RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 03/2025
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März 2025
Nr. 03
rundschau.de
info@rundschau.de
18
STORE-CHECK
Wie Andreas Haid
aus einem Ex-Real-
Standort einen
attraktiven Edeka-
Markt gemacht hat.
28
ROUND TABLE
Expertentalk über
die besten Category-
Management-
Lösungen.
THINK GREEN!
MIT WELCHEN MASSNAHMEN HANDEL UND
INDUSTRIE IHRE WERTSCHÖPFUNGSKETTEN
NACHHALTIGER MACHEN.
AUCH IN DIESER AUSGABE: EIN KAFFEE MIT ... MAYKA-CHEF
MANUEL RAMS · SÜSSWAREN · CHILLED FOOD · WEIN & SEKT
INNOVATIV
Warum pflanzliche
Produkte mehr sind als
nur Alternativen, erklärt
Livekindly-Europachefin
Anja Grunefeld.
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STYLE 5-FACH/120ER-CHEP
HOHES KÄUFERPOTENZIAL
IM GESCHMACKS-
FELD BBQ 3
1
Quelle: Interner Konsumententest, April 2024. 2 Quelle: Mintel, Industry Trend, Sweets lean into savory and spicy notes,10. Oktober 2022; Mintel, Report,
The Future of Sweet & Savoury Spreads 2024, 18. Oktober 2024. 3 Quelle: Circana, LEH ≥ 200 qm (inkl. HD) + DM, Crunchips Western Style 150 g,
Verkauf 1.000 Stück, MAT August 2024.
RUNDSCHAU 03/25
Editorial
Nicht mehr nur
Feigenblatt
Nachhaltigkeit stellt die Lebensmittelindustrie und den LEH
vor besonders große Herausforderungen: Die Anforderungen
der Gesetzgebung steigen (Stichwort Nachhaltigkeitsberichtspflicht)
und die hohe Sensibilität der Konsumenten fordert
Transparenz entlang der komplexen Wertschöpfungskette, dabei
sind Kosten- und Preisdruck natürlich kritische Faktoren. Unser
Themenschwerpunkt ab Seite 34 zeigt, wie Handel und Industrie diesen
komplexen Herausforderungen mit Erfolg begegnen.
Das Akronym VUCA bezeichnet eine volatile, unsichere, komplexe
und ambivalente Situation. Es beschreibt die Gefühlslage Vieler angesichts
des aktuellen Weltgeschehens. VUCA umreißt aber auch die
Gemengelage im Zusammenspiel von Marken, Händlern und Shoppern
sehr treffend. Die zentrale Frage für die Vermarktung im LEH lautet:
Können Anbieter und Kunden mit weniger stabilen, kontinuierlichen
und transparenten Rahmenbedingungen wirtschaften? Ein Blick auf die
Shopper-Seite zeigt, dass in vielen Bereichen vorsichtiger agiert wird.
Kunden achten stärker auf ihr Haushaltsbudget und kaufen weniger
impulsiv als noch vor wenigen Jahren. Basierend auf den Ergebnissen
des aktuellen POS-Marketing-Reports 2025 diskutierten Experten am
runden RUNDSCHAU-Tisch, was die Shopper umtreibt und wie Handel
und Industrie ihre Strategien anpassen müssen. Mehr dazu ab Seite 28.
# Bio-Lebensmittel
Aktuelle Zahlen belegen: Bio
entwickelte sich 2024 wieder
dynamischer als der Lebensmittelmarkt
insgesamt. Unser
Trendbericht ab Seite 54
# Fleischalternative
Sozusagen „Beyond Fleischalternative“
sind die Protein Bites
von Like. Anja Grunefeld, Head
of Europe, erklärt warum, ab
Seite 24
# Wein & Spirits
Zwei Messen im März: ProWein
und Eurovino, die neue Fachmesse
in Karlsruhe. Neuheiten
und Messe-Highlights finden
Sie ab Seite 64
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03
RUNDSCHAU März 2025
Inhalt
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fitfortrade
Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,
Lernmaterial und vieles mehr.
Die Titelstory
Das Thema Nachhaltigkeit ist so vielfältig wie fordernd.
Entsprechend breit gefächert sind die Maßnahmen, mit denen
der LEH und die Industrie ihr Engagement zeigen. Über die
„grünen“ Einsatzfelder und Hintergründe lesen Sie ab Seite 34.
Branche
Sortiment
18
Ganz große Klasse
Klare Übersicht und einladende Kaufatmosphäre
auf 6.000 Quadratmetern Fläche: Edeka-Kaufmann
Andreas Haid zeigt, wie es geht.
06 Ein Kaffee mit ...
Manuel Rams, Geschäftsführer und Inhaber des
Salzgebäckherstellers Mayka.
16 Nachwuchsförderung
fitfortrade-Kandidaten auf ihrer exklusiven Tour
über die Süßwarenmesse in Köln.
18 Store-Check: Edeka Haid, Tübingen
Edeka-Kaufmann Andreas Haid zeigt Masse und
Klasse in eindrucksvoller Kombination.
24 Interview
Sie denkt Pflanzenpower neu: Anja Grunefeld,
Head of Europe von The Livekindly Collective.
28 Round Table: Category Management
Shopper-Trends im LEH: die Expertenrunde im
Gespräch über geeignete Strategien.
34 Nachhaltigkeit
Mit grünen Maßnahmen in die Zukunft: Die
Branchen-Akteure zeigen Einsatz all around.
Rubriken
46 Chilled Food
Bequeme Lösungen für steigende Ansprüche:
So wird Convenientes zum Verkaufshit.
50 Brot & Backwaren
54 Bio
Burger und Co.: Die neuen Buns erfüllen die
unterschiedlichsten Kundenwünsche.
Die aktuellen Branchen- und Produkttrends –
frisch von der Biofach 2025.
58 Süßwaren & Salzige Snacks
Geschmack, Textur, Nachhaltigkeit: Die neuen
Konzepte sorgen für Abwechslung im Regal.
62 Heißgetränke
Kakaopreise auf Rekordhoch: die Perspektiven
für den Schokogenuss Kakao.
64 Wein & Sekt
Die kommenden Weinmessen werfen ihre
Highlights voraus: die leichten Saisontrends.
68 WPR
Umweltfreundlich, duftig, einfach mehr als
sauber: die Alleskönner Waschmittel und Co.
28
Kaufen oder Nicht-Kaufen
Wie kann man aktuellen Shopper-Trends begegnen?
Unsere Experten diskutieren, dazu die Insights des
POS-Marketing-Reports 2025.
08 Newsticker; MMM-Kongress
13 Shopper-Insights: Bio-Lebensmittel
33 Verbandsinfo
70 Neue Produkte/Impressum
74 ForscherAuftritt: Martin Fassnacht
Fotos: stock.adobe.com/Press609; Ulrich Metz
04 Inhalt • RUNDSCHAU 03/25
Erfrischende
Umsätze garantiert
NEU
* Quelle: Nielsen: LEH + DM, Milchmischgetränke,
Absatz Marke MAT Dezember 2024 vs. VJ
In den drei beliebten
Top-Sorten Kakao,
Erdbeere und Banane
Stetig wachsende
Kategorie: Milchmischgetränke
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Pfandfreies To-go-
Format – praktisch
wiederverschließbar
In Markenlizenz hergestellt von
Liebe ist, wenn es Landliebe ist.
Ein Kaffee mit …
Manuel Rams
Text: Mirko Jeschke
Foto: Johannes Kirchherr
DER
BREZEL-BÄCKER
Mit Salzbrezeln und Sticks nach Schwarzwälder Backtradition versorgt
Mayka Knabberfans in ganz Deutschland. Priorität hat für Inhaber Manuel
Rams der Ausbau der Produktionskapazitäten, denn die Nachfrage ist groß.
Wer mit Manuel Rams ins
Gespräch kommt, bemerkt
sofort: der Alleingeschäftsführer
des
Traditionsunternehmens
Mayka mit Sitz im baden-württembergischen
Schliengen ist eine echte Frohnatur.
Und: Er scheut keineswegs das Risiko. Den
Beweis trat der zweifache Familienvater
mit dem Erwerb sämtlicher Firmenanteile
im Alter von gerade einmal 37 Jahren
an. „2014 habe ich als Assistent der Geschäftsführung
bei Mayka angefangen,
drei Jahre später bin ich in die Geschäftsführung
aufgestiegen. Ende 2020 habe ich
zunächst 75 Prozent der Anteile von den
Gründern Norbert Michel und Willi Mayer
übernommen, Ende 2021 die restlichen
25 Prozent“, erzählt der gebürtige Freiburger
von seinem rasanten Aufstieg.
Jede Menge Potenzial
Dass es den gelernten Bürokaufmann einmal
in die Lebensmittelindustrie ziehen
würde, hat ihn selbst überrascht. Bei Mayka
erkannte Rams, der sich zwischenzeitlich
zum Wirtschaftsfachwirt weiterbilden
ließ, indes relativ schnell, dass im Unternehmen
bzw. in der Marke noch viel ungenutztes
Potenzial steckt. „Wir beschäftigen
heute rund 40 Mitarbeiter im Drei-Schicht-
Betrieb und konnten unseren Umsatz seit
2014 um circa 125 Prozent steigern, indem
wir sukzessive die Produktionskapazitäten
ausgebaut haben.“ Die verfügbaren Flächen
am Firmensitz sind allerdings längst
erschöpft, weshalb Rams die Planungen
für einen Neubau intensiv vorantreibt. Aktuell
verfügt Mayka über sechs Backstraßen,
zwei davon laufen auf Strom – ein Ergebnis
der Energiekrise und laut Rams eine
„Wette auf die Zukunft“. Zwar sei Strom
derzeit noch extrem teuer, perspektivisch
geht der 40-jährige Firmeninhaber dennoch
von stark steigenden Gaspreisen aus.
Einzigartige Rezeptur
Keine Sorgen macht sich Manuel Rams
dagegen um sein bestehendes Sortiment an
Salzbrezeln und Sticks. Er verweist dabei
auf besondere Alleinstellungsmerkmale.
„Unsere Rezeptur enthält keine Hefe,
der Teig muss deshalb
nicht gehen
und kann direkt
verarbeitet werden.
Zudem sind vor allem
unsere Sticks deutlich
dünner als die des Wettbewerbs
und haben damit besonders viel Krus-
06 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Ein Kaffee mit ...
Noch mehr interessante Menschen
aus der Branche bei einer Tasse
Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.
te im Verhältnis zum Teig. Die gelaugte
Kruste ist geschmacksprägend und sorgt
für den einzigartigen Geschmack.“ Zu
den Top-Sellern zählen der klassische
200-Gramm-Beutel Sticks, die Mixdose
aus Mini-Brezeln und Sticks sowie die
kleine Runddose mit Sticks. Vier von zehn
Produkten tragen sogar das Bioland-Siegel,
mit dem Mayka bereits 1989 sein Bio-Sortiment
begründet und aufgewertet hat.
Die Nachfrage nach
Laugendauergebäck
befindet sich auf
einem anhaltend
hohen Niveau.
Weitere Listungen geplant
Mit Blick auf die Distribution sieht Rams –
in seiner Freizeit passionierter Läufer –
noch deutlich Luft nach oben. „Unsere
Produkte sind aktuell vor allem bei Rewe
und Kaufland national gelistet, bei Edeka
allerdings nur in drei von sieben Regionen
vertreten. Hier wollen wir die Distribution
in Zukunft deutlich ausbauen.“ Darauf,
dass mit der Listung bei Kaufland, trotz
heftigen Gegenwinds von Altgesellschafter
Michel, eine zweite nationale Listung
gelang, ist der Firmenchef besonders stolz.
Herausforderungen begegnet er genauso,
wie er es auch in der eigenen Familie
tun würde. „Wir sprechen die Probleme
immer direkt an und räumen sie aus
der Welt.“ Am meisten Spaß macht es
Rams übrigens, wenn er mit seinem
Verkaufsleiter auf Tour geht. Mehr
Nähe zum Kunden geht nicht! ☐
MANUEL RAMS
startete bei Mayka am
1. August 2014 als Assistent
der Geschäftsführung.
2017 stieg er in die
Geschäftsführung auf und
übernahm bis Ende 2021
sämtliche Firmenanteile.
www.rundschau.de
07
Branche
Newsticker
Bio-Umsatz auf Rekordhoch
△ Rund 2.300 Aussteller und über 35.000 Besucher
waren auf der diesjährigen Biofach zugegen.
BIO-BOOM Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln
und -Getränken in Deutschland wuchs
im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf den
Rekordwert von rund 17 Milliarden Euro an.
Der Absatz stieg dabei teilweise mehr als der
Umsatz. 97 Prozent aller Haushalte kauften Bio-
Produkte. Diese neuen Branchenkennzahlen
nennt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
(BÖLW) zum Auftakt der Bio-Weltleitmesse
Biofach.
Anders als in anderen Jahren haben sich die
Trocken- gegenüber den Frischeprodukten
über alle Verkaufssegmente hinweg sehr unterschiedlich
entwickelt. Das Trockensortiment
war mit einem Umsatzzuwachs von fast zehn
Prozent deutlich dynamischer unterwegs als
die Frischeprodukte mit einem Plus von knapp
drei Prozent. Gerade die wichtige Produktgruppe
Obst/Gemüse/Kartoffeln musste Einbußen
einstecken. Wetterkapriolen sowohl in
Deutschland als auch in Südeuropa führten zu
Ernteverlusten, die sich in den Verkaufszahlen
widerspiegeln. Dagegen zeigten Milch- und Molkereiprodukte
wieder deutliche Zuwachsraten.
Im Lebensmitteleinzelhandel, Discount und
den Drogeriemärkten wurde nach Angaben
des BÖLW im Trockensegment 10,2 Prozent
mehr abgesetzt. Die Verkaufspreise mancher
Produkte lagen leicht unter dem hochpreisigen
Vorjahr – bei bestimmten Produkten
auch unterhalb der Preise konventioneller
Markenartikler.
Auf der diesjährigen Biofach präsentierten vom
11. bis 14. Februar rund 2.300 Aussteller aus
94 Ländern die Vielfalt und Innovationskraft der
Bio-Welt. Das diesjährige Schwerpunktthema
des begleitenden Kongresses lautet „Yes, we
do! Wie Wandel in der Bio-Lebensmittelwirtschaft
gelingt“. Insgesamt kamen über 35.000
Besucher aus 140 Ländern auf die Messe.
Fruit Logistica verzeichnet Ausstellerrekord/
„Neue Orange“ erhält Innovation Award
△ Über 91.000 Menschen aus dem weltweiten
Obst-/Gemüsehandel kamen zur Fruit Logistica.
OBST- & GEMÜSEMESSE Mehr als 2.600 Aussteller
aus über 90 Ländern präsentierten
auf der Fruit Logistica in Berlin vom 5. bis
7. Februar Innovationen entlang der gesamten
Wertschöpfungskette für frisches Obst
und Gemüse. Mit dem Fruit Logistica Innovation
Award (FLIA) wurde die Onix-Orange von
Amfresh ausgezeichnet. Die Frucht überzeuge
durch ihre außergewöhnliche Farbgebung –
von leuchtendem Flammenorange bis tiefem
Burgunderrot – und mit einem kernlosen, samtigen
Fruchtfleisch, das reich an Antioxidantien
und Vitaminen ist. Angebaut in Spanien, biete
die Onix-Orange eine lange Haltbarkeit. Die
Innovation stammt aus Deutschland, während
Amfresh Spain Citrus die Frucht als „nachhaltiges
Zitruswunder“ für Premium-Konsumenten
vertreibt. Nach offiziellen Umfragen
erreichte die Messe einen neuen Höchststand
in Bezug auf die Qualität der 67.500 Fachbesucher
sowie eine Zunahme der erfolgreichen
Geschäfte. Auch die Zufriedenheit der 23.500
Ausstellungsvertreter erreichte einen neuen
Höchststand. Das diesjährige Motto Fruitful
Connections unterstrich den Fokus der Veranstaltung
auf die Förderung von Partnerschaften
und die Zusammenarbeit innerhalb
der Branche. So war ein Schwerpunkt der
Bereich Smart Agri. Aussteller aus 18 Ländern
zeigten u. a. KI-Technologien zur Schätzung von
Obsterträgen, Software für Farmmanagement
und Qualitätskontrolle, nachhaltige und präzise
Bewässerungslösungen, datengesteuerte
Präzisionsbestäubung und Drohnen-Lösungen.
Fotos: NuernbergMesse/Frank Boxler; Messe Berlin GmbH/Volkmar Otto
08 Branche • RUNDSCHAU 03/25
DAS LAND DER BERGE
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Branche
Newsticker
Bünting: Starkes Wachstum im LEH-Kerngeschäft
JAHRESBILANZ Die Bünting Unternehmensgruppe
hat ihren Nettoumsatz im Jahr 2023 im
LEH-Kerngeschäft um 7,1 Prozent gesteigert.
Der Konzern-Nettoumsatz erhöhte sich auf
knapp 1,96 Milliarden Euro, im Vergleich zu
1,86 Milliarden Euro im vorherigen Geschäfts-
jahr. Das operative Jahresergebnis lag trotz
gestiegener Energiekosten bei 31,4 Millionen
Euro, nach 29,6 Millionen Euro im Vorjahr 2022.
Grundlage für diese positive Entwicklung ist
nach Einschätzung der Bünting Unternehmensgruppe
die konsequente Diversifizierung der
Store-Konzepte sowie nachhaltige Investitionen
in die Standorte und die Logistik. Der
Ausbau autonomer Konzepte und Kleinformate
wurde 2023 auf den Weg gebracht. Insgesamt
wurden 33,3 Millionen Euro investiert, gegenüber
47 Millionen Euro im Vorjahr. Die Mitarbeiterzahl
lag stabil bei 12.500.
„2023 war für Bünting insgesamt ein erfolgreiches
Jahr. Ein wichtiger Meilenstein war auch
die Eröffnung unseres neuen Shuttlelagers in
Nortmoor, das einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung
im Bereich Logistik leistet. Es
bestätigt sich erneut, dass unser strategischer
Kurs unsere Position im Wettbewerb stärkt“,
so der Vorstandsvorsitzende Markus Buntz.
Wie die Unternehmensgruppe weiter mitteilte,
hat sich im Geschäftsjahr 2024 das inflationsbedingte
Konsumverhalten der Verbraucher
und damit die Veränderung des Warenkorbs
fortgesetzt. Gleichzeitig würden sich die stark
steigenden Löhne und die Inflation auch auf
der Kostenseite auswirken. Dennoch ist Bünting
zuversichtlich, dass sich die positive Geschäftsentwicklung
weiter fortsetzen wird.
Vom Stammhaus in Leer und dem neuen Verwaltungsgebäude
in Nortmoor sowie aus Oldenburg,
Salzkotten und Wallenhorst operiert
die Bünting Unternehmensgruppe deutschlandweit.
Die Holdinggesellschaft J. Bünting
Beteiligungs AG ist verantwortlich für die strategische
Ausrichtung und zentrale Führung
aller Bünting-Tochterunternehmen, darunter
u. a. das Bünting Teehandelshaus sowie die
Vertriebsgesellschaften Famila und Combi.
Koelnmesse
2024 unter Plan
GESCHÄFTSZAHLEN Im Veranstaltungsjahr
2024 hat die
Koelnmesse nach vorläufigen
Zahlen einen Umsatz von rund
365 Millionen Euro erwirtschaftet.
Damit blieb sie im turnusgemäß
schwächeren Veranstaltungsjahr
geringfügig hinter ihren eigenen
Planungen von 369,5 Millionen
Euro zurück. Im Vorjahr hatte die
Koelnmesse einen Rekordumsatz
von 416 Millionen Euro erreicht.
Der Nettogewinn wird voraussichtlich
rund 20 Millionen Euro
betragen, nachdem für 2023 ein
Rekordergebnis von 42 Millionen
Euro ausgewiesen wurde.
Dennree Gruppe wächst deutlich und
schließt Jubiläumsjahr mit Rekordumsatz ab
GESCHÄFTSZAHLEN Die Dennree Gruppe, die am
19. Mai 2024 ihr 50-jähriges Bestehen feierte, hat im
abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von
1,49 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einen Zuwachs
von 7,5 Prozent bedeutet. Die Einzelhandelssparte
mit den Denns BioMärkten wuchs um 11,7 Prozent.
Die Zahl der Denns BioMärkte erhöhte sich auf
404, im BioMarkt Verbund organisierten sich zuletzt
539 Naturkostfachgeschäfte. Die Gesamtbelegschaft
vergrößerte sich auf rund 8.200 Mitarbeiter.
Für 2025 erwartet die Gruppe weiterhin ein starkes
Wachstum. Um dieses abbilden zu können, werden
fortlaufend Logistikkapazitäten ausgebaut. So hat
Dennree das Regionallager in Herne gekauft und
erweitert den Standort um 1.300 Quadratmeter
Lagerfläche und eine Bürofläche von 400 Quadratmetern.
Die gut zehn Millionen Euro teure Investition
soll bei dem weiter angestrebten Wachstum die
Warenverfügbarkeit für die Märkte des BioMarkt
Verbunds in Nordrhein-Westfalen sicherstellen.
△ Die erweiterte Geschäftsführung mit Joseph (l.)
und Mareike Nossol und Gründer Thomas Greim.
Fotos: Bünting; Dennree Gruppe; Katja Schünemann; Iglo Deutschland; Loacker; Pernod Ricard Deutschland
10 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Täglich neu: www.rundschau.de
News und Infos aus der Branche und über ihre
Entscheider finden Sie täglich aktuell auf
Instagram, LinkedIn und www.rundschau.de
Branche
Newsticker
ALEXANDER STEIN verantwortet
seit 1. Februar als neuer Direktor
die Fruit Logistica und damit das
strategische Management. Er folgt
auf Kai Mangelberger, der nun bei
der Messe Berlin als Bereichsleiter
für den neu geschaffenen Bereich
Mobility fungiert.
VOLKER BÜTTEL übernimmt zum
1. April die Position als Geschäftsführer
Iglo Deutschland und die
Verantwortung für die Geschäfte
der Landesgesellschaft. In seiner
Funktion tritt er die Nachfolge von
Philipp Kluck an, der das Unternehmen
Ende 2024 verlassen hat.
KATHRIN LUSMÖLLER hat bei
Loacker Deutschland die Position
des Field Manager Germany übernommen.
Seit 1. Februar ist sie
für den Auf- und Ausbau des CRM-
Systems sowie die Führung und
Weiterentwicklung der Handelsagentur-Organisation
zuständig.
HOLGER MÖLLER ist aus persönlichen
Gründen bei Pernod Ricard
Deutschland zum 15. Februar als
Sales Director ausgeschieden.
Möller, der Mitglied des deutschen
Management Teams war, hatte am
1. Dezember 2023 die Nachfolge
von Thomas Drossé angetreten.
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Branche
Newsticker
Fairtrade-Kakaoabsatz stabil
KAKAOABSATZ Fairtrade-Kakao und -Zucker
sind nach Angaben von Fairtrade Deutschland
weiter gefragt im Süßwarensortiment: Der Fairtrade-Kakaoabsatz
blieb im vergangenen Jahr
mit rund 81.000 Tonnen auf Vorjahresniveau,
der Absatz von Fairtrade-Zucker stieg um drei
Prozent auf 8.100 Tonnen. Fairtrade-zertifizierte
Kakaobauern erwirtschafteten ersten
Hochrechnungen zufolge rund 18 Millionen
Euro an Fairtrade-Prämie, einem finanziellen
Aufschlag zusätzlich zu den Verkaufspreisen,
der in Gemeinschaftsprojekte vor Ort investiert
wird.
Der Absatz von Fairtrade-Kakao ist seit 2017
um 40 Prozent gewachsen. Dass der Zuwachs
2024 ausblieb, lag vor allem an den extrem
hohen Weltmarktpreisen: Zahlreiche Unternehmen
stellen ihre Rezepturen um und meiden
teurere Kakaoprodukte. „Die hohen Preise
resultieren vor allem aus geringen und zer-
störten Ernteerträgen durch die Klimakrise“,
erklärt Fairtrade-Vorständin Claudia Brück.
Und weiter: „Hohe Weltmarktpreise sorgen
also nicht zwingend zu Mehreinnahmen bei
Kakaobäuerinnen und -bauern, wenn sie keinen
Kakao zum Verkaufen haben.“
Um dieser Herausforderung zu begegnen und
Einkommen sowie Lebensbedingungen zu
verbessern, hat Fairtrade eine Strategie für
existenzsicherndes Einkommen ins Leben
gerufen, die Anfang Februar auf der Süßwarenmesse
ISM vorgestellt wurde.
Diese Strategie für existenzsicherndes Einkommen
umfasst die Berechnung eines Kakaopreises,
in den essenzielle Faktoren wie Zugang zu
gesunden Nahrungsmitteln, sauberem Wasser,
sicheren Wohnverhältnissen, Bildung, medizinischer
Versorgung sowie finanzielle Rücklagen
für unerwartete Ereignisse und Altersvorsorge
miteingerechnet werden.
△ Fairtrade hat auf der diesjährigen ISM seine
Strategie für existenzsichernde Einkommen
im Kakaoanbau vorgestellt.
All Beverage Award 2025:
Rund 50 Neuprodukte eingereicht
Cosnova
wächst kräftig
GETRÄNKE-AWARD Im Rahmen des All Beverage
Award der RUNDSCHAU, der als Leistungsempfehlung
für den Handel sowohl ein wichtiges Marketing-Tool
als auch ein Garant für Erfolg im Regal ist,
wurden auch in diesem Jahr rund 50 Neuprodukte
eingereicht, darunter spannende Getränke in nahezu
allen Kategorien von AfG über Wein/Sekt bis hin zu
Spirituosen – letztere teilweise auch in alkoholfreien
Varianten. Neben Stand-alone-Getränken und
Fillern darf die Jury – bestehend aus Fachmarkt- und
LEH-Einkäufern, Mafo-und Marketing-Experten,
Sommeliers und Fachredakteuren – in
diesem Jahr jede Menge fruchtig-bunte
Ready-to-Drink- bzw. Mixgetränke auf
Herz und Nieren prüfen. Neben klassischen
Sorten sind auch neuartige und
überaus kreative Geschmacksrichtungen
dabei, die insbesondere in den heißen Sommermonaten
ihre Fans finden könnten. Nicht wenigen
Neuprodukten merkt man sofort an, mit einem
besonders aufmerksamkeitsstarken Auftritt die
aktuellen Trends bedienen zu wollen. Dies zeigt
sich einerseits an der Gebindeform – neben der
Vielzahl an Dosen gab es einige markante Individualflaschen
–, aber auch an neuartigen und
zum Teil beeindruckenden Etikettendesigns bzw.
Aufdrucken. Ebenso ins Rennen schafften es die
Kategorien Bier und Heißgetränke mit einem
Hellbier bzw. einer Wellness-Tee-Range.
Wer am Ende das Rennen gemacht hat,
erfahren Sie in unserer April-Ausgabe
(ET: 4.4.). Einen Überblick über alle
nominierten Produkte erhalten Sie
durch das Scannen des QR-Codes.
JAHRESBILANZ Die Cosnova
Gruppe hat ihren Nettoumsatz
im abgelaufenen Geschäftsjahr
um 17 Prozent auf 954 Millionen
Euro gesteigert. Cosnova ist mit
ihren beiden Marken Essence
und Catrice in Europa sowie in
zahlreichen Märkten in Nord- und
Südamerika, Middle East, Asien
und Afrika vertreten. Die Gruppe
investierte 2024 in die umfassende
Modernisierung der Verkaufsflächen.
Rund 25.000 Meter Ladentheken
wurden erneuert, was
etwa 70 Prozent der stationären
Verkaufsflächen von Essence in
Beautyshops weltweit ausmacht.
Fotos: Nipah Dennis
12 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Global Outlook on Sustainability: A Consumer Study
2024–25. Der diesjährige Bericht liefert Ergebnisse in
über 50 interaktiven Datendiagrammen.
