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DOT.magazine 111

Seinen Lebensunterhalt verdienen, indem man stirbt: „Parasite“-Regisseur Bong Joon-ho stürzt Robert Pattinson als „Mickey 17“ in eine furchtbare Mission nach der anderen +++ Fünf Jahre lang bereitete sich Timothée Chalamet auf seinen Auftritt als Bob Dylan in James Mangolds „Like a Complete Unknown“ vor. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht +++ Ein amerikanisches Showgirl erfindet sich neu: Pamela Anderson in Gia Coppolas „The Last Showgirl“ +++ Renée Zellweger schlüpft ein viertes Mal in die Haut von „Bridget Jones“ +++ „Love Hurts“ – das lernen Ke Huy Quan und Ariana DeBose auf die harte Tour +++ Rio de Janeiro, Anfang der Siebziger: Walter Salles erzählt mit „Für immer hier - I’m Still Here“ eine Familiengeschichte, die ihn auch persönlich berührt +++ Leonie Benesch bleibt nach „Das Lehrerzimmer“ und „September 5“ stressigen Rollen treu: In „Heldin“ hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch eine dramatisch unterbesetzte Schicht +++

Seinen Lebensunterhalt verdienen, indem man stirbt: „Parasite“-Regisseur Bong Joon-ho stürzt Robert Pattinson als „Mickey 17“ in eine furchtbare Mission nach der anderen +++ Fünf Jahre lang bereitete sich Timothée Chalamet auf seinen Auftritt als Bob Dylan in James Mangolds „Like a Complete Unknown“ vor. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht +++ Ein amerikanisches Showgirl erfindet sich neu: Pamela Anderson in Gia Coppolas „The Last Showgirl“ +++ Renée Zellweger schlüpft ein viertes Mal in die Haut von „Bridget Jones“ +++ „Love Hurts“ – das lernen Ke Huy Quan und Ariana DeBose auf die harte Tour +++ Rio de Janeiro, Anfang der Siebziger: Walter Salles erzählt mit „Für immer hier - I’m Still Here“ eine Familiengeschichte, die ihn auch persönlich berührt +++ Leonie Benesch bleibt nach „Das Lehrerzimmer“ und „September 5“ stressigen Rollen treu: In „Heldin“ hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch eine dramatisch unterbesetzte Schicht +++

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<strong>111</strong><br />

Work-Death-Balance<br />

märz 2025


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House<br />

Fr., 21. März<br />

9 – 17 Uhr<br />

Campus Hagenberg Hagenberg · Linz · Steyr · Wels


EDITORIAL<br />

NICOLE ALBIEZ<br />

Augen auf bei der Berufswahl“,<br />

scheint das Kinoprogramm<br />

der kommenden Wochen zu<br />

brüllen. Nun ja. Mit Mickey 17 (Seite 32)<br />

haben wir gleich eine Figur aufs Cover<br />

gehievt, die sich bei einer Mission quasi<br />

als Wegwerfprodukt verpflichtet hat.<br />

Kein Crewmitglied, das an der Kolonisierung<br />

des Eisplaneten Niflheim arbeitet,<br />

muss vorsichtig an Forschungsfragen<br />

herangehen, schließlich ist Mickey<br />

recycelbar: Stirbt er bei seinen Einsätzen,<br />

wird einfach eine neue Version von ihm<br />

ausgedruckt und mit seinen bisherigen<br />

Erinnerungen gespeist. Jedes Mal, wenn<br />

er stirbt, lernt die Crew etwas Neues über<br />

den Planeten. Für Mickey ist der Preis<br />

des Erkenntnisgewinns jedoch hoch:<br />

Ständig muss er Schmerzen erleiden,<br />

tödliche Viren durch seinen Körper jagen<br />

lassen, Blut spucken, Arme verlieren, auf<br />

außerirdische Kreaturen treffen, die nicht<br />

gerade eine Willkommenskultur pflegen,<br />

verbrannt werden, immer und immer<br />

wieder unwürdig verenden und Erfahrungen<br />

sammeln, die kein Mensch jemals<br />

machen sollte.<br />

Ein Mann, der sich für gesellschaftliche<br />

Hierarchien, für Ungerechtigkeiten und<br />

Heucheleien interessiert, legt diesen satirischen<br />

Film vor: der Südkoreaner Bong<br />

Joon-ho, der in Parasite Hierarchisches<br />

über Wohnräumlichkeiten erzählte und<br />

mit Snowpiercer in eine postapokalyptische<br />

Szenerie versetzte: Die Erde befindet<br />

sich dort in einer menschengemachten<br />

Eiszeit, und die rund 3.000 überlebenden<br />

Menschen leben in einem Zug, der ohne<br />

je anzuhalten um den Planeten rattert,<br />

waggonweise in einem streng organisierten<br />

Klassensystem.<br />

Nun – wenn Bong Joon-ho den Roman<br />

„Mickey 7 – Der letzte Klon“ von Edward<br />

Aston auf die Leinwand bringt – geht es<br />

also um dystopische Arbeitsbedingungen<br />

und den Wert des Menschen: der Arbeiter<br />

als billiges Wegwerfprodukt.<br />

Während Robert Pattinson den Job als<br />

Mickey 17 ausführt, der an seiner Work-<br />

Death-Balance zunehmend verzweifelt,<br />

geht es auch anderen nicht gerade rosig.<br />

Pamela Anderson muss sich als The Last<br />

Showgirl (Seite 36) in einem undankbaren<br />

Alter neu erfinden. Mit Souleymanes<br />

Geschichte (Seite 41) wird u.a. vom haarsträubenden<br />

Job als Fahrradkurier erzählt<br />

– ein Job, den der Protagonist angenommen<br />

hat, weil ihm kaum eine andere Wahl<br />

bleibt. Bei Leonie Benesch steht Überforderung<br />

auf dem Dreh- und fiktionalen<br />

Dienstplan: Nach Das Lehrerzimmer und<br />

September 5 geht es für sie mit stressigen<br />

Rollen weiter – im Drama Heldin (Seite 38),<br />

das gerade bei der Berlinale bejubelt wurde,<br />

hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch<br />

eine dramatisch unterbesetzte Schicht.<br />

Love Hurts (Seite 42) erörtert, dass es<br />

für einen Auftragskiller (Ke Huy Quan,<br />

Everything Everywhere All at Once) gar<br />

nicht so leicht ist, die Branche zu wechseln.<br />

Timothée Chalamet erlebt als Bob Dylan<br />

(Like a Complete Unknown, Seite 46)<br />

derweil die Schattenseiten des Ruhms:<br />

zum Beispiel die Erwartungshaltung der<br />

Fans, Labels und Veranstalter, die (im<br />

schlechten Sinne) ausrasten, wenn er zur<br />

Elektro gitarre greift. Selbst in Fantasyfilmen<br />

hat man’s derzeit nicht leicht –<br />

nicht einmal als mächtige und gefürchtete<br />

Hexe (Milla Jovovich): Man bekommt<br />

undankbare Aufträge aufgebrummt –<br />

etwa In the Lost Lands (Seite 44), einem<br />

doch eher unwirtlichen Ort, nach einem<br />

Heilmittel für den Liebeskummer der<br />

Königin zu suchen.<br />

Nun ja: Wir wünschen entspanntere Arbeitspflichten<br />

als die, die auf der Leinwand<br />

gezeigt werden – und viel Vergnügen beim<br />

feierabendlichen Abtauchen im Kinosaal.<br />

märz 2025<br />

<strong>111</strong><br />

Work-Death-Balance<br />

Robert Pattinson stürzt<br />

sich als Mickey 17 für<br />

Bong Joon-ho in den Tod.<br />

Immer und immer wieder.<br />

www.dot-<strong>magazine</strong>.at<br />

<strong>DOT</strong>.EDITORIAL 3


AB 27. FEBRUAR IM KINO<br />

© TOBIS FILM GmbH. EIGENTUM VON TOBIS FILM. NUR ZUM GEBRAUCH IN DER WERBUNG. VERKAUF, VERVIELFÄLTIGUNG ODER WEITERGABE STRENG VERBOTEN.


CONTENT<br />

<strong>DOT</strong>.<strong>111</strong><br />

STARSTYLE 007<br />

Gossip: Frühlingstriebe 008<br />

Fashion News 016<br />

Schuhtraum in Weiß 017<br />

Punktlandung 018<br />

Beauty News 020<br />

Neuer Duft – neues Ich 021<br />

GAMES 022<br />

Zwischensequenz 022<br />

Doom: The Dark Ages 023<br />

Assassin’s Creed Shadows 024<br />

Atomfall 024<br />

Monster Hunter Wilds 025<br />

Two Point Museum 025<br />

MOVIE 027<br />

Opening Credits 028<br />

Leinwandflirren 030<br />

ÜBERLEBEN<br />

Mickey 17 032<br />

The Last Showgirl 036<br />

Heldin 038<br />

Die Schattenjäger 040<br />

Ein Tag ohne Frauen 041<br />

Souleymanes Geschichte 041<br />

Love Hurts – Liebe tut weh 042<br />

The Lost Lands 044<br />

SOUNDS GREAT<br />

Like a Complete Unknown 046<br />

Becoming Led Zeppelin 050<br />

Köln 75 051<br />

Bolero – Die Entstehung eines Meisterwerks 052<br />

Kneecap 053<br />

FAMILY AFFAIRS<br />

054 Bridget Jones – Verrückt nach ihm<br />

055 September & July<br />

056 Das Licht<br />

057 Für immer hier – I‘m Still Here<br />

KIDS & FAMILY<br />

058 Schneewittchen<br />

060 Ein Mädchen namens Willow<br />

061 Der Prank<br />

062 Familie Faultier – Kochen auf der Überholspur<br />

062 Nina und das Geheimnis des Igels<br />

063 Tumult im Urwald<br />

064 ARTHAUS<br />

064 Jüdisches Filmfestival 2025<br />

066 Hans Zimmer & Friends: Diamond in the Desert<br />

066 Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte<br />

067 Niki de Saint Phalle<br />

067 Cineplexx Opera & Ballet<br />

HEIMWERK<br />

068 Home Entertainment<br />

071 Filmkost<br />

073 PLANER<br />

074 Garish<br />

074 The Kolors<br />

075 Lenny Kravitz<br />

075 Lubomyr Melnyk<br />

076 Event Planer<br />

078 Jubiläum Absolut Park in Flachauwinkl<br />

078 Freestyle Mekka am Kitzsteinhorn<br />

079 Music & Dance am Berg<br />

080 Ocean Film- & Banff-Tour<br />

081 Surf Opening Events in ganz Österreich<br />

ROBERT PATTINSON. RENÉE ZELLWEGER. TIMOTHÉE CHALAMET. HUGH GRANT. GAL GA<strong>DOT</strong>.<br />

EDWARD NORTON. ELLE FANNING. DAVE BAUTISTA. EMMA THOMPSON. MILLA JOVOVICH.


© 2025 McDonald’s<br />

BESTER NEBENDARSTELLER


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Lash Idôle Flutter Extension<br />

Mascara von Lancôme hebt<br />

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und einer ultraleichten Formel<br />

verlängert sie die Wimpern um<br />

bis zu 5,5 mm, trennt sie perfekt<br />

und hält bis zu 24 Stunden.<br />

Die einzigartige Bürste sorgt<br />

für einen flatternden Wimpernverlängerungseffekt,<br />

den auch<br />

Olivia Rodrigo liebt – für einen<br />

Augenaufschlag mit ordentlich<br />

Star-Appeal. Um ca. € 35,–.<br />

www.lancome.de<br />

19 SEITEN<br />

<strong>DOT</strong>.STARSTYLE<br />

© Hersteller, Photo Press Service<br />

Shameless!<br />

Wer hier weiterliest, ist auf<br />

eine schamlose Schlagzeile<br />

hereingefallen – wären wir<br />

im Internet, könnte man auch<br />

„Clickbait“ dazu sagen. Denn<br />

Emmy Rossum hat sich gar<br />

nicht unzüchtig benommen,<br />

sondern taucht auf diesem<br />

Foto gerade bestens angezogen<br />

bei der Fashion Show für<br />

die Carolina Herrera 2025<br />

Collection im Rahmen der<br />

New York Fashion Week auf.<br />

Die Rolle der Fiona in der<br />

Kultserie Shameless stand ihr<br />

allerdings auch ziemlich gut.<br />

Immer zu zweit<br />

Früher, da gab es den Splitscreen für gemeinsames<br />

Spielen: Ein Multiplayer-Modus, für den<br />

man kein Internet und keinen zweiten Computer<br />

brauchte, um zusammen ein Videospiel zu<br />

erleben. Dieser Modus erlebt ein Comeback:<br />

Das fantasievolle Action-Plattform-Adventure<br />

Split Fiction erscheint am 6. März für PS5,<br />

Xbox X/S sowie PC und ist ausschließlich für<br />

zwei Menschen und einen Bildschirm gedacht.<br />

hazelight.se


Frühlingstriebe<br />

Ist der Winter schon vorbei? Kommt er noch mal?<br />

Wir wissen es ebenso wenig wie die Celebs, Promis<br />

und VIPs. Aber eines gilt für alle: Raus auf die Piste,<br />

hinein ins Geschehen!<br />

Präsentiert sich in Top-<br />

Form – oder ist zumindest<br />

am schweißtreibenden Weg<br />

dahin: Jack Black und sein<br />

Kampf mit einem fahrradähnlichen<br />

Ungeheuer.<br />

Zunge raus, Aschenbecher auf: Rita Ora<br />

hat sich gerade neue Brillen gegönnt und<br />

war mit Eheman Taika Waititi an der Gold<br />

Coast in Australien ein bisschen shoppen.<br />

Wenn er dann endlich oben angekommen<br />

ist, sollte er uns jedenfalls eine<br />

Ansichtskarte schicken: Tom Holland<br />

bei seiner Lieblingsbeschäftigung.<br />

UND DAS WAR<br />

DER MOMENT, ALS ES<br />

EVERYBODY‘S SCHÖNLING<br />

GEORGE CLOONEY END-<br />

GÜLTIG DEN VOGEL RAUSGE-<br />

HAUT UND DAS HEU RUNTERGE-<br />

RÄUMT HAT. DABEI PROMOTET<br />

ER NUR SEIN THEATERSTÜCK<br />

GOOD NIGHT, AND<br />

GOOD LUCK.<br />

Ja, es ist nicht einfach, seine 80er-Idole<br />

altern zu sehen. Ist das nun Simon Le<br />

Bon oder doch Billy Idol? Letzterer ist’s,<br />

und seine Stimme ist immer noch cool.<br />

Wie ein klassisches Gemälde: Paris<br />

Jackson trägt einen neuen Verlobungsring,<br />

sieht aber während ihres Telefonats<br />

gar nicht so happy aus. Mixed Signals!<br />

8 <strong>DOT</strong>.GOSSIP


Während sich ihr Gatte<br />

Rauchwaren aus dem<br />

einschlägigen Shop holt,<br />

sitzt Hailey Bieber leicht<br />

verhärmt im Auto und<br />

tröstet sich mit Kaffee.<br />

Ist doch Kaffee, oder?<br />

Hat gut lachen: Christina Aguilera in bester<br />

Laune am Weg zum Flugzeug nach São Paulo wo<br />

sie den zweiten Gig ihrer kleinen Brasilien-Tour<br />

spielt. Es waren ihren ersten Solo-Gigs in dem Land.<br />

So ein brutaler Kerl, dieser Kiefer! Tritt da völlig<br />

ungehemmt auf einen unschuldigen Passanten<br />

ein. Fake News: Sutherland dreht gerade die<br />

Action-Sequenzen für Tinsel Town.<br />

Er hat schon immer eine starke Hand gebraucht,<br />

vor allem, wenn er allein zu Hause war. Die hat<br />

Macaulay Culkin mit Brenda Song gefunden –<br />

seinem Outfit nach ist er noch ein kleiner Bub.<br />

WEGEM IHM<br />

STEHT GERADE DIE<br />

WELT KOPF, AKTIENMÄRKTE<br />

BRECHEN EIN, UND DIE KON-<br />

TINENTALPLATTEN BEGINNEN<br />

SICH ZU VERSCHIEBEN: DAS<br />

IST LIANG WENFENG, DER<br />

GRÜNDER VON DEEP-<br />

SEEK.<br />

Lässt es sich auch mit 82 Jahren<br />

nicht nehmen, auf der New York<br />

Fashion Week aufzutauchen:<br />

Calvin Klein in Begleitung<br />

seiner Exfrau Kelly Rector.<br />

© Photo Press Service<br />

Rod The Mod Stewart hat seinen<br />

Geburtstag standesgemäß mit einer Party<br />

gefeiert: 80 Jahre alt ist er geworden.<br />

Der Rock’n’Roll hat ihn fit gehalten.<br />

Tja, auch der ärgste Action-Hero<br />

wird irgendwann mal bequem:<br />

Kevin Costner lässt sich im Pedicab<br />

durch New Orleans schleifen.<br />

<strong>DOT</strong>.GOSSIP 9


Feiern, was die Spritzpistole hergibt:<br />

Bruno Mars und Sexyy Red haben<br />

unlängst mit Fat Juicy & Wet einen Hit<br />

gelandet, der nicht so ganz jugendfrei ist.<br />

Steht für heuer ganz oben auf der Superstar-Liste:<br />

Chappell Roan hat im Februar<br />

ihren ersten Grammy heimgebracht – und<br />

zwar für Best New Artist.<br />

Robbie Williams verzückt direkt<br />

nach der Flugzeuglandung das australische<br />

Publikum mit einem gut<br />

sichtbaren Statement auf seinem Pulli.<br />

KEINER KANN SO GUT ZOMBIE-<br />

FACE WIE BILLIE EILISH. GRUND<br />

DAFÜR HAT SIE JA: SIE WAR FÜR<br />

NEUN GRAMMYS NOMINIERT<br />

UND IST LEER AUSGEGANGEN.<br />

WIR AHNEN, DASS SIE UMSO<br />

STÄRKER ZURÜCKKOMMT!<br />

Pocket Man: Der schrullige<br />

Herr, der hier aus dem<br />

Hotel in die Limo geleitet<br />

wird, ist immer noch einer<br />

der größten Songwriter –<br />

Sir Elton John, der Mann<br />

der tausend Brillen.<br />

Cardi B zeigt ihren neuen Beach-Look.<br />

Einen ausgedehnten Urlaub hätte sie sich<br />

jedenfalls verdient: Die Hitmaschine läuft,<br />

und ihr Body ist fitter denn je.<br />

10 <strong>DOT</strong>.GOSSIP


Ja, also – nein. Sorry, Ye, aber der Dreh mit<br />

The Game, Ty Dolla $ign & Co sieht eher nach<br />

Wannabe-Hinterhofästhetik aus. Das geht besser.<br />

Ein Nebenprodukt, das sich aus dem<br />

Shoot von Sabrina Carpenter für die<br />

Vogue ergeben hat. Ähnlichkeiten zu<br />

Madonna in der True Blue-Phase<br />

sind nicht zu übersehen.<br />

Wenn einem der besoffene Onkel auf der Familienfeier<br />

unbedingt ein Busserl geben will<br />

– ja, dann hat man in etwa Gesichtsausdruck<br />

und Körpersprache von Charli XCX.<br />

LADY<br />

GAGAS LIEBE<br />

ZU GOTHIC CHIC HAT<br />

SICH BEI DEN GRAMMYS IM<br />

FEBRUAR ERNEUT MANIFESTIERT:<br />

IHR KLEID VON SAMUEL LEWIS<br />

UND IHR MAKE-UP WAREN SU-<br />

PER DARK, ABER ABSOLUT<br />

EINDRUCKSVOLL.<br />

Wer schon immer wissen wollte,<br />

wie Schneewittchen aussieht:<br />

Das ist Rachel Zegler, Hauptbesetzung<br />

von Snow White.<br />

© Photo Press Service<br />

Was soll’s – die besten Ideen hat man oft<br />

am stillen Örtchen. Warum sollte das<br />

also bei Katy Perry anders sein? Kleiner<br />

Tipp: Klodeckel vor Gebrauch öffnen.<br />

Wandelbare Olivia Rodrigo: So<br />

stand sie vor ein paar Jahren für das<br />

Magazin Nylon vor der Kamera –<br />

das Ergebnis ist mystisch und zeitlos.<br />

<strong>DOT</strong>.GOSSIP 11


Wird nicht älter: Nach<br />

ihrem Grammy-Auftritt<br />

feierte Shakira noch<br />

im Bird Streets Club in<br />

West Hollywood weiter.<br />

Die Frau hat Stamina.<br />

Waka Waka.<br />

Ein amerikanischer Familientraum: Gwen<br />

Stefani, Blake Shelton und Sohn Apollo<br />

machen einen Park in LA unsicher – und<br />

scheinen dabei sichtlich Spaß zu haben.<br />

„Heast, des pock‘ i ned. Da Koarl hot gsogt, er hoit mi<br />

und in Rex uma Zwöfe o!“, denkt sich Dennis Quaid<br />

nach seiner Ankunft verzweifelt. Kopf hoch!<br />

Jö, die Kelly Family ist wieder zurück – wer hätte<br />

an dieses Comeback geglaubt, right? Zum Glück<br />

niemand: Das ist J.Lo samt Anhang am Flohmarkt.<br />

Stoische Ruhe: Bonnie Wright,<br />

bekannt als Ginny Weasley aus Harry<br />

Potter, schiebt Sohn Elio Ocean<br />

Wright Lococo durch London.<br />

© Photo Press Service<br />

Julia Roberts, die angsteinflößendste<br />

Mundpartie seit Herman Munster, trinkt<br />

nicht einfach nur mal ein Käffchen, sondern<br />

dreht in London Panic Carefully.<br />

... und Ben Affleck<br />

kümmert sich im<br />

Hollywood-Hipster-<br />

Cardigan um seinen<br />

Sohn Samuel und<br />

versucht, ihm ein<br />

paar Tricks am<br />

BMX-Rad beizubringen.<br />

Good luck!<br />

12 <strong>DOT</strong>.GOSSIP


EXPERIENCE IT IN<br />

AB 06.03. IN<br />

FILMS TO THE FULLEST<br />

ALLE FILME AUF<br />

CINEPLEXX.AT


Schlauer geht es Angelina Jolie an:<br />

In guter, alter Wien-Manier fladert sie das<br />

Einkaufswagerl, um ihre Beute bequem ins<br />

Nest zu bringen. Von den Besten lernen!<br />

Hat es sich auch ein bisschen leichter<br />

vorgestellt: Meg Ryan macht gute Miene<br />

zum schweren Spiel und versucht, dabei<br />

noch Haltung und Würde zu bewahren.<br />

Wer hätte das gedacht: Selbst die<br />

Größten ihrer Zunft wie Willem<br />

Dafoe müssen Hand anlegen und<br />

ihre Einkäufe persönlich heimtragen.<br />

EIN AMAZON-PACKERL FÜR<br />

BROOKE BURNS – NA,<br />

KLINGELT DA WAS? SIE HAT<br />

LIFEGUARD JESSIE OWENS IN<br />

BAYWATCH GESPIELT. GUT, IST<br />

SCHON EIN ZEITERL HER, DAS<br />

WAR NÄMLICH 1998 BIS 2001.<br />

© Photo Press Service<br />

So richtig genervt sieht hingegen Robert<br />

Pattinson aus. Liegt es am schweren Einkauf<br />

oder vielleicht doch am babybedingten<br />

Schlafmangel? Wurscht – da muss er durch!<br />

14 <strong>DOT</strong>.GOSSIP<br />

Jamie Lee Curtis schleppt hingegen<br />

für einen guten Zweck: Sie<br />

spendete unlängst Kleidung für<br />

Frauen, die ihr Heim durch die<br />

Brände verloren haben.<br />

Der Award für das lieblichste Tragen<br />

eines leichten Sackerls geht diesen<br />

Monat an die vor Anmut nur so strotzende<br />

Reese Witherspoon.


VOM PREISGEKRÖNTEN REGISSEUR VON<br />

BRAVEHEART, APOCALYPTO UND HACKSAW RIDGE<br />

MARK WAHLBERG<br />

REGIE MEL GIBSON<br />

DREHBUCH JARED ROSENBERG<br />

AB 20. FEBRUAR IM KINO


<strong>DOT</strong>.<br />

FASHION<br />

Guess Jeans holt die nächste<br />

Generation vor die Kamera: Mit<br />

Gene Gallagher (Ja! – der Sohn<br />

von Brit-Pop-Legende Liam) und<br />

Beabadoobee setzt das Label<br />

auf junge Ikonen, die Musik und<br />

Mode vereinen. Fotograf Rafael<br />

Pavarotti fängt die beiden in starken<br />

Schwarz-Weiß-Porträts ein – roh, ungeschliffen<br />

und mit jeder Menge Coolness. Die Looks: lässige Denim-<br />

Jacken, weite Jeans und klassische Cuts mit modernem Twist.<br />

www.guess.eu<br />

WOHLBEHÜTET<br />

Die Wurzeln von Goorin Bros. reichen bis ins Jahr 1895, als<br />

Cassel Goorin von seiner Pferdekutsche aus in mühsamer Handarbeit<br />

hergestellte Hüte verkaufte. Heute, mehr als 125 Jahre<br />

später, feiert die Animal-Cap-Kollektion mit frischen<br />

Designs, auffälligen Farben und detaillierten Stickereien<br />

das Erbe der Marke auf moderne Weise. Egal, ob<br />

Löwe, Adler oder Dinosaurier – hochwertige<br />

Materialien, perfekte Passform und cooler<br />

Trucker-Style machen die Caps zum absoluten<br />

Hingucker. Ab € 39,90. goorinshop.eu<br />

THE TIME IS NOW<br />

Female Empowerment trifft<br />

nachhaltige Mode: Zum Weltfrauentag<br />

2025 haben sich die<br />

LANIUS und The Colorful<br />

Crew wieder für ein Statement-<br />

Shirt zusammengetan – ein<br />

Reminder, dass Veränderung in<br />

unseren Händen liegt. Ab dem<br />

8. März in limitierter Stückzahl<br />

erhältlich – und mit jeder Bestellung<br />

am Weltfrauentag wird<br />

der Verein nuruWomen e.V.<br />

unterstützt! www.lanius.com<br />

16 <strong>DOT</strong>.STARSTYLE<br />

AUS ALT MACH NEU<br />

Ucon Acrobatics setzt mit recycelten<br />

Textilabfällen ein Statement<br />

gegen die Wegwerfgesellschaft.<br />

Dank innovativer Materialien<br />

wie PUrTEX∞ sind die Taschen<br />

und Rucksäcke nicht nur langlebig,<br />

sondern sparen auch 35 % der<br />

CO₂-Emissionen im Vergleich zu<br />

herkömmlichen Materialien ein.<br />

Gelbe „Selma Medium Bag“ um<br />

€ 69,99, Handytasche um € 39,99,<br />

Weekender um € 99,99.<br />

www.ucon-acrobatics.com<br />

© Hersteller


Schuhtraum in Weiß<br />

Weiß ist das neue Schwarz! Zeitlos, vielseitig kombinierbar und dabei alles<br />

andere als langweilig: Mit diesen Loafern geht’s Richtung Frühling.<br />

FRINGE FEVER<br />

Weiße Lederslipper mit Fransendetails<br />

von Gabor um € 110,–.<br />

www.gabor.com<br />

KETTENREAKTION<br />

Chunky Loafer mit Kettendetail<br />

von Catwalk, bei Deichmann um<br />

€ 34,99. www.deichmann.com<br />

COOL CLASSIC<br />

Leichte Lederloafer mit sportlicher<br />

Sohle von Högl um € 169,90.<br />

www.hoegl.com<br />

BLING BLING<br />

Slipper mit funkelnden Ziersteinen<br />

von Anna Field, bei Zalando um<br />

€ 39,99. www.zalando.at<br />

MILKY WAY<br />

Atmungsaktive Mokassins in<br />

Milchweiß von Geox um € 130,–.<br />

www.geox.com<br />

Auf den Fashionweeks für Frühjahr/Sommer 2025<br />

kam man an weißen Schuhen nicht vorbei: Bei<br />

Miu Miu gab’s klassische Loafer zum verspielten<br />

rosa Kleid und zu grauen Kniestrümpfen, LOEWE<br />

setzte aufschwarze Sohlen und monochrome,<br />

avantgardistische Looks.<br />

GET LACKY<br />

Slipper aus weißem Lackleder<br />

von Caprice, bei Shoe4You um<br />

€ 79,95. www.shoe4you.com<br />

TONANGEBEND<br />

Loafer aus weichem Rindleder<br />

von Marc O’Polo um € 139,95.<br />

www.marc-o-polo.com<br />

LOAFER LOVE<br />

Lederloafer mit Horsebit-Metall-<br />

Highlight von Tommy Hilfiger<br />

um € 159,90. www.tommy.com<br />

© Hersteller, FashionPPS<br />

MUT ZUR LÜCKE<br />

Lederslipper mit Lochmuster<br />

von Tamaris um € 79,95.<br />

www.tamaris.com<br />

PASST INS PROFIL<br />

Loafers aus Vollnarbenleder mit leichter<br />

Profilsohle von Ecco um € 160,–.<br />

www.ecco.com<br />

<strong>DOT</strong>.STARSTYLE 17


Punktlandung<br />

Punkt, Punkt, Punkt – und kein Ende in Sicht! Polka Dots feiern ihr großes<br />

Comeback und verzaubern mit Retro-Vibes und verspielten Looks.<br />

PUNKTERAUSCH<br />

Gepunktete Übergangsjacke<br />

von Ichi um € 49,95.<br />

www.ichi.biz<br />

GLANZPUNKT<br />

Weites Kleid mit Puffärmeln<br />

von YAS um € 89,99.<br />

www.y-a-s.com<br />

ONE PIECE<br />

Overall mit Punkten<br />

von Parfois um € 55,99.<br />

www.parfois.com<br />

Ob classy in Schwarz-Weiß bei Carolina Herrera oder verspielt<br />

bei Moschino – an Polka Dots kommt jetzt niemand vorbei.Und<br />

wem der Allover-Look zu gewagt ist, der setzt einfach auf<br />

gepunktete Accessoires wie Scrunchies, Taschen oder Schuhe.<br />

SCHMAL & CHIC<br />

Bleistiftrock von Even&Odd,<br />

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Kleid mit Bindegürtel<br />

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Semitransparenter Rock in<br />

