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RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 03/2025

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März 2025

Nr. 03

rundschau.de

info@rundschau.de

18

STORE-CHECK

Wie Andreas Haid

aus einem Ex-Real-

Standort einen

attraktiven Edeka-

Markt gemacht hat.

28

ROUND TABLE

Expertentalk über

die besten Category-

Management-

Lösungen.

THINK GREEN!

MIT WELCHEN MASSNAHMEN HANDEL UND

INDUSTRIE IHRE WERTSCHÖPFUNGSKETTEN

NACHHALTIGER MACHEN.

AUCH IN DIESER AUSGABE: EIN KAFFEE MIT ... MAYKA-CHEF

MANUEL RAMS · SÜSSWAREN · CHILLED FOOD · WEIN & SEKT

INNOVATIV

Warum pflanzliche

Produkte mehr sind als

nur Alternativen, erklärt

Livekindly-Europachefin

Anja Grunefeld.


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STYLE 5-FACH/120ER-CHEP

HOHES KÄUFERPOTENZIAL

IM GESCHMACKS-

FELD BBQ 3

1

Quelle: Interner Konsumententest, April 2024. 2 Quelle: Mintel, Industry Trend, Sweets lean into savory and spicy notes,10. Oktober 2022; Mintel, Report,

The Future of Sweet & Savoury Spreads 2024, 18. Oktober 2024. 3 Quelle: Circana, LEH ≥ 200 qm (inkl. HD) + DM, Crunchips Western Style 150 g,

Verkauf 1.000 Stück, MAT August 2024.


RUNDSCHAU 03/25

Editorial

Nicht mehr nur

Feigenblatt

Nachhaltigkeit stellt die Lebensmittelindustrie und den LEH

vor besonders große Herausforderungen: Die Anforderungen

der Gesetzgebung steigen (Stichwort Nachhaltigkeitsberichtspflicht)

und die hohe Sensibilität der Konsumenten fordert

Transparenz entlang der komplexen Wertschöpfungskette, dabei

sind Kosten- und Preisdruck natürlich kritische Faktoren. Unser

Themenschwerpunkt ab Seite 34 zeigt, wie Handel und Industrie diesen

komplexen Herausforderungen mit Erfolg begegnen.

Das Akronym VUCA bezeichnet eine volatile, unsichere, komplexe

und ambivalente Situation. Es beschreibt die Gefühlslage Vieler angesichts

des aktuellen Weltgeschehens. VUCA umreißt aber auch die

Gemengelage im Zusammenspiel von Marken, Händlern und Shoppern

sehr treffend. Die zentrale Frage für die Vermarktung im LEH lautet:

Können Anbieter und Kunden mit weniger stabilen, kontinuierlichen

und transparenten Rahmenbedingungen wirtschaften? Ein Blick auf die

Shopper-Seite zeigt, dass in vielen Bereichen vorsichtiger agiert wird.

Kunden achten stärker auf ihr Haushaltsbudget und kaufen weniger

impulsiv als noch vor wenigen Jahren. Basierend auf den Ergebnissen

des aktuellen POS-Marketing-Reports 2025 diskutierten Experten am

runden RUNDSCHAU-Tisch, was die Shopper umtreibt und wie Handel

und Industrie ihre Strategien anpassen müssen. Mehr dazu ab Seite 28.

# Bio-Lebensmittel

Aktuelle Zahlen belegen: Bio

entwickelte sich 2024 wieder

dynamischer als der Lebensmittelmarkt

insgesamt. Unser

Trendbericht ab Seite 54

# Fleischalternative

Sozusagen „Beyond Fleischalternative“

sind die Protein Bites

von Like. Anja Grunefeld, Head

of Europe, erklärt warum, ab

Seite 24

# Wein & Spirits

Zwei Messen im März: ProWein

und Eurovino, die neue Fachmesse

in Karlsruhe. Neuheiten

und Messe-Highlights finden

Sie ab Seite 64

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03


RUNDSCHAU März 2025

Inhalt

www.rundschau.de

Mehr News, Fotos und

Hintergründe stehen

online für Sie bereit.

www.rundschau.de/wettbewerbe/

fitfortrade

Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,

Lernmaterial und vieles mehr.

Die Titelstory

Das Thema Nachhaltigkeit ist so vielfältig wie fordernd.

Entsprechend breit gefächert sind die Maßnahmen, mit denen

der LEH und die Industrie ihr Engagement zeigen. Über die

„grünen“ Einsatzfelder und Hintergründe lesen Sie ab Seite 34.

Branche

Sortiment

18

Ganz große Klasse

Klare Übersicht und einladende Kaufatmosphäre

auf 6.000 Quadratmetern Fläche: Edeka-Kaufmann

Andreas Haid zeigt, wie es geht.

06 Ein Kaffee mit ...

Manuel Rams, Geschäftsführer und Inhaber des

Salzgebäckherstellers Mayka.

16 Nachwuchsförderung

fitfortrade-Kandidaten auf ihrer exklusiven Tour

über die Süßwarenmesse in Köln.

18 Store-Check: Edeka Haid, Tübingen

Edeka-Kaufmann Andreas Haid zeigt Masse und

Klasse in eindrucksvoller Kombination.

24 Interview

Sie denkt Pflanzenpower neu: Anja Grunefeld,

Head of Europe von The Livekindly Collective.

28 Round Table: Category Management

Shopper-Trends im LEH: die Expertenrunde im

Gespräch über geeignete Strategien.

34 Nachhaltigkeit

Mit grünen Maßnahmen in die Zukunft: Die

Branchen-Akteure zeigen Einsatz all around.

Rubriken

46 Chilled Food

Bequeme Lösungen für steigende Ansprüche:

So wird Convenientes zum Verkaufshit.

50 Brot & Backwaren

54 Bio

Burger und Co.: Die neuen Buns erfüllen die

unterschiedlichsten Kundenwünsche.

Die aktuellen Branchen- und Produkttrends –

frisch von der Biofach 2025.

58 Süßwaren & Salzige Snacks

Geschmack, Textur, Nachhaltigkeit: Die neuen

Konzepte sorgen für Abwechslung im Regal.

62 Heißgetränke

Kakaopreise auf Rekordhoch: die Perspektiven

für den Schokogenuss Kakao.

64 Wein & Sekt

Die kommenden Weinmessen werfen ihre

Highlights voraus: die leichten Saisontrends.

68 WPR

Umweltfreundlich, duftig, einfach mehr als

sauber: die Alleskönner Waschmittel und Co.

28

Kaufen oder Nicht-Kaufen

Wie kann man aktuellen Shopper-Trends begegnen?

Unsere Experten diskutieren, dazu die Insights des

POS-Marketing-Reports 2025.

08 Newsticker; MMM-Kongress

13 Shopper-Insights: Bio-Lebensmittel

33 Verbandsinfo

70 Neue Produkte/Impressum

74 ForscherAuftritt: Martin Fassnacht

Fotos: stock.adobe.com/Press609; Ulrich Metz

04 Inhalt • RUNDSCHAU 03/25


Erfrischende

Umsätze garantiert

NEU

* Quelle: Nielsen: LEH + DM, Milchmischgetränke,

Absatz Marke MAT Dezember 2024 vs. VJ

In den drei beliebten

Top-Sorten Kakao,

Erdbeere und Banane

Stetig wachsende

Kategorie: Milchmischgetränke

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Liebe ist, wenn es Landliebe ist.


Ein Kaffee mit …

Manuel Rams

Text: Mirko Jeschke

Foto: Johannes Kirchherr

DER

BREZEL-BÄCKER

Mit Salzbrezeln und Sticks nach Schwarzwälder Backtradition versorgt

Mayka Knabberfans in ganz Deutschland. Priorität hat für Inhaber Manuel

Rams der Ausbau der Produktionskapazitäten, denn die Nachfrage ist groß.

Wer mit Manuel Rams ins

Gespräch kommt, bemerkt

sofort: der Alleingeschäftsführer

des

Traditionsunternehmens

Mayka mit Sitz im baden-württembergischen

Schliengen ist eine echte Frohnatur.

Und: Er scheut keineswegs das Risiko. Den

Beweis trat der zweifache Familienvater

mit dem Erwerb sämtlicher Firmenanteile

im Alter von gerade einmal 37 Jahren

an. „2014 habe ich als Assistent der Geschäftsführung

bei Mayka angefangen,

drei Jahre später bin ich in die Geschäftsführung

aufgestiegen. Ende 2020 habe ich

zunächst 75 Prozent der Anteile von den

Gründern Norbert Michel und Willi Mayer

übernommen, Ende 2021 die restlichen

25 Prozent“, erzählt der gebürtige Freiburger

von seinem rasanten Aufstieg.

Jede Menge Potenzial

Dass es den gelernten Bürokaufmann einmal

in die Lebensmittelindustrie ziehen

würde, hat ihn selbst überrascht. Bei Mayka

erkannte Rams, der sich zwischenzeitlich

zum Wirtschaftsfachwirt weiterbilden

ließ, indes relativ schnell, dass im Unternehmen

bzw. in der Marke noch viel ungenutztes

Potenzial steckt. „Wir beschäftigen

heute rund 40 Mitarbeiter im Drei-Schicht-

Betrieb und konnten unseren Umsatz seit

2014 um circa 125 Prozent steigern, indem

wir sukzessive die Produktionskapazitäten

ausgebaut haben.“ Die verfügbaren Flächen

am Firmensitz sind allerdings längst

erschöpft, weshalb Rams die Planungen

für einen Neubau intensiv vorantreibt. Aktuell

verfügt Mayka über sechs Backstraßen,

zwei davon laufen auf Strom – ein Ergebnis

der Energiekrise und laut Rams eine

„Wette auf die Zukunft“. Zwar sei Strom

derzeit noch extrem teuer, perspektivisch

geht der 40-jährige Firmeninhaber dennoch

von stark steigenden Gaspreisen aus.

Einzigartige Rezeptur

Keine Sorgen macht sich Manuel Rams

dagegen um sein bestehendes Sortiment an

Salzbrezeln und Sticks. Er verweist dabei

auf besondere Alleinstellungsmerkmale.

„Unsere Rezeptur enthält keine Hefe,

der Teig muss deshalb

nicht gehen

und kann direkt

verarbeitet werden.

Zudem sind vor allem

unsere Sticks deutlich

dünner als die des Wettbewerbs

und haben damit besonders viel Krus-

06 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Ein Kaffee mit ...

Noch mehr interessante Menschen

aus der Branche bei einer Tasse

Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.

te im Verhältnis zum Teig. Die gelaugte

Kruste ist geschmacksprägend und sorgt

für den einzigartigen Geschmack.“ Zu

den Top-Sellern zählen der klassische

200-Gramm-Beutel Sticks, die Mixdose

aus Mini-Brezeln und Sticks sowie die

kleine Runddose mit Sticks. Vier von zehn

Produkten tragen sogar das Bioland-Siegel,

mit dem Mayka bereits 1989 sein Bio-Sortiment

begründet und aufgewertet hat.

Die Nachfrage nach

Laugendauergebäck

befindet sich auf

einem anhaltend

hohen Niveau.

Weitere Listungen geplant

Mit Blick auf die Distribution sieht Rams –

in seiner Freizeit passionierter Läufer –

noch deutlich Luft nach oben. „Unsere

Produkte sind aktuell vor allem bei Rewe

und Kaufland national gelistet, bei Edeka

allerdings nur in drei von sieben Regionen

vertreten. Hier wollen wir die Distribution

in Zukunft deutlich ausbauen.“ Darauf,

dass mit der Listung bei Kaufland, trotz

heftigen Gegenwinds von Altgesellschafter

Michel, eine zweite nationale Listung

gelang, ist der Firmenchef besonders stolz.

Herausforderungen begegnet er genauso,

wie er es auch in der eigenen Familie

tun würde. „Wir sprechen die Probleme

immer direkt an und räumen sie aus

der Welt.“ Am meisten Spaß macht es

Rams übrigens, wenn er mit seinem

Verkaufsleiter auf Tour geht. Mehr

Nähe zum Kunden geht nicht! ☐

MANUEL RAMS

startete bei Mayka am

1. August 2014 als Assistent

der Geschäftsführung.

2017 stieg er in die

Geschäftsführung auf und

übernahm bis Ende 2021

sämtliche Firmenanteile.

www.rundschau.de

07


Branche

Newsticker

Bio-Umsatz auf Rekordhoch

△ Rund 2.300 Aussteller und über 35.000 Besucher

waren auf der diesjährigen Biofach zugegen.

BIO-BOOM Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln

und -Getränken in Deutschland wuchs

im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf den

Rekordwert von rund 17 Milliarden Euro an.

Der Absatz stieg dabei teilweise mehr als der

Umsatz. 97 Prozent aller Haushalte kauften Bio-

Produkte. Diese neuen Branchenkennzahlen

nennt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

(BÖLW) zum Auftakt der Bio-Weltleitmesse

Biofach.

Anders als in anderen Jahren haben sich die

Trocken- gegenüber den Frischeprodukten

über alle Verkaufssegmente hinweg sehr unterschiedlich

entwickelt. Das Trockensortiment

war mit einem Umsatzzuwachs von fast zehn

Prozent deutlich dynamischer unterwegs als

die Frischeprodukte mit einem Plus von knapp

drei Prozent. Gerade die wichtige Produktgruppe

Obst/Gemüse/Kartoffeln musste Einbußen

einstecken. Wetterkapriolen sowohl in

Deutschland als auch in Südeuropa führten zu

Ernteverlusten, die sich in den Verkaufszahlen

widerspiegeln. Dagegen zeigten Milch- und Molkereiprodukte

wieder deutliche Zuwachsraten.

Im Lebensmitteleinzelhandel, Discount und

den Drogeriemärkten wurde nach Angaben

des BÖLW im Trockensegment 10,2 Prozent

mehr abgesetzt. Die Verkaufspreise mancher

Produkte lagen leicht unter dem hochpreisigen

Vorjahr – bei bestimmten Produkten

auch unterhalb der Preise konventioneller

Markenartikler.

Auf der diesjährigen Biofach präsentierten vom

11. bis 14. Februar rund 2.300 Aussteller aus

94 Ländern die Vielfalt und Innovationskraft der

Bio-Welt. Das diesjährige Schwerpunktthema

des begleitenden Kongresses lautet „Yes, we

do! Wie Wandel in der Bio-Lebensmittelwirtschaft

gelingt“. Insgesamt kamen über 35.000

Besucher aus 140 Ländern auf die Messe.

Fruit Logistica verzeichnet Ausstellerrekord/

„Neue Orange“ erhält Innovation Award

△ Über 91.000 Menschen aus dem weltweiten

Obst-/Gemüsehandel kamen zur Fruit Logistica.

OBST- & GEMÜSEMESSE Mehr als 2.600 Aussteller

aus über 90 Ländern präsentierten

auf der Fruit Logistica in Berlin vom 5. bis

7. Februar Innovationen entlang der gesamten

Wertschöpfungskette für frisches Obst

und Gemüse. Mit dem Fruit Logistica Innovation

Award (FLIA) wurde die Onix-Orange von

Amfresh ausgezeichnet. Die Frucht überzeuge

durch ihre außergewöhnliche Farbgebung –

von leuchtendem Flammenorange bis tiefem

Burgunderrot – und mit einem kernlosen, samtigen

Fruchtfleisch, das reich an Antioxidantien

und Vitaminen ist. Angebaut in Spanien, biete

die Onix-Orange eine lange Haltbarkeit. Die

Innovation stammt aus Deutschland, während

Amfresh Spain Citrus die Frucht als „nachhaltiges

Zitruswunder“ für Premium-Konsumenten

vertreibt. Nach offiziellen Umfragen

erreichte die Messe einen neuen Höchststand

in Bezug auf die Qualität der 67.500 Fachbesucher

sowie eine Zunahme der erfolgreichen

Geschäfte. Auch die Zufriedenheit der 23.500

Ausstellungsvertreter erreichte einen neuen

Höchststand. Das diesjährige Motto Fruitful

Connections unterstrich den Fokus der Veranstaltung

auf die Förderung von Partnerschaften

und die Zusammenarbeit innerhalb

der Branche. So war ein Schwerpunkt der

Bereich Smart Agri. Aussteller aus 18 Ländern

zeigten u. a. KI-Technologien zur Schätzung von

Obsterträgen, Software für Farmmanagement

und Qualitätskontrolle, nachhaltige und präzise

Bewässerungslösungen, datengesteuerte

Präzisionsbestäubung und Drohnen-Lösungen.

Fotos: NuernbergMesse/Frank Boxler; Messe Berlin GmbH/Volkmar Otto

08 Branche • RUNDSCHAU 03/25


DAS LAND DER BERGE

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Branche

Newsticker

Bünting: Starkes Wachstum im LEH-Kerngeschäft

JAHRESBILANZ Die Bünting Unternehmensgruppe

hat ihren Nettoumsatz im Jahr 2023 im

LEH-Kerngeschäft um 7,1 Prozent gesteigert.

Der Konzern-Nettoumsatz erhöhte sich auf

knapp 1,96 Milliarden Euro, im Vergleich zu

1,86 Milliarden Euro im vorherigen Geschäfts-

jahr. Das operative Jahresergebnis lag trotz

gestiegener Energiekosten bei 31,4 Millionen

Euro, nach 29,6 Millionen Euro im Vorjahr 2022.

Grundlage für diese positive Entwicklung ist

nach Einschätzung der Bünting Unternehmensgruppe

die konsequente Diversifizierung der

Store-Konzepte sowie nachhaltige Investitionen

in die Standorte und die Logistik. Der

Ausbau autonomer Konzepte und Kleinformate

wurde 2023 auf den Weg gebracht. Insgesamt

wurden 33,3 Millionen Euro investiert, gegenüber

47 Millionen Euro im Vorjahr. Die Mitarbeiterzahl

lag stabil bei 12.500.

„2023 war für Bünting insgesamt ein erfolgreiches

Jahr. Ein wichtiger Meilenstein war auch

die Eröffnung unseres neuen Shuttlelagers in

Nortmoor, das einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung

im Bereich Logistik leistet. Es

bestätigt sich erneut, dass unser strategischer

Kurs unsere Position im Wettbewerb stärkt“,

so der Vorstandsvorsitzende Markus Buntz.

Wie die Unternehmensgruppe weiter mitteilte,

hat sich im Geschäftsjahr 2024 das inflationsbedingte

Konsumverhalten der Verbraucher

und damit die Veränderung des Warenkorbs

fortgesetzt. Gleichzeitig würden sich die stark

steigenden Löhne und die Inflation auch auf

der Kostenseite auswirken. Dennoch ist Bünting

zuversichtlich, dass sich die positive Geschäftsentwicklung

weiter fortsetzen wird.

Vom Stammhaus in Leer und dem neuen Verwaltungsgebäude

in Nortmoor sowie aus Oldenburg,

Salzkotten und Wallenhorst operiert

die Bünting Unternehmensgruppe deutschlandweit.

Die Holdinggesellschaft J. Bünting

Beteiligungs AG ist verantwortlich für die strategische

Ausrichtung und zentrale Führung

aller Bünting-Tochterunternehmen, darunter

u. a. das Bünting Teehandelshaus sowie die

Vertriebsgesellschaften Famila und Combi.

Koelnmesse

2024 unter Plan

GESCHÄFTSZAHLEN Im Veranstaltungsjahr

2024 hat die

Koelnmesse nach vorläufigen

Zahlen einen Umsatz von rund

365 Millionen Euro erwirtschaftet.

Damit blieb sie im turnusgemäß

schwächeren Veranstaltungsjahr

geringfügig hinter ihren eigenen

Planungen von 369,5 Millionen

Euro zurück. Im Vorjahr hatte die

Koelnmesse einen Rekordumsatz

von 416 Millionen Euro erreicht.

Der Nettogewinn wird voraussichtlich

rund 20 Millionen Euro

betragen, nachdem für 2023 ein

Rekordergebnis von 42 Millionen

Euro ausgewiesen wurde.

Dennree Gruppe wächst deutlich und

schließt Jubiläumsjahr mit Rekordumsatz ab

GESCHÄFTSZAHLEN Die Dennree Gruppe, die am

19. Mai 2024 ihr 50-jähriges Bestehen feierte, hat im

abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von

1,49 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einen Zuwachs

von 7,5 Prozent bedeutet. Die Einzelhandelssparte

mit den Denns BioMärkten wuchs um 11,7 Prozent.

Die Zahl der Denns BioMärkte erhöhte sich auf

404, im BioMarkt Verbund organisierten sich zuletzt

539 Naturkostfachgeschäfte. Die Gesamtbelegschaft

vergrößerte sich auf rund 8.200 Mitarbeiter.

Für 2025 erwartet die Gruppe weiterhin ein starkes

Wachstum. Um dieses abbilden zu können, werden

fortlaufend Logistikkapazitäten ausgebaut. So hat

Dennree das Regionallager in Herne gekauft und

erweitert den Standort um 1.300 Quadratmeter

Lagerfläche und eine Bürofläche von 400 Quadratmetern.

Die gut zehn Millionen Euro teure Investition

soll bei dem weiter angestrebten Wachstum die

Warenverfügbarkeit für die Märkte des BioMarkt

Verbunds in Nordrhein-Westfalen sicherstellen.

△ Die erweiterte Geschäftsführung mit Joseph (l.)

und Mareike Nossol und Gründer Thomas Greim.

Fotos: Bünting; Dennree Gruppe; Katja Schünemann; Iglo Deutschland; Loacker; Pernod Ricard Deutschland

10 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Täglich neu: www.rundschau.de

News und Infos aus der Branche und über ihre

Entscheider finden Sie täglich aktuell auf

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Branche

Newsticker

ALEXANDER STEIN verantwortet

seit 1. Februar als neuer Direktor

die Fruit Logistica und damit das

strategische Management. Er folgt

auf Kai Mangelberger, der nun bei

der Messe Berlin als Bereichsleiter

für den neu geschaffenen Bereich

Mobility fungiert.

VOLKER BÜTTEL übernimmt zum

1. April die Position als Geschäftsführer

Iglo Deutschland und die

Verantwortung für die Geschäfte

der Landesgesellschaft. In seiner

Funktion tritt er die Nachfolge von

Philipp Kluck an, der das Unternehmen

Ende 2024 verlassen hat.

KATHRIN LUSMÖLLER hat bei

Loacker Deutschland die Position

des Field Manager Germany übernommen.

Seit 1. Februar ist sie

für den Auf- und Ausbau des CRM-

Systems sowie die Führung und

Weiterentwicklung der Handelsagentur-Organisation

zuständig.

HOLGER MÖLLER ist aus persönlichen

Gründen bei Pernod Ricard

Deutschland zum 15. Februar als

Sales Director ausgeschieden.

Möller, der Mitglied des deutschen

Management Teams war, hatte am

1. Dezember 2023 die Nachfolge

von Thomas Drossé angetreten.

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Branche

Newsticker

Fairtrade-Kakaoabsatz stabil

KAKAOABSATZ Fairtrade-Kakao und -Zucker

sind nach Angaben von Fairtrade Deutschland

weiter gefragt im Süßwarensortiment: Der Fairtrade-Kakaoabsatz

blieb im vergangenen Jahr

mit rund 81.000 Tonnen auf Vorjahresniveau,

der Absatz von Fairtrade-Zucker stieg um drei

Prozent auf 8.100 Tonnen. Fairtrade-zertifizierte

Kakaobauern erwirtschafteten ersten

Hochrechnungen zufolge rund 18 Millionen

Euro an Fairtrade-Prämie, einem finanziellen

Aufschlag zusätzlich zu den Verkaufspreisen,

der in Gemeinschaftsprojekte vor Ort investiert

wird.

Der Absatz von Fairtrade-Kakao ist seit 2017

um 40 Prozent gewachsen. Dass der Zuwachs

2024 ausblieb, lag vor allem an den extrem

hohen Weltmarktpreisen: Zahlreiche Unternehmen

stellen ihre Rezepturen um und meiden

teurere Kakaoprodukte. „Die hohen Preise

resultieren vor allem aus geringen und zer-

störten Ernteerträgen durch die Klimakrise“,

erklärt Fairtrade-Vorständin Claudia Brück.

Und weiter: „Hohe Weltmarktpreise sorgen

also nicht zwingend zu Mehreinnahmen bei

Kakaobäuerinnen und -bauern, wenn sie keinen

Kakao zum Verkaufen haben.“

Um dieser Herausforderung zu begegnen und

Einkommen sowie Lebensbedingungen zu

verbessern, hat Fairtrade eine Strategie für

existenzsicherndes Einkommen ins Leben

gerufen, die Anfang Februar auf der Süßwarenmesse

ISM vorgestellt wurde.

Diese Strategie für existenzsicherndes Einkommen

umfasst die Berechnung eines Kakaopreises,

in den essenzielle Faktoren wie Zugang zu

gesunden Nahrungsmitteln, sauberem Wasser,

sicheren Wohnverhältnissen, Bildung, medizinischer

Versorgung sowie finanzielle Rücklagen

für unerwartete Ereignisse und Altersvorsorge

miteingerechnet werden.

△ Fairtrade hat auf der diesjährigen ISM seine

Strategie für existenzsichernde Einkommen

im Kakaoanbau vorgestellt.

All Beverage Award 2025:

Rund 50 Neuprodukte eingereicht

Cosnova

wächst kräftig

GETRÄNKE-AWARD Im Rahmen des All Beverage

Award der RUNDSCHAU, der als Leistungsempfehlung

für den Handel sowohl ein wichtiges Marketing-Tool

als auch ein Garant für Erfolg im Regal ist,

wurden auch in diesem Jahr rund 50 Neuprodukte

eingereicht, darunter spannende Getränke in nahezu

allen Kategorien von AfG über Wein/Sekt bis hin zu

Spirituosen – letztere teilweise auch in alkoholfreien

Varianten. Neben Stand-alone-Getränken und

Fillern darf die Jury – bestehend aus Fachmarkt- und

LEH-Einkäufern, Mafo-und Marketing-Experten,

Sommeliers und Fachredakteuren – in

diesem Jahr jede Menge fruchtig-bunte

Ready-to-Drink- bzw. Mixgetränke auf

Herz und Nieren prüfen. Neben klassischen

Sorten sind auch neuartige und

überaus kreative Geschmacksrichtungen

dabei, die insbesondere in den heißen Sommermonaten

ihre Fans finden könnten. Nicht wenigen

Neuprodukten merkt man sofort an, mit einem

besonders aufmerksamkeitsstarken Auftritt die

aktuellen Trends bedienen zu wollen. Dies zeigt

sich einerseits an der Gebindeform – neben der

Vielzahl an Dosen gab es einige markante Individualflaschen

–, aber auch an neuartigen und

zum Teil beeindruckenden Etikettendesigns bzw.

Aufdrucken. Ebenso ins Rennen schafften es die

Kategorien Bier und Heißgetränke mit einem

Hellbier bzw. einer Wellness-Tee-Range.

Wer am Ende das Rennen gemacht hat,

erfahren Sie in unserer April-Ausgabe

(ET: 4.4.). Einen Überblick über alle

nominierten Produkte erhalten Sie

durch das Scannen des QR-Codes.

JAHRESBILANZ Die Cosnova

Gruppe hat ihren Nettoumsatz

im abgelaufenen Geschäftsjahr

um 17 Prozent auf 954 Millionen

Euro gesteigert. Cosnova ist mit

ihren beiden Marken Essence

und Catrice in Europa sowie in

zahlreichen Märkten in Nord- und

Südamerika, Middle East, Asien

und Afrika vertreten. Die Gruppe

investierte 2024 in die umfassende

Modernisierung der Verkaufsflächen.

Rund 25.000 Meter Ladentheken

wurden erneuert, was

etwa 70 Prozent der stationären

Verkaufsflächen von Essence in

Beautyshops weltweit ausmacht.

Fotos: Nipah Dennis

12 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Global Outlook on Sustainability: A Consumer Study

2024–25. Der diesjährige Bericht liefert Ergebnisse in

über 50 interaktiven Datendiagrammen.