_
ZAHLEN
TICKER
Branche
Zahlen & Fakten
Fotos: stock.adobe.com/ volff, fotohansel, Lutfe Saba Prionti, Irina
Im Fokus: Nachhaltigkeit/
Bio-Lebensmittel
Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände: Durch den
Klimawandel hervorgerufene Wetterextreme haben für
die Landwirtschaft und den Handel weltweit verheerende
Auswirkungen. Sichtbar ist das bereits jetzt bei den
Kaffee- und Kakaopreisen. Konsumenten sind Ursache
und Lösung zugleich: Dem Intergovernmental Panel on
Climate Change (IPCC) zufolge verursachen
Haushalte rund
60 bis 70 Prozent der globalen
Emissionen. Mintel
Marktforschung zeigt,
welche Trends sich niederschlagen
– und wo Innovationsbedarf
besteht.
Kaufbereitschaft
Sozialstandards gefragt
54 Prozent der deutschen Käsekonsumenten sind laut
Mintel-Umfrage bereit, mehr für eine Marke auszugeben,
wenn diese ihre kooperierenden Milchbauern nachweisbar
unterstützt. Die Bereitschaft, mehr für Tierschutz
(49 Prozent) und Bio-Standards (42 Prozent) zu zahlen,
ist vorhanden, aber im Vergleich etwas geringer. Die
jüngsten Bauernproteste haben dazu geführt,
dass 69 Prozent der Fleischverbraucher
die Herausforderungen der Bauern
mehr schätzen. Dennoch überwiegen
bei Lancierungen in der
Warengruppe Käse ethische
Auslobungen in Bezug auf
Tierwohl im Vergleich zu fairen
Arbeitsbedingungen.
Prioritäten
Preis und Geschmack
Für Lebensmittel- und Getränkekäufer ist der Geschmack
ein wichtigeres Unterscheidungsmerkmal beim Kauf als
Nachhaltigkeitsversprechen. Das gilt insbesondere für
36 Prozent der Konsumenten, die nicht ausschließlich
nachhaltig kaufen: Jene bevorzugen aus Gewohnheit
spezielle Produkte – und sind lediglich wechselbereit,
wenn sie von einem besseren Geschmack oder einer
höheren Qualität überzeugt werden können.
Auszeichnung
UM 3 PROZENT
ist der Anteil von Lebensmittellancierungen
mit Bio-Auslobungen im
deutschen Markt im vergangenen
Jahr gesunken.
Klares Statement
52 %
finden die Anzahl diverser
Nachhaltigkeitsaussagen
auf Lebensmittel- und
Getränkeprodukten verwirrend,
was auf einen
Bedarf an klarer Kommunikation
seitens der
Marken hinweist.
Grundsätze
23 PROZENT
sind der Meinung, dass Markenprodukte
im Vergleich
zu jenen von Eigenmarken
höhere ethische Standards
(z. B. in Bezug auf Fairtrade
oder Tierwohl) erfüllen.
Marke vs. Eigenmarke
34 PROZENT
der deutschen Private-
Label-Käufer ziehen beim
Einkauf von Lebensmitteln
und alkoholfreien Getränken
Eigenmarkenprodukte
vor, wenn sie im Vergleich
zu Markenartikeln eine
nachhaltigere Option
darstellen.
Auf einen Blick
Sicht der Verbraucher
56 %
der Deutschen würden
Bio-Lebensmittel sowie
-Getränke kaufen, wenn
diese günstiger
Fleisch-Verzicht
Flexitarismus
Über die Hälfte der Deutschen (56 Prozent),
die rotes Fleisch und Geflügel konsumieren,
reduzieren ihren Konsum jener Lebensmittel.
Bei der Generation Z sind es sogar
fast zwei Drittel (63 Prozent). Im Restaurant
darf das auch mehr kosten: Bei Faktoren wie
speziellen Zutaten aus der
Region oder Sondergerichten
sind dafür
Dreiviertel der
deutschen Gastrobesucher
(75 Prozent)
bereit, mehr
zu zahlen.
Lokale Herkunft
Regionalität ist in
30 %
würde eine Nachhaltigkeitsskala
auf dem
Produkt beim Kauf
beeinflussen.
wären. 31 %
bevorzugen Produkte
aus lokaler
Beschaffung/
Herstellung in
Deutschland.
31 Prozent der Befragten bevorzugen Produkte,
die in Deutschland hergestellt oder
produziert werden. Diese Präferenz ist mit
dem Vertrauen in Umweltversprechen verbunden
und unterstützt das umfassendere
Ziel, Lieferwege zu reduzieren und die regionale
Landwirtschaft zu fördern.
Branche
MMM-Kongress
1
Text: Maria Akhavan
2
4
3
5
6
14 Branche • RUNDSCHAU 03/25
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9
Zukunftsfähig
Fotos: Reinhard Rosendahl
Beim 63. MMM-Kongress wurde über die wirtschaftliche Zukunft
Deutschlands diskutiert. Unter dem Motto „Zukunftsfähig werden“
versammelten sich Spitzenkräfte der Lebensmittelbranche.
Beim großen Branchentreffen waren
erneut Top-Speaker aus Wissenschaft,
Politik, Medien und der Unternehmenspraxis
eingeladen, jeweils aus
ihrer Perspektive zu erläutern, warum wir
Denken und Handeln neu ausrichten müssen
In ihrem Opening formulierte Simone
Krah, Präsidentin des MMM-Club e. V.: „Die
wirtschaftliche Lage in Deutschland und
Europa sowie mannigfaltige Unsicherheiten
erfordern flexibles Denken und Handeln,
um den Herausforderungen unserer Zeit zu
begegnen und notwendige Veränderungsprozesse
anzustoßen.“
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts
für Wirtschaftsforschung in München, beschrieb
in seinem Vortrag über die Zukunftsfähigkeit
des Geschäftsmodells Deutschlands
und Europas, dass Wirtschaftswende nur gelingen
kann, wenn finanzpolitische Maßnahmen
durch eine breitere Wachstumsagenda
flankiert werden, nämlich durch Bürokratieabbau
und das Abschaffen unnötiger Regulierungen.Ahmad
Mansour, Diplompsychologe
und Islamismus-Experte, ließ ein leidenschaftliches
Plädoyer für Demokratie und Freiheit
und gegen den Extremismus folgen.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt der
Beitrag von Ingo Zamperoni, News-Anchor
und USA-Experte. Sein Blick über den Atlantik
und seine Analyse der Lage nach den Präsidentschaftswahlen
in den USA bestätigten,
dass unter der neuen Führung in Washington
Europa nur eine Chance hat, wenn es politisch
enger zusammenrückt.
Weitere profilierte Praktiker und Speaker
wie Boris Palmer, Maximilian Lude, Raoul
Roßmann, Florence Gaub oder Kenza Ait Si
Abbou hielten viel Food for Thought für die
Top-Gäste bereit. Die exklusiven Abend-Events
boten darüber hinaus den Rahmen für Genuss
und Erfahrungsaustausch.
☐
1 Im Mittelpunkt des ersten Tages: Ahmad
Mansour, Simone Krah und Ingo Zamperoni.
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4
5
6
Get-together im Eataly am Vorabend des MMM
– wie immer der stimmungsvolle Auftakt.
Sagt, was Deutschland braucht: Bürokratieabbau.
Clemens Fuest vom ifo Institut.
Eine Rückkehr zur Normalität ist in Reichweite,
wie Berechnungen des ifo Instituts zeigen.
Ökonomen unter sich: Martin Fassnacht (WHU),
Clemens Fuest (ifo Institut).
Ein Markenkern des MMM-Kongress: Food for
Thought für das Top-Publikum.
7 Boris Palmer, Mann der Klarheit: Benennt
Probleme und fordert konsequentes Vorgehen.
8
9
Top-Vertreter aus Industrie und Handel:
Michael Durach, Thomas Gutberlet, Karlotta
Preuss, Karl-Stefan Preuss (v.r.n.l.).
Stimmen sich auf das Motto des Kongress
ein: Jens Müller (l.) und Yannick Udri von
Schwarzwaldmilch.
www.rundschau.de
15
Branche Nachwuchsförderung
Die weltweit führende Messe für
die Süßwaren- und Snackbranche
öffnete in Köln wieder ihre Pforten.
Das Besondere: fitfortrade-
Kandidaten durften sich über einen
exklusiven Rundgang freuen.
Exklusive Genusstour
Einmal die Internationale Süßwarenmesse
in Köln live erleben und die Welt der
Süßwaren und Snacks mit allen Sinnen
genießen – das ist wohl der Traum vieler
Naschfans. Doch nur Fachbesucher sind bei
der Messe zugelassen. Wir haben fitfortrade-
Nachwuchskräfte in diesem Jahr eingeladen,
das Event einen Tag lang zu entdecken. Das
Highlight dabei: ein zweistündiger Rundgang
durch die sechs Hallen. Dafür nahm sich Jan
Philipp Hartmann, seit April 2023 Director
der Anuga, höchstpersönlich Zeit. Immerhin
kennt er sich auf dem Gelände bestens aus.
Zum Glück, denn im Süßigkeiten-Paradies, in
dem sich 2025 mehr als 1.500 Aussteller aus
70 Ländern präsentieren, verliert man schnell
die Orientierung. In diesem Zusammenhang
machte Jan Philipp Hartman deutlich, wie
schwierig die Zusammensetzung der Aussteller
in die verschiedenen Hallen war.
Vom Stand der RUNDSCHAU für den
Lebensmittelhandel ging es zuerst zu Gebäckhersteller
Lambertz. Geschäftsführer
Dr. Hermann Bühlbecker stellt bereits seit
Jahrzehnten auf der ISM aus. Im Rahmen
der Messe veranstaltet Lambertz seit 1988
Fotos: stock.adobe.com/Nuthawut; Koelnmesse GmbH, Kathrin Vogt; André Fister
mit Unterstützung von:
16 fitfortrade • RUNDSCHAU 03/25
Werde beste Nachwuchskraft 2025!
Nimm am fitfortrade-Wettbewerb teil und zeige,
was in dir steckt. Einfach QR-Code scannen,
Aufgaben bearbeiten und einsenden. Viel Erfolg!
Text: Jenny Rommel
jährlich die „Monday Night“, mit Showgrößen
aus unterschiedlichen Branchen. Laut Jan
Philipp Hartmann ein kluger Schachzug. Er
riet den Nachwuchskräften: „Falls ihr später
mal selbst Messen organisiert, kann ich
nur empfehlen, macht Events nebenbei.
Ladet eure Gäste ein, ladet den Handel
ein. Dr. Bühlbecker tut etwas dafür,
dass bekannt ist, dass Lambertz in
der Stadt ist.“ Außerdem gab er
den Ratschlag, das Verkaufspersonal
immer am Rand des
Standes zu platzieren – um
die Besucher fortlaufend
aktiv auf den Stand zu
holen.
Schließlich ging
es weiter zu den
© keeunit
internationalen Ausstellern. 33 Länderpavillons,
darunter Frankreich, Belgien und
Italien, zeigten die beeindruckende Vielfalt
der Branche.
Glänzende Auftritte
Besonderes Augenmerk galt dem „New Product
Showcase“. Hier haben Aussteller die
Möglichkeit, ihre Produktneuheiten in einer
Sonderausstellung zu präsentieren. Aus diesen
Produktideen wählt eine unabhängige
und fachkundige Jury schließlich die drei
innovativsten Produkte (mehr zur ISM und
den süßen Neuheiten ab Seite 58). Nach dem
Rundgang hatten die Nachwuchskräfte noch
Zeit für persönliche Erkundungstouren. Alles
in allem ein süßer Tag, den sie so schnell
sicher nicht vergessen werden!
☐
△ Jan Philipp Hartmann, Director der Anuga,
führte die Nachwuchskräfte durch die sechs
Hallen der ISM, vorbei an Süßem und Salzigem.
NUTZE DEINE CHANCE
Du bist engagierte Nachwuchskraft im LEH und willst über
dich hinauswachsen? Dann starte mit fitfortrade durch und
lege den Grundstein für deinen persönlichen Karriereweg.
Anmeldung
noch bis zum
25. April
2025
Als mein Name fiel und ich im Konfettiregen stand, war ich einfach nur
überrascht. Mein erster Gedanke war: ‚Was, ich habe es wirklich geschafft?‘
Ein richtiger Wow-Moment.“ Das sagt Till Geppert, aktueller
fitfortrade-Sieger von 2024, über seinen Moment des Triumphs. Er ist der
Meinung, dass der Wettbewerb eine tolle Gelegenheit für Auszubildende und
Nachwuchskräfte ist, „um sich weiterzuentwickeln“. Denn: „Er hebt das eigene
Niveau in der Ausbildung auf ein ganz neues Level, weil man sich intensiv
mit verschiedenen Themen auseinandersetzt und sein Wissen vertieft. Das
stärkt nicht nur das persönliche Wissen, sondern auch das Selbstvertrauen
Ein weiterer großer Vorteil ist das Networking.“
Aufgaben lösen und teilnehmen
Doch was genau musst du tun, um „Deutschlands beste Nachwuchskraft im
Handel 2025“ zu werden? Ganz einfach: Scanne den QR-Code oben oder schau
auf der Website der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel unter dem
Punkt „fitfortrade“. Dort findest du die Aufgabenstellungen, die es in diesem
Jahr zu lösen gilt. Schaffst du dies, gehörst du vielleicht auch bald zu den Top-
Kandidaten, die in diesem Jahr die Chance auf den Titel haben. ☐
www.rundschau.de
17
18
Meter
lang ist die Frischetheke im neuen
E-Center von Andreas Haid in Tübingen-Weilheim.
Der Standort war lange von Real bespielt worden.
20
Plätze
bietet die Bistro-Ecke mit Gelegenheiten
zum gemütlichen Innen- und Außensitzen. Auch ein
täglich wechselnder Mittagstisch wird angeboten.
Riesig und voller
Atmosphäre
Eine Großfläche, die einlädt, länger einzukaufen als geplant? Das gibt es
wirklich. Edeka-Kaufmann Andreas Haid hat den ehemaligen Real-Standort
in Tübingen-Weilheim zu einem sympathischen Einkaufsort ausgebaut.
Dieser Blick zurück hat es in sich. Da steht man nun
vor der Frischetheke, lässt die Augen Richtung
Eingang schweifen und erkennt – nichts mehr.
Ganz klein sind die Menschen dort hinten, nur
mosaikbunt sieht das aus, was beim Vorbeigehen eben doch
noch eine Obst- und Gemüseabteilung war. Nach kurzem
Staunen über das, was Physiker den Sehwinkel nennen,
erklärt Kaufmann Andreas Haid auch schon sein Konzept
der sechs Welten im Nonfood-Bereich, denn: Nur eine gegliederte
Großfläche ist eine einladende Großfläche. Der
Kunde darf sich auf 6.000 Quadratmetern nicht verloren
fühlen, der Markt darf nicht anonym und riesig wirken.
Der Empfang jedenfalls begrüßt den Kunden
sofort positiv. Noch vor der Obst- und Gemüseabteilung
sorgen Blumen und Grünpflanzen
des Anbieters Bart & Bastian für eine gute
Atmosphäre, die Tulpensträuße zum attraktiven
Preis sind schon im Januar/Februar ein
guter Einkaufs-Opener.
Coeur de Boeuf und Dattelfreude
Mitten in der Abteilung steht dann ein achteckiges
Rondell mit Satteldach, das beim
Store-Check-Besuch jahreszeitengerecht mit
dem Zitrusfrucht-Sortiment bespielt wird,
aber Raum für Ideen gibt: In der Weihnachtszeit
stand hier der Tannenbaum, Platz für
Saisonartikel ist genug. Das O&G-Sortiment
lässt von der Pilzbar einschließlich frischer
Pilzmischungen – sogar getrockneter Pfifferlinge
– bis hin zu Coeur de Boeuf, also Ochsenherz-
Tomaten, und drei Sorten Datteln
keine Wünsche offen. Verbundplatzierungen
geben dem Kunden Anregungen, durch Warenkunden
erhalten Kunden Ideen zu Genuß
und Verarbeitung besonderer Sorten.
Man spaziert durch die Abteilung und wird
immer neugieriger. Das Bio-Sortiment ist gut
18 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Store-Check
Edeka-Center Haid
Text: Martina Kausch
Fotos: Ulrich Metz
Ich finde es einfach toll, den Kunden
so viel bieten zu können und Masse im
positiven Sinn zu zeigen.
Andreas Haid
Edeka-Kaufmann
△ Start mit Blumen: Im Eingangsbereich präsentiert
Bart & Bastian das Pflanzenangebot.
▽ Entspannter Herr über 6.000 Quadratmeter
Verkaufsfläche: Andreas Haid.
platziert, schön präsentiert und umfasst
neben Bioland- und Demeter-Ware auch gekühltes
Obst und Gemüse.
Zeitlos freundlich mit viel Holz
Andreas Haid erklärt beim Rundgang, wie
er sich seinen Markt vorgestellt hat, seit die
Möglichkeit der Selbstständigkeit langsam
spruchreif wurde. Der gebürtige Tübinger hat
bereits seine Ausbildung bei Real gemacht und
schon in dieser Zeit das Positive der Großfläche
kennen- und schätzen gelernt. Als Marktleiter
war ihm klar: „Ich möchte einen zeitlosen
Markt, der in einigen Jahren noch gut funktioniert.“
2022 wurde dann der Real-Standort
in Tübingen-Weilheim geschlossen, Ende 2023
begannen die Planungen durch die Edeka
Südwest, Ende Oktober 2024 wurde eröffnet.
Helle und freundliche Beige- und Naturtöne
schwebten Andreas Haid für den Markt vor –
und genau so präsentiert er ihn nun.
Anregungen für die Ausstattung bekam
der Kaufmann aus seinem über die Jahre entstandenen
Netzwerk. Da gibt es die hölzernen
Akustikpanele an der Wand, die einerseits den
Schall dämpfen, aber außerdem eine stilvollnatürliche
Wanddekoration sind und sich als
Hintergrund für die Beschriftung eignen. Ein
anderer Hingucker ist die Mooswand – ein
großdimensioniertes grünes Wandbild, das
Schall absorbiert und den Edeka-Schriftzug
prächtig zur Geltung bringt.
Was waren die größten Herausforderungen
bei der Aufgabe, die ehemalige Real-Großfläche
am Stadtrand von Tübingen und in
einer von Gewerbe geprägten Umgebung zu
einem Edeka-Center zu machen? Der Umbau
war kompliziert. Andreas Haid erinnert sich
daran, wie Bagger und anderes schweres Gerät
mitten im Gebäude standen, der Markt total
entkernt wie eine riesige Halle wirkte. Wie
es ihn beruhigte, als die Regale aufgestellt
wurden und die Einkaufswelt mit einiger
Verzögerung Gestalt annahm.
Aber auch Personal zu finden, entpuppte
sich als schwierig: Haid betreibt den Markt
mit rund 100 Mitarbeitenden – und brauchte
neben anderen Profis auch zwei Metzgermeister.
Hunderte Bewerbungstermine und
viele Gespräche später stand das Kernteam
– vor allem auf gute, über viele Jahre
gepflegte Kontake habe er bauen können,
www.rundschau.de
19
Store-Check
Edeka-Center Haid
Das üppige Oktogon in der Obstund
Gemüseabteilung eignet sich
für saisonale Gestaltung –
im Winter mit Zitrusfrüchten.
sagt der Kaufmann, für den Kollegialität
grundsätzlich auch über Handelsunternehmens-Grenzen
hinaus geht.
Veggie weit weg von der Frischetheke
Zurück zum Marktrundgang. Überraschend
folgt im Kundenlauf im Anschluss an Obst
und Gemüse die Bake-off-Ware neben der
umfangreichen, gekühlten Veggie-Welt. Diese
Platzierung folgt der Erfahrung des Kaufmanns:
Viele Veggie-Kunden möchten gar
nicht in die Nähe der Fleisch- und Wursttheke
kommen – diese Sortimentsaufteilung
kommt diesem Wunsch nach. Auch wer sich
nur kurz mit dem Nötigen für Brotzeit- oder
Mittagspause versorgen will, wird hier fündig
und kann sofort in Richtung Kasse abbiegen.
Allerdings versäumt er eine Menge. Jeweils
durch ein Querregal getrennt, kann
der Shopper auf dem Weg zur Frischetheke
an der hinteren Marktwand abbiegen: In die
Frühstückswelt mit Konfitüren, Marmeladen,
Müslis, Trockenfrüchten, haltbaren Backwaren.
In die Spielzeugwelt, die weit mehr
als nur kleine Mitbringsel umfasst und vor
Weihnachten ihre Feuer- bzw. Feierprobe
bestanden hat. Ein besonderer Eyecatcher
ist ein stilvoll britisch anmutendes Großregal
zum Thema Backen und Kochen: Diese Backutensilien
möchte man sofort mitnehmen. Die
Auswahl in der Haushaltswarenabteilung geht
weit über das übliche Edeka-Angebot hinaus.
TV, Toaster, Wasserkocher
Zu einer Großfläche gehört im E-Center Haid
eine Welt der Elektrogeräte mit weißer Ware
und Unterhaltungselektronik einschließlich
TV-Geräten. Man versuche, alle Kleingeräte
für das tägliche Leben anzubieten, erklärt
Haid mit Blick auf das Sortiment von Kaffeemaschinen,
Wasserkochern und Toastern.
Später kommt man zu der Bekleidungsabteilung:
Die Basics von Kopf bis Fuß, von Anoraks
bis Nachwäsche sind hier im Angebot. Thalia
Über 18 Meter
Länge misst die
Frischetheke im
neuen Markt –
einschließlich
Fischrondell.
ist mit einem Shop-in-Shop an einem bewusst
ruhig gehaltenen Ort im Markt mit Büchern
und Zeitschriften vertreten („Die Kunden sollen
schmökern können“, sagt Andreas Haid),
Budni mit der Drogerieabteilung.
Mit einer 104-jährigen Geschichte betreibt
das Drogerieunternehmen Budnikowsky in
und um Hamburg über 180 Filialen. Um eine
20 Branche • RUNDSCHAU 03/25
www.rundschau.de
Mehr Bilder des neuen E-Centers von
Andreas Haid und mehr aktuelle Store-Checks
auf der Homepage der RUNDSCHAU.
_
MARKT
DATEN
Edeka-Center Haid,
Tübingen-Weilheim
▽ Sechs Selfscan- und sieben konventionelle Kassen sorgen bei
extrabreiten Gängen für reibungsloses Bezahlen im Markt.
> Adresse: Alte Landstraße 45,
72072 Tübingen-Weilheim
> Öffnungszeiten: Montag bis
Samstag 8 bis 22 Uhr
> Eröffnet am: 23. Oktober 2024
> Verkaufsfläche: 6.000 m2
> inkl. Getränkemarkt 1.000 m2
> Zahl der Produkt: rund 60.000
> Zahl der Bio-Produkte: rund 3.000
> Zahl der Mitarbeitenden: 100
> Länge der Frischetheke: 18 Meter
> Gastrobereich: 20 Sitzplätze
> Parkplätze: rund 400
> Ladenbau: Linovag (Regale),
Carrier (Kältetechnik)
überregionale Expansion zu realisieren, vereinbarte
man 2017 eine Kooperation mit Edeka,
seitdem sind in einigen neuen Edeka-Märkten
Budni-Shop-in-Shops installiert. Die Kosmetikwelt
im neuen Tübingen-Weilheimer Markt
ist sympathisch: Hell und mit ähnlichen natürlichen
Farben wie der gesamte Markt gestaltet,
ist die Abteilung geschmackvoll einladend und
bietet auf 125 Quadratmetern Verkaufsfläche
rund 8.500 Artikel des Drogeriesortiments mit
dem Fokus auf Körperpflegeprodukte, aber
auch dekorative Kosmetik, Düfte und eine
Es gibt keinen Ort im Markt, für den
wir nicht einen Plan oder eine Idee für
saisonale Ware und Aufbauten haben.
Andreas Haid
Edeka-Kaufmann
kleine Auswahl an modischen Accessoires.
Punkten will Budni vor allem in den Bereichen
Nachhaltigkeit und Naturkosmetik. Der
Name Budni Beautybox ist angesichts dieses
Angebots eine glatte Untertreibung.
Zur Halbzeit eine Sitzbank
Hat man die Drogeriewelt erreicht, steht man
an der Rückseite des Marktes und damit vor
der eindrucksvollen Frischetheke samt Dry-
Aged-Schrank und Fischrondell. Sinnvollerweise
hat Andreas Haid an eine Sitzbank für
Kunden gedacht – schließlich feiert man hier
Halbzeit im Kundenlauf. Vor dem Thekenbereich
realisiert man besonders, wie großzügig
das Platzangebot ist und wie viel Gestaltungsraum
es in den Marktwelten gibt.
Der muss überall bespielt werden – aber
für diese Aufgabe ist Andreas Haid mit seiner
Flächenerfahrung prädestiniert: „Es gibt
keinen Ort, für den wir nicht einen Plan oder
eine Idee für saisonale Ware haben.“ Saisonale
Themen kann er als Sonderaufbauten präsentieren,
vor dem Superbowl-Event etwa geht es
in einer Sonderplatzierung um Partyartikel
und allerlei Junkfood. Keine Chance, das zu
übersehen. Aber auch regionale Erzeuger
werden auffällig ins rechte Licht gerückt.
Beispielsweise sind die vielen Produkte von
170 Bioland-Bauern unter dem Label Landmacher
in Holzkisten auf Strohballen ein
Hingucker. Das Sortiment umfasst vieles, von
Fuchtauf-strichen über Hülsenfrüchte wie rote
Linsen bis zu Urkornkeksen. Die regionalen
www.rundschau.de
21
9
INTERVIEW
Andreas Haid
Edeka-Kaufmann
Eine Großfläche zu bespielen, ist eine
besondere Herausforderung. Warum
stellen Sie sich der Aufgabe?
Ich habe auf der Großfläche meine
Ausbildung gemacht und immerhin
schon 16 Jahre Erfahrung mit solchen
Formaten. Ich finde es einfach toll, den
Kunden so viel bieten zu können und
Masse im positiven Sinn zu zeigen.
Aber es gibt doch sicher Augenblicke,
wo Ihnen bewusst wird, was
Sie in diesem Riesenmarkt bewegen?
Ja! Das Gebäude wurde ja vor der Übernahme
komplett entkernt, hier standen
Bagger und schweres Gerät mitten drin!
Als dann der Fußboden gelegt war, stand
man in einer leeren Riesenhalle. Aber
als dann die Regale standen, habe ich
mich einfach unglaublich gefreut, und
das ist bis heute so.
Welche Erfahrungen sind positiv?
Die Reaktion vieler Kunden, die total
begeistert sind und die den Mitarbeitenden
und mir sagen, wie gern sie hier
einkaufen und wie schön es sei, dass
dieser Standort wieder geöffnet ist.
Eier finden sich in einem Häuschen-ähnlichen
Extraregal. Überhaupt hat der
Markt ein breites Bio-Angebot, dazu gehört
beispielsweise ein besonders umfangreiches
Rapunzel-Sortiment.
Service bis zum Tübingen-Puzzle
Die umfangreiche Mopro-Abteilung ist mit
Holzumrahmungen der Kühlschränke schön
gemacht, zur guten Orientierung tragen diese
zudem Sortimentshinweise. Auf dem Rückweg
durchquert man eine schöne Wein- und
Spirituosen- sowie eine sehr großzügige und
übersichtliche Getränkewelt mit viel Regionalem,
die man durch einen zweiten Markteingang
separat erreichen kann.
