder

langsameres Skiwandern, auch Nordic Cruising

genannt, je nach Technik und Stockeinsatz wird

die Anstrengung unterschiedlich dosiert. Ganz

Sportliche wagen sich an die Skating-Technik,

eine Art Inline-Skating mit Stöcken. Zum wei-

teren Kreis der nordischen Sportarten gehören

noch Nordic Walking (mit Stöcken, aber ohne

Schnee) und seine winterliche Variante, das

Schneeschuh-Wandern.

Langlauf ist ideales Ganzkörper-Training

Allen Varianten gemeinsam, dass sie nicht nur

Spaß machen, sondern auch einen hohen gesundheitlichen

Nutzen haben. Vor allem bieten

die nordischen Sportarten ein hervorragendes

Herz-Kreislauf-Training. Durch die

gleichmäßige Bewegung ohne Stop-and-Go

werden Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffaufnahme

des Bluts dauerhaft positiv beeinflusst.

Und wie bei allen Ausdauersportarten

wird bei regelmäßigem Training nicht nur

die Muskulatur gestärkt, es beginnen auch die

Fettdepots zu schmelzen. Durch die gleichzeitige

Bewegung der Arme und Beine wird fast

jeder Muskel des Körpers trainiert. Das rhythmische

Schwingen der Arme ist zudem gut geeignet,

um Verspannungen des Schultergürtels

zu lösen, allerdings nur, wenn der Stockeinsatz

nicht zu intensiv ausfällt. Auch Thrombose-

Risikogruppen können vom Langlauf profitieren.

Denn durch die Beanspruchung der Beinund

vor allem der Wadenmuskulatur kommt

Gut vorbereitet in die Loipe starten

Voraussetzung für ungetrübte Freude am

Langlauf ist eine gewisse Grundlagenausdauer.

Wer also im Winter in die Loipe möchte,

sollte sich schon ein paar Wochen vorher ausreichend

vorbereiten. Beim Skilanglauf werden

Rücken- und Rumpfmuskulatur am stärksten

beansprucht, daher sollten diese Bereiche vorher

trainiert werden. Dafür gut geeignet sind

andere Ausdauersportarten wie Nordic Walking

oder Jogging, am besten in Kombination

mit Skigymnastik.

Für Einsteiger eignen sich zunächst ebene Strecken:

So können sie sich an das Laufen und

Gleiten gewöhnen und Überforderung vermeiden.

Noch besser ist es, die Grundtechniken in

einem Kurs zu erlernen – so wird vermieden,

dass sich falsche oder unnötige Bewegungen

einschleichen. Kurse werden von fast allen Skischulen

angeboten, hier können sich Anfänger

zunächst auch die Ausrüstung leihen.

Auch für bereits versierte Langläufer gilt: Niemand

sollte von Null auf Hundert loslegen.

Wichtig sind moderate Dehnübungen, wobei

das »Ziehen« immer noch als angenehm empfunden

werden sollte. Diese Spannung dann

10 bis 20 Sekunden halten, lösen und entspannen.

Danach die Muskelgruppe ein weiteres

Mal dehnen, bevor man zur nächsten übergeht.

Auch ein zu anstrengendes Training sollte

vermieden werden. Denn dann können die

TOPFIT 4 / 2024


Fitness

27

Foto: © srphotography / 123rf.com

Langlauferlebnis

am Fuße der Chiemgauer Alpen

Inzell ist als bayerisches Landesleistungszentrum

für Eisschnelllauf bekannt –

aber die Gemeinde im oberbayerischen

Landkreis Traunstein, am Rande der

Chiemgauer Alpen, ist auch ein beliebtes

Langlaufgebiet. Egal ob klassisch oder

Skating, geruhsam oder sportlich dynamisch:

Mehr als 80 Kilometer gespurter

Loipen ziehen sich durch das weite Tal.

Die unterschiedlichen Runden reichen

von leicht bis schwierig und sind miteinander

verbunden. Regelmäßig werden

die Spuren frisch präpariert, damit man

mühelos dahingleiten kann und die Ski

praktisch von alleine laufen.

Den Loipenplan mit allen Inzeller Langlaufloipen

erhält man mit der Gästekarte

kostenlos in der Tourist-Information.

Nähere Infos unter:

Inzeller Touristik GmbH

Rathausplatz 5

83334 Inzell

Deutschland

Tel.: +49 (0) 86 65 - 98 85 - 0

E-Mail: info@inzell.de

Vorteile für Herz und Kreislauf schnell ins Gegenteil

umschlagen. Eine Pulsuhr ist eine gute

Kontrollmöglichkeit, um die Belastung im

Rahmen zu halten: 180 Schläge pro Minute minus

das Lebensalter gelten dabei als Faustregel

für den maximalen Pulswert. Einsteiger und

Ungeübte sollten immer nur so schnell fahren,

dass sie sich dabei noch ohne Probleme unterhalten

können.

Für die richtige Ausrüstung lässt man sich am

besten im Fachgeschäft beraten: So müssen

z.B. die Skier zu Gewicht und Größe des Langläufers

passen, die Stocklänge wird nach Größe

und Langlaufart ausgewählt.

