DOT.magazine 111
Seinen Lebensunterhalt verdienen, indem man stirbt: „Parasite“-Regisseur Bong Joon-ho stürzt Robert Pattinson als „Mickey 17“ in eine furchtbare Mission nach der anderen +++ Fünf Jahre lang bereitete sich Timothée Chalamet auf seinen Auftritt als Bob Dylan in James Mangolds „Like a Complete Unknown“ vor. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht +++ Ein amerikanisches Showgirl erfindet sich neu: Pamela Anderson in Gia Coppolas „The Last Showgirl“ +++ Renée Zellweger schlüpft ein viertes Mal in die Haut von „Bridget Jones“ +++ „Love Hurts“ – das lernen Ke Huy Quan und Ariana DeBose auf die harte Tour +++ Rio de Janeiro, Anfang der Siebziger: Walter Salles erzählt mit „Für immer hier - I’m Still Here“ eine Familiengeschichte, die ihn auch persönlich berührt +++ Leonie Benesch bleibt nach „Das Lehrerzimmer“ und „September 5“ stressigen Rollen treu: In „Heldin“ hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch eine dramatisch unterbesetzte Schicht +++
Seinen Lebensunterhalt verdienen, indem man stirbt: „Parasite“-Regisseur Bong Joon-ho stürzt Robert Pattinson als „Mickey 17“ in eine furchtbare Mission nach der anderen +++ Fünf Jahre lang bereitete sich Timothée Chalamet auf seinen Auftritt als Bob Dylan in James Mangolds „Like a Complete Unknown“ vor. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht +++ Ein amerikanisches Showgirl erfindet sich neu: Pamela Anderson in Gia Coppolas „The Last Showgirl“ +++ Renée Zellweger schlüpft ein viertes Mal in die Haut von „Bridget Jones“ +++ „Love Hurts“ – das lernen Ke Huy Quan und Ariana DeBose auf die harte Tour +++ Rio de Janeiro, Anfang der Siebziger: Walter Salles erzählt mit „Für immer hier - I’m Still Here“ eine Familiengeschichte, die ihn auch persönlich berührt +++ Leonie Benesch bleibt nach „Das Lehrerzimmer“ und „September 5“ stressigen Rollen treu: In „Heldin“ hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch eine dramatisch unterbesetzte Schicht +++
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<strong>111</strong><br />
Work-Death-Balance<br />
märz 2025
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House<br />
Fr., 21. März<br />
9 – 17 Uhr<br />
Campus Hagenberg Hagenberg · Linz · Steyr · Wels
EDITORIAL<br />
NICOLE ALBIEZ<br />
Augen auf bei der Berufswahl“,<br />
scheint das Kinoprogramm<br />
der kommenden Wochen zu<br />
brüllen. Nun ja. Mit Mickey 17 (Seite 32)<br />
haben wir gleich eine Figur aufs Cover<br />
gehievt, die sich bei einer Mission quasi<br />
als Wegwerfprodukt verpflichtet hat.<br />
Kein Crewmitglied, das an der Kolonisierung<br />
des Eisplaneten Niflheim arbeitet,<br />
muss vorsichtig an Forschungsfragen<br />
herangehen, schließlich ist Mickey<br />
recycelbar: Stirbt er bei seinen Einsätzen,<br />
wird einfach eine neue Version von ihm<br />
ausgedruckt und mit seinen bisherigen<br />
Erinnerungen gespeist. Jedes Mal, wenn<br />
er stirbt, lernt die Crew etwas Neues über<br />
den Planeten. Für Mickey ist der Preis<br />
des Erkenntnisgewinns jedoch hoch:<br />
Ständig muss er Schmerzen erleiden,<br />
tödliche Viren durch seinen Körper jagen<br />
lassen, Blut spucken, Arme verlieren, auf<br />
außerirdische Kreaturen treffen, die nicht<br />
gerade eine Willkommenskultur pflegen,<br />
verbrannt werden, immer und immer<br />
wieder unwürdig verenden und Erfahrungen<br />
sammeln, die kein Mensch jemals<br />
machen sollte.<br />
Ein Mann, der sich für gesellschaftliche<br />
Hierarchien, für Ungerechtigkeiten und<br />
Heucheleien interessiert, legt diesen satirischen<br />
Film vor: der Südkoreaner Bong<br />
Joon-ho, der in Parasite Hierarchisches<br />
über Wohnräumlichkeiten erzählte und<br />
mit Snowpiercer in eine postapokalyptische<br />
Szenerie versetzte: Die Erde befindet<br />
sich dort in einer menschengemachten<br />
Eiszeit, und die rund 3.000 überlebenden<br />
Menschen leben in einem Zug, der ohne<br />
je anzuhalten um den Planeten rattert,<br />
waggonweise in einem streng organisierten<br />
Klassensystem.<br />
Nun – wenn Bong Joon-ho den Roman<br />
„Mickey 7 – Der letzte Klon“ von Edward<br />
Aston auf die Leinwand bringt – geht es<br />
also um dystopische Arbeitsbedingungen<br />
und den Wert des Menschen: der Arbeiter<br />
als billiges Wegwerfprodukt.<br />
Während Robert Pattinson den Job als<br />
Mickey 17 ausführt, der an seiner Work-<br />
Death-Balance zunehmend verzweifelt,<br />
geht es auch anderen nicht gerade rosig.<br />
Pamela Anderson muss sich als The Last<br />
Showgirl (Seite 36) in einem undankbaren<br />
Alter neu erfinden. Mit Souleymanes<br />
Geschichte (Seite 41) wird u.a. vom haarsträubenden<br />
Job als Fahrradkurier erzählt<br />
– ein Job, den der Protagonist angenommen<br />
hat, weil ihm kaum eine andere Wahl<br />
bleibt. Bei Leonie Benesch steht Überforderung<br />
auf dem Dreh- und fiktionalen<br />
Dienstplan: Nach Das Lehrerzimmer und<br />
September 5 geht es für sie mit stressigen<br />
Rollen weiter – im Drama Heldin (Seite 38),<br />
das gerade bei der Berlinale bejubelt wurde,<br />
hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch<br />
eine dramatisch unterbesetzte Schicht.<br />
Love Hurts (Seite 42) erörtert, dass es<br />
für einen Auftragskiller (Ke Huy Quan,<br />
Everything Everywhere All at Once) gar<br />
nicht so leicht ist, die Branche zu wechseln.<br />
Timothée Chalamet erlebt als Bob Dylan<br />
(Like a Complete Unknown, Seite 46)<br />
derweil die Schattenseiten des Ruhms:<br />
zum Beispiel die Erwartungshaltung der<br />
Fans, Labels und Veranstalter, die (im<br />
schlechten Sinne) ausrasten, wenn er zur<br />
Elektro gitarre greift. Selbst in Fantasyfilmen<br />
hat man’s derzeit nicht leicht –<br />
nicht einmal als mächtige und gefürchtete<br />
Hexe (Milla Jovovich): Man bekommt<br />
undankbare Aufträge aufgebrummt –<br />
etwa In the Lost Lands (Seite 44), einem<br />
doch eher unwirtlichen Ort, nach einem<br />
Heilmittel für den Liebeskummer der<br />
Königin zu suchen.<br />
Nun ja: Wir wünschen entspanntere Arbeitspflichten<br />
als die, die auf der Leinwand<br />
gezeigt werden – und viel Vergnügen beim<br />
feierabendlichen Abtauchen im Kinosaal.<br />
märz 2025<br />
<strong>111</strong><br />
Work-Death-Balance<br />
Robert Pattinson stürzt<br />
sich als Mickey 17 für<br />
Bong Joon-ho in den Tod.<br />
Immer und immer wieder.<br />
www.dot-<strong>magazine</strong>.at<br />
<strong>DOT</strong>.EDITORIAL 3
AB 27. FEBRUAR IM KINO<br />
© TOBIS FILM GmbH. EIGENTUM VON TOBIS FILM. NUR ZUM GEBRAUCH IN DER WERBUNG. VERKAUF, VERVIELFÄLTIGUNG ODER WEITERGABE STRENG VERBOTEN.
CONTENT<br />
<strong>DOT</strong>.<strong>111</strong><br />
STARSTYLE 007<br />
Gossip: Frühlingstriebe 008<br />
Fashion News 016<br />
Schuhtraum in Weiß 017<br />
Punktlandung 018<br />
Beauty News 020<br />
Neuer Duft – neues Ich 021<br />
GAMES 022<br />
Zwischensequenz 022<br />
Doom: The Dark Ages 023<br />
Assassin’s Creed Shadows 024<br />
Atomfall 024<br />
Monster Hunter Wilds 025<br />
Two Point Museum 025<br />
MOVIE 027<br />
Opening Credits 028<br />
Leinwandflirren 030<br />
ÜBERLEBEN<br />
Mickey 17 032<br />
The Last Showgirl 036<br />
Heldin 038<br />
Die Schattenjäger 040<br />
Ein Tag ohne Frauen 041<br />
Souleymanes Geschichte 041<br />
Love Hurts – Liebe tut weh 042<br />
The Lost Lands 044<br />
SOUNDS GREAT<br />
Like a Complete Unknown 046<br />
Becoming Led Zeppelin 050<br />
Köln 75 051<br />
Bolero – Die Entstehung eines Meisterwerks 052<br />
Kneecap 053<br />
FAMILY AFFAIRS<br />
054 Bridget Jones – Verrückt nach ihm<br />
055 September & July<br />
056 Das Licht<br />
057 Für immer hier – I‘m Still Here<br />
KIDS & FAMILY<br />
058 Schneewittchen<br />
060 Ein Mädchen namens Willow<br />
061 Der Prank<br />
062 Familie Faultier – Kochen auf der Überholspur<br />
062 Nina und das Geheimnis des Igels<br />
063 Tumult im Urwald<br />
064 ARTHAUS<br />
064 Jüdisches Filmfestival 2025<br />
066 Hans Zimmer & Friends: Diamond in the Desert<br />
066 Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte<br />
067 Niki de Saint Phalle<br />
067 Cineplexx Opera & Ballet<br />
HEIMWERK<br />
068 Home Entertainment<br />
071 Filmkost<br />
073 PLANER<br />
074 Garish<br />
074 The Kolors<br />
075 Lenny Kravitz<br />
075 Lubomyr Melnyk<br />
076 Event Planer<br />
078 Jubiläum Absolut Park in Flachauwinkl<br />
078 Freestyle Mekka am Kitzsteinhorn<br />
079 Music & Dance am Berg<br />
080 Ocean Film- & Banff-Tour<br />
081 Surf Opening Events in ganz Österreich<br />
ROBERT PATTINSON. RENÉE ZELLWEGER. TIMOTHÉE CHALAMET. HUGH GRANT. GAL GA<strong>DOT</strong>.<br />
EDWARD NORTON. ELLE FANNING. DAVE BAUTISTA. EMMA THOMPSON. MILLA JOVOVICH.
© 2025 McDonald’s<br />
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19 SEITEN<br />
<strong>DOT</strong>.STARSTYLE<br />
© Hersteller, Photo Press Service<br />
Shameless!<br />
Wer hier weiterliest, ist auf<br />
eine schamlose Schlagzeile<br />
hereingefallen – wären wir<br />
im Internet, könnte man auch<br />
„Clickbait“ dazu sagen. Denn<br />
Emmy Rossum hat sich gar<br />
nicht unzüchtig benommen,<br />
sondern taucht auf diesem<br />
Foto gerade bestens angezogen<br />
bei der Fashion Show für<br />
die Carolina Herrera 2025<br />
Collection im Rahmen der<br />
New York Fashion Week auf.<br />
Die Rolle der Fiona in der<br />
Kultserie Shameless stand ihr<br />
allerdings auch ziemlich gut.<br />
Immer zu zweit<br />
Früher, da gab es den Splitscreen für gemeinsames<br />
Spielen: Ein Multiplayer-Modus, für den<br />
man kein Internet und keinen zweiten Computer<br />
brauchte, um zusammen ein Videospiel zu<br />
erleben. Dieser Modus erlebt ein Comeback:<br />
Das fantasievolle Action-Plattform-Adventure<br />
Split Fiction erscheint am 6. März für PS5,<br />
Xbox X/S sowie PC und ist ausschließlich für<br />
zwei Menschen und einen Bildschirm gedacht.<br />
hazelight.se
Frühlingstriebe<br />
Ist der Winter schon vorbei? Kommt er noch mal?<br />
Wir wissen es ebenso wenig wie die Celebs, Promis<br />
und VIPs. Aber eines gilt für alle: Raus auf die Piste,<br />
hinein ins Geschehen!<br />
Präsentiert sich in Top-<br />
Form – oder ist zumindest<br />
am schweißtreibenden Weg<br />
dahin: Jack Black und sein<br />
Kampf mit einem fahrradähnlichen<br />
Ungeheuer.<br />
Zunge raus, Aschenbecher auf: Rita Ora<br />
hat sich gerade neue Brillen gegönnt und<br />
war mit Eheman Taika Waititi an der Gold<br />
Coast in Australien ein bisschen shoppen.<br />
Wenn er dann endlich oben angekommen<br />
ist, sollte er uns jedenfalls eine<br />
Ansichtskarte schicken: Tom Holland<br />
bei seiner Lieblingsbeschäftigung.<br />
UND DAS WAR<br />
DER MOMENT, ALS ES<br />
EVERYBODY‘S SCHÖNLING<br />
GEORGE CLOONEY END-<br />
GÜLTIG DEN VOGEL RAUSGE-<br />
HAUT UND DAS HEU RUNTERGE-<br />
RÄUMT HAT. DABEI PROMOTET<br />
ER NUR SEIN THEATERSTÜCK<br />
GOOD NIGHT, AND<br />
GOOD LUCK.<br />
Ja, es ist nicht einfach, seine 80er-Idole<br />
altern zu sehen. Ist das nun Simon Le<br />
Bon oder doch Billy Idol? Letzterer ist’s,<br />
und seine Stimme ist immer noch cool.<br />
Wie ein klassisches Gemälde: Paris<br />
Jackson trägt einen neuen Verlobungsring,<br />
sieht aber während ihres Telefonats<br />
gar nicht so happy aus. Mixed Signals!<br />
8 <strong>DOT</strong>.GOSSIP
Während sich ihr Gatte<br />
Rauchwaren aus dem<br />
einschlägigen Shop holt,<br />
sitzt Hailey Bieber leicht<br />
verhärmt im Auto und<br />
tröstet sich mit Kaffee.<br />
Ist doch Kaffee, oder?<br />
Hat gut lachen: Christina Aguilera in bester<br />
Laune am Weg zum Flugzeug nach São Paulo wo<br />
sie den zweiten Gig ihrer kleinen Brasilien-Tour<br />
spielt. Es waren ihren ersten Solo-Gigs in dem Land.<br />
So ein brutaler Kerl, dieser Kiefer! Tritt da völlig<br />
ungehemmt auf einen unschuldigen Passanten<br />
ein. Fake News: Sutherland dreht gerade die<br />
Action-Sequenzen für Tinsel Town.<br />
Er hat schon immer eine starke Hand gebraucht,<br />
vor allem, wenn er allein zu Hause war. Die hat<br />
Macaulay Culkin mit Brenda Song gefunden –<br />
seinem Outfit nach ist er noch ein kleiner Bub.<br />
WEGEM IHM<br />
STEHT GERADE DIE<br />
WELT KOPF, AKTIENMÄRKTE<br />
BRECHEN EIN, UND DIE KON-<br />
TINENTALPLATTEN BEGINNEN<br />
SICH ZU VERSCHIEBEN: DAS<br />
IST LIANG WENFENG, DER<br />
GRÜNDER VON DEEP-<br />
SEEK.<br />
Lässt es sich auch mit 82 Jahren<br />
nicht nehmen, auf der New York<br />
Fashion Week aufzutauchen:<br />
Calvin Klein in Begleitung<br />
seiner Exfrau Kelly Rector.<br />
© Photo Press Service<br />
Rod The Mod Stewart hat seinen<br />
Geburtstag standesgemäß mit einer Party<br />
gefeiert: 80 Jahre alt ist er geworden.<br />
Der Rock’n’Roll hat ihn fit gehalten.<br />
Tja, auch der ärgste Action-Hero<br />
wird irgendwann mal bequem:<br />
Kevin Costner lässt sich im Pedicab<br />
durch New Orleans schleifen.<br />
<strong>DOT</strong>.GOSSIP 9
Feiern, was die Spritzpistole hergibt:<br />
Bruno Mars und Sexyy Red haben<br />
unlängst mit Fat Juicy & Wet einen Hit<br />
gelandet, der nicht so ganz jugendfrei ist.<br />
Steht für heuer ganz oben auf der Superstar-Liste:<br />
Chappell Roan hat im Februar<br />
ihren ersten Grammy heimgebracht – und<br />
zwar für Best New Artist.<br />
Robbie Williams verzückt direkt<br />
nach der Flugzeuglandung das australische<br />
Publikum mit einem gut<br />
sichtbaren Statement auf seinem Pulli.<br />
KEINER KANN SO GUT ZOMBIE-<br />
FACE WIE BILLIE EILISH. GRUND<br />
DAFÜR HAT SIE JA: SIE WAR FÜR<br />
NEUN GRAMMYS NOMINIERT<br />
UND IST LEER AUSGEGANGEN.<br />
WIR AHNEN, DASS SIE UMSO<br />
STÄRKER ZURÜCKKOMMT!<br />
Pocket Man: Der schrullige<br />
Herr, der hier aus dem<br />
Hotel in die Limo geleitet<br />
wird, ist immer noch einer<br />
der größten Songwriter –<br />
Sir Elton John, der Mann<br />
der tausend Brillen.<br />
Cardi B zeigt ihren neuen Beach-Look.<br />
Einen ausgedehnten Urlaub hätte sie sich<br />
jedenfalls verdient: Die Hitmaschine läuft,<br />
und ihr Body ist fitter denn je.<br />
10 <strong>DOT</strong>.GOSSIP
Ja, also – nein. Sorry, Ye, aber der Dreh mit<br />
The Game, Ty Dolla $ign & Co sieht eher nach<br />
Wannabe-Hinterhofästhetik aus. Das geht besser.<br />
Ein Nebenprodukt, das sich aus dem<br />
Shoot von Sabrina Carpenter für die<br />
Vogue ergeben hat. Ähnlichkeiten zu<br />
Madonna in der True Blue-Phase<br />
sind nicht zu übersehen.<br />
Wenn einem der besoffene Onkel auf der Familienfeier<br />
unbedingt ein Busserl geben will<br />
– ja, dann hat man in etwa Gesichtsausdruck<br />
und Körpersprache von Charli XCX.<br />
LADY<br />
GAGAS LIEBE<br />
ZU GOTHIC CHIC HAT<br />
SICH BEI DEN GRAMMYS IM<br />
FEBRUAR ERNEUT MANIFESTIERT:<br />
IHR KLEID VON SAMUEL LEWIS<br />
UND IHR MAKE-UP WAREN SU-<br />
PER DARK, ABER ABSOLUT<br />
EINDRUCKSVOLL.<br />
Wer schon immer wissen wollte,<br />
wie Schneewittchen aussieht:<br />
Das ist Rachel Zegler, Hauptbesetzung<br />
von Snow White.<br />
© Photo Press Service<br />
Was soll’s – die besten Ideen hat man oft<br />
am stillen Örtchen. Warum sollte das<br />
also bei Katy Perry anders sein? Kleiner<br />
Tipp: Klodeckel vor Gebrauch öffnen.<br />
Wandelbare Olivia Rodrigo: So<br />
stand sie vor ein paar Jahren für das<br />
Magazin Nylon vor der Kamera –<br />
das Ergebnis ist mystisch und zeitlos.<br />
<strong>DOT</strong>.GOSSIP 11
Wird nicht älter: Nach<br />
ihrem Grammy-Auftritt<br />
feierte Shakira noch<br />
im Bird Streets Club in<br />
West Hollywood weiter.<br />
Die Frau hat Stamina.<br />
Waka Waka.<br />
Ein amerikanischer Familientraum: Gwen<br />
Stefani, Blake Shelton und Sohn Apollo<br />
machen einen Park in LA unsicher – und<br />
scheinen dabei sichtlich Spaß zu haben.<br />
„Heast, des pock‘ i ned. Da Koarl hot gsogt, er hoit mi<br />
und in Rex uma Zwöfe o!“, denkt sich Dennis Quaid<br />
nach seiner Ankunft verzweifelt. Kopf hoch!<br />
Jö, die Kelly Family ist wieder zurück – wer hätte<br />
an dieses Comeback geglaubt, right? Zum Glück<br />
niemand: Das ist J.Lo samt Anhang am Flohmarkt.<br />
Stoische Ruhe: Bonnie Wright,<br />
bekannt als Ginny Weasley aus Harry<br />
Potter, schiebt Sohn Elio Ocean<br />
Wright Lococo durch London.<br />
© Photo Press Service<br />
Julia Roberts, die angsteinflößendste<br />
Mundpartie seit Herman Munster, trinkt<br />
nicht einfach nur mal ein Käffchen, sondern<br />
dreht in London Panic Carefully.<br />
... und Ben Affleck<br />
kümmert sich im<br />
Hollywood-Hipster-<br />
Cardigan um seinen<br />
Sohn Samuel und<br />
versucht, ihm ein<br />
paar Tricks am<br />
BMX-Rad beizubringen.<br />
Good luck!<br />
12 <strong>DOT</strong>.GOSSIP
EXPERIENCE IT IN<br />
AB 06.03. IN<br />
FILMS TO THE FULLEST<br />
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Schlauer geht es Angelina Jolie an:<br />
In guter, alter Wien-Manier fladert sie das<br />
Einkaufswagerl, um ihre Beute bequem ins<br />
Nest zu bringen. Von den Besten lernen!<br />
Hat es sich auch ein bisschen leichter<br />
vorgestellt: Meg Ryan macht gute Miene<br />
zum schweren Spiel und versucht, dabei<br />
noch Haltung und Würde zu bewahren.<br />
Wer hätte das gedacht: Selbst die<br />
Größten ihrer Zunft wie Willem<br />
Dafoe müssen Hand anlegen und<br />
ihre Einkäufe persönlich heimtragen.<br />
EIN AMAZON-PACKERL FÜR<br />
BROOKE BURNS – NA,<br />
KLINGELT DA WAS? SIE HAT<br />
LIFEGUARD JESSIE OWENS IN<br />
BAYWATCH GESPIELT. GUT, IST<br />
SCHON EIN ZEITERL HER, DAS<br />
WAR NÄMLICH 1998 BIS 2001.<br />
© Photo Press Service<br />
So richtig genervt sieht hingegen Robert<br />
Pattinson aus. Liegt es am schweren Einkauf<br />
oder vielleicht doch am babybedingten<br />
Schlafmangel? Wurscht – da muss er durch!<br />
14 <strong>DOT</strong>.GOSSIP<br />
Jamie Lee Curtis schleppt hingegen<br />
für einen guten Zweck: Sie<br />
spendete unlängst Kleidung für<br />
Frauen, die ihr Heim durch die<br />
Brände verloren haben.<br />
Der Award für das lieblichste Tragen<br />
eines leichten Sackerls geht diesen<br />
Monat an die vor Anmut nur so strotzende<br />
Reese Witherspoon.