Das Thema Kundenservice schreibt Andreas
Haid groß. Das Vorbereiten von Wurst- und
Käseplatten und Zusammenstellen von Geschenkkörben
und kostenloses WLAN ist aber
nichts gegen die tolle Idee eines exklusiven
Tübingen-Puzzles, das der Kaufmann zu Weihnachten
in seinen beiden Märkten vertrieben
hat und das bis auf das letzte Stück ausverkauft
ist. Hinweise auf die regionale Verwurzelung
des Marktes bieten auch die vielen Fotografien
von Stocherkähnen – den Booten, mit denen
jedes Jahr im Frühsommer die traditionell
munteren Rennen auf dem Neckar ausgetragen
werden. Die umfangreiche TK-Abteilung lädt
am Ende des Kundenlaufs ein – auch hier ist
die Beschriftung auf Holzschildern über den
Truhen mit Basen in Holzoptik angebracht.
Der neue Markt hat neben der üblichenLED-
Beleuchtung und Kühlregalen mit Glastüren
eine CO2-Kälteanlage und ein effizientes
Heiz- und Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung
sowie ein Energie-Monitoring-
System. Die breiten Gänge setzen sich bis
in die Kassenzone aus sechs Selfscan- und
sieben konventionelle Kassen fort: Auch mit
Kinderwagen oder Rollstuhl kann man die
Kassen bequem passieren.
Das Echo im Netz
Jeder neue Markt findet im Internet ein breites
Echo, so auch der von Andreas Haid. Die
Kommentare und Bewertung zeigen die große
Leistung der Edeka Südwest und des Kaufmanns,
aber auch die Herausforderungen, die
eine Großflläche mit sich bringt – insbesondere
die Obst- und Gemüseabteilung ständig top
zu halten, ist eben eine Aufgabe. Die helle,
moderne Ausstattung, das Riesensortiment
und die Freundlichkeit aber punkten bei den
Bewertungen.☐
22 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Store-Check
Edeka-Center Haid
▽ Obst und Gemüse in Bio-Qualität wird im Markt sogar gekühlt.
Schön sieht es außerdem aus.
▽ Viel Holz gibt der Wein- und Spirituosenabteilung
angenehme Atmosphäre.
Teil des Markts
ist auch die Budni
Beautybox, ein
neues Shop-in-
Shop-Konzept
des Hamburger
Drogeriemarkt-
Unternehmens.
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Abb. ähnlich
Quelle: 1 Circana, LEH total >= 200 m 2 , Kühne Dressing ungekühlt, Umsatz in Mio. €, 2024 | 2 Circana,
LEH total >= 200 m 2 , Kühne Dressing ungekühlt, Absatz in Mio. St., 2024
Branche
Interview
Text: Martina Kausch
Foto: Stephan Pick
Eine neue
Art zu
essen
Proteine und Ballaststoffe als
vielfältige pflanzliche Produkte, die
gut schmecken – das ist das Credo von
The Livekindly Collective. Warum die
Protein-Bites von „Like“ nun nichts
mehr mit Fleisch-Alternativen zu tun
haben und im LEH in ein eigenes Regal
gehören, erklärt Anja Grunefeld.
Umpositionierung nennt man das, was
aktuell mit den pflanzlichen Produkten
passiert, die man im LEH bis vor kurzem
beispielsweise als „Like Meat“ kannte.
Nach einigen Jahren auf dem deutschen Markt
hat der weltweit agierende Hersteller Livekindly
Collectice beschlossen, statt Alternativen zum
Fleisch eine eigenständige Kategorie an pflanzlichen
Proteinen aus Europa zu entwickeln und zu
vermarkten. Head of Europe Anja Grunefeld erklärt
Idee, Hintergründe, Geschmacksrichtungen,
Erfolge sowie Ziele von „Like“ in einem exklusiven
RUNDSCHAU-Interview – und sie berichtet, wie
Klimaaktivistin Greta Thunberg der Marke ganz
ungewollt zu einem neuen Image verhalf.
24 Branche • RUNDSCHAU 03/25
www.rundschau.de
Anja Grunefeld spricht auch über Essgewohnheiten
in anderen Ländern. Welche Ideen sie von
ihnen mitnimmt – lesen Sie online.
+
ZUR
PERSON
Anja Grunefeld
Die Produkte von Livekindly kannte man
in Deutschland bislang als „Like Meat“.
Nun heißen sie nur noch „Like“. Welcher
Gedanke steckt hinter der Umbenennung?
„Like“ – und aktuell die ProteinBites – ist das
erste Produkt, das keine Referenz zum Tier hat.
Denn das ist unsere Vision: Wir wollen raus
aus dem Vergleichen: Ist es Hühnchen, ist es
kein Hühnchen …? Wir glauben an Proteine.
Proteinreiche Ernährung ist für den Menschen
wichtig, Ballaststoffe gehören dazu. Es gibt
tierische und es gibt pflanzliche Proteine,
Sojaprotein ist eine hochwertige pflanzliche
Proteinquelle. So bieten wir eine proteinreiche
und pflanzliche Alternative im Rahmen einer
ausgewogenen Ernährung. Wir haben nicht
nur die Marke geändert, sondern auch, wie
wir die Kategorie betrachten.
Das ist ein mutiger Schritt. Wann haben
Sie die Entscheidung getroffen,
das „Meat“ wegzulassen – und warum
gerade zu diesem Zeitpunkt?
◁ Seit 2020 ist Anja Grunefeld bei
The Livekindly Collective, seit 2024
verantwortet sie für den Hersteller von
pflanzlichen Produkten als Head of
Europe den europäischen Markt.
Genussvoll, unkompliziert und
ohne Dogmen wollen wir pflanzliche
Ernährung allen zugänglich machen.
Anja Grunefeld
Head of Europe, The Livekindly Collective
Das hängt stark mit den gesellschaftlichen
Diskussionen rund um Greta Thunberg und
die Fridays-for-Future-Bewegung zusammen.
Eine Zeit lang war das Thema Klimaschutz
präsent und wurde von vielen Menschen mitgetragen.
Doch irgendwann kippte die Wahrnehmung
– die Debatte wurde zunehmend
dogmatisch, und viele fühlten sich belehrt
oder sogar unter Druck gesetzt. Das führte
dazu, dass sich einige Verbraucher von der
Bewegung abwandten.
Genau diesen gesellschaftlichen Wandel
haben wir bei Like beobachtet. Unser Ziel
war es nie, mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten,
sondern pflanzliche Ernährung
für alle zugänglich zu machen – genussvoll,
unkompliziert und ohne Dogmen. Der Name
„Like“ spiegelt genau das wider: Er steht für
eine neue, eigenständige Kategorie, die sich
nicht über Verzicht definiert, sondern über
Geschmack und eine moderne, positive Haltung
zur pflanzlichen Ernährung.
Wie sehen Sie diese Umpositionierung
jetzt nach einigen Monaten – war sie
richtig? Sind Sie erfolgreich?
Wir haben es gut gemacht. Trotz des zunehmenden
Wettbewerbs sind wir mit „Like“
Nummer zwei nationale Marke am Markt im
Retail mit einem Marktanteil von 7,6 Prozent
bei gekühltem Fleischersatz und Marktführer
im Segment pflanzliches Geschnetzeltes,
also bei Chunks, mit 50 Prozent Marktanteil.
„Like“ ist die einzige Marke, die in den letzten
drei Jahren eine zweistellige Steigerung der
Markenbekanntheit um zehn Prozent ver-
Die Diplombetriebswirtin
Anja Grunefeld ist seit April 2024
Head of Europe von The Livekindly
Collective mit Hauptsitzen in
Düsseldorf und New York.
Außerdem ist sie Geschäftsführerin
DACH des Unternehmens.
Grunefeld war davor bei der Danone-
Tochter Alpro sowie u. a. bei
Friesland Campina in verschiedenen
Positionen tätig, immer mit
den Schwerpunkten Marketing
und Geschäftsführung.
zeichnen konnte (Quelle: GfK – Brand Equity
Deep Dive Juli 2024, Anm. d. Red.). Wir haben
hohe Wiederkaufsraten und loyale Käufer.
Sie schreiben bei dem neuen Produkt
ProteinBites den Proteingehalt von 34 Gramm
übergroß auf die Packung. Reden wir
ausschließlich von Sojaprotein?
Ja, es steht so groß auf der Packung, weil es
das Konzept ausmacht! Und ja, wir reden von
Sojaprotein, weil es eben eine hochwertige
Proteinquelle ist. Wir verarbeiten ausschließlich
Soja aus Europa. Früher haben ja Kunden
im Biofachhandel bei manchen Produkten
für ihre Haltung bewusst auf Geschmack
verzichtet – das geht heute nicht mehr. Was
nicht schmeckt, wird nicht gekauft.
„Like“ ist Teil von The Livekindly
Collective, einer Unternehmensgruppe.
Was entgegnen Sie denjenigen, die sagen:
Das ist ein investorengetriebenes
Business, das die gesamte Wertschöpfungskette
vom Saatgut bis zum
Endprodukt in einer Hand hat?
Wenn man sich andere Lebensmittel
anschaut, ist der Produktionsprozess
www.rundschau.de
25
_
INFO
Gut zu wissen
The Livekindly Collective möchte
„die Transformation der globalen
Lebensmittelindustrie vorantreiben“.
2020 hatte das US-Unternehmen eine
erste Finanzierungsrunde über
200 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
Zum Portfolio gehören
Traditions- und Start-up-Marken für
pflanzliche Ernährung, in
Deutschland die Marke „Like“.
In England gibt es einen Händler, der
hat ein Proteinregal. Darüber könnte
man auch in Deutschland nachdenken.
Anja Grunefeld
The Livekindly Collective unterhält
weltweit drei Produktionsstandorte,
für Europa im niederländischen Oss.
Es produziert nach eigenen Angaben
in der größten Nassextrusions-
Anlage Europas. Bei der Nassextrusion
werden überwiegend pflanzliche
Proteinmassen gekocht und hocherhitzt
im Extrudergehäuse für weitere
Veredelungsschritte vorbereitet.
ähnlich. Eine Sojaproteinmasse aus Sojabohnen,
Wasser und Salz, die durch ein
Extrusionsgehäuse läuft, ist eigentlich ein sehr
simples Produkt. Auf der Like ProteinBites-
Packung sind sechs Inhaltsstoffe aufgeführt:
Wasser, Sojaprotein, Sonnenblumenöl, Aroma,
Speisesalz, Gewürze. Ich finde, die Diskussion
ist einseitig, und weil wir neu auf dem Markt
sind, werden wir besonders beobachtet. Das
ist okay, aber dann muss man fairerweise die
gleichen Maßstäbe für alle anwenden.
Zum Beispiel das Thema Methylcellulose...
Ja, der Einsatz von Methylcellulose als Inhaltsstoff
wird in unserer Kategorie immer wieder
kritisch hinterfragt – dabei ist er in vielen
Lebensmitteln wie Speiseeis oder Keksen enthalten
und sorgt für die richtige Konsistenz.
In einigen unserer Produkte erfüllt er eine
wichtige Funktion: Er ermöglicht die perfekte
Bindung und den gewünschten Biss, was
rein pflanzlich nur schwer zu erreichen ist.
Methylcellulose wurde von der Europäischen
Behörde für Lebensmittelsicherheit ohne
Höchstmengenbeschränkung zugelassen,
und auch Verbraucherschützer halten sie
für unbedenklich. Diese Diskussion wird oft
sehr einseitig geführt – während etablierte
Lebensmittelproduzenten nicht hinterfragt
werden, steht unsere junge Marke im Fokus.
Die neuen ProteinBites gibt es aktuell in
zwei Geschmacksrichtungen – mediterran
◁ Alles, was neu ist,
braucht mehr
Aufmerksamkeit
– Anja Grunefeld
wünscht sie sich
vom Handel.
und Gartenkräuter. Welche sollen folgen?
Neue Richtungen haben wir in der Schublade,
Asien ist beispielsweise eine Trendküche,
italienisch geht immer.
Ist Frozen für Livekindly ein Thema?
Wir haben es versucht, in Deutschland sind
wir bislang nicht ganz erfolgreich, der deutsche
Markt ist nicht einfach. Drei Produkte
sind gut angekommen: Unicorn, Nuggets und
Schnitzel hatten Listungen, aber es dreht
sehr langsam. Während Tiefkühlprodukte
in anderen Ländern sehr gut funktionieren,
greifen deutsche Verbraucher bei pflanzlichen
Lebensmitteln eher im Kühlregal zu. Das ist
ein gewohntes Einkaufsverhalten.
Was wünschen Sie sich vom Handel?
Vom Handel wünsche ich mir mehr Offenheit
und Mut, und ich habe einen Grund, warum
ich das sage. Wir sind im Proteinbereich. In
England gibt es einen Händler, der hat ein
Proteinregal. Darüber könnte man auch in
Deutschland nachdenken! Kunden möchten
im Markt nicht lange suchen. Mit einem Proteinregal
erreicht man den Shopper besser, es
gibt für uns mehr Visibilität.
Letztendlich geht es darum, gemeinsam an
einer starken Agenda zu arbeiten. Alles, was
neu ist, braucht mehr Aufmerksamkeit – aber
das Wachstumspotenzial ist da! Wir müssen
die Kategorie für mehr Menschen zugänglich
machen, sei es durch eine neue Platzierung
im Markt oder durch innovative Konzepte.
Die Chance ist riesig – jetzt müssen wir sie
nur nutzen!
☐
26 Branche • RUNDSCHAU 03/25
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Branche
Round Table POS-Marketing-Report 2025
Text: Jenny Rommel
Shopper-
Trends im LEH
Wie gehen Markenartikler und Handel mit der
Preisorientierung der Shopper um? Welche Strategien
verfolgen sie, und was planen Hersteller und Händler zum
Thema Digitalisierung? Die Ergebnisse einer spannenden
Diskussion auf Grundlage des POS-Marketing-Reports 2025.
THEMA 1:
SCHNÄPPCHEN-
JAGD VS.
GENUSSEINKAUF
Shopper im Spannungsfeld
Gernot Lingelbach: Das ist ein großes Thema
im Moment. Wir alle kennen die Diskussionen
um die Stichpunkte brüchige Lieferketten,
Engpässe bei der Rohstoffbeschaffung, Personalkosten.
Die Preisspirale hat sich zwar
etwas beruhigt in ihren Umdrehungen, aber
sie dreht sich immer noch weiter. Auf der
anderen Seite sehen wir so ein bisschen den
Gegentrend. Nämlich, dass Kunden gerne in
einem schönen Ambiente einkaufen, dass sie
28 Branche • RUNDSCHAU 03/25
dies zu schätzen wissen und dass dieser Punkt
nicht zuletzt auch kaufrelevant ist.
Philipp Matern: Wir haben den Ansatz, dass wir
schauen: Was gibt es für Shoppertypen und
wie kann man ihnen in Form von Promotions,
Aktivierungsmaßnahmen etc. gerecht werden.
Aber auch: Wie kann man den PoS, das Regal
gestalten, um im Standardgeschäft Kaufanreize
zu setzen. Da ist es für uns wichtig, eng
mit dem Handel zusammenzuarbeiten. Sprich:
Category-Management-Termine wahrzunehmen.
Aber ebenso zu schauen, was kann man
darüber hinaus an den Touchpoints in den
Märkten machen, um die Shoppertypen ideal
abzuholen. Es ist ein Spektrum von vielen
Maßnahmen. So kann man dieser gewissen
Widersprüchlichkeit gut gerecht werden.
René Schmitz: Zur Umsetzung von Total-
Store-Konzepten: Wir sprechen mit vielen
Händlern, insbesondere Selbstständigen, und
unterstützen diese bei Reorganisationen oder
Neueröffnungen mit Layoutplanungen. Hier
hilft eine gewisse Logik, wie man Kategorien
im Markt verorten sollte. Es ist sinnvoll, die
großen Plankaufwarengruppen geschickt
über den Markt zu verteilen. Eine Mopro-
Abteilung direkt nach Obst und Gemüse, in der
ich die Milch kaufe und womöglich zur Kasse
abknicke, ist nicht so vernünftig wie deren
Verortung hinten im Markt. Impulskategorien
dagegen werden größtenteils impulsiv gekauft
und sollten daher möglichst früh im Hauptkundenlauf
gezeigt werden. Idealerweise
entsteht so ein „Powerwalk“ im Markt, der die
Umsatzpotenziale bestmöglich ausschöpft. Am
Ende geht es darum, den Durchschnittsbon
zu erhöhen. Ein weiterer Punkt ist die Loyalität.
Wie bekomme ich es hin, dass der Kunde
auch morgen wiederkommt? Auch hier können
Handel und Industrie zusammenarbeiten und
ihre unterschiedlichen Erfahrungen sinnvoll
nutzen. Dem Thema Innovationen kommt hier
eine besondere Bedeutung zu.
Sven Stiegler: Wir führen Märkte zwischen
600 bis 6.000 Quadratmetern. Da gibt es starke
Unterschiede der Aufbauten. Auf Großflächen
Uns ist es wichtig, eng
mit dem Handel zusammenzuarbeiten.
Heißt: CM-Termine
wahrzunehmen.
Philipp Matern
Trade Marketing Manager, Vileda
ist es einfacher, ein Erlebnis zu verkaufen.
Zum Wohlfühlfaktor im Markt gehört für
uns auch das Menschliche. Wenn man nicht
die richtigen Mitarbeiter auf der Fläche hat,
hilft der schönste Laden oder Aufbau wenig.
Heike Berghoff: Wir arbeiten viel mit Cross-
Category-Platzierung und versuchen, mehrere
Produkte, mehrere Marken bei uns im Haus
gleichzeitig zu platzieren, um die Anregung
für den Shopper zu schaffen. Sodass er, wenn
er eigentlich Toilettenpapier kaufen wollte,
Haushaltspapier gleich mit kauft und somit
den Warenkorb vergrößert und damit auch
den Bon für den Händler. Das ist unser Ansatz.
Wir arbeiten auch mit Mechaniken,
bei denen der Kunde ein besonderes Goodie
oder einen Rabatt bekommen kann, wenn er
1-3 Produkte kauft. Wir versuchen, das Thema
stärkere Preisorientierung mit anzubieten –
aber im Duo mit einem größeren Warenkorb.
THEMA 2:
DIGITALISIERUNG
DER SHOPPER-
JOURNEY
Vermarktungsstrategien der Hersteller
und Händler
Sven Stiegler: Kunden wollen sehen, dass
wir digitaler werden. In zwei Märkten
?
ROUND TABLE
TEILNEHMER:
› Claus Christmann
National Key Account Manager/
Diplom Käsesommelier
Westland Kaasspecialiteiten
› Judith Petit
Head of European Shopper
Activation and Corporate
Communication
Original Wagner
› Sven Stiegler
Selbstständiger Kaufmann
Edeka Stiegler
› Philipp Matern
Trade Marketing Manager
Vileda
› Heike Berghoff
Shopper Marketing Leader DACH
Essity Germany
› Gernot Lingelbach
Geschäftsführer
UGW
› René Schmitz
Head of Category Management
Ferrero
› Maria Akhavan
Verlagsleitung
medialog
› Sanela Svjetlanovic
Leitung Media & Sales
RUNDSCHAU für den
Lebensmittelhandel
› Jenny Rommel
Redaktion
RUNDSCHAU für den
Lebensmittelhandel
www.rundschau.de
29
Branche
Round Table POS-Marketing-Report 2025
haben wir daher PSA-Geräte (Personal-
Shopping-Assistant): Mit ihnen gehen
die Kunden im Markt einkaufen, scannen
selbst und checken an der Kasse wieder aus.
Macht je nach Markt oder Tagesgeschäft 14 bis
20 Prozent Tagesumsatz. Außerdem testen wir
das Thema Push-Nachrichten demnächst bei
uns in der Edeka-App: Wir wollen den Kunden
Push-Nachrichten mit Angeboten aufs Handy
schicken. Das Problem: der Datenschutz, der
uns bei vielem zurückhält. Wenn der Kunde
durch das E-Gate läuft, muss er eigentlich
schon Angebots-Coupons für verschiedene
Sortimente bekommen. Ich würde mir wünschen,
dass diese Dinge schneller funktionieren.
Es wäre das Ziel, den Kunden auf der
Fläche mit passenden Coupons abzufangen.
René Schmitz: Was wir aktuell machen: Wir
schauen uns die existierenden Händler-Apps
genau an, begleiten die Shopper und untersuchen
genau, wie sie handeln: Was schauen sie
sich an, was funktioniert gut und was weniger?
Wir haben in Studien herausgefunden, dass
mittlerweile fast 50 Prozent der Shopper einen
digitalen Touchpoint nutzen – vor, während
oder nach dem Einkauf. Und diese Zahl ist
steigend. Wenn man dann weiß, was sie für
Bedürfnisse hinsichtlich der Apps haben,
kommt man schnell auf das Thema Coupon,
Infos zu Preisangeboten, dem digitalen Kassenbon,
Gewinnspielen sowie Themen wie
Bezahlfunktionen. Mit diesen Informationen
kann man in Zusammenarbeit mit den Händlern
eine sinnvoll gestaltete App aus Shopperperspektive
bestmöglich bespielen. Man
darf dabei die Menschen nicht vergessen, die
diese Apps nicht nutzen. Dementsprechend
ist es wichtig, zu verstehen: Wie ticken die
Menschen? Wie arbeiten sie mit der App,
was funktioniert gut und was nicht? Das ist
Pionierarbeit, die gemacht werden muss.
Wir haben herausgefunden,
dass fast
50 Prozent der Shopper
einen digitalen
Touchpoint nutzen.
René Schmitz
Head of Category Management,
Ferrero
Heike Berghoff: Wir schauen aktuell, wie man
die Trade-Marketing-Aktivierung und die
Aktivierung direkt beim Händler stärker miteinander
verknüpfen kann, Stichwort Retail
Media. Dass man wirklich den Shopper schon
im oberen Bereich anspricht, aber dann auch
schneller durchleiten kann zu speziellen Angeboten
bei einzelnen Händlern oder bei
ein zelnen Handelsgruppen. Um hier auch
weniger Streuverluste zu haben und den
Shopper ganz gezielt mit Angeboten oder
mit Informationen zu verschiedenen Themen
leiten zu können.
Judith Petit: Auch wir beschäftigen uns intensiv
mit dem Thema Retail Media – ein
spannendes Feld. Entscheidend ist dabei
eine kundenspezifische Betrachtung: Welche
digitalen Touchpoints habe ich bei welchem
Handelspartner? Wo können wir digitale
Stelen belegen? Gibt es Möglichkeiten, in die
Handels-App integriert zu werden? Gleichzeitig
setzen wir auch auf neutrale, unabhängige
Apps, die übergreifend bei verschiedenen
Handelspartnern funktionieren. Generell
entwickelt sich die klassische Shopper-
Ansprache weiter, wodurch zusätzliche Kanäle
notwendig werden. Neben dem Couponing
an der Truhe braucht es digitale Coupons,
neben klassischen Plakaten auf dem Parkplatz
ergänzen digitale Plakate das Gesamtbild.
Genau in diese Richtung geht die Entwicklung.
△ Claus Christmann: „Unsere Umfragen zeigen,
dass vor allem Neukunden an Zugabe-Aktionen
interessiert sind.“
△ Judith Petit: „Auch wir beschäftigen uns
intensiv mit dem Thema Retail Media –
ein spannendes Feld.“
△ Gernot Lingelbach: „Die Preisspirale hat sich
zwar etwas beruhigt in ihren Umdrehungen,
aber sie dreht sich immer noch weiter.“
30 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Category Management
CM-Grundlagen, Kategorie-Insights und mehr
liefert der Markentrainer Category Management
in Kooperation mit der GS1 Germany.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Category
Management
Die klassische Shopper-
Ansprache entwickelt
sich weiter. Zusätzliche
Kanäle sind notwendig.
Judith Petit
Shopper Activation and Corporate
Communication, Original Wagner
THEMA 3:
INSTORE-
STRATEGIEN
Brand Activation am PoS abseits der
Preis-Promotion-Spirale
Gernot Lingelbach: Hier war unser Thema
Brand Activation und Preis-Promotions. Wir
fragen immer, welchen Einfluss alle gängigen
Vermarktungsmechaniken auf den Einkauf
haben. Wir sehen, dass die Aktionspreise nach
wie vor ganz oben stehen und mit weiteren
Performance-driven-Promotions die größten
Kaufbeeinflusser sind. Das heißt, immer dort,
wo der Kunde einen Gegenwert sieht, wie bei
Sondergrößen, Bundles usw., greift er eher zu.
Und dass inhaltlich getriebene Maßnahmen
wie Gewinnspiele oder Geld-zurück-Garantie
weiter hinten stehen. Bei den Zugaben
haben wir herausgefunden, dass 80 Prozent
der Kunden die Produkte deswegen kaufen.
Claus Christmann: Was bei Käse gut funktioniert,
ist der Papierbon am Regal. Also dass
man zum Beispiel 50 Cent beim Kauf einer
Packung Käse spart. Die Geld-Zurück-Garantie
beim Hochladen des Kassenbons haben
bei uns weniger Verbraucher in Anspruch
genommen. Im Bereich Theke haben wir
drei bis vier Zugabe-Aktionen im Jahr, mit
Aufstellern oder Gewinnkarten. Was wir bei
Umfragen herausgefunden haben, ist, dass
vor allem Neukunden daran interessiert sind.
René Schmitz: Bei uns reden wir über erfolgreiche
Marken, die zum Teil vor 60 Jahren auf
den Markt gekommen sind. Nach der klassischen
Lehre des Produktlebenszyklus wird
ein Artikel am Markt eingeführt, entwickelt
sich bis zur Marktsättigung auf Maximalwachstum
und wird dann bei langfristig sinkenden
Zahlen vom Markt genommen. Diesen
„Regelkreis“ zu durchbrechen und Marken
langfristig zu Erfolgsgaranten zu machen,
bedeutet kontinuierlich harte Arbeit. Mit
△ René Schmitz: „Mit kreativen Ideen müssen
Love-Brands immer wieder an die sich
ändernden Bedürfnisse angepasst werden.“
kreativen Ideen müssen Love-Brands immer
wieder an die sich ändernden Bedürfnisse
angepasst werden, damit sie auch langfristig
im Relevant Set der Zielgruppen verbleiben.
Philipp Matern: Man darf nicht in die Falle
tappen, alle zwei bis drei Wochen den neuesten
Superknüller auf den Markt zu bringen. Oder
eine Cashback-Aktion, die mit der Marke an
sich nichts zu tun hat. Wir haben einen Rhythmus
an bestimmten Promotionmechaniken.
Ein wichtiger Bestandteil sind Promotions,
die auf den Markenkern einzahlen.
△ Philipp Matern: „Man darf nicht in die Falle
tappen, alle zwei bis drei Wochen den neuesten
Superknüller auf den Markt zu bringen.“
△ Heike Berghoff: „Zum Thema Brandbuilding am
PoS: Wir schauen immer, dass die Aktion auch
gut mit der Marke harmoniert.“
△ Sven Stiegler: „Wenn man nicht die richtigen
Mitarbeiter auf seiner Fläche hat, hilft auch der
schönste Laden wenig.“
www.rundschau.de
31
Branche
Round Table POS-Marketing-Report 2025
_
INFO
Shopper-Studie
Der POS-Marketing-Report 2025 will
dazu beitragen, das Verhalten der
Shopper am Point of Sale besser
zu verstehen und daraus wirksame
Maßnahmen abzuleiten. Er analysiert
die Shopper-Journey und dort
die unterschiedlichsten Facetten der
vermarktungsrelevanten Angebote –
von klassischen Instore-Maßnahmen
über Markeninszenierung bis hin
zu den Themen Digitalisierung und
Nachhaltigkeit.
Zum Bestellen einfach
QR-Code scannen:
THEMA 4:
NACHHALTIGKEIT
VS. PREIS
So halten Hersteller und Händler die Balance
Claus Christmann: Gesünder ernähren wollen
sich viele Verbraucher. Aber wenn sie am
Regal einen Artikel vor sich haben, der ein
paar Cent weniger kostet, lassen die Vorsätze
auch schnell wieder nach. Der Verbraucher
hat es nun mal selbst in der Hand.