_

ZAHLEN

TICKER

Branche

Zahlen & Fakten

Fotos: stock.adobe.com/ volff, fotohansel, Lutfe Saba Prionti, Irina

Im Fokus: Nachhaltigkeit/

Bio-Lebensmittel

Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände: Durch den

Klimawandel hervorgerufene Wetterextreme haben für

die Landwirtschaft und den Handel weltweit verheerende

Auswirkungen. Sichtbar ist das bereits jetzt bei den

Kaffee- und Kakaopreisen. Konsumenten sind Ursache

und Lösung zugleich: Dem Intergovernmental Panel on

Climate Change (IPCC) zufolge verursachen

Haushalte rund

60 bis 70 Prozent der globalen

Emissionen. Mintel

Marktforschung zeigt,

welche Trends sich niederschlagen

– und wo Innovationsbedarf

besteht.

Kaufbereitschaft

Sozialstandards gefragt

54 Prozent der deutschen Käsekonsumenten sind laut

Mintel-Umfrage bereit, mehr für eine Marke auszugeben,

wenn diese ihre kooperierenden Milchbauern nachweisbar

unterstützt. Die Bereitschaft, mehr für Tierschutz

(49 Prozent) und Bio-Standards (42 Prozent) zu zahlen,

ist vorhanden, aber im Vergleich etwas geringer. Die

jüngsten Bauernproteste haben dazu geführt,

dass 69 Prozent der Fleischverbraucher

die Herausforderungen der Bauern

mehr schätzen. Dennoch überwiegen

bei Lancierungen in der

Warengruppe Käse ethische

Auslobungen in Bezug auf

Tierwohl im Vergleich zu fairen

Arbeitsbedingungen.

Prioritäten

Preis und Geschmack

Für Lebensmittel- und Getränkekäufer ist der Geschmack

ein wichtigeres Unterscheidungsmerkmal beim Kauf als

Nachhaltigkeitsversprechen. Das gilt insbesondere für

36 Prozent der Konsumenten, die nicht ausschließlich

nachhaltig kaufen: Jene bevorzugen aus Gewohnheit

spezielle Produkte – und sind lediglich wechselbereit,

wenn sie von einem besseren Geschmack oder einer

höheren Qualität überzeugt werden können.

Auszeichnung

UM 3 PROZENT

ist der Anteil von Lebensmittellancierungen

mit Bio-Auslobungen im

deutschen Markt im vergangenen

Jahr gesunken.

Klares Statement

52 %

finden die Anzahl diverser

Nachhaltigkeitsaussagen

auf Lebensmittel- und

Getränkeprodukten verwirrend,

was auf einen

Bedarf an klarer Kommunikation

seitens der

Marken hinweist.

Grundsätze

23 PROZENT

sind der Meinung, dass Markenprodukte

im Vergleich

zu jenen von Eigenmarken

höhere ethische Standards

(z. B. in Bezug auf Fairtrade

oder Tierwohl) erfüllen.

Marke vs. Eigenmarke

34 PROZENT

der deutschen Private-

Label-Käufer ziehen beim

Einkauf von Lebensmitteln

und alkoholfreien Getränken

Eigenmarkenprodukte

vor, wenn sie im Vergleich

zu Markenartikeln eine

nachhaltigere Option

darstellen.

Auf einen Blick

Sicht der Verbraucher

56 %

der Deutschen würden

Bio-Lebensmittel sowie

-Getränke kaufen, wenn

diese günstiger

Fleisch-Verzicht

Flexitarismus

Über die Hälfte der Deutschen (56 Prozent),

die rotes Fleisch und Geflügel konsumieren,

reduzieren ihren Konsum jener Lebensmittel.

Bei der Generation Z sind es sogar

fast zwei Drittel (63 Prozent). Im Restaurant

darf das auch mehr kosten: Bei Faktoren wie

speziellen Zutaten aus der

Region oder Sondergerichten

sind dafür

Dreiviertel der

deutschen Gastrobesucher

(75 Prozent)

bereit, mehr

zu zahlen.

Lokale Herkunft

Regionalität ist in

30 %

würde eine Nachhaltigkeitsskala

auf dem

Produkt beim Kauf

beeinflussen.

wären. 31 %

bevorzugen Produkte

aus lokaler

Beschaffung/

Herstellung in

Deutschland.

31 Prozent der Befragten bevorzugen Produkte,

die in Deutschland hergestellt oder

produziert werden. Diese Präferenz ist mit

dem Vertrauen in Umweltversprechen verbunden

und unterstützt das umfassendere

Ziel, Lieferwege zu reduzieren und die regionale

Landwirtschaft zu fördern.


Branche

MMM-Kongress

1

Text: Maria Akhavan

2

4

3

5

6

14 Branche • RUNDSCHAU 03/25


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Zukunftsfähig

Fotos: Reinhard Rosendahl

Beim 63. MMM-Kongress wurde über die wirtschaftliche Zukunft

Deutschlands diskutiert. Unter dem Motto „Zukunftsfähig werden“

versammelten sich Spitzenkräfte der Lebensmittelbranche.

Beim großen Branchentreffen waren

erneut Top-Speaker aus Wissenschaft,

Politik, Medien und der Unternehmenspraxis

eingeladen, jeweils aus

ihrer Perspektive zu erläutern, warum wir

Denken und Handeln neu ausrichten müssen

In ihrem Opening formulierte Simone

Krah, Präsidentin des MMM-Club e. V.: „Die

wirtschaftliche Lage in Deutschland und

Europa sowie mannigfaltige Unsicherheiten

erfordern flexibles Denken und Handeln,

um den Herausforderungen unserer Zeit zu

begegnen und notwendige Veränderungsprozesse

anzustoßen.“

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts

für Wirtschaftsforschung in München, beschrieb

in seinem Vortrag über die Zukunftsfähigkeit

des Geschäftsmodells Deutschlands

und Europas, dass Wirtschaftswende nur gelingen

kann, wenn finanzpolitische Maßnahmen

durch eine breitere Wachstumsagenda

flankiert werden, nämlich durch Bürokratieabbau

und das Abschaffen unnötiger Regulierungen.Ahmad

Mansour, Diplompsychologe

und Islamismus-Experte, ließ ein leidenschaftliches

Plädoyer für Demokratie und Freiheit

und gegen den Extremismus folgen.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der

Beitrag von Ingo Zamperoni, News-Anchor

und USA-Experte. Sein Blick über den Atlantik

und seine Analyse der Lage nach den Präsidentschaftswahlen

in den USA bestätigten,

dass unter der neuen Führung in Washington

Europa nur eine Chance hat, wenn es politisch

enger zusammenrückt.

Weitere profilierte Praktiker und Speaker

wie Boris Palmer, Maximilian Lude, Raoul

Roßmann, Florence Gaub oder Kenza Ait Si

Abbou hielten viel Food for Thought für die

Top-Gäste bereit. Die exklusiven Abend-Events

boten darüber hinaus den Rahmen für Genuss

und Erfahrungsaustausch.

1 Im Mittelpunkt des ersten Tages: Ahmad

Mansour, Simone Krah und Ingo Zamperoni.

2

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5

6

Get-together im Eataly am Vorabend des MMM

– wie immer der stimmungsvolle Auftakt.

Sagt, was Deutschland braucht: Bürokratieabbau.

Clemens Fuest vom ifo Institut.

Eine Rückkehr zur Normalität ist in Reichweite,

wie Berechnungen des ifo Instituts zeigen.

Ökonomen unter sich: Martin Fassnacht (WHU),

Clemens Fuest (ifo Institut).

Ein Markenkern des MMM-Kongress: Food for

Thought für das Top-Publikum.

7 Boris Palmer, Mann der Klarheit: Benennt

Probleme und fordert konsequentes Vorgehen.

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Top-Vertreter aus Industrie und Handel:

Michael Durach, Thomas Gutberlet, Karlotta

Preuss, Karl-Stefan Preuss (v.r.n.l.).

Stimmen sich auf das Motto des Kongress

ein: Jens Müller (l.) und Yannick Udri von

Schwarzwaldmilch.

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Branche Nachwuchsförderung

Die weltweit führende Messe für

die Süßwaren- und Snackbranche

öffnete in Köln wieder ihre Pforten.

Das Besondere: fitfortrade-

Kandidaten durften sich über einen

exklusiven Rundgang freuen.

Exklusive Genusstour

Einmal die Internationale Süßwarenmesse

in Köln live erleben und die Welt der

Süßwaren und Snacks mit allen Sinnen

genießen – das ist wohl der Traum vieler

Naschfans. Doch nur Fachbesucher sind bei

der Messe zugelassen. Wir haben fitfortrade-

Nachwuchskräfte in diesem Jahr eingeladen,

das Event einen Tag lang zu entdecken. Das

Highlight dabei: ein zweistündiger Rundgang

durch die sechs Hallen. Dafür nahm sich Jan

Philipp Hartmann, seit April 2023 Director

der Anuga, höchstpersönlich Zeit. Immerhin

kennt er sich auf dem Gelände bestens aus.

Zum Glück, denn im Süßigkeiten-Paradies, in

dem sich 2025 mehr als 1.500 Aussteller aus

70 Ländern präsentieren, verliert man schnell

die Orientierung. In diesem Zusammenhang

machte Jan Philipp Hartman deutlich, wie

schwierig die Zusammensetzung der Aussteller

in die verschiedenen Hallen war.

Vom Stand der RUNDSCHAU für den

Lebensmittelhandel ging es zuerst zu Gebäckhersteller

Lambertz. Geschäftsführer

Dr. Hermann Bühlbecker stellt bereits seit

Jahrzehnten auf der ISM aus. Im Rahmen

der Messe veranstaltet Lambertz seit 1988

Fotos: stock.adobe.com/Nuthawut; Koelnmesse GmbH, Kathrin Vogt; André Fister

mit Unterstützung von:

16 fitfortrade • RUNDSCHAU 03/25


Werde beste Nachwuchskraft 2025!

Nimm am fitfortrade-Wettbewerb teil und zeige,

was in dir steckt. Einfach QR-Code scannen,

Aufgaben bearbeiten und einsenden. Viel Erfolg!

Text: Jenny Rommel

jährlich die „Monday Night“, mit Showgrößen

aus unterschiedlichen Branchen. Laut Jan

Philipp Hartmann ein kluger Schachzug. Er

riet den Nachwuchskräften: „Falls ihr später

mal selbst Messen organisiert, kann ich

nur empfehlen, macht Events nebenbei.

Ladet eure Gäste ein, ladet den Handel

ein. Dr. Bühlbecker tut etwas dafür,

dass bekannt ist, dass Lambertz in

der Stadt ist.“ Außerdem gab er

den Ratschlag, das Verkaufspersonal

immer am Rand des

Standes zu platzieren – um

die Besucher fortlaufend

aktiv auf den Stand zu

holen.

Schließlich ging

es weiter zu den

© keeunit

internationalen Ausstellern. 33 Länderpavillons,

darunter Frankreich, Belgien und

Italien, zeigten die beeindruckende Vielfalt

der Branche.

Glänzende Auftritte

Besonderes Augenmerk galt dem „New Product

Showcase“. Hier haben Aussteller die

Möglichkeit, ihre Produktneuheiten in einer

Sonderausstellung zu präsentieren. Aus diesen

Produktideen wählt eine unabhängige

und fachkundige Jury schließlich die drei

innovativsten Produkte (mehr zur ISM und

den süßen Neuheiten ab Seite 58). Nach dem

Rundgang hatten die Nachwuchskräfte noch

Zeit für persönliche Erkundungstouren. Alles

in allem ein süßer Tag, den sie so schnell

sicher nicht vergessen werden!

△ Jan Philipp Hartmann, Director der Anuga,

führte die Nachwuchskräfte durch die sechs

Hallen der ISM, vorbei an Süßem und Salzigem.

NUTZE DEINE CHANCE

Du bist engagierte Nachwuchskraft im LEH und willst über

dich hinauswachsen? Dann starte mit fitfortrade durch und

lege den Grundstein für deinen persönlichen Karriereweg.

Anmeldung

noch bis zum

25. April

2025

Als mein Name fiel und ich im Konfettiregen stand, war ich einfach nur

überrascht. Mein erster Gedanke war: ‚Was, ich habe es wirklich geschafft?‘

Ein richtiger Wow-Moment.“ Das sagt Till Geppert, aktueller

fitfortrade-Sieger von 2024, über seinen Moment des Triumphs. Er ist der

Meinung, dass der Wettbewerb eine tolle Gelegenheit für Auszubildende und

Nachwuchskräfte ist, „um sich weiterzuentwickeln“. Denn: „Er hebt das eigene

Niveau in der Ausbildung auf ein ganz neues Level, weil man sich intensiv

mit verschiedenen Themen auseinandersetzt und sein Wissen vertieft. Das

stärkt nicht nur das persönliche Wissen, sondern auch das Selbstvertrauen

Ein weiterer großer Vorteil ist das Networking.“

Aufgaben lösen und teilnehmen

Doch was genau musst du tun, um „Deutschlands beste Nachwuchskraft im

Handel 2025“ zu werden? Ganz einfach: Scanne den QR-Code oben oder schau

auf der Website der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel unter dem

Punkt „fitfortrade“. Dort findest du die Aufgabenstellungen, die es in diesem

Jahr zu lösen gilt. Schaffst du dies, gehörst du vielleicht auch bald zu den Top-

Kandidaten, die in diesem Jahr die Chance auf den Titel haben. ☐

www.rundschau.de

17


18

Meter

lang ist die Frischetheke im neuen

E-Center von Andreas Haid in Tübingen-Weilheim.

Der Standort war lange von Real bespielt worden.

20

Plätze

bietet die Bistro-Ecke mit Gelegenheiten

zum gemütlichen Innen- und Außensitzen. Auch ein

täglich wechselnder Mittagstisch wird angeboten.

Riesig und voller

Atmosphäre

Eine Großfläche, die einlädt, länger einzukaufen als geplant? Das gibt es

wirklich. Edeka-Kaufmann Andreas Haid hat den ehemaligen Real-Standort

in Tübingen-Weilheim zu einem sympathischen Einkaufsort ausgebaut.

Dieser Blick zurück hat es in sich. Da steht man nun

vor der Frischetheke, lässt die Augen Richtung

Eingang schweifen und erkennt – nichts mehr.

Ganz klein sind die Menschen dort hinten, nur

mosaikbunt sieht das aus, was beim Vorbeigehen eben doch

noch eine Obst- und Gemüseabteilung war. Nach kurzem

Staunen über das, was Physiker den Sehwinkel nennen,

erklärt Kaufmann Andreas Haid auch schon sein Konzept

der sechs Welten im Nonfood-Bereich, denn: Nur eine gegliederte

Großfläche ist eine einladende Großfläche. Der

Kunde darf sich auf 6.000 Quadratmetern nicht verloren

fühlen, der Markt darf nicht anonym und riesig wirken.

Der Empfang jedenfalls begrüßt den Kunden

sofort positiv. Noch vor der Obst- und Gemüseabteilung

sorgen Blumen und Grünpflanzen

des Anbieters Bart & Bastian für eine gute

Atmosphäre, die Tulpensträuße zum attraktiven

Preis sind schon im Januar/Februar ein

guter Einkaufs-Opener.

Coeur de Boeuf und Dattelfreude

Mitten in der Abteilung steht dann ein achteckiges

Rondell mit Satteldach, das beim

Store-Check-Besuch jahreszeitengerecht mit

dem Zitrusfrucht-Sortiment bespielt wird,

aber Raum für Ideen gibt: In der Weihnachtszeit

stand hier der Tannenbaum, Platz für

Saisonartikel ist genug. Das O&G-Sortiment

lässt von der Pilzbar einschließlich frischer

Pilzmischungen – sogar getrockneter Pfifferlinge

– bis hin zu Coeur de Boeuf, also Ochsenherz-

Tomaten, und drei Sorten Datteln

keine Wünsche offen. Verbundplatzierungen

geben dem Kunden Anregungen, durch Warenkunden

erhalten Kunden Ideen zu Genuß

und Verarbeitung besonderer Sorten.

Man spaziert durch die Abteilung und wird

immer neugieriger. Das Bio-Sortiment ist gut

18 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Store-Check

Edeka-Center Haid

Text: Martina Kausch

Fotos: Ulrich Metz

Ich finde es einfach toll, den Kunden

so viel bieten zu können und Masse im

positiven Sinn zu zeigen.

Andreas Haid

Edeka-Kaufmann

△ Start mit Blumen: Im Eingangsbereich präsentiert

Bart & Bastian das Pflanzenangebot.

▽ Entspannter Herr über 6.000 Quadratmeter

Verkaufsfläche: Andreas Haid.

platziert, schön präsentiert und umfasst

neben Bioland- und Demeter-Ware auch gekühltes

Obst und Gemüse.

Zeitlos freundlich mit viel Holz

Andreas Haid erklärt beim Rundgang, wie

er sich seinen Markt vorgestellt hat, seit die

Möglichkeit der Selbstständigkeit langsam

spruchreif wurde. Der gebürtige Tübinger hat

bereits seine Ausbildung bei Real gemacht und

schon in dieser Zeit das Positive der Großfläche

kennen- und schätzen gelernt. Als Marktleiter

war ihm klar: „Ich möchte einen zeitlosen

Markt, der in einigen Jahren noch gut funktioniert.“

2022 wurde dann der Real-Standort

in Tübingen-Weilheim geschlossen, Ende 2023

begannen die Planungen durch die Edeka

Südwest, Ende Oktober 2024 wurde eröffnet.

Helle und freundliche Beige- und Naturtöne

schwebten Andreas Haid für den Markt vor –

und genau so präsentiert er ihn nun.

Anregungen für die Ausstattung bekam

der Kaufmann aus seinem über die Jahre entstandenen

Netzwerk. Da gibt es die hölzernen

Akustikpanele an der Wand, die einerseits den

Schall dämpfen, aber außerdem eine stilvollnatürliche

Wanddekoration sind und sich als

Hintergrund für die Beschriftung eignen. Ein

anderer Hingucker ist die Mooswand – ein

großdimensioniertes grünes Wandbild, das

Schall absorbiert und den Edeka-Schriftzug

prächtig zur Geltung bringt.

Was waren die größten Herausforderungen

bei der Aufgabe, die ehemalige Real-Großfläche

am Stadtrand von Tübingen und in

einer von Gewerbe geprägten Umgebung zu

einem Edeka-Center zu machen? Der Umbau

war kompliziert. Andreas Haid erinnert sich

daran, wie Bagger und anderes schweres Gerät

mitten im Gebäude standen, der Markt total

entkernt wie eine riesige Halle wirkte. Wie

es ihn beruhigte, als die Regale aufgestellt

wurden und die Einkaufswelt mit einiger

Verzögerung Gestalt annahm.

Aber auch Personal zu finden, entpuppte

sich als schwierig: Haid betreibt den Markt

mit rund 100 Mitarbeitenden – und brauchte

neben anderen Profis auch zwei Metzgermeister.

Hunderte Bewerbungstermine und

viele Gespräche später stand das Kernteam

– vor allem auf gute, über viele Jahre

gepflegte Kontake habe er bauen können,

www.rundschau.de

19


Store-Check

Edeka-Center Haid

Das üppige Oktogon in der Obstund

Gemüseabteilung eignet sich

für saisonale Gestaltung –

im Winter mit Zitrusfrüchten.

sagt der Kaufmann, für den Kollegialität

grundsätzlich auch über Handelsunternehmens-Grenzen

hinaus geht.

Veggie weit weg von der Frischetheke

Zurück zum Marktrundgang. Überraschend

folgt im Kundenlauf im Anschluss an Obst

und Gemüse die Bake-off-Ware neben der

umfangreichen, gekühlten Veggie-Welt. Diese

Platzierung folgt der Erfahrung des Kaufmanns:

Viele Veggie-Kunden möchten gar

nicht in die Nähe der Fleisch- und Wursttheke

kommen – diese Sortimentsaufteilung

kommt diesem Wunsch nach. Auch wer sich

nur kurz mit dem Nötigen für Brotzeit- oder

Mittagspause versorgen will, wird hier fündig

und kann sofort in Richtung Kasse abbiegen.

Allerdings versäumt er eine Menge. Jeweils

durch ein Querregal getrennt, kann

der Shopper auf dem Weg zur Frischetheke

an der hinteren Marktwand abbiegen: In die

Frühstückswelt mit Konfitüren, Marmeladen,

Müslis, Trockenfrüchten, haltbaren Backwaren.

In die Spielzeugwelt, die weit mehr

als nur kleine Mitbringsel umfasst und vor

Weihnachten ihre Feuer- bzw. Feierprobe

bestanden hat. Ein besonderer Eyecatcher

ist ein stilvoll britisch anmutendes Großregal

zum Thema Backen und Kochen: Diese Backutensilien

möchte man sofort mitnehmen. Die

Auswahl in der Haushaltswarenabteilung geht

weit über das übliche Edeka-Angebot hinaus.

TV, Toaster, Wasserkocher

Zu einer Großfläche gehört im E-Center Haid

eine Welt der Elektrogeräte mit weißer Ware

und Unterhaltungselektronik einschließlich

TV-Geräten. Man versuche, alle Kleingeräte

für das tägliche Leben anzubieten, erklärt

Haid mit Blick auf das Sortiment von Kaffeemaschinen,

Wasserkochern und Toastern.

Später kommt man zu der Bekleidungsabteilung:

Die Basics von Kopf bis Fuß, von Anoraks

bis Nachwäsche sind hier im Angebot. Thalia

Über 18 Meter

Länge misst die

Frischetheke im

neuen Markt –

einschließlich

Fischrondell.

ist mit einem Shop-in-Shop an einem bewusst

ruhig gehaltenen Ort im Markt mit Büchern

und Zeitschriften vertreten („Die Kunden sollen

schmökern können“, sagt Andreas Haid),

Budni mit der Drogerieabteilung.

Mit einer 104-jährigen Geschichte betreibt

das Drogerieunternehmen Budnikowsky in

und um Hamburg über 180 Filialen. Um eine

20 Branche • RUNDSCHAU 03/25


www.rundschau.de

Mehr Bilder des neuen E-Centers von

Andreas Haid und mehr aktuelle Store-Checks

auf der Homepage der RUNDSCHAU.

_

MARKT

DATEN

Edeka-Center Haid,

Tübingen-Weilheim

▽ Sechs Selfscan- und sieben konventionelle Kassen sorgen bei

extrabreiten Gängen für reibungsloses Bezahlen im Markt.

> Adresse: Alte Landstraße 45,

72072 Tübingen-Weilheim

> Öffnungszeiten: Montag bis

Samstag 8 bis 22 Uhr

> Eröffnet am: 23. Oktober 2024

> Verkaufsfläche: 6.000 m2

> inkl. Getränkemarkt 1.000 m2

> Zahl der Produkt: rund 60.000

> Zahl der Bio-Produkte: rund 3.000

> Zahl der Mitarbeitenden: 100

> Länge der Frischetheke: 18 Meter

> Gastrobereich: 20 Sitzplätze

> Parkplätze: rund 400

> Ladenbau: Linovag (Regale),

Carrier (Kältetechnik)

überregionale Expansion zu realisieren, vereinbarte

man 2017 eine Kooperation mit Edeka,

seitdem sind in einigen neuen Edeka-Märkten

Budni-Shop-in-Shops installiert. Die Kosmetikwelt

im neuen Tübingen-Weilheimer Markt

ist sympathisch: Hell und mit ähnlichen natürlichen

Farben wie der gesamte Markt gestaltet,

ist die Abteilung geschmackvoll einladend und

bietet auf 125 Quadratmetern Verkaufsfläche

rund 8.500 Artikel des Drogeriesortiments mit

dem Fokus auf Körperpflegeprodukte, aber

auch dekorative Kosmetik, Düfte und eine

Es gibt keinen Ort im Markt, für den

wir nicht einen Plan oder eine Idee für

saisonale Ware und Aufbauten haben.

Andreas Haid

Edeka-Kaufmann

kleine Auswahl an modischen Accessoires.

Punkten will Budni vor allem in den Bereichen

Nachhaltigkeit und Naturkosmetik. Der

Name Budni Beautybox ist angesichts dieses

Angebots eine glatte Untertreibung.

Zur Halbzeit eine Sitzbank

Hat man die Drogeriewelt erreicht, steht man

an der Rückseite des Marktes und damit vor

der eindrucksvollen Frischetheke samt Dry-

Aged-Schrank und Fischrondell. Sinnvollerweise

hat Andreas Haid an eine Sitzbank für

Kunden gedacht – schließlich feiert man hier

Halbzeit im Kundenlauf. Vor dem Thekenbereich

realisiert man besonders, wie großzügig

das Platzangebot ist und wie viel Gestaltungsraum

es in den Marktwelten gibt.

Der muss überall bespielt werden – aber

für diese Aufgabe ist Andreas Haid mit seiner

Flächenerfahrung prädestiniert: „Es gibt

keinen Ort, für den wir nicht einen Plan oder

eine Idee für saisonale Ware haben.“ Saisonale

Themen kann er als Sonderaufbauten präsentieren,

vor dem Superbowl-Event etwa geht es

in einer Sonderplatzierung um Partyartikel

und allerlei Junkfood. Keine Chance, das zu

übersehen. Aber auch regionale Erzeuger

werden auffällig ins rechte Licht gerückt.

Beispielsweise sind die vielen Produkte von

170 Bioland-Bauern unter dem Label Landmacher

in Holzkisten auf Strohballen ein

Hingucker. Das Sortiment umfasst vieles, von

Fuchtauf-strichen über Hülsenfrüchte wie rote

Linsen bis zu Urkornkeksen. Die regionalen

www.rundschau.de

21


9

INTERVIEW

Andreas Haid

Edeka-Kaufmann

Eine Großfläche zu bespielen, ist eine

besondere Herausforderung. Warum

stellen Sie sich der Aufgabe?

Ich habe auf der Großfläche meine

Ausbildung gemacht und immerhin

schon 16 Jahre Erfahrung mit solchen

Formaten. Ich finde es einfach toll, den

Kunden so viel bieten zu können und

Masse im positiven Sinn zu zeigen.

Aber es gibt doch sicher Augenblicke,

wo Ihnen bewusst wird, was

Sie in diesem Riesenmarkt bewegen?

Ja! Das Gebäude wurde ja vor der Übernahme

komplett entkernt, hier standen

Bagger und schweres Gerät mitten drin!

Als dann der Fußboden gelegt war, stand

man in einer leeren Riesenhalle. Aber

als dann die Regale standen, habe ich

mich einfach unglaublich gefreut, und

das ist bis heute so.

Welche Erfahrungen sind positiv?

Die Reaktion vieler Kunden, die total

begeistert sind und die den Mitarbeitenden

und mir sagen, wie gern sie hier

einkaufen und wie schön es sei, dass

dieser Standort wieder geöffnet ist.

Eier finden sich in einem Häuschen-ähnlichen

Extraregal. Überhaupt hat der

Markt ein breites Bio-Angebot, dazu gehört

beispielsweise ein besonders umfangreiches

Rapunzel-Sortiment.

Service bis zum Tübingen-Puzzle

Die umfangreiche Mopro-Abteilung ist mit

Holzumrahmungen der Kühlschränke schön

gemacht, zur guten Orientierung tragen diese

zudem Sortimentshinweise. Auf dem Rückweg

durchquert man eine schöne Wein- und

Spirituosen- sowie eine sehr großzügige und

übersichtliche Getränkewelt mit viel Regionalem,

die man durch einen zweiten Markteingang

separat erreichen kann.