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deinem Blond heraus – mit der innovativen BONDFINITY-<br />

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FRISCHER GLOW<br />

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griechischen Kräutern und moderner<br />

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1060 Wien.<br />

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AUGEN AUF!<br />

Damit Matthias Schweighöfer nach langen Drehtagen<br />

und kurzen Nächten nicht gar so müde aus der Wäsch’<br />

schaut, hat er sich mit der deutschen Naturkosmetikmarke<br />

Annemarie Börlind zusammengetan. Das<br />

Ergebnis: Augenpads im schwarzen Unisex-Design,<br />

die mit vier Hyaluronsäuren und Gerstenextrakt intensiv<br />

Feuchtigkeit spenden, erfrischen und Fältchen reduzieren.<br />

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www.boerlind.com<br />

20 <strong>DOT</strong>.STARSTYLE


Neuer Duft – neues Ich<br />

Einmal aufsprühen – für immer verlieben! Diese neuen Düfte haben Suchtpotenzial<br />

und kreieren eine Aura, die man nicht vergisst. Welcher wird dein neuer Favorit?<br />

TROPISCHER SOMMER<br />

Blumig-fruchtig mit Mango,<br />

Kokosnusswasser, weißen Blüten<br />

und Ylang-Ylang: „My Way<br />

Ylang“ von Giorgio Armani,<br />

50 ml EdP um ca. € 115,–.<br />

© Hersteller<br />

SÜSS UND VERSPIELT<br />

Der unverkennbare Kaffee-Akkord<br />

trifft auf süße Marshmallows und<br />

fröhliche Orangenblüten: „Black<br />

Opium Glitter“ von Yves Saint<br />

Laurent, 50 ml EdP um ca. € 107,–.<br />

Inspiriert von Rom und seinen besonderen kulturellen<br />

Schätzen, zelebriert Valentino mit „Born in Roma“ seit<br />

2019 die „ewige Stadt“. „Extradose“ geht nun einen Schritt<br />

weiter: mehr Intensität, mehr Langlebigkeit, mehr Ausdruck<br />

– verkörpert von Adut Akech und Anwar Hadid.<br />

VOLLER ENERGIE<br />

Spritzig grüner Unisex-Duft mit<br />

Feige, Vetiver und Zitrusfrüchten:<br />

„Acqua Colonia Fig & Vetiver“<br />

von 4711, 100 ml Eau de Cologne<br />

um € 40,–.<br />

DIE EWIGE STADT<br />

Fangen die Seele Roms ein:<br />

„Born in Roma Extradose“<br />

von Valentino – für Sie mit<br />

Cassis, Rum und Vanille<br />

(50 ml EdP um ca. 142,–);<br />

für Ihn mit Vetiver, Lavendel<br />

und Gewürzen (50 ml EdP um<br />

ca. € 109,–).<br />

KÖNIGIN DER NACHT<br />

Bringt die magische Aura der<br />

nächtlichen Datura-Blüte auf die<br />

Haut – geheimnisvoll, sinnlich und<br />

voller Tiefe: „GINZA Datura“ von<br />

Shiseido, 50 ml EdP um € 107,–.<br />

DIE ESSENZ DER STÄRKE<br />

Der kraftvolle Blütenduft fesselt<br />

mit Damaszener-Rose, Pomarose-<br />

Apfel, Sandelholz und Moschus:<br />

„Idôle Power“ von Lancôme,<br />

50 ml EdP Intense um ca. € 107,–.<br />

BETÖREND<br />

Hommage ans Jahr der Schlange –<br />

mit rotem Tee, Magnolie & Myrrhe:<br />

„Lucky Charms Lunar Lover“ von<br />

Carolina Herrera, 100 ml<br />

EdP, bei Douglas um € 158,–.<br />

<strong>DOT</strong>.STARSTYLE 21


TEXTE: PETER ZIRBS<br />

Zwischensequenz<br />

Alles dreht sich<br />

TOOLS FÜR DIE ELITE<br />

Und nichts bewegt<br />

sich. Das<br />

ist natürlich<br />

böse und gar<br />

nicht so gemeint.<br />

Aber den Eindruck<br />

könnte<br />

man durchaus<br />

bekommen, während<br />

man der Welt beim<br />

Einlegen des Retourgangs<br />

zuschaut.<br />

Na ja, jetzt mal nicht so depro<br />

sein – vielleicht ist dieser Change ja<br />

auch für irgendwas gut. Womöglich<br />

ist eine auf den Kopf gestellte Welt<br />

nicht nur spannend anzusehen,<br />

sondern auch ein Aufrütteln festgefahrener<br />

Normen. Zum Beispiel das<br />

kommende Doom: Das Spiel war<br />

quasi der Auslöser schlechthin für<br />

die Entwicklung von Mehrspieler-<br />

Modi; der neue Teil ist aber ein reines<br />

Single-Player-Erlebnis. Das ist<br />

schon ziemlich schräg. Ein Zeichen?<br />

Unter Umständen findet gerade<br />

ein Einigelungsprozess statt. Nach<br />

mehr als 15 Jahren Social Media<br />

und Online-Communitys folgt nun<br />

der Rückzug. Digitales Cocooning,<br />

die Rückkehr des Biedermeier mit<br />

anderer Hintergrundmusik, sozusagen.<br />

Wäre auch kein Wunder, denn<br />

so lässt es sich der allgegenwärtigen<br />

Transparenz besser entkommen.<br />

Die gläserne Bürgerin und der gläserne<br />

Bürger machen die Schotten<br />

dicht und tauchen ab.<br />

Wer hätte auch<br />

ahnen können, dass die<br />

Meinungen von Abermillionen<br />

Individuen<br />

letztendlich doch<br />

nicht so interessant<br />

sind und furchtbar auf<br />

die Nerven gehen können?<br />

Ein Hinweis darauf<br />

hätte allerdings sein können,<br />

dass bereits ein Mensch, der einem<br />

ungefragt seine Meinung reindrücken<br />

will, entsetzlich anstrengend<br />

ist. Tja, Pech gehabt.<br />

Also auf in eine neue Phase der<br />

inneren Einkehr: Abmelden von den<br />

pseudosozialen Netzwerken, Einzelspieler<br />

wiederentdecken und Allan<br />

Watts hören, bis man ihn rückwärts<br />

und im Handstand mitsprechen<br />

kann. Die neue Ruhe und Gelassenheit;<br />

das digitale Tao.<br />

DLC<br />

Runterladbare Inhalte.<br />

Civilization 7<br />

Crossroads of the World ist die<br />

erste kostenpflichtige Erweiterung<br />

des unlängst erschienenen<br />

Simulations-Krachers. Sie ist<br />

in zwei Teile aufgeteilt – der<br />

erste erscheint Anfang März,<br />

der zweite Ende März. Mit<br />

dem ersten Teil gibt es mit Ada<br />

Lovelace eine neue Anführerin<br />

sowie zwei neue Zivilisationen,<br />

nämlich Karthago und Großbritannien.<br />

Zum Drüberstreuen<br />

sind auch vier neue Naturwunder<br />

enthalten. Der zweite<br />

Teil der Erweiterung liefert<br />

Simón Bolívar als Anführer,<br />

dazu kommen die beiden neuen<br />

Zivilisationen Bulgarien und<br />

Nepal. Kostenlose Inhalte für<br />

Civ 7 erscheinen im März ebenfalls:<br />

die neuen Events Natural<br />

Wonder Battle und Marvelous<br />

Mountains sowie die neuen<br />

Naturwunder Bermudadreieck<br />

und Mount Everest.<br />

civilization.2k.com<br />

Es scheint, als dürften die ab Frühling erhältlichen<br />

neuen Farbvarianten der Stealth-<br />

Serie von Turtle Beach das Klischee der<br />

modisch unbeholfenen Gamer auf den<br />

Kopf stellen: Die dritte Generation des<br />

Stealth 600 verfügt über die markentypischen<br />

50-mm-Nanoclear-Treiber, eine<br />

Akkulaufzeit von 80 Stunden, KI-gesteuerte<br />

Mikrofongeräuschunterdrückung sowie<br />

2,4-GHz- und Bluetooth-Konnektivität mit<br />

niedriger Latenz. Stealth 500 hingegen<br />

bietet hochwertigen Gaming-Sound sowie<br />

kabellose 2,4-GHz- und Bluetooth-<br />

Konnektivität mit niedriger Latenz, einen<br />

verstellbaren, schwimmenden Kopfbügel<br />

für leichten Tragekomfort und eine<br />

Akkulaufzeit von 40 Stunden. Die neuen<br />

Farbvarianten Stealth 600 purple und<br />

Stealth 500 arctic camo können bereits<br />

bei Turtle Beach vorbestellt werden und<br />

werden bei teilnehmenden Händlern weltweit<br />

erhältlich sein. turtlebeach.com<br />

22 <strong>DOT</strong>.GAMES


Für Doomköpfe<br />

Die Videospielkultur ist von ein paar Namen geprägt, die irgendwann mal die Art,<br />

wie wir spielen, von Grund auf verändert haben. Ganz ohne Zweifel ist Doom ein solcher.<br />

Nun kommt bald der dritte Teil nach der neuen Zeitrechnung.<br />

GEGEN DEN EIGENEN TREND<br />

Doom hat nicht nur das FPS-Genre,<br />

sondern auch den Multiplayer-<br />

Modus stark vorangetrieben: Wer<br />

das Spiel nicht auf einer LAN-Party<br />

oder mit Kollegen auf der Büro-<br />

Dose gespielt hat, bis die Augen<br />

bluteten, gehört einer anderen Alterskohorte<br />

an. Das Internet war<br />

damals recht neu und Multiplayer<br />

plötzlich ein Ding. Und jetzt<br />

haben die Entwickler eine nahezu<br />

unglaubliche Entscheidung getroffen:<br />

Doom: The Dark Ages ist ein<br />

Single-Player-Spiel. Lass diese<br />

Abwasch herein!, ist man da versucht<br />

zu brüllen. Verrückterweise<br />

ist das aber ein großartiger Move.<br />

Denn erstens hat ohnehin fast<br />

jeder Titel ausgefeilte Mehrspieler-<br />

Modi, und zweitens wird die<br />

Zielgruppe derer, die einfach gern<br />

ohne Online-Gedöns in Ruhe<br />

alleine spielen wollen, ziemlich<br />

unterschätzt. Und<br />

drittens fokussiert<br />

sich das Spiel mehr<br />

noch als seine zwei<br />

Vorgänger auf das<br />

Narrativ. Das bedeutet<br />

natürlich auch „mehr<br />

Blockbuster, weniger<br />

Hardcore-Gaming“, aber in<br />

diesem Falle ist die Mischung die<br />

richtige. Mehr Storytelling, mehr<br />

Cutscenes und eben auch mehr<br />

Action, intensivere Chakterentwicklung<br />

und spektakuläre Bilder.<br />

Ein kurzer Abriss: 1993<br />

erschien das erste Doom;<br />

es gilt bis heute als Mutter<br />

aller Ego-Shooter. Das Herumirren<br />

in dreidimensional konstruierten<br />

Umgebungen aus der Sicht<br />

der ersten Person ist heute aus<br />

dem Videospielgeschehen nicht<br />

mehr wegzudenken; damals war<br />

es jedoch eine Offenbarung, die<br />

für schlaflose Wochen – Jahre? –<br />

gesorgt hat. Die Entwicklerfirma<br />

id Software, die für das Spiel mehr<br />

oder weniger bis heute verantwortlich<br />

zeichnet, hat seitdem<br />

zahlreiche Nachfolger und Ableger<br />

für diverse Plattformen produziert.<br />

Nach einer mehrjährigen<br />

Pause ging es aber 2016 mit einem<br />

Reboot weiter, und damit sind<br />

wir auch schon in der Gegenwart<br />

angelangt: Doom: The Dark Ages<br />

ist der dritte Teil dieser Neuinterpretation<br />

und insgesamt das achte<br />

„richtige“ neue Doom<br />

seit 1993. Man könnte<br />

meinen, es bleibt alles<br />

wie gewohnt, aber<br />

das ist falsch: Erneut<br />

sorgt das Team von<br />

id Software für eine<br />

Überraschung.<br />

DA IST SO EINIGES NEU<br />

An der Kampftechnik wurde einiges<br />

gefeilt; das Hauptaugenmerk<br />

liegt auf raffinierterer und dennoch<br />

rasch erlernbarer Nahkampftechnik:<br />

Nun kann ohne komplizierte<br />

Tastenkombination geblockt und<br />

abgewehrt werden. Für Abwechslung<br />

sorgt der Umstand, dass man<br />

erstmals in der Geschichte von<br />

Doom zum Piloten werden kann<br />

– zum Beispiel am kybernetischen<br />

Drachen oder im Riesen-Mech<br />

„Atlan“. Im Arsenal findet man ein<br />

paar der alten Klassiker in modernisierter<br />

Form, einige neue Waffen<br />

sowie die Möglichkeit, sich selbst<br />

etwas zusammenzuschweißen wie<br />

etwa den Skull Crusher. Der neue<br />

Teil der Reihe bringt das Spiel also<br />

endgültig in die Gegenwart, erzählt<br />

die Story in bislang nie gesehenem<br />

und gehörtem Ausmaß und<br />

bleibt dabei trotzdem noch seiner<br />

ursprünglichen Idee treu. Perfekt<br />

für ballerfreudige Abenteurer, die<br />

sich nicht mit Online-Publikum<br />

herumschlagen wollen. Diverse<br />

Editions sind bereits vorbestellbar,<br />

erscheinen wird es am 15. Mai für<br />

PC, PS5 und Xbox Series X/S.<br />

bethesda.net<br />

<strong>DOT</strong>.GAMES 23


historische Figur existierte<br />

tatsächlich und diente 1581<br />

Oda Nobunagain in der<br />

Sengoku-Periode.<br />

Assassinen im Duett<br />

Eineinhalb Jahre nach dem letzten Installment, wie es im heurigen<br />

Rennenglisch so schön heißt, erscheint der bislang 14. Teil<br />

der Assassinen-Saga. Diesmal geht die Reise nach Japan.<br />

Für die einen ein Spiel, für<br />

die anderen spannender<br />

Geschichtsunterricht – das ist<br />

auch bei Assassin’s Creed Shadows<br />

nicht anders. Der am 20. März für<br />

PS5, Xbox X/S, PC und macOS erscheinende<br />

Blockbuster ist im Japan<br />

des 16. Jahrhunderts angesiedelt.<br />

Gleich zwei Hauptprotagonisten<br />

gibt’s, nämlich Fujibayashi Naoe,<br />

eine weibliche Shinobi, sowie Yasuke,<br />

einen afrikanischen Samurai.<br />

Wer die Anti-Woke-Karte ziehen<br />

will, kann sie steckenlassen: Die<br />

MEHR UND BESSER<br />

Vor großen Änderungenbraucht<br />

man keine Angst zu haben.<br />

Das klingt blöd, ist aber positiv<br />

gemeint: Das Spiel baut auf Stealth<br />

und Action auf, ganz so, wie man<br />

es sich von dieser Reihe wünscht.<br />

Verbesserungen gibt’s trotzdem – so<br />

können Props nun zerstört und<br />

Schatten manipuliert werden. Die<br />

große offene Welt ändert sich physisch<br />

mit den Jahreszeiten: Wasser<br />

gefriert, Gras wuchert – you get the<br />

point. Auch super: Die Missionen<br />

sind non-linear und lassen sich<br />

auf unterschiedliche Weise lösen.<br />

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit,<br />

flach am Boden zu kriechen sowie<br />

dank Strohröhrl-Trick unter Wasser<br />

zu verweilen. Ein spannender,<br />

abwechslungsreicher Nachfolger.<br />

www.ubisoft.com<br />

D<br />

abei handelt es sich um die<br />

nukleare Katastrophe von<br />

Windscale, das mittlerweile<br />

Sellafield heißt, die am 10.<br />

Oktober 1957 stattfand. Im<br />

Spiel Atomfall hat der Brand,<br />

der zu einer angeblich leichten<br />

Kontamination führte,<br />

weitaus schlimmere Folgen:<br />

Er macht den gesamten Lake<br />

District in der Grafschaft<br />

Cumbria unbewohnbar und<br />

zur Quarantäne-Zone. Pech für<br />

uns, dass wir uns in dieser Zone<br />

befinden – und dass die Umgangsformen<br />

dort nicht von britischer<br />

Höflichkeit geprägt sind.<br />

REGES TREIBEN<br />

Es gilt, die Zone zu erkunden.<br />

Dabei muss man plündern, basteln,<br />

feilschen und natürlich auch<br />

kämpfen. Wer es weniger gewalttätig<br />

mag: Verhandeln klappt oftmals<br />

auch. Generell gilt: Man kann das<br />

Spiel durchspielen, ohne einen ein-<br />

Atomare Oberlippe<br />

Ein Hit dürfte dieser Action-Survival-Kracher werden: Er spielt<br />

in einer alternativen Realität, in der ein britisches Reaktorunglück<br />

in den späten 1950er-Jahren deutlich anders verlaufen ist.<br />

zigen Gegner umzubringen – man<br />

kann aber auch alle töten, um ans<br />

Ziel zu kommen. Highlight des am<br />

27. März für PS5/4, Xbox X/S/One<br />

erscheinenden Titels ist wohl das<br />

britische Setting, das mit bizarren<br />

Charakteren, Mystik, Kulten und<br />

kriminellen Regierungsbehörden<br />

aufwarten kann. Ein außergewöhnlicher<br />

Titel für Entdeckungsfreudige,<br />

die auch im ärgsten Single-<br />

Player-Survival-Stress ihre steife<br />

Oberlippe bewahren können.<br />

www.atomfall.com<br />

24 <strong>DOT</strong>.GAMES


Alle meine Monster<br />

Die Monsterjagd geht in die nächste Runde und ist so schön<br />

wie nie zu vor. Auch technisch hat sie spürbar zugelegt – für die<br />

Entwicklung hat man sich dementsprechend Zeit gelassen.<br />

Sechs Jahre soll die Arbeit<br />

an Monster Hunter Wilds<br />

gedauert haben, wenn man<br />

Kaname Fujioka, dem Art Director<br />

des Spiels, Glauben schenken<br />

darf. Ein Ziel war, ein glaubwürdiges<br />

Ökosystem zu schaffen, in<br />

dem sich die Spielerinnen und<br />

Spieler austoben können.<br />

Das geht so weit, dass<br />

man die Monster bei<br />

ganzen Lebenszyklen<br />

beobachten kann – und<br />

auch, wie sie interagieren.<br />

Und so fühlt sich<br />

der Titel tatsächlich wie<br />

eine Expedition in eine fremde<br />

Welt an. Würde noch Sir David<br />

Attenborough drübersprechen,<br />

gäbe es kaum mehr Zweifel ob der<br />

Authentizität des Gezeigten im<br />

am 28. Februar (PS5, PC, Xbox<br />

X/S) erscheinenden Spiel.<br />

SPINNEFEIND<br />

Unterschiedliche offene<br />

Welten bilden die<br />

„Forbidden Lands“, einen<br />

Landstrich, der nur von<br />

Monstern bewohnt wird.<br />

Wie erwartet, geht es bei<br />

dem Action-RPG für Ein-<br />

zel- und Mehrspieler mächtig ins<br />

Detail: Ressourcen wollen gewonnen<br />

und verwendet sowie Waffen<br />

und Panzerung gebaut werden.<br />

Apropos Waffen: Alle 14 Arten aus<br />

dem Vorgänger finden sich wieder<br />

– und einige mehr. Was Monster<br />

Hunter Wilds packend macht, sind<br />

zahlreiche innovative Gameplay-<br />

Elemente. Sogar an Menschen mit<br />

Arachnophobie wurde gedacht: Per<br />

Knopfdruck lassen sich spinnenähnliche<br />

Monster durch unförmige<br />

Wesen ersetzen.<br />

monsterhunter.com<br />

Ein Museum betreiben<br />

Wirtschaftssimulationen erfreuen sich nach wie vor großen<br />

Zuspruchs. Was es da nicht schon alles gab: Vergnügungsparks,<br />

Hotels – hier geht es allerdings um ein Museum.<br />

Um die metaphorische<br />

Katze gleich aus dem<br />

Sack zu lassen: Das Spiel<br />

hat alles, was eine Aufbau- bzw-<br />

Business-Sim benötigt. Und sogar<br />

noch mehr, nämlich eine gehörige<br />

Portion Humor. Der ist mitunter<br />

wunderbar absurd und macht<br />

Two Point Museum (4. März für<br />

PC, macOS, PS5, Xbox S/X) zu<br />

einem unterhaltsamen Erlebnis.<br />

Bei dieser Sim müssen<br />

selbst die Wände<br />

aufgestellt werden –<br />

denn das Erschaffen von Räumen,<br />

die den Exponaten und Themen<br />

angepasst sind, erhöht den<br />

Besucherstrom. Je mehr es in den<br />

Räumen zu entdecken gibt, desto<br />

zufriedener das Publikum.<br />

REIN INS VERGNÜGEN<br />

Ziel des Spiels ist es, sowohl Geld<br />

als auch Wissen zu generieren.<br />

Da darf nichts fehlen, was<br />

ein modernes Museum<br />

ausmacht: Souvenir- und<br />

Merch-Shop, Toiletten,<br />

Gastronomie, Tickets –<br />

sogar Workshops gibt es,<br />

in denen man interaktive<br />

Exponate erstellen kann.<br />

Die Bedürfnisse des<br />

Publikums sind unterschiedlich,<br />

und es gilt herauszufinden, wie<br />

man sie befriedigt. Auch wichtig:<br />

Security, denn Kinder und Einbrecher<br />

haben es auf die Exponate<br />

abgesehen. Außergewöhnliche<br />

Exponate müssen übrigens in<br />

eigenen Expeditionen herangeschafft<br />

werden. Sim-Fans sollten<br />

sich das unbedingt ansehen.<br />

www.sega.com<br />

<strong>DOT</strong>.GAMES 25


GÖNN DIR<br />

GROSSES<br />

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UND BEKOMM MEHR,<br />

ALS DU BEZAHLT HAST.<br />

FIRST CLASS KINO FÜR EINE FIRST CLASS ZEIT.


Ungebändigter<br />

Festivalauftakt<br />

Wenn von 27. März bis 1. April<br />

zum 28. Mal die Diagonale, das<br />

Festival des österreichischen Films,<br />

über die Bühne geht, wird die<br />

Saison mit How to be Normal and<br />

the Oddness of the Other World<br />

von Florian Pochlatko eröffnet.<br />

„Manchmal gibt es Debütfilme,<br />

deren Ungebändigtheit einfach<br />

umwerfend ist und die nachhaltig<br />

betören“, schwärmt das Leitungs-<br />

Duo Dominik Kamalzadeh und<br />

Claudia Slanar vom erwählten<br />

Festivalauftakt. Pochlatkos Film,<br />

der seine Weltpremiere in Berlin<br />

feierte, sei „für uns der Film der<br />

Stunde“. Pochlatko erzählt von einer<br />

Mittzwanzigerin die, frisch aus<br />

der Psychiatrie entlassen, zurück in<br />

ihr Elternhaus am Stadtrand von<br />

Wien zieht – nur um zu entdecken,<br />

dass nicht nur ihr Leben aus den<br />

Fugen geraten ist.<br />

Infos zum Film und zum Festival:<br />

www.diagonale.at<br />

45 SEITEN<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

Perfekte Eskalation<br />

© Golden Girls Filmproduktion, Polyfilm<br />

Die Filmreihe „Best of Cinema“<br />

lässt etablierte Meisterwerke noch<br />

mal auf die Leinwand projizieren.<br />

Am 4. März wird so der Schnee<br />

blutig, wo doch ein nicht eben<br />

erfolgsverwöhnter Autohändler<br />

(William H. Macy) ein „perfektes<br />

Verbrechen“ plant, um sich vor<br />

dem finanziellen Ruin zu retten.<br />

Die geplante Entführung seiner<br />

Frau mitsamt sattem Lösegeld,<br />

das der wohlhabende Schwiegervater<br />

stemmen soll, muss natürlich<br />

eskalieren – schließlich heißen<br />

die Regisseure Joel und Ethan<br />

Coen. Es wird ein unvergesslicher<br />

Auftritt für Frances McDormand,<br />

die in Fargo als hochschwangere<br />

Polizistin ermittelt …<br />

www.cineplexx.at<br />

MICKEY 17. THE LAST SHOWGIRL. BRIDGET JONES. FÜR IMMER HIER. LIKE A COMPLETE UNKNOWN.<br />

DER PRANK. DAS LICHT. LOVE HURTS. SCHNEEWITTCHEN. EIN MÄDCHEN NAMENS WILLOW. HELDIN.