VOM PREISGEKRÖNTEN REGISSEUR VON<br />
BRAVEHEART, APOCALYPTO UND HACKSAW RIDGE<br />
MARK WAHLBERG<br />
REGIE MEL GIBSON<br />
DREHBUCH JARED ROSENBERG<br />
AB 20. FEBRUAR IM KINO
<strong>DOT</strong>.<br />
FASHION<br />
Guess Jeans holt die nächste<br />
Generation vor die Kamera: Mit<br />
Gene Gallagher (Ja! – der Sohn<br />
von Brit-Pop-Legende Liam) und<br />
Beabadoobee setzt das Label<br />
auf junge Ikonen, die Musik und<br />
Mode vereinen. Fotograf Rafael<br />
Pavarotti fängt die beiden in starken<br />
Schwarz-Weiß-Porträts ein – roh, ungeschliffen<br />
und mit jeder Menge Coolness. Die Looks: lässige Denim-<br />
Jacken, weite Jeans und klassische Cuts mit modernem Twist.<br />
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Cassel Goorin von seiner Pferdekutsche aus in mühsamer Handarbeit<br />
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THE TIME IS NOW<br />
Female Empowerment trifft<br />
nachhaltige Mode: Zum Weltfrauentag<br />
2025 haben sich die<br />
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Crew wieder für ein Statement-<br />
Shirt zusammengetan – ein<br />
Reminder, dass Veränderung in<br />
unseren Händen liegt. Ab dem<br />
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erhältlich – und mit jeder Bestellung<br />
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der Verein nuruWomen e.V.<br />
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16 <strong>DOT</strong>.STARSTYLE<br />
AUS ALT MACH NEU<br />
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Textilabfällen ein Statement<br />
gegen die Wegwerfgesellschaft.<br />
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Schuhtraum in Weiß<br />
Weiß ist das neue Schwarz! Zeitlos, vielseitig kombinierbar und dabei alles<br />
andere als langweilig: Mit diesen Loafern geht’s Richtung Frühling.<br />
FRINGE FEVER<br />
Weiße Lederslipper mit Fransendetails<br />
von Gabor um € 110,–.<br />
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KETTENREAKTION<br />
Chunky Loafer mit Kettendetail<br />
von Catwalk, bei Deichmann um<br />
€ 34,99. www.deichmann.com<br />
COOL CLASSIC<br />
Leichte Lederloafer mit sportlicher<br />
Sohle von Högl um € 169,90.<br />
www.hoegl.com<br />
BLING BLING<br />
Slipper mit funkelnden Ziersteinen<br />
von Anna Field, bei Zalando um<br />
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MILKY WAY<br />
Atmungsaktive Mokassins in<br />
Milchweiß von Geox um € 130,–.<br />
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Auf den Fashionweeks für Frühjahr/Sommer 2025<br />
kam man an weißen Schuhen nicht vorbei: Bei<br />
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rosa Kleid und zu grauen Kniestrümpfen, LOEWE<br />
setzte aufschwarze Sohlen und monochrome,<br />
avantgardistische Looks.<br />
GET LACKY<br />
Slipper aus weißem Lackleder<br />
von Caprice, bei Shoe4You um<br />
€ 79,95. www.shoe4you.com<br />
TONANGEBEND<br />
Loafer aus weichem Rindleder<br />
von Marc O’Polo um € 139,95.<br />
www.marc-o-polo.com<br />
LOAFER LOVE<br />
Lederloafer mit Horsebit-Metall-<br />
Highlight von Tommy Hilfiger<br />
um € 159,90. www.tommy.com<br />
© Hersteller, FashionPPS<br />
MUT ZUR LÜCKE<br />
Lederslipper mit Lochmuster<br />
von Tamaris um € 79,95.<br />
www.tamaris.com<br />
PASST INS PROFIL<br />
Loafers aus Vollnarbenleder mit leichter<br />
Profilsohle von Ecco um € 160,–.<br />
www.ecco.com<br />
<strong>DOT</strong>.STARSTYLE 17
Punktlandung<br />
Punkt, Punkt, Punkt – und kein Ende in Sicht! Polka Dots feiern ihr großes<br />
Comeback und verzaubern mit Retro-Vibes und verspielten Looks.<br />
PUNKTERAUSCH<br />
Gepunktete Übergangsjacke<br />
von Ichi um € 49,95.<br />
www.ichi.biz<br />
GLANZPUNKT<br />
Weites Kleid mit Puffärmeln<br />
von YAS um € 89,99.<br />
www.y-a-s.com<br />
ONE PIECE<br />
Overall mit Punkten<br />
von Parfois um € 55,99.<br />
www.parfois.com<br />
Ob classy in Schwarz-Weiß bei Carolina Herrera oder verspielt<br />
bei Moschino – an Polka Dots kommt jetzt niemand vorbei.Und<br />
wem der Allover-Look zu gewagt ist, der setzt einfach auf<br />
gepunktete Accessoires wie Scrunchies, Taschen oder Schuhe.<br />
SCHMAL & CHIC<br />
Bleistiftrock von Even&Odd,<br />
bei Zalando um € 22,99.<br />
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20 <strong>DOT</strong>.STARSTYLE
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SÜSS UND VERSPIELT<br />
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trifft auf süße Marshmallows und<br />
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Inspiriert von Rom und seinen besonderen kulturellen<br />
Schätzen, zelebriert Valentino mit „Born in Roma“ seit<br />
2019 die „ewige Stadt“. „Extradose“ geht nun einen Schritt<br />
weiter: mehr Intensität, mehr Langlebigkeit, mehr Ausdruck<br />
– verkörpert von Adut Akech und Anwar Hadid.<br />
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KÖNIGIN DER NACHT<br />
Bringt die magische Aura der<br />
nächtlichen Datura-Blüte auf die<br />
Haut – geheimnisvoll, sinnlich und<br />
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Shiseido, 50 ml EdP um € 107,–.<br />
DIE ESSENZ DER STÄRKE<br />
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50 ml EdP Intense um ca. € 107,–.<br />
BETÖREND<br />
Hommage ans Jahr der Schlange –<br />
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„Lucky Charms Lunar Lover“ von<br />
Carolina Herrera, 100 ml<br />
EdP, bei Douglas um € 158,–.<br />
<strong>DOT</strong>.STARSTYLE 21
TEXTE: PETER ZIRBS<br />
Zwischensequenz<br />
Alles dreht sich<br />
TOOLS FÜR DIE ELITE<br />
Und nichts bewegt<br />
sich. Das<br />
ist natürlich<br />
böse und gar<br />
nicht so gemeint.<br />
Aber den Eindruck<br />
könnte<br />
man durchaus<br />
bekommen, während<br />
man der Welt beim<br />
Einlegen des Retourgangs<br />
zuschaut.<br />
Na ja, jetzt mal nicht so depro<br />
sein – vielleicht ist dieser Change ja<br />
auch für irgendwas gut. Womöglich<br />
ist eine auf den Kopf gestellte Welt<br />
nicht nur spannend anzusehen,<br />
sondern auch ein Aufrütteln festgefahrener<br />
Normen. Zum Beispiel das<br />
kommende Doom: Das Spiel war<br />
quasi der Auslöser schlechthin für<br />
die Entwicklung von Mehrspieler-<br />
Modi; der neue Teil ist aber ein reines<br />
Single-Player-Erlebnis. Das ist<br />
schon ziemlich schräg. Ein Zeichen?<br />
Unter Umständen findet gerade<br />
ein Einigelungsprozess statt. Nach<br />
mehr als 15 Jahren Social Media<br />
und Online-Communitys folgt nun<br />
der Rückzug. Digitales Cocooning,<br />
die Rückkehr des Biedermeier mit<br />
anderer Hintergrundmusik, sozusagen.<br />
Wäre auch kein Wunder, denn<br />
so lässt es sich der allgegenwärtigen<br />
Transparenz besser entkommen.<br />
Die gläserne Bürgerin und der gläserne<br />
Bürger machen die Schotten<br />
dicht und tauchen ab.<br />
Wer hätte auch<br />
ahnen können, dass die<br />
Meinungen von Abermillionen<br />
Individuen<br />
letztendlich doch<br />
nicht so interessant<br />
sind und furchtbar auf<br />
die Nerven gehen können?<br />
Ein Hinweis darauf<br />
hätte allerdings sein können,<br />
dass bereits ein Mensch, der einem<br />
ungefragt seine Meinung reindrücken<br />
will, entsetzlich anstrengend<br />
ist. Tja, Pech gehabt.<br />
Also auf in eine neue Phase der<br />
inneren Einkehr: Abmelden von den<br />
pseudosozialen Netzwerken, Einzelspieler<br />
wiederentdecken und Allan<br />
Watts hören, bis man ihn rückwärts<br />
und im Handstand mitsprechen<br />
kann. Die neue Ruhe und Gelassenheit;<br />
das digitale Tao.<br />
DLC<br />
Runterladbare Inhalte.<br />
Civilization 7<br />
Crossroads of the World ist die<br />
erste kostenpflichtige Erweiterung<br />
des unlängst erschienenen<br />
Simulations-Krachers. Sie ist<br />
in zwei Teile aufgeteilt – der<br />
erste erscheint Anfang März,<br />
der zweite Ende März. Mit<br />
dem ersten Teil gibt es mit Ada<br />
Lovelace eine neue Anführerin<br />
sowie zwei neue Zivilisationen,<br />
nämlich Karthago und Großbritannien.<br />
Zum Drüberstreuen<br />
sind auch vier neue Naturwunder<br />
enthalten. Der zweite<br />
Teil der Erweiterung liefert<br />
Simón Bolívar als Anführer,<br />
dazu kommen die beiden neuen<br />
Zivilisationen Bulgarien und<br />
Nepal. Kostenlose Inhalte für<br />
Civ 7 erscheinen im März ebenfalls:<br />
die neuen Events Natural<br />
Wonder Battle und Marvelous<br />
Mountains sowie die neuen<br />
Naturwunder Bermudadreieck<br />
und Mount Everest.<br />
civilization.2k.com<br />
Es scheint, als dürften die ab Frühling erhältlichen<br />
neuen Farbvarianten der Stealth-<br />
Serie von Turtle Beach das Klischee der<br />
modisch unbeholfenen Gamer auf den<br />
Kopf stellen: Die dritte Generation des<br />
Stealth 600 verfügt über die markentypischen<br />
50-mm-Nanoclear-Treiber, eine<br />
Akkulaufzeit von 80 Stunden, KI-gesteuerte<br />
Mikrofongeräuschunterdrückung sowie<br />
2,4-GHz- und Bluetooth-Konnektivität mit<br />
niedriger Latenz. Stealth 500 hingegen<br />
bietet hochwertigen Gaming-Sound sowie<br />
kabellose 2,4-GHz- und Bluetooth-<br />
Konnektivität mit niedriger Latenz, einen<br />
verstellbaren, schwimmenden Kopfbügel<br />
für leichten Tragekomfort und eine<br />
Akkulaufzeit von 40 Stunden. Die neuen<br />
Farbvarianten Stealth 600 purple und<br />
Stealth 500 arctic camo können bereits<br />
bei Turtle Beach vorbestellt werden und<br />
werden bei teilnehmenden Händlern weltweit<br />
erhältlich sein. turtlebeach.com<br />
22 <strong>DOT</strong>.GAMES
Für Doomköpfe<br />
Die Videospielkultur ist von ein paar Namen geprägt, die irgendwann mal die Art,<br />
wie wir spielen, von Grund auf verändert haben. Ganz ohne Zweifel ist Doom ein solcher.<br />
Nun kommt bald der dritte Teil nach der neuen Zeitrechnung.<br />
GEGEN DEN EIGENEN TREND<br />
Doom hat nicht nur das FPS-Genre,<br />
sondern auch den Multiplayer-<br />
Modus stark vorangetrieben: Wer<br />
das Spiel nicht auf einer LAN-Party<br />
oder mit Kollegen auf der Büro-<br />
Dose gespielt hat, bis die Augen<br />
bluteten, gehört einer anderen Alterskohorte<br />
an. Das Internet war<br />
damals recht neu und Multiplayer<br />
plötzlich ein Ding. Und jetzt<br />
haben die Entwickler eine nahezu<br />
unglaubliche Entscheidung getroffen:<br />
Doom: The Dark Ages ist ein<br />
Single-Player-Spiel. Lass diese<br />
Abwasch herein!, ist man da versucht<br />
zu brüllen. Verrückterweise<br />
ist das aber ein großartiger Move.<br />
Denn erstens hat ohnehin fast<br />
jeder Titel ausgefeilte Mehrspieler-<br />
Modi, und zweitens wird die<br />
Zielgruppe derer, die einfach gern<br />
ohne Online-Gedöns in Ruhe<br />
alleine spielen wollen, ziemlich<br />
unterschätzt. Und<br />
drittens fokussiert<br />
sich das Spiel mehr<br />
noch als seine zwei<br />
Vorgänger auf das<br />
Narrativ. Das bedeutet<br />
natürlich auch „mehr<br />
Blockbuster, weniger<br />
Hardcore-Gaming“, aber in<br />
diesem Falle ist die Mischung die<br />
richtige. Mehr Storytelling, mehr<br />
Cutscenes und eben auch mehr<br />
Action, intensivere Chakterentwicklung<br />
und spektakuläre Bilder.<br />
Ein kurzer Abriss: 1993<br />
erschien das erste Doom;<br />
es gilt bis heute als Mutter<br />
aller Ego-Shooter. Das Herumirren<br />
in dreidimensional konstruierten<br />
Umgebungen aus der Sicht<br />
der ersten Person ist heute aus<br />
dem Videospielgeschehen nicht<br />
mehr wegzudenken; damals war<br />
es jedoch eine Offenbarung, die<br />
für schlaflose Wochen – Jahre? –<br />
gesorgt hat. Die Entwicklerfirma<br />
id Software, die für das Spiel mehr<br />
oder weniger bis heute verantwortlich<br />
zeichnet, hat seitdem<br />
zahlreiche Nachfolger und Ableger<br />
für diverse Plattformen produziert.<br />
Nach einer mehrjährigen<br />
Pause ging es aber 2016 mit einem<br />
Reboot weiter, und damit sind<br />
wir auch schon in der Gegenwart<br />
angelangt: Doom: The Dark Ages<br />
ist der dritte Teil dieser Neuinterpretation<br />
und insgesamt das achte<br />
„richtige“ neue Doom<br />
seit 1993. Man könnte<br />
meinen, es bleibt alles<br />
wie gewohnt, aber<br />
das ist falsch: Erneut<br />
sorgt das Team von<br />
id Software für eine<br />
Überraschung.<br />
DA IST SO EINIGES NEU<br />
An der Kampftechnik wurde einiges<br />
gefeilt; das Hauptaugenmerk<br />
liegt auf raffinierterer und dennoch<br />
rasch erlernbarer Nahkampftechnik:<br />
Nun kann ohne komplizierte<br />
Tastenkombination geblockt und<br />
abgewehrt werden. Für Abwechslung<br />
sorgt der Umstand, dass man<br />
erstmals in der Geschichte von<br />
Doom zum Piloten werden kann<br />
– zum Beispiel am kybernetischen<br />
Drachen oder im Riesen-Mech<br />
„Atlan“. Im Arsenal findet man ein<br />
paar der alten Klassiker in modernisierter<br />
Form, einige neue Waffen<br />
sowie die Möglichkeit, sich selbst<br />
etwas zusammenzuschweißen wie<br />
etwa den Skull Crusher. Der neue<br />
Teil der Reihe bringt das Spiel also<br />
endgültig in die Gegenwart, erzählt<br />
die Story in bislang nie gesehenem<br />
und gehörtem Ausmaß und<br />
bleibt dabei trotzdem noch seiner<br />
ursprünglichen Idee treu. Perfekt<br />
für ballerfreudige Abenteurer, die<br />
sich nicht mit Online-Publikum<br />
herumschlagen wollen. Diverse<br />
Editions sind bereits vorbestellbar,<br />
erscheinen wird es am 15. Mai für<br />
PC, PS5 und Xbox Series X/S.<br />
bethesda.net<br />
<strong>DOT</strong>.GAMES 23
historische Figur existierte<br />
tatsächlich und diente 1581<br />
Oda Nobunagain in der<br />
Sengoku-Periode.<br />
Assassinen im Duett<br />
Eineinhalb Jahre nach dem letzten Installment, wie es im heurigen<br />
Rennenglisch so schön heißt, erscheint der bislang 14. Teil<br />
der Assassinen-Saga. Diesmal geht die Reise nach Japan.<br />
Für die einen ein Spiel, für<br />
die anderen spannender<br />
Geschichtsunterricht – das ist<br />
auch bei Assassin’s Creed Shadows<br />
nicht anders. Der am 20. März für<br />
PS5, Xbox X/S, PC und macOS erscheinende<br />
Blockbuster ist im Japan<br />
des 16. Jahrhunderts angesiedelt.<br />
Gleich zwei Hauptprotagonisten<br />
gibt’s, nämlich Fujibayashi Naoe,<br />
eine weibliche Shinobi, sowie Yasuke,<br />
einen afrikanischen Samurai.<br />
Wer die Anti-Woke-Karte ziehen<br />
will, kann sie steckenlassen: Die<br />
MEHR UND BESSER<br />
Vor großen Änderungenbraucht<br />
man keine Angst zu haben.<br />
Das klingt blöd, ist aber positiv<br />
gemeint: Das Spiel baut auf Stealth<br />
und Action auf, ganz so, wie man<br />
es sich von dieser Reihe wünscht.<br />
Verbesserungen gibt’s trotzdem – so<br />
können Props nun zerstört und<br />
Schatten manipuliert werden. Die<br />
große offene Welt ändert sich physisch<br />
mit den Jahreszeiten: Wasser<br />
gefriert, Gras wuchert – you get the<br />
point. Auch super: Die Missionen<br />
sind non-linear und lassen sich<br />
auf unterschiedliche Weise lösen.<br />
Ebenfalls neu ist die Möglichkeit,<br />
flach am Boden zu kriechen sowie<br />
dank Strohröhrl-Trick unter Wasser<br />
zu verweilen. Ein spannender,<br />
abwechslungsreicher Nachfolger.<br />
www.ubisoft.com<br />
D<br />
abei handelt es sich um die<br />
nukleare Katastrophe von<br />
Windscale, das mittlerweile<br />
Sellafield heißt, die am 10.<br />
Oktober 1957 stattfand. Im<br />
Spiel Atomfall hat der Brand,<br />
der zu einer angeblich leichten<br />
Kontamination führte,<br />
weitaus schlimmere Folgen:<br />
Er macht den gesamten Lake<br />
District in der Grafschaft<br />
Cumbria unbewohnbar und<br />
zur Quarantäne-Zone. Pech für<br />
uns, dass wir uns in dieser Zone<br />
befinden – und dass die Umgangsformen<br />
dort nicht von britischer<br />
Höflichkeit geprägt sind.<br />
REGES TREIBEN<br />
Es gilt, die Zone zu erkunden.<br />
Dabei muss man plündern, basteln,<br />
feilschen und natürlich auch<br />
kämpfen. Wer es weniger gewalttätig<br />
mag: Verhandeln klappt oftmals<br />
auch. Generell gilt: Man kann das<br />
Spiel durchspielen, ohne einen ein-<br />
Atomare Oberlippe<br />
Ein Hit dürfte dieser Action-Survival-Kracher werden: Er spielt<br />
in einer alternativen Realität, in der ein britisches Reaktorunglück<br />
in den späten 1950er-Jahren deutlich anders verlaufen ist.<br />
zigen Gegner umzubringen – man<br />
kann aber auch alle töten, um ans<br />
Ziel zu kommen. Highlight des am<br />
27. März für PS5/4, Xbox X/S/One<br />
erscheinenden Titels ist wohl das<br />
britische Setting, das mit bizarren<br />
Charakteren, Mystik, Kulten und<br />
kriminellen Regierungsbehörden<br />
aufwarten kann. Ein außergewöhnlicher<br />
Titel für Entdeckungsfreudige,<br />
die auch im ärgsten Single-<br />
Player-Survival-Stress ihre steife<br />
Oberlippe bewahren können.<br />
www.atomfall.com<br />
24 <strong>DOT</strong>.GAMES
Alle meine Monster<br />
Die Monsterjagd geht in die nächste Runde und ist so schön<br />
wie nie zu vor. Auch technisch hat sie spürbar zugelegt – für die<br />
Entwicklung hat man sich dementsprechend Zeit gelassen.<br />
Sechs Jahre soll die Arbeit<br />
an Monster Hunter Wilds<br />
gedauert haben, wenn man<br />
Kaname Fujioka, dem Art Director<br />
des Spiels, Glauben schenken<br />
darf. Ein Ziel war, ein glaubwürdiges<br />
Ökosystem zu schaffen, in<br />
dem sich die Spielerinnen und<br />
Spieler austoben können.<br />
Das geht so weit, dass<br />
man die Monster bei<br />
ganzen Lebenszyklen<br />
beobachten kann – und<br />
auch, wie sie interagieren.<br />
Und so fühlt sich<br />
der Titel tatsächlich wie<br />
eine Expedition in eine fremde<br />
Welt an. Würde noch Sir David<br />
Attenborough drübersprechen,<br />
gäbe es kaum mehr Zweifel ob der<br />
Authentizität des Gezeigten im<br />
am 28. Februar (PS5, PC, Xbox<br />
X/S) erscheinenden Spiel.<br />
SPINNEFEIND<br />
Unterschiedliche offene<br />
Welten bilden die<br />
„Forbidden Lands“, einen<br />
Landstrich, der nur von<br />
Monstern bewohnt wird.<br />
Wie erwartet, geht es bei<br />
dem Action-RPG für Ein-<br />
zel- und Mehrspieler mächtig ins<br />
Detail: Ressourcen wollen gewonnen<br />
und verwendet sowie Waffen<br />
und Panzerung gebaut werden.<br />
Apropos Waffen: Alle 14 Arten aus<br />
dem Vorgänger finden sich wieder<br />
– und einige mehr. Was Monster<br />
Hunter Wilds packend macht, sind<br />
zahlreiche innovative Gameplay-<br />
Elemente. Sogar an Menschen mit<br />
Arachnophobie wurde gedacht: Per<br />
Knopfdruck lassen sich spinnenähnliche<br />
Monster durch unförmige<br />
Wesen ersetzen.<br />
monsterhunter.com<br />
Ein Museum betreiben<br />
Wirtschaftssimulationen erfreuen sich nach wie vor großen<br />
Zuspruchs. Was es da nicht schon alles gab: Vergnügungsparks,<br />
Hotels – hier geht es allerdings um ein Museum.<br />
Um die metaphorische<br />
Katze gleich aus dem<br />
Sack zu lassen: Das Spiel<br />
hat alles, was eine Aufbau- bzw-<br />
Business-Sim benötigt. Und sogar<br />
noch mehr, nämlich eine gehörige<br />
Portion Humor. Der ist mitunter<br />
wunderbar absurd und macht<br />
Two Point Museum (4. März für<br />
PC, macOS, PS5, Xbox S/X) zu<br />
einem unterhaltsamen Erlebnis.<br />
Bei dieser Sim müssen<br />
selbst die Wände<br />
aufgestellt werden –<br />
denn das Erschaffen von Räumen,<br />
die den Exponaten und Themen<br />
angepasst sind, erhöht den<br />
Besucherstrom. Je mehr es in den<br />
Räumen zu entdecken gibt, desto<br />
zufriedener das Publikum.<br />
REIN INS VERGNÜGEN<br />
Ziel des Spiels ist es, sowohl Geld<br />
als auch Wissen zu generieren.<br />
Da darf nichts fehlen, was<br />
ein modernes Museum<br />
ausmacht: Souvenir- und<br />
Merch-Shop, Toiletten,<br />
Gastronomie, Tickets –<br />
sogar Workshops gibt es,<br />
in denen man interaktive<br />
Exponate erstellen kann.<br />
Die Bedürfnisse des<br />
Publikums sind unterschiedlich,<br />
und es gilt herauszufinden, wie<br />
man sie befriedigt. Auch wichtig:<br />
Security, denn Kinder und Einbrecher<br />
haben es auf die Exponate<br />
abgesehen. Außergewöhnliche<br />
Exponate müssen übrigens in<br />
eigenen Expeditionen herangeschafft<br />
werden. Sim-Fans sollten<br />
sich das unbedingt ansehen.<br />
www.sega.com<br />
<strong>DOT</strong>.GAMES 25
GÖNN DIR<br />
GROSSES<br />
KINO.<br />
UND BEKOMM MEHR,<br />
ALS DU BEZAHLT HAST.<br />
FIRST CLASS KINO FÜR EINE FIRST CLASS ZEIT.
Ungebändigter<br />
Festivalauftakt<br />
Wenn von 27. März bis 1. April<br />
zum 28. Mal die Diagonale, das<br />
Festival des österreichischen Films,<br />
über die Bühne geht, wird die<br />
Saison mit How to be Normal and<br />
the Oddness of the Other World<br />
von Florian Pochlatko eröffnet.<br />
„Manchmal gibt es Debütfilme,<br />
deren Ungebändigtheit einfach<br />
umwerfend ist und die nachhaltig<br />
betören“, schwärmt das Leitungs-<br />
Duo Dominik Kamalzadeh und<br />
Claudia Slanar vom erwählten<br />
Festivalauftakt. Pochlatkos Film,<br />
der seine Weltpremiere in Berlin<br />
feierte, sei „für uns der Film der<br />
Stunde“. Pochlatko erzählt von einer<br />
Mittzwanzigerin die, frisch aus<br />
der Psychiatrie entlassen, zurück in<br />
ihr Elternhaus am Stadtrand von<br />
Wien zieht – nur um zu entdecken,<br />
dass nicht nur ihr Leben aus den<br />
Fugen geraten ist.<br />
Infos zum Film und zum Festival:<br />
www.diagonale.at<br />
45 SEITEN<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
Perfekte Eskalation<br />
© Golden Girls Filmproduktion, Polyfilm<br />
Die Filmreihe „Best of Cinema“<br />
lässt etablierte Meisterwerke noch<br />
mal auf die Leinwand projizieren.<br />
Am 4. März wird so der Schnee<br />
blutig, wo doch ein nicht eben<br />
erfolgsverwöhnter Autohändler<br />
(William H. Macy) ein „perfektes<br />
Verbrechen“ plant, um sich vor<br />
dem finanziellen Ruin zu retten.<br />
Die geplante Entführung seiner<br />
Frau mitsamt sattem Lösegeld,<br />
das der wohlhabende Schwiegervater<br />
stemmen soll, muss natürlich<br />
eskalieren – schließlich heißen<br />
die Regisseure Joel und Ethan<br />
Coen. Es wird ein unvergesslicher<br />
Auftritt für Frances McDormand,<br />
die in Fargo als hochschwangere<br />
Polizistin ermittelt …<br />
www.cineplexx.at<br />
MICKEY 17. THE LAST SHOWGIRL. BRIDGET JONES. FÜR IMMER HIER. LIKE A COMPLETE UNKNOWN.<br />
DER PRANK. DAS LICHT. LOVE HURTS. SCHNEEWITTCHEN. EIN MÄDCHEN NAMENS WILLOW. HELDIN.
Opening Credits<br />
Euphorie des Monats:<br />
Harry & Sally bestellen wieder Sandwiches<br />
Ich kann es gar nicht glauben,<br />
dass sie uns hier wieder<br />
reingelassen haben“, sagt<br />
Harry kopfschüttelnd. „Warum?“,<br />
fragt Sally – an das könne<br />
sich doch längst niemand mehr<br />
erinnern. Außerdem fühlt sie rein<br />
gar nichts, als sie in ihr Schinkensandwich<br />
beißt (natürlich<br />
nicht: Sie hat auch 2025 nicht das<br />
legendäre Pastrami-Sandwich bei<br />
KATZ’s Delicatessen in New York<br />
gewählt). Damals, 1989, als Harry<br />
und Sally (Regie: Rob Reiner)<br />
hier essen waren, unterhielten sie<br />
sich über Fake-Orgasmen – und<br />
Sally führte lautstark einen vor.<br />
TRIVIA<br />
Natürlich hat das niemand vergessen:<br />
Bei KATZ’s baumelt seither<br />
ein Schild über den Tischreihen;<br />
ein Pfeil weist auf den filmhistorischen<br />
Sitzplatz von Meg Ryan<br />
hin. Nun kommen sie und Billy<br />
Crystal wieder zum Essen vorbei:<br />
36 Jahre nach ihrem hinreißenden<br />
RomCom-Einsatz finden sie<br />
eine Werbespot-Länge lang in<br />
ihre legendären Rollen zurück.<br />
Sie freue sich, dass die Fans so<br />
erfahren, dass Harry und Sally<br />
immer noch zusammen sind, so<br />
Meg Ryan. Spoiler Alert: Der Satz<br />
„I’ll have what she’s having“ wird<br />
wieder fallen.<br />
LISTIG<br />
Space is the place! Robert Pattinson<br />
kämpft sich als „Mickey 17“ durch<br />
eine wüste Mission. Weitere denkwürdige<br />
Ausflüge in die Weiten des<br />
Alls:<br />
Gravity (2013)<br />
Ein Routinegang außerhalb der<br />
Raumkapsel endet für die Besatzung<br />
(Sandra Bullock und George Clooney)<br />
im Desaster: Ihr Shuttle wird zerstört,<br />
sie sind nun ganz alleine im All – in<br />
aller Stille. Ein Weltraum-Thriller von<br />
Alfonso Cuarón (Roma).<br />
Moon (2010)<br />
Sam (Sam Rockwell) arbeitet einsam<br />
auf einer Mond-Station. Der Alltag<br />
wird verwirrend, als er auf einen<br />
Doppelgänger stößt … Regie: David<br />
Bowies Sohn Duncan Jones.<br />
2001: Odyssee im Weltraum (1968)<br />
Board-Computer HAL 9000 hat bei<br />
Stanley Kubricks Jupiter-Mission<br />
die komplette Kontrolle über das<br />
Raumschiff. Leider wird HAL immer<br />
neurotischer …<br />
„I want to share this<br />
with my wife, who didn‘t<br />
come because she didn‘t<br />
think I‘d win.“<br />
– Jesse Eisenberg bei<br />
seiner BAFTA-Dankesrede<br />
(bestes Drehbuch für<br />
A Real Pain).<br />
Für Pharrell Williams, Musiker, Musikproduzent und Kreativdirektor<br />
bei Louis Vuitton, läuft es auf der Leinwand nicht gerade glänzend.<br />
Das Lego-Biopic Piece by Piece (2024) fuhr zwar gute Kritiken<br />
ein, floppte aber an der Kassa. Nun verkündeten Michel Gondry<br />
(Eternal Sunshine of the Spotless Mind) und Williams, das<br />
Musical Golden, das von Williams‘ Kindheit erzählen sollte,<br />
in der Postproduktion aufzugeben: „There wasn’t a path forward.“<br />
© Hellmann‘s, PPS Vienna<br />
28 <strong>DOT</strong>.MOVIE
AB 20. MÄRZ IM KINO
Leinwandflirren<br />
Now and then: Bradley Cooper<br />
Bradley Cooper entwickelte sich vom Serienstar (Alias – Die Agentin) zum<br />
Hollywoodfixstern (American Sniper, American Hustle, Silver Linings)<br />
– und weiter zum Produzenten, Drehbuchautor und Regisseur (A Star<br />
is Born, Maestro). Nun ist er der International Cinematographers Guild<br />
beigetreten: Bei der Komödie Is This Thing On? (u.a. mit Laura Dern)<br />
wird er sich nämlich nicht nur als Regisseur, Produzent, Schauspieler und<br />
Co-Autor (gemeinsam mit Hauptdarsteller Will Arnett) betätigen, sondern<br />
auch als B camera operator und sei sehr aufgeregt. Cooper hat die Arbeit<br />
am Set immer schon als Teamsport verstanden. Und: „Jeder, der jemals<br />
einen Film gemacht hat, weiß, dass der Kameramann, der Dolly Grip, der<br />
Tonmischer, der erste Regieassistent Schlüsselpositionen sind, die genauso<br />
wichtig sind wie die Schauspieler oder jeder andere.“<br />
2006 2013<br />
HOP & DROP<br />
Ein Oscar für KI?<br />
Die Academy-Mitglieder werden<br />
darüber diskutieren, ob es Offenlegungspflichten<br />
für KI geben soll.<br />
Das klingt nach einem ausufernden<br />
(Definitions-)Vorhaben, wo KI doch<br />
omnipräsent ist und eine so große<br />
Bandbreite meint. Was ist zu viel?<br />
Beim Blick in Internetforen scheint es<br />
verwerflich, dass bei Der Brutalist in<br />
der Postproduktion hier und dort am<br />
Ungarisch der Hauptdarsteller geschraubt<br />
wurde. Schmälert es denn<br />
deren Leistung? Ist es tragisch, dass<br />
in drei Weitwinkelaufnahmen in Like<br />
a Complete Unknown die Stuntleute<br />
den Schauspielern angeglichen<br />
wurden? Dass Augenfarben per<br />
Knopfdruck geändert werden (Dune:<br />
Part Two)? Müssen Moodboards<br />
für die Vorproduktion handgemacht<br />
sein? Etc. pp.? Wir wünschen einen<br />
langen Atem.<br />
© PPS Vienna, www.instagram.com/jarahm<br />
2018 2024<br />
LOVE INTEREST<br />
2025 ist eine Achterbahnfahrt für Milo<br />
Ventimiglia („Gilmore Girls“, „This is us“).<br />
Zwei Wochen, nachdem er und seine Frau,<br />
das Model Jarah Mariano, durch die<br />
schweren Brände in L.A. ihr Zuhause, ihr<br />
gesamtes Hab und Gut sowie das Haus, in<br />
das sie bald einziehen wollten, verloren, sind<br />
sie zum ersten Mal Eltern geworden. Auf zu<br />
einem Neustart mit Töchterchen Ke‘ala Coral.<br />
30 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
IN PRODUCTION<br />
Ruben Östlund (Triangle of Sadness)<br />
mutet u.a. Kirsten Dunst, Keanu Reeves<br />
und Daniel Brühl „the horror of being<br />
bored“ zu. Denn: The Entertainment<br />
System is Down, und ein schier<br />
end loser Langstreckenflug wird zum<br />
sozialen Experiment. Gedreht wird bis<br />
Mai in Budapest.<br />
Werner Herzog konnte für Bucking<br />
Fastard die Schwestern Rooney und<br />
Kate Mara verpflichten, die zum ersten<br />
Mal gemeinsam drehen. Der Film<br />
beschäftige sich mit dem öffentlichkeitswirksamen<br />
Fall der Chaplin-Zwillinge<br />
aus den Achtzigern, die wegen<br />
Besessenheit vor Gericht standen.<br />
Miranda Julys Roman Auf allen<br />
vieren wird zur Serie.