Das Thema Kundenservice schreibt Andreas

Haid groß. Das Vorbereiten von Wurst- und

Käseplatten und Zusammenstellen von Geschenkkörben

und kostenloses WLAN ist aber

nichts gegen die tolle Idee eines exklusiven

Tübingen-Puzzles, das der Kaufmann zu Weihnachten

in seinen beiden Märkten vertrieben

hat und das bis auf das letzte Stück ausverkauft

ist. Hinweise auf die regionale Verwurzelung

des Marktes bieten auch die vielen Fotografien

von Stocherkähnen – den Booten, mit denen

jedes Jahr im Frühsommer die traditionell

munteren Rennen auf dem Neckar ausgetragen

werden. Die umfangreiche TK-Abteilung lädt

am Ende des Kundenlaufs ein – auch hier ist

die Beschriftung auf Holzschildern über den

Truhen mit Basen in Holzoptik angebracht.

Der neue Markt hat neben der üblichenLED-

Beleuchtung und Kühlregalen mit Glastüren

eine CO2-Kälteanlage und ein effizientes

Heiz- und Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung

sowie ein Energie-Monitoring-

System. Die breiten Gänge setzen sich bis

in die Kassenzone aus sechs Selfscan- und

sieben konventionelle Kassen fort: Auch mit

Kinderwagen oder Rollstuhl kann man die

Kassen bequem passieren.

Das Echo im Netz

Jeder neue Markt findet im Internet ein breites

Echo, so auch der von Andreas Haid. Die

Kommentare und Bewertung zeigen die große

Leistung der Edeka Südwest und des Kaufmanns,

aber auch die Herausforderungen, die

eine Großflläche mit sich bringt – insbesondere

die Obst- und Gemüseabteilung ständig top

zu halten, ist eben eine Aufgabe. Die helle,

moderne Ausstattung, das Riesensortiment

und die Freundlichkeit aber punkten bei den

Bewertungen.☐

22 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Store-Check

Edeka-Center Haid

▽ Obst und Gemüse in Bio-Qualität wird im Markt sogar gekühlt.

Schön sieht es außerdem aus.

▽ Viel Holz gibt der Wein- und Spirituosenabteilung

angenehme Atmosphäre.

Teil des Markts

ist auch die Budni

Beautybox, ein

neues Shop-in-

Shop-Konzept

des Hamburger

Drogeriemarkt-

Unternehmens.

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Abb. ähnlich

Quelle: 1 Circana, LEH total >= 200 m 2 , Kühne Dressing ungekühlt, Umsatz in Mio. €, 2024 | 2 Circana,

LEH total >= 200 m 2 , Kühne Dressing ungekühlt, Absatz in Mio. St., 2024


Branche

Interview

Text: Martina Kausch

Foto: Stephan Pick

Eine neue

Art zu

essen

Proteine und Ballaststoffe als

vielfältige pflanzliche Produkte, die

gut schmecken – das ist das Credo von

The Livekindly Collective. Warum die

Protein-Bites von „Like“ nun nichts

mehr mit Fleisch-Alternativen zu tun

haben und im LEH in ein eigenes Regal

gehören, erklärt Anja Grunefeld.

Umpositionierung nennt man das, was

aktuell mit den pflanzlichen Produkten

passiert, die man im LEH bis vor kurzem

beispielsweise als „Like Meat“ kannte.

Nach einigen Jahren auf dem deutschen Markt

hat der weltweit agierende Hersteller Livekindly

Collectice beschlossen, statt Alternativen zum

Fleisch eine eigenständige Kategorie an pflanzlichen

Proteinen aus Europa zu entwickeln und zu

vermarkten. Head of Europe Anja Grunefeld erklärt

Idee, Hintergründe, Geschmacksrichtungen,

Erfolge sowie Ziele von „Like“ in einem exklusiven

RUNDSCHAU-Interview – und sie berichtet, wie

Klimaaktivistin Greta Thunberg der Marke ganz

ungewollt zu einem neuen Image verhalf.

24 Branche • RUNDSCHAU 03/25


www.rundschau.de

Anja Grunefeld spricht auch über Essgewohnheiten

in anderen Ländern. Welche Ideen sie von

ihnen mitnimmt – lesen Sie online.

+

ZUR

PERSON

Anja Grunefeld

Die Produkte von Livekindly kannte man

in Deutschland bislang als „Like Meat“.

Nun heißen sie nur noch „Like“. Welcher

Gedanke steckt hinter der Umbenennung?

„Like“ – und aktuell die ProteinBites – ist das

erste Produkt, das keine Referenz zum Tier hat.

Denn das ist unsere Vision: Wir wollen raus

aus dem Vergleichen: Ist es Hühnchen, ist es

kein Hühnchen …? Wir glauben an Proteine.

Proteinreiche Ernährung ist für den Menschen

wichtig, Ballaststoffe gehören dazu. Es gibt

tierische und es gibt pflanzliche Proteine,

Sojaprotein ist eine hochwertige pflanzliche

Proteinquelle. So bieten wir eine proteinreiche

und pflanzliche Alternative im Rahmen einer

ausgewogenen Ernährung. Wir haben nicht

nur die Marke geändert, sondern auch, wie

wir die Kategorie betrachten.

Das ist ein mutiger Schritt. Wann haben

Sie die Entscheidung getroffen,

das „Meat“ wegzulassen – und warum

gerade zu diesem Zeitpunkt?

◁ Seit 2020 ist Anja Grunefeld bei

The Livekindly Collective, seit 2024

verantwortet sie für den Hersteller von

pflanzlichen Produkten als Head of

Europe den europäischen Markt.

Genussvoll, unkompliziert und

ohne Dogmen wollen wir pflanzliche

Ernährung allen zugänglich machen.

Anja Grunefeld

Head of Europe, The Livekindly Collective

Das hängt stark mit den gesellschaftlichen

Diskussionen rund um Greta Thunberg und

die Fridays-for-Future-Bewegung zusammen.

Eine Zeit lang war das Thema Klimaschutz

präsent und wurde von vielen Menschen mitgetragen.

Doch irgendwann kippte die Wahrnehmung

– die Debatte wurde zunehmend

dogmatisch, und viele fühlten sich belehrt

oder sogar unter Druck gesetzt. Das führte

dazu, dass sich einige Verbraucher von der

Bewegung abwandten.

Genau diesen gesellschaftlichen Wandel

haben wir bei Like beobachtet. Unser Ziel

war es nie, mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten,

sondern pflanzliche Ernährung

für alle zugänglich zu machen – genussvoll,

unkompliziert und ohne Dogmen. Der Name

„Like“ spiegelt genau das wider: Er steht für

eine neue, eigenständige Kategorie, die sich

nicht über Verzicht definiert, sondern über

Geschmack und eine moderne, positive Haltung

zur pflanzlichen Ernährung.

Wie sehen Sie diese Umpositionierung

jetzt nach einigen Monaten – war sie

richtig? Sind Sie erfolgreich?

Wir haben es gut gemacht. Trotz des zunehmenden

Wettbewerbs sind wir mit „Like“

Nummer zwei nationale Marke am Markt im

Retail mit einem Marktanteil von 7,6 Prozent

bei gekühltem Fleischersatz und Marktführer

im Segment pflanzliches Geschnetzeltes,

also bei Chunks, mit 50 Prozent Marktanteil.

„Like“ ist die einzige Marke, die in den letzten

drei Jahren eine zweistellige Steigerung der

Markenbekanntheit um zehn Prozent ver-

Die Diplombetriebswirtin

Anja Grunefeld ist seit April 2024

Head of Europe von The Livekindly

Collective mit Hauptsitzen in

Düsseldorf und New York.

Außerdem ist sie Geschäftsführerin

DACH des Unternehmens.

Grunefeld war davor bei der Danone-

Tochter Alpro sowie u. a. bei

Friesland Campina in verschiedenen

Positionen tätig, immer mit

den Schwerpunkten Marketing

und Geschäftsführung.

zeichnen konnte (Quelle: GfK – Brand Equity

Deep Dive Juli 2024, Anm. d. Red.). Wir haben

hohe Wiederkaufsraten und loyale Käufer.

Sie schreiben bei dem neuen Produkt

ProteinBites den Proteingehalt von 34 Gramm

übergroß auf die Packung. Reden wir

ausschließlich von Sojaprotein?

Ja, es steht so groß auf der Packung, weil es

das Konzept ausmacht! Und ja, wir reden von

Sojaprotein, weil es eben eine hochwertige

Proteinquelle ist. Wir verarbeiten ausschließlich

Soja aus Europa. Früher haben ja Kunden

im Biofachhandel bei manchen Produkten

für ihre Haltung bewusst auf Geschmack

verzichtet – das geht heute nicht mehr. Was

nicht schmeckt, wird nicht gekauft.

„Like“ ist Teil von The Livekindly

Collective, einer Unternehmensgruppe.

Was entgegnen Sie denjenigen, die sagen:

Das ist ein investorengetriebenes

Business, das die gesamte Wertschöpfungskette

vom Saatgut bis zum

Endprodukt in einer Hand hat?

Wenn man sich andere Lebensmittel

anschaut, ist der Produktionsprozess

www.rundschau.de

25


_

INFO

Gut zu wissen

The Livekindly Collective möchte

„die Transformation der globalen

Lebensmittelindustrie vorantreiben“.

2020 hatte das US-Unternehmen eine

erste Finanzierungsrunde über

200 Millionen US-Dollar abgeschlossen.

Zum Portfolio gehören

Traditions- und Start-up-Marken für

pflanzliche Ernährung, in

Deutschland die Marke „Like“.

In England gibt es einen Händler, der

hat ein Proteinregal. Darüber könnte

man auch in Deutschland nachdenken.

Anja Grunefeld

The Livekindly Collective unterhält

weltweit drei Produktionsstandorte,

für Europa im niederländischen Oss.

Es produziert nach eigenen Angaben

in der größten Nassextrusions-

Anlage Europas. Bei der Nassextrusion

werden überwiegend pflanzliche

Proteinmassen gekocht und hocherhitzt

im Extrudergehäuse für weitere

Veredelungsschritte vorbereitet.

ähnlich. Eine Sojaproteinmasse aus Sojabohnen,

Wasser und Salz, die durch ein

Extrusionsgehäuse läuft, ist eigentlich ein sehr

simples Produkt. Auf der Like ProteinBites-

Packung sind sechs Inhaltsstoffe aufgeführt:

Wasser, Sojaprotein, Sonnenblumenöl, Aroma,

Speisesalz, Gewürze. Ich finde, die Diskussion

ist einseitig, und weil wir neu auf dem Markt

sind, werden wir besonders beobachtet. Das

ist okay, aber dann muss man fairerweise die

gleichen Maßstäbe für alle anwenden.

Zum Beispiel das Thema Methylcellulose...

Ja, der Einsatz von Methylcellulose als Inhaltsstoff

wird in unserer Kategorie immer wieder

kritisch hinterfragt – dabei ist er in vielen

Lebensmitteln wie Speiseeis oder Keksen enthalten

und sorgt für die richtige Konsistenz.

In einigen unserer Produkte erfüllt er eine

wichtige Funktion: Er ermöglicht die perfekte

Bindung und den gewünschten Biss, was

rein pflanzlich nur schwer zu erreichen ist.

Methylcellulose wurde von der Europäischen

Behörde für Lebensmittelsicherheit ohne

Höchstmengenbeschränkung zugelassen,

und auch Verbraucherschützer halten sie

für unbedenklich. Diese Diskussion wird oft

sehr einseitig geführt – während etablierte

Lebensmittelproduzenten nicht hinterfragt

werden, steht unsere junge Marke im Fokus.

Die neuen ProteinBites gibt es aktuell in

zwei Geschmacksrichtungen – mediterran

◁ Alles, was neu ist,

braucht mehr

Aufmerksamkeit

– Anja Grunefeld

wünscht sie sich

vom Handel.

und Gartenkräuter. Welche sollen folgen?

Neue Richtungen haben wir in der Schublade,

Asien ist beispielsweise eine Trendküche,

italienisch geht immer.

Ist Frozen für Livekindly ein Thema?

Wir haben es versucht, in Deutschland sind

wir bislang nicht ganz erfolgreich, der deutsche

Markt ist nicht einfach. Drei Produkte

sind gut angekommen: Unicorn, Nuggets und

Schnitzel hatten Listungen, aber es dreht

sehr langsam. Während Tiefkühlprodukte

in anderen Ländern sehr gut funktionieren,

greifen deutsche Verbraucher bei pflanzlichen

Lebensmitteln eher im Kühlregal zu. Das ist

ein gewohntes Einkaufsverhalten.

Was wünschen Sie sich vom Handel?

Vom Handel wünsche ich mir mehr Offenheit

und Mut, und ich habe einen Grund, warum

ich das sage. Wir sind im Proteinbereich. In

England gibt es einen Händler, der hat ein

Proteinregal. Darüber könnte man auch in

Deutschland nachdenken! Kunden möchten

im Markt nicht lange suchen. Mit einem Proteinregal

erreicht man den Shopper besser, es

gibt für uns mehr Visibilität.

Letztendlich geht es darum, gemeinsam an

einer starken Agenda zu arbeiten. Alles, was

neu ist, braucht mehr Aufmerksamkeit – aber

das Wachstumspotenzial ist da! Wir müssen

die Kategorie für mehr Menschen zugänglich

machen, sei es durch eine neue Platzierung

im Markt oder durch innovative Konzepte.

Die Chance ist riesig – jetzt müssen wir sie

nur nutzen!

26 Branche • RUNDSCHAU 03/25


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Branche

Round Table POS-Marketing-Report 2025

Text: Jenny Rommel

Shopper-

Trends im LEH

Wie gehen Markenartikler und Handel mit der

Preisorientierung der Shopper um? Welche Strategien

verfolgen sie, und was planen Hersteller und Händler zum

Thema Digitalisierung? Die Ergebnisse einer spannenden

Diskussion auf Grundlage des POS-Marketing-Reports 2025.

THEMA 1:

SCHNÄPPCHEN-

JAGD VS.

GENUSSEINKAUF

Shopper im Spannungsfeld

Gernot Lingelbach: Das ist ein großes Thema

im Moment. Wir alle kennen die Diskussionen

um die Stichpunkte brüchige Lieferketten,

Engpässe bei der Rohstoffbeschaffung, Personalkosten.

Die Preisspirale hat sich zwar

etwas beruhigt in ihren Umdrehungen, aber

sie dreht sich immer noch weiter. Auf der

anderen Seite sehen wir so ein bisschen den

Gegentrend. Nämlich, dass Kunden gerne in

einem schönen Ambiente einkaufen, dass sie

28 Branche • RUNDSCHAU 03/25


dies zu schätzen wissen und dass dieser Punkt

nicht zuletzt auch kaufrelevant ist.

Philipp Matern: Wir haben den Ansatz, dass wir

schauen: Was gibt es für Shoppertypen und

wie kann man ihnen in Form von Promotions,

Aktivierungsmaßnahmen etc. gerecht werden.

Aber auch: Wie kann man den PoS, das Regal

gestalten, um im Standardgeschäft Kaufanreize

zu setzen. Da ist es für uns wichtig, eng

mit dem Handel zusammenzuarbeiten. Sprich:

Category-Management-Termine wahrzunehmen.

Aber ebenso zu schauen, was kann man

darüber hinaus an den Touchpoints in den

Märkten machen, um die Shoppertypen ideal

abzuholen. Es ist ein Spektrum von vielen

Maßnahmen. So kann man dieser gewissen

Widersprüchlichkeit gut gerecht werden.

René Schmitz: Zur Umsetzung von Total-

Store-Konzepten: Wir sprechen mit vielen

Händlern, insbesondere Selbstständigen, und

unterstützen diese bei Reorganisationen oder

Neueröffnungen mit Layoutplanungen. Hier

hilft eine gewisse Logik, wie man Kategorien

im Markt verorten sollte. Es ist sinnvoll, die

großen Plankaufwarengruppen geschickt

über den Markt zu verteilen. Eine Mopro-

Abteilung direkt nach Obst und Gemüse, in der

ich die Milch kaufe und womöglich zur Kasse

abknicke, ist nicht so vernünftig wie deren

Verortung hinten im Markt. Impulskategorien

dagegen werden größtenteils impulsiv gekauft

und sollten daher möglichst früh im Hauptkundenlauf

gezeigt werden. Idealerweise

entsteht so ein „Powerwalk“ im Markt, der die

Umsatzpotenziale bestmöglich ausschöpft. Am

Ende geht es darum, den Durchschnittsbon

zu erhöhen. Ein weiterer Punkt ist die Loyalität.

Wie bekomme ich es hin, dass der Kunde

auch morgen wiederkommt? Auch hier können

Handel und Industrie zusammenarbeiten und

ihre unterschiedlichen Erfahrungen sinnvoll

nutzen. Dem Thema Innovationen kommt hier

eine besondere Bedeutung zu.

Sven Stiegler: Wir führen Märkte zwischen

600 bis 6.000 Quadratmetern. Da gibt es starke

Unterschiede der Aufbauten. Auf Großflächen

Uns ist es wichtig, eng

mit dem Handel zusammenzuarbeiten.

Heißt: CM-Termine

wahrzunehmen.

Philipp Matern

Trade Marketing Manager, Vileda

ist es einfacher, ein Erlebnis zu verkaufen.

Zum Wohlfühlfaktor im Markt gehört für

uns auch das Menschliche. Wenn man nicht

die richtigen Mitarbeiter auf der Fläche hat,

hilft der schönste Laden oder Aufbau wenig.

Heike Berghoff: Wir arbeiten viel mit Cross-

Category-Platzierung und versuchen, mehrere

Produkte, mehrere Marken bei uns im Haus

gleichzeitig zu platzieren, um die Anregung

für den Shopper zu schaffen. Sodass er, wenn

er eigentlich Toilettenpapier kaufen wollte,

Haushaltspapier gleich mit kauft und somit

den Warenkorb vergrößert und damit auch

den Bon für den Händler. Das ist unser Ansatz.

Wir arbeiten auch mit Mechaniken,

bei denen der Kunde ein besonderes Goodie

oder einen Rabatt bekommen kann, wenn er

1-3 Produkte kauft. Wir versuchen, das Thema

stärkere Preisorientierung mit anzubieten –

aber im Duo mit einem größeren Warenkorb.

THEMA 2:

DIGITALISIERUNG

DER SHOPPER-

JOURNEY

Vermarktungsstrategien der Hersteller

und Händler

Sven Stiegler: Kunden wollen sehen, dass

wir digitaler werden. In zwei Märkten

?

ROUND TABLE

TEILNEHMER:

› Claus Christmann

National Key Account Manager/

Diplom Käsesommelier

Westland Kaasspecialiteiten

› Judith Petit

Head of European Shopper

Activation and Corporate

Communication

Original Wagner

› Sven Stiegler

Selbstständiger Kaufmann

Edeka Stiegler

› Philipp Matern

Trade Marketing Manager

Vileda

› Heike Berghoff

Shopper Marketing Leader DACH

Essity Germany

› Gernot Lingelbach

Geschäftsführer

UGW

› René Schmitz

Head of Category Management

Ferrero

› Maria Akhavan

Verlagsleitung

medialog

› Sanela Svjetlanovic

Leitung Media & Sales

RUNDSCHAU für den

Lebensmittelhandel

› Jenny Rommel

Redaktion

RUNDSCHAU für den

Lebensmittelhandel

www.rundschau.de

29


Branche

Round Table POS-Marketing-Report 2025

haben wir daher PSA-Geräte (Personal-

Shopping-Assistant): Mit ihnen gehen

die Kunden im Markt einkaufen, scannen

selbst und checken an der Kasse wieder aus.

Macht je nach Markt oder Tagesgeschäft 14 bis

20 Prozent Tagesumsatz. Außerdem testen wir

das Thema Push-Nachrichten demnächst bei

uns in der Edeka-App: Wir wollen den Kunden

Push-Nachrichten mit Angeboten aufs Handy

schicken. Das Problem: der Datenschutz, der

uns bei vielem zurückhält. Wenn der Kunde

durch das E-Gate läuft, muss er eigentlich

schon Angebots-Coupons für verschiedene

Sortimente bekommen. Ich würde mir wünschen,

dass diese Dinge schneller funktionieren.

Es wäre das Ziel, den Kunden auf der

Fläche mit passenden Coupons abzufangen.

René Schmitz: Was wir aktuell machen: Wir

schauen uns die existierenden Händler-Apps

genau an, begleiten die Shopper und untersuchen

genau, wie sie handeln: Was schauen sie

sich an, was funktioniert gut und was weniger?

Wir haben in Studien herausgefunden, dass

mittlerweile fast 50 Prozent der Shopper einen

digitalen Touchpoint nutzen – vor, während

oder nach dem Einkauf. Und diese Zahl ist

steigend. Wenn man dann weiß, was sie für

Bedürfnisse hinsichtlich der Apps haben,

kommt man schnell auf das Thema Coupon,

Infos zu Preisangeboten, dem digitalen Kassenbon,

Gewinnspielen sowie Themen wie

Bezahlfunktionen. Mit diesen Informationen

kann man in Zusammenarbeit mit den Händlern

eine sinnvoll gestaltete App aus Shopperperspektive

bestmöglich bespielen. Man

darf dabei die Menschen nicht vergessen, die

diese Apps nicht nutzen. Dementsprechend

ist es wichtig, zu verstehen: Wie ticken die

Menschen? Wie arbeiten sie mit der App,

was funktioniert gut und was nicht? Das ist

Pionierarbeit, die gemacht werden muss.

Wir haben herausgefunden,

dass fast

50 Prozent der Shopper

einen digitalen

Touchpoint nutzen.

René Schmitz

Head of Category Management,

Ferrero

Heike Berghoff: Wir schauen aktuell, wie man

die Trade-Marketing-Aktivierung und die

Aktivierung direkt beim Händler stärker miteinander

verknüpfen kann, Stichwort Retail

Media. Dass man wirklich den Shopper schon

im oberen Bereich anspricht, aber dann auch

schneller durchleiten kann zu speziellen Angeboten

bei einzelnen Händlern oder bei

ein zelnen Handelsgruppen. Um hier auch

weniger Streuverluste zu haben und den

Shopper ganz gezielt mit Angeboten oder

mit Informationen zu verschiedenen Themen

leiten zu können.

Judith Petit: Auch wir beschäftigen uns intensiv

mit dem Thema Retail Media – ein

spannendes Feld. Entscheidend ist dabei

eine kundenspezifische Betrachtung: Welche

digitalen Touchpoints habe ich bei welchem

Handelspartner? Wo können wir digitale

Stelen belegen? Gibt es Möglichkeiten, in die

Handels-App integriert zu werden? Gleichzeitig

setzen wir auch auf neutrale, unabhängige

Apps, die übergreifend bei verschiedenen

Handelspartnern funktionieren. Generell

entwickelt sich die klassische Shopper-

Ansprache weiter, wodurch zusätzliche Kanäle

notwendig werden. Neben dem Couponing

an der Truhe braucht es digitale Coupons,

neben klassischen Plakaten auf dem Parkplatz

ergänzen digitale Plakate das Gesamtbild.

Genau in diese Richtung geht die Entwicklung.

△ Claus Christmann: „Unsere Umfragen zeigen,

dass vor allem Neukunden an Zugabe-Aktionen

interessiert sind.“

△ Judith Petit: „Auch wir beschäftigen uns

intensiv mit dem Thema Retail Media –

ein spannendes Feld.“

△ Gernot Lingelbach: „Die Preisspirale hat sich

zwar etwas beruhigt in ihren Umdrehungen,

aber sie dreht sich immer noch weiter.“

30 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Category Management

CM-Grundlagen, Kategorie-Insights und mehr

liefert der Markentrainer Category Management

in Kooperation mit der GS1 Germany.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Category

Management

Die klassische Shopper-

Ansprache entwickelt

sich weiter. Zusätzliche

Kanäle sind notwendig.

Judith Petit

Shopper Activation and Corporate

Communication, Original Wagner

THEMA 3:

INSTORE-

STRATEGIEN

Brand Activation am PoS abseits der

Preis-Promotion-Spirale

Gernot Lingelbach: Hier war unser Thema

Brand Activation und Preis-Promotions. Wir

fragen immer, welchen Einfluss alle gängigen

Vermarktungsmechaniken auf den Einkauf

haben. Wir sehen, dass die Aktionspreise nach

wie vor ganz oben stehen und mit weiteren

Performance-driven-Promotions die größten

Kaufbeeinflusser sind. Das heißt, immer dort,

wo der Kunde einen Gegenwert sieht, wie bei

Sondergrößen, Bundles usw., greift er eher zu.

Und dass inhaltlich getriebene Maßnahmen

wie Gewinnspiele oder Geld-zurück-Garantie

weiter hinten stehen. Bei den Zugaben

haben wir herausgefunden, dass 80 Prozent

der Kunden die Produkte deswegen kaufen.

Claus Christmann: Was bei Käse gut funktioniert,

ist der Papierbon am Regal. Also dass

man zum Beispiel 50 Cent beim Kauf einer

Packung Käse spart. Die Geld-Zurück-Garantie

beim Hochladen des Kassenbons haben

bei uns weniger Verbraucher in Anspruch

genommen. Im Bereich Theke haben wir

drei bis vier Zugabe-Aktionen im Jahr, mit

Aufstellern oder Gewinnkarten. Was wir bei

Umfragen herausgefunden haben, ist, dass

vor allem Neukunden daran interessiert sind.

René Schmitz: Bei uns reden wir über erfolgreiche

Marken, die zum Teil vor 60 Jahren auf

den Markt gekommen sind. Nach der klassischen

Lehre des Produktlebenszyklus wird

ein Artikel am Markt eingeführt, entwickelt

sich bis zur Marktsättigung auf Maximalwachstum

und wird dann bei langfristig sinkenden

Zahlen vom Markt genommen. Diesen

„Regelkreis“ zu durchbrechen und Marken

langfristig zu Erfolgsgaranten zu machen,

bedeutet kontinuierlich harte Arbeit. Mit

△ René Schmitz: „Mit kreativen Ideen müssen

Love-Brands immer wieder an die sich

ändernden Bedürfnisse angepasst werden.“

kreativen Ideen müssen Love-Brands immer

wieder an die sich ändernden Bedürfnisse

angepasst werden, damit sie auch langfristig

im Relevant Set der Zielgruppen verbleiben.

Philipp Matern: Man darf nicht in die Falle

tappen, alle zwei bis drei Wochen den neuesten

Superknüller auf den Markt zu bringen. Oder

eine Cashback-Aktion, die mit der Marke an

sich nichts zu tun hat. Wir haben einen Rhythmus

an bestimmten Promotionmechaniken.

Ein wichtiger Bestandteil sind Promotions,

die auf den Markenkern einzahlen.

△ Philipp Matern: „Man darf nicht in die Falle

tappen, alle zwei bis drei Wochen den neuesten

Superknüller auf den Markt zu bringen.“

△ Heike Berghoff: „Zum Thema Brandbuilding am

PoS: Wir schauen immer, dass die Aktion auch

gut mit der Marke harmoniert.“

△ Sven Stiegler: „Wenn man nicht die richtigen

Mitarbeiter auf seiner Fläche hat, hilft auch der

schönste Laden wenig.“

www.rundschau.de

31


Branche

Round Table POS-Marketing-Report 2025

_

INFO

Shopper-Studie

Der POS-Marketing-Report 2025 will

dazu beitragen, das Verhalten der

Shopper am Point of Sale besser

zu verstehen und daraus wirksame

Maßnahmen abzuleiten. Er analysiert

die Shopper-Journey und dort

die unterschiedlichsten Facetten der

vermarktungsrelevanten Angebote –

von klassischen Instore-Maßnahmen

über Markeninszenierung bis hin

zu den Themen Digitalisierung und

Nachhaltigkeit.

Zum Bestellen einfach

QR-Code scannen:

THEMA 4:

NACHHALTIGKEIT

VS. PREIS

So halten Hersteller und Händler die Balance

Claus Christmann: Gesünder ernähren wollen

sich viele Verbraucher. Aber wenn sie am

Regal einen Artikel vor sich haben, der ein

paar Cent weniger kostet, lassen die Vorsätze

auch schnell wieder nach. Der Verbraucher

hat es nun mal selbst in der Hand.