Opening Credits<br />

Euphorie des Monats:<br />

Harry & Sally bestellen wieder Sandwiches<br />

Ich kann es gar nicht glauben,<br />

dass sie uns hier wieder<br />

reingelassen haben“, sagt<br />

Harry kopfschüttelnd. „Warum?“,<br />

fragt Sally – an das könne<br />

sich doch längst niemand mehr<br />

erinnern. Außerdem fühlt sie rein<br />

gar nichts, als sie in ihr Schinkensandwich<br />

beißt (natürlich<br />

nicht: Sie hat auch 2025 nicht das<br />

legendäre Pastrami-Sandwich bei<br />

KATZ’s Delicatessen in New York<br />

gewählt). Damals, 1989, als Harry<br />

und Sally (Regie: Rob Reiner)<br />

hier essen waren, unterhielten sie<br />

sich über Fake-Orgasmen – und<br />

Sally führte lautstark einen vor.<br />

TRIVIA<br />

Natürlich hat das niemand vergessen:<br />

Bei KATZ’s baumelt seither<br />

ein Schild über den Tischreihen;<br />

ein Pfeil weist auf den filmhistorischen<br />

Sitzplatz von Meg Ryan<br />

hin. Nun kommen sie und Billy<br />

Crystal wieder zum Essen vorbei:<br />

36 Jahre nach ihrem hinreißenden<br />

RomCom-Einsatz finden sie<br />

eine Werbespot-Länge lang in<br />

ihre legendären Rollen zurück.<br />

Sie freue sich, dass die Fans so<br />

erfahren, dass Harry und Sally<br />

immer noch zusammen sind, so<br />

Meg Ryan. Spoiler Alert: Der Satz<br />

„I’ll have what she’s having“ wird<br />

wieder fallen.<br />

LISTIG<br />

Space is the place! Robert Pattinson<br />

kämpft sich als „Mickey 17“ durch<br />

eine wüste Mission. Weitere denkwürdige<br />

Ausflüge in die Weiten des<br />

Alls:<br />

Gravity (2013)<br />

Ein Routinegang außerhalb der<br />

Raumkapsel endet für die Besatzung<br />

(Sandra Bullock und George Clooney)<br />

im Desaster: Ihr Shuttle wird zerstört,<br />

sie sind nun ganz alleine im All – in<br />

aller Stille. Ein Weltraum-Thriller von<br />

Alfonso Cuarón (Roma).<br />

Moon (2010)<br />

Sam (Sam Rockwell) arbeitet einsam<br />

auf einer Mond-Station. Der Alltag<br />

wird verwirrend, als er auf einen<br />

Doppelgänger stößt … Regie: David<br />

Bowies Sohn Duncan Jones.<br />

2001: Odyssee im Weltraum (1968)<br />

Board-Computer HAL 9000 hat bei<br />

Stanley Kubricks Jupiter-Mission<br />

die komplette Kontrolle über das<br />

Raumschiff. Leider wird HAL immer<br />

neurotischer …<br />

„I want to share this<br />

with my wife, who didn‘t<br />

come because she didn‘t<br />

think I‘d win.“<br />

– Jesse Eisenberg bei<br />

seiner BAFTA-Dankesrede<br />

(bestes Drehbuch für<br />

A Real Pain).<br />

Für Pharrell Williams, Musiker, Musikproduzent und Kreativdirektor<br />

bei Louis Vuitton, läuft es auf der Leinwand nicht gerade glänzend.<br />

Das Lego-Biopic Piece by Piece (2024) fuhr zwar gute Kritiken<br />

ein, floppte aber an der Kassa. Nun verkündeten Michel Gondry<br />

(Eternal Sunshine of the Spotless Mind) und Williams, das<br />

Musical Golden, das von Williams‘ Kindheit erzählen sollte,<br />

in der Postproduktion aufzugeben: „There wasn’t a path forward.“<br />

© Hellmann‘s, PPS Vienna<br />

28 <strong>DOT</strong>.MOVIE


AB 20. MÄRZ IM KINO


Leinwandflirren<br />

Now and then: Bradley Cooper<br />

Bradley Cooper entwickelte sich vom Serienstar (Alias – Die Agentin) zum<br />

Hollywoodfixstern (American Sniper, American Hustle, Silver Linings)<br />

– und weiter zum Produzenten, Drehbuchautor und Regisseur (A Star<br />

is Born, Maestro). Nun ist er der International Cinematographers Guild<br />

beigetreten: Bei der Komödie Is This Thing On? (u.a. mit Laura Dern)<br />

wird er sich nämlich nicht nur als Regisseur, Produzent, Schauspieler und<br />

Co-Autor (gemeinsam mit Hauptdarsteller Will Arnett) betätigen, sondern<br />

auch als B camera operator und sei sehr aufgeregt. Cooper hat die Arbeit<br />

am Set immer schon als Teamsport verstanden. Und: „Jeder, der jemals<br />

einen Film gemacht hat, weiß, dass der Kameramann, der Dolly Grip, der<br />

Tonmischer, der erste Regieassistent Schlüsselpositionen sind, die genauso<br />

wichtig sind wie die Schauspieler oder jeder andere.“<br />

2006 2013<br />

HOP & DROP<br />

Ein Oscar für KI?<br />

Die Academy-Mitglieder werden<br />

darüber diskutieren, ob es Offenlegungspflichten<br />

für KI geben soll.<br />

Das klingt nach einem ausufernden<br />

(Definitions-)Vorhaben, wo KI doch<br />

omnipräsent ist und eine so große<br />

Bandbreite meint. Was ist zu viel?<br />

Beim Blick in Internetforen scheint es<br />

verwerflich, dass bei Der Brutalist in<br />

der Postproduktion hier und dort am<br />

Ungarisch der Hauptdarsteller geschraubt<br />

wurde. Schmälert es denn<br />

deren Leistung? Ist es tragisch, dass<br />

in drei Weitwinkelaufnahmen in Like<br />

a Complete Unknown die Stuntleute<br />

den Schauspielern angeglichen<br />

wurden? Dass Augenfarben per<br />

Knopfdruck geändert werden (Dune:<br />

Part Two)? Müssen Moodboards<br />

für die Vorproduktion handgemacht<br />

sein? Etc. pp.? Wir wünschen einen<br />

langen Atem.<br />

© PPS Vienna, www.instagram.com/jarahm<br />

2018 2024<br />

LOVE INTEREST<br />

2025 ist eine Achterbahnfahrt für Milo<br />

Ventimiglia („Gilmore Girls“, „This is us“).<br />

Zwei Wochen, nachdem er und seine Frau,<br />

das Model Jarah Mariano, durch die<br />

schweren Brände in L.A. ihr Zuhause, ihr<br />

gesamtes Hab und Gut sowie das Haus, in<br />

das sie bald einziehen wollten, verloren, sind<br />

sie zum ersten Mal Eltern geworden. Auf zu<br />

einem Neustart mit Töchterchen Ke‘ala Coral.<br />

30 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

IN PRODUCTION<br />

Ruben Östlund (Triangle of Sadness)<br />

mutet u.a. Kirsten Dunst, Keanu Reeves<br />

und Daniel Brühl „the horror of being<br />

bored“ zu. Denn: The Entertainment<br />

System is Down, und ein schier<br />

end loser Langstreckenflug wird zum<br />

sozialen Experiment. Gedreht wird bis<br />

Mai in Budapest.<br />

Werner Herzog konnte für Bucking<br />

Fastard die Schwestern Rooney und<br />

Kate Mara verpflichten, die zum ersten<br />

Mal gemeinsam drehen. Der Film<br />

beschäftige sich mit dem öffentlichkeitswirksamen<br />

Fall der Chaplin-Zwillinge<br />

aus den Achtzigern, die wegen<br />

Besessenheit vor Gericht standen.<br />

Miranda Julys Roman Auf allen<br />

vieren wird zur Serie.


Shalom. Salam.<br />

Frieden. Peace.<br />

FRIEDEN.<br />

IMMER.<br />

11.-25. MÄRZ 2025 jfw.at<br />

TOGETHER.<br />

PEACE. NOW.


Unwirtliche Arbeitsbedingungen<br />

Seinen Lebensunterhalt verdienen, indem man stirbt: „Parasite“-<br />

Regisseur Bong Joon-ho stürzt Robert Pattinson als „Mickey 17“<br />

in eine furchtbare Mission nach der anderen.<br />

32 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

Als sich Mickey Barnes um<br />

den Posten als Expendable<br />

bewirbt, fragen die irritierten<br />

Mitarbeiterinnen der Niflheim<br />

Expedition, ob er die Unterlagen<br />

denn auch genau studiert habe.<br />

Der junge Mann, für den es auf<br />

der Erde nicht so gut läuft und der<br />

nichts wie wegwill, bejaht lächelnd.<br />

Aber natürlich hat er nichts davon<br />

genau durchgelesen. Und bald<br />

wird er wissen, dass es besser<br />

gewesen wäre, wenn er sich doch<br />

ein paar Minuten Zeit genommen<br />

hätte. Die paar Minuten in einem<br />

seiner Leben.<br />

Als „Expendable“ ist er zwar ein<br />

wertvoller Teil der Expeditionscrew,<br />

die an der Kolonisierung des<br />

Eisplaneten Niflheim arbeitet – wie<br />

viel langsamer verliefe die Forschung<br />

ohne einen wahren Pionier<br />

wie ihn! –, er wird aber natürlich<br />

für eine grauenvolle Mission nach<br />

der anderen eingesetzt. Beispielsweise<br />

macht er seine ersten<br />

Schritte auf dem unterkühlten<br />

Planeten, nimmt die frische Atemluft<br />

in sich auf. Seine Kollegen in<br />

der Raumstation unterstützen ihn<br />

mental: „Geschafft, Mickey! Tief<br />

durchatmen. Füll deine Lungen.<br />

Stell dir vor, es gibt ein unbekanntes<br />

Virus in der Luft, und du saugst<br />

ausnahmslos jedes mikroskopische<br />

Partikel ein, das dort rumfliegt. All<br />

die Viren“, sagt die Stimme – und<br />

dann atmet die in Sicherheit befindliche<br />

Crew kollektiv mit dem<br />

ausgesetzten Mickey mit. Es ist ein<br />

erhebender Moment für Mickey.<br />

Noch. Mickey klärt uns auf: „Es<br />

war tatsächlich ein unbekanntes<br />

Virus in der Luft. Ein … tödliches.”<br />

Aber kein Problem, er ist ja ein Expendable.<br />

Also „hier, um verheizt<br />

zu werden!“, wie er unverhüllt vermittelt<br />

bekommt. Jedes Mal, wenn<br />

er stirbt, wird sein Körper einfach<br />

„neu ausgedruckt“ und mit seinen<br />

bisherigen Erinnerungen gespeist.<br />

Jedes Mal, wenn er stirbt, lernt die<br />

Crew etwas Neues – und doch fällt<br />

es Mickey zunehmend schwer, sich


Leben für Leben für die Mission<br />

aufzuopfern, ständig Schmerzen<br />

zu erleiden, Blut zu spucken,<br />

Arme zu verlieren, verbrannt<br />

zu werden, auf außerirdische<br />

Kreaturen zu treffen, die nicht<br />

gerade eine Willkommenskultur<br />

pflegen, immer und immer wieder<br />

unwürdig zu verenden, kurz:<br />

Erfahrungen zu sammeln, die kein<br />

Mensch jemals machen sollte. So<br />

ein Kamikaze-Job macht auf Dauer<br />

nicht glücklich (einziger Lichtblick<br />

für ihn: Expeditionsteilnehmerin<br />

und Love Interest Nasha, die von<br />

Naomi Ackie, Blink Twice, gespielt<br />

wird). Er h-a-s-s-t es inzwischen<br />

zu sterben. Und plötzlich geht es<br />

auch um etwas: Als der 17. Mickey,<br />

der irrtümlich für tot gehalten<br />

wird, zu seinem Entsetzen auf den<br />

18., bereits ausgedruckten Mickey<br />

trifft, stehen alle Zeichen auf<br />

Eskalation.<br />

BIO-DRUCKER<br />

Es ist der erste Film, den Bong<br />

Joon-ho seit seiner Oscar-prämierten<br />

Satire Parasite vorlegt. Der<br />

südkoreanische Regisseur interessiert<br />

sich für gesellschaftliche Hierarchien,<br />

für Ungerechtigkeiten und<br />

Heucheleien. In Parasite (2019)<br />

versteckte er eine Familie im Keller<br />

einer anderen, mit Snowpiercer<br />

(2013) versetzte er die Erde in eine<br />

menschengemachte Eiszeit und<br />

zog ein strenges Klassensystem in<br />

einem Zug auf, in dem die rund<br />

3.000 überlebenden Menschen<br />

ohne Stopp und Enddestination<br />

um den Planeten ratterten.<br />

Wenn er nun von dystopischen<br />

ÜBER<br />

LEBEN<br />

Arbeitsbedingungen und vom<br />

Menschen als billigem Wegwerfprodukt<br />

erzählt, adaptiert er den<br />

Roman „Mickey 7 – Der letzte<br />

Klon“ von Edward Aston, der ihn<br />

absolut gefesselt hat, „weil ich<br />

dachte, dass er ein so einzigartiges<br />

Konzept hat, nämlich das Drucken<br />

von Menschen, was sich sehr vom<br />

Klonen von Menschen unterscheidet“,<br />

so der Autorenfilmer. „Es<br />

ist, als wären diese Menschen nur<br />

ein Stück Papier. Und ich dachte,<br />

dass das Drucken von Menschen<br />

– schon allein in der Bezeichnung<br />

– die Tragödie dieses Zustands und<br />

dieses Berufs erkennen lässt. Und<br />

so begann ich darüber nachzudenken,<br />

wie es wohl wäre, selbst dieser<br />

Mensch zu sein, der ausgedruckt<br />

wird. All diese Gedanken kamen<br />

mir, und ich war sofort ganz in<br />

dieser Welt.“ Den ziemlich durchschnittlichen<br />

Mickey in Astons<br />

Roman hat Bong Joon-ho für den<br />

Film noch durchschnittlicher<br />

gemacht, „noch unterschichtiger,<br />

noch mehr ein Verlierer. Und so<br />

kamen mir sofort all diese Ideen<br />

für die Adaption der Geschichte.<br />

Ich war fasziniert von dem<br />

Konzept des menschlichen Drucks<br />

und von der Figur des Mickey, der<br />

kein Superheld ist, sondern ein<br />

ganz normaler, durchschnittlicher<br />

Mann, der diese verrückte Reise<br />

durchmacht.“<br />

FAMOSE SPIELWIESE<br />

Dieser Durchschnittsmann ist in<br />

einer Totalitarismus-Dystopie gelandet.<br />

Robert Pattinson spielt Mickey<br />

in all seinen Facetten. Besonders<br />

in der Doppelrolle Mickey 17<br />

und Mickey 18: Nummer 17 ist<br />

sanft und genügsam, Nummer 18<br />

gewaltbereit und rücksichtslos.<br />

Bong war von Pattinson fasziniert,<br />

seit er ihn in Good Time von den<br />

Safdie-Brüdern und in Robert<br />

Eggers Der Leuchtturm gesehen<br />

hatte. „Ich dachte, dass die Rolle<br />

des Mickey 17 und des Mickey 18<br />

seine Ambitionen als Schauspieler<br />

beflügeln würde und dass wir Spaß<br />

haben und uns gegenseitig inspirieren<br />

könnten.“ So war es auch:<br />

„Bei Mickey 17 war es eher so,<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 33


dass er die detaillierten Ideen, die<br />

ich für die Figur hatte, großartig<br />

umgesetzt hat – aber Mickey 18<br />

hat Rob in eine ganz neue Dimension<br />

gebracht. Er überschritt<br />

die Grenzen, die ich mir für diese<br />

Figur gesetzt hatte, fügte so viele<br />

spezifische Ideen hinzu und brachte<br />

so eine neue Energie ein, Dinge,<br />

die ich mir nicht einmal vorstellen<br />

konnte. Es war großartig, ihm<br />

dabei zuzusehen, wie er Mickey 17<br />

am Set zum Leben erweckte. Und<br />

ich bin ihm wirklich dankbar, vor<br />

allem für das, was er für Mickey 18<br />

getan hat.“<br />

Mickey wirke auf den ersten<br />

Blick wie ein Einfaltspinsel, sagt<br />

Pattinson, aber das sei er nicht. „Er<br />

kommt aus einem Umfeld, in dem<br />

er extrem verletzt wurde, und er<br />

versucht, mit einer Menge Traumata<br />

umzugehen, aber das sieht für<br />

34 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

andere Leute ziemlich dumm aus.“<br />

Der Film erzähle, wie Waisenkind<br />

Mickey, ein Mann ohne viel Selbstvertrauen,<br />

seine eigene Autonomie<br />

findet. „Ich schätze, es ist eine<br />

extreme Version davon, sich selbst<br />

im Spiegel zu betrachten.“<br />

NR. 17 TRIFFT AUF NR. 18<br />

„Als ich das Skript gelesen habe,<br />

fand ich es ziemlich lustig, und<br />

dann habe ich erste Bilder gesehen<br />

– und es ist entsetzlich: Es ist<br />

eine schreckliche Geschichte für<br />

Mickey; ein absolut grauenhaftes<br />

Leben“, so der Hauptdarsteller.<br />

„Aber ich denke, man braucht<br />

dieses Maß an Extremität und die<br />

Art, wie sie ihn behandeln, um die<br />

heldenhaften Aspekte der Figur<br />

hervorzuheben. Es ist interessant,<br />

einen Helden zu haben, der nicht<br />

in der Lage ist, sich selbst als Held<br />

zu sehen. Er schätzt sich buchstäblich<br />

überhaupt nicht. Das geht so<br />

weit, dass es ein ziemlich extremer<br />

Fehler in seiner Persönlichkeit<br />

ist – er merkt nicht einmal, dass er<br />

gefoltert wird –, weil er so sehr von<br />

der Gruppe akzeptiert werden und<br />

einen Sinn haben will.“<br />

Das Aufeinandertreffen von<br />

Mickey 17 und Mickey 18 machte<br />

schauspielerische Möglichkeiten<br />

auf: „Es ist fast so, als ob Mickey<br />

17 nicht merkt, dass er noch<br />

lebt. Er hat sich mit der Situation<br />

abgefunden. Eine Art ‚Man weiß<br />

nicht, was man hat, bis es weg ist‘.<br />

Und dann kommt Mickey 18 daher<br />

und will wirklich leben und kann<br />

es nicht ertragen, wie Mickey 17<br />

sich selbst abwertet. Das zwingt 17<br />

dazu, seinen Wert zu erkennen“,<br />

so Pattison. „Meiner Meinung<br />

nach sind sie einfach zwei Teile der


Persönlichkeit, von denen der eine<br />

versucht, sich weiterzuentwickeln<br />

und den faulen, zaudernden Teil<br />

ansieht und einfach nur angewidert<br />

ist. Aber du erkennst nicht,<br />

dass beide Teile du selbst sind.“<br />

Lachender Nachschub: „Und man<br />

kann nicht einfach beschließen,<br />

den anderen Teil zu quälen und zu<br />

ermorden.“<br />

DIE DUNKLE SEITE DER<br />

MACHT<br />

Die Bösewichte in der Geschichte<br />

werden von Mark Ruffalo (Poor<br />

Things, Vergiftete Wahrheit)<br />

und seiner Filmfrau Toni Collette<br />

(About a Boy) gespielt. Ruffalo<br />

war ziemlich überrascht, eine<br />

diktatorische Rolle vorgeschlagen<br />

zu bekommen. „Warum schickst<br />

du mir das? Ich kenne mich damit<br />

nicht aus!“, lautete die erste Reaktion<br />

des Schauspielers, der meistens<br />

eher auf der richtigen Seite einer<br />

Geschichte steht. Er habe es aber<br />

erfrischend gefunden, den Schurken<br />

zu spielen – einen mächtigen<br />

Mann, der den kleinen Mann für<br />

seine Zwecke ausbeutet und diesen<br />

nicht mal als menschlich ansieht.<br />

Der Diktator Kenneth Marshall,<br />

den Ruffalo verkörpert, hat<br />

offenkundige Ähnlichkeiten mit<br />

Trump, auch wenn Bong anführt,<br />

an „Diktatoren aus der Vergangenheit<br />

gedacht“ zu haben – an „miese<br />

südkoreanische Politiker. Aber<br />

klar, die Geschichte wiederholt<br />

sich ja immer wieder“, sagte er bei<br />

der Berlinale.<br />

„All die Dinge, die Mickey passieren,<br />

seine Situation und die Art<br />

und Weise, wie er im Film behandelt<br />

wird, sind an sich politisch“,<br />

so der Regisseur. „Es hat damit<br />

zu tun, wie wir einen Menschen<br />

behandeln und respektieren.“ Und<br />

wie wir einen Menschen sehen:<br />

seine Identität, seine Wertigkeit,<br />

seine Sterblichkeit. Mickey ist in<br />

all seinen Versionen ein Arbeitssklave.<br />

Jemand, der einen prekären<br />

Job annimmt, weil er nicht viele<br />

andere Möglichkeiten hat. Die<br />

Frage, wie Technologie sich auf<br />

die Menschheit auswirkt, wird<br />

hier durch einen Bio-Drucker<br />

übelst beantwortet. Mickey 17 und<br />

Mickey 18 werden ihm hoffentlich<br />

den Stecker ziehen.<br />

#mickey17<br />

MICKEY 17 KINOSTART 07.03.,<br />

USA 2025, REGIE Bong Joon-ho,<br />

MIT Robert Pattinson, Steven Yeun,<br />

Naomi Ackie, Toni Collette, Mark Ruffalo,<br />

FILMLÄNGE 137 Min., © Warner Bros.<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 35


ÜBER<br />

LEBEN<br />

36 <strong>DOT</strong>.MOVIE


Strass und Federn<br />

Ein amerikanisches Showgirl erfindet sich neu:<br />

Pamela Anderson in Gia Coppolas „The Last Showgirl“.<br />

Ihr Leben besteht aus Federn<br />

und Strasssteinchen und<br />

zweimal täglich einem Bad im<br />

Scheinwerferlicht: Seit 30 Jahren<br />

steht Shelly Abend für Abend in<br />

der „Razzle Dazzle Show“ in Las<br />

Vegas als Tänzerin auf der Bühne.<br />

Die Show – die Auftritte, die Kostüme,<br />

die Kolleginnen – bedeuten<br />

dem Showgirl alles. Jetzt plötzlich<br />

soll sie, die knapp 60-jährige Tänzerin,<br />

sich neu erfinden: Die Show<br />

blickt ihrer letzten Vorstellung<br />

entgegen, die Vegas-Besucher von<br />

heute wollen mit anderen Formaten<br />

bespielt werden. Mit Tränen in<br />

den Augen und einem entschlossenen<br />

künstlichen Lächeln im<br />

Gesicht tritt sie ein letztes Mal<br />

auf die Bühne. „Las Vegas hat uns<br />

immer wie Filmstars behandelt“,<br />

sind sie und ihre Kolleginnen<br />

sich einig. Shelly muss sich auf<br />

den Abschied von ihrer Showgirl-<br />

Ersatzfamilie vorbereiten – an<br />

der Seite von jungen Kolleginnen<br />

(Kiernan Shipka, Brenda Song)<br />

und Cocktail-Kellnerin Annette<br />

(Jamie Lee Curtis) – und auf ein<br />

Leben danach. Während sie einen<br />

Blick zurück – auf ihr Leben und<br />

ihre Lebensentscheidungen –<br />

wirft, nimmt sie auch Kontakt<br />

zu ihrer Tochter Hannah (Billie<br />

Lourd) auf, die sie vor vielen Jahren<br />

weggegeben hat.<br />

NEUORIENTIERUNG<br />

Wenn Gia Coppola (Palo Alto)<br />

von den Schattenseiten von Las<br />

Vegas und von der alternden<br />

Tänzerin erzählt, die sich neu<br />

orientieren muss, darf Pamela Anderson<br />

ihr längst veraltetes Image<br />

abstreifen. Das Sexsymbol der<br />

1990er-Jahre, das mit Rettungsboje<br />

ausgestattet im roten Badeanzug<br />

über den Strand der Erfolgs-<br />

serie Baywatch sprintete, 14-mal<br />

auf dem Playboy-Cover abgebildet<br />

war und vor allem während<br />

ihrer Ehe mit Mötley Crüe-<br />

Schlagzeuger Tommy Lee von der<br />

Regenbogenpresse verfolgt wurde<br />

(über diese Zeit und vor allem die<br />

unfreiwillige Veröffentlichung des<br />

privaten Erotikfilms wurde 2022<br />

gar die Miniserie Pam & Tommy<br />

produziert), darf mir 57 Jahren in<br />

einer ernsthaften Rolle debütieren,<br />

was ihr u.a. eine Golden-Globes-Nominierung<br />

einbrachte. Das<br />

Script sei das erste gute Drehbuch<br />

gewesen, das sie je erhalten habe,<br />

meint Anderson.<br />

#thelastshowgirl<br />

THE LAST SHOWGIRL KINOSTART 20.03.,<br />

USA 2024, REGIE Gia Coppola,<br />

MIT Pamela Anderson, Dave Bautista,<br />

Jamie Lee Curtis, Kiernan Shipka, Brenda Song,<br />

FILMLÄNGE 85 Min., © Constantin Film<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 37


ÜBER<br />

LEBEN<br />

Überforderung nach Dienstplan<br />

Leonie Benesch bleibt nach „Das Lehrerzimmer“ und „September 5“ stressigen Rollen treu:<br />

In „Heldin“ hantelt sie sich als Pflegefachfrau durch eine dramatisch unterbesetzte Schicht.<br />

Wenn Petra Volpe (Die<br />

göttliche Ordnung)<br />

mit ihrem neuen<br />

Spielfilm in die Chirurgie eines<br />

Schweizer Krankenhauses blickt,<br />

dann greift sie ein brandheißes<br />

Thema auf: Laut WHO ist der<br />

weltweite Mangel an Pflegekräften<br />

ein globales Gesundheitsrisiko. In<br />

Deutschland könnten nach Angaben<br />

des Statistischen Bundesamts<br />

bis 2029 rund 260.000 Pflegende<br />

fehlen.<br />

Wir sehen Floria bei einem<br />

ihrer Dienste als Pflegefachfrau.<br />

Es ist die Spätschicht, die Station<br />

ist voll belegt und ohnehin schon<br />

unterbesetzt – zusätzlich fällt eine<br />

Kollegin aus.<br />

Also ist Hektik an der Tagesordnung,<br />

auch wenn Floria mit<br />

Leidenschaft und Professionalität<br />

an die Sache herangeht. Sie eilt<br />

von Krankenbett zu Krankenbett<br />

– im einen eine schwer kranke<br />

Mutter (Lale Yavas), im nächsten<br />

ein alter Mann (Urs Bihler), der<br />

dringend auf seine Diagnose wartet,<br />

ungeduldig in einem anderen<br />

ein Privatpatient (Jürg Plüss), den<br />

vor allem seine Extrawünsche<br />

quälen.<br />

Nervenzerreißend inszeniert<br />

Volpe den stressigen Alltag, der<br />

eskaliert, als Floria ein verhängnisvoller<br />

Fehler passiert. Als die<br />

immer empathisch bleibende<br />

Floria ist Leonie Benesch zu sehen,<br />

die nervenzerfetzende Rollen<br />

gewohnt ist: In Das Lehrerzimmer<br />

stolpert sie als junge Lehrerin<br />

über ihren Idealismus (dafür gab<br />

es zu Recht den Deutschen Filmpreis),<br />

und zuletzt war sie in<br />

38 <strong>DOT</strong>.MOVIE


September 5, einem Filmdrama,<br />

das vom Münchner Olympia-<br />

Attentat mitsamt Geiselnahme<br />

erzählt, zu sehen.<br />

PUBLIKUM IN UNRUHE<br />

Volpe gelingt es, das Publikum in<br />

körperliche Unruhe zu versetzen.<br />

Das gelang ihr u.a. dadurch, dass<br />

sie zuvor selber durch ein Werk in<br />

Unruhe versetzt wurde. „Ich habe<br />

lange nach einer Herangehensweise<br />

an dieses Thema gesucht. Im<br />

Zuge meiner Recherchen habe ich<br />

das Buch der deutschen Pflegefachkraft<br />

Madeline Calvelage<br />

‚Unser Beruf ist nicht das Problem<br />

– es sind die Umstände‘ gelesen.<br />

Dabei beschreibt sie minutiös eine<br />

gewöhnliche Spätschicht. Das<br />

Buch hat mich komplett gepackt.<br />

Schon nach fünf Minuten hatte<br />

ich Herzrasen und dachte, das<br />

liest sich so spannend wie ein<br />

Thriller, obwohl es ja nur ganz<br />

normaler Pflegealltag ist“, berichtet<br />

sie. „So kam die Idee, einen<br />

Film zu machen, der eine einzige<br />

Arbeitsschicht aus der Perspektive<br />

einer Pflegefachperson erzählt<br />

und der einen auf eine geradezu<br />

physische Art packt. Es war ein<br />

längerer Prozess, alle Figuren und<br />

deren Krankheitsbilder zu entwickeln<br />

und dabei eine Schicht zu<br />

erfinden, die zu einer möglichst<br />

spannenden Eskalationsdramaturgie<br />

führt. In vieler Hinsicht<br />

war das Schreiben des Drehbuches<br />

eine neue Herausforderung, weil<br />

es eine ungewöhnliche Struktur<br />

hat. Auch für die Umsetzung haben<br />

wir uns sehr bewusst für diese<br />

konsequente Perspektive entschieden<br />

und uns viele Gedanken darüber<br />

gemacht, wie wir den Stoff so<br />

erzählen können, dass man beim<br />

Zusehen das Gefühl hat, man ist<br />

selber die Pflegefachkraft.“<br />

ARBEITSALLTAG MIT IM-<br />

MENSER VERANTWORTUNG<br />

Um für den Schreibprozess<br />

gewappnet zu sein, hat Volpe<br />

Pflegepersonal in verschiedenen<br />

Schweizer Spitälern begleitet und<br />

konnte sich mit unterschiedlichen<br />

Fachkräften austauschen, sodass<br />

das Drehbuch die medizinischen<br />

Aspekte und Pflegeabläufe korrekt<br />

abbilden würde. Auch stand der<br />

Produktion Pflegefachfrau Nadja<br />

Habicht beratend zur Seite.<br />

Petra Volpe beschäftigt sich<br />

seit Jahren mit dem Thema Pflege<br />

– nicht erst, seit während der<br />

Coronapandemie Pflegekräfte<br />

kurzzeitig als systemrelevant<br />

beklatscht wurden. „Ich habe<br />

lange mit einer Pflegefachfrau<br />

zusammengelebt und jeden Tag<br />

mitbekommen, was sie auf der<br />

Arbeit erlebt, das Schöne und das<br />

Harte, welches vor allem auch mit<br />

den Bedingungen zu tun hatte, die<br />

zunehmend schlechter wurden.<br />

So musste sie in immer kürzerer<br />

Zeit immer mehr leisten, und das<br />

Menschliche blieb dabei mehr<br />

und mehr auf der Strecke, was sie<br />

zunehmend belastet hat. Meiner<br />

Meinung nach sollte dieser Beruf<br />

zu einem der angesehensten<br />

und respektiertesten in unserer<br />

Gesellschaft gehören“, wo er doch<br />

nicht nur technisch ein höchst<br />

anspruchsvoller Job sei, sondern<br />

auch menschlich und psychologisch.<br />

„Pflegende kümmern sich<br />

um uns, wenn wir krank und alt<br />

sind, wenn wir am verletzlichsten,<br />

abhängigsten und bedürftigsten<br />

sind. Sie tragen tagtäglich eine<br />

enorme Verantwortung. Deswegen<br />

wollte ich einen Film machen,<br />

der diesen Beruf feiert.“ Die Feier<br />

hat einen prominenten Auftakt<br />

genommen: Heldin hat seine<br />

Weltpremiere als Berlinale Special<br />

Gala gefeiert.<br />

#heldinfilm<br />

HELDIN KINOSTART 27.02., CH/D 2025,<br />

REGIE Petra Volpe, MIT Leonie Benesch,<br />

Sonja Riesen, Alireza Bayram, FILM -<br />

LÄNGE 92 Min., © TOBIS Film<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 39