Sven Stiegler: Für uns ist dieses Thema genauso
komplex wie für die Industrie. Wir
können Tüten oder Plastik nicht komplett
abschaffen. Aber wir arbeiten täglich daran,
etwas zu verändern und noch nachhaltiger
zu arbeiten. Daher haben wir auch in jedem
Markt einen Nachhaltigkeitsbeauftragten.
Mit Aufbauten wollen wir die Kunden für das
Thema sensibilisieren.
Ich bin der Meinung,
eine Marke macht sich
kaputt, wenn sie zu oft
in der Werbung ist.
Sven Stiegler,
Selbstständiger Kaufmann,
Edeka Stiegler
Judith Petit: Unser Fokus liegt darauf, Nachhaltigkeit
entlang der gesamten Wertschöpfungskette
zu verankern, statt in Ausgleichsprojekte
zu investieren. Wir konzentrieren uns
auf Initiativen, die wir selbst beeinflussen und
umsetzen können – von grüner Energie bis hin
zu nachhaltiger Landwirtschaft. Dabei setzen
wir auf Transparenz und kommunizieren
unsere Maßnahmen über die Faltschachtel,
die Website und Social Media. Wir sind überzeugt,
dass dies der richtige Weg ist. ☐
POS-Marketing-Report 2025
2025
POS
Marketing
Report
Eine Konsumentenbefragung zu Shopper Insights am POS
von medialog, POSpulse und UGW
www.rundschau.de/service/supplements/pos-marketing-report-2025
Das lässt die Marke 75 oder 100 Jahre werden.
Den Markenkern zu stärken macht
immun gegen die hohen Preisdynamiken.
Sven Stiegler: Ich glaube, eine Marke macht
sich kaputt, wenn sie zu oft in der Werbung ist.
Heike Berghoff: Brandbuilding am PoS: Wir
schauen, dass die Aktion gut mit der Marke
harmoniert. Also dass das Ganze ein Thema
hat und in der Markenwelt zusammenpasst.
△ Die Teilnehmer, die über die Inhalte des POS-Marketing-Reports 2025 ausführlich diskutierten.
Fotos: stock.adobe.com/Pcess609; Claus Christmann, Torsten Klein, Essity, Ferrero, Original Wagner Pizza GmbH,
Vileda GMBH, Stiegler Immobilienverwaltungs GmbH & Co.KG; Unternehmen
32 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Verbandsinfo
HDE
HDE warnt vor zu hoher Abgabenlast
Geringes Umsatzwachstum erwartet
HDE-PROGNOSE Nach einem schwierigen Jahr 2024
wird der Einzelhandel seine Umsätze auch in diesem Jahr
wohl nur geringfügig erhöhen können. Der Handelsverband
Deutschland (HDE) geht im Vergleich zum Vorjahr von
einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent aus. Real
bedeutet das voraussichtlich ein Plus von 0,5 Prozent für die
Branche. Hauptgrund dafür ist eine große Verunsicherung
bei den Verbrauchern sowie die konjunkturelle Flaute. Hinzu
kommen viele Unwägbarkeiten auf der politischen Ebene.
Der HDE fordert deshalb in einem Zehn-Punkte-Plan von der
künftigen Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen.
www.einzelhandel.de/hdepk
BESCHÄFTIGUNGSSTATISTIK Obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
weiterhin schwierig sind, bleibt die Beschäftigung
im Einzelhandel stabil. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesagentur
für Arbeit (BA) hervor. Der Handelsverband Deutschland
(HDE) warnt dennoch vor den Konsequenzen stetig anwachsender
Lohnnebenkosten für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
www.einzelhandel.de
Köln plant kommunale Verpackungssteuer
KRITIK DER VERBÄNDE Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
zur Verfassungsmäßigkeit der kommunalen
Verpackungssteuer in Tübingen plant mit Köln die erste Millionenmetropole
die Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer.
Die Steuer auf Einwegverpackungen für Mitnahmegerichte betrifft
alle Verkaufsstellen von Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck,
die darin Speisen und Getränke für den sofortigen Verzehr
oder zum Mitnehmen ausgeben. Die betroffenen Branchenverbände
warnen eindringlich vor negativen Auswirkungen für die ansässigen
Unternehmen und die Bürger.
www.einzelhandel.de
HDE unterstützt Initiative für fairen Wettbewerb
AKTIONSPLAN E-COMMERCE Den von der Bundesregierung veröffentlichten Aktionsplan E-Commerce
sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) als wichtigen Beitrag für einen fairen Wettbewerb
mit Plattformen und Handelsunternehmen aus Drittstaaten. Offen bleibe allerdings, wie die europäische
und nationale Gesetzgebung gegenüber Drittstaatenhändlern durchgesetzt werden könne.
Kritisch sei zudem, dass der Aktionsplan neue Bürokratie für deutsche Handelsunternehmen vorsieht.
Fotos: stock.adobe.com/Looker_Studio, Oulaphone
Leichte Aufhellung nach
Dämpfer zu Jahresbeginn
KONSUM Mit einem deutlichen Dämpfer ist die Verbraucherstimmung
vor wenigen Wochen in das neue Jahr 2025 gestartet.
Wie das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes
Deutschland (HDE) zeigt, war das allerdings nicht der Beginn
eines negativen Trends. Vielmehr hellt sich die Verbraucherstimmung
im Februar wieder etwas auf, der Index legt im
Vergleich zum Vormonat leicht zu. Als Erholung ist diese Entwicklung
jedoch nicht zu deuten, sondern zunächst lediglich
als Ergebnis des abwartenden Verhaltens der Verbraucher vor
richtungsweisenden Ereignissen wie der Bundestagswahl.
www.einzelhandel.de/konsumbarometer
Das ist der Trend im Februar:
97,51 98,86 97,76 97,70
96,35
96,93 97,25 97,54
95,62 96,09
96,13
95,06
93,82
94,99 95,31
93,57 93,72
10/23 11/23 12/23 01/24 02/24 03/24 04/24 05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25
Quelle: HDE
www.rundschau.de
33
Branche
Nachhaltigkeit
Text: Mirko Jeschke, Martina Kausch
Die grüne Offensive
Angesichts des Klimawandels gewinnt das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zunehmend
an Bedeutung. Wir zeigen, mit welchen „grünen“ Initiativen der LEH seine Kunden überzeugen
will, und stellen Lebensmittelproduzenten vor, die sich proaktiv in diesem Bereich engagieren.
34 Branche • RUNDSCHAU 03/25
Verbraucher sind heute gut informiert
und wollen wissen, woher ihre Produkte
stammen.
Ende Januar ist die „Grüne Woche“ in
Berlin erfolgreich zu Ende gegangen
und hat bewiesen: Landwirtschaftsund
Ernährungsfragen beschäftigen
nicht nur die gesamte Lebensmittelbranche,
sondern auch den Großteil der Verbraucher.
„Mit 310.000 Besuchern war die Resonanz
überwältigend – ein toller Auftakt für unser
Jubiläumsjahr. Denn die Grüne Woche feiert
2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Deswegen
gilt in den kommenden Monaten mehr denn
je: Nach der Messe ist vor Messe“, resümiert
Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung
der Messe Berlin.
Im Fokus der Verbrauchermesse standen
2025 drängende Themen wie globale Ernährungssicherheit,
nachhaltige Landwirtschaft
Elke Wilgmann
Geschäftsleiterin Marketing, Rewe
und innovative Technologien, aber auch die
neuesten Ernährungstrends. Dass diese und
andere Fragen rund um den Mega-Komplex
Nachhaltigkeit seit Jahren eine immer größere
Rolle bei den Verbrauchern spielen, beweist
auch eine Mintel-Studie, nach der inzwischen
84 Prozent der Deutschen beim Lebensmittelbzw.
Getränkeeinkauf in gewissem Umfang
auf Nachhaltigkeitsversprechen achten. Entsprechend
aufmerksamkeitsstark inszenieren
Edeka, Rewe, Kaufland/Lidl, Aldi und Co.
ihre jeweiligen Initiativen bzw. Kampagnen.
Mehr Alternativen/Transparenz
Um das Ziel zu erreichen, bis 2050 klimaneutral
zu arbeiten, setzen die großen Handels-
konzerne auf eine Vielzahl an Initiativen,
darunter der Ausbau der pflanzlichen bzw.
Bio-Sortimente – flankiert mit Zertifizierungen/Produktsiegeln
(z. B. Fairtrade, Initiative
Tierwohl) sowie Kooperationen mit Umweltschutzorganisationen
(z. B. WWF, NABU) –
Optimierungen im Bereich Transport/Logistik
bzw. im (Laden-)Bau, die Reduzierung von
Verpackungsmüll, Maßnahmen für mehr
Tierwohl, eine erhöhte Transparenz/Rückverfolgbarkeit
der Produkte, die Minimierung
von Lebensmittelverschwendung et cetera.
Ein großer Treiber in Sachen CO2-Fußabdruck
ist bekanntermaßen die Massenproduktion
tierischer Lebensmittel, von Fleisch
und Wurst bis hin zu Milch und Molkereiprodukten.
Immer mehr Konsumenten wünschen
sich deshalb nicht nur aus gesundheitlichen,
sondern auch unter Nachhaltigkeits- und Tierwohlgesichtspunkten
entsprechende Alternativen.
Um eben diesem Wunsch nach mehr
pflanzlichen bzw. Bio-Produkten nachzukommen,
hat Rewe im April 2024 in Berlin seinen
ersten rein pflanzlichen Supermarkt eröffnet.
Im „Rewe voll pflanzlich“ im Stadtteil
Auf Frische und Zuckergehalt wird bei Essen oder Einkauf am häufigsten geachtet
Auf welche der folgenden Merkmale achten Sie beim Essen oder beim Einkauf?
Frische
Zuckergehalt
46 %
46 %
@
ZAHLEN
Regionale Herkunft
Freilandhaltung
Fettanteil
Produkte aus Deuschland
Produkte der Saison
Bio
Herkunft, Anbau, Aufzucht
Kalorien
38 %
34 %
32 %
30 %
28 %
27 %
26 %
25 %
Salzgehalt
Nachhaltiger Anbau
Fairtrade
15 %
17 %
20 %
Quelle: YouGov Profiles; Januar 2025, alle Befragten n = 34.849. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.
www.rundschau.de
35
Branche
Nachhaltigkeit
△ Den Trend hin zu mehr pflanzlichen Produkten bzw. Alternativen
greift Rewe mit einem entsprechenden Store-Konzept auf.
△ Tierische Produkte haben einen deutlich höheren CO2-Fußabdruck.
Viele Verbraucher achten daher auf entsprechende Siegel.
Friedrichshain gibt es über 2.700 vegane
Produkte. Nach mehr als 3.800 Märkten,
in denen der Lebensmittelhändler alles von
Bio-Gemüse über Käse bis zu Fleisch anbietet,
ist es der erste Vegan-Markt des Unternehmens.
Rewe-Group-Vorstand Peter Maly:
„In unserem pflanzlichen Supermarkt gibt
es doppelt so viele vegane Produkte wie im
üblichen Rewe-Sortiment. Wir versprechen
uns in erster Linie Lerneffekte für unsere
klassischen Supermärkte.“
In einer ersten Bilanz im Oktober 2024 verwies
der Konzern auf rund 5.500 wöchentliche
Einkäufe. Einen großen Vorteil sehe die Kundschaft
auch darin, einfach in allen Regalen bedenkenlos
zugreifen zu können. Convenience
sei dabei das mit Abstand stärkste Segment.
Die beliebtesten Produkte kommen laut Rewe
aus der Backwelt: Im ersten halben Jahr gingen
jeweils rund 6.000 Schokocroissants und
Franzbrötchen über die Kasse.
Eine wichtige Säule der Nachhaltigkeitsund
Sortimentsstrategie der Gruppe sind seit
über 30 Jahren Bio-Produkte, so Hans-Jürgen
Moog, als Vorstand für den Einkauf und die
Eigenmarken verantwortlich. Vor 15 Jahren
startete Rewe als Pionier im deutschen
LEH seine strategische Zusammenarbeit mit
der Naturland Zeichen GmbH, um den Öko-
Landbau zu stärken und Bio einem breiteren
Markt zugänglich zu machen.
Die Förderung ökologisch erzeugter Lebensmittel
ist auch für den Edeka-Verbund ein
wichtiges Anliegen. Ein zentraler Baustein in
dessen Bio-Engagement ist das Konzept der
Naturkind-Welten. Im November 2024 wurde
im E-Center Gashi im südbayerischen Germering
die 100. Welt des Bio-Shop-in-Shop-
Formats eröffnet. In den gesonderten Naturkind-Welten
mit durchschnittlich 100 Quadratmetern
Fläche finden Kunden eine vielfältige
Auswahl von mindestens 1.200 Bio-Produkten.
Im Fokus steht dabei das Trockensortiment,
gefolgt von Molkerei- und Frischeprodukten.
Mit mindestens 20 Bio-Marken in jeder
Naturkind-Welt führt Edeka nach eigenen Angaben
fast alle verfügbaren Bio-Fachhandelsmarken.
Außerdem kooperiere der Verbund
mit allen bedeutenden Bio-Anbauverbänden.
Lieferketten: regional & fair
Ein wichtiger Aspekt in Sachen Nachhaltigkeit
ist Regionalität, also die Frage nach der
Herkunft der Lebensmittel. Denn Verbraucher
wissen, je kürzer der Weg des Produkts in
den Markt, desto besser für die Umwelt. Zudem
ist ihr Vertrauen gegenüber bekannten
regionalen Produzenten deutlich größer. Mit
der Kampagne „Näher dran“ hat Rewe diesem
Umstand Rechnung getragen und bereits
im April 2024 eine entsprechende Regional-
offensive gestartet. Der Konzern verweist
dabei auf seine langjährige und partnerschaftliche
Zusammenarbeit mit Landwirten und
Lieferanten in ganz Deutschland, durch die
Kunden von einem umfangreichen Angebot an
frischen, regionalen und saisonalen Produkten
profitieren würden. „Verbraucher sind heute
gut informiert und wollen wissen, woher ihre
Produkte stammen. Obst und Gemüse aus der
Region bringen Frische direkt auf ihren Tisch.
Dafür steht unsere neue Kampagne ‚Näher
dran‘“, erklärt Elke Wilgmann, Geschäftsleiterin
Marketing bei Rewe. „Unsere Kaufleute
sind so fest in den Regionen verwurzelt, dass
bereits tausende enge Partnerschaften mit
Lieferanten bestehen – zum Teil sogar schon
über Generationen hinweg.“
Bei Edeka besitzt Regionalität einen ebenso
hohen Stellenwert. Laut dem Verbund gehören
– neben saisonalem Obst und Gemüse lokaler
Landwirte – Eier und Molkereiprodukte,
Fleisch und Wurst sowie Brot und Backwaren
zu den festen Größen heimischer Erzeugnisse
in den Edeka-Regalen. Für die entsprechenden
heimischen Produkte gibt es mehrere regionale
Markenprogramme, darunter „Unsere
Heimat – echt & gut“ (Edeka Südwest, Nord und
Hessenring), „Gutfleisch“ (Nord und Südwest),
„Mein Land“ (Rhein-Ruhr), „Bauern Liebe“
(Rhein-Ruhr), „Mein Bayern“ (Südbayern),
„Bauernschätze“ (Nordbayern-Sachsen-Thü-
36 Branche • RUNDSCHAU 03/25
_
INFO
Nachhaltiges Handeln
ringen), „Unser Hof“ (Nordbayern-Sachsen-
Thüringen), „Hofglück“ (Südwest), „Bauerngut“
(Minden-Hannover) sowie „Bestes aus unserer
Region“ (Minden-Hannover).
Der Großflächen-Discounter Kaufland arbeitet
mittlerweile mit rund 2.000 regionalen
Lieferanten zusammen und hat die Frage,
bis zu welcher Entfernung Produkte noch
als regional bezeichnet werden dürfen, klar
beantwortet. „Regional bedeutet bei uns bis zu
30 Kilometer entfernt von der Filiale – das ist
natürlich eine Menge örtliche Koordinierungsarbeit,
die wir aber gerne auf uns nehmen“,
erklärt Teresa Baumann, Leiterin Regionalität
Einkauf bei Kaufland.
Andere Discounter setzen ebenfalls auf das
Thema Regionalität, etwa Aldi Süd mit seiner
Eigenmarke „Bestes aus der Region“. Zudem
sind diese Produkte mit dem Regionalfenster
gekennzeichnet, dem Kunden entnehmen
können, woher die Zutaten stammen und wo
sie verarbeitet wurden. Laut Aldi umfasst das
Sortiment bereits mehr als 850 regionale oder
heimische Produkte, über 350 sind mit dem
Regionalfenster gekennzeichnet.
Nachhaltige Store-Konzepte
Produkte mit möglichst guter Nachhaltigkeitsbilanz
sind ein Thema im LEH, ein anderes
ist das der Gebäude- und Betriebstechnik.
LED-Beleuchtung gehört in Märkten mittlerweile
zur Grundausstattung, vor allem bei
Neubauten wird zunehmend auf Materialien
mit niedriger CO2-Bilanz und auf andere Nachhaltigkeitskriterien
geachtet.
So ist der Rewe-Markt in Berlin Friedrichshain
das bundesweit erste Gewerbegebäude
mit Außenwänden und Brandschutzmauer aus
Ultraleichtbeton. Dieser Baustoff hat einige
positive Eigenschaften: Die Außenwände benötigen
weder extra Dämmung noch Schallschutz,
im Fall des Abbruchs können Baustoffe
sortenrein getrennt werden. Die Technische
Universität Berlin (TU) hat das Material seit
2006 erforscht. Die neue Variante entsteht,
indem Beton sehr leichte Gesteinskörnungen
wie Blähton zugefügt werden. Dabei wird Luft
im Material eingeschlossen – Infraleichtbeton
hat mit 800 Kilogramm pro Kubikmeter eine
sehr geringe Rohdichte.
Aldi Süd testet bereits seit Jahren beim Bau
von Filialen Holz als Baumaterial und ist dem
Ziel einer CO2-armen und in der Breite anwendbaren
Bauweise nähergekommen. Man
hat einen Prototyp entwickelt, dessen Grundkonstruktion
oberhalb des Fundaments aus
Holz besteht und kostengünstiger sein kann
als die herkömmliche Bauweise. Die erste Filiale
in Holzrahmenbauweise entsteht aktuell
Laut einer internationalen Mintel-
Studie nutzen 62 Prozent der Konsumenten
recycelte Verpackungen.
Daneben leisten sie einen Beitrag
für mehr Nachhaltigkeit, indem sie
seltener neue Kleidung (43 %) kaufen,
auf wiederbefüllbare Produkte (33 %)
setzen und den Energieverbrauch
beim Kochen (33 %) senken.
Quelle: Kantar Profiles/Mintel;
KuRunData/Mintel;
Dynata/Mintel, June 2024
in Duisburg. Dort verbaut der Discounter
rund 108,5 Tonnen Werkstoffe aus
Holz für die Tragkonstruktion, Wände,
Dämmstoffe und Werkstoffplatten.
Die technische Lebensdauer einer
Holzbaufiliale sei ähnlich der einer
in Massivbauweise aus Stahl und Beton,
so der Discounter. Auch hier denkt
man an die Rückbaubarkeit: Die einzelnen
Bauteile können leicht recycelt
werden. Die Holzbaufilialen werden
mit Wärmepumpentechnologie beheizt
und benötigen nicht mehr Heizenergie
als Standardfilialen. Die
▽ Deutschlands erster Gewerbebau aus Ultraleichtbeton: der Rewe-
Markt in Berlin-Friedrichshain. Eine Dämmung ist nicht mehr nötig.
▽ Edeka präsentiert im Zukunftsmarkt in Nauen flexible, weil dezentrale
Kühlsysteme mit Waterloop-Technik und informiert im Markt.
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37
Branche
Nachhaltigkeit
△ Aldi Süd setzt in seiner Regionalgesellschaft Aichtal einen Wasserstoff-Lkw
ein. Er ergänzt die Lkw-Flotte mit alternativen Antrieben.
△ Durch den Einsatz von sieben E-Lkw, die Supermärkte in Berlin und
Brandenburg beliefern, spart Rewe pro Jahr bis zu 189 Tonnen CO2.
Statik erlaubt zudem nun die Installation
von PV-Anlagen auf dem Dach.
Die Edeka-Nachhaltigkeitsstrategie beim
Thema Bauen zeigt sich besonders in Nauen
bei Potsdam. Edeka Minden-Hannover weihte
dort Ende August 2024 seinen „Zukunftsmarkt“
ein, einen Prototyp, mit dem neue Technikstandards
getestet werden. Beim Bau wurden
umweltfreundliche Materialien wie Holz, natürliche
Dämmstoffe und CO2-armer Beton genutzt.
Neben einer Dachbegrünung und einer
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wurden auf
dem Parkplatz Solar-Carports errichtet. Das
Gebäude versorgt sich zu 54 Prozent selbst
mit Strom, der verbleibende Stromverbrauch
wird mit Ökostrom abgedeckt. Im Vergleich
zur konventionellen Bauweise produzierte
der Bau dieses Marktes 50 Prozent bzw.
840 Tonnen weniger CO2-Emissionen.
Für Kaufmann Christan Dorfmann, der den
Markt betreibt, hat auch die neue Kältetechnik
mit einem Waterloop-System viele Vorteile.
Das flexible System ohne Maschinenraum
lässt sich nämlich ohne Fachkraft betreiben.
Waterloop bezeichnet ein System aus mit
Wasser rückgekühlten, kleinen kompakten
Kälteerzeugungssystemen. Die steckerfertigen
Kühlmöbel sind in einem geschlossenen
Wasserkreislauf verbunden und können unkompliziert
und schnell angeschlossen und
auch wieder entfernt werden. 13,5 Millionen
Euro investierte das Handelsunternehmen in
diesen hauptstadtnahen Zukunftsmarkt, der
seinem Namen Ehre macht.
Moderne Infrastruktur:
E-Mobilität & Co.
Neben dem Ausbau von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge
auf den Kundenparkplätzen
testen mehrere Handelsorganisationen seit
Jahren alternative Antriebskonzepte im Bereich
Transport/Logistik. Aldi Süd setzt seit
Ende August 2024 in der Logistik seiner Regionalgesellschaft
Aichtal einen Wasserstoff-Lkw
ein, der die bestehende Lkw-Flotte mit alternativen
Antrieben von vier E-Lkw ergänzt. Der
Wasserstoff-Lkw der Marke Hyundai wird im
Zweischichtbetrieb eingesetzt und soll eine
jährliche Fahrleistung von über 80.000 Kilometern
erbringen. Seine Reichweite beträgt
mindestens 350 Kilometer, die Tanks können
innerhalb von 15 Minuten wieder komplett
befüllt werden.
Rewe kündigte bereits 2023 an, bei der Belieferung
seiner Supermärkte in der Hauptstadtregion
mit dem schwedischen Frachttechnologieunternehmen
Einride zu kooperieren. Eine
vernetzte Flotte von sieben vollelektrischen
Lastkraftwagen beliefert von den Logistikzentren
in Oranienburg und Berlin-Mariendorf
aus rund 306 Supermärkte in Berlin
und Brandenburg. „Durch den Einsatz der
sieben Elektro-Lkw sparen wir pro Jahr bis zu
189 Tonnen CO2 ein“, betonte Sven Wallisch,
Leiter Transportlogistik Region Ost.
Edeka Minden-Hannover setzt im Lieferverkehr
auf den erneuerbaren und klimafreundlichen
Kraftstoff Reefuel Bio-LNG.
Am Logistikzentrum in Wiefelstede wurde
im ersten Halbjahr 2024 eine Tankstelle für
Bio-LNG in Betrieb genommen – die dritte
im Vertriebsgebiet der Edeka Minden-
Hannover. Ende Mai 2024 waren bereits
rund 300 LNG-Fahrzeuge bei Edeka Minden-
Hannover im Einsatz. Bis Ende 2025 soll die
gesamte Lkw-Flotte – rund 700 Fahrzeuge
– auf LNG-Fahrzeuge des Herstellers Iveco
umgestellt und zu 100 Prozent mit Bio-LNG
betrieben werden. Bis zu 40.000 Tonnen CO2
pro Jahr sollen durch umweltfreundliche
Lieferverkehre eingespart werden
Edeka Rhein-Ruhr hat sich derweil Anfang
dieses Jahres am Standort Meckenheim für
Bio-CNG entschieden, also nachhaltig produziertes
Biomethan aus Abfall und Reststoffen.
Im Regionallager Meckenheim werden im
Frühjahr die ersten 24 Sattelzüge in Betrieb
genommen, das vor Ort ansässige Tochterunternehmen
Rasting hat bereits heute fünf
im Einsatz. Ziel ist es, alle 130 Lkw am Standort
innerhalb der nächsten drei Jahre vollständig
auf Bio-CNG umzustellen.
☐
Fotos: stock.adobe.com/Pixel Matrix; Philipp; Rewe Group; Frank Feeser/Aldi Süd; Sebastian Stuecke; Christoph Große;
Gert Baumbach/weissblick.com; RUNDSCHAU/ Kausch
38 Branche • RUNDSCHAU 03/25
9
INTERVIEW
Dr. Hyewon Seo
Nachhaltigkeitsexpertin
Umweltbundesamt
Wie definieren Sie Nachhaltigkeit
und welche Folgen hat die inflationäre
Nutzung des Begriffs in der
Wahrnehmung der Konsumenten?
Wir legen die Definition der Brundtland-
Kommission aus dem Jahr 1987 zugrunde,
nach der „Nachhaltige Entwicklung“ eine
Entwicklung darstellt, bei der wir unsere
Bedürfnisse decken – ohne die Möglichkeit
der zukünftigen Generation einzuschränken,
das Gleiche zu tun. Insofern geht es
bei Nachhaltigkeit um Gerechtigkeit gegenüber
nachfolgenden Generationen und allen
Menschen auf der Welt.
Daran angelehnt streben wir mit einem
„Nachhaltigen Ernährungssystem“ ein
System an, das sicherstellt, dass sich alle
Menschen gesund ernähren können, jetzt
und auch in Zukunft, wenn zehn Milliarden
Menschen auf der Welt leben – unter der
Prämisse, dass die planetaren Belastungsgrenzen
eingehalten werden.
Oft wird „nachhaltig“ mit „langfristig“
gleichgesetzt, und die häufige Verwendung
des Begriffs im anderen Kontext hat diesen
stark verwässert, sodass viele mit ihm wenig
anfangen können. Dabei steckt in dem
Begriff ein wertvoller Kerngedanke, der
uns dazu bringt, unsere Existenz in einem
größeren Kontext zu betrachten. Im Übrigen
erschöpft sich Nachhaltigkeit auch für uns
nicht im Umwelt- und Klimaschutz. Die
sozialen und ökonomischen Dimensionen
sowie Tierwohl müssen mitgedacht werden.
In welchen Bereichen liegen die größten
Potenziale für mehr Nachhaltigkeit bei
Lebensmittelproduzenten bzw. im LEH?
Die größten Herausforderungen stellen sich
im Bereich Scope 3, in der vorgelagerten
Lieferkette. Ob in Lebensmittelindustrie
oder im Einzelhandel, der mit Abstand
größte Anteil an den Emissionen entfällt mit
70 bis 80 Prozent auf eingekaufte Produkte
und Dienstleistungen. Das lässt sich auch
auf die anderen Umweltindikatoren wie
Biodiversitätsverlust oder Wasserknappheit
übertragen. Der LEH und die Lebensmittelindustrie
sollten bei ihren Nachhaltigkeitsinitiativen
deshalb genau im Blick haben,
welche Rohwaren und Produkte sie woher
beschaffen und welche Auswirkungen diese
auf Umwelt, Menschen und Tiere haben.
Daher ist die Transparenz der Lieferkette
so entscheidend.