Sven Stiegler: Für uns ist dieses Thema genauso

komplex wie für die Industrie. Wir

können Tüten oder Plastik nicht komplett

abschaffen. Aber wir arbeiten täglich daran,

etwas zu verändern und noch nachhaltiger

zu arbeiten. Daher haben wir auch in jedem

Markt einen Nachhaltigkeitsbeauftragten.

Mit Aufbauten wollen wir die Kunden für das

Thema sensibilisieren.

Ich bin der Meinung,

eine Marke macht sich

kaputt, wenn sie zu oft

in der Werbung ist.

Sven Stiegler,

Selbstständiger Kaufmann,

Edeka Stiegler

Judith Petit: Unser Fokus liegt darauf, Nachhaltigkeit

entlang der gesamten Wertschöpfungskette

zu verankern, statt in Ausgleichsprojekte

zu investieren. Wir konzentrieren uns

auf Initiativen, die wir selbst beeinflussen und

umsetzen können – von grüner Energie bis hin

zu nachhaltiger Landwirtschaft. Dabei setzen

wir auf Transparenz und kommunizieren

unsere Maßnahmen über die Faltschachtel,

die Website und Social Media. Wir sind überzeugt,

dass dies der richtige Weg ist. ☐

POS-Marketing-Report 2025

2025

POS

Marketing

Report

Eine Konsumentenbefragung zu Shopper Insights am POS

von medialog, POSpulse und UGW

www.rundschau.de/service/supplements/pos-marketing-report-2025

Das lässt die Marke 75 oder 100 Jahre werden.

Den Markenkern zu stärken macht

immun gegen die hohen Preisdynamiken.

Sven Stiegler: Ich glaube, eine Marke macht

sich kaputt, wenn sie zu oft in der Werbung ist.

Heike Berghoff: Brandbuilding am PoS: Wir

schauen, dass die Aktion gut mit der Marke

harmoniert. Also dass das Ganze ein Thema

hat und in der Markenwelt zusammenpasst.

△ Die Teilnehmer, die über die Inhalte des POS-Marketing-Reports 2025 ausführlich diskutierten.

Fotos: stock.adobe.com/Pcess609; Claus Christmann, Torsten Klein, Essity, Ferrero, Original Wagner Pizza GmbH,

Vileda GMBH, Stiegler Immobilienverwaltungs GmbH & Co.KG; Unternehmen

32 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Verbandsinfo

HDE

HDE warnt vor zu hoher Abgabenlast

Geringes Umsatzwachstum erwartet

HDE-PROGNOSE Nach einem schwierigen Jahr 2024

wird der Einzelhandel seine Umsätze auch in diesem Jahr

wohl nur geringfügig erhöhen können. Der Handelsverband

Deutschland (HDE) geht im Vergleich zum Vorjahr von

einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent aus. Real

bedeutet das voraussichtlich ein Plus von 0,5 Prozent für die

Branche. Hauptgrund dafür ist eine große Verunsicherung

bei den Verbrauchern sowie die konjunkturelle Flaute. Hinzu

kommen viele Unwägbarkeiten auf der politischen Ebene.

Der HDE fordert deshalb in einem Zehn-Punkte-Plan von der

künftigen Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen.

www.einzelhandel.de/hdepk

BESCHÄFTIGUNGSSTATISTIK Obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

weiterhin schwierig sind, bleibt die Beschäftigung

im Einzelhandel stabil. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur

für Arbeit (BA) hervor. Der Handelsverband Deutschland

(HDE) warnt dennoch vor den Konsequenzen stetig anwachsender

Lohnnebenkosten für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

www.einzelhandel.de

Köln plant kommunale Verpackungssteuer

KRITIK DER VERBÄNDE Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

zur Verfassungsmäßigkeit der kommunalen

Verpackungssteuer in Tübingen plant mit Köln die erste Millionenmetropole

die Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer.

Die Steuer auf Einwegverpackungen für Mitnahmegerichte betrifft

alle Verkaufsstellen von Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck,

die darin Speisen und Getränke für den sofortigen Verzehr

oder zum Mitnehmen ausgeben. Die betroffenen Branchenverbände

warnen eindringlich vor negativen Auswirkungen für die ansässigen

Unternehmen und die Bürger.

www.einzelhandel.de

HDE unterstützt Initiative für fairen Wettbewerb

AKTIONSPLAN E-COMMERCE Den von der Bundesregierung veröffentlichten Aktionsplan E-Commerce

sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) als wichtigen Beitrag für einen fairen Wettbewerb

mit Plattformen und Handelsunternehmen aus Drittstaaten. Offen bleibe allerdings, wie die europäische

und nationale Gesetzgebung gegenüber Drittstaatenhändlern durchgesetzt werden könne.

Kritisch sei zudem, dass der Aktionsplan neue Bürokratie für deutsche Handelsunternehmen vorsieht.

Fotos: stock.adobe.com/Looker_Studio, Oulaphone

Leichte Aufhellung nach

Dämpfer zu Jahresbeginn

KONSUM Mit einem deutlichen Dämpfer ist die Verbraucherstimmung

vor wenigen Wochen in das neue Jahr 2025 gestartet.

Wie das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes

Deutschland (HDE) zeigt, war das allerdings nicht der Beginn

eines negativen Trends. Vielmehr hellt sich die Verbraucherstimmung

im Februar wieder etwas auf, der Index legt im

Vergleich zum Vormonat leicht zu. Als Erholung ist diese Entwicklung

jedoch nicht zu deuten, sondern zunächst lediglich

als Ergebnis des abwartenden Verhaltens der Verbraucher vor

richtungsweisenden Ereignissen wie der Bundestagswahl.

www.einzelhandel.de/konsumbarometer

Das ist der Trend im Februar:

97,51 98,86 97,76 97,70

96,35

96,93 97,25 97,54

95,62 96,09

96,13

95,06

93,82

94,99 95,31

93,57 93,72

10/23 11/23 12/23 01/24 02/24 03/24 04/24 05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25

Quelle: HDE

www.rundschau.de

33


Branche

Nachhaltigkeit

Text: Mirko Jeschke, Martina Kausch

Die grüne Offensive

Angesichts des Klimawandels gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zunehmend

an Bedeutung. Wir zeigen, mit welchen „grünen“ Initiativen der LEH seine Kunden überzeugen

will, und stellen Lebensmittelproduzenten vor, die sich proaktiv in diesem Bereich engagieren.

34 Branche • RUNDSCHAU 03/25


Verbraucher sind heute gut informiert

und wollen wissen, woher ihre Produkte

stammen.

Ende Januar ist die „Grüne Woche“ in

Berlin erfolgreich zu Ende gegangen

und hat bewiesen: Landwirtschaftsund

Ernährungsfragen beschäftigen

nicht nur die gesamte Lebensmittelbranche,

sondern auch den Großteil der Verbraucher.

„Mit 310.000 Besuchern war die Resonanz

überwältigend – ein toller Auftakt für unser

Jubiläumsjahr. Denn die Grüne Woche feiert

2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Deswegen

gilt in den kommenden Monaten mehr denn

je: Nach der Messe ist vor Messe“, resümiert

Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung

der Messe Berlin.

Im Fokus der Verbrauchermesse standen

2025 drängende Themen wie globale Ernährungssicherheit,

nachhaltige Landwirtschaft

Elke Wilgmann

Geschäftsleiterin Marketing, Rewe

und innovative Technologien, aber auch die

neuesten Ernährungstrends. Dass diese und

andere Fragen rund um den Mega-Komplex

Nachhaltigkeit seit Jahren eine immer größere

Rolle bei den Verbrauchern spielen, beweist

auch eine Mintel-Studie, nach der inzwischen

84 Prozent der Deutschen beim Lebensmittelbzw.

Getränkeeinkauf in gewissem Umfang

auf Nachhaltigkeitsversprechen achten. Entsprechend

aufmerksamkeitsstark inszenieren

Edeka, Rewe, Kaufland/Lidl, Aldi und Co.

ihre jeweiligen Initiativen bzw. Kampagnen.

Mehr Alternativen/Transparenz

Um das Ziel zu erreichen, bis 2050 klimaneutral

zu arbeiten, setzen die großen Handels-

konzerne auf eine Vielzahl an Initiativen,

darunter der Ausbau der pflanzlichen bzw.

Bio-Sortimente – flankiert mit Zertifizierungen/Produktsiegeln

(z. B. Fairtrade, Initiative

Tierwohl) sowie Kooperationen mit Umweltschutzorganisationen

(z. B. WWF, NABU) –

Optimierungen im Bereich Transport/Logistik

bzw. im (Laden-)Bau, die Reduzierung von

Verpackungsmüll, Maßnahmen für mehr

Tierwohl, eine erhöhte Transparenz/Rückverfolgbarkeit

der Produkte, die Minimierung

von Lebensmittelverschwendung et cetera.

Ein großer Treiber in Sachen CO2-Fußabdruck

ist bekanntermaßen die Massenproduktion

tierischer Lebensmittel, von Fleisch

und Wurst bis hin zu Milch und Molkereiprodukten.

Immer mehr Konsumenten wünschen

sich deshalb nicht nur aus gesundheitlichen,

sondern auch unter Nachhaltigkeits- und Tierwohlgesichtspunkten

entsprechende Alternativen.

Um eben diesem Wunsch nach mehr

pflanzlichen bzw. Bio-Produkten nachzukommen,

hat Rewe im April 2024 in Berlin seinen

ersten rein pflanzlichen Supermarkt eröffnet.

Im „Rewe voll pflanzlich“ im Stadtteil

Auf Frische und Zuckergehalt wird bei Essen oder Einkauf am häufigsten geachtet

Auf welche der folgenden Merkmale achten Sie beim Essen oder beim Einkauf?

Frische

Zuckergehalt

46 %

46 %

@

ZAHLEN

Regionale Herkunft

Freilandhaltung

Fettanteil

Produkte aus Deuschland

Produkte der Saison

Bio

Herkunft, Anbau, Aufzucht

Kalorien

38 %

34 %

32 %

30 %

28 %

27 %

26 %

25 %

Salzgehalt

Nachhaltiger Anbau

Fairtrade

15 %

17 %

20 %

Quelle: YouGov Profiles; Januar 2025, alle Befragten n = 34.849. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.

www.rundschau.de

35


Branche

Nachhaltigkeit

△ Den Trend hin zu mehr pflanzlichen Produkten bzw. Alternativen

greift Rewe mit einem entsprechenden Store-Konzept auf.

△ Tierische Produkte haben einen deutlich höheren CO2-Fußabdruck.

Viele Verbraucher achten daher auf entsprechende Siegel.

Friedrichshain gibt es über 2.700 vegane

Produkte. Nach mehr als 3.800 Märkten,

in denen der Lebensmittelhändler alles von

Bio-Gemüse über Käse bis zu Fleisch anbietet,

ist es der erste Vegan-Markt des Unternehmens.

Rewe-Group-Vorstand Peter Maly:

„In unserem pflanzlichen Supermarkt gibt

es doppelt so viele vegane Produkte wie im

üblichen Rewe-Sortiment. Wir versprechen

uns in erster Linie Lerneffekte für unsere

klassischen Supermärkte.“

In einer ersten Bilanz im Oktober 2024 verwies

der Konzern auf rund 5.500 wöchentliche

Einkäufe. Einen großen Vorteil sehe die Kundschaft

auch darin, einfach in allen Regalen bedenkenlos

zugreifen zu können. Convenience

sei dabei das mit Abstand stärkste Segment.

Die beliebtesten Produkte kommen laut Rewe

aus der Backwelt: Im ersten halben Jahr gingen

jeweils rund 6.000 Schokocroissants und

Franzbrötchen über die Kasse.

Eine wichtige Säule der Nachhaltigkeitsund

Sortimentsstrategie der Gruppe sind seit

über 30 Jahren Bio-Produkte, so Hans-Jürgen

Moog, als Vorstand für den Einkauf und die

Eigenmarken verantwortlich. Vor 15 Jahren

startete Rewe als Pionier im deutschen

LEH seine strategische Zusammenarbeit mit

der Naturland Zeichen GmbH, um den Öko-

Landbau zu stärken und Bio einem breiteren

Markt zugänglich zu machen.

Die Förderung ökologisch erzeugter Lebensmittel

ist auch für den Edeka-Verbund ein

wichtiges Anliegen. Ein zentraler Baustein in

dessen Bio-Engagement ist das Konzept der

Naturkind-Welten. Im November 2024 wurde

im E-Center Gashi im südbayerischen Germering

die 100. Welt des Bio-Shop-in-Shop-

Formats eröffnet. In den gesonderten Naturkind-Welten

mit durchschnittlich 100 Quadratmetern

Fläche finden Kunden eine vielfältige

Auswahl von mindestens 1.200 Bio-Produkten.

Im Fokus steht dabei das Trockensortiment,

gefolgt von Molkerei- und Frischeprodukten.

Mit mindestens 20 Bio-Marken in jeder

Naturkind-Welt führt Edeka nach eigenen Angaben

fast alle verfügbaren Bio-Fachhandelsmarken.

Außerdem kooperiere der Verbund

mit allen bedeutenden Bio-Anbauverbänden.

Lieferketten: regional & fair

Ein wichtiger Aspekt in Sachen Nachhaltigkeit

ist Regionalität, also die Frage nach der

Herkunft der Lebensmittel. Denn Verbraucher

wissen, je kürzer der Weg des Produkts in

den Markt, desto besser für die Umwelt. Zudem

ist ihr Vertrauen gegenüber bekannten

regionalen Produzenten deutlich größer. Mit

der Kampagne „Näher dran“ hat Rewe diesem

Umstand Rechnung getragen und bereits

im April 2024 eine entsprechende Regional-

offensive gestartet. Der Konzern verweist

dabei auf seine langjährige und partnerschaftliche

Zusammenarbeit mit Landwirten und

Lieferanten in ganz Deutschland, durch die

Kunden von einem umfangreichen Angebot an

frischen, regionalen und saisonalen Produkten

profitieren würden. „Verbraucher sind heute

gut informiert und wollen wissen, woher ihre

Produkte stammen. Obst und Gemüse aus der

Region bringen Frische direkt auf ihren Tisch.

Dafür steht unsere neue Kampagne ‚Näher

dran‘“, erklärt Elke Wilgmann, Geschäftsleiterin

Marketing bei Rewe. „Unsere Kaufleute

sind so fest in den Regionen verwurzelt, dass

bereits tausende enge Partnerschaften mit

Lieferanten bestehen – zum Teil sogar schon

über Generationen hinweg.“

Bei Edeka besitzt Regionalität einen ebenso

hohen Stellenwert. Laut dem Verbund gehören

– neben saisonalem Obst und Gemüse lokaler

Landwirte – Eier und Molkereiprodukte,

Fleisch und Wurst sowie Brot und Backwaren

zu den festen Größen heimischer Erzeugnisse

in den Edeka-Regalen. Für die entsprechenden

heimischen Produkte gibt es mehrere regionale

Markenprogramme, darunter „Unsere

Heimat – echt & gut“ (Edeka Südwest, Nord und

Hessenring), „Gutfleisch“ (Nord und Südwest),

„Mein Land“ (Rhein-Ruhr), „Bauern Liebe“

(Rhein-Ruhr), „Mein Bayern“ (Südbayern),

„Bauernschätze“ (Nordbayern-Sachsen-Thü-

36 Branche • RUNDSCHAU 03/25


_

INFO

Nachhaltiges Handeln

ringen), „Unser Hof“ (Nordbayern-Sachsen-

Thüringen), „Hofglück“ (Südwest), „Bauerngut“

(Minden-Hannover) sowie „Bestes aus unserer

Region“ (Minden-Hannover).

Der Großflächen-Discounter Kaufland arbeitet

mittlerweile mit rund 2.000 regionalen

Lieferanten zusammen und hat die Frage,

bis zu welcher Entfernung Produkte noch

als regional bezeichnet werden dürfen, klar

beantwortet. „Regional bedeutet bei uns bis zu

30 Kilometer entfernt von der Filiale – das ist

natürlich eine Menge örtliche Koordinierungsarbeit,

die wir aber gerne auf uns nehmen“,

erklärt Teresa Baumann, Leiterin Regionalität

Einkauf bei Kaufland.

Andere Discounter setzen ebenfalls auf das

Thema Regionalität, etwa Aldi Süd mit seiner

Eigenmarke „Bestes aus der Region“. Zudem

sind diese Produkte mit dem Regionalfenster

gekennzeichnet, dem Kunden entnehmen

können, woher die Zutaten stammen und wo

sie verarbeitet wurden. Laut Aldi umfasst das

Sortiment bereits mehr als 850 regionale oder

heimische Produkte, über 350 sind mit dem

Regionalfenster gekennzeichnet.

Nachhaltige Store-Konzepte

Produkte mit möglichst guter Nachhaltigkeitsbilanz

sind ein Thema im LEH, ein anderes

ist das der Gebäude- und Betriebstechnik.

LED-Beleuchtung gehört in Märkten mittlerweile

zur Grundausstattung, vor allem bei

Neubauten wird zunehmend auf Materialien

mit niedriger CO2-Bilanz und auf andere Nachhaltigkeitskriterien

geachtet.

So ist der Rewe-Markt in Berlin Friedrichshain

das bundesweit erste Gewerbegebäude

mit Außenwänden und Brandschutzmauer aus

Ultraleichtbeton. Dieser Baustoff hat einige

positive Eigenschaften: Die Außenwände benötigen

weder extra Dämmung noch Schallschutz,

im Fall des Abbruchs können Baustoffe

sortenrein getrennt werden. Die Technische

Universität Berlin (TU) hat das Material seit

2006 erforscht. Die neue Variante entsteht,

indem Beton sehr leichte Gesteinskörnungen

wie Blähton zugefügt werden. Dabei wird Luft

im Material eingeschlossen – Infraleichtbeton

hat mit 800 Kilogramm pro Kubikmeter eine

sehr geringe Rohdichte.

Aldi Süd testet bereits seit Jahren beim Bau

von Filialen Holz als Baumaterial und ist dem

Ziel einer CO2-armen und in der Breite anwendbaren

Bauweise nähergekommen. Man

hat einen Prototyp entwickelt, dessen Grundkonstruktion

oberhalb des Fundaments aus

Holz besteht und kostengünstiger sein kann

als die herkömmliche Bauweise. Die erste Filiale

in Holzrahmenbauweise entsteht aktuell

Laut einer internationalen Mintel-

Studie nutzen 62 Prozent der Konsumenten

recycelte Verpackungen.

Daneben leisten sie einen Beitrag

für mehr Nachhaltigkeit, indem sie

seltener neue Kleidung (43 %) kaufen,

auf wiederbefüllbare Produkte (33 %)

setzen und den Energieverbrauch

beim Kochen (33 %) senken.

Quelle: Kantar Profiles/Mintel;

KuRunData/Mintel;

Dynata/Mintel, June 2024

in Duisburg. Dort verbaut der Discounter

rund 108,5 Tonnen Werkstoffe aus

Holz für die Tragkonstruktion, Wände,

Dämmstoffe und Werkstoffplatten.

Die technische Lebensdauer einer

Holzbaufiliale sei ähnlich der einer

in Massivbauweise aus Stahl und Beton,

so der Discounter. Auch hier denkt

man an die Rückbaubarkeit: Die einzelnen

Bauteile können leicht recycelt

werden. Die Holzbaufilialen werden

mit Wärmepumpentechnologie beheizt

und benötigen nicht mehr Heizenergie

als Standardfilialen. Die

▽ Deutschlands erster Gewerbebau aus Ultraleichtbeton: der Rewe-

Markt in Berlin-Friedrichshain. Eine Dämmung ist nicht mehr nötig.

▽ Edeka präsentiert im Zukunftsmarkt in Nauen flexible, weil dezentrale

Kühlsysteme mit Waterloop-Technik und informiert im Markt.

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37


Branche

Nachhaltigkeit

△ Aldi Süd setzt in seiner Regionalgesellschaft Aichtal einen Wasserstoff-Lkw

ein. Er ergänzt die Lkw-Flotte mit alternativen Antrieben.

△ Durch den Einsatz von sieben E-Lkw, die Supermärkte in Berlin und

Brandenburg beliefern, spart Rewe pro Jahr bis zu 189 Tonnen CO2.

Statik erlaubt zudem nun die Installation

von PV-Anlagen auf dem Dach.

Die Edeka-Nachhaltigkeitsstrategie beim

Thema Bauen zeigt sich besonders in Nauen

bei Potsdam. Edeka Minden-Hannover weihte

dort Ende August 2024 seinen „Zukunftsmarkt“

ein, einen Prototyp, mit dem neue Technikstandards

getestet werden. Beim Bau wurden

umweltfreundliche Materialien wie Holz, natürliche

Dämmstoffe und CO2-armer Beton genutzt.

Neben einer Dachbegrünung und einer

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wurden auf

dem Parkplatz Solar-Carports errichtet. Das

Gebäude versorgt sich zu 54 Prozent selbst

mit Strom, der verbleibende Stromverbrauch

wird mit Ökostrom abgedeckt. Im Vergleich

zur konventionellen Bauweise produzierte

der Bau dieses Marktes 50 Prozent bzw.

840 Tonnen weniger CO2-Emissionen.

Für Kaufmann Christan Dorfmann, der den

Markt betreibt, hat auch die neue Kältetechnik

mit einem Waterloop-System viele Vorteile.

Das flexible System ohne Maschinenraum

lässt sich nämlich ohne Fachkraft betreiben.

Waterloop bezeichnet ein System aus mit

Wasser rückgekühlten, kleinen kompakten

Kälteerzeugungssystemen. Die steckerfertigen

Kühlmöbel sind in einem geschlossenen

Wasserkreislauf verbunden und können unkompliziert

und schnell angeschlossen und

auch wieder entfernt werden. 13,5 Millionen

Euro investierte das Handelsunternehmen in

diesen hauptstadtnahen Zukunftsmarkt, der

seinem Namen Ehre macht.

Moderne Infrastruktur:

E-Mobilität & Co.

Neben dem Ausbau von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge

auf den Kundenparkplätzen

testen mehrere Handelsorganisationen seit

Jahren alternative Antriebskonzepte im Bereich

Transport/Logistik. Aldi Süd setzt seit

Ende August 2024 in der Logistik seiner Regionalgesellschaft

Aichtal einen Wasserstoff-Lkw

ein, der die bestehende Lkw-Flotte mit alternativen

Antrieben von vier E-Lkw ergänzt. Der

Wasserstoff-Lkw der Marke Hyundai wird im

Zweischichtbetrieb eingesetzt und soll eine

jährliche Fahrleistung von über 80.000 Kilometern

erbringen. Seine Reichweite beträgt

mindestens 350 Kilometer, die Tanks können

innerhalb von 15 Minuten wieder komplett

befüllt werden.

Rewe kündigte bereits 2023 an, bei der Belieferung

seiner Supermärkte in der Hauptstadtregion

mit dem schwedischen Frachttechnologieunternehmen

Einride zu kooperieren. Eine

vernetzte Flotte von sieben vollelektrischen

Lastkraftwagen beliefert von den Logistikzentren

in Oranienburg und Berlin-Mariendorf

aus rund 306 Supermärkte in Berlin

und Brandenburg. „Durch den Einsatz der

sieben Elektro-Lkw sparen wir pro Jahr bis zu

189 Tonnen CO2 ein“, betonte Sven Wallisch,

Leiter Transportlogistik Region Ost.

Edeka Minden-Hannover setzt im Lieferverkehr

auf den erneuerbaren und klimafreundlichen

Kraftstoff Reefuel Bio-LNG.

Am Logistikzentrum in Wiefelstede wurde

im ersten Halbjahr 2024 eine Tankstelle für

Bio-LNG in Betrieb genommen – die dritte

im Vertriebsgebiet der Edeka Minden-

Hannover. Ende Mai 2024 waren bereits

rund 300 LNG-Fahrzeuge bei Edeka Minden-

Hannover im Einsatz. Bis Ende 2025 soll die

gesamte Lkw-Flotte – rund 700 Fahrzeuge

– auf LNG-Fahrzeuge des Herstellers Iveco

umgestellt und zu 100 Prozent mit Bio-LNG

betrieben werden. Bis zu 40.000 Tonnen CO2

pro Jahr sollen durch umweltfreundliche

Lieferverkehre eingespart werden

Edeka Rhein-Ruhr hat sich derweil Anfang

dieses Jahres am Standort Meckenheim für

Bio-CNG entschieden, also nachhaltig produziertes

Biomethan aus Abfall und Reststoffen.

Im Regionallager Meckenheim werden im

Frühjahr die ersten 24 Sattelzüge in Betrieb

genommen, das vor Ort ansässige Tochterunternehmen

Rasting hat bereits heute fünf

im Einsatz. Ziel ist es, alle 130 Lkw am Standort

innerhalb der nächsten drei Jahre vollständig

auf Bio-CNG umzustellen.

Fotos: stock.adobe.com/Pixel Matrix; Philipp; Rewe Group; Frank Feeser/Aldi Süd; Sebastian Stuecke; Christoph Große;

Gert Baumbach/weissblick.com; RUNDSCHAU/ Kausch

38 Branche • RUNDSCHAU 03/25


9

INTERVIEW

Dr. Hyewon Seo

Nachhaltigkeitsexpertin

Umweltbundesamt

Wie definieren Sie Nachhaltigkeit

und welche Folgen hat die inflationäre

Nutzung des Begriffs in der

Wahrnehmung der Konsumenten?

Wir legen die Definition der Brundtland-

Kommission aus dem Jahr 1987 zugrunde,

nach der „Nachhaltige Entwicklung“ eine

Entwicklung darstellt, bei der wir unsere

Bedürfnisse decken – ohne die Möglichkeit

der zukünftigen Generation einzuschränken,

das Gleiche zu tun. Insofern geht es

bei Nachhaltigkeit um Gerechtigkeit gegenüber

nachfolgenden Generationen und allen

Menschen auf der Welt.

Daran angelehnt streben wir mit einem

„Nachhaltigen Ernährungssystem“ ein

System an, das sicherstellt, dass sich alle

Menschen gesund ernähren können, jetzt

und auch in Zukunft, wenn zehn Milliarden

Menschen auf der Welt leben – unter der

Prämisse, dass die planetaren Belastungsgrenzen

eingehalten werden.

Oft wird „nachhaltig“ mit „langfristig“

gleichgesetzt, und die häufige Verwendung

des Begriffs im anderen Kontext hat diesen

stark verwässert, sodass viele mit ihm wenig

anfangen können. Dabei steckt in dem

Begriff ein wertvoller Kerngedanke, der

uns dazu bringt, unsere Existenz in einem

größeren Kontext zu betrachten. Im Übrigen

erschöpft sich Nachhaltigkeit auch für uns

nicht im Umwelt- und Klimaschutz. Die

sozialen und ökonomischen Dimensionen

sowie Tierwohl müssen mitgedacht werden.

In welchen Bereichen liegen die größten

Potenziale für mehr Nachhaltigkeit bei

Lebensmittelproduzenten bzw. im LEH?

Die größten Herausforderungen stellen sich

im Bereich Scope 3, in der vorgelagerten

Lieferkette. Ob in Lebensmittelindustrie

oder im Einzelhandel, der mit Abstand

größte Anteil an den Emissionen entfällt mit

70 bis 80 Prozent auf eingekaufte Produkte

und Dienstleistungen. Das lässt sich auch

auf die anderen Umweltindikatoren wie

Biodiversitätsverlust oder Wasserknappheit

übertragen. Der LEH und die Lebensmittelindustrie

sollten bei ihren Nachhaltigkeitsinitiativen

deshalb genau im Blick haben,

welche Rohwaren und Produkte sie woher

beschaffen und welche Auswirkungen diese

auf Umwelt, Menschen und Tiere haben.

Daher ist die Transparenz der Lieferkette

so entscheidend.