ÜBER<br />

LEBEN<br />

Der Chemiker<br />

„Die Schattenjäger“ behandelt ein kollektives Trauma:<br />

Ein aus Syrien Geflüchteter macht Jagd auf seinen früheren Peiniger.<br />

40 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

Die Bilder des syrischen<br />

Bürgerkriegs, der erst vor<br />

Kurzem mit dem Sturz<br />

des diktatorisch regierenden<br />

Machthabers Bashar al-Assad<br />

Anfang Dezember 2024 nach<br />

13 langen Jahren sein vorläufiges<br />

Ende fand, haben sich aufgrund<br />

ihrer Brutalität und Grausamkeit<br />

ins Gedächtnis vieler eingebrannt,<br />

zeugen sie doch von einem nationalen<br />

Trauma, von dem sich die<br />

Republik im Nahen Osten noch<br />

lange nicht erholen wird können.<br />

Die Schicksale der Millionen<br />

Syrer, die durch den Krieg ihr<br />

Zuhause, ihre Familie oder gar<br />

ihr Leben verloren, geraten dabei<br />

jedoch zumeist in Vergessenheit.<br />

Das jahrelange Martyrium mag<br />

für Außenstehende als kollektives<br />

Trauma betrachtet werden, versperrt<br />

aber den Blick auf zahllose<br />

Einzelschicksale, die, jedes für<br />

sich betrachtet, seine ganz eigene<br />

Tragik hat. Eine solche Geschichte<br />

wurde nun verfilmt: Die Schattenjäger.<br />

Für sein Spielfilmdebüt<br />

suchte sich der Dokumentarfilmer<br />

Jonathan Millet (Dernières<br />

nouvelles des étoiles), der selbst<br />

eine Zeit lang im inzwischen<br />

zerstörten Aleppo gelebt hatte, ein<br />

politisch brisantes Thema aus.<br />

DER DUFT DES TODES<br />

Hamid (Adam Bessa, Mosul)<br />

sucht nach seiner Flucht Asyl in<br />

Frankreich und wird Teil einer<br />

Untergrundorganisation von<br />

syrischen Zivilisten, die flüchtige<br />

Kriegsverbrecher von Assads<br />

Regime aufspüren und der Justiz<br />

ausliefern sollen. Eines Tages läuft<br />

Hamid an der Universität einem<br />

Kommilitonen über den Weg, in<br />

dem er Harfaz (Tawfeek Barhom,<br />

Die Kairo-Verschwörung)<br />

zu erkennen glaubt, der Hamid<br />

früher in Syrien gefoltert haben<br />

soll. Doch Hamid erinnert sich<br />

nur an die Stimme und an den<br />

Geruch seines einstigen Peinigers,<br />

der gemeinhin als der „Chemiker“<br />

bekannt ist, sodass er Harfaz<br />

nicht zweifelsfrei identifizieren<br />

kann und sich auf seine Intuition<br />

verlassen muss. Doch Hamid setzt<br />

alles daran, sich für sein Leid zu<br />

rächen und begibt sich auf einen<br />

schmalen Grat zwischen Wahrheit<br />

und zwanghafter Obsession sowie<br />

Gerechtigkeit und Selbstjustiz. Im<br />

Gewand eines aufsehenerregenden<br />

Spionagethrillers verhandelt<br />

Die Schattenjäger ein düsteres<br />

Kapitel der jüngeren Geschichte<br />

und verspricht nervenaufreibende<br />

Spannung.<br />

#dieschattenjägerfilm<br />

DIE SCHATTENJÄGER – LES FANTÔMES<br />

KINOSTART 28.02., F/D/B 2024,<br />

REGIE Jonathan Millet, MIT Adam Bessa,<br />

Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajab,<br />

Shafiqua El Till, FILMLÄNGE 106 Min.,<br />

© Panda Lichtspiele Filmverleih


Kollektive Kraft<br />

„Ein Tag ohne Frauen“: Im heurigen Herbst<br />

jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem<br />

90 % der Frauen Islands beschlossen, ihre<br />

Arbeit in Job und Haushalt niederzulegen –<br />

mit langfristigen Folgen.<br />

Seit diesem denkwürdigen Tag belegt Island<br />

Jahr für Jahr den ersten Platz auf dem Index<br />

für Geschlechterparität. Ein Tag ohne Frauen<br />

hat die Welt verändert – nicht nur für Island: Die<br />

Vorkommnisse des 24. Oktober 1975 haben ähnliche<br />

Frauenstreiks in Spanien, der Schweiz und Polen<br />

inspiriert. Der unter der Regie der Emmy-prämierten<br />

US-Filmemacherin Pamela Hogan entstandene Film<br />

schildert die Geschichte auch aus der Sicht derer, die<br />

daran teilgenommen haben, wie etwa Hrafnhildur<br />

Gunnarsdóttir: Sie nahm als junges Mädchen zusammen<br />

mit ihrer Mutter und Zehntausenden von Frauen<br />

auf dem Laekjartorg-Platz in Reykjavik an der inzwischen<br />

historischen Demonstration teil. Regisseurin<br />

Hogan ist 50 Jahre später das Kunststück gelungen,<br />

trotz der Brisanz des Themas so etwas wie einen<br />

Wohlfühlfilm zu schaffen. Auch Björk ist begeistert<br />

und steuerte zum ersten Mal seit 25 Jahren einen Song<br />

für den Abspann bei. „Wir liebten unsere chauvinistischen<br />

Schweine“, erinnert sich eine der Aktivistinnen,<br />

„wir wollten sie nur ein wenig verändern!“<br />

#eintagohnefrauen<br />

Ride for Your Life<br />

„Souleymanes Geschichte“: Migrant<br />

aus Guinea im Wettlauf gegen die Zeit.<br />

Dem aus Guinea nach<br />

Frankreich eingewanderten<br />

Souleymane<br />

(Abou Sangare) bleiben<br />

nur 48 Stunden, die über<br />

seine Zukunft in dem Land<br />

entscheiden: ohne gültige<br />

Papiere muss er dringend<br />

an Geld gelangen, damit er<br />

diese noch rechtzeitig beschaffen<br />

kann. Dafür nimmt er<br />

notgedrungen einen haarsträubenden<br />

Job als Fahrradkurier für einen Lebensmittel-<br />

Lieferservice in den hektischen Straßen von Paris<br />

an. Schließlich überlegt er, sich als politisch Verfolgter<br />

auszugeben, um seine Chancen für eine<br />

positive Aufenthaltserlaubnis zu steigern.<br />

Regisseur Boris Lojkine (Camille) erzählt<br />

Souleymanes Geschichte, die von den wahren<br />

Erlebnissen seines Hauptakteurs, Laiendarsteller<br />

Abou Sangare, inspiriert ist. In der „Un Certain<br />

Regard“-Sektion des Filmfestivals in Cannes<br />

gewann der Film den Jurypreis und Sangare den<br />

Darstellerpreis, und bei der Verleihung des Europäischen<br />

Filmpreises setzte sich Sangare sogar<br />

gegen gestandene Schauspielkollegen wie Ralph<br />

Fiennes (Konklave), Daniel Craig (Queer) und<br />

Lars Eidinger (Sterben) durch.<br />

#SouleymaneFilm<br />

EIN TAG OHNE FRAUEN – THE DAY ICELAND STOOD STILL<br />

KINOSTART 07.03., ISLAND/USA 2024, REGIE Pamela Hogan,<br />

MIT Guðrún Erlendsdóttir, Ágústa Þorkelsdottir, Vigdís Finnbogadóttir,<br />

FILMLÄNGE 71 Min., © Polyfilm<br />

SOULEYMANES GESCHICHTE – L‘HISTOIRE DE<br />

SOULEYMANE KINOSTART 28.02., F 2024, REGIE<br />

Boris Lojkine, MIT Abou Sangare, Alpha Oumar Sow,<br />

FILMLÄNGE 93 Min., © Filmgarten<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 41


Blast from the Past<br />

„Love Hurts“ – das lernen Ke Huy Quan und Ariana DeBose auf die harte Tour.<br />

ÜBER<br />

LEBEN<br />

LOVE HURTS<br />

KINOSTART 06.03.,<br />

USA 2025, REGIE<br />

Jonathan Eusebio,<br />

MIT Ke Huy Quan,<br />

Ariana DeBose,<br />

Daniel Wu, Marshawn<br />

Lynch, Mustafa Shakir,<br />

FILMLÄNGE 83 Min.,<br />

© UPI<br />

Ke Huy Quan hat in den vergangenen<br />

Jahren eines der<br />

beeindruckendsten Comebacks<br />

hingelegt, das Hollywood seit langer<br />

Zeit gesehen hat. Nach großen Erfolgen<br />

als Kinderdarsteller in Indiana Jones<br />

und der Tempel des Todes und Die<br />

Goonies Mitte der 1980er-Jahre wurde<br />

es lange ruhig um den charismatischen<br />

gebürtigen Vietnamesen. Aus Mangel an<br />

interessanten Rollenangeboten legte er<br />

dann ab der Jahrtausendwende eine über<br />

20-jährige Pause von der Schauspielerei<br />

ein und betätigte sich hinter den Kulissen<br />

als Stuntkoordinator, ehe ihm mit<br />

seiner Nebenrolle in Everything Everywhere<br />

All at Once 2022 ein triumphales<br />

Comeback gelang, das sogar mit einem<br />

Oscar gekrönt wurde. Nach weiteren<br />

Nebenrollen in der Streaming-Serie Loki<br />

und Kung Fu Panda 4 darf er nun mit<br />

53 Jahren endlich seine erste Hauptrolle<br />

spielen. Und weil Quan so viel Erfahrung<br />

mit körperbetonten Rollen hat, darf er<br />

sich auch in Love Hurts – Liebe tut weh<br />

nach Herzenslust prügeln. An seiner Seite:<br />

die ebenfalls Oscar-prämierte Ariana<br />

DeBose (West Side Story), die ihm einst<br />

seinen Preis überreichen durfte.<br />

FIGHT FOR WHAT’S RIGHT<br />

Quan spielt Marvin, einen scheinbar<br />

unbescholtenen Immobilienagenten,<br />

der aber in Wahrheit eine gewalttätige<br />

Vergangenheit als Auftragskiller hat, von<br />

42 <strong>DOT</strong>.MOVIE


der nicht einmal sein Boss Cliff (Quans<br />

alter Goonies-Kumpel Sean Astin, Der<br />

Herr der Ringe) etwas ahnt. Als aber<br />

Marvins Vergangenheit ihn schließlich<br />

einholt – in Gestalt der jungen Anwältin<br />

Rose (DeBose), die er einst hätte<br />

beseitigen sollen, nur um sich dann in sie<br />

zu verlieben –, ruft das seinen entfremdeten<br />

Bruder Alvin (Daniel Wu, Tomb<br />

Raider) auf den Plan, der immer noch<br />

die „Company“ leitet, für die Marvin<br />

früher gearbeitet hat. Rose will Alvin<br />

nun ein für allemal für seine kriminellen<br />

Machenschaften zur Strecke bringen und<br />

vertraut dafür auf Marvins zwar lange<br />

verdrängte, aber immer noch beachtliche<br />

Kampfkünste. Wo 87North, das<br />

Produktionsunternehmen hinter der erfolgreichen<br />

John Wick-Reihe, draufsteht,<br />

ist spektakuläre und schweißtreibende<br />

Action vorprogrammiert.<br />

#lovehurtsfilm<br />

NACH<br />

4<br />

TUMULT IM URWALD<br />

SAUVAGES<br />

COMPÉTITION<br />

AB 20. MÄRZ<br />

IM KINO<br />

EIN FILM VON CLAUDE BARRAS<br />

Babette DE COSTER Martin VERSET Laetitia DOSCH Benoit POELVOORDE<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 43


ÜBER<br />

LEBEN<br />

Guns ’n’ Hexen<br />

Vermutlich kann George R. R. Martin schreiben, was er will – es wird ein Film oder eine Serie<br />

daraus. „In The Lost Lands“ vermischt Fantasy mit Western-Elementen und viel Action.<br />

Mit Milla Jovovich und Dave<br />

Bautista vor der Kamera kann eigentlich<br />

wenig schiefgehen – und<br />

wenn die Story von George R. R. Martin<br />

und das Drehbuch von Regisseur Paul W.S.<br />

Anderson stammen, dann ist das eigentlich<br />

schon ein Garant für ein packendes Kinoabenteuer.<br />

In diesem Fall führt es uns in eine<br />

dystopische Welt, die von Intrigen, Machtspielen<br />

und dem Kampf ums Überleben<br />

geprägt ist. Das Leitmotiv übernimmt dabei<br />

wie so oft die Liebe, genauer gesagt das unerfüllte<br />

Liebesglück einer Königin. Denn die<br />

ist so verzweifelt, dass sie die mächtige und<br />

gefürchtete Hexe Gray Alys, gespielt von<br />

Milla Jovovich, in die „Lost Lands“ schickt,<br />

um ihr die magische Gabe zu verschaffen,<br />

sich in einen Werwolf zu verwandeln. Was<br />

man eben so tut, wenn man unglücklich<br />

verliebt ist. Damit Gray Alys in der unheimlichen<br />

und gefährlichen Welt nicht gar so alleine<br />

ist, steht ihr mit dem geheimnisvollen<br />

Jäger Boyce (Dave Bautista) ein Mitstreiter<br />

im Kampf gegen die düsteren Kreaturen und<br />

gnadenlosen Gegner zur Seite. Den kann sie<br />

gut gebrauchen.<br />

POSTAPOKALYPSE-WESTERN<br />

Die Bottomline des Movies könnte jedenfalls<br />

„be careful what you wish for“ sein.<br />

„Im Kern ist In The Lost Lands ein Wes-<br />

44 <strong>DOT</strong>.MOVIE


tern, da der Film die ikonische Bildsprache<br />

enthält, die man mit einem Western<br />

verbindet. Es spielt in einer postapokalyptischen<br />

Welt, dadurch fällt das auf den<br />

ersten Blick nicht auf. Der Film greift viele<br />

typische Western-Motive, Erzählweisen<br />

und Bilder auf, und ich freue mich sehr,<br />

daran zu arbeiten“, sagt Regisseur Paul<br />

W.S. Anderson. Für ihn und seine Frau<br />

Jovovich ist es nicht die erste Zusammenarbeit,<br />

wie Filmfans natürlich wissen: Die<br />

beiden haben bereits beim Resident-Evil-<br />

Franchise intensiv zusammengearbeitet.<br />

Dave Bautista wiederum bleibt nach<br />

seiner Rolle in Dune auch weiterhin dem<br />

Action- und Abenteuerkino treu. Und<br />

was sagt das schreibende Mastermind<br />

George R. R. Martin zum Film?<br />

„Er ist düster, voller Wendungen und<br />

atmosphärisch und macht eine Menge<br />

Spaß.“ So soll es sein!<br />

#inthelostlands<br />

IN THE LOST LANDS<br />

KINOSTART 06.03.,<br />

USA 2025,<br />

REGIE Paul W.S. Anderson,<br />

MIT Milla Jovovich,<br />

Dave Bautista, Arly Jover,<br />

FILMLÄNGE 101 Min.,<br />

© Constantin Film<br />

AB 14. MÄRZ<br />

NUR IM KINO<br />

FÜR<br />

IMMER<br />

HIER<br />

EIN<br />

»EIN FESSELNDER, ZUTIEFST BERÜHRENDER FILM.«<br />

THE HOLLYWOOD REPORTER<br />

I’M STILL HERE<br />

FILM VON<br />

WALTER SALLES<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 45


SOUNDS<br />

GREAT<br />

TEXT: NICOLE ALBIEZ<br />

Vier dichte Jahre<br />

Fünf Jahre lang bereitete sich Timothée Chalamet auf seinen Auftritt als Bob Dylan in<br />

„Like a Complete Unknown“ vor. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht.<br />

Ein 19-Jähriger aus Minnesota<br />

kommt Anfang der<br />

1960er-Jahre im New Yorker<br />

West Village an. Er ist in einem<br />

Kofferraum mitgetrampt und steigt<br />

mit seiner Gitarre im Gepäck hier<br />

aus – bereit für ein neues Leben.<br />

Sein erstes Ziel ist ganz klar: Der<br />

junge Musiker will seinen Helden<br />

Woody Guthrie (Scoot McNairy)<br />

in einem Spital in New Jersey<br />

46 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

besuchen – und er macht das eines<br />

Abends auch unangekündigt. Im<br />

Krankenzimmer findet er nicht<br />

nur den von der Nervenkrankheit<br />

Chorea Huntington schon stark<br />

gezeichneten Guthrie vor, sondern<br />

auch einen anderen Krankenbesucher:<br />

den Folk-Musiker Pete Seeger<br />

(Edward Norton, Fight Club,<br />

Birdman oder (Die unverhoffte<br />

Macht der Ahnungslosigkeit)).<br />

Amüsiert und gerührt über den<br />

Jungspund, fordern die etablierten<br />

Musiker ihn auf, eine Nummer<br />

für sie zu spielen und sind<br />

einigermaßen hingerissen nach<br />

dem Song, den Dylan für Guthrie<br />

geschrieben hat.<br />

Seeger wird den Jungen, der<br />

sich als Bobby Dylan vorstellt,<br />

auch gleich unter seine Fittiche<br />

nehmen. Er wird ihm nicht nur<br />

einen Schlafplatz bei seiner Familie<br />

anbieten, sondern ihn auch auf<br />

die Bühne lotsen: Der junge Dylan<br />

wird direkt nach der schon berühmten<br />

Joan Baez eine Nummer<br />

spielen. Wenn das Publikum noch<br />

mehr von der Neuentdeckung verlangt,<br />

die auf ganz eigene Art den<br />

Ton trifft, ist man ganz d’accord<br />

damit: Beinahe ist man enttäuscht,<br />

dass James Mangold einen Schnitt<br />

setzt, um seine Handlung voranzutreiben.<br />

FÜNF JAHRE<br />

Natürlich: James Mangolds Film<br />

ist nicht so ausgeklügelt wie I’m<br />

Not There von Todd Haynes, der<br />

die Unnahbarkeit des Musikers<br />

2007 durch den genialen Kunst-


griff unterstrich, sechs verschiedene<br />

Bob Dylans auftreten zu<br />

lassen – Christian Bale, Richard<br />

Gere, Heath Ledger, Marcus Carl<br />

Franklin, Ben Whishaw und Cate<br />

Blanchett spielten facettenreich<br />

Bob Dylan. Mangold (Walk the<br />

Line, Le Mans 66 – Gegen jede<br />

Chance) geht in der Konzeption<br />

seines Biopics konventioneller<br />

vor. Da er aber eine fabelhafte und<br />

bestens vorbereitete Besetzung an<br />

seiner Seite weiß, tut dies der Sache<br />

keinen Abbruch. Die Stärken<br />

des Filmes sind eindeutig die, in<br />

denen es auf die Bühne geht. Diese<br />

Momente machen bravere Szenen<br />

mehr als gut.<br />

Timothée Chalamet (Call Me by<br />

Your Name, Dune) legt eine sehr<br />

würdige Performance hin. Er hatte<br />

auch ausufernd Zeit zur Vorbereitung:<br />

Zuerst kam der Produktion<br />

Covid-19 in die Quere, dann eine<br />

Reihe Streiks in der Branche. Für<br />

Chalamet bedeutete dies den zeitlichen<br />

Luxus, sich akribisch auf die<br />

überlebensgroße Rolle vorbereiten<br />

zu können: dass er u.a. Zeit hatte,<br />

an seinen Fähigkeiten als Musiker<br />

und Sänger zu arbeiten. Für Mangold<br />

war – vor allem nach der Wirkung,<br />

die der Gesang von Joaquin<br />

Phoenix und Reese Witherspoon<br />

als Johnny und June Carter Cash<br />

für Walk the Line hatten – klar,<br />

dass auch die Schauspieler in<br />

A Complete Unknown singen und<br />

spielen sollen. Mangold strebte<br />

nicht nach einer Kopie, sondern<br />

nach etwas Transzendentem:<br />

„Ich wollte nicht, dass Timmy<br />

(Chalamet) verschwindet. Es ist<br />

eine Performance. Ich wollte,<br />

dass Timmy sich selbst zu Bob<br />

mitbringt. Wenn der Film nur<br />

eine Reihe von Manierismen und<br />

stimmlichen Eindrücken bietet,<br />

interessiert das niemanden.“<br />

Fünf Jahre lang hat sich Chalamet<br />

mit Bob Dylan auseinandergesetzt,<br />

ein Musiktraining absolviert,<br />

mit dem Gesangslehrer Eric Vetro<br />

gearbeitet und u.a. Dylans Auftritte<br />

und Interviews studiert. Vetro<br />

meint: „Wenn man das Wesen von<br />

Bob wirklich erfassen will, ist es<br />

sehr vielschichtig. Er hat eine Menge<br />

unterschiedlicher Qualitäten<br />

in seiner Stimme. Sie ist wie ein<br />

Wein. Und Timothée hat ein wirklich<br />

gutes Gehör. Er kann eine Idee<br />

sehr schnell erfassen und weiß, wie<br />

er sie als Schauspieler umsetzen<br />

kann.“ Auf der Leinwandbühne<br />

überzeugt er absolut.<br />

AB 6. MÄRZ IM KINO<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 47


VIER JAHRE<br />

Mangold konnte sich während der<br />

Drehbuchphase und der Produktionsvorbereitung<br />

mit Dylan<br />

austauschen. Dies machte ihm<br />

die Last deutlich, „was man mit<br />

seinem Traum machen soll, wenn<br />

man ihn einmal verwirklicht hat“.<br />

Denn: „Man kann wirklich gut<br />

darin sein, Songs zu schreiben, sie<br />

aufzunehmen, zu singen und zu<br />

spielen, aber das macht einen nicht<br />

unbedingt gut oder empfänglich<br />

für das, was Ruhm und Berühmtheit<br />

mit sich bringen, oder für<br />

die Bürde, sich zu profilieren und<br />

Millionen von Menschen zur Verfügung<br />

zu stehen, die einen lieben<br />

oder hassen oder einem etwas<br />

übel nehmen oder Erwartungen<br />

an einen haben.“ Wie sang Dylan<br />

48 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

in seinem Song „Idiot Wind“ von<br />

1975? – „People see me all the time<br />

/ And they just can’t remember<br />

how to act / Their minds are filled<br />

with big ideas / Images and distorted<br />

facts.”<br />

Mit A Complete Unknown erzählt<br />

Mangold (ausgehend von der<br />

Publikation „Dylan Goes Electric!:<br />

Newport, Seeger, Dylan, and the<br />

Night That Split the Sixties“ von<br />

Elijah Wald) „eine Geschichte über<br />

einen bestimmten Moment im<br />

Leben eines Menschen, nicht über<br />

sein ganzes Leben. Und es geht<br />

um eine Welt, in der so viel mit<br />

Gesang kommuniziert wird.“ Der<br />

Film setzt 1961 – in einer kulturell<br />

brodelnden und politisch aufgeheizten<br />

Zeit – in New York ein,<br />

zeigt Dylans Begegnung mit der<br />

Antikriegs- und Bürgerrechtsaktivistin<br />

Sylvie Russo (Elle Fanning,<br />

Maleficent – Die dunkle Fee) – im<br />

echten Leben Suze Rotolo –, mit<br />

der er zusammenleben wird (seine<br />

Liebe noch vor dem Mythos Bob<br />

Dylan) und die ihn, während<br />

ihn seine Plattenfirma Folksongs<br />

covern lassen möchte, dazu<br />

ermutigt, einen eigenen Weg – mit<br />

zeitgemäßen Inhalten – zu gehen.<br />

Er verfolgt Dylans sich rasant<br />

entwickelnde Karriere (Joan Baez,<br />

gespielt und gesungen von Monica<br />

Barbaro, Top Gun: Maverick, wird<br />

er bald hinter sich lassen) und<br />

endet beim legendären Auftritt auf<br />

dem Newport Folk Festival 1965,<br />

wo er erstmalig zur Elektrogitarre<br />

griff – und vom brüskierten Publikum<br />

als Judas beschimpft wird.<br />

#likeacompleteunknown<br />

LIKE A COMPLETE UNKNOWN<br />

KINOSTART 27.02., USA 2024,<br />

REGIE James Mangold, MIT Timothée<br />

Chalamet, Edward Norton, Elle Fanning,<br />

Monica Barbaro, Boyd Holbrook,<br />

Dan Fogler, FILMLÄNGE 140 Min.,<br />

© The Walt Disney Studios


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SOUNDS<br />

GREAT<br />

Und es wurde Rock<br />

„Becoming Led Zeppelin“: Pflichtfilm für Rockfans im Allgemeinen und Fans<br />

von Led Zeppelin im Besonderen – in der präzisen Doku geht es ausschließlich<br />

um die Entstehung der ikonischen Band.<br />

JIMMY WAR BAFF<br />

Denn wie oben erwähnt, tauchte<br />

in mehr als 50 Jahren des Bestehens<br />

der Gruppe noch niemand<br />

mit einem Drehbuch auf, an<br />

dem Robert, Jimmy und John<br />

Paul Gefallen fanden. Regisseur<br />

MacMahon ist es clever angegangen:<br />

Er hat den Film bereits<br />

vollständig als Storyboard gestaltet<br />

und in Leder gebunden, bevor er<br />

ihn der Band präsentierte. Der<br />

Plan ging auf, und Jimmy Page<br />

war sprichwörtlich baff ob der<br />

Akkuratesse der Recherchen. Page<br />

meint dazu: „Als wir MacMahon<br />

das erste Mal trafen, waren wir<br />

wohl alle ziemlich nervös. Aber<br />

das Storyboard hat eine sofortige<br />

Verbindung zwischen ihm und<br />

uns hergestellt.“ Und auch sonst<br />

hatte der Regisseur gute Karten:<br />

Robert Plant war dank des Films<br />

American Epic bereits ein Fan von<br />

seiner Arbeit, und auch John Paul<br />

Jones war überzeugt. „Die Zeit war<br />

reif, um die Geschichte aus unserer<br />

Perspektive zu erzählen und reif<br />

für diesen Film“, meint er. Bereits<br />

2019, zum 50-Jahr-Jubiläum<br />

der Band wurde Becoming Led<br />

Zeppelin angekündigt, nun ist es<br />

endlich so weit.<br />

#becomingledzeppelinfilm<br />

Dass es bislang keinen von<br />

der Band autorisierten,<br />

also offiziellen Film über<br />

Led Zeppelin gegeben hat, lag an<br />

den hohen Ansprüchen nicht zuletzt<br />

von Jimmy Page: Als „pretty<br />

miserable“ bezeichnet er heute<br />

die ihm im Laufe der Jahrzehnte<br />

angebotenen Drehbücher. Das<br />

änderte sich erst mit Bernard<br />

MacMahon, dem Regisseur von<br />

Becoming Led Zeppelin: Nicht<br />

auf übermäßige Dramatisierung<br />

und ausgelutschte Rock-Klischees<br />

ist der Film ausgelegt, sondern<br />

auf das Sezieren einer erstaunlich<br />

kurzen Zeitspanne ab dem Jahr<br />

1968, die der Regisseur quasi<br />

unter das Mikroskop legt. Zu<br />

Wort kommen in erster Linie die<br />

Bandmitglieder, und die vielleicht<br />

50 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

mitreißendsten Filmdokumente<br />

sind bislang nie gezeigte Interviewausschnitte<br />

von John Bonham,<br />

dem viel zu früh verstorbenen<br />

Genie am Schlagzeug, die früh<br />

in ihrer Karriere aufgezeichnet<br />

wurden. MacMahon hat sich Zeit<br />

gelassen bei seinen Recherchen<br />

und Streifzügen durch verloren<br />

geglaubte Archive – und das hat<br />

den Film samt Sanktus der Band<br />

letztendlich erst ermöglicht.<br />

BECOMING LED ZEPPELIN<br />

KINOSTART 18.03., USA/UK 2025, REGIE<br />

Bernard MacMahon, MIT John Bonham,<br />

John Paul Jones, Jimmy Page, Robert Plant,<br />

FILMLÄNGE 121 Min., © Sony Pictures


Unbeirrbar zum Meisterwerk<br />

„Köln 75“: Nicht nur für Jazzfans ist Keith Jarretts improvisiertes<br />

Live-Doppelalbum ein Meilenstein. Faszinierend ist auch die Entstehungsgeschichte<br />