Welche Vorteile haben die Lebensmittelindustrie/der
LEH und die Verbraucher
durch nachhaltige Lebensmittel?
Eigentlich profitieren alle davon, wenn
Lebensmittel umweltschonend, sozial- und
tierwohlgerecht sowie mehrwertgenerierend
produziert werden. Derzeit sind aber
die wirtschaftlichen Bedingungen so, dass
nachhaltigere Lebensmittel mehr kosten,
sodass nur wenige bereit bzw. in der Lage
sind, die höheren Preise zu bezahlen. Wenn
wenig nachgefragt wird, ist es unwahrscheinlich,
dass diese Produkte die Nische
verlassen und günstiger werden.
Auf der Angebotsseite stellen wir fest, dass
es beim LEH Maßnahmen gibt, die sich für
sie finanziell lohnen oder zumindest kostenneutral
umzusetzen sind. Die darüber
hinausgehenden Maßnahmen können in
manchen Fällen durchaus (Wettbewerbs-)
Nachteile bedeuten. Diese strukturellen
Probleme, die wir in unserer Studie adressiert
haben, können nicht vom LEH oder von
einzelnen Akteursgruppen gelöst werden.
Daher arbeiten wir auch daran, die Rahmenbedingungen
so umzugestalten, dass sich
nachhaltiges Handeln für alle mehr lohnt.
Inwieweit könnten die Mehrkosten
durch Nachhaltigkeitsinitiativen die
Inflation erneut befeuern?
Diese Initiativen müssen nicht zwangsläufig
zu Mehrkosten führen. Eine McKinsey-Studie
hat errechnet, dass im Handel bis 2030
bis zu 17 Prozent Emissionen kostenneutral
reduziert werden können. Die Maßnahmen,
die die übrigen Emissionen reduzieren sollen,
verursachen jedoch Mehrkosten. Derzeit
gibt es wenig Anreize für Unternehmen,
solche Maßnahmen durchzuführen.
Welche Branchen tun sich leichter/
schwerer in der Umsetzung?
Die größten Umweltauswirkungen gehen
auf die Produktion und den Konsum von
tierischen Lebensmitteln zurück. Daher
stehen etwa Fleisch-/Wurstproduzenten
sowie Hersteller von Molkereiprodukten
im Fokus. Derzeit herrscht eine große Dynamik
in diesen Bereichen – sowohl unter
Verbrauchern als auch unter den Herstellenden.
Wir nehmen erfreulicherweise auch
Initiativen wahr, die darauf abzielen, über
die eigene Wertschöpfungsstufe hinaus
die Lieferkette insgesamt oder teilweise zu
stärken. Ich finde es essenziell, dass bei der
Transformation der Ernährungssysteme
die Akteure zusammen an einem Strang
ziehen und auch die Last gerecht aufteilen.
Inwieweit kann KI hier hilfreich sein?
Bei den stark fragmentierten und globalen
Lieferketten wie von Lebensmitteln
sehen wir ein großes Potenzial für die
KI, insbesondere in Verbindung mit der
Blockchain-Technologie, die Transparenz
der Lieferkette zu verbessern und das
Lieferkettenmanagement zu optimieren.
Das Fraunhofer Institut IML beispielsweise
hat zuletzt eine Softwarelösung präsentiert,
die den Anwendenden helfen kann, eine
entwaldungsfreie Lieferkette gemäß der
EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) nachzuweisen.
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39
Hochwertige Produkte
auf einen Blick erkennen
Advertorial
Für mehr Tierwohl und eine gute Konsumenten-Orientierung hat man im
Land der Berge zwei neue Zusatzmodule für das AMA-Gütesiegel eingeführt.
Was zeichnet die Milchviehhaltung
im Land der Berge aus?
> Familiäre Betriebsstrukturen: Über
90 Prozent der Betriebe sind familiengeführt.
Hier werden traditionelle Werte
wie Verantwortung, Engagement und
Respekt gegenüber den Tieren gepflegt.
> Individuelle Betreuung: Mit durchschnittlich
23 Kühen pro Betrieb, die
alle einen Namen tragen, sind eine
individuelle Betreuung und Zuwendung
zu jedem Tier möglich. Dies fördert das
Tierwohl und trägt zu einer persönlichen
Beziehung zwischen Tier und
Landwirt bei.
> Hohe Trinkwasserqualität: Wasser ist
eine lebenswichtige Ressource – und im
Land der Berge ist eine hohe Trinkwasserqualität
aus dem Boden oder aus den
Bergen garantiert. Somit werden die
Gesundheit und das Wohlbefinden der
Tiere gesteigert.
> Gentechnikfreie Fütterung: Die
Fütterung erfolgt ohne den Einsatz
von gentechnisch veränderten Futtermitteln
und gewährleistet so die hohe
Qualität und Natürlichkeit der erzeugten
Produkte.
> Weitere Informationen rund um die
Milchviehhaltung im Land der Berge
und die neuen Zusatzmodule für das
AMA-Gütesiegel „Tierhaltung plus“ und
„Tierhaltung plus Außenklima“ erhalten
Sie unter: www.amainfo.at
Die neuen AMA-Zusatzmodule „Tierhaltung plus“ und „Tierhaltung plus Außenklima“ sind auf Milchprodukten
zu finden. Sie stehen für höhere Tierhaltungsstandards und eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion.
Gesunde Tiere liefern hochwertige Lebensmittel.
Um bei der Wahl seiner Lebensmittel
auf der sicheren Seite zu sein, setzt man im
Land der Berge auf kontrollierte Qualität und hohe
Standards. Erkennbar sind diese erstklassigen Produkte
am AMA-Gütesiegel und am AMA-Biosiegel für
biologisch erzeugte Lebensmittel. Zur Förderung
des Tierwohls wurden nun zwei neue Zusatzmodule
für Milchkühe eingeführt: das AMA-Gütesiegel „Tierhaltung
plus“ und das AMA-Gütesiegel „Tierhaltung
plus Außenklima“.
Über gesetzliche Standards hinaus
Das AMA-Gütesiegel „Tierhaltung plus“ setzt mit
mehr Bewegungsmöglichkeiten für die Tiere, verstärktem
Fokus auf Kuhkomfort (Kuhbürste) und
Tiergesundheit höhere Standards in der Milchviehhaltung
als gesetzlich vorgeschrieben. Das Siegel
entspricht der Haltungsform 2 „Stallhaltung Plus“ im
deutschen Lebensmittelhandel. Durch unabhängige
Kontrollen und tierärztliche Betreuung signalisieren
landwirtschaftliche Betriebe mit dem Siegel ihre
Verpflichtung zu höheren Tierhaltungsstandards.
Betriebe mit dem AMA-Gütesiegel „Tierhaltung
plus Außenklima“ bieten den Kühen zusätzliche
Bewegungsfreiheit und Zugang zum Außenklima.
Voraussetzung dafür ist die Haltung in Laufställen
mit mindestens 120 Tagen Weidegang, ganzjährig
nutzbaren Laufhöfen oder Offenfrontlaufställen mit
ständigem Zugang zu frischer Luft. Im deutschen
Lebensmittelhandel wird dies als Haltungsform 3
„Außenklima“ eingestuft. Durch mehr Bewegungsmöglichkeiten
der Tiere, das Angebot einer
Kuhbürste und den Einsatz von kontrolliertem,
gentechnikfreiem Futter wird eine verbesserte
Lebensqualität für die Tiere und eine nachhaltigere
Lebensmittelproduktion gewährleistet.
Diese beiden neuen AMA-Gütesiegel-Module sind
auf Produkten aus der Milchviehhaltung zu finden.
Konsumenten können diese Siegel auf Verpackungen
von Milchprodukten wie Milch, Käse, Butter
oder Joghurt sehen.
Welche Vorteile hat das? Die AMA-Gütesiegel-Module
„Tierhaltung plus“ und „Tierhaltung plus Außenklima“
stehen für:
> Verbesserte Tierhaltung durch mehr Bewegungsfreiheit
> Erhöhten Kuhkomfort durch Kuhbürsten
> Transparente Kennzeichnung und kontrollierte
Qualität
> Fokus auf europäische Futtermittel
> Ein erweitertes Tiergesundheitsmonitoring
Advertorial
Nachhaltige Proteine
haben Konjunktur
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch in Deutschland lag 2024 bei
rund 21 Kilogramm: ein Anstieg um über 30 Prozent seit dem Jahr 2000.
Fleisch und Alternativen
Geflügel wird laut einer aktuellen Civey-Umfrage von der Gen Z am häufigsten gegessen. Soll es mal kein
Fleisch sein, dann können etwa die veganen „Filets Spicy Herbs“ von Green Legend für Abwechslung sorgen.
Die PHW-Gruppe bietet Konsumenten
hochwertige Geflügelprodukte und
pflanzliche Alternativprodukte an.
Bekannt sind vor allem die Marken
Wiesenhof, Bruzzzler und Green Legend.
Seit 2018 wurde das Geschäftsfeld der
Alternativen Proteinquellen sukzessive
aufgebaut. Dabei wird das Wissen aus
dem Geflügelbereich auf den Bereich
„Plant-based“ übertragen. „Besonders
im Grillbereich profitieren wir von unserem
Know-how. Seit 2022 bieten wir mit
Green Legend Grillprodukte an und erweitern
stetig unser Sortiment mit einer
vielfältigen Auswahl an veganen Filets,
Steaks, Ribs und Spießen. In kürzester
Zeit hat es die Marke geschafft, sich im
Fleischersatzmarkt als ein führender
Anbieter von marinierten Produkten zu
positionieren“, so Dr. Ingo Stryck, Marketing-Geschäftsführer
von Wiesenhof.
Diese Zahlen zeigen, dass es sich nicht um
einen kurzfristigen Trend handelt, sondern
eine stabile Entwicklung. Auf der anderen
Seite gibt es den bewussten Verzicht auf Fleisch:
Fleischersatzprodukte werden geschmacklich und
sensorisch immer besser und deshalb auch beliebter.
Gut, dass die PHW-Gruppe schon vor einem
Jahrzehnt neben hochwertigen Geflügelprodukten
mit pflanzlichen Alternativprodukten die Weichen
für den Ernährungsmix der Zukunft gestellt hat.
Wertvolles natürliches Lebensmittel
Doch warum ist Geflügelfleisch so gefragt? Es liefert
viel Protein mit einem vollständigen Aminosäureprofil,
ist leicht verdaulich und vitamin- und mineralstoffreich.
Außerdem ist es sehr fettarm, was sich
positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt.
Diese Zusammensetzung macht Geflügelfleisch zu
einem der wertvollsten natürlichen Lebensmittel
überhaupt.
Gerade auch unter jungen Erwachsenen hat gesundes
Essen einen hohen Stellenwert. Geflügel
ist laut einer Civey-Umfrage das mit Abstand beliebteste
Fleisch bei der Generation Z. Diese legt
Wert auf Geschmack und eine einfache Zubereitung.
80 Prozent essen Hähnchen, Pute und Co.
mindestens einmal in der Woche, 70 Prozent der befragten
jungen Erwachsenen stufen Geflügelfleisch als
bedeutsam für eine gesunde Ernährung ein, und 30
Prozent der Befragten der Gen Z wollen in den kommenden
zwei Jahren noch mehr Geflügelfleisch essen.
Effiziente Nahrungsmittelproduktion
Zudem wird Geflügel in der „Planetary Health Diet“
ausdrücklich bevorzugt. Aktuell hat eine Gruppe
internationaler Wissenschaftler die Gesamtbelastung
von tierischen Produkten auf die Umwelt anhand
u. a. von Treibhausgasemissionen, der Nutzung
von Süßwasser, überschüssigen Nährstoffen und
der Störung von Lebensräumen betrachtet. Das
auffälligste Ergebnis dieser Analyse sind die großen
Unterschiede in der Effizienz der Nahrungsmittelproduktion.
Geflügel hat eine sehr gute Futterverwertungsrate.
Es wird daher vergleichsweise wenig
Futter benötigt – und damit auch wenig Wasser, um
dieses Futter zu erzeugen. Für die Haltung wird recht
wenig Fläche in der Landschaft in Anspruch genommen.
Auch in der CO2-Belastung zeigt die Geflügelerzeugung
sehr niedrige Werte. Die wissenschaftliche
Studie wurde im angesehenen Magazin Nature
veröffentlicht (Nature Sustainability, Volume 5,
Dezember 2022, S. 1027–1039).
Nachhaltigkeit, die man
schmecken kann
Wagner Pizza setzt auf Grünstrom, nachhaltige Rohstoffe und umweltfreundliche
Verpackungen – für eine bessere Klimabilanz und Zukunft.
Advertorial
Reichhaltiges Sortiment
Die Original Wagner Pizza GmbH ist
einer der größten Hersteller von Tiefkühlpizzen
in Europa. In Deutschland
erreicht der Pizza-Spezialist einen
Umsatzmarktanteil im Bereich TK-Pizza
von rund 25 Prozent (Quelle: NielsenIQ,
YTD 29/12/24). Im saarländischen Nonnweiler
arbeiten ca. 1.400 Mitarbeiter an
der Zufriedenheit der Wagner-Kunden.
Das Original Wagner-Sortiment reicht
von der Premiumpizza Creazione über
den Klassiker Steinofen Pizza, Piccolinis,
Brezel Pizza, Piccolinis Brezel, Flammkuchen,
Pizzies, Big City und Die Backfrische
bis hin zum Ofenbrot Rustipani.
Das Portfolio des Unternehmens umfasst
auch vegetarische und vegane Alternativen.
Ein Großteil des Strombedarfs wird bei Original Wagner Pizza über Windenergie gedeckt. Seit 2024 kommt der
eingesetzte Grünstrom aus einem Windpark, der sich in direkter Nachbarschaft des Werkes befindet.
Seit 2018 misst Original Wagner Pizza jährlich
den Corporate Carbon Footprint (CCF) und
verfolgt das Ziel, den CO2-Ausstoß kontinuierlich
zu reduzieren. Das Unternehmen produziert
bereits zu 100 Prozent mit Grünstrom, wodurch
jährlich etwa 18.000 Tonnen CO2 eingespart werden
– ein Ausgleich, der dem CO2-Bindungspotenzial
von circa 1.440.000 Bäumen entspricht.
2024 konnte man einen weiteren bedeutenden
Meilenstein erzielen und erhält einen Teil seines
Grünstroms per Direktlieferung aus der Nachbarschaft:
Die drei Windräder im nur wenige Kilometer
vom Wagner-Werk entfernten Windpark Nohfelden-
Eisen drehen sich seit Sommer 2024 fast ausschließlich
für Wagner. Das ist ist ökologisch sinnvoll, da
lange Übertragungswege und damit verbundene
Energieverluste vermieden werden. Das Stromnetz
wird entlastet, die Effizienz der Nutzung gesteigert.
Nachhaltiger Fischfang und Anbau
Für seine Pizzen verwendet Wagner ausschließlich
Thunfisch aus MSC-zertifiziertem Fischfang. Das
MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) steht für
nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei. Der
verwendete Lachs stammt aus ASC-zertifizierten
Aquakulturen, die ebenfalls umweltfreundliche
und sozial verantwortliche Standards erfüllen.
Zudem werden für die Produktion ausschließlich
sonnengereifte Freilandtomaten aus dem Mittelmeerraum
verwendet. Zusammen mit Partnern
wird die Biodiversität gefördert, etwa durch das
Anpflanzen von Bäumen und Hecken rund um
die Anbauflächen. Zudem wird beim Anbau das
wassersparende Tröpfchenbewässerungssystem
genutzt. Der Transport der Tomaten erfolgt überwiegend
klimafreundlich per Bahn.
Einsatz für eine „Klima-Milchfarm“
Um die Klimabilanz der für den Mozzarella benötigten
Milch zu verbessern, unterstützt Wagner
eine „Klima-Milchfarm“ in Nordhessen. Hier wird
mit Wissenschaftlern der Hochschule Nürtingen-
Geislingen erprobt, wie Milch klimafreundlicher
produziert werden kann. Das umfasst Maßnahmen
wie spezielles, klimafreundliches Futter für die
Kühe, bodenschonende Landwirtschaftsmethoden
und ein verbessertes Gülle-Management, um die
Methanemissionen zu reduzieren.
Die Kartonverpackungen sind zu 99 Prozent recycelbar,
die Plastikfolie, die die Pizzen schützt, zu
100 Prozent. Diese Maßnahmen wurden von cyclos-
HTP, einem unabhängigen Prüfinstitut, bestätigt.
Ursprünglicher Geschmack,
nachhaltig verpackt
Verbraucher, die die Schwarzwaldmilch Bio-Heumilch schätzen, können
mittlerweile auch zur Braunglas-Mehrwegflasche greifen.
Advertorial
Heimat zum Genießen
Vor über 90 Jahren von den heimischen
Milcherzeugern gegründet, ist Schwarzwaldmilch
bis heute genossenschaftlich
getragen. Fest verwurzelt im Südwesten
Deutschlands hat man es sich zur Aufgabe
gemacht, die kostbare Rohmilch zu
besonders hochwertigen Genießerprodukten
zu veredeln. Schwarzwaldmilch
ist unter den Markenherstellern u.a.
nationaler Marktführer in den Kategorien
Bio-Trinkmilch, Weide Trinkmilch,
Protein Trinkmilch und in der Weißen
Linie lactosefrei. Die Milch stammt ausschließlich
von den Kühen der genossenschaftlichen
Milcherzeuger. Die Höfe
liegen zum Großteil inmitten der unverwechselbaren
Landschaft des Schwarzwaldes
mit seinen Weiden, Bergwiesen
und Wäldern. In der Molkerei in Freiburg
werden die einzigartigen Schwarzwaldmilch-Produkte
hergestellt – unter dem
Motto „Heimat zum Genießen“.
Regional stark verwurzelt: Sitz der Molkerei
von Schwarzwaldmilch ist Freiburg.
Mehr Geschmack für umweltbewusste Genießer:
Mit der frischen Bio Heumilch mit
3,8 Prozent Fett in der Ein-Liter-Braunglas-
Mehrwegflasche hat Schwarzwaldmilch, führende
Marke für Bio-Heumilch in Deutschland, ihr beliebtes
Bio-Heumilch-Sortiment im November letzten
Jahres um ein Produkt erweitert, das Genuss und
Nachhaltigkeit vereint. Die frische Bio-Heumilch
ist nicht homogenisiert und rahmt daher natürlich
auf. Dank der traditionellen Fütterung der Kühe
werden zudem die höchsten natürlichen Anteile
an Omega-3-Fettsäuren in der Milch erreicht. Das
Ergebnis: Ob pur, im Kaffee oder Müsli – das Neuprodukt
sorgt für einen besonders ursprünglichen
und natürlichen Genuss mit einem vollmundigen
Geschmack. Verpackt in einer umweltfreundlichen
Braunglas-Mehrwegflasche, eignet es sich bestens
für Genießer, die Wert auf einen ursprünglichen,
natürlichen Geschmack, nachhaltige Verpackung
und höchste Produktqualität legen.
Traditionelle Fütterung
Die frische Bio-Heumilch zeichnet
sich durch ihre eindeutige, regionale
Herkunft und ihre besondere Qualität
aus. Die einzigartige, regionale
Heumilch wird nach der ursprünglichsten
Form der Milcherzeugung
gewonnen und stammt von den
zertifizierten Bioland-Heumilch-
Bauern der Schwarzwaldmilch.
Im Sommer stehen die Heumilch-Kühe
auf saftigen, kräuterreichen
Weiden. Neben
dem frischen Weidegras im
Sommer werden sie über das
ganze Jahr mit Heu gefüttert.
Ergänzend dazu gibt es – je
nach Bedarf – Bio-Getreide
und Bio-Kraftfutter. Diese
traditionelle Fütterung, bei
der auf Silage verzichtet wird,
verleiht der Heumilch ihren
einzigartigen, vollmundigen
Geschmack und sorgt für die
höchsten natürlichen Anteile an
Omega-3-Fettsäuren in der Milch. Die Bio Heumilch
entspricht den strengen Bioland-Richtlinien und
trägt das EU-Gütesiegel „garantiert traditionelle
Spezialität“, das die traditionelle Herstellungsmethode
auszeichnet.
Die schonende und naturnahe Wirtschaftsweise
der Heumilch-Bauern fördert die Artenvielfalt
und trägt wesentlich zum Erhalt der einzigartigen
Kulturlandschaft bei. Darüber hinaus ist die Entscheidung
für die nachhaltige Ein-Liter-Braunglas-
Mehrwegflasche ein weiterer Schritt in Richtung
einer nachhaltigen Zukunft, da durch die Braunglas-
Mehrwegflasche Verpackungsmüll reduziert wird.
Zugunsten der Biodiversität
Übrigens haben die Weide- und Waldflächen der
Schwarzwaldmilch-Erzeuger generell einen positiven
Einfluss auf die Biodiversität und tragen
maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Mit
Weidehaltung geht die Offenhaltung von Flächen
einher – was wiederum Voraussetzung dafür
ist, dass sich bestimmte Arten ansiedeln
und überleben können.
Daher legt Schwarzwaldmilch gemeinsam
mit seinen über 800 Milcherzeugern
großen Wert auf die naturnahe
Bewirtschaftung des Bodens.
Die weidenden Milchkühe sorgen für
eine offene Landschaft und damit
für die äußerst abwechslungsreichen
Lebensräume, die die
Menschen so schätzen.
Darauf zahlen auch die Zertifizierungen
wie Bioland und
„Ohne Gentechnik“ sowie das
Verbot von Glyphosat ein. Auf
diese Weise haben Wildpflanzen
Bestand, die Lebensraum
für Insekten bieten, die wiederum
Hauptnahrung für andere
Tiere wie etwa Vögel sind.
Die frische Bio-Heumilch mit
3,8 Prozent Fett gibt es nun
auch in der umweltfreundlichen
Ein-Liter-Braunglas-
Mehrwegflasche.
Verantwortungsvoll und
zukunftsorientiert
Mestemacher aus Gütersloh produziert vegane und vegetarische Brotund
Backwaren – für eine gesundheits- und klimabewusste Ernährung.
Advertorial
Die Familienbäckereigruppe
Mestemacher wurde 1871 in Gütersloh
gegründet. Die Familienbäckereigruppe
produziert und vertreibt eine umfangreiche
Auswahl an SB-verpackten,
natürlich pasteurisierten Brot- und
Backwaren sowie internationale Brotspezialitäten.
Als weltweit führender
Anbieter von verpackten Vollkornbroten
und Westfälischem Pumpernickel exportiert
die Spezialbrotbäckerei in über
80 Länder weltweit. Die nachhaltige Produktion
von Brot- und Backwaren sowie
das Engagement für eine gesundheitsund
klimabewusste Ernährung nehmen
beim Unternehmen einen wichtigen
Stellenwert ein.
Die Mestemacher GmbH legt großen Wert
auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, um
einen Beitrag zur Sicherung einer lebenswerten
Zukunft für kommende Generationen zu
leisten. Dabei werden soziale, ökologische und
ökonomische Aspekte bei den verschiedenen
Maßnahmen berücksichtigt – angefangen bei der
sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe über die Evaluierung
möglicher Verpackungsoptimierungen
bis hin zur Verbesserung der Produktionsprozesse
und Steigerung der Energieeffizienz.
Ware mit einer langen Haltbarkeit
Ein zentraler Fokus ist die Minimierung von Lebensmittelverschwendung
durch die Herstellung
von lang haltbaren Broten. Durch ein spezielles
Pasteurisierungsverfahren bleiben die Brote ungeöffnet
mindestens sechs Monate genussfrisch.
In der Brotdose beträgt die Haltbarkeit sogar bis
zu einem Jahr. Dadurch können Verbraucher die
Brote länger lagern, was zur Verringerung von Lebensmittelabfällen
beiträgt.
Weitere wichtige Aspekte sind die Nutzung eines
eigenen Roggen-Silos und die Verwendung einer
hauseigenen Mühle, in der der Roggen vor dem
Backprozess just in time frisch gemahlen wird. Dies
bewahrt wertvolle Inhaltsstoffe des Getreides – ein
klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen Mehlsorten.
Darüber hinaus gehören die Brote von Mestemacher
zu den ersten Produkten in Deutschland,
die freiwillig mit dem Nutri-Score gekennzeichnet
wurden. Und ausgewählte Produkte werden
sogar von der Deutschen Diabetes-
Hilfe e. V. empfohlen.
Zur Steigerung der Energieeffizienz
setzt Mestemacher auf moderne
Technologien. Dazu gehört etwa der Einsatz eines
Blockheizkraftwerks (BHKW). Dieses arbeitet nach
dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, bei der
gleichzeitig Strom sowie nutzbare Wärme erzeugt
werden. Durch die Nutzung der anfallenden Abwärme
erhöht sich der Gesamtwirkungsgrad der
Energieumwandlung erheblich. Dies trägt dazu bei,
CO2-Emissionen zu senken. Insofern ist das BHKW
ein nachhaltiges Element im Energiemanagement
von Mestemacher, das zur umweltschonenden
Produktion beiträgt. Auch die Ladeinfrastruktur
für E-Autos auf dem Firmengelände wurde ausgebaut
– aktuell stehen 13 Ladesäulen mit insgesamt
22 Ladepunkten zur Verfügung.
Stärkung des ökologischen Landbaus
Seit 1985 engagiert sich Mestemacher aktiv für die
ökologische Landwirtschaft. Durch die Unterstützung
von Öko-Landwirten trägt das Unternehmen
zum Erhalt und zur Stärkung des ökologischen
Landbaus bei. Mestemacher ist darüber hinaus
Pionier der Förderung der Geschlechtergleichstellung
sowie der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie und ist Mitglied der Organisation SEDEX,
die sich dafür einsetzt, die Arbeitsbedingungen in
globalen Lieferketten zu verbessern.
Durch all diese Maßnahmen trägt Mestemacher zum
Umweltschutz bei und setzt sich für eine nachhaltige
Produktion von Brot- und Backwaren sowie eine
gesundheits- und klimabewusste Ernährung ein.
Neu im vielfältigen Mestemacher-Sortiment
ist das „Bio Unser Pures Toastbrötchen“.
„Bio Unser Pures“ ist genauso wie
„Bio Unser Pures Toastbrötchen“
mit Nutri-Score A gekennzeichnet
und von der Deutschen Diabetes-
Hilfe e. V. empfohlen. Übrigens
veröffentlicht Mestemacher regelmäßig
neue, inspirierende Rezeptideen
für seine Produke.
Mit Blick auf die gesamte
Wertschöpfungskette
Advertorial
Lorenz verbindet die Lebensfreude, die in den Snackmarken steckt, mit der
Verantwortung für Mensch und Umwelt – im Sinne der Nachhaltigkeit.
Nachhaltig genießen
Lorenz ist ein unabhängiges Familienunternehmen,
das mit rund 3.000 Mitarbeitern
zu den führenden Anbietern im
europäischen Snackmarkt gehört. Das
Sortiment umfasst unter anderem Kartoffelchips,
Erdnussflips, Salzstangen,
Cracker sowie Nüsse. Bekannte Marken
wie z. B. Crunchips, ErdnußLocken, Saltletts,
NicNac’s und Naturals begeistern
die Konsumenten ebenso wie Innovationen,
z. B. die Saltletts PausenCracker.
Als Familienunternehmen denkt Lorenz
seit jeher langfristig und übernimmt Verantwortung
für die hohe Qualität seiner
Produkte sowie für seine nachhaltige
und wirtschaftliche Entwicklung. Bis
2050 will das Unternehmen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette Netto-
Null-Treibhausgasemissionen erreichen.
Genuss, Lebensfreude und Verantwortung
sollen miteinander in Einklang stehen.
Die nachhaltige Entwicklung vorantreiben: Das umfasst neben der Förderung von regenerativen Maßnahmen
im Kartoffelanbau etwa auch den Erhalt der Artenvielfalt. So schaffen Blühstreifen Lebensraum für Insekten.