Welche Vorteile haben die Lebensmittelindustrie/der

LEH und die Verbraucher

durch nachhaltige Lebensmittel?

Eigentlich profitieren alle davon, wenn

Lebensmittel umweltschonend, sozial- und

tierwohlgerecht sowie mehrwertgenerierend

produziert werden. Derzeit sind aber

die wirtschaftlichen Bedingungen so, dass

nachhaltigere Lebensmittel mehr kosten,

sodass nur wenige bereit bzw. in der Lage

sind, die höheren Preise zu bezahlen. Wenn

wenig nachgefragt wird, ist es unwahrscheinlich,

dass diese Produkte die Nische

verlassen und günstiger werden.

Auf der Angebotsseite stellen wir fest, dass

es beim LEH Maßnahmen gibt, die sich für

sie finanziell lohnen oder zumindest kostenneutral

umzusetzen sind. Die darüber

hinausgehenden Maßnahmen können in

manchen Fällen durchaus (Wettbewerbs-)

Nachteile bedeuten. Diese strukturellen

Probleme, die wir in unserer Studie adressiert

haben, können nicht vom LEH oder von

einzelnen Akteursgruppen gelöst werden.

Daher arbeiten wir auch daran, die Rahmenbedingungen

so umzugestalten, dass sich

nachhaltiges Handeln für alle mehr lohnt.

Inwieweit könnten die Mehrkosten

durch Nachhaltigkeitsinitiativen die

Inflation erneut befeuern?

Diese Initiativen müssen nicht zwangsläufig

zu Mehrkosten führen. Eine McKinsey-Studie

hat errechnet, dass im Handel bis 2030

bis zu 17 Prozent Emissionen kostenneutral

reduziert werden können. Die Maßnahmen,

die die übrigen Emissionen reduzieren sollen,

verursachen jedoch Mehrkosten. Derzeit

gibt es wenig Anreize für Unternehmen,

solche Maßnahmen durchzuführen.

Welche Branchen tun sich leichter/

schwerer in der Umsetzung?

Die größten Umweltauswirkungen gehen

auf die Produktion und den Konsum von

tierischen Lebensmitteln zurück. Daher

stehen etwa Fleisch-/Wurstproduzenten

sowie Hersteller von Molkereiprodukten

im Fokus. Derzeit herrscht eine große Dynamik

in diesen Bereichen – sowohl unter

Verbrauchern als auch unter den Herstellenden.

Wir nehmen erfreulicherweise auch

Initiativen wahr, die darauf abzielen, über

die eigene Wertschöpfungsstufe hinaus

die Lieferkette insgesamt oder teilweise zu

stärken. Ich finde es essenziell, dass bei der

Transformation der Ernährungssysteme

die Akteure zusammen an einem Strang

ziehen und auch die Last gerecht aufteilen.

Inwieweit kann KI hier hilfreich sein?

Bei den stark fragmentierten und globalen

Lieferketten wie von Lebensmitteln

sehen wir ein großes Potenzial für die

KI, insbesondere in Verbindung mit der

Blockchain-Technologie, die Transparenz

der Lieferkette zu verbessern und das

Lieferkettenmanagement zu optimieren.

Das Fraunhofer Institut IML beispielsweise

hat zuletzt eine Softwarelösung präsentiert,

die den Anwendenden helfen kann, eine

entwaldungsfreie Lieferkette gemäß der

EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) nachzuweisen.

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39


Hochwertige Produkte

auf einen Blick erkennen

Advertorial

Für mehr Tierwohl und eine gute Konsumenten-Orientierung hat man im

Land der Berge zwei neue Zusatzmodule für das AMA-Gütesiegel eingeführt.

Was zeichnet die Milchviehhaltung

im Land der Berge aus?

> Familiäre Betriebsstrukturen: Über

90 Prozent der Betriebe sind familiengeführt.

Hier werden traditionelle Werte

wie Verantwortung, Engagement und

Respekt gegenüber den Tieren gepflegt.

> Individuelle Betreuung: Mit durchschnittlich

23 Kühen pro Betrieb, die

alle einen Namen tragen, sind eine

individuelle Betreuung und Zuwendung

zu jedem Tier möglich. Dies fördert das

Tierwohl und trägt zu einer persönlichen

Beziehung zwischen Tier und

Landwirt bei.

> Hohe Trinkwasserqualität: Wasser ist

eine lebenswichtige Ressource – und im

Land der Berge ist eine hohe Trinkwasserqualität

aus dem Boden oder aus den

Bergen garantiert. Somit werden die

Gesundheit und das Wohlbefinden der

Tiere gesteigert.

> Gentechnikfreie Fütterung: Die

Fütterung erfolgt ohne den Einsatz

von gentechnisch veränderten Futtermitteln

und gewährleistet so die hohe

Qualität und Natürlichkeit der erzeugten

Produkte.

> Weitere Informationen rund um die

Milchviehhaltung im Land der Berge

und die neuen Zusatzmodule für das

AMA-Gütesiegel „Tierhaltung plus“ und

„Tierhaltung plus Außenklima“ erhalten

Sie unter: www.amainfo.at

Die neuen AMA-Zusatzmodule „Tierhaltung plus“ und „Tierhaltung plus Außenklima“ sind auf Milchprodukten

zu finden. Sie stehen für höhere Tierhaltungsstandards und eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion.

Gesunde Tiere liefern hochwertige Lebensmittel.

Um bei der Wahl seiner Lebensmittel

auf der sicheren Seite zu sein, setzt man im

Land der Berge auf kontrollierte Qualität und hohe

Standards. Erkennbar sind diese erstklassigen Produkte

am AMA-Gütesiegel und am AMA-Biosiegel für

biologisch erzeugte Lebensmittel. Zur Förderung

des Tierwohls wurden nun zwei neue Zusatzmodule

für Milchkühe eingeführt: das AMA-Gütesiegel „Tierhaltung

plus“ und das AMA-Gütesiegel „Tierhaltung

plus Außenklima“.

Über gesetzliche Standards hinaus

Das AMA-Gütesiegel „Tierhaltung plus“ setzt mit

mehr Bewegungsmöglichkeiten für die Tiere, verstärktem

Fokus auf Kuhkomfort (Kuhbürste) und

Tiergesundheit höhere Standards in der Milchviehhaltung

als gesetzlich vorgeschrieben. Das Siegel

entspricht der Haltungsform 2 „Stallhaltung Plus“ im

deutschen Lebensmittelhandel. Durch unabhängige

Kontrollen und tierärztliche Betreuung signalisieren

landwirtschaftliche Betriebe mit dem Siegel ihre

Verpflichtung zu höheren Tierhaltungsstandards.

Betriebe mit dem AMA-Gütesiegel „Tierhaltung

plus Außenklima“ bieten den Kühen zusätzliche

Bewegungsfreiheit und Zugang zum Außenklima.

Voraussetzung dafür ist die Haltung in Laufställen

mit mindestens 120 Tagen Weidegang, ganzjährig

nutzbaren Laufhöfen oder Offenfrontlaufställen mit

ständigem Zugang zu frischer Luft. Im deutschen

Lebensmittelhandel wird dies als Haltungsform 3

„Außenklima“ eingestuft. Durch mehr Bewegungsmöglichkeiten

der Tiere, das Angebot einer

Kuhbürste und den Einsatz von kontrolliertem,

gentechnikfreiem Futter wird eine verbesserte

Lebensqualität für die Tiere und eine nachhaltigere

Lebensmittelproduktion gewährleistet.

Diese beiden neuen AMA-Gütesiegel-Module sind

auf Produkten aus der Milchviehhaltung zu finden.

Konsumenten können diese Siegel auf Verpackungen

von Milchprodukten wie Milch, Käse, Butter

oder Joghurt sehen.

Welche Vorteile hat das? Die AMA-Gütesiegel-Module

„Tierhaltung plus“ und „Tierhaltung plus Außenklima“

stehen für:

> Verbesserte Tierhaltung durch mehr Bewegungsfreiheit

> Erhöhten Kuhkomfort durch Kuhbürsten

> Transparente Kennzeichnung und kontrollierte

Qualität

> Fokus auf europäische Futtermittel

> Ein erweitertes Tiergesundheitsmonitoring


Advertorial

Nachhaltige Proteine

haben Konjunktur

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch in Deutschland lag 2024 bei

rund 21 Kilogramm: ein Anstieg um über 30 Prozent seit dem Jahr 2000.

Fleisch und Alternativen

Geflügel wird laut einer aktuellen Civey-Umfrage von der Gen Z am häufigsten gegessen. Soll es mal kein

Fleisch sein, dann können etwa die veganen „Filets Spicy Herbs“ von Green Legend für Abwechslung sorgen.

Die PHW-Gruppe bietet Konsumenten

hochwertige Geflügelprodukte und

pflanzliche Alternativprodukte an.

Bekannt sind vor allem die Marken

Wiesenhof, Bruzzzler und Green Legend.

Seit 2018 wurde das Geschäftsfeld der

Alternativen Proteinquellen sukzessive

aufgebaut. Dabei wird das Wissen aus

dem Geflügelbereich auf den Bereich

„Plant-based“ übertragen. „Besonders

im Grillbereich profitieren wir von unserem

Know-how. Seit 2022 bieten wir mit

Green Legend Grillprodukte an und erweitern

stetig unser Sortiment mit einer

vielfältigen Auswahl an veganen Filets,

Steaks, Ribs und Spießen. In kürzester

Zeit hat es die Marke geschafft, sich im

Fleischersatzmarkt als ein führender

Anbieter von marinierten Produkten zu

positionieren“, so Dr. Ingo Stryck, Marketing-Geschäftsführer

von Wiesenhof.

Diese Zahlen zeigen, dass es sich nicht um

einen kurzfristigen Trend handelt, sondern

eine stabile Entwicklung. Auf der anderen

Seite gibt es den bewussten Verzicht auf Fleisch:

Fleischersatzprodukte werden geschmacklich und

sensorisch immer besser und deshalb auch beliebter.

Gut, dass die PHW-Gruppe schon vor einem

Jahrzehnt neben hochwertigen Geflügelprodukten

mit pflanzlichen Alternativprodukten die Weichen

für den Ernährungsmix der Zukunft gestellt hat.

Wertvolles natürliches Lebensmittel

Doch warum ist Geflügelfleisch so gefragt? Es liefert

viel Protein mit einem vollständigen Aminosäureprofil,

ist leicht verdaulich und vitamin- und mineralstoffreich.

Außerdem ist es sehr fettarm, was sich

positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt.

Diese Zusammensetzung macht Geflügelfleisch zu

einem der wertvollsten natürlichen Lebensmittel

überhaupt.

Gerade auch unter jungen Erwachsenen hat gesundes

Essen einen hohen Stellenwert. Geflügel

ist laut einer Civey-Umfrage das mit Abstand beliebteste

Fleisch bei der Generation Z. Diese legt

Wert auf Geschmack und eine einfache Zubereitung.

80 Prozent essen Hähnchen, Pute und Co.

mindestens einmal in der Woche, 70 Prozent der befragten

jungen Erwachsenen stufen Geflügelfleisch als

bedeutsam für eine gesunde Ernährung ein, und 30

Prozent der Befragten der Gen Z wollen in den kommenden

zwei Jahren noch mehr Geflügelfleisch essen.

Effiziente Nahrungsmittelproduktion

Zudem wird Geflügel in der „Planetary Health Diet“

ausdrücklich bevorzugt. Aktuell hat eine Gruppe

internationaler Wissenschaftler die Gesamtbelastung

von tierischen Produkten auf die Umwelt anhand

u. a. von Treibhausgasemissionen, der Nutzung

von Süßwasser, überschüssigen Nährstoffen und

der Störung von Lebensräumen betrachtet. Das

auffälligste Ergebnis dieser Analyse sind die großen

Unterschiede in der Effizienz der Nahrungsmittelproduktion.

Geflügel hat eine sehr gute Futterverwertungsrate.

Es wird daher vergleichsweise wenig

Futter benötigt – und damit auch wenig Wasser, um

dieses Futter zu erzeugen. Für die Haltung wird recht

wenig Fläche in der Landschaft in Anspruch genommen.

Auch in der CO2-Belastung zeigt die Geflügelerzeugung

sehr niedrige Werte. Die wissenschaftliche

Studie wurde im angesehenen Magazin Nature

veröffentlicht (Nature Sustainability, Volume 5,

Dezember 2022, S. 1027–1039).


Nachhaltigkeit, die man

schmecken kann

Wagner Pizza setzt auf Grünstrom, nachhaltige Rohstoffe und umweltfreundliche

Verpackungen – für eine bessere Klimabilanz und Zukunft.

Advertorial

Reichhaltiges Sortiment

Die Original Wagner Pizza GmbH ist

einer der größten Hersteller von Tiefkühlpizzen

in Europa. In Deutschland

erreicht der Pizza-Spezialist einen

Umsatzmarktanteil im Bereich TK-Pizza

von rund 25 Prozent (Quelle: NielsenIQ,

YTD 29/12/24). Im saarländischen Nonnweiler

arbeiten ca. 1.400 Mitarbeiter an

der Zufriedenheit der Wagner-Kunden.

Das Original Wagner-Sortiment reicht

von der Premiumpizza Creazione über

den Klassiker Steinofen Pizza, Piccolinis,

Brezel Pizza, Piccolinis Brezel, Flammkuchen,

Pizzies, Big City und Die Backfrische

bis hin zum Ofenbrot Rustipani.

Das Portfolio des Unternehmens umfasst

auch vegetarische und vegane Alternativen.

Ein Großteil des Strombedarfs wird bei Original Wagner Pizza über Windenergie gedeckt. Seit 2024 kommt der

eingesetzte Grünstrom aus einem Windpark, der sich in direkter Nachbarschaft des Werkes befindet.

Seit 2018 misst Original Wagner Pizza jährlich

den Corporate Carbon Footprint (CCF) und

verfolgt das Ziel, den CO2-Ausstoß kontinuierlich

zu reduzieren. Das Unternehmen produziert

bereits zu 100 Prozent mit Grünstrom, wodurch

jährlich etwa 18.000 Tonnen CO2 eingespart werden

– ein Ausgleich, der dem CO2-Bindungspotenzial

von circa 1.440.000 Bäumen entspricht.

2024 konnte man einen weiteren bedeutenden

Meilenstein erzielen und erhält einen Teil seines

Grünstroms per Direktlieferung aus der Nachbarschaft:

Die drei Windräder im nur wenige Kilometer

vom Wagner-Werk entfernten Windpark Nohfelden-

Eisen drehen sich seit Sommer 2024 fast ausschließlich

für Wagner. Das ist ist ökologisch sinnvoll, da

lange Übertragungswege und damit verbundene

Energieverluste vermieden werden. Das Stromnetz

wird entlastet, die Effizienz der Nutzung gesteigert.

Nachhaltiger Fischfang und Anbau

Für seine Pizzen verwendet Wagner ausschließlich

Thunfisch aus MSC-zertifiziertem Fischfang. Das

MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) steht für

nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei. Der

verwendete Lachs stammt aus ASC-zertifizierten

Aquakulturen, die ebenfalls umweltfreundliche

und sozial verantwortliche Standards erfüllen.

Zudem werden für die Produktion ausschließlich

sonnengereifte Freilandtomaten aus dem Mittelmeerraum

verwendet. Zusammen mit Partnern

wird die Biodiversität gefördert, etwa durch das

Anpflanzen von Bäumen und Hecken rund um

die Anbauflächen. Zudem wird beim Anbau das

wassersparende Tröpfchenbewässerungssystem

genutzt. Der Transport der Tomaten erfolgt überwiegend

klimafreundlich per Bahn.

Einsatz für eine „Klima-Milchfarm“

Um die Klimabilanz der für den Mozzarella benötigten

Milch zu verbessern, unterstützt Wagner

eine „Klima-Milchfarm“ in Nordhessen. Hier wird

mit Wissenschaftlern der Hochschule Nürtingen-

Geislingen erprobt, wie Milch klimafreundlicher

produziert werden kann. Das umfasst Maßnahmen

wie spezielles, klimafreundliches Futter für die

Kühe, bodenschonende Landwirtschaftsmethoden

und ein verbessertes Gülle-Management, um die

Methanemissionen zu reduzieren.

Die Kartonverpackungen sind zu 99 Prozent recycelbar,

die Plastikfolie, die die Pizzen schützt, zu

100 Prozent. Diese Maßnahmen wurden von cyclos-

HTP, einem unabhängigen Prüfinstitut, bestätigt.


Ursprünglicher Geschmack,

nachhaltig verpackt

Verbraucher, die die Schwarzwaldmilch Bio-Heumilch schätzen, können

mittlerweile auch zur Braunglas-Mehrwegflasche greifen.

Advertorial

Heimat zum Genießen

Vor über 90 Jahren von den heimischen

Milcherzeugern gegründet, ist Schwarzwaldmilch

bis heute genossenschaftlich

getragen. Fest verwurzelt im Südwesten

Deutschlands hat man es sich zur Aufgabe

gemacht, die kostbare Rohmilch zu

besonders hochwertigen Genießerprodukten

zu veredeln. Schwarzwaldmilch

ist unter den Markenherstellern u.a.

nationaler Marktführer in den Kategorien

Bio-Trinkmilch, Weide Trinkmilch,

Protein Trinkmilch und in der Weißen

Linie lactosefrei. Die Milch stammt ausschließlich

von den Kühen der genossenschaftlichen

Milcherzeuger. Die Höfe

liegen zum Großteil inmitten der unverwechselbaren

Landschaft des Schwarzwaldes

mit seinen Weiden, Bergwiesen

und Wäldern. In der Molkerei in Freiburg

werden die einzigartigen Schwarzwaldmilch-Produkte

hergestellt – unter dem

Motto „Heimat zum Genießen“.

Regional stark verwurzelt: Sitz der Molkerei

von Schwarzwaldmilch ist Freiburg.

Mehr Geschmack für umweltbewusste Genießer:

Mit der frischen Bio Heumilch mit

3,8 Prozent Fett in der Ein-Liter-Braunglas-

Mehrwegflasche hat Schwarzwaldmilch, führende

Marke für Bio-Heumilch in Deutschland, ihr beliebtes

Bio-Heumilch-Sortiment im November letzten

Jahres um ein Produkt erweitert, das Genuss und

Nachhaltigkeit vereint. Die frische Bio-Heumilch

ist nicht homogenisiert und rahmt daher natürlich

auf. Dank der traditionellen Fütterung der Kühe

werden zudem die höchsten natürlichen Anteile

an Omega-3-Fettsäuren in der Milch erreicht. Das

Ergebnis: Ob pur, im Kaffee oder Müsli – das Neuprodukt

sorgt für einen besonders ursprünglichen

und natürlichen Genuss mit einem vollmundigen

Geschmack. Verpackt in einer umweltfreundlichen

Braunglas-Mehrwegflasche, eignet es sich bestens

für Genießer, die Wert auf einen ursprünglichen,

natürlichen Geschmack, nachhaltige Verpackung

und höchste Produktqualität legen.

Traditionelle Fütterung

Die frische Bio-Heumilch zeichnet

sich durch ihre eindeutige, regionale

Herkunft und ihre besondere Qualität

aus. Die einzigartige, regionale

Heumilch wird nach der ursprünglichsten

Form der Milcherzeugung

gewonnen und stammt von den

zertifizierten Bioland-Heumilch-

Bauern der Schwarzwaldmilch.

Im Sommer stehen die Heumilch-Kühe

auf saftigen, kräuterreichen

Weiden. Neben

dem frischen Weidegras im

Sommer werden sie über das

ganze Jahr mit Heu gefüttert.

Ergänzend dazu gibt es – je

nach Bedarf – Bio-Getreide

und Bio-Kraftfutter. Diese

traditionelle Fütterung, bei

der auf Silage verzichtet wird,

verleiht der Heumilch ihren

einzigartigen, vollmundigen

Geschmack und sorgt für die

höchsten natürlichen Anteile an

Omega-3-Fettsäuren in der Milch. Die Bio Heumilch

entspricht den strengen Bioland-Richtlinien und

trägt das EU-Gütesiegel „garantiert traditionelle

Spezialität“, das die traditionelle Herstellungsmethode

auszeichnet.

Die schonende und naturnahe Wirtschaftsweise

der Heumilch-Bauern fördert die Artenvielfalt

und trägt wesentlich zum Erhalt der einzigartigen

Kulturlandschaft bei. Darüber hinaus ist die Entscheidung

für die nachhaltige Ein-Liter-Braunglas-

Mehrwegflasche ein weiterer Schritt in Richtung

einer nachhaltigen Zukunft, da durch die Braunglas-

Mehrwegflasche Verpackungsmüll reduziert wird.

Zugunsten der Biodiversität

Übrigens haben die Weide- und Waldflächen der

Schwarzwaldmilch-Erzeuger generell einen positiven

Einfluss auf die Biodiversität und tragen

maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Mit

Weidehaltung geht die Offenhaltung von Flächen

einher – was wiederum Voraussetzung dafür

ist, dass sich bestimmte Arten ansiedeln

und überleben können.

Daher legt Schwarzwaldmilch gemeinsam

mit seinen über 800 Milcherzeugern

großen Wert auf die naturnahe

Bewirtschaftung des Bodens.

Die weidenden Milchkühe sorgen für

eine offene Landschaft und damit

für die äußerst abwechslungsreichen

Lebensräume, die die

Menschen so schätzen.

Darauf zahlen auch die Zertifizierungen

wie Bioland und

„Ohne Gentechnik“ sowie das

Verbot von Glyphosat ein. Auf

diese Weise haben Wildpflanzen

Bestand, die Lebensraum

für Insekten bieten, die wiederum

Hauptnahrung für andere

Tiere wie etwa Vögel sind.

Die frische Bio-Heumilch mit

3,8 Prozent Fett gibt es nun

auch in der umweltfreundlichen

Ein-Liter-Braunglas-

Mehrwegflasche.


Verantwortungsvoll und

zukunftsorientiert

Mestemacher aus Gütersloh produziert vegane und vegetarische Brotund

Backwaren – für eine gesundheits- und klimabewusste Ernährung.

Advertorial

Die Familienbäckereigruppe

Mestemacher wurde 1871 in Gütersloh

gegründet. Die Familienbäckereigruppe

produziert und vertreibt eine umfangreiche

Auswahl an SB-verpackten,

natürlich pasteurisierten Brot- und

Backwaren sowie internationale Brotspezialitäten.

Als weltweit führender

Anbieter von verpackten Vollkornbroten

und Westfälischem Pumpernickel exportiert

die Spezialbrotbäckerei in über

80 Länder weltweit. Die nachhaltige Produktion

von Brot- und Backwaren sowie

das Engagement für eine gesundheitsund

klimabewusste Ernährung nehmen

beim Unternehmen einen wichtigen

Stellenwert ein.

Die Mestemacher GmbH legt großen Wert

auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, um

einen Beitrag zur Sicherung einer lebenswerten

Zukunft für kommende Generationen zu

leisten. Dabei werden soziale, ökologische und

ökonomische Aspekte bei den verschiedenen

Maßnahmen berücksichtigt – angefangen bei der

sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe über die Evaluierung

möglicher Verpackungsoptimierungen

bis hin zur Verbesserung der Produktionsprozesse

und Steigerung der Energieeffizienz.

Ware mit einer langen Haltbarkeit

Ein zentraler Fokus ist die Minimierung von Lebensmittelverschwendung

durch die Herstellung

von lang haltbaren Broten. Durch ein spezielles

Pasteurisierungsverfahren bleiben die Brote ungeöffnet

mindestens sechs Monate genussfrisch.

In der Brotdose beträgt die Haltbarkeit sogar bis

zu einem Jahr. Dadurch können Verbraucher die

Brote länger lagern, was zur Verringerung von Lebensmittelabfällen

beiträgt.

Weitere wichtige Aspekte sind die Nutzung eines

eigenen Roggen-Silos und die Verwendung einer

hauseigenen Mühle, in der der Roggen vor dem

Backprozess just in time frisch gemahlen wird. Dies

bewahrt wertvolle Inhaltsstoffe des Getreides – ein

klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen Mehlsorten.

Darüber hinaus gehören die Brote von Mestemacher

zu den ersten Produkten in Deutschland,

die freiwillig mit dem Nutri-Score gekennzeichnet

wurden. Und ausgewählte Produkte werden

sogar von der Deutschen Diabetes-

Hilfe e. V. empfohlen.

Zur Steigerung der Energieeffizienz

setzt Mestemacher auf moderne

Technologien. Dazu gehört etwa der Einsatz eines

Blockheizkraftwerks (BHKW). Dieses arbeitet nach

dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, bei der

gleichzeitig Strom sowie nutzbare Wärme erzeugt

werden. Durch die Nutzung der anfallenden Abwärme

erhöht sich der Gesamtwirkungsgrad der

Energieumwandlung erheblich. Dies trägt dazu bei,

CO2-Emissionen zu senken. Insofern ist das BHKW

ein nachhaltiges Element im Energiemanagement

von Mestemacher, das zur umweltschonenden

Produktion beiträgt. Auch die Ladeinfrastruktur

für E-Autos auf dem Firmengelände wurde ausgebaut

– aktuell stehen 13 Ladesäulen mit insgesamt

22 Ladepunkten zur Verfügung.

Stärkung des ökologischen Landbaus

Seit 1985 engagiert sich Mestemacher aktiv für die

ökologische Landwirtschaft. Durch die Unterstützung

von Öko-Landwirten trägt das Unternehmen

zum Erhalt und zur Stärkung des ökologischen

Landbaus bei. Mestemacher ist darüber hinaus

Pionier der Förderung der Geschlechtergleichstellung

sowie der Vereinbarkeit von Beruf und

Familie und ist Mitglied der Organisation SEDEX,

die sich dafür einsetzt, die Arbeitsbedingungen in

globalen Lieferketten zu verbessern.

Durch all diese Maßnahmen trägt Mestemacher zum

Umweltschutz bei und setzt sich für eine nachhaltige

Produktion von Brot- und Backwaren sowie eine

gesundheits- und klimabewusste Ernährung ein.

Neu im vielfältigen Mestemacher-Sortiment

ist das „Bio Unser Pures Toastbrötchen“.

„Bio Unser Pures“ ist genauso wie

„Bio Unser Pures Toastbrötchen“

mit Nutri-Score A gekennzeichnet

und von der Deutschen Diabetes-

Hilfe e. V. empfohlen. Übrigens

veröffentlicht Mestemacher regelmäßig

neue, inspirierende Rezeptideen

für seine Produke.


Mit Blick auf die gesamte

Wertschöpfungskette

Advertorial

Lorenz verbindet die Lebensfreude, die in den Snackmarken steckt, mit der

Verantwortung für Mensch und Umwelt – im Sinne der Nachhaltigkeit.

Nachhaltig genießen

Lorenz ist ein unabhängiges Familienunternehmen,

das mit rund 3.000 Mitarbeitern

zu den führenden Anbietern im

europäischen Snackmarkt gehört. Das

Sortiment umfasst unter anderem Kartoffelchips,

Erdnussflips, Salzstangen,

Cracker sowie Nüsse. Bekannte Marken

wie z. B. Crunchips, ErdnußLocken, Saltletts,

NicNac’s und Naturals begeistern

die Konsumenten ebenso wie Innovationen,

z. B. die Saltletts PausenCracker.

Als Familienunternehmen denkt Lorenz

seit jeher langfristig und übernimmt Verantwortung

für die hohe Qualität seiner

Produkte sowie für seine nachhaltige

und wirtschaftliche Entwicklung. Bis

2050 will das Unternehmen entlang der

gesamten Wertschöpfungskette Netto-

Null-Treibhausgasemissionen erreichen.

Genuss, Lebensfreude und Verantwortung

sollen miteinander in Einklang stehen.

Die nachhaltige Entwicklung vorantreiben: Das umfasst neben der Förderung von regenerativen Maßnahmen

im Kartoffelanbau etwa auch den Erhalt der Artenvielfalt. So schaffen Blühstreifen Lebensraum für Insekten.