des ein halbes Jahrhundert alten Klassikers.<br />

Man nehme einen halb<br />

kaputten Stutzflügel,<br />

der anstatt des<br />

gebuchten Bösendorfer Imperial<br />

auf der Bühne der Kölner Oper<br />

steht, einen von Rückenschmerzen<br />

geplagten Keith Jarrett – und<br />

Vera Brandes, ohne die weder<br />

das Konzert noch die legendäre<br />

Aufnahme stattgefunden hätte: Es<br />

gibt Krimis mit weniger Spannung<br />

als die Entstehungsgeschichte<br />

von „The Köln Concert“, auf die<br />

der Film Köln 75 aufbaut. Denn<br />

Vera Brandes war gerade mal<br />

18 Jahre alt, als sie das Konzert<br />

ermöglichte; gegen den Willen<br />

ihres Vaters und auch sonst mit<br />

viel Gegenwind: In der Jazzszene<br />

der Siebzigerjahre musste man als<br />

junge Frau schon ganz besonders<br />

viel Mut und Unbeirrbarkeit<br />

aufbringen, um nicht unterzugehen.<br />

Dank Brandes’ Sturheit und<br />

Überredungskunst fand das Konzert<br />

auch tatsächlich statt. Womit<br />

allerdings niemand gerechnet<br />

hatte, war der bis heute anhaltende<br />

Erfolg des daraus entstandenen<br />

Live-Doppelalbums, das zu Recht<br />

als Pflichtwerk jedes bildungsbürgerlichen<br />

Haushalts gilt.<br />

ICH BIN VERA BRANDES<br />

Dem Regisseur Ido Fluk erzählte<br />

Vera Brandes in mehreren Skype-<br />

Gesprächen acht Stunden lang im<br />

Detail, was da in den frühen Siebzigerjahren<br />

geschehen war. Diese<br />

Gespräche bildeten dann auch die<br />

Grundlage für das Drehbuch, das<br />

der New Yorker Fluk verfasste. Es<br />

ist somit Veras eigene Geschichte;<br />

aus ihrer Perspektive. Es ist aber<br />

auch ein Film über die Unberechenbarkeit<br />

der Kunst geworden:<br />

Mit mehr als vier Millionen<br />

verkauften Exemplaren ist das<br />

Doppelalbum „The Köln Concert“<br />

mit seinem ikonischen weißen<br />

Cover bis heute die meistverkaufte<br />

Jazz-Soloplatte und meistverkaufte<br />

Klaviersoloaufnahme. Was<br />

umso erstaunlicher ist, als dass<br />

KÖLN 75 KINOSTART 14.03.,<br />

D/BE/PL 2024, REGIE Ido Fluk,<br />

MIT Mala Emde, John Magaro, Michael<br />

Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur,<br />

FILM LÄNGE 115 Min., © Alamode<br />

Keith Jarrett selbst wie auch das<br />

Jazz-Label ECM Records sich von<br />

der Veröffentlichung distanziert<br />

haben und sie als minderwertig<br />

ansehen. Doch das soll keine<br />

Rolle spielen: Letztendlich geht es<br />

immer um die Wahrnehmung des<br />

Publikums – und in diesem Fall<br />

um Vera Brandes, die allen Widrigkeiten<br />

zum Trotz ihre Vision<br />

mit unabsehbaren Folgen in die<br />

Tat umgesetzt hat.<br />

#koeln75<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 51


Ein Mysterium<br />

Die Melodie kennt jeder. Doch kaum jemand weiß Genaueres über<br />

Entstehungsgeschichte und Komponist. Als eines der „most sexy“ Musikstücke gilt er<br />

und hat Regisseure wie auch Jazzmusiker inspiriert: der Bolero.<br />

Alle 15 Minuten wird<br />

irgendwo auf diesem<br />

Planeten der Bolero von<br />

Ravel gespielt. Stilistisch ist er<br />

schwer einzuordnen: In ihm vereinen<br />

sich Elemente der Klassik, der<br />

Tanzmusik, des Minimalismus<br />

wie auch des Jazz. Regisseurin<br />

Anne Fontaine (Coco Chanel –<br />

Der Beginn einer Leidenschaft)<br />

hat dem Rätsel des Musikstücks<br />

nachgespürt – Ausgangspunkt<br />

war Ravels Biografie, aber auch<br />

seine Briefe sowie Gespräche Fontaines<br />

mit einem seiner Schüler.<br />

Eine Auflösung des Rätsels gibt es<br />

nicht: Ravel ist bis heute so etwas<br />

wie ein Mysterium. Der Film<br />

bringt dennoch Licht ins biografische<br />

Dunkel und tut dies mit feinfühlig-opulenter<br />

musikalischer<br />

Inszenierung, die – den Werken<br />

Ravels sei Dank – mitreißt und<br />

schon allein damit den Kinobesuch<br />

mehr als nur rechtfertigt.<br />

Die ebenso sensibel an die Sache<br />

herangehende Besetzung sorgt<br />

dafür, Zeit und Umfeld Ravels<br />

auf der Leinwand zum Leben zu<br />

erwecken. Eine klare Empfehlung<br />

für Fans des stilprägenden Boleros<br />

wie auch für Interessierte an einer<br />

musikalisch aufregenden und bis<br />

heute nachklingenden Ära.<br />

#bolero<br />

BOLERO – DIE ENTSTEHUNG EINES<br />

MEISTERWERKS KINOSTART 06.03.,<br />

F/BE 2024, REGIE Anne Fontaine,<br />

MIT Raphaël Personnaz, Doria Tillier, Jeanne<br />

Balibar, Vincent Perez, Emmanuelle Devos,<br />

FILMLÄNGE 121 Min., © Filmladen<br />

SOUNDS<br />

GREAT<br />

52 <strong>DOT</strong>.MOVIE


Holy Sh*t!<br />

Keinesfalls unterstützt dieses Magazin Vulgärsprache.<br />

Der Titel ist einer Kritik des renommierten New Music Express entnommen,<br />

die im Übrigen mit „F*** me, what a film“ endet. Kneecap!<br />

Das haben die drei Burschen aus<br />

Belfast gut eingefädelt: Noch<br />

vor einem Jahr gab es einen<br />

großen Skandal, weil die konservative<br />

Staatssekretärin Badenoch dem Rap-Trio<br />

Kneecap die ihm zugesagte Förderung in<br />

der Höhe von umgerechnet 17.000 Euro<br />

vorenthielt – die Lyrics waren der Regierung<br />

ein Dorn im Auge. Mittlerweile geht<br />

es längst nicht mehr um Förderungen,<br />

denn Mo Chara, Móglaí Bap und DJ<br />

Próvaí (bürgerlich Liam Óg Ó Hannaidh,<br />

Naoise Ó Cairealláin und JJ Ó Dochartaigh)<br />

haben als Formation Kneecap eine<br />

Karriere hingelegt, die beispiellos ist. Und<br />

um deren Beginn geht es auch im Film.<br />

Derb, direkt, politisch inkorrekt und mit<br />

reichlich Drogenreferenzen spielt sich das<br />

Trio in die Herzen der jungen irischen Bevölkerung.<br />

Vergleiche mit Trainspotting,<br />

aber auch mit 8 Miles sind zulässig und<br />

werden allerorts gezogen. Das Drehbuch<br />

basiert lose auf dem Leben der Hauptprotagonisten<br />

und wird mit fiktionalen<br />

Szenen zu einem hochenergetischen Trip<br />

verarbeitet. Dem Trio gelingt ein Kunststück:<br />

Die drei verscherzen es sich mit<br />

allen politischen Lagern gleichermaßen.<br />

Ihnen dabei zuzusehen und zuzuhören,<br />

macht richtig viel Spaß.<br />

www.kneecapfilm.com<br />

KNEECAP<br />

KINOSTART 21.03.,<br />

IRL/GB 2024,<br />

REGIE Rich Peppiatt,<br />

MIT Naoise Ó Cairealláin,<br />

Liam Óg Ó Hannaidh, JJ<br />

Ó Dochartaigh, Michael<br />

Fassbender,<br />

FILMLÄNGE 105 Min.,<br />

© Filmladen<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 53


Neue Ära<br />

Renée Zellweger schlüpft ein viertes Mal in die Haut von „Bridget Jones“.<br />

BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM<br />

– BRIDGET JONES – MAD ABOUT THE BOY<br />

KINOSTART 27.02., GB/USA/F 2025,<br />

REGIE Michael Morris, MIT Renée Zellweger,<br />

Hugh Grant, Emma Thompson, Chiwetel Ejiofor,<br />

Leo Woodall, FILMLÄNGE 125 Min., © UPI<br />

Sie ist die ungeschlagene Meisterin<br />

im Tritt in Fettnäpfchen,<br />

sie ist die ungeschlagen<br />

lustigste Chronistin – niemand<br />

befüllt Tagebücher mit so eigenwilligen<br />

Statistiken wie sie –, sie<br />

hat durch ihre eigenständige Art<br />

das Genre der RomCom revolutioniert<br />

und: Sie ist zurück. Einmal<br />

mehr erzählt ein Film davon, was<br />

in Bridget Jones’ Leben so los ist<br />

– Bridget Jones, die Figur, von der<br />

Autorin und Journalistin Helen<br />

Fielding ab 1995 im Rahmen einer<br />

„Independent“-Kolumne erzählte<br />

und die ab 1996 als Romanfigur<br />

(Auftakt: „Bridget Jones – Schokolade<br />

zum Frühstück“) durch ein<br />

chaotisches Leben stapfte, die viel<br />

zu viel trank, aß, liebte – und die<br />

2001 in Gestalt von Renée Zellweger<br />

auf der Leinwand auftauchte.<br />

Auf den ersten Bridget-Jones-<br />

Film Schokolade zum Frühstück<br />

folgten 2004 Bridget Jones – Am<br />

Rande des Wahnsinns und 2016<br />

Bridget Jones’ Baby. Nun folgt mit<br />

Bridget Jones – Verrückt nach ihm<br />

ein weiteres – letztes? – Kapitel.<br />

EIN NEUES KAPITEL<br />

Das Publikum hat der immer<br />

nahbaren Bridget Jones dabei<br />

zugesehen, wie sie nach der Liebe<br />

suchte, aber erst mal eher Affären<br />

fand (als zynischer Chef und<br />

Gespiele: Hugh Grant), wie sie mit<br />

Kalorien und Promille kämpfte,<br />

um eine TV-Karriere rang, wie<br />

sie den ehrenhaften Mark Darcy<br />

(Colin Firth) erst ablehnte, dann<br />

liebte, wie sie Mutter und zu Mrs.<br />

Darcy wurde. Nun ist das Publikum<br />

dabei, wenn Bridget Jones<br />

mit einem Verlust zu kämpfen hat:<br />

Ihre große Liebe Mark ist gestorben,<br />

und Bridget Jones muss sich<br />

mit ihren beiden Kindern – dem<br />

zehnjährigen Billy und der sechsjährigen<br />

Mabel – in der neuen<br />

Realität zurechtfinden. Vier Jahre<br />

nach Marks Tod sei es an der<br />

Zeit, ins Leben zurückzukehren,<br />

befinden die Freunde – und mit<br />

dem Endzwanziger Roxster (Leo<br />

Woodall, The White Lotus) und<br />

Mr. Walliker (Chiwetel Ejiofor,<br />

12 Years a Slave), dem Naturwissenschaftslehrer<br />

ihres Sohnes,<br />

sind auch zwei potenzielle neue<br />

Männer zur Stelle …<br />

Das größte Argument für Renée<br />

Zellweger, in die ikonische Rolle<br />

zurückzukehren, war es, dass<br />

Helen Fielding dieses Kapitel<br />

in Bridgets Leben am nächsten<br />

stand. „Helen hat dieses Buch<br />

einmal als das persönlichste ihrer<br />

‚Bridget‘-Bücher bezeichnet“,<br />

erklärt Zellweger. „Sie befasst<br />

sich darin mit ihren wichtigsten,<br />

intimsten Momenten – mit<br />

denjenigen, die sie gemeinsam mit<br />

ihren Kindern in ihrem eigenen<br />

Leben bewältigen musste.“ Auf in<br />

den Heilungsprozess – und in ein<br />

neues Kapitel ihres Lebens.<br />

#bridgetjones<br />

54 <strong>DOT</strong>.MOVIE


FAMILY<br />

AFFAIRS<br />

Unter Schwestern<br />

Ariane Labed blickt mit ihrem ausgeklügelten Regiedebüt auf Schwestern,<br />

die gleichermaßen toxisch wie innig miteinander umgehen: „September & July“.<br />

SEPTEMBER & JULY<br />

– SEPTEMBER SAYS<br />

KINOSTART 07.03., F/<br />

GB/IRL/GRC/D 2024,<br />

REGIE Ariane Labed,<br />

MIT Mia Tharia, Pascale<br />

Kann, Rakhee Thakrar,<br />

FILMLÄNGE 100 Min.,<br />

© Stadtkino/MUBI<br />

Ariane Labed, bekannt aus der<br />

„Greek Weird Wave“ und preisgekrönt<br />

für ihre Rolle in Attenberg,<br />

wagt mit September & July den Schritt<br />

hinter die Kamera. Ihr Regiedebüt, basierend<br />

auf Daisy Johnsons Roman „Sisters“,<br />

ist ein feinfühliges und verstörendes Drama<br />

über die komplexen Bindungen zweier<br />

Schwestern, geprägt von Co-Dependency<br />

und Isolation. Labed gelingt es, eine eigene<br />

künstlerische Handschrift zu etablieren,<br />

die zwar Anklänge an die Werke ihres<br />

Mannes Yorgos Lanthimos (Poor Things,<br />

Kinds of Kindness, The Lobster) zeigt,<br />

aber eine spürbar größere emotionale Tiefe<br />

besitzt. Der Film erzählt die Geschichte<br />

der ungleichen Schwestern September<br />

(Pascale Kann) und July (Mia Tharia), die<br />

in einer verschworenen Symbiose leben.<br />

September dominiert die Beziehung mit<br />

einem Spiel namens „September Says“,<br />

während July von ihrer Schwester Schutz<br />

und Kontrolle gleichermaßen erfährt.<br />

Ihre Mutter Sheela (Rakhee Thakrar), eine<br />

indischstämmige Künstlerin, versucht, die<br />

Balance zwischen Freiheit und Fürsorge<br />

zu wahren, bleibt jedoch oft außen vor.<br />

ZERBRECHLICH UND RAU<br />

Thematisch durchdringt der Film die<br />

Dynamik von Abhängigkeit, Selbstfindung<br />

und Traumabewältigung. Mobbing,<br />

unterschwelliger Rassismus und die Last<br />

familiärer Erwartungen formen das Leben<br />

der Schwestern. Labed lässt viel Raum<br />

für Stille und nutzt Bildsprache und<br />

Klangwelt meisterhaft, um die emotionale<br />

Zerrissenheit ihrer Figuren einzufangen.<br />

Die klaustrophobische Enge des irischen<br />

Ferienhauses kontrastiert mit der rauen<br />

Freiheit, die July dort zu entdecken beginnt<br />

– bis eine entscheidende Wendung<br />

das fragile Gleichgewicht zerstört.<br />

September & July beeindruckt durch<br />

herausragende schauspielerische Leistungen,<br />

insbesondere von Pascale Kann,<br />

und eine visuelle Gestaltung, die die<br />

Themen des Films subtil unterstreicht.<br />

Mit ihrer sensiblen Auseinandersetzung<br />

mit mentaler Gesundheit und der<br />

Zerbrechlichkeit zwischenmenschlicher<br />

Beziehungen schafft Labed ein Werk, das<br />

lange nachhallt und neugierig auf ihre<br />

zukünftigen Projekte macht.<br />

#septemberandjuly<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 55


Was hat uns bloß so isoliert?<br />

Tom Tykwer kehrt mit einem übervollen Film ins Kino zurück: „Das Licht“.<br />

Dass die Haushälterin tot<br />

ist, kriegen die Familienmitglieder<br />

beschämend<br />

lange nicht mit. Seit sie über<br />

dem Mopp zusammengebrochen<br />

ist, ist immer mal wieder einer<br />

der Familie Engels in die Küche<br />

getapst und hat in den Kühlschrank<br />

geschaut – da aber jeder<br />

so mit seinem eigenen Süppchen<br />

beschäftigt ist und sich mit nach<br />

innen (oder auf den Screen)<br />

gerichtetem Blick durchs Außen<br />

bewegt, kriegt das lange niemand<br />

mit. Erst die 17-jährige Frieda,<br />

die seit Donnerstag durchgefeiert<br />

hat und nun am Samstag erstmals<br />

wieder nach Hause kommt,<br />

bemerkt die Frau, die jahrelang<br />

hinter ihnen herräumte, von der<br />

sie aber gerade mal den Vornamen<br />

kennen. Frieda braucht aber noch<br />

einen Moment, um zu realisieren,<br />

ob das, was sie sieht, echt ist: Sie<br />

ist schließlich gerade auf einem<br />

Trip. Dass nun eine neue Haushälterin<br />

hermuss, bringt die Familie<br />

seit Langem mal wieder an einen<br />

Tisch beziehungsweise dazu, mal<br />

die VR-Brille abzusetzen.<br />

GELEBTE ACHTLOSIGKEIT<br />

Die Eltern (Lars Eidinger, Nicolette<br />

Krebitz) wie auch die Kinder: Alle<br />

gehen ihrem Ding nach. Ein Familienleben<br />

in totaler Isolation, in<br />

der ernsthafter Austausch tunlichst<br />

vermieden wird. Zwar versuchen<br />

die Eltern eine bessere Welt zu<br />

kreieren, was allerdings nur für<br />

ihr Berufsleben gilt. Im Privaten<br />

herrschen nicht Halt und Zugehörigkeit,<br />

sondern totale Resignation.<br />

Kommt es doch einmal zu einem<br />

Wortwechsel (etwa nach Schwangerschaftsabbrüchen),<br />

kommt es<br />

auch zu beleidigten Abgängen.<br />

Dieses irritierende Nebeneinander<br />

findet Farrah (Tala Al-Deen)<br />

vor, als sie einen Halbtagsjob als<br />

Haushälterin bei dieser Familie<br />

antritt. Sie ist in ihren Augen hier<br />

genau richtig, denn sie nimmt den<br />

Posten nicht ohne Grund an: Die<br />

geheimnisvolle Frau, die aus Syrien<br />

geflüchtet ist, hat eine Mission.<br />

Nach acht Jahren legt Tom Tykwer<br />

(Lola rennt, Das Parfum), der<br />

in den letzten Jahren vor allem<br />

mit der TV-Serie Babylon Berlin<br />

beschäftigt war, wieder einen<br />

Kinofilm vor. Darin will er vieles.<br />

Das Licht, der Eröffnungsfilm der<br />

diesjährigen Berlinale, erzählt von<br />

einem außerordentlich überzeichneten<br />

westlichen Familienalltag<br />

und der „Welt im Taumel“, möchte<br />

Weltpolitik dazumengen und<br />

versucht sich – etwas bemüht – in<br />

Genreausdehnungen (mal wird<br />

eine Szene animiert, mal wird<br />

gesungen und getanzt) und philosophischen<br />

Überlegungen. Das<br />

filmische Personal sei ihm sehr<br />

vertraut, gibt Tykwer an, der sich<br />

noch nie so verunsichert gefühlt<br />

habe wie heute. „Der gesellschaftliche<br />

Wandel der letzten drei Jahrzehnte,<br />

ausgehend und bezeichnet<br />

durch das digitale Zeitalter und<br />

die radikale Veränderung der<br />

globalen Ökonomie, hat uns dramatisch<br />

überfordert. Wir haben<br />

nicht in der Tiefe erfasst, was da<br />

passiert.“ Seine Familie Engels<br />

befindet sich im freien Fall.<br />

www.filmladen.at<br />

DAS LICHT KINOSTART 20.03., D 2024,<br />

REGIE Tom Tykwer, MIT Lars Eidinger,<br />

Nicolette Krebitz, Tala Al-Deen, FILM-<br />

LÄNGE 162 Min., © Filmladen<br />

56 <strong>DOT</strong>.MOVIE


FAMILY<br />

AFFAIRS<br />

Eine Geschichte der Willkür<br />

Walter Salles erzählt mit „I’m Still Here“ eine Familiengeschichte,<br />

die ihn auch persönlich berührt.<br />

Als der brasilianische<br />

Schriftsteller Marcelo Rubens<br />

Paiva 2015 beginnt,<br />

die Geschichte seiner Mutter zu<br />

Papier zu bringen, macht er es<br />

auch, weil Eunice Paiva zu diesem<br />

Zeitpunkt bereits seit Jahren an<br />

Alzheimer erkrankt war und<br />

allmählich ihre Vergangenheit als<br />

einflussreiche Menschenrechtsanwältin<br />

und Aktivistin vergaß.<br />

1971 wurde ihr Ehemann – und<br />

Marcelos Vater –, der Ingenieur<br />

und frühere linke Kongressabgeordnete<br />

Rubens Paiva, von<br />

der Militärpolizei gewaltsam<br />

aus seinem Zuhause abgeführt<br />

und verhaftet. Seine Familie hat<br />

nie wieder von ihm gehört: Er<br />

„verschwand“. Er wurde von der<br />

brasilianischen Militärdiktatur,<br />

die von 1964 bis 1985 das Land im<br />

Griff hatte, gefoltert und ermordet,<br />

seine Leiche wurde niemals<br />

gefunden.<br />

Der Regisseur Walter Salles (Die<br />

Reise des jungen Che, On the<br />

Road) kannte die Geschichte der<br />

Paivas nicht nur aus den Zeitungen<br />

und der Lektüre von Marcelos<br />

Buch („Ainda estou aqui“): „Ich<br />

habe die Familie Paiva – Rubens,<br />

Eunice und ihre fünf Kinder<br />

Veroca, Eliana, Nalu, Marcelo<br />

und Babiu – Ende der 60er-Jahre<br />

kennengelernt. Sie waren damals<br />

gerade nach Rio gezogen, wohin<br />

ich nach meinem fünfjährigen<br />

Auslandsaufenthalt zurückgekehrt<br />

war“, erinnert sich Salles. „Das<br />

Verschwinden von Rubens war ein<br />

Schock, er war der erste Vater im<br />

Freundeskreis, der verschwand.“<br />

INTENSIV UND BEWEGEND<br />

In flirrenden Bildern zeigt er das<br />

Familienleben der Paivas – und<br />

wie es nach dem Gewaltakt für sie<br />

weitergeht. Intensiv und berührend<br />

spielt Fernanda Torres die<br />

löwenstarke Eunice Paiva, die<br />

nach dem willkürlichen Eingriff<br />

der Militärdiktatur in ihre Familie<br />

herauszufinden versucht, was<br />

mit ihrem Mann geschehen ist,<br />

sich als Anwältin engagiert und<br />

das Leben für sich und ihre fünf<br />

Kinder neu erfinden muss. Torres<br />

ist als beste Hauptdarstellerin für<br />

einen Oscar nominiert (davor holte<br />

sie schon einen Golden Globe<br />

ab); I’m Still Here ist außerdem<br />

in zwei weiteren Sparten für den<br />

Oscar nominiert: als bester Film<br />

und bester internationaler Film.<br />

Bei der Premiere in Venedig wurde<br />

der bewegende Film bereits mit<br />

drei Preisen bedacht – u.a. dem<br />

fürs beste Drehbuch.<br />

#imstillhere<br />

FÜR IMMER HIER – I’M STILL HERE<br />

KINOSTART 14.03., BR/F 2024, REGIE Walter<br />

Salles, MIT Fernanda Torres, Selton Mello, Fernanda<br />

Montenegro, FILMLÄNGE 136 Min., © Polyfilm<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 57


KIDS<br />

& FAMILY<br />

Was war für das ein<br />

monumentales Filmereignis<br />

damals, im<br />

Jahr 1937, als sich Walt Disney<br />

und seine Zeichner anschickten,<br />

erstmals einen abendfüllenden Zeichentrickfilm<br />

zu produzieren: eine<br />

Adaption des berühmten Märchens<br />

Schneewittchen und die sieben<br />

Zwerge der Gebrüder Grimm.<br />

Kaum jemand hielt dieses verwegene<br />

Unterfangen für möglich. Disney<br />

jedoch glaubte an den Erfolg,<br />

und der Rest, wie man so schön<br />

sagt, ist Geschichte. Der Film brach<br />

alle Rekorde und war zwei Jahre<br />

lang der umsatzstärkste Film aller<br />

Zeiten. Unvergesslich und einmalig<br />

ist auch jener Moment bei der<br />

elften Oscar-Verleihung im Februar<br />

1939, als Walt Disney mit einem<br />

Spezialpreis gewürdigt wurde:<br />

Man überreichte ihm neben einem<br />

Goldjungen in Originalgröße noch<br />

sieben Miniaturexemplare dazu –<br />

einen für jeden der sieben tapferen<br />

58 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

Wieder allein im Wald<br />

Disney hat es schon wieder getan: „Schneewittchen“ erhält eine Realverfilmung.<br />