Shalom. Salam.<br />
Frieden. Peace.<br />
FRIEDEN.<br />
IMMER.<br />
11.-25. MÄRZ 2025 jfw.at<br />
TOGETHER.<br />
PEACE. NOW.
Unwirtliche Arbeitsbedingungen<br />
Seinen Lebensunterhalt verdienen, indem man stirbt: „Parasite“-<br />
Regisseur Bong Joon-ho stürzt Robert Pattinson als „Mickey 17“<br />
in eine furchtbare Mission nach der anderen.<br />
32 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
Als sich Mickey Barnes um<br />
den Posten als Expendable<br />
bewirbt, fragen die irritierten<br />
Mitarbeiterinnen der Niflheim<br />
Expedition, ob er die Unterlagen<br />
denn auch genau studiert habe.<br />
Der junge Mann, für den es auf<br />
der Erde nicht so gut läuft und der<br />
nichts wie wegwill, bejaht lächelnd.<br />
Aber natürlich hat er nichts davon<br />
genau durchgelesen. Und bald<br />
wird er wissen, dass es besser<br />
gewesen wäre, wenn er sich doch<br />
ein paar Minuten Zeit genommen<br />
hätte. Die paar Minuten in einem<br />
seiner Leben.<br />
Als „Expendable“ ist er zwar ein<br />
wertvoller Teil der Expeditionscrew,<br />
die an der Kolonisierung des<br />
Eisplaneten Niflheim arbeitet – wie<br />
viel langsamer verliefe die Forschung<br />
ohne einen wahren Pionier<br />
wie ihn! –, er wird aber natürlich<br />
für eine grauenvolle Mission nach<br />
der anderen eingesetzt. Beispielsweise<br />
macht er seine ersten<br />
Schritte auf dem unterkühlten<br />
Planeten, nimmt die frische Atemluft<br />
in sich auf. Seine Kollegen in<br />
der Raumstation unterstützen ihn<br />
mental: „Geschafft, Mickey! Tief<br />
durchatmen. Füll deine Lungen.<br />
Stell dir vor, es gibt ein unbekanntes<br />
Virus in der Luft, und du saugst<br />
ausnahmslos jedes mikroskopische<br />
Partikel ein, das dort rumfliegt. All<br />
die Viren“, sagt die Stimme – und<br />
dann atmet die in Sicherheit befindliche<br />
Crew kollektiv mit dem<br />
ausgesetzten Mickey mit. Es ist ein<br />
erhebender Moment für Mickey.<br />
Noch. Mickey klärt uns auf: „Es<br />
war tatsächlich ein unbekanntes<br />
Virus in der Luft. Ein … tödliches.”<br />
Aber kein Problem, er ist ja ein Expendable.<br />
Also „hier, um verheizt<br />
zu werden!“, wie er unverhüllt vermittelt<br />
bekommt. Jedes Mal, wenn<br />
er stirbt, wird sein Körper einfach<br />
„neu ausgedruckt“ und mit seinen<br />
bisherigen Erinnerungen gespeist.<br />
Jedes Mal, wenn er stirbt, lernt die<br />
Crew etwas Neues – und doch fällt<br />
es Mickey zunehmend schwer, sich
Leben für Leben für die Mission<br />
aufzuopfern, ständig Schmerzen<br />
zu erleiden, Blut zu spucken,<br />
Arme zu verlieren, verbrannt<br />
zu werden, auf außerirdische<br />
Kreaturen zu treffen, die nicht<br />
gerade eine Willkommenskultur<br />
pflegen, immer und immer wieder<br />
unwürdig zu verenden, kurz:<br />
Erfahrungen zu sammeln, die kein<br />
Mensch jemals machen sollte. So<br />
ein Kamikaze-Job macht auf Dauer<br />
nicht glücklich (einziger Lichtblick<br />
für ihn: Expeditionsteilnehmerin<br />
und Love Interest Nasha, die von<br />
Naomi Ackie, Blink Twice, gespielt<br />
wird). Er h-a-s-s-t es inzwischen<br />
zu sterben. Und plötzlich geht es<br />
auch um etwas: Als der 17. Mickey,<br />
der irrtümlich für tot gehalten<br />
wird, zu seinem Entsetzen auf den<br />
18., bereits ausgedruckten Mickey<br />
trifft, stehen alle Zeichen auf<br />
Eskalation.<br />
BIO-DRUCKER<br />
Es ist der erste Film, den Bong<br />
Joon-ho seit seiner Oscar-prämierten<br />
Satire Parasite vorlegt. Der<br />
südkoreanische Regisseur interessiert<br />
sich für gesellschaftliche Hierarchien,<br />
für Ungerechtigkeiten und<br />
Heucheleien. In Parasite (2019)<br />
versteckte er eine Familie im Keller<br />
einer anderen, mit Snowpiercer<br />
(2013) versetzte er die Erde in eine<br />
menschengemachte Eiszeit und<br />
zog ein strenges Klassensystem in<br />
einem Zug auf, in dem die rund<br />
3.000 überlebenden Menschen<br />
ohne Stopp und Enddestination<br />
um den Planeten ratterten.<br />
Wenn er nun von dystopischen<br />
ÜBER<br />
LEBEN<br />
Arbeitsbedingungen und vom<br />
Menschen als billigem Wegwerfprodukt<br />
erzählt, adaptiert er den<br />
Roman „Mickey 7 – Der letzte<br />
Klon“ von Edward Aston, der ihn<br />
absolut gefesselt hat, „weil ich<br />
dachte, dass er ein so einzigartiges<br />
Konzept hat, nämlich das Drucken<br />
von Menschen, was sich sehr vom<br />
Klonen von Menschen unterscheidet“,<br />
so der Autorenfilmer. „Es<br />
ist, als wären diese Menschen nur<br />
ein Stück Papier. Und ich dachte,<br />
dass das Drucken von Menschen<br />
– schon allein in der Bezeichnung<br />
– die Tragödie dieses Zustands und<br />
dieses Berufs erkennen lässt. Und<br />
so begann ich darüber nachzudenken,<br />
wie es wohl wäre, selbst dieser<br />
Mensch zu sein, der ausgedruckt<br />
wird. All diese Gedanken kamen<br />
mir, und ich war sofort ganz in<br />
dieser Welt.“ Den ziemlich durchschnittlichen<br />
Mickey in Astons<br />
Roman hat Bong Joon-ho für den<br />
Film noch durchschnittlicher<br />
gemacht, „noch unterschichtiger,<br />
noch mehr ein Verlierer. Und so<br />
kamen mir sofort all diese Ideen<br />
für die Adaption der Geschichte.<br />
Ich war fasziniert von dem<br />
Konzept des menschlichen Drucks<br />
und von der Figur des Mickey, der<br />
kein Superheld ist, sondern ein<br />
ganz normaler, durchschnittlicher<br />
Mann, der diese verrückte Reise<br />
durchmacht.“<br />
FAMOSE SPIELWIESE<br />
Dieser Durchschnittsmann ist in<br />
einer Totalitarismus-Dystopie gelandet.<br />
Robert Pattinson spielt Mickey<br />
in all seinen Facetten. Besonders<br />
in der Doppelrolle Mickey 17<br />
und Mickey 18: Nummer 17 ist<br />
sanft und genügsam, Nummer 18<br />
gewaltbereit und rücksichtslos.<br />
Bong war von Pattinson fasziniert,<br />
seit er ihn in Good Time von den<br />
Safdie-Brüdern und in Robert<br />
Eggers Der Leuchtturm gesehen<br />
hatte. „Ich dachte, dass die Rolle<br />
des Mickey 17 und des Mickey 18<br />
seine Ambitionen als Schauspieler<br />
beflügeln würde und dass wir Spaß<br />
haben und uns gegenseitig inspirieren<br />
könnten.“ So war es auch:<br />
„Bei Mickey 17 war es eher so,<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 33
dass er die detaillierten Ideen, die<br />
ich für die Figur hatte, großartig<br />
umgesetzt hat – aber Mickey 18<br />
hat Rob in eine ganz neue Dimension<br />
gebracht. Er überschritt<br />
die Grenzen, die ich mir für diese<br />
Figur gesetzt hatte, fügte so viele<br />
spezifische Ideen hinzu und brachte<br />
so eine neue Energie ein, Dinge,<br />
die ich mir nicht einmal vorstellen<br />
konnte. Es war großartig, ihm<br />
dabei zuzusehen, wie er Mickey 17<br />
am Set zum Leben erweckte. Und<br />
ich bin ihm wirklich dankbar, vor<br />
allem für das, was er für Mickey 18<br />
getan hat.“<br />
Mickey wirke auf den ersten<br />
Blick wie ein Einfaltspinsel, sagt<br />
Pattinson, aber das sei er nicht. „Er<br />
kommt aus einem Umfeld, in dem<br />
er extrem verletzt wurde, und er<br />
versucht, mit einer Menge Traumata<br />
umzugehen, aber das sieht für<br />
34 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
andere Leute ziemlich dumm aus.“<br />
Der Film erzähle, wie Waisenkind<br />
Mickey, ein Mann ohne viel Selbstvertrauen,<br />
seine eigene Autonomie<br />
findet. „Ich schätze, es ist eine<br />
extreme Version davon, sich selbst<br />
im Spiegel zu betrachten.“<br />
NR. 17 TRIFFT AUF NR. 18<br />
„Als ich das Skript gelesen habe,<br />
fand ich es ziemlich lustig, und<br />
dann habe ich erste Bilder gesehen<br />
– und es ist entsetzlich: Es ist<br />
eine schreckliche Geschichte für<br />
Mickey; ein absolut grauenhaftes<br />
Leben“, so der Hauptdarsteller.<br />
„Aber ich denke, man braucht<br />
dieses Maß an Extremität und die<br />
Art, wie sie ihn behandeln, um die<br />
heldenhaften Aspekte der Figur<br />
hervorzuheben. Es ist interessant,<br />
einen Helden zu haben, der nicht<br />
in der Lage ist, sich selbst als Held<br />
zu sehen. Er schätzt sich buchstäblich<br />
überhaupt nicht. Das geht so<br />
weit, dass es ein ziemlich extremer<br />
Fehler in seiner Persönlichkeit<br />
ist – er merkt nicht einmal, dass er<br />
gefoltert wird –, weil er so sehr von<br />
der Gruppe akzeptiert werden und<br />
einen Sinn haben will.“<br />
Das Aufeinandertreffen von<br />
Mickey 17 und Mickey 18 machte<br />
schauspielerische Möglichkeiten<br />
auf: „Es ist fast so, als ob Mickey<br />
17 nicht merkt, dass er noch<br />
lebt. Er hat sich mit der Situation<br />
abgefunden. Eine Art ‚Man weiß<br />
nicht, was man hat, bis es weg ist‘.<br />
Und dann kommt Mickey 18 daher<br />
und will wirklich leben und kann<br />
es nicht ertragen, wie Mickey 17<br />
sich selbst abwertet. Das zwingt 17<br />
dazu, seinen Wert zu erkennen“,<br />
so Pattison. „Meiner Meinung<br />
nach sind sie einfach zwei Teile der
Persönlichkeit, von denen der eine<br />
versucht, sich weiterzuentwickeln<br />
und den faulen, zaudernden Teil<br />
ansieht und einfach nur angewidert<br />
ist. Aber du erkennst nicht,<br />
dass beide Teile du selbst sind.“<br />
Lachender Nachschub: „Und man<br />
kann nicht einfach beschließen,<br />
den anderen Teil zu quälen und zu<br />
ermorden.“<br />
DIE DUNKLE SEITE DER<br />
MACHT<br />
Die Bösewichte in der Geschichte<br />
werden von Mark Ruffalo (Poor<br />
Things, Vergiftete Wahrheit)<br />
und seiner Filmfrau Toni Collette<br />
(About a Boy) gespielt. Ruffalo<br />
war ziemlich überrascht, eine<br />
diktatorische Rolle vorgeschlagen<br />
zu bekommen. „Warum schickst<br />
du mir das? Ich kenne mich damit<br />
nicht aus!“, lautete die erste Reaktion<br />
des Schauspielers, der meistens<br />
eher auf der richtigen Seite einer<br />
Geschichte steht. Er habe es aber<br />
erfrischend gefunden, den Schurken<br />
zu spielen – einen mächtigen<br />
Mann, der den kleinen Mann für<br />
seine Zwecke ausbeutet und diesen<br />
nicht mal als menschlich ansieht.<br />
Der Diktator Kenneth Marshall,<br />
den Ruffalo verkörpert, hat<br />
offenkundige Ähnlichkeiten mit<br />
Trump, auch wenn Bong anführt,<br />
an „Diktatoren aus der Vergangenheit<br />
gedacht“ zu haben – an „miese<br />
südkoreanische Politiker. Aber<br />
klar, die Geschichte wiederholt<br />
sich ja immer wieder“, sagte er bei<br />
der Berlinale.<br />
„All die Dinge, die Mickey passieren,<br />
seine Situation und die Art<br />
und Weise, wie er im Film behandelt<br />
wird, sind an sich politisch“,<br />
so der Regisseur. „Es hat damit<br />
zu tun, wie wir einen Menschen<br />
behandeln und respektieren.“ Und<br />
wie wir einen Menschen sehen:<br />
seine Identität, seine Wertigkeit,<br />
seine Sterblichkeit. Mickey ist in<br />
all seinen Versionen ein Arbeitssklave.<br />
Jemand, der einen prekären<br />
Job annimmt, weil er nicht viele<br />
andere Möglichkeiten hat. Die<br />
Frage, wie Technologie sich auf<br />
die Menschheit auswirkt, wird<br />
hier durch einen Bio-Drucker<br />
übelst beantwortet. Mickey 17 und<br />
Mickey 18 werden ihm hoffentlich<br />
den Stecker ziehen.<br />
#mickey17<br />
MICKEY 17 KINOSTART 07.03.,<br />
USA 2025, REGIE Bong Joon-ho,<br />
MIT Robert Pattinson, Steven Yeun,<br />
Naomi Ackie, Toni Collette, Mark Ruffalo,<br />
FILMLÄNGE 137 Min., © Warner Bros.<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 35
ÜBER<br />
LEBEN<br />
36 <strong>DOT</strong>.MOVIE
Strass und Federn<br />
Ein amerikanisches Showgirl erfindet sich neu:<br />
Pamela Anderson in Gia Coppolas „The Last Showgirl“.<br />
Ihr Leben besteht aus Federn<br />
und Strasssteinchen und<br />
zweimal täglich einem Bad im<br />
Scheinwerferlicht: Seit 30 Jahren<br />
steht Shelly Abend für Abend in<br />
der „Razzle Dazzle Show“ in Las<br />
Vegas als Tänzerin auf der Bühne.<br />
Die Show – die Auftritte, die Kostüme,<br />
die Kolleginnen – bedeuten<br />
dem Showgirl alles. Jetzt plötzlich<br />
soll sie, die knapp 60-jährige Tänzerin,<br />
sich neu erfinden: Die Show<br />
blickt ihrer letzten Vorstellung<br />
entgegen, die Vegas-Besucher von<br />
heute wollen mit anderen Formaten<br />
bespielt werden. Mit Tränen in<br />
den Augen und einem entschlossenen<br />
künstlichen Lächeln im<br />
Gesicht tritt sie ein letztes Mal<br />
auf die Bühne. „Las Vegas hat uns<br />
immer wie Filmstars behandelt“,<br />
sind sie und ihre Kolleginnen<br />
sich einig. Shelly muss sich auf<br />
den Abschied von ihrer Showgirl-<br />
Ersatzfamilie vorbereiten – an<br />
der Seite von jungen Kolleginnen<br />
(Kiernan Shipka, Brenda Song)<br />
und Cocktail-Kellnerin Annette<br />
(Jamie Lee Curtis) – und auf ein<br />
Leben danach. Während sie einen<br />
Blick zurück – auf ihr Leben und<br />
ihre Lebensentscheidungen –<br />
wirft, nimmt sie auch Kontakt<br />
zu ihrer Tochter Hannah (Billie<br />
Lourd) auf, die sie vor vielen Jahren<br />
weggegeben hat.<br />
NEUORIENTIERUNG<br />
Wenn Gia Coppola (Palo Alto)<br />
von den Schattenseiten von Las<br />
Vegas und von der alternden<br />
Tänzerin erzählt, die sich neu<br />
orientieren muss, darf Pamela Anderson<br />
ihr längst veraltetes Image<br />
abstreifen. Das Sexsymbol der<br />
1990er-Jahre, das mit Rettungsboje<br />
ausgestattet im roten Badeanzug<br />
über den Strand der Erfolgs-<br />
serie Baywatch sprintete, 14-mal<br />
auf dem Playboy-Cover abgebildet<br />
war und vor allem während<br />
ihrer Ehe mit Mötley Crüe-<br />
Schlagzeuger Tommy Lee von der<br />
Regenbogenpresse verfolgt wurde<br />
(über diese Zeit und vor allem die<br />
unfreiwillige Veröffentlichung des<br />
privaten Erotikfilms wurde 2022<br />
gar die Miniserie Pam & Tommy<br />
produziert), darf mir 57 Jahren in<br />
einer ernsthaften Rolle debütieren,<br />
was ihr u.a. eine Golden-Globes-Nominierung<br />
einbrachte. Das<br />
Script sei das erste gute Drehbuch<br />
gewesen, das sie je erhalten habe,<br />
meint Anderson.<br />
#thelastshowgirl<br />
THE LAST SHOWGIRL KINOSTART 20.03.,<br />
USA 2024, REGIE Gia Coppola,<br />
MIT Pamela Anderson, Dave Bautista,<br />
Jamie Lee Curtis, Kiernan Shipka, Brenda Song,<br />
FILMLÄNGE 85 Min., © Constantin Film<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 37
ÜBER<br />
LEBEN<br />
Überforderung nach Dienstplan<br />
Leonie Benesch bleibt nach „Das Lehrerzimmer“ und „September 5“ stressigen Rollen treu:<br />
In „Heldin“ hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch eine dramatisch unterbesetzte Schicht.<br />
Wenn Petra Volpe (Die<br />
göttliche Ordnung)<br />
mit ihrem neuen<br />
Spielfilm in die Chirurgie eines<br />
Schweizer Krankenhauses blickt,<br />
dann greift sie ein brandheißes<br />
Thema auf: Laut WHO ist der<br />
weltweite Mangel an Pflegekräften<br />
ein globales Gesundheitsrisiko. In<br />
Deutschland könnten nach Angaben<br />
des Statistischen Bundesamts<br />
bis 2029 rund 260.000 Pflegende<br />
fehlen.<br />
Wir sehen Floria bei einem<br />
ihrer Dienste als Pflegefachfrau.<br />
Es ist die Spätschicht, die Station<br />
ist voll belegt und ohnehin schon<br />
unterbesetzt – zusätzlich fällt eine<br />
Kollegin aus.<br />
Also ist Hektik an der Tagesordnung,<br />
auch wenn Floria mit<br />
Leidenschaft und Professionalität<br />
an die Sache herangeht. Sie eilt<br />
von Krankenbett zu Krankenbett<br />
– im einen eine schwer kranke<br />
Mutter (Lale Yavas), im nächsten<br />
ein alter Mann (Urs Bihler), der<br />
dringend auf seine Diagnose wartet,<br />
ungeduldig in einem anderen<br />
ein Privatpatient (Jürg Plüss), den<br />
vor allem seine Extrawünsche<br />
quälen.<br />
Nervenzerreißend inszeniert<br />
Volpe den stressigen Alltag, der<br />
eskaliert, als Floria ein verhängnisvoller<br />
Fehler passiert. Als die<br />
immer empathisch bleibende<br />
Floria ist Leonie Benesch zu sehen,<br />
die nervenzerfetzende Rollen<br />
gewohnt ist: In Das Lehrerzimmer<br />
stolpert sie als junge Lehrerin<br />
über ihren Idealismus (dafür gab<br />
es zu Recht den Deutschen Filmpreis),<br />
und zuletzt war sie in<br />
38 <strong>DOT</strong>.MOVIE
September 5, einem Filmdrama,<br />
das vom Münchner Olympia-<br />
Attentat mitsamt Geiselnahme<br />
erzählt, zu sehen.<br />
PUBLIKUM IN UNRUHE<br />
Volpe gelingt es, das Publikum in<br />
körperliche Unruhe zu versetzen.<br />
Das gelang ihr u.a. dadurch, dass<br />
sie zuvor selber durch ein Werk in<br />
Unruhe versetzt wurde. „Ich habe<br />
lange nach einer Herangehensweise<br />
an dieses Thema gesucht. Im<br />
Zuge meiner Recherchen habe ich<br />
das Buch der deutschen Pflegefachkraft<br />
Madeline Calvelage<br />
‚Unser Beruf ist nicht das Problem<br />
– es sind die Umstände‘ gelesen.<br />
Dabei beschreibt sie minutiös eine<br />
gewöhnliche Spätschicht. Das<br />
Buch hat mich komplett gepackt.<br />
Schon nach fünf Minuten hatte<br />
ich Herzrasen und dachte, das<br />
liest sich so spannend wie ein<br />
Thriller, obwohl es ja nur ganz<br />
normaler Pflegealltag ist“, berichtet<br />
sie. „So kam die Idee, einen<br />
Film zu machen, der eine einzige<br />
Arbeitsschicht aus der Perspektive<br />
einer Pflegefachperson erzählt<br />
und der einen auf eine geradezu<br />
physische Art packt. Es war ein<br />
längerer Prozess, alle Figuren und<br />
deren Krankheitsbilder zu entwickeln<br />
und dabei eine Schicht zu<br />
erfinden, die zu einer möglichst<br />
spannenden Eskalationsdramaturgie<br />
führt. In vieler Hinsicht<br />
war das Schreiben des Drehbuches<br />
eine neue Herausforderung, weil<br />
es eine ungewöhnliche Struktur<br />
hat. Auch für die Umsetzung haben<br />
wir uns sehr bewusst für diese<br />
konsequente Perspektive entschieden<br />
und uns viele Gedanken darüber<br />
gemacht, wie wir den Stoff so<br />
erzählen können, dass man beim<br />
Zusehen das Gefühl hat, man ist<br />
selber die Pflegefachkraft.“<br />
ARBEITSALLTAG MIT IM-<br />
MENSER VERANTWORTUNG<br />
Um für den Schreibprozess<br />
gewappnet zu sein, hat Volpe<br />
Pflegepersonal in verschiedenen<br />
Schweizer Spitälern begleitet und<br />
konnte sich mit unterschiedlichen<br />
Fachkräften austauschen, sodass<br />
das Drehbuch die medizinischen<br />
Aspekte und Pflegeabläufe korrekt<br />
abbilden würde. Auch stand der<br />
Produktion Pflegefachfrau Nadja<br />
Habicht beratend zur Seite.<br />
Petra Volpe beschäftigt sich<br />
seit Jahren mit dem Thema Pflege<br />
– nicht erst, seit während der<br />
Coronapandemie Pflegekräfte<br />
kurzzeitig als systemrelevant<br />
beklatscht wurden. „Ich habe<br />
lange mit einer Pflegefachfrau<br />
zusammengelebt und jeden Tag<br />
mitbekommen, was sie auf der<br />
Arbeit erlebt, das Schöne und das<br />
Harte, welches vor allem auch mit<br />
den Bedingungen zu tun hatte, die<br />
zunehmend schlechter wurden.<br />
So musste sie in immer kürzerer<br />
Zeit immer mehr leisten, und das<br />
Menschliche blieb dabei mehr<br />
und mehr auf der Strecke, was sie<br />
zunehmend belastet hat. Meiner<br />
Meinung nach sollte dieser Beruf<br />
zu einem der angesehensten<br />
und respektiertesten in unserer<br />
Gesellschaft gehören“, wo er doch<br />
nicht nur technisch ein höchst<br />
anspruchsvoller Job sei, sondern<br />
auch menschlich und psychologisch.<br />
„Pflegende kümmern sich<br />
um uns, wenn wir krank und alt<br />
sind, wenn wir am verletzlichsten,<br />
abhängigsten und bedürftigsten<br />
sind. Sie tragen tagtäglich eine<br />
enorme Verantwortung. Deswegen<br />
wollte ich einen Film machen,<br />
der diesen Beruf feiert.“ Die Feier<br />
hat einen prominenten Auftakt<br />
genommen: Heldin hat seine<br />
Weltpremiere als Berlinale Special<br />
Gala gefeiert.<br />
#heldinfilm<br />
HELDIN KINOSTART 27.02., CH/D 2025,<br />
REGIE Petra Volpe, MIT Leonie Benesch,<br />
Sonja Riesen, Alireza Bayram, FILM -<br />
LÄNGE 92 Min., © TOBIS Film<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 39
ÜBER<br />
LEBEN<br />
Der Chemiker<br />
„Die Schattenjäger“ behandelt ein kollektives Trauma:<br />
Ein aus Syrien Geflüchteter macht Jagd auf seinen früheren Peiniger.<br />
40 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
Die Bilder des syrischen<br />
Bürgerkriegs, der erst vor<br />
Kurzem mit dem Sturz<br />
des diktatorisch regierenden<br />
Machthabers Bashar al-Assad<br />
Anfang Dezember 2024 nach<br />
13 langen Jahren sein vorläufiges<br />
Ende fand, haben sich aufgrund<br />
ihrer Brutalität und Grausamkeit<br />
ins Gedächtnis vieler eingebrannt,<br />
zeugen sie doch von einem nationalen<br />
Trauma, von dem sich die<br />
Republik im Nahen Osten noch<br />
lange nicht erholen wird können.<br />
Die Schicksale der Millionen<br />
Syrer, die durch den Krieg ihr<br />
Zuhause, ihre Familie oder gar<br />
ihr Leben verloren, geraten dabei<br />
jedoch zumeist in Vergessenheit.<br />
Das jahrelange Martyrium mag<br />
für Außenstehende als kollektives<br />
Trauma betrachtet werden, versperrt<br />
aber den Blick auf zahllose<br />
Einzelschicksale, die, jedes für<br />
sich betrachtet, seine ganz eigene<br />
Tragik hat. Eine solche Geschichte<br />
wurde nun verfilmt: Die Schattenjäger.<br />
Für sein Spielfilmdebüt<br />
suchte sich der Dokumentarfilmer<br />
Jonathan Millet (Dernières<br />
nouvelles des étoiles), der selbst<br />
eine Zeit lang im inzwischen<br />
zerstörten Aleppo gelebt hatte, ein<br />
politisch brisantes Thema aus.<br />
DER DUFT DES TODES<br />
Hamid (Adam Bessa, Mosul)<br />
sucht nach seiner Flucht Asyl in<br />
Frankreich und wird Teil einer<br />
Untergrundorganisation von<br />
syrischen Zivilisten, die flüchtige<br />
Kriegsverbrecher von Assads<br />
Regime aufspüren und der Justiz<br />
ausliefern sollen. Eines Tages läuft<br />
Hamid an der Universität einem<br />
Kommilitonen über den Weg, in<br />
dem er Harfaz (Tawfeek Barhom,<br />
Die Kairo-Verschwörung)<br />
zu erkennen glaubt, der Hamid<br />
früher in Syrien gefoltert haben<br />
soll. Doch Hamid erinnert sich<br />
nur an die Stimme und an den<br />
Geruch seines einstigen Peinigers,<br />
der gemeinhin als der „Chemiker“<br />
bekannt ist, sodass er Harfaz<br />
nicht zweifelsfrei identifizieren<br />
kann und sich auf seine Intuition<br />
verlassen muss. Doch Hamid setzt<br />
alles daran, sich für sein Leid zu<br />
rächen und begibt sich auf einen<br />
schmalen Grat zwischen Wahrheit<br />
und zwanghafter Obsession sowie<br />
Gerechtigkeit und Selbstjustiz. Im<br />
Gewand eines aufsehenerregenden<br />
Spionagethrillers verhandelt<br />
Die Schattenjäger ein düsteres<br />
Kapitel der jüngeren Geschichte<br />
und verspricht nervenaufreibende<br />
Spannung.<br />
#dieschattenjägerfilm<br />
DIE SCHATTENJÄGER – LES FANTÔMES<br />
KINOSTART 28.02., F/D/B 2024,<br />
REGIE Jonathan Millet, MIT Adam Bessa,<br />
Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajab,<br />
Shafiqua El Till, FILMLÄNGE 106 Min.,<br />
© Panda Lichtspiele Filmverleih
Kollektive Kraft<br />
„Ein Tag ohne Frauen“: Im heurigen Herbst<br />
jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem<br />
90 % der Frauen Islands beschlossen, ihre<br />
Arbeit in Job und Haushalt niederzulegen –<br />
mit langfristigen Folgen.<br />