Ein besonderer Meilenstein war die Bestätigung

der Klimaziele Ende 2023 durch die Science

Based Targets initiative. Bereits im Jahr 2022

war die Lorenz Gruppe der Science Based Targets

Initiative (SBTi) beigetreten und hat sich verpflichtet,

Treibhausgasemissionen im Einklang mit der

Klimawissenschaft zu reduzieren. Damit ist Lorenz

eines der ersten Unternehmen seiner Branche,

das sich neben den klassischen Reduktionszielen

zusätzlich Reduktionsziele im landwirtschaftlichen

Bereich und ein langfristiges Netto-Null-Ziel gesetzt

hat. Bis 2050 will man entlang der gesamten

Wertschöpfungskette Netto-Null-Treibhausgasemissionen

erreichen.

Vielfältige Handlungsfelder

Mit einem Projekt zur Förderung regenerativer

Maßnahmen im Kartoffelanbau hat Lorenz 2023

bereits eine wichtige Weiche gestellt, um die verabschiedeten

Klimaziele zu erreichen. Landwirte

werden dabei unterstützt, regenerative landwirtschaftliche

Methoden anzuwenden mit dem

Ziel, die Bodengesundheit zu fördern und CO2-

Emissionen zu senken .

Zudem setzt das Nachhaltigkeitsengagement direkt

bei den Produkten an. Lorenz arbeitet kontinuierlich

daran, das Snackportfolio unter ernährungsphysiologischen

Aspekten zu verbessern. Auf der Basis

von Empfehlungen renommierter Organisationen

wie der WHO hat man 2023 das „Lorenz Nutrition

Profile“ entwickelt. Das interne Nährstoffprofil

dient als Grundlage dafür, Produkte hinsichtlich

ernährungsrelevanter Inhaltsstoffe und Nährstoffe

zu bewerten: bei der Entwicklung neuer Produkte

sowie der Weiterentwicklung bestehender Rezepturen.

Ein zentrales Thema: die Reduktion von Salz.

So soll der Salzgehalt im gesamten Produktportfolio

bis 2025 um 15 Prozent gegenüber dem Basisjahr

2019 reduziert werden. 2023 erfüllten bereits

94 Prozent der Neuprodukte diese Anforderung: Im

Durchschnitt erhielten sie mindestens 15 Prozent

weniger Salz als der jeweilige Markendurchschnitt.

Die Aktivitäten in den sieben Handlungsfeldern

Gesundheit und Ernährung, Verpackung, verantwortungsvolle

Beschaffung, Klima und Ressourcen,

regenerative Landwirtschaft, gesellschaftliches Engagement

und Mitarbeiter haben ein gemeinsames

Ziel: „Wir wollen die unbeschwerte Lebensfreude,

die in unseren Marken steckt, mit unserer Verantwortung

für Mensch und Umwelt verbinden“, so CEO

Moritz Bahlsen. „Dafür müssen wir Nachhaltigkeit in

unsere gesamte Wertschöpfungskette integrieren.“


Sortiment

Chilled Food/Fertiggerichte

Text: Inka Stonjek

Bequeme Lösungen für

höchste Ansprüche

Wer Hunger hat, muss nicht zwingend selbst kochen. Die Hersteller bieten eine große Auswahl

an convenienten Lebensmitteln und Gerichten für jeden Geschmack, Anlass und Ernährungstyp.

Im Trend liegen Produkte, die gesund sind und den Eindruck „wie selbstgemacht“ vermitteln.

46 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


:

VERKAUFSTIPPS

Inka Rosini

Marketingleiterin Marke bei Hilcona

FAST 15 PROZENT

weniger Absatz haben 2024

Suppen verzeichnet, die damit zu den

Verlierern unter den Nassfertigprodukten

gehören. Ihr Umsatz sank um 3 Prozent.

Quelle: Nielsen IQ

„Mehrere Kontaktpunkte entlang der

Customer Journey fördern den Absatz,

zum Beispiel durch eine Verzahnung

von (digitalen) Handzettelaktionen

oder Coupons mit Zweitplatzierungen.

Im Frischebereich eignen sich Cabriotruhen,

die durch Topschilder auf Aktionen

oder Produkte hinweisen. Pesto und

Parmesankäse bei der gekühlten Pasta

erleichtern die Kaufentscheidung und

forcieren Verbundkäufe.“

Walter Bauer

Vertriebsleiter bei Settele

Jeder dritte Deutsche verwendet mindestens

ein Mal in der Woche Convenience-Produkte,

zum Beispiel solche,

die nur noch aufgewärmt werden müssen.

Häufige Gründe dafür sind fehlende Zeit

oder Energie zum Selbstkochen (50 %) und

der Wunsch nach einer schnellen Mahlzeit

im Alltag (48 %). Zu diesem Ergebnis kommt

eine repräsentative Verbraucherbefragung,

die das Marktforschungsinstitut Innofact für

das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) im Juni

2024 durchgeführt hat.

Bei TK hat Pizza die Nase vorn

Die Befragung zeigt auch: Fertiggerichte zum

Erhitzen oder Auftauen aus der Tiefkühlabteilung

gehören zu den beliebtesten Produkten

und werden signifikant häufiger gekauft als

solche aus der Kühlung oder als Tüten- und

Dosenfertigprodukte. Dabei gab es entsprechenden

Bedarf an schnell zubereitbaren

Produkten schon immer, doch die Pandemie

hat die Begeisterung enorm befeuert. 2023 hat

sich der Absatz im Vergleich zum Vor-Corona-

Jahr 2019 um 6,5 Prozent (2019: 1,861 Millionen

Tonnen) erhöht, geht aus den Zahlen des

Deutschen Tiefkühlinstituts hervor. Während

TK-Produkte zum Selberkochen in diesem

Zeitraum nur um 3,5 Prozent gewachsen sind

(2019: 873.143 Tonnen), hat sich der Bereich Fix

& Fertig seitdem um 11,6 Prozent entwickelt

(2019: 719.396 Tonnen). Eine interessante Entwicklung

zeigen die Pizzen und Fertiggerichte:

Nachdem Fertiggerichte von 2019 auf 2020

an den Pizzen vorbeigezogen sind (Pizza:

+ 5,8 %, Gerichte: + 11,2 %), hat seitdem wieder

Pizza die Nase vorn und von 2020 auf 2021 um

2,6 Prozent (Gerichte: + 0,9 %), von 2021 auf

2022 um 0,4 Prozent (Gerichte: – 2,4 %) und

von 2022 auf 2023 um 2,7 Prozent (Gerichte:

+ 1,7 %) zugelegt.

Um den Vorsprung weiterhin zu halten, sorgen

die Pizzabäcker immer wieder mit neuen

Produkten für Kaufimpulse. Ab März verstärkt

Dr. Oetker das Sortiment mit den La Mia

Familia Pizzabroten aus 19 kleinen Brötchen.

Die sind im Steinofen vorgebacken und eignen

sich ideal als Beilage zu Suppe, Salat sowie zu

verschiedenen Anlässen. Die Sorte „Vier Käse“

ist mit einer Creme aus Cheddar, Provolone,

Emmentaler und Crème fraîche gefüllt, die

Sorte „Tomate & Paprika“ mit Tomate, Paprika,

Joghurt und Crème fraîche. Wagner erweitert

das Sortiment der Piccolinis Brezel um die

Variante Tomate-Käse. Außerdem wird die

Piccolinis Brezel Rustikal in Piccolinis Brezel

Herzhaft umbenannt und bekommt eine neue

Rezeptur: Die bewährte Kombi aus Mozzarella,

Edamer und geräuchertem Schweinebauch

wird durch würzige frittierte Zwiebel

ergänzt und sorgt so für einen herzhafteren

Geschmack.

Convenience aus dem Kühlregal

Auch im Kühlregal hält der Pandemieeffekt

weiterhin an. „Corona hat frischen Teigwaren

ein enormes Umsatzwachstum

„Stärkere Inszenierung von Regionalität

und Tradition setzt neue Kaufanreize.

Storytelling am PoS, Verkostungen und

Aktionen rund um das schnell zubereitete

Produkt helfen, das Bewusstsein für

hochwertige Convenience-Produkte zu

schärfen. Auch innovative Platzierungen,

etwa in Kühlboxen für spontane Mitnahmeprodukte

oder in thematischen

Genusswelten, haben Potenzial.“

Boris Bauer

Vertriebs- und Marketingleiter bei Bürger

„Wir schaffen Kaufanregungen mit aufmerksamkeitsstarken

Promotions und

Aktionsprodukten. Zudem haben wir ein

gutes Netzwerk an erfahrenen Außendienstmitarbeitern,

die mit unseren

Handelspartnern zusammenarbeiten

und bei Bedarf Erlebnisplatzierungen

betreuen. Impulse können Händler auch

mit QR-Codes am PoS setzen, die zu Rezepten,

Zubereitungstipps oder Videos

verlinken.“

www.rundschau.de

47


Sortiment

Chilled Food/Fertiggerichte

Wir gehen davon aus, dass sich hochwertige frische

Pasta als schnelle Genusslösung auch künftig

wachsender Beliebtheit bei Verbrauchern erfreut

und sich der Markt weiterhin positiv entwickelt.

Inka Rosini

Marketingleiterin Marke bei Hilcona

beschert, das im Jahr 2021 gehalten hat

und seitdem kontinuierlich gewachsen

ist“, sagt Norbert Gottschling. Er ist in den

fünf Edeka-Märkten von Jens Gebauer für die

Warengruppe zuständig und verzeichnet seitdem

zweistellige Umsatzraten. 2022 legte das

Sortiment bei ihm im Vergleich zum Vorjahr

um rund 13 Prozent zu, 2023 um 38 Prozent

und 2024 um weitere 39 Prozent. Damit entwickeln

sich die frischen Teigwaren bei ihm

deutlich stärker als der Gesamtmarkt: Den

Marktforschungszahlen von Nielsen IQ zufolge

haben sie im Jahr 2024 absatz- und umsatzmäßig

nur um je sieben Prozent zugelegt.

Sein Beispiel beweist, wie Händler mit einer

konsequenten Anpassung des Sortiments auf

die Bedürfnisse des Kundenstamms eingehen

können. Dazu gehört, sowohl die Kaufkraft

der Kunden als auch ihre Vorlieben für lokale

Marken und vertraute Geschmacksrichtungen

zu berücksichtigten. So hebt Gottschling beispielsweise

die Produkte von Bürger als lokale

Ankermarke gezielt hervor. Der Hersteller

mit Sitz in Ditzingen sieht einen großen Trend

bei veganen Produkten und weitet das Angebot

kontinuierlich aus. Vegetarisch sind

die neuen Thai-Maultaschen, während über

die kommende Gnocchi-Neuheit noch nichts

verraten wird. Die Herausforderung ist, die

eigene Marke so attraktiv zu halten, dass die

Konsumenten weiterhin zugreifen und nicht

auf günstigere Alternativen ausweichen.

Im Hause Henglein sieht man ganz ähnliche

Trends. „Die Nachfrage nach Produkten, mit

denen man sich in kurzer Zeit eine vollständige

Mahlzeit ohne großen Aufwand zubereiten

kann, wächst kontinuierlich“, sagt Viola Henglein,

als Geschäftsführerin für das Marketing

und den Vertrieb bei Henglein zuständig.

Wichtig sei jedoch, dass die Produkte einem

hohen qualitativen Anspruch genügen: „Die

Bedeutung von vegan, frei-von, salzreduziert

und hochwertigen Zutaten wächst“, ergänzt

sie. Diese Aussage können die Macher von

Hilcona nur bestätigen: „Der Trend geht zu

bequemen Genusslösungen mit einem Anspruch

an Qualität, Wertigkeit und Frische.

Beim Frischepasta-Kauf sind die treibenden

Faktoren Geschmack, Qualität, Zutaten und

eine einfache, schnelle Zubereitung, die den

Kochalltag erleichtert“, sagt Inka Rosini, dort

als Marketingleiterin für den Bereich Marke

zuständig.

Ein Gefühl wie hausgemacht

Die Erfolgsgeschichte von Chilled Food hat

auch viel mit dem veränderten Image dieser

BÜRGER

Die Thai-Maultaschen (300 g) mit Curry

und Mango sind mit Frühlingszwiebeln,

Weißkohl, Mungobohnenkeimlingen,

Lauch, Karotten und Paprika gefüllt und

passend gewürzt. UVP 2,19 Euro.

HENGLEIN

Der Pinsateig besteht aus einem Mix aus

Weizen-, Reis- und Kichererbsenmehl

sowie getrocknetem Weizensauerteig. Er

wird nur entrollt, mit Tomatensoße bestrichen

und bei 210°C Umluft gebacken.

HILCONA

Ab April im Handel erhältlich: Mezzelune

Ricotta di Bufala & Limone, die bis

August erhältlich sein werden. Der fein

bemehlte, extradünne Teig ist mit

Büffelmilch-Ricotta und Zitrone gefüllt.

SETTELE

Die Chili-Maultaschen sind mit Chili-

Cheese-Sauce und Jalapeños gefüllt und

in wenigen Minuten zubereitet. Schärfegrad

drei von fünf. Ohne Geschmacksverstärker/Konservierungsstoffe.

Fotos: RUNDSCHAU/ Kausch

48 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


_

INFO

△ Conveniente Snackingprodukte, ob für den Verzehr zu Hause oder unterwegs, sind bei den

Konsumenten seit Jahren zunehmend beliebt.

Lebensmittel zu tun. Früher haben Verbraucher

entweder selbst gekocht oder auf Convenience-Produkte

zurückgegriffen, heute

gibt es dieses Entweder-Oder nicht mehr. Mit

geschickten Marketingstrategien haben die

Hersteller erreicht, dass auch conveniente Produkte

das Image des Selbstgemachten erfüllen.

So sieht sich Henglein beispielweise nicht als

Anbieter klassischer Fertigprodukte, sondern

vermittelt „Kreativität in der Zubereitung und

das Gefühl des Selbstgekochten“, erklärt Viola

Henglein. Deshalb lassen die Hersteller den

Verbrauchern immer gerne noch etwas zu

tun: So muss man beispielsweise den neuen

Pinsateig des Unternehmens noch entrollen,

mit Tomatensoße bestreichen und backen.

Auch bei Hilcona ist der „Wie handgemacht“-

Faktor ein Erfolgskriterium. „Das Gefühl

basiert auf dem extradünnen, fein bemehlten

Teig und dem hohen Füllungsanteil der Ravioli

und Mezzelune. Zudem stellt die individuelle

Gargrad-Bestimmung beim Kochen einen

USP der Originale-Range dar“, erklärt Inka

Rosini. Eine große Markenoffensive startet

Steinhaus zu Beginn des zweiten Quartals.

In diesem Zuge stattet das Unternehmen die

Pastaklassiker aus der Rustica-Range mit

einem frischen Verpackungsdesign aus und

führt außerdem drei neue Sorten ein: „Vier

Käse“ mit Ricotta, Grana Padano, Mozzarella

und Gorgonzola, „Pasta Rustica Salsiccia“ mit

der gleichnamigen italienischen Wurstspezialität

und Rindfleisch, Tomaten und einer

leichten Fenchelnote sowie die Pesto-gefüllte

„Pasta Rustica Basilikum Pesto“. Wie die bestehenden

Klassiker haben auch die neuen

Artikel einen handwerklichen Look und sind

mit Mehl bestäubt.

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Unterschiedliche Präferenzen

Laut der Heristo-Studie „Generationenbarometer

Food – So essen Jung

und Alt in Deutschland“ sind Männern

bei Lebensmitteln Aspekte wie

längere Haltbarkeit und schnellere

Zubereitung, die für Fertiggerichte

sprechen, deutlich wichtiger als

Frauen. Umgekehrt legen Frauen

mehr Wert auf Frische, Natürlichkeit

oder den Verzicht auf Konservierungsstoffe.

Vor allem ältere Generationen

haben stärkere Vorbehalte

gegen Fertiggerichte in Bezug auf

Nährwerte und Zusatzstoffe. Heristo

sieht hier Potenzial für Hersteller

– bei Rezepturen und Konzepten,

die auf diese Bedürfnisse eingehen,

sowie bei der Kommunikation.

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henglein

In die Pfanne, fertig, los!

HENGLEIN Pasta in 2 Minuten!

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Sortiment

Brot und Backwaren

Text: Martina Kausch

The Taste of USA legt zu

Wer eine saftige Mahlzeit zum Reinbeißen sucht, ist bei Burger, Hotdog und Co. richtig. Die unzähligen Varianten und

Zutaten dafür bieten Umsatzpotenzial – mittlerweile auch in Bio-, vegetarischen und veganen Spielarten.

Woher stammt er nur, der Burger,

der so viele Konsumenten in

wirklichen oder gefühlten Notsituationen

vor dem Hungertod

rettet? Und der aktuell so beliebt ist, dass

Hersteller ihr Burgerbrötchen-Angebot mit

neuen Bun-Varianten erweitern? Fest steht:

Allein Lieken verkaufte 2024 (laut Nielsen)

über 980.000 Packungen Golden Toast Burger

Buns – und fest steht auch: Die Wiege des

Burgers hat wohl etwas mit Hamburg zu tun.

Von Hamburg zum Burger

Von Hamburg aus fuhren die ersten Auswanderer

in Richtung Amerika, eine Hackfleisch-

frikadelle auf einem Weizenbrötchen mit

Bratensoße bildete den Vorläufer des Burgers.

„Rundstück warm“ heißt ein warmes belegtes

Brötchen in der Hansestadt bekanntlich. Und

auch als Kurzwort für gebratenes Hackfleisch

(auf englisch: Hamburger Steak) ist „Ham“ bekannt.

Wer etwas geschichtlich forscht, wird

in einem Kochbuch aus dem Jahre 1758 fündig.

In der Ausgabe des Buches „The Art of Cookery

Made Plain and Easy“ von Hannah Glasse wird

in einem Rezept mit dem Titel „Hamburgh

sausage“ vorgeschlagen, die Wurst „geröstet

mit geröstetem Brot darunter“ zu servieren.

Die früheste Erwähnung des „Hamburger

Steak“ im Oxford English Dictionary stammt

aus dem Jahr 1802, das Rezept beschreibt ein

Gericht aus gesalzenem und geräuchertem

Rinderhackfleisch.

Der Siegeszug nimmt Fahrt auf

Unter den Auswanderern wurde das runde

Brötchen mit gebratenem Hackfleisch immer

beliebter. Cherlie Nagreen soll einer der Ersten

gewesen sein, der im 19. Jahrhundert burgerähnliche

Brötchen mit Hackfleisch-Pattys in

seinem Restaurant verkauft hat. Das wurde

sogar im Bundesstaat Wisconsin per Gesetz

festgehalten. Nach und nach hielten Auflagen

wie Käse, Soße, Zwiebel und anderes Gemüse

in dem Burger Einzug. Bis heute gibt es

Fotos: AdobeStock/ Ingvar Shelly/ jeepbabes/jenifoto ; Unternehmen

50 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


Thema Sandwich und Toast – das ist wichtig

Der fitfortrade-Markentrainer zum Thema

Sandwich und Toast liefert die wichtigsten Infos

nach dem Scannen des QR-Codes.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Sandwich

Toast

_

INFO

Ideen für den Burger

Dutzende von Varianten – vom California-

Burger bis zur Spezialität mit Räucherfisch und

Shrimps, von Fastfood bis zum Edelburger.

Trend zum Brioche-Bun

Kein Wunder also, dass die Brötchengrundlagen

für Burger aus dem SB-Regal im LEH

ganzjährig stark nachgefragt werden. Lieken

hat eine besondere Beziehung und Ausgangsposition

dafür. „Wir profitieren von unserer

jahrzehntelangen Erfahrung in der Herstellung

hochwertiger Burger Buns: Bereits seit

fast 50 Jahren produziert Lieken für strategische

Partner wie McDonald’s – aktuell stellen

wir jährlich rund 20 Kilotonnen Buns her,

was einer Million Buns pro Tag entspricht“,

berichtet Felix Neuberger, Head of Marketing

bei Lieken. Diese Expertise fließe direkt in die

Die Experimentierfreude trägt

dazu bei, dass sich die Burgerkultur

vielseitiger präsentiert.

Felix Neuberger

Head of Marketing, Lieken

Produkte der Golden Toast American-Range

mit ein, zu denen auch die American Hamburger,

American Mega-Burger und American

Hot-Dogs gehören.

Seit Sommer 2024 neu von der Partie sind

die Golden Toast Brioche Burger Buns. Die

leicht süßen Buns mit goldbraun glänzender

Kruste treffen den Nerv der Zeit: Jeder vierte

verkaufte Burger Bun in Deutschland ist mittlerweile

ein Brioche Bun – ein klarer Beweis

für seinen Trendstatus. „Unsere Brioche Buns

bereichern jede Burgerkreation – ob klassisch

mit Fleischpatty, vegetarisch oder vegan belegt.

Die steigende Experimentierfreude der

Verbraucher mit internationalen Rezepturen,

spannenden Toppings und kreativen Soßen hat

dazu beigetragen, dass sich die Burgerkultur

immer vielseitiger präsentiert.

Kaum eine Mahlzeit kann so

variantenreich gestaltet werden wie

der Burger – dementsprechend vielfältig

ist die Zutatenliste. Die beliebtesten

Burgersorten: Cheeseburger,

BBQ-Burger, vegane Burger,

California-Burger (mit Avocado),

Chili-Burger, Buffalo-Burger,

Pastrami-Burger, Steak-Burger.

Zwei Brötchenhälften – das ist die gemeinsame

Grundlage für jedes

Burgerrezept. Als Belag kommen

neben den klassischen Fleischpattys

auch (Räucher-)Fisch, Bacon und

Parmesan, Halloumi und Grillgemüse,

Käse und auch süße Früchte wie

Ananas oder Mango infrage.

Das Soßenangebot ist riesig: Ketchup,

Mayonnaise, Senf, rauchige BBQ-

Soßen, dänische Remoulade oder

klassische Remoulade passen prima

zu Fleisch und Fisch. Avocadocreme,

Hummus oder eine pikante

Tomatensalsa schmecken auf

vegetarischen oder veganen

Burgerkreationen fantastisch.

HARRY-BROT

SCHÄR

LIEKEN

MESTEMACHER

Zwei Sorten von Premium Burger Buns

bringt Harry-Brot in die Regale:

Brioche Burger Brötchen (Abb.) und

Brioche Burger Brötchen Lauge. Jeweils

vier Stück sind in der Packung.

Der Glutenfrei-Spezialist Dr. Schär hat

gluten- und laktosefreie Hamburgerbrötchen

im Angebot. In der

Zwei-Stück-Packung sind sie eine

perfekte Basis für leckere Burger.

Die Golden Toast Burger Brioche Buns

von Lieken sind leicht süß und haben

eine goldbraun glänzende Kruste.

Sowohl zum Frühstück als auch als

(Fleisch-)Patty-Grundlage geeignet.

In Bio-Qualität produziert Mestemacher

die Dinkel Burger Buns zum Aufbacken.

Dinkel ist als Urkorn besonders

reich an Ballaststoffen und Vitaminen.

In der 200-Gramm-Packung.

www.rundschau.de

51


Alles über Brot- und Backwaren

Der fitfortrade-Markentrainer zum Thema

Brot- und Backwaren mit den wichtigsten Infos zur

Warengruppe nach dem Scannen des QR-Codes.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Brot &

Backwaren

Burger-Bundle

Kunden überzeugen durch

Bundle-Pricing: Diese Verkaufsstrategie

funktioniert auch beim

Thema Burger. Buns, Soßen und die

dazu beliebten Feinkostkonserven

wie Gurken und Paprika zusammen

als Paket zu einem günstigen Preis

anzubieten, erleichtert Kunden die

Entscheidung und ist ein Service.

45 %

der Burgeresser in Deutschland

bevorzugen Rindfleisch als Patty,

15 Prozent nehmen gern Hähnchenfleisch,

13 Prozent mögenʼs vegetarisch oder vegan.

Quelle: Statista, Befragung von 2018

Damit die klassischen Pattys für

Kunden gleich in der Nähe zu finden

sind, eignet sich außerdem das

Bundle als Verbundplatzierung

gleich neben dem Kühlregal.

Unsere Buns bieten da die perfekte Basis

für Genussmomente, sei es beim Grillen

oder für schnelle Mahlzeiten im Alltag“, so

Felix Neuberger.

Starke Nachfrage nach Buns

Da die Kunden qualitativ hochwertige Burgerbrötchen

stark nachfragen, reagieren die

Hersteller – auch Harry-Brot und Mestemacher.

Mit der Beschreibung eines innovativen

Knetsystems für hohe Teigqualität, einer extrazarten

Konsistenz des Produkts und einem

besonderen Ofendurchlaufsystem für eine

gleichmäßige Bräunung beim Backen wirbt

▽ Bei einer Fastfood-Party zu Hause sind nicht nur Burger angesagt. Die Zutaten für Hotdogs gehören

ebenfalls aufʼs Büffet – einschließlich Salatblättern, Gemüse(-konserven) und Soßen.

Harry-Brot für seine Neuerungen, die zum

Premium-Burger-Bun-Segment gehören und

eine Alternative zu traditionellen Burgerbrötchen

bieten. Der Absatz von Burger Buns

sei signifikant angestiegen, heißt es aus dem

Haus Harry-Brot. „Unsere neuen Brioche

Burger Brötchen heben den Genuss von traditionellen

Burgern auf ein neues Level. Sie

sprechen Konsumenten von Jung bis Alt an,

die besonderen Wert auf hochwertige Zutaten

und Abwechslung auf dem Teller legen

sowie eine Vorliebe fürs Grillen haben“, sagt

Katharina Frerichs, Marketingleiterin bei

Harry-Brot. „Zudem bringen wir als erster

Hersteller in Deutschland Premium Burger

Buns auf den Markt, die ohne Ethylalkohol

verpackt sind.“ Damit wolle sich Harry-Brot

neue Käufergruppen erschließen – jene, die

bisher aufgrund des eingesetzten Alkohols auf

den Kauf der Produkte verzichteten, so Frerichs.

Die Brioche Burgen Buns sind klassisch

mit leicht süßlicher Geschmacksnote oder

in einer Laugennote-Variante mit Ölsaaten-

Bestreuung zu haben.

Urkorn Dinkel im Burger-Rennen

Mestemacher, „The lifestyle bakery“ aus

Gütersloh, hat bei der Messe Biofach Burger

Buns Dinkel für die LEH-Regale vorgestellt.

Hergestellt werden sie aus Dinkelmehl, dem

Urkorn, das reich an Ballaststoffen, Vitaminen

und Mineralstoffen ist. Die Buns haben

außerdem einen hohen Eiweißgehalt und sind

deswegen für gesundheitsbewusste Burgerliebhaber

eine gute Wahl.

52 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


fitfortrade

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WISSEN AUS

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Die geballte Ladung

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Die Markentrainerboxen 2024/2025 sind ab August lieferbar.

Bei weiteren Fragen:

service@fitfortrade.de


Sortiment

Bio

Text: Sibylle Menzel

Dynamisch und trendy

Die jüngsten Zahlen belegen: Bio entwickelte sich im vergangenen Jahr wieder deutlich dynamischer als der

Lebensmittelmarkt insgesamt. Auf der Biofach 2025 Mitte Februar in Nürnberg zeigten die Akteure, mit welchen

Branchen- und Produkttrends sie die Nachfrage noch weiter ankurbeln werden.