Zwerge. Auch nach fast 90 Jahren<br />

hat dieser Meilenstein der Filmgeschichte<br />

nichts von seinem Glanz<br />

verloren und begeistert Generationen<br />

von Filmliebhabern.<br />

GLEICHE GESCHICHTE –<br />

NEUER LOOK<br />

Wie wir aber spätestens seit Tim<br />

Burtons (Beetlejuice Beetlejuice)<br />

aufwendiger Realfilm-Fortsetzung<br />

von Alice im Wunderland aus<br />

dem Jahr 2010 wissen, haben es<br />

sich die Walt Disney Studios zur<br />

Aufgabe gemacht, jeden, womöglich<br />

wirklich jeden Zeichentrickklassiker<br />

zu entstauben, indem<br />

sie ihn mit echten Schauspielern,<br />

echten Kostümen und echten oder<br />

zumindest echt wirkenden Kulissen<br />

noch einmal neu auflegen. Die<br />

Liste der Remakes ist inzwischen<br />

zu lang, um sie einigermaßen<br />

komplett aufzuzählen und reicht<br />

zurück bis in die Mitte der 1990er –<br />

angefangen mit Stephen Sommers’<br />

längst in Vergessenheit geratener<br />

Dschungelbuch-Adaption 1994<br />

und 101 Dalmatiner mit Glenn<br />

Close und Jeff Daniels aus dem Jahr


1996. Viele werden sich bereits gefragt<br />

haben, ob und wann sich das<br />

Maus-Haus jenem Film zuwenden<br />

würde, der den Animationsfilm als<br />

ernsthaftes Genre überhaupt erst<br />

möglich gemacht hat. Die Antwort<br />

lautet: ja, und zwar Mitte März<br />

2025. Als Regisseur verpflichtete<br />

man Marc Webb, der dank den<br />

Amazing Spider-Man-Filmen mit<br />

großem Budget und überzeugenden<br />

Spezialeffekten umzugehen weiß.<br />

Das titelgebende Schneewittchen<br />

wird unterdessen von Rachel Zegler<br />

(West Side Story) gespielt, während<br />

Gal Gadot (Wonder Woman) die<br />

vom Schönheitswahn beherrschte<br />

böse Königin verkörpern darf.<br />

ZEIT FÜR VERÄNDERUNG<br />

Viel ist im Vorfeld bereits über<br />

die neue Verfilmung von Schneewittchen<br />

gesagt und geschrieben<br />

worden. Groß war der Aufschrei,<br />

als die Latina Rachel Zegler als<br />

Schneewittchen besetzt wurde,<br />

eine Figur, deren Haut seit jeher als<br />

„weiß wie Schnee“ bezeichnet wird.<br />

Auch die sieben Zwerge wurden für<br />

diese Neuverfilmung einer gründlichen<br />

Generalüberholung unterzogen,<br />

die nicht jedem Fan gefallen<br />

wird, und das Drehbuch von Erin<br />

Cressida Wilson (The Girl on the<br />

Train) und Greta Gerwig (Barbie)<br />

hat die eine oder andere Änderung<br />

an der Vorlage vorgenommen.<br />

Auch eine Geschichte so ikonisch<br />

wie Schneewittchen muss mit der<br />

Zeit gehen und für ein junges Publikum<br />

neu interpretiert werden. Der<br />

Film verspricht nichtsdestotrotz<br />

märchenhafte und fantasievolle<br />

Unterhaltung für Jung und Alt.<br />

#schneewittchen2025<br />

SCHNEEWITTCHEN – SNOW WHITE<br />

KINOSTART 20.03., USA/GB/I/D 2025,<br />

REGIE Marc Webb, MIT Rachel Zegler,<br />

Gal Gadot, © Walt Disney Studios<br />

GROSSES KINO<br />

MIT FAMILIÄREM FLAIR!<br />

Willkommen in den Kinos Bludenz und Dornbirn.<br />

# kinobludenz<br />

www.kino-bludenz.at<br />

# cinemadornbirn<br />

www.cinema-dornbirn.at<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 59


KIDS<br />

& FAMILY<br />

Mehr als nur Hex-Hex<br />

Vier Nachwuchshexen setzen sich für den Schutz der Natur ein:<br />

„Ein Mädchen namens Willow“.<br />

Die elfjährige Willow (Ava<br />

Petsch, Oskars Kleid) erbt<br />

von ihrer verstorbenen<br />

Großtante Alwina (Sibylle Canonica,<br />

Rubinrot) einen Wald, ein<br />

kleines Haus und – überraschenderweise<br />

– magische Hexenkräfte.<br />

Doch mit dieser Gabe kommt eine<br />

große Verantwortung: Sie muss<br />

drei weitere Junghexen finden,<br />

die mit ihr gemeinsam den Wald<br />

retten. Unterstützt wird sie von<br />

ihrem treuen Begleiter, dem Fuchs<br />

Rufus, und dem lebendig gewordenen<br />

Hexenbuch Grimmoor<br />

(Max Giermann, Rubbeldiekatz).<br />

Doch die skrupellosen Immobilienhaie<br />

Geier & Geier drohen, den<br />

Wald für ein Einkaufszentrum zu<br />

zerstören. Mit vereinten Kräften<br />

und magischen Ritualen versuchen<br />

Willow und ihre Freundinnen, ihr<br />

Zuhause zu retten.<br />

Unter Anleitung des kinderbucherfahrenen<br />

Regisseurs Mike<br />

Marzuk (Fünf Freunde-Reihe)<br />

erleben wir nun die Filmwerdung<br />

des titelgebenden Romans von<br />

Sabine Bohlmann, ohne zu sehr<br />

auf bereits ausgetretenen Fantasy-<br />

Pfaden zu wandeln.<br />

MAGIE DURCH HARMONIE<br />

Ein Mädchen namens Willow ist<br />

mehr als nur Hex-Hex. Statt spektakulären<br />

Effekten und schrillem<br />

Simsalabim speisen sich die Kräfte<br />

der Protagonistin harmonisch aus<br />

der Verbindung mit ihrer Umgebung.<br />

Ein sanfter Windhauch, der<br />

auf Willows Berührung hin durch<br />

die Blätter streicht, ein Lichtspiel<br />

im Wald, das plötzlich Formen<br />

annimmt, als hätte die Natur selbst<br />

eine Botschaft – hier erinnert die<br />

Magie der vier Elemente an ein<br />

natürliches Wunder. Willows Kräfte<br />

sind kein Werkzeug, sondern<br />

Ausdruck ihrer Naturverbundenheit.<br />

Wie auch Marzuks Film eine<br />

Ode an den Umweltschutz ist.<br />

Ohne dabei belehrend zu wirken,<br />

sensibilisiert der Film für den Wert<br />

der Natur.<br />

Willows Magie beruht auf den<br />

Kräften des Waldes. Die Natur<br />

spricht zu ihr, sei es durch den<br />

uralten, aber äußerst lebendigen<br />

Baum Waldtraud oder durch<br />

subtile Zeichen in der Umgebung.<br />

Rituale und Zauber entstehen aus<br />

natürlichen Elementen – etwa<br />

durch Blätter, Wind oder das<br />

Zusammenspiel der vier Hexenfreundinnen.<br />

Die Heldinnen<br />

setzen sich für den Schutz dessen<br />

ein, was nicht weniger als die<br />

Grundlage ihrer Kräfte ist. Es gibt<br />

wahrlich wertlosere Botschaften<br />

für uns und unsere Nachkommen.<br />

#einmädchennamenswillow<br />

EIN MÄDCHEN NAMENS WILLOW<br />

KINOSTART 27.02., D 2024, REGIE Mike<br />

Marzuk, MIT Ava Petsch, Cora Trube,<br />

Anna von Seld, Mary Tölle, Golo Euler,<br />

FILMLÄNGE 90 Min., © Constantin Film<br />

60 <strong>DOT</strong>.MOVIE


Außer Kontrolle<br />

Ein vertauschter Pizzakarton löst in „Der Prank“ eine aberwitzige Kettenreaktion aus.<br />

Pranks sind wahrscheinlich so<br />

alt wie die Menschheit selbst.<br />

Mindestens. Früher hat man<br />

dazu einfach Streich gesagt. Das ist<br />

jetzt zwar null recherchiert, aber<br />

so richtig kommerzialisiert wurde<br />

das Streichespielen vermutlich im<br />

Laufe des 20. Jahrhunderts mit<br />

TV-Shows wie Verstehen Sie Spaß?<br />

und ums Millennium herum von<br />

MTV seiner Hochblüte zugeführt.<br />

Sendungen wie Punk’d oder<br />

Jackass sind mittlerweile in der<br />

Versenkung verschwunden. Kleine,<br />

aber feine Streiche, um den grauen<br />

Alltag ein bisschen aufzulockern,<br />

werden sich immer einer großen<br />

Beliebtheit erfreuen. Was passieren<br />

kann, wenn ein solcher Schmäh<br />

sich verselbstständigt und auf<br />

ungeahnte Art eskaliert, erörtert<br />

Benjamin Heisenberg (Der Räuber,<br />

Über-Ich und Du) in seiner<br />

Komödie Der Prank.<br />

APRILSCHERZ LÄUFT<br />

AUS DEM RUDER<br />

Im Alltagstrott leben der zwölfjährige<br />

Lucas Roosen (Noèl<br />

Gabriel Kipp, Spuk unterm<br />

Riesenrad) und seine Familie aneinander<br />

vorbei. Bis ein völlig aus<br />

dem Ruder gelaufener Aprilscherz<br />

ihres chinesischen Austauschschülers<br />

Xi Zhou (Max Zheng<br />

Ren Wang, Best Wishes) sie aus<br />

ihren eingefahrenen Strukturen<br />

katapultiert. Ein vertauschter<br />

Pizzakarton voller Geld ruft nicht<br />

nur eine Truppe Gangsterrapper<br />

auf den Plan, sondern auch die<br />

echte Mafia und ein tollpatschiges<br />

Polizistenduo. Im verzweifelten<br />

Versuch, das Chaos zu entwirren,<br />

wird den Kindern schnell klar:<br />

Um den einen Prank wiedergutzumachen,<br />

braucht es einen noch<br />

viel größeren, genialen Prank.<br />

Regisseur Heisenberg ließ sich<br />

für Der Prank nicht nur von<br />

Komödien wie Ferris macht blau<br />

oder Superbad, sondern auch seinen<br />

eigenen Kindern inspirieren.<br />

Im Zuge eines der Lieblingsstreiche<br />

seiner Sprösslinge tauschten<br />

diese das Abendessen aus, indem<br />

sie Pizza gegen einen anderen<br />

Karton ersetzten – ein unschuldiger<br />

Spaß, der im echten Leben mit<br />

Lachen statt der im Film vorliegenden<br />

Vollkatastrophe endete.<br />

Aber auch mit einer äußerst abwechslungsreichen<br />

Filmkomödie<br />

für die ganze Familie.<br />

#derprank<br />

DER PRANK – APRIL, APRIL! KINOSTART<br />

13.03.2025, DEU/CH 2025, REGIE<br />

Benjamin Heisenberg MIT Noèl Gabriel<br />

Kipp, Max Zheng Ren Wang, Laura Tonke,<br />

Maïmouna Mbacke, Mehdi Nebbou,<br />

FILMLÄNGE 91 Min., © Luna Film<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 61


Einfach köstlich<br />

„Familie Faultier“: Per Food-Truck<br />

auf in neue Abenteuer.<br />

Die Faultiere, die der Animationsfilm<br />

von Tania Vincent und Ricard Cussó<br />

(Arkie und die Stadt des Lichts)<br />

anvisiert, sind die schnellsten Faultiere der<br />

Welt. Das zeigt sich zum Beispiel, als ein Sturm<br />

ihr Heimatdorf verwüstet: Schon haben das<br />

Faultiermädchen Laura und ihre Familie einen<br />

Plan. Sie hüpfen in ihren alten, klapprigen<br />

Food-Truck, der heil geblieben ist, und steuern<br />

die Großstadt an, um sich dort ein neues Leben<br />

aufzubauen und ein neues Lokal aufzusperren.<br />

Tatsächlich geht ihr einzigartiger, kleiner<br />

Imbiss durch die Decke. Doch die Kochkünste<br />

der fantasievollen Familie ziehen nicht nur<br />

Foodies an: Das Fast-Food-Imperium von<br />

Gepardin Dotti Pace steckt in der Krise, und<br />

die gerissene Unternehmerin wird mit fiesen<br />

Mitteln gegen ihre Rivalen vorgehen. Die Faultierfamilie<br />

muss schnell handeln, um ihr neu<br />

gestaltetes Leben zu retten …<br />

#familiefaultier<br />

FAMILIE FAULTIER – KOCHEN AUF DER ÜBERHOL-<br />

SPUR – THE SLOTH LANE KINOSTART 28.02.,<br />

AUS 2024, REGIE Tania Vincent, Ricard Cussó,<br />

FILMLÄNGE 84 Min., © Polyfilm<br />

Voller Mut<br />

„Nina und das Geheimnis des Igels“: ein<br />

Krimi für Kinder.<br />

Früher, da hat ihr Vater immer die tollsten Gutenachtgeschichten<br />

erzählt – Geschichten rund<br />

um einen kleinen Igel, der die Welt entdeckt. Seit<br />

Kurzem jedoch erlebt der Igel nichts mehr; dem Vater<br />

sind die Geschichten vergangen, genauer gesagt: seit die<br />

Fabrik, in der er gearbeitet hat, geschlossen wurde. Die<br />

Welt der zehnjährigen Nina steht kopf: Der Vater hat<br />

sich verändert, die Ferien werden sie zu Hause verbringen,<br />

und sie vermisst die Igelabenteuer. Es muss etwas<br />

geschehen, und als das Gerücht die Runde macht, dass<br />

der verhaftete Fabriksmanager die Buchhaltung manipuliert,<br />

Geld gestohlen und versteckt hat, ist auch rasch<br />

ein Plan zur Stelle: Nina, ihr bester Freund Mehdi und<br />

der kleine Igel versuchen ihr Talent als Hobbydetektive.<br />

Denn wenn sie das veruntreute Geld finden, könnten<br />

alle Probleme gelöst werden. Los geht eine abenteuerliche<br />

Suche nach einem Schatz. Nina und Mehdi „sind<br />

davon überzeugt, dass die Zukunft schöner sein kann,<br />

woran viele Erwachsene aus Enttäuschung nicht mehr<br />

glauben. Die beiden Kinder sind noch jung genug, um<br />

naiv zu sein. Das bringt sie dazu, unbedachte Risiken<br />

einzugehen und das Unmögliche zu versuchen“, so die<br />

Regisseure Alain Gagnol und Jean-Loup Felicioli, die<br />

wieder (Phantom Boy) einen Krimi für Kinder vorlegen.<br />

#ninaunddasgeheimnisdesigels<br />

NINA UND DAS GEHEIMNIS DES IGELS – NINA ET LE SECRET<br />

DU HÉRISSON KINOSTART 13.03., F/LUX 2023, REGIE Alain<br />

Gagnol & Jean-Loup Felicioli, FILMLÄNGE 82 Min., © Panda Film<br />

62 <strong>DOT</strong>.MOVIE


KIDS<br />

& FAMILY<br />

Fragen der Dringlichkeit<br />

Claude Barras erzählt vom „Tumult im Urwald“.<br />

Nach Mein Leben als<br />

Zucchini legt Claude<br />

Barras einen weiteren<br />

Stop-Motion-Animationsfilm vor.<br />

Er führt damit nach Borneo, nahe<br />

dem Regenwald: Keria lernt auf der<br />

Plantage, auf der ihr Vater arbeitet,<br />

ein Orang-Utan-Baby kennen<br />

und nimmt das Affenbaby, das sie<br />

Oshi ruft, bei sich auf. Zeitgleich<br />

braucht ihr Cousin Selaï Hilfe: Er<br />

sucht Zuflucht vor dem Konflikt<br />

zwischen seiner Nomadenfamilie<br />

– dem Penan-Volk – und den<br />

Holzfirmen. Gemeinsam werden<br />

sie alles Denkbare versuchen, um<br />

gegen die Zerstörung des Waldes<br />

anzukämpfen.<br />

Was Barras zu seinem Film, der<br />

seine Premiere in Cannes gefeiert<br />

hat, inspirierte, liest sich auf den<br />

ersten Blick überraschend: Das<br />

Leben seiner Großeltern in den<br />

Schweizer Alpen brachte ihn zum<br />

Abenteuer auf der Insel Borneo.<br />

„Sie wurden in den 1910er-Jahren<br />

geboren und waren noch mit der<br />

‚alten Zeit‘ verbunden: die Zeit vor<br />

Autos und Straßen, in der man<br />

zweimal im Jahr in die Stadt fuhr,<br />

um ein bisschen Salz zu kaufen.<br />

In der übrigen Zeit lebte man<br />

autark und stellte seine Möbel<br />

und Werkzeuge selbst her. Die<br />

Dorfgemeinschaften dieser alpinen<br />

Zivilisation lebten nach den Zyklen<br />

der Jahreszeiten in verschiedenen<br />

Höhenlagen und zogen von einem<br />

Dorf zum anderen.“ Nomadentum<br />

würde „immer als etwas sehr Exotisches<br />

angesehen, aber in Wirklichkeit<br />

lebten und bewegten sich vor<br />

zwei Generationen in Europa viele<br />

Menschen im Zyklus der Natur“, so<br />

der Regisseur. „Im Fall der Penan<br />

schlugen sie ihr Lager für drei bis<br />

vier Wochen auf, während sie die<br />

Früchte der Gegend pflückten und<br />

ein paar Wildschweine jagten.<br />

Dann reisten sie wieder ab, damit<br />

die Natur ihre Ressourcen für ihren<br />

nächsten Besuch wieder auffüllen<br />

konnte.“ Seine Großeltern seien wie<br />

die Penan-Menschen gewesen. –<br />

Während seine Eltern sich in einem<br />

Dorf niederließen und im Weinbau<br />

moderne Methoden verwendeten<br />

und auch Chemikalien einsetzten.<br />

KOMPAKT KOMPLEX<br />

Warum er denn nun von Borneo<br />

und nicht von den Alpen erzähle?<br />

Weil die Art von Leben, das seine<br />

Großeltern geführt hätten, „heute<br />

fast vollständig verschwunden“<br />

sei. Im Gegensatz dazu seien die<br />

Herausforderungen auf Borneo<br />

hochaktuell und dringlich. „Die<br />

Entwaldung hat dort bereits in<br />

großem Maßstab gewütet, aber<br />

es gibt dort immer noch 10 %<br />

unerschlossene Primärwälder,<br />

Menschen, die auf traditionelle<br />

Weise leben, vielleicht nicht völlig<br />

autark, aber sie wollen ihre Lebensweise<br />

und ihren Wald erhalten.<br />

Auf der anderen Seite stehen<br />

korrupte Politiker und multinationale<br />

Konzerne, die versuchen, sie<br />

ihrer Rechte zu berauben, um den<br />

Wald in Edelholzlager zu verwandeln<br />

und Palmöl zu gewinnen.<br />

Unsere neoliberale Politik ist an<br />

dieser Katastrophe mitschuldig.“<br />

Beeindruckt von Primatologinnen<br />

wie Jane Goodall und Dian<br />

Fossey und Umweltaktivisten wie<br />

Bruno Manser, machte er sich an<br />

einen Film für Kinder, der die<br />

Komplexität nicht scheut.<br />

www.pandafilm.at<br />

TUMULT IM URWALD – SAUVAGES<br />

KINOSTART 28.02., CH 2023, REGIE<br />

Claude Barras, FILMLÄNGE 87 Min.,<br />

© Panda Film<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 63


TEXT: MANUEL OBERHOLLENZER<br />

Shalom, Oida!<br />

Vom 11. bis zum 25. März findet im Village Cinema und im Metro Kinokulturhaus<br />

das Jüdische Filmfestival 2025 statt<br />

JÜDISCHES<br />

FILMFESTIVAL WIEN<br />

11.–25. März 2025<br />

RUNNING ON SAND<br />

S<br />

eit 1991 wird in Wien das<br />

auf Initiative des im Vorjahr<br />

verstorbenen Gründers des<br />

Jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung,<br />

Kurt Rosenkranz, ins<br />

Leben gerufene Festival des gegenwärtigen<br />

jüdischen Filmschaffens<br />

organisiert – damals noch und bis<br />

2006 unter der Bezeichnung „Jüdische<br />

Filmwoche“. Die diesjährige<br />

Ausgabe ist bereits die 33., und die<br />

Veranstalter haben auch diesmal<br />

wieder ein großes Programm zusammengestellt:<br />

etwa 50 Spielfilm-,<br />

Dokumentarfilm- und Kurzfilm-<br />

Produktionen werden in den zwei<br />

Wochen Mitte März im Village<br />

Cinema in Wien Mitte und im Metro<br />

Kinokulturhaus gezeigt. Rund<br />

die Hälfte davon stammt aus Israel,<br />

der Anteil an weiblichen Filmemacherinnen<br />

ist mit rund 20 Filmen<br />

ebenfalls sehr beachtlich. Das<br />

heurige Filmfestival steht ganz im<br />

Zeichen der Auswirkungen des anhaltenden<br />

Krieges im Nahen Osten<br />

und des immer stärker zunehmenden<br />

Antisemitismus in unserer<br />

64 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

Gesellschaft. Das Programm bildet<br />

die diverse Bandbreite des Judentums<br />

ab, von ultraorthodoxen bis<br />

hin zu säkularen Aspekten.<br />

JÜDISCHE KULTUR IM BRENN-<br />

PUNKT<br />

Themen, die wie sich ein roter Faden<br />

durch das diesjährige Festival<br />

ziehen werden, sind einerseits regionale<br />

politische und soziale Gegebenheiten,<br />

etwa aus Israel, aber<br />

auch globale Themen wie Flucht<br />

und Migration, Außenseitertum,<br />

Kriege und ihre Auswirkungen,<br />

THE VANISHING SOLDIER<br />

sowie schwierige Familienverhältnisse,<br />

auch im Hinblick auf die<br />

LGBTQIA+-Community. Ebenfalls<br />

behandelt wird auch der gerade<br />

in Österreich sehr brisante und<br />

aktuelle gesellschaftliche und politische<br />

Rechtsruck. Das Jahr 2025<br />

ist geschichtlich insbesondere bedeutend,<br />

jährt sich doch heuer das<br />

Ende des Zweiten Weltkriegs und<br />

jenes der Diktatur des Nationalsozialismus<br />

sowie die Befreiung der<br />

jüdischen Kriegsgefangenen aus<br />

den Konzentrationslagern zum 80.<br />

Mal. Jüdischen Filmschaffenden


eine Bühne und ein Sprachrohr<br />

für ihre Geschichten, Sorgen und<br />

Ängste zu geben, ist jetzt wichtiger<br />

denn je, und das „Jüdische<br />

Filmfestival“ ist dafür der ideale<br />

Ort und die beste Gelegenheit.<br />

Zugleich ist es eine Plattform der<br />

künstlerischen Völkerverständigung.<br />

DAMALS UND HEUTE<br />

Nun zu ein paar Highlights des<br />

Festivalprogramms. Zwei Filme,<br />

die sich anlässlich des bevorstehenden<br />

geschichtsträchtigen<br />

Jubiläums mit bislang wenig<br />

bekannten Geschichten des Holocaust<br />

beschäftigen, sind zum einen<br />

Saving the Children: couragierte<br />

Bürger der französischen Stadt<br />

Le Chambon führen eine beispielhafte<br />

Rettungsaktion durch.<br />

Zum anderen The Story of Anette<br />

Zelman, die schockierende, wahre<br />

Geschichte einer Frau, die vom<br />

Vater ihres Freundes denunziert<br />

wird. Der Dokumentarfilm Troll<br />

Storm schildert die Auswirkungen<br />

des zunehmenden Rechtsradikalismus<br />

in den USA, die die jüdische<br />

Immobilienmaklerin Tanya Gersh<br />

am eigenen Leib erfahren musste,<br />

als sie fälschlicherweise beschuldigt<br />

wurde, gegen die Mutter eines<br />

Neonazis vorgegangen zu sein,<br />

TROLL STORM<br />

und daraufhin von Mitgliedern der<br />

berüchtigten „Proud Boys“ angefeindet<br />

wurde. Ein beklemmender,<br />

trister Blick auf den dunklen Alltag<br />

in einem tief gespaltenen Land unter<br />

dem kürzlich wiedergewählten<br />

Präsidenten Donald Trump.<br />

NIMM’S LEICHT, NIMM’S MIT<br />

HUMOR<br />

Etwas humorvoller, aber nichtsdestotrotz<br />

politisch brisant geht<br />

es in Adar Shafrans Komödie<br />

Running on Sand zu: Darin soll<br />

ein Flüchtling aus Eritrea abgeschoben<br />

werden, wird aber kurz<br />

davor mit einem Starfußballer<br />

verwechselt. Kurzerhand lässt er<br />

sich für das nächste Spiel aufstellen,<br />

hat aber überhaupt keine<br />

Ahnung von Fußball. Das ältere<br />

Ehepaar Sassi (Sasson Gabai) und<br />

Efi (Assi Levy) steht im Zentrum<br />

von Shemi Zarhins Drama Bliss,<br />

das sich trotz der Schulden, die<br />

Sassis Sohn ihnen hinterlässt und<br />

ihres großen Altersunterschiedes<br />

nicht ihren Humor und ihre Liebe<br />

füreinander nehmen lässt – bis<br />

zwei junge Menschen alles durcheinanderbringen.<br />

Eröffnet wird das<br />

„Jüdische Filmfestival 2025“ am<br />

11. März mit der ungarischen Komödie<br />

All About the Levkoviches,<br />

in der zwei völlig unterschiedliche<br />

Lebensweisen aufeinanderprallen:<br />

Ein vom Glauben abgefallener<br />

Vater trifft nach Jahren der<br />

Entfremdung wieder auf seinen<br />

orthodoxen Sohn. Im Rahmen des<br />

Festivals wird es auch Publikumsgespräche<br />

und Podiumsdiskussionen<br />

geben.<br />

www.jfw.at<br />

ALL ABOUT THE LEVKOVICHES<br />

© Daniel Miller, David Stragmeister, Zoltán Dévévery / Eszter Gordon FGK, Jüdische Filmfestival<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 65