Seit diesem denkwürdigen Tag belegt Island<br />
Jahr für Jahr den ersten Platz auf dem Index<br />
für Geschlechterparität. Ein Tag ohne Frauen<br />
hat die Welt verändert – nicht nur für Island: Die<br />
Vorkommnisse des 24. Oktober 1975 haben ähnliche<br />
Frauenstreiks in Spanien, der Schweiz und Polen<br />
inspiriert. Der unter der Regie der Emmy-prämierten<br />
US-Filmemacherin Pamela Hogan entstandene Film<br />
schildert die Geschichte auch aus der Sicht derer, die<br />
daran teilgenommen haben, wie etwa Hrafnhildur<br />
Gunnarsdóttir: Sie nahm als junges Mädchen zusammen<br />
mit ihrer Mutter und Zehntausenden von Frauen<br />
auf dem Laekjartorg-Platz in Reykjavik an der inzwischen<br />
historischen Demonstration teil. Regisseurin<br />
Hogan ist 50 Jahre später das Kunststück gelungen,<br />
trotz der Brisanz des Themas so etwas wie einen<br />
Wohlfühlfilm zu schaffen. Auch Björk ist begeistert<br />
und steuerte zum ersten Mal seit 25 Jahren einen Song<br />
für den Abspann bei. „Wir liebten unsere chauvinistischen<br />
Schweine“, erinnert sich eine der Aktivistinnen,<br />
„wir wollten sie nur ein wenig verändern!“<br />
#eintagohnefrauen<br />
Ride for Your Life<br />
„Souleymanes Geschichte“: Migrant<br />
aus Guinea im Wettlauf gegen die Zeit.<br />
Dem aus Guinea nach<br />
Frankreich eingewanderten<br />
Souleymane<br />
(Abou Sangare) bleiben<br />
nur 48 Stunden, die über<br />
seine Zukunft in dem Land<br />
entscheiden: ohne gültige<br />
Papiere muss er dringend<br />
an Geld gelangen, damit er<br />
diese noch rechtzeitig beschaffen<br />
kann. Dafür nimmt er<br />
notgedrungen einen haarsträubenden<br />
Job als Fahrradkurier für einen Lebensmittel-<br />
Lieferservice in den hektischen Straßen von Paris<br />
an. Schließlich überlegt er, sich als politisch Verfolgter<br />
auszugeben, um seine Chancen für eine<br />
positive Aufenthaltserlaubnis zu steigern.<br />
Regisseur Boris Lojkine (Camille) erzählt<br />
Souleymanes Geschichte, die von den wahren<br />
Erlebnissen seines Hauptakteurs, Laiendarsteller<br />
Abou Sangare, inspiriert ist. In der „Un Certain<br />
Regard“-Sektion des Filmfestivals in Cannes<br />
gewann der Film den Jurypreis und Sangare den<br />
Darstellerpreis, und bei der Verleihung des Europäischen<br />
Filmpreises setzte sich Sangare sogar<br />
gegen gestandene Schauspielkollegen wie Ralph<br />
Fiennes (Konklave), Daniel Craig (Queer) und<br />
Lars Eidinger (Sterben) durch.<br />
#SouleymaneFilm<br />
EIN TAG OHNE FRAUEN – THE DAY ICELAND STOOD STILL<br />
KINOSTART 07.03., ISLAND/USA 2024, REGIE Pamela Hogan,<br />
MIT Guðrún Erlendsdóttir, Ágústa Þorkelsdottir, Vigdís Finnbogadóttir,<br />
FILMLÄNGE 71 Min., © Polyfilm<br />
SOULEYMANES GESCHICHTE – L‘HISTOIRE DE<br />
SOULEYMANE KINOSTART 28.02., F 2024, REGIE<br />
Boris Lojkine, MIT Abou Sangare, Alpha Oumar Sow,<br />
FILMLÄNGE 93 Min., © Filmgarten<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 41
Blast from the Past<br />
„Love Hurts“ – das lernen Ke Huy Quan und Ariana DeBose auf die harte Tour.<br />
ÜBER<br />
LEBEN<br />
LOVE HURTS<br />
KINOSTART 06.03.,<br />
USA 2025, REGIE<br />
Jonathan Eusebio,<br />
MIT Ke Huy Quan,<br />
Ariana DeBose,<br />
Daniel Wu, Marshawn<br />
Lynch, Mustafa Shakir,<br />
FILMLÄNGE 83 Min.,<br />
© UPI<br />
Ke Huy Quan hat in den vergangenen<br />
Jahren eines der<br />
beeindruckendsten Comebacks<br />
hingelegt, das Hollywood seit langer<br />
Zeit gesehen hat. Nach großen Erfolgen<br />
als Kinderdarsteller in Indiana Jones<br />
und der Tempel des Todes und Die<br />
Goonies Mitte der 1980er-Jahre wurde<br />
es lange ruhig um den charismatischen<br />
gebürtigen Vietnamesen. Aus Mangel an<br />
interessanten Rollenangeboten legte er<br />
dann ab der Jahrtausendwende eine über<br />
20-jährige Pause von der Schauspielerei<br />
ein und betätigte sich hinter den Kulissen<br />
als Stuntkoordinator, ehe ihm mit<br />
seiner Nebenrolle in Everything Everywhere<br />
All at Once 2022 ein triumphales<br />
Comeback gelang, das sogar mit einem<br />
Oscar gekrönt wurde. Nach weiteren<br />
Nebenrollen in der Streaming-Serie Loki<br />
und Kung Fu Panda 4 darf er nun mit<br />
53 Jahren endlich seine erste Hauptrolle<br />
spielen. Und weil Quan so viel Erfahrung<br />
mit körperbetonten Rollen hat, darf er<br />
sich auch in Love Hurts – Liebe tut weh<br />
nach Herzenslust prügeln. An seiner Seite:<br />
die ebenfalls Oscar-prämierte Ariana<br />
DeBose (West Side Story), die ihm einst<br />
seinen Preis überreichen durfte.<br />
FIGHT FOR WHAT’S RIGHT<br />
Quan spielt Marvin, einen scheinbar<br />
unbescholtenen Immobilienagenten,<br />
der aber in Wahrheit eine gewalttätige<br />
Vergangenheit als Auftragskiller hat, von<br />
42 <strong>DOT</strong>.MOVIE
der nicht einmal sein Boss Cliff (Quans<br />
alter Goonies-Kumpel Sean Astin, Der<br />
Herr der Ringe) etwas ahnt. Als aber<br />
Marvins Vergangenheit ihn schließlich<br />
einholt – in Gestalt der jungen Anwältin<br />
Rose (DeBose), die er einst hätte<br />
beseitigen sollen, nur um sich dann in sie<br />
zu verlieben –, ruft das seinen entfremdeten<br />
Bruder Alvin (Daniel Wu, Tomb<br />
Raider) auf den Plan, der immer noch<br />
die „Company“ leitet, für die Marvin<br />
früher gearbeitet hat. Rose will Alvin<br />
nun ein für allemal für seine kriminellen<br />
Machenschaften zur Strecke bringen und<br />
vertraut dafür auf Marvins zwar lange<br />
verdrängte, aber immer noch beachtliche<br />
Kampfkünste. Wo 87North, das<br />
Produktionsunternehmen hinter der erfolgreichen<br />
John Wick-Reihe, draufsteht,<br />
ist spektakuläre und schweißtreibende<br />
Action vorprogrammiert.<br />
#lovehurtsfilm<br />
NACH<br />
4<br />
TUMULT IM URWALD<br />
SAUVAGES<br />
COMPÉTITION<br />
AB 20. MÄRZ<br />
IM KINO<br />
EIN FILM VON CLAUDE BARRAS<br />
Babette DE COSTER Martin VERSET Laetitia DOSCH Benoit POELVOORDE<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 43
ÜBER<br />
LEBEN<br />
Guns ’n’ Hexen<br />
Vermutlich kann George R. R. Martin schreiben, was er will – es wird ein Film oder eine Serie<br />
daraus. „In The Lost Lands“ vermischt Fantasy mit Western-Elementen und viel Action.<br />
Mit Milla Jovovich und Dave<br />
Bautista vor der Kamera kann eigentlich<br />
wenig schiefgehen – und<br />
wenn die Story von George R. R. Martin<br />
und das Drehbuch von Regisseur Paul W.S.<br />
Anderson stammen, dann ist das eigentlich<br />
schon ein Garant für ein packendes Kinoabenteuer.<br />
In diesem Fall führt es uns in eine<br />
dystopische Welt, die von Intrigen, Machtspielen<br />
und dem Kampf ums Überleben<br />
geprägt ist. Das Leitmotiv übernimmt dabei<br />
wie so oft die Liebe, genauer gesagt das unerfüllte<br />
Liebesglück einer Königin. Denn die<br />
ist so verzweifelt, dass sie die mächtige und<br />
gefürchtete Hexe Gray Alys, gespielt von<br />
Milla Jovovich, in die „Lost Lands“ schickt,<br />
um ihr die magische Gabe zu verschaffen,<br />
sich in einen Werwolf zu verwandeln. Was<br />
man eben so tut, wenn man unglücklich<br />
verliebt ist. Damit Gray Alys in der unheimlichen<br />
und gefährlichen Welt nicht gar so alleine<br />
ist, steht ihr mit dem geheimnisvollen<br />
Jäger Boyce (Dave Bautista) ein Mitstreiter<br />
im Kampf gegen die düsteren Kreaturen und<br />
gnadenlosen Gegner zur Seite. Den kann sie<br />
gut gebrauchen.<br />
POSTAPOKALYPSE-WESTERN<br />
Die Bottomline des Movies könnte jedenfalls<br />
„be careful what you wish for“ sein.<br />
„Im Kern ist In The Lost Lands ein Wes-<br />
44 <strong>DOT</strong>.MOVIE
tern, da der Film die ikonische Bildsprache<br />
enthält, die man mit einem Western<br />
verbindet. Es spielt in einer postapokalyptischen<br />
Welt, dadurch fällt das auf den<br />
ersten Blick nicht auf. Der Film greift viele<br />
typische Western-Motive, Erzählweisen<br />
und Bilder auf, und ich freue mich sehr,<br />
daran zu arbeiten“, sagt Regisseur Paul<br />
W.S. Anderson. Für ihn und seine Frau<br />
Jovovich ist es nicht die erste Zusammenarbeit,<br />
wie Filmfans natürlich wissen: Die<br />
beiden haben bereits beim Resident-Evil-<br />
Franchise intensiv zusammengearbeitet.<br />
Dave Bautista wiederum bleibt nach<br />
seiner Rolle in Dune auch weiterhin dem<br />
Action- und Abenteuerkino treu. Und<br />
was sagt das schreibende Mastermind<br />
George R. R. Martin zum Film?<br />
„Er ist düster, voller Wendungen und<br />
atmosphärisch und macht eine Menge<br />
Spaß.“ So soll es sein!<br />
#inthelostlands<br />
IN THE LOST LANDS<br />
KINOSTART 06.03.,<br />
USA 2025,<br />
REGIE Paul W.S. Anderson,<br />
MIT Milla Jovovich,<br />
Dave Bautista, Arly Jover,<br />
FILMLÄNGE 101 Min.,<br />
© Constantin Film<br />
AB 14. MÄRZ<br />
NUR IM KINO<br />
FÜR<br />
IMMER<br />
HIER<br />
EIN<br />
»EIN FESSELNDER, ZUTIEFST BERÜHRENDER FILM.«<br />
THE HOLLYWOOD REPORTER<br />
I’M STILL HERE<br />
FILM VON<br />
WALTER SALLES<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 45
SOUNDS<br />
GREAT<br />
TEXT: NICOLE ALBIEZ<br />
Vier dichte Jahre<br />
Fünf Jahre lang bereitete sich Timothée Chalamet auf seinen Auftritt als Bob Dylan in<br />
„Like a Complete Unknown“ vor. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht.<br />
Ein 19-Jähriger aus Minnesota<br />
kommt Anfang der<br />
1960er-Jahre im New Yorker<br />
West Village an. Er ist in einem<br />
Kofferraum mitgetrampt und steigt<br />
mit seiner Gitarre im Gepäck hier<br />
aus – bereit für ein neues Leben.<br />
Sein erstes Ziel ist ganz klar: Der<br />
junge Musiker will seinen Helden<br />
Woody Guthrie (Scoot McNairy)<br />
in einem Spital in New Jersey<br />
46 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
besuchen – und er macht das eines<br />
Abends auch unangekündigt. Im<br />
Krankenzimmer findet er nicht<br />
nur den von der Nervenkrankheit<br />
Chorea Huntington schon stark<br />
gezeichneten Guthrie vor, sondern<br />
auch einen anderen Krankenbesucher:<br />
den Folk-Musiker Pete Seeger<br />
(Edward Norton, Fight Club,<br />
Birdman oder (Die unverhoffte<br />
Macht der Ahnungslosigkeit)).<br />
Amüsiert und gerührt über den<br />
Jungspund, fordern die etablierten<br />
Musiker ihn auf, eine Nummer<br />
für sie zu spielen und sind<br />
einigermaßen hingerissen nach<br />
dem Song, den Dylan für Guthrie<br />
geschrieben hat.<br />
Seeger wird den Jungen, der<br />
sich als Bobby Dylan vorstellt,<br />
auch gleich unter seine Fittiche<br />
nehmen. Er wird ihm nicht nur<br />
einen Schlafplatz bei seiner Familie<br />
anbieten, sondern ihn auch auf<br />
die Bühne lotsen: Der junge Dylan<br />
wird direkt nach der schon berühmten<br />
Joan Baez eine Nummer<br />
spielen. Wenn das Publikum noch<br />
mehr von der Neuentdeckung verlangt,<br />
die auf ganz eigene Art den<br />
Ton trifft, ist man ganz d’accord<br />
damit: Beinahe ist man enttäuscht,<br />
dass James Mangold einen Schnitt<br />
setzt, um seine Handlung voranzutreiben.<br />
FÜNF JAHRE<br />
Natürlich: James Mangolds Film<br />
ist nicht so ausgeklügelt wie I’m<br />
Not There von Todd Haynes, der<br />
die Unnahbarkeit des Musikers<br />
2007 durch den genialen Kunst-
griff unterstrich, sechs verschiedene<br />
Bob Dylans auftreten zu<br />
lassen – Christian Bale, Richard<br />
Gere, Heath Ledger, Marcus Carl<br />
Franklin, Ben Whishaw und Cate<br />
Blanchett spielten facettenreich<br />
Bob Dylan. Mangold (Walk the<br />
Line, Le Mans 66 – Gegen jede<br />
Chance) geht in der Konzeption<br />
seines Biopics konventioneller<br />
vor. Da er aber eine fabelhafte und<br />
bestens vorbereitete Besetzung an<br />
seiner Seite weiß, tut dies der Sache<br />
keinen Abbruch. Die Stärken<br />
des Filmes sind eindeutig die, in<br />
denen es auf die Bühne geht. Diese<br />
Momente machen bravere Szenen<br />
mehr als gut.<br />
Timothée Chalamet (Call Me by<br />
Your Name, Dune) legt eine sehr<br />
würdige Performance hin. Er hatte<br />
auch ausufernd Zeit zur Vorbereitung:<br />
Zuerst kam der Produktion<br />
Covid-19 in die Quere, dann eine<br />
Reihe Streiks in der Branche. Für<br />
Chalamet bedeutete dies den zeitlichen<br />
Luxus, sich akribisch auf die<br />
überlebensgroße Rolle vorbereiten<br />
zu können: dass er u.a. Zeit hatte,<br />
an seinen Fähigkeiten als Musiker<br />
und Sänger zu arbeiten. Für Mangold<br />
war – vor allem nach der Wirkung,<br />
die der Gesang von Joaquin<br />
Phoenix und Reese Witherspoon<br />
als Johnny und June Carter Cash<br />
für Walk the Line hatten – klar,<br />
dass auch die Schauspieler in<br />
A Complete Unknown singen und<br />
spielen sollen. Mangold strebte<br />
nicht nach einer Kopie, sondern<br />
nach etwas Transzendentem:<br />
„Ich wollte nicht, dass Timmy<br />
(Chalamet) verschwindet. Es ist<br />
eine Performance. Ich wollte,<br />
dass Timmy sich selbst zu Bob<br />
mitbringt. Wenn der Film nur<br />
eine Reihe von Manierismen und<br />
stimmlichen Eindrücken bietet,<br />
interessiert das niemanden.“<br />
Fünf Jahre lang hat sich Chalamet<br />
mit Bob Dylan auseinandergesetzt,<br />
ein Musiktraining absolviert,<br />
mit dem Gesangslehrer Eric Vetro<br />
gearbeitet und u.a. Dylans Auftritte<br />
und Interviews studiert. Vetro<br />
meint: „Wenn man das Wesen von<br />
Bob wirklich erfassen will, ist es<br />
sehr vielschichtig. Er hat eine Menge<br />
unterschiedlicher Qualitäten<br />
in seiner Stimme. Sie ist wie ein<br />
Wein. Und Timothée hat ein wirklich<br />
gutes Gehör. Er kann eine Idee<br />
sehr schnell erfassen und weiß, wie<br />
er sie als Schauspieler umsetzen<br />
kann.“ Auf der Leinwandbühne<br />
überzeugt er absolut.<br />
AB 6. MÄRZ IM KINO<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 47
VIER JAHRE<br />
Mangold konnte sich während der<br />
Drehbuchphase und der Produktionsvorbereitung<br />
mit Dylan<br />
austauschen. Dies machte ihm<br />
die Last deutlich, „was man mit<br />
seinem Traum machen soll, wenn<br />
man ihn einmal verwirklicht hat“.<br />
Denn: „Man kann wirklich gut<br />
darin sein, Songs zu schreiben, sie<br />
aufzunehmen, zu singen und zu<br />
spielen, aber das macht einen nicht<br />
unbedingt gut oder empfänglich<br />
für das, was Ruhm und Berühmtheit<br />
mit sich bringen, oder für<br />
die Bürde, sich zu profilieren und<br />
Millionen von Menschen zur Verfügung<br />
zu stehen, die einen lieben<br />
oder hassen oder einem etwas<br />
übel nehmen oder Erwartungen<br />
an einen haben.“ Wie sang Dylan<br />
48 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
in seinem Song „Idiot Wind“ von<br />
1975? – „People see me all the time<br />
/ And they just can’t remember<br />
how to act / Their minds are filled<br />
with big ideas / Images and distorted<br />
facts.”<br />
Mit A Complete Unknown erzählt<br />
Mangold (ausgehend von der<br />
Publikation „Dylan Goes Electric!:<br />
Newport, Seeger, Dylan, and the<br />
Night That Split the Sixties“ von<br />
Elijah Wald) „eine Geschichte über<br />
einen bestimmten Moment im<br />
Leben eines Menschen, nicht über<br />
sein ganzes Leben. Und es geht<br />
um eine Welt, in der so viel mit<br />
Gesang kommuniziert wird.“ Der<br />
Film setzt 1961 – in einer kulturell<br />
brodelnden und politisch aufgeheizten<br />
Zeit – in New York ein,<br />
zeigt Dylans Begegnung mit der<br />
Antikriegs- und Bürgerrechtsaktivistin<br />
Sylvie Russo (Elle Fanning,<br />
Maleficent – Die dunkle Fee) – im<br />
echten Leben Suze Rotolo –, mit<br />
der er zusammenleben wird (seine<br />
Liebe noch vor dem Mythos Bob<br />
Dylan) und die ihn, während<br />
ihn seine Plattenfirma Folksongs<br />
covern lassen möchte, dazu<br />
ermutigt, einen eigenen Weg – mit<br />
zeitgemäßen Inhalten – zu gehen.<br />
Er verfolgt Dylans sich rasant<br />
entwickelnde Karriere (Joan Baez,<br />
gespielt und gesungen von Monica<br />
Barbaro, Top Gun: Maverick, wird<br />
er bald hinter sich lassen) und<br />
endet beim legendären Auftritt auf<br />
dem Newport Folk Festival 1965,<br />
wo er erstmalig zur Elektrogitarre<br />
griff – und vom brüskierten Publikum<br />
als Judas beschimpft wird.<br />
#likeacompleteunknown<br />
LIKE A COMPLETE UNKNOWN<br />
KINOSTART 27.02., USA 2024,<br />
REGIE James Mangold, MIT Timothée<br />
Chalamet, Edward Norton, Elle Fanning,<br />
Monica Barbaro, Boyd Holbrook,<br />
Dan Fogler, FILMLÄNGE 140 Min.,<br />
© The Walt Disney Studios
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SOUNDS<br />
GREAT<br />
Und es wurde Rock<br />
„Becoming Led Zeppelin“: Pflichtfilm für Rockfans im Allgemeinen und Fans<br />
von Led Zeppelin im Besonderen – in der präzisen Doku geht es ausschließlich<br />
um die Entstehung der ikonischen Band.<br />
JIMMY WAR BAFF<br />
Denn wie oben erwähnt, tauchte<br />
in mehr als 50 Jahren des Bestehens<br />
der Gruppe noch niemand<br />
mit einem Drehbuch auf, an<br />
dem Robert, Jimmy und John<br />
Paul Gefallen fanden. Regisseur<br />
MacMahon ist es clever angegangen:<br />
Er hat den Film bereits<br />
vollständig als Storyboard gestaltet<br />
und in Leder gebunden, bevor er<br />
ihn der Band präsentierte. Der<br />
Plan ging auf, und Jimmy Page<br />
war sprichwörtlich baff ob der<br />
Akkuratesse der Recherchen. Page<br />
meint dazu: „Als wir MacMahon<br />
das erste Mal trafen, waren wir<br />
wohl alle ziemlich nervös. Aber<br />
das Storyboard hat eine sofortige<br />
Verbindung zwischen ihm und<br />
uns hergestellt.“ Und auch sonst<br />
hatte der Regisseur gute Karten:<br />
Robert Plant war dank des Films<br />
American Epic bereits ein Fan von<br />
seiner Arbeit, und auch John Paul<br />
Jones war überzeugt. „Die Zeit war<br />
reif, um die Geschichte aus unserer<br />
Perspektive zu erzählen und reif<br />
für diesen Film“, meint er. Bereits<br />
2019, zum 50-Jahr-Jubiläum<br />
der Band wurde Becoming Led<br />
Zeppelin angekündigt, nun ist es<br />
endlich so weit.<br />
#becomingledzeppelinfilm<br />
Dass es bislang keinen von<br />
der Band autorisierten,<br />
also offiziellen Film über<br />
Led Zeppelin gegeben hat, lag an<br />
den hohen Ansprüchen nicht zuletzt<br />
von Jimmy Page: Als „pretty<br />
miserable“ bezeichnet er heute<br />
die ihm im Laufe der Jahrzehnte<br />
angebotenen Drehbücher. Das<br />
änderte sich erst mit Bernard<br />
MacMahon, dem Regisseur von<br />
Becoming Led Zeppelin: Nicht<br />
auf übermäßige Dramatisierung<br />
und ausgelutschte Rock-Klischees<br />
ist der Film ausgelegt, sondern<br />
auf das Sezieren einer erstaunlich<br />
kurzen Zeitspanne ab dem Jahr<br />
1968, die der Regisseur quasi<br />
unter das Mikroskop legt. Zu<br />
Wort kommen in erster Linie die<br />
Bandmitglieder, und die vielleicht<br />
50 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
mitreißendsten Filmdokumente<br />
sind bislang nie gezeigte Interviewausschnitte<br />
von John Bonham,<br />
dem viel zu früh verstorbenen<br />
Genie am Schlagzeug, die früh<br />
in ihrer Karriere aufgezeichnet<br />
wurden. MacMahon hat sich Zeit<br />
gelassen bei seinen Recherchen<br />
und Streifzügen durch verloren<br />
geglaubte Archive – und das hat<br />
den Film samt Sanktus der Band<br />
letztendlich erst ermöglicht.<br />
BECOMING LED ZEPPELIN<br />
KINOSTART 18.03., USA/UK 2025, REGIE<br />
Bernard MacMahon, MIT John Bonham,<br />
John Paul Jones, Jimmy Page, Robert Plant,<br />
FILMLÄNGE 121 Min., © Sony Pictures
Unbeirrbar zum Meisterwerk<br />
„Köln 75“: Nicht nur für Jazzfans ist Keith Jarretts improvisiertes<br />
Live-Doppelalbum ein Meilenstein. Faszinierend ist auch die Entstehungsgeschichte<br />
des ein halbes Jahrhundert alten Klassikers.<br />
Man nehme einen halb<br />
kaputten Stutzflügel,<br />
der anstatt des<br />
gebuchten Bösendorfer Imperial<br />
auf der Bühne der Kölner Oper<br />
steht, einen von Rückenschmerzen<br />
geplagten Keith Jarrett – und<br />
Vera Brandes, ohne die weder<br />
das Konzert noch die legendäre<br />
Aufnahme stattgefunden hätte: Es<br />
gibt Krimis mit weniger Spannung<br />
als die Entstehungsgeschichte<br />
von „The Köln Concert“, auf die<br />
der Film Köln 75 aufbaut. Denn<br />
Vera Brandes war gerade mal<br />
18 Jahre alt, als sie das Konzert<br />
ermöglichte; gegen den Willen<br />
ihres Vaters und auch sonst mit<br />
viel Gegenwind: In der Jazzszene<br />
der Siebzigerjahre musste man als<br />
junge Frau schon ganz besonders<br />
viel Mut und Unbeirrbarkeit<br />
aufbringen, um nicht unterzugehen.<br />
Dank Brandes’ Sturheit und<br />
Überredungskunst fand das Konzert<br />
auch tatsächlich statt. Womit<br />
allerdings niemand gerechnet<br />
hatte, war der bis heute anhaltende<br />
Erfolg des daraus entstandenen<br />
Live-Doppelalbums, das zu Recht<br />
als Pflichtwerk jedes bildungsbürgerlichen<br />
Haushalts gilt.<br />
ICH BIN VERA BRANDES<br />
Dem Regisseur Ido Fluk erzählte<br />
Vera Brandes in mehreren Skype-<br />
Gesprächen acht Stunden lang im<br />
Detail, was da in den frühen Siebzigerjahren<br />
geschehen war. Diese<br />
Gespräche bildeten dann auch die<br />
Grundlage für das Drehbuch, das<br />
der New Yorker Fluk verfasste. Es<br />
ist somit Veras eigene Geschichte;<br />
aus ihrer Perspektive. Es ist aber<br />
auch ein Film über die Unberechenbarkeit<br />
der Kunst geworden:<br />
Mit mehr als vier Millionen<br />
verkauften Exemplaren ist das<br />
Doppelalbum „The Köln Concert“<br />
mit seinem ikonischen weißen<br />
Cover bis heute die meistverkaufte<br />
Jazz-Soloplatte und meistverkaufte<br />
Klaviersoloaufnahme. Was<br />
umso erstaunlicher ist, als dass<br />
KÖLN 75 KINOSTART 14.03.,<br />
D/BE/PL 2024, REGIE Ido Fluk,<br />
MIT Mala Emde, John Magaro, Michael<br />
Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur,<br />
FILM LÄNGE 115 Min., © Alamode<br />
Keith Jarrett selbst wie auch das<br />
Jazz-Label ECM Records sich von<br />
der Veröffentlichung distanziert<br />
haben und sie als minderwertig<br />
ansehen. Doch das soll keine<br />
Rolle spielen: Letztendlich geht es<br />
immer um die Wahrnehmung des<br />
Publikums – und in diesem Fall<br />
um Vera Brandes, die allen Widrigkeiten<br />
zum Trotz ihre Vision<br />
mit unabsehbaren Folgen in die<br />
Tat umgesetzt hat.<br />
#koeln75<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 51
Ein Mysterium<br />
Die Melodie kennt jeder. Doch kaum jemand weiß Genaueres über<br />
Entstehungsgeschichte und Komponist. Als eines der „most sexy“ Musikstücke gilt er<br />
und hat Regisseure wie auch Jazzmusiker inspiriert: der Bolero.<br />
Alle 15 Minuten wird<br />
irgendwo auf diesem<br />
Planeten der Bolero von<br />
Ravel gespielt. Stilistisch ist er<br />
schwer einzuordnen: In ihm vereinen<br />
sich Elemente der Klassik, der<br />
Tanzmusik, des Minimalismus<br />
wie auch des Jazz. Regisseurin<br />
Anne Fontaine (Coco Chanel –<br />
Der Beginn einer Leidenschaft)<br />
hat dem Rätsel des Musikstücks<br />
nachgespürt – Ausgangspunkt<br />
war Ravels Biografie, aber auch<br />
seine Briefe sowie Gespräche Fontaines<br />
mit einem seiner Schüler.<br />
Eine Auflösung des Rätsels gibt es<br />
nicht: Ravel ist bis heute so etwas<br />
wie ein Mysterium. Der Film<br />