Ein besonderer Meilenstein war die Bestätigung
der Klimaziele Ende 2023 durch die Science
Based Targets initiative. Bereits im Jahr 2022
war die Lorenz Gruppe der Science Based Targets
Initiative (SBTi) beigetreten und hat sich verpflichtet,
Treibhausgasemissionen im Einklang mit der
Klimawissenschaft zu reduzieren. Damit ist Lorenz
eines der ersten Unternehmen seiner Branche,
das sich neben den klassischen Reduktionszielen
zusätzlich Reduktionsziele im landwirtschaftlichen
Bereich und ein langfristiges Netto-Null-Ziel gesetzt
hat. Bis 2050 will man entlang der gesamten
Wertschöpfungskette Netto-Null-Treibhausgasemissionen
erreichen.
Vielfältige Handlungsfelder
Mit einem Projekt zur Förderung regenerativer
Maßnahmen im Kartoffelanbau hat Lorenz 2023
bereits eine wichtige Weiche gestellt, um die verabschiedeten
Klimaziele zu erreichen. Landwirte
werden dabei unterstützt, regenerative landwirtschaftliche
Methoden anzuwenden mit dem
Ziel, die Bodengesundheit zu fördern und CO2-
Emissionen zu senken .
Zudem setzt das Nachhaltigkeitsengagement direkt
bei den Produkten an. Lorenz arbeitet kontinuierlich
daran, das Snackportfolio unter ernährungsphysiologischen
Aspekten zu verbessern. Auf der Basis
von Empfehlungen renommierter Organisationen
wie der WHO hat man 2023 das „Lorenz Nutrition
Profile“ entwickelt. Das interne Nährstoffprofil
dient als Grundlage dafür, Produkte hinsichtlich
ernährungsrelevanter Inhaltsstoffe und Nährstoffe
zu bewerten: bei der Entwicklung neuer Produkte
sowie der Weiterentwicklung bestehender Rezepturen.
Ein zentrales Thema: die Reduktion von Salz.
So soll der Salzgehalt im gesamten Produktportfolio
bis 2025 um 15 Prozent gegenüber dem Basisjahr
2019 reduziert werden. 2023 erfüllten bereits
94 Prozent der Neuprodukte diese Anforderung: Im
Durchschnitt erhielten sie mindestens 15 Prozent
weniger Salz als der jeweilige Markendurchschnitt.
Die Aktivitäten in den sieben Handlungsfeldern
Gesundheit und Ernährung, Verpackung, verantwortungsvolle
Beschaffung, Klima und Ressourcen,
regenerative Landwirtschaft, gesellschaftliches Engagement
und Mitarbeiter haben ein gemeinsames
Ziel: „Wir wollen die unbeschwerte Lebensfreude,
die in unseren Marken steckt, mit unserer Verantwortung
für Mensch und Umwelt verbinden“, so CEO
Moritz Bahlsen. „Dafür müssen wir Nachhaltigkeit in
unsere gesamte Wertschöpfungskette integrieren.“
Sortiment
Chilled Food/Fertiggerichte
Text: Inka Stonjek
Bequeme Lösungen für
höchste Ansprüche
Wer Hunger hat, muss nicht zwingend selbst kochen. Die Hersteller bieten eine große Auswahl
an convenienten Lebensmitteln und Gerichten für jeden Geschmack, Anlass und Ernährungstyp.
Im Trend liegen Produkte, die gesund sind und den Eindruck „wie selbstgemacht“ vermitteln.
46 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
:
VERKAUFSTIPPS
Inka Rosini
Marketingleiterin Marke bei Hilcona
FAST 15 PROZENT
weniger Absatz haben 2024
Suppen verzeichnet, die damit zu den
Verlierern unter den Nassfertigprodukten
gehören. Ihr Umsatz sank um 3 Prozent.
Quelle: Nielsen IQ
„Mehrere Kontaktpunkte entlang der
Customer Journey fördern den Absatz,
zum Beispiel durch eine Verzahnung
von (digitalen) Handzettelaktionen
oder Coupons mit Zweitplatzierungen.
Im Frischebereich eignen sich Cabriotruhen,
die durch Topschilder auf Aktionen
oder Produkte hinweisen. Pesto und
Parmesankäse bei der gekühlten Pasta
erleichtern die Kaufentscheidung und
forcieren Verbundkäufe.“
Walter Bauer
Vertriebsleiter bei Settele
Jeder dritte Deutsche verwendet mindestens
ein Mal in der Woche Convenience-Produkte,
zum Beispiel solche,
die nur noch aufgewärmt werden müssen.
Häufige Gründe dafür sind fehlende Zeit
oder Energie zum Selbstkochen (50 %) und
der Wunsch nach einer schnellen Mahlzeit
im Alltag (48 %). Zu diesem Ergebnis kommt
eine repräsentative Verbraucherbefragung,
die das Marktforschungsinstitut Innofact für
das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) im Juni
2024 durchgeführt hat.
Bei TK hat Pizza die Nase vorn
Die Befragung zeigt auch: Fertiggerichte zum
Erhitzen oder Auftauen aus der Tiefkühlabteilung
gehören zu den beliebtesten Produkten
und werden signifikant häufiger gekauft als
solche aus der Kühlung oder als Tüten- und
Dosenfertigprodukte. Dabei gab es entsprechenden
Bedarf an schnell zubereitbaren
Produkten schon immer, doch die Pandemie
hat die Begeisterung enorm befeuert. 2023 hat
sich der Absatz im Vergleich zum Vor-Corona-
Jahr 2019 um 6,5 Prozent (2019: 1,861 Millionen
Tonnen) erhöht, geht aus den Zahlen des
Deutschen Tiefkühlinstituts hervor. Während
TK-Produkte zum Selberkochen in diesem
Zeitraum nur um 3,5 Prozent gewachsen sind
(2019: 873.143 Tonnen), hat sich der Bereich Fix
& Fertig seitdem um 11,6 Prozent entwickelt
(2019: 719.396 Tonnen). Eine interessante Entwicklung
zeigen die Pizzen und Fertiggerichte:
Nachdem Fertiggerichte von 2019 auf 2020
an den Pizzen vorbeigezogen sind (Pizza:
+ 5,8 %, Gerichte: + 11,2 %), hat seitdem wieder
Pizza die Nase vorn und von 2020 auf 2021 um
2,6 Prozent (Gerichte: + 0,9 %), von 2021 auf
2022 um 0,4 Prozent (Gerichte: – 2,4 %) und
von 2022 auf 2023 um 2,7 Prozent (Gerichte:
+ 1,7 %) zugelegt.
Um den Vorsprung weiterhin zu halten, sorgen
die Pizzabäcker immer wieder mit neuen
Produkten für Kaufimpulse. Ab März verstärkt
Dr. Oetker das Sortiment mit den La Mia
Familia Pizzabroten aus 19 kleinen Brötchen.
Die sind im Steinofen vorgebacken und eignen
sich ideal als Beilage zu Suppe, Salat sowie zu
verschiedenen Anlässen. Die Sorte „Vier Käse“
ist mit einer Creme aus Cheddar, Provolone,
Emmentaler und Crème fraîche gefüllt, die
Sorte „Tomate & Paprika“ mit Tomate, Paprika,
Joghurt und Crème fraîche. Wagner erweitert
das Sortiment der Piccolinis Brezel um die
Variante Tomate-Käse. Außerdem wird die
Piccolinis Brezel Rustikal in Piccolinis Brezel
Herzhaft umbenannt und bekommt eine neue
Rezeptur: Die bewährte Kombi aus Mozzarella,
Edamer und geräuchertem Schweinebauch
wird durch würzige frittierte Zwiebel
ergänzt und sorgt so für einen herzhafteren
Geschmack.
Convenience aus dem Kühlregal
Auch im Kühlregal hält der Pandemieeffekt
weiterhin an. „Corona hat frischen Teigwaren
ein enormes Umsatzwachstum
„Stärkere Inszenierung von Regionalität
und Tradition setzt neue Kaufanreize.
Storytelling am PoS, Verkostungen und
Aktionen rund um das schnell zubereitete
Produkt helfen, das Bewusstsein für
hochwertige Convenience-Produkte zu
schärfen. Auch innovative Platzierungen,
etwa in Kühlboxen für spontane Mitnahmeprodukte
oder in thematischen
Genusswelten, haben Potenzial.“
Boris Bauer
Vertriebs- und Marketingleiter bei Bürger
„Wir schaffen Kaufanregungen mit aufmerksamkeitsstarken
Promotions und
Aktionsprodukten. Zudem haben wir ein
gutes Netzwerk an erfahrenen Außendienstmitarbeitern,
die mit unseren
Handelspartnern zusammenarbeiten
und bei Bedarf Erlebnisplatzierungen
betreuen. Impulse können Händler auch
mit QR-Codes am PoS setzen, die zu Rezepten,
Zubereitungstipps oder Videos
verlinken.“
www.rundschau.de
47
Sortiment
Chilled Food/Fertiggerichte
Wir gehen davon aus, dass sich hochwertige frische
Pasta als schnelle Genusslösung auch künftig
wachsender Beliebtheit bei Verbrauchern erfreut
und sich der Markt weiterhin positiv entwickelt.
Inka Rosini
Marketingleiterin Marke bei Hilcona
beschert, das im Jahr 2021 gehalten hat
und seitdem kontinuierlich gewachsen
ist“, sagt Norbert Gottschling. Er ist in den
fünf Edeka-Märkten von Jens Gebauer für die
Warengruppe zuständig und verzeichnet seitdem
zweistellige Umsatzraten. 2022 legte das
Sortiment bei ihm im Vergleich zum Vorjahr
um rund 13 Prozent zu, 2023 um 38 Prozent
und 2024 um weitere 39 Prozent. Damit entwickeln
sich die frischen Teigwaren bei ihm
deutlich stärker als der Gesamtmarkt: Den
Marktforschungszahlen von Nielsen IQ zufolge
haben sie im Jahr 2024 absatz- und umsatzmäßig
nur um je sieben Prozent zugelegt.
Sein Beispiel beweist, wie Händler mit einer
konsequenten Anpassung des Sortiments auf
die Bedürfnisse des Kundenstamms eingehen
können. Dazu gehört, sowohl die Kaufkraft
der Kunden als auch ihre Vorlieben für lokale
Marken und vertraute Geschmacksrichtungen
zu berücksichtigten. So hebt Gottschling beispielsweise
die Produkte von Bürger als lokale
Ankermarke gezielt hervor. Der Hersteller
mit Sitz in Ditzingen sieht einen großen Trend
bei veganen Produkten und weitet das Angebot
kontinuierlich aus. Vegetarisch sind
die neuen Thai-Maultaschen, während über
die kommende Gnocchi-Neuheit noch nichts
verraten wird. Die Herausforderung ist, die
eigene Marke so attraktiv zu halten, dass die
Konsumenten weiterhin zugreifen und nicht
auf günstigere Alternativen ausweichen.
Im Hause Henglein sieht man ganz ähnliche
Trends. „Die Nachfrage nach Produkten, mit
denen man sich in kurzer Zeit eine vollständige
Mahlzeit ohne großen Aufwand zubereiten
kann, wächst kontinuierlich“, sagt Viola Henglein,
als Geschäftsführerin für das Marketing
und den Vertrieb bei Henglein zuständig.
Wichtig sei jedoch, dass die Produkte einem
hohen qualitativen Anspruch genügen: „Die
Bedeutung von vegan, frei-von, salzreduziert
und hochwertigen Zutaten wächst“, ergänzt
sie. Diese Aussage können die Macher von
Hilcona nur bestätigen: „Der Trend geht zu
bequemen Genusslösungen mit einem Anspruch
an Qualität, Wertigkeit und Frische.
Beim Frischepasta-Kauf sind die treibenden
Faktoren Geschmack, Qualität, Zutaten und
eine einfache, schnelle Zubereitung, die den
Kochalltag erleichtert“, sagt Inka Rosini, dort
als Marketingleiterin für den Bereich Marke
zuständig.
Ein Gefühl wie hausgemacht
Die Erfolgsgeschichte von Chilled Food hat
auch viel mit dem veränderten Image dieser
BÜRGER
Die Thai-Maultaschen (300 g) mit Curry
und Mango sind mit Frühlingszwiebeln,
Weißkohl, Mungobohnenkeimlingen,
Lauch, Karotten und Paprika gefüllt und
passend gewürzt. UVP 2,19 Euro.
HENGLEIN
Der Pinsateig besteht aus einem Mix aus
Weizen-, Reis- und Kichererbsenmehl
sowie getrocknetem Weizensauerteig. Er
wird nur entrollt, mit Tomatensoße bestrichen
und bei 210°C Umluft gebacken.
HILCONA
Ab April im Handel erhältlich: Mezzelune
Ricotta di Bufala & Limone, die bis
August erhältlich sein werden. Der fein
bemehlte, extradünne Teig ist mit
Büffelmilch-Ricotta und Zitrone gefüllt.
SETTELE
Die Chili-Maultaschen sind mit Chili-
Cheese-Sauce und Jalapeños gefüllt und
in wenigen Minuten zubereitet. Schärfegrad
drei von fünf. Ohne Geschmacksverstärker/Konservierungsstoffe.
Fotos: RUNDSCHAU/ Kausch
48 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
_
INFO
△ Conveniente Snackingprodukte, ob für den Verzehr zu Hause oder unterwegs, sind bei den
Konsumenten seit Jahren zunehmend beliebt.
Lebensmittel zu tun. Früher haben Verbraucher
entweder selbst gekocht oder auf Convenience-Produkte
zurückgegriffen, heute
gibt es dieses Entweder-Oder nicht mehr. Mit
geschickten Marketingstrategien haben die
Hersteller erreicht, dass auch conveniente Produkte
das Image des Selbstgemachten erfüllen.
So sieht sich Henglein beispielweise nicht als
Anbieter klassischer Fertigprodukte, sondern
vermittelt „Kreativität in der Zubereitung und
das Gefühl des Selbstgekochten“, erklärt Viola
Henglein. Deshalb lassen die Hersteller den
Verbrauchern immer gerne noch etwas zu
tun: So muss man beispielsweise den neuen
Pinsateig des Unternehmens noch entrollen,
mit Tomatensoße bestreichen und backen.
Auch bei Hilcona ist der „Wie handgemacht“-
Faktor ein Erfolgskriterium. „Das Gefühl
basiert auf dem extradünnen, fein bemehlten
Teig und dem hohen Füllungsanteil der Ravioli
und Mezzelune. Zudem stellt die individuelle
Gargrad-Bestimmung beim Kochen einen
USP der Originale-Range dar“, erklärt Inka
Rosini. Eine große Markenoffensive startet
Steinhaus zu Beginn des zweiten Quartals.
In diesem Zuge stattet das Unternehmen die
Pastaklassiker aus der Rustica-Range mit
einem frischen Verpackungsdesign aus und
führt außerdem drei neue Sorten ein: „Vier
Käse“ mit Ricotta, Grana Padano, Mozzarella
und Gorgonzola, „Pasta Rustica Salsiccia“ mit
der gleichnamigen italienischen Wurstspezialität
und Rindfleisch, Tomaten und einer
leichten Fenchelnote sowie die Pesto-gefüllte
„Pasta Rustica Basilikum Pesto“. Wie die bestehenden
Klassiker haben auch die neuen
Artikel einen handwerklichen Look und sind
mit Mehl bestäubt.
☐
HE_Anzeige_Rundschau_0125_1-3-Seite-quer_Nudelrange_230x100_01_RZ_Print-.pdf 1 07.02.25 09:50
Unterschiedliche Präferenzen
Laut der Heristo-Studie „Generationenbarometer
Food – So essen Jung
und Alt in Deutschland“ sind Männern
bei Lebensmitteln Aspekte wie
längere Haltbarkeit und schnellere
Zubereitung, die für Fertiggerichte
sprechen, deutlich wichtiger als
Frauen. Umgekehrt legen Frauen
mehr Wert auf Frische, Natürlichkeit
oder den Verzicht auf Konservierungsstoffe.
Vor allem ältere Generationen
haben stärkere Vorbehalte
gegen Fertiggerichte in Bezug auf
Nährwerte und Zusatzstoffe. Heristo
sieht hier Potenzial für Hersteller
– bei Rezepturen und Konzepten,
die auf diese Bedürfnisse eingehen,
sowie bei der Kommunikation.
... mein
henglein
In die Pfanne, fertig, los!
HENGLEIN Pasta in 2 Minuten!
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Sortiment
Brot und Backwaren
Text: Martina Kausch
The Taste of USA legt zu
Wer eine saftige Mahlzeit zum Reinbeißen sucht, ist bei Burger, Hotdog und Co. richtig. Die unzähligen Varianten und
Zutaten dafür bieten Umsatzpotenzial – mittlerweile auch in Bio-, vegetarischen und veganen Spielarten.
Woher stammt er nur, der Burger,
der so viele Konsumenten in
wirklichen oder gefühlten Notsituationen
vor dem Hungertod
rettet? Und der aktuell so beliebt ist, dass
Hersteller ihr Burgerbrötchen-Angebot mit
neuen Bun-Varianten erweitern? Fest steht:
Allein Lieken verkaufte 2024 (laut Nielsen)
über 980.000 Packungen Golden Toast Burger
Buns – und fest steht auch: Die Wiege des
Burgers hat wohl etwas mit Hamburg zu tun.
Von Hamburg zum Burger
Von Hamburg aus fuhren die ersten Auswanderer
in Richtung Amerika, eine Hackfleisch-
frikadelle auf einem Weizenbrötchen mit
Bratensoße bildete den Vorläufer des Burgers.
„Rundstück warm“ heißt ein warmes belegtes
Brötchen in der Hansestadt bekanntlich. Und
auch als Kurzwort für gebratenes Hackfleisch
(auf englisch: Hamburger Steak) ist „Ham“ bekannt.
Wer etwas geschichtlich forscht, wird
in einem Kochbuch aus dem Jahre 1758 fündig.
In der Ausgabe des Buches „The Art of Cookery
Made Plain and Easy“ von Hannah Glasse wird
in einem Rezept mit dem Titel „Hamburgh
sausage“ vorgeschlagen, die Wurst „geröstet
mit geröstetem Brot darunter“ zu servieren.
Die früheste Erwähnung des „Hamburger
Steak“ im Oxford English Dictionary stammt
aus dem Jahr 1802, das Rezept beschreibt ein
Gericht aus gesalzenem und geräuchertem
Rinderhackfleisch.
Der Siegeszug nimmt Fahrt auf
Unter den Auswanderern wurde das runde
Brötchen mit gebratenem Hackfleisch immer
beliebter. Cherlie Nagreen soll einer der Ersten
gewesen sein, der im 19. Jahrhundert burgerähnliche
Brötchen mit Hackfleisch-Pattys in
seinem Restaurant verkauft hat. Das wurde
sogar im Bundesstaat Wisconsin per Gesetz
festgehalten. Nach und nach hielten Auflagen
wie Käse, Soße, Zwiebel und anderes Gemüse
in dem Burger Einzug. Bis heute gibt es
Fotos: AdobeStock/ Ingvar Shelly/ jeepbabes/jenifoto ; Unternehmen
50 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
Thema Sandwich und Toast – das ist wichtig
Der fitfortrade-Markentrainer zum Thema
Sandwich und Toast liefert die wichtigsten Infos
nach dem Scannen des QR-Codes.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Sandwich
Toast
_
INFO
Ideen für den Burger
Dutzende von Varianten – vom California-
Burger bis zur Spezialität mit Räucherfisch und
Shrimps, von Fastfood bis zum Edelburger.
Trend zum Brioche-Bun
Kein Wunder also, dass die Brötchengrundlagen
für Burger aus dem SB-Regal im LEH
ganzjährig stark nachgefragt werden. Lieken
hat eine besondere Beziehung und Ausgangsposition
dafür. „Wir profitieren von unserer
jahrzehntelangen Erfahrung in der Herstellung
hochwertiger Burger Buns: Bereits seit
fast 50 Jahren produziert Lieken für strategische
Partner wie McDonald’s – aktuell stellen
wir jährlich rund 20 Kilotonnen Buns her,
was einer Million Buns pro Tag entspricht“,
berichtet Felix Neuberger, Head of Marketing
bei Lieken. Diese Expertise fließe direkt in die
Die Experimentierfreude trägt
dazu bei, dass sich die Burgerkultur
vielseitiger präsentiert.
Felix Neuberger
Head of Marketing, Lieken
Produkte der Golden Toast American-Range
mit ein, zu denen auch die American Hamburger,
American Mega-Burger und American
Hot-Dogs gehören.
Seit Sommer 2024 neu von der Partie sind
die Golden Toast Brioche Burger Buns. Die
leicht süßen Buns mit goldbraun glänzender
Kruste treffen den Nerv der Zeit: Jeder vierte
verkaufte Burger Bun in Deutschland ist mittlerweile
ein Brioche Bun – ein klarer Beweis
für seinen Trendstatus. „Unsere Brioche Buns
bereichern jede Burgerkreation – ob klassisch
mit Fleischpatty, vegetarisch oder vegan belegt.
Die steigende Experimentierfreude der
Verbraucher mit internationalen Rezepturen,
spannenden Toppings und kreativen Soßen hat
dazu beigetragen, dass sich die Burgerkultur
immer vielseitiger präsentiert.
Kaum eine Mahlzeit kann so
variantenreich gestaltet werden wie
der Burger – dementsprechend vielfältig
ist die Zutatenliste. Die beliebtesten
Burgersorten: Cheeseburger,
BBQ-Burger, vegane Burger,
California-Burger (mit Avocado),
Chili-Burger, Buffalo-Burger,
Pastrami-Burger, Steak-Burger.
Zwei Brötchenhälften – das ist die gemeinsame
Grundlage für jedes
Burgerrezept. Als Belag kommen
neben den klassischen Fleischpattys
auch (Räucher-)Fisch, Bacon und
Parmesan, Halloumi und Grillgemüse,
Käse und auch süße Früchte wie
Ananas oder Mango infrage.
Das Soßenangebot ist riesig: Ketchup,
Mayonnaise, Senf, rauchige BBQ-
Soßen, dänische Remoulade oder
klassische Remoulade passen prima
zu Fleisch und Fisch. Avocadocreme,
Hummus oder eine pikante
Tomatensalsa schmecken auf
vegetarischen oder veganen
Burgerkreationen fantastisch.
HARRY-BROT
SCHÄR
LIEKEN
MESTEMACHER
Zwei Sorten von Premium Burger Buns
bringt Harry-Brot in die Regale:
Brioche Burger Brötchen (Abb.) und
Brioche Burger Brötchen Lauge. Jeweils
vier Stück sind in der Packung.
Der Glutenfrei-Spezialist Dr. Schär hat
gluten- und laktosefreie Hamburgerbrötchen
im Angebot. In der
Zwei-Stück-Packung sind sie eine
perfekte Basis für leckere Burger.
Die Golden Toast Burger Brioche Buns
von Lieken sind leicht süß und haben
eine goldbraun glänzende Kruste.
Sowohl zum Frühstück als auch als
(Fleisch-)Patty-Grundlage geeignet.
In Bio-Qualität produziert Mestemacher
die Dinkel Burger Buns zum Aufbacken.
Dinkel ist als Urkorn besonders
reich an Ballaststoffen und Vitaminen.
In der 200-Gramm-Packung.
www.rundschau.de
51
Alles über Brot- und Backwaren
Der fitfortrade-Markentrainer zum Thema
Brot- und Backwaren mit den wichtigsten Infos zur
Warengruppe nach dem Scannen des QR-Codes.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Brot &
Backwaren
Burger-Bundle
Kunden überzeugen durch
Bundle-Pricing: Diese Verkaufsstrategie
funktioniert auch beim
Thema Burger. Buns, Soßen und die
dazu beliebten Feinkostkonserven
wie Gurken und Paprika zusammen
als Paket zu einem günstigen Preis
anzubieten, erleichtert Kunden die
Entscheidung und ist ein Service.
45 %
der Burgeresser in Deutschland
bevorzugen Rindfleisch als Patty,
15 Prozent nehmen gern Hähnchenfleisch,
13 Prozent mögenʼs vegetarisch oder vegan.
Quelle: Statista, Befragung von 2018
Damit die klassischen Pattys für
Kunden gleich in der Nähe zu finden
sind, eignet sich außerdem das
Bundle als Verbundplatzierung
gleich neben dem Kühlregal.
Unsere Buns bieten da die perfekte Basis
für Genussmomente, sei es beim Grillen
oder für schnelle Mahlzeiten im Alltag“, so
Felix Neuberger.
Starke Nachfrage nach Buns
Da die Kunden qualitativ hochwertige Burgerbrötchen
stark nachfragen, reagieren die
Hersteller – auch Harry-Brot und Mestemacher.
Mit der Beschreibung eines innovativen
Knetsystems für hohe Teigqualität, einer extrazarten
Konsistenz des Produkts und einem
besonderen Ofendurchlaufsystem für eine
gleichmäßige Bräunung beim Backen wirbt
▽ Bei einer Fastfood-Party zu Hause sind nicht nur Burger angesagt. Die Zutaten für Hotdogs gehören
ebenfalls aufʼs Büffet – einschließlich Salatblättern, Gemüse(-konserven) und Soßen.
Harry-Brot für seine Neuerungen, die zum
Premium-Burger-Bun-Segment gehören und
eine Alternative zu traditionellen Burgerbrötchen
bieten. Der Absatz von Burger Buns
sei signifikant angestiegen, heißt es aus dem
Haus Harry-Brot. „Unsere neuen Brioche
Burger Brötchen heben den Genuss von traditionellen
Burgern auf ein neues Level. Sie
sprechen Konsumenten von Jung bis Alt an,
die besonderen Wert auf hochwertige Zutaten
und Abwechslung auf dem Teller legen
sowie eine Vorliebe fürs Grillen haben“, sagt
Katharina Frerichs, Marketingleiterin bei
Harry-Brot. „Zudem bringen wir als erster
Hersteller in Deutschland Premium Burger
Buns auf den Markt, die ohne Ethylalkohol
verpackt sind.“ Damit wolle sich Harry-Brot
neue Käufergruppen erschließen – jene, die
bisher aufgrund des eingesetzten Alkohols auf
den Kauf der Produkte verzichteten, so Frerichs.
Die Brioche Burgen Buns sind klassisch
mit leicht süßlicher Geschmacksnote oder
in einer Laugennote-Variante mit Ölsaaten-
Bestreuung zu haben.
Urkorn Dinkel im Burger-Rennen
Mestemacher, „The lifestyle bakery“ aus
Gütersloh, hat bei der Messe Biofach Burger
Buns Dinkel für die LEH-Regale vorgestellt.
Hergestellt werden sie aus Dinkelmehl, dem
Urkorn, das reich an Ballaststoffen, Vitaminen
und Mineralstoffen ist. Die Buns haben
außerdem einen hohen Eiweißgehalt und sind
deswegen für gesundheitsbewusste Burgerliebhaber
eine gute Wahl.
☐
52 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
fitfortrade
RUNDSCHAU FÜR DEN LEBENSMITTELHANDEL
JETZT
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WISSEN AUS
DER BOX:
Die geballte Ladung
Waren- und Verkaufskunde
Besser verkaufen lernen
Die Markentrainerboxen 2024/2025 sind ab August lieferbar.
Bei weiteren Fragen:
service@fitfortrade.de
Sortiment
Bio
Text: Sibylle Menzel
Dynamisch und trendy
Die jüngsten Zahlen belegen: Bio entwickelte sich im vergangenen Jahr wieder deutlich dynamischer als der
Lebensmittelmarkt insgesamt. Auf der Biofach 2025 Mitte Februar in Nürnberg zeigten die Akteure, mit welchen
Branchen- und Produkttrends sie die Nachfrage noch weiter ankurbeln werden.