Besser geht‘s mit richtiger Kleidung

Langlauf kann trotz kalter Temperaturen sehr

schweißtreibend sein. Daher sollten Sportler

von Anfang an auf die richtige Bekleidung achten,

um den Körper leistungsfähig zu halten:

Auch sie muss hier Höchstleistungen erbringen,

soll sie doch vor Kälte und Wind schützen

und dabei keine überschüssige Hitze am Körper

stauen, sondern atmungsaktiv für gutes

Körperklima sorgen.

Generell eignet sich dafür mehrlagige Bekleidung,

auch als »Zwiebelprinzip« bekannt. Beginnend

mit Sportunterwäsche auf der Haut

als innerste Schicht kann der Sportler oder

die Sportlerin dann, je nach Temperatur und

Intensität der Bewegung, weitere Schichten

bis hin zur wetterfesten Jacke oder Hose

kombinieren.

Sportwäsche hat in erster Linie die Aufgabe,

überschüssige Feuchtigkeit, also Schweiß, von

der Haut weg nach außen zu transportieren.

Daher ist Baumwolle als Material ungeeignet

– sie kann ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts

an Feuchtigkeit speichern und trocknet

sehr langsam. Die Folgen sind neben einem

unangenehm nassen Gefühl auf der Haut auch

Frösteln und Auskühlen des Körpers, was wiederum

zu einer verringerten Leistung führt.

Besser: Wäsche aus synthetischen Fasern wie

Polyester oder Polyamid, auch Merinowolle

eignet sich gut für Sportler, die nicht zu intensiv

schwitzen.

Als mittlere Lage kommen Fleece-Hemden in

Betracht. Dabei gilt: Je dicker das Material und

je höher der Flor, desto wärmer ist das Kleidungsstück,

da sich die warme Luft zwischen

den flauschigen Fasern hält. Auch Wolle eignet

sich, sie ist allerdings schwerer als Fleece-

Ware. Wer länger unterwegs ist, trägt besser

zwei dünne Fleece-Teile übereinander anstelle

eines zu dicken Pullis. So kann die Bekleidung

unterwegs noch dem Wärmebedürfnis angepasst

werden, indem man eine Lage an- oder

auszieht.

Die äußerste Schicht soll vor Wind und Nässe

schützen, atmungsaktiv sein und bei raumgreifenden

Bewegungen nicht einengen. Geeignet

sind winddichte und wasserabweisende Jacken

und Hosen mit Innenbeschichtung, etwa aus

Gore-Tex®. Die neueste Generation von Wintersportjacken

ist für mehr Bewegungsfreiheit

aus elastischem Material gefertigt. In der Regel

sind diese Jacken und Hosen unwattiert, denn

die wärmende Isolation trägt man ja variabel

in der Schicht darunter. Mit verstellbaren Abschlüssen

an Handgelenken, Hals und Bund

kann man sich der jeweiligen Wettersituation

gut anpassen. Einige Modelle bieten auch Belüftungsreißverschlüsse

am Rumpf oder unter

den Armen. Egal für welche Ausstattung

der Langläufer sich entscheidet: Winddicht

sollte sie allemal sein. Denn die Auskühlung

des Körpers durch Wind in Kombination mit

niedrigen Temperaturen ist enorm und beginnt

bereits bei windstillen Verhältnissen allein

durch den Fahrtwind.

Besonderer Schutz für Augen, Ohren,

Haut

Nicht vergessen werden darf die Mütze, da

man die meiste Körperwärme über den Kopf

verliert. Sie sollte leicht und weich sein, nicht

kratzen und drücken. Zum Schutz der Augen

vor Sonne und Zugluft empfiehlt sich eine

Sonnenbrille mit UV-Schutz. Ansonsten droht

im schlimmsten Fall Schneeblindheit, eine Irritation

der Augen aufgrund der starken Reflektion

des Lichts im Schnee. Zum ungetrübten

Spaß gehören weiterhin gut sitzende Handschuhe.

Sie sollten nicht zu dick sein und keine

Falten werfen, um den Stock gut zu greifen. Ein

schmal geschnittenes Modell mit Innenhand

aus Leder eignet sich besonders gut.

Auch die Haut bedarf im Winter eines besonderen

Schutzes. Vor UV-Strahlung schützt

Sonnencreme, die Haut trocknet bei Kälte

aber auch aus. Um den Schutzmantel der Haut

aufrechtzuerhalten, darf keinesfalls Feuchtigkeitscreme

verwendet werden, da diese im

schlimmsten Fall Erfrierungen fördert. Besser

ist es, vor dem Gang in die Loipe fetthaltige

Kälteschutzcreme auftragen.

TOPFIT 4 / 2024


28 Gewinnspiel

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TOPFIT 4 / 2024


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29

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Ihr alpines Refugium in Schladming-Dachstein: Das ALPINE Appartement 208

by globboard vereint sportlichen Lifestyle mit modernem Komfort. Die 47m²

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von der Piste und einen kurzen Spaziergang vom pulsierenden Stadtzentrum

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Das durchdachte Raumkonzept mit zwei separaten Schlafzimmern, einer

vollausgestatteten Küche und einem eleganten Wohnbereich bietet Platz für bis

zu vier Gäste. Besondere Highlights sind der direkte Ski-in & Ski-out Zugang

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TOPFIT 4 / 2024


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