Bio hat 2024 einen neuen Rekord aufgestellt

und sich gegen Inflation

und Konsummüdigkeit behauptet“,

kommentiert Tina Andres, Vorstandsvorsitzende

des Bundes Ökologische

Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die aktuellen

Branchenzahlen. Sie wurden zum Auftakt

der Biofach 2025 in Nürnberg Mitte Februar

bekanntgegeben: Der Umsatz mit Bio-

Lebensmitteln und -Getränken in Deutschland

wuchs 2024 um 5,7 Prozent auf rund

17 Milliarden Euro an. Der Absatz stieg dabei

teilweise mehr als der Umsatz. 97 Prozent aller

Haushalte kauften Bio-Produkte. Aber, räumt

Tina Andres ein, dem starken Marktwachstum

stehe wenig Wachstum an Ökofläche

gegenüber: „Wir sehen die Gefahr, dass der

Handel die steigende Nachfrage nur durch

Importe befriedigen kann. Das wäre eine

vertane Chance für die heimische Land- und

Lebensmittelwirtschaft.“

Mehr Bio-Absatz im LEH

Anders als in vorherigen Jahren haben sich

2024 die Trocken- gegenüber den Frischeprodukten

über alle Verkaufssegmente hinweg

sehr unterschiedlich entwickelt, analysiert

der BÖLW. Demnach zeigte sich das Trocken-

sortiment mit zehn Prozent Umsatzzuwachs

dynamischer als die Frischeprodukte (+ 3 %);

vor allem in der Produktgruppe Obst, Gemüse

und Kartoffeln gab es Einbußen. Dagegen

zeigten Milch- und Molkereiprodukte wieder

deutliche Zuwachsraten.

Im Lebensmitteleinzelhandel, Discount und

den Drogeriemärkten wurden laut BÖLW im

Trockensegment 10,2 Prozent mehr Bio-Produkte

abgesetzt. Die Verkaufspreise mancher

Produkte lagen leicht unter dem hochpreisigen

Vorjahr – bei bestimmten Produkten auch

unterhalb der Preise konventioneller Markenartikler.

Apropos: Als relevanten Branchen-

Fotos: stock.adobe.com/M.Dörr & M.Frommherz; Unternehmen

54 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


_

INFO

Trends der Biofach 2025

Die Biofach-Jury hat fünf zentrale

Produkttrends definiert:

17 MRD.

Euro Umsatz erwirtschafteten

Bio-Lebensmittel und -Getränke im vergangenen

Jahr in Deutschland, ein Plus von 5,7 %. Von 97 %

der Haushalte wurden Bio-Produkte eingekauft.

Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)

Trend 1: Rebelʼs Choice – fernab

gesundheitlicher Aspekte wird

geschlemmt. Der Fokus liegt auf

spannenden Texturen

und Geschmackskombinationen.

Trend 2: Culinary Ease – Bio darf

mit schnell verfügbaren Snacks

und Sattmachern auch

zügig auf den Tisch kommen.

trend lobt die Biofach-Jury „Me, Myself and I“

aus, was auf den Widerspruch im Konsumverhalten

zwischen Idealismus und Hedonismus

anspielt. Genuss und Angebotsvielfalt

stehen demnach für viele Verbraucher im

Vordergrund, gleichzeitig gewinnt die Preissensibilität

zunehmend an Bedeutung; dennoch

bleibt das Bedürfnis nach Transparenz

und Umweltengagement ungebrochen. Ein

Spannungsfeld also, in dem Bio-Marken zu

navigieren haben.

Next Level Plant-based

Der Plant-based-Trend, so die Beobachtung der

Biofach-Jury, erlebt durch bewusst konsumierende

Flexitarier ebenfalls eine dynamische

Entwicklung. Gesundheit wird zum zentralen

Kaufkriterium – gleichzeitig wird das

Geschmackserlebnis entscheidender. Somit

lenken steigende Qualitätsansprüche den Fokus

auf innovative Pflanzenproteine: Tierische

Produkte müssen entweder perfekt imitiert

werden oder es braucht neue, eigenständige

Geschmackserlebnisse, fernab vom Anspruch,

ein Ersatz zu sein, so das Fazit der Jury.

Auch nach Einschätzung der Bio-Akteure

wird die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen

weiter steigen, während Themen wie

Nachhaltigkeit, Transparenz und Klimaschutz

das Interesse an den Produkten weiter vorantreiben,

bestätigt etwa die Bio-Zentrale. Von

Bio-Anbieter Davert kommt der Hinweis, dass

auch der Wunsch nach weniger hoch verarbeiteten

Produkten, somit nach cleanen Rezepturen,

stetig wächst. Den übergeordneten Trends

fügt Viola Bunkowski, Marketingdirektorin

DACH bei der Allos Hof-Manufaktur hinzu:

„Die Bio-Lebensmittelbranche 2025 wird durch

einen Mix aus globalen Geschmackstrends,

Nachhaltigkeit, funktionellem Mehrwert und

Convenience geprägt.“

Die schnelle Bio-Nummer

Schnelle Verfügbarkeit, schneller Konsum

– Themen, die sich in der Bio-Branche verstärken.

Mit Convencience steht der Launch

von Produkten für eine schnelle, in der Zubereitung

unkomplizierte Mahlzeit besonders

im Fokus; wobei sich der Convenience-

Gedanke laut Bauck-Chef Friedemann Wecker

durch alle Produktgruppen hindurchzieht:

„Nicht nur Brote, sondern etwa auch Kuchen

und vor allem Veggie-Mahlzeiten sollten für

viele Menschen möglichst schnell und einfach

zubereitet werden können.“ Followfood

steigt erstmals in den Instantnudel-Markt ein,

ebenfalls mit der klaren Botschaft: „Bio ist für

alle da und muss in jeder Produktkategorie

verfügbar sein.“ Das Angebot reicht, heißt es,

von Biovegan bis hin zum Mahlzeitenersatz

wie etwa Trinkmahlzeiten in Bio-Qualität.

Durch verändertes Konsumverhalten, sagt

Nina Bakker, Marketingleiterin Biomolkerei

Söbbeke, würden auch eine schnelle Verfügbarkeit

und komfortables Einkaufen immer

wichtiger. Damit biete der Selbstbedienungsbereich

ebenfalls Potenzial, gleichzeitig die

Käuferschaft wie die Angebotsvielfalt zu erweitern,

etwa über vorgeschnittene Käsestücke

zur schnellen Mitnahme. ☐

Trend 3: Cheers to every moment –

Der Bio-Markt bietet eine nie dagewesene

Vielfalt an Getränkeoptionen.

Von Klassikern mit oder ohne

Alkohol, fermentiertem Kaffee aus

der Flasche bis zu Mate-Limonade.

Trend 4: Functional Finesse – das

Interesse an funktionalen Lebensmitteln

wächst. Dazu zählen zuckerreduzierte

Lebensmittel mit einem Extra

an Protein, Nahrungsergänzungsmittel

aus Pilzextrakten oder auch

fermentierte Bio-Essenzen.

Trend 5: Vegan en vogue – Verbraucher

suchen nach kompromisslosen

pflanzenbasierten Bio-Geschmackserlebnissen.

Ob Hirsebällchen mit

rauchig-würzigem BBQ-Aroma oder

Brotaufstrich mit Pistaziennote:

Vegan überzeugt mit Vielfalt.

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55


Sortiment

Bio

LITTLE LUNCH

Naturreis, buntes Wokgemüse

wie Karotten, Mungobohnenkeimlinge

und Erbsen: Little Lunch

ergänzt seine Range der pflanzlichen

Bio-Fertiggerichte im Glas

mit der veganen Trendsorte Asia

Reis. Ab April erhältlich.

LA SELVA

PUKKA

Der international beliebte Bio-Tee

Vanilla Chai (Abb.) ist jetzt auch in

Deutschland zu haben. Außerdem

ist die Kräutertee-Selektion neu

bestückt mit den Sorten Supreme

Matcha Green, Zitrone & Ingwer,

Night Time und Drei Minze.

Toskana-Tomate mit gehacktem

Basilikum und Meersalz: Polpa

di pomodoro con basilico (Abb.)

dient als Basis für Pasta und

Pizza. Ebenfalls neu: Bruschetta

fresca di pomodoro aus frisch gewürfelten

Tomaten plus Schale.

PURYA!

Mit Real Meal bringt Purya! zwei

Trinkmahlzeiten in den Sorten

Berry (Abb.) und Kakao auf den

Markt. Das vorportionierte Pulver

zum Anrühren setzt auf den

natürlichen Vitamin- und Mineralstoffgehalt

pflanzlicher Zutaten.

ALB-GOLD

Walznudeln (Abb.), Spätzle,

Drelli, Zöpfli: Die veganen

Bio-Nudeln sind auf Basis

von geschmacksneutralem

Kicher- und Gelberbsenwasser.

Ohne Zusätze oder

modifizierte Stärke.

WICKLEIN

Eine Kombi aus klassischem Süßgebäck

und Superfoods in Bio-

Qualität und vegan: Ab April sind

die Vitalgebäcke in den Sorten

Sonnenblume mit Guarana,

Maracuja mit Buchweizen (Abb.)

und Ingwer mit Orange zu haben.

SÖBBEKE

Ihre beliebte rahmige Sorte Zarte

Butterhexe (Abb.) bietet die Biomolkerei

Söbbeke auch in der

125-Gramm- und wiederverschließbaren

Packung mit sieben

Scheiben an; ebenso die fruchtignussige

Sorte Milde Marie.

NATURE GUMMIES

Mit drei Sorten startet Nature

Gummies in das Sortiment Bio-

Fruchtgummis: Der Früchte-Mix

Favorite Fruit, die saure Variante

Happy Sour und Simply Super

u. a. mit Sanddorn-Orange- und

Cranberry-Birne-Geschmack.

BERCHTESGADENER LAND

Für die leichte Küche: Der neue

Naturland-Fair-zertifizierte Bio-

Kochrahm mit 15 Prozent Fettgehalt

kommt ab April in der wiederverschließbaren,

nachhaltigen

250-Gramm-Tetratop-Verpackung

als Achter-Gebinde in den Handel.

56 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


FOODISM

High-Protein, bio und vegan,

gluten- und sojafrei: Foodism

startet mit TK-Fertiggerichten.

Darunter: Chili Billi (Abb.) mit

Kidneybohnen und „Protein-Hack“

sowie Prollo Bollo, die vegane

Version des Bolognese-Klassikers.

BOHLSENER MÜHLE

Süß-nussig bis fruchtig-zitronig:

Die Vollkornkekse Hafer-

Momente mit Demeter-Getreide

gibt es in den Sorten

Preiselbeere-Zitrone (Abb.),

Schoko-Chai (beide vegan)

sowie Erdmandel-Honig.

BAUCK MÜHLE

Veganes, glutenfreies

Fingerfood, ohne Braten

schnell auf dem Tisch: Die

Fertigmischung VeggieMix

Köfte Couscous (Abb.) ist

auf Basis von Couscous aus

Mais und Reis. Ebenfalls

neu: Goldnuggets Gemüse

mit Karotten, Lauch und Co.

LAMMSBRÄU

Die now Bio-Erfrischungsgetränke

bekommen Verstärkung:

Neben der Fan-Edition now

Mate Granate (Abb.) ergänzen

u. a. drei erfrischende Schorlen

unter dem neuen Label now Bio

SprizzzDolce das Sortiment.

BIO-ZENTRALE

Vier neue Snackprodukte erweitern

das BioKids-Sortiment:

Knusperriegel in den Varianten

Erdbeere mit Bio-Hafer (Abb.) und

Kakao Haselnuss sowie Knusperecken

in den Sorten dunkle

Schokolade und Vollmilch.

I-CHOC

Bio und Fairtrade: Cinnamon

Roll kombiniert das

Trendgebäck Zimtschnecke

mit veganer Milchschokolade.

Über den QR-Code

kann der Bezug des Kakaos

nachvollzogen werden.

FOLLOWFOOD

Raus aus der Bubble, rein in

Richtung Mainstream: Followfood

Asia-Nudeln platzieren sich im

Instantnudel-Markt. Drei Sorten

machen den Anfang: Chili Noodles,

Carbonara Style Noodles und

würzige Teriyaki Noodles (Abb.).

HARTKORN

Neues Design, bewährte Bio-

Qualität: Die Kräutermischung

Italienische Kräuter vereint mit

Majoran, Oregano, Thymian,

Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut

und Salbei das Aromenspektrum

der italienischen Küche.

DAVERT

Erstmals gibt es Davert auch im

Glas: Mit Erbsenchunks als Proteinquelle

sind die drei Sorten Veggie

Bauerntopf, Veggie Gulasch (Abb.)

und Veggie Butter Chicken

in drei Minuten zubereitet.

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57


Sortiment

Süßware ISM

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Der Award SWEETIE 2025 kürt

die spannendsten Innovationen, die

künftig im Regal Furore machen. Hier

vorab ein Blick auf die Nominierten.

Text: Sibylle Menzel

Die neue bunte Vielfalt

Aussteller- und Flächenzuwachs, rund 32.000 Fachbesucher und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr: Die ISM

2025 kann eine starke Bilanz ziehen. Der Blick auf die Trends und Innovationen, die auf der Weltleitmesse für Süßwaren

und Salzige Snacks präsentiert wurden, zeigt viele neue Konzepte in Sachen Geschmack, Textur und Nachhaltigkeit.

Mit einem Ausstellerwachstum von

rund sechs Prozent setzte die weltgrößte

Süßwarenmesse ISM im Februar

2025 ihren Expansionskurs

fort, bilanziert die Koelnmesse. Rund 32.000

Fachbesucher aus 135 Ländern (ein Auslandsanteil

von 71 %) haben sich über Innovationen

der Branche informiert.

Die Trends 2025

Top 1: Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales

Thema, nicht nur bei den Verpackungen: Auch

die Nachfrage nach umweltfreundlichen,

pflanzenbasierten oder lokal bezogenen Zutaten

wächst stetig. Ebenfalls gefragt: vegane

Schokoladenalternativen, etwa auf Basis von

Hafer, Sonnenblumenkernen und Co.

Top 2: Neue Kombis aus cremigen und knusprigen

Texturen oder Geschmacksnoten: „Swicy“

heißt etwa die Fusion aus sweet und spicy.

Sehr trendy sind außerdem gefriergetrocknete

Produkte wie Früchte mit intensiven Aromen

und knusprigen Texturen.

Top 3: Produkte mit reduziertem Zucker-,

Salz- und Fettgehalt stehen im Fokus, außerdem

Funktionales: probiotische Süßwaren,

proteinreiche Riegel, Kekse und sogar Popcorn

mit Vitaminen, Mineralien und Co.

Top 4: Einer der Haupttrends der ISM 2025:

Genuss für unterwegs, praktisch, lecker und

jederzeit griffbereit, wie etwa portionierbare

Energy Balls, wiederverschließbare Nussmischungen,

Kekse, Waffeln oder Riegel.

ISM Award 2025 für Ulrich Zuenelli

Für seine herausragenden Verdienste in der

internationalen Süßwaren- und Snackbranche

wurde Ulrich Zuenelli geehrt: Der geschäftsführende

Gesellschafter von Loacker und

Mitglied der dritten Generation der Unternehmerfamilie

Loacker-Zuenelli, hat den ISM

Award 2025 erhalten.

Fotos: Koelnmesse GmbH/Thomas Klerx; Unternehmen

58 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


BRANDT SCHOKOLADEN

Pistazie im Snackformat: Bei den Choco

BonBons Pistazie & Knusper trifft

Pistazienmark auf weiße Schokolade

und knusprige Keksstückchen, umhüllt

von Vollmilchschokolade.

WICKLEIN

Gewohnter Geschmack, aber um

30 Prozent zuckerreduziert: Das

Weihnachtssortiment von Wicklein

bekommt eine neue Produktlinie

mit 30 Prozent weniger Zucker. In der

Range u.a.: Vanillekipferl (Abb.).

KUCHENMEISTER

VIBA

Ab Herbst in streichfähiger Form: Als

Hommage an die erfolgreiche Nougatstange

Royal launcht Viba die helle

Nougat Creme Royal. Sie ist palmölfrei,

enthält hochwertige Kakaobutter und

wird mit Bourbon-Vanille abgerundet.

Das neue Design der

Koala-Kekse setzt den

Startpunkt für eine neue

Koala-Markenwelt. Neben

den Sammelfiguren wird ein

neues Maskottchen fester

Bestandteil der Marke und

Fans über alle Kanäle und

Serien begleiten.

KATJES

Nach der Lakritz-Edition kündigt Katjes

mit Hundeprofi Martin Rütter die

Hundjes als vegane Fruchtgummis an. Mit

den Geschmacksnoten Pflaume, Waldmeister,

Kirsche, Zitrone und Waldbeere.

LAMBERTZ

Neuer Keksgenuss kommt von Lambertz:

Bisc‘n Cream sind knusprige Leckerbissen

mit einer Schokoladenhülle,

gefüllt mit Milchcreme. In zwei Varianten

– mit schokoladigem Kakaokeks (Abb.)

oder einem Keks mit knackigen Haselnussstückchen.

Fairtrade-zertifiziert, in

der 170-Gramm-Packung.

CAVENDISH & HARVEY

Praktisch: Die neuen Double Fruit Mix

Bags erweitern die Double-

Fruit-Range mit einer Auswahl einzeln

verpackter Drops. In den Kombis

Cherry-Lime & Orange-Raspberry

(Abb.) sowie Grapefruit-Pineapple &

Lemon-Strawberry.

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59


Sortiment

Süßware ISM

COPPENRATH FEINGEBÄCK

New Product Showcase Award

Für das 200-jährige Jubiläum von

Coppenrath Feingebäck werden drei

traditionelle Rezepturen (Cairo, Manila

und Toledo) im Retrodesign neu

aufgelegt. Ebenfalls neu: Hafer-Mandel-

Nuss- (Abb.), Kakao- und Butter-Cookies

in einer glutenfreien Variante.

Gewinner des ISM-Awards: Yummy

super saures Oblatenpapier von Primus

Wafer Paper BV, Niederlande.

RIGONI DI ASAGIO

Nocciolata Original Mini Tartelettes

bestehen aus knusprigem Mürbeteig,

gefüllt mit 30 Prozent Nocciolata

Original. Nocciolata Bianca Mini Tartelettes

(Abb.) mit Kakaomürbeteig sind

mit Nocciolata Bianca gefüllt.

SCHULTE FEINGEBÄCK

Tradition als kuchenartiges

Gebäckstück: Die Gewürzschnitten

mit Mürbeteigboden haben eine

Kakaomasse, veredelt mit Nüssen

und Gewürzen, der Unterzug ist

aus Vollmilchschokolade. Ein Hauch

von Zuckerglasur sorgt für dezente

Süße und verleiht der Schnitte

Knack.

MANNER

Im Standbeutel ins Snackregal: Der

Manner Wafer Crunchies Mix (Abb.) besteht

aus Haselnuss-Waffel-Würfeln in

Milchschokolade und mit dunkler Schoki

überzogenen Schokolade-Waffel-

Würfeln. Ebenfalls neu: Cookie Crunchies

mit zwei Keksmischungen.

HALLOREN

Hauchdünne Schokoladenkuvertüre, gefüllt mit

20 Prozent echter Frucht: Die Chocolate Thins

präsentiert Halloren in den Sorten Himbeere

(Abb.) und Erdbeere, außerdem gibt es eine Karamell-Variante.

Ebenfalls neu: Die snackigen

Halloren O’s in fünf Geschmacksrichtungen.

LÜHDERS

Mit seinem neuen veganen Omega-3-

Gummi mit Algenöl (Abb.) liefert Lühders

ein Paradebeispiel für die Verbindung

aus traditioneller Süßware und modernen

Ernährungsbedürfnissen. Außerdem

sind Ingwer-Variationen wie die Ingwer

Shot-Gums neu im Portfolio.

NEOH

Waffel, eine Milch-Haselnuss-Creme und ein Überzug

aus Vollmilchschokolade: Nach dem Motto „Gleicher

Genuss, Zucker kein Muss!“ bietet der Riegel

Crisp N Cream dank der Zuckerersatz-Formel Zero+

von Neoh Nascherlebnis ohne zugesetzten Zucker.

60 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


Noch mehr Produktnews?

Zu einer Auswahl an weiteren Produkten geht es

via QR-Code oder unter: rundschau.de/artikel/

produkt-highlights-der-suesswarenbranche

DR. KARG’S

Innen luftig, außen knusprig, mit einer

Extraportion Protein: Die Dr. Karg’s

Tritos (Abb.) Sweet Chili und Sour

Cream & Chives laden zum Snacken

und Dippen ein. Ebenfalls neu: die

ballaststoffreichen, leichten Thins mit

Kürbiskern oder rotem Quinoa.

TREETS

Gewinner des ISM Consumer Awards

2025: Treets Vegan Crunchy Corn. Ummantelt

von knackiger Hülle treffen

leicht gesalzene geröstete Maiskörner

auf die Schokoladenalternative Cho-

Viva. Sie kommt auch im Neuprodukt

Treets Vegan Crispy zum Einsatz.

KLUTH

Für Fans von Nussmischungen gibt es ab

April zwei ungesalzene Snacksorten: den

Nuss-Mix geröstet mit neuer Rezeptur

und die Röst-Nüsse mit Pecannusskernen

(Abb.). Die weiteren Trendprodukte

von Kluth: gefriergetrocknete

Erdbeeren und Himbeeren.

TROLLI

Neue Geschmackskombis: Die Limited

Edition Trolli Saure Glühwürmchen

MixUp! präsentiert mit Traube & Orange,

Limette & Kirsch sowie Zitrone & Erdbeere

ein frisches Mix & Match.

LOACKER

Neu im Loacker-Sortiment, ab September

im Handel: Chocolaterie. Zwischen

drei Lagen Loacker-Waffelblättchen ist

eine zweilagige Cremefüllung eingebettet

– je nach Sorte mit einem Überzug

aus Vollmilch- oder Zartbitterschokolade.

X

Kakao &

Classic

Jetzt

ware

sichern!


Sortiment

Heißgetränke

Text: Jenny Rommel

Schokoladiger Luxus

Ob als cremiges Heißgetränk, als Belohnung nach einem anstrengenden Tag oder als Start in den Tag für die Kids:

Kakaogetränke sind ein wahrer Genuss. Doch hinter dem verführerischen Geschmack verbirgt sich eine komplexe

Realität. Denn der Anbau und die Ernte der Kakaobohnen stehen vor riesigen Herausforderungen.

Kakao – mittlerweile ein teures Gut.

Denn die Kakaopreise sind in den

letzten Monaten auf Rekordniveau

gestiegen. Für den Handel und die

Industrie weltweit ein riesiges Problem. „Es

sind verschiedene Faktoren, die zu einem

deutlichen Anstieg der Kakaopreise geführt

haben. Dies ist zum einen der Klimawandel,

der zu häufigeren Extremwetterereignissen

führt – sowohl sehr starker Regen, der zur

Zerstörung der Kakaoblüte führt, als auch

starke Winde, die die Böden extrem austrocknen

– sowie Krankheiten der Kakaobäume

wie der Cocoa Swollen Shoot Virus. All dies

führte in Westafrika, dem Hauptanbaugebiet,

zu geringeren Ernten. Zudem sind gerade in

den wichtigen Anbauländern Côte dʼIvoire

und Ghana die Baumbestände teilweise überaltert.

Hinzu kommt, dass Lagerbestände

von Kakao deutlich abgenommen haben und

die internationale Nachfrage immer weiter

angestiegen ist“, so Solveig Schneider, Leiterin

Kommunikation und stellvertretende

Geschäftsführerin vom Bundesverband der

Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).

Zukunft ungewiss

Bedeutet diese Entwicklung, dass Produkte

aus Kakao auf lange Sicht ein Luxusprodukt

werden? Gut möglich, wie Solveig Schneider

weiter erläutert: „Je nach weiterer Entwicklung

kann tatsächlich die Situation eintreten, dass

kakaohaltige Produkte ein Luxusgut werden.

Die Verfügbarkeit wird zunehmend ein Pro-

blem. Bereits jetzt haben Hersteller von Schokolade

teilweise Schwierigkeiten, notwendige

Mengen oder Qualitäten zu beziehen.“

Unterstützung der Bauern

Die Kakaokrise trifft nicht nur Industrie und

Handel, sondern auch die Bauern, die vom

Anbau leben. Denn die steigenden Preise

bedeuten nicht automatisch auch ein höheres

Einkommen. Daher hat Fairtrade eine

Strategie für existenzsichernde Einkommen

im Kakaoanbau ins Lebens gerufen. Claudia

Brück, Vorstand, Kommunikation & Politik von

Fairtrade Deutschland, erklärt: „Die Strategie

für existenzsichernde Einkommen ist etwas

ganz anderes als die Berechnung des Mindestpreises.

Beim Fairtrade-Mindestpreis geht es

Fotos: stock.adobe.com/Narong; Fairtrade NAPP, Unternehmen

62 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


Markentrainer „Fairer Handel“

Kompaktes Wissen rund um

den fairen Handel im fitfortrade-

Markentrainer. Einfach QR-Code scannen.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Fairer

Handel

um die Kostenkalkulation der nachhaltigen

Produktion von Rohkakao. Bei der Living-Income-Strategie

haben wir einen neuen Ansatz

gewählt und uns gefragt: Was braucht der einzelne

Bauer, um seine Familie gut ernähren zu

können, ihre Unterbringung zu sichern, eine

Gesundheitsversorgung zu haben und seine

Kinder zur Schule zu schicken? Dazu kommt

ein kleines Polster für Unvorhergesehenes.

Heißt: Die Lebenskosten plus die Kosten einer

nachhaltigen Produktion werden geteilt durch

das, was auf einer bestimmten Anbaufläche

an Ernte erwartbar ist. Das ergibt den LIRP,

den Living Income Reference Price.“

Fairtrade hat den Mindestpreis „fest als

Sicherheitsnetz in den Standards verankert“

und den „etwas höheren Referenzpreis für

existenzsichernde Einkommen“. Hinzu kommt

„die Prämienzahlung für gemeinschaftliche

2,9 Kilogramm

betrug der Pro-Kopf-

Verbrauch von Kakao

in Deutschland im Jahr

2022/2023.

Quelle: Bundesministerium für

Ernährung und Landwirtschaft

Projekte.“ 2016 wurde die Strategie entwickelt,

jetzt neu berechnet: „Durch die Inflation liegt

die Preissteigerung bei ungefähr 20 Prozent.“

Investitionen in die Zukunft

Um gegen die aktuellen Widerstände anzukommen,

muss schnell gehandelt werden,

denn: „Die geringen Erntemengen waren der

Initialzünder für die höheren Preise. Aber dass

letztere so hochgeschnellt sind, ist klassische

Börsenspekulation. Wir sind weiterhin bei

über 10.000 Euro pro Tonne. Jahrelang waren

es unter 3.000 Euro“, so Claudia Brück, die

ergänzt: „Die unvorhergesehenen Schwierigkeiten

werden bleiben. Unserer Meinung

nach müssen wir klimafreundlichere Anbaumethoden

anwenden, um klimaresilienter zu

werden. Das bedeutet mehr Schattenanbau –

für ein Mikroklima, das Regen ermöglicht, zu

starke Hitze und Sonneneinstrahlung vermeidet

und die Böden vor Austrocknung schützt.

Diese Dinge müssen getan werden, um den

Anbau zu sichern. Entweder schaffen wir

es jetzt, gezielt in den Sektor zu investieren,

sodass er klimaresilienter wird – oder Kakao

wird ein absolutes Luxusgut.“

UNSER PURES +

Selection

NEU

DE-ÖKO-001

Mestemacher GmbH • 33254 Gütersloh • Telefon + 49 5241 8709-0 • www.mestemacher.de


Sortiment

Wein & Sekt

Text: Jenny Rommel

Neue Geschmackserlebnisse

Die Eurovino in Karlsruhe und die ProWein in Düsseldorf bieten Fachbesuchern eine einzigartige Plattform, um

sich über die neuesten Trends zu informieren. So können Winzer, Sektkellereien und Spirituosenproduzenten ihre

neuesten Kreationen präsentieren, die den immer anspruchsvolleren Konsumgeschmack widerspiegeln.