bringt dennoch Licht ins biografische<br />
Dunkel und tut dies mit feinfühlig-opulenter<br />
musikalischer<br />
Inszenierung, die – den Werken<br />
Ravels sei Dank – mitreißt und<br />
schon allein damit den Kinobesuch<br />
mehr als nur rechtfertigt.<br />
Die ebenso sensibel an die Sache<br />
herangehende Besetzung sorgt<br />
dafür, Zeit und Umfeld Ravels<br />
auf der Leinwand zum Leben zu<br />
erwecken. Eine klare Empfehlung<br />
für Fans des stilprägenden Boleros<br />
wie auch für Interessierte an einer<br />
musikalisch aufregenden und bis<br />
heute nachklingenden Ära.<br />
#bolero<br />
BOLERO – DIE ENTSTEHUNG EINES<br />
MEISTERWERKS KINOSTART 06.03.,<br />
F/BE 2024, REGIE Anne Fontaine,<br />
MIT Raphaël Personnaz, Doria Tillier, Jeanne<br />
Balibar, Vincent Perez, Emmanuelle Devos,<br />
FILMLÄNGE 121 Min., © Filmladen<br />
SOUNDS<br />
GREAT<br />
52 <strong>DOT</strong>.MOVIE
Holy Sh*t!<br />
Keinesfalls unterstützt dieses Magazin Vulgärsprache.<br />
Der Titel ist einer Kritik des renommierten New Music Express entnommen,<br />
die im Übrigen mit „F*** me, what a film“ endet. Kneecap!<br />
Das haben die drei Burschen aus<br />
Belfast gut eingefädelt: Noch<br />
vor einem Jahr gab es einen<br />
großen Skandal, weil die konservative<br />
Staatssekretärin Badenoch dem Rap-Trio<br />
Kneecap die ihm zugesagte Förderung in<br />
der Höhe von umgerechnet 17.000 Euro<br />
vorenthielt – die Lyrics waren der Regierung<br />
ein Dorn im Auge. Mittlerweile geht<br />
es längst nicht mehr um Förderungen,<br />
denn Mo Chara, Móglaí Bap und DJ<br />
Próvaí (bürgerlich Liam Óg Ó Hannaidh,<br />
Naoise Ó Cairealláin und JJ Ó Dochartaigh)<br />
haben als Formation Kneecap eine<br />
Karriere hingelegt, die beispiellos ist. Und<br />
um deren Beginn geht es auch im Film.<br />
Derb, direkt, politisch inkorrekt und mit<br />
reichlich Drogenreferenzen spielt sich das<br />
Trio in die Herzen der jungen irischen Bevölkerung.<br />
Vergleiche mit Trainspotting,<br />
aber auch mit 8 Miles sind zulässig und<br />
werden allerorts gezogen. Das Drehbuch<br />
basiert lose auf dem Leben der Hauptprotagonisten<br />
und wird mit fiktionalen<br />
Szenen zu einem hochenergetischen Trip<br />
verarbeitet. Dem Trio gelingt ein Kunststück:<br />
Die drei verscherzen es sich mit<br />
allen politischen Lagern gleichermaßen.<br />
Ihnen dabei zuzusehen und zuzuhören,<br />
macht richtig viel Spaß.<br />
www.kneecapfilm.com<br />
KNEECAP<br />
KINOSTART 21.03.,<br />
IRL/GB 2024,<br />
REGIE Rich Peppiatt,<br />
MIT Naoise Ó Cairealláin,<br />
Liam Óg Ó Hannaidh, JJ<br />
Ó Dochartaigh, Michael<br />
Fassbender,<br />
FILMLÄNGE 105 Min.,<br />
© Filmladen<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 53
Neue Ära<br />
Renée Zellweger schlüpft ein viertes Mal in die Haut von „Bridget Jones“.<br />
BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM<br />
– BRIDGET JONES – MAD ABOUT THE BOY<br />
KINOSTART 27.02., GB/USA/F 2025,<br />
REGIE Michael Morris, MIT Renée Zellweger,<br />
Hugh Grant, Emma Thompson, Chiwetel Ejiofor,<br />
Leo Woodall, FILMLÄNGE 125 Min., © UPI<br />
Sie ist die ungeschlagene Meisterin<br />
im Tritt in Fettnäpfchen,<br />
sie ist die ungeschlagen<br />
lustigste Chronistin – niemand<br />
befüllt Tagebücher mit so eigenwilligen<br />
Statistiken wie sie –, sie<br />
hat durch ihre eigenständige Art<br />
das Genre der RomCom revolutioniert<br />
und: Sie ist zurück. Einmal<br />
mehr erzählt ein Film davon, was<br />
in Bridget Jones’ Leben so los ist<br />
– Bridget Jones, die Figur, von der<br />
Autorin und Journalistin Helen<br />
Fielding ab 1995 im Rahmen einer<br />
„Independent“-Kolumne erzählte<br />
und die ab 1996 als Romanfigur<br />
(Auftakt: „Bridget Jones – Schokolade<br />
zum Frühstück“) durch ein<br />
chaotisches Leben stapfte, die viel<br />
zu viel trank, aß, liebte – und die<br />
2001 in Gestalt von Renée Zellweger<br />
auf der Leinwand auftauchte.<br />
Auf den ersten Bridget-Jones-<br />
Film Schokolade zum Frühstück<br />
folgten 2004 Bridget Jones – Am<br />
Rande des Wahnsinns und 2016<br />
Bridget Jones’ Baby. Nun folgt mit<br />
Bridget Jones – Verrückt nach ihm<br />
ein weiteres – letztes? – Kapitel.<br />
EIN NEUES KAPITEL<br />
Das Publikum hat der immer<br />
nahbaren Bridget Jones dabei<br />
zugesehen, wie sie nach der Liebe<br />
suchte, aber erst mal eher Affären<br />
fand (als zynischer Chef und<br />
Gespiele: Hugh Grant), wie sie mit<br />
Kalorien und Promille kämpfte,<br />
um eine TV-Karriere rang, wie<br />
sie den ehrenhaften Mark Darcy<br />
(Colin Firth) erst ablehnte, dann<br />
liebte, wie sie Mutter und zu Mrs.<br />
Darcy wurde. Nun ist das Publikum<br />
dabei, wenn Bridget Jones<br />
mit einem Verlust zu kämpfen hat:<br />
Ihre große Liebe Mark ist gestorben,<br />
und Bridget Jones muss sich<br />
mit ihren beiden Kindern – dem<br />
zehnjährigen Billy und der sechsjährigen<br />
Mabel – in der neuen<br />
Realität zurechtfinden. Vier Jahre<br />
nach Marks Tod sei es an der<br />
Zeit, ins Leben zurückzukehren,<br />
befinden die Freunde – und mit<br />
dem Endzwanziger Roxster (Leo<br />
Woodall, The White Lotus) und<br />
Mr. Walliker (Chiwetel Ejiofor,<br />
12 Years a Slave), dem Naturwissenschaftslehrer<br />
ihres Sohnes,<br />
sind auch zwei potenzielle neue<br />
Männer zur Stelle …<br />
Das größte Argument für Renée<br />
Zellweger, in die ikonische Rolle<br />
zurückzukehren, war es, dass<br />
Helen Fielding dieses Kapitel<br />
in Bridgets Leben am nächsten<br />
stand. „Helen hat dieses Buch<br />
einmal als das persönlichste ihrer<br />
‚Bridget‘-Bücher bezeichnet“,<br />
erklärt Zellweger. „Sie befasst<br />
sich darin mit ihren wichtigsten,<br />
intimsten Momenten – mit<br />
denjenigen, die sie gemeinsam mit<br />
ihren Kindern in ihrem eigenen<br />
Leben bewältigen musste.“ Auf in<br />
den Heilungsprozess – und in ein<br />
neues Kapitel ihres Lebens.<br />
#bridgetjones<br />
54 <strong>DOT</strong>.MOVIE
FAMILY<br />
AFFAIRS<br />
Unter Schwestern<br />
Ariane Labed blickt mit ihrem ausgeklügelten Regiedebüt auf Schwestern,<br />
die gleichermaßen toxisch wie innig miteinander umgehen: „September & July“.<br />
SEPTEMBER & JULY<br />
– SEPTEMBER SAYS<br />
KINOSTART 07.03., F/<br />
GB/IRL/GRC/D 2024,<br />
REGIE Ariane Labed,<br />
MIT Mia Tharia, Pascale<br />
Kann, Rakhee Thakrar,<br />
FILMLÄNGE 100 Min.,<br />
© Stadtkino/MUBI<br />
Ariane Labed, bekannt aus der<br />
„Greek Weird Wave“ und preisgekrönt<br />
für ihre Rolle in Attenberg,<br />
wagt mit September & July den Schritt<br />
hinter die Kamera. Ihr Regiedebüt, basierend<br />
auf Daisy Johnsons Roman „Sisters“,<br />
ist ein feinfühliges und verstörendes Drama<br />
über die komplexen Bindungen zweier<br />
Schwestern, geprägt von Co-Dependency<br />
und Isolation. Labed gelingt es, eine eigene<br />
künstlerische Handschrift zu etablieren,<br />
die zwar Anklänge an die Werke ihres<br />
Mannes Yorgos Lanthimos (Poor Things,<br />
Kinds of Kindness, The Lobster) zeigt,<br />
aber eine spürbar größere emotionale Tiefe<br />
besitzt. Der Film erzählt die Geschichte<br />
der ungleichen Schwestern September<br />
(Pascale Kann) und July (Mia Tharia), die<br />
in einer verschworenen Symbiose leben.<br />
September dominiert die Beziehung mit<br />
einem Spiel namens „September Says“,<br />
während July von ihrer Schwester Schutz<br />
und Kontrolle gleichermaßen erfährt.<br />
Ihre Mutter Sheela (Rakhee Thakrar), eine<br />
indischstämmige Künstlerin, versucht, die<br />
Balance zwischen Freiheit und Fürsorge<br />
zu wahren, bleibt jedoch oft außen vor.<br />
ZERBRECHLICH UND RAU<br />
Thematisch durchdringt der Film die<br />
Dynamik von Abhängigkeit, Selbstfindung<br />
und Traumabewältigung. Mobbing,<br />
unterschwelliger Rassismus und die Last<br />
familiärer Erwartungen formen das Leben<br />
der Schwestern. Labed lässt viel Raum<br />
für Stille und nutzt Bildsprache und<br />
Klangwelt meisterhaft, um die emotionale<br />
Zerrissenheit ihrer Figuren einzufangen.<br />
Die klaustrophobische Enge des irischen<br />
Ferienhauses kontrastiert mit der rauen<br />
Freiheit, die July dort zu entdecken beginnt<br />
– bis eine entscheidende Wendung<br />
das fragile Gleichgewicht zerstört.<br />
September & July beeindruckt durch<br />
herausragende schauspielerische Leistungen,<br />
insbesondere von Pascale Kann,<br />
und eine visuelle Gestaltung, die die<br />
Themen des Films subtil unterstreicht.<br />
Mit ihrer sensiblen Auseinandersetzung<br />
mit mentaler Gesundheit und der<br />
Zerbrechlichkeit zwischenmenschlicher<br />
Beziehungen schafft Labed ein Werk, das<br />
lange nachhallt und neugierig auf ihre<br />
zukünftigen Projekte macht.<br />
#septemberandjuly<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 55
Was hat uns bloß so isoliert?<br />
Tom Tykwer kehrt mit einem übervollen Film ins Kino zurück: „Das Licht“.<br />
Dass die Haushälterin tot<br />
ist, kriegen die Familienmitglieder<br />
beschämend<br />
lange nicht mit. Seit sie über<br />
dem Mopp zusammengebrochen<br />
ist, ist immer mal wieder einer<br />
der Familie Engels in die Küche<br />
getapst und hat in den Kühlschrank<br />
geschaut – da aber jeder<br />
so mit seinem eigenen Süppchen<br />
beschäftigt ist und sich mit nach<br />
innen (oder auf den Screen)<br />
gerichtetem Blick durchs Außen<br />
bewegt, kriegt das lange niemand<br />
mit. Erst die 17-jährige Frieda,<br />
die seit Donnerstag durchgefeiert<br />
hat und nun am Samstag erstmals<br />
wieder nach Hause kommt,<br />
bemerkt die Frau, die jahrelang<br />
hinter ihnen herräumte, von der<br />
sie aber gerade mal den Vornamen<br />
kennen. Frieda braucht aber noch<br />
einen Moment, um zu realisieren,<br />
ob das, was sie sieht, echt ist: Sie<br />
ist schließlich gerade auf einem<br />
Trip. Dass nun eine neue Haushälterin<br />
hermuss, bringt die Familie<br />
seit Langem mal wieder an einen<br />
Tisch beziehungsweise dazu, mal<br />
die VR-Brille abzusetzen.<br />
GELEBTE ACHTLOSIGKEIT<br />
Die Eltern (Lars Eidinger, Nicolette<br />
Krebitz) wie auch die Kinder: Alle<br />
gehen ihrem Ding nach. Ein Familienleben<br />
in totaler Isolation, in<br />
der ernsthafter Austausch tunlichst<br />
vermieden wird. Zwar versuchen<br />
die Eltern eine bessere Welt zu<br />
kreieren, was allerdings nur für<br />
ihr Berufsleben gilt. Im Privaten<br />
herrschen nicht Halt und Zugehörigkeit,<br />
sondern totale Resignation.<br />
Kommt es doch einmal zu einem<br />
Wortwechsel (etwa nach Schwangerschaftsabbrüchen),<br />
kommt es<br />
auch zu beleidigten Abgängen.<br />
Dieses irritierende Nebeneinander<br />
findet Farrah (Tala Al-Deen)<br />
vor, als sie einen Halbtagsjob als<br />
Haushälterin bei dieser Familie<br />
antritt. Sie ist in ihren Augen hier<br />
genau richtig, denn sie nimmt den<br />
Posten nicht ohne Grund an: Die<br />
geheimnisvolle Frau, die aus Syrien<br />
geflüchtet ist, hat eine Mission.<br />
Nach acht Jahren legt Tom Tykwer<br />
(Lola rennt, Das Parfum), der<br />
in den letzten Jahren vor allem<br />
mit der TV-Serie Babylon Berlin<br />
beschäftigt war, wieder einen<br />
Kinofilm vor. Darin will er vieles.<br />
Das Licht, der Eröffnungsfilm der<br />
diesjährigen Berlinale, erzählt von<br />
einem außerordentlich überzeichneten<br />
westlichen Familienalltag<br />
und der „Welt im Taumel“, möchte<br />
Weltpolitik dazumengen und<br />
versucht sich – etwas bemüht – in<br />
Genreausdehnungen (mal wird<br />
eine Szene animiert, mal wird<br />
gesungen und getanzt) und philosophischen<br />
Überlegungen. Das<br />
filmische Personal sei ihm sehr<br />
vertraut, gibt Tykwer an, der sich<br />
noch nie so verunsichert gefühlt<br />
habe wie heute. „Der gesellschaftliche<br />
Wandel der letzten drei Jahrzehnte,<br />
ausgehend und bezeichnet<br />
durch das digitale Zeitalter und<br />
die radikale Veränderung der<br />
globalen Ökonomie, hat uns dramatisch<br />
überfordert. Wir haben<br />
nicht in der Tiefe erfasst, was da<br />
passiert.“ Seine Familie Engels<br />
befindet sich im freien Fall.<br />
www.filmladen.at<br />
DAS LICHT KINOSTART 20.03., D 2024,<br />
REGIE Tom Tykwer, MIT Lars Eidinger,<br />
Nicolette Krebitz, Tala Al-Deen, FILM-<br />
LÄNGE 162 Min., © Filmladen<br />
56 <strong>DOT</strong>.MOVIE
FAMILY<br />
AFFAIRS<br />
Eine Geschichte der Willkür<br />
Walter Salles erzählt mit „I’m Still Here“ eine Familiengeschichte,<br />
die ihn auch persönlich berührt.<br />
Als der brasilianische<br />
Schriftsteller Marcelo Rubens<br />
Paiva 2015 beginnt,<br />
die Geschichte seiner Mutter zu<br />
Papier zu bringen, macht er es<br />
auch, weil Eunice Paiva zu diesem<br />
Zeitpunkt bereits seit Jahren an<br />
Alzheimer erkrankt war und<br />
allmählich ihre Vergangenheit als<br />
einflussreiche Menschenrechtsanwältin<br />
und Aktivistin vergaß.<br />
1971 wurde ihr Ehemann – und<br />
Marcelos Vater –, der Ingenieur<br />
und frühere linke Kongressabgeordnete<br />
Rubens Paiva, von<br />
der Militärpolizei gewaltsam<br />
aus seinem Zuhause abgeführt<br />
und verhaftet. Seine Familie hat<br />
nie wieder von ihm gehört: Er<br />
„verschwand“. Er wurde von der<br />
brasilianischen Militärdiktatur,<br />
die von 1964 bis 1985 das Land im<br />
Griff hatte, gefoltert und ermordet,<br />
seine Leiche wurde niemals<br />
gefunden.<br />
Der Regisseur Walter Salles (Die<br />
Reise des jungen Che, On the<br />
Road) kannte die Geschichte der<br />
Paivas nicht nur aus den Zeitungen<br />
und der Lektüre von Marcelos<br />
Buch („Ainda estou aqui“): „Ich<br />
habe die Familie Paiva – Rubens,<br />
Eunice und ihre fünf Kinder<br />
Veroca, Eliana, Nalu, Marcelo<br />
und Babiu – Ende der 60er-Jahre<br />
kennengelernt. Sie waren damals<br />
gerade nach Rio gezogen, wohin<br />
ich nach meinem fünfjährigen<br />
Auslandsaufenthalt zurückgekehrt<br />
war“, erinnert sich Salles. „Das<br />
Verschwinden von Rubens war ein<br />
Schock, er war der erste Vater im<br />
Freundeskreis, der verschwand.“<br />
INTENSIV UND BEWEGEND<br />
In flirrenden Bildern zeigt er das<br />
Familienleben der Paivas – und<br />
wie es nach dem Gewaltakt für sie<br />
weitergeht. Intensiv und berührend<br />
spielt Fernanda Torres die<br />
löwenstarke Eunice Paiva, die<br />
nach dem willkürlichen Eingriff<br />
der Militärdiktatur in ihre Familie<br />
herauszufinden versucht, was<br />
mit ihrem Mann geschehen ist,<br />
sich als Anwältin engagiert und<br />
das Leben für sich und ihre fünf<br />
Kinder neu erfinden muss. Torres<br />
ist als beste Hauptdarstellerin für<br />
einen Oscar nominiert (davor holte<br />
sie schon einen Golden Globe<br />
ab); I’m Still Here ist außerdem<br />
in zwei weiteren Sparten für den<br />
Oscar nominiert: als bester Film<br />
und bester internationaler Film.<br />
Bei der Premiere in Venedig wurde<br />
der bewegende Film bereits mit<br />
drei Preisen bedacht – u.a. dem<br />
fürs beste Drehbuch.<br />
#imstillhere<br />
FÜR IMMER HIER – I’M STILL HERE<br />
KINOSTART 14.03., BR/F 2024, REGIE Walter<br />
Salles, MIT Fernanda Torres, Selton Mello, Fernanda<br />
Montenegro, FILMLÄNGE 136 Min., © Polyfilm<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 57
KIDS<br />
& FAMILY<br />
Was war für das ein<br />
monumentales Filmereignis<br />
damals, im<br />
Jahr 1937, als sich Walt Disney<br />
und seine Zeichner anschickten,<br />
erstmals einen abendfüllenden Zeichentrickfilm<br />
zu produzieren: eine<br />
Adaption des berühmten Märchens<br />
Schneewittchen und die sieben<br />
Zwerge der Gebrüder Grimm.<br />
Kaum jemand hielt dieses verwegene<br />
Unterfangen für möglich. Disney<br />
jedoch glaubte an den Erfolg,<br />
und der Rest, wie man so schön<br />
sagt, ist Geschichte. Der Film brach<br />
alle Rekorde und war zwei Jahre<br />
lang der umsatzstärkste Film aller<br />
Zeiten. Unvergesslich und einmalig<br />
ist auch jener Moment bei der<br />
elften Oscar-Verleihung im Februar<br />
1939, als Walt Disney mit einem<br />
Spezialpreis gewürdigt wurde:<br />
Man überreichte ihm neben einem<br />
Goldjungen in Originalgröße noch<br />
sieben Miniaturexemplare dazu –<br />
einen für jeden der sieben tapferen<br />
58 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
Wieder allein im Wald<br />
Disney hat es schon wieder getan: „Schneewittchen“ erhält eine Realverfilmung.<br />
Zwerge. Auch nach fast 90 Jahren<br />
hat dieser Meilenstein der Filmgeschichte<br />
nichts von seinem Glanz<br />
verloren und begeistert Generationen<br />
von Filmliebhabern.<br />
GLEICHE GESCHICHTE –<br />
NEUER LOOK<br />
Wie wir aber spätestens seit Tim<br />
Burtons (Beetlejuice Beetlejuice)<br />
aufwendiger Realfilm-Fortsetzung<br />
von Alice im Wunderland aus<br />
dem Jahr 2010 wissen, haben es<br />
sich die Walt Disney Studios zur<br />
Aufgabe gemacht, jeden, womöglich<br />
wirklich jeden Zeichentrickklassiker<br />
zu entstauben, indem<br />
sie ihn mit echten Schauspielern,<br />
echten Kostümen und echten oder<br />
zumindest echt wirkenden Kulissen<br />
noch einmal neu auflegen. Die<br />
Liste der Remakes ist inzwischen<br />
zu lang, um sie einigermaßen<br />
komplett aufzuzählen und reicht<br />
zurück bis in die Mitte der 1990er –<br />
angefangen mit Stephen Sommers’<br />
längst in Vergessenheit geratener<br />
Dschungelbuch-Adaption 1994<br />
und 101 Dalmatiner mit Glenn<br />
Close und Jeff Daniels aus dem Jahr
1996. Viele werden sich bereits gefragt<br />
haben, ob und wann sich das<br />
Maus-Haus jenem Film zuwenden<br />
würde, der den Animationsfilm als<br />
ernsthaftes Genre überhaupt erst<br />
möglich gemacht hat. Die Antwort<br />
lautet: ja, und zwar Mitte März<br />
2025. Als Regisseur verpflichtete<br />
man Marc Webb, der dank den<br />
Amazing Spider-Man-Filmen mit<br />
großem Budget und überzeugenden<br />
Spezialeffekten umzugehen weiß.<br />
Das titelgebende Schneewittchen<br />
wird unterdessen von Rachel Zegler<br />
(West Side Story) gespielt, während<br />
Gal Gadot (Wonder Woman) die<br />
vom Schönheitswahn beherrschte<br />
böse Königin verkörpern darf.<br />
ZEIT FÜR VERÄNDERUNG<br />
Viel ist im Vorfeld bereits über<br />
die neue Verfilmung von Schneewittchen<br />
gesagt und geschrieben<br />
worden. Groß war der Aufschrei,<br />
als die Latina Rachel Zegler als<br />
Schneewittchen besetzt wurde,<br />
eine Figur, deren Haut seit jeher als<br />
„weiß wie Schnee“ bezeichnet wird.<br />
Auch die sieben Zwerge wurden für<br />
diese Neuverfilmung einer gründlichen<br />
Generalüberholung unterzogen,<br />
die nicht jedem Fan gefallen<br />
wird, und das Drehbuch von Erin<br />
Cressida Wilson (The Girl on the<br />
Train) und Greta Gerwig (Barbie)<br />
hat die eine oder andere Änderung<br />
an der Vorlage vorgenommen.<br />
Auch eine Geschichte so ikonisch<br />
wie Schneewittchen muss mit der<br />
Zeit gehen und für ein junges Publikum<br />
neu interpretiert werden. Der<br />
Film verspricht nichtsdestotrotz<br />
märchenhafte und fantasievolle<br />
Unterhaltung für Jung und Alt.<br />
#schneewittchen2025<br />
SCHNEEWITTCHEN – SNOW WHITE<br />
KINOSTART 20.03., USA/GB/I/D 2025,<br />
REGIE Marc Webb, MIT Rachel Zegler,<br />
Gal Gadot, © Walt Disney Studios<br />
GROSSES KINO<br />
MIT FAMILIÄREM FLAIR!<br />
Willkommen in den Kinos Bludenz und Dornbirn.<br />
# kinobludenz<br />
www.kino-bludenz.at<br />
# cinemadornbirn<br />
www.cinema-dornbirn.at<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 59
KIDS<br />
& FAMILY<br />
Mehr als nur Hex-Hex<br />
Vier Nachwuchshexen setzen sich für den Schutz der Natur ein:<br />
„Ein Mädchen namens Willow“.<br />
Die elfjährige Willow (Ava<br />
Petsch, Oskars Kleid) erbt<br />
von ihrer verstorbenen<br />
Großtante Alwina (Sibylle Canonica,<br />
Rubinrot) einen Wald, ein<br />
kleines Haus und – überraschenderweise<br />
– magische Hexenkräfte.<br />
Doch mit dieser Gabe kommt eine<br />
große Verantwortung: Sie muss<br />
drei weitere Junghexen finden,<br />
die mit ihr gemeinsam den Wald<br />
retten. Unterstützt wird sie von<br />
ihrem treuen Begleiter, dem Fuchs<br />
Rufus, und dem lebendig gewordenen<br />
Hexenbuch Grimmoor<br />
(Max Giermann, Rubbeldiekatz).<br />
Doch die skrupellosen Immobilienhaie<br />
Geier & Geier drohen, den<br />
Wald für ein Einkaufszentrum zu<br />
zerstören. Mit vereinten Kräften<br />
und magischen Ritualen versuchen<br />
Willow und ihre Freundinnen, ihr<br />
Zuhause zu retten.<br />
Unter Anleitung des kinderbucherfahrenen<br />
Regisseurs Mike<br />
Marzuk (Fünf Freunde-Reihe)<br />
erleben wir nun die Filmwerdung<br />
des titelgebenden Romans von<br />
Sabine Bohlmann, ohne zu sehr<br />
auf bereits ausgetretenen Fantasy-<br />
Pfaden zu wandeln.<br />
MAGIE DURCH HARMONIE<br />
Ein Mädchen namens Willow ist<br />
mehr als nur Hex-Hex. Statt spektakulären<br />
Effekten und schrillem<br />
Simsalabim speisen sich die Kräfte<br />
der Protagonistin harmonisch aus<br />
der Verbindung mit ihrer Umgebung.<br />
Ein sanfter Windhauch, der<br />
auf Willows Berührung hin durch<br />
die Blätter streicht, ein Lichtspiel<br />
im Wald, das plötzlich Formen<br />
annimmt, als hätte die Natur selbst<br />
eine Botschaft – hier erinnert die<br />
Magie der vier Elemente an ein<br />
natürliches Wunder. Willows Kräfte<br />
sind kein Werkzeug, sondern<br />
Ausdruck ihrer Naturverbundenheit.<br />
Wie auch Marzuks Film eine<br />
Ode an den Umweltschutz ist.<br />
Ohne dabei belehrend zu wirken,<br />
sensibilisiert der Film für den Wert<br />
der Natur.<br />
Willows Magie beruht auf den<br />
Kräften des Waldes. Die Natur<br />
spricht zu ihr, sei es durch den<br />
uralten, aber äußerst lebendigen<br />
Baum Waldtraud oder durch<br />
subtile Zeichen in der Umgebung.<br />
Rituale und Zauber entstehen aus<br />
natürlichen Elementen – etwa<br />
durch Blätter, Wind oder das<br />
Zusammenspiel der vier Hexenfreundinnen.<br />
Die Heldinnen<br />
setzen sich für den Schutz dessen<br />
ein, was nicht weniger als die<br />
Grundlage ihrer Kräfte ist. Es gibt<br />
wahrlich wertlosere Botschaften<br />
für uns und unsere Nachkommen.<br />
#einmädchennamenswillow<br />
EIN MÄDCHEN NAMENS WILLOW<br />
KINOSTART 27.02., D 2024, REGIE Mike<br />
Marzuk, MIT Ava Petsch, Cora Trube,<br />
Anna von Seld, Mary Tölle, Golo Euler,<br />
FILMLÄNGE 90 Min., © Constantin Film<br />
60 <strong>DOT</strong>.MOVIE
Außer Kontrolle<br />
Ein vertauschter Pizzakarton löst in „Der Prank“ eine aberwitzige Kettenreaktion aus.<br />
Pranks sind wahrscheinlich so<br />
alt wie die Menschheit selbst.<br />
Mindestens. Früher hat man<br />
dazu einfach Streich gesagt. Das ist<br />
jetzt zwar null recherchiert, aber<br />
so richtig kommerzialisiert wurde<br />
das Streichespielen vermutlich im<br />
Laufe des 20. Jahrhunderts mit<br />
TV-Shows wie Verstehen Sie Spaß?<br />
und ums Millennium herum von<br />
MTV seiner Hochblüte zugeführt.<br />
Sendungen wie Punk’d oder<br />
Jackass sind mittlerweile in der<br />
Versenkung verschwunden. Kleine,<br />
aber feine Streiche, um den grauen<br />
Alltag ein bisschen aufzulockern,<br />