Bio hat 2024 einen neuen Rekord aufgestellt
und sich gegen Inflation
und Konsummüdigkeit behauptet“,
kommentiert Tina Andres, Vorstandsvorsitzende
des Bundes Ökologische
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die aktuellen
Branchenzahlen. Sie wurden zum Auftakt
der Biofach 2025 in Nürnberg Mitte Februar
bekanntgegeben: Der Umsatz mit Bio-
Lebensmitteln und -Getränken in Deutschland
wuchs 2024 um 5,7 Prozent auf rund
17 Milliarden Euro an. Der Absatz stieg dabei
teilweise mehr als der Umsatz. 97 Prozent aller
Haushalte kauften Bio-Produkte. Aber, räumt
Tina Andres ein, dem starken Marktwachstum
stehe wenig Wachstum an Ökofläche
gegenüber: „Wir sehen die Gefahr, dass der
Handel die steigende Nachfrage nur durch
Importe befriedigen kann. Das wäre eine
vertane Chance für die heimische Land- und
Lebensmittelwirtschaft.“
Mehr Bio-Absatz im LEH
Anders als in vorherigen Jahren haben sich
2024 die Trocken- gegenüber den Frischeprodukten
über alle Verkaufssegmente hinweg
sehr unterschiedlich entwickelt, analysiert
der BÖLW. Demnach zeigte sich das Trocken-
sortiment mit zehn Prozent Umsatzzuwachs
dynamischer als die Frischeprodukte (+ 3 %);
vor allem in der Produktgruppe Obst, Gemüse
und Kartoffeln gab es Einbußen. Dagegen
zeigten Milch- und Molkereiprodukte wieder
deutliche Zuwachsraten.
Im Lebensmitteleinzelhandel, Discount und
den Drogeriemärkten wurden laut BÖLW im
Trockensegment 10,2 Prozent mehr Bio-Produkte
abgesetzt. Die Verkaufspreise mancher
Produkte lagen leicht unter dem hochpreisigen
Vorjahr – bei bestimmten Produkten auch
unterhalb der Preise konventioneller Markenartikler.
Apropos: Als relevanten Branchen-
Fotos: stock.adobe.com/M.Dörr & M.Frommherz; Unternehmen
54 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
_
INFO
Trends der Biofach 2025
Die Biofach-Jury hat fünf zentrale
Produkttrends definiert:
17 MRD.
Euro Umsatz erwirtschafteten
Bio-Lebensmittel und -Getränke im vergangenen
Jahr in Deutschland, ein Plus von 5,7 %. Von 97 %
der Haushalte wurden Bio-Produkte eingekauft.
Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
Trend 1: Rebelʼs Choice – fernab
gesundheitlicher Aspekte wird
geschlemmt. Der Fokus liegt auf
spannenden Texturen
und Geschmackskombinationen.
Trend 2: Culinary Ease – Bio darf
mit schnell verfügbaren Snacks
und Sattmachern auch
zügig auf den Tisch kommen.
trend lobt die Biofach-Jury „Me, Myself and I“
aus, was auf den Widerspruch im Konsumverhalten
zwischen Idealismus und Hedonismus
anspielt. Genuss und Angebotsvielfalt
stehen demnach für viele Verbraucher im
Vordergrund, gleichzeitig gewinnt die Preissensibilität
zunehmend an Bedeutung; dennoch
bleibt das Bedürfnis nach Transparenz
und Umweltengagement ungebrochen. Ein
Spannungsfeld also, in dem Bio-Marken zu
navigieren haben.
Next Level Plant-based
Der Plant-based-Trend, so die Beobachtung der
Biofach-Jury, erlebt durch bewusst konsumierende
Flexitarier ebenfalls eine dynamische
Entwicklung. Gesundheit wird zum zentralen
Kaufkriterium – gleichzeitig wird das
Geschmackserlebnis entscheidender. Somit
lenken steigende Qualitätsansprüche den Fokus
auf innovative Pflanzenproteine: Tierische
Produkte müssen entweder perfekt imitiert
werden oder es braucht neue, eigenständige
Geschmackserlebnisse, fernab vom Anspruch,
ein Ersatz zu sein, so das Fazit der Jury.
Auch nach Einschätzung der Bio-Akteure
wird die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen
weiter steigen, während Themen wie
Nachhaltigkeit, Transparenz und Klimaschutz
das Interesse an den Produkten weiter vorantreiben,
bestätigt etwa die Bio-Zentrale. Von
Bio-Anbieter Davert kommt der Hinweis, dass
auch der Wunsch nach weniger hoch verarbeiteten
Produkten, somit nach cleanen Rezepturen,
stetig wächst. Den übergeordneten Trends
fügt Viola Bunkowski, Marketingdirektorin
DACH bei der Allos Hof-Manufaktur hinzu:
„Die Bio-Lebensmittelbranche 2025 wird durch
einen Mix aus globalen Geschmackstrends,
Nachhaltigkeit, funktionellem Mehrwert und
Convenience geprägt.“
Die schnelle Bio-Nummer
Schnelle Verfügbarkeit, schneller Konsum
– Themen, die sich in der Bio-Branche verstärken.
Mit Convencience steht der Launch
von Produkten für eine schnelle, in der Zubereitung
unkomplizierte Mahlzeit besonders
im Fokus; wobei sich der Convenience-
Gedanke laut Bauck-Chef Friedemann Wecker
durch alle Produktgruppen hindurchzieht:
„Nicht nur Brote, sondern etwa auch Kuchen
und vor allem Veggie-Mahlzeiten sollten für
viele Menschen möglichst schnell und einfach
zubereitet werden können.“ Followfood
steigt erstmals in den Instantnudel-Markt ein,
ebenfalls mit der klaren Botschaft: „Bio ist für
alle da und muss in jeder Produktkategorie
verfügbar sein.“ Das Angebot reicht, heißt es,
von Biovegan bis hin zum Mahlzeitenersatz
wie etwa Trinkmahlzeiten in Bio-Qualität.
Durch verändertes Konsumverhalten, sagt
Nina Bakker, Marketingleiterin Biomolkerei
Söbbeke, würden auch eine schnelle Verfügbarkeit
und komfortables Einkaufen immer
wichtiger. Damit biete der Selbstbedienungsbereich
ebenfalls Potenzial, gleichzeitig die
Käuferschaft wie die Angebotsvielfalt zu erweitern,
etwa über vorgeschnittene Käsestücke
zur schnellen Mitnahme. ☐
Trend 3: Cheers to every moment –
Der Bio-Markt bietet eine nie dagewesene
Vielfalt an Getränkeoptionen.
Von Klassikern mit oder ohne
Alkohol, fermentiertem Kaffee aus
der Flasche bis zu Mate-Limonade.
Trend 4: Functional Finesse – das
Interesse an funktionalen Lebensmitteln
wächst. Dazu zählen zuckerreduzierte
Lebensmittel mit einem Extra
an Protein, Nahrungsergänzungsmittel
aus Pilzextrakten oder auch
fermentierte Bio-Essenzen.
Trend 5: Vegan en vogue – Verbraucher
suchen nach kompromisslosen
pflanzenbasierten Bio-Geschmackserlebnissen.
Ob Hirsebällchen mit
rauchig-würzigem BBQ-Aroma oder
Brotaufstrich mit Pistaziennote:
Vegan überzeugt mit Vielfalt.
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55
Sortiment
Bio
LITTLE LUNCH
Naturreis, buntes Wokgemüse
wie Karotten, Mungobohnenkeimlinge
und Erbsen: Little Lunch
ergänzt seine Range der pflanzlichen
Bio-Fertiggerichte im Glas
mit der veganen Trendsorte Asia
Reis. Ab April erhältlich.
LA SELVA
PUKKA
Der international beliebte Bio-Tee
Vanilla Chai (Abb.) ist jetzt auch in
Deutschland zu haben. Außerdem
ist die Kräutertee-Selektion neu
bestückt mit den Sorten Supreme
Matcha Green, Zitrone & Ingwer,
Night Time und Drei Minze.
Toskana-Tomate mit gehacktem
Basilikum und Meersalz: Polpa
di pomodoro con basilico (Abb.)
dient als Basis für Pasta und
Pizza. Ebenfalls neu: Bruschetta
fresca di pomodoro aus frisch gewürfelten
Tomaten plus Schale.
PURYA!
Mit Real Meal bringt Purya! zwei
Trinkmahlzeiten in den Sorten
Berry (Abb.) und Kakao auf den
Markt. Das vorportionierte Pulver
zum Anrühren setzt auf den
natürlichen Vitamin- und Mineralstoffgehalt
pflanzlicher Zutaten.
ALB-GOLD
Walznudeln (Abb.), Spätzle,
Drelli, Zöpfli: Die veganen
Bio-Nudeln sind auf Basis
von geschmacksneutralem
Kicher- und Gelberbsenwasser.
Ohne Zusätze oder
modifizierte Stärke.
WICKLEIN
Eine Kombi aus klassischem Süßgebäck
und Superfoods in Bio-
Qualität und vegan: Ab April sind
die Vitalgebäcke in den Sorten
Sonnenblume mit Guarana,
Maracuja mit Buchweizen (Abb.)
und Ingwer mit Orange zu haben.
SÖBBEKE
Ihre beliebte rahmige Sorte Zarte
Butterhexe (Abb.) bietet die Biomolkerei
Söbbeke auch in der
125-Gramm- und wiederverschließbaren
Packung mit sieben
Scheiben an; ebenso die fruchtignussige
Sorte Milde Marie.
NATURE GUMMIES
Mit drei Sorten startet Nature
Gummies in das Sortiment Bio-
Fruchtgummis: Der Früchte-Mix
Favorite Fruit, die saure Variante
Happy Sour und Simply Super
u. a. mit Sanddorn-Orange- und
Cranberry-Birne-Geschmack.
BERCHTESGADENER LAND
Für die leichte Küche: Der neue
Naturland-Fair-zertifizierte Bio-
Kochrahm mit 15 Prozent Fettgehalt
kommt ab April in der wiederverschließbaren,
nachhaltigen
250-Gramm-Tetratop-Verpackung
als Achter-Gebinde in den Handel.
56 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
FOODISM
High-Protein, bio und vegan,
gluten- und sojafrei: Foodism
startet mit TK-Fertiggerichten.
Darunter: Chili Billi (Abb.) mit
Kidneybohnen und „Protein-Hack“
sowie Prollo Bollo, die vegane
Version des Bolognese-Klassikers.
BOHLSENER MÜHLE
Süß-nussig bis fruchtig-zitronig:
Die Vollkornkekse Hafer-
Momente mit Demeter-Getreide
gibt es in den Sorten
Preiselbeere-Zitrone (Abb.),
Schoko-Chai (beide vegan)
sowie Erdmandel-Honig.
BAUCK MÜHLE
Veganes, glutenfreies
Fingerfood, ohne Braten
schnell auf dem Tisch: Die
Fertigmischung VeggieMix
Köfte Couscous (Abb.) ist
auf Basis von Couscous aus
Mais und Reis. Ebenfalls
neu: Goldnuggets Gemüse
mit Karotten, Lauch und Co.
LAMMSBRÄU
Die now Bio-Erfrischungsgetränke
bekommen Verstärkung:
Neben der Fan-Edition now
Mate Granate (Abb.) ergänzen
u. a. drei erfrischende Schorlen
unter dem neuen Label now Bio
SprizzzDolce das Sortiment.
BIO-ZENTRALE
Vier neue Snackprodukte erweitern
das BioKids-Sortiment:
Knusperriegel in den Varianten
Erdbeere mit Bio-Hafer (Abb.) und
Kakao Haselnuss sowie Knusperecken
in den Sorten dunkle
Schokolade und Vollmilch.
I-CHOC
Bio und Fairtrade: Cinnamon
Roll kombiniert das
Trendgebäck Zimtschnecke
mit veganer Milchschokolade.
Über den QR-Code
kann der Bezug des Kakaos
nachvollzogen werden.
FOLLOWFOOD
Raus aus der Bubble, rein in
Richtung Mainstream: Followfood
Asia-Nudeln platzieren sich im
Instantnudel-Markt. Drei Sorten
machen den Anfang: Chili Noodles,
Carbonara Style Noodles und
würzige Teriyaki Noodles (Abb.).
HARTKORN
Neues Design, bewährte Bio-
Qualität: Die Kräutermischung
Italienische Kräuter vereint mit
Majoran, Oregano, Thymian,
Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut
und Salbei das Aromenspektrum
der italienischen Küche.
DAVERT
Erstmals gibt es Davert auch im
Glas: Mit Erbsenchunks als Proteinquelle
sind die drei Sorten Veggie
Bauerntopf, Veggie Gulasch (Abb.)
und Veggie Butter Chicken
in drei Minuten zubereitet.
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57
Sortiment
Süßware ISM
www.rundschau.de
Der Award SWEETIE 2025 kürt
die spannendsten Innovationen, die
künftig im Regal Furore machen. Hier
vorab ein Blick auf die Nominierten.
Text: Sibylle Menzel
Die neue bunte Vielfalt
Aussteller- und Flächenzuwachs, rund 32.000 Fachbesucher und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr: Die ISM
2025 kann eine starke Bilanz ziehen. Der Blick auf die Trends und Innovationen, die auf der Weltleitmesse für Süßwaren
und Salzige Snacks präsentiert wurden, zeigt viele neue Konzepte in Sachen Geschmack, Textur und Nachhaltigkeit.
Mit einem Ausstellerwachstum von
rund sechs Prozent setzte die weltgrößte
Süßwarenmesse ISM im Februar
2025 ihren Expansionskurs
fort, bilanziert die Koelnmesse. Rund 32.000
Fachbesucher aus 135 Ländern (ein Auslandsanteil
von 71 %) haben sich über Innovationen
der Branche informiert.
Die Trends 2025
Top 1: Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales
Thema, nicht nur bei den Verpackungen: Auch
die Nachfrage nach umweltfreundlichen,
pflanzenbasierten oder lokal bezogenen Zutaten
wächst stetig. Ebenfalls gefragt: vegane
Schokoladenalternativen, etwa auf Basis von
Hafer, Sonnenblumenkernen und Co.
Top 2: Neue Kombis aus cremigen und knusprigen
Texturen oder Geschmacksnoten: „Swicy“
heißt etwa die Fusion aus sweet und spicy.
Sehr trendy sind außerdem gefriergetrocknete
Produkte wie Früchte mit intensiven Aromen
und knusprigen Texturen.
Top 3: Produkte mit reduziertem Zucker-,
Salz- und Fettgehalt stehen im Fokus, außerdem
Funktionales: probiotische Süßwaren,
proteinreiche Riegel, Kekse und sogar Popcorn
mit Vitaminen, Mineralien und Co.
Top 4: Einer der Haupttrends der ISM 2025:
Genuss für unterwegs, praktisch, lecker und
jederzeit griffbereit, wie etwa portionierbare
Energy Balls, wiederverschließbare Nussmischungen,
Kekse, Waffeln oder Riegel.
ISM Award 2025 für Ulrich Zuenelli
Für seine herausragenden Verdienste in der
internationalen Süßwaren- und Snackbranche
wurde Ulrich Zuenelli geehrt: Der geschäftsführende
Gesellschafter von Loacker und
Mitglied der dritten Generation der Unternehmerfamilie
Loacker-Zuenelli, hat den ISM
Award 2025 erhalten.
☐
Fotos: Koelnmesse GmbH/Thomas Klerx; Unternehmen
58 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
BRANDT SCHOKOLADEN
Pistazie im Snackformat: Bei den Choco
BonBons Pistazie & Knusper trifft
Pistazienmark auf weiße Schokolade
und knusprige Keksstückchen, umhüllt
von Vollmilchschokolade.
WICKLEIN
Gewohnter Geschmack, aber um
30 Prozent zuckerreduziert: Das
Weihnachtssortiment von Wicklein
bekommt eine neue Produktlinie
mit 30 Prozent weniger Zucker. In der
Range u.a.: Vanillekipferl (Abb.).
KUCHENMEISTER
VIBA
Ab Herbst in streichfähiger Form: Als
Hommage an die erfolgreiche Nougatstange
Royal launcht Viba die helle
Nougat Creme Royal. Sie ist palmölfrei,
enthält hochwertige Kakaobutter und
wird mit Bourbon-Vanille abgerundet.
Das neue Design der
Koala-Kekse setzt den
Startpunkt für eine neue
Koala-Markenwelt. Neben
den Sammelfiguren wird ein
neues Maskottchen fester
Bestandteil der Marke und
Fans über alle Kanäle und
Serien begleiten.
KATJES
Nach der Lakritz-Edition kündigt Katjes
mit Hundeprofi Martin Rütter die
Hundjes als vegane Fruchtgummis an. Mit
den Geschmacksnoten Pflaume, Waldmeister,
Kirsche, Zitrone und Waldbeere.
LAMBERTZ
Neuer Keksgenuss kommt von Lambertz:
Bisc‘n Cream sind knusprige Leckerbissen
mit einer Schokoladenhülle,
gefüllt mit Milchcreme. In zwei Varianten
– mit schokoladigem Kakaokeks (Abb.)
oder einem Keks mit knackigen Haselnussstückchen.
Fairtrade-zertifiziert, in
der 170-Gramm-Packung.
CAVENDISH & HARVEY
Praktisch: Die neuen Double Fruit Mix
Bags erweitern die Double-
Fruit-Range mit einer Auswahl einzeln
verpackter Drops. In den Kombis
Cherry-Lime & Orange-Raspberry
(Abb.) sowie Grapefruit-Pineapple &
Lemon-Strawberry.
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59
Sortiment
Süßware ISM
COPPENRATH FEINGEBÄCK
New Product Showcase Award
Für das 200-jährige Jubiläum von
Coppenrath Feingebäck werden drei
traditionelle Rezepturen (Cairo, Manila
und Toledo) im Retrodesign neu
aufgelegt. Ebenfalls neu: Hafer-Mandel-
Nuss- (Abb.), Kakao- und Butter-Cookies
in einer glutenfreien Variante.
Gewinner des ISM-Awards: Yummy
super saures Oblatenpapier von Primus
Wafer Paper BV, Niederlande.
RIGONI DI ASAGIO
Nocciolata Original Mini Tartelettes
bestehen aus knusprigem Mürbeteig,
gefüllt mit 30 Prozent Nocciolata
Original. Nocciolata Bianca Mini Tartelettes
(Abb.) mit Kakaomürbeteig sind
mit Nocciolata Bianca gefüllt.
SCHULTE FEINGEBÄCK
Tradition als kuchenartiges
Gebäckstück: Die Gewürzschnitten
mit Mürbeteigboden haben eine
Kakaomasse, veredelt mit Nüssen
und Gewürzen, der Unterzug ist
aus Vollmilchschokolade. Ein Hauch
von Zuckerglasur sorgt für dezente
Süße und verleiht der Schnitte
Knack.
MANNER
Im Standbeutel ins Snackregal: Der
Manner Wafer Crunchies Mix (Abb.) besteht
aus Haselnuss-Waffel-Würfeln in
Milchschokolade und mit dunkler Schoki
überzogenen Schokolade-Waffel-
Würfeln. Ebenfalls neu: Cookie Crunchies
mit zwei Keksmischungen.
HALLOREN
Hauchdünne Schokoladenkuvertüre, gefüllt mit
20 Prozent echter Frucht: Die Chocolate Thins
präsentiert Halloren in den Sorten Himbeere
(Abb.) und Erdbeere, außerdem gibt es eine Karamell-Variante.
Ebenfalls neu: Die snackigen
Halloren O’s in fünf Geschmacksrichtungen.
LÜHDERS
Mit seinem neuen veganen Omega-3-
Gummi mit Algenöl (Abb.) liefert Lühders
ein Paradebeispiel für die Verbindung
aus traditioneller Süßware und modernen
Ernährungsbedürfnissen. Außerdem
sind Ingwer-Variationen wie die Ingwer
Shot-Gums neu im Portfolio.
NEOH
Waffel, eine Milch-Haselnuss-Creme und ein Überzug
aus Vollmilchschokolade: Nach dem Motto „Gleicher
Genuss, Zucker kein Muss!“ bietet der Riegel
Crisp N Cream dank der Zuckerersatz-Formel Zero+
von Neoh Nascherlebnis ohne zugesetzten Zucker.
60 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
Noch mehr Produktnews?
Zu einer Auswahl an weiteren Produkten geht es
via QR-Code oder unter: rundschau.de/artikel/
produkt-highlights-der-suesswarenbranche
DR. KARG’S
Innen luftig, außen knusprig, mit einer
Extraportion Protein: Die Dr. Karg’s
Tritos (Abb.) Sweet Chili und Sour
Cream & Chives laden zum Snacken
und Dippen ein. Ebenfalls neu: die
ballaststoffreichen, leichten Thins mit
Kürbiskern oder rotem Quinoa.
TREETS
Gewinner des ISM Consumer Awards
2025: Treets Vegan Crunchy Corn. Ummantelt
von knackiger Hülle treffen
leicht gesalzene geröstete Maiskörner
auf die Schokoladenalternative Cho-
Viva. Sie kommt auch im Neuprodukt
Treets Vegan Crispy zum Einsatz.
KLUTH
Für Fans von Nussmischungen gibt es ab
April zwei ungesalzene Snacksorten: den
Nuss-Mix geröstet mit neuer Rezeptur
und die Röst-Nüsse mit Pecannusskernen
(Abb.). Die weiteren Trendprodukte
von Kluth: gefriergetrocknete
Erdbeeren und Himbeeren.
TROLLI
Neue Geschmackskombis: Die Limited
Edition Trolli Saure Glühwürmchen
MixUp! präsentiert mit Traube & Orange,
Limette & Kirsch sowie Zitrone & Erdbeere
ein frisches Mix & Match.
LOACKER
Neu im Loacker-Sortiment, ab September
im Handel: Chocolaterie. Zwischen
drei Lagen Loacker-Waffelblättchen ist
eine zweilagige Cremefüllung eingebettet
– je nach Sorte mit einem Überzug
aus Vollmilch- oder Zartbitterschokolade.
X
Kakao &
Classic
Jetzt
ware
sichern!
Sortiment
Heißgetränke
Text: Jenny Rommel
Schokoladiger Luxus
Ob als cremiges Heißgetränk, als Belohnung nach einem anstrengenden Tag oder als Start in den Tag für die Kids:
Kakaogetränke sind ein wahrer Genuss. Doch hinter dem verführerischen Geschmack verbirgt sich eine komplexe
Realität. Denn der Anbau und die Ernte der Kakaobohnen stehen vor riesigen Herausforderungen.
Kakao – mittlerweile ein teures Gut.
Denn die Kakaopreise sind in den
letzten Monaten auf Rekordniveau
gestiegen. Für den Handel und die
Industrie weltweit ein riesiges Problem. „Es
sind verschiedene Faktoren, die zu einem
deutlichen Anstieg der Kakaopreise geführt
haben. Dies ist zum einen der Klimawandel,
der zu häufigeren Extremwetterereignissen
führt – sowohl sehr starker Regen, der zur
Zerstörung der Kakaoblüte führt, als auch
starke Winde, die die Böden extrem austrocknen
– sowie Krankheiten der Kakaobäume
wie der Cocoa Swollen Shoot Virus. All dies
führte in Westafrika, dem Hauptanbaugebiet,
zu geringeren Ernten. Zudem sind gerade in
den wichtigen Anbauländern Côte dʼIvoire
und Ghana die Baumbestände teilweise überaltert.
Hinzu kommt, dass Lagerbestände
von Kakao deutlich abgenommen haben und
die internationale Nachfrage immer weiter
angestiegen ist“, so Solveig Schneider, Leiterin
Kommunikation und stellvertretende
Geschäftsführerin vom Bundesverband der
Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).
Zukunft ungewiss
Bedeutet diese Entwicklung, dass Produkte
aus Kakao auf lange Sicht ein Luxusprodukt
werden? Gut möglich, wie Solveig Schneider
weiter erläutert: „Je nach weiterer Entwicklung
kann tatsächlich die Situation eintreten, dass
kakaohaltige Produkte ein Luxusgut werden.
Die Verfügbarkeit wird zunehmend ein Pro-
blem. Bereits jetzt haben Hersteller von Schokolade
teilweise Schwierigkeiten, notwendige
Mengen oder Qualitäten zu beziehen.“
Unterstützung der Bauern
Die Kakaokrise trifft nicht nur Industrie und
Handel, sondern auch die Bauern, die vom
Anbau leben. Denn die steigenden Preise
bedeuten nicht automatisch auch ein höheres
Einkommen. Daher hat Fairtrade eine
Strategie für existenzsichernde Einkommen
im Kakaoanbau ins Lebens gerufen. Claudia
Brück, Vorstand, Kommunikation & Politik von
Fairtrade Deutschland, erklärt: „Die Strategie
für existenzsichernde Einkommen ist etwas
ganz anderes als die Berechnung des Mindestpreises.
Beim Fairtrade-Mindestpreis geht es
Fotos: stock.adobe.com/Narong; Fairtrade NAPP, Unternehmen
62 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
Markentrainer „Fairer Handel“
Kompaktes Wissen rund um
den fairen Handel im fitfortrade-
Markentrainer. Einfach QR-Code scannen.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Fairer
Handel
um die Kostenkalkulation der nachhaltigen
Produktion von Rohkakao. Bei der Living-Income-Strategie
haben wir einen neuen Ansatz
gewählt und uns gefragt: Was braucht der einzelne
Bauer, um seine Familie gut ernähren zu
können, ihre Unterbringung zu sichern, eine
Gesundheitsversorgung zu haben und seine
Kinder zur Schule zu schicken? Dazu kommt
ein kleines Polster für Unvorhergesehenes.
Heißt: Die Lebenskosten plus die Kosten einer
nachhaltigen Produktion werden geteilt durch
das, was auf einer bestimmten Anbaufläche
an Ernte erwartbar ist. Das ergibt den LIRP,
den Living Income Reference Price.“
Fairtrade hat den Mindestpreis „fest als
Sicherheitsnetz in den Standards verankert“
und den „etwas höheren Referenzpreis für
existenzsichernde Einkommen“. Hinzu kommt
„die Prämienzahlung für gemeinschaftliche
2,9 Kilogramm
betrug der Pro-Kopf-
Verbrauch von Kakao
in Deutschland im Jahr
2022/2023.
Quelle: Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft
Projekte.“ 2016 wurde die Strategie entwickelt,
jetzt neu berechnet: „Durch die Inflation liegt
die Preissteigerung bei ungefähr 20 Prozent.“
Investitionen in die Zukunft
Um gegen die aktuellen Widerstände anzukommen,
muss schnell gehandelt werden,
denn: „Die geringen Erntemengen waren der
Initialzünder für die höheren Preise. Aber dass
letztere so hochgeschnellt sind, ist klassische
Börsenspekulation. Wir sind weiterhin bei
über 10.000 Euro pro Tonne. Jahrelang waren
es unter 3.000 Euro“, so Claudia Brück, die
ergänzt: „Die unvorhergesehenen Schwierigkeiten
werden bleiben. Unserer Meinung
nach müssen wir klimafreundlichere Anbaumethoden
anwenden, um klimaresilienter zu
werden. Das bedeutet mehr Schattenanbau –
für ein Mikroklima, das Regen ermöglicht, zu
starke Hitze und Sonneneinstrahlung vermeidet
und die Böden vor Austrocknung schützt.
Diese Dinge müssen getan werden, um den
Anbau zu sichern. Entweder schaffen wir
es jetzt, gezielt in den Sektor zu investieren,
sodass er klimaresilienter wird – oder Kakao
wird ein absolutes Luxusgut.“
☐
UNSER PURES +
Selection
NEU
DE-ÖKO-001
Mestemacher GmbH • 33254 Gütersloh • Telefon + 49 5241 8709-0 • www.mestemacher.de
Sortiment
Wein & Sekt
Text: Jenny Rommel
Neue Geschmackserlebnisse
Die Eurovino in Karlsruhe und die ProWein in Düsseldorf bieten Fachbesuchern eine einzigartige Plattform, um
sich über die neuesten Trends zu informieren. So können Winzer, Sektkellereien und Spirituosenproduzenten ihre
neuesten Kreationen präsentieren, die den immer anspruchsvolleren Konsumgeschmack widerspiegeln.