IN CONCERT<br />

HANS ZIMMER & FRIENDS:<br />

DIAMOND IN THE DESERT – 19.03.<br />

Paul Dugdale fängt eine pompöse Live-<br />

Performance der beliebtesten Kompositionen<br />

von Hans Zimmer in Dubai ein:<br />

Der berühmte Komponist, der Filme wie<br />

Dune, Gladiator, Interstellar und König<br />

der Löwen musikalisch untermalte, spielt<br />

gemeinsam mit seiner Band und einem<br />

Orchester einige seiner beliebtesten Stücke<br />

ein. Dazwischen bietet der Film mit<br />

Gesprächen mit Billie Eilish, Christopher<br />

Nolan, Denis Villeneuve, Finneas, Jerry<br />

Bruckheimer, Johnny Marr, Pharrell<br />

Williams, Tanya Lapointe, Timothée<br />

Chalamet und Zendaya einen Einblick in<br />

Zimmers kreativen Prozess.<br />

<strong>DOT</strong>.<br />

ARTHAUS<br />

Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte<br />

Nach der Niederschlagung des<br />

Prager Frühlings 1968 will die<br />

junge Fotografin Libuše Jarcovjáková<br />

ergründen, wer sie ist und<br />

wer sie sein möchte – sie geht<br />

durch Straßen, zieht durch Bars,<br />

erlebt Nachtschichten in einer<br />

Druckerei, die Communities der<br />

Roma, vietnamesische Migrantinnen.<br />

Sie hält Sex, Nacktheit,<br />

Alkohol, Lethargie, Restriktion<br />

fest. Fotos aus einem Schwulenclub<br />

bringen ihr Ärger mit der<br />

Polizei ein – also geht sie eine<br />

Scheinehe ein und nach Berlin.<br />

Dies ist längst nicht ihre letzte<br />

Station. Auf geht’s nach Tokio,<br />

wo sie Modefotografin wird. Aber<br />

das ist nicht das Leben, das sie<br />

leben will, also geht es zurück<br />

nach Berlin, dann zurück nach<br />

Prag. Ein aufregendes Leben, von<br />

dem in uneitlem Ton erzählt wird.<br />

Klára Tasovská beschäftigt sich<br />

mit der „Nan Goldin des Ostblocks“:<br />

Libuše Jarcovjáková. Die<br />

tschechische Regisseurin konnte<br />

sich für ihren flirrenden Filmessay<br />

durch ein Werk von Zehntausenden<br />

Negativen und Dutzenden<br />

Tagebüchern bewegen. In ihren<br />

persönlichen Chroniken fragt sich<br />

OT: Ještě nejsem, kým chci být,<br />

KINOSTART 21.03., AT/CZE/SVK 2024,<br />

REGIE Klára Tasovská, FILMLÄNGE 90 Min.<br />

die Fotografin stets, wie sie leben<br />

will – und in welcher Welt sie lebt.<br />

Sechs Jahrzehnte umfasst Tasovskás<br />

Porträt, das von einer Reise<br />

in die Freiheit erzählt: von der<br />

sowjetisch „normalisierten“ ČSSR<br />

der späten 1960er- und frühen<br />

1970er-Jahre über das Ostberlin<br />

der Achtziger bis ins Prag nach<br />

dem Fall des Eisernen Vorhangs<br />

und ins Heute. Die Machart des<br />

Filmes – er besteht aus dynamisch<br />

montierten Fotos und den Tagebuch-Gedanken<br />

der Fotografin –<br />

erlaubt ein faszinierend-intensives<br />

Eintauchen in ihre Welt: Das<br />

Publikum sieht auf der Leinwand<br />

die Welt durch ihre Augen.<br />

© Polyfilm, Filmladen, MET Opera, Tristram Kenton, LUF<br />

66 <strong>DOT</strong>.MOVIE


Niki de Saint Phalle<br />

Mit dem Künstlerinnen-Biopic<br />

begeht Schauspielerin Céline<br />

Sallette (Unruhestifter, Haus der<br />

Sünde) ihr Regiedebüt. Als sich<br />

die Neo-Regisseurin mit Niki de<br />

Saint Phalle beschäftigte – die mit<br />

ihren bunten Nana-Skulpturen<br />

berühmt wurde und mit Messern<br />

und Gewehren auf Gemälde<br />

schoss –, verfing sie sich in einer<br />

Lebensgeschichte voller Abgründen:<br />

zwischen Missbrauch und<br />

Psychiatrieaufenthalten. Sie fragte<br />

sich: Wie wurde aus der Adelstochter<br />

Catherine Marie-Agnès<br />

Fal de Saint Phalle die mächtige<br />

Künstlerin Niki de Saint Phalle,<br />

die als „Terroristin der Kunst“<br />

Kunstgeschichte schrieb? „Im<br />

Film geht es um eine Reise durch<br />

fast ein Jahrzehnt (1952–1961),<br />

auf der Niki die Erinnerung an<br />

den Missbrauch in ihrer Kindheit<br />

wiederfindet, sich aus dem Trauma<br />

wieder erhebt und schließlich in<br />

der Kunst ihre Stimme findet. Für<br />

mich ist ihre Reise wie eine Verwandlung,<br />

was ihr größtes Werk<br />

darstellt. Eine Anstrengung, die sie<br />

ihr ganzes Leben lang wiederholen<br />

muss. Zu sterben und als sie selbst<br />

wiedergeboren zu werden“, so Sallette.<br />

Zu ihrer Niki de Saint Phalle<br />

wird Charlotte Le Bon (Madame<br />

Mallory und der Duft von Curry,<br />

The Walk, Yves Saint Laurent).<br />

KINOSTART 14.03.<br />

OPERA & BALLET<br />

MET OPERA: FIDELIO – 15.03.<br />

Ehe Florestan Gelegenheit hatte,<br />

die korrupten Taten von Gouverneur<br />

Don Pizarro aufzudecken,<br />

ließ dieser ihn entführen<br />

und inhaftieren. Florestans Frau<br />

Leonore sucht nach ihrem als<br />

verschollen geltenden Mann und<br />

heuert als Fidelio im Gefängnis an<br />

– als Gehilfin von Kerkermeister<br />

Rocco … Ludwig van Beethovens<br />

einzige Oper Fidelio wird am<br />

15. März aus der New Yorker MET<br />

auf die Cineplexx-Leinwände<br />

übertragen – und einmal mehr mit<br />

ihrer ungewöhnlichen Struktur,<br />

ihrer herrlichen Partitur und ihrer<br />

lebensbejahenden Aura begeistern:<br />

SCHWANENSEE<br />

FIDELIO<br />

eine Hymne an die Freiheit und<br />

die Menschenwürde. Liebhaber<br />

großer Stimmen dürfen sich auf<br />

ein Wiedersehen mit Lise Davidsen<br />

als mutige Leonora und René<br />

Pape als jovialer Rocco freuen.<br />

RB&O LIVE: SCHWANENSEE<br />

– 25.03. Die beliebte und zeitlose<br />

Schwanensee-Inszenierung des<br />

Royal Ballet kehrt weltweit in die<br />

Kinos zurück. Odette (Yasmine<br />

Naghdi) ist dazu verflucht, die Gestalt<br />

eines Schwans anzunehmen,<br />

bis die Liebe von Prinz Siegfried<br />

(Matthew Ball) sie erlöst. Es ist die<br />

kraftvollste Geschichte des klassischen<br />

Balletts über Liebe, Verrat<br />

und Vergebung.<br />

www.cineplexx.at<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 67


HEIM<br />

WERK<br />

Wenn Seth Rogen in<br />

der Comedy-Serie<br />

The Studio zu Matt<br />

Remick, dem frischgebackenen<br />

Leiter der Continental Filmstudios,<br />

wird, dann legt er gemeinsam mit<br />

seinem Kreativpartner Evan Goldberg<br />

(Superbad, The Interview)<br />

eine Serie vor, die von Cameo-Auf-<br />

EUPHORIE IM STREAM: NEWS & RELEASES<br />

THE STUDIO (S1)<br />

tritten und prominent besetzten<br />

Rollen nur so übergeht. Martin<br />

Scorsese, Bryan Cranston, Ron<br />

Howard, Paul Dano, Zoë Kravitz,<br />

Charlize Theron, Steve Buscemi,<br />

Zac Efron … – wenn vom Überlebenskampf<br />

der Filmstudios erzählt<br />

wird, tauchen ständig bekannte<br />

Gesichter auf.<br />

Als Studioboss muss Matt sich<br />

gegen selbstverliebte Schauspieler<br />

und andere Schwierigkeiten durchsetzen<br />

und Spaß am Risiko und<br />

am Nervenkitzel haben, denn jede<br />

Party, jede Casting-Entscheidung,<br />

jede Award-Show kann entweder<br />

zum nächsten großen Erfolg oder<br />

zur totalen, alles ruinierenden<br />

Katastrophe führen. Was für Filmfan<br />

Matt als Traumjob begann,<br />

macht sein Leben mittlerweile<br />

zum Albtraum. Denn es ist gar<br />

nicht so leicht, kreative Visionen<br />

umzusetzen und Filme zu<br />

produzieren, die sowohl relevant<br />

als auch inspirierend sind – und<br />

gleichzeitig wirtschaftliche Anforderungen<br />

zu erfüllen. Ein Leben<br />

zwischen Druck und Glamour, das<br />

von haarsträubenden Situationen<br />

gepflastert ist: „Ich wollte (diesen<br />

Job) machen, weil ich Filme liebe.<br />

Aber jetzt habe ich Angst, mein Job<br />

besteht darin, sie zu verderben.“<br />

Tja …<br />

Ab 26.03. bei Apple TV+.<br />

Sie änderte ihren Namen,<br />

brach alle Brücken hinter<br />

sich ab und hütete 15 Jahre<br />

lang ihr Geheimnis – doch als<br />

ihre fünfjährige Tochter sie eines<br />

Tages unschuldig nach ihrem<br />

Großvater fragte, begann Melissa<br />

sich zu öffnen, von Ballast zu<br />

befreien und am Buch „Shat-<br />

68 <strong>DOT</strong>.MOVIE<br />

tered Silence: The Untold Story<br />

of a Serial Killer’s Daughter“ zu<br />

arbeiten; später wird sie außerdem<br />

den Podcast „Happy Face“<br />

produzieren. Melissa G. Moore,<br />

heute True-Crime-Filmemacherin,<br />

ist die Tochter des kanadischamerikanischen<br />

Serienmörders<br />

Keith Hunter Jesperson, genannt<br />

„Happy Face“, der Anfang der<br />

Neunzigerjahre mindestens acht<br />

Frauen das Leben kostete und der<br />

in der Strafanstalt Oregon State<br />

Penitentiary einsitzt. Als Melissa<br />

15 Jahre alt war, entdeckte sie die<br />

Wahrheit über ihren bis dahin<br />

über alles geliebten Vater.<br />

Die Serie Happy Face ließ<br />

sich nun von Melissas Lebensgeschichte<br />

inspirieren, um zu<br />

erzählen, wie der Vater, zu dem<br />

die Tochter keinen Kontakt pflegt,<br />

diese Jahre später kontaktiert –<br />

und bei der Begegnung ein weiteres<br />

Opfer ins Spiel bringt. Als<br />

„Happy Face“ ist Dennis Quaid zu<br />

sehen, die Serien-Variante seiner<br />

Tochter, die sich ihrer verdrängten<br />

Herkunft stellt und sich<br />

Identitätsfragen stellt, wird von<br />

Annaleigh Ashford (B Positive)<br />

gespielt.<br />

Ab 20.03. bei Paramount+.


© Apple TV+, Sky, Netflix, Paramount+<br />

DOPE THIEF (S1) TOXIC TOWN (S1) GANGS OF<br />

LONDON (S3)<br />

Brian Tyree Henry (Atlanta) und<br />

Wagner Moura (Civil War) planen<br />

als beste Freunde einen Coup:<br />

Sie geben sich als DEA-Agenten<br />

aus, um in Philadelphia Kleindealer<br />

auszurauben. Das „Geschäft“<br />

läuft blendend – bis sie versuchen,<br />

das falsche Haus zu plündern und<br />

einem mächtigen Drogenkartell<br />

auffallen, das für die Aktion viele<br />

Opfer fordert …<br />

Ab 14.03. bei Apple TV+.<br />

Als Dutzende Babys in der britischen<br />

Industriestadt Corby mit<br />

Fehlbildungen geboren werden,<br />

beginnen ihre Mütter unbequeme<br />

Fragen zu stellen. Jodie Whittaker<br />

(Dr. Who), Aimee Lou Wood<br />

(Sex Education), Robert Carlyle<br />

(Trainspotting) und Rory Kinnear<br />

(Men) erzählen von einem Skandal:<br />

den Giftmüllfall von Corby. Es wird<br />

ein harter Kampf um Gerechtigkeit.<br />

Ab 27.02. bei Netflix.<br />

Hunderte von Menschen in London<br />

sterben durch manipuliertes<br />

Kokain. Die Stadt ist in Aufruhr,<br />

die Behörden ermitteln – und die<br />

Unterwelt, in der weiterhin unerbittliche<br />

Bandenkämpfe um die<br />

Vorherrschaft wüten, steht unter<br />

Druck. In der dritten Staffel steht<br />

Ex-Undercover-Cop Elliot (Sope<br />

Dìrísù) als Krimineller an der Seite<br />

der Dumanis. Ab März bei Sky.<br />

wird also vorerst nicht seinen<br />

Ruhestand genießen und seine<br />

Memoiren verfassen, wird doch<br />

gerade ein düsteres Kapitel in seinem<br />

Land geschrieben. Er soll der<br />

Sache auf den Grund gehen,<br />

was am „Zero Day“,<br />

wie der Tag der Attacke<br />

öffentlich genannt wird,<br />

geschehen ist.<br />

ZERO DAY (S1)<br />

Eine Minute lang sind alle<br />

wichtigen Computersysteme<br />

und sämtliche Mobiltelefone<br />

im Land lahmgelegt. Die<br />

Folgen sind verheerend. Überall<br />

herrscht Chaos, 3.402 Menschen<br />

soll die Cyberattacke das Leben<br />

kosten. Während des Angriffs erschien<br />

eine Drohbotschaft auf jedem<br />

Bildschirm: Dies wird wieder<br />

geschehen. Um den Terrorangriff<br />

schnellstmöglich aufzuklären,<br />

setzt die US-Präsidentin Mitchell<br />

(Angela Bassett, Black Panther)<br />

– während sich das Land noch<br />

in Schockstarre befindet – eine<br />

Sonderkommission ein, die mit<br />

nie dagewesenen Befugnissen die<br />

wahren Täter aufspüren soll und<br />

der niemand Geringerer als der<br />

frühere Präsident der Vereinigten<br />

Staaten vorsteht: George Mullen<br />

Zu George Mullen, dem<br />

Mann, der niemandem<br />

trauen sollte – nicht<br />

einmal sich selbst –,<br />

wird Filmgröße Robert<br />

De Niro. Die Verschwörungsthriller-Serie<br />

Zero Day wurde<br />

von TV-Produzent Noah Oppenheimer<br />

(Ex-Präsident von NBC<br />

News und Drehbuchautor von Pablo<br />

Larraíns Jackie, Maze Runner<br />

und Die Bestimmung – Allegiant),<br />

Showrunner Eric Newman (Produzent<br />

von Narcos: Mexico) und<br />

„The New York Times“-Journalist<br />

Michael S. Schmidt für Netflix<br />

entwickelt. Ab sofort bei Netflix.<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 69


HEIM<br />

WERK<br />

NEUES IM HEIMKINO<br />

DES TEUFELS BAD<br />

HERETIC<br />

WICKED<br />

Veronika Franz und Severin Fiala<br />

(Ich seh Ich seh) erzählen von<br />

Agnes (intensiv: Anja Plaschg<br />

alias Soap&Skin), die 1750 durch<br />

ihre Heirat in einem entlegenen<br />

Dorf in Oberösterreich landet.<br />

Die hochsensible Frau wird an<br />

den erdrückenden Erwartungen<br />

und der Gefühlskälte der anderen<br />

scheitern …<br />

Ab 27.03. im Handel.<br />

Schwester Paxton (Chloe East) und<br />

Schwester Barnes (Sophie Thatcher)<br />

klopfen an Mr. Reeds Tür, um den<br />

Glauben der Mormonen zu verkünden.<br />

Sie bemerken rasch, dass<br />

ihr charmantes Gegenüber (Hugh<br />

Grant) keine religiöse Nachhilfe<br />

nötig hat. Da sitzen sie jedoch bereits<br />

in der Falle, und eine abseitige<br />

Prüfung ihres Glaubens beginnt.<br />

Ab 27.03. im Handel.<br />

Generationen sind mit Der Zauberer<br />

von Oz (1939) aufgewachsen.<br />

1995 erzählte ein Roman die<br />

Geschichte aus der Sicht der beiden<br />

Hexen. Er wurde zum Musicalhit<br />

– und nun zum Blockbuster. Die<br />

Verfilmung kommt in zwei Teilen.<br />

Als Auftakt sehen wir, wie Galinda<br />

(Ariana Grande) Bekanntschaft mit<br />

Elphaba (Cynthia Erivo) macht.<br />

Ab sofort m Handel.<br />

Riefenstahl<br />

Im Jahr 1980 sitzt Leni Riefenstahl<br />

in der SWR-Sendung<br />

„Lebensläufe“ und erklärt, dass<br />

Politik das Gegenteil von dem sei,<br />

was sie ihr Leben lang erfüllt und<br />

fasziniert hätte. Was in ihren Augen<br />

das Gegenteil von Politik sei, will<br />

der Moderator wissen. Die Kunst,<br />

ganz eindringen in Themen. Wenn<br />

man intensiv lebe wie ein Künstler,<br />

sei gar kein Platz mehr, sich für<br />

die realen Dinge zu interessieren,<br />

erklärt die Frau, die ästhetisch herausragende<br />

NS-Propagandafilme<br />

geschaffen hat wie Triumph des<br />

Willens und Olympia, der den<br />

starken, überlegenen Körper feiert.<br />

Riefenstahl hat sich bei der Darstellung<br />

ihrer Position im Dritten<br />

Reich immer wieder in Widersprüche<br />

verwickelt, hatte aber nie ein<br />

Problem damit, diese Widersprüche<br />

zu ignorieren. Von einer Nähe zum<br />

NS-Regime wollte sie nach Kriegsende<br />

öffentlich nichts mehr wissen.<br />

In ihrem 700 Kisten umfassenden<br />

Nachlass, den die<br />

TV-Journalistin und<br />

Produzentin Sandra<br />

Maischberger gemeinsam<br />

mit Regisseur<br />

Andres Veiel (Beuys)<br />

durchforsten konnten,<br />

gibt es vieles, was<br />

diesem Muster folgt:<br />

das Leugnen eigener<br />

politischer Schuld und der Sympathie<br />

mit NS-Ideologien in TV-Sendungen.<br />

Ein persönlicher Nachlass<br />

ist natürlich auch immer kuratiert.<br />

Interessant ist, was weggelassen<br />

wurde oder vielleicht durchgerutscht<br />

ist. In den Kisten finden<br />

sich etwa zahlreiche Aufnahmen<br />

von Telefongesprächen (viele davon<br />

mit Albert Speer): Manchmal ist da<br />

hoffnungsvoll davon die Rede, dass<br />

das deutsche Volk bald wieder so<br />

weit ist, auf den richtigen Weg zu<br />

kommen: „Das deutsche Volk hat ja<br />

die Anlage dafür.“<br />

Ab 20.03. im Handel.<br />

© Majestic (Universal Pictures), Universal Pictures Germany GmbH, PLAION PICTURES (2), CBC<br />

70 <strong>DOT</strong>.MOVIE


TEE, MILCH UND KAFFEE FÜR CATE BLANCHETT IN DER<br />

DÜSTEREN MINISERIE DISCLAIMER.<br />

DISCLAIMER Als VOD verfügbar, USA/GB<br />

2024, REGIE Alfonso Cuarón, MIT Cate Blanchett,<br />

Kevin Kline, Sacha Baron Cohen, Louis Patridge,<br />

Kodi Smit-McPhee, Lesley Manville, FILM -<br />

LÄNGE 343 Min. in 7 Episoden, © Apple TV+<br />

Als Catherine Ravenscroft<br />

in einer Lacke Milch<br />

erwacht, muss sie sich<br />

beeilen – jemand, der ihr und<br />

ihrer Familie schaden will, ist auf<br />

einer unaufhaltsamen Mission.<br />

Catherine versucht auf die Beine<br />

zu kommen. Sie versucht sich zu<br />

übergeben – um die Tranquilizer,<br />

die ihr in einer Tasse Tee untergejubelt<br />

wurden, wieder aus dem<br />

System zu kriegen, und sie sucht<br />

in der schäbigen Küche, in der sie<br />

sich befindet, nach etwas, das sie<br />

wieder wach macht. Kaffee. Viel<br />

Kaffee. Sie bereitet ihn notdürftig<br />

in einer großen Rührschüssel zu<br />

und wirft eine Handvoll Eiswürfel<br />

in die heiße Brühe – damit sie das<br />

Gebräu schneller runterstürzen<br />

kann. Parallel dazu bucht sie<br />

einen Wagen, der sie zu ihrer Familie<br />

bringen soll – oder wer eben<br />

davon noch übriggeblieben ist.<br />

Catherine Ravenscroft steht<br />

unter fürchterlichem Stress, seit<br />

sie kürzlich eine Postsendung<br />

mit bedrohlich-hämischer Note<br />

erhalten hat. Die Journalistin hat<br />

sich einen Namen damit gemacht,<br />

die Verbrechen und Verfehlungen<br />

anderer aufzudecken. Als sie nun<br />

einen anonymen Roman zugeschickt<br />

bekommt, ist sie jedoch<br />

eher daran interessiert, Geschehnisse<br />

zu kaschieren und gut<br />

bedeckt zu halten:<br />

FILM<br />

Zu ihrem Schrecken<br />

ist nämlich<br />

KOST<br />

die Hauptfigur des<br />

Romans keine andere als<br />

sie selbst. Der Verfasser des Buches<br />

weiß über ihre Geheimnisse<br />

Bescheid – und die Geschichte<br />

wird laut Lektüre kein gutes Ende<br />

nehmen.<br />

Catherine gerät in Panik: Ihre berufliche<br />

Karriere und die Beziehung<br />

zu ihrem Mann Robert (Sacha<br />

Baron Cohen, Borat) und zu ihrem<br />

labilen Sohn Nicholas (Kodi Smit-<br />

McPhee, Slow West) stehen nun auf<br />

einem brüchigen Fundament. Sie<br />

setzt alles daran, die Identität des<br />

Autors aufzudecken.<br />

Wenn Oscar-Preisträger Alfonso<br />

Cuarón (Roma, Gravity, Harry<br />

Potter und der Gefangene von<br />

Askaban) eine Miniserie lang<br />

Cate Blanchett (Tár, Blue Jasmine)<br />

ins Strudeln bringt, verfilmt er<br />

das 2015 veröffentlichte Romandebüt<br />

der Fernsehmacherin Renée<br />

Knight. Er geht dramaturgisch<br />

gefinkelt vor, denn das Publikum<br />

sollte sich nicht täuschen lassen.<br />

Wie verlässlich sind die Erzählstimmen?<br />

Was ist Catherines<br />

Mission? Cuarón wird Haken<br />

schlagen, um die Geschehnisse<br />

schichtweise ans Licht zu bringen.<br />

Dass Cuarón seine gehetzte<br />

Hauptfigur, als sie schon einiges<br />

mitgemacht hat, ausgerechnet<br />

in Milch aufwachen lässt, kann<br />

jemandem, der Disclaimer noch<br />

nicht gesehen hat, Rätsel aufgeben:<br />

Milch symbolisiert Reinheit<br />

– ist Catherine unschuldiger, als<br />

ihr Umfeld glaubt? Milch steht<br />

aber auch für Überfluss –<br />

warum soll ihr ihr perfektes<br />

Leben genommen werden?<br />

Und dann noch: Milch wird<br />

in Filmen bevorzugt von Bösewichten<br />

getrunken (A Clockwork<br />

Orange, No Country for Old<br />

Men, Inglorious Basterds, Get<br />

Out). Wer ist der Bösewicht? Sie –<br />

oder die Person, der die Milchpackung<br />

gehört?<br />

Disclaimer erzählt packend<br />

eine Geschichte des Schmerzes.<br />

Und sie handelt auch vom Erzählen<br />

– und von Erzählhoheit. Niemand<br />

kann hier gewinnen. Nur das<br />

Publikum, das eine ausgeklügelte<br />

und niederschmetternde Miniserie<br />

aufgetischt bekommt.<br />

<strong>DOT</strong>.MOVIE 71


©ALEKSANDRA KAWKA<br />

LUBOMYR MELNYK<br />

S U P P O R T : J U L I A N S C H L O S S E R<br />

15. APRIL<br />

STADTSAAL<br />

MARIAHILFERSTRASSE 81<br />

1060 WIEN<br />

Jetzt Tickets sichern!


Nena<br />

Mit unvergesslichen Erfolgshits wie<br />

„99 Luftballons“ und „Irgendwie,<br />

Irgendwo, Irgendwann“ wurde sie<br />

zur Ikone der Neuen Deutschen<br />

Welle und prägt seit Jahrzehnten<br />

die deutsche Musiklandschaft.<br />

Auch live fasziniert Nena mit ihrer<br />

einzigartigen Bühnenpräsenz und<br />

zieht Fans aller Generationen in<br />

ihren Bann. Im Sommer 2025<br />

begeistert die deutsche Musikerin<br />

ihr Publikum bei einem Highlight-<br />

Konzert in Wien, ergänzt durch<br />

weitere Auftritte in Horitschon,<br />

Grafenegg, Henndorf am<br />

Wallersee, Graz und Kufstein.<br />

www.oeticket.com,<br />

Galopprennbahn Freudenau,<br />

Freudenau 65, 1020 Wien,<br />

15. August, 20:00 Uhr,<br />

VVK: ab € 62,49<br />

9 SEITEN<br />

<strong>DOT</strong>.PLANER<br />

© Sarah Rechbauer, Wolfgang Heckel-Moehle<br />

Jeder ist am Start<br />

Die Nordabfahrt der Schlossalm in Gastein<br />

ist mit 1440 Höhenmetern eine der längsten<br />

Abfahrten der Ostalpen und eine echte Herausforderung.<br />

Das gilt umso mehr, wenn man diese<br />

beim „Die Nord – Das Rennen“ in der Hocke<br />

bestreiten will. Auch <strong>DOT</strong>. testete bereits die<br />

Oberschenkel-Ausdauer bei dem spektakulären<br />

Rennen in Gastein. Nach rund sechs Minuten<br />

ist man auf alle Fälle sehr froh, im Ziel noch<br />

stehen zu können. Am 5. April heißt es heuer<br />

wieder Start frei für alle Skifahrer und Snowboarder,<br />

die sich der Challenge stellen wollen.<br />

gastein.com<br />

LENNY KRAVITZ. THE KOLORS. GARISH. LUBOMYR MELNYK. RIAN. SOPHIE LINDINGER. JORIS. LOI.<br />

OONA DOHERTY. SILVERSTEIN. ROMERO. ALAN WALKER. ZAHO DE SAGAZAN. LEBANON HANOVER.


Garish<br />

Ein einzigartiger Mix aus melancholischen<br />

Klängen und energiegeladenen<br />

Rhythmen prägt das<br />

musikalische Schaffen von Garish.<br />

Nach ihrem Debütalbum „Silent<br />

Despair“ und zahlreichen einprägsamen<br />

Hits brachten sie 2024 mit<br />

„Echoes of Yesterday“ ein weiteres<br />

Meisterwerk auf den Markt, das<br />

die hohen Erwartungen ihrer Fans<br />

mehr als erfüllt. Die aktuelle Platte<br />

zeigt die Weiterentwicklung ihres<br />

Sounds und festigt ihren Status als<br />

eine der spannendsten Bands der<br />

Szene. In diesem Jahr sind sie gleich<br />

vier Mal live zu erleben: in Linz,<br />

Graz, Salzburg und Wien. Ihre<br />

Konzerte sind für ihre emotionale<br />

Tiefe und mitreißende Energie<br />

bekannt, die einen bleibenden Eindruck<br />

hinterlassen – eine Gelegenheit,<br />

die man nicht verpassen sollte.<br />

www.posthof.at, Posthof, Mittlerer Saal,<br />

Posthofstraße 43, 4020 Linz, 20. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 36,39<br />

https://spielstaetten.buehnen-graz.com,<br />

Orpheum Extra, Orpheumgasse 8, 8020 Graz,<br />

21. März, 20:00 Uhr, VVK: € 30,60<br />

www.argekultur.at, ARGEkultur, Ulrike-<br />

Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg,<br />

05. April, 20:00 Uhr, VVK: € 32,50<br />

www.wuk.at, WUK; Währinger Straße 59,<br />

1090 Wien, 10. April, 20:00 Uhr, VVK: € 40,–<br />

© Mark Seliger, Aleksandra Kawka, Chiara Mirelli, Julia Grandegger<br />

Rock Symphony The Kolors Orchestra<br />

Mit ihrem Sieg bei der Talentshow „Amici“<br />

katapultierten sich The Kolors 2015 an die<br />

Spitze der italienischen Musikszene. Ihr Debütalbum<br />

„Out“ war ein riesiger Erfolg, erreichte<br />

fünffach Platin und führte zwölf Wochen lang<br />

die italienischen Charts an. Schon bald folgte das<br />

zweite Album „You“, das mit Kollaborationen wie<br />

mit Gucci Mane auf „What Happened Last Night“<br />

glänzte. Die Band landete 2018 mit „Frida (mai<br />

mai, mai)“ einen Radiohit und setzte 2019 mit<br />

„Pensare male“ (feat. Elodie) einen weiteren Meilenstein,<br />

als der Song auf Platz eins der Airplay-<br />

Charts kletterte. 2023 schlossen sie einen Vertrag<br />

bei Warner Music Italy ab und eroberten mit<br />

ihrem Track „Italodisco“ die Charts, der vierfach<br />

Platin erreichte. Ihre aktuelle Single „Un ragazzo<br />

una ragazza“, die sie beim Sanremo Festival 2024<br />

präsentierten, hat mittlerweile Goldstatus erreicht.<br />

www.simmcity.at, Simm City Festsaal Zentrum Simmering,<br />

Simmeringer Hauptstraße 96a, <strong>111</strong>0 Wien, 11. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 49,90<br />

74 <strong>DOT</strong>.PLANER


Lenny Kravitz<br />

Seit über drei Jahrzehnten prägt Lenny<br />

Kravitz die Musikwelt, hebt stilistische<br />

Grenzen auf und zählt zu den einflussreichsten<br />

Rockmusikern seiner Zeit. Seine<br />

Songs vereinen Einflüsse aus Soul, Rock<br />

und Funk der 60er- und 70er-Jahre und<br />

brachten ihm vier „Grammy Awards“ ein.<br />

2024 erhielt er den „Music Icon Award“<br />

und einen Stern auf dem Hollywood Walk<br />

of Fame. Auch die CFDA ehrte ihn als<br />

„Fashion Icon“, da er nicht nur musikalisch,<br />

sondern auch stilistisch neue Maßstäbe<br />

setzt. Neben seinen zwölf Alben, die<br />

weltweit über 40 Millionen Mal verkauft<br />

wurden, ist Kravitz auch als Designer<br />

aktiv. So veröffentlichte er das Fotobuch<br />

„Flash“ und seine Memoiren „Let Love<br />

Rule“. Als kreativer Geist, der stets neue<br />

Projekte am Laufen hat, hat er seine<br />

Karriere kontinuierlich weiterentwickelt.<br />

Sein Album „Blue Electric Light“, das im<br />

Mai 2024 erschien, zeigt einmal mehr<br />

seine Vielseitigkeit und kreative Energie.<br />

www.stadthalle.com, Wiener Stadthalle, Halle D,<br />

Roland-Rainer-Platz 1, 1150 Wien, 09. März,<br />

19:30 Uhr, VVK: ab € 89,99<br />

Lubomyr Melnyk<br />

Einer der größten Pianisten unserer Zeit<br />

und eine faszinierende Klangreise erwarten<br />

das Publikum am 15. April im Wiener<br />

Stadtsaal. Der ukrainische Ausnahmepianist<br />

und Komponist Lubomyr Melnyk, Meister der<br />

„Continuous Music“, verzaubert mit rasanten<br />

Tonfolgen, hypnotischen Klängen und beeindruckender<br />

Innovation. Seine Virtuosität<br />

und neuartige Technik erlauben es ihm, bis zu<br />

19,5 Noten pro Sekunde am Klavier zu spielen<br />

und damit einen einzigartigen Klangteppich<br />

zu zaubern, der eine tranceartige Intensität<br />

entfaltet. Melnyks außergewöhnliche Lebensgeschichte<br />

spiegelt sich auch in seinen bewegenden<br />

Kompositionen wider, die Sehnsucht<br />

und Heimatliebe spürbar machen. Von der<br />

Spätromantik bis zur Minimal Music überschreitet<br />

er stilistische Grenzen und erschafft<br />

eine unvergleichliche musikalische Welt.<br />

www.stadtsaal.com, Stadtsaal, Mariahilfer Straße 81,<br />

1060 Wien, 15. April, 19:30 Uhr, VVK: € 44,70<br />

<strong>DOT</strong>.PLANER 75


EVENT<br />

PLANER<br />

INFO: www.planet.tt,<br />

Raiffeisen Halle im Gasometer,<br />

Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />

08. März, 20:00 Uhr, VVK: € 39,95<br />

INFO: www.wuk.at, WUK,<br />

Währinger Straße 59, 1090 Wien, 12. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 39,99<br />