werden sich immer einer großen<br />
Beliebtheit erfreuen. Was passieren<br />
kann, wenn ein solcher Schmäh<br />
sich verselbstständigt und auf<br />
ungeahnte Art eskaliert, erörtert<br />
Benjamin Heisenberg (Der Räuber,<br />
Über-Ich und Du) in seiner<br />
Komödie Der Prank.<br />
APRILSCHERZ LÄUFT<br />
AUS DEM RUDER<br />
Im Alltagstrott leben der zwölfjährige<br />
Lucas Roosen (Noèl<br />
Gabriel Kipp, Spuk unterm<br />
Riesenrad) und seine Familie aneinander<br />
vorbei. Bis ein völlig aus<br />
dem Ruder gelaufener Aprilscherz<br />
ihres chinesischen Austauschschülers<br />
Xi Zhou (Max Zheng<br />
Ren Wang, Best Wishes) sie aus<br />
ihren eingefahrenen Strukturen<br />
katapultiert. Ein vertauschter<br />
Pizzakarton voller Geld ruft nicht<br />
nur eine Truppe Gangsterrapper<br />
auf den Plan, sondern auch die<br />
echte Mafia und ein tollpatschiges<br />
Polizistenduo. Im verzweifelten<br />
Versuch, das Chaos zu entwirren,<br />
wird den Kindern schnell klar:<br />
Um den einen Prank wiedergutzumachen,<br />
braucht es einen noch<br />
viel größeren, genialen Prank.<br />
Regisseur Heisenberg ließ sich<br />
für Der Prank nicht nur von<br />
Komödien wie Ferris macht blau<br />
oder Superbad, sondern auch seinen<br />
eigenen Kindern inspirieren.<br />
Im Zuge eines der Lieblingsstreiche<br />
seiner Sprösslinge tauschten<br />
diese das Abendessen aus, indem<br />
sie Pizza gegen einen anderen<br />
Karton ersetzten – ein unschuldiger<br />
Spaß, der im echten Leben mit<br />
Lachen statt der im Film vorliegenden<br />
Vollkatastrophe endete.<br />
Aber auch mit einer äußerst abwechslungsreichen<br />
Filmkomödie<br />
für die ganze Familie.<br />
#derprank<br />
DER PRANK – APRIL, APRIL! KINOSTART<br />
13.03.2025, DEU/CH 2025, REGIE<br />
Benjamin Heisenberg MIT Noèl Gabriel<br />
Kipp, Max Zheng Ren Wang, Laura Tonke,<br />
Maïmouna Mbacke, Mehdi Nebbou,<br />
FILMLÄNGE 91 Min., © Luna Film<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 61
Einfach köstlich<br />
„Familie Faultier“: Per Food-Truck<br />
auf in neue Abenteuer.<br />
Die Faultiere, die der Animationsfilm<br />
von Tania Vincent und Ricard Cussó<br />
(Arkie und die Stadt des Lichts)<br />
anvisiert, sind die schnellsten Faultiere der<br />
Welt. Das zeigt sich zum Beispiel, als ein Sturm<br />
ihr Heimatdorf verwüstet: Schon haben das<br />
Faultiermädchen Laura und ihre Familie einen<br />
Plan. Sie hüpfen in ihren alten, klapprigen<br />
Food-Truck, der heil geblieben ist, und steuern<br />
die Großstadt an, um sich dort ein neues Leben<br />
aufzubauen und ein neues Lokal aufzusperren.<br />
Tatsächlich geht ihr einzigartiger, kleiner<br />
Imbiss durch die Decke. Doch die Kochkünste<br />
der fantasievollen Familie ziehen nicht nur<br />
Foodies an: Das Fast-Food-Imperium von<br />
Gepardin Dotti Pace steckt in der Krise, und<br />
die gerissene Unternehmerin wird mit fiesen<br />
Mitteln gegen ihre Rivalen vorgehen. Die Faultierfamilie<br />
muss schnell handeln, um ihr neu<br />
gestaltetes Leben zu retten …<br />
#familiefaultier<br />
FAMILIE FAULTIER – KOCHEN AUF DER ÜBERHOL-<br />
SPUR – THE SLOTH LANE KINOSTART 28.02.,<br />
AUS 2024, REGIE Tania Vincent, Ricard Cussó,<br />
FILMLÄNGE 84 Min., © Polyfilm<br />
Voller Mut<br />
„Nina und das Geheimnis des Igels“: ein<br />
Krimi für Kinder.<br />
Früher, da hat ihr Vater immer die tollsten Gutenachtgeschichten<br />
erzählt – Geschichten rund<br />
um einen kleinen Igel, der die Welt entdeckt. Seit<br />
Kurzem jedoch erlebt der Igel nichts mehr; dem Vater<br />
sind die Geschichten vergangen, genauer gesagt: seit die<br />
Fabrik, in der er gearbeitet hat, geschlossen wurde. Die<br />
Welt der zehnjährigen Nina steht kopf: Der Vater hat<br />
sich verändert, die Ferien werden sie zu Hause verbringen,<br />
und sie vermisst die Igelabenteuer. Es muss etwas<br />
geschehen, und als das Gerücht die Runde macht, dass<br />
der verhaftete Fabriksmanager die Buchhaltung manipuliert,<br />
Geld gestohlen und versteckt hat, ist auch rasch<br />
ein Plan zur Stelle: Nina, ihr bester Freund Mehdi und<br />
der kleine Igel versuchen ihr Talent als Hobbydetektive.<br />
Denn wenn sie das veruntreute Geld finden, könnten<br />
alle Probleme gelöst werden. Los geht eine abenteuerliche<br />
Suche nach einem Schatz. Nina und Mehdi „sind<br />
davon überzeugt, dass die Zukunft schöner sein kann,<br />
woran viele Erwachsene aus Enttäuschung nicht mehr<br />
glauben. Die beiden Kinder sind noch jung genug, um<br />
naiv zu sein. Das bringt sie dazu, unbedachte Risiken<br />
einzugehen und das Unmögliche zu versuchen“, so die<br />
Regisseure Alain Gagnol und Jean-Loup Felicioli, die<br />
wieder (Phantom Boy) einen Krimi für Kinder vorlegen.<br />
#ninaunddasgeheimnisdesigels<br />
NINA UND DAS GEHEIMNIS DES IGELS – NINA ET LE SECRET<br />
DU HÉRISSON KINOSTART 13.03., F/LUX 2023, REGIE Alain<br />
Gagnol & Jean-Loup Felicioli, FILMLÄNGE 82 Min., © Panda Film<br />
62 <strong>DOT</strong>.MOVIE
KIDS<br />
& FAMILY<br />
Fragen der Dringlichkeit<br />
Claude Barras erzählt vom „Tumult im Urwald“.<br />
Nach Mein Leben als<br />
Zucchini legt Claude<br />
Barras einen weiteren<br />
Stop-Motion-Animationsfilm vor.<br />
Er führt damit nach Borneo, nahe<br />
dem Regenwald: Keria lernt auf der<br />
Plantage, auf der ihr Vater arbeitet,<br />
ein Orang-Utan-Baby kennen<br />
und nimmt das Affenbaby, das sie<br />
Oshi ruft, bei sich auf. Zeitgleich<br />
braucht ihr Cousin Selaï Hilfe: Er<br />
sucht Zuflucht vor dem Konflikt<br />
zwischen seiner Nomadenfamilie<br />
– dem Penan-Volk – und den<br />
Holzfirmen. Gemeinsam werden<br />
sie alles Denkbare versuchen, um<br />
gegen die Zerstörung des Waldes<br />
anzukämpfen.<br />
Was Barras zu seinem Film, der<br />
seine Premiere in Cannes gefeiert<br />
hat, inspirierte, liest sich auf den<br />
ersten Blick überraschend: Das<br />
Leben seiner Großeltern in den<br />
Schweizer Alpen brachte ihn zum<br />
Abenteuer auf der Insel Borneo.<br />
„Sie wurden in den 1910er-Jahren<br />
geboren und waren noch mit der<br />
‚alten Zeit‘ verbunden: die Zeit vor<br />
Autos und Straßen, in der man<br />
zweimal im Jahr in die Stadt fuhr,<br />
um ein bisschen Salz zu kaufen.<br />
In der übrigen Zeit lebte man<br />
autark und stellte seine Möbel<br />
und Werkzeuge selbst her. Die<br />
Dorfgemeinschaften dieser alpinen<br />
Zivilisation lebten nach den Zyklen<br />
der Jahreszeiten in verschiedenen<br />
Höhenlagen und zogen von einem<br />
Dorf zum anderen.“ Nomadentum<br />
würde „immer als etwas sehr Exotisches<br />
angesehen, aber in Wirklichkeit<br />
lebten und bewegten sich vor<br />
zwei Generationen in Europa viele<br />
Menschen im Zyklus der Natur“, so<br />
der Regisseur. „Im Fall der Penan<br />
schlugen sie ihr Lager für drei bis<br />
vier Wochen auf, während sie die<br />
Früchte der Gegend pflückten und<br />
ein paar Wildschweine jagten.<br />
Dann reisten sie wieder ab, damit<br />
die Natur ihre Ressourcen für ihren<br />
nächsten Besuch wieder auffüllen<br />
konnte.“ Seine Großeltern seien wie<br />
die Penan-Menschen gewesen. –<br />
Während seine Eltern sich in einem<br />
Dorf niederließen und im Weinbau<br />
moderne Methoden verwendeten<br />
und auch Chemikalien einsetzten.<br />
KOMPAKT KOMPLEX<br />
Warum er denn nun von Borneo<br />
und nicht von den Alpen erzähle?<br />
Weil die Art von Leben, das seine<br />
Großeltern geführt hätten, „heute<br />
fast vollständig verschwunden“<br />
sei. Im Gegensatz dazu seien die<br />
Herausforderungen auf Borneo<br />
hochaktuell und dringlich. „Die<br />
Entwaldung hat dort bereits in<br />
großem Maßstab gewütet, aber<br />
es gibt dort immer noch 10 %<br />
unerschlossene Primärwälder,<br />
Menschen, die auf traditionelle<br />
Weise leben, vielleicht nicht völlig<br />
autark, aber sie wollen ihre Lebensweise<br />
und ihren Wald erhalten.<br />
Auf der anderen Seite stehen<br />
korrupte Politiker und multinationale<br />
Konzerne, die versuchen, sie<br />
ihrer Rechte zu berauben, um den<br />
Wald in Edelholzlager zu verwandeln<br />
und Palmöl zu gewinnen.<br />
Unsere neoliberale Politik ist an<br />
dieser Katastrophe mitschuldig.“<br />
Beeindruckt von Primatologinnen<br />
wie Jane Goodall und Dian<br />
Fossey und Umweltaktivisten wie<br />
Bruno Manser, machte er sich an<br />
einen Film für Kinder, der die<br />
Komplexität nicht scheut.<br />
www.pandafilm.at<br />
TUMULT IM URWALD – SAUVAGES<br />
KINOSTART 28.02., CH 2023, REGIE<br />
Claude Barras, FILMLÄNGE 87 Min.,<br />
© Panda Film<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 63
TEXT: MANUEL OBERHOLLENZER<br />
Shalom, Oida!<br />
Vom 11. bis zum 25. März findet im Village Cinema und im Metro Kinokulturhaus<br />
das Jüdische Filmfestival 2025 statt<br />
JÜDISCHES<br />
FILMFESTIVAL WIEN<br />
11.–25. März 2025<br />
RUNNING ON SAND<br />
S<br />
eit 1991 wird in Wien das<br />
auf Initiative des im Vorjahr<br />
verstorbenen Gründers des<br />
Jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung,<br />
Kurt Rosenkranz, ins<br />
Leben gerufene Festival des gegenwärtigen<br />
jüdischen Filmschaffens<br />
organisiert – damals noch und bis<br />
2006 unter der Bezeichnung „Jüdische<br />
Filmwoche“. Die diesjährige<br />
Ausgabe ist bereits die 33., und die<br />
Veranstalter haben auch diesmal<br />
wieder ein großes Programm zusammengestellt:<br />
etwa 50 Spielfilm-,<br />
Dokumentarfilm- und Kurzfilm-<br />
Produktionen werden in den zwei<br />
Wochen Mitte März im Village<br />
Cinema in Wien Mitte und im Metro<br />
Kinokulturhaus gezeigt. Rund<br />
die Hälfte davon stammt aus Israel,<br />
der Anteil an weiblichen Filmemacherinnen<br />
ist mit rund 20 Filmen<br />
ebenfalls sehr beachtlich. Das<br />
heurige Filmfestival steht ganz im<br />
Zeichen der Auswirkungen des anhaltenden<br />
Krieges im Nahen Osten<br />
und des immer stärker zunehmenden<br />
Antisemitismus in unserer<br />
64 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
Gesellschaft. Das Programm bildet<br />
die diverse Bandbreite des Judentums<br />
ab, von ultraorthodoxen bis<br />
hin zu säkularen Aspekten.<br />
JÜDISCHE KULTUR IM BRENN-<br />
PUNKT<br />
Themen, die wie sich ein roter Faden<br />
durch das diesjährige Festival<br />
ziehen werden, sind einerseits regionale<br />
politische und soziale Gegebenheiten,<br />
etwa aus Israel, aber<br />
auch globale Themen wie Flucht<br />
und Migration, Außenseitertum,<br />
Kriege und ihre Auswirkungen,<br />
THE VANISHING SOLDIER<br />
sowie schwierige Familienverhältnisse,<br />
auch im Hinblick auf die<br />
LGBTQIA+-Community. Ebenfalls<br />
behandelt wird auch der gerade<br />
in Österreich sehr brisante und<br />
aktuelle gesellschaftliche und politische<br />
Rechtsruck. Das Jahr 2025<br />
ist geschichtlich insbesondere bedeutend,<br />
jährt sich doch heuer das<br />
Ende des Zweiten Weltkriegs und<br />
jenes der Diktatur des Nationalsozialismus<br />
sowie die Befreiung der<br />
jüdischen Kriegsgefangenen aus<br />
den Konzentrationslagern zum 80.<br />
Mal. Jüdischen Filmschaffenden
eine Bühne und ein Sprachrohr<br />
für ihre Geschichten, Sorgen und<br />
Ängste zu geben, ist jetzt wichtiger<br />
denn je, und das „Jüdische<br />
Filmfestival“ ist dafür der ideale<br />
Ort und die beste Gelegenheit.<br />
Zugleich ist es eine Plattform der<br />
künstlerischen Völkerverständigung.<br />
DAMALS UND HEUTE<br />
Nun zu ein paar Highlights des<br />
Festivalprogramms. Zwei Filme,<br />
die sich anlässlich des bevorstehenden<br />
geschichtsträchtigen<br />
Jubiläums mit bislang wenig<br />
bekannten Geschichten des Holocaust<br />
beschäftigen, sind zum einen<br />
Saving the Children: couragierte<br />
Bürger der französischen Stadt<br />
Le Chambon führen eine beispielhafte<br />
Rettungsaktion durch.<br />
Zum anderen The Story of Anette<br />
Zelman, die schockierende, wahre<br />
Geschichte einer Frau, die vom<br />
Vater ihres Freundes denunziert<br />
wird. Der Dokumentarfilm Troll<br />
Storm schildert die Auswirkungen<br />
des zunehmenden Rechtsradikalismus<br />
in den USA, die die jüdische<br />
Immobilienmaklerin Tanya Gersh<br />
am eigenen Leib erfahren musste,<br />
als sie fälschlicherweise beschuldigt<br />
wurde, gegen die Mutter eines<br />
Neonazis vorgegangen zu sein,<br />
TROLL STORM<br />
und daraufhin von Mitgliedern der<br />
berüchtigten „Proud Boys“ angefeindet<br />
wurde. Ein beklemmender,<br />
trister Blick auf den dunklen Alltag<br />
in einem tief gespaltenen Land unter<br />
dem kürzlich wiedergewählten<br />
Präsidenten Donald Trump.<br />
NIMM’S LEICHT, NIMM’S MIT<br />
HUMOR<br />
Etwas humorvoller, aber nichtsdestotrotz<br />
politisch brisant geht<br />
es in Adar Shafrans Komödie<br />
Running on Sand zu: Darin soll<br />
ein Flüchtling aus Eritrea abgeschoben<br />
werden, wird aber kurz<br />
davor mit einem Starfußballer<br />
verwechselt. Kurzerhand lässt er<br />
sich für das nächste Spiel aufstellen,<br />
hat aber überhaupt keine<br />
Ahnung von Fußball. Das ältere<br />
Ehepaar Sassi (Sasson Gabai) und<br />
Efi (Assi Levy) steht im Zentrum<br />
von Shemi Zarhins Drama Bliss,<br />
das sich trotz der Schulden, die<br />
Sassis Sohn ihnen hinterlässt und<br />
ihres großen Altersunterschiedes<br />
nicht ihren Humor und ihre Liebe<br />
füreinander nehmen lässt – bis<br />
zwei junge Menschen alles durcheinanderbringen.<br />
Eröffnet wird das<br />
„Jüdische Filmfestival 2025“ am<br />
11. März mit der ungarischen Komödie<br />
All About the Levkoviches,<br />
in der zwei völlig unterschiedliche<br />
Lebensweisen aufeinanderprallen:<br />
Ein vom Glauben abgefallener<br />
Vater trifft nach Jahren der<br />
Entfremdung wieder auf seinen<br />
orthodoxen Sohn. Im Rahmen des<br />
Festivals wird es auch Publikumsgespräche<br />
und Podiumsdiskussionen<br />
geben.<br />
www.jfw.at<br />
ALL ABOUT THE LEVKOVICHES<br />
© Daniel Miller, David Stragmeister, Zoltán Dévévery / Eszter Gordon FGK, Jüdische Filmfestival<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 65
IN CONCERT<br />
HANS ZIMMER & FRIENDS:<br />
DIAMOND IN THE DESERT – 19.03.<br />
Paul Dugdale fängt eine pompöse Live-<br />
Performance der beliebtesten Kompositionen<br />
von Hans Zimmer in Dubai ein:<br />
Der berühmte Komponist, der Filme wie<br />
Dune, Gladiator, Interstellar und König<br />
der Löwen musikalisch untermalte, spielt<br />
gemeinsam mit seiner Band und einem<br />
Orchester einige seiner beliebtesten Stücke<br />
ein. Dazwischen bietet der Film mit<br />
Gesprächen mit Billie Eilish, Christopher<br />
Nolan, Denis Villeneuve, Finneas, Jerry<br />
Bruckheimer, Johnny Marr, Pharrell<br />
Williams, Tanya Lapointe, Timothée<br />
Chalamet und Zendaya einen Einblick in<br />
Zimmers kreativen Prozess.<br />
<strong>DOT</strong>.<br />
ARTHAUS<br />
Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte<br />
Nach der Niederschlagung des<br />
Prager Frühlings 1968 will die<br />
junge Fotografin Libuše Jarcovjáková<br />
ergründen, wer sie ist und<br />
wer sie sein möchte – sie geht<br />
durch Straßen, zieht durch Bars,<br />
erlebt Nachtschichten in einer<br />
Druckerei, die Communities der<br />
Roma, vietnamesische Migrantinnen.<br />
Sie hält Sex, Nacktheit,<br />
Alkohol, Lethargie, Restriktion<br />
fest. Fotos aus einem Schwulenclub<br />
bringen ihr Ärger mit der<br />
Polizei ein – also geht sie eine<br />
Scheinehe ein und nach Berlin.<br />
Dies ist längst nicht ihre letzte<br />
Station. Auf geht’s nach Tokio,<br />
wo sie Modefotografin wird. Aber<br />
das ist nicht das Leben, das sie<br />
leben will, also geht es zurück<br />
nach Berlin, dann zurück nach<br />
Prag. Ein aufregendes Leben, von<br />
dem in uneitlem Ton erzählt wird.<br />
Klára Tasovská beschäftigt sich<br />
mit der „Nan Goldin des Ostblocks“:<br />
Libuše Jarcovjáková. Die<br />
tschechische Regisseurin konnte<br />
sich für ihren flirrenden Filmessay<br />
durch ein Werk von Zehntausenden<br />
Negativen und Dutzenden<br />
Tagebüchern bewegen. In ihren<br />
persönlichen Chroniken fragt sich<br />
OT: Ještě nejsem, kým chci být,<br />
KINOSTART 21.03., AT/CZE/SVK 2024,<br />
REGIE Klára Tasovská, FILMLÄNGE 90 Min.<br />
die Fotografin stets, wie sie leben<br />
will – und in welcher Welt sie lebt.<br />
Sechs Jahrzehnte umfasst Tasovskás<br />
Porträt, das von einer Reise<br />
in die Freiheit erzählt: von der<br />
sowjetisch „normalisierten“ ČSSR<br />
der späten 1960er- und frühen<br />
1970er-Jahre über das Ostberlin<br />
der Achtziger bis ins Prag nach<br />
dem Fall des Eisernen Vorhangs<br />
und ins Heute. Die Machart des<br />
Filmes – er besteht aus dynamisch<br />
montierten Fotos und den Tagebuch-Gedanken<br />
der Fotografin –<br />
erlaubt ein faszinierend-intensives<br />
Eintauchen in ihre Welt: Das<br />
Publikum sieht auf der Leinwand<br />
die Welt durch ihre Augen.<br />
© Polyfilm, Filmladen, MET Opera, Tristram Kenton, LUF<br />
66 <strong>DOT</strong>.MOVIE
Niki de Saint Phalle<br />
Mit dem Künstlerinnen-Biopic<br />
begeht Schauspielerin Céline<br />
Sallette (Unruhestifter, Haus der<br />
Sünde) ihr Regiedebüt. Als sich<br />
die Neo-Regisseurin mit Niki de<br />
Saint Phalle beschäftigte – die mit<br />
ihren bunten Nana-Skulpturen<br />
berühmt wurde und mit Messern<br />
und Gewehren auf Gemälde<br />
schoss –, verfing sie sich in einer<br />
Lebensgeschichte voller Abgründen:<br />
zwischen Missbrauch und<br />
Psychiatrieaufenthalten. Sie fragte<br />
sich: Wie wurde aus der Adelstochter<br />
Catherine Marie-Agnès<br />
Fal de Saint Phalle die mächtige<br />
Künstlerin Niki de Saint Phalle,<br />
die als „Terroristin der Kunst“<br />
Kunstgeschichte schrieb? „Im<br />
Film geht es um eine Reise durch<br />
fast ein Jahrzehnt (1952–1961),<br />
auf der Niki die Erinnerung an<br />
den Missbrauch in ihrer Kindheit<br />
wiederfindet, sich aus dem Trauma<br />
wieder erhebt und schließlich in<br />
der Kunst ihre Stimme findet. Für<br />
mich ist ihre Reise wie eine Verwandlung,<br />
was ihr größtes Werk<br />
darstellt. Eine Anstrengung, die sie<br />
ihr ganzes Leben lang wiederholen<br />
muss. Zu sterben und als sie selbst<br />
wiedergeboren zu werden“, so Sallette.<br />
Zu ihrer Niki de Saint Phalle<br />
wird Charlotte Le Bon (Madame<br />
Mallory und der Duft von Curry,<br />
The Walk, Yves Saint Laurent).<br />
KINOSTART 14.03.<br />
OPERA & BALLET<br />
MET OPERA: FIDELIO – 15.03.<br />
Ehe Florestan Gelegenheit hatte,<br />
die korrupten Taten von Gouverneur<br />
Don Pizarro aufzudecken,<br />
ließ dieser ihn entführen<br />
und inhaftieren. Florestans Frau<br />
Leonore sucht nach ihrem als<br />
verschollen geltenden Mann und<br />
heuert als Fidelio im Gefängnis an<br />
– als Gehilfin von Kerkermeister<br />
Rocco … Ludwig van Beethovens<br />
einzige Oper Fidelio wird am<br />
15. März aus der New Yorker MET<br />
auf die Cineplexx-Leinwände<br />
übertragen – und einmal mehr mit<br />
ihrer ungewöhnlichen Struktur,<br />
ihrer herrlichen Partitur und ihrer<br />
lebensbejahenden Aura begeistern:<br />
SCHWANENSEE<br />
FIDELIO<br />
eine Hymne an die Freiheit und<br />
die Menschenwürde. Liebhaber<br />
großer Stimmen dürfen sich auf<br />
ein Wiedersehen mit Lise Davidsen<br />
als mutige Leonora und René<br />
Pape als jovialer Rocco freuen.<br />
RB&O LIVE: SCHWANENSEE<br />
– 25.03. Die beliebte und zeitlose<br />
Schwanensee-Inszenierung des<br />
Royal Ballet kehrt weltweit in die<br />
Kinos zurück. Odette (Yasmine<br />
Naghdi) ist dazu verflucht, die Gestalt<br />
eines Schwans anzunehmen,<br />
bis die Liebe von Prinz Siegfried<br />
(Matthew Ball) sie erlöst. Es ist die<br />
kraftvollste Geschichte des klassischen<br />
Balletts über Liebe, Verrat<br />
und Vergebung.<br />
www.cineplexx.at<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 67
HEIM<br />
WERK<br />
Wenn Seth Rogen in<br />
der Comedy-Serie<br />
The Studio zu Matt<br />
Remick, dem frischgebackenen<br />
Leiter der Continental Filmstudios,<br />
wird, dann legt er gemeinsam mit<br />
seinem Kreativpartner Evan Goldberg<br />
(Superbad, The Interview)<br />
eine Serie vor, die von Cameo-Auf-<br />
EUPHORIE IM STREAM: NEWS & RELEASES<br />
THE STUDIO (S1)<br />
tritten und prominent besetzten<br />
Rollen nur so übergeht. Martin<br />
Scorsese, Bryan Cranston, Ron<br />
Howard, Paul Dano, Zoë Kravitz,<br />
Charlize Theron, Steve Buscemi,<br />
Zac Efron … – wenn vom Überlebenskampf<br />
der Filmstudios erzählt<br />
wird, tauchen ständig bekannte<br />
Gesichter auf.<br />
Als Studioboss muss Matt sich<br />
gegen selbstverliebte Schauspieler<br />
und andere Schwierigkeiten durchsetzen<br />
und Spaß am Risiko und<br />
am Nervenkitzel haben, denn jede<br />
Party, jede Casting-Entscheidung,<br />
jede Award-Show kann entweder<br />
zum nächsten großen Erfolg oder<br />
zur totalen, alles ruinierenden<br />
Katastrophe führen. Was für Filmfan<br />
Matt als Traumjob begann,<br />
macht sein Leben mittlerweile<br />
zum Albtraum. Denn es ist gar<br />
nicht so leicht, kreative Visionen<br />
umzusetzen und Filme zu<br />
produzieren, die sowohl relevant<br />
als auch inspirierend sind – und<br />
gleichzeitig wirtschaftliche Anforderungen<br />
zu erfüllen. Ein Leben<br />
zwischen Druck und Glamour, das<br />
von haarsträubenden Situationen<br />
gepflastert ist: „Ich wollte (diesen<br />
Job) machen, weil ich Filme liebe.<br />
Aber jetzt habe ich Angst, mein Job<br />
besteht darin, sie zu verderben.“<br />
Tja …<br />
Ab 26.03. bei Apple TV+.<br />
Sie änderte ihren Namen,<br />
brach alle Brücken hinter<br />
sich ab und hütete 15 Jahre<br />
lang ihr Geheimnis – doch als<br />
ihre fünfjährige Tochter sie eines<br />
Tages unschuldig nach ihrem<br />
Großvater fragte, begann Melissa<br />
sich zu öffnen, von Ballast zu<br />
befreien und am Buch „Shat-<br />
68 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />
tered Silence: The Untold Story<br />
of a Serial Killer’s Daughter“ zu<br />
arbeiten; später wird sie außerdem<br />
den Podcast „Happy Face“<br />
produzieren. Melissa G. Moore,<br />
heute True-Crime-Filmemacherin,<br />
ist die Tochter des kanadischamerikanischen<br />
Serienmörders<br />
Keith Hunter Jesperson, genannt<br />
„Happy Face“, der Anfang der<br />
Neunzigerjahre mindestens acht<br />
Frauen das Leben kostete und der<br />
in der Strafanstalt Oregon State<br />
Penitentiary einsitzt. Als Melissa<br />
15 Jahre alt war, entdeckte sie die<br />
Wahrheit über ihren bis dahin<br />
über alles geliebten Vater.<br />
Die Serie Happy Face ließ<br />
sich nun von Melissas Lebensgeschichte<br />
inspirieren, um zu<br />
erzählen, wie der Vater, zu dem<br />
die Tochter keinen Kontakt pflegt,<br />
diese Jahre später kontaktiert –<br />
und bei der Begegnung ein weiteres<br />
Opfer ins Spiel bringt. Als<br />
„Happy Face“ ist Dennis Quaid zu<br />
sehen, die Serien-Variante seiner<br />
Tochter, die sich ihrer verdrängten<br />
Herkunft stellt und sich<br />
Identitätsfragen stellt, wird von<br />
Annaleigh Ashford (B Positive)<br />
gespielt.<br />
Ab 20.03. bei Paramount+.