Die ProWein in Düsseldorf ist eine

der weltweit führenden Fachmessen

für Weine und Spirituosen und

gilt als unverzichtbarer Treffpunkt

für die Branche. Seit 1994 zieht die

Veranstaltung Fachbesucher aus der ganzen

Welt an, die sich über aktuelle Trends

sowie innovative Produkte informieren und

wertvolle Geschäftskontakte knüpfen wollen.

Im Jahr 2024 beeindruckten beispielsweise

5.282 Aussteller aus 65 Ländern rund 47.000

Besucher aus 136 Ländern. In diesem Jahr

findet die ProWein vom 16. bis zum 18. März

unter dem dynamischen Motto „Discover the

Taste of tomorrow“ in der Messe Düsseldorf

statt. Das Besondere: Die ProWein wird ab

2025 fest um die ProSpirits erweitert. Heißt:

300 Aussteller aus mehr als 45 Ländern werden

sich auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern

präsentieren.

Neue Plattform zum Austausch

In die zweite Runde geht in diesem Jahr die

Eurovino. Die Fachmesse für Wein findet am

9. und 10. März in der Messe Karlsruhe statt.

Gelegen im Zentrum der vier größten deutschen

Weinanbaugebiete Baden und Württemberg,

Pfalz sowie Rheinhessen richtet sich die

Eurovino an Weinerzeugende, -vermarktende

und -abnehmende. Der Fokus liegt hier auf

dem deutschsprachigen und europäischen

Absatzmarkt. Mehr als 400 Weinerzeuger und

-vermarkter freuen sich darauf, den Fachbesuchern

die neuesten Produkte und Highlights

aus ihrem Wein- und Schaumweinportfolio

vorzustellen.

Da sich die Konsumgewohnheiten stetig weiterentwickeln,

erlebt die Wein-, Sekt- und

Spirituosenbranche kontinuierliche Veränderungen.

Doch wo liegen 2025 die Trends?

Wir stellen ein paar der Neuheiten vor. ☐

64 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


Champagner – exklusiv und spritzig

Kompaktes Fachwissen rund um das Thema

Champagner liefert unser Markentrainer.

Einfach QR-Code scannen.

Markentrainer

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Champagner

KATLENBURGER

Zu den bereits bestehenden Tropica-

Sorten gesellt sich der Ready-to-Drink

White Peach Margarita im tropischfloralen

Design. Auf Fruchtweinbasis,

7 Vol.-%. Inhalt 0,75 Liter.

DOPPIO PASSO

Der Doppio Passo in einer alkoholfreien

Variante – als Bianco oder

Rosso. Entalkoholisierter Wein in

der 0,75,Liter-Flasche.

Alkoholgehalt: < 0,5 Vol.-%.

ORIENTAL DÉJÀ-VU

Die alkoholfreie Variante des Oriental

Déjà-Vu ist eine Aperitif-Alternative

ohne Umdrehungen. Mit dem Geschmack

von fernöstlichen Zitrusnoten

und orientalischen Gewürzen

sowie einer leichten Ingwerschärfe.

LAUFFENER

BREE

Im bunten Design und in der 200-Milliliter-Dose

bringt die Weinkellerei Peter

Mertes den Bree Spritz Aperitivo auf

den Markt. Der Geschmack: bittersüß

mit fruchtiger Orangennote. Auch

erhältlich in den Varianten Limoncello

Spritz, Wild Berry Spritz sowie White

Peach Spritz.

Der Souvignier Gris der Lauffener

Weingärtner: ein feiner PIWI und für

Lauffen der Prototyp der „Zukunftsweine“.

Auf der Düsseldorfer Fachmesse

feiert er in diesem Jahr Premiere.

Fotos: stock.adobe.com/decorator, Helen; Unternehmen

KÄFER

Die Feinkostmarke Käfer präsentiert

White Peach Spritz, eine Erfrischung

mit aromatischen Pfirsich-Noten.

Erhältlich in der 0,75-Liter- sowie in

der handlichen 0,2-Liter-Flasche.

Auch als Limoncello Spritz.

LILLET

Nach den Geschmacksrichtungen

Berry und Rosé White Peach will

Pernod Ricard nun mit Lillet Rosé

Grapefruit überzeugen. In der

Glasflasche als Ready-to-Drink.

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65


Sortiment

Wein & Sekt

Whisk(e)y: Globale Faszination

Ein Getränk, das altehrwürdige Handwerkskunst

und aufregende Entdeckungen vereint.

Mehr zum Thema in unserem Markentrainer.

Markentrainer

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Whisk(e)y

CARISSIMA & PFANNER

Frisch aufgebrühter Schwarztee und

italienischer Weißwein ergeben den

Carissima Ice Tea Peach & Wine Spritz.

Ready-to-Drink in der 0,25-Liter-Dose,

Alkoholgehalt: 5,5 Vol.-%.

JÄGERMEISTER

Der erfrischende

Geschmack von Orangen

und Mandarinen trifft bei

Jägermeister Orange auf

eine subtile Kräuternote

und feine Bitterkeit.

33 Vol.-%., 100 Prozent

natürliche Zutaten.

FREIXENET

BEIRAO

Der Kräuterlikör aus Portugal wird

unter Verwendung von geheimen

Rezepten hergestellt, die seit Generationen

weitergegeben werden. Der

Geschmack: süß und würzig, mit Noten

von Anis, Pfeffer und Zitrusfrüchten.

Den Freixenet Mia gibt es

ab sofort auch in der

0,0 Vol.-%-Alkohol Variante.

Als Blanco sowie Rosado

(Abb.), mit geringer

Kalorienanzahl.

GORBATSCHOW

Erhältlich für kurze Zeit:

Gorbatschow Mixed

Berry, eine fruchtige

Ready-to-Drink-Variante.

Alkoholgehalt 10 Vol.-%,

in der 0,33-Liter-Dose.

GLENDRONACH

Ab sofort im Brown-Forman-

Deutschland-Portfolio: The

Glendronach Single Malt

12 Years Old in visueller Neugestaltung.

Das neue Design

kombiniert Tradition und

modernen Luxus und verleiht

dem in Pedro-Ximénez- und

Oloroso-Sherryfässern aus

Spanien gereiften schottischen

Highland-Spirit eine

zeitlose, elegante Ästhetik.

43 Vol.-%, UVP 47,99 Euro.

CLEEBRONN

GÜGLINGEN

Feinherber Riesling

mit dezenter Restsüße

und den Aromen von

Zitrusfrüchten sowie

Stachelbeeren.

Inhalt: 0,75 Liter,

11 Vol.-%.

66

Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


Ready-to-Drink: Fertig zum Genießen

Alles zum Trendthema Ready-to-Drink

erfahren Interessierte beim

Scannen des QR-Codes.

Markentrainer

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Readyto-Drink

ROTKÄPPCHEN

Ready-to-Drink in der 0,33-Liter-

Flasche: Seccomate mit Koffein und

7 Vol.-% (Abb.). Auch erhältlich als

Secconade in den Sorten Blutorange,

Pink Grapefruit und Zitrone.

LENZ MOSER

Lenz Moser greift den Trend der

leichteren Weine mit reduziertem

Alkoholgehalt auf und erweitert die

Servus-Linie um den Servus Frizzante

5 %, mit – wie der Name schon sagt –

5 Vol.-% Alkohol.

PITÚ

Die Unterberg Gruppe setzt

mit der neuen Strawberry

Caipirinha (Abb.) auf den

wachsenden Trend zu

sommerlich-frischen, süßen

Fruchtnoten. Außerdem neu

im Portfolio: der alkoholfreie

Caipirinha 0.0 Vol.-%.

FÜRST VON METTERNICH

Winzersekt, der durch die traditionelle

Flaschengärung seine feine

Perlage und den charakteristischen

Geschmack bekommt. Einer

von drei Jahrgangssekten aus

Riesling-, Chardonnay- und Spätburgundertrauben

(Abb.).

STRANDGUT

Ab sofort ergänzt die

Fruchtbrise das Sortiment

der Weinkellerei Reh Kendermann.

Ein aromatisierter

weinhaltiger Cocktail in

der 0,275-Liter-Flasche in

den Geschmacksrichtungen

Limoncello (Abb.)

und Bitterorange.

PIETRAPURA

YOUNG POETS

Das Motto des entalkoholisierten

Zero Secco Rosé der Young

Poets ist: More bubbles less

troubles. Mithilfe der Social-

Media-Crowd neu entwickelt.

Neu im Sortiment bei

Schlumberger: die Weine von

PietraPura aus Apulien. Der

Mandus Primitivo di Manduria

ist ein fruchtiger Rotwein

mit Noten von Waldbeeren,

Zwetschgen und Sauerkirschen.

Alkoholgehalt: 14 Vol.-%.

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67


Sortiment

WPR

Text: Silke Detlefsen

Dufte Entwicklungen

Haushaltspflegeprodukte standen 2024 ganz oben auf der Einkaufsliste der Verbraucher. Laut Industrieverband

Körperpflege und Waschmittel e. V. (IKW) konnten Universal- und Colorwaschmittel dabei ihren Umsatz um

9,7 Prozent steigern. Weichspüler legten gar um 22,4 Prozent zu. Was treibt dieses Wachstum?

Fleckenentfernung bleibt das wichtigste

Kriterium für Verbraucher, so Gabriele

Hässig, Geschäftsführerin Kommunikation

& Nachhaltigkeit bei Procter &

Gamble. „Gleichzeitig steigt das Bewusstsein

für nachhaltige Waschgewohnheiten.“ Shopper

suchen ihr zufolge nach leistungsstarken

Lösungen, die hygienische Sauberkeit und

lang anhaltende Frische bieten – und das bei

reduziertem Energieverbrauch und weniger

häufigem Waschen. Da die Waschtemperatur

einen großen Einfluss auf den ökologischen

Fußabdruck hat, stehen beim Unternehmen

Innovationen im Fokus, die auch ohne Vorbehandlung

oder hohe Temperaturen gründlich

reinigen und damit gleichzeitig „den Stress

rund ums Waschen reduzieren“. So präsentiert

sich das neue „Ariel Frische Baumwollblüte“

mit seinem milden Duft leistungsstark in der

Kaltwäsche und verspricht in einem Waschgang

Flecken- und Geruchsentfernung.

Die Umwelt stets im Blick

Um den Wunsch zu bedienen, die Umwelt nicht

unnötig zu belasten, setzt Everdrop bei seinen

Waschmitteln – sei es Color, Voll, Fein oder Sensitiv

& Sport – ebenfalls auf eine tiefenwirksame

Reinigung bereits ab 20 Grad Celsius: „Dank

unseres innovativen Wasserhärtekonzepts,

das die Formulierung an die Wasserhärte am

Wohnort anpasst, reduzieren wir den Einsatz

unnötiger Tenside um bis zu 50 Prozent“, erläutert

Chris Becker, Co-Founder des Unternehmens.

Das verhindere Überdosierungen,

mache das Waschmittel ergiebig und schone

zudem den Geldbeutel. Seit die Produkte im

neuen Look erschienen sind, verfügen sie auch

über einen länger anhaltenden Duft.

Mit dem neuen „Perwoll Color Waschmittel

für Helles“ führt die Marke ihre Initiative

#RethinkFashion fort, die den bewussten Umgang

mit Kleidung unterstützen möchte. Das

Fotos: stock.adobe.com/Q-Zack, The Little Hut; Unternehmen

68 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25


Markentrainer Waschen

Kategoriewissen vertiefen: Mit dem Markentrainer

Waschen einfach über den QR-Code oder per Link: www.

yumpu.com/en/document/view/68780533/waschen

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Waschen

Produkt soll alle zarten und hellen Farbtöne

nicht nur vor Grauschleier schützen und für

neue Leuchtkraft sorgen: „Der lang anhaltende

Duft, der durch Bewegung aktiviert wird,

verleiht der Kleidung ein frisches Wie-neu-

Gefühl, das den ganzen Tag anhält“, so das

Unternehmen Henkel.

Nahezu überall geht es also zudem darum,

der Nase Sinnesfreuden zu bescheren. Dass die

Weichspülerkategorie 2024 so starke Umsatzzuwächse

verzeichnet hat, wurde laut Volker

Hesse, CCO der Dalli-Group, denn auch nicht

nicht durch klassische Weichspüler, sondern

insbesondere den Erfolg von Duftspülern

vorangetrieben: „Verbraucher legen verstärkt

Wert auf lang anhaltende Frische und individuelle

Dufterlebnisse, was die Nachfrage in

diesem Segment zusätzlich ankurbelt. Der

Trend zur multisensorischen Wäschepflege

zeigt sich somit als wichtiger Faktor für das

Wachstum der Kategorie.“ Nicht von ungefähr

kombiniert etwa „Dash 2in1 mit Weichspülerduft“

die herkömmliche Waschleistung von

Dash mit einem intensiven Frische-Erlebnis.

Dabei soll sich der Duft in mehreren Phasen

entfalten; ein spezielles Molekül sorgt auch

nach dem Waschen für eine erneute Duftaktivierung

durch Licht und Sauerstoff.

Beim „Sensitiv-Weichspüler Hibiskusblüte“

von Frosch geht man ebenfalls „auf den

Trend der eskapistischen floralen, pflegenden

Duftkonzepte“ ein, wie Karin Greve, Head of

Dass Textilien beim Waschen

hygienisch rein und von Flecken

befreit werden, gehört zur Grunderwartung

der Verbraucher.

Zusätzlich punkten lässt es sich

mit verführerischen Duftnuancen

– als Auszeit für die Sinne.

Marketing, erklärt. Der blumig-exotische Duft

will dazu einladen, für einen Moment innezuhalten

und in Gedanken an paradiesische

Orte zu entfliehen.

Gut für die Stimmung

Auch die Kuschelweich-Emotions-Reihe lockt

damit, dass man sich mit den Produkten zurücklehnen

und ein „Gefühl von herrlicher

Frische“ genießen kann. „Die Formulierungen

enthalten stimmungsaktivierende Duftstoffe,

deren Wirkung wissenschaftlich bestätigt ist“,

sagt Markus Jahnke, Marketingleiter von Fit.

Gabriele Hässig bestätigt ebenfalls nochmals,

dass Frische und Duft in Deutschland aktuell

eine zentrale Rolle spielen. Daher soll etwa

auch der „Lenor Weichspüler Aprilfrisch“

Restgerüche effektiv neutralisieren und die

Kleidung beim Tragen vor unangenehmen

Gerüchen schützen. Hässig weiß, dass neben

milden, hautfreundlichen Düften ebenso

intensive, luxuriöse Nuancen gefragt sind.

Und: „Besonders beliebt sind Düfte mit einer

Note ätherischer Öle, die nicht nur Frische,

sondern auch ein besonderes Pflegeerlebnis

bieten.“ Attraktiv ist es also, wenn ein Verwöhnprogramm

für die Wäsche und den

Käufer offeriert wird.

FROSCH

KUSCHELWEICH

DASH

ARIEL

Eine Kombination aus blumiger Sanftheit

und exotischer Frische verspricht

der Sensitiv-Weichspüler Hibiskusblüte.

Er basiert zu 100 Prozent auf Pflanzen

wie Raps und Sonnenblume.

Für weiche, duftende Wäsche sorgt

Kuschelweich Emotions Frische – mit biologisch

abbaubaren Frischeperlen.

Auf Mikroplastik wird verzichtet. Bald

auch in der Zwei-Liter-Größe zu haben.

Dash 2in1 mit Weichspülerduft kombiniert

die Waschleistung von Dash mit

einem intensiven Frische-Erlebnis. Das

Produkt ist als Voll- und Colorwaschmittel,

in Pulverform und flüssig erhältlich.

Ariel Frische Baumwollblüte richtet

sich an Kosumenten, die einen milden

frischen Duft bevorzugen. Für die

Flecken- und Geruchsentfernung (Kaltwäsche)

in nur einem Waschgang.

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69


Neue Produkte

März 2025

Ölmühle Hartmann

Das neue kaltgepresste „Leinöl fresh“

wird durch natürlichen Limettenextrakt

verfeinert und bietet so eine besondere

Geschmacksnote. Passend für

die Öl-Eiweiß-Kost, nicht zum Erhitzen

geeignet. UVP: 5,99 Euro

Deutsche See

Neu im Konservenregal: die

MSC-zertifizierten Heringsfilets

in vier verschiedenen Soßen –

in Tomaten-, Paprika-, Pfefferund

in Senf-Dill-Creme.

Florida Eis

Elvis

„Pittiplatsch – Nussi Creme“

aus Nougatmilcheis, Schoko-

Haselnuss-Soße und Schokoflocken/-stückchen

ist im klassischen

500-Milliliter-Becher

oder im 150-Milliliter-Format

erhältlich.

Der Dubai-Trend kommt auch ins Tiefkühlregal:

Elvis Dubai Chocolate Style

besteht aus cremigem Schokoladeneis,

Pistaziencreme und karamellisierten

Pistazien – im Glas verpackt.

Aeroxon

Aeroxon erweitert sein Sortiment

um fünf Produkte gegen

Kleidermotten sowie um ein

Produkt gegen Lebensmittelmotten.

Sie sind freiverkäuflich

und wirken über den Geruchssinn

der Motten.

Vitaquell

Das Hamburger Unternehmen

bringt fünf neue vegane Frischkäsealternativen

auf Hafer-

Mandel-Basis ins Kühlregal – in

den Sorten Natur, Chili, Garten,

Tomaten und Provence. Bio-

Qualität. UVP: 2,49 Euro

(125 Gramm)

Ehrmann

Unter der Produktmarke Grand

Dessert erscheint die neue „Sorte

des Jahres 2025“: Grand Dessert Milkcream

Style Choc Nut. Ebenfalls neu:

Grand Dessert Rum Traube Nuss:

UVP: 1,19 Euro (je 190 g)

Layenberger

Das neuen High Protein Crunchy

Müsli gibt es in drei Sorten:

Schokolade, Vanille Kokos und

Apfel Zimt. Mit hohem Ballaststoffgehalt,

vegan.

UVP: 4,99 Euro

Original Wagner

Neues Design, neue Sorte: Das

Piccolinis-Brezel-Sortiment wird um

die Variante Tomate-Käse erweitert.

Die Piccolinis Brezel Rustikal heißen

ab sofort Piccolinis Brezel Herzhaft

und haben eine neue Rezeptur.

70

RUNDSCHAU 03/25


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Ihr Produkt in der RUNDSCHAU

Infos und Bildmaterial zu Ihren Neuprodukten

schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de

Melitta

Das Faultier und die Farben der

Landesflagge auf der Verpackung

weisen darauf hin: Die Bohnen der

„BellaCrema Selection des Jahres“

kommen aus Nicaragua.

Feurige Neuheit zum Grillen & Snacken

Ab KW 13 ergänzt MEGGLE sein Sortiment der gekühlten

Backwaren um ein trendig-feuriges Neuprodukt:

das MEGGLE Chili Cheese Baguette. Ideal zum Grillen

und Snacken!

BESCHREIBUNG Das MEGGLE Chili Cheese Baguette vereint das

knusprige Baguette mit einer cremig-feurigen Käse-Füllung. Die

trendige Geschmackskombination ist nicht nur etwas für erfahrene

Grillmeister, sondern auch als convenienter Snack ein Hit! Mit seiner

breiten Zielgruppenansprache eignet sich das Produkt ideal auch für

gekühlte Zweitplatzierungen zum Thema Grillen und Snacken.

Waterdrop

Die Getränkewürfel der Boost Collection

bieten 90 Milligramm natürliches Koffein in

drei Geschmacksrichtungen – Cherry Boost,

Mango Boost sowie Berry Boost.

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Proteinlayer und ein Schokoüberzug

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Riegel „Protein Bar Deluxe“.

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IMPRESSUM

Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:

Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.

(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;

Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);

Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)

Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände

wieder. Die Redaktion ist nicht für die

Inhalte verantwortlich.

Neue Produkte

März 2025

Gegründet: 1929

Verlag: medialog GmbH & Co. KG

Medienplatz 1, 76571 Gaggenau, Deutschland

Tel. 07225 60646-00

E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de

Geschäftsführer: Carsten Augsburger

Verlagsleiterin: Maria Akhavan (V.i.S.d.P.)

Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke

Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel, Jenny

Rommel, Anja Reuter

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen, Inka Stonjek

Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design

Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic

Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna

Bauer/Mövenpick

Mövenpick Iced Coffee ist ab

1. Mai auch in der neuen

Geschmacksrichtung „Dubai

Style“ erhältlich. Die Eiskaffeesorte

kombiniert den nussigen

Geschmack von Pistazien mit

einer Schokoladennote und

kommt im K3-Becher in einer

Zehner-Steige in den Handel.

Müller

Milchwerke Schwaben

Die Milchwerke Schwaben erweitern ihr

Fruchjoghurtsortiment erstmals um die

Geschmacksrichtung Orange (Abb. Mitte).

Nur im 1.000-Gramm-Becher.

UVP: 3,19 Euro

Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock

Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark

Anzeigendisposition: dispo@medialog.de

Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025

Abonnenten-Betreuung:

E-Mail: service@medialog.de

Sechs neuen Sorten des

„Joghurts mit der Ecke“

bringt Müller ab März in die

Zweikammerbecher. Ab Juni

wird die Neueinführung von

TV-Spots, Online-Videos und

PoS-Radio flankiert.

UVP: 0,79 Euro

Titel: AdobeStock.com/agratitudesign, HelenP

Produktfotos: waterdrop®, Hersteller

Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209

Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement

Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.

Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist

der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:

Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband

Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband

Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen

Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband

Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden

e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,

Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände

des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband

Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel

Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und

Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des

Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden

e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel

Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement

verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat

vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.

Druck: westermann DRUCK | pva

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige

Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch

nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht

für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.

Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material

wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene

und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte

liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.

Vutter!

Pflanzliches für Hunde:

Die Marke Vutter! aus dem Hause

Green Plant Petfood erweitert ihr

Sortiment um die veganen

Trockenfuttersorten „Wie Huhn“

und „Wie Rind“. UVP: 4,90 Euro

Everdrop

Die neuen, leistungsstärkeren

Reiniger von Everdrop kommen

erstmals “prefilled” in die Einzelhandels-Regale:

als Flüssigprodukt

in einer wiederverwendbaren

rPET-Flasche.

Byodo

Der Feine Würzessig

vereint als erster Würzessig

im Biomarkt alle

Aromen – würzig, salzig,

aromatisch, umami,

sauer, süß – und sorgt

damit für ein vielseitiges

Geschmackserlebnis.

IVW IV/2024

Druckauflage:

60.267 Exemplare,

tatsächlich verbreitete

Auflage: 59.826 Exemplare


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März 2025

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Newsletter

Coppenrath & Wiese

Anlässlich des 50. Geburtstags der

Conditorei gibt es als Geschenk

Kühltaschen für alle, die 2 x Blechkuchen

der Conditorei Coppenrath

& Wiese kaufen – egal auf welche

Sorten die Wahl fällt. Bis April

präsentieren Displays die Taschen

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alle hellen Farben auf den Markt. Kunden, die das neue

Produkt bis zum 30.04. kaufen, können den Bon online

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73


FORSCHERAUFTRITT

Martin Fassnacht

>

Martin Fassnacht

ist Inhaber des Lehrstuhls für Strategie und Marketing

der WHU. Er wechselt sich hier mit Stephan Grünewald

(Rheingold), Trend- und Handelsforscher David Bosshart

und Markenpsychologe Florian Klaus ab. www.whu.edu

Text: Martina Kausch

Fokus auf die Kernleistung

Effizienz zu steigern, ohne das Einkaufserlebnis zu vernachlässigen, ist in unsicheren Zeiten eines der wichtigsten

Ziele. Kann also im LEH eine Sortimentsanpassung sinnvoll sein? Martin Fassnacht ist davon überzeugt.

Kunden sind durch die Krisen in der Welt zunehmend

verunsichert. Was bedeutet das

für den Handel, wie soll er reagieren?

Kunden erwarten in unsicheren Zeiten

vor allem Verlässlichkeit. Im Handel

heißt das: Produkte müssen verfügbar,

Preise moderat steigend bzw.

stabil und das Einkaufserlebnis muss

unkompliziert sein. Wenn Basisleistungen

nicht erfüllt werden, wächst

die Verunsicherung weiter. Funktionaler

Nutzen – also die verlässliche

Erbringung der Kernleistung – steht

für Kunden stärker im Vordergrund.

Das klingt etwas profan?

Ganz im Gegenteil, das ist alles andere als

profan. In einer zunehmend digitalen Welt

nimmt die Anzahl der Marken ab, mit denen

Kunden relativ regelmäßig in Beziehung stehen.

Der Gedanke „The winner takes it all“ gewinnt an

Bedeutung. Unternehmen reagieren bereits auf die

neuen Herausforderungen. Nestlé reduzierte seine

Markenanzahl drastisch von 8.000 auf 2.000, Unilever

fokussiert sich auf 30 Marken. Um hier eine relevante Marke aus Kundensicht

zu sein, ist die Erbringung der Basisleistung unabdingbar.

Martin Fassnacht

Ökonom an der WHU –

Otto Beisheim School of Management

jeden Preis. Entscheidend ist, die Erwartungen der

Kernzielgruppe ernst zu nehmen: Was wird

wirklich nachgefragt? Was trägt zur Kernleistung

des Händlers bei? Eine gezielte

Optimierung kann helfen, Effizienz zu

steigern, ohne das Einkaufserlebnis

zu verschlechtern.

Der LEH hat lange mit breiten Sortimenten

geworben. Wie kann er nun

vermitteln, dass eine gezielte Sortimentsanpassung

Vorteile bringt?

Händler sollten ihren Kunden klarmachen,

dass eine gezielte Sortimentsanpassung

ihnen nutzt. Es geht nicht

darum, weniger anzubieten, sondern

das Richtige verfügbar zu haben. Wer

sein Angebot transparenter strukturiert und

die Kernleistungen betont, schafft Vertrauen

und Orientierung – genau das, was Kunden in unsicheren

Zeiten suchen. Auch in der Kommunikation

sollte der Handel diese Verlässlichkeit unterstreichen.

Kunden müssen spüren, dass sie sich auf das Angebot

verlassen können. Der Handel ist auch ein Kümmerer!

Er sorgt dafür, dass die Menschen ihre Alltagsbedürfnisse zuverlässig

decken können – und genau das sollte er klar kommunizieren.

Viele Unternehmen setzen auf sozial-ethischen Nutzen, indem sie

beispielsweise nachhaltige Produktionsweisen hervorheben …

Sozial-ethischer Nutzen bleibt wichtig, aber er ersetzt nicht die Kernleistung

eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Wie sollten Händler ihr Angebot überdenken, wenn Kunden

stärker auf Basisleistungen achten? Das Sortiment reduzieren?

Händler müssen genau prüfen, ob ihr Sortiment noch den aktuellen

Kundenbedürfnissen entspricht. In unsicheren Zeiten zählt

vor allem Verlässlichkeit: Wer in den Laden kommt, erwartet, dass

die wichtigsten Produkte verfügbar sind. Gleichzeitig kann eine zu

große Auswahl die Komplexität erhöhen – für Kunden und Händler.

Sortimentsanpassungen sind deshalb sinnvoll, aber nicht um

Ist das wirklich eine Strategie?

Ja! Ich sehe oft, dass die für den Vertrieb und Handel essenzielle

Customer Journey, also die Vorkauf- und Nachkaufphase, vernachlässigt

wird. Hier verschenken Unternehmen und Einzelhändler

Umsatzpotenziale! Auch fehlende IT-Investitionen in der Vergangenheit

rächen sich.

Was ist nun also zu tun?

Unternehmen und Händler müssen den Fokus auf Nutzen generierende

und wertschöpfende Funktionen legen. Dazu bodenständig

bleiben und den gesunden Menschenverstand einsetzen. Bürokratische

Hürden minimieren. Nicht nur in der Politik gibt es zu viel

Bürokratie, sondern auch in Unternehmen.

Foto: Privat

74 FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 03/25


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