76 <strong>DOT</strong>.PLANER<br />

RIAN<br />

A<br />

nsteckende Popsongs, die eine gelungene<br />

Mischung aus Happy-Vibes und gezielt<br />

platzierter Melancholie bieten, zeichnen den<br />

Künstler aus. Er kombiniert Pop, Hip-Hop<br />

und Indie, untermalt seine Songs mit<br />

tanzbaren Beats und würzt sie mit<br />

einer guten Portion Humor. Nach der<br />

Ankündigung seiner EP, die Anfang<br />

des Jahres erschien, geht es nun<br />

auf „Verwandtschaftstreffen Tour“<br />

durch Deutschland und Österreich.<br />

Die bereits veröffentlichten<br />

Tracks der kommenden EP, darunter<br />

„Fast Egal“ und „Wenn ich alt<br />

bin“, sprechen auf unpeinliche Weise<br />

ernste Themen wie Verliebtheit,<br />

Vermissen und Freundschaft an.<br />

Sein Charme kommt nicht nur bei<br />

der Musik, sondern auch in seinen<br />

humorvollen Clips bestens an: 120.000<br />

Follower auf Instagram, 620.000 auf<br />

TikTok, 60.000 Abonnenten auf You-<br />

Tube und über 25 Millionen Streams<br />

auf Spotify beweisen, dass<br />

er die Herzen seiner Fans<br />

im Sturm erobert. Da die<br />

Konzerte in Köln, München<br />

und Wien bereits in<br />

Kürze ausverkauft waren,<br />

wird seine zweite Headlinertour<br />

um Zusatzshows erweitert<br />

und in größere Locations verlegt<br />

– in Wien ist RIAN deshalb im Wiener<br />

Gasometer zu sehen.<br />

LOI<br />

ber eine Million Follower in ihren sozi-<br />

Netzwerken, zwei Songs mit mehr<br />

Üalen<br />

als 100 Millionen Streams und drei Top-<br />

3-Singles im deutschen Airplay („Gold“,<br />

„News“ und „Am I Enough“) – Loi hat<br />

in ihrer jungen Karriere bereits einiges<br />

erreicht. Ihr Cover von „Blinding<br />

Lights“ brachte ihr Gold in Brasilien,<br />

ihre erste Tour war ausverkauft,<br />

und zahlreiche virale Cover-<br />

Interpretationen auf TikTok und<br />

Co zeigen ihre enorme Reichweite.<br />

Die warme, kraftvolle Stimme der<br />

Künstlerin berührt Musikliebhaber<br />

weltweit, ihre Fangemeinde wächst<br />

kontinuierlich und zieht immer mehr<br />

Menschen an, die sich von ihrer emotionalen<br />

Tiefe begeistern lassen. 2023<br />

erlebten ihre Fans Loi auf ihrer ersten<br />

Solo-Tournee. Im darauffolgenden Jahr<br />

sorgte Loi mit „The Way I Want It“ für eine<br />

neue Feel-Good-Hymne, nachdem „Gold“<br />

bereits Fans in Deutschland, Österreich, der<br />

Schweiz, Frankreich, Polen, Brasilien und<br />

Korea zum Tanzen gebracht hatte. Der Song<br />

motiviert dazu, das Leben in vollen Zügen zu<br />

genießen und alle Hemmungen abzulegen.<br />

Diese Energie lässt dem kommenden Sommer<br />

und ihrer zweiten Solo-Tournee nichts<br />

im Wege stehen.<br />

VERIFIZIERT<br />

Verifiziert leitet mit ihrer aktuellen Single „nie<br />

vorbei“ einen neuen Abschnitt ihrer Karriere ein<br />

und bringt Anfang März frischen Sound sowie<br />

ehrliche Texte auf die Bühne des Wiener Flex.<br />

INFO: www.flex.at, Flex, Donaukanal/<br />

Augartenbrücke, 1010 Wien, 01. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 33,70<br />

NATHAN EVANS & SAINT PHNX<br />

Nathan Evans und SAINT PHNX kombinieren<br />

Folk und Pop in ihrer aufregenden Zusammenarbeit<br />

und präsentieren ihre neue Musik bei<br />

gemeinsamen Auftritten.<br />

INFO: www.wuk.at, WUK,<br />

Währinger Straße 59, 1090 Wien, 03. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 44,70<br />

WISHBONE ASH<br />

Die 2025er-Tour von Wishbone Ash steht unter<br />

dem Motto „The Wish List Tour“, bei der Fans<br />

über die Setlist entscheiden und auch seltene<br />

Songs gespielt werden.<br />

INFO: www.reigen.at, REIGEN live,<br />

Hadikgasse 62, 1140 Wien, 05. März,<br />

20:30 Uhr, VVK: € 42,50<br />

BIBIZA<br />

Wieder geht es für BIBIZA in den Bus, um bei<br />

seinen energiegeladenen Konzerten Rock ’n’ Roll,<br />

Spaß und Chaos zu vereinen – mit Band und einer<br />

ordentlichen Portion Grenzüberschreitungen.<br />

INFO: www.music-hall.at, Music Hall,<br />

Grabenweg 74, 6020 Innsbruck, 05. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 34,99<br />

OONA DOHERTY<br />

In „Specky Clark“ erzählt Oona Doherty<br />

mit Enda Walsh eine surreal-klassensoziale<br />

Geschichte, die von Lankum und Gavino Murgia<br />

musikalisch begleitet wird.<br />

INFO: www.festspielhaus.at,<br />

Festspielhaus St. Pölten, großer Saal, 07. März,<br />

19:30 Uhr, VVK: € 42,90<br />

SILVERSTEIN<br />

Bekannt für ihre energischen Shows und einen Mix<br />

aus emotionalem Hardcore und melodischem<br />

Punk, gehört Silverstein zu den prägenden Bands<br />

der kanadischen Post-Hardcore-Szene.<br />

INFO: www.arena.co.at, Arena,<br />

Baumgasse 80, 1030 Wien, 10. März,<br />

19:00 Uhr, VVK: € 49,65<br />

VOODOO JÜRGENS<br />

Voodoo Jürgens & die Ansa Panier starten ihre<br />

zweite Clubtour im Orpheum und spielen auch im<br />

Reigen, Metropol und Flex, während sie ihr erstes<br />

Livealbum „Wien bei Nacht“ präsentieren.<br />

INFO: www.orpheum.at, Orpheum Wien,<br />

Steigenteschgasse 94B, 1220 Wien, 10. März,<br />

19:30 Uhr, VVK: € 39,–<br />

M¥SS KETA<br />

Heuer bringt M¥SS KETA mit ihrer explosiven<br />

„TOUR.“ und einem wegweisenden Longplayer<br />

die Bühnen zum Leuchten.<br />

INFO: www.flex.at, Flex, Donaukanal/<br />

Augartenbrücke, 1010 Wien, 12. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: 29,–


ALAN WALKER<br />

Der norwegische DJ und Produzent Alan Walker<br />

begeistert seit „Faded“ weltweit. Mit über 115<br />

Millionen Followern und mehr als 80 Milliarden<br />

Streams bleibt er eine Größe der Musikszene.<br />

INFO: www.planet.tt, Raiffeisen Halle im<br />

Gasometer, Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />

13. März, 20:00 Uhr, VVK: € 59,90<br />

WINCENT WEISS<br />

Im März 2025 geht der erfolgreiche deutsche<br />

Popsänger auf Arena-Tour und begeistert mit<br />

einer unvergesslichen Show, unter anderem<br />

auch in der Wiener Stadthalle.<br />

INFO: www.stadthalle.com, Wiener Stadthalle,<br />

Halle D, Roland-Rainer-Platz 1, 1150 Wien,<br />

20. März, 19:15 Uhr, VVK: ab € 58,90<br />

ZAHO DE SAGAZAN<br />

Trotz eines ereignisreichen Jahres 2024<br />

veröffentlicht Zaho de Sagazan eine erweiterte<br />

Version ihres Albums „La Symphonie des éclairs“<br />

mit sieben neuen, energiegeladenen Songs.<br />

INFO: www.planet.tt, Raifeisen Halle im<br />

Gasometer, Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />

20. März, 20:00 Uhr, VVK: € 50,90<br />

LEBANON HANOVER<br />

Lebanon Hanover zählen zu den einflussreichsten<br />

Bands der letzten zehn Jahre, die<br />

die Post-Punk-, Gothic- und Darkwave-Szene<br />

maßgeblich mitgestaltet haben.<br />

INFO: www.livestage-tirol.com, Livestage,<br />

Andechsstraße 67a, 6020 Innsbruck,<br />

20. März, 19:00 Uhr, VVK: € 47,35<br />

TJARK<br />

Mit seiner Debütsingle „schon okay“ knackte<br />

TJARK 2023 bei den Streams die Millionengrenze<br />

und erlangte Aufmerksamkeit durch seine<br />

zweite Single sowie als Tour-Support von LEA.<br />

INFO: www.planet.tt, Szene Wien,<br />

Hauffgasse 26, <strong>111</strong>0 Wien, 23. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 39,20<br />

ANNA BUCHEGGER<br />

Mystische Klänge, elektronische Beats und Salzburger<br />

Dialekt verbinden sich, um in zwölf Kapiteln<br />

Themen wie patriarchale Strukturen und gesellschaftliche<br />

Vorurteile ungeschönt zu thematisieren.<br />

INFO: https://spielstaetten.buehnen-graz.com,<br />

Orpheum Extra, Orpheumgasse 8, 8020 Graz,<br />

25. März, 20:00 Uhr, VVK: € 24,90<br />

OEHL<br />

Oehl und seine Band liefern mit tanzbaren<br />

Beats und emotionalen Akustik-Momenten<br />

gesellschaftliche Themen auf drei Alben, die<br />

unverbraucht und kraftvoll wirken.<br />

INFO: www.rockhouse.at, Salzburg Rockhouse,<br />

Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg,<br />

27. März, 20:00 Uhr, VVK: € 24,80<br />

ALEC BENJAMIN<br />

Als „Pop-Geschichtenerzähler der nächsten<br />

Generation“ hat er mit über 9 Milliarden<br />

globalen Streams internationale Erfolge gefeiert.<br />

INFO: www.planett.tt, Raiffeisen Halle im<br />

Gasometer, Guglgasse 8, <strong>111</strong>0 Wien,<br />

28. März, 20:00 Uhr, VVK: € 49,99<br />

SOPHIE LINDINGER<br />

ophie Lindinger gehört zu den kreativsten<br />

Sund vielseitigsten Köpfen der Wiener<br />

Musikszene, die sich nicht nur als Sängerin,<br />

sondern auch als Produzentin und<br />

Songwriterin einen Namen gemacht<br />

hat. Bekannt wurde sie durch<br />

ihre markante Stimme in der<br />

heimischen Band Leyya, was ihr<br />

2017 und 2018 bei den „Amadeus<br />

Awards“ Anerkennung einbrachte.<br />

Bei My Ugly Clementine tritt<br />

sie zwar „nur“ als Bassistin auf,<br />

doch hinter den Kulissen zieht<br />

sie die Fäden – vom Songwriting<br />

über die Komposition bis hin zur<br />

Produktion. Ihre musikalische Reise<br />

geht jedoch weit darüber hinaus:<br />

Als Mitproduzentin und Songwriterin<br />

war sie maßgeblich an der kreativen<br />

Gestaltung von Leyya beteiligt und<br />

prägte das gesamte musikalische Konzept.<br />

Heute schlägt sie bei ihrem neuen Projekt<br />

bewusst rauere, experimentelle Töne an. Ihre<br />

Musik spiegelt eine spannende Weiterentwicklung<br />

wider, die ihre Leidenschaft für unkonventionelle<br />

Klänge und ihre künstlerische<br />

Vision in den Mittelpunkt stellt. Am 6. März<br />

gibt es Sophie Lindinger live im Schlachthof<br />

Wels zu erleben.<br />

JORIS<br />

ach fast drei Jahren Release-Pause<br />

Nmeldet sich Joris mit frischer Energie<br />

zurück. Obwohl seine letzte Platte<br />

schon eine Weile her ist, hat er nie seine<br />

Liebe zu Liveshows verloren und intensiv<br />

an neuer Musik gearbeitet. Seine<br />

Songs verbinden bittersüße Sehnsucht<br />

mit gefühlvollen Melodien und einer<br />

kraftvollen Stimme, die mal laut, mal<br />

zerbrechlich ist. Seit seinem 2015er-<br />

Debütwerk prägt er die deutsche Musikszene,<br />

hat zahlreiche Awards gewonnen<br />

und Millionen von Streams erzielt. Seine<br />

neue Musik nimmt die Zuhörer mit<br />

durch die Höhen und Tiefen der letzten<br />

Jahre – ein Gefühl, das besonders in der<br />

aktuellen Weltlage nachzuvollziehen ist.<br />

Mit seinem aktuellen vierten Longplayer<br />

„zu viel retro“ liefert er eine von Leben<br />

und Emotionen inspirierte Platte, die<br />

alle Songs live im Studio einfangen – roh<br />

und unperfekt. Zwischen Pop, Alternative<br />

und Indie bricht der Longplayer<br />

mit Genrekonventionen und spiegelt<br />

das Leben als Achterbahn der Gefühle<br />

wider. Nach den vorab veröffentlichten<br />

Tracks „spring!“ und „bye bye mein<br />

Herz“ können Fans im Frühjahr 2025<br />

noch mehr erwarten – sowohl auf Platte<br />

als auch live auf der Bühne.<br />

INFO: www.flex.at, Flex, Donaukanal/<br />

Augartenbrücke, 1010 Wien, 23. März,<br />

20:00 Uhr, VVK: € 42,95<br />

INFO: www.schlachthofwels.at,<br />

Wels Alter Schlachthof, Dragonerstraße 22,<br />

4600 Wels, 06. März, 19:30 Uhr, VVK: € 20,–<br />

© Mario Wallner, Hanna Fasching, Philipp Gladsome, Luis Jantsch<br />

<strong>DOT</strong>.PLANER 77


© Markus Fischer<br />

25 Jahre Freestyle<br />

Zum Jubiläum des Absolut Park wird mit der Spring Battle<br />

und dem FIS Snowboard Weltcup-Finale Freestyle gefeiert.<br />

Eine „Absolute“ Freestyle-Show wird<br />

in Österreichs größtem Snowpark<br />

in Flachauwinkl geboten. Von 8. bis<br />

12. März geht das legendäre Absolut Park<br />

Spring Battle über die Schanzen, und am<br />

13. und 14. März bietet das Slopestyle-<br />

Finale des FIS Snowboard Park & Pipe<br />

Weltcups spannende Runs mit spektakulärer<br />

Freestyle-Action. Somit gibt es<br />

für die Fahrer und Fahrerinnen zweimal<br />

in einer Woche 65.000 Euro Preisgeld,<br />

wertvolle Punkte für die Weltrangliste<br />

sowie die Möglichkeit, sich den letzten<br />

Schliff für die in der zweiten März-Hälfte<br />

stattfindende WM im Engadin zu holen.<br />

Dass die Wahl des Finales auf den Absolut<br />

Park fiel, ist kein Zufall. In den letzten<br />

25 Jahren hat er sich zu einem der<br />

bekanntesten Snowparks weltweit entwickelt.<br />

Das gesamte Park-Areal erstreckt<br />

sich mittlerweile über beeindruckende<br />

1,5 Kilometer und bietet sieben verschiedene<br />

Sektionen mit rund 100<br />

abwechslungsreichen Obstacles. Egal,<br />

ob Beginner oder Pro – es findet jeder<br />

Freestyle-Fan genau das, was er sucht.<br />

www.absolutpark.com<br />

Das Kitz bietet dank der<br />

Höhenlage für seine vier<br />

Snowparks und die Superpipe<br />

bis in den Frühling hinein beste<br />

Bedingungen. Dementsprechend<br />

werden dann auch die Saisonfinale<br />

verschiedenster Bewerbe dort<br />

ausgetragen. Im freien Gelände<br />

sorgt am 15. März der legendäre<br />

X-Over Ride mit einem Challenger<br />

der Freeride World Tour für<br />

spektakuläre Off-Piste-Action<br />

für die Zuseher. Beim Finale der<br />

World Rookie Tour von 23. bis<br />

28. März wird der nationale und<br />

internationale Snowboard-Nachwuchs<br />

um den heiß begehrten<br />

Titel „World Rookie Champion“<br />

kämpfen, und von 30. März bis<br />

3. April geht es dann bei den<br />

Austrian & German Masters im<br />

Slopestyle und Superpipe um die<br />

Staatsmeister-Titel. Dabei gibt es<br />

auch wertvolle Punkte im World<br />

Snowboard Tour Ranking und<br />

im Europacup zu holen. Wer bei<br />

78 <strong>DOT</strong>.PLANER<br />

Top-Spot<br />

Zum Saisonfinale versammelt sich die Freestyle-Community<br />

oben am Kitzsteinhorn.<br />

Events nicht nur zusehen, sondern<br />

auch mal mitmachen will, kann<br />

bei den kostenlosen Austria<br />

Snowpark Days am 12. April mit<br />

Freeski- und Snowboard-Trainern<br />

die ersten Lines über Kicker und<br />

Boxen shredden.<br />

www.kitzsteinhorn.at<br />

© Markus Rohrbacher / Kitzsteinhorn


TEXTE: WOLFGANG HECKEL-MOEHLE<br />

Beat(le)s am Berg<br />

Am Ende des Winters wird noch einmal ordentlich Après-Ski gefeiert.<br />

<strong>DOT</strong>. weiß, wo es abseits der Piste abgeht.<br />

White Pearl Mountain Days<br />

© Tourismusverband Obertauern, Adam Bertalan, Northlight Creative<br />

Beatlemania<br />

BEATLEMANIA<br />

Im März 1965 geschah in<br />

Obertauern etwas Einzigartiges:<br />

Die Beatles, die erfolgreichste<br />

Band aller Zeiten, kamen in das<br />

idyllische schneereiche Bergdorf,<br />

um Szenen für ihren Film „Help!“<br />

zu drehen. Heuer werden es 60<br />

Jahre, seitdem die vier Pilzköpfe<br />

in Obertauern gedreht haben und<br />

ihr erstes und einziges Konzert in<br />

Österreich gaben – heute erinnern<br />

drei Denkmäler an die Musiker,<br />

und sie werden von 6. März bis<br />

1. Mai mit einem Eventreigen unter<br />

dem Titel „Home of Beatles“<br />

noch einmal geehrt. Besucher<br />

können sich auf skifahrende<br />

Beatles-Doubles, Coverband-Konzerte<br />

und natürlich einen „Help!“-<br />

Filmabend freuen. Höhepunkt<br />

wird das Konzert „A Symphonic<br />

Tribute to the Beatles“ sein, wobei<br />

das 46-köpfige Orchester der Philharmonie<br />

Salzburg mit der Solistin<br />

Monika Ballwein Klassiker wie<br />

„Hey Jude“ oder „Let It Be“ live<br />

inszenieren werden – ein etwas<br />

anderes Après-Ski mit harmoni-<br />

Konzerte<br />

07.03. Beatlemania<br />

11.03. Help! A Beatles Tribute<br />

14.03. The Backwards<br />

28.03. A Symphonic Tribute<br />

to the Beatles<br />

schen Beatles-Beats, wie man sie<br />

wohl noch nie gehört hat.<br />

obertauern.com<br />

SKIFEST<br />

Nach der FIS-Ski WM für die<br />

Profis lädt von 14. bis 16. März<br />

erstmalig das Chasing Slopes<br />

Festival im Skicircus Saalbach<br />

Hinterglemm zum lässigsten Skifestival<br />

der Alpen für alle Skifahrer.<br />

Die Besucher dürfen sich auf<br />

eine Mischung aus Side-Events,<br />

Workshops und Skitests freuen.<br />

Wenn der Berg dann von 21. bis<br />

30. März mit Club Vibes von<br />

„Mr. Belt & Wezol“ oder „Amémé“<br />

ruft, wird bei den White Pearl<br />

Mountain Days für maximale<br />

Tanzbarkeit gesorgt.<br />

saalbach.com<br />

HOUSE IN DER HÜTTN<br />

Die stylischen Hütten in der<br />

Skiregion Hochzillertal-Kaltenbach<br />

und in Fügen sorgen beim<br />

ALPICON House Music Festival<br />

für eine einzigartige Festivalatmosphäre.<br />

Am 21. und 22. März<br />

wird bei feinsten House-Beats<br />

von lokalen und internationalen<br />

Top-Acts bei kostenlosem Eintritt<br />

getanzt und gefeiert. Bei Snowbombing<br />

von 7. bis 12. April ist<br />

dann unter anderem The Prodigy<br />

in Mayrhofen „z’House“!<br />

zillertal.at<br />

ALPICON<br />

<strong>DOT</strong>.PLANER 79


Schau aufs Meer<br />

Damit wir auf intakte Ozeane blicken können,<br />

zeigt die Ocean Film Tour, wie wichtig mehr<br />

Schutz für die Meere ist.<br />

Cineplexx-Tipp:<br />

7.3. Millennium City Wien<br />

16.3. Annenhof Kino Graz<br />

© Trilogy Media Group LCC<br />

Filme, welche die Vielfalt der Ozeane zeigen,<br />

verbunden mit beeindruckenden Menschen<br />

und deren Geschichten, stehen diesmal am<br />

Programm der Ocean Film Tour. So erzählt Row<br />

of Life von Angela Madsen, einer ehemaligen<br />

Paraolympionikin, die alleine von Kalifornien<br />

nach Hawaii rudert und für ihren Lebenstraum<br />

alles riskiert. Kelp! ist eine Doku über die gleichnamige<br />

Seegrasart, in der die innovativen Möglichkeiten<br />

aufgezeigt werden, welche die Pflanze<br />

für die Landwirtschaft, die Fischerei und für<br />

Biokraftstoffe bereithält. Die außergewöhnliche<br />

Freundschaft zwischen Menschen und dem Wal<br />

Nika bestärkt darin, dass der Lebensraum, der<br />

von Massentourismus und Umweltzerstörung bedroht<br />

ist, um jeden Preis geschützt werden muss.<br />

In Trilogy geht es um das Spiel mit den Wellen,<br />

wobei drei Weltklasse-Surfer auf der Suche nach<br />

dem perfekten Break sind. 7 Beats per Minute<br />

zeigt, wie tiefgründig die Beschäftigung mit dem<br />

Ozean beim Apnoetauchen sein kann.<br />

oceanfilmtour.com<br />

80 <strong>DOT</strong>.PLANER<br />

Rauf ins Abenteuer<br />

Banff findet mit den aktuellen Filmen<br />

neue Wege ins Abenteuer.<br />

D<br />

ie Banff-Tour zeigt fünf unterschiedliche<br />

Filme, die jedoch Abenteuer, Sport und<br />

vor allem der Umweltgedanken eint. Courtney<br />

Dauwalter zeigt dabei in A Team Sport, dass sie<br />

bei einem Ultra-Marathon zwar nur mit sich selbst<br />

kämpft, ohne ihr Team die Herausforderungen jedoch<br />

nie schaffen würde. Kletterin Molly Mitchell<br />

suchte ihr ganzes Leben nach dem nächsten Adrenalinkick.<br />

Nach einem Kletterunfall stellt sie sich<br />

in Dropping Molly jedoch die Frage, inwieweit sie<br />

den Sport lebt oder der Sport „sie lebt“. Wie sehr<br />

man sich und seinen Sport hinterfragen sollte,<br />

zeigt der Film Farming Turns. Chris Rubens war<br />

einer der besten Freeride-Profis der Welt. Doch bei<br />

Skitouren um die ganze Welt wird ihm bewusst,<br />

wie sehr der Klimawandel unserem Planeten<br />

zusetzt. Er beschließt, etwas zu tun, hängt die<br />

Skier an den Nagel und wird Biobauer – obwohl er<br />

keine Ahnung von Landwirtschaft hat. Nachhaltigkeit<br />

spielt auch in Going East eine große Rolle.<br />

Eine Gruppe von Freeridern sucht dabei mit<br />

öffentlichen Verkehrsmitteln die besten Abfahrten<br />

in Osteuropa. Der vierfache Slopestyle World<br />

Champion Emil Johansson ist sowieso meistens<br />

nur umweltfreundlich mit dem Rad unterwegs<br />

und zeigt in Anytime-Cali atemberaubende<br />

Tricks im traumhaften Kalifornien.<br />

banff-tour.de<br />

Cineplexx-Tipp:<br />

5.4. Annenhof Kino Graz<br />

© Cedar Wright


TEXTE: WOLFGANG HECKEL-MOEHLE<br />

Österreichpremiere<br />

Das Surf Opening wird erstmals in ganz Österreich den Sommer eröffnen.<br />

since 1993<br />

© Naish International, City Wave / Stefan Knittel<br />

Mit dem Olympiasieg von<br />

Valentin Bontus sind<br />

die Surf-Vibes in ganz<br />

Österreich zu spüren. Daher wird<br />

auch das Surf Opening heuer neu<br />

ausgerichtet und verwandelt sich<br />

von 30. April bis 4. Mai zur Bühne<br />

für trendige Boardsportarten, um<br />

im ganzen Land flowiges Surffeeling<br />

zu verbreiten.<br />

EINFACH AUSPROBIEREN<br />

Das Ziel ist es, möglichst vielen<br />

Menschen den Wassersport<br />

näherzubringen, um auch zukünftig<br />

wieder goldene Momente mit<br />

neuen Siegern feiern zu können.<br />

Dazu finden an über 35 Locations<br />

Surf Openings statt, bei denen<br />

Besucher die Möglichkeit haben,<br />

Trendsportarten wie Wingfoilen,<br />

Foilsurfen, Windsurfen,<br />

Pumpfoilen, Wellenreiten, Stand<br />

Up-Paddeln und vieles mehr<br />

teilweise kostenlos und bei freiem<br />

Eintritt auszuprobieren. Surfen ist<br />

Boardsport, und bei Flaute holt<br />

man sich den Flow auf anderen<br />

Brettern – deswegen ist erstmals<br />

auch Wakeboarden und Surfskaten<br />

Teil des Surf Openings.<br />

NACHHALTIGKEIT<br />

ALS LEITMOTIV<br />

Nicht nur der Sport soll nachhaltig<br />

gepusht werden – als<br />

CO2-NetZero-Event setzt das<br />

Surf Opening statt eines großen<br />

zentralen Events auf mehrere<br />

dezentrale Veranstaltungen, die<br />

Alle Infos über die teilnehmenden<br />

Betriebe, Locations<br />

und Sportarten findet ihr<br />

unter www.surfopening.at.<br />

schon vorhandene Strukturen<br />

nützen und möglichst öffentlich<br />

erreichbar sind.<br />

CONTESTS & PARTY<br />

Im Rahmen des Surf Openings<br />

in Wien kann man nicht nur<br />

acht Sportarten ausprobieren,<br />

das neueste Surfmaterial testen<br />

und im Vienna City Beach Club<br />

ordentlich feiern, sondern auch<br />

bei einem Multiwassersport-<br />

Bewerb mitmachen.<br />

www.surfopening.at<br />

<strong>DOT</strong>.PLANER 81


DAS 112. <strong>DOT</strong>. erscheint am 27. März 2025<br />

EIN MINECRAFT FILM<br />

DIE LEGENDE VON OCHI<br />

Jack Black denkt die Welt in Würfeln (Ein Minecraft<br />

Film), für Tilda Swinton, Michael Shannon und<br />

George MacKay ist sie – dank Joshua Oppenheimer<br />

– quasi schon zu Ende (The End). Zivilisatorisch<br />

gesehen steht auch nicht alles zum Besten, wenn Ron<br />

Howard Jude Law, Vanessa Kirby, Sydney Sweeney,<br />

Daniel Brühl und Ana de Armas auf die Galápagos-<br />

Inseln und damit in den Survival-Thriller Eden<br />

schickt. Finn Wolfhard, Willem Dafoe und Helena<br />

Zengel sind derweil schon im Fantasy-Genre unterwegs:<br />

Die Legende von Ochi.<br />

THE END<br />

EDEN<br />

Impressum Cover © 2025 Warner Bros. Entertainment. All Rights Reserved. <strong>DOT</strong>.<strong>magazine</strong> erscheint 9 x p.a. mit einer Auflage von 120.000 Exemplaren österreichweit in der<br />

PPH Media Verlag GmbH, Kutschker gasse 42/Top 13, A-1180 Wien, Tel.: +43 1 235 13 66-800, E-Mail: office@pph-media.at, Web: www.pph-media.at Distribution: Österreichweit<br />

in allen Constantin Film- & Cineplexx-Kinos, 198 McDonald’s-Restaurants und allen Star Movie Kinos. Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Verlagsleitung: Georg Peter Senior<br />

Account Manager & Marketing: Michael Martinek Chefredaktion & Chefin vom Dienst: Nicole Albiez Senior Account Manager: Daniela Ruff Assistenz Marketing, Sales & Redaktion:<br />

Maja Bogic Film: Nicole Albiez, Max Gfrerer, Manuel Oberhollenzer, Alexandra Zawia Musik & Games: Peter Zirbs Fashion & Beauty: Kim Sztrakati Eventplaner: Daniela Ruff<br />

Sport: Wolfgang Heckel-Moehle Lektorat: Gudrun Likar Produktion: Hofeneder & Partner GmbH. Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Veranstalter, Fotoagenturen und diverse Fotografen.<br />

Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck,<br />

auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Fotocredits im Eventkapitel werden durch den Vermerk „Veranstalter” im Impressum abgegolten. Einzelne Fotocredits<br />

im Eventbereich werden nur auf ausdrücklichen schriftlichen Wunsch des Urhebers abgedruckt. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt.


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Nutzfahrzeuge Partner. Bei Aus- und Aufbauten nur gültig für werksseitigen Lieferumfang.<br />

Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 19,2 – 24;<br />

CO₂-Emission in g/km: kombiniert 0. Symbolfoto. Stand 01/2025.<br />

volkswagen.at

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