© Apple TV+, Sky, Netflix, Paramount+<br />
DOPE THIEF (S1) TOXIC TOWN (S1) GANGS OF<br />
LONDON (S3)<br />
Brian Tyree Henry (Atlanta) und<br />
Wagner Moura (Civil War) planen<br />
als beste Freunde einen Coup:<br />
Sie geben sich als DEA-Agenten<br />
aus, um in Philadelphia Kleindealer<br />
auszurauben. Das „Geschäft“<br />
läuft blendend – bis sie versuchen,<br />
das falsche Haus zu plündern und<br />
einem mächtigen Drogenkartell<br />
auffallen, das für die Aktion viele<br />
Opfer fordert …<br />
Ab 14.03. bei Apple TV+.<br />
Als Dutzende Babys in der britischen<br />
Industriestadt Corby mit<br />
Fehlbildungen geboren werden,<br />
beginnen ihre Mütter unbequeme<br />
Fragen zu stellen. Jodie Whittaker<br />
(Dr. Who), Aimee Lou Wood<br />
(Sex Education), Robert Carlyle<br />
(Trainspotting) und Rory Kinnear<br />
(Men) erzählen von einem Skandal:<br />
den Giftmüllfall von Corby. Es wird<br />
ein harter Kampf um Gerechtigkeit.<br />
Ab 27.02. bei Netflix.<br />
Hunderte von Menschen in London<br />
sterben durch manipuliertes<br />
Kokain. Die Stadt ist in Aufruhr,<br />
die Behörden ermitteln – und die<br />
Unterwelt, in der weiterhin unerbittliche<br />
Bandenkämpfe um die<br />
Vorherrschaft wüten, steht unter<br />
Druck. In der dritten Staffel steht<br />
Ex-Undercover-Cop Elliot (Sope<br />
Dìrísù) als Krimineller an der Seite<br />
der Dumanis. Ab März bei Sky.<br />
wird also vorerst nicht seinen<br />
Ruhestand genießen und seine<br />
Memoiren verfassen, wird doch<br />
gerade ein düsteres Kapitel in seinem<br />
Land geschrieben. Er soll der<br />
Sache auf den Grund gehen,<br />
was am „Zero Day“,<br />
wie der Tag der Attacke<br />
öffentlich genannt wird,<br />
geschehen ist.<br />
ZERO DAY (S1)<br />
Eine Minute lang sind alle<br />
wichtigen Computersysteme<br />
und sämtliche Mobiltelefone<br />
im Land lahmgelegt. Die<br />
Folgen sind verheerend. Überall<br />
herrscht Chaos, 3.402 Menschen<br />
soll die Cyberattacke das Leben<br />
kosten. Während des Angriffs erschien<br />
eine Drohbotschaft auf jedem<br />
Bildschirm: Dies wird wieder<br />
geschehen. Um den Terrorangriff<br />
schnellstmöglich aufzuklären,<br />
setzt die US-Präsidentin Mitchell<br />
(Angela Bassett, Black Panther)<br />
– während sich das Land noch<br />
in Schockstarre befindet – eine<br />
Sonderkommission ein, die mit<br />
nie dagewesenen Befugnissen die<br />
wahren Täter aufspüren soll und<br />
der niemand Geringerer als der<br />
frühere Präsident der Vereinigten<br />
Staaten vorsteht: George Mullen<br />
Zu George Mullen, dem<br />
Mann, der niemandem<br />
trauen sollte – nicht<br />
einmal sich selbst –,<br />
wird Filmgröße Robert<br />
De Niro. Die Verschwörungsthriller-Serie<br />
Zero Day wurde<br />
von TV-Produzent Noah Oppenheimer<br />
(Ex-Präsident von NBC<br />
News und Drehbuchautor von Pablo<br />
Larraíns Jackie, Maze Runner<br />
und Die Bestimmung – Allegiant),<br />
Showrunner Eric Newman (Produzent<br />
von Narcos: Mexico) und<br />
„The New York Times“-Journalist<br />
Michael S. Schmidt für Netflix<br />
entwickelt. Ab sofort bei Netflix.<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 69
HEIM<br />
WERK<br />
NEUES IM HEIMKINO<br />
DES TEUFELS BAD<br />
HERETIC<br />
WICKED<br />
Veronika Franz und Severin Fiala<br />
(Ich seh Ich seh) erzählen von<br />
Agnes (intensiv: Anja Plaschg<br />
alias Soap&Skin), die 1750 durch<br />
ihre Heirat in einem entlegenen<br />
Dorf in Oberösterreich landet.<br />
Die hochsensible Frau wird an<br />
den erdrückenden Erwartungen<br />
und der Gefühlskälte der anderen<br />
scheitern …<br />
Ab 27.03. im Handel.<br />
Schwester Paxton (Chloe East) und<br />
Schwester Barnes (Sophie Thatcher)<br />
klopfen an Mr. Reeds Tür, um den<br />
Glauben der Mormonen zu verkünden.<br />
Sie bemerken rasch, dass<br />
ihr charmantes Gegenüber (Hugh<br />
Grant) keine religiöse Nachhilfe<br />
nötig hat. Da sitzen sie jedoch bereits<br />
in der Falle, und eine abseitige<br />
Prüfung ihres Glaubens beginnt.<br />
Ab 27.03. im Handel.<br />
Generationen sind mit Der Zauberer<br />
von Oz (1939) aufgewachsen.<br />
1995 erzählte ein Roman die<br />
Geschichte aus der Sicht der beiden<br />
Hexen. Er wurde zum Musicalhit<br />
– und nun zum Blockbuster. Die<br />
Verfilmung kommt in zwei Teilen.<br />
Als Auftakt sehen wir, wie Galinda<br />
(Ariana Grande) Bekanntschaft mit<br />
Elphaba (Cynthia Erivo) macht.<br />
Ab sofort m Handel.<br />
Riefenstahl<br />
Im Jahr 1980 sitzt Leni Riefenstahl<br />
in der SWR-Sendung<br />
„Lebensläufe“ und erklärt, dass<br />
Politik das Gegenteil von dem sei,<br />
was sie ihr Leben lang erfüllt und<br />
fasziniert hätte. Was in ihren Augen<br />
das Gegenteil von Politik sei, will<br />
der Moderator wissen. Die Kunst,<br />
ganz eindringen in Themen. Wenn<br />
man intensiv lebe wie ein Künstler,<br />
sei gar kein Platz mehr, sich für<br />
die realen Dinge zu interessieren,<br />
erklärt die Frau, die ästhetisch herausragende<br />
NS-Propagandafilme<br />
geschaffen hat wie Triumph des<br />
Willens und Olympia, der den<br />
starken, überlegenen Körper feiert.<br />
Riefenstahl hat sich bei der Darstellung<br />
ihrer Position im Dritten<br />
Reich immer wieder in Widersprüche<br />
verwickelt, hatte aber nie ein<br />
Problem damit, diese Widersprüche<br />
zu ignorieren. Von einer Nähe zum<br />
NS-Regime wollte sie nach Kriegsende<br />
öffentlich nichts mehr wissen.<br />
In ihrem 700 Kisten umfassenden<br />
Nachlass, den die<br />
TV-Journalistin und<br />
Produzentin Sandra<br />
Maischberger gemeinsam<br />
mit Regisseur<br />
Andres Veiel (Beuys)<br />
durchforsten konnten,<br />
gibt es vieles, was<br />
diesem Muster folgt:<br />
das Leugnen eigener<br />
politischer Schuld und der Sympathie<br />
mit NS-Ideologien in TV-Sendungen.<br />
Ein persönlicher Nachlass<br />
ist natürlich auch immer kuratiert.<br />
Interessant ist, was weggelassen<br />
wurde oder vielleicht durchgerutscht<br />
ist. In den Kisten finden<br />
sich etwa zahlreiche Aufnahmen<br />
von Telefongesprächen (viele davon<br />
mit Albert Speer): Manchmal ist da<br />
hoffnungsvoll davon die Rede, dass<br />
das deutsche Volk bald wieder so<br />
weit ist, auf den richtigen Weg zu<br />
kommen: „Das deutsche Volk hat ja<br />
die Anlage dafür.“<br />
Ab 20.03. im Handel.<br />
© Majestic (Universal Pictures), Universal Pictures Germany GmbH, PLAION PICTURES (2), CBC<br />
70 <strong>DOT</strong>.MOVIE
TEE, MILCH UND KAFFEE FÜR CATE BLANCHETT IN DER<br />
DÜSTEREN MINISERIE DISCLAIMER.<br />
DISCLAIMER Als VOD verfügbar, USA/GB<br />
2024, REGIE Alfonso Cuarón, MIT Cate Blanchett,<br />
Kevin Kline, Sacha Baron Cohen, Louis Patridge,<br />
Kodi Smit-McPhee, Lesley Manville, FILM -<br />
LÄNGE 343 Min. in 7 Episoden, © Apple TV+<br />
Als Catherine Ravenscroft<br />
in einer Lacke Milch<br />
erwacht, muss sie sich<br />
beeilen – jemand, der ihr und<br />
ihrer Familie schaden will, ist auf<br />
einer unaufhaltsamen Mission.<br />
Catherine versucht auf die Beine<br />
zu kommen. Sie versucht sich zu<br />
übergeben – um die Tranquilizer,<br />
die ihr in einer Tasse Tee untergejubelt<br />
wurden, wieder aus dem<br />
System zu kriegen, und sie sucht<br />
in der schäbigen Küche, in der sie<br />
sich befindet, nach etwas, das sie<br />
wieder wach macht. Kaffee. Viel<br />
Kaffee. Sie bereitet ihn notdürftig<br />
in einer großen Rührschüssel zu<br />
und wirft eine Handvoll Eiswürfel<br />
in die heiße Brühe – damit sie das<br />
Gebräu schneller runterstürzen<br />
kann. Parallel dazu bucht sie<br />
einen Wagen, der sie zu ihrer Familie<br />
bringen soll – oder wer eben<br />
davon noch übriggeblieben ist.<br />
Catherine Ravenscroft steht<br />
unter fürchterlichem Stress, seit<br />
sie kürzlich eine Postsendung<br />
mit bedrohlich-hämischer Note<br />
erhalten hat. Die Journalistin hat<br />
sich einen Namen damit gemacht,<br />
die Verbrechen und Verfehlungen<br />
anderer aufzudecken. Als sie nun<br />
einen anonymen Roman zugeschickt<br />
bekommt, ist sie jedoch<br />
eher daran interessiert, Geschehnisse<br />
zu kaschieren und gut<br />
bedeckt zu halten:<br />
FILM<br />
Zu ihrem Schrecken<br />
ist nämlich<br />
KOST<br />
die Hauptfigur des<br />
Romans keine andere als<br />
sie selbst. Der Verfasser des Buches<br />
weiß über ihre Geheimnisse<br />
Bescheid – und die Geschichte<br />
wird laut Lektüre kein gutes Ende<br />
nehmen.<br />
Catherine gerät in Panik: Ihre berufliche<br />
Karriere und die Beziehung<br />
zu ihrem Mann Robert (Sacha<br />
Baron Cohen, Borat) und zu ihrem<br />
labilen Sohn Nicholas (Kodi Smit-<br />
McPhee, Slow West) stehen nun auf<br />
einem brüchigen Fundament. Sie<br />
setzt alles daran, die Identität des<br />
Autors aufzudecken.<br />
Wenn Oscar-Preisträger Alfonso<br />
Cuarón (Roma, Gravity, Harry<br />
Potter und der Gefangene von<br />
Askaban) eine Miniserie lang<br />
Cate Blanchett (Tár, Blue Jasmine)<br />
ins Strudeln bringt, verfilmt er<br />
das 2015 veröffentlichte Romandebüt<br />
der Fernsehmacherin Renée<br />
Knight. Er geht dramaturgisch<br />
gefinkelt vor, denn das Publikum<br />
sollte sich nicht täuschen lassen.<br />
Wie verlässlich sind die Erzählstimmen?<br />
Was ist Catherines<br />
Mission? Cuarón wird Haken<br />
schlagen, um die Geschehnisse<br />
schichtweise ans Licht zu bringen.<br />
Dass Cuarón seine gehetzte<br />
Hauptfigur, als sie schon einiges<br />
mitgemacht hat, ausgerechnet<br />
in Milch aufwachen lässt, kann<br />
jemandem, der Disclaimer noch<br />
nicht gesehen hat, Rätsel aufgeben:<br />
Milch symbolisiert Reinheit<br />
– ist Catherine unschuldiger, als<br />
ihr Umfeld glaubt? Milch steht<br />
aber auch für Überfluss –<br />
warum soll ihr ihr perfektes<br />
Leben genommen werden?<br />
Und dann noch: Milch wird<br />
in Filmen bevorzugt von Bösewichten<br />
getrunken (A Clockwork<br />
Orange, No Country for Old<br />
Men, Inglorious Basterds, Get<br />
Out). Wer ist der Bösewicht? Sie –<br />
oder die Person, der die Milchpackung<br />
gehört?<br />
Disclaimer erzählt packend<br />
eine Geschichte des Schmerzes.<br />
Und sie handelt auch vom Erzählen<br />
– und von Erzählhoheit. Niemand<br />
kann hier gewinnen. Nur das<br />
Publikum, das eine ausgeklügelte<br />
und niederschmetternde Miniserie<br />
aufgetischt bekommt.<br />
<strong>DOT</strong>.MOVIE 71
©ALEKSANDRA KAWKA<br />
LUBOMYR MELNYK<br />
S U P P O R T : J U L I A N S C H L O S S E R<br />
15. APRIL<br />
STADTSAAL<br />
MARIAHILFERSTRASSE 81<br />
1060 WIEN<br />
Jetzt Tickets sichern!
Nena<br />
Mit unvergesslichen Erfolgshits wie<br />
„99 Luftballons“ und „Irgendwie,<br />
Irgendwo, Irgendwann“ wurde sie<br />
zur Ikone der Neuen Deutschen<br />
Welle und prägt seit Jahrzehnten<br />
die deutsche Musiklandschaft.<br />
Auch live fasziniert Nena mit ihrer<br />
einzigartigen Bühnenpräsenz und<br />
zieht Fans aller Generationen in<br />
ihren Bann. Im Sommer 2025<br />
begeistert die deutsche Musikerin<br />
ihr Publikum bei einem Highlight-<br />
Konzert in Wien, ergänzt durch<br />
weitere Auftritte in Horitschon,<br />
Grafenegg, Henndorf am<br />
Wallersee, Graz und Kufstein.<br />
www.oeticket.com,<br />
Galopprennbahn Freudenau,<br />
Freudenau 65, 1020 Wien,<br />
15. August, 20:00 Uhr,<br />
VVK: ab € 62,49<br />
9 SEITEN<br />
<strong>DOT</strong>.PLANER<br />
© Sarah Rechbauer, Wolfgang Heckel-Moehle<br />
Jeder ist am Start<br />
Die Nordabfahrt der Schlossalm in Gastein<br />
ist mit 1440 Höhenmetern eine der längsten<br />
Abfahrten der Ostalpen und eine echte Herausforderung.<br />
Das gilt umso mehr, wenn man diese<br />
beim „Die Nord – Das Rennen“ in der Hocke<br />
bestreiten will. Auch <strong>DOT</strong>. testete bereits die<br />
Oberschenkel-Ausdauer bei dem spektakulären<br />
Rennen in Gastein. Nach rund sechs Minuten<br />
ist man auf alle Fälle sehr froh, im Ziel noch<br />
stehen zu können. Am 5. April heißt es heuer<br />
wieder Start frei für alle Skifahrer und Snowboarder,<br />
die sich der Challenge stellen wollen.<br />
gastein.com<br />
LENNY KRAVITZ. THE KOLORS. GARISH. LUBOMYR MELNYK. RIAN. SOPHIE LINDINGER. JORIS. LOI.<br />
OONA DOHERTY. SILVERSTEIN. ROMERO. ALAN WALKER. ZAHO DE SAGAZAN. LEBANON HANOVER.