Die ProWein in Düsseldorf ist eine
der weltweit führenden Fachmessen
für Weine und Spirituosen und
gilt als unverzichtbarer Treffpunkt
für die Branche. Seit 1994 zieht die
Veranstaltung Fachbesucher aus der ganzen
Welt an, die sich über aktuelle Trends
sowie innovative Produkte informieren und
wertvolle Geschäftskontakte knüpfen wollen.
Im Jahr 2024 beeindruckten beispielsweise
5.282 Aussteller aus 65 Ländern rund 47.000
Besucher aus 136 Ländern. In diesem Jahr
findet die ProWein vom 16. bis zum 18. März
unter dem dynamischen Motto „Discover the
Taste of tomorrow“ in der Messe Düsseldorf
statt. Das Besondere: Die ProWein wird ab
2025 fest um die ProSpirits erweitert. Heißt:
300 Aussteller aus mehr als 45 Ländern werden
sich auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern
präsentieren.
Neue Plattform zum Austausch
In die zweite Runde geht in diesem Jahr die
Eurovino. Die Fachmesse für Wein findet am
9. und 10. März in der Messe Karlsruhe statt.
Gelegen im Zentrum der vier größten deutschen
Weinanbaugebiete Baden und Württemberg,
Pfalz sowie Rheinhessen richtet sich die
Eurovino an Weinerzeugende, -vermarktende
und -abnehmende. Der Fokus liegt hier auf
dem deutschsprachigen und europäischen
Absatzmarkt. Mehr als 400 Weinerzeuger und
-vermarkter freuen sich darauf, den Fachbesuchern
die neuesten Produkte und Highlights
aus ihrem Wein- und Schaumweinportfolio
vorzustellen.
Da sich die Konsumgewohnheiten stetig weiterentwickeln,
erlebt die Wein-, Sekt- und
Spirituosenbranche kontinuierliche Veränderungen.
Doch wo liegen 2025 die Trends?
Wir stellen ein paar der Neuheiten vor. ☐
64 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
Champagner – exklusiv und spritzig
Kompaktes Fachwissen rund um das Thema
Champagner liefert unser Markentrainer.
Einfach QR-Code scannen.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Champagner
KATLENBURGER
Zu den bereits bestehenden Tropica-
Sorten gesellt sich der Ready-to-Drink
White Peach Margarita im tropischfloralen
Design. Auf Fruchtweinbasis,
7 Vol.-%. Inhalt 0,75 Liter.
DOPPIO PASSO
Der Doppio Passo in einer alkoholfreien
Variante – als Bianco oder
Rosso. Entalkoholisierter Wein in
der 0,75,Liter-Flasche.
Alkoholgehalt: < 0,5 Vol.-%.
ORIENTAL DÉJÀ-VU
Die alkoholfreie Variante des Oriental
Déjà-Vu ist eine Aperitif-Alternative
ohne Umdrehungen. Mit dem Geschmack
von fernöstlichen Zitrusnoten
und orientalischen Gewürzen
sowie einer leichten Ingwerschärfe.
LAUFFENER
BREE
Im bunten Design und in der 200-Milliliter-Dose
bringt die Weinkellerei Peter
Mertes den Bree Spritz Aperitivo auf
den Markt. Der Geschmack: bittersüß
mit fruchtiger Orangennote. Auch
erhältlich in den Varianten Limoncello
Spritz, Wild Berry Spritz sowie White
Peach Spritz.
Der Souvignier Gris der Lauffener
Weingärtner: ein feiner PIWI und für
Lauffen der Prototyp der „Zukunftsweine“.
Auf der Düsseldorfer Fachmesse
feiert er in diesem Jahr Premiere.
Fotos: stock.adobe.com/decorator, Helen; Unternehmen
KÄFER
Die Feinkostmarke Käfer präsentiert
White Peach Spritz, eine Erfrischung
mit aromatischen Pfirsich-Noten.
Erhältlich in der 0,75-Liter- sowie in
der handlichen 0,2-Liter-Flasche.
Auch als Limoncello Spritz.
LILLET
Nach den Geschmacksrichtungen
Berry und Rosé White Peach will
Pernod Ricard nun mit Lillet Rosé
Grapefruit überzeugen. In der
Glasflasche als Ready-to-Drink.
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65
Sortiment
Wein & Sekt
Whisk(e)y: Globale Faszination
Ein Getränk, das altehrwürdige Handwerkskunst
und aufregende Entdeckungen vereint.
Mehr zum Thema in unserem Markentrainer.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Whisk(e)y
CARISSIMA & PFANNER
Frisch aufgebrühter Schwarztee und
italienischer Weißwein ergeben den
Carissima Ice Tea Peach & Wine Spritz.
Ready-to-Drink in der 0,25-Liter-Dose,
Alkoholgehalt: 5,5 Vol.-%.
JÄGERMEISTER
Der erfrischende
Geschmack von Orangen
und Mandarinen trifft bei
Jägermeister Orange auf
eine subtile Kräuternote
und feine Bitterkeit.
33 Vol.-%., 100 Prozent
natürliche Zutaten.
FREIXENET
BEIRAO
Der Kräuterlikör aus Portugal wird
unter Verwendung von geheimen
Rezepten hergestellt, die seit Generationen
weitergegeben werden. Der
Geschmack: süß und würzig, mit Noten
von Anis, Pfeffer und Zitrusfrüchten.
Den Freixenet Mia gibt es
ab sofort auch in der
0,0 Vol.-%-Alkohol Variante.
Als Blanco sowie Rosado
(Abb.), mit geringer
Kalorienanzahl.
GORBATSCHOW
Erhältlich für kurze Zeit:
Gorbatschow Mixed
Berry, eine fruchtige
Ready-to-Drink-Variante.
Alkoholgehalt 10 Vol.-%,
in der 0,33-Liter-Dose.
GLENDRONACH
Ab sofort im Brown-Forman-
Deutschland-Portfolio: The
Glendronach Single Malt
12 Years Old in visueller Neugestaltung.
Das neue Design
kombiniert Tradition und
modernen Luxus und verleiht
dem in Pedro-Ximénez- und
Oloroso-Sherryfässern aus
Spanien gereiften schottischen
Highland-Spirit eine
zeitlose, elegante Ästhetik.
43 Vol.-%, UVP 47,99 Euro.
CLEEBRONN
GÜGLINGEN
Feinherber Riesling
mit dezenter Restsüße
und den Aromen von
Zitrusfrüchten sowie
Stachelbeeren.
Inhalt: 0,75 Liter,
11 Vol.-%.
66
Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
Ready-to-Drink: Fertig zum Genießen
Alles zum Trendthema Ready-to-Drink
erfahren Interessierte beim
Scannen des QR-Codes.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Readyto-Drink
ROTKÄPPCHEN
Ready-to-Drink in der 0,33-Liter-
Flasche: Seccomate mit Koffein und
7 Vol.-% (Abb.). Auch erhältlich als
Secconade in den Sorten Blutorange,
Pink Grapefruit und Zitrone.
LENZ MOSER
Lenz Moser greift den Trend der
leichteren Weine mit reduziertem
Alkoholgehalt auf und erweitert die
Servus-Linie um den Servus Frizzante
5 %, mit – wie der Name schon sagt –
5 Vol.-% Alkohol.
PITÚ
Die Unterberg Gruppe setzt
mit der neuen Strawberry
Caipirinha (Abb.) auf den
wachsenden Trend zu
sommerlich-frischen, süßen
Fruchtnoten. Außerdem neu
im Portfolio: der alkoholfreie
Caipirinha 0.0 Vol.-%.
FÜRST VON METTERNICH
Winzersekt, der durch die traditionelle
Flaschengärung seine feine
Perlage und den charakteristischen
Geschmack bekommt. Einer
von drei Jahrgangssekten aus
Riesling-, Chardonnay- und Spätburgundertrauben
(Abb.).
STRANDGUT
Ab sofort ergänzt die
Fruchtbrise das Sortiment
der Weinkellerei Reh Kendermann.
Ein aromatisierter
weinhaltiger Cocktail in
der 0,275-Liter-Flasche in
den Geschmacksrichtungen
Limoncello (Abb.)
und Bitterorange.
PIETRAPURA
YOUNG POETS
Das Motto des entalkoholisierten
Zero Secco Rosé der Young
Poets ist: More bubbles less
troubles. Mithilfe der Social-
Media-Crowd neu entwickelt.
Neu im Sortiment bei
Schlumberger: die Weine von
PietraPura aus Apulien. Der
Mandus Primitivo di Manduria
ist ein fruchtiger Rotwein
mit Noten von Waldbeeren,
Zwetschgen und Sauerkirschen.
Alkoholgehalt: 14 Vol.-%.
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67
Sortiment
WPR
Text: Silke Detlefsen
Dufte Entwicklungen
Haushaltspflegeprodukte standen 2024 ganz oben auf der Einkaufsliste der Verbraucher. Laut Industrieverband
Körperpflege und Waschmittel e. V. (IKW) konnten Universal- und Colorwaschmittel dabei ihren Umsatz um
9,7 Prozent steigern. Weichspüler legten gar um 22,4 Prozent zu. Was treibt dieses Wachstum?
Fleckenentfernung bleibt das wichtigste
Kriterium für Verbraucher, so Gabriele
Hässig, Geschäftsführerin Kommunikation
& Nachhaltigkeit bei Procter &
Gamble. „Gleichzeitig steigt das Bewusstsein
für nachhaltige Waschgewohnheiten.“ Shopper
suchen ihr zufolge nach leistungsstarken
Lösungen, die hygienische Sauberkeit und
lang anhaltende Frische bieten – und das bei
reduziertem Energieverbrauch und weniger
häufigem Waschen. Da die Waschtemperatur
einen großen Einfluss auf den ökologischen
Fußabdruck hat, stehen beim Unternehmen
Innovationen im Fokus, die auch ohne Vorbehandlung
oder hohe Temperaturen gründlich
reinigen und damit gleichzeitig „den Stress
rund ums Waschen reduzieren“. So präsentiert
sich das neue „Ariel Frische Baumwollblüte“
mit seinem milden Duft leistungsstark in der
Kaltwäsche und verspricht in einem Waschgang
Flecken- und Geruchsentfernung.
Die Umwelt stets im Blick
Um den Wunsch zu bedienen, die Umwelt nicht
unnötig zu belasten, setzt Everdrop bei seinen
Waschmitteln – sei es Color, Voll, Fein oder Sensitiv
& Sport – ebenfalls auf eine tiefenwirksame
Reinigung bereits ab 20 Grad Celsius: „Dank
unseres innovativen Wasserhärtekonzepts,
das die Formulierung an die Wasserhärte am
Wohnort anpasst, reduzieren wir den Einsatz
unnötiger Tenside um bis zu 50 Prozent“, erläutert
Chris Becker, Co-Founder des Unternehmens.
Das verhindere Überdosierungen,
mache das Waschmittel ergiebig und schone
zudem den Geldbeutel. Seit die Produkte im
neuen Look erschienen sind, verfügen sie auch
über einen länger anhaltenden Duft.
Mit dem neuen „Perwoll Color Waschmittel
für Helles“ führt die Marke ihre Initiative
#RethinkFashion fort, die den bewussten Umgang
mit Kleidung unterstützen möchte. Das
Fotos: stock.adobe.com/Q-Zack, The Little Hut; Unternehmen
68 Sortiment • RUNDSCHAU 03/25
Markentrainer Waschen
Kategoriewissen vertiefen: Mit dem Markentrainer
Waschen einfach über den QR-Code oder per Link: www.
yumpu.com/en/document/view/68780533/waschen
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Waschen
Produkt soll alle zarten und hellen Farbtöne
nicht nur vor Grauschleier schützen und für
neue Leuchtkraft sorgen: „Der lang anhaltende
Duft, der durch Bewegung aktiviert wird,
verleiht der Kleidung ein frisches Wie-neu-
Gefühl, das den ganzen Tag anhält“, so das
Unternehmen Henkel.
Nahezu überall geht es also zudem darum,
der Nase Sinnesfreuden zu bescheren. Dass die
Weichspülerkategorie 2024 so starke Umsatzzuwächse
verzeichnet hat, wurde laut Volker
Hesse, CCO der Dalli-Group, denn auch nicht
nicht durch klassische Weichspüler, sondern
insbesondere den Erfolg von Duftspülern
vorangetrieben: „Verbraucher legen verstärkt
Wert auf lang anhaltende Frische und individuelle
Dufterlebnisse, was die Nachfrage in
diesem Segment zusätzlich ankurbelt. Der
Trend zur multisensorischen Wäschepflege
zeigt sich somit als wichtiger Faktor für das
Wachstum der Kategorie.“ Nicht von ungefähr
kombiniert etwa „Dash 2in1 mit Weichspülerduft“
die herkömmliche Waschleistung von
Dash mit einem intensiven Frische-Erlebnis.
Dabei soll sich der Duft in mehreren Phasen
entfalten; ein spezielles Molekül sorgt auch
nach dem Waschen für eine erneute Duftaktivierung
durch Licht und Sauerstoff.
Beim „Sensitiv-Weichspüler Hibiskusblüte“
von Frosch geht man ebenfalls „auf den
Trend der eskapistischen floralen, pflegenden
Duftkonzepte“ ein, wie Karin Greve, Head of
Dass Textilien beim Waschen
hygienisch rein und von Flecken
befreit werden, gehört zur Grunderwartung
der Verbraucher.
Zusätzlich punkten lässt es sich
mit verführerischen Duftnuancen
– als Auszeit für die Sinne.
Marketing, erklärt. Der blumig-exotische Duft
will dazu einladen, für einen Moment innezuhalten
und in Gedanken an paradiesische
Orte zu entfliehen.
Gut für die Stimmung
Auch die Kuschelweich-Emotions-Reihe lockt
damit, dass man sich mit den Produkten zurücklehnen
und ein „Gefühl von herrlicher
Frische“ genießen kann. „Die Formulierungen
enthalten stimmungsaktivierende Duftstoffe,
deren Wirkung wissenschaftlich bestätigt ist“,
sagt Markus Jahnke, Marketingleiter von Fit.
Gabriele Hässig bestätigt ebenfalls nochmals,
dass Frische und Duft in Deutschland aktuell
eine zentrale Rolle spielen. Daher soll etwa
auch der „Lenor Weichspüler Aprilfrisch“
Restgerüche effektiv neutralisieren und die
Kleidung beim Tragen vor unangenehmen
Gerüchen schützen. Hässig weiß, dass neben
milden, hautfreundlichen Düften ebenso
intensive, luxuriöse Nuancen gefragt sind.
Und: „Besonders beliebt sind Düfte mit einer
Note ätherischer Öle, die nicht nur Frische,
sondern auch ein besonderes Pflegeerlebnis
bieten.“ Attraktiv ist es also, wenn ein Verwöhnprogramm
für die Wäsche und den
Käufer offeriert wird.
☐
FROSCH
KUSCHELWEICH
DASH
ARIEL
Eine Kombination aus blumiger Sanftheit
und exotischer Frische verspricht
der Sensitiv-Weichspüler Hibiskusblüte.
Er basiert zu 100 Prozent auf Pflanzen
wie Raps und Sonnenblume.
Für weiche, duftende Wäsche sorgt
Kuschelweich Emotions Frische – mit biologisch
abbaubaren Frischeperlen.
Auf Mikroplastik wird verzichtet. Bald
auch in der Zwei-Liter-Größe zu haben.
Dash 2in1 mit Weichspülerduft kombiniert
die Waschleistung von Dash mit
einem intensiven Frische-Erlebnis. Das
Produkt ist als Voll- und Colorwaschmittel,
in Pulverform und flüssig erhältlich.
Ariel Frische Baumwollblüte richtet
sich an Kosumenten, die einen milden
frischen Duft bevorzugen. Für die
Flecken- und Geruchsentfernung (Kaltwäsche)
in nur einem Waschgang.
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69
Neue Produkte
März 2025
Ölmühle Hartmann
Das neue kaltgepresste „Leinöl fresh“
wird durch natürlichen Limettenextrakt
verfeinert und bietet so eine besondere
Geschmacksnote. Passend für
die Öl-Eiweiß-Kost, nicht zum Erhitzen
geeignet. UVP: 5,99 Euro
Deutsche See
Neu im Konservenregal: die
MSC-zertifizierten Heringsfilets
in vier verschiedenen Soßen –
in Tomaten-, Paprika-, Pfefferund
in Senf-Dill-Creme.
Florida Eis
Elvis
„Pittiplatsch – Nussi Creme“
aus Nougatmilcheis, Schoko-
Haselnuss-Soße und Schokoflocken/-stückchen
ist im klassischen
500-Milliliter-Becher
oder im 150-Milliliter-Format
erhältlich.
Der Dubai-Trend kommt auch ins Tiefkühlregal:
Elvis Dubai Chocolate Style
besteht aus cremigem Schokoladeneis,
Pistaziencreme und karamellisierten
Pistazien – im Glas verpackt.
Aeroxon
Aeroxon erweitert sein Sortiment
um fünf Produkte gegen
Kleidermotten sowie um ein
Produkt gegen Lebensmittelmotten.
Sie sind freiverkäuflich
und wirken über den Geruchssinn
der Motten.
Vitaquell
Das Hamburger Unternehmen
bringt fünf neue vegane Frischkäsealternativen
auf Hafer-
Mandel-Basis ins Kühlregal – in
den Sorten Natur, Chili, Garten,
Tomaten und Provence. Bio-
Qualität. UVP: 2,49 Euro
(125 Gramm)
Ehrmann
Unter der Produktmarke Grand
Dessert erscheint die neue „Sorte
des Jahres 2025“: Grand Dessert Milkcream
Style Choc Nut. Ebenfalls neu:
Grand Dessert Rum Traube Nuss:
UVP: 1,19 Euro (je 190 g)
Layenberger
Das neuen High Protein Crunchy
Müsli gibt es in drei Sorten:
Schokolade, Vanille Kokos und
Apfel Zimt. Mit hohem Ballaststoffgehalt,
vegan.
UVP: 4,99 Euro
Original Wagner
Neues Design, neue Sorte: Das
Piccolinis-Brezel-Sortiment wird um
die Variante Tomate-Käse erweitert.
Die Piccolinis Brezel Rustikal heißen
ab sofort Piccolinis Brezel Herzhaft
und haben eine neue Rezeptur.
70
RUNDSCHAU 03/25
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Infos und Bildmaterial zu Ihren Neuprodukten
schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de
Melitta
Das Faultier und die Farben der
Landesflagge auf der Verpackung
weisen darauf hin: Die Bohnen der
„BellaCrema Selection des Jahres“
kommen aus Nicaragua.
Feurige Neuheit zum Grillen & Snacken
Ab KW 13 ergänzt MEGGLE sein Sortiment der gekühlten
Backwaren um ein trendig-feuriges Neuprodukt:
das MEGGLE Chili Cheese Baguette. Ideal zum Grillen
und Snacken!
BESCHREIBUNG Das MEGGLE Chili Cheese Baguette vereint das
knusprige Baguette mit einer cremig-feurigen Käse-Füllung. Die
trendige Geschmackskombination ist nicht nur etwas für erfahrene
Grillmeister, sondern auch als convenienter Snack ein Hit! Mit seiner
breiten Zielgruppenansprache eignet sich das Produkt ideal auch für
gekühlte Zweitplatzierungen zum Thema Grillen und Snacken.
Waterdrop
Die Getränkewürfel der Boost Collection
bieten 90 Milligramm natürliches Koffein in
drei Geschmacksrichtungen – Cherry Boost,
Mango Boost sowie Berry Boost.
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KoRo
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Proteinlayer und ein Schokoüberzug
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IMPRESSUM
Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:
Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.
(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;
Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);
Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)
Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände
wieder. Die Redaktion ist nicht für die
Inhalte verantwortlich.
Neue Produkte
März 2025
Gegründet: 1929
Verlag: medialog GmbH & Co. KG
Medienplatz 1, 76571 Gaggenau, Deutschland
Tel. 07225 60646-00
E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de
Geschäftsführer: Carsten Augsburger
Verlagsleiterin: Maria Akhavan (V.i.S.d.P.)
Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke
Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel, Jenny
Rommel, Anja Reuter
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen, Inka Stonjek
Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design
Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic
Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna
Bauer/Mövenpick
Mövenpick Iced Coffee ist ab
1. Mai auch in der neuen
Geschmacksrichtung „Dubai
Style“ erhältlich. Die Eiskaffeesorte
kombiniert den nussigen
Geschmack von Pistazien mit
einer Schokoladennote und
kommt im K3-Becher in einer
Zehner-Steige in den Handel.
Müller
Milchwerke Schwaben
Die Milchwerke Schwaben erweitern ihr
Fruchjoghurtsortiment erstmals um die
Geschmacksrichtung Orange (Abb. Mitte).
Nur im 1.000-Gramm-Becher.
UVP: 3,19 Euro
Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock
Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark
Anzeigendisposition: dispo@medialog.de
Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025
Abonnenten-Betreuung:
E-Mail: service@medialog.de
Sechs neuen Sorten des
„Joghurts mit der Ecke“
bringt Müller ab März in die
Zweikammerbecher. Ab Juni
wird die Neueinführung von
TV-Spots, Online-Videos und
PoS-Radio flankiert.
UVP: 0,79 Euro
Titel: AdobeStock.com/agratitudesign, HelenP
Produktfotos: waterdrop®, Hersteller
Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209
Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement
Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.
Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist
der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:
Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband
Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband
Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen
Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband
Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden
e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,
Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände
des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband
Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel
Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und
Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des
Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden
e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel
Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement
verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat
vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.
Druck: westermann DRUCK | pva
Georg-Westermann-Allee 66
38104 Braunschweig
Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige
Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch
nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht
für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.
Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material
wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene
und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte
liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.
Vutter!
Pflanzliches für Hunde:
Die Marke Vutter! aus dem Hause
Green Plant Petfood erweitert ihr
Sortiment um die veganen
Trockenfuttersorten „Wie Huhn“
und „Wie Rind“. UVP: 4,90 Euro
Everdrop
Die neuen, leistungsstärkeren
Reiniger von Everdrop kommen
erstmals “prefilled” in die Einzelhandels-Regale:
als Flüssigprodukt
in einer wiederverwendbaren
rPET-Flasche.
Byodo
Der Feine Würzessig
vereint als erster Würzessig
im Biomarkt alle
Aromen – würzig, salzig,
aromatisch, umami,
sauer, süß – und sorgt
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Geschmackserlebnis.
IVW IV/2024
Druckauflage:
60.267 Exemplare,
tatsächlich verbreitete
Auflage: 59.826 Exemplare
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März 2025
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Coppenrath & Wiese
Anlässlich des 50. Geburtstags der
Conditorei gibt es als Geschenk
Kühltaschen für alle, die 2 x Blechkuchen
der Conditorei Coppenrath
& Wiese kaufen – egal auf welche
Sorten die Wahl fällt. Bis April
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73
FORSCHERAUFTRITT
Martin Fassnacht
>
Martin Fassnacht
ist Inhaber des Lehrstuhls für Strategie und Marketing
der WHU. Er wechselt sich hier mit Stephan Grünewald
(Rheingold), Trend- und Handelsforscher David Bosshart
und Markenpsychologe Florian Klaus ab. www.whu.edu
Text: Martina Kausch
Fokus auf die Kernleistung
Effizienz zu steigern, ohne das Einkaufserlebnis zu vernachlässigen, ist in unsicheren Zeiten eines der wichtigsten
Ziele. Kann also im LEH eine Sortimentsanpassung sinnvoll sein? Martin Fassnacht ist davon überzeugt.
Kunden sind durch die Krisen in der Welt zunehmend
verunsichert. Was bedeutet das
für den Handel, wie soll er reagieren?
Kunden erwarten in unsicheren Zeiten
vor allem Verlässlichkeit. Im Handel
heißt das: Produkte müssen verfügbar,
Preise moderat steigend bzw.
stabil und das Einkaufserlebnis muss
unkompliziert sein. Wenn Basisleistungen
nicht erfüllt werden, wächst
die Verunsicherung weiter. Funktionaler
Nutzen – also die verlässliche
Erbringung der Kernleistung – steht
für Kunden stärker im Vordergrund.
Das klingt etwas profan?
Ganz im Gegenteil, das ist alles andere als
profan. In einer zunehmend digitalen Welt
nimmt die Anzahl der Marken ab, mit denen
Kunden relativ regelmäßig in Beziehung stehen.
Der Gedanke „The winner takes it all“ gewinnt an
Bedeutung. Unternehmen reagieren bereits auf die
neuen Herausforderungen. Nestlé reduzierte seine
Markenanzahl drastisch von 8.000 auf 2.000, Unilever
fokussiert sich auf 30 Marken. Um hier eine relevante Marke aus Kundensicht
zu sein, ist die Erbringung der Basisleistung unabdingbar.
Martin Fassnacht
Ökonom an der WHU –
Otto Beisheim School of Management
jeden Preis. Entscheidend ist, die Erwartungen der
Kernzielgruppe ernst zu nehmen: Was wird
wirklich nachgefragt? Was trägt zur Kernleistung
des Händlers bei? Eine gezielte
Optimierung kann helfen, Effizienz zu
steigern, ohne das Einkaufserlebnis
zu verschlechtern.
Der LEH hat lange mit breiten Sortimenten
geworben. Wie kann er nun
vermitteln, dass eine gezielte Sortimentsanpassung
Vorteile bringt?
Händler sollten ihren Kunden klarmachen,
dass eine gezielte Sortimentsanpassung
ihnen nutzt. Es geht nicht
darum, weniger anzubieten, sondern
das Richtige verfügbar zu haben. Wer
sein Angebot transparenter strukturiert und
die Kernleistungen betont, schafft Vertrauen
und Orientierung – genau das, was Kunden in unsicheren
Zeiten suchen. Auch in der Kommunikation
sollte der Handel diese Verlässlichkeit unterstreichen.
Kunden müssen spüren, dass sie sich auf das Angebot
verlassen können. Der Handel ist auch ein Kümmerer!
Er sorgt dafür, dass die Menschen ihre Alltagsbedürfnisse zuverlässig
decken können – und genau das sollte er klar kommunizieren.
Viele Unternehmen setzen auf sozial-ethischen Nutzen, indem sie
beispielsweise nachhaltige Produktionsweisen hervorheben …
Sozial-ethischer Nutzen bleibt wichtig, aber er ersetzt nicht die Kernleistung
eines Produkts oder einer Dienstleistung.
Wie sollten Händler ihr Angebot überdenken, wenn Kunden
stärker auf Basisleistungen achten? Das Sortiment reduzieren?
Händler müssen genau prüfen, ob ihr Sortiment noch den aktuellen
Kundenbedürfnissen entspricht. In unsicheren Zeiten zählt
vor allem Verlässlichkeit: Wer in den Laden kommt, erwartet, dass
die wichtigsten Produkte verfügbar sind. Gleichzeitig kann eine zu
große Auswahl die Komplexität erhöhen – für Kunden und Händler.
Sortimentsanpassungen sind deshalb sinnvoll, aber nicht um
Ist das wirklich eine Strategie?
Ja! Ich sehe oft, dass die für den Vertrieb und Handel essenzielle
Customer Journey, also die Vorkauf- und Nachkaufphase, vernachlässigt
wird. Hier verschenken Unternehmen und Einzelhändler
Umsatzpotenziale! Auch fehlende IT-Investitionen in der Vergangenheit
rächen sich.
Was ist nun also zu tun?
Unternehmen und Händler müssen den Fokus auf Nutzen generierende
und wertschöpfende Funktionen legen. Dazu bodenständig
bleiben und den gesunden Menschenverstand einsetzen. Bürokratische
Hürden minimieren. Nicht nur in der Politik gibt es zu viel
Bürokratie, sondern auch in Unternehmen.
☐
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