Garish<br />
Ein einzigartiger Mix aus melancholischen<br />
Klängen und energiegeladenen<br />
Rhythmen prägt das<br />
musikalische Schaffen von Garish.<br />
Nach ihrem Debütalbum „Silent<br />
Despair“ und zahlreichen einprägsamen<br />
Hits brachten sie 2024 mit<br />
„Echoes of Yesterday“ ein weiteres<br />
Meisterwerk auf den Markt, das<br />
die hohen Erwartungen ihrer Fans<br />
mehr als erfüllt. Die aktuelle Platte<br />
zeigt die Weiterentwicklung ihres<br />
Sounds und festigt ihren Status als<br />
eine der spannendsten Bands der<br />
Szene. In diesem Jahr sind sie gleich<br />
vier Mal live zu erleben: in Linz,<br />
Graz, Salzburg und Wien. Ihre<br />
Konzerte sind für ihre emotionale<br />
Tiefe und mitreißende Energie<br />
bekannt, die einen bleibenden Eindruck<br />
hinterlassen – eine Gelegenheit,<br />
die man nicht verpassen sollte.<br />
www.posthof.at, Posthof, Mittlerer Saal,<br />
Posthofstraße 43, 4020 Linz, 20. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 36,39<br />
https://spielstaetten.buehnen-graz.com,<br />
Orpheum Extra, Orpheumgasse 8, 8020 Graz,<br />
21. März, 20:00 Uhr, VVK: € 30,60<br />
www.argekultur.at, ARGEkultur, Ulrike-<br />
Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg,<br />
05. April, 20:00 Uhr, VVK: € 32,50<br />
www.wuk.at, WUK; Währinger Straße 59,<br />
1090 Wien, 10. April, 20:00 Uhr, VVK: € 40,–<br />
© Mark Seliger, Aleksandra Kawka, Chiara Mirelli, Julia Grandegger<br />
Rock Symphony The Kolors Orchestra<br />
Mit ihrem Sieg bei der Talentshow „Amici“<br />
katapultierten sich The Kolors 2015 an die<br />
Spitze der italienischen Musikszene. Ihr Debütalbum<br />
„Out“ war ein riesiger Erfolg, erreichte<br />
fünffach Platin und führte zwölf Wochen lang<br />
die italienischen Charts an. Schon bald folgte das<br />
zweite Album „You“, das mit Kollaborationen wie<br />
mit Gucci Mane auf „What Happened Last Night“<br />
glänzte. Die Band landete 2018 mit „Frida (mai<br />
mai, mai)“ einen Radiohit und setzte 2019 mit<br />
„Pensare male“ (feat. Elodie) einen weiteren Meilenstein,<br />
als der Song auf Platz eins der Airplay-<br />
Charts kletterte. 2023 schlossen sie einen Vertrag<br />
bei Warner Music Italy ab und eroberten mit<br />
ihrem Track „Italodisco“ die Charts, der vierfach<br />
Platin erreichte. Ihre aktuelle Single „Un ragazzo<br />
una ragazza“, die sie beim Sanremo Festival 2024<br />
präsentierten, hat mittlerweile Goldstatus erreicht.<br />
www.simmcity.at, Simm City Festsaal Zentrum Simmering,<br />
Simmeringer Hauptstraße 96a, <strong>111</strong>0 Wien, 11. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 49,90<br />
74 <strong>DOT</strong>.PLANER
Lenny Kravitz<br />
Seit über drei Jahrzehnten prägt Lenny<br />
Kravitz die Musikwelt, hebt stilistische<br />
Grenzen auf und zählt zu den einflussreichsten<br />
Rockmusikern seiner Zeit. Seine<br />
Songs vereinen Einflüsse aus Soul, Rock<br />
und Funk der 60er- und 70er-Jahre und<br />
brachten ihm vier „Grammy Awards“ ein.<br />
2024 erhielt er den „Music Icon Award“<br />
und einen Stern auf dem Hollywood Walk<br />
of Fame. Auch die CFDA ehrte ihn als<br />
„Fashion Icon“, da er nicht nur musikalisch,<br />
sondern auch stilistisch neue Maßstäbe<br />
setzt. Neben seinen zwölf Alben, die<br />
weltweit über 40 Millionen Mal verkauft<br />
wurden, ist Kravitz auch als Designer<br />
aktiv. So veröffentlichte er das Fotobuch<br />
„Flash“ und seine Memoiren „Let Love<br />
Rule“. Als kreativer Geist, der stets neue<br />
Projekte am Laufen hat, hat er seine<br />
Karriere kontinuierlich weiterentwickelt.<br />
Sein Album „Blue Electric Light“, das im<br />
Mai 2024 erschien, zeigt einmal mehr<br />
seine Vielseitigkeit und kreative Energie.<br />
www.stadthalle.com, Wiener Stadthalle, Halle D,<br />
Roland-Rainer-Platz 1, 1150 Wien, 09. März,<br />
19:30 Uhr, VVK: ab € 89,99<br />
Lubomyr Melnyk<br />
Einer der größten Pianisten unserer Zeit<br />
und eine faszinierende Klangreise erwarten<br />
das Publikum am 15. April im Wiener<br />
Stadtsaal. Der ukrainische Ausnahmepianist<br />
und Komponist Lubomyr Melnyk, Meister der<br />
„Continuous Music“, verzaubert mit rasanten<br />
Tonfolgen, hypnotischen Klängen und beeindruckender<br />
Innovation. Seine Virtuosität<br />
und neuartige Technik erlauben es ihm, bis zu<br />
19,5 Noten pro Sekunde am Klavier zu spielen<br />
und damit einen einzigartigen Klangteppich<br />
zu zaubern, der eine tranceartige Intensität<br />
entfaltet. Melnyks außergewöhnliche Lebensgeschichte<br />
spiegelt sich auch in seinen bewegenden<br />
Kompositionen wider, die Sehnsucht<br />
und Heimatliebe spürbar machen. Von der<br />
Spätromantik bis zur Minimal Music überschreitet<br />
er stilistische Grenzen und erschafft<br />
eine unvergleichliche musikalische Welt.<br />
www.stadtsaal.com, Stadtsaal, Mariahilfer Straße 81,<br />
1060 Wien, 15. April, 19:30 Uhr, VVK: € 44,70<br />
<strong>DOT</strong>.PLANER 75
EVENT<br />
PLANER<br />
INFO: www.planet.tt,<br />
Raiffeisen Halle im Gasometer,<br />
Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />
08. März, 20:00 Uhr, VVK: € 39,95<br />
INFO: www.wuk.at, WUK,<br />
Währinger Straße 59, 1090 Wien, 12. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 39,99<br />
76 <strong>DOT</strong>.PLANER<br />
RIAN<br />
A<br />
nsteckende Popsongs, die eine gelungene<br />
Mischung aus Happy-Vibes und gezielt<br />
platzierter Melancholie bieten, zeichnen den<br />
Künstler aus. Er kombiniert Pop, Hip-Hop<br />
und Indie, untermalt seine Songs mit<br />
tanzbaren Beats und würzt sie mit<br />
einer guten Portion Humor. Nach der<br />
Ankündigung seiner EP, die Anfang<br />
des Jahres erschien, geht es nun<br />
auf „Verwandtschaftstreffen Tour“<br />
durch Deutschland und Österreich.<br />
Die bereits veröffentlichten<br />
Tracks der kommenden EP, darunter<br />
„Fast Egal“ und „Wenn ich alt<br />
bin“, sprechen auf unpeinliche Weise<br />
ernste Themen wie Verliebtheit,<br />
Vermissen und Freundschaft an.<br />
Sein Charme kommt nicht nur bei<br />
der Musik, sondern auch in seinen<br />
humorvollen Clips bestens an: 120.000<br />
Follower auf Instagram, 620.000 auf<br />
TikTok, 60.000 Abonnenten auf You-<br />
Tube und über 25 Millionen Streams<br />
auf Spotify beweisen, dass<br />
er die Herzen seiner Fans<br />
im Sturm erobert. Da die<br />
Konzerte in Köln, München<br />
und Wien bereits in<br />
Kürze ausverkauft waren,<br />
wird seine zweite Headlinertour<br />
um Zusatzshows erweitert<br />
und in größere Locations verlegt<br />
– in Wien ist RIAN deshalb im Wiener<br />
Gasometer zu sehen.<br />
LOI<br />
ber eine Million Follower in ihren sozi-<br />
Netzwerken, zwei Songs mit mehr<br />
Üalen<br />
als 100 Millionen Streams und drei Top-<br />
3-Singles im deutschen Airplay („Gold“,<br />
„News“ und „Am I Enough“) – Loi hat<br />
in ihrer jungen Karriere bereits einiges<br />
erreicht. Ihr Cover von „Blinding<br />
Lights“ brachte ihr Gold in Brasilien,<br />
ihre erste Tour war ausverkauft,<br />
und zahlreiche virale Cover-<br />
Interpretationen auf TikTok und<br />
Co zeigen ihre enorme Reichweite.<br />
Die warme, kraftvolle Stimme der<br />
Künstlerin berührt Musikliebhaber<br />
weltweit, ihre Fangemeinde wächst<br />
kontinuierlich und zieht immer mehr<br />
Menschen an, die sich von ihrer emotionalen<br />
Tiefe begeistern lassen. 2023<br />
erlebten ihre Fans Loi auf ihrer ersten<br />
Solo-Tournee. Im darauffolgenden Jahr<br />
sorgte Loi mit „The Way I Want It“ für eine<br />
neue Feel-Good-Hymne, nachdem „Gold“<br />
bereits Fans in Deutschland, Österreich, der<br />
Schweiz, Frankreich, Polen, Brasilien und<br />
Korea zum Tanzen gebracht hatte. Der Song<br />
motiviert dazu, das Leben in vollen Zügen zu<br />
genießen und alle Hemmungen abzulegen.<br />
Diese Energie lässt dem kommenden Sommer<br />
und ihrer zweiten Solo-Tournee nichts<br />
im Wege stehen.<br />
VERIFIZIERT<br />
Verifiziert leitet mit ihrer aktuellen Single „nie<br />
vorbei“ einen neuen Abschnitt ihrer Karriere ein<br />
und bringt Anfang März frischen Sound sowie<br />
ehrliche Texte auf die Bühne des Wiener Flex.<br />
INFO: www.flex.at, Flex, Donaukanal/<br />
Augartenbrücke, 1010 Wien, 01. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 33,70<br />
NATHAN EVANS & SAINT PHNX<br />
Nathan Evans und SAINT PHNX kombinieren<br />
Folk und Pop in ihrer aufregenden Zusammenarbeit<br />
und präsentieren ihre neue Musik bei<br />
gemeinsamen Auftritten.<br />
INFO: www.wuk.at, WUK,<br />
Währinger Straße 59, 1090 Wien, 03. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 44,70<br />
WISHBONE ASH<br />
Die 2025er-Tour von Wishbone Ash steht unter<br />
dem Motto „The Wish List Tour“, bei der Fans<br />
über die Setlist entscheiden und auch seltene<br />
Songs gespielt werden.<br />
INFO: www.reigen.at, REIGEN live,<br />
Hadikgasse 62, 1140 Wien, 05. März,<br />
20:30 Uhr, VVK: € 42,50<br />
BIBIZA<br />
Wieder geht es für BIBIZA in den Bus, um bei<br />
seinen energiegeladenen Konzerten Rock ’n’ Roll,<br />
Spaß und Chaos zu vereinen – mit Band und einer<br />
ordentlichen Portion Grenzüberschreitungen.<br />
INFO: www.music-hall.at, Music Hall,<br />
Grabenweg 74, 6020 Innsbruck, 05. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 34,99<br />
OONA DOHERTY<br />
In „Specky Clark“ erzählt Oona Doherty<br />
mit Enda Walsh eine surreal-klassensoziale<br />
Geschichte, die von Lankum und Gavino Murgia<br />
musikalisch begleitet wird.<br />
INFO: www.festspielhaus.at,<br />
Festspielhaus St. Pölten, großer Saal, 07. März,<br />
19:30 Uhr, VVK: € 42,90<br />
SILVERSTEIN<br />
Bekannt für ihre energischen Shows und einen Mix<br />
aus emotionalem Hardcore und melodischem<br />
Punk, gehört Silverstein zu den prägenden Bands<br />
der kanadischen Post-Hardcore-Szene.<br />
INFO: www.arena.co.at, Arena,<br />
Baumgasse 80, 1030 Wien, 10. März,<br />
19:00 Uhr, VVK: € 49,65<br />
VOODOO JÜRGENS<br />
Voodoo Jürgens & die Ansa Panier starten ihre<br />
zweite Clubtour im Orpheum und spielen auch im<br />
Reigen, Metropol und Flex, während sie ihr erstes<br />
Livealbum „Wien bei Nacht“ präsentieren.<br />
INFO: www.orpheum.at, Orpheum Wien,<br />
Steigenteschgasse 94B, 1220 Wien, 10. März,<br />
19:30 Uhr, VVK: € 39,–<br />
M¥SS KETA<br />
Heuer bringt M¥SS KETA mit ihrer explosiven<br />
„TOUR.“ und einem wegweisenden Longplayer<br />
die Bühnen zum Leuchten.<br />
INFO: www.flex.at, Flex, Donaukanal/<br />
Augartenbrücke, 1010 Wien, 12. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: 29,–
ALAN WALKER<br />
Der norwegische DJ und Produzent Alan Walker<br />
begeistert seit „Faded“ weltweit. Mit über 115<br />
Millionen Followern und mehr als 80 Milliarden<br />
Streams bleibt er eine Größe der Musikszene.<br />
INFO: www.planet.tt, Raiffeisen Halle im<br />
Gasometer, Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />
13. März, 20:00 Uhr, VVK: € 59,90<br />
WINCENT WEISS<br />
Im März 2025 geht der erfolgreiche deutsche<br />
Popsänger auf Arena-Tour und begeistert mit<br />
einer unvergesslichen Show, unter anderem<br />
auch in der Wiener Stadthalle.<br />
INFO: www.stadthalle.com, Wiener Stadthalle,<br />
Halle D, Roland-Rainer-Platz 1, 1150 Wien,<br />
20. März, 19:15 Uhr, VVK: ab € 58,90<br />
ZAHO DE SAGAZAN<br />
Trotz eines ereignisreichen Jahres 2024<br />
veröffentlicht Zaho de Sagazan eine erweiterte<br />
Version ihres Albums „La Symphonie des éclairs“<br />
mit sieben neuen, energiegeladenen Songs.<br />
INFO: www.planet.tt, Raifeisen Halle im<br />
Gasometer, Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />
20. März, 20:00 Uhr, VVK: € 50,90<br />
LEBANON HANOVER<br />
Lebanon Hanover zählen zu den einflussreichsten<br />
Bands der letzten zehn Jahre, die<br />
die Post-Punk-, Gothic- und Darkwave-Szene<br />
maßgeblich mitgestaltet haben.<br />
INFO: www.livestage-tirol.com, Livestage,<br />
Andechsstraße 67a, 6020 Innsbruck,<br />
20. März, 19:00 Uhr, VVK: € 47,35<br />
TJARK<br />
Mit seiner Debütsingle „schon okay“ knackte<br />
TJARK 2023 bei den Streams die Millionengrenze<br />
und erlangte Aufmerksamkeit durch seine<br />
zweite Single sowie als Tour-Support von LEA.<br />
INFO: www.planet.tt, Szene Wien,<br />
Hauffgasse 26, <strong>111</strong>0 Wien, 23. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 39,20<br />
ANNA BUCHEGGER<br />
Mystische Klänge, elektronische Beats und Salzburger<br />
Dialekt verbinden sich, um in zwölf Kapiteln<br />
Themen wie patriarchale Strukturen und gesellschaftliche<br />
Vorurteile ungeschönt zu thematisieren.<br />
INFO: https://spielstaetten.buehnen-graz.com,<br />
Orpheum Extra, Orpheumgasse 8, 8020 Graz,<br />
25. März, 20:00 Uhr, VVK: € 24,90<br />
OEHL<br />
Oehl und seine Band liefern mit tanzbaren<br />
Beats und emotionalen Akustik-Momenten<br />
gesellschaftliche Themen auf drei Alben, die<br />
unverbraucht und kraftvoll wirken.<br />
INFO: www.rockhouse.at, Salzburg Rockhouse,<br />
Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg,<br />
27. März, 20:00 Uhr, VVK: € 24,80<br />
ALEC BENJAMIN<br />
Als „Pop-Geschichtenerzähler der nächsten<br />
Generation“ hat er mit über 9 Milliarden<br />
globalen Streams internationale Erfolge gefeiert.<br />
INFO: www.planett.tt, Raiffeisen Halle im<br />
Gasometer, Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />
28. März, 20:00 Uhr, VVK: € 49,99<br />
SOPHIE LINDINGER<br />
ophie Lindinger gehört zu den kreativsten<br />
Sund vielseitigsten Köpfen der Wiener<br />
Musikszene, die sich nicht nur als Sängerin,<br />
sondern auch als Produzentin und<br />
Songwriterin einen Namen gemacht<br />
hat. Bekannt wurde sie durch<br />
ihre markante Stimme in der<br />
heimischen Band Leyya, was ihr<br />
2017 und 2018 bei den „Amadeus<br />
Awards“ Anerkennung einbrachte.<br />
Bei My Ugly Clementine tritt<br />
sie zwar „nur“ als Bassistin auf,<br />
doch hinter den Kulissen zieht<br />
sie die Fäden – vom Songwriting<br />
über die Komposition bis hin zur<br />
Produktion. Ihre musikalische Reise<br />
geht jedoch weit darüber hinaus:<br />
Als Mitproduzentin und Songwriterin<br />
war sie maßgeblich an der kreativen<br />
Gestaltung von Leyya beteiligt und<br />
prägte das gesamte musikalische Konzept.<br />
Heute schlägt sie bei ihrem neuen Projekt<br />
bewusst rauere, experimentelle Töne an. Ihre<br />
Musik spiegelt eine spannende Weiterentwicklung<br />
wider, die ihre Leidenschaft für unkonventionelle<br />
Klänge und ihre künstlerische<br />
Vision in den Mittelpunkt stellt. Am 6. März<br />
gibt es Sophie Lindinger live im Schlachthof<br />
Wels zu erleben.<br />
JORIS<br />
ach fast drei Jahren Release-Pause<br />
Nmeldet sich Joris mit frischer Energie<br />
zurück. Obwohl seine letzte Platte<br />
schon eine Weile her ist, hat er nie seine<br />
Liebe zu Liveshows verloren und intensiv<br />
an neuer Musik gearbeitet. Seine<br />
Songs verbinden bittersüße Sehnsucht<br />
mit gefühlvollen Melodien und einer<br />
kraftvollen Stimme, die mal laut, mal<br />
zerbrechlich ist. Seit seinem 2015er-<br />
Debütwerk prägt er die deutsche Musikszene,<br />
hat zahlreiche Awards gewonnen<br />
und Millionen von Streams erzielt. Seine<br />
neue Musik nimmt die Zuhörer mit<br />
durch die Höhen und Tiefen der letzten<br />
Jahre – ein Gefühl, das besonders in der<br />
aktuellen Weltlage nachzuvollziehen ist.<br />
Mit seinem aktuellen vierten Longplayer<br />
„zu viel retro“ liefert er eine von Leben<br />
und Emotionen inspirierte Platte, die<br />
alle Songs live im Studio einfangen – roh<br />
und unperfekt. Zwischen Pop, Alternative<br />
und Indie bricht der Longplayer<br />
mit Genrekonventionen und spiegelt<br />
das Leben als Achterbahn der Gefühle<br />
wider. Nach den vorab veröffentlichten<br />
Tracks „spring!“ und „bye bye mein<br />
Herz“ können Fans im Frühjahr 2025<br />
noch mehr erwarten – sowohl auf Platte<br />
als auch live auf der Bühne.<br />
INFO: www.flex.at, Flex, Donaukanal/<br />
Augartenbrücke, 1010 Wien, 23. März,<br />
20:00 Uhr, VVK: € 42,95<br />
INFO: www.schlachthofwels.at,<br />
Wels Alter Schlachthof, Dragonerstraße 22,<br />
4600 Wels, 06. März, 19:30 Uhr, VVK: € 20,–<br />
© Mario Wallner, Hanna Fasching, Philipp Gladsome, Luis Jantsch<br />
<strong>DOT</strong>.PLANER 77
© Markus Fischer<br />
25 Jahre Freestyle<br />
Zum Jubiläum des Absolut Park wird mit der Spring Battle<br />
und dem FIS Snowboard Weltcup-Finale Freestyle gefeiert.<br />
Eine „Absolute“ Freestyle-Show wird<br />
in Österreichs größtem Snowpark<br />
in Flachauwinkl geboten. Von 8. bis<br />
12. März geht das legendäre Absolut Park<br />
Spring Battle über die Schanzen, und am<br />
13. und 14. März bietet das Slopestyle-<br />
Finale des FIS Snowboard Park & Pipe<br />
Weltcups spannende Runs mit spektakulärer<br />
Freestyle-Action. Somit gibt es<br />
für die Fahrer und Fahrerinnen zweimal<br />
in einer Woche 65.000 Euro Preisgeld,<br />
wertvolle Punkte für die Weltrangliste<br />
sowie die Möglichkeit, sich den letzten<br />
Schliff für die in der zweiten März-Hälfte<br />
stattfindende WM im Engadin zu holen.<br />
Dass die Wahl des Finales auf den Absolut<br />
Park fiel, ist kein Zufall. In den letzten<br />
25 Jahren hat er sich zu einem der<br />
bekanntesten Snowparks weltweit entwickelt.<br />
Das gesamte Park-Areal erstreckt<br />
sich mittlerweile über beeindruckende<br />
1,5 Kilometer und bietet sieben verschiedene<br />
Sektionen mit rund 100<br />
abwechslungsreichen Obstacles. Egal,<br />
ob Beginner oder Pro – es findet jeder<br />
Freestyle-Fan genau das, was er sucht.<br />
www.absolutpark.com<br />
Das Kitz bietet dank der<br />
Höhenlage für seine vier<br />
Snowparks und die Superpipe<br />
bis in den Frühling hinein beste<br />
Bedingungen. Dementsprechend<br />
werden dann auch die Saisonfinale<br />
verschiedenster Bewerbe dort<br />
ausgetragen. Im freien Gelände<br />
sorgt am 15. März der legendäre<br />
X-Over Ride mit einem Challenger<br />
der Freeride World Tour für<br />
spektakuläre Off-Piste-Action<br />
für die Zuseher. Beim Finale der<br />
World Rookie Tour von 23. bis<br />
28. März wird der nationale und<br />
internationale Snowboard-Nachwuchs<br />
um den heiß begehrten<br />
Titel „World Rookie Champion“<br />
kämpfen, und von 30. März bis<br />
3. April geht es dann bei den<br />
Austrian & German Masters im<br />
Slopestyle und Superpipe um die<br />
Staatsmeister-Titel. Dabei gibt es<br />
auch wertvolle Punkte im World<br />
Snowboard Tour Ranking und<br />
im Europacup zu holen. Wer bei<br />
78 <strong>DOT</strong>.PLANER<br />
Top-Spot<br />
Zum Saisonfinale versammelt sich die Freestyle-Community<br />
oben am Kitzsteinhorn.<br />
Events nicht nur zusehen, sondern<br />
auch mal mitmachen will, kann<br />
bei den kostenlosen Austria<br />
Snowpark Days am 12. April mit<br />
Freeski- und Snowboard-Trainern<br />
die ersten Lines über Kicker und<br />
Boxen shredden.<br />
www.kitzsteinhorn.at<br />
© Markus Rohrbacher / Kitzsteinhorn
TEXTE: WOLFGANG HECKEL-MOEHLE<br />
Beat(le)s am Berg<br />
Am Ende des Winters wird noch einmal ordentlich Après-Ski gefeiert.<br />
<strong>DOT</strong>. weiß, wo es abseits der Piste abgeht.<br />
White Pearl Mountain Days<br />
© Tourismusverband Obertauern, Adam Bertalan, Northlight Creative<br />
Beatlemania<br />
BEATLEMANIA<br />
Im März 1965 geschah in<br />
Obertauern etwas Einzigartiges:<br />
Die Beatles, die erfolgreichste<br />
Band aller Zeiten, kamen in das<br />
idyllische schneereiche Bergdorf,<br />
um Szenen für ihren Film „Help!“<br />
zu drehen. Heuer werden es 60<br />
Jahre, seitdem die vier Pilzköpfe<br />
in Obertauern gedreht haben und<br />
ihr erstes und einziges Konzert in<br />
Österreich gaben – heute erinnern<br />
drei Denkmäler an die Musiker,<br />
und sie werden von 6. März bis<br />
1. Mai mit einem Eventreigen unter<br />
dem Titel „Home of Beatles“<br />
noch einmal geehrt. Besucher<br />
können sich auf skifahrende<br />
Beatles-Doubles, Coverband-Konzerte<br />
und natürlich einen „Help!“-<br />
Filmabend freuen. Höhepunkt<br />
wird das Konzert „A Symphonic<br />
Tribute to the Beatles“ sein, wobei<br />
das 46-köpfige Orchester der Philharmonie<br />
Salzburg mit der Solistin<br />
Monika Ballwein Klassiker wie<br />
„Hey Jude“ oder „Let It Be“ live<br />
inszenieren werden – ein etwas<br />
anderes Après-Ski mit harmoni-<br />
Konzerte<br />
07.03. Beatlemania<br />
11.03. Help! A Beatles Tribute<br />
14.03. The Backwards<br />
28.03. A Symphonic Tribute<br />
to the Beatles<br />
schen Beatles-Beats, wie man sie<br />
wohl noch nie gehört hat.<br />
obertauern.com<br />
SKIFEST<br />
Nach der FIS-Ski WM für die<br />
Profis lädt von 14. bis 16. März<br />
erstmalig das Chasing Slopes<br />
Festival im Skicircus Saalbach<br />
Hinterglemm zum lässigsten Skifestival<br />
der Alpen für alle Skifahrer.<br />
Die Besucher dürfen sich auf<br />
eine Mischung aus Side-Events,<br />
Workshops und Skitests freuen.<br />
Wenn der Berg dann von 21. bis<br />
30. März mit Club Vibes von<br />
„Mr. Belt & Wezol“ oder „Amémé“<br />
ruft, wird bei den White Pearl<br />
Mountain Days für maximale<br />
Tanzbarkeit gesorgt.<br />
saalbach.com<br />
HOUSE IN DER HÜTTN<br />
Die stylischen Hütten in der<br />
Skiregion Hochzillertal-Kaltenbach<br />
und in Fügen sorgen beim<br />
ALPICON House Music Festival<br />
für eine einzigartige Festivalatmosphäre.<br />
Am 21. und 22. März<br />
wird bei feinsten House-Beats<br />
von lokalen und internationalen<br />
Top-Acts bei kostenlosem Eintritt<br />
getanzt und gefeiert. Bei Snowbombing<br />
von 7. bis 12. April ist<br />
dann unter anderem The Prodigy<br />
in Mayrhofen „z’House“!<br />
zillertal.at<br />
ALPICON<br />
<strong>DOT</strong>.PLANER 79
Schau aufs Meer<br />
Damit wir auf intakte Ozeane blicken können,<br />
zeigt die Ocean Film Tour, wie wichtig mehr<br />
Schutz für die Meere ist.<br />
Cineplexx-Tipp:<br />
7.3. Millennium City Wien<br />
16.3. Annenhof Kino Graz<br />
© Trilogy Media Group LCC<br />
Filme, welche die Vielfalt der Ozeane zeigen,<br />
verbunden mit beeindruckenden Menschen<br />
und deren Geschichten, stehen diesmal am<br />
Programm der Ocean Film Tour. So erzählt Row<br />
of Life von Angela Madsen, einer ehemaligen<br />
Paraolympionikin, die alleine von Kalifornien<br />
nach Hawaii rudert und für ihren Lebenstraum<br />
alles riskiert. Kelp! ist eine Doku über die gleichnamige<br />
Seegrasart, in der die innovativen Möglichkeiten<br />
aufgezeigt werden, welche die Pflanze<br />
für die Landwirtschaft, die Fischerei und für<br />
Biokraftstoffe bereithält. Die außergewöhnliche<br />
Freundschaft zwischen Menschen und dem Wal<br />
Nika bestärkt darin, dass der Lebensraum, der<br />
von Massentourismus und Umweltzerstörung bedroht<br />
ist, um jeden Preis geschützt werden muss.<br />
In Trilogy geht es um das Spiel mit den Wellen,<br />
wobei drei Weltklasse-Surfer auf der Suche nach<br />
dem perfekten Break sind. 7 Beats per Minute<br />
zeigt, wie tiefgründig die Beschäftigung mit dem<br />
Ozean beim Apnoetauchen sein kann.<br />
oceanfilmtour.com<br />
80 <strong>DOT</strong>.PLANER<br />
Rauf ins Abenteuer<br />
Banff findet mit den aktuellen Filmen<br />
neue Wege ins Abenteuer.<br />
D<br />
ie Banff-Tour zeigt fünf unterschiedliche<br />
Filme, die jedoch Abenteuer, Sport und<br />
vor allem der Umweltgedanken eint. Courtney<br />
Dauwalter zeigt dabei in A Team Sport, dass sie<br />
bei einem Ultra-Marathon zwar nur mit sich selbst<br />
kämpft, ohne ihr Team die Herausforderungen jedoch<br />
nie schaffen würde. Kletterin Molly Mitchell<br />
suchte ihr ganzes Leben nach dem nächsten Adrenalinkick.<br />
Nach einem Kletterunfall stellt sie sich<br />
in Dropping Molly jedoch die Frage, inwieweit sie<br />
den Sport lebt oder der Sport „sie lebt“. Wie sehr<br />
man sich und seinen Sport hinterfragen sollte,<br />
zeigt der Film Farming Turns. Chris Rubens war<br />
einer der besten Freeride-Profis der Welt. Doch bei<br />
Skitouren um die ganze Welt wird ihm bewusst,<br />
wie sehr der Klimawandel unserem Planeten<br />
zusetzt. Er beschließt, etwas zu tun, hängt die<br />
Skier an den Nagel und wird Biobauer – obwohl er<br />
keine Ahnung von Landwirtschaft hat. Nachhaltigkeit<br />
spielt auch in Going East eine große Rolle.<br />
Eine Gruppe von Freeridern sucht dabei mit<br />
öffentlichen Verkehrsmitteln die besten Abfahrten<br />
in Osteuropa. Der vierfache Slopestyle World<br />
Champion Emil Johansson ist sowieso meistens<br />
nur umweltfreundlich mit dem Rad unterwegs<br />
und zeigt in Anytime-Cali atemberaubende<br />
Tricks im traumhaften Kalifornien.<br />
banff-tour.de<br />
Cineplexx-Tipp:<br />
5.4. Annenhof Kino Graz<br />
© Cedar Wright
TEXTE: WOLFGANG HECKEL-MOEHLE<br />
Österreichpremiere<br />
Das Surf Opening wird erstmals in ganz Österreich den Sommer eröffnen.<br />
since 1993<br />
© Naish International, City Wave / Stefan Knittel<br />
Mit dem Olympiasieg von<br />
Valentin Bontus sind<br />
die Surf-Vibes in ganz<br />
Österreich zu spüren. Daher wird<br />
auch das Surf Opening heuer neu<br />
ausgerichtet und verwandelt sich<br />
von 30. April bis 4. Mai zur Bühne<br />
für trendige Boardsportarten, um<br />
im ganzen Land flowiges Surffeeling<br />
zu verbreiten.<br />
EINFACH AUSPROBIEREN<br />
Das Ziel ist es, möglichst vielen<br />
Menschen den Wassersport<br />
näherzubringen, um auch zukünftig<br />
wieder goldene Momente mit<br />
neuen Siegern feiern zu können.<br />
Dazu finden an über 35 Locations<br />
Surf Openings statt, bei denen<br />
Besucher die Möglichkeit haben,<br />
Trendsportarten wie Wingfoilen,<br />
Foilsurfen, Windsurfen,<br />
Pumpfoilen, Wellenreiten, Stand<br />
Up-Paddeln und vieles mehr<br />
teilweise kostenlos und bei freiem<br />
Eintritt auszuprobieren. Surfen ist<br />
Boardsport, und bei Flaute holt<br />
man sich den Flow auf anderen<br />
Brettern – deswegen ist erstmals<br />
auch Wakeboarden und Surfskaten<br />
Teil des Surf Openings.<br />
NACHHALTIGKEIT<br />
ALS LEITMOTIV<br />
Nicht nur der Sport soll nachhaltig<br />
gepusht werden – als<br />
CO2-NetZero-Event setzt das<br />
Surf Opening statt eines großen<br />
zentralen Events auf mehrere<br />
dezentrale Veranstaltungen, die<br />
Alle Infos über die teilnehmenden<br />
Betriebe, Locations<br />
und Sportarten findet ihr<br />
unter www.surfopening.at.<br />
schon vorhandene Strukturen<br />
nützen und möglichst öffentlich<br />
erreichbar sind.<br />
CONTESTS & PARTY<br />
Im Rahmen des Surf Openings<br />
in Wien kann man nicht nur<br />
acht Sportarten ausprobieren,<br />
das neueste Surfmaterial testen<br />
und im Vienna City Beach Club<br />
ordentlich feiern, sondern auch<br />
bei einem Multiwassersport-<br />
Bewerb mitmachen.<br />
www.surfopening.at<br />
<strong>DOT</strong>.PLANER 81
DAS 112. <strong>DOT</strong>. erscheint am 27. März 2025<br />
EIN MINECRAFT FILM<br />
DIE LEGENDE VON OCHI<br />
Jack Black denkt die Welt in Würfeln (Ein Minecraft<br />
Film), für Tilda Swinton, Michael Shannon und<br />
George MacKay ist sie – dank Joshua Oppenheimer<br />
– quasi schon zu Ende (The End). Zivilisatorisch<br />
gesehen steht auch nicht alles zum Besten, wenn Ron<br />
Howard Jude Law, Vanessa Kirby, Sydney Sweeney,<br />
Daniel Brühl und Ana de Armas auf die Galápagos-<br />
Inseln und damit in den Survival-Thriller Eden<br />
schickt. Finn Wolfhard, Willem Dafoe und Helena<br />
Zengel sind derweil schon im Fantasy-Genre unterwegs:<br />
Die Legende von Ochi.<br />
THE END<br />
EDEN<br />
Impressum Cover © 2025 Warner Bros. Entertainment. All Rights Reserved. <strong>DOT</strong>.<strong>magazine</strong> erscheint 9 x p.a. mit einer Auflage von 120.000 Exemplaren österreichweit in der<br />
PPH Media Verlag GmbH, Kutschker gasse 42/Top 13, A-1180 Wien, Tel.: +43 1 235 13 66-800, E-Mail: office@pph-media.at, Web: www.pph-media.at Distribution: Österreichweit<br />
in allen Constantin Film- & Cineplexx-Kinos, 198 McDonald’s-Restaurants und allen Star Movie Kinos. Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Verlagsleitung: Georg Peter Senior<br />
Account Manager & Marketing: Michael Martinek Chefredaktion & Chefin vom Dienst: Nicole Albiez Senior Account Manager: Daniela Ruff Assistenz Marketing, Sales & Redaktion:<br />
Maja Bogic Film: Nicole Albiez, Max Gfrerer, Manuel Oberhollenzer, Alexandra Zawia Musik & Games: Peter Zirbs Fashion & Beauty: Kim Sztrakati Eventplaner: Daniela Ruff<br />
Sport: Wolfgang Heckel-Moehle Lektorat: Gudrun Likar Produktion: Hofeneder & Partner GmbH. Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Veranstalter, Fotoagenturen und diverse Fotografen.<br />
Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck,<br />
auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Fotocredits im Eventkapitel werden durch den Vermerk „Veranstalter” im Impressum abgegolten. Einzelne Fotocredits<br />
im Eventbereich werden nur auf ausdrücklichen schriftlichen Wunsch des Urhebers abgedruckt. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt.
Test<br />
Gratis Mitgliedschaft für alle von 15-19 Jahre<br />
MITGLIED WERDEN<br />
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Stark ermäßigte Mitgliedschaft für alle von 20-23 Jahre<br />
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